Dolks=Sei Ausgabe A Bochumer Volkszeitung monatiic RM 1.16 oder baldmonatlick 1.00 einschl Gotenlodn— Ungeigenp.elfe! samauflage 6 Sig Ausgabe A 0 Sig., Ausgabe B N# Ste Ausgabe C 1 Vig Texianzeigen: Ausgabe A 60 Pte Ausgaben B und C 20 Pg"n- Cültig: Bretsliste 8 für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk Westfälische Volks-Seitu verbunden mit den Bezirksausaaben B und C für Ellen=Steele=Battingen und Wattensch Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bochum. Mühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746 64748 Stadtanzeiger m. Mühlenstraße 13—14, Bernruf 647 44. Ento Dorim. 6146; Hattingen, Grktor=Lutze=Str. 18, 5, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, WestFernr. 582 30, Bostscheckkonte Dortmund 193 80; Wattenscheid, Fretheitstr. 15, Fernr. 1876, Postscheckk Dorim 30430 Deuc und Berlag: Schürmann& Klagges, BochuNr. Mittwoch, den 8. Dezember(Kath. und Cva. Mariä Empfängnis) 19337 Stojadinowitsch kommt demnächst nach Berlin! Zur Erwiderung des Besuches von Neuraths in Belgrad -. rakh) Mie hir*! nichta(hifnbenhafsea fei Ianhern hie Müdkehr I alloemeine Refrichung gerichtete Tenden DNB. Belgrad, 7 Dez.(Drahtb.) Wie hier verlautet, wird sich der jugoslawische Minister prasident Dr. Stojadinowitsch demnächst nach Berlin begeben und den Besuch erwidern, den Reicheaußenminister Freiherr von Neurath vor einiger Zeit der jugoslawischen Regierung in Belgrad abstattete. * Die römische Presse berichtet in reich bebilderten Schilderungen ausführlich über den Verlauf des jugoslawischen Staatsbesuches in Rom. Dabei wird die praktische Bedeutung der italienisch-jugoslawischen Freundschaft und Zusammenarbeit für den europäischen Frieden noch einmal einer grundsänlichen Würdigung unterzogen. Der Direktor des„Giornale d'Italia“ weist von neuem darauf hin, daß die Zusammenarbeit zwischen Rom und Belgrad durch ihre geographische und wirtschaftliche Grundlegung nichts Episodenhafteg sei, sondern die Rückkehr zu besseren traditionellen Beziehungen bedeute. Stojadinowitsch habe diese Politik mit kräftiger Hand wieder aufgenommen und Prinzregent Paul zolle ihr ebenfalls volles Verständnis, da er das große Interesse Ingoslawiens am Frieden und an einer Klärung im Adriaraum im Auge habe. Da diese Politik der Zusammenarbeit gegen keinen anderen Staat gerichtet sei, könnte es nur erstaunlich sein, wenn die herzlichen Kundgehungen in Rom von gewissen Staaten kühl und mißgünsuig aufgenommen würden. Solche Mißdeutungen, denen jede aufrichtige Verständigungspolitik ausgesetzt sei, seien allerdings bei der heutigen Verwirrung in Europa fast unvermeidlich. Ihnen gegenüber bleibe von entscheitender Bedeutung die auf eine Der King schließt sich! vor dem Fall Tschiangkaischek hat die Hauplstadt bereits verlassen- Japan will der chinesischen Regierung die Anerkennung entziehen MMB Schanghai, 7. Dez.(Drahtb.) Nach bisher unbestätigten Meldungen soll, wie Domei meldet, Marschall Tschiangkaischek in Begleitung seines englischen Beraters, Mac Donald, die Hauptstadt an Bord eines Schiffes in Richtung Hankau verlassen haben. In Nanking soll seit der Abfahrt des Marschalls ein großes Durcheinander herrschen. Reuter bestätigt, daß Marschall Tschiangkaischek Nanking verlassen habe. Man glaube, daß er sich nach Nantschang begeben habe. Wie das hailerliche Hauptquartier meldet, haben die japanischen Streitkrafte vor Nanking am Diensing mittag folgende Punkte erreicht: im Nordosten den Ort Thihiliaschan(18 km vor Ranking), im Süden Tsinglung(8 km) und im Sudosten Fangschan(15 km).— Weiter wird bestätigt, daß die japanischen Truppen am Montag abend den Purpurberg mit dem Grabmal Sunatsens besetzt haben. Der Befehlshaber der Rankinger Garnison, Geneml Tanaschenatschi. machte den wenigen noch in der Stadt zurüchgebliebenen Ausländern Mitteilung vom Herannahen der japanischen Truppen und bat sie, die Stadt zu verlassen. Ministerpräsident Fürst. Jnoye, Außenminister Hirota. Kriegsminister Sugiyama und Marineminister Bondi traten heute zu einer Besprechung zulammen, um über die Maßnahmen für den Fall einer Einnahme Rankings zu bematen. Nach der Konferenz berichtete der Außenminister dem Kaiser. Wie Domei mitteilt, erwartet man für den Fall der Einnahme der chinesischen Hauptstadt, daß die sapanische Regierung in einer feierlichen Erklärung der chinesischen Regierung die Anerkennung entziehen werde Die Vorstädle schon eingenommen MB London, 7. Dez.(Drahtb.) Nach der letzten, von Reuter um 23 Uhr(mitteleuropäischer Zeit) ausgegebenen Meldung war Ranking am Dienstagabend noch nicht in den Händen der Japaner. Obwohl die sapanischen Truppen bereits die Vorstädte besetzt haben, sind sie noch nicht in die eigentliche Stadt eingedrungen. Reuter meldet, daß die Einnahme Rankings noch im Laufe der Nacht zum Mittwoch zu erwarten sei. allgemeine Befriedung gerichtete Tendenz der italienisch jugoslawischen Politik und ihre Lebensund Entwicklungsfähigkeit. Die geistige Voraussetzung bei beiden Völkern und ihren Regierungen wie auch die in Europa sich herausbildenden Verhaltnisse schienen, wie das Blatt abschließend sagt, Sicherheit dafur zu geben, daß die Friedenspolitik und ihre Entwicklungsfähigkeit immer fester eGestalt annehmen und immer größere Fortschritte machen. Der Außenpolitiker der„Tribuna“ legt besonderen Nachdruck auf die Herzlichkeit der beiderseitigen Beziehungen und den großen politischen Wert des vor acht Monaten geschlossenen Freundschaftspaktes. Ohne die geistigen und psvchologischen Voraussetzungen sei jeder Pakt und jede Verständigung dazu verurteilt, toter Buchstabe zu bleiben. Ein Blick auf den Purpurbügel bei Nanking, die strategische Schlüsselstellung für den Besitz der chinesischen Hauptstadt, der von den japanischen Truppen erobert wurde. Unterhalb des Gipfels erkennt man das National=Denkmal Chinas von dem berühmten Revolutionshelden Sunjatsen. (Scherl=Bilderdienst=M.) Der Führer bei General Ludendorff ONB München, 7. Dez.(Drahtb.) Der Führer stattete heute dem erktankten General Ludendorff in München einen Besuch ab und sprach ihm seine und des Generalfeldmarschalls von Blombera beste Genesungswünsche aus Ludendorffs Befinden etwas gebessert DMB Berlin, 7. Dez.(Drahtb.) Ueber das Befinden General Ludendorffs wurde am Dienstagabend folgender Bericht ausgegeben: In den letzten Tagen ist eine erfreuliche Besserung in dem Kräftezustand des Generals Ludendorff zu verzeichnen. Großzügiger Begnadigungsakt des Danziger Senats 15 ehemalige Danziger Kommunisten aus der Strafanstalt entlassen. MB Danzig, 7. Dez.(Drahtb.) Der Danziger Senat hat 1 5 enemalige Kommunisten, die wegen politischer Vergehen Freiheitsstrafen von einem Jahr drei Monaten bis zu fünf Jahren Zuchthaus zu verbüßen hatten, in großzügiger Weise aus der Strafhaft entlassen Bei dem Entlassungsakt betonte Kriminaldirektor Grötzner in einer kurzen Ansprache, daß der Senat sich entschlossen habe, diese ehemaligen Kommunisten vorläufig bedingt zu beanadigen; sie mussen sich aber im Laufe der nächsten Zeit bewähren. Auf der Basis der Volksgemeinschaft wird es ihnen ermöglicht werden, den Weg zum heutigen Volk zurückzufinden. Ab heute würde unter alles, was gemelen ist, ein dicher Strich gezogen, und man würde es auch ermöglichen, ihnen Arbeit zu beschaffen. Schließlich wies Kriminaldirektor Grötzner noch darauf hin, daß der Danziger Kommunistenhäuptling Plenikowski ins Ausland geflohen sei, ohne sich um seine Opfer zu kümmern. Das endgültige Ergebnis Das Warschauer Echo Das Ergebnis der Warschauer Besprechungen des französischen Außenministers Delbos hat, wie zu erwarten war, keine Ueberraschungen gebracht, weder für die Beteiligten selbst, noch für die übrige Welt. Herr Delbos war, als er in Paris den Jug nach Warschau bestieg, sich sicherlich im klaren darüber, daß er in der polnischen Hauptstadt eine etwas anders gestimmte Atmosphäre vorfinden würde als die, die seine Vorgänger in den Zeiten des französisch=polnischen Bündnisabschlusses dort antrafen. Auf der andern Seite wird dieses Bündnis selbst auch von Polen in keiner Weise in Frage gestellt. Es bildet einen Faktor, mit dem seine Politik rechnet, und die Vereinbarungen, die der Marschall Rydz=Smigli am 6. September 1936 in Schloß Rambouillet abschloß und die sich vor allem auf die französische Finanzhilfe für die polnische Rüstung beziehen, stellen eine gewisse Erweiterung und Konkretisierung des Bündnisvertrages dar. Aber Polens Politik ist im gleichen Verhältnis, wie sich die Machtstellung des Landes in Europa befestigte, selbständiger geworden. Man hat in Warschau eigene Auffassungen über eine Reihe von Fragen, in denen Paris ganz bestimmte Lebrabsätze vertritt. Frankreich bekennt sich noch immer zum Grundsatz der Kollektivität der europäischen Friedenssicherung. Polen zieht die z weiseitige Regelung der zwischen ihm und seinen Nachbarstaaten schwebenden Fragen vor und Oberst Beck hat das, wie aus den Warschauer Berichten deutlich hervorgeht, seinem französischen Kollegen auch freimütig und offen zum Ausdruck gebracht. Es besteht also hinsichtlich der Methode der europäischen Politik zwischen den beiden Hauptstädten keine Paralellität. Vorläufig ist nicht anzunehmen, daß man in Paris die mit so viel Hartnäckigkeit und Unbelehrbarkeit vertretene Methode aufgeben wird. Aber auch Warschau denkt nicht daran, die seinige zu verlassen, zumal Herr Beck auf die damit erzielten Erfolge hinweisen konnte. In diesem Zusammenbang ist namentlich auf den deutsch=volnischen Ausgleich angespielt worden und Herr Delbos hat die Beziehungen, die sich daraus zwischen Warschau und Berlin entwickelten als ein gegebenes Faktum zur Kenntnis genommen. Trotz des polnisch=französischen Bündnisses bleiben sie im Kräftefeld der europäischen Friedensbemühungen wirksam. Auch der französisch-sowjetrussische Pakt ist Gegenstand der Unterhaltungen der beiden Staatsmänner gewesen. Hier hat Herr Delbos eine deutliche Abneigung Polens gegen seine Bindung an die Sowjetunion zu spüren bekommen, die noch verstärkt wurde durch die Einberiebung der Tschechoslowakei in das Bündnis zwischen Paris und Moskau. Man kennt die ungelösten Streitfragen, die zwischen Warschau und Prag bestehen und die zeitweilig zu einer Verschärfung des beiderseitigen Verhältnisses geführt haben. Wenn Herr Delbos versucht bat, eine Annäherung Polens an die Tschechoslowakei zustande zu bringen, so hat er sich damit eine glatte Absage geholt. Selbst französische Zeitungen geben zu. daß die volnische Regierung sich über die Beziehungen, die sich zwischen Moskau, Prag und Paris entwickelt haben ernstlich beunrubige und daß die Polen vor dem Kommunismus einen tiefen Abschen hätten. Es ist interessant, daß in diesem„usammenbang der„our“ schreibt. Frankreich lebe immer mehr „in der Furcht eines sowietrussischen Abfalls.“— Aus französischen militärischen Kreisen ist ja auch der, Wert der von Sowjetrußland zu erwartenden Unterstützung wiederholt bezweifelt worden. Man nimmt in Paris an, daß Delbos sich bei der Forrsetzung seiner Reise in Bukarest darum bemühen wird, für den aus diesen Gründen und wegen der Fast acht Millionen! Noch über 308 000 Km nachgemeldet- Das Ergebnis aus dem Vorjahr milhin um 40,6 Prozent übertroffen ONB Berlin, 7. Dez.(Drahtb.) Durch die inzwischen bekannt gewordenen Nachmeldungen zur Sammlung am Tag der Rationalen Solidarität im Reich hat sich deren Ergebnis ganz außerordentlich erdöht. Am Sonntag, dem 5. Dezember, war das vorläufige Ergebnis mit 7 655 476.49 RM bekanntgegeben worden. Inzwischen wurden 3 08 626,27 RM nachgemeldet. so dah sich allo ein endgültiges Ergebnis im Reiche von 7 964102.76 Rm ergibt. Das sind 2 301 823,57 RM oder 40,6 Prozent mehr als das Ergebnis des Tages der Nationalen Solidarität 1936. Auch das Ergebnis der Sammlung am Iag der nationalen Solidarität in der Reichshauptstadt Berlin hat sich nachträglich noch außerordentlich erhöht. Waren am Sonntag als vorläufiges Ergebuis 633 285,16 RM bekanntgegeben worden, so erhöht sich das endgültige Ergebnis durch die inzwischen nachgemeldeten 178 420.19 RM auf insgesamt 806 705,35 Rm. inzöf We rie rminderten eine stärkere Akti= Kumänten zu 14 ten, nicht nur Polens, Sowjetpakt einen Ersatz tierung des Bündnisses finden. Für den Großmacnanspruch Polens, gleichzeitig aber auch für sein Bestreben, durch sein Bündnis mit Frankreich nicht in Situationen gebracht zu werden, auf die es keinen Einfluß hat, ist bezeichnend, daß der polnische Außenminister die Forderung erboben hat, bei etwaigen Verbandlungen über einen neuen Westpakt miteingeschaltet zu werden Diese Forderung zeigt übrigens, wie sehr das Soiem der zweiseitigen Verträge durch das Kollektwinstem überschnitten wird und wie sehr das letztere die Befürchtung auslöst, nnerwünschte Folgen für zweiseitige Abmachungen zu haben, die unter anderen Voraussetzungen abgeschlossen wurden Die Besprechungen zwischen Delbos und Beck haben, soweit die gesamt=enropäischen Probleme in Frage kommen, aus all diesen Gründen kaum den Rabmen dessen überschritten, was man in Frankreich„tour d'horizon“ nennt. d. h. einer allgemeinen orientierenden Ueberschan. Greifbare Ergebnisse sind. soweit sich bis jetzt erkennen läßt, nur nach zwei Nichtungen erzielt worden und die liegen auf der Linie der unmittelbaren französischvolnischen Beziehungen. Man hat die Möglichkeiten einer Belebung des gegenseitigen Warenaustausches und der stärkeren Heranziehung der französischen Kreditquellen für die polnische Industrie erörtert. Zum andern aver ist zur Festigung und Entwicklung der kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern ein Abkommen vorbereitet worden in der Art wie Polen es bereits mit einer Reibe anderer Staaten, n.a. auch mit Dentschland, abgeschlossen bat. Deutschland wird durch die Warschauer Verhandlungen nach dem bisher bekannt gewordenen Ergebnis nicht berührt. Seine Beziebungen zu Polen ruhen auf jester Grundlage, de auch in den jetzigen Besprechungen nicht angetastet wurde. Dabei dark hervorgehoben werden, daß die Begrüßzung des französischen Außenministers bei der Durchfahrt durch Berlin durch den Freiherrn von Neurath in der kranzösischen Presse ein ganz anherordentlich sympathisches Echo gefunden bat. Man erblickt darin eine ganz ungewöhnliche Geste der Höflichkeit, die stimmungsgemäß die Franzosen stark beeindruckt hat. Im übrigen unterstreicht man, daß die beiden Staatsmänner während des Anfenthalts des Zuges immerhin Gelegenheieiner kurzen aber inhaltreichen Aussprache hatten, deren Nachklang in der Erinnerung des Herrn Delbos bei seiner Ankunft in Warschan noch lebendig gewesen sein wird. Zu registrieren wäre noch daß Polen auch seinen Kolonialanspruch in die Debatte warf. Herr Delbos nahm ihn böflich zur Kenntnis, erklärte aber gleichweitig, aus französischem Kolonialbesin könne er nicht befriedigt werden. Die Sitzung des Nichleinmischungsausschusses Die Antwortnoten der beiden spanischen Parteien.— Die Vollmachten der Kommissionen zur„Auskämmung“ der Freiwilligen festgelegt. London, 8. Dez.(Drahtb.) In der gestrigen Sitzung des Richteinmischungsausschusses wurden die Antwortnoten der beiden spanischen Parteien auf die Anfragen des Nichteinmischungeausschusses in der Freiwilligen=Frage einer vorläufigen Prüfung unterzogen. Es wurde festgestellt, daß diese Antwortnoten es dem Nichleinmischungsausschuß möglich machten, seine Arbeiten fortzusetzen. Es wurde beschlossen, die beiden Antworten zu veröffentlichen. Dann wurde die Frage erörtert, wie die beiden Kommissionen zur Nachprüfung der Zahl der in Spanien vorhandenen Freiwilligen zusammengesetzt werden sollen. Hierzu lag der Bericht eines Unterausschusses vor. In den Tienstagberatungen konnte jedoch über diese Frage keine Einigung erzielt werden. Der Vorsitzende ist daher ermächtigt worden, in unverbindlichen Besprechungen eine Einigung über diese Frage zu versuchen. Drittens wurde die Frage erörtert, welchen Auftrag die beiden nach Spanien zu entsendenden Kommislionen zur„Auskämmung der Freiwilligen“ erhalten sollen. Hier wurde der Bericht des technischen Unterausschusses angenommen, so daß eine Einigung über die Frage ernelt wurde. wel= chen Umfang die Vollmachten der beiden FreiwilligenKommissicnen haben sollen. Tagung der Leiter und der Pressereferenten der Reichspropagandaämter Dr. Goebhels über aktuelle Probleme.— Dank an Reichswirtschaftsminister Funk. DB Berlin, 7. Dez.(Drahtb.) Am Dienstag versammelten sich die Leiter und Pressereferenten der Reichspropagandnämter in den Räumen des Reichsministeriums für Volkeaufklärung und Propaganda zu ihrer wenatlichen Tagung, bei der in einer Reihe von Referaten michtige politische Fragen erörtert und zur Aussprache gestellt wurden. Im Mittelpunkt der Tagung, an der auch die Präsidenten der Einzelkammern der Reichskulturhammer und Abteilungsleiter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda teilnahmen, stand eine Rede von Reichsminister Dr. Goebbels, der zu Beginn seiner Ausführungen mit herzlichen, kameradschaftlichen Worten vor diesem Kreise des Ausscheidens von Reichswirtschaftsminister Funk als Staatslekretär des Propagandaministeriums gehacht Dann behandelte Dr. Goebbels in längeren Ausführungen die großen aktuellen Probleme der Staatsund Volksführung auf innen- und außenpolitischem GGebiet. Zum Abschluß der Tagung sprach Reichswirtchaftsminiiter Funk seinen alten bieherigen Mitarbeitern'einen Dank für die vertrauensvolle Zulemnmenarbeit in seinem bisherigen Amtsbereich aus. Das Ergebnis des Delbes-Besuches Polen wünscht koloniale Betätigung Und Delbos anerkennt die polnischen Wünsche Warschau, 7. Dez.(Drahtb.) Der franzosische Außenminister Delbos hat nach Freitägigem Aufenthalt Warschau verlesen und sich nach Krakau begeben, wo mit einer Ehrung des Andenkens Marschall Pilsudski sein Besuch in Polen abgeschlossen wird. Die Reise von Warschau nach Krakau, auf der Delbos von dem volnischen Außenminister Beck begleitet wurde, gab noch einmal Gelegenheit zu politischen Besprechungen. Während der Fahrt wurde auch der Tert der amtlichen Verlautbarung über die Warschauer Besprechungen festgelegt. Ueber den Warschauer Besuch wurde in der Nacht zum Dienstag in Krakau das folgende amtliche Kommuniaué veröffentlicht: „Im Verlaufe der Unterredungen, die Herr Delbos in Warschau mit allen Leitern der volnischen Politik hatte, wurden im Geiste lovaler Zusammenarbeit alle Probleme durchgesprochen, die die polnisch=franzsicen Beziehungen und allgemeiner die Aufrechterhaltung des Friedens in Europa berühren. Es wurde erneut festgestellt, daß die seit 1921 bestehende Allianz zwischen Polen und Frankreich ein wesentliches und dauerndes Element der Politik der beiden Länder darstellt, die beibe in gleicher Weise daran festhalten im Jnteresse der friedlichen Entwicklung der Beziehungen zwischen allen Völkern. Die beiden Minister bekräftigten ihren gemeinsamen Willen, auf allen Gebieten die Politik der vertrauensvollen Zusammenarbeit fortzusetzen, die den Interessen und Bestrebungen der beiden Nationen entspricht und die darüber hinaus eine allgemeine Befriedung und eine internationale Zusammenarbeit anstrebt. Der Sonderberichterstatter der frahzösischen Nachrichtenagentur Havas, der den Außenminister auf seiner Rundreise begleitet, bestätigt am Dienstag, daß im Laufe der Besprechungen zwischen Delbos und Bedk auch die polnische Kolonialfrage angeschnitten worden sei. Die polnischen Forderungen stützten sich auf zwei Punkte: 1. Polen, das sich in voller Arbeit und nationaler Aufrüstung befinde, brauche Rohstoffe, 2 ein Abflußkanal für die immer zunehmende Bevölkerung sei notwendig. Der polnische Außenminister habe seinem ranzosischen Kollegen erklärt, daß Polen keinen territorialen Ehrgeiz habe. Es fordere deshalb auch keinen neuen Besitz in voller Souveränität. Außerdem werde es die genauen Forderungen erst aufstellen. wenn die Frage einer Neu=Verteilung der Kolonien greifbare Formen angenommen bete In diesem Falle wünsche es jedoch, daß man auch seine lebenswichtigen Interessen berücksichtige. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus wünsche Polen an internationalen Gesellschaften beteiligt zu werden, deren Schaffung für die Nutzbarmachung gewisser Kolonialgebiete ins Auge gefaßt sei. Außerdem wünsche es, bei der Auswanderung in gewisse außereuropäische Länder berüchksichtigt zu werden. Delbos, so erklärt der Havas=Korrespondent, habe sich gezwungen gesehen, diese polnischen Wünsche als berechtigt anzuerkennen. er bunte Tag Deutscher Dampfer gestrandet DNB Istanbul, 7. Dez.(Drahtb.) Der Dampfer Manisa“ der deutschen Levante=Linie ist 1afolge starken Sturmes bei Antalna gestrandet. Einzelheiten fehlen noch Britischer Dampfer in Seenot DNB London, 7. Dez.(Drahtb.) Nach hier eingegangenen Nachrichten befindet sich der britische Dampfer—Auerington Court“ (6900 Tonnen) im Roten Meer in Seenot. Der Dampfer befindet sich im Sinken. Schweres Eisenbahnunglück in Kekspanien 12 Tote, 60 Verletzte. DNB London, 7. Dez.(Drahtb.) Auf der Strecke zwischen Valencia und Barcelona kam es zu einem schweren Eisenbahnunglück. Ein Zug fuhr auf einen haltenden auf, wobei die Lokomotive und zwei Wagen zerstört wurden. 