Er sieht eher aus wie ein mann, das stört Cordula. amerikanische Geschäftnd. nander ähnlich, nur daß lein ist, neben dem Hünen rkt und doppelt welk und nsatz zu der lebensvollen, s Jüngeren. Aber beide villige Kinn, wenn es sich Ausdruck von Eigensinn, von Willenskraft entwikigt sich schon in der HalVerschiedenheit ihrer Welle Ruhe, Zurückhaltung, hutsamkeit, während Hans t jedem Blick. mit jedem Vorwärtsdrängenden, die emperament des Tatmeneht Cordula zwischen den wirklich noch nicht„Ont ihr noch nicht über die der Hans ihrer Träume! der ist gekommen. Aber ig plötzlich erschlafft, und Stelle des erwarteten uf? Enttäuschung? Cor16 1ter!“ bittet sie und setzt d die Brüder hinten im dans hat nicht viel Lust ebeugt sitzt er da und bedie vertrauten Straßen Verschönert habt ihr euch m Anblick einiger neuer h phantasielose Nüchternchimpft er gewaltig über mreihen, die früher die der Verkehrsordnung zum igen sollte man die Bar1Baum umschlagen! WeGott im Himmel! Weil Hundekarren den Fahrbei Geschäftsschluß durch Cordula streitbar über rts vergnügt. Sein Schimpran, sich außerordentlich Frischer, reiner Atem schonende Reinigung jen Anseu von Zahnstem 40 Pl., kleine Tubo 15 Pl. och das Kücken!“ bemerkt auch mitreden!“ mehr!“ wachsenes junges Hühngut gebraten mit Gurzu diesem Wortgeplän= at:„Ja— nun sind wir en das vornehme Wohn= Hier liegt auch das ein altmodischer Ziegelrkern im Stil der neunberland hat ihn gebaut, sanze Stadt binaus um 1 bewundern. Jetzt stehen Bauten der VorkriegsFortsetzung folgt.) ein Blitz ein: nem, t ihr getriebenl Er men, um sie vorzus Schickial vor der deten Herrn, der die n, scharze Lachnfarbene Schmeiter= mit oinem bronzem grauschwarg beSomororern. ein Kristakind erst vorbereiten? Volle ete die Tür, reichte mit hen!“ Frau Kampmeier mit einem freundlichen gte zu dem graugekleint ete den Hut mit emnem pfe, strechte seine des Blutes spricht!“ e Mannes nicht, leine zögerte. nelte die Kampfmaierm. ta die Hand auf die ahr. Fritz ist schon vorz hein Wort glaubst dul erren", bat die den. Sie gingen und die Kampfn starken Kaffee " erwiderte if das Sofa, sie aufmerkgeglaubt, in Und er enig sträubte, schloß, weil arum. Oder mar Wirh= nchmal das hann. 1g folgt.) Ausgabe A Bochumer Volkszeitung Beaua6p.e16: Konallich RM 8.16 oder halbmonallich 1.06 einschl Sotenlohn— Angeigenpselte: O.. samiauflage 6 Vig Ausgabe 4 6 C'g., Ausgabe B 8% Pra Ausgabe C 8 Vig Texiangeigen: Ausgabe A 40 Pfo Ausgaben 9 und C 28 V'g se mm— Cültig: Preislilte 2 für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk Westfälische Volks-Seitung verbunden mit den Bezirksausgaben 8 und C für Ellen=Steele=Hattingen und Wattenscheid Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bochum. Mühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746-64748 Nr. 275 Mittwoch, den 21. November(Kath. und Evg. Chrysogonus) Der Höhepunkt der Gemeinschaftstagung Der Führer auf der Ordensburg Eine zweistündige Rede—„Die Grundlage des Staates der Deutschen DNB Sonthofen, B. Nov.(Drahtb.) Der Führer traf am Dienstag mittag 12 Uhr zur Weihe der Ordensburg Sonthofen und zum Ab schluß der ersten gemeinsamen Tagung der Kreis eiter und Gauamtsleiter der NSDAP in der Allgauer Kreisstadt Sonthofen ein. Damit erreichte die Führertagung ihren festlichen Höhepunkt. Mit dem Führer kamen sein Stellvertreter Rudolf deß, die Reichsleiter Bormann, Bouhler und Dr. Dietrich sowie Obergruppenführer Brückner und Brigadeführer Schaub. In Immenstadt, kurz vor Sonthofen, begrüßte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley mit dem Reichsschulungsleiter der N3DAP, Hauptamts eiter Schmidt, den Führer. Sonthofen berei tete dem Führer einen begeisterten Empfang. Auf dem Bahnhof begrüßte ihn Gauleiter Wahl, der Kommandierende General des 7. Armeckorps, General der Artillerie von Reichenau, und Obergruppenführer Sepp Dietrich sowie die Führer der Gliederungen der nationalsozialistischen Bewegung im Gau Schwaben. Vor dem Bahnhof schritt der Führer die Fromt der angetretenen Ehrenformationen der Bewegung und der Wehrmacht ab. Begleitet von dem begeisterten Jubel der aus dem ganzen Allgäu herbeigeeilten Bevölkerung trat der Führer sodann mit seiner Begleitung die Fahrt zur hochgelegenen Ordensburg an. Der schmucke Allgäuer Marktflecken Sonthofen hatte sein schönstes Festgewand zu diesem Ehrentage angelegt. In den Straßen des Städtchens und an dem steiten Bergweg zur Höhe standen Kopf an Kopf die Männer und Frauen aus den Dörfern und Städten des ganzen Gaues. die Angehörigen aller Glieberungen der Bewegung und die Sonthofener Gebirgsjäger, um den Führer in überschwänglicher Begeisterung zu grüßen. So gestaltete sich diese erste Fahrt des Führers durch diese schöne schwäbische Gebirgslandschaft zu einem einzigartigen und unvergeßlichen Erlebnis für die Bevölkerung. Am Eingang zur Burg erstattete der Burgkommandant von Sonthofen, Hauptamtsleiter Bauer, dem Führer Meldung. Der Führer trat sodann durch das Tor des großen Palas auf den großen Burghof, wo die Kreisleiter und Gauamtsleiter in ihren Hundertschaften im offenen Viereck Aufstellung genommen batten. Im Anschluß daran besichtigte der Führer mit seiner engeren Begleitung die bieber fertiggestellten Einrichtungen. Im zweiten Burghof grüßte er das hier versammelte Personal der Burg sowie die an ihrem weiteren Aushau beschäftigten Arbeiter. Darauf betrat der Führer den Vortragssaal, wo ihm die Kreisleiter und Gauamtsleiter einen begeisterten Empfang bereiteten. Dann ergriff der Führer das Wort. In mehr als zweistündiger, überaus eindrucksvoller Rede entwickelte er aus einem großgesehenen geschichtlichen Ueberblick den volkspolitischen Gedanken, der durch die nationalsozialistische Bewegung und die von ihr geschaffene Volksgemeinchaft zum ersten Mal zur Grundlage des Staates der Deutschen geworden ist. Er sprach über den Aufhau und die, Organisation der Volkeführung. wie sie durch die nationalsozialistische Partei in so einzigartiger Weise verwirklicht worden ist, und deren Kunst zu lehren und sie auf die kommenden Generationen der Parteiführerschaft zu übertragen, Aufgabe der hoben Schule nder Partei sein werde Die packenden Ausführungen und mitreißenden Worte des Führers wurden von den politischen Kämpfern der Partei, die die große Stunde auf Sonthofen miterlebten, mit stärkster Begeisterung aufgenommen. Immer wieder wurde die Rede des Führers von minuten'angem Beifal' stürmisch begleitet. Als er geendet hatte, erhoben sich die Anwesenden spontan und stimmten das Deutschand= und Horst=Wessel=Lied an. Burgkommandant Hauptamtsleiter Bauer gab dem begeisterten Dank der bis aufs tiefste mitgerissenen Teilnehmer dieses großen Erlebnisses Ausdruck, indem er ausrief:„Adolf Hitler ist Deutschland, und Deutschland ist Adolf Hitler! Wir grüßen den Führer— Siegheil! Der Führer verbrachte darauf noch mehrere Stunden auf der Ordensburg im Kreise der Männer des Führerkorps. Auch bei der Abfahrt am späten Nachmittag bereiteten die Kreisleiter und Gauamtsleiter dem Führer noch einmal unbe gereibliche Kundgebungen der Begeisterung und Treue. In ihren Heilrufen kam ihre innerste Dankbarkeit für seine Worte zum Ausdruck, die am Abschluß dieser zehntägigen, arbeitsreichen und bedeutungsvollen Tagung für sie alle die Krönung ihrer gemeinsamen politischen Erlebnisse auf der Ordensburg waren. halifax beim König Bericht über den Besuch in Deutschland. DMB London, 23. Rov.(Drahtb.) Wie verlautet, suchte Lord Halifax am Dienstag vormittag den englischen König im Buckingham=Palast auf, um über den Besuch in Deutschland Bericht zu erstatten. Die Unterredung zwischen dem englischen König und dem Lordpräsidenten fand im Anschluß an eine Sitzung des englischen Kronrates statt, an der auch Lord Halifar in leiner Eigenchaft als Lordpräsident teilnahm. Der ungarische Staatsbesuch Festabend beim ungarischen Gesandten Das Programm für den heuligen Tag ONB Berlin, 23. Rov.(Drahtb.) Ministerpräsident von Daranni, der auch Minister für Ackerhau ilt, und der Smatssekretär im Ackerbauministerium, Marschall, besichtigten am Dienstog vormittag einen märkischen Erbhof im Dorfe Leuenberg hinter Werneuchen. Die ungarischen Gäste hatten dabei Gelegenheit, sich mit den 50 auf dem Gute Leuenberg und in der Umgebung untergebrachten ungarischen Wanderarbeitern zu unterhalten, die als Landarbeiter in diesem Jahre in Deutschland ein Unterkommen gefunden haben. Nach der Besichtigungsfahrt waren die ungarischen Gäste und die Herren ihrer Begleitung Gäste beim Reichsernährungsminister Darre. Zu Ehren der Gäste veranstaltete der Königlich ungarische Gesandte in Berlin Döme Satojas im Kollegium Hungaricum am Dienstag abend einen Empfana, an dem mit den ungarischen Gästen und ihrer Begleitung der italienische Botschafter und Frau Attolico, der österreichische Gesandte Tauschitz, zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter, führende Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst und Wissenschaft. Wirtschaft und Presse teilnahmen. Den musikalischen Teil des festlichen Abends bestritt der ungarische Zigeunerprimas Lajos Farkas mit seinen Künstlern. Unter den deutschen Gästen, die meist mit ihren Damen erschienen waren, sah man u. a. den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, Generalfeldmarschall von Blombera, die Reichsminister Schwerin=Krosigk, Frick, Darré, Frank. Am Mittwoch vormittag werden die ungarischen Gäste das Reichssportfeld, Potsdam und Sanssouci besichtigen. Am Nachmittag findet in der alten Aula mn Gegenwart der ungarischen Staatsmänner die 20=Jahrfeier des ungarischen Instituts an der Universität statt, auf der Reichsminister Rust das Wort ergreifen wird Abends werden die ungarischen Staatsmänner dunn mit ihrer Begleitung als Gäste des Reichsaußenministers und Freifrau von Neurath in der Staatsoper die Festaufführung von„Ariadne auf Naros“ beiwohnen. Reben den Missionschefs der in Berlin akkreditierten Mächte sind zu dieser Festvorstellung zahlreiche führende Männer des Stuates, der Partei und ihrer Gliederungen sowie der Wehrmacht geladen. Die unaarischen Staatsmänner bei Neurath Links: von Neuratb, Mitte: Daranvi und rechts: v. Kanga.(Scherl=Bilderdienst=M) Delbos zwischen„Verschwörern“ Die Kammererklärungen des französischen Außenministers. Zu der geheimnisvollen Angelegenheit der angeblichen Verschwörung der„Cagoulards“— der Kanuzenmanner— bringt der Pariser„Jour“ einen amüsanten Beitrag, der den Schnittpunkt der politischen Linien in Frankreich beleuchtet. Ein Mitarbeiter des Blattes hat einen wirklichen und leibhaftigen„Cagoulard“, den er als zuverlässigen Mann seit langem kennt, gesprochen und ihn vor allen Dingen darüber befragt, woher die Kapuzenmänner denn das viele Geld hätten, mit dem sie die jetzt gefundenen Waffen aufgekauft hätten. Bekanntlich wird in der französischen Oeffentlichkeit damit graulich gemacht, das Ausland habe die Cagoulard=Verschwörung finanziert. Der Gewährsmann des„Jour“=Korrespondenten hat geantwortet:„Das Geld? Aber das hat niemals existiert. Die Waffen haben wir mit Gefahr unseres Lebens unter Gewaltanwendung den Kommunisten abgenommen“. Die ganze Verschwörungsaffäre ist ja noch reichlich dunkel, aber wenn es sich dabei etwa nur um ein Schaukelspiel zwischen der äußersten Linken und der äußersten Rechten hondeln sollte, um ein Hmnüberschieben der Last illegaler Bewaffnung von links nach rechts und vielleicht eines Tages wieder von rechts nach links, so würde das im Grunde nur den labilen Verhältnissen des offiziellen parlamentarischen Frankreichs entsprechen. Trotz der von der Regierung vor= genommenen außergewöhnlichen Sicherungsmaßnahmen, der Alarmberitschaft auf französischen Militärflugplätzen, der Bewachung der Pulverfabriken glaubt kein ernsthafter Politiker daran, daß die Republik vor der Gefahr stand, durch einen Putsch gestürzt zu werden. In der Kammerdehatte, die mit einem bemerkenswerten Vertrauenspotum für die Regierung enbete, wurde dann auch die ganze Putsch=Angelegenheit nur beiläufig gestreift. Sie war nicht das Hauptthema. Das wurde in der die Debatte einleitenden Rede des Außenministers Delbos über die Außenpolitik Frankreichs ausführlich behandelt. Und wenn man will, hann man auch in ihr etwas von dem wechselnden Phasenspiel des Hin= und Herschaukelns entdecken. Auch das Nloinett Chautemps ist ein Volksfront-wavinett. Der sozialistische Einschlag ist etwas geringer als der in der Regierung Blum. Aber die Mehrheitsverhältrisse in der Kammer zwangen zu starker Rücksichtnahme auf den marristischen Flügel der Volksfront einschließlich der weder in diesem noch im vorigen Kabinett vertretenen Kommunisten. Immerhin, daß Chautemps Blum abloste, war ja schon das Zeichen für einen gewissen Katzensammer über die unter beherrschendem marristischen Einfluß vollbrachten Taten. Inzwischen hat sich die Regierungspolitik im Innern schon ein wenig von den linken Koalitionsgenossen losgelöst. Die Radikal= sozialistische Partei, in der zahlenmäßig das Schwergewicht der Volksfront liegt, zeigt zunehmende Reigung zu größerer Selbständigkeit und die Mäßigung, die sich infolgedessen im Regierungskurs bemerkbar macht, hat dem Kabinett stille Bundesgenossen im parlamentarischen Zentrum gewonnen. Delbos und Chautemps scheinen aber auch eingesehen zu haben, daß nicht nur die Innenpolitik, sondern auch die Außenvolitin von den wærristischen Kräften, hier personifiziert in dem mit Paris durch den sowjetrussischen Pakt so eng liierten Moshau, etmas stärker distanziert werden muß. Es wiederholt sich das Gleiche, was man in letzter Zeit auch schon in England beobachten konnte: die lange Zeit mit Moskau aufrecht erhaltene enge Fühlung wird gelockert. Man befleißigt sich einer eiwas unabhängigeren und elastischeren Haltung. Das ham in der Delbos=Rede besonders da zum Ausdruck, wo er von Spanien sprach. Er gab der Hoffnung auf eine baldige Wiederversöhnung in Spamen Ausdruck und zwischen den Worten konnte wan lesen, daß er damit auch eine Wiederversöhnung mit Spanien meint. In den Kreisen der kommunistischen Abgeordneten hat man diese Sätze sehr ungnädig aufgenommen. Dort hätte man lieber betont freundliche Noten für Valencia und scharfe Worte gegen Solamanca gehört. Ueberhaupt klang durch die Rede das Programm einer größeren Selbständigkeit der Außenpolitik und einer verschleierten Ablage on die LitwinowFinkelsteinschen Rezepte zur„Befriedung“ Europas. Auch da ergibt sich eine auffällige Parallele zu England. In der letzten Thronrede des Königs war der Volkerbund überhaupt nicht mehr genannt, der bisher zu den ständigen Requisiten dieser Kundgebungen gehörte, und englische Minister haben mit erkennhater Skepsis von dem System der kollektiven Sicherheit gesprochen. Das mit auch Delbos, der in seiner Rede seststellt, daß die kollektive Sicherheit heute noch nicht bestehe und der daraus die Konsequenz zieht, daß Frankreich eine selbständige Politik betreiben müsse. Der französische Außenminister hält nichts mehr von dem Wert mechanischer Sicherungen und automatisch wirkender Hilfeleistungsverträge. Dafür betont er um so stärker den Willen zur weiteren Aufrüstung als Mittel einer unabhängigen Politik. Beisetzung der Opfer des Ostender Flugzeugunglücks DNB. Darmstadt, 23. Nov.(Drahtber.) Am Dienstag nachmittag wurden auf der Rosenhöhe in Darmstadt vor dem neuen Mausoleum die bei dem Flugzeugunfall bei Ostende verunglückten 5 Mitglieder der hessischen großherzoglichen Familie, Großherzogin Eleonore von Hessen. Erbgroßberzog Georg Donatus und Erbgroßberzogin Caecilia, sowie deren beiden Kinder unter starker Anteilnahme der Darmstädter Bevölkerung. von Partei und Bebörden, in einer gemeinsamen Gruft neben dem vor wenigen Wochen gestorbenen Gronherzog Ernst Ludwig von Hessen beigesetzt. Um 15 Uhr überflogen drei Flugzeuge mit Trauerwimpeln die letzte Rubestätte, und die Glocken aller Darmstädter Kirchen läuteten einen letzten Gruß. Nach einem Choral hielt Geheimer Kirchenrat D. Klein aus München, ein Freund des großherzoglichen Hauses, die Trauerrede, die er auf Wunsch der so plötzlich aus dem Leben gerissenen Großherzogin Eleonore an der ursprünglich für morgen vorgesehenen Beisetzung des Großherzogs Ernst Ludwig in die naue Gruft hätte halten sollen. Er erinnerte insbesondere an das Mysteriendrama des verstorbenen Großherzogs.„Ostern“, in dem dieser seinen Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben Ausdruck gegeben hatte. Während der Kirchenchor eines der Lieblingslieder der Großherzogin anstimmte, warten Prinz Ludwig und seine Gemahlin als letzten Gruß Chrysanthemen auf die Särge, und auch die vielen bundert Trauergäste nahmen mit einem Blumengruß Abschied von den Toten auf der Rosenhöhe. Bolschewikenschiff in die Luft geflogen DRB Paris, 23. Nov.