Dolks Ausgabe A für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk Bochumer Volkszeitung Westfälische Volks-Seitung Monalsbezugspreis einschl. Zustellgebühr für Ausgabe A RM 2,15, für Ausgaben B und C RM 2.—. Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Pfg., aus= verhunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eslen=Steele=Hattingen und Wattenscheid gabe A 6 Eig., Ausgabe B 8½ Pnl. Ausgabe O 8 Plg., Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pfg., Ausgaden B# 0 26 Vig. se nm Geschäftsstelle und Redaktton: Bochum, Mühlenstraßze 12-14/ Fernruf 64746-64748 Nr. 246 Dienstag, den 23. Oklober(Severin) 63. Jahrgang Bochumer Stadtanzeiger Geschäftsstellen: Bochum, Mühlenstraße 12-14, Fernruf 647 46. Dortmund 6146; Hattingen, Bahnhofstraße 12, Fernruf 2095, Postscheckkonto Effen 1960; Essen=Steele, Bredeneyer Str. 4. Fernr. 204 88, Postscheckkonto Dortmund 198 96 Wattenscheid, Freiheitstr. 15. Fern 1876, Postscheckk. Dorten 30430 Druck und Verlag: Märkische Vereinsdruckeret, Bochum 1934 Ffür ailige leser Schreckensszenen vom Aufstand in Spanien Rasende Frauen mit dem Messer gegen Polizisten— Kinder wurden geblendet Mit Ausnahme des Journal schreiben alle Pariser Zeitungen der Warschauer Reise des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös politischen Charakter zu. Oeuvre erklärt, man müsse im Interesse Weltfriedens wünschen, daß das amtliche Polen sich besinnt und nicht diejenigen ermutigt, die die mittel europäische Karte abändern möchten. Ein schwerer Sturm riß im Hafen von Seattle einen Ozeandampfer von der Verankerung los. Neun Personen fanden dabei den Tod. Ein zwischen Seattle und Tacoma verkehrender Dampfer ging unter. 50 Fahrgäste wurden gerettet, 10 ertranken. Auch im Innern des Staates Oregon haben die Stürme außerordentlich großen Schaden ange richtet. Zwischen Republikanern und Blauhemden kam es am Sonntag in Dublin zu schweren Zusammenstößen Sechs Blauhemden, darunter eine Frau, wurden ernstlich verletzt. Auf der Elsflether Werft A.=G. ist das erste der sechs für den Rheindienst in Bau gegebenen Eilgüter Motorschiffe von etwa 5000 To. Tragfähigkeit vom Stapel gelaufen. Das Schiff erhielt den Namen „Rhenus 52“. Montag vormittag wurde der als Anführer des An schlages auf Weniselos seit langem gesuchte Räuber Karathanasis von weniselistischen Agenten verhaftet und der Polizei übergeben. Das deutsche Linienschiff„Schleswig Holstein“ hat am Montag früh nach seinem fünftägigen inoffiziellen Besuch Amsterdem wieder verlassen und die Rückfahrt nach Deutschland angetreten Der Kreuzer„Karlsruhe“ ist Montagvormittag um 10 Uhr vom Kieler Hafen mit einer Besatzung von etwa 600 Mann zu seiner achtmonatigen Ausbil dungsreise in See gegangen. Die südslawische Regierungskrise konnte bis Montagabend nicht beigelegt werden. Neue Bezeichnungen im Handwerk Berlin, 22. Oktober. Reichshandwerksführer Klempnermeister W. G. Schmidt, Berlin, er läßt eine Anordnung, in der es heißt: „Am 17. Oktober 1934 hat der Stabsleiter der PO, unser Parteigenosse Dr. Robert Ley, für alle politischen Leiter in der Partei und ihre Organisationen die Bezeichnung„Führer“ untersagt. Auch das Handwerk vertritt die Auffassung, daß nur einem Mann in Deutschland die Bezeichnung „Führer“ gebührt, unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Diese grundsätzliche Einstellung veranlaßt mich, folgendes anzuordnen: 1. Die Bezeichnung„Landeshandwerksführer“ wird ersetzt durch die Bezeichnung„Landeshandwerksmeister“. 2. Die Bezeichnung„Reichshandwerksführer“, wird ersetzt durch die Bezeichnung „Reichshandwerksmeister". 3. Für die Innungen verbleibt es bei der Bezeichnung„Obermeister. 4. Für mich bitte ich in Zukunft die Bezeichnung„Reichshandwerksmeister“ anzuwenden. Schutzhaft Bamberg, 22. Okt. Wie die Bamberger politische Polizei mitteilt, wurde der Gastwirt Joseph Eck von der Gastwirtschaft„Schlüssel“ in Schutzhaft genommen und in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert, weil er das Eintopfgericht sabotiert und in Zusammenhang damit den Reichskanzler beleidigt habe. Das Verhalten Ecks, insbesondere am ersten Eintopfsonntag, habe allgemeine Empörung ausgelöst, so daß die Schutzhaft notwendig geworden sei. Gegen Eck werde außerdem Straf anzeige erstattet werden. Erschossen und ins Wasser geworfen Wien, 22. Okt. Kaum ist die Aufregung über den geheimnisvollen Tod des Bürgermeisters Caiblinger von Tulln verklungen, als schon wieder ein neuer Leichenfund aus der gleichen Gegend gemeldet wird. Bei der großen Donaubrücke bei Tulln wurde die Leiche eines Mannes gesunden, die Schußwunden an der Schläse aufwies. Der Tote war nur mit einer Militärhose bekleidet. Eine oberflächliche Prü sung hat ergeben, daß kein Selbstmord vorliegt. Der Mann ist wahrscheinlich erschossen und dann ins Wasser geworfen worden. Flugzeug ging in Flammen auf Schwerer Unfall beim Anstralien=Flug Zwei Tote DNB London, 22. Oktober. Während der Australien=Flug bisher, abgesehen von kleineren Schwierigkeiten, ohne Unfall verlaufen ist, hat sich nun ein schwerer Unglücksfall, der zwei Menschenleben forderte, ereignet. Ein englisches Flugzeng mit den Insassen Gilman und Baines stürzte am Montagfrüh in der Nähe von Palazzo San Gervasio(Provinz Potenza) in Süditalien ab und uing in Flammen ans. Die beiden Inlassen, die sich auf dem Fluge von Rom Alhen befanden, kamen ums Leben. DNB. Madrid, 22. Okt. In Madrid trafen 20 Waisenkinder von Polizeibeamtenfamilien aus Asturien ein. Die Kinder, deren Väter bei Ausübung ihrer Pflicht von den marxistischen Horden ermordet worden sind und die ihre Mütter zum Teil auf die selbe Weise verloren haben, sind zum Teil blind, zum Teil am Erblinden. Die Madrider Zeitung„ABC“ spricht im Anschluß an die Mitteilung vom Eintreffen der geblendeten Kinder die Vermutung aus, daß die„marxistischen Barbaren sich vielleicht nur darum an diesen Unschuldigen vergangen hätten und sie blind machen wollten, um ihnen den Anblick der Schrecknisse der Revolution zu ersparen". In der Madrieer Presse werden die Bewohner der Hauptstadt aufgefordert, diesen unglücklichen Opfern der marxistischen Revolution eine neue Heimat zu geben. Aus Asturien nach Madrid gekommene Flüchtlinge erzählen bezeichnende Einzelheiten über die Tage der roten Herrschaft in und um Oviedo. Von verschiedenen Seiten wird bestätigt, daß in den Reihen der Aufständischen Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren mit Schußwaffen angetroffen wurden. Unter den Anführern der roten Horden befand sich u. a. eine etwa 25jährige Frau, die, bekleidet mit einer roten Bluse, Gamaschen und Ledermantel, mit der Pistole in der Hand auf der Straße Besehle austeilte. Viele Aufständische trugen Lederzeug, das sie den ermordeten Polizisten abgenommen hatten. Als ge fangen genommene Einwohner unter Bedeckung be waffneter Aufständischen abtransportiert werden soll ten, durchbrachen einige Frauen mit Messern in der Hand die Sperrkette und stürzten sich mit dem Ruf:„Tötet die Faschisten“ auf die wehrlosen Gesangenen. Nur mit Mühe konnte der Führer des Transportes die Rasenden von ihrem Vorhaben abbringen. Eine der Hauptsorgen der Aufständischen war zunächst die „Eroberung“ der Lebensmittelgeschäfte. Geschäftsinhaber, die sich den Weisungen der Aufständischen widersetzten, wurden zum Teil gefangen genommen, zum Teil ermordet. Unter ständigen Drohungen waren die Geschäftsinhaber gezwungen, die Lebensmittelvorräte herauszugeben. Als Militärflieger über dem Aufstandsgebiet Flugblätter abwarfen, in denen die Aufständischen aufgefordert wurden, sich zu ergeben, gaben die„Revolutionsausschüsse“ gleichfalls Flugblätter heraus, in denen der gesamten Zivilbevölkerung der Tod angedroht wurde. 32 spanische Soldaten getötet Bei einer schweren Munitions=Explosion DNB. London. 22. Okt. Wie Reuter aus Madrid meldet, ereignete sich während des Transports von Waffen und Munition, die von Aufständischen zurückgelassen wurden, auf dem Wege nach Oviedo eine schwere Explosion. Nach neueren Nachrichten sind 32 Soldaten getötet worden. Man glaubt jetzt, daß die Aufständischen den Weg, den der Munitionstransport neh men muste, unterminiert hatten, um ihren Rückzug zu decken. Das Luftrennen nach Auslralien DNB. Berlin, 22. Okt. Beim Luftrennen nach Australien haben die ersten Flieger nun bald ihr Ziel Melbourne erreicht. Es sind die beiden Engländer Scott und Black mit ihrer Comet=Maschine, die frühmorgens um 7 Uhr die Insel Timor überflogen und den vorletzten Zwangslandeplatz Port Darwin um 8 Uhr erreichten. Das Wetter ist jedoch nicht gerade sehr freundlich, denn es wird eine stürmische See gemeldet. Erst in einem Abstande von 8¼ Stunden folgen die Holländer Parmentier=Moll mit ihrer Douglas DC 2. Sie verließen um 7.34 Uhr Singapur und erreichten um 10.36 Uhr Batavia. Bei ihnen befindet sich die deutsche Fliegerin Thea Rasche. die Glück gehabt hat, das zweitschnellste Flugzeug erwischt zu haben. Die übrigen Teilnehmer liegen noch weit zurück. An dritter Stelle sind die Amerikaner Pangborn=Turner zu nennen, die um 23.45 Uhr von Allahabad gestartet sind, wo das Ehepaar Mollison sowie die Holländer Astes=Geysendörfer wegen Maschinenschadens festliegen. Inzwischen sind auch dort noch die Engländer Jones=Waller eingetroffen, und zwar um 8.40 Uhr. Nach den letzten Meldungen sind insgesamt noch 15 Flugzeuge im Rennen. Den Engländern ScottBlack ist es in unerwartet kurzer Zeit gelungen, einen Schaden an ihrer de Havilland=Comet auszubessern. Da ihnen die Holländer Parmentier=Moll dicht auf den Fersen sind, starteten sie sofort wieder von Port Darwin zum Fluge nach Melbourne. Scott und Black haben für die Strecke EnglandAustralien 52 Stunden 38 Minuten Flugzeit gebraucht. Die bisherige Bestleistung stand auf sechs Tage, 17 Stunden und 45 Minuten. Die Engländer hatten Port Darwin nur mit Mühe erreichen können, denn beim Fluge über die Timor=See wurde ein Motor blockiert, so daß sie nur mit einem Motor weiterfliegen konnten. Wettrüsten zur See? Zu den Londoner Flotienbesprechungen In diesen Tagen hat ein interessantes Wettrennen zwischen den japanischen und den amerikanischen Delegierten, die sich zu den Vorbesprechungen für die nächstjährige Londoner Flottenkonferenz nach England begaben, stattgefunden. Die Japaner haben das„Rennen“ gemacht, sie sind um einige Stunden vor den Amerikanern eingetrofsen. Ob das ihnen allerdings ihrer Stellung in den diese Woche beginnenden amtlichen Verhandlungen viel genutzt hat, ist fraglich. Selbst für die inoffizielle Fühlungnahme mit den britischen Persönlichkeiten war der Vorsprung wohl allzu gering. Die Lage ist insofern klar geworden, aber nicht erleichtert, als inzwischen eine Erklärung der japanischen Regierung vorliegt, wonach diese endgültig entschlossen ist, das Washingtoner Flottenabkommen zu kündigen. In dem Communique, das das Außenministerium in Tokio ausgab, wird auch gesagt, welche Weisungen den japanischen Vertretern für die Londoner Vorbesprechungen erteilt wurden. Sie enthalten folgende fünf Punkte: Japan nimmt das Recht für sich in Anspruch, seine Sicherheit zu gewährleisten und den Frieden im Fernen Osten aufrecht zu erhalten. Es fordert die tatsächliche Herabsetzung der Rüstungen, ebenso die Herabsetzung, gegebenenfalls die Abschaffung der Angriffswaffen und eine Verstärkung der Verteidigungswaffen. Japan wird den Washingtoner Vertrag kündigen in der Hoffnung, daß er durch einen neuen und gerechteren Vertrag ersetzt wird. Im Falle eines Scheiterns der Konferenz wird Japan die geeigneten Maßnahmen zur Gewährleistung seiner Sicherheit ergreifen, seine friedliche Haltung indessen beibehalten und sich bemühen, nach Möglichkeit den Frieden mit den anderen Völkern zu wahren. Mit der durch diese Erklärung geschaffenen Situation, von der die Verhandlungen der japanischen Abordnung ausgehen werden, hat sich nun zunächst einmal England auseinanderzusetzen. Sie wird aber auch entscheidend sein für die Stellungnahme der Vereinigten Staaten. Die Beratungen des britischen Kabinetts sind im Augenblick ganz auf diese Fragen konzentriert Mac Donald scheint sich noch der Hoffnung hinzugeben, daß der Vertrag von Washington, wenn auch unter gleichzeitiger Erhöhung der Kreuzerkontingente, aufrecht erhalten werden kann. Ob das gelingt, wird in erster Linie davon abhängen, daß zwischen den Vereinigten Staaten und Japan eine Verständigung erreicht werden kann. Campbeli Black vor ihrer Maschine am Start Es ist nützlich, sich die Entwicklung der bisheri gen Flottenvereinbarungen klarzumachen, um die zu erwartenden Verhandlungskämpfe richtig beurteilen zu können. Im Jahre 1932 gelang es zum ersten Male, auf einem Teilgebiet der Rüstungen eine Beschränkung durch internationale Vereinbarung herbeizuführen. Die fünf stärksten Seemächte schlossen damals in Washington einen Vertrag, in dem ein bestimmtes Verhältnis zwischen den Flottenstärken dieser Mächte verbindlich festgelegt wurde. Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Frankreich und Italien vereinbarten, daß die Gesamttonnage ihrer Großkampfschiffe im Verhältnis von 5:5:8:1,75:1,75 gehalten werden solle. Außerdem war festgesetzt, daß für Schiffe dieses Typs eine Höchstwasserverdrängung von 35 000 Tonnen innegehalten werden solle. Für Kreuzer wurde ebenfalls eine obere Verdrängungsgrenze von 10000 Tonnen vereinbart und daneben ein Höchstkaliber für die Bestückung von 203 Millimeter für Kreuzer und 400 Millimeter für Großkampfschiffe. Man unterließ es damals aber, die Gesamttonnage der Kreuzer wie auch aller übrigen nicht zur Kategorie der Großkampfschiffe gehörenden Kriegsfahrzeuge zu mormieren und in ein bestimmtes Verhältnis zueinander zu bringen. Es bleibt den einzelnen Staaten überlassen, was sie an solchen Fahrzeugen bauen wollten. Die Folge war, daß alle an der Washingtoner Flottenkonferenz beteiligten Seemächte sich nun mit besonderem Eiser auf die 10 000=Tonnen=Kreuzer stürzten und, ungebunden durch irgendwelche Beschränkungen, ihre Seemacht vor allen Dingen auf dieser Basis ausweiteten. Dabei kam ihnen der Umstand zu Hilfe, daß in der Zeit seit 1922 er hebliche waffen- und schiffsbautechnische Fortschritte gemacht wurden, die die für die einzelnen Fahr zeuge festgesetzte Verdrängungsgrenze nicht mehr in demselben Maße; wie es vorher der Fall gewesen war, zu einem Merkmal für den Kampfwert der Schiffe machte. Die wirkliche marinepolitische Bedeutung der Flotten, die seit 1922 aufund ausgebaut wurden, steht jedenfalls keineswegs im Verhältnis zu der Größenordnung, die für die Großkampfschiffe, damals noch der entscheidende Faktor der Flottenstärken, vereinbart wurde. Ver sciedene der beteiligten Seemächte haben dabei nicht einmal die Möglichkeiten für den Bau von Hroßkampfschiffen ausgenutzt, die ihnen das Washingtoner Flottenabkommen ließ, und erst neuerdings ist zur Berichtigung der inzwischen eingetretenen Kräfteverschiebungen beispielsweise von Frankreich und Italien an den Bau von 28 000- und 85 000 Tonnen=Schiffen herangegangen worden. * Die Unzulänglichkeit der Vereinbarung von Washington hat 1931, also noch vor Ablauf des auf den 31. Dezember 1936 begrenzten Washing toner Abkommens, zu einer neuen Flottenkonserenz,in London geführt. Auf ihr sollten die Lücken, die 1032 gelassen worden waren, aus gefüllt werden. Es gelang in London aber nicht, alle fünf Mächte unter einen Hut zu bringen. Frantreich weigerte sich, Jralien die von diesem beanspruchte Flottengleichheit zuzugestehen, und infolgedessen sind diese beiden Staaten an dem Londoner Flottenvertrag überhaupt nicht betei ligt. Lediglich Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan unterzeichneten ihn, legten damit fest, daß die Flottenparität im Verhältnis von 5:5:8 nicht mehr für die Großkampfschifftonnage, sondern auch für die übrigen Schiffskategorien gelten solle und setzten die obere Grenze der zulassigen Gesamttonnage obendrein um 10 Prozent herab. Frankreich und Italien er klärten sich lediglich aus freien Stücken bereit, die Gesamttonnage ihrer Großkampfschiffe auf 70000 Tonnen zu begrenzen. Inzwischen hat sich seit London und erst recht seit Washington das Kräfteverhältnis der beteiligten fünf Seemächte erheblich verschoben. Vor allem aber hat die politische Entwicklung Probleme aufgeworfen, die die Dinge heute für manche der beteiligten Staaten in anderem Lichte erscheinen lassen als damals. Japan, dessen Haltung den Schlüssel zu allen jetzt beginnenden Verhandlungen bildet, fühlt heute die Notwendigkeit, die bisherigen Ergebnisse seiner Politik zu sichern, und es lehnt sich dagegen auf, im Kreise der brei großen Scemächte nur einen Platz zweiten Nanges zuerkannt zu bekommen. Da sein Anspruch auf Gleichberechtigung von den anderen beiden Mächten kaum in Form zahlenmäßiger Selbstbindung zugestanden werden wird, muß als Ergebnis von London wahrscheinlich mit dem Beginn eines hemmungslosen Wett= rüstens zur See gerechnet werden. 2 Die Herabsetzung des Schmalzzolles DNB. Berlin, 22. Okt. Mit Wirkung vom 22. des Monats ist der Schmalzzoll von seiner bis herigen Höhe(100 Mark je Doppelzentner) auf 40 Mark je Doppelzentner herabgesetzt worden. Wie der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes mitteilt, ist diese Aenderung eine natürliche Folgerung aus der Neuregelung der Einfuhr von Schmalz über die Reichsstelle für Oele und Fette, die bereits seit dem Frühjahr des Jahres zur Anwendung gebracht wird. Für die Einführung von Schmalz bedarf es seither grundsätzlich eines Uebernahme scheines der genannten Reichsstelle, die durch die Erhebung von Ausgleichsabgaben hierbei in der Lage ist, die Einfuhr von ausländischem Schmalz sowohl nach dem Preise als auch nach der Menge stets genau der inländischen Versorgungslage und den für inländisches Schmalz gewünschten Preisen anzugleichen. Der Schmalzzoll in der erheblichen Höhe von 100 Mark je Doppelzentner stammte da gegen noch aus der Zeit vor Einführung des Uebernahmescheinverfahrens für Schmalz. Damals gab es tatsächlich keine andere Möglichkeit, die ausländische Einfuhr zu beeinflussen als die Einführung eines hohen Zolles, der in jedem Falle einen Ausgleich zwischen niedrigen Auslandund höheren Inlandpreisen sicherstellen wollte. Nach Einführung des Uebernahmescheinverfah rens musite sich aber dieses Ueberbleibsel aus der Vergangenheit naturgemäß als Hindernis auswir ken, da es die Beweglichkeit der Einfuhrgestaltung durch die Reichsstelle ganz erheblich hinderte. Der starre Schmalzzoll von 100 Mark je Doppelzentner ist daher durch die neue Verordnung beseitigt worden. An seine Stelle tritt für die Zukunft der wesentlich niedrige Zoll von 40 Mark je Doppelzentner, zu dem die Reichs stelle bei der Ausstellung des Uebernahmescheins bestimmte Ausgleichsbeträge erheben wird, die sich jeweils elastisch der preis= und mengenmäßigen Versorgungslage im In= und Ausland anpassen. Damit ist die Möglichkeit gegeben, auch die Schmalzeinfuhr in gleicher Weise stärker als bisher handelspolitisch auszunsitzen, wie das schon seit langerem bei der Einfuhr anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse gehandhabt worden ist.(Butter, Käse, Eier usw.) Das Gesetz über das Versleigerungsgewerbe Endgültige Regelung erst in der neuen Gewerbeordnung Berlin, 92. Okt. In der jetzt amtlich veröffentlichten Begründung zu dem Reichsgesetz über daVersteigerergewerbe wird u. a. mitgeteilt, daß das Gesetz lediglich eine Zwischenregelung bezweche, um mit den dringendsten Auswüchsen aufzuräumen. Man beabsichtige, die endgültige, grundlegende Neuregelung des Versteigerergewerbes im Zusammenhang mit den bevorstehenden Aenderungen der Gewerbeoronung durckeuführen. Das Ergänzungsgesetz zur Gewerbeordnung habe bis jetzt nicht verabschiedet werden können. Der setzige Entwurf sei nach Anhörung der beteiligten Kreise zustande gekommen. Er wolle das Versteigererrecht aus der Gewerbeordnung herauslesen und folge damit einer Reihe von anderen gewerbepolizeilichen Sondergesetzen. 3 B. dem Gaststätten=, dem Lebensmittel=, dem Milchgesetz und dem Gesetz über den Verkehr mit unedlen Metallen. Im übrigen sei die Reichsregierung ermächtigt, die im einzeinen erforderlichen Vorschriften zur Schaf fung und Erhaltung eines lauteren und unpartetischen Versteigererstandes zu treffen. Schwere Belgrader Vorwürfe gegen Italien Die Belgrader„Prawda“ über das Lager der südslawischen„Aufftändischen Belgrad, 22. Okt. Die„Prawda“ veröffentlicht eine ausführliche Beschreibung des Lagers der südslawischen„Aufständischen“ in Borgotaro in Italien und ruft ihren Lesern den ersten Versuch in Erinnerung, König Alexander im Dezember des Vorjahres zu ermorden. Das Blatt führt darüber u. a. aus: Die verbrecherische Tätigkeit der„AufständischenOrganisation" Ustascha, deren Sammelpunkt sich in Borgotaro in Italien befindet, wurde durch die ständnisse des Täters Peter Oreb enthüllt, der im Dezember des Vorjahres König Alexander ermorden sollte. Oreb hatte damals von Pawelitsch den Auftrag erhalten, nach Agram zu fahren, um den Auschlag durchzuführen, wofür ihm 500 000 Dinar(etwa 30 000 Mark) versprochen wurden. Oreb erhielt zwei Bomben, zwei Revolver mit 90 Schuß sowie gesälschte Pässe und Ausweise. Er machte sich mit sechs Gefährten auf die Reise und traf auch rechtzeitig in Agram ein. hatte aber beim Einzug des Königs Alexander nicht den Mut, den Anschlag durchzuführen. Von seinen Gefährten mit Vorwürfen und Drohungen überhäuft, versprach er, den König am nächsten Tage zu töten. Inzwischen hatte aber die Agramer Polizei von seiner Anwesenheit erfahren und drang in den frühen Morgenstunden überraschend in seine Wohnung ein. Zwischen Oreb und den Polfzeibeamten kam es zu einem Feuerkampf, bei dem ein Polizeibeamter getötet und ein anderer schwer verletzt wurde. Oreb selbst konnte entfliehen, wurde aber noch am gleichen Abend in der Nahe von Agram verhaftet. Der Gerichtshof zum Schutze des Staates verurteilte ihn am 19. März zum Tode. Im Laufe der Untersuchung hatte Oreb ein umfassendes Geständnis über das Lagerleben von Borgotaro abgelegt und u. a. erzählt, daß die Zahl der dort versammelten„Aufständischen" bei seiner Abreise 400 betrug. Die Lagerinsassen seien in graue Uniform gekleidet und hätten täglich militärische Uebungen abzuhalten. Sie seien besonders im Bombenwerfen und Revolverschießen ausgebildet worden. Südslawische Note an Ungarn DNB Budapest, 22. Okt. Das Ungarische Telegraphen. und Korrespondenzbüro meldet: Der Buda pester südslawische Gesandte, Alexander Wuktschewitsch, erschien heute mittag bei dem ständigen Stellver treter des Ministers des Aeußern, Horn, und übergab ihm eine Verbalnote, in der um die Zeststellung und Verhaftung eines Kroaten gebeten wird, der auf Grund der Aussage eines in Frankreich verhafteten Attentäterg der Mitschuld verdächtigt wird. Auf Grund dieses Ansinnens haben die ungarischen Behörden unverzüglich eine energische und weitgehende Erhebung eingeleitet. Vernehmung des Terroristenführers Pawelitsch DNB Turin, 22. Okt. Die wegen ihrer Teilnahme an dem Marseiller Anschlag in Turin verhafteten Pawelitsch und Kwaternik sind von der Turiner Polizeibehörde einem Verhör unterzogen worden. Hierbei erklärte Pawelitscht, daß er mit dem Marseiller Anschlag nicht das geringste zu tun habe und daß er sich die gegen ihn erhobene Beschuldigung aus der Kenntnis der Methoden der serbischen Polizei erkläre, sie hoffe, ihn in eine Angelegenheit zu verwickeln, um seiner auf jeden Fall habhaft zu werden. In einem zweiten Verhör sagte Pawelitsch, daß er sich am 30. September 1934 nicht in Marseille aufgehalten habe und daß er diese Stadt überhaupt nicht kenne. Kwaternik wies die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück. Bereits einmal habe ihn die serbische Polizei ungerecht verhaftet, was zum Vorwand für eine ganze Reihe von Verfolgungen gegen seine Familie geführt habe. Kwaternik erklärte schließlich, keine einzige der in Frankreich im Gesängnis befindlichen Personen zu kennen. Kwaternik bestritt, jemals in Frankreich gewesen zu sein. Er habe die letzten Wochen bei einem ihm befreundeten Studenten in Padua zugebracht, dessen Namen er jedoch nicht nennen wollte. Die angebliche„Rede“ Erzbischofs Dr. Groeber vor Seminaristen DNB. Berlin, 22. Okt. Das Deutsche Nachrichten büro teilt mit: Die„Saar=Korrespondenz“ meldet aus Saarbrückcken: Die„Saarbrücker Zeitung" stellt eine Lügenmeldung der„Neuen Saarpost“ richtig, die dazu dienen sollte, religiöse Zwietracht unter die Saarbevölkerung zu säen, und zwar hatte sich die„Neue Saarpost“ aus Rom berichten lassen, der Erzbischof von Freiburg, Dr. Groeber, habe dort vor Semina risten eine Ansprache gehalten, in der er mit scharfen Worten die national=kirchlichen Bestrebungen im nationalsozialistischen Deutschland zuruckgewiesen habe, die sowohl von protestantischer wie neuheid nischer als auch der sogenannten deutsch katholischen Seite stark hervortraten. Diese Ansprache habe in römischen-vatikanischen Kreisen einen starken Eindruck hinterlassen. Erzbischof Dr. Groeber stellt auf eine Anfrage der„Saarbrücker Zeitung“ hierzu folgendes sest: 1. Erzbischof Dr. Groeber hat keinen Vortrag vor Seminaristen gehalten, vielmehr in einer Rede vor Geistlichen sich in durchaus privatem Sinne ausgesprochen. 2. Erzbischof Dr. Groeber weist es deshalb auf das entschiedenste zurück, wenn behauptet wird, daß er dem nationalsozialistischen Deutschland nationalkirchliche Bestrebungen vorgeworfen und behauptet habe, daß „amtliche und parteiamtliche Stellen“ des Nationalsozialismus systematisch alle„Los=von=Rom“=Bestre bungen, von welcher Seite sie auch ausgehen mögen offen und noch mehr heimlich fördern. Erzbischof Di Groeber hat einen solchen Vorwurf nicht und niemals erhoben, da er der Wahrheit nicht entspricht. 