Volks=Zeitung Bochumer Volkszeitung rles in nder) Bochumer Stadtanzeiger Monalsbezugspr. einschl. Zustellgebahr f. Ausgabe. Pwafiestellen: Bochum, Müdlenstraße 12-14, Hernruf. 647 40 für Ausgade B u. ORR 1.—. De bee WrfaeWoiZe Psscheckonte Dortmund 6146; Hattingen, Badnhofstraße 12. rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Begugspretses Zernruf 2006, npreise: Gesamtauflage 6 Pfg. Ausgabe A 6 pfg., aus= herhunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eften=Steele=Pattingen und Wattenschein neber Ste. 4. Hernr. 562 10, gabe B 3½ Pig. Ausgade O 8 Pfg., Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pig. Ausgaben B u. O 25 Big. se mm. Gultig: Preieline 4. Geschäftsstelle und Redaktion: Bochum, Muhleultratze[2-]4/ Feruruf 64746-64748 Druc und Verlag: Märkische Vereinsdruckerel, Bochn Nr. 300 Freitag, 28. Dezember(Unschuldige Kinder) 1934 Moskaus Regierung auf der Suche nach vergrabenen Schätzen Die russischen Flüchtlinge sollen sie herausrücken ür ailige leser In der Nähe von Warschau explodierte am Heiligen Abend in einer Mühle eine Bombe. Die Mühle wurde vernichtet; im Umkreis von mehreren Kilometern platzten die Fensterscheiben. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Man vermutet, daß die Bombe von Anarchisten geworfen wurde. 18 Personen sind bisher verhaftet worden Die französischen Direktoren der Zyrardow=Werke in Warschau, die seit vier Monaten in Untersuchungshaft sitzen, sind am Weihnachtsabend gegen eine Kantion von 1,25 Millionen Zloty auf freien Fuß gesetzt worden. Bei der Einfahrt in den Bahnyof Tonlon stieß ein Personenzug mit einer Rangierlokomotive zusammen. 15 Reisende wurden zum Teil schwer verletzt. Der in diesem Jahre besonders starke Weihnachtsnerkehr hatte eine beträchtlich hohe Anzahl von Verkehrsunfällen in den Vereinigten Staaten zur Folge. Es wurden am Weihnachtstage 166 Tote durch Verkehrsunfälle gezählt Die Postbeamten von Nio de Janeiro sind wegen der Hinausschiebung einer ihnen zugesagten Gehaltserhöhung in den Streik getreten. Der Zustelldienst ruht vollständig, der Telegraphendienst ist jedoch nicht unterbrochen. General Körner, der militärische Leiter des marxistischen republikanischen Schutzbundes in Oesterreich, ist am Donnerstag enthaftet worden. Der Landesrat des Saargebietes hält am 28. Dez. eine Vollversammlung ab. Es durfte die letzte vor der Rückgliederung des Saargebietes sein. Die Antarktis überflogen 1300 Kilometer über das Südeis London. 27. Dez. Nach einer Rentermeldung aus Wellington(Neuseeland) ist dort die Nachricht eingetroffen, daß der amerikanische Forschungsreisende Lincoln Elsworth in einem von dem Flieger Bernt Balchen geführten Flugzeug über das antarktische Festland hinweg nach der Walfischbucht im Roß=Meer geflogen ist. Hierbei habe die Maschine in annähernd 20 Stunden 4300 Nilometer zurückgelegt. Sie ist am Südpol in einer Entfernung von etwas weniger als fünfbundert Kilometer vorbeigeflogen. Kältewelle in den Vereinigten Staaten 10 Grad Celsius unter Null— Mehrere Tote DNB. Nenyork, 27. Dez. Obwohl die Wetter kundigen einen ungewöhnlich warmen Winter voraussagten, wird jetzt eine Kältewelle aus dem Nordwesten erwartet, wo strengstes Winterwetter mit 40 Grad Celsins unter Null herrscht. Im mitt leren Westen sind bereits zahlreiche Todesfälle durch Erfrieren zu verzeichnen. Schwere Stürme an der Nordostküste gefährden die Schiffahrt. Neunork, 27. Dez. Die ungeheure Kältewelle während der Weihnachtsfeiertage hat in den Vereinigten Staaten nicht weniger als 23 Todesopfer gefordert. Eisenbahnzug zertrümmert Kraftwagen Zwei Tote— Der Bahnwärter verhaftet DNB Wien, 27. Dez. Bei der Ueberquerung einer Straße an der Südbahnstrecke in der Nähe von Wien wurde ein Personenkraftwagen durch einen Zug erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Lenker des Kraftwagens, ein Arzt, und seine Mutter, waren auf der Stelle tot. Weitere Insassen wurden sterbend ins Krankenhaus gebracht. Der Bahnwärter, der vergessen hatte, die Schranken herabzulassen, wurde verhaftet. Mord in einem Breslauer Hotel Vom Geliebten erschossen Breslau, 27. Dez. In einem hiesigen Hotel wurde am Donnerstagfrüh die unverehelichte Martha Friesel aus Strehlen mit einem Herzschutz tot aufgefunden. Als Täter kommt anscheineno der Geliebte in Frage, der gleichfalls in dem Hotel abgestiegen war; nach ihm wird gefahndet. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt. Ein Mädchen erschossen Mord und Selbstmord DNB. Kusel(Pfalz), 27. Dez. In der Ge meinde Nußbach drang der ledige, 27 Jahre alte Ludwig Wenz in die Wohnung des Maurers Karl Ludmig Dach und tötete im Verlaufe einer Auseinandersetzung die 21jährige Tochter des Dach durch vier Schüsse. Dann flüchtete er und erschoß sich auf seinem elterlichen Grundstück. Der Grund zu der Bluttat ist darin zu suchen, daß das Mad chen einen Antrag des Wenz abgewiesen hatte. DNB. Paris, 27. Dez. Das„Journal“ bringt ein sensationelles Gerücht über ein Angebot der Sowjetregierung an die im Auslande lebenden Russen. Die Sowjetregierung soll den Flüchtigen 40 v. H. derjenigen Schätze versprochen hn, die von die sen während der russischen Revolution auf russischem Boden vergraben und verstect worden seien, wenn sie diese Verstecke der Sowjetregierung angeben würden, so daß die Schätze zutage gefördert werden könnten. Ein Privatdetektiv aus Belgrad soll angeblich einen Vertrag mit der Sowjetbotschaft in Berlin unterzeichnet haben, und sich bereits in Rußland befinden, um gewisse Schätze zu suchen, die von den nach Lavals Romreise in der ersten Januarwoche? DNB. Paris, 27. Dez. Der Paris Soir meldet aus Rom, daß man mit dem Besuch des Außenministers Laval in Rom für den 8. oder 5. Januar rechnet. Die französisch-englische Aussprache würde bald das Aussehen einer für den Frieden Europas entscheidenden Dreier=Verhandlung erhalten. Der Temps ist ziemlich hoffnungsvoll. Er glaubt, daß die aus den ungarischen Revisionsansprüchen entstandenen Schwierigkeiten überwunden werden können, stelle man doch eine gewisse Entspannung in den Beziehungen zwischen Belgrad und Budapest fest. Die Kleine Entente habe übrigens in Lavals Senatsrede die Bürgschaft dafür, daß das französisch=italienische Einvernehmen nur ein Instrument der Zusammenarbeit und des Friedens sei, niemals aber ein Instrument den Veruneinigung der Kleinen Entente oder der Lockerung der zwischen ihr und Frankreich bestehenden Bindungen. La Presse schreibt: Der Nat der Kleinen Entente habe auf Anregung Südslawiens den Negierungen von London und Paris zur Kenntnis gebracht, daß er eher den Anschluß OesterBelgrad geflüchteten Russen vor Verlassen ihrer Heimat vergraben worden seien. Das Blatt hat sich an den in Paris lebenden früheren russischen General Miller gewandt und ihn um Auskunft gebeten. General Miller erklärt, er habe von anderer Seite nichts über derartige Absichten erfahren und glaube nicht daran. Außer materiellen Schätzen hätten die nach der Revolution geflüchteten Russen auch ideelle Schätze versteckt, nämlich die Fahnen der zaristischen Regimenter, die die Sowjets nie bekommen würden. Im übrigen glaube er nicht an die Vertragstreue der Sowsetrussen. Wenn sie auch den russischen Flüchtlingen 40 Prozent der Schätze ver sprächen, würden sie doch nach Auffindung irgendeinen Vorwand benutzen, um die Beschlagnahme anzuordnen. reichs an Deutschland als eine Wieder einsetzung der Habsburger dulden würde. Dieser Beschluß, den Rom natürlich kenne, könnte möglicherweise Mussolini bestimmen, den französischen Standpunkt in der mitteleuropäischen und Balkanfrage anzunehmen. So wäre eine Verstän digung möglich." Dann, aber auch nur dann, könnte die Romreise Lavals von Nutzen sein und dem Frieden dienen. Das Blatt glaubt, daß Laval seine Nomreise deshalb beschleunige, weil England einen Abschluß der französisch=italienischen Verhand lungen begrüßen würde. Verbol eines Legitimistenblattes in Oesterreich DNB. Wien, 27. Dez. Die Bundespolizeidirektion Wien hat das weitere Erscheinen der „Staatswehr“, das Organ der kaisertreuen Volkspartei, verboten. Begründet wird dieses Verbot mit der außerordentlich heftigen Schreibweise des Blattes gegen fremde Staaten und Staatsoberhäupter, hauptsächlich gegen die Tschechoslowakei und Südslawien. Die„Staatswehr“ wird von dem Legitimistenführer Oberst Wolff herausgegeben und steht im 15. Erscheinungsjahr. Sie war das erste Organ, das nach dem Umsturz im Jahre 1918 für die Wiedereinsetzung der Habsburger eintrat. Ende 1914 Vom Bewegungs= zum Stellungskrieg Mit vorbildlich kraftvoller Offensive hatte Deutschland den ihm aufgezwungenen Krieg gegen seine Westgegner eröffnet. Die Truppe hatte, sei es in bezug auf Marsch, sei es in bezug auf Kampfleistung überall ihr Bestes gegeben, mit einer ans Märchenhafte grenzenden Tapferkeit gefochten und der Welt bewiesen, daß diese deutsche Armee wirklich die erste der ganzen Welt war. Aufbauend auf der genialen Schlieffenschen Idee war es das große Ziel der deutschen Heeresleitung gewesen, unter hinhaltendem Kampf auf dem linken Flügel die Mitte und den rechten Flugel eine gewaltige Schwenkung etwa mit dem Drehpunkt Metz ausführen zu lassen und durch den in Eilmärschen vorgetriebenen rechten Flügel flankieren, umfassen und auf Paris werfen zu lassen. Gelang der Plan, so war damit zu rechnen, daß Frankreichs Widerstandskraft, besonders die psychische, einen solchen Stoß erhalten würde, daß der Krieg ein schnelles Ende finden würde, und einem Nachgeben Frankreichs mußte das der anderen Kriegsgegner auf dem Fuße folgen. Die Durchführung des Schlieffenschen Planes wurde allerdings schon von vornherein nicht im Geiste des Schöpfers begonnen. Als jener geniale Generalstabschef in den ersten Tagen des Jahres 1913 die Augen zum ewigen Schlummer schloß, waren seine letzten Worte gewesen:„Macht mir den rechten Flügel stark!“ Man hatte diese zwar im Fieber gesprochenen, aber geradezu prophetischen Worte nicht beachtet, denn der rechte Flügel hätte im August 1914 viel stärker gemacht werden müssen. Auch die Verwendung unserer zahlreichen und glänzend ausgebildeten Kavallerie mußte sich in anderen Bahnen bewegen. Erschöpften doch fünf Kavallerie=Divisonen ihre Kräfte vor der Front von Armeen, denen eine Offensive erst in zweiter Linie zugedacht war, anstatt daß sie auf dem rechten Flügel halfen, Schrecken in die rückwärtigen Verbindungen des Feindes zu tragen. Aber selbst diese Unterlassungen schien die Tapferkeit unserer Feldgrauen wettzumachen, denn die Armeen drangen unaufhaltsam vorwärts und ersochten Sieg über Sieg. Da zeigte sich in den letzten Augusttagen zum ersten Male, daß die Oberste Heeresleitung nicht die stahlharten Nerven hatte, die bei der schwierigen Lage eines Zweifrontenkrieges unerläßlich waren, denn sie ließ sich durch die Hilferufe aus dem Osten von ihrem großen Ziel abbringen und entzog der Westfront zwei Korps und eine Kavallerie=Division, die im Osten zum Entscheidungssieg zu spät kamen, im Westen aber auf dem rechten Flügel bald dringend fehlten. Wie wäre die Marneschlacht verlaufen, wenn die 1. Armee noch diese Truppen gehabt hätte! Siegreich waren die deutschen Armeen über die Marne vorgeörungen, die mächtige Festung Verdun war fast völlig abgeschnürt, da raffte sich der französische Oberbefehlshaber zu einem Verzweislungsschritt auf, warf alles Verfügbare nach dem linken Flügel und versuchte zu umfassen. Die Krise des Krieges war da. Jetzt hieß es Nerven behalten. Die herrliche Truppe behielt sie, von der Obersten Heeresleitung konnte man dies nicht behaupten. Die Sendung Hentschs vollendete das Unheil. Mitten aus dem Siege wurde die Truppe durch jenen unheilvollen Rückzugsbefehl gerissen. Kaum waren die Fronten georönet, da begann der Wettlauf zum Meere, denn richtigerweise wollte der neue Chef des deutschen Generalstabes den Offensivgedanken nicht aufgeben. Aber auch auf der Gegenseite hatte der für die Franzosen völlig überraschend gekommene Erfolg an der Marne dem Angriffsgedanken den Weg geebnet. So kam es, daß beide Gegner immer wieder zu umfassen suchten, was zu einer Verlängerung der Front bis zum Meere führte. Die letzte Möglichkeit einer Umfassung schwand mit dem Scheitern der deutschen Flandernoffensive im Oktober. Jetzt wäre es Zeit gewesen, den Offensivgedanken an der Westfront fürs erste aufzugeben, alle verfügbaren Kräfte nach dem Osten zu werfen und durch Aufdie=Knie=zwingen des Russen eine Entscheidung der Gesamtlage anzubahnen. Die neue deutsche Oberste Heeresleitung konnte sich dazu nicht entschließen, es folgten die schweren blutigen Kampfe im Yvernbogen, denen der erhoffte Erfolg nicht beschieden war. Damit war die Westoffensive nun doch beendet. Die Front erstarrte, die deutschen Truppen standen in einer Front Nieuport— Ypern— Armentieres— Arras(diese Orte ausschließlich)— None— dann nach Osten umbiegend Soissons— Reims— Verdun(Orte ausschließlich)— nach Süden vorspringend zum Mihielbogen— wieder nach Osten biegend bis zur Grenze östlich Pont a Mousson— dann etwa der Grenze folgend bis Markirch und dann auf deutsches Gebiet verlaufend über Münster— Sennheim bis Pfettenhausen. Für die Ostfront galt bei Kriegsbeginn der Grundsatz strategische Defensive auf der inneren Holländisches Auto mit neun Insassen in einen Kanal gestürzt Sieben Personen ertrunken TNB Amsterdam, 27. Dez. In der unmittelbar an der deutschen Grenze gelegenen Ortschaft Munsterscheveld stürzte in der vergangenen Nacht ein mit neun Personen besetzter Kraftwagen in einen Kanal. Sieben Insassen konnten sich nicht mehr retten und ertranken. Dag Auto befand sich auf der Heimfahrt von einem Musikfest. Bei der Ueberquerung einer in der Nahe der katholischen Kirche in Munsterscheveld gelegenen Zugbrüche stieß der Kraftwagen gegen drei Uhr nachts aus bisher noch nicht geklärter Ursache gegen das Brüchkengeländer, durchbrach es und stürzte in das an dieser Stelle ziemlich tiefe Wasser. Da der Wagen sich während des Fallens überschlug und die Donkosaken singen in der Notre=Dame Kirche in Paris Paris, 27. Dez. Vor einigen Tagen erlebte die Notre=Dame=Kirche eine kirchenmusikalische Veranstaltung ganz besonderer Art. Der Donkosaken=Chor „Platoff" hatte sich in den Dienst der Wohltätigkeit für notleidende Studenten der Pariser Universität gestellt. Der Veranstaltung wohnte der Erzbischof von Paris, Kardinal Verdier, bei. Wie es in einem Bericht der Croix heißt, wurde das sehr reichhaltige Vortragsprogramm von den Kosaken mit unvergleichlicher Meisterschaft ausgeführt. Der Chor trug die berühmtesten religiosen Lieder russischer Komponisten vor, darunter ein Tantum Ergo von Bortniansky. Den übrigen Teil des Proaramms bestritt ein Kinderchor und der Oraanist der Kathedrale Leuis Vierne. Nach der Veranstaltung nahm Kardinal Verdier Veranlassung, die ausgezeichneten Sänger herzlichst zu begrüßen. Insassen sehr gedrängt saßen, gelang es nut einem jungen Manne sich aus dem furchtbaren Gefängnis zu befreien. Dem jungen Mann glückte es aber noch, ein junges Mädchen aus dem Wagen herauszuziehen und gleichfalls in Sicherheit zu bringen. Das Arnheimer Theater durch Feuer vernichtet D9B Amsterdam, 27. Dez. Das städtische Theater in Arnheim ist heute früh durch ein Großfeuer vernichtet worden. Der Brand brach anscheinend in den im zweiten Stock gelegenen Requisitenräumen aus. Er wurde erst sehr spät bemerkt, so daß die Feuerwehr das Gebäude nicht mehr retten konnte. Der Schaden wird auf rund eine Million Gulden geschätzt Polens größter Grubenbetrieb durch Maschinenschaden stillgelegt DNB Aattowitz, 27. Dez. Wegen eines Schadens an der Fördermaschine mußte der gesamte Förderbetrieb auf dem Präsident=Moszicki=Schacht in Chorzow eingestellt werden. Bei der Untersuchung des Schadens wurde festgestellt, daß die Maschine, die von der französischen Maschinenbau Gesellschaft Citroén zum Preise von 300000 Mark geliefert wurde, aus minderwertigem Ma terial hergestellt ist. Die Förderung auf dem Moszicki=Schacht, dem größten Grubenbetrieb Polens, wird voraussichtlich über einen Monat ruhen müssen. Die 1500 Mann starke Belegschaft wird bis zur Wiederinbetriebnahme des Moszicki=Schachtes auf den Staatlichen Skarboferm=Gruben untergebracht. Kleine Entenle entschieden gegen Wiedereinsetzung der Habsburger Linie mit offensiven Gegenstößen. Niemand war sich darüber im Zweisel, daß der Russe mit gewaltigen Massen anrücken würde, aber es war anzunehmen daß bei der Schwerfälligkeit dieses Gegners es möglich sein würde, nach friederizianischem Grund satz dem nächsten„auf den Hals zu gehen", ihn zu schlagen und sich dann dem anderen zuzuwenden. Das erste A. O. K. 8 konnte diesen Entschluß nicht rechtzeitig fassen, erst Hindenburg und Ludendorff setzten ihn in die Tat um und erfochten dadurch den entscheidenden Siea bei Tannenberg und den großen Erfolg an den masurischen Seen. Diese Siege hätten den Grundstein zu einem ganz großen Erfolg bilden können, wenn die vom Süden gegen Rußland vorgehenden Oesterreicher Erfolg gehabt hätten. Doch deren Offensive in Galizien brach zusammen. Der Russe trieb sie bis zu den Karpathen zurück und konnte nun seine„Dampfwalze“ gegen Schlesien und Posen in Bewegung setzen. Um diese abzuwehren, mußte die Ostpreußische Front geschwacht und auf die Verteidigung beschränkt werden. Es folgten die Feldzüge in Südpolen und Nordpolen, die wohl den Russen zum Stehen brachten, ihm sogar schwere Schläge zufügten, aber seine Front nicht zertrümmern konnten, da die Kräfte zu schwach und die von der Westfront zugeführten Verstärkungen bereits zu geschwächt waren. So bahnte sich auch im Osten ein gewisses Erstarren der Front an. Die deutschen Truppen sicherten Memel und Tilsit, hierten dann die ungefährliche Linte Mallwischken— Löyen— Seenstellung bis Rudzany, sicherten bei Ortelsburg, standen mit einer Gruppe südlich Mlawa und sicherten von da bis zur Weichsel halbwegs Wloclawek— Plock. Dann folgte die zusammenhängende Front an die Bzura und Rawka bis in die Gegend östlich Petrikau. Daran schlossen sich die österreichischen Armeen mit der eingeschobenen Gruppe Woyrsch. Ihre Linie verlief bis zur Dunafeemündung und weiter in den Karpathen über den Dukla=Paß— Ushoker= Paß— Jablonitza Paß bis in die Gegend von Radautz an der rumä nischen Grenze. So war die Lage der Mittelmächte zu Beginn 1915 durchaus keine günstige und der beim Chef des Generalstabes immer mehr Boden gewinnende Grundsatz einer Zermürbungstaktik der Gegner war nicht dazu angetan, ein baldiges Kriegsende herbeizuführen, was aber für die Mittelmächte infolge ihrer geographischen Lage unbedingtes Er fordernis war. Neue japanisch-englische Stellungnahme in der Flottenfrage DNB London, 27. Dez. Der japanische Sonderbotschafter für Europa und Amerika, Yoschida, der zeitweise an den Londoner Flottenbesprechungen teilgenommen hat, ist am Donnerstag von einer Reise nach dem europäischen Festland wieder in London eingetroffen. Es ist anzunehmen, daß der Besuch mit den von Japan begrüßten Bemühungen der englischen Diplomatie zusammenhängt, auch nach der Vertagung der Flottenbesprechungen die Fäden nicht abreißen zu lassen. Die Osthilfe Berlin, 27. Dez. In der nächsten Nummer des Reichsgesetzblattes gelangt die Osthilfeabwicklungsverordnung vom 21. 12. 1934 zur Veröffentlichung. Sie stellt den Abschluß der materiellen Osthilfegesetzgebung dar. Die Verordnung umfaßt 42 Paragraphen und ist in vier Abschnitte gegliedert. Nach dem Erlaß dieser Verordnung ist mit einem schnellen Abschluß der noch schwebenden Östhilfefälle zu rechnen. Die Anklageschrift gegen den Mörder Kirows Er und 13 Milangeklagle der Gegenrevolution und des politischen Mordes beschuldigt— Amtsenthebungen in der Ukraine Moskan. 27. Dez. Die Telegraphen=Agentur der Sowjetunion veröffentlicht die Anklageschrift gegen Nikolajew, den Mörder Kirows, und dreizehn seiner Genossen. Im Laufe der Untersuchung, so heißt es in der Anklageschrift, sei festgestellt worden, daß die Ter roristen aus ehemaligen Anhängern der Sinowsew Gruppe bestanden und die Bezeichnung„Leningrader Zentrum“ geführt hätten. Die führende Rolle in dieser Gruppe habe Katalynow inne gehabt. Er sei vor seinem Uebertritt zur Opposition Sekretär der Parteiorganisation der Jung Kommunisten im Viborger Bezirk Leningrads gewesen. Katalynow, ein überzeugter Geg ner Stalins und seiner Gruppe, habe einen sehr großen Einiluß aus Nikolasew. mit dem er seit 1924 zusammengearbeitet habe, gehabt. Die Ter roristen, die größtenteilts 30 bis 35 Jahre alte Studenten und Angestellte seien, wer den als Vertreter der Jugend bezeichnet. Diese Gruppe habe sich schon seit 1038 mit Terrorgedanken getragen. Dabei habe ein Teil dieser Leute einen Anschlag auf Stalin vorbereitet. Im Laufe der Untersuchung sei festgestellt worden und Nikolajew sowie seine Genossen hätten ge standen, daß Nikolasew mit Wissen Katalynows einen ausländischen Konsul in Leningrad einige Male aufgesucht habe. In der Anklageschrift werden nähere Angaben über den Konsul nicht gemacht. Der Name des Konsuls ist mit sechzehn Punkten, der seines Landes mit zwölf Punkten angegeben. Nikolajew, der ein überzeugter Anhänger der Intervention auslandischer Mächte wesen sei, habe auch dem ausländischen Konsul seine Betrachtungen darüber vorgelegt. Nikolajew habe den Konsul um Geld geveten, das er habe wiedergeben wollen, wenn die finanzielle Lage der Gruppe sich bessern würde. Der Konsul habe ihm 5000 Rubel gegeben, von denen er 4500 an Katalynow weitergegeben habe. Ein Bruder Nikolajews und einer seiner Freunde hätten bei ihrer Vernehmung angegeben, daß Nikolajew immer für die Intervention gesprochen habe. Dies beweise, daß Nikolajew dieselben Ziele verfolgt habe, wie die weißrussischen Emi arantenorganisationen im Auslande. Nikolajew habe die Ermordung so durchführen wollen, daß es ausgesehen hätte, als ob es sich um einen einzelnen Terrorfall handele, um damit die Organisation zu decken. Der Angeklagte Schazki habe ebenfalls den Auftrag zur Ermordung Kirows, und zwar in der Nähe seiner Wohnung, gehabt. Deshalb habe er seit langer Zeit die Lebensgewohnheiten Kirows beobachtet. Nikolajew habe Kirow in seinem Amtszimmer in Smolny ermorden wollen. Obwohl Nikolajew arbeitslos gewesen sei, habe er eine Drei zimmerwohnung besessen. Außerdem habe er im Sommer in einem Kurort ein Landhaus gemietet. Führer der Terrororganisation seien Kataly now, Schazki, Rumasanzew, Mandelstamm, Msasnikow. Lewin. Sossizki und Nikolajew gewesen. Alle Angeklagten mit Ausnahme von Schazki hat ten sich als schuldig bekannt. Nach Verordnungen des Zentralvollzugsausschusses vom 10. Juli und 1. Dezember werden sämtliche Angeklagten dem Militärkollegium des obersten Gerichtes der Sowjetunion zur Aburteilung übergeben. Nach einem weiteren Erlaß des Zentralvollzugsausschusses müssen die Todesurteile 24 Stunden, nachdem die Anklageschrift den An geklagten zugegangen ist, vollstreckt werden. Amtlich wird mitgeteilt: Die Sowjetregierung hat das Parteikomitee von Dnjepropetrowsk in der Ukraine einer Säuberung unterzogen. Eine Reihe von Funktionären wurde von ihren Posten ent hoben. Es wurde festgestellt, daß unter den Pro sessorender Unillversität Dnjepropetrowsk trotz kistische sowie ukrainisch autonomistische Ideen stark verbreitet waren. Eine Reihe von Professoren wurde ebenfalls ihrer Posten enthoben. Warnung an Trohki Paris, 27. Dez. Die französische Regierung hat an den im mittelfranzösischen Beraland im Exil lebenden ehemaligen rätebündischen Kriegskom missar Trotzki eine neue Warnung gerichtet, sich aller politischen Tätigkeit zu enthalten. Sollte er dies nicht tun, so werde er unverzüglich ausgewiesen und zur Grenze gebracht werden. Dieser neue Schritt der französischen Regierung soll angeblich auf Grund einer rätebündischen Mitteilung erfolgt sein, daß Trotzki an der von den Nätebe hörden aufgedeckten„Terroristenverschwö rung“ beteiligt gewesen sei. Der Memelländer Prozeß Sonderfriedhöfe für Deutschgläubige? Ein den deutschgläubigen Kreisen nahestehender Verein„Ahnenstätte" in Liebemuhle in Ostpreußen wollte auf einem Grundstuck einen Hain anlegen, auf dem die aus der Kirche ausgetretenen Mitglieder des Vereins beigesetzt werden sollten. Da die Polizei die Genehmigung versagte, machte der Verein seine griveung as don Alegenege giind nit der ründung, daß der„Friedhof nicht nur für nichttliche Bürger Liebemühles, sondern auch für alle preußischen Deutschen nichtchristlichen Glaubens benmt sei, Viele dieser Nichtchristlichen Ostpreußens seien Mitglieder der„Ahnenstatte". Es könne dem Deutschen, der das Christentum ablehne und nach einer artgemäßen Religion leben wolle, nicht mehr zugemutet werden, sich auf christlichen Friedhöfen oder auf Gemeindefriedhofen, die unter Aufsicht von Christen stünden, begraben zu lassen. Das wäre eine Beschränkung der persönlichen Freiheit.“ Die Klage wurde auch in der Berufungsinstanz abgewiesen, da die Bewilligung für Anlagen von Friedhöfen in das freie Ermessen der Polizeibehörde gestellt sei. Technische Nothilfe Auf Anordnung der Reichsführung verbiete ich hiervesternacht. Das Verbot gilt vom 31. 12. 34, 20 Uhr, bis zum 1. 1. 