12 Fahrgäste fanden den Tod und 60 wurden verletzt. Schwierige Lage ostpreußischer haff=Fischer DNB Tilsit, 7. Dez(Drahtb.) Nachdem die memelländischen Fischer aus ihrer Eishaft auf dem Haff befreit werden konnten, kommen aus Rositten auf der Kurischen Nehrung neue Meldungen über die schwierige Lage von Fischern. Mehrere Kutter sind von der Festlandseite im Sturmauf dem Haff abaetrieben worden und gelangten hinter eine Eisbarre, mit der sie in die Bucht von Rositten gedrängt wurden. Dabei ging ein großer Teil der Netze verloren.— In höchster Not wurden die Schiffbrüchigen von Rosittener Fischern in den Hafen eingeschleppt, wo ihre Bocte und die noch übrig gebliebenen Fanggeräte bie zum Frübjahr bleiben müssen. Schwere Taifunschäden auf den Philippinen Zahlreiche Todesopfer durch Epidemien. DNB Manila, 7. Dez.(Funkspr.) Die mittleren Philirpinen sind erneut von einem schweren Taifun heimgesucht worden, der starkes Hochwasser im Gefolge hatte. Die durch die Ueberschwemmungen entstandenen Ernteschäden sind sehr erbeblich. Nach den bisherigen Berichten hat das Unwetter zwei Todesopfer gefordert. den von dem letzten Taifun heimgesuchten Gebieten sind Evidemien ausgebrochen, die bereits gahlreiche Todesfälle verursacht haben. Allein in einem Dorf sind 20 Bewehner Senchen zum Opfer gefallen. Schwere Unwetter in ganz Griechenland 50 Häuser eingestürzt. DNB Athen, 7. Dez.(Drahtb.) Ganz Griewhenland wurde in diesen Tagen von heftigen Unwettern heimgesucht, die allenthalben erheblichen Schaden anrichteten. In der Stadt Vatras entwurzelte der Sturm Bäume und trug die Dächer mehrerer großer Häufer davon. Die schwersten Verheerungen werden aus dem RhodopeGebirge in Trazien gemeldet. Dort wurden mehrere Dörfex von den durch die Regengüsse angeschwollenen Gebirgsbächen völlig überschwemmt 50 Hänser sind eingestürnt. Da die Verbindungen zum größten Teil unterbrochen sind, liegen noch keine Berichte darüber vor, ob auch Menschenleben zu beklagen sind. Lunneleinsturz in Frankreich DNB Paris, 7. Dez(Drahtb.) In einem Tunnel bei Anaulème an der Bahnstrecke Paris—Bordeaux kam es durch Gesteinsverlagerungen zum Absturz großer Mengen von Bausteinen und zu einem beträchtlichen Riß in dem Gewölbe. Glücklicherweise wurde der Einsturg von Bahnarbeitern wahrgenommen, so daß größeres Unheil verhütet werden konnte. Kleine Tageschronik Das Preisgericht der Internationalen Aus stellung Paris 1937 hat in der Klasse 16(Presse. Propaganda) den Reichsverband der Deut schen Zeitungsverleger mit einem Grand Prix ausgezeichnet. * Dr. Luther, der ehemalige Reichskanzler und Botschafter in Washington, ist im Flugzeug vo Singapore kommend in Batavia eingetroffen, mo er von dem Vertreter des Generalaouverneurs von Niederländisch=Indien und von dem deutschen Generakonsul Kleiber begrüßt wurde. * Von zuständiger Stelle wird darauf hingewiesen, daß nach dem 31. Dezember Anträge auf nachträgliche Ablösung von Forderungen im Verfahren nach dem Schuldenregelungsgesetz und nach der Osthilfegesetzgebung, die für den 1. Juni 1937 abgeschlossen sind. nicht mehr gestellt werden können. * Außenminister Eden beantwortete im Unterhaus eine Reihe von Anfragen über den Nonflikt im Fernen Osten. Ferner gab Eden auf Anfrage zu, daß von seiten der Bolschewisten in Katalonien zahlreiche Eingrikfe in ausländische Besitzrechte erfolgt seien * Bei einer Sportveranstaltunain Ton= louse stürzte eine Zuschauertribüne ein. wobei mehrere Peksonen verletzt wurden Ein Verletzter wurde in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Brand in einer Seifenfabrik Schwierige Löscharbeiz bei 15 Grad Kalte DNB Tilsit, 7. Des.(Drabth.) In der Nacht zum Dienstag entstand in der Siederei einer Seifenfabrtt in Tilsit ein Feuer, das in den Fetten und Oelen im Fabrikationoraum reiche Nahrung fand. Die Fabrik brannte völlig aus, jedoch konnten die Lagerräume gerettet werden. Durch den im öslichen Ostpreußen herrschenden sehr starken Fre“ wurde die Bekämpfung des Brandes erbeblich erschwert. Bei 15 Grad Källe gefror das Löschwasser auf den Balken und Mauerresten und wurde die Ursache einiger Unglücksfälle. Ein Feuerwehrmann zog sich durch einen Sturz so schwere Verletzungen zu, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Winlerlich Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mulbeim vom 7. Dezember Vorbersage für Mittwoch: Bei um Süh schwan kenden Winden vorwiegend bedeckt, im Sauerland Schneefälle. Im übrigen Vorhersagebezirk meist trocken. in den Morgenstunden verbreitet nebligtrüb. Temveraturen in der Nacht bis unter minus 3 Grad absinkend. Vorbersage für Donnerstag: Winde um Okt. meist bedeckt, nur geringe Schneefälle. Weiterhin kalt. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Kalt. Mörder Karlipp zum Tode verurteilt Schnelle Sühne für einen feigen Mord RWD. Mulh im Nuhr, 7. Dez.(Drahtb.) Der 28 Jahre alte Beruisverbrecher Bernhard Karlivv aus Mülheim=Ruhr, der am Sonntag, dem 14. November d. J., bei einem Ausbruch aus dem Mülheimer Amtsgerichtsgefängnis den Wachtmeister Esser erschoß, der ihn beim Ueberklettern der Gekängnismauer zurückreißen wollte, wurde am Dienstag durch das Sondergericht, das im Mülheimer Rathaus tagte. wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt Karlipp, ein unverbesserlicher Verbrecher, wurde schon am nächsten Tage in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs, wo er seine Frau erwartete, festgenommen und bei der Gegenwehr durch zwei Backenschüsse verletzt. Das Gericht hatte zu prüfen, ob der Angeklagte, der während des ganzen Verlaufs der Verhandlung simulierte und kein Wort sprach, mit Ueberlegung gehandelt hatte. Durch die Vernehmung von Mitgefangenen, die damals in ihren Zeilen eingeschlossen waren, und durch drei Kalfaktoren wurde das Drama im Gefängnis, das bisher vollkommen im Dunkel gelegen hatte, einigermaßen klargestellt. Danach ist es dem Verbrecher, der bereits zweimal ausgebrochen war, gelungen, am Mittag des 14. November durch die nicht abgeschlossene, aber abgeriegelte Tür, die er geöffnet hatte, unbemerkt in die Kellerräume des Gefängnisses zu gelangen. Hier versuchte er zunächst vergeblich. sich einen Dietrich anzufertigen. Dann ging er in die unverschlossene Kleiderkammer und nahm dort einen Revolver an sich, den er mit in seine Zelle nahm. Als abends um 7 Uhr die Türen der Aellen geschlossen werden sollten, überfiel er den Beamten Esser, als dieser noch die linke Hand am Schlüfselbund hielt. Es entsvann sich zwischen den beiden ein barter Kampf, in dessen Verlauf Karlipp zwei Schüsse auf den Gefängnisbeamten abgab, die aber nicht trafen. Karlipp riß sich los und hielt auf der Flucht durch das Gefängnis die ihm mit Schemeln zu Leibe rückenden Kalfaktoren in Schach. Er öffnete mit den dem Beamten entrissenen Schlüsseln verschiedene Türen und gelangte auf den Gefängnishof. Bei dem Versuch die 2.40 Meter hobe Gekängnismauer zu überklettern, wurde er von dem Gefängnisbramten der ihm gefolgt war, angegriffen. Karlivp zog die Pistole und tötete den Wachtmeister durch zwei Schüsse in den Kopf. Der Verbrecher besorgte sich zur weiteren Flucht bei einer bekannten Familie und bei seiner Frau Bekleidungsstücke sowie Gelh. Er verabredete sich mit seiner Fran für den nächsten Tag nach Essen in der Nähe des Haupthahnhofs, um dort weitere Geldmittel von seiner Ehefrau in Empfang zu nehmen. Die Polizei hatte inzwischen Frau Karlipp festgenommen und erfahren, daß Verbrecher zu einer bestimmten Zeit am Essener Hauptbahnhof sich aufbalte. Dort wurde Karlipr dann auch, wie bereits geschildert. unschadlich gemacht. Zahlreiche führende Persönlichkeiten, so u. a der Polizcipränident von Duisbura. SA=Brigade= führer Gutenberger, und der Oberbausener Polizeipräsident. SA=Brigadeführer Wysockv. hatten sich zu der Verbandlung eingefunden. Weiter waren Plätze für rund 200 Zuhörer geschaffen woden, die restlos besetzt waren. Der Angeklagte wurde von zwei Kriminalbeamten gefesselt vorgeführt. * Mit diesem Urteil hat ein Verbrechen seine Sübne gefunden, das weit über den Industriebezirk hinaus die größte Empörung bei der Bevölkerung ausgelöst hatte. Mit großer Genuatnuna wurde von der Oeffentlichkeit Tatsache zur Kenntnis genommen, daß es den Beamten der Mülheim=Oberhausener Mordkommission schon am Tage nach der Tat gelang den Mörder zu fassen und ihn seiner gerechten Bestrafung zuzuführen. Wie gefährlich der Bursche war und welches Unheil er noch hätte anrichten können beweist. daß er bei seiner Festnahme noch eine geladene Se'bstladepistole bei sich trug. Zweifellos hätte er hiervon auch noch Gebrauch gemacht. wenn bm nicht der Kriminalbramte auvor gekommen wäre und ihn durch die beiden Schüfe nicherge: streckt hätte. Die Bevölkerung des Nuhrgebiets atmet auf denn sie ist durch den Erkola Kriminalpolizei und die Schnelle Arbeit der Austis von einem Verbrecher befreit, dem trot seiner Jugend nach Vergangenheit und Veranlagung der Weg des Verbrechens vorgezeichnet war. Hauptichrikiletter: Josepd Ho610r. Bochum Gtellvertreies des Hauptscheiftletterdt 9 1ee C01f10.0. Nedun Verantwortlich: Hür den potnishen, kulturrelitiichen unt Unterdaltungstenl: Joterd 9061.. Sochum: 0 kalen Leil der Ausagde Bochum für Theater. Kund: Neier 621. om Wendenche Umschau und Verbreitungsgebiei der Ausgabe Bodum: Geord Milbeim Nrule, Pochum; fflr den lokalen Tell der Rusgaben Hallingen und Esten Sieeie: De Jolepd N0Ner0, sien-Eteele: für Sport. Handel und den lokaten Pattenscheid: Berdinand Julius Candeseld. Bocum Ur den Bilderdienn die einzeinen Abtelungsiener— fnr den Anzeigentenl Nochum: Carl Dena“ Pocum: Mür Anzeigentell Hatlingen E Gieele: Oflv Necer Hattingen: ille den Angeigenten Mauensheit: Hermann P010er wgrdende1d- Aue den i Peesatin. Nr* asinig und Truck: Schürmann 4 Klaages, Pochum.— 2 1937. Iber 11 400 evon Ausgade A: atiche seitung Bochum Aber 7600, Ausgebe Ur Reffäseltung Ennepe=Rude/ Sieeler Zeilung über 2000. Ausgabe#: Morgenzeilung Wattenscheid über 1100) l Mittwoch, den 8. Dezember 1937. 1. Beilage der Volks-Zeitung Nr. 287— Seite 5 Bochumer Tageschronik 2000 km geslohlen In der Zeit vom 4. 12. 1937, 19 Uhr, bis zum 5. 12. 1977, 10,30 Uhr, wurden aus der Wohnung eines Wirtes am Westfalenplatz 2000 RM entwendet. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Angaben erbittet die Kriminalpo izei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 212. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Gegen einen Leitungsmast. An' der Hattinger Strane fuhr ein mit Ziegelsteinen beladener Anhänger eines Lastkraftwagens infolge Reißens der Kup pelung gegen einen Straßenbahnoberleitungsmast und die Einfriedigungsmauer vor dem Hause Hat tinger Straße 729. Mast und Mauer wurden stark beschädigt. Personen wurden nicht verleyt. ( Steuereinnahmen in Bochum. Von dem Jahressoll in Höhe von 17 039 520 RM an Gemeindesicuedn gingen in Bochum in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1937 insgelamt 8 923 917 Rm ein. In derselben Zeit liefen an Ueberweisungssteuern 3 724 564 RM ein bei einem Jahres oll von 7 171 199 RM. Somit betrugen die Steuereinnahmen der Stadt Bochum im ersten Halbjahr des neuen Etatsfahres insgesamt 1 2 64 8 48 1 RM. )( Steigende Tendenz. Die Beluchsziffern der Bochumer Lichtspieltheater zeigen eine weitere steigende Tendenz. Schon im dritten Quartal des vorigen Jahres betrug die Besucherzahl in den 18 Bochumer Lichtspieltheatern 596 447. In dem gleichen Quartal dieses Jahres wurden nun 597 413 Besucher gezählt, der beste Beweis dafür, daß der Bochumer gern in ein Kino geht. NSG. Gauleiter Bürkel spricht in Bochum. Der Bund der Saarpfalz=Vereine hält om Tag der Saarabstimmung, am 15. Januar 1938, in Bochum eine Tagung ab, die mit einer Saarabstimmungsfeier verbunden sein wird. Auf dieser Tagung wird Gauleiter Bürkel sprechen Zusammenitok. Um 10 Uhr erfolgte auf der Hattinger Straße, in Höbe des Hauses Nr. 10. zwischen einem Lieferkraftwagen und einem Personenkraftwagen ein Zusammenstoß. Beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Der Lieferkraftwagen wurde abgeschleppt. Der Personenkraftwagen konnte seine Fahrt fortletzen. Personen wurden nicht verletzt. Aktuelle Fragen der gerichtsärztlichen Praxio. Morgen. 20 Ubr. spricht Herr o. Universitätsprofessor Dr. Pietruskv. Bonn. über„Aktuelle Fragen der gerichtsärztlichen Praris“. Der Vortrag findet in der von der Verwaltungsakademie Industuiebeurk in Bochum, und dem NS.=Rechtswahrerbund. Gau Westfalen=Süd, veranstalteten Vortragsreihe Fragen des Nationallozialistischen Rechts“ statt. Der Vortrag. der in der Verwaltungsakademie Bo= chum gehalten wird. ist darüber hinaus auch allen sonstigen Interessenten zugänglich. Eintrittskarten sind an der Abendkasse zu haben. Gesen einen Zaun. Gegen 10.05 Uhr fuhr auf der Dorstener Straße. vor dem Hause Nr. 137, ein Lastkraftwagen, als er einen Trecker überholen wollte. gegen den vor dem Hause befindlichen Zaun. Der Versonenkraftwagen und der Zaun wurden stark beschädigt. Personen sind nicht verletzt worden. Ein Auto überschlug sich, Gegen 11.45 Uhr erfolgte auf der Herner Straße, Ecke Löbkerring. ein Zulammenstoß zwischen zwei Personenkraftwagen. Ein Persone kraftwagen überschlug sich und wu de gegen einen auf dem Löbkerring stehenden Personenkraftwagen geschleudert. Die beteiligten Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Der Fahrer eines Personenkraftwagens erlitt leichte Verletzungen. NSG. Erfolge westsälischer Künstler. Vier Werke weltfälischer Künstlet, die in der Großen Deutschen Kunstausstellung 1937 im Haus der Deutschen Kunst ausgestellt worden waren, sind alle von höchster Stelle angehauft worden, und zwar hat der Führer die Oelgemälte„Aus dem Münsterland“ von Hans Kraft und„Kartoffelernte“ von Bernhard Bröker und die Bleistiftzeichnung„Emsniederung bei Gütersloh“ von Paul Westerfrolke erworben, während das Oelgemälde„Westfälischer Winter“ von Franz Homoet vom Reichsluftfahrt=Ministerium angekauft wurde. + Bestandene Staatsprüfung. Der Dipl.=Ing. Hans Gervens bestand in Berlin vor dem Oberprüfungeausschiß für das hohere Vermessungswesen leine zweite Staatsprüfung mit dem Prädikat„gut“. + Schießauszeichnung im Deutschen Schützenverband. Die kleine bronzene Auszeichnung des Deutschen Schützenverhandes wurde in Bochum verliehen: Anton Isfort, Karl Schröder, Hermann Lucan, Jos. Schlusche. Jol. Rech, E. Weltewitz, Franz Steden, Richard Bomball, Heinr. Dippel, O. Warnholtz, Franz Janssen und H. Stenvers, sämtlich von Amoniak Benzol im Kleinkaliberschießen. Die kleine silberne erhielten: Jos. Schlusche, E. Weltewitz, Franz Steden, Bomball, Dippel und Stenvers, während die kleine goldene den Schützen Weltewitz, Bomball, Dippel, Stenvers von Amoniak Benzol zufiel. Die große brongene ermarb sich aus der gleichen Schießgruppe E Weltewitz. Das Ecgehnis zeigt, daß der KKS=Amoniah-Benzol in Bochum tüchtige und zielsichere Schützen aufweist. NSG. Umbenennung der Einheiten der FliegerHJ. Die Einheiten der Flieger=HJ. heißen in Zukunkt nicht mehr Luftsporteinheiten, sondern„Fliegereinheiten". Es gibt daher keine Luftsport=Kameradschaften, Luftsportscharen usw., sondern Fliegerhameradschaften, Fliegerschaten, Fliegergefolgschaften und Fliegerunterbanne. NSG. Die Kulturstellenleiter der Banne und Jungbanne in Münster. In der Gaustadt Münster sand eine Tagung der Kulturstellenleiter der westfälischen Banne und Junabanne unter Leitung des Kulturabteilungsleiters des Gebietes Westfalen, Unterbannführer Witte, statt. Vorsicht in der Taschendiebe am Werk Die Geldbörse gestohlen. Gegen 18,30 Uhr wurde einer Frau, die die Kirmes auf dem Moltkemarkt besuchte, von unbekannten Tätern die Geldbörse aus der rechten Manteltasche gestohlen. Volksgenossen! tragt auf Wochenmärkten und in Kaufhäusern das Geld nicht in den Manteltaschen bei euch. Bei dem hier herrschenden Gedränge ist es den Dieben ein leichtes, unauffällig die Geldbörse aus den fremden Taschen zu ziehen und unbemerkt zu entkommen. Alle, die irgendwelche verdächtige Personen bemerken, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen sofort dem nächsten Polizeibeamten oder im Polizeipräsidium. Zimmer 212, Telephon, 60661, Nebenruf 221, mitzuteilen. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Diebstahl aus einem parkenden Aulo Zwischen 19 bis 20,30 Uhr wurde aus einem unverschlossenen Personenkraftwagen eine Brieftasche mit Ausweispapieren gestohlen. Der Wagen stand in einem Seitenweg an der Castroper Straße hinter dem Wasserwerk. Am nächsten Tage wurden die Papiere zum Teil an der Böschung des Bahndammes an der Dortmunder Straße wiedergefunden. Vermißt werden noch ein Reisepaß und ein Wehrpaß, sowie ein Parteibuch der NSDAP. Sämtliche Papiere lauten auf den Namen:„Paul Seidel, Duisburg, Sonnenwall 82.“ Wer hat den Diebstabl beobachtet oder wer hat die fehlenden Papiere gesehen oder gefunden? Zweckdienliche Angaben, die auf Wunsch vertrauWeihnachtszeit lich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 212. Einbruchsdiebstahl In den Abendstunden wurde in eine Wohnung der Zillertalstraße mittels Nachsch üssels eingebrochen. Entwendet wurden ein dunkler, gestreifter, einreihiger Herrenanzug, ein dunkel=blau=karierter Herren=Wintermantel, ein einfacher Spiegel, etwa 10X20 Zentimeter groß, ein Damastbettbezug, zwei Leinenkissenbezüge uno ein dunkelbrauner Handkoffer, 50X30X12 Zentimeter groß. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 216. Ueberfallen und mißhandelt Gegen 2,05 Uhr wurde ein Volksgenosse auf der Varenholtstraße, in Höhe des Feldweges, der zu dem Hause Varenholtstraße 47 b führt, überfallen. Der Täter schlug dem Ueberfallenen mit einem Gegenstand über den linken Oberarm und versetzte ihm mehrere Fußtritte gegen die Schienenbeine. Als der Ueberfallene sich zur Wehr setzte, ergriff der Täter mit einem Fahrrade die Flucht. Der Täter wird wie folgt beschrieben: 30 Jahre alt, 1,68 Meter groß, trug einen dunkten Anzug und blaue Mütze mit bunter Kordel. Volksgenossen, die in bezug auf den Täter zweckdienliche Angaben machen können, werden gebeten, auf Zimmer 72 im Polizeipräsidium in Bochum, Uhlandstraße 35, vorzusprechen oder ihre Wahrnehmungen fernmündlich mitzuteilen.— Telephon: 60661, Nebenruf 2W. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt. Einen Groschen mehr zum Eintopfsonntag, dann bescherst Du Weihnachtsfreude! NKG. Am 12. Dezember ist der dritte Eintopfsonntag des Winterhilfswerks. Wieder vereint er die ganze Ration in treuer Opferbereitschaft. Und doch ist es ein besonderer Eintopfsonntag, denn jeder Volksgenosse soll an diesem Tage etwas mehr geben als sonst, weil Christmonat ist. Das Winterhilfswerk will allen Hilfsbedürftigen ein Fest der Freude bereiten, denn Weihnachten muß ein Fest des ganzen deutschen Volkes sein. Ein jeder kann zum Weihnachtsfest anderen Freude bereiten durch ein wirkliches Opfer zum Eintopfsonntag. Diese Freude wird tausendfach ausstrahlen in die Herzen unserer hilfsbedürftigen Volksgenossen, denen das Winterhilfswerk hilft, damit auch sie Weihnachten feiern können. Auch die WW=Betreuten sollen ihren Lichterbaum bekommen, damit sie fühlen: das ganze Volk tritt für uns ein und vergißt uns nicht. Jeder Volksgenosse hann hier mithelfen. Das kommende Weihnachtsfest muß der Welt wieder zeigen, daß das ganze Deutschland eine große Familie ist. Wenn am Eintopfsonntag die Sammler mit den Sammeilisten kommen, dann geben wir eine zusätzliche Spende. Jeder gibt einen Greschen mehr. Wenn wir uns alle darnach richten, dann können wir unseren bedrängten Volksgenossen eine echte Volksweibnacht bereiten. Dein Eintopfopfer am Sonntag sei darum ein Weihnachtsopfer An das Bochumer S'adltheater verpflichtet Wie wir erfahren, wurde Ruth Trumpp, die seit Beginn dieser Spielzeit an den städtischen Bühnen Düsseldorfs tätig ist, von Intendant Dr. Saladin Schmitt auf zwei Jahre an das Stadttheater Bochum verpflichtet. Ihre Erfolge als„Johigenie“ und als Königin in Hamlet machten sie in Westdeutschland behannt, genau wie Heidi Kuhlmann durch ihre „Penthesilea“ ihren Ruf als Schauspielerin festigte. Mit diesen beiden Küinstlerinnen hat das Bochumer Stadttheater nun zwei Vertreterinnen für das heroische Fach. Die Intendanz hofft, die Künstlerin noch im Laufe dieser Spielzeit in Bochum gastweise vorstellen zu können. Hidde Ebert folgt einem Rufe nach Stuttgart. Der Vertrag ist in diesen Tagen perfekt geworden. Im Weihnachtsmonat keine Vorschuß-Tilgung Der Reichsminister der Finanzen hat die Richtlinien für die Gewährung von Vorschüssen in besonderen Fällen im öffentlichen Dienst ergänzt. Danach unterbleibt im Weibnachtsmonat eine Tilgung des Vorschusses. In dem Monat, in den der Hauptteil des zustehenden Erholungsurlaubes fällt, kann die Tilgung des Vorschusses auf Antrag ausgesetzt werden. Die Tilgungsfristen verlängern sich entsprechend. Die Stadtverwaltung weist in der beute veröffentlichten Bekanntmachung weiter darauf bin, daß Arbeitnehmer, die bis zum 20. 12. 1937 keine Steuerkarte erhalten haben, verpflichtet sind, diese beim Steueramt im Rathaus. Haupteingang links, erstes Obergeschoß. Zimmer 126, oder bei den einzelnen Verwaltungsstellen anzufordern. Hierbei bandelt es sich meistens um solche Personen, die die Personenstandsliste am 11. 10. 