3. Ebenso unwahr ist es, Erzbischof Dr. Groeber die Behauptung zu unterstellen,„die Konkordats. verbandlungen seien an der kirchenfeindlichen Haltung der deutschen Reichsregierungsvertreter gescheitert", denn der Wahrheit entspricht vielmehr, daß diese Verhandlungen im besten Einverneh men mit der deutschen Regierung ge führtunddementsprechendauchingutem Einvernehmen ihren Abschluß sinden werden. Die„Saarbrücker Zeitung“ fügt hinzu: Ferner er mächtigt uns Seine Exzellenz zu erklären, daß die in seiner Broschüre„Einer ist Euer Lehrer, Christus“ erfolgte Zurechtweisung neuheidnischer Bestrebungen sich gegen Personengruppen richten, deren Anschauung mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun hat. Schulräume für die 5I! Erlasse des Reichserziehungsministers Rust DNB. Berlin, 22. Okt. Die Reichsjugendführung hat mit der Ausführung eines umfangreichen Schulungsprogramms begonnen. Zur Unterstützung der Durchführung dieses Schulungsprogramms hat der Reichserziehungsminister und preußische Kultusminister Rust zwei Erlasse des gleichen Inhalts herausgegeben: An die Regierungen der Länder und an die nachgeordneten Behörden der preußischen Verwaltungen. In diesen Erlassen heißt es: „Damit das umfangreiche Schulungsprogramm der Reichsjugendführung mit vollem Erfolg durchgeführt werden kann, ist es notwendig, daß die erforderlichen Zusammenkunftsräume(Heime) allen Einheiten der Hitlerjugend zur Verfügung gestellt werden Ein großer Teil der Einheiten besitzt überhaupt noch keine Räume oder doch nur unzulängliche. Es werden in der Hauptsache Räume für kleinere Einheiten benötigt, also für 20 bis 60 Jungen. In vielen Fällen sind staatliche wie kommunale Baulichkeiten noch bei weitem nicht voll ausgenutzt und der Pflege der schlentlassenen Jugend nutzbar gemacht.“ Ausgehend von entsprechenden Reichs- und preußischen Erlassen weist der Reichserziehungsminister besonders darauf hin, daß auch Raume in öffentlichen Schulen, soweit sie sich dafür eignen, bis auf Widerruf für die Durchführung des Schulungsprogramms der Reichsjugendführung zur Verfügung zu stellen sind. Wenn im allgemeinen auch, so heißt es in dem Erlaß weiter, Klassenräume hierfür nicht geeignet sein werden, so werden jedoch keinerlei Bedenken geltend zu machen sein gegen eine Ausstattung leerer Räume durch die Einheiten der HI selbst. Wir werden 20000 Handwerkerinnungen bekommen Berlin, 22. Oktober. Zu dem großen Handwerkertag am kommenden Sonntag teilt der Referent beim Reichsstand des deutschen Handwerks, Dr. Arnold Zelle, mit, daß wir 20000 Handwerkerinnungen im Reichsgebiet bekommen würden. Diese Innungen seien die örtlichen Fachverbände für die Betriebsführer der einzelnen Berufe. An ihrer Spitze stehe mit starker Führerstellung der Obermeister, der von der Handwerks= und Gewerbekammer eingesetzt und wieder abberufen werden könne. Hierdurch und durch andere Einrichtungen sei der Mißbrauch der Führerstellung unterbunden. In weiterer Verordnungsarbeit ware noch neu zu regeln die Spitze der Gesamtorganisation, also der Reichshandwerksführer mit dem Reichsstand, in der die gesamte gebietsmäßige und fachliche Organisation zusammenläuft. Außerdem mußten noch die für die gesamten Handwerksberufe gemeinsamen gebietsmäßigen Dienststellen, Landeshandwerksführer und Handwerks= und Gewerbekammern geregelt werden, sowie schließlich die sachliche Organisation für die einzelnen Handwerksberufe: die Reichsfachverbände und die Landessachverbände. Der Einwand, daß das Handwerk sich einen zu kostspieligen Organisationsapparat aufbaue, sei nicht stichhaltig. Die Neuregelung wirke vielmehr für den einzelnen Betrieb kostensenkend, zumal die Organisation einfacher gestaltet und die Kosten in der Pflichtorganisation auf die breitesten Schultern verteilt würden. schaffen werden. Zu gleicher Zeit sollen von den Hausgemeinschaften direkt noch private Schutzräume sinanziert werden. Hauptschriftleiter: Joseph M. Hasler, Bochum; Stellvertreter: Peter Schiffers, Bochum; verantwortlich für Polttik und Feuilleton: Joseph M. Hasler; für den lokalen Teil Bochum und Westdeutschland: Peter Schiffers; für den lokalen Teil Hattingen und Essen=Steele: Ferdinand Julius Landefeld in Bochum; für den lokalen Teil tenscheib: Herbinand Julius Lanbefeld in Bochum; für Theater und Musik: Dr. Eduard Brinkschulte in Bochum: für Handel und Sport: Ferdinand Zulius Landefeld. Bochum: für den Anzeigenteil Bochum: Karl Lenze, Bochum: für den Anzeigenteil Hattingen: Ello Becker. Hattingen: für den Anzeigenteil Effen=Steele: Mar Klein. E.=Steele; für den Anzeigenteil Wattenscheidt: Hermann Lücher, Wattenscheid; Verlag und Druck: Markische Vereinsdruckeret Bochum. D.=A. IX. 84: 18 887 davon Ausgabe A: Westfälische Bolkszeitung Bochum 8048 Ausgabe B: Volkszeitung für Ennepe=Ruhr=Steeler Zei lung 8230; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheid 1060 Dollarnoten im Brief Darf man alte Goldslücke besitzen?— Klärung wichtiger Zweifelsfragen über die Devisenbewirtschaftung Das ND3 hat sich wegen der Beantwortung einiger Fragen an die zuständigen Regierungsstellen gewandt. Es handelt sich hierbei zunächst um die Frage, ob ein Deutscher, der bei der Rückkehr von einer Auslandsreise noch im Besitz von ausländischen Banknoten oder Scheidemünzen ist, diese mit über die Grenze bringen darf und wie er sich weiter zu verhalten hat. Hierzu wird erklärt daß ausländische Banknoten oder Scheidemünzen in diesem Falle ohne weiteres mit über die Grenze gebracht wenden dürfen. halten hat. Hierzu wird erklärt, daß ausländische Zahlungsmittel unverzüglich innerhalb von drei Tagen der Reichsbank unmittelbar oder durch Vermittlung einer Devisenbank anzubieten. Das gleiche gilt für ausländische Jahlungsmittel, die Die portugiesische Regierung zurückgetreten DNB Lissabon, 22. Okt. Die Regierung Salazar, die seit dem 11. April 1938 im Amte ist, ist am Montag zurückgetreten. Die Staatsreformpläne in Frankreich Am Dienstag wichtiger Ministerrat in Paris DNV Paris, 22. Okt. Unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten findet am Dienstag ein Ministerrat statt, dem man in politischen Kreisen ganz besondere Bedeutung beimißt, weit er fast ausschließlich den Staatsreformplanen gewidmet sein wird. Die Reformvorschläge des Ministerpräsidenten betreffen folgende Punkte: 1. Der Ministerpräsident erhält besondere Vollmachten und die Rechte eines Premierministers, während er gegenwärtig den übrigen Kabinettsmitgliedern gleichgestellt ist. 2. Der Ministerpräsident darf im Falle von ernsen Meinungsverschiedenheiten zwischen Regieruag und Kammer ven Staatspräsidenten ohne vorherige Genehmigung des Senats bitten, die Kammer aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben. 3. Die Regierung soll allein das Recht haben, die Haushaltsausgaben vorzuschlagen. 4. Der Haushalt des laufenden Jahres kann verlängert werden, wenn der nächste Haushalt nicht rechtzeitig verabschiedet worden ist. 5. Im Rahmen der Verfassung wird ein Beamtengesetz erlassen. Der Widerstand gegen den sozialistischen Unterricht in Mexiko DNB. Mexiko, 22. Oktober. In der Stadt Pautepec im Staate Morelos wurden mehrere Abgeordnete, die Vorträge über den sozialistischen Unterricht hielten, von der Bevölkerung mit Steinen beworfen. Sie mußten in das Stadthaus flüchten, wo sie eine Stunde lang belagert wurden. In Zaltillo im Staate Coahuila im nördlichen Meriko wurde die Zeitung Diario del Norte wegen ihrer Oppositionspolitik gegen den Gouverneur des Staates geschlossen. Die Druckerei des Blattes wurde beschlagnahmt. Die Prensa behauptet, in politischen Kreisen erwäge man, das Wohnhaus des Erzbischofs von Meriko=Stadt. Pascual Diaz, zu nationalisieren, da er in letzter Zeit wiederholt die Wohnung gewechselt habe. Der Gesetzentwurf zur Reform des Verfassungs artikels 3, der die Einführung des sozialistischen Unterrichts vorsieht und bereits von Kammer und Zenat angenommen wokden ist, wurde den Parla menten der Bundesstaaten zur Ratifizierung zu geleitet. einem Inländer vom Ausland zugesandt worden sind, wenn man also beispielsweise von Verwandten aus dem Ausland in einem Brief Dollarnoten als Geschenk erhält. Auch diese ausländischen lungsmittel sind innerhalb von drei Tagen ohne Rücksicht auf die Höhe der angefallenen Beträge der Reichsbank anzubieten. Eine weitere Frage betrifft die Goldmünzen. Ausländische Goldmünzen und außer Kurs gesetzte Goldmünzen sind der Reichsbank abzuliefern. Ein Ablieferungszwang besteht dagegen nicht für die alten deutschen 10= und 20=Mark=Stücke, die bisher noch nicht außer Kurs gesetzt sind. Immerhin ist auch die Ablieferung dieser deutschen Goldmünzen erwünscht. Das ungarisch=polnische Kulturabkommen DNB. Budapest, 22. Oktober. Das in Warschau am Sonntag unterzeichnete Kulturabkommen zwischen Polen und Ungarn wird vom„Pester Lloyd“ im Wortlaut gebracht. Das Abkommen sieht zur Förderung und Sicherung der gemeinsamen geschichtlichen Erinnerungen und der gemeinsamen geistigen Bestrebungen die Einsetzung ungarischer bzw. polnischer wissenschaftlicher Ausschüsse, ferner den Austausch von Professoren und Hochschülern und die Uebersetzung von Hauptwerken der beiderseitigen Literatur und Wissenschaft vor. Gömbös besucht Wien und Rom DNB Budapest, 22. Okt. Ministerpräsident Gömbös wird, wie verlautet, Ende dieser Woche nach Wien reisen, um den Besuch des Bundeskanzlers Schuschnigg im Sommer zu erwidern. Von Wien aug wird sich Gömbös direkt nach Rom begeben. Die kurz aufeinanderfolgenden Besuche des Ministerpräsidenten in Warschau, Wien und Rom finden in hiesigen diplomatischen Kreisen stärkste Beachtung. besonders da zur Vorbereitung des römischen Aufenthaltes der ungarische Außenminister Kanya am Sametag in Rom eine längere Unterredung mit Mussolini und Suvich hatte. Es verstärkt sich in unterrichteten Kreisen der Eindruck, daß bei den Besuchen der drei Hauptstädte die großen aktuellen Fragen der südosteuropäischen Politik eingehend zur Sprache kommen werden, und daß hierbei dem ungarischen Ministerpräsidenten eine besonders bedeutungsvolle, vermittelnde Rolle zufällt. Berlin ist das Luftkreuz Europas! Große Aktion zum Bau von Luftschutzräumen in Berlin NDZ Berlin, 22. Okt. Durch Aufrufe ist, wie das meldet, eine große Aktion zum Bau von Luftschutzräumen in Berlin eingeleitet worden. Im Rahmen der Selbstschutzmaßnahmen der Bevölkerung werden die Haus= und Grundbesitzer aufgerufen, den Bau von Schutzräumen ungesäumt vorzunehmen. Berlin sei das Luftkreuz Europas; im Falle eines Luftangriffes sei es aufs schwerste gefährdet. Es sei Pflicht jedes Haus= und Grundbesitzers, dafür zu sorgen, daß in seinem Grundstück ein Luftschutzraum vorhanden ist. Dabei wird erwartet, daß sich alle Hausbewohner selbstverständlich an der Auförinaung der Kosten für diesen privaten Schutzraum beteiligen. Die Haus= und Grundbesitzer werden zu einer genossenschaftlichen Aktion zur Schaffung von Luftschutzräumen aufgerufen. Jeder Haus= und Grundbesitzer soll sofort mindestens fünf Mark zahlen, um damit einen großen Fonds zum Schutzraumbau zu schaffen, aus dem insbesondere die notleidenden Hausbesitzer beim Schutzraumbau unterstützt wer= den sollen. Aus dem Fonds sollen zunachst in der Winterarbeitsschlacht einige tausend Schutzräume ge= Dienstag, den 23. Oktober Katholische J. Eine große Freude hochwürdigste Herr Erzb tag des Christkön geben. In allen Kircher diesem Tage der Juger Su legt uns unsere Freiwilligkeit durch die auch die Pflicht a für das Geschehen fühlen. Wir müssen meinsame. Es de Mädchen geben, die nich freudig den Betrag daf meinsamen Jugendhaus Es muß einmal gese der Feier nicht etwa ein dern daß diese Gabe, Mittel bewußt wird, sichtbar zu machen. 2 verlassen können! An unsere F1 Ruf: Vergeßt uns an war die Anteilnahme s die Zuversicht, daß alt Wieder e Eine Tote. g. Nachdem die Ve mund freigegeben ist, punkt zur Herner Stra Süd Verkehr zu einer In der Nacht von gegen 1 Uhr war diese Der Opelwagen aus eines schweren Verke Tari=Personenkraftwa wagenführer Ziegl Straße in Richtung der Verbandsstraße ein aus Essen kommen voller Fahrt in die des Zusammenstoßes Die Bochumer sich seitlich und blieb vor der ne Kraftwagenführer Zie Wagen geschleudert un len. Mit einer Ge brüche und Schulterg Krankenhaus gebracht Noch verhängnisve prall für die Insasser mit dem EhepaarS Ehefran Sanders wi Dienstag, den 23. Oktober 1984 1. Beilage der Volks-Zeitung Nummer 246— Seite 5 Katholische Jugend Bochums! Eine große Freude ist uns geworden. Der hochwurdigste Herr Erzbischof hat uns den Sonntaa des Christkönigsfestes zu eigen gegeben. In allen Kirchen des Erzbistums wird an diesem Tage der Jugend gedacht Su legt uns unsere Feier. die bisher in schöner Freiwilligkeit durch die Jugend gestaltet wurde, auch die Pflicht auf, in rechtem Maße sich für das Geschehen verantwortlich zu fühlen. Wir müssen einstehen für das Gemeinsame. Es darf kein Jungmann, kein Mädchen geben, die nicht die Festfolge besitzen und freudig den Betrag dafür opfern, der unserm ge meinsamen Jugendhaus zugewendet werden soll. Es muß einmal gesagt sein, daß die Gestalter der Feier nicht etwa ein Almosesn annehmen, sondern daß diese Gabe, gern gereicht, Euch als Mittel bewußt wird, Gemeinschaft einmal sichtbar zu machen. Wir müssen uns auf Euch verlassen konnen! An unsere Freunde ergebt der Nuf: Vergeßt uns auch jetzt nicht. Immer mehr war die Anteilnahme spürbar und immer sicherer die Zuversicht, daß alt und jung, in der Arbeit schon einmal getrennt, im Letzten doch das Gleiche will und so erwarten wir Euch, kommet und singet mit uns, kommet, bekennet mit uns, kommet und freuet Euch mit uns. Der Führerring. Festplan der Jubelfeier des 80jährigen Bestehens der Borromäus=Bücherei Propstei und der Diözesan=Konferenz der Borromäusvereine. 8 Uhr: Festhochamt in der Propsteikirche für alle Katholiken mit Ansprache des Diözesanpräses Bönniger. 9,45 Uhr: Geschlossene Sitzung für die Bezirkspräsides. 15.30 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Parkhaus für Leiter, Mitarbeiter, Lehrpersonen, Mitglieder des Borromäusvereins und literarisch Interessierte. Vortrag des Generalsekretärs Dr. Rumpf=Bonn Es wird aufgeführt das Oberuferer Paradiesipiel von Hellring unter Mitwirkung von 28 Personen. Alle Katholiken Bochums werden zu dem Festhochamt und zu der Jubiläumsfestfeier herzlichst eingeladen. mmimiminmmmn Heute neuer Roman! Wieder ein schwerer Verkehrsunfall auf der Herner Straße. Eine Tote.- Ein Schwerverletzter.- Zwei Leichtverletzte. g. Nachdem die Verbandsstraße Essen—Dortmund freigegeben ist, entwickelt sich der Schnittpunkt zur Herner Straße mit deren starken Nord Süd=Verkehr zu einer großen Gefahrenquelle. In der Nacht vom Sonntag zum Montag gegen 1 Uhr war diese Kreuzung wieder der Platz Anprall durch die Seitentür des Wagens auf die Straße geschleudert und mit einem lebensgefährlichen Schadelbruch in das Elisabeth Krankenhaus überführt. Der Führer des Dortmunder Kraft wagens und der Ehemann Sanders kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die Polizei Der Opelwagen aus Bochum. Deutlich sieht man die furchtbaren Zerstörungen, die der wuchtige Zusammenprall anrichtete. Auch der Fordwagen aus Dortmund ist übel zugerichtet. eines schweren Verkehrsunfalls. Ein Bochumer Tari=Personenkraftwagen, geführt von dem Kraftmagenfunter Ziegler, befuhr die Herner Straße in Richtung Herne. Auf der Kreuzung der Verbandsstraße fuhr dem Bochumer Wagen ein aus Essen kommender Personenkraftwagen in voller Fahrt in die Seite hinein. Die Folgen des Zusammenstoßes waren schrecklich Die Bochumer Taxe überschlug .sich seitlich mehrere Male und blieb vor der neuen Tankstelle liegen. Der Kraftwagenführer Ziegler wurde habei aus den Wagen geschleudert und flog gegen eine der Säu len. Mit einer Gehirnerschütterung. Rippen brüche und Schulterquetschung wurde er inKrankenhaus gebracht. Noch verhängnisvoller war der Zusammenprall für die Insassen des Dortmunder Wagens mit dem Ehepaar Sanders=Dortmund. Die Ehefran Sanders wurde durch den ungebeuren nahm die sofortige Untersuchung der Schuldfrage auf. Dazu meldet der Polizeibericht: In der Nacht zum 22. 10. 34, gegen 1,10 Uhr, fand auf der Herner Straße, Ecke Löbterring, ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen aus Dortmund und einer hiesigen Tare statt, wobet 4 Personen verletzt wurden. Die Ehefrau des Kraftwagenbesitzers aus Dortmund erlitt einen schweren Schädelbruch und wurde dem Elisabeth krankenhaus zugeführt. Der Ehemann trug nur leichtere Verletzungen davon. Der Führer der Tare erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Schulterquetschung; ein Insasse eine Stirnver letzung. Beide fanden Aufnahme im Augustakrankenhaus. Die Fahrzeuge wurden schwer beschädigt und mußten abgeschleppt werden. Leiber ist Frau Sanders gestern abend noch ihren schweren Verletzungen erlegen. Der Zu and von Ziegler ist nach wie vor sehr ernst. Bannerweihe der Marienschar in Christkönig. * Vorderseite. Das neue Banner der Marienschar. Der führung in Handmalerei stammen von der Franzi Dreikönigin=Krankenhause in Köln=Mülheim. Die P. Innozens, dem Präses der Marienschar. gens noch ein geistlicher Bruder, der gleichfalls im Franziskanerkloster in Halle. Am Sonntag feierte die Marienschar von Christkönig das Fest ihrer Bannerweihe und Aufnahme der Jüngsten Am Nachmittag fand im Rahmen einer Festandacht in der Kirche die kirchliche Segnung statt. Unter den Klängen des Jugendliedes„Laßt die Banner wehen“ zogen die Banner der Pfarrjugend vor den Hochaltar. P. Romanus hielt die Festpredigt über die Bibelworte:„Kommet alle zu mir, die Ihr mein begehret und sättiget Euch an meinen Früchten“. In begeisterten Worten stellt er der Jungmädchenschar ihre heilige Patronin als leuchtendes Vorbild, als wahre Idealgestalt für das ganze Leben eindringlich vor Augen. P. Innozenz nahm die feierliche Weihe des neuen Banners, das der Marienschar künftig voranziehen soll, vor. Dann weihte P. Innozenz die neuen Abzeichen der Marienkinder. An 53 Jungmädchen, die sich in die Reihen der Kinder der Gottesmutter stellten, konnte er dann die Abzeichen austeilen, während die Lantengruppe der Kongregation alte Marienlieder sang Danach traten die 53 Jungmädchen vor den Hochaltar und gelobten Christus dem König unwandellare Treue. Heiliger Ernst klang in den Worten dieser jungen Schar mit. Sie werden treue Marienkinder sein. Mit dem sakramentagen schloß die erhebende Feier. Rückseite. Entwurf und die künstlerisch ausgezeichnete Ausskanerin, Schwester Dorothea Weber im kunstfertige Nonne ist eine leibliche Schwester von Zu diesem geistlichen Geschwisterpaar gehört übrianziskaner ist, der hochw. H. P. Bonaventura An die Feier schloß sich eine unter dem Motto „Das deutsche Kinderland“ stehende Veranstaltung in der Bürgergesellschaft an, zu der die Eltern geladen waren War das ein Erstaunen, als die Kinder zur Bürgergesellschaft kamen. Der vorgesehene Jugendsaal war viel zu klein für die vielen, die gekommen waren. So zog man aus in dem Weißen Saal, und auch hier wurde es zu eng, aber das störte die Freude nicht. Die Führerin der Marienschar Lotte Wurgen richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Erschienenen Volkstänze und Gesänge wurden von den Kindern geboten. P. Innozenz hielt die Festrede. Mit Begeisterung gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Jugend der Gemeinde in solch überraschender Weise ihrer Sache die Treue hielt. Der Besuch des Nachmittags war ein glänzendes Zeugnis dafür, daß die Pfarrjugend unentwegt sich zu Kirche und Gemeinde bekennt. Er forderte alle auf, so fortzufahren in Treue gegen die Kirche. Viel Beifall fanden dann die Aufführungen der Märchenspiele Schneewittchen und das Wunschprinzeßchen. Für alle Beteiligten war es ein Nachmittag der reinsten Freude, die Eltern wurden wieder jung bei der Begeisterung ihrer Kinder, die ihr Allerbestes hergaben.— Die Marienschar von Christkönig hatte bisher 188 Kinder. Durch die am Sonntag aufgenommenen 53 ist ihre Zahl auf 211 gestiegen, wahrlich eine stattliche Schar! Wieder ein Fachwerkhaus abbruchreif. 4t Das in die neue Straßenflucht sehr schräg vorspringende alte große Fachwerkhaus Wegener an der Drusenbergstraße 72 wird nun auch der Spitzhacke zum Opfer fallen, um einem nenzeitlichen modernen Wohn= und Geschäftshaus Platz zu machen. Mit vielleicht wehmütigen Gefühlen werden die alten„Hunscheidtsfelder“ und besonders die Mitglieder der Familie Wegener dieses alte Haus verschwinden sehen. Der verstorbene Vater Josef Wegener begann im Jahre 1869 den Bau und konnte erst. nachdem er aus dem Feldzug 1870=71 glücklich heimgekehrt war, in demselben ein Kolonialwarengeschäft, verbunden mit Bäckerei und Wirtschaft, eröffnen. Den Bäckereibetrieb übernahm im Jahre 1910 sein Sohn Bäckermeister Hugo Wegener. Dieser baute den Betrieb sehr bald noch weiter aus, während der Gaststättenbetrieb nach dem inzwischen erbauten Eckhaus Hunscheidt= und Drusenbergstraße verlegt wurde und von dem Sohne Otto Wegener heute noch weiter geführt wird. Da das frühere Backhaus zwischenzeitlich veraltet war End auch nicht mehr ausreichte, ließ der jetzige Inhaber Hugo Wegener bereits im Jahre 1928 ein modern eingerichtetes neues Backhaus auf dem Hintergelände errichten. Mit diesem wird nun das neue Vorderhaus durch einen Zwischenbau direkt verbunden. Im Erdgeschoß des neuen Hauses wird ein Bäcker= und Konditorladen mit dahinterliegender Kaffeestube eingerichtet, sowie noch ein zweiter Laden mit Zubehör. In den Obergeschossen sollen neuzeitliche Zwei= und Drei=Zimmerwohnungen untergebracht werden. Die Gesamtausführung ist der mehr als 50 Jahre bestehenden Firma Heinrich Knüwer, Bauges. m. b. H. Bochum übertragen worden, während die Bauleitung in den Händen des Architekten Winter=Bochum liegt, welcher auch die Entwurfs= und Planbearbeitung durchgeführt hat. Mit dem Abbruch dieses alten Häuses erhält die Drusenbergstraße eine wünschenswerte Begradigung. Mit dem Abbruch des aiten Hauses wird schon in den ersten Tagen dieser Woche begonnen. Die Arbeiten sollen derart beschleunigt werden, um das neue Haus im Laufe des Winters im Rohbau fertigzustellen, Bochumer Tageschronik. Man merk Dienstag, den 23. Oktober. Sonnenaufgang: 7.08 Sonnenuntergang: 17.20 Mononniergang: 5.25 Mondausgang. 17.04 1001 Der Komponist Albert Lortzing in Berlin geb.(gest. 1851). 1805 Der Dichter Adalbert Stifter in Oberplan geb.(gest. 1868). Der Tag des deutschen Handwerks in Bochum. Am Sonntag, dem 28. Oktober, wird der„Tag des deutschen Handwerks“ durchgeführt. Am Vormittag veranstaltete der Reichsstand des Deutschen Handwerke in Braunschweig eine Führertagung, die von den Organisationen des Handwerks im ganzen Reich über den Rundfunk mitgehört wird. Die Kreishandwerkerschaft Bochum veranstaltet in Verbindung mit der Uebertragung der Braunschweiger Feierstunde eine Kundgebung, an der sämtliche Innungen teilnehmen, am kommenden Sonntag um 11 Uhr im Schützenhof. Nach einer musikalischen Einleitung und der Ansprache des Kreishandwerksführers wird um 11.30 Uhr der Rundfunk eingeschaltet und es hören alle Berufsangehörigen des Bochumer Handwerks, was in Braunschweig unsere Führer in Partei und Staat dem Handwerk zu sagen haben. Voraussichtlich werden zum Handwerk sprechen: Der Reichsbankpräsident Dr. Schacht als kommissarischer Reichswirtschaftsminister und der Stabsleiter der PO. Dr. Ley. Der Reichshandwerksführer wird, nachdem er der Toten gedacht hat, auf der Veranstaltung ein Schriftstück von besonderem Gewicht verlesen und sämtliche Kreishandwerksführer Obermeister und Innungswarte im Reich auf ihre verantwortungsvollen Aemter verpflichten. Die Veranstaltung findet in Verbindung mit der NS.=Hago statt und es beteiligen sich die Ortegruppen mit Fahnenabordnungen sowie sämtliche Innungsfahnen. Die Innungen beteiligen sich geschlossen an der Kundgebung, zu der die Behörden und Partei als Gäste geladen werden. Die Angehörigen des Handwerks sind ebenfalls zur Teilnahme eingeladen. „Katholische Kunst in Kirche und Haus.“ Am 4. November findet um 11.30 Uhr die Eröffnung der Ausstellung„Kath. Kunst in Kirche und Haus" in Bochum statt. Um 17 Uhr ist ein Festakt im großen Saale der Bürgergesellschaft unter dem Ehrenvorsitz Sr. Exzellenz des Hochw. Herrn Erzbischofs von Paderborn Dr. Caspar Klein. Kommende Veranstaltungen: 7. November Vortrag von Dr. Worf=Duisburg: „Entwicklung des kath. Kirchenraumes in den großen Stilepochen“. 11. November Vortrag von Univ.=Prof. Wackernagel=Münster:„Kirchliche Plastik vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart“. 11. November Tagung der kath. Beamtenvereine des Diözesanverbandes mit Führung durch die Ausstellung und die Meinolphuskirche. 11 November Vortrag von Prof. Dr. WitteKöln:„Kunstgeschichtliche Entwicklung des Christusbildes". 18 November Vortrag von Frl. Herold=Trier: Das Madonnenbild im Wandel der Zeit“ 21 November(Buß= und Bettag) Tagung der rheinisch=westfälischen Gruppen des Verbandes kath Akademikervereinigungen. 2° November Vortrag von Prof. Dr. GroscheVochem:,„Das Mysterium des Abendmahles und seine künstlerische Gestaltung“. 2 Dezember Vortrag von Dr. Reinold=Bochum: Zeitgeschichtliche Darstellung des jüngsten Gerichtes“, Die Vorträge finden abends 20 Uhr in der Verwaltungsakademie statt. Stiflungsfest des St. Jasephvereins Dreifaltigkeit. th) Am Sonntag beging der St. Josephsverein der Dreifaltigkeitsgemeinde sein 9. Stiftungsfest. Ein Hochamt für die Lebenden des Vereins gab am Sonntagmorgen um 8 Uhr den Auftakt zu dem Festtag. Präses Vikar Eckhard hielt die Predigt Ein wahres Bekenntnis war der Gang zum Tische des Herrn. Der Abend brachte im Pielkenschen Saale an der Verkehrsstraße eine öffentliche Festfeier. Als um 19 Uhr mit einem Musikstück die Feierstunde eingeleitet wurde, war der Saal überfüllt. Das Lied„Seid gegrüßt, ihr lieben Brüder" führte zur kurzen Begrüßung durch den Vizepräses Schüller und zur Festansprache des Präses Vikar Eckhard über. Seine Ansprache, in welcher er St. Michael als den Streiter Gottes und Schutzpatron des deutschen Volkes zeigte, ließ er in kurzen Gedenkworten an die in den Mittagsstunden des Tages durch eine Schlagwetterexplosion dahingerafften Knappen der Zeche Constantin ausklingen. Die Festversammlung erhob sich hierbei von ihren Plätzen während die Kapelle das Lied vom guten Kameradg leise intonierte Einem von zwei Mädchen gesprochenen Prolog und den Liedern„Den Gruß laßt erschallen" und dem Deutschlandlied folgte das Volksstück„Der Schmied von Ruhla“ in drei Akten von Martin Pfeiffer. Das unter Leitung von W. Grollmann aufgeführte Theaterstück sand bei den Teilnehmern reichen Anklang. Mit einem Seelenhochamt am Montagmorgen um 7.10 Uhr für die Verstorbenen des Vereins wurde das so harmonisch verlaufene Stiftungsfest beendet Die Anteilnahme an dem Grubenunglück. Die Zahl der Toten auf neun gestiegen.- Noch zwei Schwerverletzte im„Bergmannsheil“. Leider ist von den beim schweren Grubenunglück auf Constantin 4-5 Schwerverletzten ein weiterer seinen schweren Verletzungen erlegen. Während noch in den Sonntagabendstunden der Reparaturhauer Johann Florkowski aus Steele, Kaiserstraße 20, verschied, verstarb ein weiterer Schwerverletzter in der Nacht zu Montag.