Volks=Zeitung Rusgabe A für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk 63. Jahrgang Bochumer Volkszeitung Bochumer Stadtanzeiger Monalsbezugspr. einschl. Zustellgebahr f. Ausgabe A R. TTABSecansstellen: Bochum, Müdlenstraße 18=14, Hernruf 647 46 für Ausgabe B u. ONM 1.—. D Be Wteliiiche Weit Ze Ucectonte Dortmund 6146; Hatingen, Badn rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugsprettes.— Feruruf 2006 Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Bfg., Ausgabe A 6 pfg., ars= herhunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eflen=Steele=Battingen und Wattenscheid nede Ste. 4. Gernr. 689 10, Postscheckkot gabe B 3% Pig., Ausgabe C 2 Pkg., Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pig, Ausgaben B u. O 25 Vig. se mm. Gültig: vreialine 4. Geschaftostelle und Redantion: Bochum, Mlühlenstratze[2-]4/ Feruruf 64746-64748 Drnc und Verlagt Märkische Vereinsdruckeret, Boch Nr. 301 fur eilige leser Der Pariser Stadtrat hat beschlossen, die französische Hauptstadt mit einem Stabe weiblicher Polizeibeamten zu verschen. In Leszezkow in Ostgalizien brannte die größte poluische Tuchsabrik nieder, die Stoffe aus einheimischer polnischer Wolle, sogenannter Hauswolle, herstellte. Dei St. Margaret zwischen Dover und Deal stürzten am Donnerstagnachmittag unter weithin vernehmbarem Getöse etwa 250 000 Tonnen Aalkstein und Erde ins Meer. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Nach der Sitzung des südslawischen Ministerrats wurde bekannt, daß der Belgrader Polizeipräsident Manoilo Lazarewitsch, der seit 1906 im Amt ist, pensioniert wurde. Als ausführendes Organ der Regierung Usunowitsch hatte er wahrend des Genser Ausenthalts Jestitschs die Ausweisungen der Ungarn aus Belgrad verfügt. Volle Arbeitsaufnahme bei Citroen erst am 10. Januar TNB Paris, 28. Dez. Die Arbeitswiederaufnahme in den Autowerken von Citroen, die für den 3. Januar vorgesehen ist, wird nicht in vollem Umfange stattfinden. Man rechnet vielmehr damit, daß der volle Betrieb erst gegen den 10. Januar wieder aufgenommen werden kann, da die Rohstoffe und Halbfertigwaren infolge des finanziellen Zusammenbruchs von Gläubigerfirmen in letzter Zeit nicht mehr geliefert worden sind und auch nicht rechtzeitig herangeschafft werden können, so daß die Arbeit am laufenden Band vorläufig nicht durchgeführt werden lann. Sterbender Wiener Kommunist gesteht einen Attentatsplan Wien, 28. Dez. Durch das Geständnis eines Sterbenden erfuhr die Polizei dieser Tage von einem am Fronleichnamstage dieses Jahres geplanten kommunistischen Anschlag auf einen Straßenaltar. Eine dreikopfige kommunistische Terrorgruppe hatte beabsichtigt, an dem genannten Tage den Altar im Bezirk Ottakring anf offener Straße zu sprengen. Der Anschlag mißlang, weil dem Führer dieser Terrorgruppe, Ludwig Baleika, beim Herrichten der Sprengpatronen durch eine vorzeitige Erplosion beide Hände avgerissen wurden. Im Krankenhaus gelang es zunächst nicht. von Baleika die wahre Ursache seiner Verletzung zu er fahren. Erst als sich sein Zustand immer mehr verschlimmerte, gestand er, fast sterbend, den versuchten Anschlag. Der Polizei gelang es, die beiden anderen Mitglieder der Terrorgruppe zu verhaften. Das Rätsel um die Spukflieger gelöst? DNB Oslo. 28. Dez. Die Zeitung„Tidens Tean“ meldet. daß der Fall„Spukflieger“ durch Mitarbeiten des Blattes so gut wie gelöst sei. Im Dezember seien in Norwegen unerklarliche drahtlose Zeichen aufgefangen worden, die von Osten, vermutlich aus Russisch=Karelten. kamen. Vom 13. bis zum 18. Dezember wurden entsprechende Zeichen von einem Sender außerhalb Norwegens gesandt. Da die Spukflieger gerade in diesem Zeitraum gesehen wurden, nimmt das Blatt an, daß sie von Russisch Karelien kamen Persien wird in„Iran“ umbenanni DNB. Teheran, 28. Dez. Die Regierung hat eine Verordnung erlassen, daß vom 21. März— dem per sischen Neujahr— ab an Stelle der Bezeichnung „persien“ die Bezeichnung„Iran“ gebraucht wer den soll. Ein Todesopfer des Zugzusammenstoßes in Kornwestheim DNB Stuttgart, 28. Dez. Der 55jährige Lokomotinführer Karl Höfler, der bei dem Zugzusammenstof in Kornwestheim am Heiligabend schwer verletzt wor den ist, ist am Donnerstagabend im Kreiskrankenhaus in Ludwigsburg seinen Verletzungen erlegen. Höfler hatte die elektrische Lokomotive des Personenzuges geführt, auf den der Stuttgarter D=Zug aufgefahren war. Die übrigen Verletzten befinden sich auf dem Wege der Besserung. Ehepaar in Schutzhaft Halle, W. Dez. In Carsena bei Halle legt ein Landwirt und seine Frau auf die Weibnachtstel der WHW.-Sammlung angesaulte und ver chimmelte Aepfel und fügten noch einen par penen Bierdeckel mit Aufschrift„Bete und arbeite hinzu. Angesichts der Emvörung der Bevölkerung über diese Verhöhnung der WöE, veranlaßte, wie mitgeteilt wird. die Staatsrelizei in Halle, daß das Ghepaar in Schutzhaft genommen wurde. Samstag/ Sonntag, 29./30. Dezember(Thomas v. Canleebury) Letzle Sitzung des saarländischen Landesrates vor der Abstimmung Nach Abgabe einer Erklärung durch die Deutsche Front blieben Separatisten und Rückgliederungsgegner allein Saarbrüchken, 28. Dezember. Der Präsident des Landesrates, Scheuer, eröffnete die Sitzung pünktlich um 10 Uhr.— Da dies die letzte Sitzung vor dem Abstimmungstag ist, an dem das Saarvolk über sein künftiges Geschick und seine Heimkehr ins deutsche Vaterland entscheiden wird, war naturgemäß das Interesse außerordentlich stark. So hatten sich neben den Vertretern der saarlandischen Presse auch viele der gegenwärtig zahlreich im Saargebiet vertretenen Auslandsjournalisten eingefunden. Auch die Zuschauertribünen waren stark besetzt. Der Präsident erteilte sofort dem Sprecher der Fraktion der Deutschen Front, Aba. Martin. das Wort. (Rede siehe an anderer Stelle.) Seine Ausführungen wurden an vielen Stellen durch lebhaften Beifall und Zustimmungsrufe aus dem Hause stark unterstrichen. Besonderer Beifall schallte dem Sprecher der Deutschen Front entgegen, als er mit allem Nachdruck von dem Präsidenten der Regierungskommission die Entfernung der Emigranten aus der Polizei verlangte, nachdem nunmehr der Wunsch des Präsidenten der Regierungskommission und jener Emigranten erfüllt sei, fremde Truppen zu erhalten. — Freudigen Widerhall und begeisterte Zustimmung fanden die Schlußworte des Sprechers der Deutschen Front, als er mit erhobener Stimme noch einmal beEheslandsdarlehen nur noch nach Mütterschulung? Die Leiterin der Abteilung Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk äußerte sich einem NDZ=Ver treter gegenüber über die Erfahrungen, die bisher mit der Durchführung der wichtigen Aufgabe der Mütterschulung der deutschen Frauen gemacht wurden. Nach Abschluß der organisatorischen Vorbereitunjen begannen die Lehrgänge am 1. Oktober 1934. Die Lehrgange finden einmal in festen Mütterschulen statt, die die Stadte aufweisen, zum anderen in Wander kursen, die hauptsächlich für die kleine Stadt und das Land infrage kommen. Viele Wohlfahrtspflegerinnen, Jugendleiterinnen, Gewerbelehrerinnen sind draußen im Reich als Wan derlehrerinnen an der Arbeit. Es besteht bereits eine große Nachfrage nach diesen Lehrkräften. Jeder Kursteilnehmer erhält nach regelmäßigem Besuch des Lehrganges eine mit dem Bild des Reichsmütterdienstes versehene Bescheinigung. und es besteht der Plan, den Erhalt des Ehestandsdarlehens von dem vollzogenen Besuch der Mütterschulung abhänaia zu machen und Pflegestellen nur dann anzuerkennen, wenn die betreffende Frau sich über die Teilnahme an einer sol chen Schulung ausweisen kann. tonte, daß es für das deutsche Saarvolk keine andere Lösung gebe, als die restlose Rückkehr der deutschen Saarheimat zum geliebten Vaterlande. Auf den Einwand der Deutschen Front, sie müsse sich nach Prüfung der Rechtslage auf den Standpunkt stellen, daß das Flaggenverbot ungültig sei, weil vor Erlaß des Verbots der Landesrat nicht gehört worden se., antwortete ein Regierungsverireter mil einem Hinweis auf§ 34 des Saarstatuts, daß für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Abstimmung eine Anhörung des Landesratg nicht vorsehe. Im Anschluß hieran verließen die Mitglieder der Deutschen Front den Sitzungssaal, um die Separa listen und Rückgliederungsgegner allein zu lassen Waren schon die verschiedentlichen Versuche, die wuchtigen Ausführungen und scharfen Proteste der Deut schen Front durch vereinzelte Zwischenruse abzuschwä chen und in ihrer Wirkung zu erschüttern, kläglich gescheitert, so wußten diese Diskussionsredner auch später, als sie zu Wort kamen, nichts anderes, als ihre alten Märchen vom Terror vorzubringen oder sich in gehässigen persönlichen Angriffen zu gefallen. Als ein Sprecher der sogenannten Einheitsfront sich bis zu der Beleidigung„Gesinde!“ verstieg, wurde ihm vom Prä sidenten des Landesrats das Wort entzogen. Die Sitzung wurde dann geschlossen. Neues Festland am Südpol entdeckt DNB. Klein=Amerika, 28. Dez. Die Geologen der Byrderpedition haben ein Stück festen Landes entdeckt, das den Südpol in einer Länge von mehreren hundert Kilometern mit dem Marie=Byrd-Land verbindet. Es liegt westlich von dem fast Parallel ver laufenden 145. Längengrad. Deutsch=chilenisches Wirkschaftsabkommen unterzeichnel DNB. Berlin, 28. Dez. Die seit einigen Wochen in Santiago de Chile zwischen einer deutschen Wirtschaftsdelegation und den zuständigen chilenischen Stellen im Geiste freundschaftlicher Verständigung geführten Verhandlungen haben am 26. Dezember zur Unterzeichnung eines Abkommens geführt, dessen Inhalt zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden wird. Angesichts der traditionellen herzlichen deutsch=chilenischen Beziehungen kann angenommen werden, daß das geschlossene Abkommen eine gute Grundlage für die zukunftige Entwicklung und den Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Landern ist. Der deutsche Gesandte in Rio besucht die„Karlsruhe“ Auf seiner großen Auslandsfahrt traf der deutsche Kreuzer„Karloruhe“ in Ris de Janeiro ein. Der deutsche Gesandte Arthur Schmidt Elshon(Mitte, mit Stoch) stattese dem Kreuzer einen Besuch ab; Zweiter von links der Kommandant der„Karlsruhe“ von Hatzfeld. 1934 Nalionalkirche? Soeben erscheint im Verlag Herder aus der Feder des Freiburger Erzbischofs Gröber eine Broschüre„National kirche?“, ein aufklärendes Wort zur Wahrung des konfessionellen Friedens. Es dürfte wohl kaum ein geeigneterer Zeitpunkt für das Er scheinen dieser hochbedentsamen Schrift gesunden werden, als das Fest des Friedens. Nachdem sich Erzbischof Gröber mit dem Begriff der Nationalkirche näher beschäftigt hat, zeigt er, daß nationalkirchliche Bestrebungen in der deutschen Geschichte nichts Neues sind. Es geht letzten Endes immer um die Schaffung einer arteigenen Religion. Welche Stellung die katholische Kirche im Rahmen solcher Bestrebungen einnahm, kennzeichnet der Verfasser mit den Worten: „In solcher Rückschau und Vorschau zeigt sich uns ein Bild echt kirchlicher Regeneration, ein Zustand, in welchem die Kulturvölker katholischen Bekenntnisses, ohne Beeinträchtigung ihrer Gliedschaft am Leibe der allgemeinen Kirche, aber frei von dem Joche unberechtigter Herrschsucht, je des sein Kirchwesen, entsprechend seiner Eigenart und im Einklang mit seiner übrigen Kulturmission und einträchtiger Arbeit von Klerus und Laien, gestaltet und ausbildet, und die gesamte katholische Welt sich der Führung eines Primats und Episkopats erfreut, der durch Wissenschaft und durch die tätige Teilnahme an einem gemeinsamen Leben sich die Einsicht erworben hat, um der Kirche die ihrer einzig würdige Stelle an der Spitze der Weltenkultur wieder zu verschaffen.“ Iu weileren Abschnitten wird der Begriff Nationalkirche in seinem Verhältnis zur Religion überhaupt und im besonderen zur christlichen Religion, zum deutschen Idealismus und zur deutschen Kultur eingehend behandelt. Entscheidende Fragen, ob es überhaupt eine artechte deutsche Religion gibt, was denn Religion überhaupt ist, behandeln in sorgfältiger und feinsinniger Untersuchung das Kernproblem einer Nationalkirche. Besonders wendet sich der Verfasser gegen den pantheistischen Gottesbegriff. „Wir befürchten, daß sich auch die Religion mancher Deutschgläubigen von der Welt= und Gottesanschauung der proletarischen Freidenker nur durch den philosophischen und dieterischen Wortnebel unterscheidet. Nationalkirche würde dann für das ganze Deutschland kaum etwas Neligiöseres bedeuten als die Gottlosengemeinschaft für Rußland.“ Beachtung verdienen ferner jene Ausführungen, welche Erzbischof Gröber über Konkordate im allgemeinen und das deutsche Konkordat im besonderen macht. Sie stammen aus um so berufener Feder, als der Freiburger Erzbischof im Auftrage des Heiligen Stuhles die Verhandlungen über die Ausführung der Konkordatsbestimmungen mit der deutschen Regierung führt. Seine feste Ueberzeugung, daß es der deutschen nationalsozialistischen Regierung in gleicher Weise wie dem Heiligen Stuhl um ein friedliches Zusammenarbeiten mit der Kirche getan ist, geht aus den Worten hervor: „Schon das frühzeitige Bestreben, sich mit dem Heiligen Stuhl über grundlegende Fragen auf dem Verhandlungswege zu verständigen, ließ die klare Absicht des Reichskanzlers erkennen, jeden ernsthaften Konflikt zwischen Staat und Kirche zu vermeiden, und der Kirche in Gerechtigkeit zu gewähren, was der Kirche ist, und damit die„bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu befestigen.“ Tatsächlich wurden ihr im Reichskonkordat sowohl der ungekürzte Bestand als auch die Freiheit der Religionsausübung„dauernd“ verbürgt." In einem weiteren Abschnitt zeigt der bischöfliche Verfasser, daß es durchaus sehlsam und unbegründet ist, zur absoluten Einheit des Volkes die Einheit der Religion als wesentlich zu betrachten. „Liegen denn nötigende Beweggründe dafür vor, aus den bisherigen Verschiedenheiten und Gegensätzlichkeiten auf religiösem Gebiete eine Einheit zu schaffen?“ Es drängt sich unwillkürlich die Frage auf: „Hing es denn bisher nicht auch? Hat unser Volk in den letzten vier Jahrhunderten nicht gewaltige Aufgaben gelöst, die kein anderes Volk bei ungemischter Religion glänzender gelöst hätte?“ In klaren und entschiedenen Ausführungen weist Erzbischof Gröber den möglicherweise gegen die Katholiken erhobenen Vorwurf der nationalen Unzuverlässigkeit zurück. Er zeigt das Mitwirken der Katholiken bei der Entwicklung und Hebung der Volkswirtschaft und ihre umfangreiche Teilnahme an der öffentlichen und privaten Wohltätigkeit. Erzbischof Gröber sagt u. a. dazu: „Will jemand vielleicht gar behaupten, daß wir deutschen Katholiken national unzuverlässig seien und völkisch versagten? Aber wo, wann und wie? Etwa im Weltkriea? Das kann aber nur ein Unwissender und ein Böswilliger vertreten, der sich damit schmachvoll und strafwürdig am Heldenblut unzähliger verwundeter oder gefallener deutscher Katholiken verfündigt. „Unsere katholischen Mitbürger haben“, schrieb damals Pastor Traub,„ihre vaterlandische Pflicht getan und sie mit demselben Etser und derselben 1 2 Treue erfüllt wie wir. Die beutschen Kathollken selber können die Zeit dieser nationalen Erhebung nie vergessen.“ Oder haben wir sonst einmal der staatlichen Autorität den schuldigen Gehorsam verwelgert? Wer diesen Einwand erhebt, der kennt das Wesen und die Vorschriften unserer Kirche, die Geschichte der deutschen Katholiken und die Kundgebungen des führenden beutschen Episkopales in den vergangenen Jahrzehnten bis in die letzten Wochen hinein nicht. Weder im ungerechten Kulturkampf noch später sind wir Staatsfeinde und Umstürzler gewesen. Oder haben wir Katholiken etwa die Volkswirtschaft in Trägheit oder durch Mangel an strebsamer Initiative unterbunden, das öffentliche Vermögen verkürzt oder verschleudert, die sozialen Grundsätze der Gerechtigkeit und Nächstenliebe verletzt, die Ehen theoretisch oder praktisch unterwühlt und den Kindersegen der Familien verhindert oder vermindert? Die Statistik gibt hier eine eindeutige und nicht ruhmlose Antwort. Für die maßgebenden Lehren der Kirche aber befrage man die einschlägigen großen Enzykliken Leos XIII. und Pius XI. Oder hat vielleicht unsere öffentliche und private Wohltätigkeit versagt? Auch hier sind wir in der Lage, den bündigen Nachweis zahlenmäßig zu erbringen, daß wir allzeit opferwillig und erfolgreich bestrebt gewesen waren, den Winterhunger sowohl wie die anderen materiellen oder geistigen Nöte im Volke zu beheben und vorbildliche karitative Einrichtungen zu schaffen. Sofern man aber behauptet, die Katholiken hätten sich der politischen Neuordnung widersetzt, so trifft auch das für alle Katholiken nicht zu, denn schon bei den ältesten Kämpfern war ein erklecklicher Prozentsatz katholisch. Und sollen es alle anderen noch immer vorwurfsvoll hören und konfessionell sogar büßen, trotz der versöhnenden und bindenden Erklärungen des Führers und der so notwendigen Volksgemeinschaft aller Deutschen? Oder haben wir etwa unser Recht, als selbstän dige Konfession auch weiterhin zu bestehen, durch unsere frühere Distanz begründeter verwirkt als fene Tausende aus dem marxistischen, kommu nistischen und proletarisch freidenkerischen Lager ihr Recht, jetzt deutschgläubig oder national kirchlich zu sein? Es ist für jeden Volksgenossen bringend zu empfehlen, gerade diesen Abschnitt, der alle gegen die katholische Kirche bzw. die Katholiken erhobenen Vorwürfe wegen ihrer Haltung zum neuen Staat behandelt und als unzutreffend zurückweist, die neue erschienene Schrift zu lesen. Das folgende Kapitel„Nationalkirche eine Illusion“ beginnt mit den Worten: „Es gilt als ein Grundsatz jeder vernünftigen Politik, nur solche Dinge zu erdenken und im Volksleben zu erstreben, die im Bereich des Möglichen und Erreichbaren liegen. Politik ist eben keine Romantik, die über den Wirklichkeiten schwebt und nach der blauen Blume in irgend einem Zauberland sich schwärmerisch sehnt, sondern die Kunst des Erreichbaren. Wer unmögliche Ziele sich steckt, der gilt auch jenseits des politischen Lebens als Wolkensegler und nicht ernstzunehmender Phantast.“ Der Verfasser kommt am Ende seines Buches zu dem Schluß, daß der„Plan einer Nationalkirche unausführbar und illusorisch 1st“. Das Schicksal des deutschen Volkes werde es auch fürderhin bleiben, in große, religiös getrennte Gruppen zu zerfallen und kaum sich schneidende Wege im Gottsuchen und Gottfinden zu gehen. Wörtlich schließt Erzbischof Gröber seine ausgezeichnete Schrift: „Das hindert uns aber nicht, immer dann eine lückenlose Geschlossenheit und Einheit zu bilden, wenn es der Bestand oder die Ehre unseres Vaterlandes und Volkes erfordern. Es hindert uns auch nicht, eine Einheit im Wirken und brüderlichen Verhalten zu schaffen, wie es schon der Hirtenbrief der deutschen Bischöfe vom 1. November 1917 verlangte, wo es schiedlich=friedlich heißt:„Seit vier Jahrhunderten zieht sich die religiöse Spaltung durch das deutsche Volk. Das können wir nicht ändern. Wir können die Kluft nicht schließen. Wir können und dürfen die grundsätzlichen Unterschiede und Gegensatze, die uns in unserem ganzen religiösen Denken und Leben von unsern andersgläubigen Mitbürgern trennen, nicht auflösen, nicht verschleiern, nicht verwischen. Wohl aber können wir r das bürgerliche und wirtschaftliche, das staatbe und nationale Zusammenleben und Zusammenarbeiten die Kluft überbrücken durch gegenseitige Achtung, durch ein Wohlwollen, das sich nicht mit kühler Toleranz begnügt, sondern von christlicher Liebe erwärmt und beseelt ist, durch Vermeidung und Verbütung von allem, was andere in iören religtösen Anschauungen und Gefühlen kränken könnte. Wir können auch Vorkehrungen treffen, daß nicht mehr aus jener Kluft die üblen Gase alter Mißverständnisse und Vorurteile aufsteigen und sich als giftige Wolke zwischen die Konfessionen legen. Gebe Gott, daß auf solcher Grundlage auch ein dauerhafter innerer Friede zustande komme, der die so wünschenswerte konfessionelle Entspannung bringt und alle einigt zur Arbeit an den großen Zukunftsaufgaben unseres Volkes.“ 250000 Tonnen Gestein ins Meer gestürzt London, 28. Dez. Bei St. Margaret zwischen Dover und Deal stürzten am Donnerstagnachmittag unter weithin vernehmbarem Getöse etwa 250 000 Tonnen Kalkstein und Erde ing Meer. In die weiße Kalkwand der Küste, die an der Bruchstelle ungefähr 90 m aus den Fluten des Aermelkanals ragt, wurde eine 45 Meter breite und 12 Meter tiefe Lüche gerissen, die den am oberen Ende der Klippen entlang führenden Fußsteig von Deal nach St. Margaret'o Bucht unterbrach. Obwohl der Einsturz noch vor dem Höchtstand der Flut erfolgte, blieben die niedergebrochenen Gesteinemassen teilweise über dem Wasser sichtbar, das eine milchweiße Farde zeigte. Die Klippen erstrechen sich nach Art eines Vorgebirges 200 Meter weit ins Meer hinaus. Blenschen hamen glücklicherveise nicht zu Schaden. Aler Hunderte von Mövon fanden den Tod und Hunderte von Mönennestern wurden vernichtet. Noch stundenlang nach dem Vorfall umkreisten dichte Schwärme dieser Vogel unter aufgeregtem Geschrei ihre zerstörten Brutstätten und das Grab ihrer Wie das Ausland aufrüstel Neue englische Kampfflugzeuge DNB London, 28. Dez. Zu Beginn des neuen Jahres wird sich das britische Luftfahrtministerium für einen neuen Typ eines Kampfflugzeugs entscheiden. Vier verschiedene Typen werden gegenwärtig ausgeprobt. Die neuen Maschinen sollen eine Stundengeschwindigkeit von über 400 Kllometer besitzen. Zwei von ihnen sind Eindecker, die beiden andern Doppoldecker. Einer der Eindecker hat ein einziehbares Fahrgestell; einer der Doppeldecker ist mit vier Maschinengewehren statt der üblichen zwei Maschinengewehre ausgerüstet. Das Ministerium beabsichtigt, nach erfolgter Wahl ein Geschwader Flugzeuge des ausersehenen Typs bauen zu lassen und die Maschinen dann einer strengen praktischen Prüfung zu unterziehen, bevor weitere Bestellungen vergeben werden. Motorisierung der französischen Arlillerie Abschied vom Pferd DNB Paris, 28. Dez. Im Rahmen der Motorisierung des französischen Heeres, auf die Kriegsminister General Maurin in seiner Eigenschaft als früherer Generalinspekteur des Artilleriewesens sein besondereg Augenmerk gerichtet hat, werden vom 1. April 1935 an mehrere Einheiten motorisiert werden. Das 15. Artillerieregiment in Douai erhält an Stelle der bisherigen Pferdebespannung Motorzugmaterlal. Das 43. verstärkte Artillerieregiment mit Automobilzugmaterial wird neu geschaffen. Drei Batterien 75er Geschütze werden nach La Fère, zwei Batterien 155er Geschütze nach Laon gelegt. Weiterhin wird das 11. Artillerieregiment aufgestellt werden: Drei Batterien 75er Geschütze kommen nach Vernon, zwei Batterien 155er Geschütze nach Cherbourg. Die dritte und sechste Batterie des 36. Artillerieregiments werden motorisiert und von Issoire nach ClermontFerand verlegt. In Rouen wird das 34. Artillerieregiment mit zwei Vatterien 75er Geschütze und einer Batterie kurzrohriger 155er Geschütze gebildet. In Commercy wird ein motorisiertes Artillerieregiment aufgestellt. Mit diesen Neuaufstellungen ist die Auflosung einiger überalterter Artillerieregimenter verbunden. 50 U-Boote in Wladiwostok Wie der Daily Telegraph meldet, befinden sich in Wladiwostok bereits 50 U=Boote neuester Konstruktion. Die Boote sollen in zerlegtem Zustand auf dem Landweg dorthin gebracht worden sein. Die„France militaire" gibt folgende Daten über die russische Armee: Jährliches Rekrutenkontingent 1,3 Millionen, davon werden etwa 900 000 tatsächlich eingestellt. Die Gesamtzahl aller Wehrfähigen betrage etwa 18 Millionen, allerdings sei der Grad ihrer Ausbildung sehr verschieden. Bei Kriegsbeginn würde die Feldarmee rund 3 Millionen Mann mit 10000 Geschützen stark sein. Für die chemische Krieg führung sind etwa 10 Regimenter besonders ausge bildet. Kampfwagen sind etwa 300 vorhanden, ferner 70 Panzerzüge.. Die Luftstreitkräfte zählen nach japanischen Angaben bereits 200 Geschwader mit rund 2500 Flugzeugen. Hierzu kommt noch eine beträchtliche Zahl von Zivilflugzeugen, die ebenfalls in gewisser Hinsicht für Kriegszwecke verfügbar seien. Neue Donaupläne Versländigung zwischen Ungarn und der Kleinen Entente? Berlin, 28. Dez. Nach einem Bericht des Londoner „Daily Telegraph“ hat bei dem vorwöchigen Aufenthalt des britischen Außenministers Simon in Paris neben den Bemühungen um das Zustandebringen des Ostpaktes auch der Plan eines Sechs=MächtePaktes zur Garantierung der Unavhängig keit Oesterreichs wieder eine Rolle gespielt. England stehe den Bestrebungen, einen solchen Pakt zu schließen, der von Frankreich, Italien, Ungarn, Südslawien, der Tschechoslowakei und Deutschland zu unterzeichnen wäre, wohlwollend neutral gegenüber, wenn man diesen Pakt in Angriff nehme, was schon in den nächsten vierzehn Tagen der Fall sein könne, dann könnte man die Gelegenheit auch zur Einleitung von neuen Abrüstungsbesprechungen benützen. Die optimistische Beurteilung der neuen Donaupläne, die im Grunde nur wieder aufgenommene alte Pläne sind, kommt auch in anderen Londoner Blättern zum Ausdruck. Ob der Grund hierfür tatsachlich in der Pariser Unterhaltung zwischen Simon und Laval zu suchen ist, mag dahingestellt bleiben. Tatsache ist aber, daß auch im Donauraum selbst eine neue Erörterung beaonnen bat. Am 23. Dezember hat der ungarische Außenminister Kanya in der Wiener„Reichspost“ die Anregung zu einer Verständigung zwischen Ungarn und der Kleinen Entente gegeben. Kanna tritt dafür ein, daß nach der Beilegung des ungarisch-jugoslawischen Konfliktes jetzt der geeignete Zeitpunkt gekommen sei, beiderseits Mittel zu erwägen, die eine Annäherung und Harmonisierung der gegenseitigen Auffassungen ermöglichten. Von tschechoflowakischer Seite liegt bereits eine bejahende und ermutigende Antwort in einem Artikel vor, den der tschechoslowakische Gesandte in Budapest. Kobr. im„Prager Tagkblatt“ veröffentlicht hat. Kobr schlägt vor, daß die territorialen Streitfragen von der Regelung ausgenommen werden und Ungarn seine Revisionswünsche zunächst zurückstellt.„Im übrigen ist es aber unfaßbar“, so fährt Kobr fort, „weshalb wir nicht dem Beispiel Deutschlands und Polens folgen könnten, zwischen welchen Staaten gewiß nicht weniger schwere territoriale Fragen über eine Reihe von Fragen zurückgestellt wurden, um jenen Luftkreis zu schaffen, der für die Regelung lebenswichtiger Fragen zwischen beiden Ländern notwendige Vorbedingung gewesen ist.“ Gleichzeitig mit all diesen Meinungsäußerungen liegen aus Paris Meldungen vor, die einigen Anhalt dafür zu geben scheinen, daß man auch in Paris die italienisch=südslwische Annäherung, die natürliche Vorbedingung für die Verwirklichung irgendwelcher Donaupläne sein würde, mit allem Eifer weiter betreiben will. Der Plan einer neuen Garantie-Erklärung für Oesterreich geht bekanntlich auf Italien zurück. Trotz grundsätzlicher Zustimmung Frankreichs stand bisher und besteht wahrscheinlich heute noch zwischen Paris und Rom aber Meinungsverschiedenheit darüber, welcher Weß zu wählen wäre, ob ein sogenannter Anliegerpakt oder eine Erweiterung des österreichischen Protokolls vom September 1934. Oesterreich gegen Garantiepakt unter Teilnahme der Kleinen Entente DNB Rom, 28. Dez. Der im allgemeinen gut unterrichtete Vertreter des Lavoro Fascista in Wien will aus bester Quelle erfahren haben, daß Oesterreich nicht geneigt sei, einen internationalen Garantiepakt für seine Unabhängigkeit anzunehmen, an dem außer den vier Großmächten England, Frankreich, Deutschland und Italien auch noch die Kleine Entente teilnehmen würde. Gründe der nationalen Würde verböten es Oesterreich, eine Unabhängigkeitsgarantie von Staaten anzunehmen, die früher unter Oesterreichs Hoheit standen. Lord Rolhermere über Deutschland „Wir haben keinen Grund DNB London. 28. Dez.„Daily Mail" veröffent= licht einen aus München übersandten Weihnachtsaufsatz ihres Besitzers, Lord Rothermere, in dem dieser den tiefen Eindruck, den er von dem neuen Deutschland und seinem Führer empfangen hat, in beredten Worten schildert. Er sagt u. a.: Die letzten zwei Jahre haben in Deutschland einen politischen Prozeß begleitet, der so tief und so weitreichend in seinen Wirkungen ist wie die große französische Revolution. Ein solcher Wechsel in der Wesensart eines Volkes, in seinen inneren Verhältnissen, in seiner internationalen Stellung und sogar in dem einfachen Auftreten der einzelnen ist niemals zuvor in der Geschichte in so kurzer Zeit vollbracht worden. Deutschland ist das neue Sparta. Der gleiche Geist nationaler Disziplin und Selbstaufopferung, der ein paar tausend Einwohner einer kleinen griechischen Stadt einen dauernden Platz in der Geschichte erwarb, wird hier von 67 Millionen Menschen von neuem bewährt, die in mancher Beziehung das intelligenteste, fleißigste, edelste und abgehärteste Volk der Welt sind. Welcher Zauber hat die deutschen Menschen wieder mit Hoffnung erfüllt, deutschen Augen den Glanz des Mutes und Selbstvertrauen gegeben und diese mächtige Nation begeistert, so daß man sich in ihrer Mitte wie in einem riesigen Kraftwerk fühlt? Die Antwort lautet: Hitler! Hitlers strengster Kritiker wird schwerlich leugnen, daß er bei diesem Werk bereits ein sehr großes Maß an Erfolg erzielt hat. Das geeinte selbstverum Streit mit diesem Volk“ trauende Deutschland vom Jahre 1935 läßt sich mit dem zerrütteten, unglücklichen Deutschland, das er bei der Machtübernahme im Januar 1933 vorfand, ebensowenig.vergleichen wie ein aufsteigender Adler mit der zerbrochenen Eierschale, aus der er hervorging. Begreifen wir Enaländer, was diese Genesung bedeutet, oder ist unser Urteil noch immer getrübt von den Zerrbildern aus Vorurteil und Propaganda? Beinahe alle Nachrichten über das nationalsozialistische Regime, die sogar in unseren verantwortlichsten Zeitungen veröffentlicht werden, sind Unsinn. Ich halte das heutige Deutschland nicht nur hinsichtlich seiner Möglichkeiten, sondern auch tatsächlich für die stärkste Macht des europäischen Festlandes Denn was an materieller Ausrüstung mangeln mag — und dies dürfte nur wenig sein— wird mehr als ausgeglichen durch den großartigen Geist der Nation und ihr ungemeines Vertrauen zu ihrem Führer. Wir haben keinen Grund zum Streit mit diesem Volk. Wenn erst einmal einige der schlimmsten Ungerechtigkeiten der Friedensregelung beseitigt sein werden, wird es keinen Grund mehr geben. weshalb Europa nicht auf Jahre hinaus im vollen Frieden leben sollte. Wir und die Deutschen sind blutsverwandt, wie Herr Hitler einmal zu mir sagte. Unsere Natignen haben einander nur einmal bekämpft, während sie in vielen Feldzügen treue Verbündete waren. Wenn Deutschland und Grokbritannien nach einer Entfremdung von mehr als 20 Jahren wieder zusammenkommen könnten, würde sich für beide eine neue Aera der Wohlfahrt eröffnen. Gegen die Straßenbahn gefahren Ein Toter Hagen, 28. Dez. Persone Am Freitagmorgen fuhr ein onenkraftwagen am Stadttheater auf einen traßenbahnwagen auf. Der Invalide Köther, der in die Straßenbahn einsteigen wollte, wurde zu Boden geschleudert und mit schweren Verletzungen ins Kranenhaus gebracht, wo er nach kurzer Zeit starb. Der Führer des aufgefahrenen Kraftwagens wurde vorläufig festgenommen. Die Aufklärung einer Wilderergeschichte Sich selbst ins Bein geschossen Belbert, 28. Dez. Kürzlich wurde in den WalPollen in dungen des Gutes Vohnacken ein Jogdauf= seher aus Velbert mit einer Schußverletzung im Oberschenkel aufgefunden. Wie der Jagdaufseher angab, war er von zwei Wilderern, die er gestellt hatte, angeschossen worden. Die Ermittlungen brachten jedoch eine andere Aufklärung. Der Jagdaufseher hatte einen Fuchs geschossen und als das Tier nicht sofort tot war, mit dem Gewehrkolben auf ihn eingeschlagen. Dabei löste sich ein Schuß und ein Teil der Ladung drang dem Jagdaufseher ins Bein. Der Mann hat dann die Geschichte von dem Zusammenstoß mit den Wilderern erfunden, um eine Rente zu erlangen Neufahrsbotschaft des Reichsjugendführere Am 1. Januar 1935 hält der Reichsfugendführer seine Neufahrsbotschaft vom Grabe Herbert Norkus aus an die gesamte Hitlerfugend. Diese Feierstunde wird von allen Sendern übertragen. Die Zendung findet am 1. Januar von 10 bis 10.45 Uhr statt. Adakschi gestorben DNB Den Haag, 28. Dez. Nach langer Krankheit ist heute, 69 Jahre alt, der frühere Präsident deInternationalen Gerichtshofs, Minsichiro Adatschi, gestorben. Zum' Tode des früheren langjährigen Präsidenten des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag, Adatschi, ist ergänzend zu melden, daß der japanische Jurist seit der im vorigen Jahr turnusmäßig erfolgten Wahl des früheren englischen Kronjuristen Sir Cecil Hurst zum Präsidenten dem Gerichtshof weiter als Richter angehörte. Massenerkrankungen an schwarzer Pest DNB Schanghai, 28. Dez. In der Umgebung von Hwaingan in der Provinz Kiangsu, etwa 200 Kilometer nördlich von Nanking, sind tausende von Menschen an der schwarzen Pest erkrankt. Viele sind bereits gestorben. Erdbeben in Südporlugal DNB Lissabon, 28. Dez. In der Provinz Algarve rief ein heftiges Erdbeben großen Schrecken bei der Bevölkerung hervor. Die Mauern des ehemaligen Maurenschlosses Silves stürzten ein und es gelang einigen Gefangen-"— das Schloß dient jetzt als Gefängnis— zu entfliehen. Vier Todesopfer eines Doppelselbstmordes Am zweiten Weihnachtstag DNB Berlin, 28. Dez. In einem Hause in Charlottenburg wurde am Freitag eine 54jährige Witwe im Bett und ihr 33jähriger Sohn auf einem Ruhebett mit Gas vergistet tot aufgefunden. In der Nebenwohnung mußte man dann feststellen, daß dort eine 40jährige Frau mit ihrem fünfjährigen Söhnchen ebenfalls durch Gasvergiftung den Tod gefunden hatten. Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei dürfte die Witwe am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages ge= meinsam mit ihrem Sohn in den Tod gegangen sein. Durch diesen Doppelselbstmord sind dann zwei weitere Menschenleben ohne eigenes Verschulden vernichtet worden. Das Gas ist in der Nacht in die Nebenwohnung gedrungen und hat dort Mutter und Kind, die im Schlaf lagen, getötet. Raubmord an einem Viehhändler aufgeklärt Die Täter geständig DNB. München, 28. Dezember. Der Raubmord an dem 58jährigen Viehhändler Georg Frei, der in Rottach am Tegernsee am 21. Dezember verübt wurde, hat seine Aufklärung gefunden. Die Täter sind ein im vergangenen Sommer in einer Nachbarvilla beschäftigt gewesener 26jähriger Mann aus München, dessen 24 Jahre alter Bruder und dessen Bjähriger Freund. Nach längerem Leugnen haben die drei Verhafteten ein umfassendes Geständnis abgelegt. Von den geraubten 1300 Mark kleideten sich die Täter neu ein. Ein Rest von etwa 800 Mark wurde in der Wohnung des einen Täters versteckt aufgefunden. Seines Postens enthoben Berlin, 28. Dez. Der Gemeindevorsteher von Schlagenthin(Neumark) ist auf Veranlassung der Gaupropagandaleitung vom Landrat seines Postens enthoben worden, weil er es am Tage der nationalen Solidarität abgelehnt hatte, mit der Büchse sammeln zu gehen. Er hatte an seiner Stelle einen Knecht geschickt. Die Vernehmungen im Memelländer Prozeß DNB. Kowno, 28. Dezember. Am Freitag wurde im Memelländer=Prozeß die Vernehmung der Angeklagten fortgesetzt. Alle bestritten einmütig die Beschuldigung, daß ihre Partei einen bewaffneten Aufstand vorbereitet hätte. Es sei nicht einmal davon gesprochen worden, daß das Memelgebiet von Litauen abgetrennt werden sollte. Die Brechung der Zinsknechtschaft Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernbard Kohler, sprach in Hannover zur Wirtschaftspolitik. Er führte u. a. aus: Die vielgenannte Brechung der Zinsknechtschaft sei auf eine sehr einfache Forme“ zu bringen:„Zahle deine Schulden und mache keine Schulden dann gibt es keine Zinsknechtschaft mehr.“ Hauptschriftleiter: Joleph M. Hasler. Bochum: Stellver= treter: Peter Schtfiers Bochum: verantwortlich für Politik und Feuilleton: Joleph M. Gasler: für den lokalen Teil Bochum und Westdeutschland: Veter Schiffers: Ar den lokalen Teil Hattingen und Essen=Steele: Ferbinand Julins Lanbefeld in Bochum; für den lokalen Teil Wattenscherb: Ferdinand Julius Lanbekeld in Bochnm:'fte Theater und Musik: Dr. Eduard Brinkschulte in Bochum: für Handel und Evort: Ferdinand Julius Landefelb. Bochum: für den Anzeigentetl Bochum: Karl Lenze. Nochum: für den Anzeigenteil Hattingen: Ello Becker. Hattingen: für den Anzeraenter n lein. E=Steele; für den Anzeigentetl Wattenscheid: Hermann Lüther. Wattenscherd: Verlag und Druck Märkische Vereinsdruckerei Bochum. D.=A XI 34: 18 790 idavon Ausgabe A: Wekkällsche Volkszeitung Bochum Ausgabe B: Bolkszeitung für Ennepe=Nuhr=Lteeler tung 3141; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheib 16 Samstag, den 29. Dezember 1984. 1. Bellage der Volks-Zeitung Bochumer Tageschronik. Man merke. Sonnenaufgang 8.41 Uhr Untergang 16.23 Uhr Mondaufgang 0.49 Uhr Untergang 11.45 Uhr Leues Viertel 3.8 Uhr ME3. 1832 gest. der Buchhändler Jobann Friedrich Sreiberr Cotta von Cottendorf in Stuttgart(geb. 1764). 1834 gest. der englische Nationalökonom Thomas Nobert Malthus in Bath(geb. 1766). 1836 Leb. der Afrikareisende Georg Schweinsarth in Riga(gest. 1925). 1926: gest. der Dichter Rainer Maria Rilka in Paris(geb. 1875). Sonntag, den 30. Dezember. Sonnenaufgang 8.41 Uhr Undergang 16.23 Uhr Mondeufgang 2.03 Uhr Untergang 12 Uhr 1812 Vork schließt die Konvention zu Tauroggen. 1919#e. der Dichter Theodor Fontane in urüppin(gest. 1898). 1932 Ffl. der Schauspieler Ludwig Devrient m Berlin(geb. 1784). 1861 20 der Ingenieur Max Mannesmann Liedinghausen(gest. 1915). Doppel-Primiz. Mergen feiern der Neupriester Wilhelm Stanater in Ler St. Meinolphuskirche und der Neupriestin Schausten in der Antoniuskirche ihr Prim popfer. In der St. Meinolphuskirche beginut das Primiz, amt um 9.15 Uhr mit der Abholung des Primizianten vom Pastorat, während das feierliche Primizamt in der Antominskirche um 9 Uhr seinen Ankang nimmt. Nachmittags um 16 Uhr finden in beiden Kirchen Primiz=Andachten statt. Segnung der Kinder. Den Kindern hat des Heilandes Liebe besonders gegolten, an vielen Stellen gibt die Schrift davon Zeugnis. Denn die Kinder in ihrer Unschuld, in ihrer Aufnahmefähigkeit für alles Gute und Schöne und ihrer edlen Begeisterungsfähigkeit schienen dem Heiland als Träger seines Gottesreiches auf Erden und als Erben des Himmels besonders geeignet. Weil nun aber die Kindesseele allem Neuartigen und Besonderem so schnell und leicht zugänglich ist, ist es wichtig, daß sie schon möglichst früh mit religiösen Gedanken erfüllt wird; darum ist es aber auch wichtig, daß die Kinder schon möglichst früh unter Gottes besonderen Schutz gestellt werden. Aus diesen Erwägungen heraus veranstaltete die Propsteipfarre gestern eine Kindersegnung, zu der die Kinder, kleinere und größere, mit ihren Müttern in ungewöhnlich großer Zahl gekommen waren. Das Fest der unschuldigen Kinder, die leichten Anknüpfungsmöglichkeiten an den bethlehemitischen Kindermord, an das Kind in der Krippe und an die Hirten, die kamen, um das Gotteskind anzubeten, gaben der Feier von vornherein einen tiefen beziehungsreichen Sinngehalt. Nach Wechselgebeten zwischen Propst Peters, der diese Feier hielt und den Kindern und nach gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern hielt der Propst eine kurze Ansprache. In der folgenden Gebets= und Segensprozession wurde eine Statue des Jesuskindes durch die Kirche getragen und zum Abschluß wurde zunächst den kleinen Kindern und den Müttern an der Kommunionbank und danach den älteren Kindern der Segen ausgeteilt. Es wäre wünschenswert, wenn auch in den übrigen Kirchen in Zukunit ähnliche Feiern veranstaltet würden. Einlösung der Kohlengukscheine des Winterhilfswerks! Die 5=Zenter=Koblenscheine der ersten Kohlenrate des Winterhilfswerks müssen biezum 31. Dezember 1934 von den Hilfsbedürftigen eingelost werden, da sie sonst verfallen. Die Kohlenhändler haben die Gutscheine bie spätestenum 5. Januar 1935 der Kreisleitung des Winterhiliowerke vorzulegen, da später kein Anspruch mehr auf Einlosung besteht Letzter Appell in Groß-Bochum. Ueber das Saarland=Thema spricht am Sonntag. dem 30. Dezember, 17 Uhr. im Saale des Restaurants Rheingold Humboldstraße 14. Direktor Klemmer, eine in Bochum nicht unbekannte Persönlichkeit aus Saarbrücken. Am 13. Januar soll die letzte Schlacht des Kampfes um die Saar geschlagen werden. Da muß alles, was noch Atem bat, antreten. Wir 47 000 aus dem Reich aber, wir wollen unseren Frontkämpfern an der Saar das stärkste Rückgrat sein. Wir wollen ihnen zeigen, daß wir Treue um Treue halten. Deshalb müssen alle Mitglieder der Ortsgruppe sowie alle Abstimmungsberechtigten ohne Ausnahme erscheinen. Dienskstunden des Wohlfahrtsamtes am 31. Dezember. Die Büroräume des Wohlfahrtsamtes bleiben am 31. Dezember geschlossen. Nur für dringende, unaufschiebbare Angelegenheiten, wie Ausstellung von ärztlichen Behandlungsscheinen, Erteilung von Aufnahmescheinen für die Krankenhäuser und Kostenübernahme bei Todesfällen Hilfsbedürftiger findet eine Abfertigung des Publikums statt, und zwar für Armenpfleglinge und Sozialrentner im Rathaus, Eingang Albertstraße. Zimmer 242; für Wohlfahrtserwerbslose im Verwaltungsgebäude Trankgasse, Eingang 9, Eingang O, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags. Wer ist betrogen worden? In der Zeit von Mai bis Juli 1934 ist in Westdeutschland ein Betrüger aufgetreten, der sich als Rechtsanwalt Dr. Weber und Dr. Schräber ausgab. Er suchte vorwiegend Annahmestellen von Wäschereien und Reinigungsanstalten auf, denen er Aufträge erteilte, große Posten Wäsche und andere Sachen aus seiner Wohnung zur Reinigung abzuholen. Nachdem er das Vertrauen der Filialleiterin gewonnen hat, bat er diese unter einem Vorwand um ein Darlehn, das ihm auch in mehreren Fällen gegeben wurde. Auf diese Weise will sich der Betrüger auch in einer Wäschereiannahmestelle in Bochum von der Filialleiterin einen Betrag von 10 oder 20 Mark erschwindelt haben. Außerdem will er in einem hiesigen Zigarrengeschäft einen solchen Betrug versucht haben. Geschädigte werden gebeten, beim Polizeipräsidium Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 80, vorzusprechen. Fahrer merkt euch! Ab 1. Januar 1935 treten neue Bestimmungen in Kraft. Wichtige Vorschriften für Fahrzeugbesitzer. Am 1. 1. 1935 treten nachstehende in der ReichsStraßenverkehrs=Ordnung enthaltenen Bestimmungen in Kraft, worauf hiermit nochmals hingewiesen wird. Alle Lastfahrzeuge müssen mit Rückspiegel ausgerüstet sein. Hiervon ausgenommen sind nur Wirtschaftsfuhren. d. h. Fuhren, die innerhalb der Gemarkung des Betriebssitzes oder benachbarter Gemarkungen zum Zweck der Land= und Forstwirtschaft ausgeführt werden. und landwirtschaftliche Maschinen. Von dieser Forderung wird nur abgesehen, wenn das Fahrzeug so eingerichtet ist, daß der Führer von seinem Sitz aus freien Ausblick rückwärts hat. Kraftfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3.5 Tonnen mussen Rückspiegel haben Vom genannten Zeikpunkt ab müssen alle Fabrzeuge. auch Fahrräder. Bremsen haben, die während der Fahrt leicht bedient werden können. Für Kraftfahrzeuge, die 2 Bremsanlagen haben müssen, und für Anhänger gelten die Bestimmungen des§ 19 der Verordnung und der Ausführungsanweisung dazu. Ausgenommen sind Handwagen und Handschlitten. Weiter gelten vom 1. 1. 