begen des Feuerwehrfestes muß Uschafts=Abend am Samstag, den Nts. ausfallen. Gefangabend istag, den 12. d. M., bei Nr. 155. Freitag, den 8. Juni 1888. 17. Jahrgang. ristl.-sozial. Arbeiter Verein Herne. mutag, den 10. Inni 1888. mittags 4 Uhr, un Vereinslokole bel Herrn Wilh. Meinbardt: afl. 1 recht zohlreiches Erscheinen win -164 Der Vorstand. Verein ,Glück Auf zu Linden. Kameraden des Vereins versamsich am Sonntag, den 10. Iuni, tittags um 2½ Uhr im Vereinszum Abmarsch nach Weitmar Stiftungsfeste.(2941 rege Betheiligung bittet Der Vorstand. . Des Weitmarer Festes wegen fin neral-Versammlung 7. Inni, Nachmittags um 3 Uhr Der wichtigen Vereinsangelegen wegen wird um allseitiges Ersche ebeten. Der Vorstand. eisenschränke, trol-Kochapparate, irituskocher, annen in zu äußerst billigen Preisen mann& vom Lehn, Obere Marktstr. 23. äusekartofel idere verschiedene Sorten empfichl Stach, Schillerstraße 56. ebr. Bohlmann, gsr. 5. 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Fortes in fide. befrägt bei der Erpedition pro Quartal 2 M. direct in's Haus bestellt, durch die Post ebenfalls 2 M., mit Bestellgeld 2 M. 40 Pfg. C Das Abonnement für die„Westfülische Voitszeitung neos Siagoiende lde. de det de nnseren bekannten Tarissätzen, an welchen unbedingt festgehalten wird. Neclamen 40 Pfg.— Annoncen bis zu 2 Mark nur gegen Vorausbezablung. Allee= und Humboldtstraßen=Ecke. Inserale 12 Pfa. ro Aparihe Sreger Verantwortlicher Redactenr: I. Fusangel. Verlag und Rotationsdruck der Actiengesellschaft„Märkische Vereinsdruckerei" in Bochum. Zur Puttkamer=Krisis. * Die„Kölnerin" hat bei der neuesten Krisis innerhalb der Regierung entweder schlechte Ohren gehabt, oder sie ist in die falsche— Antichambre gerathen. Was sie gestern mit verächtlichem Nasen rümpfen als„seiltänzerische Sophistik untergeordneter Officiösen" bezeichnete, tritt ihr heute mit dem kanz lerischen Stempel versehen als oberofficiöse Staats weisheit vor Augen; mit einem: Guten Morgen, Herr Fischer! kann ihr jetzt Herr Schweinburg die saftigen Complimente zurückgeben, denn ihm, dem Freunde des Herrn von Scholz, hatte sich die Bedeutung der Krisis richtig erschlossen. Es gilt, den Freisinnigen eine Lection zu ertheilen; durch die Verwerfung eines Gesetzes, dem sie Widerstand geleistet haben, und das ein Werk der mit der Regierung im Einklang handelnden Cartellmehrheit gewesen ist, sollen sie dafür gestraft werden, daß sie die Prärogative der Krone auf dem Gebiete der Gesetzgebung bestritten haben. Die Opposition kann nichts sehnlicher wünschen, als des Oefteren so wohlthätig gezüchtigt zu werden; es ist, als ob ein Vater zu seinem Sohne sagt: Um Dir zu zeigen, daß ich Herr bin, hebe ich die Bestimmung meines Testaments, die Dich auf einen Pflichttheil beschränkte, jetzt auf und setze Dich zum Vollerben ein. Man stelle sich die Beschämung und Zerknirschung des Sohnes vor! Sehen wir von der„seiltänzerischen Sophistik“ ab, welche die„Nordd. Allg. Ztg.“ sich zu eigen macht, so ist in ihrem Artikel zunächst die Verdunkelung des Thatbestandes bemerkbar. Der Gesetzentwurf über die Wahlperioden ist am 2. Mai beschlossen, aber noch nicht publicirt worden— das soll Alles sein, was sicher ist. Wäre dem so, hätte Niemand von einer Krisis gesprochen. Aber es sind außerdem noch zwei sichere Thatsachen vorhanden, welche die„Nordd. Allg. Ztg.“ verschweigt, erstens die Vollziehung des Gesetzes durch den Kaiser am 27. Mai und zweitens das kaiserliche Schreiben vom gleichen oder folgenden Tage, welches dem Herrn Minister von Puttkamer die sorgfältige oder sorgfältigere Wahrung der freien Ausübung des Wahlrechts einschärft. Daraus erhellt, daß das Gesetz über die Wahlperioden einen Wider stand bei der Krone nicht gefunden hat, es kann also an sich auch nicht Veranlassung zu einer Krisis ge wesen sein. Ueber die Dauer der Legislaturperioden denkt der Kaiser genau so wie die Minister, das hat er durch seine Unterschrift unter das Gesetz bekundet. Aber über die Wahlfreiheit denkt er anders, das zeigt sein Schreiben an den Herrn v. Puttkamer; hier liegt die Differenz und tritt dadurch in ein helles Licht, daß der Wille des Kaisers das neue Gesetz mit einer Kundgebung zu Gunsten der Wahlfreiheit in eine unlösliche Verbindung gebracht hat. Wir wollen der „Nordd. Allg. Ztg.“ glauben, daß das Ministerium aus dem Veto des Kaisers gegen das Gesetz keinen Anlaß genommen hätte, die Cabinetsfrage zu stellen; ein solcher Fall lag und liegt aber gar nicht vor und über ein„Problema“ braucht man nicht zu streiten. Diesem Gesetze gegenüber hat— ob mit oder ohne Widerstreben— die Krone ihr„sic volo“ gesagt, es wäre unzweifelhaft heute schon verkündet, wenn nicht der Kaiser dasselbe mit der Frage der„Wahlfreiheit“ bepackt hätte. Dadurch ist die Krisis entstanden und so besteht sie heute noch. Sie kann ihre Lösung in doppelter Art finden: entweder die Regierung erklärt sich einverstanden damit, daß der Publikation des Gesetzes sofort oder vielleicht später ein kaiserlicher Erlaß folgt, welcher die Freiheit der Ausübung des Wahlrechts behandelt und den Behörden jeden Eingriff in dieselbe untersagt, oder mit einem solchen Erlaß unterbleibt zugleich die Verkündigung des Gesetzes und es hat bei der dreijährigen Legislaturperiode in Preußen sein Bewenden. Wir haben Grund zu der Annahme, daß die erstere Form der Lösung die Demission des Ministeriums zur Folge gehabt haben würde, und glauben sowohl aus der halbamtlichen Meldung, daß von einem Demissionsgesuch nichts bekannt sei, als auch aus den heutigen Auslassungen der„Nordd. Allg. Ztg.“ den Schluß ziehen zu können, daß es dem Reichskanzler gelungen ist, die zweite Form der Lösung zu erzielen, bei der eine Krisis im Bestande der Regierung auch für Herrn v. Puttkamer ausgeschlossen ist. Auf des Kaisers: Keine längere Wahlperiode ohne eine deutliche Kundgebung zu Gunsten der Wahlfreiheit würde die Regierung also die Antwort gefunden haben: Dann lieber die seitherige Wahlperiode, denn— sagt uns ja die„Nordd. Allg. Ztg."— die Minister sind nicht der Ansicht, daß die dreijährigen Wahlperioden den Staat wesentlich schädigen. Das wäre ein Compromiß in optima forma, das sich jeder Theil zu seinen Gunsten zurechtlegen kann. Die Opposition hätte allen Grund, damit zufrieden zu sein, denn abgesehen davon, daß eine Verfassungsänderung unterbleibt, in der sie eine Schmälerung der Volksrechte erblickt hat, wird das Eintreten der Krone für die Wahlfreiheit, auch wenn es nicht durch den „Reichsanzeiger" bezeugt wird, von großer Wirkung sein; es wird die streberischen Gelüste einschüchtern und den Druck von zahlreichen Gemüthern nehmen. Eine weitere Entfaltung des Systems Puttkamer werden wir nicht mehr zu befürchten haben, kein Landrath wird fortan aus hohem Munde die freundlich ermuthigende Frage zu gewärtigen haben:„Wo haben Sie das Wählen gelernt?" Mit diesem doppelten Gewinn kann sich die Opposition schon trösten; in ihren kühnsten Wünschen ist sie kaum weiter gegangen. Wie aber wollen diejenigen Cartellorgane den Ausgang finden, die mit der„Köln. Ztg.“ verlangt haben, daß durch eine unzweideutige Kundgebung die von Feinden der bisherigen Entwickelung Preußens und Deutschlands in Umlauf gebrachte Legende vom deutschfreisinnigen Kaiser zerstört, oder daß, wenn in der Wirklichkeit der Dinge irgend etwas dieser Legende entsprechen sollte, aus dieser Thatsache die verfassungsmäßige Folgerung gezogen werde, die ein Scheitern des Wahlperiodengesetzes als einen schweren Schlag für die Regierung und die Cartellmehrheit dargestellt haben? Die Kölnerin hat den Ausweg noch nicht gefunden, denn an die Mittheilung, daß Fürst Bismarck sich nach reiflicher Erwägung für die Verneinung der Frage entschieden habe, ob das Ministerium sein Bleiben von der Veröffentlichung des WahlperiodenGesetzes abhängig machen solle, knüpft das Blatt folgende Bemerkungen: Wir unserseits waren und sind der Ansicht, daß die Ablehnung des Gesetzes durch den König für die nationalen und staatserhaltenden Parteien einen schweren Schlag, für ihre Gegner einen sehr schätzbaren Erfolg bedeuten würde, und wir haben nicht die geringste Lust und sind auch nicht optimistisch geung, um uns angesichts einer so trüben Erfahrung mit dem magern Troste,— der allerdings auch wohl seine ironische Spitze hat— einzuschläfern, als ob unsere monarchistisch vermummten Demokraten sich thatsächlich zu jener Auffassung von den Rechten und der Stellung des Königthums bekehrt hätten, welche von den monarchistischen Parteien vertreten wird. Sollte darüber wirklich irgendwo eine Täuschung bestehen, sollte das vorgegebene Vertrauen in die Echtheit dieser deutschfreisinnigen Gesinnungswandlung nicht lediglich zum dialectischen Gebrauch verwandt werden, was wir für das wahr scheinlichere halten, so würde die Enttäuschung uin so schmerzlicher sein, wenn die Fortschrittler es am Ende nicht mehr lohnend erachteten, Verstecken zu spielen, und sich demaskiren. Wir bezweifeln übrigens nicht, daß Fürst Bismarck— von der Stel lung der Cabinetsfrage abgesehen— alles aufgeboten hat und aufbieten wird, um seinen kaiserlichen Herrn durch gute sachliche Gründe zu überzeugen, und wir hoffen noch immer, daß die schließliche Entscheidung nicht in einem Sinne fallen wird, welche die königstreuen Parteien, die Männer, welche in allen Stürmen tren zum Reich und zu seiner Dynastie gestanden baben, dem schadenfrohen Hohne von Leuten aussetzt, welche an allen historischen Wendepuncten der deutschen Geschicke aus blinder Parteiwuth den nationalen Interessen entgegengearbeitet haben." Ein paar Stunden früher aber hatte das charaktervolle Organ geschrieben:„Keinesfalls dürfte das jetzige Ministerium im Amte bleiben, wenn eine Entscheidung beliebt würde, die von der Opposition als ein Erfolg gedeutet werden könnte. Darüber wird man völlig beruhigt sein dürfen." Wenn nun doch durch ein Compromiß zwischen Krone und Regierung, nach welchem die Verlängerung der Legislaturperiode nicht Gesetz wird, der schwere Schlag für die„nationalen“ Parteien und der sehr schätzbare Erfolg für ihre Gegner zur Thatsache werden sollte, wie wird sich dann die„Kölnerin“ mit dem im Amte bleibenden Ministerium abfinden, dem sie am Sonntag folgende Weisung ertheilt hatte:„Das gesammte Ministerium hat mit der Mehrheit der gesetzgebenden Kammern sich von der Nützlichkeit dieses Gesetzes überzeugt, und wenn Se. Majestät anderer Meinung in dieser schwerwiegenden Frage ist, als die Mehrzahl des Parlaments und das gesammte Ministerium, so wird es für die Klärung unserer Verhältnisse gevoten sein, daß Se. Majestät es einmal mit anderen Rathgebern versuche und die Meinung des Landes über diese neuen Männer durch neue Wahlen erforsche.