Volks=Seitung Rusgabe A für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk 63. Jahrgang Bochumer Volkszeitung Fories in fide! Westfälische Volks-Seitung Bochumer Stadtanzeiger Monaisdeugspreis einschl. Zustellgebühr sür AugadeVANGeschäftsstellen: Bochum, Mühl= NM 1.16. für Ausgaben B und CNo 1.—. nn Wolaltlin WoioDeIchekonto Dortmund 6146; Hattingen, Bahn der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückgahlung de Bezugspreises. Angeigenpreise: Gesamtauflage 6 dig. ass verhunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eslen=Steele=Hattingen und Wattenscheih neder Str 6 Hernr. 204 80. gabe A 6 Pfg., Ausgade B 3½ Pfg Ausgade O 8 Pfg.. Text= Wattenscheid anzeigen: Ausgabe A 40 Pig Ausgaben B# 0 18 vig se 2a Geschaftsstelle und Redaktion: Bochum, Mühlenstratze[2-]4/ Fernruf 64746 64748 Druc und Verlaa: Märkische Vereinsdruck Nr. 257 Dienstag, den 6. November(Leonhard) 1934 Dr. Gördeler Reichskommissar für Preisüberwachung 51 ür eilige leser Die Lage der Regierung Doumerque ist noch ungeklärt. Unverbesserliche Schwarzseher sprechen vereits von einem Kabinett Laval oder Flandin. Auch der Name Bouisson wird als Nachfolger Doumerques genannt, ebenso der Name Pétain. Einige Blätter sprechen von der„bedrohlichen außenpolitischen Lage", wegen der sie zu einer Einheitsfront aller Franzosen ermahnen. Bei den Erörterungen über den Marseiller Anschlag spitzen die Belgrader Blätter, die ihre Schreibweise im Sinne der französischen Presse halten, ihre Angriffe auf Ungarn zu und belasten Budapest fast ausschließlich mit der Verantwortung für den Königsmord. Die halbamtliche Belgrader Vreme hält das Marseiller Verbrechen für nunmehr vollkommen geklärt. Dem Blatt zufolge soll die Untersuchung einwandfrei festgestellt haben, daß Pawelitsch, der Leiter der Terroristenorganisation, den Anftrag zur Ermordung Alexanders I. gegeben habe. Der Präsident der Abrüstungskonferenz hat be schlossen, die Tagung des Präsidiums der Abküstungskonferenz auf den 20. oder 21. November, also gleichzeitig mit der Sondertagung des Völkerbundsrates, anzusetzen. Das Luftrennen England— Australien ist Montag früh abgeschlossen worden. Die drei noch im Rennen liegenden englischen Maschinen kommen für eine Bewertung nicht mehr in Frage. Infolge eines Wolkenbruches stürzten Erdmassen eines Hügels bei einem Dorfe unweit von Messina gegen ein Haus, das zusammenstürzte. Dreizehn Personen wurden verschüttet. Zwei sind als Leichen geborgen. Am Dienstag begannen in Rom die Besprechungen des Dreierausschusses für die Saarabstimmung unter dem Vorsitz von Baron Aloisi. Beschlüsse des Reichskabinetts DNB Berlin, 5. Nov. Das Reichskabinett trat heute vormittag zu einer Sitzung zusammen, in welcher der Führer und Reichskanzler das folgende Gesetz über Bestellung eines Reichskommissars für Preisüberwachung vorlegte. Das Gesetz hat folgenden Wortlaut: Bis zum 1. Juli 1935 werden die durch das Gesetz über die Uebertragung der Aufgaben und Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung vom 15. Juli 1983(NGB 1 S. 490) dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft übertragenen Aufgaben und Besugnisse durch einen Reichskommissar für Preisüberwachung aus= geübt. Die Aufgaben und Besugnisse erstrecken sich auch auf Preise von Körperschaften des öfsentlichen Rechts und von Verbänden, deren Bildung in Gesetzen oder Verordnungen angeordnet ist oder die auf Grund besonderer gesetzlicher Ermächtigungen gebildet sind. 82 Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird vom Reichskanzler ernannt. Er untersteht dem Reichskanzler und hat seinen Sitz in Berlin. * Nach der Annahme dieses Gesetzes durch das Reichskabinett hat der Führer und Reichskanzler den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Dr. Gördeler, zum Reichskommissar für Preisüberwachung ernannt. Das Saargebiel darf nicht unter Das Urkeil im Belforter Spionageprozeß 298 Paris, 5. Nov. Das Strafgericht von Bel fort hat am Montag das mit Spannung erwartete Ur teil im Prozeß gegen den wegen Spionage angeklagten Militärintendanten Froge und den früheren polnischen Offizier Kraus gefällt. Das Urteil gegen Froge lautete auf 5000 Franken Geldstrafe, 5 Jahre Gefängnis, 10 Jahre Ehrverlust und 10 Jahre Aufenthaltsverbot. Kraus wurde zu 5 Jahren Gefängnis, 3000 Franken Geldstrafe, 10 Jahren Ehrverlust und 10 Jahren Ausenthaltsverbot verurteilt, wobei die über ihn verhängte Strafe der Pariser Strafkammer, wo er am 11. Oktober zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, in Anrechnung gebracht wird. Die beiden Angeblagten haben außerdem die Kosten der Gerichtsverhandlungen zu tragen, die ihnen gegebenenfalls weitere 6 Monate Gefängnis einbringen können. Brand im Salzburger Dom DNB. Wien. 5. Nov. Im Salzburger Dom gerieten gestern die Kränze der Gruftkapelle des verttarbenen Fürsterzbischofs Dr. Rieger in Brand. Da die Kirchenbesucher und die Kirchendiener dem Brand nicht Einhalt tun konnten, mußte die Sicherheits nache herbeigerufen werden, um die bereits lichterloh brennenden Kränze samt den Holzgestellen zu Boden za bringen und das Feuer zu löschen. Da auch der Bodenbelag vom Feuer ergrissen war, bestand die Gefahr, daß der Brand auf den Altar übergriff, wodurch ein unersetzlicher Schaden entstanden wäre. So wurde nur das Denkmal des Kardinals Katschthaler beschädigt. Der Dom war noch den ganzen Tag über von Rauch und Brandgeruch erfüllt. Vergiftel und aus dem Zug geworfen Der geheimnisvolle Mord an einem Südslawen TNB Wien, 5. Nov. Die Untersuchung gegen die beiden Südslawen Wojnowich und Zaritsch, die am Samstag unter dem Verdacht, einen Landsmann ermordet und ans dem Zug geworfen zu haben, im Schnellzug Paris— Wien verhaftet wurden, wird mit allem Nachdruck weitergeführt. Die Leichenöffnung ergab, daß Doder veratstet und wahrscheinlich schon als Leiche aus dem Zug geworfen worden ist. französische Bajonellte geralen Eine Erklärung des englischen Außenministers und eine deuksche Antwort eines Selbstmord um Tode Verurkeilten Dessan, 5. Nov. Der durch das Sondergericht für Sachsen=Anhalt in Halle zum Tode verurteilte Gustav Adolf Heinig, der berüchtigte Dessauer Enhrecher, der vor einigen Tagen bei seiner t nahme einen Kriminalbeamten niederschoß, hat sich am Montag u Gesangnis erhängt. DNB London, 5. Nov. Der Staatssekretär des Aeußern, Sit John Simon, wurde am Montag im Unterhaus von dem liberalen Parlamentsmitglied Mabane gefragt, ob irgendwelche endgültige Vereinbarungen über die Art getroffen worden seien, wie die Abstimmung im Saargebiet abgehalten werden solle. Sir John Simon erwiderte u. a.: Die Saarabstimmungs=Kommission hat ihre Tätigkeit am 1. Juli d. J. aufgenommen und ist vom Völkerbundsrat mit Vollmachten für die Organisation, Leitung und Ueberwachung der Abstimmung im Saargebiet betraut worden. Die Vorkehrungen für die Abhaltung der Abstimmung werden von dieser Körperschaft getroffen. Verschiedene Fragen, die sich aus der Abstimmung ergeben, werden auf der bevorstehenden Tagung des Völkerbundsrates am 21. November erörtert werden. Auf die weitere Frage Mabanes, ob ein Grund zu irgendwelchen Befürchtungen bestehe, daß interessierte Mächteversuchen würden, in die Abstimmung einzuareiten, antwortete Siman: Ich verweise darauf, daß dies nicht der Fall ist; aber ich habe eine Anfrage Lansburys in dieser Angelegenheit zu beantworten, die ich am Schluß der Fragezeit beantworten werde. Auf die Frage des Führers der Arbeiteropposition, Lansburn, ob Simon eine Erklärung über die Frage der Aufrechterhaltung der Ordnung im Saarbecken abgeben könne, erwiderte Sir John Simon sodann: Die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Saarbecken liegt bei der Regierungskommission des Saargebietes, die sich dieser Aufgabe weiter erfolgreich unterzieht. Eine Lage, in der sich die Regierungskommission des Saargebietes unfähig sieht, die Ordnung aufrechtzuerhalten, dürfte nicht eintreten und wird, so hoffe ich zuversichtlich, niemals eintreten Schon im Jahre 1926 teilte die Regierungskommission des Saargebietes dem Völkerbundsrat mit, daß sie berechtigt sei, im Falle absolnter Notwendigkeit auf Truppen außerhalb des Gebietes, aber in der Nachbarschaft der Gebietsgrenzen, zurückzugreifen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Völkerbundsrat hat diesen Bericht der Kommission am 3. März 1926 zur Kenntnis genommen. Das Unterhaus kann hieraus ersehen, daß die Verwenduna britischer Truppen niemals in Frage gekommen ist, und nichts derartiges ist unsererseits in Aussicht genommen. Gewisse französische Vorkehrungen in dem Teile Frankreichs, der an das Saargebiet im Westen grenzt, sind reine Vorsichtsmaßnahmen. Wie ich bereits erklärt habe, kann die Hinzuziehung von Truppen auberhalb des Saargebietes zur Aufrechterhaltung der Ordnung nicht in Frag= kommen, es lei denn. die Regierungskommilsion des Saargebietes sollte nicht in der Lage sein, die Aufgabe zu erfüllen, die ihr gestellt ist, und sähe sich gezwungen, um Beistand zu ersuchen. Der deutsche Botschafter hat heute vormittag mich auf meine Bitte hin aufgesucht. Er hat mir die in der Presse vom Samstag veröffentlichten Nachrichten bestätigt, wonach die deutschen Regierungsbehörden in einem Befehl an die SA= und SS=Formationen auf der deutschen Seite der Saargrenze für ein Gebiet, daß einen Gürtel von 25 Meilen Breite bildet, das Tragen von Uniformen, die Abhaltung von Aufmärschen und Kundgebungen sowie Ansammlungen jeder Art für die Zeit der Abstimmung verboten haben. Gleichzeitig haben sie feierlich versichert, daß die Gefahr eines Eindringens in das Saargebiet nicht bestehe. Ich habe sowohl Herrn von Hoesch als auch dem französischen Botschafter die Befriedigung der britischen Regierung über diese Mitteilung zum Ausdruck gebracht. Vom französischen Botschafter habe ich die Zusicherung erhalten, daß die französischen Vorkehrungen reine Vorsichtsmaßnahmen darstellen, wie dies bereits angedeutet worden ist. Unter diesen Umständen dürfen wir erwarten, daß die Abstimmung, die der Völkerbundsrat abzuhalten verpflichtet ist, bei angemessener Zurückhaltung auf allen Seiten am 13. Januar ordenungsgemäß durchgeführt werden wird. Zu den Ausführungen des englischen Staatssekretärs ist folgendes zu bemerken: Es wäre bedauerlich, wenn aus den Worten Sir John Simons herauszulesen wäre, als habe es erst der Maßnahme des Reichskommissars für das Saargebiet, Bürckel, bedurft, um die Gefahr von deutscher Zeite her drohender Unruhen zu beseitigen. Es muß mit allem Nachdruck daran erinnert werden, daß eine derartige Gefahr nicht bestanden hat, daß wiederholt die Innehaltung strengster Zucht innerhalb und außerhalb des Saargebietes von maßgebenden Stellen angeordnet und befolgt worden ist. Wenn jetzt noch ergänzende, ins einzelne gehende Anordnungen erlassen worden sind, so geschah das, um angesichts der von französischer Seite getrofsenen militärischen Maßnahmen, die geeignet waren, die Zaarbevölkerung in tiefgehende Beunruhigung und Erregung zu versetzen, nichts zu versäumen. Auf der anderen Seite geht aber gerade aus den Worten Zimons„bei angemessener Zurückhaltung auf allen Zeiten“ hervor, daß auch für die übrigen Stellen manches zu tun noch übrig bleibt. Die Aufrechterhaltung der Ordnung des Saargebietes, die Sir John Simon zu Beginn seiner Rede als einen Erfolg der Regierungskommission hinstellte, ist in erster Linie ein Verdienst der deutschen Bevölkerung selbst, die allen Provokationen zum Trotze mustergültige Disziplin bewahrt hat. Solche Provokationen, die von den ihr Asylrecht mißbrauchenden Emigranten hervorgerufen werden, abzustellen, ist Sache der Regierungskommission und derjenigen französischen Stellen, die sie immer wieder ermuntern. Man wird also logischerweise erwarten dürfen, daß der enalische Staatssekretär nach den reitgebenden Vorleillungen auf deuticher Seite nunmehr seinen Einfluß dahin gebraucht, daß auch von Die Stimme des Rechts Die Saarfrage hat sich zu einer internationalen Frage erster Ordnung ver dichtet. Sie beschäftigt die Kabinette und die Weltpolitik als ein Problem von in jedem Betracht grund sätzlicher Tragweite. Hier hat sich die internationale Politik in all' ihren Strebungen und Grundtendenzen gleichsam beispielhaft verknotet. Das erklärt die teils leidenschaftliche, teils wachsame Beachtung, die den Vorgängen an der Saar in der ganzen Welt zugewandt ist. Es geht um hohe und höchste Einsätze, für das deutsche Volk insbesondere um eine Frage seines nationalen Prestiges nicht nur, sondern seines nationalen Existenzgrundes. Es fühlt sich an der Saar in seiner Seele betroffen. Darum steht das deutsche Volk auch mit seiner ganzen Energie, mit der Kraft seines nationalen Einheitswillens und mit dem ganzen Pathos seines nationalen Lebensgefühls hinter und in den Reihen des Saarvolks, das als des Reiches kämpfende Vorhut dessen Schicksal in seinem ganzen geschichtlichen Schwergewicht einer großen Entscheidung entgegenträgt. Deutschland führt den Kampf um das Saargebiet, um dessen vollständige Rückkehr unter die Staatshoheit des Deutschen Reiches, zugleich gestützt auf ganz klare, einwandfreie Rechtstitel. Es ist darum ein besonderes Verdienst des Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, und des Vorsitzenden des Ausschusses für Völkerrecht dieser Akademie, Prof. Dr. Bruns, daß sie in diesem Augenblick diese Rechtstitel nochmals eindeutig zum Bewußtsein bringen. Sie haben eine Denkschrift an die Juristen der ganzen Welt gerichtet. Bedeutet das einerseits, daß damit die Saarfrage erneut als politische Weltfrage unterstrichen wird, so auch andererseits, daß Deutschland mit ruhigem Gewissen und mit gestrafftem Selbstvertrauen der Entscheidung des 13. Januar 1935 entgegensieht, wenn auch die Ausfübrungen der Denkschrift selbst Schiefheiten und Auffassungen zurechtweisen müssen, die dazu beigetragen haben, die Saarbestimmungen in ein Zwielicht zu rücken, das politischer Willkür Gelegenheit zu unvorhergesehenen Manipulationen geben könnte. Die Denkschrift beschäftigt sich eingehend mit den einschlägigen Bestimmungen des Versailler Vertrags und den Ausführungsbestimmungen des Anhangs über die Saarabstimmung, die in drei Paragraphen geregelt sind. Danach hat der Versailler Vertrag zunächst grundsätzlich dem Völkerbund zwei, die Denkschrift betont„klar zu scheidende" Ausgaben zugewiesen: einmal als„.cuyander“ die internationale Verwaltung des Saargebiets für 15 Jahre einzurichten, sie für diese Zeit zu überwachen und dann zu beendigen: dann eine unbeeinflußte Volksabstimmung durchzuführen und je nach dem Ergebnis dieser Abstimmuna über den zukünftigen Träger der Souveränität im Saargebiet zu entscheiden. Diese beiden Grundbestimmungen legt nun die Denkschrift als sinngemäßen Maßstab an die Ausführungsbestimmungen an, die in den Paragraphen 34, 35 und 39 des Anhangs genau festgelegt sind und denen entsprechend die Denkschrift in drei Teile gegliedert ist. Im ersten Teil kommt sie darum zu dem Ergebnis, daß der Volkerbund bezüglich der Abstimmung und ihrer Durchführung im einzelnen und insbesondere bezüglich der Freiheit und dem Geheimnis der Stimmabgabe Maßnahmen für die Zeit bis zur Volksabstimmung treffen könne und betont dabei ausdrücklich:„Daß es mit dem Grundsatz der Freiheit der Abstimmung völlig unvereinbar wäre, während der Abstimmungsperiode in das Saargebiet militärische oder poligeiliche Kräfte eines an der Abstimmung interessierten Staates hineinzubeziehen, bedarf keiner Begrün dung." Der zweite Teil, zugleich der ausführlichste, beschäftigt sich dann mit den drei vertraglich vorgeseiten Frankreichs und der Saarregierung entsprechende Maßnahmen nachgeholt werden. Was die juristischen Ausführungen des englischen Staatssekretärs anlangt, so muß noch einmal mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß die Beschlüsse des Völkerbundsrates vom März 1926, die ohne Mitwirkung Deutschlands zustande gekommen sind, Sinn und Zweck verloren haben, seitdem das Rheinland geräumt ist. Darüber hinaus muß aber mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß es ungeheuerlich wäre, wenn jetzt, während der Abstimmungsperiode, das Saargebiet unter die Bajonette einer interessierten Partei, d. h. Frankreichs, gestellt würde. Ein solches Vorgehen könnte weder von der Regierungskommission, noch von dem Völkerbundsrat angeordnet und verantwortet werden, da dies im krassen Widerspruch zu dem vertraglich verbürgten Recht auf freie und unbeeinflußte Abstimmung stehen würde. sehenen Möglichkeiten des zukünftigen Hoheitscharakters des Saargebiets, d. h. ob das Saargebiet wie bisher unter dem Regime des Volkerbundes bleiben, ob es mit Frankreich vereinigt oder ov es mit Deutschland wiedervereinigt werden soll. Hier legt die Denkschrift in immer neuen juristischen Begründungen den Hauptnachdruck darauf, daß der Völkerbund für alle drei Möglichkeiten an das Ergebnis der Abstimmung gebunden ist. Nie mand anders als die Saarbevölkerung selbst hat über den zukünftigen Träger der Souveränitat über sich selbst zu entscheiden. * Daraus ergeben sich wichtige Folgerungen. Einmal darf der Völkerbundsrat nicht von sich aus „ein von ihm beliebig ausgestaltetes internationa les Regime zur Abstimmung stellen, noch ein solches zum Gegenstand seiner Entscheidung nach der Abstimmung machen.“ Ferner ware er nicht besugt, ein neues Uebergangsregime zu schaffen, noch ein neues zweites Abstimmungsverfahren vorzusehen! Was die Wiedervereinigung mit Deutschland anbetrifft, so hat diese entsprechend dem Willen der Bevölkerung„bedingungsund vorbehatlos" zu erfolgen. Wenn jüngst in der ausländischen Presse der Gedanke erörtert wurde, Deutschland das Saargebiet so lange vorzuenthalten, bis der Rückkauf der Saargruben erfolgt sei, so stehen ihm die vertraglichen Bestimmungen strikte entaegen. Auch sonstwie kann der Völkerbundsrat seine Entscheidung auf Grund des Ausfalls der Volksabstimmung nicht von einer Bedingung abhängig machen, etwa davon, daß der zukünftige Hoheitsträger Verpflichtungen für den Schutz eines Teils der Abstimmungsberechtigten zu übernehmen hätte, wie Frankreich es mit Hilfe des Völkerbundrats zuzeiten betrieben hat. Die Denkschrift bezieht sich bezüglich dieser Seite der Durchführung der Saarabstimmung vor allem in ihrem Schlußabschnitt ausführlicher auf Paragraph 80 der vertraglichen Bestimmungen und stellt dann abschließend nochmals fest, daß der Völkerbundsrat sich„nur mit den Tatbeständen befassen kann, die während der Ausübung der Regierungsgewalt durch die Regierungskommission entstanden sind.“ Der Völkerbund ist eben nichts als„Treuhänder“ der Saar für den befristeten Ablauf von 15 Jahren. Alles übrige ist der Entscheidung des Volkes anheimgegeben, die der Völkerbund dann nur praktisch zu vollziehen hat. Es ist unschwer aus den bestimmenden Argumen ten der Denkschrift erkennbar, wie notwendig die Klarstellungen waren, die sie gebracht hat. Viele Bestrebungen, die im Augenblick noch an der Saar eine aktuelle politische Rolle spielen und die unter Vorschubleistung durch die Regierungskommission die Abstimmung im deutschfeindlichen Sinne zu beeinflussen oder gar vorwegzunehmen geeignet sind, sind nicht nur politisch, sondern auch als rechts brüchig zurückgewiesen. Die Denkschrift leistet so dem Abwehrkampf an der Saar unschätzbare Dienste und gibt dem deutschen Saarvolk eine neue zielsichere Wasse in die Hand. Darüber hinaus dürfte sie geeignet sein, das moralische Weltgewissen zu beeindrucken und es von den gefährlichen Versuchungen einer verwirrenden Propaganda zu befreien. Sie zeigt, daß der Kampf des deutschen Saarvolkes um die Bestimmungen seiner Zukunft zugleich ein Kampf für Recht und Gerechtigkeit ist, das unumstößlich verbrieft ist. Dr. K. Kl. Abrüstungskonferenz am 20. November Einladung durch Henderson DNB. Genl. 5. Nov. Der Präsident der Abrüstungskonserenz, Henderson, hat den Mitgliedern des Präsidiums der Konserenz gleichzeitig mit der Mitteilung, daß das Präsidium endgüllig für den 20. November nach Genf einberufen worden ist, eine Schilderung der Abrüstungslage übermittelt. Henderson macht den Vorschlag, einige Fragen, die als reif angesehen werden können, auszusondern. und daß sie aufgrund besonderer Protokolle eine nach der anderen in Kraft gesetzt werden, ohne daß die Konferenz selbst gezwungen werde, den Abschluß des vollständigen Abrüstungsabkommens abzuwarten. Unter den Punkten, die in diesem Sinne als genügend geklärt gelten, nennt Henderson Waffenerstellung und Waffenhandel, die Oeffentlichkeit der Militärausgaben und die Einrichtung eines Ständigen Abrüstungsausschufses Im übrigen dürse man, so fährt Henderson fort, nicht vergessen, daß die Frage der Lustrüstungen trotz der Entschließung vom Juni dieses Jahres von dem betrefsenden Ausschuß noch nicht in Anariff genommen worden sei. Sie müsse deshalb so schnell wie möglich geprüft werden, sobald die in dieser Hinsicht imgange befindlichen Verhandlungen die Lage genügend geklärt hätten. Heftige südflawische Angriffe gegen Ungarn TNB Belgrad, 5. Nov. In ihren Erörterungen über den Marseiller Anschlag halten sich die Blätter auch weiterhin im großen und ganzen an die Schreibweise der französischen Presse. Sie spitzen daher ihre Angriffe auf Ungarn zu und belasten Budapest fast ausschließlich mit der Verantwortung für den Königsmord. Auch die Heftigkeit der Angriffe hat keineswegs nachgelassen, sie steigert sich eher von Tag zu Tag. Es werden „Sanktionen“ gegnüber Ungarn gefordert. Wie verlautet, haben inzwischen die Behorden begonnen, einzelne ungarische Staatsbürger, die in Südslawien Geschäften nachgingen, auszuweisen. Die halbamtliche Vreme geht in einem Bericht aus Paris, in dem die„irredentistischen Vereine Teß und Mowe“ der Finanzierung des Königsmordes beschuldigt werden, zu direkten Angriffen auf den ungartschen Ministerpräsidenten Gömbös über. Die in Frankreich verhafteten Terroristen Pospischill, Rafitsch und Kralf hätten, diesem Pariser VremeBericht zufolge, gestanden, mit ungarischen Ge neralstabs= und Truppenoffizieren eng zusammengearbeitet zu haben. Vreme nennt sogar eine dieser Offiziere mit Namen. Eine Erklärung der waffenfludenlischen ADW=Verbände Die Austrittserklärung der Deuischen Burschenschaft NB. Berlin, 5. Nov. Der bekannte, von der überwiegenden Mehrzahl der studentischen Verbände zurückgewiesene Erlaß des Reichsführers der Deut schen Studentenschaft(DSt.) vom 20. September dieses Jahres über Kameradschaftserziehung der Studierenden ist kurz nach seiner Bekanntgabe infolge der Mißbilligung seitens des Führers und Reichskanzlers materiell und kurz darauf durch die Richtlinien des Reichserziehungsministers vom 26. Ottober über die künftige freiwillige Kameradschaftserziehung auch formell gesallen, so daß von seiner Durchführung nicht die Rede seinkann. Bestimmungen über die Art der künftigen Kame radschaftserziehung stehen in Aussicht. Mit der Frage der Kameradschaftserziehung hat sich der Allgemeine Deutsche Wafsenring(ADW.) als solcher überhaupt nicht befaßt, da sie nach seiner Auffassung weder von ihm und seinen Verbänden noch von der DSt., sondern allein von der N3DAP.. d. h dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund im Einvernehmen mit dem Reichserziehungsminister zu regeln ist. Es ist daher völlig unverständlich, warum die Deutsche Burschenschaft in ihrer in voriger Woche bekanntgegebenen Erklärung des Austritts aus dem ADW zu dessen Begründung die Frage der Kameradschaftserziehung heranzuziehen glaubt. Auch die weitere von ihr gegebene Begründung, die den Anschein erweckt, als ob es in den ADW=Verbänden von Judenstämmlingen, jüdisch Versippten und Freimaurern wimmle, ist keinesfalls stichhaltig. Denn jüdisch Versippte und Freimaurer dürfen sich in den dem ADW angehörenden Verbänden überhaupt nicht mehr befinden, und soweit diese Bereinigung etwa noch nicht restlos vollzogen ist, trifft dies in der Deutschen Burschenschaft ebenso zu wie in anderen Verbänden. Soweit aber in den Alten=Herrenschaften nicht rein arische Mitglieder, im besonderen als frühere Kriegsteilnehmer, unter fest umrissenen Voraussetzungen ausnahmsweise verbleiben dursten, beruht diese für die Vergangenheit und eine Kommunistische an der Heftiges Feuer auf die Polizeibeamten Saarbrücken, 5. Nov. In der Nacht zum Sonnabend war in dem Ort Landsweiler bei Neunlirchen die kommunistische Gemeinderatsabgeorönete Frau Fuchs bei einem Eifersuchtsstreit von ihren Liebhabern, die sie in ihre Wohnung aufgenommen hatte, derartig verprügelt worden, daß der Arzt ihre Ueberführung in ein Krankenhaus für notwendig erklärte. Bei den Liebhabern handelt es sich um Emlaranten. Diesen nun wirklich vollkommen unpolitischen Vorfall verstanden die kommunistischen Drahtzieher von Lands weiler in folgender wahrhaft schamloser Weise mit einer für den gleichen Abend in Landsweiler an beraumten Versammlung der Deutschen Front, auf der Landesleiter Pirro sprechen sollte, in Verbindung zu bringen: Am Nachmittag verbreiteten sie ein Flugblatt folgenden Wortlautes:„Achtung, Werktätige von Landsweiler! Nachdem der faschistische Mörder Pirro wochenlang in Zeitungen und Versammlungen eine Mordhetze gegen die werktätige Bevölkerung geführt hat, haben die Mordgesellen heute nacht auf die Antifaschistin Vertha Fuchs einen Mordübersall verübt. Pirro will diesen Mord überfall heute abend in einer Kundgebung verherr lichen. Werktätige! Duldet nicht, daß dieser fasch stische Mörder angesichts dieses zerschlagenen und mit dem Tode ringenden Opfers zu neuen Mordtaten hetzen kann. Jagt Pirro und seine Mord gesellen auseinander! Verhindert heute abend in Landsweiler die Durchführung dieser Versammlung! Sofort heraus auf die Straße!