1935 die neuen Bestimmungen über Schlußlichter und Rückstrabler. Alle Fahrzeuge müssen von diesem Zeitpunkt ab an der Rückseite zwischen Fahrzeugmitte und linker Außenkante mit Schlußlichtern oder Rückstrahlern versehen sein. Ausgenommen hiervon sind nur Schubkarren und Handschlitten, die nicht mehr als 1 Meter breit sind, sowie Kinderwagen. Die Rückstrahler müssen das amtliche Prüfzeichen Namen und Wohnort des Herstellers tragen. Sie dürfen niemals verdeckt und nicht höher als 50 Zentimeter über dem Erdboden angebracht sein, da sie sonst ihren Zweck nicht erfüllen. Diese Bestimmung ist besonders wichtig, da nur so das Fahrzeug und die ihm folgenden Fahrzeuge bei Dunkelheit oder starkem Nebel vor Unfällen geschützt werden können. Auf folgende Bestimmungen der Verkehrsordnung sei ferner nochmals hingewiesen: Soweit Bremslichter, d. h. Leuchtzeichen, die nach rückwärts eine Geschwindigkeitsverminderung oder ein bevorstehendes Anhalten anzeigen sollen, an Fahrzeugen vorhanden sind, müssen sie gelb-rot leuchten. um nicht mit den Schlußlichtern und Rückstrahlern, die rotes Licht zeigen müssen. verwechselt zu werden. Von Radfahrern ist zu beachten, daß Dynamobeleuchtung ohne Zusatzbatterie nur dann zulässig ist, wenn das Licht auf eine Entfernung von 50 Metern auch noch bei lanasamer Fahrt erkennbar ist. Insbesondere für Fuhrwerksbesitzer ist es schließlich wichtig, daß an jedem Fahrzeuge, außer den nachstehedn aufgeführten Ausnahmen, deutlich Vor= und Zunamesowie Wohnort(Firma und Sitz) des Besitzers angegeben sein muß. Die Kennzeichnung muß links angebracht sein und kann bei Fuhrwerken auch am Geschirr des Zugtieres befestigt werden. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind die Fahrzeuge mit amtlichen Kennzeichen(Kraftfahrzeuge im allgemeinen). Fahrräder, Kutschwagen, Personenschlitten, fahrbare Land= und forstwirtschaft. liche Arbeitsgeräte, Handwagen und=schlitten. Einen Augenblick bitte! Wußten Sie schon...? daß Bochum im Jahre 1632 von General Pappenheim einen Schutzbrief erhielt? Er kam von Mastricht nach Westfalen und setzte sich um Soest herum fest. * ... daß am 16. Januar 1633 Bochum neue Einquartierung erhielt? Diesmal nahm Graf von Grunsfeld. der mit seinem Volk bei Werl lagerte, seinen Marsch auf Bochum. Abends rückten vier Regimenter ein, die schnellstens bei den Bürgern untergebracht werden mußten. Dieses kaiserliche Kriegsvolk hauste so rob. daß es z. B. am Rathaus eine Wand ausschlug. * daß im Jahre 1633 Bochum wiederholt Ge, fahr lief. von Truppen besetzt zu werden. So drängten sich, das Land durchziehend, Freund und Feind. So erhielt Bochum am 8. September ein Erekutionskommando, daß den Bürger Adolf Suddof gefangen nahm und nach Wesel schleppte, wo er über 4 Wochen im Gefängnis saß. ... daß im Oktober 1633 die Holländer von Wesel aus Kriegekontribution einforderten? Bochum lieb dazu 40 Spezies=Taler= 80 Taler Courant oder 173 Gulden 4 Stüber. Ein Bote brachte das Geld nach Wesel * daß am 9. November aus Richtung Hattingen wieder schwedisches Kriegsvolk auf Bochum rückte? Man verhandelte mit ihm und erwirkte gegen Zahlung von 50 Talern, daß das Volk vorbeizoa * ... daß Bakterien elertrisch geladen sind? Diese Feststellung ist von praktischer Bedeutung. da die Stärke der Ladung bei verschiedenen Bakterien verschieden ist und daher durch Messung der Ladung eine Unterscheidung der einzelnen Bakterienarten möglich ist * ... daß im Suden Afrikas Ueberreste eines Magnan=Berawerks aus der Steinzeit aufgefunden wurden? Man nimmt an, daß dieses Bergwerk in der Zeit um 4000 v. Chr. im Betrieb war. * daß durch Neophanalas die Welt freundlicher aussieht? So erscheint eine Landschaft auch bei trübem Wetter freundlich und farbig. während bei bellem Sonnenschein keine Blendung eintritt. Bei dichtem Nebel auf dem Meer ist die Sichtweite sogar um eine Seemeile größer als bei gewöhnlichem Glas. * ... daß es Baustoffe gibt, die gegen Gift. gas schützen? In Asphalt. Dachpappe. überhaupt in teerhaltige Baustoffe dringt das Gelbkreus einder übelsten Gaskampfstoffe, kaum ein. Bei Oelanstrichen bleiben die Tropfen von Gelbkreus stehen und verdampfen * . daß die Schnelligkeit einer Wundenbeilung abhängig ist vom Alter des verwundeten Organismus? Während bei einem gesunden Menschen von 20 Jahren eine Wunde von 10 Quadratzentimetern in 10 Tagen heilt, braucht dieselbe Wunde bei einem 30jährigen 13 Tage, bei einem 40jährigen 18 Tage. bei einem 50jährigen 25 Tage, bei einem 70jährigen dagegen nur 65 Tage * .. daß der gewöhnliche Platz im Theater in China nach unserem Gelde etwa 4 Pfennige kostet? Die besten Pläve werden mit 12—16 Piennig besahlt daß die japanische Braut die Hochzeitsgeschenke ihren Eltern abliefert? Sie sollen eine kleine Entschädigung für die Mühen und Unkosten sein die diese für ihre Erziehung gehabt haben * daß auf dem bekannten Bilde von Hans dolbein„Madonna des Bürgermeisters M“ der damalige Tirgermeister Mever vorträtiert ist? Er wurde deswegen von seinen Mitbürgern gehenkt Nr. 301— Seite 5 Die nachste Ausgabe unserer Zeitung die Neufahrs=Ausgabeliegt an zwei Tagen auf. Die für diese Nummer bestimmten Anzeigen erbitten wir bis heute, Samstag nachmittag 6 Uhr. Dringende Familien=Anzeigen können noch am Sonntag von 11 bis 12.30 Uhr in unserer Geschäftsstelle oder telefonisch (Ruf 64746) aufgegeben werden. Der Verlag. Wohltätigkeitsveranstallungen des Polizeipräsidiums Bochum. Bochumer Pollzei weiter im Angriff gegen Hunger und Kälte. Das Hilfswerk der Deutschen Polizei, das am 18. und 19. Dezember 1984 unter dem Titel„Tag der Deutschen Polizei“ im ganzen Reiche durchgeführti wurde, war auch für die Bochumer Polizei— in erster Linie auf Grund ihrer eigenen Opferfreudigkeit— ein Erfolg auf der ganzen Linie. Mit dem Erreichten aber gibt sich unsere Polizei nicht zufrieden. Sie bereitet schon jetzt einen neuen Vorstoß gegen die Nöte unserer Aermsten vor. Am 26. nuar 1985 findet im Parkhaus in Bochum unter dem Protektorat des Herrn Polizeipräsidenten, SS=Oberführers Schleßmann ein Wohltätigkeitsabend statt, dessen Ertrag ebenfalls restlos dem Winterhilfs. werk zufließt. Es sind unter anderem vorgesehen: Künstlerische Darbietungen, turnerische Vorführungen, Tombola, Ueberraschungen. Außer der Polizeikapelle werden drei weitere Kapellen zum Tanz aufspielen. Alles in allem eine umfangreiche, vielversprechende Folge von Veranstaltungen, die jeden Besucher auf seine Kosten kommen lassen wird. Jeder merke also heute schon den Wohltätigkeitsabend des Polizei=Präsidiums Bochum am 26. Januar 1935 vor. Neujahrskonzert der Standarle 441 Das Weihnachtskonzert des Musikzuges der Standarte 441 am 1. Weihnachtsfeiertag ist sehr beifällig aufgenommen worden. Der Musikzug wird daher am Neujahrstage, und zwar auf dem Wilhelmsplatz von 12 bis 18 Uhr ein weiteres Konzert veranstalten. Zum Vortrag gelangen: 1. Niederländisches Dankgebet von Kremser. 2. Präludium, Chor u. Tanz aus dem Pensionat, von Suppé. 8. Die beiden kleinen Finken, Solo für 2 Floten; Solisten SA=Männer Roy und Ortmann. 4. Aus der Jugendzeit, Paraphrase von Friedemann. 5. Siamesische Wachtparade von Linke. 6. Deutsche Marschperlen von Blankenburg. Die Leitung hat Musikzugführer Brune. Zmischen Bürgersteig und Straße. Ein Personenkraftwagen geriet infolge Straßenglätte auf der Königsallee, Ecke Christstraße, in Schleudern, fuhr gegen einen Baum und überschlug sich. Hierbei erlitt ein Insasse Schnittwunden am Kopf. Er wurde dem Bergmannsheil überführt. Der Personenkraftwagen wurde stark beschädigt und mußte abgeschleppt werden. * Kr.= Zu einem Motorradunfall kam es gestern morgen auf der abschüssigen Essener Straße, unweit der Stadtgrenze, wobei der Zechenbote Hans Moritz schwer zum Sturz kam. Aerztliche war bald zur Stelle. Mit einer Gehirnerschütterung, einem linken Unterschenkelbruch wurde er ins Bergmannsheil geschafft. * de. Eine große Störung gab es gestern mittaa auf der Castroper=, an der Ecke der Buselohstraße. Dort passierte ein großer Platauwagen einer Dortmunder Kesseliabrik die Kurve. der einen riesigen Kessel geladen hatte. Plötzlich stellte sich ein Radbruch ein, wodurch der Kessel ins Wanken geriet und herunterzustürzen drohte. Man kann hier von Glück sprechen, daß zur gleichen Zeit ein Lastauto die Stelle passierte, dessen Lenker auch noch bremste. Der Kessel wurde durch den Lastwagen am Sturz gehindert. Nach zwei Stunden war der Schaden behoben. * Kr. Ein Verkehrsunfall ereignete sich gestern nachmittag an der Kreuzungsecke WittenerstraßeBismarckstraße zwischen einem Personenanto und einem Lastauto mit Anhänger, wobei das Personenauto empfindlich beschädigt auf den Bürgersteig gedrängt wurde. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden. ge Inbetriebnahme der neuen Werksbahn des Bochumer Vereins. Die Arbeiten für die Umlegung der Werksbahn des Bochumer Vereins zum Zweigwerk Stahlhausen mit der Untertunnelung der Alleestraße sind beendet. Nachdem der Durchstich durch die Alleestraße vollendet und damit der schwierigste Te“ des Bauabschnittes überwunden war, schritten die zostlichen Arbeiten schnell voran Am Anfang der nächsten Woche in# dee neue Bahn in Betrieb genommen Die Enkscheidung ist gefallen. Der Entwurf des Ehrenmals für den Stadtpark Das Ergebnis des Denkmalsweitbewerbs. Bekanntlich erfährt der alte Stadtnark schon seit Monaten eine Umgestaltung. Wo früher der alte Teich sich befand, soll das Ehrenmal des aktiven Infanterie=Regiments 67 die Parkbesucher beim Betreten der Gartenanlage grüßen. Um ein würdiges Ehrimmal zu erhalten, wurde vor einiger Zeit ein Wettbewerb ausgeschrieben. Inzwischen sind Die für Preise ausgesetzte Gesamtsumme loll so verteilt werden, daß ein erster Preis in Höhe von 400.— RM. ein zweiter Preis von 250.— RM und ein Ankauf von 150.— RM ausgesetzt wird. Den 1. Preis enthält Entwurf Nr. 5, Kennzahl 654 321, den 2. Preis erhält 124 197, Entwurf Nr. 13, Kennzahl V 5 1 er. H Nach diesem Entwurf wird das Ehrenmal errichtet. zahlreiche Entwürfe eingegangen, sodaß das Preisgericht zur Entscheidung schreiten konnte. Diese Sitzung fand gestern um 10 Uhr statt. Erschieney waren Oberst a. D. Knox- Kassel, Stadtbaurat Timmermann=Bochum. Bildhauer Hagemeister=Senne b. Brackwede und Kaufmann Ernst Straßburger=Bochum. Architekt HörnerEssen war durch Krankheit verhindert. An seiner Stelle trat Stadtbaumeister SpannmacherVochum in das Preisgericht ein. Zunächst wurde der Denkmalsplatz besichtiat. Von hier aus begaben sich die Mitglieder des Preisgerichts in den gelben Saal des Parkhauses, wo zunächst ein informatorischer Rundgang begann. den Ankauf erhält Entwurf 121 212. Nr. 14, Kennzahl Insgesamt sind 15 Entwürte rechtzeitig eingegangen. die mit den Eingangsnummern und Kennzahlen ver. sehen und dort ausgestellt waren. Eine Vorprüfung durch Dipl=Ingenieur Seidensticker hatte ergeben, daß alle Entwürfe die ausgeschriebenen Bedingungen erfüllen bis auf die Entwürfe 1 und 2. welche die vorgesehene Ausführungssumme von 80NM Mark wesentlich überschreiten. Die Entwürfe sind nach den Bestimmungen der Wettbewerbsgrundsätze vorschriftsmäßig bebandelt, die Kennzahlen sind durch die Eingangsnummern überklebt. In dem ersten Rundgang wurden die Arbeiten Nr. 1. 2. 3. 6. 8, 9. 10. 11 und 15 ausgeschieden. Auf Vorschlag von Oberst Knor übernahm Stadthaurat Timmermann den Vorsitz des Preisgerichts. In der engsten Wahl verblieben die Entwürfe Nr. 4. 5. 7. 12, 13 und 14. Nach eingehender Besichtigung und Anzprache traf das Preisgericht dann folgende Die Entwürfe werden vom Preisgericht wie folat beurteilt: Nr. 5. Der Entwurf erfüllt die gestellte Ausgabe in besonderem Maße. Hier verbindet sich das alte Reich mit dem dritten Reiche durch gemeinames Festhalten am Symbol beider Reiche, an der ruhmreichen Fahne. Die künstlerische Haltung der Figuren entspricht in hohem Maße dem heutigen Zeitgeist insofern als in ihnen eine durchaus heroische Haltung zum Ausdruck kommt. Nach dem eingereichten Modell ist mit Sicherheit anzunehmen daß der Künstler fähig sein wird, den aufgenommenen Gedanken weiter zu vertiefen und in der Ausführung künstlerisch zu vollenden. Nr. 13. Der Entwurf ist vor allen Dingen vom baukünstlerischen Standpunkt aus zu werten. Er schafft einen Gesamtbaublock und verbindet mit diesem die Figur im Relief. Allerdings bringt er den Grundgedanken nicht überzeugend genug zum Ausdruck. Nr. 14. Der Entwurf ist in seiner Gesamthaltung künstlerisch wertvoll, spricht aber ebenfalls den gewollten Gedanken nicht überzeugend genug aus. Weihnachtsandacht des Kirchenchores St. Anna, Kochm-West. Nr. 4. In diesem Entwurfe erscheint die plastische Gruppe nicht ganz geglückt. Nr. 7. Der Entwurf gibt zu viel an Symbolik, die nicht geschlossen zur Durchführung kommt. Nr. 12. Der Entwurf ist in seiner künstlerischen Formgebung durchaus wertvoll, doch kann die Idee an sich nicht befriedigen. Am 2. Weihnachtstage hatte der Kirchenchor die Pfarrgemeinde und darüber hinaus die Freunde der Kirchenmusik zu einer musikalischen Festandacht eingeladen, deren Besuch leider zu wünschen übrig ließ, mag das nuw an dem Wetter oder an den örtlichen Verhältnissen gelegen haben; jedenfalls ist dem Chor ein Erfolg gelungen, an dem zu ihrem Teil die mitwirkenden Solisten und Musikanten teilhaben. Der rührige Dirigent Lehrer Gellermann hatte eine feine Auswahl altdeutscher Krippen= und Hirtenlieder zusammengestellt, die den Mitwirkenden reichlich Gelegenheit zur Entfaltung ihres Könnens gab. So sang der Chor:„Vom Himmel hoch“ (A. Gumpelshaimer),„Dies ist ein Tag der Fröhlichkeit“(J. Hatzfeld).„Uns ist geboren ein Kindlein"(H. Dombrowski),„Lob sei Gott im höchsten Thron"(J. Hatzfeld),„O Jesulein zart“(J. S. Back),„Mein Herz will ich Dir schenken“ (J. Hatzfeld). In sinniger Weise wurden die Darbietungen des Chores wirkungsvoll unterbrochen durch das Auftreten der Solistin E. Lindenbaum. Dortmund=Hörde(Mezzosopian). Der Organist Lehrer Lindenbaum hatte keine Gelegenheit, sein ganzez Können unter Beweis zu stellen, da die Orgel den Anforderungen eines Konzertes nicht gewachsen ist. Das Tantum ergo von A. Bruckner mit dem Segen des Allerheiligsten ließ eine Weihestunde ausklingen, die den Beteiligten mehr als Veranstaltung war. Schade nur. daß der Besuch zu wünschen übrig ließ. Starke Senkung der Zahlen im Bochumer Nachlasyl. Die Eröffnung der Umschläge ergab als Verfasser: 1. Preis. Entwurf Nr. 5. Kennzahl 654 321: Bildhauer W. Becker=Dortmund, 2. Preis. Entwurf Nr. 13, Kennzahl 124 197: Bildhauer Josef Dan, Sommer=Düsse dorf(geborener Bochumer). Ankauf. Entwurf Nr. 14, Kennzahl 121 212: Bildbauer W. Meller=Köln=Rodenkirchen, Das Preisgericht beschloß, die Namen der Verfasser aller eingereichten Entwürie festzustellen und an den Entwürfen auszubängen Die Ausführung soll. nach vorheriger Besichtigung einzelner. von dem Künstler ausgeführten Arbeiten, dem ersten Preisträger. Bildbauer Becker übertragen werden. Die umsichtigen Maßnahmen der Regierung gegen die Arbeitslosigkeit und die erlassenen scharfen Anordnungen gegen das Bettelunwesen machen sich auch im Bochumer Nachtasyl bemerkbar. Während in den ersten 10 Monaten des Jahres 1033 8 878 Personen das Nachtasyl aufsuchten, betrug die Zahl in derselben Zeit im Jahre 1934 nur 570 Personen. Das ist eine Nonahme von rd. 85 Prozent. Das Nachtasyl befindet sich in der Herberge zur Heimat. Die Obdachlosen werden dort einer scharfen Kontrolle unterzogen. Betrunkene Personen finden grundsätzlich keine Aufnahme. Melden sich ältere Personen, die keine Aussicht haben, je wieder in den Arbeitsprozeß eingegliedert zu werden, so tritt das Wohlfahrtsamt für sie ein, sei es durch Aufnahme in das Städtische Altersheim oder durch Ueberweisung in die Arbeiterkolonien bezw. Einweisung in die Landeskrankenhäuser. An dieser Stelle sei auch der stillen und unermüdlichen Arbeit der Helfer und Helferinnen der Bahnhofsmission gedacht. Von ihnen wurden in den ersten 10 Monaten des laufenden Jahres 32 in der gleichen Zeit des Vorfahres 372 mit der Bahn ankommende mittel= und obdachlose Personen dem Cbristlichen Hospiz zugeführt, in dem ihnen auf Kosten des Wohlfahrtsamtes für die Nacht freie Unterkunft und am anderen Morgen ein Frühstück verabfolgt wurde. Spenden der städtischen Beamten, Lehrer, Angestellten und Arbeiter für das Winterhilfswerk 1934=35. Auch die Beamten, Lehrer, Angestellten und Arbeiter der Stadt Bochum beteiligen sich intensiv in dem von unserem Führer und Reichskanzler aufgerufenen Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1934.35. In den Monaten November und Dezember wurden zusammen rd. 18 500 Mk. an den Gehaltsbezügen gekürzt und an die NS=Volkswohlfahrt abgeführt. Ein gewiß schöner Betrag, durch den manchem in Not befindlichen Volksgenossen geholfen worden ist, und gleichzeitig auch ein Beweis der Volksverbundenheit und Opferbereitschaft der städtischen Beamten, Lehrer, Angestellten und Arbeiter. „Herr mach uns frei!“ so ruft das Warndtkreuz und kein Wort kann wohl den sehnlichsten Wunsch aller Saardeutschen besser ausdrücken, kein Gedanke bewegt aber auch das deutsche Volk an dieser Jahreswende mehr, als der an das Schicksal des Saargebietes. Am 13. Januar wird die Abstimmung über das künftige Geschick des Saarlandes entscheiden. Was Wunder darum, daß dem Saargebiet und seinen Bewobnern in ganz Deutschland herzliche Anteilnahme entgegengebracht wird, daß das„Saarproblem“ im Vordergrund des Interesses steht. Darum kommt einem das neue Heft des„Feuerreiters“ hochwillkommen, das in mehreren Beldaufsätzen vom Land, vom Volk, von der Arbeit und von der Kunst an der Saar berichtet. Der ausgezeichnete Roman, eine Reihe aktueller Bilder und ein ganzseitiges Bild „Christus gebietet den Winden und dem Meere“, so recht geeignet für eine besinnliche Betrachtung zum Jahresende, runden den Inhalt dieses gediegenen und lesenswerten Heftes ab, das unseren Abonnenten zu einem monatlichen Bezugspreis für 30 Pfg. geliefert wird. — Reichsbankstelle. Am kommenden Montag sind die Geschäftsräume ab 13 Uhr für das Publikum geschlossen )( Holzpfähle aus der Umzäunung gestohlen. In der Nacht haben unbekannte Täter etwa 15 hölzerne Pfähle der Umzäunung des grundstückes Bochum. Wasserstraße 155 aus dem Erdboden gerissen und entwendet. Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 250. einstimmige Entscheidung: „Ich bir Monatelang war nach einer Stellung wurden kleiner und sie, der sich um sie kür Da entschloß sie sich, sparnisse für eine Zei ging hin und gab ei laut auf, schrieb von nissen und Empfehlun Hoffnungsfreudig scheinen der Anzeige z tung.— Nichts war! es noch einmal.— Morgen brachte Entt die Tränen nicht me der Zeitung bedauern Plötzlich beugte er denn ihre Anzeige ger es sich um ein Stell den Kopf, sagte, daß e aussagen können. Sie in ihre Anzeige schre Da ging sie nach H Text finden könnte, de rer Ueberlegungen bl tat sie. Die nächste folgendes Stellengesut sig, unehrlich, saul, oder Stenotypistin. G zug, wo wenig Arbe werden. Keinerlei R arbeiten, aber die N unter.. auf Eine fr Mit Pauken und chael Kwiek J. seinen nowitz. Der Einmarse Spitze einer langen Bevölkerung auf die der Herrscher des Zia Stadt seine Hofhaltu aus derbem, farbigen verzierung kennzeichne Auch die Pferde, Küh der unmittelbaren Un hörten, stachen von de teilhaft ab. Es war Bild, der Festzug des „König“ Kwiek geb Stammesgenossen, die Erdball verstreut leben sten Datums. Im dich Polen, war er mit ei zum Zigeunerkönig gebefindet sich der König Wege nach Indien, wo einen unabhängigen Dort nämlich wohnen Zigeuner in geschlossene will der„König“ in wobei er es kategorisch Dampfschiffe zu benutz Wohnwagen und Zelte immer Zigeunerbrauch In Bukarest will beim dortigen Sowjetg ser Unterredung ist die um auf dem kürzesten 2 „König“ Kwiek ist sehr man seiner Bitte nach der Sowjetunion existi Biro=Bidjan sei sest au wohnt. Nach diesem V Königreich aufziehen A sich merkwürdigen Auff schon heute von„seine Wort in der Frage der Zigeunermonarchie, wie chwebt, dürfte wohl de die Regierung in Lond Mit diesen Sorgen sich vorerst nicht belaste icht, sein Staatswesen siehen, eine konstitution Vorbild zu errichten.! tin Journalist, ob er auch Delegierte in den enden. Seine Majestät blaue Rauchringel aus ind drehte sich dabei Klubsessel.„Warum ni Wir Zigeuner werden Bertretung im Rate de Brüfung unterziehen. U endjährige Kultur zurüehlen, das Seinige zur ses Kirchenochm-West. te der Kirchenchor über hinaus die einer musikalischen Besuch leider zu tuw an dem Wetter hältnissen gelegen or ein Erfolg gel die mitwirkenden aben. Der rührige in hatte eine feine und Hirtenlieder wirkenden reichlich hres Könnens gab. n Himmel hoch“ ein Tag der Fröhgeboren ein Kindei Gott im höchsten ulein zart"(J. S. ch Dir schenken“ Weise wurden die virkungsvoll unterr Solistin E. Linde(Mezzosopran). denbaum hatte Können unter Beden Anforderungen en ist. Das Tannit dem Segen des estunde ausklingen, Veranstaltung war. zu wünschen übrig Zahlen im ktasyl. der Regierung gegen enen scharfen Anordn machen sich auch bemerkbar. Während hres 1933 8 878 Perbetrua die Zahl in nur 570 Persovonrd. 85 Proin der Herberge a werden dort einer Betrunkene Personen nahme. Melden sich cht haben, je wieder ert zu werden, so in, sei es durch Aufim oder durch Ueberbezw. Einweisung in stillen und unermüdd Helferinnen acht. Von ihnen wures laufenden Jahres rjahres 372 mit der obdachlose Personen t, in dem ihnen auf die Nacht freie Unn ein Frühstück verdas Warndtkreuz und n Wunsch aller Saarin Gedanke bewegt dieser Jahreswende 8 Saargebietes. Am g über das künftige den. Was Wunder d seinen Bewohnern iteilnahme entgegen= roblem“ im Vorderarum kommt einem eiters“ hochwillaufsätzen vom Land. on der Kunst an der hnete Roman, eine 1ganzseitiges Bild ind dem Meere“, so he Betrachtung zum ieses gediegenen und nieren Abonnenten eis für 30 Pfg. geommenden Montag Ihr für das Publizaunung gestohlen. annte Täter etwa nung des Ziegeleiraße 155 aus dem det. Angaben erBochum, Uhland„Ich bin faul, unzuverlässig, unehrlich“ Der Dauerschlaf der Palricia Maguire Originelle kleine Anzeige und ihre Folgen Monatelang war Helen Miller aus Kansas City nach einer Stellung herumgelaufen. Ihre Ersparnisse wurden kleiner und kleiner. Keinen Menschen hatte sie, der sich um sie kümmerte, der sie unterstützt hätte. Da entschloß sie sich, die Hälfte des Restes ihrer Ersparnisse für eine Zeitungsanzeige zu verwenden. Sie ging hin und gab eine Annonce im üblichen Wortlaut auf, schrieb von ihren Fähigkeiten, guten Zeugnissen und Empfehlungen. Hoffnungsfreudig ging sie einen Tag nach Erscheinen der Anzeige zur Filiale der betreffenden Zeitung.— Nichts war da Am Nachmittag versuchte sie es noch einmal.— Wieder nichts. Auch der nachtte Morgen brachte Enttäuschungen. Und da konnte sie die Tränen nicht mehr halten, als der Angestellte der Zeitung bedauernd die Schultern zuckte. Plötzlich beugte er sich vor. fragte, welcher Art denn ihre Anzeige gewesen wäre. Als er erfuhr, daß es sich um ein Stellengesuch handelte, schüttelte er den Kopf, sagte, daß er ihr den Mißerfolg hätte vorausjagen können. Sie müssen etwas ganz Originelles in ihre Anzeige schreiben, etwas nie Dagewesenes. Da ging sie nach Hause und überlegte, ob sie einen Text finden könnte, der nie da war. Am Schluß ihrer Ueberlegungen blieb nur eines übrig. Und das tat sie. Die nächste Ausgabe der Zeitung brachte folgendes Stellengesuch:„Junge Dame, unzuverlässig, unehrlich, faul, sucht Stellung als Verkäuferin oder Stenotypistin. Gibt einer Stellung den Vorzug, wo wenig Arbeit und gutes Gehalt geboten werden. Keinerlei Referenzen. Nicht viel Lust zu arbeiten, aber die Not zwingt sie dazu. Angebote unter..“ Solch eine Anzeige war wirklich noch nie da. Aber auch ihr Erfolg dürfte in unserer Zeit einzig dastehend sein. Es trafen Hunderte von Angeboten ein. In den meisten stand zu lesen, daß man aus der Anzeige ersehen würde, daß sich die junge Dame wirklich in Not befände, und man wollte ihr helfen. Ein Brief, der Helen Miller am meisten interessierte, und dessen Absender, eine große Firma, dann auch derjenige war, der wirklich eine Kraft brauchte, die ehrlich und fleißig ihrem Dienst nachging, lautete:„Sie verleugnen sich selber. Eine solche Charakteristik von sich selbst kann nur ein Mensch geben, der in jeder Beziehung ehrlich ist. Viel Arbeit können wir Ihnen nicht bieten. Aber wir brauchen dringend einen ehrlichen Menschen.“ Damit war Helen Millers Glückssträhne aber noch nicht beendet. Dieser Tage erhielt sie das Schreiben einer Reklamegesellschaft, die sie als Reklamechefin einzustellen wünschte. Die Gesellschaft betonte, daß sie sofort erkannt hätte, daß es sich hier um eine Anzeige handelte, die die Menschen auf einen armen Arbeitssuchenden aufmerksam machen sollte. Wer aber so gute Einfälle hätte, müßte sich auf Reklame verstehen. Das Sonderbare, ganz Unamerikanische bei der Geschichte ist nun, daß Helen Miller die gebotene Chance bei der Reklamegesellschaft ausschlug. Wie sie sagte, tat lie das, um ihrem neuen Chef gegenüber nicht undankbar zu sein. Die Veröffentlichung dieses Ausspruches der jungen Dame bewirkte wieder, daß neuerdings Heiratsanträge über Heiratsanträge einlausen. Leider hat sie sich nicht darüber geäußert, ob sie auch diese Angebote sämtlich ausschlagen wird. Nach 34 Monaten wieder bei Bewußtsein—„Hebe die Hand hoch!“ Chikagos sorgengeprüfteste Mutter, die 34 Monate fast wieder die Gewalt über sich hrt. Der seltsamen „König" Kwiek auf dem Wege nach Indien Eine freie Zigeunermonarchie an den Ufern des Ganges Mit Pauken und Trompeten hielt„König“ Michael Kwiek I. seinen geräuschvollen Einzug in Czernowitz. Der Einmarsch des Zigeunerfürsten an der Spitze einer langen Karawane brachte die gesamte Bevölkerung auf die Beine. Seit Tagen schon hatte der Herrscher des Zigeunerreiches vor den Toren der Stadt seine Hofhaltung aufgeschlagen. Große Zelte aus derbem, farbigen Leinen mit überladener Goldverzierung kennzeichneten das„königliche“ Lager. Auch die Pferde, Kühe und Hunde, die zum Gefolge der unmittelbaren Umgebung Seiner„Majestät“ gehörten, stachen von den Tieren seiner„Bürger“ vorteilhaft ab. Es war in der Tat ein eindrucksvolles Bild, der Festzug des Nomadenkönigs! „König“ Kwiek gebietet über 14 Millionen seiner Stammesgenossen, die allerdings über den ganzen Erdball verstreut leben. Seine Königswürde ist neussten Datums. Im dichten Walde nan Choupnice, in Polen, war er mit einer überwältigenden Mehrheit zum Zigeunerkönig gewählt worden. Nunmehr aber befindet sich der König mit seinem Gefolge auf dem Wege nach Indien, wo er an den Ufern des Ganges einen unabhängigen Zigeunerstaat errichten will. Dort nämlich wohnen annähernd 50 Prozent aller Zigeuner in geschlossener Siedlung. Die weite Strecke will der„König“ in kleinen Etappen zurücklegen, wobei er es kategorisch ablehnt, die Eisenbahn oder Dampfschiffe zu benutzen. Mit den althergebrachten Wohnwagen und Zelten will er reisen, wie es schon immer Zigeunerbrauch war. In Bukarest will der„Monarch“ eine Audienz beim dortigen Sowjetgesandten nachsuchen. Zweck dieser Unterredung ist die freie Durchquerung Rußlands, um auf dem kürzesten Wege nach Indien zu gelangen. „König“ Kwiek ist sehr optimistisch und glaubt, daß man seiner Bitte nachkommen wird. Die innerhalb der Sowjetunion existierende unabhängige Republik Biro=Bidjan sei fost ausschließlich von Zigeunern bewohnt. Nach diesem Vorbild will er sein künftiges Königreich aufziehen Allerdings scheint der„König“ sich merkwürdigen Auffassungen hinzugeben, wenn er schon heute von„seinem“ Reiche spricht. Das letzte Wort in der Frage der Errichtung einer autonomen Zigeunermonarchie, wie sie dem Nomadenfürsten vorschwebt, dürfte wohl der Vizekönig von Indien oder die Regierung in London haben. Mit diesen Sorgen aber scheint„König“ Kwiek sich vorerst nicht belasten zu wollen. Er hat die Abicht, sein Staatswesen vollständig modern aufzusiehen, eine konstitutionelle Monarchie nach englischem Vorbild zu errichten. Nicht ohne Ironie fragte ihn tin Journalist, ob er die Absicht habe, eines Tages auch Delegierte in den Genfer Völkerbund zu entenden. Seine Majestät räusperte sich, dann blies er blaue Rauchringel aus seiner Zigarette in die Luft ind drehte sich dabei in dem mottenzerfressenen Klubsessel.„Warum nicht", meinte der„Monarch“. Wir Zigeuner werden die Frage einer ständigen Bertretung im Rate der Völker einer ernsthaften Brüfung unterziehen. Unser Volk, das auf eine tauendjährige Kultur zurückblicken kann, wird nicht verehlen, das Seinige zur Erhaltung des Weltfriedens beizutragen.“ Dann erhob sich der König von seinem „Thronsessel“ und durchmaß mit langen Schritten das Hauptzelt, das hier als Audienzzimmer dient. Er dankte für das dem Zigeunerstaate entgegengebrachte Interesse und schüttelte seinem Ausfrager herzlich beide Hände. Das erste Interview, das„König“ Kwiek zu gewähren geruht hatte, war beendet. lang am Bette ihrer von einer ra selhaften Schlafkrankheit befallenen Tochter Tag und Nacht verbrachte, erhielt den schönsten Lohn für ihre hingebungsvolle Aufopferung, als die 25jährige Patricia Maguire wieder die ersten Zeichen von wiedergewon nenem Bewußtsein zeigte. Während der Zeit vom 15. Februar 1932 bis zum heutigen Tage hatte das Mädchen, eine auffallende Schönheit kein Wort gesprochen. Heute aber konzentrierten sich igre Augen auf eine an der Zimmerwand angebrachte Schiefertafel, auf der die Worte„Hebe die Hand hoch“ geschrieben waren. Das Mädchen tat, wie der Wandspeuch ihr geheißen und hob den rechten Arm in die Höhe. Damit war einwandfrei erwiesen, daß sie wieder zu sich gekommen war. Vor ungefähr einem Jahr warde Patricia von Freundinnen aufgesucht, die kurze Zeit an ihrem Krankenbette weilten. Kaum wahrnehmbar hatte sie damals ihre Lippen geöffnet und den Besucherinnen ein freundliches Lächeln, als Ausdruck ihres Dankes zugeworfen. Damals schon hoffte man auf eine baldige Genesung der Patientin. Die Erwartungen aber wurden sehr enttäuscht, denn Patricia verfiel wieder in ihren Dauerschlaf. Während der ganzen Zeit der Krankheit schien es, als ob das Mädchen absolute Kontrolle über seine Augen habe und alle Dinge, die sich in ihrer Gegenwart abspielten, in sich arfnehme. Die Erfahrung aber hatte gelehrt, daß diese Ansicht trügerisch war, denn Patricia blieb stumm und apatisch gegenüber allen Versuchen, sie zum Reden zu bringen. Sie besaß nicht die Kraft um zu sprechen oder sich durch Zeichen zu verstäno gen. In der richtigen Annahme, daß ein Zusammenwirken ihrer Sinne wohl das erste Merkmal ihres Wiedererwachens sein würde, hatte man an der Wand eine Tafel befestigt, die die erwähnte Aufforderung trug. Während ihrer Krankheit hatte man Patricia für die Dauer einer vollen Woche in einen Apparat gelegt, der ihre Temperatur bis auf 120 Grad Fahrenheit steigerte. Man hoffte, daß dieses künstlich hervorgerusene Fieber sie zu Körpererregungen veranlassen würde. Aber auch dieses Mittel versagte, und die Aerzte begannen zu verzweifeln. Monate hindurch glich das Mädchen, das einst kerngesund und blühend war, einer lebenden Leiche. Völlig hilflos und unfähig sich zu rühren, lag sie in ihrem Bette. Wenn man sie aufrichtete, schlug ihr Kopf auf die Brust. Sie konnte sich kaum aufrechterhalten, während sie heute Krankheit des Mädchens waren Klagen über fortwährende Müdigkeit vorausgegangen Sie machte den Eindruck, als würde sie körperlich und geistig rschlaffen. Schließlich holte man den Arzt. Ihre letzte Stunde schien gekommen, als der Arzt mit besorgtem Blick der Mutter verbot, ihre Tochter zu berühren oder zu küssen Die Mutter aber verfolgte den Kampf des Mädchens mit leidenschaftlicher Anteilnahme. Als sie sah, wie ihrer Tochter Blick auf die Tafel fiel und das Mädchen den rechten Arm hob, wollte sie ihr trotz des ärztlichen Verbotes einen Kuß geben. Patricia aber kam ihr zuvor. Ihre ersten Worte waren: Mutter küss' mich! Die Mutter neigte sich zu ihr nieder und küßte sie auf die Stirne. Heller Jubel erscholl im ganzen Hause. Die achtköpfige Familie atmete, wie von einem schweren Alpdruck befreit, auf. Der Tag der finnischen Sprache Im Jahre 1935 werden alle jene Völker, die dem finnischen Sprachstamm, dem ugrisch-altaischen, angehören, den ersten großen Tag ihrer sprachlichen Eigenart in unseren Zeiten begehen. Dann ist es nämlich 100 Jahre her, seit die Kalevala herausgegeben wurde— der berühmte Heldengesang dieser schwersten aller europäischen Sprachen. Nun bereitet es den Finnen Kummer, daß die auf russischem Boden lebenden, in der karelischen Republik zusammengeschlossenen Menschen finnischer Sprache gerade jetzt mit der Behauptung hervortreten, daß eigentlich Karelien der Ursprungsort ihres Poems gewesen sei. Man will das dadurch beweisen, daß wan in Petrozawosk, der Hauptstadt der karelischen Republik, alle Dokumente ausstellt, die auf die Herausgabe und die Zusammentragung des Heldengedichtes Bezug haben. Aber auch den Sprachforschern wird es nicht leicht werden, sich in dieser komplizierten Zungenfrage auszukennen. Umsonst ist es eben nicht die schwerste Sprache Europas, die da durch eine Ausstellung gefeiert wird. Trompelerkorps aus College=Girls 90 * X Schülerinnen der Höheren Lehranitalt ron Canoga Park haben ein Trompeterkorpe gevildet, das sichnicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern vor allem auch hinsichtlich der Eleganz und des eindrucksvollen Austretens eineg guten Namten in den Vereinigten Staaten geschaffen hat. Hal Zum Jahreswechbel der Wiulerhilfwertees Der heutige Tag bleibt den Kindern vorbehalten: nachmittags von 15—17,16 Uhr wird ihnen ihr Märchenspiel„Peterchens Mondfahrt“ gezeigt, und zwar sind außer den Plätzen, die für die Volksschulen reserviert wurden, auch frei verkäufliche Karten zu haben(Preise von 0.25 Mark bis 1.20 Mark). Wer den Sonntag dazu benutzen will, das Märchen zu besuchen, hat morgen nachmittag von 15.90 bis 17.45 Uhr dazu Gelegenheit, wo„Peterchens Mondfahrt“ völlig außer Vormiete zu den gleichen niedrigen Preisen zur Darstellung gelangt. Besonderen Anreig zum Besuch bietet dann der Sonntagabend mit seiner Wiederholung von Carl Millöckers Operette„Der Bettelstudent“. Die Inszenierung, die dem Publikum bei den ersten Aufführungen stberaus gut gefiel, wird morgen von 20 Uhr bis 22.45 Uhr mit dem Blauen Ring als Vormiete aufgeführt. Tagedkarten jeder Art sind noch zur Verfügung. Dann die Silvesterpremiere,— etwas ganz besonders Lostiges. Es ist der musikalische Schwank „Frischer Wind aus Kanada“, den Viktor Ablers vorbereitet. Der Vorverkauf zu der Erstaufführung am letzten Tage des Jahres ist bereits im Gange. Morgen, Sonntas, Konzert des Städtischen Orchesters Bochum im Parkhaus. Das Städtische Orchester veranstaltet morgen, Sonntag. 80. Dezember, nachmittags 4 Uhr beginnend, im Parkhaus ein Konzert mit folgendem Programm:„Erstes Bataillon Garde“ Armeemarsch Nr. 7; Ouvertüre zur Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von D. Nicolai; Steuermannslied und Matrosenchor aus der Oper „Der fliegende Holländer“ von R. Wagner;„Rosen aus dem Süden, Walzer von Joh. Strauß; Fantasie aus der Cper„Faust“ von Ch. Gounod: Ouvertüre zur Oper„Euryanthe“ von C. M. von Weber;„Grubenlichter=Walzer“, aus der Operette„Der Obersteiger“ von C. Zeller; Fantasie aus der Oper„Der Wildschütz" von A. Lortzing;„Fridericus Rex“ Grenadiermarsch von F. Radeck. Leitung: Konzertmeister Hans Treichler.— Ein Eintritt wird nicht erhoben. Groß=Bochum meldel... Bochum-Hordel Kr= Böser Berufbunfall. In der gestrigen Morgenschicht geriet der Grubenhauer Jakob Gorski aus der Samenstraße 6 unter einen Gesteinsbruch. Mit einem Fußbruch und argen Kopf= und Rückenquetschungen wurde er geborgen und dem Bergmannsheil eingeliefert. Bochum-Laer. Kl= Unglucksfälle. Bei den in diesen Tagen durchgeführten Umbauarbeiten in der Kohlenwasche der Zeche Dannenbaum ereigneten sich zwei Unglücksfalle. Ein Arbeiter aus Bochum=Ehrenfeld, der mit Reparaturarbeiten beschäftigt war, stürzte aus etwa 15 m Hohe ab und fiel so unglücklich, daß en erhebliche Verletzungen davontrug und sofort ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Ein anderer Arbeiter erlitt Verletzungen an den Händen und verlor einen Finger. Auch er mußte sofort ärztliche Hilfe aufsuchen. mit herzlichen Grußworten, um dann auf den Sinn der Feier einzugehen. Umrahmt wurde die schön verlaufene Feier von den alten schönen Weihnachtsledern. Kr= Schweres Betriebsunglück. Schwer verletzt dem Bergmansnheil zugeführt wurde gestern der Zechenwerkoschlosser Emil Euler, Hevener Str. 172 wohnhaft, der auf einer hiesigen Schachtanlage beschäftigt ist. Bei der Reparaturarbeit drang ihm plötzlich ein zweizölliges Leitungsrohr in den Oberschenkel, der durchbohrt wurde. Bochum-Stiepel. Die erste Krivnenfeier in der Wallfahriskirche fand am Donnerstag statt. Leiter war der hochwürdige Franziskanerpater Solanus vom Kloster Stuckenbusch bei Recklinghausen. Der Besuch war von der eriten Stunde un felr 4#, die eene war stardig besetzt. Die Eröffnungsstunde war der Weibnachtszeit angepaßt. Durch Lesungen aus der hl. Schrift, Gebete und Lieder wurde sie sehr abwech lungsreich gestaltet. Die zweite Stunde war eine Marienstunde. Mit der 3. Stunde begann die eigent. a. Krib.enfeiec. Eingeleilet nurce sie mit dem Liede: Jhe Kinderlein, kommet“. Daran schloß sich die Predigk a Nach einer sehr herzlich gehaltenen Begrußing des göttlichen Kindes versetzte der Pater lemne Juhörer nach Bethlehem und nach Greccio, wolebet der hl. Franziskus im Jahre 1223 die erste Kriptenteies veranstaltet hat. Dien dann gab den Anston enr 21 die Krippenfeiern in den nachfolgenden Jahrbunderten; sie hat den Krippenbau veranlaßt, der noch heutin den südlichen Ländern der Weihnachtszeit he charakteristisches Gepräge verleiht. Allein die Krippe iit nur sinnliches Zeichen für die 6 trachtungen die von ihr ihren Ausgang achmen. Die Krippe lehrt uns: 1. Wie wir die Armut ertragen sollen, 2. wie wir hoffen sollen, 8. wie wir lieben sollen. Sie ist die erste Predigt des Welterlösers, und 30 Jahre lang predigt der Erlöser durch sein— Schweigen!— Alle Welt borcht auf, er schweigt: ein Vorbild wie auch wir uns verhalten sollen. Dann folgte die Sturmandacht, und am Schlusse ein Umzug mit dem Allerbeiligsten und brennenden Lichtern.— Die nächste Krippenfeier wird ame Mittwoch, dem 2 Jonuar, sein. Aus unserem Verbreitungsgebiei. Bochum-Gerthe. Pfarrer Mantel verläßt Gerthe. Morgen wird Pfarrer Dr. Mantel sich in allen Predigten von seinen Pfarrkindern verabschieden. Von einer größeren Veranstaltung hat man auf Wunsch des Scheidenden Abstand genommen; er wird sich lediglich vom Kirchenvorstand, der nach dem Hochamt zusammenkommt, besonders verabschieden. Für seine Arbeit im neuen Wirkungskreis in Hövelhof bei Paderborn wünscht die Gemeinde ihrem Pfarrer, den sie nur sehr ungern scheiden sieht, Gottes reichsten Segen. Bochum-Harpen. Kr= Zwischen Grubenwagen geraten. Der 27jährige Hauer Heinrich Döttger aus der Kornharpener Straße 200 war mit Ablenken von beladenen Grubenzügen beschäftigt, als er plötzlich zwischen aufstoßende Wagen geriet und neben einem Unterarmbruch erhebliche Quetschverletzungen davontrug. Er mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Bochum-Langendreer. ik Aus dem Knappenverein St. Barbara. Der kath. Knappenverein St. Barbara hielt am zweiten Weihnachtstage seine fällige Versammlung ab, an die sich eine Weihnchtsfeier anschloß. Gemeinsame Lieder, Gedichtvorträge sorgten für beste Unterhaltung. Unter dem strahlenden Tannenbaum wurden die Kleinen reichlich mit Süßigkeiten beschenkt. Bochum-Linden-Dahlhausen. Pfarrweihnachtsfeier der St. Michaelsgemeinde. Auf dem Horkenstein findet am morgigen Sonntage eine Weihnachtsfeier der Pfarrgemeinde statt. Die Pfarrangehörigen sind zu dieser Feier, für deren Ausgestaltung bestens gesorgt ist, freundlichst eingeladen. Winterhilfskonzert der Eisenbahner. Die Gesangabteilung des Eisenbahnvereins veranstaltet zum Besten der Winterhilfe am 6. Januar auf dem Horkenstein ein Konzert, auf das schon jetzt empfehlend hingewiesen sei. b. Bürgerschützenverein 03 e. V. Die 1. Kompagnie des Bürgerschützenvereins 05, Vereinsheim Wibbecke, veranstaltete ein Preisschießen in mehreren Gruppen. Sieger wurden in Serie 1: Altschütze Oligmüller 35 Ringe; Serie 2: Jungschütze Hans Keller 36 Ringe; Serie 8: Altschütze Braukämper 85 Ringe; Serie 4: Jungschütze Willn Schroer 86 Ringe; Serie 5: Jungschütze Alfred Jakoby 35 Ringe und Serie 6: Jungschütze Hermann Sancer 85 Ringe. Im Anschluß fand im Vereinsheim ein kurze Versammlung statt, die Hauptmann Wibbecke eröffnete und leitete. Er überreichte mit Glückwünschen den Preisträgern ihre Preise und forderte zu weiterem treuen Zusammenlalten auf. b. Weihnachtsfeier im Sportklub Dahlhausen. Im Vereinsheim Wibbecke veranstaltete der Sportklub Dahlhausen eine Weihnachtsfeier, die von den Mitgliedern und deren Angehörigen recht gut besucht war. Vereinsführer Middelbaufe eröffnete dieselbe Wilten. Falschmünzer festgenommen. Wegen Münzverbrechens wurden zwei etwa 80jährige Männer aus Witten festgenommen, die falsche 5=Markstücke hergestellt und in den Verkehr gebracht hatten. Sie leugnen zwar die Tat, sind aber durch das Ergebnis der angestellten Ermittlungen als überführt anzusehen. Das Amtsgericht hat gegen beide Haftbefehl erlassen. Die von ihnen hergestellten Falschntucke kennzeichnen sich durch bläulichen Glanz, schlecht ausgeführte Randriffelung und einen quer über beide Seiten verlaufenden eingedrückten bräunlichen Streifen. Sie tragen das Kennzeichen A und die Herstellungszawl 1932. 4 Falschstücke konnten bisher beschlagnahmt werden. Beim Auftauchen derartiger Falschstücke wolle man im eigenen Interesse sofort die Kriminalpolizei benachrichtigen und die Münzen abliefern. Junger Mann vermißt. Vermißt wird seit dem 30. 7. 84 der landwirtschaftliche Arbeiter Wilhelm Trojahn, am 22. 8. 12 zu Annen geboren, zuletzt bei dem Bauer August Fritz in Hersberg beschäftigt und wohnhaft gewesen. Am genannten Tage wurde er entlassen. Seit dieser Zeit hat der Vermißte nichts mehr von sich hören lassen. Es wird vermutet, daß er sich weiter nach dem Osten begeben hat, um dort eine neue Stelle zu finden. Verkehrsunfall. An der Ecke Widey= und Breitestraße stießen zwei Motorradfahrer zusammen. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand nur Sachschaden. Wanne-Eickel. rb. Krippenstunde der Eickeler Jungschar. Während die Sturmschar der Marienpfarrei Eickel ihre Krippenfeier am 1. Weihnachtstage morgens um vier Uhr vor der Uchte im Jugendheim abhielt, plant die Jungschar Eickels eine Krippenstunde am morgigen Sonntag im Heim, zu der ein besonderes Programm aufgestellt worden ist.