1937 nicht ordnungsmäßig ausgefüllt oder nach diesem Tage ihre Wohnung gewestselt haben. Etwaige Berichtigungen der Steuerkarten wegen unrichtiger Eintragungen oder wegen Nichtberücksichtigung von Familienangehörigen sind gleichfalls ab 20. 12 1937 bei den oben bezeichneten Dienststellen zu beantragen. Dagegen sind Anträge auf Erhöhung der Beträge für Sonderleistungen. Werbungskoiten usw., sowie Anrechnung von Hausgehilfinnen bei den Lohnsteuerdienststellen des Finanzamtes in Bochum. Uhlandstrane 37. bzw. für das Stad gebiet Langendreer beim Finanzamt Wit= ten. Humboldistraße 11/13. und für die Stadtbezirke Linden Dahlhausen, Stiepel und Sundern beim Finansamt Hattingen Bahnhofstraße 39. anzubringen. Arbeitnehmer die nach dem 11. 10. 1937 von auswärts zugezogen sind. wird empfohlen. ihre Steuerkorten bei der Gemeindebhörde zu beantragen. in deren Bezirk sie am 11. 10. 1937 gewohm haben. Es ware zu überlegen Förderung für heimische Künst'er Erfreulicherweise ist die Jahresschau Bochumer Künstler in der städtischen Gemäldegalerie für den Monat Dezember verlängert worden. Es ist gewiß nicht deshalb geschehen, um den Bochumern Gelegenheit zu geben, diese Schau nur zu besichtigen. Wer es im November nicht getan hat, der wird es auch im Dezember nicht tun, wo das ganze Trachten und Sinnen nur mit Weihnachten angefüllt ist Der Zweck der Verlängerung dürfte wohl darin liegen, allen Interessenten, die auch etwas für Kunst übtig hoben und als Weihnachtsgabe gern mal ein schmuckes Bild auf den Tisch stellen möchten, Gelegenheit zum Kause eines solchen Bildes zu geben. Und das ist ja auch das Hauptmotiv, das dazu geführt hat, alljährlich die Bochumer Künstler um die Weihnachtszeit in der Gemäldegalerie zu Worte kommen zu lassen, damit auf diese Weise die Kauflust der Mitbewohner angeregt wird. Leider scheint der materielle Erfolg in diesem Jahr nicht die Mühe der Künstler zu lohnen. Es mag sein, daß, je näher wir auf das Fest zu marschieren, dieser Erfolg sich noch einstellen wird. Zu wünschen wäre es schon im Interesse unserer Künstler, die, abgesehen von einigen, wahrhaftig nicht auf Reken gebettet sind. Es gibt welche, die sich schlecht und recht durchs Leben schlagen und manchmal froh sind, wenn für die nächste Woche die Eristenzgrundlage vorhanden ist. Es t der Zeit, einmal auf diese Dinge hinzuweisen und bei den Besitzenden einmal das Pflichtgefühl wachzurufen, das sich gerade da als stark erweilen muß. wo es um das Kunstschaffen der eigenen Mitbürger geht. In anderen Städten ist es in dieser Hinsicht besser bestellt. In dem kleinen Minden, der tausendjährigen Soldatenstadt an der Weler, dem Heimatort einer ganzen Reihe namhafter deutcher Maler, ist man jetzt dazu übergegangen, Werk und Künstler jedem Mindener und jedem ankommenden Fremden besonders nahe und praktisch die gute Kunst ins Volk zu bringen. In verschiedenen Gaststätten sind besondere Zimmer für die in Minden geborenen Künstler eingerichtet worden, in denen sie ihre Werke zeigen und auswechseln können. Unseres Wissens ist in Bochum nur ein schaffender Künstler in der Lage, vor einer breiteren Oeffentlichkeit seine Bilder auszustellen, und das auch nur aufgrund vermandtschaftlicher Beziehungen. Wir schneiden diese Dinge hier an, um zu irgendwelchen Vorschlägen und Gedanken, wie man den heimischen Künstlern nun auch tatsächlich praktisch helfen hann, anzuregen. Auch scheint es uns zweckmäßig zu lein, wenn man im nächsten Jahre der Jahresschau Bochumer Künstler einen Katalog beigeben würde mit einem Bild des betreffenden Künstlers, einigen Angaben aus seinem Lebenslauf, Titel des Bildes und Preisangabe. Auch wäre zu überlegen, ob die ausstellenden Künstler nicht selbst einmal in einem erläuternden Vortrag über ihr künstkerisches Schaffen Fühlung mit den kunstinteressierten Mitbürgern suchen würden Man weiß ja aus dem Leben selbst, welche Vorteile ein solcher perlönlicher Konner bedeuten hann. Es sind oben so schöne Sätze über die Kunstschaffenden in Deutschland geprägt worden, daß es traurig wäre, wenn sie unten keine Resonanz finden würden. Straßennawen erläutert In Herford beabsichtigt man, die zum Teil sehr alten und für Einheimische und Fremde vielfach unverständlichen Straßennamen durch einen knappen, einprägsamen Zulatz auf den Straßenschildern zu erläutern. Auf diese Weise wird die vielfach nicht zu erkennende geschichtliche Bedeutung der Straßennamen und damit ein Stück Stadtgeschichte Allgemeingut. Auch für Bochum wäre zu überlegen, ob man dieses Beispiel nicht nachahmen könnte. Gibt es doch gerade in unserer Stadt eine Unzahl von Stradie ihre Entstehung aus geschichtlicher Vergangenheit herleiten, während andere wieder auf frühere Bezeichnungen, Sitten und Gebräuche und Flurnamen zurückgehen und andere die Namen verdienstvoller Persönlichkeiten tragen, deren Bedeutung für die heutige Generation hutm noch erkennbar ist. Fragt man die Einwohner selbst, so ist man erstaunt, wie wenig Vorstellungen sie mit dem Gegenstand des Straßennamens verbindet. Erfreulicherweise erfüllt ja wohl das Bochimer Adreßouch diele Aufgabe, die Einwohner und Fremden über die Entstehung der Straßennamen ins Bild zu setzen. Bei allen Straßennamen ist die Entstehung der Straßenbezeichnung mit knappen Worten erläutert. Aber darüber hinaus wäre es nicht von der Hand zu weisen, wenn man auch in Pochum dazu überginge, die neuen Schilder mit einem entlprechenden Zulatz, der Auskunft über die Hernunft des Straßennamens gibt, zu versehen. Gewiß die Kostenfrage spielt. dabei eine Rolle. Aber es braucht ja nicht von heute auf morgen zu sein, man hann die zusätzliche Erläuterung ja auf die nächsten Jahre ausdehnen. Auf diese Weise würde man aber zweifelsohne praktische Heimatkunde betreiben. Jedenfalls wäre es zu überlegen, ob dieser Gedanke nicht einer ernsten Betrachtung wert wäre. Der dritte Eintonfsonntag muß seiner Bedeutung im Weihnachtsmonat entsprechen! Bringt Opfer. die Weihnachtsfreude bringen! Rückkehr der Bechumer Landjahrpflichligen am Donnerstag und Freitag Aus verkehrstechnischen Gründen war es leider nicht möglich, daß sämtliche Landjahrpilichtigen geschlossen eintreffen. Vielmehr kommen die Landjahrpflichtigen in mehreren Transporten an und zwar: Am Donnerstag. vormittage 9.03 Uhr BochumHaupthahnhof aus den Landjahrlagern Niklasdorf, Neubrücken und Rosenberg Am Donnerstag mittags 11.11 Uhr, BochumNord aus den Landjahrlagern Wittbeck, Falkenburg, Maskow., Sternin, Eickstedtswalde und Briesen. Am Freitag, morgens 5,13 Uhr. Bochum Hauptkahnhof aus den Landjahrlagern Groß=Baudiß, Tönning nd Klein=Wiehr. Ausgabe der Steuerkarten und Erhebung der Bürgersteuer für das Kalenderjahr 1938 In den nachsten Tagen läßt das Stadtsteueramt mit der Zustellung der Steuerkarten für das Kalenderjahr 1938 beginnen. Steuerkorten erhalten alle Lohn, und Gehaltsempfänger über 18 Jahre. Auch in Fällen. in denen anzunehmen ist. daß der jüngere Pflichtige im Kalenderjahre 1038 monatlich mehr als brutto 65. RM Lohn oder Gehalt empfangen wird, werden Steuerkarten zugestellt. Durch die Steuerkorten wird neben der Lohnsteuer auch die Wehr= und die Bürgersteuer angefordert. Lettere wird in Bochum in Höhe von 500 vom Hundert der Reichssätze erhoben. Bei den Lohnund Gehaltsempfängern wird die Bürgersteuer auf Grund der Steuerkarte durch Einbehalten eines Lohnteiles, bei den übrigen Steuerpflichtigen, Gewerbetreibenden, hei Angehörigen der freien Berufe. Landwirte usw. durch einen besonderen Steuer bescheid, der gegen Ende Januar 1938 zugestellt wird. erhoben. Die Arbeitgeber werden hierdurch erneut auf ihre Pflicht zur Einbehaltung und Ab lieferung der Bürgersteuer hingewiesen(s. auch Seite 4 der Steuerkorte). Etwaige Verstöhe gegen diese Bestimmungen ziehen Bestrafung nach sich. Die Empfänger der Steuerkarten haben diese auf die Richtigkeit der Eintragungen hin zu prüfen uny dem Arbeitgeber auszuhändigen. Drei Arten von Berechtigungen Vorschläge des Reichsrerbandes der Elternschaft, Der Reichsverband der Elternschaft, deutscher Mittelschulen hat einen Plan zur Regelung des Berechtigungswesens vorgelegt. über den der„Gemeindetag“ berichtet. Gemäß der zukünitigen Dreiteilung des Schulwesens in Volks=, Mittel= und Oberschule soll es nur drei Arten von Berechtigungen geben. nämlich nach Erreichung des Schulziels die Volksschulreise, die Mittelschulreise und die Oberschulreise(Abitur). Alle Zwischenstellen, namentlich die Obersekundareiie, sollen fortfallen. Daraus sollen sich dann die Berufs= und Fachschulen aufbauen. Die Volksschule gibt die Allgemeinbildung für den Besuch der Berufs= und Fachschule, wobei besonders begabte Volksschüler die Möglichkeit des Aufstieges haben sollen. Die Mittelschule gebt die Allgemeinbildung für den Besuch der höheren Fachschulen. die Oberschule für die Hochschulen. Auf die Berufe bezogen, berechtigt danach die Volks= schulreife zum Eintritt in alle einfachen Berufe in Wietschaft und Verwaltung. Die Möglichkeit des Aufstiegs in die mittleren und höheren Berufe auf Grund besonderer Befähigung und Bewährung muß grundlänlich gegeben sein. Die Mittelschule berechtigt zum Eintritt in die gehobenen mittleren Betute in Wirtschaft und Verwaltung, ebenfalls mit der Möglichkeit des Aufstiegs, und die Oberschulreife zu allen wissenschaftlichen Berufen und Führerstellungen in Heer und Polizei. Die Partei beim Siedlungswert Auch örtliche Zusammenarbeit mit dem Staat. Im Anschluß an die neuen Kleinfiedlungsbestimmungen hat der Reichs= und preußische Arbei sminister im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers die Zusammenarbeit der Behörden mit den Parteidienststellen auf dem Gebiete der Kleinsiedlung geregelt. Tas vertrauensvolle Zusammenarbeiten der maßgebenden Spitzen in Partei und Staat soll sein Spiegelbild finden in einer entsprechenden Zusammenarbeit in den einzelnen Bezirken. Daher ist namentlich den Gauheimstättenämtern ein weitgehendes Einsichts=, Auskunfts= und Beratungsrecht bei den Siedlungsbehörden und trägern eingeräumt; auch sind den Gauleitern die aröheren Siedlungsvorhaben anzuzeigen, damit sie sich darüber unterrichten und unter Umständen auch Anregungen geben können. Der ausschlaggebende Einfluß der Partei beim Siedlungswerk ist überall dort sichergestellt worden. wo er zur Wahrung der volitischen Belange notwendig erscheint, in erster Reibe bei der Siedlerauswahl. Die unbedingte Verantwortlichkeit der Behörden und Siedlungsträger für die von ihnen zu treffenden Entscheidungen bleibt unberührt; die Zusammenarbeit ist so zu gestalten, daß das Siedlungswerk dadurch in keiner Weile verzögert wird. Um anderen Freude zu geben Weihnachtsbescherungen durch den Arbeitsdienst Eine der schönsten, jährlich wiederkehrenden Traditionen im Reichsarbeitsdienst sind die Weihnachtsbescherungen für arme Kinder. Dafür opfern die Arbeitsmänner in vielen Lagern wochenlang ihre Feierabende: sie bastgln Spielzeug. Truppstuben und sonstige verfügbare Räume gleichen einer Künstlerwerkstatt. Mit Zeichenstift, Laubsäge, Hammer und Pinsel zaubern die geschickten Hände der Arbeitsmänner aus Holz das schönste Spielzeug: Tiere aller Art, Bauernhäuser, Baume, Eisenbahnen, Antos, Flugzeuge, Soldaten und Kanonen. In den Abteilungen herrscht jetzt ein Sägen, Hämmern, Klopfen und Surren, ein Pfeifen und Singen, kurz, eine allgemeine Fröhlichkeit, daß man davon angesteckt wird und am liebsten gleich mitmachte. Das ist der Feierabend des beutschen Arbeitsmannes: viele Wochen lang schafft er freiwillig, um anderen Freude zu geben, um deutschen Kindern ein deutsches Weibnachtsfest zu bereiten. Kulturelle Veranstaltungen hans Zöberlein Der Dichter der Bewegung Der Dichter der Bewegung„Hans Zöberlein besucht heute Bochum. Er spricht heute nachmittag vor der Hitler=Jugend und heute abend um 8 Uhr vor den Mitgliedern der Kulturringe 1 und 2 der N3G„Kraft durch Freude" im ErnstMoritz=Arndt=Haus. Wer nur eines seiner Bücher kennt, wird nicht versäumen, den Dichter zu hören. Musikalische Umrahmung des Dichterabends erfolgt durch das Hofmann=Quartett Bochum. Die Mitglieder der Kulturringe 1 und 2 werden gebeten, die Eintrittskarten in der Geschäftsstelle der NSG„Kraft durch Freude“, Kortumstraße 62, abzuholen, da diese Veransta tung für die Kulturringe 1 und 2 als Pflichtveranstaltung gilt. Freiverkauf für Nichtmitglieder findet statt. ans Zöberlein gehört mit zu denen, die sich eine Last von der Seele geschrieben haben. In seinem Werk„Der Glaube an Deutschland“ hat er das Vermächtnis der Front niedergelegt. Kampfe und Schlachten stehen in historischer Treue mit Tag und Stunde, Ort und Gelände wieder auf. Nicht so, wie man vielleicht die Ereignisse heute nach Jahren steht. Gipfel und Abgründe stehen nebeneinander und immer die sturmfeste Treue der Front schlagen, den Quell jener Kraft, die unsere Kameradschaft dabei. Män hört das Herz der unvergänglichen Siege schuf. Und ungewollt greift die soziale Frage ins Geschehen ein, das Denken der„vaterlandslosen Gesellen". Das Buch hat allen etwas zu sagen: Dem Soldaten, dem Politiker den schaffenden Deutschen aller Stände. Der heranwachsenden Jugend ist es das Erbe der Front. Das ganze Buch kennzeichnet das hohe Lied echter Kameradschaft und Pklichterfüllung bis zum Letzten. 1933 erhielt der Dichter für dieses Werk den Dichterpreis der Stadt München. Nach einem Abschnitt aus diesem Buch wurde 173 ein Film gedrebt, der als„Stoßtrupp 1917“ über diWelt gegangen ist. Ein zweiter Film„Um das Menschenrech:“ folgte. Ein neues Buch von Haus Zöberlein,„Der Befehl des Gewissens", erschien Ende des Jahres 1 als Fortsetzungsabend zu„Der Glaube an Deutschland“. Das Buch ist ein Roman von den Birren der Nachkriegszeit und der ersten Er= bebung. Eine großartige Gestaltung des Werdens der nationalsozialistischen Bewegung. Hier hat der Opfergang der namenlosen, ungezäh ten Helden eine Würdigung von dauernder Geltung gefunden, hier ersteht das ewige, unzerstörbare Deutschland greifbar und faßbar vor unseren Augen, das in einer Zeit des Irrwahns und der Verbetzung zu marschieren begann in Not und Tod um der Idee willen. Und welch ein frohes, starkes, zuversichtliches Glücksgefühl wandelt den Leser an, wenn er hinter den Sinn des Geschehens kommt, wenn er aus tiefstem Herzen nicht nur begreift, sondern fühlt: Deutsch and ist unzerstörbar! Nie wird es untergehn. Wer Hans Zöberlein noch nicht kennt, seine Werke noch nicht gelesen hat, sollte diese Gelegenheit heute abend um 8 Uhr im Ernst=Moritz=ArndtHaus nicht versäumen. heule:„Afrikanische Hochzei!“ Das Schauspiel von E. Paetzmann„Afrikanische Hochzeit“, das am Samstag zur alleinigen Uraufführung gelangte und in der Presse einen starken Widerhall fand, gelangt heute zu seiner ersten Wiederholung. Fraglos wird dieses theaterkräftig gestaltete Schauspiel, das in interessanter Form das Kolonialproblem behandelt, auch in Bochum großes Publikumsinteresse finden. Die Spielleitung liegt in den Händen von Curt Bartz. Die Besetzung ist die der Premiere mit Hidde Ebert, Ernst Holznagel, Alfred Schieske, Curt Bartz, Wilhelm Grimm. Die Aufführung ist für die Vormiete A angesetzt. Nachmittags 16 Uhr das Weihnachtsmärchen„umpelstilzchen". Das schönste Geschenk für die Kinder ein Besuch des Weihnachtsmärchens im Stadttheater. Kammersänger Gerhard hüsch singt Donnerstag im Stadttheater Bochum. Bei dem Bestreben, im Zyklus der MeisterKonzerte des Städtischen Orchesters Bochum stets auch einen hervorragendne Vertreter der Gesangskunst zu bringen, ist die Wahl in diesem Jahre auf Kammersänger Gerbard Hüsch gefallen. Dieser Künstler hat sich in den letzten Jahren unter den Angesehensten seines Faches einzureihen gewußt. Er wird eines der bedeutendsten Solo=GesangWerke zum Vortrag bringen: die Kantate will den Kreuzstab gerne tragen“ von Jobann Sebastian Bach. Außerdem wird er seine Kunst auch in den Dienst der Lebenden stellen und die sechFjeld=Lieder von Yrjö Kilpinen singen. Das Orchester bringt die Fantasie und Fuge in g=moll von Johann Sebastian Bach, deren Orgel=Original Leopold Reichwein in der Art eines Concerto grosso für Orchester gesetzt hat und die Partita von kann Nepomuk David, die bereits in fast a len bedeuteren Musikstadten zur Aufführung gelangt ist und die stärkste Beachtung gefunden hat. Das Konzert findet morgen, Donnerstag, ". Dezember, 20 Uhr, im Stadttheater statt. Leitung: Städtischer Kapellmeister Projessor Leopold Reichwein. Karten sind noch an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen erbältlich. Schülerkarten werden nur an der Konzertlasse ausgegeben. Vorbestellungen nimme die Konzertkasse unter Nr. 61051 entgegen Jahrespreis.Jung=Westfalen 1938“ für Graphik. N3G Der Weitfälsche Kunswerein zu Munster Domplatz 10/15 im Landesmuseum, fordert hierdurch alle in Westialen geborenen oder dort an= ässigen Graphiker unter 35 Jahren auf, sich durch Einiendung von freigraphischen Arbeiten aller Tech= niken um den Jahrespreis„Jung=Weitsalen“ zu bemerben. der im Februar 1938 zur Verteilung gelangt Die Preissumme beträgt 500 RM, die auch in einen ersten und einen oder mehrere zweite Preile zerlegt werden kann. Jeder Einiender ist berechtigt, ohne weitere Auf= forderung bis zu zehn deutlich signierte Arbeiten einzusenden. Hinzuzufügen ist ein kurz gehaltener Lebenslauf mit Angaben über die Mitgliedschaft bei der Reichskammer der bildenden Künite. Die Ein= lendungen mussen bis zum 15. Januar 1938 erfolgt sein. Der Jugend ein Buch als Weihnachtsgabe So ist es nun einmal, kaum werden die Tage kürzer, der Nebel legt sich über alle Lande, da fallen just die ersten Schnecflocken vom Himmel hernieder und künden, daß das Weihnachtsfest naht. Die Menschen haben Weihnachten immer auf ihre Art zu seiern gewußt, und so hat sich neben manchem schönen Brauch auch der des gegenseitigen Beschentens erhalten. Groß ist die Auswahl der Geschenke, mit denen man seine Angehörigen und Bekannten erfreuen kann, Besondere Sorgfalt wird man auf die Geschenkauswahl für unsere Ingend legen, denn gerade sie ist für ein gutes Geschenk am dankbarsten. Schon immer bereitete ein gutes Buch die größte Freude. und so sollen auch in diesem Jahr wieder viele tausend gute Bücher auf den Gabentischen unserer Jungen und Mädel liegen. Die Buchhändler haben daber in geschmackvollen Auslagen auf das gute Buch hingewiesen, und wer die Schaufenster in den Straßen der Stadt betrachtet, dem wird das zah reiche Schrifttum für die Jugend ins Auge fall und er wird bei seiner Geschenkauswahl auf ein gutes Buch für die Jugend zurückgreifen. Sei treu und opferbereit zum 3. Eintopfsonntag, denn auch Dein Opfer bringt Freude durch das WHW. zum Weihnachtsfest. N3G. R3 V.Kinder in der Jugendherberge. Im November führte die Gauamtsleitung der NSV in der Jugendherberge Möhnelee im Rahmen der Kin= derlandverschickung ein mit 50 Jungen im Alter von 8—13 Jahren belegtes Laaer durch. Die Betreuung der Kinder oblag einer von der NSV bestimmten Kindergärtnerin. Die Verpflegung wurde durch de Jugendherberge im Rahmen der mit der NSV getroffenen Vereinbarungen gestellt. Es ilt lehr erfreu= lich, am Schluß des Lagers eine ausgezeichnete Erholung der Kinder feststellen zu können. Eine G. michtszunahme von 2—8 Pfund in knapp 4 Wochen mir ein gutes Zeichen für die sorglame Betreuung und Veipflegung. Kaufmannssehilsenprükung Frühjahe 1838. Die Industrie=und Handelskammer zu Bochum macht nochmals darauf aufmerksam, daß sich alle diejenigen kaufmännischen Lehrlinge, die bis zum 30. Juni 1938 ihre Lehrzeit beenden, bis zum 15. Des ds. Js. bei der Industrie= und Handelskammer Bochum zur Prükung zu melden haben. Anmelde= vordrucke sind bei der Industrie= und Handelskammer zu Bochum, bei den kaufmännischen Beruis schulen und bei den Ortogruppen der Wirtschaft= gruppe Einzelbandel erhältlich. Vorsicht bei der Freimachung von Briessendungen nach dem Ausland. Gewöhnliche Briefsendungen nach dem Ausland werden oft unzureichend kreigemacht. Solche Sendungen können dem Absender und Empfänger Verdruß und Schaden bereiten. Bel richtiger Frei= machung erspart der Absender dem Empfänger die Bezahlung der Nochgebühren, die in doppelter Höhe des Fehlbetrages eingezogen werden; er läuft auch nicht Gefahr. daß der Empfänger die Annahme der Sendung wegen der Nachgebühr verweigert, daß diese dann obendrein von ihm selbst eingezogen. und der gonze Zweck der Sendung nicht erreicht wird Die Inlandsgebührensäne für Briefsendungen gelten nur im Verkehr mit Danzig. Lurembura und Oesterreich. Nach dem übrigen Ausland betragen die Gebühren im allge= nach der nach Un meinen Tchechoflowakei garn für Postkarten 18 Rpf 10 Rpf 10 Rpf „ Briefe bis 209 25„ 20„ 20„ „ jede weiteren 20g 15„ 15„ 10„ „ Druckachen“) je 509 5 Rpf. " Geschäftspapiere“) je 50 9 5 Rpi. mindestens 25 Rpf Warenproben“) je 509 5 Rpl. mindestens 10 Rpf. „ Mischsendungen“) je 509 5 Rpf. mindens 10 Rpf. wenn die Sendung nul die Sendung nur Drucksachen und Worenproben entbält sonst mindesteno 25 Rpt „ Packchen“) je 50 q 10 Rpia. mindesten50 Rp *) Nach Unaarn ermaßiate Gebühren Ausführliche Gebührenübersichten in handliche Form sind für 10 Rpf an den Postschaltern zu haben Experiment mit dem Boden Von Dr. Colin Roß der Am 14. Dezember in Bochum spricht Im Verlag Brockhaus, Leipzig, erschien soeben das neue Buch unseres bekannten deutschen