Volks=Zeitung Ausgabe A für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk 63. Jahrgang Bochumer Volkszeitung T. Bochumer Stadtanzeiger Monaisdezugspreis einschl. Zustellgebühr für AnegabeSescaftsstellen: Bochum, Müdlenstraße 12=14, Fernruf 64746. NM 2.16, für Ausgaben B und C RN 2.—. De Behn la 2D Pstscheckkonto Dortmund 6146; Hatting der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des ge Bezugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Pfg., aus= verhunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eflen=Steele=Hattingen und Wattenscheid neber Str. 4. Fernr. 204 33. Postscheckto gade A 6 Pfg.. Ausgade B 3½ Pfg., Ausgabe O 2 Pfg., Text Waltenscheid, Freldeltstr. 15 Hern 1876. Mastscheckt anzugen: Ausgabe A 40 Plg., Ausgaben B u. O 25 Pfg. se um Geschaftsltelle und Redaktion: Bochum, Mühlenstratze 12-14/ Fernruf 64746-64748 Druck und Berlaa: Märkische Vereinsdruckeret. Wod Nr. 232 Samslag/ Sonnlag, den 6./7. Oklober(Bruno) 1934 Doumergue fordert Aulorität, nicht Diktatur Zweile Rundfunkrede des französischen Ministerpräsidenten zur Staatsreform für eilige seser Die Tagung der Reichs= und Gauleiter, mit der das Treffen der 300 dienstältesten Politischen Leiter verbunden ist, nahm am Donnerstagabend im Dresdner Schauspielhaus ihren Anfang. In seiner Ansprache betonte der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, daß die alten Kämpfer der Bewegung nicht vergessen werden würden. Die Pariser Bätter setzen sich eingehend mit der Vertagung der Romreise Barthous auseinander. Allgemein vermutet man, daß die französischitalienischen Vorverhandlungen noch nicht weit genug gediehen seien. Einige Blätter wollen auch von Schwierigkeiten wissen, die bei der Besprechung über die mitteleuropäische Lage entstanden seien. Durch österreichische Zeitungen ist in den ersten Oktobertagen die Nachricht gegangen, daß Dr. Wächter im Flugzeug aus Deutschland kommend in Südslawien eingetroffen sei, um die Organisierung der dortigen österreichischen Flüchtlinge zu übernehmen. Dr. Wächter erklärt, daß die Meldung in keiner Form den Tatsachen entspreche. Wie das Reichskontor der Nordischen Gesellschaft in Lübeck mitteilt, wählte der Große Rat der Gesellschaft zum Nachfolger des Reichsstatthalters Friedrich Hildehrandt den Oberpräsidenten Ganleiter Lohsee=Kiel zum Leiter der Nordischen Gesellschaft. Die Verletzungen des französischen Botschafters in Bern, Graf Clandel, der, wie berichtet, in der Nähe von Tavannes im Berner Jura mit seinem Kraftwagen verunglückte, sind nach ärztlicher Untersuchung nur leichter Art. Allerheiligen bleibt in katholischen Gegenden Festlag München. Das Fest Allerheiligen wird, einem Beschluß des bayerischen Gesamtministeriums zufolge, im Jahr 1934 in den bayerische Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung, soweit in diesen Gemeinden Allerheiligen nach bisherigem Brauch Festtag mit Arbeitsruhe für den ganzen Tag war, staatlich geschützt. Belgischer Damrfer an der holländischen Küste gekentert Cuxhaven, 5. Okt. An der holländischen Küste kenterte am Donnerstagabend der belgische Dampfer„Charles José“ aus Antwerpen etwa vier Seemeilen westlich vom Haak Feuerschiff. Ein Rettungsboot mit dem Kapitän und einem Mann der Besatzung an Bord ist von dem deutschen Dampfer „Wildenfeld“ von der Hansa=Linie aufgefischt worden. Der Dampfer„Charles José“ ist 554 Tonnen groß. Wie zu dem Unglück ergänzend bekannt wird bestand die Besatzung dieses Schiffes vermutlich aus zehn Mann. Das Schiff war manövrierunfähig geworden. Die Besatzung gab von etwa 20 Uhr bis gegen Mitternacht andauernd Notsignale mit roten Leuchtraketen. Darauf liesen aus Helder ein MotorRettungsboot und ein Schleppdampfer zur Hilfe leistung aus. Bevor sie aber die große Entfernung zur Unfallstelle zurückgelegt hatten, war das belgische -nnt bereits in den Wellen der See verschwunden, so daß sie am frühen Morgen unverrichteter Sache nach Helder zurückkehren mußten. Wirbelsturm in einer englischen Stadt DNB Lendon, 5. Okt. Die Stadt Llanhilleth in der an Wales grenzenden Grafschaft Monmouth erlebte am Donnerstag einen Sturm von außerordentlicher Heftigkeit, der ganz unerwartet losbrach und nach drei Minuten zu Ende war. Der plötzlich einsetzende Wirbelwind, der von wolhenbruchartigen Regengüssen begleitet war. warf Fußgänger zu Boden, zerriß Teleson= und Telegraphenleitungen, zerschlug Fensterscheiben und richtete großen Schaden an den Hausdächern an. Zwei Hausdächer stürzten ein, doch waren infolge eines merkwürdigen Zufalls die Bewohner der obersten Stockwerke in beiden Fällen in Krankenhäusern, um dort liegende Angehörige zu besuchen. Ein sonderbarer Umstand war, daß der Sturmwind nur einige Leile der Stadt traf, während andere Stadtteile unberührt blieben. Die Einwohner behaupten, daß während des Unwetters ein kurzer Erdstoß zu verspüren war Das Lissaboner Königsschloß niedergebrannt Lissabon, 5. Okt. Das historische Königsschlof Queluz, das man das„Versailles von Portugal“ genannt hat, ist am Donnerstagabend von einem Großeuer bis auf die Grundmauern zerstört worden. Die Ursache des Brandes ist noch enicht bekannt. Man fürchtet, daß die graße Sammlung von Edelsteinen, mälden und Skulpturen völlig zerstört wurde, Paris, 5. Oktober. Am Donnerstagabend sprach Ministerpräsident Doumergue erneut im Rundfunk zum französischen Volk. Er bezeichnete sich eingangs als ergebenen Verteidiger der freien französischen Institutionen, kündigte jedoch Reformen an, die diese Institutionen durch die Schaffung einer Regierung mit genügend Autorität vervollständigen sollen, so daß die Regierung gewiß sei, zur Erfüllung ihrer Aufgabe lange genug leben zu können. Die Erfahrung habe bewiesen, daß die französischen Regierungen diese Autorität nicht mehr gehabt hätten. Wenn ein Land soweit gekommen sei, dann trete Unordnung ein, und auf sie folge Anarchie. Die Anarchie ziehe unvermeidlich die Diktatur entweder eines Mannes oder einiger Männer oder eines siegreichen Landes nach sich. DNB. Madrid, 5. Okt. In der Nacht zum Freitag ist von den marxistischen Gewerkschaften der General streik erklärt worden als Antwort darauf, daß der Staatspräsident den Weg für eine Entwicklung nach rechts und für eine antimarxistische Regierung freigemacht hat. Madrid gleicht gegenwärtig einer toten Stadt. Es verkehren weder Autobusse noch Straßenbahnen, noch Untergrundbahnen; man befürchtet, daß die lebenswichtigen Betriebe im Laufe der nächsten Stunden ebenfalls stillgelegt werden. Auch die Telephonverbindungen in das Ausland sind außerordentlich erschwert. Ferner ist damit zu rechnen, daß die Zeitungen nicht mehr erscheinen. In Madrid kam es am Freitag an mehreren Stellen zu heftigen Schießereien zwischen Streikenden und der Polizei. Die wenigen Straßenbahnen, die von der Polizei bewacht, den Verkehr aufzunehmen versuchten, wurden von Arbeitergruppen beschossen und mit Steinen beworfen. Bis jetzt sind über 20 Verwundete festgestellt. Besonders ernste Formen hat der Generalstreik in Asturien angenommen, wo die Grubenarbeiter allerlei Gewaltakte verüben. Unter anderem wurden mehrere Ueberfälle von Syndikalisten auf Polizeiposten durchgeführt, wobei bis jetzt Jünf Er, Doumergue, wolle Frankreich ein solches Schicksal ersparen. Sicherlich müßten infolge kleiner Aenderungen, die er für die politische Verfassung vorschlagen werde, die Parlamente die Initiative ergreifen. Die von ihm geplanten Bestimmungen würden die Institution des Parlaments, die von verschiedenen Seiten sichtlich bedroht sei, festigen. Seine Absicht gehe dahin, eine Ministerprasidentschaft zu schaffen, die über ein ständiges Büro und ein ausgesuchtes Personal verfüge. Außer dem Statistischen Amt würde der Ministerpräsidentschaft das Generalsekretariat des Obersten Rates der Landesverteidigung und der neu zu organisierende Wirtschaftsrat an gegliedert werden. Dieser Wirtschaftsrat werde aus von der Regierung bestimmten qualifizierten Vertretern der Wirtschaft des Landes zusammengesetzt wundet gemeldet sind. Mehrere Arbeiter sollen getötet und verwundet sein. In Sevilla und Barcelona ist der Generalstreik ausgerufen worden. Einzelheiten fehlen, da die telephonischen Leitungen zum größten Teil zerstört sind. Die Regierung hat, nachdem die ernsten Nachrichten ans Asturien eingetroffen sind, den Arieasznstand über diese Provinz verhängt. Wie verlantet, sollen mehrere Flugzeuggesch oader von Madrid aus dorthin unterwegs sein. In Eilbar stürmten die Marxisten eine Waffenfabrik. Auch von dort fehlen Einzelheiten. Der den Linksbürgerlichen angehörende Präsident des Staatsgerichtshofes ist aus Protest gegen die neue Regierung zurückgetreten. Die Lage ist außerordentlich ernst. Man befürchtet, daß sich der Generalstreik zum revolutionären Angriff des Marxismus auf den Staat entwickelt. Die Generalstreikbewegung scheint weiter um sich zu greifen. Insbesondere in Asturien hat sich die Laae bedeutend verschlechtert. Auch aus Valledolid werden Gewaltakte gemeldet. Eine marxistische Bande überfiel dort eine Polizeikaserne, wobei zwei Offiziere getötet wurden. Der französische Ministerpräsident Doumergue sein. Er werde nur beratende Befugnis haben. Zur Verstärkung des nationalen Wirtschaftsrates werde eine Anzahl regionaler Wirtschaftsräte geschaffen werden. Die Tatsache, daß das Fehlen der Verantwortung zum System erhoben worden sei, habe alle Ressorts verfälscht und die Autorität vermindert, ja mitunter überhaupt beseitigt. Doumerque betonte dann die Notwendigkeit der unbedingten Trennung der politischen und der richterlichen Gewalt Er versprach Vorkehrungen zur Bekämpfung der Getreide=, Wein= und Aröeitslosenkrise. Zur Außenpolitik führte er u. a. aus: Die Aufrechterhaltung des Friedens bedingt unsere ganze Außenpolitik. Frankreich hege keine Nachsucht gegen ein anderes Land. Es werde sich stets gern zu allen Ententen bereit finden, deren aufrichtiges Ziel die Aufrechterhaltung des Friedens sein werde, selbstverständlich unter der Bedingung, daß keine dieser Ententen Frankreich verpflichte, auf etwas zu verzichten, was es für seine Sicher heit als unerläßlich ansehe. Diejenigen, die wirklich den Frieden wollten, seien nicht die, die sich damit begnügten,„Frieden zu blöken“ und die Arme zu verschränken. Jene beschwörten, wie er gern zugeben wolle, unbewußt eines Tages den Krieg über ihr Land herauf. Die Leute, die die Gefahr abwenden wollten, hielten ihr Land in dem Zustand einer guten Verteidigung für den Fall, daß es angegriffen werden sollte. Der Bürgerkrieg im Februar hätte binnen kurzer Zeit Krieg mit dem Auslande bedeutet. Ein Bürgerkrieg morgen wäre Krieg mit dem Ansland beinahe unmittelber darauf, und zwar würde er dann noch sicherer folgen, als er im Februar auf einen Bürgerkrieg gefolgt wäre. Deshalb hätte er die Regierungsgewalt erhalten, als er gesehen habe, wie sich unter dem Namen„Gemeinsame Front“ die gestern noch feindlichen Brüder vereinigten, die sich infolge ihrer Programme logischerweise unter dem koinmunistischen Banner hätten verschmelzen müssen. Das Programm, das die Gemeinsame Front in Falle ihres Erfolges anwenden würde, wäre: Abschaf fung der Legalität und der Souveränität des Volkes Einführung der Diktatur einiger bevorrechtigter Füh rer, Einführung der Gewalt, d. h. Bürgerkrieg und seine Folgen, Beseitigung der Freiheit, vor allem der Meinungsfreiheit, Beseitigung des Privateigentumund eines jeden Eigentumsrechts, ein Recht, das daJahr 1789 unseren Vätern gegeben habe. Doumergubeleuchtete dann die Unaufrichtigkeit und Zweideutig keit des kommunistischen Programms. Daß kommunistische Lehrsätze in Ländern angenom men und angemandt werden könnten, die sich durc ihr Temperament, ihre Geschichte, ihre Denkart und ihre Bestrebung von Frankreich unterscheiden, sei möglich. Daß andere Länder, umn sich der Entwicklung dieser Lehre hei sich zu widersetzen, zu etwas harten Mitteln gegriffen hätten, sei sicher. Frankreich mische sich in die Innenpolitik anderer Länder nichi=1a. Aber Tatsachen seien Tatsachen. Frankreich habe das Recht, sie zu beobachten und daraus Lehren zu ziehen. Um jede Gefahr der Diktatur zu nermeiden, müsse man der gemeinsamen kommunistisch-sozialistischen Front die gemeinsame Front der Freiheit und des Vaterlandes entgegenstellen. Alsdann widmete Ministerpräsident Doumergue der französischen Jugend einige aufmunternde Worte Seine Rede klang in einen Aufruf zur Einigkeit aus Zweifaches Echo Die Rundfunkrede Doumerques finde in der Parier Presse ein lautes Echo. Die Rechtsblätter lassen ihrer Freude freien Lauf, die marxistischen Organe antworten mit verstärktem Haß, wahrend die radikal soziale Presse offensichtlich betreten ist „Scho de Paris“ freut sich besonders über die Er Uarung Doumergues, daß ein Burgerkrieg zwang Polizisten getötet, vier als schwer verWinters Einzug in das sonnige Kalifornien Einwohner der Stadt Truckee wurden von einem anßerordentlich schweren Schreefall überrascht, der den Ort in eine Schneedecke hüllte, die bis 40 Zentimeter auswies. Das Bild zeigt eine Straßenlzene in Truckee in Kalifornien im Oktober 1934. Kriegszustand über Spanien verhängl Der Generalstreik nimmt blutige Formen an— Angriffe des Marxismus auf den Staat ufig den aswärtigen Krieg nach sich ziehen würde, was nach Ansicht des Blattes nur dayin gedeutet wer den konne, daß Deutschland auf Frankreichs inner politische Schwierigkeiten warte.„Journal" stellt sest, daß Doumergue der auf Umsturz und Vernichtung sinnenden marxistischen Front den Prozeß gemacht habe. Diese Philippika kom: e kurz vor den Kantonalwahlen nicht aeleaen Das„Oeuvre“ ist enttäuscht, daß Doumergue nicht die versprochene wirtschaftliche Rede gehalten hat Gegen die marristische Front konne man gewiß die ge meinsame Front der Freiheit und des Vaterlandes aufmarschieren lassen, aber mißtrauisch musse man bleiben gegenüber trugerischen Versprechungen. Das Land verlange die volle Wahrheit. Man habe gehofft, daß Doumerque darüber Auskunft geben wurde, warum Fleisch und Gemuse, die der Bauer spottbillig abgebe. im Einzelhandel kaum erschwinglich seien Emport stellt der sozialistische„Populaire“ fest, daß der Ministerprasident in den Wahlseldzug direkt ein areise. Am kommenden Sonntag wurde das arber tende Volk in Massen gegen die nationale Einheit, gegen die Reaktion, gegen den Faschismus und gegen den Kapitalismus stimmen. Die kommunistische „Humanité“ ruft aus. die einzige Antwort laute: Hin ein in die gemeinsame Front! Aufschub der Romreise Barthous DNB. Nom, 5. Okt. Im Zusammenhang mit dem Aufschub der Reise Barthous nach Rom bis Anfang November schreibt der Pariser Bericht erstatter des Lavoro Fascista, es sei ausgeschlossen, daß neue Schwierigkeiten in den Vorverhandlungen aufgetreten seien; vielmehr sei es natürlich besser, wenn der Diplomatie ein längerer Zeitraum zur Verfügung stehe, um Vorbereitungen auf breiter Grundlage für ein dauerndes Einvernehmen beider Länder zu treffen. Zu der Meinung französischer maßgebender Stellen, wonach die beiden Staats manner an der Lösung des Donau=Pro blems durch den vorausgegangenen Besuch des südslawischen Königspaares in Paris leichtere Ar beit haben würden, erklärt der Berichterstatter, man habe italienischerseits keine Veranlassung, diesen französischen Optimismus zu bean st anden. Es hänge niel davon ab, ob Frankreich den festen Willen habe, sich auf den Boden der Tat sachen zu stellen. Verkehrsreform marschiert Die leitenden Verkehrsbeamten aus dem Reich beim Reichsverkehrsminister DB Berlin, 5. Okt. Im Reichsverkehrsministerium sand am Freitag eine Versammlung der leiten den Verkehrsbeamten aus den Ministerien der Länder und aus den preußischen Provinzen und Regie rungsbezirken statt. Auch mehrere Reichsressorts wa ren beteiligt. Der Reichsverkehrsminister hatte diese Besprechung veranstaltet, um die mit der Durchfüh rung der neuen Reichsstraßenverkehrsordnung befaßten Beamten in den Geist der neuen Regelung einzuführen. Die mehrstündige Aussprache ergab, daß sich die reichsrechtliche Regelung des Straßenverkehrs überall ohne Schwierigkeiten einführen wird. Die Sitzung ist, vom Standpunkte der Reichsreform aus betrachtet, insofern bedeutungsvoll, als der Reichsverkehrsminister hier zum ersten Male die unmittelbare Verbindung mit den Verwaltungsbehörden aufgenommen hat, die zur Durchführung der Reichsstraßenverkehrsordnung berufen sind. Nur die besten Kräfte im Studium Eine Verfügung des Führers der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch= und Fachschulen Berlin, 5. Okt. Der Führer der Reichs schaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen Feickert hat eine Verfügung über die Wissenschaftsarbeit der deutschen Studentenschaft im Wintersemester 1934-35 erlassen. Die Verfügung geht von der Erkenntnis aus, daß nicht durch organisatorische Maßnahmen, sondern allein durch den wirk lichen Einsatz der besten Kräfte in der Arbeit und durch die kameradschaftliche Zusammenfassung der nationalsozialistischen Prosessoren und Dozenten mit der neuformierten Studentenschaft der Neuaufbau der deut schen Hochschule durchgeführt werden kann. Die Organisation der bisherigen Aemter für Wissenschaft und ihrer Fachschaften und Fachabteilungen bleibt be stehen. Die Aemter für Wissenschaft werden zu Haupt amtern erhoben. Das wichtigste Aufgabengebiet letz terer ist die wissenschaftliche Mitarbeit an der Lösung wesentlicher Fragen des nationalsozialistischen Auf baues der deutschen Landschaften. Zur Mitarbeit an diesen praktisch=wissenschaftlichen Arbeiten werden nur die besten Kräfte der einzelnen Fachschaf ten und Fachabteilungen herangezogen. Der Einsatz einer gesamten Fachschaft in Form einer pflichtmäßi gen Erfassung aller Studenten darf an diesen pral tisch=wissenschaftlichen Aufgaben keineswegs geschehen Zur Durchführung einer erstmaligen Bestandsauf nahme und Zusammenfassung der im Wintersemester 1934-35 durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten wird das Hauptamt für Wissenschaft in der Reichs führung der deutschen Studentenschaft angewiesen, die Vorarbeiten fur die Errichtung einer „Frühjahrshochschule der deutschen Studentenschaft" im Frühjahr in Angriff zu nehmen. Diese soll die besten im Rahmen der wissen schaftlichen Arbeiten der deutschen Studentenschaften arbeitenden Kräfte zusammenfassen. Die zentrale Er fassung der Ergebnisse der besten wissenschaftlichen Ar beiten von Studenten wird durch die neu errichtete Schriftenreihe der deutschen Studentenschaft„Front junge Wissenschaft“ möglich gemacht. Die Aufnahme einer Arbeit in diese Schriftenreihe ist die hochste Auszeichnung, die die deutsche Studentenschaft für eine wissenschaftliche Leistung verleibt. Tragen von Schülermützen darf nicht unterbunden werden zu Beginn des Schuljahres einige Unter gliederungen der Hitler=Jugend versuchten, das Tragen von Schülermützen zu verhindern und dazu schritten, Schülermützen zu verbrennen, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß die Zeit der Trennung zwischen den Schülern der sogenannten vöheren Schulen und den Volksschülern vorüber sei, erließ der zuständige Minister ein Verbot des Verbrennens der Mützen. Ein neuer Erlaß des Reichsunterrichtsministers weist darauf hin, daß die Schuler lediglich berechtigt, jedoch nicht ver pflichtet seien, Emulermützen zu tragen. Er beab sichtige auch nicht, eine solche Verpflichtung aus zusprechen. Jedoch könne er es nicht billigen, wenn durch Zwangsmaßnahmen das Tragen von Schülermützen unterbunden werde. Er werde dahin wirken, daß solche Uebergriffe unterbleiben. Dr. Goebbels besichligt sein Gaugebiel Berlin, 5. Okt. Gänzlich unerwartet und un angemeldet besuchie am Donnerstagnachmittag Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Eigenschaft aia Verliner Gauleiter eine Reihe öffentlicher Einrichtungen und Anstalten der Reichshauptstadt. In seiner Begleitung befanden sich der stellvertretende Gauleiter Görlitzer und Staatskommissar Dr. Lip pert, die erst bei Beginn der Informationsfahrt über deren Verlauf verständigt wurden. Um 2 Uhr trafen der Minister und seine Be gleiter im Waisenhaus Nummelsburg ein, das bekanntlich kürzlich sein 75jähriges Be stehen gefeiert hat. Dr. Gnebbels unterhielt sich ausführlich mit vielen Zoglingen sowie mit den Lehrern und Erziehern, die sich alle in freimütiger Weise und ungezwungen äußern konnten. Anschließend wurde die ehemalige Wohnung Horst Wessels in der Großen Frankfurter Straße 62, besichtigt, in der der nationalsozialistische Held die tödliche Wunde von kommunistischer Mörderhand empfing. Nach einer eingehenden Besichtigung der Weihestätte ordnete der Gauleiter an, daß das Jemmer Horst Wessels, das von dem Haus wirt seither pietätvoll nicht mehr vermietet wurde und von der Flurnachbarin Wessels, der alten Parteigenossin Pludau, in rührender Weise betreut wird, in den gleichen Zustand versetzt wird, in dem es sich zu Horst Wessels Lebzeiten befand. Der Gau Berlin wird zu diesem Zweck mit dem Hauswirt einen langfährigen Mietvertrag abschließen, ferner ist beabsichtigt, das Haus unter Denkmalsschutz zu stellen. Sodann stattete Dr. Goebbels dem Arbeits nachweis für Filmkomparsen und Artisten, die sogenannte„Filmbörse“ in der Kronenstraße, einen Besuch ab. Bekanntlich hatte Dr. Goebbels schon vor Jahresfrist diesem Arbeitsnach weis einen Besuch abgestattet und dabei einen infolge der geradezu unwürdig gewordenen Unterkunftverhältnisse notwendigen Umzug angeordnet. Dieser ist mittlerweile vollzogen und der Film nachweis in neuen, hellen und freundlichen Näumen untergebracht worden. In zweistündiger Aus sprache hatten die von diesem Arbeitsnachweis be treuten Filmkomparsen Gelegenheit, Dr. Goebbels ihre Wünsche und Nöte persönlich vorzutragen. Eine Reorganisation des ganzen Komparsenbestan des nach den Grundsätzen der Leistung und der sozialen Gerechtigkeit wird in kurzester Frist durch gebührt werden. Kurz darauf, gegen 7 Uhr abends, erschien Dr Goebbels mit seiner Begleitung im städtischen Obdachlosenasyl in der Fröbelstraße, das im Volksmund den Namen„Die Palme“ tragt. Dieser Besuch erregte bei den Aermsten der Armen, die das Hauptkontingent der Besucher dieses städti schen Institutes bilden, um so größere Befriedi gung, als er auch hier gänzlich unerwartet kam und seit Errichtung dieses Asyls im Jahre 1888 noch nie ein Minister dort erschienen war. Dr. Goebbels besichtigte eingehend Unterkunft und Verpflegungs möglichkeiten des Obdachlosenasyls, stellte durch Kostproben die Qualität des eben zur Verteilung gelangenden Abendessens fest und unterhielt sich lange mit den Insassen, die sich in allen Schlaf- und Eßsälen in großem Kreise um ihn versammelt hatten. Einer Reihe von besonders schweren Fällen sozialer Not wurde durch sofortige Arbeitszuweisung abgeholfen. Bezeichnend für die durch den Nationalsozialismus schon gehobene Moral auch dieses Institutes war der immer wiederkehrende Wunsch nach Arbeit. Reichsminister Dr. Goebbels auf der Reichsleilerlagung DNB Dresden, 5. Okt. Reichsminister Dr. Goebbels traf Freitag vormittag auf dem Flugplatz Heller ein. Er begab sich sosort nach dem Hotel Bellevue, um an der Reichsleitertagung teilzunehmen. Vor dem Hotel hatte ein Ehrensturm der SA Aufstellung genommen. Der Minister wurde überall von der Bevölkerung mit Heilrufen begrüßt. Die 300 ältesten politischen Leiter der traten am Freitagvormittag eine Besichtigungsfahrt zunächst durch Dresden an. Auf dem Adolf=HitlerPlatz wurden die herrlichen alten Bauten und besonders der Zwinger besichtigt. Dann ging die Fahrt nach dem Weißen Hirsch. Gegen 14 Uhr traten die nicht an der Tagung teilnehmenden Parteigenossen ihre Sachsenfahrt an. England gehl gegen seine Minister vor Sämtliche Regierungsakten seit 1919 müssen abgeliefert werden 100 Politiker werden betroffen Abwehr unbequemer Kritik? DNB. London, 5. Oktober. Ueber eine amtliche Maßnahme, die in politischen Kreisen erhebliches Aufsehen erregen dürfte, schon weil sie in Widerspruch zu überkommenen Gepflogenheiten steht, weiß „News Chronicle“„u berichten. Dem Blatt zufolge sind alle Politiker, die seit dem Jahre 1919 als Minister tätig waren, aufgefordert worden, sämtliche in ihrem Besitz befindliche Abschriften amtlicher Dokumente auszuliefern: in den Fallen, wo vormalige Minister inzwischen verstorben sind, ist eine entsprechende Aufforderung an ihre Erben gerichtet worden. Die Originale der amtlichen Dokumente werden in Downingstreet gesammelt und aufbewahrt Jeder Minister erhält aber wahrend seiner Amts zeit von jedem Dokument eine Abschrift, die er in der Regel auch nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst aufbewahrt. Dieses Verfahren ist bislang stets als ein Vorrecht der Minister betrachtet worden. Von der Aufforderung zur Ablieferung der Abschriften werden ungefahr 100 politische Personlichkeiten betroffen, die hohe Regierungsposten bekleidet haben, z. B. Llond Georae, Lord Snowden. Win ston Churchili, Sir Herbert Samnel, Arthur Henderson. Sir Austin Chamberlain und Sir Robert Horne. „News Chronicle“ wirft die Frage auf, ob es sich um den Versuch handelt, eine Kritik an den ver wickelten politischen Schachzügen bei der Bildung der Nationalen Regierung im Jahre 1931 zu verhindern, oder ob es den ehemaligen Ministern unmöglich gemacht werden soll, bei der Abfassung von Lebenserinnerungen oder Zeitungsartikeln amtliche Dokumente als Unterlage zu benutzen. Wie das liberale Blatt mitteilt, soll mehr als einer der Beteiligten entschlossen sein, die Dokumente nicht auszuliefern, ehe er nicht eine eingehendere Erläuterung über die Gründe dieser ungewöhnlichen Maßnahme erhalten hat. Das amtliche England erklärt Das Ersuchen der Regierung an alle früheren Minister, die in ihrem Besitz befindlichen amtlichen Akten und Schriftstücke auszuhändigen, beschäftigt einen Teil der Oeffentlichkeit lebhaft. Die Mehrzahl der früheren Minister soll dem Ersuchen bereits stattgegeben haben. Von amtlicher Seite wird erklärt, daß sich der Schritt nicht gegen frühere Minister richte, die vielleicht den Wunsch haben, ihre Erinnerungen als Regierungsmitglieder zu schreiben. Es soll jedoch verhindert werden, daß wichtige Schriftstücke in die faschen Hände fallen. Tatsächlich soll es vorgekommen sein, daß derartige Staatspapiere, gewöhnlich nach dem Tode des betreffenden Mini sters, ihren Weg in Buchantiquariate gefunden haben, wo sie von scharfsinnigen Sammlern erworben werden konnten. In mehreren Fällen haben bekannte Buchhändler in London und in der Provinz die Bedeutung derartiger Schriftstücke, die sie mit der Bibliothek des betreffenden verstorbenen Ministers angekauft hatten, sofort erkannt und sie den Regierungsstellen zurückerstattet. Ein vormaliger Minister, der sich, soweit bekannt, bisher der Auffor derung widersetzt hat, ist der Arbeiterführer Lansburn, der den Standpunkt vertritt, das Kabinett habe „kein gesetzliches oder moralisches Recht“, dieses Er suchen zu stellen. Reichsheimstättenamt der NSDAP und Deuische Siudentenschaft DNB Berlin, 5. Okt. In Verfolg der Verfügung über die Wissenschaftsarbeit der deutschen Studentenschaft ist zwischen dem Leiter der Reichsplanung und des Reichsheimstättenamtes der NSDAP., Pg. Dr. Ludowici und dem Führer der deutschen Studentenschaft, Pg. Feickert eine Vereinbarung getroffen worden, deren Aufgabe es ist, über die Studentenschaft auf dem Wege der Fachschaftsarbeit und der mit der Studentenschaft zusammenarbeitenden Dozenten die Arbeit der Hoch schule für die Durchführung der Landesplanung zur Verfügung zu stellen. Die organisatorische Durchführung der für die Reichsplanung notwendigen wissenschaftlichen Ar beiten ist damit der Deutschen Studentenschaft übertragen worden. Präsident Elmhirst dankt dem Reichsnährsiand DNB Berlin, 5. Okt. Der Präsident der Internationalen Agrarkonferenz, Mr. K. Elmhirst, der im Anschluß an die Essener Tagung an einer Studienreise teilnahm und bereits damals sehr anerkennende Worte über den Reichsnährstand und seine Arbeit gefunden hatte, hat an das Stabs amt des Reichsbauernführers ein Schreiben gerichtet, in dem er im Namen aller Teilnehmer seinen Dank ausspricht. Das Schreiben des Präsidenten Elmhirst lautet wie folgt: „Als Präsident der International Conference of Agricultural Economy möchte ich auf diesem Wege im Namen aller, die an den Besichtigungsreisen vor und nach der Konferenz teilgenommen haben, unseren aufrichtigsten Dank aussprechen und unsere Anerkennung für Ihre sachkundige und eingehende Führung. Darf ich Sie zugleich bitten, unseren Dank an alle jene Herren weiterzuleiten, die so zuvorkommend und gastfreundlich zu unserer Unterhaltung beigetragen haben. Die Gelegen heit, die uns geboten wurde, soviel von Ihrer landwirtschaftlichen Arbeit und Ihren Plänen zu sehen, hat sicherlich in weitem Maße zum Gelingen einer denkwürdigen Konjerenz beigetragen.“ Einwilligung des englischen Königs zur Vermählung des Prinzen Georg DNB London, 5. Okt. Im Buckingham=Palast hat eine besondere feierliche Sitzung des Geheimen Rates stattgefunden, bei der der König seine for melle Einwilligung zur Verehelichung des Prinzen Georg mit Prinzessin Marina gab. An der Sitzung nahmen der Prinz von Wales, der Herzog von Connanght, der Premierminister, der Erz bischof von Canterbury und zahlreiche andere Wür denträger des britischen Reiches teil. Starhemberg erhält einen Stellvertreter DNB Wien, 5. Okt. Der Bundespräsident hat den Staatssekretär für Sicherheitswesen, HammersteinEquord, mit der Vertretung des Vizepräsidenten Starhemberg betraut. Eine offizielle Verlautbarung, warum Starhemberg einen Vertreter braucht, ist nicht erfolgt: co heißt, daß Starhemberg sich zu einem längeren Jagdausenthalt nach Kärnten begebe. Ein Kurier der österreichischen Marxisten festgenommen DNB Wien. 5. Okt. Im Gemeindebezirk Floridodorf wurde Freitag früh ein Mann angehalten, der die Strecke Brünn— Wien auf seinem Fahrrad zurückgelegt hatte. In seinem Rucksack fand man 1000 Exemplare der in Brünn hergestellten„Arbeiterzeitung“, des illegalen Kampfblattes der Marxisten in Oesterreich sowie umfangreiche Listen von sozialdemokratischen Parteimitgliedern, die auch nach dem Verbot ihre Beiträge bezahlt haben. Das Schutzhaus am Hochkönig niedergebrannt DNB Wien, 5. Okt. Das Tausenden von Berg wanderern auch im Deutschen Reich bekannte Schutz haus am Hochkönig im Lande Salzburg ist, wie heute bekannt wird, in der Nacht zum 5. Oktober völlig niedergebrannt. Die Brandursache ist unbekannt. Grundsätzliche Einigung in der Frage der Ostbahn ONB. Tokio, 5. Okt. Der sowjetrussische Botschafter Jurenew hatte am Freitag eine längere Aussprache mik dem japanischen Außenminister Hirota. Es wurde dabei arundsätzlich eine Einiauna in der Frage der Ostbahn erzielt. Nur über die Weiterbeschäftigung der sowjetrussischen Angestellten der Ostbahn bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Verdiente Abfuhr DNB Saarbrücken, 5. Okt. Die Abstimmungskommission gibt bekannt:„Im vorigen Monat wurde das Saargebiet von einer Untersuchungs kommission des„Welthilsskomitees für die Opfer des Hitlerfaschismus'“ besucht. Dieses Komitee hat darüber eine Pressemitteilung gemacht, in der unter dem Buchstaben C folgendes als festgestellt bezeichnet wird: „Das Bestehen der sehr weit verbreiteten Ueberzeugung, daß das bevorstehende Plebiszit weder geheim noch frei sein werde, einer Ueberzeugung, welche die Untersuchungskommission während ihrer Besprechungen zur Kenntnis der Mitglieder der Abstimmungskommission brachte.“ Hierzu bemerkt die Abstimmungskommission: Die Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Lord Marley hat in der Tat obige Behaup tung zur Kenntnis der Abstimmungskommission gebracht. Leider gibt die Untersuchungskommission nicht wieder, was die Abstimmungskommission darauf geantwortet hat, nämlich, daß es ihr unbekannt ist, ob besagte Ueberzeugung wirklich verbreitet ist, daß aber die Abstimmungskommission in jedem Falle unbedingt gewährleisten kann, daß das Plebiszit geheim sein wird und damit der Freiheit auch am besten gedient ist. Die Abstimmungskommission hat der Untersuchungskommission auch bekannt gegeben, auf welche Weise das Geheimnis der Abstimmung unbedingt gewahrleistet werden wird. Sowjelrichter in Haft genommen Moskau, 5. Okt. Auf Veranlassung des Obersten Staatsanwaltes der Ukraine=Republik wurden der Sekretär der Parteiorganisation in Wasilkow, Ginsburg, der Chef der Polizei, sowie neun Richter und Justizbeamte in Haft genommen, und zwar wegen Diebstahle, Plünderung der Lebensmittelvorräte, Sabotage und Gegenrevolution. Zwei Richter wurden ferner verhaftet, weil sie die Justizkasse vollständig ausgeplündert und Urkundenfälschungen begangen haben. Ein anderer Justizangestellter, der für Geld Gefangene aus den Gefangnissen entlassen hat, ist geflohen. Ueberfall rumänischer Studenten auf eine DNB Bnkarest, 5. Okt. Rechtsstehende rumänische Studenten drangen am Donnerstagabend in das Gebäude der Zeitung„Facola“ ein, verwüsteten die Geschäftsräume und mißhandelten den Verlagsdirektor sowie die Schriftleiter. Bei der sich anschließenden Schlägerei wurden ein Schriftleiter und ein Student so erheblich verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Das von dem Ueberfall betroffene Blatt hatte behauptet, daß der Führer der Nationalen Christlichen Liga Verhandlungen mit einer Freimaurerloge geführt habe. Verdächtiger Waffentransport auf spanischem Dampfer DNB. Paris, 5. Oktober.„Le Jour“ meldet aus Bordeaux, daß an Bord des spanischen Dampfece „Turquesa“, der wegen falscher Zollerklärung im Hafen von Bordeaux unter polizeiliche Bewachung gestellt wurde. 20 Maschinengewehre, mehrere tausend Gewehre und viele Kisten mit Munition festgestellt worden sind. Angeblich handelt es sich um einen für Antwerpen bestimmten spanischen Transport. Man nimmt aber an, daß das Schiff in Wirklichkeit nach einem Hafen in Portugal bestimmt war. Haussuchung beim Erzbischof in Aguas Calientes DNB Mexiko, 4. Okt.„Universal“ berichtet aus Aguas Calientes, daß im Palast des Erzbischofs eine Haussuchung vorgenommen worden ist. „Stummer Protest“ der Katholiken in Mexiko Wie kürzlich bekanntgegeben wurde, haben die katholischen Frauen Mexikos dem Präsidenten ein Gesuch eingereicht, in dem sie die Wiedereröfinung ihrer Kirchen forderten. Das Gesuch wurde abgewiesen. Daraufhin wurde eine neue Demonstration organisiert. 30000 Katholiken zogen in nummem Marsche durch die Hauptstadt zum Präsidentenpalais. Die gesamte Polizet Merikos wurde aufgeboten, um den Demonstrationszug auseinanderzutreiben. Sie arbeitete mit Tränengas und Gummiknüppel und machte schließlich von der Schußwaffe Gebrauch. Mehrere Personen wurden verwundet. Aber alles war vergebens. Der Zug setzte seinen Marsch fort. Als er den Central Plaza, an dem das Präsidentenpalais liegt, erreicht hatte, ordnete er sich— und eine halbe Stunde lang standen die 30000 Katholiken still und stumm gegenüber dem Palais. Dann gingen sie in kleinen Gruppen ruhig auseinander. Die Demonstration war ein stummer Protest gegen die Ablehnung des vorangegangenen Gesuches. Hauptschritleiter 3 M Hadler. Bochum Stellvertre= ter: Peter Schiffers Bochum verantwortl c r and Keuilleton à M Hadler: Jür den lokalen Teil Bochum und Westdentschland: P Schesere'str den Jokolen Teil Hattingen und Essen=Steele: J Landesel! Nochum:(0r den lokalen Teil Wattenscherd N 3. Landekeld in Bochum: lr Theater und Mank Tr C. Brinkschulte in Bochum#r Handel und Sport A J. Landeseld Bochum: für den Anzeigenteil Bohum Karl Lenze. Bochum: für den Anzeigentetl Hatengen Recker. Hattingen; Jar den Anzeigenterl Klein. E=Steele: Für den Anzeigenteil Wittenscherd Pürber Wittenscherk Berlag und Peud Mar avainadruckerei Bochum. D.=A. IX. 81; 18 887(davor nsrabe A: Westfälische Volkszeiturg Bochum 8918 Ausgabe B: Volkszeitung für Ennepe=Fuhr=Steeler Zel tung 329; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheid 105 1. Beilage der Volks-Zeitung. Nr. 232— Seite 5. Samstag, den 6. Oktober 1984. Bochumer Tageschronik. Mon merke! Sonnabend, den 6. Oktober. Sonnenaufgang 638 Uhr. Mondaufgang 407 Uhr. Sonnenuntergang 17 58. Monduntergang 16.23 Uhr. 1903: geb. der Physiker Heinrich Wilhelm Dove in Liegnitz(gest. 1879). 1947: geb. der Bildbauer Adolf v. Hildebrand in Marburg(gest. 1921). 1849: gec. der Alpinist Ludwig Purischeller in Innsbruck(gest. 1900). Sonntag, den 7. Oktober. Sonnenaufgang 6 39 Uhr. Mondaufgang 5.19 Uhr. Sonnenuntergang 17 35. Monduntergang 17.04 Uhr. 1794: geb. der Dichter Wilhelm Müller in Dessau(gest. 1827 1847: geb. der Afrikareisende Emil Holub in Holit(aeft 1002) Flaggen heraus! Fest der deutschen Schule. Aus Anlaß des am Sonntaa 17. Oktober) stattfirdenden Festes der deutschen Schule müssen sämtliche Schulen auf ministerielle Anordnung hin klaggen. Auch die Bevölkerung der Stadt wird gebeten, die Häuser zu befloggen. Das Winterhilfswerk 1934/35 beginnt. Der Wille zur Tat! Am 9. Oktober wird das Winterhilfswerk 1934=35 durch den Führer eröffnet werden. Wie im Vorjahre soll auch in diesem Winter der Gemeinschaftsgeist der Nation im Kampfe gegen Hunger und Kälte verwirklicht werden. Noch sind namentlich in den Großstädten und auch hier in Bochum zahlreiche Volksgenossen durch die Winterbilfsarbeit zu betreuen. Der Einsatz aller Volksgenossen und das Opfer jedes einzelnen ist daher erforderlich, um Not und Elend zu lindern, da gerade der kommende Winter hart sein wird. Der Erfolg des Vorjahres hat aber gezeigt, zu welchen gewaitigen Leistungen das deutsche Volk im Wege der Selbsthilfe fähig ist, wenn es sich auf sich selbst besinnt. Am Tage nach der Eröffnung des Winterhilfswerks durch den Führer, wird bereits die erste Sammelaktion als„Bernsteintag“ durchgeführt. Vom 10. Oktober ab werden auf allen Straßen und Plätzen, in den Lokalen und Gaststätten sowie von Haus zu Haus Bernsteinabzeichen verkauft werden. Zur Verarbeitung dieser Abzeichen sind über 2000 Kilogramm Robmaterial verbraucht worden. Hunderte von Volksgenossen ist dadurch für mehrere Monate Arbeit beschafft worden. Die Unterstützung und Förderung der ostpreußischen Bernstein=Industrie ist gleichzeitig eine Hilfe für die Provinz Ostpreußen. Jeder Käufer des Abzeichens bekundet dadurch gleichgeitig seine Verbundenheit mit der deutschen Ostmart Als erster Eintopfsonntag ist Sonntag der 14. Okicher. vorgesehen. Das Eintopfgericht wird auch in diesem Jahre wieder ein Volksbrauch werden zum Zeichen der Verbundenheit aller Volksgenossen. Wie im Vorjahre wird jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau ihre nationale Ehre darin sehen, die Winterbilfsmaßnahmen mit allen Kräften zu unterstützen! Patronatsfeste. Die St. Franziskuspfarre in Weitmar, die Theresien=Pfarrvikarie und die Liebfrauenpfarre in Altenbochum begehen morgen das Fest ihrer Kirchen, vatrone. Wie die Familie den Namenstag eines Familienangehörigen besonders festlich und freudig begeht. so werden auch die Mitglieder der Pfarrgemeinde das Fest ihres Kirchenvatrons in besonderer Weile feiern. Die Gottesdienstordnung erfährt an diesem Tage in den einzelnen Kirchen eine prächtige Ausgestaltung. Mögen die Gläubigen an diesem Tage in großer Zahl am Tische des Herrn sich einfinden, und für die Anliegen der Gemeinde beten und opfern. Marien-Volkswallfahrt nach Stienel. Nochmals weisen wir auf die große MarienVolkswallfabrt nach Stiepel hin, die moraen stattfinden wird. Morgens 7 Uhr ist Auszug der Pilger vom Kaiser=Friedrich=Platz. Gleich nach der Ankunft in Stiepel beginnt das Hochamt mit Predigt. 1 Uhr Privatandacht. Kreuzweg beten wir gruppenweise. 4.15 Uhr ziehen die Pilger wieder heim. wo in der Klosterkirche eine sakramentale Andacht den Gnadentag beschließen wird. Zu dieder 26. Pilgerfahrt zur Gottesmutter sind alle herzlich eingeladen. Die Liederterte erhält man morgens nar Abzug der Wallfahrt zum Preise von 5 Pig. Weißgekleidete Mädchen mögen zahlreich erscheinen. Auf zur lieben Gottesmutter nach Stiepel! Warnung vor einem Betrüger mit Monatsheften. letzter Zeit ist in verschiedenen Städten ein Betrüger aufgetreten, der auf schwindelhafte Weise Monatshefte bei Hausbewohnern absetzt. Er sucht Frauen auf und spiegelt vor, daß eine Hausbewohnerin ein Heft bestellt habe, diese aber nicht zu Hause sei. Darauf veranlaßt er die Frauen zur Annabme und Bezahlung der Hefte. Es handelt sich um Hefte älterer Jahrgänge. Beim Auftreten des Betrügers wird gebeten, die nächste Polizeistelle zu benachrichtigen und seine Festnahme zu veranlassen. Beschreibung: etwa 90 Jahre alt, 1,65—1,70 m groß, mittelstark, blondes Haar, ohne Kopfbedeckung, hat fremden Dialekt, trägt braunen Angug und eine braune Aktentasche. Bochum feiert den Tag des deutschen Volkstums Zum zweiten Mal ruft der Volksbund für das Deutschtum im Ausland die Bevölkerung Bochums auf zum Fest der deutschen Schule. In einer eindrucksvollen Veranstaltung soll daran erinnert werden, daß ein Drittel unserer Volksgenossen außerhalb der Reichsgrenze leben. Sie stehey im Kampfe um ihr deutsches Volkstum, den sie mit Zähigkeit und Treue führen. Kein Tag vergeht, ohne daß nicht Meldungen über Maßnahmen gegen unser Außenvolkstum bekannt werden. Der Kampf gilt im besonderen der deutschen Schule, dem wichtigsten Bollwerk deutscher Volkstumserhaltung. Durch das Fest der deutschen Schule, das der Volksbund für das Deutschtum im Ausland und die heimattreuen Verbände zu einem„Tag des deutschen Volkstums“ ausbauen wollen, soll die geistige und blutmäßige Einheit des Deutschtums innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen bekundet werden. Wir richten daher an die Bochumer Bevölkerung die Bitte, an der Kundgebung im Stadion mit ihren volkstümlichen Massendarbietungen teilzunehmen und die Häuser zu beflaggen. Riemenschneider Kreisleiter der NSDAP. Dr. Piclum Oberbürgermeister. Dr. Frohberg Gauführer des Gaues Industrie des VDA. Auch der Bruder Hübsches der Mittäterschaft verdächtig. Weitere wichtige Feststellungen in der Mordsache Krahn-Dortmund. Es muß noch mitangenommen werden, daß noch eine dritte Person an der Tat beteilige ist. Die Ermittlungen haben nun ergeben, daß in der Begleitung des Willi und Anton Hübsche in den Nachmittagsstunden eine dritte Person in der vorerwähnten Gastwirtschaft beobachtet worden ist, die vielleicht als Fahrzeugführer mit der Tat in Verbindung zu bringen ist. Diese Person wird wie folgt beschrieben: 1.65 bis 1,70 Meter groß, etwa 25 bis 30 Jahre alt, länglich blasses Gesicht, dunkle Haarfarbe, auffallend schlank, bekleidet mit schwarzem glanzenden Kunstledermantel und blauer Schiffermütze. Unter Hinweis auf die vom Herrn Regierungspräsidenten ausgesetzte Belohnung wird die Bevölkerung nochmals gebeten. weiter wie bisher die in diesem Falle besonders schwere Arbeit der Kriminalpolizei tatkräftig zu unterstützen. Mitteilungen nimmt die Mordkommission Dortmund und jede andere Polizeidienststelle entgegen. Die weiteren Ermittlungen der Mordkommission Dorimund und der Zentral=Ruhr=Mordkommission Essen haben den gegen Willi Hübsche bestehenden Verdacht weiter erheblich verstärkt. Einwandfrei steht fest, dah Willi Hübsche am Mordtage schon in den Nachmittagsstunden sich in Dortmund in einer Wirtschaft aufgehalten hat. Sowohl der Inhaber wie die Gäste haben ihn mit Bestimmtheit bei Gegenüberstellung wiedererkannt. Er ist auch an anderer Stelle in der Stadt gesehen worden. Hübsche konnte auch eines Einbruchdiebstahls. den er am 14. September 1934 gegen 18 Uhr mit einem Komplizen in ein Haus am Westfalendamm in Dortmund versuchte, überführt werden. In diesem Falle hat eine Zeugin den Hübsche überraicht und ihn jetzt mit Bestimmtheit unter einer Anzahl Männer bei Gegenüberstellung wiedereitannt. Weiteres wichtiges Beweismaterial im Falle Krahn ist folgende Tatlache: Die Untersuchung durch den Leiter des Inititute für gerichtliche Medizin, Professor Müller=Het(Berlin), hat ergeben. daß zwischen den am Tatort durch die Mordkommission sichergestellten Blutspuren und einer Blutprobe des Willi Hübsche vollkommene Uebereinstimmung besteht. Gestern morgen ist der am 2. Oktober 1934 mit seinem Bruder Willi in Essen festgenommene Anton Hübsche nach Essen überführt worden, weil er über seinen Verbleib am 29. September widersprechende Angaben gemacht hat und er daher der Mittäterschaft verdächtig ist. Die Ermittlungen in dieser Richtung werden weiter geführt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Täter sich mit einem Kraftfabrzeug in die Nähe des Tatortes begeben haben, um damit auch die erhoffte Beute abtransportieren und sich in Sicherheit bringen zu können. Diese Vermutung wird dadurch unterstützt, daß der am Tatort kurz nach der Tat angesetzte Polizeispürhund die Spur der flüchtenden Täter durch den Garten hindurch über das dahinter liegende freie Gelände bis zu Kulischstraße verfolgt hat, wo die Spur anscheinend aufhörte Wie stehl es um den Bochumer Bahnhofsneubau? Die Reichsbahndirektion Essen hatte die Pressevertreter zu einer Besichtigungsfahrt eingeladen, über die wir an anderer Stelle erzählen und die u. a. auch nach Duisburg führte. Als Bochumer konnte man ordentlich blaß um die Nase werden vor lauter Neid über den ebenso schönen wie gigantischen Bahnhofsneubau, Natürlich nahmnen wir bei dieser Gelegenheit auch Veranlassung, uns einmal über den Stand der Planbearbeitung des Bochumer Bahnhofneubaues zu erkundigen, gewissermaßen so hinten herum. Denn in dieser Beziehung sind die Verantwortlichen aus leicht begreiflichen Gründen ja immer mehr als vorsichtig. Es hat deshalb keinen Zweck, mit der Tür ins Haus zu fallen, auf das Hühnerauge zu treten und die eindeutige Frage zu stellen:„Wann erhalt Bochum seinen neuen Bahnhof?". Man muß also schon diplomatischer zu Werke gehen, womit nicht gesagt sein soll, daß unser Vertreter sich dabei nun auch wirklich diplomatisch angestellt hat. Doch es ist nicht abzuleugnen, daß man auf solchen Pirschgängen durch Hintertüren oft mehr erfährt, als einem lieb ist. Wenn auch diese Ausführungen keinen Anspruch auf amtliche Verlaubarungen erheben, so kann man sie doch nichts weniger als solche werten. Was bei diesem Frage= und Antwortespiel heraussprang, ist für Bochum nicht gerade hoffnungsvoll. Demnach scheint man die Planbearbeitung mit derselben dilatorischen Eile zu behandeln, wie wir sie in den letzten 20 Jahren erlebt haben. Vor allem sollen die Verhandlungen fast unüberbrückbare Schwierigkeiten machen, jedenfalls so viele, daß man keine rechte Lust mehr an dem Projekt habe. Außerdem könne man auch nicht einsehen, warum Bochum ausgerechnet jetzt nach diesem Neubau verlange, nachdem der Verkehr so gesunken sei. Wenn der alte Bahnhof in den Jahren 1928=20, in der Zeit der verkehrspolitischen Hochkonjunktur seine Aufgabe erfüllt habe, warum dann auch nicht jetzt. Lediglich von Prestigegründen könne sich die Reichsbahn natürlich nicht leiten lassen. Wenn Bochum aus solchen Gründen heraus einen neuen Bahnhof haben wolle, dann stehe dem nichts im Wege, wie die Reichsbahn denn auch jederzeit gern bereit sei, einem Projekt alle Unterstützung angedeihen zu lassen, wenn es nicht von ihr bezahlt werben brauche. Wenn uns diese Kenntnis und Ansicht auch jemand vermittelte, der um die Planung des Bochumer Bahnhofneubaues wußte, so war er doch nicht einer, bei dem die letzte Entscheidung liegt, so daß wir hoffen und erwarten, daß diese Stelle trotz aller Schwierigkeiten für die Belange Bochums alGroßstadt volles Verständnis hat. Und das bedingt, daß sie selbst der Ansicht ist, daß der olle Kasten, der jetzt Hauptbahnhof heißt, für eine Großstadt wie Bochum eine Unmöglichkeit ist. Großstadt=Glossen. Todfeinde fanden sich. Nun liegen sie friedlich beiammen: der heißblütige Sohn der Tropen, der stolze Araber, der überseeische Ausländer, der in der besten Gesellschaft verkehrt, überall gern gesehener Gast ist, bei dessen Anwesenheit die Damenwelt immer wieder in neues Entzücken gerät, neben der bescheidenen Blume deutscher Gaue, auf die er bisher mit einer unsagbaren Verachtung herabschaute. Er, der sich bisher stets klassenbewußt benahm, und sie, eine Freundin des einfachen Mannes, der Klein= und Sozialrentner, haben sich gefunden. Vielmehr die Verhältnisse waren stärker als ihre Feindschaft und haben sie zusammengeführt, so daß beide nun ein geruhsames Dasein eng nebeneinander führen. Wir sahen sie diese Woche auf der Kortumstraße beieinander. Wir trauten unseren Augen nicht, als sie da in engster Nachbarschaft im Schaufenster zur Schau lagen, er, der rassereine Einen Augenblick bitte! Wissen Sie schon? ...daß im 16. Jahrhundert in Bochum das von den Bäckern entnommene Brot„Kleinroggen“ und zuweilen auch„Weggen“ genannt wurde? Letztere wurden z. B. bei Vitink für den Maurermeister oder vereinzelt für die Arbeiter, welche fasteten, während des Kirchenbaues gebolt. * daß 1524 die Maurer in Bochum bei besonderer Gelegenheit neben„Roggenbrot“ auch„schönes Brot“ erhielten? Gebacken wurde von den Bäkkern nach der Taxe des Magistrats sowohl Grob= als Feinbrot und zwar„Grobbot“ zu 2 und 1 Groschen, „Kleinroggen“ zu 6 und 8 Hellern,„Weggen“ zu 2 und 1 Heller. 