ülmener Dülmener Anzeiger Dülmener Volkszeitung Verbreitungsgebiet des allgemeinen Inseratenteils: Westfalen sowie die angrenzenden Oebiete. Erscheint täglich(auch Sonn= und Feiertags). Derlag: J. Horstmann'sche Buchhandlung, Dülmen i. A Marktstraße. Telegrammadresse: Zeitung Dülmen Fernruf Nr. 118° Postscheck=Konto Dortmund 5313 Postverlagsort: Münster(Westf.) 2. Nummer 22 Die Debatte über die Seeabrüstung beginnt. Eröffnung der Londoner Konferenz. X London, 21. Jan. Die Eröffnung der Flottenkonferenz fand unter äußerlich sehr ungünstigen Umständen statt. Im Regierungsviertel war wegen starken Nebels von den Vorbereitungen für die Auffahrt des Königs nur wenig zu sehen, und auch der Andrang des Publikums war gering, da die meisten durch die Verkehrsstockungen von dem Besuch abgehalten wurden Gegen 10 Uhr begann sich langsam vor dem Oberhaus eine kleinere Menschenmenge anzusammeln. Wenige Minuten danach füllten sich die Vorräume des Oberhauses. Von den Teilnehmern erschien Briand als erster Wenige Minuten vor 11 Uhr nahmen die Konferenzteilnehmer ihre Sitze ein. Der Sitzungssaal mit dem hufeisenförmigen Tisch und dem goldenen Thronsessel in der Mitte bot ein eindrucksvolles Bild. Die Konferenz wurde dann durch den König eröffnet. Zu Beginn seiner Ansprache hieß der König die Delegierten herzlich willkommen. Er unterstrich den Zweck der Konferenz, eine Wiederkehr des Krieges auch durch Beschränkungen in der Seerüstung zu reryindern. Dabei knüpfte er an die Washingtoner Seekonserenz von 1922 an, die aber nicht über die Anfänge hinaus gelangt sei. Der Grund liege in den Verschiedenheiten der Interessen der Nationen. Es müßten darum, wenn das Werk gelingen solle, von allen Opfer gebracht werden, damit die Hindernisse beseitigt werden, die dem Fortschritt der Kultur noch immer im Wege stehen. Deshalb komme die Arbeit der Konferenz nicht nur den Völkern zugute, die auf der Konferenz vertreten sind, sondern der ganzen Welt. Die sofortige Verminderung der Lasten aus den Marinerüstungen bezeichnete der König zum Schluß seiner Rede als die erste unmittelbare Aufgabe der Konferenz. Macdonald Vorsitzender. X London, 21. Jan. Im weiteren Verlauf der Eröffnungssitzung der Flottenkonferenz wurde der britische Premierminister Macdonald zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. Dabei wurde unterstrichen, daß diese Wahl auch den Dank der Mächte zum Ausdruck bringen sollte, die in London zu Gaste sind. Nachdem Macdonald für die Wahl zum Konferenzvorsitzenden gedankt hatte, wies er auf das Dilemma hin, das sich aus dem Interesse der Sicherheit und der finanziellen Last der Rüstungen ergebe. Die Ursache dieser Schwierigkeiten liege in dem Mangel an Vertrauen zwischen den Nationen. Angesichts der Notwendigkeit, diese Hemmungen zu beseitigen, seien die Augen der ganzen Welt auf die Londoner Konferenz gerichtet. Es komme jetzt darauf an, der öffentlichen Meinung der Welt eine Chance zu geben. Macdonald ging dann auf die Bemühungen ein, die Sicherheits= und die Abrüstungsfrage zu lösen, namentlich auf die Bestrebungen des Völkerbundes hin. Alle möglichen Mittel seien erwogen worden, um etwaige Friedensstörer zur Verantwortung zu ziehen, troydem sei aber bisher eine absolute Garantie für die Sicherheit der Völker noch nicht gesunden. Es wäre der Konferenz förderlich, wenn sie bei ihren Veratungen von zwei Voraussetzungen ausgehe. 1. daß die Flottenbedürfnisse eines jeden Landes von seiner geographischen Lage und Ausdehnung abhängen uno 2.. daß man aus technischen Gründen die Streitkräfte zur See, zu Lande und in der Luft voneinander trennen und jede Kategorie bei den Abrüstungsbesprechungen einzeln behandeln muß, daß man aber dabei niemals die prattische innere Verbundenheit der drei Kategorien vergessen darf. Die nationale Sicherheit müsse natürlich in erster Linie berücksichtigt werden, und der Zweck der Konferenz solle auch nicht darin bestehen, diese Sicherheit zu chwächen, sondern sie zu stärken. In diesem Sinne eien auch die Verhandlungen mit Amerika geührt worden. Sollte die Konferenz durch ein Abkommen die Herabsetzung der Seerüstungen ermöglichen, ohne die Sicherheit der einzelnen Nationen zu gefährden, so würde sie einen Markstein in der Reihe der großen Kundgebungen für die Verwirklichung des endgültigen Friedens darstellen. Amerikas Standpunkt. X London. 21. Jan. Nach Macdonald nahm der amerikanische Staatssekretär des Auswärtigen, Stimson, das Wort. Er dankte für die Willkommenworte des Königs und für die kluge Analyse der Konferenzprobleme, die der englische Premierminister in seinen Ausführungen gegeben habe. Auch Stimson erinnerte an die Washingtoner Konferenz als den ersten Meilenstein auf dem weiten Wege der Abrüstung. Man könne die Bemühungen, zur Abrüstung zu gelangen, nicht als etwas Einzelnes betrachten. Die Konferenzen, die diesem Zweck dienen sollen, seien nur Glieder einer Kette. So werde auch diese Londoner Konferenz sicher nicht etwas Abschließendes sein. Der nächste Zweck der Verhandlungen sei innerhalb der zur Zeit gegebenen Möglichkeiten zu einem Ergebnis zu gelangen, das im Laufe der Zeit nach den Bedürfnissen der Nationen weiter ausgebaut und verbessert werden könne. Auch Stimson betonte, wie Macdonald, den Zusammenhana der drei Kategorien der Verteidigung. Die Basis des Abrüstungsproblems bestehe aber nicht in der bloßen Verminderung der Rüstungen, sondern in der Sicherung des Friedens. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man später wieder mit gutem illen zusammentommen, um das Erreichte zu prüfen und weiter zu führen. Er könne nur versichern, daß die amerikanische Delegation in diesem Geiste alle Anstrengungen für den Erfolg der Konferenz machen werde. Der australische Delegierte gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß alle Völker der Welt Frieden und Abrüstung wollen. Der Weg sei weit, aber mit allseitigem guten Willen werde man ans Ziel kommen. Australien biete die Hand zum Frieden und zur Verständigung. Im gleichen Sinne sprach der Delegierte Canadas. Canada hoffe, daß die Konferenz zu einem endgültigen und prartischen Ergebnis kommen werde. Die Rede Tardieus. :: London, 21. Jan. Dem Vertreter Canadas folgte der französische Ministerpräsident mit seiner Rede, die allerdings nur verhältnismäßig kurz war Begrenzung und Herabsetzung der Seerüstungen, so führte er aus, sind das Ziel dieser Konferenz. Das Experiment dieser Konferenz hat eine bestimmte und endgültige Bedeutung: denn von der Abrüstung zur See hängt die allgemeine Abrüstung ab. Erleidet unser Unternehmen einen Mißerfolg, so ist auch die allgemeine Abrüstung äußerst gefährdet. Ministerpräsident Tardieu unterstrich die Schwierigkeit des Problems und schloß sich dem Vorschlag Macdonalds an, die Bedürfnisse jeder Seemacht zunächst festzustellen. um auf diesem Wege zum Ausgleich zu gelangen Dabei müsse man die Tatsachen in Erwägung ziehen, durch die die einzelnen Nationen erst gebildet worden sind. Es gelte, die Kräfte der Vergangenheit zu bekämpfen und zu überwinden. Zum Schluß dankte Tardieu für den Empfang. Er erinnerte an die soeben zu Ende gegangene Haager Konferenz, wo auf einem anderen Gebiete des Friedens ein Sieg errungen worden sei. Es komme auf den Willen an, dann könne man für den Frieden arbeiten. Indien und Irland. )( London, 21 Jan. Im welteren Verlaufe unterstrich der Oberkommissar von Indien, Indien sei ein friedliebendes Land und werde deshalb die Bemühungen für den Frieden mit allen Kräften unterstützen In Gedankengängen der Vorredner bewegten sich auch die Ausführungen des Vertreters des Freistaates Irland Er hob dabei besonders hervor, daß sich Irland durch Bande des Blutes und der Freundschaft mit Amerika verbunden fühle. * Auch Mussolini will den Frieden. ):( London, 21. Jan. Nach dem irländischen Delegierten ergriff der italienische Außenminister Granddas Wort. Er dankte in englischer Sprache namentlich für den schönen Empfang, den das englische Volk der italienischen Delegation bereitet habe. Italien stehe in den Bemühungen für den Frieden keinem anderen Lande nach. Abrüstung und Sicherheit seien untrennbare Begriffe. Italien habe ein großes Arbeitsprogramm aufgestellt und Mussolini brauche zu seiner Verwirklichung nichts weiter als den Frieden Zur Erreichung eines dauernden Friedens sei Verständigung notwendig. Alle Völker erwarten, daß die Probleme der Konferenz einer Lösung entgegengeführt werden. Grandi nahm besondere Veranlassung, dem amerikanischen Präsidenten Hoover für die Initiative zu danken, aus der diese Konferenz entstanden sei. Die italienische Regierung habe während der letzten Monate mit großem Interesse die Vorbesprechungen zwischen den hier versammelten Nationen verfolgt. Sie sollten, schloß Grand den übrigen Völkern mit gutem Beispiel vorangehen * Japon für Flottenverminderung. :?: London, 21. Jan. Der Führer der japanischen Delegation. Wakatsuki, führte in japanischer Sprache aus, wenn die Probleme der Konferenz auch delikat seien, so sehe er doch kein Hindernis, das nicht bewältigt werden könnte Japan sei nicht nur zu einer Begrenzung der Flottenstärke bereit, sondern auch zu einer Verminderung. Es habe nur den Wunsch, daß die nationale Sicherheit nicht erschüttert werde, d. h, daß die Streitkräfte, die es behalte, für die Verteidigung ausreichen müßten. Am Schluß der Eröffnungssitzung sprachen noch die Vertreter Neuseelands und Südafrikas. Sie betonten, daß die Zeit gekommen sei, um dem Rüstungswettbewerb ein Ende zu machen. Um 1,15 Uhr(2,15 Uhr deutscher Zeit) war die Sitzung beendet. * Das größte Festessen, das England je veronstaltete. :?: London, 20. Jan. Das den Delegierten zur Flottenkonferenz heute abend von der englischen Regierung gegebene Essen war das großte, das die englische Regierung jemals veranstaltet hat. Es vereinigten sich ungefähr 450 Gäste Macdonald saß an der Spitze der Tafel, ihm zur Rechten Tardieu, zur Linlen Stimson, Macdonald brachte einen Trinkspruch auf den König von England und die Staatsoberhäupter der vertretenen Nationen und auf die Konferenzdelegierten aus. Er bat dann die Delegierten, im Verlauf der Konferenz Geduld zu üben und wandte sich darauf nacheinander an die Hauptdelegierten, denen er sein Lob spendete. Er wies dann auf die nützliche Arbeit Tardieus hin und wandte sich weiter an Briand, den er als Doyen und Vater internationaler Konferenzen bezeichnete. Er würdigte weiter die finanziellen und politischen Erfolge Grandis, der, wie er sagte, alles, was er in die Hände nehme, zum Erfolg führe. Macdonald würdigte ferner die Verdienste Stimsons und Wakatsukis Hierauf ergriff Stimson das Wort Im Namen der Gäste dankte er für die den Delegierten gewährte liebenswürdige Gastfreundschaft. Ferner gab er der Erwartung Ausdruck, daß alle Delegierten der Konferenz sich loyal bemühen werden, sich in die besonderen Verhältnisse und Schwierigkeiten der Schwesternationen hineinzuversetzen und entschlossen seien, zu einem Ergebnis zu gelangen, das für alle von Nutzen sei. In diesem Geiste der Aufrichtigkeit und des guten Willens nehme Amerika an der Konferenz teil Stimson wies dann auf die Freundschaft hin, die zwischen den Vereinigten Staaten und den auf der Konferenz vertretenen Völkern bestehe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich alle in dem gemeinsamen Vestreben vereinigen würden, daß die Konferenz die Menschheit einer Aera vollkommenen Vertrauens und vollkommener Freundschaft näher bringe. Heute nachmittag empfing Macdonald getrennt die französische und die italienische Abordnung zu Vorbesprechungen. Millionen falscher Dollarnoten im Umlauf. Aufsehenerregende Notenfälschungsangelegenheit. Berlin, 21. Jan. Wie das„Tempo" meldet, arbeiten die Kriminalbehörden zweier Kontinente seit Monaten an der Aufklärung einer Notenfälschungsangelegenheit, die inihren Ausmaßen noch nicht zu übersehen ist. Es handelt sich um die Nachahmung hoher Dollarnoten, die so hervorragend gelungen ist, daß sie von keinem der großen europäischen Bankinstitute als Fälschung erkannt wurde. Erst bei der Einziehung von 100 Dollar=Noten durch die Federal=Reserve=Bank in Amerika wurde die Entdeckung gemacht, daß zahllose Scheine, die wahrscheinlich schon lange als echte kurlierten, an einer Stelle einen kaum wayrnehmbaren Fehldruck aufwiesen. Inzwischen scheint aber die Fälsche bande schon Millionen und aber Millionen Umsatz mit den unechten Banknoten erzielt zu haben Die verschärften Kontrollmaßnahmen der amerikanischen Bankdetektive und der europäischen Kriminalbehörden bringen jetzt von Tag zu Tag neue Falschexemplare zum Vorschein In Berlin haben die polizeilichen Ermittlungen nach der Fälscherzentrale, die offenbar mit unbeschränkten Geldmitteln ausgestattet ist, bereits zu einem positiven Ergebnis geführt. Man kennt die Person eines der Banknotenvertreiber: Es ist ein Kommunist namens Franz Fischer, der unter dem Namen Voigt aufzutreten pflegt. Fischer hat früher einmal in der Parteibewegung eine Rolle gespielt, war dann nach Rußland gegangen und kehrte auf Umwegen schließlich nach Deutschland zurück, wo er im Oktober vergangenen Jahres mit den nom unbekannten Banknotenfälschern in Verbindung kam. Wie das„Tempo“ weiter meldet, wurde das angesehene alte Berliner Bankhaus Saß& Martint aus der Jägerstraße zum Absatz der falschen Banknoten gewählt. Dieses Bankhaus leistete im November eine Zahlung in 100 Dollar=Scheinen an die Deutsche Bank. Die Scheine wurden, nachdem sie mehrere Banken durchlaufen hatten, der Federal=Reserve=Bank übergeben, wo die Fälschung festgestellt wurde Der Kommunist Fischer, von dem die Banknoten stammen sollen, ist spurlos verschwunden, doch nimmt man an, daß er sich noch in Berlin aufhält. Die Suche nach Fischer. A Berlin, 21. Jan. Die Polizei hat auf die Ergreifung des Banknotenfälschers Fischer eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Die Fälschung wurde nach einer Mitteilung des Schatzamtes der Vereinigten Staaten bereits in meyreren europäischen Ländern ermittelt. Fischer hatte bei den Bankgeschäftsinhabern eine falsche Adresse angegeben. Der Chefredakteur einer Finanzzeitschrift, der den angeblichen„Soigt“ durch einen früheren Berliner Stadtverordneten kennen gelernt hatte, führte jenen der Bank als Kunden zu. Die Polizei stellte dann fest, daß der angebliche Voigt in Wirklichkeit Franz Fischer heißt. Von Beruf Bauzeichner, tat er sich in früheren Jahren durch Reden in Arbeiterbildungskursen und Erwerbslosenversammlungen hervor, er bekleidete auch die Stellung eines Erwerbslosenrates und war im Jahre 1925 in der Antoabteilung der russischen Handelsvertretung angestellt Die Suche nach ihm ist, wie gesagt, bisher vergeblich gewesen. Tagesfragen. Die zweite Haager Konferenz, die die Ersetzung des Dawes=Planes durch den Young=Plan oder, wie man ihn amtlich getauft hat, den Neuen Plan und andere mit der Liquidation des Krieges zusammenhängende Fragen ratifikationsreif gemacht hat, ist am Montag abend zu Ende gegangen. Die deutsche Delegation ist am Dienstag vormittag wieder in Berlin eingetroffen, und ihr Führer, Reichsaußenminister Dr. Curtius, hat bereits dem Reichskanzler und dem Reichspräsidenten Bericht über die Ergebnisse erstaltet. Heute wird eine Kabinettssitzung stattfinden, die sich mit den im Haag abgeschlossenen Abmachungen beschäftigen soll. Jubelhymnen über diese anzustimmen, dafür liegt in Deutschland keine Veranlassung vor. Wohl aber muß man anerkennen, daß sich die deutsche Delegation sehr gut gehalten hat. Sie hat alles getan, was in ihren Kräften stand, um für Deutschland Günstiges herauszuholen. Wenn man gleichwohl in der Oeffentlichkeit den deutschen Unterhändlern zum Vorwurf gemacht hat, daß sie nicht energischer aufgetreten seien und nicht durch die Drohung, die Konferenz abzubrechen, mehr von der Gegenseite zu erreichen versucht hätten, als dies jetzt tatsächlich geschehen ist, so kann man dazu sagen, daß es für jeden, der nicht selbst in verantwortlicher Stellung ist, leicht ist, solche Forderungen zu erheben. Das Risiko, das ein Abbruch der Konferena aber gebracht hätte, muß man sich vor Augen halten, um die Haltung der deutschen Delegation zu verstehen. Ein Abbruch hätte nicht nur die dritte Rheinland=Zone der französischen Besatzung weiter ausgeliefert, wir hätten vor allem sehr erhebliche finanzielle Lasten auf uns nehmen müssen. Es wären einmal die 700 Millionen Ersparnisse des Young=Plans gegenüber dem DawesPlan in Wegfall gekommen, und es wären ferner die Kredite, die jetzt der Reparationsagent dem Reich von Monat zu Monat gewährt(eben im Hinblick auf die zu erwartende Regelung des Young=Plans) zuruckzuzahlen gewesen. Das sind bis setzi merhin auch fast 250 Millionen Mark. Und woher wollte man sie wohl nehmen, wo in den Kassen des Reiches sich nur einige wenige Millionen Mark befinden, statt der 1600, die darin sein sollten. Wir sind eben finanziell denkbar schlecht für den Haag gerästet gewesen. Am Tisch, wo die Karten fielen, saß die deutsche Delegation vielleicht mit einem Blatt für einen kümmerlichen Solo, während die Gegenspieler die Grandkarten hatten. Und wenn wir nach dem Abschluß der Verhandlungen sonach auch keineswegs Grund zur Freude haben, wenn wir beispielsweise beklagen müssen, daß die Rückgliederung des Saargebietes eine noch ganz unerledigte Frage geblieben ist, so muß man auf der andern Seite doch auch ehrlich zugeben, daß die schlimmsten Befürchtungen keineswegs ihre Bestätigung erfahren haben. So hat die Sanktionsfrage eine Regelung gefunden, die praktisch eine Wiederbesetzung deutschen Gebietes völlig ausschließt. Und auch in der Mobilisierungsfrage hat die deutsche Delegation ausgezeichnet abgeschnitten. Gewiß kann nicht übersehen werden, daß der ursprüngliche Zahlungsplan, der von den Sachverständigen in Paris ausgearbeitet worden ist, tatsächlich eine Verschlechterung erfahren hat. Das aber war schon das Ergebnis der ersten Haager Konferenz. Die Belastung Deutschlands ist nach dem„Neuen Plan“ geringer als nach dem Dawes=Plan, aber sie bleibt auf lange Jahre eine harte, drückende Bürde, der wir, wie die Dinge liegen, leider Gottes nicht entrinnen können. Es wäre ein Selbstbetrug, wenn man die Augen vor dieser Tatsache verschließen wollte, nicht minder aber auch, wenn jemand die Behauptung aufstellen wollte, eine andere Delegation unter einer anderen Reichsregierung hätte noch im Haag günstigere Zahlungsbedingungen erreichen können. Die Gläubigermächte sind zu stark, als daß sie dem Deutschen Reich nicht ihren Willen aufzwingen könnten. Von dieser Ueberlegung muß man sich auch bei den Auseinandersetzungen leiten lassen, die in den nächsten Wochen im Reichstag beginnen werden. * Von dem bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Held ist man es gewohnt, daß er zuweilen erstaunliche Reden hält. Obwohl die auswärtige Politik eine Reichsangelegenheit ist, versagt er es sich auch nicht, anscheinend weil er zugleich an der Spitze des höchst überflüssigen bayrischen Ministeriums des Aeußeren steht, hin und wieder zur Außenpolitik das Wort zu ergreifen. Es kann an sich natürlich keinem Deutschen verwehrt werden, über außenpolitische Fragen offen seine Meinung zu sagen. Aber die Minister der Länder haben da doch gewisse Rücksichten zu nehmen. Und so muß man es als eine Taktlosigkeit bezeichnen, wenn Dr. Held in einer Volksversammlung in Regensburg aus Aerger darüber, daß er nach dem Urteil des Staatsgerichtshofes keine Titel mehr verleihen kann, sich zu der Behauptung hinreißen ließ, daß die ausländischen Gesandtschaften in Berlin schon nicht mehr mit erstklassigen Leuten besetzt würden, weil Deutschland keine Orden verleihen könne. Für diese Behauptung kann der bayrische Ministerpräsident keinen Beweis erbringen. Außerdem ist die Vorstellung, fremde Nächte wählten ihre Vertreter, stakt nach der tung des Landes, wohin sie sie entsenden, nach den formalen Auszeichnungen, die dieses Land vergibt, glücklicherweise zu absurd, als daß sie irgend jemand in der Welt ernst nehmen könnte. Dr. Held sprach auch noch über den Young=Plan, und auch da wieder in einer Weise, die nach einem Affront gegen die Reichsregierung durch die Aufspielung Dr. Schachts gegen sie aussieht. Es ist verständlich, daß diese Rede in Berlin Befremden erregt hat. * Die Umbildung der württembergischen Reaierung, die bisher sich auf eine Koalition des Zentrums mit den Deutschnationalen und des Landbundes stützte und jetzt durch Hinzutritt der Demokraten und der Deutschen Volkspartei die lange fehlende gesicherte Mehrheit im Landtag erhalten hat, hat den Senior der schwäbischen Demokraten und Ehrenvorsitzenden der Deutschen Demokratischen Partei Geheimrat von Payer zum Austritt aus ihrer württembergischen Bezirksorganisation veranlaßt. Die Mehrheit auf der demokratischen Bezirksvertretertagung in Stuttgart, die den Eintritt in die Regierung Bolz=Bazille beschloß, war ziemlich klein, und zu denen, die den Verzicht auf die Angriffsstellung gegen die Deutschnationalen bekämpften. gehörte der heute im 83. Lebensjahre stehende lang jährige Führer des Freisinnes, aus dem ja die Demo kratische Partei hervorgegangen ist. Geheimrat von Payer ist in den letzten Jahren nur noch selten in das Rampenlicht der politischen Bühne getreten. Er ge hörte noch der Nationalversammlung an, dann zog er sich zurück, nachdem er, 1877 zum ersten Mal in den Reichstag gewählt und seit 1890 Führer der frei sinnigen Reichstagsfraktion, lange Zeit im parlamen tarischen Leben Deutschlands eine große Rolle gespielt hatte. Er war auch lange Jahre Präsident der zweiten württembergischen Kammer. 