— Zwei weitere der Schwerverletzten liegen noch bedenklich darnieder. Die Beerdigung der Opfer wird voraussichtlich Mittwochnachmittag erfolgen. Bei der Grubenverwaltung der Zeche Constantin 4=5 sind im Laufe des gestrigen Tages folgende Telegramme eingegangen: Den Angehörigen der von der Schlagwetterexplosion Getöteten bitte ich, meine innigste Anteilnahme, den Verletzten meine Wünsche für baldige Genesung aussprechen zu wollen. Der Regierungspräsident. * Der Grubenverwaltung den Verletzten und den Hinterbliebenen spreche ich namens der Staatsbehörden hiermit meine tiefste Anteilnahme an dem Grubenunglück aus. Es soll unvergessen bleiben, daß die Verunglückten ihr Leben und ihre Gesundheit dem Wiederaufbau des Vaterlandes zur Verfügung stellten. Heil Hitler! Der Oberpräsident. * Der Betriebsleitung, der Gefolgschaft, der Zeche Constantin 4=5 zur Katastrophe mein aufrichtiges Beileid. Ich bitte, den Hinterbliebenen den Ausdruck meiner herzlichen Teilnahme und den Verletzten meine besten Wünsche für eine baldige Genesung zu übermitteln. Franz Seldte, Reichsarbeitsminister. * Zu dem tragischen Verluste der 9 Arbeits kameraden spreche ich Ihnen mein berzliches Beileid aus. Dr. Robert Ley. * Führer und Gefolgschaft der Gewerkschaft Constantin der Große! Zu dem traurigen Unglück, das Sie betroffen und 9 braven Bergleuten das Leben kostete und einige Schwerverletzte Forderte, spreche ich Ihnen meine tiefempfundene Anteilnahme aus. Ich bitte Sie, den Hinterbliebenen der Verunglückten mein Beileid zu übermitteln und den Verletzten wünsche ich baldige Genesung. Ernst Stein, M. d. R., Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau. Zu dem schweren Gruvenunglück auf dem Schacht 4=5 Ihrer Gewerkschaft spreche ich Ihnen unsere herzliche Anteilnahme aus. Den Angehörigen der Verunglückten und den Verletzten bitte ich, mein aufrichtiges Beileid aussprechen zu wollen. Möge den Verletzten baldige Gesundheit beschieden sein. Kreisleitung der NSDAP.: Unterschrift. * Tief erschüttert durch die Nachricht von dem furchtbaren Unglück, das sich auf Schacht 4=5 ereignete und so viele Menschenleben vernichtet hat, nehmen meine Frau und ich an der Trauer um die Verunglückten teil. Wir bitten, auch den Hinterbliebenen der Verunglückten unser wärmstes Mitempfinden zum Ausdruck zu bringen. Krupp von Bohlen und Halbach. * Im Laufe des gestrigen Tages haben außerdem noch der Vizeregierungspräsident als Vertreter des Regierungspräsidenten, der Oberbürgermeister von Herne. Meister, und ein Vertreter des Polizeipräsidenten von Bochum, zu dessen Präsidialbezirk Herne gehort, persönlich ihre Anteilnahme ausgesprochen. * Der Bericht des Oberbergamtes. Das Oberbergamt teilt mit: Aus Anlaß des Grubenunglücks das sich am 21. Oktober auf der Schachtanlage 4=5 der Zeche Vereinigte Constantin der Große ereignet hat, wurden die betr. Grubenbaue heute(Montag) von Vectretern des Oberbergbamtes Dortmund unter Leitung des Berghauptmanns und unter Zuziehung des Unfallausschusses und Vertretern der Versuchsstrecke befahren. An der Befahrung und der nachfolgenden Besprechung beteilgte sich u. a. auch der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bergbau, Pa Stein. Es wurde festgestellt, daß es sich bei der Explosion um eine Entzündung von Schlagwettern gehandelt hat, die sich in der Firste eines Quer schlages infolge von Abbauwirkungen ange sammelt hatten. Nach dem festgestellten Besund kann als sicher angenommen werden, daß die Entzündung des Schlagwetters durch einen Schweißbrenner hervorgerufen worden ist der bei Reparaturarbeiten an einer Druckluftleitung entgegen den bestehenden Bestimmungen Verwendung gefunden hat. Durch die Erplosion sind, wie bereits mitgeteilt, sieben Bergleute zu Tode gekommen und vier weitere verletzt worden. Von den Verletzten sind im Laufe des Tages zwei gestorben, so daß sich die Zahl der Toten auf neun ervoht. Die bergbehördliche Untersuchung nimmt ihren Fortgang. Das Weihespiel anläßlich des Jubiläums des Borromäusvereins Propstei. Nachstehend geben wir eine Einführung in das Weihespiel„vom verlorenen Paradies“ von Hartmut Hellring, welches am Mittwoch, dem 21. Oktober 1934, im großen Saal der Burgergesellschaft zur Aufführung gelangt aus Anlaß der 80jährigen Jubelfeier des Borromausvereins der Propsteipfarrei. Es ist entstanden in Oberufer, dem letzten deutschen Dorfe östlich von Preßburg an der tschechoslowakischen Grenze. Durch eine sorgsam gehütete Tradition ist das alte Spiel weitergegeben worden, nachdem es. deutsche Bauern erdichtet und ersungen haben. So ist es bewahrt geblieben vor einer meist mißglückenden Modernisierung, die so manches Spiel aus dem Mittelalter über sich ergehen lassen mußte. Es hat seine ursprüngliche Art treu behalten und gibt uns deshalb noch heute einen Einblick in die Art mittelalterlicher Mysterienspiele. Die Verwandtschaft mit diesem zeigt sich nicht nur im Text, in der Wortwahl und dem Versmaß, nein mehr in der ganzen Spielweise. In der feierlich starren Art, mit der der Spieler sich bewegt, gleichsam als wollten sie Ewiggültigem Ausdruck verleihen, in der Art, wie sie sprechen, nein, nicht sprechen, sondern singend rezitieren und dies mit einem streng rbythmischen Schreiten begleiten. Ferner bleibt die Gebärdensprache nicht der freien Eingebung des Spielers überlassen, sondern ist in symbolische Formen gefaßt. Jeder Schritt, jede Bewegung und Gruppierung der Personen ist festgelegt. Eine eigene Ergänzung findet diese strenge Symbolisierung durch den Gesang der Chöre, der choralähnlichen alten Volks= und Kirchenweisen angepaßt ist. Vermag uns modernen Menschen ein Spiel solchen Inhaltes und solch eigenartiger Form etwas zu sagen? Ja, gerade uns Menschen, die wir uns doch nach innerer Rute und Freiheit sehnen. Allerdings ist das Oberuferer Paradiesspiel kein Bühnenspiel im gewöhnlichen Sinne. Es ist eine gottesdienstliche Handlung, ein feierliches Weihespiel. Es zeigt uns Gottes Größe und Güte. Aber auch den Einbruch des Bösen in die Welt, den Fall der ersten Menschen und die Aussicht auf die Erlösung. So ist es ganz geeignet, uns zu helfen, daß wir uns auf unser Sein und Sollen besinnen, daß wir unsere Aufgabe, die Gott uns doch gestellt, restlos erfüllen und dadurch zur Verherrlichung Gottes beitragen. Dies hohe Ziel ist nur zu erreichen von seiten der Spieler durch Dienst, Dienst an der am Abend versammelten Schaugemeinde. Ihr soll die Spielschar durch dienendes Spiel die alle angehende Erkenntnis vermitteln vom Woher, Warum und Wohin des Menschen. In Sprache und Rhythmik dieses Spieles soll deutscher katholischer Seele aus der Reinheit und Wahrhaftigkeit des Glaubens dargelegt werden der heilig=ernste Sinn des großen Sechstagewerkes, der Schaffung des Menschen, der da vor uns hintritt als der glückliche, da er lebt in der Gottesgemeinschaft, der aber bann fällt durch seir eigenwilliges, ungehorsames Zuchen und Fragen und sich in die Gottesferne, ins Verderben stürzt. Dieser Mensch aber wenn auch vertrieben aus der Teilhabe an Gott, harrt voll Sehnsucht nach dem Paradiese gläubig der Erlösung, die ihm zutetl ward durch Gottes liebendes Erbarmen in Cbristus, dem König und Erlöser. Versammlung der Jungbauern. Im Parkhaus fand Samstagabend eine Versammlung der Jungbäuerinnen und Jungbauern der Kreisbauernschaft Bochum statt. Nachdem der Leiter der Jungbauernschaft Hinderfeld auf die im Laufe dieses Winters zu leistende Schulungsarbeit hingewiesen hatte, deren Ziel es sein muß, jeden Jungbauern mit der deutschen Bauerngeschichte vertraut zu machen, sprach der Leiter des Bezirks Hellweg Pg. Quante über die Kämpfe, die man, oft unter heldenmütigem Einsatz der deutschen Bauern im Laufe der Geschichte habe durchfechten müssen. Die heute lebende Generation werde sich dieser Tradition würdig erweisen, wenn sie überall dort, wo sie steht, ihre Pflicht bis zum letzten erfüllt. Zum Schluß betonte der Leiter der Landjugend in der Landesbauernschaft Westfalen die Wichtigkeit der weiteren weltanschaulichen Schulung und wies darauf hin, daß die Vorträge eifriger und stärker besucht werden müßten, als das bisher vielfach der Fall gewesen ist. Im weiteren Verlauf des Abends wurden von den Mitgliedern verschiedener Ortsgruppen Volkstänze geboten. Deutscher Tanz beschloß die Versammlung Wieder stärkere Bewölkung. Von einem neuen, noch entwicklungsfähigen Wirbel, der mit seinem Kern zwischen Island und Schottland liegt, werden die Luftmassen vom Festland her abgesaugt, so daß über Mitteleuropa vielfach Aufheiterung eingesetzt hat. Demzufolge konnten über Süd= und Ostdeutschland bei meist heiterer Nacht die Temperaturen allgemein start zurückgehen und vielerorts den Gefrierpunkt unlutfmassen ost= und nordostwärts vor und veranlassen über dem westlichen Skandinavien, der Nordsee, Großbritannien und Westfrankreich bei starker Bewölkung strichweise Regen. Der Wirbel wird sich gegen Mittelskandinavien hin fortbewegen, wobei auch Westdeutschland auf seiner Südseite in das herangeführte Schlechtwettergebiet gelangt. Das zur Zeit herrschende heitere, für die Jahreszeit sehr milde Wetter wird alsbald wieder von stärkerer Bewölkung und zeitweiligem Niederschlag abgelöst werden. Vorhersage für Dienstag: Auffrischende südliche bis südwestliche Winde. Wechselnde, wieder stärkere Bewölkung und vereinzelt auch etwas Niederschlag. Noch immer sehr mild. Mittwoch: Auf West drehende Winde, sonst wechselnd wolkig und vorwiegend trocken Wenig Temperaturänderung. Bei heiterer Nacht in höheren Lagen Frostgefahr. In das goldene Buch eingetragen. Opel=Automobil=Verkauf, Schkommodau u. Feix 100 RM. Zmischon Bürgersteig und Straße. Ein Fußgänger wurde auf der Kronenstraße beim Vorbeigehen an einem dort haltenden Personenkraftwagen durch eine plötzlich geöffnete Tür des Personenkraftwagens leicht verletzt. Am gleichen Tage erfolgte auf der Malteser=, Ecke Albertstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Personenkraftwagen. Der Radfahrer erlitt leichte Hautabschürfungen an den Händen und Knien. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. g= Ins Schaufenster gedrückt. Am Montag morgen waren auf der Bongardstraße in unmittelbarer Nähe der Drehscheibe Fensterputzer mit ihrer großen Fahrleiter beschäftigt. Von einem Kraftwagen wurde das Fahrgestell der Leiter in das Schaufenster des Metzgerladens gedrückt. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. — Kinderrückkehr aus Dramburg und Stettin. Die durch Vermittlung des Jugendamtes der Stadt Bochum in den Kreisen Dramburg und Neustettin in Pommern seit Mai d. J. zum Landaufenthalt untergebrachten Kinder kehren am 24. Oktober zurück. Der Sonderzug trifft um 11,12 Uhr in Bochum=Langendreer und um 11,28 Uhr in Bochum=Nordein. Zum Stellvertreter bestellt. Der Kreishandwerksführer hat als Stellv. Kreishandwerksführer den Bäckermeister Wilhelm Schramm in B.=Altenbochum bestellt. Herr Schramm ist Obermeister der Bäckerinnung Bochum, die rund 850 Mitglieder zählt, und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer zu Dortmund. — Im Silberkranz. Friseurmeister Wilhelm Beucker und Frau Lisette, geb. Hesemann, Herner Straße 97, feierten das Fest der silbernen Hochzeit. Glückauf zur goldenen! Kr. Vom Stanzstempel die Hand zerquetscht. Der Stanzer Erich K., Herner Straße wohnhaft, erlitt einen schweren Arbeitsunfall. Ein zu früh herunterschlagender Stanzstempel verstümmelte seine Hand derart, daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. (!) Seinen Verletzungen erlegen. Der am Donnerstagnachmittag bei einem Kraftwagenzusammenstoß an der Kreuzung Herner Straße, Löbkerrina schwer verletzte Arbeitsinval de M. H., Herner Straße wohnhaft, ist im St. Josephshospital in den späten Abendstunden des Samstag gestorben. Bekanntlich hatte H. versucht, noch vor dem herannahenden Lastwagen die Straßen zu überaueren. Als er dann auf der Gegenseite ein Lieferauto herankommen sah, wollte er wieder zu= rücklaufen, wurde dabei aber von dem Kotflügel des Lastwagens gepackt und vor den Lieferwagen geschleudert. Dabei hatte er einen schweren Schäldebruch und Brust= und Rückenquetschungen erlitten, an denen er nun gestorben ist. :: Exerzitien für Frauen und Jungfrauen finden statt im Herz=Jesu=Heim, Bad Schwalbach l. Ts. 3tägige vom 5. 11. abends bis 9. 11. morgens, Kosten 12 RM; Ttägige vom 2. 12. abends bis 1. 1. abends, Kosten 25 RM. Die Exerzitien werden von Jesuitenpatres gehalten. Anmeldungen an die Heimleitung direkt erbeten. rgemein NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Ortsverband Bochum e. V. Zu der Oper„Mignon“ am Freitag. dem 26. Oktober, für die Serie A hat der Vorverkauf bereits begonnen. Die beutige Aufführung„Maria Stuart“ gilt als Wahlvorstellung für alle Serien. Karten sind in der Geschäftsstelle Bochum, Lueghaus, Zimmer 1. zu haben. oSOAM 2. Beilage zur Volks-Zeitung v. 23. Okt. 1934 Deutsches Land und Volk an der Saar. Von Maria Schmidt Die bevorstehende Abstimmung am 13. Januar 1935 hat in der ganzen Welt das Interesse für das Saargebiet geweckt. Alle Blicke sind auf jenes Stück Land gelenkt, um das ein heißer Kampf entbrannt ist zwischen Deutschland und Frankreich. Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Saargebietes zeigt die Bedeutung. die das Land an der Saax in Frankreichs Rheinpolitik seit den Zeiten Richelieus und Ludwigs XIV. hat. Das erste Opfer der„Raubkriege“ des„Sonnenkönigs“ wurde Elsaß=Lothringen, das achthundert Jahre ununterbrochen deutsch gewesen war. Das zweite Glied in der Eroberungspolitik bildete das Saarland. dessen Landesfürst, der Herzog von Lothringen. einstmals im unseligen dreißigiährigen Krieg im Heere des deutschen Kaisers gekämpft hatte. 1680 im Verlauf der berüchtigten„Raubkriege“ besetzten französische Truppen das Land an der Saar und bauten auf nicht einmal gekauftem, sondern kurzerhand enteignetem Boden vier große Festungen. davon zwei im Saargebiet,„Saarlouis“(aus der spater„die Stadt mit dem französischen Namen und dem deutschen Herzen“ entstand) und die Feste „Homburg“, an der Mosel die kürzlich vom Freiwilligen Arbeitsdienst freigelegte Festung„Mont Royal“ und in der Pfalz„Landau“. Aber im Frieden zu Rijswiik(1697) mußte Frankreich das Saargebiet an Deutschland zurückgeben. Die zweite Besetzung erfolgte in den Wirren der großen französischen Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts. Unter dem Ruf„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ verwüsteten die Franzosen das Land, wie sie die Pfalz in den Raubkriegen zerstört hatten. Das Land blieb bis 1814 vollständig unter französischer Herrschaft. Während im ersten Pariser Frieden (1814) noch große Teile bei Frankerich verblieben waren, wurde im zweiten Pariser Frieden 1815 das ganze Saargebiet wieder mit Deutschland vereinigt. Aber Frankreich vergaß den Verlust des Saargebietes nicht; wie es auch nach dem deutsch=französischen Kriege die Abtretung von Elsaß=Lothringen nicht verschmerzen konnte Trotz des anfänglichen Widerstandes des Präsidenten Wilson gegen Frankreichs Saarannektionsgelüste während der„Friedensverhandlungen“ in Versailles erreichten Clemenceau und Tardien die Zustimmung der Delegierten, nachdem der„Tiger“ die große Lüge von den 150 000 Saarfranzosen, die es natürlich niemals gegeben hat. der Welt verkündet hatte.„Es gibt an der Saar 150 000 Menschen, die Franzosen sind. Diese Menschen, die 1918 Ergebenheitserklärungen an den Präsidenten Poincaré geschickt haben, besitzen ebenfalls einen Anspruch auf Gerechtigkeit.“ Natürlich sind diese„Ergebenheitserklärungen“ von der Saarbevölkerung niemals geschrieben worden. Hinter seinen pathetischen Worten verbarg Clemenceau geschickt Frankreichs Raubgelüste und seine jahrhundertalte Rheinpolitik. Neben dem politischen und militärischen Ziel erreichten die französischen Friedensdiktatoren im„Saarstatut“ des Versailler Vertrags durch ihr wirtschaftliches Ziel, die Saargruben, die ihnen als Entschädigung für ihre im Krieg in Nordrfankreich zerstörten Kohlengruben zur Ausbeutung abgetreten werden mußten. Mit dem Einzug der französischen Besatzung im Jahre 1918, die am 10.Januar 1920 von der vom Völkerbund eingesetzten Regierungskommission abgelöst wurde, setzte ein heftiger Kampf gegen das deutsche Volk an der Saar ein. Alle politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittel wurden von der von französischen Interessen geleiteten volksfremden Regierungskommission angewandt. Sie verfügt über eine große Machtfülle, da sie das Recht hat. Gesetze zu erlassen und dem Landesrat als der Vertretung des deutschen Saarvolkes nur das Beratungsrecht zusteht, das sich praktisch aber meist als scharfer Einspruch auswiekt, ist doch bisher nur ein einziges Gesetz mit Zustimmung des Landesrates erlassen worden. Der auf dem kulturpolitischen Gebiet geführte Kampf setzte ein mit dem Befehl zur Errichtung von französischen Sprachkursen, die von elsaß-lothringischen Sprachlehrern abgehalten wurden. Den sehr schlecht besuchten Sprachkursen folgten bald französische Theater= und Konzertgruppen, die meistens vor leeren Sälen spielten. Besonders dramatische Formen nahm der geistige Zweikampf zwischen dem deutschen Saarvolk und der volksfremden Regierung in den Schulfragen an. Dieser Kampf wird heute noch weitergeführt, wie der berühmte Röchlingprozeß zum ersten Male vor aller Welt bewiesen hat. Heute mehr denn je mißbraucht die französische Grubenverwaltung ihre Macht und zwingt die saardeutschen Bergleute durch Massenentlassungen, ihre Kinder in die französischen Domanialschulen zu schicken. Trotzdem weisen die prächtigen. mit französischem Geld erbauten Schulen nur einen geringen Besuch auf. Nach neuesten Feststellungen besuchen im Saargebiet von 110 000 Schulkindern nur etwa 2000 die französischen Schulen, und in Saarbrücken beträgt die Zahl nicht einmal zweihundert von 12 000. Selbst der schärfste Druck konnte die Treue des deutschen Saarbergmannes zum deutschen Volkstum und zum deutschen Reich nicht ins Wanken bringen. Väter, die unter dem größten Zwang und schweren Gewissenskonflikten morgens ihre Kinder in die Domanialschulen schickten, ließen sie am Nachmittag am deutschen Schulunterricht teilnehmen. Mit Recht wird der deutsche Saarbergmann als der„unbekannte Soldat“ bezeichnet, auf dessen Rücken der Saarkampf ausgetragen wird. Den Saarbergmann stützt in diesem Ringen seine konservative Einstellung und seine Verwurzelung in der Heimatscholle. Viele besitzen ihr eigenes Häuschen. die„Bergmannskub“, die Ziege, ein Stück Ackerland und einen Garten, den sie in ihrer freien Zeit mit großem Fleiß bebauen. Dieses kleine Besitztum, das ihnen vom preußischen Staat durch leicht tragbare Jahresraten übereignet wurde, hilft ihnen über die schwere Krise hinweg, in die sie durch die Einführung des französischen Frankens, durch Arbeitslosigkeit oder zahlreiche Feierschichten gekommen sind. An der Bodenverwurzelung des Saarbergmannes, bei dem sich der Beruf vom Vater auf den Sohn weitervererbt, hat die schöne, mit weiten Buchenwäldern und grünen Wiesen geschmückte, aber dabei unter der Erde sehr kohlereiche Warndtlandschaft Anteil. Die wirtschaftliche Bedeutung des Warndt. der Gegend zwischen Saarbrücken und Neunkirchen, bewog die französische Grubenverwaltung, dort neben den übernommenen Gruben, in denen ein wilder Raubbau betrieben wird, neue Zechenanlagen zu errichten. So entstand direkt hinter der deutschen Grenze auf französischem Boden der im Saargebiet zu trauriger Verühmtheit gelangte Schacht Reumeau, der im Volksmund nur„Diebesschacht“ genannt wird, weil die Franzosen unter der Erde auf deutschem Boden ihre Stollen treibenund die kostbare, besonders fettreiche Warndtkohle fördern. Diesem Diebstahl muß der deutsche Saarbergmann schweren Herzens seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Neben dem Grubenarbeiter stellt der Hüttenarbeiter einen großen Prozentsatz der Bevölkerung. Allein die Röchlingwerke in Völklingen, die lothringische Eisenerze(Minette) vom größten Block bis zum feinsten Draht verarbeiten, beschäftigt zur Zeit 7200 Arbeiter, von denen etwa tausend durch das Arkeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung im letzten Jahr neu eingestellt werden konnten. Viele Arbeiter, die wegen politischer Betätigung, das heißt wegen der Beteiligung an den Kundgebungen in Koblenz oder auf dem Ehrenbreitstein oder an einem Saarsängerfest brotlos geworden waren, fanden in den Röchlingwerken wieder Arbeit und Lohn und damit den verdienten Dank für ihre treudeutsche Gesinnung. Immer wieder klingt in allen Gesprächen mit der Saarbevölkerung auf Straßen und Plätzen, in Privathäusern und Gaststätten das Gelöbnis durch: „Wir sind und bleiben deutsch! Wir sind deutsch geboren und wollen deutsch sterben! Wir wollen zurück zum Reich!“ In vielen Schaufenstern stehen Abstimmungskalender aus. Jeden Morgen wird ein Zettel abgerissen und unter dem Block steht z. B. in Riesenbuchstaben„Nur noch 102 Tage.“ Aber die wenigen Monate dauern den Saardeutschen, die sich glühend nach der Heimkehr ins Reich sehnen, noch zu lange. Sie fiebern geradezu dem Abstimmungstage entgegen und setzen trotzdem auf Anordnung der Deutschen Front, die nach den letzten Feststellungen jetzt 97 v. H. der Saarbewohner umfaßt, allen Provokationen der land, und volksfremden Regierung und der separatistischen Elemente eine bewunderungswürdige Disziplin entgegen. Dabei fühlen sich die Saarländer nicht im geringsten als Märtyrer, sondern betonen immer wieder, daß sie nur ganz selbstverständlich ihre Pflicht als vaterlandsliebende Deutsche erfüllen. humoristische Ecke. Im Vollgefühl des Besitzes. „Die letzte Rate auf das Tigerfell vor meinem Bett ist bezahlt— jetzt kann ich unbedenklich sagen. daß ich den Tiger selbst erlegt bätte!“ („Fliegende Blätter“) Er hielt sein Wort „Was hast du mir alles vor der Hochzeit versprochen! Und nichts bast du gehalten!“ „Zum Beispiel?“ „Die ganze Welt wolltest du mir zu Füßen legen!“ „Und liegt sie nicht da?“(„Neue J. 3.“) Ein tüchtiger Junge. „Wieviel ist 12 plus 18 plus 33 plus 14 plus 7 plus 16?“ „Achtundneunzig!“ antwortete Willi schnell. „Falsch. es kommt hundert heraus!“ „Ja. Herr Lehrer... aber für eine so schnelle Antwort sollten Sie wirklich zwei Prozent Rabatt geben!"(„Tit=Bits“) Seine Auslegung. Professor(im Examen):„Also, meine Herren. Sie kennen jetzt den Unterschied zwischen direkten und indirekten Steuern. Vielleicht kann mir der Herr dort mal ein Beispiel für eine indirekte Steuer nennen: Student:„Die Hundesteuer, Herr Professor!“ Professor:„Aber wieso denn?“ Student:„Nun. die zahlen doch die Hunde nicht selber!“ Die Liste. Auf dem Polizei=Revier erscheint der Gastwirt Lehmann und erkundigt sich.„ob er hier richtig wäre“, nämlich um eine Anzeige zu machen. Mit„Jawohl!“ wird ihm seine Vermutung bestätigt und Lehmann gibt nun zu Protokoll: „Jestern Nacht ha'm se bei mir einjebrochen.“ „Und da ist Ihnen wohl was gestohlen worden?“ „Stimmt. Herr Wachtmeester!— Dreiunddreißig Dinger!“ „Na. dann reichen Sie mal eine Liste dieser Gegenstände ein.“ „Nicht nötig. Herx Wachtmeester— es handelt sich um een Kartenspiel und'nen Proppenzieher.“ Grben gesucht Roman von Max Dur für Schloß Wasserburg! Copyright 1934 by Prometheus-Verlag Dr. Elchacker, Grôbensell bei München. Nachdruck verboten. Es war schon spät am Abend. Der riesenhafte Bau des alten Grafenschlosses Wasserburg lag traurig in dem herbstlichen Moorgelände, und die runden, mächtigen Ecktürme mit den spärlichen, schmalen Lichtöffnungen spiegelten sich kaum mehr in der trüben bräunlichen Wasserfläche des reglos liegenden Sees Hinter diesem kleinen See, der dem Schlosse den Namen gab, dehnten sich weite Flächen von Schilfgras und niederen Weidenbüschen, aus denen sich nur vereinzelte kümmerliche Birken und schwärzliche Kiefern emporhoben. Seitwärts zogen sich langhin die Umrisse der seuchten kahlen Mauer des einstigen Parks, und an einigen Stellen waren die Wände dieser Mauer schief geworden und drohten einzustürzen. Weder Weg noch Steg schien durch das Wirrsal dieser seit Jahrzehnten sich selbst überlassenen und an die Urzeit erinnernden, sämmerlichen Wildnis vor und hinter dem Schlosse zu führen, und nur eine schwache Spur der Einfahrtsstraße, die von dem Parktore in gerader Linie zwischen Tümpeln und sumpfigen Niederungen auf die Mitte der inneren Front des Schlosses zuführte und jetzt von wucherndem Grase und dickem Moose bedeckt war, ließ sich noch erkennen. Außen vor dem Torbogen der Parkmauer, der durch ein stattliches, mit kunstvoller Schmiedearbeit geschmücktes, aber vom Rost völlig zerfressenes Eisengitter abgeschlossen war, stand der Nachtwächter Trunk mit seinem Freunde, dem Totengräber und begehrte Einlaß. Von Zeit zu Zeit riß Trunk mit beiden Fäusten an dem starken rostigen Glockenzug, des Portals, und in der Ferne anworteten die Töne einer gellenden Glocke. sedoch mit keinem anderen Erfolg, als daß sich der kreischende Lärm der aufgestöberten Wasservögel in das betäubende, eintönige Geschrei der unzähligen Frösche mischte Trunk war schlechter Laune, schimpfte und wetterte „Diese Bande! Diese Bande! Eine ganz gemeine Gesellschaft! Sie sind zu faul, daß einer von ihnen isteht! Aber sie täuschen sich, der Nachtwächter Trunk ist nicht der Mann, der nachgibt!“ Und er zog wieder an der knirschenden Glocke, daß das ohrenzerreißende Schellen einen Toten hätte erwecken mögen. Hork stand fröstelnd in seinem Mantel gehüllt, preßte das Gesicht gegen das Gitter und spähte in die dunkelnde Wildnis des Gartens.„Es ist keine Frage, sie wollen nicht hören. Es ist kalt, und mich friert, und man läßt uns draußen stehen. Wäre ich lieber nicht gegangen. Barbara wird einen mächtigen Streit anfangen, wenn sie nach Hause kommt. Sie ist in die Stadt, um Schuhe für die Kinder einzukaufen, und sie ist gefährlich, wenn sie Schuhe einkauft. Trunk maß den kleinen, unscheinbaren Hork mit einem verächtlichen Blick.„Schwachkopf! Wer wird sich vor einem Weibe fürchten!“ Er riß wieder mit beiden Händen an dem Glockenstrang, daß er zu brechen drohte. Hork begann leise zu wimmern.„Du kennst sie nicht. Wenn Barbara zörnig ist und besonders, wenn sie Schuhe für die Kinder eingekauft hat, ist sie wie eine Tigerin... Aber wenn ich jetzt heimkehre und gehe ins Dorf zurück, so ist sie sicherlich schon daheim und es ist alles umsonst, es ist schon zu spät. Zie wird denken, daß ich in das Wirtshaus gegangen bin und wird zu Michael gehen, um mich zu ho'en, und Michael wird ihr sagen, daß sie heute im Schlosse trinken, und daß du mich mitgenommen hast Er saat ihr sicherlich alles, weil er es ja nicht gerne sieht, wenn hier getrunken wird. Und Barbara ist wie eine Tigerin, wie eine reißende Löwin. Aber ich werde ihr sagen, daß du an allem schuld bist und daß du mich verführt hast.