1561 wog das Grobbrot zu 2 Gr. 9. das zu 1 Gr. 4½ Pfund, der Kleinroggen von 6 H. 1 Pfund, der zu 8 H. 16 Lot, die Wegge zu 2 H. 9, die zu 1 H. 41 Lot. * ..daß Butter in Bochum in bestimmten Jahren des 16. Jahrhunderts ein rarer Artikel war? Man scheute soaar den Weg bis Essen nicht, um dort Butter zu ersteben. Andere bolten die Butter in Recklinghausen. 1519 kostete das Pfund Butter in Essen nur 1 Groschen. Und heute? * ..daß in Bochum auch im Mittelalter die Bienenaucht blübte? 1520 kostete in Bochum das Pfund Wachs 6 Groschen 6—8 Heller, in Hattingen 6 Groschen. * ... daß 1520 in Bochum ein frischer Schweineschinken 2½ Groschen kostete? Eine Gans kostete 20 Heller, ein Hammel 9 Groschen, ein kleines Rind 4 Hornsgulden ein Rinderviertel 4½ Groschen, ein Kalb 4 Groschen 8 Heller. Eine Seite Speck im Gewicht von 11 Pfund kostete im Jahre 1536 nur 9 Groschen und 2 Heller. ..daß es Papier gibt, das nicht brennt? Man erbält es durch Imprägnierung mit einem Flammenschutzmittel, das farblos, wasserlöslich und aiftio ..daß sich in grünem Licht Fette am längsten halten? Durch Licht wird die Zersetzung von Fetten beschleunigt. Am wenigsten wirksam ist grünes Licht. Noch wirksamer ist allerdings das Aufbewahren in völliger Dunkelheit. * .daß Weinen gesund ist? Durch Kummer und Traurigkeit entsteht im Körper ein Hormonstoff, der schadlich ist. Weint nun der Mensch, so bildet sich ein Gegenhormon und schwemmt mit den Tränen den schädlichen Stoff heraus. * daß Knochen Knochen heilen? So wird bei Knochenbrüchen die Heilung stark beschleunigt, wenn frisches Knochenmehl dargereicht wird. Diese Wirkung soll sowohl auf die große Zufuhr an ralien, die in den zermahlenen Knochen vorhanden sind, als auch auf die dadurch angeregte Tätigkeit innerer Drüsen zurückzuführen sein. * ...daß süßer Mörtel fester ist. Untersuchungen haben ergeben, daß sich die Zugfestigkeit von Mörtel durch Zusatz von Zucker bedeutend erhöht. Als günstigste Beimischung erwies sich dabei der Abfall der Zuckererzeugung, die Melasse. ..van es bei Tieren auch eine Geschlechtoumwandlung gibt? Manche Meerestiere, g. B. „ewisse Würmer und Muscheln, verwandeln sich in rhythmischem Wechsel von Männchen in Weibchen, aus denen dann wieder ein männliches Entwicklungsstadium hervorgeht und so weiter fort. * .daß der menschliche Körper Wärme abgibt? Die durchschnittliche Wärmeabgabe beträgt je Stunde für einen Mann: im Bett liegend 60 kg Kalorien stehend 66, lebhaft gehend 180 und bei höchster korperlicher Anstrengung 660. Für Frauen betragen die Werte um 10 Prozent weniger. Mocca, und sie, das bescheidene„Kaffeebliehmchen", das Papa Kneip so liebte. Jawohl, was bisher undenkbar war, ist Tatsache geworden: In einem ausgesprochenen Kaffeegeschäft ist nun auch der Malaund Kornkaffee gesellschaftsfähig geworden und bietet er sich mit dem Bohnenkaffee gemeinsam zum Kaufe an. kergerliche Konkurrenz. Bisher führte der Wurstmaxe an der Unterführung auf der Hattingerstraße ein konkurrengloses Dasein. Vielen wird er unbekannt sein, da seine Würstchen erst zu dampfen beginnen, wenn die Großstadt ihren Laden zumacht und der Tag für die Nachtschwärmer anfängt. Und darin lag ja auch seine geschäftliche Stärke, daß er Spätgängern, die mit der Polizeistunde für gewöhnlich auf Kriegsfuß leben, immer mit einem Würstchen unter die Arme greifen konnte, ohne daß die böse Konkurrenz sich mausig machte. Seit dem Ersten aber ist der Mann mit einemal aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen. Seitdem nämlich in seiner unmittelbaren Nähe, so quasi um die Ecke ein neuer Wurstmaxe sich etabliert hat. Wo vor einigen Tagen Eishörnchen noch in allen Größen und Farben lockten, machen sich jetzt Würstchen breit, die den einen Vorteil haben daß sie nicht Wind und Wetter preisgegeben sind. Darin liegt die Gehässigkeit dieser neuen Konkurrenz: während jene Würstchen den nachtschwarzen Himmel als Dach über sich haben, erfreuen die neuen Würstchen sich einer warmen, windgeschützten Bleibe. Wenn dieser Komfort sich in der Preislage auswirkt, wird der Besitzer von dem offenen Stück Kirmeszauber immer noch lachen. Was aber, wenn alle Preis= und Qualitätsunterschiede aufgehoben sind? Pflastermaterial von der Schlackenhalde. wird in Bochum der Straßenbau eifrig uf gep sepflegt. Hin und wieder wirft man einen Blick auf die interessanten Arbeiten, aber die wenigsten haben sich schon mal Gedanken darüber gemacht, woher eigentlich das Baumaterial kommt. Die meisten dürften auf fernliegende Steinbrüche tippen. Wirklichkeit aber bezieht Bochum sein Stravenbaumaterial angenblicklich zum Teil aus allernächster Nachbarschaft. An der oberen Wanner Straße in Hüllen befindet sich eine große Schlackenbalde, die dem Schalker Verein gehört. Hier wird das Material für den Straßenbau gewonnen. An diesem Steinbruchbetrieb sind zurzeit 5 Städte beteiligt und zwar Gelsenkirchen, Bochum, Wanne=Eickel Wattenscheid und Herne. Hier hat die Bochumer Firma Ovtelack ihren bestimmten Haldenteil, den sie mit einer größeren Amzahl Arbeiter, die der Wahlfahrt entnommen sind und bis zu 6 Monaten gegen tarifmäßigen Lohn beschäftigt werden, abhauen läßt. Eine gewaltige Brechmaschine zermalmt und siebt die gebrochenen Schlacken zu vier Sorten und zwar zu Packlage. Basalt. Grob= und Feinsplitt. 60 bis 80 Schwerlastwagen schaffen dann das Material in die einzelnen Städte. Aber noch etwas anderes wird aus den Göller Schlacken gewonnen, nämlich Wolle, Wolle als Ersatz für Asbest. So wie die Schlacke alshendbeiß aus den Oefen kommt, wird sie auf chemischem Wege in Wolle umgewandelt. Die heutige Technik ist doch ein Teufelskerl! Eines Tages verwandelt sie noch Dreck in westsälischen Schinken und Pumpernickel BOCHUMER MOSA Nehmen Sie sich vor dem Wetter in acht! Gestern verabschiedete sich die erste Oktoberwoche mit Regenschauern, Blitz und Donner. während das Thermometer nur 14 Grad zeigte. Tas ist die Zeit, wo der Mensch sich besonders in acht nehmen muß, will er sich nicht eine unangenehme Erkaltung auf den Hals laden. So richtig es ist, den Körper durch geeignete Methoden gegen Unbilden aller Erscheinungsarten abzuhärten, so muß doch vor jeder Uebertreibung gewarnt werden. Wenn Eltern z. B. ihre„abgeharteten“ Kinder bei strengster Winterkälte in Wadenstrumpfen herumlaufen lassen, so ist dieses keine Abhärtung mehr. sondern Unwissenheit, die in zahllosen Fällen mit Frostschäden an den Beinen, schweren Unterleibsschädigungen und Erkältungen bezahlt werden muß. Eine sinnvolle Abhärtung dagegen schützt vor Anfälligkeit und Ansteckungen.— Ein ausgezeichnetes Mittel, das auch keine Unkosten macht, sind kurzandauernde Waschungen und Abreibungen mit kaltem Wasser denen sofort warmes Frottieren oder Bettrube zu folgen hat. Dadurch wird der Alutumlauf angereat, die Hautgefäße füllen sich und es wird im Körper eine bestimmte Wärme durch die auf die Haut einwirkende Kälte erzeugt. Die bessere Durchblutung führt zu einer Lüftung der Haut, die dann die Atmung wesentlich beeinflußt. Jede Form der Abhärtung, sei es durch kalte Waschungen, Turnshungen oder Atemaymnastik, muß in geringstem Maße begonnen und langsam bis zur wirkungsvollsten Erenze gesteigert werden.— Wird die Abbärtung übertrieben, wie es so häufig der Fall ist, so wird gerade das Gegenteil des gewunschten Zieles erreicht. Die übertriebene Abhärtung führt nämlich zur Abstumpfung, die verbindert, daß der Mensch die Grenzen des für ihn Traaharen erkennt. Es kommt dadurch zu einer Ueberlastung des Blutkreie laufes und zu schweren Schädigungen der Oraane. Es ailt hier, wie überall im physiologischen Gescheben des Menschen, die Regel, dak kleine Reize anregen. große Reize lähmen und keyr starke Reize vernichten Kartoffelfeuer. Die scheidende Woche stand im Zeichen der Kartoffelernte. Diese ist ohne Kartoffelteuer nun einmal nicht denkbar. Die Kartoffelfeuer senden ihre Rauch schwaden über das braune Feld. In dem beißenden Qualm dieser Feuer spielt die Oktobersonne. Wenn wir diese Feuer sehen, dann wissen wir, daß der Herbst im Lande ist.— Ich möchte die Kartoffelfeuer auch die Feuer der Jugend nennen. Denn die Jungen zumal haben an diesem Feuer ihre köstliche Freude. Sie mögen es gerne so hoch als nur angängig lodern sehen, ihr Kartoffelfeuer, sie häufen das Kraut von den zertretenen Furchen, von den aufgeschichteten Ablageplätzen nochmals zu einem großen Haufen und setzen ihn in Flammen. Das Köstlichste dabei ist aber nicht der feurige Schein oder der in einer schier endlosen Fahne abziehende Rauch. Nein, das Schönste daran ist das Essen der in diesem Feuer gebratenen, selbst aufgelesenen Kartoffeln. Glaubt mir. sie schmecken hier auf freiem Felde viel besser als zu Hause, wenn sie die Mutter auf den Tisch bringt. Diese Kartoffeln, aus dem Kartoffelfeuer herausgeholt, munden auch ohne Fett oder Salz wie eine herrliche Speise.— An diesen Feuern der Jugend saßen einst die Knaben aus der Stadt. die auf dem Lande zu Besuch waren. Ihnen waren die Feuer etwas Neues, ein Symbol der Ungebunden heit ländlichen Lebens. Sie haben nicht nur von diesen selbstgebratenen Kartoffeln gegessen, sie haben gleichzeitig auch dabei ihre ersten Pfeifen geraucht und zwar bestanden die Pfeifen aus einem Stück Holunder und der Tabak waren die brannen Blätter. die zu Boden gefallen waren. Diese ersten Pfeifen wurden mit größter Andacht geschmaucht, aber was hinterher kam— nun ja, auch das gehörte von da an zu dem Begriff„Kartoffelfeuer“. Vergessen Sie die Haushaltungsliste nicht! der in den Händen der Hausbestter befindlichen Unterlagen(z. B. Grundbuch= und Katasterauszug, Grundsteuerbescheid) und auf Grund der eigenen Kenntnis der Verbältnisse nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Rückfragen bei den Katasterämtern sind zu vermeiden, da sonst die Erledigung der laufenden Arbeiten bei diesen Behörden beeinträchtigt wird. Die Hauslisten und die Anlagen 1c gelten als Steuererklärungen; ihre Abgabe kann nach 9 der Reichsabgabenordnung erzwungen werden. Die Haushaltungslisten und Hauslisten sind Freitag, den 12. Oktober zur Abholung— durch die Gemeindebehörde— bereitzuhalten; den Abholern sind gleichzeitig die bereits fertiggestellten Anlagen 1c mitzugeben. Die noch nicht ausgefüllten Anlagen 1c haben die Hausbesitzer bis spätestens 30. Oktober an das für sie zuständige Finanzamt einzureichen. Ausklang des St. Franziskus-Festes in Christ-König. Die Gläubigen und Terziaren waren der Einladung zur Teilnahme an der kirchlichen Feier des St. Franziskus=Festes in Christkönig zahlreich gefolgt. Schon der Besuch der ersten hl. Däesse, der die Aussetzung des Allerheiligsten vorausging, war außergewöhnlich stark, und der erste frohe Morgengesang galt dem hl. Franziskus, dem Vater der Armen. Immer wieder klangen die vor dem Feste eigens mit den Gläubigen einstudierten Franziskuslieder zum Lob des Heiligen empor:„Singt vereint in frohen Chören“ und„Glänzender Stern, Herold des Herrn“. Das feierliche Levitenamt hielt der Hochwürdige Terziarenpriester Pfarrer Dobdelstein aus Grumme, es assistierten zwei Franziskanerpatres. Den so zahlreich herbeigeeilten Terziaren— man hatte sie aus den entfernt liegensten Bezirken kommen sehen— wurde nach dem Festhochamt die Generalabsolution erteilt. Dann versammelten sich im Kloster die eingeladenen Terziarpriester der Stadt, um in einer vom Franziskanerpater Arcardius aus dem Kloster Recklinghausen gehaltenen Priesterrekollectio noch etwas Besonderes vom Br. Franz zu hören, der vor dem Priestertum eine unerschöpfliche Hochachtung besaß. Zur häuslichen Feier waren noch P. Superior Laurentius und P. Missionar Friedrich aus Eppendorf, aus dem Redemptoristenkloster P. Rector Brinkmann erschienen. Nach einer auf dem Oratorium gehaltenen Feier des Transitus, des Heimganges des hl. Franziskus, am Frühnachmittag verabschiedeten sich die hochwürdigen Gäste, da der bevorstehende Herz=Jesu=Freitag sie zur Seelsorge in die Pfarreien zurückrief. Den ganzen Tag über waren die Reliquien des Heiligen zur Verehrung zwischen brennenden Kerzen auf dem geschmackvoll gezierten Chore aufgestellt, und immer waren stille Beter im Gotteshaus, um dem Heiligen ihre stille Verehrung zu bezeugen. Zum großen Ausklang des herrlichen Festtages füllten sich die weiten Hallen von Christkönig bis auf den letzten Platz. Der Hochwürdige Terziarpriester Pfarrer Ostendorf von Weitmar verstand es, dem andächtig lauschenden Volke in großen Zügen das Bild des demütigen, armen und kreuzliebenden Franziskus von seinem Vorbilde Christus abzuheben, Lichtblicke zu geben in die Geschichte des Franziskanerordens, die auf allen Seiten eben diese Züge in der Nachfolge des Ordensvaters an sich und in starker Kontrastwirkung dann etwas von einer in unerträglichem Stolz versunkenen Welt zu schildern, die armutschen und leidensmüde geworden. Franz von Assisi sei modern, solange es ein Menschentum, eine Kirche gäbe.— In Begeisterung sang dann das Volk dem Heiligen. In einer kurzen Andacht, die der Franziskanerpater Innocenz Weber hielt, bot der Chor Christkönig zwei neue Franziskusgesänge, darunter den Sonnengesang. Der Chor zeigte sich auf der Höhe, Aussprache und Klangfülle in gleich guter Prägung. Auch für seine Führung im Volksgesang ist man immer dankbar, wenn er dadurch das für festliche Volksgesänge erforderliche frische und frohe Tempo schafft. Nach dem sakramentalen Segen war die Feier des Hinscheidens des Hl. Franz. Es sind zweifellos mit die schönsten Perlen franziskanischer Choralkunst, die uns in den Antiphonen„O sanctissima anima“(O du heiligster Gottesfreund) und„Salve, sancte vater“ mit dem Sterbepsalm des Heiligen„Voce mea“(Mit lauter Stimme rufe ich zum Herrn) entgegenklingen. Die Gesänge wurden von den Franziskanernt vor den Reliquien am Altare gesungen—, schade nur, daß man solche Choralkunst zu selten zu hören bekommt, noch ein schöner Abschied, der Reliquionsegen, die Verehrung der Reliquien, dann klang das Fest langsam aus. „Gruß Dir, hl. Vater, Umbriens Licht, Vorbild der Armen, der Tugend Spiegel, Weg des Guten, Nichtschnur der Sitten, aus dem Kerker des Leibes führ uns zum Reiche der Himmel.“ Seit voriger Woche sind die Haushaltungslisten im Besitze der Bürgerschaft. Sie müssen bis zum 10, Oktober ausgefüllt sein, dann werden sie wieder abgeholt. Für die neue Einheitsbewertung des Grundbesitzes auf den 1. 1. 1935 sind die den Haushaltungslisten beigefügten Hauslisten und Anlagen 1c(Gebäudebeschreibungen) sorgfältig auszufullen. Hierzu wird auf die den Hauslisten beiliegende„Anleitung zur Ausfüllung“ und auf die Bemerkungen zu den einzelnen Fragen der Anlage 1c verwiesen. Die Hauslisten enthalten in der Hauptsache Fragen über die Zahl der Wohn= und Schlafräume(hierbei ist die Küche nicht miteinzuberechnen), über gewerbliche Räume und über die Mieten. Die gesetzliche Jahresrohmiete beträgt diesmal 126,75 Prozent der Friedensmiete(einschl. Wassergeld). Wenn eine Festmiete vereinbart ist, so gilt diese als Jahresrohmiete. Die von der Jahresrohmiete in Abzug zu bringenden umlegungsfähigen Steuern sind im allgemeinen mit 876 Progent der Grundvermögenssteuer zu errechnen. Die Fragen der Anlage 1e sind auf Grund Bienenzuchtlehrgang in Bochum. In Bochum wurde ein Bienenzuchtsonderlehrgang eröffnet, den die Landwirtschaftsschule Bochum auf Veranlassung der Landesbauernschaft Westfalen und des westfälischen Imkerverbandes veranstaltet und an dem eine große Zahl Jungbauern, Jungbäuerinnen und Imker teilnimmt. Landwirtschaftslehrer Schreyer legte in seiner Erüffnungsansprache die Aufgaben und Ziele dieses erstmalig veranstalteten Lehrganges dar, der vor allem den Landwirten praktische Anregungen geben soll für eine mehr planmäßig zu betreibende Bienenzucht. Ein Lichtbildervortrag des Beauftragten der Landesbauernschaft Westfalens, Tisren(Bochum), ließ die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bienenzucht erkennen, die in der Landwirtschaft Westfalens in den beiden letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Man vernahm, daß in Deutschland jährlich 400000 Zentner Honig verbraucht werden, von denen rund 115 000 Zentner aus dem Ausland eingeführt werden. Der Reichsnährstand beabsichtigt nun auch auf diesem Gebiete die Selbstversoraung zur Durchführung zu bringen und damit der heimischen Imkerei in ihrer Arbeit eine breitere Grundlage zu geben. Vor allem will man die gesamte deutsche Landwirtschaft für die Ziele der Imker=Bewegung gewinnen. Nach dem Vortrage fuhren die Kursusteilnehmer nach Havkenscheid, wo sie auf dem Bauerngehöft Sudhof den dortigen Bienenstand besichtigten. Hier wurden auch die aus dem Vortrage sich ergebenden præktischen Fragen der Bienenhaltung besprochen. Zwischen Bürgersteig und Straße. Auf dem Castroper Hellweg wurde ein Radfahrer von einem Lastkraftwagen angefahren und zu Boden geworfen. Der Radfahrer erlitt leichte Verletzungen am Kopf und an der linken Schulter. * An der Ecke Gertrudis= und Marienstraße stieß ein Personenkraftwagen und ein Kleinkraftrad zusammen. Der Führer des Kleinkraftrades erlitt leichte Verletzungen. Das Kraftrad wurde schwer, der Personenkraftwagen leicht beschädigt. X Assisi, die Stadt des heiligen Franziskus. Am 4. Oktober feierte die Kirche das Fest des hl. Franziskus. Das Fest und seine Feier lenken unwillkürlich unsere Blicke hin auf Assisi, Stadt, darin der selige Bruder Franz geboren und gestorben ist, die Stadt, in der der schönste und liebenswerteste der Heiligen Jottes lebte. In seiner neuesten Ausgabe bringt der„Feuerreiter“ einen Aufsatz über diese Stadt des Heiligen mit vielen prächtigen Bildern. Ein zweiter größerer Bilderaufsatz„Die längsten Brücken der Welt“ zeigt neue Rekordleistungen im Brückenbau, u. a. die neuen über 13 km lange Brücke, die Franzisko mit Oakland verbinden soll. Die Ausmaße dieser vorläufig nur projektierten Brücke sind geradezu phantastisch. Das Titelblatt der neuen Ausgabe zeigt eine Aufnahme des Kardinalstaatssekretärs Eugenio Pacelli, der bekanntlich als Legat der Papstes am internationalen Eucharistischen Kongreß in Buenos Aires teilnimmt. Dazu kommen dann noch eine Reihe interessanter Photos und der Roman nebst einigen Kurzgeschichten. Der Feuerreiter wird unseren Abonnenten für 30 Pfennige einen Monat lang geliefert. Bestellungen bei den Boten. : Kath. Bürgergesellschaft. Mit dem 1. Oktober bat Herr Anton Hendker aus Bochum=Altenbochum den Gaststättenbetrieb der biesigen Bürgergesellschaft übernommen. Seit 20 Jahren steht er im Berufe und bat sich in dieser Zeit als ein pflichtbewußter und zuverlässiger Fachmann des Wirtegewerbes erwiesen. Eine tüchtige Hausfrau steht ihm in der Leitung bilfreich zur Seite. Kr. Zwischen Kohlenwagen geraten. Dem Hauer Stefan Szepaniack aus dem Feldkamp in Riemke wollte kurz vor Beendigung der Arbeitszeit noch einige Wagen umsetzen, als plötzlich die Maschine aufdrückte und er zwischen die Wagen geriet. Mit argen Quetschverletzungen wurde er dem Berg mannsheil zugeführt. Kr. Von Grubenwagen erfaßt. Der Bergmann Theodor Menger aus der von=der=Recke=Straße wurde derart schwer verletzt, daß seine Ueberführung ins Bergmannsheil erfolgen mußte. M. war von Grubenwagen erfaßt worden. — Wasserrohrbruch. Auf der Wiemelhauser Str. in Höhe des Hauses Nr. 223 erfolgte ein kleiner Wasserrohrbruch Die städtischen Wasserwerke wurden sofort benachrichtigt. Mit den Reparaturarbeiten wurde alsbald begonnen. :: 55,— RM vergessen. Gegen 11,30 Uhr ließ eine Frau in der Fernsprechzelle 3 im Hauptpostamt in Bochum eine blaue Eeldorse mit 55.— RM Inhalt liegen. Zwei junge Männer im Alter von etwa 22 Jahren sollen nach ihr die Zelle betreten haben. Wetterberuhigung zum Wochenende. Nord=, Mittel, und Westeuropa stehen noch immer unter dem Einfluß eines kräftigen Atlantikwirbels, dessen Hauptkern heute morgen nördlich von Schottland liegt. Auf dessen Süoseite sind mehrere ausgeprägte Störungsfronten über Großbritannien und Frankreich gegen Mitteleuropa hin vorgedrungen, unter deren Einfluß fortgesetzt unbe ständiges Wetter mit verbreiteten Niederschläger. herrichte. Die erste dieser Störungsfronten, die gestern von der östlichen Nordsee über Westdeutschland bis nach Südfrankreich reichte, hat sich während der vergangenen 21 Stunden bis an die deutsche Ostarenze verlagert. Vor ihr sind wieder Warmluftmassen nordwärts gestoßen, so daß sich infolge der kräftigen Temperaturgegensätze zwischen der Warmluft und der von Westen her kommenden kühlen Ozeanluft gestern nachmittag und abend verbreitet Gewitter ausbilden konnten. Die Kaltluft reicht bis in große Höhen. Der Kölner Wetterflieger verzeichnet bis 5200 Meter einen Temperaturrückgang zwischen 5 und 10 Grad und erreicht in dieser Gipfelhöhe— 26 Grad. Der Störungskern füllt sich nunmehr auf, so daß für Mitteleuropa allmähliche Wetterberuhigung zu erwarten ist. Sonnabeno: Noch frische, aber langsam abflauende westliche bis nordwestliche Winde. Wechselnd bewölkt mit einzelnen Regenschauern. Jedoch schon längere Aufheiterung. Nach sehr kühler Nacht Temperaturen tagsüber wenig verändert gegen heute. Sonntag: Fortschreitende Wetterberuhigung. Bei westlichen Winden noch vielfach wolkiges, ein wenig wärmeres Wetter. Eine Geldbörse mit 40,— RM verloren. In der Mittagszeit verlor ein Händler auf dem Wege vom Weitmarer Holz nach Bochum=Linden einen schwarzen Lederbeutel(Geldbörse) mit 40.— RM — Neuer Fortbildungskursus für Elektromonteure. Mitte Oktober beginnt ein neuer Fortbildungskursudes Elektrotechnischen Vereins, wie aus der Anzeige ersichtlich. )( Im Silberkranze. Heute feiern die Eheleute Bürovorsteher Josef Böbler und Agnes geb. Berger. Gneisenaustraße 11, das Fest ihrer silbernen Hochzeit.— Die Eheleute Wilhelm Dülberg und Frau Wilhelmine verw. Linning. geb. Koch. BochumWeitmar, Kellermannsweg 48, feiern am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit.— Dasselbe Fest können morgen die Eheleute Banacki. Parallelstraße 16. feiern. Glückauf zur goldenen! Kr.= Einen Werksunfall erlitt der Stanzarbeiter Franz Binda aus der Hattinger Straße, der in einem Walzwerk mit Blecharbeiten beschäftigt war. Beim Profilsetzen riß er sich den linken Unterarm auf. wobei die Schlagader aufgeschlitzt wurde. Er wurde ins Augusta=Krankenhaus eingeliefert. Kath. Beamtenverein. Am Sonntag, dem 7. Oktober, 20,15 Uhr, in der Bürgergesellschaft St. Michaelsfeier mit Vortrag des Präses Dr. Reinold über„St. Michael, Schutzpatron des deutschen Volkes“. Nicht nur lesen, sondern man muß auch Zeit für andere Dinge haben. Es gilt den ganzen Menschen, seine Seele erklingen zu lassen und ihm zu zeigen, daß er Glied einer großen Gemeinschaft geworden ist. die ihm deutsches Seelen= und Geistesleben vermitteln will. Diese Erlebnisgemeinschaft, dieser Zusammenschluß aller Wollenden, das ist die NS.=Kulturgemeinde. Hinein in die NS Kulturgemeinde! Hinein in die Front der Kulturträger des neuen Deutschland! Anmeldungen und Auskunft bei der NS.=Kulturgemeinde, Bochum, Lueghaus, Zimmer 1. Ruf 64390. Fernrut 63380 „Lampen billig Dyname... von 3.90 an ompl. Dynamobel. v. 5.20 Fahrr-Batt.-Lampe...90 zhrr-Tarbid-Lampe Vormal Batterie0.20 Groste Auswahl bietet Bochum, Kortumstraße 73 Samstag, den 6. Oktober 1834. 2. Beilage der Volks-Zeitung. Nr. 232— Seite 9. Nothelfer unserer Zeit! Auf zur St. Gerhards-Oktav vom 7. bis einschließlich 14. Oktober in Maria hilf! In allen Jahrhunderten hat das gläubige Volk sich zu einigen heiligen Gottesfreunden in ganz besonderer Weise hingezogen gefühlt, die durch ihre liebevolle Hilfe in allen Nöten vor allem sein Vertrauen und seine Liebe zu gewinnen wußten. So verehrte es in früherer Zeit vor allem die sogenannten vierzehn Nothelfer, unter denen der heilige Georg, der heilige Christophorus und die heilige Katharina besondere Verehrung genossen. Doch neue Zeiten, neue Leiden, aber auchneue Helfer in den vielfachen Nöten und Sorgen und Kümmernissen, die das Volk bedrücken und seine Seele ängstigen Und so wendet sich unsere Zeit vor allem und mit ganz besonderem Vertrauen zu drei himmlischen Beschützern und Helfern, zum großen heiligen Antonius von Padua, dem lisbevollen Freund und Bundertäter, zur kleinen heiligen Theresia vom Kinde Jesu, der lieblichen Rose im reichen Bundergarten Gottes und zum heiligen Gerhard Majella, dem mildreichen Helfer und Tröster der Betrübten und von Sorgen Niedergebeugten aus dem Orden des heiligen Alphonsus. Diese drei sind in Wahrheit die Lieblingsheiligen des Volkes geworden, und wir dürfen sie mit Recht begrüßen als die Nothelfer unserer modernen Zeit. Wer ermessen will, wie groß das Vertrauen des gläubigen Volkes zu diesen drei großen Heiligen ist, der besuche einmal die Andachten an den Tagen dieser Heiligen und in den Kirchen, in welchen sie gepflegt werden. Die katholische Bevölkerung von Bochum ist in der glücklichen Lage, besondere Andachtsstätten dieser drei Heiligen zu haben, wo sie ihre Herzen ausschütten und ihre Anliegen vortragen kann Wir haben in ChristKönig bei den Franziskanern die an jedem Dienstag stattfindenden St. Antonius=Dienstage, in St. Theresien bei den Vätern von den heiligsten Herzen die St. Theresien=Andachten und haben bei unseren Redemptoristenpatres an jedem Montag die St. Gerhardusfeiern, die sich immer unter gewaltigster Anteilnahmaus allen Kreisen der Bevölkerung vollziehen. In der kommenden Woche bietet sich wieder eine ganz besondere Gelegenheit zur Verehrung eines dieser Heiligen. Es ist der heilige Gerhard Majella, dessen Fest am 16. Oktober gefeiert wird. Zur Vorbereitung dieses Festes findet in jedem Jahre in der Klosterkirche demptoristen eine besondere der Patres ReFestoktiv statt, die so sehr den Beifall der zahllosen St. Gerhardsverehrer gefunden hat, daß sie sich zu ihr drängen und in heiligen Wetteifer geraten, dabei zu sein und ihre Liebe und Verehrung dem Heiligen zum Ausdruck zu bringen. In diesem Jahre muß diese Oktav besonderer Umstände wegen etwas früher gelegt werden, sie beginnt schon am Sonntag, dem 7. und endet am Sonntag, dem 14. Oktober, zwei Tage vor dem eigentlichen St. Gerhardsfest. Wer ist denn eigentlich der heilige Gerhard Majella und wie kommt es, daß die Verehrung zu ihm die weitesten Kreise des gläubigen Volkes erfaßt hat und daß es ein so beispielloses Vertrauen zu ihm hegt? Unsere Leser werden es sicherlich begrüßen, wenn wir aus Anlaß des Beginns der neuen St. Gerhards=Oktav etwas aus dem Leben dieses liebwerten Heiligen plandern. Das kleine, lieblich im Süden von Neapel gelegene Städtchen Muro ist die Geburtsstätte unseres Heiligen, wo er am 6. April 1726 das Licht der Welt erblickte. Unter der wachsamen Obhut einer frommen Mutter verlebte er hier seine glückliche Kindheit in engelgleicher Reinheit und Frömmigkeit. Hier begann auch sein Leben schon vor den Menschen zu erstrahlen im Glanze der erhabensten Tugenden und der herrlichsten Wunder. Dieser schlichte Klosterbruder, welch ein großer Heiliger!“ so rief später der große und gelehrte Papst Leo XIII. voll Bewunderung aus. In treffender Weise fassen diese Worte das ganze Leben des heiligen Gerhard zusammen. Schlicht und verborgen lebte er in der Welt und im Kloster, und doch war er groß durch seine stets wachsende Heiligkeit und außerordentliche Wundermacht. Als er im Ulter von 12 Jahren seinen Vater verlor, da mußte er seiner armen Mutter helfen, das tägliche Brot zu verdienen, und so wurde er zuerst Schneiderlehrling, darauf Hausdiener, schließlich selbständiger Handwerker. Als Schneiderlehrling hatte er viel zu leiden von dem Gesellen in der Werkstatt, der sich über seine Frömmigkeit ärgerte und ihn oft in unbarmherziger Weise mßhandelte. Auch später, im Dienste eines hochgestellten Geistlichen, hatte Gerbard viel auszustehen; aber immer blieb er aus Liebe zu Jesus dem Gekreuzigten voll Geduld und Unterwürfigkeit. Inmitten dieser demütigenden Arbeit wurde sein innerlicher Verkehr mit Jesus und Maria stets inniger und vertrauter und seine bochherzige Liebe zu Gott und sein feuriges Verlangen nach Selbstheiligung äußerte sich durch unerhörte Buzübungen und lange Nachtwachen zu Füßen des Tabernakels. Doch immer höher strebte seine engelreine, feurige Seele. Mit unwiderstehlicher Kraft fühlte er sich vom Heiligen Geist zur stillen Klosterzelle getrieben; und wie glücklich war Gerhard, als sich endlich die Pforte des Klosters für ihn öffnete: er wurde ein Mitglied des kurz zuvor vom heiligen Alphonsus gestifteten Redemptoristenordens. Nun konnte er nach Herzenslust seine Sehnsucht nach Betrachtung göttlicher Dinge befriedigen; nun konnte er, der Welt abgestorben, ein himmlisches Leben führen, mit Christus verborgen in Gott. Doch die göttliche Vorsehung wollte, daß der demütige Bruder, der sich am liebsten still verborgen hielt in seinem bescheidenen Amte als Sakristan oder Pförtner, weithin erglänzen sollte als Apostel und Wohltäter der Menschen. Kaum jemals hat ein Priester, wenn er auch noch so sehr durch Tugend und Wssenschaft und Beredsamkeit sich auszeichnete so viele Wunder der Bekehrung gewirkt, wie der heilige Gerhard. Sein Mitleid mit den Armen, Kranken und Bedrängten ließ ihn mit unbegrenztem Vertrauen aus den Schätzen der unendlichen Güte Gottes schöpfen; und überall waren seine Schritte wie mit Wundern gezeichnet. Auf sein Gebet hin strömte plötzlich der Regen nieder auf die versengten Gefilde; die Tiere gehorchten blindlings seinem Wink; Kranke wurden gesund, Stummen gab er die Sprache zurück, Lahme erhielten auf sein Wort den Gebrauch der Sprache wieder. Und bei all diesen Wunderwerken, bei all der Ehre und den Lobeserhebungen, die ihm dafür zute wurden, blieb Gerhard so demütig, daß er nichts inniger wünschte und verlangte, als unbekannt zu bleiben, und daß selbst die kränkendste Verleumdung ihm nicht en Wort der Verteidigung oder der Klage entlockte. So innig war sein Verlangen sich, wie die Kirche von ihm sagt: dem Bilde des Gekreuzigten gleichförmig zu machen“. Gerhard zählte erst 29 Jahre, 6 Monate und 7 Tage, als Gott ihn zur ewigen Krönung und Verherrlichung rief. Sein zarter Leib erlag den heilig=grausamen Qualen, die er sich aus Liebe zu Christus fortwährend antat, und mehr noch dem glühenden Liebesbrand der seine letzten Lebenskräfte verzehrte. Am Feste der heiligen Theresia von Gott, dem 15. Okt. 1755, schwebte seine schöne Seraphseele zum Himmel empor. Die Wunder, die den ganzen Lebensweg Gerbards bezeichnet hatten, nahmen nach seinem Tode nicht ab. Selten wurde ein Diener Gottes schon vor seiner Seligsprechung so allgemein angerufen, wie er; und Gott gab der Verehrung dieses schlichten Heiligen aus dem Volk seine Gutheißung und stets neuen Antrieb, indem er immer wieder die auffallendsten und wunderbarsten Gnadenerweise auf sein Gebet hin spendete. Seitdem der große Papst Leo XIII. am 29. Januar 1803 dem einfachen Klosterbruber die hohe Ehre der Seligsprechung zuerkannte, und vor allem seitdem der heiligmäßige Papst Pius X. am 10. Dezember 1904 ihm die höchste Auszeichnung zuteil werden ließ und ihn unter die Schar der Heiligen aufnahm, da ist die Verehrung und Anrufung dieses demütigen Kindes aus dem Volke in allen Ländern verbreitet; Gerhard Majella ist für die Katholiken der ganzen Welt ein Lieblingsheiliger, ein wahrer Volksheiliger geworden. „Glimpf und Gunst sind starke Stützen, Doch wie Felsen unsre Mauern, Wenn die Heiligen sie schützen." So spricht in freudiger Erregung der greise Abt von Dreizehnlinden bei der Kunde, daß seinem Kloster kostbare Reliquien des hl. Vitus zugedacht seien, und der Bote nennt die ehrwürdigen Ueberreste„ein köstlich Heiltum“. Ist nicht voll solcher Lobsprüche auch der Mund all der Tausende, die jemals in der Klosterkirche Maria=Hilf vor dem Altar und den Reliquien des hl. Gerbard gekniet haben? In jubelnder Dankbarkeit ruft es einer dem andern zu:„Der hl. Gerbard hat geholfen, so überraschend, so vollständig, wie ich es nicht besser hätte erwarten können." So kann man es begreifen und würdigen, das Menschengewoge an jedem Montag früh und spät in der Klosterstraße. Aber da höre ich auch schon die besorgte Frage sogar von Katholiken:„Wird denn nicht durch solche außergewöhnliche Verehrung eines Heiligen die Anbetung Gottes des Dreieinen, die Andacht zu unserem Herrn und Heilande Jesus Christus in sträflicher Weise vernachlässigt? Sollten nicht die Christen lieber ihre Kreuze und Krankheiten geduldig tragen, anstatte sie durch die helfende Hand des Heiligen erleichtern oder heben zu lassen?“ Nun, wir antworten zunächst auf den letzten Einwand mit einer Gegenfrage: Hat der göttliche Erlöser all den Geplagten, den Blinden, Lahmen, Aussätzigen die ihn vertrauensvoll um Hilfe angingen jemals diese tadelnde Vorhaltung gemacht? Nein er wußte es nur zu gut: aus Dank für die Heilung des Leibes werden sie bald auch kommen zum Heiland der Seelen. Aber der Heiligenkult soll der Gottesverehrung abträglich sein? Bündig und gründlich erteilt die Antwort schon der katholische Katechismus. Und was sagt unsere Erfahrung und Beobachtung? So manche hat das Vertrauen zum hl. Gerhard überhaupt wieder beten gelehrt. Ja so mancher, der sich unter die Scharen in der Klosterkirche gemischt hatte als kühler Beobachter, als ablehnender Gegner, er ist von der himmelstürmenden Andacht der Gläubigen in die Knie gezwungen worden, und ihm erging es, wie dem ungläubigen landfremden Bergsteiger' in der Tiroler Dorfkirche: „Nun Schellenschlag; andächtig auf den Steinen Kniet alles Volk; der Fremde steht, er zaudert: Da fühlt er, wie er bang zusammenschaudert, Da kniet auch er. Warum? Er möchte weinen. Längst sind die Gläubigen hinausgetreten. Er kniet noch immer——— Er kam zu spotten, und er bleibt zu beten.“ Wohlan denn: Auf zur St. GerhardusOktav bei den Redemptoristen! Herbei ihr alle von nah und fern. Hast du selbst nicht Sorge noch Leid im Herzen, willst du dann nicht in freudiger Dankbarkeit gegen Gottes gütige Vorsehung dein Gebet vereinigen mit dem Flehen sovieler leidgeprüfter Brüder und Schwestern? Solche tätige Anteilnahme am Wohl und Wehe deiner Nebenmenschen wird dir selbst des Himmels Segen erwirken! Gottesdienstordnung. Sonntag, den 7. Oktober 1931. (Nachdruck verboten.) Propstei. 6 Uhr hl. Messe. 6,45 hl. Messe m. Pred. 7.45 hl. Messe mit Pred. 9 Uhr hl Messe für Gymnasium und Oberrealschule. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 11,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht und Segen. 6 Uhr kirchenmusikalische Feierstunde zu Ehren der Rosenkranzkönigin, Aussetzung und Segen. Christkönig(Franziskanerkloster). 6 Uhr erste hl. Messe ohne Predigt. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,15 Uhr Kindermesse mit Predigt. 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. 14.30 Uhr Rosenkranzandacht für die Kinder. 20 Uhr allgemeine Rosenkranzandacht mit Aussetzung und Segen. 20,30 Uhr Monatsversammlung des Männerapostolates mit Predigt und kurzer Andacht. Hl. Kreuz. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranz=Andacht mit den Ablaßgebeten. St. Marien. 6 Uhr erste hl. Messe. 7,15 Uhr Frühmesse mit Predigt. 8,30 Uhr dritte hl. Messe mit Predigt. 9.30 Uhr feierliches Hochamt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht und Segen. 4 Uhr Andacht für den Mütterverein mit Predigt und Segen. St. Joseph. 6,15 Uhr stille hl. Messe. 7,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,45 Uhr hl. Messe mit Pred. 10 Uhr feierliches Hochamt zu Ehren der Rosenkrangkönigin. 11 15 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2,30 Uhr Christenlehre und Andacht. 6 Uhr Rosenkranzandacht. Mariahilf=(Klosterkirche). 5 und 6 Uhr stille hl. Messen. 7 Uhr Singmesse mit Predigt. 8 Uhr Hochamt ohne Predigt. 9 Uhr Gottesdienst für die höheren Mädchenschulen. 10,30 Uhr poln. Gottesdienst.— Nachmittags: 4,40 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, Rosenkranz, Festpredigt und Andacht mit sakr. Segen. 7 Uhr Rosenkranz, Predigt und Segen für den Verein der hl. Familie. St. Antonius. 6,30 Uhr erste hl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht. St. Meinolphus. Die hl. Messen sind wie folgt: 6.30 Uhr, 7.20 Uhr mit Predigt, 8,20 Kindermesse, 9.20 Schülermesse, 10 15 Uhr Hochamtmit Predigt, 11,45 Uhr letzte hl. Messe. Nachmittags 3 Uhr ist Christenlehre und Rosenkranzandacht. St. Johannes B.=Wiemelhausen. 7 Uhr 1. bl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9.16 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. 3 Uhr Taufen. 3,30 Uhr polnische Rosenkranzandacht mit Segen. Herz=Jesu B.=Hamme. 6.30 Uhr hl. Messe. 5 Uhr bl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Pred. 11 Uhr hl. Messe mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkrangandacht. 4 Uhr Andacht für die Mütter mit Wredigt. Dreifaltigkeit. 6.30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2,30 Uhr Christenlehre und Rosenkranzand. St. Franziskus B.=Niemke. 6,15 Uhr hi. Messe. 7,15 Uhr bl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr bl. Messe mit Predigt. 9.30 Uhr Levitenhochamt mit Festpred. 11,15 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht. 3 Uhr Taufen. 4 Uhr poln. Rosenkranzandacht. Herz=Jesu B.=Hordel. 6,30 Uhr erste bl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Bredigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Andacht. St. Franziskus B.=Weitmar. 6,30 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten und Frühmesse. 7,30 Uhr zweite hl. Messe mit Predigt. 8.45 Uhr feierliches Levitenhochamt mit Segen. 10 Uhr Schulmesse mit Kinderpredigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 8 Uhr Taufen. 6 Uhr Franziskusandacht mit Predigt und Segen. St. Theresien W.=Eppendorf. 7 Uhr Frühmesse. 8.15 Uhr hl. Messe. 10 Uhr feierliches Hochamt vor ausgesetztem Hochwürdigsten Gut. 5 Uhr Festpredigt, anschließend Prozession mit dem Hochwürdigsten Gut im Klostergarten. St. Anna B.=West. 7 Uhr hl. Messe mit Gesang und Prediat. 8,30 Uhr Kindermesse mit Gesang und Prediat. 10 Uhr feierliches Levitenamt mit Predigt. 2.30 Festand. mit Segen. für die Schulkinder. 3 Uhr Taufen. 5 Uhr kirchenmusikalische Festand. mit Segen. St. Liborius B.=Grumme. 7 Uhr hl. Messe. 8.30 Uhr hl. Messe mit Predizt. 10 Uhr Hochamt mit Pred. 2,30 Uhr Andacht. Liebfrauen B.=Altenbochum. 6,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 745 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9.15 Uhr Levitenamt mit Aussetzung des hochwürdigsten Gutes, Predigt und Segen. 10,45 Uhr letzte bl. Messe mit Predigt. 8 Uhr Taufe. 7.30 Uhr Jubiläumsand. mit Predigt. Lichterprozession und Segen. Liebfrauen B.=Linden. 7 Uhr hl. Messe. 8,05 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,20 Uhr Hochamt mit Predigt. 2 Uhr hl. Taufe. 2.30 Uhr Andacht. St. Engelbert B.=Dahlhausen. 7 Uhr Fruhmesse. 9,20 Uhr Hochamt mit Predigt. 2 Uhr Taufe. 2.80 Uhr Rosenkranzandacht. St. Michael, B.=Dahlhausen. 7.30 Uhr Fruhmery mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 3 Uhr Andacht. St. Marien B.=Stiepel. 7,30 Uhr Frühmesse. 9.30 Uhr Hochamt. 8,30 Uhr Andacht. Fronleichnam B.=Laer. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr ist Herz=Jesu=Andacht. 3 Uhr hl. Taufe. St. Marien B.=Langendreer. 630 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,15 Uhr Levitenhochamt vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, Predigt und sakramentalem Segen. Nachmittags 2,30 Uhr feierliche Vesper. St. Bonifatius B.=Langendreer. 6,30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Frühmesse. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht. Herz=Jesu B.=Werne. 6,45 Uhr hl. Messe. 8,16 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht. St. Elisabeth B.=Gerthe. Die hl. Messen sind: 7 Uhr und 8,30 Uhr. 10 Uhr Hochamt. Nachmittags 230 Uhr ist Andacht. Hl. Joseph B.=Hiltrop. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht. Hl. Geist B.=Harpen. 7 30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Rosenkranzandacht. St. Marien Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. St. Joseph Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe. 8,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. St. Laurentius Wanne=Eickel. 5,30 Uhr hl. Messe. 6.30 Uhr hl. Messe mit poln. Gesang. 7,15 Uhr bl. Messe mit Predigt. 8,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,15 Uhr Schulmesse mit Predigt. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 11,30 Uhr letzte hl. Messe mit Prediat. St. Barbara Wanne=Eickel. 6,30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9 Uhr hl. Messe 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Herz=Jesu Wanne=Eickel. 6,30 Uhr stille hl. Messe. 8Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. St. Franziskus Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. 10.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. St. Michael Wanne=Eickel. 7 Uhr Frühmesse. 8 30 Uhr Hochamt mit Predigt. 10,30 Uhr letzte bl. Messe. St. Magdalenen W.=Höntrop. 6.30 Uhr erste hl. Messe mit Predigt. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Christenlehre und Andacht. 3 Uhr Taufen. 6 Uhr Rosenkrangandacht. Evangelische Kirchengemeinden. Bochum=Altstadt. Christuskirche. 9.45 Uhr Missionar Eckershoff, Dorsten(Christuskirchenchor), mit Vorbereitung und Feier des heiligen Abendmahls. KGD. 11,15 Uhr, Eckershoff. 8 Uhr Tauffeier, Bröking. Friedenskirche. 9 30 Uhr Missionar Theis, Lüdenscheid(Friedenskirchenchor). K(D. 11,15 Uhr. Theis. 12.15 Uhr Tauffeier, Winnacker. Lutherkirche. 9.45 Uhr Missionar Wulfhorst, Gütersloh. KGD. 11 Uhr. Wulfhorst. 12 Uhr Tauffeier, Schmidt 2. Pauluskirche. 8 Uhr Hardt. 9.30 Uhr Matthien. 4 Uhr Missionsfestversammlung(Frauenchor). Johanneskirche. 9 Uhr masurischer Gottesdienst mit Abendmahlsfeier, Schneider. KGD. 11,16 Uhr, Radü. Krankenhauskapelle. 9,30 Uhr Bröking. Altenbochum. 9 45 Uhr Gottesdienst, Sup. Niederstein. 11 Uhr KGD. 12 Uhr Taufen. Engelsburg. 9.30 Uhr Gottesdienst, Prediger noch unbestimmt. 11 Uhr KGD. 12 Uhr Taufen. Gerthe. 10 Uhr Gottesdienst, Dannert. 11 Uhr Beichte und hl. Abendmahl. 