Dienstag, den 14. Februar 1888. 12. Jahrgang. hvergehen 2.. Abgg. Dr. Winde Fusangel entschieder idthorst sreiste bei Pastor Thümmel, nnd der Erklärung. daß er ißbillige. Schließlich d die Wahl nach dem zültig erklärt. Die entgegen dem Vor= rt, da die Redner der Vorgängen— zeitkeinen entscheidenden Der socialdemocratische des Reichstages als arantirten Rechte des 1Ordnungsruf Nachdem noch schließ= tatlib.) erörtert war, dem Abg. Singer Ge= des beschlußunjähigen hen. Montag 1 Uhr ngesetzes statt. Lhaussee Schwerinubmord an dem Lrivitz ausgeführt. tem Kampfe durch berwältigt zu sein. aus Crivitz wegen chrötter, welcher erklärt nach der rufung nach San November dem o gesagt, daß in on des Luftröhrenllig auf den Tag, ie Operation volli mußte, betrachtet peis für sein Guton ab, ob in dem günstiger Umstände dann kann die weir äußersten Grenze Zustand stets ein ungünstige Eineitet sein kann. olit. Corr.“ wird kehrungen, welche (im Gouvernement Umgebung behufs annschaft getroffen ht einer Ansammkte schließen; nunnächster Zeit vier eintreffen werden. it. Corr.“ erklärt, tet bleiben, nicht so sischen Presse, als ächliches geschieht, rung zu bekunden, Vinke zur Consoliriedens einzugehen. schließliche Verantetwaige Friedensgut unterrichteten and in kürzester en machen wird. yors von Dublin, nem Triumphzuge. zem eine ihm auf rte Gefängnißstrafe Correspondent der Mackenzie und ifferenzen ausn die Tracheotomie e demselben heute, ter. Im Befinden indert. egen erscheint latt. nmlung Schädigungen nlagen chmittags 3 Uhr, sereins. aut§ 4 des Statuts b. b. Eickenscheidt eachtung! erkaufe ich die groberen 1 2 Kilo pro Stück. 4„„ 7½„„ sein und helles Brod wichtsstempel und den ;A. Barenberg, Chrenc. Puls, Moltkeplatz. M. d, Unter den Linden m. Kortumstr. 22, res. 800 onnung von 4 bie 3 zu vermitihen. Th. Imbera. Bahnhof Prändent nger Mann kann in tlichen Kamilie Nost und Logis len. Moonstrasic 9 ilNaheren der T. ruch bei Neck N Ne. 40. Malkszeitung" nebst„Sonntagsfreude" beträgt bei der Expedition pro Quartal 2 M. direct in's Haus bestellt, durch die Post ebenfalls 2 M., mit Besteilgeld 2 M. 40 Pfg. Expedition und Anzeigen=Annahme Me und Humboldestraßen=Ecke. Iusero 12 Pfg. pro 1spaltige Celonelzeile. Rabatt nach unseren bekannten Tarifsüätzen, au weichen unbedingt festgehalten wird. Reclamen 40 Pig.— Annoncen bis zu 2 Mark nur gegeu Vorausbezablung Nerantwortlicher Redacteur: J. Fusangel. Verlag und Rotationsdruck der Actiengesellschaft„Märkische Vereinsdruckerei" in Bochum. Franz Caspai, durch Gottes Erbarmung und des heiligen Apostolischen Stuhles Gnade von Vaderborn. Doctor der Theologie. Allen Bisthumsangehörigen Heil und Segen in dem Herrn! Zwei meiner, zum Beginne der heil. Fastenzeit seither erlassenen pirtenschreiben haben bereits, je einer eine Bitte aus dem heil. Later unser" zum Gegenstande der Belehrung, Erbauung und mahnung gehabt. Wenn ich heute wieder zu demselben Zwecke einige Worte dieses Gebetes wähle, so werdet ihr, glaube ich, bei näherer Erwägung einsehen, daß es dazu keiner besonderen Begründung bedarf. Blicken wir hin auf Denjenigen, der sproch: 5o sollt ihr beten!" und der für Alle, die beten wollen, ein Vorbilb geworden ist; auf Denjenigen, an den wir unseie nitten richten, der der Herr Himmels und der Erde und unser Schöpfer ist; auf die Gaben und Gnaden, die wir von ihm erstehen, durch deren Besitz allein wir auf Erden unser Ziel erreichen und zu einer beseligenden Anschauung gelangen können: so ist es einleuchtend, daß in diesem Gebete Alles enthalten ist, was wir verlangen können, und daß es, weil aus dem Munde des Mensch gewordenen Gottes-Sohnes kommend, obschon einfach und Jedem verständlich, doch unendlich tief und unergründlich in den Wahrheiten ist. die es umfaßt, und daß diese von Menschen nie völlig erschöpft werden können. Ich wähle heute dazu die Anrufungsworte und die erste Bitte: Vater unser, der Du bist imHimmel, geheiligt werde Dein Name!" Möge ihre Erwägung für uns ein zegen und eine würdige Einführung in die heil. Fastenzeit werden. Wollen wir in unseren irdischen Verhältnissen von einem Mäch igen oder höher Gestellten Etwas erreichen, so fragen wir billiger Weise zuerst: in welchem Verhältnisse stehel derselbe zu uns, und wir zu ihm7— um in unserer Rede oder in der Bittschrift an ilm die rechte Aurede zu sinden, damit nicht durch Unterlassung derselben oder durch ungeeignete Worte unsern Wünschen und Lütten die Gewährung versagt werde. Auch das heil.„Vater unser" ist gleichsam eine Bittschrift, die wir Gott überreichen, eine Reibe von Wünschen und Bitten, die wir mit Herz und Mund iinn vortragen sollen. Sie beginnt demnach auch mit einer Anrede. die der Heiland uns vorgeschrieben hat: Vater unser, der Du bist im Himmel. Schon hier müssen wir betrachtend verweilen; denn diese iene ist, wie der auf Anordnung des Concils von Trient ver sayte Römische Katechismus sich ausdrückt,„ausgezeichnet durch ire Kürze, ausgezeichnet durch das Gewicht ihrer Worte, ausge zeichnet durch die Fülle der von ihnen umfaßten Glaubens ehetmnisse." Hir sollen Gott anreden mit dem Namen Vater; also nicht mit den Worten: Herr, Schöpfer oder König, welche ihm eben solls gebühren; sondern mit demjenigen Namen, der in unserm inoischen Leben Alles umfaßt, was wir an Gute, Sorgfalt und Læbe nur denken und emnpfinden können. Ist nun Gott blos gleichnißweise unser Vater, indem wir die berrlichen, uns erfreuenden Eigenschaften auf ihn übertragen? ist er es nicht vielmehr im höchsten und wahrsten Sinne? Darüber gibt uns der Apostel Panlus die Antwort mit den Worten:„Ich beuge meine Kniee vor dem Vater unsersHerrn Jesu Christi. von welchem alle Vaterschaft den Namen trägt Im Himmel uno auf Erden." Nicht also bildlicher Weise tlägt der Ewige und Unsichtbare den Namen Vater, gleichsam entlieben und geborgt von den Eigenschaften eines irdischen Vaters, sondern wie alles, was an Schönheit und Herrlichkeit in den sichtbaren Dingen, was an Wohlwollen, Reinheit und Liebe in den Herzen der Menschen sich kund gibt, auf Gott, seine Kraft, Gunde und Wesenheit zurückgeleiteterden muß, so ist auch die Valerschaft auf Erden mit all' ihren herzerfreuenden Beweisen nur ein Zweig aus dem Stamme der göttlichen Vaterschaft, alle Buterliebe der besten Menschen nur ein schwaches Ebenbild von der Vaterliebe Gottes gegen die Menschen. Er ist Vater durch die Schöpfung; denn ihm, dem Herrn und Sshöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, verdanken auch wir Dasein und Leben; er hat unserer Seele sein Bild eingeprägt in der Erkenntniß und dem freien Willen: Abbilder, wenn auch in noch so weiter Eutfernung, Abbilder seiner Allwissenheit, Weisheit und Macht; er hat sie für die Ewigkeit erschaffen, um durch Tieue und liebenden Gehorsam dereinst in ihm selig zu werden. ist Vater durch seine Erhaltung und Fürsorge, der uns täglich mit zahllosen leiblichen und geistigen Wohlthaten erfreut; obne dessen Willen kein Haat von unserem Haupte fällt; der auch dann liebt, wenn er mil Leiden oder Noth heimsucht; denn auch da will er nur das Wohl seiner Kinder. Er ist Vater noch in einer weit höheren, anbetungswürdigeren Beheutung durch das in seinem eingeborenen Sohne begründete Reich der Gnade. Durch ihn sind wir Erben Gottes, Miterben Christi geworden; durch ihn all' der Gnaden der Sündentilgung, des Lichers, der Stärke theilhaftig geworden, die dem gefallenen (6 schlechte wieder die Seligleit verbürgen;„enn allen, sagi der heil. Johannes, die ihn aufnehmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden." Geliebte Bisthumsangehörige! Lasset das Gewicht des Wortes Surer“, und seinen rei u, so vieles umfassenden Inhalt nie aus auren Herzen entsch. Len. Es verkündet uns den einigen und dreieinigen Gott, sein. Macht, seine Liebe; ihm gebührt unseæ Ehrfurcht und Gegenliebe. Er ist Vater! ihm gebührt unser Gbehorsum; er ist Vuter! ihm gebührt unser Vertrauen, wenn er uus mit Luden heimsucht; er ist Vater! zu ihm müssen wir wenn wer in Sünde gefallen sind, wieder zurückkehren mit den Worten des verlorenen Sohnes:„Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel uno vor Dir!“ Das Wort„Vater“ ist die beste Waife gegen alle Jerthümer und Lügengewebe, die setzt mehr als in früberen Jahrhunderten die Beit durchziehen und ein neues Heidenthum in ihr einführen wollen. Ja. es gibt leider nicht Wenige, die aus lanter Weisheit zu Thoren geworden; die den Einen Schöpfer aus der Welt ver drungen wollen; die all' ihr Bestreben darauf verwenden, und ihre Lust darin finden, den lezendigen. über der Weit thronenden Eeit zu leugnen und an seine Stelle die geschaffene Natur und gie an ihr wirkenden Kräfte zu setzen— ein Betreiben, dessen gege nur eine traurige Oede im Herzen des Menschen ist, und vie Weit zu einer traurigen Oede schaffen würde, wenn die Sonne des Glaubens und mit ihr Sitte und Ordnung und Frieden aus ihr verichände. Leider sind in Reden und Schriften die Worte Gerrührer schon so häufig und verbergen unter dem Scheine Wissenschaft und des Suchens nach Wahrheit das Kleid des und Macdet auch an heitiger Stätte ein Wort der Mahnung sein gegen nucht überflussig sein mochte. Was soll eure Waffe an Scimme des Verführers/ Sprechet innig und fest mit gefaltenen aus, das ihr schon als Kinder gelernt und reue tonigequng 4 Fepetet habt; es wirket mehr als wort= gunugent, mehr als ein ganzes Buch, das den Wider aater". mit zum Eugen gewidmet ist. Das Wort Dich vor dem Verrucher lichen chsanden. Comn rat amadn Lanan Herzen den tind sene Bee. d 2. 10 Frieden: Guter, die durch eriannt ader von ihnen aufgewogen werchen Humdr wwrechen„Kata unser“. Anch er in nicht ohne dese Pegentna. 0 drich angewiesen. unner(ochel in Ghott zu Pie d sondern mit demielhen alle n, suninien —. unsere ol ihr Var, alle also Bender unter einander send, und dringend werden wir daran erinnert, weil in jeder Bitle das Wort„uns“ oder„unser" wiederkehrt.„Einer ist euer Meister, ihr aber seid alle Brüder." sind Worte unsers Erlösers. Alle haben gemeinsam dieselbe Hoheit der gei stigen Abstammung; wir sind das Werk seiner Hände, unsere unsterbliche Seele ist seine Schöpfung; alle haben gemeinsam dieselbe Würde der Erben Gottes, der Miterben Christi; alle haben gemeinsam dieselb= Würde, Tempel(Hottes, Tempel des hl. Geistes zu sein; alle gemeinsam die Bestimmung, Gott einst zu schauen und in ihm ewig selig zu sein.— Wo solche Gaben allen gewährt oder verheißen sind, da kann es auf Erden Nichts geben. wodurch diese Verbindung der Kinder Coltes zu Brüdern unter einander noch erhöhet oder enger geschlossen, und Nichts geben auf Erden, und wäre der Unterschied unter den Menschen nach Rang, Ansehen und Besitz noch so groß, wodurch diese Verbindung aufgehoben oder aufgelöset werden könnte. Vaterunser! Sprich das Wort mit Junigkeit und Gott vertrauen, der Du vielleicht in der letzten Rangordnung der menschlichen Gesellschaft stehest, mit harter Arbeit und im Schweiße Deines Angesichts das tägliche Brod Dir erwerben mußt; ziehe aus diesem Worte das Gefühl Deiner höheren Würde, Kind Gottes, ein Mitbruder auch des Höchsten auf Erden zu sein, und laß Gottvertrauen und mit ihr Zufriedenheit mit dem Dir von Gott verliehenen Loose in Dein Herz einkehren.— Vater unser! Sprich aber auch Du dieses Wort, der Du mit Gütern der Erde versehen, mit Glanz und Ehren umgeben bist; sprich es aus in aller Demuth des Herzens in dem aufrichtigen Bekennt niß, daß auch Du vor dem Herrn ein abhängiges Geschöpf bist, daß Du in kurzer Zeit alles verlassen mußt, was Dich jetzt erhöhet und nur Eines dann Werth behält, das, was Dir mit Deinen Brüdern gemeinsam ist, das, was Du an ewigen Gütern Dir erworben hast. Sprich innig und gläubig das Wort„unser“ aus, und laß allen Hochmuth, jedes eitle Wesen schwinden, und Wohlwollen gegen den Bruder in Gesinnung und That in Dich einfehren. Den ersten zwei Worten„Vater unser" sollen wir noch hinzufügen:„der Du bist im Himmel." Wo ist Gott? überall.— Wo ist Gott? im Himmel. Jede dieser Antworten hat ihre Wahrheit und Berechtigung. Gott ist überall; das ist ein unbestreitbarer Glaubenssatz; er ist an keinen Naum gebun den; durch Nichts, weder nahe noch ferne beschränkt; er ist der Unendliche und Allgegenwärtige, so wie er der Zeit nach unend lich und ewig ist. Wir sind, so lange wir auf Erden in einem sterblichen Leibe wohnen, an den Raum und an die Zeit gebun den, und können nur in ihnen denken, wollen und wirken, und erkennen hier Gott nach des Aposteis Worten aus seinen Werken im„Glauben, nur wie in einem Spiegel." Gott ist überall, verkündet uns das göttliche Wort im alten wie im neuen Bunde.„Wo soll ich hingehen vor Deinem Geiste?" sagt der Psalmist,„oohin fliehen vor Deinem Angesichte? steige ich gen Himmel, so bist Du da; steige ich in die Unterwelt, so bist Du da; nähme ich die Flügel der Morgenröthe und wohnte am äußersten Ende des Meeres; so würde auch daDeine Hand michführen und Deine Nechte mich halten"; und der Apostel spricht:„Gott ist nicht weit von einem Jeden unter uns; denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." Doch ist seine Allgegenwart von uns sinnlich nicht wahrnehmbar; denn seine Gegenwart ist übersinnlich, ist überweltlich, ist geistig. Dagegen ist uns das herrliche Loos beschieden, ihn nicht mehr bildlich und wie im Spiegel zu erkennen, sondern ihn in seiner Größe, Herrlichkeit, Heiligkeit und Liebe zu schauen von Angesicht zu Angesicht, und in dieser Anschauung und aus dieser Anschauung eine Selegkeit zu schöpfen.