Reiseschriftstellers:„Der Balkan Amerikas"(Mit Kind uund Regel durch Mexiko zum Panamakanal). Das Werk ist wieder ein echter Colin Roß— fesselnd in der krassen Herausarbeitung der widereinander arbeitenden politischen Kräfte, abenteuerlich in der persönlichen Erschließung des Landes im Kraftwagen und auf dem Maulesel durch den Verfasser und seine Familie. Ein Buch der Erinnerungen und der Zukunft: vor 25 Jahren ritt Colin Roß mit dem großen Freiheitshelden und ebenso großen Banditenhäuptling Pancho Villa durch Mexiko, erlebte den Eroberer in seiner ganzen Wildheit, reiste im Güterzug mit als Zeuge von Totschlag, Plünderung, Sieg und Niederlage. Jetzt nun sah er das wilde Land wieder. Es hat sich seitdem nicht viel geändert: im unwessamen Innern sitzt wie vor Jahrtausenden der Indio als elender Peone und betet seine alten Götter an. Daneben stehen die unerhört prunkvollen Paläste der neuen Reichen. Fast jeder Revolutionär. den die Kugel verschont hat, endet als Großgrundbesitzer. Am Panamakanal aber starren die gewaltigen Kanonen der Amerikaner drobend in die Luft. Beabsichtigt Onkel Sam, sein Reich bis hierher auszudehnen? Wir entnehmen dem Buch mit Genehmigung des Verlags Brockhaus, Leipzig, einen Abschnitt. Der Ausländer, der sich von Landfrage und Aararreform in Meriko ein Bild machen will, stebt zunächst einem völligen Rätsel gegenüber. Soricht er mit Angehörigen der Großgrundbesitzerklasse oder in Meriko anfässigen Ausländern, so muß er den Eindruck gewinnen, als sei aller Groß= und Mittelbesitz enteignet und den Peonen, den ehemaligen indianischen Landarbeitern, überantwortet worden. Diese Ansicht wird sehr nachdrücklich durch die Statistik unterstrichen. Nach ihr wurden in den ersten zwanzig Jahren der Revolution bis zum Amtsantritt Cardenas' über acht Millionen Hektar enteignet, unter der Präsidentschaft des letzten allein bereits fünf. Noch enbhafter erscheinen die Klagen, wenn man durch das Land fährt und all die großen, alten Haziendas zerstört und verlassen findet. Spricht man jedoch mit Politikern odex Arbeiterführern, so muß man annehmen, es sei überhaupt noch nichts geschehen und von den Versprechungen der Revolulion wie der Verfassung noch kaum eine eingelöst. Auch diese Ansicht findet ihre Bestätigung durch den Augenschein. Die Landbevölkerung lebt in so elenden Verhältnissen, in solch kümmerlichen Hütten, in so sichtbarer Armut, daß man beim besten Willen nicht den Eindruck gewinnen kann, sie hätte durch die so feierlich verkündete und in der revolutionären Verfassung verankerte Agrarreform wesentlich gewonnen. Die Erklärung dieses Widerspruches liegt in zwei Ziffern,— der Höhe der landwirtschaftlchen Produktion 1910 und heute. Im Jahre 1910, also vor Beginn von Agrarrevolution und Agrarreform, betrug die alljährliche Erzeugung von Mais 81 Millionen Bushel. Heute erreicht sie nicht mehr als 65,8 Millionen. Da Hauptnahrungsmittel, von dem die Masse der Bevölkerung fast ausschließlich lebt, sank also um 20 vom Hundert. Gleichzeitig aber stieg die Einwohnerzahl um 21 vom Hundert, wodurch das Mißverhältnis noch größer wird. Es ist also kein Wunder. daß trotz aller Landzuteilung der Lebensstandard sinken mußte, sich zum mindesten nicht heben konnte. Die einfache Weisheit des nationalsozialistischen Deutschlands, daß die Hebung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft von der Hebung der Produktion abhängig ist, erweist sich auch in Mexiko als richtig Gegenüber dem katastrophalen Absinken der Erzeugung blieben alle sozialen und agrarrevolutionären Maßnahmen wirkungslos, unabhängig davon, ob nun das beste Land enteignet wurde, wie die Großgrundbesitzer behaupten, oder das schlechteste, wie die Indios und die radikalen Politiker klagen. Von Fall zu Fall ist das eine wie das andere richtig. Der Theorie nach hat die Agrarbewegung der Peone gesiegt, und ist die Landfrage in für sie idealer Weise gelöst worden. Artikel 97 der bereits im Jahre 1917 unter Carranza erlassenen Verfassung verkündet, daß der Grund und Boden der Nation gehört, daß sie das Recht hat, darüber zu verfügen, ungeachtet privater Ansprüche. Weiter heißt es kurz und bündig, daß alle Enteignungen und Aneignungen von Gemeindeland seit 1856 null und nichtig sein sollen. Damit war der alte Traum erfüllt. Das vom Grohgrundbesitz geraubte Land konnte seinen ursprünglichen Eigentumern, den landloß gewordenen Jndios. zurückerstattet werden. Nichts stand dem Anbruch der angekündigten Zeit des Glückes und Wohlstandes für alle mehr im Wege. Theoretiker sind von der mextkanischen Agrarreform entzückt. Europäische wie amerikanische Sozialreformer, Marxisten und Kommunisten sind begeistert aus Meriko zurückgekommen und haben dicke Bücher über die mexikanische Landreform geschrieben. Die Praris sieht anders aus. Eine jede Fahrt über Land, einerlei in welchem der merikanischen Staaten, zeigt Armut und Elend der Landbevölkerung Am lehrreichsten war für mich der Besuch der Lagune und von Morelos. Die Lagune ist das reichste Alluvialland der Staaten Durango und Coahuila, ja von janz Mexiko. Zur Zeit von Porfirio Diag war es ein blühendes Baumwollfeld. Als ich vor dem Kriege dort weilte, waren freilich alle Haziendas bereits zerstört, die Haziendados erschlagen oder vertrieben und die blühenden Felder von den Hufen der Villaschen Reiter zertreten. Die Lagune war in erster Linie das Land, das Villa den Peonen dersprochen hatte; denn sein Heimatstaat Chihuabua ist ja in erster Linie wenig fruchtbare Steppe. In der Theorie wurde dieses Versprechen auch gehalten. Dex Großgrundbesitz wurde enteignet, das Land verteilt, niemand durfte mehr als 100 Hektar besitzen. Wie ich jetzt durch die Lagune fahre, gibt es wohl wieder Felder. Da sind viele fleißige Hände am Werk, allein, die Blüte der Diazschen Zeit ist noch längst nicht erreicht, geschweige denn der Wohlstand, den man den Indics versprochen. Auch hier sieht man Hütten, so baufällig, so entsetzlich dürftig, wie man sie sich nicht schlimmer vorstellen kann, Menschen, die in Fetzen geben, in Kleidern, die buchstäblich nur aus Flicken bestehen. Und wie steht es in Moreles, dem Staat, in dem Emiliano Zapata die schwarge Fahne des Bauernaufruhrs entrollte. Die Lage in Morelog wie Glück und Ende des von Zapata geführten Peonenaufstandes läßt sich mit einem Blick übersehen durch eine Fahrt nach Cuernavaca. An dem einen Ende dieser Hauptstadt von Morelos liegen die Trümmer einer der ehemaligen großen Haziendas, die Zapata verbrannte, an dem andern erheben sich die Paläste von Calles, Rodrigueg und anderen erfolgreichen Revolutionären. In Cuernavaca lernten wir eine Deutsche kennen. die vor den Toren der Stadt einen Rancho bewirt= schaftet, einen mittleren Bauernhof. Es gebört noch ein Mann dazu, aber der ist gewöhnlich auf Reisen um als Vermesser noch etwas dazu zu verdienen, denn von dem Rancho allein kann eine Familie nicht leben. Auch dieser Rancho war einmal eine Hagienda. stehen noch die Reste großer einstiger Stallungen und die Bögen einer gewaltigen Wasserleitung. Hazienda= sind nicht mehr erlaubt, außer für die neu an die Nacht gekommenen revolutionären Führer. Aber auch den Rancheros macht man Schwierigkeiten, wenn es sich um Ausländer handelt oder um Personen. sich nicht der Gunst der herrschenden Parte, der PerM. erfreuen. „Wenn wie nur endlich wüßten, was wir behal= ten dürfen und was man ung wegnehmen wird“, sam sorgenvoll die deutsche Bauersfrau, Diese Ungeklartheit der Besitzverhältnisse ist ein weiterer Grund für das Versagen der mexikanischen Landreform. Unter dem gegenwärtigen Präsidium bekam die Agrarreform neuen Auftrieb. Cardenas hat bereits mehr Grund und Boden derteilt, als irgendeiner sei= ner Vorgänger. Augenblicklich hat er auch die La= gune neu aufgeteilt. Man hört das mit einiger eberraschung; denn man glaubte bisher, das sei längst geschehen. Nunmehr wird die Oeffentlichkent belehrt, daß die 160000 Landarbeiter, die im Lacnnendistrikt für ein Dutzend fremder und mexikanischet Großgrundbesitzer werken müssen, sich vergeblich an Calles wegen Landzuteilung wandten. Die erfolgte angeblich erst setzt durch Cardenas. Danach wurde den bieherigen Besitzern ihr Grund und Boden bis auf 160 Hektar genommen. Aus allem übrigen Lan wurden Ejidos gebildet, Gemeinde= oder Gemeinschaftsland, das weder verkauft noch belieben werden darf. Die Arbeiter auf diesem Gemeindeacker beziehen feste Löhne, die einstweilen aus einem Fonds bezahlt werden, den die„Banco National de Credito Ejidal“ vorschießt. Durch diese Bank erfolgt auch der Verkauf der Ernte, wie sie die Agronomen stell die die Arbeiter beraten, und sie überbaupt die ganze Transaktion finanziert. Diese Organisation erinnert verdächtig an treidefabriken und Kollektivwirtschaft nach sowselrussischem Vorbild. Ich habe meinen leisen ob sie die Verwirklichung der Träume der aufständischen indianischen Landarbeiter ist, die am Lage: feuer das sehnsüchtige Lied von dem„Stückchen erde sangen. Güter NSG. Die gen, daß ihre Bedarf an Ver und verfälschte nicht aus echte borgter Kaufki kraft, die in1 schaffung des dem Verbrauch auf eine wirkl Es ist in der Unternehmers Wagnissen en Leistung aus wenn das vö schwunden ist, überhaupt nich Wohlgemer dene, sondern dene! Denn d Borg gekaufte den, füllen sich fehlen an der Lehnste N3G. Die beitsfront, Gau Vielsach we erdnungen nebe Lohnzuschläge zur Abgeltung bestimmt sind, Kosten für Heiz Nadeln usw.). geletzes können ben, wenn der Finanzamt bean Werbungskoster harte ein steue zugebilligt wird. Zeit haben erke Roic Rechiu dieser Möglich brauch gemacht zuschläge mitve und Auftragge auf der Steuer des Finanzami nur dringend Steuerkarte ein amt zu stellen, meis stattgegebe Reicht der aus, um die de den Mehraufwe Beträge durch werden. Jn so ter dem Finanz daß die gesan genannten Be eines Betrages Ein Wer NSG. Die Aeisen sind so den erschwing wenige Urlau laubsfahrt an einem Brett“ muß sparen! wird sich auch kleine Eselsbr sie— Sparou geben, wenn durch Freude“ bracht. Da ke allwöchentlich tere Marken dann kann m deren Gelegen tag— last m gehörigen N. Weise spürt n fahrt kaum ol Wer Gena erfahren will, erkundige sich Freude“=Gesch B NSG. W erzeugen, so flammenlose Brennstoff b Fettes komm Wärme. Fe Gleich wie w mehr das ten dern die bill perhaushalt Brennstoff. der chemische nannt. Sie vollkommen men, nur n braucht werd immer ein be das für die verwenden de bydrate entl Obst. Getreil und vor alle überall verw wir die nöti die Kartoffel viele andere billig, leicht die Wirkung hafenbildend häufig und scheinen. Jo Gütererzeugung auf echte Kaufkraft NSG. Die Volkswirtschaft kann nicht billigen, daß ihre Gütererzeugung über den wahren Bedarf an Verbrauchsgütern eine verschwommene und verfälschte Vorstellung hat. Borgkauf erfolgt nicht aus echter Kaufkraft, sondern eben aus erborgter Kaufkraft, das heißt also aus einer Kaufkraft, die in Wirklichkeit nicht da ist. Die Abschaffung des Pumpens würde bedeuten, daß die dem Verbrauch gewidmete Gütererzeugung endlich auf eine wirklich solide Grundlage gestellt wird. Es ist in der kaufmännischen Disposition des Unternehmers noch eine genügende Zahl von Wagnissen enthalten, die seine unternehmerische Leistung auszeichnen und rechtfertigen, auch wenn das völlig unübersichtliche Wagnis verschwunden ist, das in der Produktion für eine überhaupt nicht vorhandene Kaufkraft liegt. Wohlgemerkt, nicht für eine noch nicht vorhandene, sondern für eine überhaupt nicht vorhandene! Denn die Einkommensteile, für die die auf Borg gekauften Waren zusätzlich hergestellt werden, füllen sich nicht etwa zusätzlich auf, sondern fehlen an der künftigen Kaufkraft. Lehnsteuer und Heimarbeiter N3G. Die Sozialabteilung der Deutschen Arbeitsfront, Gauwaltung Westfalen=Süd, teilt mit: Vielfach werden den Heimarbeitern rach Tarisordnungen neben der sonstigen Entlohnung besondere Lohnzuschläge(Heimarbeiterzuschläge) gewährt, die zur Abgeltung der besonderen Mehraufwendungen bestimmt sind, die durch Heimarbeit entstehen(z. B. Kosten für Heizung, Beleuchtung, Maschinenbenutzung, Nadeln usw.). Nach den Vorschriften des Lohnsteuergesetzes können diese Lohnzuschläge unversteuert bleiben, wenn der Heimarbeiter bei seinem zuständigen Finanzamt beantragt, daß ihm zur Abgeltung höherer Werbungskosten und Sonderausgaben auf der Steuerharte ein steuerfreier Betrag von 10 RM monatlich zugebilligt wird. Verschiedentliche Vorfälle der letzten Zeit haben erkennen lassen, daß die Heimarbeiter von Roichslollerio . fur Arvoilsboschoffung Dieluung 22. u. 23. Oexember n100.000 dieser Möglichheit und Vergünstigung keinen Gebrauch gemacht haben und daß auch die Heimarbeiterzuschläge mitversteuert wurden. Der Unternehmer und Auftraggeber ist hierzu verpflichtet, solange sich auf der Steuerharle nicht ein entsprechender Vermerk des Finanzamtes befindet. Den Heimarbeitern kann nur dringend geraten werden, unter Vorlage der Steuerharte einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt zu stellen, dem auch ohne besonderen Einzelnachmeis stattgegeben wird. Reicht der Betrag von 10 RM im Monat nicht aus, um die dem Heimarbeiter nachweislich entstehenden Mehraufwendungen zu decken, so können weitere Beträge durch Steuerhartenvermerk steuerfrei belassen werden. In solchen Fällen muß aber der Heimarbeiter dem Finanzamt nachweisen oder glaubhaft machen, daß die gelamten Werbungskosten den schon oben genannten Betrag von 10 RM monatlich zuzüglich eines Betrages von 40 RM monatlich übersteigen. Ein Wert an den KdF.-Urlauber NSG. Die Preise für die„Kraft=durch=Freude“Heisen sind so gehalten, daß sie für den Schaffenden erschwinglich sind. Allerdings wird es nur wenige Urlauber geben, die selbst den für eine Urlaubsfahrt außerordentlich geringen Betrag„auf einem Brett“ bezahlen konnen. Wer reisen will, muß sparen! Das war schon immer so, und das wird sich auch niemals ändern lassen.— Es gebt kleine Eseisbrücken zur Glückseligkeit: man nennt sie— Sparbuchsen. Warum sich in Versuchung begeben, wenn es nicht nötig ist? Die NSG.„Kraft durch Freude“ hat eine Reisesparkarte herausgebracht. Da kauft man sich— je nach Verdienst— allwöchentlich oder vierzehntäglich eine oder mehtere Marken und klebt sie auf. Ist die Karte voll, dann kann man eine Reise umtauschen. Zu beson= deren Gelegenheiten— Weihnachten oder Geburtstag— laßt man sich von seinen Freunden oder Angehörigen Reisesparmarken schenken. Auf diese Weise spürt man die Ausgaben für eine Urlaubsfahrt kaum oder gar nicht. Wer Genaueres über das Reisesparen erfahren erfahren will, der frage seinen Betriebswart oder erkundige sich auf der nächsten„Kraft=durchreude“=Geschäftsstelle billiger Brennstoff! NSG. Wollen wir in unserem Körper Wärme erzeugen, so muß auch in diesem eine, wenn auch flammenlose Verbrennung stattfinden. Der Brennstoff hierzu heißt Fett. Auf die Art des Fettes kommt es dabei nicht an. Fett bildet Wärme. Fett ist aber ein teurer Brennstoff. Gleich wie wir nun in unseren Haushalten nicht mehr das teure Holz allein verfeuern können, sondern die billigere Kohle, so gibt es für den Körverhaushalt gegenuber dem Fett einen billigeren Brennstoff. Das ist Stärkemehl und Zucker, mit der chemischen Bezeichnung Kohlenbydrate genannt. Sie sind in der Auswirkung den Fetten vollkommen gleichwertig und ersetzen sie vollkommen, nur müssen davon größere Mengen verbraucht werden. Bestebt also in Deutschland noch immer ein bestimmter Mangel an Fetten, so kann das für die Hausfrauen keine Sorge sein. Wir verwenden dafür Nahrungsmittel, die viel Kohlehydrate enthalten. Das sind manche Gemüse Obst, Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker, Marmelade und vor allem die gute, reichlich vorhandene und überall verwendbare Kartoffel. In dieser kaufen wir die nötigen Kohlehydrate am billigsten. Da die Kartoffel neben reichlich Stärlemehl aber noch viele andere gute Eigenschaften besitzt— sie ist billig, leicht verdaulich, wohlschmeckend und hebt die Wirkung der Säuren im Körper durch ihre hafenbildende Eigenschaft auf—, muß sie recht häufig und reichlich auf dem Familientische erden. Jede Hausfrau sollte das beherzigen. Groß Bochum meldet.... Bochum-Hordel Versammlung der Deutschen Arbeitsfront. Kommenden Sonntag findet morgens um 10 Uhr im Kruppschen Saalbau eine Mitgliederversammlung statt, verbunden mit einer Jubilarehrung. Es spricht der Kreisobmann Parteigenosse Meinert über das Thema:„Für Dich geschieht's". Alle Volksgenossen der Ortswaltung Hordel werden dazu eingeladen. Der Eintritt ist freil Bochum-Altenbochum Das beutsche Volksmärchen für groß und klein. Unter diesem Titel veranstaltet die Deutsche Arbeitsfront Altenbochum in Verbindung mit der Altenbochumer Spielgemeinde„Kunstfreunde" am 18. und 19. Dezember im Saale Lehmkuhl in Altenbochum drei große Aufführungen des lustigen Märchenspiels:„Das tapfere Schneiderlein“ nach Gebr. Grimm. Alle Kinder und Erwachsene unseres Ortsteils sollen dieses Spiel erleben. Die bekannte Altenbochumer Spielgemeinde„Kunstfreunde", eine der besten Laienbühnen im Reich, wird sich gewiß hiermit in die Seelen aller Besucher hineinspielen. Dazu wird eine besonders reiche Ausstattung von Kostümen und Dekorationen, Musik und Tänze viel Freude bereiten. Die Gesamtleitung dieser Spiele hat Willi Bündemann. Die Schuljugend soll die beiden Aufführungen Samstag= und Sonntagnachmittag sehen, während der Sonntanabend den Erwachsenen, Eltern mit ihren Kindern, vorbehalten b'eiben soll. Die Eintrittspreise sind sehr niedrig gehalten. Bochum-Laer Ihr Jahresabschlußschießen hielt bei guter Beteiligung die Kriegerkameradschaft„Kaiser Wilhelm 1874“ Sonntag bei Langbein ab. Gleichzeitig war damit ein Preisschießen verbunden. Es wurde bis nach Einkruch der Dunkelheit bei Scheinwerferlicht geschossen. Es wurden beachtenswerte Ergebnisse erzielt. Liegend freitändig errangen folgende Schützen die ersten Preise: Jnlins Zimmermann, 35 Ringe, Karl Emde, Wilhelm Kirchner, Karl Möller und Moritz Thöne je 34 Ringe, Karl Mette, Angust Möller und Friedrich Kirchmer je 39 Ringe, Otto Knappmann und Witler je 32 Ringe, Justin Sivvel 31 Ringe. Die Ehrenscheibe, die zugleich ausgeschossen wurde, errang der Kamemd Heinrich Hassel. Bechum-Langendreer Ueber Rechte und Pflichten bes 1. Luftschutz hauswartes im Ernstfall spricht Donnerstag um 19.30 Uhr auf einem Appell in der Kaiserschule der Ausbildungsseiter der Ortsgruppe Groß Bochum Wienand Alle 1, Luftschutzhauswarte(Blockwarte) müssen zu diesem Appell erscheinen. Beide Oberschenkel gebrochen. Montag, spat abends, erfolgte auf der Ardeystraße in Witten ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Lieferkraftwagen. Der Motorradfahrer, der die linke Straßenseite verbotswidrig befahren haben soll, trug einen Bruch beider Oberschenkel und Verletzungen am Kopf u. den Armen davon. Er wurde von dem Fahrer des Lieferwagens ins Marienhospital geschafft. Bautätigkeit in Langendreer.. Einer der baufreudigsten Stadtteile Bochums ist seit Jahren Langendreer. Das ist nicht zuletzt auf den Aufschwung der Industrie und des allgemeinen Gescäftslebens zurückzuführen. Insbesondere hat sich der Ortsteil Langendreer=Dorf sowie das Langendreer=Holz durch zahlreiche Neubauten verändert. Ganze Siedlungen sind hier in kurzer Zeit entstanden. Die Siedlungen„Auf dem Jäger“ und zUnterm Jäger“ haben sich zu schmucken Wohnvierteln entwickelt. Sie werden im nächsten Jahre noch weitere Ausdehnung erfahren. Die neue Reihe der Einfamilienbäuser auf dem Heimelsberg haben dem Langendreer=Holz ein ganz anderes Gepräge gegeben und diesem Ortsteil den Eindruck der Verödung durch die stillgelegte Zeche Konstanze genommen. Umfangreiche Häuserblocks wurden am Lindener Weg und an der Bonifaziusstraße gebaut. Der Rest der Neubauten konnte in den letzten Tagen bezogen werden. Vollkommen hat sich das Bild am Kommuna friedhof verändert. Fast die gesamte rechte Seite hinter dem Friedhof ist zugebaut. In Höbe des Hauses der deutschen Arbeit sind gleichfalls zwei schmucke Privatbauten entstanden, von denen der eine in Kürze schlüsselfertig ist. Ein gesuchtes Baugelände ist auch das Papenbolz, wo mehrere Privatneubanten emporgewachsen sind. Ein Neubau konnte kürzlich wieder auf dem Westerberg fertiggestellt werden, während an der Urbannsstraße gleichfalls Neubauten bezugsfertig sind. Nicht zuletzt trägt aber die Industrie— hier sind es besonders die Zechenbetriebe— zur Belebung des heimischen Baumarktes bei. Allenthalben werden Neuerungen und Verbesserung geschaffen, neue Gebäude errichtet und erweitert. Durch all diese Maßnahmen ist die Lage der Baubandwerker derart gehoben worden, daß noch kaum geeignete Kräfte zur Verfügung stehen.(10) Ihren Jahresappell hielt Sontag die Kompagnie Bahnhof des Bataillons Langendreer bei Wollenweber ab. Die Kassenverbältnisse waren in Ordnung befunden, dem Kassenführer, Kamemden Krug, wurde Entlastung erteilt Schriftwart Bergmann verlas darauf den Jahresbericht. Eine längere Ausspmache ergab sich über die Lage der Sterbkasse. Man kam schließlich zu dem Entschluß, eine Kollektivversicherung abzuschließen, damit die Sterbegelder der einzelnen Kameraden sicher sind. Die Kavallerie Kameradschaft hielt Sonntag bei Neul ihre monatliche Pflichtversammlung ab. Nachdem der Kameradschaftsführer Klockmann die Eingänge bekannt gegeben hatte wurden die beiden Kassenprüfer ernannt. Das Ehrenmitglied Dr. Pöpvingbaus hielt darauf einen Vortrag über die Luftwaffe“. Bochum-Werne Vom Spielleuteverein. In der„Deutschen Flotte“ fand die Jahreshauptversammlung des Spielleutevereins statt. Vereinsleiter F. Volland teilte mit, daß für die Monate Juni/ Juli nächsten Jahres wie im Vorjahre eine Konzertreise in Aussicht genommen ist. Der bisherige Vorstand wird für das neue Geschäftsjahr die Geschäfte weiterführen.