“ Dieses Flugblatt hatte denn auch die Wirkung, die seine Verfasser mit ihm beabsichtigten. Schon am Nachmittag zogen Trupps kommunistischer Provokateure durch die Ortschaft und versuchten auch, sich vor dem Versammlungslokal zu postieren. Mehrere Kommunisten wurden mit Stahlruten und Eisenrohren festgestellt. Angesichts die ser Lage sah sich die Polizei zum Eingreisen ge wungen. Darauf erfolgte ein Signal zum Viderstand. Die kommunistischen Provokateure griffen zu Steinen und warfen nach den Polizeibeamten. Zur Verstärkung der Polizeimannschaft wunden die Uebersallwagen aus Neun kirchen und Saarbrücken nach Landsweiler beordert. Die verstärkten Polizeimannschaften gingen dann mit dem Gummiknüppel und mit der blanken Waffe gegen die Landfriedensbrecher vor. Aber gewisse Uebergangszeit gemachte Ausnahme nicht auf mangelndes nationalsozialistisches Empfinden der AT W Führung, sondern auf staatspolitischen Erwägungen, die die Billigung des Führers und Reichskanzlers gesunden hatten, so daß ihre Durchführung— auch im nationalsozialistischen Staate— dem ATW Pflicht war. Die Zahl der auf Grund dieser Ausnahmevorschrift in den ADW Verbänden verbliebenen Alten Herren nicht rein arischer Abstammung ist prozentual und tatsächlich verschwindend gering. Außer der Deutschen Burschenschaft haben nach stehende Verbände ebenfalls ihren Austritt aus dem ATW erklärt, der VC der Turnerschaften, die Deutsche Sängerschaft, die Deutsche Wehrschaft und das Naumburger Thing. Weil nach dem vom Führer und Reichskanzler gebilligten Bundesgesetz des ADW und infolge der Verankerung des ADW in der Verfassung der TS1 ein Anstritt aus dem ATW überhaupt nicht möglich ist, hat der Führer des ATW im Einvernehmen mit allen im ATW zusammengeschlossenen studentischen Verbänden festgestellt, daß die Führungen der aufgezählten Verbände sich außerhalb des Bundesgesetzes des AT W gestellt und ihre Verbände daher die Eigenschaft als wassenstudentische Verbände im Sinne des ATW verloren haben, mit Ausnahme der Einzelkorporationen, die trotz des Schrittes ihrer Führung dem ATW gegenüber ein Treuegelöbnis abgelegt haben. Die genannten Verbände stehen daher außerhalb des wasfenstudentischen Kreises, der mit ehrlichem Willen bestrebt war, alle waffenstudentischen Korporationen auf einer einheitlichen Linie zu wertvollen Erziehungsstätten im nationalsozialistischen Sinne zu gestalten. Der Obmann des Verbändebeirates, Staats sekretär und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lam mers, hat sich dieser Verlautbarung angeschlossen. Ausschreilungen Saar auch jetzt ließen die Kommunisten vom Widerstand gegen die Vertreter der Staatsgewalt noch nicht ab. Von einer Anhöhe am Ortsausgang aus wurde ein heftiges Feuer auf die Polizei beamten eröffnet. Nur dem Umstande, daß es bereits stockfinster war, war es zu verdanken, daß dieser Feuerüberfall unter den Beamten keine Opfer gefordert hat, jedoch wurden mehrere von ihnen durch Steinwürfe verletzt. Der Polizei gelang es, trotz des Feuerüberfalls die Anhöhe und den anschließenden Wald von den Provokateuren zu säubern, die setzt ihr Heil in der Flucht suchten. Im übrigen sind die von über 2000 Personen besuchten beiden Versammlungen, in denen Landesleiter Pirro in Landsweiler sprach, in voll kommener Ruhe und Ordnung verlaufen. In den Versammlungen der Deutschen Front, die gestern abend in verschiedenen Orten über das Verhalten der Kommunisten des Saargebietes abgehalten wurden, kam die Empörung deutlich zum Ausdruck. Aber allgemein wurde betont, daß sich die Deutsche Front und ihre Mitglieder niemals von ihrer Linie der unbedingten Disziplin auch nur um Millimeter abdrängen lassen würden. Heute nicht, morgen nicht, niemals! Wie sehr die Kommunisten nach ihrer aus dem Reiche genügend bekannten Methode der Aufreizung auch hier arbeiteten, zeigte sich bereits am Samstag in den späten Nachmittagsstunden, als sich allerhand lichtschenes Gesindel von Neunkirchen her vor und in Landsweiler versammelt hatte Die Besucher der Versammlungen der Deutschen Front wurden in der gemeinsten Weise belästigt, angehalten und mit Stahlruten und eisernen Rohren bedroht. Nur der eisernen Disziplin der Mitglieder der Deutschen Front ist es zuzuschreiben, daß es nicht schon da zu Zusammenstößen kam. „Nieder mit Pirro“ usw. ertönten die Sprechchöre des Gesindels. Am Ortseingang von Landsweiler war ein Ueberfall auf den Wagen des Landesleiters Pirro geplant. Zu diesem Zwecke hatten sich verschiedene Kommunisten quer über die Straße gelegt. Ein Wagen kam auch tatsächlich herangebraust und hielt, um die Wegelagerer nicht zu überfahren, rechtzeitig an. Die Separatisten sprangen auf und auf den Wagen, dem aber zu ihrer maßlosen Ueberraschung einige Polizisten mit dem obersten Inspektor der Saarpolizei, dem Englander Hemsley, an der Spitze, entstiegen. Die Sepa ratisten hatten den falschen Wagen, den Wagen des Ueberfallkommandos,„geschnappt". Sie wurden mit Gummiknüppeln in die Flucht gejagt, nachdem etwa 18 Schüsse von dem Gesindel auf die Polizei abgegeben worden iaren. Gömbös in Rom eingetroffen DNB Rom, 5. Nov. Der ungarische Ministerpräsident Gömbös traf am Montagabend um 20,10 Uhr in Begleitung des italienischen Gesandten in Budapest, Fürst Colonna, und von mehreren ungarischen Journalisten in Rom ein. Gömbös wurde am Bahnhof von Mussolini, Baron Aloist und hohen Behördenvertretern begrüßt und von einer Abordnung des 81. Infanterieregiments mit Musik empfangen. Der 9. November DNB. München, 5. Nov. Der„Völkische Beobachter" veröffentlicht folgende Bekanntmachung des Stellvertreters des Fuhrers, Rudolf Heß: „Am 9. November 1934, dem Reichstrauertag der N2DAP., gedenkt die Bewegung ihrer Toten. Aus diesem Grunde setzen alle Dienststellen der Partei ihre Flaggen auf Halbmast Die Parteigenossenschaft und Bevölkerung werden aufgefordert, die Beflaggung in Weise vorzunehmen." Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers in Rom DNB. Rom, 5. November. Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Bürcel, und der Vortragende Legationsrat im Auswärtigen Amt, Dr. Volgt, sind hier eingetroffen, um gelegentlich der gegenwärtigen Tagung des Dreierkomitees des Rates, das sich mit der Vorbereitung der Saarabstimmung und mit andern das Saargebiet be treffenden Fragen befaßt, diesem den deutschen Stand punkt in den zur Erörterung gestellten Fragen darzulegen. Die Erkrankung des Reichswehrministere DNB Dreoden, 5. Nov. Der Führer stattete am Montagmittag auf dem Weißen Hirsch bei Dresden dem erkrankten Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg einen etwa halbstündigen Besuch ab. Generaloberst von Blomberg befindet sich auf dem Wege der Besserung. Sein Befinden ist sehr gut. Seeräuber überfallen einen von englischen Offizieren geführten Tampfer Drei Mitglieder der Besatzung entführt TNB Hongkona, 5. Nov. Ein drahtloses Telegramm von dem chinesischen Küstendampfer „Kaho“, der von britischen Offizieren besehligt war, meldet: Wir sind gestern durch ein Dutzend chinesischer Piraten angegriffen und gezwungen worden, auf der Höhe von Sami Point Anker zu werfen. Drei Mitglieder der Besatzung sind entlührt worden. Wir fahren jetzt in der Nichtung nach Swatau. Einzelheiten fehlen r*4. Riesenbrand in einem süditalienischen Dorf 100 Häuser zerstört DNB. Rom, 5. Nov. In dem Dörschen Aspromonte in der Provinz Reggio Calabria entwickelte sich nachts in einem Wohnhaus ein Brand. der, durch den Sturm begünstigt, schnell um sich griff. Etwa 100 Personen sind obdachlos geworden, da die Flammen an 100 Wohnhäuser völlig zerstört haben. Spaniens Ministerrat beschließt Vollstreckung von zwei Todesurteilen DNB Madrid, 5. Nov. Wie der spanische Ministerpräsident mitteilte, hat der Ministerrat beschlossen, dem Staatspräsidenten von den insgesamt 23 durch die Kriegsgerichte zum Tode Verurteilten 21 zur Begnadigung vorzuschlagen. Lediglich zwei Todesurteile sollen vollstreckt werden. Es handelt sich dabei um Verbrechen mit besonders widerlichen Begleitumständen. Todesurleil wegen eines Zugzusammenstoßes in Rußland DNB. Moskan, 5. Nov. Das Gericht in Charkow verhandelte gegen drei Eisenbahnbeamte, die am 30. Oktober einen Zugzusammenstoß verschuldet hatten, bei dem ein Beamter getötet und großer Sachschaden angerichtet worden war. Der Hauptangeklagte Linik wurde zum Tode durch Erschießen, die beiden anderen Angeklagten zu drei und fünf Jahren Gesängnis verurteilt. Eine Kundgebung deutschen Geisteswillens DNB. Berlin, 5. Nov. Deutschland steht in diesen Tagen im Zeichen der„Woche des deutschen Buches“. Zu der großen Kundgebung im Sportpalast hatte sich eine außerordentlich große Zahl namhafter Persönlichkeiten des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens eingefunden. Das Landesorchester Gau Groß=Berlin eröffnete die Veranstaltung mit dem Krönungsmarsch aus„Die Folkunger". Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Dr. Hans Friedrich Blunck, nannte das Leben der Völker leer und taub, ohne die Heiligung des Seins durch den Glauben. Blunck sprach weiter von dem ritterlichen Ringen, von dem geistigen Wettkampf zwischen den Völkern. Er lenkte den Blick nach dem Auslande, mit dem wir nicht immer in freundlicher Berührung stehen, sprach von dem Einfluß der Presse auf die Tagespolitik und wies nach, wie häufig die Politik durch Erinnerungen der Politiker an ihre Studienzeit, durch die Einflüsse der Literatur des Nachbarn bestimmt wurde. An das Ausland, so führte der Redner aus, richten wir Dichter die Aufforderung zum Wettstreit. Wir meinen, daß es dürftig ist, mit der größten Rüstung die Hegemonie in Europa zu erzwingen. Festlicher, gesegneter ist der nachbarliche Wetteifer der Schaffenden. Wir fordern auf, statt in Leitartikeln zu schelten, sich uns zum ritterlichen Kampf der Geister zu stellen. Die anwesenden Vertreter fremder Staaten möchten ihren Völkern weitergeben, daß Deutschland unter Kampf, unter Rüstung den Wettstreit mit getstigen Waffen verstehen wolle. Darauf nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort. Vorübergehende Schließung von Geschäften Wegen Nichtbeachtung der Preisverordnung DNB Kassel, 5. Nov. Auf Grund des Erlasses des preußischen Ministerpräsidenten betreffend Preissteigerung sind in Kassel am Montag eine Anzahl von Fleischereibetrieben und Kolonialwarengeschäften vorübergehend geschlossen worden, weil festgestellt wurde, daß sie die Preisverordnung nicht beachtet hatten. Nach Abstellung der Mängel werden die Geschäfte wieder geöffnet. Auch in Fulda sind einige Metzgereien, bei denen unberechtigte Preissteigerungen festgestellt wurden, bis auf weiteres geschlossen worden. Rundfunk=Honorare für Beethoven, Mozart und Chopin DNB. Moskau, 5. Nov. Eine Revision bei der Leitung des Dnepropetrowsker Rundfunksenders förderte die erstaunliche Tatsache zutage, daß dort u. a. Honorare für Beethoven, Mozart und Chopin angewiesen und nach den Buchern auch tatsächlich an diese alten Meister ausgezahlt worden sind. Selbswerständlich handelte es sich um ein— wenigstens originelles— Verschleierungsmanöver betrügerischer Beamten, die diese Gelder für sich verwendet hatten. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Hauptschriftleiter: Joseph M. Hasler, Bochum; Stellvertreter: Peter Schiffers, Bochum; verantwortlich für Politik und Feuilleton: Joseph M. Hasler; für den lokalen Teil Bochum und Westdeutschland: Peter Schiffers; für den lokalen Teil Hattingen und Essen=Steele: Ferdinand Julius Landefeld in Bochum; für den lokalen Teil Wattenscheid: Ferdinand Julius Landefelb in Bochum:'ür Theater und Musik: Dr. Eduard Brinkschulte in Bochum; für Handel und Sport: Ferdinand Julius Landeselb. Bochum; für den Anzeigenteil Bochum: Karl Lenze, Bochum; für den Anzeigenteil Hattingen: Elly Becker. Hattingen; für den Anzeigenteil Essen=Steele: Max Klein. E.=Steele; für den Anzeigenteil Wattenscheibt: Her= mann Lüther. Wattenscheid; Verlag und Druck: Märkische Vereinsbruckerei Bochum. D.=A. X 84: 18 840(davon Ausgabe A: Bestfälische Volkszeitung Bochum 9005; Ausgabe B: Volkszeitung für Ennepe=Ruhr=Steeler Zei tung 8194; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheib 16 Dienstag, den 6. November 1934 1. Beilage der Volks-Zeitung. Nummer 257— Seite 5 Bochumer Tageschronik. Man merke! Dienstag, den 6. November. Sonnenaufgang 734 Sonnenuntergang 16.53 Mondaufgang 651 Monduntergang 15.54 1672 Der Komponist Heinrich Schütz in Dresden#storben(geb. 1585). 1771 Alois Sennefelder, Erfinder des Steindrucks, in Prag geboren(gest. 1834). 1833 Der norwegische Dichter Jonas Lie bei Drammen geboren(gest. 1908). Kunstgeschichtlicher Vortrag. Am Mittwoch findet um 20 Uhr der erste Vortrag der kunsthistorischen Vortragsreihe anläßlich der Ausstellung für katholische Kunst in Kirche und Haus statt. Der Redner des Abends. Dr. Hoff. Duisburg, gehört zu den ersten Kennern der heutigen deutschen Kunst. Er ist durch eine große Zahl von Arbeiten über die Geschichte der kirchlichen Kunst hervorgetteten. Er spricht über die„Entwicklung des katb. Kirchenraumes in den großen Stilepochen.“ Man kann gespannt darauf sein, diesen Kenner zu diesem Thema sprechen zu hören. Am Mittwoch um 16 Uhr übernimmt Dr. August Hoff eine Führung durch die Ausstellung. Die Interessenten mögen sich dazu einfinden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Ubr geoftnet. Führungen finden von 10.30 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr statt. Sonntags nachmittags ist die Ausstellung geschlossen Erwerbslose haben für die Ausstellung ermäßigten Eintrittspreis. Bei Vorlage eines gültigen Ausweises zahlen sie 10 Pfg. Zu dem Vortrag von Dr. Hoff sind selbstverständlich auch Einzelkarten an der Abendkasse zu haben. Kampf der Staublunge. Arbeitstagung. Der Aerztliche Ausschuß der Deutschen Gesellschaft für Gewerbehygiene veranstaltet durch seinen Unterausschuß zur Bearbeitung der Staublungenfrage im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsministerium und dem Reichsministerium des Innern eine„Arbeitstagung über Fragen der Entstehung und Verhütuna der Silikose“ von Donnerstag den 8 bis Sonnabend, den 10. November 1934 im Hörsal der Westfälischen Verwaltungsakademie, Wittenerstraße 61, in Bochum. Tagesordnung: Donnerstag, den 8. November 1934: Von 8.30 bis 13 Uhr: Entstehung der Silikose vom Standpunkt des Mineralogen. Dr. Udluft, Berlin. Preuß. Geologische Landesanstalt. Die wissenschaftlichen Grundlagen der quantitativen und qualitativen Steinstaubbestimmung. Prof. Dr. Jötten, Münster.— Aussprache.— Verlauf der Silikose und ärztliche Maßnahmen zu ihrer Verhütung. Prof. Dr. Reichmann, Bochum und Prof. Dr. Schürmann, Bochum.— Die Bedeutung der Nase für die Entstehung der Staublunge Prof. Dr. Lehmann, Dortmund. Kaiser=Wilhelm=Institut für Arbeitsphysiologie.— Tuberkulose und Silikose. Dr. di Biasi, Bochum und Prof. Dr. Böhme. Bochum.— Aussprache. Von 15 bis 17 Uhr: Die Verhütung von Silikose=Erkrankungen in der Porzellan=Industrie. Dipl=Ingenieur Hartmann, Berlin. TöpfereiBerufsgenossenschaft.— Staubverhütungsmaßnahmen in der Industrie der Steine und Erden. Dipl.=Bergingenteur Lämmert, Berlin, Steinbruchs=Berufsgenossenschaft.— Aussprache. Freitag. den 9. November 1934: Besichtigung von Schleifereibetrieben und Anlagen von Sandstrahlgebläsen mit einleitenden Ausführungen über Schutzmaßnahmen in diesen Betrieben. Oberingenieur Steinmetz, Düsseldorf Maschinenbau= und Kleineisenindustrie=Berufsgenossenschaft. Näheres über Zeit und Ort wird bei der Tagung bekanntgegeben. Sonnabend, den 10. November 1934: Von 8.30 bis 930 Uhr: Staubverbütungsmannahmen im Bergbau Bergassessor Leidenroth Bochum, Knappschafts=Berufsgenossenschaft. Anschließend: Besichtigung der Schutzmaßnahmen im Bergbau(Grubenfahrt). :; Justizrat Lingemann F. Soeben trifft die Nachricht ein, daß Justizrat Lingemann, der vor Jahren in unserer Stadt eine beachtenswerte Rolle spielte, gestorben ist. Der Verstorbene hat sich zu Lebzeiten, als er noch der Bochumer Bürgerschaft angehörte, große Verdienste namentlich um die Entwicklung des kulturellen Lebens erworben. Ueber 25 Jahre gehörte er dem Städt. Musikverein an. den er u. a. auch über zehn Jahre lang als Vorsitzender leitete. Auf seine Bemühungen geht insbesondere auch die Gründung des Städt. Orchesters zurück, zu dessen eifriosten Förderern er später zählte. Groß war sein Ansehen auch als Jurist. der über eine ausgedehnte Praxis verfügte. Buchausstellung der Stadtbücherei. Die Buchausstellung in der Stadtbücherei— Entwicklungsgeschichte von Schrift und Buch, Westfälisches Schrifttum Kortum=Ausstellung, Nationalsozialisti= sches Schrifttum u. a.— ist geöffnet: Werktags von 10—13 und 15—19.30 Uhr. Sonntags von 10—18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Nanu das gibt es auch noch? Sicher, sogar in Bochum. Denn das Bild ist in unserer Vaterstadt aufgenommen und zeigt, daß auch hier noch die flinke Kunst der Korbflechterei— wenn auch nur still und verborgen— noch blüht. Aber großstäditscher Boden ist für dieses Handwerk nicht mehr der rechte und fruchtbare Ackerboden, auf dem es wachsen und bestehen kann. Denn wer braucht heute in der Stadt noch einen Korb. wo findet man noch einen Hausbalt, der dieses früher so gebräuchliche und nützliche Instrument, noch benutzt. Zum Einkauf hat man ja die viel bequemeren Netze oder gar die großen Stadttaschen, in der man mit Leichtigkeit schon einen halben Marktstand und ein kleines Kaufhaus packen tann. Bliebe also nur noch der Hausbalt des Bauern und des Kötters. ganz allgemein das Land wo dieses Handwerk auch heute noch viel betrieben wird. Uebungen des Selbstschutzes, Vorführungen des Reichsluftschutzbundes auf dem Kaiser=Friedrich Platz. Heute, gegen 19,30 Uhr, findet auf dem KaiserFriedrich=Platz eine Veranstaltung des Reichsluftschutzbundes, Reviergruppe 2. in Verbindung mit einer Luftschutzübung des 2. Polizeireviers statt. Neben Sanitätsübungen werden die Wirkungen von Brandbomben bei entrümpelten und nicht entrümpelten Dachböden gezeigt. Wegen der sehr lehrreichen Vorführungen ist jedem Volksgenossen der Besuch zu empfehlen. Hier wird der Korb auch noch lange seine Domäne haben. Was nimmt es darum Wunder, daß die Kinder dem Vertreter eines selten gewordenen Handwerks staunend zuschauen, daß sie wie gebannt an seinen flinken Fingern hängen, die geschickt und schnell die biegsamen Weiden zum Geflecht ordnen die schließlich einen Korb zustande bringen„so fest und stark. wie es vorber als man die zwar zahen, aber dünnen und gebrechlichen Weidenzweige sah, gar nicht hätte vermuten mögen. Man sicht es den Kindern an, wie sie fasziniert beinabe dem Korbflechter zuschauen. man sieht, daß sie bei diesem Anschaungsunterricht wirklich mit dem Herzen bei der Sache sind, wie sie da, den Kopf ein wenig vorgeschoben, um sich ja keine der vielen Bewegungen entgeben zu lassen dieser flinken und seltenen Kunstfertigkeit bewundernden Blickes folgen. strialisierten Bochumer Stadtbezirke Gerthe, Hiltrop und Bergen ist dies von der allergrößten Bedeutung. Als bestes Vorbild für die Neugestaltung und Aufforstung des Constantiner Waldes kommt das in der Nähe befindliche schöne Hiltroper Wäldchen in Frage. Denn wie dieses ist auch das Constantiner Waldgelände sehr hügelig und von vielen Wasserläufen durchzogen, so daß hier auch heute noch gleichfalls sehr Schönes geschaffen werden kann. Gerade hier hat der Freiwillige Arbeitsdienst wie kaum irgendwo anders eine Gelegenheit, Sünden der Vergangenheit, soweit als noch möglich, wieder gut zu machen und den Städten Bochum und Herne einen neuen und so schönen Volkserholungspark zu schaffen, daß dieser unter Umständen seinesgleichen noch suchen muß. Hier ganze Arbeit zu machen und die dazu erforderlichen Geldmittel in voller Höhe aufzubringen, sollten sowohl die beteiligten Städte als auch die Industrie im Interesse der gesamten Bevölkerung, insbesondere aber der daran hauptsächlich interessierten schwer arbeitenden Bergarbeiterschaft, nicht noch einmal wieder versäumen. Wir freuen uns schon darauf, über den erfolgten Ausbau des Constantiner Waldes demnächst genau so günstig weiterberichten zu können, wie wir dies über das prächtige Hiltroper Wäldchen schon so oft und so gern getan haben. Lichter zugelassen. Die Jungen werden natürlich wieder die schon im vergangenen Jahre mitgeführten gruseligen Fackeln aus gehöhlten und ausgeschnittenen Runkelrüben mitführen. Sie sollen ihren Ehrgeiz darin setzen, dieses Mal noch viel gruseliger zu wirken als beim vorigen Male, und so können wir uns schon heute auf eine rechte Wirkung gefaßt machen. Ueberhaupt soll der Martinszug in diesem Jahre noch erheblich erweitert werden im Vergleich zum vergangenen Jahre, in dem es sich erst um einen Versuch handelte, während er in diesem Jahre die Wiederaufnahme eines allgemein beifällig aufgenommenen alten Brauches darstellt. Wir sind überzeugt, daß die Bevölkerung in gleichem Maße wie beim vorigen Martinsfest Anteil an der Feier der Jugend nimmt. Damals umsäumten Tausende den Weg des Zuges, viele Häuser an den vom Zuge berührten Straßen waren mit farbigen Lichtern geschmückt, bunte Transparente spannten sich über die Straßen. Wir hoffen, daß auch in diesem Jahre die Bewohner der anliegenden Straßen ihre Fenster mit bunten Lichtern schmücken Dann wird das Fest auch für die Jugend umso freudiger und erlebnisreicher werden. Es werden die folgenden Straßen berührt: von der Marienklause an der Mauritiusstraße aus geht der Zug durch die Mauritius=, Wiemelhauser=, Ferdinand=, Düppel=, Alsen=, Wittener=, Altenbochumer=, Nord=, Oskar=HoffmannStraße, über den Steinring, an der Schalwiese, Gerstkamp=, Denis=, Oskar=Hoffmann=Straße zur Kirche, wo sich der Zug nach einer Ansprache des hochw Herrn P. Innozenz, der auf die Bedentung des Tages und seines Heiligen Bezug nehmen wird. auflöst. Es hängt aber auch von den Erwachsenen ab, ob das Fest der Kinder wirklich zu einem schönen wird so ergeht noch einmal die Bitte an die Eltern und alle Erwachsenen, zu helfen, daß ihren Kindern das diesjährige Martinsfest in Christkönig zu einer ständigen freudigen Erinnerung werden kann Natürlich werden, das ist selbstverständlich, die mit soviel Beifall von der Jugend angenommenen Martinsbrezel auch in diesem Jahre nicht fehlen, denn St Martin ist auch für das leibliche Wohl der ihm anvertrauten Kinder besorgt St. Martin ist der Heilige, der mit Licht zu den Kleinen kommt als Zeichen des nach aller Not des Winters kommenden Frühlings. In Münster und in Dörfern des Münsterlandes wird in ganz ähnlicher Weise der 17 September, der Tag des hl. Lambertus, des Bischofs zu Maastricht im 7. Jahrhundert, gefeiert. Man zündet ihm zu Ehren Lichterpyramiden an und zieht mit Lichtern unter Absingen alter volkstümlicher Lieder durch die Straßen. Wir haben hier aber nur mit lokaler Tradition zu rechnen. Auch das Martinsfest wurde früher häufig in unserer Gegend als Lichtfest gefeiert. Allmählich aber kam dieser Brauch ab. Der hl. Nikolaus hat den hl. Martin verdrängt. Das ist aber nicht nötig denn die Feier jedes Heiligen durch die Jugend stellt etwas Eigenartiges dar, es ist nicht möglich, den einen durch den anderen zu ersetzen So müssen wir es begrüßen, daß das alte Fest wieder eingeführt wird. Es stellt eine wichtige Bereicherung der Pflege alten Volksgutes dar Die Freude der Kinder wird zeigen, daß St. Martin berufen ist auch ein Lieblingsheiliger der Bochumer Jugend zu sein Wenn am 11. November überall am Rhein die Martinsfeuer aufflammen zieht auch die Jugend der Christkönigspfarrei wieder als froher Lichtträger durch die Straßen der Gemeinde. Sie will Freude bringen helfen wir ihnen bei ihrem Vorhaben, daß aus diesem Fest immer mehr ein Volksfest werde, zu einem Erlebnis für die ganze Gemeinde und darüber hinaus für die ganze Stadt. Die Bürgerschaft begrüßt die Anlage. Der Constankiner Wald wird Volkserholungspark. So meldeten wir in diesen Tagen, und diese Meldung hat insbesondere auch in den Reihen der Naturfreunde sowohl in Bochum als auch in Herne helle Freude ausgelöst. Denn diese waren todunglücklich, den einst so herrlichen und großen Buchenwald, früher die„Herner Mark“ genannt, schon seit Jahrzehnten langsam, aber sicher vollständig verdorren und verkommen sehen zu müssen. Sie befürchteten dies sogleich damals schon, als die Industrie sich ausgerechnet dieses schönen Waldgeländes bemächtigte, es der allgemeinen Benutzung entzog und darin und darum dann ihre Schächte niederbrachte und die dazugehörigen umfangreichen Industrieanlagen schuf. Nach Ansicht der Naturfreunde hatte dies s. Zt. ebenso gut auch an anderer Stelle geschehen können. Wenn es damals schon einen Naturschutz gegeben hätte, ware die Auswahl gerade des Waldes hierzu jedenfalls nicht möglich gewesen. Dann hätten sicher, was auch das allein Richtige gewesen wäre, die Stadt Herne und der Landkreis Bochum, zu dem damals noch die jetzigen Bochumer Stadtgebiete Gerthe Hiltrop und Bergen gehörten, den Wald erworben und als öffentlichen Naturpark in damaliger unversehrter Schönheit und Vollständigkeit der Allgemeinheit erhalten müssen. Dies hätte natürlich auch ohne„Naturschutz“ geschehen können, ist aber Zt. leider versäumt worden. Gerade die Stadt Herne hätte davon besonders großen Nutzen und den später künstlich angelegten Stadtvark„Am Stamm“ dann gar nicht nötig gehabt. Eine geradlinige Verlängerung der Herner Bahnhof= und Altenhöfener Straße durch das sogenannte„Eckerspöthken“ und an der jetzigen katholischen Kirche vorbei hätte direkt in diesen ebenso prächtigen wie großen „Stadtwald“ geführt. Diese Einsicht ist aber leider erst viel zu spät durchgedrungen und hat dann noch zum Erwerb wenigstens des Gysenberger Wäldchens durch die Stadt Herne geführt, das seit ein paar Jahren als Erholungs= und setzt auch als Tierpark dem Publikum zur Verfügung steht. Um so erfreulicher ist es abere, daß durch das Entgegenkommen der Gewerkschaft Constantin auch die genau auf der Grenze zwischen Bochum und Herne liegende„Herner Mark“, jetzt Constantiner Wald genannt, jetzt doch noch der Oeffentlichkeit zurückgegeben und von ihr gleichzeitig noch gerettet werden soll, was gerettet werden kann. Auch für die unmittelbar an den Wald grenzenden, einst rein ländlichen, heute aber sehr stark induSt. Martin komml wieder. Auf stolzem Schimmel mit glänzendem Gefolge. vergangenen Jahre gaben wir an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck, daß der von der Christkönigsgemeinde unter der rührigen Leitung des hochw. Herrn P. Innozenz unternommene Versuch eines Martinszuges in Bochum ein Erfolg werden möchte und auch ein Beispiel für die kommenden Jahre setzen würde. Der Erfolg des Martinsfestes, im vergangenen Jahre hat bekanntlich selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Nun sind seit Wochen wieder Vorbereitungen im Gange für den Martinszug dieses Jahres Am 11. November, nachmittags gegen 17,30 Uhr, bei anbrechender Dunkelheit, wird der große Heilige der Jugend wieder seinen Einzug auf seinem stolzen Schimmel mit seinem glänzend gerüsteten Knappen im Gefolge in Christkönig halten. Wieder werden wie im vergangenen Jahre die frohen Martinslieder:„Laßt uns froh und munter sein, Heut ist Martinsabend da“ und das alte„St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ erklingen. Eine frohe Erwartung hat sich bereits der Pfarrjugend bemächtigt, die eifrig mit der Herstellung der Laternen aus Buntpapier für den Martinszug beschäftigt ist denn es werden genau wie im vergangenen Jahre nur selbstgefertigte Noch nicht ausgestorben. Aatholische Aunst in der Gemäldegaleriel Mittwoch, den 7. November, abends 8 Uhr, in der Verwaltungsakademie Vortras Dr. Noff. Duisburg: „Entwicklung des katfi. Kirchenraumes in den großen Stifepocien“ 3OCHUMER MOSAIK Eines recht wissen und ausüben, gibt höhere Bildung als Halbheit im Hundertfältigen. Goethe * Der Sternhimmel Um 22 Uhr(Anfangs 23 Uhr, im November. Ende des Monats 21 Uhr. hat der Sternhimmel seine ganze Pracht entfaltet. Lassen wir den Blick die Milchstraße entlang schweifen: im Osten steigen das Zwillingspaar Kastor und Pollug, den nahenden Winter verkündend, empor schon weiter oben steht der Fuhrmann— ein Fünfeck mit der hellen Kapella, der Stier mit dem roten Algebaran inmitten der Hyaden, und über das Häuschen des Siebengestirns(der Plejaden) führt uns der Weg zu Perseus und Kassiopeia, die mit der Andromeda den Zenit beherrschen. Im Abstieg gegen Westen finden wir das ausgedehnte Kreuz des Schwans, die Leier mit Wega und ganz unten am Horizont rüstet sich Atair zum Untergang Ein Sternpaar südlich der Andromeda zwischen Ster dem Viereck des Pegasus bildet das Tierkreisbilt des Widders. Darunter leuchten schwach die zahlreichen Sterne der Fische und des Walfisches. Tlef im Norden, aber bereits im Anstieg begriffen, glänzen die Sterne des Großen Bären. Nach Mitternacht entfaltet sich die ganze Schönheit der Winterbilder. Orion prangt majestätisch im Süden, links unter ihm der hellste aller Sterne Sirius, gen Osten zu Prokyon und gerade aufgehend der Löwe, unter dessen Hauptstern Regulus, der Planet Mars, in seinem roten Licht erstrahlt. Vom 10. November etwa an erscheinen in der Morgendämmerung im Südosten Juviter und Merkur. Jupiter übernimmt für die nächsten Monate die Rolle des Morgensterns und geht Ende November bereits 2½ Stunden vor der Sonne auf. Venus ist unsichtbar. In seinem monatlichen Lauf durch den Tierkreis begrüßt der Mond jedesmal die verschiedenen Sterne und Planeten. Die schänsten dieser Begegnungen seien kurz mitgeteilt: Am 1. November weilt der Mond bei Regulus am 2. bei Mars am 14. bei Saturn, am 22. bei Aldebaran im Stier, am 25. bei den Zwillingen und am 28. wieder bei Regulus. Die Mondphasen: Am 7. ist Neumond am 14. erstes Viertel, am 21. Vollmond, am 29. letztes Viertel. Die Fußboden= Die Fußbodenpflege gibt ständig pflege. die Möglichkeit Rohstoffe zu verschwenden. Handelt es sich beispielsweise um gebohnerte Parkett= oder Linoleumfußboden, dann ist gerade hier die Möglichkeit zu einer Vergeudung verhältnismäßig teurer Rahnermachse gegeben Beim Bohnern von Fußböden gilt das Gleiche wie bei der Wäsche: Viel Bohnerwachs macht nicht blanker und schöner. Es ist oft nur ein Mindestmaß von Bohnerwachs aufzutragen, um einen guten und glänzenden Wachsüberzug über das Linoleum oder den Parkett= oder Stabfußboden zu erzielen. Wird Bohnerwachs mit den Händen aufgerieben, so ist oft eine seine Verteilung der Wachsmasse in wirtschaftlichem Maße kaum möglich, weil die Arbeit einmal in unbequemer Stellung erledigt wird und zum anderen der zum Einreiben erforderliche Druck nicht immer ausgeübt wird oder ausgeübt werden kann. Betrachtet man einmal eine auf diese Weise unzweckmäßig eingewachste Fußbodenoberfläche mit optischen Hilfsmitteln(starke Lupe oder Spezialmikroskop), dann stellt sich ein für den Beschauer oft erstaunliches Bild heraus. Man sieht auf dem Bild ein nur unvollkommen ausgestrichene Wachsmenge, die sich nach dem Verflüchtigen der Lösemittel(Terpentinöl u. dergl) zu groben Körnern und Brocken zusammenballt. Bei dem darauffolgenden Polieren(Bohnern) des Fußbodens ergibt sich dann ein völlig ungenügender Glanz und eine, wenn auch nur mikroskovisch große Unebenheit des Wachsüberzuges, der dem Fußboden ein stumpfes Aussehen verleiht und einen großen Schmutzfänger bildet. Verreibt man aber die Wachsmenge mit einem neuzeitlichen Einwachsgerät, das die Möglichkeit automatischer Zuführung geringer Wachsmengen bietet, dann ergibt sich sofort unter dem Mikroskop ein ganz anderes Bild. Es zeigt sich die nicht nur Arbeit=, sondern auch materialsparende Art dieser Geräteanwendung. * Die Matten ein„Rattenschäden? Rattenbegefährlicher Feind. kämpfung? Wegen dem wenigen. was so eine Ratte frißt?“ Irre dich nicht! Freilich frißt die einzelne Ratte im Tag nur für etwa zwei Pfennige. Aber hundert Ratten— du hast vielleicht mehrere hundert, wenn du es auch nicht weißt in deinem Anwesen oder sie kommen aus der Nachbarschaft zu der auf Besuch. Hundert Ratten fressen im Jahr Lebens= und Futtermittel oder dergleichen im Wert von mindestens 450 RM. Dazu zerstören sie vielleicht noch das Doppelte und Dreifache durch Beschmutzen. Zernagen, Unterwüblen usw. Und wenn dir ein oder mehrere Stück Vieh an Maul= und Klauenseuche eingehen, so war öfter, als du es ahnst. eine Ratte der Ueberträger dieser tödlichen Krankheit. Darum müssen diese frechen gefräßigen sich zahllos vermehrenden Nager auf das äußerste bekampft werden. Die Bäuerliche Werkschule eröffnet ihren 10. Lehrgang. Im Rahmen einer Feier eröffnete die Bäuerliche Werkschule gestern das Schulfahr 1931 35 und ihren 10. Lehrgona. Im Vortragssaal der Schule hatten sich die Schüler vollzählig, dazu eine größere Zahl Eltern und eine Reihe von Ehrengästen, vor allem die Vertreter der Orts= und Kreisbauernschaft eingefunden. Pa. Fohr. der Abteilungsleiter der Hauptabteilung 1 der Kreisbauernschaft beschäftigte sich nach einer kurzen Begrüßung die vor allem dem Vertreter der Stadt. Stadtrat Stumpf galt, mit den grundlegenden Wandlungen, die das Bauerntum seit der national ozialistischen Revolution durchgemacht habe. Es sei schon viel erreicht, mehr noch müsse getan werden. Wichtig sei vor allem die Schulung der Jungbauern, die weltanschauliche sowohl. wie auch die sachliche, damit jeder Bauer seinen Hof so bewirtschaftet, daß er zu seinem Teil mithilft, die Ernährung des deutschen Volkes sicher zu stellen. Es sei aus diesem Grunde auch durchaus angebracht. wenn nicht nur Söhne von Bauern, sondern auch Söhne der Siedler und andere junge Leute, die in der Landwirtschaft ihre Existenz suchen wollen, diele landwirtschaftliche Schule in Bochum be'uchen. Der Direktor Schulte=Baukloh sprach im folgenden Vortrag kurz über die Geschichte des landwirtschaftlichen Schulungswesens und vor allem über die Bochumer Schule, die im Jahre 1925 gegründet. trotz mancher Schwierigkeiten eine glänzende Entwicklung genommen habe, der gerade in underer Zeit erhöhte Bedeutung zukomme Dem deutschen Bauerntum ist die doppelte Aufgabe zugefallen, einmal die Nahrungsfreiheit und damit die Voraussetzung für die politische Freiheit zu schaffen und zum anderen Lebensquell zu sein für unser Volk. das in Gefahr gewesen ist zu verstädtern und auszusterben. Wenn das Bauerntum diese Aufgabe erfüllen will, wenn jeder Bauer— und das ist die erste Voraussetzung dazu— seinen Hof ordnungsmäßig bewirtschaften will wie es das Erbhofgesetz vorschreibt, dann ist es unumgänglich notwendig daß er auch etwas von seiner Arbeit versteht, daß er vor allem das geistige Rüstzeug mitbringt, das gerade der bäuerliche Beruf erfordert Man ist gewohnt, von jedem Handwerker einen Nachweis über seine Fähigkeiten zu verlangen. Es werde nicht mehr allzu lange dauern. daß auch der Jungbauer in ähnlicher Weise Können und Fähigkeiten beweisen muß. Zum Schluß umriß der Direktor in einigen Zügen den neuen Lehrplan der Schule, der neben der praktischen und theoretischen Schulung, die weltanschauliche gebührend berücksichtigt Als Vertreter des Oberbürgermeisters hieß Stadtrat Stumpf die neuen Schüler herzlich willkommen. Er betonte, daß die Stadt an dieser Schule stets besonderes Interesse gehabt habe. Vor allen Dingen dürfe man erfreut sein über die aute Entwicklung dieser Einrichtung. an deren Gründung man vor 10 Jahren nicht mit allzu großem Optimismus herangegangen sei. Den Schülern möge die Schule die Fertigkeiten und die geistigen und seelischen Grundlagen liefern, damit sie einmal tüchtige Bauern werden. Das Sieg=Heil auf den Führer beschloß die Feier. Am 10 Lehrgang der bäuerlichen Werkschule werden 67 Schüler teilnehmen. Möge die Schule auch in diesem Lehrgang wieder ihre legensreiche Wirksamkeit entfalten zum Wohle des deutschen Bauern tums. zum Wohle auch des gesamten deutschen Volkes. Aus dem lullurellen Leben. Fröhliche Fahrt. Hallo, ballo, ihr Freunde. Nun fahr' ich in die Welt! Mein Kompaß ist auf frischen Mut Und frohen Sinn gestellt. Mir ist zu enge worden Der Häuser dumpfe Haft, Es hat die goldene Sonne mich Verlockt zur Wanderschaft. Den grünen Bruch am Hute. Den Krückstock in der Hand. So wand're ich mit leichtem Schritt Vergnügt ins weite Land. Es drückt mein Reisebündel Den Rücken mir nicht wund, Mein guter Reisekamerad Ist Jobs, mein treuer Hund Seht, wie er fröhlich wedelt! Hört, wie er lustig bellt! Juchhei, die Sonne strahlt und lacht, Wir fahren in die Welt! W Oschmann. Bochum. Die Enkführung aus dem Serail. Komische Oper von W. A. Mozart. Aufführung im Stadttheater Bochum. Seit längeren Jahren hatten wir Mozarts reizendes Bühnenwerk„Die Entführung aus dem Serail“ in Bochum nicht mehr gehört und es war für unsere Theatergemeinde eine besondere Freude, als diese köstliche Oper wieder auf dem Spielplan stand. Eine fabelhafte Aufmachung! Wie ein orientalisches Märchen! Nicht einfach orientalisch-islamitische Formen in realistischem Sinne, sondern ein sublimierter Ausdruck dieser Sphäre. Frei von aller naturgebundenen Schwere, leicht und durchsichtig errichtet, stand das phantastisch seltsame Landhaus des Bassa da, das auch bühnentechnisch die besten Dienste leistete. Die Figuren waren zum Teil ganz unwirklich, wie der Baum mit seinen ansehnlichen Früchten und die riesenhaften Blätter und Fruchtbildungen am Boden, wie sie ebenfalls nur im Märchenland mit ewigem Sonnenglanz vorkommen. So konnte denn auch die komische Seite der leichten Handlung, die vornehmlich in Osmin dominiert, rückhaltlos ausgeformt und oft zur Groteske gesteigert werden, ohne daß sie darum mit der ernsten Realistik, die in Selim, Belmonte und Konstanze ihren Ausdruck findet, in Widerspruch geriet, Mittels der Drehbühne wurden die verschiedenen Stellen des Schauplatzes ohne Unterbrechung leicht in die günstigste Lage gerückt. Eine solche Inszenierung stellte Rudolf Scheel das glänzendste Zeugnis aus, nicht minder auch seiner Spielleitung, die ebenfalls reich an originellen und wirkungsvollen Einfallen war. was der humoristischen Seite der Aufführung brillant zustatten kam. Man denke nur an die Szene Osmin— Pedrillo. Glücklich war auch die Einlage des allbekannten türkischen Marsches (in der orchestralen Gewandung von W. Ladwig) zur Verfolgungssgene, wodurch der orientalisch=märchenhafte Charakter in graziösester Form akzentuiert wurde. Der Bewegungschor unter Leitung von Ernst Uthoff gab der Szene ebenfalls eine reizvolle exotische Note Am Pult saß Otto Volkmann=Essen. Mit sicherer Einfublung gab er der Partitur glühendes Leben und beschwingten Rhythmus mit, ganz wie es dem echten Mozart=Gei't entspricht. Orchester und Bühnengesang— beide hielt er fest in der Hand— reagierte aufs genaueste auf jedes Zeichen und somit kam eine Lebendigkeit und Geschlossenheit, verbunden mit größter Präzision beraus, wie man es nicht allzu oft hört. Die Oper stellt gesanglich keine gerin gen Anforderungen, ganz abgesehen davon, daß Mozart ohnehin schon besonders schwierig in der führung ist. Den alten Osmin sang Robert don der Linde mit seinem mächtigen volltönenden Baß; die komische, bis zur Groteske gebende Darstel lung gelang ihm ebenfallt glänzend. Dafür wurde ihm auch Beifall bei offener Szene zuteil. Nicht minder brillierte Leonbard Kissemann als Pedrillo stimmlich und darstellerisch, den Zorn Osmins oft mit derber Komik, wie sie zu der Osmins paßte. parodierend. Szenen ergötzlichen Humors waren es. die beide besonders im ersten Akt entwickelten. Die Rolle der Konstanze war Grete Siegert vorbehal. ten. Neben der gesanglich schwierigen Aufgabe gelang ihr eine verinnerlichte Darstellung. Annie Kamp hausens Blonde, stimmlich in bester Form, gewann besonders durch die reizende Schelmerei und Liebenswürdigkeit ihres Spiels. Auch Gustav Weitenhillers Belmonte war in jeder Hinsicht eine eindrucksvolle Leistung. Dem reichen Bassa Selim gab Willi Nings selbstbewußte Würde und hochherzige Güte in überzeugender Einheit mit. Das Publikum dankte mit begeistertem Beifall. Die Träger der Hauptrollen, sowie Otto Volkmann und Rudolf Scheel mußten immer wieder hervortreten. Dr. B. Der Zigennerbaron. Operette von Johann Strauß. Bochum, den 4. November 1934. Diese Operette, neben der„Fledermaus“ die kostbarste und buntfarbigste Perle dieser dramatischen Gattung, hatte wieder einen glänzenden Erfolg, das Haus war ausverkauft. Sie erschien noch in der alten Aufmachung von Karl Siebold", die aber noch nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Die Spielleitung war Hans Schlote anvertraut und für die musikalische Leitung zeichnete Richard Hillenbrand. Er dirigierte mit Temperament und Feuer, die Ouvertüre stieg mit zündender, hinreißender Kraft und wurde mit begeistertem Beifall belohnt.— Den Barinkay stellte Gustav Weitenhiller mit fein abgewogenem Spiel dar Gertrude Joachim war ihm als Saffi in jeder Hinsicht eine glückliche Partnerin. Ihr Sopran ist zwar nicht von überragendem Format, aber von angenehmem Klang und sehr sorgfältig kultiviert Beider Duett„Wer hat uns getraut?“ mußte auf stürmischen Applaus wiederholt werden, ebenso das Terzett, das sie mit Else Dr'll-Pfafi(Cipra) sangen. Heinrich Löffler war ein Zsupan, wie er an grotesker Komik und stimmlich nichts zu wünschen übrig ließ. Gleiches gilt von Leonhard Kistemann als Ottokar. Annie Kamphausen verlieh ihrer Arsena bei gesanglicher Vollendung schalkhaften, übermütigen Humor und se mußte sie ihr Lied im dritten Akt wiederholen. Anni Kindlinas Mirabella war ebenfalls eine prächtige humoristische Leistung, Konrad Mecker wertete die Tragikomik des Carnero bei feiner Maßhaltung vorzüglich aus. Für die heitere Grundstimmung des Homonay, gemildert durch das Alter. fand Willi Krinas den rechten Ton, auch stimmlich schnitt er gut ab. Auch die Mitwirkung der Nebenfiguren, der Chöre unter Dr. Paul Strüvers und der Tänze unter Ernst Uthoffs Leitung verdient anerkennend hervorgehoben zu werden.— Die vorzügliche Aufführung fand lebhaften Beifall. Dr. B. * Die in ihrer Eigenart überaus reizvolle Komodie Hjalmar Beramans„Seiner Gnaden Testament“ füllt den heutigen Abend von 20 Uhr bis 22.15 Uhr aus. Die NS.=Kulturgemeinde(Serie B) nimmt daran teil; frei verkäufliche Karten sind in guter Auswahl vorbanden. Mittwoch: die erste Wiederholung der erlesenen Mozart=Oper„Die Entfübrung aus dem Serail“(Vormiete C— Nichwormieter). Donnerstag:„Der Richter von Zalamea“ im Rahmen der Vormiete A. Mit dem beutigen Tage setzt der Vorverkauf ein zu Schillers Wallenstein“ am Freitag(Roter Ring). Amalie Merz-Tunner, eite in ganz Deutschland besonders geschätzte Sängerin wird am kommenden Donnerstag dem 8. November, abends 8 Uhr, im Ernst=Moritz=Arndt=Haus. Bochum, einen Lieder=Abend im Rabmen der städtischen Kammer=Konzerte bestreiten Die Künstlerin singt folgende Lieder: Der Wachtelschlag. An die Hoffnung Wonne der Webmut Lied aus der Ferne von Ludwig van Beethoven; Gannmed An den Mond, Der Jüngling und der Tod. Auflösung von Franz Schubert: Marienlieder op. 52 a von Hermann Zilcher mit Begleitung eines Streichauartetts. Es wirken mit: Das Treichler=Quartetl und Arno Schütze Clavier).— Karten in den Preislagen von 75 bis 1.50 Mark sind an der Konzertkasse im Stadtbeater sowie in den Vorverkaufsstellen Musikalienhandlung Häßler. Kortumstraße. Verkebreverein Rathausplatz. und Musikhaus Marks Kortumstraße erhältlich. Für Mitglieder der NS-Kulturgemeinde it die Kartenausgabe in der Geschäftsstelle LuegRegen wieder wahrscheinlich. Begünstigt durch den Zustrom sehr milder Luft. vertiefte sich der gestern westlich von Südnorwegen liegende Störungskern bei weiterer Verlagerung nach der Nordsee. Durch ihn sowie durch einen anderen Wirbel, der vor der Nordwestspitze der Pyrenäenhalbinsel liegt, werden bis in große Höhen Warmluftmassen aus südlicheren Breiten nordwärts gesangt In ihrem Bereiche konnten die Temperaturen über dem westlichen Mitteleuropa allgemein ansteigen. In Westdeutschland erreichten sie heute morgen bereits um 6 Grad höhere Werte als gestern. Die deutschen Boge die gestern allgemein Frost verzeichneten, melden heute mit Ausnahme der Zugspitze. Temperaturen über den Gefrierpunkt. Beim Auftreffen der Warmluft auf die alte arktische Kaltluft fällt über Dänemark und dem südlichen Skandinavien verbreitet Regen, in weiter nördlicheren Bezirken allgemein Schnee. Ueber Mitteleuropa dagegen sinken die Luftmassen vielfach zusammen, so daß sich hier noch keine stärkere Wolkendecke bilden konnte. Ueber Westdeutschland ist jedoch zunenmende Eintrübung und später auch strichweise Niederschlag zu erwarten. Dienstag: Auffrischende südliche bis füdwestliche Winde. Vielfach stärkere Bewölkung und vereinzelt etwas Niederschlag. Weiterhin sehr mild. Mittwoch: Noch unbeständig mit zeitweiligem Regen Temperaturen langsam zurückgehend Haus, Kortumstraße. Schülerkarten zu 50 und 75 Pig. sind nur an der Konzertkasse gegen Vorlegung eines entsprechendn Autweises zu haben. Für die 8 Kammer=Konzerte stehen noch Dauerkarten zum Preise von 4.—. 6.— und 8.— Mark an der Konzertkasse zur Verfügung. Vorbestellungen werden unter Nr. 68651 entgegengenommen. Auto sfürzt drei Meter hohen Abhang hinunter. Am Montag nachmittag stürzte ein DKW.=Wagen kurz vor dem Auslauf der Verbandsstraße auf die Wattenscheider Straße auf Bochumer Gebiet die drei Meter tiefe Böschung hinunter. Der Fohrer der in Dortmund wohnt, wollte einen anderen Personenwagen überholen. Da dieser jedoch die kurze Verbindungsstraße nach links einbog, um nach Bochum zu fahren, mußte der überholende Wagen derart stark bremsen, daß das rechte Hinterrad mit voller Wucht vor den Bordstein geriet und dabei abbrach. Dadurch bekam der Wagen Uebergewicht nach rechts und stürzte die Böschung hinab. Glücklicherweise kam der Fahrer nur mit einigen kleinen Schrammen davon. * An der Ecke Bessemer= und Alleestraße ereignete sich gestern abend ein folgenderschwerer Unfall. Ein älterer Herr Dr. wollte die Alleestraße überqueren, als er in ein aus Richtung Essen kommendes Auto hineinlief. Er wurde von einem Kotflügel erfaßt und gegen den Bürgersteig geschleudert, wo er besinnungslos liegen blieb. Man schaffte ihn zunächst in die Glockenapotbeke, wo ihm die erste Hilfe zuteil wurde. Mit einer schweren Kopfverletzung wurde er dem Augusta=Krankenhaus zugeführt. Auf der Josefinenstraße stürzte ein Kraftrad beim Ausweichen vor einem anderen Kraftrad um. Ein im Beiwagen sitzender Insasse trug hierbei leichte Hautabschürfungen an den Händen und am Kopf davon. Das Kraftrad mit Beiwagen wurde leicht beschädigt. * Am gleichen Tage stießen auf der Kortum=. Ecke Brückstraße zwei Radfahrer zusammen. Ein Fahrrad wurde leicht beschädigt. * Auf der Kortumstraße. in Höhe des Hauses Nr. 86. erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Personenkraftwagen. Das Fahrrad wurde schwer beschädigt. * Auf dem Löbkerring. in der Nähe des Schlachthofes. erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Kleinkraftrad und einem Personenkraftwagen. Der Führer des Kleinkraftrades erlitt hierbei Verletzungen am linken Auge und Backenknochen. Seine. auf dem Soziussitz befindliche Chefrau trug eine leichte Kopfwunde davon. Beide Personen wurden auf Veranlassung eines Arztes in das Elisabethkrankenhaus eingeliefert. Der Führer des Personenkraftwagens wurde leicht verletzt. Das Kleinkraftrad wurde schwer beschädigt und abgeschleppt. * An der Ecke Gersteinring und Heideller Straße erfolgte ein Zusammenstoß zwischen drei Personenkraftwagen. Hierbei wurde ein Kraftwagenführer und ein Insasse eines Personenkraftwagens leicht verletzt. Zwei Personenkraftwagen wurden leicht und ein Personenkraftwagen schwer beschädigt. Letzterer mußte abgeschleypt werden. Auf der Wittener Straße stürzte ein 15 jahriger Gärtnerlehrling mit seinem Fahrrade und zog sich hierbei einen Beckenbruch zu. Er wurde dem Augustakrankenhaus zugeführt * Am 2. 11. 34 wurde auf der Allee=, Ecke Wattenscheider Straße, eine Ebefrau und ihre zwei Jahre alte Tochter von einem Lieferwagen angefahren und leicht verletzt. Nach erster Hilfeleistung durch einen Arzt konnten die Verletzten ihre Wohnung aufsuchen. )( Gesellenprüfung. Frl. Maria Wiegand bestand ihre Gehilfinnenprüfung in der Knavenschneiderei mit„Gut“. Sie lernte bei Frl. Helene Teiwes, Spichernstraße 25a. Schneidermeisterin für Knabengarderobe. NIVEA Aus Westdeukschland Früherer kommunistischer Abgeordneter vor dem Volksgericht Funktionär Johannes Fladung aus Düfseldorf— 2½ Jahre Zuchthau Generalsekretär Franz Weber* Düsseldorf, 5. Nov. Heute morgen starb im Alter von 58 Jahren der Generalsekretär des Augustinus=Vereins zur Pflege des katholischen Schrifttumo, Franz Weber. Der Augustinusverein zur Pflege des katholischen Schrifttums hat durch den Tod seines Generalsekretärs Franz Weber einen schweren Verlust erlitten, der für die Mehrzahl seiner Mitglieder zugleich den Verlust eines liebwerten Freundes bedeutet. Allzufrüh nach wenschlichem Ermessen hat Gottes unerforschlicher Ratsun dem Leben dieses bis vor wenigen Monaten noch außerordentlich rüstigen, dann jedoch von einer schweren Krankheit heimgesuchten Mannes ein Ende gesetzt. Wer ihn in letzter Zeit sah— körperlich nur noch ein Schatten seiner selbst, geistig und in seinem Weien aber nach wie vor der alte— mußte von der 7 bitteren Ahnung erfüllt sein, daß die Uhr dieses charaktervollen, durch und durch katholischen Menschen dem Ablauf nahe war. Und seine engeren Freunde wußten, daß ärztliche Kunst dieses bittere Schicksal nicht meyr abzuwehren vermochte. In der Frühe des Montag hat Franz Weber die Augen für immer geschlossen. Der Verstorbene, am 17. Mai 1876 in Krefeld geboren, war, bevor er die Geschäftsführung des Augustinusvereins übernahm, im journalistischen Berufe tätig, dessen Anforderungen er durch seine geistige Veranlagung, Gewissenhaftigkeit und taktvolle Art, durch sein Wissen und seine stilistische Gewandtheit im vollen Maße gerecht wurde. Er war zunächst in Krefeld bei der„Niederrheinischen Volkszeitung“ tätig, dann bei der„Niederrheinischen Landeszeitung“ in (beldern. 14 Jahre leitete er darauf den lokalen Teil der„Germania“ in Berlin, bis er 1920 an den Niederrhein zurückkehrte, um zunächst die Lokal= und dann die Hauptschriftleitung des„Düsseldorfer Tageblatt“ zu übernehmen. In den schlimmsten Jahren, die Düsseldorf in der Nachkriegszeit erlebt hat, in der Zeit der französischen Besatzung und des Separatistenwirrwarr, stand Franz Weber da als deutscher Publizist an verantwortungsvollster Stelle. Furchtlos und treu trat er in seiner Zeitung für die deutschen Belange ein und erfüllte aufs beste die damals durch die gegebenen Verhältnisse besonders schwierigen Aufgaben seines Berufes. Nach fünfjähriger Tätigkeit schied er von diesem Posten. Er arbeitete dann— es war die Zeit, da die Gesolei vorbereitet und durchgeführt wurde— im städtischen Presse= und Verkehrsamt in Düsseldorf und im August 1927 wurde er nach dem Tode des Generalsekretärs Dr. Paul Weilbächer zu dessen Nachfolger von der Leitung des Augustinusvereins berufen. Wo Franz Weber tätig war, da hat er seinen Mann gestanden. Er war ein vollblütiger Journalist und ein umsichtiger, geschickter Geschäftsführer des Augustinusvereins und seiner Einrichtungen. Mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit diente er dessen Interessen; er war ein Mann, der allgemein besonderes Vertrauen genoß und der sich dieses Vertrauens stets würdig gezeigt hat. Seine organisatorischen Fähigkeiten und seine reichen Erfahrungen im katholischen Schrifttum kamen dem Verein und seinen Mitgliedern ebenso zu Nutzen wie sein Wissen um die verlegerischen und schriftstellerischen Belange. Hinzu kam, daß ihn seine persönliche Liebenswürdigkeit zur Verhandlungsführung jeder Art besonders befähigte und daß ihm die Natur den fröhlichen rheinischen Sinn mit auf den Lebensweg gegeben hatte. Auch ganz allgemein hatten die berufsständischen Bestrebungen der deutschen Journalisten an Franz Weber einen starken Förderer. Innerhalb des Verbandes der deutschen, namentlich aber der rheinisch=westfälischen Presse spielte er eine bedeutende Rolle. Der Düsseldorfer Presseverein übertrug ihm wichtige Aemter und wählte ihn seinerzeit zum 1. Vorsitzenden. Weber hatte insbesondere auch ein feines Gefühl für junge journalistische Talente, um deren Weiterbildung und Unterbringung er dauernd besorgt blieb. Viele zu Ansehen gekommene Schriftleiter verdanken ihm die Möglichkeit zu fruchtbarer und verantwortungsreicher Tätigkeit. So kam es, daß Franz Weber wohl kaum einen Feind hatte, daß aber sehr viele Freunde trauernd an seiner Bahre stehen. Wer ihn gekannt hat, wer ein Wirken als Schriftleiter und Generalsekretär des Augustinusvereins, um den er sich hochverdient gemacht hat, hat beobachten können, wird ihm über sein Grab hinaus ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. R. I. P. DNB. Berlin, 5. Nov. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Vergehens gegen das Gesetz gegen Neubildung von Parteien verurteilte das Volksgericht heute den 3jährigen leitenden KPDFunktionär Johannes Fladung zu 2½ Jah ren Zuchthaus.