„die hier kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, noch von keines Menschen Herz empfunden ist, eine Seligkeit, die Gott bereitet hat Deuen, die ihn lieben." Wo dieses geschieht durch die Mittheilung seiner Liebe und Seligkeit an die Engel, an die Seligen Gottes, an die in seiner Gnade von hinnen geschiedenen unsterblichen Seelen, da offenbart sich ihnen Gott, anders und beseligender als hier: da ist der Himmel! und weil wir für ihn nach Körper und Geist bestimmt sind, darum hat er außer seinem Bilde, das er unserer Seele als höchste unsterbliche Mitgift verlieben hat, schon durch eine außerordentliche, ja wunderbare Einrichtung den menschlichen Körper zur aufrechten Stellung gebildet, damit er Herz und Ange emporhebe zum Himmel, und dahin sein Streben und seine Sehnsucht richte. Die heilige Geschichte berichtet uns von einigen wenigen begnadigten Personen, die schon im sterblichen Leibe durch einen Strahl der Herrlichkeit und Liebe Gottes beseitigt wurden. Der hl. Stephanus, der erste der christlichen Blutzeugen, sah den Himmel offen und den Sohn des Menschen stehen zur Rechten Goties, und freudig duldete er den Tod, betend für seine Mörder. nach seines Meisters Vorbild; die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes genossen auf Tabor nur wenige selige Augenblicke im Anschauen des verklärten Gottes=Sohnes, und der Apostel Paulus, entzückt bis in den dritten Himmel, hörte geheimnißvolle Worte, die ihm weiter zu reden nicht vergönnt war. Aber diese seligen Augenblicke hatten eine solche durch ihr Leben fortwirkende Kraft. daß keine Trübsale, keine Verfolgung, keine Marter und kein Tod sie zu scheiden vermochten von der Liebe Jesu Christi. Richten auch wir unser Herz und alle Kräfte unserer Seele und unser leibliches Auge zum Himmel, wenn wir aussprechen die Worte:„Vater unser, der Du bist im Himmel." Fassen wir nun die tiefen Wahrheiten, die in diesen wenigen Worten beschlossen sind, zusammen, so begegnet uns zunächst der Glaube an Gott, den Schöpfer und Herrn der Welt, an seinen gleich ewigen eingeborenen Sohn; an unserer Kindschaft Gottes, deren wir uns erfreuen durch sein schaffendes Wort, durch sein Bild, das er unserer Seele eingeprügt hat, durch die Erbarmung Dessen, der vom Himmel kam, um uns zu seinen Miterben zu machen. In dem Worte„unser“ erkennen wir die Vaterliebe Gottes, mit der er uns, mit der er alle Menschen umfasit, sprechen wir unsere Gegenliebe zu ihm aus, und die Liebe, welche wir alle gegen einander hegen sollen. Die Worte:„der Du bist im Himmel“ heben uns von der Erde und ihrer Vergänglichkeit empor; zeigen uns das Ziel, worauf unsere Sehnsucht, unsere Hoffnung, unser Streben gerichtet sein soll. Wir sehen also in den wenigen Worten ausgesprochen die drei öttlichen Tugenden, wie und warum sie ihren Namen tragen; ammend von Demjenigen, der von uns geglaubt, geliebt und ersehnt werden soll; Tugenden, die aber, obschon sie ihren Ursprung in Gott haben, unser Eigenthun durch Treue und Gehorsam im Erdenleben, und die Vorbereitung zu seliger, unvergänglicher Freube werden sollen. EErwägen wir demnach recht oft und innig diese Worte und die in ilmen enthaltenen Wahrheiten von unendlicher Wichtigkeit und Tiefe; und, ehe noch eine Bitie ausgesprochen ist, wird schon der Anfang unseres Gebetes reich werden an Segnungen für unsere Seele. II. „Geheiligt werde Dein Name!“ Nachdem durch die Worte der Anrede unser Herz zu Gott und zum Himmel er= hoben, und so zu seinen Bitten vorbereitet ist, richtet sich die erste derselben auf Gottes Sein und Wesen, auf seine Heiligkeit: er selbst, sein Name möge geheiligt werden. Gewinnen wir nun zu nächst das rechte Verständniß dieser Worte! Wir wurden eine durchaus irrige und Gottes unwürdige Auffassung derselben haben, wollten wit annehmen, daß Gottes Heiligkeit durch seine Geschöpfe vermehrt werden könne. Wie seine Allmacht, Weisheit und Güte in ihm enig und unveränderlich find, so kann auch seine Heilig keit weder durch Engel noch Menichen, die ihn lieben, eine Ver= mehrung, oder durch diejenigen, die ihm den Gehorsam verweigern und der Sünde dienen, eine Verminderung erhalten. Er in. was er von Ewigkeit her war, auch heute, und wird es sein und bleiben in alle Ewigkeit. Die Worte können also nur bedenten, daß wir, und alle von ihm geschaffenen unsterblichen Wesen, ihn nach seiner Heiligleit erkennen, ehren und lieben, daß wir in Gesinnung. Wort und That ihn als seine Geschöpfe zu verherrlichen suchen. Was ist Gott gegen uns? wie verherrlichen wir ihn? Er der Allmächtige, der Schöpfer Himmels und der Erde, der auch uns Dasein und Leben gab, der uns erhält, der Alles regiert und nach seiner Weisheit leitet:— ihm gebührt unsere Unterwersung, eine Huldigung, die keinem Geschöpfe gewidmet werden darf; ihm gebührt allein unsere Anbetung. Was ist Gott gegen uns? wie verherrlichen wir ihn? Er der Allwissende und Allgegenwärtige durchschaut unser Inneres in seinen tiefsten Falten; er ist unser dereinstiger Nichter, der Beseligung oder Verwersung für ewig über aus ausspiechen wird: ihm gebührt unsere tiefste Ehrfurcht! Was ist Gott gegen uns? wie verherrlichen wir ihn? Er ist unser Herr und Gesetzgeber, der sein heiliges Gebot in unser Herz geschrieben hat; der seinen heil. Willen in größter Klarheit durch Wort und Beispiel seines eingebornen Sohnes verklindet und er klärt hat: ihm gebührt unsere Treue. und Gehorsam! Was ist Gott gegen uns? wie rerherrlichen wir ihn? Er ist Vater! An Liebe reich für Alle; fürsorgend für Alle; so bedacht auf unser Heil, so bereit, uns zu helfen; so langmüthig und ver söhnlich; so, daß alle Liebe guter Eltern gegen ihre Kinder nur ein schwaches Bild der ewigen Liebe Gottes zu geben vermag: ihm gebüht unsere Liebe von ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus all unsern Kräften! Nun, geliebte Bisthumsangehörige! Fassen wir diese Anbetung, diese Ehrfurcht, diesen Gehorsam, diese Liebe als ein Gott gewidmetes inneres Opfer zusammen; dann haben wir das Ganze in uus, was mit dem Wort:„Heiligung des göttlichen Namens" bezeichnet ist; dann werden wir freudig einstimmen in den Lobge sang der Kirche:„Ehre sei Gott in den Höhen! wir loben Dich, wir preisen Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich, wir sagen Dir Dank wegen Deiner großen Herrlichkeit.“ Wann aber und wo insbesondere— diese Frage tritt nun zunächst an uns heran— sollen wit diese Heiligung des göttlichen Namens und die von ihr untrennbare Heiligung unseres Innern beweisen und zu fördern suchen? Da ist nun an erster Stelle der Tempel des Herrn. an den wir als Kinder Gottes und Erlöste Jesu Christi als den Ort der Anbetung und Verherrlichung (Hottes und unserer Heiligung angewiesen sind. Hier ist das „Haus Gottes, hier der Vorhof des Himmel Was gibt nun unseren Kirchen diese hohe Würde und Aus zeichnung? Vor allem Anderen ist es das Opfer des neuen Bundes, was der Herr am Abende vor seinem Leiden als die unblutige, unter den Brodes= und Weinsgestalten verborgene, aber wesentliche Erneuerung und Fortführung seines Kreuzesopfers für alle Zeiten und Orte einsetzte, in dem er erfüllte, was schon durch den Propheten Malachias verkündet war, daß„om Aufgange bis zum Niedergange Gott ein reines Speiseopfer dargebracht werden sollte." Der menschgewordene Gottessohn wohnt unter uns und bringt sich, und uns mit ihm, dem Vater zum Opfer dar. Darum ist es ein Aubetungsopfer, welches nur Gott gebührt; es ist ein Bittopfer von reichster Kraft; denn unsere Vitten werden emporgetragen durch den, der in ewiger gottmenschlicher Verklärung unser Fürsprecher ist; es ist ein Versöhnungsopfer, dargebracht durch das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Darum erinnern wir uns in der Präfation des Lobes und der Anbetung, welche Engel und Erzengel ihm bringen, und bitten, daß mit ihnen auch unsere Stimmen zugelassen werden mögen, indem wir in demüthigem Bekenntnisse aussprechen:„Heilig, heilig, heillg ist der Herr der Heerschaaren; gepriesen sei der kommt im Namen des Herrn.— Sehet, geliebte Bisthumsangehörige, das ist eine Heiligung des göttlichen Namens, dargebracht von seinen Kindern, so weit sie als schwache Geschöpfe sie auszusprechen fähig sind, aber auch die kräftigste Aufforderung, nun auch unser Inneres zu heiligen durch Anbetung, Ehrfurcht, (Sehorsam und Liebe, damit es würdig sei, vereint mit dem Opfer des Herrn ein Wohlgefallen vor dem himmlischen Vater zu werden. Was gibt ferner unseren Kirchen die Würde und Auszeichnung, ein Ort der Heiligung des göttlichen Namens und unserer Heiligung zu sein? Das ist das göttliche Wort, welches, stammend aus dem Munde des Gottessohnes, übertragen von ihm auf seine Apostel, verkündet von diesen und ihren Nachfolgern unter dem Beistande des hl. Geistes, verkündet wird jetzt und bis zum Ende der Zeiten. Bekannt sind ja die Worte des Herrn:„Wie Mich der Vater gesandt hat, so sen eich Euch. — Gehet in alle Welt, lehret alle Völker, lehret sie Alles balten, was ich Euch befohlen habe; sehet, ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Und dieses göttliche Wort wird in Predigt und Katechese verkündigt, verkündigt mit denselben in ihm gegebenen Wahrheiten und demselben wesentlichen Inhalte. wie es nach des Herrn Auffahrt„erscholl in alle Lande und bis an die Grenzen des Erdkreises." Es ist, wie es damals war, ein Licht zu unserer Erleuchtung, eine Kraft zur Stärkung unseres Willens, ein Antrieb zu allem Guten, eine erschütternde Aufforderung für den Sünder zur Rücklehr vom Wege des Verderbens, ein nie versiegender Trost bei den Leiden und Mühsalen des Erdenlebens; eine Verheißung und Bürgschaft des ewigen Lohnes nach vollbrachtem Kampfe. Es ist dasselbe Wort, mag es in einfacher alltäglicher Form, oder in kunstgerechterer Weise vorgetragen werden; es ist ein von Gott gegebenes Mittel zur Heiligung unseres Innern, zur Heiligung seines göttlichen Namens. Verschmähet nicht, geliebte Bisthumsangehörige, dieses Wort zu hören, es in eure Herzen aufzunehmen. Es ist für Alle von dem Herrn und seinen Aposteln verkündet; es soll euer Aller theures und bleibendes Eigenthum sein: es wird verkündet Jedem, mag er an sonstigem Wissen noch so reich sein, wie dem Wissensarmen. dem Vornehmen wie dem Geringen, dem Begüterten wie dem Dürftigen; es ist für Alle ein unentbehrliches Gut! Traurig würde der Zustand einer Seele sein, die, sei es aus Leichtsinn oder Hochnuth, das göttliche Wort zu hören ver schmähet; wie könnte sie sich selbst, wie den Namen Gottes heiligen? Traurig und öde würde eine Zeit werden, wo solcher Leichtsinn und Hochmuth herrichend würde. Weltsinn und sitt licher Rückgang würden ihre Merkmale sein; vergebens würde eine Heiligung des göttlichen Namens in ihr gesucht werden. Auser dem heil. Opfer und dem göttlichen Worte gewährt uns der Tempel des Herrn noch ein besonderes Mittel, wodurch ihm die Würde und Auszeichnung wird, die Heiligung des göttlichen Namens zu fördern.