(ik.) Bochum-Gerthe Kolonialkundgehung. Der kürzlich auch im Ortsteil Gerthe ins Leben gerufene Ortsverband des Reichskolonialbundes veranstaltete Montagabend im Saale Kalthoff seine erste Kolonialkundgebung. Der Besuch ließ erkennen, daß man auch in Gerthe den großen Aufgaben des Reichskolonialbundes wachsendes Interesse entgegenbringt. Zu Beginn der Veranstaltung machte der Ortsverbandsseiter Pg Dr. Schacht Ausführungen zum deutschen Kolonialproblem. Darauf sprach Pa. Thurig, Dortmund, über Deutsch=Südwest=Afrika. Die eifrige Werbetätigkeit des Ortsverbandes Gerthe hatte bis jetzt den Erfolg, daß sich rund 50 Mitglieder dem Reichskolonialbund anschlossen. Die Leitung des Ortsverbandes liegt in Händen von Pg. Dr. Schacht. Als engste Mitarbeiter wurden Emil Bommert als Kassenwart und Rudolf Völkmann als Schriftwart eingesetzt.(va.) Ausgabe von Zusatzscheinen für Konsummargarine an Unterstützungsempfänger. Die Unterstützungsempfänger des Volkswohlfahrtsamtes und solche Rentenempfänger, deren Einkommen den Fürsorgerichtsatz nicht wesentlich übersteigt, erhalten Zusatzscheine für Konsummargarine. Ausgenommen sind Kinderreiche, das sind Familien mit 3(Witwen mit 2) und mehr unterhaltsberechtigten Kindern, da diese die Zulatzscheine bereits erhalten haben. Die Ausgabe der Scheine erfolgt in der Zeit vom 10. bis 15. Dezember 197 von 8.30 bis 12 Uhr in der Verwaltungsstelle Gerthe. Zimmer 7. Der Unterstützungsausweis und das Familenbuch sind vorzu legen. Rentenempfänger, die nicht laufend unterstützt werden, haben on Stelle des Unterstützungsausweises den Ausweis des Winterhilfwerks vorzulegen. Bochum-Harpen Freude am Feierabend. Die am Sonntag im Saale Stratmann=Kost aufgezogene Veranstaltung der NSG.„Kraft durch Freude“ hatte noch einen größeren Besucherkreis gefurden, als die erste Veranstaltung vor einigen Wochen. Dicht gedrängt füllten die Harvener den geräumigen Saal bis auf den letzten Platz. Ein Zeichen dafür, wie sehr „Kraft durch Freude“ hier mit seinen Feierakend gestaltungen einem allgemeinen Wunsche Rechnung getragen hat. Da die beiden Veranstaltungen, die Kraft durch Freude“ in kurzer Zeit setzt in Harpen abgehalten hat, so überaus starken Andrang gefunden haben, sollen noch weitere Veranstaltungen nach Harpen gelegt werden. Auch für den Ortsteil Harpen ist die Gründung eines KdF.Feierabendringes geplant, der in jedem Winter 6 bis 8 AdF.=Veranstaltungen durchführen wird. Für Unterstützungsempfänger des Wohlfahrtsamtes und andere Rentenempfänger deren Einkommen den Fürsorgerichtsatz nicht erheblich übersteigt, sollen Zusatzscheine für Konsummargarine ausgegeben werden. Ausgenommen sind Kinderreiche, die diese Scheine ja schon erhalten haben. Die Ausgabe erfolgt am 9. und 10. Dezember in den Dienststunden. Rentenempfänger, die nicht regelmäßig unterstützt werden, müssen den WHW.Ausweis mitbringen. Große Geflügelausstellung. Im Lokale Löbel veranstaltete der Geflügelzüchterverein„Volkswohl" Bochum=Harpen Samstag und Sonntag seine große Geflügelausstellung. Die Schan war mit 116 Tieren beschickt, darunter einige im hiesigen Bezirk recht seltsame Rassen, die von Preisrichter Fälker nach dem Bewertungsstandard einer eingehenden Prüfung unterzogen wurden. Den Reichsfachgruppen=Zuschlagspreis für die beste Henne der Schau erhielt Züchter Ernst Wagner auf „aHmburger Silberlack“. Den Ehrenpreis für den besten Hahn der Schau erwarb Züchter Wilhelm Wille auf„Rheinländer". Den Vereinswanderpreis für beste Leistung in einer Rasse und Farbe erhielt gleichfalls Züchter Wilhelm Wille auf „Rheinländer“, der in derselben Rasse auch die beste Leistung der Schau erzielte. An besonderen Ergebnissen wurden weiter erzielt: Auf schwarz=weiße Reichshühner" Züchter Gustav Cender 1mal sa 3 und Züchter Fritz Sommerfeld 1mal sg 1 Z. Auf Rhodeländer erzielte Fritz Pamp 1mal sa 1 Z und 2mal sg. Auf rote Rhodeländer erzielten August Nähle 1mal sg 2 Z, Wilhelm Wille 1mal sa 1 8 und 1mal sg 3 und Emil Kannenberg 2mal sq Z und 2mal sg 2. Auf Barnevelder“ erhielt Diedrich Buschei sen. 1mal sg 1 Z. Auf Wyandotten Walter Buschei 1mal sg 2 Z und 1mal sg. Auf Altsteirer wildfarbig Erich Kannenberg 1mal sa 1 Z und 1mal sg, Heinrich Salzmann 1mal sa 1 Z, 1mal sg 3 und 1mal sg. Auf Rheinländer schwarz erhielt Züchter Wilhelm Wille 2mal sa 1 Z, 1mal sg 2 Z, 3mal sg 3 und 2mal sg. Fritz Ozsiek 1mal sa 1 Z. Auf silberhalsige Italiener erhielt Heinrich Hauske 2mal sa 2 Z und 1mal sg. Auf gelbe Ita iener Emal Vierbeck 1mal sg 2 Z und 2mal sa. Auf gescheckte Italiener Witwe Wlotzka 1mal sg 3. Auf Hamburger Silberlack erhielt Emil Wagner 1mal sg 1 Z und 1mal sa 2 Z. Auf WyandottenZwerge schwarz erzielte Erich Buschei 1mal sg 2 Z. Auf deutsche Zwerge Karl Kreck 1mal sg 1 Z, 1mal sa 2 Z und 1mal sg. Auf Hamburger SilberlackZwerge erhielt Walter Buschei 1mal sa 2 Z und 1ma' sa 3. Auf dunkle Wyandottenzwerge erwarb Ernst Wagner 1mal sg 2 Z. Die überaus reichhaltige Schau wurde erweitert durch die Ausstellung einer Voliere, von selbstgebauten Fallnestern und von prächtigen Maiskolben, die auf Harpener Boden gezogen waren.(va) Mus unseren Verbreitungsgebiet Witten 300 Mark Lohngelder gestohlen In der Nacht zum Samstag stieg ein bisher noch unbekannter Dieb in das Pförtnerhaus der Märkischen SeifenIndustrie ein während der Pförtner dieses für kurze Zeit verlassen hatte. Er entwendete aus dem unverschlossenen Schreibtisch 7 Lohntüten mit 300 RM. und 22 RM. Wechselgeld. Waklenscheid 50 Mark verloren. Vergangenen Freitag, in der Zeit von 17 bishs Uhr, bat eine arme, alte Frau auf der Oststraße vom Geschäft Weber bis zur Drogerie Schulte einen 50-RM.=Schein verloren. Wer kann bezüglich des Finders Angaben machen? In einen Bauwagen eingebrochen. In der Nacht zum Sonntag wurde in einen Bauwagen auf dem Gelände der früheren Ziegelei in der Hüller Straße eingebrochen. Gestohlen wurden: 4 fast neue Arbeitsanzüge und 2 Paar neue Arbeitsschuhe. Wer kann zur Ermittlung der Täter Angaben machen? Wanne-Eickel Heute kommen die Landjahrjungen zurück. Die Landjahrjungen treffen heute um 11,44 Uhr auf dem Hauptbahnhof in WanneEickel ein. Jungvolk und Vertreter der Stadtverwaltung werden die Jungen, die im Sonderzug kommen. begrüßen. Seine Meisterprüfung als Modellhauer bestand vor der Handwerkslammer in Dortmund der Modellbauer Erich Stark, Dorstener Straße 426. Zu einer großen, leistungsfähigen Chorvereinigung haben sich die Röhlingbauser Sänger zusammengeschlossen, in ihr sind die keiden Männergesangvereine„Sängervereinigung" und„Liederkranz", die bereits fünf bzw. sechs Jahrzehnte bestanden, aufgegangen. Mit den größeren Mitteln und Möglichkeiten, die die neue Vereinigung hat, soll das deutsche Lied noch mehr und noch verantwortungsbewußter gepflegt werden als bisher. Offiziell soll der Zusammenschluß am kommenden Sonntag im Vereinslokal Kreter am Markt vollzogen werden, dort soll auch über Namen, Führer Cborleiter entschieden werden Ein Bergmann aus Wanne=Eickel, der mit seinem Rad zur Schicht nach Castrop=Rauxel fuhr. wurde beim Einbiegen aus der Bahnhof= in bie Schaeferstraße von einem Motorradfahrer, der ihn zu überholen versuchte, angefahren. Beide stürzten, kamen aber obne ernstliche Verletzungen davon. Eigenartigerweise ließ der Motorradfahrer sein Rad einfach liegen und ging weg— vermutlich bat ihn der Schreck mächtig chokiert. herne Zum Bürgermeister der Stadt Coesfeld ernannt. Der Leiter des stadtischen Verkehrs= und Nachrichtenamtes, Kreispropagandaleiter Pa. Bon= gardt, ist zum Bürgermeister der Stadt Coesfeld im Münsterland ernannt worden. Pg. Bongardt, der im Partei= sowie im kommunal=, verkehrs= und wirtschaftspolitischen Leben der Stadt Herne eine bedeutende Rolle spielte, wird sein neues Amt noch im Laufe dieser Woche antreten. Er gehört seit 1930 der Bewegung an, wurde 1931 Gauredner und hat als Versammlungs= und Schulungsredner in rund 1500 Versammlungen und Kundgebungen gesprochen. Nach der Machtübernahme wurde er Stadtverordnetenvorsteher und nach Abschaffung der Stadtparlamente Ratsherr. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde ihm auch die Führung des Einzelhandels übertragen. Weiter war er Mitglied im Bezirksverwaltungsgericht in Arnsberg, im Finanzgericht beim Landesfinanzamt Münster und im Beirat der Industrie= und Handelskammer Bochum. Besondere Verdienste hat er sich als langjähriger Leiter des Herner Verkehrsvereins erworben. Die Einführung in das neue Amt wird voraussichtlich durch den Regeirungspräsidenten von Münster im Januar erfolgen. Geschäftliches (Außer Verantwortung der Schriftleitung.) Die beutige Ausgabe enthält eine Beilage der Firma Defaka Essen, auf die besonders hingewiesen wird. Erst Erkällung, dann Grippe ist die übliche Reihenfolge. Erkältungen und den ersten Grippeanzeichen sofort wirksam begegnen, heißt deshalb schwere Erkrankungen in der Regel verbüten. Bei häufigem Witterungsumschlag, vor allem bei sogenanntem Grippewetter, trinke man dreimal täglich eine Tasse heißen Tee, dem ein Guß KlosterfrauMelissengeist zugefügt ist Die meist wohltuende und notwendige Schweißbildung, die die Krankheitserreger bekämpft und unwirksam macht, wird dadurch begünstigt. Ist Erkältung bereits da, versuche man folgende Schnellkur: Je einen Eßlöffel Klosterfrau=Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut umrühren, kochen= des Wasser hinzufügen und möglichst heiß zwei Tassen dieses Klosterfrau=Grogs vor dem Schlafengehen trinken. Halten Sie deshalb in Ihrer Hausapotheke stets Klosterfrau=Melissengeist vorrätig. Erhältlich in Apotheken und Drogerien in Flaschen zu RM 9.80, 1.65 und 090. Nur echt in der blauen Packung mit den drct Nonnen; niemals lose. port. Spiel, Turnen Nerer Enlscheid der F15 Auf jeden Fall Skiwettbewerbe 1940 in Sapporo Der Prasident des Jnternationalen Skiverbandes. Major Dengaard. bat dieser Tage einen bemer kenswerten Entschluß zur Frage der Teilnahme der 335 an den Olompischen Winterspielen 1940 bekanntgegeben. Der Norweger bat nämlich dem Ja. panischen Skiverband mitgeteilt, daß die 803=Welr, meinerschaften 1940 in Sapporo hattfinden sollten. falls die Skiwettbewerbe vom olompischen Progtamm gestrichen werden würden. Die beite Lö= sung let jedoch. Olompische Winterspiele und 33SWeltmeisterschoften gemaß dem japanischen Vorschlag zu ammen auszutragen. Oestgaards Entscheid kommt insofern überraschend. als der deutsche Antrog, die 335 möge für eine Beteiligung an Olompischen Spielen die Ama= teurbestimmungen des JOK gelten lassen. u. W. alle Aussicht hat. auf dem FJS=Kongreß in Helsinki mit klarer Mebcheit angenommen zu werden, zumal sich der Gegner des deutschen Zulauantrages bislang nur die Schweiz und Oesterreich berausge= stellt haben. Damit wären bereits alle Schwierig= keiten die sich einer Teilnohme der F3S an den 5. Olompischen Winterspielen entgegenstellten, aus dem Wege geräumt. und es ist nicht recht zu versteben. wesbalb Oestgaard versucht. Olumpischen Winterspielen durch Veranntaltung von Weltmeisterschaften am gleichen Ort Konkurrenz zu machen. Aber darüber werden die Mitglieder des Jnter= nationalen Skiverbandes zu befinden haben. Skiweltkämpfe der hJ in Winterberg Die Skiwettkämpfe der HJ der Gebiete RuhrNiederrhein und Westfalen gelangen am 8. und 9. Januar 1938 in Winterberg zur Durchführung. Diese Wettbewerbe gelten gleichzeitig als Ausschei= dungskampfe für die HJ=Reichsskiwettkampie vom 31. Januar bis 7. Februar 1938 in Garmisch=Partenkirchen. Samstag, 8. Januar, findet der Geländelauf für die Klasse 1 und 2 statt; Sonntag, 9. Januar: 9 Uhr Abfahrtslauf für alle Klassen, 13 Uhr Torlauf mit zwei Gangen, 14,30 Uhr Sprunglauf, 16.30 Uhr Siegerverkündigung. Norwegischer Orden für Sonja Henie Norwegens König zeichnete Sonja Henie für hervorragende sportliche Leistungen mit dem Ritterkreug Eriter Klasse des St. Clav=Ordens aus. Es ist das erste Mal, daß diese bebe Auszeichnung für sportliche Verdienste verlieben wird. Aljechin Schachwellmeister Den Haag. 7. Det. Die 25. Partie im Kampf um die Schachweltmeisterschaft wurde am Dienstag obend durch Euwe nach dem 43. Zuge aufgegeben. Damit hat Aljechin die Schachweltmeisterschaft. die er 1935 an Euwe verloren hatte, im Revanchelompf zurückgewonnen. Der Endstand lautet; Aljeanbilden will. Den zehn bisberigen Spitenturner bilden unter der betreuenden Hand von Männer= turnwart Pieiffer die Gaukampfmonnschaft und 20 weitere Turner unter Heinz Sandrock die Gaukern= mannschaft. Diese 20 Mann werden am 18. und 19. Dezember aus den beiten Vertretern aller Kreise in Remscheid ausgesucht. Talentierte junge Kräfte sollen in der Gaukampfrichterschoft hauernd geschult und geprüft werden— erstmals in Remscheip— und damit ho ft man auch das leidige Kampfrichter= problem zu lösen. Kein Privakspiel Schalke- Fortuna Dag für den zweiten Wechnachtstag vereinbarte traditionelle Privatspiel zwischen Fortung Düsselderf und dem F Schalke 0 ist mu Rucksicht auf das Pokalspiel am 9. Januar abgesetzt worden. Ein neuer Termin lieat noch nicht seit Fortung Düfseldorf wird am 28. Dezember nunmehr ein Meisterschaftsspiel gegen den BV Altenermge Uebrigens wirs am ersten Weib= nachtstag, 25. Dezember. daß Punktipiel Turu=Benrath nachgeholt. Am kommenden Sonntag spielen beide Vereine kombiniert gegen Hungaria Budapest. Schön vorläufig auper Gesecht Die wir erfahren wird der Nationalspieler Hel= mutb Schön, der sich im Hamburger Landerkampf gegen Schweden so vielversorechend in der deutschen Fußball=Ländermannschaft einführte, längere Zeit aussetzen müssen. Am Sonntag wurde Schöng verlestes Anie in Dresden punktiert und die Aerzte sind im Augenblick der Ansicht, daß der talentierte Spieler fait ein halbes Jahr aussetzen muß. Hobmann bleibt Gau=Fußballehrer Karl Hohmann hat das Angebot der Stadt Fran= lentbal, einen Voiten als städtischer Sportlebrer zu übernehmen, abgelehnt. Ex wird weiter Fußball= r des Gaues Südwest und damit in den—. sten des TRL bleiben. Seitenwagenfahrer bei hühnlein Eg wird fug sie gesorat. Die CKS teilt mit: Korpsführer Hühnlein empfing die Elite der Seitenwagenfahrer, um sich nach Aufhebung der Aennen für Seitenwagenmaschinen über ihre kunftspläne zu unterrichten. Der Korpsführer betonte bierbei nochmals, daß das große Verdienst die= „Thomas darf nicht unterschätzt werden" sagt Mar Schmeling— Das Abschlußtrai ning für den Kampf am 13. hat begonnen Nax Schmelina, der Deutsche Meister aller Klassen, begann am Montag mit dem Abschlußtraining fux seinen Kampf mit dem jungen Amerikaner Harry Thomas, dem er am 13. Dezember im Newyorker Madison Sauare Garden gegenübertritt. Harte Arbeit batte Schmeling in der vergangenen Woche geleistet. Funf von seinen acht Sparringspartnern setzte er so zu, daß sie nicht mehr zu gebrauchen waren und entlassen werden mußten. Sehr nützlich für seine Verbereitung ist der junge Bill Schloemann. Amerikas Amateurmeister und Sieger im letzten Turnier um die„Goldenen Handschube“. Schnellfüßig und wuchtig angreitend, bart im Neb= men und Geben sparrte ex mit Schmeling am Mon= tag die beiden ersten der sieben Runden, die„Mare“ an diesem Tag borte. Mit Heißbunger machte sich der Deutsche nach verrichteter barter Arbeit an das Abendessen, während dessen er sich mit dem Vertreter des TNB= Sport über seinen nächsten Kampf unterhielt. Schme= ling gab erneut seiner Ansicht Ausdruck, daß er am 13. Dezember auf einen jungen unverbrauchten und hartschlagenden Mann treife der noch nie l. o. war und den er um keinen Preig unterschäven werde. Von seinen insgesamt 56 Kampien habe Thomas allein 44 durch k. o. gewonnen. Wenn er bisher in Eurova nicht so bekannt geworden sei, dann liege das daran, daß der amerikanische Farmer ausschließ= lich in Chilago und an der Weitküfte gebort habe und nun seinen eriten Kampé in Newvork austrage. Schmeling erklärte dem DNB. Vertrefer:„Jch habe absichtlich einen so schweren Gegne, ausgesucht, um teil zu beweisen."—Die amerkanische Presse be= nat sich schen jetzt ausführlich mit dem Kampf und sagt Thomas einen Sieg voraus, den man zum Teil schon als den kommenden Weltmeister hinstellt. Chrenpreise des Führers für flugsportliche Leistungen chin 15½. Euwe 9 Fheinlandriege für den Haag Neue Wege im niederrheinischen Turnen. Eine rheinische Turnerriege wird am kommerden Sonntag in der niederländischen Hauptitadt ihre große Kunst zeigen. Sie folgt einer Einladung des Deutschen Turn, und Schwimmvereins Den Haog und sent sich aus folgenden acht Turnern vom Nieder= und Mittelrhein zusammen: Schneider. Nigge. Ullrich(alle Remscheid), Sich. Seligmann (Düsseldorf). Beckmann(Wuppertal), Schlosser. Brandfaß(Köln). Etlche Terminfragen om Niederrhein sind nun geklärt. Niederrhein— Württemberg der Turner, das in Essen steigen sollte. fällt aus, aber dafür liegt nun endaültig der Kampf Nordmark— Niederrhein für den 20. März im Hamburger UaPalast fest.— Die Kreisgerätemeisterschaften im Gau können om 9. und 16. Januar durchge ührt werden. in der Union zu Oberhausen folgen ihnen am 23 Januar die Titelkämpfe des Gaues. Die Kreise Bergisch=Land und Wuppertal geben ihrem neuartigen Vergleichskampf— je sechs Turner und lechs Turnerinnen— am 2. Jonuar in Wuppertol eine Neuauflage Neu ist der Wea. mit dem man eine größere Zahl von Spitzenkräften für die Gaumannschaft berDer Führer und Reichskanzler hat an' Antrag des Reichsluftfohrtministers zwei Ehrenpreile für flug vortliche Leistungen gesteftet, die an die Stelle der früheren Hindenburg Pokale treten sollen Der Preis rechts ist als Adolf=Hitler Ehrenpreis für Bestleistung im Motorflugivort im Jahre 1237 bestimmt. während der Preis links für die Bestleistung im motorlosen Flug im Jahre 1927 vorgesehen ist. Der Sieger des ersten Ehrenpreises erhalt gleichzeitig eine Geld pende von 10000 Reichsmark und der Gewinner des zweiten einen Betrag von Un RM. Beide Preise sind jeuer= vergoldete Silberpokale, die mit Halbedelsteinen besetzt und von dem Berliner Goldichmicd Lettre geschaffen worden sind.(Scherl=Bilderdienst=M. Westdeutsche Um= und Ausschau „Spinne zwischen zwei Nußschalen“ Wie die alten Eifeler sich und andere kurierten. Aus der Eifel. Gewiß, das Eifeler Gebirgsland ist in früheren Jahren nicht von verheerenden Seuchen verschont geblieben. Besonders um 1630 berum fielen der Pest viele Eifeler zum Opfer. Aber im allgemeinen erfreute sich der Eifeler Menschenschlag— wie auch heute noch— einer guten Gesundheit und abgesehen von den Seuchenfällen starben die alten Eifeler„Uehme“ und „Möhne" meist durch„zugestoßene Leibesschwachheit" im hohen Alter. Zur Erhaltung ihrer Gesundheit und zur Kur bei eventuellen Krankheiten benutzten sie durchweg ihre Hausmittelchen, die sich oft durch ganze Generationen hindurch vererbten. Den Arzt, sofern überhaupt einer zu erreichen war. zog man nur dann zu, wenn nun auch garnichts mehr zu machen war. Noch im letzten Jahrhundert hatten verschiedene bekannte Gemünder Familien ihre Haussalben. Dann gab es auch die sogenannten weisen Frauen, die den „Brand“ und andere böse Sachen„besprachen“. Nur zu oft beruhten die Hausmittelchen auf dem in der Eifel besonders stark verbreiteten Aberglauben. Z. B. sollte eine lebende Spinne, zwischen zwei Nußschalen um den Hals gehängt, gegen Ausschlag helfen. Als mannigfache Heilmittel dienten nicht zuletzt auch tierische Bestandteile und„Produkte". So hatte man für Nasenbluten eine Mischung von„Ferkelsdreck“ mit Essig. In einem besonders kuriosen Rezept wurden sogar Schafskitteln“ gepriefen. Gegen Nierenstein wurde u. a. empfohlen Mark aus schwarzen Hühneriedern vermischt mit Bier eder Wein. Eschenholz, zu einer bestimmten Morgenstunde am 1. August geschlagen. elte unweigerlich bei bösen Wunden helfen. Daneben gab es natürlich auch Mittel, hauptsachlich aus den Pflanzen und deren Saft gewonnen, die sich auch heute noch zum Teil bewahren. Gegen Zahnschmerzen wurde als Heilmittel Brennesselwurzeln gepriesen. Ein weiteres Rezept gegen Nierenstein war zerstoßener Samen von Petersilie und Ginster in warmem Bier oder Wein. Schaffett und Rüböl waren übrigens ständig im Gebrauch. Sehr große Beachtung hatte auch eine Wundsalbe aus Zucker und Honig. Wenn sich auch heute noch die Medizin sehr wohl der Pflanzensäfte für bestimmte Leiden als Heilmittel bedient. so können wir auf der anderen Seite berubigt sein, gewisse alte Hausmittel(siehe oben) nicht mehr einnehmen zu brauchen. dung des Fußes ärztliche Behandlung habe unterziehen müssen. Das Amtsgericht in Köln verurteilte den Hundebesitzer zur Zahlung des eingeklagten Betrages und führte u. a. dazu aus, daß der Beklagte seinen Hund in der Wirtschaft soanzulegen batte, daß er von Passanten oder von Gasten, die sich an ihre Plätze begeben wollten. nicht getreten werden konnte. Der Hund sei so ab= gelegt gewesen, daß ein versehentliches Treten des Hundes durch die Personen am Nebentisch sehr leicht möglich war. So hafte der Beklagte allein für die Folgne des Bisses durch seinen Hund. Die Klägerin treffe kein Mitverschulden. Auch wenn diese dem Beklagten erklärt hatte, mit der Zahlung von einer Mark sei die Sache, erledigt, hätte sie damit nicht auf Ansprüche verzichtet, die sich erst später herausgestellt haben. Seine Frau erschlagen hunde in Gaslstätten Eine bemerkenswerte gerichtliche Entscheidung. Köln. Eine bemerkenswerte Eytscheidung hinsichtlich des Aufenthaltes von Hunden in Gaststätten fällte das Amtegericht in Köln. Ein Mann hatte eine Wirtschaft aufgesucht und seinen Hund mitgebracht, der sich neben den Tisch an dem sein Herr saß. Es war in der Wirtschaft recht eng. so daß eine an dem Tisch vorbeikommendFrau dem Hund aus Versehen zu nabe trat. Das Tier sprang auf und biß die Frau ins Bein. wobei auch der Strumpf zerrissen wurde. Der Hundebesitzer zahlte als Ersatz für den Strumpf eine Mark. Später forderte die Frau von dem Hundebesitzer einen weiteren Betrag, da sie sich infolge einer durch den Hundebiß aufgetretenen Entzün= Mörder erbangt sich Oberhausen. Eine entsetzliche Familientragödie trug sich in der Nacht zum Montag in einem Hause der Breilstraße in Oberhausen=Osterfeld zu. Als am Montagnachmittag ein Beamter wegen der Kontrolle von Bergschäden in der Wohnung der Eheleute Hülkenberg versprechen wollte, bot sich ihm ein entsetzlicher Anblick: beide Ehelente lagen tot im Schlafzimmer. Die sofort benachrichtigte Mordkommission stellte fest. daß die Ebefrau offenbar im Bett im Schlaferschlagen worden war: der Ehemann selbst hatte sich am Türdrücker erbängt. Nach den angestellten Ermittlungen steht ziemlicheinwandfrei fest, daß der Ehemann zuerst seine Frau mit einem Beil, das aus dem Haushalt stammt, erschlagen und dann Selbstmord verübt hat. Aus vorliegenden Briefen kann gefolgert werden, daß der Ehemann wegen eines Grundstücksankaufs große Sorge" hatte und die entsetzliche Nänner um den deutschen Kraftfahrspork vergessen bleiben wird. Er gab den Männern die freudig aufgenemmene Versicherung, daß ex dafün sorgen werde, ihr bewiesenes Können. wr kämpfe= risches Herz und ihre motorsportliche Begeisterung auch weiterhin für den Kraftfahrsport einzuseyen. Jn enger Zusammenarbeit mit der Jndustrie werde alles getan werden, um soziale Härten zu vermei= den und den Uebergang entsprechend der Fahigkeit zur Solomaschine oder zum Automobilsport zu erleichtern.