“ Da wird man wohl Herrn v. Gneist, den„Opal", der Alles beweisen kann, zur Hülfe rufen müssen; ein Zweiter fände wohl schwerlich ein Mittel, aus solcher Sackgasse wieder auf die Höhe jener staatsmännischen Auffassung zu gelangen, auf der sich heute nach Schweinburg's Beispiel mit„seiltänzerischer Sophistik" das Kanzerblatt so lustig tummelt. Deutsches □ Berlin, 6. Juni. Aus dem Schlosse Friedrichskron liegt heute wieder einmal ein Bulletin vor. Dasselbe ist von den beiden behandelnden Aerzten Sir Morell Mackenzie und dem Leibarzt von Wegner, sowie von den Professoren Leyden, Senator, Bardeleben und Krause unterzeichnet, welcher letztere bis auf Weiteres die Stelle des nach England zur Beerdigung seiner Mutter gereisten Hilfsarztes Dr. Hovell vertritt. Bestätigt wird durch das Bulletin, daß der Kaiser nach seiner Uebersiedelung in das Schloß Friedrichskron sich einige Tage angegriffen gefühlt hat, daß er zur Zeit aber sich„ziemlich wohl" befindet und daß der Kräftezustand„befriedigend" ist. Ueber das örtliche Leiden, welches in den letzten Tagen wieder der Gegenstand von Erörterungen für einen Theil der Tagespresse gewesen ist, beobachtet das Bulletin Schweigen. Wie weit die Zunahme der Kräfte vorgeschritten ist, läßt sich aus den amtlichen Mittheilungen eben so wenig entnehmen. Von einer starken Widerstandsfähigkeit kann indessen vorläufig noch keine Rede sein, da der Kaiser nach der gestrigen Unterredung mit dem Fürsten Bismarck so erschöpft war, daß er sich sofort zu Bette legen mußte und mehrere Stunden lang geschlafen hat. Das läßt zugleich darauf schließen, daß die Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und seinem ersten Rathgeber nicht ohne eine gewisse beiderseitige Erregung vor sich gegangen sind und ein befriedigendes Ergebniß nicht geliefert haben. Auch vom Fürsten Bismarck erzählt die„Nationalzeitung", daß sein auf der Hinfahrt nach Friedrichskron so heiteres Mienenspiel auf dem Rückwege ein sehr ernstes gewesen sei. Beachtenswerther für die Beurtheilung der Lage ist, daß die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" den gestern erwähnten Artikel über die Angelegenheit der Verlängerung der Wahl=Perioden in Preußen nach der Rückkehr des Reichskanzlers von Friedrichskron veröffentlicht hat, und daß die Publication des angeblich vom Kaiser vollzogenen Gesetzes noch immer auf sich warten läßt. Natürlich erregt das im hohen Grade die Unzufriedenheit gewisser Organe der Cartellparteien, weil diese aus dem Gesetze großen Vortheil für sich zu ziehen hoffen. Die„Nationalzeitung" scheint darüber sogar schon den Verstand verloren zu haben, da sie sich nicht entblödet, die gegenwärtigen Verwickelungen Parteien in die Schuhe zu schieben, die daran sehr unschuldig sind. Das nationalliberale Blatt findet es nämlich sehr begreiflich, daß Fürst Bismarck zur Zeit lieber auf die Verlängerung der preußischen Legislatur=Periode verzichten, als es weiter ertragen wolle, die Zustimmung des Herrschers zu wichtigen Maßregeln als erzwungen dargestellt zu sehen in Preßmittheilungen, welche sich den Anschein gäben, aus der Umgebung des Kaisers zu stammen. Das ist die alte bekannte officiöse Litanei, welche immer angestimmt wird, sobald etwas geschehen oder unterlassen werden soll, was nicht nach der Mütze der regierenden Herren ist. Um was handelt es sich denn eigentlich? Aus den parlamentarischen Verhandlungen hat der Kaiser die Ueberzeugung gewonnen, daß bei den Wahlen arge Mißbräuche stattgefunden haben. Als gewissenhafter Herrscher verlangt er Abstellung der Mißbräuche und macht er von der Erfüllung dieser Forderung die Verlängerung der Wahlperioden abhängig. Wenn das eine Zwangslage sein soll, so ist sie doch jedenfalls nicht von der Opposition geschaffen, sondern von der Regierung, gegen welche sich die allgemeinen Beschwerden richten. Diese Beschwerden hat selbst die„Nationalzeitung" erhoben. Wie kommt dieses Blatt nun mit einem Male dazu, die Anerkennung, welche die katholische und die freisinnige Presse dem verfassungstreuen Verhalten des Landesherrn gezollt hat, als ein Gebahren hinzustellen, welches mit der Würde der Krone und mit einer wirksamen Führung der Geschäfte durch die Regierung unvereinbar sei? Bisher ist es doch immer die Meinung aller rechtlich Denkenden gewesen, daß eine der schönsten Tugenden des Regenten die sei, die Minoritäten vor Unterdrückung zu bewahren. In diesem Punkte ist die„National=Zeitung" freilich anderer Meinung. Nach ihrer Darstellung sind die Freisinnigen und die Clerikalen eigentlich nur ein Krebsschaden oder doch wenigstens ein Bleigewicht an unserem öffentlichen Leben, da sie jeden Fortschritt des 31) Alda Renzoni. Nach dem Holländischen der Melati von Java von L. van Heemstede. „Du lügst", sagte Alda,„wenn Du sagst, daß Du mich liebst; so handelt die wahre Liebe nicht. Aber ich kann wohl ohne Dich leben, ich habe Dich nicht nöthig." „Das sind starke Worte, Alda, die keinerlei Eindruck auf mich machen. Ich bleibe bei dem, was ich gesagt habe. Ich lasse Dich jetzt allein; denn Du bist nicht in dem Zustande, um ruhig mit Dir sprechen zu lassen. Ich erwarte aber heute Abend oder morgen früh eine Auslegung Deines sonderbaren Benehmens. Es nützt Dir nichts, ob Du mir etwas verschweigst oder vorlügst; ich werde die Wahrheit erfahren, wenn auch nicht durch Dich... aber dann ist es auch aus mit unserm häuslichen Glück." Er verließ sie und sie erhob sich seufzend und schluchzend. So hatte er nie mit ihr geredet. Aber sie wollte ihm nichts bekennen, weil sie ihn dann um Verzeihung bitten müßte, und ihren Vater vielleicht einer schimpflichen Begegnung von seiner Seite aussetzen würde. Hier blieb für sie nichts als Widerwärtigkeit, und dort? Dort war die Freiheit, bort das Glück bei einem Vater, der sie innig liebte und auf Händen trug, ihr Ruhm und Glück versprach. Ihre Kinder? Was hatte sie eigentlich daran? Später würde sie ihre Tochter, die gewiß das Talent der Mutter geerbt hatte, von ihm zurückfordern. Sie wollte sich nicht unterwerfen, sie wollte Reinhold nicht sagen, was sie vor ihm verborgen hatte; denn sonst hätte sie alles von Bevey her bekennen müssen, und sie wußte, wie sehr er alle Geheimnißthuerei haßte. Was sollte sie nun thun? Ihren Vater um Rath fragen? Ja, das war das Beste. Rasch warf sie ein anderes Kleid über, hüllte sich in ihren Regenmantel und trat in das Kinderzimmer. Sie schloß die Thür des Boudoirs, steckte den Schlüssel zu sich, und ohne nach den Kindern sich umzusehen, ging sie die Treppe hinunter und dann durch das Gartenzimmer in den Garten, von dem ein Mauerpförtchen auf den einsamen Stadtwall führte. Reinhold war in seinem Bureau; aber das Arbeiten wurde ihm sehr schwver, denn seine Gedanken konnten sich von der eben erlebten Scene nicht losmachen. Oesters im Begri, zu Alda zurückzukehren und in ruhiger weyse eine Erklärung ihr abzulocken; aber er hielt sich zu Der Gedanke an ihren Vater tauchte nur flüchtig in ihm auf. Er mußte ihn längst für todt und begraben halten; Alda's Theaterliebhaberei war so in den Hintergrund gedrängt, daß er kaum mehr daran dachte. Er suchte sich einzureden, daß sie Schulden in der Residenz gemacht habe, und nun in dieser romantischen Weise mit ihrem Gläubiger irgend eine Abmachung getroffen habe. Alle andern Gedanken wies er weit von sich; und doch zitterte er oft am ganzen Leibe und mußte sich gewaltsam bezwingen, um nicht auf's neue zu seiner Frau zu eilen und sie wohl oder übel zu einem verständigen Bekenntniß zu zwingen. Er glaubte vor einem Abgrund zu stehen, worin sein Lebensglück und das seiner Kinder zu verschwinden drohte. Da meinte er, ein Geraschel zu hören. Sollte sie aus eigenem Antrieb kommen? Dann wäre alles wieder gut. Aber ach! das Geräusch entfernte sich. Als es elf Uhr schlug, ging er auf sein Zimmer, nachdem er erst an ihrer Thüre gelauscht hatte; da war alles still. Er ging in das Kinderzimmer; die Kleinen schlummerten ruhig beim Dämmerschein des Nachtlichtes. Er begab sich zur Ruhe, konnte aber kein Auge schließen. Am nächsten Morgen mußte Reinhold mit dem ersten Zuge verreisen und konnte erst am Mittag zurückkehren; er hatte also keine Gelegenheit, mit seiner Frau vorher zu sprechen. Schon sehr früh stand er auf, abgemattet durch die schlaflose Nacht, und klopfte an ihre Thüre, doch ohne Antwort zu empfangen.„Sie trotzt noch weiter! Habe ich mich wirklich durch ein schönes Gesicht betrügen lassen? Verbürgt sie nichts als eine falsche Seele hinter dem engelgleichen Lächeln?" Doch er fand die Frage zu beleidigend für seine Frau, und suchte noch immer, doch vergebens, ihr Betragen zu entschuldigen. Die Magd war schon auf und hatte in Eile für sein Frühstück gesorgt; er mußte sich sputen, um zur rechten Zeit den Bahnhof zu erreichen. Es wurde acht Uhr. Das Mädchen kleidete die Kinder an, aber Madame ließ sich nicht blicken. Das Mädchen klopfte, bekam aber keine Antwort. Das Boudoir war abgeschlossen; alles blieb still Endlich wagte man es, die Thüre mit einem andern Schlüssel zu öffnen; das Boudoir und das anstoßende Schlafzimmer war leer! Um Mittag kam Reinhold nach Hause und wurde von erschreckten Gesichtern empfangen. Seine Frau war nicht zu finden! Es war ihm, als wenn der Boden unter seinen Füßen versänke; doch behielt er seine Geistesgegenwart.„O ja, sie hat es mir gesagt, sie ist ausgegangen", erklärte er. Aber die Mägde sahen deutlich, wie kreideweis er geworden war, zum Bangewerden. Er ging allein nach oben und sah nach. Kein Zweifet mehr! Gewiß war sie nach Westveld, um Judith ihre Noth zu klagen. Er beruhigte sich damit und sagte zu den Dienstboten, daß er ein Telegramm empfangen habe, und daß er seiner Frau, die vorher abgereist sei, um drei Uhr folgen werde; er empfahl die Kinder ihrer Sorgfalt an. Er ging, um wegen Familien=Angelegenheiten Urlaub zu erbitten; obschon er auffallend bleich war, konnte Niemand ihm etwas Außergewöhnliches anmerken. Wo sollte Alda sonst sein als in Westveld? Er wollte sich selbst nicht bekennen, daß er es nicht glaubte, und vermied alle Fragen, die ihm nähere Aufklärung hätten geben können. Nichts verrieth das geringste von Alda's Plänen, nirgends ein Brieschen, keine Spur ruhiger Ueberlegung; nichts war verschwunden als ihr Regenmantel und ihr einfachster Hut. Sie konnte also nirgendwo anders sein. Nachdem er von seinen Kindern zärtlich Abschied genommen, ging Reinhold in die Welt hinaus, um seine Frau zu suchen. Er hätte eben so gut ein Telegramm nach Westveld schicken können; aber er unterließ es, vielleicht aus der unerklärlichen Ueberzeugung, daß er von ihr, wenn sie dort wäre, eine verneinende Antwort bekommen hätte, während er, wenn er selbst kam, mehr Aussicht hatte, sie bei den Tanten zu finden:— vielleicht auch, weil er sich scheute, der Welt einen Einblick in das Unglück, welches ihn getroffen hatte, jetzt schon zu gönnen. XXI Die beiden Tanten saßen im kleinen Wobnzimmer an einem mit Näharbeit bedeckten Tisch; beim berannahenden Winter regten sie die fleißigen Hände für ihre schutzbefohlenen Armen. Es war still aber nicht ungemüthlich in der kleinen Stube; die Lampe verbreitete einen hellen Schein und ein Feuerchen prasselte im offenen Herd. „Dorus gibt es noch immer nicht auf", sagte Judich; beute hat er seinen Antrag wieder vorgebracht." „Und haft Du ihn zum zweiten Male heimgeschickt?" „Natürlich, Tante, ich verheirathe mich ja nicht." „Auch mit keinem andern, Judith?" „Mit keinem, Tante; nicht alle Frauen haben Beruf zum Heraien? „Alle,— wenn sie nur können, Iudith?" Der Schatten Johanna, allmälig zum Bewußtsein gekommen, von der drückenden Last der anderen Hälfte befreit zu sein, sprach nun mehr und wagte selbst, ein eigenes Urtheil auszusprechen. „Ich danke bestens dafür, Tante.“ „Es thut mir leid für Dorus, er ist so ein schnurriger Patron!" Judith lächelte flüchtig und dachte, was Tante wohl sagen würde, wenn sie hörte, daß gerade die Schnurren des guten Dorus sie am meisten anwiderten. „Nein, beste Tante, der liebe Gott gibt uns allen etwas zu thun auf Erden, dem einen mehr, dem andern weniger; einige scheinen ganz leer auszugehen oder doch sehr spät in den Weinberg gerufen zu werden. Die Hauptsache ist, daß wir immer bereit sind, die uns angewiesene Arbeit zur bestimmten Zeit zu übernehmen; aber ich kann mir nicht denken, daß es meine Aufgabe sein sollte, für Dorus Bruisman das Essen zu bereiten und ihn in Stand zu setzen, sich an meinem Gelde gut zu thun." Judith mußte sich selbst eingestehen, daß ihr ruhiges Leben mit den Genüssen, die das Studium ihr verschaffte, reichlich den fieberhaften Zustand aufwog, den einige Menschen für Glück anseben. Sollte es immer so bleiben, bis zum Tage ihres Scheidens über dreißig, vierzig Jahre? Thörichte Frage! Wer kennt die Zukunft? Nur jener, auf den Judith stets als auf einen liebreichen, sorglichen Vater ihr Vertrauen gestellt hatte. Schweigend setzten die beiden Damen ihre Arbeit fort, als sie plötzlich durch einen beftigen Ruck an der Hausglocke aufgeschreckt wurden. „Wer kann das sein?" fragte Johanna ängstlich;„es gleich neun Uhr.