— Der Angeklagte, der seit ihrer Gründung Mitglied der KPD ist, gehörte bis zur nationalen Erhebung dem Preußischen Landtag als kommunistischer Abgeordneter an und war außerdem Stadtverordneter in Düsseldorf. Dort hat Fladung Anfang 1933 die hochverräte rische Druckschrift„Der Revolutionär“ herausge geben, die die Revolutionierung der Massen zum Zwecke der Vorbereitung des gewaltsamen Umstur zes fördern sollte. Bei einer Haussuchung im Parteibüro der Bezirksleitung Niederrhein in Tüisseldorf, deren Mitglied der Angeklagte gleich falls war, wurden am 23. Februar 1933 auf seinem Schreibtisch 21 an die Unterbezirks=Agitprop=Leiter adressierte Briefumschläge gesunden, in denen sich hochverräterisches Propagandamaterial befand. Außerdem lagen auf dem Tische des Angeklagten A Stück der illegalen Schrift„Sowjetrussische Deutsche sprengen die Ketten des Young=Plans“. Da sich Fladung in Düsseldorf nicht mehr sicher ühlte, siedelte er Anfang März nach Wuppertal über und arbeitete wie in Nemscheid unter dem Hörter, 5. Nov. Das dem Grafen Bocholtz Asseburg gehörige Schloß Hinnenburg bei Brakel im Kreise Hörter, ein auf einer Anhöhe gelegener großer dreistöckiger Bau, ist durch Feuer zum Teil zerstört worden. Es wurde in letzter Zeit in Abwesenheit des Besitzers nur vom Oberförster und seiner Frau bewohnt, die kurz nach Mitternacht Vrandgeruch bemerkten. Sie stellten fest, daß im Treppenhaus Feuer ausgebrochen war. Der Brand griff rasch auf den Südflügel des Schlosses über. Die Feuerwehren aus Brakel, Hörter und Holzminden konnten schließlich das Feuer in den frühen Morgenstunden löschen. Wer die Hinnenburg einmal besuchte, kennt die prächtige Ausstattung, die Holztäfelung in den großen Beralungen des Hausbesitzes von Rheinland und Westfalen Die führenden Mitglieder der'rheinisch=west fälischen Haus= und Grundbesitzer=Vereine traten in Düsseldorf zu einer wichtigen Sitzung zusammen, um das steuerliche Gesetzgebungswerk vom 16. Oktober 1W4 eingehend zu beraten. Zum ersten Male sollen nunmehr nationalsozialistische Grundsätze auch auf das Steuerrecht Anwendung finden. Hierzu gehört die Hervorhebung des Wertes der Einzelpersönlichkeit durch besondere steuerliche Behandlung der Kapitalgesellschaften, sowie weitgehendster Ausbau der Familienermäßigungen zwecks Förderung der kinderreichen Familien. Das Gesamtaufkommen an Steuern wird sich nach dem neuen Gesetzgebungswerk um insgesamt 320 Millionen Mark senken. Eine allgemeine Ermäßigung der Steuersätze war mit Rücksicht auf die starke Vorbelastung des Reichshaushalts aus früheren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (Reichszuschüssen, Steuergutscheinen usw.) nicht möglich. Gleichzeitig sind wir dem Ziele einer Steuervereinfachung näher gekommen. Dies zeigt besonders das neue Einkommensteuergesetz, dessen Tarif neben der bisherigen Ehestandsbeihilfe auch die Arbeitslosenhilfe erfaßt. Eine wichtige Rolle spielt die zukünftige Einheitsbewertung, die bei bebauten Grundstücken eine Besteuerung nach dem Er tragswerte vorsieht, während bei unbebauten Grundstücken der gemeine Wert maßgebend ist. Der Haus besitz erstrebt eine gerechte Bewertung, die weder zu hoch, noch zu niedrig ist und die dem Prinzip der Steuergerechtigkeit entspricht. Leider hat sich seine Lage noch nicht so gebessert, daß man auf Schutzmaßnahmen verzichten konnte. Aus diesem Grunde ist es unbedingt notwendig, die Hypothekenschutzbestimmungen vorläufig um ein weiteres Jahr zu verlängern, da sonst Rückwirkun gen auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung unausbleiblich wären. Aus dem gleichen Grunde munten die Vollstreckungsschutzbestimmungen durch das Gesetz vom 24. Oktober 1934 verlängert werden. Hingegen wurde die Vollstreckung in bewegliche Gegenstände gegenüber den bisherigen Bestimmungen erleichtert, da die Aussetzung der Versteigerungen von entsprechenden Ratenzahlungen abhängig gemacht werden soll und der Schuldner überhaupt nur dann mit einem Antrage gehört werden soll, wenn er ihn sofort nach erfolgter Pfändung stellt. Der Hausbesitz ist sich darüber im klaren, daß die Verlängerung der Bestimmungen über Kündigungs= und Vollstreckungsschutz nur eine Zwischenlösung darstellt, auf die er gerne verzichten will, wenn er durch Auflockerung des Kapitalmarktes, Zinssenkung, Steuerabbau usw. in die Lage versetzt wird, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Tödlicher Unfall beim Krähenschießen Salzkotten, 5. Nov. Die Landwirte Heinrich Timmermann und Johannes Willeke hantierten mit einem Revolver, mit dem sie Krähen schießen wollten. Plötzlich löste sich ein Schuß. Die Kugel durchschlug zunächst die Hand des Willeke und traf den gegenüberstehenden Timmermann in den Oberschenkel. Timmermann ist kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben, da die Kugel Der Revolver falschen Namen Diesing weiter an dem Wiederauf bau der KPD. Nach einem vorübergehenden An enthalt in Dortmund tauchte er Ende Oktober 1033 in Berlin auf, um hier Verbindung mit einem Spitzenfunktionär der KPD zu nehmen. In einem Lokal in der Krausenstraße traf er mit dem ihm durch ein verabredetes Zeichen Erkennbaren zusam rien, der ihn bei einem Genossen unterbrachte. In dessen Wohnung kam Fladung mit dem damaligen Reichskulturleiter des Zentralkomitees, Kacz mierczak, zusammen. Dieser hohe, unter dem Namen Vox arbeitende Funktionär diktierte ihm einen Brief, in dem die Neuorganisation und die Einteilung des Reichsgebiets in drei Kurier= und sieben Instrukteurbezirke bekanntgegeben wurde. Dieser Brief, den Fladung weiterbefördern sollte, fiel am nächsten Tage in die Hände der Polizei, als er am 9. Jannar zusammen mit dem früheren J Mitglied Schehr in einer Wohnung in der Gros beerenstraße hochverräterische Besprechungen ab hielt und bei dieser Gelegenheit verhaftet wurde. Das Gericht glaubte eine geringere Strafe als die vom Reichsanwalt höchstzulässige von drei Jahren Zuchthaus verhängen zu können mit Nück sicht darauf, daß der Angeklagte den Krieg mitge macht hat, zweimal verwundet und mit dem Es ausgezeichnet worden ist. Räumen und Saalbauten. Es läßt sich heute noch nicht sagen, wie viele Kunstschätze und=werte hier dem rasenden Element, das durch den Wind begünstigt wurde, zum Opfer gefallen sind. Die Hinnenburg liegt auf einer 282 Meter hohen Bergkuppe, in herrlichen Wald gebettet. Es ist einer der schönsten Punkte im Nethegau. Die Burg trägt das Bild des 17. bis 18. Jahrhunderts. Obgleich sie an sich ein älterer Bau ist, so überwiegt doch der Südflügel, der im 18. Jahrhundert ausgeführt ist, der sehr stark zerstört wurde. Besonders bekannt waren die herrlichen Stuckarbeiten der Säle und das große Eßgemach mit den Familienbildern und dem Wandschmuck sowie den graziösen, echten Rokokosinn verratenden ventianischen Gläsern. Aulo rennt gegen Straßenbahn Zwei Tote DNB Bielefeld, 5. Nov. In der Vorortgemeinde Brackwede fuhr in der Nacht zum Montag ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen mit unverminderter Geschwindigkeit auf einen Spätwagen der Bielefelder Straßenbahn. Der Zusammenstoß erfolgte mit einer ungeheuren Wucht, so daß das Anto von dem Straßenbahnwagen noch eine Strecke mitgeschleift wurde. Es blieb schließlich in völlig zertrümmertem Znstand liegen. Zwei Insassen, ein Zeitungsagent für ein Dortmunder Blatt, und ein Dentist kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben. Der dritte Insasse des Kraftwagens kam mit leichten Verletzungen davon. Zu Bürgermeistern berufen Düsseldorf, 5. Nov. Die Regierungspressestelle teilt mit: Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat im Einvernehmen mit der Gauleitung Essen die bisherigen kommissarischen Bürgermeister Mai in Emmerich und Sonnen in Homberg endgültig in ihre Aemter berufen. Die Diphtherie im Kreise Erkelenz Erkelenz, v. Nov. Die im Kreise Erkelenz in letzter Zeit sehr stark auftretende Diphtherie hat ein weiteres Todesopfer— das vierte in wenigen Tagen— gefordert. So starb jetzt im Linnicher Krankenhaus, wo noch eine Anzahl Kinder schwer erkrankt liegen, ein 11jähriges Mädchen. Die Schulen sind zur Zeit geschlossen und werden einer gründlichen Desinfektion unterzogen. Zum Verkehrsunglück bei Opladen Opladen, 5. Nov. Zu dem schweren Verkehrsunglück auf der Autoumgehungsstraße bei Opladen, wird noch gemeldet, daß der Last=Fernzug vorschriftsmäßig auf der rechten Seite der Fahrbahn anhielt, da der Fahrer einen Schaden am Motor beheben wollte. Wie der Personenwagen dennoch auf den Lastzug auffahren konnte, ist noch nicht geklärt. Der Führer des Lastzuges und der Beifahrer bemühten sich um die im Führersitz des verunglückten Personenantos eingeklemmten beiden Männer. Einer von diesen wurde bewußtlos aus dem Wagen herausgeholt. Er hatte eine Stirnnerletzung; wie die spätere Untersuchung durch den Arzt ergab, war ein Schädelbruch die Todesursache. Der zweite Wageninsasse wurde mit Kopfverletzungen in das Krankenhaus nach Leverkusen gebracht. Der Wagen selbst verbrannte zum größten Teil. Zum Glück konnte ein Ueberspringen des Feuers auf den Lastfernzug, der für etwa 150 000 Kunstseide geladen hatte, verhindert werden. Im Rhein ertrunken Siebzigjähriger Mann Nöln, 5. Nov. Bei Köln=Merkenich wurde aus dem Rhein die Leiche eines 70 Jahre alten Mannes aus Köln gelandet. Da der Greis an Schwindelanfällen litt, vermutet man, daß er bei einem Spaziergang am Rhein von einem Anfall betroffen wurde und dabei in den Rhein gesturzt ist Die Beisetzung des Verstorbenen findet am Freitagvormittag, 11 Uhr, in seiner Heimatstadt Krefeld auf eine Schlagader getroffen hatte. dem Neuen Friedhof statt. wurde polizeilich Großfeuer auf Schloß Hinnenburg bei Brakel Werlvolles Mobiliar und große Kunstschätze vernichtet Freifrau von Neuralh und Frau Cerruli Am 4. November 1934 veranstaltete der Tennisklub Rot=Weiß unter dem Protektorat der Freifrau von Neurath einen Wohltätigkeitstee, dessen Erlös dem Winterhilfswerk zufließt. Bild zeigt die Gattin des Reichsaußenministers Freifrau von Neurath und Frau Cerruti, die Gattin des italienischen Botschafters(links), beim Tee. Devisenschmuggler an der Landesgrenze gefaßt Herzogenrath, 5. Nov. Innerhalb von 24 Stunden wurden von hiesigen Zollbeamten drei Devisenschmuggler, die in Holland wohnen, an der Landesgrenze festgenommen. Eine Frau hatte 1330 Mark in ihren Kleidern eingenäht, während drei Männer über 200 Mark in ihren Strümpfen versteckt hatten. Neunjähriger Junge vom Lastauto überfahren Herzogenrath, 5. Nov. Montag mittag ereignete sich auf der Aachener Straße in Herzogenrath ein gräßlicher Unfall. Der neunjährige Emil Mülkers aus Bleyerheide(Holland) hatte sich an ein Lastauto angehängt, das noch einen Anhänger mitführte. Beim Versuch abzuspringen, muß der Junge wohl zu Fall gekommen sein. Ein Nad des Anhängers ging dem Knaben über den Kopf. Der Junge war sofort tot. Wilddieb als Einsiedler Hermeskeil(Hochwald), 5. Nov. Im Revier Wildenbruch bei Losheim traf der Pächter der Gemeindejagd einen älteren Mann an, der sich in einer Erdhöhle einen Aufenthaltsraum mitten in dichtem Waldgestrüpp geschaffen hatte. Der Jagdpächter übergab den Alten der Polizei, die feststellte, daß es sich um einen bekannten Wilddieb aus einem Nachbardorf handelte. Er war vor mehreren Jahren wegen Wilddieberei und versuchten Mordanschlages auf einen Förster zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden; wegen guter Führung in der Strafanstalt wurden ihm jedoch vier Jahre der Zuchthausstrafe im Gnadenwege erlassen. Bei der Untersuchung der Erdhöhle fand man zwei geladene Revolver und mehrere Meter Schlingendraht. An der Feuerstelle der Erdhöhle lag ein angebranntes Hirschgeweih. Der Horst=Wessel=Prozeß vor dem Reichsgericht Die Nevisionen im Prozeß wegen der Ermordung Horst Wessels als unbegründet verworfen DNB Leipzig, 5. Nov. Der Zweite Strafsenat des Reichsgerichts hat am Montag die Revisionen der im zweiten Horst=Wessel=Prozeß am 15. Juni vom Schwurgericht Berlin wegen Mordes zum Tode verurteilten Sally Epstein und Hans Ziegler entsprechend dem Antrag des Reichsanwalts als unbegründet verworfen. Die Todesurteile sind damit rechtskräftig geworden. Durch die Entscheidung des Senats ist auch das Urteil gegen den dritten Beschwerdeführer Peter Stoll, gegen den das Schwurgericht wegen Beihilfe zum Mord auf 7½ Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrenrechtsverlust erkannte, bestätigt worden. Deulsch=belgische Vereinbarung über Gastarbeitnehmer DNB Berlin, 5. Nov. Zwischen Vertretern der deutschen und der belgischen Regierung ist im Reichsarbeitsministerium in Berlin eine Vereinbarung über die gegenseitige Zulassung von Arbeitnehmern, die sich beruflich und sprachlich fortbilden wollen(Gastarbeitnehmer) getroffen worden. Nach dieser Vereinbarung werden jährlich 75 Angestellte oder Arbeiter bis zum Alter von 30 Jahren, und zwar 30 Angehörige des Hotelgewerbes und der Lebensmittelindustrie und 45 Angehörige der übrigen Berufe ohne Rücksicht auf die Lage des Arbeitsmarktes in beiden Ländern zum Zwecke der sprachlichen und beruflichen Fortbildung zugelassen. Die Vereinbarung tritt am 1. Januar 1935 in Kraft. Groß=Bochum meldet... Bochum-Hordel. th. Hohey Alter. Am gestrigen Tage konnte der Reichsinvalide Jakob Nottschero, wohnhaft Sechsbrüderstraße 65, seinen 76. Geburtstag feiern. Ueber 40 Jahre war er auf hiesigen Zechen als Bergmann tätig. Die„Volks=Zeitung“ wurde von ihm stets mit großer Vorliebe gelesen. Fünf Kinder und fünf Enkel beglückwünschten das Geburtstagskind, denen auch wir uns anschließen. Bochum-Hiltrop-Bergen. lu. Unfall unter Tage. Der Schlepper Walter Nohlmann aus der Schulteschen Heide war im Untertagebetrieb der Zeche Constantin 1=2 mit dem Vorschieben von Steinwagen beschäftigt. Hierbei wollte er einen Steinwagen zulegen, der sich aber infolge Aufstoßens eines anderen Wagens in Bewegung setzte. Mit argen Fingerverletzungen wurde P. dem Bergmannsheil zugeführt. Bochum-Gerthe. va. Einkehrtag der katholischen Männer. Am Sonntag hielten der katholische Arbeiterverein und der St. Josephsverein gemeinsam ihren Einkehrtag ab. der mit der gemeinschaftlichen Kommunion morgens in der Frühmesse würdig eingeleitet wurde. Am Nachmittage fand dann im Schwesternhause der eigentliche Einkehrtag statt, wobei Vikar Lange (Langendreer) drei religiöse Vorträge über die Themen:„Das Ideal der Ehe von Gott und Mensch aus gesehen",„Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern" und„Die letzte Heiligkeit der Ehe“ hielt. Die Vorträge gaben allen mancherlei geistige Anregung. In der Zwischenpause wurden die Teilnehmer mit Kafsee und Kuchen bewirtet. Der Einkehrtag fand mit einer Andacht in der Kapelle des Schwesternhauses seinen Abschluß. Bochum-Harpen. tl. Kaninchen= und Pelzschau. Der Kaninchenzuchtverein„Unsere Lieblinge“ veranstaltete am Samstag und Sonntag im Vereinslokal H. Krämer eine lokale Kaninchen= und Pelzwarenschau, bei der 53 Tiere allerhand Edelrassen zur Ausstellung gelangten. Den Siegerpreis erzielte H. Wehmeyer auf„Braunsilber“ mit 94 Punkten. Die 3 Ehren preise erhielten Papajewski, Jakob Eisenburger und Joh. Eisenburger S. g.(Jungtier) mit 94 Punkten. Die 1. Preise errangen Lenz, Wollenhaupt, Rosendahl, Mu. sial mit 94 Punkten. Die Gesamtleistung der Schau errang Züchter Marks. Bochum-Langendreer. rk. Kath. Knappen= und Arbeiterverein. Sonntag fand im Jugendheim die Monatsversammlung statt. Der erste Vorsitzende begrüßte besonders die Frauen der Mitglieder, die zu dieser Versammlung recht zahlreich erschienen waren. Zu Anfang der Versammlung gedachte man der Toten, für die man durch ein Gebet die Seelenruhe erflehte. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles ergriff Vikar Lange das Wort zu seinem Vortrag. Der Grundgedanke war:„Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“. An Hand eines Filmstreifens zeigte er den Erschienenen Augenblicksbilder, in denen der Mensch, ganz gleich, ob arm oder reich,, mitten aus seiner Lebenstätigkeit heraus dem Gevatter Tos zu folgen hat, mag er wollen oder nicht. Dankbar lauschten die Zuhörer den Worten des hochw. Herrn, der am Schluß der Versammlung den Erschienenen mitteilte, daß in Zukunft mehr als sonst die Frauen der Mitglieder zu den Versammlungen eingeladen würden, damit auch diese teilnehmen sollen an der geistigen Fortbildung des kath. Vereinslebens. ik Hubertusfeier der ehemaligen Jäger und Schützen. Nachdem der Verein ehem. Jäger und Schützen Langendreer=Werne vor kurzer Zeit ein Hubertusschießen abehalten halte, folgte am Samstag abend eine Hubertusfeier, die einen kameradschaftlichen Verlauf nahm. Nachdem der Vereinsführer die Erschienenen herzlichst begrüßt hatte, ließ er ein recht abwechslungsreiches Programm unter den zahlreich im Zentralhotel Mies Erschienenen eine fröhliche, kameradschaftliche Stimmung aufkommen. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung der Sieger im Hubertusschießen. ik Theaterabend. Am Sonntag abend veranstaltete der Theaterverein„Edelweiß“ einen Theaterabend im Saalbau„Zur Post“, der gut besetzt war. Zur Aufführung gelangte das Schauspiel„Forster's Sturmlied“ von Heinrich Houben, das aus der Zeit der deutschen Freiheitskämpfe einen klaren Ausschnitt gab. Mit dem Können der einzelnen Spieler konnte man vollauf zufrieden sein. Jubelfest des M6B.„Westfalia“. Am vergangenen Sonntag konnte der MGV.„Westfalia“ sein 45jähriges Bestehen feiern. Im Saal des Restaurants Kozicke wurde Samstag abend das Wiegenfest mit einer gemütlichen Feier eingeleitet. Mitglieder und Freunde hatten sich in stattlicher Anzahl eingefunden, auch Kreisführer Sondermann war erschienen, der vom Vorsitzenden Frank besonders begrüßt wurde. Worte herzlichen Dankes für 40jährige treue Mitgliedschaft und Mitarbeit sprach jener den Jubilaren Hermann Beste und Fritz Pitscher aus. Hierauf nahm Kreisführer Sondermann die Ehrung der Silberjubilare vor. Ein Ehrendiplom überreichte er den Mitgliedern Hermann Sander, Heinrich Meyer und Johann Bulle, denen er für ihre 25jährige Treue dankte. Ein abwechslungsreiches Programm wurde im Rahmen eines Freundschaftssingens abgewickelt. An diesem Singen beteiligten sich die MR.„Nachtigall“, Papenholz,„Arion",„Concordia“ Werne,„Glocke“ Kruckel,„Eintracht“ Wilhelmshöhe, die Gesangabteilung des Vereins deutscher Lokomotivführer und die Sängervereinigung Dortmund-Hombruch. Ihnen entbot Vereinsvorsitzender Frank ein herzliches Willkommen. Alsdann warteten die einzelnen Brudervereine mit köstlichen 47. Fortsetzung.) Der beach von neuem in eine Frut von Schimpfworton aus. Doch der Wind riß ihm die Worte vom Munde und verschlug ihm den Atem. Der Regen klatschte ihm gegen die Stirn. Da stapfte er selber zum Kilometerstein, um seine Mütze zu suchen. Aber mit einem Aufschrei taumelte er zurück. „O— ein Mensch!— Da liegt wahrhaftig ein Mensch!“ Der unerwartete Anblich war ihm wie ein Faust schlag ins Gesicht gefahren. Aber er faßte sich schnell wieder, ging zum Wagen, griff unter die Plandecke und nahm einen großen Schluck aus einer Flasche. Dann kehrte er— langsam und mit zögernden Schritten— zum Kilometerstein zurück, mit der Laterne vor sich auf den Weg leuchtend. In der Tat— da lag ein Mensch. Ein großer, schlanker Mann, in eleganter grauer Sportkleidung. Das Gesicht grauweiß, vom strömenden Regen übernäßt. Das Haar hing ihm rötlichblond in die hohe, steile Stirne hinein. „Wahrhaftig ein Mensch!“ murmelte der Fuhrmann zum zweitenmal. Dabei leuchtete er dem Fremden ins Gesicht.„Tot ist der. Mausetot.“ Er war ein harter Kor. und halte inzwischen semn erstes Entsetzen überwunden. Er stand nicht zum erstenmal an der Seite eines Toten und wußte, daß ein toter Mann ihm nichts tun konnte. Statt des Schrechkens beherrschte ihn nun eine starke Neugierde, mit Sachlichheit gepaart. „Kein Arbeiter und hein Tramp,“ stellte er fest. „Keiner von den Gruben. Ein Gentleman—“ Er tastete nach der schlanken Hand des Mannes, die wie ein länglicher weißer Flech im Lichte der Laterne auf der dunklen Erde lag. Sie war halt und steif. Die schmalen eingefallenen Wangen des toten Mannes fühlten sich an wie haltes nasses Leder. Der Fuhrmann, nachdem er alles dieses festgestellt hatte richtete sich schwer auf, riß die Mutze vom Kopf und wischte sich mit seinem Jachenärmel die vom e asbreichenden Schwoif tr.. de Canz lang'am und mit schleppenden Schritten ging er zu seinen Pferden und nahm die Zügel in die „Jetzt wär's am besten, wenn ich meines Weges weiterführe und mich um gar nichts bekümmerte“, knurrte er heiser vor sich hin.„Vielleicht ist der Mann reich— vielleicht— hat er— Geld bei sich—“ Ohne daß er es wollte, wandte sich sein Gesicht dem Kilometerstein wieder zu, der den Körper der Leiche so dechte, daß man sie von der Straße aus nicht leicht entdeckn konnte. Er setzte den rechten Fuß auf den Tritt, als wolle er sich auf den Bock schwingen— doch er tat es nicht. Er zog den Fuß zurück— und nach hurzem Zögern führte er seine Pferde auf die andere Straßenseite und band sie dort an einem Baumstamm fest. Nun kehrte er entschlossener zu dem Kilometerstein zurück, der gespenstisch im Flacherlicht der Laterne durch die Finsternis schimmerte. Abermals kniete er neben dem leblosen Menschen nieder und beleuchtete ihn. Diesmal gesammelter und sorgfältiger. Der Mann lag mit dem Kopf dicht neben dem Stein. Sein eGsicht hatte einen mehr traurigen als entsetzten Ausdruck. Jetzt erst sah der Fuhrmann, daß an der Hand des Mannes ein goldener Reif mit einem großen blitzenden Stein funkelte. Daß auf der Brust des Toten eine schmale goldene Kette lag. Der Anblick verwirrte dem Manne einen Augenblich die Sinne. Er ergriff den Regungslosen bei der Schulter und rüttelte ihn. „He. Ihr da!“ schrie er mit heiserer Stimme.„Wacht auf! Hier ist kein Ort zum Schlafen!“ Doch der andere rührte sich nicht. Er war nicht lebendiger als der Kilometerstein. Der Fuhrmann hatte es gewußt. Und doch sträubten sich ihm plötzlich die Haare, denn er entsetzte sich über seine eigenen rauhen Worte und über die Art, wie der erhobene Arm des Leblosen mit einem dumpfen Laut auf den nassen Erdboden zurüchplumpfte. „Er ist tot— er ist wahrhaftig tot“, bestätigte er sich selber und befragte mit einem scheuen Blich die Finsternis, die ihn rings umdrohte und immer dichter TEM E Perlen deutscher Sangeskunst auf. Den Reigen der Darbietungen eröffnete der Jubelverein mit dem Chor„Neues Deutschland. Die Erschienenen kargten nicht mit Beifall und waren über die kultivierte Höhe der Leistungen des festgebenden Vereins einer An sicht. Mit deutschen Tänzen fand das Jubelfest seinen gemütlichen Abschluß. Deutscher Liederabend. Der MGV.„Glocke“ hatte zu einem deutschen Liederabend eingeladen. Der Grollmannsche Saal sah Sonntagabend ein volles Haus. Die musikalischen Darbietungen waren ein erlesener Genuß deutscher Sangeskunst. Als erste bot der Verein Sippels Sängerspruch, mit dem die Sänger den ersten Applaus einheimsen konnten. Als Solist wirkte der Tenor Fritz Both mit, der mehrere deutsche Lieder prächtig zu Gebör brachte. Bunt war die Vortragsfolge, zahlreich die Chorwerke, mit denen der Verein sein Können unter Beweis stellte. Die Besucher dankten für jede Leistung mit warmem Bei fall. Auch finanziell war dem Verein ein Erfolg beschieden, so daß er in doppelter Hinsicht mit dem Abend zufrieden sein kann. Bochum-Werne. Bochum-Linden-Dahlhausen. f. Hauptlehrer Josef Nückel i. N. 80 Jahre alt. Am heutigen Tage kann ein verdienter Jugenderzieher auf, sein 80. Lebensjahr zurückblicken. Hauptlehrer i. R. Josef Nückel, am Poter wohnhaft, wurde am 6. November 1854 zu Nordenau im Sauerland geboren. Nach Absolvierung seiner Studien war er in Breitenbach bei Arnsberg, Schmerlele Kreis Lippstadt, und zuletzt als Hauptlehrer in Nierenhof tätig. Gott schenkte ibm im Laufe der Jahre 10 Kinder. 4 Söhne und 6 Töchter außerdem nahm er noch zwei Waisenkinder in seinem Hause auf und vertrat an hnen Vaterstelle. Vor 15 Jahren. nach seiner Pensionierung, kam er nach Vinden, und verlect hier gemeinsam mit seiner jüngsten Tochter Maria seine alten Tage, da seine Gattin vor Jahren in ein besseres Jenseits einging. Jeden Moraen wandert der noch rüstige alte Herr zum Gotteshaus, und nimmt auch noch an allen Geschehnissen regen Anteil. Unter den vielen Gratulanten, welche heute ihre Glückwünsche darbringen, möchten auch wir nicht fehlen, und wünschen Herrn Nückel noch einen recht frohen und gesegneten Lebensabend. rk. Kath. Arbeiterverein. Sonntag fand bei Mußweiler die Monatsversammlung des Arbeitervereins statt. Der Versammlung voraus ging eine Gedenkstunde für die Gefallenen im Weltkriege und der im Beruf verunglückten Mitglieder. Zu Ehren der Verstorbenen erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen und beteten ein„Vater unser“ für dieselben. Danach gab der Präses die Tagesordnung bekannt und ließ die letzte Niederschrift verlesen. Dann beschloß man, die diesjährige Weihnachtsfeier am 26. Dezember bei Mußweiler abzuhalten. Für die Ausarbeitung der Feier wurde eine Kommission gewählt. Es folgte ein Lichtbildervortrag. Gezeigt wurden Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung und ein Film, betitelt:„Ein Missionsritt durch Südafrika“. Der Vortrag fand aufmerksame Zuhörer. rk. Borromäusverein. Der Borromäusverein in Bochum=Werne kann in diesem Jahre auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Am 26. August 1904 wurde er gegründet. Der damalige Herr Vikar Keespe war der Leiter des Vereins. Schriftführer war Karl Prior und Kassierer Kroll. Sie hatten sich die Aufgabe gestellt, eine gute Haus= und Volksbücherei zu schaffen. Die Zeitverhältnisse drängten im Laufe der Jahre von außen her zur Verstärkung der kath. Bucharbeit. Sie beschränkte sich nicht nur auf die religiöse Literatur, sondern nahm das Gute, wo sie es fand und somit wurde der Borromäusverein eine umfassende kath. Literaturorganisation, die allen Ansprüchen, die man an eine solche Einrichtung stellte, genügen konnte. Der jetzige Leiter des Borromäusvereins in Bochum=Werne ist Vikar Fastabend und der Ausgabeleiter Herr Heinrich Heinrichsmeyer, dem eine Anzahl Jungmanner treu zur Seite stehen. Die Mitgliederzahl beträgt 127 und 64 Personen besitzen eine eigene Sparkarte. 3200 Bände kann die Borromäusbücherei ihr eigen nennen. Die Bücherausgabe findet jeden Sonntag nach dem Hochamte im Schwesternhaus statt. wurde.„Ob er wohl ermordet worden ist? Ich seye nirgendwo Blut. Auch keine Wunde an ihm. Beraubt worden ist er auch nicht. Ob er wohl sein Geld noch hat?“ Er stellte die Laterne auf den Boden und beugte sich über den Toten. Seine Hand machte schon eine Bewegung nach der Brusttasche des Fremden— doch die Hand zog sich ruckhaft zurück. „Zum Teufel, was geht's denn mich an, ob er sein Geld noch hat! Das Gericht soll sich drum kümmern. Die Uhr— das sehe ich ja— die hat er noch. Eine seine Kette, aus purem Gold. Da wird die Uhr wohl auch aus Gold sein.“ Langsam, zögernd, als sei er im Begriff, den Menschen noch einmal zu toten, bewegte sich seine Hand nach der Tasche, in der die Uhr steckte. Erst tastete er auf der Kleidung. Da fühlte er die Uhr. Dann hielt er sie in seiner Hand. Eine Damenuhr, anscheinend sehr kostbar. In der Mitte des Deckels lag wie ein Blutstropfen ein Rubin, ringsum blitzte ein Kreis von Brillanten. Der Fuhrmann betrachtete die Uhr eine kleine Weile, dann schob er sie wieder in die Tasche zurück. „Ein reicher Mann könnte Sie als Andenken gebrauchen“, brummte er.