(Drahtb.) Der spanisch=bolschewistische Dampfer„Cale Eloofauba“, der von Castillen nach Valencia unterwegs war und angeblich eine Ladung„Zement“ an Bord hatte, ist nach einer hier vorliegenden Meldung aus Barcelona etwa 70 km vor Valencia gesunken. Die gesamte Besatzung kam dabei ums Leben. Man vermutet, daß das Schiff auf eine der Minen aufgelaufen ist, die den Hafen von Valencia abriegeln. Ergiebige Oelquellen in Ungarn aufgefunden Ausbeute durch ein englisch-amerikanisches Unternehmen. D9B. Budapest. 23. Nov.(Drahtber.) Nach einem am Dienstag im Innenministerium eingelaufenen telegraphischen Bericht ist man in der Nähe der Gemeinde Lispe bei Szentandorian auf zwei unerwartet ergiebige Oelquellen gestoßen. Die Quellen, die aus einer Tiefe von 1100 Metern hervorbrechen, lieferten in wenigen Tagen sechs bis sieben Waggon reinsten Mineralöls. Da die zur Aufnahme des Rohöls vorhandenen Gefäße nicht ausreichten, wurde unverzüglich mit dem Bau einer Rohrleitung zur nächsten Eisenbahnstation begonnen. Die Ausbeute, die bereits seit einiger Zeit im Gange ist, und jetzt zu dem unerwartet reichhaltigen Ergebnis geführt bat. liegt in Händen eines englisch=amerikonischen Unternehmens. Französischer Fesselballon verunglückt Zwei Offiziere schwer verletzt. DNB Paris, 23. Nov.(Drabtb.) In Rochefort wurde ein Fesselballon der Marine durch einen Windstoß heftig zu Boden gedrückt. Hierbei wurden ron den drei Offizieren, die in der Gondel saßen, zwei schwer verletzt. Panik in einem französischen Kino 15 Verletzte. DNB. Paris, 23. Nov.(Drahtber.) In einem Lichtspieltbeater in Bolbec bei Rouen brach kurz vor Beendigung einer Vorstellung ein Feuer aus. das zu einer Panik unter den 250 Zuschauern führte. Obwohl sofort alle Notausgänge geöffnet wurden, erlitten 15 Personen zum Teil schwere Brandwunden. 5 Kinder auf einem Teich eingebrochen und ertrunken DNB. Warschau, 23. Nov.(Drahtber.) In einem Torf im Kreise Karthaus in Pommerellen e eignete sich ein schweres Unglück. Fünf Kinder im Al er von 8 bis 15 Jahren, darunter drei Geschwister, die auf einem nur leicht überfrorenen Teich spielten, brachen durch die Eisdecke und ert anken. Zwei schwere Verkehrsunfälle in U5A. DNB. Newyork, 23. Nov.(Funkspr.) In den Vereinigten Staaten haben sich am Montag zwei schwere Verkehrsunfälle ereignet. In San Diego(Kalifornien) stießen im dichten Nebel zwei Straßenbohnwagen zusammen. Etwa 40 Personen wurden verlent, neun von ihnen so schwer, dah an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. In Chicago fuhr ein elektrischer Vorortzug in einen Leerzug hinein. Eine Frau wurde getötet und über 20 Fahrgäste erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Die mysteriöse Affäre der„Cagulards“ „Wichtigen Enthüllungen auf der Der französische Innenminister berichtel im Ministerrat DNB. Paris, 23. Nov.(Drabtber.) Das Tätigkeitsfeld der polizeilichen Untersuchungen im Zusammenbang mit den„gebeimen Waffenlagern“ und Nachforschungen nach den mysteriösen „Cagulards“— Kapuzenmänner— erstrecken sich jetzt auf ganz Fronkreich In Toulouse bat die Polizei angeblich das Vorhandensein „mächtiger und mit reichlichen Geldmitteln versehener Geheimorganisationen“ entdeckt. Eine dort kürzlich gegründete Partei mit dem Namen„Studiensektion für die französische Wiederaufrüstung" soll in der Umgebung der Stadt mehrere bedeutende Woffenlager besitzen. Eines davon wird in einer Garage der Innenstadt gesucht, für die kürzlich ein Keller betoniert wurde. Neue Haussuchungen sollen im Departement Calvados, besonders in der Umgebung von Honfleurs und Firfol durchgeführt werden.— Im übrigen haben die Nachforschungen in Paris in den letzten Tagen keine besonderen Erscheinungen gezeitigt. auch die Haussuchungen in Villenmomble haben nichts Neues erbracht. Wie weiter in gut unterrichteten Kreilen ver lautet, hat Innenminister Dormoy im Rahmen seiner Berichterstottung vor dem Ministerrat über die Entdeckung von Waffenlagern mitgeteilt, daß in der letzten Nacht in Paris eine Haussuchung stattgekunden hat. wobei„Schriftstücke von großer Bedeutung“ gefunden worden seien. In diesem Zusammenbang erfährt man, daß die Polizei wichtigen Enbüllungen auf der Spur sei. Die Kirchenverfolgung in Sowjetrußland Wieder elf Bischöfe verhaftet! Und als„Hochverräter“ beschimpft DNB. Moskau, 23. Nov.(Drahtber.) Die beutige„oswestiia“ bringt in einem wetteren antireligiösen Artikel neue Aufgaben über die füngste Verfolgung der letzten in der Sowietunion noch übrigen kirchlichen Würdenträger, Geistlichen und Gläubigen. In Zentralrußland sei, so heißt es. eine weitere Gruppe„Hochverräter entlarvt“ worden. an deren Spitze ein zum römischen Katholizismus übergetretener Bischof gestanden habe. Diese Gruppe. in der Jesuiten die führende Rolle gespielt hätten, habe„terroristische Akte auf die Leiter des Sowietstaates“ vorbereitet. In Sibirien und an der Wolga ist es ferner zu massenweisen Verhafungen von Sektenanbängern gekommen. Zahlreiche Mitglieder derartiger religiöser Gemeinschaften sollen sogar der Spionage(!) überführt worden sein. DasSowjetblatt gebt sogar so weit, alle religiösen Bekenntnisse schlechtweg als „saschistisch“ zu bezeichnen. Ferner werden auf der Liste noch fünf weitere Bischöfe aus den verschiedensten Teilen der Sowjetunion genannt. Mit den Bischöfen zugleich seien „um angreiche staats eindliche Organisationen von Gläubigen“ ausgehoben worden. Insgesamt ergibt sich, daß in letzter Zeit insgesamt 11 namentlich genannte Bischöfe und eine weitere Zahl nicht mit Namen aufgezählter kirchlicher Würdenträger verhaftet worden sind. Welches Schicksal auch dieser Verhafteten barrt. dürfte sich schon an dem Charakter der gegen sie er bobenen Anklagen erkennen lassen. „Das modernste Erziehungssystem der Well“ Die Erziehung der Führerauslese Von der Adolf Hiller-Schule zur Hochschule der Partei DNB. Sonthofen, 23. Nov.(Drahtb.) Auf der Ordensbun leiter Dr. teikorrespondenz der Gauamts= und Kreisleiter den Weg des künftigen Führernachwuchses in allen Einzelheiten bekanntgegeben nd damit einen Ueberblick auf das umfassendste und modernste Erziehungswerk der Welt gegeben. Eine Adolf=Hitler=Schule in jedem Gau! Als erste Stufe dieses Ausleseprinzips, das bis in alle Einzelheiten bereits geistig festgelegt und sachlich von der Planung überall schon zur Ausführung kommt— die Ordensburgen sind das erste große Zeugnis dieser Tatwerdung— behandelte Dr. Ley in seinen im engen Kreise gemachten Ausführungen die Adolfitler=Schusen. Injedem Gau wird eine dieser Erziehungsstätten der Jugend der Partei errichtet. Von den 32 Schulen liegen 10 bereits im Plan genau fest und 7 von ihnen wurden zum Bau freigegeben. Vom 12, bis 18. Lebensjahr wird der junne Mensch her seine einzigartige Ausbildung erhalten. Der Lehrplan ist von Reichsseiter Rosenbera in Gemeinschaft mit dem Reichsorganisationsleiter und dem Reichsjugendführer festgelegt worden Es gibt bei seiner Durchführung keine Zeugnisse, keine Prüfungen, kein Sitzenbleiben. Der Schüler bewährt sich in charakterlicher Leistung und Wissen ode. er scheidet aus. Der Adolf=Hitler=Schüser in den 6 Jahren seiner Schulung im Dienste Bewegung zu steben, er hat außerhalb der Schule Dienst in der Front der Hitlerjugend zu tun. Nach der Schule: Sieben Jahre Bewährung im Leben Nach dieser Ausbildung muß jeder einen Beruf ersernen und zum Abschluß bringen. Die Universität steht den Adolf=Hitler=Schülern wie jedem Gymnasiasten, der sein Abitur machte, offen. Der Arbeits= und Wehrdienst ist abzuleisten. Jeder hat nun seinen Mann im Leben zu stehen. Selbstverständlich haben sie in den Reihen der SA. und SS., im NSKK. oder als Block= und Zellenseiter aktiv Dienst für die Bewegung zu leisten. Wenn anband der Personalakten nach den 7 Jahren alle 1000 Adolf=Hitler=Schüler zur freiwilligen Meldung aufgerufen worden sind, beziehen die 1000 besten, bereitesten und härtesten als Elite der jungen deutschen Männer die Ordensburgen. Vier Jahre auf den Orbensburgen! Der Erzichungsplan in den Ordensburgen, mn denen die Ausgemusterten vier Jahre härtester körperlicher und weitgreifender geistiger Schulung erfahren, erstreckt sich ineinandergreifend über die vier Burgen der Bewegung und fußt auf der Eigenheit der Anlagen, die diesem Plan untergeordnet sind Dazwischen Dienst an der Front! Bedeutsam vor allem ist, daß die Führeranwärter, denen alles, was sie für ihre Ausbildung benötigen, auf der Burg gestellt wird, in sedem Jahr drei Monate Dienst an der Fronz der Parteiarbeit ableisten werden. Sie werden den einzelnen Gauen zugeteilt u. von diesen in den Ortsoder auch Kreisleitungen an geringeren oder veratwortungsvolleren Stellen der politischen Pflichterfüllung des Alltags eingesetzt Die letzte Etappe: Hohe Schule am Chiemser. Die nächste und oberste Stufe dieses Erziehungssystems, die nach allen den vorausgegangenen Erprobungen abermals nur die Auslese der Durchgesiebten erreicht, ist die hobe Schule der Partei, die als Garant der nationalsozialistischen Weltanschauung am Chiemsee errichtet wird und der Leitung von Alfred Rosenberg unterstellt wird. Sie gliedert sich in vier Sektoren, die ihre Zielsetzung klar erkennen lassen: in das Forschungsinstitut mit der Zentralbücherci. die 20000 Bände umiassen wird: in die Akademie, in der die Lehrkräfte für die Adolf=Hitler=Schlen und Ordensburgen wissenschaftlich ausgebildek werden; in ein Lager, das in jedem Jahr vier Wochen lang je 600 Mann des Lehrpersonals und der Stamm=Mann schaften der Ordensburgen zu weltanschaulicher Ausrichtung und wissensmäßiger Festigung vereint, und schließlich in eine Adolf=Hitler=Schule die der hohen Schule angegliedert ist, damit diese eng mit der Jugend verbunden bleibt. Diese ganze Erziehung soll, wie Dr. Len schließlich sagte, in engster Verbindung mit dem Volk durchgeführt werden. Bei jeder der vier Burgen und auch bei der hohen Schule wird ein„Kmitdurch=Freude“=Hote“ mit 2000 Betten nach dem Muster der KdF.=Bäder erkaut. Di 00 Gäste die alle sieben Tage von neuem in diese Hotels inmitten der herrlichen deutschen Landschaften einziehen, werden in nabester und kameradschaftlichiter Fühlung mit den Führeranwärtern sein die somit nicht abgeschlossen vom Volk eine Geheimausbildung genießen, sondern inmitten der Volksgenossen stehen. Da im Laufe eines Jahrea zwei Millionen Menschen auf diese Weise zu den Ordensburgen kommen, werden sie auch dem letzten Volksgenossen die Burgen zu lebendigen Regriffen werden lassen. Diesen AdF=Gästen werden auch die mustergültigen Sportanlagen der Burgen zur Verfügung steben. Der NSK.=Bericht schliesit: .n fünf Jahren werden die Ordensburgn vollendet sein, in zebn Jahren die Adolf=HitlerSchulen. undin 17 Jahren wird erstmalia d Auswirkung dieser einzigartigen Erziehurg spürsam sein. Nationalsozialistischer Zukunftsgestal= tung kann man kaum zuversichtlicher gegenüber= stehen als nach dieser Darstellung von Dr. Ley in Deutschland bei aller Sachlschkeit der Schilderung erklang.“ Furchlbare Familientragödie Vater, Mutter und zwei Kinder erschossen aufgefunden. MB. Koblenz, 23. Nov.(Drahtber.) In den frühen Morgenstunden des Dienstag wurde in Bendorf eine surchtbare Familientraas die entdeckt. In einer Wohnung wurden Vater. Mutter und zwei kleine Kindererschof sen aufgefunden, während ein drittes, fünf Jahre altes Kind noch Lebenszeichen von sich gab. Ueber die Gründe der unseligen Tat ist bisher nur bekannt, dah die Familie schon seit langerer Zeit von verschiedenen Wankheitofällen beroffen wurde, die den Mann anscheinend sehr starken Depressionen aussetzten. Doppelraubword nach fünf Jahren aufgeklärt RWD. Koln. 23. Nov.(Drahtber.) Der Kolner Mordkommission ist es jetzt gelungen, einen am" November 1932 perübten Raubmord an dem Geldzusteller Clemens Körner und der Zimmervermieterin Auguste Korte auszuklären. Als Täter wurden der Mährige Otto Schönewold und dessen 26jährige Ebefrau Bertha geb. Morsbach ermittelt. Schönewald wurde am Montag in seiner Wohnung in Köln=Sülz festgenommen, währen) die Frau am Montagabend in Bielefeld von Beamten der Kölner Mordkommission ermittelt und verhaftet wurde. Das verbrecherische Ehepaar hat inzwischen ein Geständnis abgelegt. Weiterhin trocken Vorhersage für Mittwoch: Schwache, zwischen Ct und Süd schwankende Winde, vielfach, vor ollem im östlichen Vorhersagebezirk neblig, sonst heiter bis wolkig und trocken, nachts örtlich leichter Frolt. im Osten auch tagsüber kalt, sonst etwas milder Vorhersage für Donnerstaa: Schwach windig und neblig, aber trocken, gegen den Vortag ziemlich unverändert. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine wesentliche Aenderung. Der Raubmord in Leverkusen aufgeklärt sämtliche drei Täter gefaßt- 9,90 Km war die Beute RWD Leverkusen, 23. Nov.(Drahth.) Der in der Nacht zum Montag in Leverkusen verübte Raubmord an dem Kraftdroschkenfahrer Julius Schumacher aus Opladen, über den wir bereits berichteten, konnte jetzt von der Kriminalpolizei vollständig aufgeklart werden. Nachdem ein Mittäter, der 25jährige Petex Bittner aus Opladen, bebald nach der Tat gefaßt werden konnte, hat man in den späten Montagabendstunden auch die beiden Komplizen, den 21jährigen Heinrich Nehrkorn und dessen 17jährigen Bruder Horst, in Grambusch bei Erkelenz, wohin sie geflüchtet waren. ermitteln und festnehmen können. Die drei Verbrecher haben inzwischen ein Geständnis abgelegt. Schon länger hatten die Burschen vor, koste es, was es wolle, auf irgendeine Weise Geld zu bekommen. Den ersten Plan, eine bekannte Persönlichleit in Opladen zu erpressen und nachher zu töten, gaben sie bald wieder auf und beschlossen dann, am Sonntagabend eine Straßenbahn anzuhalten und Fahrgäste und Personal mit vorgehaltenem Revolver zur Herausgabe ihrer Barschaft zu zwingen. Dieser Absicht stellten sich aber unvorhergesehene Schwierigkeiten entgegen, so daß die Burschen schließlich auf den Gedanken verfielen, einen Kraftdroschlenfahrer zu berauben. Sie veranlaßten den 85 Jahre alten Kraftdroschkenfahrer Juliug Schumacher zu einer Fahrt nach Leverkusen. An einer ziemlich einsamen Stelle ließen die Burschen den Wagen halten. Bittner würgte jetzt den Kraftfahrer am Halse, während Heinrich Nehrkorn den Ueberfallenen durch Schläge mit dem Revolverschaft auf den Kopf tötete. Der 17jährige Worst Nehrkorn nahm dann die Geldbörse des Getöteten an sich, die aber nur 9.90 RM enthielt. Die Verbrecher wollten den Toten zunächst in die Dhünn werfen, beschlossen dann aber, ihr Opfer an einer einsamen Stelle auszusetzen und dann mit dem Wagen zu flüchten. Bittner setzte sich ans Steuer, verlor aber bald die Gewalt über den uno fuhr gegen einen Baum. Die Brüder Nehrkorn flüchteten sofort, während Bittner, der lörperlich behindert ist, von einem hinzukommenden Autofahrer gestellt und der Poligei übergeben werden konnte. Hier erzahlte Bittnet, daß der Kraftdroschkenfahrer ihm das Steuer überlassen habe. Bei dem Anprall gegen einen Baum sei der Droschkenfahrer mit dem Kopf so unglücklich auf die Taxameteruhr geschlagen, daß er den Tod gefunden habe. Verschiedene Umstände veranlaßten jedoch die Kriminalpolizei zu weiteren Ermittlungen, die dann zur Aufdeckung des furchtbaren Verbrechens führten. Die Brüder Nehrkorn batten sich nach der& zunächst zu Fuß nach Köln begeben, wo sie im Hauplbahnhof ihre Anzüge von den Blutflecken reinigten. Sie fuhren dann nach Grambusch bei Erkeleng, wo Heinrich Nehrkorn ein Mädchen kannte, das ahnungslos den Mördern Unterkunft gewährte. Als Leveskusener Kriminalbeamte in der Wohnung des chens eintrafen, lagen die Verbrecher bereitg im Bett. Durch den überraschenden Zugriff der Beamten konnte Heinrich Nehrkorn von seiner Pistole keinen Gebrauch machen, die er schußbereit unter dem Kopfkissen liegen hatte. Hauptschriftleiter: Jolepd Ha6ler. Bochum Stellvertreier des Hauptschriftleiters: Gter 60.fler0. Bochum. Verantwortlich: Für den politischen, kulturpelttischen und Unterdaltungstenl: Josepd Hasler Bochum: für den lor talen Keil der Ausgabe Bochum. für Rheater. Musik nunn: Veter Sffer6 Bochum: für Mestbeuliche Umschau und Verbreitungsgediet der Ausgabe Bochum: wilhelm Nrule, Bochum; für den lokalen Teil der Ansgaben Haitingen und Essen=Sieeler Dr. Joseph Essen=Steele; füe Sport, Handel und den lokalen Wattenscheid: Ferdinand Julius Landeseld, Bochum: fur den Bilderdiennt die einzeinen Ablellungslener— Gnt den Anzeigentell Nochum: Can Cenge Bochum: in1 Anzeigentell Hattingen&-Gieele: Elv Becker. Galtinge inr den Angeigenten Waitenscheit: Hermann P 010e1 tendeid Rue 8en i Preieline Nr 8 afing— nerige und Druck: Schürmann 4 Klagges. Bochum.