35. Uhr früh. Der Landesführer der TN. Prüßner, SA-Sturmbannführer. Falschmünzer gefaßt Püsseldorf, 97. Dezember. Von der Kriminalpolizei konnten drei Personen wegen Geldfälschung sestgenommen werden. Sie sind überführt, teilweise in Gemeinschaft mit bereits festgenommenen Falschmünzern, teilweise selbständig, seit einem halben Jahre salsche Zwei=Reichsmark=Stüche hergestellt und in den Verkehr gebracht zu haben. Nach den bieherigen Ermittlungen haben die Falschmünzer erwa 00 bie 1000 Falschstüche hergestellt und verausgabt. Als Verbreitungsgebiet kommen Städte in Rheinland und Westfalen in Frage, und zwar Düsseldorf, Duioburg, Krefeld, M Gladbach, Rhendt, Hamborn, Oberhausen, Hagen, Betzdorf, Siegen, Köln, Aachen Nündter u. 0 Der Kronzeuge der Likauer im Verhör DNB Kowno, 27. Dez. Bei der Wiederaufnahme des Memelländer Prozesses am Donnerstag bietet sich den zahlreichen Pressevertretern und Zuschauern ein merkwürdiges Bild. Von allen Angeklagten befindet sich nur der Kronzeuge der Litauer, der auf Grund seiner Aussagen von den Memelländern als Spitzel bezeichnet wird, Molinnus, im Gerichtssaal. Die in Haft befindlichen Angeklagten wurden garnicht vorgeführt und die auf freiem Fuß befindlichen Angeklagten wurden wieder entlassen. Der Antrag des Verteidigers, Professor Stankevictus, Molinnus in Anwesenheit der anderen Angeklagten zu vernehmen, lehnt das Gericht ab mit der Begründung, daß nach der litauischen Prozeßordnung jeder Angeklagte besonders verhört werden könnte. Molinnus, der in seinem Aeußeren und seinem Auftreten einen nicht gerade vertrauenerweckenden Eindruck macht, beantwortet alle Fragen auf litauisch Die Aussagen von Molinaus werden ohne Zögern und ohne Verlegenheit gemacht, so, als ob er sie auswendig gelernt hätte. Sie sind dabei so gehalten, als ob Molinnus nicht ein Angeklagter, sondern ein Zeuge ist Er schildert zunächst sein Leben seit dem Jahre 1926 und dann seine Beziehungen zur sozialistischen Volksgemeinschaft, der Neumann=Partei, bei der er als Geschäftsführer angestellt war. Molinnus wird immer sehr weitschweifig und antwortet weit mehr, als der Vorsitzende fragt. Auf die Frage, ob Beziehungen der sozialistischen Volksgemeinschaft zur nationalsozialistischen Partei in Deutschland bestanden hätten, antwortet Molinnus sehr unklar. Er behauptet, es sei ständig die Rede gewesen, jedoch in dem Zusammenhang, daß man auf einen bevorstehenden Sturz des Direktokiums Schreiber durch die litauischen Schützen mit einem Aufstand der Sturmtrupps des Memellandes habe antworten wollen. Die Vernehmung ergab keine wesentlich neuen Momente über die Anklageschrift hinaus. Dann wurde, ebenfalls in Abwesenheit aller übrigen Angeklagten, mit dem Verhör des Führers der Christlich=Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft, Pfarrer von Saß, begonnen. Saß gab eine längere Erklärung in deutscher Sprache ab. Seine Mitgliedschaft bei der NSDAP habe nichts mit der Gründung der Christlich=Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft im Memelgebiet zu tun. Diese Partei sei aus dem früheren von ihm geleiteten Christlichen Volksdienst des Memelgebietes hervorgegangen. Von ihrer Gründung bis zur Schließung sei die Christlich=Sozialistische Arbeitsgemeinschaft dem litauischen Staat gegenüber völlig loval eingestellt gewesen, etwa ebenso wie die Amerika=Litauer, die ihrem Vaterlande jede Hilfe zuteil werden ließen, ohne gegen ihre amerikanischen Staatsbürgerpflichten zu verstoßen. Die CSA sei eine rein innere memelländische Partei gewesen. Er habe sich stets gegen die Einmischung ausländischer Stellen gewandt und in dieser Hinsicht bei dem Stellvertreter des Führers der NSDAP, Heß, vollste Unterstützung gefunden. Die Beschuldigungen, daß seine Partei durch einen bewaffneten Aufstand des Memelgebiets von Litauen abtrennen und an Deutschland angliedern wollte, stempelte Saß als eine unerhörte Lüge. Er habe nie eine Verbindung mit deutschen amtlichen Stellen unterhalten, auch nicht mit der Zentralstelle der NSDAP in Deutschland. Dann setzte das Gericht eine Pause ein, um den zweiten Hauptangeklagten der CSA. Baron von der Ropp, zu vernehmen. Der zweite Hauptangeklagte von der ChristlichSozialistischen Arbeitsgemeinschaft, Baron von der Ropp, erklärte allgemein, daß er sich um die eigentlichen Parteiangelegenheiten wenig gekümmert habe. Neue Momente bringt seine Vernehmung im wesentlichen nicht. Auch er bekundet, daß der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, jede Einmischung der deutschen Parteistellen in national-sozialistische Organisationen des Auslandes ablehne. Im weiteren Verlauf des Verhörs erklärte von der Ropp, daß er jede nationale und sozialistische Bewegung, auch die der litauischen Regierungspartei schätze, weil er selbst das nationale Prinzip als das richtige zur besseren Gestaltung der Beziehungen der Völker untereinander anerkenne. Der achte Verhandlungstag wurde darauf gegen 19 Uhr geschlossen. Auch die anderen Angeklagten sollen einzeln vernommen werden. Engelberl Haas Köln, 27. Dez. In der Weihnachtsnacht ist in Köln der Direktor des Engelbert=Haas=Konservatoriums, Engelbert Haas, im Alter von 59 Jahren gestorben. Musikdirektor Haas war in früheren Jahren besonders als Lieder= und Oratoriensanger bekannt und betätigie sich auch erfolgreich im Männerchorwesen als Dirigent und als Schiedsrichter bei Gesangsfesten. Im Jahre 1900 begründete Haas aus eigenen Mitteln ein Musikinstitut, das im Laufe der Zeit zu einem Konservatorium ausgebaut wurde. 1910 ist dem Konservatorium ein Seminar zur Ausbildung der Schüler für die Diplom= und Staatsprüfung angegliedert worden. Kleine Nachrichten Erneuerung des deutsch=schwedischen Verrechnungsabkommens DNB Berlin, 27. Dez. Zwischen Vertretern der deutschen und der schwedischen Regierung haben Verhandlungen über die Regelung des Zahlungsverkehrs nach dem mit dem 31. Dezember 1934 erfolgenden Ablauf des geltenden deutsch-schwedischen Zahlungsabkommens vom 28. August 1934 stattgefunden. Diese Verhandlungen haben jetzt zum Abschluß von Ver einbarungen geführt, die im wesentlichen eine Verlängerung des bisher geltenden Zustandes zum Inhalt haben Die Neuordnung des ärztlichen Studiums DNB Berlin, 27. Dez. Die kürzlich in der Presse verbreitete Nachricht über die Neuordnung des ärzt lichen Studiums entspricht nicht den Tat sachen. Das Reichs= und preußische Ministerium des Innern hat zwar die Vorarbeiten für die Neufassung der Prufungsordnungen für Aerzte und Zahn ärzte in Angriff genommen, wird aber die Neuordnung des ärztlichen Studiums erst zusammen mit der allgemeinen Reform des Hochschulstudiums durch führen Fast 2000 Kriegsopfer=Siedlungsbauten Berlin, 27. Dez. Die Zahl der im Jahre 1931 von der NS=Kriegsopferversorgung errichteten Siedlungshäuser beträgt, wie das NDZ meldet. rund 1800 Spanischer Fischdampfer mit der Besatzung untergegangen DNB London, 27. Dez. Wie Llonds aus Vigo berichtet, ist der spanische Fischdampfer„Republica“ aus Vigo mit der ganzen Besatzung untergegangen. Studienreise argentinischer Akademiker nach Deutschland DNB Buenos Aires, 27, Dez. Eine Gruppe argentinischer Akademiker, die dem Universitatsklub in Buenos Aires angehört, hat am Mittwoch an Bord der„Monte Rosa“ eine Studienreise nach Deutsch land angetreten. Die Einladung dazu ist vom deutschen akademischen Austauschdienst ausgegangen. Lokomolive eines Arbeiterzuges explodiert 15 Bergleute getötet DNB Montgomery(Westvirginia), 27. Dez Durch die Explosion des Kessels der Lokomotive eines Arbeilerzuges wurden 15 Grubenarbeiter getölct und etwa 35 verletzt. Der Zug befand sich auf dem Wege zu einer Kohlengrube, um die Bergleute zur Arbeit zu bringen. In den drei Wagen des Arbeiterzuges, der jeden Morgen die Grubenarbeiter von ihren Wohnungen in den kleinen Orten langs des Armstrongbachs abholte, befanden sich etwa 350 Bergleute. Der ersten Erplosion folgte unmittelbar eine zweite. Die Lokomotive sowie der erste Wagen und ein Gebäude, an dem der Zua gerade vorüberfuhr, wurden zertrümmert. Die Getöteten befanden sich alle im ersten Wagen. Fast alle übrigen 90 Bergleute dieses Wagens sowie zahlreiche Insassen der zwei anderen Wagen wurden durch herumfliegende Trümmer verletzt. Weiche absichtlich falsch gestellt? Drei Zugbeamte bei einem Zusammenstoß getötet DNB Neuyork, 27. Dez. In der Nähe von Columbus(Ohio) fuhr ein Personenzug infolge fal scher Weichenstellung in einen Frachtzug hinein Drei Zugbeamte wurden getotet, zwölf Fahrgäste verletzt. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob ein Sabotageakt vorliegt. Man vermutet, daß die Weiche absichtlich salsch gestellt worden ist. Flammen unter Tage Ein Kohlenflöz geriet in Brand DNB Kattowitz, 27. Dez. Auf dem Notschachtgelände in Siemianowitz zwischen AlfredSchacht und Adler=Hütte wütet seit Montag ein unterirdischer Brand, der eine große Ausdehnung angenommen hat. In einer Tiefe von etwa acht bis zehn Metern ist ein Kohlenflöz von einem Meter Mächtigkeit in Brand geraten, wahrscheinlich durch Selbstentzundung von Kohlengasen. Aus 20 Notschächten schlagen haushohe Flammen empor. Da die Schächte untereinander verbunden sind, gewinnt das unterirdische Feuer infolge ständiger Zufuhr von frischer Luft immer mehr an Ausdehnung. Ein Wohngebäude in der Nähe des Notschachtgeländes ist stark gefährdet und muß wahrscheinlich geräumt werden. Polizei und Grubenwehren haben am Donnerstag das ganze Gelände abgesperrt und überwachen den unterirdischen Brand, um etwa notwendig werdende Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen. Menschenleben sind bei dem Brand nicht in Gefahr gekommen, da bei Ausbruch des Feuers in den Notschächten nicht gefördert wurde. Siebenstündiger Wolkenbruch DNB Lissabon, 27. Dez. Die Universitäts= stadt Coimbra wurde durch einen siebenstündigen Wolkenbruch schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die tiefer gelegenen Stadtteile stehen unter Wasser. Die in die oberen Stockwerke ihrer Häuser geflüchteten Einwohner mußten von der Feuerwehr auf Flößen und in kleinen Booten in Sicherheit gebracht werden. Unwetter auf Cypern DNB London, 27. Dez. Von der Insel Cppern wird schweres Unwetter gemeldet, das großen Schaden anrichtete.— In der Umgebung von Limassol wurden ganze Schafherden von den Fluten fortgespült. Der Zusammenstoß zwischen holländischen Zollbeamten und Schmugglern Nur Leichtverletzte DNB Amsterdam, 27. Dez. Nähere Ermittelungen nach dem Hergang des Zusammenstoßes zwischen Zollbeamten und Schmugglern an der holländischen Grenzartschaft Gastel haben ergeben, daß die Folgen nicht so ernstlich sind, wie dies anfangs den Anschein hatte. Die Zollbeamten gaben meist nur Schreckschüsse ab. Es sind daher nur mehrere Leichtverletzte und keine Schwerverwundeen zu verzeichnen. Auch hat es sich nicht bestätigt, daß einer der Verletzten beim Abtransport seinen Verletzungen erlegen ist. Die ersten übertriebenen Darstellungen sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die fraglichen Vorgänge sich zur Nachtzeit abspielten und ein genauer Ueberblick dadurch erschwert wurde. Der Blitzschlag in das Großflugzeug „Uiver“ DNB. Amsterdam, 27. Dez. Hier vorliegenden Meldungen zufolge hat die ärztliche Untersuchung der inzwischen in Bagdad beigesetzten Leichname der Insassen des holländischenGroßflugzeuges „Uiver“ ergeben, daß nicht nur die Maschine, sondern auch ihre Besatzung vom Blitz getroffen wurde. Die Piloten waren daher nicht mehr in der Lage, das Flugzeug weiterzusteuern. so daß es führerlos wurde und abstürzte. Diese Feststellung deckt sich also mit den Ergebnissen, die schon die erste Untersuchung der Ueberreste der Maschine ergab. Schwiegermutter mußte aus dem Hundenapf essen Stettin. 27. Dez. Wegen der unmenschlichen Behandlung ihrer 85jährigen Schwiegermutter hatte sich vor der Strafkammer in Lüchow die Ehefrau Schorling zu verantworten. Die Schwiegermutter, die bei ihr wohnte, mußte auf einem Lager von faulem Stroh und Lumpen liegen und aus einem Napf essen, aus dem auch der Hofhund fraß. Die Angeklagte wurde zu acht Monaten Gesänanis verurteilt. Hauptschriftleiter: Joseph M. Hasler, Bochum: Stellvertreter: Peter Schiffers. Bochum; verantwortlich für Volitik und Feutlleton: Joseph M. Hasler: für den lokalen Teil Bochum und Westdeutschland: Veter Schiffers: für den lokalen Teil Hattingen und Essen=Steele: Ferdine ulins Landefeld in Bochum: für den lokalen Teil Wartenscheid: Ferdinand Zulins Lanbefeld in Bochum: fr Theater und Musik: Dr. Ednard Brinkschulte in Bochum: für Handel und Svort: Ferdinand Julius Lanbefeld. Bochum: für den Anzeigentetl Bochum: Karl Lenze. Nochum: für den Anzeigenteil Hattingen: Cso Becker Hattingen: für den Anzeigenteis 08n Mar Klein. E=Steele: für den Anzeigentetl Wattenscheid: Hermann Lücher. Wattenscheid: Verlag und Druck: Märkische Vereinsdruckerei Bochum. D.=A XI 34: 13 799(davon Ausgabe A: Westsälische Volkszeitung Bochum 9008: Ausgabe B: Volkszeitung für Ennere=Ruhr=Eteeler Zeitung 8141; Ausgebe C: Morgenzeitung Wattenschetd 1000 Freitag, den 28. Dezember 1934. 1. Beilage der Volks-Zeitung Nr. 300— Seite 5 Bochumer Tageschronik. Man merke. Freitag, den 28. Dezember. Sonnenaufgang 8,11 Sonnenuntergang 16.42 Mondaufgang 11,34 Monduntergang— 1908 Großes Erdbeben in Unteritalien und Sizilien. Zerstörung der Städte Messina und Reggio. 1923 Der franzosische Ingenieur Alexandre Gustave Eiffel. Erbauer des Eiffelturms in Paris gestorben(geboren 1832). Einlösung der Kohlengutscheine des Winterhilfswerks! Die 5=Zentner=Kohlenscheine der ersten Kohlenrate des Winterhilfswerks müssen bis zum 31. Dezember 1934 von den Hilfsbedürftigen eingelöst werden, da sie sonst verfallen. Die Kohlenhändler haben die Gutscheine bis spätestens zum 5. Januar 1935 der Kreisleitung des Winterhilfswerks vorzulegen, da später kein Anspruch mehr auf Einlösung besteht. „Was ist das für ein Angeber?“ In der Nacht zum 24. 12. 1934, gegen 2.50 Uhr. wurde ein Arbeiter in Bochum=Langendreer, in Höhe des Ehrenmals. auf der Kaiserstraße von zwei Personen, die sich angeblich in Begleitung eines Reichswehrsoldaten befanden, mit den Worten: „Was ist das für ein Angeber, bleiben Sie stehen. kommen Sie mit zum Amt!“ angehalten. Der Arbeiter wurde dann aufgefordert, seine Gamaschen auszuziehen und abzugeben, welches er getan hat. Die Täter werden wie folgt beschrieben 1. Täter: 1.77 Meter groß blond, trug dunklen Mantel und dunklen Hut, 2. Täter: 1.80 Meter groß. schlank, dunkle Haare, trug dunkelgrauen Uebergangsmantel und dunklen Hut. Angaben erbittet das 6. Kriminal=Kommissariat in B.=Langendreer, altes Amtshaus. Zimmer—. Bravo, Klein-Ursula! Kurz vor Weihnachten erschien in der Geschaftsstelle des Winterhilfswerks die kleine 11jahrige Ursula. Erst etwas verlegen, dann aber mit leuchtenden Augen schüttete sie ihre Sparbüchje aus. Ihr Inhalt sind 10 Mark, die sie dem Winterhilfswerk für die Weihnachtsbescherung armer Kinder zur Verfügung stellte. Klein=Ursula hat sie im Laufe des Jahres eigens für das Winterhilfswerk gespart. Sie hat sich vor allem für gute Schularbeiten von den Eltern einen Obulus erbeten, um ja auch einen guten Betrag abliefern zu können. Der Opfersinn des kleinen Mädchens ist ein leuchtendes Beispiel für manchen Volksgenossen, dem an den Sammeltagen des Winterhilfswerks mitunter noch das Gefühl und das Verständnis dafür, was Volksgemeinschaft heißt, fehlt. Spikenrosette, das Winterhilfswerkabzeichen für Silvester und Neuiahr. Der zweite Abschnitt des Winterbilfswerks 1931/25 beginnt mit dem Verkauf einer Spitzenroiette, die die vogtländische Stickerei= und Spitzenindustrie in den letzten Monaten hergestellt hat. Es handelt sich um ein 10teiligeg Motiv in der Form eines Sternes. Eine größere Anzahl von Firmen und damit zahlreiche deutsche Volksgenossen haben durch die Anfertigung längere Zeit Arbeit und Brot gefunden. Das neue Abzeichen wird durch sein gefälliges Aussehen gewiß wieder überall freudige Aufnahme finden. Jeder Volksgenosse trägt daher zum Jahreswechsel die Spitzenrosette des Winterhilfswerks und bekundet dadurch seine Volksverbundenheit. 62 Prozent aller Menschen sind Analphabeten. Nach der neuesten Statistik können von den 1864 Millionen Menschen auf der Erde, die älter als zehn Jahre sind, 850 Millionen weder lesen noch schreiben. Das bedeutet also, daß auf der ganzen Erde von je hundert Menschen 62 keinen Brief schreiben und keine Zeitung lesen können. Selbstverständlich hat die weiße Rasse der geringsten Anteil an diesem Analphabetentum, lediglich Rußland nähert sich immer noch den Ziffern der andersrassigen Welt Glücksparade der Winterhilfe. Glücksparade? Jawohl, so ist es. Am Sonnabend, dem 29. Dezember 1934 werden wir wieder an dem paradenmäßigen Einmarich der grauen Glücksmänner teilnehmen. Sind es nicht gerade im norigen Winter diese„grauen“ Manner geweien, die uns den eintönigen Alltag mit dem Angebot eines Glückslosbriefes zu verschönern vermochten? Wir denken oft noch gern an die lustigen„Grauen“, die unentwegt mit heiterer Miene zum Losbriefkauf lockten. Winterhilfslotterie des Deutschen Volkes.“ An die grone Gemeinschaft des ganzen deutschen Volkes. an die Hilfsbereitschaft eines jeden einzelnen erging dieser Appell und dieser Ruf wiederholt sich zur Jahreswende als Glücksomen für das beginnende Jahr. Viele Serien dieser Glücksbriefe kommen in Umlauf und jede Serie entbält 150 000 Gewinne und fünf Prämien, das macht zusammen 125 000 Mark! Wenn man vorläufig noch nichts gewonnen haben sollte, braucht man nicht das Briekinnere wegwerfen. denn der rechts angebeitete Prämtenschein gebt Aussicht. im März noch einen besonderen Gewinn zu machen. Jede Losbrieiserie hat noch fünfmal eintausend Mark Prämie zu verlasen Die neuen Losbriefe warten mit noch ganz ande ren netten Ueberraschungen auf: zunächst enthält jeder Losbrief zwei zusammenhängende Ansichtspostkarten, die Bilder vom schönen Deutschland bringen. Dann noch eine Freude: Ein Teil dieser Karten ist schon mit einem 6=Pfennig=Postwertzeichen versehen. das heißt, diese Briefmarke ist von besonderer Eigenart. Sie ist nur für die Reichswinterhilfe=Lotterie hergestellt. Man sieht auf ihr eine Hand, die eine Schale trägt, und dieser entsteigt eine Flamme, die wiederum ein strahlendes Herz umlodert. Das Sinnbild des opferfreudigen deutschen Herzens! Welcher Briefmarkensammler wird sich dieses seltene Markenexemplar entgehen lassen? Letzten Endes soll man aber den kleinen verlockenden Glücksbrief nicht nur seine selbstsüchtigen Wünsche entgegenbringen, jeder Deutsche denke vor allen Dingen daran, daß er mit dem Kauf eines einzigen schon mehrfach Nächstenliebe übt Nämlich er macht sofort dem grauen Glücksmann eine große Freude. er hilft ihm seine neue Stellung erhalten und er hilft an dem großen Winterhilfswerk für das deutsche Volk. er steuert der Not der Aermsten unter seinen Volksgenossen Die Parade der grauen Glücksmänner steht vor den Toren der Stadt, man empfange sie mit dem frohen gebefreudigen Herzen, das einem wahren Gemeinschaftsgeist im edlen deutschen nationalsozialisti, schen Sinne entspricht! Krippen- und Bastelausstellung des katholischen Jungmännervereins St. Liebfrauen Bochum-Altenbochum. 1) In der Zeit vom 4. Adventssonntag bis zum Sonntag in der Weibnachtsoktav veranstaltet der Verein eine Krippen= und Bastelausstellung im oberen Saale des Vereinshauses. Der Besuch war bis jetzt über Erwarten gut. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das geistige Arbeiten des Verbandes durch die Schriftumschau, in das Arbeiten des Vereins durch die Photoschau. Die Bastelausstellung erregt viel Interesse, so die Krippen, zwei geschnitzte Altäre, Lampen, kleinere Laubsägearbeiten, die mit selbstgemachter Drehbank angefertigt sind. Die neue Ausstattung des Saales gibt dem Ganzen einen würdigen Rahmen. Am Sonntag ist der letzte Ausstellungstag. 4. Der 100 jährige Kalender. Ein Wetterprophet aus dem 17. Jahrhundert.- Der Abt Knauer entwarf ihn.- Großer Anklang bei der Landbevölkerung. Noch gibt es ungezählte Bauersleute, die eine große Meinung vom bundertjährigen Kalender haben und denen ein Kalender als unvollständig erschiene, in dem Angaben über den„Hundertiäbrigen“ fehlen. Noch zu Beginn dieses Jahrhunderts ist es einmal vorgekommen, daß ein Volkskalender, der hauptsächlich von Landleuten gekauft wurde, zum größten Teil nicht absetzbar war. weil darin irrtümlicherweise die Angaben aus dem „Hundertjährigen“ weggelassen waren. Erst. als man diese Angaben nachlieferte, war die Auflage bald abgesetzt. Der bundertjährige Kalender entstand im 17. Jahrhundert, in jener Zeit, da die Astrologie in höchstem Schwunge war, da die Sterndeuterei allgemein als eine Wissen. schaft galt, als hochgestellte Leute. Fürsten, Staatsmänner. Feldherren, nichts Wichtiges unternehmen wollten, ohne vorher ihren Hof= und Leibastrologen befragt zu haben. Auch Wallenstein glaubte ja, daß sein Schicksal in den Sternen geschrieben stehe. Nach dem hundertiährigen Kalender wird die kommende Witterung in der Hauptsache von den Sternen bestimmt, und ganz besonders wieder von Sonne. Mond. Merkur, Saturn, Jupiter, Venus und Mars. Und nicht auf Wochen und Monate sollten diese Sterne das Wetter vorher bestimmen, sondern gleich auf ein volles Jahrhundert. Je nachdem, welcher Stern gerade das einzelne „regierte“, sollte auch das Wetter der einz. Jahre sein. Das Jahr, das unter dem Regin ar des Mars stand, sollte große Trockenheit und Hitze bringen. Merkur brachte ein zwar kühleres, aber auch trockenes Jahr, hatte in einem Jahre Jupiter seine Herrschaft angetreten, so gab es viel Wärme und auch viel Feuchtigkeit. Die Herrschaft des Mondes sollte ein kaltes und feuchtes Jahr bedingen Dieser hundertjährige Kalender, der richtige Bauernkalender des 18. und zum Teil auch noch des 19. Jahrhunderts. geht zurück auf einen Abt mit Namen Man ritins Knauer, der von 1612 bis 1664 in einem Kloster bei Kulmbach in Franken lebte. Das Original des Knauerschen Kalenders wird noch heute im Stift zu Bamberg aufbewahrt und trägt die Ueberschrift:„Celenderium oeconomicum practicum perpetuum". Vielleicht fertigte dieser Abt Knauer seinen Kalender nur zum Zeitvertreib und zum eigenen Vergnügen an. oder er kam nicht mehr dazu. ihn drucken zu lassen. Jedenfalls lag sein Kalender nach seinem Tode noch einige Jahrzehnte im Kloster, ebe sich jemand fand, der ihn zum ersten Male drucken und verbreiten ließ. Der erste, der den„Hundertjährigen“, noch unter Beifügung eigener Weisheit herausgab, war der Maditno Cheißoph von Hellwig aus Erfurt. Die allererste gedruckte Ausgabe wurde von Hellwig im Jahre 1700 fertiggestellt und für das Jahr 1701 herausgegeben. Bei Bauern wie Bürgern fand er sogleich einen außerordentlich großen Anklang. Zum Aerger der vielen anderen Kalenderdrucker, die es damals schon gab, wollte nun jedermann nur noch einen Kalender kaufen. in dem Angaben aus dem„Hundertjährigen“ enthalten waren. So mußten sich auch andere Kalenderdrucker dazu bequemen, derartige lange Wetterprophezeiungen in ihren Kalendern aufzunehmen, wenn sie auf Absatz rechnen wollten. Das ganze 18. Jahrhundert hindurch war dann der zuerst von Hellwig herausgegebene„Hundertjährige“ das am meisten gekaufte und gelesene Buch im deutschen Sprachbezirk. Bauern, die nicht lesen konnten, ließen für die Witterungsangaben aus diesem Kalender von einem Lesekundigen wenigstens vorlesen, andere lem len diese Wetterprophezeiungen auswendig. Daß die Wettervoraussagen oft nicht stimmten, nahm man ohne Widerspruch hin. zumal, da die Wetterprophezeiungen anderer Kalender, die nur auf ein Jahr lauteten, ebenfalls meist nicht stimmen wollten. So glaubte man, es dem„Hundertjährigen“ schon verzeiben zu können, wenn einmal statt eines trockenen ein feuchtes oder statt eines warmen ein kaltes Jahr kam. Zudem war die Bezeichnung hundertjähriger Kalender nur eine Erfindung des Medikus Hellwig aus Erfurt. Der Abt Knauer glaubte wohl keineswegs einen hundertjährigen Kalender geschaffen zu haben, sondern einen immerwährenden Kalender. Nach Knauers Meinung sollte das Wetter, je nach dem. ob Mond. Sonne, Merkur. Jupiter, Venus. Mars oder Saturn das Jahr„regierten“, alle sieben Jahre wechseln, hatte also mit der Zahl hundert gar nichts zu tun. Wenn Hellwig seinen Kalender den„Hundertjährigen“ nannte, so wohl hauptsächlich, weil er glaubte, daß diese runde Zahl als Kalendertitel auf die Landleute großen Eindruck machen werde— der„Hundertjährige“ war also nur ein Aushängeschild und Anlockungsmittel. Doch. wie dem auch sein möge, daß dieser Kalender wie kein anderer volkstümlich wurde und bis auf unsere Zeit volkstümlich blieb, ist gewiß. Bürgersteig und Straße. Auf der Hattingerstraße geriet ein Kraftrad auf der Straßenbahnschiene ins Rutschen. Der Kraftradfahrer kam zu Fall und zog sic, eine Gehirnerschütterung und Hautabschürfungen zu. Er wurde dem Bergmannsheil zugeführt. Ein Soziusfahrer erlitt leichte Hautabschürfungen, konnte jedoch seine Wohnung aufsuchen. * Am gleichen Tage streiften sich auf der Hörderstraße in B.=Langendreer zwei Personenkraftwagen. Von einem Personenkraftwagen wurde das linke Vorderrad abgerissen. Eine Soziusfahrerin wurde am linken Fuß leicht verletzt. * Auf der Dortmunderstraße in B=Gerthe fuhr ein Motorrad auf eine Radfahrerin und auf einen haltenden Personenkraftwagen von hinten auf. Die Radfahrerin erlitt leichtere innere Verletzungen. Zwei Soziusfahrer des Motorrades erlitten innere Verletzungen und wurden auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes dem Augustakrankenhaus in Bochum zugeführt. Das Motorrad und das Fahrrad wurden schwer, der Personenkraftwagen leicht beschädigt. * Beim Ueberqueren des Fahrdammes der Kortumstraße lief ein Mädchen gegen ein Fahrrad. Sie zog sich Hautabschürfungen und eine Beule am Kopfe zu. * g. Auf der Kreuzung Königsallee—Christstraße ereignete sich gestern Mittag ein Verkehrsunfall. Ein Kraftwagen versuchte einen Radfahrer auszuweichen, um diesen nicht zu überfahren, und prallte gegen einen Baum. Der Kraftwagen schlug dabei um. Ein im Wagen sitzender Mann erlitt eine erhebliche Kopfverletzung und mußte ins Bergmannsheil gebracht werden. g. Die Mauer fällt. Die Umgestaltung des Stadtparkeinganges hat guten Fortschritt gemacht. Die neue Einfassungsmauer ist fertiggestellt und die gärtnerischen Anlagen umgestaltet. Nunmehr ist man mit der Niederlegung der alten Einfassungsmauer beschäftigt. Wüstefeld verwendet. (!) Bochumer im Rundfunk. Der Stuttgarter Sender hat vor einigen Tagen in einer Sendung Männer aus dem Volke bekennen ihre Liebe zur Heimat“ auch eine Arbeit des Bochumer Karl )( Die Ortegruppe Grumme=Vöde des Winterhilfswerks ersucht, die grünen Gutscheine, soweit sie von der Ortsgruppe auf Lebensmittel, Textilien und Schuhwaren ausgestellt worden sind. möglichst bald in der Geschäftsstelle Castroperstraße 218 einzulösen. Lichtreklame als Geschäftsbelebung. Werbt- erst recht nach Ladenschluß! Man kann wohl sagen, daß der Gemeinschaftswerbung der Bochumer Geschäftswelt ein voller Erfolg beschieden war. Nicht nur die weih, nachtliche Ausschmückung der Schaufenster, sondern auch die Lichteffekte haben ihre Anziehungskraft in diesen Tagen bewiesen. Mit großem Interesse wanderte das kauflustige Publikum von einem Schaufenster zum anderen, ließen sich die Straßenpassanten von der Lichtfülle anlocken, wurde der Blick auf die Auslagen gebannt. Sogar nach Geschäftsschluß fand der Rundgang kein Ende, nachdem die Geschäftsleute sich vernünftigerweise entschlossen hatten, ihre Auslagen auch meiter dis in die spaten Abendstunden zu beleuchten. So hat sich die Beleuchtung gerade in den Weihnachtstagen als ein zugkräftiges Werbemittel erwiesen Viele tausend Hände von schaffenden deutschen Volksgenossen warten darauf, in den Arbeitsprozeß eingesetzt zu werden. In erfreulicher Weise hat die Geschäftswelt, dem Rufe der Reichsregierung folgend. erforderliche Instandsetzungsarbeiten im Zeichen der Arbeitsbeschaffung ausführen lassen. Manche Neugestaltung dagegen und Verbesserung ist unterblieben, weil nur beschränkte Geldmittel zur Verfügung standen. Ein wichtiges Gebiet wurde dabei vielsach überseben, das mit verhältnismäßig geringen Mitteln die Verkaufskraft eines Geschäftes weitgehend zu beben imstande ist. Das ist die Beleuchtung Der Schaufensterbeleuchtung muß größte Beachtung gewidmet werden, denn das Schaufenster ist die großte Visitenkarte des Geschaftes. Eine wirkame Lichtreklame, sei es ein Vouchtschild oder ein angeleuchtetes Firmenschild, sowie eine schöne Beleuchtung des Ladenraums sind für eine eindrinaliche Geschäftswerbung unbedingt erforderlich. Ueber die günstigste Ausgestaltung der Beleuchtung mit einfachen Mitteln wird ein geschulter Fachmann rasch Auskunft geben können, wobei besondere Blendungsfreiheit. Beleuchtungsgüte und Wirtschaftlichkeit Berücksichtigung finden müssen. Aber alle die Geschäftsinhaber, die die Zweckmäßigkeit und Bedeutung guter Beleuchtung erkannt haben und sie in ihrem Geschäft einführten, finden im Sinne produktiner Arbeitsbeschaffung eine meitere Werbung durch Licht. Stark beleuchtete Schaufenster, insbesondere nach Geschaftsschluß, üben auf die Straßenpassanten eine große Anziehungskraft aus. denn nach Ablauf der Tagesarbeit ist der Mensch meist beschaulicherer Stimmung hingegeben und betrachtet mit größerer Muße die Auslagen in den Schaufenstern Allgemeine Beobachtungen haben ergeben, daß durch die Inbetriebnahme der Schaufensterbeleuchtung nach Geschäftsschluß die Zahl der die Auslagen Betrachtenden sich bedeutend ernöhte. Diese erfolgreiche Werbewirkung trifft nach einer großen Anzahl von Erhebungen auf Schaufnster aller Geschäftszweige zu. Es wurden Steigerungen der stehenbleibenden Interessenten vom 4—32 fachen festgestellt! Diese Zahlen sind derart verblüffend, daß kein Geschäftsinhaber zögern sollte, durch geschickte Beleuchtung des Schaufensters und Lichtreklame nach Geschafteschluß die Belebung und Absatzsteigerung seines Geschaftes zu fordern. Glaubt nicht, daß die Klugheit sich Aus der Anzahl von Jahren; Es gibt viele, die vieles erlevt, Aber wenig erfahren. Weihnachtsferien! Jede Ferienzeit hat Ihr Besonderes. Ist es in den großen Sommerferien die der Jugend schier unbegrenzt erscheinende Dauer der Freizeit, so ist es in den Weihnachtsferien