„Ich könnte sie nicht einmal verkaufen, sonst käme ich noch in den Verdacht, diesen armen Teufel umgebracht zu haben. Doch wer's getan hat, der hat es nicht des Raubens wegen getan. Er müßte denn nur das Geld— aber was zum Teusel kümmert mich das Geld!“ Dennoch, ehe er das letzte Wort noch ausgesprochen hatte, befand sich seine Hand schon in der Brusttasche des Toten. Mit einer ledernen Brieftasche kehrte sie zurück. Sie war dick und gebauscht von Papieren Und als der Fuhrmann sie unter das Licht der Laterne hielt, da begannen seine Hände zu zittern. Die Brieftasche enthielt allerlei Papiere, einige Briefe— dock außerdem einen ganzen Pack blauer, brauner und grüner Scheine. Dollarnoten— und die meisten von oher Ziffer. Minutenlang stierte der Fuhrmann bewegungsloe auf die Scheine. Dann sprang er auf und warf einen Blich umher. Seine Augen stierten glühend in die Finsternis hinein, die ihm noch finsterer und unheimlicher erschien, weil er selbst und seine Tat sich in dem Bereich des Laternenlichts befanden. Seine Brust arbeitete. Sein Atem pfiff. Er bebte wie im Fieber. Abermals riß er die Mütze von der brennenden Stirne. Es tat ihm wohl, als der Wind darüber segte und der Regen darauf niederklatschte. So stand er— stand er— die Brieftasche in der zitternden Rechten— und sie wurde in seiner Hand immer schwerer— so scher wie ein Gewicht aus Blei. Schwarze Finsternis war ringsum, doch der einsame Mann sah durch das Dunkel blaue, grüne und braune Scheine flirren. Ein ganzer Regen von Geldscheinen flatterte hernieder— über ein armseliges, kleines, Bochum-Stiepel. )( Sturmbittandachten in Stiepel. Auf die Sturmbittandachten in Stiepel weisen wir nochmals hin. Jeden Mittwoch im November finden diese statt. Morgen ist also um 1 Uhr Eröffnung und Sakramentsandacht. 2 Uhr Sühneandach:. 3 Uhr Sturmandacht. 4 Uhr Predigt Schlußandacht Segen und Lichterprozession. Diese Andachten stehen unter der Devise: Maria Königin des Friedens!“ Es ergeht an alle der Ruf: Kommt zur Gnadenmutter! Alle Verehrer und Verehrerinnen der Gottesmutter sind freundlichst eingeladen. Die erste Predigt um 4 Uhr wird ein Redner des Weltklerus halten. Jung=KRB, Jungmännering, Bochum. Heute(Dienstag) pünktlich 20,30 Uhr, Feierstunde:„Dem Tod und dem Leben geschenkt“. Unser Freund H. Ahlbaumer spricht über„Der Tod in der bildenden Kunst".— Die KKV=Kalender sind eingetroffen und können in Empfang genommen werden.— Kreuzschiff voraus! Bochumer Krieger= u. Landwehrverein, 3. Bezirk. Die nächste Monatsversammlung findet am Samstag, dem 10. ds. Mts., um 19,30 Uhr bei Kappert statt. turischut aus dem DolkFür dai versallenes Haus unweit der Minenstadt Blackfield. Darinnen hauste er mit einer verhärmten Frau und einem Trüpplein armseliger Kinder. Alle halbverhungert. So war sein Heim und seine Familie. Bitterste Armut wohnte ständig unter seinem Dach. Er sah in diesen Sekunden sein ganzes bisheriges Leben, wie es sich in einem blitzschnellen Film vor ihm abspielte. Hunger— Hunger— solange er dieses Leben sannte. Und nun— diese farbigen Scheine— in seiner Hand— nach seinen Verhältnissen ein Vermögen — und niemand in der Nähe— und der Besitzer tot — brauchte das Geld nicht mehr— das Geld, daeinen armen Teufel glücklich machen konnte. Doch die Erben dieses Mannes! Bah, wer kannte sie! Er war noch jung, der Tote— hatte vielleicht gar keine Erben— vielleicht war er eines reichen Mannes Sohn— wer hatte Schaden davon, wenn diese Brieftasche verschwand, ehe der Tote gefunden wurde! Er hatte ja den Mann nicht getötet! O nein, er hatte ihm nichts zuleide getan. Und wenn er jetzt seines Weges weiterfuhr— wer könnte dann auf den Gedanken kommen, daß er— gerade er— wenn es überhaun je herauskam, daß die Brieftasche fehlte— und wenn es herauskam, so konnte der Mörder sie genommen haben. Was war natürlicher und glaubhafter, als daß er, der Fuhrmann Kid Evans aus Blackfield. in der Finsternis ahnungslos an dem toten Mann vorübergefarhen war, ohne ihn zu bemerken! Und die ganze Umgegend kannte den Fuhrmann Kid Evanaus Blackfield als einen rauhen, aber ehrlichen Kerl, dem man was anvertrauen konnte. Und wie gesagt, niemand konnte auf den Gedanken kommen, daß gerade er dem toten Mann die Brieftasche genommen— sofern.es überhaupt se herausham. Ha— was ist— das Der Sturm hatte ganz plötzlich aufgehört zu rasen. Das war, wie wenn hundert Eisenbahnzüge in voller Fahrt auf einmal stillstehen. Solch eine plötzliche Ruhe. So still war's auf einmal geworden, daß man den Hufschlag eines Pferdes vernahm. Kid Evans fuhr gewaltig zusammen. Ein kalter Schauder schüttelte seine Glieder. Noch zwei, drei Sekunden stand er regungslos— lauschte auf die näherkommenden Hufschläge— und auf die Stimme in seinem Innern. „Ehrlicher Kerl— Hunger— Hunger.“ Ein heiserer Laut kam aus seiner Kehle— war es ein Schrei oder ein Gelächter. Und plötzlich befand sich die Brieftasche nicht mehr in seiner Hand. Er riß seine Laterne in die Höhe und begann sie zu schwenken. Näher kam der Hufschlag. Dann flog der Ton einer hellen, scharfen Stimme heran. „Hallo, was gibt's da vorne? Wer ist da?“ „Kid Evans, Fuhrmann aus Blackfield!“ brüllte der Wagenlenker durck den wieder auftobenden Sturm. Durch kleine Glattstellungen Kursdruck Berlin erleichtert Obwohl wieder kaum Angebot von Belang vorlag, eroffnete die Börse in schwacher Haltung. Vom Publikum werden nach den Abschwächungen der letzten Tage teilweise noch Engagements glattgestellt. Auch die Kulisse scheint sich in Anbetracht des stillen Geschaftes und der fehlenden Anregungen zu bemühen, ihre Positionen zu lösen. Farbenaktien setzten ¾ Prozent niedriger ein und gaben im Verlauf um erneut 1 Prozent nach, wodurch die Gesamttendenz weiter beeintrachtigt wurde. Im all gemeinen gingen die Abschwächungen aber nur in wenigen Fallen über 1/—1½ Prozent hinaus. Rheinische Braunkohlen wurden etwa 8 Prozent niebriger gerechnet und erschienen mit Minus Minus=Zeichen, nachdem der in der Vorwoche beobachtete Kaufer nicht mehr auf dem Markt erschien. Stärker rückgängig waren Chemische Heyden mit minns 33, Goldschmidt minne 3 und Dessauer Gas, Aschaffenburger Zellstoff, Feldmühle und Deutsche Atlanten, die etwa 2½ Prozent einbüßten. Von Montanwerten waren nur Rheinstahl mit minus 1½ Prozent über 1 Prozent abgeschwacht. Erdöl gingen um 1½ zurück. Auch Kaliaktien bröckelten ab. Linoleumaktien waren gut gehalten, Elektrowerte gaben einheitlich ½—1 Prozent nach. Akkumulatoren verloren 1½. Kabel=, Draht=, Auto= und Maschinenaktien waren 1 Prozent niedriger. Berger ermäßigten sich um 1½ Prozent. Eine Ausnahme bildeten Bremer Wollkämmerei, die bei 6000 RM. Umsatz 5 Prozent höher einsetzten, sowie Bemberg, die bei 9000 RM. Nachfrage 1 Prozent gewannen. Papier= und Zellstoffwerte gaben weiter nach. Aschaffenburger Zellstoff gingen von 64 auf 61½ Prozent zurück. Junghans waren bei 30000 RM. Angebot 1½ Punkte niebriger. Auch Westdeutsche Kaufhof 130 nach 313 waren stärker ermattet. Verkehrs=, Schiffahrts= und Banaktien waren nicht über den Durchschnitt abgeschwächt. Im Gegensatz zum Aktienmarkt, der nach den ersten Kursen auf der ganzen Linie weiter schwach lag, waren Renten anfangs gut gehalten. Altbesitz setzten ½ höher ein, verloren allerdings später 3. Obligationen behaupteten sich. Auch Reichsschuldbuchforderungen wurden auf der Basis der Samstagsnotierungen umgesetzt. Umschuldungsanleihe waren anfangs 15 Pig. höher, im Verlauf aber ebenfalls schwächer. Auslandsrenten bröckelten ab. Tagesgeld erforderte 4—4¼ Prozent. Auf dem Valutenmarkt war der Dollar etwas schwächer, das Pfund dagegen gehalten. London Kabel stellte sich auf 4.98¼, Köln rachgebend Auch zu Beginn der neuen Woche machte die Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten weitere Fortschritte. Die vorliegenden Wirtschaftsnachrichten, wie die gebesserten Reichs steuereinnahmen, gebesserter Kaliabsatz usw, blieben ohne Einfluß, zumal kleines Angebot erneut auf das Kursniveau drückte. Die Verluste gingen jedoch selten über 1 Prozent naus. Es verloren Kali Aschersleben 1¼, Deutsche Atlanten 3. Rheinstahl 1½, Westeregeln, Reichsbank, Harpener, Schuckert und Siemens je 1 Prozent, Farben, Deutsche Erdöl te% Prozent, Buderus, Felten und Zellstoff Waldhof je ¾, Stahlverein, Klöckner und Mannesmann je ½ Prozent. shein. Braunkohlen erschlenen mit Minus Minus=Zeichen und wurden danach ausgesetzt. Renten hatten im Gegensatz zu Aktien gut behauptete Tendenz, aber auch hier war das Geschäft sehr still. Die Altbesitzanleihe konnte um ¼ Prozent anziehen. Freiverkehrswerte lagen im Einklang mit der Gesamttendenz ebenfalls etwas niedriger. Alexanderwerk 28—29, Aku 58¾—59¾, Humboldt 70—71½ und Mansfeld 76¾—77¾. Im Verlaufe kam es zu weiteren Kursrückgängen bis zu 1½. Farben verloren darüber hinaus zirka 2¼ Prozent. Der Einheitsmarkt verlief bei stillem Geschäft gleichfalls in abgeschwächter Haltung. Versicherungen fast unverändert. Großbankaktien um 1¼—1½ Prozent gedrückt. Von Pfandbriesen Westboden gut gehalten, Rheinboden teilweise etwas niedriger. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen bei 963—963. Die Börse schloß abgeschwächt. Versicherungen: Agr. See Fl. L. 3156, All. u. Stuttg. V. 201G, Colonia Feu. 1316, Colonia Rück. 250G, Gladb. Feuer 6756, Köln. Hagelv. 104G, Köln. Lloyd 215G, Köln. Rck. gr. 1126, kleine 756, Essen abgeschwächt Der variable Verkehr der heutigen Essener Börse eröffnete in schwacher Haltung. Auch im weiteren Verlaufe konnte sich keine Erholung durchsetzen. Montanwerte, von denen Gelsenberg, Hoesch, Mannesmann, Phönix, Rheinstahl und Ver. Stahl gehandelt wurden, verloren ½ Prozent. Wintershallaktien und Ber, Stahlobligationen gingen zu ungefähr letzten Kursen um. Der Markt für Kohlenkure lag im Gegensatz zu der allgemein schwächeren Tendenz teilweise recht fest. Für Heinrich, Diergardt und Bellerhammer wurden höhere Preise angegeben, während Deutschland etwas niedriger umgingen. Im Angebot lagen König Ludwig und Langenbrahm. Von Aktienwerten waren Lothringen, Burbach, Kabel Rheydt, Boesperde, Elsa Zement zu ungefähr letzten Kursen im Verkehr. Auf leicht ermäßigter Basis gingen Dahlbusch und Gebr.=Alsberg=Aktien um. Devisen-Kurse (in Reichsmark Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel Amtliche Notierungen: Märk. Weizen 76/77 kg frei Berlin 204, Preisgebiet W 5 193, W 6 194, W 7 195, WB 196, W 9 198, W 11 200, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 RM.; mark. Roggen 71/78 kg frei Berlin 164, Preisgebiet N 5 153, R 6 154, R 7 155, R 8 156, N 9 158, R 11 160, gesetzl. Muhleneinkaufspreis plus 4 RM.; Braugerste frei Berlin 209—210, ab mark. Station 200 bis 207, dito gute frei Berlin 196—207, ab mark. Station 187—198, Futtergerste 59/00 kg Preisgebiet G 5 153, G 6 154, G 7 156. G 8 159, G 9 161; Sommergerste frei Berlin 188—193, ab märk. Station 179—184; mark. Hafer 48/49 ka Preisgebiet H 4 147, H 6 151, H 10 154, H 11 156, O 13 159, H 14 161: Weizenmehl Tupe 790 Preisgebiet 5 26,65, 6 26,90, 7 26,95, 8 27,10, 9 27,40, 11 27,70, mit 10 Prozent Auslandweizen 1.50, mit 20 Prozent 3 RM. Aufgeld; Roggenmehl Tupe 907 Preisgebiet 5 21,65, 6 21,75, 7 21,90, 9 22,05, 9 22,95, 11 22,05; Weizenkleie Preisgebiet 5 11,10, 6 11,15, 7 11,20, 8 11,25, 9 11,40, 11 11,50; Roggenkleie Preisgebiet 5 9.55, 6 9,00, 7 9,70, 8 0,75, 9 0,90, 11 10; Viktoria=Erbsen 84—87, Ackerbohnen 11,50—12,50, Wicken 11—12. Lupinen blaue 6,75—7,25, dito gelbe 9.50—10, Leinkuchen 37proz. ab Hamburg 7,65 inkl. 1,90 M.=Z., Erdnußzkuchen 50proz. ab Hamburg 7,25 inkl. 1,45 M.=Z., Erdnußkuchenmehl 7,60, Trockenschnitzel ab Fabrik 4,35, extrab. Soyabohnenschrot l5proz. ab Hamburg 6,50 inkl. 1.55 M.=J., dito ab Stettin 6,70 inkl. 1,55 M.=J. Oele und Fette Hamburg, 5. November. Oele und Fette: Marktund Preislage vollkommen unverändert.— Schmala: Tendenz ruhig. American Steamlard transito ab Kai 23¼, American Pure lard verschiedene Standardmarken rafsin. per vier Kisten à 25 Kilo netto transito ab Kai 24½—25 Dollar, Hamburger Schmalz nicht notiert, dänisches Schmalz Blasen 130, dito Blöcke 130, dito Tierces 130 Kronen per 100 Kilo cif Hamburg.(Die Preise sind alle nominell.) Baumwolle Hamburg, 5. Nov. Tendenz ruhig. Middling Universal loko 14.22 Dollarcents. Bremen, 5. Nov. Middling Universal Standard 2 mm) loko 14.22(14.18) Dollarcents. Großmarkt für den Nährstand zu Düsseldorf Es notierten(alles die 100 kg waggonfret Düsseldorf bei Waggonbezug: Weizen rhein. 76=77 kg ab Erzeuger station W 16 20.0, Handelspreis 21, Roggen rhein. 72.73 ka ab Erzeugerstation N 15 16.60, Handelspreis 17, Hafer rhein. ab Erzeugerstation 19 16.60, grober Mais 22.20, kleiner Mais 22.M, Weizenmehl Type 700 Preisgebiet W 13 und W 16 27.40, Noggenmehl Type 07 Preisgeb. N 13 und N 15 23.80, Weizenkleie seine Grundpreis ab Mühle 11.85, Roggenkleie Grundpreis ab Mühle 10.35, Weizengrießkleie Handelspreis 12.85—13.15, sächs. Viktoriaerbsen 74—80, grüne Erbsen 50—51, Bohnen mittel handbelesen 27—28, Schmalzbohnen ertra handbelesen 3 bis 11, Linsen mittel 37—38, Linsen Heller 42—44, Linsen Heller große 46—48, Neis: Burma 29—25, Bassein 25—27, Siam Patna 28—32. Die Mehlpreise verstehen sich zuzüglich 0.50 Mark per 100 kg Frachlausgleich gem. Anordnung 9 Abs. 4. Tendeng: ruhig. Grostmarkt für den Nährstand zu Neuß Weizen rhein. ab Erzeugerstation W 16 20.60, Handelspreis frei Neuß 21, Noggen rhein. ab Erzeugerstation N 15 16.60, Handelspreis frei Neuß 17, Wintergerste Erzeugerpreis ab Preisgebiet 12 16.60, Industriegerste 18.50—19.50, inl. Hafer Erzeugerpreis ab Preisgeb. 18 16.5, Weizenmehl Type 700 W 16 27.40, Roggenmehl Tupe M. N 15 23.80, Roggenschrot Tupe 1800 N 15 20.30, Palmkuchen 13.30—13.70, Leinkuchenmehl 37 Proz. 16.90, Rapskuchen 12—12.20, Erdnußmehl 50 Proz. 16.10, Soyaschrot 13—15.30, Baumwollsaatmehl 17.70, Kokoskuchen 15.70, Weizenkleie 11.85, Weizenbollllmehl 12.85 lalles per 100 kg brutto, Getreide und Kuchen lose cei Waggonbezug. Bei Oelkuchen und Oelkuchenmehle handelt es sich um Festpreise, Angebote liegen nicht vor). Leinöl 27.5, Rüböl 49, Deutsches Nüböl 95 inkl. Steuer, rohes Erdnußöl 27.50, Soyabohnenöl 26.50, Palmkernöl roh 21 alles per 100 kg ohne Faß). Von den Mühlen lagen keine Ofserten vor. Fruchthof des Kreises Mörs Mörs, 5. Nov. Winterspinat 8.00—4.50, Feldsalat 5—8, Wirsing grün 3.20—4.70, dito gelb 3.50—4, Rotkohl 1.50—5.00, Weißkohl 2—2.40, Dänenweißkohl 2.30—2.70, Grünkohl 3.20—3.00, Speisezwiebeln 6—6.90, rote Möhren 3.10—4.30, rote Beete 2.50—2.60, Schwarzwurzeln 10—12, Tomaten a) 10—14, c) 8—12, Aepfel 1. 9—16, dito 2. 5—8, Birnen 1. 10—15, dito 2. 5—7, Kohlrabi blau 8 bis 3.20, Kopfsalat 1. 4—6, dito 2. 2—3, Endiviensalat 5—9, Porree 1. 2—4.20, dito 2. 1—1.20, Mispeln 9—11. Straelener Marktbericht Straelen, 5. Nov. Winterspinat 8—5, Feldsalat 7 bis 10, Wirsing grün 2.50—4, Rotkohl 8—5, Weißkohl 1.50 bis 3, Rosenkohl 1. 16—23, dito 2. 5—10, Grünkohl 2 bis 3.50, Stangenbohnen 43—55, Zwiebeln 6.50—7.50, rote Möhren 2.50—3.50, rote Beete 2.50—3, Schwarzwurzeln 14—16.50, Tomaten 17—24, Birnen 1. 10—14, dito 2. 1—8, Aepfel 1. 11—15.50, dito 2. 4—7, Sellerie 1. 10—14, dito 2. 2—8, Porree 1—3, Blumenkohl 18—30, Kohlrabi weiß 1.20—2.50, dito blau 1—3.60, Kopfsalat 3—0, Endiviensalat 8—6, Treibhausgurken 2. 24—32. Großmarkt für den Nahrstand zu Duisburg Duisburg, 5. November. Rhein. Weizen 21, rhein. Roggen 17, inländ. Sommergerste 19,75—20, Plata=Mais 22,25, Cinquantino 22,75, Weizenmehl inländ. Grundtype 790 für W 16 27,90, Weizenmehl mi 10 Prozent Austauschweizen 9,40, Roggenmehl Type 997 für R 15 24,30, Roggenschrot inländ. Grundtype 1800 für R 15 20,80, Weizenkleie seine 12, Roggenkleie feine 10,50. Tendenz: Brotgetreide mehr gefragt, aber noch immer wenig angeboten. Großmarkt für den Nährstand zu Essen Es notierten: Inl. Weizen, 76=77 kg, Festpreisgeb. 16 20.60, dito Handelspreis 21, inl. Roggen, 72=73 kg, Festpreisgeb. N 15 16.00, dito Handelspreis 72 kg 17, inl. Hafer, 48=49 kg, Festpreisgeb. H 19 16.60, dito Handelspreis 16.00, inl. Gerste(Wintergerste) 50=60 kg, Festpreisgeb. 14 16,90, dito Handelspreis 17.20, Platamais 22.25 bis 22.50, Plata Cinquantino 22.75—28, Weizenmehl Grundtype 790, Festpreisgeb. 16 27.90 einschl. 0.50 Frachtausgleich, Roggenmehl Grundtype 907, Festpreisgeb. 15 24.30, Weizengrießkleie 12.85—18.16, Weizenkleie 11.16 bis 11.85, Roggenkleie 10.35—10.65, Leinkuchenmehl 37 Proz. 18.00 Mark. Tendenz: ruhig. Westdeutscher Kartoffelmarkt Die Umsätze in gelben Speisekartoffeln für den freien Markt blieben auch jetzt noch gering. Die Einkellerung auf dem freien Markt ist ebenfalls sozusagen zu Ende gegangen. Wo noch eingekellert wird, handelt es sich nur um vereinzelte Nachzügler. Die Ablieserungen des Deutschen Winterhilfswerks sind dagegen im vollen Gange. Die Preise sind im allgemeinen unverändert, und man arbeitet um so vorsichtiger, als seitens des Reichsministers für Ernahrung und Landwirtschaft mitgeteilt wurde, daß binnen kürzester Frist VerbraucherHöchstpreise für Kartofseln festgesetzt werden. Die Preise für Industrie, Erdgold und ähnliche Sorten liegen in Westdeutschland frachtfrei Verbraucherstationen im Großhandel je Zentner lose bei 8.10—8.50 Mark je nach Herkunft. In Mitteldeutschland wie Hannover, Magdeburg usw. wurden im Großhandel bei Waggonbezug ab Station je Zentner folgende Preise bezahlt: für Industrie 2.80—2.85 Mark, für Erdgold usw. 2.70—2.80 Mark, weiße und rote Speisekartoffeln 2.50—2.60 Mark und Futterkartoffeln 1.50—1.00 Mark. Viehmärkte Köln, 5. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Rinder 1337, Ochsen 271, darunter Weidetiere 50, Bullen 188, darunter Weidetiere 109, Kühe 688, darunter Weidetiere 138, Färsen(Kalbinnen) 109, darunter Weidetiere 54, Fresser 21, Kalber 1018, Schafe, Lammer und Hammel 203, Schweine 5202. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al) 35—40(36—40), b) 29—34(30—85), c) 25—28(26—29), b)—(22—25); Bullen: a) 35(38—86), b) 20—33(27—82), c) 23—28(21—26), b)—(18—20) Nuhe: a) 36—38(86—38), b) 29—85(28—35), c) 21—28 (21—27), b) 14—20(14—20): Farsen b) 32—36(36—37), c) 26—31(30—35), b) 23—25(24—29); Kalber: Sonderkl. 70—75(70—76), a) 55—50(53—58), b) 4054(46—52), c) 40—48(38—45), b) 29—89(28—87); Hammel: 52) 8 bis 40(38—40), c) 32—37(32—87); Schweine: al) 59 (53), a2) 58(53), b) 50—58(50—553), c) 48—58(47—53), d) 44—52(44—52), g1) 50(50), 92) 44—48(42—48 Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber lebhaft, Lammer, Hammel und Schafe belebt, Schweine: gute Schweine lebhaft. Düsseldorf, 5. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 135(zum Schlachthof direkt 9), Bullen 121(8), Rühe 21(61), Färsen(Nalbinnen) 71, Fresser 8, Kälber 490(10), Schafe, Lammer und Hammel 20(50), Schweine (72). Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al) 37—40(37—46), b) 34—36(32—35), c) 26—33 25—30), d) 23—25(23—24); Bullen: a) 36(—), b) 28 bis 88(28—32), c) 24—27(25—28), b) 22—24(22—24) Kühe: a) 85—36(35—36), b) 31—34(30—34), c) 25—30 25—20), d) 21—24(18—23); Färsen: a) 35—36(34—35), b) 31—34(31—83), c) 24—30(24—30), d)(—)(22); Kalber: Sonderkl. 67—72(67—75), a) 57—62(55—60), b) 60 bis 56(48—54), c) 38—48(42—47), b) 28—96(27—30); Schweine: a2) 53(53), b) 50—53(50—53), c) 48—58(48 bis 53), c) 47—50(47—52), b) 45—47(45), g2) 46—80 46 bis 50). Marktverlauf: Großvieh mittelmäßig, Kälber gut, Schweine mittelmäßig. Duisburg, 5. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 18, Bullen 75, Kühe 195, Farsen(Kalbinnen) 47, Fresser 9, Kalber 316, Schafe, Lämmer und Hammel 2, Schweine 1788. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al) 37—38; Bullen: c) 25—20, d) 20—29; Kühe: a) 85—37, b) 30—34, c) 20—20, d) 21—24; Färsen: a) 34—36, c) 27—30, d) 24—25; Kalber: a) 57—60, b) 52—55. c) 44—50, d) 25—35; Schweine: al) 53, a2) 53, b) 50—53, c) 48—53, d) 47—51, g2) 40—50. Marktverlauf: Rinder rege, Kälber mittel, Schweine mittel, leichte Schweine schwer verkäuflich. Fleischgroßmarkt. Ochsenfleisch—, Bullenfleisch: b 45—48, c) 89—43; Kuhfleisch: a) 53—5, b) 48—52, c) 38 bis 45; Farsenfleisch: a) 55—60; Kalbfleisch: a) 85—00, b) 72—78, c) 65—72, d) 45—55; Schweinefleisch: 68—70 Pig. je Pfund Schlachtgewicht. Rindfleisch gute sette Ware gesucht, Kalbfleisch mittel, Schweinefleisch langsam. Essen, 5. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Austrieb: Ochsen 124, Bullen 240, Kühe 381, Färsen(Kalbinnen) 28, Fresser 13, Kälber 503, Schafe, Lämmer und Hammel 82, Schweine 402. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al) 36—37, b) 32—35, c) 26—29; Bullen: b) 28—91, c) 24—27, d) 20—29; Kühe: a) 84—36, b) 30 bis 33, c) 24—29, d) 15—22; Färsen: a) 35—36, b) 32—34, c) 23—28; Kälber: Sonderkl. 65—75, a) 55—00, b) 47 bis 53, c) 38—45, d) 25—85; Hammel: b2) 38, c) 30—33; Schafe: e) 25; Schweine: al) 53, a2) 52, b) 50—53, c) 47 bis 53, d) 44—40, e) 42—46, g1) 4850, g2) 43—46. Markt verlauf: In allen Gattungen mittel. Dortmund, 5. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 26, Bullen 170, Kühe 580, Farsen(Kalbinnen) 80, Fresser 3, Ziegen 2, Kalber 616, Schafe, Lämmer und Hammel 75, Schweine 2883. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al) 35—36, a2) 33—34, b) 31—33, c) 20—28, d) 22—25; Bullen: a) 34—30, b) 29—32, c) 21 bis 28, d) 20—23; Kühe: a) 83—36, b) 28—82, c) 23—27, d) 14—22; Färsen: a) 33—3, b) 28—32, c) 28—27, d) 2 bis 22; Kälber: a) 55—58, b) 47—54, c) 38—46, d) 25—37; Schafe: e) 85—96, f) 30—34, g) 25—28; Schweine: al) 53, a2) 51—53, b) 48—53, c) 47—52, d) 43—48, g1) 48—50, 92) 44—47. Marktverlauf: Großvieh gute Tiere flott, sonst mittel, Kälber mittel, Schafe mittel, Schweine langsam. Bochum, 5. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: Ochsen 6, Bullen 61, Kühe 68, Färsen(Kalbinnen) 4, Fresser 3, Kälber 78, Schafe, Lämmer und Hammel 15, Schweine 911. Bezahlt wurden für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: al) 35—36; Bullen: b) 25—28.50, c) 22—24, d) 17—21; Kühe: al 84—36, b) 28—38, c) 22—27, d) 16—20; Färsen: b) 30—83, c) 25—27; Fresser: 20—23; Kälber: a) 54—58, b) 45—58, c) 85—40, d) 26—34; Schafe: e) 30—42; Schweine: al) 50—53, b) 48—53, c) 46—52, d) 45—51, g1) 46—40. Marktverlauf: Schweine und Großvieh r Kälber slott, Markt geräumt. Husum, 5. Nov. Die Zufuhr zu den schleswig holsteinischen Ferkel= und Jungschweinemärkten betrug in vergangener Woche etwa 600 Stück, der Handel war mittelmäßig. Es bedangen: 4—6 Wochen alte Ferkel 6—9, 6—8 Wochen alte 9—11, über 8 Wochen alte 11—14 Mark das Stück; nach Lebendgewicht bedangen: beste Ferkel 33—36, mittlere 31—33, geringere 28—31 Pfg. das Pfund; fette Schweine bedangen: beste Ware 47—48, mittlere 45—46, geringere 41—43, Sauen je nach Güte 41—46 Pfg. das Pfund Lebendgewicht. Größere Sendungen gingen nach Hamburg und weiter nach dem Süden, im ganzen etwa 5100 Schweine. Wirtschaftliche Umschau Um der Konkurrenz der sogenannten„Kellerse briken“ zu begegnen, wurden zwischen dem Verein deutscher Fahrradindustrieller und der Vielefelder Rahmenvereinigung sowie dem Verband deutscher Fahrradteile=Fabrikanten Wuppertal=Elberfeld besondere Vereinbarungen getroffen und die Preise der Bestandteile straff gebunden. Der Verein deutscher Fahrradindustrieller Berlin traf gleichzeitig sowohl mit dem Groß= als auch mit dem Kleinhandel ein Abkommen, wonach der Handel sich verpflichtete, die vorgeschriebenen Listenpreise einzuhalten. Der Großhandel darf nur bei Verbandswerken einkaufen und ebenso nur den Vertragskleinhandel beliefern. Da alle diese Abmachungen sich gut bewährt haben und auch von allen Beteiligten eingehalten werden, beschloß man auf der am 2. November in Leipzig abgehaltenen Tagung, die Konvention um ein weiteres Jahr bis Ende 1935 zu verlängern. Obwohl die Konvention sowohl in der Produktion als auch im Groß= und Kleinhandel noch eine Zahl von Außenseitern hat, legt man dieser Tatsache keine besondere Bedeutung bei. Die Ueberwachungsstelle für unedle Metalle veröffentlicht im Deutschen Reichsanzeiger eine Bekanntmachung 8 vom 22. Oktober 1034, durch die eine Reihe von Erleichterungen für die Lieferung von Umarbeitungsmaterial bei Bestellungen von Halbmaterial gewährt werden. In dieser Bekanntmachung werden bei bestimmten Gruppen von Halbmaterial Freigrenzen eingeführt, und es wird außerdem der notwendige Bedarf des Bestellers an dem in seinem Besitz besindlichen Rohmaterial oder Absallmaterial berücksichtigt. Im Anschluß an das konzessionierte Gebiet der in Ubstadi b. Bruchsal bohrenden Internationalen TiesbohrA66 werden im Kraichaau wettere Erdölbohrungen vorgenommen. Auch der Wintershall A6 in Kassel wurde eine Konzession von 9000 Hektar Umfang in dieser Gegend erteilt. Mit den Bohrungen bei den Ortschaften Walldorf und Not wird demnächst begonnen werden. Die Bohrungen in der Gegend von Ubstadt wurden bis auf eine Tiefe von 90 Meter durchgeführt und lassen auf einen erfolgreichen Abschluß hoffen. Zwischen dem sowsetrussischen Handelsattachee in Tokio und der Vereinigung sapanischer Metallhändler ist ein Abkommen unterzeichnet worden, daß die Einfuhr von 40 000 To. sowfetrussischen Roheisens im Laufe eines Jahres vorsieht. Die japanische Regierung beabsichtigt, weitere Abschlüsse für Metalle in der Sowsetunion zu tätigen, weil die Sowsetunion zum ersten Male als Eisenerporteur in großem Rahmen auf dem Weltmarkt auftritt. 10 Prozent Dividende bei Maschinenfabrik Meer A6, M.Gladbach In der Sitzung des Aufsichtsrats des zum Mannesmannröhren Werke Konzern gehörenden Unternehmens gelangte der Rechnungsabschluß auf den 20. Juni 1934, der einschließlich des Gewinnvortrages aus 103238 in Höhe von 115 218 Mark einen Reingewinn von insgesamt 312 483 Mark ausweist, zur Vorlage. Der Aufsichtsrat schlägt vor, nach satzungsgemäßer Zuweisung an den gesetzlichen Reservesonds und an den Aufsichtsrat eine Dividende von 10 Prozent zur Verteilung zu bringen und einen Gewinnrest von 116 620 Mark auf neue Rechnung vorzutragen.— Die oGV soll auf den 3. Dezember 1934 nach Düsseldorf einberusen werden. Roetzelen, Tertilbetriebe A6, M.=Gladbach In der oGV wurde der Abschluß für 1933 genehmigt, der bei einem Robgewinn von 1,022(i. V. 1,013) Mill. Mark, wozu noch 0,047 Mill. Mark außerordentliche Erträge kommen, einen Gewinn von 96550(21 047) Mark aufweist. Ueber die Verwendung des Gewinnes wird Naheres nicht gesagt.