1917 wurde er als Staatssekretär unter der Kanzlerschaft des Grafen Hertling mit dessen Stellvertretung beauftragt. Ebenso war er als Vizekanzler Mitglied des Kabinetts des Prinzen Max von Baden, der ersten parlamentarischen Regierung, die wir in Deutschland hatten. Als kluger Politiker und aufrechter, ehrlicher Demokrat genoß er, solange er im politischen Leben stand, allgemein großes Ansehen. Wenn er seinen württembergischen Parteifreunden und nur diesen, nicht etwa der gesamten Demokratischen Partei, nunmehr den Rücken gewandt hat, so hat er damit natürlich zum Ausdruck bringen wollen, daß ihm die Teilnahme an einer Regierung, in der der von den Demokraten bislang erbittert bekämpfte deutschnationale Kultusminister Bazille sitzt, als ein unerträglicher Verstoß gegen die demokratisch=liberale Tradition erscheint. Für die württembergischen Demokraten ist so eine keineswegs angenehme Situation entstanden. Doch dürfen nach unserer Meinung diejenigen von ihnen, die für die Beteiligung an der Regierung gestimmt haben, und ebenso die demokratische Landtagsfraktion für sich in Anspruch nehmen, daß sie einer Forderung der Gegenwart, dem Lande Württemberg unter für sie keineswegs schweren Bedingungen eine gesicherte Mehrheitsregierung zu geben, Rechnung getragen haben. Andererseits kann man es verstehen, daß der alte Payer ein Abrücken von dieser Taktik seiner politischen Vergangenheit schuldig sein zu müssen glaubte. Der ganze Vorgang hat eigentlich auch ein Interesse, weil leser Nestor der Demokraten nach Jahren der Zurückhaltung einmal wieder in die Oeffentlichkeit getreten ist. Denn daß sein Schritt in Württemberg parlamentarische Folgen haben wird, wird man nicht annehmen dürfen. Zwischenfülle im Tscherwonzenprozeß. Hugenberg und die Seinen Einladung an Schlange=Schöningen und von Keudell zu einer Aussprache. Von unserer Verliner Redaktion. :: Berlin, 21. Januar.(Drahtb.) Der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei, Abgeordneter Hugenberg, macht, nachdem er durch sein diktatorisches Verhalten schon mehrere 10000 aus der Deutschnationalen Volkspartei vertrieben hat. nunmehr den Versuch, wieder zum Sammeln zu blasen Er hat nämlich durch dritte Personen an die Abgeordneten Schlange=Schöningen und von Keudel! eine Elnladung zu einer nochmaligen Rück sprache ergehen lassen Schlange=Schöningen hat abge lehnt. Der frühere Reichsinnenminister von Keudell hat wie das„Berliner Tageblatt“ zu melden weiß, mit Rücksicht auf den deutschnationalen Landesverband seines Wahlkreises die Hugenbergsche Einladung angenommen Die Aussprache soll angeblich noch vor dem 28 Januar erfolgen, an welchem Tage die deutschnationale Arbeits gemeinschaft mit einer Kundgebung im früheren Herren hause an die Oeffentlichkeit treten wird. Es dürfte auch wohl dringend notwendig sein, daß Hugenberg gegen den gänzlichen Verfall der Deutschnationalen Volkspartei etwas unternimmt, denn der Kampf im deutschnationalen Lager nimmt immer schärfere Formen an. So erklärt z. B. die christlichsoziale Rich tung, zu der sich hauptsächlich evangelische Gewerkschafts führer bekennen, daß auch ein Rücktritt Hugenbergs die Verhältnisse in der Deutschnationalen Partei nicht grundlegend ändern könne, weil der Parteiapparat von seinen materiellen Zuwendungen abhängig sei. Aber auch im Lager der Landwirtschaft erlebt Hugenberg keine besondere Freude. Der Reichslandbund hat sich bekanntlich wieder vom Reichsausschuß und damit auch aus der nationalsozialistischen Umstrickung losgelöst Alle Drohungen von der radikalen Rechten vermochten an diesem Schritt nichts zu ändern. Die Landwirte lassen sich den Mund nicht verbinden, wie Auslassungen des Reichstagsabgeordneten Bachmann, der dem füddeutschen Landbund angehört, zeigen. Bachmann wendet sich gegen die von rechts gegen den Landbund getriebene Kampfesweise, die praktisch nur bedeuten könne, daß die Partei der„nationalen Opposition“ über das sachlich notwendige Maß hinaus ginge, also Agitationsanträge stellte. Des weiteren führt Bachmann aus, der Landwirt wie der Mensch überhaupt lebt nicht bloß von Forderungen, sondern von dem, was er für sich und für seinen Stand erreiche. Die Landwirtschaft werde immer noch eber vor dem Untergang bewahrt bleiben, wenn sie nur in mühseligen, im einzelnen unbefriedigenden Etappen die allmähliche Sicherung ihrer Notwendigkeiten erreiche, als wenn sie durch Aufstellung unerreichbarer Forderungen die sachliche Zusammenarbeit der Grünen Front im Parlament stören wollte. Der Weg zum praktischen Erfolg aber gehe nun einmal durch das Varlament. In diesem Zusammenhang Ein schweigsamer Zeuge. + Berlin. 21. Jan. Im Prozeß gegen die Tscherwonzen-Fälscher kam es am Dienstag zu verschiedenen Zwischenfälllen Der Verteidiger des Angeklagten Schneider, dessen Verfahren abgetrennt worden ist, beantragte, das Verfahren gegen Schneider und gegen Kipping wieder mit diesem Prozeß zu verbinden, damit vermieden werde, daß nachträglich nochmals ein neuer Prozeß nur gegen Schneider und Kipping stattfinden müsse, in dem nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung alle in diesem Verfahren gehörten Zeugen noch einmal vernommen werden müßten. Die anderen Verteidiger und der Staatsanwalt widersprachen diesem Antrage nicht. Das Gericht lehnte jedoch den Antrag auf Verbindung als nicht angemessen ab, weil ein Teil der Angeklagten sich entfernt habe Dann erklärte der Verteidiger des Angeklagten Bell, Rechtsanwalt Dr. Becker, sein Mandant sei nicht mehr verhandlungssähig. Bell behaupte, er habe vor vier Wochen einen schweren Nervenzusammenbruch erlitten und bitte, ihn auf seine Verandlungsfähigkeit untersuchen zu lassen. Für die Untersuchung des Angeklagten Bell mußte die Sitzung dann unterbrochen werden Medizinalrat Dr. Woker stellte die vorläufige Verhandlungsunfählgkeit Bells wegen offensichtlich starker Nervosität fest Ein nochmaliger Antrag auf Verbindung der Klage gegen Schneider mit diesem Verfahren würde vom Gericht evenfalls avgelehnt. Dann sollte Schneider vernommen werden. Er bat, zunächst davon Abstand zu nehmen, worauf ihn der Vorsitzende darauf hinwies, daß er seiner Zeugenpflicht genügen müsse, da es sich um ein abgetrenntes Verfahren handele; er könne nur auf solche Frage sein Zeugnis verweigern, durch deren Beantwortung er sich selbst einer strafbaren Handlung bezichtigen würde.— Die darauf von dem Vorsitzenden unternommenen Versuche, Schneider zu einer Aussage über sachliche Fragen zu bewegen, scheitern sowohl an dem Widerstand Schneiders als an dem Widerspruch sämtlicher Verteidiger Insbesondere wurde die vom Vorsitzenden an Schneider gerichtete Frage beanstandet, wo er Weber kennengelernt habe. Als Schneider nicht antworten wollte telt ihm der Vorsitzende vor, das Gericht könnte daraus vielleicht den Schluß ziehen, daß er mit Weber zusammen Tscherwonzen gesälscht hätte.— Die Verteidiger sprangen erregt auf und widersprachen sehr energisch einer solchen Fragestellung. Der Oberstaatsanwalt erklärte, er habe diese Schwierigkeiten kommen sehen. Auf Schneider könne jedoch nicht verzichtet werden. Er wiederhole deshalb nochmals den Antrag, das Verfahren gegen ihn mit diesem Prozeß zu verbinden Das Gericht beschloß jedoch, auch diesen Antrag zurückzuweisen. Die dann von der Staatsanwaltschaft an den Zeugen gerichteten Fragen wurden nicht beantwortet, da sich Schneider immer wieder auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berief. Schließlich verzichtete auch die Staatsanwaltschaft auf die weitere Vernehmung des Zeugen Schneider. Dann wurde Karumidze über die Organisation der georgischen Bewegung gefragt. In erster Linie habe er aus Rußland Informationen erhalten. Weiter sei es seine Aufgabe gewesen, sich mit denjenigen russischen Gruppen in Verbindung zu setzen, die die georgische Regierung förderten. Er sei auch heute noch Mitglied der Gruppe Kedja. Zu dem Antrag des Rechtsanwalts Dr. Ber auf Ladung des Kapitäns Ehrhardt betonte der Oberstaatsanwalt, daß er gegen die Vernehmung Ehrhardts an sich nichts einzuwenden habe, er sie aber für nötig halte, wenn damit die Frage der Amnestie berührt werden sollte. Das Amnestiegesetz vom 14. Juli 1928 wolle ausdrücklich nur die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands befriedigen, und es komme nicht in Frage für solche Taten, die im Interesse eines ausländischen Staates begangen worden seien. In diesem Sinne hätten auch das Kammergericht und das Reichsgericht entschieden.— Rechtsanwalt Dr. Ber wies dagegen darauf hin, daß er seinen Antrag auf Vernehmung Ehrhardts aufrechterhalten müsse. Es gehe nicht an, allein deswegen die Amnestie zu unterbinden, weil es sich um Ausländer handele. Das Gericht beschloß dann noch, Kapitän Ehrhardt am kommenden Montag als Zeugen zu vernehmen und vertagte die Sitzung dann auf Donnerstag. Ein Brief Ehrhardts. - Berlin, 21. Jan. Kapitän Ehrhardt hat an den Vorsitzenden im Tscherwonzen-Fälscher-Prozeß ein Schreiben gerichtet, in dem er ausfuhrt, niemals mit dem Angeklagten Karumidze verhandelt zu haben. Er habe sich nur von Karumidze über dessen politische Absichten unterrichten lassen. Karumidzes politische Ziele, die auf eine Zerschlagung Rußlands hinausliefen, ständen seiner eigenen politischen Ansicht diametral gegenüber. Von den Währungsfälscherplänen des Karumidze sei ihm evenfalls nichts bekannt gewesen. Es sei richtig, daß Karumidze ihn um 10 000 Mark angegangen habe, diese Unterstützung habe er ihm versagt. Von irgend einer Vereinbarung, einen Verbindungsmann seines früheren Bundes der georgischen Organisation zu attachieren, sei ihm nichts bekannt. rechnet Bachmann mit den Redensarten von dem „erter“ ab, der eines Tages„das Heft in die Hand“ nehmen werde. Ein solcher Retter sei einstweilen nicht da, und selbst wenn er da wäre, müßte er erst das Heft in die Hand bekommen. Das ginge nur auf illegalem oder auf legalem Wege. Die Hugenberg=Richtung werde wohl den illegalen Weg, den Putsch, ablehnen, aber den legalen Weg wolle sie anscheinend auch nicht. Es bliebe also nur übrig, auf ein baldiges Wunder zu hoffen. Aber auf ein solches Wunder zu warten und mit agitatorischen Forderungen die Posaunen von Jericho zu blasen, könne man der deutschen Landwirtschaft nicht zumuten. Die Landwirtschaft müsse vielmehr unbeschadet aller weiteren Hoffnungen, Wünsche und Forverungen, alle gegevenen Möglichkeiten ausnunen, um Schritt für Schritt dem Ziele der völligen Wiederherstellung näher zu kommen, sonst könnte auch der„Retter“, wenn er eines Tages kommen sollte, nicht mehr viel zu retten vorfinden. Ueberträgt man die Ausführungen des Abgeordneten Bachmann, der nur für die Landwirtschaft spricht, auch auf die allgemeine Politik, so kommt ihnen ebenfalls eine besondere Geltung zu. Auch bei der Politik heißt es. beonnene Aufbauardeit zu leisten und die Finger wegzulassen von allen aussichtslosen Plänen und Unternehmungen. Die nächsten Wochen werden den Beweis zu erbringen haben, wie es in dieser Hinsicht im Reichstag bestellt ist. Wiederzusammentritt des Landtags. Der Etat der Gestütsverwaltung. X Berlin, 21. Januar. Der Preußische Landtag setzte nach der Weihnachtspause am Dienstaa seine Plenarberatungen fort. Er nahm den kommunistischen Urantrag, auf die hessische Regierung dahin einzuwirken, daß der verhaftete Abgeordnete Müller=Hessen(Kom.) sofort wieder in Freiheit gesetzt werde, debattelos an, lehnte aber die vom Abgeordneten Sobottka(K.) begründete sofortige Behandlung seines Antrages gegen das Demonstrations= und Versammlungsverbot ab. Debattelos wurden Anträge des Landwirtschaftsausschusses angenommen. Sie verlangen u. a. Linderung der Notlage der Roggenrentenbriefschuldner, Herabsetzung der Zinsenlast besonders bei den öffentlichen Geldstellen, Verkürzung des Instanzenweges für die Verteilung der Notmittel an die Landwirtschaft, künftige Fortsetzung der finanziellen Hilfe für Ostpreußen, Anpassung der Kreissteuern an die Steuerkraft der Kreisinsassen, Beschleunigung der Stabilisierung der Getreidepreise, Verbilligung der Kredite für Düngemittel, Streichung der Winzerkredite in Notfällen, Förderung des Versuchsringwesens. Weiter wurde der Antrag des Landwirtschaftsausschusses angenommen, worin das Staatsministerium ersucht wird. durch Einwirkung auf die Reichsregierung und durch eigene Maßnahmen beim Abschluß von Handelsverträgen weitestgehende Rücksicht auf die landwirtschaftliche Erzeugung zu nehmen, insbesondere die Einfuhr von Schlachtvieh und Fleisch nach Deutschland zu verhindern. Annahme fand auch der Antrag des Geschäftsordnungsausschusses, die Zahl der Beisitzer im Landtagpräsidium von 8 auf 12 zu erhöhen, sodaß nun auch die Demokraten und die Wirtschaftspartei Beisitzer stellen können. Bei der Beratung des Ausschußantrages, die Strafverfolgung des Abgeordneten Kerrl=Peine(NS.) wegen eines Pressedeliktes abzulehnen, brachten die Regerungsparteien einen Aenderungsantrag ein, die Strafverfolgung doch zu genehmigen. Abg. Kube(NS.) beantragte Rückverweisung an den Geschäftsordnungsausschuß. Mit 127 Stimmen der Oppositionsparteien gegen 118 Stimmen der Regierungsparteien wurde entsprechend dem Antrag Kube beschlossen. Das Haus trat dann in die zweite Beratung des Haushaltes der Gestütsverwaltung ein. Landwirtschaftsminister Dr. Steiger wies darauf hin, daß leider ein Rückgang des Pferdebestandes um mehr 60 000 Stück festzustellen et. Die Pferdeeinfuhr sei fortdauernd zurückgegangen. Besonderer Wert müsse auf eine größere Erzeugung von Arbeitspferden und eines Qualitätspferdes gelegt werFrage des Kalt= und Warmblutes sei noch immer umstritten. Die Tätigkeit der Reitervereine sei anzuerkennen, sie dürften sich aber nicht politisch einsteilen. Einem weiteren Abbau staatlicher Gestüte könne man nicht das Wort reden. Die Hengstprüfungsanstalt habe sich sehr bewährt. Aba. Frau Wohlgemuth(S.) trat für noch größere Sparsamkeit bei den staatlichen Gestüten ein. Die Zuschüsse für die Rennvereine könnten erheblich gekürzt werden. Die Reitervereine seien vielfach nichts wie antirepublikanische politische Organisatienen. Abg. Schulze=Stapen(Dtn.) machte auf die Notwendigkeit der Züchtung eines guten Wirtschaftspferdes aufmerksam. Die Privat=Hengsthaltung müsse besonders gefördert werden. Vom Auslande sollten wir nur hochwertige Zuchttiere, keine Arbeitspferde einführen. Aba. Roeingh(Ztr.) bemängelte die abermalige Kürzung des Ankaufssonds für Hengste. Er begrüßte die Bestrebungen des Ministers auf besondere Förderung der ostpreußischen und südhannoverschen Pferdezucht. Bei dem Abbau von Gestütsanwärtern habe das Ministerium eine sehr soziale Haltung eingenommen, was anzuerkennen sei. Wenn die Beamten der Rennvereine tatsächlich so hoch bezahlt werden, dann müsse man den Rennvereinen den Brotkorb etwas höher hängen. Die Reitervereine hätten für das flache Land eine große Bedeutung. Nach 17,30 Uhr wurde die Weiterberatung auf Mittwoch 12 Uhr vertagt. Außerdem zweite Lesung des Forstetats. Angestelltenversicherung und Arbeitslosenunterstützung. :: Berlin, 21 Jan. Die Selbstverwaltungsorgane der Angestelltenversicherung haben nachfolgende Entschlleßung angenommen: „Das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte und deren Verwaltungsratsausschüsse für Haushalt und Rechnung sowie für Heilverfahren wenden sich einstimmig gegen den aus der Presse bekannt gewordenen Plan, die Angestelltenversicherung zur Finanzjerung der Arbeitslosenunterstützung mit den übrigen Zweigen der Sozialversicherung heranzuztehen Die Rücklagen der Angestelltenversicherung sind zur Deckung der laufenden Renten und der erworbenen Anwartschaften bestimmt und nötig. Die Leistungsfähigkeit der Angestelltenversicherung wäre nicht mehr gewährleistet, wenn ihre Rücklagen für fremde Versicherungszwecke angegriffen werden. Der leichsversicherungsanstalt für Angestellte würde dadurch auch die Möglichkeit geraubt, ihre Rücklagen weiterhin darlehnsweise langfristig der Wirtschaft, insbesondere der Förderung des Wohnungsbaues, zur Verfügung zu stellen.“ Hierzu bemerkt das Organ der Christlichen Gewerkschaften„Der Deutsche“ u. a.: „Wir müssen dem Reich anheimstellen, wie es seiner Darlehnspflicht nachkommt Womit die Arbeitnehmer aber unter gar keinen Umständen einverstanden sein können, das ist eine Inanpruchnahme der übrigen Sozialversicherungen zur Finanzierung der Arbeitslosenunterstützung. Wir haben an der Zwangsanleihe bei der Invalidenversicherung vom vorigen Jahr gerade genug. Aber bald verhüllt, bald ganz deutlich wird die Absicht offenbar, den übrigen Zweigen der Sozialversicherung ihre Rücklagen zu nehmen, die sie zur Sicherung der bei ihnen erwachsenen Ansprüche nötig gebrauchen. Daß jeder derartige Versuch auf den schärfsten Widerstand stoßen würde, zeigt die Entschließung, die die Selbstverwaltungsorgane der Angestelltenversicherung am 20. Januar gefaßt haben. Der Entschließung muß nachdrücklichst zugestimmt werden.“ Möglichst baldige Beschäftigung der noch stellenlosen Junglehrer. * Berlin, 20. Jan. Der Unterrichtsausschuß des Preußischen Landtages befaßte sich am Montag mit einer Reihe von Anträgen zur Behebung der Notlage der Junglehrer. Es wurde eine Fassung angenommen, durch die das Staatsministerium ersucht wird, sämtliche noch stellenlosen Junglehrer (Junglehrerinnen) im Schuldienst möglichst sald zu beschäftigen und mit den anderen Ländern wegen Uebernahme von Junglehrern zu verhandeln. Ferner sand Annahme der Antrag, angesichts der verhältnismäßig wesentlich höheren Zahl der stellenlosen katholischen Junglehrer besondere Maßnahmen für eine gleichmäßige Unterbringung der unglehzer beider Konfessionen zu treffen. ie im Etat festgesetzten Fortbildungszuschüsse sollen nach einem weiter angenommenen Antrag bedeutend erhöht werden. 3 Erkennungsnummern für Wasserfahrzeuge? — Berlin, 21. Jan. Im Reichsverkehrsministerium finden laut„Berliner Tageblatt“ zur Zeit Verhandlungen statt, deren Ziel eine Neuordnung auf allen Gewässern ist. Es hat sich herausgestellt, daß der ständig wachsende Verkehr auf dem Wasser einer Neuregelung bedarf, die geeignet ist, die Sicherheit der Berufsschiffahrt, die gefährdet erscheint, wieder herzustellen. Zu diesem Zweck wird eine Reglementierung aller Wasserfahrzeuge vorgenommen werden. Genau wie jedes Automobil soll künftig jedes Wasserfahrzeug eine Nummer erhalten, sodaß bei jeder Störung des Wasserverkehrs der Uebeltäter sofort erkannt werden kann. Die Falschmeldungen über Russenflüchtlinge. :: Berlin, 20. Jan. Die Berliner politische Partei versucht, wie der„Montag“ meldet, eine Zentralstelle zu ermitteln, die aus durchsichtigen Gründen falsche Nichrichten über das Schicksal der aus Rußland geflüchteten Deutschen verbreitet. Am Sonntag trafen auf dem Haupttelegraphenamt in Hamburg aufgegebene Telegramme ein, in denen beunruhigende Nachrichten über die an Bord des Dampfers„Monte Oliva“ nach Brasilien unterwegs befindlichen Flüchtlinge verbreitet wurden. Da jetzt feststeht, daß es der Zweck der Mystisikationen ist, die Esnreila der Flüchtlinge in andere Länder zu erschweren, hat sich Reichskommissar Stücklen veranlaßt gesehen, mit der politischen Polizei Fühlung zu nehmen, um die Ermittlung der Verbreiter der Lügenmeldungen zu versuchen Der Leiter des Außendienstes der politischen Polizei hat bereits Schritte unternommen, um dem Treiben der unverantwortlichen Elemente ein Ende zu bereiten. Berlin, 20. Jan. Zu der Meldung einer Montagszeitung aus Lissabon, wonach auf dem Dampfer „Monte Olivia“ unter den deutsch-russischen Flüchtlingen eine sehrschwere Epidemie ausgebrochen sein soll, erfahren wir von zuständiger Seite, daß diese Nachricht vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Der Dampfer„Monte Ol via“ läuft Lissabon überhaupt nicht an und könnte, wenn er es anlaufen sollte, erst heute früh dort ankommen Die Reederei hat auf Anfrage erklärt, daß sich an Bordalles wohl verinde Von Deutschland aus wird die kanadische und die brasilianische Regierung darüber aufgeklärt werden, daß Meldungen über schwere epidemische Erkrankungen bei den deutsch=russischen Flüchtlingen falsch sind. Faschistische Ziele in der Jugenderziehung. - Rom, 21 Jan. Unter der Ueberschrift„Feste Ziele für die Jugend“ nimmt die faschistische Partei in ihrem Organ erneut das Vorrecht in Anspruch, die Jugend an sich heranzuziehen. Es heißt: „Wenn wir die Wahl zwischen den 30jährigen und 40jährigen haben, so geben wir den 30fährigen den Vorzug. Die Grundsätze der Jugenderziehung zielen darauf hin, daß es für die faschistische Revolution höchste Notwendiakeit ist, foktzudauern. d. h. in alle Zukunft fortgesetzt zu werden. Neben dieser allgemeinen Heranbildung müssen die Jungen und Jüngsten zielbewußt auf allen Gebieten des politischen Lebens. der Verwaltung und des Syndikatswesens eine Lehrzeit durchmachen. Auflösung des japonischen Reichstags. 