“ „O du Dummkopf“, erwiderte Trunk verächtlich. „Als Anna Maria noch lebte, machte sie einmal den Versuch. Aber ich habe es ihr gegeben, sie wurde so stille, daß sie nicht einmal mehr murrte, wenn ich betrunken nach Hause kam“ Der Nachtwächter warf sich in die Brust und ließ die starken Zähne zwischen den Lippen sehen, so daß er aussah wie ein Wolf, der auf Beute ausgeht. „Hasenfuß! Memme..... Du wirst sehen, wie nett es bei uns ist... Katharina ist auch da. Das ist eine!" Er leckte sich die dicken Lippen.„Du wirst ja selbst sehen, wie nett es bei uns ist... Wenn sie nur einmal aufmachen wollten!“ Er hatte, gleich Hork, das Gesicht an das weite Eisengitter gedrückt, und war soeben im Begriffe, sich aufs neue an den Glockenstrang zu machen, als er plötzlich etwas entdeckte. Er frohlockte.„He, sie kommen. Ich sehe Licht.“ Von der Mittelfront des Schlosses kam jemand mit langsamen, tappenden Schritten und trug, da inzwischen die Dunkelheit eingetreten war, eine brennende Laterne, die bei jedem Schritt hin und her schwankte. „Aber macht doch endlich einmal auf“, schrie Trunk durch das Gitter hinein, sobald das Licht nur halbwegs gekommen war.„Was soll benn das heißen, daß man uns hier warten läßt?“ Er erkannte den Türhüter Schlump, der bedächtig sich näherte.„Das ist eine Gemeinheit! Ihr wißt doch, daß ich komme! Mindestens seit einer halben Stunde stehe ich hier und erfriere fast die Finger.“ „Schrei nicht so laut, Schafskopf“, gab der Türhüter statt allem anderen zur Antwort.„Ist es denn nötig, daß sie es bis drunten im Dorfe hören? Es können Leute vorbeikommen. Muß es denn jedermann wissen, daß wir hier ein Fest fetern?“ Er steckte einen Schlüssel von ungeheuerlicher Größe in das Schloß und öffnte das Gitter, das, in den rostigen Angeln sich drehend, einen schrillen, nervenzerreißenden Ton von sich gab.„Wen hast du denn da mitgebracht“, fuhr er fort und leuchtete dem Totengräber in das Gesicht. „Es ist Hork“, brummte der Nachtwächter, ärgerlich und zugleich eingeschüchtert. Schlump hatte seinen langen, verschnürten Dienstrock angelegt und trug den aufgekrempelten Zweispitz. Er liebte feine, vornehme Manieren, wie er sich immer wieder Dritten gegenüber äußerte, und lüftete vor Hork mit größter Hochachtung seinen Hut.„Herr Hork, wahrhaftig, wie er leibt und lebt! Ich bin überaus erfreut. Sie bei uns begrüßen zu dürfen. Ich bitte Sie, näherzutreten, und zu entschuldigen, wenn ich Sie warten ließ. aber ich hatte Geschäfte, die keinen Aufschub litten, auch hielt Herr Flehing gerade schon die Begrüßungsrede.“ Hork kam ängstlich und geduckt hinter seinem Freunde Trunk hervor. Es mißfiel ihm alles, te Dunkelheit, das Kreischen der Nachtvögel, das lange Warten, selbst der höfliche Empfang durch Schlump, dem gegenüber er sich klein und unscheinbar fühlte.„Ach, was wird Barbara sagen“, stotterte er zaghaft,„wenn sie setzt nach Hause kommt und mich nicht findet! In ihrem Zorn ist sie wie ein Wildschwein oder eine Hnäne.“ „r hat Angst vor seinem Weibe“, sagte Trunk zum Schlump, und es kam ihnen das so furchtbar vor, daß sie in ein lautes, anhaltendes Gelächter ausbracen. Nun lächelte auch Hork verlegen.„Ihr habt gut reden! Wenn ihr an meiner Stelle wäret.“ „Sei kein Idiot“, sagte Schlump mit großer Würde, indem er den Totengräber plötzlich duzte. Schlump kannte die Vadeutung dieses Wortes, mit dem ihm sein früherer Herr, der Oberst Korlin, ziemlich häufig bedacht hatte. Nicht allein das Wort gefiel ihm ungemein, und er verwendete es gerne, um bei anderen Eindruck zu erwecken. Dann verfiel er wieder in seinen seinen, höflichen und wohlerzogenen Ton.„Es wird gebeten, mir zu folgen und einige Vorsicht walten zu lassen, denn der Weg ist schlecht, was nicht meine Schuld ist.“ Er setzte sich an die Spitze des kleinen Zuges und alle drei gingen bei dem unsicheren Licht der Laterne auf der verwahrlosten Einfahrtsstraße, die entschiedene Aehnlichkeit mit einem Holzabfuhrwege zeigte, dem Schlosse zu. Das knarrende Schreien der Frösche hatte setzt eine solche Stärke bekommen, daß man seine Stimme erheben mußte, um sich verständlich zu machen. „Eine angenehme Gessend", sagte Trunk höhnisch.„Wenn Herr Jonathan Smitt heute kame, würde er, wie ich vermute, außerordentlich wenig Freude über sein Besitztum bezeugen.“ „Er kommt niemals wieder“, versetzte Schlump mit angenehmer Sicherheit.„Das große Wasser ist dazwischen.“ „Immerhin ein tröstliches Gefühl“, erwiderte Trunk mit gutem Humor. „Mein Gewissen ist ruhig“, sagte der Türhüter mit Würde,„und ich schlummere süß.“ „Mit Ausnahme solcher Tage, wie des heutigen." „Solche ausgenommen.“— Mittlerweile waren sie vor dem Schlosse angekommen, über dem setzt am wolkenlosen Himmel der Vollmond aufging. Sein grellschimmerndes, weißes Licht schien die unwirtschaftliche Landschaft noch häßlicher, schreckhafter zu machen. Nachtschmetterlinge schwirrten mit surrendem Flügelschlag um die Laterne Schlumps. Hork zog den Kopf noch tiefer zwischen den gekrümmten Schultern ein. Man stieg die durch Schmutz und welkes Laub verunreinigte Freitreppe zum Eingang des Schlosses empor. Wie in der Ferne erklang undeutlich der Lärm vieler Stimmen, Singsang und Gelächter. Gerade als ob in dem verlassenen Riesenbau häßliche Gespenster ihr unheimliches Wesen treiben würden. Fledermäuse flatterten mit unangenehmer Aufdringlichkeit über die Köpfe der Eintretenden weg. Von den massigen Ecktürmen brang, wahnwitzigem Lachen ähnlich, der Ruf der Käuschen berüber. folgt.) Aus Westdeulschland Vier Strechenarbeiler überfahren und gelötet Vom Eilzug auf der Strecke Mannheim=Heidelberg Mannheim, 22. Okt. Zwischen den Stationen Friedrichsfeld und Wieblingen wurden heute früh in dichtem Nebel vier Streckenarbeiter, die durch einen Sicherheitsposten vor einem heran nahenden Zug gewarnt worden waren, von dem Personenzug Heidelberg=Mannheim überfahren und getötet. Die Unglücksstätte liegt etwa 50 Meter vor Friedrichsfeld. Die Getöteten waren mit Gleisumbauarbeiten an dem Gleis Mann heim=Heidelberg beschäftigt. Die Arbeiter wollten einem aus Mannheim kommenden Zug auswei chen und sind auf das von dem Eilzug 295 etwa um die gleiche Zeit benutzte Gleis hinübergetre ten, wo der als Warnungsposten aufgestellte Ar beiter infolge Nebels nicht rechtzeitig bemerkte, daß der Eilzug bereits in nächster Nähe war. Der Fronkkämpfer ist der Ehrenbürger des Staales Frontsoldatenehrentag in Koblenz RWD. Koblenz, 21. Oktober. Etwa 20 000 ehe malige Frontsoldaten von den Höhen des Wester waldes, aus dem Siegerland, aus der Eifel, von der Mosel, vom Hunsrück, vom Rhein, von der Lahn und aus dem Ahrtal sowie von der Saar, aus Eupen Malmedy und Luxemburg hatten sich zu einer großen Kundgebung in Kobienz versammelt. Der großen Kundgebung ging ein Kameradschaftsabend am Samstagabend voraus. Im Mittelpunkt der Kundgebung des Sonntags stand die große Kundgebung im Stadion Oberwerth. Nach kurzen Bgrüßungsworten des Bezirksobmannes von Tempsky überbrachte der Führer der Front soldaten an der Saar die Grüße seiner Kameraden. Nach einer Ansprache des Gauleiters des Gaues Koblenz=Trier, Staatsrat Simon, nahm der Reichs kriegsopferführer Oberlindober das Wort. Wir Frontsoldaten sind nicht in den Krieg gezogen, um Rentenempfänger zu werden, sondern als Sohne unseres Volkes, um die Wiege unserer Kinder zu schützen. Heute wollen wir mit schaffensfrohen Hän den Stein um Stein tragen zum Auf= und Ausbau der Nation. Das Dritte Reich hat bewußt die Front kampfer an die Spitze seiner Gesetzgebung gestellt, denn der Frontkampfer ist der Ehrenbürger des Staates. Eröffnung der neuen Reichsbahnhaltestelle Namedy Andernach, 21. Okt. Die neu errichtete Reichs bahnhaltestelle Namedy vor Andernach wurde am Sonntagnachmittag eröffnet. Lastkahn gesunken Mit 800 Tonnen Aali Remagen, 22. Okt. Am Sonntagnachmittag lief der belgische Lastkayn„Szar“ auf Grund. Durch den starken Ausprall drang Wasser in den Laderaum. Etwa 800 Meter von der Unfallstelle entsernt, bei Kilometerstein 134,8 sank der Kahn. Die gesamte Ladung von 800 Tonnen Kali dürfte verloren sein. Motorrad gegen einen Traklor gerast Zwei Tote Rheinbach, 22. Okt. Am Samstagabend fuhr auf der Landstraße zwischen Scheuren und Rheinbach ein mit zwei Personen besetztes Motorrad gegen einen Traktor. Der Zusammenprall war so stark, daß zwei Personen auf der Stelle getötet wurden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Jugendherbergs=Tagung in Bonn Hauptversammlung des Gaues Rheinland im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen Bonn, 21. Okt. Der Gau Rheinland im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen hielt am Sonntag in Bonn seine Jahresversammlung ab. Gauführer Conrad würdigte die Zusammenarbeit des Gaues mit der Provinzialbehörde, die im vergangenen Jahre drei Jugendherbergen, darunter die Burg Stahleck, zur Verfügung gestellt habe. Um diese Burg hinsichtlich ihrer Zweckmaßigkeit noch besser auszugestalten, habe die Provinzialbehörde 10000 Mark bereitgestellt. Der Gauführer lobte die opfervolle Tätigkeit der rheinischen Herbergseltern, die den jugendlichen Wanderern wahre Eltern seien. Da der Niederrhein bisher nuk wenige Jugendherbergen besitzt, soll dieses Gebiet durch den Bau neuer Her bergen erschlossen werden. Pässe für Saarabstimmungsberechtigte Amtlich wird folgendes bekanntgegeben: Reichsangehörigen, die die Ausstellung eines Passes mit der Begründung beantragen, daß sie sich zur Abstimmuna in das Saargebiet begeben wollen. wird der Reisepaß von den zuständigen Paßbehörden vom 15. Oktober 1934 ab gebührenfrei mit einer Geltungsdauer bis zum 15. Februar 199. ausgestellt, wenn sie glanbhaft nachweisen, daß sie abstimmungsberechtigt sind. Die Glanbhaftmachang kann z. B. erfolgen durch Vorlage einer Bescheinigung al der saarländischen Abstimmungsbehörde, das der Antragsteller in die Abstimmungslisten einactragen oder sein Antrag auf Eintragung in die N5stimmungsliste bei der saarländischen Abstim mungsbehörde eingegangen ist: b) der Saarmeldestelle seines jetzigen Wohn sitzes(Polizeirevier oder Einwohnermeldeamt), daß der Antragsteller in die Saarkartei eingetragen ist. Chrisikönig=Weiheslunde der katholischen Jugend im Kölner Dom Gewaltige Kundgebung— 30000 Jungmädchen und Jungmänner huldigen Kardinal Schulle— Wegweisende Predigt von Generalpräses Wolker Am letzten Sonntag veranstaltete die katholische Jugend Kölns im Hohen Dom eine große Christkönigsfeier, zu der 30000 Jungmänner und Jungmädchen herbeigeeilt waren. Generalpräses Msgr. Wolker war selbst zum ersten Male wieder nach seiner schweren Erkrankung in Köln zugegen, um selbst zu seiner Jugend zu sprechen. Und ein anderes gab der Jugendweihestunde ein großes Gepräge: die Anwesenheit Sr. Eminenz, des Herrn Kardinals, mitsamt den hochwürdigsten Herren Weihbischöfen und des gesamten Kapitels unter Führung von Dompropst Prälat Dr. Paschen. Auf » Uhr nachmittags war der Beginn der Kundgebung angesetzt, um 3.30 Uhr waren schon sämtliche Bänke im Mittel= und in den Seitenschiffen besetzt. Nach 4 Uhr wähnte man sich bereits in das Gedränge während der Christmetten versetzt. Und später: der Dom ist zu klein, wo auch nur ein winziges Stehplätzchen sich bietet, ist es besetzt. Selbst auf den Brüstungen der Seitenwände und auf den Bordsteinen hat man sich aufgestellt. Während in den weiten Hallen der Hohen Domkirche die Jugendscharen sich stauen, während man ihnen auf den Stufen des Haupt=, des Süd- und des selten geöffneten Nordportales mühsam Stehplätze sichert, während die Pforten der Kathodrale weit geöffnet sind und das Licht des Altares in der Vierung auch nach außen glänzt, haben sich auf dem weiten Domplatz ebenfalls tausende Gläubige aufgestellt, die bei der gesamten anderthalbstündigen Feier im Dom geduldig ausharren und an den Gebeten und Gesängen drinnen Anteil nehmen. Lange vor Beginn der großen Andacht stimmte die Jugend ihre Lieder an. Mächtig hallte es wieder in den Höhen und Breiten des Domes:„Christus, Herr der neuen Zeit— Gott ist der Herr auch unserer Zeit“. Dann schallt die Glocke auf zum Beginn der Andacht. Bewegung geht durch die dichtgedrängte Menge. Mühsam nur vermag der Schweizer dem Prediger den Weg zu bahnen. Um 5 Uhr brauste das Jubellied durch die Hallen:„Lobt froh den Herrn“. Nach dem Lied zum Heiligen Geist bestieg Generalpräses Msgr. Wolker die Kanzel, um sich mit markiger, weitschallender Stimme mit folgenden Worten an die Jugend zu wenden: Christusjugend von Köln, du liebe, treue, gottgeweihte Schar, ich grüße dich mit dem Gruß des Apostels, Gnade sei dir und Friede, ich grüße dich mit Freude und Stolz von der Kanzel des Hohen Domes, himmelanstrebend wie euer Dom, das steinerne Wunderwerk mit seinen Pfeilern und Säulen und Toren und Türmen, so himmelanstrebend war euer Singen und Beten, ein lebendiger Dom. Und Gott sei Dank, daß wir hier im hilligen Köln noch so viel Zehntausend lebendige Bausteine zählen, die nicht fortgenommen, nicht umbehauen werden konnten, die dazu sind und dienen, lebendige junge Kirche aufzubauen. Aber nicht nur ihr alle zusammen seid ein lebendiger Dom. Jeder einzelne aus euch muß in sich aufgebaut sein zu einem heiligen Tempel Gottes, darin Gott wohnt. Und davon will ich heute zu euch sprechen, wie ich es anderwärts schon getan habe und wie es heute besonders not tut, von den vier Fundamenten, auf denen jeder heilige Tempel christlichen Wesens aufgebaut werden muß, von den vier Kardinaltugenden, die das Fundament, die Grundlage christlichen Tugendlebens bilden müssen: Gerechtigkeit und Klugheit, Mäßigung und Starkmut. Gerechtigkeit scheidet, scheidet das Recht vom Unrecht, das Mein vom Dein, das Wahre vom Falschen, das Gute vom Bösen. Gerechtigkeit fordert Klarheit und Wahrheit des Wesens. Fordert Staatstreue, dem Staate zu geben, was des Staates ist. Fordert Gottestreue, Gott zu geben, was Gottes ist. Wir dürfen nicht urteilen, wo wir mit Recht kein Urteil haben. Wir dürsen aber auch nicht schweigen, wo die Wahrheit zu bekennen ist. Tugend der Gerechtigkeit ist es, sich einzusetzen für Recht und Wahrheit und gegen Ungerechtigkeit und Unwahrhaftigkeit im kleinen privaten Leben wie im großen Leben des Volkes. Wäre das klare Ungerechtigkeitsbewußtsein, der unbedingte Wille zur Gerechtigkeit, das innere Aufbäumen gegen alle Ungerechtigkeit in uns erstorben, dann wäre das Christentum gestorben in unserer Seele. Schaut auf den, der unser Meister und Lehrer ist, Christus: Wie in ihm aufleuchtet die Fülle der Gerechtigkeit, wie er wandelt gerecht und aufrecht inmitten all der Ungerechtigkeit und des Pharisäismus seiner Zeit!„Und niemand konnte etwas wider ihn sagen.“ Wie er die Scheingerechtigkeit der Pharisäer haßt, wie er die aufrechte Wahrhaftigkeit eines Nathanael liebte, in dem kein Falsch war! Klugheit, die christliche Fundamentalklugheit der Klugheit, hat nichts gemein mit Schläue und Raffiniertheit, auch nichts mit der Vermessenheit des Menschengeistes wider Gottes Wort und Willen. Gott gab dem Verstand, daß wir ihn gebrauchen, jeder einzelne für sich und unabhängig von der Masse. Klugheit denkt vor dem Tun, überlegt vor dem Entscheiden. Klugheit läßt sich nicht täuschen und nicht verblüffen, läßt sich nicht übertölpeln und überfordern. Törichte Gutmütigkeit und Leichtgläubigkeit ist nicht christliche Tugend. Unterscheidung der Geister! Wenn Christus, unser Vorbild, von der Klugheit der Schlange spricht, die im Kampfe den Kopf als Sitz des Lebens bis zuletzt zu schützen versteht, mahnt er uns, als Christen unser Höchstes und Letztes, das Leben der Seele, in geistiger Selbständigkeit zu schützen, in aller Klugheit. Dort aber, wo es um letzte Entscheidungen geht und Bekenntnis. wo die Ehre Gottes auf dem Spiel ist, da hört alle Menschenklugheit auf, da gilt die Torheit des Kreuzes. Und wenn der Einsatz höchster Lebensgüter gefordert wird. So hat er gegen Klugheit und Vorsicht vor dem Richter die Antwort gegeben:„Du sagst es, ich bin es“, auch wenn er wußte, daß dieses Wort ihm das Todesurteil bringen mußte. Mäßigung ist ein Fundament des christlichen Charakters, ist der innere Ausgleich des Sturmes und Dranges der Jugend. Mäßigung ist nicht kraftlose Mittelmäßigkeit, Kraft, die gewaltige Kraft des Maßhaltens in Lust und Leidenschaft, in Liebe und Leid. Der faustische deutsche Mensch ist zur Maßlosigkeit geneigt. Er greift nach den höchsten Sternen, er greift in die tiefste Glut der Hölle. Erst getauft, erfüllt er seine deutsche Sendung. Christus tritt in die Welt der Gegensätze als Meister der Mäßigung, maßvoll in seiner Lehre, maßvoll in seinem Leben. Wo es freilich um Gott, um das Höchste geht, da fordert er Höchstmaß von Liebe und Höchstmaß von Opfer. Das Himmelreich reißt nur an sich, wer gewaltige Kraft ausübt. Schenken wir darum den maßvollen Menschen in die deutsche Welt der Gegenwart. Maßlosigkeit ist Kraft des Unheils Mäßigung ist Kraft des Heiles. Starkmut, die vierte Fundamentaltugend des Christen. Starkmut ist die ritterliche Grundhaltung der Seele, die durch die Kraft der Bewährung erst alle Tugend zur rechten Tugend macht. Der starke Mut, in dem das Gute nicht nur einmal aufflammt und dann wieder untergeht, in dem das Gute bleibt und währt und dauert Das jugoslawische Volk trauert um König Alexander Unser Bild zeigt eine Trauerszene bei der Beisegung des jugoslawischen Konigs. Frauen weinen, als der Sarg naht. Lehzte Sport=Nachrichten Rennen in Saint-Cloud 1. Rennen: 1. Gringoire II(A. Dixon); 2. Ca ramel; 3. Racleur. Ferner: Babhinga, Happn Day, Nonpar, Royal II. Trappe, Maxtmali, Trac, Montaudin, Camille Borghese, Gwynland. Sieg 473, Platz 125, 73, 124. 2. Rennen: 1. Dupleix(M. Bridour); 2. Saint Hilarion; 3. Passeflame. Ferner: Coquelet, Mont a la Quesne, Bonnet de Nuit, Indian Salmon, Imonora, Pari. Sieg 74, Platz 21, 18, 16. 3. Rennen: 1. Voile Mauri(G. Vatard); 2. Pinky; 8. Condor. Ferner: Remanso, Millemont, L’Escoutail, Maldonne, Gay Abeß. Sieg 147, Platz 29, 15, 21. 4. Rennen: 1. Voute Celeste(P. Villecourt); 2. Vasistas; 3. Tracteur. Ferner: Shampooing, Eurythmique, Kabyline, Tonnencourt, La Gabelle, Charmant Banstar, Mirisique, Belle de Fontaine. Don X. Sieg 37, Platz 17, 28, 41. 5. Rennen: 1. L'Aouk(F. Morel); 2. Pinky: 3. Ange Gardien. Ferner: Le Palmier, Fargud, Le Verger, Monico, Kant, Manioc, Philometer, Cuarnens, Laureat, Ensorceleur II, Fils de Liral, El Signor, Mirandella. Sieg 138, Platz 40, 35, 26. 6. Rennen: 1. Dolly Varden(I. Bianconi); 2. Baoule; 3. Marc Aurele II. Ferner: Iroquois, Nacketeer, Adagio, Aiglemont, Lady Eleza, Plume Rouge, Courcite, Brunette. Sieg 97, Platz 31, 16, 56. und nimme rvergeht. Der starke Mut, der warten kann und dulden und opfern, und Gott darin keine Grenze setzt, bis hierher und nicht weiter. Der Starkmut, der die Seele hochhält und den Willen aufrecht hält hindurch und hinweg über alle Torheit und Bosheit der Menschen, hindurch und hinweg über alle eigene Schwäche und Versuchung und Schuld. Der Starkmutige läßt sich nicht erschüttern und nicht enttäuschen, nicht ermüden und ermatten. Läßt seinen Willen nicht biegen und nicht brechen. Mit unerschütterlichem Starkmut hat Christus die Schwachheiten seiner Jünger ertragen— Jungführer, ein Beispiel für euch. Mit unerschütterlichem Starkmut, unverwandten Blickes ging Christus den Weg seines Kreuzes vom Oelberg bis nach Golgatha, und sein letztes Wort war nicht ein Todesseufzer, sondern ein gewaltiger Aufschrei: Es ist vollbracht. Christusjugend ist tapfer ihren Kreuzweg gegangen. Wem der Starkmut gebricht, der mag von uns gehen. Wer starken Mutes ist, geht mit uns den Weg weiter, den der Bischof als Stellvertreter Jesu Christi ruft und führt.„Ich kann nicht mehr“, das ist kein Wort, eines Christen würdig, der Gott und darin die Allmacht Gottes in seinem Herzen trägt. Alles kann ich in dem, der mich stärkt. Unsere Pilger kamen von Rom zurück, von den heiligen Stätten, an denen der Starkmut der ersten Christen seine Triumphe gefeiert. Gebe Gott auch euch allen den Starkmut, daß ihr ausharrt bis ans Ende und die Krone des Lebens empfanget. So das Bild des echten Christen, dessen Tugend grundgelegt ist in den vier Fundamenten: Gerechtigkeit, Klugheit, Mäßigung und Starkmut. Und das ist rechte Tugend für den Menschen der Zeit, rechte Tugeno für den deutschen Menschen der Gegenwart. Christuskönig ruft seine Getreuen—— Am nächsten Sonntag ist Christkönigsfest. Christusjugend in aller Welt huldigt Christus, dem König. Wie drüben bei dem überwältigend großen und herrlichen eucharistischen Weltkongreß, so weithin und rings um den Erdball. Christusjugend von Köln, Jungmänner und Jungmädchen, legt tief in euch die Fundamente rechten Christentums, wandelt euch um nach dem Bilde Christi— und so weiht auch ihr euch mit ganzer Hingabe, in unwandelbarer und unerschütterlicher Treue Christus, dem König, der da war und ist und immer sein wird. Amen. Jubel um den Oberhirten Kaum hatte der Prediger geendet, da formierten sich die Fahnen und Banner, dem Oberhirten festlichen Einzug zu bereiten. Dieses feierliche Bild packte zutiefst: Hocherhoben die vielen hundert Zeichen katholischer Jugendbewegung, die Marienbanner, die markigen der Jungmännervereine. Rot und weiß, gelb und golden die Christuszeichen, die Banner der Kolpings'öhne, die Wickingerbanner der jungen Kaufeute aus dem KKV, die Kreuz= und Hammer=Banner der Werkjugend, die Christuszeichen der Pfadfinder, der Sturmscharen. Dahinter, flankiert von den Pfadfindern und den Sturmschärlern, schritten das Domkapitel, die Weihbischöfe, der Generalvikar. der Dompropst und dann folgte segnend, im vollen Ornat, der Kölner Erzbischof, Kardinal Schulte. Dann folgte vor ausgesetztem Sanktissimum ein feierliches Treugelöhnis, das den Pfalmen der streitenden und doch ewig jubilierenden Kirche entnommen war. Markig, ernst und fest sprachen die 30 000 im Dom dieses Bekenntnis, diesen Treueschwur katholischer Jugend. Zu seiner Bekräftigung erteilte der höchste Führer der Kirche im katholischen Rheinland seiner Jugend den sakramentalen Segen. Das uralte Marienlied„Maria, Gnadenvolle“ beendete die kirchliche Feier. Dann zog Se. Eminenz in feierlicher Prozession zum Portal, während sich die Menge der Jugendlichen um den Bischof drängte. Dann: die Gemeinschaft in der Kathedrale vereinigte sich wiederum mit den Tausenden auf dem Domplatz; immer und immer wieder scholl aus den Hallen des Domes Bekenntnis= und Begeisterungsgesang auf, pflanzte sich fort, weithin über den großen Platz, wo die Menschenmenge entblößten Hauptes harrte. Begleitet man an hohen Festtagen die Abfahrt des Oberhirten mit ehrerbietiger, grüßender Stille, so war das gestern anders: als Kardinal Schulte in Begleitung von Generalpräses Wolker auf der obersten Stufe der Freitreppe sichtbar wurde, brauste ihnen ein tausendfältige= Heilrufen entgegen. Unter den Gesängen von„Großer Gott, wir loben Dich“,„Wir sind im wahren Christentum“ und „Fest soll mein Taufbund immer stehen“, reckten sich die Schwurkinger der Tausendschaften, vorab der Ingend. in die Höhe. Der Jubel der Menge pflanzte sich fort und geleitete den Wagen Sr. Eminenz, der sich kaum einen Weg bahnen konnte, bis zum Palais. Dieser Jubel wiederholte sich, als Mitglieder des Metropolitankapitels und die Präsides im Domportal auftauchten. Diese Stunde bewies: Katholische Jugend Kölns steht zu Christus, steht zu ihren Führern. e BOCHUMER MOSAIK Wir wissen nicht, wie lieb wir einen haben, bevor wir ihm einmal weh getan. Der alte Freund. In den Wohnungen ist es jetzt schon empfindlich kühl. Vom Fenster her, vom Boden aus dringt herbstliche Kühle und macht den Aufenthalt im Zimmer ungemütlich und unbehaglich. Ein leichtes Frösteln überläuft uns und wenn wir zu lange unbeweglich in dem kalten Zimmer sitzen, dann können wir in ein paar Tage auch schon des ersten Schnupfens sicher sein. Draußen scheint wohl untertags ein paar Stunden mild und freundlich herbstliche Sonne. Aber so viel Kraft hat sie nicht mehr, um wärmend und wohnlichmachend hineinzudringen in Häuser und Gelasse. Darum kommt nun allmählich wieder der alte, treue Freund zu Ehren, den wir im Herbst und Winter als wahren Hausfreund schätzen: der Ofen. Wohl soll er uns noch nicht das ganze feurige Temperament seines glutvollen Wesens vermitteln. Wir begnügen uns schon, wenn seine heiße Seele uns nur ein wenig „anwärmt“, den Raum sozusagen„überschlagen“ macht und so das Verweilen im Zimmer angenehmer und gesünder gestaltet. Sechs, sieben Monate werden wir nun wieder gute Freundschaft mit ihm halten müssen Wohl denen, die in dieser langen Zeit mit Behagen sich seiner wärmenden Wohltaten erfreuen dürfen. * Begabung Die Zeitschrift„Mutter und und Herkunft. Kind“ veröffentlicht die Ergebnisse einer Untersuchung, die in Sachsen an 18000 aus 16000 Familien verschiedener Gesellschaftsschichten kommenden Kindern vorgenommen wurde, und die den Zusammenhang zwischen Begabung und Herkunft feststellen sollte. Unter diesen 18000 Kindern waren 15 Prozent, also nicht ganz die Hälfte, Begabte. Nach ihrer Herkunft kamen auf je 100 Akademikerfamilien W Begabte auf die Volksschullehrerfamilien 83 Begabte, auf den Mittelstand im allgemeinen 76, auf die Familien unterer Beamter 62 Begabte, auf die Handwerkerfamilien 54, auf die Fabrikarbeiterfamilien 43, auf die Taglöhnerfamilien 29 Begabte. Bei dieser Untersuchung zeigt sich also, daß der Beruf der Eltern eine gewisse Begabtenauslese verspricht. Gleichzeitig aber konnte bei dieser Untersuchung festgestellt werden, daß die Ehen um so kinderärmer waren, je meyr es den Eltern gelungen war, sich auf der sozialen Stufenleiter emporzuarbeiten. Wenn aus 103 Akademikerehen nur 95 Begabte entsprossen, aus 7000 Fabrikarbeiterehen 3000 Begabte, so besagt das, daß die Fabrikarbeiter für den Staat zahlenmäßig fast im gleichen Umfang Begabten=Nachwuchs stellen wie die Akademiker. * Der Mäusebussard Ueber den abgeräumten Felüber den Fluren. dern und leeren Wiesen in den bäuerlichen Außenbezirken kreist der Mäusebussard. Schwebend bietet der große Raubvogel mit seinen breiten Flügeln und dem großen Schwanz ein schönes Flugbild. Meist paarweise jagend, beleben die Mäusebussarde die herbstlichen Fluren. Der Mäusebussard ist als Mäuse=, Hamster= und Schlangenvertilger einer unserer nützlichsten Raubvögel. Bis zu 30 Mäusen sind in einem Bussardmagen schon gefunden worden. Auch ist der„Mauser“ unter den Vögeln einer der wirksamsten Vertilger der giftigen Kreuzottern. Der Mäusebussard ist durch das Reichsvogelschutzgesetz geschützt und genießt dadurch die gleiche Schonung wie der seltene Uhn, der im Gegang nag n vluab sucht Deutschland= Nur acht Staaten in der Welt Hochbauten. besitzen Bauwerke, die höher als 100 Meter sind, nämlich Amerika, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Oesterreich, Belgien und Aegypten. Es werden viele nicht wissen, daß Deutschland, was die Zahl der Hochbauten anbelangt, unter den Ländern an erster Stelle steht. Es besitzt von 40 Bauwerken, die die Höhe von 100 Meter übersteigen, allein 15. Deutschland besitzt den höchsten Kirchturm der Welt; es ist das Ulmer Münster, dessen Turm 161 Meter hoch ist. Deutschland besitzt die höchste Eisenbahnbrücke der Welt, die vom Erdboden bis zum höchsten Punkt des Brückenbogens 141 Meter beträgt; es ist die Müngstener Brücke. Ebenso weist Deutschland mit 158 Meter Höhe de höchsten Kamin der Welt auf; es ist der Schornstein des Elektrizitäts=Werkes Leipzig=Nord. Ern Schornstein des Bochumer Vereins mißt 131 Meter. th.) Der St. Josephs Arbeiterverein BochumRiemke hielt bei gutem Besuch seine Monatsversammlung am Sonntag ab. Vikar Bahrenberg bielt einen Vortrag über die christliche Familie und ihre Feinde Von einem Mitgliede wurde der in Hordel verlebte Einkehrsonntag geschildert, dem ein Bericht über die Vorständekonferenz in Bochum folgte. In der nächsten Monatsversammlung am 18 November findet eine Totengedenkfeier mit Weihe einer Ehrentafel statt „Verankworklich dem kommenden Jahrkausend“. Die erste Gautagung der westfälischen Juristen. Der Gau Oberlandesgericht Hamm des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen trat, wie wir schon kurz gemeldet haben. zu einer Tagung in Dagen zusammen. Sie begann mit einer großen Kundgebung. Gauführer Dr.