“ „Straßen=Unfug!“ lachte Judith. „Nein, das haben die Rangen bei uns nie gewagt." Die Magd bekam die Weisung, die Kette vorzuhängen, und fragte erst vorsorglich, wer da sei. „Oeffne rasch, ich muß zu den Damen!“ klang es gebieterisch. Sie gehorchte und traute ihren Augen kaum, als ein stattlicher Herr in den Gang trat; er eilte an ihr vorbei zu dem Zimmerchen, aus dessen halb geöffneter Thüre ein breiter Lichtstreifen in den dunkeln Gang fiel und sobald er vor den beiden erstaunten Frauen stand, war seine erste hastige Fruge:„Jst sie auch bei Euch?" „Reinbold!“ riefen Beide zugleich. „Qnält mich nicht lange! Wo ist Alda?" (Fortsetzung folgt.) nationalen und inneren preußischen Staatslebens hem men sollen. Alles was von ihnen kommt, ist mit einem Wort, nach der Ansicht der„Nationalzeitung", nur vom Uebel, und darum müssen sie wie Heloten be handelt werden. Nur so erklärt es sich, daß auch die „Nationalzeitung" lieber die Mißwirthschaft bei den Wahlen fortbestehen als das neue Gesetz perfect wer den lassen will. Nur so begreift es sich, daß sie in dem Streit zwischen der Krone und den Ministern für letztere Partei ergreifen kann. Nun meint die„Nat Ztg.“ allerdings, daß der Kaiser ja den Minister von Puttkamer entlassen könne, wenn er in dessen Amts führung eine Gefährdung der Wahlfreiheit erblicke Aber kann er das, ohne befürchten zu müssen, daß Fürst Bismarck darauf mit der Einreichung seines eigenen Entlassungsgesuches antworten werde? Die „Nat. Ztg.“ behauptet zwar, daß, wenn Puttkamer Minister bleibe, er es bleibe, weil der Kaiser nichts dagegen habe. Das ist jedoch nichts weiter, als eine haltlose Behauptung, die doch eigentlich schon in der Forderung des Kaisers ihre Widerlegung findet. * Der jüngste Band der vom preußischen Generalstade indirect beeinflußten Berliner „Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen“ bringt eine sehr beachtenswerthe, offenbar aus authentischen Quellen geschöpfte Darstellung des gegenwärtigen Zu standes der russischen und österreichisch=unga rischen Wehrmacht.„Die russische Heeresleitung", so heißt es in dem Berichte,„hat in den vergangenen Jahren die Muße, welche ihr der Friede gelassen, gut benützt."„Zwar sind", lesen wir weiter,„neue, durchgreifende Aenderungen weder in der Zusammen setzung des Heeres, noch in den bisher giltigen Vor schriften über dessen Ausbildung und Verwendung vor genommen worden; aber eine große Reihe von Ver ordnungen entwickelt theils die in den früher erlassenen grundlegenden Bestimmungen enthaltenen Keime zur Verstärkung der Armee, theils werden einzelne bisher weniger berücksichtigte Zweige bezüglich ihrer kriegerischen Verwendbarkeit vervollkommnet, ferner den brennen den Fragen des Unteroffizier=Ersatzes und der Verbesserung des Beförderungsganges im Offizierstande gebührende Beachtung geschenkt; zum ersten Male sind Reservisten=Jahrgänge zu Uebungen eingezogen worden; die seit Jahren im Wesentlichen unverändert gebliebene Vertheilung der Armee ist in eine nach Westen ge richtete Bewegung gekommen, welche mit den bisher bekannt gewordenen Verlegungen ihren Abschluß noch nicht erreicht haben dürfte. Hiermit stehen in engem Zusammenhange der weitere Ausbau der im Westen des Reiches liegenden Festungen, die Anlage neuer Befestigungen in diesen Gegenden, nicht unerhebliche Aenderungen im System der Verpflegungsmagazine der westlichen Gebiete im Sinne einer Erhöhung ihrer Leistungsfähigkeit. Der strategische Ausbau des Eisenbahnnetzes ist durch Eröffnung neuer Strecken zu einem gewissen Abschlusse gebracht worden." Eine besondere Aufmerksamkeit wird den tactischen Uebungen der russischen Armee zugewendet, in denen sich ein unverkennbarer Fortschritt von Jahr zu Jahr bekundet. Von hohem Interesse ist auch der OesterreichUngarn betreffende Abschnitt, in dessen Einleitung sich unter anderen folgende Sätze finden:„Materiell mit allen Kriegserfordernissen ausreichend versehen, technisch wohlgerüstet, intellect entsprechend vorbereitet, durch die Ausgestaltung der Landwehr und des Land sturmes numerisch wesentlich verstärkt: verfügt die Habsburg=Lothringische Monarchie in Erwartung großer Ereignisse heute über eine imposante Wehrmacht, wie sie noch nie unter den schwarzgelben und rotn=weiß=grünen Bannern versammelt war.“ * Wilhelmshaven, 7. Juni. Die Schießübungen der Marine=Artillerie, welche den ganzen Monat Mai hindurch fortgesetzt wurden, haben gestern, wie würde; daß die Hoffnung aber in Erfüllung wird, ist angesichts der vorhandenen, theils staatorecht lichen, theils persönlichen Schwierigkeiten noch seh fraglich, namentlich so lange seitens der Regierung bezw. des Fürsten noch keine Aeußerung über die Nichtung, in welcher eine Lösung der Frage versucht werden soll, vorliegt. Wahrscheinlich wird man sich wie der„M. Ztg.“ gemeldet wird, mit einem Provi sorium begnügen müssen, damit nach dem Tode des Fürsten eine Regentschaft eingesetzt und von dieser die Verwaltung geleitet werden kann, bis über die Erb ansprüche, welche von verschiedenen Seiten geltend ge macht werden dürften, endgiltig entschieden sein wird * Wahrhaft kläglich, so wird der„Freis. Zig.“ aus ripzig berichtet, ist der große nationalliberal Parteitag für das Königreich Sachsen in Leipzig verlaufen. Trotzdem in beweglichster Weise das„Leip ziger Tageblatt“ alle Cartellbrüder Leipzigs zu dieser Landesversammlung aufforderte, und allen Freunden der nationalen Sache der Zutritt gestatiet war zeigte der 1000 Personen faffende Saal eine erschreckende Leere. Zehn Minuten nach Eröffnung der Versammlung betrug die Zahl der Anwesenden bei der Rede Biedermanns nur 132; sie stieg im Verlaufe der Sitzung bei der Rede Niethammers auf 156, über chritt aber die Zahl von 170 nicht. Unter diesen 170 waren noch als Gäste anwesend 15 Freisinnige und etwa 20 Socialdemocraten, so daß nur ca. 140 Cartellbrüder an dem Landesparteitag für Sachsen theilgenommen haben. An der Generalversammlung der Mitglieder des Landtagswahlvereins nahmen nur 60 Cartellbrüder, an dem Festessen nur 53 Theil. ollte man hiernach sogar in der Hochburg Leipzig anfangen, des Nationalliberalismus überdrüssig zu werden? Der spärliche Besuch ist um so aussallender, als die Generalversammlung des nationalliberalen Landesvereins im Interesse einer zahlreichen Betheili gung auf einen Sonntag verlegt war und vom besten Neisewetter begünstigt wurde. man dem„Westf. Merk.“ schreibt, mit der Inspection seitens des Marine=Artillerie=Inspecteurs, Capitän zur See Mensing, ihr Ende erreicht. Die bekanntlich zuckerhutförmigen, bei Geschützen größten Kalibers fast meterlangen Granaten erscheinen in der Luft, von rückwärts gesehen, wie hutgroße schwarze Kugeln. Steht man im Winkel zur Schußlinie, so daß die Granaten vorüberfliegen, so kann man die letzteren nicht sehen, wegen der Schnelligkeit ihrer Bewegung. Der Knall der Riesenkanonen ist nicht so laut, als man befürchten sollte; man erträgt ihn in der Nähe leicht, während noch in einer Entfernung von einer halben Stunde, wo man ihn allerdings nur dumpf vernimmt, alle Fensterscheiben und besonders die Verglasungen hoher Kirchenfenster mächtig klirren. Oft war das Sausen der Granaten viel auffallender und lauter hörbar, als der dumpfe, rasch verrollende Knall der Riesengeschütze. Beim Verlassen des Rohres beschreibt das Geschoß zuerst eine Spirale von ziemlich erheblichem Umfang; die Windung verengt sich aber rasch, und im nächsten Moment schon sieht man es— scheinbar sehr steil— in die Höhe steigen. Man glaubt, es wird weit über die im Meere verankerte, oder von Schleppschiffen gezogene Scheibe hinwegfliegen. Aber dasselbe senkt sich ebenso rasch wieder, durchschlägt die hölzerne und leinene Scheibenwand, berührt unter sprühendem Feuerschein das Wasser, um sich nun zu einem zweiten und dann zu einem dritten oder gar vierten Fluge zu erheben, bis es endlich in weiter, weiter Ferne, unter Aufspritzen von weißem Gischt, in den Wellen versinkt. Nur die erste Bahn, bis zum ersten Aufschlagen, ist berechenbar und kommt artilleristisch in Betracht. Auf dieser Bahn läßt das Geschoß ein lautheulendes Zischen vernehmen. Auf der weiteren unregelmäßigen Bahn, welche nach dem ersten Auf schlagen erfolgt, wird das Geräusch der fliegenden Granate ein ganz anderartiges. Es ist dem„Pusten" der Locomotive eines mit voller Dampfkraft dahin sausenden Schnellzuges täuschend ähnlich und so laut, daß man, wie gesagt, es oft deutlicher vernimmt, als den Knall des Geschützes. Die Entfernungen der Scheiben waren sehr verschieden. Die geringste betrug etwa 1200 Meter; oft schoß man aber nach Scheiben, die viermal so weit entfernt und nur noch für sehr scharfe Augen sichtbar waren. Es war dann ein Vergnügen, mit dem Fernrohr zu beobachten, wie die Niesengeschosse in die fernen, winzig aussehenden Ziele einschlugen und sie oft genug zertrümmerten. * Die Thronfolge im Fürsteuthum Lippe dürfte in diesem Jahre noch nicht geregelt werden. Bei der stattgehabten Eröffnung der Landtagssession in Detmold sprach der Cabinetsminister von Richthofen nur die Hoffnung aus, daß noch in der laufenden Legislaturperiode ein Thronfolgegesetz zu Stande kommen Belgien. Brüssel, 7. Juni.„L’Alliance HollandoBelge“ ist der Titel einer kürzlich hier erschienenen Broschüre, deren ungenannter Verfasser unter Dar legung der Gefahren, die Belgien von Süden und von Osten her im Falle eines großen europäischen Krieges drohen, ja denen es nach seiner Ansicht mit Sicherheit ausgesetzt ist, auf der Nothwendigkeit einer Allianz wischen Holland und Belgien hinweist, die nach ihm der Vorläufer einer westlichen Tripelallianz zwi chen den genannten Staaten und England sein soll. Der Autor dieser Schrift legt ersichtlich den Hauptnachdruck auf die von den Franzosen drohende Kriegsgefahr, indem er auf die offenkundige Hinneigung elbst der republikanischen Führer zu Rußland und deren Bereitschaft, mit dem Czaren gemeinsame Sache zu machen,„um Europa zu erwürgen" hinweist und dieses Streben in der schärfsten, bittersten Weise geißelt. Sobald die Feuergarben, die am süd=östlichen Himmel aufzucken, zu heller Lohe sich entzünden, dann wird— das steht für den Verfasser außer Zweifel— der Krieg am Rhein mit ungeahnter, auch die Bestvorbereiteten verwirrender Raschheit ausbrechen. Dann aber vermöchte kein Belgier dafür einzustehen, daß sein Land von dem Ausbruche des verheerenden Vulkaus verschont bleibe. Für den Verfasser ist es eine ausgemachte Sache, daß die kaum erst begonnene Befestigung der Maas-Linie zur rechten Zeit nicht vollendet sein und daß in einem neuen deutsch=französischen Kriege Belgien den Kamplatz abgeben wird. Von Seiten Deutschlands glaubt der Autor eine Respectirung der belgischen Unabhängigkeit nicht erwarten zu können, denn, meint er, die Allianz der drei mitteleuropäischen Mächte werde Deutschland erlauben, einen Theil seiner Streitkräfte gegen Belgien zu dirigiren. Nach der Belagerung Antwerpens aber werde Vlissingen an die Reihe kommen, und dann würden Rotterdam und Amsterdam folgen. Diese Gemeinsamkeit der Gefahr aber müsse Holland und Belgien einander zuführen und dem„divide et impera“ der Gegner die Wiedervereinigung„der Söhne des Civilis und Boduognat in einem neuen Waterloo“ entgegengesetzt werden. Vereinigt würden beide Nationen stark genug sein, ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu erhalten. Die