(s ist die in Gebet, Gesang und Betrach tung versammelte chriftl che Gemeinde. Daß die an den Heiland und sein göttliches Wort Glaubenden sich zu Gemeinden bilden, liegt schon in der Bestimmung des Herrn, der seinem Worte den ganzen Erdkreis angewiesen hat; liegt in der Geschichte und Einrichtung seiner hl. Kirche. Freilich mußte sie sich zur Zeit der dreihundertjährigen Verfolgung auf einzelne Wohnunger der Gläubigen oder auf das Dunkel und die Tiefe der Katnkomben beschränken. Aber sobald ihr das Tageslicht und die Freiheit ihres Belennmisses gewährt waren. stieg sie voll Freude. Dank und Jubel aus der Enge und dem Dunkel ihres gottesdienstlichen Lebens einpor und baute von nun an dem Herrn sein eigenes Haus; und es erstanden im Laufe der Jahrhunderte tausend und aberlaufend Gotteshäuser, ver schieden an Größe, Herrlichkeit und Kunst: aber alle ohne Aus nahme, anfangend von der kleinen unscheinbaren Dorfkirche bis zu den hochgewölbten Domen, haben die eine Bestimmung, die christliche Gemeind= in ihren Räumen zu sammeln und Gedet und Gelang emporzutragen aus dem Erdenthale zum Thraue des Höchsten. Und wo dieses geschieht, da wird ihm von seinen Kindern Anbetung, Dank und Liebe gebracht und so sein Name geheiligt; mit ihm werden aber auch die unsterblichen Seelen mehr und mehr geheiligt, welche ihm diese geistigen Gaben in seinem Tempel darbringen. Wer wäre nun berjenige, der es gering achtete, in der Gemeinde der Gläubigen zu erscheinen, der es verschmähete, elnzustimmen in den Gesang seiner Mätbrüder, sein Wort mit den christlichen Bitten zu vereinen. oder in stiller Andacht mit Andern zu kuleen und mit ihnen sein Herz zu erheben? Geliebte Diözesanen! Möge sich Keiner von Euch darüber einer Täuschung hingeben! Wer solches verschmähet, dessen Seelenzustand ist in einer traurigen Verfassung, gefahrdrohend für sein ewiges Heil! Er verweigert seinem Gott und Heiland das von ihm verlangte Bekenntniß vor den Meuschen, dao nothwendig ist. um dereinst vor dem himmlischen Vaier bekannt zu werden; er erhebt sich hochmüthig über seine Brüder, die als Kinder Gottes und als Brüder im Tempel sich vereinigen; er verachtet eins der wirksamsten Mittel, sich selbst zu heiligen, zur Heiligung leines Nächsten beizutragen und den Namen Gottes zu heiligen; er kann nicht Herz und Mund zu der Bitte eröffnen: Geheiligt werde Dein Name! Die öffentlichen Versammlungen der christlichen Gemeinde im Lempel des Herrn führen uns von selbst auf die Zeiten, die Tage, welche mehr wie andere der Heiligung des gottlichen Namens gewidmet werden sollen d. h. auf die Sonuund Fesitage. Sie sollen Tage sein, gewidmet der Ruhe nach den Mühen und Arbeiten der Wochentage; Tage auch, gewidmet mehr als die andern der stillen Einkehr in uns, dem vermehrten Gebete und der Uebung guter Werke. Wohl darf ich, wie ich hoffe, annehmen, daß noch recht viele meiner Diözesanen nach dem Gebote und Geiste der Kirche diese Tage begehen und dadurch sich selbst und den Namen Gottes heiligen. Aber die gegentheiligen Erfahrungen bieten sich leider auch in großer Zahl dar. Ja, es genügt ein Blick in die öffeutlichen Blätter, um festzustellen, daß gere an diesen der Feier der heiligsten Geheimnisse gewidmeten Tagen nicht allein sehr oft die Ruhe des Sabbaths fehlt, seudern daß dieselben auch durch Sünden mancherlei Art. durch Fluchund Schimpfworte, durch Unmäßigkeit und Völlerei, durch unsittliches und die Reinheit der Seele verletzendes Treiben, ja durch Verbrechen gegen Leib und Leben bezeichnet sind. Es sei sera von mir, ein verwerfendes Urtheil über ganze Gemeinden zu sprechen, wohl aber darf ich nicht mit der ernsten Wahrheit zurückhalten, daß jede schwere Sünde, die an einem Sonn= oder festtage begangen wird, gerade dadurch einen, ihre Schweæ und Strafwürdigkeit erhöhenden Charakter erhält, da mit ihr dann die Entheiligung, die Schändung des göttlichen Namens verbunden ist und sie zu einer doppelten und mehrfachen Sünde sich gestaltet. Für jeden um sein Seelenheil Sorge tragenden Christen ist nach kürzerer oder längerer Zeit und insbesondere vor dem Empfange des hl. Sakraments der Buße, es bringend rathsam, daß er sich nicht allein die Frage beantwortet: habe ich die Sonnund Festtage zur Heiligung des göttlichen Namens benutzt? sondern auch die besondere Frage an sich richtet: auf welchen der sieben Tage der Woche fallen durchschnittlich die meisten und schwersten Sünden? und muß dann die Antwort lauten: der Sonntaa oder Feiertag in mit diesen traurigen Noten bezeichnet, so sei das en Weck= und Mahnruf, abzustehen vom verderblichen Wege; Gott zu verherrlichen an jenen Tagen, an ihnen vor Gott zu wandeln, damit sie eine Vorbereitung werden auf die ewige Sabbathsruhe, die nach den kurzen Erdentagen Gott seinen Getreuen gewähren wird. Geliebte Diözesanen! Wir stehen am Beginne der heil. Fastenzeit! Wie könnte ich es heute unterlassen, hinznweisen auf sie als auf eine solche Zeit, die mit ganz besonderem Ernste uns auffor ert, uns selbst zu heiligen und dadurch uns würdig zu machen, die mehr gehörte Bitte:„Geheiliget werde Dein Name" auch unsererseits durch Wort, Herz und That zur Eofüllung zu bringen. Die Fastenzeit soll mehr als eine andere des Jahres der ernsten EEinkehr in uns selbst, insbesondere dem Andenten und der Erwägung des Leidens und Sterbens des Heilandes gewidmet sein. der Erwägung jenes Werkes, welches den Höhepunkt und die Vollendung seines erlösenden gottmenschlichen Lebens bildet. Es vereinigten sich in seinem Leiden und Sterben in geheimnißvoller Weise die göttliche Gerechtigkeit und göttliche Barmherzigkeit zu einer innigen, für alle Zeiten zum Heile der Welt dauernden Verbindung. Dieses Erlösungswerk von seinem Beginne bis zum Tode am Kreuze ist so reich an Wahrheiten voller Erquickung, aber auch ernster Erschütterung für unsere Seelen, daß sie noch durch keines Menschen Nachdenken völlig ergründet sind. Sehen wir hin auf ein Gebet, welches flehet um Abwendung schweren Leidens, aber mit Gottvertrauen und tindlicher Ergebung dem Willen des Vaters sich unterwirft: das Gebet im Garten Gethiemane bleibt ein unübertroffenes Muster. Die Feindesliebe, vom Herrn so nachdrücklich im Leben gefordert: er übt sie im Anblicke des Tødes und betet für seine Mörder. Wollen wir die furchtbare Schwere der Sünde erkennen: blicken wir hin auf die Leiden, körperliche und Seelenleiden, die er duldete in einem Maße, wofür unserer Sprache die Worte fehlen, unser Mitgefühl nur ein schwacher Ausdruck der Theilnahme sein kann. Fragen wir: darf auch der schwerste Sünder, und selbst in des Lebens letzten Stunden, noch Verzeihung hoffen? so hören wir die Worte, die der Herr zum mitgekreuzigten Verbrecher sprach; sie geben die frohe Zuversicht der Beseligung, wosern nur Glaube und Reue zum neuen Leben im Herzen des Sünders erwachen. Verlangen wir zu wissen, mit welchen Gedanken wir das Erdenleben verlassen und den letzten Augenblick heiligen sollen: das Wort„Bater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist" gibt Vertrauen und selige Hoffnung, wenn das Auge sich schließit. Mit vollem Rechte haben die heiligen Väter dies Kreuz des Herrn eine Lehrkanzel genannt, die alle Wahrheiten, die ei im Leben verkündete, zusammenfaßt, und uns seine Liebe zum Vater, seine Liebe zu den Menschen, seine Heiligkeit, Gerechtigkeit und Erbarmung in einer. jedes Menschenberz erschütternden Weise kundgibt. Doch soll die Fastenzeit noch einem anderen Zwecke gewidmet sein. Sie soll auch eine Vorbereitung sein zum würdigen Empfunge des Geheinmisses seiner Liebe, welchen die Kirche von allen denjenigen verlangt, die in ihrer Gemeinschaft beharren wollen; jenes Geheimnisses, das unmittelbar vor seinem Leiden eingesetzt wurde; in welchem nach den in seine Festieier von der Kirche aufgenommenen Worten,„Christus empfangen, das An= denten seines Leitens erneuert, die Seele mit dem Reichthum der Gnade erfüllt, und ein Unterpiand der künftigen Herrlichkeit uns gegeben wird.“ Nach diesen Worten bedarf es wohl keines Nachweises mehr, daß die Fastenzeit ganz besonders dazu für uns eine Aufforderung ist, daß der Name Gottes von uns geheiligt werde; denn in ihr werden alle seine anbetungswürdigen Vollkommenheiten der Seele nahe gebracht, und indem wir sie erwägen, kann es nicht fehlen, daß wir selbst auch dadurch vor Gott geheiliget werden. Ja, geliebte Bisthumsangehörige, zahllos sind die Veranlassungen und Beweggrunde, die uns bestimmen können, daß dee Bitte:„Gebeiliget werde Dein Name,“ für uns zur That werde. Ich habe nur Weniges aus derselben heute herausgehoben; doch hege ich die Hoffnung, daß in Euch allen der Vorsay belebe ist: Ja, ich will mehr noch, als bisher geschehen ist, mit Herz und Wort und That heiligen den Namen Gottes in seinem Tempel durch die Theilnahme an der Feier seines heiligen Opfers durch würdigen Empfang der hl. Sakramente, durch gläubig lindliche Aufnahme seines Wortes, durch öfteres Erscheinen in der der Gemeinde der Gläubigen; ich will mit ihnen beten, mit ihnen mich gemeinsam erbauen; die Sonn- und Festtage und die hi Zeiten des Kirchenjahres sollen nicht segenslos von mir durchlebt werden; ja, ich will es oft und tiefer mir einprägen, daß in der Heiligung des göttlichen Namens meine ganze Lebensaufgabe umschlossen ist. Ja, im Leben bei unsern täglichen Gebeten und in der letzten Stunde desselben soll mein Herz und Mund es aussprechen: Der Nanie des Herrn sei gebenedeiet von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Es segne Euch mit dem Reichthum seiner Gnade der allmäch tige Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. Vorstehendes Hirtenschreiben ist am Sonntage Quinquagesima von den Kanzeln in der Frühmesse wie im Hochamte zu verlesen Paderborn, den 26. Jannar 1888. Der Bischof * Franz Caspar. Fasten-Verordnung. Beim Herannahen der hl. Fastenzeit ertheile ich in Ausübung der mir vom heiligen Apostolischen Stuhle gegebenen Vollmacht für den Zeitraum von Aschermittwoch 1888 bis Aschermittwoch 1880, im Anschlusse an die bisher bewilligten Erleichterungen des Fasten= und des Abstinenzgebotes, folgende Fasten Verordnung: I. Fast= und Abstinenz=Tage sind: 1. in der vierzigtägigen Fastenzeit: der Aschermittwoch, die Freitage und die drei letzten Tage der Charwoche, 2. die Freitage der Quatemperzeiten des Jahres, 8. die Bigilien: a) nor dem hl. Pfingstieste, b) vor dem Feste Mariä Himmelfahrt, c) vor dem hl. Weitznachtsfeste. II. Fasttage, an denen von der Abstinenz insoweit dis penfirt wird, daß der einmalige Genuß von Fleischspeisen, nicht aber der gleichzeitige Genuß von Fisch und Fleischspeisen bei der selben Mahlzeit gestattet ist, sind: 1. die oben nicht genannten Wochentage der 40tägigen Fastenzeit, 9. die Mittwochen und Samstage der drei andern Qua temperzeiten den Jahres, 8. die Vigilien vor dem Feste der hl. Apostel Petrus und Paulus und vor dem Feste Allerheiligen. III. Abstinenztage, an welchen der Genuß von Fleischspeisen untersagt ist, sind alle Frritage des Jalnro. IV. Abstinenztage, an welchen bloß der gleichzeitige Genuß von Fisch= und Fleischipcisen bei derselben Mahlzeit unter sagt ist, sind die Sonntage der 4Mlägigen Fastenzeit. V. Geschmolzenes Feit und die Ueberbleibsel der geschmol zenen Fettsubstanz sowie Fleischbrühe dürsen, mit Ausnahme der drei letzten Tage der Charwoche, an allen Tagen genossen werden. Auch gehören diese Gegenstände nicht unter jene Fleischipeisen, deren gleichzeitiger Genust mit Fischipeisen unterlagt ist; wohl aber gehören darunter Stücke Speck oder Speclscheiben unter Speisen gemischt, deren Genuß daher nicht erlaubt st. VI. Den im hiesigen Bisthume siationirten, im acrinen Dienste stehenden Militärpersonen und ihren Hausgenossen,— den bewohnern, bei welchen Militärperionen einquartiert sind und speisen,— den Mitgliedern und Dienstboten nichttatholiicher oder consessionell gemischter Familien,— den Fabrik= und Vern arbeitern,— den Tagclöhnern,— den Armen, den Reisenden, — den Gast= und Speisewirthen, sowie ihren Gästen und Haus genossen wird, mit alleiniger Ausnahme des hl. Charfreitags, die Abstinenz hierdurch erlassen. VII. Wir ertbeilen allen Pfarrern und Beichtvätern der Diöcese die Befugniß, die hier ertheilte Disvens nach Bedürfmist zu erweitern, oder auch in den einzelnen Zällen, wo die Verbind lichkeit des Fasten=Gebores zweifelhaft erscheint, dieses Gebot zu interpretiren und alto zu entscheiden, ob und in wie weit es ver bindend sei, namentlich in Hinsicht der mit korperlüben Arbeiten in Tag= und Dienstlohn Beschäftigten, in Hinsicht der Armen und der im Hauswesen Bedrängten und dgl. Doch sollen die Pfarrer diese erweiterte Diapense nur Einzelnen ihrer Pfarrkinder, welche dieselbe nachluchen, nicht ganzen Gesellschaften, und die Beichtväter sollen sie nur ihren Beichtkindern und zwar nur bei Spendung des hl. Bußfacramentes zu ertheilen besugt sein. VIII. Kranke und zechwache müssen sich auch in Hinsia des Fastengebutes nach dem Rathe ihres Arzter richten. IX. An Zrienagen, welche ant einen gebotenen Aast ode: Abstinenztag sallen, wird der mehrmalige Genuß von Fleiseh speisen, nicht aber der gleichzeitige Genuß 1en Fisch und Aleisch speisen gestattet. Die geschlossene Zeit, in welcher Hochzeiten nicht stattsinden solie. und öffentische Be lustigungen, insbesondere Tanzbelustigunge untersagt sind, dauer vom Aschermittwoch bis zum Wristen Sonntage einschtießlich und vomn ersten Abpentssonntage bis zum Feste der Erscheinung des Herrn einschließlich. Die österliche Zeit für den Empfang der allen Gläubigen vorgeschriebenen hl. Ostercommunion soll wegen des viclerorto vorhandenen Mangels an Beichtvätern, und in Folge vielseitig ausgesprochener Wünla vom Passionslonntage bis zum Feite der Himmelnahrt des Herrn bauern. Für diejenigen Pfarreien, in welchen wegen Abgang eines oder mehrerer Griftlichen die verbliebenen seelsorglichen Kräfte unzureichend sind, wird die österliche Zeit bis zum Feste der heiligsten Dreifaltigkeit einichli Diese Fastenverordnung ist am Sonntage Quinquagesima von zu vertündigen. Paderborn, 26. Jannar 1888. Der Fischof * Franz Caspar. Reich. □ Berlin, 12. Febr. Die Nachrichten aus San Remo lanten leider nich: sehr tröstlich. Dank den Fortschritten in der Heilmethode ist der Kronprinz von dem Wundsieber allerdings verschont geblieben und nimmt die äußere Heilung einen normalen Verlauf. Aber noch ist die Frage unentschieden, ob nicht zur Entfernung des ganze. Kehlkopfes geschritten werden muß, und ob selbst eine so durchgreifende Operation den Thronfolger vollständig von seinem Uebel befreien wird. Denn darüber besteht in den wissenschaftlichen Kreisen kein Zweifel mehr, daß es sich bei der Krank heit des Krouprinzen nicht um eine bloße Knorpelhaut Entzündung handelt wie der englische Arzt Dr Mackenzie hat alauben machen wollen, sondern um den todibringenden Krebs. Diese Prognose haben bekanntlich auch sämmtlich eim November zu Rathe gezogenen Aerzte gestellt. Der Wiener Specialist v. Schrötter hat da mals sogar der Kronprinzessin mit aller Bestimmtheit eröffnet, daß in spätestens drei Monaten zu einem Besorgniß auf die preußisch-russische Intimität bis 1879. Einschnitt geschritten werden müsse, um der Gefahr einer Erstickung vorzubeugen. Daß Dr. Bramann den Einschnitt ohne vorgängige Betäubung des Patien ten gemacht habe, ist eine der thatsächlichen Begrün dung entbehrende Behauptung. Ohne die Anwendung narkotischer Mittel vollzieht überhaupt kein gewissen hafter Chirurg derartige Opcrationen mehr.