21. Jan. Der Reichstaa ist aufgeDas Vorgehen des Kaisers, durch das F Tokio, löst worden die allgemeinen Wahlen beschleunigt werden, hat nicht uverrascht. Für die Regierung war die Reichstagsauflösung die einzige Möglichkeit, umeine Mehrheit zu suchen. Bisher hatte die Seiyukai, die stärkste Oppositionspartei, eine absolut" Mehrheit. Tumult in einer Breslauer Gerichtsverhandlung. + Breslau, 21. Jan. Vor dem großen Schöffengericht wurde heute gegen fünf Mitglieder der kommunistischen Martei verhandelt, die wegen schweren Aufruhrs bei einem Demonstrationszuge des Roten Frauen= und Mädchenbundes im Juli 1929 angeklagt waren Gleich nach Beginn des Prozesses kam es im Gerichtsgebäude zu schweren Tumulten Es hatten sich annähernd 200 Anhänger als Zuhärer eingefunden. Das Gericht beschloß, die Sitzung in den kleinen Strafkammersaal zu verlegen. Da die Angeklagten sich diesem Beschluß wioersetzten und sich nicht beruhigen ließen, beschloß das Gericht, Haftbefehle auszuschreiben und Zwangsvorführungen zu veranlassen. Schutzpolizisten brachten die Angeklagten in den kleinen Straskammersaal. Unterdessen hatte sich auch die Erregung des Publikums gesteigert Neue Menschenmassen suchten ins Gerichtsgebäude einzudringen, sodaß die Polizei die Straßen säubern mußte und das Gerichtsgebäude abriegelte In der dann eröffneten Verhandlung wurde der Angeklagte Schaffel wegen schweren Aufruhrs und Körperverletzung zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Angeklagter erhielt sechs Monate Gefängnis, drei Angeklagte wurden freigesprochen. Vermischte Nachrichten. Wegen Nebels auf offener See niedergegangen. ):( Rostock, 21. Jan. Das heute mittag um 1 Uhr gestartete Dornier Superwal-Flugdoot„Graf Zeppelin" D 1747 mußte nachmittags um 2 43 Uhr auf der Höhe der Halbinsel Darß wegen starken Nebels auf die Ostsee niederaehen Das Flugboot wurde dann auf dem Wasser nach Süden getrieben. Um 5,30 Uhr wurde es in Müritz gesichtet, und seine acht Insassen wurden von dortigen Einwohnern an Land geholt. Anfall bei der Sternfahrt Riga— Monte Carlo. Tilsit, 21. Jan. Der Teilnehmer an der internationalen Sternfahrt Riga—Monte Carlo, Rennfahrer Jaufer aus Innsbruck, überfuhr gestern abend gegen 9,30 Uhr in der Gegend von Kellmienen mit 95 Kilometer Geschwindigkeit einen großen Schäferhund. Durch den Anprall löste sich die Stoßstange and geriet in das linke Vorderrad, sodaß der Wagen sich um fast 90 Grad drehte und im Weiterrasen eine Anzahl Bäume umriß Die beiden im Fond sitzenden Mitfahrel wurden herausgerissen und schwer verletzt. Janse und sein Chauffeur blieben unverletzt. Beilage Miltwoch, den 22. Jonuar 1930 Nr. 22 Westdeutschland. X Brake i. L., 21. Rabiate Stammgäste. Furchtbare Mißhandlungen bei einem Wirtshausstreit. 4 Hamm, 20. Januar. Furchtbare Schreckensszenen spielten sich in einer Wirtschaft im benachbarten Wiescherhöfen ab, in der die talerinnung eine geschlossene Feier veranstaltete. Fünf Bergleute hatten sich deshalb vor dem hiesigen erweiterten Schöffengericht wegen Hausfriedensbruches und gejährlicher Körperverletzung zu verantworten. In den Saal, in dem die geschlossene Feier stattfand, drängten sich nach und nach mehrere Bergleute ein. Der Vorsitzende ersuchte den Wirt, die Ruhestörer zu entfernen. Das lehnte dieser ab mit dem Vemerken, daß es sich um seine Stammgäste handele Der Verein solle selbst für Ordnung sorgen. Ein Zeuge hatte im Laufe des Abends draußen gehört, wie gesagt wurde:„Der Pinselquelle wollen wir schon helfen, heute abend wollen wir aufräumen.“ Die Angeklagten bestreiten, sich verabredet zu haben. Tatsächlich„gab es aber bald etwas“: August F. kam plötzlich wieder durch eine Seitentür hinein und hob die Hand hoch Das war anscheinend das Zeichen zur allgemeinen Schlägerei. F. bestreitet dies zwar und sagt, das sei ein Zeichen in ihrem Klub, mit dem man kundtun wolle, es sei eine Runde gespendet. Es hieße soviel wie„Hoch lebe„Blaue Adria". Der Zeuge Sp. war von F. angegriffen worden; als er sich gegen diesen wandte, erhielt er einen Schlag mit einem Stuhl über den Kopf; eye er noch selbst von dem auch ergriffenen Stuhl Gebrauch machen konnte, erhielt er einen zweiten Schlag und sank zusammen. Als ihm sein Bruder zur Hilfe eilen wollte, fielen die Raufbolde über ihn her Der Bergmann Fritz M zog ein Messer und zerschnitt ihm kreuz und quer das Gesicht Dann bedrohte M. auch einen weiteren Festteilnehmer, der das Lokal schnell verlassen wollte, ihm den Hals aozuschneiden. Nun begann eine wüste Schlägerei, Stühle wurden auf den Köpfen entzwei geschlagen, Biergläser flogen, ein Schreckschuß wurde abgefeuert Mehrre Schwerverietzte mußten mit dem Krankenauto zum Krankenhaus transportiert werden Der Messerheld rühmte sich noch seiner Tat. Das Gericht fällte ein auffallend mildes Urteil. Der Messerheld wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, erhielt aber Strafaussetzung, wenn er 240 Mk. Buße an die Gerichtskasse zahlt. Im übrigen wurden Geldstrafen von 40 bis 190 Mark verhängt. Das Urteil wurde rechtskräftig. Ein Mord nach zwei Jahren aufgeklärt. Essen, 21. Januar. Die Kriminalpolizei hat aufsehenerregende Verhaftungen in einer Essener Mordangelegenheit vorgenommen, die seit mehr als 2 Jahren unaufgerlart war Durch diese Verhaftungen wird die Erinnerung an eine furchtbare Tragödie wieder wachgerufen, die sich in der Nacht zum 21 Mai 1927 in dem Laden des Zigarren= und Papierhändlers Courbois an der Viehoferstraße abgespielt hat In der genannten Nacht gegen 1 Uhr wurde der 45 Jahre alte Kaufmann Heinrich Courbois in seinem Laden von einem Einbrecher erschossen Schon mehrfach hatten Einbrecher versucht, den Laden nächtlicherweise auszuräubern, so daß Courbois schließlich dazu überging, dauerno in einem kleinen Raum, der sich an den Geschäftsladen anschloß, nachts zu schlafen Allabendlich nach dem Aberdessen begab er sich von seiner nahegelegenen Wohnung auch in das Geschäft und nahm zu seiner Sicherheit einen geladenen Revolver mit. den er nachts neben sich auf dem Tische liegen hatte So hatte er es auch in der genannten Nacht gemacht Während der Nacht wachte er plötzlich auf, als er ein Geräusch im anstoßenden Geschäftsladen wahrnahm Er stellte fest, daß sich ein Einbrecher in dem Laden zu schaffen machte der sich während seiner Abwesenheit am Abend mit Nachschlüssel oder Dietrich in den Geschäftsladen eingeschlichen hatte. Als er die Verbindungstür öffnete, prallte er mit dem Einbrecher zusammen. Es kam zu einem heftigen Ringkampf. in dessen Verlauf die Glasfenster der Verbindungstür in Scherben gingen. Der Geschäftsinhaber stieß gellende Hilferuse aus, die von den Bewohnern des oberen Stockwerks gehört wurden. Der Inhaber der Wohnung eilte notdürftig gekleidet auf den dunklen Hausflur hinaus. In diesem Augenblick krachte ein Schuß durch das Haus, und dann eilte eine dunkle Gestalt durch den langen Flur, riß die Haustür auf und verschwand in der menschenleeren Straße. Die schleunigst alarmierte Mordkommission fand den Geschäftsinhaber neben seinem Bette blutüberströmt als Leiche vor. Trotz der fieberhaften Anstrengungen der Kriminalpolizei gelang es nicht, die Mordtragödie aufzuklären, da jede Spur von dem Täter fehlte. Als die Untaten der Brüder Heidger die Oeffentlichkeit in Aufregung versetzten, wurde diesen gefährlichen Verbrechern auch die an Courbois begangene Mordtat in die Schuhe geschoben Jetzt ist durch ein Zufall Licht in das rätselhafte Dunkel gekommen. Die Kriminalpolizei hat 2 Personen unter dem dringenden Verdacht, an der Mordtat beteiligt zu sein, verhaftet. Es handelt sich um einen gewissen Funk und einem Manne namens Keese. Funk hat na die Tat unter dem eingestanden. dan. Vom stürzenden Baum getötet. Beim Fällen e....s Baumes im benachbarten Brakhof schaute das fünfjährige Söhnchen des Landwirts Heinrich D. zu. Plötzlich legte sich der Baum um und schlug den kleinen Jungen zu Boden, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. X Hannover, 21. Jan. Eine aufsehenerregende Selbstgestellung. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums imenM. ch anfänglich hartnäckigem Leugnen Druck der gesammelten Beweismittel Großer Strafanstalts=Prozeß in Detmold. 150 Zeugen geladen. + Detmold, 20. Jan. Unter sehr starkem Publikumsandrang begann am Montag vor dem Detmolder Schöfsengericht der mit Spannung erwartete Landesstrafanstaltsprozeß. Angeklagt sind der Hauptwachtmeister Lückermann und der Strafanstaltsbüroassistent Seiffert wegen Betruges, Urkundenfälschung und Mißhandlung von Gefangenen. Da über 150 Zeugen geladen sind, mußte der Landtagssitzungssaal für die Verhandlung des Prozesses gewählt werden. Unter den Zeugen befindet sich auch der Chef der lippeschen Landesregierung, Präsidialrat Heise, der nach Bekanntwerden der Vorgänge in der Landesstrafanstalt seinen Posten als Direktor der Anstalt niederlegte. Die Verhandlung wird sich auf mindestens eine Woche erstrecken. Bei der ersten Zeugenvernehmung erfuhr die Oeffentlichkeit, daß im Betriebe der Landesstrafanstalt ungesunde Verhältnisse geherrscht haben. tt Duisburg, 20 Jan Tödlicher Sturz al er. Beim Reinigen der Fenster stürzte die Gerritzen aus einem Fenster des ersten Stockwer †Gelsenkirchen=Buer, 21. Jan. Ein Bergmann verschwunden. Am 28. Dezember v. I entfernte sich der 29jährige Bergmann Jojef Ratafczer aus seiner Wohnung und ist bisher noch nicht zurückgekehrt. Am gleichen Tage sahen Passanten, wie sich ein Mann von der Kanalbrücke an der Sutumer Straße ins Wasser stürzte. In der Nähe fand man Abschiedsbriefe und Papiere, die von R stammten. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. — Bielefeld, 21. Jan Im Bett erstickt. Das 31jährige Fräulein Minna S. wurde in ihrem Bett tot aufgesunden. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß das Mädchen einen epileptischen Krampfanfall erlitten hat u infolge der unglücklichen Lage im Bett erstickt ist Bielefeld, 21 Jan. Ein 75jähriger Autoseind vor dem Richter. Der Postsekretär Heinrich D. aus Künsebeck hatte eine fürchterliche Abneigung gegen die Autos Vor jedem ihm begegnenden Kraftwagen sprang er hinter einen Baum. um nicht überfahren zu werden. Auch diesmal glaubte er sich wieder bedroht und streckt in der Erregung eine Eisenstange quer gegen das Fahrzeug über den Weg, sodaß der Führer eine Schwellung an der Hand und mehrere Wunden erlitt. Eine Anklage wegen Körperverletzung brachte ihn jetzt vor den Richter. Der Staatsanwalt beantragte 150 A Geldstrafe; das Urteil des Gerichts lautete auf 75 MK, die in Raten bezahlt werden können mitteilt, hat sich beim Polizeipräsidium ein Mann gestellt, der sich selbst beschuldigt, seinerzeit den Polizeiwachtmeister Meith an der Ihmebrücke erstochen zu haben. Die Angaben werden zur Zeit nachgeprüft. Wie erinnerlich, war der Polizeiwachtmeister Meith im Oktober vergangenen Jahres nach einer politischen Versammlung im Gedränge auf der Ihmebrücke erstochen worden. Erst in den letzten Tagen hatte sich das Schwurgericht Hannover mit dieser Angelegenheit zu befassen und den des Totschlags angeklagten 18jährigen Arbeiter Friedrich Kiene wegen Mangels an Beweisen freigesprochen, während der Staatsanwalt fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust beantragt hatte. aus dem Ehefrau berritzen aus einem Fenster des ersten Stockwerks ihrer Wohnung auf die Straße. Die Frau erlitt so erhebliche Verletzungen, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Ihr Zustand verschlimmerte sich derart, daß sie noch in der Nacht zum Sonntag starb Geldern, 21. Jan 400 Hühner und 70 Schweine verbrannt. Wahrscheinlich infolge Kurzschluß brach genern auf dem Gute des Besitzers Schricks=Terhorst in Walbeck ein Großfeuer aus Der Brand, dessen Herd im Stallgebäude lag, breitete sich mit Riesenschritten aus. Der euerwehr war es nicht möglich, des Brandes Herr zu werden, so daß die Stallgebäude gänzlich ein Raub der Flammen wurden Durch das Feuer verbrannten etwa 70 Schweine und 400 Hühner. Das Rindvieh konnte zum größten Teil gerettet werden. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, das zweistöckige Wohngebäude vor einem Uebergreifen der Flammen zu schützen, was ihr auch gelang. Der Brandschaden ist sehr groß. Neuß, 21. Jan. Eine billige Löhnung. Ein ganz gerissener Bursche ist der Lohnbuchhalter eines hiesigen Werkes. Am Freitag stellten die Arbeiter beim Oeffnen ihrer Lohntüten fest, daß diese nur Papierzettel enthielten. Als die Direktion den Reklamationen nachging, stellte es sich heraus, daß der Buchhalter verschwunden war, und zwar unter Mitnahme von rund 4000.4 Die Kriminalpolizei setzte sofort alle Hebel in Bewegung und es gelang ihr auch, den gewissenlosen Menschen, der eine Autofahrt unternommen hatte, zu verhaften. Trier, 20. Jan. Weitere Strafanträge in der„Nemesis“=Angelegenheit. Gegen den Herausgeber der NemesisSchmähschrift. Kriminalkommissar a. D Stephany, haben jetzt, wie das Städtische Presseamt mitteilt, sämtliche im Dienst befindlichen Polizei= und Verwaltungsbeamten sowie Stadtamtmann Blasius Strafantrag gestellt, weil sie in den ersten Nummern der Schmähschrift des offenen oder geheimen Separatismus im Jahre 1923 beschuldigt worden waren Düren, 20 Jan Auf den Schienen tödlich verunglückt. In der Nacht zum Sonntag ging ein 43jähriger Rangiermeister kurz nach 1 Uhr über die Gleise am hiesigen Personenbahnhof Er muß dabei einen heftigen Stoß von einer Rangiermaschine erhalten haben, denn er sank einem hinzueilenden Manne bewußtlos in die Arme Mit einem Schädelbruch wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er kurz darauf starb. Er hinterläßt eine Frau und fünf Kinder. Düren, 21. Jan. Pelzräuber im gestohlenen Auto. Nachdem in der Nacht zum Sonntag ein Einbruch ins Pelzhaus Bürgerhausen verübt worden war, statteten die Diebe in der vergangenen Nacht demselben Geschäft wieder einen Besuch ab. Eine Fensterscheibe wurde mit einem Hammer zertrümmert und drei wertvolle Pelzmäntel geraubt. Die Diebe entkamen mit einem Kraftwagen in Richtung Köln. Der Wagen, der die Nummer 1 /. 59881 trägt. wurde eine Stunde vor der Tat in Köln gestohlen. Der Uebersallwagen der Dürener Polizei konnte die Spur der Diebe nicht mehr auffinden. Düren, 21. Jan. Eine bedeutsame Ersindung? Einem Dürener Monteur soll es gelungen sein, nach achtjährigen Versuchen eine Masse herzustellen, die eine außerordentlich starke Auftriebskraft im Wasser zeigt. In Anwesenheit mehrerer Fachleute stellte er, nachdem er seine Erfindung zum Patent angemeldet hat, Versuche an, die durchaus befriedigend verliefen. De Masse soll an den Wänden von Schiffen angebracht wer den, so daß deren Ladefähigkeit bedeutend erhöht und die Sicherheit gewährleistet wird. Ein Dürener Großindustrieller hat dem Erfinder einen Betrag zur Ausbeutung seiner Erfindung zur Verfügung gestellt. — Mainz, 20. Jan. Ein Krastwagen vom Personenzug übersahren. Am Montag abend wurde an einer Kreuzung der Nebenbahn Buchschlag—Sprendlingen(Kr. Offenbach) von dem Personenzug 3918 ein Personenkraftwagen überfahren. Dabei wurde eine Frau getötet. Drei Personen erlitten einen Nervenschock und wurden dem Krankenhaus zugeführt. Der Chauffeur und ein zehnjähriger Knabe blieben unverletzt. X Franksurt a. M., 21. Jan. Ein Wohlfahrtsbeamter niedergestochen. Hier wurde auf offener Straße ein städtischer Beamter des Wohlfahrtsamtes von einem Unterstützungsempfänger überfallen und mit einem Küchenmesser in die linke Brustseite gestochen. Der Uebetfallene wurde schwer verletzt. Der Täter, der bald darauf festgenommen werden konnte, erklärte, er habe die Tat begangen, weil nach seiner Meinung seine niedrige Unterstützung auf falschen Berechnungen der städtischen Beamten beruhe. () Franksurt a. M., 21. Jan Dr. Max Quarck ist heute im 69 Lebensjahr nach längerer qualvoller Krankheit gestorben. Er war Redakteur in Wien, bei der „Frankfurter Zeitung" und später an der sozialdemokratischen„Frankfurter Volksstimme“. Von 1912 bis Ende des Krieges gehörte er dem Reichstage und dann der verfassungsgebenden Nationalversammlung an. Zuletzt war er Dozent an der Frankfurter Universität. Westdeutscher Rundfunk. Mittwoch, 22. Januar 1930. 6,45—7 Uhr: Leibesübungen. 7-8 Uhr: Morgenkonzert. 10,15—11,15 Uhr: Schallplattenkonzert(Beka= und Parlophonplatten). 11,20—12 Uhr:(auch über die Sender der Norag Hamburg:). Musikalischer Schulfunk für die Mittelstufe höherer Lehranstalten. Leitung: Professor Edmund Josef Müller. Schöpferischer Musikunterricht: Rhythmus und Melodie. 12,10 Uhr: Mechanische Musik(Beka= und Parlophonplatten). 13,05-14,30 Uhr: Mittagskonzert, Leitung: Eysoldt. Solistin: Käthe Escher(Sopran). Begleitung: Grape. 14,30 Uhr: Funkwerbung: Ratschläge fürs Haus. 15—15,25 Uhr: Uebertragung von der allgemeinen Sachverstindigen=Tagung des deutschen Kartoffelhandels in der Industrie= und Handelskammer zu Düsseldorf. Dr. Josef Odenthal: Die Sachverständigen als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Handel. 15,50—16,15 Uhr: Frauenstunde. Antonie Hopmann: Frau und Organisation(2). 16,20—16,50 Uhr: Lebende Dichter. Fritz Diettrich: Verse. 16,50—17.30 Uhr: Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Volksschulen. Stadt= und Landschule in ihren Typen.„Winter in der Natur“ (für Stadtschulen). Lehrender: Weber. 17,30—18,30 Uhr: Uebertragung aus dem„Casanova“, Essen. Tanz=Tee. Kapelle Jacques Alban. 18,30—18,50 Uhr: Christoph Wieprecht: Gedichte. 19,15—19,40 Uhr: Wirtschaft und Gesellschaft im Buch. Dr. Hans Stein: Marschall des Weltkrieges— Führer der Revolution. Foch: Erinnerungen— Trotzki: Mein Leben. 19,49—20 Uhr: neues bauen, neues wohnen oberregierungsrat a. d. dr. ing. rappaport: die arbeit des ruhrsiedlungsverbandes„ruhrkohlenbezirk“. 20—20,30 Uhr: Abendmusik des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. 1. Ouvertüre zur Komödie „Der Schauspieldirektor“. 2. Divertimento Nr. 11 in D=dur. 20,30 Uhr: auch über den Deutschlandsender Königwusterhausen. Der heitere Mittwoch. Anschließend: Letzte Meldungen, Vericht über das geistige Leben. Sportbericht. Mißfarbene Zähne entstellen das schönste Antlitz. Uebler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide Schönheitsfehler werden gründlich beseitigt oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden ChlorodontZahnpaste. Die Zähne erhalten darnach einen wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seitenflächen, besonders bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens konstruierten Chlorodont-Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt.— Chlorodont: Zahnpaste, Mundwasser, Zahnbürsten Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität.— Man verlange Chlorodont in blau-weiß-grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück. Der CinbrecherChausleur. Roman von Chackes Cacey. 8)(Nachdruck verboten) Aber mit dem Gefühl der Erleichterung über den Aufschub kam eine Art Ohnmacht über mich, als ich daran dachte, daß eine andere Qual an diesem Tage durchgemacht werden mußte. Denn ich hatte tapferen Herzens Duncan am Abend vorher versprochen, daß ich keine vierundzwanzig Stunden verstreichen lassen wolle, ohne Frau van Suyden zu gestehen, welchen Anteil ich an dem Raube ihrer Juwelen habe; und da ich nicht wünschte, Elida ohne Vorbereitung zu diesem Schritte zu bewegen, hatte ich ihr einen Eilbrief gesandt, durch den ich sie mit meinen Absichten bekannt machte und sie bat. mich zu begleiten Mit ihren Gewohnheiten vertraut, brauchte ich sie nicht viel vor Mittag zu erwarten. So saß ich denn nach dem Frühstück über meiner Zeitung und versuchte, die Stunden totzuschlagen Der Onyx Court=Diebstahl nahm noch den Hauptplatz unter den Tagesneuigkeiten ein, aber ein flüchtiger Blick gab mir Gewißheit, daß neue Enthüllungen, die meine Aufmerksamkeit benötigten, nicht vorhanden waren. Der Bericht war nur eine Wiederholung der bekannten Tatsachen Als mein Auge jedoch eine andere Rubrik traf, erregte etwas mein Interesse: eine Notiz über eine sensationelle Szene, die am Abend vorher in einem der Broadway=Restaurants stattgefunden hatte, und in die ein bekanntes Klubmitglied und zwei Frauen verwickelt sein sollten Die Namen waren vorsichtig unterdrückt, aber es wurde mir nicht schwer, in der Beschreibung der Beteiligten Herrn Sonnenthal zu erkennen Ebenso leicht rtannte ich in der einen der beiden Frauen Evelyn Arliß, die Schauspielerin. Die beiden hatten anscheinend zusammen in dem Restaurant diniert, als plötzlich eine schlanke, einfach geleidete Frau auf ne zugekommen war Sie hatte den errn in maßloser Weise mit einer Flut ätzender chimpfworte überschüttet, aber ehe die anderen Gäste im Lokal zu begreifen anfingen, um was es sich handle, erhob sich der Herr rasch. beruhigte die Frau mit ein paar besänftigenden Worten und bewag sie, mit ihm das okal zu verlassen. Darauf waren sie eilig zusammen in einem Auto fortgefahren. So schnell war der Zwischenfall vorüber gewesen, daß er wahrscheinlich kaum mehr als ein paar Bemerkungen hervorgerufen haben würde, hätte nicht die allein gelassene Schauspielerin es für nötig gefunden. in heftige hysterische Krämpfe zu fallen, deren Beseitigung die Dienste eines halben Dutzend Aerzte in Anspruch nahm und eine große Aufregung auf dem ganzen Rialto verursachte Eine Frage konnte niemand beantworten: wer die fremde Frau gewesen war Ich gestehe, auch ich dachte über diesen Punkt nach — nicht, weil ich irgendein besonderes Interesse an dem Fall hatte, sondern nur. weil ich den Nachmittag vorher Sonnenthal und die Arliß miteinander im Waldorf gesehen hatte. Ich hatte niemanden bemerkt, der der zweiten Beschreibung der zweiten Frau nahe kam; aber es war ja auch Stunden vor dem Streit gewesen, und an einem ganz anderen Ort. Ich hatte überdies nicht viel Zeit, lange über die Sache nachzudenken, denn während ich noch müßige Betrachtungen darüber anstellte, wurde meine Einsamkeit durch einen Besuch von Jerry Bender, dem Detektiv, unterbrochen Ein unbedeutender, kleiner Bursche mit einem klugen, lebhaften Gesicht, ein wirklicher Zwerg, zierlich in jeder Richtung, von seinen kleinen Händen und Füßen an bis zu seiner achtundzwanzig Zoll breiten Brust; und doch flößte er Vertrauen ein Er hörte aufmerksam meine Geschichte an, warf hier und da eine rasche Vemerkung oder eine scharfe Frage ein, aber den größten Teil der Zeit kaute er nachdenklich an einem Strohhalm. Er sagte mir, in seinen jüngeren Jahren wäre er Jockey gewesen und durch einen Erfolg in seinen jetzigen Veruf hineingetrieben worden. Er hatte einen riesigen Turfskandal, bei dem es sich darum handelte, das wettende Publikum um Tausende von Dollars zu beschwindeln, ausspioniert und unterdrückt Er verriet noch oft seinen früheren Veruf durch gewisse Rennstallausdrücke in der Unterhaltung. Als ich die Zofe von Frau van Suyden erwähnte und ihm von dem Vertrauen erzählte, das ihre Herrin in sie setzte, unterbrach er mich scharf: „Eine von diesen französischen Stuten, eh? Was bedeutet acht Jahre stetigen Ganges bei der Sorte? Die sind heimtückisch geboren und in dem Augenblicke, wo Sie die Zügel schießen lassen, gehen sie vom Wege ab, ob sie dürfen oder nicht“ „Sie denken also, daß möglicherweise?