das von jedem Schulzwang unbehelligte, volle Erleben des Weihnachtsfestes und seines Heiligen Abends, zum Schluß noch das feierliche Begehen der Jahreswende, was gerade diese Ferienzeit besonders auszeichnet. Wenn sich diesmal die Pforten der Schule schließen, so nicht deshalb. damit der Schulranzen, die Bücher und Hefte mit gewissem Aufatmen in die Ecke gestellt werden sollen, sondern vielmehr, um der Jugend voll uno ganz den Zauber der festlichen Tage naye zu bringen. Die Jugend, schon zuvor im Banne des kommenden Bescherungsabends, möchte mit den schönen Spielzeugen, die das Christkind brachte, sorglos spielen, möchte stundenlang in den prächtigen Büchern, die unter dem Christbaum lagen, lesen, oder auch dem Wintersport huldigen, an den das Christkind vielleicht ebenfalls gedacht hat. Dazu braucht man Zeit und nochmals Zeit. Fürwahr, wenn die Schule über Weihnachten nicht eine Pause einlegte, die Lernbeflissenen hätten ja gar nicht ihre Gedanken beisammen, Gönnen wir also unseren Schülern und Schülerinnen diese Ferien, an die wir uns ja mit großem Vergnügen zurückerinnern In diesen Ferien kann gerade das Elternhaus so recht seine anheimelnde Traulichkeit entfalten. Und wenn die Weihnachtsglocken verhallt sind, wenn das neue Jahr seinen Einzug gehalten hat und wir mit neuem Mute in die Zukunft schreiten, dann soll auch die Jugend mit neuen Eindrücken und Vorsätzen wieder zur Schulbank zurückkehren. Es wird auf ihrer Arbeit wohl noch lange der Glanz eines froh verlebten Festes ruhen! Kommt im Jannar Als Weihnachtsmorgen das eine Kälteperiode? Thermometer auf 4 Grad stand und der Himmel nach Schnee aussah, hätte man der festen Ueberzeugung sein können, daß es nun endlich Winter werden würde. Aber nicht lange dauerte dieser Kälteeinbruch. Schon am zweiten Festtag hatte sich die Natur wieder auf den Frühling eingestellt, war das Thermometer wieder auf 9 Grad geklettert, wurde uns gestern zur Bestätigung wieder ein Mailäfer präsentiert. Für dieses Jahr können wir also jede Hoffnung auf Schnee fahren lassen. Aber wie wird es im neuen Jahre? Fragt man einen Meteorologen, so erhält man die Auskunft, daß wir seit über 200 Jahren nur 16 sehr milde Winter hatten von einer mittleren Temperatur von mehr als plus 3 Grad. Wie alte Chroniken berichten, blühten im Jahre 1186 im Januar die Bäume und im Mai erntete man, vor allem in Süddeutschland. reifes Obst und Getreide. Weihnachten 1289 blühten ebenfalls Bäume und Blumen. In den ersten zwei Dritteln des diesjährigen Dezembers hatten wir eine mittlere Temperatur von 6½ Grad Wärme. Eine absolute Ausnahmeerscheinung ist, daß wir gegenwärtig im Gebirge überhaupt keinen Schnee haben Würden dieselben Temperaturen wie jetzt auch im Januar herrschen, dann würden die Erscheinungen in der Natur noch ganz andere sein, weil dann die Sonne nicht nur erheblich an Kraft zunimmt, sondern auch an Ultrastrahlung, die das Wachstum weckt. Es ist aber durchaus möglich, daß die Kälte sich noch im neuen Jahr einstellt, denn der uns in bitterböser Erinnerung gebliebene klirrkalte Winter 1928=29 brachte uns im Dezember auch noch keine große Kälte und nur zeitweise etwas Schnee. Der eigentliche Winter begann erst am Silvestertage, und in den Tagen vom 9. bis 11. Februar 1929 hatten wir Tiefsttemperaturen von minus 33 bis 38 Gradl Es ist also durchaus unangebracht, schon jetzt mit einem durchweg milden Winter 1934=35 zu rechnen * „Mauhnächte" bis Mit dem 25. Dezember setzte zum 6. Januar. wieder die Zeit der„Zwölf Nächte" ein, die bis zum 6. Januar, dem Dreikönigsfest, dauert. Uralte germanische Vorstellungen aus der Welt des Neberfinnlichen liegen diesen„Rauhnächten“ zugrunde, die sich bis auf unsere Tage erhalten haben, wenn auch unter mancherlei uns seltsamen Anschauungen und Bräuchen, von denen das Räuchern mit Würzbüscheln von Maria Himmelfahrt, das Verfüttern dieser Krunter„ins Geleck“ für den Viehstall und nicht zuletzt das Trinken der„Kreiskönigsstärk“ als wichtigste genannt seien. Daneben haben die„Zwölften“ noch die Bedeutung, daß jeder ihrer Tage oder Nächte mit einem Monat des nächsten Jahres in innerer Beziehung stehen soll, so der 25, mit dem Januar, der 26 mit dem Februar usw. Ferner soll das, was man in den betreffenden Nächten träumt, in den damit übereinstimmenden Monaten in Erfüllung gehen.. Bochumer Ereignisse des Jahres 1934. Ein Rückblick auf das 1. Vierteljahr. Januar: 1. Der Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation wird selbständig 4. Der Domkapitular Dompropst und Dechant Dr. Dr. Fröhling gestorben. 6. Erster Eintopfsonntag des neuen Jahres. 11. Der viergleisige Ausbau der rheinischen Eisenbahnstrecke auf dem Abschnitt von der Zeche Prinz von Preußen bis zum Langendreerer Bahnhof wird in Angriff genommen. 14. Bischof Roß aus Japan spricht in der Propsteikirche. 16. Gauleiter Waaner ruft Industrie und Handel zum Winterhilfswerk auf. 17. In einer Riesenkundgeburg dankt Bochum für das Gesetz der Arbeit. 18. Die Bäcker= und Konditoreninnung weiht ihr Innungshaus ein. 22. Ein Bochumer Gastwirt und berühmter Polarforscher. Bruch, nach dem ein Landstreifen am Nordvol benannt ist. feiert seinen 80. Geburtstag. 25. Das Stadtamt für Jugendpflege veröffentlicht einen Plan über den Volkssportplatz an der Castroper Straße. 30. Bochum begeht den Jahrestag der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus. März: 4. Der Männergesangverein„Einigkeit“ feiert sein 0 jähriges Jubiläum. 6. Der 10000. Landhelfer verläßt Bochum. Die Frühjahrsoffenstve gegen die Arbeitslosigkeit wird auf der ganzen Front und mie aller Energie eröfinet. 8. Der Bochumer Zoo baut an und erhält Zuwachs. 9. In einer Sitzung unter dem Vorsitz des Gauwirtschaftsberaters Pleiger wird das Projekt des Bochumer Stausee erörtert und seine Verwirklichung in Aussicht gestellt. 11. Der Bochumer Krieger= und Landwehrverein feiert sein 90 jühriges Bestehen. Die Festichrift. die aus Anlaß des Jubiläums herausgegeben wird, ist auch heimatgeschichtlich sehr interessant. 15. Zum Gedächtnis der Einsetzung der heiligen Eucharistie und des Priestertums veranstaltet die Bochumer Geistlichkeit eine Dank= und Sühnefeier. 21. Bochum eröffnet mit einer großartigen Kundgebung. in deren Verlauf 2000 Arbeitslose einen neuen Arbeitsplatz erhalten, die Frühjahrsoffenstve. 22. Der Verkehrsverein gibt seinen Tätigkeitsbericht und zwar in Form einer gedruckten Broschüre, was sich seit 25 Jahren 1934 zum ersten Male wieder ereignete. 26. Die kath. Schule an der Fahrendellerstraße feiert ihr 25 jähriges Bestehen. 28. Die Österferien beginnen. Die Schulkinder werden versetzt, die Renne mützengeschmückt. Februar: mit einem Fliegerpater 14. 16. 25. Die Miva wirbt in Bochum Missionsfilm. den der bekannte Schulte gedreht hat. Der Haushaltsplan für 1934 liegt aus. An laufenden Ausgaben sieht er 34 und an Wohlfahrtsunterstützungen 13 Millionen Mark vor. Fastnacht finden eine größere Zahl bunter und festlicher Veranstaltungen statt. Bei der Constantia weilt sogar Willi Ostermann. Die Amtswalter der Reichsbetriebsgemeinschaft Gruppe Bergbau tagen in Bochum. Aschermittwoch. Der bekannte Eugeniker Prof. Hermann Muckermann beginnt seinen Vortragszyklus über eugenische Fragen. Der Innungsausschuß stellt in einer Sitzung fest. daß auch im Handwerk sich eine wirtschaftliche Besserung bemerkbar mache. Die Vinzenzvereine von Groß=Bochum haben ihre Generalversammlung. Eine großangelegte Verdunkelungsübung im Präsidialbezirk glückt dank der vorbildlichen Disziplin, die alle Teilnebmer und vor allem die Bewohner zeigen, vollkommen. Bei gewaltiger Anteilnahme der Bevölkerung werden in allen Stadtteilen erhebende Heldengedenkfeiern abgebalten. Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk. Beginn der neuen Schulungskurse in Bochum am 8. Januar 1935. Was will die Mütterschule? Sie will den jungen Mädchen und jungen Frauen helfen, in die Vielheit von Aufgaben hineinzuwachsen, deren Erfüllung die Gegenwart und Zukunft von ibnen fordert. Sie will das Interesse der jetzigen und künftigen Gattin und Mutter wecken für die Fragen der eigenen Lebensgestaltung, die ihres Familienlebens und dessen Auswirkung auf das Volksleben. Sie will der Hausfrau die große Bedeutung ihres richtigen Wirtschaftens im eigenen Haushalt für die gesamte deutsche Volkswirtschaft zeigen. Nicht zuletzt will sie die praktische Ausbildung der Hausfrau nach Kräften fördern. Wer unterrichtet in diesen Kursen? Frauen, die durch ihre jahrelange Berufsarbeit große Kenntnisse und Erfahrungen auf ihren Spezialgebieten erworben haben: Die Aerztin, die Krankenpflegerin, die Gewerbelehrerin, die Jugendleiterin, die Musiklehrerin und die Gymnastiklehrerin. Welche Abendkurse werden laufen? 1. Aussprache über die wichtigsten Erziehungsfragen. Mittwochs von 20—22 Uhr. 2. Bastelabende. Spielzeug für Kinder, allerlei hübsche Sachen für Erwachsene. Donnerstags von 20—22 Uhr. 3. Die Pflege des Säuglings in gesunden und kranken Tagen(verbunden mit praktischen Uebungen) Montags von 20—22 Uhr. 4. Häusliche Krankenpflege(verbunden mit praktischen Uebungen). Kursus 1. Dienstags von 19.90 bis 21.30 Uhr— Kursus 2. Donnerstag von 19.30 bis 21.30 Ubr. 5. Nälenaschinennähen für Anfängerinnen(Wäschenähkursos) Donnerstags von 19,15—22 Uhr. 6. Schneiderr. von Kinderkleidern(Mädchenkleid und Knabenanzug). Dienstags von 19—22 Uhr. 7. Bürgerliches Kochen. Kursus 1. Montags von 19,15—23 Uhr.— Kursus 2. Mittwochs von 19.15 bis 23 Uhr. 8. Frauengymnastik— Frauenhygiene— wöchentlich 1 mal von 20—21 Uhr. 9. Singkreis für Kinderlieder, Wiegenlieder, Volkslieder. Alle 14 Tage Dienstags von 20—22 Uhr bei Frl. Brodowski. Beginn: Anmeldung, Preis: Beginn am 8. Januar 1935 in der Haushaltungsschule. Fahrendellerstraße 17. Anmeldungen im Büro der Städt. Mädchenberufsschule, Wittener Str. 23 täglich von 16—19 Uhr, außer Samstags, bei Frl Mostert. Die Teilnahme an einem Kursus(10 Abende) kostet 2.50 RM. Kochkurse(10 Abende) 5.— RM. Ratenzahlung ist möglich. Für Erwerbslose und kinderreiche Mütter kann Ermäßigung gewährt werden. Da die Nachfrage nach allen Kursen jetzt schon eine sehr große ist, empfehlen wir, sich umgehend anzumelden. )( Promation. Josef Closta, Sohn der Eheleute Schneidermeister Josef Closta, Bochum, Sedanstraße 15, promovierte an der Universität Köln mit dem Prädikat„sehr gut“ zum Dr. chem. Eine eindrucksvolle Weihnachtsfeier bereitete die Firma Karl Linden. Mineralwasserfabrik. Bochum ihren Angestellten im Restaurant Hahnefeld, Hermannshöhe. Jedes Mitarbeiters war gedacht worden und wohl für alle Anwesenden bedeuteten die ihnen zuteil gewordenen Zuwendungen eine freudige Ueberraschung. In den während des Abend= gehaltenen Ansprachen des Herrn Linden und verschiedener seiner Mitarbeiter kam so recht die Verbundenheit, wie sie schon seit vielen Jahren zwischen dem Firmeninhaber und seinen Angestellten besteht, zum Ausdruck. Kr. Schwerer Berufsunfall. In der gestrigen Morgenschicht wurde der 15jährige Bergjungmann Willi Ko. aus dem Stadtteil B.=Weitmar, Aloisiusstraße 19. derart böse verletzt, daß seine Ueberführung ins Bergmannsheil notwendig wurde. Ko. war in der Förderstrecke im Wagenumlauf beschäftigt, als er plötzlich beim Umrangieren eines Kohlenzuges zwischen Grubenwagen geriet. § chbinunschuldig FONF TORME-VERLAG HALLE(SAALE) OR. STFINSTRASSE 16 (14. Fortsetzung) Die Sekretärin Fräulein Schüller telephonierte endach in der Wohnung von Rechwanwalt Glaß an. Die rtschafterin erklärte, Herr Rechtsanwalt wäre offendar heute nacht nicht nach Hause gekommen.— sein Schlafzimmer wäre unberührt. Nun. das war un sich noch nichis Absonderliches. Rechtsanwalt Glaß bewohnie draußen in Babelsberg ein Haus. Es geschah sehr oft. daß die Konferenzen ihn bie spät abende in Berlin sesthielten. Deshalb hatte er außer seiner Wohnung in einer Pension im Westen sein festes Zimmer. Aber auch i der Pension„Daheim“ war Rechtsanwalt Glaß nicht über Nacht geblieben, erfuhr man telephonisch. Nun wurde das ganze Büro Glaß unruhig. Bürovorsteher Knippert begab sich ine Zimmer von Fräulein Schüller, um mit ihr zu beraten, was zu tun wäre. Die Klienten draußen, ein paar Herren von der Industrie, waren ob der Verzögerung sehr ungehalten. Zwei von ihnen waren von auswärts und hatten sich die Zeit für die Konferenz mit Rechtsanwalt Glaß bie zu ihrer Abfahrt genau berechnet. „*) Gott, o Gott!“ sammerte Fräulein Schüller, eine mollige, blonde Person mit munteren Augen, die setzt aber sehr ängstlich und verstört aussahen.„Wenn nur dem Chef nichte passiert ist!“ „Unsinn, was soll ihm denn passiert sein!“ meinte Bürovorsteher Knippert.„Vielleicht hat er irgendeinen Herrenabend gehabt, der mal ein bißchen seuchtkröhlich gewesen ist. Da schläft der Chef eben irgendwo aus“ Aber Fräulein Schüller verneinte heftig. Erstenhätte sie in solchem Fall den Herrenabend auf dem Terminkalender verzeichnet gehabt. Denn Rechtsanwalt Glaß vergaß jede Verabredung, an die er nicht erinnert wurde. Zum zweiten hannte sie die strenge Selbstbeherrschung des Chefo. Rechteanwalt Glaß— und zuviel trinken, das war ganz undenkbarl Irgend etwas Schlimmes mußte geschehen sein. Als zwei Stunden später, also um zwölf Uhr, immer noc) heinerlei Nachricht vom Rechtsanwalt Glatz an das Büro gelangt und die bestenten Mandanten zornig das Büro verlassen hatten, wurde es dem geten Personal unheimlich. Selbst der BurovorROMAN VON LIANE SANDEN Sorge. Sollte man die Polizet benachrichtigen" Da o aber einen Skandal, den er im Interesse des efo bis zum letzten Augenblich vermeiden wollte. Man beschloß, noch bie Mittag zu warten, dann aber mußte etwas unternommen werden. Kurz vor ein Uhr läutete das Telephon; es meldete sich das Polizeipräsidium. Bürovorsteher Knippert nahm selbst das Gespräch an. Seine Hand zitterte, als er den Hörer ans Ohr nahm. Polizeipräsidium? Das konnte nur etwas mit dem Chef sein. War ihm doch ein Unglück zugestoßen? Aber was er nun erfuhr, ging zunächst über sein Begriffevermögen. „Wie bitte? Wollen Sie nochmaie wiederholen“. bat er. Er lauschte angestrengt, sein Gesicht wurde ganz blaßz.„Jawohl, ich komme sofort!“ Der Hörer ratterte auf den Tischz Kaippert ver= mochte nicht, ihn ordnungsgemäß in die Gabel zu legen. Fräulein Müller stand angstooll dadel. „Was ist denn, um Himmels willen?“ Der alte Bürovorsteher sank kraftlos in seinen Schreibtischstuhl. „Können Sie das verstehen, Schüller? Das Pollzeipräsidium ruft an. in der Zelle von Doktor Hoffstaedt hat man den Chef gefunden.“ „Gefunden?“ flusterte Fräulein Schüller entsetzt „O Gott— tot?“ Sie hielt sich das Taschentuch vor den Mund, um nicht loszuschreien. „Unsinn, nicht tot— es ist ihm auch nichto Ernstliches passiert“ „Hat der Doktor Hoffstaedt ihn überfallen?“ Fräulein Schüller konnte haum atmen vor Erregung. Was passiert ist, weiß niemand. Aber man hat heute früh den Chef in der Kleidung des Hoffstoedt in der Zelle gefunden. Er lag auf der Pritsche in einem tiefen Dämmerschlaf, aus dem oc noch nicht wacht ist. Ein Arzt hat ihn untersucht— es ist heine Gefahr: man muß nur warten, bie er aufwacht. Doktor Hoffstaedt muß ihn mit einem rätselhaften Betäubungsmittel eingeschläfert haben. Wo er dies Mittel ausbewahrt hat, wie ihm die Flucht gelingen konnte, noch nicht aufgeklärt, Erst wenn unten Chef wach geworden ist und aussagen kann, werden wir wohl den genaueren Hergang erfahren.“ „Aber wo ist denn Hoffstaedt?“ Die Sekretärin begriff die ganze Sache immer noch nicht.„Und wie ist es ihm nur möglich geworden, zu entfliehen?“ „Wo er ist, weiß auch niemand. Es wird eifrig nach ihm gefahndet. Der Wärter von der Zelle, in der Hoffstaedt satz, ist völlig zusommengeklappt vor Schrechen. Der arme Kerl ist erst ganz neu auf seinem Posten und muß gleich solches Pech haben. Er schwört Stein und Bein, daß er geglaubt hat, unsern Chef herausgelassen zu haben. Der Hoffstaedt ist doch ein gerissener Bursche. Hat sich den Pelz des Chefs angezogen und seinen Hut aufgesetzt, während der Chef betäubt war. Er muß alles ganz genau berechnet ha= den, daß der Wärter ihn noch nicht so genau kannte und unseren Chef auch nicht. Bin nun gespannt, was nun werden wird“ „Herr Rechtsanwalt wird eine schöne Wut auf den Daktor Hoffstaedt haben. Na, der kann sich ja nun einen anderen Verteidiger suchen", erklärte die Sekretärin empört. „denn er überhaupt einen braucht!“ meinte der Bürovorsteher etwas spöttisch„Aber ich glaube, ich glaube, Schüllerchen, der Hoffstaedt wird— schwupp — fort sein, wie ein Fisch, der aus dem Netz entkommen ist. Wer es versteht, aus dem Gefängnis auf so eine schlaue Art und Weise zu entwischen, der wird der Polizei noch manches Schnippchen schlagen. Na. uns soll es nicht kummern Hauptsache, dem Chef ist nichto Ernstliches passiert. Aber toben wird er, dah man ihn so hereingelegt hat.“ Mit dieser Voraussage hatte Bürovorsteher Knippert recht. Als Rechtsanwalt Glaß endlich aus seiner Betäubung erwachte, wußte er zunächst überhaupt nicht, was mit ihm geschehen war. Auch wo er sich eigentlich befand, begriff er nicht. Was sollte er hier, in einem fremper Zimmer und in einem fremden Bett? Was war das für ein weißgestrichener Raum. in dem er sich befand? Er hob den Kopf. Da stand ron einem Stuhl am Fenlier eine Schwester auf und stützte ihn. Komisch. ihm war ja so schwindlig— und wie er sperchen wollte, war ihm die Zunge eigen= tümlich schiver „Nun Herr Rechteanwalt, wieder aufgewacht? Das ist schön. Ich will gleich den Herrn Doktor rufen — und den Herrn Kommissar.“ Was für einen Doktor? Was für einen Kommissar? Was ist denn eigentlich mit mir geschehen?“ ragte Glaßz schwach. Die Schwester war schon an der Tür: Das soll Ihnen der Herr Kommissar selbst sagen.“ Glaßz blieb ein paar Minuten allein In dieser Zeit begann er die bleierne Mudigkeit zu überwinden, me es gelang ihm, sich langiam zu orinnern. Alo der Arzt des Sanatoriume, in das man Glaß gebracht hatte, mit dem Kriminalkommissar kam, war Rechteanwalt Glaß schon wieder vollständig bei Bewußtsein. Er konnte dem Kommissar den ganzen Verlauf der rätselhaften Begebenheit schildern, soviel eben zu sagen war. Er hatte ein längeres Gespräch mit seinem Schutzbesohlenen Hoffstaedt gehabt und sich gewundert wie ruhig, beinahe heiter der die Nachricht von der Eröffnung des Hauptverfahrens aufgenommen. Dann wäre Hoffstaedt aufgestanden, hätte aus dem Taschenkutter seines Roches ein hauchdünnes Papier hervorgeholt— cs wäre etwas, was ihm zur Freiheit verhelsen könnte, oder so ähnlich hätte er gesagt. Wadann weiter geschehen wäre, das wüßte er nicht mehr. Er wisse nur, daß er sich über das Papier gebeugt hätte. Dann könnte er sich auf nichts mehr besinnen. „Anscheinend ein unbekanntes Betäubungsmittel!“ meinte der Sanatoriumearzt.„Der flüchtige Doktor Hoffstaedt war ja wohl, wie ich gehört habe, lange Zeit in den Tropen? Da gibt es allerhand Teufelszeug, Gifte, Betäubungsmittel von unbekannter Wirkung. So was wird es wohl gewesen sein.“ „Und darauf muß ich'reinfallen!“ meinte Rechtoanwalt Glaß ärgerlich. Der Kommissar nichte: „Dabei haben Sie sich so viel Mühe mit dem Kerl gegeben— nun dankt er es Ihnen so!“ Glaß überlegte. Schließlich erwiderte er. schon halb lachend Immerhin ist mir das Schichsal lieber, als wen man den armen Hoffstaedt verurteilt hätte.“ „Was? Sie sind wohl noch immer nicht von der Schuld Hoffstaedte überzeugt?“ „Nein! Das bin ich nicht.“ Rechteanwalt Glaßz sagte es sehr energisch„Aber weil seine Unschuld so schwer nachzuweisen ist, freue ich mich beinahe, daß er diese Kriegolist gebraucht und das Weite gesucht hat.“ Vierzehntes Kapitel Das Haus des Professoro Nivelli lag auf einer hleinen Anhöhe oberhalb des Ortasees. Trot der späten Jahreszeit bluhten gelbe Rosen noch in Fülle und rankten sich hinauf bie zu der Loggia, auf der Frau Nivelli lag. Sie konnte gerade von ihrem Platz auden ganzen Garten überschauen Der Gärtner arb itete drüben an den Gemüsebeeten. Ab und zu tauchte seine blaue Jache durch das Bunt der Spätastern auf. Sie standen wie eine hohe Heche von leuchtenden Farben um das Haus. Therese Nivelli sah mit frohen Augen auf all die blühende Pracht, Die des herannahenden Wintero zu spotten schien. Ihr seines Gesicht trug einen schwachen Schimmer kommender Gesundheit. Der'hmerzliche Zug um ihren Mund war nicht mehr so herb eingezeichnet wir vor hurzem noch 2. Bellage zur Volks-Zeitung v. 28. Dezember 1934 Die Meinung der anderen. Stimmen der Presse zur Tagespolitik. U-Boots-Legende.“ Unter dieser Ueberschrift lesen wir in der „Bayerischen Volkszeitung"(Nr. „Verschiedentlich wurde letzthin in einem Teil auch der deutschen illustrierten Presse ein Bild gezeigt, das die Wracks von fünf deutschen Unterseebooten an der Südküste Englands auf den Klippen bei Landsend zeigt. Der Text zu dem Bilde erzählt, daß diese Boote im Nebel den Weg verfehlt hätten und so auf die Felsen bei Landsend gelaufen seien, und daß dort die gesamten Besatzungen den Seemannstod gefunden hätten. die empörten Dorfbewohner mitgemacht, die das Paar lynchen wollten. Die beiden mußten durch Polizeibeamte, die der Prinz aus der nächsten Stadt geholt hatte, aus ihrer prekären Lage befreit werden. Der nachfolgende Scheidungsprozeß brachte sensationelle Anklagen der Gattin. Die Ehe wurde schließlich aus beiderseitigem Verschulden geschieden, und Prinzessin Cahors heiratete ihren Bauern, wurde Madame Oisiere, kaufte ein kleines Landgut und bewirtschaftete es mit ihrem neuen Gatten gemeinsam. Aber auch diese einfache Lebensform scheint ihr nicht einfach genug gewesen zu sein. Eines Tages lief sie dem primitiven Monsieur Oisiere, der wahrscheinlich doch besser mit der Heugabel als mit der verwöhnten Frau umzugehen vermochte, davon. Einige Zeit hindurch war sie unauffindbar. Dann erschien sie, schön und strahlend und die Bewunderung aller Leute von Paris herausfordernd, in großer Toilette bei einer Festvorstellung der„Comedie Francaise“, brachte einige Wochen hindurch die Gesellschaft durch tolle Veranstaltungen, die sich nicht nur über eine Nacht, sondern über mehrere Nächte und die dazwischen liegenden Tage hinzogen, durcheinander und verschwand nach einem solchen Fest, bei dem die verrücktesten Arrangements getroffen waren, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Das war vor mehreren Wochen, In diesen Tagen fand man die Frau wieder. Einer ihrer Bekannten entdeckte sie bei einem Ausflug in der Nähe von Paris. In härene Gewänder gekleidet, einen Wasserkrug auf dem Kopfe tragend, schritt sie durch einen abgelegenen Wald. Der junge Mann folgte ihr heimlich bis zu einer Höhle die in einem im Walde liegenden mächtigen block lag. In dieser Höhlle verschwand sie. Der Mann zog in der nächsten Ortschaft Erkundigunblock lag In dieser Höhle verschwand sie. Der ihm, daß das riesige Felsloch seit mehreren Jahren von einem jungen Einsiedler bewohnt werde, der dort lebe, Pflanzen sammle, meditiere und Heiltränke herstelle. Vor wenigen Wochen habe sich ihm, erklärten sie weiter, eine schöne, junge Frau zugesellt, die nun bei ihm hause. Der junge Mann eilte nach Paris, alarmierte mehrere Freunde und zog mit ihnen hinaus, um die Einsiedlerin zu besuchen. Aber als die jungen Leute hinauskamen, war das Paar ausgeflogen. Die beiden mußten etwas gemerkt haben. Sie hatten sich noch tiefer in die Wälder zurückgezogen. Vielleicht suchen sie auch noch die Galapagoinseln heim, die frei geworden sind. Jeder, der auch nur die leiseste Vorstellung vom Wesen des Unterseebootes hat, wird lächeln über den Gedanken, daß ein Unterseeboot, um sich vor einem überlegenen Feind zu schützen, nach Land zu, also auf flaches Wasser wegläuft. Ein Unterseeboot, das einem überlegenen Gegner ausweichen will, taucht und sucht dazu möglichst tiefes Wasser. Jeder, der auch nur etwas Ahnung vom Wesen des Unterseebootkrieges hat, wird weiter lächeln über die Vorstellung, daß Unterseeboote in„Schlachtordnung“ oder„Schlachtreihe“ operieren. Das Unterseeboot ist der gegebene Einzelkämpfer. Das alles braucht schließlich der Laie nicht zu wissen. Wissen aber müßte auch der Laie, daß deutsche Unterseeboote ganz sicher niemals weggelaufen sind, wenn sie das Glück gehabt haben oder gehabt hätten, die gesamte englische Flotte in Sicht zu bekommen. Das war die große Sehnsucht jedes U=Bootskommandanten und aller U=Bootsbesatzungen. Sie alle brannten darauf, einmal die englische Flotte zu sehen und— nicht vor ihr wegzulaufen, sondern sie anzugreifen. Nur wenige haben das Glück gehabt, das Otto Weddigen beschieden gewesen ist. Sie alle hätten, wie er, angegriffen. Die Darstellung, das deutsche Unterseeboote vor der englischen Flotte geflohen seien, ist so unsinnig, daß auch der sonst ahnungsloseste Laie sie niemals hätte bringen dürfen. Das tatsächliche Geschehen des Scheiternsder fünf Boote bei Landsend war so: Die fünf U=Boote waren auf Grund der Bestimmungen des Waffenstillstandes von Compiegne an England ausgeliefert. Ein englischer Schlepper sollte sie, wir wissen nicht wohin, überführen. Bei schlechtem Wetter brach die Schleppleine, und die Boote, die ohne jede Besatzung waren, trieben von der See auf die Klippen der Küste. Da liegen sie setzt als Zeugen der deutschen Waffe im Weltkriege, die uns vor dem Verlust des Krieges hätte bewahren können, wenn sie rechtzeitig und ihrem Wesen nach so, wie Tirpitz und Scheer und alle U=Bootsleute es wollten, eingesetzt worden wären. Es ist vielleicht verständlich, daß englische Zeitungsschreiber die Geschichte von der Flucht dieser UBoote vor der englischen Flotte sich ausgedacht haben, weil es ihnen unerwünscht ist, durch die Wracks daran erinnert zu werden, daß diese UBoote die englische Flotte immer wieder von der See in die schützenden Häfen getrieben haben. Wir selbst aber dürfen solchen Unsinn nicht nachschreiben.“ Eine überspannte Frau. Der„Marin“ erzählt die interessante und abenteuerliche Geschichte einer der schönsten Frauen Frankreichs, wie er sagt, der Prinzessin von Cahors, die vor ungefähr einem Jahre dadurch Aufsehen erregte, daß sie sich von ihrem Gatten scheiden ließ, um einen Bauern zu heiraten, den sie in einem kleinen Dorf Südfrankreichs kennengelernt hatte. Mit diesem Bauern war sie ihrem Gatten durchgegangen, hatte sich mit ihm in einer Höhle versteckt und dort eine tagelange Belagerung durch Zeugen für die Größe des kirchlichen Mittelalters Eine geistige Brücke zu den deutschen Ahnen Nichts dürfte geeigneter sein, die Besinnung auf das große Erbteil deutscher Vergangenheit zu erleichtern und eine geistige Brücke zu unseren Ahnen in länast vergangenen Jahrhunderten zu schlagen, als mit dem Jesuslind Sandstein=Skulptur vom Ende des 14. Jahrbunderts in St. Ursula in Köln eine liebevolle und aufgeschlossene Betrachtung de Kunstwerke, die uns aus jenen Zeiten deutscher Kulti überkommen sind. In der bildenden Kunst prägen si. Gesinnung, Wesen und Charakter einer Zei. um so stärker aus, je stärkere Resonanz diese in den brei testen Volksschichten sand. Das gilt besonders für das deutsche Mittelalter. In einer kürzlich erschienenen Schrift finden wir die schönen und treffenden Sätze:„Das sicherste Zeugnis des Innersten und Tiefsten einer Epoche ist ihre Kunst, weil die Kunst naiv und wesenhaft ehrlich, ein treuer Zeuge ist. Sie stehen noch da, die steinernen Zeugen des Mittelalters. Die Kirche und ihr Geist haben sie ins Leben gerufen, und für jeden, der mit den Quellen der Geschichte nicht genug vertraut ist, um aus ihnen sich ein selbständiges Urteil zu bilden, künden wenigstens sie von der Größe des kirchlichen Mittelalters.