— Gestern yt der russische Botschafter Graf Shuwaloff von sei nem sechswöchentlichen Urlaub aus St. Petersburg wieder hierher zurückgekehrt. Verschläge zur Lösung der bulgarischen Frage hat der wicht überbracht. Ob die russische Regierung der Anregung des Reicho kanzlers Folge geben und bestimmte Anträge zum Zweck endlicher Erledigung dieser brennenden Frage stellen wird, steht dahin. Für die Angabe, daß die Friedensrede des Reichokanzlers auf den russischen Kaiser einen günstigen Eindruck gemacht habe, fehlt eo zur Zeit an jedem thatsächlichen Anhalt. Die amt che russische Presse hat sich bich jetzt mit großer Zu rückhaltung geäußert, und was die beifällige Beurthei lung betrifft, welche die nnabhängige russische Presse nach den telegraphischen Mittheilungen an der Rede geübt haben soll, so hat sich inzwischen herausgestellt, daß die meisten russischen Zeitungen den leitenden Staatsmann wegen seiner wohlgemeinten Ausführungen lediglich mit Hohn und Spott überschüttet haben. Die „Nordd. Allg. Itg.“ war also sehr im Unrecht, wenn sie glaubte, der Börse deshalb die Levitten lesen zu dürfen, weil sie Mißtrauen in die erhofste Wirkung der Rede setzte. Auffallend ist, daß dasselbe Blatt, welches Jahre lang die Katholiken, Freisinnigen, Polen u. s. w. als Reichofeinde behandelt hat, heute der Vaterlandsliebe und Opferwilligkeit aller Parteien einen Ruhmeokranz windet und es dabei als ein besonderes Verdienst des Reichskanzlers feiert, daß er durch seine Schutzzoll-Politik unser Volt in die Lage gebracht habe, die Militärlasten mit Leichtigkeit tragen zu können. Darüber läßt sich aber doch nicht so ohne weiteres absprechen, zumal das angebliche Floriren der Eisen= und Stahl-Industrie doch noch lange kein Beweis für den Flor anderer Industrien ist. Zweck der rosenfarbenen Darstellung ist, das Volk mit dem Gedanken zu befrennden, seine Sicher heit in sich selbst zu suchen und sich nicht auf fremd Hülfe zu verlassen, nicht einmal auf die Hülfe der durch förmliche Verträge mit uns verbündeten Mächte Unwillkürlich drängt dieser Rath zu der Vermuthung, daß man in unseren maßgebenden Kreisen in die Dauerhaftigkeit der Bündniß= Verträge kein rechteo Vertrauen setzt. Eine solche Besorgniß erscheint aller dings nur zu sehr begründet, wenn man sieht, welche schroffen Gegensätze in der Auffassung von der bulga rischen Frage zwischen Deutschland auf der einen Seite und Oesterreich, Italien und England auf der anderen Zeite bestehen. Bei dem Vorhandenscin dieser Gegen ätze liegt die Gefahr nahe, daß die Bündniß- Verträge an der Klippe der Auslegung zerschellen werden Nahezu tausend Centner Gold, in ganz genauer Angabe 95,580 Pfund, lagern in dem viel besprochenen Juliusthurm zu Spandau. Der für die dringendsten Kriegsbedurfnisse des Reiches auf gespeicherte Schatz, in Summa 120 Millionen Mark in Gold, befindet sich in einer massiven Rotunde, deren Eingang in ähnlicher Weise, wie die betreffenden ldspinde, verschlossen ist. Die gewaltige Summe ist in zehn größere Abtheilungen zerlegt, deren jede wieder in zwölf Unterabtheilungen zerfällt, so daß in jeder eine Million Mark enthatten sein muß. Jede dieser Millionen liegt in zehn Beuteln zu je 100.00 M., von denen zwei Drittel in Zwanzigmarkstücken und in Drittel in Zehnmarkstücken vorhanden sind. Coblenz, 12. Febr. In den militärischen andwerksstätten dahier herrscht zur Zeit eine äußerst rege Thätigkeit. Gilt es doch, die zur neuen Armee=Ausrüstung nöthigen Essecten bis zum 1. April J. fertig zu stellen. Aus diesem Grunde sind die regelmäßigen Handwerkskräfte durch Mannschaften ans den einzelnen Compagnien zeitweise ansehnlich verstärkt und darauf sind auch die an Civilhandwerker über agenen Arbeiten zurückzuführen. Zu der neuen Ans üstung gehören auch die sogenannten Segeltuchschuhe hne Kappe, und für diesen Artikel sind gegenwärtig hiesige Eivil Schuhmacher vielfach thätig. Der Tor nister wird bekanntlich kleiner, wie der jetzige ist. Es muß daher der alte Tornister vollständig umgewandelt werden. Auch die Säbeltaschen werden entsprechend dem kleineren Säbel umgeändert. Die Feldflasche wird künftig ohne Riemen getragen und einfach ver mittelst eines Sperrhakens angehängt. Die Patron taschen erleiden ebenfalls eine Umänderung. Dies alles macht zu schaffen und bringt Verdienst in manche Handwerkstreise. Denn auch mit den letzgenannten Arbeiten sind hiesige Handwerker betraut worden, da die militärischen Käfte nicht ausreichen. * München, 12. Febr. Fürst Bismarck hat in seiner Reichstagsrede vom 6. d. auch in ein Waar Worten eines Centrumsabgeordneten, Herrn Jörg, gedacht, welcher seiner Zeit im Reichstage den gewaltigen Zorn des Reichskanzlers erweckt hatte. Zur Zeit, als die preußischerussische Freundschaft noch thurmhoch schien, hatte Jörg den reg gegen Nuß land zur Sprache gebracht. Der bayerische Minister des Aeußeren im Jahre 1871, der jetzige bayerische Gesandte in Wien, Graf Bray, hatte bei Gelegenheit der Debatte über die Versailler Verträge zu Herrn Jörg geäußert, der„nächste Krieg“ gehe gegen die Russen. Das Bekanntwerden dieser Aeußerung hatte den Reichskanzler so sehr in Harnisch gebracht, daß er zu einer der bestigen Polemiken hingerissen wurde. Belannt ist die Fleischerphantasie der„Magdeburger Zeitung“, welche zu berichten wußte, der Kanzler habe den Abgeordneten Jörg in Stücke zerrissen und dann zu einem Klumpen geballt verächtlich in die Ecke geworfen. Der Neichskanzler spielte auf diese Rede Jörg's an, freilich nur, um eine andere Constatirung dieses Abgeordneten zu bekämpfen. Jörg hatte näm lich hervorgehoben, daß Rußland in Folge der preußischen Politik gegen Oesterreich zur ausschlaggebenden Macht Europas geworden sei und das Heft in Händen hätte. Wie sehr Jörg Recht hatte, mußte jetzt auch Fürst Bismarck zugeben, indem er das Bündniß mit Oesterreich damit motivirte, daß das deutsche Reich sonst in Abhängigkeit von Rußland gerathen wäre. Bismarck sagte wörtlich:„Wenn wir uns Oesterreich entfremdeten, so geriethen wir, wollten wir nicht ganz isolirt sein in Europa, nothwendig in Abhängigkeit von Nußland.“ Dies war, wie die„Deutsche Reichszig." bervorhebt, von jeher die Ansicht der katholischen Bevölke rung in Deutschland, und deshalb blickte man mit flößen und den Wünschen des Landes entsprechen soll Die hochherzigen und ergebenen Männer der beiden Kammern hätten deshalb eine hohe patriotische Pflicht zu erfüllen und sich zu diesem gemeinsamen Werke zu einigen.„Wir wissen bestimmt", schreibt dann dao Blatt,„daß in der Union der Linken eine bedeutende Gruppe von erfahrenen und tüchtigen Männern sich findet, welche entschieden eine Coalition mit den Radi calen ablehnen und entschlossen sind, die Grundsätze der conservativen Nepublik gegen das Drängen des Radicalismus und die Drohungen der Revolntions männer zu vertheidigen. Wir wissen ebenfalls an sicherer Quelle, daß in der Union der Rechten eine andere ebenso bedeutende Gruppe besteht, welche im Interesse des öffentlichen Wohles der Meinung ist, daß man von der Regierungssorm absehen und sich ganz dem Vaterlande widmen muß.“ Diese beiden Gruppen, meint die„Liberté“, sollten gemeinsam den Zweck, den sie verfolgen, zu verwirklichen anstreben Man sieht, es ist immer der alte Zirkel, in den die innere Lage gebannt ist, und es ist nicht abzuschen wie die Republikaner jetzt leichter herauskommen sollten als im Laufe der letzten zwei Jahre. Rußland. Petersburg, 12. Febr. Von gut informirte Seite wird mitgetheilt, daß die von den Comman danten der in Westpreußen stehenden Truppen, darunter von General Gonverneur Gurko, hier vorgelegten Gutachten über die Kriegsbereitschaft derart lauten, daß selbst dem enragirtesten Chauvinisten die Lust zu einem Angriffokriege vergehen müsse. Die Gutachten betonen, daß auch ein Defensivkrieg Nußland nicht auf der Höhe seiner Aufgabe fände weil den neuen Besestigungen noch die erforderlichen Garnisonen fehlen. Da die Abneigung der militärischen Antoritäten gegen jeden Constict mit den Jutentionen des Czars vollständig übereinstimmt, habe derselbe um so bereitwilliger die seitens Deutschlands nachgesuchte Zustimmung zur Veröffentlichung des deutsch öster reichischen Defensin Wertrages ertheilt, wodurch die Kriegsgelüste der russischen Chauvinisten endgültig be seitigt erscheinen. Den Zeitungen, von denen man Angriffe gegen Deutschland und die russische Diplo matie erwartete, sei zu Ansang der Woche untersegt worden, Auslassungen über das deutsch österreichische Bündniß zu bringen. Der Unwille eines Theiles der Presse sei in Folge dieses Verbotes auf die Rede des Fürsten Bismarck abgelenkt worden, deren friedlicher Charakter jedoch maßgebenden Orts immer mehr Aner kennung findet. Bei Hose soll die jüngste Wendung der Dinge in hohem Grade Befriedigung hervorgerufen haben. Die Lösung der bulgarischen Frage wäre in dessen nicht so bald zu erwarten, da das Petersburger Cabinet nach wie vor nicht geneigt sei, irgend welche Sorschläge zu machen. Frankreich. * In einer Hauptfolgerung aus ihren Urtheilen über die Rede des Fürsten Bismarck sind fast alle französischen Blätter einig: sie verlangen, daß der Parteizank aufhöre und Angesichts der Gefahren der auswärtigen Lage endlich einmal eine starke dauerhafte Regierung in Frankreich eingesetzt werde. Wer aber regieren solle, darüber gehen die Meinungen sofort wieder auseinander, da jede Partei nur ihren Ver trauensmann regieren sehen will, die ossenen und versteckten Radicalen ihren Floquet, die Gemäßigten irgend einen der Ihrigen. Jedem Theile scheint die Sache sehr leicht, wenn nur der andere Theil auf seine Sonderansprüche verzichte. So hebt auch die gemäßigte„Liberté" die Nothwendigkeit einer starken Regierung hervor, welche mächtig genug sei, um im Innern die Ordnung zu sichern und die öffentliche Wohlfahrt zu fördern, sowie nach Außen den Einfluß Frankreichs und dessen Interessen zu vertheidigen. Eine solche Regierung sei nur auf conservativem Boden möglich, wenn dieselbe dem Auslande Vertrauen einLandtag. Abgeordnctenhaus. 16. Sitzung vom 11. Februar. (röfinung 11½ Uhr. Am Minihertische anfänglich Niemand; gegen Schluß de Sitzung die Minister von Vötticher, Maybach, Dr. Lucius(sämmtlich zugleich Abgeordnete). Auf der Tagesordnung sielt die zweite Lesung des Legislaturperioden Antrages. Zu derselben liegt ein frasinniger Antrag auf Erlatz der jetzigen öfientlichen Abstimmung bei den Landtaaswahlen durch geheime Abstimmung vor. Präsident v. Köller bringt vor Eintritt in die matertelle Be rathung die Frage zur Diecuision und Abstimmung, ob der An tag der Freisinnigen mit dem Hauptgegenstande in einem welentichen Zusanmenhange siehe und deshalb hier zur Berathung und Beschlußfassung kommen könne. Abg. Rickert(deutschfr.) halt es tur sonnenklar, daß zwischen beiden Anträgen eine wefentliche innere Verbindung bestehe, währenh die Abg. Francke Tondern(nationallib.), v. Rauchhaupt (cons.) und sithr. v. Zedlitz=Neukirch den freisinnigen Antrag auf Einführung des geheimen Wahlrechtes von der Dehatte aus schließen wollen, weil es sich dabei nur um ein„freisinnige 0 nur um ein Manöver“ und um einen„Mißbrauch der Geschäftsordnung“ handle, der entschieden zurückgewiesen werden müsse. Abg. Dr. Windthorft hält den Antrag für völlig zulässig: schon durch den Zweisel des Präsidenten sei die Zweiselhaftigkeit dieser Frage auerkannt. Ob die Frage hier entschieden werde, sci Nebensache, die Discussion hierüber sei von Bedeutung. Man werde im Lande begreifen, daß die Majoritätsparteien die Absicht haben, die von ihnen beantragte Verfassungsänderung mit aller Naschheit durchzusetzen, dabei aber jede andere nothwendige Frage außer Acht zu lassen. Die Frage einer freien, sicheren Wahl sei gerade jetzt äußerst wichtig, da durch die 5jährige Dauer des Mandats dieses um% wichtiger geworden, mithin sei der Act des Wählens von größerer Bedeutung: darum müsse eine größere Ggrantie einer sicheren freien Wahl gegeben werden. Der Zu= sammenhang der beiden Fragen sei also zweifellos; respectire man ihn nicht, so vergewaltige die in der Blüthe ihrer Macht stehende Majorität die Minderheit. Abg. Dr. Reichensperger. Die Einrede der Unzulässigkeit ist ja sehr bequem, aber hier genau eben so unbegründet, wie im Reichstage. Unsere Geschäftsordnung verlangt doch nur einen welentlichen Zusammenhang zwischen dem Amendement und dem Hauptantrage und ein solcher liegt unzweifelhaft nach drei Rich tungen vor. Die 5jährige Legislaturperiode erhöht unzweiselhaft die Bebeutung der Wahlen, und wenn das der Fall ist, dann ist es geboten, auch größere Vorsicht gegen Fehlgriffe bei den Wahlen größeren Schutz für die Richtigkeit der Wahlen zu treffen. Dann ist es ebenso unzweisclhaft, daß