= Römer=Hagen begrüßte herzlich die Angehörigen des Bundes, sowie die Ehrengäste. unter ihnen Reichsstatthalter Gauleiter MeyerMünster, Gauleiter Wagner=Bochum, die Leiter der verschiedenen Gliederungen der Partei, den Landesbauernführer, den Oberpräsidenten der Provinz Westsalen, viele andere Vertreter der Provinz Westfalen, viele andere Vertreter der Reichs, Staats, und Kommunalbehörden und Führer der Wirtschaft. vor allem den Führer des Bundes, Reichsjustizkommissar und Staatsminister Dr. Frank. Gauleiter Wagner hielt einen Vortrag über die großen Aufgaben der neuen deutschen Rechtsordnung und sprach die Hoffnung aus, daß die erste Gautagung mithelfen möge an der Vollendung des begonnenen Werkes der Schaffung eines ewigen jungen Deutschland. Reichsjuristenführer Dr. Frank übermittelte die Grüße der deutschen Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung.(Seine weiteren Ausführungen sind an anderer Stelle wiedergegeben). Im Schauspielhaus fand abends die Aufführung von Graffs„Die Heimkehr des Matthias Bruck“ statt. während sich ein großer Kreis der Teilnehmer an der Tagung in der Stadthalle zu einem Kameradschaftsabend zusammenfand. Am Sonntag versammelten sich die Teilnehmer vormittags auf der Springe zu einem großen Aufmarsch durch die festlich gechmückte Stadt. Vor dem Stadthaus in der Hochstraße wurde vom Reichsiuristenführer Dr. Frank und den Ehrengästen der Vorbeimarich abgenommen. In der Stadthalle fand darauf eine große öffentliche Kundgebung statt, in der Reichsstatthalter Gauleiter Dr. Meyer. Münster, eine Ansprache hielt. Er begrüßte den Reichsjuristenführer Dr. Frank als alten Kämpfer für das deutsche Recht und rief die Erinnerung wach an viele Epochen erlittenen nationalen Unrechts in der deutschen geschichtlichen Vergangenheit. Mit Adolf Hitler, der das deutsche Volk geweckt und zusammengeschweißt habe, sei das anders geworden. Seine Bewegung. die immer daran arbeite, eine Auslese der Besten des Volkes zu sein. bürge dafür, Juß das wahre Recht deutscher Art und deutschen Blutes zum Durchbruch komme. Die deutsche Nation habe heute ihre Ehre wiedergefunden und habe den lebendigen Willen zur Freiheit und zur Gleichbe, rechtiauna. Alle nationalen Kräfte müßten zusammengefaßt werden, um über allen konfessionellen Hader hinweg die gewaltigen Aufgaben auf allen Gebieten lösen zu können. Der Geist. der unter uns walte trotz aller Not und Kämpfe wirtschaftlicher und sonstiger Art. berechtige uns zu dem festen Glauben, daß wir die glücklichste Generation leien, die je auf deutschem Boden gelebt habe. „Mensch, Maschine und Werkstatt in einem modernen Industriebelrieb.“ Ueber dieses Thema sprach Dipl.=Ing. Leeck in der Fachgruppe„Eisenerzeugende Industrie“ der Berufsgemeinschaft der Techniker. Bei der Behandlung dieses Stoffes ging der Vortragende von den bäuerlichen und handwerklichen Betrieben des deutschen Mittelalters aus. In kurzen Umrissen schilderte er die betrieblichen und sozialpolitischen Verhältnisse der Vergangenheit bis zum Zeitpunkt des Aufkommens der Maschine, die trotz mancherlei Widerstände in allen Betrieben ihren Einzug hielt und damit grundsätzlichen Wandel brachte. Die sich mehr und mehr durchsetzende Erkenntnis, daß die Maschine eine Helferin des schaffenden Menschen sei, wurde durch die Wirtschaftskrise um 1880—1890 und die verständnislose Innenpolitik, durch die man die Industriearbeiter zum Menschen 2. Klasse stempelte, in das Gegenteil umgewandelt. Aus dieser Entwicklung der Verhältnisse ergab sich die Höherbewertung der Maschine gegenüber dem arbeitenden Menschen, die nicht ohne Einfluß auf die Gestaltung des Arbeitsraumes und der Lebens= und Arbeitsbedingungen der im Betrieb Stehenden blieb. In treffender Weise wurden an Hand von Beispielen Vergleiche gezogen. Eine vollkommene Aenderung hinsichtlich der Bewertung von Mensch und Maschine und der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes ist das Streben des Nationalsozialismus. Die für den Aufstieg des deutschen Volkes unerläßliche Höchstleistung jedes Einzelnen an seinem Arbeitsplatz muß die Forderung an Mensch, Maschine und Werkstatt bestimmen. Daß diese Leistung nicht erreicht werden darf auf Kosten der nationalsozialistischesn Ideen, ist selbstverständlich. In eingehender Weise untersuchte der Vortragende die verschiedenen Faktoren, die für die Leistungsfähigkeit des Menschen im Betriebe bestimmend sind. Dabei behandelte er die verschiedenen Arten von Mängeln, die der im Betrieb Stehende haben kann und zeigte dabei auf, in welcher Weise ein zweckentsprechender Ausgleich in betrieblicher Hinsicht möglich ist, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Verbindung von Mensch zu Maschine und Werkstatt ist so eng, daß ein moderner Industriebetrieb nicht ohne Schaden für seine betriebliche Leistung und Sicherheit das eine lassen und das andere tun kann. Daß de Ausführungen des Vortragenden guten Anklang gefunden haben, bewies die nachfolgende Aussprache. „denn wir haben eine Idee, klar und wahr, die mit unserm Blut in Einklang steht. Wir finden uns wieder zusammen zu einem Volk von Brüdern und Schmestern und haben einen Führer, der in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat.“(Sturmischer Beifall). Reichsjustizkommissar Staatsminister Dr. Frank verabschiedete sich von den westfälischen Juristen mit einer Ansprache, in der er das deutsche Volk aufforderte, dem deutschen Rechtswahrer Vertrauen entgegenzubringen. Es solle von dieser Tagung aus der Ruf in alle Lande ertönen, daß es noch immer die edelste Aufgabe der deutschen Rechtsdiener war, ist und sein wird, auf der Seite des Volkes zu stehen und Hüter des Rechtsempfindens deutschen Lebens zu sein. Wir nationalsozialistischen Kämpfer haben trotz schweren Ringens doch immer nicht den Glauben an den deutschen Richter verloren; der Richter darf und durft besonders damals nicht nach eigenem Empfinden urteilen. Das erkennen wir an und appellieren an die jungen und die alten Richter, des großen Toten unserer Bewegung und unseres Juristenstandes. Theodor von der Pforten. zu gedenken der im November 1923 in München sein Leben für Adolf Hitler hingab. Wir erleben in dieser Zeit des Anpralls der neuen Macht des Nationalsozialismus an die alten Gewalten. Erscheinungen, daß die Jugend mit Leidenschaft und Fanatismus das Alte ablehnt und auf die Kampfmethoden der verklungenen Epoche zurückgreift. Darum muß der Dienst am Recht und Volk zugleich ein Dienst am Charakter unseres Volkes sein. Wir gedenken besonders jenes Standes unter uns, der einen schweren wirtschaftlichen Lebenskampf zu führen hat, und rufen dem westfälischen Volke zu:„Vergiß nicht die Not Deiner Rechtsanwälte, den notwendigen Träger völkischen Rechtsgewissens, den notwendigen Ausgleichsfaktor gegenüber der richterlichen Unabhängigkeit. Wir haben ein Interesse daran, daß der freie deutsche Rechtsanwalt dem Unrecht den Kampf ansagt, wo immer es sich zeigt“ Dr. Frank wandte sich dann scharf gegen den Geist der Kritik und erklärte: „Wir sind verantwortlich dem kommenden Jahrtausend“, nicht aber den Repräsentanten der vergangenen Epoche. Und wenn uns die Welt das Recht zum Leben verweigert, dann apnellieren wir an den ewigen Gott. der das dentsche Volk geschaffen hat. Wir alten Kämpfer erheben unsere Toten auf den Schild und tragen sie hinein in das ewige herrliche Reich der deutschen Nation“ Die Versammlung dankte dem Redner mit begeistertem Beifall. Der Nachmittag war den internen Beratungen der Fachgruppen vorbehalten, in denen die Reichsfachgruppenleiter sprachen. Kameradschaftsabende in den Standquartieren beschlossen den ersten westfälischen Gaujuristentag : Heimatgeschichtliche Wanderung. Die Heimatfreunde der Vereinigung für Heimattunde nahmen am Sonntag als Ziel ihrer Forschung das durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Witten—Schwelm erschlossene Gebiet der Heimat südlich der Ruhr. Als Führer hatte sich ihnen der Heimatforscher. Lehrer Schwerter aus Albringhausen, zur Verfügung gestellt. Das wunderschöne Herbstwetter sorgte für eine zahlreiche Beteiligung. Wirklich die Natur hatte ihr farbenprächtigstes Kleid angelegt. Die Bergwälder sprühten in den wärmsten Farbentönen. Wie Korallen leuchteten die Beeren der Eberesche. Die Tannen und Kiefern bildeten den wunderbaren dunklen Kontrast in der Gesamtfarbenwirkung. Die Kuppen der Berge verloren sich weich in dunstiger Ferne. Dazu die lehrreichen Erklärungen des Führers, dessen Ausführungen bis in die Urgeschichte der Heimat zurückgriffen, indem er darauf hinwies, daß auf der Höhe des Hiligenloh sich wahrscheinlech eine germanische Kultstätte befunden habe, wie sich der ansässige Bauernstand aus seinen Anfängen entwickelte und wie endlich im vorigen Jahrhundert das Bergwerkswesen gedieh, das leider jetzt vor kurzem zum Erliegen gekommen ist und einen großen Notstand der Gemeinden zur Folge hatte. Alle diese Ausführungen an Ort und Stelle, im Angesicht der herrlichen farbenprächtigen Natur, ließen bei den Teilnehmern die Vergangenheit greifbar lebendig erscheinen. An diesen Rundgang schloß sich ein mehrstündiger, lehrreicher Vortrag des Lehrers mwerter an über das Bauerntum im Mittelalter, wobei er die Forschungsergebnisse aus den Akten seiner engeren Heimat zugrunde gelegt hatte. Dankbar folgten die Teilnehmer den Ausführungen und ließen in jedem Heimatfreund den Wunsch rege werden, daß sich doch noch recht viele deutsche Volksgenossen für ihre schöne Heimat und ihre alte Geschichte begeistern, dann würde viel mehr Verständnis aufkommen für das alte Volksgut und unsere deutsche Heimat und Kultur. Vereine. y. 36 Jahre Ortegruppe Hofstede des Haus= und Grundbesivzervereins. Die Ortsgruppe Hofstede des Haus= und Grundbesitzervereins hielt am Sonntag im Lokale Ormelch in Verbindung mit der Feier des 30jährigen Bestehens eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, die von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Hofstede Kaspar Kühl eröffnet wurde. Er gab einen kurzen Rückblick auf die Entstehung des Haus= und Grundbesitzervereins und wies darauf hin, daß noch sechs Gründer unter den Lebenden weilten. Anschließend beglückwünschte namens des Haus= und Grundbesitzervereins Pochum Rektor Lenkenhoff die Jubilare und sprach ihnen für die tatiae MitEine Raffeestunde aber. ... man soll auch Mitarbeiter am kulturellen Aufbau sein. Die NSKulturgemeinde schafft erlebnisreiche, vom Alltag befreiende Stunden. Unsere Generation trägt das kulturelle Erbe einer fast zweitausendjährigen Geschichte in sich. Das deutsche Volk hat vor der Geschichte und sich selbst die große Verantwortung, dieses Erbe zu bewahren und weiter auszugestalten. Hinein in die NS Kulturgemeinde. Hinein in die Front der Kulturträger des neuen Deutschlands! Auskunft und Anmeldung: NS Kulturgemeinde in der NS Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Ortsverband Bochum e. V., Bochum, Lueghaus, Zimmer 1, Ruf 643 90. arbeit in den dreißig Jahren seinen herzlichsten Dank aus. Zum geschäftlichen Teil sprach dann Geschäftsführer des Haus= und Grundbesitzervereins Bochum, Diplom=Volkswirt Stroth=Otte, der sich über die Stellung und Aufgaben der Hausbesitzerorganisation verbreitete. Dann erörterte der Vertreter des Versicherungsvereins Gelsenkirchen, Siamann, eingehend Versicherungsfragen. Zum Schluß des offiziellen Teils sprach Geschäftsführer Stroth=Otte über die bevorstehende Einheitsbewertung, die hoffentlich mit Wirkung vom 1. Januar 1036 eine tragbare steuerliche Belastung herbeiführe. Den Abschluß der Versammlung bildete aus Anlaß des 30jährigen Bestehens eine gemütliche Feier, die durch musikalische Darbietungen einer kleinen Kapelle verschönert wurde. Deutscher Abend der Kaufmännischen Schulen der Industrie= und Handelskammer. Zum Abschluß des Sommerhalbjahres veranstalteten die Kaufmännischen Schulen der Industrie= und Handelskammer Bochum einen Deutschen Abend, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag des Direktors Lucke stand. Das Rahmenprogramm wurde bestritten vom Schulorchester unter Dr. Dallmann's Leitung, von Frl. Bonkowski, Kammersänger Schall und der Schultanzgruppe unter Leitung von Frl. Kloster. Der Direktor benutzte die Gelegenheit, einigen Schülerinnen und Schülern Ehrenurkunden und Diplome, die ihnen für ihre Leistungen bei den Jugendwettkämpfen zuerkannt waren, zu überreichen. Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten erhielten die Schülerinnen Eva Dill, Waltraud Laege, Marianne Külz und die Schüler Joseph Papenheim, Fredi Bonner, Otto Lettmann und Kurt Drobig. Außerdem händigte Direktor Lucke 52 Schülerinnen und Schülern ein Anerkennungsschreiben, vom Reichsjugendführer und Reichssportführer unterschrieben, ausDeutscher Tanz beschloß die Veranstaltung. Stadttheater Bochum. Der Tannhäuser. Romantische Oper von Richard Wagner. Bochum, den 21. Oktober 1934. Der„Tannhäuser“, neben dem„Lohengrin“ das popularste und zugkräftigste Buhnenwerk Richard Wagner's, brachte diesmal zwar kein volles, aber doch noch gut besuchtes Wus. Das liegt sicher nicht an dieser herrlichen Oper selbst, als ob ihre Zugkraft nachgelassen hätte, sondern an einer Reihe anderer Gründe. Die Aufführung war eine Wiederholung, die Rollen lagen mit zwei Ausnahmen wieder in den alten, bewährten Händen, das Orchester klang unter Paul Drach's Stab bei tiefer Durchgeistigung frisch und ausgeglichen. Hans Bohnhoff's Tannhauser war immerhin eine Figur von überragender Bedeutung; aber der Künstler schien etwas indisponiert zu sein, worauf wohl einige kleine Unebenheiten zurückzufuhren sind. Für Ellen Schiffer als Elisabeth war Maria Hussa=Düsseldorf als Gast eingetreten. Ihr Sopran ist ausgezeichnet kultiviert, im Forte hörte man zuweilen noch einige Schärfe, im übrigen erklang alles in zartester Weichheit und Abrundung. Ihr Spiel war tief empfunden, im Ausdruck edel und hoheitsvoll. Den Wolfram von Eschenbach sang diesmal Walter Hänse und wurde er seiner Rolle in jeder Hinsicht gerecht. Die ausgezeichneten Leistungen der übrigen Mitwirkenden (Robert von der Linde als Landgraf, Bella Fortner=Halbaerth als Venus, Theo Thement als Biterolf u. a.) sind früher schon mehrfach gewürdigt. Die Chöre unter Dr. Paul StruverLeitung hielten sich gut und über die Tänze, noch in der Einstudierung von Walter Junk, läßt sich ebenfalls nur Bestes sagen.— Das Publikum dankte sehr lebhaft. Dr. B. * Die Erstaufführung der„Maria Stuart“ heute abend geht im Rahmen der Vormiete C vor sich; die Vorstellung dauert von 20 bis gegen 22,45 Uhr. Auch die freie Besucherschaft hat hinreichende Möglichkeit, die großangelegte Inszenierung kennen zu lernen. Als Eröffnungsvorstellung für den Gelben Ring ist zu Mittwoch die StraußOperette„Wiener Blut“ zu erwarten.— Ein Lustspielabend steht zu Donnerstag bevor:„Seiner Gnaden Testament" ist es, das phantasievolle Stück von H. Bergman.— Eine Wiederholung von Thomas'„Mignon“ wird am Freitagabend stattfinden. Obwohl die Serie A der NS. Kulturgemeinde Plaße vorgemietet hat, sind gute Karten jeder Art im freien Verkauf erhaltlich. Zu den hier angekündigten Veranstaltungen ist der Vorverkauf bereits im Broe. Fußball 1. Kreisklasse. GGruppe A. Phönig Bochum— BB. Herne=Süb 4:0. Der Phönix setzte sich daheim erwartungsgemaß erfolgreich durch und behauptet damit nach wie vor die Spitze. Und doch, das Spiel bewies, daß die Herner keineswegs über die Achsel angesehen werden dürfen, denn sie waren nicht so schlecht, wie es das Ergebnis besagt. Sie hatten aber das Pech, die Hintermannschaft des Phönix in einer bestechenden Form anzutreffen. Immerhin, der Sieg des Platzvereins war durchaus verdient. BG. Hordel— Wanne 1911 3:1. Die Hordeler bestätigten ihre aufsteigende Form durch einen erneuten Sieg. diesmal über die spielstarke Mannschaft von Wanne 11, und steigen dadurch zur 5. Stelle in der Tabelle auf. Der Gästesturm versuchte immer wieder mit seinen schnellen Angriffen das gegnerische Tor zu überrumpeln, doch erwies sich die Hintermannschaft von Hordel sicher genug, um den Gast nur einmal zum Erfolg kommen zu lassen, wahrend der Platzwerein durch drei Tore einen verdienten Sieg errang. Sp. Sp. Gerthe— SB. Sodingen 1:4(0:2). Der Punktekampf in Gerthe sah zwei Gegner, die heiß um die Punkte stritten. Nicht so leicht und eindeutig, wie es das Ergebnis vermuten läßt, kamen die Sodinger zu ihrem Sieg. Wenn man denselben nach der Gesamtleistung auch wohl als verdient für Sodingen bezeichnen muß, so hatten die Gerther aber in der zweiten Hälfte das Pech, daß sie vorübergehend ihren Torwart durch Verletzung verloren, während der Zeit Sodingen dann die zwei entscheidenden Tore anbringen konnte. Besonders erfolgreich war der Sodinger Halbrechte, der alle vier Tore für seine Farben erzielen konnte, während bei den Gerthern der Halblinke eine gute Rechtsvorlage zum Ehrentor auswertete. Westfalia Weitmar— Tus 26 Altenbochum 4:1. Der Platwerein kam in diesem Ringen zu seinem ersten verdienten Sieg. Altenbochum, nach der Sperre erstmals wieder dabei, hinterließ einen nicht besonders guten Eindruck, da die Elf äußerst rauh spielte. So wurde u. a. kurz nach der Pause der linke Läufer Altenbochums wegen Beleidigung des Schiedsrichters des Feldes verwiesen. Schon in der ersten Minute kam der Gastgeber durch ein Selbsttor des rechten Verteidigers Altenbochums zum Führungstreffer. Gleich nach dem Wiederbeginn ein Fehler des linken Verteidigers der Platzmannschaft, und Altenbochum hat den Gleichstand erzielt. Weitmar drängt nun stark und kann nach 5 Minuten Spielzeit durch den Linksaußen abermals in Führung gehen. Nach der Pause stellten der Rechtsaußen und Mittelstürmer das Ergebnis auf 4:1. Die Siegermannschaft hatte die besten Kräfte im Halblinken und Mittelläufer. Alenbochums Hauptwaffen waren Hüter und Mittelstürmer. SV. Langendreer 04=13— S6. Altenbochum 2:1(1:1). Das Spiel war sehr schnell und die Entscheidung stand stets auf des Messers Schneide. Als gleich kurze Zeit nach Beginn der Platzverein durch seinen Rechtsaußen die Führung erzwungen hatte, ging die Mannschaft der Gäste ganz aus sich heraus und konnte schon wenige Minuten später durch ihren Halbrechten den Ausgleich erzielen. Während der Kampf in der ersten Hälfte meistend ausgeglichen war, kamen die Gäste nach der Halbzeit mehr und mehr auf und konnten zeitweise den Verlauf des Spieles bestimmen. Aber die sehr gut arbeitende Läuferreibe der Langendreerer überwand die Ueberlegenheit der Gäste. Vor allem der rechte Läufer des Gastgebers, der wohl der beste Spieler des Feldes war, zeichnete hierfür verantwortlich und er brachte durch Verwandlung eines Elfmeterballes 20 Minuten nach der Halbzeit seiner Mannschaft den Sieg 2. Kreisklasse Germania Kaltehardt— Reichsbahn=TuS. Bochum 9:5. Ein Sieg von Kaltebardt stand in Erwartung. doch es kam ganz anders. Die Reichsbahnleute waren mit vollem Eifer bei der Sache und machten alle Angriffe des Gastgebers zunichte. Schon bis zum Seitenwechsel hatte der Gast einen 0•2=Vorsprung erzielt. Nach der Pause mußte sich dann der Hüter von Kaltehardt noch dreimal geschlagen bekennen. Der Gast zeigte, daß mit ihm noch gerechnet werden muß SV. Bochum=West— SpFr Wattenscheid=Oß 0:1. Die Gäste boten entschieden mehr Widerstand. als man erwartet hatte, so daß die Bochumer ihre ganze Kraft aufbieten mußten, um dem gewaltigen Ansturm der Fünferreibe der Wattenscheider Ein= Nachlese. halt gebieten zu können. Das einzige Tor des Tages fiel 10 Minuten vor dem Abpfiff, wodurch der Gast zum glücklichen Sieg kam. Polizei=SV. Bochum— V/B. Langendreerholz 1=2 Eine völlig unverdiente Niederlage mußten die Ordnungsleute hinnehmen, denn das Spiel stand zu Dreiviertel im Zeichen des Gastgebers. In der 15. Minute erzielte der Halblinke des VfB. im Anschluß an eine Ecke durch Kopfball den Führungstrefier. Fünf Minuten später hatte der Halblinke der Ordnungsleute den Ausgleich erzwungen. Von beiden Seiten wurde bis zur Pause erfolglos gekämpft. Nach dem Wechsel war es wiederum der Halblinke von Langendreer, der im Anschluß an eine Ecke seinem Verein die Führung brachte. Die Platzmannschaft lag nun fast meist im Strafraum der Gäste, doch alle Bemühungen waren ergebnislos, selbst ein Elfmeterball wurde von dem Halblinken ausgelassen. SySp. Stiepel 04— Rasensport Bochum 2:2 Zu einem äußerst scharfen Ringen kam es in Stiepel, wo sich die beiden Spitzenmannschaften der Gruppe gegenüberstanden. Bei gleichwertigem Können trennte man sich mit einem Unentschieden, so daß die erwartete Klärung ausblieb. In der 5. Minute ging der Platzverein in Führung. Eine Flanke des Rechtsaußen verwandelte der Halblinke glatt. Alle weiteren Anstrengungen beiderseits waren bis zum Seitenwechsel erfolglos. Direkt nach Wiederbeginn konnte der Halbrechte der Gäste den Ausgleich erzwingen Von nun an kämpften beide Mannschaften stark um Verbesserung des Ergebnisses, 15 Minuten vor dem Abpfiff war es dem Rechtsaußen Stiepels vergönnt, leinem Verein abermals die Führung zu bringen. Doch es währte nicht lange, und im Anschluß an eine Ecke kam Rasensport durch den Halbrechten abermals zum Ausgleich. 3. Kreisklasse BV. Gerthe=Hiltrov— TuS. Carolinenglück Boch. 2:2. Die Hiltroper hatten anscheinend das Können des Gastes unterschätzt und mußten sich mit einem Unentschieden zufrieden geben. Der Gast bot harten Widerstand und machte es dem Platzverein wahrlich nicht leicht. Das Ergebnis wird dem Spielverlauf nach beiden gerecht. TuS. Bruchstraße Ladr— Preußen 11 Bochum 0:4 Einen klaren Sieg errangen die Preußen in Langendreer. Die erstmalig in Aktion tretenden Platzleute boten zwar recht annehmbare Leistungen. ohne jedoch dem erfahreneren Gegner geführlich werden zu können. To. Bochumer Verein— Germania Querenburg 5:2 Die Mannschaft des Bochumer Vereins setzte ihre Erfolgsserie fort. Doch wäre es beinahe zu einer Sensation gekommen, lag doch die Platzmannschaft bei dem Seitenwechsel noch mit 0:1 im Nachteil. Nach der Pause setzte sich allerdings das bessere Können des Platzvereins durch und verdient mußte sich der Gast geschlagen bekennen. Constantin Bochum— TS Rg. Laer 87 2:0. Die Laerer, die ihr erstes Meisterschaftsspiel machten, mußten sich geschlagen bekennen. Der Platzverein drängt zu Anfang, ohne aber die Gästehintermannschaft überwinden zu können. Nachdem sich die Laerer gefunden hatten, spielten sie leicht überlegen. jedoch gelang es dem Sturm nicht, die Chancen auszunutzen. Nach Halbzeit kam der Platverein nach einem Durchbruch zum 1. Tor. 5 Minuten vor Schluß stellt der Halblinke den Sieg durch ein zweites Tor sicher. Nur dem schwachen Sturm ist es zuzuschreiben, daß die Laerer kein Tor erzielten. Freundschaftsspiel. Tura Eppendorf— Fortuna Bochum 6:0. Da Glück Auf Werne auf die Punkte verzichtete. verpflichteten die Eppendorfer den Klassenhöheren und voriährigen Meister Fortuna Bochum. Dieser erlitt nun in Eppendorf eine empfindliche Niederlage und mußte wiederum erkennen, daß auf Eppendorfs Boden nicht leicht zu siegen ist. Schon beim Wechsel stand der Sieg für den Platzverein bei einem 3:0-Vorsprung fest. Fußball zum Besten des WhW. Schwarze Kamele“ gegen BZV. Luftpost, Stammtisch gegen Brieftaubenzuchter am 10. November auf dem Germania=Sportplatz. Der bekannte Stammtisch„Schwarzes Kamel“ vollbringt oben angekündigte Sensation. Ohne Geaner gebt es aber nun einmal nicht. Aber auch diese Frage wurde richtig gelöst. Es wurde die zurzeit äußerst„spielstarke“ Elf des B3V. Luftpost Bochum verpflichtet. Diese Mannschaft befindet sich in denrbar bester Spiellaune und wird auch gegen die „Schwarzen Kamele“ sich zu behaupten wissen In den Reiben der„Schwarzen Kamele“ finden wir„Größen“ auf allen Gebieten des Sportes. Viele von diesen müßten auf Grund ihrer langjährigen „tbeoretischen Praxis“ sich als gans große„Kanonen“ entpuppen Die Spielausschüsse geben folgende bestimmte Mannschaftsaufstellungen bekannt: „Schwarze Kamele“: Köster Giersch Althoff Linden Nürnberg Piltz Marr Faber Flümann Bechstein Niermann Hünnebeck Koppers Kneider Niehus Rothermel Möller Koch Mette C. Habnefeld H. Hutmacher Hundt B3 V. Luftpost Der Name des Unparteiischen wird zurzeit noch geheim gehalten. Als Linienrichterinnen haben sich anerkennender Weise Frau Liesel Aler(Stadttbeater) sowie Fräulein Elisabeth Fublrott. Gomnastiklehrerin, zur Verfügung gestellt. Der Ball wird durch Frau Ilso Loewo angestohen Das Spiel selbst steigt am Samstag. 10. Noo., nachmittags pünktlich 3 Uhr. auf dem GermaniaSportplatz an der Castroper Straße. Der Sportver. ein Germania 0 hat seine Platzanlage sowie Klub= haus bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Der Reinertrag aus diesem Spiel ist bestimmt für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes Winter 1934=35. Traininasgemeinschaft der Schwimmer. Das erste Ausscheidungsschwimmen in Bochum. Am Sonntag fand in der Badeanstalt ein Ausscheidungsschwimmen zwecks Einreihung in die zu bildende Bochumer Trainingsgemeinschaft statt, bei dem Mindestleistungen vorgeschrieben waren. Die Zeiten, die von den besten Prüflingen erzielt wurden, sind recht erfreulich, in erster Linie die 1:01.9 Min., die der Dahlhauser Haak für 100 Meter Kraul erreichte, doch ist zu berücksichtigen, daß es nicht ganz 100 Meter waren, denn die geschwommenen vier Bahnen machen etwa 96 Meter aus Unter diesem Gesichtswinkel sind auch die anderen Leistungen zu betrachten. Heute abend werden durch Badeverwal=er Schäfer(Damen) und Rechtsanwalt Koch U(Herren) weitere Anmeldungen zur Einreihung in die Trainingsgemeinschaft, die so bekannte Schwimmer wie die Gladbecker Simon und Heina als Leiter erhalten soll. angenommen. Die Ergebnisse der Veranstaltung: Herren: 200 Meter Brust(Pflichtzeit 3.08 Min.): Schwerin 3.00,8, Vastian 3,09,2.