—“ „Nein, gnädiges Fräulein, ich denke noch gar nichts Ich betrachte das Material nur im allgemeinen, sozusagen, um Möglichkeiten„auszugraben“. Die Tatsache daß diese kleine Perion von einer schlechten Zucht stammt, braucht noch nicht aegen sie zu sprechen, wenn sie sonst in ihrer individuellen Arbeit sanft und zuverlässig ist Fahren Sie nur mit Ihrer Geschichte fort, gnädiges Fräulein, wenn Sie fertig sind, kann ich Ihnen besser sagen, wen ich mit über die Hürden nehme“ Er machte weiter keine Bemerkung, bis ich zu meiner Fahrt im Zuge und dem Besuch des Chauffeurs kam! dann nickte er rasch und zustimmend „Harry Glenn! Ich wette tausend gegen eins,“ erklärte er mit ruhiger Bestimmtheit„Die Vorliebe dieses Toren für Tribünenvorstellungen wird ihm eines schönen Tages doch noch den Hals brechen.“ „Harry Glenn?“ fragte ich „Ja; oder Harry Grimes, oder Harold Guun oder Herbert Gaines, wie Sie wollen. Er hat mehr Namen. als ein zusammengebrochener Renner auf einer verbotenen Bahn: Aber er hat eine Eigentümlichkeit von der er nicht lassen kann: er führt immer die letzte Mode ein“ „Dann überzeugt Sie also das Auto?“ „Ganz gewiß! Glenn hat diese Töff=Töff=Farce erst kürzlich gespielt, wie ich zufällig weiß Sehen Sie, hier ist seine letzte Heldentat.“ Er nahm die Morgenzeitung vom Tisch und zeigte mir einen Artikel über einen Einbruch vom Abend vorher Ich zuckte vor Erstaunen zusammen, als ich sah, daß das Opfer dieser Episode eben„Sie beherrscht heute fast die Zeitung,“ murmelte ich„Der gestrige Tag verdient von ihr rot angestrichen zu werden“ Nach dem Berichte war der Raub mit geradezu lächerlicher Leichtigkeit ausgeführt worden. Ein gut gekleideter älterer Herr war in einem Auto vor ihrer Wohnung vorgefahren, während sie im Theater war. und hatte mit der Erklärung, daß er ein Freund von Fräulein Arliß sei, verschiedene Gegenstände aus ihrem Zimmer gewünscht, die sie, wie er sagte, vergessen hätte und die notwendigen Bestandteile ihrer Toilette im letzten Akt bildeten, darunter auch die berühmten Opale, die ihr von Sonnenthal verehrt waren Dieses Verlangen erregte in keiner Weise Bedenken da die junge Dame sehr vergeßlich war und die Gewohnheit hatte, solche Boten zu senden, und so wurden die Juwelen denn ausgehändigt, der Abgesandte stieg in sein Auto und sauste davon Später erfuhr man, daß die Order gefälscht und die ganze Sache der Anschlag eines geschickten Diebes gewesen war. „Und das war niemand anders, als Harry Glenn.“ bemerkte Bender entschieden „Aber der Mann hier wird als ältlich beschrieben.“ widersprach ich„Mein Chauffeur war nicht über fünfunddreißig Jahre alt“ Der Detektin zuckte mit den Schultern„Er gab einen ziemlich guten Landmann ab, nicht wahr,“ fragte er.„Solch eine geringfügige Sache wie eine Aenderung seines Alters würde Harry Glenn nicht viel Mühe machen. Jemand, der versuchen wollte, auf sein Aeußeres nur während zwei aufeinanderfolgender Tage zu wetten. würde sich selbst festrennen. Aber er ist es.“ behauptete er zuversichtlich Ich wollte nur, ich könnte es beweisen“ „Und können Sie das nicht?“ „Nein, wie gewöhnlich hat er ein vollkommenes Alibi Das einzige Zeichen seiner Anwesenheit war eine halbgerauchte Zigarre, die er auf dem Tisch liegen ließ.“ Ich hatte seinen Bemerkungen ziemlich gleichgültig zugehört, aber jetzt erwachte ein lebhaftes Interesse in mir.— „Eine Zigarre?“ rief ich lebhaft.„Haben Sie sie aufbewahrt? Haben Sie sie mitgebracht?“ „Nein,“ antwortet er, über meine Aufregung lächelnd. „Dies ist wirkliche Detektivarbeit, was ich hier verrichte, Fräulein Bramblestone und keine Romanschreiberei Eine solche Art von Beweisführung ist ganz nett für einen Roman, aber vor einem Gericht hat sie nicht viel zu bedeuten“ „Aber haben Sie die Marke bemerkt?“ fragte ich weiter, mich noch immer an meine Idee klammernd „Nun ja; zufällig tat ich es. Es war ein Manuel Panatela Warum fragen Sie?“ „O. nichts,“ erwiderte ich nachlässig„Ich dachte nur, daß, wenn ich Herrn Harry Glenn nächstens wiedersähe, ich vielleicht herausfinden könnte, welche Marke Zigarren er raucht Aber natürlich, für Sie würde das nicht von Interesse sein; das schmeckt zu sehr nach Romandicht:“ Er lachte gutmütig, wurde aber dann sofort nachdentlich„Das ist keine schlechte Idee.“ grunzte er„Tun Sie das Wir könnten am Ende den Herrn doch fangen“ „Sie würden mir also raten seinen Vorschlag anzunehmen und vorzugeben, ihm über die Häuser meiner Bekannten Mitteilungen zu machen?“ „Auf jeden Fall Sie werden aber sehr schlau sein müssen, wenn Sie ihn irreführen wollen denn er ist kein Neuling, vergessen Sie das nicht; aber wenn Sie sein Vertrauen gewinnen, so können Sie ihn wahrscheirlich mit losem Zügel reiten. Er wird Ihnen alles sagen. was er weiß“ „Und Baggerly?“ fragte ich „Nun, Baggerly ist ein schwieriges Exempel, das sich nicht sofort ausrechnen läßt,“ sagte er langsam„Wir haben da keine„Vergangenheit“, die uns leiten könnte. Dennoch glaube ich, daß Sie und der Hauptmann ihm hart auf den Fersen sind Die Tatsache, daß er mit Harry Glenn in Verbindung steht, genügt schon an und für sich, zu beweisen daß sie ungefähr auf gleicher Stufstehen.“ (Fortsetzung folgt. 42*. 14 27 Künstliches Opium. Wird Europa von Rauschgiften überschwemmt?/ Amerika und Japan bewerben sich um die Lizenzen./ Das große Abenteuer einer Erfindung. Wenn in Genf die Völkerbunds=Kommission zusammentreten wird, um dem von ihr seit Jahren entworfenen Opium=Statut eine größere Durchschlagskraft zu verleihen, hat in Warschau bereits eine geheimnisvolle Vorbesprechung stattgefunden, die, auf Initiative der Warschauer Regierung einberufen, die Grundlagen der bestehenden Opium=Konvention zu erschüttern geeignet ist Die Opium-Konvention, die ja von allen Kultur= staaten unterzeichnet ist, stellt den Anbau der Opiumpflanze, den Handelsverkehr mit Opium und die chemische Verarbeitung im Arzneimittelverkehr unter Kontrolle. Dagegen ist in der Konvention kein Wort darüber enthalten von Opium, das auf anderem Wege, auf dem chemischen Wege der Kohle=Destillation, gewonnen werden kann. Die Möglichkeit, auf chemischem Wege synthetisches Opium zu gewinnen, ist an und für sich der Wissenschaft nicht fremd, wenigstens theoretisch nicht. In den letzten Jahren ist es mehrfachen Versuchen gelungen, auch praktisch die Opiumgewinnung aus den Derivaten des Steinkohlenteers zu erweisen. In aller Stille sind diese Laboratoriumsversuche inzwischen so weit weitergeführt worden, daß man heute mit der Produktion synthetischen Opiums auf breiter Basis beginnen kann. Das so gewonnene Opium ist von Fachleuten, die sich der Völkerbunds=Kommission zur Verfügung gestellt haben, eingehend untersucht worden. Es ist dem natürlichen Opium vollkommen gleichwertig, und es ist, wenn man den Ausdruck benutzen kann, chemisch „reiner". Die von der Völkerbunds-Kommission ernannten Fachleute haben auch Einblick nehmen können in das bisher geheimnisvoll behütete Verfahren, und sie haben auch eine Berechnung aufgestellt über die Gestehungskosten. Nach dieser Berechnung beträgt der Preis für das Gramm synthetisch gewonnenen Opiums nur 1 des natürlich gewonnenen Produktes. Der Erfinder indessen hat sich zu dieser Preisberechnung nicht geäußert. Er schweigt und hält seine eigene Preisberechnung geheim. Vermutlich darf man annehmen, daß der Preis noch unter dem von der Kommission errechneten liegt. Welch ungeheuerliche Bedeutung diese Tatsache für die Versorgung der Welt mit Rauschgiften hat, kann man daraus leicht ermessen. Aus Opium als Grundstoff werden bekanntlich die verwandten Gifte, das in Amerika gebräuchliche Heroin, das Morphium, Codein und Dionin, gewonnen. Ein unheilvolles Geheimnis scheint der Kulturentwicklung der Menschheit Gefahr zu bringen Die Zahl der wegen Morphiumsucht Behandelten wächst in allen Kulturländern ungeheuerlich. Beispielsweise in Berlin sind gegenwärtig 500 Morphinisten in geschlossenen Räumen in ärztlicher Behandlung. Die schon zwei Jahre zurückliegenden Laboratoriumsversuche wurden zuerst von der Berliner chemischen Firma Dr Gaßner& Co. vorgenommen. Die Erfindung selbst geht auf den Cheschemiker dieser Firma, den Schweizer Chemiker MacLang, Schotte von Familienabstammung her, zurück. Die Versuche, den Beweis einer industriell möglichen Produktion zu erbringen, wurden mit dem größten Geheimnis umgeben. Dr. MacLang, auf dem Wege zur Warschauer Konferenz, hat einem unserer Mitarbeiter gegenüber das Geheimnis gelüftet. Er konnte dies umsomehr tun als die Vorbesprechungen unter den Regierungen im Rahmen der Völkerbunds=Kommission bereits ein gewisses Ergebnis gezeitigt haben. Der Gewinnungsprozeß selbst mußte der Geheimhaltung wegen in sieven Phasen verlegt werden, zu denen Laboratorien in Paris. Brüssel, Berlin und Wien benutzt wurden. Der Endprozeß wird jetzt in Warschau unter der Kontrolle der Warschauer Regierung durchgeführt. Die polnische Regierung wird in Genf beantragen, die industrielle Opiumgewinnung dem Warschauer Laboratorium zu übertragen, das für die gebrauchte Menge ausgebaut werden soll. Als im Vorjahre in einer chemischen Fachzeitung die ersten Analysen der Laboratoriumsversuche veröffentlicht wurden, entsandte die türkische Regierung Vertreter zu der Berliner Firma Gaßner & Co., um ein Preisabkommen für Opium zu erzielen. Der Preis für türkisches Opium fiel, wie Dr MacLang mitteilt, auf Grund dieser Ankündigung an diesem Tage bereits um 20% Inzwischen haben die Versuche der Türkei und auch Persiens nicht nachgelassen, sich Einfluß auf die mögliche Aufnahme einer Produktion synthetischen Opiums zu verschaffen. In den letzten Monaten liegen solche Angebote auch aus Amerika und Japan vor. Amerika will sich die Lizenzen sichern für eine Opiumgewinnung in staatlichen Laboratorien, die für medizinische Zwecke verwendet werden soll und nur an die dafür berechtigten Stellen abgegeben werden darf Die amerikanisch Regierung verspricht sich davon eine Waffe im Kampf gegen das Heroin, das bereits verarbeitet aus China illegal eingeführt wird. Das japanische Angebot spielt mit dem Gedanken, zunächst durch den Preisdruck des Rauschmittels den Opium=Anbau und die natürliche Opiumgewinnung unrentadel zu machen. Es ist zweifelhaft, ob sich der Völkerbund diesen Gedanken, der äußerst gefährliche Folgen haben kann, zu eigen machen wird. Bisher haben auch Dr. MacLang und die hinter ihm stehende Laboratoriumsfirma es abgelehnt, Lizenzen zu vergeben. Es liegt im Bereich der Möglichkeit, daß das gesamte Verfahren mit den Rechten der Lizenzgewährung dem Völkerbund überantwortet wird. Der Erfinder selbst legte Gewicht darauf, mehrfach zu erklären, daß ihm selbst der Gedanke einer sinanziellen Ausbeutung seiner Erfindung völlig fern liegt Er ist ausschließlich wissenschaftlich daran interessiert Er ist auch überzeugt, daß die jetzt bevorstehende restlose Veröffentlichung seines Verfahrens eine Reihe Chemiker veranlassen wird, das Verfahren auszubauen und damit das Geheimnis zu durchbrechen. Darin liegt auch für die Völkerbunds-Kommission eine nicht unerhebliche Schwierigkeit. Dr. MacLang ist auch bescheiden genug, zuzugestehen, daß seine Erfindung eigentlich einem Zufall zu verdanken ist. Ein Angestellter der Berliner Firma hatte bei der Weiterverarbeitung des aus natürlichem Opium isolierten Morphins aus Unaufmerksmakeit eine falsche Mischung der zu verarbeitenden Rohstoffe hergestellt. Aus Furcht vor den Folgen versteckte er die Masse in einer Trockenstube. Dort hat sie einige Tage später zufällig Dr. MacLang gefunden. Er begann, die verschiedenen Laugen, die sich bei dem falschen Ansetzen ergeben hatten, aufzulösen, und dabei wurde eine geringe Menge des Stoffes isoliert, der den Anhaltspunkt zu der endgültigen Lösung des Problems ergab. Aus Münster und dem Münsterland. Münster, 21. Jan. Selbstmord eines Schupobeamten. Ein älterer Angehöriger der 5. Lehrabteilung der Polizeischule für Rheinland und Westfalen, der kurz vor seiner endgültigen Anstellung stand, hat sich in der Nacht zum Montag in der Aegidiikaserne erschossen. Da Schwierigkeiten dienstlicher Art nicht vorliegen, scheinen private Gründe ihn zu diesem Verzweiflungsschritte getrieben zu haben. A Münster, 21. Jan. Von der Preußischen Justizverwaltung. Von der Preußischen Justizverwattung wurden zu Handelsräten ernannt: Buchdruckereibesitzer Bernh. Scholten, Ibbenbüren, und Fabrikant Bernhard van Delden, Gronau, beim Landgericht in Münster. Außerdem wurden Kaufmann Kaspar Schlichter, Münster, und Fabrikant Joseph Albert Beckmann, Bocholt, beim Landgericht in Münster ernannt. + Ahaus, 21. Jan. Um die Feststellung der Händlereigenschaft. Der 28jährige Händler Franz S. aus Oeding bei Ahaus wurde wegen Zollhinterziebung von 1000 Mark für zwei Pferde zu einer Geldstrafe von 4000 Mark und zu Wertersatz von 700 Mark verurteilt. S. bestritt ganz energisch seine Händlereigenschaft, von der seine Verurteilung abhing. In einem anderen Verfahren erreichte S. durch sein Abstreiten eine Vertagung des Verhandlungstermins. Er behauptete, bevollmächtigter Aufkäufer einer Wurstsabrik zu sein. Für diesen Fall zogen die Bestimmungen des Gesetzes nicht für ihn, die im Grenzbezirk für Händler besonders scharf und streng sind. In der jetzigen Verhandlung lagen die steuerlichen Verhältnisse des Angeklagten klar. Aus ihnen schlossen die Richter auf die Händlerschaft des Angeklagten. Die scharfen Gesetzesbestimmungen des Grenzverkehrs sanden Anwendung und führten zu der erwähnten Strase. Andere Fälle stehen aus. ( Ahlen, 21. Jan. Aus Nahrungssorgen erhängt. Der hiesige 34 Jahre alte, seit mehreren Monaten arbeitslose Arbeiter B. hat heute früh im Keller seines Hauses durch Erhängen sein Leben ein Ende gemacht. B., der verheiratet und Vater von fünf Kindern ist, soll die Tat aus Nahrungssorgen in einem Anfall von Schwermut getan haben. ( Neubeckum, 21. Jan. Brandstiftung. Im vorigen Herbst entstand auf dem Anwesen des hiesigen Schreinermeisters Th. Steinhoff plötzlich Feuer. Die Entstehungsursache konnte man nicht feststellen. Jetzt wurden der Schreinergeselle B. Hölscher und der Schreinermeister Th. Steinhoff verhaftet und dem Gerichtsgefängnis in Oelde zugeführt. Hölscher hat bekannt, daß er im vergangenen Jahre auf Veranlassung des St. dessen Möbellager angezündet habe. Der Eisenbahn-Bestechungsprozeß Dunkel und Genossen. :: Koblenz, 20. Jan. Am vierten Verhandlungstag im Dunkelprozeß berichtete zunächst Rechtsanwalt Hackenbroich, der Konkursverwalter der Firma Dunkel, über den ungläublichen Wirrwarr in der Geschäftsführung des Angeklagten. Das Defizit betrage etwa 50 Jahre deutsche Rechtschreibung. Am 21. Januar waren es 50 Jahre her, daß der preußie Kultusminister von Puttkamer seinen Erlaß er die vereinfachte deutsche Rechtschreibung in den preußischen Schulen veröffentlichte. Seinem Vorgehen schlossen sich bald alle deutschen Staaten, später auch die deutsche Schweiz und Oesterreich, an Die Grundlage für die neue Rechtschreibung bildete das noch heute berühmte Wörterbuch des Gymnasialdirektors Konrad Duden(unser Bild), der sich damit um unsere Muttersprache unvergängliche Verdienste erwar200 000 Mark, darunter die direkten Forderungen des Veterinärarztes Dr. Prümm in Höhe von 84 000 Mark. Der Zeuge führte diese Fehlbilanz auf den überaus großen Privatverbrauch des Angeklagten zurück. Bereits im Jahre 1925 sei die Firma infolge zu starker Entnahme von Privathand überschuldet gewesen. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen kommt dann noch das Verhältnis des Angeklagten zu seinem früheren Teilhaber Maurer zur Sprache, in deren Verlauf der Zeuge Maurer bekundete, daß zwischen ihm und Dunkel keine Einigung erzielt worden sei, weil in einer Einigungsformel eine Strafsumme von 20 000 Mark enthalten gewesen sei als Sicherheit für gegenseitiges Schweigen. In der folgenden Vernehmung der Sachverständigen bekundete Amtmann Bools, daß er an Hand von Rechnungen der Firma Dunkel und Kuhnen eine Untersuchung der geleisteten Arbeiten bei der Bahn vorgenommen habe, wobei er besonders festgestellt habe, daß Anforderungszettel der Firma mit dem Empfangsvermerk verschwunden gewesen seien. Weiter habe der Sachverständige wiederholt festgestellt, daß die Kostenvoraussagen erheblich überschritten worden seien. Wohin die Mehrbeträge aus den fingierten Rechnungen gegangen seien, konnte nicht mehr ermittelt werden. Das Wunderpferd. Der Roman eines Rennpferdes. Nicht nur Menschen haben Romane aufzuweisen und Schicksale, sondern auch Tiere. Von ihnen weiß man allerdings im allgemeinen sehr wenig, weil sie in der Oeffentlichkeit wohl sehr selten eine Rolle spielen und oft genug nur durch einen Zufall bekannt werden wie B jene berühmte Gans, die auf einem englischen Kriegsschiff ihr Leben verbrachte und mehrere Seeschlachten mitgemacht hatte. Einen Lebensroman in des Wortes reinster Bedeutung aber ein berühmtes deutsches Rennpferd aufzuweisen, das in den letzten Jahren viel von sich reden machte und sogar als ein Wunderpferd bezeichnet wurde, weil es alle seine Altersgenossen mit ungewöhnlichen Leistungen weit überragte Dieses Wunderpferd ist der berühmte„Oleander". Wenn man seine Geschichte hört, dann wird man erkennen, daß nicht nur seine Leistungen wunderdar waren, sondern auch die Art und Weise, wie es zu diesen Leistungen kam In seiner Jugend war„Oleander“ nicht ein Pferd von besonderer Klasse, auf dessen Erhaltung die Besitzer besonderen Wert gelegt hatten Eines Tages sollte es sogar erschollen werden, da es bei einem Galopp auf einen Stein getreten und niedergebrochen war. Es hatte sich dabei eine schwere Knochenverletzung zugezogen, infolgederen es allem Anschein nach für die Rennlaufbahn nicht mehr inbetracht kam Um das Tier, dessen Heilung langwierig gewesen wäre, von seinen Schmerzen zu befreien, beschloß der Besitzer. es erschießen zu lassen. Nur einer war dagegen, der von der hervorragenden Bedeutung dieses Rennpferdes überzeugt war und das feste Vertrauen hatte, daß es noch cinmal in der Welt des Turfs eine große Rolle spielen würde Dieser Mann, dem Oleander sein Leben verdankt war sein Trainer, der das Pferd ausgezeichnet kannte und überhaupt ein Mann von großem Pferdeverstand war So kam es, daß Oleander am Leben blieb. Unter der Pflege des Trainers gedieh es ausgezeichnet und wurde völlig gesund, sodaß es schon nach kurzer Zeit für die Rennen fertig war. Und nun begann der Siegeszug dieses Wunderpferdes, das schon im ersten Jahre seiner Laufbahn- ungefahr 100000 Mark an Preisen gewann Der Knochenbruch hat ihm nichts geschadet, jedenfalls seine Leistung nicht vermindert. Auch in den nächsten Jahren zeigte es sich daß der Trainer den richtigen Blick gehabt hatte, denn Oleander rannte von Sieg zu Sieg und lief dabei in drei Jahren die schöne Summe von mehr als einer halben Million Mk. zusammen Ein Pferd so hervorragender Klasse hat der deutsche Rennsport selten besessen, und es ist umso erstaunlicher, daß sein Leben nur durch einen Zufall gerettet wurde Die bekannte Fachzeltschrift Motor-Kritik schreibt in ihrer Nummer von Mitte August: Nach dem Urteil der Fachleute der ganzen Welt ist in bezug aul Leistungs'ähigkeit und labrikatorische Durchbildung seiner Details der neue Fordwagen der gesamten Weltkonkurronz um Jahrzehnte voraus. Raufen Sie daher nur den besten Wagen den neuen Ford. Fischer& Co., G.m.b.I., Autorisierte Ford-Generalvertretung, Münster I. Westt. Fernrul 23644/45. Im Gestüt von Baron Oppenheim wird es voraussichtlich zur Verbesserung der deutschen Pferdezucht beitragen Ein derartiges Pferd ist ein ebenso seltener Glücksfall, wie das große Los Dieses große Los des Rennsports wäre beinahe achtlos fortgeworfen worden, wie es auch in der Lotterie mit großen Losen des öfteren der Fall gewesen sein soll. Berühmte Voltaire- Saphir— Mark Twain- Shaw. Der aus der der Literaturgeschichte bekannte Epigrammdichter Kästner, der an der Universität Göttingen als Professor für Mathematik wirkte, war wegen seiner beißenden Ironie, die sich mit einer seltenen Schlagfertigkeit paarte, bekannt Er wurde allenthalben„der Spötter" genannt. Nicht immer aber nahm man seine Scherze geduldig hin, und es kam infolgedessen zu manchen Feindschaften. So auch einst mit einem Kollegen von der Universität, der sich sogar bei der Regierung über ihn beschwerte Kästner wurde von der Regierung verpflichtet, sich zu entschuldigen Er versprach denn auch, es zu tun, und wurde daraufhin von dem versöhnlichen Kollegen zu einem Gesellschaftsabend eingeladen Nach der Sitte der damaligen Zeit erschien Kästner in voller Galauniform mit dem Degen zur Seite Als er den Hausherrn begrüßte und zu diesem Zweck eine Verneigung machte, richtete er es so ein, daß er mit dem hinteren Ende seines Degens eine Tasse vom Tisch warf Darauf wandte er sich ostentativ zum Hausherrn und sagte laut und vernehmlich:„Ich bitte tausendmal um Verzeihung, Herr Kollege“. Mit dieser Entschuldigung mußte sich der Beleidigte begnügen Einst war aus dem Göttinger Museum ein wertvoller Silberbarren gestohlen worden Der Direktor des Mueums klagte Kästner sein Leid und schloß endlich mit den Worten:„Und denken Sie sich, Herr Kollege, den Kasten haben uns die Diebe dagelassen. Ich wüßte nicht, was wir jetzt mit dem Kasten anfangen sollen.“—„Ich wüßte es". entgegnete Kästner.—„Nun?"—„Da stecken Sie die Nase hinein, die Sie von der Regierung bekommen werden.“ Wieder einmal war Kästner zu einem Gesellschaftsabend geladen, an dem das Werk eines Dichters vorgelesen wurde, der ziemlich unverblümte Anleihen bei älteren Dichtern gemacht hatte Kästner wurde am Ende der Vorlesung nach seinem Urteil gefragt Er erklärte lakonisch:„Das Buch ist mir zu spiritistisch"—„Wieso denn?