— be nn Megd ch. Bolto zeltung Bochum 7000. Ausgade N: Rolkszeitung für Ande/ Elceler Zeitung über 2600. Ausgabe E: Morgengenung Watienscheid über 1100). Rittwoch, den 24. November 1937. 1. Beilage der Volks-Zeitung Nr. 275— Seike 9 Bochumer Cageschronik Ein 75jähriger Knappschafts=Burovorsteher a. D. Theodor Klee berg in Bochum kann am heutigen Tage in kotperlicher und geistiger Frische lein 75. Lebensjahr vollenden Er wurde am 24. November 1862 zu Haus Dege bei Halver, Kreis Altena, als Lundwirissohn geboren. Nach Beluch der Volksschule und der Oberrealschule absolvierte, er die Kaufmännische Schule, worauf er fünf Jahre im Eisenbahndienst tätig r. Am 4. November 1884 trat er bei der 1. Komnijuie des 3. Garde=Grenadier=Regiments Konigin Elisabeth ein. Hier zog er sich nach siebenjahriger Dienstzeit eine Dienstbeschädigung zu, so daß er mit dem Grad eines Sergeanten ausscheiden mußte. Nachdem er einige Monate wieder im Eisenbahndienst begewesen war, trat er am 1. März 1892 beim Allgemeinen Knappschaftsverein Bochum(Ruhrknappchaft) ein. Hier wurde er zum Sekretär, Abteilungsorsteher und schließlich zum Bürovorsteher befördert. nde 1924 trat er in den Ruhestand. Von April 893 bis Ende 1922 wirkte er als Schriftführer des Kreiskriegerverbundes Bochum=Stadt lange Jahre und wurde mit der Ehrenmitgliedschaft des Verbandes ausgezeidhmet sowie mit dem Kriegervereins=Ehrenkreuz 2. und 1. Klasse, außerdem besitzt der Jubilar noch als Orden= und Ehrenzeichen die Landwehr=Dienstauszeichnung 2. Klasse, Militärdienstauszeichnung 3. Klasse, Preußisches Verdienstkreuz in Gold und das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. Einige Jahre betreute er auch die Kriegsbeschädigten= und Kriegshinterbliebenenfürsorge des Kreisnerbandco. Im Jahre 1027 ründete er die Ortsgruppe Bochum der ehemaligen Cameraden dee Königin=Elisabeth=Garde=GrenadierRegiments Nr. 3. In der Armenpflege ist er seit 23 Jahren tätig, seit 9 Jahren als stellvertretender Bezirksvorsteher. Hm Jahre 1893 gründete er den Stenoamfenverein„Stolzeana“, in dem er lange Jahre Vorlitzender und Stenoamfielehrer mar 4 Man merke Mittwoch, den 24. Rovember. Sonnenaufgang 8,06 Sonnenuntergang 16,27 Mondaufgang 23,51 Monduntergang 13.43 1801 Der Dichter Ludwig Bechstein in Weimar geboren(gest. 1860). 1915 Der Maler Gabriel v. Lar in München gestorben(geb. 1840). 1921 Der Geschichtsschreiber Gethard Seeliger in Leipzig gestorben(geb. 1860) Achtung Bochumer Hausfrauen! Heute(Mittwoch) nard die Sammlung der Küchenabfälle für die Schweinemast in der Ortogruppe Felsenburg und in den gestern bekannt gegebenen, am Montaa nicht berüicksichtigten Straßen der Altstadt durchgeführt. Erleichtert die Sammeltätigkeit, indem Ihr die Abfallbehälter neben die Mülltonnen stellt. Neue Studienausbildung Diplomprüfung für Vermessungsingenieure. Die Ausbildung der Vermessungsingenieure, die bieher Angelegenheit der Länder mar, ist durch eine Verordnung des Reicheinnenministers über die Ausbildung und Prüfung für den höheren vermessungsrechnischen Verwaltungsdienst zur Reichssache erklärt worden. Vorgeschrieben sind: 3½ fähriges Studium einer Technischen Hochschule, Diplomprufung in der bachrichtung Vermessungewesen, dreimonatiger Vorbereitungsdienst und als Abschluß die große Statsprüfung. Die früher geforderte Vorpraxis ist, um die Gesamtausbildung nach Möglichkeit zu verkürzen, in die studentischen Ferier verlegt worden. Diese Vor= schriften entsprechen im großen und ganzen den bisberigen preukischen Bestimmungen, neu ist die Einihrung der Diplomprüfung, durch die eine größere Freizügigheit des Studiums ermöglicht wird. Forlschreitender Ausbau des Bochumer Tierparks. Die Arbeiten für die Umgestaltung des Tierparks m Stadtpaik werden eifrig gefördert. Nachdem die Stadigürmnerei zum neuen Friedhof am Freigrafendamm verlegt worden ist, hat der Aushau gute Fortschritte oemacht. Die Witterung hat die Bouarbeiten begünftigt und schon heute hat der neue Teil dem Tierpark ein neues Gesicht gegeben. Nach Fertigstellung des Vogelbaues ist nun auch das Affenhaus seiner Bestimmung übergeben worden. In sechs geräumigen Käfigen tummeln sich die verschiedenen Affenfamilien. Mit Nachdruck wird an der Vollendung des Raubtierhau'es gebaut. Damit wird der erste Bauabschnitt beendet sein. Inzwischen sind die Ausschachtungsarbeiten für das Gehege und Wasserbecken für die Seelöwen in Angriff genommen. Auch ein neuer Eingang ist inzwischen neben dem Milchhäuschen im Rohhau aufgeführt Die gärtnerische Ausgestaltung hält Schritt mit dei baulichen. Erfreulich ist das steigende Interesse der Bochumer Bevölkerung fur den Tierpark, wie es der zunehmende Besuch aufzeigt. Es lohnt sich wirklich, den Tiergarten zu besuchen. Heute wollen wir einen Auswärtigen zu Worte kommen lassen. Es ist der Kunstmaler Heinrich Rudoloh aus Wattenscheid, der als Gast auf der Ausstellung Bochumer Künstler in der städtischen Gemäldegalerie zurzeit mit einer Kollektivschau vertreten ist, die seine künstlerischen Qualitäten ins rechte Licht rückt. So zurückgezogen und bescheiden er ist, so groß ist sein Maltalent. Er macht nicht viel von sich reden, eine umso deutlichere Sprache aber reden seine Werke, die alle ein geistiges Gesicht haben, m dem man nur zu lesen verstehen muß. Ja, man muß diese Bilder lieben. Rudolph ist heute ein anerkannter Künstler, dessen starkes Talent von niemand mehr angezweifelt wird. Wie so viele der heutigen Maler ist auch er dem natuthaften Schaffen verhaftet, das sich ganz auf den Instinkt der Künitlernatur verläßt und dem Banne der Eindrüche verfällt, die dem Schaffenden aus der eigenen Innenwelt wie aus der Umwelt zuströmen. Seine Schöpferkraft bewährt sich vornehmlich in der Landschaftsmalerei, bevorzugt er wie die Romantiker die Lohalfarbenmalerei. Die Linie wird bei ihm zur Musik und Melodie, zu einer zarten Sprache des Nichtaussprechbaren, die Farbe ist die unmittelbare Verkünderin des geistigen Gehalts. Bezeichnend für ihn sind die eigenschöpferischen Klänge von Grün, das er meisterlich in allen Schattierungen und Tönungen beherricht und mit dem er ungemein reizvolle Stimmungen hervorzaubert. Die Bildkomposition ist auf genauer zeichnerischer Grundlage entwickelt, diese Technik ist bei ihm der Ausdruck einer reinen, jugendlich garten Empfindungsweise. Immer Alle machen mit! ab 1. Oktober Fachausbildung der Selbstschutzkräfte im Luftschutz Der Reichsluftschutzbund, mit der Ausbildung der Selbstschutzkräfte im Luftschutz beauftragt, ist vom Reichsluftfahrtministerium über das Präsidium des RLB angewiesen worden, die bildung der Selbstschutzkräfte aufzunehmen, soweit die Allgemeinausbildung abgeschlossen ist. Im Bereiche der Ortsgruppe Bochum, einschließlich Hattingen, hat die Fachausbildung mit dem 1. Oktober 1337 begonnen. Zur Fachausbildung werden vordringlich alle Luftschutz=Hauswarte, dann alle übrigen Selbstschutzkräfte herangezogen. Als allgemein ausgebildet gelten alle Selbstschutzkräfte, die nach dem 1. April 1936 ausgebildet worden sind. Selbstschutzkräfte, die vor dem 1. April 1936 an der Ausbildung teilgenommen haben, müssen erneut an der Allgemein= und anschließend an der Fachausbildung teilnehmen. Alle Volksgenossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Aufforderung des Reichsluftschutzbundes zur Ausbildung, laut Luftschutzgesetz vom 26. Juni 1935§§ 2 und 9 und der ersten Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz§ 17 vom 7. Mai 1937 unbedingt Folge zu leisten ist, andernfalls polizeiliche Strafmaßnahmen zu erwarten sind. Es wird jedoch an das gesunde Empfinden aller erscheint sein Temperament gezügelt, wodurch manchmal ein anziehender Widerstreit zwischen äußerer Kühle und innerer Wärme entsteht. Spürbar ist auch sein Sinn für das Spielerisch=Leichte der dekorativen Aufgabe, die kraftvolle Erfassung des Wirklichen, das gleiche feine Gefühl für Farbe und Linie, zu dem noch, mon möchte sagen, eine dichterische Begabung hinzutritt. Das beweist uns das lyrisch empfundene und kompositorisch sehr gute Oelbild„In der Frühe“, von dem eine fesselnde Stimmung ausgeht. Ueberhaupt sind seine Landschaften immer von einer bezaubernden Stimmung, klar und sicher im Aufbau und geschmackvoll in der Farbe. Immer sind diese Naturbilder stimmunggesättigt, aber auch auf die romantisch verschleierte Bildwelt von tiefklingenden Farben eingeschworen. Denn gerade diese verdechte romantische Maltechnik ist Rudolph eigen. Mit dieser malerischen Tonigkeit überdecht er den von der Naturwirklichkeit ausgehenden Realismus. In dieser von liebevoller und andächtiger Naturtreue getragenen Wirklichkeitsschilderung liegt seine große Kraft, zeigt sich sein reises Können, äußert sich sein eigenpersönliches Empfinden. Mit seiner unbekümmerten Selbstsicherheit der Natur gegenüber weiß er auch immer die echte Atmosphäre seiner heimatlichen Umgebung zu treffen. Für dieses atmosphärisch richtig Erfassende spricht sein„Diesiger Tag", in dem in einem leicht getönten Grau die rußgeschwängerte Luft förmlich über Wattenscheid steht. Sehr ernst und besonders künstlerisch wertvoll ist seine„Landschaft mil Acher“, bei der die lyrisch weiche Stimmung Volksgenossen appelliert, daß sie, in Erkennung der Notwendigkeit des Luftschutzes, im Interesse der Volkserhaltung und des Bestandes der Nation, sowie zum Schutze deutschen Blutes und Gutes, durch freiwillige Einordnung polizeiliche Maßnahmen als übrig erscheinen lassen. Die Unterzeichneten fordern daher alle Volksgenossen und Volksgenossinnen auf, der Luftschutzdienstpflicht, im Interesse der Landesverteidigung uno zu ihrem eigenen Schutze, zu genugen. Darüber hinaus richten wir an alle Volksgenossen und Volksgenossinnen, die eine entsprechende Eignung besitzen, die Bitte, sich dem RLB als Ausbilder zur Verfügung zu stellen. Die dem Reichsluftschutzbund vom Führer gestellten Aufgaben der Ausbildung der gesamten Bevölkerung im Selbstschutz des Luftschutzes und der Erziehung zum Wehrwillen sind groß und können nur erfüllt werden durch Einsatz aller. Jeder Schritt vorwärts in der Luftschutzarbeit sichert und festigt Volk und Vaterland den Frieden. gez. Riemenschneider, Kreisleiter, gez. Dr. Piclum, Oberbürgermeister, gez. Smhleßmann, Polizeipräsident und SS=Brigadeführer, Die Ortsgruppe Bochum des gez. Hüning, SA=Standartenführer. SK-Folos: Herker eine eindringliche Sprache spricht. Es ist, als ob die Landschaft selbet zu uns spräche. Oder wie malerisch ist der Natureindruck festgehalten in dem schönen, in der Komposition wie in der Farbe gleich ausgewogenen Werk„Stadt in den Beraen"! Oder das andere Sauerlandmotiv mit den hellen Lichtrefleren der rot gedeckten Häuschen. Gewiß mag der eine oder andere ernste Betrachter dieses Rot als ein spehulatives Element und als eine Verbeugung vor dem allgemeinen Geschmack ansprechen, aber immerhin muß man doch zugeben, daß sie ungemein ansprechen, ganz abgesehen davon, daß ja auch die Romantiker dieses dekoratwve Element bevorzugten. Erfreulicherweise kann festgestellt werden, daß Rudolph sich immer mehr zu einer gelockerten Malweise entwickelt hat, die hier in seinen besten Werken lebendig geworden ist. Groß ist sein Talent, einen einmal gewonnenen Natureindruck malerisch festzuhalten und ihn sicher darzustellen. Bei aller Zartheit strahlen seine Bilder dennoch eine kraftvolle Harmonie der Töne wider, die auch überzeugt, weil sie das Gesehene in der nachschaffenden Empfindung des Betrachters wieder erstehen laßt. Zudem sind diese Töne von einer merkbaren Poesie verklärt. Ihm ist die Farbe das Lieblingeausdrucksmittel, wohl weil es das irrationalste ist und weil in ihm das Gefühl am unmittelbarsten sich aussorechen hann. Schon das vermittelnde Grün bei ihm beweist uns, daß hier eine heimatliebende, naturverbundene Künstlerseele zu uns spricht. Wir wünschen dem Wattenscheider auch einen recht schönen materiellen Erfolg. Schiffer= Bier Jahre„Kraft durch Freude“ RSG. Am 27. November dieses Jahres besteht die vom Reichsorganisationsleite: Dr. Robect Ley ins Leben gerufene NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ vier Jahre. Ant und für sich eine kurze Zeit, in ihr aber wurde eine Arbeit geleistet, die nur im nationalsozialistischen Deutschland möglich ist und deren Erfolge nicht nur im Reich, sondern in der ganzen Welt Aufsehen erregten. Auch under Gau Westfalen=Süd hielt in der Aufwärtsentwicklung dieler großen nationalsozialisuischen Gemeinschft Schritt. Das verflossene Jahr brachte uns beachtliche Leistungen und vielseitige Anerkenming. Dem Arbeiter, Bauern, dem gesamten Volke, wurden die Tore der Kunst geöffnet, eine Kulturgemeinschaft wurde geschaffen, die ihresgleichen sucht. Disziplin und Freude, wahrer Sozialismus und Kameradschaft sind die Kennzeichen der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Eine Gemeinschoft entstand, die der deutschen Seele Kraft durch wahre edle Freude am Leben, am Schönen, an der Kunst gibt. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und dem Reichsleiter Rosenberg wurde die RS=Kulturgemeinde in die NS-Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ überfuhrt. Damit ist die 9S=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ der Träger des gesamten kulturellen Lebens geworden. Durch diese Tat wird es uns leichter möglich sein, die eben erwachte Freude am Schönen— als Grurdlage allen Kunstgenusses und=verständnisses — zu den Höhen der Kulturschöpfungen unieres deutchen Volkes zu leiten. Wir freuen uns, unsere Arbeitskraft für dieses hohe Ideal einsetzen zu können. Die lachenden und frohen Gesichter unserer schaffenden Volksgenossen sind uns eine stolze Genugtuung. Ihnen in dieser harten Zeit Kraft durch Freude zu geben, wird auch für alle Zukunft unsere Aufgabe sein. Heil Hitlerl gez. Eugen Breidenbach, Gaumart. „Mit KdF. nach Norwegen“ und„Durch die schönsten deutschen Gaue“ Ueber diese Themen spricht am Donnerstag, dem 25. 11. 37, 20 Uhr, in der Verwaltungsakademie urt Ksinsik, Bochum, mit Lichtbildern. Gezeigt wird eine große Anzahl wundervoller Aufnahmen, worunter sich auch zahlreiche buntfarbige Fotos befinden. Kein KdF=Urlauber aus dem Kreise Bochum darf an diesem Abend fehlen. Gilt es doch. Stunden schönster Erinnerung zu erleben, alten Freunden die Hand zu schütteln und sich wieder einmal von ganzem Herzen zu freuen. Da nur ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben wird, ist der Besuch des Abends jedermann möglich. * Stiftung eines Wanderpokals. Die Schutzenkömgin des letzten Bochumer Bürgerschützenfestes Frau Dr. Köhler hat dem Bochumer Bürgerchützenverein 1388 zur Förderung der Schieß portpflege einen wertvollen Wanderpohal gestiftet mit der Bestimmung, daß dieser alljährlich unter den Komnagmen des Bochumer Bürgerschützenvereins zur Ausschießung gelangen soll. Ein Anhänger machte sich selbstandig und rannte gegen eine Maner. Als ein Lieferauto gestern die Bergstraße befuhr, löste sich plötzlich, vermutlich infolge des Bruchs eines Bolzens, die Verbindung und der selbständig gewordene Anhänger sauste die abschüssige Bergstraße hinunter und landete schließlich an einer Mauer. Es entstand Sachschaden. Die Standarte Nachdem der Wahlkampf 1928 mit seinen gansen Folgeerscheinungen vorkei und der Winter Feldzugg 1928=29 beendet war, galt es, allmahlich ur den Reichsparteitag 1929 in Nürnberg zu rüsten. Ende Marz. Ansang April, erhelden die Stürme 1 und 16 den Befehl zu einem Ausmarsch. An einem Sonntagmorgen wurde in die noch ziemlich feuchten Ruhrwiesen abgerückt, wo sich bald ein levhaftes Treiben entwigelte. Rechts von Ausgang des Lottentales an einem Mast der von der Zeche Klosterbusch nach Herbede führenden Drahtseilbahn wurde die erste Rait gemacht. Einige gewandte Kameraden kletterten am Mast enwver, um dort die beiden Sturmfahnen in gewohnter Weise anzubringen und so anzuzeigen, daß wir an diesem Tage unseren schon bekannten und von Andersdenkenden gemiedenen Uebungsplatz bezogen hatten. Nach einigen Stunden allgemeiner Köperschulung wurde eine Mittagspause eingelegt, zu der sich die SA. in üblicher Weise in die am Fuße des Fuchsberges gelegene Milch= und Kaffee=Wirtschaft zurückzog. Die Standarte blieb an die Ummauerung des Mastes gelehnt, bewacht von Scharführer Ernst Stein und SA.=Mann Julius Merz. zurück. In einer angeregten Unterhaltung gestört, erblickten die beiden plötzlich aus Richtung Witten kommend eine Anzahl SchutzPolizisten, welche sich in einer der SA. offenbar wenig freundlichen Absicht näherten. Der erne Gedanke der beiden war. die Standarte in Sicherheit zu bringen. Diese zu ergreifen und damit im schnellsten Lauf der Brücke des Oelbaches zuzustreken, war das Werk eines Augenblickes. Als die Polizisten nun sahen, daß sie nur mit zwei Mann zu tun hatten, bemühten sie sich, den beiden erfolgreich den Weg zur Brücke zu verlegen. Als Anfänger im Umgang mit SA.