Schrift endigt mit einer directen Aufforderung an die belgische Regierung und an beide Völker, eine solche Allianz abzuschließen. Zu diesen patriotischen Phantasien, die zum Theil ohne Fundament und nur von dem peinigenden Bewußtsein, auf mili tärischem Gebiete hinter den Anforderungen der Zeit zurückgeblieben zu sein, eingegeben sind, ist nur Weniges zu bemerken. Erstens sind die Besorgnisse vor einem deutschen Angriff völlig haltlose und willkürlich in die Oeffentlichkeit geschleudert; die Tripelallianz der drei mitteleuropäischen Mächte aber ist nur ein Grund meyr gegen solche Besorgnisse, da sie die Vermeidung jeder bedenklichen Diversion gegen das Gebiet Dritter erleichtert. Sodann aber würden die Befestigungen an der Maas, auch wenn sie fertig hergestellt sind, bei der gegenwärtigen Organisation des belgischen Heeres eine feindliche Invasion, wenn sie je versucht würde, auch nicht im Allermindesten aufzuhalten vermögen. Nicht einmal die Vereinigung der holländischen und der belgischen Armee in ihrer gegenwärtigen Verfassung würde dazu ausreichend sein. Was aber den Abschluß eines Bündnisses zwischen Holland und Belgien betrifft, so mag es in dem letzteren Lande Viele geben, die das wünschen, allein nördlich des Campine=Canals ist die Zahl derer, die solches Verlangen hegen, nur gering, ganz abgesehen von der Frage, ob und in wie weit ein Defensivbündniß mit den Verträgen über die belgische Neutralität verträglich ist. Ein solches Bündniß ist überhaupt nicht ohne eine weitgehende Interessen=Solidarität zwischen den beiden Staaten denkbar; diese aber haben die Belgier vor bald zwei Menschenaltern selbst zerstört, und seitdem haben sich auf wirthschaftlichem Gebiete manche große Gegensätze(wir erinnern nur an die Concurrenz Ant werpens und Vlissingens) herausgebildet, die durch keine Waterloo=Erinnerung mehr geheilt werden können. Türkei. * Nach mehrmonatlicher Pause hat Rußland es für angezeigt erachtet, bei der Pforte wieder einmal die Zahlung der Rückstände der Kriegs entschädigung zu urairen. Bekanntlich wurde im definitiven Friedensvertrag von Constantinopel vom 8. Februar(27. Januar) 1879 der Betrag dieser Entschädigung— nach Abzug des Werthes der an Rußland abgetreienen Territorien— auf 802,500,000 Francs firirt, deren Zahlung zufolge der Convention vom 2./14. Mai 1882 in Jahresraten von 350,000 türkischen Psund(das ist etwa 8 Millionen Francs) vorzugsweise aus dem Erträgnisse der Hammelstener und den Zehenten der Vilasels(beziehungsweise Mutes sarisliks) Aleppo, Konia, Castamonni, Adana und Sivas erfolgen sollte. Diese Einkünfte, welche damals mit jährlich 437,500 türkischen Pfund bewerthet wur den, haben sich in der Folge— vielleicht wegen der mehrfachen Mißernten und der zunchmenden Verar mung des Landes— als unzureichend erwiesen, so daß allmälig Rückstände entstanden, welche derzeit wohl mehr als 600,000 türkische Pfund betragen. Nachdem die Pforte dem früheren Verlangen Rußlands wegen Zuweisung neuer Einnahmsquellen im Sinne des Artikels 5 der genannten Convention bisher nicht entprochen hat, stellt Rußland jetzt das Ansinnen, d ein Theil der Gelder, welche der Pforte aus der derzeit negociirten Donane=Anleihe zufließen werden, zur Til gung der aufgelaufenen Rückstände verwendet werde. Bei der großen Finanznoth der Türkei und bei dem Umstande, daß der eventuelle Anleibe=Betrag kaum zur Berichtigung der dringendsten Schulden und der dringendsten Bedürfnisse der Verwallung genügen wird, kann sich Rußland wohl nicht ernstlich einen Erfolg von seiner Mahnung versprechen; vielmehr hat diese nur die Bedeutung eines unfreundlichen Memento und kommt der Pforte, abgesehen von anderen Gründen, auch deshalb sehr ungelegen, da sie geeignet ist, auf die obschwebenden Anleihe- Verhandlungen ungünstig inzuwirken. Uebrigens wurde von Seite Rußlands mit dieser Mahnung keinerlei Hinweis auf irgend welche Conseanenzen verbunden. zu Afrika. Zur Lage im Sudan erhielt das Wiener„Vater land“ ein Schreiben Bischof Sogaro's, des apo tolischen Vicars von Centralasrika, in welchem dieser nieressante Nachrichten von einem aus der Gefangenchaft der Mahdisten entflohenen jungen Manne mit theilt.„Derselbe ist, so heißt es in dem Schreiben, n Eingeborener von Chartum von ungefähr 24 Jahren mit Namen Idris, hatte lange Zeit bei Herrn Lombroso, Postdirector von Chartum, gedient, und war auch Augenzeuge der Ermordung desselben durch die Mahdisten bei der Einnahme der Stadt. Danach war er von den Mahdisten zum Sclaven gemacht worden. Vor ungefähr 8 Monaten verließ er mit dem Emir Abu Gerdscha und einigen Tausend waffenfähigen Männern Ondurman und begab sich nach Kassala. Diesem Zuge folgten die Weiber und Kinder, darunter auch zwei Dienerinnen des unglücklichen Consuls Hansal, die man den Soldaten zu Weibern gegeben haue. Bei denselben befindet sich auch Martin, das Söhnchen Hansal's, der bis dahin waren bei unseren gefangenen Mitbrüdern gelebt hatte. Auf wiederholtes Drängen Osman Digma's in Ab ullah Khalifa mußte Abn Gerdscha, der Emir von Kassala, dem Ersteren mit einigen Tausend Mann zu Hülfe kommen. Er begab sich also nach Handub, dem Lager Osman Digma's, das ungefähr drei Weg stunden von Suakim entfernt ist. Das geschah vor zwei Monaten. Nachdem sich aber Abu Gerdscha vom Stande der Dinge überzeugt und eingesehen hatte, daß Suakim für ihn uneinnehmbar war, da es vom Meere aus immer Zufuhr erhalten konnte, während die Aufständischen nur mit größter Schwierigkeit das zum Leben Nöthige erlangen konnten, eröffnete er seine Absicht, sich nach Tokkar zurückzuziehen. Daraus entstand ein Zwiespalt zwischen ihm und Osman Digma, der damit endigte, daß Abn Gerdscha am 12. Mai, d. i. am Vorabende der Flucht unseres Idris, sich rüstete, um mit seinen Leuten nach Tokkar zu ziehen. Bei seiner Flucht ließ Idris die obengenannten Dienerinnen, sowie den Sohn Hansals in Handuv. Ueberdies sagte er uns, daß sich einige schwarze Zög linge unserer Mission dort befänden, darunter ein gewisser Joseph Kuku, der mit Herrn Slatin Bey in Dar Fur war.“ Amerika. * Die Verhandlungen der demokratischen Nationalconvention, welche vorgestern in St. Louis zur Aufstellung von Candidaten für die Präsidentschaft und die Vicepräsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zusammengetreten ist, werden wahrscheinlich drei Tage dauern; die mehrtägige Dauer dieser Verhandlungen ist jedoch nicht durch Schwierigkeiten bei der Wahl der Candidaten veranlaßt, sondern lediglich durch die Zusammenstellung der„Platform“, über welche in der demokratischen Partei nicht ebensolche Einigkeit herrscht, wie in Betreff der Candidatenfrage. Als der zeitweilige Vorsitzende, der frühere Vicegonverneur von Californien, Mr. White, vorgestern in der ersten Sitzung der Con vention Cleveland als Candidaten bezeichnete, erhob sich ein so stürmischer Beifall, daß man daraus wohl auf die bevorstehende einstimmige Nomination desselben zum Präsidentschafts=Candidaten der demokratischen Partei schließen kann. Wer Vicepräsident wird, ist in gewöhnlichen Zeiten von keiner großen Bedeutung, doch würde die demokratische Partei sich nur selbst ehren, wenn sie den alten Thurman von Ohio für diesen Posten erwählen würde. Unter solchen Um ständen würden wohl auch die Südlichen gern darauf verzichten, einen der Ihrigen in» Amt zu bringen, worauf sie nach altem Brauche Anspruch hätten, wenn der Präsident aus dem Norden stammt. Die Zusammenstellung des Programms, der„Platform", ist wegen der Tariffrage einigermaßen schwierig, doch gilt es für sicher, daß die Convention nicht nur die bis herige Verwaltung Clevelands, sondern auch dessen, in der December=Botschaft ausgesprochenen Ansichten über die Reform des Tarifs billigen wird. Zweifel haft bleibt nur, welche Stellung die Convention gegen über der augenblicklich im Repräsentantenhause zur Verhandlung stehenden Tarif=Bill Mills einnehmen wird für erbringen wollen, daß, seit Communalisirung der Velks schulen, der evangelische Schulvorstand billiger als früher wirthschafte, während der katholische mit jedem Jahre theurer werde. Wenn es dem Herrn Oberbürgermeister, gegenüber den Angriffen des evangelischen Stadtverordneten Frielinghaus auf den evangelischen Schulvorstand, wirklich um eine obsective Darlegung des wirklichen Sachverhaltes zu thun gewesen wäre, so hätte er die Ausgaben des Jahres 1882/83 als des letzten Jahres vor der Communalisirung der Volksschulen seinen Ausführungen zu Grunde gelegt. Herr Bollmann greift aber auf das Jahr 1879/80 zurück in der leicht erkennbaren Absicht, dieses für die evangelische Schulgemeinde höchst ungünstige Jahr in Vergleich zu stellen, um, gegenüber den damale sehr hohen Ausgaben, für das laufende Rechnungsjahr eine bedeutende Ersparnis constatiren zu können. Das Jahr 1879/80 scheint für die evangelische Schulgemeinde ein nicht völlig normales gewesen zu sein denn die Ausgaben erreichten damals pro Schulkind die enorme Höbe von 39,24 Mark, eine Summe, die weder vorber now nachher jemals wieder erreicht worden ist. Hieraus ergibt sich als selbstverständlich, daß dieses Jahr nicht geeignet ist, als Eideshelfer für die sparsame Wirthschaft des derzeitigen evangelischen Schulvorstandes berangezogen zu werden. Man wird daher wohl daran thun, das der Communalisirung vorangehende Etatsjahr 1882/83 zur Grundlage weiterer Ausführungen zu machen. In diesem Jahre waren für je ein katbolisches Schulkind 24,77 Mk., Deficit zu begleichen, während das Deficit für je ein evangelisches Schulkind sich auf 33,76 Mk. stellte. Im Rechnungsjahre 1886/87 war das Deficit pro Kopf der katbolischen Schulkinder auf 24,00 Mk. und auf 28,92 Mk. der evangelischen gefallen. Herr Vollmann begnügt sich nun nicht damit, die Resultate der bereits abgeschlossenen Rechnungen mitzutheilen, sondern führt auch für die beiden letzten Jahre die Ansätze der chulkassen=Etats ins Gefecht, denen doch nur ein sehr problematischer Werth zuerkannt werden kann. Es ist bekannt, daß der katholische Schulvorstand in den letzten Jahren fortgesetzt Ersparnisse gemacht hat, während der vangelische Schulvorstand ebenso regelmäßig Vorschüsse verlangen gezwungen war. Im Haushaltungsplan der katholischen Volksschulgemeinde für 1888/89 finden wir unter Einnahmen als Ueberschüsse aus dem Jahre 1886/87 verzeichnet 3233.50 Mark. Im Haushaltungsplan der evangelischen Volksschulgemeinde für 1888/89 paradiren dagegen unter Ausgaben Vorschüsse aus dem Jahre 886/87 im Betrage von 2048.08 Mark. Für das lanfende Etatsjahr dürfte sich gutem Vernehmen nach ein ähnliches Verbältniß herausstellen. Man wird daber wohl für die Katholiken Ersparnisse von etwa 3000 M. und für die Evangelischen Vorschüsse im Betrage von ca. 2000 Mark Nechnung stellen dürfen. Es würde sich demnach das wirkliche Schuldesicit der Katholiken pro 1888/89 auf etwa 131,043 M. und das der Evangelischen auf 129,820 M. stellen. Herr Oberbürgermeister Bollmann hat nun außerdem die Schülerzahl der katholischen Schulen pro 1888/89 niedrig angegeben, dieselbe beträgt namlich nicht wie er behauptet 5268, sondern 5380 Kinder. Demnach würde sich das Schuldeficit für die katholische Schulgemeinde auf 24,36 M. pro Kopf verringern und für die evangelische auf 32,41 M. pro Kopf erhöhen. Von Herrn Bollmann 25,44 M. und 31,91 M. angenommen worden. Der katholische Schulvorstand hat also gegen 1882/83, o das Deficit 24,77 M. pro Schulkind betrug, 0,41 M. pro Kopf im Etatsjahre 1888/89 erspart, während der evangelische Schulvorstand es segar auf 0,95 M. Ersparnisse pro Kopf gebracht hat. Nimmt man von den Jahren 1883—1889 das Mittel, so stellt sich das Schuldeficit bei den Katholiken auf 23,21 Mk. und bei den Evangelischen auf 31,13 Mk. im Durchschnitt