— Auch die Nachbarpfarrei St. Barbara in Röhlinghausen hielt zum ersten Male in der Pfrrkirche eine Krippenfeier ab, die sich des starken Besuches aller Pfarrangehörigen erfreute. g. Das Alte muß dem Neuen weichen. Auf der Zeche Pluto=Wilhelm geht jetzt ein neues Industriegebäude der Fertigstellung entgegen. Wie wir bereits berichteten, ist das riesige Kraftwerk seit langerer Zeit stillgelegt und soll nunmehr der Spitzhacke zum Opfer fallen. Da das Kraftwerk in den vergangenen Jahren aber nicht nur Stromerzeuger, sondern auch gleichzeitig das Schaltwerk war, wurde mit dem Abbruch dieses riesigen Bauwerkes die Errichtung eines neuen Schaltwerkes erforderlich. So bat man vor einigen Monaten mit dem Bau des neuen Gebäudes begonnen. Das offene Wetter begünstigte die Bauarbeit, so daß die Arbeiten schneller als erwartet vorangeschritten sind. Jetzt steht das mächtige Betriebsgebäude bereits im Rohbau fertig. Im alten Kraftwerk hat man die stiliegenden grotzen Gasmaschinen bereits abmontiert. Mit dem endgültigen Abbruch wird nach der Fertigstellung des neuen Schaltwerks begonnen. rb. Richtfest an den Eickeler Heimstatten. Nachdem vor Weihnachten an den Eigenheimstätten an der Elsa=Brandström=Straße im Stadtteil Wanne bereits auf mehreren Neubauten das Richtfest gefeiert werden konnte, konnte jetzt auch auf der zweiten Eigenheimstätte an der Burgstraße im Stadtteil Eickel der Richtbaum aufgestellt werden. Bei der ersten Heimstätte an dieser Baustelle sind bereits die Innenarbeiten in Angriff genommen worden, während mit dem dritten Neubau erst vor wenigen Tagen begonnen worden ist. Diebstahl. In letzter Zeit wurden von der Emscherbrücke in der Resser Straße vier Stratzenkanaldeckel gestohlen. Die Deckel haben einen Durchmesser von etwa 80 Zentimeter. Fahrraddiebstahl. Gegen 18 Uhr wurde aus einem Stall des Grundstücks Heidstraße 106 ein Herrenfahrrad Marke„Meister“ gestohlen. Sachbeschädigung. In der Nacht wurden auf einem Gartenland in der Nahe des Hauses Emscherstraße 60 von unbekannten Tätern 3 Apfel= und drei Birnbäumchen sowie 6 Stachelbeerstraucher herausgerissen. Ein weiteres Bäumchen wurde durch Abbruch vernichtet. Geldbörse gestohlen. Gegen 16,30 Uhr wurde einer Frau aus Wanne=Eickel, als sie sich im Geschäft Ehape aufhielt, eine schwarze lederne Geldbörse mit etwa 27 RM aus der Manteltasche gestohlen. Reisekoffer gestohlen. Gegen 16 Uhr wurde einem Mann auf dem Bahnsteig des Hauptbahnkofs ein dunkelbrauner Lederkoffer 70 X 50 X 25 cm mit grünem Futter ausgeschlagen, gestohlen. In dem Koffer befanden sich ein dunkelgrau und schwarz gemusterter Herrenanzug, ein blaugrauer Anzug, drei Herrenoberhemden und verschiedene weiße Leinenkragen und Krawatten. Kath. Beamtenverein. Morgen findet um 11 Uhr im Kasinozimmer der Bürgergesellschaft die Jahreshauptversammlung des Vereins und daran anschließend der Sterbekasse statt, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden. Vollzähliges Erscheinen, ganz besonders der Vertrauensmänner, ist dringend erwünscht.— Wir wünschen allen Mitgliedern nebst Angehörigen ein glückliches neues Jahr. Der Vorstand. Gottesdienstordnung. Sonntag, den 30. Dezember 1934. Katvolische Kirchengemeinden. Propstei. 6 Uhr hl. Messe. 6,45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 7,45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr bl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 11,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 5 Uhr freudenreicher Rosenkrang, Aussetzung und Segen. Christ=König(Franziskanerkloster). 6 Uhr erste hl. Messe ohne Predigt. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8.15 Uhr Kindermesse mit Predigt. 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 17 Uhr Krippenandacht mit Predigt. Hl. Kreuz. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr bl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,80 Uhr Andacht. 8 Uhr Taufe. St. Marien. 6 Uhr erste hl. Messe. 7,15 Uhr Frühmesse. 8,00 Uhr dritte hl. Messe mit Predigt. 9.30 Uhr Feier des Hochamtes. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Wechnachtsandacht u. Segen. St. Josef. 6,16 Uhr hl. Messe. 7,80 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 11,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Weihnachtsandacht. Mariahilf(Klosterkirche). 5 und 6 Uhr stille hl. Messen. 7 und 8 Uhr Singmessen mit Predigt. 9 Uhr Gottesdienst für die höheren Maochenschulen fallt aus wegen der Ferien. 10,80 Uhr poln. Gottesdienst. Nachm. 4.40 Uhr Rosenkranz, Predigt und Andach: mit sakr. Segen. 7 Uhr Rosenrang, Predigt u. Segen für den Verein der hl. Familie. St. Antonius. 5 Uhr hl. Messe. 6,80 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Singmesse. 8,45 Uhr Abholung des Primizianten. 9 Uhr feierliches Primizamt mit Leviten. Festpredigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 4 Uhr Primig=Dankandacht mit Austeilung des Primizsegens. St. Meinolphus. 6.90 Uhr bl. Messe. 7.20 Uhr bl. Messe mit Predigt. 8.20 Uhr Kindermesse. 9.15 Uhr Abholung des hochw. Herrn Primizianten und Primizamt. 11.45 Uhr letzte bl. Messe. Nachm. 4 Uhr Tankandacht. St. Johannes B.=Wiemelhausen. 7 Uhr 1. bl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9.15 Uhr bl. Messe mit Predigt. 10.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 250 Uhr Wechnachtsandacht. Herz=Jesu, B.=Hamme. 6.30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr bl. Messe mit Predigt. 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht mit Weihnachtsliedern. Dreifaltigkeit. 7 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2,80 Uhr Sakramentsandacht. St. Franziskus, B.=Riemke. 6,15 Uhr bl. Messe. 7,16 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8.30 Uhr bl. Messe mit Predigt. 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Weihnachtsandacht. 8 Uhr Taufen. Herz=Jesu, B.=Hordel. 6,80 Uhr erste bl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht. St. Franziskus, B.=Weitmar. 6.80 Uhr Frühmesse. 7.30 Uhr zweite bl. Messe mit Predigt. 8.45 Uhr Hochamt mit Predigt. 10 Uhr Schulmesse mit Kinderpredigt. 11 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. Nachmittags 2.30 Uhr Andacht. 3 Uhr Taufen. Abends 6 Uhr Weihnachtsfeier für die ganze Gemeinde in der Kirche. St. Theresien W.=Eppendorf. 7.30 Uhr Fruhmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Kinderandacht. 5 Uhr Andacht mit Predigt. St. Anna B=West. 7.80 Uhr bl. Messe mit Gesang und Prediat. 9 Uhr hl. Messe mit Gesang und Predigt. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.80 Uhr Wechnachtenndacht mit Segen. St. Liborins B.=Grumme. 7 Uhr bl. Messe. 8.90 Uhr bl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht. 8 Uhr Taufe. Liebfrauen B.=Altenbochum. 6.90 Uhr Frübmesse mit Predigt. 7.45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9.15 Uhr Hochamt mit Predigt 10.45 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Weibnachtsandacht mit Segen. 8 Uhr Taufe. Liebfrauen B.=Linden. 7 Uhr bl. Messe mit Pred. 80 Uhr bl. Messe mit Ansprache für die Kinder 9 Uhr bl. Messe mit Predigt. 10.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Weibnachtsandacht. St. Enselbert B.=Dahlhausen. 7.90 Uhr Frühmesso mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2 Uhr Taufen. 2.30 Uhr Weihnachtsandacht, danach Andacht und Generalversammlung des Mütter= und Elisabethvereins. St. Marien B.=Stiepel. 7.86 Uhr Frübmesse. 10 Uhr Hochamt. 8 Uhr Andacht. Fronleichnam B.=Laer. Um 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht um Wiedervereinigung im Glauben. 8 Uhr bl. Taufe. St. Marien B.=Langendreer. 7 Uhr hl. Messe. 3.30 Uhr bl. Messe mit Predigt. 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht. St. Bonifatius B.=Langendreer. 6.30 Uhr bl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt 2.30 Uhr Weibnachtsandacht. Herz=Jesu B=Werne. 6.45 Uhr erste hl. Messe. 8.15 Uhr zweite hl. Messe mit Prediat 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachm. 2.30 Uhr Andacht. St. Elisabeth B.=Gerthe. Die bl. Messen sind: 7 Uhr und 8.30 Uhr. 10 Uhr Hochamt 2.30 Uhr Weibnachtsandacht. St. Joseph B.=Hiltrop. 7,30 Uhr Frubmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht zum göttlichen Kinde. Gl. Geist B.=Harpen. 7.30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.20 Uhr Weibnachtsandacht. St. Marien Wanne=Eickel. 7 Uhr bl. Messe mit Predigt. 8.15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9.80 Uhr Sochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. St. Joseph Wanne=Eickel. 7 Uhr bl. Messe. 8.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. St. Laurentius Wanne=Eickel. 5.30 Uhr bl. Messe. 690 Uhr bl. Messe mit poin. Gesang 7.15 Uhr bl. Messe mit Predigt. 8.15 Uhr bl. Messe mit Predigt. 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt. 10.15 Uhr Hochamt mit Prediat. 11.90 Uhr letzte bl. Messe mit Prediat. St. Barbara Wanne=Eickel. 6.30 Uhr bl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9 Uhr bl. Messe. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Herz=Jesu Wanne=Eickel. 6.30 Uhr stille bl. Messe. 8 Uhr Fruhmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. St. Franziokus Wanne=Eickel. 7 Uhr bl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. 10,30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. St. Michael Wanne=Eickel. 7 Uhr Frübmesse. 8.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 10,30 Uhr letzte hl. Messe. St. Magdalenen W.=Höntrop. 6.45 Uhr erste hl. Messe. 8 Uhr Frübmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 3 Uhr Taufen. 5 Uhr Pfarrandacht. Evangelische Kirchengemeinden. Christuskirche. 9.45 Uhr Schneider. 8 Uhr Tauffeier, Liz. Schmidt. Friedenskirche. 9,30 Uhr Schmidt 2. 10,45 Uhr Tauffeier, Schmidt 2. Lutherkirche. 9,45 Uhr Dr. Ehrenberg. Kindergottesdienst 11 Uhr, Schmidt 2. Tauffeier 12 Uhr. Schmidt 2. Pauluskirche. 8 Uhr Dr. Ehrenberg. 9.30 Uhr Henrici. 5.16 Uhr Schmidt 2. Johanneskirche. Kindergottesdienst 11.15 Uhr. Henrici. Krankenhauskapelle. 9.30 Uhr Lig. Schmidt. Altenbochum. 9.90 Uhr Frühgottesdtenft, Vekar Bohnenkemper. 10 Uhr Gattesdienst, Pastor Christiansen. 11,15 Uhr Kindergottesdienst. 12.15 Uhr Tanfen, Suverintendent Niederstein. Engelsburg. 8 Uhr Frühgottesdienst an der Maarbrücke. Kraemer. Gerthe. 10 Uhr Gottesdienst, Bikar Doumond. Hamme. Frühgottesdienst an der Maarbrücke 8 Uhr. Kraemer. Hauptaottesdienst in der Kirche 9.46 Uhr. Kraemer. Hauptgottesdienst in Wegescheid 9.46 hr. Semon. Hiltrov. 9.90 Uhr Gottesdienst. Fortmann. 10.46 Uhr Kindergottesdienst. 11.45 Uhr Taufen. Hofstede=Niemke. 10 Uhr Pitsch. 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Pitsch. 12 Uhr Taufstunde. Dahlhansen. 9.30 Uhr Neubaus. Taufen nach dem Gottesdienst. Stiepel. 9.30 Uhr Gottesdienst im Lutberbaus, Husemener. 10 Uhr Gottesdienst in der Kirche. Lobmeyer. 10 Uhr Gottesdienst in Buchholz. Pälmer. 4 Uhr Weibnachtskeier der Jugendschar Her. Wiemelhausen. Melanchthonkirche. 10 Uhr Enge bert. Eine gewa Ueber 13 Millionen den Aus dem soeben hei der in der Heeres=Sa wehrministeriums bea berichte über den Welt Reihe bedeutsamer Zah Material über 27 Milli wundungen und C scher Seite aus dem art samtzahl der K Heeres sohne Marin Juli 1918 ist auf 13,1 M gesamten Verlust Weltkrieg an Gefal sind bis zum 31. Dezen tigstellung auf Grund 2036 897 sestgestellt wor Diese gewatige 1,9 Millionen gefallen des deutschen Landheer und 1185 Gefallene und Kolonien. Außerdem 100 000 als vermißt Ge men sind. Im einze Professor Dr. Martine Kriegsopferversorgung vor, daß die Zahl der 31. Juli 1918 insgesan durch Kriegsverletzunge resangehörigen etwa 24 Frühere Vorste Bausparke Aachen, 28. Dez. ersten Großen Strafka frühere Vorstands= un der Gemeinnützigen Ak nungsbauten. kurz„Be war eine Bausparkasse, Reich verteilt waren. Königshoven, Heinen u ren 1928 bis 1930 un Gehälter ausgezahlt ha ohne das Geld dafür e selbst Darlehen zugetei der Reihe waren. 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Die Sammlun wert von rund 20000 Fest verschaffte sich e Wohnung und stahl stände die wertvolle Wert er, wenn er ihr kannte, doch einigerma Marken nur durch V Briefmarkengeschäfte Polizei öringend um 100 Einbri Kassel, 28. Dez. onnte den 40jährigen lange Zeit der Schreck trat in der Maske des Immer spielte er den tand. die Leute zu be der Harmlosigkeit zu g ner Wohnung förderte Diebesgut zutage. D Sachen versetzte Liede zug im Leihhaus und1 Pfandschein, so daß es einer Beute zu ermit egte Lieder ein umto u. etwa 100 Bodenka angen zu haben. Ve ber verdoppeln. Ueber eine Ba und zu T Wiedenbrück. 28. Blomberg aus Bornh heit so unglücklich über Genickbruch davontrug nen Angehörigen tot a dar eine Marienstunde. le eigent. a. Krib.en= mit dem Liebe schloß sich die Predigt gehaltenen Begrußung der Pater leine JuGreccio, wolebt der die erste Kriptenteien 1.1 olgenden Jahrhunder= tanlaßt, der noch hut r Weihnachtszeit dr iht. Allein die Krippe Ausgang uchmen. Die t die Armut ertragen n, 8. wie wir lieben des Welterlösers, und röser durch sein auf. er schweigt: ein rhalten sollen. Tann m Schlusse ein Umzug ennenden Lichtern.— ame Mittwoch, dem . genden grotzen GasMit dem endgültigen igstellung des neuen r Heimstatten. NachEigenheimstätten an Stadtteil Wanne bedas Richtfest geseiert uch auf der zweiten iße im Stadtteil Eickel den. Bei der ersten ind bereits die Innenworden, wahrend mit denigen Tagen begon= t wurden von der Straße vier Straßen1haben einen DurchUIhr wurde aus einem 106 ein Herrenfahr= Nacht wurden auf des Hauses Emscherrn 8 Apfel= und drei beerstraucher herausjen wurde durch Ab6.30 Uhr wurde einer sie sich im Geschäft ederne Geldbörse mit asche gestohlen. sen 16 Uhr wurde g des Hauptbahnhofs )X 50 X 25 cm mit gestohlen. In dem grau und schwarz gefugrauer Anzug, drei dene weiße Leinenn findet um 11 Uhr sellschaft die Jahresund daran anschlie= die Mitglieder hierIlzähliges Erscheinen, männer. ist dringend en Mitgliedern nebst es Jahr. Der Vorstand. l. 7 Uhr bl. Messe t Predigt. 10,30 Ube 7 Uhr Frühmesse. 10,30 Uhr lette hl. p. 6.45 Uhr erste it Predigt. 10 Uhr aufen. 5 Uhr Pfarremeinden neider. 8 Uhr Taufbmidt 2. 10,45 Uhr Ehrenberg. KinderTauffeier 12 Uhr. ihrenberg. 9.30 Uhr dienst 11,16 Uhr. r Lig. Schmidt. hgottesdienst. Vekar nst, Pastor Christianist. 12.16 Uhr TanHienst an der Maar= aar Doumond. in der Maarbrücke nst in der Kirche 9.46 st in Wegescheid 9.46 st, Fortmann. 10.46 hr Taufen. sch. 11.15 Uhr KinTaufstunde. aus. Taufen nach enst im Lutherhaus. in der Airche. Lob= Buchhalz. Pälmer. ndschar nge bert. Eine gewallige Opferzahl Ueber 13 Millionen deutsche Teilnehmer am Weltkrieg Aus dem soeben herausgekommenen dritten Band der in der Heeres Sanitäts=Inspektion des Reichswehrministeriums bearbeiteten amtlichen Sanitätsberichte über den Weltkrieg 1914/18 ergeben sich eine Reihe bedeutsamer Zahlen. So wird u. a. in diesem Material über 27 Millionen ärztlich behandelte Verwundungen und Erkrankungen auf deutscher Seite aus dem großen Krieg berichtet. Die Geamtzahl der Kriegsteilnehmer des Heeres sohne Marine und Schutztruppen) bis Ende Juli 1918 ist auf 13,1 Millionen errechnet worden. Die gesamten Verluste der deutschen Wehrmacht im Weltkrieg an Gefallenen und Gestorbenen sind bis zum 31. Dezember 1933 durch laufende Richtigstellung auf Grund nachträglicher Meldungen auf 2036 897 festgestellt worden. Diese gewatign Opferzahl enthält rund 1,9 Millionen gefallene oder gestorbene Angehörige des deutschen Landheeres, 34836 der Kriegsmarine und 1185 Gefallene und Gestorbene in den ehemaligen Kolonien. Außerdem befinden sich darin die etwa 100 000 als vermißt Gemeldeten, die als tot anzunehmen sind. Im einzelnen hebt Ministerialdirigent Professor Dr. Martineck in dem Organ der NSKriegsopferversorgung zu diesem Zahlenmaterial hervor, daß die Zahl der Verstümmelten bis zum 31. Juli 1918 insgesamt 89 760 betrug, die Zahl der durch Kriegsverletzungen völlig erblindeten Heeresangehörigen etwa 2450. Frühere Vorstandsmitglieder einer Bausparkasse vor Gericht Aachen, 28. Dez. Am Freitag begann vor der ersten Großen Strafkammer der Prozeß gegen zwei frühere Vorstands= und zwei Aufsichtsratsmitglieder der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Kleinwohnungsbauten, kurz„Baudag“ genannt. Die Baudag war eine Bansparkasse, deren Sparer über das ganze Reich verteilt waren. Die vier Angeklagten Linden, Königshoven, Heinen und Esser sollen sich in den Jahren 1928 bis 1930 unberechtigte Vergütungen und Gehälter ausgezahlt haben. Aktien haben sie gekauft, ohne das Geld dafür einzuzahlen, dann haben sie sich selbst Darlehen zugeteilt, obwohl sie noch garnicht an der Reihe waren. Schließlich wird ihnen noch die betrügerische Sparerwerbung und Vergehen gegen die Gesetze über Aktiengesellschaften vorgeworfen. Der Gesamtschaden, der den Sparern zugefügt wurde, beträgt rund 300 000 Mark. Blühender Goldlack und Ginster in der Eifel Auch werden noch reife Himbeeren und Waldbeeren gefunden Trier, 28. Dez. Die milde Witterung läßt allen möglichen Launen der Natur Tür und Tor offen. Immer noch werden in den Wäldern der Eifel reife Himbeeren und Waldbeeren gefunden. In einem Vorgarten des Stadtteils Trier=Süd blüht der Goldlack und aus dem Hochwald wird berichtet, daß dort Hinstersträuche in Blüte stehen. Auch in der Gegend von Schwarzenbach blühen in einem geschützt liegenden Waldsaum mehrere Ginsterbüsche, die gewöhnlich nur um Pfingsten herum blühen. Im unteren Kylltal fanden sich an den Weihnachtstagen sogar Gänseblümchen auf einer Wiese, von der Be wohner ganze Sträuße pflücken konnten. Spälrömischer Friedhof aufgedeckt Bitburg, 28. Dez. Bei Rodungsarbeiten bei Badem, stießen die Arbeiter auf eine Steinplatte. Unter der Platte befand sich ein Grab aus spätrömischer Zeit, neben dem noch weitere Gräber aufgedeckt werden konnten. In den Gräbern, die aus dem 3. oder 4. Jahrhundert stammen, wurden meist Tonkrüge und zum Teil auch Leichenbrandurnen gefunden. Verschiedene der Gräber enthielten als Bestattungsbeigaben Münzen aus der Zeit der Römerherrschaft an der Mosel und am Rhein. Außerdem wurde eine Spange und ein Glaskrug, letzterer allerdings stark beschädigt, geborgen. Die Fundstücke wurden dem Landesmuseum überwiesen. Briefmarkensammlung im Wert von 20000 Mark gestohlen Frankfurt a. M., 28. Dez. Ein Einwohner im Barurt Bockenheim besatz eine sehr große Briefmarkensammlung von rund 4000 Stücken, die er in einem großen, grauen Album aufbewahrt hatte. Die Sammlung wird auf einen Liebhaberwert von rund 20000 Mark geschätzt. Kurz vor dem Fest verschaffte sich ein Einbrecher Zutritt zu der Wohnung und stahl mangels anderer Wertgegenstände die wertvolle Briefmarkensammlung, deren Wert er, wenn er ihn vielleicht auch nicht genan kannte, doch einigermaßen zu ahnen schien. Da die Marken nur durch Verkauf an Sammler oder an Briefmarkengeschäfte zu verwerten sind, bittet die Polizei öringend um Anfmerksamkeit. 100 Einbrüche eingestanden Kassel, 28. Dez. Die Kasseler Kriminalpolizei konnte den 40jährigen Bruno Lieder festnehmen, der lange Zeit der Schrecken Kassels gewesen ist. Lieder trat in der Maske des harmlosen Handwerkers auf. Immer spielte er den Liebenswürdigen, der es vertand, die Leute zu beeinflussen und sich den Anschein der Harmlosigkeit zu geben. Die Haussuchung in seiner Wohnung förderte eine ganze Warenladung von Diebesgut zutage. Die wertvolleren und besseren Sachen versetzte Lieder gleich nach erfolgtem Beutezug im Leihhaus und verkaufte anschließend sofort den Pfandschein, so daß es heute unmöglich ist, diesen Teil einer Beute zu ermitteln. Vor der Kriminalpolizei egte Lieder ein umfassendes Geständnis ab und gab u. etwa 100 Bodenkammer= und Kellereinbrüche berangen zu haben. Vermutlich dürfte diese Zahl ber verdoppeln. Ueber eine Baumwurzel gestolpert und zu Tode gekommen Wiedenbrück, 28. Dez. Der 65jährige Landwirt Blomberg aus Bornholte, strauchelte in der Dunkelheit so unglücklich über eine Baumwurzel, daß er einen Genickbruch davontrug und kurze Zeit später von seinen Angehörigen tot aufgefunden wurde Eine wuchlige Erklärung der Deuischen Front Für das deulsche Saarvolk gibi es als die restlose Rückkehr Saarbrücken, 28. Dezember In der heutigen letzten Sitzung des Landrates vor der Abstimmung lehnte die Deutsche Front durch den Aba. Martin zunächst die Verordnung der Re gierungskommission über die Fortsetzung der Woh nungszwangswirtschaft ab. Die Regierungskommis sion habe hinreichend Gelegenheit gehabt, durch För derung des Wohnungsbaues und Anregung der privaten Baulust das Wohnungsproblem zu lösen. Hier fehle entweder die Fähigkeit, oder es sei ein neuer Beweis, daß der Status quo eine unbrauchbare Regierungsform sei. Die Saarbevölkerung lehne einen anonymen Souverän, wie es der Völkerbund sei, ab. Martin ging dann auf den Bruch des Weihnachtsburgfriedens durch die Separatisten ein und gab eine Erklärung ab, in der er zunächst das Bedauern ausdrückte, daß der Prozeß gegen die Führer der Deutschen Front vertagt worden sei, so daß es unmöglich gemacht werde, die in der Denkschrift niedergelegten Tatsachen gerichtlich zu beweisen. Die Erklärung erinnerte auch an das angebliche Attentat auf den Emigrantenkommissar Machts, für das ein Saarländer seit fünf Monaten in Untersuchungshaft sitze, ohne daß bisher von einem Verfahren die Rede sei. Dieses Vorgehen sei um so verurteilenswerter, als es der Regierungskommission den Anlaß zu den Haussuchungen bei der Deutschen Front gegeben habe, wobei Material beschlagnahmt worden sei, das von der Regierungskommission im politischen Sinne ausgeschlachtet worden sei. Die Erklärung ging dann darauf ein, daß es nunmehr den Separatisten gelungen sei, fremde Truppen ins Saargebiet zu ziehen. Die Saarbevölkerung hege gegen diese Truppen nicht die geringste Abneigung; denn diese gehorchten nur ihrer Pflicht. Aber über diejenigen, die Veranlassung gewesen seien, daß diese Truppen gesandt worden seien, werde einst die Geschichte richten. Bedauerlich sei, daß das fremde Militär gleich zu Beschlagnahmungen geschritten sei und daß es wichtige Gebäude in Besitz genommen habe. Jetzt aber müsse verlangt werden, daß endich die Emigranten aus der Polizer entfernt werden. Durch ihre Pflichtverlet zungen hätten sie das Volk genügend beleidigt und gereizt, und die fremden Truppen würden sicher nicht stolz darauf sein, daß vor und hinter ihnen bei ihrem Einmarsch saarländische Polizeiüberfallkommandos gefahren seien, die dem Befehl eines Mannes unterstanden hätten, der sich bis heute noch nicht von dem schweren Vorwurf der Feigheit vor dem Feind gereinigt habe. Es müsse ferner verlangt werden, daß nunmehr endlich den Nichtabstimmungsberechtigten verboten werde, sich aktiv am Saarkampf zu betätigen. Jetzt, nachdem die Listen der Abstimmungsberechtigten festständen, sei das eine Kleinigkeit. Die Erklärung ging dann auf das Flaggenverbot ein, das die Regierungskommission ausgerechnet am Tage vor dem Weihnachtsfrieden habe in Kraft treten lassen. Das Recht, die vaterländische Flagge zu hissen, sei der Regierungskommission und den anwesenden fremden Truppen vorbehalten worden. Das sei selbst in den so viel gerühmten demokratischen Ländern unmöglich. Mit der Neutralitätspflicht könne die Abstimmungskommission diese Verordnung nicht begründen. Denn sie sei in Wirklichkeit eine ungeheure Verletzung der Neutralität da sie verhindern solle, daß das Volk auch nach außen hin seine Meinung zum Ausdruck bringe. Außerdem sei dieses Verbot ungültig, weil vor seinem Erlaß der Landesrat nicht gehört worden sei. Genau so verhalte es sich mit dem Verbot der Plakatierung. Auch gegen die Art der Stimmenzäh lung und die wichtige verspätete Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses müsse protestiert werden. Das Verfahren, das die Abstimmungskommission in Aussicht genommen habe, sei außerDie Brücke Duisburg—Uerdingen Duisburg=Hamborn, 28. Dez. Das anhaltend milde Wetter und der niedrige Wasserstand des Rheins haben die Arbeiten an der Adolf=Hitler=Brücke zwischen Krefeld=Uerdingen und Duisburg=Mündelheim stark gefördert. Der linke Strompfeiler ist fertig, während der rechte seiner Vollendung entgegengeht. Wenn kein Hochwasser eintritt, hofft man, mit der eigentlichen Ueberbrückung des Stroms zu Anfang des neuen Jahres beginnen zu können. Die Strombrücke wird eine Spannweite von 250 Meter haben. Schon jetzt erkennt man die Konstruktion des gewaltigen Zügelgurtes, der sich bis zu einer Höhe von 36 Meter erebt. Zur Ueberbrückung des Stroms wird ein ganzer Wald von Baumstämmen behelfsmäßig eingesetzt werden. Das Holz ist in sieben Flößen von je 9 Meter Breite und 65 Meter Länge unterwegs. Eine besondere Bedeutung erhält die Brücke durch die unmittelbare Verbindung mit der Reichsautobahn, an deren Nord-Süd=Linie sie angeschlossen wird. Dabei wird die Reichsbahnstrecke Duisburg—Düsseldorf zwischen, Großenbaum und Rahm überquert werden. 12000 Gulden erschwindelt Duisburg=Hamborn, 28. Dez. Die holländische Polizei fahndet nach einem Schwindler, der sich Ludwig Beumer nennt und aus Duisburg stammen soll. Durch Fälschung einer Postüberweisung gelang es ihm, bei einer Bank in Nymwegen die Auszahlung von 12 000 Gulden zu erreichen. Der Schwindler ist etwa 32 bis 36 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlank und hat bleiches, bartloses Gesicht. Auch das Betrugskommissariat im Polizeipräsidium Duisburg hat Ermittlungen nach dem Schwindler aufgenommen. Mädchen auf dem Bürgersteig lödlich angefahren Bottrop, 28. Dez. Am Donnerstagabend kam es auf der Vinkestraße zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem ein junges Mädchen getötet und ein junger Mann lebensgefährlich verletzt wurden. Der Kraftwagenführer Bernhard Oppenberg aus Bottrop befuhr die genannte Straße, und es gelang ihm nicht, eine Kurve zu nehmen, obwohl diese recht übersichtlich ist. Oppenberg fuhr mit dem Kraftwagen auf den Bürger= teine andere Lösung der Saarfrage zum deutschen Vaterland ordentlich verwickelt und geeignet, in die Bevölkerung die größte Beunruhigung hineinzutragen. Denn man habe Oberschlesien, Eupen=Malmedy und das Memelgebiet noch in recht guter Erinnerung. Ausführlich behandelte die Erklärung die Frage der Möglichkeit einer zweiten Abstimmung im Saargebiet. Sie wies darauf hin, daß bindende Versprechungen des Völkerbundsrats nicht vorliegen und daß der Wortlaut des Saarstatuts eine zweite Abstimmung grundsätzlich ausschließt. Aber selbst, wenn solche Versprechungen des Völkerbundes vorlägen, so seien die Erfahrungen, die das deutsche Volk an der Saar früher mit Versprechungen fremder Staatsmänner gemacht habe, mehr als vernichtend. Die Erklärung erinnerte an die 14 Punkte Wilsons und die zahlreichen nicht eingehaltenen Versprechungen des Versailler Vertrages.„Wir im Saargebiet gehören zu den Opfern dieser gebrochenen Versprechungen. Hinter der schönen Zusage einer zweiten Abstimmung, bei der durchaus nicht nur von der Rückkehr allein zu Deutschland die Rede wäre, lauert der französische Imperialismus.“ „Wir wissen“, fuhr Martin fort,„wie wenig den Russen Litwinow das Saargebiet interessiert und irren uns auch in der Annahme nicht, daß er nur deshalb eine zweite Abstimmung propagiert, weil er im Saargebiet eine sichere Keimzelle des Bolschewismus für Westeuropa schaffen möchte. Aber erst recht deutlich wird die Doppelzüngigkeit dieser Staatsmänner durch Benesch dargetan, der doch alle Veranlassung hätte, den deutschen Böhmen zunächst einmal Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Es ist klar, daß das Saarvolk aus solchen Erfahrungen seine Konsequenz zieht. Ihm genüge eine Abstimmung. Unser Ziel heißt Deutschland. Das wollen nur die nicht einsehen, die im fremden Solde stehen und zum größten Teil nicht abstimmungsberechtigt sind. Bereits in der ersten Sitzung des Landesrates im Jahre 1922 haben die Parteien der heutigen Deutschen Front und mit ihnen die Sozialdemokraten und die Kommunisten einmütig erklärt, daß das Saargebiet unter allen Umständen zum Deutschen Reich zurückkehren müsse. Und diese Forderung besteht auch heute. Die öffentliche Meinung der Welt bringt unserem Standpunkt immer mehr Verständnis entgegen. Wir im Landesrat haben den Kampf um die Nechte der deutschen Saarbevölkerung nur führen können, weil unsere Wähler in all diesen Jahren die Treue gehalten haben und sich mit uns im gleichen Ziele verbunden fühlten. Unserem braven Volk. das während der letzten 16 Jahre von allen möglichen Seiten umworben wurde, um es zur Untreue gegen sein Vaterland zu verleiten, sprechen wir heute unseren herzlichsten Dank dafür aus, daß es sich nicht von Frankreich und auch nicht von Leuten, die unsere deutsche Saarheimat zu einem Asyl für politisch Obdachlose machen wollten, noch von solchen Leuten, die nur vorgeben, deutsch zu sein, und das Christentum zu verteidigen, aber in Wahrheit mit den Moskowitern zusammen gehen, zur Untreue gegenüber seinem Vaterlande verleiten ließ. Wir tragen die feste Inversicht in uns und das stolze Gefühl, daß unser bodenständiges und unser abstimmungsberechtigtes echtes deutsches Saarvolk allen Vaterlandsverrätern am 18. Jannar die Quittung ausstellen wird. Wir legen Wert darauf, in der letzten Sitzung des Landesrates vor der Abstimmung, deren Ergebnis alle Hofsnungen der Separatisten und Emigranten mit elementarer Wucht zerschlagen wird, nochmals vor aller Welt das Zengnis abzulegen, daß es nach 16jährigem Kampf für das deutsche Saarvolk und für uns keine andere Lösung der Saarfrage gibt als die restlose Rückkehr unserer deutschen Saarheimat zum geliebten dentschen Vaterland.“ steig. Dort ging gerade die 21jährige Hausangestellte Hedwig Sadowski in Begleitung des 20jährigen Landhelfers Fritz Kliemann aus Bottrop vorbei. Das Mädchen geriet unter den Wagen und wurde so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Kliemann, der gleichfalls von dem Wagen erfaßt wurde, trug einen schweren Schädelbruch und erhebliche Beinverletzungen davon. Er schwebt in Lebensgefahr. Der Kraftwagen fuhr schließlich gegen eine Mauer und wurde fast ganz zeztrümmert. Oppenberg selbst blieb unverletzt. Es besteht der begründete Verdacht, daß der Fahrer angetrunken war, was dieser bestreitet. Auf Grund einer polizeilichen Anordnung ist von ihm sofort eine Blutprobe genommen worden. Schon jetzt kann gesagt werden, daß Oppenberg sehr unvorsichtig und fahrlässig gefahren ist Einbrecher= und Hehlerbande dingfest gemacht EEssen, 28. Dez. In den Weihnachtstagen wurde von der Polizei eine aus 12 Personen bestehende Einbrecherbande und Hehlergesellschaft mit einem Schlag festgenommen und hinter Schloß und Riegel gebracht Durch die Vernehmungen wurde nachgewiesen, daß die Bande eine große Anzahl Einbruchsdiebstähle in Radio=, Uhrengeschäften, Trinkhallen usw. ausgeführt hat. Unter den festgenommenen Einbrechern befindet sich der erst kürzlich aus dem Gesänanis entlassene Alfred Stickdorn, der im Jahre 1930 einen Raubüberfall auf ein Eiergeschäft ausg zührt hat, wobei ein Komplice erschossen wurde. Boktroper Oberbürgermeister nach Bocholt berufen Münster, 28. Dez. Der Reichs= und Preußische Minister des Innern hat Oberbürgermeister Irrgang auf seinen ausdrücklichen Wunsch von Bottrop als Oberbürgermeister nach Bocholt berufen. An einem Stück Fleisch erstickt Herdorf(Kr. Altenkirchen), 28. Dez. Am zweiten Weihnachtstag blieb dem Invaliden Schlosser beim Essen ein Stück Fleisch in der Speiseröhre stecken. Ehe dem Mann Hilfe gebracht werden konnte, war er erstict Max Grube* In der Nacht zum 25. Dezember 1934 starb in Meiningen der ehemalige Hofschauspieler, Spielleiter und Intendant des Meininger Landestheaters, Geheimer Hofrat Mar Grube, im 81. Lebensjahr. Wegen Mordversuchs angeklagt M.Gladbach, 28. Dez. Gegen den berüchtigten Einund Ausbrecher Wilhelm Schmitz aus Rheydt, der am Heiligen Abend in Velbert wieder dingfest gemacht werden konnte, wurde nach seiner richterlichen Vernehmung Haftbefehl wegen Mordversuchs erlassen. Die Ermittlungen haben ergeben, daß Schmitz die Niederschlagung des Justizwachtmeisters auf dem Wege vom Gericht zum Gefängnis sorgfältig vorbereitet hatte. Er hatte sich schon am Vorabend aus seinem Zellengerät eine Eisenstange zurecht gemacht, die er während der Verhandlung unter seiner Kleidung versteckt hielt. Das Schwurgericht wird ihn wegen der neuen Straftat in der ersten nächstjährigen Sitzung aburteilen. Schmitz hat übrigens gegen das letzte Urteil bezüglich der Sicherungsverwahrung Revisionsantrag gestellt. Von der Straßenbahn erfaßt und getölet Süchteln, 28. Dez. Auf der Landstraße nach Viersen wollte ein 64jähriger Mann vor einer herankommenden Straßenbahn noch die Gleise überqueren. Er wurde von dem Straßenbahnwagen erfaßt und mit solcher Wucht zur Seite geschleudert, daß er einen doppelten Schädelbruch erlitt. Im Krankenhaus ist er gestorben. Allgemeines Weitstreitverbot für Gesangvereine Die Reichsmusikkammer veröffentlich soeben in ihrem Amtlichen Mitteilungsblatt eine Verfügung, wonach„die Veranstaltung von Gesangswettstreiten und die Teilnahme an solchen allen Mitgliedsvereinen des D3B und des Reichsverbandes der Gemischten Chöre mit sofortiger Wirkung verboten wird“. Das Verbot ist die Bestätigung einer Anordnung, die der DSB im Oktober 1933 für seine Mitgliedsvereine erlassen hat. Die neue Verfügung der RMK besagt weiter, daß an Stelle der Wettstreite nunmehr Wertungssingen unter Aufsicht der Fachverbände treten, für die einheitliche Richtlinien noch erlassen werden.„Die Wertungssingen haben in der Hauptsache eine erzieherische und künstlerische Förderung der Vereine zum Ziet. Daneben sollen sie aber auch die Grundlage bilden für eine in Aussicht genommene wirtschaftliche Unterstützung solcher Vereine, deren Wirken im Sinne volkskultureller Arbeit besonders wertvoll erscheint.“ In diesem Zusammenhang ist es interessant, die seinerzeit vom Musikausschuß des D3B aufgestellten Richtlinien kennenzulernen, die im wesentlichen auch die Grundlage für die zu erwartenden neuen Bestimmungen bilden dürften: „Ein Wertungssingen kann nur dann seinen ganz erfüllen, wenn alle beteiligten Sänger der gesamten Veranstaltung beiwohnen können.(Bei Wettstreiten häufig verboten!) Eine kurze allgemeine Be urteilung durch einen der Vertreter in Form einer Schlußansprache an die versammelten Sanger wird immer sehr anregend und werbend wirken. Die eigentliche Beurteilung und eingehende Kritik der Leistun gen erfolgt danach in einer Aussprache mit sämtlichen Chorleitern der beteiligten Vereine unter Ausschluß der Presse. Diese mündliche Wertung muß deutlich und ehrlich, darf aber nicht verletzend oder entmutigend sein. Sie soll nicht allein die Mängel und Fehler herausstellen, sondern soll auch rühmend an erkennen, was als gut auffiel. Wo schriftliche Kritiken für die Einzelvereine gewünscht werden, ist auf unbedingt sachliche und maßvolle Abfassung sorglich zu achten. Die„selbstgewählten Chöre“ der Vereine müssen durchaus wertvoll sein. Es ist Pilicht der Vereine, möglichst auch die zeitgenössische Literatur zu berücksichtigen. Kein Verein überschätze seine Leistungsfähigkeit! In den veranstaltenden Gauen oder Bünden haften die Musikausschusse bzw. deren Obmänner dafür, daß keine minderwertigen oder veralteten Chöre zugelassen werden. Mit dem Vortrag selbstgewahlter Chöre sollte man sich bei Wertungssingen nicht begnügen. Nicht derjenige Verein ist unbedingt der beste, der einen schwierigen Chor in unendlich vielen Proben mit unerhörtem Drillen einübt: viel eher gebührt derjenigen chorgesanglchen Leistung, welche die beste musikalische Schulung der Sänger erkennen läßt, die höhere Anerkennung.“ Weilervorhersage Zunächst bestimmen noch die Meeresluftmassen die Wetterbildung in Westdeutschland.— Milde Wetter bei zeitweise lebhaften um Süd schwankender Winden: wechselnd bewölkt, Vorüberzug eine Regengebietes. HRRDEL Die Geschäftstätigkeit läßt vor dem Jahreswechsel nach Berlin sehr still Die Börse eröffnete in nicht ganz einheitlicher, eher aber nachgebender Haltung, da die schon an den Vortagen zu beobachtenden Abgaben aus Liquibitats= und Steueraründen weiter anhielten. Nichtsdestoweniger war die Stimmung aber weiter freundlich, an einzelnen Markten, wie z. B. bei den Montanen überwogen Neuanschaffungen. Zum Teil wird das auf die günstigen Berichte auf diesem Gebiet wie eine beträchtliche Zu nahme der Elsen= und Stahlproduktion, die weit über dem Weltdurchschnitt liegt, zurückgeführt. Im allgemeinen trugen rner die gemeldeten Erneuerungen bereits bestehender Handelsabkommen, insbesondere des deutschschwedischen Verrechnungsabkommens sowie die mit Chile getrossene Vereinbarung über Kompensationsgeschafte zu der zuversichtlichen Haltung zweifellos bel. Größere kursmäßige Veränderungen waren kaum zu verzeichnen. Am Montanmarkt waren die wenigen schwächeren Papiere bereits in der ersten Viertelstunde wieder erholt, nur Stolberger Zink büßten auf Glattstellungen 1½ Prozent, Schlesische Zink ½ Prozent ein. Lebhafter gefragt bleiben Buderus(plus 3) und Hoesch iplus 3 Prozent). Braunkohlenaktien waren bei geringem Umsay— meist kamen erste Notierungen überhaupt nicht zustande— durchweg sester, so Rheinbraun um 1 und Erdöl um 3 Prozent. Von chemischen Papieren setzten Farben zwar ¾ Prozent über Vortagsschluß ein, bröckelten aber spater wieder leicht ab. Von Elektrizitätswerten waren Lichtkraft und Akkumulatoren mit je minus 1½ Prozent sowie Schuckert mit minus 13 Prozent stärker rückgängig, während HEW, Elektrizitätswerk Schlesien, Elektrische Lieserungen, wie überhaupt die Stromversorgungswerte Gewinne von U bis 1 Prozent aufwiesen. Ohne jeden Verkehr blieben zu den ersten Kursen Gas., Metall= und Bauwerte, meist rückgängig eröffneten Maschinensabriken, insbesondere Muag und Schubert& Salzer mit minus 1 bezw. 1½ Prozent. Am Tertilmarkt finden in Aku weitere geringe Abgaben statt, so daß ein erneuter Rückgang von ¾ Prozent eintrat. Schließlich sind von Papier= und Zellstoffaktlen Feldmühle mit minus 1½ und Aschaffenburger Zellstoff mit minus 1 Prozent, von Brauwerten Engelhardt mit minns 1½ Prozent zu erwahnen. Schiffahrtswerte untorliegen weiter leichtem Abgabedruck, Bahnaktien waren nach der vorangegangenen Steigerung ebenfalls abge schwacht. Von den variabel gehandelten Bankaktien wurden insbesondere Reichsbankantelle angeboten, die ¾ Prozent niedriger einsetzten. Nach den ersten Kursen blieb die Haltung weiter uneinheitlich, indessen gingen die Schwankungen kaum über ¼ Prozent hinaus Am Rentenmarkt war lediglich für einige Spezlalwerte Kaufinteresse vorhanden; so setzten Umschuldungsanleihe b Pfa., spate Reichsschuldbuchforderungen 4 Prozent höher ein. Blankotagesgeld 4—4¼ Prozent. Der Dol lar blieb mit 2,487, das Pfund mit 12.288 fast unverAndert üsseldorf uneinheitlich Bel ruhigem Geschäft eröffnete die Börse in unein heitlicher Haltung. Am Markt für Schwankungswerte waren von Montanaktien Gelsenberg, Hoesch Köln=Neuessen und Rheinstahl bis 3 Prozent niedriger im Verkehr, wahrend Klöckner, Mannesmann und NWE im leichen Ausmaße höher umgingen. Von Kallaktien veroren Aschersleben und Westeregeln% Prozent. Ebensalls gaben Wintershall um ½ Prozent nach. Festver zinsliche Werte lagen teilweise bis 1 Prozent niedriger. Im weiteren Verlaufe waren RWE um 4 Prosent befestigt. Die übrigen Werte waren wenig verändert. Am Kurenmarkt waren größere Umsätze in Kohlenkure zu verzeichnen, So wurden Diergardt Mevissen, Ewald, Graf Schwerin und König Ludwig bis 100 Mark höher gehandelt. Deutschland erreichten lette Preise. Von Koblenaktien gingen Bergbau Lothringen zu behaupteten Kursen um. Dagegen lagen Dablbusch ½ Prozent höher Der Braunkohlenmarkt war umsaylos. Am Kalimarkt wechselten Wintershall 100 Mark höher ihren Besitzer, Beienrode gingen zu unveränderten Kursen um. Von Kaliaktien wurden Burbach etwas niedriger gehandelt Halleiche Salz stellten sich 1 Prozent höher. Am Markt für Industriewerte zogen Uerdinger Waggon bei einzel nen Umsätzen 4 Prozent an. Hollandische Gordhardt und Humboldt Maschinen waren unnerändert. Die Börse schloß in freundlicher Haltung. Schwankende Kurle(die eingeklammerten Kurse sind Kassakurse);: Ascheraleben 105134(—), Feldmühle 112“ (111½ G). Gelsenkirchen M½b(50½b), Th. Goldschmidt 90b(88456), Harpener Mb J086), Hoeich Köln=Neuessen 78½b—78½ b 178½b), Klöcknerwerke 75¾b 1751G). Mannesmann 71½6—71½b—71½b(74¾ G. Phönir 17706 (474b), Reichsbahn BA. 1170—117b(117G), Reichsbank 144½b(144½ G). Rhein. Brannkohlen 2116(211½6 NME. 1063 b. 1071b(107140), Rheinstahl 85%5 Salzdetkurth 1190(—), Ver. Stahlwerke 201406904 (808bl. Westeregeln 107½G 1—), Wintershall 926—023 b06 bis Nabec(02%b), Altbesitz 1024(103.10b), Hoesch 9536 906), Krupp 95466(0006), Ver. Stahlwerke 91b—911 516 01½ b(013 b). Devisen-Kurse (In Reichsmark) Warenberichte Beeliner Großmarkt für Gekreide und Futtermittel Amtliche Notierung in RM. für 1000 Kelo Märk Weizen 76=77 kg frei Berlin 206.50, gesetzlicher Erzengerpreis für die Preisgebiete W 6 194.30, W 105.80 W? 196.50, W 9 197.50. W 9 199 30. W 11 201.30, geseyl Mühleneinkaufspreis vind 4 Mark. Roggen märk 71.78 ka krei Berlin 165.30, geseyzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete R 5 164 50, N 6 155 50, R 7 156 50 R 167.8, N 0 150.30, N 11 161.30, geley. Mühleneintin“e preis olud 4 Mark. Braugerste neu seine'rel Berlin 711—918, ab märk. Station 902—200. Brangerste gute rei Berlin 908—212. ab märk Statton 194—208. Indukreegerkte frei Berlin 195-200, ab märk Etation 196 101 Futtergerste 30.0 ka gesey. Erzeugerpreis für die Preisgebiete G# 154.50, O 6 186.50, 0 f 187.50, 0 40.50. G 9 162.50. Haler mark 46=40 kg gesetzl Erzengerpreis für die Preisgebiete H 4 146.50, H 7 152.30, O10 165.50, Q 11 157.50. 18 160.50, H 14 162.50. Weizenmehl Type 700 gesetzl. Erzeugerpreis für die Preto= gebiete 5: 26.65, 6. 20M1, 7: 26.05, 9: 27 10. 9: 2740 11: 27.70 mit 10 Prozent Ausland 1.30 RM mit 20 Prosent 3 NM Aufgeld Roggenmeh. Tupe 907 geseyzl Erzen= gerpreis für die Preisgebiete 5: 21 65. 6: 21 75, 7: 71 M0, 22.05 0 22.35. 11 22.65 Weizenbollmeh. 18 73—14.25 Weizenkleie gesetzl. Mühlenverkaufspreie zur die Preis= gebiete 5: 11.20, 6: 11.25, 7: 11.M, 4: 11 85,»: 11.45, 11 11.6. Roggenkleie gesetzl. Mühlenverkaufepreis für die Preisgebiete 5: 9.65, h: 9.70. 7 9 30, 4: 945, 9: 9.05, 11: 10.10. Viktoriaerbsen 35—37 Ackerbohnen 13—18.75 ost= oder westp. Stationen, Lupinen blaue 8,50—8,75, ostpreußische Stationen. dito gelbe 12.25—12.50 ostpreußisch Stationen, Seradella, alte 16,50—17,00 ungereinigt, dito neue 10,25—20,00 gereinigt, ostpr. Stationen, Leinkuchen. Bas. 87 Prozent. ab Hamburg 7.65 ink. 1.30 M3. Erdnußkuchen Bal 50 Prozent. ab Hamburg 7.25 inkl 1.15 M3, Erdnußkuchenmehl, di. Mahlung 7 60 inkl M33 Prockenschnitzel ab Fabrik 1.35 ertrah Sosabohnenschrot 15 Prozent, ab Hamburg 6.50 inkl. 1.55 MZ. ab Stetten 6.70 inkl. 1.35 MJ., Kartolselflocken. Paritat waggontre: Stolp als Verladestation 8.75. dito. Parität Berlin 9.30 Baumwollmärkte Hamburg, 28. Dez. Tendenz stetig. Middling Untversal loko 14,63 Dollarcents. Aremen, 2. Dez. Middling Untversal Standard (28 mm) 14,62(14,64) Dollarcents Oele und Hamburg, 28. Dez. Holländisches Leinöl liegt infolge rückläufiger Preisbewegung für das Rohprodukt und der umfangreichen Leinsaatverschiffungen etwas leichter. Deutsches Leinöl wird vom Inland gefragt, zweithändig werden kleinste Partien an inländische Kunden zu 35—30 Mark abgegeben. In Rüböl entwickelte sich einiges Geschäft zu 42 Mark, sedoch ist das Angebot äußerst gering. Holländisches Leinöl prompt Januar 13¼, dito Mai=Aug. 13½, dito Sept.=Dez. 14½ bfl für 100 kg netto elf Hamburg elnschl. Barrels. Uebrige Artikel ruhig bei unveränderten Forderungen. Nüböl reines ohne Faß per Dez.=Jan. 42 Mark für 100 kg, Kokosol Ceylon saa inkl. Drums prompt 15.—.„ Sonabohnenöl mandsch. Abl. Dez.=Jan. 10,.— Pfund Sterling für 1010 kg. Rizinusöl 1. Pressung verzollt mit Barrels 41—45, dito 2. Pressung 30—43, Kokospalmkernöl mit Fettsäure inkl. Barrels 24, Schweinesette se nach Farbe inkl. Tierces prompt 30—30, Hammeltalg je nach Farbe inkl. Fastage prompt 35—50, Rindertalg prima inkl. Fastage prompt 28—34, dito sekunda 26—27 Mark ür 100 kg, Baumwollsaatöl techn. rafsin. ägupt. Dez.Abl. 20,—.— bis 22,—.