11,30 Uhr K6D. Bochum=Hamme. Frühgottesdienst in der Kirche 8 Uhr. Bach. Hauptaottesdienst in der Kirche 9.45 Uhr. Kraemer. in Wegescheid 9.45 Uhr, Bach. K(WD. in der Kirche 11,10 Uhr, Kraemer; im Gemeindehaus 11,15 Uhr, Bach. Taufstunde in der Kirche 2 Uhr. Kraemer; im Gemeindehaus 12 Uhr, Bach. Harpen. 8.30 Uhr Versammlung der Österkonfirmierten. 9.30 Uhr Beichte. 10 Uhr Gottesdienst und Abendmahlsfeier, Leich. 11,16 Uhr KWD. 12 Uhr Taufstunde. Hiltrop=Bergen. 9,30 Uhr Gottesdienst, Fortmann. 10,45 Uhr KGD. 11,45 Uhr Taufen. Hofstede=Riemke. 10 Uhr Mühge. 11,15 Uhr KGD., Pitsch. 12 Uhr Taufstunde. Hordel. 930 Uhr Gottesdienst, Baschek. 10.45 Uhr GD. 11,45 Uhr Taufen. Linden. 9.30 Uhr Bäumer. 11 Uhr R6D. 12 Uhr Taufen. Dahlhausen. 8 Uhr Sup. Neuhaus. 9,30 Uhr Weber. 11 Uhr KGD. 12 Uhr Taufen. Stiepel. 9.30 Uhr Gottesdienst bei Kamplade, Lohmeyer. 9,30 Uhr Gottesdienst und Abendmahlsfeier im Lutherhause, Husemeyer. 11 Uhr KD. 9.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche, Krahn. 11 Uhr K0D. 10 Uhr Gottesdienst in Buchholz, Wohrmann. Uemmingungen. 9.30 Uhr Kuhlmann. 10,45 Uhr Kirchentaufen. 11 Uhr 802 Wiemelhausen. Melanchthonkirche. 8 Uhr Engelbert. 9.45 Uhr Dr. Klein. Beichte und hl. Abendmahl. 11,15 Uhr AGD. und Taufen, Engelbert. Petrikirche. 9.30 Uhr Gottesdienst Bertelsmann. 11 Uhr KGD. 11.45 Uhr Kirchentaufen. Groß=Bochum meldel... 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bochum-Linden. Bochum=Linden f) Am 7. Oktober dieses Jahres tann die Freiwillige Feuerwehr Bochum=Linden auf ihr 60jahriges Bestehen zurückblicken. 60 Jahre sind vergangen, als hier in der damals aufstrebenden Ortschaft Linden sich Männer zusammen fanden, um in Not und Gefahr den hiesigen Bürgern beizustehen, getreu dem „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“ Anstoß zur Gründung gab der folgenschwere Brand aaf der Nehringschen Besitzung. Es war in den ersten Oklobertagen des Jahres 1874, als der Backermeister Kohling dem früheren Amtmann in HattingenWinz die Gründung der Wehr anzeigte. 80 wackere Bürger traten der Wehr bei. Diese Zahl beweist zur Genüge, welch großes Interesse für die Sache vorhanden war. Die ersten Jahre waren Jahre der Schulung und der Aufopferung; galt es doch, nun auch die nötigen Gerate zu beschaffen. Die erste Feuerwehrspritze lieferte die Firma Terjung aus Mülheim zum Preise von 1500 Goldmark. Bald war auch der Wehr beim Brande des Wohnhauses von Scheidtmann sowie der Besitzung Bernecke Gelegenheit gegeben, sich praktisch zu betätigen, eine Aufgabe, die sie zu aller Zufriedenheit erledigte. Einen guten Föwderer der Sache bekam die Wehr durch den damaligen von Hattingen nach hier gekommenen Amtmann Falke. Mit seiner Unterstützung gelang es im Jahre 1908 das neue Spritzenhaus und Feuerwehrturm, welches auch heute noch eines der schönsten der Umgebung ist, zu bauen. Dank seiner Förderung gelang es auch, die Wehr voll zu uniformieren. Dann kam im Jahre 1914 der Weltkrieg. Großse neue Aufgaben harrten der Daheimgebliebenen Wehrleute, die freudig und pflichtgetreu überwunden wurden. Viele Wehrleute eilten zu den Fahnen, wobei sieben tapfere Wehrmänner fürs Vaterland ihr Herzblut dahingaben. Ihr Andenken wird in der Wehr stets gewahrt bleiben. Von den Gründern der Wehr konnten noch sechs Mann das 50jährige Bestehen erleben, die aber jetzt alle in ein besseres Jenseits abberufen sind. Der Letzte, Gemeindevorsteher Heinr. Nüllmann, starb vor zwei Jahren. Die Wehr wurde geführt von den Hauptleuten: August Nehring, Wilhelm Nüllmann, Fritz Schwager, Carl Berger und Joh. Koch, welcher die Wehr heute noch leitet. Das Gründungsfest findet am 7. und 8. Oktober statt. Am Sonntag, dem 7. Okteber, morgens um 10 Uhr Krangniederlegung am Ehrenmal, 14 Uhr Empfang auswärtiger Vereine. Anschließend Festzug durch den Ortsteil Linden. Am Abend Saalfeier bei Lutz. Am Montag abend Familienfeier bei ScheidtBochum-Hordel. sh. Eine seltene Frechheit. Auf der Dahlhauser Straße fuhr ein etwa 18jähriger Schuljunge mit einem neuen Fahrrade. Ein fremder Mann trat an ihn heran mit den Worten:„Was machst du mit dem Rade?“, verabreichte ihm ein paar Ohrfeigen und suchte mit dem Rade das Weite. Durch die leider zu spät aufgenommene Verfolgung ist es dem Täter gelungen, zu entkommen. Der rechtmäßige Eigentümer des Rades hatte sich dieses erst vor einigen Tagen zugelegt. Bochum-Hiltrop-Bergen. lu. Mütterverein St. Josepp=Pfarrei. Das in der letzten Monatsversammlung festgelegte Winterprogramm sieht auch für die Mütter Handarbeitsnachmittage vor. Dieselben werden im Kindergarten stattfinden. Der erste Handarbeitsnachmittag wird am Mittwoch, dem 24. d. M., nachm. 8,30 Uhr, stattfinden. Ueber die gedachte Ausgestaltung des Nachmittags wird dann das Nähere bekannt gegeben. lu. Kirchenchor„Cäcilia“. Der Kirchenchor der St. Joseph=Pfarrei ladet die ganze Gemeinde am Sonntag abend 7 Uhr im Saale des Wirtes Feierabend in Bergen zu einem Familienabend ein. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Bochum-Langendreer. ik. Silberne Hochzeit. Am gestrigen Tage begingen die Eheleute Anton Marx, Walzstraße 10, das Fest der silbernen Hochzeit. Morgen feiern die Eheleute Wilhelm Zimmer aus der Weststraße ihr 25jähriges Ehejubiläum. Glückauf zur goldenen! Bochum-Werne. ik. Dem Verkehr wieder übergeben. Die HeinrichGustav=Straße, die durch den Bau des Riesenprojektes stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und für den Verkehr gesperrt war, ist jetzt wieder für jeglichen Durchgangsverkehr freigegeben worden. Aus unserem Verbreitungsgebiet. Wilten. Polizeiamt Witten wird aufgelöst. Dem Polizeipräsidenten in Bochum unterstand neben dem Polizeiamt Herne bisher auch das Polizeiamt Witten, eine besondere Behörde unter der Leitung eineg Regierungsrates. Im Zuge einer strafferen Zusammen fassung und organisatorischen Vereinfachung der gesamten Verwaltung wird nun auf eine Anordnung des Ministers des Innern hin das Polizeiamt Witten aufgelöst. Die Geschäfte gehen an das Polizeipräsidium in Bochum über. Die Auflösung wird voraussichtlich am 1. November erfolgen. Verkehrennfälle. An der Ecke Haupt= und Kirch straße erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Straßenbahnwagen. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand nur Sachschaden.— Auf dem Adolf=Hitler=Platz wurde ein Radfahrer von einem anderen Radfahrer von hinten angefahren. Hierbei trug einer der beiden Hautabschürfungen am linken Oberschenkel davon.— An der Ecke Breite= und Wideystraße stießen zwei Radfahrer zusammen. Auch hier entstand nur Sachschaden. Einsteigediebstahl. Einem Melker, der bei einem Landwirt in Witten=Stockum beschäftigt ist wurde in der Zeit von 4—7 Uhr eine Geldborse mit 11.30 Mark aus seinem Zimmer gestohlen. Der Dieb ist an dem Hause hochgeklettert und durch ein geöffnetes Fenster eingestiegen. Wirtschaftseinbruch. In der Nacht wurde in eine Wirtschaft Auf der Oberkrone eingebrochen. Entwendet wurde ein gefüllter Zigarettenverkaufsautomat mit 10 Stück Strangtabak, 8 Pakete Tabak, 46 Schachteln Zigaretten und 1 dunkelbraune Aktentasche. Metzgerlehrling vermißt. Vermißt wird seit dem 30. 9. 34 der Metzgerlehrling Emil Petz, geboren am 2. 4. 1917 zu Bommern, zuletzt bei dem Metzgermeister Schulte in Witten=Rudinghausen in der Lehre und wohnhaft gewesen. Der Junge hat an dem genannten Tage in Gemeinschaft mit einem Metzgergesellen die Lehrstelle verlassen und ist bisher nicht wieder zurückgekehrt. herne. Der Weihbischof spricht zur Herner Frauenwelt. In einer großen Frauenkundgebung des Dekanates Herne hielt der hochw. Herr Weibbischof, der sich augenblicklich auf einer Firmreise durch das Herner Dekanat befindet, eine Ansprache. Zunächst betonte er, daß diese Kundgebung eine religiöse Kundgebung sei, keine protestlerische. Sie soll Ausdruck sein des Gemeinschaftsgeistes, der in der katholischen Kirche wwar immer lebendig gewesen sei, aber heute mehr nach Oeffentlichkeit verlange; sie solle ferner Aufklärung bringen über viele Fragen und Aufgaben, die die neue Zeit bewegen. Denn jede neue Zeit bedinge neue Fragen und neue Aufgaben. Der Weibbischof betonte dann weiter, daß sich zwar ein gesundes Volk auf gesunden Müttern aufbaue, daß aber zur Mutterschaft auch die Mütterlichkeit gehore Die Frage sei„Wie muß die seelische Haltung der kath. Frau und Jungfrau sein, damit sie nach Gottes Willen das Beste hergeben kann zur Errichtung des Gottesreiches und des irdischen Reiches?“ Die Antwort darauf gebe die Jungfrau Maria, die nicht nur unsere Fürbitterin, sondern auch unser Vorbild sei. Der Bischof schloß:„Sorge jeder Frau, daß sie eine andere Maria werde!“ Mit der Weihe an die Gottesmutter fand diese eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß. „Herne in der Besatzungszeit“. In einigen Wochen jährt sich zum 10. Male der Tag, an dem die Stadt endgültig vom französischen Joch befreit wurde. Zum Andenken an diesen Tag wird das Stadtische Nuseum eine Sonderausstellung„Herne in der Besatzungszeit", die gegenüber der ersten gleichlautenden auch in Dortmund gezeigten und glänzend beurteilten Ausstellung bedeutend vergrößert ist, herausbringen. Verkehrsunfall. Ein 14jähriger Junge aus Herne wurde an der Ecke Bladenhorster= und Castroper Straße von einem Personenkraftwagen angefahren. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung und wurde dem Krankenhaus in Börnig zugeführt. Der Herner Kanal wird tiefer. Aus verschiedenen Gründen ist es notwendig geworden, das Kanalbett des Herner Kanals um rund 50 Zentimeter zi vertiefen. Wenn man später dann den Wasserspiegel ebenfalls noch um 50 Zentimeter hoher staut, wird sich die Wassertiefe des Kanals um 1 Meter erhohen und damit die reibungslose Durchführung des Verkehrs gewährleisten. Der Boden des Kanalbettes. der aus Mergel und Sandstein besteht, wird sprengt und die Erdmassen werden dann mit Hilfe von Schaufelbaggern in Kahne verfrachtet und wegtransportiert. Verkehreunfall, Ein Radfahrer aus Herne fuhr auf der Gerther Straße in Höhe der Ringstraße gegen einen Personenkraftwagen. Er erlitt dabei einen linken Oberarmbruch und leichtere Kopfverletzungen und fand im Krankenhaus zu Börnig Aufnahme. Vermiste Person. Seit dem 3. 10. 34 wird die geschiedene Frau Kaulfuß, geb. Hamm. am 14. 9. 86 in Eschweiler, Kr. Aachen, geboren, zulett Herne, Bahnhofstraße 94 wohnhaft gewesen, vermißt. Wanne-Eickel. rb. Arbeiten im Eickeler St. Josephs=Hospital. Seit etwa fünf Wochen ist die künstlerische Hand des bekannten Kunstmalers Repke aus Wiedenbrück dabei beschäftigt, der Krankenhauskapelle des St. Josephshospitales in Eickel eine völlig neue Innenausmalung zu geben. Diese neue Ausmalung erwies sich als notwendig, da der bisherige Anstrich bereits veraltet und schadhaft war. Ferner sind einige weitere Neuerungen am Josephs=Hospital zu berichten. Die Parkanlagen des Krankenhauses haben eine willkommene Vergrößerung erfahren durch den Ankauf eines benachbarten Grundstückes. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, um dieses neuerworbene Grundstück eine Einfriedigungsmauer zu ziehen. rb. Hausangestelltenehrung. In den bevorstehenden Jahresversammlungen des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreug sollen auch dies mal wieder, wie in den Vorjahren, alle die Hausangestellten durch Auszeichnungen für treue Dienste belohnt werden, die fünf Jahre und länger bei derselben Herrschaft in Stellung sind. Diesbezügliche Anträge nehmen bis zum 10, d. M. die Vorstandemitglieder Frl. Dransfeld=Wanne, Frau Achilles=Eickel, Frau Rührup=Wanne, Frau Reimann=Röhlinghausen und Frau EickmannHolsterhausen entgegen rb. Vor der Fertigstellung des Werksfürsorgeheimes der Schachtansage Shamrock. Die Verwaltung der Zeche Shamrock 8-4 begann im Laufe dieses Jahres damit, für die Kinder und Frauen ihrer Werksangehörigen das fehlende Werksfürsorgeheim zu schaffen. Zu diesem Zwecke ließ die Verwaltung ein früheres Werkswohnungshaus in der Kastanienallee zu einem Fürsorgeheim umbauen. Aus den Wohnräumen wurden große Räume für einen Kindergarten sowie für eine Nähschule eingerichtet. Ferner wurde ein Raum für ärztliche Beratungsstunden geschaffen. Das Heim wird einer Kindemärtnerin unterstellt, der awei Assistentinnen zur Seite stehen werden. Wirtschaftseinbruch. In der Nacht wurden aus den Räumen der Wirtschaft Graßboff. Bickernstraße 12, durch Einbruch folgende Sachen gestohlen: 1 Radio=Apparat mit 8 Röhren, Marke Seibt. längliches braunes Gehause mit abgerundeten Ecken im Werte von ca. 200.— Mark, 30 Pakete Tabak, 1 Kiste Zigarren, 200 Zigarillos, 1½ Mille Zigaretten verschiedener Marken, mehrere Flaschen Likör und Rum. Außerdem wurde ein Schokoladenapparat erbrochen und daraus ein unbekannter Geldbetrag gestohlen. Vor Ankauf der Sachen wird gewarnt. Verkehrsunfall. Ein Schneidermeister aus WanneEickel wurde auf der Herner Straße von einem Lastkraftwagen angefahren und am rechten Oberschentel und an der linken Hand verletzt. Er wurde dem St. Anna=Hospital zugeführt. Auß dem Kirmeszelt gestohlen. Jn den späten Abendstunden wurden von einem Tisch im Kirmeszelt an der Kirchhofstraße eine dunkelblaue Damenlederhandtasche mit Nickelbügel und Druckschloß und mit ledernem Tragriemen und ein hellgrauer Herrenfilghut mit dunklem Band gestohlen. In der Handtasche befand sich eine kleine runde Geldbörse mit 4,45 Mark, ein Schlüsselring mit 2 kleinen und 9 großen Schlüsseln, verschiedene Ansichtskarten und Toilettenartikel. g.= Aus den Vereinen. Der morgige Sonntag steht im Zeichen des silbernen Jubiläumsfestes des Pfarr=Cäcilienchores St. Franziskus Holsterhausen. — Beim Gardeverein Eickel halt Sonntag Dr. W. Brauns aus Dortmund einen interessanten Vortrag. Alle Stadtkriegervereine nehmen hieran teil.— Heute und morgen wartet der Kaninchenzuchtverein Glückauf bei Tönshoff mit einer Kaninchenschau auf. — Heute abend findet bei Schulte=Berge eine Jubiläumsfeierlichkeit aus Anlaß des 10jahrigen Bestehens der VFK.„Schmeling“ Wanne=Eickel statt. Filme der Woche. Lichtburg. „Eskimo". Man kennt von W. S. van Dyke die Filme „Weiße Schatten“ und„Trader Horn“. Auch weiß man, welche Vorliebe er für sensationelle Momente in seinen Expeditionsfilmen hat und wie gern er bis zum Reißerischen geht, wenn der Film dadurch an Spannung gewinnen kann. Somit wendet sich van Dyke weniger an die Freunde des Kulturfilms, als vielmehr an den durchschnittlichen Kinobesucher, der dann seine Groschen ausgibt, wenn ein Film von fremdem Land und fremden Leuten noch eine gehörige Portion Nervenkitzel enthält. Das aufregende Moment im„Eskimo“ sind die Weißen. Aus ihrer Berührung mit den Eingeborenen ergeben sie die großen Konflikte. Freuchen und van Dyke schildern die Eskimos zufrieden und einfaltig, ritterlich und hilfsvereit, erfüllt vom Glauben an das Gute im Menschen. Und dann kommen die Weißen, die sie betrügen, die herrliche Felle ihnen für ein Butterbrot abschwatzen, die ihre Frauen nehmen und sich nicht verpflichtet fühlen, ein gegebenes Ehrenwort ihnen gegenüber einzulösen. Das ist die eine Sorte von Weißen. Es gibt aber auch eine solche, die die Eskimos achtet und versteht. Und schließlich eine dritte, die den Befehl hat, die Eskimos zu regieren, die dann aber erst begreifen muß, daß den Eskimos der Begriff des Regiertwerdens fehlt. Held dieses Films ist Mala, der größte Jäger seines Stammes, dessen Weib von Weißen getötet wird. Mala rächt sich an dem Schuldigen, ohne das Gefühl zu haben, eine schlechte Tat begangen zu haben. Die Polizei fühlt sich verpflichtet, diese Tat zu sühnen. Mala folgl den weißen Männern, weil sie ihm einreden. seine Freunde zu sein, und ihn bitten, für sie Nahrung zu besorgen. Als sie ihn schließlich in Eisen legen und hängen wollen, verliert er zum zweiten Mal den Glauben an den weißen Mann. Er zwängt untere größten Qualen seine Hand durch die Schelle und flieht. Ein Befehl zwingt die Beamten, die innerlich längst auf Seiten des Beschuldigten sehen, ihn zu verfolgen. Aber schließlich, als sie den auf einer Eisscholle Treibenden nur noch durch die Kugel erreichen können, lassen sie ihm die harterkämpfte Freiheit. Die Umrahmung zu dieser Handlung bilden Szenen von dramatischer Wucht, aufregende Jagdizenen, grandiose Bilder aus der Arktis. Das Ergebnis ist ein unerhört eindrucksvolles und überzeugendes Spiel der Eskimos. Ein wundervoller Film. Dazu ein hervorragendes Vorprogramm. Tonhalle Capitol. dürfte. Dazu noch das Vorprogramm, das ebenso sehenswert ist. „Ein Mann will nach Deutschland.“ Tonhallen hat wieder eine Premiere. Sie bringt den mit Spannung erwarteten Abenteuer=Film„Ein Mann will nach Deutschland". Wer den gleichnamigen Roman in der Berliner Illustrierten gelesen hat, ist im Bilde und weiß, daß er voller Spannung und Aufregung ist. Die Handlung schildert ein Menschenschicksal, das hinter Drabtverbauen seinen Lauf nimmt, durch alle Weltreile führt, von Stufe zu Stufe klettert, bis die Sehnsucht nach der Heimat durchbricht. Es ist ein deutsches Schickfal, das hier Gestalt angenommen hat. Ein Deutscher, der sich durch die ganze Welt schlägt und dessen Abenteurerblut doch keine Ruhe findet, bis er Deutschland, seine Heimat wiedergesehen hat. Carl Ludwig Diehl und Brigitte Horney sind die Hauptträger dieser äußerst spannenden Filmbandlung, denen Hermann Speelsmann und Hans Leibelt bestens assistieren. Die Kamera hat prachtvolle Bilder geschaffen, während Regiekunst wundervolle Szenen gestaltete. Wie gebannt hängt das Auge am Filmstreifen und die Spannung löst sich erst, wenn das letzte Bild abgelaufen ist. Das Publikum ist begeistert. Im Beiprogramm wird das neue Farbtonprogramm gezeigt, das sehr interessant und sehenswert ist. Sonntagnachmittag ist eine Kindervorstellung. „Ein Walzer für Dich“. Eine Filmoperette aus dem Lande der Fantasie. In einem sagenhaften Herzogtümchen regiert eine Frau, bis der echte Thronfolger, der bisher als weltberühmter Tenor und Kammersänger die Bretter unsicher machte, in die vaterlichen Fluren heimkehrt Empfangszeremonien. Hofball mit kaltem Büfett und die prompt einsetzende Liebe zur Regentin füllen die Handlung aus. Ruhmann und Meisel sind die beiden Größen, die dieser Handlung Leben geben. Ruhmann spielt die eine Halfte von Dick und Dof und wo er doof und burschikos sein kann, da zündet er sein Publikum zu heller Begeisterung an. Neben dem edlen Fürsten Graveure kann der kleine ehemalige Kapellmeister nicht reiten, das Pferd Maiglöckchen geht durch und schon wiehert alles vor Vergnügen. Das große Treffen wird in einem Weinkeller geschlagen. Hier geht es sanft besauselt zu. Rübmann dirigiert ein unsichtbares Orchester, in seiner Beschwipftheit sieht er die Weinfässer für Notenpulte an, die junge Tänzerin Maria Sazarna tanzt dazu eine lustige Groteske. Den Senf gibt Meisel dazu. Die Schlagermusik:„Ein Walzer für Dich" und eine Serenade„Tausend rote Rosen blühn". Blendend jubelt Graveures strahlender Tenor diese Lieder hinaus. Georg Zoch als Regisseur läßt die Komik erst in der Szene sich entwickeln und erreicht damit famose Bilder. Camilla Horn sieht gut aus und ist ebenso gut angezogen. Bendem zittert mit Lachern gesegnet durche Bild. Ein Ausstattungsfilm, der den Besuchern viel Freude bereiten Weltlichkspiele. „Meine Frau, die Schützenkönigin“, Ein Lustspiel, bei dem men sich kugeln kann vor Lachen und bei dem die Film=Komiker Lucie Englisch, Ralph Arthur Roberts, Hugo Fischer=Köppe, Paul Beckers und Fritz Servos Pate gestanden haben. Lin Althoff=Film, von dem man von vornherein weiß, daß er auf die einfachste Art lachen machen will. Althoff geht nur auf totsichere Nummern. Dieses Schützenfestvergnügen mit etwas Familienklatsch ist eine solche Nummer. Otto Gülstorff baute die Dekorationen. Man hat seine Freude an diesem Film. Freut sich vor allem, daß Lucie Englisch dabei ist. Denn ein Englisch=Film ist immer irdisch, sie ist Komodiantin und Mensch zugleich. Hier spielt sie ein Schützenliesel. Sie soll in Berlin eine Ehegattin mimen und im Variete mit ihrer Truppe auftreten. Dazu hundert Possenscherze, die das Dutzend Komiker kostlich serviert, so daß der Zuschauer sich prächtig unterhält. Nein, das Publikum johlt und schüttelt sich vor Lachen. Und damit ihm der Uebergang leicht wird, bringt auch das Beiprogramm einen Lustspiel=Film. „Wenn Mutter nicht zu Hause ist“, so nennt er sich. Auch hier sind es Fritz Servos und Hugo Fischer=Köppe, die für einen Lacherfolg garantieren. Lichkspielhaus „Mutterhände!“ Diesen Film sollte jeder sehen, der Kinder liebt. Er wird ihm ein Erlebnis werden und unvergeßlich bleiben. Das Publikum ist bewegt und erschüttert. Es ist erstaunlich, mit welcher Feinfühligkeit hier die Kinderpsyche eingefangen ist und wie liebevoll Kinder beobachtet worden sind. Das Publikum dankt lächeind und gerührt. Kind, liebe deine Eltern. denn wenn über's Grab der Wind einst weht, dann ist's zu spät, dann ist's zu spät. Die Hauptrolle hat Madelaine Renaud. Dazu: Cbarlotte Ander, Heinz Ruhmann und Fritz Kampers in:„Drei blaue Jungs— ein blondes Mädel!“ Ein besonders luftiger Film, der auf den Schiffen unserer Reichsmarine aufgenommen wurde. Gesunde Lebensfreude und dann Urlaub an Land und ein blondes Mädel, das ist die Liebe der Matrosen. Apollo-Theaier. „Der Doppelgänger.“ Ein Film nach Edgar Wallace ist die Vollendung des guten Kriminalfilmes. Das Komiker=Ensemble des Films Lingen, Odemar, Tiedtke, Eichheim gibt dem Film neben dem Spannungsmoment eine starke lustspielhafte Note. Gerda Maurus, als hyper=elegante Gaunerin, ist die Gegenspielerin Camilla Horns, die hier als frisches, allzu verwegenes Mädel von Uebersee eine völlig neue Seite ihrer schauspielerischen Kunst zeigt. Im Vorprogramm läuft ein entzückendes Lustspiel„Fräulein Frau“ mit Jenny Jugo und Paul Hörbiger, Anton Pointer, Olga Limburg. Ein geschmackvolles Beiprogramm und die Deuligton=Woche vervollständigen das Programm. Odeon und Skala. „Zigennerblut.“ Wieder warten beide Theater mit einer der schmissiasten und melodienreichsten Tonfilmoperetten der letzten Zeit auf. Diesmal ist es ein luftiger Zigeunerfilm, in dem zwei Könige des Lachens, Adele Sandrock und Ralrh Artbur Roberts durch ihr einmaliges blendendes Zusammenspiel das Publikum aufs beste unterbalten.— Der zweite Film:„Seitenwege des Leoens“ ist kein Filmgeschehen. sondern ein pochendes, ergreifendes Erlebnis mit der größten Tragödin Amerikas, Irene Dunne, und John Beles in den Hauptrollen.— Neben der Fox=Tonwoche sieht man noch ein Lustspiel und ein Kulturfilm. hommer Lichtsniele. „Viktoria und ihr Husar“. Musik. Tanz. Freude und Scherz füllen diese Tonfülm=Operette. Erstklassig ist die Besetzung: Iwan Petrowitsch, Friedel Schuster, Michael Bohnen, Ernst Verebes Gretl Theimer, Willy Stettner, Else Elster, Julius Falkenstein. „Die Frau im U=Boot“ ist der Kampf zweier Männer um eine Frau. Dieser Kampf. leidenschaftlich geführt, bringt die gesamte Besatzung eines U=Bootes in allerhöchster Gefahr. Dazu die Wochenschau. Aus Westdeukschland Ein Toter, zwei Verletzte bei einem Verkehrsunglück WL Köln. 5. Okt. Ein schweres Verkehrsunglück reignete sich am Donnerstagnachmittag auf der Deutz=Mülheimer=Straße. Ein Lastkraftwagen wollte zwei vor ihm fahrende Lastkraftwagen überholen, als aus entgegengesetzter Richtung ein Straßenbahnzug herannahte. Drei auf dem Wagen sitzende Bauarbeiter trugen so erhebliche Verletzungen davon, daß sie dem Krankenhause zugeführt werden mußten, wo einer von ihnen kurz nach der Einlieferung starb. Von den übrigen beiden Verletzten ist inzwischen einer wieder nach Hause entlassen worden. Junge von Kiesmassen verschüttet Bonn. 5. Okt. Mehrere Kinder spielten in einer Kiesgrube bei Hangelar. Plötzlich rutschte ein Erdklumpen ab und ein achtjähriger Junge wurde von den Erdmassen verschüttet. Obwohl das verunglückte Kind bald geborgen war, konnte man nach der Ueberführung des Jungen ins Krankenhaus nur noch den Tod feststellen. Polizeigeneral Da'uege in Koblenz Koblenz. 5. Okt. Der Befehlshaber der deutschen Polizei, General der Landespolizei Daluege, der sich seit mehreren Tagen auf einer Besichtigungsreise befindet, traf am Donnerstagnachmittag, von Wiesbaden kommend, in Koblenz ein und nahm im Hotel Fürstenhof Wohnung. In seiner Begleitung befanden sich der Chef des Stabes im Ministerium des Innern, Oberst von Oven, und der Adjutant des Befehlshabers, Hauptmann Schlangen. General Daluege war am Donnerstagabend mit den obersten Führern der Bewegung und den Spitzen der Behörden im Kasino mit dem Offizierkorps der hiesigen Landespolizeiabteilung zusammen. Alfred Rosenberg besucht die Opelarbeiter in Rüsselsheim Rüsselsheim, 5. Okt. Die Belegschaft der Opelwerke hat vor einiger Zeit mit ihrer Ausstellung künstlerischer Arbeiten der Werksangehörigen gezeigt, wie groß ihr kulturelles Streben ist. Jetzt hat Reichsleiter Alfred Rosenberg die Zusicherung gegeben, die erste NS=Kulturveranstaltung in einem großen deutschen Industriewerk am 15. Oktober in den Opelwerken zu veranstalten. Alfred Rosenberg wird anläß lich dieser Kundgebung selbst anwesend sein. Verhaftungen an der Saargebietsgrenze Hermeskeil(Bez. Trier), 5. Okt. Die Gendarmerie nahm in den letzten Tagen in mehreren Orten an der Saargebietsgrenze eine Reihe von Personen fest, die alle dem Amtsgerichtsgefängnis Hermeskeil zu geführt wurden. Es handelte sich bei den Verhafteten zum Teil um steckbrieflich gesuchte Verbrecher, Bettler und Landstreicher. Einzelne von ihnen stammten aus dem Ausland. Zwei ehemalige Fremdenlegionäre befanden sich unter den Aufgegriffenen, die fast alle wegen Paßvergehens und Bettelei bestraft werden müssen. In Otzenhausen wurden zwei Friseurlehrlinge aus Straßburg festgenommen. Sie hatten die Kasse ihres Lehrherrn ausgeraubt und waren nach Luremburg geflohen. Zu Fuß wollten sie jetzt nach dem Elsaß zurückwandern. Kurz vor dem Ueber schreiten der Saargebietsgrenze ereilte sie ihr Schicksal. 64nfündiger Kürbis Schweln, v. Okt. Ein Schwelmer Einwohner hat aus seinem Garten einen Kürbis geerntet, der nicht weniger als 64 Pfund wiegt; ein wahres Prachtexemplar, auf das der Besitzer mit Recht stolz sein kann. Vermißter erschossen aufgefunden Rüggeberg(Sauerland), 4. Okt. Bei Rüggeberg wurde von Beerensuchern die schon in Verwesung übergegangene Leiche eines Bauunternehmers aus Altenbreckerseld aufgefunden. Neben dem Toten lag eine Schußwaffe, mit der sich der Unternehmer einen Schuß in die Schlafe beigebracht hatte. Außerdem wurde am Fundort das Motorrad des Toten gefunden. Schon seit zehn Tagen wurde der Bauunternehmer vermißt. Weihe des Ludwig=Knickmann=Gedenksteines Marl i. W.. 5. Okt. Am 7. Oktober finden sich Ludwig Knickmanns Mitkämpfer aus der Zeit des Ruhreinbruchs, wie auch seine SA-Kameraden am Ludwig=Knickmann=Gedenkstein zusammen.— Am Samstag, dem 6. Oktober, wird eine Ehrung der Gefallenen der braunen Armee am Knickmann=Denkmal in Sickingmühle sowie eine Erhrung der Gefallenen der feldgrauen Armee am Ehrenmal in Hüls stattfinden. Der Sonntag bringt einen großen SA-Aufmarsch zum Gedenkstein an der Lippe. Hier wird unter der Schirmherrschaft des SA-Gruppenführers Knickmann der Führer der Gruppe Westfalen, Otto Schramme, die Einweihung vollziehen. Ohne Rückstrahler und Laterne verunglückt Münster, 5. Okt. Am Donnerstagfrüh wurde auf der Wolbecker Chaussee ein Nadfahrer von einem aus Richtung Albersloh kommenden Lieferauto überfahren und getötet. Der Lenker des Autos hatte offenbar den Radfahrer, dessen Rad weder mit einem Rückstrahler noch mit einer Laterne ausgerüstet war, nicht bemerkt. Schießmeister gelötet Oonabrück. 5. Okt. Im Steinbruch Niewedde war ein Schießmeister damit beschäftigt, eine alte Sprengladung, die sich nicht entzündet hatte, anzubohren Als er etwa 10 Zentimeter tief gebohrt hatte, stief er auf die alte Sprengladung, die erplodierte und den Schießmeister auf der Stelle tötete. Die Neuordnung des Archilektenberufs Der selbständige Archilekt soll unbeeinflußter Sachverwalter und Treuhänder des Auftraggebers sein Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste teilt folgendes mit: Mit dem 1. Oktober d. J. tritt die Anordnung über den Schutz des Berufs und die Berufsausübung der Architekten in Kraft. Die Anordnung ist im gleichen Blatt abgedruckt. Ihrem wesentlichen Inhalt nach bestimmt sie, daß, wie bereits allgemein in der ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 gesagt ist, die Eingliederung in die Reichskammer der bildenden Künste durch den Fachverband für Baukunst, den Bund Deutscher Architekten e. V., Voraussetzung für die Ausübung des Berufs als Architekt ist. Die Bezeichnung Architekt kann von jetzt ab nur noch von denjenigen Mitgliedern der Reichskammer der bildenden Künste geführt werden, die durch den Fachverband für Baukunst in die Kammer eingegliedert worden sind. Das Aufgabengebiet dieser Architekten umfaßt jegliche Gestaltung und Anordnung, die eigenschöpferische Gestaltungskraft zeigt und nicht lediglich die Anwendung erlernter technischer Kenntnisse ist. Um allen Zweifeln vorzubeugen, ist außerdem gesagt worden, daß Nützlichkeitszwecke des gestalteten Werkes den Begriff der künstlerischen schöpferischen Leistung nicht ausschließen. Es wird also die planende und gestaltende Tätigkeit für alle Bauwerke, bis herunter zu den einfachsten Bauaufgaben von der Anordnung erfaßt. Um den deutschen Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, ohne weiteres zu erkennen, ob sie mit einem zur Berufsausbildung als Architekt berechtigten Mitglied der Kammer zu tun haben, sind die eingegliederten Architekten verpflichtet, diese Berufsbezeichnung von Amts wegen in ihrem gesamten beruflichen Tätigkeitsgebiet zu führen. Es entspricht dem Willen der nationalsozialistischen Regierung, durch die berufsständische Erfassung zunächst berufsständische Pflichten und Verantwortungen festzulegen, aus denen dann auch gewisse Berufsaufgaben folgen. Im Sinne dieser Auffassung ist in der Berufsanordnung gesagt worden, daß die Architekten die Verantwortung tragen, nicht nur für die Einhaltung der gesetzlichen oder baupolizeilichen Bestimmungen, sondern vor allem für die Einhaltung der Richtlinien deutscher Kultur und Baugesinnung und die Einordnung der Bauten in das Bild ihrer Umgebung. Diese beiden Sätze räumen endgültig mit den Sünden liberalistischer Freiheit auf dem Gebiet des Bauwesens auf und verhindern die weitere Verschandelung deutschen Landes und deutscher Städte durch Bauwerke, die in keiner Weise deutscher Baugesinnung und dem Verantwortungsgefühl für gemeinsame Arbeit Rechnung tragen. Es wird die wichtigste Aufgabe des Fachverbandes für Baukunst sein, gerade hier einzugreifen und die Schäden zu verhindern, unter denen die deutsche Baukultur so stark gelitten hat. Die Architekten, die in die Kammer eingegliedert sind, unterwerfen sich schweren Bindungen und Berufsgrundsätzen, die im einzelnen in der Anordnung wiedergegeben sind. Die Treu und Glauben gefährdende und zur Korruption führende Unsitte, kostenlose Entwürfe anzubieten oder zu liefern, wird ebenfalls untersagt. Als Norm für die Tätigkeit der Architekten wird die Gebührenordnung genannt. Besonders wesentlich ist die Feststellung, daß der selbständige Architekt seinen Beruf als unbeeinflußter Sachverwalter und Treuhänder des Auftraggebers auszuüben hat. Der kulturell maßgebenden Stellung, die der Stand der deutschen Architekten nach Inkrafttreten dieser Anordnung einnimmt, entspricht die Berechtigung, eigene Entwürfe von Bauten bei den zuständigen Behörden einzureichen und zu vertreten. Entwürfe, die in Zukunft von Nichtmitgliedern der Kammer eingereicht werden, sind von der Baupolizei nicht zu bearbeiten. Diese Anordnung tritt mit dem 1. Oktober 1934 in Kraft. Sie läßt Ausnahmen irgendwelcher Art nicht zu und ergreift auch bereits laufende Verträge. Der Verantwortungspflicht des Architekten entspricht es, daß er nicht nur die Plan bearbeitung, sondern auch die Oberleitung des Baues zu übernehmen hat. Mit dieser Berufsanordnung des Architekten ist ein neues Kapitel im Buch deutscher Baukultur aufgeschlagen worden. Der Stand der deutschen Architekten, wie er durch den Fachverband für Baukunst in die Reichskammer der bildenden Künste eingefügt ist, ist vor eine große, aber dankbare Aufgabe gestellt, über die das gesamte deutsche Volk Rechenschaft fordern wird. „Katholisch=nalionalkirchliche Bewegung“ In Essen hat sich unter dem Namen„Katholischnationalkirchliche Bewegung“ eine neue Vereinigung zusammengeschlossen, die in engster Beziehung mit der altkatholischen Glaubensgemeinschaft steht, jedoch auch protestantische und römisch=katholische Personen aufnimmt. Die Vereinigung will„eine katholische deutsche Nationalkirche unter einem von Rom unabhängigen Bischof mit deutscher Sprache im kirchlichen Brauchtum“ errichten,„die sich der großen deutschen Vergangenheit verpflichtet weiß... und vorbehaltlos der deutschen Erhebung unter dem Führer Adolf Hiller dient.“ Es handelt sich offensichtlich um eine neue Form altkatholischer Propaganda. Ein Tag des deutschen Jägers Braunschweig, 5. Okt. Auf dem zwischen Goslar und Hildesheim gelegenen Hainberg, auf dem sich eine in den Fels eingehauene 200 Jahre alte Hubertuskapelle besindet, soll wieder, wie im Vorjahr, ein Tag des deutschen Jägers stattsinden. Mitglieder des Propagandaministeriums weilten auf der Rückfahrt vom Bückeberg an Ort und Stelle, um mit dem Gaupropagandaleiter von Sudnannover=Braunschweig die Vorbereitungen für die Veranstaltung zu besprechen. In den nächsten Tagen wird auf dem Hainberg ein Arbeitskommando eintressen, das den Zugangsweg zu dem Platz vor der Hubertuskapelle einebnen und einen Anfahrtsweg zum Hainberg ausbessern soll, Das Tanzen nach historischen Armeemärschen Eine Warnung des Regierungspräsidenten in Magdeburg Magdeburg, 4. Okt. Der Regierungspräsident in Magdeburg veröfsentlicht eine Erklärung, in der er sagt, es sei festgestellt worden, daß in eini gen öffentlichen Lokalen noch immer zu historischen Armeemärschen getanzt werde. Er habe bisher davon abgesehen, die Geschmacklosigkeit solches Tanzens zu historischen Armeemärschen durch Polizeiverordnung ausdrücklich zu verbieten, da er von dem gesunden Sinn der Bevölkerung erwarte, daß sie der Würde dieser Märsche Rechnung trage. DiErklärung beruft sich zum Schluß auf das Gese zum Schutz der nationalen Symbole und sprie die Hoffnung aus, daß die Klagen in dieser Hinsie endgültig verstummen würden. Die Hochschulauslese Zusammenarbeit zwischen Hitlerjugend und Studentenwerk DNB. Berlin, 5. Oktober. Wie der Reichsjugendpressedienst mitteilt, ist zwischen dem Deutschen Studentenwerk e. V. und der Reichsjugendführung eine Vereinbarung über eine Zusammenarbeit getrofsen worden. Darin heißt es u. a., daß für die Zusammenarbeit zwischen der HJ. und dem Deutschen Studentenwerk e. V. das Soziale Amt der Hitlerjugend zuständig sei. Dieses Soziale Amt der HJ. schlägt dem Deutschen Studentenwerk e. V. die studierenden HJ.=Kameraden zur öffentlichen Förderung vor. Ein Gülerzug entgleist DNB Halle, 5. Okt. Am Freitagvormittag verunglückte auf der Streche Magdeburg—Zerbst der Güterzug Roßlau—Rothensee unmittelbar hinter dem Bahnhof Prödel infolge Achsbruch eines Wagens. 14 Wagen entgleisten. Während Personen nicht verleut wurden, ist der Sachschaden beträchtlich. Das Kronprinzenvaar mit seinem ersten Enkelkind 44 * Dann sand die Taufe der Prinzessin Felicitas statt, der Tocter des Pelezer L vol. Prerhen und seiner Gemahlin(geb. von Salviati). Das Kronprinzenpaar wohnte der Taufe bei. Das Bild zeigt Kronprinz Wilhelm und Krouprinzessin Cäcilie mit ihrem Enkelkind Prinzessin Felicitas. Letzte Sportnachrichten Auch Dänemarks Elf geändert Auch die dänische Nationalelf für den Länderkampf des kommenden Sonntags gegen Deutschland hat eine Abänderung erfahren. Für den Linksaußen Eigil Thielsen vom Boldklubben 93 wird ChristensenKopenhagen Boldklubben gegen Deutschland stürmen Die Ersatzleute wurden jetzt auch bestimmt. Es sind dies: Svend Aage Johansen(Boldklubben 93), Henrr Nielsen(Boldenklubben 1903), Einar Andersen und Vang Pertersen(Kopenhagen Boldklubben). Dauerrennen in Krefeld Auf der Krefelder Radrennbahn finden am Sonn dem 12. Oktober, zum Abschluß der Saison Steher rennen statt, für die Möller=Hannover und Krewer Köln bereits fest verpflichtet sind. Die Veranstalte stehen mit weiteren erstklassigen Dauerfahrern in Un terhandlung. Nachwuchshockeyspieler in Berlin Die in Berlin zusammengezogenen Hockey=Nach wuchsspieler wurden am Donnerstag den ersten Prü fungen unterzogen. Eine Nachwuchsmannschaft tra gegen die Elf des Berliner SC an, hatte aber daPech, einen in Hochform spielenden Gegner anzutreffen, der die Nachwuchsleute nicht zur Entwicklung ihres Könnens kommen ließ. Der Berliner SC schlug den Nachwuchs mit 7:2(4:0). Kurt Weiß hatte auf der Seite der B3Cer wieder einmal einen großen Tag. Er schoß allein sechs Tore. Bei den Nachwuchsleuten wurden Paffenholz und der Kölner Berke ausgewechselt. Der für Berke eingestellte Raffelberger Bleßmann war nicht erfahren genug, um Kurt Weiß halten zu können. Eine aus norddeutschen Spielern zusammengestellte Elf traf auf die Mannschaft des BSV 8. Die Reichshauptstädter lagen bereits mit 9:2 im Nachteil, als ein Gewitterregen zum Abbruch des Kampfes zwang. In den Reihen der Nachwuchsleute fielen der Bremer Lüllmann, der beide Tore schoß, SiemersHannover und der Hamburger Katzenstein 1 durch gute Leistungen auf. Auftakt zur Ostpreußenfahri Die Ostpreußenfahrt, die in zwei großen Schleifen von je 500 Kilometer am Wochenende über 200 deutsche Langstreckenfahrer durch das abgetrennte Land führen wird, begann am Freitag mit der Abnahme der Maschinen in Königsberg. Die ostpreußische Hauptstadt war nicht wiederzuerkennen. Leben und Treiben herrschte in allen Ecken. Durch den Korridor rücken auf allen Zufahrtsstraßen die reichsdeutschen Teilnehmer an der Zuverlassigkeitsfahrt an. Leider gab es auch schon einen tödlichen Unfall. In der Nähe von Schlochau wurde der Wagen von Frau Lieselotte Sack an einem ungesicherten Bahnübergang von einem elektrischen Triebwagen erfaßt. Die Lenkerin erlitt tödliche Verletzungen. Freilagrennen zu Enghien 1. Rennen: 1. Maryland(E. Haes); 2. Amasai; 3. Friponnet. Ferner: Mah Peli, Giacinta, Feu du Ciel, Black Kina. Brin d'Amour, Glycere, Procope, King Coal, Enghien. Siea 10., Platz 26. 1., 16. 2. Rennen: 1. Capet(Maubert): 2. Zaaraa: 3. Hardiesse. Ferner: Grad Double, Barberousse, Isnik, Ariel II. Siea 49, Platz 25, 25. 3. Rennen: 1. Santos(R. Haes); 2. Vive la Joie; 3. Brulsor. Ferner: Diplomat, Lautaret, Villeras, Sphere d'Or, Kolossal. Siea 48, Platz 14, 12, 15. 4. Rennen: 1 Azais III((Frigoul); 2 Laos: 3. L'Aehre Broyè. Ferner: Brimful, Ochrida, Osman, Le Majestic, Silverdale, Taranis, Empressé, Rallpe Puisaye, Beaujen, Tatiana, Guards Parade. Siea 24, Platz 18. 26. 45. 5. Rennen: 1. Grand Bal(Niaudot): 2. Chérisy; 3. Belmon II. Ferner: Plumtree, Caudebec, L'Etincelant. La Guigne. Siea 46, Platz 25, 22. 6. Rennen: 1. Cracovienne(Chauffour); 2. Grigri: 3. Hollywood II. Ferner: Le Brousté, Belluaire, Filali, Olorelle, Shampooing. Sieg 78, Platz 25, 1° 23 Volkssport und Leibesübung Samstag, 6. Oktober 1934 Kopenhagen ist ein heißer Boden! Zum 7. Länderkampf Deutschland—Dänemark am kommenden Sonntag Chronik in Zahlen... 3:1 für Dänemark 4:1 für Dänemark 3:1 für Dänemark 2:1 für Deutschland 6:8 für Danemarh 1:2 für Deutschland 1912 in Kopenhagen 1914 in Hamburg 1927 in Kopenhagen 1928 in Nürnberg 1930 in Kopenhagen 1981 in Hannover Wenn wir die beiden Vorkriegespiele gegen den nördlichen Nachbar als„veraltet“ hinstellen, so nur mit der ehrlichen Feststellung, daß der dänische Fußball damals nur die Ueberlegenheit Englande anerkannte und dem deutschen überlegen war. Die neue Bilanz seit 1927 ist mit je zwei Siegen ausgeglichen, aber sie entspricht nicht dem Stärkeverhältnis der beiden Zußballänder in den letzten sieben Jahren. Unglückliche Aufstellungen trugen zu unseren Niederlagen auf dänischem Boden bei, ohne daß wir die(immerhin schwankend gewordene) Spielstärke der Dänen unterschatzen. Eine„Weltmeisterschafts=Besetzung“ Wenn Deutschlande Nationalmannschaft also in dret Zallen in Kopenhagen glatt geschlagen wurde, so braucht der dänische Boden doch nicht als besondere gefährlichen Glatteis betrachtet zu werden. Die Tänen sind im letzten, gerade abgeschlossenen nordischen Wett bewerb hinter dem Zieger Norwegen, Finnland und Schweden siegloser Letzter geworden. Ihre Mannschaft besindet sich in einem Uebergang, und sie müßte zu einer plötzlichen, gewaltigen Steigerung tähig lein wenn Deutschland als Favorit geschlagen würde. Der DB vermeidet diesmal, wie schon gegen Polen, ein ausgesprochenes Risiko, da neben dem in Warschau erstmale erprohten Wormser Linksaußen nur der Reservist Rohwedder als Mittelstürmer eingesetzt wird. Deulschland bietet mit acht Italienfahrern eine „Weitmeisterschafts=Besetzung“ auf. Das wird im dänischen Lager den gewünschten Eindruch nicht versehlen, und dieser dürfte stärker wirken als unsere Besorg nio daß wir als„Dritter“ der Weltmeisterschaft gegen die Dänen wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren haben. Ein Rückschlag in unserer gewaltigen Erfolgsserie ist einmal selbst gegen einen Außenseiter möglich. aber wir würden ihn nicht tragisch nehmen. Die Erwartung, auf Kopenhagener Boden endlich zu siegen überwiegt, zumal unsere Nationalmannschaft heute gut auf das auch von Dänemark betriebene„englische Spiel“ eingestellt ist. Deutschland: Buchloh Janes Schwartz Gramlich Münzenberg Zielinshi Lehner Hohmann Rohwedder Szepan Fath Stoltz Uldaler P. Jörgensen Lundsten Thielsen O. Jörgensen Skelmose E. Nielsen Laursen Tarp S. Jensen Tänemarh: Ersatzleure: Deutschland: Kath. Stührch, Schulz: Dänemark: A. Johansen, Andersen, H. Nielsen, Petersen. Schiederichter: Ragnar Bakström(Schweden). Die Chance der Dänen Die Chance der Dänen Das kürzliche Osloer 1:8 gegen Norwegen ging nicht zu Lasten der Abwehr und Dechung, die geschlossen wieder aufgestellt wurden. In den Stuem aber hat der dänische Verband wieder die altbewährten Kräfte berufen, so den einst besten skandinavischen Mittel stürmer Pauli Jörgeusen und de.. heute wirkungsvollsten danischen Schüten Uldaler, der aus einem nichtigen Grunde gegen Norwegen zurüchgesetzt war. Auf den Flügeln sind die Dänen nicht mehr so start wie früher, so daß die Chance der Mannschaft— abgesehen von einem glücklichen Tag der Innenstürmer— in der Zerstörung der deutschen Angriffe liegt, Torwart Spend Jensen und der Peteran Fritz Tark könnten die Türme in der Schlacht sein, auch wenn sie von den schwächeren Läufern im Stich gelassen werden. Die deutsche Rechnung Unser Mannschaft, in der durch Conens Zurücknahme noch nachträglich der Aachener Münzenberg auf den Mittelläuferposten und Szepan in den Angriff dirigiert wurde, bürgt mit ihrem festen taktischen Plan für die Auswertung ihrer balltechnischen Vorzüge. Allerdings wird sich Munzenberg für eine Uebertreibung des„Drei=Verteidiger=Systeme“ hüten müssen. denn mit einer solchen Taktik würde man den Dänen nur Trümpfe in die Hand spielen. Ein„unbeschriebenes Blatt“ ist naürlich der Eimsbütteler Rohwedder als Angriffsführer. Rohwedders Form ist schwankend— schlägt er indessen ein dann kann es sein, daß man den selbständigen und schußgewaltigen Conen hier nicht vermißt. Im übrigen darf die Eigenart unserer Spieler und der von ihnen durchgeführte Stil als bekannt vorausgesetzt werden. Wenn nur Rohwedder in Laune ist, dann kann der erwartete Sieg deutlich ausfallen!— Rund um den Sonntag Die Sportereignisse am Wochenende Ein Blick auf das Programm der sportlichen Ge schehnisse am ersten Oktobersonntag zeigt daß die Sommersaison zu Ende gehl. In der Leichtathletit wird mit dem Titelkampf im 50 Meter=Gehen der letzte diesjährige Meisterschaftswettbewerb durchge führt und im Radsport haben die Winterbahnen be reito ihre Pforten geöffnet. Stärker treten nun Fuß= und Handball in den Pordergrund und auch am kommenden Sonntag in es wieder ein Fußball=Länderlampf, der im Mittelpunkt des Programme steht. Deutschlande Na tionalmannschaft, in der übrigene wieder sünf weit deutsche Spieler mitwirken, fährt nach Novenhagen. um dort gegen die dänische Länderelf anzutreten Nach der Niederlage gegen Norwegen haben die Da nen ihren Sturm umgestellt und verstärkt so daß die deutsche Mannschaft hart zu kämpfen haben wird. wenn sie gewinnen will. Die Bilanz der bieherigen Landerkämpfe ist für Deutschland nicht gerode gün stig. gingen doch von seche Spielen vier verloren! Schon mehr als einmal hat die deutsche Vertretung feststellen können, daß die Dänen auf heimischem Bo den nur schwer zu schlagen sind. Trotdem rechnen wir mit einem knappen deutschen Siege denn die deutsche Elf ist vor allem im Angriff sehr stark.