“ Das gilt im Großen wie im Kleinen. Nicht nur in den breit gelagerten oder himmelstürmenden Kathedralen, in jeder Holzplastik, sei sie nun von einem Meister geschaffen oder sei sie der naive Empsindungsausdruck einer weniger künstlerisch geschulten Hand, spiegelt sich ein wesenhafter Teil des Ideals wider, das die damalige Zeit und ihre Menschen beherrschte. Blättert man im neuesten Band der „Kunstdenkmäler der Rheinprovinz"*), der zu einem Drittel der Basilika und Pfarrkirche, ehemaligen Stiftskirche St. Ursula zu Köln gewidmet ist, so schlägt uns bald nicht nur die imponierende Wucht und Schönheit des architektonischen Baues in den Bann, auch aus den Einzelheiten der Ausstattung im Kircheninneren weht uns der Atem ines großen und herrlichen Geistes entgegen. Tiefgründige Untersuchungen über Baugeschichte, Werden und Wachsen der deutschen Dome, stilkritische Untersuchungen über Ursprung und künstlerische Verwandtschaft der einzelnen Bildwerke, Gemälde und Skulpturen gehören gewiß zum Interessantesten in der Beschäftigung mit deutscher Vergangenheit; aber dieser Teil wissenschaftlicher Tätigkeit, der selbst verständlich auch im hier vorliegenden Band seinen bedeutenden Niederschlag gefunden hat, ist im allgemeinen kaum dazu angetan, das Ahnenerbe dem Herzen der heutigen deutschen Menschen näher zu bringen. Darauf jedoch muß es ankommen; wenn die Kunstbetrachtung ihre eingangs skizzierte Aufgabe, eine geistige Brücke zwischen Einst und Jetzt zu schlagen, erfüllen soll, dann ist, eingedenk der heute wiedererwachten Erkenntnis, daß Kunst nicht um ihrer selbst willen, sondern für das Volk da ist und im Mittelalter ganz unbestritten da war, dort zu beginnen, wo das natürliche und gesunde Verständnis des Volkes ein sicheres Fundament für solchen Brückenschlag gibt. St. Ursula bietet hierzu eine Fülle der Möglichkeiten, deren Reichtum auszuschöpfen an dieser Stelle vergebliches Bemühen wäre. Auch der schöne und stattliche Band selbst ist ja nur ein Hilfsmittel, um die Betrachtung und Versenkung an Ort und Stelle selbst zu erleichtern und zu fördern. Und hier kann überhaupt nur auf einiges Wenige die besondere Aufmerksamkeit gelenkt werden. Unsere männliche Zeit hat den Reiter im Bamberger Dom mit Recht als Idealtypus eines deutschen Mannes bezeichnet. Die Goldene Kammer von St. Ursula in Köln birgt die Büsten zweier Nitter, von denen die eine hier im Bilde wiederman diesen in Silber getriedenen Kopf(Frisur und Bart golden auf gelblichem Grund; Gesicht silbern mit roten Lippen, schwarzer Iris in silberner Hornhaut, dunklen Brauen; Gewand blauer Koller), so übt er sofort durch seinen natürlichen, offenen und freien Ausdruck eine bezwingende Wirkung aus. Mit Liebenswürdigkeit paart sich eine kraftolle Männlichkeit. Unter dem gepflegten Aeußeren(Haar und Bart) birgt sich eine charastervolle Individualität, deren seiner Geist sich in der edel gebildeten Stirn und Nasenpartie widerspiegelt. Aus derselben Zeit(Ende des 14. Jahrhunderts) stammt die hier abgebildete Figur der Maria mit dem Jesuskind. Diese eineinviertel Meter hohe Sandsteinfigur(die Bemalung ist neu) gehört nach Rahtgens a den liebenswürdigsten Marienfiguren der deutschen Hochgotik. Sie steht am sudlichen Vierungspfeiler in St. Ursula.„In zwangloser Anmut hält die Mutter Gottes auf der leicht ausgebogenen linken Hüfte das sehr natürlich mit einer Taube spielende Jesuskind. Das Kind ist mit einem die Arme nackt lassenden Hemdchen bekleidet. Den anmutigen, sinnend blickenden und zur Seite geneigten Kopf der Maria bedeckt ein kurzer Schleier, darauf eine Kerone mit gotischen Blättern.“ Aber so sehr Krone uch Szepter eine überirdische Haltung versinnbildlichen, bus Hoheitsvolle wird durch das so natürlich splelende Kind zu den menschlichen Gefühlen von Mutterliebe und Mutterfreude wieder zurückgeleitet In beiden Arbeiten, sowohl im Kopf des Ritters wie in der Marienfigur, machen sich Züge einer seinen realistischen Beobachtung geltend. Wie sehr im gotischen Menschen sich Frömmigkeit und irdische Natürlichkeit zu einer harmonischen Ausgeglichenheit vereinten, das zeigen die vielen Reliquienbüsten aus der Goldenen Kammer von St. Ursula, darunter vor allem die hier abgebildete Halbfigur einer jugendlichen Heiligen mit kindlich lächelndem Gesichtsausdruck. Sie stammt nach Rahtgens aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts und wird von ihm und dem Mitherausgeber Franz Witte hervorgehoben Zwei Reliantenbüsten aus der Goldenen Kammer n St. Ursula, Köln Links Jugendliche Heilige Rechts Kopf eines Ritters gegoben ist. Dr. Hugo Rahigens urteilt, daß diese Buste eins der wertvollsten Werke deutscher Plastik aus der Zeit des ausgehenden 14. Jahrhunderts überhaupt darstellt. Sie ist also etwa 150 Jahre junger als der Bamberger Reiter; ihre Entstehung fallt in dieselbe Zeit wie die Grundung der Kolner Universitat(1388), in der die bereits lange vorhergehende Lehrtätigkeit des Dominikanerordens(Albertus Magnus, Thomas v. Aquin, Meister Eckard) einen neuen und bedeutenden Sammelpunkt fand. Betrachtet 6/Als neuer Band der Kunstdenkmäler der Rheinprovinz erscheint soeben im Verlag L. Schwann, Tüsseldorf, der Beltrag zu den kirchlichen Denkmälern der Stadt Köln, der, bearbeitet von Ludwig Arny, Hugo Nahigens, Heinrich Neu und Hans Bogts, St. Ursula, die Ursulinenkirche, St. Elisabeth, Maria Ablaß, die Kartanse, Deutz, und die übrigen Vororte und schließlich die Friedhofe behandelt.(Preis broschiert Mk. 6,60, geb. 8.50. als eine der kunstlerisch besten Busten, die ihrerseits wieder zum Besten gehören, das die Plastik am Rhein geschaffen hat. Dies sind einige wenige Beispiele von Leistungen aus der Hochblüte des gotischen deutschen Mittelalters. Sie vermitteln uns einen zwar ganz kleinen, aber gehaltvollen und charakteristischen Einblick in die damalige Welt. Sie zeigen uns Typen von deutschgermanischen Menschen in einer seelischen Haltung, in der sich Würde, christliche Frömmigkeit und kindliche Reinheit verbindet mit natürlicher Anmut und Liebenswürdigkeit. Wer den Geist des christlichen deutschen Mittelalters begreifen will, der braucht nur ofsenen und unverbildeten Blicks in das künstlerische Erbgut jener Zeit hineinzusehen, um mit intuitivem Erfassen die geistige Größe und seelische Tiese der damaligen Jahrhunderte staunent und bewundernd nachzuerleben. De. D. Der Handwerker wird wieder wandern Der Reichsstand des deutschen Handwerks will unter Einschaltung und Benutzung der modernen Einrichtungen und Verkehrsmittel das Wandern des Handwerksburschen fördern. Damit wird auch der Begriff„Handwerksbursche“ seinen guten alten Sinn zurückerhalten, den ihm die zurückliegenden Jahre nahmen. Selbstverständlich wird das deut sche Handwerk die Wanderschaft unter ganz anderen Gesichtspunkten heute sehen wie die liberale Zeit. Künftig wird man nur den leistungssähigen Handwerker wandern lassen. Er wird sich durch Wanderbuch und Paßbild auszuweisen haben und muß auch über soviel Bargeld verfügen, daß er nie manden zur Last fällt. Mit diesen Forderungen wird eine gesunde Wanderbewegung innerhalb der deutschen Reichsgrenzen eingeschaltet, die wesentlich Die angeblichen Klopflöne aus dem Sarge Annölige Beunruhigung Dillenburg, 27. Dezs In dem Kreisort Man deln wurde eine verstorbene Frau nach der Beerdigung wieder ausgegraben, weil man angeblich Klopftöne aus dem Sarge vernommen haben wollte. Der Kreisarzt konnte jedoch seststel len, daß es sich um eine tatsächlich tote Frau gehandelt hatte, die nach schwerer Krankheit und am dritten Tage nach Eintritt des Todes sowie nach zuverlässiger ärztlicher Leichenschau beerdigt worden war. In diesem Falle war daher die Möglichkeit eines Scheintodes ausgeschlossen. Dennoch wurde, um die Bevölkerung zu überzeugen und zu beruhigen, die Leiche wieder ausgegraben und dabei die Unsinnigkeit der Behauptung über das Klopfen aus dem Sarge erwiesen. Der Kreisarzt benutzte diesen Anlaß, um zu erklären, daß ein Lebendigbegrabenwerden vollständig unmöglich sei, wenn eine sorgfältige ärztliche Leichenschau vor genommen werde. Sorgfältig müsse sie allerdings sein; darauf könne gar nicht genug verwiesen werden, denn tatsächlich sei bei einer Reihe von Todesfallen, insbesondere bei plötzlichem Tode durch äußere Einwirkungen(Elektrizität, Vergiftung, Erfrieren, Ertrinken) der Scheintod häufiger als angenommen werde. Deshalb seien in allen diesen Fallen Wiederbelebungsversuche so lange zu machen, bis von einem Arzt die sicheren Todes zeichen festgestellt seien. zur Hebung der deutschen Qualitätsarbeit und zur Ausgleichung der aus der Kleinstaaterei übrig ge bliebenen Arbeitsverschiedenheiten beiträgt. Schon in nächster Zeit werden als Anfang die Fleischer und Bäcker den alten Brauch des Wanderns wieder aufnehmen. Einbrecherbande dingfest gemacht Oberhausen, 27. Dez. Wegen mehrerer Einbruchs diebstähle wurde ein Mann aus Sterkrade festgenom men. Der Verhaftete, der sich seit mehreren Tagen verborgen hielt, war in seine Wohnung zurückgekehrt, um sich Kleidungsstücke zu holen. Als die Beamten der Kriminal= und Schutzpolizei in das Haus eindran gen, flüchtete der Einbrecher auf das Dach und versteckte sich hinter einem Schornstein. Bei der Festnahme wurde ein Mann, der sich auf dem benachbarten Grundstück aufhielt und der Aufforderung eines Polizeibeamten, stehen zu bleiben, nicht Folge leistete, sondern die Flucht ergriff, durch einen Brust schuß schwer verletzt. Zwei weitere Einbrecher, die mit dem Verhafteten zusammen ein Komplott bil deten, wurden bereits am 20. Dezember festgenommen. Dreister Einbruchsdiebstahl während der Christmelte Borken, 27. Dez. Im Borkener Missionskonvikt der Oblaten wurde während der heiligen Nacht ein frecher Einbruch verübt. Die anscheinend ortskundi gen Täter nutzten die Zeit während der Christmette nach 12 Uhr nachts aus, um in den Schlafsaal der Konviktschüler zu steigen. Hier suchten sie sich in aller Ruhe neue Kleider und Wäsche aus. Auch machten sie sich an Weihnachtspakete, die die Schüler aus ih rer Heimat bekommen hatten, heran. Sie nahmen eine größere Menge von Gegenständen mit, die sie in einem nahe gelegenen Walde aussortierten. Sie zogen sich dann um, ließen ihre alten Sachen und das, was ihnen nicht brauchbar erschien, liegen. Der Schaden beläuft sich auf rund 500 Mark. Tödlicher Sturz von der Leiter Paderborn, 27. Dez. In Amelunren stürzte die Ehefrau eines hiesigen Einwohners von einer Leiter. Beim Aufschlagen auf den Boden drang der Frau eine Haarnadel in den Kopf. Der Tod trat nach wenigen Augenblicken ein Etwa 2½ Millionen Mark Brandschaden bei Vorwerk& Sohn Köln, 27. Dez. Der bei der Firma Vorwerk und Sohn Textil= und Gummiwerke in Wuppertal am Heiligabend ausgebrochene Fabrikbrand hat einen auf etwa 2,50 bis 2,75 Mill. Mk. zu beziffernden Schaden gebracht. Der Schaden ist durch Versicherung voll gedeckt. Die restlose Wiederaufnahme des Betriebes wird von der Wiederbeschaffung der sehlenden Materialien abhängen, zu welchem Zweck die zuständigen Stellen ihre Unterstützung zugesagt haben. Es wird indessen nicht mit einem längeren Arbeitsausfall gerechnet; zunächst kann ein größerer Teil der Gesolgschaft mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt werden. In kochende Lauge gefallen Koln, 27. Dez. In einer Wohnung an der Helmholtzstraße hatte sich die Hausfrau heiße Lauge zum Reinigen der Wohnung zurecht gemacht. In einem unbewachten Augenblick fiel das 18 Monate alte Kind der Frau in die Lauge und trug schwere Verbrühungen am ganzen Körper davon. Der Tod hat jetzt das Kind von den surchtbaren Schmerzen erlöst Dreijähriges Kind trank glühend heißen Kaffee Herdorf(Kreis Altenkirchen), 27. Dez. Eine Frau hatte eine Kanne, in der sich frisch aufgegossener Kaf fee befand, auf den Tisch gestellt. Das dreijährige Söhnchen ergriff in einem unbewachten Augenblick die Kanne und trank den heißen Inhalt. Das Kind zog sich schwere Verbrennungen der inneren Organe zu und verstarb nach der Einlieferung ins Kranken haus unter furchtbarsten Schmerzen, Dreisle Schaufenslereinbrecher Opladen, 27. Dez. In den Nachtstunden des ersten Weihnachtstages wurde ein verwegener Einbruchsdiebstahl in einem hiesigen Konfektionsgeschäft verübt. Die Täter waren mit einem Personenkraftwagen aus der Richtung Köln gekommen. Sie setzten den Wagen rückwärts in die Schaufensterscheibe, die vollständig zertrümmert wurde. Die Täter entwendeten einige Herrenanzüge und Mäntel und fuhren mit abgeblendeten Lichtern in schnellstem Tempo davon. In dem Wagen sollen vier Personen gesessen haben. Am Weihnachtsbaum von einer geisteskranken Bekannten getötel Trier, 27. Dez. In Fließen besuchte eine an scheinend geisteskranke Frau, die unverheiratet ist und mit ihren drei Brüdern zusammenlebt, zu Weihnachten eine alte Bekannte. Mitten in der Unterhaltung, vor dem Christbaum sitzend, zog die jüngere der beiden Frauen einen Revolver und verletzte die ältere Frau durch zwei Schüsse, die mitten ins Herz trafen, tödlich. Dann richtete die Mörderin die Waffe gegen sich selbst, ohne sich jedoch erheblich zu verletzen. Die Frau wurde nach der ersten Vernehmung in die Irrenanstalt zu Andernach gebracht; dort soll sie auf ihren Geisteszustand hin untersucht werden. Die Tat wurde, wie man annimmt, in einem Anfall völliger geistiger Umnachtung begangen. Weihnachten in der Abtei Maria Laach Maria Laach, 27. Dez. Die bekannte Abtei Maria Laach hat an über 500 Bedürftige reiche Weihnachtsgaben verteilt. Es handelte sich zum größten Teil um Frauen und Männer aus der Umgegend, aber auch um Fremde, die an diesem Tage im Kloster vorsprachen. Von früh morgens bis in die Abendstunden waren die Mönche mit der Verteilung der Gaben beschäftigt. Die seierlichen Weihnachtsgottesdienste in der Abteikirche wiesen einen außerordentlich starken Besuch auf. Selbst von entfernten Teilen des Rhein landes kamen die Besucher, um diese Weihestunde zu erleben. Ein Toter, zwei Schwerverletzte bei einem Motorradunfall Siegburg, 27. Dez. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in Buisdorf. Ein Motorradfahrer aus Köln streifte bei dem Versuch, einen Lastwagen zu überholen, das linke Vorderrad. Das Motorrad kam dabei ins Schleudern. Einer der Begleiter, der auf dem Sozius Platz genommen hatte, stürzte vom Rade und blieb schwerverletzt auf der Straße liegen. Das Motorrad schlug nach einer kurzen Fahrtstrecke ebenfalls um. Der Fahrer zog sich einen schweren Scha delbruch, eine Gehirnerschütterung, Gesichts= und Beinverletzungen sowie Rippenbrüche zu. Ein ande rer Mitfahrer, der im Seitenwagen saß, wurde aus diesem geschleudert und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und Kopfverletzungen. Der schwer ver letzte Fahrer starb nach seiner Einlieferung ins Siegburger Krankenhaus. Die Beförderung der Abstimmungsberechliglen ins Saargebiel Rund 48500 DNB. Berlin, 21. Dezember. Für die Volks abstimmung im Saargebiet kommen rund 48 500 Ab stimmungsberechtigte aus dem Reichsgebiet in Betracht. Die Beförderung dieser Abstimmungsberech tigten zum Saargebiet und zurück erfolgt auf Kosten des Bundes der Saarvereine, der die ganze Organisation der Hin= und Rückbeförderung übernommen hat. Für den einzelnen Abstimmungsberechtigten ist die Beförderung unentgeltlich. Die Beförderung geschieht auf der Hin- und Rück reise grundsatzlich mit Sonderzügen dritter Klalie. Einzelreisen mit planmäßigen Zügen sind nur in ganz besonderen Ausnahmesallen zulässig. Die Ruckreise dagegen Aann beim Vorliegen ausreichender Gründe in größerem Umfange mit plan mäßigen Zügen ausgeführt werden. Die Entscheidung über etwaige Sonderwünsche der Reisenden über — nur in dringlichsten Fallen mögliche— freizügige Reisen für die Hinfahrt und über die Benutzung der zweiten Wagenklasse liegt grundsätzlich beim Bund der Saarvereine als dem Veranstalter dieser Reisen. Ganz besonders wird darauf hingewiesen, daß die Mitnahme von nichtabstimmungsberechtigten Angeborigen nicht möglich ist. Auch Kinder mussen in der Regel zu Hause gelassen werden. Sie werden, soweit andere Familienmitglieder nicht vorhanden sind, von der N3. Volkswohlfahrt für die Dauer der Abwesenheit der Eltern betreut werden. Nur in ganz besonderen Fällen kann die Mitnahme von Kleinstkindern gestattet werden. Eine Entscheidung hieruber liegt ausschließlich bei den Organen des Bundes der Saarvereine. Zur Bewältigung des Abstimmungsverkehrs aus dem Reich sind 5° Sonderzüge aus allen Gegenden Deutschlands vorgesehen. Die Sonderzüge aus mittleren und weiten Entfernungen sollen am Freitag oder Samstag vor der Abstim mung im Saargebiet eintrefsen und am Montag, teilweise auch erst am Dienstag, das Saargebiet wieder verlassen. Die Züge aus der Nahzone werden dagegen erst am Sonntag ins Saargebiet fahren und am gleichen Tage abends wieder zurückgeführt werden. Bei der Besetzung der Zuge wird durch eine straffe Organisation dafür Sorge getragen, daß jeder Mitreisende einen bequemen Platz bekommt. Die Züge werden auch keine übermäßige Länge erhalten, damit die Gewahr für eine genügende Erwärmung auch der letzten Wagen des Zuges gegeben ist. Da die Sonderzüge aus betrieblichen Gründen keine Gepäckwagen mit sich führen können, ist die Mitnahme von großem Reisegepäck nicht möglich. Die Reisenden sind viel mehr auf die Mitnahme von Handgeväck angewiesen Zur Vermeidung von Unbequemlichkeiten in den sonderzügen und gegebenenfalls beim Umsteigen wird gleichzeitig dringend empfohlen, die Mitnahme von Handgepäck soweit als möglich zu beschränken. Krankenfahrstühle usw. werden gegebenen falls in Saarbrücken zur Verfügung gestellt. Dahin gehende Wünsche sind alsbald bei dem zuständigen Ortsgruppenleiter des Bundes der Saarvereine vorzubringen. Jeder Sonderzug wird von einem vom Bund der Saarvereine ernannten Transportleiter begleitet; da neben wird für jeden Wagen ein Obmann bestellt. Weiter werden seitens der Reichsbahn den Sonder zügen besondere beamtete Begleiter mitgegeben wer den, so daß jede Gewähr für eine reibungslose und zufriedenstellende Durchführung der Züge gegeben ist. Zur Durchführung der Reisen werden besondere Fahrausweise, sogenannte Beförderungsscheine, ausgegeben. Sie gelten für die Gesamtstrecke, die der Reisende zurückzulegen hat. Es ist also auch eine etwaige Anfahrtsstrecke zum Sonder zug und die Absahrtsstrecke im Saargebiet vom Sonderzug zum Bestimmungsbahnhof sowie die ge samte Rückfahrt einschließlich etwaiger Schnellzugszuschlagskosten usw. eingeschlossen. Die Saarbahnen haben die Anwendung des vorhin bezeichneten Beförderungsscheines für ihre Bahnen abgelehnt: Schwerkranke oder Schwerbeschädigte, die mit Rücksicht auf ihren Gesund heitszustand fahrplanmäßige Züge benutzen können, müssen daher für die(im allgemeinen nur sehr kurzen) Eisenbahnstrecken innerhalb des Saargebiets Fahrkarten nachlosen. Das saarländische Zugbegleitrsonal ist verpflichtet, bei der Nachlösung auch utsches Geld anzunehmen. Anträge auf Ausstellung der Beförderungsscheine sind von den Obmännern und Ortsgruppenleitern des Bundes der Saarvereine im Benehmen mit dem Abstimmungsberechtigten auszufüllen und dem Transportleiter der einzelnen Züge einzureichen. Die ausgestellten Beförderungsscheine werden sodann durch die Obmänner den Abstimmungsberechtigten rechtzeitig zugestellt. Die Entscheidung darüber, in welcher Weise die Reise von den einzelnen Abstimmungsberechtigten auszuführen ist, liegt ausschließlich bei den Organen des Bundes der Saarvereine. Es hat daher keinen Zweck und bringt nur unnötigen Schriftwechsel und Verzögerungen mit sich, wenn sich die Abstimmungs berechtigten wegen des Fahrausweises usw. an andere Stellen, z. B. die Reichsbahn, wenden. Zur ordnungsmäßigen Abwicklung des ganzen Verkehrs muß vielmehr unbedingt darauf gehalten werden, daß die Abstimmungsberechtigten ihre Wünsche rechtzeitig. d. b. bei der Ausfüllung der oben erwahnten Antragsformulare durch die Ortsgruppenleiter und Obmänner vorbringen. Nur wenn von den Abstimmungsberech tiaten in jeder Beziebung strenge Disziplin gehalten wird, ist die alatte und zufriedenstellende Durch fuhrung der Abstimmungsreisen gesichert. Zwei Grenzlandkundgebungen im Moselgebiel Koblenz, 27. Dez. Die Pressestelle des Gaues Koblenz Trier der NSDAP teilt mit: Am 6. Januar 1935 findet in Trier eine Grenzlandkundgebung statt, auf der Reichsinnenminister Dr. Frick sprechen wird. Eine weitere Grenzlandkundgebung findet seitens der Frauenschaft am 8. Januar in Idar=Oberstein statt. Motto dieser Kundgebung ist die Treue der deutschen Frau zum Dritten Reiche. Bei der Frauenveranstal tung, die von der Gauamtsleitung der N2 Frauenschaft Koblenz=Trier ausgeht, werden Gauleiter Staatsrat Simon und die Reichsfrauenschaftsführerin Frau Scholz=Klink das Wort zu aktuel len Tagesproblemen ergreifen. „Klein=Dorrik“ Westdeutsche Erstaufführung des neuen Künnekeschen Singspiels am Oberhausener Stadttheater Eduard Künnekes Singspiel„Klein Dorri““ erfuhr im Oberhausener Stadttheater die westdeutsche Erstaufführung. Die Handlung ist Dickens be kanntem Roman entnommen, und zwar unter Zugrundelegung der Franz von Schönthanschen Dra matisierung. Der letzte Akt fällt leider durch die Bedeutungslosigkeit seines Inhalts ab. Hier wurde offenbar weniger auf vertiefende Entwicklung als auf den gesicherten Publikumserfolg gesehen. Kün nekes Musik zeichnet sich durch Gewähltheit der Sprache aus. Der geschmackvolle Musiker, dem Me lodien von hohem Reiz einfallen, der charaktervoll zu instrumentieren versteht und über starke formale Begabung sich erneut ausweist, verleugnet sich an keiner Stelle der dem Schema mit bestem Ersolg aus dem Weg gehenden Musik. Franz Richard Haas am Pult, erfahrungssicher und begabungsmäßig ausgezeichnet gerüstet, brachte eine Aufführung zustande, die um so höher bewertet zu werden verdient, als die Oberhausener Bühnenverhältnisse ihm nicht gestatten, aus dem Vollen zu schöpfen. Die Inszenierung hatte Intendant Heinrich Voiat übernommen. Der Aufführungsstil sicherte dem Werk Bewegtheit und lebendigen Fluß. Aat Morasch als„Klein Dorrit“ lieferte ein Beispiel für ihre vielseitige Verwendbarkeit. Helmut Staré als Arthur Clennam überzeugte von den großen Fähigkeiten, die diesen hoffnungsvollen Sänger auszeichnen. Ursula Seisert(Fannn) und Otto Prem(Sparkler) trugen durch ihren prächtigen Humor und ihre einfallsreichen Tänze wesentlich zum Gelingen bei. Fritz Keilhol gab den pinchologisch sicher gesehenen Wilien Dorrl“. Hermann Klenke den kraftmeiernden Tisch Oemeister Burnish. Alice Ritter eine temperamentolle und aut singende Ladn Ines Sparkler. Das Singspiel wurde mit großem Beisall auf. genommen. La. Achtung! Neue Bestimmungen für die Einreise in das Saar gebiet!— Abstimmungsberechtigte Personen bedürfen keiner Einreisegenehmigung DNB. Berlin, 14. Dez. Amtlich wird bekanntgegeben. Nach der Verordnung der Regierungskommission vom 29. November 1934 gilt für die Einreise in das Saargebiet für die Zeit vom 27. Dezember 1934 bis zum 26. Januar 1935 einschließlich folgendes: A. Die Personen, die in der oben angegebenen Zeit in das Saargebiet einreilen, müssen im Besitz 1. eines ordnungsmäßigen Reisepasses. 2 einer besonderen Genehmigung zur Einreise in das Saargebiet sein. Der Antrag auf Einreisegenehmigung ist unter Uebersendung des Reisepasses an die Regierungskommission Abteilung des Innern, in Saarbrücken zu richten Bei Stellung des Antrages erfolgt zweadienliche Beratung durch die Vertrauensleute und Ortsgruppen des Saarvereins. Die Einreisegenehmigung ist innerhalb 24 Stunden nach der Einreise der Ortspolizeibehörde des Saargebiets vorzulegen. Sie berechtigt zu wiederholter Einreise in das Saargebiet innerhalb des in dem Genehmigungsvermerk bezeichneten Zeitraums. Personen, denen die Genehmigung zum vorübergehenden Aufenthalt im Saargebiet schon jetzt erteilt ist, müssen diese Genehmigung vor dem 27. Dezember 1931 erneuern. Die erneuerte Genehmigung berechtigt sie zu wiederholter Ein= und Ausreise in das Saargebiet. Mit Geldstrafe bis zu 750 Franken oder mit entsprechender Haft wird bestraft, wer diesen Bestimmungen zuwiderhandelt. Die Gebühr für die Einreisegenehmigung beträgt 20 Franken, die Gebühr für die erneuerte Genehmigung 2 Franken. Die Gebühr kann in begründeten Fällen, insbesondere bei Bedürftigkeit der einreisenden Personen, falls ein dringlicher Anlaß zur Einreise besteht, erlassen werden. B. Einer Einreisegenehmigung bedürfen dagegen nicht a) außerhalb des Saargebiets wohnende abstimmungsberechtigte Personen. Für sie genügt der von der Abstimmungskommission ausgestellte Abstimmungsausweis in Verbindung mit dem Reisepaß: b) Personen, die im Besitz eines saarländischen Reisepasses oder eines saarländischen Personenausweises sind, c) Personen, die die auf Grund der Verordnung der Regierungskommission vom 27. Januar 1932 betresfend die Arbeitszentralstelle für das Saargebiet ausgestellten Legitimationskarten sowie die Grenzausweise gemäß Protokoll über die Gebrauchsrechte an der saarländisch=französischen Grenze vom 13. November 1926 besitzen. Auch eine Jahrhundertfeier Brandoberndorf(Kreis Wetzlar), 27. Dez. Das gelinde Wetter in diesem Jahre machte es möglich, die Schafherde des Ortes Brandoberndorf bis zu Weihnachten auf dem Felde zu lassen. Das gleiche seltene Ereignis war nach der Ortschronik im Jahre 1834, also vor genau 100 Jahren, zu verzeichnen. Anläßlich dieser seltenen Jahrhundertbegebenheit fand auf freiem Felde bei dem Schafpferch eine Feier statt, an der die ganze Bevölkerung des Ortes teilnahm und bei der in Gedichten, Liedern und Erzählungen die Tätigkeit des getreuen Hirten gerühmt wurde. Aus der katholischen Welt Englische Märtyrer London, 27. Dez.„The Universe“ erhielt vor einigen Tagen Nachrichten aus Rom, wonach anzunehmen ist, daß die Heiligsprechung der beiden Seligen John Fisher und Thomas More durch den Hl. Vater im kommenden Jahre erfolgen wird. Wie der„Universe“Korrespondent aus Rom meldet, wird am 29. Januar eine Versammlung der Kardinale, Konsultoren und Offizialen der Hl. Ritenkongregation im Vatikan im Beisein des Hl. Vaters stattfinden, um die letzten Akte des Heiligsprechungsprozesses der beiden Seligen vorzunehmen. Wenn die Heiligsprechung erfolgt. werden der selige John Fisher, Kardinal und Bischof von Rochester und der selige Thomas More. Lordkanzler von England, beide Märtyrer für die päpstliche Suprematie, die ersten heiliggesprochenen Engländer seit der Reformation sein. Beide Märtyrer starben den Märtyrertod unter Heinrich VIII. Der selige John Fisher wurde in Tower Hill am 25. Juni 1535 getötet. Der selige Thomas More wurde auf der gleichen Stelle am folgenden 6. Juli enthauptet. Im nachsten Jahre ist also der 400jährige Gedenktaa ihres Märtyrertodes. Sie wurden gleichzeitig am 29. Dezember 1886 mit vielen andern englischen Märtyrern von Papst Leo XIII. selig gesprochen Eucharistischer Kongreß vertagt Manila, 27. Dez. Erzbischof O Doherty von Manila aibt bekannt, daß der nächste Internationale Eucharistische Kongreß dort vom 3. bis 7. Februar 1937 stattfinden wird. Ursprünglich war der Dezember vorgesehen. Das Datum ist deswegen geändert worden, um den Europäern und Amerikanern die Möglichkeit zu geben, Weihnachten in ihren Familien zu verleben und doch am Kongreß teilnehmen zu können Kulturkampfstimmung in der Türkei Nach Meldungen aus Beyruth hat die Presseabteilung des türkischen Innenministeriums allen türkischen Zeitungen nachstehende Mitteilung zugesandt: „Da die päpstliche Autorität von der türkischen Regierung nicht anerkannt ist, kann es in der Türkei auch keinen Delegaten oder offiziellen Vertreter des Vatikans geben. Dieser hohe kirchliche Würdentra ger, der in Stambul residiert, wird also nur als Gast betrachtet, dem kein offizieller Charakter zuerkannt wird. Wenn es notwendig wird, von dieser Persönlichkeit zu sprechen, so darf die Presse nur seinen Namen zitieren, ohne ihm den Titel eines Delegaten des Papstes hinzuzufügen. Indem wir das Vorstehende den Zeitungen zur Kenntnis bringen, geben wir der Erwartung Ausdruck, daß sich die Zeitungen entsprechend verhalten werden“ Wettervorhersug er dem Kanal bringen wieder milde Meeresuftmassen vor.