— 100 Mtr. Jugend=Brust(Pflichtzeit 1.30 Min.): Grimm 1.28.8. Engelbrecht 1.28; Baals 1.27.2; Hameyer 1.28.8: Thalmann 1.22; Ratte 1.25.2.— 100 Meter Kraul (Pflichtzeit 1.13 Min.): Haak 1.019!!; Wiener 1.05.4; Oelerich 1,09.3; Hausmann 1.10.4; Guthof 1.11.6; Heinichen 1.11.9 Weiter zugelassen wurden die Springer Müller. Nigoriki und Dieser, Damen: 100 Meter Brust(Pflichtzeit 1,45 Min.): Frau Köster 1,38,8; Hackert 1,40.2; Jäger 1.39.6; Möcklinghoff 1.42.3; Nolte 1.39,2.— 50 Mtr Brust(Jugend)(Pflichtzeit 50 Sek.); Stegen 42.8; Rühling 46.6: Murmann 49,0; Lutz 46.9; Mehlmann 49.8; Viehmichol 45.0; Neuenfeld 48.0; Landwehr 44.0.— 100 Meter Rücken(Pflichtzeit 1.40 Min.); Frl. Foell 1.38 Min— 50 Meter Rücken (Jugend) Pflichtzeit 55 Sek.): Murmann 51.8; Krieger 52,2 Sek.— 100 Meter Kraul(Pflichtzeit 1.35): Frl. Foell 1,18; Frau Koster 1.20 Min. Jad.: 50 Meter Kraul(Pflichtzeit 48 Sek.): Rühling 45.5; Lutz 44,2; Stegen 43.2; Neuenfeld 47.0; Landwehr 46,2. Lokalkampf der Kinger. Deutsche Enche Germania— Junn=Siegfried Bochum 13:5. Die in der Bezirksklasse kämpfenden beiden Bochumer Mannschaften standen sich am Samstag im Punktekampf gegenüber. Die zahlreichen Zuschauer erlebten spannende und technisch gute Kämpfe. In der Gesamtwertung siegte Deutsche Eiche/Germania dank ihrer größeren Kampferfahrung recht klar. Die Kämpfe: Bantamgew.: Merkel(J.S.) holte sich gegen Fiege(D.E.) einen Punktsieg.— Federgew.: Gosko(J.S.) besiegte Schreyer(D.E.) nach einer halben Minute durch Untergriff aus dem Stand.— Leichtgew.: Podworny(J.S.) und Limpinsel(D.E.) lieferten sich einen schönen Kampf, den Limpinsel n. P. gewann.— Weltergew.: Jaschke(D.E.) vermochte im Parterrekampf Döring(J.S.) nach 24 Minuten zu schlagen.— Mittelgew.: Pilken(J.S.) unterlag nach 3½ Minuten einem Halbnelsongriff Furmanecks Jetzt: Borchmeyer-Stultgart! Erich Borchmener, Deutschlands bester Sprinter, ist von Bochum nach Stuttgart übergesiedelt, wo er Anstellung in einem Sportartikelgeschäft gesunden hat. Der frühere Bochumer hat sich den Stuttgarter Rickers angeschlossen, die diese Verstärkung sicher zu schätzen wissen. herbstgeländelauf der Turner. Am Sonntag trug der Kreis Bochum der DT. in Gertbe seinen diesjährigen Herbstgeländelauf aus Sieger in der Hauptklasse blieb Legge=TV. 48 Bo. chum(links) vor Behr=TV. Wanne 85(rechts). (D.E.).— Halbschwergew.: Staufenberg(D.E.) holte sich einen Punktsieg über Breczechna(J.S.).— Schwergewicht gelang es Höner(D.E.) nach 8 Minuten, den in Brücke gegangenen Ehlert(J.S.) zu besiegen. Sporkamt der AS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Bochum. durch Freude“ Bochum. Wochenplan für die Zeit vom 23.—28. 10. 1934. Dienstag, den 23. 10. 34: Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer gemeinsam von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle, Alleestraße 177. Boxen von 20—22 Uhr in der Turnhalle an der Klosterstraße. Schwimmen, Trockenkursus nur für Frauen von 22 Uhr in der Turnhalle des Staatl. Gymnasiums, Bismarckstraße. Mittwoch, den 24. 10. 34: Allgemeine Körperschule für Frauen und Männer gemeinsam von 20—22 Uhr in der Turnhalle des Staatl. Gymnasiums, Biemarck. straße. Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20—22 Uhr in der Turnhalle der Real=Gymnasialen Studienanstalt Luzeum 2. Waldring 71. Schwimmen(Anfänger) nur für Anfänger von 19.30—20.30 Uhr in der Städt. Badeanstalt, Marienstraße. Schwimmen!Fortgeschrittene) nur für Frauen von 19.30—20,30 Uhr in der Städt. Badeanstalt, MaFreitag, den 26. 10. 34: Fröhliche Gymnastik und rienstraße. Spiele nur für Frauen von 20—22 Uhr in der Turnhalle der Goethe=Oberreal=Schule, Goetbestraße. Rundfunk Mittwoch, 24. Oktober 6.00 Morgenruf. Anschließend: Frühkonzert(Schallplatten). 6.45 Hans Jacob Reinars: Leibesübungen. 7.00 Morgenruf— Zeit, Wetter, Nachrichten. 7.15 Morgenkonzert(Schallplatten). 1. Türkischer Marsch aus„Ruinen von Athen“ von Beethoven. Konzertgebouw-Orchester Amsterdam. Leitung: Willem Mengelberg. Columbla DWX 5007. 2. Zwei Lieder von Schubert; a) Geheimes, b) Der Neugierige. Heinrich Schlusnus, Bariton. Grammophon„Die Stimme seines Herrn“ 80 001. 8. Vorspiel zur Oper„Die verkaufte Braut“ von Smetana. Londoner Philharmonisches Orchester. Leitung: Hamilton Harty. Columbia DWX 1587. 4. Wiener Walzer, eine Melodienfolge alter Walzerklänge. Robert Gaden und sein Orchester. Electrola EG 2991. 5.„Kamarinskaja“, Fantasie über swei russische Volkslieder, Hochzeitslied und Tanzlied von Glinka. Mitglieder der Kapelle der Staatsoper Berlin. Leitung: Alois Melichar. Grammophon „Die Stimme seines Herrn“ 10 196. 6. Was die Heimat singt, Volkslieder. Anni Frind, Sopran, Ernst Baebler, Tenor, mit Chor und Orchester. Telefunken A 1092. 7. Die Spatsen am Dach, Fantasie-Polka von Scala. Piccoloflöten-Duett mit Blas-Orchester. Leitung: Carl Woitschach. Kristall 1298. 8. Zigeunersehnsucht. Csardae von Niklaß-Kempner. Leo Evsoldt mit seinem Orchester. Solo-Violine: Walter Schneiderhan. Tolefunken A 1692. 9. Es blüht eine Rose, Lied aus dem Tonfilm„Schloß Hubertus“ von Friedl. Herbert Ernst Groh, Tenor. Odeon O 25 185. 10. Gruß vom Tegernsee, Walzer von Mach. Tanskapelle Schönbrunn. Gloria GO 13 255. 11. Moderne Polka von Mück. Walter Pörschmann, Harmonika, unc Oskar-Joost-Orchester. Grammophon„Die Stimme seines Herrn“ 1583. 12. Die kleine Garde kommt. Marsch-Intermezzo von Golwyn. Musikus-Orchester. Telefunken Musikus 6046. 8.15 Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen. 8.20—8.35 Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.35—8.45 Hertha Fleischmann: Kaufende Frau— du trägst viel Verantwortung. 10.00 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.13 Von Leipzig: Schulfunk für Schüler vom 13. Lebensjahre an. Alte deutsche Volksmusik. Lieder und Tanzweisen für Singstimmen und Instrumente mit verbindendem Text. Ausführung: Madrigalkreis Leipziger Studenten. 10.45 Kleine Musik. 1. Gavotte und Allemande von Bach. Marga Bäuml(Gitarre). 2. VolksliederDuette für Sopran und Baßbariton, bearbeitet von W. Bergeř. Du lieget mir im Herzen— Kein Feuer keine Kohle— Hans und Liesel— Esteht eine Lind— Sandmännchen. Frits und Aenne Dans. Begleitung: Egbert Grapo(Klavier). 8. Menuett von Bach. Marga Bauml (Gitarre). 11.15 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Intendanten). 11.45 Versicht. Kartoffelkäter 12.00 Musik am Mittag. 12.00 Von Berlin: Kapelle Willy Genßler. 12.45 Mittagsmeldungen I. Glückwünsche. 13.00 Blasmusik. Ausgeftthrt vom Musikkorpa der SA-Motor-Standarte 71 Köln. Leitung: A. Bahr. 13.45 Mittagsmeldungen II. 14.00—14.45 Tans durch die deutschen Lande (Schallplatten). 15.00 HJ-Funk. 15.00 HJJ-Sport— 15.15 BDM-Sport. 15.30 Wirtschaftsmeldungen L. 15.50 Stimme der Zeit. 16.00 Von Hamburg: Nachmittagskonzert. Das Niedersächeische Sinfonieorchester. Leitung: Otto Ebel von Sosen. 17.00 Musikalische Romane und Novellen. Anna Charlotte Wutzky: 1. Der Freischützroman(Roman des deutschen Musikers). 2. Cherubin, musikalische Novellen(Verlag Gustav Bosse, Regensburg). Sprecher: Paul Heinrich Gehly. 17.15 Kleine Musik unserer Zeit. 1. Lieder für Sopran von Sandlar. Regen— Erhöhung— Ostern. 2. Stimmungsbilder, Werk 7, für Klavier von Straesser. 8. Lieder für Sopran von Sandlar. Heimatzauber— Erinnerung. Anne Marie Rottmann(Sopran), Begleitung: Egbert Grape, Friedel Frens(Klavier). 17.40 Naturkunde im Vorübergehen. Kleine Anleitungen zuin Naturerlebnis: Der Altweibersommer. Von Karl Petry. 18 00 Achim Holtz: Wirtschaft unter der Zeitlupe. 18.20 Von deutscher Art und Kunst. Dr. Heinrich Lützeler: Ueber Ernst Bertrams„Deutsche Gestalten“. 18.40 Vom Tage. 18.50 Wirtschaltsmeldungen II, Sportvorbericht. 19.00 Das Ueberbrettl. Leitung: Curt Baumgarten. Mitwirkende: Zwei röhlische Frauen: Elly Neubeck und Ellen Watteyne; Dae Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Leo Eysoldt. 19.50 Momentaufnahmel 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Von Stuttgart: Unsere Saar— Den Weg frei zur Verständigung. 20.35 Von Leipzig: Stunde der jungen Nation. Freiheitskriege. 21.00 Sonate g-moll für Violine und Klavier(Teufelstriller) von Tartini. Ausführende: Walter Schneiderhan(Violine), Egbert Grape(Klavier). 21.15 Paganini in Berlin. Ein Hörspiel von Otto Rombach. Spielleitung: Josef Kandner. Personen: Hofrat von Bissingen— Sofie, seine Fran— Bellmann, Musikkritiker— Fink, ein Kaufmann — Degenhardt, Apotheker— Ein Fremder— Ein Aktuar— Ein Kellner— Ein Kurgaet— Zwei Damen— Zwei Türschließer in der Oper. Zeit: 1829— Ort: Berlin und Karlsbad. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Stippvieite. 22.30—24.00 Konzertübertragung aus dem Calé Cornetius in Köln. Kapelle: Enrieo Carletel. H N Groß=Bochum meldel... Bochum-Auerenburg. Winterhilfswerk in Bochum=Querenburg. Auch in om Stadtteil Querenburg hat das Winterbilfswerk eingesetzt. Die Antrage sind von den Blockwaltern nach Besuch einer jeden hilfsbedürftigen Familie entgegengenommen und bereits in Arbeit. Sollten nun noch Familien vorbanden sein, die von den Blockwaltern bisher nicht besucht worden sind aber glauben einen berechtigten Anspruch an das Winterhilfswerk stellen zu können, wollen sich in den Sprechstunden der Ortsgruppen=Amtsleitung die Mittwochs von 5 bis 7 Uhr und Sonntags vormittags von 10 bis 11.30 Uhr im Gemeindeheim. Ovenbergstraße 16. stattfinden melden. Die Kartoffellieferung wird schon in Kürze einsetzen. Die Kartoffeln werden den bedachten Familien von beauftragten Kartoffelbändlern gegen Zahlung einer Zustellgebühr von 80 Pfg. je Zentner ins Haus gebracht. Die gesamte Zustellgebühr ist deshalb bereitzuhalten; ohne Zablung der Zustellgebühr werden keine Kartoffeln ausgehändigt. Rechum-Hordel. th. St. Joseph=Arbeiterverein. Die am Sonntag im Vereinslokale Gräwe abgehaltene Versammlung wunde vom Prases Pfarrer Fröhlich eröffnet. In seiner Ansprache kam er auf die Bedeutung des Missionssonntags und die Kirche und ihre Aufgaben zu sprechen. Der Vorsitzende Temme wies nac oVerlesen des Protokolls auf die Arbeiten und Aufgaben des Arbeitervereins in den verflossenen Monaten und in den kommenden Wintermonaten hin. Anschließend konnten sieben neue Mitglieder aufgenommen und vom Präses durch Handschlag verpflichtet werden. Der Präses wies auch auf die am kommenden Sonntage stattfindende Monatskommunion hin. Die nächste Monatsversammlung am 11. November ist mit einer Totengedenkfeier verbunden. Nach Beendigung des geschäftlichen Teiles blieb die Versammlung noch einige frohe Stunden bei gemeinsamen Liedern. Vorträgen und Musik im engen Kreise beisammen. th. Herz=Jesu=Rosenkranz=Bruderschaft. Vom Kassierer wurde in der am Sonntag stattgefundenen Monatsversammlung der Bericht über das Silberjubiläum der Bruderschaft gegeben, der zur allgemeinen Zufriedenheit der Mitalieder ausfiel. In der Aussprache über die diesjährige Weibnachtsfeier wurde beschlossen, dieselbe nicht im bieherigen Rahmen zu begeben. Näheres wird noch bekannt gegeben. th. Wasserrohrbruch. Vor dem evangelischen Gemeindehaus an der Hannoverstraße platzte ein Rohr der Wasserleitung. Die Ausbesserungsarbeiten wurden am gestrigen Vormittage sofort in Angriff genommen.— Ein weiterer Rohrbruch entstand auf der Hannoverstrtaße unweit der Zechenbahn. Bochum-Gerthe. Kreisfeuerwehrverband Bochum, Löschzug Gerthe. Der Löschzug Gerthe hielt am Samstag abend auf dem Schulplatz an der Heinrichstraße eine Uebung ab. Unter der Leitung des Löschzugführers Feith übte der Zug zunächst im Geräteexerzieren und nahm dann einen Scheinangriff auf die Gebäude vor. Von den Uebungen am Steigerturm mußte leider Abstand genommen werden, da die Holzteile des Turmes zu schadhaft geworden sind und eine Uebung hieran mit Gefahr für die Wehrleute verbunden ist. Am Sonntag hielt der Löschzug in Lokale Paßmann seine Monatsversammlung ab. JEs wurden die Eingänge bekanntgegeben, nach denen jetzt, gemäß den allgemeinen Richtlinien, auch in den Wintermonaten Uebungen und Vortragsabende abzuhalten sind. Das 23jährige Bestehen soll im internen Kameradschaftskreise gefeiert werden. va. Tanzahend in der NS. Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Der am Sonntag abend im Kalthoffschen Saale veranstaltete künstlerische Tanzabend, den die bekannte Wünchener Tänzerin Senta Maria allein bestritt, erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Das Programm wies durchweg pantomimische Tanzstudien auf, Darbietungen, denen das große Publikum ohne weiteres zu folgen vermochte. Der Inhalt der einzelnen Tanzbilder ist durch das Thema von vornherein klar gegeben und erfährt durch die tänzerische Ausdeutung eine sinnfällige Darstellung. Dabei kann das tänzerische Vermögen durchaus künstlerischen Gesetzen entsprechen, zumal die Gestaltungsabsicht der einen Persönlichkeit überlassen ist, und dadurch eine sonst nicht zu erzielende Geschlossenheit erreicht wird Das wurde vor allem sichtbar in Szenen, die mehrere darstellende Personen voraussetzen. Die Wandlunge. fahigkeit der Künstlerin wurde in diesen Szenen ebenso überzeugend erwiesen wie gutes technisches Können, leichte, beschwingte Gelöstheit und, was bei der Pantomime von Bedeutung ist, lebendiges schauspielerisches Talent. Im Charakter waren die verschiedenen Bilder von vielfältiger Art. Neben ernsten, tragischen Szenen(„Vor der Mater dolorosa“,„Schiffbrüchig“) sah man kraftvolle(„Siegesherold“), farbig belebte Tänze(„Deutsche Tänze",„Intrigenspiel") und die von allen besonders beifällig aufgenommenen humoristischen Darbietungen(„Leierkastenmann" und „Münchener Oktoberfest“). Stürmischer Applaus verlangte Wiederholungen und Zugaben. Alfred Waneck, der auch die Zwischenpausen geschmackvoll ausfüllte, zeigte sich als gewandter Pianist und biegsamer Begleiter.— Eingangs wurde den Anwesenden die Zusammenfassung der ehemaligen Feierabendgemeinde und der NS. Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ und deren Aufgabe aus berufenem Munde klargestellt. Bochum-Harpen. Kreisfeuerwehrverband Bochum, Löschzug Harpen. Samstag hatte der Löschzug Harpen seine Schlußübung. Im Verlaufe derselben erschien der Kreisfeuerwehrführer mit seinem Stabe. Es wurden zuschit Schulübungen am Turm und an den Geräten gezeigt, dem ein Exerzieren unter dem Kommando des stellv. Löschzugführers Röhken folgte. Nach Beendigung dieser Uebungen, die exakt vorgeführt wurden, begab sich der Löschzug in einige Entfernung vom Turm, um auf das Hornsignal zum Sturmangriff auf den Steigerturm heranzueilen. Während der Uebung gab der Kreiswehrführer eine unerwartete Einlage. Es wurde angenommen, daß in dem hinter der Schule gelegenen Nebengebäude ein Brand ausgebrochen und das Hauptschulgebäude durch Funkenflug stark gefährdet sei. Die Uebung am Turm wurde abgeblasen und im schnellsten Tempo ging es nun zu der angenommenen Brandstelle. Nach kurger Zeit konnte schon aus drei Schlauchleitungen Wasser gegeben werden. Es stellte sich heraus, daß das Schlauchmaterial einer gründlichen Auffrischung bedarf. Infolge des schon stark veralteten Materials platzten mehrere Schläuche, was allerdings der Uebung als solche er zu Gute kam, da das Wasser zurückgenommen werden und die schadhaften Schlauchlängen ausgewechselt werden mußten. Nach einer weiteren Einlage, die vorsah, daß infolge des starken Windes noch ein weiteres Haus an der anderen Straßenseite gefährdet sei und nachdem die notwendigen Anordnungen hierzu durchgeführt waren, wurde die Uebung abgeblasen. Es folgte eine eingehende Kritik über das Geleistete, die der Kreiswehrführer hielt. Die Uebung hat gezeigt, daß es angebracht ist, die Uebungen nicht nach einem vorher bis in alle Einzeilheiten ausgearbeiteten Plan, der schon allen Beteiligten bekannt ist, auszuführen um sich durch plötzliche Einlagen besser auf die Wirklichkeit vorzubereiten. Bochum-Hiltrop-Bergen. lu. Elternabend. Die Jungfrauenkongregation St. Josef veranstaltete am Sonntagabend im Saale des Wirtes Punge einen Elternabend, der überaus gut besucht war. Herr Pfarrvikar Butterwegge begrüßte die Eltern und Angehörigen der Kongrezanistinnen und gab seiner Freude über den überaus gute Besuch Ausdruck. Es sei dies ein Zeichen der Verbundenheit der Kongreganistinnen und der gute Besuch sei vor allem ein Lohn für ihre Mühe und Arbeit zur Ausgestaltung des Abends. Das reichhaltige Programm begann mit einem Begrüßungsgedicht, vorgetragen von Regina Leidinger. Diesem folgte der Begrüßungstanz„Die kleine Tirolerin“ von der 1. Volkstanzgruppe. Der Schwank„Sybillas=Paraplü“ ließ die Lachmuskeln der Zuschauer nicht zur Rube kommen. Weitere Volkstänze der einzelnen Tanzgruppen, nach den alten Weisen unserer Vorfahren, wurden tadellos wiedergegeben und zeugten von einer guten Schulung. Reich war daher auch der Beifall. Das dreiaktige Lustspiel„Unser Mariechen“ oder„Sie hat doch Talent“, bei welchem sämtliche Spielerinnen ihr Bestes gaben, ließ abermals wahre Lachsalven den Saal erschüttern. Die Pausen waren ausgefüllt mit Musikvorträgen. Ein Schlußtanz, aufgeführt von der 1. Gruppe, beendete das reichhaltige Programm. Alles in allem kann gesagt werden, daß die Jungfrauen es verstanden haben, ihren Angehörigen einen frohen Abend zu schenken und sie den Sorgen des Alltags für einige Stunden enthoben zu haben. In seinem Schlußwort sprach der hochw. Präses der Präfektin sowie den Kongreganistinnen den besten Dank aller für den schön verlaufenen Abend aus. lu. Kriegerverein Bergen. Der Verein tagte am Sonntag zu seiner Monatsversammlung. Der Vereinsführer gedachte zunächst der heldenhaften Jugend von Langemarck, die ihr junges Herzblut fürs Vaterland gelassen hat. In ein weiteres stilles Gedenken trat man für die braven Knappen, die einer Explosion auf der in der Nähe befindlichen Schachtanlage Constantin 4/5 zum Opfer gefallen waren, ein. Nach Erledigung interner Vereinsangelegenheiten hielt Schriftführer Hoffmann einen interessanten Vortrag über Fahnen und Flaggen, ihre Entstehung und Bedeutung, der mit Beifall aufgenommen wurde. Der Termin des nächsten Vereinsschießens soll in der nächsten Versammlung festgelegt werden. Bochum-Linden-Dah'hausen. f. 80 Jahre alt. Frau Witwe Hinselmann geb. Nehring, von hier, Lindener Str., konnte auf ihren 80. Geburtstag zurückblicken.— Zu gleicher Zeit feierte Gustav Schnellenbach von hier, eben falls Lindener Str. wohnhaft, seinen 71. Geburtstag Den beiden Geburtsiagskindern unseren herzlichsten Glückwunsch. f. Vom Friedhof. Zu Allerseelen sind alle Gräber in Ordnung zu bringen. Gräber, die nicht in Ordnung gebracht werden, werden eingeebnet. Wiederaufmachen der Grabhügel ist nur gegen Zahlung einer Gebühr erlaubt. Es muß darüber Klage geführt werden, daß hier und da das Unkraut nicht auf den dafür bestimmten Platz geschafft, sondern neben den Grabstätten liegen gelassen wird. In Zukunft wind in solchen Fällen eine Reinigungsgebühr erhoben. b. 23, Stiftungsfest des Gesellenvereins LindenDahlhausen. Aus Anlaß seines 23. Stiftungsfestes veranstaltete der Kath. Gesellenverein auf dem Horkenstein einen Theaterabend. Zur Aufführung gelangte das dreiaktige Singspiel„Des Glockentürmers Töchterlein“. Wie immer bei den Veranstaltungen des Kath. Gesellenvereins war der große Saal des Horkensteins überfüllt, als Präses Langendreer und Werne. Bochum-Langendreer. Der Missionssonntag war für die Mitglieder der Marienpfarre ein inneres Erlebnis. In den heiligen Messen sprach ein Franziskanerpater über den Missionsgedanken, und ermahnte, daß wir bei allen Bedrängnissen und Aufgaben in der Heimat unsere Missionspflichten nicht vergessen. Im 20. Jahrhundert gibt es noch über 1000 Millionen Heiden. Die Päpste unserer Zeit haben erklärt, daß die Not der Heiden die größte aller Not ist. Es gilt, den 13 000 Priestern beizustehen, die an der Missionsfront um christliche Weltanschauung ringen, durch Gebet und Spenden. Am Nachmittag wurde für die Kinder und abends auch in einer Pfarrversammlung der Mivafilm„Das Vermächtnis eines Missionars“. ein Film aus Afrika, aufgenommen in Südwestafrika von Pater Schulte, im Hotel zur Post vorgeführt. Die zahlreich Erschienenen, jung und alt, folgten dem hochinteressanten Film mit der größten Aufmerksamkeit, der in einfachen, aber klaren und einprägsamen Bildern die unendlichen Verkehrsschwierigkeiten darstellte, die sich der Erschließung Südwestafrikas entgegenstellten, als man lediglich auf den Ochsenkarren angewiesen war. Ihnen gegenüber betont er dann den segensreichen Einfluß der modernen Verkehrsmittel. Ihre Beschaffung ist eine Aufgabe, die sich die„Miva“(Missionsverkehrs=Arbeitsgemeinschaft) unter Leitung von Flieger=Pater Smulte zur Aufgabe gestellt hat, als Vermächtnis seines treuen Freundes und Kriegskameraden, Pater Fuhrmann. Die Zuschauer nahmen den Film, der die Erlebnisse und den Tod des Paters Fuhrmann und die Verwirklichung seines Vermächtnisses zeigte, mit Interesse auf. Ergriffen hörte die Gemeinde zum Schluß das Lied vom guten Kameraden, mit dem der Film ausklang. Dieser Missionssonntag wird den Langendreerer Katholiken unvergeßlich bleiben und gerne werden sie ein Scherflein für die Missionen opfern, wenn ein Missionsfreund in den nächsten Tagen vorspricht. Das Knappschaftskrankenhaus Langendreer beging Sonntag das Fest seines 25jährigen Bestehens. Bereits Samstag haben wir eingehend über die Geschichte dieses modernen und schön gelegenen Krankenhauses berichtet. Der Sonntagmorgen vereinte zu einem schlichten Festakt die ehemaligen Assistenzärzte und die Aerzte aus Langendreer. Chefarzt Dr. Friedmann. der langjährige Leiter des Kranken. hauses, hielt einen Vortrag über die Entwicklung des Hauses und aab barauf durch eine Reibe interessanter Lichtbilder unterstützt ein anschauliches Bild über Einrichtung und Ausrüstung dieses weit über das Industriegebiet hinaus bekannten Krankenhauses. Gestern fand dann auch für das gesamte Personal eine kleine Festfeier statt, bei der Dr. Friedmann den gleichen Vortrag hielt. Möge das Krankenhaus, das im ersten Vierteljahrhundert trotz wechselvollen Geschickes eine stets aufwärtsweisende Entwicklung genommen hat, diese günstige Entwicklungslinie auch im zweiten Vierteljahrhundert fortsetzen. Das ist unser Wunsch zum 25jährigen Jubiläum. rk. 25 Jahre im Dienste der Harpener Bergbau A.=G. Fördermaschinist Otto Flottau konnte sieser Tage auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Harpener Bergbau A.=G. zurückblicken. Aus diesem Grunde sprach der Führer des Zechenbetriebs Langendreer dem Arbeitsjubilar seinen Dank für die langjährigen, treuen Dienste aus. Er überreichte ihm sodann ein Ehren= und Geldgeschenk. Auch wir wünschen dem Jubilar noch recht schaffensfrohe Jahre und rufen ihm ein herzliches Glück auf zu. Bochum-Werne. rk. Elternabend. Sonntag, den 21. Oktober, hielt der kath. Jungmännerverein im Vereinssaal einen Elternabend ab unter Mitwirkung der Sturmschar, Jungschar und Jungenschaft. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach dem Einmarsch der Sturmschar und Jungschar leiteten Fanfarenklänge den Abend ein. Nach einem kurzen Begrüßungswort durch den Herrn Präses, Vikar Fastavend, wickelte sich das Programm in bunter Reihenfolge ab. Das Singen der Jungschar und die Schattenspiele der Jungenschaft fanden bei den Eltern ungeteilten Beifall. Die Sturmschar führte zwei Theaterstückchen:„Der Bauer und sein Knecht“ und „Das Lagerleben“ vor, die den Zuschauern viel Freude machten. Herr Joseph Devve vom Jugendhaus richtete einige Worte an die Eltern und sprach von der Art der neuen Jugend. Ein Fahrtenbericht, ein Sprechchor und Gedicht vervollständigten das Programm. rk. Kath. Bürgerverein. Im Vereinslokal hielt der Bürgerverein seine Monatsversammlung ab. Nach ung durch den ersten Vorsitzenden hiel hochw. Pfarrer einen Vortrag über:„Christentum und Germanentum“, dem sich eine kurze Ansprache anschloß. Konzert der Schutzpolizeikapelle. Im Saale„Zur Deutschen Flotte“ veranstaltete die Kapelle der Bochumer Schutzpolizei unter der Leitung von Musikmeister Rungenhagen einen gut besuchten Konzertabend, der gleichzeitig ein Werbeabend für den Luftschutz sein sollte. Hauptmann Schorz erläuterte in längeren Ausführungen die Bedeutung und Wichtigkeit des Gas- und Luftschutzes Großen Beifall fanden auch die Rezitationen des Apothekers oß, die dieser im Laufe des Abends vortrug. Deutsche Polksgenossen! Ueberweist Geldspenben für das Bochumer Winterhilfswerk auf Konto 6601 bei der Kommnnalbank. Pfarrer Fischer den Abend mit herzlichen Grußworten einleitete. Die Aufführung selbst, die in der Zeit der Befreiungskriege 1813/14 am Rhein in Caub spielt, hinterließ bei den Besuchern den besten Eindruck. Die Theaterspielleitung Flöte, Laumann und Köhler, die gleichzeitig auch die drei Hauptroblen des Stückes verkörperten, hatten für eine sorgsame Aufführung und flotte Spielweise in bester Weise Sorge getragen. Von den Spielern und lerinnen wären noch Frl. H. Scholven in der Titelrolle, Frl. M. Pieper als deren Freundin, W. Blasius als Faßwärter und die drei Ratsherren hervorzuheben. Besondere Erwähnung verdient auch der stimmlich und tänzerisch sich durchaus auf der Höhe befindliche Chor sowie die Bühnenbilder, für die H. Stenmanns verantwortlich geichnete. Die Musik stand unter Leitung von SommerMöller und gewahrleistete eine flotte Durchführung der Singpartien. Alles in allem war es wieder ein Abend, der den vielen Freunden des Gesellenoereins voll gefallen hat und den Wunsch nach Wiederholung aufkommen ließ, dem der Verein auch durch die Veranstaltung eines Theaterabends am 11. Nov. mit der Aufführung der beliebten Operette„Das Fischermädel von Helgoland“ nachkommen will. f. Generalversammlung des Knappenvereins Liebfrauen. Der Verein hielt am Sonntagabend im Lokal Wilten. Fahrraddiebstahl. Gegen 11,30 Uhr wurde vor dem Hause Bahnhofstraße 48 1 Herrentourenrad, Marke Hurmann, Nr. 30125, entwendet. Motorraddiebstahl. In der Nacht in der Zeit von 24 Uhr bis 1 Uhr wurde aus der Garteninlage der Wirtschaft Kalewke, Witten=Annen, Im Wullen 36, ein Motorrad gestohlen. Die Täter haben das Rad, nachdem sie den Motor(Marke Zündapp, Nr. 84067), ausgebaut und verschiedene Teile vom Rade entfernt hatten, in der Nähe der Wirtschaft Brinkmann in Gedern in die Ruhr geworfen, wo es von Kiroern gefunden wurde herne. Münzfernsprecher erbrochen. Zwischen 18 bis 21 Uhr wurde der an der Strünkeder Straße, Ede Forellstraße, befindliche Münzfernsprecher erbrochen und entleert. Wattenscheid-Günnigfeld. kr. Vom Grubenstembel niedergeschlagen. Dem Bergmannsheil zugeführt wurde der Hauer Robert L., Marktstr. wohnhaft. Er war im Ortsausbau im Untertagebetrieb der Zeche Holland von einem Grubenstempel derart heftig gegen den Kopf getroffen worde, daß er neben einer Gehirnerschütterung Kopfwunden und Gesichtsverletzungen davontrug. Wanne-Eickel. rb. Egzbischof Kaspar im Dekanat W.