— Pfund Sterling für 1016 kg. Fettwaren: Tendenz fest, Preise unverändert. Speck(hiesige Schlachtung): Magerer Speck gerauch. 34—80, fetter Speck geräuchert 80—81, roher Speck über 7 cm 68—44, dito unter 7 cm 60—62, Flomen 74—75, Nierentalg 40—45, Deutsches Bratenschmalz 89—91 Mk. für 50 kg cif Hamburg. Berliner Butternotierungen Verlin, 27. Dez. Butter. Preise in Mk. se 50 kg einchließlich Verpackung ab Versandstation, Fracht zu Lasten des Käufers. Deutsche Markenbutter 130 Mk., deutsche Feinmolkereibutter 127 Mk., deutsche Molkereibutter 123 Mk., deutsche Landbutter 118 Mk., deutsche Kochbutter 110 Mk. Großmarkt für Getreide und Futtermittel Köln Köln. 28. Dez. Es notierten in Mk. für 100 kg Frachtlane Köln, soweit nichts anderes vermerkt: Weizen rhein 76/77 Ig Preis für den Landwirt ab Erz.=Station W 13 M0.35, W 16 20,75, dito Handelspreis Frachtlage Köln 21,15, Noggen rhein. 72/78 kg Preis für den Landwirt ab Erz.= Station N 18 16,35, R 15 16,75, dito Handelspreis Frachtage Köln 17,15, Hafer rhein. Preis für den Landwirt 18/10 kg H 18 16,05, H 14 16,25, G 16 16,45. H 18 16.65 19 16.75. Industriegerste inl. 19.50—20, Futtergerste hein 50/60 kg Preis für den Landwirt G 11 16,55, G 12 6.75. G 18 17.05. Die nachfolgende Notierung für Weisen= und Roggenmehl sowte Roggenschrot versteht sich gemäß Anordnung der WV. bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen krei Emniangsstation zuzüglich 0.50 Mk. Frachtenausgleich Weizenmehl mit einer Beimischung von 20 Prozent Austauschweizen 8 Mk. höher, mit einer Beimischung von 10 Prozent 1.50 Mk. höher die 100 kg Auf= und Abschläge gemäß Anordnungen der WV. Weisenmehl inl. Grundinpe 790 für W 13 27,40. W 16 27.40 Noggenmehl Grundtype 007 für N 18 23,90, N 15 28.90, Roggenschrot Inl. Grundtnpe 1800 für R 19 20.90. R 15 20.M, Weizenkleie Grundpreis ab Mühle 11.95, dito Han delspreis ab Mühle 12.25, Weizengrießkleie(Bollmehl) Nichtpreise ab Mühle 12.95—13.25, Roggenkleie Grundpreis 10.45, Handelspreis 10.75, Leinkuchenmehl 37proz Richtpreise brutto mit Sack 17.25—17,50, Erdnußkuchenmehl M0proz. 16.20—16.40, dito 54proz, 16.50—16,00, ertrab Sonaschrot 45proz. Richtpreis 18,50—13.70, Rapskuchen Festpreise 12,50—12.70. Palmkernkuchen lose 21proz. 13.50 bis 11. Trockenschnitzel lose ab Fabrik 8.70, Zuckerschnitzel lose ab Fabrik 10.30, Rohmelasse 6.06, Wiesenhen lose 10.50—11. Luzerneklee lose 12.25—12.50, Roggenstroh gepr ab rhein, Station 8.75—4, Weizenstroh dito 8,75—4. Haserund Gerstenstroh gepr. dito 4—4.20. Tenden= Das vorhandene Angebot in Weizen und Roggen wurde aufgenommen Futtergetreibe, Futtermittel und Mais waren nicht am Markt. In Andustriegerste war das Geschäft rubig. Mehl wurde nur in ganz kleinen Mengen um gesetzt. Reichlich frisches Gemüle in Köln Auch der letzte diesjährige Hauptmarkt war verhältnis mäßig stark beschickt. Die Gemüsezüchter können bei dem milden und seuchten Wetter noch täglich mit frischem Gemuse, mit Wirsing. Grünkohl, Spinat, Rosenkohl. Feldsalat und Blumenkohl aufwarten. Es war ein flottes Geschäft zu verzeichnen. Auch auf dem Sassenhof, wo das Johlgemüse aus der Nrußer Gegend abgeladen wird. sab es etwas freundlicher aus. Molkereibutter 1.37—1,47 Landbutter 1.20—1,29. Faßbutter 1.88—1,48. Margarine 0.56—0.06 Mk. das Pfund Im Groshandel kuneten: Weißkohl 2.5—8, Rotkohl 6 bis 7. Relenkohl 12—15, Wirsing 2.5—8.5, Feldsalat 15 bis 25, Spinat 4—7. Grünkohl 2.5—8. Steckrüben 2.5—3 weiße Rüben 2—4, Karotten 8—4. Möhren 1,3—8, Schwarzwurzeln 8—18. Zwiebeln 5—6,5. Treibhaustomaten 25 Pig. das Piund: Blumenkohl 6—30. Endivien 3—12, Kohlraben 2—4. Breitlauch 1—8. schwarzer Rettich 3—5, Meerrettich 10—30 Pfa. das Stück. Radieschen 4—5. Petersilie 2—8. Rübstiel 2.5—8 Pig. das Gebund. An Auslandsware: Span Kopksalat 15—18, ital. En= divien 4—18, ital. Blumenkohl 19—40 Pig. das Stück Schwarzwurzeln 20—22. Zwiebeln 5.5—7.5, Tomaten von den kan.. Inseln 40—45 Pig. das Piund. amerik, Aepfel Kiste 15. Kübel 11—12 Mk., Almeria Trauben Faß 10—15 Apfelsinen Capfrüchte, Riste 13—16, Balencia Riste 10—14 pan. Drangen 5.6—6.5 Mk., Citronen Kiste zu 100 Stück 6.30—9, zu 800 Stück 7—14 Mk., span. Trauben 20—97 holl. 80—62, Brüffeler 9—10 Panar:* 2—90. Maronc. 5 22 Haselnüsse 30—40, Baumnusse 25—47 Pig. da Westdeutscher Kartoffelmarkt Jn vielen Bezirken Deutschlando einseyzende Schnee= älle sowie Frost haben im Zusammenhang mit den Feier tagen eine mehr oder weniger vollständige Marktruhzur Folge gehabt. Bei unveränderten Preisen sind weitere Zufuhren nicht erfolgt. Man wartet mit neuen Ge schaftsabschlüssen bis nach Neufahr. Auch in Futter= und Fabrikkartosseln liegt das Geschaft ruhig. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß nach Neufahr das Fabrikkartoftelgeschaft verstärkt einsetzen wird. Die Preise stellen sich im Großhandel ab Stationen Mecklenburg, Prignitz usw. für Industrie, Erdgold usw. auf 2,702.75 Mk. und für weiße und role Speisekartoffeln auf 2,0—2.05 Mk., sowie für Futterkartosseln auf 1,131.50 Mk. Antwerpener Kammzugnotierungen Zahlen in Klammern sind die Preise vom 2.. Dezember Es notierten in pence se lb. netto: Januar 23.50 24,30), Februar 29.50 123.50, Mara 24.12(22,12), April 21.25(24,2). Mai 24,25(24,50), Juni 24.50 122.50). Juli 21,50(2,50), August 24.50(24.50), Tendenz ruhig(rubig Umsan 65 000 185 00, In belg. Franken erforderten se kg: Januar 23,00 20.00), Februar 23,25(25.25), März 23.75(24,00), April 21,00 12,25), Mai 24.25(24,50), Juni 21.25(22,50,, Jul 21.30(24,75), August 21.50(24,75). Tendenz ruhig(ruhig) Umsatz 29 200(65 200) Viehmärkte Verlin. 28. Dez. Auftrieb: 625 Ochsen, 500 Bullen, 622 Färsen, 3211 Kälber, 4043 Schafe, 16 806 Schweine. Preise: Ochsen al) 42, a2) 42, b) 841, cl 82—37, d) 20 bis 31; Bullen a) 8—57, b) 35—35, c) 28—32, b) 28—27; Kuhe al 34. b) 2432, cl 17—25, b) 11—15; Färsen al 88 bis 30, b) 33—8., cl 27—82, d) 28—0; Fresser 22—25; Kälber A 7585, B al 55—58, b) 42—50, c) 82—40, b) 22 bis 30; Schafe a1) 44—4, b1) 42—45, c) 30—41, b) 26—38. el 81—35, f) 2030, g) 20—28; Schweine all 52, b) 52,, c 51—52, b 4851, el 44—48, f)—, g1) 50, g2) 47—48. Tendenz: Rinder glatt, Kälber glatt, Schafe ziemlich glatt, Schweine glatt. Hamburg, 27. Dez. Auftrieb: 405 Ochsen, 132 Bullen, 138 Kuhe, 138 Cuienen, 1431 Kalber, 665 Schafe, 5610 Schweine. Marktverlauf bei Rindern gut, Kälbern mittel, Schafen schleppend, Schweinen gut. Es notiorten: Ochsen a1) 3040, a2) 3 40, b) 34 3, c) 2638, d) 20—25; Bullen al 84—35, b) 81—34, c) 20—30, b) 22—24; Kuhe al—, b) 2531, c) 20—24, b) 10—19; Färsen al 3040, b) 8438, c) 26—85, d) 20—25; Kälber(Doppellender) 65 bis 85, andere Kälber al 50—50, b) 38—46, c) 25—37, d 15-26; Lämmer und Hammel al)—, a2) 3040, b1)—, b2) 808, c) 30—05; Schweine al)—, a2) 50—51, 5) 40 bis 50, ci 47—4», b) 45—48, e) 87—42, f)—, Sauen g1) 4547, 92) 40—44. Hnsum, 27. Dez. Dem Ferkelmarkt waren 96 Tiere zugeführt. Der Handel war belanglos; eine Notierung liegt nicht vor. Effekten=Fern=Inkasso Essen=Köln Der Rheinisch=Westsalische Kassen Verein AG., Essen, und der Kölner Kassen=Verein AG., Köln, richten am 2. Januar 1935 einen Effekten=Fern=Inkasso=Verkehr zwischen Essen und Köln ein. Diese Einrichtung hat den Zweck, den Mitgliedern der beiden Effektengirobanken die Möglichkeit zu verschaffen, durch Ferngiro Effektenposten bel gsleichzeitigem Inkasso des Gegenwertes zu übertragen. Die Verfügung über die eingegangenen Beträge kann die begünstigte Firma schien am Zahlungstage bei ihrer Effektengirobank vornehmen. Kapitalherabsetzung bei der Ruhrgas Acb., Essen, beschlossen In der ao. GV. der Gesellschaft wurden die Vorschläge der Verwaltung auf Herabsetzung des AK, von 27 Mill. Mk. auf 20,25 Mill. Mk. durch Ermäßigung des Grundkapitals im Verhältnis von 4:8 zur Deckung des Verlustvortrages aus 1939 in Höhe von 5.43 Mill. Mk. und Einstellung des verbleibenden Buchgewinns in die gesetzliche Reserve einstimmig genehmigt. Außerdem wurden die hierfür vorgesehenen Satzungsänderungen beschlossen. Die Kapitalherabsetzung erfolgt bekanntlich, um den an dem Unternehmen beteiligten Zechen für die Zukunft auf Grund des anhaltend günstigen Absatzes erstmalig eine Wirtschaftsnotizen Die schwebende Schuld betrug am 30. 11. 2362,6 gegen 1294,6 Mill. Mk. am 31. Oktober. An Steuergutscheinen waren:1182,7 gegen 1183,6 Millionen Mk. im Umlauf. Der Reichsbank waren für Zwecke der öffentlichen Arbeitsbeschaffung als Sicherheit 547,1 gegen 579,9 Mill. Mk. überlassen. Die im Reichsanzeiger vom 10. Dezember ds. Js. ver. öffentlichte Anmeldungsfrist bei der Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie, Verlin M 62, Burggrafenstraße 5, wird für die Unternehmer und Unternehmungen, die mit ihren Erzeugnissen unter der Fachgruppe Spiritusindustrie fallen, nochmals bis zum 81. Jannar 1935 verlängert. Am freien Markt wurden in London 207 0nn Rinnd ling Gold zum Preise von 140,10½ Schilling pro Unze Fein verkauft; die Bank von England kaufte heute Barrengold im Werte von 28 742 Pfund Sterling. Die Verordnung über die vorläufige Anwendung einer Vereinbarung über die Verlängerung der Geltungs dauer des deutsch=dänischen Abkommens über den gegen seitigen Warenverkehr, die bereits im wesentlichen be kannt ist, wird nunmehr im Reichsanzeiger vom 28. Te zember im Wortlaut veröffentlicht. Der Londoner Goldpreis betrug am 28. 12. 1934 für eine Unze Feingold 140,10½ sh gleich 86,4973 RM., für ein Gramm Feingold demnach 54,3508 d gleich 2,78095 RM Nendite zu ermöglichen. Wie noch mitgeteilt wurde, sind Stadtverordneter Karl Ludwig Doerr, Köln, Oberbürgermeister Dr. Ernst Kelter, Dulsburg, und Bergasfessor a. D. Leising von der Preußag in Berlin auf ihren Wunsch aus dem Beirat der Gesellschaft ausgeschieden. Neu in den Beirat gewahlt wurden Ratsherr Hans Kurtz, Köln und Generaldirektor Bergassessor a. D. Wisselmann von der Preußag, Berlin. Konkurs Wittener Kaufhaus Borchardt& Co. GmbH., Witten=Ruhr Bei dieser kürzlich mit Gesamtpassiven von rund 100 000 Mk. in Zahlungsschwierigkeiten und in Konkurs geratenen Gesellschaft sind die Aussichten der Gläubiger denkbar ungünstig. Beteiligt an der Insolvenz sind rund 300 Gläubiger. Das Warenlager ist inzwischen an eine neue Firma veräußert worden, die auch das Personal sowie den Mietsvertrag übernommen hat, so daß die Masse eine gewisse Entlastung erfahren hat. Trotzdem schätzt der Konkursverwalter die für die gewöhnlichen Konkursgläubiger in Frage kommende Quote vorläufig nur auf etwa 8 Prozent. Zahlungsschwierigkeiten Westbeutsche Spar= und Kreditgenossenschaft echmbH. in Ligu., Wuppertal Der Liquidator dieser Genossenschaft, die auf Grund einer Verfügung des Reichsbeauftragten für Zwecksparunternehmungen im Mai ds. Is. ihren Geschäftsbetrieb einstellen und in Liquidation treten mußte, hat setzt auf Grund des festgestellten Vermögensstandes und im Einvernehmen mit dem Reichsbeauftragten Konkursantrag gestellt. Die Prüfung der Verhaltnisse hatte sich dadurch verzögert, daß die Bücher und sämtliche Unterlagen mehrere Monate von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt waren. Es hat sich ergeben, daß das Sparervermögen bereits bei Liquidationseröffnung angegriffen und auch sonstige beträchtliche Verluste zu verzeichnen waren, so daß die Möglichkeit der Uebertragung auf ein gesundes Unternehmen oder eine vereinfachte Abwicklung ausgeschlossen war. Ueber das Ausmaß der Ueberschuldung liegen noch keine genauen Zahlen vor. Beteiligt sind mehr als 1500 Genossen und Gläubiger, deren Aussichten noch nicht zu übersehen sind. Jedenfalls haben Sparer und Gläubiger mit einem erheblichen Verlust ihres Guthabens und die Genossen überdies mit der Inanspruchnahme der Haftsumme zu rechnen. Gegen das frühere leitende Vorstandsmitglieb, das bereits achtmal vorbestraft ist und vor wenigen Wochen erst wegen Darlehnsschwindels in einer anderen Angelegenheit zu 15 Monaten Gesängnis verurteilt wurde, schwebt ein Verfahren, SDORI Gebr. Auffermann nach Tilsit gestartel Die bekannten Essener Langstreckenfahrer Gebr. Fritz und Wilhelm Auffermann sind am Freitagnachmittag um 17.35 Uhr zu einer Langstreckenfahrt Saarbrücken—Tilsit gestartet. Die Fahrt geht auf einem Tornax=Sportwagen mit TK W=Frontantrieb vonstatten und soll. wie man hört, in etwa 20 Stunden beendet sein. Die Strecke beträat 1300 Kilometer. Der Wea führt über Frankfurt a. M., Eisenach, Erfurt, Leipzig. Frankfurt a. d. Oder, Küstrin, Schlochau, Elbing. Tilsit. Im Gegensatz zu den sonst so beliebten Fahrten Ost—West soll die Fahrt diesmal von der deutschen Saar zum deut schen Osten gehen und Grüße von Grenzland zu Grenzland bringen. Die Gebr. Auffermann werden zur Erhöhung der Geschwindigkeit nach Möglichkeit jeden Aufenthalt vermeiden und während der Fahrt ein neues von ihnen selbst erdachtes Schnelltankverfahren mit Jeuersicherem Kanister anwenden. Die Fahrt soll als Probe zu der großen Marokkojahrt im April nächsten Jahres dienen. Frost in Schlesien— Sonst Tauwetter In den Gebirgen Südwest=, West= und Mitteldeutschlands trat am Freitag Tauwetter ein, wovon selbst die höheren und höchsten Lagen nicht verschont blieben. Der Harz meldete sogar leichten Sprühregen. Lediglich in den schlesischen Gebirgen in weiterhin Frost zu verzeichnen, und teilweise haben sich dort die Schneehöhen sogar noch verstärkt. Aus dem Thüringer Wald und dem sächsischen Bergland lagen keine Meldungen vor. Die angenblicklich besten Wintersportbedingungen herrschen in der Ge gend der Neufuder Bande im Leergebirge, der Neisträgerbaude im Riesengebirge oberhalb Schreiberhaus, des Glater Schneebergs und des Feld bergs, wo überall bei leichtem Frost mindestens 10 Zentimeter Schnee liegen. Stade Francais Pokal=Sieger in Garmisch Niessersce im Finale 1:0 geschlagen Ein herrlicher Sonnentag lag am Freitag, dem Schlußtaa des internationalen Eishocken=Turniers im Olumpischen Stadion über Garmisch=Parten kirchen. Schon das Spiel zwischen den Zehlendorfer Wesnen und dem vorfährigen dentschen Meister Rrenhura Berlin war von 3055cen schauern besucht. Nach wechselvollem und ausgeglichenem Kampf trennten sich die Gegner 3:3 1:2, 0:0, 2:1) unentschieden. Die Zehlendorfer kamen somit dank ihres besseren Torverhältnisses auf den öritten Platz. Das Entscheidungsspiel gewann Stade Francais nur ganz knapp mit 1:0(1:0, 0:0, 0:0) gegen den 3C. Niessersee und wurde damit Turniersieger. Tas einzige Tor fiel schon im ersten Drittel durch Gagnon. In der Folge ließen sich beide Hintermannschaften trotz aufopfernden Spiels der Angriffsreihen nicht mehr überrumpeln. Die Spiele um den Spengler=Pokal Das internationale Turnier um den SpenglerPokal wurde am Freitag mit zwei Spielen fortgesetzt. Das größte Interesse fand die Vorentscheidung in der Gruppe 1 zwischen dem Veranstalter EHC. Davos(Pokalverteidiger) und den italienischen schwarzroten Teufeln. Beide Mannschaften zeigten seines Eishockey und trennten sich 1:1(0:0, 1:0, 0:1). In der zweiten Gruppe zeigte der Münchener EV. auch gegen die Züricher Graßhoppers wieder recht gute Leistungen, wurde aber auch diesmal sicher mit 4:0(0:0, 2:0, 2:0) geschlagen. Ist das die Schweizer Elf? Die Schweiz hat für den 19. Fußball=Länderkampf gegen Deutschland am 27. Januar in Stuttgart vorläufig folgende Mannschaft aufgestellt: Bizzero(Lugano): Minelli, W. Weiler(beide Graßhoppers): Gnichard(Servette Genk). Jaccard Montreur). Lerticher(Servette Genf); Stelzer Lansanne), Kielholz(Servette Genk). Frigaerio. Trello Abegalen(beide Nouna Fellows), Jaeck (Basel). Diese Mannschaft wird am 9. Januar in Zürich zu einem Probespiel gegen die in der Schweiz ansäisigen ausländischen Fußballspieler antreten. Bemerkenswert ist. daß zu diesem Uebungsspiel der Halblinke Trello Abegalen. der Mitalied des französischen FC. Sochaur ist. berangezogen wird. Erfolgreicher Prokest Die Olnmpiasiegerin im Rückenschwimmen. Eleanor Holm=Jarrett, de vor einiger Zeit wegen Verletzung der Amateurbestimmungen zur Bernfsportlerin erklärt worden ist. hat bei der amerika nischen Amatenr Athletik=Union einen ersolgreiche: Nrot-7 eineSracht. 10“** ihr die Amateureiger schaft wieder zuerkannt wurde. Fußballgroßkämpfe am letzten Sonntag 1934. Nun beginnt die zweite Serie für die Gauliga- und Bezirksligavereine Westfalens. Auch in den Kreisklassen fallen wichtige Enkscheidungen. 1. Kreisk'asse Gruppe A: Teutonia Riemke— BV. Herne=Süd. SuT. Harpen— BC. Hordel. Wanne 1911— Phönix Bochum. Germania Herne— VfB. Börnig. SV. Sodingen— Preußen Wanne. Rasensport Herne— SpSp. Gerthe. Der Wettlauf zwischen dem Bochumer Phönix und dem SV. Sodingen wird auch morgen noch keine Entscheidung bringen, denn beide Mannschaften dürften ihre Wanner Gegner knapp bezwingen, allerdings wird es ihnen nicht leicht gemacht, besonders den Sodingern, da Preußen Wanne große Anstrengungen macht, vom Tabellenende wegzukommen. In allen anderen Spielen ist eher mit Siegen der Platwereine zu rechnen, mit Ausnahme vielleicht von Germania Herne, da Börnig zur Zeit in großer Form ist und mächtig nach oben strebt. Gruppe B: Westfalia Weitmar— TG. B.=Ehrenfeld. LFC. Laer— Langendreer 04. Langendreer 07— SpGem. 00.30 Wattenscheid. Union Günnigfeld— SC. Altenbochum. Rheinelbe W.=Leithe— Concordia Bochum. SpVg. 19 Wattenscheid— TuS. 26 Altenbochum. Die TG. B.=Ehrenfeld, den Spitzenreiter, erwartet in Weitmar keine leichte Aufgabe, zumal die Mannschaft mit Ersatz antreten muß. Dasselbe gilt aber auch von dem Tabellenzweiten SpGem. 00=30 Wattenscheid in Langendreer. Der in letzter Zeit mächtig nach unten abgerutschte LFC. Laer wird gegen Langendreer 04 mit verstärkter Mannschaft antreten, Die kommenden Ereignisse Was der Sonntag bringt. Man muß die Feste feiern, wie sie fallen. Kurz auf den letzten Dezembersonntag folgt diesmal das Neujahrsfest. Es bleibt garnicht viel Zeit zum Besinnen übrig. Verständlicherweise ist daher das Programm des Sonntags zwischen Weihnachten und Neujahr recht knapp gehalten. Im Fußball wird das Meisterschaftsprogramm in allen deutschen Gauen weiter abgewickelt. In Hamburg tragen die Gaue Nordmark und Südwest ein interessantes Repräsentativspiel aus. Im Rahmen eines Fußballturniers in der italienischen Hauptstadt kämpfen die Stuttgarter Kickers am Sonntag gegen die AS. Rom und am Montag gegen den AC. Genua.— Handball=Lager geht der Kampf um die Punkte, der alle Mannschaften beschäftigt, weiter. Größere, aus dem Rahmen fallende Begegnung stehen nicht auf dem Programm. — Das Tennis und Tischtennis ist mit dem Internationalen Turnier des LTC. Cannes und den deutschen Tischtennismeisterschaften in Stettin am Wochenende vertreten. — Die kanadische Rundfunk möglich, daß er es schafft. In den drei restlichen Spielen sind Siege der Wattenscheider Platzvereine zu erwarten, wobei es Union Günnigfeld schwerer hat als Rheinelbe, ebenfalls die SpVg. 19. 2. Kreisklasse. Gruppe B: Reichsbahn=TuS.— SpSp. Stiepel. SpFr. Wattenscheid=Ost— Rasensport Bochum. Polizei=SV. Bochum— Kaltehardt. SC. Werne 19— Fortuna Bochum. Hier stehen zwei bedeutende Ereignisse auf der Karte, die beiden Spiele der ersten Vier. Es wird sich zeigen, wer den Anschluß behält. Gewinnt Stiepel auch gegen die Reichsbayn, dann ist den Vorstädtern aus dem Süden die Meisterschaft wohl nicht mehr zu nebmen. Immerbin besteht auch die Möglichkeit eines Sieges der Eisenbahner. Auf eigenem Geländes wird Wattenscheid=Ost durch einen Sieg weiterhin die Anwartschaft auf die Spitzengruppe aufrecht erhalten. Die Polizei und Werne 19 werden die anderen Sieger stellen. 3. Kreisk'asse. Gruppe A: BV. Gerthe=Hiltrop— Turnklub 89=92 Wanne. Union Wanne— VfL. Herne. Gruppe B: Germania Querenburg— Tus. Bruchstr. Lgdr. Tv. Bochumer Verein— Preußen 11 Bochum. Barussia Bochum— SpV. Kortum Bochum. Post=SV. Bochum— Schwarz=Weiß Bochum. STVg. Laer 87— SpV. Constantin Bochum. Gerthe-Hiltrop wird es dem anderen Bochumer Verein dieser Gruppe, Carolinenglück, kaum nachmachen und die Wanner Turner schlagen. Es bleibt abzuwarten, ob in der anderen Gruppe der Bochumer Verein die Niederlage am letzten Sonntag, die erste in 15 Spielen, verwunden hat, jedenfalls besitzt auch der morige Gegner das Zeug, den Tabellenersten zu schlagen. Querenburg, Kortum, Schwarz=Weiß und Constantin sind die übrigen Favoriten. Eishockeymannschaft der„Winnipeg Monarchs“ kämpft am Sonntag in München. Der Start ins neue Jahr. Was in bezug auf die Reichhaltigkeit des Programms von den Weihnachtstagen behauptet wurde, läßt sich mit ruhigem Gewissen auch vom Neujahrstag sagen: das sportliche Programm bringt eine mäßige Beute. In allen Lagern legt man sich Schonung auf. Besonders die Mannschaftssports gedenken ihre Spieler für kommende Meisterschaftskämpfe zu schonen.— Fußball fehlt es an überragenden Ereignissen. Der Fußballgau Südwest kämpft auf seiner Deutschlandreise am Neujahrstag in Berlin gegen den Gau Brandenburg. Der VrB. Friedberg beendigt seine Frankreichreise mit einem Spiel gegen den SA. Brest, eine Mannschaft der Regionalklasse. Kassel kämpft im Städtekampf gegen Frankfurt. Das Mailänder Fußballturnier mit Ambrosiana Mailand, dem FC. Mailand, Admira Wien und zum Schluß Hungaria Budapest gebt zu Ende. Eine bayerische Auswahl kämpft in Nürnberg gegen eine Nürnberg=Fürther VertreNur eine kurze Ruhepause war den Vereinen unserer beiden obersten Klassen kurz vor Weihnachten vergönnt, und nun geyt es weiter in die zweite Serie, die die endgültige Entscheidung über Meisterschaft, Abstieg und Aufstieg bringen wird. Zwar greift in der Gauliga nur ein halbes Dutzend der zehn Vereine wieder in die Punktekampfe ein, aber in der Bezirtsliga entbrennt der Kampf auf der ganzen Linie. Und er wird heftig genug gefuhm werden, liegen doch die Mannschaften in der Spitzengruppe sehr dicht zusammen, und Aussichten auf die Gruppenmeisterschaft sind in der Bochumer Gruppe allen Mannschaften vom ersten bis zum achten Platz gegeben. Nicht minder heftig wird um den Verbleib getämpft werden, denn manche Mannschaft ist jetzt schon in arger Bedrangnis, die Fronten haben sich schon klar abgezeichnet, und der eine oder andere scheint schon für den Abstieg reif zu sein, umsomehr wird er versuchen, diesem drohenden Geschick zu entgehen. Es spielen in der Gauliga Germania Bochum— DSC. Hagen. Im Spiel der ersten Serie erzwangen die Germanen in Hagen ein Unentschieden über einen Gegner, der spater lange Zeit die Tabelle anführte. Inzwischen hat es manche Veranderung in der Bochumer Mannschaft gegeben, der Sturm wurde verjüngt, immerhin ein Experiment mitten in der Saison, das allerdings nicht mißglückt ist. Diesem Sturm mangelt aber die Durchschlagskraft, und so wird es schwer halten, bei der starken Hagener Deckung Tore anzubringen. Germanias Deckung ist ebenfalls vorzüglich, vor allem die Läuferreihe, sie wird aber auch eine schwere Aufgabe zu erfüllen haben. Die in dieser Saison durch Stuhlfauths Schulung recht leistungsstark gewerdenen Hagener haben u. E. eine etwas größere Siegchance, die aber bei vollem Einsatz der Bochumer Elf und vor allem richtiger Taktik zunichte gemacht werden kann. Westfalia Herne— SpSp. Hüsten 00. Hüsten mußte im ersten Spiel daheim von dem Neuling eine überraschende 1:2-Niederlage hinnehmen. Die Sauerländer haben sich inzwischen gut verbessert, doch ist Westfalia zu Hause stets ein energischer Gemer, dec schon manchem Stärkeren das Nachsehen gegeben hat. In diesem Zusammenhang werten wir die Weibnachtsniederlage durch den MBV. Linden nicht, in Punktespielen geht es anders zu, und der Sieg der für stärker gehaltenen Hüstener erscheint recht fraglich. Union— Biktoria Recklinghausen. Die beiden Recklinghäuser Mannschaften nehmen die letzten Tabellenplätze ein. Union hat gegenüber der Viktoria einen Vorsprung von zwei Punkten und sich im übrigen auch als die bessere Mannschaft erwiesen. Da zudem der Kampf auf dem Unionplatze stattfindet, dürfte Union auch den Sieger stellen, wodurch die Mannschaft in etwa Anschluß nach oben finden würde. Bezirksliga. Gruppe Bochum. Im Mittelpunkt steht bier das Lokaltreffen Westfalia— B. Preußen 07 Bochum, das von großer Bedeutung ist. Wollen die Preußen weiterhin in der Spitzengruppe bleiben, müssen sie diesen Kampf schon gewinnen, und dann wäre Westfalias knapper Vorsprung vor den übrigen Mannschaften nur noch gering. Im Vorspiel unterlagen die Preußen dabeim sang= und klanglos mit 1:5. aber die Mannschaft bat in der Zwischenzeit ihre Form mehr und mehr verbessert und sich eine Position in der Spitzengrupve erkämpft. Der lokale Charakter gibt dem morgigen Kampf seine besondere Note, und da gerade die Preußen auf dem Westfaliaplatz immer gute Spiele geliefert haben, andererseits die Westfalen auf eigenem Gelände kaum zu schlagen sind, wird man einen interessanten Kampf erleben, dessen Ausgang bei immerbin knappen Vorteilen der Platzleute doch ungewiß ist. MBB. Linden— STV. Werne. Das zweite Bochumer Ortstreffen, in dem die Lindener die Niederlage von Werne wettzumachen haben. Und das dürfte den Märkern trotz der Anstrengungen des Gastes gelingen, denn noch zu Weibnachten zeigten die Lindener durch den 7:1=Sieg über Westfalia Herne, wie stark die Mannschaft auf eigenem Platze ist. BfB. Gerthe— TuS. Bochum ist der dritte Lokalkampf, die nun Sonntag für Sonntag nicht abreißen werden. Der TuS. verbuchte vor wenigen Wochen einen 4:1-Sieg über den gefährlichen VfB., der seinerseits in Gerthe dem Spitzenreiter Westfalia einen Punkt abnahm und damit bewies, wie tüchtig er zu Hause ist. Der TuS. zeigte gegen den deutschen Meister Schalke ein gang vorzügliches Spiel. diesmal kämpfte die Mannschaft mit vollem Einsatz. und das wird auch morgen nötig sein, wenn man auf dem fremden Platze zum Siege kommen will. Sportring Gevelsberg— SG. Dahlhausen. Gevelsberg ist der Tabellenletzte und am stärksten gefährdet, das dürfte die Dahlhauser aber nicht abbalten, auch auf dem ihnen völlig unbekannten Platze einen klaren Siege zu landen. Witten 07— FG. Schwelm. In der ersten Serie wurde Schweim überraschend von dem morgigen Gegner geschlagen, diesmal aber wird der vorjährige Gruppenmeister den Spieß umdreben und sich durch einen Sieg die weitere Anwartschaft auf Spitzengruppe und Meisterschaft sichern. TuS. Milspe— Witten 92. In Milspo ist zwar schwer zu gewinnen, zuma. der Platzverein in der Abstiegszone schwebt, aber die technisch besseren Wittener besitzen größere Fahigkeiten. die einen knappen Sieg erbringen mützten Samstag, 29. Dezember 6.00 Morgenruf. Anschl.: Frühkonzert(Schallplatten). 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7.00 Morgenruf— Zeit, Wetter, Nachrichten. 7.15 Von Breslau: Morgenkonzert des Kleinen Funkorchesters, Leitung: Ernst Josef Topitz. 8.00 Wasserstandsmeldungen. 8.30 Zeit, Wetter. 8.35 Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.50 Gertrud Grenz: Rückblick und Ausblick. 9.00 Sendepause. 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.10 Lieselotte Hoppe: Kindergarten. 10.30 Wir und die Welt. Richard Heinemeyer: Was ist los im Sport'— Theo Schulz: Aus den Aufzeichnungen eines Weltenbummlers: In einem japanischen Gasthaus— Marg. Giese: 25 Jahre mit Löwen und Bären(Aus dem Leben der Tierbändigerin Margaret)— Goswin P. Gath: Das alte Jahr ist abgetan... Am Klavier: Heins Herkrath. 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Intendanten). 12.00 Musik am Mittag. 12.00 Von Leipzig: Mittagskonzert des Leipziger Sinfonie-Orchesters, Leitung: Hilmar Weber. 1. Vorspiel zur Oper„Zampa“ von Herold. 2. Drei Stücke für Orchester aus„Dornröschen“ von Kienzl. 3. Einleitung und Hochzeitezug aus der Oper„Der goldene Hahn“ von RimskiKorssakow. 4. Ungarische Tänze Nr. 2 und 7 von Brahma. 5. Walzer-Zwischenspiel aus der Oper„Donna Diana“ von Recznicek. 6. Rhapsodie h moll von Hartung. 7. Vorspiel zur Oper „Die Abreise“ von d’Albert. 8. Walzer-Fantasie von Glinka 13.00 Mittagsmeldungen 1, Glückwünsche. 13.15 Märsche Rhein.-Westl. Regimenter(2) gespielt von der Kapelle des Deutschen Arbeitedienstes, Köln. Leitung: Obermusikführer Jos. Warwas. 14.00 Mittagsmeldungen 2. 14.15 Wochenendkonzert auf Schallplatten. 15.00 Kinderstunde. Pechvogel und Glückskind. Ein Märchenspiel. 15.30 Wirtechaftsmeldungen 1. 15.45 Karl Thissen: Deutsche und ausländische Ozean 16.00(angeschlossen: Hamburg: 16.00—17.30, Leipzig 16.00—17 45, Stuttgart— Deutschlandsender— Frankfurt: 16.00—18.00). Der Trohe SamstagNachmittag. Leitung: Gustav Kneip. Ausführende: Resi Korfmacher(Sopran), Friedrich Eugen Engels(Tenor); Sechs frohe Sänger; Curt Baumgarten; Die Funkschrammeln; Leo Eysoldt mit seinem Orchester; Die drei lustigen Gesellen und unsere„Laterna magica“. 18.00 Eine lustige Geschichte. Heinrich Suso Waldeck: Traumstörung. 18.10 Kieine Musik. 18.30 Wanderungen auf Brettern. Dr. Dr. Konrad Pfennig: Kreus und quer durch das Waldecksche Hochland. 18.45 Zeit, Wetter. Wirtschaftsmeldungen 2, Sportvorbericht. 19.00„Mysterlum der Freude“. Eine Weihnachtsmusik für Sopran, Harfe, Streichorchester und Holzbläser von Josef Ingenbrand. Uraufführung. Daa Große Orhester des Reichssenders Köln, Leitung: Dr. Wilhelm Buschkötter. Solistin: Gerda Schüler-Rehm. 19.30(angeschlossen Frankfurt und Stuttgart): Volkelieder der Saar(4). Ostertal. Wiebelskirchen— Verschweiler— Dörrenbach— Bubach. Verbindende Worte: Johannes Kirschweng, Leitung: Gustav Kneip. Mitwirkende: Fr. Eugen Engele (Tenor), Sechs frohe Sänger, Marga Päum (Gitarre), Willi Jansen(Akkordeon), Mitglieder des Orchesters. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Von Breslau: Operettenabend der Schlesischen Philharmonie. Leitung: Dr. Herbert Lindner. Mitwirkende: Ellen Pfitzner(Sopran), Hans Schroeck(Tenor). 1. Vorspiel zur Operette„Eine Nacht in Venedig“ von Joh. Strauß. B. Rosenlied aus der Operette„Der Vogelhändler“ von Zeller. 8. Duett aus der Operette„Der Bettelstudent“ von Millöcker. 4. Einleitungsmusik, Chor und Tanz aus der Operette„Das Pensionat“ von Suppé. 5. a) Csardas aus der Operette „Die Fledermaus“ von Joh. Strauß, b) Duett der Gräfin und des Grafen aus„Wiener Blut“ von Joh. Strauß. 6. Hofballtänze von Lannor. 7. Vorspiel zur Operette„Zigeunerliebe“ von Lehár. 8. Melodien aus der Operette„Der Tenor der Herzogin“ von Künneke. 9. a) Duett aus „Der goldene Pierrot“ von Goetze, b) Lied „Viele schöne Frauen gibt’s im bunten Liebesgarten“ von Goetze. 10. Melodienfolge aus„Das Spielzeug Ihrer Majestät“ von Königsberger. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Hinter den Kulissen des Sports. 22.35—1.00 Von Breslau: Tanzmusik der Funktanskapelle, Leitung: Fred Ilgnar. 5V. Höntrop wieder auf Reisen. Arminia Bieleseld— SV. Höntrop. Die Höntroper sind wieder unterwegs. Diesmal ist der vorjährige Partner aus den Punktespielen, die alte Arminia, der Gastgeber. Arminia liegt augenblicklich in der Bezirksliga an zweiter Stelle und ist wieder recht spielstark, aber sie wird Höntrop den Sieg nicht streitia machen können. dafür spricht die letzte Erfolgsserie der Höntroper in ihren Gesellschaftsspielen. tung. Beim Fußballturnier in Rom, an dem sich die Stuttgarter Kickers beteiligen, werden am Neufehrstag die entscheidenden Kampfe durchgeführt.— Bei den Züricher Profivoxkämpfen geht der deutsche Bantamgewichtsmeister Werner Riethdorf gegen den ausgezeichneten Schweizer Dubois in den Ring.— Die Nadrennbahnen in Antwerpen und Basel warten mit größeren Veranstaltungen internationalen Charakters auf.— Die Nugbygaue Südwest und Baden tragen einige Kämpfe auf französischem Boden aus. Die Badenser treffen am 1. Januar in Avignon auf das„Comitée Provence“, während die Gauvertretung von Südwest in Dijon gegen das„Comitée Bourgogne“ antritt. Im Wintersportlager hängt alles von den Schneeverhältnissen ab. Die Eishockeyspieler haben künstliche Bahnen und brauchen daher sich nicht um Terminverlegungen zu ängstigen. In den Tagen vom 27.—81. Dezember gelangt in Davos der Kampf um den Spenglerpokal zum Austrag, an dem sich die deutsche Eickhockeymannschaft des Münchner EV. beteiligt. Die„Winnipeg Monarchs“ kämpfen in der neuerbauten, dorbildlichen Olympiaanlage in Garmisch=Partenkirchen. — Im Turf gibt es noch einmal in Mülheim=Duisburg etwas„zu verdienen“. Handball. Handball im Kreise Bochum. Am Sonntag kommt nur ein Punktspiel, und zwar die Begegnung TG. Ehrenfeld— Tv. Brenschede zum Austrag. Zwei alte Bekannte, die sich oft gegenüberstanden und wechselvoll kämpften. Ehrenfeld ist zur Zeit spielstärker und hat die besseren Aussichten. TuS. Bochum— Tura Hattingen. Der TuS. trägt mit zwei Mannschaften bereits am Vormittag Spiele gegen Tura Hattingen aus. einen der bekanntesten Vereine aus dem EnnepeRuhrkreis. Was die Schwimmer bei der Winterhilfe-Veranstallung bielen: Das Programm für das Winterhilfe=Schwimmen am 6. Januar 1935 ist in den Hauptpunkten komplett. Im rein sportlichen Teil werden Großstaffeln der hiesigen Schwimmvereine„BlauweißSparta“ und Damen=Schwimmverein Bochum 1911 gegen bekannte Geaner aus Westdeutschland geschwommen. Wie bei allen bisherigen WinterhilfeSchwimmperanstaltungen sollen auch diesmal bekannte Bochumer Sportler, sowie sonstige Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben teilnehmen. U. a. werden bekannte Führer der NS. Formationen Schwimmwettkämpfe bestreiten, so SS. Sturmbannführer Paelecke. SS. Obersturmführer Lobermann. SA. Sturmbannführer Witt, die Sturmführer Hockenjos und Jarobs. Den„Clou“ der Veranstaltung bildet das sensationelle Schaustück Staatsfeind Nr. 1. Auch Westfalen vertreten. Deutsche Tisch=Tennts=Meisterschaften in Stettin. Am 29. und 30. Dezember finden in Stettin die Deutschen Tischtennis=Meisterschaften statt. Hierzu entsendet der Gau IX(Westfalen) eine Damen= und eine Herren=Mannschaft. Aus den Turnieren und den Mannschafts=Meisterschaften hatten sich die Bochumer Erna und Mia Kleine. Träger und Bickmann(alle„Blau=Weiß“ Bochum) sowie Tegeler(Bochum=Langendreer) in der laufenden Spielzeit als die Besten des Gaues erwiesen. Da diese jedoch außer Träger beruflich nicht abkömmlich sind, wurde folgende Mannschaft nach Stettin gesandt: Erich Träger(Bochum). Lobbert (Gelsenkirchen), Hetti Anlanf u. Luise Schröer (beide Herne). Während bei den Damen nur geringe Aussicht auf einen kleinen Erfolg besteht, ist es aber sehr gut möglich, daß sich Träger und Lobbert bis in die Vorentscheidung durchkämpfen können. In der Herren=Einzel=Meisterschaft wird der junge Hamburger Deisler seinen Titel kaum erfolgreich verteidigen können, hier setzt man in Bauer(Drev#en) große Hoffnung. In der DamenMeisterschaft stehen Frl. Krebsbach(Berlin) und Hilde Bußmann(Düsseldorf) auf einsamer Höhe. sie werden unter sich in einem heißen Kampf das Ende ausmachen. In der Mannschafts=Meisterschaft gelten der Gau Nordmark bei den Herren und der Gau Brandenburg bei den Damen als die Favoriten. Wichtige Sportveranstaltungen Sonntag, den 30. Dezember, nachm. 2,30 Uhr Meisterschaftssplel Preußen 07 Westfalla Platz: Hofstederstraße(Feldsieperschule) Sonntag, nachmittage 2.30 Uhr: Gaullgameisterschaftsspiel DSCHagen-Germania Plats Germania, Castroperstraße. Filme der Woche. Lichtburg. „Peer Gynt.“ Auch bei diesem Film war vorauszusagen, daß er ein Kassenerfolg würde. Schon am ersten Abend — man bedenke kura vor den Feiertagen, wo jeder mit den Vorbereitungen zum Weihnachtsfest genug zu tun hatte— war das Haus ausverkauft. Die folgenden Aufführungen sahen denselben starken Besuch, so daß eine Verlängerung außer Frage stand. Dieser wundervolle Film, der beinahe so einsetzt wie im Drama. Peer, der große Junge, der träumend in einer Wiese hoch über dem Fjord gelegen hat, strolcht um das zerfallene Haus seiner Mutter herum, sankt sich spaßhaft mit dieser, lugt ihr die Geschichte mit der Bockjagd vor. Dann strolcht er weiter zu den Holzfällern, hilft diesen ihr Floß durch den Strom steuern. Dann taucht er schon auf der Hochzeit der Hägstäd=Braut auf,— immer der herzensgute, kräftig gebaute Tagdieb, der harmlose Tor, dem kein Mensch seine Großsprecherei verübelt, den auch keiner ernstnehmen kann. Bis ihm die Solveig begegnet, die hier mit Aases Tod handlungsmäßig verbunden wird, besser als im Drama, so daß Peer Gynts Abschied deutlicher und wahrscheinlicher wird. Und dann kommt die große Weltfahrt, bis die AnitraEpisode die äußere und die innere Katastrophe bringt. Inzwischne ist aus dem Träumer Peer Gynt ein weltwissender Bauer geworden, der Fuß auf der eigenen Scholle faßt. Dazu läuft noch ein ausgezeichnetes Beiprogramm. Welt-Licht. „G'schichten aus dem Wienerwald.“ Ein Siegel=Monopolfilm, der mit Magda Schneider, ihrem Gatten Wolf Albach=Retty, Leo Slezak und Georg Alerander in Wien gedreht wurde. Die Fäden der Handlung sind mit Geschick zu einem Knoten geschürzt worden, der etwas jäh gelöst wird. Im Mittelpunkt steht die Tochter eines Millionärs in Amerika, die aber das langweklige Leben als reiches Mädel satt hat und nach Europa fährt, um sich auf eigene Füße zu stellen. Durch ihre Freundin, die einen Onkel in Wien hat, den sie aufsuchen muß, kommt sie mit nach Wien, Auf dringenden Wunsch muß sie die reiche Amerikanerin spielen, während diese Dollarprinzessin die unbemittelte, Stellung suchende Freundin darstellt. Durch diesen Rollentausch überstürzen sich, u. a. veranlaßt durch zwei Wiener, die sich— ein jeder in die Verkehrte— verlieben, bis sich alles in Wohlgefallen auflöst. Haben schon die Handlung und die Darstellung der Künstler ihren eigenen Reiz, so vor allem der musikalische Teil, der Schmidt=Gentner zum Urheber hat. Die Mitwirkung des Wiener Philbarmonischen Orchesters krönt den musikalischen Teil des Films, dessen Regie Georg Jacoby durchgeführt hat. Bewprogramm das mitreißende Lustspiel eutabend bei mir“ mit den Lustspielkanonen Paul Hörbiger, Jenny Iugo und Theo Lingen. Außerdem natürlich auch die Wochenschau. Tonhalle „Die Liebe und die erste Eisenbahn.“ Nach dem Bühnenstück„Alt Potsdam“ von Axel Delmar, das wahrscheinlich unseren Eltern und Großeltern einmal eine herzliche Posse war, hat Hasso Preis den lange angekündigten Film„Die Liebe und die erste Eisenbahn“ gedreht. Ein Kostümfilm aus dem Biedermeier, der die hübsche Aufgabe gehabt hätte, Nantes Prophetie ins Bild umzusetzen:„Den Garaus macht die Eisenbahn der guten alten Zeit.“ Diese Absicht war auch offenbar vorhanden. Aber man kommt nirgendwo über den Ulk hinaus, arbeitet mit recht derben und billigen Späßen und Einfällen. Gewiß, es macht sich hübsch, wenn die erste Bahn zwischen Berlin und Potsdam, die der von Hans Schlenck dargestellte Dampfwageningenieur auf die Räder und auf die Schienen stellt, im Wettkampf mit der Postkutsche unweigerlich siegt, siegt doch auch damit wieder einmal die Liebe. Karin Hardt ist das Posthalterstöchterchen, das durch die erste Eisenbahn zur ersten Liebe kommt. Der Eisenbahngegner ist ihr Vater, Jacob Tiedtke, während hre Mutter(Ida Wüst) das Unternehmen durch Aktienkauf fördert. Auch der Eckensteher Nante tritt persönlich auf in dem Ueberberliner Paul Westermeier. Genia Nikolajewa ist die Luftakrobatin Nannette, die uns klarzumachen bat, daß auch unsere Urgroßväter schon Amouren hatten. Im Beiprogramm läuft der prachtvolle Film „Fürst Woronzeff“, der wegen seines großen Erfolges verlängert werden mußte. Ein Programm, das jedem etwas und vieles bietet. Capitol „Der Better aus Dingsda.“ Auch dieser Film erlebte einen durchschlagenden Erfolg, so daß eine Verlängerung eintreten mußte. Viele werden die bekannte gleichnamige Operette von Eduard Künnecke kennen. Hier ist sie in gelungener Weise vertonfilmt. Heitere Lustigkeit und gemütliche Sorglosigkeit verbrämen das Schicksal der beiden Handwerksburschen, die nach einer Reihe ulkiger Verwechselungen die Liebe zweier bübscher Mädels erringen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz schließen sie mit diesen den Ebebund fürs Leben. Ein Operettenfilm, der mit seiner leicht beschwingten Musik das Ohr fesselt, durch das Spiel der Darsteller eine köstliche Augenweide ist und durch seinen berzerfrischenden Frohsinn den Zuschauer in Bann schlägt. Mit sicherer Hand führt Georg Zech die Regie, bestens unterstützt dabei von Lien Devers, Lizzi Holzschuh und Walter von Lennep, der den armen Hans prächtig verkörvert und mit seinem berrlichen Tenor das Lied vom Wandergesell sinat. Für den Jahreswechsel est dieser Film die beste Unterhaltung. Dazu noch ein sehenewertes Beiprogramm. Apollo-Theater. „So endete eine Liebe.“ Die weibliche Hauptrolle spielt Paula Wessely. Ihre Gegenspieler sind Willy Forst, der hier zum ersten Male in einer ernsten Rolle erscheint, und Gustaf Gründgens. Der Film schildert nach historischen Vorlagen das Schicksal der jungen Habsburger Erzherzogin Marie Louise, die das Schicksal zur Frau des großen Korsen bestimmt hat und die ihre Liebe zu dem jungen Herzog von Modena der Staatsraison opfern muß. Der Film endet mit der welthistorischen Trauung Napoleons und Marie Louisend in Wien, zu der Ludwig van Beethoven das Tedeum komponiert hat. Als zweiten Film sieht man Salto King in seinem ersten Großtonfilm„Höllentempo". Es erscheint einfach unglaublich, daß ein Mensch derartige akrobatische Kunststücke fertig bringt. DeuligtonWoche und Beiprogramm vervallständigen das sehr sehenswerte Programm. Odeon- und Skala-Lichtspiele. „Schön ist jeder Tag, den Du mir schenkst.“ Das ist einmal wieder so ein rechter Film, wie man ihn sich immer anzusehen wünscht. In einer flotten und auch spannenden Handlung erleben wir das Schicksal eines Monteurs, der es mit Hilfe eines entzückenden Mädels zu einem großen Sänger bringt. Der bekannte Tenor der Staatsoper Berlin Charles Kullmann stellt sich mit diesem Film zum ersten Male der Kinogemeinde vor. Seine Partnerin ist die entzückende Reva Holsey, die bereits in mehreren Filmen angenehm auffiel. Für die Starkung der Lachmuskeln sorgt der unübertreffliche Fritz Kampers mit seiner Partnerin Jessie Vihrogh. Dagu wird noch eine gruselige und lustige Gespenstergeschichte gezeigt:„Das Testament des Cornelius Gulden". Ein buntes, abwechselungsreiches Beiprogramm und die neue Tonwochenschau bilden den Abschluß.— hammer Lichtspiele. „Gern hab' ich die Frau'n geküßt.“ Eine Filmoperette, die mit Geschmack und Heiterkeit gestaltet wurde. Ivan Petrovich gibt einen Paganini, wie er besser kaum sein kann: fein durchgeistigt. Maria Beling, Eliza Illiard sind die Frauen um ihn. Die Reihe der Humoristen ist auch hier nicht zu kurz gekommen. Aribert Wäscher, Erika Eläßner, Adele Sandrock und ganz besonders Theo Lingen. Nicht zu vergessen die herrliche Musik des nieversagenden Franz Lehar. „Das Ratsel einer Nacht." Die Inhaberin eines Nachtklubs in Newyork wird in der Silvesternacht 12 Uhr, nachdem sie vorher viele Drohbriefe erhalten hatte, trotz stärkster Bewachung ermordert. Keine Kugel traf sie. Kein Stich tötete sie. Kein Gift konnte sie zu sich genommen haben. Wie geschah der Mord? Ein Rätselraten beginnt. Die Spannung wächst von Bild zu Bild, bis Kommissar Colt(Adol Menjou) das Rätsel dieser Nacht löst. Ein Kriminalfilm wie wenige. RUNDFUNK Sonntag, 30. Dezember 6.35 Von Hamburg: Hafenkonzert an Bord des Dampfere Deutschland der Hamburg AmerikaLinie. 8.10 Dr. Anny Nadolny Hackemann: Báuerin im Erbhof. 8.30 Die sonu ägliche Morgenfeler, Leitung: Domvikar Hubert Leiwering. 9.00 Sendepause. 9.15 Funk ins Blaue! 10.00 Stunde junger Komponisten. Christkantate nach alten Weihnachtsliedern, für Sopran, Tenor, gemischten Chor und Kammerorchester von Fritz Isselmann. Solisten: Elly Volkenrath (Sopran). F. Legrand(Tenor). Leitung: J. Breuer. Einführende Worte: E. Grape. 