auf den Kopf des Schulkindes. Bei den Katholiken ist daher eine durchschnittliche Verringerung der auf den Kopf entfallenden Unkosten im Betrage von 1,58 Mk. und bei den Evangelischen eine solche von 2,23 Mk. eingetreten. Wenn man annimmt, daß der jährliche Durchschnittszuschuß, den die Stadt für Volksschulzwecke zu leisten hat, 25 Mk. nicht übersteigen dürse, so ist der katholische Schulvorstand, wenn man die voraussichtlichen Ausgaben im Rechnungsjahre 1888/89 zu Grunde legt, immer noch in der Lage, 64 Pfg. pro Kopf mehr auszugeben, die sich sogar, wenn man den Durchschnitt der wirklich gemachten Ausgaben zieht, auf 1,79 Mk. pro Jahr und Kopf ervoben. Der evangelische Schulvorstand müßte jedoch, um diesen Mittelsatz zu erreichen, nach dem Etat von 1888/89 noch 7,41 Dik. und wenn man den Durchschnitt der seit 1882 wirklich gemachten Ausgaben zieht, immerbin noch 6,13 Mk. pro Schulkind einsparen. Das heißt demnach, daß für 1888/89 jedes evangelische Schulkind der Stadt 8,05#"k. mehr kostet, als ein katholisches Schulkind und seit 1883, oder seit Communalisirung der Volksschulen, durchichnittlich pro Jahr 7,92 Mark mehr gekostet hat. Hierbei sind die bedeutenden Lasten, welche die vom evangelischen Schulvorstande bisher auf die lange Bank geschobene Ablösung der Schulen in Wiemelhausen, Altenbochum und Grumme dem städtischen Säckel auferlegt, gar nicht einmal mit einbegriffen. Ob unter solchen Umständen die mehrfach im Stadtverordnetencollegium wie in der Presse erhobene Mahnung, der evangelische Schulvorstand müsse etwas sparsamer wirthschaften, so vollständig unberechtigt ist, als man die Bürgerschaft glauben machen möchte, das zu beurtheilen überlassen wir der Einsicht der Steuerzahler. *— Das kürzlich erschienene„Statistische Handbuch für den Preußischen Staat"(I. Jahrgang, 1888) gibt eine Zusammenstellung der am Schluß des Jahres 1886 im ßischen Staat vorbandenen Blindenanstalten und ihrer Einrichtungen und Frequenzverhältnisse; demselben sind folgende Angaben von allgemeinerem Interesse entnommen. Von den 15 Anstalten dieser Categorie entfielen auf die preußischen Provinzen und die Stadt Berlin je eine; u1 Westfalen und Hessen=Nassau batten je zwei derselben aufzuweisen und Hohenzollern war ohne ein solches Unterrichtsinstitut. Sämmtliche Anstalten besaßen zusammen 55 Klassenräume, von denen 50 benutzt wurden. An den darin untergebrachten 47 Unterrichtsklassen wirkten 96 Lehrkräfte(darunter 37 Hülfslehrkräfte und 16 Lehrerinnen), 35 Werkmeister und 20 Handarbeitslehrerinnen. Die schulpflichtigen Alter stehende Schülerzahl belief sich auf 540 Köpfe, wovon 299 Knaben und 213 Mädchen. Außerdem wurden in sämmtlichen Anstalten noch beschäftigt bezw. verpflegt 473 Blinde im nicht schulpflichtigen Alter. Auf die einzelnen Provinzen vertheilen sich die betreffenden Zahlen wie folgt: Gründungs= Unter jahr. richts klassen. schaftl nische. 1846 3 5 5 1879 3 Lehrkräfte wissen= tech= Man dürfte sich in dieser Beziehung mit einigen allge meinen Redensarten behelfen und einige erfahrene „Platform=Baumeister" sind auch schon am Werke, das Kunstwerk herzustellen. Die demokratische Partei hat einen guten Präsidentschaftscandidaten und ein leidlich gutes Programm— sie kann daher mit Zuversicht in's Feld ziehen. Provinzielle und vermischte Nachrichten. *Bochum, 8. Juni. Die„amtliche Darlegung" des Herrn Oberbürgermeisters macht auf jeden Unbefangenen den Eindruck, als habe er um jeden Preis den Beweis daOstpreußen Westpreußen Stadt Berlin Brandenburg Pommern Posen Schlesien Sachsen SchleswigHolstein Hannover Westsalen Hessen-Nassau Rheinland Die Anstalten 1806(1885) 1879 1853 1818 1858 3 6 4 2 3 4 schaftl 5 3 6 9 6 3 9 5 Schulpflichtige Schüler. 27 28 31 54 38 35 39 46 1862 1843 1847 1837(1861) 1845 in Ost= Sachsen, 3 4 5 3 4 und Schl 7 12 9 11 11 40 58 51 25 68 Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen, Schlrig=Holstein, Hannover, Westfalen und Rheinland unterstehen den bezüglichen Provinzialverwaltungen; ihre Ausgaben werden, soweit sie nicht durch eigene Einnahmen Deckung sinden, vorwiegend 4 5 6 3 7 Westpreußen, ig=Holstein, den aus Provinzialsonds bestritten. Die städtische Blindenschur in Berlin wird von der Stadt Berlin und die Königlich Blindenanstalt in Steglitz(Provinz Brandenburg) durch Staatszuschüsse unterhalten. Die beiden westfälischen Anstalten sind confessienell organisirt und die zwei Blindenanstalten der Provinz Hessen=Nassau sind Privatinstitute. Sämmtliche Ausgaben betrugen 490,310 M. oder 547 pro Zögling. Die durchschnittliche Aufwendung pro Kopf schwankt zwischen 207 M. bei der städtischen Blinden schule in Berlin und 780 M. bei der Königlichen Blinden anstalt in Steglitz, bei letzterer Anstalt einschließlich 1885 eingerichteten Vorschule. **— Auf der Tagesordnung für den am Samstag in der Tonhalle stattfindenden Feuerwehr=Verbande tag stehen u. A. folgende Punkte: Jahresbericht; Vortrag des Branddirectors Janßen=Crefeld:„Die Berliner Beruse feuerwehr"; Antrag der Freiwilligen Bürger=Feuerwehr Steele:„Der Delegirtentag wolle beschließen, daß pro Mit glied und pro Jahr der dem Verbande angehörigen Wehren 20 Pfg. zu den Kosten des Feuerwehr=Verbandsfestes erhoben werden, damit das Fest dadurch gehoben und in den häufig unerschwinglichen Ausgaben manche Festorte in Zu kunft unterftützt werden"; Antrag der Freiwilligen BürgerFeuerwehr Hattingen:„Der Delegirtentag wolle beschließen, bei der Westfälischen Feuerwehr=Unfallkasse dahin vorstellig zu werden, daß die Uebungen mit der Steigerleine in vollem Umfange gestattet werden"; Antrag des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren des Münsterlandes um Aufnahme des selben in den Rheinisch=Westfälischen Verband zu ermäßigten Preisen. t— Immer näher rücken die Tage des großen Rheinisch Westfälischen Feuerwehrverbandsfestes heran. Gegen 5000 auswärtige Feuerwehrleute haben sich bereits angemeldet. Diese Betheiligung ist eine verhältnißmäßig große und wohl hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben, daß unsere eigene Wehr zugleich das Fest ihres 25jährigen Bestehens begeht. Dieses Fest wollen die auswärtigen Kameraden durch ihr Erscheinen besonders verberrlichen; denn Bochum und seine schneidige Wehr erfreut sich in ganz Rheinland und Westsalen Reich und Arm, eines nicht geringen Ansehens und einer großen Veliebtheit Unter solchen Umständen bedarf es wohl kaum der Bitte an unsere gesammte Bürgerschaft, nach besten Kräften zum Glanze des Festes beizutragen. Wir sind sicher, daß die Gaben der Frühlings zwischen zahlreichen Fahnen auf allen Straßen in reichstem Maße vertreten sein werden, und daß die aus wärtigen Wehrleute die gastlichste Aufnahme finden werden Doch auf Eines möchten wir noch besonders die Aufmerk samkeit unserer Damen richten: Es ist für jeden Feuer wehrmann eine Herzensfreude, wenn ihm im Festzuge von zarten Händen schöne, duftende Blumensträußlein zugeworfen werden. Mögen daher unsere Schönen in diesem Punkte den wackeren Gästen gegenüber einen edlen Wetteifer an den Tag legen! W— Behufs Theilnahme an dem am kommenden Sonntag stattfindenden Fahnenweihfeste des„christlich=socialen Arbeiter=Vereins“ zu Wiemelhausen versammeln sich die Mitglieder des Bochumer Brudervereins Nachmittags 2 Uhr im Vereinslocale bei Herrn H. Dahm. Von dort aus findet der gemeinschaftliche Abmarsch statt und zwar zu nächst nach dem Dickamp'schen Locale an der Wasserstraße. Im letztgenannten Locale treffen die benachbarten Bender vereine zusammen und marschiren dann mit Musik zum Festlocale bei Frau Wwe. Seier in Brenschede. A— Vom 1. Juni d. J. ist der directe Personen= und Gepäckverkehr von und nach Bocum=B.=M.—Witten=B.=M. und Cassel von und nach London über Oberhausen—Wesel— Boxtel—Vlissingen—Queenbors auf den Bahnweg(Route) Duisburg— Crefeld— Venlo— Bortel— Vlissingen—Queen boro übergeleitet.— Die Verausgabung der Schüler= und Lehrer=Bade=Zeitkarten(Abonnementsbillets) findet auch in diesem Jahre in der Zeit vom 15. Juni bis 19. Sep tember statt. — Der Gesellschaftsabend des Beamtenvereins fällt am Samstag wegen des Feuerwehrfestes aus. Der Gesangabend findet am nächsten Dienstag in der Restauration Schulte statt. —y. Altenbochum, 6. Juni. In Bezug auf unsere kirchlichen Angelegenheiten können wir wiederum eine er freuliche Mittheilung machen. Am heutigen Nachmittage hatten sich im hiesigen Schullocale beinabe 30 Damen behufEinrichtung eines Paramenten=Vereins versammelt. Mehrere andere Damen, welche am Erscheinen verhindert waren, ließen sich bereits zur Theilnahme an den Vereinsarbeiten anmelden. Herr Pfarrer Kösters, welcher die Güte hatte, zu dieser Versammlung hierher zu kommen, leitete die Ver handlungen und gab die nöthigen Erklärungen und An weisungen bezüglich der Anfertigung der nöthigen Kirchensachen. Zur Leitung der Geschäfte wurde ein Vorstand von 6 Mitgliedern gewählt und der monatliche Beitrag der Mitglieder auf 25 Pfennige festgesetzt. Die Versammlungen sollen regelmäßig am 1. und 3. Mittwoch im Monat von 2—5 Uhr abgehalten werden, um bis zum 1. October die nöthigsten Sachen fertig zu stellen. So mögen denn recht viele Frauen und Jungfrauen dem Vereine beitreten und in der guten Sache thätig sein. Diejenigen aber, welche nicht in der Lage sind, activ mitzuwirken, können durch die kleine Gabe von mindestens 25 Pfennigen pro Monat als Theilnehmer den Verein unterstützen, was jedoch nicht ausschließt, daß auch größere Gaben mit Dank angenommen werden. Es möge also neben dem Kirchbau=Verein, welcher, beiläufig bemerkt, bereits über die Summe von 4000 Mark zur Ausstattung der Kirche verfügt, auch der ParamentenVerein blüben und gedeihen. Wenn so die Kräfte der Gemeinde in Eintracht und Eiser in dieser edlen Sache zusammenwirken, werden wir in der Lage sein, unserem neuen Gotteshause eine in jeder Beziehung würdige Ausstattung zu geben, wie solches auch der heiligen und wichtigen Sache entspricht! Witten, 6. Juni. Die Leiche des Bäckermeisters Wilb. Dördelmann aus Langendreer wurde gestern Abend im sog. Mühlengraben aufgefunden und durch städtische Arbeiter ins Leichenbaus trausportirt. Bei derselben fand sich noch ein Geldbetrag von über 40 Mark vor. Dördelmann, verheirathet und im Alter von 37 Jahren, wurde seit Donnerstaa. 31. Mai, vermißt und auf polizeilichem Wege aufgesucht. Dem Vernehmen nach litt derselbe seit Monaten an Schwermuth und ist er infolge dieses Zustandes wahrscheinlich zu Tode gekommen. Nach uns gemachten Mittheilungen liegt die Vermuthung einer Tödtung durch böswillige Hand nicht vor. Witten, 5. Juni. Die gestern Abend im Hotel zur Stadt Witten abgehaltene Gewerkvereinsvermmlung des hier bestehenden Ortsvereins der deutschen Maschinenbau= und Metallarbeiter war ziemllch gut besucht. Der Vortragende, Herr R. Müller aus Berlin, entwickelte in fast einstündiger Rede die Principien des Vereins, verbreitete sich sodann über die bisher erzielten Resultate und forderte zum Schlusse alle Arbeiter auf, dem Verbande beizutreten, damit die Arbeit wieder geehrt werde und segenbringend sich über ganz Deutschland verbreite. □ Höntrop, 6. Juni. Gestein Morgen beehrte uns der Herr Landrath Dr. Baltz mit seinem Besuche. Derselbe inspicirte mehrere Gastwirthschaften und überzeugte sich namentlich von den Schlafstuben und Betten für Fremde. verner nahm Herr Landrath, wie uns mitgetheilt wird, am Unterrichte in den beiden Oberklassen der ketb. Volksschule Theil, fuhr dann nach Sevinghausen, um auch dort sich von Sunde der Schule zu überzeugen. Gegen 12½ Uhr ram Herr Dr. Baltz zurück und unterzog nun das Armenhaus einer bis in's Kleinlichste gehende Besichtigung. Ganz befriedigt mit dem Resultat seiner Inspicirung kehrte der Herr Landrath gegen 1½ Uhr nach Gelsenkirchen zurück. □Ueckendorf, 6. Juni. Gestern Nachmittag wurde der Sohn des Wirths Zitzen dahier von dem Kutschwagen des Herrn Dr. L. aus Gelsenkirchen überfahren. De Knabe ist nicht unerbeblich verletzt worden. Wen die Schuld in diesem Falle trifft, konnten wir nicht erfahren. □ Ueckendorf, 7. Juni. Gestern Morgen wurd auf dem Felde des Herrn Vorstehers Althoff mit dem Ban einer Pockenbaracke begonnen. * Meschede, 6. Juni. In demselben Otterschlageisen und an derselben Stelle im Ruhrflusse, wo am 18. Mai der Forstassessor Walloth eine 18 Pfund schwere Fischotter gefangen hatte, hat genannter Herr, wie die„Mesch. Ztg. mittheilt, am 30. Mai die zweite Otter, ein fast 13 Pfund schweres weibliches Exemplar, gesangen. Ein kräftiges Waid mannoheil dem kundigen Fischer wie Jäger! Die am 18 Nai cr. gefangene Otter ist, als Braten zubereitet, in einer hiesigen Restauration verspeist worden. Sämmtliche Herren die davon:eichlich genossen haben, sind voll des Lobes über den Wohlgeschmack des Fleisches. k. Werden, 6. Juni. Das zweite Stiftungsfest des kath. kaufmännischen Vereins„Werethina", zu dem von den eingeladenen sich die Verbandsvereine Duisburg, Mülheim Essen, Steele, Gelsenkirchen rc. zahlreich eingefunden, nahm einen schönen Verlauf. Nachmittags war Concert der Capelle des 39. Inf.