— Im allgemeinen unsicheres Wetter bei um Süd schwankenden Winden und wenig geänderten Temperaturen; zeitweise aufheiternd, später wieder trübe und Regenneigung. Hilfe durch ein Traumbild Der lote Gatte— Die Versicherungspolice im Taschentuch Eine merkwürdige Begebenheit die sast unwahrscheinlich klingen würde, wäre sie nicht durch zahlreiche Zeugen authentisch belegt, wird aus Ravenna gemeldet. Vor ungefähr einem halben Jahre starb in dem benachbarten Städtchen San Simone ein gewisser Sintini. Er hatte als Alpini den gesamten Feldzug mitgemacht und hatte sich gegen Ende des Krieges eine Verletzung zugezogen, die antänglich harmlosen Charakter aufwies. In den Nachkeiegsjahren stellten sich jedoch Komplikationen ein. Die ihn behandelnden Aerzte entdeckten erst in der letzten Zeit, daß ein kleiner Granatsplitter in den Fuß engedrungen war und eine Blutvergiftung herbeigeführt hatte. Nur eine Amputation des Beines hätte den ehemaligen Kriegsteilnehmer retten können. Dazu aber wollte er seine Zustimmung nicht geben, 15 daß er schließlich an den Folgen der Kriegsverletzung starb Nach dem Begräbnis ihres Mannes begann die Witwe seine Hinterlassenschaft zu ordnen. Sie wußte. daß ihr verstorbener Gatte eine Lebensversicherung in Höhe von 100 000 Lire eingegangen war, um sie und ihre Kinder im Falle seines Ableoens vor Not und Elend zu bewahren. Aber so sehr Frau Sintini sich bemühte, die Versicherungspolice blieb unauffindbar In ihrer Verzweiflung wandte sich die Frau an den Frontkämpferverband, um durch se ne Fürsprache die Ausfertigung eines Duplikats der Police zu erreichen. Man gab ihr zu verstehen, daß man ihre berechtigten Ansprüche natürlich nach Kräften unterstützen würde, empfahl ihr aber gleichzeitig nochmals eine gründliche Suche nach dem verschwundenen Dokument vorzunehmen. Nun begann die Witwe erneitt eine umfassende Nachforschung in die Wege zu leiten Vom Keller bis zum Dachboden durchsuchte sie alle, auch die unmöglichen Winkel und Ecken. Alle Tischladen und Schränke machte sie leer, in der Hofinung die Police doch noch aufzufinden. Allein ihre Mühe erwies sich auch diesmal als vergeblich. Uebermüdet von der stundenlangen Suche fiel sie erschöpft auf ihr Bett und schlief unmittelbar darauf ein. Mitten in der Nacht wachte sie infolge eines aufregenden Traumes auf. Ihr verstorbener Gatte war ihr„erschienen“. Er trug die grau=grüne Uniform der Alpini und sah genau so aus, wie er im Novomber 1918 aus dem Kriege heimgekehrt war. Er fragte sie nach der Ursache ihrer Traurigkeit. Sie schilderte ihm dann, daß sie vergeblich die Versicherungspolice suche Der Gatte erwiderte, daß das Dokument in einem seidenen Taschentuch eingehült sei, das in der Wäschekommode liege. Die Witwe hatte so lebhaft im Geiste mit ihrem verstorbenen Manne gesprochen, daß sie plötzlich erwachte. Unter dem Eindruck seiner Rede stand sie sofort auf, zündete ein Licht an und begann die verschiedenen Schubladen der Kommode zu öffnen. Sie durchsuchte dann alle Wäschestücke und fand schließlich zu unterst in einem seidenen Tach eingewickelt, die Versicherungspolice. Hocherfreut über den glücklichen Fund begab sie sich anderen Tages zu ter Versicherungsgeselschaft, die ihre längst angemeldete Forderung nunmehr anstandslos auszaylte. Der„Hofgärtner“ Rußlands Wie die berühmte Baumschule in Koßlow entstand Rumänische Banditenstreiche Der verbogene Safeschlüssel— Drohende Pistolenläufe Banditen im Klubsessel In Potosani, einer kleineren rumänischen Stadt, ist dieser Tage von zwei gefährlichen Banditen ein Ueberfall auf einen reichen Industriellen ausgeführt worden, der selbst die tollsten amerikanischen Vorbilder weit in den Schatten stellt. Lägen nicht die Aussagen mehrerer Zeugen vor, dann wäre man eher geneigt, das Ganze für einen phantastischen FilmKriminalroman zu halten. Die Täter sind zwar entkommen, aber die Polizei glaubt auf Grund der Personalbeschreibungen, die von dem Ueberfallenen gegeben werden konnten, einen gewissen Coroiu, einen der gerissensten Verbrecher des Landes, sowie seinen Gehilfen, einen Mann namens Siminionescu, wiederzuerkennen. Coroiu ließ sich unter seinem vollen Namen bei dem Industriellen Fickel in dessen Wohnung melden. Angeblich war der Herr in seiner Begleitung sein Sekretär und die beiden wünschten den Herrn des Hauses in einer dringenden, geschäftlichen Angelegenheit zu sprechen. Zu diesem Zweck seien sie eigens aus Bukarest nach Potosani gekommen. Kaum jedoch haten die Herren in den ihnen angebotenen Klubsesseln Platz genommen, als der Industrielle auch schon zwei Pistolenläufe auf sich gerichtet sah.„Bitte, rufen Sie Ihre Dienerschaft“, forderte ihn der eine der Banditen höhnisch auf,„die Leute sollen Zeugen sein.“ Als schließlich die beiden Diener und die Stubenmädchen, auf deren Gesichtern sich Angst und Schrecken deutlich abmalten, versammelt waren, forderte Coroin von dem Hausherrn die Herausgabe der Schlüssel zum Safe, in dem die Banditen große Werte vermuteten. Dem eingeschüchterten Manne blieb nichts anderes übrig, als dieser Aufforderung zu entsprechen. Es erwies sich allerdings, daß der Schlüssel unbrauchbar war, denn er mar verbogen. Dies war zweifellos ein unangenehmer und unprogrammgemäßer„Betriebsunfall“. Die Banditen ließen sich dadurch jedoch keineswegs aus der Fassung bringen.„Sie gestatten doch. Herr Fickel,“ erklärte der„Sekretär“ seelenruhig,„daß ich mit Ihrem Wagen rasch in die Stadt zur Reparatur fahre.“ Einer der Diener mußte den„Sekretär“ begleiten Mit der Pistole im Nacken steuerte er den Wagen, bis man vor einer Schlosserei hielt, wo der Schaden nach kurzer Zeit wieder behoben war. In der Zwischenzeit hielt Coroin den Industriellen mit seinen beiden Revolvern weiter in Schach.„Eine verdächtige Bewegung, meine Herrschaften“, so hatte er erklärt,„und Sie sind ein Kind des Todes.“ Wer diesen gefürchtesten Banditen Rumäniens auch nur dem Namen nach kannte, wußte, daß das kelne leere Drohung war. Mit dem reparierten Schlüssel gelang es nach der Rückkehr ohne weiteres, das Safe zu öffnen. Es sind den Banditen kostbare Juwelen und außerdem Bargeld im Werte von insgesamt 50 000 Mark in die Hände gefallen. Sie haben nichts zurückgelassen. Bei ihrem Weggehen entschuldigten sie sich für die „kleine Störung“ und bedankten sich allerseits für die ausgezeichnete Disziplin, mit der man ihren Weisungen Folge geleistet habe Stunden niemand Der Ueberfall hat ungefähr zweieinhalb gedauert. Während der ganzen Zeit ahnte von den Leuten, die draußen auf der Straße an der eleganten Villa des bekannten Industriellen vorbeigingen, mas sich in diesem Augenblick dort abspielte. Als dann die sofort verständigte Polizei am Tatort erschien, war von den beiden Banditen keine Spur mehr zu entdecken. Erst am nächsten Morgen fand man in der Nähe der Grenze das im Stich gelassene Auto des Industriellen, mit dem Coroin und Siminionescu ihre Flucht durchgeführt hatten. In ganz Rußland wird augenblicklich der 80. Geburtstag eines Mannes gefeiert, der sich um das Land tatsächlich in hervorragender Weise verdient gemacht hat. Es handelt sich um einen gewissen Iwan Mitchurive, den„Erneuerer der russischen Baum= und Obstkultur“, wie er allgemein heißt. Mitchurive hat den Orden am Roten Band erhalten, nachdem er bereits früher mit dem Lenin=Großkreuz ausgezeichnet worden war. Es sind jetzt bald 60 Jahre her, da legte sich eines Tages der junge Iwan Mitchurive aus Koßlow die Frage vor, ob es denn nicht möglich sei, gewisse Sor ten von Obstbäumen, die in anderen europäischen Ländern gediehen und sich als besonders ertragreich erwiesen, auch nach Rußland zu verpflanzen. Um dies zu prüfen, kaufte er sich ein paar Morgen Land und fing an, dort eine Baumschule anzulegen. Es waren außerordentlich kleine und bescheidene Anfänge, denn der jugendliche kaufmännische Angestellte mit 12 Rubel monatlichem Verdienst, der Mitchurive damals noch war, konnte nicht mehr Kapital hineinstecken. Um die laufenden Spesen seiner Anpflanzung zu tragen, und um weiter zu kommen, mußte er sich sogar dazu entschließen, auch nachts zu arbeiten. Er betätigte sich nebenbei als Uhrmacher, der für wenig Geld Reparaturen ausführte. Es war ein mühseliges Handwerk, aber er hielt mit seltener Energie und Zähigkeit durch. Der Erfolg blieb ihm dann auch nicht versagt. Etwa 25 Jahre später gediehen bereits 150 Arten von Obstbäumen in seiner Baumschule; und aus allen Gegenden Europas kamen die gärtnerischen Sachverständigen, um sich bei Iwan Mitchurive Rat und Anleitung zu holen. Trotzdem blieb dem Mann zunächst die äußere Anerkennung versagt. Wiederholte Gesuche Mitchurives an die kaiserliche Verwaltung, ihn in seinen Bestrebungen zu unterstützen, blieben einsach unbeantwortet. Man hat in St. Petersburg scheinbar kein Interesse für solche Dinge gehabt. Dann kam der Umschwung in Rußland. Im Jahre 1920 meldete sich Mitchurive bei der Genossenschaft von Koßlow. Eine Kommission wurde an Ort und Stelle entsandt, und schon wenige Wochen später wurden ihm Sachverständige und Arbetter zur Verfügung gestellt. Außerdem überließ ihm die Sowjetregierung große Ländereien, um seine Experimente in größerem Rahmen durchführen zu können. So ist aus der ehedem kleinen Baumschule von Anpflanzung für Obstbäume geworden die in vielen Gegenden Rußlands und Sibiriens Zweigstellen besitzt, auf denen insgesamt Tausende von landwirtschaftlichen Arbeitern Beschäftigung gefunden haben. „Nur wir sind wirkliche Menschen“ Vor mehr als einem halben Jahr stieß man auf Grund von Fliegerinformationen im Innern von NeuGuinea im höheren Gebirge auf eine große Anzahl von Stämmen, die bisher mit dem, was wir Zivilisation nennen, noch nicht in Berührung gekommen waren. Sie hatten trotzdem ein recht geordnetes Staatsleben, fraßen keine Menschen, züchteten dafür aber schönes Gemüse, und waren nicht einmal sehr neugierig, näher mit den Weißen in Verbindung zu treten. Man wird sich dennoch in Kürze näher mit ihnen befassen, denn schon reist eine amerikanische Expedition zu ihnen aus. Diese Expedition wird gegen eine seltsame Anmaßung zu kämpfen haben, die diesen Neuentdeckten zu eigen ist. Sie schauen trotz ihrer technischen und sonstigen Unterlegenheit mit Verachtung auf alle anderen Menschen herab und versicherten zum Beispiel einem Engländer, der einige Zeit bei ihnen weilte, um einen ersten Eindruck von ihren Sitten und ihrem Kulturzustand zu gewinnen, daß sie sich schließlich ganz allein als Menschen betrachteten— daß ihnen niemand anders auch nur das Wasser zu reichen würdig sei. Auch nicht er, der Engländer, geschweige denn ein Papua. Sie waren auch während der ganzen Dauer des Besuches des Engländers nicht von dieser Ueberzeugung abzubringen. Ob es den Amerikanern wohl gelingt, ihnen eine andere Auffassung über die Ueberlegenheit des Menschen über den Menschen beizubringen? Man mußs daran zweifeln, nachdem es in vielen anderen ähnlichen Fällen auf dieser schönen Erde uns Weißen auch nicht geglückt ist. Das ist nämlich das Eigenartige an der Geschichte: es ist nicht das erstemal, daß sich jemand allein „Mensch“ nennt. Die Eskimos zum Beispiel versichern ebenfalls, sie, die Innuits, d. h. die Menschen, seien die einzigen wirklichen Menschen, die auf diesem Globus herumliefen. Nur wenn ein Weißer sich einmal sehr nett benimmt, wird ihm die„Gnade“ zuteil, daß man auch Koßlow heute eine gewaltige, wissenschaftlich geleitete mal„Mensch“ zu ihm sagt. Mikroskope aus dem 10. Jahrhunderl Im Kaiserin=Friedrich=Haus in Berlin wird eine für die ganze Welt einzigartige samilien sind aufgefordert worden, in ihrem Besitz befindl nächsten Jahr der Oessentlichkeit zugänglich gemacht werden 17. Jahrgundert. Links vorn das Mikroskop, Sammlung historischer Instrumente aufgebaut. Alte Arztria früherer Zeiten der Sammtung die im Mikroikope 2us dem 16. und sche Gegenstände aus der medizenischen Praxio früherer Zeite ten soll, zur Verfügung zu stellen. Unser Erklustpbild zeigt Mi sp, mit dem Robert Roch den Tuberkelbazillus entdeckte. HRRDEL Die amerikanische Außenhandelspolitik am Scheidewege V. A. In den Vereinigten Staaten ist mit dem Amts untritt des Prasidenten Roosevelt eine grundsatzliche Aenderung in der Wirtschaftspolitik eingetreten. Auch in der Außenhandelspolitik machen sich neue Strömungen bemerkbar, die allerdings bis heute eine ganz klare Linie noch nicht erkennen lassen. Man ist jeboch entschlossen, die bisherigen Methoden zu verlassen und neue Wege zu beschreiten. Die amerikanische Außenhandelspolltik dat sich in der Vergangenheit damit begnügt, lediglich Meistbegünstigungsverträge mit andern Nationen abzu schließen, um dadurch an den Vorteilen teilzunehmen, die andere Staaten einander einräumten. Die Ver einigten Staaten waren bewüht, mit Hilfe der Meist begünstigung Vorteile zu erreichen, ohne selbst jemals Opfer zu bringen. Nur eine Nation von der Kapital kraft und großen wirtschaftlichen Bedeutung der Ver Anigten Staaten konnte sich eine solche einseitige Politik seisten. Im übrigen war die amerikanische Außen bandelspolitik in hohem Grade protektionistisch, sie bevor zugte die Industrie und benachteiligte die Landwirtschaft. Im Kabinett Roosevelts, dessen Zielsetzungen keines wegs immer klar in Erscheinung treten, scheint Einig keit darüber zu bestehen, daß man die Elnfuhr gewisser Erzeugnisse erleichtern müsse, um als Gegenleistung größere Ausfuhren besonders landwirtschaftlicher Erzeug nisse tätigen zu können. Us ist interessant, daß der amerikanische Landwirtschaftsminister Wallace, der sich durch eine besondere Rührigkeit auszeichnet, sich in neuerer Zeit sehr stark für die Herabsetzung gewisser Industriezölle eingesetzt hat. Die amertkanische Land wirtschaft stebt vor der Entscheidung, entweder an dem bisherigen Protektionismus festzuhalten und dabel auf die landwirtschaftliche Ausfuhr, die bei manchen Erzeug nissen, wie Tabak, Baumwolle und Obst, sehr bedeutsam ist, weitgehend zu verzichten oder aber durch Austausch mit andern Nationen die bisherige landwirtschaftliche Ausfuhr aufrechtzuerhalten. Neuerdings mehren sich die Anzeichen, die auf eine Ausgestaltung der Handels beziehungen mit Mittel= und Südamerika hindenten. Eine Zeitlang hatte man auf den chinesischen Markt große Hoffnungen gesetzt. Bel allen diesen Plänen 1st die Frage von entscheidender Bedeutung, in welchem Um sang die natürlichen Verhältnisse einen Austausch be günstigen. Die Amerikaner dürften nach den bitteren Erfahrungen der letzten 10 Jahre wenig Reigung besitzen, planlose Kapitalinvestierungen im Auslande vorzunehmen, die sich später als Fehlschläge erweisen. Man ist heute in U.A.S. davon überzeugt, daß bel allen diesen Dingen planmäßig vorgegangen werden müsse; darauf dentet a. B. die Schaffung einer besonderen Außenhandelsbank und anderer staatlich geförderter Einrichtun gen hin. Man sieht aber vorläufig nicht recht die Richtung, in der sich die Ausdehnungsbestrebungen bewegen. Für Deutschland sind die neuen Bemühungen der pazisischen Staaten Kaltfornten, Dregon und Washington besonders interessant, die durch Kompensation mlt Deutschland in engere Verbindung zu kommen suchen. Die Küste des Stillen Ozeans ist sehr stark auf die Erzeugung von frischen und getrockneten Früchten und Konserven eingestellt. Die Schwierigkeit, Kompensationsgeschafte zustande zu bringen, die für Deutschland eine zusätzliche Industrieausfuhr bedeuten würden, ergeben sich vor allem aus der Tatsache, daß die Absatzmöglich keiten für die im Tauschverkehr zu gewinnenden Erzeugnisse in den pazisischen Gebieten sehr beschränkt sind Es müßte eine Art von Dreseckoverkehr organksiert werden, in den auch die östlichen Vereinigten Staaten einbegriffen würden, die aber bisher wenig Neigung au solchen Geschäften zeigen. Neuaufteilung der Wertpapiernotierungen In dem Programm zur Reform des Börsenwesens ist vorgesehen, daß die Wertpapiere mit einem Kapital von weniger als 1,5 Mill. RM. von der Berliner Börse an die Provinzbörsen abgegeben werden. Lediglich wenn die betreffenden Wertpapiere zum Bereich der Berliner Börse gehörten oder sonstige besonderen Verhältnisse für eine Aufrechterhaltung der Berliner Notiz vorlagen, kann der Reichswirtschaftsminister die Aufrechterhaltung der Berliner Zulassung bewilligen. Die Zulassungsder Berliner Börse hat in ihrer Sitzung vom . die Zurücknahme der Zulassung der unter die gesetzlichen Bestimmungen fallenden Wertvapiere beschlossen. Inzwischen sind die erforderlichen Anordnungen des Reichswirtschaftsministeriums über die Verwaltung dieser Wertpapiere an ihren Heimatbörsen und die Bewilligung von Ausnahmen ergangen. Danach ergibt sich für den westdeutschen Bezirk folgendes Bild: An die rheinisch westsäkische Börse verwiesen Folgende Wertpapiere werden von Berlin an die Dülseldorser Börse überwiesen: J. Banning Maschinensabrik A.=G. in Hamm i. W., Istlicher Zuckerfabrik Alexander Schoeller& Co. A.=G. in Jülich, Friedrich Klauser Spinnerei A.=G. in M.Gladbach, KönigsBrauerei A.=G. Duisburg=Ruhrort in Duisburg=Beeck, Elektrische Straßenbahnen Barmen=Elberfeld in Wuppertal-Elberfeld. Nur noch in Dusseldorf notiert Jolgende Wertpapiere, deren Berliner Zulassung aufgeboben worden ist, wurden bieher an der Düsseldorfer Börse notiert, so daß sich in Zukunft der Handel auf diese Notig beschränkt: Bielefelder mechanische Weberei in Bieleseld(bisher notlert in Köln), Düsseldorser Maschinenbau A.=G., setzt: Losenhausenwerk Düsseldorfer Maschinenbau A.=G. in Düsseldorf=Grafenberg, Stadtberger Hütte A.=G. in Lig. in Niedermarsberg l. W.(bisher notiert in Köln). Die Neuordnung erfolgt mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab. Die in Gruppe I und II aufgezeichneten Aktien werden an ihren Heimatbörsen in derselben Weise gehandelt und notiert, wie dies bisher in Berlin der Fall war. Die Vorstände der Heimathörsen werden sich dieser Papiere besonders annehmen. Wertpapierverteilung an Börsen Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers sind von den Wertpapieren der Königsberger Börse, die bekanntlich mit Wirkung vom 1. 1. 1035 ab aufgehoben worden ist, folgende Wertpapiere an die Berliner Börse verwiesen worden: E. Bieske, Königsberg; Brauere Bergschlöschen, Braunsberg; Brauerel Englisch Brunnen, Elbing, Stammaktien; Brauerel Englisch Brunnen, Elbing. Vorzugsaktien; Brauerei Tilsit; Bürgerliches Brauhaus, Insterburg; Carl Petereit, Königsberg; die übrigen Wertpapiere der Königsberger Börse werden bereits in Verlin gehandelt.— Ferner sind durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers von den Wertpapieren der Magdeburger Börse, die bekanntlich mit Ablauf des 21. 12. 1934 aufgehoben wird, folgende Wertpapiere an die Leipziger Börse verwiesen worden: Aktienbrauerel, Neustadt=Magbeburg; Elektrizitätswerk, Crottorf; Zuckerraffinerie, Magdeburg; 4prozentige Ascherslebener Reichsmarkanleihe; Sprozentige Ballenstedter Roggenwertanleihe; bprozentige Burger Roggenwertanleihe; öprozent Zerbster Roggenwertanleihe; Sprozent. Kokswertanleibe der Licht= und Kraftwerke, Wittenberg.— Die nachstehenden Papiere sind auf die Berliner Börse übertragen worden: Anhaltische Ablösungsanleibe ohne Auslosungsschein; Magdeburger Straßenbahngesellschaft Genußrechte; sprozent. Deutsche Zuckerbank, Zuckerwertanleihe; die ibrigen Wertpapiere der Magbeburger Börse werden reits in Berlin gehandelt. Nur minimale Umsätze in Berlin Nach der mehrtägigen Unterbrechung durch die Fest tage wickelte sich das Geschäft heute in kleinem Rahmen ab, da nur wenig Auftrage von der Kundschaft vorlagen. Die Grundstimmung war unter dem Einfluß der gün stigen Berichte vom Noheisenmarkt und aus der Kunst seidenindustrie überwiegend freundlicher, wenn sich auch die Kulisse angesichts des bevorstehenden Ultimos zurück haltend verhielt. Bemerkenswertes Interesse zeiate sich heute für eine Reihe von Nebenwerten, die Kursgewinne von* bis 2 Prozent buchten. Hierzu gehörten Junghanns, Eisenbahnverkehrsmittel und Deutsche Telephon & Kabel. Auch Mütgers sielen mit einer Steigerung von 2½ Prozent aus dem Nahmen der heutigen Besestigungen. Einzelne Werte lagen auch etwas schwächer, insbesondere die beiden Standardpapiere Reichsbank und Farben. Hierdurch wurde die Tendenz im Verlaufe etwas beeinträchtigt. Farben gaben um 1 Prozent nach. Reichsbankanteile setzten unverändert 1 und waren spa ter auf Abgaben des Auslandes 1½ Prozent gedrückt. Im einzelnen lagen Montanwerte bei Schwankungen von ½ Prozent überwiegend freundlicher. Schlesische Bergbau und Zink gewannen 1%. Braunkohlenaktien bröckelten etwas ab. Chemische Werte lagen bis 1 Prozent höher. Am Elektroaktienmarkt waren RWE, Siemens, HEW und Felten 1 Prozent befestigt, während Lieferungen, Bekula und Licht& Kraft etwa ½ Prozent nachgaben. Gaswerte waren angeboten. Anto= und Kabelwerte waren mit Ausnahme der erwahnten Deutschen Kabel wenig verändert. Von Maschinenaktien gingen Schwarzkopf/ und Schubert& Salzer um 1 Prosent zurück, Bier= und Spritaktien und Deutsche Atlanten wa ren 1 Prozent, ferner Bahnaktien um 1 Prozent befestigt, während Schiffahrtsaktien leicht abbröckelten. Am Mentenmarkt zeigte sich für Wiederaufbauanleihe, die Prozent höher bezahlt wurden, größeres Interesse. In dustrieobligationen lagen freundlicher, Umschuldungsan leibe gewannen 5 Pig., Altbesitz und Reichsschuldbuch forderungen wurden auf Basis der letzten Schlußkurse umgesetzt. Am Auslandorentenmarkt waren Merikaner ½ Prozent höher. Tagesgeld erforderte unverändert 4 bis 4¼ Prozent. Am Valutenmarkt bröckelte das Pfd etwas ab. London Kabel stellte sich auf 4.8n1/1. Essen freundlich Nach der Unterbrechung durch die Weihnachtsfciertage eroffnete die heutige Essener Vörse für fortlaufend no tierte Werte etwas freundlicher. Befestigt gingen Gelsenberg, Hoesch, Mannesmann und Vereinigte Stahl werke um. Reger umgesetzt wurden Klöckner auf letzter Preisbasis und Mune bei einer Kursbesserung von ein Prozent. Auch Goldschmidt konnten 1 Prozent anziehen. Reichsbahnvorzüge waren unverandert im Verkehr. Win tershall gingen im Verlaufe mehrfach höher um und blieben gesucht. Von Obligationen handelte# Prozent Krupp und 6 Prozent Vereinigte Stahl. Hoesch Obliga tionen hatten gute Nachfrage. Im Verlaufe wurde die Stimmung ruhiger und infolgedessen blieb die Kursbesserung zum Schluß der Vörse nicht ganz einheitlich. Der Aurenmarkt wies heute nur kleines Geschäft auf. Am Markte der Kohlen=, Braunkohlen= und Kaliwerte waren die Kurse für Kure burchweg mehr nomineller Art. Niedrigere Kurse hörte man für Graf Schwerin und Langenbrahm. Für Braunkohlenpaptere fielen Michelkurse durch Festigkeit aus dem Rahmen, wahrend die übrigen Werte dieses Marktes weniger unveränderte Kurse zeigten. Kaltkure lagen lustlos. Von Aktien waren Lothringen bei regen Umsätzen wesentlich befestigt. Schwankende Nurse(die eingeklammerten Kurse sind Kassakurse): Aschersleben—(1080), Feldmühle 119749 (113¾G), Gelsenkirchen 601—60(00½), Th. Goldschmidt 90(00), Harpener—(101G), Hoesch Köln Neuessen 783 78), Klöcknerwerke 75½(74½G), Mannesmann 74(74½). Phönir 47½G(47¾), Reichsbahn VA. 116¾ Reichsbank 14066(144¾G), Rhein. Braunkohlen 210 21049), NWE. 1095(1083 G), Rheinstahl 86166 1863), Salzbetfurth 1496(142½ G), Ver. Stahlwerke 40(30¾), Westeregeln—(108¼ G), Wintershall 92—92½—3(02½), Altbesitz 10236(1027), Hoesch 906(966), Krupp 95% (95½), Ver. Stahlwerke 91(01 Devisen-Kurse (In Reichsmark) Baumwollmärkte Hamburg, 77. Dez. Tendenz ruhig. Preise unverändert. Bremen, 77. Dez. Middling Universal Standard 8 mm) loko 14,64(14,66) Dollarcents. Dele und Jette Hamburg, 27. Dez. Hollandisches Leinöl liegt ruhig bei unveranderten Forderungen. Die deutschen Muhlen sind mit Leinblosserten nicht im Markt. Die zweile Hand gibt kleine Mengen zu 35—96 Mark erkl. Faß an inländische Kunden ab. Nuböl ist bei 4° Mark zu kau sen. Uebrige Preise unverändert. Die Umsatztatigkeit hielt sich in engen Grenzen. Rüböl reines ohne Faß per Dez.=Jan. 42 Mark für 100 kg. Leinöl holl. prompt 13¼ hfl, dito Jan.=April 13½, dito Sept.=Dez. 14¼ bfl für 100 kg cif Hamburg einschließlich Barrels. Kokosol Cenlon saq inkl. Drums prompt 15,—,—, Toyabohnenöl mandsch. Abl. Dez.=Jan. 16,—,— Pfund Sterling für 1016 ka, Rizinusol 1. Pressung verzollt mit Barrels 41—45, dito 2. Pressung 30—48, Kokospalmkernöl=Fettsäure ink! Barrels 24, Schweinesette se nach Farbe inkl. Tierces prompt 81—36, Hammeltalg je nach Farbe inkl. Fastage prompt 35—50, Mindertalg prima inkl. Fastage prompt B—31, dito sekunda 20—27 Mark für 100 kg. Baumwoll saatöl techn. rafsin. ägupt. Dez.=Abladung 20,—.— bis 2.—.— Psund Sterling für 1016 kg. Speck(hiesige Schlachtung): Magerer Speck gerauch. 1—86, fetter Speck gerauch. 80—81, roher Speck über 7 cm 63—04, roher Speck unter 7 cm 60—62, Flomen 74—75, Nierentalg 40—45, deutsches Bratenschmalz 80—01 Mark für 50 kg cif Hamburg. Fruchthof des Kreises Mörs Mörs, 27, Dez. Es notierten in Mk. für 100 Pfund: Winterspinat 1—b, Feldsalat 10, gruner Wirsing bis 2.0, gelber Wirsing 1,70—2, Rotkohl 6,50—7,20, Dänenwelßkohl 1,90—2,50, Rosenkohl 14—15, Grünkohl 2 bis 2,30, Spelsezwiebeln 5.50—6, rote Möhren 1,50—3,30, rote Beete 1,70—2,00, Schwarzwurzeln 5—7, Aepfel 1 11.50 bis 16,50, dito 11 9—10; für 100 Stuck: Kohlrabi blau 1—3, Porree I 1,80—3, dito II 1,10—1,20, Sellerie I 8—10, dito II 36. Tendenz: Anfuhr und Nachfrage gut.— Nächste Versteigerung am 3. Januar 1995, 15 Uhr. Berliner Eierpreise Marktlage ruhig. Preise in Pig. je Stuck, für waggon. weisen Bezug, frachtfrel Berlin, verzollt und versteuert, einschl. Kennzeichnung, Verpackung und Banderolierung. Inlandoeler: G 1(vollfrisch): S 12, A 11½, B 11, C 10¼, D 9½; G 2(frisch): S 11½, A 11, B 10½, C 9¾, D 9; aussortierte Inlandeler 9; Auslandeier: Hollander, Da nen, Schweden, Belgier: S 11¼, A 11¼. B 10½, C 9¼; Estländer: S 11¼, A 11, B 10¼, C 9¾: Bulgaren: 2 10¼, Ungarn: A 11, B 10¼, C 9¾; Südslawen: A 10¾, B 10¼, C 0¾; in= und ausländische Kühlhauseier: S 9¼. A 9¼, B 9, C 8¼. D 7¼. jehmärkte Nöln, 27. Dez. Auftrieb: 236 Ochsen, 77 Bullen, 442 Kühe, 20 Farsen, 6 Fresser, 1207 Kälber, 8 Schafe und 11 Schweine. Bezahlt wurde für 50 Kilo Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 30—40(40), b) 33—87(33—38), c 28—31(28—32), d)—(24—27); Bullen a) 97(37), b) 32 bis 35(31—2), c) 27—30(27—30); Kühe 2(3), b) 31 bis M(M0), c) 24—20(28—20), d) 15—21(15—21); Färsen a)—(30), b) 3336(33—36), c) 26—31(26—31); Kalber a) 53—56(50—54), b) 46—50(43—48), c) 36—11 35—42), d) 38—33(24—33); Schweine al) 53(53), a2) 40 bis 52(48—52), b) 50—53(50—53), e) 48—53(48—53), d) 11—50(45 50), e) und f)—, g1)—, g2) 4346(4046). Tendenz: Rinder ruhig, Kälber ziemlich lebhaft, Schweine ruhig.— Nächster Markt am 2. 1. 1035. Düsseldorf, 27. Dez. Auftrieb: W Ochsen, 64 Bullen, 218 Kube, 20 Färsen, 5 Fresser, 791 Kälber, 3 Schafe und 2556 Schweine. Bezahlt wurde für 50 Kilo Lebendgewicht in Mk.: Ochsen al) 40—42(38—41), b) 35—40(33—87), c) 29—38(25—31), b) 26—27; Bullen a) 36—38(36), b 31—35(32—35), c) 28—90(26—31), d)—(21—25); Kuhe a) 36—39(35—38), b) 81—35(30—34), c) 24—30(24—29 d) 20—23(18—23); Färsen a) 38—30(35—36), b) 32—96 32—35), c) 24—29(25—31), d)—(22—23); Kälber A— (70—80), B a) 51—55(54—58), b) 42—50(45—52), c) 82 bis 40(34—43), d) 25—30(25—33); Schweine al)—, a2) 52—58(51—53), b) 48—53(50—53), c) 47—53(48—63), d) 15—51(45—51), e) und f)—, g1)—, g2) 43—47(43—47). Tendenz: Bei Großvieh gut, Kälbern und Schweinen langsam. Elberfeld, 27. Dez.