=Eickel. Die katholischen Männer und Jungmänner des hiesigen Dekanates planen für den 4. November eine große Kundgebung, zu der auch der H. H. Erzbischof aus Paderborn sein Erscheinen zugesagt hat. Dieser Kundgebung geht in allen Pfarreien des Dekanates ein Triduum der katholischen Männerwelt voraus, das mit der großen Kundgebung am Sonntag dem 4. November, schließt. rb. Aus der Eickeler Marienpfarrei. Am Wochenende fand eine Wallfahrt der Marienpfarrei zum Gnadenorte Kevelaer statt, an der sich zahlreiche hörige beteiligten. Die Abfahrt erfolgte per Antobus am Samstag nachmittag von der Marienkirche aus, die Ankunft in Kevelaer erfolgte gegen Abend, wo die Pilger von der gebotenen Beichtgelegenheit Gebrauch machten. Am Sonntag gingen sämtliche Pilger zum Tische des Herrn, es folgte ein feierliches Hochamt, am Nachmittage eine feierliche Scheidtmann eine sehr gut besuchte Generalversammlung ab, zu der auch die Frauen der Mitglieder geladen waren. Der Präses Vikar Stapelmann hielt einen Lichtbildervortrag über das Alte Testament, ferner wurde eine Reise durch das Mittelmeer gezeigt. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden.— Am 2. Weihnachtstag soll wieder wie im vorigen Jahre eine Weihnachtsfeier stattfinden, verbunden mit Kinderbescherung, Meihnachtsmarchen: Musik und Gesänge werden das Fest verschönern. Wahrend der Versammlung traf die Trauerbotschaft der Zeche Constantin bei Herne ein. Zum Gedächtnis der auf dem Felde der Arbeit zu Tode gekommenen Kameraden erhab sich die Versammlung von ihren Plätzen. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Bochum-Stiepel. Von einem Wilddieb angeschossen. Ein Jäger aus Bochum=Stiepel, der in den Waldungen von Vormholz bei Herbede seine Jagd ausübte, stieß auf einen Wilderer. Als der Jäger den Wilddieb aufforderte, die mitgeführte Waffe niederzulegen, legte er auf den Jäger an, der von einer Schrottladung getroffen wurde. Hierauf ergriff der Wilderer die Flucht und konnte unerkannt entkommen. Der Jäger mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Andacht. Gegen Abend langten die Pilger wieder in der Heimat an.— Die Marienpfarrei hat eine Sammlung neuer Lieder, die Marien=Weihnachtslieder, das Christ=Königslied u. a. enthält, herausgegeben, das als Anhang zum Diözesangesangbuch zu betrachten ist.— Die Kolpingsfamilie Eickel rüstet zum 40. Stiftungsfest am kommenden Sonntag und Montag im Vereinslokale Schulte=Pelkum. rb. Steueranmahnung. Das Finanzamt mahnt die Entrichtung der Umsatzsteuer für das 3. Quartal 1934, fällig gewesen am 10. 10. 84, der Tilgungsbeträge auf Ehestandsdarlehen fällig gewesen am 10. 10 24. und der 1. Rate der Beträge des Reichsnährstandes an. Nach Ablauf einer Woche noch rückständiger Beträge werden unverzüglich beigetrieben. Auch kann Aufnahme in die Liste der säumigen Steuerzahler erfolgen. g= Brachland wird Ackerland. An der südöstlichen Stadtgrenze im Rottbruch ist man seit einigen Monaten mit der Kultivierung des großen brachliegenden Geländes zugange. Tausende Karren Müll sind schon angefahren worden, um das Gelände zu erhohen. Im kommenden Frühjahr wird ein großes Stück Ackerland die Ausbeute der mühevollen Arbeit sein. rb. 28. Stiftungsfest des Arbeiter= und Knappenvereins Herz=Jesu. Im Abendbardtschen Saale hatte sich am Sonntag die gesamte Vereinsfamilie der katholischen Arbeiter und Knappen der Herz=Jesupfarrei mitsamt ihrem Präses, dem Pfarrer ten Hompel, eingefunden, um das 28. Stiftungsfest des Vereins zu begehen. Der Präses fand die treffenden Worte zur Pflege der Jdeale des Vereins. Die Spielschar des Vereins wartete mit der Darstellung des Schauspiels„Preziosa“ auf, das beim ganzen Hause großen Beifall fand. Die Schlußworte sprach Pfarrer ten Hompel, der allen für das Gelingen des Festes dankte. . Hohes Alter. Seinen 75jährigen Geburtstag kann heute der Berginvalide Franz Greszick aus der Unser=Fritz=Straße feiern. Opa K. hat 40 Jahre im Bergbau gearbeitet. Auf der Zeche Ewald konnte er sein silbernes Arbeitsjubiläum begehen. Zu seinem heutigen Wiegenfest auch unsere herzlichsten Glückwünsche. Fahrraddiebstahl. Aus einem Keller des Hauses Heinrichstraße 38 wurde durch Einbruch ein Damenfahrrad, Marke und Nummer unbekannt gestohlen. Am Steuerkopf befindet sich ein Schild mit der Aufschrift:„Gebr. Maizen.“ Vom deutschen Meistertum Friedr. v. Schillers. Vortrag von Prof. Dr. Cusarz=Prag im Stadttheater. Wir geben im folgenden die Hauptgedanken des Vortrags wieder: Tiefe Einschnitte der Geschichte werden durch starken Wechsel der geschichtlichen Erscheinungen bedingt: Viel Altes versinkt. viel Neues wird geboren Auch im deutschen Volke geyt ein welthistorischer Prozeß dieser Art vor sich und an solchem Wendepunkt erkennt es am besten seine Meister eben weil es zum Wesen der Meisterschaft gehört, in die letzten Gründ= zu schauen, die an Zeitmenden durch Tatsachen am tiefsten offengelegt werden. Schiller ist unser weltgeschichtlichster, in genissem Sinne unser größter politischer Dichte:. In seinen Werken bat er die Waage der Weltordnung sichtber gemacht. Während Goethe auf die Natur schaut und naturgewachsene Gestalten zeichnet, sieht Schiller die keplerischen Gesetze des großen Weltgeschedens. Im Geiste hat er schon die französische Revoletion vorausgeschaut und ihr in seinen Räubern“ Ausdeack verliehe. Er hat durch seine Freiheitstendenzen, die er immer verfocht, den deutschen Kleinbürger durch die hinreißende Kraft und die Popularität seiner Bübnenstücke erst ins Große sehen gelehrt, ihm hohe Ziele gewiesen und ihn dafür opferfreudig gestimmt. Jedes Wort aus des großen Dichters Munde reißt aufwärts und treibt vorwärts. Die Verse sind zuweilen schwach; doch man muß die Verse hören, die Personen handeln sehen, dann gewinnen sie erst ihre ganze überzeugende Kraft. Sogar Schillers Gemeinplätze eröffnen große Perspektiven. Seine Sprache führt uns zur Tat, sie bietet den Willen der Nation auf, ihren ganzen Heerbann, wie er auch zu den gewaltigen Ereignissen von 1818 sein Großteil beigetragen hat. Das deutsche Volk war seit dem Ausgang des Mittelalters weder religiös noch politisch geeinigt. Eine neue Einheit haben unsere Klassiker durch ihre Dichtung wieder hergestellt, gegenseitiges Verstehen erhöht: ihre Werke haben Geltung für alle Deutschen. Dadurch, daß Schiller, der Evangelische, mehrfach katholische Persönlichkeiten zu Helden seiner Dramen, zu Trägern seiner Ideen gemacht hat, haben seine Werke auf beiden Seiten besonders vertrauensvoll Eingang gefunden. Er hat in diesem Punkte verständigend, neutralisierend gewirkt. Schillers Werke sind auch am meisten ins Ausland getragen. In den Kreisen derjenigen Deutschen, die fern der Heimat im Ausland deutsche Sprach„ist Schiller der beliebteste Dichter; bei anderen Dichtern findet sich in gleichem Maße nicht der Erzklang deutscher Art. Auch ausländtsche Dichter haben ihn vor allen deutschen Dichtern am eingehendsten studiert. In Goethe spiegelt sich mehr als in Schiller der Reichtum und die Mannigfaltigkeit deutschen Wesens wider, in Schiller aber mehr dessen sittliche Größe. In seiner Poesie greift das Gottliche in das Irdische hinein. Philosophie und Religion treffen wir bei ihm immer wieder, oft zusammen, an; das Schönheitsgefühl, das ihn, den Dichter, als seelisches Bedürfnis niemals verläßt, macht ihn damit zum Gedankendichter. Schiller, den populärsten deutschen Dichter, lesen viele nur in der Jugend; sie glauben ihn zu versteben, aber wie schwer ist es, ihn ganz auszuschöpfen! Bei Schiller handelt es sich in letztem Grunde um ein Sehnen, ein Sollen, das Schöne ist ihm die silberne Wolke, hinter der es zu schauen ist. Damit soll aber durchaus nicht gesagt sein, daß ihm die Poesie bloß als Mittel zum Zweck gegolten habe. Das Schöne ist ihm wie jedem echten Künstler Selbstzweck, es ist ihm nur nicht alleiniger Zweck. Das Sehnen und Sollen in Schillers Dichtungen tritt uns am ersten entgegen in Don Carlos, dem Tristan der Freundschaft. Hier bringt der dramatische Vers in seiner Vollendung zuerst poetisches Neuland. Das Schöne ist dem Dichter hier die Spitze des Schwertes, das zu Gott emvor gehalten wird. Das Schöne ist ihm wie gesagt kein Schmuck nichts bloß Aeußeres. Es lenkt vielmehr den Blick auf das Innerste, auf das Wesenbafte. So ist auch Schillers Erdenwallen ein Abbild seines Schöpkannte sie alle. Ste gehörten zu dem atten Arbeiterstamm, nicht etwa zu den Dagos, und hatten sich bei der Zechenleitung durch rücksichtslose und schroffe Forderungen gesundheitlicher Reformen im Betriebe mißliebig gemacht. Als sie den Ingenieur erkannten, umringten sie ihn mit drohenden Gebärden. „Da haben wir die Katastrophe!“ brullte ein riesiger Kentuckier.„Haben wir es nicht oft genug vorausgesagt? Niemand hat auf uns hören wollen! Um uns zum Schweigen zu bringen, hat man uns in dieses Revier geschickt!“ „Ruhig. Adams!“ rief Breuer. Er war stehen geblieben und wischte sich den Schweiß von der Stirne. „Ihr wißt genau, daß ich auf eurer Seite gestanden habe. Zu was bin ich selbst denn im Revier 7!“ „Er hat recht,“ stimmte ein anderer bei.„Breuer is unschuldig. Jetzt hat das Geschwätz ja auch keinen Zweck mehr. Vorwärts, Männer, ehe es zu spät ist““ Sie wollten ihren Weg fortsetzen, doch Evans trat ihnen entgegen. „Zurück von dort! Da gibt es heinen Ausweg. kommt nicht zun Schacht 5, denn der Gang ist eingebrochen. Kommt mit uno! Dieser Gang führt zum Revier 6. Vielleicht finden wir dort einen Auswes“ Alle kehrten um und rannten wie von Furien gehetzt weiter. Die Luft war zum Ersticken dich und alle Lampen brannten nur mit hleinen Flammen. Und als sie kaum dreihundert Meter zurückgelegt hatten, brach auch hinter ihnen das Gebirge mit dumpfem Gepolter zusammen. „Heiliger Gott. errette une““ betete ein grauhaariger Alter im Vorwärtshaften.„Laßt uns nicht untergehen in dieser schrechklichen Gefahr!“ Ein anderer, der neben Evans daherkeuchte, betete stoßweise und mit vor Erregung heiserer Stimme in französischer Sprache das Vaterunser. Etwa zehn Minuten lang rannten sie so um ihr Leben. Hinter ihnen erfolgte hein weiterer Zusambruch, auch wurde die Luft erträglicher. Als die kleine Gruppe flüchtiger Männer eine Art Grotte erreicht hatte, blieben alle wie auf Verabredung stehen. Ihre Lungen heuchten. In ihren Augen brannte das Entsetzen. Was ist eigentlich geschehen?“ fragte der alte Beter mit rauher Stimme. Und viele bebende Lippen wiederholten die Frage. „Schlagwetterexplosion““ ric Breuer.„Durch den Fahrstuhlwärter Pat mit Absicht herbeigefuhrt. Wenn wir mit dem Leben davonkommen, ihr Leute, dann werde ich euch und aller Welt genau erklären, welch ein Verbrechen hier begangen worden ist. Im Austrage des Direktoro Brown“ Ha. der Direktor Brown!“ heulten mehrere in rasendem Zorn auf.„Er war immer schon ein Schuft. fertums. Er lebt sehr bedürfnislos und einfach, sein Arbeitsgimmer enthält bloß das Notigste und erinnert fast an eine Kerkerzelle. Er hat oft Unglück im Leben, aber das wirft ihn nicht aus seiner Bahn. er verzweifelt nicht, er strebt und überwindet. Er führt sozusagen kein privates Leben, sein Leben bedeutet Zwiesprache mit dem Weltall in seiner Kunst. Das Zeitalter zwischen Goethes Tod und dem Ausbruch des Weltkriegs war ganz anders eingestellt, mehr auf das Materielle gerichtet; es fand zu Schiller, dem einfachen harten Krystall, nicht mehr das rechte Vrhältnis. Das in der Philosophie scheinbar Nächste, Zugänglichste, und doch begrifflich am schwersten zu Fassende, wie Wirklichkeit Zeit, Raum u. a., das hat Schiller verständlicher gemacht, tiefer ins Volk getragen sogar als Kant. Das aber konnte er eben nur als Dichter. Somit wird durch ihn der Begriff zum Tatwerden und dadurch auch mit Hilfe des Empfindens dem Verstehen näher gebracht. Ewige Werte hat er in klingender Sprache sicher gestellt.— Wo Schiller aber den Wea des bloßen Dozierens betritt, hat er das Volk nicht gewandelt, wohl aber in der Tragödie. Hier erscheint statt des Begriffes die Tat. Bildwerdung wird Kraftwerdung. Schiller ist der tiefste und gründlichste Kenner des Theaters. Seit den Griechen sind noch niemals alle inneren und äußeren Darstellungsmittel in ihrem rechten Verhältnis zu einander so vereint zur Anwendung gebracht als gerade bei ihm. Man denke nur an den Schluß seiner„Maria Stuart“. In der Szene vor Marias Tod kommen ihre religiosen und letzten irdischen Wünsche zum Ausdruck, unter der Szene hört man das Zimmern des Blutgerüstes und Leicester ist Ohrenzeuge ihres Todes. Solhe Bubnenmittel sind nun freilich nicht neu. Aber Schillere Ueberlegenheit besteht hier in der idealen, schlackenlosen Verschmelzung derselben in einer böheren Spbäre, in der Richtung nach oven, nicht wie bei Bürger, in der Richtung nach unten. Noch auf dem engsten Gebiet erkennen wir bei Schiller großen Spannungen, wie z. B. im„Handschuh“ die Wut der wilden Tiere und ihnen gegenüber die Furchtlosigkeit des Ritters, weiter im„Taucher“ und„im Kampf mit dem Drachen“ ähnlichen Gegensätze. Im Moment der höchsten Spannung geschieht die Umleitung ins Moralische. Bei Schiller finden wir überall, auch im Kleinsten, den Antrieb zur Moral, zum ernsten Sollen, das aus dem Wesenhaften hervorgeht. Damit schlägt er auch eine Brücke vom Materiellen zum Geistigen, vom Irdischen zu Gott. Die„Räuber“ spielen(ideell) noch im Weltenxaum, noch nicht in der Welt,„Fiesko“ zeigt den sittlichen Zwiespalt; in„Kabale und Liebe", seinem am straffsten gefügten Drama, ist das Gleichgewicht von Bühnenmeisterschaft und tragischer Auswirkung hergestellt. In seinen klassischen Dramen greift der Dichter zu den größten und schwierigsten Problemen, zu Persönlichkeiten wie Don Carlos, Wallenstein, Maria Stuart. Seine Helden sind Träger letzter moralischer, weltgeschichtlicher Ideen, die sie durch die Tat ausführen. Tell erschießt den Geßler nicht bei dem ersten Unrecht, das ihm dieser zugefügt hat. sondern erst, als Geßler der Feind des ganzen Volkes durch die Tat geworden ist, als Kraft und Verantwortung ihm(Tell) das Weltgericht in die Hand legen, da erst tötet er den Landvogt. Schiller, dem genialen Beherrsechr des Theaters, ist seine Kunst eine Predigt, eine Lehre für alle; das Gleiche gilt aber auch von seinen übrigen Dichtungen. In den „Kranichen des Ibnkus“ hat der Himmel durch die Sendung der Kraniche die Mörder des Ibykus offenbar gemacht, die Macht dees Chores hat dazu beigetragen, die„Szene wird zum Tribunal“. Und damit führt sie zu den Urtatsachen des Daseins. Darin liegt Schillers Meistertum. Er ist der große Meister, der es vermag, mittels der Kunst die letzten Forderungen des Sollens praktisch klar zu gestalten. Seine Figuren sind in letztem Grunde auch Tupen, Vertreter großer Ideen, seine Kunst ist für alle Stände geschaffen. Wäre er nicht Dichter so wäre sein Gedankengehalt bloß Verdünnung von Ideen Kants u. a. Doch die Ideen an sich lehren nur hinübersehen“, die Dichtungen Schillers„hinübergeben“. Er zeigt an Beispielen, daß, wenn Worte bewegen, diese selbst hinreißen.) Aber nicht bloß das praktische Beispiel, sondern auch die Kraft seiner Poesie tut die größte, eindringlichste Wirkung. der die Leute geschungen yar ois aufs Brut. Hatten wir ihn hier, dann brauchte er keinen Richter „Wenn wir lebend aus dem Bergwerk herauskommen, dann wird er dem Strafgericht nicht entgehen!“ rief Breuer erbittert.„Jetzt aber müssen wir zuerst an unser eigenes Schicksal denken. Weiß jemand, wo wir sind?" Gewiß, das wußten alle. Den Weg zum RevierV und zum Revier VI hatte jeder im Schlafe machen können. Doch diese Wege waren durch Zusammenbrüche gesperrt. Die Verbindungen zwischen Revier VI und dem benackbarten Revier VII aber kannte keiner. Niemand war hier je gegangen. Gehört aber hatten sie schon davon. „Ich glaube der Gang ist verschüttet“, meinte einer. „Wir müssen es versuchen“, sagte Evans. Ich habe zum Glück immer ein Karte der gesamten Schachtanlage in der Tasche. Leuchtet mal! Vielleicht können wir uns zurechtfinden.“ Er entfaltete seine Karte, und nach einigem Suchen hatten er und Breuer die Grotte, in der sie sich befanden, gejunden. Donach war sestzustellen, daß der Gang. den sie bisher verfolgt hatten und der die Grotte mit einer kleinen Biegung durchschnitt, in der Tat zum Revier VI führte. Bis zum Schacht war allerdinge noch ein weiter Weg, wenn die Karte nicht tauschte „Vorwärts, ihr Leute!“ rief Breuer.„Wenn wir uns auf die Karte verlassen können und der Gang nicht verschüttet ist, sind wir binnen zwei Stunden am Schacht des sechsten Reviers und in Sicherheit.“ Der Marsch begann. Unter drückendem Schweigen und anscheinend ohne viel Hoffnungsfreudigkeit stampften die Männer ihres Weges dahin. Breuer hatte befohlen, die Hälfte der Lampen zu löschen, da niemand wußte, wie nötig man das Licht noch brauchen konnte. Fast eine halbe Stunde lang ging es ohne Unterbrechung weiter. Da blieb Evans, der an der Spitze schritt, plötzlich stehen. Der Weg gabelte sich, was sonderbarerweise in der Karte nicht verzeichnet war „Da haben wir's“, brummte Evans hapfschutteln. „Die Karte ist sehlerhaft. Wer weiß, ob es überhaupt richtig ist, daß dieser Gang zum Revier VI führt.“ Da trat ein funger Bergmann vor und saate, er sei als Förderjunge einmal aus Neugierde und Uebermut diesen Weg gegangen. Damals war Revier VII nach in Betrieb. Er sei allerdinge auch nicht weiter als bis zu dieser Stelle gekommen und vor Hunger zusommengebrochen. Ein paar Stunden spater hatte man ihn gefunden und man hatte ihm gesagt, er hätte rechts weitergehen müssen, dann wäre er bald bet Schacht VI ausgekommen Der Gang linker Hand aber führe zu ausgebeuteten Flözen, habe beinen Ausgang und sei zum Teil zusammengestürzt. (Fortsetzung folgt.) (36. Fortsetzung.) nein!“ schrie John Cornland, und das war das erste Wort, das er wahrend dieser Szene von sich gegeben hatte.„Er soll die Lampe selbst loschen!“ Beifallsgebrull ertönte. Man riß Pat aus den Fausten Breuers und stieß ihn mit Fußtritten in den tollen hinein. Bis zu dem heimtückisch brennenden Licht waren es vielleicht fünfzig Schritt. Als Pat die giftig leuchtende Flamme sah, prallte er zurück, denn er wußte sehr wohl, was diese Lichtfarbe zu bedeuten hatte. Doch die Gefahr, die in seinem Rüchen drohte, war nicht geringer als die da vor ihm. Vielleicht konnte er durch Löschung des Lichtes seine Lage verbessern. Er rannte auf die Flamme zu. Alle sahen es. Doch er hatte noch nicht die Hälfte des Weges zurückgelegt, da entstand ein Geräusch— wie ein fernes Donnern— jeder hatte das Gefühl, ein Beben ginge durch den Berg— und jeder sah, daß das Lichtflämmchen plötzlich zu einer Flamme wurde.— Zurück! Fort von hier!“ brüllte der Ingenieur. Gleichzeitig fühlte er, der dem Stolleneingang am nachiten stand, daß er zurücktaumelte, wie unter dem Stoß eines unsichtbaren Gegners. Mit beiden Armen winkte er den anderen, zu rennen um ihr Leben. Und sie rannten— und er mit gewaltigen Sätzen hinterdrein. Die schaukelnden Grubenlichter führten in der Finsternis einen groteshen Tanz auf. Hin und wieder stürzte jemand, mftte sich wieder auf oder wurde von den anderen hochgerissen. Dicht vor Breuer liefen John Cornland und Evans.— Das dauerte wohl eine Minute. War die Gefahr vorüber? Oder hatte man sich getäuscht in der Er= regung der Vorgänge? War es Pat gelungen, die verhängnisvolle Flamme früh genug zu löschen? Plötzlich brüllte ein gewaltiger Donner auf, als wurde die Erde in Stüche gerissen. Wie von einer ungeheuren Woge erfaßt, schlugen die Fliehenden zu Boden. Doch sie rafften sich wieder auf— vorwärts — nur vorwarto! Es galt das Leben. Jede Sekunde war hostbar. Niemand von den Fliehenden dachte mehr an Pat Den hatte der erste Schlaa in dem enden Stollen 2u Boden geschleudert. Ein giftiger Dunst betäubte ihn faft. In halbem Bewußisein raffte er sich auj. sich um das Licht weiter zu kümmern, kehrte er um, strebte dem Ausgang des Stollens zu. Sein Geist war ganz klar, doch seine Beine versagten ihm den Dienst, wie bei einem schwer Trunkenen. Der giftige Dunst würgte in seiner Kehle. Uebelkeit ergriff ihn. Der Inhalt seines Magens drang ihm so plotzlich in den Schlund, daß er beinahe erstichte. Er mußte sich gegen die Wand des Stollens lehnen, damit er nicht umsank. Er knirschte vor Wut und wahnsinniger Angst mit den Zähnen und stieß einen lauten Schrei aus. Doch der Schrei wurde von einem gewaltigen Prasseln, Krachen und Knattern übertönt. Vor ihm, hinter ihm knichten Stempel und Balken zusammen. als seien es Streichhölzer. Die Deche über ihm senkte sich— noch einen Schrei stieß er aus wie ein Raubtiengebrüll— dann lag er unter dem stürzenden Gestein begraben. John Cornland und Evans, auf diesem Gelände in der Bewegung nicht so sicher wie die Arbeiter, waren gegen diese ein wenig zurüchgeblieben. Nur Breuer blieb ihnen zur Seite. Zu ihrem Entsetzen hörten sie hinter sich das Gebirge mammenhren „Um Gottes willen vorwärts!“ schrie Evans. Doch es bedurfte dieser Aufmunterung nicht. John blutete schon aus mehreren Wunden, die er sich an dem scharfen Gestein gestoßen hatte. Die schlechte Luft preßte ihm die Lunge zusammen, daß er haum zu atmen vermochte. ben. Und aen beiden Flüchtlingen ein gröherer Querstollen dunhel gahnte, brach auch vor ihnen ein Teil des Stützbalkenwerks, zerknicht durch die Wucht des berstenden Gesteino, zusammen und versperrte ihnen den Weg. „Hier hinein!“ schrie Evans und riß John Cornland zur Seite, in den Querstollen hinnein. Mehrere Arbeiter kamen ihnen entgegengerannt, mit schrechene bleichen Gesichern und gestraubtem Haar. Evans Aus unserem Verbreitungsgebiel. Konfession, Erziehung und Schule Eine Rede des bayrischen Staatsministers Schemm Essen, 21. Okt. DNB. berichtet: Auf einer Arbeitstagung des Amtes für Erzieher Gau Essen sprach u. a. auch Reichsleiter und Staatsminister Schemm. Er gab in seinen über drei Stunden dauernden Ausjührungen zunachst dem Willen der gesamten Erzieherschaft Ausdruck, mitzuarbeiten an der Verwirklichung des Gedankens der Volksgemeinschaft. Diese Volksgemeinschaft dürfe durch nichts getrennt werden, auch nicht durch Konfessionen. Auf die Frage der Konsession eingehend erklärte Schemm wörtlich: Sei Du stolz und froh und gläubig in Deiner katholischen Religion und Du in Deiner protestantischen Religion. Und das sage ich nun zu Ihnen, deutsche Erzieher, und das gelobe ich vor der gesamten deutschen Oeffentlichkeit für den N3LB. wir bauen um die deutsche Kinderwelt eine Mauer aus stahlhartem Willen und auf dieser Mauer steht geschrieben: An die deutsche Jugend lassen wir konfessionellen Haß und Theologenzänkereien nie im Leben herankommen.(Stürmischer Beifall.) Und wenn Sie mich fragen: Warum? Aus Religion! Ich habe keine Zeit, mich mit den Re ligionskämpfen der vergangenen Jahrhunderte zu befassen. Ich wende meinen Blick auf die gegenwärtige Zeit und die Anforderungen, die der Nationalsozialismus zu stellen hat. Mit der konfessionellen Problematik oder mit den Streitigkeiten innerhalb der protestantischen Kirche haben wir uns auch weiterhin nicht zu beschäftigen. Ich habe nur eines zu erklären: Dort wo echte wirkliche Religiösität ist, dort muß das Hauptmerkmal der Religion vorhanden sein und dieses Hauptmerkmal ist definiert in der Bibel und heißt: Gott ist die Liebe. Und dann drebe ich den Satz um, und dann heißt er: Die Liebe ist Gott, und ziehe meine Schlußfolgerungen daraus, dort, wo auf religiösem und konfessionellem Gebiet Haß gepredigt wird, dort ist nicht Gott, sondern ist der Teufel. Dort will man die Herrschaft weltmachtpolitischer Tendenz.