=Rgt. in den geräumigen Anlagen des Pastorate verges, welche die fremden Gäste nicht mal alle zu fassen vermochten; Abends 8 Uhr Festversammlung im Hotel Thies brummel, wo der Präses des Vereins auf Pavst und Kaiser toastirend, den Reigen der oft humoristisch gewürzten Toaste eröffnete. Den Dan der fremden Gäste stattete der Präses des Essener Verbandsvereins Herr Caplan Horstmanns ab, die freundliche Aufnahme bervorhebend die den Verbandsvereinen geworden, welche denselben eine freundliche Erinnerung an ihren Aufenthalt und die bei uns frob verlebten Stunden mit in ihre Heimath nehmen ließ; uns dadurch wiederum bestätigend, daß unser Werden die Signatur wirklich verdient, welche es der ihm zugewendeten Vorliebe aller nach Erbolung, Abwechslung und Veränderung ihrer beruflichen Werktagsluft sich Sebnenden seit einigen Jahren verdankt: die Signatur eines Ausftugs und Erholungspunktes für für Alt und Jung, kurz für Alle, welche nt= oder überbürdet vom täglichen Beruse sich hier in Gottesfreier Natur und frischer gesunder Luft erholen und neue Lebensfreude— und Kraft sammeln wollen. Nicht lange konnten wir bei dem Gedanken verweilen, denn als bald hieß es das Tanzbein schwingen und hielt das Tanz vergnugen die Festtheilnehmer bis in die frübe Morgenstunde beisammen. Die dem festgebenden Vereine seitens der Verbandsvereine zu Theil gewordene Werthschätzung wird hoffentlich dazu beitragen, daß derselbe, sich seines eigenen Werthes etwas bewußt, es fernerhin nicht mehr für angebracht erachten wird, mit seinen Festivitäten, wie jetzt theil weise, unter fremder Flagge zu segeln. Die geringe Beflaggung der Häuser und Betheiligung der Bürgerschaft ließ auch die Nutzanwendung ziehen, daß künftighin über die Würdigkeit der einzuladenden Mitbürger nicht mehr in längerer, schließlich wie jetzt in die Oeffentlichkeit gelangender, Debatte zu verhandeln ist. Ein heiteres Miß verständniß verdient hierher gesetzt zu werden. Der Mülbeimer Verein batte auf die erfolgte Einladung sein Erscheinen zugesagt mit dem Bemerken„Windthorst kommt mit". Ob dieser in Aussicht gestellten hohen Ehre, wurde schleunigst eine Vorstandssitzung anberaumt, um die Empfangofeierlichkeiten zu besprechen. Eine Galaequipage wurde bestellt und ein Vorstandsmitglied, weil unser Bahnhof in die Bürgermeisterci Kettwig gehört, dorthin gesandt, um die polizeiliche Genehmigung zur feierlichen Einholung Sr. Excellenz zu erwirken, welch' letztere denn auch bereitwilligst ertheilt wurde. Ein mit den Mülheimer Verhältnissen bekanntee Mitglied des hiesigen Vereins erklärte in letzter Stunde, daß ein Mitglied des Mülheimer Vereins, dessen äußere Aehnlichkeit mit dem verehrten Centrumsführer ihm diesen Beinamen eingebracht, darunter zu verstehen sei.„Es wär' so schön gewesen, es hat nicht sollen sein.“ * Düsseldorf, 6. Juni. Um die Vorbereitungen zur glänzenden Feier des 600jäbrigen Bestehens Düsseldorfs im August d. J. zu treffen, hat sich hierselbst unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Lindemann ein Comitee gebildet. Dasselbe hat beschlossen, während des genannten Monats eine die Vorzeit Düsseldorfs und, so weit sie für die Entwickelung Düsseldorfs von Bedeutung, die Vergangenheit des bergischen Landes wiederspiegelnde ge schichtliche Ausstellung zu veranstalten, welche sich als Sonderausstellung eine den Entwickelungsgang der Düsseldorfer Kunstschule in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Darstellung bringende Sammlung von Kunstwerken einfügen sell. Die historische Ausstellung soll Gegenstände aller Art, welche auf die Geschichte Düsseldorfs sich beziehen, oder welche mit der Geschichte des bergischen Landes im Allgemeinen zu sammenhängend zugleich zur Kenntniß des Entwickelungsganges der Stadt Düsseldorf in besonderem Maße beitragen umfassen. Wesel, 6. Inni. Nach einer Bekanntmachung des Vorstandes des Vereins zur Wahrung gewerblicher Inter essen werden von nächsten Sonntag ab die hiesigen Geschäfts besitzer(mit Ausnahme einiger Geschäftsbranchen) an den Sonn= und Feiertagen Abends um 5 Uhr ihre Läden schließen, gemäß der in einer Versammlung hiesiger Geschäftsleute und durch Unterschriften darüber herbeigeführten Einigung. Trier, 6. Juni. Der Vorstand des Vereins gegen den Wucher im Saargebiet, der schon so manche Kniffe und Schliche der Wucherer aufgedeckt hat, veröffentlicht, um die ländliche Bevölkerung vor Verlegenheiten und Ausbeutung zu sichern, folgende für alle Gegenden, wo Wucherer ihr Handwerk treiben, beherzigenswerthe Warnung: Dem Verein gegen Wucher im Saargebiete ist in mehreren Fällen bekannt geworden, daß ein Handelsmann bei Gelegenheit einer Versteigerung die Redensarten fallen ließ:„Ihr braucht Euch nicht zu ziehen, ich komme alle Martini die Ziele bei Euch holen," daß auch der erste Termin richtig abgeholt wurde, daß aber beim zweiten Termine der Handelsmann ausblieb. Die Schuldner und Ansteigerer hatten das Geld glücklich bereit daliegen und warteten. Als der Handelsmann trotz seines Versprechens immer noch nicht kam, schickten endlich einige das Geld hin. Nun sollten sie aber die weiter gelaufenen Zinsen zahlen und hatten das Geld doch im Kasten gehabt. Wegen des nicht gerade hohen Be trages zu prozessen, zumal da die Zusage, das Geld holen zu wollen, nicht im Contract stand, erschien bedenklich. Die Zinsen mußten also darauf gelegt werden. Doch ist dieses noch das kleinere Uebel. Weit schlimmer ist es, wenn durch irgend einen Umstand, eine Nothlage, eine gute Kaufgelegenheit, das nicht abgeholte, nun müßig daliegende Geld angegriffen und verwendet ist. Sicher fordert es dann der Gläubiger bald, mindestens hat er am nächsten Termintage zwei Ziele mit Zinsen zu beanspruchen. Diese sind dann kaum beizuschaffen. Die Verlegenheiten beginnen und damit ist der Zustand da, welcher Verhandlungen und Vereinbarungen mit dem Gläubiger nöthig macht. Die Grundlage für neue Geschäfte ist gelegt. Das hat am Ende der Handelsmann nur gewollt, als er den fälligen Termin nicht einheben kam. Wer also vor Verlegenheiten und Ausbeutung sicher sein will, der sende sofort am Fälligkeitstage das verfallene Ziel ein und hebe den Postschein gut auf. Wenn der Handelsmann versprochen hatte, er käme das Geld selbst holen, und bleibt dennoch aus, so denke der Schuldner gleich,„das geschieht nicht aus Wohlwollen, auch nicht aus Nachlässigkeit sendern da steckt eine Absicht dabinter“. ditern sowie unter Angabe der Zeit und des Ortes, wo die Erlegung stattfand, bei den zuständigen Ortepolizei behörden anzubringen. * Tochem, 6. Juni. Die Weinberge zeigen einen be deutenden Fruchtansatz und sind der„E. Itg.“ blühende Trauben aus verschiedenen Weinbergsdistrikten zugegangen. Der in voriger Woche niedergegangene Regen hat zwar etwas angefeuchtet, konnte aber den Halmfrüchten keine bedeutende Erfrischung bieten. Die Wiesen sind gegen andere Jahre bedeutend zurück und ist eine geringe Heuernte zu erwarten. Der Heuvorrath ist meistens aufgebraucht und ist man genöthigt, an die Wiesen heranzugehen. * Wien, 6. Juni. Nach dem Saatenstandsbericht des Ackerbauamtes verspricht der jetzige Stand des Roggens im Großen und Ganzen nur eine schwache oder mittlere Ernte, der Stand des Weizens ist gut und verspricht eine mittlere Ernte. Weizen und Gerste stehen in manchen Gegenden Galiziens und Nieder= und Oberösterreichs sehr schön. Literarisches. — Von der ersten Biographie des neuen deutschen Kaisers, welche unter dem Titel„Friedrich, Teutscher Kaiser und König von Preußen", ein Lebensbild von Ludwig Ziemssen, im Verlage von Franz Lipperbeide, Berlin, erscheint, ist soeben die sechste Lieferung zur Ausgabe gelangt. Der Verfasser schildert in dem vorliegenden Hefte mit patriotischer Wärme die äußerlich zwar weniger glänzende, aber nicht minder erfolgreiche Friedensthätigkeit nach dem französischen Feldzuge. Von den Abbildungen, welche sich auch in dieser Lieferung durch vollendete Technik auszeichnen, heben wir neben den vielen kleinen, in den Text gedruckten IUlnstrationen zwet prächtige Vollbilder bervor: auf dem einen sehen wir den Kronprinzen, das Cürassier=Regiment„Königin“ dem Kaiser Wilbelm vorführend, während das andere die Kronprinzessin Victoria in schmucker Uniform an der Spitze ihres Husarenregiments zeigt. Das reich ausgestattete Werk wird zehn Lieferungen umfassen, welche in Zwischenräumen von drei Wochen erscheinen. Der Preis jedes Heftes beträgt 60 Pfennig. Stadt Witten. Bei Gelegenheit des vor zwei Jahren auf den Nuhrweiden in Bommern abgehaltenen Wettrennens haben sich viele Personen dadurch nicht unbedeutende Bestrafungen zugezogen, daß sie auf dem Hobenstein ohne besondere Erlaubniß der Besitzer fremde Grundstücke betreten haben und st hierbei insbesondere den Anpflanzungen auf dem Grundstück des Rentner Felsch viel Schaden zugefügt worden. Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß selbstredend Niemand das Recht bat, fremde nutzbare Erundstücke ohne Erlaubniß des Eigentbümers oder Nutznießers zu betreten und daß Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe von mindestens 3 Mk. polizeilich geahndet werden. Amt Langendreer Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Aufnahme des im Amte Langendreer vorgekommenen Güterwechsels am 12. Juli cr., Vormittags von 10 bis 12 Uhr, auf dem Amtsbureau zu Stockum stattfinden wird. Landwirthschaf * In einzelnen Regierungsbezirken sind auch im Interesse der Fischerei in diesem Jahre Preise für Vertilgung von Fischottern bewilligt worden. Für jede erlegte Fischotter werden fünf Mark gezahlt. Anträge auf Gewährung solcher Prämien sind unter Einreichung der vier Füße der erlegten Fisch Handels= und Börsennachrichten. Berliner Coursbericht vom 6. Juni 1888. die Stimmung der Börse machte in der Festigkeit immer weitere Jortschritte, da die politische Lage von allen Seiten sehr friedlich beurtheilt wird und irgend welche Gründe nicht vorhanden sind, welche der Hausse=Bewegung entgegentreten könnten. Zahlreiche neue Emissionen, die bevorstehen, wirken auf das Geschaft außerordentlich animirend, welches denn heute auch gleich vom Beginn des Fondsmarttes große Dimensionen annahm. Von fremden Börsen meldet Wien fest. London sest.— Banken durchweg höher ohne großeren Verkehr zu gewinnen. Oesterr. Bahnen still. Galizier steigend. Von Schweizer Bahnen nur Westbahu belebt und höher. In heimischen Bahnen Mecklenburger, Dortmund=Gronau sehr lebhaft, Ostpreußen etwas nachgebend. Russ.