— Unberührt von diesem Ländertresfen nehmen die Mei. sterschaftskämpfe in fast sämtlichen Gauen ihren Fortgen, darunter die der bekanntesten Geyer Deutsch. lande, eingelaufen, wahrend fünf Vereine am Mannschaftskampf teilnehmen werden. Die Nuabysatson ist bereits im Gange Die Landermannschaft bereitet sich durch zwei Frobespiele am Samstag und Sonntag auf die Aiusgaben der neuen Spielzeit vor, während in Töthen ein Reprasentat'nkampf zwiicher den Gaumannschaften von Sochten und Niedersachsen ausgetragen wird. Die beginnende Hockensaison itent im Zeichen der Olympiavorbereitungen. Nachwuchomannschaften aus allen Gauen des Reiches spielen vom 4. bie 7. Oktober in der Reichshauptstadt. Den Abschluß dieser Vorbereitungsspiele bildet die Begegnung zwischen der Brandenburgischen Silberschildelf und den zu einer Mannschaft zusammengestellten besten Nachwuchsspielern. Im Tennis ist die Zeit der großen Tenntoturniere vorbei. Zum Abschluß kommt eo in Ber lin noch zu dem mit Spannung erwarieten Zusammentreffen der beiden besten dutschen Tennisspieler Gottfried von Cramm und Hano Nüßlein, eine Begegnung, die zweifellos das Tennioereignio dieses Jahreo zu werden verspricht. Der Turnklub Hannover wartet am Sonntag mit einet großen Veranstaltung auf. Es ist ihm gelungen, vier der besten deutschen Kunitturnmannschatten zu einem Kampf zusammenzubringen, der in Hannover zweisellog größtes Interesse sinden dürfte. Im Ruvern sinden die letzten Herbstregatten statt. Am Sonntag wird die Mannheimer Herbstregatta ausgefahren, zu der 14 Vereine 58 Boote mit 350 Ruderern gemeldet haben. Im Lager der Schwimmer herrscht Ruhe, da im Reiche keine Veranstaltungen stattfinden. Ein großee internationales Schwimmfest wird in Rotterdam aufgezogen, zu dem auch die deutschen Schwimmerinnen Olga Jentsch=Jordan, Martha Geneger, Gisela Arendt und Claire Dreyer eingeladen wurden. Ernst„Küppers und Otto Wille folgen einer Einladung nach England, wo sie am Samstag erstmalig an den Start gehen werden. In der Schwerathletik geht der Kampf um die Gaumeisterschaften weiter. Außerdem wird in Frankfurt ein großeo Rengerturnier durchgeführt, für das die besten Amateur=Schwergewichtler verpflichtet wurden. Im Radsport herrscht noch lebhafter Betrieb. Gut besetzt sind die Steher=Rennen in Köln-Riehl, für die Hille, Krewer, Metze, Wietzbröcker und der Italiener Severgnini verpflichtet wurden.— In Chemnitz starten Thierbach, Lohmann, Schindler, Moller und der Spanier Prieto, mährend in Zürich zum Abschluß ein 100 Kilom.=Mannschaftsrennen ausgesahren wird. Die Antwerpener Winterjaison wird mit Flieger= und Steherrennen eröffnet, während in Bremen eine große saalsportliche Veranstaltung durchgeführt wird. Mit ausgezeichnet besetzten Moterrodrennen wird die Bahnsaison in Bonn beendet. Die gesamte deutsche Motorsportelite beteiligt sich an der 10. Ostpreußenfahrt, die am Samstag ihren Anfang nimmt. Die Meisterschaft der Geher gang Von den Freundschaftsspielen interessieren belondero die Begegnungen zwischen dem 52V Ham hi.ro und den Düsseldorfer Fortunen sowie zwilchen Wocker München und Werder Bremen.— In Köln steigt ein Repräsentatipkampf zweichen den Gaumannschaften von Sachsen und Mittelehein Vielleicht glückt den Rheinischen die Nenauche für die Leipziger Niederlage!— Ein zweiter Länderkampf sindet in Budapest statt, wo sich die Ländermannschatten von Ungarn und Oesterreich gegen üb enehen Ein großeo Programm wird auch im Handbailsport abgewickelt, da die Vereine schon mitten in der Meisterschaftssaison stehen. In sämtlichen Gauen herrscht ein lebhafter Spielbeteien. Zwei Gautresfen finden in Süddentschland start. Am Samotag tressen sich in Eßlingen die Gauvertretungen von Württemberg und Südwest, die sich ichon am Sonntog in Göppingen den Rückkampf liefern. Olympia-Nachwuchs im Wasserball Ernst Hoffmann nimmt zum Spielsystem Stellung In der Leichtatklettl weeden die leyten Schlachten geschlagen. Am Sonntag sindet in Pario neck ein großes internationaleg Sportien statt, zu dem verschiedene der besten europäischen Leichtathle ten so n. a. die Deutschen Borchmener und Dessecker der Däne Nielsen, der Holländer Berger und der Italiener Lanzi verpflichtet wurden.— Als letzte diessährige deutsche Meisterschaft wird in München die Meisterschaft im 50=Kilometer=Gehen entschieden, mit deren Durchführung der SC Bajuwaren betraut wor den ist. Für den Einzelwettbewerb sind 35 MeldunNach der Niederlage der deutschen Wasserballmannschaft im Endspiel der Magdeburger Europameisterschaften hat in Fachkreisen ein heftiger Meinungsaustausch um ein neues Spielsystem oder das Festhalten am alten eingesetzt. Der Wasservallfachwart des DSV. Ernst Hofmann, gibt in den folgenden Zeilen die Gründe der Niederlage an und weist Wege, die zu einer Hebung der Spielstärke führen können. Es wird nie einen Zweck haben, einer Mannschaft ein bestimmtes Spielsystem einpauken zu wollen. Ein Spieler, der sich an starre Regeln hält, wird im Wettkampf immer versagen, sowie der Gegner eine andere als dieangenommene Kampftechnik anwendet. Es ist leider eine Tatsache, daß Deutschland gegenwärtig die großen „Allround=Spieler“, wie es Cordes, Gunst und Benecke waren, fehlen. Die europäischen Mannschaften pflegen gegenwärtig mehr das Stellungsspiel, als die früher übliche fliegende Kombination. Das kommt hauptsachlich daher, daß sich die Mannschaften, die früher gegen technisch überlegene Gegner hoch unterlagen, mehr auf das Deckungsspiel einstellten und so Gegentore eher verhindern konnten Der Abstand zwischen der einstigen und heutigen Spielstärke hat sich überall wesentlich verringert, so daß es den Anschein hat. Ungarn und Deutschland seien schlechter, die anderen Nationen wie Spanien, Jugoslawien und Frankreich, besser geworden. Würde man es auf rein technische Fahigkeiten ankommen lassen, und z. B. die Tauchregel klar fassen, jedes Halten streng und mit Ausschluß strafen, so würde die technische Ueberlegenheit Ungarns und Deutschlands viel klarer zum Ausdruck kommen. Da aber eine Aenderung der Spielregeln sich wahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht erreichen lassen wird, müssen wir unser Augenmerk auf die Pflege des Spielernachwuchseg richten. Der DSV konnte diesen schon lange gehegten Plan früher nie recht in die Tat umsetzen; erst im letzten Jahr gelang es, auch dafür größere Mittel freizubekommen, jedoch sind wirklich erstklassige Talente bisher noch nicht ans Tageslicht gekommen. Sehr schnelle und technisch gute Spieler sind in Magdeburg, Hannover und teilweise auch im Rheinland vorhanden, doch müssen auch diese erst noch olympiareif gemacht werden. Zu diesem Zweck beabsichtigt der Verband demnachst in verschiedenen deutschen Gauen mehrtägige OlymplaWasserballkurse durchzuführen, bei denen die Nachwuchspieler zu Gau= und Gebietsmannschaften zusammengeEinzel= und Mannschaftswettbewerb in München Am Sonntag wird durch den SC Bajuwaren München als letzte deutsche Meisterschaft der Titelkampf im 50=Meter=Gehen als Einzel, und Mannschaftswettbewerb durchgeführt. Unter den 34 Gehern findet man die gesamte deutsche Extraklasse So wird natürlich der siebenmalige Meister HähnelErfurt nicht fehlen, wie auch der Titelverteidiger Sievert, der sich schon dreimal die Meisterschaft holte, den Kampf aufnehmen will. Besonderer Favorit dieser Konkurrenz ist der Münchener Reichel, der nicht nun die Strecke genau kennt, sondern in seinen Brüdern Konrad und Ludwig gute Schrittmacher finden wird In Berlin hält man aber den Charlottenburgen Schmitt und den BACer Bleiweiß, die in diese Kampfzeit recht große Erfolge erringen konnten, sü genau so stark. Reichsbahn Berlin, St. Georg Hamburg, SC Baju waren München, SC Charlottenburg und Schwarz weiß Erfurt nehmen im Mannschaftswetthewerb der Kampf auf. Zwischen der Reichsbahn und den Bajnwaren müßte die Entscheidung liegen. Neues in Kürze... Bei den Europameisterschaften der Freistilringer, die in Stockholm begannen, siegten in der ersten Runde die Deutschen Fischer, Wittwer, Ehrl, Földeack, Neuhaus. Engelhardt und Müller verloren ihre Kämpfe. In Paris ist Donnerstag der große Autosalon eröffnet worden. Die deutschen Firmen Maybach, Mercedes, Auto=Union, Adler, Continental und Bosch sind hier vertreten. Im Rahmen des Hockeylehrganges in Berlin spielte eine mit mehreren westdeutschen Spielern besetzte El gegen den Berliner SC und verlor 7:2. Allein sechTreffer schoß Kurt Weiß. Der Solinger Erwin Klein wird am heutigen Freitag beim Europameisterschaftskampf Eder gegen Sybille nicht gegen Pistulla antreten. Der deutsche Boxsportführer hat den Solinger als Gegner Pistullas abgelehnt(wohl weil der Westdeutsche zu stark sei) und nun wird der einstige Europameister mit dem Berliner Hintemann einen Kampf machen. stellt werden sollen. Weiter ist geplant, im kommenden Frühjahr in Berlin ein Nachwuchswasserballturnier auszutragen, um die befähigsten 14 Spieler herauszusuchen und zu Reservemannschaften zusammenzufassen. Diese Nachwuchsmannschaften sollen dann in internationalen Kämpfen geschult werden, damit sie DeutschlandFarben bei den Olympischen Spielen 1936 erfolgreich 7717. Bei Zu Di Brachte der letzt Erntedankfestes nur macht der ers die einzelnen Klasse eine Vielzahl von Jm Vordergrund Hier hat sich gezei gegenüber dem verge vorläufig sind Spitz Höntrop, noch zieml den während die 9 dings wohl nicht me Meister wird, wenn stand aufgeholt hat. erheben. Germania Bo Die Münsteranen Ueberraschung des? einen Punkt abnah in Hagen eine Nied hat ganz gut begor Sonntagen machte bervorgerufen in er gen, bemerkbar. 6 Recklinghausen lang ten Unentschieden. als Recklinghausen, schaft. In dem Vert und dem Torwart leute. und wenn de im Stürmerspiel ni schover fallen, Tore gang des Kampfes nicht leicht werden. mit Ersatz antreten. Schalke Die Hüstener kon Jahre die Schalker im Punktekampf ges Sauerländer nicht so kann der Meister spielenden Szepan derlage der Gäste n Union Neckli Wenn die Reckl einnehmen, so sind dem kleinen Platze mancher gestrauchel barte in den letzten Durchschlagskraft, d gemacht hat. Unio Deckung, an der sich ausgebissen hat. Ni der worm kann Hö ten ist, wird das S DSC Hagen Die tapferen R scheren Gang. Gastgeber nicht viel aber den Ausschlag SvBg Her Das Spiel ist u heit. Es wird einer einen oder anderen Die Gruppe 1 auch nicht ein Bocht B. Preußen 07 das übrigens schon langt. Die Dahlha noch ungeschlagen. bar. Die Gäste ha aber ob sie auf de eine große Frage. den TuS werden si reißen, und haben müßte der eine od straße bleiben. 3TL Wern Der STV hat zeigt, er erlitt auf böchste Niederlage chum. Der morgige kalia. Ein knappen das Gegenteil war MRR Auch dieser star vollen Einsatz ihre sollte aber doch die schlag zugunsten de Die alten Witte schaften der Gruppe ten und diesmal m tenden TuS wird Frage seiner Taktik wird die Hintermar 4- und Der Punktekampf am morgigen Sonntag Die Gauliga und Bezirksliga ist voll beschäftigt. Brachte der letzte Septembersonntag wegen des Erntedankfestes nur eine magere Fußballausbeute, so macht der erste Oktebersonntag alles wieder gut, denn die einzelnen Klassen sind voll beschäftigt, so daß sich eine Vielzahl von Spielen ergibt. Im Vordergrunde stehen die Spiele der Gauliga. Hier hat sich gezeigt, daß sich das Kräfteverhältnis gegenüber dem vergangenen Jahr verschoben hat, denn vorläufig sind Spitzenmannschaften, wie Hüsten und Höntrop, noch ziemlich unten in der Tabelle zu finden während die Hagener die Spitze halten. Allerdings wohl nicht mehr lange Zeit, denn der deutsche Meister wird, wenn er mit seinen Spielen den Rückstand aufgeholt hat, souverän Anspruch auf die Spitze erheben. Gauliga. Germania Bochum— Preusen Münster. Die Münsteraner warteten mit der ersten großen Ueberraschung des Jahres ant indem sie Schalke 04 einen Punkt abnahmen. Hinterber erlitten sie aber in Hagen eine Niederlage. Die Bochumer Germania hat ganz gut begonnen, aber an den letzten beiden Sonntagen machte sich ein Nachlassen der Spielstärke, bervorgerufen in erster Linie durch Ersatzeinstellungen, bemerkbar. Gegen den Tatellenletzten Viktoria Recklinghausen langte es nur zu einem hart erkämpften Unentschieden. Die Münsteraner sind eher besser als Recklinghausen, insbesondere die Hintermannschaft. In dem Verteidiger Neumann(früher Schalke) und dem Torwart hat die Mannschaft zwei Klasseleute. und wenn der Germanensturm die Schwächen im Stürmerspiel nicht überwunden hat, wird es ihm schver fallen, Tore zu erzielen. Wir lassen den Ausgang des Kampfes offen, er wird für die Platzleute nicht leicht werden, besonders dann wenn sie wieder mit Ersatz antreten. Schalke 01— SpSp Hüsten M. Die Hüstener können sich rühmen, im vergangenen Jahre die Schalker als einzige Mannschaft Westfalens im Punktekampf geschlagen zu haben. Heuer sind die Sauerländer nicht mehr das wie im Vorjahr, und so kann der Meister getrost obne den in Kopenhagen spielenden Szepan den Kampf aufnehmen. Die Niederlage der Gäste wird eindeutig werden. Union Recklinghausen— SB Höntrop. Wenn die Recklinghäuser auch die letzte Stelle einnehmen, so sind sie doch nicht zu unterschätzen. Auf dem kleinen Platze in Recklinghausen=Süd ist schon mancher gestrauchelt. Auch Höntrops Sturm offenbarte in den letzten Spielen Schwächen, es fehlt die Durchschlagskraft, die diesen Sturm einst so berühmt gemacht hat. Unions bester Mannschaftsteil ist die Deckung, an der sich schon mancher Gegner die Zähne ausgebissen hat. Nur bei einer erheblichen Besserung der Form kann Höntrop gewinnen. Ob die eingetreten ist, wird das Spiel selbst ergeben. DSC Hagen— Biktoria Recklinghausen. Die tapferen Recklinghäuser unternehmen einen schweren Gang. Immerhin wird die Mannschaft dem Gastgeber nicht viel nachstehen. Der eigene Platz wird aber den Ausschlag für Hagen geben. SvBg Herten— Westfalia Herne. Das Spiel ist u. E. eine völlig offene Angelegenheit. Es wird einen knappen Ausgang zugunsten der einen oder anderen Partei nehmen. Bezirksliaa. Die Gruppe 1 ist voll beschäftigt, natürlich fehlt auch nicht ein Bochumer Lokaltreffen. Es ist das Spiel B. Preußen 07 Bochum— SC Dahlhausen das übrigens schon am Vormittag zum Austrag gelangt. Die Dahlhauser sind als einzige Mannschaft noch ungeschlagen, die Preußen dagegen unberechenbar. Die Gäste haben zur Zeit spielerische Vorteile, aber ob sie auf dem Preußenplatz fertig werden, ist eine große Frage. Nach der letzten Niederlage durch den TuS werden sich die Preußen gewiß zusammenreißen, und haben sie einen ihrer guten Tage dann müßte der eine oder andere Punkt an der Wasserstraße bleiben. STX Werne— Sportring Gevelsberg. Der STV hat sich bisher sehr wetterwendisch gezeigt, er erlitt auf eigenem Platze sogar die bisher höchte Niederlage der Gruppe durch Westfaliæ Bochum. Der morgige Gegner ist allerdings keine Westkalia. Ein knapper Sieg der Platzleute liegt nahe, das Gegenteil ware ebenfalls keine Ueberraschung. MRR Linden— Witten 07. Auch dieser starke Gegner wird die Lindener zum vollen Einsatz ihrer Kräfte zwingen, letzten Endes sollte aber doch die größere Spielerfahrung den Ausschlag zugunften der Platzleute geben. Witten 92— TuS Bochum. Die alten Wittener stellen eine der besten Mannschaften der Gruppe. Für den spielerisch nicht schlechten und diesmal wohl in stärkster Aufstellung antretenden TuS wird der Erfolg oder Mißerfolg von der Frage seiner Taktik abhängig gemacht. Den Ausgang wind die Hintermannschaft des TuS bestimmen. TuS Milspe— Westfalia Bochum. Wenn auch die Milsper stärksten Widerstand leisten werden, so sollte doch der in allen Belangen bessere Gast das Spiel klar gewinnen und damit seine Spitzenstellung befestigen. FC Schwelm— BfB Gerthe. Die Gerther kommen für einen Erfolg nicht in Betracht. Ihre Hintermannschaft wird lediglich die Höhe der Niederlage bestimmen können. 1. Kreisklasse. Gruppe A: Phönix Bochum— Wanne 11 NC Hordel— Rasensport Herne SuT Harpen— Germania Herne Preußen Wanne— SpSp Gerthe Herne=Süd— Teutonia Riemke AfB Börnig— SB Sodingen Von den Platzvereinen sind lediglich der Phonir und Börnig Favoriten, in allen anderen Spielen sieh: es zumindest nach unentschiedenen Ergebnissen, wenn nicht noch eher nach Siegen der Gastmannschaften aus. Gruppe B: TG Boch.=Ehrenfeld— Union Günnigfeld LFC Laer— SC Altenbochum Concordia Bochum— Langendreer 07 Langendreer 04— TuS Altenbochum 26 SpGem. 09=30 Wattenscheid— Dahlhausen 16 SpRg Wattenscheid— Westfalia Weitmar Union Günnigfeld wird den Ehrenfeldern einen großen Kampf liefern. Die Gäste sind sehr hart, Ehrenfeld ist spielerisch etwas besser. Ob der Platzverein seine bessere Technik zum Erfolge auswerten kann, ist recht fraglich. Offen ist der Ausgang des großen Lokaltreffens in Lae, ebenso der des Spieles in Langendreer. In den übrigen Begegnungen werden Langendreer 07 und die beiden Wattenscheider Vereine die Sieger stellen. 2. Kreisklasse. Gruppe B: SB Bochum=West— Langendreerholz SpSp Stiepel— Reichsbahn=Tus Nasensport— Fortuna Bochum SpFr Wattenscheid=Ost— SC 19 Werne Germ. Kaltehardt— Polizei=SB Bochum Stiepel, Rasensport und Wattenscheid=Ost sind die Favoriten für morgen, die übrigen Spiele werden knappe Ergebnisse zugunsten der einen oder anderen Partei geitigen. 3. Kreisklasse Grupve A: BB Gerthe=Hiltrop— Union Wanne Preußen Herne— BfL Herne Tkl. Wanne— Grün=Weiß Herne Fortung— Unser Fritz Wanne Gruppe B: Schwarz=Weiß— Borussia Bochum Bochumer Berein— Glück auf Werne Tura Eppendorf— TuS Constantin Germania Querenburg— Post=SR SB Kortum— Preußen 11 Bochum Bruchstr. Langendreer— T3V 87 Laer((S) Die Begegnung Schwarz=Weiß— Borussia Bochum wird den vorläufigen Inhaber des zweiten Platzes ergeben. Die Aussichten sind verteilt. Der Bochumer Verein wird seine Spitzenstellung durch einen Sieg weiter festigen. Eppendorf, Querenburg und Preußen 11 sind die anderen Siegesanwärter. Handball im Kreis Bochum. Bezirksklasse Nachdem am Sonntag die Punktejagd eröffnet wurde, kommen am zweiten Spielsonntag folgende Treffen zum Austrag: Ed. Gesellenverein— TB Eickel. Tv Friesen— Herne=Sodingen MBB Linden— Röhlinghausen Westfalia Herne— TC Wanne Die Bochumer Gesellen werden dem Favoriten aus Eickel den Sieg nicht leicht machen. Die Friesen greifen erstmalig ein und haben gute Aussichten. Nach ihrem guten Start haben die Lindener beste Aussichten, gegen den Gast zu gewinnen. Im letzten Treffen balten wir es mit den Platzleuten. 1. Kreisklasse Gruppe Bochum: BB Westfalia— Germania 06 Tv Brenschede— Polizei=SB Bochum Tv 48 Bochum— TG Boch.=Ehrenfeld Langendreer 04=13— Ver. Preußen 07 Die Kreisklasse greift erstmalig in den Punktekampf ein. Einen Favorit gibt es bei der ziemlich ausgeglichenen Spielstärke kaum. Die Westfalen baben trotz des Platworteils gegen Germania nicht gewonnen. Der To Brenschede hat die Landespolizei zu Gast, deren Sturm Hagemeister wieder führt. Der Ty49 wird den Turnbrüdern aus Ehrenfeld eine gang gleichwertige Partie liefern. Die letzte Begegnung in Langendreer wird der Platwerein für sich entscheiden. Damen=Handball. Die Pflichtspiele werden mit folgenden Begegnungen eingeleitet: 3B Kortum Bochum— Borussia Bochum Westfalia Herne— Wattenscheid 09=30 Tade. Ehrenfeld— Reichsbahn Wanne Kommt zu den Boxkursen des Sportamtes. der NSG.„Kraft durch Freude“. Borsport ist Kampfsport! Er erzieht Mut an und entwickelt männliche Tugenden. Feiglinge werden sich vor einem Gang mit den Borhandschuhen fürchten wie Hunde vor Prügeln. aber wirkliche Männer werden sich dem Reiz nicht entziehen können, den das fröhliche Treiben in der Boxstunde nun mal mit sich bringt. Allerdings darf nun niemand glauben, daß in den Kursen der NS. Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ ein wüstes Drauflosschlagen an der Tagesordnung sei. Wer das meint, weiß nicht, wieviel an Vorübungen notwendig ist, um aus einem untrainierten Mann einen leidlichen Borer zu machen. Der Boxsport muß Volkssport werden Deshalb hat es das Sportamt der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ übernommen, jeden systematisch in die Geheimnisse des Faustkampfes einzuführen. Also, kommen Sie zu uns! Sie werden erstannt über die Wirkung, die das Training mit dem Punchingball, das Seilspringen usw. bei Ihnen in Ihrem körperlichen Wohlbefinden auslöst. Auskunft erteilt das Sportamt(Hattingerstr. 19. robaus). Fernruf 62781. Der nächste Trainingsabend findet Montag abend in der Turnhalle an der Henriettenstraße von 20 bis 22 Uhr statt. Auch dort werden Anmeldungen entgegengenommen. Schach. Mannschafts=Kreismeisterschaft 1934=35. Am kommenden Sonntag wird die 2. Runde mit folgenden Paarungen ausgetragen: A-Klasse;„Schachfreunde 25“ Bochum gegen Schachfreunde Weitmar. Schachverein„Königspeinger“— Bochumer Schachgesellschaft.„Schachfreunde 25“ sind an der Reihe, mit einem Siege aufzuwarten und werden es auch besorgen. Die Schachgesellschaft tritt nach„spielfrei“ in der 1. Runde in die Kämpfe ein und wird dies mit einem Siege tun. Spielfrei ist der Schachwerein Günnigfeld. B=Klasse: KV.=Mannschaft Bochum gegen Schachklub Altenbochum. Schachverein des„Bochumer Verein“— Schachwverein Welper. Schachfreunde Wattenscheid— Schachverein Linden. Die NV.er haben gefährliche Leute zu Gast die sich den Sieg nicht werden streitig machen lassen. Wie die Entscheidung bei der zweiten Paarung lautet, ist nicht bestimmt, da sich gleichartige Mannschaften gegenüberstehen. Linden wird von der Reise nach Wattenscheid als Sieger zurückkommen. C-wlaiie:„Schachfreunde 25“ Bochum 1 gegen Schachfreunde Weitmar. Schachklub Altenbochum— „Schachfreunde 25“ Bochum 2. Wir erwarten in beiden Kämpfen„Schachfreund 25“ als Sieger. 4 Schach im KJVD. Die Mannschaftskämpfe um die Bundesmeisterschaft im KJVD. haben eingesetzt. „Schwarz=Weiß“ Weitmar, der Bochumer Bezirksmeister 1934, hat eine Vorrunde überstanden. EssenFrohnhausen weilte in Bochum und hat eine Niederlage erlitten. 4½:2½ lautet das Ergebnis für Weitmar. Die Hängepartie, allerdings ohne entscheidende Bedeutung, ist im Ausgang zweifelhaft und wurde zur Abschätzung eingeschickt. Bochums Aussichten, in die Endkämpfe zu kommen, sind nach dem beachtlichen Sieg über die starken Essener günstig. Gefährlich für die Bochmer Mannschaft werden die Kämpfe, sobald Paarungen mit den stärksten Mannschaften, die dem Kölner Bezirk angehören, eintreten. Boren. Hans Wieser in Prag geschlagen. Der Bochumer Weltergewichtler Hans Wieser kämpfte am Donnerstagabend in Prag vor 3000 Zuschauern gegen den Tschechen Stary. In der dritten Runde warfen die Sekundanten des Westdeutschen der bis dahin schon zweimal zu Boden mußte, zum Zeichen der Aufgabe das Handtuch in den Ring. Jubiläumswoche der BFK.„Schmeling“ Wanne=Eickel. BSK. 1920 Recklinghausen— BFK.„Schmeling“. Mit dem Klubkampf gegen den BSK. 1920 Recklinghausen wird die Werbewoche der VFK.„Schmeling“, die unter der Devise steht:„10 Jahre Boxsport in Wanne=Eickel“, am heutigen Sonnabend in der Trainingshalle bei Schulte=Berge eröffnet. Es ist kein Zufall, daß gerade der BSK. 1020 Recklinghausen heute abend in Wanne=Eickel zu Gast weilt. Die„Heitling=Mannschaft“, die unter der Obhut des alten westfälischen Boxpioniers Hermann Heitling steht, war der erste Gegner der hiesigen Boxer, als es vor 10 Jahren„losging“, und auch noch im vergangenen Jahre bildete sie das Rückgrat der Recklinghäuser Stadtmanschaft, von der die Hiesigen au fdem Preußenplatz geschlagen wurden. Im Juli dieses Jahres bestritten die„Schmeling"Boxer dann einen Klubkampf in Recklinghausen, wo sie— allerdings ersatzgeschwächt— eine knappe 9:7-Niederlage hinnehmen mußten. Ob ihnen jetzt wohl die Revanche gelingen wird?— Die Mannschaften: VXK.„Schmeling": Stach, Fröse. Zoche, Wenzek 1. Wenzek 2, Dorn, Fries, Menn. BSK. 1920 Recklinahausen; Cattepohl, Langefeldt, Frahne, Nöcker, Wiegers, Michels, Fuchs, Aant. Kadsport. Der RV.„Westfalia 95“ Bochum bestreitet am Sonntagmorgen seinen 2. Lauf zur Vereinsstraßenmeisterschaft auf der Strecke Marmelshagen—Freudenberg. Gleichzeitig findet die Abnahme für das Deutsche Reichssportabzeichen statt. Start für das Sportabzeichen 8,30 Uhr bei Dieorichs in Marmelshagen. Gesunde Frauen durch Leibesübungen. Die Werbewoche in Bochum. Wenn man einen Menschen für eine Sache gewinnen will, muß man versuchen, ihn damit vertraut zu machen. Darum hat man auch zunächst sämtlichen Bochumer Frauen und Mädchen an allen Abenden der Werbewoche Gelegenheit gegeben, in den verschiedenen Turnhallen sich den Uebungsbetrieb anzuschauen. An besonderen Veranstaltungen werden durchgeführt: am Dienstaa, dem 9. Oktober, um 20 Uhr in der Badeanstalt Schwimmvorführungen, ausgeführt vom Damenschwimmverein, am Mittwoch zur gleichen Zeit in der Badeanstalt eine Veranstaltung der Deutschen Turnerschaft, am Freitag Vorführungen der Lebensrettungsgesellschaft, ebenfalls um 20 Uhr in der Badeanstalt. Und am Donnerstag, 11. Oktober, 16,30 Uhr, im großen Saale des Parkhauses eine öffentliche Kundgebung mit turnerischen Darbietungen und einem Vortrag von Frau Dr. Pickard über Wert und Bedeutung der Leibesübungen für die Frau. Der Besuch der beiden Veranstaltungen ist unentgeltlich. Um den Frauen, die in dieser Woche den Entschluß fassen sollten, einem sporttreibenden Verein beizutreten, diesen Entschluß zu erleichtern, werden die Vereine bei Neuaufnahmen in dieser Woche kein Eintrittsgeld erheben. Es ist zu hoffen, daß die Bochumer Madchen und Frauen von dieser günstigen Gelegenheit, Turnen und Sport aus eigener Anschauung kennen zu lernen, recht eifrig Gebrauch machen. Der Turnverein Gerthe 1911 hielt im Lokale Paßmann eine recht gut besuchte Mitgliederversamm.ung ab. Vereinsführer Vogelsang gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung des verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg und würdigte dessen große Verdienste in Kriegs= und Friedenszeiten. Ebenso wurde des plötzlichen Ablebens des früheren 1. Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, Dr. Berger, gedacht, der 10 Jahre lang nach dem Kriege das Schiff der DT. durch Sturm und Wellen steuerte. Wiederum konnten drei Neuaufnahmen getätigt werden. Den Turnern Richter, Krebs und Sparka konnte der Vereinsführer Abzeichen und Grundschein der Lebensrettungsgesellschaft überreichen. Die Richtlinien zur Durchführung der Werbewoche des Reichsbundes für Leibesübungen „Gesunde Frauen durch Leibesübungen“ wurden bekannt gegeben. Zu den deutschen Gerätemeisterschaften in Dortmund fährt der Verein mit zahlreichen Mitgliedern. Es wurde allen Mitgliedern anbeimgestellt, das SA.=Sportabzeichen zu erwerben. Vom Ringturnfest in Herne konnten alle Turner und Turnerinnen mit dem Eichenkranz geschmückt heimkehren. Die Jugendturner Höper und Ibing konnten in ihren Jahresklassen im Dreikampf den 1. Sieg erringen. In den viermal 100=Meter=Staffeln der Turner und Jugendturner 16=17 lag der Turnverein Gerthe an 2. Stelle. Die dreimal 1000=Meter=Staffel konnte der Schlußläufer Cremer sicher für Gerthe holen. Wichtige Sportveranstaltung Handball-Meisterschaitsspiel I.-J. Bochum 1948— Jurngem. Ewventeid Anwurf 11 Uhr Sportplatz a. d. Krümmede. Die führenden deutschen Kleinwagen! wirtschaftlich Bochum Fernruf 60261 sparsam General-Vertretung: Fahrzeug-Werke LUEG solt 1263 zuverlässig Essen Fernruf 24747 MERCEDES-BENZ„Typ 130“ mit Heckmotor 4- und 6-Zylinder BMW Winter-Sahrplan 1934/35 Zeichenerklärung: — Schnellzug, zuschlagpflichtig. n8— Werktagen nach Sonntagen. Fernschnellzug, erh Zuschl. Werktagen vor Sonntagen. = Eilzug, zuschlagpflichtig.R Dienstag. Do— Donnerstag. Ruhrschnellverkehr(zuschlagfrei). Sa— Samstag. Mo= Montag. Sonntag. W= Werktag. — Mittwoch. Er= Freitag. Gultig ab 7. Okt. 1934 bis 14. Mal 1935 Abfahrt von Bochum=Hbf. nach: Ohne Gewähr. 0.24 D Duisburg— Düsseldorf 028 Wattensch.— Duisb. 0,40 D Hamm—Berlin 052 E Dortmund=Hbf. 1.12 P Steele=Duisburg 1,51 Dortmund=Hbf ind Essen n10 1 nachte Sa /So u So Mo sowie nicht am 25./26. u. 26./27. 12. 34, fomte nicht am 1 /2. 1. und 22./25. 4. 85) 2.16 B.=Langendreer— Dortmund=Hbf (nür nachte Ea(So. u So(Mo. sowle am 25 /26. u. 20 /27. 12 34 u. am 1./2. 1. u. 22 /23 4. 85) 5.0 Dortmund=H 5.04 Steele—Essen Oberhausen bie 18. 10. 34 un: W, nb 15. 10. 34 laallih S bie 14. 10. 34) 5.16 S Wattenscheid Linz S bie 1e. 10. 34) 5.27 D Krefeld—Aachen 533 Wattenscheid=Essen 5,8 Dortmund=Hbf 5,50 Steele=Hhhi.— Köln (Hält nicht in Ma.=Hontrop u. Steele.Well 5.57 R Dortmund=Hbf. 6,01 Steele— Düsseldorf 6.10 D Duisburg— Neuß—Köln 6,17 R Wattenscheid— Duisburg 6,30 Steele—Essen 6,31 Witten=West 6.44 D Magdeburg— Berlin=Potsd.Bahnhof 6.48 Wattenscheid— M=Gladbach 6.49 N Dortmund=Hbf. 6.58 S Soest—Warstein (S ab 5. 5. 35) 7,01 N Wattenscheid— Duisburg 7.10 Dortmund=Hbhf 7.11 F Steele=Hbhf.— Köln 7.17 D Duisburg— Düsseldorf 7.22 Unna—Hamm 7.23 Wattensch.—Essen 7.33 D Köln—Basel 7.35 Steele=Hhf Duisburg 7.38 R Dortmund=Hbf. 7.44 k Wattenscheid Arnheim 7,44 Dortmund=Hbf. 7.54 E Steele=Hbhf.— Kettwig—Köln 8.00 E Hagen 8.10 Wattensch.—Essen 8,10 Dortmund=Hbf. 8.15 R Steele=Hbf.— Duisburg 8.21 E Dortmund=Hbf. 8,34 R Dortmund=Hbf. 8.17 D Köln=Deutz— München 8.18 D Hamm—Berlin 9.01 D Dortmund=Süd Leipzig 903 Wattensch.- Köln Halt nicht auf allen Stallenen 9,12 N Dortmund=Hbf. 9.13 E Wattenscheid— Essen 9.23 N Wattenscheid— Duisburg 9.28 D Dortmund=Hohf. 9.35 Unna-Hamm 9.36 Steele—Essen 9,18 E Dortmund=Hbf. Duisburg 10,06 N Dortmund=Hof. 1021 E Krefeld—Aachen 10,25 E Kamen—Hamm 10.30 Steele=Hbhf.— Essen=Hbhi von Sterle=Hbf. bis Essen=Obf. nur W. 10,46 Haaen Frankfurt (Hält nicht auf allen Stationen) 10.48 R Steele=Hhf.— Duisburg 1058 R Dortmund=Hbf. 11,18 Steele—Emmerich 11,22 R Dortmund=Hbhf. 11,51 R Steele=Hbf.— Duisburg 1151 N Dortmund=Hbf. 12,05 E Dortmund=Hbhf. 12.07 E Steele=Hbf.— M.=Gladbach 12.09 Wattenscheid— RheinhausenFriemersheim 12,13 Dortmund=Hbf. 12,29 D Hamm=Münster-Hamburg— Altona 12,31 R Steele=Hbhf.— Duisburg 12,42 D Essen=Hbhf. 12,51 Wattenscheid Hamborn 12,54 E Hagen 13,04 E Duisburg—Köln 13,11 Dortmund=Hbhf. 13,14 Steele—EssenHbhf. (vS bis Dulsburg 13,16 Wattensch.—Essen 13,26 Witten=West 13.26 D Krefeld—Aachen 13,33 R DortmundHbhf.—Hamm üb. Kurl 13,34 R Wattenscheid— Duisburg 13,54 E Dortmund=Hbf. 13.59 FD Krefeld Aachen— Paris 14,04 Wattenscheid— Duisburg 14.07 Steele—Essen 14,16 R Dortmund=Hbf. 14.21 Unna—Soest 14.24 R Steele=Hbf.— Duisburg 14,26 Wattenscheid— Essen=Hbhf. 14,29 E Hagen 14,40 E Dortmund=Hbf. 14.47 E Wattenscheid— Köln 14,51 Witten=West(Hag.) 14,55 1 Köln Frankfurt 15,06 R Dortmund=Hof. 15,07 Steele—Köln 15.16 W Kettwig, S Werden 15,29 R Wattenscheid— Duisburg 15,40 Steele=Hhhf.— Essen=Hbhf. 15,46 R Dortmund=Hohf. 16,01 R Wattenscheid— Duisburg 16,08 D Hamm—Berlin 16.17 E Duisburg—Köln 16,31 Dortmund=Hbhf. 16.32 D Duisburg— Neuß—Köln 16,38 Wattenscheid— Rheydt 16,44 E Dortmund=Hbf. 16,45 Steele—Mörs 16,59 R Dortmund=Hbf. 17,06 E Duisburg 17,11 R Wattenscheid— Duisburg 17,19 R Dortmund=Hbf. 17.28 D Hagen—Frankfurt 17,34 R Steele=Hbhf.— Duisburg 17,38 Hagen 17,39 E Duisburg-Köln 17 43 R Dortmund=Hbf. 17,47 D Duisburg—Köln 17.55 FD Hamm—Berlin u. Altona 18,00 E Dortmund=Hbf. 18,12 Wattenscheid— M.=Gladbach 18,16 Hamm—Minden 18,17 Steele=Hbf. (—Essen=Hbf.) 18,30 D Dortmund=Hbbf. 18,35 E Wattenscheid— Köln=Frankfurt 18,45 R Dortmund=Hbhf 18,51 E Oberhausen— Arnheim 19,02 Dortmund=Hbhf.— Holzwickede 19,10 Wattenscheid— Duisburg 19,12 E Hamm 19,15 Steele=Hbf.—Essen 19.21 E Krefeld—Aachen 19,23 E Hagen 19,30 Wattensch.—Essen 19,33 Dortmund=Hbf. 19,37 Witten=West (—Hagen) 19.37 R Steele=Hbf.— Essen 19.55 R Dortmund=Hbf. 20,06 Wattenscheid— Krefeld(—M.=Gladbach) 20,.13 Wattenscheid— Oberhausen 20,18 F Dortmund=Hbf. 20.20 R Steele=Hbf.— Essen 20,30 E Köln—Aachen 20,31 Dortmund=Hbf. 20,43 Hamm—Berlin (Hält nicht auf allen Stationen) 20,52 D Dortmund=Hbf. 20,55 Steele=Hbf.—Essen 21,05 B.=Langendreer (W und 8 Anschluß nach Witten) 21,12 D Krefeld— M.=Gladbach 21,20 D Köln—Frankfurt—München 21,20 S Dortmund=Hbhf. 21.29 R Wattenscheid— Duisburg 21,39 Steele=Hbf.— Oberhausen 21,44 S Dortmund=Hbf. 2151 R Dortmund=Hbf. 22,03 R Wattenscheid Duisburg 22,08 Steele.E.n.Hohf. 22.21 S Dortmund=Hbf. 22,25 S Steele22,33 Witten=West 22,36 S Wattenscheid— Duisbura Verkehrt nur am 7. 10. 34) 22,43 Unna—Han.m 22,47 S Steele=Hbhf.— Essen=Hhhf 22,57 S Dortmund=Hohf. (S bis 14. 10. 84) 23,08 R Dortmund=Hbhf. 23,17 Steele=Hbf.— Wesel (S bis Emmerich) 23,19 Wattensch.—Essen 23,22 WattenscheidEssen=Hbf. 23.22 D Hamm—Münster—Hamburg— Altona 23,35 Witten=West (Hagen=Hbf.) 23,42 Dortmund=Hhhi nicht auf allen Stationen) 23,46 E WattenscheidKöln 23,50 Steele=Hbf.— Krefeld 23,50 D Soest—Leipzig Abfahrt von Bochum-Nord nach: 0,48 B.=Langendreer 4,00 W Wanne=Eickel 4,49 Düsseldorf 4.52 S Hagen 4,54 Wanne=Eickel 5,05 W Hagen 5,43 Düsseldorf 5.50 Witten=West 5.59 Essen=Hbf. 6.10 Wanne=Eickel 6.26 Dortmund=Hbf. 6.51 Wanne=Eickel 7,07 W Düsseldorf=Rath 7,16 Hagen 7,30 Soest=Altenbeken 753 B.=Langendreer 8,04 Wanne=Eickel (S ab B. B. 35 die Sytden) 8.16 Witten=West 8.29 Wanne=Eickel 854 Düsseldorf 9.07 Hagen 0.44 B.=Langendreer 4,03 W Wanne=Eickel 4.18 S Hagen 4.52 Düsseldorf 457 Wanne=Eickel 4.57 W Hagen 5,17 W Bochum=Nord 5,45 Witten=West 5,47 Düsseldorf 6.02 Essen=Hbf. 6,13 Wanne=Eickel 6,21 Dortmund=Hbf. 6.51 Wanne=Eickel 7.08 Haaen 7,10 W Düsseldorf=Rath 7,26 Dortmund=Süd— Soest—Altenbeken 7.49 B.=Langendreer 8,08 Wanne=Eickel (Nur S no 5. 5. 85 bie Sbiden) 8.13 Witten=West 8,32 Wanne=Eickel 827 Düsseldorf 9.92 Hagen 0,01 Wanne=Eickel 039 B.=Langendreer 4,08 W Wanne=Eickel 4,43 S Hagen 4.52 W Hagen 5,01 Wanne=Eickel 5.39 Witten=West 6.16 Dortmund=Hbf. 6.17 Wanne=Eickel 7,01 Wanne=Eickel 7,03 Hagen 7,45 B.=Langendreer 8,08 Witten=West 8.12 Wanne=Eickel 8.36 Winne=Eickel 0,04 Wanne=Eickel 0.34 B.=Langendreer 4,12 W Wanne=Eickel 4.38 S Hagen 4.47 W Hagen 5.05 Wanne=Eickel 524 Witten=West 6.11 Dortmund=Hbbf. 6.20 Wanne=Eickel 657 Hagen 7,05 Wanne=Eickel 7.40 B.=Langendreer 801 Witten=West 8.16 Wanne=Eickel 0.01 D Dortmund=Süd Leiia 0,04 Witten=West 0.09 Bochum=Hbf.— 9,19 Welver—Soest 9,20 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 nach Haltern) 9,21 Witten=West 10,01 Witten=W. 10,04 Wanne=Eickel 10.43 B.=Langendreer 10,56 Wanne=Eickel 11,55 Düsseldorf 11,57 Witten=West 12,32 Dortmund=Hbf. Soest—Bebra 12,36 Wanne=Eickel 12,49 Soest 13,07 Wanne=Eickel 13,20 B.=Langendreer (S nach Witten=West nur bie 31. 10. 34 und ab 21. 4. 85) 13,50 Düsseldorf 14,02 Dortmund=Süd 14,07 Wanne=Eickel (S av 5. 5. 35 nach Haltern) 14,11 Witten=West 14,40 E Essen=Hbyf. 14,49 Wanne=Eickel 14,56 Dortmund=Süd 15,02 Witten=West 15,12 Düsseldorf 15.18 Wanne=Eickel 15,28 Dortmund=Süd 16.26 B.=Langendreer 10.39 Witten=West 16,16 Wanne=Eickel 16,51 Düsseldorf 17,13 Dortmund=Süd 17,34 B.=Langendreer 17.53 RecklinghausenHbf. 17,59 Essen=Hbhf 18,23 W Wanne=Eickel 18,40 Witten=West 19,03 Wanne=Eickel 19,15 W Wedau 19,19 Witten=West 19,28 B.=Langendreer— Welver—Soest Abfahrt von Bochum=Präsident nach: 14,51 Dortmund=Süd 14,52 Wanne=Eickel 4,58 Witten=West 15,15 Düsseldorf 15.21 Wanne=Eickel 15.22 Dortmund=S.— Welver 16,22 B.=Langendreer 16.35 Witten=West 16,49 Wanne=Eickel 16,53 Düsseldorf 17.09 Dortmund=Süd 17,30 B.=Langendreer 17.56 RecklinghausenHbf. 17.59 W Bochum=Nord 18,02 Essen=Hbf. 18,26 W Wanne=Eickel 18.36 Witten=West 19,06 Wanne=Eickel 19,15 Witten=West 19,17 W Wedau 19.22 Welver—Soest 19,36 Wanne=Eickel 19,56 Düsseldorf 9.15 Dortmund=Süd— Welver—Soest 9,19 Witten=West 9.23 Wanne=Eickel (S ab 5. v. 35 bis Haltern) 957 Witten=West 10,07 Wanne=Eickel 10,39 B.=Langendreer 10,59 Wanne=Eickel 11,54 Witten=West 11.58 Düsseldorf 12.26 Dortmund=Hbf.— Soest—Bebra 12.39 Wanne=Eickel 12.45 Welver—Soest 13,10 Wanne=Eickel 13,16 B.=Langendreer (S nach Witten=West nur bie 31. 10. 34 u. ab 21. 4. 35) 13.54 Düsseldorf 13,59 Dortmund=Süd 14,08 Witten=West 14,10 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 nach Haltern) Abfahrt von Bochum=Riemke nach: 9,14 Witten=West 9,27 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 nach Haltern) 952 B.=Langendreer 10,11 Wanne=Eickel 10.34 B.=Langendreer 11,03 Wanne=Eickel 11,49 Witten=West 12,40 Welver—Soest 12.43 Wanne=Eickel 13.11 B.=Langendreer (S pie 81. 10 84 u ab 21. 4. 85) nach Mitten=West) 13,14 Wanne=Eickel 14,04 Witten=West 14,15 Wanne=Eickel (S av 5. 5. 35 nach Haltern) 14,54 Witten=West 14,56 Wanne=Eickel 15.25 Wanne=Eickel 16.17 B.=Langendreer 16,53 Wanne=Eickel 17.25 B.=Langendreer 18.00 RecklinghausenHbf. 18.32 Witten=West 18.32 W Wanne=Eickel 19,10 Wanne=Eickel Abfahrt von Hordel=Eickel nach: 839 Wanne=Eickel 9.10 Witten=West 9.30 Wanne=Eickel 9,47 B.=Langendreer 10,14 Wanne=Eickel 10.30 B.=Langendreer 11,06 Wanne=Eickel 11.44 Witten=West 12,35 Welver—Soest 12.47 Wanne=Eickel 13.06 B.=Langendreer ( Bie 81. 10. 84 u. ab 21. 4. 35 nach Wit13.18 Wanne=Eickel 14,00 Witten=West 14,18 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 na Haltern) 14.50 Witten=West 15.00 Wanne=Eickel 15 29 Wanne=Eickel 16.12 B.=Langendreer 16,57 Wanne=Enkel 17.21 B.=Langendreer 18.04 Wanne=Eickel 1828 Witten=West 18,35 W Wanne=Eickel 19,07 Witten=West 19,14 Wanne=Eickel Abfahrt von Bochum=Langendreer nach: Wattenscheid=Duisburg 0,15 D Bochum=Hbf.— Düsseldorf 1.02 E Dortmund=Hbf. 1,04 R Bochum=Hbf.— Steele—Duisburg 1.06 Witten=West 19,33 Wanne=Eickel 19.53 Düsseldorf 20,01 Wanne=Cickel 20,07 S Essen=Hbf. (Nur 8 bis 31. 10. 34 u. ab 21. 4. 35) 20,13 Hagen 20,15 Wanne=Cickel 20.58 B.=Langendreer (S Anschluß nach Hagen, W nach Witten=W.) 21,00 Wanne=Eickel 21,08 S Essen=Hbhf.— Duisburg=Hbhf. (S ab 5. 5. 35) 21.29 E Hagen 22,09 Dortmund=Süd 22,15 Düsseldorf 22,18 B.=Langendreer 22,28 Dülmen 23.15 S Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35) 23,27 B.=Langendreer 23,51 Wanne=Eickel 20,04 Wanne=Eickel 20,10 Hagen 20.10 S Essen=Hbhf. (S bis 81. 10. u. ab 21. 4. 35) 20,18 Wanne=Eickel 20.53 B.=Langendreer (S Anschluß nach Hagen, W nach Witten=W. 21,03 Wanne=Eickel 21,11 S Essen=Hbhf Duisburg=Hohi (Nur 8 ab 5. 5. 35) 21.53 S Bochum=Nord (Nur 8 ab 5. B. 85) 21.59 S Mitten=West (Verkehrt nicht) 22,65 W Dortmund=Süd 22.14 B=Langendreer 22.20 Düsseldorf 2231 Dülmen 9318 S Manne=Eickel (Nur S ab 5. 5. 35) 223 B.=Langendreer 23.57 Wanne=Eickel 19.11 Witten=West 19.40 Wanne=Eickel 20.06 Hagen 20.08 Wanne=Eickel 20.22 Wanne=Eickel 20.49 B.=Langendreer Anschluß S nach Hagen, W nach Witten=W. 21,07 Wanne=Eicke 21,48 S Bochum=Nord Nur 8 ab 5. 5. 35) 22,10 B.=Langendreer 2235 Dülmen 23,18 B.=Langendreer 23.22 S Wanne=Eickel (Nur 8 ab B. 6. 35) 19,43 Wanne=Eickel 20.02 Hagen 20,11 Wanne=Eickel 226 Wanne=Eickel 20.14 B.=Langendreer S Anschluß nach Hagen. W nach Witten=W.) 21,10 Wanne=Eickel 21,43 S Nochum: Nord (S ab 5. 5. 35) 2206 V.=Langendreer 22.% Tülmen 23,13 B.=Langendreer 23.26 S Wanne=Eickel (S ab B. 5. 35) 204 Dortmund=Hbf sab Essen nicht nachts Sa So u. So Mo sowie nicht am 26 /26., 26./27. 12. 84, nicht am 1./2. u. 22./29 4. 35) 2,26 Dortmund=Hbhf. (nur nachts Sa./So. u. So Mo. sowie am 25./20. u. 26./27. 12. 34 u. am 1./2. 1. und 22./23. 4. 35) 3.50 W Wanne=Eickel 4,11 Bochum=Nord— Düsseldorf 4,46 Wanne=Eickel 1.53 Bochum=Hbhf.— Steele—Essen— Oberhausen (bis 18. 10. 34 nur W, ab 15. 10. 84 täglich) 5,06 S Bochum=Hbhf.— Wattenscheid—Linz (S bis 14. 10.*.) 5.11 Bochum=Hbf.— Wattenscheid—Essen 5,12 S Hagen 5,17 W Hagen 5,17 Dortmund=Hbf. 5.33 Bochum=Nord— Düsseldorf 5,40 Bochum=Hbhf.— Steele—Köln (Hält nicht auf allen Stationen) 5,48 Dortmund=Hbf. 5.48 Bochum=Nord— Essen=Hbf. 551 W Witten=West 5.53 Bochum=Hbhf.— Steele—Düsseldorf 6,05 R Dortmund=Hbf. 6,07 Witten=West 6,08 R Bochum=Hbhf.— Wattenscheid— Duisburg 6.36 Bochum=Hhf.— Wattenscheid— M.=Gladbach 6,37 Löttringhausen 6.11 Dortmund=Hbbf. 612 Witten=West 6.12 Wanne=Eickel 6.52 R Bochum=Hbf.— Wattenscheid— Duisburg 6.52 D Berlin P 6.58 R Dortmund=Hbf. 7.02 F Bochum=Hbf.— Steele—Köln 7.08 D Bochum=Hom— Düsseldorf 7.09 S Warstein (S ab 5. 5. 35) 7.13 Bochum=Hhi— Wattenscheid-Essen 7.18 Bochum-f Steele—Duisburg 7.20 Dortmund=Hbhf 7.28 Hagen 7.32 Unna—Hamm 7.35 F Bochum=Hbf.— Wattenscheid— Arnheim 7.40 Dortmund=Süd— Altenbeken 7.45 F Bochum=Hbhf.— Steele—Köln 7,46 R Dortmund=Hbf. 7.50 Witten=West 7.55 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 die Sotden) 7.56 Dortmund=Hbf. 8.00 Bochum=Hbf.— Wattenscheid-Essen 8.07 R Bochum=Hbf.— Steele—Duisburg 8.10 E Hagen 8.20 Dortmund=Hbf. 8.20 Wanne=Cickel 8.30 E Dortmund=Hbf 831 Hagen 8.13 R Dortmund=Hbf. 8.45 Witten=West 8.46 Bochum=Nord— Düsseldorf 850 S Löttringhausen S bie 31. 10. 34 und ab 21. 4. 38) 8.52 Bochum=Hbf.— Wattenscheid—Köln (Halt nicht auf allen Stationen.) 9.04 E Bochum=Hbf WattenscheidEssen 9.10 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 nach Haltern.) 9,11 D Dortmund=Süd — Leipzig 9,14 R Bochum=Hbf.— Wattenscheid— Duisburg 9,21 R Dortmund=Hbf. 9,23 Hagen 9.27 Dortmund=Süd— Soest 9.27 Bochum=Hbf.— Steele—Essen 9,45 Unna—Hamm 9,49 R Bochum=Hbhf.— Wattenscheid— Duisburg 9.56 Wanne=Eickel 9.57 E Dortmund=Hbf. 9,59 Witten=West 10.13 E Bochum=Hbf.— Krefeld—Aachen 10,15 R Dortmund=Hbf. 10,17 Witten=West 10.34 E Hamm über Kamen 10.40 R Bochum=Hbf.— Steele—Duisburg 10,46 Wanne=Eickel 10,57 Hagen—Frankfurt a. M. (Hält nicht auf allen Staitonen) 11,07 R Dortmund=Hbf. 11,07 Bochum=Hbf.— Steele—Essen— Emmerich 11,31 R Dortmund=Hbhf. 11.42 R Bochum=Hbhf.— Steele—Duisburg 11.47 Bochum=Nord— Düsse dorf 11,52 Bochum=Hbf Wattenscheid— Rheinhausen 11,57 E Bochum=Hhf.— Steele—M.=Gladb 12,00 R Dortmund=Hbf. 12.06 Witten=West 12,14 E Dertm 12.22 Dortmund=Hbf 12.22 P Bochum=Sbhf.— Steele—Duisburg 12.26 Witten= Mest 1228 Wanne=Eickel 12.33 D Bochum=Hbhf.— Essen 12.41 Bochum=Hbf.—Wattenscheid-Hamborn 12.42 Dortmund=Hbhf.— Unna—Bebra 1254 E Bochum=Hbf.— Köln 12.58 Dartmund=Süd— Soest 12.59 Wanne=Eickel 13,03 E Hagen 13.04 Rochum=Sbhf.— Steele—Essen (vS dis Tuisburg) 13,07 Häeerinahausen 13.17 D Bochum=Hbf.— Aachen 13,21 Dortmund=Hbhf. 12.25 P Rochum. Hhf.— Wattenscheid— Essen—Duisburg 13.29 S Mitten=West (S bis 31. 10. 34 und ab 27. 4. 35) 13.36 Witten=West 13,39 Bochum=Nord— Düsseldorf 13.42 R Dortmund=Hhf 13.44 Bochum=Hbf.—Wattenscheid-Duisburg 13.58 Wanne=Eickel (S ab 5. 5. 35 nach Haltern.) 14,04 E Dortmund=Hbf. 14,10 Bochum=Nord 14,12 Dortmund=Süd 14,15 R Bochum=Hbf.— Steele=Duisburg 14,25 R Dortmund=Hbf. 14,27 Witten=W (— Hagen) 14,30 E Bochum=Nord— Essen=Hbhf. 14,31 Dortmund=Hbf. 14,36 E Bochum=Hbhf.— Wattenscheid—Köln 14,39 E Hagen 14,44 D Bochum=Hbhf Köln-Frankf. a. M. 14,49 E Dortmund=Hbf. 14,58 Bochum=Hbf.— Steele—Köln 15,03 Bochum=Nord— Düsseldorf 15,05 Dortmund=Süd 15,06 Witten=West 15,09 Wanne=Eickel 15,13 Löttringhausen 15,15 R Dortmund=Hbf. 15.20 R Bochum=Hbf.— Wattenscheid-Duisburg 15.23 Witten=West 15,39 Dortmund=Süd (— Welver) 15.52 R Bochum=Hbf.— Wattenscheid-Duis bura 15,55 R Dortmund=Hbhf 16.07 E Bochum=Hbf.— Köln 16.22 D Bochum=Hbhf.— Neuß—Köln 16.27 Bochum=Hbhf.— Wattensch.—Rheydt 16,32 Bochum=Hbhf.— Steele—Mörs 16,37 Wanne=Eickel 16.40 Dortmund=Hbbf. 16,42 Düsseldorf 16.49 Witten=West— Hagen 16,53 E Dortmund=Hbf. 16.57 E Bochum=Hbf.— Duisburg 17.02 R Bochum=Hbf.— Wattenscheid-Duisbura 17,07 R Dortmund=Hbf. 17,09 Witten=West 17.22 Dortmund=Süd 17.24 R Bochum=Hbhf.— Steele—Duisburg 17.28 R Dortmund=Hbf. 17.30 F Bochum=Hbf.— Köln 17,38 D Hagen—Frankfurt a. M 17,38 D Bochum=Hbbf.— Köl. 17.45 Recklinghausen 17.50 Nochum=Nord— Essen=Hbf. 17.52 R Dortmund=Hbf. 17.51 Hagen 18.03 Bochum=Hbf.— Wattenscheid— M=Gladbach 18.09 E Dortmund=Hbf. 18.26 F Bochum=Hbhf.— Wattenscheid— Frankfurt a. M. 18.26 Dortmund=Hbhf.— Minden 18.40 D Dortmund=Hbhf. 18.42 F Bachum=Hbf.— Arnbeim 18.43 Löttringhausen 18.52 Wanne=Eickel 1854 R Dortmund=Hbhf 18.56 Hagen 19 Nochum- Hbf.— Wattenscheid— Duisburg=Hbhf. 19.12 Holzwickede 19.12 F Bochum=Hbf.— Aachen 19,14 Witten=West 19.20 Bochum=Hbf.Wattenscheid-Esser 19,21 E Hamm 19,24 Wanne=Eickel 19,29 R Bochum=Hbf.— Steele—Essen 19,32 E Hagen 19,37 Dortmund=Süd— Soest 19,39 Witten=West 19,43 Bochum=Nord— Düsseldorf 19,45 Dortmund=Hbf. 19,48 Wanne=Eickel 19.53 Bochum=Hbf.— Wattensch.—Krefeld 19,53 Witten=West 19.57 S Bochum=Nord— Essen=Hbf (S bis 31. 10. 34 und ab 21. 4 85) 20,02 Bochum=Hbf. Oberhausen (Hält nicht in Kray=8.) 20,04 R Dortmund=Hbf. 20,07 Wanne=Eickel 20.12 V Bochum=Hbf.— Steele—Essen 20,16 Löttringhausen 2021 F Bochum=Hbf.— Köln—Aachen 20.27 E Dortmund=Hbf. 20,31 Hagen 20,41 Dortmund=Hohf 20.42 Bochum. Hhf.— —eele—Essen 20,50 Wanne=Eickel 2051 Berlin (Hält nicht auf allen Stationen.) 20,.59 S Bochum=NordEssen=Hbhi Duisburg=Shhi (S ab 5. 5 35 21,02 D Dortmund=Hof. 21,03 D Bochum=Hbi.— 21,15 W Witten.Mest 21.18 S Hagen 21,21 R Bochum=Hbf— Wattenscheid-Duisburg 21.24 S Witten=West 21,34 S Dortmund=Hhhf. 21,38 E Hagen 21,54 S Dortmund=Hhi. 2154 R Bochum=Hbhl.— Wattenscheid-Duisburg 2157"Hm Steele—Essen 22,00 R Dortmund=Hbf 2202 Witten=West 22.08 Bochum=Nord— Düsseldorf 22,18 Dortmund=Süd 22.19 Dülmen 22.26 S Bochum=Hbbf.— WattenscheidDuisburg (Verkehrt nur am 7. 10. 1234 22.30 S Bochum=Hbhf. 2232 S Dortr Hbf. 22,42 Witten=West 22.36 S Bochum Hbhf.— Steele—Essen 2253 Dortmund=Hbhf.— Unna—Hamm 23.00 Witten=West 2307 Rochum. Shf.— Steele=Wesel S bie Emmerich) 23,07 S Dortmund=Hbhf (S 516 14. 10. 84) 23,13 Bochum=Hbf— Wattenscheid Essen 23,17 R Dortmund=Hbf. 23.26 Rochum=HhfWattenscheid—Köln 23.41 Bochum=Hbf.— Steele=Hbf.— Krefeld 23.44 Witten=West 23,45 Wanne=Eickel 23.53 Dortmund=Hhhf Hält nicht auf allen Stationen.) „Akaft ourch Freude Auch die Reichsbahn will sie ihren Bediensteten vermitteln. Saubere Gestallung ihrer Arbeitsstätten.- Ordnung und Sauberkeit in allen Ecken.- Laßt Sonne herein.