durch die Verlängerung der Legi= laturperioden eine Verminderung der Volkorechie eintritt, insofern doch unter allen Umständen die Wähler erst nach 5 Jahren von ihren Vertretern Rechenschaft sordern, eventnell sie durch ander Männer ersetzen können sollen. Endlich ist doch auch Ihrerseits für die Verlängerung der Legislaturperioden als Hauptgrund auf geführt worden, daß so gewaltige Schädlichteiten mit dem Wäblen verbunden seien, und der freisinnige Antrag will gerade diese Schädlichkeiten durch die geheime Abstimmung mindern. Also denke ich doch, daß der innere Zusammennang ganz unzweiselhaft vorliegt. Abg. Frhr. v. Minnigerode(cons.) protestirt dagegen, das der Abg. Dr. Windthorst der Majorität bedenkliche Tendenzen unterschiebe. Nachdem neulich der Abg. Dr. Lieber mit so groser Entrüstung gegen die Verfassungsänderung sich ausgesprochen, sei et doch auffallend, daß das Centrum den Antrag der Freisinnigen untersintze. Abg. Dr. Meyer Breslau(deutschir.) plaidirt dafür, daß der freisinnige Antrag als Amendement zum Gartellantrage zugelassen Die Abgg. Dr. v. Cnny(nationall.) und Dr. Ennercerus (nationall.) sprechen dagegen und protestiren gegen die Behauptung des Abg. Dr. Windthorst, daß die Zurückweisung des freisinnigen Antrages auf geheime Wahl dem Gefühle der Machtfülle ei poag Abg. Dr. Windthorst entgegnet, daß es für ihn gar nichs Neues sei seit der Culturkampfözeit, gegen Majoritaten zu kämpfen; im Uebrigen habe er nichts gesagt, was die Majoritätsparteien beeinträchtigen könnte. Eine Rücksichtnahme seitens der Majorität begehre er nicht. eine solche werde auch nicht gewahrt werden. Jm Uebrigen bleibe er dabei, daß die Zusammengehörigkeit beider Anträge absolut nicht zu bezweifeln sei, und wenn der Antrag der Freifinnigen zurückgewiesen werde, so sei das eine Vergewalti gung der Minorität und eine Verletzung der Geschäftsordnung. Er trete mit aller Energie für den Antrag auf Einführung des geheimen Wahlrechtes und auf Zulassigkeit desselben fur die jetzge Berathung ein. Ueber die Zulassung des freisinnigen Antrages wird auf An trag der Abgg. Dr. Lieder u. Genossen namentlich abge stimmt. Dieselbe wird von den Cartellparteien mit 233 gegen 112 Stimmen(Centrum, Freisinnigen, Polen) abgelehnt. Es wird dann die Discussion allein über den Antrag an Einführung fünsjähriger Legislaturperioden eröffnet. Abg. v. Czarlinoki(Pole) spricht sich gegen den Annag aus, obschon er sonst sich für die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Zustände sich nicht ereisern könne, da den Polen die wichtigsten Rechte illusorisch gemacht würden, und betlagt die häusigen Wahlbeelnflussungen im großen Style in den östlichen Provinzen. Damit das Volk so oft wie möglich seinen politischen Willen ausdrücken könne, etwaige Fehler wieder gut zu machen, darum sei er gegen den Antrag. Abg. Hausen(freicons.) bestreitet dem Abg. Lieber das Recht, den Cartellparteien ihren Eid auf die Verfassung vorzuhalten, zumal seine Ansführungen den schweren Vorwurf des Eidbruchs entbielten. Abg. Dr. Windthorst: Esgist nicht gerade leicht, in dieser Frage neue Gesichtspuncte heivorzuheben, aber bei einer so wichuigen Frage, wie es die Verfassungsänderung ist, muß jeder Augenblick dazu benutzt werden, Einspruch zu erheben. Ueberhaupt soll man Versassungsänderungen nicht ohne„e dringende Nothwendigkeit vornehmen, denn im Wechsel der menschlichen Verhättnisse und Tendenzen ist es nothwendig, daß irgend ein sester Punct vorbanden ist, und dieser feste Punct ist die Versassung. Und wie leicht ist man mit Verfassungsänderungen bisher vorgegangen, so daß ich zu fürchten ansange, daß wir aus bloßen Parteirücksichten das gemeinsame Bollwerk, die ersassung, nach und nach ganz abbröckeln. Jetzt liegt nun ein initiativantrag aus dem Hause vor, für den auch die Nationalliberalen eintreten. Da kann ich die Nationalliberalen nicht mehr liberal nennen, sondern pseudoconservativ.(Lachen bei den Nanonalliberalen.) Uebrigens ist es ja offenes Geheimniß, daß die Nationalliberalen nicht ohne Weiteres geneigt waren, dem vorliegenden Antrage ihre Zustimmung zußgeben, so daß ssogar nach langen Erörterungen die Intervention des Generalfeldmarschalls v. Bennigsen nothwendig war. Ich bin auch überzeugt, daß doch Mancher von Ihnen(zu den Nationalliberalen) im Stillen sich frägt: ist es gut, daß wir so handeln? Indessen Sie alouben ja, wenn Sie auch keine Motive anführen, durch Ihr Vorgehen die Interessen des Cartells fördern zu müssen, dem stillen Zuge nach rechts bis zu Herrn v. Zedlitz und Herrn Vremer folgend. Für den Neichstag hätte man ja diesen voer nen Grund für die Verlängerung der Legislaturperiode anführen önnen, aber unerfindlich ist es nur für das Abgeordnetenhaus mit seinem indirecten und öfsentlichen Wahlsystem. Warum ist denn seit der ganzen Zeit des Bestehens der Verfassung die Nothwendigkeit einer Verlängerung der Legislaturperioden niemals zur Sprache gekommen? warum erst heute? Darauf ist noch keine Auskunft gegeben. Dazu kommt noch, daß im preußischen Landtage neben dem Abgeordnetenhause als der Vertretung des Volles, das Herrenhaus steht. J.: letzterem liegt schon eine starke(Harantie für conservative Anschauungen, so daß ich nicht begreise, wie man sich so leichten Herzens dazu entschließen kann, diejenige grantie, die für die Wähler, für das Volk mit der Beibehaltung der dreijährigen Legislaturperiode verbunden ist, zu beseitigen. Ist es denn nicht eine Schmälerung der Rechte des Volkes, wenn s jetzt statt alle 3 nur alle 5 Jahre revidiren kann, was aus einem Vertreter geworden ist" Früher kämpfte man gegen die Berufsparlamentarier; wird aber nicht diese Institution durch die bjährige Legislaturperioden geschaffen. Bei den Landtagswahlen ist doch auch nicht ein solches Maß von Agitation zu besorgen, wie bei den Reichstagswahlen. Die Hochschule für die Wahlagitation ist doch Berlin;— ich sage das nicht ohne einen Rückblick auf die Verhandlungen des Reichstages zu werfen, wo einer der Hauptagitatoren in Berlin uns eine Lection zu halten sich bemüht hat. Wir schmälern aber hier durch die Annahme des Antrags nicht bloß die Rechte des Volkes, sondern auch die Bedeutung des Parlaments. Und wenn Gewicht darauf gelegt wird, daß die Herren für sich zusammenarbeiten, so hat doch diese Continuität uns auch bei den Bjährigen Perioden nicht gefehlt; die Hauptarbeiter sind immer hier gewesen. Das Zusammenarbeiten hat aber auch seine bedenkliche Seite: die handwerksmätzige Bearbeitung ohne den nöthigen und nützlichen Contact mit dem Volke führt zu einer Kameraderie, die gar leicht in ein sehr vöses Fractionswesen ausläuft.(Sehr wahr im Centrum. Zuruf bei den Nationalliberalen.) Sie(zu den Nationalliberalen) werden wohl Erfahrungen gemacht haben(Heiterkeit). Da sollten doch die Conservativen ihren Conservativismus bewähren und das Beltehende, was auch ihnen zum Segen gereichte, beibehalten. Wissen Sie(nach rechts) denn so sicher, daß Sie das nächste Mal in alter Stärke wiederkehren, und daß Ihre neuen Collegen, die sendoconservativen in derselben Weise wiederkehren werden? So schaffen Sie ein zweischneidiges Schwert, das sich auch gegen Sie wenden könnte. Ueberlegen Sie sich nochmals die Sache; es könnte diese Versassungsänderung auch eine starke Reaction herorrusen, und daraus eine Action entstehen, die Ihnen sehr uncqnem wäre und uns auch.(Bravo! im Centrum.) Abg. v. Rauchhaupt(cons.): Für die immer schärfer werdenden Angriffe glauben wir keine Veranlassung gegeben zu haben; und wenn uns Herr Lieber gar unsern Eid vorhält, so schießt er weit über's Ziel hinaus. Wir haben den Antrag nicht leichtsinnig cingebracht und sind uns der vollen Schwere der Versassungsanderung wohl bewußt. Jawohl ist der Antrag ein zweischneidiges chwert; aber es kann ja auch einmal ein liberales Haus auf Jahre zusammenkommen. Der Antrag ist also nicht allein im Parteiinteresse gestellt, und Herren von conservativer Strömung aus dem Centrum werden ihn nicht ganz ungern sehen. Für errn Lieber, der uns jüngst seinen demokratischen Standpunct itwickelt und sogar für einjährige Wahlen eingetreten ist, ist derlbe natürlich satal. Interessant war es mir nur, daß der Vorsitzende der Katholiken=Versammlung in Münster und künftige Nachfolger des doch wohl von Sr. Heiligkeit dem Papsie anerkannten Centrumsführers, Herrn Windthorst, solche Aeußerungen hat machen können. Wer einigermaßen die bei den Wahlen zum Ausdruck kommende Verrohung kennt, kann schon vom sittlichen Standpunct das sortgesetzte Wählen nicht billigen, und das neulich im Reichstag von Herrn Stöcker beigebrachte Material zeigt, wie wenig Segen für das Volk beim Wählen ist. Wirft Herr Lieber uns unseren unritterlichen Ton bei den Wahlen vor, so beweist jedes von unserer Partei ausgegangene Flugblatt, daß wir niemals die Grenzen des Anstandes verlassen haben.(Großer Widerspruch.) Unser Antrag bietet keine Ueberraschung, er ist von mir und der Presse seit Jahren besprochen; von den Cartellparteien geht er hier auch nicht aus, schon deshalb nicht, weil wir hier tein Cartell haben. Wir haben ihn nothwendig im Interesse des Volkes. Herr Rickert drückt seinen Groll gegen die öffentlichen Wahlen aus und sagt, viele Leute seien aus Furcht vor den Folgen serngeblieben; für die geringe Betheiligung weiß ich den dessern Grund, daß nämlich viele liberale Wähler der 1. und 2. Classe mit der Linken nicht stimmen, öffentlich ihre Stimme aber nicht wechseln wollten. Zur Aufklärung noch eine Bemerkung. Wir wissen wohl, daß gerade vom Centrum viele Herren die Krisis im Reichstag vor und nach seiner Auflösung mit überwinden daben helfen und für die Militärforderungen eingetreten sind. Wenn nun Herr Lieber, einer der Wenigen des Centrums, die das nicht gethan, und Herr Rickert kommen, sich an die gedeckte Tafel setzen und mitessen wollen, obwohl sie dazu nichts beigetragen haben, so brauchen wir auf sie keine Rücksicht zu nehmen. Zum Schluß bekenne ich nochmals, daß unser Zusammengehen mit den Nationalliberalen aus Gründen der Zweckmäßigkeit entiprungen ist, und wir so am besten für das Bolksinteresse gesorgt zu haben glauben, wenn wir das Volk durch unseren Antrag von den fortwährenden Wahlen befreit haben. Abg. Rickert(dfr.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. v. Rauchhaupt und beharrt bei seiner Behauptung übe Abmachungen bezüglich der Verlängerung der Legislaturperioden deitens der Cartellparteien; er fragt Herrn v. Rauchhaupt, ob er denn die häßliche Branntweinstener für die reichbedeckte Tafel zu tragen habe, und hält den Conservativen bei Bemerkungen über Wahlagitation das Verhalten Stöckers auf dem Antisemitenproceß und in Berliner Versammlungen entgegen. Redner warnt die Nationalliberalen vor den Conservativen, die nur eine conservative Mehrheit im preußischen Abgeordnetenhause erstrebten, um diese gegen die Reichspolitik zu wenden. Er fürchte, es werde einst der eag kommen, an dem Freisinnige und Nationalliberals wieder veteint gegen die Conservativen kämpfen müßten. Abg. Tramm(natlib.) bchbauptet noch einmal, daß der Antrag nicht aus einem Cartellvertrage hervorgegangen sei; er bezwect keine Schmälerung der Volksrechte, sondern nur die Schwächung der Opposniontvarigen und deren Wühlen und Aguaton.(din hört! Heiterkeit.) Redner hält die Warnung des Abg. Rickert in die Nationalliberalen vor den Conservativen für unbegründet. Insbesondere sei jetzt darauf zu rechnen, daß beide Parteien vereint in Hannover das Welsenthum bekämpfen werden. Was aber die Fortschrittspartei anbelange, so könne dieselbe in Hannover keinen Fuß fassen, wie denn überhaupt das deutsche Volk längs sein vernichtendes Urtheil über sie ausgesprochen habe. Das Volk verlange von einer liberalen Partei(Abb. Richter ruft: Neue teuern! Heiterkeit.), daß sie productiv an der Gesetzgebung mitwirke, wie dies die Nationalliberalen thun.(Lebhatter Beifall rechts.— Ruf links: Wo bleibt das Bravo der Nationalliberalen u Dr. Lieber. Gogmübar den Abgg. v. Minnigerode, Hansen und v. Rauchbaupt wegen meiner Aeußerungen in der ersten Lesung über den Verfassungseid anstatire ich, daß ich ansdrücklich von dem Versassungseid des Abgeordneten in Rücksicht auf seine Wähler gesprochen und aus dieser Auffassung meiner eidlichen Stellung den Wahlern gegenüber die Berechtigung hergeleitet habe, um die Herten zu fragen, wie he es in dieser Hinsicht zu halten gedächten. Ich habe zwischen den Versassungsartikeln insofern einen Unterschied gemacht, als es sich um die Rechte der Regierten handelt, die uns im Vertrauen auf den Verfassungseid das Mandat übertragen haben, im Vertrauen, daß wir diese ihre Rechte nicht auf dem Wege von Initiativanträgen des Verfassungstörpers anfachlen würden. (Sehr richtig! im Centrum und linko.) Ich weise noch den Abg. v. Rauchhaupt darauf hin, daß in anderen constitutionellen Ländern eine Verfassungsänderung aus dem Schoose der Vollsvertretung heraus überhaupt nicht darf vorgenommen werden, ehe Neuwahlen veranstaltet sind.