=Männern hatten sie nicht mit der Entschlossenheit der Kameraden gerechnet welche durch die sanvere Standarte am Ueberspringen des Oelbaches gehindert, kurzerband in denselben sprangen und an der anderen Seite wieder herauskletterten. Triefend und ausgepumpt langten die beiden in der Wirtschaft an und brachten mit einem kurzen Bericht die ganze SA. in Bewegung. Der Führer des Spielmannszuges, Karl Wellpott, riß ein Horn an sich und stürmte den anderen Kameraden voran, ständig das preußische Angriffs=Signal blasend, auf die Polizisten zu. Verfolgt von zirka 120 Mann, welche sich in der Eile mit allen möglichen Geräten, Zaunlatten. Pfählen, Gartenstühlen usw. bewaffnet hatten, zogen sich die Polizeibeamten zum Seisbahnmast zurück. wo sie umzingelt wurden. Es war ein eigenartiger Anblick, die 7 oder 8 Schutzleute schlotternd im Kreis der SA.=Kameraden stehen zu sehen, welche durch den Anschlag auf die Standarte zum Aeußersten gereizt waren. Die Beamten hatten bei diesem Vorfall trotzdem Gelegenheit, den Unterschied zwischen roten Frontkämpfern, welche sie bestimmt angegriffen bätten und den SA.=Männern, welche Zurückhaltung übten, wahrzunehmen. Als Standartenführer Vos durch schwere Kriegsverletzungen behindert, etwas später am Ort des Attentates ankam, und durch den Scharführer Ernst Stein ein Schutzvolizei=ier und sechs Nolizisten als„gefangen“ gemeldet wurden, brauste ein allgemeines Gelächter auf, welches die Polizeibeamen im ersten Moment noch verwerrter machte. Nach einer Aussprache zwischen Standartenführer Voß und dem Führer der Posizei war ein gewisser Kontakt bergestellt. Es ergab sich, daß das Erscheinen der Polizei auf eine Meldung von Sozialdemokraen hin geschah, die in Witten in einer Polizeiwache berichteten: Ein großer waktionärer Wehrverband hält auf der war in Gefahr rechten Seite der Ruhr, gegenüber von Herbede, militärische Uebungen ab." Nach dieser Feststellung war das europäische Gleichgewicht schnell wieder vergestellt und die Beamten zogen, nachdem sie sich von unserer Harmlosigkeit überzeugt hatten, friedlich ihres Weges. Nach Beendigung ihrer Uebungen zog die SA. ebenfalls wieder nach Bochum zurück wo die beiden Retter der Standarte als Belohnung für Tapferkeit vor dem„Feind“ von Sturmführer Luley je eine dicke Zigarre geschenkt bekamen, welche von allen Männern gemeinschaftlich verraucht wurden. Das Programm für die Veranstaltungen der SAl.=Standarte 17 am 27. und 28. November 1937. Sonnabend, den 27. November: 18—19 Uhr: SA.=Kampflieder, gespielt und gesungen, auf dem Rathausplatz; 20 Uhr: Feierstunde der SA im Schützenbof:„Ewig lebt die SA.“ von SA.=Oberscharführer Herybert Menzel; 21.15 Uhr: Großer Fackelzug der Standarte 17, Abmarsch vom Schützenhof— Castroper Straße— Schwanenmarkt— Jahnstraße— Arndtstraße— Wittener Straße— Oskar Hoffmann=Straße— Hattinger Straße— Unterführung am Hauptbahnhof— Kortumstraße— Bongardstraße— Rathausvorplatz(dort Vorbeimarsch)— Alleestraße — Königstraße— Moltkemarkt. Auflösung. Sonntaa, den 28. November: 7.30 Uhr: Großes Wecken; 10 Uhr: Kranzniederlegung an den Gräbern der Gefallenen der Standarte 17 und Entbüllung des Gedenksteines des gefallenen Kameraden Helmut Barm; 11—12 Uhr: Standkonzerte auf allen großeren Plätzen Bochums; 12 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen unter Teilnahme der Bevölkerung(Schützenbof): 14,30 Uhr: Appell der Standarte 17 mit Uebernahme der HJ. und der Werkscharmänner in die SA. ai eser=Friedrich=Platz); 16 Uhr: Beginn des Propagandamarsches mit Vorbeimarsch am Rathausvorplatz: Abmarsch vom Ktaifer=Friedrich=Platz— Blücherstraße— Fhrendellerstraße— Querstraße— Redemptoristenstr. — Hedwigstraße— Haldenstraße— Josefstraße — Emscherstraße— Herner Straße— Vödestraße — Bergstraße— Horst Wessel=Straße— Schwanenmarkt— Beckstraße— Bongardstraße— Rathausvorplatz(Vorbeimarsch)— Allecstraße Bessemerstraße— Wörthitraße— Spichernstraße — Marienstraße— Humboldtstraße— Unterführung am Hauptbahnbof— Kronenstraße— Cskar Hoffmann=Straße— Wiemelhauser Straße Mauritiusstraße— Düppelstraße— Wittener Straße— Bismarckstraße— Rheinische Straße Schwanenmarkt: 19 Uhr: Kameradschaftsabend im Schützenhof. )( Berufung von Ehrenbeamten. Der Oberbürger= meister hat zur ehrenamtlichen Tätigkeit in der öffentlichen Wohlfahrtspflege für den 13. Fürsorgebezirk Optiker Erich Bischoff, Alleestraße 249, Werkmeister Paul Bechmann, Alleestraße 35, Werkmeister Eugen Stein, Alleestraße 124, und für den 55. Fürsorgebezirk Frau Idn Krawinkel, Bochum=Langendreer, Hohe Eiche 27, als Pfleger be= rufen NSG. Im Bauernreich Adolf Hitlers ist der Landarbeiter sein erster Arveiter. Die Ingend sieht hier ihren Ehrendienst im Landdienft der Hitlerjugend. heule:„Der Waffenschmied“ Aus der Welk der deutschen Spieloper ist wohl nichts volkstümlicher als die Lieder und Arien des „Waffenschmied“ von Albert Lortzing, der vor einigen Tagen in der Neueinstudierung der Kölner Oper im Bochumer Hause einen starken Presse- und Publikumserfolg erleben konnte. Die heutige Aufführung unter der musikalischen Leitung von Willibald Kießling und der Spielleitung von Hans Schmid, mit Wilhelm Witte in der Titelrolle und in den weiteren Hauptpartien mit Charlotte Hoffmann, Lotte Loos=Werther, Heinrich Bensing. Horst Euler Hau= Salomon und Friedrich Schüttler dürfte wiederum de gleiche Zustimmung finden. Die Vorstellung ist für Vormiete A angesetzt. Wegen des starken Interesses ist es ratsam, Karten schon an der Vormittagskasse bestellen zu wollen.(Ruf: 610 51.) Morgen Symphonie-Konzert des Städtischen Orchesters Bochum Das Städtische Orchester Bochum hat bereite Werke von Cesar Bresgen, Heinrich Spitta und Werner Egk zur Aufführung gebracht: sämtlich jugendliche Tonschöpfer, die der Hitler=Jugend nahe stehen Im nächsten Konzert, das morgen, Donnerstag, den 25. November, 20 Uhr im Stadtcheater stattfindet, wird nun die Musik fux Klavier und Orchester von Gerhard Maaß gespielt werden. Maß ist einer der Führer der jüngsten Komponistengeneration. Wag diese jungen Künstler anstreben, ist Klarheit, Straff. heit, Rhythmus und Vermeidung alles weichlichen Gefühlsüberschwangs. Ihr Vorbild ist Johann Sebastian Bach. Man hat diese musikalische Strömung als eine gesunde Abkehr von der, hauptsächlich durch jüdische Musiker gepflegten, Stilart des sogenannten Expressionismus zu betrachten Das Werk wird zum Vortrag gebracht von dem jungen, aber bereits derühmt gewordenen Pianisten Adrian Aeschbacher Am gleichen Abend findet die erste Aufführung der 5. Symphenie von Anton Bruckner in der Urfassung statt: für jeden Verehrer Anton Bruckners ein wichtiges Ereignis. Eingeleitet wird der Abend mit der Coriolan=Ouvertüre von Ludwio van Beethoven. Leitung: Städtischer Kapellmeistex Professor Leopold Reichwein. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttbeater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse zu haben. Schülerkarten sind nur an der Konzert= und Abendkasse erhältlich. Vorbestellungen unter Nr. 610 51. Odeon- und Skala-Theater „Finkerlied“ Paul Hörbiger, der Darsteller so mancher Rollén, spielt auch in diesem Bavaria=Film die Hauptrolle. Das tragische Schicksal eines Wiener Fiakers, der tot auf der Straße gefunden wird, rollt hier auf der weißen Wand ab. ein Schicksal, herausgegriffen aus dem Leben, ein Schicksal, wie es so oft gelebt und gemeistert wurde. Der Film zeigt den letzten Fiaker von Wien, der im Kampf mit der Neuzeit untergeht. aber ein Leben hinter sich hat. wie wohl keiner seiner Kollegen. Neben Paul Hörbiger sieht man Gusti Huber in einer tragenden Rolle und weitere namhafte Kräfte des deutschen Films. Das Staatl Gymnasium und Realgymnasium stellt sich mit seinem kunten musikalischen Abend in den Dienst des Winterhisfswerks. Chor. Orchester und Solisten(Schüler) bringen eine große Jahl von Musikwerken zur Aufführung, die wegen ihrer Volkstümlichkeit das Interesse aller Zuhörer finden werden. Die Darbietungen werden durch Ansage bekanntgegeben Vortragsabend der Gesangschule Glettenberg Das zeitgenössische Lied war der künstlerische Vorwurf des gutbesuchten Vortragsabends der Gesangsschule Glettenbera im Parkhotel. Das moderne Lied stellt sowohl in der Intonation häufige Modulation, Losgelöstsein der Melodie vom Klavier) wie in der Gestaltung differenzierter Stimmungen besonders schwere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Ausführenden. Wenn die Schüler den technischen Anforderungen der im Wert ungleichen Lieder gewachsen waren und sie zum Teil durch Konzentration auf einen verinnerlichten Vortrag dem Zuhörer nahe brachten, so muß dieser Erfolg einem intensiven Liedstudium zugeschrieben werden. Auch stimmlich traten gute positive Ergebnisse zutage. Hilde Müser drang mit schönem klangvollem Sopran von weicher Tonbildung in die seelenvolle Lyrik der Lieder von Armin Knab, das schwermütige„Der tote Knabe“, die volkstonhafte„Aria von der Brautkammer“ und den lieblichen„Brautgesang“ ein. Die Tonstufung, auch im piano, ist gefördert, resonanzvoll ist die Tiefe, die Stimme auf dem Wege zu gleichmäßiger Abrundung. Richard Stamm, der mit ergiebigem Bariton begabte Sänger, hat in Bezug auf Ausdrucksverfeinerung weitere Fortschritte gemacht. Zwei im Grundton schwermütige Lieder von Rudolf Dosch„An wen,“ und„Rose im Schnee“ gestaltete er eindrucksvoll, wobei er auch durch eine klare Textaussprache erfreute Aenny Witz=Hölkeskamp vermittelte vier Lieder des Bochumer Komponisten Karl Witz(der Dichter ist der Bochumer Lorenz), welche elegisch gefärbte Naturstimmungen„Lenz",„Herbst",„Morgen",„Liebesgrüße" in einer stilistisch von Strauß(Klangmalerei jedes einzelnen Bildes in dem Klavierpart) auch Debussy(Ganztonfolgen im„Morgen") beeinflußten expressiven Musik einfangen, ohne zu einer persönlichen Stilgeschlossenheit zu gelangen. Aenny Witz war durch ihren in der Höbe freien, intonationsreinen Sopran, welcher dynamisch noch etwas gleichförmig erschien, eine musikalisch sichere Interpretin, die auch dem modulatorischen Wechsel in der oft durch Klavierzwischenspiele unterbrochenen Gesangslinie Schärfe des Tonansatzes gab. In der Verschmelzung der den selischen Ausdruck beleuchtenden Gesangslinie mit einem durch Durchführung eines Charakterthemas im Klavier(Vorbild Hugo Wolf) die Situation psychologisch gliedernden Begleitung sind die Lieder von Franz Bernhardt„Ueber die Felder",„Schmetterling“(duftig und poesievoll) und „Blume, Baum, Vogel"(interessante alterierte Harmonik). Käthe Königsbüscher sang sie mit warmer Altstimme, die atemtechnisch kleine Hemmungen in Gestalt unruhiger Tongebung aufwies. Der empfindungsvolle Vortrag kam der intimen Lurik der Lieder nahe, auch Piano=Stellen hatten tonliche Wärme. Hans Rump sang mit dunkelgefärbtem Baßbariton, der mitunter noch zu fest sitzt, vier Lieder des Finnen Yrjö Kilvinen wobei er die Gegensätze des ernsten„Das Moor" und des lieblichen „Die Feldquelle“ anerkennenswert hervorhob, ausdrucksvoll„An das Lied" sang und in„Den Fjelden zu" zu heldischem Glanz einer edelfließenden Kantilene gelangte, deren kraftvolles Forte die Güte des schönen Materials bestätigte. Leider war es mir wegen des Besuches einer zweiten Veranstaltung nicht möglich, den zweiten Teil des interessanten Abends zu hören. Die Durchsicht des Notenmaterials ergab den Emndruck, daß die Lieder von Emil Peeters, welche Luise Heymuhle sang, die kühnsten im Stil sind(„An die Liebe“ und„Die Rose") und die„Theodor=StormMusik" für Violine, Cello und Bariton, von Josef Schneider gesungen, ein klangschönes, romantisch empfundenes Werk von Paul Graener ist. Die Lieder von Wagner=Regeny, von Ikse Krämer vermittelt, verbinden volkstonhafte Melodie mit sparsamer Begleitung. Dramatischen leidenschaftlichen Charakter haben die„Gesänge zur Nacht" von Richard Greß. Gertrud Walter=Alsdorf, unterstützt von Josef Neumann(Violine) und Gustaf Schütte(Cello) war die Interpretia dieser ernsten Gesänge nach Worten von Werner Jäkel. Ausgezeichnet, mit künstlerischer Anschmiegsamkeit und feiner Einfühlung in den Stimmungsgehalt der neuzeitlichen Lieder begleitete Carlota Krause. Auch ihr galt der lelhafte Beifall der aufmerksam mitgebenden Zuhörer. Dr. Bernbard Zeller. Drilte Veranstaltung der hausmusikwoche Die dritte Veranstaltung der Fachschaft der Musikerzieher vereinigte einen Volksmusikteil mit einem romantischen, welcher Klavierwerke und Lieder enthielt Auch dieser Abend ist von den Musikerziehern im Hinblick auf eine vielseitige häusliche Musikausübung in der Vortragsfolge abwechslungsreich gestaltet worden. Leider mußte die Jahreszeitenkantate nach Kinderliedern von Pestalozzi ausfallen. Ein von Maria Kessen und Edith Krome sauber gespielter vierhändiger Diabellisatz war ein frischer Auftakt. Sehr hübsch nahm sich das Spiel auf der Laute in einem Andante von Weber und als Begleitung von Kinderliedern aus, Löbliches vierhändiges Zusammenspiel zeigten Gisela Fox. Hildegard Lehmbaus, Irsel Kleffner und Edith Linnemann. Eine schöne Leistung bot die Singgemeinschaft der Musiklehrerinnen, die unter Käthe Schwarz das Volkslied„Wir lieben sehr im Herzen“ mit löblicher Klangwärme und empfindungsvollem Vortrag vermittelten. Ganz auf intimes Gemeinschaftsmusizieren waren auch zwei altdeutsche Tamzsätze für Blockflöten und Laute eingestellt, die von Schülern Alfred Hütsemanns Musizierfreude gespielt wurden. Trauliche Wirkung ging auch von der Vereinigung von Blockflöten, Kinderstimmen und Klavier aus; hierbei achteten die Schüler von Maria Grenzheuser und Margarethe Dietrich auf rhnthmische Genauigkeit. Mit einem vierhändigen Lannerwalser sanden sich zwei Schülerinnen von Frl. durch verständigen Vortrag ansvrechend ab. Verdienten Erfolg hatten zwei Schüler von Luise Thiemann mit drei im Zusammenklang warmen und im Ausdruck gut empfundenen Voltsliedduetten von Bruno Seidler=Winkler, die Ctto Andreas Köhler stilgemäß begleitete. Einen reizenden humorvollen Ausklang des ersten Teiles schuf die Singgemeinschaft der Musiklehrerinnen mit einem drolligen Kaffeekanon und dem alten Liede„Heißa. Kathreinerle“. Die Vorträge des romantischen Teiles wären besser zur Geltung gekommen, wenn ein besseree Klavier zur Verfügung gestanden bätte. Ein von Nud. Wofski, Otto Buramann, zejate sich sechnisch dem Figurenwerk des bekannten Walzers von Durand gewachsen. Ursula Niklas aus der Klasse von Frl Scivio spielte bis auf ein baar Unebenbeiten im Mittessatz u rhythmische Eigenwilligkeiten das As=Dur=Impromptu von Schm bert gelänfig Gerda, Neumaver=Wings, deren Alavierschüler sich bewährt hatten, sanGreichen am Spinnrad“ und„Freudvoll und leidvoll“ mit klangvoller Höhe, dem ersteren wünscht man noch mehr Verinnerlichung in der Gestaltung. Bei aller Gewandtheit, die Herbert Anmann entfaltete, kam das schwere N=MollScherzo von Chopin noch nicht zur rhythmischen und formalen Karheit. Ein solches Werk erfordert zur dynamischen Gestaltung ein gutes In strument. Die Leistung an sich verdient Anerkennung. doch sei für die Betrenung Meisterwerke durch Schüler Vorsicht in bezng au die musikalischen und geistigen Anforderungen geboten. Alle Darbietungen wurden von der großen Zuhörerschaft mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. Dr. Bernbard Zeller. Unsere Kleinmöbelschau, Kortumstraße 56, Ist ab heute für den VerKaul von 8.30-13 u. 15-19 Uhr geöffnet Wir bringen in diesem Jahr eine große Auswani von nur güten, auserlesenen Klein- und Polstermöbeln und hitten um unverbindliche Besichtigung. Ausgesuchte Gegenstände werden bis zum Fest zurückgestellt. Carl Bigen Kortumstraße 56(eirt für den Verkauf geötinet) Hauptgeschäft Uhlandstraße 8 A Swort, Spiel, Lurnen Werbt, übt, spart für Breslau! die Kundgebung der Bochumer Turner und Sportler für das Deutsche Turn= u. Sportfest 1938 Der Werveabend der Ortegruppe Bechum des Reichsbundes für Leibesübungen im feitlich geschmückten Saale des evgl. Vereinshauses war sehr gut besucht und gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für das Deutsche Turn= und Sportfest 1938 in Breslau. Die umrahmenden Darbietungen durch Milglieder der Vereine, die Ansprachen des Ortegruppenführers Koch, des Kreisführers Groll, der Kameraden Kühn(Breslau) und Gärtner (Berlin) und nicht zuletzt der großartige Werbetonfüm für das Fest„Breslau, Bollwerk des deulschen Ostens!