10.30 Jonische Nächte. Eine Hellas-Wanderung mit Sohallplatten von Dr. Sizza Karaiskakis. 11.00 Alte Weihnachtsmusik auf der 350jährigen Heldenorgel der St. Marien Kirche in Lemgo. An der Orgel: Eberhard Eilers. 11.30 Junge deutsche Erzählkunst. J. Kirschweng: Der Besuch aus Lothringen. 12.00 Musik am Mittag. 12.00 Das Kleine Orchester(Leitung: Leo Eysoldt); Fr. E. Engels(Tenor), Die seche frohen Sänger. Alles um Liebe. 13.05 Operettenmusik. 14.00 Kinderstunde. Was Ist los beim Kinderfunk? 15.00 Lustiger Rätselfunk des Reichssenders Köln. Am Mikropbon: Rud. Rauher. 15.30 Allred Nauck-Thorn: Stadt und Land sprechen miteinand. 16.00 Von Hamburg: Nachmittagskonzert. Uebertragung aus Bremen: Das Bremer SinfonieOrchester(Leitung: Kapellmeister Eduard Martini). 1. Vorsplel zur Operette Der Opernball von Heuberger.— 2. Dörnröschen, Ballett-Sulte von Tschaikowsky: Tans der Fee Lila. Adagio, Der gestiefelte Kater, Panorama, Walzer.— 8. Wiener Bürger, Walzer von Ziehrer.— 4. Vorspiel zur Operette Die schône Galathee von Suppé.— 5. Suite aus Der Rosenkavalier von R. Strauß.— 6. Engelreigen aus Das neue Leben von Wolf Ferrarl.— 7. Nocturno Nr. 8(Liebesträume) von Lisst.— 8. Vorspiel sur Operette Norma von Bellinl. 17.30 Helmat. Zyklus von Hugo Kaun. MGV Schlägel und Elsen Essen(Cborleiter: W. Wagner, Essen): Mis Ellenbeck(Alt), L. Lessing(Bariton), W. Müiler(Klavier). 18.10 Von München: Deutsche Schimädel beim Olympia Training. Funkbericht. 18.30 Deuteche Erzähler der Gegenwart. Amerikafahrer sammein sich am Rhein. Eine Schilderung von J. Ponten. 18.45 Sportvorbericht. 19.00 vom Deutschlandsender: Im Zauber schöner Stimmen. Es singen: Rut Berglund. Hedwig Jungkurtb. Fred Driesen, B. H. Nissen. W. Ludwig. Ee splelt dae Große Orchester des Deutschlandsendere unter Leitung von E. Künnecke. Gesamtleitung: W. Stech. 21.00 Die lustigen Musikanten. Ein altes Silvestermärchen, nach Cl. Brentanos. Singspiel. neu erzählt von P. H. Gehly. Musik von E. T. A. Hoffmann(1904). Muslkalische Leitung: Josef Breuer. Spielleitung: Paul Deinrich Gehlv. Personen: Ramiro. Herzog von Samarkand: Heinrich Ludwig Korth.— Plast. ein blinder Greis: Siegfried Tappolet.— Fabiola. seine Tochter: Kläre Haneen.— Pantalon. Bürgermeister von Famagusta: Hubert Mertens.— Tartaglia, Minister von Samarkand: Josef Rodens.— Truffaldin, Nachtwächter und Astronom in Famagusta: Hans Salomon.— Bürger und Gäete. 22.30—1.00 Von Breslau: Tanzmusik der Funktanskapelle(Leitung: Fred Ilgner). Montag, 31. Dezember 6.00 Morgenruf. Anschließend: Frühkonzert(Schallplatten). 6.45 Hans Jacch Reinars: Leibesübungen. 7.15 Morgenkonzert, ausgeführt von der Kapelle des NS Deutechen Frontkämpferbundes, Gau Köln (Leitung. Obermusikmeister Kauschke); H. Kirsch (Bariton), Willy Meyer(Akkordion). 8.35 Hilde Bremus: Fradenturnen. 8.50 Clre Maichener: Was kochen wir diese Woche“ 1 1a Wie and die Welt 1.00 Musik am Vormittag. Ausführende: Cacilie Abels(Sopran), Kurt Gester(Bariton), Erich Rummel(Klavier) 1. Zwel Lieder für Sopran von Schubert: Frühlingstraum, Du bist die Ruht.— 2. Aus Wanderbilder, Werk 17, für Klavier, von Jensen: Nachmittagsstille, Festlichkeit im Dorf. Im Wirtehaus, Irrlichter.— 3. Zwei Lieder für Bariton von Schumann: Frühlingefahrt, Der Hidalgo. 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Intendanten). 12.00 Musik am Mittag. 12.00 Von Hamburg:„Schloßkonzert“ aus Hannover. Es spielt das Niedersächsische SinfonieOrchester(Leitung: O. Ebel von Sosen). 13.15 Ed.-Künneke-Stunde(Schallplatten). 1. Melodien aus der Operette Der Tenor der Herzogin, Künstler-Orchester.— 2. Aus der Operette Der Vetter aus Dingeda: a) Strahlender Mond, langsamer Walrer. Walter von Len nep. Tenor: b) Ich bin nur ein armer Wanderresell', Lied: Frans Baumann, Tenor; e) Kindehen, du darfat nicht so schrecklich viel denken Tango; Walter von Lennep, Tenor.— 3. Aus dem Singspiel Liselott: a) Melodienfolge, Künstler Orchester; b) Heimat, hab' ich Heimweh nach dir; e) Glücklich am Morgen, glücklich am Abend: Käthe Dorsch, Sopran.— 4. Aus der Operette Die lockende Flamme: a) Tanzwalzer, Will Glahé mit seinem Orchester; b) Ich träume mit offenen Augen, Lied: Charles Kullmann, Tenor; c) Lind ist die Nacht; Will Glahé mit seinem Orchester.— 5. Aus der Operette Olückliche Reise: a) Warum, weshalb, wieso; Kardosch-Sänger; b) Glückliche Reise, Marsch: Erwin Hartung und Chor mit TanzOrchester. 14.15 Das Kammerquintett des Reichssendere Köln. 1. Ich bin nur ein armer Wandergesell, aus der Operette Der Vetter aus Dingsda von Künnecke. 2. Walzer aus der Operette Der Graf von Luxemburg von Lehar.— 8. Dein ist mein ganzes Hers. aus der Operette das Land des Lächelns von Lehar.— 4. Wer euch getraut, aus der Operette Der Zigeunerbaron von Strauß. — 5. Wie mein Ahni swanzig Jahr, aus der Operette Der Vogelhändler von Zeller.— 6. Ceardas aus der Operette Der Zigeunerbaron von Strauß. 15.00 HJJ. BDM und Jungvolk auf Winterfahrt. 15 50 Stimme der Zeit. 16.00 Buntes Unterhaltungskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester(Leitung: O. J. Kübn); Die sechs troben Sänger. 1. Berliner Luft, Marsch von Lincke.— 2. Pique Dame. Vorspiel von Suppé.— 8. a) O Madchen, mein Mädeben, aus der Operette Friederike von Lehar. b) Llebste. glaub an mich, aus der Operette Schön ist die Welt von Lehar.— 4. Wiener Bonbona, Walzer von Strauß.— 5. Servus Wien. Folge von Dostal.— 6. Abschied von den Schlagern des Jahres 1934, zusammengeatellt von Hartmann(Seche frohe Sanger).— 7. a) Chinesische Straßenserenade von Siede; b) Heinrelmännchens Wachtparade von Noack. — 8 Mein Ragiment, Marsch von Blankenburg. Einlage: Die besten Witze der Woche. 17.30 Wir sagen den neuen Monat an! Das funkische Kalenderblatt. Der Januar im Garten, im Tierreich, im Jagdrevier, am Sternenhimmel, in Brauchtum und Volkskunde; Manuskript: H. Kchlhaas(Leitung: H. Häuschen). 18.00 Westdeutsche Jahresrückschau. Zusammengestellt von Dr. B. Ernst. 19.00 Silvester. Mitwirkende: Professor Dr. Schmaus, Münster: Professor Bachem, Köln(Orgel), K. Ehrbardt: Gregorius-Chorgemeinde Münster(Leitung: Domvikar Leiwering). 19.45 Von Frankfurt: Uebertragung aus Freiburg: Rede des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels zum Jahresabschluß. 20.00 Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Frohe Fahrt ins neue Jahr! Die große SilvesterSendung des deutschen Rundfunks(Gesamtleitung: Intendant Goetz, Otto Stoffregen). Perlen der Musik vom Deutschlandsender.— Bei den ostbreußischen Marjellens.— Weiß Fordi sagt dem alten Jahr Pfüat Got.— Neugebauar funkt aus Schlesien.— Die Waterkant mit Aal und Sprott und Rum und Grog.— Schnadahüpfl in Schwaben.— Große Leipz. Mistermesse. — Frankfurter Aebbelwol mit Guetav Jacoby. — Kölsche Krätzcher und westfälische Doentkes.— Ein Spaziergang in Berlin... und nach Mitternacht wird getanzt. 1935.„Noch 18 Tage. Die Saar kehrt heim“. 3.30 Funkstille. Dienstag, 1. Januar 6.35 Von Hamburg: Hafenkonzert an Bord des Dampfers Deutschland der Hamburg-AmerikaLinie. 8.10 Buntes Allerlei für den Bauer. Hodda Weigand Spitanamen im Westerwald. H. J. GlänzerEichmühl: Bauernfeierabende. 8.30 Die sonntägliche Morgenfeier(Leitung: Pfarrer Krause). 9.15 Konzert am Neujahrsmorgen(Schallplatten). 10.00 Neujahrsbotschaft des Reichsjugendführers am Grabe H. Norkus auf dem neuen Johannisfriedbof in Plötzensee mit einer Kantate von E. W. Moeller; Musik von G. Blumensaat. 10.48 Auf ein gutes neues Jahr. Deutsche Gedichte. Sprecherin: Melitta Leithner. 11.00 Neujahrsansingen der HJ. 11.40 Führung im Schrifttum. R. Euringer: Kulturen wachsen nicht von selbet. 12.00 Mueik am Mitteg. 12.00 Prost Neujahr! Ee spielt das Westdeutsche Kammerorchester. 1. Vorspiel sur Operette Der Zigeunerbaron von Strauß.— 2. Walzer aus der Operetto Gluditta von Lehar.— 8. Ich lauf im Winter so gerne Schi, Fox von Gunther.— 4. Kuß-Serenade von Michell.— 5. Wir wollen mal wieder bummeln gehn. Fox von Doelle.— 6. Ach Hedwig. liebe Hedwig, Fox von Kermbach.— 7. Ballgeflüster von Meyer-Helmund.— 8. Pipey. Klavier-Fox von Plessow.— 9. Die große Ka none. Melodienfolge von Lincke.— 10. Verbotener Gesang von Gastaldon.— 11. Man lebt doch nur einmal, Walzer von Kollo.— 12. Die kleine Garde kommt, Marsch von Golwyn. 13.05— 13. So wie du, Fox von Ansaldo.— 14. Kreus des 8ûdens, Tango-Intermesse von Blaauw.— 15. Sektlaune, Klavier-Fox von Fischer.— 16. a) Volkeliedchen, b) Marchen von Komzak.— 17. Melodienfolge aus der Operette Der Vogelhändler von Zeller.— 18. Sinrend, klingend, Walzer von Stolz.— 19. Stand chen von Heykena.— 20. Geschichten ae dem Wiener Wald. aue dem Tonfüim Roses aus dem Süden von Strauß-Schmidt-Gentner.— 21. Mar tinata von Leoncavalle.— 28. in Treue fest. Marsch von Teike. 14 60 Aus destechen Obera(Schallniassen 15.00 Der Rundfunk besucht die Reichspost. Der Te grammverkehr(Sprecher: Dr. Maus). 15.90 Erna Sack eingtf(Schallplatten). 1. Ich bin verliebt. Lied aus der Operette CUvte von Dostal.— 2. Schlaf ein, mein Blondengelein, Gerenade von Perez-Freire.— 3. Wenn sich eine schône Frau verliebt, Tango Lied von Sattler. 13.40 Bguernfunk zum Neuen Jahr. Der west'ülische Ländesbauernführer Pg. Habbes spricht zu den Bauern. 16.00 Vom Deutschlandsender: Nachmittagskonzert. Es splelt das Feldjäger Korps(Leitung: Malezugführer H. Krueger). 11.66 Wie se sich ein ale Kölle veräppelt han! Elre Hörfolge von L. Kiesgen, mit vielen alten Liedchen(Leitung: Hermann Probst). 18.00 Vom Deutschlandsender: Reicheringsendung: Was euch gefällt aus den Wunschzetteln des deutschen Hörers; Gesamtleitung: Intendant G. O. Stoffregen. 20.00 Sportvorbericht. 20.15 Neujahrskonzert. Daa Große Orchester und der Kammerchor des Reichssenders Köln(Letung: Dr. W. Buschkötter): Solisten: Kläre Wansen (Sopran), H. Wocke(Bariton), W. Schneiderhaa (Violine), W. Hülser(Klavier). 1. Ouvertüre Weihe des Hsuses von Beethoven. — 2. Romanze G-dur für Violine und Orchester von Beethoven.— 8. Zwischenaktmusik B-dur und Ballettmusik aus Rosamunde von Schubert. — 4. Konzertstück für Klavier und Orchester von Weber.— 5. Aus der Oper Tannhäuser von Wagner: a) Ouvertüre, b) Hallenarie.— 4 Liebesmelod e aus der Oper Das Herz von Pfitaner.— 7. Hochzeitelled, Werk 20, für Sopranund Baritonsolo, gemischten Chor und Orchester von Schillings.— 8. Zwei sinfonische Fantasien von Schillings: a) Meereagruß, b) Seemorgen. 22.20 Fröbliche Nachtmusik. Es spielen in Köln: L. Eysoldt mit seinem Orchester, die Funkschrammeln und W. Schneider und aus Bonn hören Sie das Bonner Kammerorchester der NS-Kulturgemeinschaft unter Leitung von Kanellmeister E. Schrader und das Singende Rheistrie. 1.00—2.00 Von Stuttgart: Nachtmualk. Bochumer Tageschronik. — Zweite Kartoffelernte. Daß der Winter sich blamiert, gründlich blamiert, daß er eigentlich rot anlaufen müßte, wenn er es könnte, wissen wir inzwischen schon alle. Daß er sich aber so sehr in seinen frühlingshaften Anwandlungen ergeht, daß es die Kartoffeln sogar wagen können, Knollen, und zwar ganz respektable Knollen anzusetzen, das übertrifft sogar die kühnsten Erwartungen. Gestern sahen wir diese Winterkartoffeln, sorgsam in Papier gehüllt auf unserer Redaktion, die uns ein Leser und Gartenbesitzer vom Lohberg schickte mit dem Bemerken, daß in seinem Garten, solange er überhaupt sich zurückerinnern könne, noch nie um die Weihnachtszeit Kartoffeln gewachsen seien. Das Wetter hat schon seine Schrullen, noch dollere oft als der Mensch. Kl. Bautätigkeit. Wie in anderen Ortsteilen von Groß=Bochum, so war auch in den letzten Monaten die Bautätigkeit sehr lebhaft. Mehrere Neubauten sind„Am Leisedick“ errichtet worden. Geräumige Ställe und auch ein gutes Stück Gartenland gehören zu den Häusern. Recht lebhaft war auch die Bautätigkeit an der Velsstraße und dem Glockengarten. Weitere Bauvorhaben sind für das kommende Jahr in Aussicht genommen. Im Havkenscheider Feld plant eine Genossenschaft eine Siedlung zu errichten. Auf dem an der linken Seite der Wittener Straße in Richtung Laer liegendem Gelände sollen mehrere Privatbauten entstehen. )( Motorrad gestohlen. Vor einer Wirtschaft am Neumarkt wurde ein Motorrad, Marke B. M. W. IX— 17684, 482 cm, Motor=Nr. 47 473, Fahrgestell=Nr. 20878, entwendet. Der Eigentümer hat für die Wiederherbeischaffung des Motorrades eine Belohnung ausgesetzt. Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 252. )( Eigentümer eines Fahrrades gesucht! Bei der Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 252, ist ein älteres Herrentourenrad, Marke„Sigurd“, sichergestellt, das am 14. 12. 34 herrenlos am Rathausplatz stand. Beschreibung des Rades: schwarzer Rahmen, obere Querstange bis zur Hälfte mit einem Messingrohr überzogen und verlötet, Schutzbleche und Felgen schwarz, Blockpedalen, großer schwarzer Doppelfedersattel, Torpedofreilauf, graue gute Bereifung, aufwärtsgebogener Lenker mit schwarzen Horngriffen, Handglocke, zwei Laternenhalter großer Gepäckträger vorne. (!) Christbaum gestohlen. In der Nacht wurde aus dem Hofraum des Hauses Redemptoristenstraße 14 in Bochum ein Tannenbaum(Christbaum) entwendet. VERPFIIGHETI „Es hat der Reichtum nicht nur höhere Genußmöglichkeiten. sondern vor allem auch höhere Pflichten“ Wo steht Linden-Dahlhausen? b. Im Mittelpunkt des Interesses und der Arbeit im Jahre 1934 stand auch in unserem Stadtteil der Kampf um die Wirtschaftsbelebung, der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Gerade hier in unserem Stadtteil hatte ja die Wirtschaftskrise mit der in ihrem Gefolge stehenden Arbeitslosigkeit große und schwere Wunden geschlagen. Ein mehrere hundert Arbeiter beschäftigendes Werk wurde damals ganz stillgelegt, mehrere andere stellten ihren Betrieb zum großten Teil ein. Erfreulich ist es nun, die Feststellung machen zu können, daß sich den Erfolgen um die Hebung der schnechten Wirtschaftslage, die mit der Wiederarbeitsaufnahme in verschiedenen Betrieben schon im Jahre 1933 ihren Anfang nahm, auch im Jahre 1934 solche anschlossen. Die Arbeitslosenzahl konnte in ganz beträchtlichem Umfange verringert werden, vor allem die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen ging erfreulich zurück. Beträchtlichen Anteil an dieser Verringerung der Arbeitslosenzahl hatten neben dem Bochumer Verein, bei dem eine Anzahl Volksgenossen Arbeit fanden, auch die hiesigen Werke Die Firma Dr. C. Otto, Steinfabrik von Weltruf, konnte fast alle ihre früheren Arbeiter wieder einstellen und beschäftigt heute wieder weit über 500 Volksgenossen. Auch die anderen hiesigen Industrieanlagen, die Zechen Baaker Mulde oder Friedlicher Nachbar, Dahlhauser Tiefbau, das Eisenwerk Wolf, die Betriebe Riester und Schulte u. a., waren an dem Erfolge der Arbeitsschlacht beteiligt. Auch bei der Eisenbahn fanden wieder mehrere Arbeiter ihr Brot. Zur Hebung der Arbeitslosigkeit trug auch die Bautätigkeit wesentlich bei. In erster Linie war es die im Rahmen des Notstandsprogramms durchgeführte Kanalisation der Hattinger Straße, bei der eine ganze Reihe Volksgenossen einige Monate beschäftigt wurden. Daß dabei gleichzeitig einem dringenden Uebelstande abgeholfen wurde, sei nebenbei bemerkt. Verschiedene Neubauten wurden gleichfalls im verflossenen Jahre fertiggestellt, u. a. auch die Bewahr= und Nähschule der Liebfrauenpfarre, wo auch einige Mnate zu tun war und Bauarbeiter ihren Verdienst fanden, und das Vereinsheim an der St. Michaelskirche. Vom städtischen Bauamt wurde am Fuße des Volksparkes Hedberg ein Hockeysportvlatz fertiggestellt und endlich auch die Straße Am Holte“ in Angriff genommen, die hoffentlich im neuen Jahre dem Verkehr übergeben werden kann. Wenn wir hier an dieser Stelle dann gleichzeitig auch den vollendeten Abbruch der Gebäulichkeiten des früheren Preß= und Hammerwerkes und den in Angriff genommenen der früheren Amtsziegelei registrieren, so nur der Vollständigkeit halber. Auf kirchlichem Gebiete ist vom Jahre 1931 nur Erfreuliches zu berichten. Das religiöse Leben war ein gutes in allen brei Pfarreien, wie überhaupt das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Pfarrangehörigen nichts zu wünschen übrig ließ. Die Pfarrgemeinde St. Michael konnte in diesem Jahre auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Erstmalig fand in dieser Pfarrei, wie schon seit mehreren Jahren in der St. Engelbertpfarrei, ein Nikolauszug statt, der allseits freudig aufgenommen wurde. Das Leben in den Pfarreien spiegelt sich zum Teil auch im Leben der katholischen kirchlichen Vereine wieder. Auch von diesen kann aus der Tätigkeit im Jahre 1934 nur das Beste berichtet werden. Innerlich erstarkt und äußerlich gewachsen durch eine in fast allen Vereinen größer gewordene Mitgliederzahl, bieten sie auch im kommenden Jahre die beste Gewähr für eine religiöse und innerliche Ertüchtigung ihrer Mitglieder und für die Erfüllung ihrer Aufgaben, Der Jungmännerverein UnterDahlhausen feierte im Oktober das Fest seines 25jährigen Bestehens. Eine schlichte, aber doch würdige und eindrucksvolle Feier auf dem Horkenstein vereinte neben der erhebend verlaufenen kirchlichen Feier den Großteil der Pfarrangehörigen zu einem schönen Gemeinschaftsabend. In Oberdahlhausen konnte der Kirchenchor auf 30 Jahre Tätigkeit im Dienst der Musica sacra zurückblicken und der Kirchenchor UnterDahlhausen bestand im Oktober d. J. 15 Jahre. Erfreulich ist auch festzustellen, daß unser Stadtteil im verflossenen Jahre außer einigen kleineren Bränden, bei denen Menschenleben kaum zu Schaden kamen, von größeren Unglücksfällen, wie es z. B der Brand vom 9. März 1933 an dem Hause Dr.=C.=Otto=Straße 118 war, bei dem bekanntlich fünf Todesopfer zu beklagen waren, verschont blieb. Im großen und ganzen hat das Jahr 1934 also einen Großteil der Hoffnungen, die auch in unserem Stadtteil auf es gesetzt wurde, erfüllt. Das, was noch unerfüllt blieb, wir denken hier vor allem an verschiedene Straßenausbauten, z. B. in den Straßen„Im Wolfsfeld",„Im Sundern", an die Beseitigung der Gefahrenecke an der Straße„Im Stapel“, wo infolge von Unübersichtlichkeit letzthin noch ein Radfahrer durch Sturz zu Tode kam, wird uns jedenfalls und hoffentlich das neue Jahr bescheren. Etwas Unangenehmes ist uns für das Jahr 1935 bereits verheißen worden. So soll nämlich die hiesige Höhere Mädchenschule die bereits 50 Jahre besteht, am 1. April des neuen Jahres den Schulbetrieb einstellen. Die Schließung dieser Anstalt kann im Interesse des Schulbetriebes unseres Stadtteiles nur bedauert werden; ist sie aber vielleicht letzten Endes nicht selbst die Schuld der Bewohner unseres Stadttefles durch das gezeigte mangelnde Interesse an der Schule? Sorgen wir also dafür, daß das hiesige Realprogymnasium später nicht einmal das Schicksal der Mädchenschule teilt. Hoffen wollen wir, daß dieses Unangenehme auch das einzige im neuen Jahr bleibt und daß es sich im übrigen als ein Jahr des weiteren Wirtschaftsaufblühens zeige und auch den letzten Erwerbslosen unseres Stadtteiles wieder in Arbeit und Brot bringe und daß das neue Jahr auch in jeder anderen Hinsicht ein Jahr gesegneter Arbeit und innerer Befriedigung werde. Bochum-Hordel an der Jahreswende. th. Das scheidende Jahr war für Hordel ein Jahr des Aufbaues und der Arbeit. Der gleich zu Beginn des Jahres einsetzende wirtschaftliche Aufschwung wurde im Laufe des Jahres durch weitere Einstellungen von Arbeitern auf den Zechen „Hannover“ und Hannibal“, sowie durch andere in Angriff genommene Arbeiten noch wesentlich verbessert. Hoffentlich wird im kommenden Jahre die Ziffer der Erwerbslosen in Hordel noch weiter zurückgehen. An größeren Arbeiten wurden im Jahre ausgeführt die Neuanlage von fünf Schlammbunkern an der Berthastraße. Ebenfalls ließ die Kruppsche Verwaltung an den Häusern der Kolonie Dahlhausen größere Reparatur- und Verschönerungsarbeiten durchführen. Im Straßenbau wurde Vieles geschaffen. Mit Ausnahme einiger Nebenwege wurden fast alle Straßen der Kolonie Dahlhausen mit einer Oberflächenteerung versehen. Trotz vielfacher Ausbesserung befinden sich noch die Derfflinger=, Hannover= und Günnigfelder Straße in einem reparaturbedürftigen Zustande. Hier wird wohl das kommende Jahr eine Ausbesserung bringen. Auf postalischem Gebiet sind die bei der zur Postagentur umgewandelten Postnebenstelle bestehenden Mängel beseitigt worden, wobei auch der Wunsch nach einem öffentlichen Münzfernsprecher erfüllt wurde. Im Wohnungsbau wurde in Hordel im scheidenden Jahre nichts geschaffen. Die geplanten Neubauten sind einstweilen noch zurückgestellt worden. Auch mit den Verkehrsverhältnissen sieht es in Hordel nicht sehr rosig aus. Ist doch die Straßenbahnlinie der„Westfalischen Straßenbahn“ die einzige Verkehrsmöglichkeit zur Stadt Bochum und den anderen Nachbarstädten. Ein langgehegter Wunsch der Bürgerschaft, die Teilstrecke an der Zeche„Hannover“ zur Wirtschaft Gräwe, oder dorf eine Wartehalle zu errichten, um bei ungünstigem Wetter etwas Schutz zu haben, ist bisher nicht erfüllt worden. Auch der Wunsch nach einer besseren Beleuchtung der Berthastraße am Bahnhof Hordel=Eickel ist noch nicht erfüllt worden. Hoffentlich finden diese Bitten bald ein williges Ohr, da es sich bei der Berthastraße um einen sehr dunklen Straßenabschnitt handelt, auf welchem schon des öfteren junge Mädchen, wie auch Frauen von lichtscheuen Gestalten angefallen worden sind An Jubiläen und Festen brachte uns das Jahr 1934 reiche Abwechselung. Ihr 25jähriges Vereinsjubiläum konnten die Rosenkranz=Bruderschaft, die Zahlstelle der Düsseldorfer Krankengeld=Zuschußkasse und der Kriegerverein„Westwacht“(10. A.=K.) feiern, auch die katholische Volksschule in der Kolonie Dahlhausen blickte auf ihr 25jähriges Bestehen zurück. Außerdem konnte die HerzJesu=Kirche, der Paramenten= und Kirchbauverein auf ihr 30jähriges Bestehen zurückblicken. Ihr 60jäbriges Vereinsjubiläum feierte die Gesellschaft„Harmonie“. Zwei Ehepaare konnten ihr goldenes Ehejubiläum und ein Hordeler Bürger sein goldenes Jubiläum als aktiver Sänger feiern. Einen Wechsel erfuhr die Herz=Jesu=Pfarrei in ihrer Geistlichkeit. Der seit 1930 hier in der Seelsorge tätig gewesene Vikar Münstermann wurde nach Bochum als Religionslehrer berufen. Sein Nachfolger wurde Vikar Böger. Ein Zahllage der Ruhr=Klaposchaft Volksgenossen! Tragt Silvester und Neujahr die Spitzenrosette dea Winterhilfswerks! Ihr beschafft dadurch Arbeit und Brot und helft Not und Elend lindern! großer Fest= und Gnadentag für die Pfarrgemeinde war der Besuch des Weihbischofs Augustin Baumann während seiner Firmungsreise. Außer einigen tödlichen Unfällen auf den Zechen hatte Hordel den Verlust zweier blühender Menschenleben, das des 18jährigen Hermann Nottscheid und des 21jährigen Fritz Igel zu beklagen, welche bei Ausübung ihrer Pflicht beim„Freiwilligen Arbeitsdienst" zu Tode kamen. Sonst verlief das Jahr 1934 ohne größere Unfälle und Schäden für die Bürgerschaft Auch ist man im alten Jahre dazu übergegangen, sich mehr den Kleingärten zu widmen. So wurde an mehreren Stellen brachliegendes Land zu Kleingärten parzelliert. Etwa 7 Morgen Land sind auf diese Weise an Kleingärtner verteilt worden. Hoffentlich bringt das neue Jahr die Erfüllung der noch gehegten Wünsche. Briefkasten. W. K. M. Sie können das Darlehen kündigen. Ist eine Kündigungsirist schriftlich festgelegt, so ist diese maßgebend, andernfalls haben Sie das Recht, das Darlehen sofort zu kündigen. Es ist dann, da es mehr als 300 RM beträgt, drei Monate nach Zustellung der Kündigung zurückzuzahlen.(S 609 Abs. 2. BGB.) Schuldner kann aber auch auf Abschlagszahlung verpflichtet werden. Das hat natürlich nur Sinn unter genauer Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Lage. Auch eine teilweise Lohnpfändung kann in Frage kommen. Btr. des Näheren sprechen Sie einmal bei uns vor. turischutz aus dem VolkFür dar Volk. FUNF TORME-VERLAG HALLE(SAALE) GR STEINSTRASSE 16 (15. Fortsetzung Monatelang war sie krank gewesen und hatte schwer darunter gelitten, ihrem Mann nichte sein zu können. Sonst war sie ihm Gefährtin in allen seinen Arbeiten. Sie besorgte seine Korrespondenz, verhandelte mit den Verlegern, beantwortete die Anfragen der verschiedenen musikwissenschaftlichen Institute, mit denen Professor Nivelli in dauernder Verbindung stand. Sie wußte besser Bescheid in all diesen Dingen als ihr Mann selbst, der in seiner weltabgewandten Gelehrsamkeit für praktische Dinge gänzlich unbrauchbar war. In den ersten Jahren ihrer Ehe hatte Theresa Nivelli sehr darunter gelitten, daß ihre Ehe nicht mit Kindern gesegnet war. Ihr liebevolles, mütterliches Gemüt hätte so dringend etwas gebraucht, was sie schützen und mit tätiger Sorge und Güte umgeben konnte. Aber schließlich hatte sie sich dareingefunden. „Ich habe ein großes Kind an Enrico“, meinte sie mitunter lächelnd zu ihren Freunden und strich ihren Mann zärtlich über das schöne, dichte, weiße Haar. „Ohne mich wäre er hilflos wie ein Bambino Nein. das Schicksal hat schon gewußt, warum es uns beide allein gelassen hat— nicht war, Enrico?“ Dann lachte Professor Nivelli zärtlich: „Da hast du recht, Theresa. Ohne dich wäre ich wirklich hilflos. Ich finde ja ohne dich nicht einen Brief, nicht eine Karte. Es würde ein entsetzliches Durcheinander geben, wärest du nicht immer für mich do“ Und dann hüßte er seine Frau vor allen Menschen zärtlich. Sagte sie dann etwas geniert und verweisend: Ader Enrico. so alte Leute wie wir!“, dann erklärte er strahlend:„Daran sollen sich mal die Jungen Beispiel nehmen! Ist es nicht nachahmenewert, wenn man noch auf seine alten Tage die eigene Frau als die allerschönste und beste ansieht?“ In dem ganzen Freundeskreis war die Eh. N vellio als die glüchlichste behangt. Böse Zungen behaupteten mitunter, daß Professor Nivelli allerdinge ein wenig zu abhängig von seiner Frau ware; wenn er ein Taschentuch brauchte, rief er zunächst mal Thecesa, statt daß er den sehlenden Gegenstard selbst aus hranch haltg. Und jeder begrift, was es für ProROMAN VON LIANE SANDEN fessor Nivelli bedeutete, als seine Frau vor einigen Monaten auf den Tod an einer schweren Lungenentzündung erkrankte. Nivelli war in den Tagen, in denen es mit Frau Theresa sehr schlimm stand, nur noch der Schatten seiner selbst. Alle Freunde zitterten bei dem Gedanhen, was werden sollte, wenn Theresa Nivelli die Krankheit nicht überstände. Man war sich darüber klar, daß der alte Herr das nicht überleben würde. Aber glücklicherweise ging die Krise gut aus. Frau Theresa genas, wenn auch sehr, sehr langsam. Sowie sie reisehäfig war, wurde sie nach dem Landhaus am Ortasee gebracht, wo sie durch Frühling und Sommer hindurch langsam der Gesundung entgegenging Was Theresa Nivelli besonders quälte, was das Bewußtsein, daß ihr Mann ohne sie beruflich hilflos war. Er hatte es schon mit mehreren Sekretärinnen versucht, aber mit keiner einzigen hatte er es ausgehalten. Die eine war ihm zu laut, die andere zu schüchtern. Die erste ordnete seine Skripturen anders ein, wie er es von Theresa gewöhnt war. Die zweite machte nur das, was er anordnete. Und er selbst wußte doch nicht recht, was er anordnen sollte. Es oah ein ungeheueres Durcheinander Nach wenigen Wochen mußte jede der Sekretärinnen das Feld räumen. Die letzte war eine Engländerin gewesen, die glänzende Zeugnisse aufwies. Aber Enrico Nivelli, ein schönheitsdurstiger Mensch, hatte erklärt, wenn er das Pferdegesicht mit den Raffzähnen frühmorgene sähe, wäre ihm die Arbeitslust für den ganzen Tag verdorben. Aber nun war alles gut. In Maria Cerotti hatte Enrieo einen Menschen gefunden, wie er ihn sich nicht besser hatte wünschen können. Welch ein Glück, dieses prächtige, liebe Menschenkind im Hause zu haben! Seitdem sie da war, lebte Enrico wieder auf Sie war die beste Sekretärin, pflichttren und vernünftig Sie war selbständig genug, um auch ohne viele Fragen alles zu erledigen, und wiederum nicht selbstherrlich so daß die wichtigsten Diage Professor Nivellie zur Entscheidung blieben. Aber Maria Cerotti war nicht nur die verständnis. volle Sekretärin, sie war beiden auch zu einer lieben Housgenossin geworden, an der die belden mit inniger Liebe hingen. Für Maria Cerotti schien der Tag mehr als vierundzwanzig Stunden zu haben. Dena sie sand mitten in der Arbeit immer wieder Zeit, Frau Theresa vorzulesen, mit ihr zu plaudern und ihr über trübe Stunden hinwegzuhelfen. Professor Nivelli war auf das Engagement Maria Cerottis so stolz, als ob dies das größte Meisterwerk seines Lebens wäre. Er erzählte allen, die es hören, und allen, die es nicht hören wollten, immer wieder umständlich die Geschichte. Nachdem er es mit seiner raffzähnigen, spießigen englischen Sekretärin nicht mehr ausgehalten hatte und mit Annoncen und Empfehlungen nichts erreicht hatte, saßte er sich eines Tages ein Herz und machte sich selbst auf die Suche. In Mailand existierte, das wußte er, ein Vermittlungsbüro für nur gebildetes Hauspersonal: Erzieherinnen, Gymnastik= und Musiklehrerinnen, Sekretärinnen. Dahin wandte er sich Es war mir, als ob ich mich in die Höhle eines Löwen stürzte", gestand Nivelli humoristisch mir das jemals gesagt hätte, daß ich wagen würde, irgendeinen Menschen zu engagieren! So etwas— und kündigen, hat immer Theresa machen müssen. Ich habe das nie gekonnt. Aber was lernt man nicht alles in der Verzweiflung! Und diese gräßliche Mitz hatte mich zur Verzweiflung gebracht. Also dachte ich: Frisch gewagt, ist halb gewonnen! Aber mein Mut sank sehr schnell. Dieses Büro war wie ein Taubenschlag Dutzende von jungen Madchen, hübsch und häßlich, sung und alt, dünn und dich, und inmitten ein paar Signoras, keine unter zwei Zentnern, und mit eine Baßstimme. Dao waren die Vermittlerinnen. Die eine beachtete mich überhaupt nicht. Die andere stürzte sich auf mich mit gezüchtem Bleistift, Notizbuch und gezüchtem Lorgnon Als ob ich ein Schwerverbrecher wäre, schrie sie mich an: Was ich hier wollte, ich wäre doch Herrschaft, ich wollte doch mieten. Also gehörte ich nebenan hin in den Salon— das war ein Raum, ich sage Ihnen, die Wände sah man nicht vor lauter Bildern und Lorbeerkränzen mit Widmungen Die Signore schien einmal irgendeine Größe auf dem Gebiete der Zirkuskunft gewesen zu sein. Sie wirkte auf mich als eine Art Löwenbändigerin Ganz verschüchtert verzog ich mich dann in das andere Zimmer. Dort wurde ein Fragebagen aufgenommen Wer, wieso warum! Schließlich durfte ich eine Gehühr entrichten, bekam einen Quittungszettel in die Hand, die tröstliche Versicherung, daß man nichte Geeignetes für mich hätte, daß man aber nach besten Kräften bemüht bleiben würde— und so weiter. Ich war glüchklich, aus der Nähe der martialischen Signora mit der Baßstimme und den Lorbeerkränzen im Hintergrunde entkommen zu sein. Meinen Obolus. so dachte ich. würde ich vielleicht umsonst bezahlt haben. Denn das, was ich brauchte, würde mir die„Riesendame" doch nicht verschaffen hönnen. Wie honnte sie aus der Menge der Stellungsuchenden einen Menschen herausfinden, klug, gebildet, taktvoll, sympathil g, in Sekretärinnenarbeiten bewandert, dabei nicht inseltig, Kenntnisse in musikalischen Dingen, angenehme Hausgenossin, keine Vogelscheuche wie unsere verflossene Miß, sondern.. „Sondern ein Engel in Menschengestalt!“ unterbrach Frau Theresa an diesem Punkte der Erzähilung gewöhnlich ihren Mann. Worauf er zu erwidern pflegte: „Jawohl, einen Engel in Menschengestalt. Und den habe ich gefunden, ich ganz allein. Wie ich die Tceppe herunterkomme, glücklich, bei lebendigem Leibe entronnen zu sein, steht da, an die Wand gelehnt, eine junge Signora, reizend und anmutig wie— nun eben wie unsere liebe Maria. Nur daß sie nicht fröhlich und wohl aussah wie setzt, sondern sehr, sehr traurig und hoffnungslos. Sie hielt in der Hand einen Pachen Papiere. Da hatte ich eine Eingebung. „Kommt selten bei dir vor!“ nechte Frau Theresa; aber Nivelli ließ sich nicht stören. „Signora, fragte ich, suchen Sie vielleicht eine Stellung durch diese Löwenbändigerin da oben? Und als die Signorina mit einem schüchternen Blich befahte, fragte ich sie, was sie könnte— da ich eine Sekretärin brauchte. Eins, zwei, drei— wurden wir einig. und ich brachte sie gleich mit. War es so, Theresa? Oder nicht?" „Es war so!“ bestätigte dann Frau Theresa vergnügt.„Er hat sie einfach mitgebracht. Als ich fraate, wer sie denn eigentlich sei, woher sie komme, was sie für Zeugnisse hätte— da stand mein berühmter, beheutender Herr Gemahl da und mußte gestehen, er hätte nach alledem nicht gefragt. Er hätte nur Marias Gesicht gesehen und gewußt, die wäre die Richtige“ „Und damit habe ich recht gehabt!“ endete Prafessor Nivelli strahlend diesen Bericht. Seine Frau wiederholte dann: Damit hat er recht!“, zunfte ihn an der Strähne meißen Haares, die ihm immer etwas genial=unordentlich in die schöne Künstlerstirn hina.„Er hat wirklich in Maria Cerotti das beste und liebste Geschöpf ins Gaus gebracht. das ich mir für ihn und mich nur wünschen konnte“ Maria war oft verlegen, wenn man sie zu sehr lohte. Was tat sie denn schon? Doch nur ihre Pklicht. Die wurde ihr hier, bei diesen gütigen, vornehmen Menschen. mehr als leicht gemacht. Aber sie mußte es sich gefallen lassen, daß Frau Theresa der innigen Liebe zu ihr immer wieder Ausdruch gab Es ift, als hätte der liebe Gott uns in Ihnen ein Töchterchen geschenht, Maria!“ sagte sie oft, wenn das schöne, funge Geschöpf bei ihr satz „Und mir hat der liebe Gott hier eine Heimat und so etwas wie elterliche Liebe gegeben!“ erwiderte Maria. Fortsetzung folgt.) Zahlungserleichterung! 1. Rate Im Februar BOCHUM Fahrradhaus am Rathaus das leichtlaufende Marken-Fahrrad Nähmaschinen Orig-Phônix u. Orig.-Viktoria, t. Haushalt u.Gewerbe kaufen Sie vorteilh be Michael Paeigen Boch., Am Kalser-Friedr.-Plati Telelon 62567 Gegründet 1803 Reparatur-Werkstatt. Ersatztelle Es llegt in Ihrer Rand viel Geld zu sparen, wenn Sle Ihren alten Herren-od.Damenhutbe mir umpressen, roinig en od. färben lassen. Neueste Modelle Preise zeitgemäs start ermanigt Botlabrik und Umpreblanstall H. Müller Bochum. 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Als man am dritten Feiertag. der zwar keiner war, sich die Augen rieb, wunderte man sich, daß man so schnell wieder Anschluß an den Werkeltag gefunden hatte. Ueber ihm lag noch ein Hauch jener stillen Stunden um uns, da der Baum brannte und da die Freude der Kinder allmählich abebote. Dann trat Ruhe nach dem Weihnachtssturm im Hause ein. Man machte sich keine große Mühe im Haushalt; man hatte noch genug Reste vom Fest zu essen oder von der Ver lobung, die in diesem Jahre besonders zahlreich gewesen war. Vielen schmeckte die Arbeit noch nicht. Nur in den Geschäften war von feiertäglichem Ausruhen nichts zu spüren. Dort herrschte Hochbetrieb wie vor den Festtagen. Dort waren die Socken zu groß, hier die Schuhe zu klein, Vater gefiel die Farbe des neuen Schlipses nicht, Mieze regte sich über die Tasche auf die sie sich rot gewünscht hatte, da waren Handschuhe mit unmöglichen Nummern ausgesucht worden, jeder hatte an den Geschenken etwas auszusetzen. Aber so ist es ja von je her gewesen: diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind Umtauschtage erster Ordnung. Allmählich erst flaut es dann av, denn was nicht auf Lager ist, muß erst r.n Fabrikanten besorgt werden. Und das dauert zur Ungeduld aller Beschenkten einige Zeit. Glücklich darum, wenn der Anzug auf den Anhieb paßte, der in seinen Schuhen am ersten Feiertag auf der Renne spazieren gehen konnte, ohne daß sie drückten, der auch an der Krawatte nichts auszusetzen hatte und daß der Zettel noch da war, ohne den nichts umgetauscht werden kann. Heute sind beide Teile froh, daß dieses an und für sich undankbare Geschäft auch wieder einmal erledigt ist. * Im Sause. Nicht besser wird die Schnellebigkeit schritt. der Zeit offenbar als zwischen den Festen. Wer am Heiligabend durch die Straßen wanderte, der sah, wie kastlos schnell sich unsere Geschäfte vom Weihnachtsfest auf das neue Jahr umstellten. Hinter verhangenen Scheiben sah man Silvesterdekorationen, Herren im Frack, Damen im Abendkleid, eine Bar mit einem Mixer und Scherzartikel drumherum. Morgen noch, an dem der Weihnachtsbaum daheim wieder brennt, und schon setzt wieder der Run nach dem Silvesterkarpfen ein. Diese Tage zwischen den Festen, von altersher mit der Sage verknüpft, sind hier im Industriegebiet nur eine kleine Pause zu neuem Tempo. Das heißt: im Bild der großen Stadt kennt man sie nicht, denn die Umstellung muß schnell gehen. Raus mit allem Silberkram aus den Läden! Die Tannenbäume sind aus den Auslagen fort, die großen Frontbekorationen müssen so schnell wie möglich verschwinden, denn der Kunde muß zu neuem Kaufen gereizt werden. Aber in den Familien glimmt noch der Schein der Weihnacht in allen Herzen nach. Man kann sich nicht vom Gabentisch trennen, so sehr er auch wieder für die Alltagszwecke gebraucht wird. Und die Kinder dürfen immer noch im Weihnachtszimmer spielen, das sonst anderen Dingen dient und auch schon von der Familie benötigt wird. Man möchte sich nicht von diesem Schimmer der Weihnacht lösen, so schnell nicht, denn es hat doch alles viel zu viel Arbeit, Mühe und Kosten gemacht, als daß es nur mit einem verdorbenen Magen enden soll. Und doch wird auch dieses Weihnachtslichtlein verglimmen, und man wird recht rasch an die April. 1. Am 1. Östertage feierten 5 Neupriester in ihren Pfarrkirchen ihr Primizopfer. 2. Eine Ostraumausstellung eröffnet in der Verwaltungsakademie ihre Pforten. Vertreter der freien Stadt Danzig sprechen im voll besetzten Schützenhof. 6. Der Reichsbahnpräsident Bergmann teilte in einer Versammlung des„Verbandes Industriebezirk“ mit. daß der Neubau des Bochumer Zentralbahnhofs geplant sei und daß die Pläne geprüft und überarbeitet würden. 6. Eine Wochumer Fotoausstellung wird eröffnet. 8. 2653 Kinder gehen zum ersten Male zum Tisch des Herrn. 10. Die Lehrlinge der einzelnen Berufe beteiligen sich in großer Zahl am Reichsberufswettkampf. 14. Zur Durchführung des Hilfswerks„Mutter und Kind“ wird ein Arbeitsausschuß gebildet. 15. Der Präsident der Reichsundfunkkammer Horst Dreßler=Andreß spricht zu den Arbeitern des Bochumer Vereins. Die Marienpfarre weiht das„Marianum“. 17. Die Schule beginnt. Für die 1-Männchen beginnt der„Ernst des Lebens“. 19. Der H. H. Weihbischof kommt zur Firmung ins Dekanat Bochum. 22. Die St. Anna=Kirche wird konsekriert. 25. Der Weibbischof spricht in einer gewaltigen Kundgebung zu den kath. Frauen Bochums. 27. Der Weihbischof spricht zu den Männern und Jungmannern des Dekanates. 30. Zum 516. Male zogen die Junggesellen nach Harpen. Das Maiabendfest nahm einen glänzenden Verlauf. Mai. 1. Bochum feiert den Tag der nationalen Arbeit. Der Weihbischof konsekriert die ChristKönigs=Kirche. 6. Oberst Reinhard nimmt an der Wiedersehensfeier der 4. Gardisten teil und weiht 73 Kyffhäuserfahnen. Die Jungfrauenkongregation der Propstei feiert ihr 40 jähriges Bestehen. Die Caritas sammelt auch in Bochum mit gutem Erfolg. Pflichten denken, die einem für den Uebergang ins neue Jahr erwachsen. Denn Silvester will so jeder auf seine eigene Weise feiern, und das kann man ihm schließlich nicht verübeln, denn in dieser Zeit muß der Mensch doch wenigstens mit Optimismus und Fröhlichkeit das neue Jahr beginnen. Koste es, was es wolle.... th. Hohes Alter. Im Kreise ihrer Lieben konnte am gestrigen Tage die Witwe Elisabeth Lahnstein, geborene Send, die ihren Lebensabend bei ihrer jüngsten Tochter, der Ehefrau Anna Schröder, wohnhaft Bochum=Riemke, Bergmannstraße 9, verlebt, bei guter Gesundheit ihren 82. Geburtstag feiern. Mit regem Interesse wird heute noch von der Jubilarin die„Volkszeitung“ gelesen, die ihr ein unentbehrliches Familienblatt geworden ist. Trotz ihres hohen Alters besucht sie noch fast täglich die hl. Messe und scheut nicht den langen Weg zur Kirche. Fünf Kindern 10. Am Simmelfahrtstage gedachten die Bochumer Gesellen der Gründung des 1. Gesellenvereins vor 85 Jahren durch ihren Vater Kolping. 11. Der neue Direktor der Kaufmännischen Schule Lucke wird in sein Amt eingeführt 13. Die Wienkopp=Freilichtbühne eröffnet mit„Volk bricht auf“, 28. Holländische Journalisten besuchen Bochum. Juni: 1. Die Luftsahrtwerbewoche wird eröffnet. 4. Das Arbeitsamt kann von einer weiteren beträchtlichen Abnahme der Arbeitslosigkeit im Mai berichten. 5. Brigadeführer Faßbach spricht zur Bochumer SA. Zwischen Vertretern des Justizministeriums, des Oberlandesgerichtes Hamm und der Regierung in Arnsberg findet eine Besprechung statt über das neue Justizgebäude. Hoffentlich werden die Pläne bald verwirklicht. 8. Die Verkehrserziehungswoche bemüht sich, die Bochumer an Verkehrsdisziplin zu gewöhnen. 10. Rotkreuztag in Bochum. Großer Aufmarsch des B D M. Ehrung verdienter SS=Männer. Imponierende Saarkundgebungen im ev. Vereinshaus und auf dem Schützenhof. 13. Auf der Bezirkstagung der Borromäusvereine wird das Ziel der Büchereiarbeit erneut herausgestellt: den deutschen und katholischen Menschen formen belfen. 17. Der VD A. sammelt für das Auslandsdeutschtum. Der Fliegende Hamburger wird von den Bochumern bestaunt. 21. Schützen= und Volksfest in Brenschede. Liedertag der Sänger des Ruhrkreises Bochum. Tagung der Schwarzkragen. 26. Der Führer der Arbeitsfront Dr. Ley besichtigt die Hauptgeschäftsstelle der Betriebsgemeinschaft Gruppe Bergbau. 19. Die Ausstellung„Deutsche Woche— Braune Messe“ wird eröffnet. schenkte sie das Leben, von denen noch vier leben, die mit 19 Enkeln und 6 Urenkeln der alten Dame zu ihrem hohen Festtage die Glück= und Segenswünsche überbrachten Auch wir schließen uns an und wünschen ihr einen gesegneten Lebensabend! Goldene Meduille. Im Lokale des Wirtes Hilgert an der Rottstraße fand eine Brieftaubenschlagausstellung statt. Auf dieser erzielte den 1. Preis Mehlmann mit 192 Punkten, weitere Preise erhielten W. Goeke mit 182 Punkten, Felder mit 178, B. Schwepve mit 177, Steph. Zieglert mit 176 Punkten. Außerdem erzielte Mehlmann für die beste Täubin 25 Punkte und den besten Vogel 26 Punkte und erwarb sich in diesem Jahre die Goldene Medaille bei dem Flug Küstrin — Weihnachtsfeier der kath. Jugend. Die kath. Jugend der Liebfrauenpfarre Altenbochum veranstaltet am Feste der Hl. Drei Könige eine Weihnachtsfeier bei Lehmkuhl, zu der sie alle ihre Weihnachtsfeier im LourdesVerein. Im großen Saale des katholischen Gesellenhauses hielt gestern abend der Lourdes=Verein von Bochum seine traditionelle Weihnachtsfeier, zu der Mitglieder und Gaste in solch großer Zahl gekommen waren. daß der Saal, obwohl Stuhlreihen standen, überfüllt war. Die einzelnen Darbietungen des Kirchenchores von St. Marien, die herzliche Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Messing, das entzückende Kinder=Bühnenspiel„Engelchen im Puppenheim“, die Rezitationen waren fein auf die Feier abgestimmt und schufen bald mit dem brennenden Lichterbaum und den gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern eine anheimelnde weihnachtliche Festesstimmung, wie man sie nicht allzu oft ersährt. P. Müller vom Redemptoristenkloster wies in seiner Ansprache auf die enge Verbundenheit hin, die zwischen Lourdesverein und Redemptoristenkloster seit jeher bestanden habe und schilderte dann im einzelnen die inneren Zu'ammenhänge, die zwischen den Geschehnissen in der Grotte in Lourdes und der Krippe in Bethlehem bestünden. An Hand der Visionen der gottseligen Katharina Emmerick zauberte er dann den aufmerksam und andächtig lauschenden Zuhörern farbenreiche und fein nuanzierte Bilder von der Verkündigung und der Geburt des Erlösers vor die Seele. Zum Abschluß wartete die Spielschar des Gesellenvereins noch mit der Aufführung eines Bühnenspiels auf. Freunde herzlich einladet. Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung. = Kath. Beamtenverein. Zu der Jahreshauptversammlung des Vereins und der Sterbekasse am kommenden Sonntag, dem 30. Dezember, um 11 Uhr im Kasinozimmer der Bürgergesellschaft sind alle Mitglieder herzlich eingeladen. Vollzähliges Erscheinen, ganz besonders der Vertrauensmänner ist dringend erwünscht. )( Weihnachtsfeier der Propsteipfarre. Morgen findet für die Propsteigemeinde eine Weihnachtsfeier in der Bürgergesellschaft statt. Die Pfarrjugend und der Kirchenchor haben die Ausgestaltung der Gemeindeweihnacht übernommen. Die Festansprache hält Propst=Dechant Peters. Weihnachtsfeier in der Marienpfarre. Donnerstag veranstaltete die Marienpfarre im Gesellenhause eine Weihnachtsfeier für die ganze Gemeinde, an der die Angehörigen der Pfarrfamilie so zahlreich teilnahmen, daß der große Saal überfüllt war. Nach Darbietungen der Jungfrauenkongregation und des Cäcilienchores hielt Pfarrer weimhardt eine kurze Festansprache. Mit einem Bühnenspiel der Kinder der Marienschule fand die Feier ihren Abschluß. de. Einen schweren Berufounkall erlitt Freitaa morgen der 26 Jahre alte Dreher Stephan Jakubeck aus der Herner Straße, der auf dem Herner Schmiedewerk beschäftigt ist. Er war mit mehreren Kameraden an der Abmontierung der Drehbank beschäftigt. Als sie den Unterbau mittels Winden hochkurbeln wollten, schlug eine Winde um und J. trug doppelte Beinbrüche, Quetschungen und Armverletzungen davon. Er wurde sofort dem Martenhospital zugeführt. = Bochumer Krieger= und Landwehrverein. Am Sonntag, dem 30. Dezember, findet vormittags um 11 Uhr im Vereinshaus an der Mühlenstraße die Generalversammlung mit Ehrung der Jubilare statt Am Schluß des geschäftlichen Teiles findet ein Vortrag über„Land und Leute an der Saar einst und jetzt“ statt. (23. Fortsetzung.) „Werden Sie mich auch nicht verraten?“ „Nein, mein Ehrenwor““, rief Herbort großartig als sei er ein untadeliger Ritter, der für sein verpfändetes Wort seinen Kopf auf den Block legt „Also!" „Von Herrn Robert Nierendorf.“ „Nierendorf?“ Herbert bot den Anblick eines sanft staunenden Kindes.„Den Namen habe ich nie gehört. Freundchen, Sie lügen“ Der Kleine legte beteuernd die Hand auf die Brust.„Nein, Herr. Ich spreche die Wahrheit.“ Und wie zum Beweis seiner Lauterkeit führte er Stand und Adresse an.„Vereidigter Börsenmakler, wohnhaft Düsseldorfer Straße zwölf.“ Wie sieht der Mann aus?“ Der Kleine aab nun eine genaue, wenn auch wenig schmeichelhafte Personenbeschreibung seines Auftraggebers.„Ein älterer Knabe, der gern sehr sorsch tut, mit graumeliertem, gescheitelten Haar, glatt rasiert, viele Faltchen um Mund und Augen, etwas geckenhaft gekleidet..“ Herberts Gesicht wurde ganz leer von Verständnislosigkeit. Was wollte dieser Mensch, der ihm völlig unbekannt war, den er nie gesehen hatte, von ihm?“ Unvermittelt kam ihm eine Erleuchtung: Juttas Gatte! Sie war also doch verheiratet! Herbert schlug sich mit der Hano an die Stirn. Jutta hatte also einen alten Mann zum Gatten... Soso... Jutta hatte Angst vor seiner Eifersucht. Daher die übertriebene Vorsicht. Herbert lachte leicht auf. Die Vorstellung des alternden Othellos belustigte ihn. Vor einem solchen Manne brauchte man keine Bange zu haben. Nein! Immerhin könnte er einem Unannehmlichkeiten bereiten. Herbert beschloß, Vorsicht walten zu lassen Er überreichte das Fünfmarkstück.„Hier, nehmen Sie!“ „Danke! Aber Sie werden mich auch bestimmt nicht verraten?“ Herbert antwortete nicht gleich. Es ging ihm durch den Sinn. Wer aber war der Mann, mit dem ich sie im Café Flora sah?“ Wirklich ihr Bruder, wie sie ihm mehrmals auf vieles Drängen gestand?!... Ach, im Grunde genommen gleichgültig. „Nein.“ sagte er.„Ich werde Sie nicht verraten Das heißt, eine Hand wäscht die andere." Er blinzelte ermunternd.„Sie werden Ihren Auftraggeber keine Zeweise liefern." (Nachdruck verbolen.) „Bewiß nicht.“ lautete die im Brustton der Ehrlichseit gegebene Antwort. Herberts Aberglaube wurde wieder rege.„Ich will Ihnen Ihr Geschäft nicht verderben, das liegt mir fern: aber tun Sie mir den Gefallen und laufen Sie nicht ständig hinter mir drein!... Wissen Sie was? Wir schließen ein Kompromiß. Ich gebe Ihnen täglich eine genaue Liste meines jeweiligen Aufenthalts, da sparen Sie Zeit und auch Geld, wie...? Ja, und Sie unterrichten mich zur Entschädigung über das, was der Herr Nierendorf unternimmt. Gemacht? Schlagen Sie ein! Trinken wir noch ein Glas Bier darauf.—— Prost.“ „Sehr zum Wohle.“ Herbert malte sich aus, was Jutta für Augen lachen würde, wenn er ihr sagte, daß er hinter ihr beheimnis gekommen sei! Frau Nierendorf würde er ie begrüßen... nun, und dann würde er ihr sagen, daß sie beruhigt sein könne. Ja. sie würde staunen, nenn er ihr mitteilte, wie er sie beide gegen unliebame Zwischenfälle gesichert hatte. Herbert lächelte selbstgefällig und klopfte dem kleiten Mann wohlwollend auf die Schulter.„Es soll nir dann und wann auf ein Fünfmarkstück nicht anommen.“ „Zu gütig." Der Kleine verbeugte sich unterwürfig. Herbert runzelte die Stirn.„Dann wollen wir uns also regelmäßig ein Stelldichein geben, um unsere Geheimnisse auszutauschen. Sagen wir der Einfachheit halber hier, in diesem Restaurant. Um dref Uhr. Ist es Ihnen recht?“ „O ja, natürlich.“ Abermalige Verbeugung. „Dann auf Wiedersehen morgen.“ Herbert tippte an den Hut und verließ das Lokal. Hätte er den geringschätzigen Blick gesehen, der ihm folgte, er wäre nicht so sicher gewesen. „Solol,. murmelte Dannappel voll aogrundtiefer Verachtung und trank den Rest seines Bieres. Dann stelzte er zur Theke, um sich einen Kognak zu genehmigen und noch einen; denn auf einem Bein kann der Mensch bekanntlich nicht stehen. Ja, Dannappel, das Köpschen. Er hatte so seine Absichten. Oh. er spielte sogar mit einem gewissen Gedanken Doch der war so kühn, so überlebensgroß, daß— wenn er sich in leiner ganzen Großartigleit aufrichtete— Dannappel wie geblendet die Augen schloß vor ihm. Es ging bei diesem Gedanken nicht allein um Geld, — es ging um Caroline. Sie war in Nierendorfs Testament allerdings mit einem reichlichen Legat bedacht; aber sie besaß außerdem noch ganz andere, beträchtliche Vorzüge als Frau. Dachte Dannappel an Caroline, vergegenwärtigte er sich ihren schön geschwungenen Mund, den runden festen Arm, der weiß und faltenlos aus dem Aermel hervorkam... oh, dann spürte Dannappel, wie viele Sinne, die sonst stumm und tot in seinem Hirn schliefen, sich auftaten. Einen klaren Plan hatte Dannappel noch nicht, nein. Nur eine unbestimmte, etwas verschwommene eben erst in ihren Umrissen erkennbare Vorstellung. Er wollte den Grünschnabel den Mellenthin, gegen den Knaben Nierendorf aufsetzen. Wollte dem Jüngling einheizen, bis er lichterloh in Flammen stand und sich in seinem Zorn zu Unbesonnenheiten hinreißen ließ. Eingedenk des Sprichwortes:„Wenn zweie sich streiten, freut sich der dritte," hoffte Dannappel in irgendeiner Form Nutzen daraus zu Ja, Dannappel, das Köpfchen. Er war beschlagen, hatte zweifellos einen sicheren Instinkt, und er kannte seine Leute.— Nun aber begann er über sich selbst hinauszuwachsen, maßte sich gar an, Vorsehung zu spielen. Und nach einem weiteren Kognak dünkte es ihm nicht einmal schwer... nein, gradezu einfach. Hier aber irrte Dannappel. Man kann nicht in die Geschicke eingreifen. Man ist nur Herr seines Geschicks in der Art, wie man es trägt... als Held oder Waschlappen; in Demut oder Zorn. Aufhalten kann man das Schicksal nicht. Mit unheimlicher Pünktlichkeit, der Gesetzmäßigkeit einer höheren Fügung reihen sich die Begebenheiten... die oft so klein sind, daß man ihrer nicht achtet, so winzig. daß wir sie nicht zu erkennen vermögen... aneinander, bis sie ihren Höhepunkt erreicht haben. Eine Kleinigkeit war es auch, die Dannappel ausschaltete. Ein Fetzen Papier. XXV. Ein Fetzen Papier mit vier Schreibmaschinenzeilen flatterte Herbert am nächsten Tag ins Haus. Es war am Donnerstag, den 6. Oktober. „Haben Sie ein Auge auf Ihre Verlobte. Sie ist recht intim mit ihrem Chef. Außerdem sehr beliebi bei älteren Herren. Dies teilt Ihnen jemand mit, der es gut mit Ihnen meint.“ Marianne! Herbert hörte plötzlich sein Blut in den Ohren sieden. Herbert war Marianne nicht treu, nein! Er vernachlässigte sie in der ärgsten Weise und unterhielt enge Beziehungen zu Jutta. Dennoch war seine Eitelkeit aufs tiefste gekränkt. Die Eifersucht packte ihn mit Haifischzähnen. Seine Kinnladen krampften sich zusammen. Ein Nebelschleier legte sich vor seine Augen. Nicht Schmerz war es. Wut! Marianne hinterging ihn. Ihn, Herbert. Mit ihrem Chef. Daher der plötzliche Aufstieg zur Privatsekretärin, wie? Die Ueberstunden? Es fiel ihm mit einem Male ein, daß Marianne ihren Chef als einen Ausbund von Häßlichkeit geschildert hatte.„Solchen Giebel hat er,“ hatte sie wörtlich gesagt und dabei eine riesengroße Nase in die Luft gezeichnet.„Er ist grob wie ein Seifensieder," auc das hatte sie gesagt. Und mit diesem Menschen... nein, das war kaum glaubhaft. Oder wollte Marianne sich schon damals mit einer Lüge ein Alibi verschaffen? „Wahrscheinlich.“ sprach er laut vor sich hin. Trotzdem kamen ihm plötzlich eine Menge Zweifel. Wenn sie tatsächlich was mit ihrem Chef hat, würde sie mir dann zugeredet haben, sie im Büro anzutelephonieren? Kaum!... Ja. da steht doch auch noch, daß sie bei älteren Herren sehr beliebt ist... Was soll das bedeuten?... Wer mag überhaupt den Zettel geschrieben haben.... Einer, der es gut mit Ihnen meint? Nana...?... Herbert wiegte nachdenklich den Kopf. Was war überhaupt von einem anonymen Wisch zu halten? Sein Zweifel verstärkten sich. Noch niemals hatte Marianne ihm Anlaß zu Mißtrauen gegeben. Wer weiß, welche Niederträchtigkeit dahinter steckt. Er knüllte das Papier zusammen und schob es in seine Hosentasche. Mitten in der Bewegung hielt er inne Blitzartig durchzuckte ihn der Gedanke, daß doch etwas Wahres an der Warnung sein müßte, daß das Pech, welches ihn in letzter Zeit verfolgte, seine tiefere Urache in Mariannes Untreue hätte. Es war wie eine Offenbarung. Seine Eifersucht hatte Herbert durch allerlei Erwägungen niederzwingen können. Gegen seinen Aberzlauben aßer war kein Kraut gewachsen. An diesem Abend ging Herbert nicht in den Comnerz=Club, wie er ursprünglich beabsichtigte. An diesem Abend fand Marianne daheim einen Brief vor. Der Brief trug den Absender: Robert Nierendorf, Düsseldorfer Straße 12. Nierendorf? Unoekannte Größe. Marianne riß den Umschlag auf. Sie las: „Liebes Fräulein Hauenstein! Lange, lange Zeit habe ich erwogen, wie ich das vas ich Ihnen zu sagen habe, am besten, einleuchtendten und frei von jenem falschklingenden Pathos, der lediglich Ihr Mißtrauen zu erregen vermöchte, mitteilen kann. Ein halbes Dutzend Briefe, die mir bei genauer nachträglicher Durchsicht in Form und Ausdruck irgendwie verfehlt schienen, sind bereits in den Papierkorb gewandert. (Fortsetzung folzt). Am Montag, dem 31. Dezember 1934, Ihre in aller Siille stattfindende Vermahlung geben bekannt Bergassessor Josef Roberg u. Frau Bochum Constantinstr. 4 Anny geb. Neukirchen 29. Dez. 1934 Gelsenkirchen Ihre Vermählung geben bekannt Paul Graw Else Graw geb. Rendschmidt Bochum, 29. Dezember 1934 Gangholerstraße 3 Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt: Theo Rieks Clara Rieks geb. Menre Bochum, 30. Dezember 1934 Mauritlusstr. 23 Gott dem Allmächtigen hat es nseinem unerforschlichen Raischlusse gefallen, heute morgen 3 Uhr meinen innigetgeliebten Gatten, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Franz Lemke zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb plötzlich und unerwartet im Alter von 65 Jahren, nach einem frommen. christlichen Lebenswandel und gestärki durch die Hellsmittel der röm.-kath. Kirche. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für den teuren Verstorbenen bitten: Die trauernden Hinterbliebenen Bochum, Barop, den 28 Dez. 1934. Die Beerdigung findet am Montag. dem 31. Derember 1934, vormittage 9.15 Uhr, vom Sterbehause Wiemelhiuser Strabe 100, aus statt. Das teierliche Seelenamt ist vorher 7.45 Uhr in der Christ-Königs-Kirche zu Bochum. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zugehen sollte diene diese als solche. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, gestern morgen 9,45 Uhr, meine liebe Frau, meine gute Mutter, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Maria Kuhlmann geb. Malhofer nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch den Emptang der hl. Sterbesakramente, im Alter von 28 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen.* Um stille Teilnahme bitten: Die travernden Hinterbliebenen. Bochum, Dortmund, Wattenscheid, München und Recklinghausen, den 28. Dezember 1934. Die Beerdigung findet Montag. den 31. Dezember 1934, morgens 9,30 Uhr, vom Trauerhause Am Lohberg 20, aus statt. Das See e amt la am aleichen Tage morgens 7,15 Uhr in der ChristKönig-Kirche. Nachruf Am 26. Dezember 1934 verschied nach kurzer Krankheit der städtische Wiegemeister Georg Hoopmann Der Verstorbene hat seit dem Jahre 1896 die städtische Brückenwaage am Neumarkt in treuer Pflichtertüllung belient. Ein ehrendes Andenken wird ihm wahrt bleiben. Bochum, den 28. Dezember 1934. Der Oberbürgermeister Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse getallen, heute morgen 1,30 Uhr. unsern guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater Kaln. Bergmannsverein Bochum=Altstadt. Unser Judilar= mitglied Franz Lemte ist gestorben Das Seelenamt ist Montag, den 31. Des., morgens 7,45 Uhr in der Christ=Königskirche. Die Beerdigung findet 9,15 Uhr vom Trauerhause Wiemelhauser Str. 100 aus statt. Um tege Betelligung bittet Der Vorstand. 9 X( Steiger a. D. Herrn August Willmann nach kurzer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten unserer hl. Kirche, im Alter von 79 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Dieses zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an: Die trauernden Angehörigen. Bochum-Weitmar und Steele-Essen, den 28. Detember 1934. Die Beerdigung findet am Montag dem 31. Dezember 1931, morgens 8,30 Uhr' vom Sterbehause, B.-Weitmar, Hontroper Strabe, aus statt. Das felerliche Seelenamt ist anschließend in der Pfarrkirche. Allen, denen aus Versehen keine Nachricht zigelien soilte, diene diese als solche. Ein Buch fur alle: „IDas muß und soll ich uber die erste Hilse wissen?" Versasser: J. A. Schepers In 250 Jragen und Antworten wird in diesem nio Selten siathen Buch Aushunst gegeben über alles Wissenswerte zur ersten filse bet Unfallen seder Art. Besonders behandelt sind Unsolle, Derletzungen. Dergistungen, die durch chemische Kampssiosse hervorgerulen werden und die bel Lustanarissen erforderliche ersie filfeletsiuna. Jm besten Sinne des Dortes ist es also..ein Buch fur alle". das insbesondere auch sedem Lustschuthauswart porsügliche Dienste leisten wird. Dreis dieses Buches RI. C.60. Zu beziehen durch den Derlag Schürmann a Klagges, Bochum. Mohlenstraße Nr. 19-14 und durch die Buchhandlungen. Erz-Bruderschalt d hl. Pamille. Bochum. Montag, den 81. Deg., 9.15 Uhr Beerdigung des Mitzliedes Franz Lembe vom Sterbehause Wiemelhauser Str 100 aus. Hl. Messe in der Klosterkirche 2. Jan., 7 Uhr. Die Mitglieder des Vereins, beson ders jene der Cbrist=Königspfar. rel, mögen sich recht zahlreich beteiligen. III. Orden Bochum. Unser Milglied Franz Lemhe ist gestorben. Das Beerdigungsamt ist am Monlag, 81. Deg, 7,45 Uhr. in der CbristKönig=Kirche; die Beerdigung findet um 9,15 Uhr vom Sterbehause, Wiemelhauser Str. 100, aus statt. Um rege Betelll= gung bittet Der Direktor nur Abn Pochum 30 zurückgesetzt, zwei große Schränke, nur 135.— Mk. abzugeben. öbelhaus Schlösser Bochum, Herner Straße 8. Köchln! katd., 22 J., w. d Bekanntsch. ein. sol. kath. Herrn(25—30 ) l. fest. Elen. zwecke Heiran Gule Wäscheausner vordanden. Bildoff. u. B. W 1086 a. d. Gesch. Statt jeder besonderen Nachricht Heute entschlief sanft nach langer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, unsere innigsgeliebte, treusorgende Mutter Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante geborene Lautmann m Alter von 59 Jahren. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Hanna Rosenthal ueb. Rosenthal Slegfried Rosenthal Josef Rosenthal Bochum, den 28. Dezember 1931 Brückstrabe 18 Die Beerdigung findet am Montag dem 31 Dezember 1UM. vormittags 11 Uhi, von der Leichenille des Israel Friednots, Wassersir, aus stait. Beileidsbesuche dankend verbeten. morgens 9 Uhr tindet in der St. Josefskirche zu Bochum ein Seelenamt als 1. Jahresgedächtnis für die verstorbene Frau Maria Theresia Aust statt, wozu wir hiermit freundl. einladen. Familie Wilh. Aust. Montag, den 31. Dezember 1934, morgens 7 Uhr, findet in der St. MeinolphusKirche zu Bochum das 6 Wochen-Seelenamt für die verstorbene Wwe. Karoline Koch statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Kalholischer St. Marien Bochum. Gottes heiliger Wille rief heute unsern lieben Bruder im Alter von 19 Jahren aus unserem Jugendreich zur ewigen Ruhe heim. Christus unser Meister war das Ziel und die Krat a elle seines Lebens: nun st Er ihm für seine Treue ewiger Lohn geworden. Wir beten für ihn beim Seelenamt am Montag. 8 20 Uhr in unserer Plarikirche und bei der Beerdigung 9 30 Uhr ab Ellsabetnhospital. Bochum. den 28. Dezember 1934. Für die Führersmant: Voss Nchtung! Schlauimmer gebraucht, Schrank Ziülrig, mit Splegel und Auflage, kom plett nur 165 Mr. sofott gegen bar zu verkaufen. Höbelnaus Schlösser Bochum Herner Straße Mehr Licht 4—5mal hell. Tischbeleucht. 9 UStromersparn. Paßt auf jede Giühlampe 0.75, 1.08, 1.85. Sichtb. 1. Schaufenft F. Schumacher d.. Brückstr. 46 Küchen Sclakzimmer. Spelsezimmer, eich Ausziehrische. Stüdie. eingelne Kieiderichrönke. Bücherschränke. Sofas, Conchs. Sessel kaufen Ste gut a preiswert dei Wilh. 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Jeder, der über die wichtigen Vorgänge auf allen Gebieten informiert sein will, findet in der Volks=Zeitung das richtige Blatt. Die Leser, die ihr Heimatblatt auch in ihrem Bekanntenkreis empfehlen und diesen Bestellschein weitergeben, erweisen dem Verlag einen dankenswerten Dienst. (Diesen Bestellschein ditte an Bekannte weitergeben) (Hier abtrennen und den Bestellschein ausfüllen) Ich wünsche vom........ 1935 an die Zustellung der VolksZeitung mit— ohne— Beilage „Der Feuerreiter“ Name: Wohnung: Voles-Zeitung Vertriebs=Abteilung Bochum Mühlenstraße 12-14 Ein bedeulsamer polilischer Prozeß in Saarbrücken Ter saarländische Eisenbahnpräsident klagt wegen Beleidigung Neuer Zeppelin=Hafen bei Frankfurt am Main TNB. Saarbrücken, 28. Dez. Vor dem Obersten Abstimmungsgerichtshof des Saargebiets begann am Freitag der Prozeß um den Separatismus und die seltsame Wechselstubenpolitik des saarländischen Eisenbahnpräsidenten Nicklaus. Es handelt sich bei diesem politisch bedeutsamen Prozeß um ein Strafverfahren, das die Regie rungskommission des Saargebiets gegen den Wirtschaftsberater der Deutschen Front, Dr. Save kouls. wegen Beleidigung des Eisenbahnpräsidenten Nicklaus angestrengt hat. Die Beleidigun gen sollen in einem von Dr. Savekoul, in der von ihm herausgegebenen Wochenzeitung„Der Trutz bund“ erschienenen Artikel enthalten sein. In diesem vor etwa zwei Monaten erschienenen Artikel wurde Nicklaus vorgeworfen, daß er in der Wechselstelle des ihm unterstellten amtlichen Reisebüros Reichsmark in Hartgeld und Banknoten in Mengen und zu Kursen aufgekauft hat. die den von der Reichsbank herausgegebenen Devisenvorschriften widersprechen, zumal es sich in erster Linie um Be träge handelt. die aus illegaler Registermark kammen.. Die Saarbahnen hatten seinerzeit diese Markbeträge der Reichsbahn zum Zahlunge ausgleich angeboten; die Reichsbahn hatte sedoch die Annabme abgelehnt. Daraufhin hatte die Wechselstelle weitere Markannahmen verweigert und diese Weigerung durch Plakatanschlag bekanntgegeben, was zu einer großen Beunruhigung in der Saarbevölkerung und zu Ge ruchten über eine bevorstehende Inflation in Deutsch land führte. Dr. Savekoul hatte Nicklaus vorgeworsen, daß er mit dieser Wechselstubenpolitik im Sinne des Separatismus gearbeitet habe und daß diese Haltung, die mit seiner politischen Gesinnung übereinstimme, eine Pflichtverletzung sowohl in seiner Eigenschaft als saarländischer wie als beurlaubter deutscher Beamter sei. Die Verhandlung wird in objektiver und sachlicher Weise von dem Schweizer Oberrichter Coudet geführt. Als Staatsanwalt fungiert der Luremburger Haammes, die Verteidigung des Angeklagten Savekoul sowie zweier gleichfalls angeklagter saarländischer Redakteure Weber und Spindler liegt in den Handen des bekannten Strafrechtlers Professor Friedrich Grimm(Essen), sowie der saarländischen Rechtsang#lte Dr. Pforz und Dr. Dietz Gräsident Nicklaus tritt gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt Philippi als Nebenkläger auf. Die Verteidigung hat eine große Anzahl von Zeugen benannt, von denen die Separatistenführer Hoffmann, Matz Braun und Waltz nicht erschienen sind. Nach einer juristischen Auseinandersetzung zwischen der Verteidigung und dem Staatsanwalt über die Zulassung der Beweisanträge und Zeugen den die formulierten Anträge auf Erörterung des Sinnes und des Inhalts des Vorwurfs des Separatismus und damit zusammenhängender Fragen verworfen und lediglich die Stellung einiger genauer Fragen genehmigt; des weiteren wurde eine Anzahl Zeugen als unwesentlich abgelehnt. Den Angeklagten wurde jedoch entgegen den Forderungen des Nebenklägers Nicklaus gestattet, durch ihre Verteidigung Fragen zu stellen, ob Nicklaus Besprechungen führte oder eine Betätigung ausübte, die eine unerlaubte Verquickung seiner amtlichen mit seiner privaten Tätigkeit bedeutete. Die Verbindungen des Eisenbahnpräsidenten mit den Sevaratistenführern können also in aller Breite aufgerollt werden. Dem als Zeugen benannten und erschienenen Pfarver Traurich wurde gestattet, mit Rücksicht auf seine seelsorgeri schen Pflichten die Aussage zu verweigern. Die Vernehmung des Eisenbahnpräsidenten Nicklaus gestaltete sich zu einem mehr als aufschlußreichen ungewollten Bekenntnis seiner separatistischen Umtriebe und Machenschaften, zu öenen er sein Amt als Eisenbahnpräsident und hoher saarländischer Beamter mißbrauchte. Nur mühsam wollte er mit der Sprache heraus. Offenbar eingeschüchtert durch die ihm möglicherweise widersprechenden Zeugenaussagen suchte er immer wieder präzisen Antworten auszuweichen. Nicklaus mußte, wenn auch nur sehr gewunden, zugeben, daß er Markbeträge zu sehr nieörigen Kursen anaekauft hat. Als Begründung führte er nicht nur unter Schmunzeln der saardeutschen Zuhörerschaft an, daß er sich hier im Saargebiet, nicht unter Kuratel einer für uns privaten Bank, der Reichsbank stellen brauche und daher die deutschen Deuisenvorschriften außeracht lassen könne. Nicht sonderlich sympathisch war er allerdings berührt, als ihm mehrmals bedeutet wurde, daß sich selbst französische und andere ausländische Banken loyalerweise an die Anweisungen der deutschen Devisenvorschriften hielten, während er skrupellos, soweit es ihm nur irgend möglich war, Registermarkbeträge aufkaufte. Immerhin brachte Nichlaus den Mut auf. für die Wechselstubenpolitik des amtlichen Reisebüros verantwortlich zu zeichnen, wenn er auch verschiedentlich eine frappante Unkenntnis der dortigen Vorkommnisse an den Tag legte. So wollte er sich absolut nicht genau erinnern können. daß durch illegale Registermarkaufkäufe die nette Summe von 150 000 Reichsmark in der Zeit vom 1. bis -0. Oktober in seiner Wechselstelle aufgekauft wurde. daß Leute aus den entferntesten Orten, aus Lothringen und Nancy. herbeiströmten, da überall bekannt war, wie gut und erfolgreich man seine Reichsmark beträge bei der amtlichen Wechselstelle des Saar gebietes loswerden konnte. Auch wollte Herr Nicklaus absolut nichts von dem ominösen Schild wissen, das seinerzeit zur größten Beunruhigung der Saarbevölkerung und zur wilden Schadenfreude der separatistischen Pressemeute die Verweigerung der Markannahme bei der Wechselstelle verkündete. Das Gedächtnis hatte Herrn Nicklaus bei diesem Punkt fast vollständig verlassen. Er wollte erst viel später davon erfahren haben und meinte, es hätte nur wenige Stunden dort gehangen. Nicklaus erging sich weiter in einigen vagen Ausreden. Der Vorsitzende des Gerichts stellte sedoch zu seinem stärksten Mißvergnügen immer wieder konkrete Fragen. Das Gericht beschloß nachträglich, in dieser Angelegenheit zwei weitere Zeugen vernehmen zu lassen. Es war besonders peinlich für Herrn Nichlaus. als zwei seiner Angestellten aus der Wechselstelle aussagten, die Genehmigung ihres Chefs zum Aushängen des Schildes eingeholt zu haben. Außerdem erklärten sie, daß das Schild fast 48 Stunden ausgehangen habe. Die Verhandlung geht weiter. Die Werft bleibt in Friedrichshafen DNB. Berlin, 28. Dez. Wie der Berliner Lokalanzeiger von zuständiger Seite erfährt, hat man nach eingehender Prüsung aller in Frage kommenden Umstände beschlossen, den Luftschifshafen von Friedrichshafen nach dem im Bau befindlichen Nhein=Main=Flugplatz in unmittelbarer Nähe von Franksurt zu verlegen. Die erforderlichen Anlagen werden in kaum mehr als einem Jahr fertiggestellt sein, so daß sich mit Beginn der„Zeppelinsaison“ des Jahres 1936 der gesamte Luftschiffverkehr von dem verkehrstechnisch günstiger gelegenen Rhein=MainGebiet aus abwickeln wird. Natürlich bleibt diWerft in Friedrichshafen für den Bau weiterer Luftschiffe bestehen. Ueber die Gründe und die Zukunftsaussichten dieses bedeutsamen Entschlusses ge währte Dr. Eckener einem Mitarbeiter des Lokalanzeiger eine ausführliche fernmündliche Unterredung, in der er u. a. sagte: Der Luftschiffbau Zeppelin habe sich schon seit langem mit dem Gedanken getragen, seinem Luftschiffhafen wegen der ungünstigen räumlichen und meteorologischen Verhältnisse eine neue Heimat zu schaffen, die geographisch gesehen, gleichzeitig auch zentraler als Friedrichshafen liege. Die in Friedrichshafen vorhandenen Hallen würden zum Bau neuer Luftschiffe gebraucht. Es sei damit zu rechnen, daß nach der Bildung der von uns und den Amerikauern geplanten nordtransatlantischen VerkehrsgesellVerhängnisvoller Fluchiversuch Warschau, 28. Dezember Der polnische Räuberhauptmann Maczuga, der erst vor einigen Wochen ergriffen werden konnte, nachdem er vorher mit seiner Bande jahrelang Südpolen terrorisiert hatte, bewies jetzt, daß er durch die Freiheitsentziehung von seinem alten Wagemut nichts eingebüßt hat. Allerdings konnte er sich den neuen Streich nur leisten, weil ihm einmal die Verbrecherwelt Polens restlos ergeben ist, und weil außerdem die Gefängnisbehörde von Nzeszow den Fehler beging, ihn mit anderen Sträflingen in eine Zelle zu sperren. Zwar war er Tag und Nacht gesesselt; aber was bedeutet das schon, wenn sich bei ihm andere Schwerverbrecher befanden, die keine Fesseln trugen. Sie fertigten aus Eisenteilen einer Bettstelle eine Feile an und befreiten ihn damit von seinen Fesseln. Als nun am Abend der Wärter die Zelle betrat, stürzten sich sämtliche in der Zelle anwesenden Gefangenen auf ihn und schlugen ihn nieder, während der Räuberhauptmann, der auch den Namen„Der polnische Ninaldini“ führt, durch den Gefängniskorridor eilte. Er gelangte in die im ersten Stock des Gefängnisses gelegene Wohnung des Direktors, schlich sich hier vorsichtig an ein nach dem äußeren Hof gelegenes Fenster und sprang hinaus. Dann überstieg er die Gefängnismauer. schaft drei bis vier neue Lustschifse für einen regelmäßigen Reise= und Postbetrieb zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gebaut werden müßten. Das Luftschiff„L. Z. 129“, das seiner Vollendung entgegensehe, solle ja zusammen mit dem„Grafen“ ausschließlich dem Verhehr mit Südameriha vorbehalten bleiben und nur noch solange Amertkafahrten machen, bis die neue Halle in Rio de Janeiro fertiggestellt sei. Ebenso sei von den Holländern ein Auftrag für den Ausbau ihres überseeischen Luftverkehrs zu hoffen. Friedrichshafen sei alWerft groß genug, als Luftschiffhafen aber zu klein. Mit der Anlage des Großflugplatzes Rhein=Main bei Frankfurt, wo sich künftig die großen Reichsautobahnen Nord-Süd und West—Oft kreuzen würden, sei die ideale Lösung des Probleme gefunden gewesen. Auch sei nicht zu vergessen, daß Friedrichshafen 400 Meter über dem Meeresspiegel liege, während die Rheinebene um 300 Meter tiefer gelegen sei. Das bedeute für ein Luftschiff einen Mehrauftrieb von mehreren Tonnen. Auch rein klimatisch sei die Gegend bei Frankfurt dem Bodenseegebiet vorzuziehen. Außerdem sei es für die holländischen, skandinavischen, englischen und andern internationalen Fahrgäste ungleich bequemer, wenn der Startplatz der Luftschiffe in Frankfurt statt in Friedrichshafen liege.„Wir können uns“, so schloß Echener,„zu dem neuen Luftschiffhafen nur beglüchwünschen, denn er ist der beste, den man in Deutschland finden konnte.“ — Von zwei Schüssen getroffen In dem Gefängnis selbst hatte man bis dahin von seiner Flucht nichts bemerkt. Erst als er schon auf der Straße stand, sah ihn ein Wachtposten im Schatten der Mauer stehen. Er rief ihn an, worauf der Räuberhauptmann die Flucht ergriff. Da hierdurch der Wachtposten die Gewißheit erlangte, daß er einen Ausbrecher vor sich hatte, gab er einen Schuß auf den Flüchtling ab, der diesen in den Arm traf. Trotzdem rannte Maczuga weiter. Durch den Schuß wurde aber ein anderer Wachtposten auf ihn aufmerksam, der weiter vorn stand und von dem der Ausbrecher nichts wußte. So konnte dieser Wacht posten ruhig sein Gewehr anlegen und auf Maczuga zielen. Der Schuß, den er abseuerte, traf den Räu berhauptmann denn auch so gut, daß er sich über schlug und liegen blieb. Als die beiden Wächter bei ihm standen, stöhnte er vor Schmerzen und sagte schließlich:„Tötet mich ganz. Ich halte es im Gefängnis nicht aus.“— Einer der Wachtposten rief nun schnell den Gefäng nisarzt herbei, der Maczuga in das Hospital schafsen ließ. Dort stellte er fest, daß der Ausbrecher einen Bauchschuß erhalten hatte, der ihm wohl das Leben kosten dürfte. Auch eine sofort vorgenom mene Operation nützte nichts, der Verbrecher liegt immer noch in hoffnungslosem Zustande darnieder. Einbrecher mit Kinderstube Das Ende des polnischen Rinaldini Eine rücksichtsvolle Fesselung— Humor in allen Lebenslagen 2 Paris, 28. Dezember Guterzogene Menschen sind immer eine Freude für ihre Umwelt, denn sie sind rücksichtsvoll und uvorkommend, selbst wenn sie den wenia ehrenvollen Bernf eines Einbrechers ausüben. Diese Erfahrung machte am Heiligen Abend ein holländischer Geschäftsmann namens Padberg, dek in dem romantischen bei Paris gelegenen Ort Sèvres eine wunderschöne Villa bewohnt. Wie das so mancher Mensch gern tut, wollte Herr Padbera in den Weihnachtstagen ganz unbelästigt sein. Hätte er sich Freunde geladen, so wäre die Rede sicher auf geschäftliche Dinge gekommen. So erzählte er jedem, der es hören wollte, daß er die Weibnachtstage über verreisen würde. Nur seine Dienstboten wußten von seinem Ruhebedürfnis. Gegen sechs Uhr abends bescherte Herr Padberg seine Dienstboten und entließ sie. Als sie alle gegangen waren, wandelte er durch sein Haus und erfreute sich der Ruhe. Im Vestibül jedoch traten ihm plötzlich zwei elegant gekleidete Herren mit dem Ruf „Hände hoch“ entgegen. Dabei hielten sie drobend Revolver auf ihn gerichtet. Er glaubte zuerst, zwei Freunde vor sich zu haben, die sich einen dummen Scherz mit ihm leisteten. Als die Revolver aber gar nicht sinken wollten, und der eine Herr ihn nochmal aufforderte, die Hände hoch zu heben, folgte er der Aufforderung. Er forderte die kindringlinge auf, ihn zum Geldschrank zu begleiten, damit er ihnen seine Barschaft aushändigen könne. Da es nur 1500 Franken waren, die er im Hause hatte, meinte der eine der Gentlemen=Einbrecher, daß sich das kaum der Mübe lohnte „Aber bitte“, sagte Herr Padberg darauf,„halten Sie sich nur schadlos, sofern Zie etwas finden, das Sie interessiert.“ Ueber so viel Entgegenkommen waren die beiden Einbrecher reichlich erstannt. Es bestimmte sie sogar, dem Hausberrn zu zeigen, daß sie ihm an„auter Erziehung" in nichts nachstanden. Sie entschuldigten sich, daß sie so unvermutet eingedrungen wären, und sagten bedauernd, sie müßten ihn nun auch noch fesseln. Ihre Sicherheit erfordere es Sie erklärten sich aber gern bereit, Herrn Padberg so zu fesseln, daß es ihm nicht unbequem würde. Sie wollten ihm die Beine und die Hände zusammenbinden und wollten sogar davon absehen, ihm einen Knebel in den Mund zu stecken, wenn er ihnen das Versprechen geben würde, nicht um Hilfe zu rufen. Herr Padberg fand, daß ein Knebel eine unangenehme Sache ist, und gab deshalb das gewünschte Ver sprechen. Die beiden„Gentlemen“ verschnürten ihn gut. Während der wenigen Worte, die sie dabei noch mit dem Ueberfallenen wechselten, erfuhren sie, daß er herzkrank ist. Darauf drehten sie ihn, nachdem er gefesselt und aufs Bett gelegt worden war, so. daß er auf die rechte Zeite zu liegen kam. Dann verschwanden sie aus dem Schlafzimmer, und erst nach einer halben Stunde hörte Herr Padberg ihr Auto davonfahren. Gegen neun Uhr erschien zufällig ein dienstbarer Geist. Er befreite ihn von den Fesseln und rief die Polizei herbei. Inzwischen durchforschte Herr Padberg seine Wohnung und ent deckte, daß sich die Einbrecher an wertvollen Schmucksachen, einer Bronzefigur und einem Grammophon schadlos gehalten hatten. So war die Enttäuschung der Einbrecher wenigstens nicht ganz so groß. Sicher hatten sie erwartet, daß der reiche Kaufmann hunderttausende Franken in seiner Wohnung aufbewahren würde. Herr Padberg jedenfalls nahm ihnen den kleinen Ueberfall nicht übel. Er sagte zu dem vernehmenden Polizeikommissar, daß er nicht immer so rucksichtsvolle Gäste in seinem Haus gehabt hätte, wie es diese beiden Einbrecher gewesen wären, die sogar auf seine Gesundheit geachtet hätten. Denn sicher wäre es nicht ohne einen schweren Herzanfall abgegangen, hätten ihn die Gentlemen auf die linke Seite gelegt. Raubmörder festgenommen Koln. 28. Dez. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, die Tater der im Fruhjahr 1933 in der Nähe von Groß Konigsdorf auf Infassen von Kraftwagen verübten Raubüberfälle zu ermitteln. Es wurden der 32ährige Joseph Simon, der zuletzt in Horrem wohnte, und der 33jährige Wilhelm Außen, zuletzt in Koln wohnbaít, festjenommen und überührt. Ein dritter Tater, der der Kriminalpolizei ereits mit Namen bekannt ist, wird noch gesucht. Im Frühjahr 1939 haben die drei Verbrecher. die sich durch Gesichtsmasken und Tücher unkenntlich gemacht hatten, die Infassen von Kraftwagen überfallen. Zie nahmen ihren Opfern unter Vorhalten von Pistolen Geld und Wertsachen av. Sie raubten aber nicht nur Geld— in einem Falle er beuteten sie 400 Mark und Schmucksachen— sondern zogen einem ihrer Opfer sogar Mantel. Rock und Weste aus und versuchten sogar, ihm die Schuhe von den Füßen zu nehmen. Als sie am 22. Mai 1933 auf den mit seinem Kraftwagen anhaltenden Euskirchener Kaufmann Jacquemain mit dem Rufe„Geld oder ich schieße“ eindrangen, wurde J., der Miene machte, sich zu widersetzen, durch einen Bauchschuß so schwer verletzt, daß er am nächsten Tage starb. Simon und Außen mußten sich angesichte des erdrückenden Beweismaterials der Kriminalpolize zu einem Geständnig bequemen Mit dem Rad lödlich verunglückt Leverkusen 28. Dez. Ein schwerer Verkehrsunkall trug sich am Donnerstagmittag auf der Kölner zu. Der 42jährige Anton Beucher hielt in der linken Hand, auf seinem Fahrrad fahrend, einen schweren Koffer. Als Beucher einer Straßenbahn ausweichen wollte, verlor er die Herrschaft über sein Rad, das ins Rutschen geriet. Ein Lieferwagen erfaßte das Hinterrad des Fahrrades, wobei der Radfahrer mit voller Wucht gegen den Anhänger der Straßenbahn geschleudert wurde. Der Unglückliche erlitt so schwere Verletzungen, daß er wenige Minuten später verschied. Der Grevensteiner Mord aufgeklärt Dortmund. 28. Dez. Der Dortmunder Mordkommission ist es gelungen, den Mord an der 21jährigen Ehefrau Klara Kaiser in Grevenstein aufzuklären. Der Täter ist der Schwager der Ermordeten und zwar der 21 Jahre alte Georg Weber. Er hat nach eigenem Geständnis die Frau nach voraufgegangenem Streit auf dem Heuboden mit einer Wäscheleine erdrosselt. In wieweit die übrigen Familienmitglieder an der ruchlosen Tat beteiligt sind, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben. Im Auto verprügell und beraubt Dreister Uebersall Kreseld, 28. Dez. Ein Handwerksmeister wurde in Gladbach von zwei Unbekannten zu einer Antofahrt eingeladen. Das Auto fuhr in Richtung Krefeld. Unterwegs wurde der Handwerksmeister verprllgelt und ihm ein größerer Geldbetrag geraubt, Dann warfen ihm die rabiaten Burschen aus dem Anto und fuhren in Richtung Gladbach davon. Zusammenstoß zwischen Autobus und Straßenbahn Neun Verlette. DNB. Dresden, 28. Dez. Im Freitag ereignete sich in der eLipziger Straße ein Zusammenstoß zwischen einem städtischen Autobus und einem Straßenbahn zug der Linie 115. Dabei wurden— vorwiegend durch Glassplitter— in dem Straßenbahnzug zwei Fahrgaste und in dem Autobus, in dem sich eine auswärtige Reisegesellschft befand, sieben Fahrgaste ver letzt. Zwei der Verletzten mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Rudolf Karstadt AG verkauft Verwallungsgebäude DNB Berlin, 28. Dez. Die Rudolf Karstadt=A6 hat an den Reichsfiskus ihr Verwaltungsgebäude Berlin, Neue Königstraße 28.36. verkauft. Das Ge de wird in Zukunft der Unterbringung einer“ ..en hienen. Die engere en na Karstadt bleibt zunachst noch als Micter in den bisherigen Verwaltungsgebäude. Der Hauptteil des Zentralbetriebes, insbesondere der umfangreiche Zen traleinkauf für sämtliche eigenen und angeschlossenen Betriebe, wird im Laufe der nächsten Monate interimistisch in verschiedenen Gebäuden innerhalb der Stadt untergebracht werden. Die Lösung der Frage der endgültigen einheitlichen Unterbringung des gesamten Betriebes steht noch offen. Großer Hypolhekenbankschwindel in Holland aufgedeckt DNB. Haag, 28. Dez. Die hiesige Polizei hat einen großangelegten Hypothekenbankschwindel, der von einem sogenannten Trust Hypothécaire in Luxem burg ausgeht, aufgedeckt. Diese Gesellschaft hat wiederholt in Holland über den Ankauf von Hypothekenbanken und anderen Gesellschaften Verhandlungen geführt, ohne das für diese Transaktionen benötigte Kapital zur Verfügung zu haben. Unter dem Verdacht des Betruges wurden im Haag mehrere Vorstandsmitglieder der Luremburger Unternehmung, ein in Frankreich ansässiger holländischer Staatsange höriger, van Groeneedaals, und ein in Paris ansässiger tschechischer Staatsangehöriger, Robert Bauer, festgenommen. Der eigentliche Hintermann und Leiter dieser betrügerischen Manipulationen 1it der aus Litauen stammende Finanzmann Salomon Liebermann, der sich bereits vor Jahren in Holland wegen unlauterer finanzieller Machenschaften strafrechtlich zu verantworten hatte und seitdem in Paris wohnt Wichtig für Saarabstimmungsberechligte Berlin, 20. Dez. Bei der Aufstellung der Listen der Saarabstimmungsberechtigten für die Eisenbahnfahrkarten hat sich ergeben, daß Briefsendun gen wegen nicht mehr zutreffender Anschrift als unbestellbar zurückgekommen sind. Die Saarabstimmungsberechtigten, welche in letzter Zeit ihren Wohnsitz verändert und ihre neue Anschrift noch nicht gemeldet haben, werden deshalb hiermit eben so höflich wie dringend gebeten, ihre veränderte Anschrift ihren Ortsgruppen und ihren Saar obleuten umgehend mitzuteilen, damit die Eisen bahnfahrkarten ihnen rechtzeitig und richtig zugestellt werden können. Kommunistische Propaganda unter sapanischen Studenten DNB Tokio, 28 Dez. Wie amtlich mitgeteilt wird, nd 21 Studenten der Universität Kioto wegen kom unistischer Propagande verhaftet worden. Die Stn denten bildeten in t:* Universität eine geheime kommunistische Zelle. 15 der Verhafteten wurden dem Gericht übergeben V im Hotel Monopol Tischbestellung trühzeitig erbeten: Telefon 667 41 Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! P Falbender. Rum, Arrak, Kotwein empfehlen zur Grogbereitung A. Janzit Bochum Gußstahlstraße 12 J. Strätling Bochum Hellweg 54 Nicht die Größe einer Zeitungaanzeige ist für den Erfolg entscheidend sondern die Beandigkett. mu der geworben wird Hotel Kaiserhof Inhaber: Hermann Hodde Bochum, Bongardstrabe Die Gaststätte des reisenden Kaufmanns Heute nachmittag 6 Uhr Eröffnung Westfalenhaus Haus der Stände, Besitzer W. Plelken Bochum, Brückstraße 41. 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Auch die Müden und Sterbenden drängt sie erbarmungslos zum jäh abfallenden Rand, wo die uferlose Ewigkeit an die zerrinnenden Gestade des Diesseits brandet. In majestätisch gemessenem Gange schreitet die Zeit über alles Leben und Menschenwerk hin weg. Sie läßt sich von niemand und von nichts aushalten und durch niemand und durch nichts in ihrem ewigen Gange beeinflussen. Sie ist der eherne Rhythmus, nach dem sich unser Leben erfüllt, das Meßinstrument, das den Ablauf unseres Daseins registriert. Die Zeit ist aber auch das unheildrohende Schwert, das während unseres ganzen Lebens über uns schwebt und Wecr und Charakter jeder menschlichen Handlung mit unfehlbarer Sicherheit richtet. Es liegt nur in unserer Gedankenlosigkeit, daß wir von dieser Tatsache nicht bis ins Mark erschüttert werden! Wenn wir mit dieser Erkenntnis die Zeiger der Uhr betrachten, dann müßte uns ein Schrekken packen, wie härglich„bemessen“ Stunden, Tage, Monate, Jahre sind und wie schnell die „Zeit“ verrinnt! Und immer, immer, bei Tag und Nacht, schreitet die Zeit unserem Schicksal voran. Wir können die Zeiger der Uhr zum Stehen bringen,— nicht aber das Uhrwerk der Zeit, das unaufhörlich mit seinen schweren Rädern unserem Schicksal den„Lauf“ gibt. Man mag Tag oder Nacht in Freuden oder Trauer, in Lust oder Schmerz verbringen,— aus dem Tag wird die Nacht und aus dieser wieder jener;— ob man diesen begrüßt oder jene verwünscht, sie sind da, sie kommen und gehen. Jeden Augenblick nerschmilzt ein Stück unseres Lebens, und die Zeit trägt eine Gutschrift oder Lastschrift ins Konto unseres Lebens ein, wonach wir gerichtet werden. Ich begreife nicht, daß es Menschen gibt, denen das furchtbare Geheimnis der Zeit nie zu denken gibt, die„Tag für Tag“ verrinnen lassen, als schöpften sie Tropfen aus einem unermeßlichen Meere. Jeder Augenblick ist„ein Stück Zeit“, ob man wacht oder schläft, es reiht sich Augenblick an Augenblick, Minute an Minute Stunde an Stunde, es zerrinnen Tage wie Stunden, Jahre wie Monate, und wenn es ein Mensch „hoch“ im Lebensalter bringt, dann sind es 35 000 Tage. Wenn nun auch der Ablauf der Erdenzeit der Willkür des Menschen entzogen ist, so kann man doch die allmähliche Zeit„meistern", man kann jeder Stunde des Lebens das Merkmal des guten Willens aufprägen, d. h. die Zeit nützen(„carpe diem“ heißt ein lateinisches Sprichwort), die dann„gutgeschrieben“ wird im Buche des Lebene Diese Stunden kann man dann wie Perlen aneinanderreihen, die die Opfer der menschlichen Mühsalen und Leiden in Schönheit widerstrahlen. Wieviele Stunden verbraucht man doch für den Kampf ums Dasein und wie wenig Zeit hat man zur Besinnung, das Leben in Segen zu verwandeln. Eine einzige Minute ist eigentlich lang genug, diese Besinnung zu ermöglichen. In einem einzigen Zeitmoment kann sich die Menschenseele wandeln zu der Erkenntnie, daß die Zeit des irdischen Daseins der Weg zur Ewigheit ist. Wer dies verstehen will. erkennt, daß das Leben und seine Zeit wesentlich an das Vergehen aller menschlichen Dinge gebunden ist. Es gibt nur „Zeit“, weil Menschen und Dinge vergänglich sind. Taglich drängt alles dem Ende zu. Was ist das Leben und seine Zeit? Ein Dunst, der eine „Zeitlang“ sichtbar ist und dann verschwindet. gleichwie ein Komet.