(NK 780 000 Mark). SDORT Neue Molorradweltrekorde Der bekannte englische Motorradrennfahrer Guthrie startete auf der Pariser Autorennbahn Linas=Montlh ery auf einer 1=Liter=Norton Maschine zum Angriff auf die Weltrekorde über 50 Kilometer und 50 Meilen mit stehendem Start. Guthrie hatte mit seinem Vorhaben Erfolg und verbesserte die alten Bestleistungen von Handley auf 182,225 km/Std. und über 50 Meilen von Lacey auf 182,486 km/Std. Die 50 Kilometer legte Guthrie in 16:27:79 Minuten, die 50 Meilen in 27:03:16 Minuten zurück. Die beiden Weltrekorde haben gleichzeitig für die Kategorie bis 1000 ccm Gültigkeit, da sie ebenfalls besser sind als die bisherigen Bestleistungen in dieser Klasse. Polens Auswahl für Essen Fliegengewicht: Czortek, Rotholz(Warschau); Bantamgewicht: Forlanski(Warschau), Rogalski(Posen); Federgewicht: Kajnar(Posen), Polus(Warschau); Leichtgewicht: Sipinski(Posen), Banasiak(Lodz); Weltergewicht: Seweryniak(Warschau), Lelewski (Pommerellen); Mittelgewicht: Chmielewski(Lodz); Halbschwergewicht: Karpinski(Warschau), Przybilski (Posen); Schwergewicht: Pilat(Posen), Krentz(Lodz) und Wrazydlo(Oberschlesien). Hein Müller ziehl sich zurück Nach seiner Niederlage gegen den Solinger Erwin Klein hat sich der Kölner Hein Müller entschlossen, vom aktiven Boxsport zurückzuziehen, weil sein Sehnerv verletzt ist. Der Arzt hatte den Ex-Europameister von dem Kampf gegen Klein abgeraten, aber Müller ließ es auf einen letzten Versuch ankommen, der sehlschlug. Hein Müller wird als vorbildlicher Sportsmann einen guten Namen behalten. Er begann als schmächtiger Junge im Fliegengewicht und rachte es neben vielen Siegen als Amateur= und Berufsborer zum Europameister im Schwergewicht, Europameister Esser in Hamm Im Rahmen eines Klubkampfes Rote Erde Hamm gegen Wettkampfgemeinschaft Iserlohn ging auch Europameister im Kunstspringen, Leo Esser, an den Start. Esser erhielt für seinen eineinhalb Schraubensalto und zweieinhalbfachen Salto viel Beifall. Der Klubkampf wurde im Gesamtergebnis von Hamm mit 8:2 Punkten gewonnen. Im Wasserballspiel, das Hamm ebenfalls mit 12:3(5:2) gewann, war der frühere Hannoveraner Dewitz der erfolgreichste Hammer Spieler. Auch am zweiten Tage des internationalen Hokkey Turniers in Lyon gab es wieder deutsche Erfolge Der TB Bruchsal besiegte den FC Lvon mit 2:1 und gab dem TC Lyon mit 4:0 das Nachsehen. Radballmeister in Bonn Unter dem Titel„Fest der deutschen Saalraosportmeister" sand in der ausverkauften Bonner Beethovenhalle ein Saalsportfest statt, das einen großen sportlichen Erfolg brachte. Das deutsche Weltmeisterpaar im Zweier=Radball, SchreiberBlersch(Frankfurt) war natürlich nicht zu schlagen. Der deutsche Einer=Kunstradmeister, HeidenreichBreslau, sowie das Meisterpaar im Zweierkunstfahren, Gebr. Stroemer=Oberbruch, stellten ihr glänzendes Können ebenfalls unter Beweis und erhielten reichen Beifall. Sechs Rennen in Dortmund Kehraus in Wambel Am Mittwoch werden die Turffreunde auch von der Bahn in Dortmund=Wambel Abschied nehmen müssen, nachdem Krefeld, Koln und Neuß ihren Winterschlaf bereits angetreten haben. Das Programm bewegt sich in engen Grenzen und sieht am Schlußtage nur sechs Rennen vor, von denen der Preis=Dotierung nach das Hubertus=Jagdrennen im Mittelpunkt steht. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Ahnherr—Lebensweg. 2. Rennen: Bacchantin3. Rennen: Kolbenhirsch—Bajadere. 4. Rennen: Utamaro—Schwerthieb. 5. Rennen: Milotti—Blackberry. 6. Rennen: Fantasia—Georgette. Rennen in Saink-Clond 1. Rennen. 1. Liari(Rochetti), 2. Lucilla, 3. Petite Prinzesse. Ferner: Plume Rouge, La Begum, Padus, Towton, Carte Blanche, Gringoire II, Cosabourg, Camille Borghese, Kézel, Mlle de Puygareau, La Petite Sensée, Tebessa, Kitzy, Peau d'Ange, Katusha. Sieg 90, Platz 34, 121, 48:10. 2. Rennen. 1. Medea(Johnstone), 2. Gipsy Queen, 3. Donine. Ferner: Lagoon, Toi et Moi, Etche Lena, Makalla, Lady Conctance, Shepherdeß, Moira, Avalanche, Mlle Sallé, Mirandella, Almée. Sieg 123; Platz 41, 29, 82:10. 3. Rennen. 1. Bel Ebat(Carrat), 2. Saqui, 3. Royal Order. Ferner: Charlatan, Canneloni, Mischna, Epicurus, Jean Nemard, Intérim, Mariposa, Jalousie, Closerie. Sieg 480; Platz 74, 15, 19:10. 4. Rennen. 1. Kirmusin(Villecourt), 2. Dark Mate, 3. Didoric. Ferner: Vasistas, Sanguinolette, Dejazcomba, Revery, Anonyme, Caxambas, Emprise, Creme Renversée, Eurythmique, Passeflamme, Brian Boroimbe, Croix de Feu. Sieg 61; Platz 27, 60, 90. 5. Rennen. 1. Sharonz(Sables), 2. Marigny, 3. Chrismyr. Ferner: My Lord, Trigonometry, Mon rad Bey, Dijbouti. Sieg 98; Platz 34, 15:10. Aenderungen in der Knappschaftsversicherung. Wichtig für Zahler von Die große Arbeitslosigkeit der vergangenen Jahre verschrieb manchen Bergmann dem Heer der Erwerbslosen, und unter ihnen sind sehr viele, die ihre bei der Knappschaft erworbenen Rechte durch Zahlung einer Anerkennungsgebühr aufrecht erhalten. Nunmehr sind die Bestimmungen über die Zahlung der Anerkennungsgebühren in Fortfall gekommen. Es heißt setzt, daß die Anwartschaft in der Pensionsversicherung erlischt, wenn in den auf den Eintritt in die Versicherung folgenden Kalenderjahren weniger als sechs Beitragsmonate zurückgelegt werden. Diese Bestimmung besagt praktisch, daß sich also die nicht mehr im Bergbau beschäftigten Mitglieder ab 1. Januar 1934 zwecks Erhaltung ihrer Rechte an die Pensionskasse freiwillig weiterversichern müssen. Der Beitrag im Falle der Weiterversichernug ist der monatliche Pflichtbeitragssatz vom Endbetrag der Lohnklasse, die dem jeweiligen Einkommen entspricht. Nun gibt es bei der Weiterversicherung zwei Arten. Sofern ein abgebauter Bergmann die Weiterversicherung mit sechs vollen Monatsbeiträgen wählt, erhält er sich auch die Anwartschaft auf die verdienten vollen Leistungen der Pensionskasse. Anertennungsgebühren. Die während der Weiterversicherung entrichteten vollen Monatsbeiträge werden bei der Feststellung der Leistung(spätere Rente) berücksichtigt, sind also anrechnungsfähig. Wählt nun jemand die Weiterversicherung mit sechs vollen Monaten, so müßte er je Kalenderjahr, also in diesem Jahre bis zum 31. 12. 1934 zahlen: Bei einem Einkommen von mindestens in der Lohnklasse 1 6mal 7.40 Mk.= 44,40 Mk., mehr als 75—100 Mk. Lohnklasse 2 6mal 9,80= 58.80 Mk., mehr als 100—125 Mk. Lohnklasse 3 6mal 12,30= 73,80 Mk., mehr als 125—150 Mk. Lohnklasse 4 6mal 14,70= 8.20 Mk., mehr als 150—175 Mk. Lohnklasse 5 6mal 17,20= 103,20 Mk., mehr als 175—200 Mk. Lohnklasse 6 6mal 19,60= 117.60 Mk., mehr als 200—225 Mk. Lohnklasse 7 6mal 22,10= 32.60 Mk., mehr als 225 Mk. Lohnklasse 8 6mal 24,50 147,— Mk. Entscheidet sich ein Abgebauter für die halben Monatsbeiträge zur Aufrechterhaltung seiner bis dato erworbenen Anwartschaft, so werden ihm für den Fall des Eintritts der Invalidisierung zwar der volle Grundbetrag, der volle Kinderzuschuß und die Nebenleistungen(Bestattungsbeihilfe, freie ärztliche Behandlung usw.) gewährt, jedoch werden nur die halben Steigerungssätze für die gesamte zurückgelegte Beitragszeit in der Pensionskasse in Ansatz gebracht. Die Versicherung mit halben Monatsbeiträgen erfordert je Kalenderjahr folgende Zahlungen: mindestens in der Lohnklasse 1 6mal 3,70 Mk.— 22,20 Mk. bei einem Einkommen von mehr als 75—100 Mk. in Lohnklasse 2 6mal 4,90= 29,40 Mk., mehr als 100—125 Mk. in Lohnklasse 3 6mal 6.15= 36,90 Mk., mehr als 125—150 Mk. in Lohnklasse 4 6mal 7,35 14,10 Mk., mehr als 150—175 Mk. in Lohnklasse 5 6mal 8,60= 51.60 Mk., mehr als 175—200 Mk. in Lohnklasse 6 6mal 9,80 58,80 Mk., mehr als 200—225 Mk. in Lohnklasse 7 6mal 11.05= 66,30 Mk., mehr als 225 Mk. in Lohnklasse 8 6mal 12,25= 73,50 Mk. Neu ist ferner, daß die einmal getätigte Wahl der Weiterversicherung mit halben Monatsbeiträ gen nach Ablauf der gesetzlichen Frist endgültig ist. Sie kann also dann nicht mehr in eine solche mit vollen Beträgen umgewandelt werden. Für Versicherte, die selbst Arbeitslosen= usw. Unterstützung beziehen, gelten besondere Bestimmungen. Zu beachten ist ferner. daß als Ersatzzeiten für die künftige Erhaltung der Anwartschaften in der Pensionsversicherung ab 1. Januar 1934 auch Krankfeierzeiten gelten, während deren ein Arbeitsentgelt nicht bezogen wurde. Die Dauer der Krankfeierzeit ist nachzuweisen. Für die Erhaltung der Anwartschaft in der Pensionskasse gelten weiterhin nunmehr auch die Monate, in deneder Versicherte zur beruflichen Fortbildung eine staatlich anerkannte Lehranstalt besucht. Nachweis ist beizubringen Aber auch für die Invalidenversicherung tritt in Bezug auf die Erhaltung von erworbenen Anwartschaften auf Rente eine neue Bestimmung ein, Jeder aus der Knappschaft Ausgeschiedene mache sich also mit den Bestimmungen vertraut und versäume nicht, die Weiterversicherungsbeiträge für das laufende Kalenderjahr bis zum 31. Dezember zu zahlen. Selbstverständlich sind die Knappschaftsältesten gern bereit, in Zweifelsfällen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Gott, der Herr über Leben und Tod, rief heute um 19 Uhr seinen treuen Diener, den Rentner Heinrich Hofiknecht Kriegsveteran von 1870/71 rach einem arbeltsreichen, gesegneten Leben zu sich in die Ewigkeit. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit im 90. Lebensjahre, oft versehen mit den Sakramenten unserer heil. Kirche, gottergeben und in Frieden. Die trauernden Angehörigen. Bochum, Soest. Oslo(Norwegen), Fröndenberg. Merced(Callfornien), den 4. November 1934. Das Seelenamt findet statt am Donnerstag, dem 8. November 1934, morgens 9 Uhr in der St. Meinolphuskirche. Anschließend ist um 10 Uhr die Beerdigung vom Sterbehause Bochum, Westtälische Straße 11 aus. Allen denen, die aus Versehen keine Anzeige erhielten, möge dies als Nachricht dienen. Wer statt Kranzspenden gern ein Almosen geben möchte, wolle dieses im Sinne des Verstorbenen den Barmh. Brüdern, dem Mauritiusstift oder dem Waisenhaus zuwenden. D Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse getallen, Sonntag nachm. 2.45 Uhr. meine liebe Frau, unsere gute treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante die wohlachtbare Ehefrau Hubert Östwald Mathilde geb. Rissen nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch einen echt christlichen Lebenswandel, und mehrmals gestärkt durch die Heilsmittel der röm.-kath. Kirche, im Alter von 59 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um ein Gebet für die teure Verstorbene bitten: Hubert Ostwald und Kinder. Bochum, Wünnenberg. Köln, Gelsenkirchen und Mainz, den 5. November 1934. Die Beerdigung ist Donnerstag den 8 November. vormittags 9 Uhr. vom Sterbehause Christstraße 41 aus. Das Seelenamt lst am gleichen Tage, morgens 8 Uhr in der St. Meinolphuskirche. Allen, denen aus Verschen keine besondere Nachricht zugehen sollte, diene diese als solche. Weinet nicht an meinem Grabe Stört mich nicht in meiner Ruh, Denkt. was ich gelitten habe, Eh' ich schloß die Augen zu. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gelallen, heute morgen 0.15 Uhr unsere innigatgeliebte gute Mutter Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Kusine Frau Witwe Heinrich lange Maria geb. Ritter nach langem. schweren mit großer Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den hi. Sterbeaakramenten. im Alter von 58 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Bochum. Erkenschwick. Paderborn, Aachen, Kreteld, Cieseke, den 4. November 1934. Die Beerdigung findet Donnerstag, den R. November 1931, morgens 7.30 Uhr, vom Sterbehause, Vierhausstraße 37. lum 8.30 Uhr. von der Kohlenstraße Ecke Hattinger Str.,Boch.-Weitmar) zum Friedhof in Boch-Weitmar statt. Daran anschließend ist das Seelenamt in der Sankt Franziskus-Pfarrkirche in Boch.-Weitmar. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. Am Mittwoch, dem 7. November 1934, morgens 8 Uhr findet in der St. Josephskirche das I. Jahresseelenamt für den verstorbenen Malermeister Josel Tillmann sen. statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Der Kartellverband deutscher burschenschaftl. Verbindungen K.V. gibt in tieler Trauer Kenntnis von dem plötz ichen Hinscheiden seines lieben Conphilisters Dr. med. Karl Homborg Gott gebe ihm den ewigen Frieden! Traueramt: Mittwoch, den 7. d. Mts, 8 30 Uhr in der St. Josefskirche. Beerdigung: 9 30 Uh vom Trauerhause, Dorstener Straße 14 Ca.5-6Pfund Giewichtsabnahme erziehl. Sie monatl ohne Diat durch Entiettungszucker EIA Vollkommen unschadlich TRICM PLATTFAUT Retorm- und Krauterhau. Bochum. Viktoriastr. 3.(am Rathaus Am Sonntag, dem 4. d. Mts. starb wenige Tage nach Rückkehr vom Kuraufenthalte der Handlungsbevollmächtigte und Abteilungsleiter Seit 38 Jahren, unterbrochen nur durch seine Frontdienstzeit, hat der Verstorbene in guten wie in schlechten Tagen seine beste Kraft für dus Wohl unseres Hauses eingesetzt. Seine Befähigung und Pflichttreue, sowie seine hohen menschlichen Eigenschaften— insbesondere seine treue Kameradschaft— machten ihn uns zu dem wertvollen und lieben Mitarbeiter, als der er in unserer Erinnerung fortleben wird. Wir trauern um den aufrechten, stets opferbereiten deutschen Mann. Bochum, den 5. November 1934 Führung und GEelolgschai der Maschinenbau-Iktiengesellschalt Balcke. Lichtspielhaus Bochum = Fine Operette, wie man sie= gerne sient!= 2 Ursula Grableu/ Ida Wus Hans Sonnker in: Annette im Paradier — Unvergeßliche Stunden für Alle! Hans Bed-Geden in Der Schub am Nebelhorn Ein Drama aus den sonst so stillen Alpen. 160l eb 3.13 Uhr Mütter= und Elisabethverein St. Meinolphus Unser liebes Mitglied Ehefran Malhilde Ostwald ist gestorben. Das Seelenamt ist am Donnerstag, dem 8. November, morgens 8 Uhr, in der St. Meinolphuskirche. Die Be erdigung ist am gleichen Tage, morgens 9 Uhr, vom Sterbehause, Christstrahe 41, aus. Um gahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. sunge u. alte, weg Aufg. bill. zu verk. Meermann, Bochum, Bülowstraße 99. Staditheater Bochum Dienstag, 6. Nov 20—22.15 Ubr Außer Vormiet: u NS=Kulturg. Serle B Seiner Gnaden Testament Komödie von Hialmar Bergman Mittwoch, 7. Rov. 20—22.30 Uhr Vormiete C 6 Die Enlführung aus dem Serail Nachmachen ist schwer! de Aeben olen s aidd e de e en Se M a e0o m O. Ea Ae Fröbstöd i. ricfortee, detton iont.. Wteng ud ge Gened Fr wurde Wollen Se dechel 1 lebrn be mer Wung eO Pahet. xtre 1.28. Orin-Vebl. 1.e0. Voree e OR. SANST RICNTERS FRUNSTUCKSKRKUTERTEE Erzbruderschaft der hl. Familie, Bochum. Donnerstag, den 9. November, 10 Uhr. Beerdigung des Mitgliedes Hzinrich Boliknecht vom Sterbehause, Westfälische Str. 11, aus. Hl. Messe in der Klosterkirche am 9. Novemb., 7 Uhr. Die Mitglieder des Vereins, besonders jene der St. Melnolphus= Pfarrel, mögen sich recht zahlreich beleiligen III. Orden Unser lieber Orbensbruber Heinrich Hollknecht ist gestorben. Die Beerdigung ist am Donnerstag, dem 8. November, morgens 10 Uhr, vom Trauerhause, Westfälische Str. 11. Das Levitenhoch amt ist um 9 Uhr in der Meinolphuskirche. Um rege Beteillaung bittet Der Ordensdirektor Meßfundationsverein Bochum. Das Mitglied Heinrich Hoffknecht Westfälische Str. 11 gestorden. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag vormittags 10 Uhr vom Sterbehause aus. Die Mitglieder werden freundlich zur Teilnahme an der Beerdigung eingeladen. Der Vorstand. St. Josephs=Männerverein der Mel= nolphus-Pfarrei, Bochum. Unser liebes Mitalled Heinrieb Holfknecht ist gestorben. Das Beerdigungsamt ist am Don= nerstag, 8. November, morgen" 9 Uhr, in der St. Meinolphuskirche Die Beerdigung ist am gleichen Tage. morgens 10 Uhr, vom Trauerhause, Westfälische Str. 11 aus. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. St. Josephsverein St. Marien, Bochum. Unser liedes Mitglied Heinrich Hoffknecht ist gestorden. Beerdigung Donnerstag, den 8. 11., vom Trauerhause, Westfältsche Str. 11, aus. Borher 9 Uhr Beerdigungsamt in der St. Meinol pbuskirche. Zahlreiche Beteiligung erbittet Der Vorstand. Deutsche Kolpinasfamilie Bochum, Zeutral. Unser Mitglied Heinrich Boliknech ist gestorben. Das Seelenamt in Vonnerstad morg. 9 Uhr in der Mel olphuskirche. Anhließend die Be= erdigung vom Ster= behaus Wentalisde Straße 11. Um rege Betelli, gung bittet Die Z0brerschaft. Dem hl. Gerhard herzl. Dank Veröffentlichung gelobt. Bediene Dich der Klein=Angeige. Kl. Haus mit Garten oder Bauplah zu kaufen gesucht. Off. u. B. P. 975 an d. Gesch. d. Zig. Bei Asthma dvon Bronchialkatarh und Verschleimung Breitkreutz Asthma Pulver zum Ciwehnen Arztl erprobt-best begutachuet-Viele tausend Arerhennngen Verlangen Sie Gratisprobe in Jher Apotheke- Tadaung 145 Wie beschalfe ich mir Baugeld? Wie verbillige ich meine Zinshypothek? Ueber diese Fragen erhalten Sie Aufklärung in der öffentlichen Versammlung am Mittwoch, dem 7. November, abends 8 Uhr im Hotel»fürstenhofs, Bochum, Kortumstr. 7. Reterent: Direktor Knauff, Aachen. Es lädt ein die „Aachener Bausparkasse“ Zwecksparverband für Eigenheime A.-G., Aachen. Freier Eintritt! Freier Eintritt! Niemand versäume diese wichtige Veranstaltung! General-Agentur Hagen, Hochstraße 12. Hr. GreeM bietet Endiisch vom Engländer Preis RM. 4.— den Monat. Neubeginn am 7 November 1934. für Antanger 20 Uhr. für Fortgeschrittene 21 Uhr. Probestunde unverbindlich.— Hotel Fürstenhof, Bochum Aeuer Ganzkursus beginnt ab Mitiwoch, den 7. Nov Anmeldungen u. Anfragen erbet. Janzschule Diel. Boch., Neustrabe J. Ruf 61514. Wilhelms-Bad Sochum Wilhelmstraße 22, Telephon 6160 Wonnen-, alle Hellbaser, Dampf- und Helßlurträume, Massagen. Durchgehend geöttnet v. 8—0 Uhr Die deutsche Bergmannssprache von Bergrat A. Drißen. 155 Seiten, in Ganzleinen=Umschlag. Zahlreiche Abbildungen und Tafeln. Von der Presse sehr günftig beurteilt. Preis 3,80 RM. durch alle Buchhandlungen und in der Geschäftsstelle unserer Zeitung Blinden-Verein Dochum die Vereinsanschriften And folgende l. Vors.: Klavierstimmer Winller Bochum. Herner Str 91. Ruf 695 19 Es wird gedeten nachttehende Hand werker mit Rafträgen zu bedenken: Kord= und Stuhlflechter U. Bucken, Altendochum, Altendochumer Straße 78. Tel. Nr. 684 sol. Hawaztnikt, Auf dem Dahlacker 47 onrad Odach Altendochum, Zeche tolino 820 Stuhflechter: Karl Gottschalk. Bochum. KronpringenstraßPaga. Bodum, Elsatzstr. 17 Frl. Schulte, Bochum Meierste. 9 ischewokt, Harpen, Grüner Weg 11 Frl. Deiß, Bon=der=Recke=Str. 1000 (Maschinenstrickerin). Bürstenmacher: Hoffmann Weitmar. Haitinger Str. 1980 Handarbeiterinnen: Frl. Keller. Bochum. Bahnhofste. 11 S:.t.'stelle! Vertrieh von Blindenarbeiten Artz Hernes Ste. 81. Tel. 6 In der Geschäftsstelle des Adrebbuch-Verlags Bochum, Mühlenstraße 12 llegen folgende Adreßbücher zur kostenlosen Einsichtnahme auf Altena Augsburg Bielefeld Bochum Borken-Bocholt Bremen Danzig Dortmund Dresden Duisburg Essen Goslar Hamburg Herne Jena Karlsruhe Kompen-Krefeld Köln Köthen Krefeld-Uerdingen Lüdenscheid Luzern(Schweiz) Mannheim Osnabrück Schwerin Stuttgart Weinheim Wiesbaden Worms Würzburg Wuppertal Relchs-Adreßbuch Reichs-BäderAdreßbuch Reichs-BranchenAdresbuch RelcheAuto-Karte Westlalen mit Entfernungstabelle zwischen den Städten Mehrtarbig. starkes ..er.- Preis nur Papie Durch die Geschafteste unserer ZeitungVersand nach aus wärte * 30 jähriges Bestehen der Borromäusbücherei St. Antonius. so. 30 Jahre sind vergangen, seit die Borromäusbücherei in unserer Pfarrei gegründet wurde. Das sind 30 Jahre uneigennütziger Arbeit und nimmermüden Einsatzes für gute Bücher und gutes Schrifttum. Aus. Anlaß des 30jährigen Bestehens der Bücherei hatte die Büchereileitung zu einem frohen Unterhaltungsabend mit Kaffeetrinken im Antoniussaal eingeladen. Vikar Förster, der Leiter der Bücherei, hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Er dankte allen, besonders den Helferinnen. für die aufopfernde Mitarbeit und bat, auch in Zukunft der Borromäusbücherei die Treue zu bewahren. Gesang, Volkstanz, musikalische Darbietungen der Marienschar und Theaterdarbietungen wechselten einander ab und gaben der Feierstunde ein festliches Gepräge. Mit einer Verlosung und einem gemeinschaftlichen Liede fand die Feier ihr Ende. Erste Pflichtversammlung der Friseure. o. In der Bürgergesellschaft hielt die Friseurinnung ihre erste Pflichtversammlung ab. Durch das neue Gesetz für den Aufbau des Handwerks sind der Bochumer Innung die frühere Innung Wattenscheid und Langendreer=Werne zugeteilt worden. Obermeister Wüst begrüßte einleitend den Kreishandwerksmeister Esch und den Geschäftsführer Dr. Bielefeld. Sodann nahm Kreishandwerksmeister Esch das Wort. Er führte Obermeister Wüst in sein Amt ein Als Geschäftsführer stellte er Dr. Bielefeld vor. Seit langer Zeit sei der Obermeister bemüht, den Beruf zu reinigen. Heute hat der Obermeister genügend Machtmittel in der Hand, um sich Respekt zu verschaffen. Notwendig sei aber die Mitarbeit aller Kollegen. Sodann nahm Obermeister Wüst die Einsetzung des Innungsbeitrates vor. Er gab einen Rückblick über die Entwicklung des neuen Gesetzes zum Aufbau des Handwerks Er wies auf die übernommenen Verpflichtungen hin. Durch Handschlag wurden dann nachstehende Mitglieder in ihr Amt eingeführt: Obermeister: A. Wüst; stellv. Obermeister: K. Krüger, Schriftführer: Fr. Brinkmann, stellv. Schriftführer: A. Kumpmann; Kassenwart. H. Petring; stellv. O. Kneider; Beirat: H. Nargorni und E Becker: Lehrlingswart: H. Wiese: Gesellenwart: O. Meyer; Gesellenbeirat: O. Sunkel, St. Deppe; stellv. Gesellenbeirat: K. Niermann. W. Müller, F. Sterna. Dr. Bielefeld hielt dann ein Referat über Rechte und Pflichten der Innungsmitglieder und der Amtsinhaber. Sodann wurde Beschluß gefaßt über den Haushaltsplan und Umänderung der Sterbeumlage in eine Sterbeversicherung gemäß den gesetzlichen Vorschriften. Märchennachmittag im Lichkspielhaus. Märchen im Film.„Rotkäppchen“ und„Hänsel und Gretel“ auf der flimmernden Leinwand, wer hätte da fehlen mögen? Und so war es eigentlich vorauszusehen, daß die Mütter mit ihren Kindern an der Hand auch gestern wieder vor dem Lichtspielhaus sich in langen Reihen drängen würden daß auch bei dieser Aufführung, zu der man erfreulicherweise auch die Waisenkinder eingeladen hatte, der Saal bis auf den letzten verfügbaren Platz besetzt war Nachdem das Lichtspielbaus einen solchen Erfolg mit seinen Märchennachmittagen gehabt hat. wird es auch in nächster Zeit, wahrscheinlich zum Nikolausfest, wieder eine Reihe der schönsten Märchenfilme herausbringen, um den Bochumer Kindern eine rechte Weihnachtsfreude zu machen. Was soll man viel Kritisches über diese auf den kindlichen Geschmack zugeschnittenen Filme sagen! Die Kinder waren von Anfang bis Ende begeistert bei der Sache und bei den Höhepunkten des Films, etwa wenn die bitterböle Here mit kräftigen Stoß von der keinen Gretel in den Backofen befördert wird, schallte frohes und glückliches Kinderlachen durch den ganzen Saal. : Der Reichsbeamtenführer Neef spricht in der Verwaltungsakademie. Der Leiter des Amtes für Beamte der Obersten Leitung der PO. der NSDAP., Reichsleiter des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Mitglied des Führerrates des Reichsverbandes Deutscher Verwaltungsakademien, Regierungsrat Neef, der vor einigen Tagen auch in Bochum weilte und einigen Zechen einen Besuch abstattete, spricht heute abend um 19 Uhr in der Verwaltungsakademie zum Thema„Die Aufgaben des Beamten im Dritten Reich". Zweifelsohne wird dieser Vortrag das Interesse weitester Kreise finden. Festgenammen wurden zwei Personen wegen Einbruchsdiebstahls, drei Personen wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung und eine Person wegen Unterschlagung — Zimmerbrand in Bochum. Gegen 13.20 Uhr entstand im Hause Schwindstraße 60 in Bochum ein Zimmerbrand. Personen wurden nicht verletzt. th. Feierstunde der Kolpingsfamilie Bochum Niemke. Im geschlossenen Kreise beging die Riemker Kolpingsfamilie im Saale Pielken an der Verkehrs straße am Sonntag ihr 5. Stiftungsfest. Zahlreich hatten sich die Mitglieder wie auch die Altmitglieder mit ihren Angehörigen zu der Feierstunde eingefunden, die vom Senior Schüttler willkommen geheißen wurden wobei er auch die Pfarrgeistlichkeit begrüßen konnte. Nach dem„Gesellengruß“, von der Gesangabteilung vorgetragen, und dem Begrüßungstanz der Riemker Volkstanzgruppe hielt der Präses Vikar Scnertler eine Ansprache, der er drei Gedanken zu Grunde legte und zwar die Familie, den guten Handwerker und den guten Christen worauf gemeinsam das Kolpingslied gesungen wurde. Nach weiteren Volkstängen, Liedern der Gesangabteilung und Musik richtete auch Pfarrer Nunnemann eine kernige Ansprache an die Anwesenden. Der zweite Teil wurde durch Darbietungen der Gesang= und Theaterabteilung und Musik ausgefüllt. Am Montag fand um 9 Uhr morgens in der Pfarrkirche ein Seelenhochamt für die Mitglieder und Ehrenmitglieder statt. (!) Die„Aachener Bausparkasse“— Zwecksparverband für Eigenheime A.