=Noten und Anleiben bedeutend höher. Frd. Renten grones Geschäft, in Merikaner, Italiener, Ungarn zu steigenden Coursen. Industr.=Pap. fest. Schluß schwach auf ungünstige Geruchte aus Potödam. Privatdiscont 1½ In= u. ausländische Fonds. Preuß. Ctr.=Vodenkr. 40% Dentsche N.=Anleihe 4% 107.90 4 3½ 4 3½ St.=Sch.=Sch. 3½ Präm.=Anl. 1855 3½ Pr. Konsol.= 102.60 107 40 103.30 100,80 152.25 Brannschweig. 20=hlr.=Lose 99.70 Köln=Mind. Pr.=Aulcihe133,60 Egyptische Anleihe 4% 81.30 Oesterr. Goldrente 4% 88.90 „ Papierrente 4½%—.— „ Silberrente 4½% 65.25 Anleihe 1877 5% 99,90 „„ 1880 4% 80,00 „„ 1884 5% 94,00 " Orient=Anl. M 5% 55,10 Ungarische Goldrentc. 4“„ 79,80 Dortmund=Gron. Enscherrt 79,40 Mainz=Ludwigshafener 101,25 Marienburg=Mlawla Ostpreußische Südbahn 95.90 Amsterdam=Rotterdam 142.25 Gal.(Karl-Ludw.=Bahn)gar. 181,00 Gottbarobahn 135,75 Krp. Rudolfs=Bahn gar. 74,30 Oesterreichische Staatsbahn— „ Nordwestb. Oesterr. Südbahn(Lomb.) 84,60 Eiseub.=Prior. Obligationen III. Serie 3½% 101,90 „ VII.„ 4% 103,30 „ VIII.„ 4% 103,50 „ IX.„ 4% 103,30 K.=Mind. VI. Em. 4% 103,30 „ VII. Em. 4% 103,70 Mainz=Ludwigöh.1881 4% 102,00 Rheinische 4% Gal. K.=Ludw.=B.gar. 4½% 79,20 Oest. Nordwestb. gar. 5% 86,00 Südost=B.(Lom.) 100F. 3% 58,90 Charkow=Asow gar. 5% 91,00 Kursk=Charkow gar. 5% 89,50 Mosko=Rjasan gar. 4% 87,40 Warsch.=Wien. VI. Em.5%— Amsterdamer Bant Barmer Bankverein Berg.=Märk. Bank Berl. Handelsgesellsch. Danziger Privatbank Darmstädter Bank Deutsche Bank Disconto=Comm. Dortmunder Bankverein Dresdener Bank Essener Kredit=Anstalt Oesterr. Kr.=A. pr. St. Frankfurt a 137,50 106,60 Reichebank 137.60 Schaaih. Bank=Verein 94,90 Westfäl. Bank 108,00 Industrie=Aktien. 22,00 91,50 96,00 183,50 110,60 108,00 49,50 149,50 75,00 64,00 15,00 68,25 16,00 Aachen=Höngen Annener Gusstahl Aplerbecker Bergbau Arenberg. Bergw. Bergw. Vielef. Spinnerei Vorwärts Bochumer Bergw. A. Bochumer Gußstahl Ponifazius Bergw. Borussia=Bergw. Sommerner Berqw. Dortm. Union Tortri. Bergw.=St.=Pr. Dortm. Aktienbrauerci Dortm. Unionbrauerci 260,00 Gichweiler Bergw. 76,25 Gelsenkirchener Bergw. 125.80 Hag. Guststahl=Fabr. 91,00 Harkort Brückenbau— Harpener Bergb.=Ges. 100,00 Hib. u. Shamrock 102.00 Hörder Hütte, alte 30.25 „„ konv. 63,10 „ Stamm=Prioritäten 118.00 Nöln. Berqw.=Verein 118,75 Köln=Müsener Bergw. cv. 70,60 Laurahütte 100,90 Luise=Tiefbau 70,00 Bgw.=Vereln 138,50 Märk. Masch.=Anst. 71 60 Mechernich Bergw. 24900 Menden und Schwerte— Phönix Bergw. Lit. A. 92.50 „„ Lit. B. 27,50 Pluto. Bergw. 69,80 „„ St.=Pr.=Akt. 99 80 Ind. 114,25 Rhein. Stahl 177,90 Vulkan Bergw. 70,00 Westf. Draht=Ind. 93,00 Westf. Union St.=Pr. 100,00 83.50 132,00 Wurmrevier 100,00 Versicherungs=Gesellschaften 116.90 Aachen=Münch. Feuervers.— 156,00 Colonia,—— 141,75| Elberfelder—— 145,25| Gladbacher„—— 162,40 Magdeburger„ 3860 195.25 105,00 Amsterdam k. Sicht 168,90 127,30 Brüssel u. Antwerpen„„ 80,45 109,50 London„„ 20,38 144,75 Paris„„ 80,65 ussast a. M.. 6. Juni. Effecten=Sozletät.(Schluß) Creditactien 229½, Franzosen 181½. Lombarden—, Galizier 159½ Egypter 81.25, 4% ungar. Goldrente 79,60, 1880er Russen 79.20, Gotthardbahn 131,30, Disconto Commandit 194.90. ° London, 6. Juni. Consols 98¼, 1873er Russen 94, Italiener 97½, Lombarden 6%, conv. Türken 141/6, 4% fundirte Amerikaner 130, 4% ungar. Goldrente 787, österr. Goldrente 87, preuß. Confols 107, 4% unisiz. Egypter 7913/16, 5% privil. Egypter 100½, 3% garantirte Egypter 102¼. Ottomanbank 10%, Suezaktien 86, Spanier 697. Getreide= und Waarenmärkte. Neuß, 6. Juni. Weizen neuer hiesiger a 100 Kilo 1. Qu. 19,00 Qn. 18,20 Landroggen neuer, a 100 Kilo. 1. Qu. 14,00 2. Qn. 13.20 Gerste a 100 Kilo, Winter= 12,50 Sommer=—.— Buchweizen 100 Kilo 15.— Haser a 100 Kilo 13,80 Apeel(Rübsen) a 100 Kilo 18,— Rapsamen a 100 Kilo—.— Kartosseln a 100 Kilo 5,50 Hen a 500 Kilo 43.— Stroh a 500 Kilo 22,— Rüböl a 100 Kilo 50,50 saßweise 52,00 Preßkuchen a 1000 Kilo 118.— Kleien a 50 Kilo 5,40 Köln, 6. Juni. Getreibemarkt. Weizen frember loco 19,23 loco 19,25, pr. Juli 18,55, pr. November 18,30. Roggen loco 14,25, fremd. loco 14,75, pr. Juli 19.55, pr. 14,10. Hafer hies. loco 14,00 Rüböt pr. 50 Ka., loco 50.80, pr. October pr. 100 Kg. 50.50 * Berlin, 6. Juns. Fruchtbörse. Weizen Juni=Juli 170,50, Juli=Ang. 172,25, Sept.=Oct. 174,75 M. Gek. 90006tr. Roggen Juni=Juli 131 25. Juli=Aug. 132,50 Sept.=Oct. 136 00 M. Gek. 30006fr. Hafer Juni=Juli 122,00 Sept.=Oct. 123,00 M. Gek. 0006tr. Müböl rorr. m. Aan 47,50, o. Kaß 46 80, Juni 47 30. Sept.=Oct. 4100 M. Gel. 0006fr. Spiritus verstenert vorv. 100,40, Juni=Juli 00,00 M. 70er vorr. 33 40. Juni Juli 37 90, Juli=Aug. 34.60, Aug.=Sept. 36,90, Sept. Oct 35.00 M. 50e1 vorr. 53,40, uni= uli 53,20, Juli Aug. 53,70, Aug. Sept. 54,20, Oct. 54,40 M. Gek. 150,000l. Petroleum vorr. 22,80 M. Gek. 0000 Str. Aus manchen Gegenden sind die Klagen über Regenmangel sehr stark, auch das fortgesetzte Steigen des Rubels wirkt in der höherer Preile für Roggen, wührend für Weizen die Besserung in America angeführt werden kann. Beide Getreide Arten zeigen erbeh= lichen Fortschritt und haben auch Haser etwas mitgezogen. Rüböl still, aber fest. Spiritus besser bezahlt, zum Schluß jedoch mehr angeboten. * Magdeburg, 6. Juni. Auckerbericht. Kornzucker, ercl., von 92% Kornzucker, excl., 86% 23,00, Kornzucke., excl., 86% Reudem. 21,90, Nachproducte ercl., 75% Nendem. 18,10. Fest. Gem. Naffinade mit Joß 28.00. Gem. Melis I. mit Aaß 26.00. stest, Nohzucker I. Product Transito s. a. V. Hamburg pr. Jumi 13.20 Br. pr. Juli 13,32½ bez., pr. August 13.42½ Ed., pr. Oktober=December 12,72½ Br. Frst. * Breslan, 6. Juni. Getreidemarkt. Spiritus pr 100 2tr. 100% crcl. 50 M. Verbrauchsabgaben pr. Juni=Juli 51.00, de. pr. Juli=Ang. 51,80, do. August=September 52 50, do. do. 70 Verbrauchsabgaben pr. Juni=Juli 31.50. Roggen pr. Juniimtt 128.00, pr. Juli=August 130,00, pr. September=October 13400. Rüböl pr. Juni 48,00, pr. September=October 48.50. Zink umtatzios. — Wetter: Schön. Liegnitz, 6. Juni. Der Besuch des Wollmarktes war elwas schwächer als im Vorjahre. Das gehandelte Quantum betrug 1600 Ctr., außerdem sind 2000 Ctr. im Laufe der Woche aus hiesigen Lagern verkauft worden. Der ganze Umlatz betrug mithin 3600 Ctr. Die Preise waren im Durchschnitt niedriger als im Varzahre. Man zuhlte für seine Dominial=Wollen 165—175 Mk., für mittlere 140—160 P.k., für Nombouillet=Wollen 125—135 Mk., für Rustikal=Wollen 120 bis 125 Mk. Die Wäsche war befriedigend: die Käufer waren meist aus der Provinz. Die Entwickelung und der Verlauf des Marktes waren ruhig. * Posen, 6. Juni. Spiritus loco onnc Raß(50er) 31 30 do. do.(70er) 32.00, do. do. mit Verbrauchsabgabe von 70 Mk. und darüber 32,00.— Still. * Stettin, 6. Juni. Getreidemarkt. Weizen ruhig, loco 169 bis 172, pr. Juni=Juli 173,00, pr. September=October 175 50. Roggen ruhig, loco 120 bis 126, pr. Juni=Juli 128,00, pr. September=October 132,50. Pommerscher Haier 10co 120 bis 126. Nüböl beh., pr. Juni=Juli 4800, Sept.=Oct. 47.50. Spiritus sest, loco ohne Faß mit 50 Mk. Konsumsteuer 52.70, mit 70 Mt. sumstener 33 60. pr. Juni=Juli mit 70 Mt. Konsumstener 33,50, pr. August=September mit 70 Mk. Konsumstener 34.00. Petroleum loco verzollt 11.50. * Hamburg, 6 Juni. Getreidemarkt. Weizen loco seit, holsteinischer loco 180 bis 185. Roggen loco fest mecklenburgischer loco 138 bis 142, russischer loco fest. 90 dis 95. Hafer sest. Gerste still. Rüböl geschäftslos, loco 46. Spiritus hoher, pr. Juni 22 Br., pr. Juli=August 22½ Br., pr. Auqust=September 22¼ Br.. September=October 23 Br. Kafsee sest, Umsatz 0000 SPetroleum behauptet, Standard white loco 6.65 Br., 6.60*d. pr. August=December 6,90 Br.— Wetter: Schö= * Hamburg, 6. Juni. Zuckermarkt. Rüiben= Rohzucker 1. Product Basis 6800 Rendement frei an Bord Hamburg pr. Juni 13 10, pr. Juli 13,15, pr. August 13,20, pr. Nov.=Dez. 12,50. Beh. * Hamburg, 6. Juni. Kassee(Schlußbericht) good average Santos pr. Juni 69¾4, pr. Juli 70½, pr. Sertember 63¼, vr. Dezember 56¼. Ruhig. * Bremen, 6. Juni. Petrolenm.(Schlunbericht.) Standard white loco 6,55 Br. * Wien, 6. Juni. Getreidemarkt. Weizen pr. Mai=Juni 7.52 Gd., 7,57 Br., pr. Herbst 7,82 Ed., 7,87 Br. Noggen pr. Mai=Juni 6.12 Gd. 6,17 Br., pr. Herbst 6,44 c6d., 6,49 3 Mais pr. Mai=Juni 6,91 Go., 6.96 Br., pr. Juli=Aug. 6.87 6%p., 6,92 Br. Hafer pr. Mai=Inni 5,44, Gd. 5.49 Br., pr. Herbst 5,82 Gd., 5.87 Br. * Antwverpen, 6. Juni. Petroleummarkt(Schlußbericht.) Naffinirtes, Type weiß loco 16% bez. u. Br., pr. Juni 16½ Br., pr. Ana. 16% Vr., pr. September=December 16½ Br. Steia. * Antwerpen, 6. Juni. Getreidemarkt.(Schlußbericht.) Weizen ruh. Roggen still. Hafer unv. Gerste schwach. * Amsterdam, 6. Juni. Java=Kafsce good ordinary 4 * Amsterdant, 6. Juni. Getreidemarkt. Weizen auf Termine unverändert, pr. Mai 219, pr. November 206. Roggen loco fest, auf Termine unverändert, pr. Mai 106, pr. October 110. Raps vr. Frühjahr—.—. Rüböl loco 25½, pr. Mai—.—. pr. Herbst 25 * Havre, 6. Juni. Kafsee good aberage Santos pr. Junt 79.50 pr. September 73,25 pr. December 67,50. * Gannon. 6. Juni. 96% Javazucker 15½ ruh, Nuben=Rohaucker 13½ fetig. * Liverpool, 6. Juni. Baumwolle. Umiatz 10,000 B., davon für Spekulation und Export 1000 B. Stetig. Middl. amerikanische Lieferung: Iuni=Juli 58% Kauferpreis, Juli=August 5% Verkausere preis, August=September 539/4 do., September=October 51 Käufer= preis, October=November 5%4 Verkäuferpreis, November=December 51/4 Käuferpreis, December=Januar 57/4 do., Januar=Febr. 5%4. * Dortmund, 6. Juni. Städtischer Viehhof. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren aufgetrieben: 831 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, ca. 700 Schweine resp. serkel und 126 Pferde. Wegen Futtermangel war wenig Kauflust vorhanden, sodaß fast die Hälfte unverkauft blieb. Auch auf dem Schweinemarkt war das Geschäft langsam und blieben 300 unverkauft. Bei dem heutigen starken Antrieb auf dem Pferdemarkt war das Geschäft schwach. Sechswochen=Ferkel kosteten 1,50—2.25 M. per Woche, vierteljährige Faselschweine 20 bis 27 M., halbjährige 31—41 M. per Stück. Nächster Markt am Mitiwoch den 20. Juni. Letzte Posten und Telegramme. *Potsdam, 6. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich heute Nachmittag gegen 6 Uhr im offenen Wagen nach Alt=Geltow zur Besichtigung der dortigen Kirche und wurden auf dem Wege dorthin enthusiastisch begrüßt. * Potsdam, 7. Juni. Der Kaiser hatte heute keine besonders gute Nacht, da der Schlaf öfter durch Husten unterbrochen war: er blieb infolge dessen auf Anrathen der Aerzte bis gegen 11 Uhr Vormittags im Bett. Gegen 12 Uhr sollen der Kriegsminister, der General v. Albedyll, der Oberstallmeister v. Nauch und Fürst Radolin zum Vortrag empfangen werden. * Ems, 6. Juni. Der Graf von Patis ist nach einem eintägigen Aufenthalt in Brüssel heute Nachmittag hier eingetroffen. * Bern, 6. Juni. Der Nationalrath hat heute ohne Debatte alle von dem vorberathenden Ausschuß gewünschten Maßnahmen zur Hebung der nationalen Wehrkraft und raschen Beförderung der Befestigungsbauten am Gotthard gutgeheißen. Die Vorarbeiten für die Befestigung des Urner Loches bei Andermatt beginnen sofort. * Paris, 6. Juni. Der„Temps" meldet bestätigend:„Morgen wird der Finanzminister der Deputirtenkammer einen Gesetzentwurf vorlegen, durch welchen die Abgaben von Pässen für Ausland und Inland gänzlich abgeschafft werden. Die Abgaben betragen gegenwärtig 12½ Fres. für das Ausland und 2½ Fres. für's Inland. Die Regierung verzichtet auf die jährliche Einnahme von 50,000 Frcs., so daß unsere Nationalangehörigen nur das Visa zu bezahlen haben, das die deutsche Regierung in Anspruch nimmt.