- Farbiger Anstrich und Blumenschmuck. Eine Pressefahrt durch den hiesigen Bezirk. Die deutsche Reichsbabn ist bekanntlich der großte Unternehmer und Arbeitgeber. Sie unterhält 12 000 Bahnböfe und Haltestellen, über 1000 größere, selbständige Abfertigungsstellen für Güter, 2700 Bahnmeistereien und über 600 Hauptwerkstätten. Ausbesserungswerke. Betriebs= und Betriebswagenwerke. Einschließlich der Verwaltungsstellen sind bei der Reichsbahn 632 000 Menschen beschäftigt. Ein derartiges Großunternehmen, das dem Verkehr dient, kann nur gut arbeiten, wenn Ordnung in ihm herrscht. Ordnung ist nur dort vorhanden, wo alles das, was zum Betrieb gehört. zweckmäßig ist; sonst leidet der Betrieb und auch der Mensch. der in ihm arbeitet. Nach diesem Grundsatz hat die Reichsbahn seit Jahren gearbeitet, so daß sie wegen ihrer Sauberkeit und Ordnung in der ganzen Welt berühmt werden konnte. Auch herrschte von jeher unter ihrer Arbeiter, und Beamtenschaft ein echter kameradschaftlicher Geist, der trotz größter Belastungsproben nicht Schiffbruch erlitt. Deshalb begrüßte es auch die Reichsbahn ganz besonders, daß nunmehr im Rahmen der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ der Deutschen Arbeitsfront, das Amt „Schönheit der Arbeit“ die Aufgabe erhalten hat, für die freundliche Ausgestaltung und Herrichtung der Arbeitsplätze. Unterkunftsräume, Wasch, Bade= und Erholungsanlagen, Werkräume und Werkhöfe usw. mit zu sorgen. Das Amt will den Arbeitsstätten das viellach Unfreundliche nehmen und hierdurch Arbeitslust und das Gefühl der Verbundenheit mit der Arbeit wecken. Um zu zeigen, wie sehr die Deutsche Reichsbahn sich verpflichtet fühlt, an der Erfüllung dieser Aufgabe nach besten Kräften mitzuwirken und wie ernst sie es mit dieser Verpflichtung nimmt, hatte die Eisenbahndirektion Essen die Vertreter der in ihrem Bezirk erscheinenden Presse zu einer Besichtiaunasfahrt eingeladen, die am Donnerstag vormittag von Essen aus unternommen wurde. Zuerst ging es nach Gelsenkirchen=Bismarck, wo die Sportanlage und das dortige Bahnbetriebswerk besucht wurden. Schon die Umgebung dieses Bahnhofes selbst machte den besten Eindruck durch ihre gepflegten Grünanlagen und den Blumenschmuck. in dem das Bahnhofsgebäude eingebettet liegt. Nach einem kurzen Spaziergang wurde dann das Betriebswerk erreicht. In unmittelbarer Nähe liegt eine hübsche Sportanlage. Vor ihrem Eingang liegt ein schmuckes Heim, das aus einem invaliden Eisenbahnwagen errichtet wurde. Dieses Heim illustrierte, wie mit billigen Mitteln Einrichtungen der Zeit entsprechend geschaffen werden. in denen die Werksangehörigen ihre Mußezeit gemütlich und unterhaltsam verbringen können. Auch das Betriebswerk selbst hinterließ den besten Eindruck. Wohin man kam, ob zur Schmiede oder zum Stofflager, ob zum Bremsprüfungsraum oder zur Klempnerei, überall herrichte reinlichste Sauberkeit, überall war Licht und Sonne, überall war es luftig und anziehend. Der ganze Betrieb war eine saubere Visitenkarte der Reichsbahn. Die Aufentvaltsräume sind schmuck und sauber, eine Radioanlage sehlt natürlich nicht. Peinlichste Sauberkeit herrscht auch in den Badeanlagen. Zur Verfügung steht eine Reihe von Brausen und Wannenbädern. Dasselbe gilt von den Waschräumen und den Aborten. Von Gelsenkirchen=Bismarck ging die Fahrt nach Recklinghausen zur Besichtigung des Wagenausbesserungswerkes. Dieses Werk umfaßt eine Fläche von 64 000 gm. es ist also ein Riesenbetrieb, indem 1215 Arbeiter und 94 Beamte und Angestellte beschäftigt sind. In diesem Werk werden monatlich 2000 Güterwagen repariert. Mithin eine Arbeitsstätte, in der es viel Staub und Schmutz von selber gibt. Aber hier bewahrheitete sich der Sinnspruch von der Schönheit der Arbeit. Hier wurde den Besuchern ad oculos demonstriert, daß Staub und Schmutz und Dreck nun einmal nicht zum Arbeiter gehören müssen, daß es auch ohne Gerümpel geht. daß auch der dumpfeste Arbeitsraum durch helle Fenster Licht und Sonne haben und durch einige farbige Anstriche arbeitsfreudig gestaltet werden kann. Hier ist in Wahrheit die Schönheit des Arbeitsplatzes organisiert worden. Lichte Höfe ziehen sich um die verdeckte Riesenhalle, kein Abfall, kein Gerümpel verletzt das Auge. Sauber und freundlich sehen die weiten Flächen aus. Ein Höllenspektakel empfängt uns in den Werkstätten, es wird gebohrt, gedreht, gehämmert, genietet, Maschinen kreischen, Kräne poltern. Elektrokarren lärmen, eine grandiole Sinsonie deutscher Arbeit. Und dennoch auffallend auch hier die Sauberkeit und Ordnung Eine treundliche Note bringen die auf die einzelnen Werkabteilungen verteilten Aufenthaltsräume, die ohne großen Aufwand überall im Geviert errichtet sind, in das sinnverwirrende Getriebe. Liebevoll haben die Belegschaftsmitglieder mit Farbstrichen und Blumenschmuck diese Gevierts ausgestaltet. Hier verbringen die Arbeiter ihre Pausen, hier nehmen sie ihr Essen ein. Dieses wird durch Elektrokarren von einer Ausgabestelle in nächster Nähe der Werkskantine hergebracht. Ueber dem Essen übertragen Lautsprecher die Rundnkdarbietungen. Wo gehobelt micd. fallen natürlich Späne. Hier wird viel gehobelt, aber die Späne werden aufgesaucht, in einen Güterwagen verfrachtet und später verkauft. So kommt es, daß auch in der Schreinerei großmöglichste Sauberkeit herrscht. Größter Wert wird natürlich auf den Gesundheitsschutz gelegt. Ein Arzt steht jeden Morgen zur Verfügung. Er hält täglich seine Sprechstunden ab, die auch den Angehörigen zuganglich sind. Ein peinlich sauberer Verbandsraum dient zur Aufnahme eines Verletzten oder Kranken Mit dem in der Nähe liegenden Krankenhaus hat man eine vertragliche Abmachung getroffen, so daß bei einem Unfall der Krankenwagen in einigen Minuten zur Stelle ist Natürlich fehlt auch nicht das Spritzenhaus. Waschräume und Kleiderablage sind schmuck und sauber. Richt minder freundlich und sauber die Baderäume, in denen der Werksangehörige sich brausen oder ein Wannenbad nehmen kann. Besondere Bedeutung wird den Unfallverhütungseinrichtungen beigemessen. Ueberaus hell und lultig und freundlich sind die Lehrlingswerkstätten. in denen ein emsiges Schaffen herrschte. Sehr hübsche Arbeitsmodelle, von eigener Hand verfertigt. zeugten von der Liebe und dem Eiser. der die Lehrlinge zu ihrer Arbeit beseelt. Am Rande der Riesenallee sind zurzeit Sportanlagen im Entstehen, wo der Werksangehörige sich in seiner Freizeit erholen kann. Die übrigen Freiflächen sind nutzbringend als Gemüsegärten angelegt oder durch Blumenschmuck in reizende Anlagen verwandelt.„Gruga im Kleinen“, wie sie ein Führer witzig nannte. Die Ledigen nehmen ihr Mittagsmahl in der Kantine ein. Für sie steht auch in unmittelbarer Nähe ein Heim bereit. in dem sie übernachten können. Mancher Arbeiter wäre froh, wenn er eine solche Schlafstelle hätte. Von hier aus brachte uns der Sonderzug nach Duioburg zum neuen Bahnhof. Als Bochumer konnte man ordentlich neidisch werden, als wir den neuesten Bahnhofsbau der Reichsbahn sahen. Hier lernie man erst recht den Sinn von der Schönheit der Arbeit begreifen. Man kann wohl sagen, daß hier sämtliche Forderungen des Amtes„Schönheit der Arbeit“ restlose Erfüllung gefunden haben. Denn Licht. Luft und Sonne waren wohl der oberste Grundsatz für die Bauleitung. Da wir bereits über den Bahnhofsneubau berichtet haben, erübrigen sich weitere Aus führungen. Nur die Feststellung sei noch erlaubt. daß hier das Arbeiten wirklich Abschließend kann man von dieser Besichtigungsfahrt behaupten, daß sie gezeigt hat, daß die Verwaltung der Essener Direktion wirklich bestrebt ist, ihre Einrichtungen der Zeit entsprechend den Verhältnissen der Umwelt anzupassen, um dadurch den Menschen, die in ihren Betrieben arbeiten. Erleichterungen durch verbesserte Arbeitostätten und soziale Einrichtungen zu schaffen, den Bediensteten die Freude an der Arbeit und am Beruf zu vermitteln und in ihnen das Gefühl des Geborgenseins zu wecken. In dieser Atmosphäre kann der Bedienstete nicht anders als zufrieden, zuverlässig und dienstfreudig sein. Bochumer Schüler Landaufenthalt der U 1 rg des staatl. Gymnasi Unseren Landaufenhalt verbrachten wir inmitten der Berge und Wälder des Hochsauerlandes in der Jugendherberge am Fuße des Astenberges. In diesem landschaftlich schönsten Teile unserer Heimat verlebten wir zehn Tage ungebundener Naturfreude und echter Kameradschaft. Lange Wanderungen machten uns vertraut mit dem eigenartigen Zauber dieser Natur und dem Wesen und Schicksal ihrer Bewohner. Es war gerade für uns junge Menschen aus dem Kohlenrevier eine innere Beglückung, diese Berge und Hohen, die unendlichen Wälder, die lieblichen Täler und Hänge zu durchstreifen; es war uns, die wir aus der Industriestadt kamen, neu und reizvoll, mit den Bewohnern der kleinen sauerländischen Berg= und Walddörfer bekannt zu werden, in ihre Arbeit und ihr Leben Einblick zu gewinnen, dem Bauern bei seiner mühsamen Feldarbeit zu helfen, die mannigfachen Heimbetriebe zu besichtigen und uns von den Erfahrungen und Wünschen der Leute berichten zu lassen. Da der karge Boden zu wenig Ertrag liefert, hat sich dort viel Heimindustrie entwickelt: die Holzschüsselmacher in Girlhausen, die Sensenhändler in Neuastenberg, Löfselmacher in Mollseifen usw., die ihre Waren auf Handelsreisen durch ganz Deutschland bis nach Frankreich, England, den nordischen Ländern und nach Rußland hinein absetzen und dadurch einen regen Handelsgeist und eine nicht geringe Menschenkenntnis erlangen, die wieder der Entwicklung der Dörfer zugute kommt. Ein Ertrag aus solchen Reisebeobachtungen war unter anderem die Einrichtung einer Dörranstalt der Fingerhutpflange, die bisher unbenutzt verkam, jetzt aber vor den Dörflern in Tausenden von Zentnern gesammelt und in aller Welt bis nach Uebersee verschickt werden und damit dem verarmten Dorf Langewiese eine wichtige Verdienstquelle erschließen. Wir lernten weiterhin die Arbeit und die Bedeutung in einer sauerländischen Schiefergrube kennen, ließen uns von einem Dorfschullehrer von den besonderen Schwierigkeiten und Freuden seiner einklassigen Dorfschule erzählen und in einer gemeinsamen„Schulstunde“ mit den Buben und Mädels auf freier Bergeshöhe von der zweitausendjährigen Geschichte des Hochsauerlandes berichten und dergleichen mehr. So haben wir die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse dieses Ländchens um den Hohen Asten aus eigener Anschauung studiert, so haben wir uns mit Klampfe, Geige und frohen Liedern die schöne Heimat erwandert, so haben wir die Liebe dieser Leute zu ihrem Boden und ihren starken Glauben an das neue Deutschland immer wieder empfunden. und wir selbst, Lehrer und Schüler, sind zu einer Kameradschaft zusammengewachsen, wie sie die Arauf froher Fahrt. ums und Realgymnasiums zu Bochum. beit in der Schule allein nicht entstehen lassen kann. Wir tanken Herrn Oberstudienrat Dr. Hagemann, daß er uns diese Tage von innerer Verbundenheit und Freude erleben ließ. Alex Deisenroth. : Sonderzug nach Berlin. Wie die Deutsche Angestelltenschaft heute mitteilt, ist die Abfahrt des Sonderzuges am Freitag, dem 12. Oktober, nunmehr auf 22.38 Uhr ab Bochum festgelegt. Die Rückkehr erfolgt am Montag. dem 15. Oktober, morgens gegen 6.30 Uhr.(kommt der Zug in Bochum an). Die Fahrtkosten betragen nur RM 9.70, die Teilnehmer, larte für Verpflegung. Uebernachtung. Eintrittsgelder, Führungen und Besichtigungen nur RM 7.—. Anmeldungen werden ausnahmsweise noch bis Dienstag, den 9. Oktober, 13 Uhr. entgegengenommen. Anmeldungen und Auskünfte bei der Geschäftsstelle der Deutschen Angestelltenschaft, Bochum. Alleestraße 46, Fernruf 60561=62. Katholischer Beamtenverein. Unsere St. Michaelsfeier am Sonntag, dem 7. Oktober, um 20,15 Uhr, findet nicht im Jugendsaal, sondern im Weißen Saal der Bürgergesellschaft statt. Wir machen unsere Mitglieder noch einmal auf diese Veranstaltung aufmerksam und bitten um recht zahlreichen Besuch. Der Vorstand. N. S. R. D. W. Kameradschaftsabend. Der für den 6. Oktober 1034 vorgesehene Kameradschaftsabend mußte um eine Woche verschoben werden und findet nunmehr am Samstag, dem 18. Oktober, abends 20,30 Uhr, im Lokale Ludger König, Kortumstraße, statt. Wohin gehen wir Sonntag? Zur Geflügelausstellung Kleintierfarm, Bochum, Ziegelstraße. Bochumer Kriester= und Landwehrverein, Gesamtverein. Sonntag, den 7. Oktober, von 9 Uhr ab Wanderpreisschießen, Stand Thiemannshof. Jung=KRB., Junsmännerring und Jugendgruppe, Bochum. Morgen(Sonntag) um 8 Uhr hl. Messe und gemeinschaftliche hl. Kommunion im St. Marienstift. 22. Fortsetzung.) John Cormiand erhob sich schwer aus seinem Stuhl. Sein Gesicht war verzerrt und seine Augen blutunterlaufen. Von dem eleganten und shmpathischen Kavalier hatte er jetzt kaum noch einen Zug an sich und alle Vertreker der Lehre, daß in gewissen Lagen alle Abkömmlinge von Farbigen den Firnis äußerer Kultur verlören, hätten durch diese Szene fur ihre Lehre eine starke Stütze bekommen. „Ich sehe, daß mir hier eine Macht gegenübersteht, gegen die ich alleine nichts ausrichten kann!“ rief er unbeherrscht.„Aber glauben Sie nicht, daß ich alleinstehe! Und hoffen Sie nicht, daß Sie mich zu Fall bringen, ohne selbst empfindliche Wunde davonzutragen. Wenn Sie nicht anders wollen, dann Kampf bis aufMesser. Ich werde ihn mit offenen Waffen ausfechten, nicht mit vergifteten und verborgenen Dolchen.“ Er ging hinaus und schlug die Türe schmetternd hinter sich zu. Die Zurückbleibenden saßen eine Weile schweigend beieinander. Dann räusperte sich Caduff. „Was sagen Sie dazu, Crowdon?“ „Schlechtes Theater! Don Quichote von Carbontown.“ „Aber nicht ganz so harmlos“, gab der Advohat zu bedenken.„Sie werden Ihren Sohn preisgeben müssen, Cornland“. „Wenn er es nicht anders will“, versetzte der Zechenbesitzer gepreßt und finster.„Tut, was euch nötig scheint.“ nn er sich dich und raumt das nie Cromdon. Er wird vielleicht ver= seinen Düngerplan an anderer Stelle, möglichst —. von hier. anzubringen.“ „Tas mar ausgezeichnet, Cromden daß Sie ihm mi. Hille des gestohlenen Planro ate letzten und einaicen Trümple aus den Zingern nehmen konnten“, lede der Advohat behaglich.„Jetzt wird er naturlich me en. Siß man ihm den Pian gestohlen hat.“ Durchauo nicht. Der Vlan liegt wieder auf derselben Stelle, wo ich ihn eucen hahe.“ su mann, 6ds ist tonnayn! wisfen Sre, Jhre Cowboystreiche gesallen mir manchmal nicht. Crowdon! Der Diebstahl war berechtigt, ja nötig. Diese Gefahr mußten Sie auf sich nehmen. Daß Sie den Plan nach der Abschrift wieder zurückbrachten war überflüssig. Sie konnten ihn mit der Post zurüchschichen.“ „Es ist so eine Art von Sp#et“, verteidigte sich Crowdon lachend.„Gefahr wur haum damit nerbunder den John Cornland befand sich nicht in seiner Wohnung, sondern hier. Wenn ich demnächst verheiratet sein werde, dann haben Späße dieser Art ohnehin ihr Ende.“ „Das ist im Interesse Ihrer wirklich reizenden jungen Gattin auch sehr zu wünschen“, bemerkte Caduff in einer spöttischen Nachahmung väterlicher Strenge.„Uebrigens habe ich einen Plar“, fuhr er fort und rieb sich nachdenhlich seine Nase.„Ich schlage vor. John. Cornland seinen Billen entsprechend auf der Zeche arbeiten zu lassen. Wir tun, als überlegten wir. doch noch auf seine Pläne einzugehen.“ „Warum das?“ fuhr William Cornland auf. „Zunächst um Zeit zu gewinnen. Hier auf der Zeche ist er uns am ungefährlichsten. Solange er hier herumschustert und sich noch Hoffnungen macht, haben wir einerseite heine unangenehmen Ueberraschungen zu befürchten. Er ist gewissermaßen haltgestellt. Während dieser Zeit— hm— wird der ganze Handel vielleicht vom Schicksal entschieden und wir sind unangenehmer Maßnahmen enthoben“ Die beiden anderen verstanden ihn. Keiner sagte ein Wort. Nach Minuten stiet der alte Cornland einen Seufzer aus, der wie ein tiefes, dumpfes Stohnen klang. Meinetwegen. Doch wir wollen zuvor darüber auch mit Brown sprechen Es war nicht gut für John Cornland, daß er an diesem Tage erst wie ein Gehetzter durch die Umgebung strich, dann sich in ein Auto warf und nach Carbontown fuhr in seine dortige Wohnung. Mit dem Hute auf dem Kopfe stürzte er zu leinem Schreibtisch. die Schuolade auf, in der seine Pläne und wichtigen Papiere verwahrt waren. Er fand alles in bester Ordnung. Es war nicht zu erkennen, daß eine fremde Hand diese Schublade angerührt hatte. Grübelnd saß er lange in seinem Sessel und suchte seine Gedanken zu ordnen. Dann sprang er auf und eilte zur Wohnung seines Freundes Harry Ellis. Zu seiner nicht geringen Bestürzung hörte er, daß der vor zwei tunden nach Neuyork abgereist sei. Wie gesagt. es war nicht gut für ihn, daß das alles an diesem Nachmittag und Abend geschah. Hätte er ruhiges Blut bewahrt und die Dinge, die an ihn herantraten, in der Art eines kampfgeübten Diplomaten behandelt, so hätte er an diesem Tage noch eine sehr interessante Behanntscheft gemacht— die des Direktors Brown, dem seine Schester Ruth zugedacht worden war. Dieser Herr kam zum Diner in einem bestaubten Fordmagen heranwesahren. Er war ein großer, magerer Herr mit schrnalem, graufarbenem Gesicht und dünnen Barthoteletten. Sonderbar, daß alles an ihm grau war. Er sah auf den ersten Blick von oben bis unten stark bestrubt aus. Bei näherem Zusehen aber sah man dann, daß das teils Natur, teils beabsichtigte Wirkung war. Der Anzug, der Hut, die Gamaschen, die Strümpfe waren grau. Sogar Haupt= und Barthaare hatten so eine Art grauer Farbe, die aber nicht vom Alter herham. Wenn man von verstaubten Seelen sprechen darf— hier konnte man es. Denn nichts in der Erscheinung des Direktars Bromn war so grau wie seine Augen, so farb'os und kalt. so ganz ohne Leben. Browns nähere Behannten wußten, daß er sich selbst seiner inneren Ruhe ruhmte. Allerdin#e— diesem Mann konnte man ansehen, daß alle Widersprüche aller Parlamente der Welt ihn nicht aus seiner halten grauen Ruhe herauebringen würden. Er begrüßte William Cornlard, Caduff und Crowdon mit einem halben Dutzerd knurriger Worte. Niemand hätte an dieser Begrühung erkennen können. daß Cornland sein Chef war. Dann setzten sich die vier Männer zu Tisch Caduff aß viel und mit bestem Appetit. Er verdaute schon während des Efsens durch seine außergewöhnliche Lebendigheit. Seine Zunge machte weit mehr Worte als seine Kinnbachen Kaubewegungen. William Cornland, der kaum von den einzelnen Speisen hostete, betrachtete hin und wieder Caduff von der Seite. erstaunt über dessen Angereatheit. Oder war es Aufgeregcheit? Hatte die Sach mit John Cormand ihn irgendwie aus dem Geleise geworfen? Dao Gegenteil von ihm war Mister Bromn. Der fr. 34 kein Wort. Nur wenn er direkt gefragt wurde l. er e Enueten hören. das der andere caesalsg oder Verneinung auffassen honnte. Er aß ebenfalls viel, doch auf andere Art. Er speiste nicht, sondern beforderte Nahrungeltotte in sein Inneres hinemn. Mit einer stets gleichbleibenden Emsigkeit, die an das Paternosterwerk eines Zechenbetriebes erinnerte. Dabei glitten seine grauen Augen fortwahrend von Schüssel zu Schüssel, als arbeite er im stillen an einer Kalkulation, welche Menge von den auf der Tafel befindlichen Dingen er bei zweckmäßiger und eifriger Förderung noch in seinem Innern unterbringen könne. Den Kaffee ließ Cornland in der Bibliothek auftragen. Dort saßen die vier Männer eine Zeitlang schwweigend beieinunder, mil ihrer Verdauung und der Zigarre beschäftigt. Bis von den Lippen des Advokaten das Wort„Geschäft“ fiel. Da wurde Brown auf einmal merkwürdig lebendig. Er holte seine sorgfältig verschlossene Ledertasche herbei und brachte ein Schriftstück zum Vorschein, das er den beiden anderen mit halblauter Stimme vorlas. Schade, daß John Cornland von diesem Schriftstück heine Ahnung hatte, vielleicht hätte er dann doch jeden Gedanken an eine Bekämpfung des Ku=Klux=Klans fahren lassen. Denn dieses Schriftstuck enthielt eine genaue Darstellung des derzeitigen Standes und des Programms jener gegen den Klan gerichteten Kampforganisation. Es handelte sich darum, alle klansfeindlichen Elemente zu sammeln, auch die Neger und deren Abkömmlinge, sogar die in den verschiedenen Industrieunternehmungen beschäftigten Dagos. Ein Gedanke, der dem Advohaten Caduff ungeheures Vergnügen bereitete. Uebrigens kam der Name John Cornland an mehreren Stellen dieses Schriftstüches vor. Als nach Stunden die vier Männer wieder zum Varschein kamen, war über das Schichsal des jungen Corntind entschieden. Man war der Meinung. daß eine direkte Gefahr noch nicht vorlage und ein Zwang zu unmittelbarer Gewaltanwendung noch nicht gegeben sei. Man hatte sich etschlossen, nach außen hin eine wohlwollende und entgegenkommende Stellungnahme zu zeigen. Es sollte ihm nichte in den Weg gelegt werden, in den Betrieb zu kommen und sich dort nach Belieben zu betätigen— und zwar vorlaufig in der Eigenschaft als Grubeningenieur. Dieser Vorschlag stammte von Mr. Brown. „Ich werde dann sein Vorgesetzter sein.“ sprach er mit einem Grinsen das seine samtlichen Haifischzähne blotzlegte.„Ich werde ihm ein sehr freundlicher und entgegenkommender Direntor sein, doch garantiere ich Ihnen, meine Herren, daß John Cornland auf diese Weise schnellet wieder von der Gruhe verschwinden und nach Deutschland gehen wird, als Sie es denken.“ Will Crowdon, der Generaldirektor, der sich in all diesen Verhandlungen merhwürdig zurüchhalten gezeigt hatte, warf Brown einen Seitenhlick zu— und heinen allzu freundlichen. (Fortsetzung lolat). Selbslverständliches Jubehör. Die Entspannung des Wohnungsmarktes hat eine erfreuliche Belebung des Handwerks nach sich gezogen. Dem Hauseigentümer ist es heute mehr als früher möglich, notwendige Hausreparaturen vornehmen zu lassen. Der neue Mieter, sofern er als zahlungskräftiger Kontrahent auftritt, wählt unter den ihm angebotenen Wohnungen sorgfältig aus und wägk die ihm gebotenen Bequemlichkeiten kritisch gegeneinander ab. Wenn er es sich auch nicht immer leisten kann, in einem Haus mit Zentralheizung und Warmwasserversorgung zu wohnen, so sieht er doch bestimmt darauf, wenigstens die Annehmlichkeit elektrischer Beleuchtung in Anspruch nehmen zu können. Die Eigentümer der heute immer noch ohne elektrische Versorgung vorhandenen Häuser werden in dem immer schärfer werdenden Kampf um den zahlungsfähigen Mieter ihr erstes Augenmerk auf eine sachgemäße elektrische Installation ihres Hauses zu richten haben. Der wichtigste gemeinsam benutzte Platz ist der Treppenaufgang, dessen Nachtbeleuchtung von den einzelnen Stockwerken und von der Haustür aus einschaltbar sein muß. Die Einschaltdauer der Schaltuhren, die auf verschiedene Minutenzahlen einstellbar ist, muß so gewählt sein, daß auch der im obersten Stockwerk wohnende Mieter seine Wohnungstür ohne Beleuchtungsunterbrechung erreicht. Es mag kurz erwähnt sein, daß es neben den von Hand aufzuziehenden auch elektrisch-automatische Schaltuhren gibt. Diese erfordern nach einmaliger Einstellung keinerlei weitere Wartung und besitzen häusig eine sogenannte astronomische Einteilung, die das Verhältnis von Abend-Dauerbeleuchtung und Nachtbeleuchtung je nach Sonnenuntergang vollautomatisch reguliert. Eine gut elektrisch beleuchtete Waschküche ist eine bosonders von der Hausfrau begrüßte Einrichtung, und wie oft hat nicht gerade die Frau die endgültige Wahl der Wohnung zu bestimmen. Die Beleuchtung von Keller und Bodenräumen darf ebenfalls nicht fehlen, schon weil durch sie Feuersgefahr und Diebstahl ganz wesenklich herabgesetzt werden. Auch der Beleuchtung des Hofes, des Gartenhauses bzw. der Zugänge zu den Niessing& Timmermann Elektrixitäts-O. m. b. M. Wiemelhauser Straße 15 Elektroanlagen, Elektro- Grobhandel, Ankerwickelei. . Beleuchtungskörper. Erfahrene Fachleute Treppen der Hinterhäuser sollte gedacht werden! Sorgk der Hauswirk weiter noch für ein gut beleuchtetes Hausnummernschild, so hat er um die Vermietung seiner Wohnung kelne große Sorge mehr zu tragen. O—. Am Herd und Küchentisch. Nicht Kochrezepte wollen wir hier geben, noch sonst von den wohlschmeckenden Dingen reden, die in der Küche zubereitet werden. Nein, lediglich um die Beleuchtung von Herd und Küchentisch handelt es sich augenblicklich, mit der es ja leider im allgemeinen recht schlecht bestellt ist. Gewiß, eine Küche zu beleuchten ist eine ziemlich einfache Angelegenheit; keine effektvollen Stimmungsleuchten gilt es hier auszuwählen, und Phantasie und persönlicher Geschmack werden da nicht diel Spielraum haben. Um nichts weniger sollte sich die Hausfrau doch wohl, liebevoll wie der anderen Beleuchtungsbedürfnisse ihres Heimes, auch der Küchenbeleuchtung annehmen. Ja, eigentlich müßte ihr das gute Licht in der Küche ganz besonders am Herzen liegen, da die Küche schließlich ihr Hauptarbeitsbereich ist. So ist es für sie von Wichtigkeit, daß auch dieser Raum, wie die anderen Räume der Wohnung, einen behaglichen, freundlichen Aufenthalt bietet. Vor allem aner muß sie darauf sehen, daß die Lichtverhälinisse in der Küche so sind, daß ein sachgemäßes, befriedigendes, schnelles Arbeiten dort möglich ist Ohne Zweifel, praktische hausfrauliche Einsicht und Schönheits- und Stilgefühl verlangen gebieterisch auch eine gute, zweckmäßige Beleuchtung in der Küche. Nicht zu vergessen ist die Speisekammer, die als wesentlicher Rebenraum der Küche einer eigenen Beleuchlung bedarf. Aay- uno Handarbeiten. Man macht heute wieder Handarbeiten. Nachdem eine Zeit lang, als noch„Vermännlichung der Frau“ die Parole war, die weibliche Handarbeit nicht mehr recht für Abb. 1 salonfähig galt, hat man heute, wieder zu gesunden Anschauungen zurückgekehrt, herausgefunden, daß die Frau mit der Handarbeit unter Umständen weit hübscher und reizvoller wirkt als die Frau hinter dem Bücherhaufen. Gern läßt sich die Dame, selbst wenn sie Gäste empfängt, beim Tee zur gemütlichen Plauderstunde mit der Handarbeit sehen. Im Licht der dekorativen Standleuchte am Teetisch, „begleitet von guten Reden, fließt ja die Arbeit munter fort“. . Abb. 2 WOie la de ein zur e rer cte ung d A09 Ko" Die zur Verfügung stehende gute Beleuchtung ist vielleicht überhaupt ein Anlaß mit, daß die moderne Frau wieder mehr zu den Handarbeiten zurückkehrt. Sehr oft sind es ja nur die Abendstunden, da sie nach anstrengendem Tageslauf Zeit für Handarbeiten und Nähereien findet. Heuke, da die lichtwirtschaftlichen Ergebnisse sie in die Lage versetzen, auch abends so mühelos wie bei Tageslicht arbeiten zu können, fallen Bedenken und Hinderungsgründe mehr und mehr fork. Das famose elektrische Nählicht an der Nähmaschine(Abb. 1), die praktische Arbeitsleuchte, die man nach jeder Richtung verstellen kann(Abb. 2), schließlich die oben erwähnte Standleuchte(Abb. 3)— sie alle gewährleisten heute eine blendungsfreie ausreichendBeleuchtung für die Arbeit. Abb. 3 So ist es also gewissermaßen gerade die moderne Technik, die die Frau wieder mehr zurückführt zu einstigen lieben Gepflogenheiten der Großmütter und Urgroßmütter: zu den Handarbeiten; allerdings unter wesentlich besseren Bedingungen, als sie den Frauen jener Zeiten zur Verfügung standen. O—. Essen"Rathaus OSRAM Füllte O. lichtreicne. 9osgegen Elekto-foogesuc Elektro-InstallationsWilhelm Banze, Kohlenstraße 57, Tel. 61675 Bergermann, Brückstraße 38, Tel. 64917 Robert Beucker, Herner Straße 97, Tel. 68563 Artur Bischoff, Ing., Alleestraße 26, Tel. 67937 Elektro-Flammer, Wiemelhauser Straße 20 Feyerabend& Lyding, Prinzenstr. 3, Tel. 64092 H. Fickermann, Blücherstraße 50, Tel. 64639 Fr. Hammerschmidt, Markstr. 356, Tel. 81907 Otto Köddewig. Brückstraße 19, Tel. 66705 Ernst Lohbrandt, Ing., Alleestr. 34, Tel. 65534 Wilh. Mürmann, Märkische Str. 4, Niessing& Timmermann, Elektrizitäts-G. m.b. H., Wiemelhauser Str.15, Tel. 68082 W. Quenkert, Hattinger Straße 316, Tel. 81612 A. Rosenberg, Weitmarer Straße 1, Tel. 69880 Fr. Schumacher, Brückstraße 46, Tel. 16641 Lorenz Siepe, Dorstener Straße 16, Tel. 64381 Joh.Wilh. Schmidt, Meinolphusstr. 14, Tel. 66671 Elektrohaus Walter Trummel, Viktoriastraße 55. Kirchstraße 9, Tel. 63566 Union-Elektrizitäts-Gesellschaft m. b. H., Westfälische Straße 23, Tel. 69083 führen aus: Tel. 63561= Paul Wagner, Viktoriastraße 51-53, Tel. 67906 Bachum-Landendreer: G. Kersten, leila kerstraße 20 und Kaiserstrabe 135. Tel. 71364 Bachum-Linden-Dahlhausen! Hans Atorf, Hattinger Straße 813, Tel. 81274 Josef Poithot, Liektroingenleur, Hatinger Str. 769, Tel. 81671 Hermann Wilke, Dr.-C.-Otto-Str. 90. Tel. 81730 Bachum-Werne: Schulte& Mever. Boltestraße 45, Tel. 71890 Kennen Sie die Bochumer Denkmäler? Insgesamt 37 und 3 Brunnen. In Kürze wird das neue chöne Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen Helden des Bochumer Vereins in einer würdigen Feier der Oeffentlichkeit übergeben werden. Das Denkmal hat seinen Platz erhalten auf dem Baareplatz und zwar gegenüber dem Baare=Denkmal in den Grünanlagen vor dem Kosthause des Bochumer Vereins. Neben diesemn neuen Ehrenmal sind in Bochum bereits 28 Kriegerdenkmäler vorhanden und zwar eins im Ehren feld. das Ehrenmal an der Waldringund Königsallee=Ecke; eins in der Altstadt, auf dem Wilhelmsplatz; eins in Samme, an der von=der=Recke=Straße; eins in Hofstede, an der Dorstener Straße; zwei in Wiemelhausen, an der Wasser= und an der Steinkuhlstraße; eins in Altenbochum. an der Wittener Straße; zwei in Hordel, an der Ecke Günnigfelder= und Hannoverstraße und auf dem Ehrenfriedhof(Kommunalfriedhof); vier in Weitmar, an der Hattinger= und Blumenfeldstraßen=Ecke, an der Franziskusstraße, an der Karl=Friedrich=Straße und an der Hattinger Straße(Haus Weitmar); eins in Riemke. auf dem Marktplatz; zwei in Gertbe. an der Ecke Otto=Gehres= und Dietrich=BenkingStraße und an der Heinrichstraße; zwei in Laer, an der Wittener Straße und im Volkspark; zwei in Langendreer. an der Ecke Ober= und Hauptstraße und an der Ecke Unter= und Kaiserstraße, vier in Linden=Dahlhausen. an der Hattin, ger Straße 786(ev. Kirche), an der Kassenbergerstraße, an der Hasenwinkelerstraße 147 und an der Dr.=C.=Otto=Straße 137=139(Bahnhofsvorplatz); eins in Querenburg, an der Ecke Schattbach, und Westerholtstraße; zwei in Stiepel, auf dem eval. Friedhof an der Brockhauser Straße und auf dem Grundstück Kemnader Straße 199 und eins in Werne an der Ecke Kreyenfelo, und Wittekindstraße. Bochum hat sodann auch zwei Kaiser=Wilhelm I.Denkmäler, in der Altstadt an der Kaiser=WilhelmStraße und in Gerthe. am Harvener Hellweg; zwei Bismarck=Denkmäler, auf dem Bismarckplatz an der Bismarckstraße und der Bismarckturm im Stadtpark; ein Graf=von=der=Recke=Denkmal in Hamme, an der Dorstener Straße; ein Baare=Denkmal auf dem Baareplatz; ein Hugo=Schultz=Denkmal vor der Bergschule Herner Straße 45 und ein Kuhhirten=Denkmal auf dem„Alten Markt“. Drei Brunnen sind außerdem hier und zwar auf dem Schwanenmarkt, der Graf=Engelbert=Brunnen an der Kortumstraße und der Brunnen im Rathaus=Innenhof. In Bochum gibt es also in Zukunft 29 Kriegerund 8 sonstige, zusammen 37 Denkmäler und 3 Brunnen. Meldeamt für den freiwilligen Arbeitsdienst. Am Dienstag, dem 9 und Mittwoch, dem 10. d. M. werden Meldungen zur Aufnahme in den freiw. Arbeitsdienst nicht entgegengenommen, da an diesen Tagen Transporte in die Arbeitsdienstlager erfolgen. Diejenigen Bewerber, die sich beim Meldeamt zur Aufnahme in den freiwilligen Arbeitsdienst bereits gemeldet haben und die zum Abtransport in die Arbeitsdienstlager bestimmt sind, erhalten schriftliche Aufforderung durch die Post zugestellt. Es Die Schillerwoche im Kuhrgebiel. Das Ereignis für Bochum. Von allen Seiten her ist man aufmerksam geworden: Die Presse wirbt in ihren Ankündigungen— an den Anschlagsäulen wird der Blick gebannt von dem in künstlerischer Vollendung geschaffenen Schiller=Plakat des bekannten Münchener Professors Ludwig Hohlwein— und auch der Rundfunk stellt sich in den Dienst der Sache und trägt über alle Sender an seine große Gemeinde die Mitteilung: Die vereinigten Stadttheater Bochum=Duisburg veranstalten zusammen mit der GoetheGesellschaft Weimar und dem Schwäbischen Schiller=Verein Stuttgart=Marbach in der Zeit vom 13.—21. Oktober eine„Schiller=Woche im Ruhrgebiet", die seitens des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda den Ehrentitel„Deutsche Schiller=Woche“ erhalten hat. Die Vorstellungen finden teils in Bochum und teils in Duisburg statt. Für die Fahrten zwischen Bochum und Duisburg gewährt die Reichsbahn Sondervergünstigungen. In der großen Zahl der Schiller=Feiern zur Begehung von Schillers 175. Geburtstag also eine Veranstaltung, die das Interesse sowohl der Reichsregierung wie auch des gesamten Deutsch land in besonderem Maße hervorruft! Im Herzen des Industriegebietes wird dem großen deutschen Genius eine Huldigung dargebracht, wie sie in solcher Geschlossenheit wohl kaum irgendwo zu finden ist. Das gesamte Lebenswerk Schillers, von den„Räubern“ bis zum „Wilhelm Tell“, wird zu szenischer Verwirklichung geführt. Erweitert und vertieft wird das so gewonnene Bild durch eine Reihe von Vorträgen bedeutender Persönlichkeiten, durch Rezitationen, die auch den lyrischen Dichter Schiller zu seinem Recht kommen lassen. Eine selten günstige Gelegenheit bietet sich also, eine Gesamt=Ueberschau über das Schaffen und über die Persönlichkeit des großen, allverehrten Deutschen zu erhalten. Und die Bochumer, die an der Quelle sitzen, die nicht erst eine weite Wallfahrt zu den Heiligtümern des hier gebüteten Erbes machen müssen, sollten an erster Stelle stehen, wenn es gilt, ihre tätige Anteilnahme zu beweisen! * Das Schauspiel ist emsig bei den Vorbereitungen zu der bevorstehenden großen Schiller=Gedächtnisfeier. Heute bleibt das Theater geschlossen. In den nächsten Tagen steht die musikalische Schöpfung im Vordergrund. Der Abend des morgigen Sonntag wird durch eine Aufführung von Wagners„Lohengrin“ ausgefüllt. Es handelt sich um eine AußerVormiete=Veranstaltung, die jedoch für sämtliche Vormieter eine besondere Vergünstigung mit sich bringt: es wird ihnen ein Preisnachlaß von 83½ Prozent auf die Tagespreise(von 0.75—5.— RM) gewährt. Der Dienstag bleibt der heiteren Muse vorbehalten. Die Strauß=Operette„Wiener Blut“ macht durch Melodie und Tanz und frohe Laune für ein paar Stunden den Alltag vergessen. Der Abend ist als Eröffnungsvorstellung für den Roten Ring vorgesehen. Für Nichtvormieter ist der Vorverkauf ab beute im Gange. ist zwecklos, daß diejenigen, die keine Aufforderung zur Einstellung erhalten haben, im Meldeamt erscheinen, da sie erst für einen späteren Transport vorgesehen sind. Es haben also nur diejenigen zu erscheinen, die eine schriftliche Aufforderung zur Einstellung durch das Meldeamt erhalten haben. Vom 11. d. M. ab werden wieder Anmeldungen zum freiwilligen Arbeitsdienst entgegengenommen und zwar täglich in der Zeit von 9—13 Uhr. Familienbuch oder Geburtsurkunde ist mitzubringen. th.) Arbeiten am Hammer Friedhof. Im vollen Gange befinden sich die Arbeiten auf dem neuen Teile des Hammer Friedhofes. Da hier das Gelände sehr hügelig ist, mußten größere Erdverschiebungen vorgenommen werden. Der neue Teil wird eine terrassenförmige Anlage erhalten. Handlungssehilfenprüfung der Iudustrie= und Handelskammer zu Bochum. Als Termin für die nächste Prüfung ist Anfang November d. J. in Aussicht genommen. Zur Prüfung kann jeder zugelassen werden, der eine ordnungsmäßige kaufmännische Lehrzeit beendet hat oder sie binnen 4 Monaten nach dem Prüfungstermin beenden wird. Ausnahmen kann der Vorsitzende des Prüfungsamtes zulassen. Der Schlußtermin für die Anmeldungen ist der 31. Oktober 104. Der Anmeldung sind beizufügen: ein eigenhändig geschriebener Lebenslauf, der Lehrvertrag, eine Bescheinigung des Lehrherrn über die Lehrzeit mit Angabe daruber, ob der Lehrherr die Zulassung zur Prüfung befürwortet, das letzte Schulzeugnis, ein polizeiliches Führungszeugnis. Die Anmeldungen sind zu richten an die Indr trie= und Han delskammer zu Bochum, Scharnhorststraße 12. Die Prüfungsgebühr beträgt 5.— RM; sie soll zur Hälfte vom Lehrherrn, zur Hälfte vom Prüfling ge tragen wenden. :: Beginn des neuen Schuljahres der Landwirtschaftsschule Bochum. Am Montag, dem 5. November 1934 beginnt an der Landwirtschaftsschule Bochum das Winterhalbjahr 1934=35(Siehe Anzeige!).— Dem deutschen Bauer sind im Dritten Reich besonders hohe Aufgaben für sein Volk und sein Geschlecht gestellt, die er nur erfüllen kann, wenn er einmal weltanschaulich geschult wird und wenn er des anderen neben dem praktischen Können auch über ein gediegenes auf bodenständiger Grundlage aufgebautes Wissen verfügt, wie er es sich auf der Landwirtschaftsschule erwerben kann. In Zukunft muß für jeden Anerben sowie für jeden nachgeborenen Bauern, sohn und andere junge Leute, die sich dem Bauernberuf widmen wollen, der Besuch einer Landwirtschaftsschule eine selbstverständliche Pflicht sein! Der Unterricht umfaßt außer den naturwissenschaftlichen Fächern alle Gebiete der Landwirtschaft.— Weitere Auskunft erteilt die Schulleitung Städtische Haushaltungs, und Gewerbeschule, Bochum. Mitte Oktober 1034 beginnen an der städt. Haushaltungs, und Gewerbeschule die neuen Lehrgänge, auf die in einer Anzeige in der heutigen Nummer hingewiesen wird. Anmeldungen werden umgehend erbeten und müssen in der Geschäftsstelle der Städt. Mädchenberufsschule, Wittener Straße 23. erfolgen. :: Bestanden. Der Polizeiwachtmeister Wilhelm Kauer in Bochum, gebürtig aus Witten, bestand die Reifeprüfung der Oberrealschule(Abitur) vor einer staatlichen Prüfungskommission in Münster. Seine Vorbereitung erhielt er an der Lessinaschule (höhere Knaben, und Mädchenprivatschule) in Bochum.— Der Polizermachtmeister Josef Schappei bestand an seinem Versetzungsort Kassel nach vorquigegangener einjähriger Vorbereitung im Abitursentenkursus der Lessingschule die Reiseprüfung des Realgymnasiums. g= Der Erweiterungsbau der Landesfrauenklinit gerichtet. Der Flügelanbau der Landesfrauenklinik ist sehr schnell gefördert worden. Auf dem vier Stock hohen Neubau wird bereits der Dachstuhl gerichtet. g= Die Eigenheimbauten der Bochumer Heimstätte, die an der Steinkuhlstraße zehn“ oppelhäuser errichtet, sind bereits im Rohbau aufgeführt und unter Dach gebracht. =: Stadtleihamt Bochum. Auf die am Donnerstag. dem 11. Oktober 1934 im Stadtleihamt. Trankgasse 5. stattfindende Versteigerung wird nochmals aufmerksam gemacht. Briefkasten. Suum cuique. 1. Beide in Berlin. 2. Die betr. Zeitung erscheint in Berlin. 3. Es gibt eine Reihe von Zeitschriften dieser Art. deren Titel, Erscheinungsort, Größe, Preis etc. hier anzugeben zu weit führen würde. Näheres finden Sie im Zeitungskatalog, den sie auch in unserer Redaktion einsehen können. 4. Es handelt sich da um medizinische Fachausdrücke, deren Inhalt mit wenigen Worten nicht ausreichend erklärt werden kann. A. B. C. In diesem Falle kann der Hausbesitzer ündigen. A. W. 38. Auf Grund verschiedener Notverordnungen kann eine Summe dieser Art vom Gläubiger nicht gekündigt werden. L. und F. Es kommt darauf an, ob der Mieter früher ein Recht auf Benutzung der Grube hatte, etwa durch Mietvertrag oder durch besondere Pachtung oder durch freiwillige Ueberlassung seitens des Vermieters. Wenn ja, dann haben Sie unseres Erachtens auch heute ein Recht, von dem Hausbesitzek die Erneuerung des Deckels zu verlangen, und zwar auf seine Kosten. Ein Deckel ist polizeilich vergeschrieben, wenn die Grube wieder in Benutzung ist. J. K. 1224. Von einer polizeilichen Anordnung dieser Art ist uns nichts bekannt. Jedenfalls muß die Matte so liegen, daß keiner dadurch zu Fall kommen kann. Die Oper„Lohengrin“ am Sonntag, dem 7. d. M., gilt als Wahlvorstellung für alle Serien. Karten sind an der Theaterkasse zu ermäßigten Preisen zu haben. Gleichzeitig machen wir alle Mitglieder darauf aufmerksam, ihren Reichsausweis(Mitgliedskarte) in der Geschäftsstelle, Lueghaus, Zimmer 1, umgehend abzuholen. Die alte Spieluhr EIN WIENER ROMAN VON FRANZI KLEINER (8. Fortsetzung Ludwig geht langsam und schwer auf Dorli zu. Ihr schlagt das Herz zum Hals hinauf, halb schuld bewußt, halb bang und tief gekränkt. Madl, Dorli,— gelt, das ist dein Ernst net, die liebe, alte Spieluhr gibst net her, da dreht sich die Mutter selig noch im Grab um.“ Die Mutter bekommt für den Erlös der Uhr einen schonen Grabstein“ Auf den pfeift sie dir. Dorli, so wie ich dein' Multer kennt hab', da ist ihr ods armseligste kreuz'l lieber, wenn dir Uhr dran muß. Dorli, sei g'scheit.— und wann dieser Herr Rettenbacher auch wirklich nur die Uhr will, möglich, mir geht halt der Hund vor'n Licht um, aber wann der vorderhand nur amal die Uhr will, laß dir auch die net abschwatz'n!“ Der Handel ist schon so gut wie abgeschlossen, ich hab' mein Wort gegeben, mein Gott, wir werd'n nimmer sein und es wird noch Spieluhr'n geb'n“ Er nimmt die halb Widerstrebende an beiden Händen. bittend, beschwörend ist seine Stimme, wenn auch grollend im Unterton „Dorli, wie ich dich das erstemal g'seh'n hab', weißt es noch? Hab' der Mutter selig die saldierte Rechnung für den Kuchlkast'n bracht. Du hast dir grad dein neues Kleid'l anprobiert, dein erstes, selbstgenähtes. Die Spieluhr da hat so an lieben Altvatertanz aufg'spielt, du hast dir draht davor und buckt und duckt. Die Fußerln, das G'sichterl, i hab' net g'wußt. wo 1 zuerst und wo 1 zuletzt hinschau'n sollt'. Auf dem Fleck, wo i g'stand'n bin, war i weg und verschosf'n, und von dera Zeit an, schau, Darli, von dera Zeit an hab'n wir uns doch gern,— oder net?— oder ja?“ Die Alabastersäulchen leuchten, schimmern rosig. ein Sonnenstrahl fällt schräg herein, goldene Herbstsonne. Die Rokokodame bewegt sich im diamantenen Gekunkel der Millionen feinen, durchsonnten Stäubchen. Es ist, als ob ein Engel durchs Zimmer gehen wollt'. wenn er nur nicht verscheucht wird. Dorli will weich werden. Ja, schön war's, dies erste Lieben, über dem die Mutter wie ein guter Geist waltete. Wie heiß des Ludwigs Augen sie umschauen, aber ein bißl zappeln lassen, was kann das schaden. er ist doch ein Dichschädel, wegen dieser Uhr, lächerlich. — und die Autofahrt, ach, sich nur nie auf etwas freuen. Ach was. nur zappeln lass'n, nur zeigen, daß andere Leute auch noch auf der Welt sind „Ludwig, wenn wir uns auch gern hab'n, wegen dem sollst dich aber doch nicht als ein Tyrann aufspiel'n, brauchst doch wirklich keine Angst zu haben, auf diesen Rettenbacher hat Frau Erna Strohschneider schon ein scharfes Aug' gewarfen, sie ist sogar nachschau'n kommen. wie er da war. vielleicht hat sie Angst g'habt um ihn. wie du um mich von ihr, dieser Putzdagg'n. diesem letzten Aussehot, wundert's mich ja net. aber daß du net g'scheiter bist. von deiner Soliditat hätt' ich mir was anders vorg'stellt! Ich hob' dem Herrn Rettenbacher wegen der Uhr das Wort gegeben und ein gegebenes Wort stell ich nicht um, basta!“ Da läßt er ihre Hände los und packt mit hartem Griff ihre Schultern an. daß sie schmerzlich zusammenzuckt.„Und ich steh mein gegebenes Wort auch net um, hab' deiner Mutter selig versprochen, daß ich auf dich schau! Und ich duld's net, daß du dich samt der Uhr da an einen Laffen verkaufst, grad nur. weil er a Auto hat!“ „Au, du tust mir weh', lass' aus! Ich fürcht mich nor dir du hist ein Grobian!“ „Ludwig!“ schreit Babett voll Entsetzen.„Ludwig. was tust du, du Tischlerklotz, ist das Dorli ein Stück Soda „Wär' sie eins, wär' sie doch vom guten Holz, aber so!“ schreit er ergrimmt zurück. „Dorli, ich beschwor', ich bitt' dich, behaltest die Uhr — oder net?“ Die Uhr ist so gut wie verkauft!“ Heiser ist Dorlis Stimme und dennoch voll Trotz. Der Druck seiner Hände läßt nach, sein Mund zucht verächtlich und weh'. Dorli macht sich endgültig los, wendet sich ab, geht zur Uhr hin und verhüllt sie wieder. Da verläßt Ludwig ohne ein weiteres Wort das Zimmer. Die Tante Babett heult auf:„So eine Liebe, das sind die Männer von heute!“ Das Dorli ist blaß und zittert am ganzen Körper. „Nein, Tante Babett, das sind die Männer von gestern! Am nächsten Sonntag fahren wir mit der Uhr nach Dornbach, jetzt mag ich sie schon gar net mehr anseh'n.“ Dann verlassen beide fast fluchtartig das Zimmer und das Haus. Mattgolden verglimmt der Spätsommertag. im Hof draußen fallen die Blätter, gelb. braun, rot, die Amsel schluchzt im schütter werdenden Geäst. Wo mag die silberhaarige Frau weilen die ihr so of: ein Lecherlein hingestreut hat?— Das junge, blonde Geschöpf achtet ihrer nicht, das rennt dem Leben nach, das draußen vorbeiströmt, dem will ein schrilles Hupensignal Herzensmusik werden. Immer einsamer wird es unter den alten Baumkronen. * Nichts Bemerkenswertes ist geschehen in den Tagen bis zum vereinbarten Sonntag. Dorli betrat nicht ein einziges Mal die alte Wohnung. Liegt doch die Huberische Werkstatt in der Nähe. sie scheut einmal das Vorübergehen, und dann möcht' er vielleicht meinen, sie wär' geneigt, den ersten Schritt zu tun, nein, den wird sie nicht tun. Ludwig weiß genau, wo die Tante Babett wohnt, und sollte er's vergessen haben, ist's auch recht, sie wird nicht sterben daran. Die Babett erzählt Wonnegeschichten aus ihren Maientagen wie br der selige Karl das Liebste und Feuerste auf der Welt gewesen, wie er ihr die Tage vergoldet hat. Die Sute c'aubt es se'ber. mas sie da n Torli vor sigt. Jn Wieklichkeit hat es in jenen inost vergangenen Tagen in der Firma Huber manchen Krach gegeben, wenn der flotte Karli wieder einmal ein Stücklein aufgeführt hat. freilich, der sanften, etwas dummseligen Babett gegenüber hat er sich immer als tadelloser Kavalier benommen. Des jetzigen Meister Hubers Vater hat ihn immer nur einen„Zauberer“ geheißen. Sie aber schwor auf ihn in Treu' und Glauben und sah in dem gestrengen, rechtlichen Vater nur mehr den Scharfrichter ihres Glüches. Liebe macht blind und Babett war taub und blind. Es wurde damals im Familienrat schon ihre Entfernung aus milie und Vaterstadt beschlossen, um das vernarrte Mädel wieder auf gleich zu bringen. Da erkrankte Karl und siechte in einigen Wochen rasch dahin. Nach Tante Babetts ganz bestimmter Meinung hat sich ihr Karl nur wegen der fortwährenden Schwierigkeiten und kränkenden Angriffe von seiten ihrer Familie so sehr erbittert, daß er, in ewigen Kämpfen erlahmt, hat sterben müssen. Und es mag ein bißchen späte, törichte Rache darin liegen, wenn Babett für die Versöhnung der beiden Liebesleute nicht einen Finger rührt, sondern das Dorli in ihrem vermeintlichen Recht noch bestärkt. Ueberdies schweifen die Gedanken des alten, überspannten Frauenzimmerchens schon wieder weiter. Dieser Herr Karl Rettenbacher geht ihr gar nicht aus dem Kopf; wer weiß, für was das Dorli noch bestimmt ist,— und Karl heißt er auch noch. Den zwei Tischlerklötzen wär' die Abfuhr zu gönnen. Und darum kann sie den Sonntag fast nicht mehr erwarten wer weiß, wer weiß, was sich da noch spinnt. Daß Dorli doch heimlich viele Abende nach dem Gang hinaus horcht, nach einem liebvertrauten Schritt, davon weiß niemand. Tag um Tag aber verhärtet sich ihr Herz, ihr junges, dummes. Den Gedanken an die Tote aber wehrt sie ab mit einer ganz feigen Wehleidigkeit, sie flüchtet bis ins Kino vor dieser mahnenden, qualenden Erinnerung, doppeltes Leid will auf sie einstürmen, der Verlust um die Mutter und den Geliebten, und sie will sich wehren dagegen, wehren mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen. Krampfhaft freut sie sich auf die Autofahrt. Ludwig verbeißt den Groll und die Kränkung, ihm ist weh gescheh'n, aber er will das mit sich allein ausmachen. Dem Vater aber fallt es doch auf: „Was ist denn wieder amal mit euch?