“ fragte erstaunt die Hausherrin.„Ja,“ erwiderte Kästner,„es werden fortwährend Geister der Vertorbenen zitiert“ Auch Voltaire führte den Beinamen„Der Spötter". Sein Spott jedoch war ätzeno laugengleich, und machte auch vor dem Heiligsten nicht Halt Nur verhältnismäßig wenige Anekdoten harmlosen Charakters sind uns von ihm überliefert Einstmals nahm er wahr, daß Zimmertür stand und sich dort zu öffnete die Tür. fand jedoch niemanjemand vor seiner chaffen machte. Er den vor. Auf der Türe aber stund mit Kreide geschrieben das Wort„Esel“. Schnell eilte Voltaire zum Fenster und ah eben noch seinen Rivalen, den Dichter Piron, um die Straßenecke verschwinden Flugs machte er sich auf und eilte zu ihm hin.„Nun, verehrter Freund, was führt Sie her?“ fragte Piron„Ich wollte Ihnen nur meinen Gegenbesuch machen,“ sagte Voltaire,„denn ich fand Ihre Visitenkarte auf meiner Tür.“ Auch Wien kennt unter seinen Dichtern einen„Spötter“, nämlich den Satiriler und Humoristen Saphir. Einst erhielt dieser von einem Offizier, der möbliert bei ihm wohnte, einen Brief, in dem ein einziges lateinisches Wort stand, namlich: Judicium Saphir wandte den Brief hin und her. überlegte und wußte zunächst nichts damit anzufangen Schließlich ging ihm ein Licht auf. das mysteriöse Wort sollte heißen:„Jud. 1 zieh um“. und enthielt eine Kündigung Saphir nahm nun gleich einen Briefbogen zur Hand und schrieb darauf gleichfalls ein einziges lateinisches Wort: Officium. d. h„O Vieh. zieh um.“ Saphir versuchte sich einst auch in einem Bühnenstück Während der Uraufführung schnitt ihm eine Dame, die hinter ihm saß, in Erwortung des kommenden Ruhmes eine Locke ab, ohne daß er es merkte Das Stück fiel jedoch durch und wurde ausgepfiffen. Da beugte sich die Dame zu dem Dichter hinüber, reichte ihm die Locke zurück und sagte:„Ich habe Ihnen vorhin eine Locke abgeschnitten, hier haben Sie sie wieder“ Saphir war verutzt.„Da kann ich ja von Glück sagen, daß ich durchge34, Jch 34 fallen bin. Sonst hätte ich nicht mehr ein einziges Haar auf meinem Kopf.“ Heine ist derjenige Dichter, der seine Spottlust am tiefsten in seine Dichktunst hat einfließen lassen und dadurch so manches sonst schöne Gedicht vergällt hat. Man braucht von ihm keine Anekdoten zu erzählen, man braucht nur dies oder jenes Gedicht anzuführen, z. B. das Gedicht vom Mädchen am Meex: Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang. Mein Fräulein, sei'n Sie munter, Das ist ein altes Stück; Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück. Selbst vor seinen eigenen Liedern macht seine Spottlust nicht Halt: wollte, meine Lieder as wären Blümelein: sch schickte sie zu riechen er Herzallerliebsten mein. sch wollte, meine Lieder sas wären Küsse fein: schickt' sie heimlich alle ach Liebchens Wängelein. wollte. meine Lieder as waren Erbsen klein: Ich kocht' eine Erbsensuppe, Die sollte köstlich sein In der amerikanischen Literatur gilt MarkTwain als der klassische„Spötter“. Einst sollte er einem Interviewer etwas aus seiner Fam:liengeschichte erzählen Er gab folgende Räubergeschichte zum beiten„Meine Eltern atten zwölf Kinder Die jüngsten waren mein Bruder und ich. Wir waren Zwillinge und einander sehr ähnlich. Einst wurden wir zusammen gebadet, da vertauschten wir unsere Plätze, so daß man uns von nun an nicht mehr unterscheiden konnte Eins dieser beiden Kinder wurdkrank und starb. Und denken Sie sich, dieses Kind, welches starb, war—ich!“ Einst war Mark Twain zu einem literarischen Abend ohne Krawatte gegangen. Er hatte veraeden, sie umzutun. Als er nach Hause kam bemerkte es seine Frau. Sie bestand darauf, daß er sich bei der Gastgeberin entschuldigte Mark Twain tut es Er schickte der Gastgeberin seine Krawatte zu mit dem Bemerken er bedauere es ihren literarischen Abend durch die fehlende Krawatte verunziert zu haben, sie möge zur Entschädigung nunmehr beliebig lange seine Krawatte ansehen Unter den lebenden Dichtern genießt Bernard Shaw den Ruf. die Gabe der Ironie und des schlagfertigen Spottes in besonderem Maße zu besitzen Er ist der „Spötter“ in der Literatur der Gegenwart Einst wurde er von einer Schauspielerin zur Feier ihres 25 Geburtstages eingeladen.„Endlich denken Sie daran, meine Gnädigste?“ rief er aus„Ju diesem Geburtstag wollten Sie mich schon vor steben Jahren einladen.“ Auf einem Fest tanzte Shaw einmal mit einer ihm unbekannten jungen Dame. Sie war hocherfreut über die Auszeichnung und dankte ihm zum Schluß, daß er, der berühmte Mann, mit ihr, einer unbedeutenden jungen Dame, getanzt habe Shaw lächelte verbindlich.„Aber bitte sehr, meine Verehrteste, es ist doch ein Wohltätigkeitssest!" Einem Interviewer erzählte er einmal, er sage einem jeden, der ihn nach seinem nächsten Werk frage und dem er nicht antworten wolle, daß er überhaupt nichts mehr zu schreiben gedenke„Oh. ein schöner Trick.“ erwiderte der Interviewer.„Darf ich Sie denn nun nach Ihrem nächsten Werk fragen?“—„Danke für die Nachfrage.“ sagte Shaw.„Ich schreibe überhaupt nichts mehr.“ Die Zschopau=Talsperre betriebsfertig. In dem romantisch gelegenen Tal der Zschopau ist in der Nähe von Waldheim i Sa bei dem Schloß Kriebstein jetzt eine große Talsperre fertiggestellt worden die neben der Krafterzeugung vor allem dem Hochwasserschutz dienen soll Durch die Sperrmauer werden 160 Hektar Land überstaut und etwa 20 Millionen Kubikmeter Wasser in einem 9 Kilometer langen künstlichen See angesammelt, der das Landschaftsbild vollkommen veränders 75 Die Wa Eine Verstürk Der Westfäl Tagung hinter setzung der be Landtag direkt schusses un soweit die Mit Man kann mit fraktion mi dem Erfolg gegründung für1 Und das ware das Zentrui vollkomme sieht mit Befri storbenen Führ Wahlen zum Staatsrat noch blieben ist Die die Sicherung allen erlaubten einer Weise er konnte. Daß das von vier M November ken können, zu werden. Die für sie bei den die gegebene w munisten, die d Provinz entfern zur Fürsorgeerz Fragen der Pr lichen Volksteil von den Rechts nellen Charakte gemacht haben. Provinzialausga das Zentrum in zeichnet. Es ent Zentrum u wiederholt Opposition ließ Wahl des Vorsi Mehrheit der meister Dr. Ei gerlichen Verein Eine starke zum Staats Sitze, die Vere drei Sitze und hätte das Zenti Sitze gehabt; de durch verloren, überwanderte. seinerzeit keinen verschiedener Fr gnügen an dies Das Zentru bei der Sia also von irgend Stimmen erhalt nun wieder mokraten einen aus Westfalen Oettinghau hätte sich die g gefündigt, wird Elne ganz u sitzende des besonderen Wal anderen Prov der Verhältnisn die den Vorsitzen Vorsitzende aus Man war sich dennoch den Vo wählte, so trug dung des preußi eigene Partei, d Inhaltlich gerec des Innenminist der Zentrumspa Ausführungend sehr nachdrücklic gung verlangte. nern darüber de wandfrei. Der 4 tag hatte entspr Zentrumsfraktio gegen die Verfi Hoffentlich mat wenn es gegen Vei den restl erhielt das Ze von zwel St Provinzialaussch der Fraktionsf Pastor Schmid Ansicht bei der setzte, anstatt mi zu gehen. Aber heit durchmachen Die Wahle Auf der Tage des Westfälischen über das Ergebr wahlen durch de Staatsrates sow ausschüsse und di Zur Neuwah Provinziallandt Fraktion, diese! zunächst sämtlich männer nach den Vorsitzende des vertreter nach de Sofort zu Be dem Abgeordnet 75. Westfülischer Provinziallandtag. Die Wahl des Provinzialausschusses und der Vertreter im Staatorat. Eine Nachmittagssitzung für kommunistische Agitationsantrüge. Verstärkung der Machtstellung des Zentrums. :: Münster, 21. Januar. Der Westfälische Provinziallandtag hat eine wichtige Tagung hinter sich. Die Wichtigkeit beruht auf der Besetzung der beiden wichtigsten Institutionen, die der Landtag direkt zu besetzen hat: des Provinzialausschusses und des Preußischen Staatsrates, soweit die Mitglieder aus Westfalen in Betracht kommen Man kann mit Freude feststellen, daß die Zentrumsfraktion mit großer Geschicklichkeit und hervorragendem Erfolg gearbeitet hat, sowohl in der sachlichen Begrundung für ihre Stellungnahme als auch in der Taktik. Und das war eben das Interessante an der Sitzung, daß das Zentrum die Situation des Landtages vollkommen beherrschte. Der Wähler im Lande sieht mit Befriedigung, daß die gute Tradition des verstorbenen Führers Lambert Lensing, der die letzten Wahlen zum Provinziallandtagsausschuß und zum Staatsrat noch selbst mitmachte, aufrecht erhalten geblieben ist Die Zentrumsfraktion sah nur das eine Ziel: die Sicherung der Belange des christlichen Volkes mit allen erlaubten Mitteln. Dieses Ziel hat die Fraktion in einer Weise erreicht, die man vorher nicht erwarten konnte. Daß das Zentrum trotz seines Verlustes von vier Mandaten bei den Wahlen am 17. November seine Machtstellung hat verstärken können, verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Die Zentrumsfraktion hat klar erkannt, daß für sie bei den Ausschußwahlen die Situation mit Recht die gegebene war. Die Sozialdemokraten und die Kommunisten, die die Orden aus den Krankenanstalten der Provinz entfernen wollen, die eine so seltsame Einstellung zur Fürsorgeerziehung zeigen, sind in den entscheidenden Fragen der Provinzialpolitik Gegner des positiv christlichen Volksteiles. Praktisch kann man nicht das gleiche von den Rechtsparteien sagen, die bisher dem konfessionellen Charakter unserer Anstalten keine Schwierigkeiten gemacht haben. Da aber der ganz überwiegende Teil der Provinzialaufgaben sich auf diese Gebiete erstreckt, ist für das Zentrum in der Provinzialpolitik die Linie klar gezeichnet. Es entsprach somit nur diesen Erwägungen, daß Zentrum und Bürgerliche Vereinigung wiederholt zusammengingen und die SPD. in Opposition ließen. Das zeigte sich besonders bei der Wahl des Vorsitzenden des Provinzialausschusses, wo die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf Oberbürgermeister Dr. Eichhoff. Dortmund, entfiel, der der Bürgerlichen Vereinigung angehört. Eine starke Ueberraschung brachte die Wahl zum Staatsrat. Hier hatte das Zentrum bisher drei Sitze, die Vereinigung drei Sitze, die Sozialdemokraten drei Sitze und die Kommunisten einen Sitz. Allerdings hätte das Zentrum nach seiner Stärke Anspruch auf vier Sitze gehabt; der vierte Sitz ging vor einigen Jahren dadurch verloren, daß von links eine Stimme nach rechts überwanderte. Der Protest der Zentrumsfraktion hatte seinerzeit keinen Erfolg, und in geheimen Konventikeln verschiedener Fraktionen hatte man sogar noch ein Vergnügen an diesem Ergebnis. Diesesmal kam es anders Das Zentrum mit 46 Kandidaten erhielt bei der Staatsratswahl 48 Stimmen, hatte also von irgend einer Seite einen Zuwachs von zwei Stimmen erhalten. Der Erfolg war, daß das Zentrum nun wieder 4 Sitze erhielt, während die Sozialdemokraten einen Sitz verloren und nur noch zwei Vertreter aus Westsalen in den Staatsrat entsenden können. Herr Oettinghaus war darüber sehr erbost, aber schließlich hätte sich die gesamte Linke besser gesagt, wodurch man gefündigt, wird man bestraft. Eine ganz umstrittene Frage war es, ob der Vorsitzende des Provinzialausschusses in einer besonderen Wahl gewählt werden sollte, oder mit den anderen Provinzlalausschußmitgliedern zusammen nach der Verhältniswahl. Im ersten Fall erhält die Partel, die den Vorsitzenden stellt, einen Sitz mehr, weil dieser Vorsitzende aus der Proportion herausgenommen wird Man war sich im Landtag keineswegs einig. Wenn man dennoch den Vorsitzenden in einem besonderen Wahlgang wählte, so trug dazu nicht in letzter Linie eine Entscheidung des preußischen Innenministers bei, gegen die seine eigene Partei, die Sozialdemokratie, vergeblich anrannte. Inhaltlich gerecht ist unseres Erachtens die Verfügung des Innenministers nicht. Das erkannte auch der Sprecher der Zentrumspartei, Stadtrat Dr. Kaiser. Selbst die Ausführungen des Oberpräsidenten zu dieser Frage, der sehr nachdrücklich die Beachtung der Ministerialverfügung verlangte, ließen nicht durchblicken, wie er im Innern darüber dachte. Die Rechtslage dagegen war einwandfrei. Der Minister hatte entschieden, und der Landtag hatte entsprechend zu verfahren. Im übrigen ist die Zentrumsfraktion durchaus bereit, einer Entschließung gegen die Verfügung des Innenministers zuzustimmen Hoffentlich macht die Sozialdemokratie dann mit, auch wenn es gegen den eigenen Minister geht. Vei den restlichen Wahlen zum Provinzialausschuß erhielt das Zentrum wiederum einen Zuwachs von zwel Stimmen, sodaß seine Mandatszahl zum Provinzialausschuß erhalten bleibt. Betrüblich ist, daß der Fraktionsführer des Evangelischen Volksdienstes, Pastor Schmidt=Bochum, sich für die sozialdemokratische Ansicht bei der Besetzung des Provinzialausschusses einsetzte, anstatt mit den christlichen Parteien Hand in Hand gehen. Aber auch diese Partei wird ihre Kinderkrankheit durchmachen müssen. VaTI die Wahlen in der Vormittagssitzung. X Münster, 21. Januar. Auf der Tagesordnung der heutigen Vormittagssitzung des Westfälischen Provinziallandtages stehen die Berichte über das Ergebnis der Prüfung der Provinziallandtagswahlen durch den Wahlprüfungsausschuß, die Wahl des aatsrates sowie die Bestellung der Provinziallandtagsausschüsse und die Wahl des Provinzialausschusses. Zur Neuwahl des Provinzialausschusses durch den Provinziallandtag beantragt die Sozialdemokratische Fraktion, diese Neuwahl in der Weise vorzunehmen, daß zunächst sämtliche Mitglieder, Stellvertreter und Ersatzmanner nach dem Verhältniswahlsystem und nachdem der Vorsitzende des Provinzialausschusses und seine Stellvertreter nach dem Mehrheitssystem gewählt werden. Sofort zu Beginn der Sitzung. als Präsident Hamm dem Abgeordneten Bartscher das Wort zur Berichterstattung über das Wahlprüfungsergebnis erteilen will, kommt es zu stürmischen Zusammenstößen mit den Kommunisten, von denen verschiedene Abgeordnete das Wort zur Geschäftsordnung verlangen. Abg. Funk(Komm.), der zunächst das Wort erhält, will zur gestrigen Rede des Oberpräsidenten Stellung nehmen, was ihm gestern verweigert worden sei. Diese Rede sei alles andere als eine politische Rede gewesen. Er stelle fest, daß der Vorsitzende des Aeltestenausschusses eine ganz eigenartige Machtvollkommenheit zur Mundtotmachung der Kommunisten anwende. Als der Redner dann den Youngplan in die Debatte zieht und eine kommunistische Erklärung verlesen will, wird er nacheinander dreimal zur Ordnung gerusen und ihm unter stürmischen Protestrufen der Kommunisten das Wort entzogen. Unter andauernden Unterbrechungen der Kommunisten erstattet dann der Abg. Bartscher den Bericht des Wahlprüfungsausschusses und empfiehlt namens des Ausschusses, die Einsprüche der Wahlberechtigten Ernesti und Genossen in Haaren, Kreis Büren, der zweiten Liste der Gemeindevertretung in Dinker, Kreis Soest(Vertrauensmann Heinrich Knappkötter). des Kaufmanns Wilhelm Leonard gt. Bauermeister in Minden abzulehnen und die Wahlen für gültig zu erklären. Das Haus beschließt dementsprechend. Anschließend kommt es zu erneuten Zusammenstößen mit den Kommunisten. Nacheinander muß den kommunistischen Abgeordneten Prinz, Funk und Herwig nach vorausgegangenem dreimaligen Ordnungsruf das Wort entzogen werden, da sie nicht zur Geschäftsordnung sprachen, sondern immer wieder versuchen, Agitationsreden zu halten und ihre Erklärung zu verlesen. Der Präsident bittet schließlich, die Verhandlungen nicht weiter in dieser Form zu stören, da doch sämtliche Parteien Interesse an den Wahlen zum Staatsrat hätten, die jetzt vorgenommen werden sollten. Ein Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungsdebatte wird unter lautem Widerspruch der Kommunisten mit großer Mehrheit angenommen. Das Haus schreitet sodann zur Wahl des Staalsrates, zu dem fünf Vorschläge eingegangen sind und zwar: 1. Freiherr von Oer(Zentrum), 2. Schreck(Soz.). 3. Windhorst(Bürgerl. Vg.), 4. Berkemeyer(Wirtschaftsund Landvolkpartei), 5. Thorun(Kommunisten). Es ent= fallen auf Wahlvorschlag 1 48 Stimmen, auf Vorschlag 2 35 Stimmen, auf Vorschlag 3 24 Stimmen, auf Vorschlag 4 17 Stimmen und auf Vorschlag 5 12 Stimmen. Es entfallen somit auf das Zentrum 4, die Sozialdemokraten 2. die Bürgerliche Vereinigung 2, die Wirtschafts= und Landvolkpartei 1 und auf die Kommunisten 1 Sitz. Gewählt sind somit vom Zentrum Freiherr von Oer, Gewerkschaftssekretär Klasmeyer, Stadtrat Dr. Kaiser und Landeshauptmann Dr. Dieckmann (Stellvertreter Heeke, Frau Drießen, Humann und Bartscher). von den Sozialdemokraten Schreck und Schmidt=Herten(Stellvertreter Hölkeskamp und Rauschenberg), von der Bürgerlichen Vereinigung Windhorst und Schulze=Pelkum(Stellvertreter Haas), von der Wirtschafts= und Landvolkpartei Berkemeyer(Stellvertreter Luster=Haggeney), von den Kommunisten Thorun(Stellvertreter Herwig). Von den Kommunisten werden eine Reihe von Anträgen zur Geschäftsordnung usw. gestellt, die den entsprechenden Ausschüssen überwiesen werden. Abg. Ausenberg(Komm.) verlangt die Ungültigkeitserklärung der Wahl zum Verfassungsausschuß und Neuwahl. Das Haus schreitet dann zur Wahl des Provinzialausschusses, wobei Präsident Hamm die Verfügung des Ministers des Innern verliest, die sich mit diesen Wahlen befaßt und demzufolge das Plenum auf Grund der Mehrheitswahl den Vorsitzenden aus dem Plenum bestimmen und dann erst die übrigen Mitglieder nach der Verhältniswahl feststellen soll. Bei der sich entspinnenden Debatte wünscht der Abg. Oettinghaus(Soz.) die Vornahme der Wahl in der bisherigen Weise. Es' handele sich bei der Verfügung mehr um eine Bitte, deren Befolgung sich zweifellos zu Cunsten der Rechten auswirken würde. Pfarrer Schmidi=Bochum(Ev. Volksd.) unterstützt die Ausführungen des Abg. Oettinghaus und beantragt. zur Wahl an vierter Stelle zwei evangelische Demokraten aufzustellen. An der Debatte beteiligen sich ferner die Abg. Oberbürgermeister Zimmermann(Dem). Herwig(Komm.) und Dr. Kaiser(Zent.), der sich gegen den sozialdemokratischen Antrag ausspricht. Oberpräsident Gronowski bittet, die Wahl entsprechend der Verfügung des Ministers vorzunehmen, da eine Wahl unter anderen Umständen doch nicht so einfach sei, wie man es darlegt. Es kommt dann zur Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag auf Vollziehung der Wahl in der bisherigen Weise. Auf Antrag des Abg. Köllner(Soz) erfolgt namentliche Abstimmung, die die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages mit 82 gegen 54 Stimmen ergibt. Gewählt wird nun zunächst der Vorsitzende und sein persönlicher Stellvertreter im Ausschuß. Freiherr von Oer beantragt die Wahl des Oberbürgermeisters Dr. Eichhoff=Dortmund und Dr. Becker als Stellvertreter durch Zuruf. Auf kommunistischen Einspruch hin muß Zettelwahl erfolgen. Das Wahlergebnis lautet dahin, daß Oberbürgermeister Dr. Eichhoff=Dortmund mit 92 von 136 Stimmen zum Vorsitzenden des Provinzialausschusses gewählt wird. Sein persönlicher Stellvertreter wird der Abg. Dr. Becker, auf den 88 Stimmen entfallen, auf den kommunistischen Vorschlag Görlich=Funk entfallen Stimmen, unbeschrieben bleiben 32 Zettel. Es folgt dann die Wahl der übrigen Ausschußmitglieder auf dem Wege der Verhältniswahl. Eingegangen hierzu 5 Wahlvorschläge und zwar vom Zentrum, den Sozialdemokraten, von der Bürgerlichen Vereinigung, von der Wirtschafts= und Landvolkpartei und von den Kommunisten. Die Wahl ergibt für den Zentrumsvorschlag 48, für die Sozialdemokraten 35, die Bürgerliche Vereinigung 22, die Wirtschaftspartei 19 und die Kommunistische Partei 12 Stimmen. Es entsenden somit: das Zentrum 5. Sozialdemokraten 3, die Bürgerliche Vereinigung 22, die Wirtschaftspartei 2 und die Kommunisten 1 Vertreter in den Provinzialausschuß Es sind dies: fürdas Zentrum Freiherr von Oer, Rediger, Gerbaulet, Kasten und Weidekamp. bei den Sozialdemokraten: Köllner, Rauschenberg und Henßler, bei der Bürgerlichen Vereinigung: MüllerKlönne und Freiherr von Ledebur, bei der Wirtschaftspartei: Thiele und Graf von Baudissin und bei den Kommunisten Herwig. Die Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden zum Provinzialausschuß erfolgt nach dem Mehrheitswahlsystem. Freiherr von Der beantragt die Wahl des Aba Rauschenberg(Soz), der dann gegen die kommunistischen Stimmen durch Zuruf gewählt wird. Das Haus schreitet sedann zur Wahl der übrigen Ausschüsse. Der Abg. Vollmer(Komm.) beantragt, den Verfassungsausschuß von 15 auf 21 Mitglieder zu erhöhen Durch das Zusammengehen der kleineren Parteien verliere die kommunistische Fraktion in diesem Ausschuß ein Mandat. 