“ * London, 6. Juni. Wie das„Reuter'sche Bureau" aus Zanzibar meldet, hat der italienische Consul die Flagge eingezogen und die freundschaftlichen Beziehungen zu dem Sultan unterbrochen. Ein italienisches Kriegsschiff wird erwartet. Der Beweggrund des Bruches wird nicht angegeben. * St. Louis, 6. Juni. Die democratische Convention ernannte Cleveland durch Zuruf zum Candidaten der Partei für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten. * Marienburg. So ont auch im Laufe der Jahrhunderte die entsesselten Elemente die Marienburg umbrandeten, wo oft hat dieselbe, da sie glücklicherweise den höchsten Punkt am rechtsseitigen Rogatstrome einnimmt, nie darunter gelitten. Nur die Polen und Slaven zei störten dieselbe theilweise. Es gilt jetzt, das gothische Bauwerk, im Anfang des zwölften Jahrhunberts begonnen wurde, und den Sitz des deutschen Ritter Ordens, von welchem aus Christenthum und in die damals noch heidnischen Lande verbreitet wurden, zu erhaten. Dazu sind von Sr. Majestät weiland Kaiser Wilhelm fünf GeldPeiterieen, à Loos B Mk.,— die dritte wird in diesem Monat, am 14. Juni, gezogen,— genehmigt. Wohl noch nie ist eine Lotterie von der Gesammtheit freundlicher aufgenommen, wie diese; denn wie im Weft der Gölner Dom, so zeugt im Ost die: lenburo von dem damaligen schönen Baustyl der gothischen Bankunft. Todes=Anzeige. Dienstag Nachmittag 3½ Uhr, verschied in Folge eines Unglücks falles nach mehrtägigem schwerem Leiden, gestärkt durch die bl. Sacra= mente der kath. Kirche unser lieber Sohn und Bruder Wilhelm Tennie 14½ Jahr u. Bekan nuten wid= im Alter von Verwandten men diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Theilnahme. Bochum, 7. Juni 1888 Die trauernden Hinter= bliebenen. Die Beerdigung sindet Samstag, den 9. cr., Morgens 7½ Uhr vom Sterbehause, Löwenstr. 10.“(Stahlhausen) aus statt Zwangsverkauf. den 9. Jnni er., Nachmittags 4 Uhr, werde ich im Psandlocale bei Wirthin Wwe. Vierhaus zu Altenbochum: 2971 1 Kleiderschrank, 1 Tisch, 4 Stühle u. 1 Glasschrank gegen Baar versteigern. Bochum. den 7. Juni 1888. Schellin, Gerichtsvollzieher. Auction. Morgen 9½ Uhr, werden m Uhlenbruch'schen Saale versteigert emaillirte Haus= und Küchen geräthe aller Art, 1 Tafelherd, 1 Pult, 2 Klcider=, 1 Leinen=, 1 Glasschrank, Binsen= u. Brettstühle, Tische, Bettstellen mit und ohne Matratzen, Spiegel, Wollwaaren, Röcke, Hosen, Westen, Joppen, Kinderanzüge, 200 Flaschen Wein. Jul. Willeke. 10,000 Stück Bohnenstangen käuflich zu haben beim Wirth Ponten am Berg.=Märk. Bahnhof.(2972 Gras=Verkauf. Dienstag, den 12. Juni cr., Nachmittags 3½ Uhr, läßt Herr W. Cloodt gt. Berke in Eickel 3 Morgen gutes Gras 1. u. 2. Schnitt, in der Dorneburger=Wiese nummerweise auf Credit, gegen Bürgschaft verkaufen. Versammlung bei Herrn Heidkamp, Friedgras.(2982 EFickel, im Juni 1888. F. Keilmann, Auctionator. Zum 1. November d. J. 1 schöne Wohnung, 6 Zimmer in der 1. Etage und 2 Mansardenstuben zu vermiethen. B. Schulz, Weilenbrink 15. Bekanntmachung. 6es wird hiermit zur Kenntniß der Einwohner des V. Stadtbezirks(umfassend die Straßen: Brüder=, Graben, Hellweg=, Kreuz=, Louisen=, Nen=, Pariser=, Schützenbahn, Wilhelmstraße, Südhellweg und Trankgasse) gebracht, daß an Stelle des verstorbenen Schiedsmannes Brauercibesitzer Moritz Scharpenseel, der Apotheken Wilhelm Weder— Hellwegstraße Nr. 10— zum Schiedsmann obigen Stadt bezirks gewählt und bestätigt worden ist. Bochum, den 6. Juni 1888. Der Magistrat: -Bollmann. Bekanntmachung. In Verfolg unserer Bekanntmachung vom 24. Mai bis. Js. bringe serner zur öffentlichen Kenntniß, daß in dem Landkreise Bochum zu Gunsten der Ueberschwemmten noch folgende Beträge aufgebracht sind. Auf dem hiesigen Büreau 3.51 Amte Werne 44.25 Im Amte Herne Im Amte Bochum II(Süb) Von den Beamten und Arbeitern der Zeche Amalia in Herne Desgl. der Zeche Heinrich Gustav(Schacht Jacob) Desgl.(Schacht Arnold) Von dem Pfarrer Overhoff in Uemmingen. 75.70 1450.00 341.40 212.75 190.45 33.00 Sa. 2356,06 Hierzu der Betrag nach unserem Rechenschaftsbericht vom 24. v. Mts. mit 13643.94 Sa. 16000,00 In vorstehenden Summen sind die Seitens der Bergwerke an den Verein für die bergbaulichen Interessen abgeführten Beträge, weil nicht bekannt, nicht enthalten. Allen den freundlichen Gebern und Sammlern sagen wir wiederholt unsern herzlichsten Dank. Bochum, den 6. Juni 1888. Der Kreis=Ausschuß des Landkreises Bochum Spude, Königlicher Landrath. Bekanntmachung. wird sich voraussichtlich ermöglichen lassen, diejenigen Anschlüsse an die allgemeine Fernsprecheinrichtung im niederrheinisch=westfälischen Industriebezirk, welche vor dem 1. Juli angemeldet werden, noch im Laufe dieses Jahres herzustellen. Die Anmeldungen müssen spätestens bis zu dem bezeichneten Tage hier oder bei einem der Kaiserlichen Postämter in Bochum, Gelsenkirchen, Hagen(Westf.) und Witten bzw. bei dem Kaiserlichen Telegraphenamte in Dortmund vorliegen. Spätere Anmeldungen können im laufenden Jahre nicht mehr berücksichtigt werden. Arnsberg, den 6. Juni 1888. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Wächter. Restauration und Speisewirthschaft W. Spieckermann, Bochum, Rott= und Kaiserstraßen=Ecke. Reichhaltiges Butfet, kalte u. warme Speisen zu jeder Tageszeit. An dem gemeinschaftlichen Mittagstische, à 75 Pfa. und höher, können noch mehrere junge Leute theilnehmen.— Mein gut renommirtes, billiges Logis bringe in empfehlende Erinnerung.— Außerdem empfehle ich meine gut eingerichteten Wirthschaftsräume mit anstoßendem kleinen Saal zur gefl. Benutzung bei Familienfesten, als Hochzeiten rc., ebenso für Versammlungen. Eine von 3 Zimmern nebst Stall, auf August zu vermiethen. Düppelstraße 20,a. Es können noch einige Herren an meinem gut eingerichteten Mittagstisch theilnehmen. Emil Bruch, Wiemelhauserstr. 11. Zweiter Bäckergeselle auf sofort gesucht. 2968 Näheres in der Erped. Ein Stellmachergeselle findet gegen hohen Lohn dauernde Arbeit bei Ad. 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Bollmann, Oberbürgermeister, Ehren=Präsident. Lange, Bürgermeister. W. Baare, Dr. jur. Bering, Ingenieur. Dr. Broicher, GymnasialDirector. Bluth, Stadtbaumeister. Brück, Rector. Capelle, Ingenieur und Stadtverordneter. Dr. Darpe, Professor, Gymnasial=Oberlehrer. Dietz, Kaiserl. Reichsbank=Vorsteher. W. Enders, Stadtverordneter. Frielinghaus, Grubendirector und Stadtverordneter. Heuse, Amtsrichter mann, Bergassessor und Stadtverordneter. Hünnebeck, Rechts=Anwalt. Joly, Gas= und Wasserwerts=Director. Dr, Klostermann, Sanitätsrath. von Khaynach, Major und Bezirks=Commandeur. Kunisch, Postrath. R. Korte, Bankier und Stadtverordneter. Licbhold, Realschuldirector. Mathien, Zgenieur und Stadtverordneter. Osterman, Amtsgerichtsrath. H. Pieper, Bergassessor und Stadtverordneten Vorsteher. Gust. Schulz, Fabrikbesitzer und Stadtrath. Dr. jur. Schulze=Vellinghausen, Staatsanwalt. Spude, Königl. Landrath. Schreff, Rector. Der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr: Wilh. Mummenhoff. G. A. Fricke. W. Velten jun. L. Habbel. Fr. Dieckhoff. G. Fasbender. Ed. Mose. Jul. Jungblut. Westfäl.Feuerwehr=Verbands-Lest sowie prima geräucherten Neben meinen billigst gestellten Preisen für Colonial=Waaren empfehle als sehr vortheilhaft sämmtliche 4891 wollene Kleiderstoffe, Cattune, Blaudrucks, Siamosen, Bettwaaren, fertige Knaben-Anzüge in allen Größen, Burkins und Arbeitersachen etc. H. Neukämper, Eppendorf. Für Zahnleidende! Nachdem ich wieder in Berlin war, um mich mit den neuesten Erfindungen in der Zahntechnik bekannt zu machen, verlegte mein(2966 Zahn=Atelier nach Friedrichstraße 38 und empfehle mich im Einsetzen künstl. Zähne mit und ohne Gaumenplatte, Geraderichten schiefstehender Zähne, ZähnePlombiren, Zähne=Reinigen, schmerzloses Nervtodten, sowie jede andere Zahnbehandlung. Auf Wunsch schmerzloses Zahnausziehen durch Lachgas. Achtungsvoll H. Schemmel, Friedrichstr. 35. Nächsten Samstag Ziehung Weimar=Lotterie. Jn zwei Ziehungen 2500 Gewinne i. W v. 75,000 Mark. 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Juni: Große Gala=Eröffnungsvorstellung der hier im vorigen Jahre mit so riesigem Erfolge aufgetretenen Steinbüchel'schen Künstler- Truppe mit durchweg neuen Künstler-Capacitäten und Specialitäten. Artistisches Personal. Mstr. Alerandro, der weltberühmte Kopfbalanceur und Equilibrist vom Crystall-Palast in London. Little Levain in ihren nie dagewesenen Leistungen am schwebenden Reck Mstr. Reif=Wels, bester musikalischer Clown und Regerimitator der Jetztzeit. Fräulein Schneider, Concertsängerin. Fränlein Nagel, Costumsoubrette Geschw. Gottlieb, Duettisten hochfeinen Genres Paul Jülich, Walzersänger. Cassa=Eröffnung 7½ Uhr.— Anfang 8 Uhr. Sperrsitz 75 Pfg. Saalbillets 50 Pfg. Sonntag Cassa=Eroffnung 4½, Anfang 5 Uhr. Uniformirte Herren der Feuerwehr: Entree für Saalbillets 30 Pfg. NB. Indem ich keine Mühe noch Kosten gescheut habe, dieses besonders für das Familien=Publikum gewählte Künstler=Ensemble zu constituiren, so rechnet auf zahlreichen Zuspruch 2969 C. Steinbüchel, Director Gewerbeschule für Frauen und Töchter, Bochum, Rottstrasse 44. Am 1. und 15. eines jeden Monats beginnen neue Curse in allen Handarbeiten, Maschinennähen, Wäschezuschneiden, Putz- und Kleidermachen, Bügeln, Buchführung. Vorbereitungs-Cursus für das Handarbeitslehrerinnen-Examen. Prospecte franco. Marie Mager: Tapeten, (Decoration für Decken und Wände) Feusterglas nach Maaß, alle Sorten trockene und in Oel geriebene Farden, beste Backe, gut gekochtes Leinol empfiehlt billigst F. Schnorbus, Kirchstraße 4. 3912 Ia. Margarinbutter, pr. Pfd. 45, 50, 60 Pf. Ia. Kernseife, pr. Pfd. 16, 18, 20 Pf. Glycerin=Seife, pr. Pfd. 16 Pf., 5 Pfo. 15 Pf. Pflaumen, hochfein, pr. Pfd. 18, 20, 25, 30 Ia. Speck, bei Abnahme von 10 Pfd. à 55 Pf. Gebrannter Kaffee, zu den billigsten Preisen.(2929 Consum-Anstalt Herne, 15, Neustraße 15.2 Schöne Bohnenstangen empfehle billigst ab meinem Lager in Ehrenfeld. A. Barenberg. 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Versammlung findet nicht am 10, sondern am 17. d. M., Nachmittags 6 Uhr, statt. Tagesordnung: Zahlung der rückstäudigen Beiträge wegen ½-jährlichen Kassenabschlusses. Endgültige Besprechung des am 1. Juli stattfindenden Ausfluges. Um zahlreiches Erscheinen bit e Der Vorstand. Vom 1. Juni ab Fahrgelegenheit nach dem Grullbade ab Bahnhof Bruch Morgens 6½ Nachmittags 2*, ab Bochum(Forck) Morgens 6 und 8 Uhr, Nachmittags 1 und 3 Uhr, ab Herne(Restaur. Jochem) Morgens 6¾ und 8½ Uhr, Nachmittags 1¾ und 3¾ Uhr. Jacob Bürgel. Jeden Mittag von ½12 Uhr an warmen kochten Schinken, sowie täglich frischgekochte SchweineOehrchen, Schnäuzchen und Pförchen empfiehlt J. Baumert, Rottstraße 31. Hochfeinen holländer Maikäse empfiehlt billigst 2953 Th. Voß in Eickel. Erhalte von heute ab täglich großere Sendungen u. empfehle selbige billigst. A. Barenberg, 2981] Rottstraße 10. Oeynhauser Brod sowie Bauernstuten, täglich frisch, billigst. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. Theod. Hackert Nachf. Altenmarkt 5. la. Mörtel, mit der Maschine verarbeitet, aus KoksAsche. Rhein= und Schlackensand, liefern billigst franco Baustelle A. Osterman& Comp. Wir machen die ver= — ehrten Inserenten dar= auf aufmerksam, daß Inserate bis Abends 6 Uhr, größere entsprechend früher, aufgegeben werden müssen, wenn dieselben in die am nächsten Morgen erscheinende Nummer aufgenommen werden sollen. Da wir oft in die unangenehme Lage kommen, Inserate wegen zu später Aufgabe zurückweisen zu müssen, so bitten wir dringend, vorstehende Mittheilung genan beachten zu wollen. Exped. der Westf. Volksztz. Kür den Reclamen= und Inieratenthell verantwortlech Ludger Dilla in Bochum=