„Was ist die Zeit an sich“ frägt der hl. Augustinus.„Wenn mich jemand danach fraat, so weiß ich es. Wenn ich es aber jemand erklären soll, so weiß ich es nicht. Doch soviel kann ich gewiß sagen: Ginge nichte vorüber, so gäbe es keine Vergangenheit, häme nichte heran, so gäbe es keine Zukunft; bestände nichte, so gäbe es keine Gegenwart“. Der ruhende Pol unseres Lebens liegt jenseits der Zeit, mo es heine Vergänglichkeit mehr gibt,— dort in der unendlichen Ewigkeit. Deshalb soll der Mensch sein Leben bewußt leben. d. h. er soll an das Ende denken und daran, daß die„Zeit“ niemals, niemals wiederkommt CHRISTI REICH Lobsingen soll mein Mund dem Herrn, und alle Welt preise seinen heiligen Namen! „...zum Zeichen des Widerspruchs..." Wir haben das hehre Geheimnis vom„Kindsein Gottes unter den Menschen“ in der hl. Weihnacht neu erleben dürsen. Alles hoffende Streben nach ewiger Vollendung, wie es die Kirche im christusgläubigen Herzen mehr und mehr zu verwirklichen sucht, kehrt immer wieder zu seinem Ausgangspunkt zunuch, zur „Fülle der Zeiten“, wo Gottes eingeborener Sohn auf Erden erschien. Im Kreislauf des Jahres soll sich auf diese Weise Glied an Glied zusammenfügen zu der Kette eines zu ewiger Vereinigung mit Gott emporwachsenden Christenlebens. Diese unsere Berufung liegt klärend und verklärend auch über dem stets wiederkehrenden Wendepunkt der bürgerlichen Zeitrechnung, dem Neujahrstag. Der unbesinnliche Mensch mag schließlich wohl abgestumpft werden gegenüber dem Mangel, der allem zeitlichen Leben anhaftet, gegenüber der Tatsache, daß jedes Jahr, das der Zeit hinzugezählt wird, der Dauer seines irdischen Lebens abgeht; er mag— ungläubig gegenüber dem Christentum— untertauchen im vieltausendjährigen Lebensstrom der Menschheit im allgemeinen oder seines Volkes im besonderen und in diesem Sinne von„ewigem“ Leben träumen. Und doch erlöst ihn das nicht von der Wahrheit der Begrenzung alles geschöpflichen Daseins, es gibt seinen moralischen Anschauungen vor allem nicht den unverrüchbaren Ewigheitsgehalt, der das einzig feste Fundament ist für die menschliche Gemeinschaft. So wollen wir in dieser heiligen Zeit der Jahreswende all' unser natürliches Hoffen und Wünschen unterbauen mit dem christlichen Erlösungsgedanken, wie ihn die Weihnachtszeit in ihrer Art uns nahebringt: Der Glaube, daß Gott in Jesus Christus die menschliche Natur angenommen hat, reißt uns mächtig hinaus über die bloße Anerkennung einer mehr oder weniger blinden allmächtigen Vorsehung. Vom Schicksalsglauben, wie ihn das Heidentum im Götzendienst kultisch umrankte, spricht Paulus im Brief an die Galater als von einer sklavisch elementaren Weltauffassung. Auf die gleiche religlöse Stufe sank das Judentum herab, als es sich in die rein äußerliche formale„Gesetzestreue“ versteifte und davon das Heil erwartete. So war es zu dem Zeitpunkt, wo das alttestamentliche Gesetz seinen Zweck erfüllt hatte, verschlossen und unempfänglich für den lebendigen Glauben an den persönlichen„Vater“ gott, der im Erlösungswerk des Heilandes der ganzen Menschheit aufleuchten sollte Das ist das Grundstück unseres weihnachtlichen Erlösungoglaubens, daß wir zu lebendiger und lebensvoller Gottesverbindung als freie und mündig gewordene Gotteskinder kommen können und müssen. Hier stehen sich die rellgiösen Auffassungen des offenbarungsgläubigen Christentums und des modernen „Neuheidentume" schroff gegenüber. Die Vertreter des Neuheidentums prägen den Begriff einer„Gotteskindschaft“, die selbstherrlich die Wesensverschiedenheit zwischen Gott und dem eigenen seelischen Ich leugnet und darum„frei ist von Gott"; Ziel der christusgläubigen Golteskindschaft aber ist jenes Einswerden mit Gott in der höchsten Liebe, derart, daß die Erfüllung des göttlichen Willens uns kein Zwang mehr bedeutet, sondern Selbstverständlichheit und tiefster Sinn des Lebene. Die Neujahrsparole für dieses Ziel kann sich niemals ändern; sie ist Neujahrsgebet und Neusahrssegen zugleich: Das Eine Wort„Jesus", d. h.„Heiland“! In aller Not und Wirrsal der Zeitenwende unseres Jahrhunderte sprechen wir mit diesem Namen unseren höchsten Seelenadel aus. Als„Zeichen des Widerspruchs“ erklärte der greise Simeon schon diesen Namen; darum soll er uns umso teurer sein, weil darin auch die Berufung unseres Volhes zum Reiche Gottes enthalten ist. Nebelhaft liegt im Dämmern des neuen Jahres die Zukunft vor uns. Eines nur ist uns gewiß: Daß wir Kämpfer sein müssen!„Kämpfer zu sein für Gott und Sein Reich“— das ist die heroische Aufgabe heiltgen christlichen Strebens, das dem Aufstieg unseres deutschen Volkes nicht am schlechtesten dienen wird. Unseres neugeborenen Erlösere Namensfest erinnert uns zugleich daran, daß christliche Sitte mit der heiligen Taufe ebenfalle die Benennung mit einem eigenen Namen pflegt, mit dem Namen eines Heiligen. Wenn „hein anderer Name ist, können“. Sei es drum ein„rechtes Anfangen“ des neuen Jahres!„Durch Jesus zum Vater im Heiligen Geift!“ ist der Sinn der Paulinischen Sonntagsepistel. Das gibt die neubelebende Spezifizierung der Gedanken, die uns das verblaßte„Mit Gott!“ wieder wertvoll machen, das einst über allem Anfang zu stehen pflegte. Rechte Uebung des Geistes der übernatürlichen Gotteskindin dem wir sellg werden schaft bewahrt am besten uns die Jugendfrische und sichert uns ewige Jugend. Sie fordert freilich hienieden Kampf und Arbeit; zu beiden mag uns das neue Jahr bereit finden in der Kraft des Namens Jesus! F. Krüger, Pastor. Christus, das Heil der Welt In sinnschoner Weise bringt unser Bild Neufahrsgedanken zum Ausdruck. Es ist eine alte Glückwunschkarte aus dem 6. Jahrbundert. Christus, der Erlöser, ist das Heil der Welt. Das himmlische Kind ist der Herrscher des Weltalls. Mit seiner Rechten segnend, hält er in der Linken die Kugel der Weit. Zu seinen Füßen liegen die Marterwerkzeuge der Erlösung. Im Gedanken an seine Herrschaft beginnen wir das neue Jahr, daß es uns Segen und Frieden bringe. vor Gott" welche Liebe uns der Vater schenkte, daß wir Kinder Gottes heißen und sind!" Ja, ihr unkindlichen Christen, reißt nur eure Muskeln straff zusammen, schüttelt nur eure grauen Haare, beschwert euch nur, daß euch da einer als Kinder, wenn auch als Kinder Gottes anredet und behandelt... Ob wir uns den Urboden unseres Glaubene bewahrt haben, die Geborgenheit in der Liebe des Vaters— ob Nachdem Christus aus dem„Kindsein vor Gott“ geradezu ein Evangelium gemacht hat, wird es in allen christlichen Zeiten seinen Platz behaupten. Nur wird ihm nicht jede Zeit soviel Mißtrauen entgegenbringen wie die unsere— die sich vor Gott und Menschen viel mehr in der Geste der Kraft und des Wissens gefällt. Sich als Kind wissen vor Gott— das läßt uns in Ruhe am Strudel des Lebens stehen, daraus schöpfen, schon der Name„Jesus" Wesen und Charakter seines Trägero zum Ausdruch bringt, so mag auch unser Taufname nicht eitel Schall und Rauch sein; er weist uns auf die besondere Nachfolge, die wir unserem Namenspatron schulden. Mehr ale 1900 Jahre lang ist die Straße geworden. die hinfuhrt zum menschgewordenen Gottessohn; und auf dieser Straßze wandelten Millionen vor uns:„Ihm nach!"„Durch Nacht zum Licht!"„Durch Kampf zum Sieg!" Millionen wiederum blieben liegen am Weg, weil sie die Kraftquellen des Christentume vernachlassigten; und wiederum Millionen versuchten es, auf jede denkbare Art und Weise den Weg zu Jesus zu versperren und verächtlich zu machen. Vergebeno! Denn wir uns die Seele bewahrt haben und Seele in jedes Tagewerk legten— ob wir nach echter Kinderart gerade in den dunkelsten Nächten des Lebens die Sterne, die Ideale, die Engel und das Licht des Vateram deutlichsten gesehen haben— ob wir über alle unsere Schwächen hinweg den Faden der heiligen Liebe und ehrfürchtigen Gottanhänglichkeit weitergesponnen haben— ob wir uns auch in unseren schlimmsten Menschlichkeiten immer noch als Kinder Gottes ansprechen konnten— ob wir in der Schrniede des Lebene, auf den Zinnen unserer Erfolge, inwendig, in Glauben und Beten, Kinder geblieben sind vor unserem Gott.— das suchen die Augen des Heilandes an uns zu ergründen. darin arbeiten, darin schwimmen. Sich als Kind wissen vor Gott— das gibt unsern Schwachheiten und Sünden gegenüber die rechte ernste Einschätzung und Bemühung. Sich als Kind wissen vor Gott— das hilft uns beten, hilft uns leben, hilft uns streiten, hilft unsterben.——— So kehre auch du in das Land deiner Kindheit zurück! Und wenn dir Eltern und Erzieher eine Kindheit nicht sollten bereitet, sondern verwüstet haben, du Armer, so entdeche sie in deinen alten Tagen vor deinem Gott. Denn uns allen ist gesagt:„Seht, welche Liebe under Vater geschenkt hat, daß wir Kinder Gottes heitzen und sind"(1. Joh. 8. 1). (Aus R. Linhardt. Das Leben ruft.) EPISTEL vom Sonntag in der Weihnachtsoktav. Gal. 4. 1—7: Brüder! Solange der Erbe noch unmündig ist. unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, obwohl er Herr von allem ist. Er steht unter Vormundschaft und muß sich den Anordnungen fügen bis zu dem Termin, den der Vater festgesetzt hat. So war es auch mit uns: Solange wir noch unmündig waren, unterstanden wir sklavisch einer elementaren Weltauffassung. Aber da kam die Fülle der Zeit, und Gott sandte Seinen Sohn, ließ Ihn annehmen die menschliche Na tur aus dem Mutterschoß und gesetzespflichtig werden, um diejonigen, die unter äußerem Gesetzeszwang standen, zu erlösen; wir sollten als Gotteskinder angenommen werden. Zum Zeichen dafür, daß ihr nun Gotteskinder seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der da ruft:„Abba, Vater!“ Also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe durch Gottl Starkmut Geduld und Demut Worte des heiligen Johannes v. Kreuz. Sein Recht nicht geltend machen und allen den Vorrang gonnen, ist das Zelchen eines starken Geistes, einer edlen Seele, eines freigebigen Herzens, das die Eigenschaft besitzt, eher herzugeben als zu empfangen, daß sie selbst zur Hingabe seines eigenen Ichs emporschwingt. Solche Seelen betrachten es als eine Last, Herr über sich selbst zu sein, und ziehen es vor, in voller Selbstentäußerung anderen zu dienen, da wir doch jenem unendlichen Gute mehr zu Eigen sind als uns selbst. * Eine Seele, die nicht in mancherlei Versuchungen und Leiden geprüft und erprobt ist, vermag ihren Sinn nicht der Weisheit zu erschließen. Denn so sagt der weise Mann: Wer nicht versucht wird, was weiß der? Mit je reinerer Absicht man die Leiden auf sich nimmt, desto mehr wächst und nimmt die Reinheit der Erkenntnis zu. * Wenn der Geist der göttlichen Weisheit in demüttgen Seelen wohnt, dann veranlaßt er sie, ihre Gnadenschätze geheim zu halten und ihre Fehler zu offenbaren. Die Vollkommenheit besteht nicht in den Tugenden, die die Seele an sich gewahrt, sondern in jenen, die daAuge unseres Herrn in der Seele entdeckt, und da dies für uns ein Geheimnis ist, so muß sich die Seele vor Eigendünkel hüten und Mißtrauen auf sich selber setzen. Neujahrsgelůbde Nimm dein Herz in beide Hände, Trag' es hin auf den Altar, Bring's dem Schöpfer alles Lebens Dankend heut zum Opfer dar. Nimm die Lieb', die in dir glühet, Die dir heiß das Herz bedrängtWeihe sie dem Heiland freudig, Der den Himmel dir geschenkt. Nimm die Treu' die in dir ankert, Unerschüttert, fest und wahr, Schwöre es dem Geist des Lichtes= Christi Streiter immerdar Ein Jahr ist dahin! Wir nehmen mit jenen Gefühlen der Seele. die je nachdem uns die Ereignisse und Erlebnisse freudia oder leidvoll bewegen, teils wehmütig teils erlöst aufatmend von ihm Abschied. Wir überdenken bei seiner Abfahrt in den Ozean der Gezeiten noch einmal seiner guten und schlimmen Tage, die es uns brachte. Ein Volk in Trauer. Für Deutschland geht ein Jahr ernster Trauer dahin. Das Ereignis des Volhes, das alle andere überschattet und verdunhelt ist der Tod des greisen ehrwürdigen Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten von Hindenburg. Ein Vater des Volkes ging dahin, ein Mann seltenster Art. dessen Lebensstern unter der Lofung„Pflicht und Treue“ stand. Am 2. August 1934 starb dieser gerade, wahrhafte Mensch von innerer und äußerer Größe. Das deutsche Volk trauert ihm nach. Mit Hindenburg starb eine Zeit bester Tradition, ein Soldat alter Art. Andere Soldaten, die mit ihm im großen Ringen des Weltkrieges standen, folgten oder gingen ihm in diesem Jahre im Tode voraus. General Horn. General von Einem. General von Hutier, hinter denen Geschichte steht. Andere große Namen folgten ihnen in der schwarzen Liste der Toten: Oskar von Miller, der große deutsche Techniher und Erfinder, Richard Kralik, ein Heros des Geistes, starb im hohen Alter in Wien, als das Jahr bepann, verschied ein Mann wie der geschätzte Volksbildner Anton Heinen. Katastrophen, Attentate, Massentod. Woran sich Erinnerungen und Gedächtnis am festesten klammert ist das gräßliche, unvorhergesehene Wüten des Massentodes, menschenfeindlicher Katastrophen und gewaltsamen Todes. 1934 ist reich an dunklen Ereignissen dieser Art in Europa, wie selten ein anderes Jahr. Wollte man sie in einem Film festhalten, das Auge ertrüge nicht ihre entsetzlich sich gliedernde Kette. In lebhaftester Erinnerung steht der mörderische Tod von Staatsoberhäuptern: in unmittelbarster zeitlicher Nähe das Attentat von Marseille, das den König von Jugoslawien und den französischen Außenminister Barthou dahinraffte, zunar in Oesterreich Dr. Dollfuß beim Bürgerkrieg einem Attentat. Der Tod lauerte in vielfältigster Form. Der König der Belaier stürzte in den Bergen tödlich ab. Entsetzlich ist die lange Reihe der Katastrophen und Bergwerksunglücke. Man hönnte dieses Jahr als ein Unglücksjahr für den Bergmann im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnen. Immer wieder liefen aus aller Welt Meldungen über Grubenunglücke ein Gleich im Januar behielt der Nelson=Schacht bei Osseg 142 Tote, ein Erdbeben verursachte eine Grubenkatastrophe in Beuthen, der 7 Tote zum Opfer fielen, entsetzlich war das Grubenunglück in Serajewo. dem 127 Tote anheimfielen, ihm folgte einen Monat später das Unglück der Kaligrube von Buggingen in Baden. das 86 Särge bereithielt; dann kam die Unheilsbotschaft aus Mons: 42 Tote durch Schlaqwetter, zu der sich weitere aus aller Welt gesellten. Katastrophen suchten die Menschheit in unheilvoller Häufigkeit heim. Das Jahr fing nicht alüchlich an, als der Draht nahezu 10000 Todesopfer eines Erdbebens in Indien meldete, eine furchtbare Lawinenkatastrophe in Italien, ein Orkan über Norddeutschland, der in Berlin Dächer abdeckte und einen Funhturm einstürzen ließ. 1000 Menschen kamen bei einem Riesenbrand in Japan zu Tode, 40 Menschen wurden an der norwegischen Küste vom Meer verschlungen, 7 begrub der Einsturz eines Schulhauses bei Stuttgart, 800 hamen durch die Hitze in Ameriha um. tausende durch Ueberschwemmungen in China und viele in Polen. Soviel Zahlen, soviel Unheil! Wille zum Ausbau. Aber alles das hält nicht das Leben auf. das drängend voranschreitet. Daerste Jahr nach der nationalsozialistischen Revolution zeichnete Entschlossenheit und tatkräftige Initiative aus. Wir sagten schon oben. daß es ein Jahr der Entscheidungen genannt werden darf. Es begann mit der großen Rede Hitlers am 30. Januar. an dem zum ersten Male der im November vorher gewählte Reichstag zusammentrat, in der Verkündung von nur noch einer Reichsautorität, Freiherr von Fritsch wurde Chef der Heeresleitung Während sich in Frankreich die Kabinettstürze, äußerlich verursacht durch den Stannski=Shandal. dem ein ganzer Rattenschwanz von Skandalen biø in die letzte Zeit folgte, und unter heftigen, sogar blutigen Demonstrationen in Paris. nacheinander ablösten, schritt die deutsche Politik von Etappe zu Etappe. Der Dampf gegen die Arbeitslosigkeit wurde mit Macht aufgenommen und erfolgreich verfochten. Eine Großzahl von Gesetzen wurde beschlossen. Große Ausstellungen wurden eröffnet: die grofp Autoausstellung in Berlin. die Ausstellung„Deutsches Volk— deutsche Arbeit“. Den Willen zur Einigkeit bekundeten Zusammenschlusse wie die Verschmelzung des Stahlhelme mit der SA. die Sammlung aller Saardeutschen in der„Deutschen Front“. In vielfältigster Weise wandte sich die Initiative der Saar, diesem herndeutschen Lande zu das in diesen Tagen seiner Abstimmung entgegengeht. Eine große VDATagung in Trier gab dem gleichen Gedanken einmütigen Ausdruck. In drei Großkundgebungen dokumentierte sich der Wille der Geschlossenheit noch besonders: dem„Tag der Arbeit“ auf dem Tempelhofer Feld, der Bauernkundgebung auf dem Bücheberg und der Kundgebung des deutschen Handwerks in Goslar. Im Mai hatte der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler jene denkwürdige Zusammenkunft mit Mussolini, die die beiden Staatsmünner persönlich zu ernstem Austausch näher brachten. Entschlossen kam immer wieder der Wille zum Aufbau und Staat zum Durchbruch. Die Bereinivona gung von Auswüchsen in der SA war hier eine Etappe. Zum SA Führer und Stabschef wurde Lutze ernannt. Wirksam setzte sich Reichsminister Goebbels gegen ausländische Lügenpropaganda zur Wehr. Das Volk gab Adolf Hitler am 19. August sein„Ja“ über die Betrauung mit den Funktionen des Reichspräsidenten. Ewige Kirche. Ein letzter Blick wendet sich der Kirche zu. Still lebt sie ihrer Aufgaben. Sie ist die ewige, die sich gleichbleibende Hüterin des Göttlichen: sie mahnt, ruft, leidet aber stirbt nicht. In großen Kundgebungen sammelte sich das deutsche katholische Volk, um immer wieder, ob in Köln, Mainz, Münster, Berlin, Stuttgart ihre Treue zur Kirche zu bekunden. Grosse Heiligsprechungen, darunter die des Don Bosco, des Bruder Konrad fanden statt, zu denen sich Tausende einfanden. Der Höhepunkt war der großartige Eucharistische Kongreß in Buenos Aires. Ein reges kirchliches Leben entwichelte sich. Neue Bischäfe kamen: so Graf Galen von Münster, Bischof Dr. Machens von Hildes heim. Die Hand des Todes aber griff auch hier nach Persönlichkeiten. In Deutschland starb der Bischof von Berlin. Dr. Schreiber, Bischof Dr. Bares wunde sein Nachfolgor, der langjährige Kardinalstaateschretär Gofparri starb, der gütige Fürstprimas und Erzbischof Dr. Nieder=Salzburg, der gekehrte deutsche Kurienkardinal Ehrle. Ueber den Tod hinaus aber triumphiert in der heiligen Kirche das Leben: sie steht in der Ewigheit gegründet, Stürme vermögen ihr nichts anzuhaben. Und was ist ein Jahr für sie in der unendlichen Spanne der Ewigkeit, es ist nur ein winziger Bruchteil, den wir von ihrem Leben einsangen und hier wiedergeben. Unsere Bilder zeigen oben von links nach rechts: Hitler spricht am 9. November in Munchen. Beraknappe am Kettelergrab, Bildnis des Bruder Konrad, Trauerseier für den Bische Dr. Klausener spricht, Papüt Pius XI. bei der Heiligsperchung Don Voscos, Bischof Gral Galen. Zweite Reihe: Besehl des Führers an Lutze. Trachten auf dem Buckeberg, Begrabn bischof Rieder, Kardinalstaatssekretär Gaspart., die Riesenkundgebung beim Eucharistischen Kongreß. Dritte Reite: Hitler in Venedig, Trauer um Hindenburg in Tannenberg. Nuntius Orsenigo. Vierte Reibe: Riesenversammlung zur Saarabstimmung, Barthon auf dem Totenbett, der König von Jugoslawien, Dr. Dollfuß, Trauerfeier in Tannenberg, Spanien: spanische Soldaten. Untere Reibe und Mitte: Das entsetzliche Grubenunglück bei Zerajewo, darüber Eisenbahnattentater Matuschka vor Gericht. der neue König der Belg am Mikrophon, der verstorbene Kurienkardinal Ehrie, daneben: Brand der Freiburger Universität, darunter die Ratastrophe von Morro Castel: das Schiff und die Todes links(kleiner Kops) der verstorbene Cskar von Milter, darunter die furchtbare Grdbedenkatastrophe in Auoten, die 10 000 Tote forderte. uns Cine Sivesterverwurung von P."Bergenhott Zwei, die Glück bringen Hiltrup hatte zwischen den Festen seine Sensation: Dr. Herbert Rinch wird sich Silvester mit Anni Bardekow verloben! Die Belanglosigkeit dieses Ereignisses wandelt sich in Bedeutung, wenn man weiß, daß sie seit langem einen erbitterten Prozeß wegen eines Streifen Landes führten, daß demnach die Honoratioren Hiltrupo während der Gerichtehängigheit zu Partelen pro und contra jezwungen waren, daß der Streit mit der Verlobung ein stillschweigendes Ende sand, und daß omit eine Neuorientierung der gesellschaftlichen Lage notwendig war. Diese Neuorlentierung war zwischen den Festen Gesprächsstoff aller irgendwie in Betracht kommenden Familien: Die Frauen beorderten ihre Männer, daß sie abends im„Goldenen Anker“, wo sie infolge des Bardekow-Rinck=Zwistes getrennt saßen, die gegenseitigen spitzigen Sticheleien unterlassen sollten, was nur zur Folge hatte, daß Hiltrup nachte wieder viel mehr schwankende und debattierende Gestalten sah als je zuvor.— Die Männer beorderten ihre Frauen, daß sie von jetzt ab der Nachbarin wieder überm Gartenzaun weg einen guten Tag böten, hämische Bemerkungen unterließen und sonst zutraulich täten.— Auch das geschah sehr prompt und mit dem Erfolg, daß man allseits über alles Bescheid wußte. So war die Lage ziemlich befriedet, als man sich Silvesterabend zur festlichen Verlobung einfand, die unter der tadellosen Regie der Väter Bardekow=Rinck so geordnet war, daß je ein Herr der einen Partei eine Dame der anderen zu Tisch führen, die Redner wechselseitig, die Rededauer bestimmt sein sollte. Viertel vor 12 sollten dann die eingegangenen Glückwünsche verlesen werden, Punkt 12 mußten die Pfropfen knallen, damit man gleichzeitig auf das Paar urd das neue Jahr anstoßen könnte, und ferner sollten chenfalle Gloch 12 Kanonenschläge das Zeichen geben, zu einem Feuerwerk, einem Fachelzug und einem Gesangvereinslied. Und so saßen denn Silvesterabend Bardekower und Rincher einträchtig im Ankersaal. Das Essen und die Weine waren vorzüglich. Die Reden verliefen in programmäßiger Würze und Kürze. Man scherzte, zog Knallbonbons, aß. Als die Eltern sich, um weitere Zersplitterung der Aufmerksamkeit zu verhüten, sich darauf besannen, das Brautpaar, dem doch das Fest galt, durch Verlesen der Glückwünsche vieder in den Mittelpunkt des Abende zu rücken: Rinck sen. klopfte, da-ihm die Aufgabe des Vorlesens zugefallen war. ans Glas und mit väterlich wonnetropsender Stimme verkündigte er die vorliegen= den, lapidaren Glüchwünsche. Als er das letzte Telegramm hob. umdüsterte sich sein vordem unter der knappen Klarheit der Worte ebenso klarer Blick ein wenig und er stutzte, als er las: „Ev. Joh. IV. 18“. und nichts!— Die Elternpaare schauten sich erstaunt fragend an und zweifelnd gingen die wortgeworcenen Fragen weiter um die Tafel: „Was heißt das?... Von wem kommt das Ornkelk. Wer kann es lösen? .. Het semand eine Bibel zur Hand?“ — Die Fragen kreuzten sich schwirrend keiner war so bibelfest. Rinch sagte nur das einzige, was sich zurzeit überhaupt sagen ließ: „Eo ist ein Telegramm unseres allver= ehrten Dr. Termuhl, des besten Freundes Bardekow. der leider durch eine Reise an der Teilnahme des Festes verhendert ilt ..* Als das Buch erschien, blatterte Bater Rinck eifrig und verlas dann zogernd und stocken und so, als lese er nicht recht den Text des zitierten Wortes: „Fünf Männer haft du gehabt. und den du nun hast, der ist nicht dein Mann!“—. Ein betretenes Schweigen folgte. Die zustöndigen Elternpaare wec elten sämtlich dutzt und etwas mißtrauisch drein. Die übrigen winkeiten vielsagende Bliche aus lauernden Augen und fragten tuschelnd „Was bedeutet das???“... Ein furcht= barer Verdacht stieg auf! Die vorherigen Rincher flüsterten: Wie?. Die Anni Bardekow fünf Manner??“ Und die früheren Bardekower raunten: Was?... Der Toktor Rinch nicht ihr Mann??“ Man rüchte merklich voneinander ab Unglaublich schnell tauchte wieder Parteiung auf. Hier riet man an dem Rätsel so, dort anders. Die Rincher machten den Bardehowern, diese aber den andern erheblich scheelsüchtige Augen und Mienen. Auf der anderen Seite grollte es vernehmlich. „Der Doktor, dieser Rinch sun., scheint ja ein tüchtiger Mann und unsauberer Patron zu sein!!“ leber eins war man sich klar:„Der Absender Sieses ominiösen Telegrammwußte sicher noch mehr, als man ahnte! ... Sprach der schon von Fünsen, waren es sicher noch mehr, als man ahnte!... Sese, sieben oder acht!... Wer konnte das feststellen?... Und der seine Bräutigam: Wenn der schon-einer Anderen das Jawort gegeben hatte, wievielen mochte er bereits zum Verhängnis geworden sein? ...Dieser Don Juan!! „Eine nette Gesellschaft das!“ hämelten die einen, und die anderen taten nicht minder:„Nette Gesellschaft!“ Die vorher noch so friedliche Lage spitzte sich zu und schwang durch Türen und Fenster zu denen, die Feuerwerk machen, die Fackeln abbrennen, die singen wollten... Die Sänger unterließen ihr Singen, die Fackler bohrten ihre schon brennenden Lunten in die Erde, daß eo finster blieb. und die Feuerwerker warfen die Feuerwerkskörper in die Gruppen der Uebrigen, daß es ordentlich Beulen gab.— Dann fielen sie alle übereinander her. Stark und heftig. Oben die Elterpaare hatten ihr Kinder zu sich genommen. Vater Rinch schleuderte Vater Bardekow einen flammenden Augenblitz zu, der besagte: „Morgen am Tag beginnt wieder unser Prozeß!“ Die sengenden Bliche Bardekows erwiderten: „Und nun bis auss Messer!“ Die Kinder abex, vocher noch gewillt. den Segen des neuen Jahres für ihr Glüch einzusetzen, trennten sich zornsprühend mit einem verächtlichen, gehäfsigen: „Du!"„Du!" Funkelnde Männeraugen kreuzten sich mit hämischen Frauenblichen. Man war sich klar, wo man in dieser Affäre zu stehen hatte: Hie Bardekow... Hie Rinch Bis mitten in diese Verwirrung ein Depeschenbote preschte, der ein neues Telegramm schwang, etwas von postallscher Nichtigstellung rief und Quittung erwartete. Also öffnete Rinch sen. seiner Ausgabe gemäß das neue Telegramm und kam sich ziemlich fehl am Platze vor, weil alles in Trennung und Ausbruch begriffen war Indes: Er öffnete!— Las erst sehr leise. dann erstaunt, dann laut und mit einer Erregung, die die Aufbrechenden nochmale um Verweilen zu zwingen suchte: „Telegramm Termuhl verstümmelt.— Stop.— Text richtig:„1. Ep. Joh. IV. 18“... Und nun dämmerte die Erkenntnie. daß„Epistula“ und„Evangelium“ in der gewählten Abkürzung verstümmelt und infolgedessen mißverstanden worden war! Also griff man wiederum zur Bibel. blätterte haftig und fast fiebernd und las setzt den neuen Text: „Furcht ist nicht in der Liebe!“.. sonst nichts!— Da schwand aus den Augen der Väter der schon wieder begonnene Projeß, die Parteien näherten sich einander, die beiden Mütter vergossen Freudentränen:„O. ihr lieben Kinder!“. die Propfen knallten wenn auch verspätet, feurig hell auf, und draußen stieg das Feuerwerk, das noch vorhanden war, die Fackeln slammten, die Sänger sangen. Und alles war froh bewegt zum Glüchwunsch an das sunge Paar und zum Beginn des neuen Jahres, daeitel Wonne erschien... Silvester auf halber Göhe Von Hans Walter hatte uns eingeladen, bei ihm im Atelier Silvester zu feiern. In seinem Atelier!— etwas Besseres konnten wir uns gar nicht wünschen. Es lag im fünften Stock eines großen Bürohauses, in dem außer dem Hausmeister keine Menschenseele wohnte, und war schon öfters Schauplatz unserer abendlichen Zusammenkünfte gewesen. Man konnte dort nach Geschäftsschluß treiben, was man wollte, ohne auf Nachbarn Rücksicht nehmen zu müssen—: wenn unseren Kameraden, den Pianisten, nachts dreiviertel zwölf die Begeisterung überkam, konnte er sich unbesorgt ans Klavier setzen und sich und uns in die Stürme von Beethovens Appassionata entführen, und wenn wir in leichtfertiger Stimmung waren, durften wir nachts um zwei Uhr zu den Klängen des Grammophons tanzen, soviel es uns Spaß machte. Dazu kam, daß Walter sich ausgezeichnet aufs Kochen verstand und den Rührlöffel ebenso gut— wenn wir ihn argern wollten, sagten wir sogar: besser!— zu handhaben wußte als Pinsel und Palette. Da er zu allem Ueberfluß der weitaus am meisten mit Glücksgütern gesegnete vor uns war und also auch für anständige Bowlen und Pünsche zu sorgen wohl imstande, wird man verstehen, daß wir diesem Silvester im Atelier mit bochgespannten Erwartungen entgegensahen. Pünktlich halb neun Uhr fanden wir uns vor dem verschlossenen Tor des Bürohauses ein, sieben muntere junge Leute, darunter drei Mädels, und läuteten. Statt des Hausmeisters, der uns sonst geöffnet hatte, kam unser Gastgeber selbst herunter.„Der Hausmeister ist mit seiner FaAule Wohl des neuen Jahres! Seiffert milie zu einer Silvesterfeler gegangen. Heute sind wir ganz allein Herr im Hause. Aber kommt herein, es ist bannig kalt draußen!“ Damit geleitete er uns zum Fahrstuhl. Wir acht Personen drängten uns in davergitterte Gehäuse „Ihr braucht keine Angst zu haben! Er ist ja für den Transport noch viel schwererer Lasten eingerichtet!“ beruhigte Walter, als einer von uns eine etwas zweifelnde Miene machte—, drückte auf den Schaltknopf, und sacht schwebten wir einpor. Das erste Geschoß glitt vorbei, das zweite—, da blieben wir mit einem plötzlichen Ruck stehen.„Hoppla!“ lachte einer. Walter drückte wieder auf den Knopf: aber das schwebende Häuschen hing unbeweglich. „Nanu, eine Panne?“ Ist doch noch nie vorgekommen!“ murmelte Walter und drückte ungeduldig stärker auf den Knopf. Umsonst. Wir saßen fest. Nicht gerade sehr geistreich blichten wir ins an. „Da ist ja ein Klingelknopf!“ rief je= mand„Mie dem können wit Hilfe berbeibolen.“ „Woher denn?“ entgegnete Walter.„Ich habe euch doch gesagt, es ist außer uns setzt kein Mensch im Hause.“ In diesem Augenblick ging das Licht aus; wir standen in schwarzer Nacht „Um Himmelswillen!“ flüsterte eine Stimme.„Wenn wir nun abstürzen...!“ „Red' keinen Unsinn!“ antwortete es unwillig aus der Dunkelheit. Aber banglich war uns allen zumute. „Verfligte Kiste! Drück doch noch mal auf den Knopf, Walter! Vielleicht...“ „Aber ich habe den Finger sa unausgesetzt drauf!“ Ratlos und schweigend standen wir zwei, drei Minuten. Da rief einer:„Kinder, ich habe ja Streichhölzer!“ Das Flammchen zuchte auf, es war wie eine Erlösung. Riesengroß und verzerrt standen unsere Schatten auf der Treppe. die, uns zum Hohn, einen Meter entfernt ruhig und sicher aufwartslief. Und wir satzen in diesem eisernen Kafig gefangen! Am Silvesterabend! „Wir müssen um Hilfe rufen!“ schlug zaghaft eine Stimme vor. „Aber wer soll uns denn hören? Walter hat doch gesagt, daß niemand im Haus ist.“ „Ach was! Vielleicht hört uns doch semand!“ Achtstimmig begannen wir zu rufen. Nach fünf Minuten waren wir heiser, und Hilfe war nicht gekommen. Zwei Mädele weinten leise. „Ja. Kinder, es hat keinen Zweck, sich etwas vorzumachen", sagte Walter schließlich mit erzwungener Festigkeit,„wir litzen nun einmal fest, und ehe nicht der Hausmeister zurückkommt, müssen wir hier bleiben. Es tut mir schrechlich leid. das könnt ihr mir glauben. Was habe ich oben alleo für und vorbereitet— und Ewölf Schläge... Lwölf Schläge hallen in die Nacht, Da ist das neue Jahr erwacht. Lwölf Schläge dröhnen laut und grell, Da bliten wele Hlaser hell. Lwölf Schlägel keiner weih, wohin? Doch jeder jubelt zum Beginn Und lacht und trinkt und freuet sich: „Du neues Jahr, ich grühe dich Du bringst mir Freud u. Glück, fürwahr Willkommen, gutes neues Jahr!“ Nur einer steht auf Posten stumm, bewehr geschultert, schaut er um. Sein Antlihz ernst, doch unverzagt. „Ich wache" seine Lippe sagt. Ich wache. Dieses ist das Wort. Die Blocken tragen s brausend fort. Lwölf Schläge IIBIIIE IE IUI12 nn Mi IIII jetzt bocht dieses Luder von Fahrstuhl!“ Was sollten wir erwidern. Nun war alles gleich. „Also schön! Rauchen wir eine Zigarette!“ schlug jemand vor. Beim Aufflammen des Hölzchens schauten wir uns in die Gesichter; etliche sahen verweint aus, andere mühsam beherrscht. Dann begann einer zu lachen, als ihm das Komische unserer Lage bewußt wurde. Schon verschluckte uns wieder die Schwarse; aber dann glühten acht Lichtpünkichen. In diesem Augenblick hörten wir es neun schlagen. Durch die Vergitterung unseres Käfigs zog es empfindlich kalt. Eschlug viertel, halb, dreiviertel zehn; unsere Stimmung schwankte zwischen dumpfer Verzweiflung und der Hoffnung, durch irgendeinen Umstand möchte der Hausmeister vorzeitig heimkommen und uns befreien. Als es zehn geschlagen hatte, ergaben wir uns in unser Los und suchten nun dem Unfall die beste Seite abzugewinnen. Wir erfählten uns Geschichten und Witze und rauchten wie die Shlote. Kurz nach elf entdeckte Jese in ihrem Taschchen eine halbe Tafel Schokolade. „Hurra!“ rief sie und wollte uns bewirten; da fiel ihr einer in den Arm:„Halt, nicht jetzt! Damit stoßen wir nachher auf das neue Jahr an.“ Als die Glocken dröhnten und draußen auf der Straße die Leute schrien, schrien wir Gefangenen des Fahrstuhlschachtes wacker mit und improvisierten mit acht gleichzeitig entfachten Streichhölzern eine Festbeleuchtung. Dazu knabberten wir gemeinsam die halbe Tafel Schokolade Dann wurde gesungen. Es konnte kaum lustiger sein.——— Gegen dreiviertel zwei kam der Hausmeister und staunte nicht schlecht über die Vogel im Käfig. Dann holte er uns mit der Handwinde in zwanzig Minuten Zoll um Zoll zur Mutter Erde herunter. Er kriegte einen Taler, und wir kletterten steif und verfroren die fünf Treppen zum Atelier hinan und fielen wie ein Rude! hungrige Wölfe über die Köstlichkeiten her, die Walter angefahren hatte. Wir hatten viel nachzuholen! Aber Fahrstühle haben wir monatelascheu gemieden... NeujahrsDer Heckptennig Nach altem Volksglauben, der noch überall im deutschen Sprachgebiet anzutreffen ist, muß man sich am Neujahrsmorgen sofort nach dem Aufstehen einen Heckpfennig in die Geldbörse stecken. Nur so kann man es dahin bringen, daß das Geld im ganzen kommenden Jahre nicht ausgeht. Freilich ist als Hechpfennig, der nicht unbedingt eine Kupfermünze zu sein braucht, nicht jede Münze zu verwenden. Ein Hechpfennig soll vor allem ganz neu oder wenigstens schön blank geputzt sein, auch darf eine solche Münze nicht aus einem Spielgewinn stammen. Am wirksamsten sollen Hechpfennige sein, die aus einer Kirchen= oder Armenbüchse ausgetauscht sind. In einzelnen Gegenden soll der Hechpfennig während der zwölf Nächte in einem Acher ruhen. Erst hernach soll er blank geputzt und in die Geldbörse gestecht werden. Ein solches glüchbringendes Geldstück muß im Laufe des Jahres immer wieder mit anderen Geldmünzen vermischt, darf jedoch bie zum Ende des Jahres nie ausgegeben werden. Es gibt auch Leute, die sich zwei Hechpfennige aufbewahren, einen für die Geldbörfe und einen für den Behälter zu Hause, in dem gewöhnlich das einkommende Geld aufbewahrt wird. Dieser zweite Hechpfennig kommt im Frühjahr mit unter die Auslaat und soll eine gute Ernte verbürgen. Ueber den Heckpfennig aibt es auch mancherlei Aussprüche. So sagt man von einem Menschen, der im Laufe des Jahres materiellen Verlust erleidet:„Er hat sich dieses Jahr mit dem Heckpfennig versehen“ oder auch:„Er hat zu Neujahr den Hechkpfennig vergessen." Will jemand etwas unternehmen. das nicht besonders erfolgversprechend aussieht, so sagt man ihm:„Verlier nur dabei den Heckpfennig nicht“ oder es heißt:„Dabei kann sogar der Hechpfennig verloren gehen.“ Neujahrsabgewinnen Das Abgewinnen des Neujahrs besteht darin, mit dem Neujahrswunsch dem andern zuvorzukommen, den andern mit dem Glüchwünschen gewissermaßen zu überfallen. Es gilt, sich schnell herauszuschleichen, sich zu verstecken und dann hervorzudringen oder sonstwie die Beglüchwünschung überraschend anzubringen Das Neujahrsabgerginnen ist besonderBrauch im Rheinland bei den Ostfriesen und in Böhmen, bei der deutschen Bevölherung. Im Rheinland ist das Neujahrs abgewinnen insofern von Wichtigkeit, als der, welcher auf diese Weise seinen Neujahrsgluchwunsch zuerst anbringt, das Recht auf ein Geschenk erwirbt. Daher sind besonders Kinder und Hausbedienstete auf das Neufahrsabgewinnen bedacht. Bei den Ostfriesen setzen besonders die jungen Burschen eine Ehre darein, recht vielen Leuten„dat nei Joar ofwinnen.“ Die Burschen halten sich im Tunkel versteckt und kommen plößlich hervorgestürzt, um ihren Gluchwunsch zum neuen Jahr anzubringen. Wer die hellen Sommernächte im Dünenland mit ihrem geheimnisvollen Zauber auszukosten versteht oder wer in dämmerigen Lauben, vom Mondlicht versilbert, nach dem letzten Glas Bowle sanft hinüberschlummert in das weite Weltall oder Die Wanderer zwischen zwei Welten sichten vom Ausguck des„Elektron“ aus das Ziel ihrer Sehnsucht, das sie mit der Geschwindigkeit von 300 Sekundenkilometern in kaum 40 Stunden erreichen. wer den winterlichen Himmel betrachtet. nach dessen Gestirnen wir uns sehnen, der kennt auch das Mirakel des Wunschtraums. Irgendwo hat man von einer Erforschung der„Venus“ gelesen. Irgendwer hat am Tag noch mit uns darüber gesprochen. Da wirken auch schon der Vollmorch und die goldenen Sternenstrahlen übermächtig auf uns ein und kaum, daß wir den Pohal geleert, oder über dem interessanten Buch eingenickt sind... da erfüllt sich schon der Wunschtraum und wir schweben... fliegen... lösen uns von der bleiernen Erdenschwere und steuern in fantastischen Flügen dem bisher unentdeckten Land der Sehnsucht entgegen. Bis dann das Frührot den ganzen Traum zerflattern läßt wie geisternde Nebenwolken. Nicht alle Träumer sind undankbar genug, solche santastischen Fahrten beim Erwachen als„Unsinn“ wie die Schlafkörnchen aus den Augen zu streifen. Hans Dominik, der deutsche Jules Verne, hat von jeher solche Wunschträume literarisch gestaltet. Seine Zukunftsromane auf der Grundlage modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse ausbauend, weiß er seine santastischen Plane mit den Großleistungen technischer Wundererfindungen so überraschend zu vereinigen, daß sich sogar vieles seiner Gedankenwelt erfüllte. Neuerdings ist er als Reisemarschall seines fantastischen Raketenraumschiffs„Elektron 2“ dem Traum gefolgt, der den Schläfer in die schimmernde Weite der Sternenwelt führt über die Mondstation hinweg zur„Venus“, zu jenem Planeten, der nach Ansicht der Astronomen„nöglicherweise von Lebewesen bewohnt" sein könnte. Was der Dichter=Ingenieur auf dieser Traumfahrt entdecht zu haben glaubte, hielt Oswald Voh. der kongeniale Meister des Stifts, in unseren Bildern fest. Da lernen wir zunächst die monumentalen Raum= und Traumschiffe selbst kennen: das Weltraumraketenschiff M. R. 1, mit dem der Kapitän Rasmussen im Frühling 1954(also in zwanzig Jahren müßte sich Dominiks Wunschtraum bereite erfüllen!) die lcblose Landschaft des Monds besuchte und daneben das Raketenschiff „Elektron II“, das dazu bestimmt ist, die Reisegesellschaft im rasenden Tempo von der Erde zur„Venus“ zu befördern. Natürlich fehlt der Mondexpedition weder der ebligate Filmapparat noch die druchfeste, wärmeisolierte Taucherkleidung.„Alles. was in den astronomischen Lehrbüchern über den Mond zu lesen steht, fanden wir dabel bestätigt." So läßt Dominik den Kap tan Rasmussen berichten.„Eine tote. ausgestorbene Welt, die niemals gelebt hat. ist unser Trabant. Ohne Wasser und ohne Luft mit Temperaturschwankungen, die uns trotz unseren vorzüglichen Schutzanzügen einen längeren Aufenthalt unmöglich machten. Weder Gold noch Eisen sind auf ihm vorhanden, nur taubes Gestein haben wir von dort mitgebracht. Uns allen dreien wurde es bald unheimlich in dieser fürchterlichen Einöde. Schon nach sechStunden starteten wir zum Rückflug und almeten erleichtert auf, als uns die Ir= dische Atmosphäre wieder umfing. Keiner von uns hat die Absicht, den Flug zu wiederholen.“ Die Entdeckungsreise nach der„Venus“ verschiebt unser Weitenbummler auf daJahr 2054, also hundert Jahre später. Vermochte man den Mond noch mit der „einfachen Sauerstoff=Wasserstoff=Rakete“ zu erreichen, so meint er,„gab erst die Erfindung der Elektronrakete die Möglichkeit auch die Nachbarplaneten der Erde anzusteuern." Wie dieser Venus=Luft Expreß aussehen kännte, wie und wo er landet, mag aus den Zeichnungen Voh's hervorgchen. Das Raumschiff der Zukunft ist dabei vorstellbar als„druckfester, metallischer Hohlkörper, an dem außen Treibund Steuerflächen teils fest, teils beweglich angebracht sind, die Elektronen mit „Elektron“ schwebt über den fantastischen Gärten der Venus, die in Flora und Fauna den Riesendimensionen der Kreidezeit der Erde entsprechen. Fabelhafte Reisegelegenheit: das dem Zeppelintyp nachgebildete grandiose Raketenschiff„Elektron Il“, das die Reisegesellschaft in ungeahntem Tempo von der Erde über den Mond zur Venus befördert. einer möglichst hohen Geschwindigkeit ausstoßen. Das Wesentliche bleibt, daß danach dem Elektronenprinzip arbeitende Raumschiff bei gleichem Gewicht millionenmal mehr Treibenergie zu entwickeln vermag als eine Sauerstoff=Wasserstoff Rakete unserer Zeit und dementsprechend längere Raumflüge unternehmen kann als diese. Maßgebend für die Erfüllung dieses ewigen Wunschtraums der Menschheit, die nachbarliche„Venus“ ebenso wie den „Mars“ zu bereisen, ist die starke Hoffnung„auf neues durch Klima und Fruchtbarkeit ausgezeichnetes Siedlungsland, denn die alte Erde war allmählich übervölhert und für die Menschheit zu klein geworden.“ In kühner Ausführung dieser Träume gewährt ung Dominik Einblich in die Logbücher der Kapitäne Lehmann und Schröter, von denen der erstere mit „Elektron!“ zum Mars startete, der letztere mit„Elektron II“ in kaum 40 Stunden mit der enormen Geschwind gkeit von 300 Sckundenkilometern zur Venus kutschierte. Daß nach der„Prophezeiung“ Dominike „die Benusluft atembar“, daß die Venus in ihren höheren Breiten, etwa vom 60. Grad an bis fast zu den beiden Polen hin für eine„Besiedlung durch Angehörige der weißen Rasse vorzüglich geeignet" sein soll, daß man„fruchtbares Neuland in gewalligen Ausmaßen entdechen“ dürfte, diese wundervollen Aussichten lassen uns immerhin vertrauensvoll in die Zukunft der — kommenden Generationen blicken „Weltraumraketenschiff M. R. 1“ ist auf dem Mond verankert. Die Landung erfolgt am Fußte der toten Krater. Vom Firmament grüßt der Globus herüber. Wie das irdische Weltraumschiff nach dem Wunschtraum des Romantikers der Zukunftstechnik, Hans Dominik, und Maler-Reisekameraden Oswald Voh auf der Venus landet. im alten rtaus Von Theodora. Waldfried.