(Hört! hört!) Nun behauptet man te der Antrag solle keine Schmälerung der Vollsrechte herbeiführen, aber wenn Sie sagen, Sie wollen sich in Zukunft recht gemüthlich einrichten, was soll denn das anders heißen, als: Wir wollen den Abgeordneten zwei Jahie länger vor der Roth wendigkeit bewahren, seinen Wählern Rechenschait abzulegen, mehr Rücksicht auf die Wähler draußen, als auf hiesige Personen und Verhältnisse zu nehmen?(Sehr richtig!) Wenn das keine Minderung der Volksrechte ist, dann weiß ich nicht, was eine selche sein soll. Und wenn großt Aufheben davon gemacht wird, daß man sich Regierung und Bolksvertretung als gewappnete Streiter gegeneinander vorstelle, so wird doch kein ersohrener Politiker in Abrede nehmen, daß die Interessen der Vollsrechte und die Interessen der Regierungsmacht durchweg und in der ganzen Weltgeschichte im Gegensatz stehen.(Widerspruch rechts.) Diese Interessen zu versöhnen, ist ja die Bestimmung der parla mentarischen Verhandlungen, das treibende Motiv zum Erlaß der Verfassungen.(Widerspruch rechts.) Es hat dem Herrn Abg. v. Rauchhaupt gefallen, einen Gegensatz zwischen der„conservativen Strömung" in der Fraction des Centrums und„dem demokratischen Standpuncte des Aba. Dr. Lieber“ künstlich zu construiren, und mich in dieser Beziehung in Gegensatz zum Fehrn. v. Schorlemer=Alst zu stellen. Ich bin sicher, von keinem Centrumsmitgliede einen Widerspruch zu ertanren, wenn ich erkläre: Dieser angebliche Gegensatz ist ein reines Phantasiegebilde, welches jederzeit in den Reihen des Centrums das behaglichste und fröhlichste Lachen hervorrust.(Na! na! rechts. Sehr richtig! im Centrum.) Sie können uns gar keine größere Freude machen. als wenn Sie auf dieses— wie Herr v. Puttkamer sich einmal geschmackvoll ausgedrückt hat,„Verdusten" des Centrumo speculiren, als wenn Sie glauben, die„consernativen" und„bemokratiscen(le mente des Centrums einmal einander liegen zu sehen. Ich will diese Sache hiermit abgethan sein lassen; sie ist für uns lachrlich. Der Abg. v. Rauchhaupt ist dann dazu übergegangen, in vaterlicher Gesinnung mir meine Stellung in der katholischen Kirche zu Gemüthe zu führen. Fürs Erste bin ich in der Handhabung meiner politischen Rechte als Vertreter meiner Wähler und des ganzen preußischen Volkes an Strömngen, die etwa— ich weiß nichts davon, aber Hr. v. Rauchhaupt scheint ja im Cardinalcollegium zu sitzen—(Heiterkeit) die etwa in der katholischen Kirche herrschen, durchaus nicht gebunden.(Sehr wahr!) Ich bin in dieser Hinsicht absolut an nichis gebunden, als an mein Gewissen und Herr v. Nauchhaupt beweist mit seiner väterlichen Mahnung eine solche Unkenntniß der Stellung der Katholiken im politischen und insbesondere im parlamentarischen Leben, daß g am allerwenigsten berufen ist, hier väterliche Ermahnungen einem Katholiken angebeihen zu lassen.(Sehr wohr! Ruse: Sep tenngi!) Eben beim Septennat haben wir unsere Unabhängigkeit in dieser Hinsicht vor aller Weit und sehr zu Jhrem Mistbehagen Parer als Sonnenlicht bewiesen. Und setbst wenn diese Unabkängigkeit nicht vorhanden warc, so irrt Hr. v. Rauchbaupt, wenn er glaubt, es werde jemals innerhalb der katholischen Kirche jemand ihm zu Gefallen ihm zu Tienften win. Was dann die Bemerkungen über die„Orgien der Wahlagitation" angeht: Sind das keine persönlich auto tiefste verletzende Wahlorgien, wenn uns vorgehalten wurde, wir„machten das Reich wehrlos", der Gen trums Candidat sei„ein deutschredender aber kein deutschoentender Mann" und noch viel Aergereo?(Schr richtig! lints und im Centrum). Und wie oft sind derartige und noch schlimmere Vorwürse gegen uns verbreitet, wie oft ist unser Privatleben sogar frivol aufs Unwahrste besudelt! Wenn Sie freilich glauben, das das für uns Zuckerbrod wäre, wenn Sie uns in der Wahlngita= tion als Reichsseinde, als Hochverräther, als Vaterlandslose u. s. w. hinstellen, und wenn Sie das glauben, dann allerdings sehr ich. daß Sie,(rechts) kein Schldbewususein haben. Und nun Hen Stöcker! Qnis tulerit Gracchos de seditione querentes? Zwar erschallen auch sehr scharfe Seimmen von freisinniger Seite aus, aber erst nachdem von Stöcker und seinen Freunden in den deutschireisinnigen Wald so scharf hineingerufen in.(Widerspeuch rechts.) Auf den dritten Abschnitt der Verfassung brauchte Herr n. Ransschaupt mich nicht aufmerksam zu machen; die Rechte des Königs anzulasten, wird uns niemals Jemand am Werke finden. Bienn Herr Nauchhaupt von der gedecten Tasel spricht, so möche ich zunächst ihn darauf aufmerksam machen, daß das ganze Volk diese Tasel decken muß, so daß wir uns nicht an seine Tatel seyen. Alle Parteien haben in gleichwerthigem, gleich begeisterten Patriotiomus sowohl die Abänderung ver Wehrptticht, als die dazu erforderliche Belastung des Reichs einttimmig und en bloe gewährt und die Cartellparteien haben keinen größeren Anthril daran, als irgend eine andere Partei, vorab die meinige. Wac nun den Antrag angeht, so sind teine sachlichen Gründe dafür vorgebracht, die mir Gegengründe auferlegen. Denn daß dieser Antrag„gegen die Oppositionsparicien" gerichtet, wie Hr. Tramm sagte, und eine„nationale“ That sei, lann ich doch nur aus einer Parielüberhebung herleiten, die eo die Herren unmöglich macht, außerhalb ihrer eigenen Partei überbeupt die deutien Nation, das preußische Volk zu erkennen.(Sehr gut! im Gentrum.) Treiben Sie es nur nicht weiter mit dieser Ueberspannung der Nationalitätsmonopols; co könnte sonst die Zeli kommen, wo mit gutem Grunde behauptet wird, Sie seien ebensowenig national, als Sie seit langer Zeit noch liberal sind.(Bravo! im Centrum.) Abg. Feor. v. Fediin(conserv.) polemisirt gegen den Abg. Lieber, dessen Stellung reinglich des Giees durchans unpreupisch sei. Pteupen könne lein Scheintonigitum, keine Verfassung nach englischem Muster gebrauchen. Die Leiten ielen zu ernu, um an der Stellung des Königethums zu rutteln. Wie der Gäriner durch Abschneiden der trockenen Aene den Baum lebenskräftig erhalte, so wolle der Antrag durch Ausscheiden des Lelensunfähiger Neuem, Zeitgemäßerem zum Wachsthumn verhelier. Durch funf jabrige Perloden wurde die Arbeit des Hauses wesentlich erlich tert. Die anler würden schon die richtigen Abgeordneten wählen, und dann werde die Verfassungsanderung zum Wohl den Voltes und dieses Hauses sein. Die Debatte wird hierauf geschlossen. Es folgen zahlreiche persönliche Bemerkungen zwiichen Anetleing und den Schorlemer Alst auerseus und den Augg. gthr. v. Zedlitz Neukirch und Han anee in Michllastellung von Aennerungen der hr n lindie o Hauten irrig wiebernegeben und misdentel waren. Die Abstimmung über den§ 1, der die Verlängerung der Legislaturperiode ant» Jahre ausspricht, ist eine name liche. Dieselbe ergibt die Annahme des§ 1 mt 237 gen 126 Stimmen.(Für den§ 1 stimmten geschlossen die drei4s tellparteien, und die Minister v. Bönicher, Dr. Lucins und May bach, dagegen geichloisen Centrum. Polen und Freifinnige.)§ 2, welcher bestimmt, daß die Verlängetung der Legislaturperioden erst nach Ablant der gegenwärtigen Legislaturperiode eintreten d 1. wird ohne Debatte angenommen. hie Sinung Montaa 12 Uhr.(Dritte Leiung des Legie todenantrags und Instizetat.) la Sehluß 46 Uhr. Erovinzielle und 4. Febr. Die Königliche Regierung zu h allgemeine Versügung den Volkeschulrein die möglichste Vermeidung von Fremdwörtern so beim Unterricht, als im mündlichen und schniftlichen Sento Vorgelenten, zur Pflicht gemacht. Ausserküngene in kaufmännischen Kreisen eingePeisen ihe Arlanung des Zünmerte der ersten kommen in dienseni bezeichnet, deren Von gabe derselben zur Trichten und Eingaben die Rück 6.0 haben würde. wde. Paeike. Mis. hat sich hierselbs ein mrder Beamten Kranken=Versicherungekasse eist. hallen Jahnes, alse bio zum 31. Jull dieser enbeten 45. Lebensjahre. Die monatlich im Voraus zu zahlenden Beiträge sind, namentlich wenn man bedeukt, daß die Kasse nicht nur die durch Krankheit ihrer Mitglieder sondern auch die durch etwaige Erkrankung der Familienangehörigen der letzteren entstebenden Arzt und Medizinkosten übernimmt, als durchaus mästigzu bezeichnen. Dieselben bestimmen sich nach der Einnahme der Mitglieder und betragen bei einer solchen bis zu 1200 Mk. 1 Mk., von da bis 3000 Mk. 1 50 Mk., bis zu 4500 Mk. 2 Mk., bis zu 6000 Mk 3 Mk. und darüber 4 Mk. monatlich. Außer diesen Beiträgen und einem einmal zu entrichtenden Eintrittsgelde von 2 Mk. sind keine weiteren Zahlungen an die Kasse zu leisten. Die Königl. Staatsregierung führt die Aufsicht über die Verwaltung, welche letztere durch einen gewählten Vorstand ehrenamtlich geschieht. Die Wahl des Arztes und der Apotheke ist jedem Mitaliede freigestellt. Wir haben das von den betheilegten Ministerien genehmigte Statut der Kasse einer eingehenden Durchsicht unterzogen und glauben einem jeden Beamten den Beitritt auf's Wärmste empfehlen zu können. Handelt es sich doch hier um eine Gemeinschaft, welche es sich zur lobenswerthen Aufgabe gestellt hat, die ihren Mitgliedern durch Kranfheit erwachsenden finanzi llen Lasten gemeinsam zu tragen und somit dem wirthschaltlichen Rückgange, ja dem sinanziellen Ruin des Beamten vorzubeugen! Wir wünschen dem auf dem festen Grunde wahrer Nächstenliebe constituirten Vereine fröhliches Gedeihen und weitere Entwickelung. Noch sei erwähnt, daß Herr Lehrer Droste hierselbst das Amt eines Vertrauensmannes für den hiesigen Bezirk übernommen hat *— Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 26. Januar d. J. Folgendes beschlossen: Wenn verschieden tarisirte Spirituosen unverzollt auf desselbe Theilungslager gebracht werden, so findet auf den gesammten Bestand des Lagers der höchste der in Betracht konmenden Zollsätze An wendung.— Die Directlobebörde ist jedech ermächtigt, ausnahmsweise die Zusammenlagerung von verschieben tarlfirten Spieitnesen zu gestatten, ohne daß dadurch der höhere Zoll san für den ganzen Lagerbestand begründet wird, jedoch ist hierbel eine Nmliche Trennung der verschieden tarifirten Spiritnosen vorzuschreiben —(rin vom 2 März 1885 kis 1. September 1885 als Rangirer im Eisenbahndienit beschäftigt gewelener Ar beiter, welcher vem letzteren Tage an sich durch Tagelobn anderweitig ernährt hatte, am 8. Februar 1886 aber wiederum in den Eisenbahndienst, und zwar als sogenannter Rottenarbeiter eingetreten war, verlor durch einen Unfall, den er am 2. März 1886 während der Arkeit erlitt, das Augenlicht vollständig, so daß ihm die Neute für völlige Er werbsnnsähigkeit gewährt wurde. Derselbe hat wegen der Berechnung des maßgeblichen Jahresarbeitererdienstes, we nach das dreihundertsache des Tageererdienstes anderer Netten= arbeiter im gleichen Betriebe zu Grunde gelegt wurde, Berusung und Recurs ergriffen, und verlangt, daß auf den von ihm früher als Rangirer bezogenen höreren Verdienst Rücksicht genommen werde, weil er diese Stellung noch inner halb des letzten Jahres vor dem Unfall bekleidet habe. Der Necurs ist durch Entscheidung des Reiche Versicherungsamt vom 14. Nerember v. J. zurückgewiesen werden. Nach dem dem Kläger selbst angegebenen Sachverhältniß ist er nicht ein volles Jahr vor dem Unsall im Betriebe der Eisenbahn verwaltung beschäftigt gewesen. Mithin kommt es auf seinen indiriduellen Verdienst, in welchem die rer dem 1. September 1885 zeitweise als Rangirer geleisteten Dienite mit dem entsprechend höberen Lohn eventnell zum Ausdruck gelangen würden, nicht an, vielmehr kann nach§* Absatz 4 des Unsallversicherungsgesetzes ausblieslich derjenige Be= trag berücksichtigt werden, welchen während des bezeichneten Vorjahres Arbeiter derselben Art in demselben Betriebe durchschnittlich bezogen baben. Da nun der Kläger seit seinem letzten Wiedercintreten in den Eisenbabndienft und auch zur Zeit des Unfalls unstreitig lediglich als Rotten arbeiter sungirte, so ist der für leutere ermittelte Durchschnitts verdienst mit Necht der Nentenfeitsenung zu Grunde gelegt worden. X) Witten, 13. Febl. Jm hiesigen städtischen Schlack hause, wurde im Monat Januar er. geschlachtet: 6 Ochien, 150 Kühe, 14 Stück Jungvieh, 140 Kälber, 489 Schweine, 6 Schafe, 13 Ziegen, 1! Pferde; im Ganzen 830 Stück Vien. Beaustandet sind: Vom Rindvich 6 Lungen, 1 Leber, Enter und 1 Milz wegen Tuberkulosis: 2 Lungen und 1 Leber wegen Würmer. Die Zahl der beanstandeten un geborenen Kälber betrug E. Ven auswärts wurden zur Untersuchung vorgelegt, 19 Viertel Rindfleisch 2 Schweine, alb und 4 Schafc. ( Witten, 13. Febr. Das am verslofsenen Samstage beim hiesigen Realgymnasium abgehaltene Abiturienten-Examen, welchem sich die Oberprimaner Walther Utermann, und Rudolf Crämer, beide aus Annen unterzogen, hatte einen guten Erfolg, indem beide Examinanden glänzend be standen. Höntrop, 13. Febr. Die Theaterabtheilung des Unterstützungevereins„Concordia“ beginn gestern Abend bei ausverkauftem Hause die Einweihung der neuen Theater bühne. Nachdem Herr Schmitz alle Anweienden berzlich willkommen geheißen und ein Hoch auf Kaiser Wilbelm aus gebracht hatte, nahm das Theater seinen Anfang. Die beiden Stücke:„Ein kleiner Jrrthum“ und„Der Störenfried“ gingen dann glatt über die Bühne und erfreuten sichtlich Alle Anwesenden, da alle Rollen in sehr guten Händen waren. mn Uebrigen freuen wir uns, daß wir es mit einer solchen Tante auch nicht zu thun haben. Da halten wir lieber mit dem Herrn Dertor Hauphoff und dem leiven Johann oder ulgo Anton mit der schönen Mathilde und der dicken Lotte. um fröblicher Ball hielt alle Anwesenden noch einige Stunden in der heitersten Stimmung zulammen. Möge uns die Theaterabtheilung recht bald wieder einen selch' ge nußreichen Abend verschafsen. Gelsenkirchen, 12. Febr. Gestern Abend wurden zwei von der Arbeit heimkehrende Maurer auf der Bahn hofstraße von mehreren Burschen, welche mit Gummischläuchen und Nevolvern bewaffnet waren, angerempelt, wobei ce ohne die üblichen Keile und Revelverschüsse nicht abging. Da bei dem Tumult viele Menschen zusammengelanfen waren, so werden die Lümmele wehl erkannt sein und somit der Polizei übergeben werden können. A Bruch, 13. Febr. Der Dilettanten=Verein„Fidello“ gab gestern im Vereinslokal beim Wirth C. Merer eintheatralische Abendunterhaltung. Das der Zeit gemäß ge wählte Lustspiel:„Das liederliche Kleeblatt“, wird den B. suchern nech lange in Erinnerung bleiben. Das Fest schleß mit einem Tanzkränzchen und verlief ohne jede Störung.