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 230, Bullen 100, Kühe 200, Färsen 120, Fresser 9, Wirtschaftsnotizen Die Bank Lansanne& Vorel hat ihre Schalter schließen müssen und ist bankerott erklärt worden. Der Fehl betrag soll fast 2 Mill. Franken betragen, denen nur einige tausend Franken Aktiva gegenüberstehen. Das französische Handelsministerium weist in einer Er klärung darauf hin, daß das französisch-russische Wirt schaftsabkommen vom 11. 11, 1934 vorläufig in Kraft bleibt, dis die augenblicklich in Paris geführten Han delsbesprechungen zum Abschluß gelangt sind. Die Ver längerung des Abkommens wurde gelegentlich der Mos kauer Reise des damaligen französischen Handels ministers Marchandean beschlossen. Durch einen italienischen Ministerialerlaß ist die Einfuhr von Edelsteinen nach Italien mit Wirkung vom 24. 12. 1934 verboten worden. Der japanische Botschafter in Holland, Nagacka, ist am 26. Dezember in Tokio eingetrofsen, wo er dem Aabinett über die zurzeit vertagten japanisch=holländischen Wirtschaftsverhandlungen Bericht erstatten wird. Die Verhandlungen wurden vertagt auch wegen der Ein führung des Erdölmonopols in der Mandschurei. Von dem Bericht Nagaokas in Tokio wird die Zukunft der Verhandlungen abhängen. Der Londoner Goldpreis beträgt am 27. 12. 1934 für eine Unze Feingold 140,10½ sh gleich 86,5677 RM., für ein Gramm Feingold demnach 54,3508 Pence gleich 2,78321 NM. Durch Anordnung vom 19. 8. 1933 hatte der Reichswirtschaftsminister den Mitgliedern des Kunstseibeverkaufe büros das Recht gegeben, jederzeit den Vertrag mit dem Aunstseideverkaufsbüro fristlos zu kündigen. Nachdem die wirtschaftlichen Verhältnisse sich seitdem grundlegend geändert haben, ist diese Anordnung unter dem 22. 12. 1934 aufgehoben worden. Wagengestellung der Reichsbahn am 24. Dezember: Nuhrgebiet 18 013, Nachener Steinkohlenbergbau 1440, rhein. Braunkohlengebiet 1004; gefehlt haben keine. Kalber 707, Schafe, Lammer und Hammel 3, Schweine 2901. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a1) 41—42, b) 38—40, c) 34—37, b)28—33; Bullen: a) 8 bis 37. b) 38—85, c) 20—32, d) 26—28; Kühe: a) 36—97, b) 32—35, c) 25—31, d) 18—24; Färsen: a) 87—89, b) M bis 36, c) 30—32, d) 27—29; Kälber: a) 53—56, b) 67 bis 52, c) 40—46, d) 33—39; Schweine: al) 53, a2) 51—52, b) 51—03, c) 50—53, d) 40—52, g1) und g2) 48—47. Duisburg, 27. Dez.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 8, Bullen 64, Kühe 205, Färsen 16, Fresser 4, Kalber 332, Schweine 1069. Bezahlt wurden für 50 kn Lebendgewicht: Bullen: a) 34—36, b) 30—33, c) 26—20, Kühe: a) 86—38, b) 30—35, c) 25—29, d) 16—24; Kalber: a) 48—52, b) 42—47, c) 85—40, d) 28—33; Schweine: al 52-58, a2) 50—51, b) 51—53, c) 50—58, b) 48—52, 91 und 92) 46—48. Fleischgroßmarkt, 881 Rinderviertel, 136 Kälber, 2 Schafe und 256 Schweine. Die Preise betrugen pro Pfd. Schlachtgewicht: Bullenfleisch a—b) 64—56, c) 50—53; Kubfleisch: a) 58—60, b) 64—57, c) 48—52; Färsenfleisch: a 2. b) 55—56; Schweinefleisch: a)—, b) 70—72; Kalbfleisch: a) 85—00, b) 75—85, c) 65—75, Marktverlauf: rege. Essen, 27. Dez.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 73, Bullen 133, Kühe 34, Färsen 11, Fresser 29, Kälber 877, Schafe, Lämmer und Hammel 20, Schweine 3002. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al 40—41, b) 34—38, c) 28—32; Bullen: a) 36, b) 2—35, c) 27—30; Kühe: a) 36—37, b) 30—34, c) 25—29, b) 16 bis 23; Kalber: a) 55—57, b) 50—54, c) 40—48, d) 27—88; Schweine: al) 50—52, a2)*50—53, b) 48—51, c) 46—48, 92) 43—47. Bochum, 27. Dez.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ninder 90, Bullen 18, Kühe 77, Färsen 2. Kälber 142, Schweine 751. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Bullen: a) 34—37, b) 32—83, c) 20—31, d) 27—20; Kühe: a) 33—36, b) 30—33, c) 24—29, d) 16—23.50; Färsen: c) 27—28; Fresser: 22: Kalber: a) 63—58, b) 46—52, c) 8 bis 45, d) 25—36; Schweine: a2) 50—52, b) 49—52, c) 48 bis 52, d) 47—51. Dortmund, 27. Dez.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 48, Bullen 90, Kühe 538, Färsen 43, Fresser 2, Kälber 742, Schafe, Lämmer und Hammel 13, Schweine 2333. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a1) 36—38, a2) 34—35, b) 32—34, c) 28—90, d) 22—27; Bullen: a) 31—36, b) 30—33, c) 27—29, d) 24—26; Kuhe: a) 35—37, b) 31—34, c) 27—90, d) 17—26; Färsen: al 85 bis 37, b) 33—34, c) 30—32, d) 25—20; Kälber: a) 54 bis 56, b) 43—53, c) 33—42, d) 25—32; Schweine: a2 50—52, b) 40—52, c) 47—51, b) 45—40, 92) 42—48. SDORT Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel Amtliche Notieruna in RM. für 1000 Ktlo: Märk. Weizen 76=77 kg frei Berlin 206.50, gesetzlicher Erzeugerpreis für die Preisgebiete W 5 194.50, W 6 195.50, W7 196.50, W B 197.50. W 9 199.50, W 11 201.50, geseyl Mühleneinkaufspreis plus 4 Mark. Roggen märk. 71=78 kg fret Berlin 165.50, gesetzl. Erzengerpreis für die Preisgebiete R 6 164 50, R 6 156.50, R 7 156.50. R 8 157.50, N 9 150.50, R 11 161.50, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mark. Brangerste neu seine fret Berlin 211—218, ab märk. Station 902—200, Brangerste gute frei Berltn 203—212, ab märk, Station 194—208. Industriegerste frei Berlin 195—200, ab märk. Station 186—191, Futtergerste 59.60 kg gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete G5 154.50, G 6 135.50, G 7 157.50, O 8 100.50. G0 162.50. Haler märk. 48.49 kg gesetzl. Erzengerpreis für die Preisgebiete H 4 148.50. H 7 15230, 10 136.50, H 11 157.M0, H 18 100 50,* 14 162.50. Weizenmehl Type 700 gesetzl. Erzeugerpreis für die Preisgebiete 5: 26.65, 6: 26.80, 7: 26.95, 8: 27.10, 0: 27.40, 11: 27.70. mit 10 Prozent Ausland 1.50 RM., mit 20 Prosent 8 RM. Aufgeld. Roggenmehl Type 907 gesetzl. Erzengerpreis für die Preisgebiete 5: 21.65, 6: 21.76, 7: 91.90, 8: 92.06. 9: 22.25. 11: 22.65. Weizenbollmehl 18.75—14.25 Weizenkleie gesetzl. Mühlenverkaufsprei 2 die Preisgebiete 5: 11.20, 6: 11.25, 7: 11.80, 8: 11.36, 9: 11.45, 11: 11.60. Rragenkleie gesetzl. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete 5: 9.46, 6: 9.70, 7: 9.90, 8: 9.85, 9: 9.95, 11: 10.10, Biktoriaerbsen 85—97. Ackerbohnen 13—18.75 ost= oder westp. Stationen, Lupinen blaue 8,50—8,75, ostpreußische Stationen, dito gelbe 12.25—12.50 ostpreußische Stationen, Seradella, alte 16,50—17,00 ungereinigt, dito neue 19,25—20,00 gereinigt, ostpr. Stationen, Leinkuchen, Bal. 87 Prozent, ab Hamburg 7.65 inkl. 1.90 MJ., Erdnußkuchen. Bal. 50 Prozent. ab Hamburg 7.25 inkl. 145 MI, Erdnußkuchenmehl. dt. Mahlung 7.60 inkl. M.3 Trockenschnitzel ab Fabrik 1.35 extrab Sosabohnenschrot 13 Prozent. ab Hamburg 6.50 1 kl. 1 35 MJ. ab Stettin 670 inkl 1 33 MI., Kartolselklocken Parität waagonire Stolp als Verlabestation 8.76, dito, Paritat Berlin 9.30. Wie der FC Nürnberg in Spanien gewann Der 1. FC Nürnberg kämpfte am ersten Weih nachtstag in Madrid gegen eine Stadtmannschaft. Zu dem interessanten Kräftevergleich hatten sich 9000 Zuschauer eingefunden, denen Friedel gleich in der ersten Minute zeigte, wie man Tore schießen muß. Kurz vor der Pause erreichten die Spanier den Ausgleich. Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel stellten Friedel, Schmidt und Spieß das Er gebnis auf 5:1. Die Zuschauer feierten die Nürnberger, deren Spielaufbau sehr gefiel, begeistert. Da Treffen war die beste Reklame für den am Neujahrs tag falligen Kampf gegen den FC Madrid. Neue DFo=Lehrerbestätigung In der Zeit vom 9, bis 22. Dezember fand im Sportforum zu Berlin die letzte Sportlehrerprüfung statt, bei der u. a. Mar Breunig, Alfred Schaffer, Haus Hagen, Georg Wunderlich, Lorv Polster, Georg Rechenmacher sowie die beiden Düsseldorfer Walter Risse und Heinz Seidel ihr Examen bestanden. Schnelligkeilsrekord für Landflugzeuge Am 1. Feiertag kam der französische Flugsport durch den bekannten Piloten Delmotte zu einem großen Erfolg. Der Flieger verbesserte in Istros bei Marseille den Schnelligkeits=Weltrekord für Landflugzeuge von 490 Kilometer auf 504,672 Kilometer. Delmotie steuerte einen rein französischen Apparat, der von Caudron gebaut war, während die Firma Renault den 380 PS Motor geliefert batte. Der Traum des Ikarus 5000 Mark für einen Flug mit eigener Muskelkraft Die Oberste Sportbehörde für die deutsche Luftfahrt hat der Polytechnischen Gesellschaft in Frank furt a. M. genehmigt, ein Preisausschreiben in Hohe von 5000 Mk. für einen Flug mit eigener Muskelkraft auszuloben. Diese Geldsumme ist für denjenigen be stimmt, der als erster einen Flug mit eigener Muskelkraft um zwei Wendemarken ausfuhrt, die 500 Meter von einander entsernt sind, ohne den Boden zu berühren. Bekanntlich sind in Deutschland auch im Flug mit eigener Muskelkraft in der Konstruktion der Apparate große Fortschritte erzielt worden. Vielleicht ist der Tag nicht mehr fern, an dem die Sehnsucht des Ikarus praktische Wahrheit wird. Länderkampf Finnland— England Im Hinblick auf die Olympiade des Jahres wird man im kommenden Jahr ganz besonders die Ergebnisse der internationalen Kämpfe in aller Welt beachten mussen. Finnland, das am 24. und 25. August in Helsingfors gegen Deutschland kämpft, hat vorher Gelegenheit, seine Mannschaft zu erproben. Für den 29. Juni wurde ein Landerkampf nach Glasgow abgeschlossen, bei dem England den Gegner abgeben wird. Auch der Länderkampf mit Frankreich soll, diesmal in Paris, wiederholt werden. Rausch Falck=Hansen siegen in Kopenhagen Vor ausverkauftem Haufe gelangte auf der Kopenbagener Winterbahn ein Dreistunden=Mannschaftsrennen zum Austrag, an dem zahlreiche deutsche Fahrer sich beteiligten. Rausch/ Falck=Hansen siegten dank ihrer hohen Punktzahl. Das Rennen brachte viele Jagden. Rausch Falck=Hansen und LonckeAndersen wechselten sich in der Führung ab, bis Depauw=van Nevele und Buschenhagen=Danholt auch zur Spitze aufrückten. Ergebnis: 1, Rausch FalckHansen 120 Punkte, 135,180 Kilometer: 2. LonckeAndersen 63 Punkte; 3. Depauw=van Nevele 43 Punkte; 4. Buschenhagen=Danholt 22 Punkte; eine Runde zurück: 5. Engel=Maczinski 35 Punkte; 6. Rieger=Christensen 20 Punkte: 7. Hermannsen=Harboe 7 Punkte. Die übrigen Paare zwei und mehr Nunden zurück David Zogg schwer verletzt Der bekannte Schweizer Abfahrtsläufer Danid Zogg=Arosa, der sich auf dem Rückweg von einer Veranstaltung, an der er teilgenommen hatte, befand, raste in der Dunkelheit plötzlich gegen einen Baum und erlitt einen schweren Schädelbruch, der seine sofortige Ueberführung in das Krankenhaus notwendig machte Groß=Bochum meldel... Bochum-Laer. Felerschicht wegen Umbauarbeiten. Währenh der Weihnachtstage wurden in der Kohlenwäsche der Zeche Dannenbaum große Umbauarbeiten vorgenommen. Die Belegschaft mußte aus diesem Grunde feiern. Auch gestern konnte die Belegschaft nicht einfahren, da die Arbeiten sich verzögert hatten und nicht terminmäßig beendet werden konnten. Die versäumten Schichten werden gelegentlich nachgeholt. bochain-Hordel. th. Ausbesserung In letzter Zeit mächten sich an der über den Mühlenbach führenden Holzbrücke der Berthastraße Schaden im Bodenbelag und am Geländer bemerkbar. Dieselbe wurde nun durch neue starke Bretterbohlen und Geländerleisten ausgebessert. th. Wieder in Betrieb. Die während der Zeit von Sonntag bis über die Weihnachtstage in Angriff genommenen Umbauarbeiten an der Ueoertageanlage der Förderung der Zeche Hannover 1 und 2 haben einen guten Abschluß gefunden, so daß die Belegschaft am gestrigen Morgen wieder voll anfahren 1 unte. Kr= Folgenschwere Explosion. Als der 40jährige Zechenwerksarbeiter Wilhelm Deppina von hier, Günnigfelder Straße wohnhaft, in einer Nebengewinnungsanlage beschäftigt war, explodierte plötzlich ein Teerbehälter, wobei er von der glühenden Teermasse überschüttet wurde und an Kopf und Händen furchtbare Verbrennungen davontrug, so daß er ins Bergmannsheil geschafft wurde. Bochum-Gerthe. va= Weihnachtsfeiern. Die Ortsgruppe Gerthe im Bund der heimattreuen Ost= und Westpreußen hielt am 1. Weihnachtstag im Vereinslokal Kalthoff eine Weihnachtsfeier ab. 250 Kinder wurden beschert. Im Mittelpunkt der Feier stand die Weihnachtsansprache von Pfarrer Strümpfel. Umrahmt wurde die Feier mit Musikdarbietungen, Deklamationen, Gesangsvorträgen des Damenchores und Weibnachtsaufführungen.— Der Hessenverein hielt am 2. Weihnachtstage im Vereinslokal Hanholz seine Weihnachtsfeier ab, bei der 82 Kinder beschert wurden. Nach Erledigung der offiziellen Programmfolge fand eine Verlosung statt, bei der nützliche Gewinne zur Verteilung kamen.— Der Geflügelzuchtverein Bochum=Gerthe hatte ebenfalls seine Mitglieder zu einer Familienweihnachtsfeier in das Katholische Vereinshaus eingeladen, die mit der Bescherung von 40 Kindern verbunden war. Ein besonderer Genuß für die Zuhörer waren die virtuosen Geigensolos vom stellvertretenden Musikmeister, Oberwachtmeister Alfred Winkler(Artillerieregiment Nr. 6 Münster), der von seiner Gattin am Klavier begleitet wurde.— Der Bürgerschützenverein Bochum=Gerthe veranstaltete für seine Mitglieder ein zweitägiges Weihnachts=Hallen=Uebungsschießen, das sich einer regen Beteiligung erfreute und wohei sehr gute Ergebnisse erzielt wurden. Bochum-Hiltrop-Bergen. lu. Verschönerungsarbeiten. Der an der DietrichBenking=Straße gegenüber den chemischen Werken Lothringen gelegene freie Platz, der bisher als Schuttabladestelle verwandt wurde, ist nunmehr seitens der Gartenbauverwaltung in einen ordnungsmäßigen und sauberen Zustand versetzt worden. Außer einer vollständigen Neuplanierung des Platzes hat man allerlei Ziersträucher und junge Bäumchen angepflanzt. Eine Ligusterhecke gibt dem Ganzen eine schöne und saubere Einfriedigung. de Von der Schaukel gestürzt. Von einem trugischen Unfall wurde am zweiten Weihnachtstage die Familie Dreier aus der Bergener Straße betroffen. Das drei Jahre alte Kind schaukelte sich auf einer zu Weihnachten erhaltenen Schaukel im Hof. Durch den Stoß eines älteren Kindes stürzte es aus der Schaukel und fiel auf den Ziegelsteinboden. Es trug eine Gehirnerschütterung davon und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Hartes Kinderlos. Das 5jährige Töchterchen der Ehefrau K. aus der Bergener Straße war seit längerem schweren Mißhandlungen der Mutter ausgesetzt. Trotz mehrfachen Ermahnungen der Nachbarn und des Hausbesitzers ließ sie jedoch von den Drangsalierungen gegenüber ihrem Kinde nicht ab, so daß man sich am 2. Weihnachtstage veranlaßt sah, den in Bergen stationierten Polizeibeamten zu benachrichtigen, der das unglückliche Kind vorerst zum MariaHilf-Hospital nach Bochum=Gerthe brachte. Das Mädchen war einmal längere Zeit in einem Waisenhause untergebracht. Man ist im Stadtteil Bergen empört über dieses Verhalten einer Mutter. Bochum-Langendreer. Bucheraußgabe. Die Stadtbücherei teilt mit, daß vom 8. Januar an in der Zweigstelle Langendreer die Bücherausleihe für Kinder gesondert erfolgt. Sie findet stets Mittwoch von 16,30—18 Uhr statt. Für die Erwachsenen bleiben die Ausleihstunden wie seither, Dienstag und Freitag von 16—19,80 Uhr, bestehen. Bochum-Werne. rk Kath. Arbeiterverein. Zu einer erhebenden Feierstunde hatte sich die große Arbeiterfamilie am 2. Weihnachtstage im Mußweilerschen Saale um 17 Uhr zusammengefunden. Der Präses des Vereins eröffnete die Feier mit einem Grußwort. Das Programm des Abends bestand im Vortrag von Gedichten, die von Kindern der Vereinsmitglieder sowie von Vereinsmitgliedern selbst' gesprochen wurden. Ferner hörten die Anwesenden einige Musikstücke, die auf Geige und Zither gespielt wurden. Der brennende Lichterbaum, das Absingen von gemeinschaftlichen Weihnachtsliedern sowie einige Schallplatten weihnachtlichen Inhaltes sorgten für echte Weihnachtsstimmung. Ein Theaterstück„Die Nacht der Hirten“ bildete den Abschluß des ersten Teiles. Eine heitere Schallplatte leitete über zum zweiten Teil, der mehr gemütlichen Charakter trug. Mitglieder vom Jungmännerverein führten zwei Theaterstückchen auf„Der geprellte Gast“ und„Der Bauer und sein Knecht“ und brachten die Lachmuskeln der Gäste in Tätigkeit. rk Ausstellung. Die Handarbeitsschule unseres Schwesternhauses zeigte in den letzten Tagen vor Weihnachten in der Nähschule Arbeiten, die unter der Leitung der ehrw. Schwester Iwo von den Mädchen der Handarbeitsschule und den Jungfrauen des Paramentenvereins angefertigt waren. In der Ausstellung sah man prächtige Wäsche= und Hakelarbeiten sowie Stickereien und Paramente. Der starke Besuch zeigte, daß bei unserer koth. Frauenwelt großes Interesse für solche Arbeiten vorhanden ist. Bochum-Linden-Dahlhausen. b. Pfarrweihnachtsfeier der St. Engelbertyfarrei. In großer Zahl hatten die Pfarrangehörigen der St. Engelbertpfarrei der Einladung zu einer Pfarrweihnachtsfeier im Saalbau Henke Folge geleistet, so daß der den Abend im Namen des Pfarrausschusses leitende Steiger Rau in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude über den schönen Besuch Ausdruck geben konnte. Ein Weihnachtsmysterium, von den Jungfrauen dargeboten, bildete die Einleitung der Feier. Das Spiel behandelte, von Reigen und Adventsliedern umrahmt, das Sehnen der Menschheit nach dem Welterlöser. War dieses Stück noch mehr in Adventsstimmung gehalten, so bildeten jetzt einige mehrstimmig gesungener Lieder des Kirchenchors, u. a.„Laßt uns kanschen“ und„Jesulein sütz“ den Auftakt der eigentlichen Weihnachtsfeier. Pfarrer Klüppel hielt zum Schluß des ersten Teils die Festansprache, in der er auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes einging und dasselbe auch in seiner Bedeutung für die Gemeinde und darüber für unser ganzes Volk würdigte. Den 2. Teil des Festabends eröffneten die Schuljungen mit dem Spiel„Die Pflasterjungen", das die Elternliebe herausstellte. Nach gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern folgten die Jünglinge mit einer Aufführung„Weihnachten daheim!“ Dieses Stück behandelte das Schicksal Deutscher im Auslande und ihr Sehnen nach dem deutschen Weihnachtsfest. Der Kirchenchor sang noch einige mehrstimmige Lieder u. a.„Menschen, die ihr wart verloren", die wie die erstgesungenen und überhaupt die ganzen Darbietungen des Abends lebhaften Beifall fanden. Mit einem Schlußwort fand die schöne und in selten schöner Einmütigkeit verlaufene Feier gegen 9,80 Uhr ihr Ende. f. Unter dem brennenden Lichterbaum. Der Knappen= und Arbeiterverein Viebfrauen hielt am 2. Weihnachtstage im Lokale Scheidtmann seine Vierteljahrs=Generalversammlung ab, mit anschlietzender Weihnachtsfeier für die Angehörigen und Kinder. Mit dem Weihnachtsliede„Heiligste Nacht“ wurde die Festlichkeit eröffnet. Alsdann sprach Vizepräses Domagalla herzliche Worte der Begrüßung; vor allem galt sein Gruß der Geistlichkeit, die es sich nicht nehmen ließ, an dieser Feier teilzunehmen. Ein Weihnachtsprolog, verfaßt vom Vereinsmitglied Sommer, gesprochen aus Kindermund, wies auf die hohe Stunde bin. Es folgten zwei schöne Weihnachtsreigen, eingeprobt von Fritz Atorf, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Präses Vikar Stapelmann wies darauf hin, daß das heilige Weihnachtsfest immer das Hochfest der Knappen gewesen sei, die an diesem Tage stets ihre Angehörigen im trauten Kreise versammelt haben. Es folgten sinnvolle Gedichtsvorträge, gemeinsame Gesänge, zwei Filmvorträge„Mein Junge“ und„Dumme=JungenStreiche", sowie ein Theaterstück„Eroßvaters Weihnacht", die alle beifällig aufgenommen wurden. Dann erschien der heilige Mann in Begleitung mehrerer Engel, um die Bescherung vorzunehmen, die in Ueberreichung von Tüten an jedes Kind bestand. Dankvaren Herzens nahmen die Kleinen die Gaben entgegen, um dann freudvoll den Heimweg anzutreten. b. Leiche gefunden. Der seit einigen Wochen vermißte junge Landwirt von hier ist unterhalb der Wehr bei Vogelsang gefunden worden. Aus unserem Verbreitungsgebiei. Witlen. Stalleinbrüche. In der Nacht wurden auf dem Gelände des Bauern Dickhoff, Ardeystraße, mehrere Ställe erbrochen und aus einem derselben 5 Hühner gestohlen. Die Tiere wurden etwa 80 Meter entfernt in einer Wiese abgeschlachtet. Die Köpfe der Tiere und ein Huhn wurden am nächsten Morgen gefunden. Weinbowle gestohlen. Im Surmannsholz wurde eine angesetzte Bowle, die vor die Haustür gestellt war und kalt werden sollte, gestohlen. Als Täter kommt vermutlich ein Mann in Frage, der kurz vor dem Dievstahl in dem Hause gebettelt hatt. Er soll etwa 27 Jahre alt sein, dunklen Mantel und Hut getragen haben herne. Stalleinbruch. In der Nacht wurden aus einem Stall des Grundstücks Kantstraße 64d durch Einbruch 4 Kaninchen gestohlen. Es handelt sich um ein graues, 1 weiß und rot geflecktes und um 2 schwarz und weiß gefleckte deutsche Riesenschecken. Wanne-Eickel. g= Weihnachtsfeiern. Im Gildenhaus veranstaltete am 2. Weihnachtstag der Schlesierverein seine diesjährige Weihnachtsfeier. Landsmann Hauffe eröffnete die Feier mit herzlichen Grußworten. Landsmann Hering las einen Brief der Landsleute aus Amerika vor. Es folgte ein schönes abwechslungsreiches Programm.— Etwa 700 Invaliden mit ihren Angehörigen hatten sich im Saalbau Schübbe zu ciner Weihnachtsfeier eingefunden. Ortsgruppenleiter Feige sprach das Begrüßungswort, nach ihm folgte die Festansprache des Kreisbeauftragten BüchelBochum. Die Gefolgschaftskapelle Königsgrube, die „Gemütlichkeit" Röhlinghausen und„Oberbayern“ Herne wetteiferten mit ihren Darbietungen. Zum Schluß sprach der V3jährige Altveteran Gottlieb Ruschmeier über die alte Zeit von 75 Jahren.— Bei Pohlmann hatte sich der Rheinländerverein „Teure Heimat“ zu einer schlichten und schönen Feier zusammengefunden. Vereinsvorsitzender Bauer hielt eine recht weihnachtlich gehaltene Ansprache. Kinder des Vereins warteten dann mit schönen Reigen und Aufführungen auf. Stalleinbruch. In der Nacht wurden aus einem Stall des Grundstücks Schwerinstraße 94 durch Einbruch 4 Hühner gestohlen. Einsteigediebstahl. In der Nacht wurden aus einer Wohnung des Hauses Dorstener Straße 242 durch Einsteigen 1 Flasche Cognak und 270 Zigaretten der Marke Eckstein gestohlen. Feuermelder böswillig alarmiert. In der Nacht gegen 8.20 Uhr wurde der vor dem Hause Rottbruchstraße 28 befindliche Feuermelder ohne besonderen Grund und vorsätzlich in Tätigkeit gesetzt. Wer kann hinsichtlich des Täters Angaben machen? rb. Feuerwehr wurde alarmiert. Am Nachmittage des 2. Weihnachtsfeiertages wurde die Eickeler Feuerwehr zur Derfflingstraße im Stadtteil Eickel gerufen, wo an mehreren Häusern die elektrische Leitung sich von den Isolatoren gelöst hatte und auf die Dächer einiger Häuser gefallen war, so daß große Gefahr eines Kurzschlusses bestand. Nach längerer Arbeit durch die herbeigerufene Feuerwehr war die Kurzschlußgefahr beseitigt. Sladtlheater In neuer Inszenierung und Ausstattung wird heute abend von 20—28,15 Uhr Carl Maria von Webers romantische Oper„Der Freischütz“ geboten. Die Vormiete des Abends ist der Weiße Ring. Tageskarten jeder Art sind noch zur Verfügung. Morgen wird das Märchenspiel„Peterchens Mondfahrt“ wiederholt; außer den Volksschülern können auch noch andere Kinder an der Vorstellung teilnehmen; die Preise schwanken zwischen 0.25 RM und 1,20 RM. Für Sonntagabend steht eine Operettenaufführung des„Bettelstudenten“ bevor. Der Vorverkauf ist im Gange. Der Silvesterabend bringt eine lustige Neuheit: den musikalischen Schwank von Müller und Walter„Frischer Wind aus Kanada". Viktor Ahlers besorgt die Inszenierung. turschut aus dem De Für das Und der gnädige Chef belieben beute auch nicht den Mund auftun. Als ob ich Luft ware. Noch dazu chlechte. Ach, wahrscheinlich sitzen„Seine Hochwohljeboren" in Gedanken bereits bei dem Silbersuchs m Theater. Loge. Hand in Hand. Geschahe ihm janz recht, wenn sie gelegentlich einen Seitensprung nachte, die Jutta! Jawohl! Marianne wurde plötzlich heiß und kalt bei diesem tiederträchtigen Gedanken, der einen geheimen Wunsch einschloß. Er trieb ihr das Blut in die Wangen. Sie verschluckte sich und bekam einen Hustenanfall. „Was haben Sie denn", fragte Stübner erschreckt. „Ob... nichts.“ Sie sprang auf und lief aus sem Zimmer. Er starrte ihr kopfschüttelnd nach. Da lief sie nun, die Fuße einwarts, die Fuße auswärts, vie es sich gerade traf, rank und geschmeidig. Auf dem Korridor stieß Marianne mit der Dame kiesel zusammen. Sieh an, die Dame Kiesel war loch im Büro, obwohl es bereits halb sechs war. Welch ein Geschäftsinteresse. „Sie sind ja so erhitzt, Fräulein Hauenstein“ ächelte Marlene voll anmutiger Zweideutigkeit. „Zie irren", sagte Marianne gereizt und ungewuldig. Dann aber besann sie sich und lächelte urud. „Ich habe ein wenig Zahnschmerzen." Mit dieser Erklärung verschwand sie im Waschraum. Hier üblte sie ihr brennendes Gesicht. Himmel, nein, was ist nur in mich gefahren, dachte sie. Was muß er nur von mir denken? Und tar die Dame Kiesel?... Ach, das kommt nur alles daher, weil Herbert mich so vernachlassigt. Da muß nan ja auf die dümmsten Gedanken kommen, wenn nan ewig zu Hause hockt. Ich werde ihm sagen, daß er mich nicht so häufig allein lassen darf, nahm sie ich vor. XXIV Es vergingen noch einige Tage. Marianne war mit sich selbst uneins.. nicht sum besten aufgelegt. Es war eine Leere in ihr nine Leere, in der es manchmal brodelte von Groll ind einem großen abnungsvollen und sehnsüchtigem Verlangen. Und zeitweilig lachelte sie, um sich über beichamende Empfindung„ihrer widerspruchssollen Stimmungen und Torheiten hinwegzuselfen.— Herbert durchlebte diese Tage in einer Art Trancezustand. Der Strudel hatte ihn erfaßt. Die Spielverluste hätten selbst durch Marionnes Sparzuthaben nicht mehr gedeckt werden konnen, eine olche Höhe hatten sie erreicht. Herbert machte die größten Anstrengunge. der ins glatte Fahrwasser zu kommen... teutem tausend Eide, wenn Gott ihm noch einmal wer würde, festen Boden unter die Füße zu bekomm sich nie wieder in waghalsige Abenteuer einzulassen. Mit den Schwüren allein war es nicht getan. Herbert hehte tagsüber durch die Stadt von einen Kunden zum andern. Nicht um Orders zu erjagen, nein, um die Außenstände der Firma einzukassieren. Wie ein Wucherer schacherte er um jeden Pfennig: jewährte des Anreizes wegen auf eigene Rechnung ind Gefahr Nachlässe von zeyn und fünfzehn Prozent dei sofortiger Kasse. Nur Geld! Geld! Geld! Er begnügte sich nicht mehr allein mit Stapelfeldts Anweisungen. Er setzte auf eigene Faust und Eutdünken Pferde, deren Namen ihm verheißungsvoll dünkten, gleichgültig, ob sie in Enghien oder Saint=Cloud, Le Tremblay oder Karlshorst liefen, ob der Jockei viel oder wenig Gewicht in den Sattel brachte, ob der Gaul Favorit oder Außenseiter war. Herrgott, der große Schlag... der große Schlag nußte gelingen. Mußte.. Gleichzeitig versuchte Herbert sein Glück im Spiel Er hielt die Bank und ging die unmöglichsten Spiel ein. Er gewann, verlor, gewann, und war mehrmale nahe daran, wieder flott zu werden. Aber immer wieder siel er zurück. Der Strudel saugte. Herberz verlor jøde Uebersicht. Er verrannte sic blind und taub in die unmöglichsten Hoffnungen Sein Hirn gluhte in Wahnvorstellungen. Geld! Geld! Geld! Er lebte in einer ständigen Anspannung, die wie ein Gewitter auf seine Nerven drückte, so daß si jeden Augenblick zu zerreißen drohten. Die Erregung brannte sich ihm' in die Adern reizte seine Sinne, knisterte wie elektrische Funke unter seiner Hauß und machte ihn zu einem heiß blütigen und gefährlichen Liebhaber. Unwiderstehlich. Jutta, die leichtsinnige Jutta, die nichts anderes gewollt, als eine kleine Abwechslung, mit dem Feuer zu spielen, wie sie das schon des öfteren getan im Bewußtsein ihrer elementaren Sicherheit— Jutta verlor das Heft aus der Hand. Sie fühlte wohl ihre Ohnmacht diesem Sturm der Leidenschaft gegenüber. und es wurde ihr bange... Der Sieg brachte Herbert kein Glück bei seinen Unternehmungen, wie er es insgeheim gehofft hatte. Ja, er war nach echter Spielart bereits so abergläubisch geworden, daß er all und jenem, Personen und Dingen, mysteriöse Kräfte und Einwirkungen auf sein Schicksal zuschrieb. Er begann scharf auf seine Umgebung zu achten Lief ihm eine Katze über den Weg, drehte er sich drei mal um seine eigene Achse und spuckte in alle Windrichtungen. Kam ihm des Morgens als erste eine alte Frau entgegen, drehte er schleunigst bei und schlug einen Seitenweg ein. Ja, er trieb es soweit, glückliche Zufalle zu er listen. Er machte sich so lange im Hausflur zu schaf sen, bis er ein junges Mädchen erspähte. Dann eilte er flugs über die Straße. Er drängelte sich an Bucklige heran und strich ihnen unauffällig mit der hand über den Rücken. Spürte er ein Prickeln in der Nase, dachte er schnell:„Heute wird's mir gelinjen!