“ „Ach was, die alte G'schicht', sie trutzt a wengerl und i laß a biss'l baz'n“ „Na, wann's von an guat'n Holz is, dann gibt's a feine Politur ab, das ist g'wiß, aber amal aufhör'n könnt's ihr a mit dem Theater, das san in die Läng' kane Witz mehr, das wird sad.“ „Na ja, Herr Vater, was sich liebt, das necht sich, ist schon a alter Spruch“ „Stimmt schon, Ludwig, ihr aber tuat's euch schon mehr nech'n wie lieben, von mir aus, wann euch die Zeit ne: lad ist, die schöne.“ Was der Vater net waß, macht ihm net haß, denkt sich der Ludwig, mir ist eh warm g'nug, so hazt mir das verflixte Mad'l ein.—— Dann ist der Sonntag da. ein vorträumter Herbsttag.— Dorli will frühmorgens nach dem Kirchgang in die Wohnung hinüber, die Uhr abholen, denn Rettenbachers Auto ist zur Wohnung Babettens bestellt. Was würde der Ludwig erst treiben, wenn er von dem wüßte, pfui, sie mag sich seine gemeine Verdächtigung gar nicht denken. Wär' er einmal gekommen die Tage, sie hatt' mit sich reden lassen, so aber. Vielleicht ist es besser, braucht sie sich diese Freude durch heinen seiner Vorwürte vergallen lalsen. Sie steht vor der Wohnungstür und sucht im Taschchen nach dem Schlüssel. Wo ist er denn nur? Sie wühlt mit zitternden Händen im kleinen Krimskrams herum, vergebens, sie muß den Schlussef verloren haben. Irgendwo versehentlich herausgezogen. Heut'. am Sonntag, bekommt sie keinen Schlosser, der ihr öffnen würde. Zur Hausmeisterin geh'n? Dann weiß es morgen das ganze Viertel, daß sie die Uhr vertragen hat, und die Leute deuteln herum. „Schließlich, was liegt daran, sollen die Leute deuteln, sie hat sich schon so gefreut auf diese schwer, erkämpfte Autofahrt, und nun“ es an einem Ungeschick scheitern. Aber der Hausm“ ist nicht da heint, sie muß unverrichteter Sache wieber sort. Es hat nicht sollen sein, freu' dich einmal auf etwas, armer Teusel.—— Selbst Tante Babet: ist bestürzt und sammert und ärgert sich.„Alles Freuen umsonst, und heut“ so ein schöner Tag!“ Sie ziehen sich aber dennoch für den Nachmittag an. menn das Auto kommt, lehnen sie einfach ab. Doch daheim bleiben sie heute nicht, nur hinaus aus den vier Wänden, der Sonntag ist gründlich verpatzt.—— Herr Rettenbacher ist pünktlich, sein Chauffeur steht vor der Tür: Er möcht' die Damen bitten Ach, wie leid ihnen ist, aber sie haben ein Pech gehabt, den Wohnungsschlüssel verloren und konnten die Uhr nicht herbringen, und ohne der Uhr hätte doch die ganze Vereinbarung keinen Zweck. „O, ihr zwei weise Jungfrauen, seid ihr so gerissen oder so blöde, denkt sich Herrn Rettenbachers Wagenund Schichksalslenker, der seinem Herrn schon lange Herz und Nieren durchschaut hat. Was schert den die Uhr, daß er die komische Alte auch ins Schlepptau nimmt, irritiert den Chauffeur ein bißchen.„Aber in der Liebe wenden die Götter oft ganz verschiedene Mittel an,“ trällert er leise vor sich hin. „Nun, meine verehrten Damen, mein Auftrag betrifft nicht eine Uhr, sondern einzig und allein die Damen nach Dornbach zu bringen. Herr Rettenbacher hat sich den Halbtag heute freigehalten, und das ist keine Kleinigkeit für einen Mann der so viel beschäftigt und so viele Verbindungen hat. Ich würde da eine bose Suppe auslöffeln müssen, wenn ich ohne die Damer hinauskomme!“ In Wirklichkeit meint der treue Diener seines Herrn nun auch, daß die Frauen in ihrer momentan aufwallenden Hochanständigheit etwa gar Lunte riechen und nun auskneifen wollen. „Also, ich bitte die Damen allen Ernstes, vom Wagen Gebrauch nehmen zu wollen, die Zeit drängt, um 4 Uhr erwartet Herr Rettenbacher die Damen, und wenn wir zu spät kommen, krieg' ich mein Schmalz'!!“ Und Dorli wie Babet: wissen selber nicht wie, sitzen sie auch schon im Ford, ohne der alten Spieluhr, und mit etwas bedrückten Gefühlen, es ist ihnen tatsächlich ganz unbehaglich, ohne den Hauptgegenstand, von dessen Wichtigkeit sie fest überzeugt sind, nun erscheinen 4 mussen Der Chauffeur fahrt los. Und wie sie so durch die Strahen flitzen, durch stille Gassen, herbstliche Alleen, durch die verträumten Vorstädte, an tausenden Sonnagefußgängern vorbei, da sind die beiden ganz selig und vergessen alles andere. Herrlich so eine Fahrt, der prachtvolle Wagen, das ist eine Sonntaasfahrt! (Fortsetzung folgt.) Die Verlobung unserer Tochter Atta mit Herrn Or. phil. Robert Dvorak beehren wr uns anzuzeigen Gustav Thiel und Frau Theresla geb Lenze Atta Thiel Robert Dvorak Verlobte Bochum, den 7. Okt. 1934 Marlenstraße 33 Köln † Nach langem, schwerem Leiden entschlief heute, gestärkt durch die Heilsmittel der rôm.-kath. Kirche, mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Bäckermeister Heinr. Beckmann sen. im 76. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbllebenen: Ellsabeth Beckmann geb. Wegener Heinrich Beckmann und Frau Minchen geb. Dammer Wilhelm Brüggemann und Frau Maria geb. Beckmann Gottfried Ostendorf und Frau Toni geb. Beckmann WIIh. Charpentier und Frau Gertrude geb. Beckmann und 9 Enkelkinder Bochum, den 3. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Oktober 1934, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Mauritiusstrabe 6. das Levitenamt am selben Tage morgens 8.30 Uhr in der Chriet-Königs-Kirche statt. Es wird gebeten, von Kranzspenden abzus ehen und des Klosters der Christ-KonigsPlarrei zu gedenken. Allen, denen aus Versehen keine Nachricht zugehen sollte, diene diese als solche. Garde Verein Bochum Am 3. d. Mts. verstarb unser Kamerad Rudolf Heß (Kaiserin Augusta-G. Gr. Rgt. 4) Antreten z Beerdigung: Samstag. den 6. d. Mts., nachm. 3.15 Uhr am Bochumer Hof, Allcestrab labe meine PRAXIS nach Bochum, Hattinger Str. 23 verlegt. Altred Klöpp staatl. gepr. Dentist uisches Roies Kreu Baterländischer Frauenverein Zweigverein Bochum=Weitmar Außerordentliche Generalversammlung am Dienstag, dem U. Oktober 79M, vormittags 11 Uhr, in der Wirtschaft Jäger, Hattinger Str. 20 Tagesordnung: Satzungsänderung Der Vorstand. Auswahl der Schoffen u. Geschworenen Der Auswahl der Schöffen und Geschworenen für die am 1. Januar 1v60 beginnende und am 81. Wegemder 1036 endende Wahlperlode wird die Wahlkartet gugrunde gelegt. Die Wahlkartel liegi daher vom 16. Oktoder ab eine Woche lang zur Einsicht auf. und zwar a) für die zum Amtsgericht Bochum gehörenden Stadtleile im Rathaus, 4. Obergeschoßz, Ostflügel, Zimmer 446/447 b) für die zum Amtsgericht Bochum=Langendreer gehörenden Stadtteile Bochum=Langendreer und Bochum=Werne in der Verwaltungsstelle Bochum=Langendreer. Bochum, den 4. Oktober 1934. Der Oberbürgermeister. psetieren bringt Erfolg. Stadtische Haushaltungs= und Gewerbeschule, Bochum. Mitte Oktober 1934 beginnen an der Städtischen Haushaltungs= und Gewerbeschule die nachstehenden Lehrgänge: Tageskurse Halbsagreslehrgange Lehrgang für Kochen, vormittags 10 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 8,33 RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Kochen, nachmittags 5 Wochenstunden, Schulgeld monallich 4,17 RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Backen, 5 Wochenstunden Schulgeld monatlich 4,17 RM. Dauer ½ Jahr Lehrgang für Schneidern für Fortgeschriltene, 12 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 10.50 RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Schneidern für Anfängerinnen, 12 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 10,50 Rm, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Wäschenähen, 12 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 6,— RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für kunstgewerbliche Handarbeiten, 7 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 6,— RM, Dauer ½ Jahr Abendkurse Lehrgang für Kochen, 4 Wochenstunden, Schulgeld monallich 2,67 RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Wäschenähen, 3 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 2.— RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Schneidern, 3 Wochen stunden, Schulgeld monatlich 2,50 RM, Dauer ½ Jahr Lehrgang für Bügeln und Serbleren, 2 Wochenstunden, Schulgeld monatlich 2.— RM, Dauer ½ Jahr Außer dem Schulgeld wird je nach der Art des Lehrganges eine Aufnahmegebühr von 2,— bezw. 4,— RM erhoben. Die angegebenen Schulgeldsätze gelten für samtliche Schüterinnen. Anmeldungen werden in der Geschäftsstelle der Städt. Mädchenberufsschule. Wittener Str. 23, entgegengenommen. Näbere Auskunft erteilt die Direktorin der Schule. Sprechzeit: Dienstag von 10—12 Uhr, Freitags von 8,30—4,30 Uhr. Bochum, den 14. September 1934 Der Oberbürgermeister. Bäuerliche Werkschule Bochum. (früher Landwirtschaftsschule) (Gummertsdof) Malteserstraße 14 Ruf 681 12. Beginn des Winterbalblahres: am Montag, dem 5. November 1034. Dauer: November bis März. Unterricht täglich von 8.30 bis 18 Uhr. Schulgeld: RM 54,—, gahlbar in 2—3 Raten. Anmeldungen im Schulgebäude. Der Direktor: Dr. Schulte=Bankloh. TUCHE! Denken Sie an Ihren Schneidermeister! Sie tinden für Ihre Maßkleidung an meinem Lager alles, was Herbsi und Winter an Qualltaten und Farben in Damen- und HerrenStoffen verlangen. Alle Tuche in bisheriger, guter Qualität. Wer in der Lage lat, sich ein Maß kleidungsstôck anzuschatten, sollte es letzt tun Juchhaus Karl Hofmannjr. Spetlalgeschäft in Tuchen und Futterstolten Sochum. 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Zu einem großen Schlage konnte ausgeholt werden, als das Haupt der Bande, der 45jährige Eduard Weirowski, vor einigen Tagen gerade einem seiner Vertreiber eine größere Menge falscher ZweiMarkstücke übergeben wollte. Die weiteren Ermitt lungen führten dann zur Festnahme der übrigen Mitglieder der Fälscherbande. Die Festgenommenen leugneten zunächst hartnäckig, mußten sich jedoch zu einem umfassenden Geständnis bequemen, als es gelungen war, durch tage= und nachtelange Ermittlungen die Fälscherwerkstatt festzustellen. Als gestern nacht die Beamten unverhofft in die Wohnung des 50jährigen Wilhelm Beerbom im Südosten Berlins eindrangen, fanden sie eine ideal eingerichtete Fälscher=Werkstatt, ausgerüstet mit den modernsten Hilfsmitteln. Insgesamt wurden noch 250 fertige Falschstücke vorgefunden. Weiter konnte festgestellt werden, daß von den Tätern im ganzen über 40000 Stück 2=Mark=Stücke angefertigt und in den Verkehr gebracht worden sind. Falschmünzerwerkstatt in Augsburg DNB Augsburg, 5. Okt. Der Augsburger Polizei ist es gelungen, ein Falschmünzernest samt den Verbreitern des Falschgeldes auszuheben. In einem Augsburger Kaufhaus wurde ein gewisser Sebastian Scheffler in dem Augenblick ersaßt und festgenommen, als er falsche 50-Pfennig=Stucke, von denen er eine große Zahl bei sich führte, in Zahlung zu geben versuchte. Scheffler machte zunächst geltend, daß er die Geldstücke auf der Landstraße gefunden habe. Umsangreiche Erhebungen ergaben aber, daß er sie von einem der Polizei bekannten Fälscher na mens Johann Schlee aus Augsburg erhalten hatte. Schlee kommt als Hersteller infrage, der Scheffler die falschen Geldstücke zum Vertrieb übergeben hatte. Schlee ist kein Neuling in der Falschmünzerei. Er hatte sich bereits im August 1932 mit der Herstellung und dem Vertrieb falscher Fünsmarkstücke befaßt, wofür er ein Jahr acht Monate Gesängnis erhalten hatte. Bei der Festnahme des Schlee wurde auch eine Form vorgesunden, die erst in der Nacht vorher angefertigt worden war und zur Herstellung falscher Fünfmarkstücke dienen sollte. Schlee und Scheffler wurden ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert, desgleichen ein weiterer Helsershelser namens Alois Bader, der zuletzt in Rösingen wohnhaft gewesen war. Bader hat, wie Scheffler, das Falschgeld in Ver kehr gebracht. Raubmörder Heimer festgenommen DNB Augsburg, 5. Okt. Die Gendarmerie in Landsberg a. d. Lech hat am Donnerstag den flüchtigen Raubmörder Heimer festgenommen. Heimer wurde in das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Heimer hatte vor einigen Tagen in Augsburg die Ehefrau Wild, mit deren Familie er bekannt war, durch Messerstiche getötet. Aus einem Schrank hatte er dann u. a. ihre Ersparnisse in Höhe von 250 Mark geraubt. Unermeßliche Werte erhallen die Habsburger in Oesterreich zurück Verhandlungen mit der ehemaligen Krone über die Vermögensleilung die Kunstschätze, das sogenannte Fideikomiß der Sammlungen einschließlich des wichtigsten österreichiDNB Wien, 5. Okt. Das christlich=soziale„Linzer Volksblatt“ veröffentlicht am Freitag Einzelheiten aus den Verhandlungen mit den Vertretern des Hausey Habsburg über die Rückgabe des Habsburger Vermögens. Bei diesen Verhandlungen wird unterschieden zwischen dem Fideikomiß=Vermögen der Habsburger und dem eigentlichen Kronvermögen. Das ehemalige Kronvermögen, zu dem die Hofburg. das Schloß Schönnbrunn und auch die Schatzkammer gehören, steht außerhalb des Bereiches der Verhandlungen und verbleibt im Besitz des österreichischen Staates. Beim Fideikomiß=Vermögen wird eine Teilung vorgenommen. Vermögensteile, die einen mehr gemeinnützigen Charakter tragen, wie die Staatsbibliothek und die Familienbibliothek des Hauses Habsburg, sollen dem Staat verbleiben, während schen Kunstbesitzes in den Hofmuseen dem Hause Habsburg zurückgegeben werden sollen, allerdings mit der Einschränkung, daß sie der Oeffentlichkeit ungeschmälert zur Verfügung stehen müssen. Auch das große naturhistorische Museum soll zurückerstattet werden. Zahlreiche Güter, wie die berühmten Schlösser Laxenburg, Orth und Eckertsau, dann die Güter Groß=Enzersdorf, Rutzendorf, Pöggstall, Mattighofen, Klein=Krampen, fünf Wiener Häuser sowie zwei Palais und der Habsburg=Lothringische Hausschutz und der Privatschmuck sollen ebenfalle zurückgegeben werden. Aus dieser Darlegung ersieht man, daß die Vermögensteile, die den Habsbürgern zurückerstattet werden sollen, einen unermeßlichen Wert darstellen. Die polnischen Zigeuner wählen ihren König Heftiger Wahlkampf zwischen den Anhängern der Familie Kwiek DNB Warschau, 5. Okt. Bei den polnischen Zigeunern ist zurzeit ein heftiger Propagandakampf zwischen zwei Parteien im Gange, da die Wahl eines neuen „Königs“ bevorsteht. Von den 30 000 Zigeunern, die man auf der Welt zählt, lebt etwa ein Drittel in len. Diese polnischen Zigeuner, die sich als eigene Volksgruppe betrachten, stehen in Feindschaft mit den Zigeunern anderer Länder. Wenn jemals andere Zigeuner die polnische Grenze überschreiten, pflegt ein erbitterter Kampf gegn sie einzusetzen. Dieser wird in der Regel durch Anzeigen bei der Polizei wegen aller erdenklichen Vergehen durchgeführt. Die polnischen Zigeuner haben, wenn sie auch juristisch natürlich den Gesetzen des Staates unterstehen, ihre eigene Verfassung, ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Gerichtsbarkeit. Sie werden geleitet von einem König, der in der Regel in der Nähe von Warschau seinen Sitz hat und auf fünf Jahre gewählt wird. Trotz der Wählbarkeit des Königs gibt es nur eine, allerdings sehr zahlreiche Familie, namens Kwiek, aus der stets die Könige gewählt werden. Auch bei dem diesjährigen Wahlkampf handelt es sich um die Anhänger von zwei Vettern Kwiek, die ihren Kandidaten zum König machen wollen. 100 000 RM=Schmuggel verhindert DNB. Dresden, 5. Oktober. Die reichsdeutsche Zollaufsicht in Bodenbach wurde dieser Tage darauf aufmerksam gemacht, daß in einem Wagen 3. Klasse des Berlin=Prager Nachtschnellzuges ein größerer Devisenschmuggel geplant sei. Als der Prager Schnellzug, von Berlin kommend, in der Grenzstation eintraf, wurde der Wagen, gegen den der Verdacht ausgesprochen worden war, nach dem Umsteigen der Reisenden in andere Wagen aus dem Zuge entfernt und auf ein Nebengleis gebracht und noch in derselben Nacht einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Das Ergebnis war überraschend. Hinter der an der Wagenwand befindlichen Notbremse=Tafel und hinter einer Tafel im Abort waren Reichsbanknoten im Betrage von 100 000 RM. verborgen. Ein älterer Mann, der sich verdächtig nach dem Verbleib des Wagens erkundigte, wurde verhaftet. Dieser Mann, ein Angestellter einer Privatbank, gestand, das Geld während der Reise verborgen zu haben. Er hatte die Tafeln vorsichtig losgelöst, das Geld daruntergesteckt und die Tafeln alsdann wieder angeschraubt. Jenseits der Grenze hätte er es wieder in seinen Besitz genommen. Das erste Steinzeit=Skelett in Niedersachsen gesunden Ausgrabung in der Königspfalz Werla bei Goslar DNB Hannpver, 5. Okt. Die schon häufig erwähnten Ausgrabungen auf der altberühmten Königspfalz Werla bei Goslar, die unter Leitung des Goslaer Baurats Dr. Becker erfolgten, führten unlänast zur Aufdeckung des Skeletts eines Hockermenschen, das zur Untersuchung dem Provinzialmuseum in Hanno ver übergeben wurde. Dieser Fund wurde nunmehr von den Mitarbeitern des Museums Dr. Schroller untersucht, nach dessen Mitteilungen das hohe Alter des Skeletts schon aus dem Schichtbilde deutlich her vorging. Die genaue Zeitbestimmung des Ske letts erfolgte durch eine an sich sehr unscheinbare Beigave, nämlich durch eine zwischen rechtem Arm und Brust gefundene beinerne sogenannte Krückennadel. Sie hat einen krückenartigen Kopf, dessen beide Enden in kleine Scheibchen ausgehen, eine Form, die nur in dänischen Steingräbern der jüngeren Steinzeit oder in gleichaltrigen Schweizer Pfahlbauten vorkommt und in die Zeit um 2000 v. Chr. gehört. Doppelselbstmord in Pommern DNB Stettin, 5. Okt. In einem Walde in der Nähe von Unterschöningen(Kreis Randow) wurden von Dorfbewohnern ein Mann und eine Frau erhängt aufgefunden. Die Ermittlungen der Stettiner Mordkommission ergaben, daß ein Doppelselbstmord vorliegt. Es handelt sich um den 26 Jahre alten Landwirtsgehilfen Rudolf Briese aus dem Kreis Saatzig. Die Personalien der Frau konnten noch nicht festgestellt werden. Wirbelstürme über Indochina DNB Paris, 5. Okt. Indochina, besonders das Gebiet nordöstlich von Tonking, wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht, der schweren Schaden anrichtete. Der Verkehr ist vorläufig unterbrochen. Etwa 60 Personen sind ums Leben gekommen. Ein weiterer Wirbelsturm ging an der AnnamKüste nieder. Der Schaden soll dort weniger groß sein. Vom Steinbloch lödlich getroffen Mayen, 5, Okt. Im Steinbruch von Oberdürenbach ereignete sich ein schwerer Unfall. Von der Abbruchwand loste sich plotzlich eine Anzahl Steinblöcke. Zwei Arbeitern gelang es, der Gefahr zu entgehen, wahrend ein dritter Arbeiter nicht mehr rechtzeitig zur Seite springen konnte und von einem Steinblock getroffen wurde. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf starb. Berlin freundlich Die Aufwärtsbewegung am Rentenmarkt machte heute weitere fühlbare Fortschritte. Die stetige Entwicklung der festverzinslichen Werte als Folge der Kapitalmarktpolitik der Reichsregierung führte dem Rentenmarkt neue Kauferschichten zu. Die Tendenz für Renten war ausgesprochen fest. Im Vordergrund stand die kommunale Umschuldungsanleihe, die mit 82,60 nach 81½ am Vortag=gehandelt wurde. Auch Industrie obligationen lagen sest und wiesen Gewinne bis zu 1 Prozent auf. Die Reichsaltbesitzanleihe setzte ½ Pro zent hoher ein und gewann im Verlauf weitere ½ Prozent. Reichsschuldbuchforderungen lagen lebhafter und wurden& Prozent höher bezahlt, während die umgetauschten Industrieobligationen Kursgewinne von 14 bis 8 Prozent aufwiesen. Demgegenüber lag der Ans landsrentenmarkt vernachlässigt und überweepend etwas schwächer. Der Aktienmarkt litt unter Tauschoperationen egen Renten und zeigte eine aus gesprochen schwace deranlagung. Das Angebot war war le neswegd erheblich, boch zeigte sich nach den vorangegangenen Steigerungen sowohl beim Publikum als auh bei der Kulisse allgemein das Bestreben, Aktien gegen Ment.n zu tauschen; insbesondere litten hierunter die hoch im Nu:e stehenden Aktien, wie beispielsweise Braunkohlenwerte, die Verluste von 8 bis 5 Prozent erlitten. Wiewelt hierbei bereits Vermutungen über eine Intensverung von Nentenkäufen aus Dividendengeldern mitsprichen, sei dahingestellt. Montanwerte waren fast durchweg ½ bis 1 Prozent schwächer. Stolberger Zink und Hoesch verloren se 1½. Kali= und chemische Aktien schwächten sich um ciwa 1 Prozent ab. Am Elektroaktienmarkt gingen ote Nückgange bei HEW. und Siemens bis zu 2 Prozent. Chade waren dagegen 2 Mark höher. Von den übrigen Auslandswerten konnten Aku% Prozent höher einsetzen. Gaswerte waren gut behauptet. Kabel= und Drahtaktien verloren 1 bis 2 Prozent. Relativ gehalten waren auch Anto= und Maschinenwerte. Von Kunstseidenaktien ermatteten Bemberg um 3 Prozent. Eisenbahnverkehrsmittel gingen um 2¼, Hotelbetrieb um 2½ und Junghanns von 63½ auf 62 zurück. Von Bohnaktien waren Verkehrswesen 7 niedriger, während Schiffahrtsaktien ¾ Prozent höher bezahlt wurden. Bankaktien waren ½ bis 1 Prozent abgeschwächt. Tagesgeld erforderte unverändert 4 bis 4¼ Prozent. Am Valutenmarkt gab das Pfund wieder nach, da der Importdruck auf die englische Valuta anscheinend noch nicht überwunden ist und nach Aeußerungen zuständiger englischer Stellen keine Veranlassung besteht, diese Entwicklung durch Eingreifen des Währungssonds zu unterbinden. Devisen-Kurse (In Reichsmark Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel Es notierten: Märk. Weizen(76—77 Kilo) frei Berlin 202, gesetzl. Erzeugerpreis W 5 191, W 6 192, W 7 193, W 8 194, W 9 106, W 11(Berlin) 198, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mk.(Zu= und Abschläge für Weizen, Roggen und Futtergetreide gemäß Richtlinien der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft.) Mark. Roggen(72—78 Kilo) frei Berlin 162, gesetzl. Erzeugerpreis R 5 151, R 6 152, R 7 168, R 8 154, R 9 156, N 11(Berlin) 158, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mk.; Braugerste, neue, seine, frei Berlin 208—209, ab märk. Station 194—200; Braugerste, gute, frei Berlin 191 bis 201, ab märk. Station 182—192; Sommergerste, mittl. Art und Güte, frei Berlin 185—190, ab märk. Station 176—181; Wintergerste, zweizeilig, frei Berlin 179—100, ab märk. Station 170—181; Wintergerste, vierzeilig, frei Berlin 174—179, ab märk. Station 165—170; Industriegerste, frei Berlin 185—190, ab märk. Station 176—188; Futtergerste 150—60 Kilo) gesetzl. Erzeugerpreis G 5 151, (G 6 152, G 7 154, G 8 167, G 9 159; märk. Haser(48—40 Kilo) gesetzlicher Erzeugerpreis H 4 145, H 7 149, H 10 15., H 11 154, H 13 157, H 14 150; Weizenmehl(Type 700) gesetzl. Erzeugerpreis, Preisgebiet 5: 26,65, 6: 26,80, 7: 26,95, 8: 27,10, 9: 27,40, 11(Berlin): 27,70, mit 10 Pro zent Auslandsweizen 1,50, mit 20 Prozent 3,00 Mk. Auf geld; Roggenmehl(Type 907), gesetzlicher Erzeugerpreis, Preisgebiet 5: 21,65, 6: 21,75, 7: 21,90, 8: 22,05, 9: 22,35, 11(Berlin): 22,65; Weizenkleie, Mühlenverkaufspreis, Preisgebiet 5: 11,00, 6: 11,0, 7: 11,10, 8: 11,15, 9: 11,25, 1(Berlin) 11,45; Roggenkleie, Mühlenverkaufspreis, Preisgeviet o: 9,45, 6: 9,50, 7. 0,55, 8: 9,65, 0: 9,75, 11(Berlin): 9,90; Viktoriaerbsen 20—92, Ackerbohnen 11,75—12,75, Wicken 10,50—11,50, Lupinen, blaue 6,75 bis 7,25; Leinkuchen(37 Prozent) ab Hamburg 7,55(incl. 1,30); Erdnußkuchen 150 Prozent) ab Hamburg 7,15(incl. 1,45); Erdnußkuchenmehl(deutsche Mahlung) 7,50; extrah. Soyabohnenschrot(45 Prozent) ab Hamburg 6,40 neuer Kontrakt, 7,15 alter Kontrakt(incl. 1,55), dto. ab Stettin 6,60 neuer Kontrakt, 7,85 alter Kontrakt lincl. 1,55); Kartofselflocken(aus neuen Kontrakten) ab Stolp 8,80, dto. ab Berlin 8,90. Baumwolle Hambura. 5. Okt. Tendenz stetig. Middling Uni versal Standard loko 14,25(14,25) Dollarcents. Aremen, 5. Oktober. Middling Universal Standard mm) loko 14,20(14,23) Dollarcents. Amtlicher Großmarkt für Getreide und Futtermittel Köln Köln, 5. Okt. Es notierten in Mark für 100 kg Fracht lage Köln, soweit nichts anderes vermerkt: Weizen rhein. 76—77 kg Preis für den Landw. ab Erz.=Stat. W 13 20, W 16 20.40, Roggen rhein. 72—73 kg Preis für den Landwirt ab Erz.=Station R 18 16, R 15 16,40, Hafer rhein. Preis für den Landw. 48—49 kg H 18 15.70, H 14 15,90, 16 16,10, 5 18 16.80, H 19 16,40, Industriegerste inl. 18.25—19,25, Futtergerste rhein. 50—60 kg Preis für den Landw. G 11 16,20, G 12 16,40, G 14 16,70, Mais grober 21,75, kleiner 22,76.(Die nachfolgende Notierung für Weizen= und Roggenmehl sowie Roggenschrot versteht sich gemaß Anordnung der WV. bei Abnahme von mindestene 10 Tonnen frei Empfangsstation zuzüglich 0.50 Mk. Frachtenausgleich; Weizenmehl mit einer Beimischung von 20 Prozent Austauschweizen 3 Mk., mit 10 Prozent 1,50 Mk. höher die 100 kg Auf= und Abschläge gemaß Anordnungen der WV.). Weizenmehl inl. Grundtype 790 für W 18 27,15, W 16 27,15, Roggenmehl Grundtype 907 für R 18 28,65, R 15 23,80, Roggenschrot inl. Grundtype 1800 für R 18 20,15, N 16 20,30, Weizenkleie Grundpreis ab Mühle 11,70, Handelspreis 11—11,40, Weizengrieskleie(Bollmehl) Handelspreis 12.25—12,00, Roggenkleie Grundpreis 10.20, Handelspreis 10,50, Leinkuchenmehl Srproz. brurto mit Sack 17,25—17,30, Erdnußkuchenmehl 50proz. 16,20—16,40, dito 54proz. 16,50—16,60, Sonaschrot sextrahiert) 65proz. 18,50—13,70, Rapskuchen 12,50 bis 12,70, Palmkernkuchen lose 21proz. 13,90—14, Zuckerschnitzel lose 18,50—18,70, Wiesenhen lose 10—10,50, Rotkleehen lose 9.25—9.50, Luzernekleehen lose 11,50—12, Noggenstroh gepr. ab rhein. Station 2.10—2.90, Weizenstroh gepr. ab rhein. Station 2,40—2,80, Hafer= und Gerstenstroh gepr. ab rhein Station 8—8,40. Tendenz: In Brotgetreibe war keine Nachfrage vorhanden; leich Hafer gesucht, schwere Ware vernachlässigt; inl. Futte gerste fehlte; Industriegerste war wenig gefragt; Mais wurde nur in kleinen Mengen umgesetzt. In Weizenmehl war ein lebhaftes Geschäft. Auch Roggenmehl etwas gebessert. Mühlenabfälle ruhig. In Kraftfuttermitteln war die Nachfrage größer als das Angebot. Heu und Stroh unverändert. Kölner Hauptmarkt stark beschickt, aber nicht geraumt Die Zuführen in Gemüse und Obst zum Kölner Hauptmarkt waren so reichlich, daß das Angebot in allen Artikeln bei weitem die Nachfrage überstieg. Nachdem die verhältnismäßig wenig erschienenen auswärtigen Aufkäufer ihren Bedarf gedeckt hatten, war das Geschäft wie abgeschnitten, und erst nach mehreren Stunden belebte sich der Absatz wieder etwas; aber der Markt konnte bel weitem nicht geräumt werden. Es kosteten im Großhander: Weißkohl 2,21, Rotkohl 56, Wirsingkohl 5—7, Rosenkohl 18—20, Spinat 4—6, weiße Ruben 5—6, Karotten 8—4, Mohren 2,5—4, Zwiebeln 6—8, Einmachzwiebeln 13—16, Tomaten 6—12, Kürbisse 8,5—5, junge Erbsen 25. Strauchbohnen 15—20, Stangenbohnen 22—30, Wachsbohnen 12—18, Prinzeßbohnen 12—18 Pfg. das Pfund; Kopssalat 5—11, Blumenkohl bis M, Endivien 5—12, Kohlrabi 3—4, Sellerleknollen 5-25, Rettich 3—5, Meerrettich 15—20, Salatgurken bis 10 Pig. das Stück: Mangold 2—3, Rübstiel 2,5—3,d, Petersilie 2—6, Radieschen 2—2.5, Schnittlauch 1, Gurkengrün 3 Pfg. das Gebund. An Auslandsware: ital. grüne Bohnen 1 Mk. das Körbchen, Schwarzwurzeln 22—24, Tomaten 10, 7—8 Pfg. das Pfund; Apfelsinen, Capfrüchte, Kiste 21 bis 22, Zitronen Kiste zu 150 Stück 9—12, zu 300 Stück 20—24 Mk., Almeriatrauben Faß 14—18 Mk., Maronen 20, Baumnüsse 20—25, holl. Trauben 60, span. 25—30, holl. 55—60, franz, 24, Brüsseler 80, Bananen 24—27, schwedische Presselbeeren 32, Feigen 22—28, Haselnüsse 45, ital. Baumnüsse 26, Tiroler und Schweizer Aepfel je 16 bis 18, holl. Kochäpfel 6—10, Schweizer Estäpfel 92 Pig. das Pfund; Pampelmusen 50 Pfg. das Stück. Westdeutscher Kartoffelmarkt Die beutschen Kartoffelmärkte zeigen auch heute eine grundsätzliche Veränderung nicht. Das Einkellergeschaft kommt immer noch nicht vorwärts, obwohl nunmehr seitens des Gebietsbeauftragten für Rheinland, Westsalen und Lippe auch der Zuschlag zu den Bezirksvertriebsstellenpreis für die Lieserungen der Einkellermengen frei Keller der Verbraucher in den Städten in Höhe von 1.05 Mk. als Gesamtspanne festgesetzt wurde. Die Mindestpreise für Kartosseln betragen in Nheinland, Westfalen und Lippe für weißfl. Speisekartosfeln und Odenwälder blaue 2,70 Mk., und für gelbe Speisekartoffeln, sowie Industrie 2,00 Mk. Dieser Preis versteht sich frei Vollbahnstation lose verladen an den Versandgroßhändler als Abgabepreis der Bezirksvertriebsstellen einschließlich aller Gebühren. Diese Preise sind Mindestpreise, so daß eine Höherbewertung einer besseren Beschaffenheit nicht ausgeschlossen ist. Berliner Butterpreise Berlin, 5. Okt. Abrechnungspreise in Mark je 50 ka einschließlich Verpackung ab Versandstation, Fracht zu Lasten des Käufers. Deutsche Markenbutter 130, beutsche Feinmolkereibutter 127, deutsche Molkeretbutter 123, deutsche Landbutter entsprechend niedriger. Kölner Butternotierung Inländische G 1 F 11¼, A 10¾, B 10¼, C 9½, D 8½. Auländ. S 11—11¼. A 101/—10½, B 10—10¼, C 91/—03. Bulgartsche C 8.60, D 8,10; konservierte Eier: Deutsche Kühlhauseier S 9,60, A 8,85, B 8,10, C 7,85, D 6.60. Tendenz: sest. Kölner Butter= und Schmalznotierungen Inländ. Schmalz 2 Mk., holl. Schmalz 1,80 Mk. Deutsche Markenbutter 181, beutsche seine Molkereibutter 128, seine Molkereibutter 124. Kölner Käsenotierungen Tilsiter vollsett 45proz. i. T. 140—148 Mk., AllgauerEmmenthaler vollfett l. T. 16—100 Mk., Allgäuer=Limburger halbsett 80proz. i. T. 76—80, Antwerpener Kammzugnotierungen Zahlen in Klammern sind die Preise vom 4. Oktober. Es notierten in pence je lb. netto: Oktober 24,00(24,37), Nonember 28,75(24,12), Dezember 28,75(24,12), Jannar 23,75(24,12), Februar 23,75(24,12), März 28,75(24,12), April 23,75(24,25), Mat 23,87(24,25); Tendenz ruhig (stetig); Umsatz 220 000(160 000). In belg. Franken erforderten je Kilo: Oktober 23,75 (24,00), November 23,50(24,00), Dezember 23,50(24,00, Januar 23,50(24,00), Februar 23,50(24,00), März 23,50 (24,25), April 23,75(24,25), Mai 23,76(24,50); Tenden ruhig(stetig); Umsatz 87 500(207 000). Viehmärkte Berlin, 5, Okt. Auftrieb: 1457 Ochsen, 760 Bullen, 707 Färsen, 1750 Kälber, 501 Schafe. 11 827 Schweine Preise: Ochsen al) 38, b) 33—36, c) 29—92, d) 23—28; Bullen a) 35—36. b) 32—31, c) 28—31, d) 22—27; Kuhe a) 32, b) 23—29, c) 17—20, d) 12—15; Färsen a) 84—35, b) 30—33, c) 25—28, d) 20—21; Fresser 18—25; Kälber A 70—80, Ba) 55—58, b) 45—52, c) 35—40, d) 27—80; Schafe a1) 47—50, a2) 45. b1) 47—48, b2) 37—40, c) 48—45, d 30—42, e) 37, f) 34—36, g) 18—85; Schweine al) 52, ) 52, c) 51—52, b) 50—51,«) 45 49, f)—, gl) 57, ge 40—50. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Ueberstand; Kälber glatt; Schafe glatt, unpassendes Weidevieh vernachlässigt; Schweine glatt, schnell geräumt. Hamburg, 5. Okt.(Schweinemarkt.) Auftrieb: 2346 Stück. Marktverlauf flott, Speckschweine und sette Sauen bis 51 Mk. gehandelt, Bedarf nicht gedeckt. Es wurden bezahlt: al) 50, a2)—, b) 50, c) 48-—60, b) 45—49, e) 37—-42. f—. Sauen g1) 50, g2) 43—40. Husum, 5. Okt. Dem Ferkelmarkt waren 565 Tiere zugeführt. Der Handel war langsam. Es bedangen: beste Ferkel 10—12, mittlere 8—9, geringere 5—8 Mk. das Stück; nach Gewicht: schwere Ferkel 33—95, leichte 932 Pig. das Pfund Lebendgewicht. Ausgesuchte Ware wurde über Notiz bezahlt. Metallnotierungen Berlin, 5. Okt. Es notierten in Mark für 100 Kilo: Elektrolytkupfer wirebar(Feststellung der Vereinigung für die deutsche Elektrolytkupfernotiz) 42,76, OriginalHüttenaluminium(0—90 Prozent) in gekerbten Blöckchen 160, dito in Walz= oder Drahtwaren 164, Reinnickel N90 Prozent) 270, Antirion(Regulus)—, Silber in Barren(900 für 1 kg fein) 90,75—48,76. Wagengestellung bei der Reichsbahn am 4. Oktober 1924: Nuhrkohlengebiet 19 271, Nachener Steinkohlenbezirk 2155, rheinisches Brannkohlenrevier 8467; gefehlt haben keine. Der Londoner Goldpreiß beträgt am b. Oktober 1934 für eine Unze Feingold 142 sh 4 d gleich 86,5742 RM., für ein Gramm Feingold demnach 14,9134 Pence gleich 2,78342 RM. Am freien Markt wurden in London 243 000 Pfund Sterling Gold zum Preise von 142,4 Schilling pro Unze sein verkauft. Die Bank von Eugland kaufte 28 803 Pfund Sterling Barrengold Die Preisinderziffer der„Metallwirtschaft, Metallwissenschaft. Metalliechnik“ stellte sich am 3. Cktober 1934 auf 47,1 gegen 48,8 am 26. September(Durchschnitt 1909/12 gleich 100), fiel also um 2,8 Prozent der Zisser vom 26. September.— Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisstande vom 8. Oktober soigende Einzelinderzissern errechnet: Kupfer 82.0 lam 26. September 32.8), Blei 50,8(54,7), Zink 40,0(42.11, Zinn 88 9(83.91, Alnminium 111,1(111,1), Nickel 86,2(86,2), Antimon 78,6(76,1). Restaurant„Zum Ritter“ Bochum, Kortumstraße 101 Heute und folgende lage Großes Oktoberfest Gepflegte Getränke/ Preiswerte Küche Kapellmeister Blassat mit seinen Sollsten sorgen für Stimmung und Unterhaltung. Bürgergeseiischalt unter neuer Leitung Mit dem 1. Oktober d-. 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(Hier abtrennen und den Bestellschein ausfullen Ich wünsche eine Probelieferung der Volks=Zeitung Ich wünsche vom----— ———- an die Zustellung der Volks=Zeitung mit— ohne— Beilage„Der Feuerreiter“ Name: Wohnung: Volks-Zeitung Vertriebs=Abteilung Bochum Mühlenstraße 12-14 Erscheint jeden Samstag als Bellage zur Volks-Zeitung für den rhelnisch-westfälischen Indusiriebezirk Ausgaben A, B, C: Westfälische Volks=Zeitung• Volkszeitung für Ennepe und Ruhr« Steeler Zeitung• Wattenscheider Morgenzeitung Nummer 21 Sonntag, den 7. Oktober 1934 Ehrenreftung einer deuischen Dichterin Die Dichterin Ruth Schaumann eine Französin?- Eine Antwort auf ungerechtfertigte Angriffe Deutsche Künstlerin Eine der feinsinnigsten Schriftstellerinnen deutscher Sprache und deutschen Wesens, eine der vielversprechendsten Dichterlnnen, deren Wesen sich in ihren Werken lauter und zugleich grotz offenbart, ist die noch junge Dichterin Ruth Schaumann, die sich in den letzten Jahren einen immer größeren Leserkreis erworben hat. Dem Literaturfreund ist sie keine Unbekannte. Er schätzt an ihren Werhen die Tiefe ihrer Gedanken und die Schönheit ihrer Klangwelt, wie sie nur echtester deutscher Dichterberuf hervorbringt. Auch einer weiteren Oefsentlichkeit ist sie keine Unbekannte, seit sie vor Jahren mit dem Münchener Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Nicht nur als Dichterin ist Ruth Schaumann bekannt geworden, auch als deutsche Künstlerin auf anderen Kunstgebieten. Als Bildhauerin schuf sie edle, formenstrenge und tief gehaltvolle Bildwerke von besonderer Eigenart. Erinnert sei an ihre wundervolke Pieta in der Frankfurter FrauerFriedenskirche, die ernst und still einem zutiefst nationalen, vaterländischen Gedanken Ausdruck verleiht: dem großen, stolzen, tiefen Schmerz um die hingeopkerten Söhne des deutschen Volkes, die der Weltkrieg verschlang, die hinauszogen zu leiden und zu sterben für Deutschland. Offenbart sich nicht in dieser kurzen Charakterisierung des volks= und bodenverhafteten Schaffens der Dichterin Ruth Schaumann ihr deutsches Wesen? Wie doch ihre ganzen Werke es uns offenbaten. Die Lyrik von Ruth Schaumann ist zutiefst dem deutschen Lebensraum verhaftet. In ihnen schwingt das alte Erbe des deutschen Dichters und Sängers: jener verhaltene Klang aus den Urtiefen des Volkstums und Gemüts, in ihr singt das hohe Lied der Heimat und des Volkes seltsam ergreifend und tief. Man spürt es unmittelbar: diese Frau kann nicht los von den Gegebenheiten ihres Landes und seiner Scholle, aus der ihre Gedichte erblüben. Ihre an die Gotik anklingenden plastischen Bildwerke offenbaren schon rein stilistisch die Abhängigkeit, besser: die Verhaftung an den deutschen Geist. Auf urdeutschem Boden, in Hamburg, wurde die Dichterin als Kind eines deutschen Majors geboren. Und Friearich Schiller? Aber, das alles hat nichts zu sagen. Wenigstens sind gewisse Leute da anderer Meinung. Man hat neuerdings„entdeckt“, daß Ruth Schaumann gar keine deutsche Dichterin ist, sondern stark französisiert. Hat man allerdings in ihren bisherigen Werken keinen Anhaltspunkt, ihr letzter Roman„Yves“, lieferte ihn. Warum? Weil angeblich in hhm ein französischer Stoff gestaltet wird. Die Heldin des Romans eine Französin ist. Merkwürdig. Und mehr als merhwürdig! Darf sich eine deutsche Dichterin nicht ihren künstlerischen Vorwurf auch unter anderen Völiern holen? Hat nicht der deutscheste der deutschen Dichter. Friedrich Schiller, eine Jungfrau von Orleans, eine Französin, verherrlicht? Dies nur ein Beispiel, das alle Vorurteile sprengen könnte. War deshalb ein Schiller undeutsch? Kommen wir deutlicher auf die Vorwürfe gegen Ruth Schaumann zu sprechen. Dr. Franz Trautenau greift sie in der Schöneren Zukunft“ wie folgt auf: Mangel an Ehrfurcht vor der Muttersprache? „Eine Französin unserer Tage schreibt einen Roman, der in Deutschland spielt, ohne notwendig an diesen oder irgendeinen anderen Schauplatz gebunden zu sein. Aber die Verfasserin scheint Deutschland und die Deutschen so zu lieben, daß sie ihre mit großer Eindringlichkeit gezeichneten Gestalten nur in Berlin unMünchen denken, daß sie alle die zarten und schweren, klugen und innigen Worte, Die Dichterin Ruth Schaumann die zwischen diesen Gestalten gewechsekt werden. nur in unserer Sprache empfin= den hann. Um das ihren Landsleuten recht deutlich zu machen, greift sie zu einem ungewehnlichen Mittel: sie bedient sich zwar der französischen Sprache, biegt aber ihre Sätze hier und da so gewaltsam um, daß man der Suggestion erliegt, eine Uebersetzung aus dem Deutschen zu lesen. Und das im Jahre 1934? Sollte man's für möglich halten? Wird sich die Verfasserin von ihren Landsleuten nicht Mangel an nationaler Würde vorwerfen lassen mussen? Mangel an Ehrsurcht vor ihrer Muttersprache?“ Diesen Fall erzahlt uns eine unbehannte Autorin, Hilde Wahn, in den„Münchener Neuesten Nacrichten“ Beilage: Die Einkehr Nr. 13). Sie hal ihn sich ausgedacht, der Fall war niemals Wirklichkeit. Oder doch! Er war es, er ist es. Nur in umgekehrter Weiset nicht eine Französin schreibt einen französischen Roman, der in Deutschland spielt, sondern eine Deutsche einen deutschen Roman, der in Frankreich spielt. Diese Deutsche heißt Ruth Schaumann und der Roman, der gemeint ist:„Yves“. Wir merken, worauf jene Autorin hinaus will: sie will, was der erdachten Französin vorzuwerfen wäre, der Deutschen zum Vorwurf machen; sie bezichtigt Ruth Schaumann der nationalen Würdelosigkeit, sie behauptet, Ruth Schaumann habe keine Ehrfurcht vor ihrer, vor unserer Muttersprache. Ist der Vorwurf berechtigt? Was ist es um„Yves"? Betrachten wir den Roman näher, um den es sich handelt. Seine Gestalten sind französische Adelige. Sie tragen hochklingende Namen: Germaine d'Armand, Thibaut d'Elbouef, Yvees d la Mothe=Hondacourt. Aber das ist nur natürlich; die Dichter wegen dieser Namengebung der Courths=Mahlerei zu zeihen, ist gelinde gesagt, banal. Auch der Name gehört zu der dichterischen Gestalt. Als Gottfried Keller seine Regel Amraim, seine Züs Bünzlin, seine Figura Leu schuf, hat er diese Namen nicht aus der Luft gegriffen; genau so wenig wie Nestroy oder Flaubert es in ihren Werken taten. Kitschig waren diese Namen nur, wenn sie nichts als beliebiges Kostüm, als äußerliche Zier wären. So ist es gewöhnlich bei Nachaly v. Eschstruth, Courths=Mahler, Anny Wothe usw. Doch weiter: ist es auch Zufall, daß der Roman in Frankreich spielt? Ist es „national würdelos", Paris und Marseille als Schauplatz bestimmter Begebenheiten zu wählen? Nein! Oder doch nur dann, wenn diese Stätten gleichgültige Szenerie bleiben. Das ist aber in„Yves“ nicht der Fall. Was hier geschieht, paßt einfach nicht in die alltägliche deutsche Umwelt,„gehört“ in die ganz eigene Umluft des konsernativen Frankreich. ist nur unter den gepflegten, tiefkatholischen unüberempfindsamen Menschen dieses Landes möglich. Glücklicherweise ist der Angriff auf Ruth Schaumann nicht unerwidert geblieben. Die in der„München=Augsburger Abendzeitung" Nr. 111 erschienene, von A. Ritthaler geschriebene) Abwehr ist ganz in unserem Sinne. Treffend heißt es da: „Als Grundton der ganzen Kritik bleibt jene mechanistische Auffassung von künstlerischem Schaffen gegen die man sich grundsätzlich wenden muß: als ob es damit wäre wie mit der Herstellung eines Detektivfilme wo man allerdings nach Festlegung der ungefähren Handlung noch ziemlich frei entscheiden kann ob sie am wirkungsvollsten in Nieza, Hamburg oder Chicago aufgezogen wird. Handel=Mazzettt hat uns geschildert, wie die Gestalten ihr vor Augen treten, aus einer Zufallebegegnung, aus einem alten Bild aus ein paar Zeilen Handschrift, und wie sie sich dann selbständig entwickeln. Richard Waaner drängt sich mitten in der Arbeit an Tristan ein Motiv auf, das er nackher als in den noch unkomponierten Teil des Sieg= fried gehörend erkennt.“ Es ist schlimm um die Urteilsfähighelt der Kunstrichter bestellt, wenn man sie belehren muß, daß bestimmte Gestalten, um lebendig zu bleiben, eine bestimmte Atmosphäre brauchen. Oder will etwa jemand leugnen, daß Madame Bovary oder— um zeitgemaßer zu sprechen— die Madame Londe des„Leviathan“ von Julien GGreen nur in die franzhsische Provinz passen, die Leute von Seldwyla nur in die schweizerische Kleinstadt. die Buddenbrooks nur in die nüchterne Welt der nordischen Hansa? Was„Yves“ betrifft, so beweist schon der außere Rahmen der Handlung selbst, daß die Todlerin unrecht hat, wenn sie behauptet, dieser Roman könne auch irgendwo auf deutschem Boden spielen. Eine Künstlerin wie Ruth Schaumann, die aus den vergessenen Brunnen unserer Märchenpoesie so reich geschöpkt hat, dar nicht undeutsch genannt werden! IHR DIE ZEIT Eph. 3, 16. REICH FEINFUHLIG MUSST VOLL AUSWERTEN! „Lernt verstehen, was Gottes Wille ist! Man kann wohl über dem farbenprächtigen Bild des herbstlichen Waldes im Glanz der Herbstsonne das Hinwelken der Natur zeitweilig vergessen; wenn aber dann die„schlimmen“ dunklen Tage kommen mit ihrem ständig bewölkten Himmel und dem unaufhörlich strömenden Regen, dann legt sich auf die Seele der Druck der Vergänglichkeit, ähnlich dem Heimweh des Kindes in der Fremde nach dem sonnigen Vaterhaus. So ist die Welt, in der wir leben. Wir können ihre Entwichlung betrachten in den frohen Farben des Fortschritte der Jahrtausende, können uns begeistern an den Leistungen und Taten unseres Volkes aus ferner Urzeit bis zur Kulturhöhe der Gegenwart; und wie in der Familie die Kinder ihres Vaters Hoffnung sind, so mögen wir die Spannkraft unserer Schaffensfreude straffen im Glauben und in der Hoffnung auf eine große starke Zukunft derer, die uns durch die Bande des Blutes verbunden sind; die Liebe mag unser Streben beflügeln, daß wir heroisch selbstverzichtend arbeiten am Aufbau des Kommenden; das alles hann wie Sonnenstrahlen hineinleuchten'n unsere Seele; und wir brauchen solche Weltanschauung, wenn man es so bezeichnen soll.— Ganz abwegig freilich wird nach unserer Ueberzeugung das Bestreben moderner Menschen, aus dieser Weltanschauung eine Religion, gar eine christliche Religion machen zu wollen. Beweis dafür, daß Christi Lebensmacht über Raum und Zeit erhaben ist.— Das mag uns im Rahmen der Sonntagsliturgie die Wahrheit vertiefen, daß die letzten Auswirkungen unseres irdischen Lebensschaffens jenseits unserer eigenen und jetzt der Welt=Vergänglichkeit stehen.„Und ihre Werhe folgen ihnen nach, so sie in Gott getan sind", sagt die Schrift.— In der Welt atmen wir die Luft der Vergänglichheit: wollen wir„die Zeit voll auswerten“, so müssen wir uns auch Zeit nehmen für das Atemholen der Seele im ewigen Gott; das ist die Zeit des Gebetes. Die irdische Nahrung vermag nur aufzuhalten den Auflösungsprozeß der Vergänglichkeit; die Himmelsspeise der hl. Eucharistie ist uns das Unterpfand der Auferstehung zum ewigen Leben.