— Auch der Dilettanten=Verein„Hochlarmark" feierte gestern im Saale des Wirths Schlüter sein Winterkränzchen durch Concert und theatralische Vorstellungen. Dieser Verein, welcher jetzt zum zweiten Male in die Oeffentlichkeit getreten ist, darf betreffs seiner Leistungen stolz sein, denn sämmtliche Stücke wurdei mit der größten Präcision aufgeführt und hielten die Lachmusteln beständig in Bewegung. Auch dieses Fest war stark besucht und schloß mit einem Tanzkränzchen ((Durtntnd. 12. Febr. Der seit langerer Zeit be stehende Plan zun: Neubau einer dritten kathelischen Kirche t durch übereinstimmende Beschlüsse des Kirchenverstandes und der Gemeindevertretung und im Einverständnisse mit er bischöflichen Behörde nunmehr dahin geündert worden, ß nn wücksicht auf das in stetig steigendem Maße sich geltend machende seelsorgliche Bedürfniß nicht eine, sondern zrei Kirchen, an der Münsterstraße bezw. in der UnionPorstadt, errichtet werden sollen. Die Paukosten werden durch eine Anleibe von 150,000 Mark bestritten. Zuerst wird die Kirche an der Münsterstraße mit einem Kostenaufwande von etwa 75,000 Mark nach dem Muster der Ludgerikirche in Münster erbaut werden. Die letztere ist zu iesem Zwecke von dem Kirchenverstande und mehreren Bankundigen bereits eingehend besichtigt worden. S Münster, 12. Febr. Die hier seit länger geplant „gemeinnützige Baugesellschaft" hat sich nunmehr censtituirt und wird ihre Thätigkelt im Frübjahr beginnen. Das auf 100,000 M. festgesetzte Actiencapital ist von etwa 60 Zeich nern aufgebracht worden, die Stadtverwaltung hat sich mit einem Betrage von 10,000 M. betheiligt. Zweck des Unterneh mens ist es kekanntlich, zur Besserung der theilweise recht unbe friedigenden Wohnverbältnisse der armeren Klassen gesunde billige Huser zum Vermiethen oder zum Verkauf an flei bige und sparsame Arbeiter zu erbauen. Die Gebäude sollen nicht im eigentlichen Stadtbezuk sondern mit Rücksicht auf die billigeten Preise der Baugrundstücke außerbalb derselben aber im Gemenge mit den übrigen vor den Thoren befind lichen Ansiedelungen errichtet, und die Pauarbeiten an hiesige Unternehmer im Submissionswege vergeben werden. Die„Münsterische Volkobank“ hat die Vermittelung des (Beldverkehrs für die Gesellschaft übernommen. Der Vor stand und der Aufsichtsrath sind aus 5 bezw. 7 tüchtigen Bürgern gebildet werden.— Der Arbeiter Franz Dahl von hier, welcher kürzlich in der Nolle eines„Leibdieners“ des Grafen von Merveldt mehrere hiesige Geschäfte um Waaren zu beschwindeln verstanden hatte, wurde deswegen von der Straflammer zu einem Jahr Gesängniß verurtheilt. — Sechs Monate Gesängniß erbielt der Taglöhner Karl Bunbaff, der in einer Wirthschaft eine von einem Landbrieftrüger vergessene Geldtalche fmit 340 M. Invalt sich angecignet und das Geld rerjubelt batte. Münster, 13. Febr. Der Fastenhirtenbrief des Vischofo Johann Vernhard ven Münster bringt eine vortreffliche Erklärung des bl. Meßepfers als Anbetungoopfer. + Calcar, 12. Febr. Ein Sohn der kleinen Nachbargemeinde Keppeln, der bochw. Herr Janssen, ist zum Bischof der nordamerikanischen Diseese Bellerille ernannt worden. Herr Janisen machte seine Gymnasialstudlen auf der hiesigen Rectoratschule und im bischöflichen Colleg zu Garedenck, die academischen Studien zu Münster. In den letzten Jahren wirtte er mit rühmlichen Erfolge ale (eneralvicar des Bietbums Alton A Waltrop, 12. Febr. Dem seit Jahresfrist hier bestehenden katholischen Meisterverein gehören bereits 100 selbstständige Handwerker an. Präses des Vereins ist der Herr Viear Torsmüller. O Papenburg, 12. Zebr. Die hiesige, bekannte Holz handlung Brügmann und Sehn will ihre Sägewerke auf den deppelten Umfang erweltern. Bis jetzt finden 300 Arbeiter in dem blühenden Unternehmen lebnende Beschäf tigung. Aus Westfalen, 12. Febr. Auf den Bahnhöfen kann man vielfach die Beobachtung machen, daß ver Abfahrt der Züge selbst bei kaltem oder regnerischem Wetter die Perrons mit Neisenden der ärmeren Klasse gefüllt sind, ebwehl die Wartesäle noch freien Raum hintänglich bieten. s ist dies theilweise auf die vielverbreitete Meinung zurückzuführen, daß man, ohne dem Restaurateur zu verdienen zu geben, sich in den Warkesälen nicht aushalten dürfe. Das ist aber keineswegs der Fall. Die Wartesäle stehen dem Pubtikum zu unentgeltlicher Benntzung frei, und die zuweilen vorkommenden Zudringlichkeiten der Restanrations bediensteten berechtigen in jedem Falle zur Beschwerde, die sicher nicht erfolgles sein wird.— Im sog.„Schlüters Busch“ zu Neuwarendorf wurde ein unbekannter, an ständig gekleideter Mann an einem Baume erhängt ge funden. Es liegt ohne Zweisel Seibstmord vor. Man fand bei der Leiche eine gute silberne Uhr, ein Porie= monnaie mit 5 Piennigen und den Deckel eines Notizbuches, auf dem mit Bleistilt der Name„Schlüter Tischler“ ge= schrieben steht. Vielleicht führt dies zur Feststellung der Persönlichkeit des Erbängten. Osnabrück, 12. Febr. Der neue gewählte Bürger= meister unserer Stadt, Herr Dr. Möllmann, wird morgen in das Amt eingeführt werden. * Teutz, 11. Febr. Ein Seldat des Meyer Jnsanterie= Regiments Nr. 98 wurde vorige Weche von einem Gens= darmen in eine: Bahnwärterbude bei Wahn aufgefanden mit ganz erfeorenen Beinen. Der Soldat war aus Borbeck von seinem Weitnackteutlaub hierher gekommen, baue sein Reise geld in leichtsinniger Weile durchgebracht und trieb sich nun, da er nicht weiter konnte, in der biesigen Gegend umber, nächtigte in Strobseimen und gezieth bei der strengen Källe in den traurigen Zustand, in dem man ihn auffand. Er wurde auf einem Leiterwagen in das hiesige Lazarett trand pertiert. Eschweiler, 11. Febr. Velgestern früb mißhan delte ein auf dem Ichenberge wohnender Arbeiter El-u seine in gesegneten Umständen befindliche Frau derart, daß dieselbe an den Folgen dieser Mißbandlung gestorben ist, nachdem sie vorber noch mit den hl. Sterbesakramten versehen worden war. Dente findet im hiesigen St. Anteninshoopital die gerichtlüche Obduction der Leiche in Gegen wart des Mörders statt. *Düren, 11. Febr. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten wurde die eebebung der städtischen paritätischen höheren Töchterschule und die(r richtung ren zwei consessionellen Töchterschulen beschlossen. * In Glogau starb vor einigen Tagen an einem Lungenleiden ein junger Mann von 24 Jahren, welcher seit zwölf Jahren an einer der seltensten Krankheiten gelitten hatte. Derselbe war von der M.Muis ossificans be fallen, d. b. in einer ganzen Reibe seiner Muokeln hatten sich knochenartige Gebilde gezeigt, so z. V. bestanden KnechenNeubildungen in den Oberarmmusteln, in der Verbindung des Oberarme mit dem Numpf, in den Kau= und in den Nackenmuskeln. Die Foige davon war, daß der Leidende den Oberaum fast gar nicht erheben, den Mund nur mangel haft öffnen und den Nacken nicht beugen konnte. Mehrere chirurgische Kliniken Breblaus, wohin der Kranke gebracht worden war, hatten vergeblich Heilversuche bei ihm ange stellt. Ueber den Krankheitsfall war seinerzeit eine eigene Schrift veröffentlicht worden, ans der u. A. hervorgeht, daß in der medicinischen Literatur überhaupt nur 30 derartige Krankbeitsiälle bekannt sind. Wohin die Spiclsucht führt. Aus Blase wen bei Dreoden wird berichtet: Vor einigen Tagen näch tigt in einer Feime auf der Prinzenaue der frühere hiesige Creßgrundbesitzer Gierth, genannt der Baron. Seiner Zeit ve spinnig auf die Heirath gefahren und eine Frau mit vnchnlichem Vermögen geheirathet(Mk. M,000 baar und einem in Dreoden befindlichen und wobl hypeibekenftei ge wesenen größeren Grundstück) und von väterlicher Seite selbst mit Glücksgütern reichlich gesegnet gewesen, hat derselbe eo durch Spielen fertig gebracht, gänzlich an den Vettelstab zu gelangen. Eine Zeit lang in der Bezirksanstalt in Leuben untergebracht, ist derselbe von dort jedoch wieder ent lassen worden, scheint aber jetzt nicht einmal eine Schlafsteile zu haben.„Zohann, kannst allein nach Hause gehen, Pserd und Wagen bleiben hier, sind eben verspielt worden," so lagte in den guten Lagen einmal der„Baron" zum Kutscher. Und so war es auch. Juristische Weisheit. Eine Anzahl ven Bauern im Kreise K. in Baden stand unter der Anklage der Wild dieberei zur Abnrtheilung vor der Strafkammer, webei die Jagogewehre, welche sie im Walde angesichts der sie verfol genden Forstbüter weggeworsen hatten, als stumme und den noch beredte Belastungezeugen auf dem Präsidenten lisch lagen. Die plüsigen Bauern leugneten, gestützt darauf, daß sie nicht gerade bei der That erlappt worden waren, jede Sebuld und bestritten insbesondere auch mit der un schuldigsten Miene ihr Eigenthumsrecht an den vorliegenden Gewehren, so daß schließlich der Freispruch erfolgen mußte. Der Präsident kündigte ihnen letzteren unter kuizer Be gründung an, die er in gleichgültigem Tone mit den Worten schloß:„So, jetzt kann jeder sein Gewehr nehmen und wierer heimgehen." Flugs hatte jeder der„Schlitzöhrigen sein Gewehr ergriffen, um sich damit zu entsernen. Nicht minder schnell war aber der Staatvanwalt bei der Hand der jetzt besseren Erfolg mit seinem erneuten Stresantrag hatte. Curatel=Verfügung, ein russisches Concurrenz=Mittel. Der junge, wie man sagt, fünfzigsache Millionär Dervis in Petersburg wurde vor Kurzem plötzlich als Verschwender unter Curatel gestellt; angeblich geschah as auf Antrag seines Onkels. Dieser Act erregte in der Petersburger Gesellschaft große Verwunderung, da Dervis bisher Niemandem als Verschwender bekannt war, vielmehr eine durchaus geachtete Persönlichkeit ist, deren im Stillen ausgeübte Wohlthätigkeit stets gerühmt worden war. Jetzt verlautet, die Behörden seien über ihn durch den Onkel und andere hochstehende Personen irregeführt worden. Jene Personen hatten einem Consortium angehört, welches die Erlangung der Conzession zum Bau der persischen Bahnen angestrebt hatte, und das in dem jungen Dervis seinen gefährlichsten Concurrenten erblickte, welcher starke Aussicht hatte, die Bauconzession zu erlangen. Die Angelegenheit macht in Petersburg allenthalben starkes Aufsehen. Die eigene Mutter des Gemaßregelten war von der CuratelVerhängung über ihren Sohn nicht minder überrascht, als das ganze große Publikum. * Eine gruselige Spukgeschichte machte in den letzten Monaten des vergangenen Jahres in dem Städtchen Leonbera viel von sich reden. In dem Hause eines alleinstehenden alten Herrn daselbst ging es nämlich um. Allabendlich erschien der„leibhaftige" Satan und vollführte einen höllischen Unfug: er warf Tische und Stühle um, riß Thüren und Fenster auf, warf Bettstücke durcheinander, cjinete vie verschlossene Geldkassete und schleuderte das daraus entnommene Geld auf den Boden u. s. w., ja er trieb es noch ärger, indem er den einsamen Bewohner noch auf lästigere Weise chikanirte und sogar durchprügelte. Der alte Mann ertrug diesen Spuk wochenlang mut Ergebung; als aber eines Tages sein Sohn zu Besuch kanund von den Vorgängen hörte, faßte derselbe den Entschluß, dem Treiben ein Ende zu machen. Er versteckte sich Abends in der Wohnung seines Vaters und erwartete den Teufel, der auch pünktlich erschien und seinen Unfug begann. Zum Durchprügeln des alten Mannes kam er aber diesmal nicht, vielmehr wurde er, Monsieur Satanas, selber durchgeprügelt, denn der aus seinem Versteck hervorgetretene Sohn des Hausinhabere packte ihn resolut am Kragen. Bei näherer Besichtigung ergab sich, daß der unverschämte Höllensohn Marie Längerer hieß und mit der den alten Herrn bedienenden Magd identisch war. Der Teufelsspuk im Hause endete mit dieser Ent deckung, hatte aber dieser Tage noch ein Nachspiel vor dem königlichen Landgericht in Stuttgart. Bei der Verhandlung der Spukgeschichte ergab sich, daß der Tensel alias Marie Längerer dem alten Herrn eine Anzahl Goldstücke entwendet hatte. Das Gericht erachtete den Geisterspuk und die damit verbundenen falschen Vorspiegelungen und Qnälereien als erschwerende Umstände und verurtheilte Marie Längerer zu einem Jahr Zuchthaus. Diese exemplarische Strafe dürfte ihr wohl die Lust vertreiben, jemals sich wieder als Teufel auszugeben. Gerichtsverhandlungen. § Gelsenkirchen 10. Febr.