“ fanden den starksten Beifall der Anwesenden, denen so die Bedeutung des Festes eindringlich vor Augen geführt wurde. Nach einem Vorspruch der Jugend der Betriebssporigemeinschaft des Bochumer Vereins,„In den Ostwind hebt die Fahnen", begrüßte Ortsgruppenfühter Koch die Ehrengäste aus Partei, Formationen und Behöwden und überbrachte die Grüße des Gauführers SA=Brigadeführer Lorenz. Er sprach den Vereinen für ihre Bemühungen um die Ausgestaltung des Abends seinen Dank aus und wies auf das große Fest hin, auf den der Abend abgestellt sei. Ferner teilte er mit, daß auch der Pressewart des Reichsbundes für Leibesübungen, Werner Gärtner(Berlin) anwesend sei und an diesem Abend sprechen werde. Die Turnerinnen der TG B.=Ehrenfeld zeigten ein Festspiel, das dem Fest in Breslau gewidmet war und ebenso wie die nachfolgenden Darbietungen der Nollschuhläufer und Lauferinnen des Bochumer Rollund Schlittschuhklubs sowie der Kunstfahrer des RV Westfalia 1896 starken Beifall fanden Dank ernteten auch die Tanzgruppe der Turnerinnen des TV Friesen 87 für einen neckischen Tanz und die Kunstturner aus verschiedenen Bochumer Turnvereinen für hre Uebungen am Reck. Der von Breslau entsandte Redner Kamerad Nuvn überbrachte zunächst die herzlichsten Grüße Preslaus und seinen Oberbürgermeisters und skig= zierte in einigen treffenden Worten die besondere Bedeutung Breslaus im Kampf um das deutsche Volkstum. Er erinnerte an einige Höhepunkte aus der mehr als tausendjahrigen Geschichte, hoo die beim Sängerbundesfest bewiesene Gastlichkeit der Schlesier hervor, schilderte in einigen Anekdoten den Sinn der Schlesier für Humox und Frohsinn und versicherte, daß alle Teilnehmer des Deutschen Turn= und Sport= jestes sich in Breslau äußerst wohl fühlen würden. Sein Hinweis auf einen Ausspruch Friedrichs des Großen, der„Schlesien als die Krone Preußens“ bezeichnete, wurde durch den folgenden Tonfilm trefsend unterstrichen. Nach Kamerad Kühn machte Pressewart Gärtner bemerkenswerte Ausführungen über das Fest jebst. Er wies auf die politische Bedeutung des Festes bin, das nach Breslau gelegt sei, um dem Grenzand in seinem Kampf um das Deutschtum Untertützung zu gewähren. Es sei ein völkisches Fest, an dem 50—60 000 Auslandsdeutsche teilnehmen würden. Kamerad Gärtner schilderte sodann den Aufbau des Festes, zu dem 800 000 Teilnehmer erwartet werden, durch die Bekanntgabe der Abwicklung und der Wettkämpfe, die ja zu einem großen Teil als Deutsche Meisterschaften, so von den Leichtathleten, Turnern Zwölfkampf), Turnerinnen,(Zehnkampf), Gewichtbebern, Ringern, Kanu= und Radfahrern ausgetragen werden. Außerdem finden Mannschaftskämpfe um die Turn= und Sportfest=Meisterschaft im Fußball, Handball, Hockey, die von den Gauen bestritten werden, statt. So steigert sich das Fest von Tag zu Tag, von den Einzel= über die Mannschafts= zu den Gauwettkämpfen und den Vorführungen am Schlußtage, die von 100000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen durchgeführt werden. Einen Höhepunkt am Schlußtag bildet eine 100mal 100-m-Staffel der 16 deutschen Gaue. 100 000 Teilnehmer werden auch vormittags in drei Festzügen marschieren. Der Redner schilderte weiter die Vergünstigungen, die die Reichsbahn bei einem Tarif von 1 Pfg. je Kilometer, und diejenigen, die für Unterkunft und Verpflegung gewährt werden. Zum Schluß rief er die Anwesenden auf, an dem Fest teilzunehmen und unermüdlich für die Teilnahme zu werben. Seine Worte klangen aus mit dem Sieg=Heil auf den Führer, als den größten Förderer der Leibesübungen, und dem Gesang der Nationahumnen. Es folgte dann die Vorführung des Films„Breslau, Bollwerk des deutschen Ostens“. Ein herrliches Landschaftsgemälde rollte da vor den Augen der Beschauer ab. knapp und treffsicher erläutert, und hier wird sicher bei manchem der Versammlungsteilnehmer der Wunsch aufgetaucht sein, seine Ferkentage einmal in dieser herrlichen Lanbschaft im deutschen Osten zu verbringen, in diesem traulichen Städichen mit den herrlichen Bauten, in diesen herrlichen Wäldern oder an der Oder, in einem dieser berühmten Gebirge oder einem der gleichfalls berühmten Kurorte. Außerordentlich packend wirkten auch die Bilder aus der Geschichte des Deutschen Turn= und Sportfestes, vor allem auch die Aufnahmen von den Sportplätzen in Breslau, in denen sich das große Geschehen des Deutschen Turn= und Sportfestes im nächsten Jahre abspielen soll. Das Schlußwort sprach nach einem weiteren Tanz der Turnerinnen des TV Friesen Kreisführer Groll, der nochmals auf die Bedeutung und die Wichtigkeit des Festes hinwies und die Vereine an ihre Pflichten diesem Fest gegenüber mahnte. Englands Aufgebet gegen Deutschland Ihren 50. Länderkampf bestreiten Deutschlands Amateurboxer am 16. Dezember in der Londoner Alberthall gegen England. Gerade diese Begegnung findet im internationalen Boxsport große Beachtung, geht den Briten doch der Ruf einer Boxsportnation voraus. Technisches Können und saubere Kampfesführung sind seit jeher die Merkmale des britischen Amateurborsportes. Bereits jetzt hat die englische Behörde die zwölf Kämpfer— im Feder, Leicht, Mittel und Schwer starten je zwei— bekannt, die den„Union Jack" vertreten sollen. Es sind(vom Fliegengewicht aufwärts): L. Tylex, P. O. DonnoghueC. Elliott, N. E. Raine, F. I. Simpson, E. Kemp, C. Webster, W. Pack, I. Jackson, T. J. Griffin, V. A. Stuart, R. Hunter. startet. Obgleich schon zahlreiche Meldungen der bekanntesten Vereine eingegangen sind, hat doch noch eine ganze Reihe von Vereinen des Kreises bis heute keine Meldung abgegeben. Diese ist umgehend an Robert Kaufhold, Wattenscheid, Parkstraße 4, zu richten, damit auch der diesjährige Herbstwaldlauf ein voller Erfolg wird. Es wird erwartet, daß sich alle Vereine des Rf8 daran beteiligen. Dortmunds Eishockeymannschaft geschlagen Die Dortmunder Eishockeymannschaft, die den Kampf um den Nordwest=Europapokal bestreiten wird, traf in Brüssel auf den von Düsseldorf bereits geschlagenen Pokalverteidiger Nordstern und blieb mit 7:8 Toren nur knapp geschlagen. Die Dortmunder hinterließen einen guten Eindruck, ausgezeichnet gefiel bei ihnen der Deutschkanadier Schwinghammer. Deutschlandg Turnermannschaft gegen Ungarn Für den am 5. Dezember stattfindenden zweiten Länderkampf gegen Ungarn in Budapest wurden die deutschen Vertreter wie folgt namhaft gemacht: Konrad Frey, Franz Beckert, Innocenz Stangl, Alfred Schwarzmann, Matthias Volz, Alfred Müller, Hans Pludra und Gustav Schmelcher. Nicht berücksichtigt werden konnten Weltmeister Ernst Winter und Walter Steffens, da beide beruflich unabkömmlich sind. Für sie wurden Pludra und Schmelcher eingesetzt. Rennen zu Enghien. 1. R.: 1. Espoir 5(A. Bates), 2. Cuenca, 3. L'Aurelien. Sieg 27, Platz 16, 17:10. Ferner: Rikitea, Antheor, Fadette, Bernique 2. 2. R.: 1. Gay Recruit(R. Leurson), 2. Kergos, 3. Mons. Sieg 84, Platz 14, 40, 19:10. Ferner: Alicourt, Alcee 2, Verset, Tension, La Rencontre, Jarana, Darique. 3. R.: 1. Oeuillet Blanc 2(M. Denton), 2. Livie, 3. Ingrannes. Sieg 41, Platz 25, 80:10. Ferner: Franconia, Frifri, Romaika, Pois de Senteur. 4. R.: 1. Silverline(N. Pelat), 2. Paradou 2, 3. L'Indigene. Sieg 87, Platz 22, 27:10. Ferner: Kaba Kaba, Pellegrino, Anca. Albi, 5. R.: 1. Heliotrope(N. Pelat), 2. Satinella. 8. Hasparren. Sieg 52, Platz 15, 14, 14:10. Ferner: Fief, Osbor, Veram, Nouvelliste, Claret, Torreon. D'esmal LFC Laer in Front Knapper 8:7.Sieg um den Tischtennis Wanderpokal gegen Blau=Weiß Bochum. Nachdem vor vier Wochen der TTC Blau=Weiß Bochum den ersten Pokalkampf im Tischtennig gegen LFC Laer gewonnen hatte, holte sich letzterer nun durch einen knappen 8:7-Sieg den Pokal. Vor eiwa 100 Zuschauern wickelten sich spannende Kämpfe ab. Wie heiß umstritten jeder einzelne Punkt war, bewies die Tatsache, daß fast ausnahmslos jeder Punkt erst nach einem Fünfsatzkampf geholt wurde. Die Bochumer Damen zeigten sich diesmal in besserer Form und gewannen 4:2, während bei den Herren Laer mit 6:8 erfolgreich blieb. Die Kämpfe als auch der Zuspruch zeigten deutlich, daß der Tischtennissport in Bochum wieder neu aufblüht. KdF.-Sporlamt Mittwoch, den 24. November. Frohliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20—22 Uhr, Turnhalle der realgymnastalen Studienanstalt, Waldring Allgemeine Kürperschule und Reichssportadzeichen für Frauen und Männer von 20—22 Uhr, Turnhalle des Staatl. Gymnasiums, Bismarckstraße Schwimmen für die männl. Gefolgschaft des Bochnmer Vereins von 18,30—19,30 Uhr. Badeanstalt Schwimmen für Frauen und Manner von 19,30—20.30 Uhr. Badeanstalt Mit großen Hoffnungen ins Jahr 1938 Die Suche nach Nachwuchsspielern für die Fußball=Nationalmannschaft geht weiter Die deutsche Fußball=Nationalmannschaft hat in diesem Jahre große Erfolge errungen. Dabei wollen wir aber nicht vergessen, daß unsere Nationalen in diesem Jahre nux auf Gegner trafen, die nicht unbedingt der europäischen Extraklasse angehören. Diese Ueberlegung ist nötig, um den Leistungen im Olympiajahr gerecht zu werden, wo es galt, so starke Nationen wie Spanien, Portugal, Ungarn, Polen, die Tschechoslowakei, Schottland, Irland und Italien zu schlagen, Nationen, die seit Jahren über stärkste Berufsspieler verfügen und Extraklasse find. Einsatz des Nachwuchses Nach den Anstrengungen, die gerade das Olympiajahr von unseren Stammspielern verlangte, war es nur zu verständlich, daß die leichteren internationalen Aufgaben 1937 von einem Teil unseres talentierten Nachwuchses gelöst wurden. Rund zwanziy junge Spieler aus allen Teilen des Reiches erhielten die große Chance, ihr Können zu zeigen und sich zu bewähren. Sie taten es durchweg mit großem Geschick, das Können unserer Stammspieler erreichten aber nur die wenigsten. An wirklichen Entdeckungen gab es eigentlich nur eine, Helmuth Schön vom Dresdener Sportklub. Der körperlich etwas zarte, hochgeschossene Sachse verfügt über großes technisches Können, glänzendes Kopfballspiel, Uebersicht und eine so gesunde Schußkraft, daß er sich durch sein Hamburger Spiel für die Zukunft seinen Platz in der Nationalmannschaft erspielt haben dürfte. Außer Schön hat die große Sichtung des Spielermaterials bisher in Welsch(Neunkirchen). Rose(Leipzig), Sold(Saarbrücken), Berndt(Berlin) und Klaas(Koblenz) Talente ans Tageslicht gebracht, die zusammen mit Leng(Dortmund), Gauchel (Neuendorf), Jürissen(Oberhausen) und Simetsreiter(München) alt„Reservisten“ jederzeit ihren Mann stellen können. Da die schweren Kämpfe auf französischem Boden aber nur dann mit bester Aussicht auf Erfolg beendet werden können, wenn unsere Expedition sich aus je zwei wirklich einander gleichwertigen Spielern für jeden Posten zusammensetzt, von denen einer den anderen ersetzen kann, ohne daß die Leistungshöhe der Mannschaft dadurch sinkt, wird auch in den nächsten seche Monaten die Suche nach dem„unbekannten Nationalspieler“ überall fortgesetzt. Deutschland spielt, wie es der Gegner verlangt Der deutsche Fußballsport ist zurzeit so glücklich, eine Mannschaft stellen zu können, die überall zu begeistern versteht, wo sie auf dem Kontinent auch hinkommt. Aus dem von unseren Gegnern noch anfangs des Jahres verpönten, übersachlichen, starren Abwehrspiel, dessen oberstes Gebot die Sicherung des eigenen Tores war, und mit dem wir Frankreich in Stuttaart 4:0 auf„wenig schöne“ Art schlugen, das uns in Hannover knappe 1:0-Siege über Belgien und die Schweiz brachte, ist heute ein überaus bewegliches Angriffsspiel geworden. Ganz so, wie es der Gegner verlangt, lautet nunmehr die taktische Klare Enkscheidung Deutscher Antrag zum FJS.Kongreß. Das Fachamt Skilauf im DRL hat für den Kongreß der FIS. des internationalen Skiverbandes, im Februar 1938 in Helsinki den Antrag gestellt, die Amateurbestimmungen der FJS durch folgenden Zusatz zu erweitern: „Für die Teilnahme an den Olympischen Spielen gelten die Amateurbestimmungen des Internationalen Olympischen Komitees.“ Mit diesem Antrag unternimmt das Fachamt Skilauf einen entscheidenden Vorstoß gegen das augenblickliche Durcheinander im internationalen Skisport. Die FIS will bekanntlich auch die Skilehrer für Einstellung unserer Ländermannschaft. Dem einen kommt sie vollkommen„schottisch“ mit sinnverwirrendem zeitweise geradezu traumwandlerisch sicherem Kurzpaß= und Innensturmspiel, dem anderen mit schnellem, raumgreifendem Einsatz der schußkräftigen Flügelstürmer, wobei die betontere Deckungsarbeit unserer„Innen=“ und Außenläufer das„englische W=System“ klarer zutage treten lassen. Voraussetzung zu dieser, unsere Gegner immer wieder erstaunende Beweglichkeit aber war die restlose Beherrschung der eigenen Torsicherung. Wie sehr unsere Elf heute beide Systeme beherrscht, geht wohl am klarsten aus dem Torverhältnis von 86:6 Toren hervor, das sie in den elf Länderspielen dieses Jahres erzielte. * Kitzinger operiert Dex Schweinfurter Nationalspieler Albin Kitzinge r, der sich im Meisterschaftskampf gegen Jahn Regensburg einen Meniskusriß zuzog, wurde jetzt in Hohenlychen operiert. Man hofft, daß der erfolgreiche Läufer seinem Verein und der deutschen Ländermannschaft recht bald wieder zur Verfügung steht. Am 5. Dezember in Köln Mittelrhein und Bauern in der Pokas=Neuauflage. Nach dem 8:8 von Augsburg setzen sich der Mittelrhein und Bayern am 5. Dezember in Köln erneut im Kampf um den Reichsbund=Pokal auseinander. Der Mittelrhein setzt etliche neue Leute ein. Ee überrascht, daß Jupp Rasselnberg nicht aufgestellt wurde. Man führt es darauf zurück, daß der ExBenrather trotz seiner guten Ballbehandlung für das Stürmerspiel zu langsam geworden ist. Im übrigen bieten die Gaue ihre stärksten Einheiten auf: Mittelrbein: Kogel; Müsch, Klaas; Goffard, Münzenberg, Kuckertz; Weber, Baars, Euler, Gauchel, Schlawitzki. Bayern: Köhl; Billmann, Haringer; Luber, Goldbrunner, Uebelein 1; Simetsreiter, Schmitt, Friedel, Itkowiak, Lehner. Olympischen Spiele startberechtigt wissen, während sich das ISK dagegen sträubt, Berufsspieler an den Spielen teilnehmen zu lassen Obwohl der Kampf für und wider bereits zewi Jahre tobt, haben sich beide Verbände bisber geweigert, ihren Standpunkt zu ändern. Es besteht die Möglichkeit, daß die FIS durch Annahme des deutschen Vorschlages nun doch nachgebt. Waldlaufmeisterschaften des Kreises Bochum in Quexenburg. Am kommenden Sonntag kommen in Querenburg die Waldlaufmeisterschaften des Kreises Bochum zur Austragung. Der Lauf wird in sieben verschiedenen Klassen, für Männer, Jugendliche und Aeltere, geWestdeutsche Um= und Ausschau Er wollte seine Mutter erschießen traf aber den Stiefvater. Drei Jahre Zuchthaus für den Täter. Bonn. Das Bonner Schwurgericht verurteilte den 22jährigen Hans W. Termeer wegen versuchter Totschlags an seiner Mutter in Tateinheit mit ahrlässiger Tötung seines Stiefvaters zu drei Jahfen Zuchehare und fünf Jahren Ehrverlust. Wegen der beiondera tragischen Umstände hatte seinerzeit die Tat. die sich am Abend des 6. Juli ds. Jo. in Vonn abspielte, großes Aufsehen erregt. Der Ge diete wur Studienrat an einem Bonner Gomnatum. Be: dem Täter bandelt es sich um einen Sohn aus erster Ebe der Frau. In der Hauptverbandlung ergab sich, daß der Ungeklagte seiner Mutter von frühester Jugend an ehr viel Sorge bereitete. Der Vater war infolge iner im Kriege au getretenen Geisteskrankheit 20 ahre lang in einer Heilanstalt untergebracht und farb im Jahre 1936. Die Mutter beiratete bald darau' den Studienrat, mit dem sich der Stiefsohn sut verstand. Zweimal war der Junge in einer beilanstalt untergebracht gewesen, aber wieder entassen worden, d aeine Geisteskrankheit bei ihm ticht vorlag. Wie der medizinische Sachverständige seinem Gutachten in der Verbandlung ausführte, n die Geisteskrankheit des Vaters nicht erblich gebesen. Allerdinge sei der Angeklagte als Psochopat lich belastet und neige an theatralischen Kurzschlußhandlungen. Gegen seine Mutter sei er von einer erheblichen Abneigung beseelt gewesen. Der 851 könne ihm nicht zugesprochen werden, da er im Augenblick der Tat voll zurechnungsfähig gewesen sei.