— Es gibt Lebenslagen für die Menschen und die Völher, so bedrückend und dunkel, daß alles rein irdische Hoffen dabei sich wandelt in Verzweiflung; darüber vermag nur der Wille zu triumphieren, den die Ewigkeitshoffnung des Christentums beseelt, dem der Heroismus zugleich Heiligheit ist, Nachfolge Christi in der Erfüllung des ewigen Vaterwillenslq Z. Kr. Alt Mütterchens Leben im Zeichen des Rosenkranzes (Das Bild ist dem von J. B. Malina herausgegebenen Buch„Orbis catholteus", Atlantis=Verlag, Berlin, entnommen.) Rosenkranz-Monat Am Ende des Weltalls und seiner Naturgesetze steht genau so wie am Ende des einzelnen irdischen Menschenlebens— Sterben und Vergehen; und dieses Sterben und Vergehen bringt in der Menschen und der Völker Dasein soviel Dunkel und soviel Tränenströme, und Menschenbosheit verfinstert soviel Menschenleben, daß kein menschenbeglüchender Fortschritt und glutvollsteo Hoffen die Herzen dauernd und vollende für sich allein zu befriedigen vermag. Das Menschenherz ist even zu weit, als daß es von rein irdischem Heroismus schon ausgefüllt wäre; wenn es sich nicht ganz erfüllt mit dem Ewigen, dann droht dem menschlichen Heroismus das Schicksal der Verflüchtigung. In diesem Sinne schärft die Liturgie des 20. Sonntago nach Pfingsten unsere tiefere Erkenntnis jenes ewigen Hofsens und Sehnens, das die Kirche in dieser Endzeit des Jahres in unsere Seele hineinsenken möchte; mit den voraufgestellten Erwägungen müssen wir die Sonntagsepistel lesen. Der gläubige Christ bleibt nicht stehen in der hinreißenden Begeisterung für den Aufbau einer großen irdischen Zukunft seines Volkes, an dem er mitschafft durch sein Lebenswerk; der lebendige Christ übersieht aber auch nicht die ihm dafur gestellte Aufgabe; sein Blick ist nicht über das Irdische hinweg weltfern auf ein anderes Ewiges gerichtet. Nein, er schaut sich vielmehr hindurch, durch die Zeit in die Ewigheit! Der Glaube an das Erlösungswerk des menschgewordenen Gottessohnes lehrt uns, daß diese Welt am Ende ihrer Vergänglichkeit in Unvergänglichkeit ersteht, er gibt uns die Verheißung von der verklärten Welt des„neuen Himmels und der neuen Erde“, wo die Verbindung von Natur und Gnade sich vollendet in ewiger Herrlichkeit; und unsere Anteilnahme daran wird sich vor dem Auge der ewigen Gerechtigkeit Gottes richten nach dem. was wir im zeitlichen Leben in der Verbindung von Natur und Gnade Gutes geleistet haben. In diesem christlichen Glauben erfüllt sich des Menschenherzens Hoffen und Sehnen erst vollende und zeitlos; dagibt heroischer Lebensauffassung geschlossenen Halt. In solcher Ewigkeitssicht hat auch derjenige, der— in seinen Fähigkeiten verkannt— vom widrigen„Schichksal“ am kleinsten Platz angesetzt wird, die Gewißheit des Erfolges seines treuen, tedlichen Bemühens.— Das Matz, in dem irdische Freuden einem Menschen die Spannkraft frohen Schaffens wiedergeben können, ist begrenzt. Die glaubensfesten, hoffnungsstarken Gebete und Gesänge des christlichen Offenbarungsglaubens aber geben auch dann noch Kraft, wo Menschenkraft verzweiselt Das Sonntagsevangelium ergänzt sinnvoll diese Gedanken. Der Heide, der in Königsdiensten steht, macht sich auf den Weg zum Heiland; sein Sohn, des Vaters ganze Lebenshoffnung, liegt im Sterben! Was ist dem Mann jetzt seine Stellung, wo sein Kind —- sein Herzblut— dem Tode nahe ist!—„Wenn der große Wundertäter von Nazareth mir den Sohn heilt, will ich an ihn glauben“, so mag es leise in seinem Herzen klingen. Doch der Heiland zwingt den Mann mit sanfter Gewal, daß er den ersten Aht des Glaubeno setzen muß auf des Herrn schlichtes Wort:„Geh hin, dein Sohn lebt!“ Und der Vater laßt es sich gläudig genügen; so wird das Wunder selbst zugleich zum Papst Leo XIII. hat der katholischen Welt in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Pflege des gemeinsamen Rosenkranzgebetes an allen Tagen des Oktobermonats aufs dringlichste anempfohlen. Wie sehr ihm diese Uebung marianischer Andacht am Herzen lag. geht schon aus der Tatsache hervor, daß er dem Rosenkranz im Laufe der Jahre nicht weniger als sieben besondere Rundschreiben gewidmet hat; eine Fülle von tiefen Gedanken und praktischen Anregungen, die sich als einleitende Lesung zur abendlichen Rosenkranzandacht wirkungsvoll auf alle Tage des Monate verteiten ließen.— Bereits im 12. Jahrhundert finden wir die Perlenkette, an der die Christenheit 150mal den biblischen Gruß des Engels zu wiederholen pflegte, ein Ersatz der Laien für die 150 Lieder des alttestamentlichen Psalmenbuches, mit denen in den Kirchen und Klöstern das Gotteslob gesungen wurde. Der Orden des hl. Dominikus wurde der besondere Förderer dieses„Laienpfalters". Im 15. Jahrhundert fügte man dem Ave nach dem Namen Jesu auf Anregung der Kartäuser von Trier nach und nach die verschiedenen Glaubensgeheimnisse aus dem Leben Jesu und Mariä hinzu, nach denen wir heute den freudenreichen, schmerzensreichen und glorreichen Rosenkranz unterscheiden. Vorher schon hatte man begonnen, jeden neuen„Zehner“ mit einem Vaterunser zu beginnen. Es kam dazu der Lobpreis der Heiligsten Dreifaltigkeit nach jedem Gesetz, das Glaubensbekenntnis mit der Erweckung der drei göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, und endlich im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde allgemeiner Brauch auch das Bittgebet der Kirche: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“— Es kann der Rosenkranz in seiner geschichtlich gewordenen Form tiefstes religicses Leben mächtig förEPISTEL vom 20. Sonntag nach Pfingsten, Eph. 5, 15—21: Habt acht, Brüder, wie ihr auf weite Sicht euren Lebenswandel gestaltet! Nicht so gedankenlos! Neln, feinfühlig müßt ihr die Zeit voll auswerten; die Tage sind schlimm!— Seid deshalb doch nicht kurzsichtig, sondern lernt verstehen, was Gottes Wille ist!— Und ergebt euch nicht der Trunkenheit, die zur Liederlichkeit führt; vielmehr voll des Heiligen Geistes sollt ihr warden, in gegenseitiger Erbauung bei Psalmen, Lobgesängen und anderen geistlichen Liedern; mitklingen soll euer Herz im kirchlichen Gesang,— in immerwährender und allumfassender Danksagung vor Gott im Namen unseres Herrn Jesus Christus!— Dabei— unterordnet euch einander in Ehrfurcht vor Christus! dern; er kann freilich auch zu minderwertigster Gebeteplapperei mißbraucht werden.— In dieser Hinsicht soll uns der Rosenkranzmonat Gewissenserforschung und heilsame Uebung zugleich sein. Nehmen wir uns die Zeit, den kindlich beharrlich wiederholten Gruß und die Bitte an die Gottesmutter mit der Betrachtung des jeweiligen Geheimaisses ernsthaft zu verbinden! Das ist weniger schwierig, als mancher denken mag, wenn wir die Geheimnisse mitten hineinstellen ins Leben der Gegenwart und eine entsprechende Gebetsmeinung daraus formen, wofür wir beten wollen.— Im Jahre 1573 wurde das Rosenkranzfest am Anfang des Oktobermonats zum ersten Mal gefeiert alDankfest für den Sieg der Christenheit über den mond und die türkische Gefahr, die damals dem Abendland drohte. Das mag uns in der Gegenwart Antrieb sein, das gleiche Gebet wirklich andachtig und vertrauensvoll zu üben, um den Sieg des Guten Kampf gegen die christentumsfeindlichen Mächte in der Welt. Dafür mag rechtes Rosenkranzgebet die geistigen Waffen uns schärfen, mit denen wir kämpfen müssen, gnadenvolle Klarheit des Glaubens, in Christus felsenfest verankertes Hoffen, weltgewinnende Opferkraft der Liebe. Christenhoffnung in Erdenleid Zwiesprach zwischen Gott und Mensch Von Francis Jammes. Uebertragen von Ernst Stadler. „Gib Antwort, Herr: Was hat Dein Wille über mich erkannt? Aus Deiner Freude selbst bin ich verbannt. Wie ausgedörrt leb' ich in meinem großen Leid. kehre wieder! Gib mir doch die Munterkeit des Vogels. der sich singend dort im Herzen dieses Baumes regtl— Was will Dein Zürnen mir, daß es mich so in Stücke schlägt?“— „Ich pflüge Deine Seele. Sei geduldig, Kind Du leidest, weil mein Herz mit dir gerecht zu sein mich heißt. Laß mich in deiner Seele wohnen, immer— auch dann noch, wenn der Wind die letzten Rosen von den Sträuchern reißt! Geh nicht von mir! Sieh doch, ich brauche dich und deine Qual! Du, mein geliebter Sohn, ich braucht die Tränen, die in deinen Augen steh'n. Ich brauche einen Vogel, mir zu singen überm Kreuzespfahl: Rotkehlchen meiner Seele, willst du von mir geh'n?“— „Mein Gott, auf Deiner Stirne, die den Kranz von Dornen trågt. will ich Dir singen durch Dein langes Todesgrarn Doch wenn die Schreckenskrone dann in Blüten schlägt. verstatte Du, mein Gott, dem Vogel, dort sein Nest zu bau'n!“— Die Propsteikirche, die Haupt- und Mutterkirche Ein geschichtlicher Rüͤckblick Die Pfarrgemeinde stand nunmehr vor der dringenden Aufgabe, ein neues Gotteshaus zu errichten. Mit recht geringen Mitteln gingen der stellvertretende Pfarrer(Vizekuratus) Johann Seher, der St. Georgsvikar Johann Voß und der rührige Kirchenrat Jan Teile an die Arbeit der Aufräumung des wüsten Brandschuttes. Nur das Chor und ein Teil des Turm= und Seitengemäuers waren stehen geblieben; die Glocken lagen zerschmolzen oder zertrümmert unter der Brandasche begraben. Zur Beschaffung der Mittel für den Kirchenbau standen zwei Wege offen: Besteuerung der vom Brande nicht betroffenen Bauern und Verpfändung oder Veräußerung der Kirchengrundstücke. Beide Wege wurden begangen, führten aber nicht zum erhofften Ziel; vielmehr erfolgte der Aufbau der Kirche und die Bezahlung der Handwerkerrechnungen auf, wie man heute sagen würde,„Stottern“, das Jahrzehnte andauerte. Wir können in unserer Skizze nur einzelne kirchenbauliche Daten herausgreifen. Neue Glocken waren schon im Jahre 1519 beschafft und in einem besonderen Glockenhause bei dem Umbau aufgehängt. Aber man konnte den Glockengießer nicht anders bezahlen, als daß man ihm eine erhebliche Jahresrente von 6 Goldgulden verschrieb; zur Sicherung derselben wurden die Einkünfte aus kirchlichen Grundstücken gerichtlich an den Glockengießer übertragen. Diesem Gerichtsvertrage entnehmen wir daß damals Adolf DoerhofPfarrer in Bochum war. Er erscheint 1519—1530 als Dechant der Dekanie Wattenscheid und bekleidete die Würde eines Magisters der Philosophie. Den Kirchenbau leitete bis 1524 Werkmeister Hinrik Sure aus Coesfeld, einer der angesehensten westfälischen Steinmetzen jener Zeit. Die Steine wurden vorerst in der Steinkuhle to Brandorpe gebrochen; das Holz zu den Fundamenten lieferten und fuhren die Bauern an. Aber es war immer schwierig, die Gelder für die Löhne zusammen zu bringen. Die Kirchengemeinde nahm von der Stadt ein Darlehen von 50 Goldgulden auf und verpfändete dafür dem Bürgermeister und dem Rat der Stadt Bochum Kirchenländereien. Die Urkunde hierüber stammt aus dem Jahre 1521. Im Jahre 1521 war die Kirche wenigstens notdürftig soweit fertig, daß sie dem Gottesdienste übergeben werden konnte. Die feierliche Einweihung der Kirche und des als Begräbnisplatz dienenden Kirchhofes nahm der Weihbischof vor. Ein neues Beinhaus wurde an die Kirche angelehnt. Wenn auch weiterhin offiziell St. Peter der alleinige Kirchenpatron bleibt, so erscheint kurz nach der Vollendung des vorlaufigen Kirchenbaus, im Jahre 1522, St. Paulus zum ersten Mole als Nebenpatron. Die Vollendung des Neubaus ging nur langsam voran. Von allen Seiten wurde das Geld zusammengepumpt, um die wegen des Wartens auf die Bezahlung der Rechnungen ungeduldig werdenden Handwerker zu befriedigen. Im Jahre 1530 wurde der Estrich in der Kirche gelegt; die Gewölbe, die sowohl im Mittelschiff als auch in den Seitenschiffen denen der Lambertikirche in Münster nachgebildet wurden, führte von 1535 an Meister Nothast mit vier Gesellen aus. Um dieselbe Zeit wurden neue Glasfenster eingesetzt; auch mit dem Aufbau des Turmes wurde 1535 begonnen; die Schmiedearbeiten wurden von dem Gelde bezahlt, das für eine neue Monstranz gestiftet war. Zur Abwechslung wurde im Jahre 1572 der Bankrott der Kirchengemeinde erklärt: es wurde ein Tag festgesetzt zur öffentlichen Versteigerung aller Kirchengrundstücke. Aber auch diese Schwierigkeit wurde überwunden ohne daß es zum Verkauf aller der Kirche gehorenden Ländereien kam: dem meistbietenden Gerichtsschreiber Dietrich Beckmann fiel ein Garten zu Abgesehen davon daß ein Handlanger sich die Füße im Kalk verbrannte und ein Maurer von der Mauer des Beinhauses fiel, sind bei dem Kirchenbau kaum Unglücksfälle vorgekommen. Die damalige Zeit baute zwar langsam, aber bedächtig und vorsichtig. Im Jahre 1599 wurde der Turm mit Kupfer gedeckt; das war die letzte Arbeit an der Kirche; nunmehr war der schöne Bau vollendet, nachdem er vom Jahre 1519 an das ganze Jahrhundert durch gedauert hatte. Das kirchenbauliche Schneckentempo, in dem unsere Propsteikirche von heute— abgesehen vom Chor und vom Turme— errichtet wurde, kontrastiert schärfstens mit dem Tempo, in dem in unserer Zeit Kirchenbauten vollendet werden. Die sogenannte gute Zeit bekundete zwar mehr Geduld als das Zeitalter des Radio und Flugzeuges, aber auch viel weniger Energie und Eifer bei den Geistlichen und Opfersinn und Glaubenseifer bei den Gläubigen. Damals überließen die Pfarrer gerne die Weiterführung und Vollendung des von ihnen begonnenen Werkes ihren Nachfolgern; heute setzt der Pfarrvikar oder Pfarrer einer neugegründeten Kirchengemeinde seine ganze Ehre und Kraft darein, seine Kirche fertigzustellen, ehe er sich zum ewigen Schlummer bettet, und seinem Nachfolger wenigstens keine kirchenbaulichen Sorgen zu hinterlassen. Damals waren die Gläubigen träger im Kirchenbesuch und langsamer im Opfern; was die gerade lebende Generation nicht leisten konnte, ohne daß es eines inneren Rucks und des Verzichts auf irdisch=weltlichen Genuß bedurft hätte, überließ sie stillschweigend und gerne den kommenden Geschlechtern. Heute wetteifern die Gläubigen in den neuen Kirchengemeinden. ihre Gotteshäuser möglichst schön auszustatten. Sie wollen dem Herrgott eine herrliche Wohnung bereiten und fühlen sich auch selbst am wohlsten in einer Kirche, zu deren Errichtung oder Ausschmückung oder Instandhaltung sie selbst nach bestem Können beitrugen. Noch oft wird sich uns der Vergleich der vergangenen Jahrhunderte mit der Zeit aufdrängen, in der in Bochum die neueren Kirchen gebaut wurden, wenn wir in unseren Aufsätzen die Geschichte der anderen Kirchen und kirchlichen Anstalten darstellen, von der Marienkirche bis zu Christ=König, von dem Elisabethbospital bis zu den Larmherzigen Brüdern und den Herz=JesuSchwestern, und wenn Geistliche und Laien aus der Geschichte des Kirchenbaus der Propsteikirche etwas lernen können, dann, daß wir unsere Zeit nicht schmähen sollen; es hat noch niemals ein glaubenseifrigeres katholisches Volk gegeven, auch in Bochum nicht, als gerade in unseren Tagen; und daß wir manchmal doch etwas geduldiger sein dürfen, auch in der Vollendung und Ausstattung unserer Gotteshäuser: nicht nachlassen im Opfermut und Opfersinn, aber doch in allem dafür sorgen, daß wir mit unseren kirchenbaulichen Werken und mit den kunstgewerblichen Ausstattungen unserer Gotteshäuser auch in der Zukunft vor dem Gericht der Kunstgeschichte bestehen können. Das muß man unseren Vorfahren aus dem 16. Jahrhundert lassen: sie haben zwar langsam gebaut, aber uns eine Kirche vererbt, die noch während der kommenden Jahrhunderte das Wahrzeichen der Stadt Bochum sein wird. * Der Ablaßstreit zwischen Luther und Tetzel fand zunächst in Bochum keinen Widerhall. Zu dem Ablaßfest des Jahres 1535 wurden aus Essen 400 Hostien geholt ein Beweis, daß die Beteiligung der Gläubigen an diesem Feste verhältnismäßig rege war An der Pfarrkirche und den Tochterkirchen waren insgesamt zehn Geistliche tätig. Es bestanden mehrere Bruderschaften, so die Liebfrauen=Bruderschaft, die Sankt Peters- und Sankt Jostes=Bruderschaft. Die kirchlichen Feiertage 1581 wieder ein großer Brand aus, der 110 Häuser einäscherte. Der wenig Ueberlebenden bemächtigte sich eine große Verzweiflung. Die Leute wandten sich vielfach dem Aberglauben zu; es gab zahlreiche Spökenkieker, und der Hexenwahn vergiftete das Volk. Herzog Johann III., der von 1521 bis 1539 regierte, beseitigte aus landesherrlicher Machtvollkommenheit kirchliche Mißbräuche; das Gabensammeln der Mönche, den Eintritt ins Kloster in jugendlichem Alter, die Besetzung von an Stifte geknüpften Pfarreien mit Mönchen. Er verbot die Gebühren für die Spendung der Sakramente und für Begräbnisse sowie die Nötigung zur Teilnahme an Prozessionen Ohne bischöfliche Genehmigung erließ er für seine Erblande eine, auch für Bochum gultige neue Kirchenoronung, die von dem Humanisten Konrad von Heresbach entworfen und von Erasmus von Rotterdam durchgesehen war. Diese enthielt nichts Antikatholisches:„Die Pastoren sollten sich allen Scheltens der alten oder neuen Religion enthalDie Propsteikirche nach einer Litographie aus dem Jahre 1853. In jenem Jahre sand in der Kirche eine Mission durch die Paters Anderledi, Schmed ing und Ketterer statt, die einen außerordentlichen Erfolg hatte. Im Anschluß an die Mission wurde auf dem Kirchplatze ein Missionskreuz errichtet. In Erinnerung daran wurde das vorstehen de Bild, das Eigentum der Propstei ist, angefertigt, wurden festlich begangen; das ganze Volk beteiligte sich an der Feier des ersten heiligen Meßopfers seitens eines Sohnes der Gemeinde; anläßlich des Kirchweihtages fanden auch weltliche Belustigungen, Märkte und sonstige Veranstaltungen statt, wie es heute in den ländlichen Gemeinden bei den sogenannten„Kirmessen" der Fall ist. Bei der großen Prozession, die„Hilgendracht“ hieß, wurde das Sakrament durch die Straßen der Stadt und die Feldmark getragen; die Hilgendracht fand an einem Werktag statt, nachmittags wurde gearbeitet. Wenn auch im allgemeinen in Volkskreisen von der Reformation wenig gespürt wurde, so war sie doch nicht vollständig an Bochum vorübergegangen. Bei der österlichen Kommunion des Jahres 1525 wurde den Gläubigen der Laienkelch gereicht, vermutlich nur zur Nachspülung; aus dem Jahre 1547 wird vermerkt daß schwache Frauen und Kranke beim Abendmahle Wein bekamen. Durch den schwarzen Tod wurde 1544 fast die gesamte Bürgerschaft Bochums hinweggerafft. Ebenfalls verlangte die Pest im Jahre 1582 zahlreiche Opfer. Die Kirchen verödeten wegen der Ansteckungsgefahr, die Leute flohen in die Wälder und bauten sich hier Hütten. Außerdem brach im Jahre ten."— Die Unterscheidungslehren zwischen dem Katholizismus und Protestantismus wurden aber in dieser Kirchenordnung geflissentlich übergangen; die Widersetzlichkeit gegen die Ordnung sollte mit Landesverweisung bestraft werden. Aber von der„neutralen“ Religion des Herzogs Johann wollten weder die Katholiken noch die Protestanten etwas wissen, beide hielten an ihren religiösen Einrichtungen und Ueberzeugungen fest; die Katholiken und die. Evangelischen der Augsburger Konfession lebten friedlich nebeneinander und wehrten sich gemeinsam gegen weitere Disssidenten. Evangelische Gemeinden waren in den zwanziger und dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts in Velbert, in Iserlohn und Altena entstanden. Um dieselbe Zeit riefen die Dortmunder Gilden nach einem evangelischen Prediger. Die Bochumer Pfarre war landesherrliches Patronat auch die Sakramentsvikarie an der Hellwegs kapelle wurde von der Regierung vergeben. So war es möglich, daß ein Kleriker Peter von Sittard, der später Richter in Castrop wurde, die Pfarreinkünfte von Bochum bezog, ohne Priester zu sein. Im Jahre 1550 hörte der Gottesdienst in der Kapelle ganz auf. Früher wurde sie als Wallfahrtskapelle besucht, jetzt verfiel sie, der Sturm deckte das Dach ab, kein Mensch dachte daran, sie wieder zu reparieren. Herzog Wilhelm— 1539—1592— verbürgte zwar nicht amtlich. aber tatsächlich die freie Religionsülbung; amtlich hatte er sich dem Kaiser gegenüber verpflichtet, als katholischer Reichsstand die katholische Religion in seinen Landen zu erhalten und wieder herzustellen, wo sie durch den Protestantismus verdrängt war. Doch ließ er 1558 die lutherische Rechtfertigungslehre predigen; er erlaubte die Priesterehe, schaffte an seinem Hofe die Messe ab, nahm das Abendmahl unter beiden Gestalten, berief einen evangelischen Geistlichen als Hofprediger und ließ seine Kinder im evangelischen Glauben erziehen. Von Kaiser Ferdinand wurde er deswegen verwarnt, worauf er sich gegen die Wiedertäufer und Calvinisten wandte, die Lutherischen aber unbehelligt ließ. Der Städtetag von Cleve=Mark drängte auf eine Kirchenordnung. Der Herzog erstrebte wohl eine Art Nationalkirche oder national gefärbte, offiziell katholische Kirche, die gewissen Forderungen der Protestanten Rechnung trage. Zur Beratung der vom Städtetag angeregten Kirchenordnung wurde ein Ausschuß eingesetzt. Dem Herzog eroffnete sich die Aussicht, seinen Sohn auf den Bischofsstuhl von Münster zu bringen und selbst die Schutzherrlichkeit über dieses Bistum zu erhalten. Deshalb schmeichelte er sich in die Gunst Spaniens und des Papstes ein und entließ den evangelischen Hofpiediger. Aber das Bistum Münster erhielt im Jahre 1566 Johann von Hoya, und nun schlug auch der Herzog religiös wieder seine alten Wege ein. Der Marschall der Grafschaft Mark, Dietrich von der Recke, trat offen zum Protestantismus über, ohne deswegen behelligt zu werden. Aber unter dem Drucke des Herzogs Ellba nahm Herzog Wilhelm von Cleve wieder an der katholischen Kommunion und Messe teil. Außerdem hoffte er für die Sekundogenituren seines Hauses in den benachbarten Bistümern Herrschaften zu begründen. Damit war die protestantische Bevölkerung aber wieder nicht zufrieden. Der Kölner Oberhirte, Kurfürst Gebhard Truchseß von Waldburg, erklärte 1583 öffentlich, daß er sich zur evangelischen Religion bekenne; in demselben Jahre heiratete er die schöne Gräfin Agnes von Mansfeld, mit der er schon länger zusammen lebte. Unter diesen Umständen und Verhältnissen ist es nicht verwunderlich, daß der Adel in der Bochumer Umgegend auch größten Teils protestantisch wurde. Die katholischen Geistlichen in der Gemeinde sympathisierten, wenigstens zum Teil, mit dem Protestantismus; ebenso die meisten Bürger, die sich besonders gegen die Dominikaner richteten, die seit dem Jahre 1308 ständige Aushilfe in der Seelsorge leisteten. Unter Führung des katholischen Pfarrers Bömken zogen die Bürger gegen die„schwarzen Mönche“ von Dortmund, bewarfen sie mit Steinen und Dreck, störten ihren Gottesdienst, fuhren sie mit Schimpfworten an, so daß die Dominikaner verängstigt aus Bochum flohen und vorerst nicht wieder zurückkehrten. Pfarrer Bömken spielte eine Doppelrolle. Offiziell blieb er katholisch, aber in seinen Gottesdienst nahm er viel Protestantisches auf. Ob er sich verheiratete, kann nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden. Nach dem Tode des Herzogs Wilhelm setzte die Herzogin Jakobe es durch, daß sie für ihren geisteskranken Mann die Regierung führte. Dafür hatte sie versprochen, katholisch zu bleiben und alle protestantischen Neuerungen abzuschaffen. Der Erzbischof von Köln solle in ihren Landen das bischöfliche Amt ausüben. Die Spanier befeltigten den evangelischen Gottesdienst vollständig, auch in Bochum. Am 25. März 1609 starb Herzog Johann Wilhelm, Cleve=Mark fiel an Preußen und damit ging auch das Patronat über die Bochumer Kirche an den neuen Landesherrn über. Die Mark wurde bis zum Jahre 1618 von Kurfürst Johann Sigismund und dem Pfalzgrafen von Neuburg gemeinsam verwaltet. Hinsichtlich der Religionsübung versprachen beide, sowohl die katholische wie auch andere christliche Religionen, soweit sie in dem Fürstentum von der Mark an einem jeden Ort in öffentlichem Gebrauch und Uebung seien, zu„continuiren, zu manteniren, zuzulassen und darüber niemand in seinem Gewissen noch exerzitiv zu turbiren, zu molestiren, noch zu betrüben“. Doch wurden die Protestanten bevorzugt, weil beide Regenten evangelisch waren. Auf der ersten märkischen Synode zu Unna im Oktober 1612 waren bereits hundert evangelische Pfarrer vertreten. In der Bochumer Umgebung waren Hattingen, Herbede und Linden bereits evangelisch geworden. In Gelsenkirchen verheiratete sich der katholische Pfarrer; Eckel war fast ganz protestantisch, evenso Langendreer und Harpen. In Bochum selbst wurde den Evangelischen ausdrücklich gestattet, ihre Religion auszuüben, jedoch nur in ihren eigenen Räumen. Die ersten gottesdienstlichen Zusammenkünfte der Bochumer Evangelischen fanden auf dem Schultheißhofe statt(setzt Elisabethkrankenhaus). Im Reiche bildeten sich die Fürstenbündnisse der Union und Liga. Von dem Streit zwischen den Unionisten und Ligisten blieb auch Bochum nicht verschont. Hinzu kam noch, daß der Brandenburger die Reformierten begünstigte, während der Pfalzgraf auf der Seite der Lutherischen stand. Der Streit zwischen Lutheranern und Reformierten machte sich schon damals in Bochum bemerkbar. Der achtzigjährige, durch Fußgicht ziemlich gelähmte katholische Pastor Johann Bömken, der früher sich dem lutherischen Glauben zugeneigt hatte, in seinem Alter aber wieder katholisch wurde, wollte zugunsten eines katholischen Nachfolgers sein Amt niederlegen. Aber inzwischen waren die Evangelischen in Bochum zahlenmäßig stärker geworden als die Katholiken. Gegen Dettmar von Wittgenstein, der Verwalter der Marienvikarie werden sollte, wurde Melchior Ebbinghaus, ein Protestant, an diese Stelle berufen und von der brandenburgischen Regierung bestätigt. Für Bömken wurde gleichfalls ein evangelischer Pfarrer eingesetzt mit der Maßgabe, daß dieser die Pfarreinkünfte zum größeren Teil für sich verwenden und für den kleineren Teil einen katholischen Vikar besolden sollte, der die katholische Pfarrseelsorge zu übernehmen hatte. Ferner wurden auch die halben Primissariatseinkünfte den Evangelischen überwiesen. Es entspann sich nun ein heftiger Streit zwischen den Katholiken und Protestanten. Bittschriften und Beschwerden an die Regierungen gingen hin und her Vom Niederrhein drang Calvins Lehre vor bis in die Nähe Bochums. Bladenhorst wurde eine eigene reformierte Ge meinde. In Bochum=Hamme hielten die Calvinisten im Hause Overdik ihren Gottesdienst ab. Nun trat der junge Neuburger Pfalzgraf zur katholischen Kirche über, der Brandenburger Kurfürst Georg Wilhelm zum reformierten Bekenntnis. Ueber die Ausübung der Herrschaft in der Mark gerieten beide in einen hestigen Streit, der durch den Kongreß zu Xanten im Jahre 1614 beigelegt werden sollte. Donach sollten Cleve, Mark und Ranensberg an Brandenburg, Jülich und Berg an Pfalz=Neururg fallen. Doch vorerst wurde der Vertrag von Xanten in Bochum noch nicht wirksam, denn je nach dem ein Ort in dem Machtbereich der holländischen oder spanischen Truppen lag, wurden die Religionsfragen entschieden. So kam es, daß unter dem Schutze der spanischen Waffen sich der Katholizismus in Bochum wieder ausbreitete. Der Inhaber des katholischen Pfarramtes— ein Protestant— verzichtete auf das„geistliche Amt“ und wurde Kriegsmann, der Ligekuratus führte in bescheidener Form die alte Sakramentsproge kon wieder aus, allerdings wurden in ihr nur eine Fahne und einige „Bilderkes“ mitgetragen, wenn auch zur Erhöhung der Feierlichkeit bei der Segensspendung auf dem Kirchturme einige Böllerschüsse losgebrannt wurden. * Es kam die entsetzliche Zeit des dreißigjährigen Krieges. Nachdem die Spanier in unsere Gegend einmarschiert waren, wurde der Katholizismus wieder eingeführt. Melchior Ebvinghaus, der protestantische Priester, wurde von den rohen spanischen Soldaten arg mißhandelt, er verließ die Stadt. Die Marienvikarie wurde dem früher aus dieser Stelle verdrängten Dettmar von Wittgenstein übergeben. Jnfolge der wieder ausgebrochenen Pest wandten sich viele Bürger auch aus freien Stücken dem katholischen Glauben zu, zumal sich die Verhältnisse in der katholischen Kirche seit dem Konzil von Trient wesentlich geändert hatten. Mit der Unwissenheit und dem keineswegs musterhaften Lebenswandel der Geistlichen ward nun Schluß gemacht, das Zölibat wiederhergestellt und der Gottesdienst in der altüblichen würdigen Weise begangen. Die Sakramentsprozession wurde besonders feierlich gehandhabt, wobei es allerdings einmal zu schweren handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und Katholiken kam. An den Kirchtüren wurden jetzt die Weihwasserkessel angebracht. Doch bald stellte sich heraus, daß der Protestantismus nur unterdrückt, aber nicht erloschen war. Nachdem das Kriegsglück von den kaiserlich=spanisch=ligistischen Truppen gewichen und der Brandenburger im Jahre 1631 in den Alleinbesitz von Cleve=Mark gelangt war, kamen zunächst ruhigere Tage. 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Das Flöz, das sonst so gleichmäßig zwischen dem Gestein dahinstrich und steil nach oben strebte. verengte sich hier im Ort bis auf wenige Fuk. um sich dann plötzlich von dem endaültigen Versiegen nochmals zu gewaltiger Mächtigkeit auszukeilen. Die Kohle war bereits bis auf wenige Reste abgebaut und Aufgabe der viere war es. die weite Höhlung durch schwere Eichenstempel auszubauen und so vor dem Einsturs zu sichern. Zackig und drobend raate von oben das Gestein binein und nur ein schmaler Streiten Kohle, dessen Ende nicht abzusehen war. schob sich zwischen die dicken Steinplatten, die nur lose aufeinandergeschichtet das Abbaufeld nach oben abschlossen. Der Ortsälteste. ein alter und erfahrener Kohlenbauer, hatte vorhin mit der Hacke das Gestein beklopft und ob des hohlen und dumpfen Tones, den die Steinplatten wiedergaben, bedenklich das Haupt geschüttelt. Gesagt hatte er nichte, denn es schien ausgemachte Sache der viere zu sein, heute kein Wort mehr zu reden. als der Arbeitsproseß erforderte. Dennoch aber wußte ein jeder, was dieses Kopfschütteln zu bedeuten batte und die Art. wie sich alle bemühten, schnell und gut den Ausbau vollenden und die drohende Gefahr abzuwenden, legte beredtes Zeugnis ab von der Spannung, die die viere erfüllte. Heiß und stickig stand die staubgeschwängerte Luft. Die Störung in der Gesteinslagerung erschwerte den frischen Durchzng. Von den Gesichtern und nackten Schultern der Knappen rann der Schweiß und zog weiße Linien durch die schwarze Staubschicht. die ihre Leiber bedeckte. Langsam. doch unaufhörlich rieselte staubseine Kohle aus dem schmalen Spalt, der sich oben in das Gestein hineinschob, und ein leises Knistern ließ erkennen, daß sich das Gefüge der Bergmassen lockere. Ein jeder wußte, daß höchste Eile nottat, denn konnte man der Wucht der Berge nicht rechtzeitig durch schwere stämmige Eichenstempel den nötigen Halt gewähren. so war die Gefahr nicht abzusehen Wer konnte wissen. welche Massen dort oben des Einbruchs barrten. Jent verließ der füngste der vier Knappen leinen Arbeitsplatz. Es fehlten noch einige Hölzer, die beim Ausbau benötigt wurden. Ex mußte sie vom Aufbruch, dem Kleinschacht, der die einzelnen Arbeitsstellen miteinander verbindet, holen. Die Arheit im Flös stockte. Solange das Holz nicht zur Stelle war. konnte die Arbeit nicht weiter geführt werden. Die drei Kameraden ruhten ein wenig aus Unruhig bedrückt schickten sie ihre Augen nochmals nach oben, mehr instinktmaßig, denn die schwarze Nacht dort unten ließ nichts erkennen. Die kleinen Grubenlampen, deren Gläser noch dazu ganz verstaubt waren, sandten ihren Schein nur wenige Meter in die Runde. Seitwärts setzten die drei sich nieder. Ihre überspannten Muskeln bedurften der Lösung. Sie warteten. Ihr junger Kamerad eilte indessen zum Schacht. So schnell die niedere Strecke und die gebückte Haltung. mit der sie nur zu durchmessen war, es zuließ. strebte er vorwärts, gab das Zeichen für den Maschinisten und wartete ungeduldig bis das Holz im Förderkorb erschien. Mit beladenem Wagen fuhr er zurück. Wenige Meter nur. dann trat das Schreckliche ein, das sie alle gefürchtet und durch schnellen Ausbau zu vermeiden gehofft hatten. Ein donnerartiges Getöse erschütterte das Revier und ließ das Gebirge erzittern. Ein Luitdruck. so stark, daß der beladene Förderwagen aus den Schienen geworfen wurde. prallte durch die Strecke und hieb den jungen Knappen gegen einen der Pfeiler der Streckenzimmerung. Ein Krachen und Bersten ertönte im Umkreis, als ob die Erde in ihrem Inneren auseinanderbrechen wollte. Dann war wieder Rube. Der Knappe lehnte noch dort an der Steinwand. Schreck hatte seine Glieder erstarrt. Langsam erholte er sich. aber dann kroch eine grauenhafte Anast zu seinem Herzen bin. Ex wußte. was an seiner Arbeitsstätte geschehen war. wußte, daß Verwüstung und Zerstörung bereingebrochen waren und vernichtet hatten, was es zu vernichten gab. Er eilte zurück zum Schacht. wollte Hilfe berbeirufen. Doch der Donner des Einbruchs hatte schon die Knappen von anderen Arbeitestellen alarmiert. Sie waren herbeigeeilt und unter Anführung des Steigers gina man nach binten. Man wählte nicht den Zugang. den der Knappe benutzt hatte. Dort würde man nur Trümmer finden. Man ging die obere Strecke. Bald stand man an der Stätte des Grauens. Aber schlim. mer noch als das, was geschehen war, sollte das sein, was jetzt folgte. Das hereinbrechende Gestein hatte den ganzen Ausbau zerstört. Kein Stempel stand mehr und drobend starrte ein gähnender Abgrund, in den es kein Hinabsteigen gab. Immer noch volterten Gesteinsmassen aus der Höhe und wie ein Sturzbach floß weiche Kohle und füllte langsam die Tiefe. Die drei Knappen lebten noch. Sie batten seitwärts gesessen und so war die Gewalt der Berge an ihnen vorbeigesauft. Sie waren verletzt und eingeklemmt und schrien gellend in Todesnot nach Befreiung. Langsam stieg die berabkließende Kohle höber, füllte den Abgrund aus und drohte den furchtbarsten Tod zu bringen, der den Bergknappen ereilen kann, die Erstickung. Alle Hilfsmaknahmen von oben verlaaten. Jeden Versuch. hinabzugelangen, machten neue Einbrüche zunichte. Ueber eine Stunde arbeiteten Steiger und Knanpen. stellten die tollkühnsten Versuche an zur Befreiung, hörten bei überspannten Nerven die Todesschreie ihrer Kameraden. Alles war umsonst. Dann kam der neue furchtbare Einbruch. Er kürzte die Todesnot. Minutenlang brachen Bergmassen herab. stürzten Kohlenberge in die Tiefe. Dann hielten die Elemente endgültig Rube. Fünf Tage arbeiteten Kolonnen ununterbrochen an der Auffindung ihrer Kameraden. Dann land man sie. In ihren Händen hielten sie noch die Genbenlampe. Ihr Mund war mit Kohle gefüllt. Sie hatte ihre letzten Schreie erstickt. Das„Blut der Erde“ feiert ein Jubiläum— John D. Rockefeller, der letzte Ueberlebende Jonn D Rockeleller Im amerikantschen Erdoldistrikt von Pennsylvanien waren große Feierlichkeiten angesent anlaßlich der historischen Tage vor 75 Jahren, als zum ersten Male ergiebige Erdölquellen aufgefunden wurden. Es war eine seltsame Zeit, in der die ersten ergiebigen Erdolquellen entdecht wurden, um die Umstände, unter denen dies geschah, waren noch weit seltsamer; denn— wenn man es genau nimmt— ist die Geschichte dieses Oels, das aus der Erde dringt, ebenso alt wie die Geschichte der Menschheit. Aber während vieler Jahrtausende dachte niemals jemand daran, das unreine Oel etwa anders zu verwenden als zu Heilzwecken. Die Menschen sammelten es dort auf, wo die schmutzige, bunt schillernde Flüssigkeit offen zu Tage trat. Doch erst um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts, als man in den Polarmeeren noch alljährlich viele Tausende von Walen abschlachtete, um mit deren Tran ungezählte Oellampen überall in der Welt zu speisen, kam ein amerikanischer Apotheker auf die Idee, zu versuchen, ob man nicht auch dieses Oel, das aus der Erde brang, für die Lampen verwenden könnte. Ein Versuch ergab, daß es zumindest ebenso vorzüglich brannte wig das Tranöl, nur verursachte es einen ungleich abscheulicheren Gestank, sodaß der Apotheker bald wieder davon ablassen wollte. Dieser kleine Versuch, der sicher schon vor dem Apotheker von manchem Menschen versucht worden war, wurde jedoch zum wichtigsten Augenblick in der Jahrtausende alten Geschichte des Erdöls; denn diese stinkende und qualmende Erdöllampe bekam ein Mann zu sehen, der ursprünglich Ingenieur war, sich aber bereits seit Jahren als Goldsucher und tollkühner Abenteurer in Amerika herumtrieb. Sein kühner Gedanke war es. dem Erdöl den abscheulichen Geruch zu nehmen. Und tatsächlich gelang ihm der Prozeß des Raffinierens,— aus dem schmutzigen Oel wurde eine gut brennende, ziemlich geruchfreie Flüssigkeit: das Petroleum. Und dieser Mann, der in sich den richtigen amerikanischen Geschäftsgeist verspürte, verstand es, mit Hilfe einiger Freunde diese Entdechung richtig auszuwerten.— Ueberall kauften seine Agenten Erdöl auf, das der Ingenieur in eigenen Werkstätten raffinieren und dann als Brennstoff für Oellampen verkaufen ließ. Die Nachfrage nach diesem neuen Brennstoff, dem Petroleum, war groß, aber— und nun nimmt das Schicksal dieses in seiner Bedeutung genialen Mannes eine tragische Wendung.— es ist unmöglich, so viel Erdol zu beschaffen wie von Ferris, so hieß der Mann, und seinen Leuten verlangt wird. Sogar in Indien und im südlichen Rußland hat er seine Agenten, die ebenso wie an allen Stätten natürlichen Oelvorkommens in Amerika und Kanada das begehrte Naß ankaufen. Und doch reicht das Angebot nicht, um die täglich wachsende Nachfrage zu dechen... Einer großen Gesellschaft, die mit ungeheurem Kapital diese Möglichkeit der Erdölverwertung ausnutzen will, muß mit Millionenschulden den Bankrott anmelden.... Amerika„dürstete" nach dem Oel der Erde, aber es war unmöglich, der Erde mehr Oel zu entreißen, als sie freiwillig bergab. Aus dieser Zwangslage heraus mußte ein Weg gefunden werden, die Oelgewinnung gewaltsam zu steigern. Es wären Millionengewinne zu machen gewesen. Aber die Erde schien sich dagegen zu sträuben, daß mit ihrem„Blut“ solche Geschäfte gemacht würden. Und wieder war es der gesunde Menschenverstand eines Einzelnen, der die im Grunde überraschend einfache und logische Folgerung aus dieser Zwangslage fand Es war der Rechtsanwalt G. Bissel, der von dieser tragischen Unmöglichkeit, den bedarf der Vereinigten Staaten zu befriedigen, gehört hatte. Seine Ueberlegung war folgende: Das Oel kommt aus der Erde. Wenn man nun nach Wasser und Salz Löcher in die Erde bohrt, dann müßte es eigentlich auch gehen, nach Erdölzu bohren. und der Erde so gewaltsam beizukommen. Aber— obwohl dieser Gedankengang so einfach und logisch war, daß er heute sedem Kind einleuchten würde, gelingt es Bissel nicht, trotz jahrelanger Bemühungen Geldgeber für die Ausführung seiner Idee zu finden. In den Büros der Bankenvorstände weist man mit einem dauernden Achselzucken darauf hin, daß bereits Ferris solche Versuche unternommen hat, ohne dabei auch nur einen Tropfen Erdol ans Tageslicht zu fördern. Den Einwand Bissels, daß Ferris mit vollkommen unzulänglichen Mitteln gearbeitet habe, weist man ebenso höflich wie bestimmt zurück. Hat der Rechtsanwalt bei seinen verzweifelten Bemühungen wenig Glück, so ergibt seine Suche nach Geldleuten doch einen— wenn auch zunächst noch negativen Erfolg. Er findet Leidensgenossen, Männer, die gleich ihm von der„Tragik“ dieses Geschehens und von den lockenden Möglichkeiten, durch Erdöl niegeahnte Vermögen machen zu können, getrieben werden und Abhilfe schaffen wollen. Und so gründete er mit einigen anderen und mit ein paar schwer erkämpften Dollars überängstliche Geldgeber im Frühjahr des Jahres 1858 die„Seneca Oil Company". Die technische Leitung haben sie einem ehemaligen Soldaten übertragen, den sie mit Mühe und Not aufgetrieben haben, dem Oberst E. L. Drake. ein Mann, der bereits einige Erfahrung in Erdbohrungen hat. Eine Arbeiterkolonne wird zusammengestellt, mit der Oberst Drahe unverzüglich nach Pensylvanien aufbricht, das bisher die ergiebigsten natürlichen Erdölvorkommen geliefert hatte. Sie graben hier und bohren dort; sie lassen sich immer neue Geräte kommen; sie verbrauchen täglich mehr Geld, die Geldgeber sitzen wie auf Kohlen und drängeln von Tag zu Tag ärger. Sie glauben ihr Geld bereits verloren; denn immer ist es nur Wasser, schmutziges, gurgelndes Schlimmwasser, das in den Bohrlöchern des Oberst Drake aufsteigt. Zudem bereitet der felsige Boden übergroße Schwierigkeiten Schließlich kommen die Arbeiten wieder zum Stillstand. Man braucht Qualitätsarbeiter, die sich auf das Bohren in Gestein verstehen. Und Drake, der inzwischen für diese Idee Feuer und Flamme geworden ist, ruht nicht eher, als bis er nach mehrmonatiger Suche, bei der er häufig verlacht und noch öfter vor die Tür gesetzt worden ist, einen Mann findet, der bereits große Erfahrungen im Bohren nach Salzquellen hat und ebenso im Nu für die— seines Erachtens — aussichtsreiche Sache begeistert ist. Im Frühjahr des nächsten Jahres— man schreibt inzwischen 1859— ziehen die Männer von neuem hinaus in die unwegsamen Felsentäler Pennsylvaniens. Und wieder bohren sie Tag um Tag, Woche um Woche, Monat um Monat, in irrsinniger Hitze und in strömendem Gewitterwolkenbruch, der das ganze Bohrfeld in einen fast unpassierbaren Sumpf verwandelt. Der Sommer begann bereits, bedrohlich sich seinem Ende zu nähern. Die überheißen Hundstage hatten die vier Männer bereits überstanden, die Hoffnung auf Erfolg verschwindend gering, aber der verzweiselte Mut der Leute noch immer ungebrochen. Denn immer von neuem seuerten sie sich an: Denkt daran, daß wir ein Vermögen machen können! Eines Morgeno gingen die vier wieder einmal ziemlich mißmutig zu ihrer Arbeitsstätte. Und was sie da sahen, machte sie auf einmal fast wahnsinnig vor Freude. An der Rohrmündung schillerte es ganz wenig bunt, als sei über Nacht wirklich etwas Oel aus der Erde heraufgedrungen. Vor Aufregung setzten sie die Pumpen in Bewegung und ließen sie den ganzen Tag über nicht ruhen. Fässer zerrten sie unter das Ausflußrohr. Denn seit dem ersten Tage ihrer Expedition standen diese Fässer immer in Reichweite. Anderthalb Jahre hatte man auf diesen Tag gewartet, an dem das erste Oel durch die Rohre aufsprudeln würde. Es war der 28. August 1858. Ununterbrochen laufen setzt die Pumpen. Zuerst sind es nur fünf Fässer, die sich täglich füllen lassen, dann bereits zehn und nach einigen Wochen sogar 20. Und während die täglich geförderte Oelmenge langsam größer wird, wächst zugleich der Ansturm der vom Oelrausch gepackten in wenigen Wochen ins Unerin Colorado. Niemand wurde mehr verlacht, der behauptete, mit Oelbohrungen ließen sich Vermögen gewinnen. Die Geburtsstunden der Weltmacht Erdöl waren von einer beispiellosen fieberhaften Aufregung begleitet. Was in den amerikanischen Staaten auch nur ein Fünkchen wirtschaftlichen Denkens verspürte, war dabei. Innerhalb von Stunden schon veränderte sich das Bild der weiten Fundstelle. Es kam nicht mehr auf Geld an. Bohren, bohren und nochmals bohren!— lautete die Devise. Als jemand bereits über 10 000 Mark in einen seiner Bohrtürme gesteckt hatte, wurde man allerdings ängstlich, als aber der glüchliche Besitzer allein im ersten Monat des Fündigwerdens für mehr als 15 000 Mark Oel verkaufte, waren alle Bedenken verschwunden. Welche unheimlichen Mengen Erdöl in den Jahren 1859 und 1860 aus der Erde gepumpt worden sind oder aus eigener Kraft hervorsprudelten, wird sich niemals feststellen lassen. Fest steht aber, daß die vorhandenen Oelmengen nach kaum zwei Jahren bereits so groß waren, daß man für ein paar Pfennige ein ganzes Faß erstehen konnte. Denn plötzlich fehlten die Abnehmer, die Nachfrage stochte, weil sich sämtliche Händler und Gesellschaften mit Vorräten eingedeckt hatten, die für viele Jahre ausreichend sein würden. Ueber 35 000 Bohrtürme bedeckten den Boden, jeder voll Hoffnung aufgebaut. Und setzt waren die meisten der einst überglücklichen Besitzer bankrott. Sie hatten das begehrte„Blut der Erde“, aber so viel davon, daß es niemand mehr haben wollte. Und hier setzt die Geschichte eines Mannes ein, der eigentlich schon vom ersten Augenblich an sein Leben unlöslich mit dem„Blut der Erde“ verknüpft hatte. Schon 1850, bald nach der Auffindung der ersten Quellen, war er im Bohrgebiet aufgetaucht. Er nannte sich John D. Rocheseiler, war gerade 20 Jahre wurde aber von niemanden beachtet. Als dann die gewaltige Oelkrise über das Land hereinbrach, da war seine Stunde gekommen. Er, der bereite Mitinhaber einer Handelsfirma war, kauft Oel in riesigen Mengen auf und läßt es in einer Raffinerie großen Stils verarbeiten. Gleichzeitg führt er tatsächlich mit zusamengeliehenen Geld eine Idee aus, von der im Gebiet von Titusville, in dem die ergiebigsten Funde gemacht worden waren, jeder Mensch seit Jahr und Tag träumte: er baute die erste Erdölleitung, die über fast sechzehn Kilometer das gewonnene Oel durch unebenes Gelände zum nächsten günstigen Versandort pumpt. Hier hatte er zunächst nur die Idee eines anderen ausgeführt. Doch in den darauffolgenden Jahren gibt es im Erdölgebiet heinen Bohrturm von Bedeutung mehr, der nicht durch Rohrleitung mit der nächsten Bahnstation oder wenn möglich gleich mit der Raffinerie verbunden ist. Diese waltige Organisation ist das Werk John Rochefellers. Aber hier macht sein Hirn nicht Halt. Er beschränht sich auch nicht darauf, in seinen Raffinerten das Oel lediglich zu brennbarem Petcoleum veredeln zu lassen. Er gibt weitere Anregungen, und Chemiher legen in seinem Auftrag den Grundstein zu den vielfältigen Verwendungsarten des Erdöls, wie wir sie heute kennen. Es gelingt dem sungen Rockefeller, mit der Eisenbahn ein Geheimabkommen zu treffen, auf Grund dessen sein Oel zu niedrigeren Tarifen befördert wird als das der Konkurrenz. Und durch diesen krupellosenSchachzug wird es ihm möglich, in wenigen Jahren die ersten großen Konkurrenten niederzuringen. Seine fortschrittlichen Verarbeitungsmethoden verbunden mit einer einzigartigen Energie haben es geschafft, daß dieser Mann in den darauffolgenden Jahrzehnten jeden, auch den mächtigsten Gegner im Erdölgeschäft ruiniert hat. Rochefeller hauft Unternehmen um Unternehmen auf und baut so den größten Trust auf, den die Geschichte der Weltwirtschaft kennt. Allerdings hat der amerikanische Staat inzwischen durch mutige Eingriffe in das System des RochefellerKonzerns dessen Macht im amerikanischen Wirtschafts= und Staatsleben längst gebrochen. Aber dennoch bleibt der Name John D. Rochefellers, der der letzte Ueberlebende des gigantischen Oelrausches von vor 75 Jahren ist, für immer mit der Geschichte des„Bluts der Erde“ verbunden, das in der frühesten Jugend dieses Mannes noch ein begehrtes Heilmittel war, von den indianischen Einwohnern des Landes jedoch schon Jahrhunderte vorher bekannt und geschätzt. Und John D. Rockefeller war es auch, der in den vergangenen dret Vierteljahrhunderten dem amerikanischen Erdöl eine bleibende Vormachtstellung auf der ganzen Welt einräumte. Heute fördern die Bohrtürme der USA rund zwe Prittel der gesamten Weltförderung. Dann erst folgen Rußland mit 11 Prozent, Benezuela mit 8,5 Prozent, Rumänlen mit 8,8 Prozent und schließlich hinter Niederländisch Indien und Mexiko Deutschland mit zunächst nur 0,12 Prozent der Weltproduktion. Verarbeitsprodukten des Erdöls als da sind Betriebstoffe für Motoren, Schmieröle, Gase, Paraffin, Asphalt und andere Straßenbaustoffe, Leuchtpetroleum, Vaseline, Schalteröl in Transformatoren, Oel= produkte zur Insektenbekämpfung und Vertilgung... Wollte man sie alle aufzahlen— die Liste würde in die Tausende gehen. 