(Schöffengericht.) In heutiger Sitzung erhielten: Der Privatlehrer Joh. K. aus Bickern wegen Schädigung des Eisenbahnfiscus 6 Wochen Gefängniß.— Der Berginvalide Nicol. J. aus Schalke wegen Fleischdiebstahls eine Woche Gefängniß.— Der Bergmann Joh. M. von hier wegen Scandalirens 10 Mark Geldstrase event. 3 Tage Gefängniß.— Der Tagelöhner Andr. S. von hier wegen Entziehung seines Sohnes vom Schulunterricht 3 M. Geldstrafe oder 1 Tag Gefängniß. Der Viehhändler Jos. N. von hier wegen verschiedentlicher Urberführung von Vieh aus Holland in das preußische Staatsgebiet 150 M. Geldstrafe event. 6 Wochen Gefängniß, ferner sollen 6 noch im Besitze des R. befindliche Kühe eingezogen werden.— Die Bergleute Herm. W. und Otto B. aus Schalke wegen Forstfrevel je 9 M. Geldstrafe oder Tage Gefangniß.— Der Arbeiter Ludwig B. ans Wattenscheid wegen unredlicher Erwerbung eines Vermögensvortheils 6 Wochen Gefängniß und wurde derselbe als fluchtverdächtig in Haft behalten.— Die Wittwe Wilh. M. von hier wegen Uebertretung der Verordnung über das Kost= und Quartiergängerwesen 6 Mk. Geldstrafe oder 2 Tage Gefängniß.— Der Bergm. Joh. D. aus Rotthausen wegen Meldepolizei=Contravention 1 Mk. Geldstrafe ev. 1 Tag Ges.— Der Fabrikarb. Joh. O. von hier wegen Beleidigung 10 M. Geldstrafe ev. 2 Tage Gef.— Der Someidergeselle Emil K. aus Schalke wegen Nicht= beiucho der Fortbildungsschule 6 M. Geldstrafe oder 2 Tage Gef.— Der Bergm. Karl K. aus Rotthausen wegen Trageno eines Revolvers 30 M. Geldstrafe oder 6 Tage Gesängniß, wurde indeß von der Anschuldigung der Bedrohung freigesprochen.— Der domicillose Jobann N. wegen Betteln und Landstreicherei 4 Wochen Gefängniß und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde.— Die Dienstmagd Lisette K. aus Rüttensched wegen verschiedener, in Gelienkirchen begangener, kleiner Diebstähle 4 Wochen Geiüngniß. In 3 weiteren Sachen erfolgte Freisprechung. und Börsennachrichten. Getreide= und 13. Jebr. Weizen neuer hiesiger a 100 Kilo 1. Qu. 17.20 Nu. 16.50 Landroggen neuer, a 100 Kilo, 1. Qu. 12.50 2. Qu. 11,70 Werste a 100 Kilo, Winter= 12,50 Sommer=—.— Buchweizen a 100 Kilo 15.— Haser a 100 Kilo 12,80 Aveel(Rübsen) 100 Kilo—.— Rapsamen a 100 Kilo—.— Kartosseln a 100 Kilo 4,50 Heu a 500 Kilo 36.— Stroh a 500 Kilo 29.— Nüböl a 100 Kilo 50,00 saßweise 51,50 Preßkuchen a 1000 Klko 172- Kleien a 50 Kilo 5,20 Letzte Posten und Telegramme. * Paris, 12. Febr. Der Prinz von Wales ist gestern hier angekommen und hat in Begleitung des Botschafters Lord Lytton dem Präsidenten Carnot einen Besuch abgestattet. Carnot erwiderte den Besuch umgehend. Gestern Abend wohnte der Prinz unter Führung des Generals Galliffet der Vorstellung der Tosca im Theater de la Porte Saint=Martin bei; während des Zwischenacts unterhielt er sich mit Sarah Bernhardt. Heute frühstückte der Prinz auf der englischen Botschaft; morgen reist derselbe nach San Remo. * San Remo, 12. Febr. Das gestern Vormittaa 11 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Der Wundverlauf bei dem Nronprinzen ist durchaus befriedigend. Das gute Befinden von gestern hat sich nicht verändert. Die Nacht war gut, Fieber und Schmerzen sind nicht vorhanden.— Mackenzie. Schrader. Krause. Hovell. v. Bergmann. Bramann. * San Remo, 13. Febr. Gestern Abend ist folgendes Bulletin ausgegeben worden:„Das Brsinden des Kronprinzen ist sortdauernd befriedigend. Mackenzie. Krause. Schrader. v. Bergmann. Bramann." Die meist verbreiteten Leiden sind Husten und Berdanungobeschwerden,— die leichtest zu beschaffende Gur dieser reiden aber besicht im Gebrauch der vielbewährten Sodener MineralPastillen, erhaltlich in allen Apotheken à 85 Pfg. per Schachtel. elno Würzburg wurde uns über den Erfolg attestirt: Geehrter Herr! Die von„quen empfohlenen Sodener Mineralpastillen bewähren sich in der That. Nicht nur daß dieselben Affectionen des Kehlkoptes rc. lindern und heben, wirken sie auch auf den Verdauungsproceg wohlthuend ein, und steigern so das allgemeine Wohlbefiuden. Hochachtungsvoll gez. Friy Schwemer, Schauspieler. Jodes-Anzeige. über Leben und Tod 5# 6 gallen, heute Norgen 2½ Duntern innigstgeliebten Vater, roßnater und Schwiegervater, den Herrn Jacob Godosar in bessere Jenseits abzurufen. Der felde stard in Folge Altersschwache. nesehen mit den hl. Sakramenten der kath. Kirche, im Alter von 80 Jahren. Vermandten, Freunden und Be dieses zur Nachricht mit des Verstorbenen im zu gebenken. den 18. Februar 1668. der trauernden Hinter bliebenen Hebamme. Die Beerdigung findet am Mitt= . Morgens 7½ Uhr, vom se, Königstr. 80, aus statt Am 15. er., Ascher Mittwoch. Mor gend 9 Uhr. findet in der Peter= und Paukurche ein a9e Seelenbochamt Jahresgedächtniß für die verstorbene 1Heinv Zurmann aus Hamme freundlichst eingelaben wird Vincenz=Verein. Marien=Conferenz. 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Castellan Wil belm Carl Eduard Tauffenbach zu Bochum und Wilhelmine Margaretha Kreutzer zu Gelsenkirchen. Sterbefälle. Wilhelm. 14 J. 5 M. alt. S. des Bergm. Friedrich Breder, Castroperstr. 191. Georg, 2 J. alt, S. des Fabrikers Jacob Obersheimer, Carl straße 5. Pro 10. Februar 1888 Geburten. Walter, S. des Buchhändlers Julius Loewe, Lonisenstr. 13 Johann, S. des Fabrikers Heinr. Sondermann, Klosterstr. 37,“. Ernst, S. des Bäckermeisters Heinr. Zwarg, Kronprin zenstraße 7. Nicht ben. S. des Thierarzt Neinhold Kredewahn. Vödestr. 28. Heinr., S. des Bergm. Christoph Lippe. Castroper= straße 228. Heinrich, S. bes Tagelöhners Heinr. Hilberath, Ferdinandstr. 36. Ida, T. des Fabrikers Valentin Klimmeroth. Löwestr. 15. Jda, T. des Bergn.. Joh. Marcziesiewsky, Wittenerstr. 113,“. Maria, T. des Bergm. Heinr. Dippel. 2. Parallel straße 11.(rlse. T. des Bergm. Joseph Köster, Schützenbahn 11. Eheschließungen. Feldwebel Joh Jacob Garl Schmidt zu Cöln und Hen riette Amalie Trumpf zu Bochum. Fabr. Wilh. Dorsel und Maria Alwine Schnelle. beide zu Jochum. Maschinist Gerhard Anton Hölscher zu Bochum und Emma Nieding zu Harpen. Fabriker Carl Wilb. Bunzendahl und Anna Gatharina Nannhaus, beide zu Bochum. Fabriker (Gustao Wilhelm Gathmann und Sophia Spelz, beide zu Bochum. Fabriker Franz Porwiardowski u. Wittwe Auquite Caro line Griegorezuk geb. Krickel, beioe zu Pochum. Fuhriter Martin Wyrwala u. Anna Maria Franziska Watermann, beide zu Bochum. Kabriker Franz Friediich gang und Wittme Pauline Henriette Keumann geb. Jacod, beide zu Bochum. Tabriker Johann Paulin 1ttor u. Maria Vatharina Strothmann, beide Bochum. Bterbefälle. Zimmermann Joh Baum, 47 J. 1 M. alt, 1homavn.. 27. 5 Mit den neuen Schnellbampfern bes Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von BremenAmerika fferner fahren Dampfer des Norddeutschen Lloyd Zümtetrie Monatoscrest sur Anterkslkuns an. 0000000000000000000 Rosina Hüntler, Dorstenerstraße 16. Spezial=Geschäft für Leinen und Bettwaaren. Wäsche-Fabrik. 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Bochum nach Wattenscheib=Essen 7.42 9.11§ 1.42° 8.22.(§ Nur bis Watten scheid.) Wattenscheid nach Essen 7.51 1.51° 8.31. Essen=Wattenscheid nach Bochum 6.05 11.53° 6.04. Wattenscheid nach Bochum 6.20 9.45 12.08° 6.19. Essen nach Steele 6.01 7.32° 7.58 8.46“ 10.03° 10.53 1.11° 1.45 4.06 6.02 8.12° 9.45° 11.52. Steele nach Essen 6.17° 7.86 7.53 9.46 11.10° 12.09 2.02° 4.25 4.57° 6.15 7.41° 8.37 10.59° Steele nach Vohwinkel 6.25 7.57° 11.35 2.02° 6.18 8.39. Nohwinkel nach Steele 6.41 9.44° 1.02° 3.15° 5.09 9.25. Steele nach Hattingen 6.18 8.12 10.16° 11.10° 2 05° 4.38 6 30 6 41° 12.03. Hattingen nach Steele 5.52 7.07° 8.37 9.13 9.48° 1.30° 4.06 5.38 7.49 9.30° Langendreet nach Dortmund 6.49 9.25° 10.38° 11.39 1.51° 2.28 4.52 6.47 .59° 10.23° 12.35. Dortmund nach Langendreer 5.33° 7.01 9.00 11.20 1.09° 3.25 4.16° 5.26 7.00° 7.47 10.10° Langendreer nach Witten 6.50 8.19° 9.31, 11.43 2.31 4.11° 5.29 6.48° 9.01, 10.35° 12.38.— Mit Ausnahme der Züge 4.11 10.35 und 12.38 Nachm. haben sämmtliche Züge Anschluß nach Hagen. Witten nach Langendreer 5.40° 7.14 8.50° 11.23 1.13° 3.37 5.06 6.11 7.55° 10.23° 12.20°. Bochum(Bahnhof) nach Riemke Wanne 1.05 4.45° 6.34 8.08 9.55 11.54° 1.46 4.45 7.05 9.16° Bochum(Gußstahlfabrik) nach RiemkeWanne 1.12 4.52° 6.40 8 14 10.02 12 01° 1.53 4.53 7.13 9.23°. Riemke nach Wanne 1.18 4.58° 6.46 20 10.08 12.07° 1.59 4.50 7.20 9.29°. Eickel nach Wanne 1.24 5.04° 6.51 8.25 10.14 12.12° 2.05 5.05 7.26 9.35° Niemke nach Herne 6.47 8.21 10.11 12.08° 2.02 5.00 7.22. Herne nach Riemke 7.09 8.48 10.35 12.27° 3.12 5.25 7.47. Wanne nach Riemke=Bochum 5.24 7.08 8.43 10.35 12.30° 3.16 5.23 7.48 10.00° 11.07. Eickel nach Riemte=Bochum 5.38 7.15 6.51 10.44 12.89° 3.24 5.32 7.56 10.09° 11.16. Kiemke nach Bochum 5.89 7.21 6.57 10.50 12.45° 3.30 6.39 6.08 10.15° 11.22. Wanne nach Recklinghausen Münster 6.09 10.33 229 3.06° 6.01° 10.05 1.86 (§ nur bis Recklinghausen). Münster nach Recklinghausen=Wanne 4.02† 6.49 10.44° 3.39° 6.00 9.25. Wanne nach Oberhausen=Duisburg=Deny Köln 5.18f 5.53+ 6.00 8.34§ 11.17§ 12.21° 2.15 4.53° 5.56% 8.25 11.05 (§ bis Deutz.—/ bis Duisburg). Eisenbahn. Abfahrten von: Präsident nach Bochum=Langendreer 7.13 9 14° 12.28 3.07 5.55 8.41 12.225 (§ nur bis Bochum) Bochum über Wiemelhaulen nach Meitmar 615 12.36 4.35 6.20. Reitmar über Wiemelhausen nach Bochum 6.57 1.47 5 20 6.53. Bochum nach Tortmund 7.20 9.20° 12.14 313 6.01 8 47. Tortmund nach Welver Soest 6 10 19.280 3 14 7 30 9 35. nach Welver: Dortmund 6.10 9.34 12.57 5 47° 942 Vortmund nach"ochum 7.34 11.00 1.10 244 650° N 35 Sochum nach Langendreer 7 20 9.20 12.34 8.18 6.01 847. 7.56 6.56 11.27 Langendreer nach 12.47 3.30 5.40 7.15. Löttringhausen nach Langendreer 10.05 2.23 4.30 6.30 Langendreer nach Bochum 7.53 1.29 3.03 6.12 7.00 8.57. Bochum nach Wattenscheid=Essen 5.10 05 11.34 1 40 3.14 7.20° 9 08 Präsident noch Watte ischeid=Essen 5.15 A.10 11.43 1.4.. 2.20 7.24° 9.13. Wattenscheid nach lissen 5.23 6.55° 8.12 1.52 1.54 3.29 7.32° 9 22. essen nach Wattenscheid=Bochum 5.00§ 6.45 8.47° 12.00 2 40 5.27 6.14 11.55 (§ nur bis Wattenscheid). Battenscheid nach Vochum 7.02 9.03° 13.17 2.56 5.44 8 30 12.11. Das erste und größte Bettfedern-Lager 6. versendet zollfrei gegen Nachn.(nicht unter 10 Pfd.) neue Bettfedern für 60 Pfg. das Pfund, sehr gute Sorte 1 M. 25 Pfg., prima Halbdaunen 1 M. 60 Pfg. und 2 Mk. prima Ganzdaunen 2 Mk. 50 Pfa. in bekannter guter Ausführung u. vorzüglicher Qualität. Bel Abnahme von 50 Pfd. 5% Rabatt. Jede nicht „convenirende Waare w. umgetauscht. Alligste fabrlkpreise, dans oder 15 20 Mc. monstl. Frecht frei. auf gebenöchent Probe. Freis verz.Tranca. 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Haus und Tribünen Tagesordnung: Zweit zialistengesetz. Die Commission schläf zum 30. September 189 ändert zu bewilligen. vorgeschlagenen Verschär worden, ebenso die von Milderungen. Nachdem Abg. Dr. 9 über die bekannten 2 erklärt Abg. Hegel(cons.). beschlüssen nur das M Schutz von Staat und der Noth gehorchend, sii beschlüsse. Besondersd zwei Jahren findet Redi schärfung des Gesetzes, demnächstigen Verlänger Abg. Bebel(Sozial des Materials, das er 1 Lesung eingehend sprechen iinn dazu bessere Gelegen Geschenkt wird Jhnen u Abg. Dr. ebenfalls vorbehalten. be zurückzukommen. statiren, daß wir von de zialdemokraten vollständi bekämpfen. Freilich wird richtige Grenzlinie zwisch denzen zu ziehen. zumal träge, welche die Professe versitäten halten, verwise sätze gehen theoretlich eb socialdemokratischen(Seh kann nach Lage unserer als auf den Umsturz be Das Centrum hat die W Leibe erfahren und ist de das Ausnahmegesetz auf kehren. Jch für meine Auwendung des bestehen Vorkehrungen gegen di frühere Handhabung ist wärtige Ausnahmegesetz Anarchisten erzeugt. Jd kann man nicht mit(4 schagt man nur Märty um eine Ueberleitung 3 ich meine betannten Mi stellt, die leider abgelehr Urzachen der Sozialdemol nur daran, wie in unser verderbliche Lehren vorge die Religion beschränkt von Geistlichen vom Re innere an die vielen Schriften, die nicht von ungehindert passiren. I stellungen auf den Ber Wo bleibt da die Polize Ich bitte den Herrn Mi zugehen und dabei die? müssen die Kirche völlig Kräfte entfalten kann. Arbeitern ein gutes B bescheidung zurückkehren. seien die Ausweijungen zustandes, welche viele erst recht zu wilden Agi die Ausweisungsbejugnis gedrungen. Mit dem 3 Sozialistengesetzes publ Correlat auch das vo Bundesrath bisher nich 16) Auf CriminalR Sie verließen das mißtrauischen Blicken gültigen Gespräch dur vor den Thüren saßen unterhielten. Neugier gangern nach, tauschter aus und wunderten si solcher augenscheinlich „Vornehm?" fragt welcher Paris und B Dingen ein Urtheil h eigentlich darunter, Ne feinen Rock und me elegante Manieren un haben, ohne deswegen Gegentheil, man in Acht zu nehmen, h gelernt, sind in der gleichen geriebene Gau „Dann wär's doch den Staar zu stechen „wer weiß, wozu ein „Au, zu einem Ein that doch wohl nicht!" Euch über dies Nachbar!" seyzte er wi beim Dr. Sauer, wo dort just zu thun und ist ein steinreicher Ame daß die dicke Frau N ihrer Sprößlinge. N mal eine ordentliche dergleichen passirt, wa Man gab demS. nenen Faden so eifrig Amerikaners mit einei reits vollständig in N gute Nacht sagte.