— Der Angeklagte gab zur Tat selbst an, daß er mehrere Tage wegen einer Stirnhöhlenvereiterung zu Bett gelegen habe und, als ihm der Arzt erklärte. es sei eine gefährliche Operation notwendig. gegen seine Mutter in Erregung geraten sei, weil diese den Arst zu spät gerufen habe. Eine Reihe anderer Umstände habe seine Erbitterung noch gesteigert lo daß er an dem fraglichen Tatabend zunächst den Entschluß gefaßt habe, sich mit einem Tesching zu erschießen. Er schmetterte ein Wasserglas an die Wand, schlug mit dem Pistolenschaft gegen die von ihm selbst geschlossene Schlafzimmertür und öffnete diese aber wieder, als seine Mutter und sein Stie'vater draußen nach ihm riefen und ihn berubigen wollten. Er habe nun die Absicht gehabt, auf seine Mutter zu schießen, sei aber im nächsten Augenblick vor diesem Gedanken zurückgeschreckt. Den Lauf der Pistole habe er seitwärts gerichtet und dann habe er den Schuß doch noch abgegeben, wobei der Stiefvater getroffen worden sei. Die Kugel traf ins Herz. Wie die Beweisaufnahme noch ergab, war der Angeklagte häufig zu sinnlosen Saßausbrüchen gegen seine Mutter gekommen— Nachdem der Staatsanwalt gegen den Angeklagten fünf Jahre Zuchthaus und fünk Jahre Ehrverlust beantragt hatte, kam das Gericht zu dem bereits mitgeteilten Urteil. Das Gericht nahm nicht ein ständiges Haßgefühl gegen die Mutter an, sondern lediglich eine ständigee ablehnende und feindliche Haltung, die dann allerdings zu dem Entschluß geführt habe, die eigene Mutter zu töten. Daß nicht sie, sondern der Stiefvater getroffen und getötet wurde, sei nicht die Absicht gewesen. Trotz aller bei seiner abnormen Geisteshaltung und erblichen Belastung zuzugestehenden Erregung habe sich der Angeklagte über die Tragweite seines Entschlusses völlig im Klaren befunden. Doch habe er nicht mit Ueber legung gehandelt. Sein Haßgefühl gegen die Mut ter, das die Wurzel der Schreckenstat gewesen sei, sei aber auch nicht im geringsten berechtigt gewesen. Wegen der ehrlosen Gesinnung habe man dem An geklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahro absprechen müssen. Mordversuch an der Mukter der Geliebten Die Totgeglaubte wurde zur Anklägerin Grevenbroich. Ein in einer Bäckerei in Grevenbroich=Elsen beschäftigter Bäckergeselle aus Frimmersdorf wurde wegen Mordversuchs an der Inhaberin der Bäckerei, einer Witwe, festgenommen. Der Geselle hatte zu einer der beiden Töchter der Witwe Beziehungen angeknüpft, jedoch widersetzte sich die Frau einer Heirat. Bei dem Bäckergesellen reifte nun der Plan, die Witwe aus dem Wege zu räumen. Am Mittwoch vergangener Woche über redete er die Frau zu einer Radtour nach Frim mersdorf, um hier angeblich die Tochter abzuholen. Als nach Anbruch der Dunkelbeit der Geselle und die Frau einen unmittelbar an der Erft vorbeiführenden Plad befuhren, hat der Geselle die Witwe, vom Rad zu steigen. Am Erktufer stieß er dann die ahnungslose Frau mit dem Bemerken, daß der Fluß an dieser Stelle sehr tief sei, ins Wasser. Als die Frau wieder ans Ufer kam. versetzte der robe Bursche ihr mit einem schweren Gegenstand einen Schlag ins Gesicht so daß die Frau wieder ins Wasser zurückfiel. In der Annahme, daß sein Mordvorhaben gelungen sei, kehrte der Bursche zur Bäckerei 3trück, wo er den Töchtern auf die Frage nach dem Verbleib der Mutter antwortete, der Mutter werde wohl etwas passiert sein. Die Frau konnte aber, nachdem sie zum zweiten Male ins Wasser ge stoßen worden war, an einer anderen Stelle des Ufers festen Fuß fassen und sich retten. Sie begab sich völlig durchnäßt nach Gustorf, wo sie von dort wohnenden Leuten in ein Krankenhaus geschafft wurde. Mit Rücksicht auf die Tochter täuschte die Frau zunächst einen Unglücke all vor erzählte aber später den wirklichen Hergang des Vorfalles. nachdem bei der Polizei Zweifel an dem von ihr geschilderten Tatbestand auftraten. Der Täter wurde festgenommen. Nach hartnäckigem Leuanen hat er ient unter der Last der Beweise ein Geständnis abgelegt. Den Schwiegervater erschlagen. Dülken. In dem im holländischen Grenzgebiet gelegenen Ort Dhorn schlug im Verlauf eines Strei tes ein Mann seinen Schwiegervater so heftig mit einer Schaukel auf den Konk, daß dieser kurz darauf an den Folgen der erlittenen schweren Schädelverletzungen starb. Der Täter hatte schon vor drei Jahren in einem Streit seinen Geaner getötet und war erst vor wenigen Wochen vorläufig aus dem Gefängnie entlassen worden, wo er die wegen der damaligen Bluttat erholtene Strafe verbüßte. Groß Bochum meldet.... Bochum-Hofstede An den Folgen der Verletzungen, die sich der 72jährige W. Baginski durch den Sturz im Treppenhaus zugezogen hatte, ist er in der Nacht zum Dienstag gestorben. Bochum-Weitmar Das frühere Mädchenheim, Blumenfeldstr. 84, soll zu Wohnungen umgekaut werden. Die Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß sie bis zum Jahresabschluß beendet sind. Das Fest der silbernen Hochzeit begingen am Sonntag die Eheleute Maschinist Joseph Mingeleers, Cramerstraße, im Kreise ihrer Familie. Glückauf zur goldenen! Bochum-Altenbochum Gebaut werden im Stadtteil Altenbochum am Freigrafendamm ein großes Wohnhaus, von den vier neuen Wohnhäusern im Glockengarten sind bereits drei gerichtet, an der Velsstraße, der Ulmenallee und der Friedrichsburg sind verschiedene Häuser ebenfalls nahezu fertig. In der Liebfrauenstraße wird ein dreistöckiges Haus gebaut, die Ausschachtungsarbeiten sind in Angriff genommen. Von einem Auto wurde ein älterer Mann, der in einer Handkarre Kohlen holen wollte beim Ueberbolen angefahren Der Unfall spielte sich in der Nähe des Lagerplatzes des Kohlenhändlers T ab. Der Angefahrene trug einen Oberschenkelbruch davon und wurde ins Krankenhaus gebracht. Bochum-Langendreer Die Arbeiten zur Einfassung des Dorfbaches, worüber wir schon mehrfach berichtet haben, sind nun begonnen worden. Damit wird einem oft geäußerten Wunsch der Bevölkerung Rechnung getragen. Dienstjubiläum. Bei der Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G., Zechengruppe Bochum, konnten die Schießmeister Karl Herold und Friedrich Klöpper ihr 40jähriges Dienstjubiläum begehen. Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der gleichen Gesellschaft blicken zurück: Brikettarbeiter Kaluzny, Teerablasser Hoffmann, Schweißer Rumvenhorst, Zimmerhauer Brakes, Hauer Babst. Rattey, Wäschearbeiter Nölle, Hauer Dietrich, Kesselwärter Busch, Hauer Krause. Schießmeister Bömelburg, Hauer Schmidt und Magazingehilfe Hellmich.(ik.) Bochum-Werne An den Siedlerhausern der Kriegerheimstätten ist nach kurzer Unterbrechung die Arbeit wieder aufgenommen worden. Bei vier Bauten wurde mit der Anbringung der ersten Balkenlage begonnen, an drei weiteren ist die Betondecke über dem Kellergeschoß fertig.(ik.) Auto überschlug sich und fiel auf den Bahnkörver der Straßenbahn. Ein Autounfall, der leicht hätte schwere Folgen haben können, ereignete sich Montagabend auf dem Castrover Hellweg. Ein Anto, das ein Kaufmann aus Essen steuerte, aus Richtung Bochum kommend, versuchte einem plötzlich aus einer Nebenstraße auftauchenden Hindernis auszuweichen. Dabei bog der Wagen scharf nach links, gleichzeitig zog der Fahrer die Bremsen. Der Wagen kam ins Rutschen, überschlug sich und blieb auf dem etwas höher gelegenen Bahnkörper der Straßenbahn liegen. Die Scheiben gingen zwar in Trümmer, der Fahrer bliek aber ohne Verletzungen. SS.=Männer leisteten die erste Hilfe und brachten den Wagen vom Bahnkörper herunter. 112 Kleinsiedlerstellen will die Westfälische Heimstätten=A.=G. auf dem Gelände zwischen Harvener Hellweg, Ruhrschnellweg und Lütkendorpweg errichten. Die Gärten sollen bereits im nächsten Frühjahr bestellt und die Häuser im Spätsommer bezugsfertig werden. Bochum-Hiltrop-Bergen Theaterabend. Die Volksbühnenspielgemeinschaft Bergen=Hiltrop eröffnete am Totensonntag ihre diesjährige Spielzeit mit der Aufführung des dreiaktigen Volksstückes„Der Schmied von Ruhla“. Bei gut besetztem Hause wurden von den Spielern und Svielerinnen sehr gute Leistungen gezeigt, so daß diese erste Aufführung zu einem vollen Erfolge wurde.(m.) Bochum Linden-Dahlhausen Die Jugendgruppe der NS.=Frauenschaft hatte Montagabend in der Lewackerschule ihren Heimabend. Ueber die Bedeutung dieser Jugendgruppen, die alle aus dem' BDM. ausgeschiedenen Mädel vom 18. Lebensjahr bis zu ihrer Aufnahme in die Frauenschaft umfaßt, ist in letzter „eit häufig geschrieben worden. Es ergeht an alle Linden=Dahlhauser Mädchen der Ruf, sich diesen Jugendgruppen anzuschließen. Die Schüler der Aloysiusschule(Dr.=C.=OttoStraße) spielten auf dem Platz des Sportklubs Dahlhausen vor einer ansehnlichen Zuschauermenge gegen die Mannschaft Hohenzollernschule (Lindener Straße). Auch dieses 6 Spiel— nur eins ging verloren— gewann die Aloysiusschule überlegen mit 6:0, Halbzeitergebnis 3:0. Zein silbernes Arbeitsjubiläum beging auf der Schachtanlage Friedlicher Nachbar Michael Kaluzny. Von der Verwaltung und von seinen Arbeitskameraden wurde der Jubilar in der üblichen Weise ausgezeichnet. Zugunsten des Winterhilfswerks veranstaltet die NSV., Ortsgruppe Dahlhausen, am 27. auf dem Horkenstein einen Unterhaltungsabend. Im Vorverkauf sind jetzt schon Karten zu haben. Bunter Abend. Die Ortsgruppe Dahlhausen der NS-Volkswohlfahrt veranstaltet am kommenden Sonnabend, dem 27. d. Mts., im Haus der Deutschen Arbeit(Horkenstein) einen Bunten Abend, dessen Ertrag für das Winterhilfswerk bestimmt ist. Es spielt die Feuerwehrkapelle von Linden=Dahlhusen Als Anlager wirkt mit Hans vom Rhein. Für weitere Unterhaltung, u. a. eine Verlolung, ist bestens gesorgt. Rundfunk=Werbetag in Werbefahrt kam der Rundfunkwagen der Reichs rundfunkkammer Montag auch nach Stiepel. Dank der guten Werbung, die von der Ortsgruppe der NSDAP. schon tagelang vorher eingesetzt hatte, war allen Veranstaltungen des Rundfunktages ein großer Erfolg beschieden. Besonders die Abendveranstaltung bei Frische war überfüllt. Zunächst wurde ein Tonfilm gezeigt. der mit einer Ansprache des Präsidenten der Reichsrundfunkkammer Kriegler eine Reihe interessanter Bilder aus allen Sendegebieten brachte. In der Ansprache verwies der Präsident auf die Fortschritte, die der deutsche Rundfunk sowohl in bezug auf die Zahl seiner Hörer als auch hinsichtlich der Programmgestaltung unter nationalionalsozialistischer Führung gemacht hat. In Deutschland müssen noch 5 Millionen Rundfunkkörer gewonnen werben, dann wird Deutschland Amerika zahlenmäßig überflügelt haben. Zur Eintrittskarte erhielt jeder Besucher des Rundfunkabends ein Los; drei Empfangsgeräte wurden verlost. Glückliche Gewinner waren Heinr. Reinert, E. Hause, beide aus der Klosterstraße und Ferdinand Best von der Voßkuhlstraße. Ein weiterer Film machte mit der schwierigen Arbeit der Mönner vom Mundfunk bekannt und in einem Jarbentrickfilm endlich wurde dargestellt, wie eine Familie Griesgram zum Rundfunk bekehrt wurde. In kurzen Ansprachen wandten sich der Ortsgruppenleiter Wiegandt und der Propagandaleiter Phoebus an die Stiepeler Bevölkerung und riefen sie auf, sich auch der großen Schar der deutschen Rundfunkhörer anzuschließen. Im zweiten Teil des Abends wirkten HJ., BDM., die Chorvereinigung ... Stiepel unter der Leitung ihres Dirigenten Bochum=Stievel Peters und der MGV.„Einigkeit" unter Lüttringkaus und der Humorist August Kaestner mit. tiepel. Auf seiner Man kann nicht umhin festzustellen, daß dieser Rundfunktag in Stiepel einen c'enzenden Erfolg gehabt und sicherlich dem Rundfunk manchen neyen Freund zugeführt hat. Der Theaterverein„Preziosa“ brachte am Totensonntag das romantische Schauspiel„Glocken der Heimat“ im Saale Frische zur Aufführung. Die Aufführung hinterließ bei den vielen Zuschauern einen tiefen Eindruck. Die Auszahlung der Unterstutzungen an die Unterstützungsempfänger des Stadtteiles Stiepel für den Monat Dezember 1937 erfolgt durch die Vermaltungsstelle Stiepel am 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, am 16. Dezember, vormittags 10 Uhr, und am 30. Dezember, vormittags 10 Uhr. Ausweis und Stempelkarte sind bei der Auszahlung vorzulegen. Fis unseren Verbreitungsgebiet Waftenscheid Zeltplane abhanden gekommen. In den Nachmittagsstunden des Freitag vergangener Woche ist auf dem Wege Hohenstein— Herner Straße, Ruhrschnellweg und Ottostraße von einem beladenen Pierdefuhrwerk eine Zeltplane in Größe von 2mal 3 Meter verloren gegangen oder gestohlen worden. Wer kann über den Verbleib Angaben machen? herne Das Erholungsheim der TAF. in Frönspert In dem idyllisch gelegenen Frönspert im Hochsauerland besitzt die Deutsche Arbeitsfront des Gaues Westfalen=Süd ein Erholungsheim, das schon viesen Schaffenden der Stirn und der Faust Entspannung und Kräftigungg ihrer Gesundheit gebracht hat. Zurzeit ist wieder einmal 50 Arbeitskameraden aus dem Kreis Herne=CastropRauxel das Glück beschieden, sich für 14 Tage in würziger Waldluft und bei sorgfältiger Vilege zu erholen und frohe Ersebnisse zu sammeln In zwei Antobussen traten die Schaffenden am Samstag die Fahrz nach Frönspert an Gründung der Ortsgruppe Ruhrgebiet der ehem. 118er. Nachdem einige Herner Kameraden die Anschriften von etwa 50 Regimentsangehörigen im Ruhrgebiet ermittelt hatten, fand jetzt auf Einladung der Herner eine Wiedersehensfeier statt. Kamerad Wißner hieß die Kameraden, die die weite Fahrt aus dem Rheinland, Sauerland und vom Bergischen her nach Herne nicht gescheut hatten, herzlich willkommen. Er legte ihnen den Zwea und das Ziel eines Zusammenschlusses aller ehemaligen 118er für die Zukunft dar. Die Kameraden aller anderen Regimenter des alten Heeres hätten sich bereits zusammengeschlossen, und so wollten die ehemaligen 118er nicht zurückstehen. Die Regimentskameradschaft besteht bereits aus sieben Ortsgruppen, es fehle noch die Ortsgruppe Ruhrgebiet. Die anwesenden ehemaligen 118er erklärten sich alle bereit, in Herne die Ortsgruppe Ruhrgebiet der ehemaligen 118er zu gründen. Auf einstimmigen Vorschlag bin wurde Kamerad Wißner zum Leiter der Ortsgruppe Ruhrgebiet gewählt. Als seine Mitarbeiter bestimmte er die Kameraden Karl Rahmann, Herne, Bahnhofstraße 138, zum Schriftführer, Kamerad Emil Billhardt, Bochum=Gerthe, Hegelstraße 2, zum Kassierer. Die Zusammenkünfte sollen nach dem Wohnsitz der Mitglieder wechseln. Schaufensterscheibe mit einem Schlackenstein eingeworfen. In der Nacht zum 18. wurde die Schaufensterscheibe eines Friseurgeschäftes Herne, Bochumer Straße 226, mittels eines Schlackensteines eingeworfen. Personen, die hierzu Angaben machen können, werden gebeten, bei der Kriminalpolizei vorzusprechen. Verschwiegenheit wird zugesichert. Wanne-Eickel Die Lehrlingswerkstätten der Kruppschen Verwaltung von Hannover=Hannibal auf der stillgelegten Zeche Hannibal 2 besteht 10 Jahre. Dies Jubiläum soll in einer besonderen Feier im Kruppschen Saalbau am 5. Dezember begangen werden. In diesem Zusammenhang wird bekannt, daß ein weiterer Auskau der Anlernwerkstatt geplant ist. NSG. 20 Zentner Kohlen für die WHW Betreuten. Die Kreisamtsleitung der NSV in Wanne=Cickel hat jodem hilfsbedürftigen Vosksgerossen vorerst 10 Zentner Kohlen gewährt. Nach Weihnachten gibt sie weitere 10 Zentner Kohlen aus. Diese ausreichende Versorgung mit Brennmaterial erinnert daran, daß um diese Jahreszeit vor 5 Jahren die Schlammkohlenfahrerei einsetzte. ja, daß sich früher viele Volksgenossen das nötige Brennmaterial durch Diebstahl besorgen mußten. Heute holt man einen Schein beim WHW., fährt mit seinem Wägelchen zum Kohlenhändler und bekommt hier. wie jeder andere Koblenkäufer, gute Hausbrandkohle. Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Bochum hatte sich ein gewisser Paul G. wegen eines Vergehens an einem Schulkinde zu verantworten. In der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt wurde, hielt die Jugendschutzkammer den Tatbestand des versuchrrorechens für gegeben und urteilte den Angeklagten zu vier Monaten Gesangnis. Eine neue Orgel. In den letzten Tagen ist in St. Barbara zu Wanne=Eickel ein neues Orgelwerk erstellt worden. Es umfaßt 72 Registerzüge, die auf 3 Mannale und ein Pedal verteilt sind. Das Werkprinzip ist mit seltener Klarheit und individuellem Geprägewillen in den einzelnen Manualen zur Anwendung gekommen. Maßgebend für die Disposition waren die Erkenntnisse und Ergebnisse der jüngsten Forschungen auf dem Gebiete des Orgelbaues im allgemeinen und die Forderungen, die an eine Kultorgel im besonderen gestellt werden. Richtige Anwendung und Placierung der verschiedenen Register, wohlberechnete Windverhältnisse und niedrigerer Winddruck. verbunden mit der durch die Akustik des Raumes geforderten tonlichen Volumenakstufungen ergeben ein ästhetisch günstiges Resultat. Die Intonation ist in allen Lagen von bewunderungs= würdiger Ausgeglichenheit. Mit den borhandenen technischen Hilfsmitteln und Spielhilfen des logisch geordneten elektrischen Spieltisches ist der Organist in der Lage, alle Stilunterschiede zu beachten und zu bewahren, die sich aus den verschiedenen Epochen der Orgelkunst ergeben. Der Vortrag historischer Orgelmusik gewährt infolgedessen auf dem neuen Werke ebensoviel Anregung, Befriedigung wie ein neuzeitliches Programm. Dank der weiten Mensur und herrlichen Aliquoten bleibt das Figurenwerk selbst bei komplizierten polyphonen Sátzen absolut plastisch. Die rein elektrische Traktur wird allen Anschlagsnuancen auf das subtilste gerecht. Die neue Orgel, welche sich harmonisch der Architektur des Raumes anpaßt und nicht zuletzt äußerlich wie im Innern durch handwerklich hervorragende Wertarbeit auffällt, gehört zu den neuesten Schöpfungen der bekannten niederrheinischen Orgelkauanstalt Ernst Seifert in Kevelaer. Die Orgel hat am letzten Sonntag die kirchliche Weihe erhalten. Die Polizei veranstaltet auch in diesem Jahre wieder Konzerte, deren Reingewinn an die Hitlerjugend überwiesen wird. In Wanne=Eickel spielen die Polizei=Musiker Mittwochabend im Kurhaus. Einen Beweis echter Kameradschaft erbrachten einige Wanne=Eickeler Arbeitskameraden. Ein n Oberhausen beschäftigter Wanne=Eickeler Monteur hatte seinen ganzen Wochenlohn in Höhe von 11 Mark verloren. Nun haben seine Arbeitekameraden eine Sammlung veranstaltet, um ihm den Verlust in etwas zu ersetzen. Persönliches. Seinen 83 Geburtstag feierte gestern der Invalide Jakob Hahn. Oststraße 17. — 71 Jahre alt wurde Frau Friederike Möller, Magdeburger Straße.