12 sind von De kommunistische Antrag wird aber abgelehnt und die Ausschüsse sedann nach den bereits vorliegenden Vorschlägen gebildet Danach führt den Vorsitz im Haushaltsausschuß der Abg. Haverkamp(Stellvertreter Dr Becker), im Wirtschaftsausschuß der Abg. Heele(Stellvertreter Sültemeyer), im Verfassungsausschuß der Abg Dr. Eichhoff(Stellvertreter Jansen), im Wahlvorbereitungsausschuß Freiherr von Oer(Stellvertreter Wienecke) und im Rechnungsausschuß der Abg. Funk (Stellvertreter Wetzel). Der Abg. Görlich(Komm.), der dann das Wort zur Geschäftsordnung erhält, stellt fest, daß die Geschäftsführung nicht als neutral anzusprechen sei. Er kommt auf die Vorgänge eingangs der Sitzung zurück und erklärt, daß die kommunistische Fraktion noch vier weitere Anträge rechtzeitig eingereicht habe, die heute noch verhandelt werden müßten. Präsident Hamm unterbricht schließlich die Sitzung. um dem Aeltestenausschuß Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Nach viertelstündiger Unterbrechung tritt das Haus wieder zusammen. Präsident Hamm befaßt sich mit den kommunistischen Anträgen, die er zur Verlesung bringt. Er beruft für den frühen Nachmittag die Ausschüsse zusammen und setzt eine neue Sitzung für 4 Uhr nachmittags fest, ote sich in der Hauptsache mit den kommunistischen Anträgen zu befassen hat, die vorher in den Ausschüssen zur Beratung gelangen werden. * Die Schlußsitzung. • Münster, 21. Janua.. Die heutige Nachmittagslitzung des Provinziallandtages, die gegen ½5 Uhr begann, diente bis auf das Schlußwort des Oberpräsidenten ausschließlich der Erledigung der kommunistischen Anträge. Zunächst kommt eine Entschließung der Kommunisten, in der ein Protest des Provinziallandtages gegen das vom preußischen Innenminister erlassene Demonstrationsverbot verlangt wird, zur Behandlung. Der Berichterstatter empfiehlt namens des Ausschusses die Unzuständigkeitserklärung des Provinziallandtages. Die Mehrheit des Landtags schloß sich gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten dieser Ansicht an. Bei dem kommunistischen Antrag, die Hauszinssteuer voll'ommen zu beseitigen, die Mieten auf Friedensmiete zu setzen und die Hauszinssteuer, solange sie noch besteit, restlos zum Wohnungsbau kommunaler Regie zu verwenden, empfiehlt der Berichterstatter namens des Ausschusses, sich auch hier für unzuständig zu erklären. Der Antrag habe bereits in den früberen Jahren dem Landtag vorgelegen und es sei der gleiche Beschluß gefaßt worden. Nach eingehender Begründung des Antrages durch die Kommunistin Frau Dorbach, deren Ausführungen von den Kommunisten mit Händeklatschen aufgenommen wurden, und einer Rede des Abg. Oettinghaus(S.), der ebenfalls für den Antrag spricht, wird ein Antrag auf Schlie der Debatte mit Mehrheit angenommen und darauf entsprechend dem Vorschlag des Berichterstatters beschlossen. Der kommun stische Antrag, den Mitgliedern des Provinzlallandtages zur Erleichterung der Ausübung ihres Mandats einen Personalausweis auszuhändigen, der den Inhabern das unangemeldete Betreten der Provinzialanstalten und Betriebe gestattet, wird von dem Abgeordneten Görlich(X.) begründet. Dieser Antrag verfällt ebenfalls der Ablehnung Zur Debatte steht dann ein weiterer Antrag der Kommunisten, der sich mit der Erwerbslosenunterstützung befaßt, die nach zwei Wirtschaftsgebieten gegliedert werden soll. Der Berichterstatter des Ausschusses empfiehlt Ablehnung dieses Antrages. Abg. Thorun(K.) begründet den Antrag und erklärt u. a., daß die Arbeitslosen den Kampf mit aller Macht weiterführen werden Abg. Vetter(N. S.) erklärt sodann, daß die Natlonallozialisten bereit seien, den kommunistischen Antrag zu unterstützen wenn die Kommunisten sich bereit finden würden, einer Steuerumlage auf Banken, Trusts und Warenhäuser zuzustimmen. Der Redner polemisierte des längeren gegen den Youngplan, der Deutschland zu einer Negerrepublik gemacht habe. Als Deutscher müsse man sich gegen die internationale Hochfinanz wehren. Abg. Oberbürgermeister Hamm=Recklinghausen geht dann in einer persönlichen Bemerkung auf verschiedene Auslassungen des Abg. Thorun ein, der u. a. erklärt hatte, daß er(Hamm) als Oberbürgermeister von Recklinghausen beabsichtige, eine Steuerumlage von 12 Mark pro Kopf zu erheben. Der Redner erklärt, daß das gerade Gegenteil der Fall sei und daß seine Darstellung davon ausgegangen sei, daß eine Umlage im Industriegebiet, zumal im Hinblick auf die große Arbeitslosigkeit, absolut unmöglich sei. Nach weiterer Debatte erklärt sich der Landtag auch hinsichtlich dieses kommunistischen Antrages als unzuständig. Als letzter Punkt werden dann die kommunistlschen Abänderungsanträge zur Geschäftsordnung behandelt. Der Berichterstatter des Ausschusses weist darauf hin, daß auch von anderen Parteien Abänderungsvorschläge vorliegen bezw. beabsichtigt seien. Der Ausschuß empfehle daher, diese Anträge der nächsten Tagung vorzulegen und den Fraktionen anheimzugeben, wenn dieser erste Antrag angenommen werde, ihre Abänderungsvorschläge bis zum 10. März dem Verfassungsausschuß zu Händen des Vorsitzenden einzureichen. Das Haus beschließt entsprechend dem Vorschlag des Berichterstatters. Die Tagesordnung ist damit erschöpft und es folgt das Schlußwort des Oberpräsidenten Gronowskl. Er führte aus: Die Arbeiten der 75. Tagung des Provinziallandtages sind nun beendet. Die parlamentarische Werkstatt und das dazu gehörende Werkzeug ist jetzt vorhanden In absehbarer Zeit treten Sie wieder zusammen, um den Haushaltsplan und die damit verbundenen Probleme zu beraten und zu verabschieden. Sie stehen alsdann vor bedeutungsvollen Arbeiten, die ein wertvoller und unentbehrlicher Bestandteil der Gesamtverwaltung bedeuten. Je mehr diese Arbeiten besreit sein werden von den Schlacken der Agitation, umso mehr wird die westsälische Bevölkerung die Leistungen des Provinzlallandtages anertennen, würdigen und Nutzen davon haben. Diesen Zielen streben Sie entgegen und hierzu wünsche ich Ihnen einen vollen Erfolg. Die 75. Tagung des Westfälischen Provinziallandtages erkläre ich hiermit für geschlossen. Handel und Wirtschaft. Berliner Börse. X Berlin, 21. Jan. Schon vorbörslich lündigte sich eine gewisse Verstimmung an, nachdem der Vormittagsverkehr vollig geschäftslos gelegen hatte. Schwächere Auslandsmeldungen, insbesondere für Londoner Grammphonwerte, innerpolitische Besorgnisse, Ungewißheit über die Auswirkung der Stickstoffpiane der Gelsenkirchen ließen die vorliegenden günstigen Momente in den Hintergrund treten. Hinzu kam, daß zu den ersten Kursen das über den gestrigen Börsenverlauf verstimmte Publikum Verkaufslimite hierher gelegt hatte, wovon insbesondere Farben als Stickstoffwert betroffen wurden. Montane wurden durch die Meldung eines Mittagblattes, wonach für Stahlverein keine Dividendenerhöhung zu erwarten sei, in Mitleidenschaft gezogen. So traten zu den Anfangsnotizen fast durchweg Verluste bis zu drei Proz. auf. Ueber diesen Rahmen hinaus lagen die Verluste bei Siemens, Ges für el., Schubert und Salzer, Zellstoff Waldhof. Essener Steinkohle, Polyphon, Aku und Bemberg zwischen 35 und 45 Proz. Svenska verloren 3.25 MA und Berger 5.25 Proz Laurahütte, Oberbedarf, Hackethal Draht und Allgemeine Lokal und Kraft machten mit 1—2proz Deckungen eine Ausnahme. Im Verlaufe traten am Kalimarkt die zu den ersten Kursen ausgebliebenen französischen Ordres ein, Rheinische Braunkohle begegneten lebhafterer Nachfrage und in RWE. regte das heute erstmalig zur Notiz gelangende Bezugsrecht an. Elektrizitätswerte konnten Besserungen von 1—3 Proz. durchsetzten RWE. plus 4 Proz., Rheinische Braunkohle plus 3 Proz. und Salzdetfurt plus 6 Proz., Danatbank lagen mit minus 1.5 Proz. stärker gedrückt. Anleihen knapp behauptet, von Ausländern Türken etwas schwächer. Pfandbriefe vorwiegend freundlicher, Reichsbahnvorzugsaktien weiter fest. Von Devisen Spanien schwächer. Geld unverändert. Märkte. Altenessener Schweinemarkt. + Altenessen, 21 Jan. Gesamtauftrieb: 855 Es kosteten: Ferkel: 6—8 Wochen alt 30—40 M. 8—10 Wochen alt 40—50 A; Läuferschweine: 3—4 Monate alt 50 bis 60 M. 4—6 Monate alt 60—90 M. größere entsprechend höher. Marktverlauf: Färsen mittel, Läufer langsam. Hamburger Schweine= und Kälbermarkt. X Hamburg, 21. Jan Auftrieb: 4828 Schweine, 1259 Kälber. Marktverlauf: Schweine gut, Kälber mittelmäßig. Zitzentiere über Notiz bezahlt Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Schweine al 81—82, b) 81-81, c) 80—81, d) 70—78; Sauen: 68—72, Kälber: a) 90—95, b) 80—85, c) 63—72, d) 42—48. Amfl. Procuktennolierungen in Cerlin am 21 Jan. 1930. (Für Getreide je 1000 kg für die übrigen Artikel je 100 kg) Weizen mürk Dezember Märs Mai Tendena: Roggen märk Dezember Märs Mai Tenden: Gerste Braugerste Futtergerste Wintergerste Tendenz Hafer märt Dezember März Mai Tendenz Mals Waggon frei ab Hamburg Tendene Verliner Schlachtviehmarkt. X Berlin, 21. Jan. Austrieb: 1351 Rinder, darunter 297 Ochsen, 349 Bullen, 705 Kühe und Färsen, 2680 Kälber, 2516 Schafe. 9032 Schweine Zum Schlachthof direkt seit letztem Viehmarkt 2013. Auslandsschweine 4224. Marktverlauf: Rinder ruhig, magere und fleischige Bullen über Notiz, Kälber schleppend, Schafe und Schweine ruhig. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 57—59, b) 53—55, c) 47—51 d) 38—44; Bullen: a) 53—54, b) 50- 52, c) 47—49, d) 42—45; Kühe: a) 40—45, b) 30—38, c) 25—28, d) 20—24; Färsen: a) 53—54, b) 48—50, c) 35—45; Fresser: 35—45; Kälber: a) 78—90, b) 58—75, c) 45—55; Schafe: a) 63—65, b) 58—62, c) 45—48, d) 45—53, e) 37—44; Schweine a) 83, b) 83—84, c) 82—85, d) 80—83, e) 76—78; Sauen: 70—73. Zucker. Magdeburg, 21. Jan. Terminbörse. Jan. B 8.70. 6 8.50: Febr. B 8,70. G 860; März B 8,75. G 8.65; April B 8,85. G 8.80; Mai B 905. G 900, Aug. B 9.45, G 9.40; Okt. B 9.60, G 9.55: Dez B 9,65, G 9.60. Gromen Baumwol. oke.. Januar. Märs.. Mal.. Juli. Oktober Dezember 1930 Ar'e" ae5 17.90 14.0 19.3 14.10 18.0. 18.85 20. 1. Oeld 18.70 19.3 19.4 19.8 18.51 endenst stetle Lverpoo.: Saumwelle besahl 18. 18.37 18. 0 19 85 735 1..80 1804 19.34 19.5 15.8 10.99 21 1. Oeld 18.07 18.3 19.50 19.8 18.9. bezahlt 18 14 18.34 .6 18.66 Tegesimport... Tageslokoverkäufe Exportverkäule Egypi. Upper F. G. fair loko 20. 1. 1600 6010 500 10.49 21. 1. 4700 t100 100 10.49 Liverpool: Ostindische Eaumwolle loko F. C F. G F. G F. G F. G F. G F. G. Surteo...... Broacn Nr. 1 Oomra Americ Sind Punjab Bengal.. Sind...... Tinnivelly... 21. 1. 6.15 7.05 6.6 7.7» 5.:0 5.30 New-Vora Saumwolle loko... anuar 1930 Februar März.. April Mai Juni... Geschätzte Totalzufuhren Bauuwollzufuhr in Atlantischen Häfen Baumwollzufuhr in Golf-Ialen Export nach England Export nach dem Kontinent.. Zufuhren im Innern..**. Fracht nach Liverpool Fracht Tür Standard Zufuhren in Pacifie-llafen Export nach Jupan und China... Ch'engeer Gaumwonnoherungen 20. 1. 21. Januar.. 17.03 17.08Mar v. 1. 8.10 7..0 6.25 1..0 6.25 6.23 21. 1. 17.69 17.19 17.68 17.68 17..2 17.76 3000 (00 000 2nc0 8000 45 t0 N10 40to 20. 1. 17.28 21. 1. 17.30 Wetterbericht. Essen, 21. Jan. Nachdem das Tiefdruckgebiet über dem Nordmeere nach Nordskandinavien abzieht, hat sich vorübergehend hoher Luftdruck über der Nordsee ausgebreitet, doch naht nordwestlich von Großbritannien ein neues kräftiges Tiefdruckgebiet heran. In Deutschland war es heute früh größtenteils bewölkt und nebelig mit vereinzelt leichten Regenfällen Der Süden hatte 1 bis 5 Grad Frost, während sonst die heutigen Morgentemperaturen bis zu 5 Grad über dem Nullpunkt lagen— Wetteraussichten bis Donnerstag: Nach vorübergehendem Aufklaten und etwas kälterer Nacht erneute Trübung, später Regen und wieder milder. Zeno=Briefkasten. (Anfragen bitten wir unter Berfügung der letzten konatsquittung nur an die Redaktion dieser Zei= tung nicht an den Zeno in Münster) zu senden Anfragen ohne Namensunterschrift werden nicht beantwortet ( H. Him. Die 3 Spieler hätten den Rest von 40 Pfg. zu gleichen Teilen an den vierten Spieler zu zahlen. ( O. in C. Wenn der Fall durch das schlechte Pflaster der Straße hervorgerufen wurde, so haftet Ihnen die Gemeinde für den Schaden. Inwieweit bei der Verursachung des Schadens Sie selbst ein Verschulden trifft, das eventuell ganz oder zum Teil zur Klageabweisung führt, läßt sich ohne Kenntnis der näheren Umstände nicht beurteilen. Versuchen Sie es mit einem Anspruch an die Stadtverwaltung. ( B. K. Borken. Tintenflecke in Büchern verschwinden sofort, wenn man sie mit Wasserstoffsuperoryd, vermischt mit etwas Salmiakgeist, betupt und dann im Licht trocknen läßt. ( P. H. in P. Sie haben keinen Anspruch auf Aussteuer der Ausstattung. Der Vater kann testamentarisch zu E den einsetzen wen er will. Es bleibt Ihnen und den Geschwistern dann lediglich ein Pflichtteilanspruch, der innerhalb 3 Jahren nach dem Tode des Vaters gegen den Erben geltend zu machen ist. Vorder haben Sie nicht irgend einen Anspruch. Jedenfalls ist eine gütliche Einigung entschieden einem eventuellen Prozeß vorzuziehen, dessen Ausgang in vielen Fällen seyr ungleich ist. Bei einem Wertobjekt von 5000 Mk. würde jedem Ihrer Geschwister rund 600 Mk. zustehen unter der Voraussetzung, daß keine Schulden vorhanden sind. ( M. B. D. In Winterswyk(Holland) befinden sich eine Reihe von größeren Nähbetrieben. Wir nennen Ihnen von diesen folgende Firmen: 1. N. V. Tricotfabriel voorheen G. J. Willink, Wilhelminastraat, 2. Winterswyksche Confectiefabriek, Beusenensch, 3. N. V. Stoomweverij I H. Meijerink u. Zonen, Hilbelinkspad. ( Rhade. Der Betrag einer Vorzugsrente erhöht sich um 25 vom Hundert bis höchstens auf 1000 Mark. wenn der Gläubiger auf das Auslosungsrecht, auf Grund dessen eine Vorzugsrente gewährt wird, verzichtet und in Höhe des Nennbetrages seines Auslosungsrechts Anleiheablösungsschuld auf das Reich überträgt. Der Betrag erhöht sich um 50 vom Hundert bis höchstens auf 1200 Mk., wenn der Gläubiger zur Zeit des Verzichts das 60. Lebensjahr vollendet hat. □ J. R. Von den aufgeführten Kosten können Sie nur die Gemeindezuschläge zur Grundvermögenssteuer, soweit diese 100% der staatlichen Steuer übersteigen(also staatliche Grundvermögenssteuer, Hauszinssteuer, sowie die Straßenreinigungsgebühren müssen Sie als Vermieter tragen. □ Lingen. Die Einlegung eines Rechtsmittels gegen den Ihnen zugegangenen Bescheid erscheint zwecklos. § 56 des Einkommensteuergesetzes hat zur Voraussetzung eine außergewöhnliche Belastung, was in Ihrem Fall 140% in Ihrem Fall) auf die Mieter umlegen. Die Ein kostbarer Fund. Eine Handtasche lag vor mir. mitten auf der Straße. War sie aus einem Auto herausgefallen? Vorsichtig hob ich sie auf. Wem mochte die elegante Tasche gehören? Ob ich sie öffnete? Vielleicht könnte ich dann die Eigentünerin ermitteln. Nun hatte ich geöffnet. Ich sah Geldscheine, ein Büchlein und andere Kleinigkeiten. Ob in dem Büchlein wohl der Name der Verliererin stand? Nein. Aber der Name des Büchleins interessierte mich lebhaft. Ich ging in ein Café und las und las. Das Büchlein war riesig in teressant! Wem aber gehörte die gefundene Tasche? Ich durchsuchte dieselbe noch einmal, eingehend. Jetzt fand ich in nach der Rechtsprechung indes nicht vorliegt. Es bleibt Ihnen deshalb nur die Möglichkeit, den Vorteil der milienermäßigung zu beantragen. Wenn das Kind zu Ihrer Familie gehört, wird dem Antrag in dieser Hinsicht stattgegeben werden. (*) Wohnungsrecht. Eine gesetzliche Bestimmung, die in Ihrem Fall eine kürzere Kündigungsfrist des Mieters vorsieht, ist nicht vorgesehen. Sie müssen deshalb die im Vertrag vorgesehene Kündigungsfrist einhalten. Wohl aber sind Sie nicht verpflichtet, die Miete zu zahlen wenn Sie vorher ausziehen und der Vermieter die Wohnung vor Ablauf der Kündigungsfrist wieder vermietet. 2. Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts haben Sie die Kirchensteuer dort zu zahlen, wo Ihre Familie wohnt. Bei getrenntem Haushalt mußten Sie also die Miete bis zu der endgültigen Uebersiedlung an den neuen Wohnsitz in Münster zahlen. A. Z. 400. Der Luftkurort Blankenburg im Harz hat 12650 Einwohner und ist an den bewaldeten Ostabhängen des Harzes gelegen. Es ist Sitz ber Kreiedirektion, hat Amtsgericht, Staatsanwaltschaft amt, 2 evangelische und 1 katholische Kirche(650 Katholiken), Reform-Realgymnasium, Lyzeum, Bürgerschulen und eine Tischlerfachschule. 2 Zeitungen zibt es dort: das„Blankenburger Kreisblatt“(rechtssteheno) und das „Harzer Echo“(sozialdemokratisch). Blankenvurg in Thüringen hat 4800 Einwohner, davon 25 Kathoriken. An höheren Schulen gibt es dort nur ein Pädagogium. Gelegenheit zum Besuch höherer Schulen bietet aber Rudolstadt, das mit der Bahn in 14 Minuten erreichbar ist. Das Lokalblatt ist die„Schwarzatal=Zeitung"; viel verbreitet ist außerdem das„Blankenburger Tageblatt, das in Rudolstadt erscheint. Sowohl Blankenburg im Harz wie in Thüringen weist einen von Jahr zu Jahr steigenden Fremdenverkehr auf, so daß die Entwicklung be:der Städte nicht ungünstig sein dürfte. C. B. Bocholt. Die Rückgabe der für Oktober gezahlten Miete könnte nur dann verlangt werden, wenn der Vermieter mit der Beendigung des Mietsverhällnisses am 20. September durch ihren Auszug einverstanden war Wenn auch die Abgabe und Annahme des Schlüsseis in dieter Hinsicht vielleicht hierauf schließen läßt so spricht doch der Einschreibebrief, den Sie erhielten, dagegen, daß ein derartiaes Einverständnis anzunehmen ist. Wir glauben deshalb kaum, daß Sie die Miete zurückverlangen können. Ist das Mietsverhältnis aber damals nicht beendet worden, so hätten Sie u. a. für lich die Miete bis Ende Oktober zahlen müssen, da die Kündigung spätestens am 15. des Monats erfolgen mußte. ( M. in M. Im Jahre 1879 fiel Ostern auf den 13. und 14. April. ( A. A. D. Ihre älteste Schwester müßte das im August 1919 gegebene Darlehn mit 34,35 Mk. aufwerten. Diese Summe wäre auf das Erbteil anzurechnen. Was sie im übrigen noch nach Erhalt der weiteren 1000 Mk., die sie später erhalten hat, verlangen kann, richtet sich danach, in welchen Verhältnisen Sie sowohl wie Ihre Schwester leben. Maßgebend ist insbesondere auch, wann die 1000 Mark gegeben sind. Genaue Auskunft kann deshalb erst erteilt werden, wenn Sie uns mitteilen, an weleinem Nebenfach etliche Besuchskarten, lautend auf den Namen einer bekannten Filmschauspielerin. Dieser Größe also gehörte die Tasche? Schnell fuhr ich zur Wohnung der als schön bekannten Verliererin. Nun stand ich ihr gegenüber! Ich erstaunte sehr! Welche Jugend, welche anmutsvolle, liebliche Frische des Gesichts. Die war ja blendender als auf der Filmleinwand. Schminke hatte sie nicht aufgelegt, das merkte ich bald. Aber ganz ohne Hilfe konnte dies Gesicht wohl kaum so anmutsvoll blühen. Wir plauderten eine Weile zusammen. Schließlich fragte mich die liebenswürdige Künstlerin, ob sie mir irgend eine„Velohnung“ anbieten dürfe. Ich erwiderte: „Dann bitte ich höflichst um das Büchlein aus Ihrer Handtasche, denn dies Büchlein plaudert so interessant und chem Tag und in wolchem Monat die Zahlung der 1000 Mark geschah. Die zweite Schwester kann nichts mehr verlangen. Selbst bei Annahme der Tatsache, daß sie die Summe von 250 Mk. erst Dezember 1918 erhalten hätte. ist Ihr Anspruch durch die Zahlungen erschöpft. Voraussetzung ist dabei, daß das gegebene Gelo jeweils als Abschlagszahlung auf das Erbteil anzusehen war und nicht als Darlehn. ) E. M. Bocholt. Wenden Sie sich an das Reichspatentamt in Berlin. Dieses kann für Ihren Apparat Ihnen ein Patent erteilen, sosern es sich um eine neue Erfindung im Sinne der Gesetze handelt. Die Patenterteilung erfordert zunächst eine schriftliche Anmeldung mit genauer Beschreibung, sowie Bezeichnung dessen, was als patentfähig unter Schutz gestellt werden soll. Darauf erfolgt eine Vorprüfung durch ein Mitglied der Anmeldeabteilung und eventuell die Bekanntmachung der Anmeldung. Es sind bei der Anmeldung vorerst 50 Rm. an Gebühren zu entrichten. H. K. Nach den gesetzlichen Bestimmungen genießen Geschäftsräume, die wegen ihres wirtschaftlichen Zusammenhangs mit Wohnräumen zugleich mit letzteren vermietet wird. Mieterschutz. Das Kammergericht sieht den wirtschaftlichen Zusammenhang als gegeben an, wenn der Mieter aus wirtschaftlichen Gründen mit Rücksicht auf seinen in den Geschäftsräumen zu führenden Betrieb gerade diesen Wohnraum und zugleich diesen Geschäftsraum gemietet hat. Für den Begriff der Gleichzeitigkeit genügt es, daß, als die zweite Raumart hinzugemietet wurde, dies geschah, weil die erste Raumart gemietet war, 3. B. daß wie in Ihrem Fall die Wohnung im selben Haus gemietet wurde, weil sich der Gewerbebetrieb darin befand. Nach Ihrem Schreiben neigen wir der Annahme zu, daß die Kündigung des Vermieters als nichtig anzusehen ist, da der wirtschaftliche Zusammenhang im Sinne des Gesetzes gegeben zu sein scheint. Ob Raumwucher vorliegt. läßt sich nicht ohne weiteres sagen. Strafbar ist das Fordern eines Mietzinses, der unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse als unangemessen anzusehen ist. Die Angemessenheit der Vergütung erfordert die Berücksichtigung aller Verhältnisse, im besonderen des objektiven Nutzungswerts des Raumes und der persönlichen und Vermögensverhältnisse der Parteien. An eine Aufhebung der Mieterschutzgesetzgebung ist vorläufig nicht zu denken. ( Selm. Der Anspruch auf die Witwenrente ist dadurch, daß Sie danach die Abfindung in Höhe von 46 Mk. erhielten, erloschen. Wenigstens nach Ansicht der Landesversicherungsanstalten, die in solchen Fällen einen Antrag auf Gewährung der Rente ablehnen. Ein zurzeit bei dem Reichsversicherungsamt in solcher Angelegenheit schwebendes Verfahren wird demnächst endgültig Klarbeit schaffen, ob die Witwenrente auch dann gewährt wird, wenn der Ehemann vor 1912 gestorben ist und nach dem Tode eine Abfindung stattgefunden hat. ( B. U. G. Die Reise von Coesfeld nach Luzern kostet 3. Klasse Schnellzug über Köln rund 36 Mark. Ein Visum brauchen Sie nicht mehr einzuholen. Sie müssen sich lediglich von der dortigen Polizeibehörde einen Auslandspaß besorgen, der 3 Mark kostet. Eine Einsendung des Passes an ein Konsulat der Schweiz ist also nicht erforderlich ( Borghorst. Der Silbergroschen war von 1821—79 preußische Silberscheidemünze. ½ Taler gleich 12 Pfg. gleich 0.10 Rm. Die nationale Einigung von 1870/71 brachte Einheitlichkeit in die verschiedenen Münzsysteme des Deutschen Reiches. Nr. 100, Buldern. Fragen Sie bei der Handwerkskammer in Münster. Aegidiistraße, an. „W. V., Bocholt. Eine Abwälzung der Hauszinssteuer auf die Mieter ist nach den gesetzlichen Vestimmungen nicht zulässig, da die Hauszinsitenet in der gesetzlichen Miete enthalten ist. Wollen Sie in das gekaufte Haus. so müssen Sie eventuell auf Aufhebung des Mierverhältnisses klagen. Die Klage wird dann durchdringen, wenn Sie ein dringendes Interesse an der Erlangung des Mietraumes haben(z. B. Sie wohnen selbst mit Ihrer Familie sehr beengt) und auch bei Berücksichtigung der Verhältnisse des Mieters die Vorenthaltung eine schwere Unbilligkeit für Sie darstellen würde. Es findet in jedem Falle eine Interessenabwägung der Verhältnisse des Vermieters und Mieters statt. Die Umstände, die Sie vorbringen, müssen das Gewicht der Gegengründe übersteigen, die etwa der Mieter seinerseits für Belassung der Räume geltend macht. Daß ein solcher Prozeß in vielen Fällen zweifelhaft ist, liegt auf der Hand. J. P. Reiter=Regimenter befinden sich u. a. in folgenden Städten: Tilsit(Regt. 1). Allenstein(Rgt. 2). Rathenow(Rgt. 3). Potsdam(Rgt. 4). Stolp(Rgt. 5). Breslau(Rgt. 7). Dresden(Rgt. 12). Hannover(Rgt. 13). Paderborn(Rat. 15). Erfurt(Rgt. 16). Das erforderliche Alter ist 17—21 Jahre, doch werden ausnahmsweise auch Leute bis zum 23. Lebensjahr eingestellt. Die Meldung kann jederzeit erfolgen. Einstellung erfolgt nur zum 1. April oder 1. Oktober. Sie melden sich am besten bei dem Truppenteil selbst. K. P. Ihre Anfrage ist unklar. Stehen Sie im Beamtenverhältnis, so sind die Feiertage natürlich ohne Einfluß auf die Bezahlung. Als Arbeiter können Sie Vergütung verlangen, wenn Sie an solchen Feiertagen Arbeit leisten müssen. M. K., Coesfeld. Die Unterstützung dürfte Ihnen nicht deshalb entzogen werden können, weil Sie an einem Kursus teilnehmen, der Ihnen keinen Verdienst bringt. Zweiselhafter dürfte schon sein, ob Sie nicht in der Landwirtschaft beschäftigt werden dürfen. Nach Ihrer Vorbildung dürfte Ihnen eine solche Tätigkeit wahrscheinlich voll zugemutet werden können. Wenn Ihnen die Unterstützung aus dem mitgeteilten Grund entzogen wird. so legen Sie Einspruch ein beim Spruchausschuß des Arbeitsamts. Die Frist beträgt 2 Wochen und beginnt mit der Bekanntgabe der Entscheidung. Wichtige Mitteilung! Die bekannte Ecstein=Ulmenried=Zigare'te ist durch technische Fabrikations=Verbesserungen unter Wahrung der altbewährten Mischungsrezepie wesentlich verfeinert. Die neue Ulmenried ist besser denn je. Die Feinschmecker und Kenner bezeichnen sie als die größte Qualitätsleistung der Deutschen Zigaretten=Industrie. Man erkennt sie an der neuen gelb=roten Packung. überzeugend von dem Wert der jung und lieblich machenden Marylan=Creme.