=G., Aachen konnte seit ihrem Bestehen insgesamt 3558 Bausparern rund 365 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Weitere Zuteilungen erfolgen allmonatlich. Diese beachtenswerte Summe, die restlos dem Baumarkt bezw. dem Hausbesitz zufließt, ist ein Beweis dafür, daß Sparmöglichkeiten und Sparfleiß vorbanden sind und daß der Bausparkassengedanke wie ihn die„Aachener Bausparkasse“ in die Tat umsetzt, gesund ist, Vertrauen schafft und Vertrauen verdient. Der Besuch der am 7. November stattfindenden öffentlichen Versammlung dürfte alle Eigenheiminteressenten und Hypothekenschuldner interessieren. )( Geflügelcholera. Unter dem Hühnerbestande des Arbeiters Konntantin Skrezewski hier, Josephstraße 55, ist Geflügelcholera festgestellt worden. Aus unserem Verbreitungsgebiel. Handwerkerfachausstellung der Wanner Gesellen. Wanne=Eickel. rb. Im Kolpingshause Wanne eröffneten am Sonntag vormittag die Wanner Gesellen als Mitglieder der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“, ihre Handwerker=Fachausstellung. In einem besonderen Eröffnungsakt wurde die Ausstellung der Oeffentlichkeit freigegeben. Zunächst begrüßte der Gesellenpräses, Vikar Padberg, alle Gäste und Ehrengäste mit dem Gesellengruß, worauf der Reichsfachschaftsleiter der Deutschen Kolpingsfamtlie von der Kölner Zentrale, Neimeke, das Wort zur Eröffnungsrede ergriff. Redner schloß mit einem Sieg=Heil auf den Gesellenvater Kolping, sein Werk, den Führer und das gesamte deutsche Volk, in das die gesamte Versammlung begeistert einstimmte. Anschließend ergriff der Gaubetriebsgruppenwalter der Reichsbetriebsgemeinschaft„Handwerk“, Pg. Plankermann, im Namen der örtlichen NS=Hago das Wort. Er wies u. a. darauf hin, daß die Ausstellung einen Einblick in die Qualitätsarbeit des Handwerks geben solle, die allein dem deutschen Handwerk wieder zur Blüte des eigenen Standes wie des gesamten deutschen Vaterlandes verhelfen könne. Er dankte allen denen, die sich um das Zustandekommen der Ausstellung bemüht hätten und gab dann die Ausstellung für die Oeffentlichkeit frei. Die einzelnen Leiter der Fachabteilungen übernahmen dann die Führung durch die sehr interessante Ausstellung, die wertvolle Arbeiten aus allen Abteilungen des deutschen Handwerks zeigt. Sowohl die Fachgruppenleiter der Deutschen Kolpingsfamilie von der Kölner Zentrale, Neimeke, wie Pg. Plankermann waren von den gezeigten Arbeiten der Wanner Gesellen hochbefriedigt. Der Eröffnungsfeier wohnten u. a. bei Pfarrer Baumeister von der katholischen Pfarrgemeinde Wanne. Pfarrer Bunte von der evangelischen Kirchengemeinde, der Leiter der hiesigen NSBO, No. Müller, als Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und zahlreiche Handwerker. Die Gesangabteilung der Wanner Gesellen umrahmte die Feier mit musikalischen und gesanglichen Darbietungen. wb. Ausklang der Glaubenskundgebung. Nach den drei imposanten Glaubenskundgebungen am Sonntag verbrachte der H. H. Erzbischof die Nacht in der Eickeler Marienpfarrei, wo er Gast des Dechanten Höninger war. Am gestrigen Tage las er in der Marienkirche eine stille hl. Messe, die sich eines überaus starken Besuches erfreute, so daß die Glaubenskundgebung in der Eickeler Marienkirche einen eindrucksvollen Abschluß fand. herne. de Das goldene Buch liegt auf. Am Sonntag abend wurde im Sitzungssaal des Herner Rathauses das goldene Buch des Gaues Westfalen=Süd für das Winterhilfswerk aufgelegt. Schon in einer Stunde waren Beträge gezeichnet, die die Gesamtsumme von 10000 Mark ergaben. Selbstmordversuch. Gegen 8 Uhr wurde vor der Tür des Hauses Vinckestraße 2 ein Ajähriger Mann aus Herne bewußtlos aufgefunden. Wie die Feststellungen ergaben, hatte er sich in selbstmörderischer Absicht eine 16 Zentimeter lange Schnittwunde am linken Unterarm beigebracht. Er wurde dem evgl. Krankenhaus zugeführt. Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt. Castrop-Kaurel. Selbstmord durch Erhängen. Gegen 18,30 Uhr wurde in einem Stall eines Grundstücks Oberstredey ein 85jähriger Mann erhängt aufgefunden. Wie die Feststellungen ergaben, liegt Selbstmord vor. Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt. Wilten. Diebstahl. In der Nacht wurden von einem eingefriedigten Hof in der Altestraße in Witten=Bommern folgende Sachen, die dort zum Trocknen hingen, entwendet: 2 blaue leinene Arbeitsjacken, 1 grau gestreifte und e engl. lederne Hose, 1 braune Junsenshose, 1 gelbe wollene Bettdecke mit 2 Blumenforden. Fahrraddiebstähle. Vom Hofe Bodenborn 23 in Witten=Bommern wurden 1 Herrenfahrrad, Marke Anker. Nr. 143196, und 1 Damenvollballonfahrrad, Marke Standard. Nummer unbekannt, entwendet. Verkehrsunfall. Auf der Hörder Straße wurde ein Radfahrer von einem Fuhrwerk angefahren und am linken Bein leicht verletzt. Grben gesucht Roman von Max Dürr für Schloß Wasserburg! Copyright 1934 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. Nachdruck verboten. 8. Fortsetzung. „Meine Unwissenheit beschämt mich", sagte Herr Sojer höflich. Schmidt der Aeltere grinste unverschamt. „Im Begriffe, mir einen Weltruf zu schaffen, widerfährt mir das Unheil, mich zu erkälten. Der Neid, die Konkurrenz nützt das Mißgeschick sogleich aus. Ein Lügenfeldzug wird gegen mich eröffnet.. Oh, es ist unsagbar, was ich gelitten habe... Ich stehe auf dem Punkte zu verzweifeln, der Gedanke der Selbsttötung gewinnt an Heftigkeit und nun erfahre ich, daß die Erben eines Mannes aufgerufen werden, der ein Großneffe meines Urgroßvaters war.“ Herr Eduard Schmidt, der bisher mit vergnügtem Gesicht ohne die geringste Anteilnahme an dem Gespräche den Speisen zugesprochen hatte, hörte plötzlich zu essen auf und sah den Sprecher scharf und mit beleidigendem Zweifel an. „Kurz und gut“, sagte Herr Schmied=Lapinski, „ich denke, daß mir aus der Not geholfen ist, und daß dieses Schloß künftig ich allein bewohnen werde“ „Ach, bilden Sie sich doch nichts ein", rief der von der anderen Seite. „Sie sind ein Hanswurst", sagte Schmied der Jüngere. Und mit einem plötzlichen Ruck standen beide auf und maßen sich mit feindlichen Blicken. Schmidt=Oel und Fette en gros und en détail kaute und würgte den Bissen schnell hinunter, während das Mundtuch aus seiner Hand fiel. „Aber meine Herren!“ rief der Testamentsvollstrecker einigermaßen bestürzt und erhob sich, um abzuwehren, denn es hatte den größten Anschein, als wollten die beiden zu Tätlichkeiten schreiten... Die Tür wurde aufgerissen und eine schlanke, hagere, ältere Dame stürmte herein. Es war die Baronin Hermine von Echatz=Knittelfing, Hinter ihr, auf der Schwelle, erschien, der Mutter an Gestalt überaus ähnlich, die Tochter.„Nun frage ich zum letzten Male, wollen Sie anspannen lassen oder nicht", rief die Dame, und ihre eingefallenen Wangen zitterten in Erregung. Sogleich war Herr Sojer wieder auf der Höne. Dieser Zwischenfall kam ihm gelegen.„Darf ich die Herrschaften bekannt machen?... Frau Baronin ermine von Schatz=Knittelfing... Eduard Schmidt, Oele und Feite en gros und en détail... Herr Edgar Schmied=Lapinski, Konzertsänger..“ „Sagten Sie nicht Hanswurst...“ „Ich sagte es. Ich sage es noch einmal, wenn Sie es wünschen...“ „Den Wagen will ich haben! Sofort!“ „Ein solcher Laffe kann mich übrigens gar nicht beleidigen", rief der ältere Schmidt und sah gar nicht mehr so rosig aus wie zuvor, „Haben Zie mich verstanden, den Wagen sollen Sie anspannen lassen! Sie" „Laffe?... Mir das?“ Schmidt alt und jung, mit„dt" und mit„ ballten die Fäuste, standen mit schwer umwölkter Miene einander drohend gegenüber. „Meine Herren". Sie werden sich doch nicht so weit vergessen, in Gegenwart einer Dame, Ihrer Verwandten“ Frau Baronin von Echatz=Knittelfing schnaubte durch die Nase.„Ich verbitte mir das! Was gehen mich diese Proletarier an! Ich verlange, daß sofort der Wagen“ Schmidt alt und jung wandten sich plötzlich mit unheilverkundendem Ausdruck gegen die Sprecherin. „Was will denn diese Vogelscheuche?" sagte Herr Schmidt, Oel und Fette, mit lauter, zürnender Stimme. Baronesse Abelgunde stürzte vor und ergriff ihre Mutter am Arme.„Mama“— mit französischem Nasallaut—„mische dich nicht unter diese Elenden!“ „Ich bitte vielmals um Entschuldigung,“ sagte Herr Sojer,„daß ich Sie nicht sogleich bemerkte... Fräulein Adelgunde von Echatz=Knittelfing... Herr Schmidt mit„dt" und Herr Schmied mit„ie“...“ „Schweigen Sie!" schrie die Baronin=Mutter. „Elende? Sagten Sie nicht„Elende"? rief drohend Herr Schmied=Lapinski. Frau Baronin von Echatz=Knittelfing preßte die Hand auf die magere Brust.„Mein Gott, in welches Haus bin ich geraten!" „Sehr richtig!" schrie Herr Schmidt, Oel und Fette. Man wird von allen Seiten beleidigt, beschimpft, mit Injurien überhäuft..“ „Wer hat angefangen? Sie... Sie..“. schrie Schmied der Jüngere. „Nehmen Sie Ihre Beleidigung zurück!" Schmidt der Aeltere nahm Fräulein Adelgunde beim Arm. „Maman! Maman!" „Meine Herrschaften, ich bitte, ich beschwöre Sie, halten Sie Ruhe!" Herr Sojer suchte vergeblich zu besänftigen. „O mein Herz, mein Herz!" stöhnte die Frau Baronin. Es war ein entsetzlicher Lärm. Unter der Türe, die offen geblieben war, erschien, wie ein Schatten, eine hohe Gestalt. Sie gehörte einem dürren Herrn in mit einer kahlen Stirne, der, das Monokel in das linke Auge geklemmt, mit Hohn die ganze Gruppe überblickte.„Graf Krachwitz,“ näselte er, während jetzt eine tiefe Stille eintrat,„äh... sehe mit Vergnügen... wohl lauter liebe Verwandte?“ Im nächsten Augenblick wurde er unkanft zur Seite gedrängt, so daß er wankte und das Monokel dem matten Auge entfiel.„Adelgunde, führe mich in meine Appartements! Mir wird übel in dieser Gesellschaft!“ Wie zwei hagere Rachegöttinnen rauschten die beiden schwarzgekleideten Damen an dem erstaunten Ankömmling vorüber. Herr Sojer läutete aus Leibeskräften.„Sam, Sam, schnell, schnell, Quartiere für die Herrschaften!“ Schmidt der Aeltere hob den Kopf stolz und warf dem Jüngeren einen vernichtenden Blick zu.„Zie werden mehr von mir hören! Ich weiche nicht.“ sagte er und verließ das Zimmer „In meinen Augen sind Sie ein Feigling, mehr noch, ein Niedriger, eine vollkommene Null,“ rief ihm Schmied der Jüngere nach. Dann riß er sich, wie in einem plötzlichen Entschlusse, zusammen und verließ das Zimmer ebenfalls. Herr Sojer rang stumm nach Atem.„Entschuldigen Sie, daß ich mich setze,“ sagte er zu dem Uebriggebliebenen. Aber er überwand sofort seine Schwäche.„Bitte, wollen Sie nicht ebenfalls Platz nehmen.“ fuhr er verbindlich sort. Der andere nahm ohne Zögern einen Stuhl, setzte sich bequem und schlug die Beine übereinander, während er den kleinen, dicken Herrn Sojer mit lächelnder Herablassung anblickte. 5. „Wenn ich während jenes unangenehmen und sonderbaren Auftritts, den Sie soeben zum Schlusse noch miterlebten, Sie recht verstanden habe, so ist Ihr werter Name?“ „Krachwitz... Egon Graf von Krachwitz.“ Der neue Gast war, wie schon gesagt, ein sehr hochgewachsener und magerer Mann, der aussah wie eine schlanke Esche, die auf Steinboden gestoßen und dürr zu werden beginnt. Feine, zahllose Fältchen um die Augen und eingefallenen Schläfen, eine ausgesuchte Haltung und tadelloser Sitz des kurzen Röckchens, wie der scharf gebügelten Beinkleider erweckten den Eindruck eines etwas jugendlichen Greises. „Seltsam, seltsam," sagte Herr Sojer,„daß der Verstorbene so wenig von dem Adel in seiner Familie zu erzählen wußte..." „Höchster, alter Adel! Die Krachwitz gehen auf Karl den Kahlen zurück!" Herr Sojer sah unwillkürlich nach der hohen Stirn#e2 Sprechers. Der andere bemerkte es und lachelte mit spöttischem Stolz. „Gewissermaßen Erbstück! Alle Prachetz haben hohe, kahle Stirne... Uebrigens... vermutlich Herr Sojer?... Formalitäten abmachen!“ Er entnahm seiner Brieftasche, die er wie spielend mit der fleischlosen, knochigen Hand durchwühlte, einige Schriftstücke.„Sehen hier Papiere, Stammbaum derer von Krachwitz... dürfte genügen, was?“ Während Herr Sojer die Schriftstücke studierte, plauderte der Graf behaglich weiter.„Also wirklich sozusagen Verwandte?... Die Herrschaften, vorhin?“ Mit dem Monokel im Auge schnitt er eine Grimasse.„Verfluchte Bande! Uebrigens rassig, die Damen! Schade, daß häßlich!“ Herr Sojer blickte ein wenig von seinem Papier auf.„Sind Ihnen die Damen denn nicht bekannt? Die Baronessen Echatz=Knittelfing?“ Der Graf ließ das Monokel fallen und sah äußerst erstaunt aus. „Belieben?“ „Ich hätte gedacht, daß Sie wenigstens die adeligen Zweige der Familie kennen würden?“ „Kennen? Belieben wohl zu scherzen? Aeh... Pöbel, direkter Pöbel! Die Krachwitz sind Uradel, Herr Sojer!“ Nach dieser Erläuterung schwieg der Sprecher und sah, offenbar unangenehm berührt und mißgestimmt, in dem Zimmer umher, während Herr Sojer fortfuhr, die übergebenen Urkunden zu entzifsern. Es entstand in dem behaglich eingerichteten Zimmer eine kleine Stille, während der man nur undeutlich, wie in der Ferne, bald die Stimme des älteren, bald die des jüngeren Herrn Schmidt(Schmied) vernahm, die anscheinend ihrer Unzufriedenheit gegen irgendein häusliches Wesen, das ihnen aufstieß. Ausdruck verliehen. Herr Sojer schüttelte einige Male den Kopf.„Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Herr Graf, aber ich vermag auf diesen Stammbaum Ihre Zugehörigkeit zu der Familie Smitt nicht herauszulesen, denn ich finde den Namen Smitt oder Schmied auch nicht ein einziges Mal.“ Herr von Krachwitz lächelte sarkastisch, bewaffnete sein Auge wieder.„Belieben den Namen Anna und das Kreuzchen zu bemerken... neben Graf Wunibald. War mein Urgroßvater. Wegen Reinheit des Stammbaumes blieb der Name Schmid weg... wurde durch Kreuzchen ersetzt. Hochseliger alter Herr, Urgroßpapa, befand sich... äh... in scheußlicher Geldverlegenheit... Heiratete... Wahnsinnige Mesalliance... Heiratete eine Anna Schmied, weil Geld vorhanden... Schmied mit weichem d und e... War somit, kaum glaublich, Urgroßmama... Kusine der Urgroßtante des Herrn Jonathan Smitt... Also alles klar... Hofse nächster Erbe zu sein... Nebenbei die Gesellschaft, die ich sah, sind das alles?... Ganze vorhandene, liebe Verwandtschaft?“ (Fortsetzung folgt.) Mat ag OSRAN Fußball-Nachlese 1. Kreisklasse. SpV. Sodingen 12— Phönix Bochum 1:1(0:1) Das in Sodingen zum Austrag gekommene Spiel zwischen den beiden Tabellenführern brachte nicht die erwartete Klärung. Und doch hätte die Entscheidung eigentlich schon in der ersten Spielhälfte fallen müssen, da in dieser Zeitspanne der Gast mehr vom Spiel zeigte und sein gefährlicher Rechtsaußen immer wieder den Hüter der Sodinger zu Höchstleistungen anspannte. Dieser zeigte sich jedoch mit viel Glück als Herr der Lage und nur einmal in der 30. Minute gelang es dem Rechtsaußen Sodingens Hüter zu schlagen. Nach dem Wechsel, als der Wind stärker einsetzte, kam vorerst der Gastgeber mehr auf. päterhin wieder der Gast. Trotzdem war es dem Plauverein vergönnt, in dep 25. Minute durch seinen Halbrechten durch Kopfball den Ausgleich zu erzwingen. Teutonia Riemke— Preuhen 04 Wanne 4:1(2:1) Die Riemker festigten durch einen weiteren sicheren Sieg den 3. Platz in der Tabelle. Ihr Erfolg war durchaus verdient. Die Hauptstütze der Mannschaft waren die Schlußleute, die stets die Angriffe des Gastes im Keime erstickten. Innerhalb 2 Minuten waren durch den Halbrechten und Halblinken Teutonias zwei Tore erzielt. Erst kurz vor dem Abpfiff kam der Gast durch seinen Mittelstürmer zum Ehrentreffer. Nach dem Wechsel ergab sich eine drückende Ueberlegenheit der Riemker, die zwei weitere Tore durch den Halblinken und Linksaußen ergab. Concordia Bochum— TG. B.=Ehrenfeld 1:3(1:0) Die beiden Mannschaften lieferten sich an der Glücksburgerstraße nicht gerade einen schönen Kampf. Hart spielten die Ehrenfelder, um die vor onntägliche Niederlage auszumerzen und hart der Platzverein, um vom Tabellenende wegzukommen. Außerdem ließ der kleine Platz eine volle Entfaltung der Spieler nicht zu. wodurch die Kräfte unnütz angespannt wurden. Dem technisch besseren Spiel der Gäste setzte der Platzverein erhöhten Eifer entgegen und schuf somit durch sein Zerstörungsspiel zeitweilig Verwirrung in den Reihen der Gäste. Die Ehrenfelder hatten in der ersten Spielhälfte gegen Wind zu kämpfen, lagen aber dennoch 15 Minuten lang im Vorteil. Als später der Platzverein mit wuchtigem Spiel einsetzte, mußte auch die Hintermannschaft der Gäste oftmals rettend eingreifen. In der 40 Minute gelang es dann dem Halblinken der Concorden, seinem Verein die Führung zu bringen. Nach dem Wechsel hatten die Ehrenfelder mehr vom Spiel. Schon nach 10 Minuten erzielte der Mittelstürmer Lotties den Ausgleich und der gleiche Spieler brachte auch in der 25. und 27. Minute die beiden weiteren Erfolge an, sie kamen auf das Konto der Hintermannschaft des Platzvereins.— Concordia stellte eine recht gefällige Elf. in der der Hüter, rechte Verteidiger und Mittelläufer hervorraate. Der Gast zeigte nicht sein sonstiges Können. Die Hintermannschaft war gut. Ueberragend waren lediglich Mittelstürmer und Halbrechter. Langendreer 01— Westfalia 09 Weitmar 1:1(0:1) Das Spiel war von Anfang an sehr lebhaft. Die Weitmarer stellten eine ausgeglichene Elf ins Feld. die sich in der Hauptsache auf Durchbrüche verlegte. die dann aber an der gut in Form befindlichen Hintermannschaft der Gäste scheiterten. 01's Hintermannschaft einschließlich Läuferreihe, in der der rechte Läufer der beste war war sehr aut in Form. Der Sturm arbeitete sich dauernd gut durch, aber im gegebenen Moment fehlte der krönende Torschuß. Eine Viertelstunde nach Beginn gingen die Gäste in Führung, um dann den Platzleuten wieder das Feld zu überlassen, die dann erst 15 Minuten nach der Pause durch Elfmeter gleichziehen konnten. Die Ehrenurkunde der 9T., -Vier Jahrzehntehast du.lieber surnbrudonKarl Eisermann in vorantwortungs voller Taliq keit als Jurnersiihrer in Vereln und Kreis in unerschütter 4 licher lreue, in ausopsorungssreudiger und begeisterter 1Llebezur Deutschen surnerschat und mit nie erlahmen dem tätigen Gemeinsinn füe Polk und l'aterland gearbeitet. Die Deutsche lurnerschaftdante Dir fur diese lreue sur Deinrasiloses Schaffen und verleihtdie ihre höchste Auszeichnung die Ehven-Urkunde. Gut Heil und heil HitlerDoutoche kurnerschaft- Der Lührerstabdie höchste Auszeichnung der Deutschen Turnerschaft. die dem DT.=Kreisführer Karl Eisermann vom Führerstab der DI. anläßlich seines 60. Geburtstages verliehen wurde. Handball. Vier Gauligaspiele in Westfalen Polizei Münster verdrangt Paderborn. Nicht ganz ohne Ueberraschungen gingen die Meisterschaftsspiele im Gau Westfalen am Sonntag ab. In erster Linie ist die hohe Niederlage von Preußen Paderborn gegen Polizei Münster zu erwähnen. Relativ steht Hindenburg Minden ungeschlagen am günstigsten in der Tabelle. Arminia Bielefeld— Polizei Dortmund 3:11 Polizei Bielefeld— Hindenburg Minden 4:20 Preußen Paderborn— Polizei Münster 1:13 TuS. Eilpe— DSC. Hagen 4:5 Kegelklub„Treu wie Gold gewann die Ehrenplakette des Kegler-Verbandes. min am zweiten Sonntag war es ein Genuß, dem Leben und Treiben auf den Kegelbahnen der „Panzergrotte“ zuzusehen. Es gab wiederum intereffante Kampfe, die von den zahlreichen Zuschauern aufmerksam und fachkundig verfolgt wurden. Zunachst hielt jedoch noch immer„Olle Fieve" mit 453 Holz die Spitze, aber in den Mittagsstunden war es der Klub„Auslese-Querholg", der die richtige Mannschaft ins Treffen schickte, um nach „sauberem" Spiel beim zweiten Angriff die„Olle Fieve" um 2 Holz abzusägen. Klubs kamen, Klubs gingen, nichts Wesentliches in der Tabellenführung geschah, bis die Gesellen vom„Treu wie Gold", die 1932 bereits groß gewannen und 1938 den 4. Platz belegten, an den Start gingen. Aber erst beim zweiten Hieb klappte es richtig. Mit 220 auf Bahn II und 253 auf Bahn III. im ganzen 473 Holz, setzte sich Treu wie Gold“ wiederum an die Spitze, die der Klub sicher zum Schlusse hielt. Vom Klub„Pumpe“ der auch immer mit dabei war, wurde man diesmal enttäuscht. Auch auf den Nebenbahnen gab es lebhaften Zuspruch. Ausgezeichnet sind hier die Spitzenresultate, die belohnt wurden. Auch dabei schnitten die Gesellen vom„Treu wie Gold“ am besten ab und holten sich allein 5 Preise.— Nach Schluß eines mehr als 24stündigen Kampes fanden sich Sport= und Gesellschaftskegler zur harmonischen Siegerehrung zusammen, in der Verbandsführer Mühr in einem Werbevortrag Zweck und Ziel des Kegelsports und des Deutschen Keglerbundes auseinandersetzte. Die Eraebnisse: Die Ehrenplakette errang „Treu wie Gold“ 478. 2.„Auslese=Querholz“ 455, 8.„Olle Fieve“ 453, 4.„Frisch drauf“ 426 5.„Hinterkrang“ 424, 6.„B. M. C. 23“ 419, 7.„Gioele Brüder" 417, 8.„Frobsinn“ 415, 9.„Seht wie sie wanken“ 412. 10.„Nur die Ruhe“ 412, 11.„Holl dropp“ 400, 12.„Pumpe“ 408, 13.„Sprinter“ 407. 14.„Unter uns"(Linden) 404. 15.„Krang“ 400. 16.„V. à. J.“ 400. Die andern 16 Klubs liegen mit unter 400 Holg teils weit zurück. Auf den Nebenbahnen siegten: 10 Wurf in die Vollen: 1. Mast 75, 2. Gelhaus 75, 8. Koch 78, 4. Lange 71, 5. Domagala 71.— 10 Wurf Abräumen: 1. Sellmann 45 2. Tepel 45, 3. Hack 44, 4. Rusch 44, 5. Kenter 44. SC. Altenbochum— Union Günnigseld 4:1(3:1) Der SC brachte mit diesem Sieg wohl die größte Ueberraichung des Sonntags zuwege, denn daß die Günnigfelder die als Favoriten galten, in Altenbochum aus dem Rennen geworfen werden sollten. hatte wohl kaum jemand erwartet. Zwar war der Gast technisch etwas besser, was jedoch die Altenbochumer durch ihren Eiser wieder wettmachten. Durch samoses Flügelspiel und gute Zusammenarbeit des Innensturmes kam der Platzverein bis zur Pause zu 3 Erfolgen, denen der Gast nur den Ehrentreffer entgegenietzen konnte. Nach dem Wechsel waren die Leistungen der beiden Mannschaften gleichwertig. Altenbochum hatte noch einige Chancen zur Erhöhung des Ergebnisses, doch nur noch einmal gab sich der Hülter von Günnlgfeld geschlagen.— Altenbochum hatte die besten Kräfte in der Hintermannschaft. Das sonst so gute Schlußdreieck des Gastes hatte diesmal einen schwachen Tag. Handball im Kreise Bochum. Die Ausbeute des Sonntags war recht mager. In der Bezirksklasse kam nur ein Spiel zum Austrag. Tv. Friesen mußte Sieg und Punkte in Röhlinghausen lassen. In der Kreisklasse fielen zwei Spiele aus. Die Westfalen bewiesen im Treffen gegen den ungeschlagenen Tabellenersten Langendreer ihre stark verbesserte Form und siegten ganz klar. Bezirksklasse. Spog. Rchlinghausen— Tv. Friesen Bochum 5:8. 1. Kreisklasse. Westfalia— Langendreer 04=13 6:2. Tv. Brenschede— Germania 06 6:7. Neuer Fußball-Gauführer. Der bisherige Führer des Gaues 9(Westfalen) im DIB., Becker(Essen) ist von seinem Posten zurückgetreten. An dessen Stelle ist der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des früheren Westdeutschen Spielverbandes, Rechtsanwalt Jersch (Bochum) vom Bundesführer Linnemann zum Gauführer von Westfalen ernannt worden. Herr Becker übernimmt die Geschäftsführung des Gaues. Die bisherige Geschäftsstelle wird von Duisburg nach Bochum verlegt. Reichsbund für Leibesübungen. Reichsbund für Leibesübungen, Ortogruppe Bochum. Folgender gestaffelter Jahresbeitrag ist von sämtlichen dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereinen auf das Postscheckkonto 34 698— Sportgemeinschaft der Stadt Bochum in Bochum, Bülowstraße 24— zu entrichten: Vereine bis zu 100 Mitgliedern 2 M. Vereine mit der Mitgliederzahl 101 bis 200 3 M. Vereine mit über 200 Mitgliedern 4 M. Der Beitrag für das Jahr 1934 ist bis zum 15. November ds. Is. unter Angabe der Vereinsanschrift Name des Vereins und des Kassenwarts) auf das obenbezeichnete Postscheckkonto zu zahlen. Gegen Vereine, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden weitere Schritte unternommen. Der Vertrauensmann für den Stadtkreis Bochum: gez. Greve. Der Kassenwart: gez. Keßler. Schwimmfest in Gelsenkirchen. Küppers triumphiert über Simon=Gladbeck. Bochumer Erfolge. Der Schwimmverein Poseidon 04 Gelsenkirchen veranstaltete am Sonntaa sein 30jähriges JubiläumsSchwimmfest im städtischen Hindenburg=Bad zu Gelsenkirchen. Im Mittelpunkt des Programms sand der Revanchekampf zwischen Europameister KüppersBremen und dem jungen aufstrebenden Gladbecker Schwimmer Simon über 96 m Rücken. Küppers blieb mit 1:06,2 vor Simon 1:06,6 siegreich. Weitere Ergebnisse: Herren=Kraulstaffel 4 mal 96 m: 1. Schwimmvereinigung 04 Poseidon Gelsenkirchen 4:13.5. Herren=Brust 192 m, Kl. 1a: 1. Heina=Gladbeck 2:38,7 Min. Kraulschwimmen 384 m Herren: 1. Haak(Linden=Dahlhausen) 5:15, 2. Schwarze(Niedersachsen Münster) 5:26,5. Kraulschwimmen 384 m Damen: 1, Schröder Germania Dortmund) 5:57,2, 2. Ahrens(Germania Dortmund) 6:21,2, 8. Foell(DESV Vochum). Kunstspringen(Herren): 1. Wolff(Essen 06) 116.03 Punkte, 2. Dieser(Blau=Weiß Sparta Bochum) 103,28 Punkte. Herren=Kraul 86 m la: 1. Schwarze(Niedersachsen Münster) 1:02, 2. Thelen(Düsseldorf 09) 1:02,6. Damen=Brustschwimmen 8 mal 96 m: 1. DamenSV. Bochum 11(Hackert, Stegen, Landwehr) 5:03.4, 2. Amateure Oberhausen 5:03,9, 8, Gladbeck 13 5:11,1 Min. Sverkamt der As-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, Bochum. Wochenplan. Dienstag. den 6. 11. 34 Allgem. Körperschule für Frauen u. Männer gemeinsam von 20—22 Uhr, Turnhalle der Schule Alleestraße 117. Boxen von 20—22 Uhr, Turnhalle der Schule Klosterstraße. Ski=Gymnastik für Frauen u. Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Staatl. Gymnasiums, marckstraße. Mittwoch, den 7. 11. 34 Ski=Trocken(neu) für Frauen u. Männer gemeinsam von 20—22 Uhr, Turnhalle der Schule Klosterstraße. Schwimmen(Anfänger und Fortgeschrittene) nur für Frauen) von 19—20,30 Uhr, Städt. Badeanstalt, Marienstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20—22 Uhr. Turnhalle der realgymnasialen Studienanstalt, Waldring 71. Allgem. Körperschule für Frauen und Männer gemeinsam von 20—22 Uhr, Turnballe des Staatl. Gymnasiums, Bismarckstraße. Donnerstag, den 8. 11. 34 Schwimmen(Anfänger und Fortgeschrittene) nur für Frauen von 21—23 Uhr, Städt. Badeanstalt, Marienstraße. * Der Ski=Trockenkursus(neu) für Männer und Frauen beginnt am Mittwoch, dem 7, 11. 84, von 20—22 Uhr in der Turnhalle an der Klosterstraße. Am Freitag, dem 9. 11. 84, beginnt der Gymnastikkursus für Frauen von 20—22 Uhr in Bochum=Linden in der Turnhalle des Realprogymnasiums, Amtmann=Falke=Straße. Das Sportamt richtet einen Kursus für Reiten und Sportfechten ein. Anmeldungen zu den Kursen des Sportamtes der NSG Kraft durch Freude werden in der Geschäftsstelle in Bochum. Lueghaus, Ecke Hattinger= und Clemensstraße, Zimmer 28—30, entgegen genommen. Der Boxkursus des Sportamtes findet jeden Dienstag von 20—22 Uhr, in der Turnhalle an der Klosterstraße statt. Anmeldungen werden in den Uebungsstungen und auf der Geschäftsstelle des Sportamtes entgegen genommen. Rundfunk Mittwoch. 7. November 6.00 Morgenruf. Anschließend: Frühkonzert(Schallplatten). 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7.00 Morgenruf— Zeit. Wetter, Nachrichten. 7.15 Morgenkonzert(Schallplatten). 1. Menuett und Allegro aus der Sinfonie Nr. 28 in A-dur von Haydn. Hans von Benda mit soinem KammerOrchester. 2. Zwei Lieder vo- Wolf. a) der Schreckenberger. b) Frühling übers Jahr. Heinrich Schlusnus(Bariton). 8. Vorspiel zur Oper „Undine“ von Lortzing. Odeon-Sinfonie-Orchester. Leitung: Hans Knappertsbusch. 4. Erstehe, hohe Roma, neul. aus der Oper.Rienzi“ von Wagner. Franz Völker(Tenor), mit Chor und Orchester der Staatsoper Berlin. 5. Italienisches Capriccio von Tschaikowsky. Berliner Philharmoniker. Leitung: Erich Kleiber. 6. Rosen aus dem Süden, Walzer von Strauß. Wiener Staatsopern-Chor mit Orchester. 7. Frühlingsständchen von Heykens. Electrola-Künstler-Orchester. 8.„Servus, Wien“. Melodienfolge von Dostal. Paul Hörbiger mit Chor Begleitung: Berliner Philharmoniker. 9. Vorspiel zur Operette „Zigeunerliebe“ von Lehår. Parlophon-Künstler-Orchester. 10. Wirbelwind von Pörschmann. Walter Pörschmann(Harmonika), mit Orchesterbegieitung. 11 Blits und Donner. Galopp von Esther. Berliner Wintergarten-Orchester. 8.15 Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.20 Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.35—8.45 Dr. Selbsch: Zahnschmerzliche Betrachtungen. 