— Das Fest ihrer silbernen Hochzeit begingen die Eheleute Gustav Haufse. Schulstraße. Auch unseren Glückwunsch! Entbehrungen für die Eristen) der Gemeinschaft zu tragen, dee ist die Krönung allen Opfersinne Der Vorverkauf zum Weihnachtsmarchen hat begonnen Für unsere Jugend ist es eine besondere Freuenkunde, wenn sie erfahrt, wann das neue Weibnachtsmärchen im Stadttheater Bochum erscheint. Dag neue Märchen dieses Jahres heißt„Rumpelstilzchen", und es ist eine reizende Bearbeitung mit Musik und Tanz des Grimm'schen Marchens von Gustav Adolf Hahn. Die Spielleitung liegt in Handen von Ernst Holznagel, die musikalische Leitung in denen von Emil Peeters. Das Rumpelstilgchen spielt die allen Kindern bekannte Liesel Alex. Die Erstaufführung des Marchens ist am Samstag, 27. November, 18 Uhr Nachste Wiederholung am Sonntag. 28. November. 15 Uhr. Die Preise belaufen sich auf 0.25 bis 1.20 RM. Der Vorverkauf beginnt beute.— Alle Eltern, die ihren Kindern eine wirkliche Weihnachtsfreure bescheren wollen, ermöglichen ihnen den Besuch des Märchens im Stadttheater! 6. bar bezo hlt frei dim Drum e ode ka ilhaft gut dabei. dp un reis uact da, Wo Gege Bo ore rko Ur9 ilt Rono zur es 60 Gehan Sie Ler ESSEN. Adolf-Hitler-Str. 39 DORTMUND, Östenhellweg 34 H Besinnliche Stunde Kulturpolitische Schau der Volkszeitung Das„Blutbad von Verden" in neuem Licht! Zu den Untersuchungen von Prof. Bauer-Münster Im Rahmen unserer Artikelserie„Unsere Heinat im Spiegel der Geschichte"(I. Teil, 14. Fortsetzung, am 26. Juni ds. Jahres) haben wir uns auch sehr eingehend mit dem„Blutbad von Verden" und den im Zusammenhang damit gegen Karl den Großen erhobenen schweren Vorwürfen befaßt, die ihm u. a. auch den Namen Sachsenschlächter“ eingetragen haben. Wir sind damals zu dem Schluß gekommen, daß— unter der Voraussetzung, daß die Tat sich wirklich so abgespielt hätte, wie die gebräuchlichen Quellen sie schildern— diese Handlung tief bedauernswert sei und einen der dunkelsten Punkte im Charakterbilde des großen Königs darstelle, daß es aber troy und alledem uns Heutigen nicht zustehe, ihn deswegen zu verdammen, den Stab über ihn zu brechen und ihn dieserhalb als„Sachsenschlächter“ zu verfemen und so zu tun, als ob er gar nicht in die große deutsche Geschichte hineingehöre.„Karl bleibt," so stellten wir fest,„trotz der Tat von Verden, für die uns das richtige Urteil abgeht, der Große— wie ihn die Geschichte mit Recht genannt hat— der Größten einer, dessen Verdienste nicht zu erschüttern sind! Neben der Tat von Verden steht die ungemein größere, die germanischen Stämme diesseits und senseits des Pheins geeint und in dem großen germanisch deutschen Reiche zusammengefügt zu haben, aus dem das tausendjährige Reich der Deutschen erst entsteben konnte!“ Trotzdem die angezogenen Quellen, vor allem ihre präzise Zahlenaugabe an der Tatsache selbst anscheinend keinen Zweifel zulassen, hat die ernste Geschicktsforschung nie geruht, sich immer wieder damit zu beschäftigen. Im Laufe der Zeit sind dann die verschiedensten Versionen aufgetaucht, die kis zur völligen Verneinung des„Blutbades“ und seiner Verweisung in das Reich der historischen Fabeln geben. Andere wieder— insbesondere die neueren Geschichtswerke, die in der Hauptsache auf den Forschungen des Heidelberger Historikers Dietrich Schaefer, einer Autorität auf diesem Gebiet, fußen, vertreten dafür um so entschiedener die Ansicht, daß das„Blutbad“ ganz zweifelsfrei feststebe und daß selbst an der unglaublich klingenden Zahl von„4500 hingeschlachteter Sachsen“ nicht gerüttelt werden önne. Leider vermißt man in diesen Werken allerdings vielfach die von Schaefer bewiesene Obiektivität, der den Mut hatte, auszusprechen, Karl trotz allem immer noch groß genug bleibe und keinerlei Rechtfertigung für die Tat edürfe. Eine Erschütterung der überlieferten Ansichten brachte aber bereits das Werk von Hans Delbrück über die„Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der volitischen Geschichte“, das zwar das„Blutbad“ an sich als geschichtliche Tatsache bestehen, aber sehr rnste Zweifel in die Richtigkeit der übermittelten Zahlenangaben wach werden ließ. Auch wir haben s. Zt. darauf hingewiesen, daß das Heer Karls, das ein Berufsheer gewelen ist. viel zu klein er scheinen muß und in jedem Falle— wenigstens der Zahl nach— den Sachsen weitaus unterlegen war, kaum hingereicht haben dürfte, die 4500 Ge fangenen, die.„ihren sicheren Tod vor Augen sehend, sich nicht wie geduldige Schafe einfach widerstandslos haben zur Richtstätte führen lassen", zu„enthaupten", wie es in den Annalen heißt und haben hinzugefügt:„Hier klafsen Widersprüche, für die es keine Erklärungen gibt!" Und doch scheint es solche Erklärungen zu geben! Vor uns liegt eine Arbeit von Profesfor D. Karl Bauer in Münster:„Die Quellen des sog. Blutbades von Verden", abgedruckt in„Westfälische Zeitschrift", zweiundnennzigster Band, welche die bisher geltenden Ansichten völlig zuerschüttern geeignet ist. Mit einer Liebe und einem Eifer, die den wahren und echten Forscher auszeichnen, ist der Verfasser an seine Untersuchungen gegangen, denen er die ältesten Quellen zu Grunde legte, die in der neueren Geschichtsschreibung kaum mehr beachtet worden sind. Die Annales Einhardi“, die statt deren bisher als eine der Hauptauellen angesprochen wurden, sind nach ihm„mit so schweren Bedenken belastet, daß sie von vornherein als primäre Quelle nicht in Betrachtung kommen". Bauer weist in diesem Zusammenhang darauf hin,— was auch wir s. Zt. actan haben— daß ihr Verfasser Einbard um die Zeit des„Blutbades" im Jahre 782 erst ein Knabe von zwölf Jahren war und den Dingen der damaligen volitischen Welt noch völlig fernstand. „Ob er überhaupt von einem Gemetzel unter den Sachsen, wie es die ihm zugeschriebenen Annalen erzahlen, etwas gewußt hat, kann man füglich bezweifeln, da er es in seiner Lebensbeschreibung des Kaisers nicht erwähnt.“ Bauer wirft nun die Frage auf:„Haben wir überbaupt eine primäre Cuelle? Odor welchem Bericht dürfen wir zutrauen, daß er unserem Ereignis am nächsten steht?“ Zur Beantwortung auf diese Frage verweist er auf die„Annales Petaviani“. Sie stellen wohl das alteste Dokument dar, das gerade für die Zeit, in der das„Blutbad“ er folgt sein soll,„den Eindruck der Glaubwürdig keit macht". Bauer vermutet, daß sie am Hofe des Königs selbst geschrieben worden sind,„wo besten Informationen zu haben waren". Das Auffallendste an der über das Jahr 782 gegebenen Darstellung ist aber, daß mit keinem Worte des Blutbades Erwähnunggetan wird. daß der Verfasser also offenbar überhaupt nichts davon gewußt noch erfahren nat! Es heißt nur, daß Karl in der Schlacht viele achsen getötet und nach seinem Siege viele Gefangene nach Franken abgeführt sat. Wir haben in unserer Artikelserie die Strafmatznahme der Deportation, die Karl während des Krieges gegen die Sachsen zu wiederholten Malen durchführte, eingehend behandelt. Das Wesentlichste an diesem Bericht ist demnach, daß von einer Hinrichtung oder Enthauptung, welche die Tat von Verden erst zum„Blutbad“ gestalten mußte, keine Rede ist, daß die Sachsen, die getötet worden sind, in der Schlachtgefallen und daß schließlich von den Gefangenen viele aus ihrer Heimat weggeführt worden sind. Hier hätten wir also eine ganz abweichende Darstellung von all den vielen anderen jüngeren, auf welchen die meisten Werke über Karl und die Tat von Verden fußen. Auch Dietrich Schaefer hat in seiner Untersuchung die„Annales Petaviani“ gewürdigt und sogar zugegeben, daß„aus dieser Mitteilung niemand eine Hinrichtung wird herauslesen können", aber, so fügte er hinzu„daß sie einer solchen widerspräche, kann ebenso wenig behauptet werden". Die sonst nicht überlieferte Wegführung von Gefangenen könne„nicht irre machen“, da sie ja„neken der Hinrichtung stattgefunden haben kann". Mit Recht sagt dazu Prof. Bauer, hier liege„ein Schulbeispiel dafür vor, wie man mit einem Text umgeht, wenn man ihn nicht einfach sagen läßt, was er sagt und offenbar sagen will, sondern einen jüngeren Text in ihn hineininterpretiert". Es heiße aber„den in sich völlig klaren Bericht geradezu in sein Gegenteil verkehren, wenn man die in ihm bestimmt als Tatsache erzählte Wegführung vieler Sachsen nur als Möglichkeit gelten lassen will und von einer Hinrichtung nur deshalb redet, weil der Berichterstatter eine solche nicht ausdrücklich leugnet“ Wenn nun die älteste Quelle nichts von einer Hinrichtung, sondern nur von einer Wegführung weiß, die jüngeren aber nur von einer Hinrichtung sprechen, dagegen von einer Wegführung nichts erwähnen, welcher Bericht muß nun eigentlich als der einwandfreie angesprochen werden und gelten? Wer ganz objektiv sein will, wird sich mit Bauer für den älteren entscheiden müssen, der ja auch schon deshalb als glaubwürdiger erscheint, als er die Tatsache der Deportation, die nun einmal zur Sachsenpolitik Karls gehört als das Charakteristicum aus dem Jahre 782 ausdrücklich anführt. Wäre dem Verfasser daneben auch von einer Massenhinrichtung etwas bekannt gewesen, so würde er sicherlich keinen Augenblick gezögert haben, auch sie zu nennen, zumal solche Maßnahme ganz neu und einzig dastehend gewesen wäre und er absolut keinen Grund gehabt hätte, sie etwa im Interesse Kar's, zu verschweigen oder zu beschönigen! Das ist doch wohl so einleuchtend daß darüber kaum ein Zweifel zulässig ist! Als weitere zeitgenössische Quelle hat ProfessoBauer die„Annales Mosellani" einer Prüfung unterzogen und kommt auch hier zu der interessanten Feststellung, daß auch sie von einer Hinrichtung nichts berichten. Sie erwähnen wohl, daß Karl 782 das Sachsenland verwüstet und„ingentem turbam Saxonum atroci confodit gladio", J. b.„und eine ungeheure Schar Sachsen mit dem grausamen Schwerte durchbohrte" Durchbohren, das ist also nicht entbaupten, sondern kann offenbar nur so gedeutet werden, daß die Sachsen in offener Feldschlacht den Schwertern der Franken zum Opfer gefallen sind, daß sie demnach nicht schmählichhingerichtet worden, sondern den ehrlichen Soldatentodim Kampfegestorben sind! Nun könnte vielleicht der Gedanke auftauchen, daß das alles nur Spiegelfechterein um Worte und ihre Deutungen sind. Wer so denkt, irrt aber gewaltig, denn eine Massenbinrichtung an mehreren tausend Menschen ist ja doch wohl immerhin ein Ereignis von Bedeutung und hätte gewißlich so großes Aufsehen erregt. daß es dem zeitgenössischen Chronisten wohl nicht einfallen konnte. sich darüber schleier= und rätselhaft auszudrücken. Als dritte Quelle kommen die„Annales Laurissenses", die Annalen des Klosters Lorsch hinzu, die berichten, daß Karl 4500 Sachsen ad occidendum", 3. b.„zum Töten ausgeliefert worden sind! Wollte man sich streng an den Wortlaut halten, so bliebe hier allerdings keine andere Schlußfolgerung übrig als die Bestätigung für das„Blutbad“, das gerade durch die beiden andren erstgenannten Quellen widerlegt werden soll. Bauer hat auch hierfür eine durchaus glaubhaft klingende Deutung, wenn er sagt:„Hier kommen wir mit der bloßen Worterklärung nicht mehr aus. Hier kann nur eine Sacherklärung helfen. Und diese Sacherklärung liefert uns das mittelalterliche Brauchtum..." Er weist hin auf die Uebergabe von Mailand an Barbarossa im Jahre 1158, über die uns Otto von Freising in seiner„Gesta Friderici“ berichtet hat. Die Behörden und vornehmen Bürger der Stadt, der Erzbischof und sein Klerus an der Spitze, sämtlich im Büßergewand, zogen dem Sieger entgegen. entblößte Schwerter um den Hals tragend! So wollte es der damalige mittelalterliche Brauch! Sollten diese entblößten Schwerter am Halse bedeuten, daß nun der Kaiser kurzen Prozeß machen und jedem mit dem Schwerte den Hals abschlagen lassen mußte oder sollten sie nicht viel mehr besagen, daß sich die Unterlegenen dem Sieger auf Gnade und Unanade er gälen, vertrauend auf seine Großimut, die ihnen den an sich verwirkten Kopf und Hats belassen möge? Bauer folgert, daß nicht anders auch der Bericht in den Lorscher Annalen zu verstehen sei: „Die Vertreter der sächsischen Gane, die sich an der Allermündung um Karl versammeln, rücken von den Aufrührern ab und übergeben sie auf Gnade und Ungnade dem Frankenkönig, den sie als ihren Herrn ausdrücklich anerkennen". Worauf — so müssen wir nach den„Annalen Petaviani“ hinzufügen— der König die Ausgelieferten dann nach Franten deportieren ließ! Es bleiben nun noch die„Annales S Amandi“ und die„Annales Fuldenses“, die gleichfalls ihrem strengen Wortlaut nach eine Bestätigung des„Blutbades“ bedeuten müßten. In den ersten heißt es:„Saxones rebellantes plurimos Francos interfecerunt, et Carolus congregatos Saxones jussit eos decollare", zu deutsch:„Die aufrühre rischen Sachsen haben sehr viele Franken getötet. worauf Karl, als die Sachsen versammelt waren, befahl, sie zu enthaupten". Und in den Fuldaer Annalen wird gesagt, daß der Mord an den königlichen Gesandten Adalgis und Gailo „quatuor milium et guingentorum hominum decollatione vindicta est", also„durch die Hinrichtuna von 4500 Menschen gerächt worden ist". In beiden Quellen ist hier also ganz deutlich von„enthaupten; uns„Hinrich tuna“ die Rede. Eine andere Frage aber ist es, ob die Quellen selbst als einwandfrei angesehen werden dürfen! Bauer führt an, daß von keiner von ihnen weder das Original noch eine Abschrift aus der Zeit selbst vorhanden ist. Die auf uns überkommenen sind vielmehr verhältnismäßig spät entstanden, und die, welche sie abgeschrieben haben, waren weder Zeitgenossen, noch hatten sie irgend welche Verbindung zu den geschilderten Zeitereignissen. Wenn nun aber in den ältesten Dokumenten aus der Zeit selbst, in der das Ereignis sich abgespielt haben soll, nur von Kämpfen und Verpfl anzung die Rede ist, und erst in den vielfüngeren, lange nach dem angeblichen und vorher nirgends erwähnten Ereignis von ganz Fernstehenden statt dessen von „nthaupten“ uno„Hinrichtung“ gesprochen wird, auf welche der Quellen soll sich der nach der Wahrheit ernstlich strebende Forscher nun stützen? Ist nicht die Annahme erlaubt, wird sie nicht sogar sehr glaubhaft, daß den späteren Abschreibern der jüngeren Quellen Schreibfehler unterlaufen sind, wie wir das immer und immer wieder in Dokumenten aus dem Mittelalter feststellen können? Was liegt näher, als zu folgern, daß tatsächlich aus„delocati“(Verschickten) erst nachträglich„decollati“ Enthauptete) geworden sind? Auf diese Möglichkeit ist übrigens auch bereits von anderen Historikern hingewiesen worden! Das Tragische dabei ist nur, daß dieser Schreibfehler dazu hat dienen müssen, das Charakterbild Karls zu entstellen und ihn durch tausen) Jahre mit dem Fluch des„Sachsenschlächters“ zu belasten, für den sich in den ersten und ältesten, leider aber nicht beachteten Zeugnissen nicht der geringsten Anhaltspunkt finden läßt! Wir verhehlen uns keineswegs, daß auch nach den Forschungsergebnissen des Prof. Bauer noch nicht ganz restlos Klarheit geschaffen ist, aber das Eine steht fest: die bisherige Version von dem „Blutbad von Verden“ ist danach unhaltbar geworden für jeden, der unvoreingenommen den Dingen gegenübersteht! Bauer hat allen, nach letzter Wahrheit ehrlich Ringenden einen großen Dienst erwiesen, für den ihm der Dank aller Deutschen sicher sein sollte, denn er hat einen der Größten unseres Volkes von dem Fluche befreit, der ihm zu Unrecht angehaftet und sein Andenken durch ein Jahrtausend schwer getröbt hat! J. M. Hasler. Jubikäum um„Stille hacht, heilige Rach!" Der Komponist Franz Xaver Gruber vor 150 Jahren geboren. Am 25. Rovember 1787 wurde Franz aver Gruber, der Komponist unseres schönsten Weihnachtsliedes„Stille Nacht, heilige Nacht“, geboren. Die rührend innige, schöne Weise von der stillen und heiligen Nacht ist uns detart zu einem Volkslied geworden, daß wir uns kaum noch vorstellen können, wie es einst gedichtet und komponiert worden ist. Deshalb fragen wir nicht nach beiden, dem Dichter und dem Vertoner, sondern nehmen dieses Weihnachtslied als eine Selbstverständlichkeit hin. Nach unserem Gefühl ist es überdies schon so viele hundert Jahre alt, daß es sich erübrigt, sein Alter und Entstehzungsjahr genau festzulegen. Diese ganz allgemein bei uns verbreitete Ansicht ist zwar ein Beweis für die große Volkstümlichkeit des Tertes und der Melodie, aber kein stichhaltiger (Grund dafür, daß wir uns nicht in tiefster Dankbarkeit vor allem des Marnes erinnerten, der uns die Weise beschert hat. Darum sei Franz Xaver Gruber an diesem 25. November ein besonderer Stein der Dankbarkeit gesetzt, denn an diesem Tag sind 150 Jahre verflossen, daß er in Unterweizburg im Innviertel geboren wurde. Er war zunächst Lehrer und Organist. Seine eiste Stelle bekam er in dem Dörschen Oberndorf bei Laufen an der Salzach, in der Nähe von Salzburg. Damals gehörte das Land noch einem Herrn, der Wiener Kongreß hat die Grenzlinie so gezogen, daß Laufen bayerisch und Oberndorf österreichisch wurde. Im nächsten Nachbardorf Arnsdorf wirkte zur gleichen Zeit Josef Mohr, ein Salzburger Soldatenkind, das gerade Seelsorger geworden war. Die beiden jungen, erst zwanzigjährigen Leute fanden sich in treuer Freundschaft zusammen. Kurz vor dem Weihnachtsfest 1818 kam Mohr eines Tages zu Gruber und gab ihm einen Zettel zu lesen mit den Worten:„Schau her, das ist mir heut mal so eingefallen." Die Worte, die Gruber las, kennt jeder von uns. Auch er wurde von der eigenartigen Stimmung des Tertes ergriffen. Er setzte sich sofort an das Spinett und nach kurzem Suchen und Phantasieren fand er die schlichte Melodie, die heute von unzähligen Millionen gesungen wird und immer wieder zu Herzen geht. In der Christnachtsmesse spielten die beiden Freunde in der kleinen Rikolauskirche in Oberndorf das neue Lied ihrer Gemeinde vor. Da die Orgel schadhaft war, mußten sie sich mit einer Gitarre begleiten. Der Eindruck war ungeheuer tief, und von Oberndorf aus verbreitete sich die neue Weise binnen zwei Jahren fast über ganz Oesterreich und Bayern. 