“ Die Künstlerin errötete leicht. Ich fühlte: hier habe ich ein Geheimnis entdeckt. Ich bekam das Büchlein. Beim Hinausgehen fiel mir das allerliebste Gesichtchen der Zofe auf. Ich flüsterte ihr auf dem Korridor zu: „Sind Sie auch eine Marylan=Prinzessin?“ Nedtsch sagte sie:„Was sein muß, muß sein! Wir vom Film nehmen oft Marylan=Creme, auch die Herren. Wie soll man sonst so lange hübsch ausschauen?“ Nun besorgte ich mir auch Marnlan=Creme. Zu nächst eine Probe, die jeder kostenlos bekommt. Marylan Creme gab mir direkt Räisel auf. Diese Wirtung hatte ich doch nicht erwartet. Welch ein erquickendes Blühen, welch Entschwinden beginnender Krähenfüße, nelch liebliche Veränderung meiner Haut. Ich sehe so schön aus, daß ich selbst zum Film gehen könnte. Ich bin glücklich über mein Aufblühen. Man bewundert mich. Jeder sollte Marylan=Creme probieren. Die Vorteile einer Gesichtsbehandlung mit Marylan=Creme sind augenfällig! Die ausgezeichnete Wirksamkeit ist burch mehr als 18 000 Anerkennungsschreiben(notariel! beglaubigt) verbürgt. Legen Sie darum endstebenden GratisbezugsPorto durch ganz Deutschland) und hinten auf das Kuvert durch ganz Deutschland) und hinten auf das Kuvert schreiben Sie ihre genaue Adresse. Gratisbezugsschein: An den Marylan=Vertrieb, Berlin 305, Friedrichstr. 24. Erwarte vollkommen kostenlos und portofrei eine Probe Marylan=Creme und das lehrreiche Büchlein:„Das Geheimnis jung zu bleiben.“ Linslose Darlehen zum Bau eines Elpenheimes. zum Kaut e.nes Elgephelmes. zur Ablösang von Hypolbeken. unkündbar, vergibt der Deutsche Sparerbund für Eigenheime e. Si. m. h. h., Milz Düsseldorf. Sprechstunde In Dülmen am Donnerstag. den 25. Januar 1930, abends von 5—8 Uhr, im Motel Milgers vorm. Kalvelage. Dülmen. Schriltliche Auskunft durch die Geschäitsstelle Dortmund, Saarbrücker Straße 14. HAMBURG-AMERIKA LINIE VON HAMBUKG DIREKT NACH KANADA Einfamilien-wohnhaus bei Münster(5 Zimner, Küche. Bad. 2 Mansardenzimmer. Autogarage, schöner Garten). besonders für Handwerker pass., bei gerin Ans hlung zu verkauten, ev'l zu vermieten. D.e Besitzung kann sofort bezogen werden. Th. Marr. Hiltrup b. Münster. Hausbesitzung Münster i. W., Göbenstr. 16. mit großem Garten preiswert zu verkaufen. ParterreWohnung wird freigestellt. Näh durch Panl Vennemann. Aukt., Münster i. Westf., Krummestraße 23. Totes Kapital sind auch Ihre dubiosen Außenstände. Berlangen Sie kostenlose Beratung von einem Großunternehmen, welches über ganz Deutschland verbreitet ist. Anerkennungsschreiben von maßgebenden Firmen vorhand. Offerten unter B T 851 an die Anzeigen Verwaltung der Zeno. Münster t. Westt Ladenlokal in bester Lage, in aufstrebender Stadt zu vermieten, entl — mit Inventar. Aushunft erteilt = unter J. M. die Halterner Zeitung. = Haltern i. Westf. NACHSTE PASSAGIERABFAHRTEN: MS„ST.LOUIS".21 Febr D„WESTPHALIA" 6. Mårz D.„CLEVELAND".. 12 Mårz M.S„ST.LOUIS". 28. Mårz MS„MILWAUKEE" 4. Aptil D„CLEVELAND".. 16. April AUSWANDERER ORLIESEN SICN WECEN ALLER TINZTLMEITEN ZU WENOINAN. HAMBURG-AMERIKA LINIE, HAMBURG I, ALSTERDAMM 23 oder konzessionierter Vertreter in Münster In Westf. Feltz Stürmenn, Relsebüro E. Vendel(i. m. b. H., Salzstraße 36 a. Bocholt, Loock à Steiner, Bismarckstraße 25. Offenbarungseid!Nieren= u. Blasenleidende! Nur ein Versuch mit A. Lindemanns Kräutertee zu 75 Pfa genügt und Ihr werdet staunen. Erhältlich in Drogerten und Retormen, sonkt A. Lindemann. Münster i. W., Südstraße 4°. Erlinder— Vorwärtsstrebende 5000 Mark Belohnung Näheres kostenlos durch F. Erdmann& Co., Berlin SW. 11. Katu. hilfe in Joblunasschwieriabeiten C. Schrichel, Münster Hermannstr. 63 Schrotmühlen Auch Sie können schro ten. einen Zentner m 0.7kw Stromperbrauch wenn die Steine vonn geschärtt sind. Anfrager resp. Be ellungen al Merscher. Spezlal Rühlenbau, Telgte i. W. Münsterstr. 36 Tel. 201 Wie suchen für sotort enen gebrauchten, au erhaltenen v14171 Benzin=oder motor 6-8 Gebr. Vostmeier. Maschinen=Werkstatt. Riesenbech Tel. Hörstel 126. motorenanlagen noch kurze Zeit in Be= triebzuves., sind wegen Vergröß. eines städt Wasserwerkes billig durch mich zu verk. Ingenieur Hübsch. Munster i. W Telephon 40386. Darlehen gegen Sicherheit an jedermann. HyvothekenVermittlung Franz Bohne. Münster i. W., Gartenstraße 20. Ruf 23424 Kesselasche für Wegebau und Betonzwecke(mitslgrob, fein oder grob) sehr billig abzugeben Herzmann& Welter, Essen, Tel. Essen: 43810 43811. Tel. Elberfeld: 35799 Ordind. Kein Tec zum Kochen! Nr. 6 Gallensteine Nr. 0 für Gicht, Rheuma, Reißen, Adernverkalkung, Ischias, offene Beine, Kopfechmerz, Energielosigkeit, Blutreinigung Nr. 7....... für Zuckerkranke Nr. 4........ für Nierenleiden Nr. 5....... für Lungenleiden Nr. 8 für Magen- und Darmkatarrh Nr. 9....... für Nervenleiden Nr. 10..... für Stuhlregulierung (Inhaltsangabe auf jeder Packung.) In dieser Anreige läßt sich wenig sagen. deshalb verlangen Sie kostenlos unsere illustrierte L.oschüre in Apetheken, Drogerien und Reformhäusern. Georg Rich. PFLUG& CO., Gera(Thür.) MAR Leiden, Kopl-, Megen- und Rückenschmerzen, Bläbun gen. Stuhlverstopfg,,Angst u Scl windelgef. Schlallosigkeit, Atemnot. Ohrensausen. nerv.-1heum gicht. Schmer zen Gemütsverstimmun esander. brietlich 33 gedesen grobe Eifohrungen U. Erio'no was die viel. Dank hreiben beweis. O. B. F. Rosenthal, Sperleibehandiuny für Nerventeiden In Minchen, B vartarini 32 Man woll- mir schreiben. worüber man zu klagen hat ferner das Alter. Kur ohne Berufsttörunn Zum 1. 2. ein tüchtiges lunges Hädchen für kleinen Geschäftshaushalt(3 Personen) gesucht. v14170 J. Metzger. Bocholt. sterstrane 49. Wegen Krankheit des jetzigen für bald ehrl, braves kath. Mädchen für Geschätt u. Haushalt(Bäckeret. Kolonialwaren) ges. Gute Zeugnisse erforderlich Bäckerei Theodor Ballhorn. Bocholt. Hohenzollernstr 28. Suche zum 1. Febiuar oder später für meinen herrschfil. Haush. tücht. Küchenmädchen das im Kochen selbständig ist und auch Hausarbeiten mit verrichtet. Zweitmädchen vorhanden Meldung mt Zeuanisabschr. er beten Frau Ludwia Bechmann. Bocholt. Kauser=Wilhelm=Sti. 14 Suche für sofort oder später ein ehrliches Mädchen welches selbständig ist für Küche u. Haushalt. Hotel-Restaurant Lindenhof. Coesfeld i. W. Ordentliches Mädchen zum 1. Febr. gesucht Frau Fr. Bischof. Münster, Sternstr. 44 Für kath Gesellschaftshaus eine Lehrköchin nicht unter 18 Jahren, zum 15 April gesucht. Of unter Z17 an die orstener Volkszeitung in Dorsten. Suche für sofort ein braves kath kinder Tlichtiger. gewandter s a.. Mädchen Dekorateur zur Erlernung d Küche und des Haushaltes Taschengelo wird gezahlt. Off unter BT 8°0 an die Anz.=Verw. d. Zeno in Munster Zum 1. Febr. tücht Gärtnergehilfe f. Landschaftsgürtnere gesucht. v14172 Friede Wormstall ant. Mersch. Ablen. Karlstr. 52. Für sofort tücht. jüng Gehilfe gesucht. Dortselbst wird auch ein Lehrling eingestellt. Dampbäckerei und Konditorei Wilh. Kroes. Rehme. Bad Oennhausen. Mindener Str. 582. Tücht. kath. Schmiedelehrling aus guter Familie. sofort gesucht. H. Kemper. Schmiedemeister. Heek. Bücker- und Kondttorlehrling der schon lönger gelernt hat. zum Weiterlernen gesucht, oder junger Gehilfe der Konditorei versteh. Off. unter Nr. 100 an die Lüdinghauser Zeitung, Lüdinghausen Zu Ostern Konditorlehrling gesucht. Konditorei u Café Ed. Kersting, altern i. Westf., Weseler Str. 104. Versandgeschäft richte allerorts ein E. R. Berthold, Halle S. und Lachschriftschreiber, der Stavelfenster Manuakiuw.-Branche) zugsrättig denorieren kann. fur 2—3 Tage im Monn gegesucht Offerten mit Gehaltsanspr. erbeten unter Nr 7251 an das Bocholter Volksblati in Bochoit. v14167 Schweizerstelle mit Kötterei. Ich habe eine bei Warendorf bestehende, in nächster Zeit frei werdende Schweizerstelle mit Kötteret zu vergeben Katholische Bewerber wollen sich umgehendst bei mir melden. Zu der Stelle gehören auskommende Wohnung und 4-5 W orcen Acher und Weide. Etwa 20 bis 25 Stück Milchkühe und 15 bis 20 Stück Jungvieh müssen versorgt werden. Nähere Auskunft über weitere Bedingungen erteilt der Unterzeichnete Fritz Schoneberg, vereidigter Auklionator in Warendorf. Auf einen intensiv bewertschafteten Bauernhof im Kr. Coesfed wird ein kath. Kötterssohn zum 1. 2. als Knecht gesu t wenn auch erst 18 9 are alt. Lohn nach Uebereinkunft. Angeb. unt. B T 853 an die Anzera=Verw. der Zeno Münner. Gute Stellung vergank! mandier dem lägl. Studium des„Zeno“.Ar beltsmarkles. Auch Sie handeln klug, wenn Sie jeden lag den Sellen- und Arbeitsmark d.„Keno“ verfolgen. Erfinder mit guter Idee gesucht Ang. unt D T 524 an Ala. Haasenstein& Vogler. Essen. la2511 Suche für mein. Sohn. der Ostern die Schule verläßt, großu kräft. ist Lehrstelle in einem Frlseurgesch. Josef Sandrewoki. Werne a d. L., Berastrahe 25. Landwirtssohn. 26 J., sucht zu bald Stellg. als Stühe oder Erstknecht in größerer Landwirt= schaft o Geflugeltarm. Ang. unt. 11 M Nr. 12 an Inseratenagentur Muesmann, Warendorf. nm8047 Junger Schweizer sucht sofort Stellung. Angedote unt. 11 B 39 an Dülmener Zeitung. Dülmen. Landwirtssohn sucht Stellung zur w: teren Ausbilda Off unt. BT 849 an die Anzelg=Verw. de= Zeno. Münster. Lenin-Peiern in Sowjet-Rußland. Trauertage und düsterer Alltag. Von unserem Rußland=Mitarbeiter. Rußland steht dieser Tage im Zeichen Lenins. Am 21. Januar 1924 ist Lenin gestorben, am 27. Januar wurde er begraben Eine Woche Trauer, die alljährlich sich wiederholt. Ihren Höhepunkt finden die Lenintage am 22. Januar, der als Feiertag gilt: es ist der Tag, an dem vor 25 Jahren beinahe 7000 Menschen auf einer Bittprozession zum Zaren erschossen und verwundet wurden. Der 22. Januar(es war der 9. Januar nach dem alten russischen Kalender), der Gedenktag des„blutigen Sonntags“ gilt seitdem als Beginn der ersten russischen Revolution. Für die sowjetrussischen Massen ist er jetzt aufs engste mit dem Tode Lenins verbunden. So wird mit einem Schlag zweier trauriger Ereignisse gedacht. Die Lenin=Tage sind in Sowjetrußland alles andere als einer stimmungsvollen Rückschau gewidmet In einem Land, wo alles propagandistisch ausgebeutet wird, sind sie auch zum Gegenstand einer Propaganda geworden. In diesem Jahre mehr denn je. Sowjetrußland macht schwere Zeiten durch, die schwierigsten seit den Jahren des Bürgerkrieges und des Kriegskommunismus. Die Not in der Stadt und auf dem Land ist enorm, das Leben erdrückend, der Zwang des Staates fühlbarer als noch vor kurzer Zeit. Vor den Lebensmittelverkaufsstellen stehen Hausfrauen und Kinder in langen Reihen. In den Dörfern werden die einzelnen Bauernwirtschaften zerstört und in die Kolchosen(Kollektivwirtschaften) eingefügt. In den Fabriken wird mit Hochdruck gearbeitet. Nicht einmal Sonntags stehen die Fabriken still, da der Sonntag abgeschafft ist. Tempo, Tempo überall! Das ist das zweite Jahr der Pjatiletka, des Fünf=Jahres=Planes des wirtschaftlichen Aufbaus. Das ist ein phantastisch anmutendes Programm, dessen Ausführung auf Kosten des lebenden Menschen geht. Man ist in Sowjetrußland erst beim Beginn der Opfer, die gebracht werden müssen, damit die Pfatiletka Aussicht auf Erfolg hat Täglich ergeben sich Lücken, die ausgefüllt werden müssen, immer neue Mängel tauchen auf, von deren sofortiger Beseitigung vieles abhängt. An eine ruhige planmäßige Arbeit ist nicht zu denken. Fieberhaft muß überall da eingegriffen werden, wo es gerade notwendig erscheint. Man arbeitet ruckartig, die riesige Maschinerie klappt nicht immer. Da sind die Lenin=Tage eine willkommene Gelegenheit, zu einem neuen Schlag auszuholen, die Energien neu aufzupeitschen, einen neuen Angriff einzuleiten Zwei große Wunden gibt es heute in Sowjetrußland, deren schnelle Heilung eine Lebensfrage für das Land der roten Diktatur ist. Erstens die Frühjahrsaussaat. Die Winterbestellung hat zu einem erheblichen Teil versagt; wenn jetzt noch die Frühjahrskampagne mißlingen sollte, wird das Schlimmste zu befürchten sein. Das russische Dorf befindet sich in einem völlig chaotischen Zustand. Offiziell nennt man dieses Chaos den„Uebergang von der Individual= zur Kollektivwirtschaft“. In der Tat ist es so, daß die noch selbständig ebliebenen Bauern keine Möglichkeit haben, weiterzuestehen. Durch unmenschliche Steuern und durch politische Maßnahmen werden sie gezwungen, in die landwirtschaftlichen Kommunen einzutreten. Von den 26 Millionen Bauernhöfen in Rußland sind viele Mill onen bereits verschwunden. Die übrigen gehen ihrem Ende entgegen Die landwirtschaftlichen Kommunen aber, die on ihre Stelle treten, wirtschaften bis jetzt in vielen Fällen miserabel. Ist das eine„Kinderkrankheit", oder eine im Wesen der Sache liegende Erscheinung? In Sowjetkreisen glaubt man an das erste. Man ruft sogenannte Arbeiterbrigaden ins Leben, die städtischen Arbeiter werden aufs Land geschickt, um dort die landwirtschaftliche Produktion zu organisieren, genauer: um die Frühjahrsbestellung zu besorgen. Sie machen vorher kurze landwirtschaftliche Kurse durch- und ziehen dann los. Von diesen Arbeiterbrigaden hofft man eine erhebliche Förderung der Landwirtschaft. Es wäre schön, wenn dadurch wenigstens die Sunmittelbare Katastrophe vermieden werden könnte Die zweite große Sorge in Sowjetrußland ist der Mangel an qualisizierten Arbeitskrästen. Neue Fabriken werden geplant, neue Industriestädte sollen gebaut werden— wer aber diese ganze Arbeit leiten soll, weiß niemand. Die Zahl der tüchtigen Ingenieure und der tüchtigen Meister ist, verglichen am Bedarf, äußerst gering. Einige ausländische Fachmänner, die nach russischen Begriffen ein Riesengeld kosten, sind nur ein Tropfen im Meer. Ein ausländischer Durchschnittsingenieur, etwa mit dem Gehalt eines russischen Ingenieurs, würde sich den russischen Bedingungen kaum anzupassen vermögen. Man geht nun in Rußland mit höchster Beschleunigung an die Ausbildung technischer„Spesalisten". Die begabten Arbeiter werden ausgesucht und mobil gemacht, um in den technischen Schulen in kürzester Zeit ausgebildet zu werden. So sollen jetzt bis zum 1. Februar 57000 solcher Arbeiter ausgezogen werden und bis zum nächsten Frähjahr 900 000. Auch hier werden die Lenin=Tage dazu benutzt, um die lokalen Organisationen aufzupeitschen und sie zu der Intensierung und Beschleunigung der technischen Ausbildung anzuregen. Nach den Lenin=Tagen kommt dann der Alltag, der düstere sowjetrussische Alltag. Er bleibt an innerer Spannung und an bitterem Kampf hinter den Feier= und Trauertagen nicht zurück. Er bringt neue Sorgen, schlägt neue Wunden, läßt neue Schlaqworte entstehen, neue Parolen, führt zu neuen Hilfs= und Rettungsexpeditionen, schafft neue Aufgaben So geht es in einem fort. Der stille Hafen ist weit. Wird er je erreicht? * Die Kirchenzerstörungen. Moskan, 20 Jan. Der Abbruch des altertümlichen Simonsklosters bei Moskau, das bisher unter Museumsschutz stand und mit 6000 andern bisher unter Museumsschuß stehenden historischen Gebäuden von der Hauptverwaltung für Wissenschaft bei dem Volksbildungskommissariat freigegeben wurde, soll am Todestag Lenins unter besondern Feierlichkeiten vonstatten gehen. Die Mauern werden in der Nacht zum 22. Januar, der ein allgemeiner Feiertag ist. gesprengt und von 5000 freiwilligen Arbeitern, die sich in einem Festzug zu der Trümmerstätte begeben sollen, aufgeräumt Bei der anschließenden Versammlung sollen Mitglieder der Regierung auftreten An Stelle des Klosterssol! ein„Kulturpalast", worunter man ein Theater und ein Klubgebaude zu verstehen hat, errichtet werden. Professor Schtschussew, der Direktor der berühmten Tretjakowgalerie und Architekt des Leninmausoleums. ein Kunstgelehrter von internationalem Ruf. der sich für die Erhaltung des längst nicht mehr kultischen Zwecken dienenden Simonsklosters eingesetzt hat, wird in der Presse gegenrevolutionärer Gesinnung beschuldigt. Schatzkammern des menschlichen Geistes. Die größten Bibliotheken der Welt./ Deutschland steht an neunter Stelle. Der Direktor des Statistischen Amtes in Buenos Aires, Sparn, hat über das öffentliche Bibliothekswesen der Kulturländer unserer Erde eine überaus interessante Zusammenstellung ausgearbeitet, aus der hervorgeht, daß es insgesamt 1038 öffentliche Bibliotheken gibt, die insgesamt 181 Millionen Bücher enthalten. Und zwar entfallen davon auf Europa 669 Vibliotheken mit 119 Millionen Bänden, auf Amerika 336 Bibliotheken mit 56 Millionen Bänden, auf Asien 23 Bibliotheken mit 4 Millionen Bänden, au Australien 7 Bibliotheken mit 1 Million Bände, auf Afrika 3 Bibliotheken mit 200 000 Bänden Unter allen Kulturländern steht was die Zahl der Bibliotheken betrifft, Deutschland mit 160 Bibliotheken, die 29½ Millionen Bücher bergen, an der Spitze Unter den europäischen Ländern folgen dann: Frankreich mit 111 Bibliotheken(19.8 Millionen Bände). Großbritannien 101 117 Mill.), Italien 95(13,3 Mill.), Oesterreich 32(5.2 Mill.). Schweiz 26(3,7 Mill). Belgien 19(3 Mill.). Holland 18(3,2 Mill.), Polen 14(2,5 Mill Bände). Die zwölf größten Bibliotheken. Wenn man die prominentesten Bibliotheken der Welt der Größe nach ordnet, so ergibt sich folgendes Bild: Paris, Bibliothek nationale.... 4,5 Mill. Bände eningrad, Oeffentliche Staatsbibliothek 4„„ Leningrad, Bibligthek der Akademie der Wissenschaften 4„„ Washington, Kongreßbibliothek.. 3,56„„ Moskau, Oeffentl Leninbibliothek 3,5„„ London, Bibliothek des British Museum 3,15„ New=York, Oeffentliche Bibliothek.. 2,97„ Cambridge(Mass.), Bibliothek der Havard=Universität 2,5„„ Berlin, Preußische Staatsbibliothek 2,2„„ Kiew. Ukrainische Nationolbibliothek 1,9„„ München, Bayrische Staatsbibliothek 1,62„„ Paris, Universitätsbibliothek 16„„ Unter den weiteren 14 Bibliotheken, die mehr als eine Million Bände besitzen, sind zu nennen: Die Oeffentliche Bibliothek in Boston, die Bibliothek der Yale=Universität in New-Haven(Conn.). die Oeffentliche Bibliothek in Chicago, die 1872 aus den Stiftungen deutscher Verleger begründete Universitätsbibliothek in Straßburg, die Bodleiana in Oxford, die Nationalbibliothek in Wien sowie die großen Bibliotheken in Madrid, Cambridge, Moskau. Chicago, Cleveland, Neapel, New-York und im Haag. Prominente deutsche Büchereien. Unter den 19 deutschen Bibliotheken, die über mehr als eine halbe Million Bände verfügen, verdienen Erwähnung: Heidelberg, Universitätsbibliothek... 990 000 Bände München, Universitätsbibliothek... 870 000„ Leipzig, Universitätsbibliother.. 825 000„ Dresden, Sächsische Landesbibliothek.. 755 000„ Göttingen, Universitätsbibliothek. 751 000„ Leipzig. Deutsche Bücherei..... 