“, und dann benieste er das Bedachte. Er versiel auf die mannigfaltiasten Ideen, Bei dieser schärfsten und ununterbrochenen Eintellung auf alle Kleinigkeiten und Umstande seiner Imgebung konnte es Herbert selbstverständlich nicht entgehen, daß auffallend oft ein kleiner Mann seinen Weg kreuzte. Ein kleiner Mann mit steifem Hut. Schnurrbart und unstet umherwandernden Augen. Er scheinz die gleiche Geschäftstour zu haben, dachte Herbert zunächst; denn in welchem Stadtteil r auch immer zu tun hatte, er konnte gewiß sein, rat er aus einem Laden, dem Kleinen an der nächsten ecke zu begegnen. Ja, sie trafen sogar in der Wettannahmestelle ammen, wo das kleine Mannchen eifrig die Renn derichte studierte. Allmählich fiel er Herbert auf die Nerven. Es st die reinste Pest. Verdammter Kerl! Er bringt nir Pech. Er versuchte ihn abzuschütteln, sprang auf die lächste Straßenbahn und fuhr in den Commerz=Club. 3o. das wäre geschafft. Herbert zündete sich eine Zigarette an und egann seine Chancen durchzurechnen. Wenn Aristides 28:10 bringt, und Herzog Alba schlecht geechnet 18:10“ Wer aber beschreibt sein Erstannen, als er vor em Klubeingang abermals auf den Mann stieß Das ist doch zu dumm. Als ob er sich absichtlich an neine Fersen heftete. Herbert verspürte große Lust, dem Kleinen den hut einzubeulen Er warf dem Ausdringlichen einen vernichtenden Wlick zu. Daß dich der Teufel hole! Jählings aber lähmte ein eisiger Schreck seine Glieder. Er verfolgt mich! Eine Sturzwelle von Fragen, Vermutungen und Kombinationen brandeten durch sein Hirn. Hat die Firma etwa Verdacht geschöpst?... Unsinn! Wie wäre das möglich? Noch ist kein Kunde gemahnt... ich bin überreizt! Meine Nerven narren mich. Er nahm sich zusammen. Laß sehen... Er ging ein Stück die Straße hinauf und drehte sich dann blitzschnell um. Der Kleine schien erschreckt, wendete sich zur Seite und interessierte sich plötzlich für die Schaufensterauslagen eines Hutgeschäftes. Herbert wappnete sich, ging stracks auf den Mann zu und fragte drohend:„Wünschen Sie etwas von mir?“ „Ich.?“ stotterte der Angesprochene. N.. nein." Seine Augen liefen ängstlich über Herberts Gesicht. „Aber Sie verfolgen mich schon eine ganze Herr“, schnob Herbert wütend. „Das kommt Ihnen wohl nur so vor“, stammelte der Kleine und senkte den Kopf auf die Brust.„Nein, nein, bestimme nicht, mein Herr, Gott behüte", versicherte er mit einem Eifer, der genau das Gegenteil vermuten ließ. „Hören Sie, Freundchen" sagte Herbert mit einer richt mißzuverstehenden Handbewgung,„mit mir ist richt gut spaßen. Heraus mit der Sprache.“ Der Kleine fing wirklich an zu zittern.„Nein, nein, Herr." Herbert maß ihn von Kopf bis Fuß. Ein Prachteremplar non einem Blodian, so was! Jedenfalls ist er eingeschüchtert. Noch ein kleiner Druck.. Er räusperte sich.„Hören Sie mich an. Ich gebe Ihnen fünf Minuten Zeit, Sonst passiert was." Herbert sagte nicht, was passieren würde. Mein Gott, er wußte es wohl selbst nicht. Schließlich konnte er den Kleinen doch nicht inmitten des brandenden Verkehrs der Friedrichstraße verprügeln. „Kommen Sie mit rüber", befahl er, griff den Mann an den Arm und führte ihn in das gegenüber gelegene Automatenrestaurant. „So, setzt trinken wir einen Becher Bier, und Sie werden mir eingestehen, was die ganze Sache zu bedeuten hat.“ „Aber „Keine Ausflüchte!“ Herbert langte in die Tasche und holte ein Fünfmarkstück heraus.„Hier, das gehört Ihnen, wenn Sie wahrheitsgemäß meine Fragen heantworten“ Der Kleine schielte zunächst auf das Geld und pähte dann in Herberts Augen, die herrisch funkel en. Er seufzte. „Sie haben den Auftrag, mich zu beobachten?“ „Ja“, kam es drucksend zur Antwort, „Von wem?“ Kleine Pause. „Nun, wird's bald!" (Fortsetzung folgt) Veranstaltungen und Vereine. ' Der Bergmann=Unterstützungsverein hielt am 2. Festtage, wie alle Jahre, im Lokale Senft seine Weihnachtsfeier ab, mit der eine Kinderbescherung verbunden war. Sehr zahlreich waren die Mitglieder mit ihren Kindern zu dieser Feierstunde erschienen Vereinsführer Emil Herbst richtete herzliche Begrüßungsworte an die Er schienenen. Im Mittelpunkt der Feier stand die Bescherung der Kinder, die freudig ihre Tüten in Empfang nahmen. Gemeinsam gesungene Weih nachtslieder, Gedichte der Kinder und theatralische Darbietungen gaben der Feier ein besonderes Gepräge. th. Der Kath. Bergmannsverein B.=Riemke beging im Vereinslokale Dahmen am 2. Weib nachtstage seine Weihnachtsfeier mit Kinderbe scherung. Beim brennenden Weihnachtsbaume sprach nach kurzer Begrüßung der Präses Vikar Schnettler über das Weihnachtsfest. Der Bescherung der Kinder folgten gemeinsame Lieder und Gedichte, die zur Aufführung des Stückes „Einsame Menschen“ überleiteten. Den Abschluß der schön verlaufenen Weihnachtsfeier bildete nach weiteren Liedern und Gedichten das Stück „Junggesellen=Weihnachten“. Beide Stücke wurden von der Theaterabteilung des Vereins aufgeführt und fanden bei allen Teilnehmern guten Anklang. th. Der Kath. Bergmannsverein B.=Hamme hielt bei sehr gutem Besuch im Vereinsheim seine diesjährige Generalversammlung ab. Schriftführer Teutenberg gab den Jahres= und Kassenbericht. Aus diesen ist zu erwähnen, daß der Verein im Geschäftsjahr 24 neue Mitglieder gewonnen und vier Mitglieder durch Tod verloren hat, so daß der Verein 102 Mitglieder zählt. Hierauf wurde dem Vorstande Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurden die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zuammen: Vorsitzender Albers; 1 Schriftführer Teutenberg; 2. Schriftführer Paschen; 1. Kassierer Heitgen; 2. Kassierer Vornweg; Beisitzer Stradinski und Feldewert; Kassenrevisoren Schürmann und Mürmann; als Vereinsdelegierter wurde Teutenberg gewählt. Das Fahnenkommando besteht aus den Mitgliedern Litwin, Gersch, Mürmann und den Ersatzleuten Ridder und Teutenberg Kriegerverein 16. A. K.„Graf von Haeseler“ Bochum hielt im Vereinsheim seine Monatsversammlung ab. Der Vereinsführer gab die Eingänge sowie die Führeranordnungen der Parole bekannt. Er wies besonders darauf hin, daß künftig Neuaufnahmen nur getätigt werden können, wenn der sich zur Aufnahme meldende Kamerad persönlich in der Versammlung anwesend ist. Von einer offiziellen Weihnachtsfeier wurde in diesem Jahre Abstand genommen. Hierfür wird aber der lange Zeit krank darnieder liegenden Kameraden gedacht. Auch wurde beschlossen, einer Einladung des Kriegervereins 16. A. K. BochumStiepel Folge zu leisten. Der Kriegerverein ehem. 131er Bochum hielt im Vereinsheim Kestermann seine Monatsversammlung mit Kinderbescherung und Weihnachtsfeier ab. Die Tagesordnung war wegen der Weihnachtsfeier kurz bemessen. Kamerab Kreigenfeld hielt an die Kameraden und inzwischen erschienenen Frauen und Kinder eine Ansprache. Gemeinsam gesungene Weihnachtslieder und gut vorgetragene Gedichte leiteten die Kinderbescherung ein; auch wurden einige bedürftige Kameradenfrauen beschenkt. Der gemütliche Teil war von Weibnachtsliedern und Vorträgen umrahmt. „Kraft durch Freude.“ NS.Kulturgemeinde, Abt. Jugendaruppe. Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 16 Uhr, Pflichtvorstellung H. Hinrichs Lustspiel:„Wennder Hahn kräht", für die Einzelmitglieder der Gruppe 1 und 8. Die Karten sind abzuholen in der Geschäftsstelle der NS=Kulturgemeinde, Bochum, Lueghaus, Zimmer 1, in Langendreer in der Geschäftsstelle, Kaiserstraße 89. Briefkasten. A. B. 55. Wenn die btr. Arbeit am 4. Juni 1902 geleistet und jetzt noch nicht bezahlt ist. so tritt die Verjährung erst mit dem Schluß des Jahres 1034 ein sie trat nicht schon ein am 4. Juni 1934. Sie dauert, weil die btr. Leistung unter 8 196 B6B. fällt, zwei Jahre, die mit dem Ablauf desienigen Jahres, in dem die Arbeit getan ist, beginnen. Das Recht auf Bezahlung einer bereits 1931 geleisteten Arbeit wäre mit dem 31. Dezember 1933 erloschen. Der Verjährungstermin rückt entsprechend weiter. wenn innerhalb dieser zwei Jahre die Schuldfor derung von neuem erhoben und vom Schuldner anerkannt ist. VERPFIIGNET! . „Es hat der Reichtum nicht nur höhere Genußmöglichkeiten sondern vor allom auch höhere Pflichton“ C4 Leibesübungen in der 5A. In der Zeit vom 10.—22. Dezember 1934 fand in Berlin in der Deutschen Turnschule der erste Lehrgang der Obersten SA=Führung für Gruppen= und Brigadesportreferenten statt. Der Lehrgang stand unter der Leitung des Sportreferenten der Osaf, des Reichssportführers, Gruppenführer von Tschammer und Osten. Ein Teilnehmer an diesem Lehrgang stellt uns üiber die Auswirkungen dieses Lehrganges für die künftige Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen in der SA folgende Be trachtungen zur Verfügung Die Auswirkungen des 30. Juni 104 brachten es mit sich, daß die SA der NSDAP sich wieder auf ein Arbeitsfeld zurückorientieren mußte, auf welchem sie als politisches Soldatentum die Aufgaben erfüllen muß, die ihr der Führer als Garant der nationalsozialistischen Bewegung seit den Uranfängen der Parte! gesteckt hatte. Der Begriff des um die Seele seines Volkes kämpfenden Soldatentums in der SA mußte sich in kristallner Reinheit wie der Vogel Phönix aus der Asche erheben, unter der er unter der Aera„Röhm“ zu verschwinden schien. War die SA früher Träger des Aufklärungsfeldzuges der Bewegung, so muß sie heute weiterhin als sichtbare Demonstration täglich neu die Idee der Bewegung im Volke verankern und fundamentieren. Um die SA=Kameraden für diese Aufgabe zu festigen und reif zu machen, werden zwei Momente der Erziehung des deutschen Menschen bei der künftigen Arbeit der SA im Mittelpunkt stehen. Als seelische Erziehung die weltanschauliche Schulung und als körperliche Erziehung die Leibesübungen, getreu dem Jahrtausende alten Grundsatz: Nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist. Durch die Ernennung des Reichssportführers Gruppenführer v. Tschammer und Osten zum Sportreferenten der Obersten SA-Führung betonten unser Führer Adon Dirter und der Stabschef der SA, Lutze, die Wichtigkeit der Arbeit und Ertüchtigung in den Leibesübungen für die SA. In seinem Buch„Mein Kampf“ äußert sich der Führer des öfteren über die Wichtigkeit der Leibesübungen für die Heranbildung eines körperlich und geistig gesunden Volkes. Um nun die körperliche Durchbildung bei der SA einheitlich zu gestalten, um durch gemeinsame Aussprache die besondere Eigenart der Leibesübungen für die SA herauszufinden, fand der erste Lehrgang für Gruppenund Brigadesportreferenten in der Deutschen Turnschule in Berlin=Charlottenburg statt. Aus allen deutschen Gauen waren die SA=Kameraden dort zusammengekommen, um durch die Unterweisung durch Lehrer der Deutschen Turnschule und der Deutschen Hochschule für Leibesübungen Anregungen für den grundsätzlichen Aufbau des Sportbetriebs ihren Einheiten mitzunehmen und gleichzeitig durch grundsätzliche Referate des Reichssportführers und der Leiter des Reichsbundes für Leibesübungen geistig zu untermauern. Das Grundgesetz bei der Betätigung in den Leibesübungen muß immer sein, in den Seelen der Kameraden das Gefühl einer lästigen Arbeit zu unterbinden, in ihnen aber die Freude an der körperlichen Betätigung zu entfachen. Erziehungsgrundsatz ist Ertüchtigung durch Freude und fröhliches Lachen; Spiel und Bewegung sind die Komponenten der Durchführung. Nicht mehr Starre und überflüssige Eraktheit sind Richtlinien für den Uebungsaufbau, sondern Leben, Bewegung und Einsatz aller Körperteile bei der Ablegung der Uebung. Da in der SA kein Star= oder Cracktum gezüchtet werden soll, werden alle Uebungen, ob sie auf dem Gebiete der Körperschule des Bodenturnens, des Geräteturnens oder der Spiele liegen, im Verband der Mannschaft und auch als Mannschaftskämpfe durchgeführt. Bei einem Mannschaftskampf am Barren oder am Pferd, um dies Beispiel zu nehmen, wird es sich immer darum handeln, die letzte Einsanbereitschaft des Einzelnen zu verlangen. Dieses Ziel wird bei einfachen Flanken und Kehren viel eher erreicht, weil sich jeder für den Sieg der Mannschaft selbst verantwortlich fühlt, als wenn jeder Kamerad diese Uebungen erakt und mit einer tiefen Kniebeuge beim Abgang vom Gerät ausführt. Nicht Schönheit und Kunstturnen, sondern Zweckmäßigkeit und Bewegung muß gefordert werden. Bei der Durchführung der Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen muß gerade in Westfalen und Rheinland auf die besondere Eigenart des Gebietes Rücksicht genommen werden. Landstürme mit von Natur aus kümmerlichen Uebungsgelegenheiten sind den Großstadt= oder Stadtstürmen, denen fabelhafte Turnhallen zur Verfügung stehen, immer benachteilgt. Aber auch hier haben die Brigadereferenten, deren Einheit hauptsächlich Landgebiet umfaßt, wertvollste Anregungen mitgenommen. Wo es keine Geräte gebt, nimmt man natürliche Hindernisse, wo keine Hürden vorhanden sind, gibt es immer Kameraden, die in gebückter Haltung dieses Hindernis abgeben. Spiele, die wie Fußball oder Handball nur eine beschränkte Anzahl zulassen und eine gewisse Zeitdauer beanspruchen, werden daher auch für den Sportbetrieb in der SA, dem ja wächentlich nur 2—8 Stunden zur Verfügung stehen, nicht heranzuziehen sein, sondern besondere SA=Kampfspiele, von denen heute einige schon in den Grundzügen feststehen, werden den Spielbetrieb in der SA kennzeichnen. Der erste Lehrgang der Gruppen= und Brigadesportreferenten, dessen Bedeutung von allen Seiten anerkannt wurde— namhafte Führer der Bewegung überzeugten sich persönlich von dem Fortschritt der Unterweisung— hat allen Teilnehmern wertvollste Anregungen gegeben, hat eine Saat gesät, deren Früchte in der nächsten Zeit in den Einheiten der SA aufgehen werden. Die Bedeutung, die man höheren Orts diesem neuen Arbeitsgebiet der SA beimißt, wird dadurch noch unterstrichen, daß Lehrgänge der Sportreferenten. von denen der vergangene den Anfang bildete, eine ständige Einrichtung werden sollen. Die Leichtathlelik im Jahre 195.. Die Termine für Kreis, Gau und Reich. Das Programm der deutschen Leichtathletik im Jahre 1935 steht ganz im Zeichen der Olympia=Vorbereitung. Es stellt die Aktiven vor eine Reihe großer Aufgaben, deren Erfüllung im Hinblick auf den ihnen am 16. Dezember geleisteten olympischen Schwur voll erwartet wird. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Zahl der amtlichen Veranstaltungen trotz der Absetzung der Frühjahrswaldlaufmeisterschaften weiter erhöht. Anstelle der Frühjahrs=Meisterschaften hat der Fachschaftsführer Dr. Ritter von Halt zum Winterhilfswerk der deutschen Leichtathleten aufge rufen. Als Leichtathletik=Opfertag wurde der 5. Februar vorgesehen. Ueber die Durchführung, die von den Kreisfachamtsleitern vorgenommen wird, ergehen demnächst weitere Ausführungen. Aus den Veranstaltungen im Reich sind die am 21. Juli stattfindenden Deutschen Juniorenmeister schaften besonders zu erwähnen, da sie über den Stand und die weiter vom Nachwuchs zu erwartenden Leistungen Rechenschaft geben werden. Sie stellen gewissermaßen die Halbjahresbilanz der 1935 mit aller Intensität in sämtlichen Gauen vor sich gehenden Olympiaschulung dar. Für den Sportkreis Bochum dürfte es noch von großem Interesse sein, daß man sich von maßgeblicher Stelle um die Austragung einer der größeren Leichtathletik=Veranstaltungen im Bochumer Tus=Stadion bemüht hat, und auch der Staffellauf„Quer durch Bochum“ zur Durchführung kommen wird, obschon grundsätzlich Groß=Staffelläufe nicht vorgesehen sind. Die einzelnen Termine lauten: In den Kreisen: 8. Februar: Leichtathletik=Opfertag(Wald= und Geländeläufe); 17. März: 25-km=Gehen für Männer; 25=km=Marsch für Frauen(Reichssportabzeichen); 14. April: Orientierungsläufe für Männer und Jugend; 26. Mai: Bahnstaffeltag für Männer, Frauen und Jugend; 2. Juni: Tag der Leichtatbletik; 23. Juni: Kreismeisterschaften für Männer, Frauen und Jugend; 6. Oktober: Waldlaufmeisterschaften für Männer und Iugend; 13. Oktober: Orientierungslaufe für Männer und Jugend. Im Gau: 2. Juni: Gaumeisterschaft im 30-km=Gehen und Laufen. 80. Juni: Olympiaprüfungskämpfe für den Nachwuchs; 7. Juli: Gaumeisterschaften für Manner und Frauen; 28. Juli: Olympiaprüfungskämpfe für den Nachwuchs; 8. Olympiaprüfungskämpfe für den Nachwuchs zwischen den Gauen; 20. Oktober: Gauwaldlaufmeisterschaft. In den Kreisen: Klubkämpfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft für Männer u. Frauen: 19. Mai, 16. Juni, 14. Juli, 18. August, 15. September. Von diesen Terminen sind je nach den Verhältnissen 8—4 Sonntage für Klubkämpfe festzulegen. Im Reich: 28. April: Deutsche Meisterschaft über 35-kmGepäckmarsch; 21. Juli: Deutsche Juniorenmeisterschaften; 3.—4. August: Deutsche Meisterschaften für Männer und Frauen; 11. August: Deutschland— England; 24.—25. August: Finnland— Deutschland; 1. September: Vierländerkampf und Verbandskämpfe; 15. September: Frankreich— Deutschland; 8 November: Deutsche Waldlaufmeisterschaft. Rundfunk Freitag, 28. Dezember 6.00 Morgenruf. Anschl.: Frühkonzert(Schallplatten). 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7.00 Morgenruf, Zeit, Wetter, Nachrichten. 7.15 Morgenkonzert. Was sich unsere Hörer wünschen(Schallplatten). 8.00 Wasserstandsmeldungen. 8.30 Zeit, Wetter. 8.35 Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.50 Der Osten ruft! Otto Arnold: Eine Fahrt nach Danzig. 9.00 Sendepause. 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.10 Frau Hassenpflug: Eine deutsche Farmersfrau errählt aus dem Leben im schönen Süd-WeetAfrika. 10.30 Werke von Johann August Sixt. 1. KlavierTrio D-dur. 2 Vier Lieder für Sopran und Klavier: An die Rosen— Liebeszauber— Madchenlaune— Das Mädchen an ihrem Spiegel. 3. Klavier-Trio G dur. Ausführende: Johanna von der Leitben(Sopran), Begleitung: Egbert Grape; Das Stauch-Trio: Grete Heukeshoven (Violine), Alfona Schänzler(Cello), Dr. Adolf Stauch(Klavier). 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Intendanten). 12.00 Musik am Mittag (angeschlossen: Frankfurt und Stuttgart von 12.00—13 00, Deutschlandsender von 12.00 bie 12.55 12.00 Vor- und Zwischenspiele aus Opern und Operetten. Das Kleine Orchester. Leitung: Leo Eysoldt. 13.00 Mittagsmeldungen 1. Glückwünsche. 14.00 Mittagsmeldungen 2. 14.15 Zur Unterhaltung. Die Funkschrammeln: Rudi Rhein(Violine); Josef Jordan(Kino-Orgel) 1. Grinzinger Marsch von Drescher. 2. Du lieber Wiener Wald, Lied von Fiebrich. 8. Violin-Solo, begleitet von Kino-Orgel. 4. Humoreske von Dvorak. Radi Rhein— Josef Jordan. 8. Liebe lei von Berger. 6. Da gibt a kan Herrgott mehr von Kutschera. 14.45 Sendepause. scnwarre Diamanten. Eine Plauderel über die Steinkohle von Edgar Maria Moog. 15.30 Wirtschaftsmeldungen 1. 15.45 Die bunte Viertelstunde der Frau. Eleonore Spking: Heimgefübl und Familiensinn— Käte Dörken:„Tages Arbeit— abends Gaste, saure Wochen— frohe Feste“. 16.00 Von Breslau. Nachmittagskonzert. 17.00 Loewe-Balladen, gesungen von Rolf Pfarr(Bariton). Am Flügel: Exbert Grape. Der bl. Fransiskus— Meeresleuchten— Erlkönig— Nächtliche Heerschau. 17.30 HJ-Funk. Der Tannenbaum— seine Chronik als Hörfolge von Otto Brües. 18.15 Dr. Steinbrück: Die politische Bedeutung der Erzeugungsschlacht. 18.30 Rauchern, klopfen, losen... Von altdeutschem Mittwinterbrauch. Plauderei von Goswin P. Gath. 18.45 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen 8, Sportvorbericht. 19.00 Frisch gespielt und froh gesungen. Leitung: Gustav Kneip. Mitwirkende: Frans Legrand (Tenor), Egbert Grape(Klavier), Werner Stamin (Akkordeon). Richard Boeren(Mundharmonika); Eine Dorfkapelle. Oberbarmer Sängerhain. MGV Sängerlust Lichtenplats. Kath. MGV Oberbarmen und Frauenchor. 19.50 Momentaufnahmel 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.15 Von Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation. Heitere Tonkunst. Bariton: Günther Baum, Klavier: Hans Richter-Haaser. Die Dresdner Philharmonie, Leitung und Klavier: Theodor Blumer. 21.00 Josef, der Kellner. Ein heiter-ernstes Hörbild von Paul Apel. Spielleitung: Paul Apel. 21.35 Clemens Krauß dirigiert Johann Strauß! Orchester: Wiener Philharmoniker. 1. Einzugemarsch aus der Operette„Der Zigeunerbaron“. — 2. Annen-Polka.— 3. Morgenblätter, Walrer. 4. Leichtes Blut, Schnell-Polka.— 5. Perpetuum mobile(Electrola Schallplatten). 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 22.15 Archivrat Dr. Knust: Archiv für Funkrecht. 22.25 Filmecke. 21.00 24.00 Nachimusik und Tans aus dem„Cale Corso“ in Hamm. Kapelle: Farkas Miska. Die Auslosung der Pokalvorrunde. Am Samstag fand in Wanne=Eickel die Auslosung der Pokalvorrunde des Kreiles Bochum statt. Gemeldet hatten 38 Kreisklassenvereine, die in 4 Gruppen eingeteilt sind. Die Auslosung hatte folgendes Ergebnis: Gruppe 1. Langendreer 04-13— Tus. Constantin Bochum, SpSp. Stiepel 04— Preußen 11 Bochum. SC. Altenbochum— Borussia Bochum. LFC. Laer— Westfalia 09 Weitmar. Langendreer 07— Langendreerholz. Gruppe 2. Hansa Herne— BV. Herne=Süd. Rasensport Herne— Viktoria Herne. Constantin Herne— SpSp. Gerthe. Fortuna Herne— ViB. Börnig. Schwarz=Weiß Herne— SV Sodingen 1912 Gruppe 3. Phönix Bochum— Preußen Wanne, Teutonia B.=Riemke— TK. 89=92 Wanne, Reichsbahn Wanne — Unser Fritz Wanne. Wanne 1911— Rasensport Wanne. Fortuna Wanne— Jahn Holsterhausen, Gruppe 4. Rheinelbe=Leithe— TG. B.=Ehrenfeld, Rasensport Bochum— SpFr. Wattenscheid=Ost. SoGem. 09=30 Wattenscheid— Union Günnigfeld Polizei Bochum— SpVg. Wattenscheid 19. Die Spiele finden am 6. Januar statt. der erstgenannte Verein ist Platzverein. Bei unentschiedenem Ausgang tritt eine Verlängerung von 2 mal ¼ Stunde ein, das erste Tor entscheidt. Bei ebenfalls unentschiedenen Ausgang ertindigen Fußballfachwart. * „Borussia“ Bochum— Bruchstraße Langendreer 6:2(3:1). Zum Meisterschaftsspiel empfingen die Borussen, die nicht mit bester Besetzung antreten konnten, den sich heftig wehrenden Gegner aus Langendreer. Schöne geschlossene Angriffe mit scharf placiertem Torschuß des Halblinken sowie 2 Tore des Mittelstürmers ergaben eine 8:0-Borussenführung bis kurg vor der Pause. Dann erzwang Sportfreunde direkt vor der Pause und 5 Minuten nach dem Wechsel durch entschlossenes Nachsetzen 2 Gegentore. Nun besannen sich auch wieder die Borussen, und der Mittelstürmer war noch zweimal erfolgreich, während der Halblinke mit dem 6. Tore den Reige beschloß. Das Endergebnis entspricht dem Spielverlauf auch in dieser Hobe. Das Spiel war jederzeit kair und hatte einen umsichtigen Schiedsrichter. Billardspori. Die deutsche Meisterschaft auf kleinem Brett in Bochum. Dem Kreis Bochum im Deutschen AmateurBillard=Verband wurde die Austragung der Verbandsmeisterschaft(Deutsche Meisterschaft) der 3. Klasse, kleines Brett(2,10 mal 1,05 Meter), übertragen. Die vorbereitenden Besprechungen finden Sonnabend, 29. 12. 84, in Anwesenheit des Gaufuhrers im Lokale W. Stein, Bochum, Moltkemarkt 12, statt. Weihnachtsansprache des Papsles Eine Friedensbokschaft Rom, den 21. Dezember Der Konsistoriensaal des Vatikans bot am Hl. Abend um die Mittagsstunde wieder, wie die K. V. meldet, das festlich=feierliche Bild einer Versammlung der Kardinäle, Patriarchen, zahlreicher Mitglieder des in= und ausländischen Episkopates, darunter mehrere Nordamerikaner, sowie des geistlichen und weltlichen Hofstaates des Papstes, die hier zur Gratulation für den Statthalter Christi anläßlich des Weihnachtsfestes und des Jahreswechsels zusammengekommen waren. Kurz nach 12.15 Uhr kündet ein geistlicher Zeremoniar die Ankunft Pius XI. mit den Worten Il Santo Padre an. Alle Anwesenden erheben sich. Pius XI. schreitet nachdenklich, aber elastischen Schrittes die Stufen zum Thron hinan und ladet sofort mit einer freundlichen Handbewegung die Erschienenen zum Sitzen ein. Der greise Kardinaldekan Granito di Belmonte erhebt sich von seinem ersten Platz unter den Mitgliedern des höchsten Senates der Kirche, tritt einige Schritte vor und verliest eine Huldigungsansprache an den Pontifex. Es ist ein Rückblick auf die vom Hl. Vater in dem zur Neige gehenden Jahre entfalteten Wirksamkeit. Als der Papst zu sprechen beginnt, sind alle Augen auf ihn gerichtet. Keinen Augenblick verläßt ihn die ganz charakteristische, überlegsame Ruhe, aus der heraus alle seine Gedankengänge den Stempel der Erfahrung und die Weihe abgeklärter Weisheit empfangen Die Ansprache des Hl. Vaters Aus dem bisher vorliegenden, nicht offiziösen Text der Weihnachtsallokution geben wir nachfolgend die hauptsächlichen Gedankengänge wieder. Der Papst sagte: Vor allem wollen Wir uns beeilen, Ihnen auszudrücken, wie angenehm und wertvoll Uns Ihre Wünsche, Ihre Gelöbnisse und Ihre so edlen, in Ihrem Namen ausgedrückten Gesinnungen sind. Wir freuen Uns darüber mit Ihrem hohen Sprecher, daß in der Menge so erfreulicher, aber auch im Zusammenfluß trauriger Umstände eine so gute Auswahl getroffen worden ist, damit Wir bei diesen so glücklich in Erinnerung gebrachten Punkten verweilen können. Wahrhaft providentiell hat sich die Verlängerung des kirchlichen Jubiläumsjahres auf den ganzen Erdkreis erwiesen, wie Uns von allen Seiten bestätigt wird. Providentiell ist diese Verlängerung des Jubiläums der Erlösung gewesen als eine wahre Ausdehnung und Anwendung des Erlösungswerkes selbst auf eine so große Anzahl von Seelen gerade in Zeitläufen, in denen sich auf dem Erdenrund der Erlösung feindliche Strömungen entfesselt haben, Strömungen, die nach 19 Jahrhunderten der Erlölung, eines neuen christlichen Lebens, einer christlichen Seelenrettung eine erneute Proklamation des moralischen, sozialen und staatlichen Heidentums, wenn man so sagen kann, genannt werden könnten. Ein furchtbarer Sachverhalt. der Uns wahrhaftig irgendeine schwere, schreckenerregende Erwiderung befürchten läßt, daß die Barmherzigkeit Gottes, die zur Gerechtigkeit geworden ist, nicht dazu übergeht, so viele Seelen aufzuwecken, die geradezu von neuem in den Schlummer des Todes versunken zu sein scheinen. Und deshalb mahnen Wir alle guten, erlösten Christen, die sich der Wohltat der Erlösung bewußt sind, an das, was ihnen immer dringend zu empfehlen ist, an das Gebet für so viele arme, verblendete Menschenseelen, die so beklagenswert solcher Schätze und Wohltaten entbehren. Pius XI. gedachte dann voll Genugtuung der Eucharistischen Kongresse von Buenos Aires und Melbourne, sowie des Internationalen Juristenkonaresses in Rom zur Erinnerung an die Herausgabe des Gesetzbuches Kaiser Justinians und der Dekretalen. Durch diese lebensvolle Einheit zwischen dem Zivilrecht und dem Kirchenrecht werde der ganzen Welt die unermeßliche Wohltat in Erinnerung gebracht, die ihr von der katholischen Kirche durch das Geschenk eines christlichen Rechtes zuteil geworden sei, eine souveräne Schöpfung, bei der in Wahrheit die Hand Gottes durch die seiner Kirche handelte. Nachdem der Papst in einem weiteren Abschnitt seiner Rede Mariä, der Mutter der Barmherzigkeit, der Mutter des Erlösers und ihrer mächtigen Fürsprache bei Gott gedacht hatte, die dieser armen, von einer immer noch andauernden und drohenderen Krisis heimgesuchten