(Stürmischer Beifall.) Ich kann mir denken, daß der gläubige Katholik, der gläubige Protestant und alle anderen, die religiös sind, in einer Front gegen alle diejenigen stehen, die den Begriff auch nur antasten wollen. In Dutzenden von Versammlungen haben wir Nationalsozialisten gegen den Bolschewismus und die Gottlosenbewegung gekämpft. Wir haben die Pfarrer und Geistlichen aufgefordert, uns zu helfen, und die Antwort war: Wir gehen nicht zu den Kommunisten und können deswegen auch nicht zu den Nationalsozialisten gehen. Das war die Antwort. Und jetzt, da Deutschland errettet ist, jetzt dulden wir auch nicht, daß nach der gewonnenen Schlacht gegen den Bolschewismus dieses Volk aus religiosen, theologischen, paragruphenmäßigen, demagogischen, kirchenpolitischen Gründen wieder zersetzt wird. Ich habe die Ueberzeugung, daß die ganze religiöse Tätigkeit all der Menschen, die mit Religion zu tun haben, dann erst die ganze große Kraft und Liebe bekommen, wenn die Tore der Kirche aufgemacht werden für die Begriffe Rasse und Volk(Stürmischer Beifall.) Und so möchte ich noch einmal an die deutschen Erzieher die Forderung richten, lassen Sie um alles in der Welt an die deutsche Jugend die Zänkereien und den konfessionellen Haß nicht heran kommen. Mögen Sie zusammenstoßen, mit wem Sie wollen, setzen Sie sich durch um Ihres Volkes und um die Religion und um der Gottes=Idee Willen. Wir müssen es, denn es ist ja undenkbar, daß es halten konnte unser Volk, wenn der eine Teil gegen den anderen Teil Haß auf dem Gebiete predigt, das das Heiligste und Größte ist. Und so bekennen wir uns zu dieser Gemeinschaft Volk und zu dieser Gemeinschaft Gott, die das ganze deutsche Volk in allen seinen Gliederungen und in allen seinen Konsessionen umspannt. Es gibt auch heute noch den Bauer, den Arbeiter, den Handwerker und alle die anderen Stände, aber sie sind geeint unter dem Begriff Volk, und so soll es Katholiken und Pro testanten und alle die anderen geben, aber geeinigt unter dem Begriff Gott. Und so wird es gehen und muß es gehen. Und dort, wo dagegen gekämpft wird, sind Deutschland und Gott nicht, sondern da steckt der Todfeind Deutschlands. Staatsminister Schemm machte dann Ausführungen über die kommende deutsche Smule. Die Auslese für den Besuch einer höheren Schule dürfe in der Zukunft nicht mehr bedingt sein durch die Finanzen und das Ver mögen des Vaters und der Mutter, sondern durch die Fähigkeiten. Der Besuch einer höheren Schule sei aber nicht als etwas höheres anzusehen, diese Schüler gingen vielmehr nur den Weg der Geistigen, während die anderen Schüler eine abgeschlossene Ausbildung bekämen, die gleichzusetzen sei der höheren Schulausbildung. Wir prokla mieren die ewige Jugend des deutschen Volkes, und die haben wir in der Hand, wir deutschen Erzieher, wenn wir nämlich die deutsche Jugend mit dieser ewigen Jugend in unseren Schulstuben beschenken und ihnen diese Jugend einimpfen. Der deutsche Erzieher muß geistig gesehen als Jüngling ins Grab steigen, sonst war er keiner. Anklageschrift gegen Maluschka veröffentlicht Des 22fachen Mordes und 14 fachen Mordversuchs beschuldigt Eines der entsetzlichsten Attentate, die die Welt je erlebte, kommt am 5. November vor den Budapester Strafbehörden zur Verhandlung. Sylvester Matuschka wird sich wegen Mordes in 22 Fallen und Mordversuches in 14 Fällen zu verantworten haben. Trotz der Gutachten der Gerichtspsychiater in Wien und Budapest muß man sich immer wieder fragen, ob der Eisenbahnattentäter von Jüterbog und Biatorbagy nicht doch ein Geisteskranker ist, der allerdings auf keinen Fall seiner Strafe durch Unterbringung in einer Heilanstalt entzogen werden darf. Wie kann es ein normaler Mensch fertig bringen, 22 Menschen zu toten, die er nicht kennt, die ihm nie im Leben etwas getan haben? Und wären es noch mehr gewesen, die diesem Attentat zum Opfer fielen, so hätte das Matuschka noch mehr befriedigt. Angesichts des Interesses, das die Welt diesem Riesenprozeß in Budapest entgegenbringt, hat der Präsident der Budapester Staatsanwaltschaft schon jetzt eine Bewilligung zur Publikation der Anklageschrift erteilt. Diese 40 Schreibmaschinenseiten umfassende Schrift enthalt aufsehenerregende Enthüllungen über die in Ungarn ausgeführten Verbrechen des Attentaters. Wie schon gesagt, ist Mordanklage in 22 und Mordversuchsanklage in 14 Fallen erhoben worden. Matuschka ging mit einer Sachkenntnis auf dem Gebiete der Sprengtechnik zu Werke, die einer besseren Sache wert gewesen ware. Insgesamt verwendete er 7 Kilogramm Ekrasit, das er in fünf anderthalb Meter lange Eisenrohre verteilte. Diese riesigen Patronen legte er auf die Schienen, während er einige kleinere Patronen, von der Größe eines Infanteriegeschosses, an den Gleisen befestigte und untereinander mit elektrischen Zündungen versah. Eine solche Hollenmaschine mußte in der Wirkung so entsetzlich sein, wie sie es ja dann auch war. Mit 80 Kilometer Geschwindigkeit raste der Budapester D=Zug heran. Kaum hatte die Lokomotive die gefährdete Stelle erreicht, so erfolgte eine heftige Erplosion. Die großen D=Zug=Wagen flogen wie Streichholzschachteln durch die Luft. Gleisstücke von zehn Metern Länge wurden herausgerissen und beiseite geschleudert. Gleich darauf ertönten die Entsetzensschreie der Verunglückten, grauenhafte Schreckensszenen spielten sich ab. Wahrend schnell herbeigeeilte Helfer die unter den Trümmern Begrabenen zu bergen versuchten, lief fast freudig erregt ein Mann auf und ab und fragte Reisende, die das Glück gehabt hatten, unversehrt zu bleiben, ob sie nicht auch verletzt wären. Ihnen und Neugierigen, die nicht helfen konnten, erzählte er dann, wie sich das Unglück zugetragen hatte. Er sprach so viel, daß er schließlich den Kriminalbeamten auffiel. Während des Verhörs gab er an, im ersten Personenwagen gesessen zu haben und mit Hilfe zweier Eisenbahner gerettet worden zu sein. Er sagte, er wäre ein angesehener Kaufmann und Ingenieur aus Wien, man sollte nur Erkundigungen über ihn einziehen. Diese Erkundigungen ergaben dann auch, daß er in Wien den besten Ruf genoß, und daß er in Vermögensverhältnissen lebte, die jeden Gedanken an irgendein Verbrechen ausschlossen. Was den seriösen Herrn aus Wien aber verdächtig machte, war der Umstand, daß in dem Wagen, in dem er gesessen haben wollte, nur Tote waren. Wie wollte ausgerechnet er da unverletzt herausgekommen sein! Wieder und wieder wurde er vernommen, und schließlich brach er zusammen, gestand, bei der Ausführung des Attentats geholfen zu haben. Später nahm er diesen zweifelhaften Ruhm für sich allein in Anspruch. Nie gab er Auskunft, aus welchem Grunde er denn nun dieses entsetzliche Attentat begangen hatte. Er lächelte nur immer heiter, tat auch sonst ein bißchen verrückt, so daß man ihn den Gerichtspsychiatern übergab. Diese stellten bald fest, daß er nur simulierte, wenn er im Gesängnis Holzkanonen erfand oder unsinnige Tonfilmmanuskripte schrieb. Sehr normal waren die Radierungen, die er anfertigte. Sie verrieten eine künstlerische Hand und setzten manchen Fachmann in Erstaunen. Eine dieser Radierungen, die das Unglück von Biatorbagy schildert, wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, da sie sehr gute Fingerzeige enthält. Nachdem Matuschka aus den Händen der Psychiater entlassen war, sagte er zu dem Untersuchungsrichter, daß er ein„Welterlöser" sei und daß die Welt aufhorchen werde, wenn er zu sprechen beginne. Er setzte sich auch hin und schrieb eigenhändige Einladungen zu dem Prozeß, der erst einmal in Wien gegen ihn stieg. Selbstverständlich gingen diese Einladungen, in denen er sich„seeyrie“, einzuladen, nie hinaus. Die Zeitungsberichterstatter aus aller Welt kamen auch so. Diesmal, zu dem großen Prozeß in Budapest, werden noch mehr Zeitungsmänner kommen. Ihre Anmeldungen liegen schon vor. Einem gewöhnlichen Sterblichen dürfte es kaum gelingen, Karten für die Verhandlung zu bekommen, er müßte dann schon mit einem der Prozeßbeteiligten bekannt sein. Da 63 Zeugen zu vernehmen sind und Gegenüberstellungen Matuschkas mit Geretteten von Biatorbagy erfolgen, ist nicht abzusehen, wann der Budapester Prozeß ein Ende nehmen wird. Wichtig für Saarabstimmungsberechtigke! Der Bund der Saarvereine teilt uns mit: Jede im Saargebiet wohnende Person kann Einspruch jegen die Eintragung einer bereits in die vorläufige Abstimmungsliste aufgenommene Person erheben. Die Abstimmungskommission hat nun verfügt, daß derjenige, der einen solchen Einspruch erhebt, eine Abschrift desselben durch eingeschriebenen Brief dem Betroffenen mitzuteilen hat, und zwar an dessen Anschrift im Saargebiet. Der Betrofsene muß innerhalb von vier Tagen seit Aufgabe dieses Einschreibebriefes zur Post salso nicht seit dem Tage, an dem er ihn erhält, seine Einwendungen gegen diesen Einspruch dem zuständigen Kreisbüro schriftlich mitteilen. Er muß ferner das ihm abchriftlich zugestellte Einspruchschreiben des Einspruch Erhebenden seiner Erwiderung an das Kreisbüro beifügen. Also: Wer einen solchen Brief über seine Anschrift im Saargebiet erhält, muß sofort seine Einwendungen schriftlich— Unterschrift nicht vergessen— unter Beifügung der Schrift des Gegners, on das zuständige Kreisbüro der Abstimmungskommission senden. In Zweifelsfragen wende man sich sofort an die Ortsgruppen des Bundes der Saarvereine. Professor Kornemann Breslau Ehrendoktor der Universität Budapest Budapest, 22. Okt. Der bekannte Breslauer Altertumsforscher, Universitätsprofessor Dr. Ernst Kornemann. wurde am Montag zum Ehrendoktor der Budapester Universität ernannt. Berlin zuversichtlich An der guten Verfassung der Börse hat sich zum Wochenbeginn nichts geändert, wenn sich auch Hinsichtlich des Aktien= bzw. des Rentenmarktes insofern ein gewisser Umschwung vollzogen hat, als bet letzteren eine gewisse Atempause einzutreten scheint. Vielleicht ist diese Ansicht aber nur durch eine ruhigere Umsatztätigkeit infolge des Rückgangs der Reichs-Altbesitz=unleihe um 1% Prozent ausgelöst worden, ohne daß mit einer längeren Dauer zu rechnen ist; erfolgte doch der Rückgang der Altbesitzanleihe lediglich deshalb, weil von maßgebender Seite darauf verwiesen worden ist, daß von einem Umtausch in eine andere Reichsanleihe in absehbarer Zeit nicht die Rede sein könne. Auch Kommunalumschuldungsanleihe setzten& Prozent, späte Reichsschuldbuchforderungen ½ Prozent zirka niedriger ein. Dagegen waren an den Aktienmärkten fast ausnahmslos Kurssteigerungen festzustellen, die sich zunächst im Rahmen von ½ bis 1 Prozent bewegten, nach dem ersten Kuraber sehr bald größeres Ausmaß annahmen. Nach der vorübergehenden Vernachlässigung der Aktienmärkte in der vorigen Woche dürfte diese kräftige Erholung einesfalls auf Rückkäufe der Kulisse zurückzuführen sein, anderseits aber boten größere Aufträge des Publikums den Anlaß hierzu. Als sachliche Basis nimmt man dabet die wieder vorliegenden Meldungen aus der Wirtschaft an, von denen die um 21 Prozent gesteigerten Einnahmen des Reiches, verschiedentlich vorgenommene Dividendenerhöhungen sowie eine 45prozentige Umsatzsteigerung bei Hinrichs und Aufermann genannt seien. Am Montanmarkt fallen vor allem Stolberger Zink mit einer 3½prozentigen Besserung auf, während die übrigen Papiere nur um zirka ½ Prozent höher einsetzten. Gut erholt waren Braunkohlenwerte, so Bublag um 2, Eintracht um und Niederlausitzer um 1½ Prozent. Kali=Aktien unterlagen zunächst leichtem Abgabebruck, wofür man die angekündigte Senkung der Kalipreise verantwortlich macht. Von chemischen Papieren eröffneten Farben ½ Prozent über Samstagschluß, zogen aber sehr bald um ein weiteres ½ Prozent an. Durchweg fester lagen auch Elektropapiere unter Führung von Akkumulatoren(plus 3 Prozent) und AEGh.(plus 1 Prozent). Lediglich Lahmeyer waren auf ein Zufallsangebot von sechs Mille um 1½ Prozent schwächet. Erwähnenswert sind ferner Autoaktien, wobei auf Verkaufserfolge der Ablerwerke im Ausland verwiesen wird, sowie Bauwerte(Julius Berger plus 2 Prozent) und Brauerei=Aktien, von denen Dortmunder Union 3 Prozent gewannen. Von den Favoriten der letzten Zeit konnten Hotelbetrieb nochmals ¼ Prozent und Gebr. Junghans% Prozent gewinnen. Nach den ersten Kursen traten auf fast allen Marktgebieten weitere Steigerungen ein. Am Geldmarkt waren unveränderte Sätze für BlankoTagesgeld von 4 bis 4¼ Prozent zu hören.— Am Valutenmarkt machte die Erholung der angelsächsischen Devisen weltere Fortschritte, und zwar errechnete sich der Dollar mit 2,472, das Pfund mit 12,30½. Devisen-Kurse (In Relchamark Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreibe und Futtermittel Amtliche Notierung in Mark für 1000 kg: Märk. Weizen 76—77 kg frei Berlin 202, Preisgebiete W 5 191, W6 192, W 7 198, W 8 194, W 9 196, W 11 198, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mark.; märk. Roggen 72—73 kg frei Berlin 162. Preisgebiete N 5 151, N 6 162, N 7 158. R 8 154. R 9 156, R 11 168, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mk.; Gerste la frei Berlin, b ab märk. Station): Braugerste, neu seine al 208—209. b) 194—200, dito, gute a) 191—201, b) 182—192, Wintergerste, zweizeilig al 179—190, b) 170—181, dito vierzeilig a) 174 bis 179, b) 165—170, Industriegerste a) 198—197, b) 176—181, Futtergerste, 50—60 kg. Preibgebiete G 5 161, G 6 152, G7 154. G# 167, G 9 150; märk. Hafer 48—49 kg frei Berlin—, Preisgebiete H 4 145, H 7 149, H 10 162, H 11 154, H 18 157, H 11 159; Weizenmehl, Type 790, 5: 20.65, 6: 96,80, 7: 26,96, 8: 97,10, 9: 27,40, 11: 97,70, mit 10 Prozent Ausland 1.50 Mk., mit 20 Prozent 8 Mk. Aufgeld; Roggenmehl, Type 907, 5: 21,65, 6: 91,76, 7: 21,90, 8: 22,05, 9: 92,86, 11: 22,65; Weizenkleie, gesetzl. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete 5: 11, 6: 11,05, 7: 11,10, 9: 11,15, 9: 11,26, 11: 11,40. Roggenkleie, gesetzl. Mühlenverk.=Pr. f. d. Preisgebiete 5: 9,45, 6: 9,50, 7: 9.55, 8: 9.06, 9: 9,75, 11: 9.90; Raps 310; Viktoriaerbsen 31,50—34, Ackerbohnen 11,50—12,50, Wicken 10,50—11,60, Lupinen blaue 6.50—7, Leinkuchen Basis 37 Prozent ab Hbg. 7.65 inkl. 1.30 MZ., Erdnußkuchen, Bas. 50 Prozent ab Hbg. 7.20 inkl. 1.45 M.Z., Erdnußkuchenmehl Di. Mahlung 7.60 inkl. M.Z., Trockenschnitzel ab Fabrik—, Ertrah. Sojabohnenschrot 45 Prozent ab Hamburg neu 6.50, alt 7,50 inkl. 1.55 MZ., dito, 45 Prozent, ab Stettin, neu 6,70, alt 7,75 inkl. 1,55 MZ. Kartofselflocken Parität waggonfrei Stolp als Verladestation 8.40(neuer Kontrakt), dito, Parität Berlin 8.96(neuer Kontrakt). Baumwolle Hamburg, 22. Okt. Tendenz stetig. Middling Unt versal Standard loko 14,32 Dollarcents. Bremen, 22. Okt. Middling Unsversal Standard (28 mm) loko 14,81 Dollarcents. Großmarkt für den Nährstand zu Düsseldorf Es notierten(alles die 100 kg waggonfrei Düsseldorf bei Waggonbezug) a) Getreide: Weizen rheinischer 70/77 kg ab Erzeugerstation W 16 90,40, Roggen, rheinischer, 72/73 kg ab Erzeugerstation N 16 16,40, Hafer, rheinischer, ab Erzeugerstation H 14 16,40, grober Mais 21,76, kleiner Mais 22,50, Weizenmehl, Type 790, Preisgebiet W 18 und W 14, 27,40, Roggenmehl, Type 907, Preisgebiet R 18, 23,80, Type 907, Preisgebiet R 15, 23,80; b) Futterartikel: Weizenkleie, Grundvreis ab Mühle, 11,70, Roggenkleie, Grundpreis ab Mühle, 10,20, Weizengrieskleie, Handelspreis 12,50—12,75; c) Hülsenfrüchte: Viktoriaerbsen, sächsische, 74—80, Erbsen, grüne, 50—51, Bohnen, mittel, handbelesen, 26—27, Schmalzbohnen extra, handblesen, 39—40, Linsen: mittel 27—88, heller 42—44, heller, große 46—48; d) Reis: Burma 28—25, Bassein 25 bis 27, Siam Patna 28—32. Die Mehlpreise verstehen sich zuzüglich 0.,50 M per 100 kg Frachtausgleich gem. Anordnung 9, Abs. 4. Tendenz: ruhig. Fruchthof des Kreises Mörs, 22. Okt. Sommerspinat 1.50—3, Feldsalat 1—6, Wirsing grün 2.50—4, Rotkohl 3.40—4.60, TänenWeißkohl 9,20—9.40, Weißkohl 2—2.10, Rosenkohl 1. 12 bis 14. Strauchbohnen 8—14, Speisezwiebeln 6.10—6.40, rote Möhren 9.70—8.40, rote Beete 8.40—2.00, Tomaten al 8—11, e) 5—8, Schwarzwurzeln 11, Aepfel 1. 7—14, dito 8. 4—6. Birnen 1. 8—10, dito 2. 4—6, Kohlrabi blau 2—9.50, Kopssalat 1. 3—5, dito 2. 1—2, Endiviensalat 15, Porree 1. 8—8.40, Sellerie 1. 6—11, dito 3. 2—4. Straelener Marktbericht Siraelen, 22. Okt. Wirsing grün 1.60—4, Rotkohl 4, Weißkohl 2—2.6, Grünkohl 2, Strauchbohnen 10 bis 16, Wachsbohnen 10—15, Zwiebeln 6—7, rote Möhren 2—3.50, rote Beete 1.50—2.50, Schwarzwurzeln bis 16, Tomaten 10—15, Birnen 8—15, Pfirsiche 82—88, Sellerie 1. 10—15, dito 2. 3 8, Porree 1.80—3, Blumen kohl 1. 18—25, dito 2. 8—15, Kohlrabi weiß 1—2, bito blau 1—8, Kopfsalat 1. 1—4.50, Treishausgurken 1. 15 bis 25, Kastengurken 18—30, Hähnchen 0.45—0.54, Hühner 0.38—0.45. Großmarkt für den Nährstand zu Duisburg Dulsburg, 22. Okt. Es notierten in RM.: Rheinische Weizen 20,80, rhein. Roggen 16,80, Ostseegerste(Sommer 19,75, Platamais 21,75, Cinquantinomais 22,50, Weizen mehl, inl., Grundtype 790, für W 16 27,90, dito, mi 10 Prozent Austauschweizen 20,40, Roggenmehl, Tupe 90 für R 15 24,30, Roggenschrot, inl., Grundtype 1800, fü N 16 20,80, Weizenkleie, feine 11,70, Roggenkleie, sein 10.20(alles ab Mühle). Tendenz: In Erwartung, das die neueren Verfügungen betr. Naturalgewicht zu Belebung führen, waren die Umsatze in Weizen und Roggen klein. Futtergetreide wird nach der neuesten Verfügung auch mehr aus anderen Gegenden bezogen werden können. Das Angebot in rheinischer Ware lst nach wie vor unzureichend. Großmarkt für den Nährstand zu Essen Inländischer Weizen, 76/77 kg, Festpreisg. 16, 20,40 inl. Weizen, 77 kg(Handelspreis) 20,80, inl. Roggen, 72/78 kg, Festpreisg. N 15, 16,40, inl. Roggen, 72 ka (Handelspreis) 16,80, inl. Haser, 48/49 kg, Festpreisg. 0 19, 16,40, inl. Haser(Handelspreis) 16,70, inl. Gerste (Wintergerste), 50/60 kg, Festpreisg. 14, 16,70, inl. Gerste Handelspreis) 17,00, Platamais 22,00, Plata Cinquan tino 22,50, Weizenmehl Grundtype 700, Festpreisg. 16, einschl. 0,50 Frachtausgleich, 27,90, Roggenmehl Grund type M, Festpreisg. 15, 24,30, Weizengrieskleie 12,50 bis 12,76, Weizenkleie 11,00—11,50, Roggenkleie 10,50, Trol kenschnitzel 9,40, Zuckerschnitzel 11,00, Kartofselflocken 10,7 bis 20,00, Tendenz: ruhig. Westdeutscher Kartoffelmarkt Wenn sich das Kartofselgeschäft immer noch auf die Lieferungen aus den nahe gelegenen Erzeugergebieten beschränkt, so ist die Umsatztätigkeit ohne Zweifel bedeutend lebhafter geworden, so daß auch die Pkeise eine leichte Neigung nach oben zeigten. Indes ist durch die Bekanntgabe von Einkellerpreisen in Rheinland, West salen und Lippe, zu denen es möglich sein sollte, Speise kartosseln mittlerer Art und Güte frei Empfänger und frei Keller zu liesern,— 3,— bis 3,25 M auf dem flachen Lande, 3,50 M in kleineren und mittleren Städten und 3,75 M in den Großstädten— eine gewisse Richtlinie auch für die Entwickelung der Großhandelspreise gegeben. Wenn die Großhandelspreise z. B. in Mecklenburg und Prignitz für gelbe Speisekartoffeln 2,70—2,75 M ab dortigen Stationen sind, so steht ohne Zweifel fest, daß diese Preise zum Bezuge nach Westdeutschland keine Rechnung lassen. Antwerpener Kammzugnotierungen Zahlen in Klammern die Preise vom 19. Oktober. Es notierten in pence je lb. netto: Oktober 2.75(28.75), November 23.50(28.50), Dezember 29.50(W.50), Januar 23.50(23.50), Februar 23.50(23.60), März 20.50(2.50), April 23.50(23.50), Mai 23.50(2.50). Tendenz ruhig (ruhig). Umsatz 40 000(65 000). In belg. Franken erforderten je kg: Oktober 2(23), November 28.76(22.75), Dezember 28(23), Januar 2.20 (23), Februar 28.25(28), Mär= 20.50(29), April 2.50 (2.25), Mai 2.50(28.25). Tendenz ruhig(ruhig). Umsat 83 200(197 200). Viehmärkte Köln, 22. Okt. Auftrieb: 886 Ochsen, 314 Bullen, 622 Kühe, 160 Färsen, 14 Fresser, 1053 Kälber, 325 Schafe, 5807 Schweine. Bezahlt wurden für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen: al) 35—30(36—40), b) 80—31 31—35), c) 26—29(27—30), d) 22—25(24—26); Bullen: a) 38—36(85—96), b) 28—32(28—34), c) 21—27(28—27), d) 18—20(21—22); Kühe: a) 35—38(36—38), b) 28—3 (81—35), c) 21—27(23—80), d) 16—20(16—22); Färsen: a) 85—38(95—98), b) 20—84(81—34), c) 24—28(25—80); Kälber: A) 70—76(71—75), B a) 68—57(54—58), 5) 46 bis 52(48—58), c) 38—45(40—47), b) 28—87(31—30); Schafe: b2) 38—40(38—40), c) 82—97(80—87), d) 25—80; Schweine: al) 58(53), a2) 68(58), b) 61—58(51—63), c) 49—58(50—58), d) 45—52(47—52), g1) 50—52(61—52), g2) 44—49(47—50).— Marktverlauf: Rinder ruhig; Kälber mittelmäßig; Schafe mittel; Schweine und sette Schweine sehr gesucht. Düsseldorf, 22. Okt. Austrieb: 181 Ochsen, 79 Bullen, 197 Kühe, 90 Färsen, 7 Fresser, 506 Kälber, 4 Schafe, 2613 Schweine. Bezahlt wurden für 50 Kilo Lebendgewicht in RM: Ochsen: al) 35—39(96—88), 5) 82—34 (38—35), c) 28—81(28—89), b) 26—27(25—27); Bullen: b) 30—33(27—30), c) 27—29(23—26), d) 25—26(22); Kühe: al 34—36(36), 5) 81—39(81—85), c) 28—80(25 bis 30), b) 18—22(18—24); Färsen: a) 88—96(35—36), b) 29—32(22—34), c) 26—28(27—81); Kälber: A) 65—71 (68—71), B a) 57—60(58—60), 5)(62—56), e) 40 bis 48(42—50), d) 28—88(30—40); Schweine: a2) 68(66), 50—58(51—53), c) 47—66(47—58), d) 45—51(45—52), e) 40—48(40—41), 92) 45—50(46—51).— Marktverlauf: Rinder und Kälber mittelmäßig; Schweine mittelmäßig, geringe Schweine vernachlässigt. Bochum, 22. Okt. Auftrieb: 4 Ochsen, 63 Bullen, 61 Kühe, 4 Färsen, 98 Kälber, 785 Schweine. Bezahlt wurden für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen: al) 85—37; Bullen: 5) 25—29, e) 91—24, d) 18—20; Kühe: a) 38—37, 5) 20—83, e) 24—26, d) 15—21; Färsen: c) 22,50—24; Kälber: A) 75, Ba) 58—58, b) 45—52, c) 38—45, d) 32—96; Schweine: al) 62—53, b) 60—53, c) 48—53, d) 45—52, g1) 50—68, g2) 46—49.— Marktverlauf: Kälber lebhaft, geräumt; Schweine im Anfang lott, zum Schluß langsam. Duisburg, 22. Okt. Auftrieb: 18 Ochsen, 84 Bullen, 227 Kühe, 36 Färsen, 8 Fresser, 248 Kälber, 17 Schafe, 1874 Schweine. Bezahlt wurden für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen: al) 96—38, 5) 83—35; Bullen: b) 20—92, c) 24—27, b) 20—23; Kühe: a) 82—35, b) 28 bis 31, c) 23—26, b) 18—21; Färsen: c) 26—90; Kälber: a) 50—00, b) 48—58, c) 40—47, d) 80—88; Schweine: a1) 53, a2) 58, 5) 51—53, c) 48—68, d) 47—53, g1) 50—51, 92) 45—48.— Marktverlauf: Rinder langsam, geringer Ueberstand; Kälber mittel; Schweine gute flott, leichte schwer verkäuflich, geringer Ueberstand. Essen, 22. Okt. Auftrieb: 110 Ochsen, 323 Bullen, M0 Kühe, 8 Färsen, 16 Fresser, 584 Kalber, 100 Schafe, 1158 Schweine. Bezahlt wurden für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen: al) 34—97, b) 29—38, e) 24 bis 27; Bullen: a) 33, h) 26—30, c) 22—25, d) 18—21; Kühe: a) 88—36, b) 28—32, e) 22—97, d) 14—20; Kälber: A) 67—70, B a) 67—00, b) 50—55, c) 40—48, d) 24—88; Weidemasthammel 88, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 84, mittlere Schafe 23—30; Schweine: al) 53, b) 50—53, c) 47—53, b) 44—48, g1) 48—50, g2) 44—47. — Marktverlauf: Rinder langsam, Ueberstand; Kälber flott; Schafe flott; Schweine flott. Dortmund, 22. Okt. Auftrieb: 49 Ochsen, 201 Bullen, 501 Kühe, 183 Färsen, 6 Fresser, 560 Kalber, 59 Schafe, 2678 Schweine. Bezahlt wurden für 50 Kilo Lebendgewicht in RM: Ochsen: al) 83—34, a2) 81—82, b) 26—30, c) 23 bis 25; Bullen: a) 31—33, b) 26—80, c) 23—25, b) 20—22; Kühe: a) 88—36, 5) 28—82, e) 22—27, d) 14—21; Färsen: a) 88—96, b) 28—82, e) 24—27, d) 18—23; Kalber: al 57 vis 58, b) 48—56, e) 40—47, d) 26—89; Schafe: e) 85—36, ) 82—84; Schweine: a1) 58, a2) 52—08, b) 50—56, c) 47 bis 52, b) 44—40, g1) 48—60, 92) 45—47.— Marktverlauf: Rinder ruhig; Kälber mittel, gute gesucht; Schafe mittel; Schweine glatt. Husum, 21. Okt. Die Zufuhr zu den schleswig=holsteinischen Ferkel= und Jungschweinemärkten betrug in dieser Woche etwa 6800 Stück. Der Handel war mittelmäßig. Es bedangen: 4—6 Wochen alte Ferkel 6—8, 6—8 Wochen alte 8—10, über 8 Wochen alte 10—13 Mk. das Stück; nach Lebendgewicht bedangen: beste Ferkel 92—85, mittlere 30—82, geringere 27—90 Pfg. das Pfd.; sette Schweine bedangen: deste Ware 46—47, mittlere 44—45, geringere 36—88. Cauen je nach Gitte 40— Pig. das Pfund Lebendgewicht. Größere Sendung gingen nach Hamburg und weiter nach dem Süden, ganzen etwa 4800 Stück. Nach Goties uneriorschlichem Katschlub verschied heute nacht 4.30 Uhr, nach langem, mit größter Geduld ertragenem Leiden, plötzlich und unerwartet, jedoch wohlvorbereitet, mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Landwirt Heinrich Bente nach einem arbeitsreichen Leben, im Alter von 64 Jahren. Um ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten: Gertrud Bente geb. Berke und Kinder Maria, Gerta und Heinz. Boch.-Wiemelhausen, Boch.-Weitmar, E.-Katernberg, E.-Stoppenberg. Herne-Holthausen und Herten-Disteln, den 22. Oktober 1934. Das feierliche Leviten-Seelenamt ist am Donnerstag, dem 25. Oktober, vormittage 8 Uhr, in der Sankt Johannes-Pfarrkirche zu Boch.-Wiemelhausen. Danach um 9.15 Uhr die Beerdigung vom Sterbehause, Wohlfahrtstraße 197 a, zum Friedhof B.-Wiemelhausen. Geschwister Heer Bochum, St. Louis-U. S. A., Bottrop u. Delbrück, den 21. Oktober 1934. Das feierliche Levitenseelenamt findet am Donnerstag, dem 25. Okt. 1934, vormittags 7.15 Uhr, in der Pfarrkirche St. Johannes, Bochum- Wiemelhausen statt. Die Beerdigung ist um 9.15 Uhr vom Sterbehause, Wiemelhauser Straße 185, zum Friedhot an der Blumenstraße. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. Wilhelms-Bad Sochum Wilhelmstraße 22, Telephon 6160 Wannen-, alle Rellbäder, Dampf- und Helßlurträume, Massagen. Curchgehend geötfnet v. 88 Uhr Dr. jur. Alfred Cohn Rechts- und Wirtschaftsberatung! Hausverwaltungen, Versicherungen Bochum Rechenerstr. 18, Tel. 633 12 Nach Gottes heiligem Willen verschled heute Sonntagąbend um 6.45 Uhr infolge Altersschwäche unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Anna geb. Schlüter im 75. Lebensjahre, gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sakramente. In tiefer Trauer: Durch eine Schlagwetterexplosion auf unserer Schachtanlage 4/5 fanden den Tod die Mitglieder unserer Gefolgschaft Schlossermeister Karl Schweitzer Schlosser Rudolf Mlekusch Schlosser Johann Kotnik Schlosser Emil Westerfeld Schlosser Heinrich Ahrensmeier Schlosser Walter Stallmann Schlosser Kurt Heise Reparaturhauer Johann Florkowski Reparaturhauer Karl Lohmann In aufrichtiger Trauer nehmen wir Anteil an dem Schicksal der Männer, die in treuer Ptlichterfüllung als Opfer der Arbeit Familie und Werksgemeinschaft entrissen wurden. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Bochum, den 21. Oktober 1934. Der Führer des Betriebes und die Gefolgschaft der Gewerkschaft ver. Constantin der Grobe. Staditheater Bochum Dienstag, 23. Okt., 20 Uhr. Vormiete C 5: Maria Stuart Trauerspiel in 5 Akten von Fr. von Schiller. Mittwoch. 24. Okt.: 20—28 Uhr, Gelber Ring 1: Wiener Blut Operette in 8 Akten von Johann Strauß Drahtgelechte, Motendrähte, Stacheldränté billiget! 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Die Schulbeiträge der Gewerbetreidenden, die Werkschulen unterhalten (Bergm. Berufsschule), sind zu ermäßzigen nach dem Verhältnis der Hundertsätze, die sich ergeben einerseits beim Bergleiche der Zahl der Werkschüler mit der Zahl der Arbeiter und Angestellten des Betriebes und andererseits beim Vergleiche der Zahl der Berufsschulpflichtigen mit der Zahl der Arbeiter und Angestellten im Stadtbezirk Bochum. Die Zahlen der Werkschüler und der Arbeiter und Angestellten der Betriebe sind nach dem Stande am 1. April 1934 festgustellen. Freiwillige Schüler haben für die Jahresunterrichtsstunde ein Schulgeld von 4.60 RM, freiwillige auswärtige 575 RM zu sablen. Bochum, den 20. Oktober 1934. Der Oberbürgermeister. Lichtspielhaus Bochum Nur noch 3 Tage! Iiane Nald/ Harderete= Rupter/ Roll v. Goin= Bei der blonden Kathrein Norma Shearer in Liebesleid! Ein ergreifender Film aus dem— Volke. TAICh ab 3.13 URr. digung findet am Mittwoch, dem 24. Oktober 1934. 8 30 Uhr. vom Trauerhause, Bochum-Hamme. Amtsplatz 8, aus statt. Das Seelenamt ist anschließend um 9.15 Uhr in der HerzJesu-Pfarrkirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zugehen sollte, diene diese als solche. Herausgegeben im Auftrage der Vereinigung für Heimaikunde von Rektor B. KleffReich illustriert, 3 Bände.— Preis für alle 3 Bände zus. RM. 4(Einzelband R M. 1.50 Erhältlich in jeder Buchhandlung und in der Geschäftsst. um. Zig Gegründet 1872 Die älteste Tageszeitung Großz-Bochums Das beliebte Heimat- und Familienblatt In allen Kreisen eingebürgert Die bewährte Vermittlerin in allen privaten u. geschäftlichen Angelegenheiten Zwan sversteigerung 14 K 60/84 Gemarkung Bochum, Grundbuch von Bochum, Band 18. Artikel 1 a) Wohnhaus mit Veranda. Hofraum und Hausgarten. b) Wohnungsanbau. ABC=Straße 5 Gebäudesteuernutzungswert 234 RM. Eigentümer: Rechtsanwalt und Notar Dr. jur. Siegmundin. Löwenstein in Bochum. Versteige. Ld. 269 rungstermin am 19. 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