= Feierlich kündet der Choral das neue Jaur Stimmungsvolles Bild eines Choralblasens vom hochbogigen Fenster einer Kirche am Neujahrstag. Der Blick geht in die belebte Großstadt mit ihrem Leben und Treiben. Die Menschen bleiben stehen und lauschen den getragenen Klängen. Leise und sacht fiel der Schnee zur Erde. Die Flochen vollführten einen lustigen Wirbeltanz, sie tollten und purzelten durcheinander ung jede wollte als Erste auf der dunklen Erde sein. Bald waren Bäume und Sträucher bedecht von zartem Schnee. Häuser und Hütten muteten an wie ein Märchen, und wenn man gar durch den eichten Tannenwald ging, so glaubte man einen Zauberwald zu durchschreiten. Nun mußten die Sylvesterglochen bald wieder erklingen und ein neuco Jahr mit mächtigem Getöse seinen Einzug halten. Von unseren Fenstern aus konnten wir unmittelbar in den Park hinübersehen. Welch herrlicher Anblick, wenn man in dan verschneiten Garten sah! Oben in unserem Hause waren die Schlafzimmer und unsere gemeinsame Wohnstube. Grofvater hauste in den unteren Räumen, nur die Küche wurde gemeinsam benutzt. Meine Mutter sorgte natürlich für Großvater mit. Wir Kinder tollten gerne herum. Besonders die Treppe war uns ein Lieblingoaufenthalt, he diente ung in unserer Phantasie als Straßenbahn. Dann war oben noch ein dunkler Flur, inedem wir feierlich„Kirche“ hielten. Mein Bruder spielte die Rolle des Geistlichen. Kam aber Mutter dazu, so liesen wir auseinander. Totzdem der Krieg die Welt durchtobte und unerbittlich seine Opfer forderte und obwohl die Zeit von so schwerem Ernst verdunkelt war, blieb unsere Mutter bedacht, uns das Traumland der Kindheit zu erhalten. Und so l'eß sie es sich auch nicht nehmen, mit uns Sylvesteraben zu feiern, nachdem wer sie selbst auf desen Gedanken gebracht und sie herzlich gebeten hatten. Mit schnellem Schritt ging das Jahr zu Ende. Das neue kam Unser Vater stand vor dem Feind im Felde Fraußen, und wir gedachten mit Wehmut seiner, als wir uns setzten um den schönen runden Mahagonitisch, an dem sein Platz so traurig und leer an diesem Abend war. Wir Kinder holten unsere Spiele, die wir zu Weihnachten bekommen hatten, und Mutter spielte mit uns n gen letzten Stunden des alten Jahres. Großvater aber kam nicht herauf. Er hielt darauf diesen Abend allein unten in den Räumen des alten Hauses zu verbringen, er war ein eigenartiger und stets nachdenklicher alter Mann. Wir hörten ihn nicht einmal husten, so still war er an diesem denkwürdigen Sylvesterabend. Es war ell Uhr vorüber, mit zitternder Unruhe sahen wir den Zeiger von Minute zu Minute sich der zwölften Stunde nähern, dem Ende des alten und dem Beinn eines neuen Jahres, das dunkel und rohend draußen über der nächtlichen Schneelandschaft emporstieg, aus der unsaßlichen Ewigkeit. Vor uns standen die Gläser, in die wir. als es gleich zwölfe schlagen mußte, unseren„Punsch" eingegossen, der in jenem Kriegsjahre in nichts anderem als schwarzem Malzkassee bestand. Aber er dampfte dennoch wie wirklicher guter Punsch. „Ich habe gesiegt. Mama!“ schrie ich subeind auf als ich auf dem bunten Spielharton mein Pferd als das erste am Ziel sot „Ach Pferderennen, Theodora!“ stieß mein Bruder mich in die Seite,„du überhörst vor lauter Pferderennen das Glochengeläute. Prost, Mama!“ und er hob sein Glas mit schwarzem Kafsee, und meine Schwester Lore sprang vom Sessel und stieß das Fenster auf. Ein kühler Wind von der Schneenacht draußen und feierlich tönende Neujahrsglocken von allen Türmen!— Wir blichten alle hinab, es gab kein sarbiges Feuerwerk wie in Friedenszeiten, Neujahr und Kalender— das sind Begriffe, die zusammen gehören. Leben wir nach dem Kalender. leben wir mit dem Kalender oder begleitet der Kalender unser Leben? Das mag jeder für sich unter suchen. Amüsant ist auf jeden Fall, und es soll im Nachstehenden erhärtet werden geführt in die Jahre seiner Jugend= und Manneszeit. „Ein frohes neues Jahr. licber Großvater“, sagten wir alle wie aus einem einzigen Munde und standen im Halbkreis um ihn herum. Langsam erheb er sich und ergrift lächelnd das Glas, das Mama ihm reichte. Er blichte uns so seltsam an, daß es ung bis ins innerste Herz ergriff. Und in diesem Augenblick stand unsichtbar unser Vater in unserem Kreis. Wir schwiegen und fühlten ihn, ganz nahe, so nahe. — ein Leben nach dem Kalender anhand der— Kochrezepte. Da soll mal einer sagen, es wäre nicht interessant. Kochrezepte zu studieren. Dawäre was für die Frau. Kaum irgendwo findet sich unfreiwilliger Humor in so rauhen Mengen, wie in den üblichen Kalenderrezepten mit angehängten Spruchund Lebensweisheiten. Jeden Tag ein neues Rezept und allemal dazu eine „passende" Weisheit. Passend wie die Faust aufs Auge. Wenn mancher wüßte, was mancher nicht weiß, so wäre ein Universalhausmittel gefunden, Mittel für Alt und Jung, für die ganze Familie zur Hilfe und Linderung in allen Lebenslagen. In diesem Sinne laßt uns betrachten, wie alte Lebensweisheiten in klassischer Formung als Beigabe zum Mittagstisch köstlich serviert wurden: Wir geben alles ohne Kommentar wieder: Reissuppe.— Gefüllte Gurken mit Fleischfarce.— Dampfnudeln mit Kompott.— Ein großer Mensch ist derjenige, der sein Kinderherz nicht verliert. * Kraftbrühe auf Feinschmeckerart.— gespickter Kalbsbraten in Sahnensoße.— Sahnetorte.— Eis.— Es gibt eine Bescheidenheit, die nur der Mantel des Hochmutes ist. * Tapiokasuppe.— Wildschweinskeule mit Wurzelsalat.— Kartoffeln.— Schwarzbrotauflauf mit Weinsoße.— Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, erzeugt im Gehirne des Toren: im Herzen kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind wir geboren. * Kraftbrühe mit Eierstich.— Schinken in Madeirasoße.— Windbeutel mit Schlagsahne.— Den Strom der Trauer mildert wer ihn teilt. * Brotsuppe mit Korinthen.— Rühreier mit geräuchertem Lachs.— Kartoffelklöße mit Marmeladensoße.— Wer Menschen kennenlernen will, muß sie nach ihren Wünschen beurteilen. * Selleriesuppe.— Altes Huhn in Reis gebacken.— Zitronenauflauf.— Komme, was kommen mag; die Zeit und Stunde rinnt durch den rauh'sten Tag. * Tomatensuppe.— Rinderbraten.— Blumenkohl.— Kartoffeln.— Eiergaben mit Preißelbeeren.— Wenn ich den Wanderer frage: Wo eilst du hin? Nach Hause, nach Hause! Spricht er mit frohem Sinn. Jahresanfang Feierlich ertont der Glocken Hall, Wenn Sie schwingend klar und tief erklingen, Und mit ernstem, mahnend schweren Schall allen Menschen ihre Golschaft bringen. Wiederum versank ein Jahr zum End, Dessen Maß gefüllt mit unserm Streben; Deß begonnen Werk zum Bluck sich wend', Moge uns der Herr der Leiten geben! kein buntes Licht erstrahlte, kein fröhliches Knallen und Schießen wie in friedlicher Zeit. Aber Wünsche tönten herauf für das neue Jahr, von Menschen die unten vorübergingen. Und Glochken, Glochen—— „Kommt mit zum Großvater!“ sagte jetzt Mama. Sie ging zum Tisch und füllte ein Glas„Kaffee=Punsch“. Dann stiegen wir mit Mama die Treppe, unsere„Trambahntreppe“, hinab. Jeder trug ein dampfendes Glas, Mama trug zwei. Wir klopften an, Großvater ließ uns sofort herein. Er saß im Sessel, neben seinem geliebten Schreibtisch und nickte uns wie aus Träumen entgegen, aus Gedanhen, die ihn an diesem Aben weit fortGroßvater trank ein paar Schluck aus dem Glas, wir patschten ihm in die Hände. Ich ging und holte seine Pfeise, die er zur Seite gestellt hatte und sagte:„bitte, mach Rauch, lieber Großvater!“ „Ach ja, lieber Großvater, rauch doch bitte, blas doch Rauch in das neue Jahr“. Mama mußte lachen, und auch Großvater lachte, wobei er die lange schöne Pfeife in Brand steckte. Und nun sog er daran, daß der Rauch in Wolken stieg, in dichen blauen Wolken. Er paffte, daß es eine Lust war, ihm zuzusehen; und langsam üllte ein dunkelblauer Himmel das Zimmer an, und in diesem Himmel überkam uns eine wehmutsvolle, hoffende Seligkeit. Ein Leben nach dem Kalender Kalender-Kochrezepte mit philosophischen Gratisbeilagen Gott gilt nichts. aber der Aberglaube! Die surchtsam geachtete Zahl 18 Nach altem Brauch finden in Paris die Ziehungen der dritten Klasse der„Loterie Nationale“ an einem Dienstag statt. Für diesmal waren sie auf Dienstag, den 13. November anberaumt. Da jedoch der 13. für gewisse„gebildete“ Lotteriespieler als ein„boses Omen“ gilt, hatten sich die zuständigen Autoritäten entschlossen, die Ziehung auf den folgenden Tag, d. h. auf Mittwoch. den 14. November, zu verschieben, um auf diese Weise den vielsach geäußerten„Gewissensbedenken“. Rechnung zu tragen. Die Pariser Wochenzeitung„La Ve Catholique“ nahm zu dem hier gemeldeten Vorfall folgendermaßen Stellung: Offiziell wird der katholische Kultus vom Staate nicht anerkannt. Sollte am Ende statt seiner eine offizielle Anerkennung des Aberglaubens erfolgen? Es wäre dies auf Grund der Erfahrungen, die man in dieser Hinsicht schon gesammelt hat, durchaus denkbar. Die französischen Laizisten haben immer wieder mit Stolz behauptet, daß sie es sind, die das Volk von jenem religiösen Wahnglauben befreien, der mit der„Wissenschaft“(gemeint ist natürlich die radihal-sozialistische Wissenschaft!) nicht vereinbar sei. Diese erleuchteten Geister sind sedoch von der Angst vor der Ziffer 13 nicht frei. Die radihal=sozialistische„Wissenschaft“ scheint ein geheimnisvolles Gesetz des Universums anzuerkennen, demzufolge die Zahl 13 verflucht ist. Wie eigenartig! Es soll ja die Abneigung gegen die Zahl 13 mit dem Verrat des Judas sammenhangen, der als 13. Apostel überflüssig geworden Ist. Die Reaierunn eines Staates, der antiklerikal und laizistisch ist. macht sich, wie die Verlegung des Lotterie ziehungstages beweist, sonach einen Aberglauben zu eigen, dessen entfernte Wurzel alles eher denn antiklerikal genannt werden kann. Man hat es hier mit den Skrupeln„frommer Freidenker“ zu tun. Die „Gesichtspunkte“ der„wissenschaftlichen Moral“ des Herrn Banet spielen hierbei offensichtlich eine gewisse Rolle To bewahrheitet sich wieder einmal die von hatholischer Seite schon oft aufgestellte Be hauptung, daß Unglaube und Aberglaube in enger Verbindung miteinander stehen. Wer kennt nicht jene„freien und starhen Geister“, die am Karfreitag nur deshalb keine Wurst essen, weil es ein Freitag ist. also ein Tag, der an sich Unglück bringt? Und sind nicht so manche„Dorfgrößen" bekannt, die sich über den sonntaglichen Gottesdienstbesuch der Gläubigen lustig machen, es aber mit ihrer streng „wissenschaftlichen". Weltanschauung vereinbar halten, sich bei Hellseyern Rat zu holen? Gewiß, die Katholiken verstehen alle diese Zusammenhange, aber sie nassen es doch als bitter schmerzlich empfinden. daß der französische Staat, statt sich zum Katholizismus zu bekennen, ein Bekenntnie zum lächerlichsten Aberglauben ablegt! Wissenschaft am laufenden Band Eine hritische Stimme auAmerika Die konservative Monatsschrift„The American Review“ bringt eine höchst beachtenswerte kritische Studie über die ver heerenden Ausmüchse des Spezialistenlimp der modernen amerihanischen wis= senschaftlichen Forschung.„Die ernste Wissenschaft ist meinen Erachtene in Gefahr“, so schreibt der Verfasser Professor Wilbur L. Schramm von der staatlichen Universität in Jowa.„in Chaos und Selbstvernichtung unterzugehen". Gewiß, die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten ungeheure Fortschritte gemacht. Aber je mehr„Fortschritte“ wir in dem Wissen um die kleinsten Kleinigkeiten des Universums machen, desto geringer werden unsere wirklichen Kenntnisse über die großen und wesentlichen Zusammenhänge.„So wird die Wissenschaft sich schließlich in ein wirres Chaos verlieren und vom Angesichte der Erde verschwinden. Ein Blick auf die kommende Entwicklung wird dies bestätigen. Wir sammeln heute wahllos alles und jedes, was gedruckt wird. Wir fragen nicht danach, was wichtig und was wertlos ist. Unser Geschlecht zergliedert und analysiert sich bie ins kleinste auf dem Papier und hat geradezu eine Wollust daran, diesen Wust von Papier mit wissenschaftlicher Genauigkeit zu registrieren und aufzubewahren. Jeder noch so gräßliche Dialekt, den wir irgendwo entdecken können, wird auf Platten festgehalten. Oder nehmen wir die Psychologie und die Psychoanalyse. Es ist von wellbewegender Bedeutung, ob unser Held mit Vorliebe am Roch seiner Tante hing oder in einem Landhaus lebte oder in einer Wohnung mit Stiegen. Der Forscher der Zukunft wird eine so gewaltige und unübersehbare Masse vor sich haben. daß er mit den gegenwärtigen Forschungsmethoden niemals zum Ziele kommen wird. Ein Geschichtskorscher, der im Jahre 2134 ein wissenschaftliches Lebene= und Charakterbild etwa von Ernest Henning= way verfassen will. wird, selbst wenn er das Alter eines Methusalem erreichen sollte. mit seiner Forschungsarbeit nicht zu Ende kommen. Er wird tausendmal mehr Stoff vor sich haben, als wir heute über Shahespeare besitzen. Die Forschung der Zukunft wird von denselben Problemen stehen wie unsere Industrie hente. Wenn sie die unbeschrankte Massenproduktien fortsetzt, wird sie sich industrialisieren mussen. In der Tat fangen wir schon heute damit an, wis= senschaftliche Fabriken zu errichten. Die Direktoren bestimmen die allgemeinen Raulinien: der Rektor oder Denan bestimmt den Umfang der Produktion; das Prodilt selbst geht am laufenden Band von Abteilung zu Abteilung. Mr. Henningway kommt z. B. zuerst in das 76. Stockwerk, in die Abteilung„Psychologie“, dann zur„Psychoanalyse“, dann zum Spezialisten über Jugendforschung, dann in die Abteilung für Erwachsene... und so wird schließlich eine moderne Biographie über Mr. Henningway entstehen. Keiner unserer vielgepriesenen Gelehrten scheint sich zu fragen, wo dies alles enden wird.“ Tanz auf dem Vulkan Ein vielsagendes Kulturdokument Ein vielsagendes Kulturdokument ist die abendliche Vergnügungsnarte von New Pork. Darüber schreibt eine Wiener Zeitung: Die Abendvergnügungen dieser Stadt sind bunter und prächtiger als die von London und Paris. Noch immer herrscht sardanapalischer Luxus in den Revuen. In Continental Varieties enlzucht Lucienne Boyer, der dernier cri aus Paris, mit ihren witzigen Chansons, dann ist da der Tänzer Escudero, ein schöndunkler Argentinier, in dessen Bewegungen Feuer und Zärtlichkeit zu hinreißender Mischung zusammenfließen. Viel besucht ist auch das Palais Ronal auf dem Broadway, hier singt Morton Downey, der Nadiotroubadour, seine schmach enden Liebeslieder. wofur er 8000 Dollar die Woche bekommt. Da sind ferner die Aufführungen des Conversation Piece, einer geistreichen Ironie auf die Romantik, komponiert von Noel Coward und samt Kulissen und Ensemble aus Londag stammend. Nicht zu vergessen die zahlreichen hleinen Revuebühnen, wo das kleinbürgerliche Nachtleben auf seine auch uicht eine Rechnung kommt Während Raosevelt sich Taa und Nacht abmuht, die Wirtschaftsnot'eines Landes zu mildern- tanzen und tafeln in der alten Metropole der Finanzcäsaren und Industriekönige, deren goldgeränderte Sohne und Töchter, als ob die Prospitery von 1925 noch immer bestünde. Der Tanz auf dem Vulkan, sonst nur ein schon etwas altmodisch gewordenes Sprichwort, ist her von neuem teuflisch glanzvolle Wirklichkeit geworden. Neuheidnischer Hedonisrch rationale Argumente anscheinend unwiderlegbar, triumphiert noch immer und seine— gelehrt zu reden— eristentiellen Vertreter sind noch immer Legion; deutsch und deutlich nennt man sie Lebemänner und Nachtfalter. Seltsame Welt Das Menschenleben gilt nicht mehr als heilig. Merkwürdige Menschen gibt es doch Da werden aus der Tschechoslowaken zwei Falle gemeldet, in denen Menschen ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen versuchten, weil ihnen Kleinigkeiten gegen den Strich gingen. Im ersten Falle handelt es sich um eine 19jährige Arbeiterfrau aus Pilsen, die mit schweren Vergiftungserscheinungen aufgefunden wurde. Auf die Frage, weshalb sie denn aus dem Leben scheiden wollte. entgegnete sie, ihr wäre ihre— Mebispeise mißraten, und das ginge ihr so nahe.— Ebenso verrückt, anders kann man es nicht nennen, benahm sich ein 17jähriges Mädchen, das gleichfalle in Pilsen wohnt. Ihm war von seinen El= tern verboten worden, einen HarryPiel=Film zu besuchen, worauf es nichte eiligeres zu tun hatte, als den Gashahn zu öffnen Die Leichtfertigkeit mit dem Leben „Schluß“ zu machen, wenn es enem gerade gefällt, offenbart einen krankhaften Zug der Menschen dieser Zeit. Das Leben als von Gott verliehenes Geschenh ist ihnen nicht mehr heilig, man glaubt mit ihm machen zu können was man mill. Eine mihratene Mehlspeise und wan vergiftet sich: Seltsame Menschen! Seltsame Welt 1O..enschaft — Marie!... Sie haben mal wieder nicht abgestaubt!... Ich finde da noch zwölf Streptokochen auf dem Buffet!(Rie et Rac) Der passende Hut. „Wenn er im Augenblich vielleicht auch noch ein bißchen knapp ist— Sie werden sehen, mein Herr, er sitzt tadellos, wenn Sie sich erst einmal die Haare haben schneiden lassen..." * „Senorita,“ seufzte der glühende Liebhaber,„heute nacht werde ich Ihnen eine herrliche Serenade bringen.“ „Und ich werde Blumen auf Sie werfen," sagte sie. „In Liebe?“ fragte er gespannt. „Nein, in einem Topf!“ entgegnete sie kühl. * Gute Erziehung. Onhel Fritz ist— nun— sagen wir, sparsam.„Hier haft du fünf Pfennig," sagt er zu seinem Neffen Kurt. „Na, was sagst du nun?“ „Nichts,“ erklärt Kurtchen höflich.„Mutti hat gesagt, ich darf nicht schimpfen!“ — Sei nicht so egoistisch, Roy. Machst den ganzen Abend ein mißmutiges Gesicht, nur weil du deinen Fußballvortrag nicht hören kannst. Denk', wie selten Pussi einen Vortrag über Mäuse zu hören bekommt!!! Herr im Haus. Zwei Männer hatten am Abend zusammen gebummelt und waren erst spät nach Hause gekommen. Am nächsten Morgen tauschten sie ihre Erfahrungen aus über den Empfang, den ihnen ihre besseren Hälften hatten zuteil werden lassen.„Es ist schrechlich,“ seufzte der eine,„die ganze Nacht hindurch habe ich kein Auge zutun können. weil meine Frau so geschimpft hat.“ „Ja, und ich bin vor meiner in den Kleiderschrank geflohen und habe von innen zugehalten.“ „Und was ist weiter geschehen?“ Und sie hat geklopft und gerufen, daß ich aufma chen soll, aber ich habe nicht daran gedacht. Ich bin doch schließlich der Herr im Hause.“ Kümmel ist ein schrecklicher Hypochonder. Immer wieder bemüht er den Arzt. Dem reißt endlich auch einmal die Geduld. „Lieber Doktor, schrecklich! Denken Sie, sobald ich mich ins Bett lege, kriege ich einen heißen Kopf und eiskalte Füße!“ „Ganz einfach, lieber Herr Kümmel, legen Sie sich anders rum!“ „Paul, so geht es aber nicht weiter! Du solltest dich virklich gründlicher waschen! Nicht mal dein Gesicht ist rein. Ich kann genau sehen, was du heute gegessen haft"! „Na, was denn?“ „Pflaumenmus!“ „Haha, falsch! Pflaumenmus war schon gestern!“ „Hat Ihnen Ihr Französisch Schwierigkeiten macht, als Sie unlängst in Paris waren?“ „Mir nicht, aber den Franzosen.“ Er:„Sind irgendwelche Teilzahlungen fällig?“ Sie:„Nicht. soviel ich weiß.“ Er:„Keine Abzahlungen fürs Haus, Radio, Möbel, Teppiche oder Bücher?“ Lie:„Nein.“ Er:„Dann habe ich zehn Dollar übrig. Wollen wir uns ein neues Auto kausen?“ Immer kaufmännisch. Der Großindustrielle gab dem Bewerber um seiz Tochter eine abschlägige Antwort.„Es tut mir leid) sagte er kühl,„ich kann gegenwärtig auf Ihr Angebot, meine Tochter zu heiraten, nicht eingehen, aber geben Sie in meinem Büro Ihren Namen und Ihre Adresse auf. und wenn sich in absehbarer Zeit nichts Besseres findet, werden Sie noch weiter von mir hören.“ Mildernder Umstand. Ein englischer Ladendieb wurde vom Richter gefragt, ob er zu seiner Entlastung etwas anführen könnte. „Ja, Sir! Ich nehme nur englische Waren!“ „Paul, wie oft muß ich dir sagen, du sollst nicht mit dem Stuhl wackeln...!“ „Du brauchst es mir überhaupt nicht mehr zu sagen, Papa, wenn du mir endlich ein Schaukelpferd schenkst!“ Die richtige Antwoct. Der alte Töpfer Meinert sollte im Schlafzimmer der gnadigen Frau den Ofen nachsehen. Als er mit seinem Lehrjungen anrüchte, rief die Frau des Hauses: „Liebeth, nehmen Sie meine Schmucksachen fort und verschließen Sie sie gehörig im Nebenzimmer!“ Der alte Meinert verzog heine Miene. Er nahm nur seelenruhig Uhr und Kette aus seiner Weste und die Geldbörse aus seiner Hosentasche, gab sie dem Lehrjungen und sagte: „Karl, bringe die Sache schnell nach Hause, hier ist diche Luft!“ * Der Lehrer betritt das Klassenzimmer, die Aufsatzhefte unter dem Arm. „Also, Willi,“ fängt er an,„dein Aufsatz ist diesesmal ausgezeichnet. Aber wie kommt es eigentlich, daß Erichs Aufsatz Wort für Wort derselbe ist? Was muß ich daraus schließen?!“ Willi:„Daß Erichs Aufsatz auch ausgezeichnet ist!“ Macht nichte. Rundfunksänger:„Ich fürchte, meine Stimme war nicht besonders!“ Ansager:„Ach, das macht nichts! Wir hatten Sie irrtümlicherweise als Tierstimmenimitator angekündigt!" Sie verwechselte es. Ewald:„Möchten Sie—— würden Si gern einen kleinen Hund besitzen?“ Fräulein Else:„Das kommt so plötzlich, Müller.“ „Gegen diese furchtbare Krankheit,“ dozierte der Professor,„hennt die Wissenschaft nur zwei Mittel und das Traurige ist, daß keins von ihnen hilft — Hält der— hupp— Zug in Purley? — Ja. Hupp— steigen Sie hupp—'ne Station vor mir aus — Danke hat sich einen Papagei gekauft, aber daBiest will durchaus nicht sprechen. Friedrich will ihn wenigstens so weit bringen, daß er ein einziges Wort spricht, stellt sich vor dem Käfig und sagt ihm unermüdlich vor:„Hallo, hallo!“ Nach einer Viertelstunde macht der Papaget ein Auge auf und sagt schläfrig:„Besetzt!“ * „Das Pferd, das Sie mir da angedreht haben, ist lange nicht so gut, wie Sie gesagt haben. Es bleibt immerzu stehen und stellt die Ohren, als ob es lauschen wollte.“ „Aber ich habe Ihnen doch erzählt, daß es ein besonders williger Gaul ist. Er denkt, Sie hätten vielleicht„halt“ gesagt und er hätte es nicht gehört.“ * „Lisbeth.“ sagte die Gnädige,„mein Mann bringt heute drei Geschäftsfreunde zum Essen mit.“ „Sehr wohl, gnädige Frau,“ erwiderte die Köchin. „Wünschen gnädige Frau, daß die Herrschaften wiederkommen sollen— oder nicht?“ * Auch noch einen anderen Namen. „Mensch, Kiesebaum, du siehst aber ganz anders aus mit dem Schnurrbart!“ „Verzeihen Sie, ich heiße gar nicht Kiesebaum!“ „Was? Anderen Namen hast du auch?“ Dann freilich. Frau Emmy ist ernstlich böse. „Wie kannst du dem Ober fünf Mark Trinkgeld geben?!“ „Du hast wohl garnicht gesehen, was für einen wunderbaren Pelzmantel er mir angezogen hat?“ beruhigt der Mann. Empfang bei Granführer's Der Polizist sieht so verfroren aus! Stiehl meinHandtasche und lauf damit davon und ich werdschreien. Ich glaube, ein bißchen Rennen würde ihn wieder wärmen! Drei und fün Der Chef schimpft mit dem jüngsten Lehrling:„Wo haben Sie denn schreiben gelernt? Sehen Sie sich ma diese Drei an, die sieht aus wie eine Fünf!“ „Verzeihen Sie. Herr Runkel, das ist auch eine Fünf!“ „Eine Fünf? Sind Sie wahnsinnig? Das sieht doch wie eine Drei aus!“ * Abendgesellschaft „Bitte. Herr Petersen“, sagt die Dame des Hauses, „führen Sie mich zu Tisch!“ „Oh. gnädige Frau, was verschafft mir denn die Ehre?“ „Ja, Herr Petersen", sagt liebenswürdig die Gastgeberin.„Sie sind nämlich der einzige Mann in der ganzen Gesellschaft auf den mein Mann nicht eifersüchtig ist.“ * Der Freior. „Ich werde Ihre Tochter auf Händen tragen, ich werde ihr die hleinsten Wünsche von den Augen ablefen——“ „Gewiß, gewiß! Und die großen?“ * Unberechtigte Klage. Der Tischgast beschwerte sich, weil er eine Fliege in der Butter gesunden hatte. Darauf erwiderte der Kellner verärgert:„Verzeihung, mein Herr, aber Ihre ewigen Klagen werden einem wirklich über! Erstenist es gar keine Fliege, sondern eine Motte— und keine Bu zweitens ist es Butter, sondern Margarine!“ — Noch ein Stückchen Zucher, meine Beste. (Rie et Rac) In der Elektrischen bietet ein junger, schmächtiger Mann einer sehr korpulenten älteren Dame, die vor ihm steht, seinen Platz an. „Oh, bitte“, sagt die Dame lächelnd,„bemühen Sie sich nicht, Ihr Platz allein genügt mir doch nicht.“ Nun ralen Sie mal Kreuzworträtse) Waagerecht: 1. Witterungserscheinung. 8. Schankraum, 5. internationaler Not= ruf. 8. Vogel, 10. Haarwuchs. 11. Flächenmaß. 12. Buchergestell, 15. brasilianisches Tier. 17. sapanische Münze, 19 Anerkennung. 21. Teil des Baumes. 23. Held, 24 Opferstätte, 25. Nebenfluß der Wolga. 27. altgermanisches Getränk, 29. Wiesenprodukt, 33. Trockengestell. 35. Anrede, 36. weiblicher Vorname. 37. spanische Grenzstadt in den Pyrenäen, 38. heiliger Bund. 39. würziges Getränk, 40. englischer Untertan Senkrecht: 1. tierisches Oel. 8. Flußz in der Schweiz. 4. Fangnerät. 5. nationale Formation, 6 Teil des hatholischen Kirchengebietes, 7. Ausdruchsweise, 9. Fürwort, 13. desgleichen, 14. Verhäliniswort, 16. Teil des Baumes, 18. Himmelsrchtung, 19. männlicher Vorname, 20. Schlange, 21. Bergwiese, 22. Ausfluß des Willens, 26. Schmuckstück, 28. Baum, 29. Ausruf, 30. ausgestorbenes Großwild, 31. altes Schriftzeichen, 32. Wild. 33. hinweisendes Fürwort, 34. Nahrungsmittel, 35. Tonart. Die Garte L. Nobily Herne Welche weltbekannte Fliegerin verstecht sich hinter diesem Namen? Arme Gunse Einem„e“, der steto im Dalles Brachte„s“ das Honorar. Jammernd rief er:„Ist das alles Für ein ganzes Vierkeljahr?“ Auflösunfen Silben= und Kreuzwort=Rätsel. Waagerecht: 1. Liste, 4 Serum, 7. Henna, 8. Moses, 9. Tornado. 11. Manna, 12. Tonne, 15 Habgier, 18. Irene. 19 Rudel. 20 Miere, 21. Einer. Senkrecht: 1. Lehar, 2 Senta. 8. Erato, 4 Samum, 5. Rasen. 6. Mustang, 10. Natrium, 18. Niere. 14 Ebene, 15. Herde, 16. Boden, 17. Iller. Aus der kath. Bildbandarbeit. katholische Bildbandverleger Westdeutschlands warten zum Jahresschluß mit neuen Katalogen und Verzeichnissen auf. Die Bildund Filmzentrale in Düsseldorf bietet eine Bildbandsonderliste an, durch„welche die Freunde des Bildbandes aufgefordert werden, an der Vervollständigung des katholischen Bildbandarchivs mitzuarbeiten". Zunächst werden eine Anzahl von Bildband=Apparaten gezeigt, die in allen möglichen Variationen und in technischer Vollendung heute in Deutschland hergestellt werden: Filmoli, Contabox von„Zeiß=Ikon, Filmosto, Modelle der Firmen Leitz und Liesegang usw. eine bunte Auswahl, die allen Geschmacksrichtungen und Geldbeuteln Rechnung trägt. Es schließen sich die Zubehörteile für eine gute Projektion an, wie Leinwand, Musikinstrumente, Schallplatten usw., ebenfalls fehlen nicht entsprechende Hinweise auf den Schmalfilm und die käuflichen Ozaphanschmalfilme. Das Verzeichnis der Bildbänder selbst ist nach best mmten Gesichtspunkten eingeteilt:„Kirche und Religion",„Katholisches Leben",„Das Leben Jesu",„Die Großen im Reiche Gottes",„Kirchliche Feste“. Die Preise der nur käuflich abzugebenden Bildbänder bewegen sich zwischen 1.25 Mk. und 12.— Mk. je nach Anzahl der Bilder und Ausführlichkeit des Begleittertes. Die Qualität der einzelnen Bildbänder ist natürlich aus einem solchen Katalog heraus nicht zu beurteilen, man muß sich dabei schon auf ein Einleitungswort verlassen, daß„die in dem Arch v aufgenommenen Filme auf ihre Brauchbarkeit für kath. Kreise von der Filmarbeitsgemeinschaft der deutschen Katholiken durchgesehen seien“ Das Katholische Missionsbedarfshaus von Ludwig Schumacher in Erkenschwick bei Recklinghausen gibt ähnliche Kataloge und Preislisten heraus. Besonderes Interesse wird ein Gesamtkatalog deutscher Bildbänder finden, in dem mehrere tausend Bildbänder aus allen Wissensgebieten ausgeführt sind. Der Verlag selbst hat unter ihnen auch seine 72 eigenen Serien angeführt, u. a.„Der Triumpf Christi des Königs",„Das Leben und Werk Don Boscos",„Bruder Konrad",„Bischof Ketteler“. In lurzer Zeit erscheinen die Serien:„Die Kultur der Germanen“ und„Die altgermanische Religion“(Material und Vortrag von Dr. StinnerMünchen), ferner„Arnold Janssen, der Stifter der S. V. D.“ Fast sämtliche Schuhmachereien werden auch koloriert geliefert und zwar ist dann jedes einzelne Bild von einem Künstler handbemalt.(Der Preis für die handkolerierten Serien beträgt das drei= bis vierfache.) Eine uns vorgeführte farbige Serie vom„Hl. Bruder Konrad machte einen ausgezeichneten Eindruck Es gibt also in Deutschland in unsern katholischen Bildbandverlagen bereits über 400 katholische Bldbandserien, die zum größten Teil auch mit einem Vortrag versehen sind. Da mit der Vorführung des Bildbandes keinerlei einschränlende Bestimmungen und Verordnungen verbunden sind, sollte man in katholischen Kreisen noch mehr als bisher sich des billigen und bequemen Bildbandes bedienen.—9—n. „Liebe, Tod und Teufel" beendet Die Aufnahmen zu dem Großfilm der Ufa „Liebe Tod und Teufel"(Herstellungsgruppe Karl Ritter) sind nunmehr abgeschlossen Unter der Spielleitung von Heinz Hilpert und Reinhard Steinbicker wurde dieser Film in deutscher und französischer Version gedreht. Theo 5Tackeben komponierte die Musik. Die deutschen Hauptdarsteller waren Käthe von Nagy, Albin Skoda, Brigitte Horney und Karl Hellmer Kame., mann war Fritz Arno Wagner Tonmeister Dr. Erich Leistner. Die Bauten wurden von Otto Hunt. und Willy Schiller gestellt. Der Film erhielt inzwischen das Prädikat„Künstlerisch wertvoll“ Unseren Schachkreunden ein Amnmn krältiges„Prosit Neujahe!" n Problem Nr. 102 Von Palatz und Dr. A. Kraemer. (Dr. Palitsch-Oedenkturnier) de Weib B Schwarz: 5 St. Matt in 4 Zügen. Problem Nr. 103. Von Joh. Kotre Oesterr. Schachbd. 1035) cde Punkte Weiß 8 St. Schwarz 18 St. Matt in 3 Zügen. Problem von A. Ackerblom. 1. Sg1-h3 scheitert on f7-f5, 1. Sol-f3 an f7Xe6. Zur Lösung verhilft eine Prufung über die Partiemöglichkeit der Stellung. Diese zeigt, dat Weiß nicht am Zuge sein kann, denn die schw ar13. 14. Kd1—c2 15 Da3—15 16. Kc2—d1 Sd3Xb2t Sb2xc4 DIXIS 16. 17. Le3—d4 Weiß gob auf De4Xc4 Lcs-d7 Dreispringerspiel. Gespielt im internotionalen Turnier zu Hamburg 1910 Weiß: P. Leonhardt Schwarz: Dr. Terrasch. zen Steine können den letten Zug nicht ausgeführt haben. Mit Schwarz om Tuge ist der Fall schnell erledigt: 1.. Khte91 2. Teo—f6 usw. 1. 7 2 S1-h usw 1 17-f5, 2. Kg5—f2 f5—14, 3 Te-hó mott Weiß sekt also in zwei Zun matt, € mit Schwa an Zuge. Schachmeister P. Leonhard t. Aus Konigsberg kommt die Nachricht, daß dort der Schachmeister Paul Leonhardt plotlich versforben ist. Der Tod ereilte ihn bei eier Schachparfie. Meister Leonhörd zahlte zu den begabtesten deutschen Meistern. Er gehôrte zu den wenigen Meistern, deren Ruf als Froffnungstheoretiker und Schachschriftsteller großer ist als ihre Turniererfolge. Sein bedeulendster Triumph wor der 3 Preis im großen Korlsbader Turnier 1907 Budapester Verteidigung. Gespielt im Turnier zu Zoppot, Juni 10'0 Weiß: Dr. St. Kohn. Schwarz: P. S. Leonhardt 1. d2-d4 S98—f6 2 c2-c4 e7-e5 3 d4Xe5 Sf6—94 4 e2—e4 Die sofortige Ruckgabe des Gembitbauern, zugunsten schneller Entwickdlung hat sich in der „Budapester“ seit langem bewährt. 4 So4Xe5 5. f2-14 Se5—c6 6 Lel-e3 L18—b4t 7. Sb1—02 Weiß unterlaßt Sb1—c3, um sich seine Bauernstellung zu erhallen 7. Dd8—e7 8. Ddl-f5 d7-d6 9 LI1-6 Sb8—d7 10. Sg1—e27 Dies wird vom Meister Leonhardt els Fehler nachgewiesen. Weiß mußte zunachst 1o5—c2 spielen. 10 S07—e5 Fin eleganter Ueberfall 11. f4Xe5 ScoXe5 12 D63-95 Sc5—0 13 Kel-d1 Auf Ke1—f1 könnte geschehen 13.. IXd2, 14. Le3Xd2 De7-fot, 15. D92—f3 DfXISt, 16. 92 X(3 Lc8-h3t, 17. Kf1—91 SdXb2t und Schwarz gewinnt. 1. e2—04 2 Sq1—13 So 5 LI1—c4 6. 0—0 7. d2-d3 e7-e5 S58—06 f8—b4 b4—4 d7-0 S98—f6 h7-h67 0-0 0—0(auf 10... ef? ist 11. e5l zu starko, 11 14—f51 Do8—c7, 12. Lc1-g5 Sd7-b6?(wird prachtig widerlegt; besser h6), 13. L95X(16 SboX c4, 14. St3—951(Stellungsbild). Wenn 16. Kc2-b3, so De4-d3t, 17. Kb3Xb4 /-abt, 18. Sc4Xa5 c7-c5t, 19. Sc3Xc5 d6Xc5t nebst baldigem Matt. Ein sdiwerwiegender Tempoverlust. Eesser war SiXd5, mit der Folge e4X65 Sc6—e7, d5—d4 17-f6 8 c2-05 Sfoxd5 Dr. Tarrasch gab hierzu an, daß er auf 8 0—0 die Zersplifterung seiner Bauernstellung miltels 9. a2—04 a7-06, 10 b2-b4 La-b6, 11. SdX b6 befürchtete. Dies war aber sicherlich von geringeren Nachteilen begleitet als der Textzug 9. e4Xd5 Sc6—e7 10. d5-04 e5Xd4 Oder auch e5-e4, 11. S13—d2 f7—f5, 12. 12-13 11. Do1—84t e7-06 12. d5Xc6 b7Xc6 13. Sf3Xd4 Lc8-d7 14. Tf1—e1 Verhindert die Rochade, dann 14.... 0—0 wird mit TetXe7 bcantwortet(DXe7 DaXabI 14. Ke8—18 15. LI1—14 1a5—07 Wenn 15... c6—c5, so 16 Do4—d1 La5—c7, c5Xd4 Lf4Xd6l) 17, Ddt—f31 d6—d5, 18 TelXe7I mit durchschlagendem Angriff. 16. Da4—a3 Se7-c6 Auf c6-c5 wäre 17. Sd4—b5 gefolgt 17. Tel—e3 KI8—98 18 Tal—e1 d6-d57 Richtig war Sc—b6. 19. LI4Xc7 Mit diesem Zuge leitet Weiß eine glanzende Kombinalion ein. 19 Dd8Xc7 20. Te3—e8 Ld7Xes 21. TelXest K98—h7 22. Le4-d3 17—f5 Oder g7-g6 mil der brillonten Folge 25. Te8X h8 Kh7Xh8, 24. Da3—f8t Kh8—h7, 25 Sd4—15 B. TeBXh8t KhVXh8 24. Da3—f8t Kh8—h7 B. LASXI5t 97-96 26. L15X961 Schwarz gab jett auf, ohne den Schluß KN7X06, 27, D18—f5t Kg6—g7, 28. Sd4—e6t(gewinnt die Dame) abzuwarten Für diese prächtige Portie erhielt Meister Leonhardt den Schönheitspreis des Turniers. Damengambit. Aus einem Vierkampf in Zandvoort, 15. August 1934 A Lilienthal A. W. Hamminq 1. d2-d4 d7-d5, 2 c2—c4 e7-e6, 3. Sb1—c3 d5Xc4, 4. e2-e4 c7-c5, 5 d4-d5 a7-86, 6. 2-94 Sg8-f6, 7. LfIXc4 e6-e5 lrichtig ist edl), 8 f2—f41 L18—d6, 9. Sg1—13 Sb8—d7, 10 14.... h7—h6(auf gf gewinnt 15 SXh7I, ebenso auf g6), 15. Dd1—h51 T18—e8(oder gf. 16. DX h6 1g. 17. f6l usw.; auch 15... Le7 hilft nicht mehr: 16. dól DXd6, 17. LXe7 DXe7, 18. f6l nebst Sd5), 16. Lf6Xg7 Kg8Xg7(.f8, 17. f6l), 17. f5—15t Schwarz gibt auf Eine Silvesterfragel ab IA II a Sicht Schwarz oder Weiß in dieser Stellung sicherer? Pfarrer Kneipp's Tannensaft Tannenblöten-Lungenbalsam lat das hervorrag. Mittel b schwer Brast- a Langenspitzenkatarrh, sow. Langenleld. Der hohe Gehalt an Kalk und Kleselsäure bringt Hellung und Vernarbung. Zunahme des Appetita. Abnahme des Flebers und der Schweißbildung. Die große Flasche RM. 3.—. Kneipp-Kur-Wegwelser hostenlos doreh Enelpp-Mittel-Lentrale Abelpanobele Worzburg 7 „Filia hospitalis“, fast hundert Jahre alt Zum Geburtstag des Deutschamerikaners und Komponisten Otto Lob— Von Wilh. Rausch, Bürgermeister a. D.. Bonn „O wonnevolle Jugendzeut mit Freuden ohne Ende. mit Minnefahrten weit und breit. wo sich die Schönste fände. Ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübschen Weibe gut, und doch ist nichts aequalis der fila hospitalis.“ In diesem Monat sind 100 Jahre verflossen, seitdem Otto Lob das Licht der Weit erblickte. Wir Rheinländer, besonders aber die Bergischen, wollen diesen Tag nicht vorübergehen lassen, ohne dieses vortrefflichen Landsmannes und berühmten Sängers zu gedenken. Otto Lob wurde am 24. Dezember 1834 in Lindlar im Oberbergischen geboren. Jm Jahre 1845 verzogen die Eltern nach Köln. Otto bestand 1855 am Lehrerseminar in Kempen am Niederrhein die Prüfung. Seine erste Anstellung erhielt er 1855 als Hilfelehrer in Prück bei Köln. 1858 wurde er an die Domschule in Köln verletzt. Hier kam Lobs musikalisches Können bald zur Geltung Er dichtete und vertonte Lieder für Festlichkeiten und den Karneval. Seine Schöpfungen fanden allgemein Beifall und machten ihn als talentvollen Komponisten über die Grenzen Kolns bekannt. Auch wirkte er als Sänger und erfolgreicher Dirigent in mehreren Gesangvereinen. Nach sechsjähriger erfolgreicher Tätigkeit in Köln entschloß sich Lob nach Amerika auszuwandern. Zum großen Leidwesen seiner Freunde und Gönner. Diese gaben ihm am 12. Januar 1864 im Wiener Hof zu Köln ein Abschiedsfest, an dem auch der Kölner MannergesangVerein teilnahm. Lob wandte sich nach Chikago Er hatte dort wahlhabende Verwandte, die auch wohl den Entschluß zur Uebersiedlung beeinflußt hatten. Schon im nächsten Jahre fand unser Sänger Gelegenheit, öffentlich aufzutreten. Am 14. April 1865 mar der beliebte amerikanische Präsident Abraham Lincoln von einem Südstaatler erschossen worden. Zufolge eines Auf= rufe Lobs, der mit Begeisterung aufgenommen wurde. versammelten sich Chikagos deutsche Sänger und gen unter Loho Leitung an der Bahre Lincolno den Scheidegruß„Schlumm're sanft in heiliger Stlle“. Diese Veranstaltung hat Pob den Weg zum Ruhme geehnet. Er lammelte und vereinigte bald die deutschen Sänger Chikagos. wo zu der Zeit schon 50 000 Deutsche wohnten. Die Folge war die Gründung des Männergelang pereins„Germama“ Später kam die„Concordia" hin zu. In beiden Vereinen, die heute noch bestehen, war Lob Dirigent. Bei seinen großen Erfolgen hat Lob Vaterland und Heimat nicht vergessen. Bei seinem Abschiede 1864 hatte er seinen Freunden versprochen, in der neuen Heimat deutsche Art und deutichen Sinn zu pflegen. Das Versprechen hat er gehalten. Sein Ruhm und sein Wirken war auch über das Meer nach Köln gedrungen. Die Kölner Freunde sandten ihm für seine Verdienste um die Förderung der Musik ein Ehrendipiom. Dafür hielten diese von Zeit zu Zeit humoristische Gedichte und Kompositionen, die gerne angenommen wurden. Aus Anlaß des Friedensschlusses 1871 zwischen Deutschland und Frankreich fand in Chikogo eine große deutsche Friedensfeier statt. Der musikaliche Teil stand selbstverständlich unter Lovo Leitung Die Feier war so glänzend verlaufen, daß noch eine zweite veranstaltet werden mußte. Lob stand auch mit Franz Abt, dem berühmten deutschen Liederkomponisten, in Verbindung. Dieser wandte sich an Lob wegen einer in Amerika zu veranstaltenden Konzertreise. Jm Jahre 1873 reiste unser Sänger nach Deutsch= lund, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Gleich= zeitig war er auch Vertreter des Staates Illinois auf der Wiener Ausstellung Nach drei Monaten— am 13 August 1873— nahm er Abschied und reiste in die neue Heimat zurück. Hier nahm er seine Tatigkeit im musikalischen Leben wieder auf. Er hatte immer wieder neue Erfolge zu verzeichnen. Die Jahre flosser dahin. Sie ließen aber den Sänger nicht die alte Heimat vergessen. Die Sehnsucht nach ihr wurde so stark, daß er plößzlich sein schones, reiches und einträgliches Arbeitsfeld verließ und 1884 nach Deutichland zurückkehrte. Als dauernden Wohnsitz wählte er Heidelberg. Die Schönheit der Stadt und der Um= gebung hatten die Wahl beeinflußt. Auch in der Heimat sollte unserm Sänger bald der große Erfolg kommen. Mit der Vertonung des Studentenliedes„O wonnevolle Jugendzett“ mit dem Texte von Dr. Otto Kampf. Das ist ein kleines lyr sches Meister= werk. Zwei typische Gestalten treten auf Der kur lene Flamme, die„filia hospitalis", schwärmende Kandidat der Philologie und diese selbst.„Sie ist ein gar zu herzig Kind mit ihren bionden Zöpfen". Daß sie der „gute Geist im Hause“, gerade den mit knappem Monatswechsel ausgestatteten Philologen vorz eht. begründet der Dichter vortrefflich in der b. Strophe „Vier Mieter hat sie: der Jurist besucht nur feine Kreise, der Mediziner ist kein Christ, der Theolog weise.“ Und doch hätte Kamps Gedicht von der„Filia hospitalis" niemals einen solch glänzenden Erfolg gehabt, wenn ihm nicht Otto Lob eine geradezu wunder= volle Melodie geschaffen hätte. Im Jahre 1885 erließ der Verlag des Lahrer Kommers=Buches ein Preisausschreiben für Studentenlieder. Dr. Kamp sandte sein 1882 verfaßtes Lied, die„Filla hospitalis“ ein und erhielt einen Preis. Im Wetthewerb um die beste Melodie gingen etwa 900 Kompositionen ein. Die Vertonung von Kamps„Filla hospitalis" durch Otto Lob wurde mit dem Preise gekrönt. Damit war diesem der große Wurf gelungen. Es wurde schon bald ein sehr beliebtes Lied, das bei keiner studentischen Feier fehlen darf. Die „Fidulitas“ beginnt meistens mit ihr; erklingt das Vorpiel, wird es still. Bei den Füchsen, den Burschen und den alten Herren. Damit nur kein Wort des schönen Tertes, kein Ton der wundervollen Melodie verloren geht. Und wenn zu später Stunde die alten Herren nach Hause wandeln, dann werden sie nachdenklich und summen in Erinnerungen schweigend„O wonnevolle Jugendzeit, mit Freuden ohne Ende“! Durch diese herrliche Melodie und die darauffolgende lange Reibe von Studentenliedern wurde Otto Lob weit und breit bekannt. Krokodile und Palmen in Mitteldeutschland In der ehemaligen Garnisonkirche von Halle a. d. S. wurde das Geiseltalmuseum der Oekfentlichkeit übergeben. Bei der Eröffnung dieser Sammlung die den größten Teil der weitberühmten Geiseltalfunde birgt und in langer und überaus mühsamer Urbeit vom Geologiich=Paläontologischen Institut der Universität Halle geschaffen wurde, sprach der Direktor des Instituts. Pros. Dr Weiaelt. über:„Die heimatkundliche Sendung der Erdgeschichte und die Universitätsausgrabungen im Geiseltal“. In den Räumen der ehemaligen Garnisonkirche in Halle ist eine zauberhafte Welt entstanden, Schatten enes Lebensbildes, wie es der mitteldeutsche Raum vor vielleicht Millionen Jahren sah. Aus der dunklen Tiefe eines Bergwerkschachtes, der in die bie zu 100 Meter machtige terttäre Braunkohle des Geiseltales bei Meweburg getrieben wurde, hat Gelehrtenzleiß und=kunst diese Welt wieder ans Licht gehoben: a kamen Tapire herauf, Affen, Krokodile. Echsen nerschiedenster Art. Schildkröten, bunte Schlangen Beuteltiere, Frösche. Fiedermäuse, Vögel. Insekten Käfer und sch llernde Schmetterlinge, schließlich eine Unzahl von Fischen, da fand sich eine Pflanzenwelt von tropischer Ueppigkeit, Zeigen und Brotbaumfrüchte gab es hier, Myrrtengewächse. Lorbeer, Zimmt. Muskat und ragende Palmen. Wie ein Wunder mutet es an. daß sich all dies so erhalten konnte. Ueber 6000 Wirbeltierreste wurden gefunden und nicht nur Knochen, sondern Horn, Federn. Haut, Haare, Schuppen, Fettknorpel=Muskelgewebe. Auf den Flügeln und Panzern der Käfer hat sich teilweise selbst der buntschillernde Reichtum der Farben, auf den Schmetterlingsflügeln der zarte Schmelz erhalten. Etwa 60 Blüten konnte man bergen die noch die Staubgefäße haben. Wie so viele Tiete verschiedenster Art auf einen so kleinen Raum zusammengedrängt wurden? Vielleicht, und es sprechen o ele Anzeichen dafür, ist eine verheerende Trockenheit gewesen und der Durst hat Freund und Feind an die lenten Wasserstellen getrieben; und sie sind ihnen doch Todesstätte und Massengrab geworden. Tausende von Krokodilszähnen fand man am Rande der Trichter in der Cäciliengrube, und in einem der Trichter wurden nicht weniger als 20 verschiedene Eidichjenarten gefunden Mit den feinsten Methoden ist man an die Bergung gegangen, hat mit Spezialgeräten die äußerst zerbrechlichen Skelette. Knocheareste und all die Funde freigelegt, sie mit einer Gipsumwallung umgeben und dann Stück um Stück mit einem festigenden Lack überzogen, der wieder mit einer Parafinschicht gesichert wurde. In den Laboratorien wurden dann in ungeheuer mühsamer Arbeit all die störenden Reste, vor allem Kohleteilchen, entfernt Ein besonderers Verfahren wurde zur endgültigen Präparierung ausgearbeitet, das setzt die Gewähr für eine lange Erhaltung und Sicherung bietet. Die Funde sind dann nicht nur grob nach Art und Form untersucht wurden, ondern wieder mit den feinsten Methoden: so hat man den Darminhalt der Tiere untersucht und dort erkennbare Reste von Tieren und Pflanzen gefunden, man hat die Gewebe und Zellen dargestellt, ihre Kerne und Strukturen erkannt und mit den heutigen Gewebebildern vergleichen können. Dieser kleine Vlick in die wissenschaftliche Werkstatt des neuen Museums, das die wichtigsten der Geiseltalfunde birgt, zeigt schon die gigantische Arbeit, die Prof. Weigelt, der die Ausgrabungen leitete und diese Sammlung schuf, mit seinen treuen Helfern leistete. Durch das Museum wird auch dem Laien diese Wunderwelt erschlossen ohne daß die Wissenschaftlichkeit der Arbeit darunter leidet. Tafeln und Skelette aus der Gegenwart helfen ihm zum Verständnis, große bunte Bilder zeigen die Landschaft des Geiseltales im Eozän, zeigen auch den Stant der Heubenarbeit zur Zeit der Ausgrabungen. Unermeßliche Fragen werden hier für viele Wissenschaften eusgeworfen, nicht nur für die naturkundlichen Wissenschaften wie Physik. Chemie, Geologie. Botanik und Joologie unter Führung der Heiseltoleg rühren an dee läontologie. Die Funde des Heil uralten Fragen der Menichgeitsgeichichte überbaupt und die Wissenichatflen der ganzen Welt. vor allem aber die deutichen varden an ihrer Lösung arbeiten Als lebendigen Mittelpunkt dieser Arbeit hat setzt Prof. Dr. Weigelt das Geiseltalmuseum in der Saalestadt Halle gesetzt.