Welt immer mehr Wohltaten von Gott erwirkt, fuhr er bedeutungsvoll fort: Zu alle diesem Ungemach, den Beschwernissen und wahren Uebelständen, die aus dieser Krise nach allen Richtungen des privaten und öffentlichen Lebens hervorgeben, gesellt sich heutzutage ein verwirrtes, aber weit verbreitetes Krieasgerücht oder zum mindesten ein Gerücht von Waffenrüstungen. Darin liegt etwas Ver= wirrendes und dem Geiste Gegnerisches. Wir stehen gerade am Vorabend des Tages, an dem im Himmel und auf der verfinsterten Erde der Segensgesang ertönte: Ehre sei Gott in der Hohe und Frieden den Menschen, die guten Willens sind. Geliebte Söhne: Niemals mehr hat dieser Gesang die Berechtigung besessen, unser Gebet, unsere unablassige Furbitte zu sein, wie jetzt, wie sie morgen auf den Lippen der ganzen Kirche auf dem ganzen Erdenrund sein wird, weil dies unser Gebet, unser Gedanke, unsere tiefste Sehnsucht ist! Man sagt: si vis pacem, para bellum, gleichsam um auszudrücken, daß in alle diesen Rüstungen nichts anderes als eine Vorsicht, eine Friedensgarantie zu erunter Anrufung des Friedens ihn segnen und für den Frieden beten. Wenn aber unglücklicherweise es jemanden geben sollte— eine unmögliche Annahme im Hinblick auf das neue Phänomen eines selbstmörderischen und menschenmörderischen Wahnsinns—, der gerabezu den Krieg dem Frieden vorziehen sollte, dann würde leider ein anderes Gebet für Uns pflichtgemäß werden und Wir müßten zu Gott dem Herrn sprechen: Dissipa gentes quae bella volunt(Zerstreue die Völker, die den Krieg wollen.) Wir aber wollen im Gegenteil stets im Herzen und auf den Lippen das andere Gebet haben, mit dem Wir Ihre Wünsche und Gelöbnisse erwidern: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden. Frieden! Frieden! Frieden! Sühne für Lagny Weihnachten vor einem Jahr— 200 Menschen umgekommen Paris 27. Dezember. Vor dem Gericht in Meaux hat die Verhandlung gegen den Lokomotivführer Daubigny begonnen, der für die schreckliche Eisenbahnkatastrophe von Lagny. die sich genau Weihnachten letzten Jahres ereignet hat, verantwortlich gemacht wird. Bei diesem entsetzlichen Unglück, dem größten, das sich in den letz ten Jahrzehnten auf europäischen Bahnen ereignet hat, sind 200 Menschen umgekommen. Die Anklage gegen den Maschinisten lautet auf nicht vorsätzlichen Mord. Der Widerhall dieser furchtbaren Eisenbahnkatastrophe war in der ganzen Welt ungeheuer. Vor allem in Frankreich selbst war die öffentliche Meinung in einem bisher nicht bekannten Maße erregt. Wochenlang tobte der Streit der Meinungen in der Presse des Landes. Nicht ganz unberechtigt wurde bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß Eisenbahnunfälle in Frankreich sozusagen auf der Tagesordnung stünden, und daß man infolgedessen von einer Desorganisation des französischen Verkehrswesens zu sprechen habe. Die Behörden stellten sich solchen Anschuldigungen gegenüber auf den Standpunkt, daß der einzig Verantwortliche an der Katastrophe von Lagny der Loko motivfühter sei, der die Haltesignale überfahren habe. Auf diesen Ton ist auch die Anklage gestimmt. Daubigny, ein alter, erfahrener Maschinist, der seit vielen Jahren seinen verantwortlichen Beruf ausgeübt hat, wehrt sich verzweifelt gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Auch vor Gericht hat er wieder unter Tränen seine Schuldlosigkeit an dem Unglüch beteuert. Er erklärte sich bereit, jeden Eid abzulegen, daß die Signale auf„offene Fahrt“ gestanden hätten. Aber die Sachverständigen sind gegen den Mann. Sie erklären einstimmig, daß die Signale, die sofort nach der Katastrophe an Ort und Stelle geprüft wurden, richtig funktionierten, und infolgedessen ein Irrtum ausgeschlossen sei. Nach mehr als achtstündiger Verhandlung hat der Staatsanwalt das Wort ergriffen. Seine Rede klang außergewöhnlich scharf. Er beantragte gegen Daubigny eine Gefängnisstrafe von acht Jahren. Bei der Stimmung, die vor Gericht herrscht, ist zweifellog mit einer Verurteilung des unglücklichen Maschinisten zu rechnen. Andererseits fehlt es aber auch heute nicht an Stimmen, die der Meinung Ausdruck geben, daß Daubigny nur für die Fehler und für die Schuld anderer, die in den Büros der Eisenbahngesellschaft sitzen, in die„Wüste“ geschicht werden soll Eine Giflmischerin am Galgen Die Gattenmörderin Eihel Major in Hull hingerichtet Es gibt wohl kein Land, das unter der Zigenner plage so zu leiden hat wie Ungarn. Sie durchziehen seit Generationen nicht nur bettelnd und stehlend das Land, sondern schleppen auch Krankheiten ein. Die Bezirksärzte stellten jetzt fest, daß die immer mehr um sich greifende Kinderlähmung von Zigennern in Ungarn eingeschleppt wurde. Und man kann dem von ärztlicher Seite nicht entgegentreten, da diese Noma den ständig den Aufenthaltsort wechseln und sich so dem Impfzwang entziehen. Dadurch helfen sie auch, die Pocken verbreiten. Gerade jetzt nehmen fast alle ungarischen Zeitungen scharf Stellung gegen die Zigennerplage. Einzelne Städte griffen schon zu selbständigen Schutzmaßnahmen. So richtete die Stadt Dios Györ in einem Wald, der auf einem 400 Meter hohen Plateau liegt, ein gut gesichertes Konzentrationslager ein. Es ist von Stacheldrahtzäunen umgeben und wird scharf bewacht. Am Rande dieser Stadt hatten sich die Zigen ner vor vielen Jahren schon Holzhütten erbaut, die das Primitivste waren, was man sich denken kann. Immer wieder versuchten die Stadtbehörden, das unerwünschte Volk durch Einrichtung von Schulen zu zivilisieren. Alle diese Versuche schlugen aber sehl. Eines Tages waren die Schüler, unter denen sich auch erwachsene Zigenner befanden, weiter gewandert, und ihre Hütten wurden von Neuankömmlingen bewohnt. Die Stadt Miskolcz, von deren Bewohnern das Gerücht umgeht, sie wären alle sehr reich, wird auf dieses Gerücht hin ständig von Zigennern überlaufen. Sie betteln nicht nur, sondern stehlen auch, wo sie können. So wird jetzt von der Stadtbehörde beraten, ob man nicht alle in die Stadt kommenden Zigenner verhaften sollte, um sie in ein Konzentrationslager zu stecken, wie es Dios-Györ einrichtete. Ständig laufen bei der Regierung Beschwerden und Klagen von Bauern ein, die behaupten, die Zigeuner trügen zur Verbreitung von Viehseuchen bei. Nach der Volkszählung im Jahre 1930, die selbstverständlich sehr ungenau ist, soweit sie die Zigeuner betrifft, hausen in Ungarn etwa 22500 Zigeuner, von denen 14 500 neben ihrer Sprache auch die ungarische sprechen. Die übrigen 8000 beherrschen nur die Zigennersprache. Vollständig ausgeschlossen von der Bekämpfung von seiten der Oeffentlichkeit sind die Zigeuner, die sich der staatlichen Ordnung eingefügt haben und ein anständiges bürgerliches Dasein führen. Ihre Zahl ist allerdings verschwindend klein. London, 27. Dezember. Seit acht Jahren hat man in England kein Todesurteil an Frauen vollstreckt. T“* Todesstrofe wird hier bekannntlich durch den Strang vollzogen. Auch im Falle der Frau Major, die ihren Gatten vergiftet hatte und deshalb von den Geschworenen in Hull zum Tode verurteilt worden war, alaubte man allgemein, daß die Todesstrafe in lebenslängliche Haft umgewandelt würde. Der Bürgermeister von Hull hatte noch ein an den König gerichtetes Telegramm nach dem Buckingham=Palast abgehen lassen, worin er Seine Majestät bat, doch in elfter Stunde mit einer Frau und Mutter Erbarmen zu haben und ihr die Gnabe nicht zu versagen. Vom Buckingham=Palast kam die Antwort, daß der König nur auf den besonderen Rat des Innenministers von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch machen könne. Im vorliegenden Falle aber hatte sich der Sekretär des Home=Office gegen die Umwandlung der Strafe ausgesprochen. Also konnte selbst der König nichts gegen die Vollstreckung der Todesstrafe einwenden. Gleichzeitig mit seiner Depesche an den König hatte der Bürgermeister von Hull an den Innenminister gedrahtet, und im Namen der 300000 Einwohner der Stadt die Gnade erfleht. Er versäumte dabei nicht, das bevorstehende Weihnachtsfest zu erwähnen. Aber der Innenminister antwortete nicht. Er ließ sich in seinem Rechtsempfinden nicht beeinflussen... Dann erfuhr Frau Major, daß nunmehr„alles zu Ende“ sei. Ein Teil der öffentlichen Meinung steht zwar auf ihrer Seite, aber ebenso viele Stimmen erblicken in dem Todesurteil die gerechte Sühne des abscheulichen Gattenmordes. Die Frau hatte ihren Gatten vorsätzlich vergiftet— angeblich habe er ihr Leben zur Hölle gemacht— aber die Meinungen der Bevölkerung gingen auch über diesen Punkt stark auseinander. Sie empfing noch den Besuch ihres 16jährigen Sohnes, um für immer von ihm Abschied zu nehmen. Der Knabe konnte aber die schwerwiegende Unterhaltung nicht überstehen. Ohnmächtig wurde er von den Wärtern aus der Zelle seiner Mutter getragen. Es dauerte nicht lange, bis der Henker im Gefängnis erschien. Die Behörde hatte Maßnahmen getroffen, um seine Ankunft streng geheim zu halten, denn der Mann, der dieses wenig beneidenswerte Amt bekleiden sollte, wollte, daß seine Identität verborgen bliebe. Er ging hinauf in die Zelle der Todeskandidatin, wo er sich eine Weile mit Frau Major unterhielt. Der Henker ist ein korrekter Mensch. Er nahm an der Verurteilten„Maß“, um die erforderliche Länge des Stricks festzustellen. Dann ließ er die Gattenmörderin auf die Waage treten, um ihr Gewicht zu vermerken. Am nächsten Morgen um 8.30 Uhr war ihre Stunde gekommen, denn 30 Minuten später sollte sie hingerichtet werden. Nachdem die letzten Formalitäten erfüllt waren, verließ Ethel Major, die Giftmischerin, ihre Zelle. Dann schritt sie in Begleitung besonderer Wärter dem Galgen zu, der im Hose der Strafanstalt errichtet worden war. Nach vollstrecktem Urteil sammelten sich Tausende im Umkreis des Gefängnisses, das bereits eine Stunde vor der Hinrichtung polizeilich abgesperrt werden mußte. So groß war die Sensationslust der neugierigen Einwohnerschaft, die sich das seltene Ereignis nicht entgehen lassen wollte. Die Behörden aber hatten vorgebeugt und umfassende Abriegelungen der Zufahrtsstraßen vorgenommen. Auto überschlug sich Zwei 14jährige Knaben getötet DNB. Marklenthen(Franken), 27. Dez. Bei Raumetengruen ereignete sich am zweiten Weihnachtsfeiertag ein schweres Autounglück. Ein Fahrzeug, in dem sich vier Personen befanden, überschlug sich und wurde vollständig zertrümmert. Die aus Wunsiedel stammende Lenkerin des Autos und ihr Begleiter erlitten schwere Verletzungen. Die beiden anderen Insassen, zwei 14jährige Kna ben aus Marktleuthen, wurden getötet. Wichtig für Saarabstimmungsberechtigte Berlin, 20. Dez. Bei der Aufstellung der Listen der Saarabstimmungsberechtigten für die Eisenbahnfahrkarten hat sich ergeben, daß Briefsendungen wegen nicht mehr zutreffender Anschrift als unbestellbar zurückgekommen sind. Die Saarabstimmungsberechtigten, welche in letzter Zeit ihren Wohnsitz verändert und ihre neue Anschrift noch nicht gemeldet haben, werden deshalb hiermit ebenso höflich wie dringend gebeten, ihre veränderte Anschrift ihren Ortsgruppen und ihren Saarobleuten umgehend mitzuteilen, damit die Eisenbahnfahrkarten ihnen rechtzeitig und richtig zugestellt werden können. Ausdehnung des Postbeamtenstreiks in Brasilien Nio de Janetro, 27. Dez. beamten hat auf Sao Paulo übergegriffen. Der Streik der Postund Bello HorizontWenn Du mal eine Tante hast... Der Segen der Kunst— 6 strahlende Reffen und Nichten Der Untergang der„Usworth“ Heroische Aufopferung der Rettungsmannschaften— Kapitän Bisseis erster Bericht Mailand, 27. Dezember. Die Stadt Imperia, in der Provinz Ligurien, hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht durch die Vielzahl der Hauptgewinne der staatlichen Lotterie, die hierher fielen. Dann wieder wurden zu verschiedenen Epochen wertvolle Kriegskassen aus der napoleonischen Zeit ausgegraben. Kurzum, Imperia scheint ein geeigneter Boden für unverhofftes Glück zu sein. Der letzte Goldregen, der sich über die Stadt ergoß, ist eine Riesenerbschaft von 6 Millionen Dollars, an der wiederum zwei Einwohner mit einem Drittel beteiligt sind. An den sagenhaften Onhel aus Amerika, dessen einziger Daseinszweck im Hinterlassen von Millionenvermögen zu bestehen scheint, glaubt zwar auch hierzulande kein Mensch mehr. Im vorliegenden Falle handelt es sich auch nicht um einen Erbonkel, sondern um eine Erbtante. Im Alter von 20 Jahren hatte sie sich. als Kind armer Leute, der Kunst verschrieben. Welcher Kunst sie sich widmete, ist nicht bekannt geworden. Das einzige, was man noch weiß, ist, daß sie als sunges Mädchen auffallend hübsch war. Der Geoanke also. daß sie sich für die Bühne entschieden hatte, liegt sehr nahe. Ebenso kann man annehmen, daß sie auf ihren Tourneereisen auch ins Ausland kam. Ihre damaligen näheren Verwandten aber verloren sie aus den Augen. Nur oberflächlich entsannen sich ihre Neffen und Nichten, daß einmal von einer „künstlerischen“" Tante die Rede war, ohne sich auch nur im Geringsten um das Schichksal dieser Dame zu kümmern. Also ergriff die Tante selbst die Initiative, um die gelocherten verwandtschaftlichen Bande enger zu knüpten. Sie reiste vor einigen Wochen über den großen Leich nach Italsen. Sie wollte nicht wieder nach den Vereinigten Staaten zurückkehren. Ihr Gatte, ein steinreicher Konsewvenfabrikant, war vor nicht allzu ferner Zeit gestorben. Er hatte ihr ein selbst für amerikanische Verhältnisse beträchtliches Vermögen hinterlassen. Bald nach ihrer Ankunft in Genua suchte die reiche Tante ihre Verwandten auf. Sie fand noch zwei Neffen am Leben. Dann fuhr sie nach Turin, um auch hier nach etwa vorhandenen Nichten und Neffen Ausschau zu halten. Es gelang ihr, zwei Nichten zu ermitteln. Beide schlugen sich als Hausangestellte recht und schlecht durchs Leben. Ihre Absicht war, nach Imperia, ihrer Heimatstadt, zu reisen. Bevor sie aber diesen Plan verwirklichte, wollte sie in Monte Carlo Station machen. Nicht etwa, um an der Spielbank zu ihren Millionen noch weitere Gelder zu häufen. Nein, lediglich des milden Klimas wegen. Nach 14 Tagen starb plötzlich die reiche Tante in dem feinen Hotel, in dem sie abgestiegen war. An Hand ihrer Aufzeichnungen war es ein Leichtes. die erbberechtigten Verwandten zu ermitteln. Die Neffen und Nichten in Genua und Turin, die sie kurz vorher gesehen hatten, stellten sich prompt ein. Da aber die Tante schon ihre Reisepläne für den Besuch ihrer Verwandten in Imperia zu Papier gebracht hatte. waren auch die Neffen in Imperia bald verständigt. Sechs Erbberechtigte teilen sich in die seche Millionen Dollars. Jeder bekam einen Vorschuß von 17 000 Lire, der sa nur eine magere Scheibe des Erbteils darstellt. Diese Erbschaft kommt glücklicherweise wirklich Bedürftigen zugute. Die Nichten sind Kriegerwitwen und die Neffen kleine Handwerksleute. Zu dem Barvermögen, das die Tante hinterließ, kommen noch die Schmucksachen, die sie im Hotel=Safe aufbewahrte, hinzu. Sie sollen einen Wert von mehreren hunderttausend Lire darstellen. Neuyork, 20. Dezember. Erst heute wird der genaue Verlauf des Untergangs der„Usworth“, des britischen Kohlendampfers, der mit 15 Mann Besatzung sank, bekannt. Zusammen mit diesen 15 Seeleuten kamen 2 Mann aus dem Rettungsboot des belgischen Frachtdampfers„Jean Jardot" ums Leben, als sie einen verzweifelten Versuch machten, die=Schiffbrüchigen der„Usworth“ zu bergen. Kapitän J. G. Bisset vom Cunarddampfer „Ascania", der 9 Mann des unglücklichen Schiffes an Bord nahm, schildert in seinem Bericht den Hergang des erschütternden Dramas. „Donnerstag um Mitternacht empfingen wir einen 303.=Ruf vom Kohlendampier„Usworth“. Die „Ascania“ war ungefahr 100 Meilen vom Unglücksschiff entfernt. Wir selbst hatten mit einer ungewöhnlich bewegten See zu kämpfen. Bergehohe Wogen schlugen über unserm Schiff zusammen. Wir drehten sofort bei und nahmen Kurs auf die„Usworth“. Wir fuhren mit einer Geschwindigkeit von 16 Knoten. Die See war außerordentlich stürmisch und das neblige Wetter verhinderte eine klare Orientierung. Schließlich gelang es uns doch, die Position der„Usworth“ zu ermitteln. Der belgische Dampfer, der vor uns zur Rettung herbeigeeilt war, war in unmittelbarer Nähe. Wegen des hohen Wellengangs aver war es der„Jean Jardot" unmöglich, Hilfe zu leisten. Um 5 Uhr morgens stiegen von dem Belgier Raketen empor. Endlich um 7 Uhr früh befand sich die„Ascania“ an der Unglücksstelle. Die„Usworth" befand sich in einer traurigen Lage. Das Schiff hatte sich schon seitlich gelegt. Alle Rettungsboote waren von der See hinweggespült worden.„Jean Jardot" und die„Ascania" umfuhren das Schiff und ließen Oel ab, um die Lage der„Usworth“ zu verbessern. Von 8 Uhr früh bis Mittag wurde von den zur Rettung herbeigeeilten Dampfern fortwährend versucht, durch Raketen ein Tau an Bord des Unglucksdampfers zu werfen. Das Wetter war dermaßen schlecht, daß es wahnwitzig gewesen ware, ein Rettungsboot hinüberzusenden. Diese Versuche mißlangen, da es unmöglich war, bei dem hohen Wellengang nahe genug an die„Usworth“ heranzukommen. Uebermenschliche Anstrengungen wurden gemacht, um die Verbindung mit den Schiffbrüchigen aufzunehmen. Unterdessen sandte der Kapitän der„Usworth“ einen Funkspruch, der die Todesnot der auf dem Kohlendampfer befindlichen Besatzung in krassester Weise schilderte. Die„Usworth“ neigte sich immer mehr zur Seite. Bald schien nichts mehr von ihr aus dem Wasser herauszuragen. Auch das Wetter nahm keine Wendung zum Besseren. Nach Mittag endlich kam das belgische Schiff näher an die „Usworth“ heran. Ein Rettungsboot wurde heruntergelassen. Unter Aufbietung der letzten Kräfte kämpften die belgischen Seeleute gegen die Naturgewalten. Endlich kamen sie an das Wrack des Dampfers heran und nahmen 14 Schiffbrüchige auf. Nun erst begannen die Schwierigkeiten. Mit übermenschlicher Aufopferung nahmen die Seeleute den Kampf mit den Wogen auf. Als sie schließlich bei der„Jean Jardot" anlangten und an Bord gezogen werden sollten, kenterte das Rettungsboot. Dabei kamen 12 der Geretteten und 2 Mann des Belgiers in den Fluten um. Der Heroismus der Leute von der„Jean Jardot“ war also umsonst gewesen. Um 13.30 Uhr griff die „Ascania“ ein. Ein Rettungsboot wurde ausgesandt, um die noch an Bord der„Usworth“ befindlichen, dem Tode geweihten Seeleute in Sicherheit zu bringen. Es kostete eine ungeheure Mühe, an das sinkende Schiff heranzukommen. Nach vielen Anstrengungen glückte es, die noch an Bord verbliebenen 12 Mann, arunter den Kapitän, zu retten. Unglücklicherweise aber forderte auch diese Rettung drei Menschenleben. Drei Matrosen sprangen in Todesangst über Bord, um das Rettungsboot zu erreichen. Dabei stürzten sie in die See und konnten nicht mehr gerettet werden.“ Nachruf. Am 23. Dezember 1934 verschied nach kurzer, schwerer Krankheit der städtische Aufseher August Kukuk und am 24. Dezember 1934 nach langem Krankenlager der Laternenwärter Moritz Hemmermann Die Verstorbenen haben sich während der langjährigen Tätigkeit bei der Stadtver waltung als tüchtige ur 1 zuverlässige Arbeiter erwiesen und sich stets durch treueste Pflichterfüllung ausgezeichnet. Eln ehrendes Andenken wird Ihnen bewahrt bleiben. Bochum, den 27. Dezember 1934. Der Oberbürgermeister. Unsere Geschäftsräume blelben am Montag, dem 31. Dezember, von 13 Uhr ab für den Verkehr mit dem Publlkum geschlossen. Relchsbankstolle. Bochumer Krieger= u. Landweh Verein(Gesamtverein). Am Sonntag, dem 30. Dezember 1954, vormittags pünktlich 11 Uhr beginnenb. Generalversammlung mit Ehrung der Jubilare im evgl. Bereinshaus an der Mühlenstraße. Tagesordnung: I. Bekanntgabe von Bestimmungen des Ryffhäuferbundes und der SA.Res. II, 8. Voranschlag für das Jahr 1956, 8. Festsetzung der Belträge, 4. Ernennungen zum Betrat, B. Wahl der Rechnungsprüfer, 6. Aufnahme neuer Mitglieder, 7. Uebergabe der vom Bochumer Krieger= und Landwehr=Verein errungenen Schießpreise(ReinhardRokale und Wander=Ehrenpreis des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyfshäuser“) durch den Herrn Dandesführer, 8. Bescherung der Veleranen, 9. Ehrung der Jubilare. Nach Schluß des geschäftlichen Telles Vortrag des Kameraden Direktor Klemmer=Saarbrücken(früher 8. Vorsitzende: des 1. Bezirks)„Land und Leute an der Saar einst und setzt“. Bering, Major d. R. a. D. Bereinsführer. Sladliheater Bochuin Greitag, 28. Deg. 20—23 Uhr Weißer Ring 5 Der Freischüh Romantische Oper von Carl Maria von Weber Samstag, 29. Dez. 15—17,15 Uhr Außer Vormiete und Volksschulen Pelerchens Mondfahrt Volks-Zeitung Das Alteste Bochumer Heimal- un0 Somillenbla! oraronoet 1872. Wegen Helrat des jetzigen, zuverläfsiges, ehrliches über 18 J., f. alle Hansarb. zum 2. 85 gesucht Bochum, Mittener Str. 71, 1. E Der Junglehrer Das Schickal unserer amtolosen deutschen Junglehrerschaft von Ver Walter. Preis früher Mk. 2.—, setzt Mk. 1.— Zu beziehen durch jede Buchhandlung und durch die Geschäftsstelle unserer Zeitung. Suche zum 1. Januar 3-4 Zimmer=Wohnung für älteres Ehepaar. Heinr. Conen. Bochum, Große Beckstraße 10. Silvester-Sdierzartikel Feuerwerk, Neujahrsglückwünsche- u Ulk-Karten Grobe Auswahl und billig. Beachten Sie meine Schaufenster! Kurt Jaekel, Boshung RosenFür Silvester u. Neujahr Feuerwerk karnevalistische Koptbedeckungen, Blumen, Luftschlangen, Scherzartikel, neueste Ostermann-Lieder uew. Neufahrs- und Elüekvünschkarten von 2 Piennig an Soherzkarten August Nolzen, Bechum Brückstr. B. Telephen 826e3 gegröndet 1869 Drahteflechte, Welendrähte, Stacheldrahte igstl Grobe Läger Rösler& Lönne Drahtwerke Bochum, Redemptoristenatrabe 2830 und Wattenscheld, (lertrudisstr. Selbst. Maurer, Bauschule absold. Jahre, sucht Aufträge. Zu erfr. l. d. 0 Gründliche Nachhillestunden in Franz. u. Engl v. Sexta— einschl Obertertia. Stunde 1 Mr. Zu erfr. u. B. N 1081 a. b. Gesch. Schöne abgeschl 5 Zimmer mit od ohne Mansarde 1. April 1956 zu vermieten. Spelth, Bochum, Hattinger Str. 6. Ruf 634 38. Brautpaar sucht aum 1. 1. oder I. 2. 35 eine Drei Zimmerwohnung. Sicherer Mietzahl. Ang. u. B. S 1082 a. b. Gesch Drei= bis dreiein halb= Zimmerwohn von drei Personen 8. 1. 4. 85 gesucht. Offerten u. P B. 1080 a. b. 0 Umzug? Möbelwagen Scharpen fragen Ruf 611 10/611 11 Oost. Gemüle. Kolontalw., Wurstwaren Neusahrswürsichen E. Wern, Boch Im=Linden, Hattinger Str. 882 2 Tiseh-Tennisplalten preiswert zu verkaufen. Schneider, Bochum Bessemerstr. 89. Kleto=Anzeigen in Deine Zeitung Schreinmaschinen tabrikneu von 173— RM ab 8.23 RM monatlich. E. Irautmann nodium Viktoriustr. 73 Ruf 66444 Der Dingsda Die schonste aller Jontilm-Operetten mit Lien Deyers, Walter von Lennep, Paul Heidemann, Rudolf Platte, Lizzi Holzschuh Des großen Erfolges wegen verlängert Capitol Bochum Ab heute steht Bochum in dem Zauber unseres groben musikalischen Lusisplels: unb Snin Ein Stück Wien, wie es jauchzt und lacht wie es klingt und singt, voll Leben und Wirklichkeit. Mit: Leo Slezak, Magda Schneider, Georg Alexander. Truus von Alten, Oskar Sabo, Wolf Albach-Retty. Dazu zeigen wir Ihnen noch das mitreißende Lustsplel: Heut Abend bei mir mit den Lustspielkanonen Paul Hörbiger, Jenny Jugo, Theo Lingen. —— Täglich ab 3.15 Uhr—— — Letzte Vorstellung 8 Uhr— WELTLICHI Bochum am Bahnhof— Im neuen Cewande ne Für Sylvester u. Neujahr! Bock auch in Flaschen und Selbstschenkern. Bestellungen baldigst erbeten. Schlegel=Scharpenseel=Brauerei nine Deine Möbel dann nur Möbelhaus Schlösser Bochum, Herner Gtraß= Paula Wessely und Willg forst in „So endete eine Liebe“ Willy Forst erscheint hier zum erstenmal in einer ernsten tragischen Rolle. Paula Wessely als Erzherzogin Marie Luise gibt hier eine schauspielerische Leistung Dazu lauft der Film der hundert Sensationen Salto Nnd in Höllenlempo. Salto King ist der waghalsigste Artist, der in den letzten Jahren in fast allen Sensationstilmen als Double der Hauptdarsteller über 400 lebensgetihrliche Akrobatik-Kunststücke ausgeführt hat und dabei 40 mal schwer verunglückte. Es ist die Sensation aller Senaationen. Anland 3 Uhr und 8 Unr BOCHUM Ruf 63810 TONNALLEN Lichtspiele Bochum Ruf 63837 laden onne Fude In unscrer ab heute, Freltag, lautenden lustspiel-Woche je Liebe und die erste Eisenbahn Ein Film vom frohen Sieg des Humors über verbitterte Spieberweishe! mit Barin Rarat, Ida Wust. Hans Schlendfriti Hamners lakob ledthe DaulWestermeler Genta Nikolajewa, frau behmer Hierzu verlängern wir des gronen friolges wegen nrieltte Relm, Albreau Saioenhals Fürst Woronzeff Austührungszeiten: Tiebe und die erste Iisenbann fürst Woronrell Des Riesen-Besucher-Erfolges wegen verlängert Hans Albers In: = Dazu das ausgezeichnete Vorpre 2Nur bis einschließlich 2Dienstaa, den 1. Januar Täglich 3.15. 5.40 und 8 Uhr.— Benutzen = Sie im eigenen Interesse die Nachmittags= Vorstellung. Il...fl. I..amlemamn. SOCNUN Das große Neujahrs-Programm Ivan Petrovia/ Harla Beling/ Thee linden in: Gern hab'ich die Frau'n gekübt(Paganini) Die berühmte Lehàr-Operette. Adoll Henjan in: as Rätsel einer Nacht Ein Film mit ungeheurer Spannung. Mit dem schönsten Volkstilm beginnen wir das neue Jahr. Schön ist jeder Tag, den Du mir schenkst, Marie-Luise bie sonne gent aut. Ein Film ertult von Schonheit. Cesang und Humor mit Charles Kullmann Fritz Kampers, lessie Vihrog, Revatto Holsev Dnzu die tolle Spuckgeschichte mit o Magda Schneider/ Georg Alexander Das les'ament des Cornelius Gulden Tempe Snannung Rumor Auberdem das greße lon Belprodramm Beratungsstelle seelische Ehe- und Lebensnot aller Stände. Stre treng vertraulich und kostenlos. für Sprechstunden jeden Mittwoch 17—10 Uhr in unserer Geschäftsstelle Sedanstrabe 6. Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz, Bochum-Altstadt. Eheberalungs- u. Rechtsschutzstelle des Kathol. Deutschen Frauenbundes Die Sprechstunden sind jeden Mittwoch nachm. von 3—6 Uhr, Bochum, Südhellweg la. im Hause des Kath. Mädchenschutzes Die Beratung ist vertraulich u.kostenlos. Den Ratsuchenden steht ein erfahrener Seelsorger, Arzt und Jurist im Einzelfalle durch Vermittlung der Beratungsstelle zur Verfügung. In allen Stadtteiten Groß-Bochums befinden sich Annahmestellen für Familien=Anzeigen und kleine Gelegenheits=Anzeigen sowie ZeitungsBestellungen. Diese Annehmlichkeit bitten wir in allen vorkommenden Fällen in Anspruch zu nehmen. Volks-Zeitung. Bochum=Wesl: Buchhandlung Jünke, Essener Straße 12. Kreuzgemeinde: Anstreichergeschäft Busse, Castroper Straße 187. Altenbochum: Friseur Lillpopp, Wittener Straße 241. Hnnscheidtsseld: Zigarrengeschäft Charpentier, Hunscheidistraße 66. Weitmar: Buchhandlung Schmidt, Hattinger Str. 200. Buchhandlung Thöne, Hattinger Straße 367. Riemke: Buchhandlung Cornelius, Herner Straße 384. Bochum=Hamme: Papier= und Schreibwarenhandlung Grummet, Dorstener Straße 171 Gerthe: Buchhandlung Haas, Gerther Str. 13 Bochum=Linden: Frau Richard Troll, tinger Straße 831. Wanne-Eickel: Buchhandlung Arntz, Hindenburgstraße 7. Bochum=Hofsiede: Buchhandlung Kilbsch, Herner Straße 259. Unterdahlhausen: Buchhdlg. Conrad Schulze fr. Dr.=C.=Otto Straße W8. Teiefon 817 04. hordel: Buchhandlung Steinhausen, Röhlinghauser Straße 34. Langendreer: Buchhandlung Griebling, Kaiserstraße 194 Buchhandlung Grabe, Kaiserstraße 11. Werne: Buchhandlung Gärtner. Zur Werner Heide 42 Buchhandlung Koch. Wittekindstraße 30. Bochum=Grumme: Buchhandlung Weber, Eintrachtsraße 6. Ober=Dahlhausen: Hans Gräwe, Kassenbergerstraße 43. Dexember Montag Veulahrs-Ausgabe der Volks-Tellung Am montag, dem 31. Dezember erscheint unsere Neujahrs-Ausgabe die an zwei Tagen, Montag und Dienstag, aufliegt. In dieser Nummer werden auch die traditionellen Neujahrs-Glückwunsch-Anzeigen veröffentlicht. Warten Sie mit der Aufgabe nicht bis zum letzten Augenblick. Annahmeschluß ist am Samstaa 18 Uhr. Telefonische Annahme unter Nr. 64746. Auf Wunsch kommt einer unserer Vertreter. Der Verlag.