8.8 Milliarden Tonnen Erdöl sind in der ganzen Welt seit jenem 28. August 1859 verarbeitet worden, das Vielfache dieser Menge steht noch zur Verfügung, um ebenfalle in diesem ungeheuezen Wirtschaftsmechanismus verarbeitet zu werden, dessen Aufbau sener Tag im Gefolge hatte, ganz zu schweigen von den unerschöpflichen Mengen, die sich noch durch die genialen Methoden deutscher Wissenschaftler in vollsommen gleicher Qualität aus Steinkohlenteer gewinnen lassen. Dieses Bild von der Weltmacht des „Bluts der Erde“ krönt der Spruch, der in Tituswille am Denkmal des Oberst Drahe steht, jenes Mannes, der entscheidend mitgeholfen hat, diese Weltmacht zu errichten. Er lautet:„Der Nachwelt vermachte er die Früchte seines Tuns.“ Ein seltsames Bilderbuch Tausende und Abertausende von Menschen laufen überall in der Welt umher, die sich vor Jahren einmal aus Uebermut oder aus irgend einem anderen dunklen Beweggrunde ein nettes kleines Bildchen auf den Körper hatten tätowieren lassen. Aber für jeden von diesen„Gezeichneten“ kam einmal der Tag der Reue, und dann mußten sie sich sagen lassen, daß es n den meisten Fällen unmöglich ist, Tätowierungen zu entfernen. Einer von diesen Menschen war der junge saarländische Arbeiter Cusser, der sich einmal die rechte Hand durch tätowierte Zeichnungen hatte„verschönen“ lassen. Als er die Zeichnungen entfernen lassen wollte, mußte er sich ebenfalle sagen lassen, daß dies nicht mehr möglich sei. Cusser gab aber den Mut nicht auf. Er versuchte es auf eigene Faust mit allerlei chemischen Flüssigkeiten, die er sich wagemutig selbst zusammenbraute. Und tatsächlich: Probieren ging in diesem Falle wirklich über Studieren. Es gelang Cusser, seine Tätowierungen durch eine besonders zusammengesetzte Flüssigkeit zu entsernen. Dieser ungewöhnliche Erfolg sprach sich langsam herum. Und Cusser half gern Kollegen und Freunden, die sich hilfesuchend an ihn wandten. Aber daGeheimnis seiner Tinktur gab er nicht preio. Als er sah, daß mit seiner neu entdechten Kunst Erfolg zu erringen war, hatte er einen großartigen Plan. Er ging nach der Reichshauptstadt, besorgte sich eine behördliche Erlaubnis, seinen„Beruf“ öffentlich ausüben zu dürfen und eröffnete im Osten der Stadt eine„Werkstatt". Rund zwanzig Jahre hat er lich nun bereits als Wohltäter der„Gezeichneten" betätigt. Cusser hat einen ganzen Schrank voller Dankesschreiben aus allen Erdteilen. Aber mehr noch als Dankesworte und Briefe zeugt ein seltsames„Bilderbuch“ von seinen großartigen Taten der Menschenfreundlichkeit. Dieses Bilderbuch— äußerlich fast wie ein Foto=Album mit alten Familienbildern— legt Zeugnie von seinen Taten, denn darin hat er die Tätowierungen, die er gesehen— und entfernt hat, gesammelt. Jawohl,— Tatowierungen gesammelt in einem Bilderbuch! Denn die Wirkungsweise seiner Methode ist derart, daß die tätowierte Körperstelle mehrmals mit der chemischen Tinktur behandelt wird und daß sich die Haut mitsamt der Tätowierung nach einigen Tagen löst und abgenommen werden kann. Die interessantesten dieser Hautsetzen hat sich Cusser aufgehoben. Es ist dieses das seltsamste Bilderbuch, das es auf der ganzen Welt geben mag Oelturm an Oelturm— 8o zeigt sich unendlich gedehnt das Oelfeld in Venice, einem Vorort von Los Angeles— eines der vielen Oelfelder Amerikas. Alles andere Leben scheint erstorben, nur die starren Eisenskelette der Oeltürme ragen empor. meßliche. Das gleiche Bild wie zehn Jahre zuvor— damals 1849 beim Goldrausch 2 Crægödien um das Weiße Haus Eines der interessantesten Kapitel der Weltgeschichte ist die Geschichte des„Weitzen Hauses“ in Ameriha. Unler dem Namen„das Weiße Haus“ ist das Regierungsgebäude in der ganzen Welt populär geworden. Der Name ist auch in Deutschland ein fester Begriff geworden. Daß es für jeden führenden Politiker in Amerika den Gipfel aller Wünsche bedeutet, als Herrscher in das„Weiße Haus“ einzuziehen, ist klar. Es ist die höchste Würde und Anerkennung, die dieses Volk von 14 Millionen zu vergeben hat Wer aber die Geschichte des„Weißen Hauses“ kennt, weiß auch, daß es ein Haus des Schreckens ist, und daß sich mehr als eine Parallele zu der berühmten Aesop=Fabel vom krannen Löwen ziehen läßt. Während nämlich alle Tiere sich beeilen, den kranken Löwen in seiner Höhle zu besuchen, bleibt des Fuchs sinnend vor ihr stehen und weigert sich, die Höhle zu betreten. Als Grund weist er darauf hin, daß alle die Fußstapsen der Spitze zu der Höhle hin, aber keine herausführen. Und er schließt mit den philosophischen Worten:„Diese Fußstapsen warnen mich“. Tatsächlich ist es, als lauerte im„Weihen Haus“ ein kranker Löwe auf jeden Herrscher, und als wäre es Tollkühnheit, sich in die„Höhle des Löwen“ zu wagen. Die Geschichte der amerihanischen Präsidenten, die in jeder Hinsicht durch den Begriff und das Gebäude des„Weißen Hauses“ zusammengehalten wird, erweist sich als eine Kette schwerster Schicksalsschläge. Immer neue Schrechensglieder fügen sich dieser Kette an, bie in die letzte Gegenwart. Der Präsident Hoover mußte es erleben, daß sein Sohn, ein blühender, sunger Mensch, nach verhältnismäßig kurzer Zeit des Aufenthalts in diesem herrlichen Palaio von der furchtbaren„Krankheit der Armen“, von der Tuberkulose, erfatzt wurde. Der einzige Sohn seines Vorgängero. des Präsidenten Coolidge, zog ebenfalle als ein lebensfroher und gesunder Mensch mit seinem Vater ins„Weiße Haus“ ein. Kaum 16 Jahre alt, zog er sich Oben: das Weiße Haus.— Unten: das Arbeitszimmer des Präsidenten. Lincoln dort beim Tennisspiel eine unscheinbare Blase am Fuß zu. Ein verhältnismäßig harmloser Schaden, wie ihn täglich Tausende erleiden, und der in tausend Fällen 0mal in voller Harmlosigkeit verläuft. Beim jungen Coolidge setzte nach wenigen Tagen eine Entzündung ein. Wiederum wenige Tage später wurde eine schwere Blutvergistung festgestellt. Alle ärztliche Hilfe scheiterte, der amerikanische Präsident mußte seinen einzigen Sohn zu Grabe geleiten. Kehren wir aber zum Anfang der Kette des Unheils im„Weißen Haus" und damit 118 Jahre in der Geschichte zurück. Im Jahre 1848 wurde das damalige Regierungsgebäude von den Engländern in Brand gesteckt. Präsident Madison mußte mitten in der Nacht seinen Regierungssitz und sein Land verlassen. Seitdem lauert Unheil und Tod in dem neuen Regierungsgebäude, das im Jahre 1817 fertiggestellt wurde. In diesem Jahre hielt der damalige Präsident Monroe seinen Einzug. nach dem heute noch die„Monroe=Doktrin“ benannt wird, jener Grundsatz nämlich, wonach sich die amerikanische Regierung jeder Einmischung in europäische Angelegenhei en enthalten soll Der Einzug in das„Weiße Haus“ war für Monroe ein Triumph, an dem er aber wirtschaftlich starb. Man kann von ihm sogen, er zog als reicher Mann ins„Weitze Haus“ und verließ es als Bettler. Er hatte sein ganzes Vermögen aufgewendet, um das repräsentative Gebäude des„Weiten Hauses“ zu errichten. Während seiner Regierung, und noch bie zu seinem Tade 1825, feilschte der amerikanische Kongreß um die Rücherstattuing der von ihm aufgewandten Summen. Obwohl er zweimal hintereinander das Amt des Präsidenten verwaltete, gelang es ihm nicht, die vorgestreckten Gelder zurüchzuerhalten und er starb in drüchender Armut. Ein außergewöhnlich seltsames Schicksal traf den Präsidenten Andrew Jackson. Schon während der Kandidatur für die Präsidentschaft erhob ein Kapitän Lewie Rotards gegen die Frau des späteren Präsidenten den schweren Vorwurf der Untreue. Man kann sich die Aufregung bei dem Präsidenten und seiner Gattin vorstellen. Um so tiefer war das ganze Land erschüttert, als 60 Stunden, nachdem Jackson zum Präsidenten ernannt worden war, aber noch bevor er in sein Amt eingeführt wurde, seine schwer beschuldigte Gattin an einem Herzschlag verschied. Der nächste Präsident war William H. Harrison, der ursprünglich gegen Jachson im Jahre 1836 kandidiert hatte und gegen Jachson unterlegen war. Man kann verstehen, daß es für ihn der höchste Triumph seines Lebens war, daß er bei der nächsten Wahl sich durchsetzte. Ein unwahrscheinlich tragisches Geschick riß ihm den Lorbeer wieder vom Haupt und streute ihn auf sein Grab. Bei der feierlichen Einführung in seine Amtsgeschäfte zog sich Harrison eine schwere Erkältung zu, erkrankte unmittelbar an Lungenentzündung und starb vier Wochen später. Er ist der erste amerikanische Präsident, der während seiner Amtszeit aus dem Leben schied. Die amerihanische Verfassung schreibt vor, daß, wenn der amtierende Präsident stirbt, an seine Stelle automatisch der Vizepräsident rückt. Bei Harrisons Tod hatte John Tyler, sein in Williamsburg wohnender Nachfolger, nicht einmal das notwendige Reisegeld, um nach Washington zu fahren und dort die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Er stammte aus sehr einfachen Verhältnissen. Seine Frau war den unerwarteten gesellschaftlichen Anforderungen, die das Amt ihres Mannes on sie stellte, so wenig gewachsen, daß sie schon im zweiten Jahr von Tylers Präsidentschaft an körperlicher Erschöpsung starb. Tyler heiratete verhältnismäßig rasch wieder, und zwar ein Fräulein Gardener. Diese Ehe hatte eine phantastische Vorgeschichte. Bei einer Marineübung wurde der Vater von Fräulein Gardener durch einen Rohrkrepierer getötet. Die Tochter begleitete den Leichnam zur feierlichen Bestattung nach Washington. Bei den Beerdigungsfeierlichkeiten sah sie Prösident Tyler und war von ihr derartig begeistert, daß er sie noch vor Ablauf seiner Amtszeit heiratete Sein Nachfolger, Prasident Zacharn Taylor, war der zweite amerikanische Nrasident, der während seiner Amtszeit starb. Gelegentlich der Unabhängigheitefeier am 4. Juli. die in Amerika einen der wichtigsten Feiertage bedeutet. herrschte eine ungewöhnliche Hitze und Präsident Taylor trank infolgedessen zu viel Eiswasser und zog sich dadurch ein schweres Magenleiden zu, an dessen Folgen er bald darauf starb Automatisch trat an seine Stelle Vizeprasident Fillmore. Seltsamerweise ereilte die Frau des zweiten Mannes, der als Vizepräsident in das Amt einrückte, genau das gleiche Schichsal wie die Gattin des ersten. Auch Frau Fillmore starb wie Frau Tyler an den aufregenden Pflichten, die sie als Gattin des Präsidenten übernehmen mußte. Noch während der Regentschaft Fillinores traf seinen Nachfolger Pierce ein furchtbarer Schichsalsschlag. Das„Weize Haus“ warf ihm förmlich seine grausigen Schatten entgegen, schon bevor er in dieses Haus einzog. Im Jahre 1853 fuhr Pierce mit seiner Frau und seinem einzigen Sohn Frannlin in einem Eisenbahnzug, der in NewHamshire entgleiste. Bei dem Ungluck gab es nur einen Toten, und ausgerechnet wurde der einzige Sohn von Pierce das Opfer. Das nächste schaurige Geschehen fallt in des Jahr 1862. Damals verlor Präsident Abraham Lincoln seinen Sohn. Er bit ahnte noch nicht, welch furchtbares Schicksal ihn für die Verdienste, die er sich um sein Vaterland erworben, belohnen würde. Am 15. April 1865 wurde er ermordet. Nach der Ermordung Lincolns rüchte Vizepräsident Johnson in seine Stellung als Prasident ein. Die Schwierigkeiten seiner Regierung häuften sich gegen Schluß der Regierungszeit so sehr, daß wenig gefehlt hätte, und Johnson hätte als erster und bis setzt einziger Präsident vorzeitig seinen Posten verlassen müssen. Bei der ten Wahl unterlag er seinem Gegenkandidaten, Generol Grant. In eine besonders bewegte Zeit siel die Regierung des Generals Grant, der die Bürde der Präsidentschaft zweimal trug. während die beiden feindlichen Parteien des Landes, die Demokraten und die Republikaner sich bis aufs Blut bekämpften. General Grant, dessen Ge dachtnis durch ein riesiges Monument bei wyork der Nachwelt erhalten ist, wirde von den trüben Schatten des„Weißen Hauses“ nach seiner Präsidentschaft im Privatleben aufs schwerste verfolgt. Siehen Jahre nach seinem Ruchtritt als Präsident verlor er sein ganzes Verwögen an der Börse und mußte aus der von ihm gegründeten Firma„Grant and Ward“ ausscheiden. Es blieb ihm nichts übrig, als die Erinnerung und so schrieb er seine Memoiren und hielt sich und seine Famitie durch die Erträgnisse aus diesen Aufzeichnungen, die er. durch Kissen gestützt, noch auf dem Totenbett abschloß, einigermaßen über Wasser Besonders kurz war die Amtstätigheit des Präsidenten Garfield. Sie dauerte nur vier Monate; denn Garfield wurde am Hauptbaynhof von Washington im Jahre 1881 von einem Attentäter niedergeschossen. Ungewöhnlich tragisch gestaltete sich auch das Familienleben von Präsident Harrnson. der von 1889—92 im„Weißen Haue“ residierte. Seine Kinder erkrankten aufs schwerste an Influenza, sodaß sie zeitweise in Lebensgesahr schwebten. Frau Harryson, die ihre Kinder aufopfernd pflegte, gelang es, sie dem Leben zu erhalten. Während die Kinder langsam genasen, wurde sie selbst von der gleichen Krankheit erfatzt und starb in verhältnismäßig kurzer Zeit, erschöpft durch die Monate der Sorge und der Aufopferung. 1897 kam Me Kinley zur Regierung. Im letzten Jahre seiner Präsidentschaft 1901 wurde er beim Besuch der Allamerikanischen Ausstellung in Bufsalo von einem Irrsinnigen niedergeschossen. Besonders tragisch ist auch das Schichsal der beiden Präsidenten Taft und Rooseveli. die viele Jahre lang die aufrichtigsten Freunde waren. Während der PräTaft sidentschaft Roosevelts war Taft Kriegsminister und gleichzeitig Philippinen=Gouverneur. Taft wurde von Roosevelt zu den vertraulichsten Missionen benützt und in solcher Eigenschaft nach Cuba und Panama entsandt. Von Roosevelt nach Ablauf dessen zweiter Präsidentschaft alNachfolger vorgeschlagen, wurde er 1908 tatsachlich zum Präsidenten gewählt. Roosepelt begab sich um diese Zeit zu Tigerjagden nach Afrika. Unmittelbar nach seiner Rückkehr(1910) brach der Streit zwischen ihm und Taft aus. Im Jahre 1912 wurde der Streit mmer heftiger und persönlicher gefuhrt. Da schlug plötzlich das Schicksal mit der Fauft dazwischen. Roosevelt, der sich inzwischen als Kandidat für die Wahl 1913 hatte aufstellen lassen, wurde von einem Irrsinnigen in Milwaukee angeschossen. Er erholte sich zwar wieder, unterlag jedoch im Wahlkampf ebenso wie sein früherer Freund Taft, und als lachender Dritter zog der Demokrat Wilson 1913 in das„Weiße Haus“ ein. Auch ihn ereilte schon im zweiten Jahr seiner Amtszeit ein tragisches Geschick. Im Jahre 1915 stürzte Wilsons Gattin und verletzte sich dabei das Rückgrat so schwer. daß sie daran starb. Wilsons Präsidentschaft währte bis zum Jahre Uns Deutschen ist seine Persönlichkeit besonders eindrücklich durch sein berüchtigtes Eingreifen während der Kriegsjahre und bei Kriegsschluß in Erinnerung. Er galt bei Freund und Feind als Schwärmer. dessen berüchtigte„14 Punkte“ sich zu einem furchtbaren Schicksal gerade für Deutschland und für die ganze Welt entwichelten. Aufgerieben von der Verantwortung und vermutlich an einer schweren Krankheit leidend, brach Wilson in Jahre 1919 völlig entkräftet zusammen und starb 1924. An seine Stelle trat im Jahre 1919 Harding, der von Freunden und solchen, die sich dafür ausgaben, während seiner Präsidentschaft aufs schwerste hereingelegt wurde. Schleiereule auf der Gaßd nach Ratten Die Familie der Eulen ist bei uns nur noch spärlich vertreten. Hauptsächlich sind es Steinkauz, Waldkauz, Uhn und Schleiereule, die in Deutschland vorkommen, aber zahlreich werden auch sie gegenwärtig kaum in irgend einer Gegend angetroffen. Zu ihrer Verminderung haben verschiedene Ur. sachen beigetragen. Außer der heftigen Verfolgung, die der irrtümlichen Annahme ihrer Schädlichkeit für das Hofgeflügel und dem abergläubischen Vorurteil entsprang. hat besonders die Umgestaltung im landwirtschaftlichen und forstlichen Betrieb. durch die diesen eiger. artigen Raubvögeln die Niststätten beträchtlich beschränkt wurden. zur Verringerung ihres Bestandes mitgewirkt. Namentlich hat die Schleiereule stark unter den ungünstigen Verhältnissen gelitten, da sie ihren Wohnsitz vorzugsweise in altem Gemäuer aufzuschlagen liebt und demgemäß nur selten eine passende und geschützte Nistgelegenheit findet. Sie ist eine der stattlichsten unserer Eulen, denn sie wird bis 32 Zentimeter hoch und bei ausgespannten geln bis 90 Zentimeter breit. An ihrem Federkleid, das auf dem Rücken dunkel aschgrau, auf der Unterseite dunkel braungelb gefärbt ist, fallen vor I allem die herzförmigen und ro'tfarbenen Schleier um die Augen auf, die dem Gesicht, zumal der Vogel gern Grimassen schneidet, einen grotesken Anblick verleihen. Obgleich die Schleiereule, wie nachgewiesen, auch am Tage ganz gut sehen kann und deshalb sicher fliegt, verbringt sie die Tagesstunden doch meist in einer dunklen Oertlichkeit und geht erst mit Einbruch der Dämmerung auf Nah= rung aus. Ihre Hauptnahrung bilden Mäuse und, wo sie sie haben kann, auch Ratten. Ist die Nacht sehr dunkel, so stellt sie ihnen nur des Abends und in der Morgendämmerung nach. In hellen Mondscheinnachten aber liegt sie der Jagd auf die Nager ununterbrochen ob. Ein heiseres, unheimliches Kreischen leitet ihren Jagdausflug ein. Wie ein geisterhafter Schatten gleitet und schwebt sie durch die Luft. indem sie den Boden spähend nach einer Maus oder Ratte absucht. Hat sie einen der nichtsahnenden Nager entdeckt. so stößt sie auch schon im nächsten Augenblick auf hn herab, und damit ist sein Schicksal besiegelt. Denn mit ihren nædelscharfen, gekrümmten Krallen erdolcht sie den Gefangenen förmlich. Die Beute wird nach einem Versteck getragen, wo sie mit gieriger Hast verschlungen wird. Mause werden in einem Stück heruntergewürgt. Von Ratten wird zuerst das Brustfleisch abgerissen und verzehrt. Darauf wird der Schädel aufgchackt und das Gehirn herausgefressen. Zum Schluß werden die Teile nereist übrigen verspeist. Schleiereule auf Jagd Jm Kampfgesen „chinesische Drachen“ In der Nachbarschaft von Shanghal ist jetzt das Drachensteigenlassen verboten worden, da die Drachen, die sehr zahlreich abgelassen werden und zu großer Hohe emporsteigen, den Luftverkehr behindern. Die Chinesen sind namlich imstande, ihre Drachen ganz erstaunliche Höhenflüge ausführen zu lassen. Daß Drachen 3000 bis 5000 Meter in die Luft aufsteigen, ist nichts Seltenes, und zwar werden Drachen dieser Art für meteorologische Zweche benutzt. Sie sind mit Instrumenten ausgestattet, die automatisch die verschiedenen Temperaturen ete. aufzeichnen. Die größte Höhe, die Drachen erreichen, wurde aber bei einer Gelegenheit erzielt, als man zehn Drachen. die aneinander befestigt waren, gleichzeitig aufsteigen ließ. Damals betrug die erreichte Hohe 8000 Meter. Diese Drachen waren einem seinen Stahldraht befestigt. G Der seluge Bubi Er lacht nicht. Herr Kalldreier kennt seinen Sohn. Er nahm ihn also bei Seite und sprach eingehend mit ihm „Paß auf Bubi! Morgen mittag kommt Onkel Heinrich zu Besuch. Onkel Heinrich hal sehr krumme Beine. Daß du dummer Bengel dich nichl eiwa unlerslehft zu lachen“ Hoch und heilig versprach Bubi, den väterlichen Weisungen zu folgen Tags darauf erscheint nun der Onkel. Während die Eltern ihn erfreut begrüßen. umkreist ihn Bubi mit kritischen Blicken und sagt dann feierlich: „Onkel! Und wenn einer gar heine Beine hat— ich lache nicht!“ Wiedergutmachung. Mit Begeisterung hat Bubi„Max und Moritz“ gelesen. Als er abends in seinem Bettchen liegt überdenkt er die Bösen=Bubenstreiche noch einmal und sagt „Weißt du Mutti— die Witwe Bolte— die wird schon wieder Hühner kriegen“ „Wie meinst du das. Bubi?“ „Na ja— Eier hat sie doch noch gelegt bekommen und der Lehrer Lämpel ist doch gewiß ein guter Mann, der wird ihr wohl schon eine Gluche borgen...“ * Die erste Uhr. Bubi hat zum Geburtstag eine Uhr geschenkt bekommen. Seine erste Uhr. Nun möchte er sie gern allen Leuten zeigen. Sonntags stolziert er durch die Straßen Da begegnet er einem freundlichen alten Herrn Bubi tritt an ihn heran, zieht seine Mütze und sagt: „Ach bitte, würden Sie so freundlich sein und mir sagen, wieviel die Uhr ist.“ „Gleich mein Junge“, antwortet der freundliche alte Herr.„Es ist.. es ist zwei Minuten vor zwölf.“ Würdevoll zieht Bubi seine erste Uhr aus der Tasche: „Stimmt!“ Der Maler:„Ich fuhle, daß ich meiner Zeit hundert Jahre voraus bin!“ Der Hauswirt:„Das ist möglich, Herr Farblund, aber mit der Miete sind Sie noch sechs Monate zurück!“ — Laß: mich in Ruhe, ich will schwimmen lernen! Sein größter Augenblick. * Was machst du denn da, Lina?“— „Ach, der Herd brennt nicht, und da nehme ich nun das elektrische Bugeleisen und plätte die Schnitzel gar!“ * Die lieben Verwandten. „Passen denn die jungen Verlobten gut zueinander?“ „Ich glaube ja— seine Verwandten sagten nämlich„das arme Mädchen!“ und ihre Verwandten sagen„der arme junge Mann 4 Guter Rat. Jansen war nicht gerade ein heller Kopf. Bekümmert kam er eines Tages zu seinem Freund Ludwig und klagte: „Mein Nachbar geht überall umher und erzählt, daß er Haus an Haus mit einem Idioten wohnt! Was soll ich bloß machen, damit er damit aufhört?“ Ludwig hatte gleich einen Rat bei der Hand:„Zieh um!“ antwortet er kurz und bündig. * „Als ich gestern über die Brücke ging, stand dort ein junger Fleischer und warf Würstchen ins Wasser!“—„Bestimmt war es ein Verrückter?“—„Durchaus nicht! Es war ein Wurstverkäufer, der die Bockwürste ins heiße Wasser warf!“ * Flügel trifft seinen Freund, den Schriftsteller, und fragt ihn:„Nun, wie steht's mit Deinem neuen Roman? Hast Du ihn fertig bekommen?“ „Jawohl!“ sagt der Schriftsteller. „Wie ist denn der Schluß geworden, fröhlich oder traurig?“ „Traurig— mein Verleger wollte den Roman nicht annehmen!“ * „Ist denn der berühmte Opernsänger Y. schon tot?“—„Nein. Wie kommst du denn darauf?“—„Ich habe neulich ein Bild von ihm in der Zeitung gesehen, darunter stand: Nach dem Leien gezeichnet.“ * Beim Spazierengehen sieht die kleine Mia einen großen Köter, der den Maulkorb am Halse trägt. Sie ruft entsetzt: „Sieh mal, Muttchen! Der arme Wauwau hat sein Haarnetz verloren!“ Zukunftsmusik. „Das Zimmer ist sehr hübsch, sa. Aber ich vermisse die Aussicht. Sie hatten doch angegeben, daß das Haus vollkommen frei liegen soll.. „Das stimmt auch, mein Herr. Aber die Fabrihwand, die Ihnen die Aussicht jetzt wegnimmt, gehört zu einer Pulverfabrik und die hann alle Tage in die Luft fliegen.“ * Eins schicht sich nicht für alle... Zum Kuchuck“, schrie der Mann und warf das Rasiermesser in die Eche,„das soll eine gute Klinge sein? Es ist zum Verrücktwerden!“ „Aber beruhige dich doch, lieber Mann", versetzte die erstaunte Gattin, „habe doch ein bißchen Geduld- die Klinge schnitt doch vorhin ausgezeichnet, als ich das Holz damit kleinmachte Der Theaterdirektor:„Weinen Sie nicht so, mein Lieber, im letzten Ant wird schließlich noch alles gut..“ „Gepäckträger gefällig, mein Herr?“ —„Bin ich selbst, wie Sie sehen!“ * Die Wahrsagerin:„Sie werden in kurzer Zeit eine große Erbschaft machen!“ Der Besucher:„Das ist ja fein! Können Sie mir vielleicht daraufhin hundert Mark borgen?" Lehrjunge: Immer zupfen Sie an meinen Ohren herum, Meesterin; ich bin doch keine... Orakelblume? * Fortschritt der Technik. „Ferdinand, kannst du mir sagen, was unsere Vorfahren gemacht haben, ehe die Entdechung des Gases und der Elektrizität gemacht wurden?“ „Sie machten— sie machten— sie— machten Ersparnisse!“ * „Papa, Du kannst mir jetzt die versprochene Mark geben! Ich sitze in der Schule nicht mehr auf der untersten Banh!“ „Das freut mich, mein Junge! Hier haft Du die Mark! Nun sag mal, wie hast Du denn das angefangen, höher zu kommen?“ „Die unterste Bank wird gestrichen, Papa * Dichter:„Warst du gestern in der Aufführung meines neuen Dramas?“ reund:„Ja.“ ichter:„Und was hat dir am besten daran gefallen?“ Freund:„Die Zwischenakte.“ Auf mein Wohl! Als der Gust dav Hotel verließ, drückte er dem Portier eine Mark in die Hand! „Hier, trinken Sie einen auf meine Gesundheit!“ Der Portier löchelte:„Danke, mein Herr. aber soviel ich mich erinnere, haben Sie im vergangenen Jahre drei Mark gegeben!“ „Das stimmt“, meinte der Gast.„aber in diesem Jahre steht es mit meiner Gesundheit bedeutend besser!“ * „Sagen Sie uns einmal, Herr Kaididat. was ist Elektrizität?“ „Heute früh habe ich es noch gewußt, Herr Professor— ich werde gleich darauf kommen.“ „Das wäre ja herrlich— Sie könnten der größte Mann des Jahrhunderts werden, denn bis jetzt ist sich die Wissenschaft noch nicht darüber einig.“ * Die Schiffbrüchigen. — Ich habe das Schiff zuerstgesehen! — Das ist nicht wahr, mein Herr! Ich mar es * „Kaufen Sie ein Los, mein Herr! Kaufen Sie doch ein Los! Der Hauptgewinn ist ein Flugzeug!“ „Was in aller Welt soll ich denn mit einem Flugzeug?“ „Nehmen Sie ruhig ein Los— Sie glauben garnicht, wie gering die Aussich ist, etwas zu gewinnen!“ * Der Lehrer:„Das Schwein ist ein sehr nützliches Tier! Aus dem Kopf stellen mir Sülze her, die Beine geben uns Schinhen die Borsten werden zu Kleiderbürsten verarbeitet und... nun Fritz, hennst Du noch etwas vom Schwein, was wir verwerten?“ Der Schüler:„Ja— der Name wirk als Schimpfwort gebraucht!“ * Sie saßen Hand in Hand vor dem Ammenden Feuer des Kamins.„Günter“, seufzte sie,„würdest du für mich durch Feuer und Wasser gehen?“ „Wie?“ gab er zurück.„Ja, warur denn nicht.“ „Du mußt es mir fest versprechen, liebte:, drängte sie. Ce schüttelte nachdenklich den Ki: „Rein, dann ist es doch besser, wenn einen Feuerwehrmann heiratest.“ Glumor des Auslandes! Die gründliche Schachpartie Nun ralen Sie mae Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Körnerfrucht, Stoffart, 7. Fluß in Afrika, 8. Ansiedlung, 10. Männername, 11. Zeitmesser, 12. Sinnesorgan, 13 Stütze, 15. Körverbewegung, 17. Veranstaltung. 20. durchsichtige Masse. 22. Hoherpriester, 23. Empfindungswort, 24. körperliches Schutzorgan, 26. römischer Gott, 28. Nebenfluß der Donau, 30. Frauenname, 31. Göttin der schönen Künste. Senkrecht: 1. Teil des Tierkopses, 8. Sportgerät, 8. Teil einer Einfriedigung. 4. chemisches Produkt, 5. Vereinigung, 6. Teil einer Festung, 7. mißlicher Zustand, 9. Erdschicht, 14. Tier leiche, 16. Fisch, 18. Naturerscheinung. 19. Fettmasse. 20. Geflügelart, 21. Nebenfluß des Rheines, 22. Maß, 25. Behältnis, 27. Gedicht, 29. Viehweide. Silbenrätse! Aus den Silben «- on- bel— ey- de— der— di — etl— 9a— gal— gel— hen— 1— la- le-»- le— leu— mund— mut — Ha— na— ne— ne— ne— 0— 0 — on- pern- po— ro— sa— se— par- tan— ter— pa— pe— vid sind 17 Wörter zu bilden, deren erste und vierte Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort ergeben. 1. Familienmitglied. 8. trop. Pflanze, 8. röm. Kaiser. 4 Gemüse, 5. röm. Dichter, 6. Tierprodukt, 7. Ruf, 8. Künstlerin, 9. Nachricht, 10. Sinnesorgan, 11. Nadelbaum, 12. elektr. Pol, 13. Lebersekret, 14. französ. Kaiser, 15. Frauen=Name, 16. Nittelmeer=Insel, 17. Geflugelart. Huflösungen Kreuzwort=Rätsel. Waagerecht: 1. Hut, 8. Ebbe, 4. Auge, 6. Zunge, 8. Birne, 12. Tau. 18. Reh. 15. Ratte, 16. Rad, 18. elf. 20 Ebene, 21. Tinte, 24. Sold, 25. Arno, 26. Aal. Senkrecht: 1. Heu, 2. Tag, 3 Elba, 5. Elle, 7. Mulde, 8. Birne, 9. Ratte, 10. Ebene, 11. Brief, 12. Tor, 14. Huf. 17. Ares. 19. Lido, 22. Ida, 23. Tal. Silbe.=Rätsel. 1. Gaurisankar, 2. Elektra, 3. Dosto= sewskis, 4. Unstrut, 5. Liebig, 6. Dalmatien, 7. Itzehoe, 8. Sauerkraut, 9. Ta= rantel, 10. Defraudant, 11. Ehrenpreis, 12. Rienzi, 18. Stuart, 14. Chodowieckt, 15. Laertes.— Geduld ist der Schluessel zur Freude Magisches Gitter. 1. Malerin, 8. Melasse, 8. Kirsche. Zeitschriftenschau. Westermanns Monatshefte. Die Oktobernummer von Westermanns Monatsbeften enthält einige wichtige Beiträge, die sich mit Fragen, die für Volk und Staat von gleich großer Bedeutung sind. auseinandersetzen. „Was bedeutet das Bauerntum für das Grenz= und Auslanddeutschtum?“ Damit beschäftigt sich Dr. H. H. Schacht und stellt die Bedeutung des Bauerntums als des stärksten Bewahrers deutscher Sprache und deutscher Volkskultur für das Grenz= und Auslanddeutschtum heraus. Die Neuformung studentischen Lebens durch die Arbeits= und Wohngemeinschaft des Kameradschaftshauses wird aus eigener tätiger Anschauung von dem stud. rer. nat. Kurt Nabel in dem Aufsatz„Das Kameradschaftshaus— die neue Lebensform des deutschen Studenten“ geschildert. Eine mit der Schirkel=Plakette 1934 ausgezeichnete Arbeit„Das neue Dorf“ stammt von Architekt Regierungsbauführer Alfred Cuda; sie verbindet die beste Ueberlieferung aus früheren Jahrhunderten mit den Forderungen der Gegenwart Dr. Hellmth Langenbucher, der stellvertretende Leiter der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, schreibt über das Ringen um die neue Wirklichkeit im Bereich der deutschen Dichtung. Ein farbig bebilderter Aufsatz gibt Einblick in das neuere Schaffen des Malers Erich Heckel. Zwei weitere mit farbigen Bildwiedergaben versehene Beiträge zeigen seltene Beispiele kunstvoller Scherenschnitte volnischer Bauernfrauen und beantworten die Frage. wer ein Familienwanpen führen darf und soll. Wolf. gang Müller=Clemm schildert das fruchtbare und lebensbejahende Ereignis des pfälzilchen Weinherbstes. Dr. Gert von der Osten berichtet, unterstützt von Aufnahmen, über die Neuordnung der Kunstschätze im Kaiser Friedrich=Museum, Berlin. dessen Mitarbeiter er ist. Tiefdruckaufsätze veranschaulichen den Tagesablauf in dem weiblichen Seglerheim des deutschen Hochlee=Sportverbandes am Chiemiee und zeigen die Verwendungsmöglichkeiten für den deutschen Rohstoff Bernstein. Die Novelle „Und was ist mein Haus“, erzählt eine Begebenheit aus der Geschichte des Hauses von Hindenburg. Die„Neuen Grübeleien“ sind hisher unneröffentlichte Betrachtungen des 71 jährigen Gustav Frenssen. Auch dieses Heft enthält viele künstlerisch wertvolle Bildwiedergaben, Gedichte und andere kleine Beiträge, die den Reichtum der wertvollen Zeitschrift vervollständigen. Probenummern kostenlos vom Verlag in Braunschweig. Der saarländische Schlageter. Der Eisenbahner Jakob Johannes ist der Held einer Novelle, die der mecklenburgische Dichter Hans Frank geschrieben hat und die das Oktoberheft von Belhagen u. Klasings Monatsheften wuchtig eröffnet. Ihr folgt ein farbig illustrierter Aufsatz über die aufsehenerregende Ausstellung in der Berliner Akademie: „Dechs Jahrtausende Töpferkunst" von Helene Körting. Auf Grund einer ausgedehnten Forschungsreise berichtet der berühmte Geograph Prof. Dr. N. Krebs ausführlich über das alte und das neue Indien. Die heitere Novelle „Das Kopfalpyabet“ zeigt den mit dem George=Preis ausgezeichneten Richard Euringer als einen Dichter, dem auch der Humor nicht fremd ist. Ueber Reichsautobahnen berichtet in Bild und Wort Dr. O. Reismann. Die Frage, warum der Hahn auf Kirchtürmen steht oder warum der Gatholik nicht seinen Geburtstag feiert, beantwortet aus dem Schatz eines ebenso gründlichen wie unterhaltenden Wissens Oberstudiendirektor Dr. E. Stemplinger. Ueber Möwen, wie er sie durch viele Wochen auf den Oesel vorgelagerten Waikarifken beobachtet hat. plaudert in einem reich illustrierten Aufsatz Dr. F. X. Graf Zedtwitz. Gespannte Leser finden die Fortsetzung von Paul Oskar Höckers Roman„Die verbotene Liebe“. Die jeden beschäftigende Frage„Wie lange leben wir?“ beantwortet Privat=Doz. Dr. Geora Wolff. Eine herrliche Folge farbiger Künstlerbilder veranlaßt Jakob Pieard, sein tiefes und inniges Bodensee=Erlednis zu schildern. Einen Pfälzer Schwank.„Der Teusel baut eine Kirche“, erzahlt Hermann Moos. Gedichte, Kunstbeilagen in Vielfarbendruck Blicke auf neue Bücher. auf Kunstgewerbe in die gange weite elt. vervollständigen den bunten Reichtum auch dieses Heftes einer Zeitschrift, die nach Inhalt und Ausstattung nicht nur in Deutschland den Ruf genießt, unerreicht zu sein. Problem Nr. 78. Von K. Junker, Soest (Turnier des Großd. Schachbds. 1954) cdeg Weiß 8 St Schwarz: 10 St. Matt in 2 Zügen! roblem Nr 79 Von F. Schrüfer Weiß 6 St. Schwarz 4 St. Matt in 4 Zügen Löserliste. Preis Punkte+ 1Gesam (B. Holbein, Welper W. Schröder, Bochum W. Happel, P. Müller, Bochum o. Knittel, Wanne Th. Sehrbrock, Nierenhof Proneoel. Bockmann. Altenbochum Mönig Altenbochum J. Bockmann, Altenbochum V. Preuß B. Braun, Bochum J. Mau A Biermann V. Biermann Willv Else L. Lelgemann, Bochum E. Fuhl. Bochum J Th. Breuer, Ess.=Steele Herrn A. Biermann zum Lösungspreis unseren herzlichsten Glückwunsch! Briefkasten.„Else". Wir bitten, der nächsten Lösungsangabe Ihre Adresse beizufügen. Siziliansche Parlie. Gespielt im Viererkampf um die westfalische Meisterschaft 1934 am 29. 9. 34. Weiß: G. Rogmann Schwarz: L. Herrmann. 1. e2-e4 c7-c5 2. Sg1—f3 e7—e6 3. d2— d4 c5Xd4 4. Sf3Xd4 Sg8—f6 5. Sb1—c3 d7-d6. 6. 1f1—e2 a7-a6 7. 0—0 Dd8—c7 8. f2-f4 Sb8-d7. Ein alter, wenn auch wenig gespielter Zug. In dieser Partie bewährte er sich recht gut. 9. Le2-f3 L18—e7 10. Lc1—e3 0—0 11. Ddt—e1. Die Dame soll zur Unterstutung des Königsangriffs evtl. nach g3 oder h4. 11.... Ta8—b8 12. a2—a4. Im System der schwarzen Particanlage liegt der Vorstoß b7-b5-b4.— Der Textzug hat Soeben erschien: die Seligen und Heiligen des heiligen Jahres 1933-1934 in kurzen Lebensbildern dargestellt von Friedrich Ritter von Lama Ladenpreis 75 Pfennig. In klaren Strichen und leuchtenden Farben zeigt das Schriftchen die verklärten Vorbilder und Fürbitter und stellt sie so vor uns, daß wir uns wenigstens einigermaßen mit jenen von unseren Brüdern und Schwestern, die nun unsere Seligen und Heiligen geworden sind, bekannt machen konnen. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Badenia in Karlsruhe Akt.=Ges. für Verlag und Druckerei seine Schattenseiten. Zu uberlegen war 12 Tal-di b1—b5 13. a2—a3 nebst Le-c1 12.. Sd7-b6 13. Le3—f2 Schwarz drohte Sc4. Spielt Weiß b2—b3, so wird der Punkt c3 schwach. Auf Lf—e2 Sc4 leXc4 DXc4 behält Schwarz die Zukunftshoffnung Lc8. Doch ist auch die Stellung des Lf2 wenig befriedigend. Meister Rogmann empfand d'eses wohl selbst, wie aus seiner verbrauchten beträchtlichen Bedenkzeit hervorgehi 13.... Sb6—c4 14. b2-b3 Sc4—a5 15. Sc3—e2 Lc8-d7 Der Versuch, durch Vertreibung des Sd4 den Bc2 zu gewinnen. scheitert an der ungeschiitten Stellung des Sa5 z. B. 15. e6—e5 16. Xe5 doxe5 17. Sd—f5. 16. e4-e5 S16—e8. Und nicht dXe5 17. (Xe5, Dc7Xe,, wegen Lf-g3 und Weiß gewinnt. 17. c2—c4 Sa5—c6. Nunmehr droht dXe5. 18. e5Xd6 Auch nach 1f-g3 wiirde Schwarz auf e5 schlagen. 18.... dXe5 19. f4Xe5 ScXe5 nebst Sf3f oder nach Kg— 1 Le-d6. 19. Lf2—e3 e6—e5, hier litt Weiß bereits unter großer Zeitnot. 20. f4Xe5 Sc6Xe5 21. 113—e4 Se5—94 22. Le3—14 Se8—f6, dagegen wäre SgXh2 cin Fehler wegen 23. 114Xd6 Dc7Xd6 24. Le4Xh7t nebst Det—h4. 23. Le4-d3 Tf8—e8 Jeßt scheint Schwarz auf h2 einschlagen zu können: 23.... SXh2 24. Det—h4 Sh2—g4. Sofortige Gefahren sind für Schwarz nicht zu erschen. Der Nachziehende dachte jedoch: Warum sich auf Gefahren einlassen; die Zeitnot ist ja eine viel bessere Waffe. 24. Det-g3 Ld6Xf4 25. Dg3Xf4 Dc7—c5 26. Kg1—h1 Tf8—d8 Besser war Tb8—d8. 27. h2-h3 Sg4—e5 28. Ld3—f5 Ld7X15 29. Sd4Xf5 Se5-g6 30. D14—f3 Td8—d2 31. Se2-g3 De5-bé 33. Tal-e1 Ib8-48 33. Sf5—e7f Kg8—18 34. Se7Xg6t h7Xg6 35. Df3 e3 Db6-b4 36. I12—f37 Weiß hat sich troß großter Zeitnot bisher hartnäckig und gut verteidigt Beim leßten Zug vor der Zeitkontrolle aber verlassen ihn die Nerven Schwarz gewinnt eine Figur. 36. Td2-d31 37. De3-ci Oder 37. De3-e5 Td3Xg3 38. DeXg3 Db4Xdit usw. 37. Te3Xg3 38. Tf2Xf6 Verzweiflung 58. 97X16 39. Dc1-h6t Kf8—g8 40 Tel-e4 Die lette Drohungl(Th4) Aber 40..... Tg3Xb3 Aufgegeben. Wenn Te-h4, so Db4—e1t 42. Kh1—h2 Del-g3t 43. Kh2—h1 Td8—d1 matt Ein Blick hinter die Kulissen. (Anmerkungen, gekürzt, von W. Loose und H. Hussong in der Volksparole, Düsseldorf.) Loose Heinrich (Rheinmeisterschaft, Wiesbaden 1934.) Diese leidliche Stellung hatte ich troß schlechter Eröffnung und verdienter Strate (Qualitätsverlust) noch erreicht. Es folgte 1. Ta5: lauf Tct kommt a4, auf Tc2 aber Tb8 nebst Th8.— H.) 1.... Le3:1 2. bc3: Tc3:t 3. Kg2 Tc2† 4. Kh3 Tc3t 5. Kg2, und Heinrich wollte fieftraurig die Uhr abstellen.„Augenblick, Herr, ich überlege ja noch!“ Ein unbeschreiblicher Blick traf mich.„Wie, willRundfunk Sonntag, 7. Oktober 6.15 Von Hamburg: Hasenkonzert auf dem Dampfer „Arcona“ der Hamburg=sudamenkanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft. 8.00 Zeit, Nachrichten, Wetter. 8.10 Lotte Briese: Dorfgemeinschaft. Peter Kremer: Eifeler Nachbarschaft. 8.30—9.00 Die sonntägliche Morgenfeier. 9.15 Funk ins Blaue. 10.15 Wier spielt mit? Ausfuhrende: Egbert (Klavier), Friedrich Paulschmidt(Cello). D. Moll: Siciliano— Allemande von de Fesch: in dreifacher Darbietung: 1. Cello und Klavier, 2. Klavier allein, 3. Cello allein. 10.45 Von Kampf und Friede. Neue Gedichte von Goswin V. Gath. Sprecher: Rudolf Rieth. 11.00 Westöstlicher Spaziergang. Eine Schallplattenplauderei über Albanien von Jonny Behm. 11.40 Deutsche Erzähler der Gegenwart. Franz Herwig Der Fuhrer. Eine Geschichte aus der deutschen Vorzeit. Sprecher: Willy Buschhoff. 12.00 Musik am Mittag. 12.00 Kleine Stücke von gloßen Meistern. Das Große Orchester, Leitung: Dr. Buschlötter. 1. Scherzo capriccioso von Dvorak; 2. Burlakenlied von Glasunow; 3 Italienische Serenade von Wolf; 4. Vorspiel zum 2. Akt der Oper„Ingwelde" von Schillings; 5, Serenade für Bläser, Werk 7 von Richard Strauß. 12.55 Glückwünsche 13.00 Achim Holtz: Ein Wort an alle. 13.10—14.45 Unterhaltungskonzert des Orchesters, Leitung: Leo Eysoldt. Solist. Hans Remagen(Bariton). 1. Parademarsch des FeldArtillerie=Regiments 51 Straßburg von Fink: 2 Vorspiel zur Oper„Der Kalif von Baydad von Bofeldieu; 3. Bayrische Geschichten, Plalzer von Richart; 4. Melodien aus der Oper„faust von Gounod; 5. al Meeresleuchten, b) Der Wirtin Tochterlein, Balladen von Loewe. Erlist: Hans Remagen(Bariton); 6. Vor einer alten Spieluhr von Mueller=Melborn; 7. a) Gavotte von Sinding, b) Martinata von Leoncava lo; 8. Bitte Dacapo, Melodienfolge von Dostal; 9. a) Narzissus von Nevin, b) Die Glocken von Locarno von Muezilli; 10. Melodien aus der Operette„Der Zarewitsch" von Lehar. 15.00 Eltern und Kinder, Elisabeth Dieckmann: Ich wandere mit meinen Eltern. 16.20 Berühmte Kunststätten unserer Heimat. H.u= dieck: Ein Gang durch Schloß Horst bei Gelsen15.35 Beim Vienenvater. Ein Herbstspaziergung für große und keine Leute ven Paula Walendy. Spielleitung: Hermann Probst. 16.00 Von Munchen:(aus Würzburg) Mo der Vor beutel singt. Eine musikalische Stunde von Frankenlich und Frankenwein 17.30 Kölner Studenten erleben den Norden. 1. Ausfahrt und ein Vorspiel von Fritz Volberg. 17.50 Vom alten Adel. Zwei Balladen von Anctte von und Börries Freiherr von Sprecherin: Else Kuon 16.05 Erust und heiter— Und so weiter Leitung: Hermann Probst. 19 00 Soldatenmusik, gesungen und geblasen. menstellung und Leitung: Gustav Kirsch(Bariton). Willy Schneider Poeren(Mundharmontka), Willi Jansen(Nkkordeon). Der Mannerchor des Reichssenders Koln, entung: Josef Breuer. Das Blasorchester des Reichesenders Köln, Leitung: Leo Epsoldt. Wil. belm Wahl(Sprecher) 19.45 Sportvorbericht. 20 30 Kölner Planderstunde, Unterhaltsamer Querschnitt der Zeit. Spielleitung: Hermann Prodst. 21.30 Klavierkonzert im Dreivierteltakt. Egdert Grate Klavier). 1. Große Polonaise, Werk 21 von Weber; 2 Zwei ländliche Tanze von Knab; 3 a) Mazurka. Werk 17, Nr. 4 von Cbopin; b) Mazurka A-Moll(Nachlaß) von Chopin. 6. Boléro ven Chopin. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.30 Aus unbekannten Opern fremder Länder(Schallplatten). Manuskript: Wilbelm 23.30—1.00 Tanzmusik. Das Westdeutsche Kammerorchster, Beitung: Rolf Hartmann. Montag, 8. Oktober lebertragung ans 8m Vielefeld. Orchestergemeinschaft der Ortsmusikerschaft der Reichsmusikkammer, Ortsgruppe Bielefeld, Leitung: Musikdirektor Hch. Lorenz. 6.50—7.05 Morgenruf— Zeit, Wetter, Nachrichten. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.20—8.30 Cläre Meichsner: Was kochen wir diese Woche? 8.05 Hilde Bremus: 10.00 Zeit. Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.10 Wir und die Welt. Richard Heinemeyer:„Was brachte der Sportsonntag?“— „Pflanze und Tiere im deutschen Volksleben Gerhard Schäke:„Aufstieg und Untergang der 11 10 Fernst. und Fachschusunt, Stritngg durch die Wirtschaftsgebiete des rheinischen Schiefergebirges. 11.30 Funkwerbung der Reichspostreklame(ohne Verantwortung des Intendanten). 12.00 Musik am Mittag. 12.00 Bei uns im Gebirg' 12.45 Mittagsmeldungen 1. Glückwünsche. 13.00—14.45 Unterhaltungskonzert. Das Kleine Orchester, Leitung: Leo Oper„Mignon" von Tvomas: 2 Pizzican=Echer zettino aus„Sylpia" von Delibel: 3. aus der Oper„Bajazzo" von Seoncavallo:4. Numänische Foige nach originalen Volksmelodien von Knümann; 5. Myrtenblüten=Walzer von Strauß: 6 Mariska, Lied und Csardas von Lehar 13.45 Mittagsmeldungen 2. von Lautenschläger; 8. a) Liebesständchen Waldau, b) Das Lied der Geige von Schebe 9 Phantom=Brigade von Myddleton; 10. Waldteufeleten. Melodienfolge von Kling. 14.45 Schlachtviehmarktberichte. 15.15 Dr. Ing. Dondorff: Die neue Einheitsbewertung von Haus= und Grundbesitz. 15.30 Wirtschaftsmeldungen 1 15.50 Stimme der Hen. rb 2 16.00 Nachmittagskonzert. Frisch gespielt und jungen. Friedrich Eugen Engels(Tenor); Sech frohbe Sänger; Singender Matrose; eine Dorf17.00 Heinr Zilich: Das Deutschtum in Ziebenbürgen 17.25 Kleine Musik. Sonate fur Cello und Klavier, Werk 36 von Grieg August Schreiber(Cello), Erich Rummel(Klavier) 18.00 HI.Funk: Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 18.20 Dr. Franz Jesse: Italienische Unterhaltung. 18.10 Rom Tage. 18.50 Wirtschaftsmeldungen 2, Sportvorbericht. 19.00 Westdentsche Wochenschan 19.30 Hallo die Schrammeln spielen! Wiener Lieder und Täsize. Zusammengestellt von Willt Janjen 20 15 Von Frankfurt: Reichssendung: Stunde der Nation. Gemeinschaftssendung der Reichssender Königsberg, Breslau und Frankfurt. Deutsche Segelflieger. Funkberichte aus den Segelfliegerschulen Rossitten, Grunau Riesengebirge und von 0(nach Stuttgart= Unbekanntes von Tschaikowsky Das Große Orchester unter Leitung von Otto Julius Kuhn. Solisten: Robert Grote(Cello). n Bulser(Klavier). 1. Krönungsmarsch Pecco Capriccioso für Cello mit Orchester. So= list: Robert Grote; 8. Sutte 2; 6. Fantane rur Klavier und Orchester, Solist: Willy Hulser, 5 Lanz der Magde, aus der Oper„Der Woiwode 2.00 Zeit. Wetter. Nachrichten 22.15 Zur Frauensportwoche. Eine Plauderei zwischen Leuten vom Fach 22.30 Unterhaltungskonzert auf Schallplatten 1.00—24.00(nach Frankfurt) Im Schatten der Tom türme. Eine Horfolge von Otto Brücs mit Mun von Willi van den Berg. Leitung: Rudolf Rieth Musikalische Leitung: Willi van den Berg. Stimmen des Spiels: Erste, zweite und dritte Stimme Ztimme des Professors und'einer Schuler: Stimme der Erzahlerin: Stimme des Pfortners Ztimme des Unbekannten; Stimme Eckeharts und zweier Burger. Deutsches Rur ereits der Erenen schte weiterspiele?“(Die einzige Aussicht für ihn, vielleicht noch Rheinmeister zu werden.) Schnell überlege ich: die weiß. Bauern fallen, dann hast du 4 Freibauern und die Masse muß es bringen. Also:—„Jal“ Aufatmend nahm Heinrich wieder Plat. 5.... 1d3(Loose verschmäht das Remis durch ewiges Schach und stürzt sich in Gefahren, denn er denkt an seinen Turnierstand, der stark verbesserungsbedürftig war.)— H.) Kann ich leider nur bestätigen. 6. Ta2 Td5: 7. Kf1 Te5 8. The2 Kg4: 9. Tad2 f31(Man sieht hier so recht, wie geschlossene Bauern gefährlich werden können, auch wenn sie noch nicht so weit vorgerüdet sind. Turmtausch macht für Weit bestenfalls remis. H.) 10. Th21 Diesen ausgezeichneten Zug gab Heinrich ab, wie er mir abends siegesgewiß mitteilte, gleichzeitig mit der tröstenden Bemerkung:„Die Partie isch verlore!“ Bis Mitternacht half mir Orth, Darmstadt, noch analysieren, dann prägte er den philosophischen Schlußsab:„Is kaputt, Sie miissen morgen schwindeln." 10.... d5 11. Kf2 c41 12. Th6 g5 13. Td6 c3 14. Td41 (Td5:, Te2t mit Gegenangriff. H.) Kf5 15. Tc6 (Nun entdeckte Heinrich, daß er die Beute nicht abstechen kann, weil nach dem Turmtausch der König zum c-Bauern vorstößt und remis erreicht.— Dagegen hafte Kf3: gewonnen. H.) 15.... g4 16. Tc3: Te2† 17. Kf1 Th2 18. Ta3 Tb2 19. Taa4 Tb1t 20. Kf2 Tb2† 21. Kel Tb1† 22. Kd2 Tb2† 23. Kc3 Tg2 24. Td5:t Ke6 25. Th5 f2 26. Ta6t (Ein aufregender Endkampf. Weiß spielt, und dies ist seine einzige Gewinnchance, direkt auf Matt. H.) 26.... Kf7 27. Tb5 Tg3t 28. Kd2 und hier setzte ich resigniert zum Zeichen der Aufgabe die Uhr still. Ganz fassungslos vor Ueberraschung kam Heinrich herbeigesprintert:„Gibschte auf??1 Die konntschte doch remis mache!“ Tatsächlich! Hussong schreibt:„Die Nerven des ständig in schwieriger Verfeidigung befindlichen Rheinländers lassen nach und er glaubt, der suggerierten Mattdrohung zu erliegen. Indessen konnte er mit f1Dl, Tb7t, Kg8, Ta8t. Df8 glatt remis machen!“ Stellung einer Partie Vasquez abcde Warum war das ein Fehler? Lösung in nächster Nummer. Anzeigenfeil Brave, gesunde katholische Jünglinge welche im A. Ordensstande Sott in Ausüdung von Krankenpflege des erlernten Beruses oder der Landwirl= schaft dienen wollen, finden jedergett Auskunft und liebevolle Nufnabme im Mutterhaus Kloster St. Alexins zu Neuß dei Düsseldorf. ür Damen und Herren, vermitt. reell, diekret und mit Erfolg G. Ralthofl. 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