742 000„ Hierzu kommen noch die Bibliotheken in Frankfurt (Main), Tübingen, Hamburg Darmstadt, Breslau, Köln, Vonn, Kassel und Königsberg Die Preußische Staatsbibliothek in Berlin(gegründet 1661), die früher unter den Büchereien der Welt an vierter Stelle stand, ist inzwischen auf die neunte Stelle herabgesunken Die inzwischen erfolgen Kürzungen der staatlichen Mittel und der Zuschüsse der Notgemeinschaft haben die Gefahr verschärft, daß diese größte Bibliothek Deutschlands, die selbst in den entlegensten Orten des Reiches den Wissenschaftlern mit dem gewünschten Material versorgt— täglich liegen 3000 Bestellzettel vor— ihre Aufgaben nicht mehr in dem Maß erfüllen kann, wie dies notwendig ist Nicht nur der Ankauf von Büchern muß gedrosselt werden, auch zahlreiche Zeitschriften des In- und Auslandes, diese hervorragendsten Träger des wissenschaftlichen Fortschritts und Meinungsaustausches, werden nicht mehr in dem bisherigen Maß gehalten werden können, sodaß Lücken entstehen, deren spätere Auffüllung unmöglich ist Es sollte möglich sein, diese Gefahr abzuwenden, deren Wirkungen schließlich die deutsche Wissenschaft in ihrer Gesamtheit spüren wird. Jährlich 25 000 neue Bücher in Deutschland. Welche Fluten von Büchern diese Bibliotheken aufzunehmen haben, geht daraus hervor daß in Deutschland jährlich etwa 25000 Bücher(in der Vorkriegszeit rund 13 000) erscheinen, während die Zahl der Zeitschriften gegenwärtig eiwa 7000 beträgt Von den im deutschen Buchhandel erscheinenden Büchern erhalten die Preußische Staatsbibliothek in Berlin und die am 1. Januar 1913 gegründete Deutsche Bücherei des Börsenvereins der deutschen Buchhändler in Leipzig je ein Pflichtexemplar. Die Deutsche Bücherei in Leipzig hat damit, weil sie seit 1913 alle Erscheinungen der neueren Literatur lückenlos aufbewahrt, eine besondere Bedeutung erlangt Bibliotheken sind, wie Leibniz es einmal ausgedrückt hat,„die Schatzkammern aller Reichtümer des menschlichen Geistes" Die 181 Millionen Bände, die in den über tausend Büchereien der Erde aufgestapelt sind, sind Monumentalwerke dieses Menschengeistes, aufbewahrtes Wissensgut aus allen Zeiten. dazu bestimmt, immer wieder von neuem Samen zu streuen und spätern Generationen die Fackel weiter zu reichen, die vergangene Geschlechter entzündet haben. Die südlichste Stadt. Punta Arenas in Patagonien. Die südlichste Stadt der Erde, die durch die Südpe expedition Byrds aktuelles Interesse hat, befindet si wie Professor A Windhausen aus Cordoba in a gentinien, in der Gesellschaft für Erdkunde ausführte, Patagonien. Sie hat den Namen Punta Arene und ist der Hauptort des chilenischen Territoriums M galhanos an der Magalhaes=Straße, die den atlantisch mit dem stillen Ozean verbindet. Sie liegt an der C küste der Haloinsel Brunswick und war bis zum Jah ar Verbannungsort Die Hauptbedeutung dies lüdlichsten Stadt der Erde lag früher darin, daß sie d sudlichste Schiffshafen war, der durch sei günstige Lage an der Magelhaes=Straße auch einen se reichen Schiffsverkehr aufwies Die Magelhaesstraße w ein stark befahrener Weg von dem atlantischen nach d. stillen Ozean, bis die Eröffnung des Panamakanalsd Bedeutung der Magelhaesstraße als Schiffahrtsweg sehr erheblichen Abbruch tat Dem Entdecker der Magelhaesstraße Fernando Magelhaes hat die Stadt ein Standbild errichtet. Auf diesem am Süden am weitesten vorgeschobenen Posten der Zivilisation hat sich trotz der ungünstigen Lage der Stadt ein ziemlich reges Geschäftsleben entwickelt, da von hier aus nicht nur viel Holz ausgeführt wird, sondern auch Wolle und Pelzwerk, das die Indianer aus dem Innern des Landes nach Punta Arenas zum Verkauf bringen Professor Windhausen wies übrigens darauf hin. daß zwischen Südamerika und der Antarktis früher eine Landverbindung bestand, und erst in der letzten Periode der geologischen Entwicklung der Erde zerriß dieser Erdgürtel In dieser Periode in dem Quartär, erhielt der Südpolarkontinent seinen Eispanzer Wenn man die Gestalt des nordwestlichen Südpolarkontinents im Zusammenhang mit der Linienfüh= rung der Süospitze von Südameriko betrachtet, dann erscheint die Ausführung Windhausens berechtigt, denn die Antarktis hat in dem sich gegen Südamerika richtenden Teil eine Form. die ziemlich genau in die Form von Süamerika passen würde, wenn irgendeine Riesenhand die beiden Kontinente wieder einander näherbringen würde. Punta Arenas ist also das südliche Gegenstück zu Hammerfest, die bekanntlich die nördlichste Stadt der Erde ist. der Raubüberfall am Silvesterabend vor Gericht. Münster, 21. Januar. Der hiesigen Kriminalpolizei war am 31. Dezember Mitteilung gemacht worden, daß der 20jährige Maler Heinrich Helling, der zur Zeit stellungslos war, beabsichtige, abends einen Raububerfall in die Filiale Hill, Kolonialwarenhandlung an der neuen Hl Geistkirche. plane. Mehrere Kriminalbeamte wurden dorthin entsandt= und etwa um 7 Uhr, als der letzte Kunde den Hillschen Laden verlassen hatte, erschien der Engeklagte mit seinem Freunde. Sofort wurde er von Kriminalbeamten, die im Laden und auch draußen Ausstellung genommen hatten, empfangen. Jetzt stand Helling vor den Schranken des Schöffengerichtes, wo er sich wegen versuchten ichweren Naubes verantworten mußte. Gegen den anderen jungen Mann, der auch nicht bis zur Haustüre mitgelommen war, der aber auch die Polizei verständigt karte, wurde selbstverständlich kein Verfahren anhängig gemacht. Zu der Verhandlung war nur Oberkommissur Oesiermann als Zeuge geladen. Helling gibt an daß er zur Zeit arbeitslos gewesen sei und um seinen Eltern nicht auf der Tasche liegen zu müssen, habe er den Raubüberfall geplant. Er habe nicht die Absicht gehabt zu schießen. Erst als er von den Beamten verfolg: sei. habe er aus Angst in die Erde geschossen, um die Verfolger zurückzuschrecken. Kriminalkommissar Oestermann gab an, daß bis zur Tat über den Angeklagten nichts Nachhenliges bekannt geworden sei. Der Staatsanwalt hält es für unglaublich, daß ein solcher junger Mann eine solche Tat begehen könne. Bei solchen Leuten sei es zu bedauern. daß die Prügelstrafe abgeschafft sei. Mildernde"mstände seien dem Angeklagten nicht zuzubilligen. Eine Zuchthausstrafe von einem Jahre und drei Monaten, sowie drei Jahre Ehrverlust erschienen angemessen. Das Gericht war der Meinung, daß ein solcher Angeklagter, der nicht vorbestraft sei noch nicht ins Zuchthaus gehöre. Es seien ihm deshalb die mildernden Umstände nicht versagt worden. Immerhin erscheine eine Gefägnisstrafe von einem Jahre drei Monaten und drei Jahre Ehrver:as am Platze. Heitere Welt. Antik. Herr Meier hat als Gelegenheit einen alten gotischen Schrank gekauft. Als echt, nur seien einige kleine Stellen Ein Ze'ß-Planetarium in maskan. Auf dem Gelände des zoologischen Parkes in Moskau wurde ein mächtiger Rundbau errichtet, in dessen oberem Teil sich ein Zeiß=Planetarium befindet Der untere Raum dient als Vortragssaal für kinematographische Vorführungen Unser Bild zeigt die an dem Rundbau außen angebauten Projektionsräume. ergänzt Herr Meier kann diese Stellen aber nicht finden. Er läßt daher einen Fachmann kommen Der sieht sich das Ding gründlich an und schüttelt immer nur mit dem Kopf. Schließlich fragt Herr Meier:„Nun, Herr Professor, was ist denn nun an dem Schrank neu und was ist alt?“ „Wissen Sie“. sagt der Professor,„alt... alt ist bloß das Schlüsselloch.“ Originell. Die begeisterte Mutter:„Mein Sohn hat viele originelle Ideen, nicht wahr?“ Der Lehrer:„Ja. besonders in der Orthographie.“ Gut angewandt. „Eine bekannte Autofabrik hat eine neue Marke geschaffen In Autokreisen heißen die Wagen: MartinLuther=Wagen.“ „Warum?“ „Hier stehe ich. ich kann nicht anders Seltsame Beschäftigungen bedeutender Männer. Napoleon als Kinderwärter./ Ein Oberpräsident kocht Suppe Napoleon hat auf der Höhe seiner Macht, wo Kaiser und Könige und ganze Völker ihm zu Füßen lagen, eines Tages die seltsame Beschäftigung eines Kinderwarters ausüben müssen Er war bekanntlich sehr impulsiv und liebte es nicht, Dinge, die er sich vorgenommen hatte, auf die lange Bank zu schieben Eines Tages wollte er den Obersten seiner Garde sprechen, und da er grade an seinem Haus vorbeiritt, so sprang er ganz unzeremoniell und ohne Umstände vom Pferd und ging in das Haus des Obersten Es war am Nachmittag, eine Zeit, die der Oberst zu einem Schläschen benutzte Napoleon kleidete sich, wie man weiß. sehr einfach und trug nur eine ganz schlichte Uniform, ohne Abzeichen, Sterne und Orden Er war. wenn er von seinen Marschällen und Generälen umgeben war, die schlichteste Erscheinung Als ihm nun das Kindermädchen des Obersten die Tür öffnete und Napoleon den Obersten zu sprechen verlangte, erklärte das Mädchen, daß es den Herrn nicht wecken dürfe Auch müsse es das Kind in den Schlaf wiegen, da es sonst schreie Napoleon machte die Geschichte Spaß, und er redete der Wächteren des Hauses freundlich zu, den Herrn zu wecken, und versprach, daß er dafür sorgen werde, daß der Oberst nicht schimpfen werde Endlich erklärte sich das Mädchen dazu bereit, den Wunsch Napoleons zu erfüllen, aber unter der Bedingung, daß er in der Zwischenzeit das Kind in den Schlaf wiege. Dies tat Napoleon Nach kurzer Zeit hörte er den Obersten schimpfen, daß er wegen eines xbeliebigen Menschen geweckt wurde Er hörte den Obersten laut gähnen und aufstehen, um in den Kinderzimmer zu kommen Als er die Tür aufmachte blieber entsetzt stehen, denn er sah seinen Kaiser als Kindermädchen beschäftigt Das wirkliche Kindermädchen, das ihm folgte, hörte kaum die Worte ihres Herrn, mit denen er den Kaiser um Entschuldigung bat, als sie laut schreiend davonrannte Nur mit großer Mühe konnte sie der Oberst auf Wunsch Napoleons zum Kaiser führen, der sie beruhigte und ihr zum Andenken an die Stunde, wo sie ihn für einen Unteroffizier gehalten hatte, sein goldenes Ebenbild in Form eines Goldstückes überreichte Ein ähnliches Erlebnis hatte mal ein Mann. der zwar nicht Kaiser der Franzosen war. sondern nur Oberpräsident der Provinz Westfalen, aber als ein Verwaltungsbeamter hohen Grades. als unermüdlicher Arbeiter und bedeutender Geist auch Anspruch darauf hat, zu den hervorragenden Männern gezählt zu werden, nämlich der alte Heinrich v. Vincke Vincke war ein geschworener Feind des Bürokratenwesens und des Amtsschimmels, der monatelang traben muß, um von einer Amtsstelle zur anderen zu kommen Besonders den„Amtsweg“. den Verfügungen gehen mußten, um an ihre Stelle zu gelangen, haßte er aus seinem schlichten Herzen heraus Er schämte sich durchaus nicht, trotz seiner hohen Stellunng selbst der Bote seiner eigenen Anweisungen zu sein Er war ein Frühaufsteher und hatte darum viel Zeit, seine Absichten persönlich auszuführen Wenn ihm irgendetwas auf dem Herzen lag, ruhte er nicht eher, als bis er es selbst erledigt hatte Eines Tages wollte er mit dem Bürgermeister einer westfälischen Stadt, die sich in Geldschwierigkeiten befand. persönlich Rücksprache nehmen Die Amtsstunden des Bürgermeisters begannen um neun Uhr, aber so lange hatte Vincke keine Zeit. Mit Ungeduld erwartete er, daß die Hausuhr acht schlug, da er vor dieser Zeit nicht glaubte, dem Bürgermeister in seinem Hause einen Besuch machen zu dürfen. Mit dem letzten Schlag war er aber an der Tür der Wohnung des Bürgermeisters und erklärte der Köchin, die ihm öffnete, daß er ihren Herrn sprechen wolle Der Köchin war er aber in seinem bestaubten Anzug offenbar nicht wichtig genug Jedenfalls wies sie ihn sehr unwirsch ab und ersuchte ihn, zwei Stunden später zu kommen Vincke ließ sich aber nicht beirren, sondern sagte:„Gehen Sie nur den Herrn wecken Ich muß ihn sehr dringend prechen“, woraufhin er von der Köchin die Gegenfrage hören mußte:„Ob er denn nicht hören könne, daß der Herr noch schlafe Nach mehrfachem Hin- und Herreden war sie endlich bereit den Wunsch des„zudränglichen Herrn" zu erfüllen, wenn er die Suppeumruhren wolle, die sonst anbrennen würde Vincke erwiderte:„Das ist ja eine Kleinigkeit. Das mache ich gern, die Suppe wird nicht anbrennen“ An der Tür wandte sich die Köchin noch einmal um und fragte ihn, wen sie melden solle„Sagen Sie nur“, erwiderte der Oberpräsident.„Vincke aus Münster ist da“. Der Herr Bürgermeister fragte ganz entsetzt, wo denn „Vincke aus Münster sei“„Er steht in der Küche und rührt die Suppe, damit sie nicht anbrennt", erwiderte die Köchin Als der Bürgermeister der Köchin sagte, wer der Vincke aus Münster sei. stürzte sie in die Küche, um sich zu entschuldigen Aber Vincke hatte gerade den Suppentopf in der Hand und erwiderte nur:„Die Suppe ist fertig, sie ist nicht angebrannt.“ Preisverteilung für den Europoflug. Im Aeroklub von Frankreich fand dieser Tage durch den Vorstand der Internationalen Aeronautischen Federation die feierliche Ueberreichung der Preife für den internationalen Europaflug 1929 statt Den ersten Preis nahm der Delegierte des deutschen Luftrats von Hoepfner für den Sieg Morziks entgegen Unser Bild zeigt von links nach rechts: Botschaftsrat Claudius von der Pariser deutschen Botschaft. Capt. Broad, zweiten Sieger im Europaflug, von Hoepfner, Vizepräsident des Aerokiubs von Deutschland, Graf de la Vaux, Präsident des Aeroklubs von Frankreich, Delmotte, den ersten unter den französischen Flugteilnehmern, und Tissandier, Vizipräsident des Aeroklubs von Frankreich. FILIALE DULMEN LÖDINGHHUSERSTRASSE 2123 H KAISERS KAFFEE GESCHAFT UBER 000 FILIALEN Dülmen den 22. Januar 1930. Seit dem 21. Dezember wächst der Tag. Zunächst kaum merklich. Auch um die Jahreswende waren es nur wenige Minuten, um die die Tageslänge zunahm. Aber nun, da die Monatsmitte überschritten ist, wächst der Tag schon bedeutender. Im Laufe des Monats beträgt die Zunahme etwa eine Stunde. In der Stadt achten nur wenige darauf, daß der Tag zunimmt. Das Licht, einige Minuten früher oder später angezündet, wer achtet darauf? In manchen Büros brennt es fast den ganzen Tag. Anders auf dem Lande, wo alle Arbeit an Licht gebunden ist. Da freut sich der Landmann, wenn er seine täglichen kleinen Verrichtungen, wie Besorgung der Feuerung, Fütterung des Viehes usw., schon bei natürlichem Lichte erledigen kann Der wachsende Tag gibt einen Hoffnungsstrahl auf hellere Zukunft. Wenn es dem Licht entgegengeht, dann ist des Winters Dauer gehälftet. Gewiß mag er noch mit Eis und Schnee sich bemerkbar machen— die weiße Woche in der Natur ist in diesem Jahre bisher ausgefallen— seine Zeit geht doch zu Ende. Er muß die Regentschaft abtreten, wenn nach kurzen Februartagen das Märzlüfterl weht. *Eine Erklärung des Regierungspräsidenten. Ein Einzelfall, der zur Entscheidung stand, hat den Regierungspräsidenten in Münster veranlaßt, die Vor sitzenden der Kreis= und Stadtausschüsse grundsätzlich darauf hinzuweisen, daß auch die gewählten Mitglieder dieser Behörden die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit haben und daß sie wegen Verletzung dieser Pflicht disziplinarisch zur Verantwortung gezogen werden können. § Gefaßte Wilderer. Beim Frettieren wurden 2 junge Männer aus Stadt Dülmen abgefaßt und zur Anzeige gebracht, die in den Östhoff'schen Waldundungen frettierten und bereits 5 Kaninchen gefangen hatten. Kredite für Oedlandkultivierung. Es wird darauf hingewiesen, daß die Anträge bis zum 12. Februar 1930 zu stellen sind. Der ursprüngliche Termin zum 1. März ist abgeändert worden. Volkstanz. Am kommenden Sonntag ist der Lehrgang unter der Leitung von Frl. Ilse Adams beendet. Zum Abschluß dieses Kursus sollen nachmittags um 5 Uhr im Gesellenhaus einige schöne Proben echter deutscher und heimatlicher Volkstänze vorgeführt werden, an denen auch auswärtige Volkstanzkreise teilnehmen werden. Außerdem gelangt das muntere Spiel„Der Schweinehirt", bearbeitet nach dem gleichnamigen Andersen'schen Märchen, zur Aufführung. Da Frl. Vanheiden die Einstudierung übernommen hat, haben wir die Gewähr, daß es ein gutes Spiel werden wird. Komet Wilk(1929d). Mit einem guten Fernglase ist dieser Komet, der Ende vorigen Jahres entdeckt wurde, bei klarem Westhimmel beobachtbar. Die beste Zeit dafür ist zwischen 5,45 und 6.30 Uhr. Sein Standort war am 16. an der Grenze des kleinen Sternbildes„Pferdchen" gegen den Wassermann rechts neben dem mit bloßem Auge noch eben erkennbaren Wassermann=Sternchen d. Von dort aus bewegte er sich zunächst auf einen Punkt zu, der in der Mitte der beiden hellsten Sterne Alpha und Beta des Wassermanns liegt; er erreicht ihn am 21. d. M. Am 28. wird er sich rechts neben dem Wassermannsterne Theta befinden. Seine Gesamthelligkeit ist die eines Sternes 7. bis 8. Größe, sein Kopfdurchmesser beträgt mehrere Bogenminuten. Er zeigt zwei Schweife; der eine ist knapp 3 Mondhalbmesser lang und ziemlich genau sonnenentgegengesetzt gerichtet, der andere von knapp 1 Mondhalbmesser mehr nach oben. Zur Feststellung des Gebietes, das nach dem Kometen mit dem Glase abzusuchen ist, bedient man sich am besten einer drehbaren Sternkarte, des billigsten und einfachst zu handhabenden Hilfsmitttels des Sternfreundes. Die Oerter des Kometen sind in Rektaszension und Deklination am 21: 21,79 und— 3,03, am 25: 21,97 und— 6,62, am 29: 22,11 und—9,88. * Einschränkung des Zuganges zur Ausbildung als technische Lehrerin. Ein Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe wie auch des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ist für die Eltern von größter Bedeutung, deren Töchter sich als technische Lehrerin ausbilden wollen. Nach den von den Regierungen und Provinzialschulkollegien vorgelegten Jahresberichten ist zur Zeit eine so große Zahl von technischen Schulamtsbewerberinnen vorhanden daß eine geeignete Unterbringung dieser Bewerberinnen Schwierigkeiten gegegnet. Aus diesemn Grunde muß der Zugang zur Ausbildung als technische Lehrerin, um eine Ueberfüllung in diesem Berufe zu verhindern, sorgsam überwacht und auf das notwendigste Maß beschränkt werden. Zum nächsten Östertermin dürfen Parallelklassen an technischen Seminaren oder Lehrgängen nicht eröffnet werden. In den verbleibenden Klassen soll in keinem Falle die amtlich zulässige Höchstzahl von Schülerinnen überschritten werden. * Baumwolle immer noch der begehrteste Textilrohstoff. Bei oberflächlicher Beobachtung will es scheinen, als ob die Kunstseide der Baumwolle längst den Rang abgelaufen habe. Tatsächlich aber ist auch heute noch die Baumwolle der bedeutendste Rohstoff unter den Spinnstoffen. Die jährliche Welterzeugung an Baumwolle beträgt 6,3 Millionen Tonnen, danach kommt Jute mit 2,2 Millionen Tonnen, Wolle mit 1,4 Millionen Tonnen, Hanf mit 702000 Tonnen (1913 nur 500000 Tonnen), Flachs mit 511000 Tonnen(1913: 730000 Tonnen), dann erst kommt die Kunstseide mit 187000 Tonnen, die allerdings unter allen Textilstoffen die stärkste Aufwärtsentwicklung erlebt hat und von 8000 Tonnen im Jahre 1913 auf 187000 Tonnen im Jahre 1929 emporgeschnellt ist. Die jährliche Menge an Naturseide, die gegenüber der Kunstseide einen schweren Stand hat, sich aber durch Verbilligung und Qualität zu behaupten sucht, beträgt 52000 Tonnen. *Neues Mittel gegen die Maul= und Klauenseuche? Aus Anlaß der letzten Maul= und Klauenepidemie wurden in Dänemark mit einem neuen Desinfektiosmittel Versuche angestellt und vorzügliche Wirkungen erzielt. Das Mittel ist eine Mischung von Lysol und Natron. Es stellt sich um 90 Prozent billiger als die bisher angewandten Desinf.ktionsmittel. Bei den Versuchen wurde einwandirei festgestellt, daß die sogenannte Stechfliege, die bisher als Krankheitsträger gilt, unschuldig an der Maul= und Klauenseuche ist. Die Versuche auf Heilung der Krankheit werden fortgesetzt, da in Dänemark auch die radikale Maßnahme der Abschlachtung verseuchter Viehbestände die Weiterverbreitung der Krankheit nicht zu verhindern vermocht hat Festkalender für den Gebrauch des Meßbuches von Schott. Donnerstag.(weiß). Raymundus. Messe mit Gloria S.(5), Kirchengebet S 597, 2. und 3. Kirchen=, Still= und Schlußgebet von der hl. Emmerentiana S. (44),(45), und von der Mutter Gottes S. 112, 113, Präfation S. 46. Freitag(rot). Timotheus. Messe mit Gloria S.(2), Lesung S. 598, Präfation S. 46. Samstag.(weiß). Messe mit Gloria und Credo S. 598, 2. Kirchen=, Still= und Schlußgebet vom heil. Petrus S. 590, 592, Evangelium S.(40), Präfation von den Aposteln S. 46. Vereinsanzeigen. Dülmen: D. J. K.„Sportfreunde 1920“. Morgen (Donnerstag) abend 812 Uhr Jahresversammlung im Kolpinghause. Erscheinen ist Ehrenpflicht. Jugendkraft Heil! 9 Sie sind es sich selbst und Ihrer Familie schuldig, die großen Vorteile in Mütherig's Inventur=Ausverkauf auszunutzen. 20% 30% 50% Rabatt! 6 Das Jahres=Seelenamt für den verstorbenen Oberweichenwärter Anton Abt findet statt am Donnerstag, 23. Januar, morgens 7¼ Uhr, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird. Familie Bernh. Abt Danksagung! Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes und unseres guten Vaters sagen wir allen denen, die ihm das letzte Geleite zur ewigen Ruhe gegeben haben, besonders den Beamten des Postamtes, dem Garde= und Kriegerverein unsern liefgefühlten Dank. Frau Anna Bäse und Kinder Delik. Sauerkraut .20=Pfund=Dose 2954 Gelbe Erbsen... Pfd. 26 Grüne Erbsen... Pfd 280 Weiße Bohnen.. Pfd. 324 Linsen, große, helle. Pfd. 484 Holl. Vollheringe kleine.. Dutzend 65 Heines Würstchen 2 Paar 45 Speck, fett, geräuchert. Pfd. 110 Blasenschmalz... Pfd. 905 Milchkaramellen ½2 Pfd. 40 Hustenbonbons in Rollen 3 Stück 254 Hustenbonbons.. Pfd. 504 Rückvergütung 5 Prozent! WienekeFerdinand Fölling Nachf. Bekannte westfälische Großbrauerei sucht für Dülmen unter günstigen Bedingungen einen tüchtigen, mit der Kund„schaft bestens vertrauten Vertreter für Faßbier und Flaschenbier(Brauereiabfüllung). Die Bedienung geschieht nach Möglichkeit per Lastauto. Es kommen nur Personon in Frage, die über die noiwendigen Beziehungen zu den Abnehmern verfügen. Sicherheiten stellen und Referenzen aufgeben. Meldungen, die streng vertraulich behandelt werden, unter B. Br. 163 an die Geschäftsstelle der Dülmener Zeitung. Frischer Schinkenzu kaufen gesucht. Näheres in der Erpedition Automosilclüß Dülmen Am Donnerstag, 23. ds. Mts., 8¼ Uhr abends, findet im Bürgerhaus eine General=Versammlung statt, zu der alle Anhänger des Motorsportes freundlichst eingeladen werden. Der Vorstand. N. B. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Zwangsversteigerung. Am Samstag, den 25. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr werde ich in unserem Kassenlokale 1Ausziehtisch, sowie 3 Hobelbänke meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Dülmen, den 21. Januar 1930. Markmann, Vollz. Beamter der Allg. Ortskr. Dülmen. Verein für Vogelschutz und Geflügelzucht e. V. Dülmen Am Donnerstag abend 8½ Uhr findet die diesjährige ordentliche General=Versammlung bei Hermann Lödding statt. Satzungsgemäße Tagesordnung. Der Vorstand. tel weiß, daß es zur Störkung des Körpers nichts besseres gibt als DOPPELHERZ. Dopnerz ist als Kräftigungsmitbewährt bei Blutarmut, Appetitlosigkeit, Schwöchezustönden aller Art, Neurasthenie, Nervenleiden und nervösität. Holen Sie heute noch eine Probefiasche zu M. 2,50 große Flasche M. 4 50 und 550. Doppelherz- Dragees M. 1,50; Niederlage: Brogerle K. Timpte, Marktstrane. ferrahes Med. Drog., Münsterstrabs. Althoff Rausmitder Ware Recklinghausen Die Preise sind zum Teil rücksichtslos herabgesetzt!