“ Auto. Union verpklichte E. Thomag für T20 Der ausgezeichnete englische Motorrad Rennfahrer Ernie Thomas, der im vergangenen Jahr auf der Jnsel Man in der TT mit der 250 cem=TRW Dritter wurde, fahrt 1988 dret große Rennen für die Auto= Union. Am 15. Juni startet Thomag abermagin der TT. am 14. August im Großen Preis von Schweden und am 20. August im Großen Ulster=Preiß in Irland. Boxen in der Bürgergesellschaft 20 Tormund— 830 19 schaften geschickt ausnutzend veranstaltet der ruhrge 839 19 wiederum einen Borabend, für den er die 1. Kampfstaffel des Dortmunder Borsport 1920 perpflichtet bat. Den Voranbängern in der D62 20 durch die aus seinen Reiben hervorgegangenen Kampier Trippe. Eder und Schmedes hinreschend be= kannt. Viele Jahre trug dieser Verein den Tuel eines Weitfälisch=Hessischen Mannschaftsmeiners. b auch er. mangels Nachwuchses, die von der Größtzabl der Vereine durchlebte Krise mitmachen mußte. Jn letzter Zeit allerdings, in der DBS 20 wieder ktark nach vorn gekommen und verfügt über starke und aut geschulte Kämpfer. Da beide Mannschaften ihre Meldung zur Mannschaftsmeisterschaft abgegeben haben und auch beide als äussichtsreichste Kand daten für den Titel in Betracht kommen darf man die am Wochenende stattfindende Begeanung als General= probe werten. Bemerkenswert ist ferner die Tatsache. daß/ die Kämpfe nicht wie üblich im Tonballen= Variete, sondern im großen Saale der Bürgergesell= schaft stattfinden. Sollte es sich berausstellen, daß sich der Saal in der Bürgergesellschaft für Vorver= anstaltungen eignet, so ist der B36 19 entschloßen. dort eine neue Kleinring=Kampfstätte entsteben zu lasen Schach Mannschafteturnier im Schachkreig Bochum Knappe Ergebnisse in der A. und bohe in der B= Klasse, damit ist der Verlauf der ersten Runde der Rannschaftsmeisterschaften gekennzeichnet. Witten= Ost spielte an den oberen Brettern stark. Beim Be= chumer Schachverein fehlten die drei Beiten. Weit= mara Steg überrascht in etwa. Altenbochum zeigte dem Kreismeister die Zahne, der Abschluß des Kamp= ses ist ungewiß. Langendreer. Günnigfeld und Tubm damme zeigten sich erwartungsgemäß von der beiten Seite. AKlasse Königsspringer Bochum— Schachkr. Weitmar 3% 4½ Schachtr. Witten=Ost— Schachtr. 25 Bochum 44 Bochumer Verein— Bochumer Schachn. 02 8141 Bochumer Schachges.— Schachkl. Altenbochum 3½:3½ u. 2 5 B. Klass. Schachfr. Wattenscheid— Schachv. Welper 2½ 5½ Schachkl. Werne— Schachv. Linden Nemmer patt Laer— Schachkl. Langendreer 17 Schachd. Günnigfeld— Schachfr. 25 Bochum 2. 4 Rennen zu Aufentl. 1. R.: 1. Bambon(R. Dubus), 2. Ibis 8, 8. Viens Tu. Sieg 72. Platz 25. 19, 86:10. Ferner: Saint Avit. Tu te Vante, Djeriko, Kumelle, Islette. Horus 2. 2 R.: 1. Dauneck(R. Galaurchi), 2. Refalino 2. Sieg 14:10. 8 R.: 1. Hasparren(R. Bates), 2. Ksars Pride. 8. Briterari. Sieg 66, Platz 17. 15. 22:10. Ferner: Nelba. Rosetrico, Smaragda, Quadi, Bonzo. 4. R.: 1. Beis Cbabot(R. Dubus), 2. Takvor Pacha. 8. Gaffeur. Sieg 82. Platz 16, 15:10. Ferner: Pesaro. L'Orage. Rose Reine, Le Miracle 5. R.: 1. Roval Kidnen(T. Dunn), 2. Vieur Colombier. 8. Le Etrocco. Sieg 24, Platz 18. 48:10. Ferner: La Rebourfiere, Alcee 2. 6. R: 1. Revendi(A. Bates) 2. Clitandre. 8. Mareuil. Sieg 114. Platz 82, 15:10. Ferner: Le Florentin. Roi Mage 2. Savarin 2. Partinico. Tat in einem Anfallvon Schwermut verübt haben muß. Das kinderlose Ebepaar lebte in bestem Einvernehmen und in wirtschaftlich guten Verbältnissen. bühne für den Schloß Holler-Mord Nrichsgericht verwarf Revision Münster. Wie dem NWD aus Leipzig gemeldet wird hat das Reichsgericht die von den Angeklagten gegen das Urteil des Schwurgerichte Biel=feld vom 1. Oktober 1937 eingelegte Revision im Schloß Holter=Mordprozeß als unbegründet verworfen. Damit sind der 2 Jahre alte Karl Genée und der 2 Jahre alte Walter Krause. beide aus Buer in Westialen, wegen Mordes rechtskräftig zum Lode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Die Angeklagten haben vor sieben Jahren am 4. Juli 17000 in dem Walde bei Schloß Holte den 2 Jahre alten Kraftdroschkenfahrer Karl Rottmann aus Gütersloh ermordet. Grokprojekt zur Bewasserung der Lippewiesen. Horste. In einer Vorstandesitzung der LippeMeliorationsgenossenschaft stand der Wiederaufbau der großen Schleusen im hiesigen Bezirk zur Beratung, um demnächst eine ordnungsgemaße Bewässerung der Lippewiesen durchführen zu kon nen. Nach längerer Aussprache wurde der Anshau beschlossen, der einen Kostenaufwand von 27500 RM erfordert. Vier Fünftel dieser Summe werden durch die Staatszuschüsse und ein Fünftel durch die Genossenschaft aufgebracht. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Winter begonnen werden. Blich Zur Zeit einer gründli handelt sich u gen bedeutent Jahre 1189 di stört worden zielen daranf die alte Backst Basilika wied der gegenwär gene alte ron reigelegt wer 7 für n Sauc Kon Die stehe eine Bio Kulturpolitische Schau der Volkszeltung Besinnliche Stunde Bücher als Weilinachtsgabe Auch in diesem Jahre wieder wartet der deutsche Buchverlag mit einer großen und reichen Fülle von Werken auf, die zu Weihnachten als liebe und willkommene Gaben unendlich viele beglücken werden. Alle Zweige des deutschen Schrifttums sind vertreten, z. T. mit Werten, die dauernde Bedeutung behalten werden. Es kann natürlich nicht unsere Aufgabe sein, einen möglichst erschöpfenden Ueberblick über das deutsche Buchschaffen zu Weibnachten zu geben, dafür ist die Auswahl zu groß, wir müssen uns hier mit einer kurzen Wertung dessen begnügen, was wir persönlich haben einsehen und prüfen können. Beginnen wir mit der Unterbaltungslektüre. Da ist zunächst ein Werk„Der Godöwolf“(1.—15. Tausend, 301 Seiten, in Leinen 2,85 RM), ein Roman, der nicht allein unterhalten, sondern gleichzeitig auch Interesse wecken will für die Heimatgeschichte. Die Verfasserin Margot Bozer läßt darin die Helden= und Schicksalszeit unserer großen sächsischen Ahnen in wuchtigen, plastischen Bildern und Gestalten vor unseren Augen erstehen. Wer in unserer großen Heimatserie„Unsere Heimat im Spiegel der Geschichte“ den schweren zähen Kampf der Sachsen gegen den Frankenkönig Karl, insbesondere das Ringen Widukinds, mit Anteilnahme verfolgt hat, dem wird dieser Roman, der„ein deutsches Schicksal aus Widukinds Zeiten“ schildert, bochwil kommen sein. Auf dem Godöhof lebt der junge Edeling Ramwolt, der— wie alle freien Sachsen— mit heißer Liebe an seiner Heimat und an seinem Volke hängt und dem es nicht in den Kopf will, sich den Franken beugen zu sollen, in denen er fremde Eindringlinge, Feinde seiner Götter und Vernichter seiner Freiheiten sieht. Ihnen sagt er erbitterten Kampf an, ibnen gilt sein geühender Haß. Nichts vermag ihn in seiner Gesinnung umzustimmen, weder der Herzog, der sich persönlich um ihn bemüht, noch die fränkischen Priester, die ihn dem alten Götterglauben abspenstig machen wollen, noch die fränkische Jungfrau Monika, die um seine Liebe wirbt, ja, nicht einmal eigenes furchtbares Erleben, das seine Iugend verzehrt und ihm die gänzliche Aussichte losigkeit keines Kampfes zum Bewußtsein bringen müßte. Sein harter Sachsenschädel duldet keine Pompromisse, und wenn er auch zerbrechen muß! Und Ramwolt zerbricht tatsäch ich daran! Als die ewigen Niederlagen seines ausgebluteten Volkes endlich zum Frieden führen, gebt ihm seine Welt unter. aber umso wilder lodert sein Haß auf. Aus Ramwolt wird der Godöwolf, der verbittert, helos und landflüchtig umherirrt und schließlich zum Schädling seines eigenen, so geliebten werden muß. Eine erschütternde Tragödie rickelt sich ab. groß und wuchtig steht ihr Held vor unseren Augen, eine Sachsennatur aus Widukinds Geschlecht. wie sie nur jemand zu zeichnen vermag. der sich ganz in die Seele seiner Abnen neufüblen verstanden und ihr Ringen und ihr Auckfal zutiefst begriffen hat. Wir müssen der Meriasserin zu diesem Roman ein aufrichtiges Compliment machen, denn was sie geschaffen, ist mehr als ein Roman, ist ein Heldenbuch das lebendige Geschichte atmet und jeden Heimatfreund fesseln wird. Erschütternd ist der Abschluß des Ge schebens, das den Helden noch einmal in seiner ganzen Größe zeigt, als er den Flammenstoß besteigt. über dem mit ihm die alte Zeit in Asche zusammenbricht Diefe Heimatverbundenheit und seines Verstehen geschichtlicher Vorgänge auf dem Beden sächsischen Heimatraumes spricht auch aus dem Roman„Einer Mutter Weg“, den uns die leider bereits verstorbene Friede H. Kruze schenkt (303 Seiten, in Leinen 4.40 RM). In diesem vortrefflichen Werk öffnet sich uns der Lebens= und Leidensweg einer wahrhaft großen Frau und Mutter, die dazu verdammt ist, allein und verkannt in einer abergläubischen, von Spuk und Grauen verwirrten Welt herbstes Schicksal zu tragen. In der mit feinstem weiblichen Empfinden gezeichneten Heldin steht Isabeen Maria Rampendahl wieder auf. jene starke, liebreizende Gestalt aus der Zeit wildesten Herenwahns, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts der Stadt Lemgo zu dem traurigen Ruhm verholfen hat, der Tummelplatz der Hexen und bösen Geister zu sein. Noch steht heute in Lemgo das Haus des„Hexenbürgermeisters“, der auch Isabeen grausam quälen und foltern ließ. Dieser Dr. Cothmann ist ein Scheusal, das einzig verbotene und nicht erwiderte Liebe zu den Grausamkeiten treibt. Darum mußt= Isabeen„Here“ sein, mußten ihre Kinder als„Herenkinder“ verschrieen werden und fern der Mutter aufwachsen. Verfemt, verstoßen, allein gestützt von ihrem Mann. der getreulich an ihrer Seite aushält, erträgt sie ihr furchtbares Leid. Aber am Ende steht die Rechtfertigung, steht der Triumph und steht vor allem auch die Genugtuung, allein durch ihr standhaftes Ausharren das grausame Folterasset zerbrochen zu haben. Mit großer Spannung ist der Roman gefüllt, seine Lektüre nicht nur außerordentlich fesselnd, sondern auch ein wirklicher Genuß. „Im Schatten des Helberges“(6 Seiten. in Leinen 4 40 RM) führt Gustav Schroer in Thüringer Land. Wir erleben den überlegenen Kampf eines unternehmenden weitschauenden Mannes gegen Unfäbigkeit und Unverständnis, Dorfintriquen und Dorfklatsch. Der Ziegeleibesitzer Gruber will eine Wasserleitung, die für das Dorf eine Lebensnotwerdigkeit ist, aber der Gemeindeschulze, die personifizierte Engstirnigkeit. bat kein Verständnis dafür und mit ihm viele andere im Dorfe nicht, die Neid und Mißgunst gegen Gruber eingenommen haben. Hin und ber gebt der Kampf, auf, beiden Seiten mit Unnachgiebigkeit geführt. Aber am Ende bleibt doch Gruber der Sieger, dem die Natur selbst ihre Hilfe leibt. Mitreißend, spanned ist der Roman geschrieben, voll lebendigster Handlung. die den Leser gleich im Anfang in ihren Bann schlägt und bis zum Schluß nicht mehr losläßt Ein keines gediegenes Frauenbuch hat uns Anauste Supver mit ihrem Roman„Die große Kraft der Eva Auerstein“(1—15. Tausend, 306 Seiten. in Leinen 285 RM) beschert. Im Mittelvunkt steht Eva, ein armes Findelkind. das der heimwehkranke, vom Leben zermürbte Thomas Auerstein in kalter Winternacht irgendwo da oben im Baltenland aufgelesen und in seine deutsche Heimat mitgenommen hat. In ranschenden Wäldern, in denen Thomas neuem Bernfe nachgeht, ersteht für Eva eine herrliche Welt, ein Paradies, in dem sie wie ein scheuer Vogel sorglos und von treuer Liebe umbegt dahinlebt. Bis das große Leid über sie hereinbricht und ihren frohen, unschuldigen Kinderträumen mit grausamer Hand ein plötzliches Ende bereitet. Wie eine von rauhem Herbststurm geknickte Blume sinkt sie dabin, scheinbar unrettbarem Siechtum verfallen. Aber mächtiger als das Leid erweist sich schließlich der unzähmbare Wille zum Leben, der Schrei nach Kraft, nach Licht, um das sie nun einen entschlos senen Kampf führt und das ihr dann endlich auch wieder aufleuchtet am Sterbebett der Bäuerin Christine, bei der sie in stillen Stunden wacht und ihrer Seele Läuterung findet, die auch den kranken Körper gesunden und auch die schweren Rätsel Blich nach drinnen und drausen Am Samstagnachmittag ist plötzlich und unerwartet der Vorstand des Schwabinger Krankenhauses in München, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Erich Lexer, im Alter von 70 Jahren in Berlin einem Herzschlag erlegen Mit Geheimrat Lexer ist einer der bekanntesten und bervormagendsten deutschen Chirurgen jäh aus einem überaus arbeitsreichen Leben und Wirken gerissen worden. * Deutschland zählt nach dem vor kurzem erschieneuen„Reichskinoadreßbuch“(Lichtbildbühne, Verlag Dr. Buhrbank u. Go.) 5408 Filmtbeater. Die Reichsbauptstadt marschiert bierbei mit.408 Lichtivielhäusern an der Spietze aller Großstädte. An ameiter Stelle stebt Hamburg als nächstgrößte deutiche Stadt mit 73 Kinos. * Zur Zeit wird der Dom zu Barlowick einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Es handelt sich um das letzte Bauwerk der ehemaligen bedeutenden Handelsstadt Barlowick, die im Jahre 1189 durch Heinrich den Löwen zerstört worden ist. Die Wiederherstellungsarbeiten zielen darauf hin, unter der roten Uebertünchung die alte Backsteingotik der ehemaligen romanischen Basilika wieder zur Geltung zu bringen. Auch der gegenwärtig im Unterbau der Orgel verborgene alte romanische Teil der Kirche soll wieder freigelegt werden. * An die Stelle des seit 1852 bestebenden Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumsfunde is setzt auf Anordnung des Reichsstatthalters Sauckel die„Thüringische Historische Kommission“ getreten, die dem thüringischen Polksbildungsministerium unterstellt worden ist. Die wichtigsten Aufgaben dieser Kommission bestehen in der Bearbeitung einer thüringischen Bibliographie, eines geschichtlichen Ortslexikons, eines Atlasses zur Geschichte Thüringens und der Blographien bedeutender Persönlichkeiten aus Thüringen. Ferner soll sich die Thüringische Historische Kommission auch der Erforschung der ländlichen Rechtsquellen widmen. * Aus Irland wird gemeldet, daß der 16jährige Filmstar Michael Dirrane auf die Filmlaufbahn verzichtet und sich den theologischen Studien zugewandt bat. Dirrane spielte in dem Filme„Man of Aran“ die Rolle des Michelin. * Anfang des neuen Jahres wird in Frankfurt a. M. das Kaiser=Wilhelm=Institut für Biophysik eröffnet werden. Das Institut steht unter der Leitung von Professor B. Rajewski. * In der Universitätsbibliothek zu Erlangen ist eine Ausstellung der im Besitze der Bibliothek befindlichen berübmten Sammlung alter Meisterzeichnungen eröffnet worden, in der sich neben vielen anderen seltenen Stücken auch das beruhmte Selbstbildnis Albrecht Dürers von 1492 befindet. Auch ein Selbstbildnis von Matthias Grünewald ist vertreten. * Heinrich Zerkaulens Lustspiel„Der Sprung aus dem Alltag“, das bisher an 110 deutschen Bühnen gespielt wurde, kommt in Kürze am Komedi=Theater in Stockholm zur schwedischen Erstaufführung. * Die Stadt Krefeld bereitet gegenwärtig eine große Ausstellung„Burgen und Städte am Niederrbein“ vor. Auf dieser Ausstellung wird vor allem die Entwicklung der rheinischen Burgen einen großen Platz einnehmen. Im rekonstruierten Modell wird die alte Pfahlburg Born, deren Grundriß durch den Reichsarbeitsdienst freigelegt worden ist, zu sehen sein. Die Burg liegt im Sumpfgebiet des Dorfes Born bei Brüggen an der bolländischen Grenze und wird der Entstehung nach in das achte Jahrhundert verlegt. Gleichfalls im Modell wird die älteste xheinische Wasserburg, die Burg unbekannten Blutes löschen muß. Der Roman spricht für sich selbst und bedarf eigentlich keiner Empfehlung mehr. Wer ein wirklich gutes, seelenvolles Frauenbuch sucht, der greife herzhaft danach, er wird höchst befriedigt sein! Von besonderer Eigenart ist„Lasseters letzter Ritt"(1.—20. Tausend, 307 Seiten, Volksausgabe in Leinen 2,85 RM) von Jon L. Idrieß. Der Untertitel„Ein Goldgräberschicksal im australischen Busch“ besagt eigentlich schon alles. Lasseter, das ist der kühne Anführer einer Expedition, die 1930 ins Niemandland Australiens zieht, ein verloren gegangenes Goldfeld wieder zu suchen. Aber es rubt weder Glück noch Segen auf dem Unternehmen, das mit allen Mitteln moderner Technik ausgerüstet ist und nach menschlichem Ermessen eigentlich das Ziel erreichen müßte, und die doch so elend Schiffbruch erleidet. Alle Anstrengungen, alles Heldentum ist umsonst und alle technischen Mittel versagen. Verraten von seinen schwarzen Begleitern, verzweifelnd nach dem Verlust aller seiner Mittel, dem Verhungern und Verdursten nahe, unternimmt schließlich Lasseter den„letzten Ritt“, der ihn aber nicht mehr an das ersehnte Ziel, sondern nur noch in die Arme eines barmherzigen Todes führt. Es ist ein erschütternder Tatsachenbericht in diesem Buche festgehalten, mit dem sein Verfasser einem wagemutigen Pionier und Helden der Forschung ein ehrendes Denkmal gesetzt hat. Die deutsche Uebersetzung, die sich außerordentlich fesselnd und spannend liest, besorate Bruno Schwietzke. Wer eine Stunde gesunden Humors genießen will, wirklich originellen, sonnigen Humors ohne „Bart", der beschaffe sich„Lustiges Volk", ein heiteres Geschichtenbuch von Johannes Banzhaf(1.