16.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandemeldungen. 10.15 Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Schulfunk„Ein Volk bricht auf“. Szenen einer Volkserhebung nach„Wilhelm Tell“ von Friedrich von Schiller. 11.15 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Indendanten). 11.40 Heins Roth: Die Ordnung auf dem Kartoffelmarkt. 12.00 Musik am Mittag 12.00 Allerlei Instrumente(Schallplatten). 1. Zwel Piccoloflöten: Die Spatsen am Dach. Fantasie-Polka von Scala. 8. Drei singende Sägen: Murmelndes Lüftchen von Jensen. 3. Kino-Orgel. Im Uhrenladen von Orth. 4. Bandoneon: Humpty-Dumpty, Polka von Pörechmann. 5. Gitarre: Jota, spanischer Tans von Tarrega. 6. Glockenspiel: Das träumende Schneeglöckchen, Polka von Oertl. 7. Drei Flügel: Das elektrische Klavier von Fischer. 8. Xylophon: Tanzende Sterne, Intermezzo von Green. 9. Saxophon: Erinnerung von Bräu. 10. Akkordeon: Eilpost, Polka von Kletech. 11. wel Hawalian-Gitarren: O sole mio. Lied von di Capua. 12. Kino-Orgel: Beim Vogelbändler von Lake. 13. Zwel Plecoloflöten; Die beiden kleinen Finken, Fantaeie-Polka von Kling. 12.45 Mittagsmeldungen I. Glückwünsche. 13.00 Das Kammerquintett des Reichesendere Köln. 1. Spätsommertag, Walter von Fetras. 2. Erinnerung an Jos. Strauß von Poccherini. A. Menuett von Oecheit. 4. Konzertstück über das Lied„0 meine Sonne“ von Siede. 5. Chinesisches Ständchen von LAling. 6. Sektperlen von Golwyn. 7. Schlager-Trümpfe von Löhr. 13.45 Mittagemeldungen II. 14.00 1. Nordische Variationen für zwei Klaviere von Heuser; 2. Faust-Fantasie für Violine und Klavier von Sarasate-Gounod: 3. Zwei Märsche für zwei Klaviere von Haass.. Ausfühsende: August Kreuter(Violine), Begleitung: Hane Haass. Ilse Mühlen— Hane Haass(zwei Klaviere). 14.45 Sendepause. 15.00 HJ-Sport. 15.00 HJ-Sport— 15.15 RDM Sport. 15.30 Wirtschaftsmeldungen I. 15.50 Stimme der Zeit. 16.00 Von Hamburg: Nachmittagskonzert. Das Orchester des Reichssenders Hamburg. Leitung: Gerhard Maasz. Mitwirkende: Erna KrollLange, Helene Guhl. Hane Marten-Hansen, Bernhard Jakschtat, Gerhard Mases— Rich. Reckmann(Klavier). 1. Vorspiel zum Zauberatfick„Irrfahrt ume Glück“ von Suppé. 2. Moritaten und Bänkellieder-Folge von MullerGirnatis. Erna Kroll-Lange, Helene Guhl. Hans Marten-Hansen, Bernhard Jakschtat. 3. Hochzeitsmarsch von Spohr. 4. Tanzmusik aus der Oper„Undine“ von Lortzing. 5. Zwei Walzer von Lanner-Pillney. Gerhard Maaez— Richard Beckmann. 6. Aus der Operette„Waldmeister“ von Joh. Strauß; a) Gewittermusik. b) Lied des Balthasar. Hans Marten-Hansen. 17.00 Woche des deutschen Buches. Ein heiteres jel um ein neues Buch, den Bauernroman: in Jahr rollt über's Gebirg““ von Joh. Lincke. Leitung: Wilhelm Wahl. 17.20 Lieder von Johannes Brahms. Lied— Schwermut— Herbstgefühl— Ständchen. Hans Losch (Bariton, am Flügel: Hans Haass. 17.40 Naturkunde Im Vorübergehen. Kleine Anleitungen zum Naturerlebnis. Pfui, Spinne! Eine Plauerei von Heins Kohlhaas. 18.00 Achim Holtz: Die deutsche Automobilindustrie (2): Was bringt der deutsche Automarkt? 18.20 Woche des deutschen Buches. Der Dichter Josef Winckler erzählt aus einem neuen Buch vom Alten Fritz. 18.40 Vom Tage. 18.50 Wirtschaftsmeldungen II, Sportvorbericht. 19.00 Ueberbrettl. Leitung: Curt Baumgarten. Wir bringen: Hochdeutsch mit Knubbeln. Ein buntes Durcheinander. Allerlei Kölsch— Schützenfest bei Schmitz— Kölsche Krätzcher. Mitwirkende: Agnes Achnitz, Marita Gründgens, Olga Mawick, Willi Stassar, Hanns August Herten. Heins Magka; dazwischen hören wir von Schallplatten alte Tänze. 19.50 Momentaufnahme! 20 00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Von Stuttgart: Unsere Saar— Den Weg frei zur Verständigung. 20.35 Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. Nationalsozialismua. 21.00 Lortzings fröbliche Kumpanel. Eine bunte Operustunde mit Wilhelm Striens(Baß) und dem Groben Orchester. Leitung: Otto Julius K.Ahn. Gesamtleitung: Paul Heinrich Gehly. 22 00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 22.20 21.06 Uebertragu.g aus dem Café Corso in Dortmund: Nachtmusik der Kapelle Marte Iseglio Die stegreiche Mannschaft. Von links: Lange, Sellmann, Stork. Tepel, Güntbey Ein Sammlungsgesetz Gesetz zur Regelung der öffentlichen Sammlungen und sammlungsähnlichen Veranstallungen Berlin, 5. Nov. Das Reichskabinett verabchiedete ein Gesetz zur Regelung der öffentlichen Sammlungen und sammlungsähnlichen Veranstaltungen(Sammlungsgesetz), das folgenden Wortlaut hat: § 1 Wer auf Straßen oder Plätzen, in Gast= oder Vergnügungsstätten oder in andern jedermann zugänglichen Räumen oder von Haus zu Haus oder sonst durch unmittelbares Einwirken von Person zu Person eine öfsentliche Sammlung von Geld= oder Sachspenden oder geldwerten Leistungen veranstalten will, bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörde. Das gleiche gilt, wenn die öffentliche Sammlung durch die Verbreitung von Sammellisten oder Werbeschreiben oder durch die Veröffentlichung von Aufrusen durchgeführt werden soll. Als Sammlung im Sinne dieses Gesetzes gilt auch der Verkauf von Gegenständen, deren Wert in keinem Verhältnis zu dem geforderten Preis steht, wenn der Verkauf nicht in Erfüllung der sonstigen wirtschaftlichen Betätigung des Verkäufers erfolgt. § 2 Wer zum Eintritt in eine Vereinigung oder zur Entrichtung von Beiträgen oder gelowerten Leistungen an eine Vereinigung öffentlich auffordern oder wer die auf Grund dieser Aufforderung einkommenden Beiträge oder Leistungen entgegennehmen will, bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörde, wenn die Umstände des Falles oder die Art oder der Umfang der Aufforderung ergeben, daß es dem Veranstalter ernstlich nicht auf die Herbeiführung eines festen persönlichen Verhältnisses zwischen der Vereinigung und den angegangenen Personen und auf ihre Betätigung in der Vereinigung, sondern vielmehr ausschließlich oder überwältigend auf die Erlangung von Geld oder geldwerten Leistungen ankommt. Die Vorschrift des Absatzes 1 gilt nicht nur für Vereinigungen, deren Zweck auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist. 8 8 Wer Karten oder Gegenstände, die zum Eintritt zu einer öffentlichen Veranstaltung berechtigen, auf Straßen oder Plätzen, in Gast= oder Vergnügungsstätten oder in anderen jedermann zugänglichen Näumen oder von Haus zu Haus oder sonst durch unmittelbares Einwirken von Person zu Person verkaufen will, bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörde. Dies gilt auch, wenn der Verkauf zum Zwecke des Erwerbs erfolgt. Ausgenommen von der Vorschrift des Absatzes 1 ist der Verkauf: 1. in Räumen, die dem gewerbsmäßigen Kartenverkauf dienen, 2. in den ständigen Geschäftsräumen des Veranstalters, 8. in Gast= oder Vergnügungsstätten oder auf Plätzen, in oder auf denen die Veranstaltung selbst stattfindet. 8 4 Wer eine öfsontliche Veranstaltung durchführen will, die mit dem Hinweis darauf angekündigt oder empfohlen werden soll, daß ihr Ertrag ganz oder teilweise zu gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken verwendet werde, bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörde. Wer zu gemeinnützigen oder mildtätigen Zwekken Waren öffentlich vertreiben will, bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörde. Ein Vertrieb gilt als zu einem gemeinnützigen oder mildtätigen Zweck veranstaltet, wenn er erkennbar von einer Vereinigung, Stiftung, Anstalt oder einem sonstigen Unternehmen ausgeht, das nach seiner Bezeichnung oder seiner Satzung einen solchen Zweck verfolgt, oder wenn bei dem Angebot der Waren in anderer Weise zum Ausdruck gebracht wird, daß der Erlös ganz oder teilweise zu einem solchen Zwecke verwandt werden solle. Die Vorschriften über den Vertrieb von Blindenwaren nach§ 56a Absatz 2 der Gewerbeordnung in der Fassung des Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung vom 8. Juli 1934 (RGB 1 S. 566) bleiben unberührt. 86 Wer eine öffentliche Sammlung oder eine sammlungsähnliche Veranstaltung(§s 1 bis 5) vom Inland aus oder durch ausgesandte Mittelspersonen im Auslande durchführen will, bedarf der Genehmigung der zuständigen Behörden. 8 7 Die nach§§ 1 bis 6 erforderliche Genehmigung ist nur für eine bestimmte Zeit zu erteilen. Sie kann jederzeit widerrufen und von Bedingungen abhängig gemacht werden. Sie gilt nur für das Gebiet, für das sie erteilt ist. 98 Vor Erteilung der Genehmigung darf eine Sammlung oder sammlungahnliche Veranstaltung(§§ 1 bis 6) nicht öffentlich angekündigt werden. Evenso ist der Kartenverkauf für eine unter§ 4 dieses Gesetzes fallende Veranstaltung vor Erteilung der Genehmigung unzulässig. Bei Vereinigungen, Stiftungen, Anstalten, sonstigen Unternehmen und Einzelpersonen, die eine öffentliche Sammlung oder sammlungähnliche Veranstaltung 1 bis 6) fortführen durchführen(Sammlungstrager) kann die zuständige Behörde, soweit dies zur Ueberwachung und Prüsung der Sammlung oder sammlungsähnlichen Veranstaltung notwendig ist. 1. Geschaftsbücher, Schriften, Kassen= und Vermögensbestände prüfen oder durch öffentlich bestellte SZachverständige oder durch andere Personen prüfen lassen; 2. von den an der Geschäftsführung beteiligten Personen, sowie von allen Angestellten und Beauftragten Auskunft über Angelegenheiten der Geschäftsfuhrung und die Einreichung von Berichten und Rechnungsabschlussen anfordern; 3. Vertreter zu Versammlungen und Sitzungen nisenden. Lei dringendem Verdacht unlauterer Geschäftsführung ist die zuständige Behörde zum Erlaß öffentlicher Warnungen befugt. § 10 Vereinigungen, Stiftungen, Anstalten und sonstige Unternehmen, die eine öffentliche Sammlung oder sammlungahnliche Veranstaltung(§§ 1 bis 6) durchführen und nach ihrer Bezeichnung, Satzung oder Zweckbestimmung gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken dienen, sowie Einrichtungen dieser Art, die von Einzelpersonen ausgehen, können von der zuständigen Behörde unter Verwaltung gestellt werden, wenn sich vorhandene erhebliche Mißstände nicht auf andere Weise beseitigen lassen. Die Entscheidung der Behörde ist endgültig. Der Verwalter ist befugt, sich in den Besitz des unter Verwaltung gestellten Unternehmens zu setzen und Rechtshandlungen für das Unternehmen vorzu nehmen. Er hat die Stellung eines gesetzlichen Vertreters. Die Befugnisse des Inhabers des Unter nehmens, seiner Bevollmächtigten und Organe zu Rechtshandlungen für das Unternehmen ruhen. Ist das Unternehmen in das Handels=, das Genossenschafts= oder das Vereinsregister eingetragen, so ist die Anordnung und die Aufhebung der Verwaltung auf Antrag des Verwalters in das Register einzutragen. Der Verwalter führt die Geschäfte unter Aufsicht der Behörde. Mit Zustimmung der zuständigen Behörde kann er das Unternehmen auflösen. Ueber die Verwendung des Vermögens des aufgelosten Unternehmens entscheidet die zuständige Behörde. § 11 Bei Unternehmen und Einzelpersonen, die nicht unter§ 10 dieses Gesetzes fallen, kann die zuständige Behörde zur Durchführung der Sammlung oder sammlungähnlichen Veranstaltung einen Verwalter bestellen, wenn sich vorhandene erhebliche Mißstände nicht auf andere Weise beseitigen lassen. Die Entscheidung der Behörde ist endgültig. Der Verwalter hat, soweit er Rechtshandlungen zur Durchführung der Sammlung oder sammlungähnlichen Veranstaltung vornimmt, die Stellung eines gesetzlichen Vertreters. Die Befugnisse des Samm lungsträgers, seiner Bevollmächtigten und Organe ruhen insoweit. Der Verwalter führt die Geschäfte unter Aufsicht der Behörde. Ueber die Verwendung des durch die Sammlung oder sammlungähnliche Veranstaltung erzielten Er trages entscheidet die zuständige Behörde. § 12 Sollen Mittel, die durch eine öffentliche Sammlung oder sammlungähnliche Veranstaltung zusammen gebracht sind, einem anderen als dem genehmigten Zweck zugeführt werden, so bedarf dies der Genehmigung der zuständigen Behörde. § 13 Mit Gefängnis bis zu 6 Wochen und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. wer ohne die vorgeschriebene Genehmigung eine Veranstaltung der in den 8§ 1 bis 6 bezeichneten Art ankündigt, durchführt oder bei ihrer Durchführung mitwirkt; 2. wer den Bedingungen, an die eine nach diesem Gesetz erforderliche Genehmigung geknüpft ist, zuwiderhandelt; 3. wer den gemäß§ 9 angeordneten Maßnahmen innerhalb der gesetzten Frist nicht entspricht oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht: 4. wer einer aufgrund der§§ 10 und 11 angeordneten Verwaltung Gegenstände ganz oder teilweise entzieht: 5. wer entgegen der Vorschrift des 12 Mittel einem anderen als dem genehmigten Zweck oder einem Nichtberechtigten zuführt; 6. wer von einer Person, die bei der Durchführung der Sammlung oder sammlungähnlichen Veranstaltung tätig ist, die Abführung eines bestimmten Ertrages auch für den Fall verlangt, daß dieser Ertrag nicht erzielt wird. 8 14 Der Ertrag einer nichtgenehmigten Sammlung oder sammlungähnlichen Veranstaltung ist einzuziehen. Zum Ertrag dienen auch Mittel und Gegenstände. die aus Sammlungen oder sammlungähnlichen Veranstaltungen beschafft worden sind. Kann keine bestimmte Person verfolgt oder verurteilt werden, so kann auf Einziehung selbständig erkannt werden, wenn im übrigen die Voraussetzungen hierfür vorliegen. Ueber die Verwendung des eingezogenen Ertrages entscheidet die zuständige Behörde. 8 15. Dieses Gesetz gilt nicht für öffentliche Sammlungen und sammlungsähnliche Veranstaltungen, die durchgeführt werden 1. als Anordnung der Reichsregierung oder einer obersten Reichsbehörde im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern; 2. auf Anordnung und für den Bereich einer Kreispolizeibehörde zur Steuerung eines durch unvorhergesehene Ereignisse herbeigeführten augenblicklichen Notstandes, 3. von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, ihren angeschlossenen Gliederun gen und den der vermögensrechtlichen Aufsicht des Reichsschatzmeisters der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei angeschlossenen Verbände der Nationalsozialistischen Deutschen sammlungähnlichen Veranstaltungen durch Arbeiterpartei, sofern die Sammlungen und den Reichsschatzmeister der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern genehmigt sind, 4. von einer christlichen Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts in Kirchen und in kirch lichen Versammlungsräumen. § 16. Der Reichsminister des Innern erläßt im Benehmen mit den beteiligten Reichsministern die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Rechtsverordnungen und allgemeinen Verwal tungsvorschriften. Er ist ermächtigt, bestimmte Unternehmen allgemein oder unter Bedingungen von der Vorschrift des 8 5 dieses Gesetzes zu befreien. § 17. Dieses Gesetz tritt am 1. November 1934 in Kraft. Mit dem gleichen Tage treten alle reichs- und landesrechtlichen Vorschriften über die Genehmigung oder das Verbot öffentlicher Sammlungen oder sammlungsähnlichen Veranstaltungen, insbe sondere die Bundesratsverordnung über Wohl fahrtspflege während des Krieges vom 15. Februar 1917(RGB Seite 143),§§ 14 und 19 der Verord nung des Reichspräsidenten zum Schutze des deut schen Volkes vom 4. Februar 1933(NGB. 1 S. 38) und Abschnitt 2 des Gesetzes zur Erhaltung und Hebung der Kaufkraft(Spendengesetz) vom 24. März 1934(RGB. 1, S. 236) außer Kraft. Dr. Gördeler über seine neuen Aufgaben Auf eine Anfrage des DNB faßt Oberbürgermeister Dr. Gördeler seine nächsten Ziele als Reichskommissar zur Preisüberwachung kurz in folgende Worte zusammen: „Ich werde eine Preisüberwachung durchführen, die sich nach vernünftigen wirtschaftlichen Gesetzen richtet. Ich werde gegen alle die rücksichtslos vorgehen, die diese Gesetze mißachten und durch ungerechtfertigte Preistreibereien der Gesamtheit Schaden zufügen. Um diese für unser Volk dringend notwendigen Aufgaben durchführen zu können, bitte ich um die Mitarbeit aller“ Maluschka spielt den Wahnsinnigen Der größte Eisenbahnatlentäler vor Gericht— 22 Morde auf dem Gewissen DNB. Budapest, 5. Nov. Vor dem Strafsenat des Budapester Landgerichts begann heute die Schwurgerichtsverhandlung gegen den Eisenbahnattentäter Sylvester Matuschka, der in der Nacht zum 14. September 1931 durch Sprengung des Eisenbahnüberganges bei Biatorbagy den Balkan=Expreßzug zur Entgleisung brachte. Viele ausländische Berichterstatter sind zu den Verhandlungen eingetroffen. Als Matuschka hereingeführt wurde, versuchte er offenbar den Eindruck eines Irrsinnigen zu erwecken. Er zeigte einmal ein aufgeregtes, dann wieder ein scheues, gedrücktes Wesen. Die Verteidigung wird, wie man bereits weiß, den Nachweis zu erbringen suchen, daß Matuschka geistig unnormal ist. Die Anklageschrift schildert, daß Matuschka nach eigenem Geständnis die Sprengung der Eisenbahnlinie Paris — Marseille und Paris—Ventimialia vorbereitet hatte. Die Anklageschrift schildert die krankhafte Veranlagung des Angeklagten, erwähnt seine zahlreichen wahllosen Frauenbekanntschaften in Wien und Budapest und berichtet, daß er in Berlin bereits am 6. August in einem Elektrogeschäft sich die notwendigen Materialien für den Anschlag besorgt und gleichzeitig mit den beiden Verkauferinnen Zusammenkünfte verabredet habe. Nach der Anklageschrift hat Matuschka jetzt angegeben, daß der„Geist Leo“, der ihn zum Anschlag getrieben habe, in der Person eines gewissen Leo Bergmann zu suchen sei, mit dem er 1927 eine reliaiöse Sekte mit kommunistischem Einschlag gegründet habe. Matuschka war 1931 in Berlin von neuem mit Leo Bergmann zur Errichtung einer Berliner Filiale dieser Sekte zusammengetroffen. Zum Schluß der Anklageschrift wird gegen Matuschka die Anklage wegen 22 mit Vorbedacht durchgeführten Morden und 14 Mordversuchen erhoben. Prof. Dr. kheol. JI. Greven+ Bonn, 5. Nov. Am Samstagnachmittag starb nach kurzer Krankheit der ao. Professor für Kirchengeschichte, Dr. theol. Joseph Greven im Alter von 51 Jahren. Greven, der am 1. April 1883 in Köln geboren wurde, studierte Theologie und Geschichte in Freiburg i. B. und Bonn. Nach seiner Priesterweihe im Februar 1907 war er zunächst sechs Jahre in der Selsorge tätig, zuerst in Kierdorf und dann in Düsseldorf. 1911 promovierte er in Bonn zum Doktor der Theologie. Im Jahre 1918 kam Dr. Greven als Religionslehrer und Rektor an das Gymnasium der Ursulinen in Brühl. Im Jahre 1922 habilitierte er sich an der katholisch=theologischen Fakultät in Bonn als Privatdozent für Kirchengeschichte. Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen haben Prof. Dr. Greven als gründlichen Forscher und feinsinnigen formvollendeten Gestalter einen Namen verschafft. Er war auch ständiger Mitarbeiter angesehener Zeitschriften, wie u. a. des Historischen Jahrbuches der Görresgesellschaft sowie des Lexikons für Theologie und Kirche. Als langjähriges Vorstandsmitglied des Historischen Vereins fur den Niederrhein hatte er zugleich die Schriftleitung der Zeitschrift dieses Vereines, der„Annalen“, Der Brückenbau Kleve— Emmerich Kleve, 5. Nov. In dem Brückenbauprojekt Kleve— Emmerich ist wiederum ein recht erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen. Nachdem schon kürzlich von großeren Firmen des Industriegebietes über 100 000 Mark für den Brückenbau gezeichnet waren, sind wiederum von auswärtigen Firmen Beträge gezeichnet worden, die das Doppelte dieser Summe übersteigen. Wie inzwischen bekannt wind, haben vor einigen Tagen Beratungen stattgefunden, die auch den Brückenbau Kleve—Emmerich betrafen. Im Fahrstuhlschacht lödlich verunglückt WL. Monschan, 5. Nov. Bei Vornahme von Maurerarbeiten im Fahrstuhlschacht einer hiesigen Fabrik kam ein 82jähriger Maurer auf tragische Weise zu Tode. Der Unglückliche wurde plötzlich von dem Gegengewicht des Fahrstuhls erfaßt und zwischen Gegengewicht und Fahrstuhlverstrebung eingeklemmt. Die furchtbaren Verletzungen, die der Maurer hierbei erlitt, führten kurz darauf seinen Tod herbei. Der große Rundfunkprozeß DNB. Berlin, 5. Nov. Vor der Sechsten Strafkammer des Landgerichts Berlin begann heute vormittag der große Rundfunkprozeß. Vor dem Rich tertisch, vor dem Platz des Staatsanwalts, der Ver teidigerbank und der Anklagebank sind Mikrophone aufgestellt. Um 10.20 Uhr eröffnet der Vorsitzende der Sechsten Strafkammer, Landgerichtsdirektor Rosemann, die Verhandlung. Beim Aufruf der Angeklagten wurde festgestellt, daß der Angeklagte Ernst Hardt sehlte. Es lag beim Gericht ein Telegramm dieses Angeklagten vor, in dem er mitteilt, daß er sich im St.=Annen=Hospital in Köln befinde und infolge Krankheit entschuldige. Ein ärztliches Gutachten war bis zur Eröffnung der Verhandlung nicht eingegangen. Der Verteidiger des Angeklagten Hardt, der frühere preußische Handelsminister Schreiber, beantragte, seinen Mandanten von der Pflicht zur Anwesenheit zu entbinden und, da er bloß reise unfähig, aber vernehmungsfähig sei, ihn in Köln unter Beiordnung eines Pflichtverteidigers richter lich zu vernehmen. Staatsanwaltschaftsrat Seiden spinner stellt demgegenüber den Antrag, die Ver handlung auszusetzen, bis das ihm angekündigte ärztliche Gutachten über den Gesundheitszustand Hardts vorliege. Er hoffe, dieses spätestens in einer Viertel= bis einer halben Stunde übergeben zu können. Der Vorsitzende unterbrach die Verhandlung für eine halbe Stunde. Nach Wiederaufnahme der Sitzung teilte der Ver teidiger der Anklagebehörde das ihm aus Köln über mittelte gerichtsärztliche Gutachten über Hardt mit. Danach sei der Angeklagte Hardt nicht vernehmungs sähig. Der Staatsanwalt bezeichnete dieses Gut achten jedoch als unvollständig und beantragte, ent sprechend dem Antrag des Verteidigers, Hardt von seinem Erscheinen zur Verhandlung zu entbinden, bis ein endgültiges Gutachten vorliegt. Das Gericht beschloß nach kurzer Beratung demgemäß. Als erster Angeklagter gab der frühere Staatssekretär im Reichspostministerium und Reichsrundjunkkommissar Dr. Hans Bredow eine Darstellung seines Lebenslaufs. Es folgte die Schilderung des Lebenslaufs des Angeklagten früheren Rechtsanwalts Dr. Kurt Magnus. Bredow und Magnus sind gegenwärtig die beiden einzigen Angeklagten, die sich noch in Untersuchungshaft besinden; die übrigen Angeklagten sind im Verlauf der Voruntersuchung aus der Haft entlassen bzw. gegen Sicherheitsleistung mit der Durchführung der Untersuchungshaft verschont worden. Die übrigen Angeklagten sind der frühere Rund funkintendant Dr. med. Dans Flesch, der 59jährige Rechtsanwalt und Notar Dr. Hans Otto(Leipzig), der 49jährige Kaufmann Dr. Felix Kohl(Leipzig), der 63jährige Arzt Dr. Erwin Jäger(Leipzig), der 54jährige kaufmännische Direktor Paul Korte(Kandern in Baden) und der 59jährige Bankdirektor Emil Zorek(Breslau). Der 58jährige Schriftsteller Ernst Hardt ist, wie erwähnt, von der Teilnahme an der Hauptverhandlung entbunden worden. Ursprünglich richtete sich die Anklage auch gegen den früheren Intendanten und Schriftsteller Fritz Bischoff, der amnestiert wor den ist und gegen den früheren Rechtsanwalt Dr. Erich Frey, der zurzeit flüchtig im Auslande weilt und gegen den das Verfahren wegen Abwesenheit vorläufig eingestellt worden ist. Nach der ersten Vernehmung der Angeklagten, von denen, wie festgestellt wurde, keiner Vorstrafen anfzuweisen hat, wurde der Eröffnungsbeschluß verlesen. Den Angeklagten wird darin fortgesetzte Untreue und einzelnen von ihnen Unterschlagung und Urkundenfälschung zum Nachteil der Reichsrundfunkgesellschaft sowie der örtlichen Sendegesellschaften Berlin(Funkstunde AG), Breslau, Frankfurt(Main), Hamburg, Leipzig und Köln zur Last gelegt. Im wesentlichen richtet sich die Anklage gegen Magnus und Bredow. In der Nachmittagssitzung beschloß das Gericht, das Verfahren gegen Hardt abzutrennen, da nach dem gerichtsärztlichen Gutachten aus Köln Hardt voräufig nicht transportfähig und auch nur bedingt vernehmungsfähig ist. Der Angekagte Bredow erklärte, er sei sich keiner strafbaren Handlung bewußt. Dr. Magnus sagte u. a., er glaube, sich nicht strafbar gemacht zu haben. In den Fällen, wo er überhöhte Bezüge angenommen haben solle, glaubte er dazu berechtigt gewesen zu sein, denn er habe in den meisten Fällen eine schriftliche Genehmigung seiner vorgesetzten Be hörbe gehabt. Auch die übrigen Angeklagten beteuerten in ähnlichen Aeußerungen ihre Unschuld. Gegen 16 Uhr wurde die Verhandlung auf Dienstagvormittag vertagt. Friedrich Bergius Im Jahre 1931 wurde zum 15. Male seit der Verteilung des Nobelpreises die deutsche chemische Wissenschaft durch diese hohe Auszeichnung geehrt. Zum ersten Male beschritt das Preisrichterkollegium bei dieser Verteilung des Nobelpreises neue Wege; denn es wurden nicht, wie bisher, rein wissenschaftliche Forscher, sondern erfolgreiche Pioniere der chemischen Technik gekrönt. Der Nobelpreis von 1931 wurde an Karl Bosch und Friedrich Bergius verteilt, der soeben 50 Jahre alt geworden ist. Bergius hat sich selbst einmal als Physikochemiker bezeichnet, womit er am deutlichsten die doppelte Richtung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit angibt. Er hat sich bei seiner Forschungstätigkeit darum bemüht, Naturprodukte in bisher unbekanntem Ausmaß der Menschheit nutzbar zu machen. Bereits im Jahre 1913 hatte Bergius das Problem der Verflüssigung der Kohle beschäftigt. Schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit gelang es ihm, aus Zellulose ein kohleähnliches Gemisch herzustellen. Da auf diese Weise jedoch nur kleine Mengen hergestellt werden konnten, kam dieser Entdeckung praktische Bedeutung zunächst nicht zu. Dagegen gelang Bergius mit größerem Erfolg die Verflüssigung der Kohle und deren Ueberführung in einen flüssigen Brennstoff. Dieses Verfahren trägt nach seinem Ersinder den Namen Bergin=Versahren. Aus einer Tonne Kohle werden beim Bergin=Verfahren 150 Kilogramm Benzin, 200 Kilogramm Mittelol und je 60 Kilogramm Schmier= und Heizöl gezogen. Außer diesem Verfahren ist es Bergius gelungen, Holz in Nährstoffe umzuwandeln, d. h. die unverdauliche Zellulose des Holzes in verdauliche Kohlehydrate zu überführen. Praktische Bedeutung hat dieser Holzzucker bislang noch nicht gefunden. Doch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß er als Futtermittel für die Viehzucht in großerem Umfang Verwendung finden wird. Der fünfzigjährige Friedrich Bergius ist aber sicher noch nicht an das Ende seiner Erfinderund Entdeckerlaufbahn gelangt. M. K. Werbe Pklsion"HandwerksEinzehandels In 4 Etagen zeigen wir Auchen in Natur. Schleillack, Kirschbaum u. 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