—25. Tausend, 286 Seiten, in Leinen 2.85 RM). In 32 Geschichten, die sämtlich mit erlesenem Geschmack ausgesucht und zusammengestellt sind, hat der Herausgeber ein Hausbuch geschaffen, das man in die Hand jedes Griesgrams und Grillenfängers wünschen möchte. Aber auch jeder, der einmal herzhaft lachen will, und sich eine Stunde wirklich guter und gediegener Unterhaltung wünscht, kommt hier voll auf seine Kosten. Die überaus preiswerte und geschmackvolle Ausstattung hat Koch=Gotha durch eine Anzahl netter Zeichnungen abgerundet. Sämtliche hier besprochenen Bücher sind im Verlag von C. Bertelsmann in Gütersloh erschienen, der in den letzten Jahren in der Herausgabe guter und bester Unterhaltungswerke produktiv gewesen ist wie kaum ein anderer und der auch in diesem Jahre wieder eine sehr reichhaltige Kollektion beschert. Die Anstrengungen des Verlages, die ganz darauf abgestellt sind, nur wirkliche Werte von Bestand und Dauer herauszubringen und der sich insbesondere auch die Buchausstattung mit großer Liebe und seinem Verständnis angelegen sein läßt, verdient jede Anerkennung. Joseph M. Hasler. Gcosser Buchersolq mit der Bibel Als ein Londoner Verleger, der sonst weit davon entfernt ist, theologische oder religiöse Erhauungsliteratur zu pflegen, kürzlich eine neue Ausgabe der Bibel zum vergleichsweise bohen Preise von 10½ Schilling(etwa 6,50 Mark) auf den Markt brachte, mag er sich gefragt haben, ob der Erfolg diesem Unternehmen Recht geben werde. Das englische Lesepublikum hat ihm mit verblüffender Schnelligkeit sein zustimmendes Urteil gegeben: In der Woche nach dem Erscheinen war die erste große Auflage bereits vergriffen, und die Buchbändler können es beute in Stapeln zu denen stellen, die man als„Bestseller“ bezeichnet. Nun bandelt es sich hier allerdings um Brüggen an der Schwalm, nahe der holländischen Grenze, ausgestellt. Sie stammt aus dem elften Jahrhundert, ist gut erhalten, und es sollen die Grundrisse der jetzt verschwundenen Bauten, die aber auf alten Plänen verzeichnet sind, freigelegt werden. * Dem Japanischen Seminar der Universität Wambura wurde durch die Vermittlung des Generalkonsuls Pedo eine japanische Bibliothek gestiftet. Die Bücherei umfaßt einige wertvolle Sammlungen aus dem Gebiete des zeitgenössischen wissenschaftlichen Schrifttums von Japan. Bei der feierlichen Uebergabe der Bibliotbek sprach Prof. Dr. Gundert, der Leiter des Japanischen Seminars in Hamburg, den Stiktern den Dank der Universität in einer sapanischen Rede aus. * Zum 100. Geburtstag von Cosima Wagner, der sich am 25. Dezember jährt, veranstaltet die Waqnerstadt Bayreutb am 19. Dezember eine Gedenkfeier, in deren Rahmen in der Ludwig=Siebert=Halle auch eine CosimaWagner=Büste enthüllt wird, die der Münchener Bildbauer Roland von Bohr schuf. * Bei Erneuerungsarbeiten in der St. Gangolfskirche in Bamberg wurde ein Bild a.erveiligen“ entdeckt, das nach dem Urteil der Sachverständigen als ein Werk Lukas Cranachs angesehen werden kann. Das Gemälde wird nach seiner Erneuerung wieder in der Kirche aufgehängt werden. * In einer kleinen Erinnerungsfeier enthüllte der Kölner Männergesangverein am Sonntag eine Bronzetafel seines 1933 verstorbenen verdienstvollen Dirigenten Prok. Josef Schwarz. Die Tafel mit dem Bild des Verstorbenen wurde von dem Kölner Bildhauer Wilh. Albermann geschaffen und befindet sich an der Wolkenburg. * Das österreichische Unterrichtsministerinm gab bekannt, daß an den Wiener Volksschulen die Schülerzahl von 137000 im Jahre 1931 auf 114 000 in diesem Jahre gesunken ist. keinen gewöhnlichen Neudruck der bereits in Millionen verbreiteten Texte, sondern um eine Ausgabe,„die als Literatur gelesen werden soll“, wie ihr Titel besagt; zur Erbauung so sehr wie zum literarischen Genuß. Alle Vers= und Kapitalbezeichnungen sind daher fortgelassen worden, man hat die archaische Sprache der englischen Herausgeber von 1611 modernisiert und überdes die größte Sorgfalt auf die äußere Ausstattung, Typographie, Papier und Einband verwandt. Aber sonst ist alles unverändert geblieben. Man hat eigentlich nur den Weg beschritten, die allzu traditionell gewordene Form der feierlichen Repräsentanz zu erneuern, gleichsam an das Vergnügen der Leser zu appellieren— und siehe, das Buch der Bücher erwies von neuem die Unerschöpflichkeit der in ihm beschlossenen Welt. Auch die anglikanischen Kirchenkreise, welche seine erneuerte Gestalt nicht gerne sehen, werden immerhin die Genugtuung haben können, daß es wieder und mit Anteil gelesen wird. Und dafür ist es ja schließlich von Anbeginn bestimmt gewesen. Das Kunstwerk des Monats Dezember Das Kunstwerk des Monats Dezember, das von den Staatlichen Museen in Berlin ausgestellt wird, ist in Stimmung und Gehalt der anbrechenden Weibnachtszeit angepaßt. Auf dem von dem florentinischen Meister Fra Angelico stammenden Werk sieht man die Madonna in demütiger, von stiller Anmut erfüllter Haltung, das Kind anbetend, das vor ihr auf blumiger Wiese liegt. Ein dichter, in romantischem Dämmer liegender Wald umfängt die weihnachtliche Szene. Ueber dem Ganzen schwebt segnend die Gestalt Gottvaters und der Taube des Heiligen Geistes, deren goldene Strahlen den Jesusknaben berühren. Der jugendliche Jobannes der Täufer und im Hintergrund, in tiefer Verehrung versunken, der heilige bestärken zusammen mit der Kostbarkeit der erlesenen Farben noch weiter den zauberhaften, innigen Gehalt der Darstellung Kaum ein anderes Kunstwerk könnte uns den stillbesinnlichen Geist der Weibnachtszeit so eindringlich vermitteln wie eben dieses Bild des Florentiner Künstlers. (Scherl=Bilderdienst.M.) Sollte der Geburtenrückgang weiter anhalten, so wird die Zahl der Volksschüler im Jahre 1912 auf 79 000 gefallen sein. * Auf französischer Seite sind im Weltkrieg, wie die Statistik feststellt, 4600 Priester gefallen. Die französische Stadt Languedoc hat jetzt beschlossen, diesen gefallenen Priestern ein eigenes Kriegerdentmal zu errichten. Da die Regierung ein Gesuch des Magistrats ablehnte, aus Mitteln der Stadt einen Beitrag zu dem Denkmalsfonds stiften zu dürfen, haben die Mitglieder des Magistrats beschlossen, aus ihrer eigenen Tasche einen Beitrag zu zahlen. * Zu Beginn des nächsten Schuljahres wird an allen englischen Knabenschulen eine Stunde Nähunterricht in der Woche eingeführt werden. Die Schulbehörden geben zur Begründung das Beispiel an, daß sehr viele Manner einem abgerissenen Jackettknopf bilflos gegenüberstehen, und daß sie in der Lage sein müßten, sich selbst zu helfen, wenn weibliche Hilfe nicht zur Stelle sei. * Der Umstand, daß in der Tschechoslowakei die deutschen Staatsbramten in den Rubestand versetzt oder abgebaut wurden— erst in der letzten Zeit wurden auf Interventionen deutscher Parlamentarier wieder Neueinstellungen vorgenommen— brachte es mit sich, daß Mangel an das Deutsche beherrschenden Beamten und Angestellten bei den staatlichen Aemtern und Behörden im sudetendeutschen Gebiet berrscht. Unter verschiedenen anderen lustigen Vorkammnissen sei erwähnt, daß ein Erlaß einer Bezirksbehörde in Nordmähren Mahrisch Schönberg) nnt der Anrede„An alle austiere“ anstatt„Analle Tierärate“ begann. Verschiedene Erlasse sind in unmöglichem Deutsch geschrieben, was kesonders auf den Bahnhöfen recht peinlich wirkt. * Bei Coromandel in Brasilien wurde in der Nähe des Platzes, wo man im Juni 1929 das sogenannte„Südkreuz“ fand. ein anderer Diamant mit einem rosaroten Scummer im Werte von 53000 Pfund Sterling entdeckt. des Reihenehrtendes— *or Vergenlied— Benerbersce##r der Sebete M. Fräbterzert. Es krielt Hermezz leinen C:60et. 7M. Recrcten— Poreerlied— Bereenrr 0. Better. Baserkerd— R:lerderhler: *19. Sien Teter5oh: Frererturner *.. F.e. an Pereen Es soielt 21 Treteter Ceceter 9ene Cun Rreéet 1. 6 221 . Veer. Per4 S 20 E 11. 2. Sn P22dler= Cwerr 0." 12.2d. Bolier(Br. B 934). 1 9—e Seder re Borte .en.n:NesT 7. 9.. Hebiser4 1622 3eeblcer Tenz und Balier 2rs Pärer 4= . S. Meodter aus der Coerette Mg Zehrt. Balier ens der aleiceenieen Ceerene(21. a-*.Terertele nateise... 2. T. helm Pobt: Ben gesurder 94: *. paa.... dales und singen. Tarzestellt ve1 Jecchn Altemar! 10.. Cendepense. 11.0: Marktber=4 Beser, Bett' aut. 120 Tie Berkpaufe des Reichdfenders 85.1 in Verbindung mit der T A3. Uebertragung an der Airma Gewerkscheit Freia Erlen 1nd Stabl= Salzwerke, Breyell. Es wtelt die V. L. Kreidkapelle Biersen=Kemten unter Leimng ven 8chard Mollenbauer 130: Nechrichten— Olid2116 1415: Mittagskonzert. Tie Etutigarter nusik: Tie Bellenstiiche; Haus Hofele Wartioni; tana Meyer(Alt): Urtur Ze f 10iarrel. 1. Mit Mat und Kratt. Marsch 13r. v. Blenl. 2. Der nate Meun B. Hehnl. 1 740 Ve#ein Polktveite 1 2 6a e e la Hein Sörchl. b. Ta6 Etrabendahnerlied Gand Thaler 1nd Karl Holderj. C. Ter Schneider(Bolksweisel. 7. Tros im Leid(C. Burckhardtl. A. Bauernpolka Leo Hanyl.* Trenklied(Volkeweises. b.. Der zeisig(M. v. Wittsch= 11. 38 es Bahrbeit. i0 es Luge Karl Holters. 12. Tie drei Jäger 1u. Zeibl. 8 Tanzlied 1f. Schhorns. 14. Jest im Sattel, Nar6 M. Cc. 1410. Nachrichter 14 15: Muskalische Kurzweil. 16 D: Zur große und kleine Kenter: Hinter den seben Bergen Altes und Neueh 418 der Mar= 4entr. M: Cenderen Der treiben Bemikertor6en. Berchäge. Arlenrzen 120 Irween sr. 5r0 Scire: e» .. r(26n 12 ze de: Laxzersche F26k. E6 Woreit 26 Blner 22!::1er. Leim2g: Ctio Jrlins 129a. 1. 12rcer Per4 S 1 Pazrtl. 2 Garsen 411 Denent“ 2 1 Psattl. 1 Sumunenl.Be. 21en(2. 222 Beecherenl. 4 Uneerische Lenze Kr. 9.. A(J. Prel=0. 1 Beirrk=ertete .*.—1. Tertce Aeieer A. Eezerti. 7. B2#er 11) L2erreiger Hrnrerd16. 1 Eo5Tant: b Terz der Jrrlichter H. Ber= 24 9. Sar 6= Tenze Tvorak). M . Th 1. Mle Tor2:4..“ 1. T44fN. 2 Chremancer »...5 10 *. G ins Lchen Beranmor4 Gern Häutcen *. B. bt M. fenet? 2Farsel altet Frontsoldaten. 1* 5: Pementer sehme 190: 76r6er 910. Wiener Mrök(Indekrieceloirr 10 1.nen des Teutchen 91791720 2: Tie S66rung von 3o“ Ande Bilhelm Aurtwingler birigiert. 2*: 7r6ter 2951 24 M. Relodie und Phechnrs. Tanz2.*. Donnerstag. 9. Dezember 610: Vorgenlieb— Betterbericht für den Bauer. 6 10: Leibebabungen *N: Frubkonzert. Es lpielt das Pliey/ch Barko= Crc=8er 7: Nechrichten; anschließend Borgenlied— Morsenrn“ 80: Better. Wasserstand— Kalenderblan s19: Ellen Terenbech: Grauenturnen. N. Ohne Eorgen jeder Borgen. Kaselle Erich Der6. 92. Heitere Zwischennrsk. Ritwirkende: Bos. cang Berzer(Beolines: Erc Ernnel MKlavier. Masiertde. Gehlerl. 2. al Reiner Salier(0 Kersenoi0): b Intermezo 40 Kargane"; c. 2cerso 18 Rtere*). 1 Laltarela (Hens Lett 9S: Nechrichten 100. Rolkoliesegen, Biederbolung, Liederb'att 1 Ma6kalische Leituna: Rerl Geinz Pricken. Eo snat und lofelt die Rundinnktpte. cer 10 M: Eenbererte 1145: Bauet. merf anl— Let Balb 12 Ter Berteigerurgeeerm! rnr 199 m e0 Orn r a enGrote Sofas Couches n *» en Betrs bes étraersti pe pernens nre n 1. 110 ober bei den utandigen Per 1 Pe r . uerin ee 5 57 Trauringe ........ ta bertartesen Preistagen. J 1ete reber S2 c1e bu wer.eellah 180e54 22 01 ...... 4 n:4 ber 1e41“« e2329 t*1 1e.re 1e erten, det es ad c* 1at wastes tasa Casse t. B. Mutege ant Orbebung des bes. Ls n Uaa. deo Zübren es der Leire 1rd 1eeits mreceter Urgeböriger, ander= 3M e 1 t 1 Pdgtasg bard Atast. .. Aeg. Urerzer a M. P% 1E zenet E213tern. Bedkenrierern so.fatte. berscherungsbeutrage. ArchenPdadtera nes exteren Perteaen. eacta. Pers'ésertentéeeuttar u'») te geetg m Cn verted e Ma Pe. . s Mesatran la ertra WLeTSCA amt 8..... r * Ctener.“ aGensgehinnes 14 n 11. 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Sax s: 75e0.— en 22. a.. immersChTan T.-... den-Verein siatiee. as 14 dr. denten: Brte 134? Tet afe e7. 12 3 Ah Ein ungewöhnlicher Von Walter Bauer Dann gingen Pitt und Schneckel in die Wohnung des alten Weißbart und wagten, was niemand gewagt hatte. Professor Theuerkorn=Weißbart wohnte im alten Teil der Stadt. Er war niemals umgezogen, und der Stadtteil war immer älter geworden, je mehr Siedlungen sich in die Felder hineinschoben. Sicher war das Haus einmal schon und vornehm gewesen, jetzt war es alt wie die Leute, die darin wohnten,— alles war alt daran, auch der Geruch, der das Treppenhaus durchschwebte, es war ein Geruch von Alter, Ungelüftet sein. Mit Herzklopfen lahen die Jungen das große Schild an: Gotthold Theuerkorn. Das war erl setzt erfuhren sie, daß der alte Lehret, der eine Klasse nach der andern in die kühlen Geheimnisse der Mathematib einzuweihen suchte, einen Vornamen hatte. Sie klingelten. Es dauerte lange, ehe jemand ham. Eine Frau wachte auf. Auch sie wai alt, ja, sie gehörte zu diesem Haus. Rührend sah sie aus.„Guten Tag“.— Was sie möchten Jetzt ham Pitt nicht mehr aus der Fassung.„Zwei Schüler der Untertertig, Läuda und Seemann, möchten gerne Herrn Professor Theuerkorn sprechen.“ Sie war erstaunt, die gute, alte Frau, die Jungens konnten es deutlich an ihren Augen erkennen. Noch nie hatten Jungens an dieser Tür gestanden.„Zwei Schüler?“ sagte sie.„Kommt herein". Sie sollten einen Augenblich warten. Im Zimmer drinnen hörten sie die Frau etwas sagen,— setzt— das war seine Stimme, sie hannten sie doch gut Dann traten sie ein— in das nie betretene Heiligtm. Zum ersten Male lahen zwei Jungens der Schule no Zimmer und den Tisch. an dem Weißbart mit unerschütterlicher Gerechtigkeit ihre Hefte nachiah. Nachher gewahrten sie auch das Tintenfaß mit roter Tinte. Es war so still in dem Raum, ganz anders als hei Doktor Kaufmann. Vielleicht kam die Stille von den vielen Büchern mit den dunklen Ledettücken. die em paar Wände bedeckten. Sie waren befangen. Plötzlich ham es ihnen nicht meln richtig vor, was sie tun wollten. und sie hatten ein wenig Angst. Aber Weißbark war viel netter, als sie sich je gedacht hatten. Er war etwas umständlich, aber das wußten sie ja schon. Sicher hatte er seinen Nachmittagsschlaf gehalten, er hatte richtige rosige Schlafbäckchen. Sein schöner weißer Bart schimmerte. Er trug nur dunkle Anzüge; immer lah er feierlich aus. Sicher var er noch nie schnell gelaufen, hatte niemals etwas hastig getan. Ach, die Jungens hatten keine Ahnung, daß Weißbarto Hand, die so gleichgültig Dreier und Vierer unter die Klassenarbeiten schrieb und den Namen Theuerkorn in kotrekter Schrift,— daß seine Hand gezittert hatte, als er vor Jahren die Nachricht beham, daß seine beiden Söhne gefallen im Krieg, einer in Frankreich, bei Verdun; der andere war in einem Unterleeboot untergegangen. Aber Jungens wissen natürlich nichts von dem Leben eines Lehrers; sie sehen ihn in die Klasse kommen; und nach einer Stunde geht er hinaus, zwischen Kommen und Gehen liegt das Wissen, das er ihnen geschenkt oder langsam, weil sie nicht wollen, eingibt, Schluck um Schluck, und viele nehmen es auch an, manche aber verlangen einsach nicht danach, und zu denen gehörte, Gott sei's geklagt, leider auch Andy— und um seinetwillen standen Pitt und Schneckel setzt in dem dunklen Zimmer vor dem alten Mann, der überrascht war. Noch nie waren Jungens bei ihm gewelen; er war geradezu einen Augenblick verwirrt. „Sie überraschen mich, junge Freunde“, sagte er, „nehmen Sie Platz.“ Schneckel verlank für einen Augenblick in einem Sessel und kämpfte sich wieder heraus, während Pitt, nun in besserer Form als vorhin, lagte, was er sagen wollte: Daß Andy nicht sitzenbleiben dürfte. Bei Doktor Kaufmann hatten sie gelacht. Hier schwebte die Stille zwischen den Sätzen, und die laßen wie zwischen Mauern inmitten der schweigenden Bücher. Der alte Weißbart lah, während Pitt sprach, unverwandt auf leine Hände, und dann strich er mit der Bewegung, die ihn vertraut war, durch den silbrigen Bart. Schneckel ah ihn an und bemerkte mit schnellen, vorsichtigen Blichen alle Dinge im Zimmer: einen krummen Säbel über einer Büicherwand, einen wunderschönen Kopf aus gelblichem Marmor,— den kannte er, das war Apoll, der Gott von Olympm.... dann lah er wieder Weißbart an Der war überrascht, der alte Verkünder der mathe= matischen Weisheiten. „Nun“, sagte er,„es ist wohl nicht die Rägel, daß Knaben ihren Lährer aufsuchen, um mit ihm über die Verlätzung eines Schülers zu konfärieren. Es ist ein schönes Zeugnis— mähr für Sie, junge Freunde, denn für ihn, der, wie Sie sagen, nichts von Ihrem ungewöhnlichen Schritt weiß. Ich glaube es Ihnen, Lauda. Aber“— er stand auf und ging an den Schreibtisch. Dort lagen ein paar Stöße von Heften: etwa auch ihre vom Mittwoch? Weißbart suchte mit kurzsichtigen Augen und zog ein Heft heraus.„Aber sähen Sie“, er schlug es auf und schüttelte den Kopf, „ich habe soäben die Arbeit von Klausen korrigiert; er hat wiederum lächs Fähler. Das ist äben eine klare Vier. Dabei sind drei Leichtsinnsfähler. Er könnte also .. dumm ist Klausen nicht, aber er hat äben kein Interesse an der Mathematik, und Interässelosigkeit rächt sich... „Tjä", sagt Weißbart, ich weiß es nicht. Er müßte sich dann jähr anstrengen, und ich bezweifle leider, leider—, daß är äs kann, är stinkt ja vor Faulheit.“ Der gute Weißbart... sie hatten ihn durch ihren Ueberfall so in Verwirrung gestürzt.„Es ist rächt ungewöhnlich", sagte er, als sie aufstanden,„rächt ungewöhnlich“. Sie verbeugten sich; er gab ihnen die Hand und brachte sie an die Tür. Pitt bat ihn nicht, er möge von ihrem Besuch zu jedermann schweigen, nie dürfe es Andy erfahren. Er wußte, daß der alte Männ über diese ungewöhnliche Stunde niemals reden würde. (Aus dem„Wunderbaren Jahr“, dem Bubentoman von Walter Bauer, Verlag Herder, Freiburg i. Br.) Klavierverkäufer ward Walzerkomponist Zu Emil Waldteufels 100. Geburtstag am 9. Dezember. Von Fritz H. Chelius. (Nachdruck verboten.) Es durfte nicht ganz leicht sein, unter den letzten drei Generationen einen Menschen zu finden, der das Tanzbein geschwungen hat und nicht nach einer Weise von Waldteufel tanzte. Denn das ist das große Geheimnis dieses Zauberers in Tönen: man kann ihn sicher nicht zu unseren ganz„Großen“ im Reiche Polyhymnias rechnen, und doch hat er die ganze Welt mit seinen Weisen bezaubert. Mit dieser Feststellung soll das Verdienst des Musikers Waldteufel keineswegs geschmälert oder herabgesetzt werden, denn dieser Meister des Frohsinns und der guten Laune hat sicher Millioren entzücht und begeistert. Emil Waldteufel hat in Straßburg am 9. Dezember 1837 das Licht der Welt erblickt. Schon frühzeitig machten sich bei dem jungen Waldteufel musikalische Reigungen und die Absicht, Musiker zu werden, bemerkbar. Es gibt aber in Frankreich nur eine Stelle, von der aus man einen erfolgreichen Start machen kann, und das ist Paris. Selbst wenn er in Straßburg noch so gute Lehrer gefunden hätte, ohne die Abstemplung des Pariser Konsernatoriums wäre wenig Aussicht auf Erfolg gewesen. Deshalb zog der junge Waldteufel nach Paris, und am Pariser Konervalorium wurden vor allem Marmontel und Laurent seine Lehrer, so daß er eine grundlegende vorzügliche Ausbildung sein eigen nennen konnte. Indessen scheint er nicht zu den sogenannten „großen Talenten“ des Konservatoriums gehört zu haben, denn bald springt er aus der großen Reihe aus und versucht, sein Können in Geld umzuketzen. Möglich, daß auch materielle Sorgen ihn zu diesem Schritte veranlaßt haben, jedenfalls finden wir ihn bald in der Klaviersabrik von Scholtus, wo er Klaviere einspielt und auch den Käufern vorspielen muß. Das war immerhin ein geschickter Ausweg, denn er bot ihm die Möglichkeit, bei seiner Musik zu bleiben. Schon damals hat sein freies Fantasieren Aufsehen erregt. Das war im Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Vergessen wir nicht, daß damals Johann Strauß(Sohn) der strahlende Komet am Himmel der Unterhaltungs= und Tanzmusik war. Dessen Ruhm strahlte von Wien auch nach der Seinemetropole, und die leichten, beschwingten Rhythmen seiner Walzer, Operetten und Tänze fanden auch in Paris ein lebhaftes Echo, nicht zuletzt bei dem jungen Waldteufel, der da für seine Klaviersabrik die Instrumente vorführte. Was lag da näher, als daß er sich auf diesem Gebiete versuchte? Er schrieb seine ersten Walzer und gab sie im Selbstverlage heraus. Der folg überstieg alle Erwartungen: zwei Walzer machten ihn, den Elsässer, mit einem Schlage zu einer Pariser Tagesgröße. Selbst in die Tuilerien bahnten sie sich den Weg, wo Kaiserin Eugenie Hof hielt und, umgeben von einem Kranze schöner Frauen und eleganter Kavaliere, keineswegs dem Trübsinn huldigte. 1865 mtte Waldteufel gesiegt: er wurde zum Kammerpianisten der Kaiserin ernannt und„am Hofballdirektor: eine ähnliche Stellung, wie sie Strauß in Wien dekleidete.(Denn man hoffte, Wien übertrumpfen zu können.) Von da ab war er ein gemachter Mann: Konzertreisen führten ihn Bilder vom Tage Generalseldmarschall v. Mackensens 88. Geburtstag Der greise Generalfeldmarschall des Weltkrieges, Generalfeldmarschall von Mackensen, feierte am Montag seinen 8, Geburtstag, zu dem ihm der Führer und Reichskanzler ein herzliches Glückwunschtelegramm übermittelte. In Falkenwalde bei Stettin, dem Wohnsin Mackensens, trat am Montaavormittag eine Ehrenkompanie des Infanterie=Regiments o(Stettin) mit einem Musikkorps an Der Generalsedlmarschall nahm den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie ab. Unler Bild zeigt links den Generalfeldmarschall mit seiner Gattin an der Tür seines Haules während des Geburts agskonzerts der Musikkapelle. In der Mitte erkennt man die Schwiegertochter des Generalfeldmarschalle Rechts das Bild zeigt Falkenwalder Jugend, deren Glückwünsche der Generalfeldmarschall entgegennahm. In der Mitte im Hintergrund erlennt man Oberst v. Chapuis, den Kommandeur des Inf. Regto, 5; rechts neben Mackensen seine Gattin.(Scherl=Bilderdienst=M) durch ganz Europa, und seine Tänze feierten Triumph über Triumph. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde dann ein Walzer nach dem andern geboren, die heute noch zum eisernen Bestand unserer Tanzmusik gehören, der„Gretna=Green=Walzer“,„Espana“, „Estudiantina", die„Mondnacht auf der Alster“, Sirenenzauber“, und wie sie alle heißen. Sie werden auch dem Hundertjährigen(er starb 1915 in Paris) einen klingenden Geburtstagsstrauß winden. Der Bär im Belt Peinliche Ueberraschung im Schlafzimmer Am frühen Morgen hatte Jean Rubeaud seine in einem Pariser Vorort gelegene Gartenwohnung verlassen. Am späten Abend erst kam er von der Arbeit wieder heim. Zu seiner Bestürzung börte er, als er sein Schlaizimmer betrat, laute Schnarchtöne. Er schaltete das Licht ein und sah auf den ersten Blick, daß irgend jemnand in seinem Bett lag. Zuerst dachte er. ein Betrunkener hätte sich vielleicht in der Wohnung geirrt und wäre versehentlich in sein Schlafzimmer gekommen. Aber als er zornig die Bettdecke zurückriß, weiteten sich seine Augen vor Schreck. Im Bett lag ein Bär! Er funkelte den Mann böse an und machte sich bereit, sich aufzurichten und auf ihn loszugehen. Laut schreiend flüchtete Jean Rubeaud von dannen. Aber zum Glück vergat er nicht, hinter sich die Zimmertür zu schließen. Dann stürzte er zur Polizei, um Hilfe herbeizuholen. Zu seiner Ueberraschung war die Polizei über seine Mitteilung gar nicht entsetzt, sondern höchst erfreut. „Den Bären suchen wir nämlich schon“, wurde ihm erklärt,„er ist heute früh aus einer Wandertierschau entwichen!“ In aller Eile wurde der Besiner der Menagerie benachrichtigt, der auch sofort erschien. In Begleitung von zwei Polizisten und dem Tierdresseur gina donn Jean Rubeaud in sein Heim zurück. Den Bären konnten sie allerdings nirgends entdecken. Schon nahmen sie an. daß Meister Petz vielleicht durch das offen gelassene Fenster, durch das er wahrscheinlich auch bereingekommen war. wieder entwichen wäre Aber da entdeckte ihn der Dresseur unter dem Vette. Er hatte sich dorthin verkrochen. als er die Ankunft seines Herrn und Meisters witterte. Der„Löwe von Juda“ Als die Italiener in Addis Abeba einzogen, brachen sie das dort stehende pompöse Standbild des „Löwen von Juda“ ab und brachten es nach Rom. Der Transport erfolgte auf der Eisenbahn, die von Addis Abeha nach Djibuti führt. Sie gehört behanntlich einer französisch-abessinischen Gesellschaft und diese Gesellschift war es einst, die der Kaiserin Zaoditu den„Löwen von Juda“ zum Geschenk machte. Uebrigens hat die Gesellschaft an diesem Abtransport ein hübsches Stück Geld verdient. Der Löwe wiegt 1600 Kilo und die Frachtkosten machten beinahe 5400 Francs aus. Die Gesellschaft legte jedoch Wert darauf, in französischen Zeitungen bekanntzumachen, daß sie damit noch keineswegs den Betrag, den sie seinerzeit für das Geschenk aufwenden mußte, zurückerhalten hat. Der Löwe war teurer. 1 Regierungsjubiläum des Königs von Schweden Am 8. Dezember begeh Schweden das Z0jährige Re gierungsiubiläum seines Königs Gustaf V. Unsere Aufnahme zeigt den König in seinem Arbeitszimmer (Scherl Bilderdienst=M) ANVTEA MATE" 17 16 Seieng rw ebeie de Bert orerpen. De c.a Fen febern seberene Teterem, mt ere fle. rorcre Wern Fors Haberland m der Leune 3ean f. erma: er erx en ieme Munet. Auch Locd Cher he: t 2er sa u o Er erte5 eibe Tne anea a fers eton beglenet un hemmer u seinen Woden. Er rt fi ebe o e e eie rire es :s Ennem—, dei hnet den Bertängen der emiet nele Augen im berhachten. 400 Männer imen neunerie e € onat ex neocen: Denn der et ein Reich der Männer Wöneend Hans Haberland viesfend de Treooe 1 enet Wohnung reeder hfteint. sellt um ein. 3ine unter Mörnern gelebt hat Ratürtc 79 auh Fmuen in lemen Scien agemucht, abe: se blieden m den Abenbeurten, onne deß de ninnbche Amnosohäre lemes Lebens doven beemnächngt tea wäre. Scade— oder Gen ler Dant? Er horn es m en Aucerticmen entceiden. » Terdul cheeibr Lieber Hans. lieber. emziger Freund Mancal dente ich jetzt, ih habe piralach beinen andem Freund an der Welt als Dcch. Du wect. we in meme kleine Muichn liebe, aber ich darf ihr doch nichts woen. was ne auftegen konnte, muß immer ein frohliches Gesicht machen, auc renn mit gat nicht donoch zumute öt. Und ma Vater na n met meir teden wie früher. Jch gebe mer Mühe, nicht bofe ast ihn mu sem, doch es m jert so alter Braumüller hat Verständnis für mich. das in seinen Jahren moglich ft. Jch bin aber setzt n Sotge um in. Er hatte eine Gripoe. von der er no Jwet erholen hann. Wenn er mit genom= n2. würde. hätte ich damit weine einzige Stüne hier verloten. Aber ich wil Dit michis voriammern, mem Freund. Geschäftlich vor allen scheint bein Grund vorzuliegen. Die Haberlandwerke erholen sich, da m zen Zweifel. Einliegend ichche ich Dit die lente Monatsbilam. Du wm dataus erehen, daß es aufwärts mit uns gehl. Herr dos Santos versteht den Kundentang. Er sährt mit seinem dichen Knallotonerogen übetall herum und blendet de Leute mit dem Ranbus des reichen Ausländers. Es scheint auc sein Ebegeiz zu sein, im Stadt= hen gesellschitlich eine Rolle zu sielen. Vater mußte ihn beim Bütgermeister Poser und andern namboiten Leuten einführen, und da man in den Kreisen gegen geheimnisvolle Ausländer etwas uutüchhaltend m. hat er Vater veranlaßt, eine Gesell= cmit zu geben, wozu alles eingeladen ist, was gut und teuer m. Es m das erstemal seit Echards Tod, daß bei uns wieder was los“ sein wird. Da es für die arme, kleine Muichi zu anitrengend ist. die Haus= srau zu svielen, muß ich ihre Pflichten übernehmen. Jeter bend Mr. 2— ax bei Frau Paun; ad me ata ke Tmre. v1 Faut a de er 3teera m Suxten fxe es em lecsumg m umerer Loge. rn nec fin-1mé: aaz über den Bera. Ader es Alei i nandercen axeten— hme eee rt ben. 5es Ta es lex ron sent es eme F cs cm 2- Bineenen 4: ene:n earrt Nun noc enel de Nc Wie gelagt. es gent abswärts. Ader ich nau den Frieden n: 2ocel peritebe ic dech asc von Bemeb. un z en, es mern cdi be Touet meis nüren, xenn alte. ventsitete Maicenen en bichen frich auigenöbelt werden, hatt dai men ne durch neue, zer= semibe erert. Ader Böncher hat gelogt, die alten cicmen wäten noch wodellos, und mes Boncher oct. Xwört umer Teihader. Der aute 20s Sontos hat ia beme Amung von Maschinen. und auf Vater hort er nicht. und leider it Vater zu genergielos, um seinen Willen durcuietzen. D weit ja, Vater hum nut enerarich sem. xenn et sKum vennect und eigerunig wird. Aber desem des Santos gegenüber it er butterweich urd strecht me d0s Knn vor Augendlcchlich sind 2 den ebelmiten Böncher auf eunge Zen los. Er hat 6 in irgendemer wichngen Fomtienangelesenhen Uraub erdeten und it noch den Ellah abgerest. voher er sammt. Jch wänichte, er bliebe dort Drei Toge väter Jch matz menen Brief m Absänen schreiben. Berff und häuslche Pflichten sind ein dischen wel. Die Vorbereitungen zu underer Gesellschait nahenen mich vollig in Anspruch. Ich fühlte mich doch verantwortlich, daß alles kiavot. Run, es hat getlapot, und ich bin ordentlich stolz darauf. Fait alle sind gekommen. wir hatten haum eine Absoge, und das Haus Hoberland strahlte in altem Gianz. Wäre nur nicht das Bild mit dem Trauerklor und die arme. leidende Musch Aber die Geschichte hat mit doch Spaß gemacht. Das Blonfeidene wat ein Erfolg, denn ich bin be= scheiden genug. die Lobiprüche und Schmeicheleten, die ich zu horen beimm, auf das Kleid und leine Wirkung zu beziehen smatt aus meine Wenigneit Emas vergällt wurde mit das Vergnugen durch Herrn Ruiz dos Santos, der darauf beimnd. sich we eine Kette an meine Seite zu heften. Rur bei Tich kennte et mit nichts anhaben, denn ich hatte ser möglichit weit von mit weggesetzt und ihm Eri Poler zur Tischdame gegeben m der Hofinung, sein Ehrgeiz, die Bürgermeisterstochter neben lich zu haben, würde seine sogenannte Zumneigung zu mir besiegen. Das war leider eine Törschung. nordem Eriha ihm schöne Augen machte. Die Frauen sind ja alle hinter iten her, aber die Männer mogen ihn nicht, das habe ich scon gemerkt. Beim Tanzen wollte er züärtlich zu mit werden. aber ich habe ihm geiagt, daß ich in steben lassen und keinen Schritt mehr mit iten tanzen würde, Der Mann aus der Südsee Roman von Friedrich Freksa 26. Forteruung) Und sie seynte sich nach diesen Tmumtagen zu= ruch. da ne acht Stunden lang 1 Büro ihre Arbeit verrichtet hatte. Aber nach dieser Pilichtzeit, da begann dann das Leben, da begann der Traum des Lebens: da ichmeiderte sie sich hubsche Koitümchen, ging mit ihren Freunden ins Theatet, ins Kino— sand Frit. Ach ja. Fritz. Damals wat er ihr als der Pri chienen, der mit Aschenbrodel tanzt. Plotzlich fuhlte sie sich ganz arm und klein, warf die Arme auf den Frisiertisch und begann zu weinen. So sand sie der Onkel. Er streichelte ihr das Haat, umaßte sie; er nahm sie auf den Schoßz und fragte. „Was fehlt meiner kleinen Frau?“ Das Wort drüchte ihr die Gurgel ab.„Ach, laß mich“, bat sie.„ch fühle mich den ganzen Tag schon nicht so recht und bin in Saluga gestürzt.“ „Armes kleines Madchen". sogte der Onkel und streichelte sie.„Armes kleines Mädchen! Komm herunter, ich bestelle dir einen Lambrusco, den mit da noch nicht versucht, das ist ein schöner roter Wein, der bei kleinen Frauen alle Leiden heilt.“ Er verließ sie. Sie friierte sich. zog sich ih weißz= leidenes Tanzkleid an mit dem orangesarbenen Band unter der Brust und fragte sich Warum rebelliere ich nicht? Warum schlag ich ihm nicht ins Gesicht!— Aber dann erschrak sie über sich selbit und befahl sich Nur nicht darüber nachdenken Sie aß mit dem Onkel zu Abend: sie trank den eisgekuhlten Lambrusco, der wt ihr wohl und wärmte te, tron seiner Kühle. Lady Elsabeth hum, nahm den Onkel ins Schleypinu. Ein vorübergehender Herr rief den beiden zu„Um elf im Spieligal!"— Lady Eltia= beth erzahlte, daß sie ihren Bruder mit der Jacht für den morzigen Abend erwartete, und bemerkte zu Krista: Darling, Darling, ich glaube, die fungen Leute tanzen schon.— und im lehe, daß du unruhig bist.“ Krista stand auf. Sie ging über den großen Plar inüber zum Tanzplatz, hörte die Klänge der Tanz= wiik, umichritt das Ooal und kam zu dem Tisch, an dem die Baronin Sternberg bereits mit den beiden ngerets und ein paat unbekannten Herren saß. Se hörte getade noch die Worte.„Wäre er ein Hoch= stapler, er hätte nicht so andauernd die letzten Abende verloren!" Einer der jungen Herren erwiderte:„Aber auch das nann Trich sein!“ Da trat Krita die Stufen hin= unter. Das Gespräch erstarb. Sie spürte es, nie hatten von ihrem Onkel gesprochen. Das straffte sie innerlich, denn ein Hochitapler, das wußte sie genau, war der Onkel nicht.— jo hatte er sich in Berlin nicht be= nommen. Sie grußte. Frau Angerer zog sie an die Seite. Die Baronm Sternbeig erzählte:„Hochtavler haben wit genug gehabt hier in Brionil Erinnern Sie sich noch an den englischen Käp'in— wie hieß er doch? — der den drolligen kleinen Hund hatte, diesen fußen Terrier?" „Ach. Sie meinen Mister Daughertn, der Frau Plungerer aus Zürich komptomittiert hat?“ „Ja", lagte die Baronin Sternberg.„der Mann pielte, verlor und gemann im großen Stil.“ „Ja.“ wgte der Baron Luccheiini,„und sein Trich war. Verluste bezahlte er mit Schechs und das Bar= geld hassierte er ein, er rechnete immer damit, daß die Schechs bis London mehrere Tage brauchen. Wenn seine Gewinne groß waren, konnte er, wenn's die Mühe lohnte. nachtoofen.“ „Richtig", bemerkte die Angeredete,„ich erinnere mich genau. Er tiat mit einer unerhorten Frechheit und besaß in Wirklichkeit nur einen Abendanzug, einen Spottanzug und zwei Paar Tennishosen.“ „Gehn Zie heute auch noch in den Soieliaal. Angerer?" fragte die Baronin Sternberg und wart dabei ihre ausgemauchte Virginia mit einem frischen Schwung hinter sich in die Büsche „ich werde doch mein Schlachtfeld nicht im Stich lassen!“ meinte Angerer. „Und dann kommit du erit um vier morgene ins Bett", malmte Frau Angezer Angerer lachte:„Du weißt genau, mich erholt nichts bester. als Menschen beobachten!" Die Musik stimmte einen Slow=For an. Angerer ethob sich und forderte Krista zum Tanz auf. e rét ee bewe. Getlleb he: er Ressekt ret 2 Ier it ka e net es tenen, rera et mit 21 lea gierigen Ausen artat 3a ox im u mre gttent neme Meie res i ist ene Meien i der ibeit Mme. Tem Ecelt et beanh und Feäulem Cerdula. Sie sind me reizendet, els 2ean eEE MART Tame leeermretn 3 aube en 2tcaen cesen den Menichen, oogleih *bs jent ne6 nets Berdöchnes gemn hrt. 30 ens mege. ents Teges rette h ems entIs. men beder fers. e fext es m der Ner: cs. der To so freulos den Rüchen gemandt hoit. ua se?? 14 r1 heder ant nicht fragen Schreite nit und erzahe 2 ren Dr. Wee wet Du 21 Derer Letenonre? Lei 2h n5t Wunch geot. Ader ich benne Tich jal Hindernsse tennen 2met ttecen Und ræe Dunu Cl= ord celdert. öt er der nonge Wann. um Ber= Tumrchen Clwords Tochter bennen= gelemt? Reulb ich ihem der Zeuschet„Tame und Welt“ ein Bud von einer Mra Marjone Bruce. Tochtet des bezannten englischen Eisentann= nognaten Lord Csford. ete lab ernus seltiom cus und a n enen Lowen abgebeldet, den be am isdund heit we eiren greßen Nund. Jn der Zeu= urde berautet dei xen Pern ocuerergige. Tos burite nodl etnes übermeden lem. cact 2 rünschte nicht. daß Du den deiden deren Sen beeemeten. Kunschlaß Die Poit wrd eben gebracht. Jch chreibe nänlich ganz unverchnitsmig in Büro. denn u Saus bomne i noch rerwet dam. De sleine Muschi berlon sich oinenes, daß ich me Zeit der ne hatte Laß bald von Da hören. mein Freun Meine Gedantzen sind mner bei Dar. Herzlc CTorduia.“ Hans Haberland stecht den Brief in leine Brust= nasche und wirft einen Blich auf das Bild. das Cordula ihm kürzlich geschecht hat. Liebes, blondes deutsches Mädell Wie kiat sind dee Augen, we herr= lich der Ausdruch in dem jungen Gesichtl Da k. nichts Vetwittendes. Beunrutgendes, da beaucht ein Mann keine Ueberraschungen zu befürchten, de ih -Berührung mit der Tane des Löwen bringen konnen Oder üt das viellecht der eine bleine Mangel be= Cordula, daß man ihrer zu sicher üt, daß sie deme Rätfel zu toten cute Oh holss der Geierl Er hat anderes zu tun. als sich über Cordulas und Marjories den Kovf zu zer= brechen Die Lokomotwe, die jetzt noch seinen Planen ge= baut witd, sängt immer mehr an. Beiitz von Han= Haberland zu ergrenen. Jn seinen Frentunden sucht er nicht metr den behaalcchen Feuerplatz in seinem zung= gesellenheim quf. und auch im Klub wird er ein seltener Gaft. Wenn er nachtem der Maschmenhalle stecht. sin: et an leinem Konitruktionotisch. den Koof in Pläne und Berechnungen vergtaben, und oft leuchtet das Licht in seinem Büro die gunze Nacht ndurch. Auch um seinen Umgug m sein neues Hern kummert sich Hans Haberland herrlich wenig. Gemde. daß er mit Gebrumm über die Störung sein personliches Hab und Gut i deme Koffer wirt und den Aufnag Sachen hinüberzutagen— er weißz nicht ein= mal die Adresse. Den eriten Abend läuft er auch ptomot m'eine alte Wohnung. flucht über die ver= nehrten Schlüssel, die er in der Tosche mat und die nicht in des Türschleß passen wollen. und mb sich durch Mr. Bray beleinen lassen, daß er mit den Screl. seinet neuen Beiufung in lein frühetes sein emtadeingen sucht und statt des Schlotz zu ver= derden, besser daran täte, sich nach Hib=Rond 47 zu begeben, wo er von jezt ab wohnt. Jn reng tonger Laune befolgt Hans Haberland den aten Rat und findet nun auch das Haus Siap Rond 47 und de nichtige Tür für seine Schlusel. Als et emmit, recßt er aber doch die Augen auf. Er beimdet sich m einer Eingangsnalle, die nicht nur cecssoll. ondern mit Lurus ausgesattet Ft. Der Boden ist mit echten Tepolchen bedechkt, vor dem Som seyt ein Queen=Ann=Soia, und das Licht snehlt cus einen prächtigen Btonzekronleuchter betab. Em Diener in Hauslivree kommt im entgegen und a Haberland durch die übrigen Räume des Hauses. de der Einaanashalle mrichts nachitenen. Jm Soebe= nner öt der Tich gedecht, das anschlietzende hleine Worrummer bieiet ein Bild der Behaglichneit, mit chenen Gewälden an den Wänden. annten Gobelm= eseln, einem prachwollen eingelegten Schrand und einem großen Stmußz dastender Rosen, die in einer Grimllchale auf dem tunden Tich siehen. Tas Ar= beusmner ist mit dechenhoben Bachgeftellen besetzt, de. ne Hans Naderland läter feintellt, nicht allem eme belitändige Summlung aller für inm weenswer= ten Focwerde, lendern auch Geschechte. Phlosohe und schöne Literatur in groher Auswahl er Das odete Stochwert des Hauses. in dem sich Schlei., Andleide= und Badezinmer befinden, ist ennotechend eingerchiet und geeignet, auch den verromte sprüchen zu genügen. Außer dem Diener stehen Hans Haberland noch eine Kochin und ein Stubenwädchen zur Verfügung, und es fehlt iten nichts, um de J.= sion von Reichtum und Ueooiaseit zu erwechen. Hens Hoberland aber fühlt nut nesstes Unbehoger. fel Chfford ein. im ein Haus auszunn ob er ein Filmitar wärel Jm Wohnzimmer stehl eire Couch nueinem Berg leidener Kilen. af der re= ebensogut der Breite wie der Lönge noch liegen be Lotterbett" nenmt Hans Haberlond solch ein Model dech iben it jent noch allem andern pumute als no= sobarinicher Faulenzerei. Er nimmt sich vot. Btotgeber gleich an nöcheten Tage zur Rede zu stellen und des Flmimrhaus heisich. aber enetosch alennen. Zunächit kommt es nicht dam. denn Lord Clsford verrest. Aus Oovosition schlit Hans Haberlond auf dem harten Soia in leinem Konstruktionsduto ur) gen morgens mn die öffentliche Badeanitalt für die Ar= beiter und Angestellten des Werbes. Sein neues Heir sucht er nur auf. wenn er etes von seinen Sachen braucht. Gewiß, sein Gehalt ist groß genung, deß 1 Haus und Dienerschft leiten könnte. Doch 1um eritenmal m seinem Leben hat sich Hans Haberland vorgenomen zu'naten, und es liegt in leiner Nat au halten, mas er sich vorgenommen hat. Jtgender: mnere Gewißheit üt in ihm. daß die Haberlond inn eines Tages doch brauchen werden. und dann mill er nicht ein weites Wal mit leeren Noden basteben. Nach Chiffordo Rüchbehr ersucht Hans Haberuund itn um erne Untertedung, be ilun sofort gemöbet werd. Doch met er bei seinem Btomerrn am wengg Ver= ständns „Das üt Jhre Dienitwohmnung!“ erblärt Clrd. „Auch Jhr Vorgänger hat eine Dierwohr2 und ich beabüchtige nicht, mit Jhnen eine Ausnohne zu machen.“ er. Lord Clword. gedor E und das Peronal auch mit zur Dienitwoh Fortietzung folgt.) Nack den ersten Schritten sogte sie=„Doktor Angerer, mon hann von meinem Ontel glauben, was man will— aber ein Hochitapler ist er nicht. Er hat sich in Berlin nicht so benommen.“ Angeret wiegte den Koof und fragte:„Und wie stehen Sie zu seinem Heinatsvorschlag?“ „Er spricht immer noch davon“, erwiderte Krilta. „Wollen Ste. oder wollen Sie nicht?" „Ich wI nicht“, behannte Krita und schaute zu Angerer auf. „Ich glaube. Sie haben ein richtiges Gefühzl.“ Der Tat war aus. Alle klatichten. Die Kapelle etzte aufs neue ein. „Aber Sie mussen ein Ende mit ih machen— es geht nicht so weiter", drang Angerer in sie. Dann muß ich nach Berlin zurüch!" Tas wäre das Gegebene. Krüm.“ Sie seutzte:„Ich hann nicht nach Berlin zuruch!" Er nichte„Auch das hann ich verstehen. Aber as wollen Sie tun?“ „Jrgend enus veriuchen. Aber nicht zurüch m die ausgelebten Verhältnisse!“ Angerer betrachtete sie lehr aufmertsam.„Es dürfte Jhnen nicht ichwer fallen, mer einen Mann zu finden.“ „Daran mag ich nicht denken.“ Sie sind ein sprodes Mädchen. Kriita, aber das it lei nett an Jhnen.— Kommen Sie. wit wollen einmal einen Sonziergang machen nach Saluga und zurück, wit wollen einmal über Sie sprechen.“ * Sie gingen schweigend den Pinienweg hinunter, vorbei an den weißen Terrassen von Saluga. Die Sterne schimmerten hell. Sie gingen eilig. als ob sie eine Aufgabe erfullen mußten. An einer Stelle mit es ganz licht. Das Mondlicht stürzte steil und weiß hemnb. Krista lah wie im Traum neben sich diesen Herrn im makellosen Abendanzug mit Lochschuhen an den Fußen und sich selbit im weißen Tanzkleid mit der schimmernden orangenen Schleife. Sie machte halt und fragte plotzlich wie gepeinigt.„Warum kümmern Sie sich um nich. Doktor Angerer? Was haben Sie mit mit vor?“ Er saßte sie freundschaftlich um die Schulter. „Konnen Sie sich nicht denken, daß ein Menich neu= gierig ist auf das Schichial eines anderen? Sie ver= gessen, daß ich Jurist bin, daß viele Menschen an mit verbeigehen.“ „Aber marum sind Sie gerade zu mit so gus?“ Er 102 sie näher an sich.„Konnen Sie das ver= beben. kleines Mädchen, sagte er sehe überlegen, ich mich immer nach einer Tochter geehnt haib Und weiter Kinder als mein Junge sind meiner o und mir veragt geweien— und datum beschäftigte ich nich mit jungen Madchen. Sie sind vielleicht mit chon wie jung erschlessene Ftauen, aber es m noch(ve= heimnis in inmen, man fragt. mas will das werden. Und bei Jhnen fragen das meine Frau und ich sei ängitlich. Seben Sie. Kriim. Sie sind ein Twum= kind. Sie sind aufgewachten in einer andem S4 als aus der Sie entiprossen sind. Ste anen richtig. Sie. wollen nicht naoch Berli= in die alten Ver= hälmise utrüch. Aber. frage ich sind es witklich de Berhältnise. vor denen Sie davonlaufen— sind es nicht Menschen. oder agen wit genaut ist es nicht vec.= leicht ein Menich?“ Krifm antwortete michts. Aber sie iah vor sich stalt und Gesicht von Fritz. Er erichten ihr im Tani= anzug wie Angerer an ihrer Seite „Krrim. wollen Sie sich mit anvertrauen?" dräng Angerer. „Sie beobachten lei genau“, orb sie leise zur Ant= wort. „Also, ich habe es dech gewaßtl Und nun krogen Ste sich aufrichtig hann dieser Mann etwas für Ste ebenter Es geht nichtl“— erwederte Kriim. Eo ist aant anders, als Sie denken!— Jch mabe mit ibm mur ge= tanzt und nichts anderes als tanzen wollen, er sollte nicht in meiner Allingewelt sein. Und dann ist er in sie eingedrungen— oder nein. das Schchial mal itm binemngewirbelt. Und nun gehi es nict mehr, wirklich, es geht nicht met Und dann blieb sie stehen. Sie fühlte sich geborgen in Angerers Arm und gestand:„Er hat eine äbmiliche Geimlt wie Sie. Herr Doktor Angerer, und er mnit wie Sie. Herr Dohtor Angerer, und er in auch en Jurist wie Sie. Herr Doktor Angerer Da fühlte sie, wie ihre Schulter frei wurde von einem Arm, lah, daß er seine Hände in die Taschen stechte und neben ihr her ging. Jn ganz veränderten Ton stagte er.„Und wie dennen Sie sich Jhr Leben. wenn Sie Jhen Onbel verlassen?" „Verlassen?“ fragte sieewie ein Echo und borchte in sich selbet ienein. Aber sie vernaten nur ein Brau= lem es maren die Wellen, die hier an der Klippe emporliefen. „Ja“. aate Doktor Angerer. Wenn Zie ren Onkel nicht heimten wollen, muslen Ste ihn verlanen und müssen etwas haben, worauf Sie sich stützen können."