1834 erschien sie in Leipzig im Druck. Seit mehr als hundert Jahren geht der Siegeszug gerade dieses deutschen Liedes, das so ganz zum Sinnbild des deutschen Gemütes geworden ist, ununterbrochen weiter über die Welt. Merkwürdig ist, daß die beiden Freunde nie wieder etwas gedichtet oder vertont haben, ja, daß sie fast vergessen worden wären, wenn man sich ihrer nicht wieder in Dankbarkeit erinnert hätte. Mohr besitzt auf seinem Grabe einen schönen Denkstein. Gruber. der in den letzten dreißig Jahren seines Lebens in Hallein Organist und Chorleiter war, starb am 7. Juni 1863. Im vergangenen Jahr hat auch er an seinem 149. Geburtstag ein Denkmal auf dem Halleiner Friedhof erhalten. Das schönste Denkmal freilich besitzen sie seit nunmehr 119 Jahren in den Herzen des deutschen Volkes. Meine Notizen Die Zukunft des Christentums. Ueber die Zukun't des Christentums in Deutschland, besonders auch unter der Jugend, sagt Graf Reventlow. der krühere Leiter der Deutschen Glaubensbewegung, im„Reichswart“ vom 23. Oktober 1937 u. a. „Der große Ernst der religiösen Frage kann nicht verkannt werden. Und wir sind nicht weit von der Meinung entfernt, daß diejenigen irren, welche in Deutschland dem Christentum ein nahes Ende voraussagen. Man soll da auch die Stärke der innerlichen Ueberlieferung durch so viele Geschlechterfolgen hindurch, die wir sonst so hoch einzuschätzen ge lernt haben, nicht als nebensächlich übergehen. Kir enaustritte sind keine Beweise für das Gegenteil urz: die Zukunft läßt sich nicht durchdringen, und auf Voraussagen weittragende Handlungen und Pläne zu stützen, ist schwer verantwortlich und in jedem Sinne mißlich. Sogor die nächste Generation läßt sich in ihrer Haltung zum Christentum und zur Religion überhaupt nicht durch Voraussagen bestimmen!.. Schon deshalb, und weil wir eben alle Deutsche sind, muß auch der Nichtchrist seine christlichen Volksgenossen nach ihren religiösen Standpunkten und in ihrem religiösen Dasein sehr ernst nehmen. Er soll nicht glauben, daß— weil ihm das Christentum gleichgültig oder widerwärtig ist— olles, was in den christlichen Volksgenossen seelisch vor sich geht. als unerheblich abentun sei. Der Fuldaer Dom neugestaltet. Der Fuldaer Barockdom sieht einer Neugestaltung seiner Innenräume entgegen, die an sich schon seit dem Jahre 1930 geplant war und jetzt mit staatlicher Hilfe ourchgeführt werden soll. Man hat zu nächst in einer Probeausmalung zweier Joche des Landhauses Erfahrungen gesammelt, nach denen dann die geeigneten Farbtöne ausgewählt wurden. Es kommt dabei nicht nur auf eine Auflichtung und damit Ausweitung des Raumes an, sondern die or aanische Zusammenfassung der Baustoffe und Raumteile durch eine streng geordnete Farbgebung. Schon bald nach Beginn der Arbeiten wurden Reste der ursprünglichen Forbgebung gefunden, die nun die Grundlage für die neue Bemalung bilden. Die Arbeiten leitet der durch die Erneuerung des Mainser und Breslauer Domraumes bekannte Kunstmaler Paul Meyer=Speer. Max=Eyth=Preis 1938 für die beste Erzählung aus dem Reiche der Technik. Auch im Jahre 1938 wird der Max=Eyth=Preis für die beste Kurzerzählung aus dem Reiche der Technik in Höhe von 1000 RM verteilt werden. Um ihn können sich nicht nur deutsche Ingenieure, sondern alle schriftstellerisch tätigen Volksgenossen arischer Abstammung bewerben. Die Bewerber haben ihre Arbeiten, deren Umfang nicht über fünf Schreibmaschinenseiten betragen soll, bis zum 1. Dezember 1937 in doppelter Ausfertigung, mit einem Kennwert versehen. an die Geschäftsstelle des Vereins Deutscher Ingenieure einzureichen. Beizugeben ist ein verschlossener und mit dem Kennwort der Arbeit bezeichneter Briefumschlag, in dem Name und Wohnort des Bewerbers enthalten sein müssen. Näbere Auskünfte über das Preisausschreiben sind von der Geschäftsstelle des Vereins Deutscher Ingenieure, Berlin NW 7. Ingenieurhaus, zu erhalten. Ungewohnte Zeitrechnung Wenn man einen Kirgisen fragt, wie alt er ist, antwortet er vielleicht, daß er im Jahr des Hundes geboren wurde und vier Runden gelebt hätte, denn diese Romadenstämme der Mongolischen Tatrei wissen nichts von unserem westlichen Kalender. Sie maben einen eigenen Kalender, nach dem sie die Zeit in Runden einteilen; eine Runde ist etwa so viel wie zwölf unserer Jahre. Jede Runde ist wieder in zwölf Teile eingeteilt, deren jeder den Namen eines Tieres trägt. Man spricht also von dem Jahr der Schlange, dem Jahr des Pferdes oder dem Jahr des Bären. Saub., ehrl. und braver Junge als gesucht. Robert Balserath, Bochum. Kom. Oper von A. Lortzing 25. November 20—22 Uhr Vormiete SymphonieKonzert Werke von Beethoden. Maaß und Bruckner— Solift: Adrian Reschbacher, vember 1937, morgens 10 Uhr, vom Eingang des Hauptfriedhofes am Freigrafendamm aus statt. Das Seelenamt ist vorher um 8.20 Uhr in der St. Marlenkirche. für TapetenGeschäft gelucht. a. d. Gesch. d. Zig För die liebevolle Tellnahme belm Hinscheiden melner lleben Frau und Mutter sagen wir allen herzlichen Dank. Familie Wilhelm Riechers. Das 30tägige Seelenamt st Donnerstag, morgens 8.30 Unr, in der Fropstelkirche zu Bochum. Donnerstag, den 25. November 1937. morgens 8.30 Uhr, findet in der Herz-Jesu-Kirche zu Kluge aus dem Erdgeschaß aus! Schon manche Nach= wundert, wenn Frau Kluge ihre Wäsche aufhängt. macht sie das? Ganz ein= fach— sie spült mit Sil! Sie gibt etwas Sil ins erste warme Spülwasser. Dann geht das Spülen nicht nur viel schneller (denn Sil beseitigt alle seifenhaltigen Rückstände), die Wäsche wird auch viel schöner als sonst! 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Tezember 1007 11 Uhr, dei der oden genannten Tienst stelle rechtzeitig einzureichen, wo um diese Zeit die Definung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Bochum. den 22. November 1937. Der Eberbürgermeister. Und ich sagte: Die Lösung ist doch so elntach. gehen Sie zum Tuchlager Hofmann r., beurtellen die Ware am Stôck und sehen so was Sle kauten, denn der Anzug- oder Mantelstoftkommt ja vom Stoffballen direkt zu ihnen und Sie erleben bestimmt keine Enttäuschung Bongard.tr.s.4 Städtisches Ordester Bochum Vormiete: 3 Konrert Morgen, Donnerstag. den 2. November. 20 1 hr. m s a iitheate Symphonie-Konzert Adrian Aeschbacher Ramm: Ludwig van Beethovent Ouverfüre Corolan Gerhard Maan: Musik fûr Klavier u Orchester— Erarau Uh un« € Anton Bruchner: Symphonie Nr. 5, B-dur(Urtassuna Erstauliührung Leitung: Leonold Reichwein 'reise: 60 Rpf bie 250 RM. varten sind an der Konzertkasse im Stadt heater. in den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse zu haben. Schülerkarten (um Preise von 30 Rpt bi- 1,B KM werden nur an der Konzert- und Abendkasse quage eben. Vorbes ellunge ter Nr 6105 Mmn Fördere Deine Heimatzeltungl Miet-Vertrag für gewerbliche Räumlichkei en(Ladenlo ale Buros. Werkstätten, Lager ulw. zusammengestellt nac amtiichen Rchilinien Stück 50 Pfg. eohi 2 Uhren— die lebendigsten von allen„toten" Dingen Von Fritz Alfred Zimmer Wohl von allen„toten“ Dingen sind Uhren die lebendigsten. Das ist ihr großer. besonderer Reis. ihre Schönheit. Es klopit in eihnen ein Derz und pocht und schlägt ohne Unterlaß. Die alte Uhrmacherkunft hat das alles sein erspürt. Sie bat mit wahrhatt zärtlichem Bemühen den kleinen, pochenden Uhrenherzen manchmal ein Gehäuse gebaut, das wir Nachgeborenen nicht genug sam bewundern können: kunstvoll aus Holz und Metall und Gestein, in Messing und Silber und Gold. Kristall, Tovas und Smaragd. mit Deckelverzierun gen und Bebilderung. Monogrammen und Orna menten, mit buntem Blattwerk, eingelegten Arabesken und Emaillenmalereien. Namentlich den alten schonen Taschenuhren hat sie auch vielsache Formen geschenkt und sie rund, oval und eliptisch, achteckig und sogar kreusförmig gebildet Man kann sich. auch als Laie, in solch kunstvoll seinlebendige Dingerchen und ihr Werden/ordentlich verlieben. Im folgenden soll von eigenen eindringlichen Uhrenerlebnissen die Rede sein. Man braucht dazu nicht staunend vor den Wunderwerken jener Kunst gestanden zu haben, wie etwa vor der großen Straßburger astronomischen Münsteruhr von Schwillaué Die gescheite Taschenuhr Ich erinnere mich noch genau des Tages, als ich meine erste Uhr bekam. Natürlich eine Taschenuhr. Es war am Tage meiner Ersten Kommunion, als sie mir mein seliger Vater brachte. Er war fast noch stolzer darauf als ich dummer Bub. der ich es kaum erwarten konnte, sie beim Ausgang an der nagelneuen Silberkette zu tragen, zum Neide meiner Kameraden. Denn es war eine gute Uhr und sollte fürs Leben sein. Eine Springdeckel= und „Remontoir=Uhr“. d. b. eine Aufzug= und Stelluhr von Silber mit schwerer Vergoldung. Sie verzeichnete innen„15 rubis“ und war auch sonst ganz sichtlich solide gebaut. Sie hatte bare fünfzig Mk. gekostet, wo man doch schon für zehn eine„anständige“ bekam. Ich habe sie auch heute noch, und sie ging herrlich die lange Zeit. Genau wie die andere, die viel älter war und die ich dann von meinem lieben Vater geerbt habe: auch eine silberne. einfache aber gute Schlüsseluhr mit„8 rubis“ und mit Vaters eingraviertem Nomen, von der er sich aber nie bat trennen wollen und um deretwillen er immer eine goldene— der Wunsch der Mutter— ausgeschlagen hat. Wie gesagt, sie gingen„präzis“ und wunderbar, und ich habe sie beide immer lieb gehabt und habe mir auch keine„goldene“ ge wünscht. Sie führten mich redlich durch die ganze schöne gute Zeit vor dem Kriege und auch durch die Kriegsjahre, obne nur eine Minute zu versagen Ich habe sie wie meine Augäpfel gebütet; aber es war ganz eigen: dann auf einmal„gingen“ sie beide nicht mehr. Hin und wider wohl noch eine kurze Zeitspanne lang. aber dann standen sie eigensinnig still. Obwohl keine Feder und kein Anker gesprun gen waren und auch kundige Uhrmacher festgestellt haben, daß in ihrem Getriebe. Federhaus und Zeigerwerk eigentlich nichts schadhaft sei und die Gehwerke etwa auch an Altersschwäche nicht litten. Es blieb ein Rätsel. Lange lagen sie still. Bis ich vor kurzem wieder einmal einen„Gehversuch“ machte und— o Wunder! sie gingen beide wieder. Wer aber lost ihr Geheimnis? Haben sie doch einmal eine lange Rubepause gebraucht? Oder waren sie müde geworden der schlechten Zeiten. die über das deutsche Land gekommen waren und die sie verschlafen wollten? Und, wollen nun wieder mittun beim großen Gang in bessere Jahresläufte? Wer weiß. Wirklich. die„kleinen Dinger“ sind nicht tot und sind nie leblos gewesen. Ihre Herschen ticken und tacken. Rehmen wir es für ein gutes Zeichen! Die Märchenuhr Auch in unsrer Stube hängt eine alte treue Ubr. Eine hübsche Stutzuhr von unsern Eltern her. Sie hat mit ihrem stillen Weiser uns in Lust und Schmerz begleitet und ist mir um nichts feil. Freilich zur Nacht of. in der Kammer, wo wir ihre liebe Ticktacksprache nicht mehr hören, wenn der Schlaf noch nicht kommen will und nur ein fried liches Sinnieren noch ist, da kann es geschehen, daß durch die Nebenwände von drüben zu uns herein mit langsamem Schlage die große„moderne“ Standuhr der jungen Nachbarsleute schlägt: wie eine tiese. dunkle Kirchenglocke und wie ein volltönender Orgelrut. Auch das haben wir lieb. Aber tauschen möchten wir doch nicht darum. Da würde ich mir dann schon lieber eine schöne alte Schwarzwälderuhr mit schwerem Perpendikel wünschen, wie sie traumvoll in meine Kinderzeit gependelt hat. Sie hing auch in einem Nebenzimmer: in der Ahnenstube des alten Geschwisterpaares Augustine und Rufine, zwei jungferlichen Altgesellinnen, zu denen ich bei schlechtem Wetter draußen so gerne schlich. weil von ihren Stia, und Nährahmen und aus ihrer alten Truhe viel farbige Fäden, Bänder und Seidenflecke mir zufielen in meine unersättlichen Spielschächtelchen in der Kinderkammer=Kommode. Und weil mir die Auguste in der Dämmerstunde so viel kunterbunte Geschichten zu erzählen wußte, daß unheimlich der schwarze Kater vorm Ofenloch glotzte und schnurrte, und die große Uhr, die in der Nähe bing, mit ihrem bedächtig ernstem Ruck und Schlag mir immer vorkam wie die bei der Frau Holle oder in Dornröschens alter Spinnefraustube. Die spukende Uhr Was ich da einmal erlebt habe. ist mir jent selber wie ein Märchen. Doch ist es so wahr wie ich hier sitze und es niederschreibe. Es ist jo auch nicht das einzige rätselsame Erlebnis, das in meinem Leben stebt. Es war ein sogenanntes„Anzeichen“, wie deren mancherlei im Volke spuken. Ich war dreizehn Jahre alt, und wir wohnten damals noch in dem alten Hause. Seit ich denken konnte. hing in unsrer Kammer, einer großen zweifenstrigen Schlafstube, in der einen Ecke eine bejahrte Schwarzwälderuhr. Sie„ging“ nicht mehr. Seit vielen Jahren chon, und da sie nicht mehr gebraucht wurde, hielt sie dort, wo sie niemand störte. ihren Altersschlaf. Einmal, es war in einer Nacht im Sommer in der ich wie immer fest schlief. fühlte ich mich plötzlich laut aufgeweckt, und als ich schrak. sah ich drüben im Doppelbett Vater und Mutter ebenfalls auf, und eine Uhr. unsre olte. ausgediente Uhr! schlug dröhnend ihre ungewohnten Schläge. Beim dritten oder vierten war nach dem ersten Verduntsein und Schreck mein Vater, der sich nie im Leben gefürchtet hat, vom Lager gesprungen Liebesidyll kestet lebenslängliche Kente Was Heiserkeit doch so alles anrichten kann! Lebt da in Wien ein Professor. ein Mann älteren Datums, der seinen Schülern die Kenntnisse der lateinischen Sprache beibringt. Während einer Unterrichtsstunde(der Anfang dieser Geschichte reicht gute zwei Jahre zurück) wurde der Herr Professor heiser. so heiser, daß er seine Schüler ein Weilchen sich selbst überlassen mußte und sich in ein Schokoladengeschäft begab, um dort eine Tüte Hustenbonbons gut auch gegen Heiserkeit) zu erstehen. In besagtem Geschäft bediente ihn ein 17jähriges Mädel, an dem er sofort Gefallen fand.„Sie“ fühlte sich geschmeichelt. von dem gelehrten Herrn angebetet zu werden und— in der Folgezeit traf man sich öfter, ging man zusommen aus, unterhielt sich über ernste und gleichgültige Dinge, wie es Liebespaare zu tun pflegen. Zwei Jahre lang dauerte das Idoll zwischen dem älteren Professor und dem jungen Mädchen. Da lernte der Professor eine Dame der Gesellschaft ken nen. der er die Band zum Bunde fürs Leben reichen wollte. Aloisia, das Mädel aus dem Schokoladengeschäft, wollte aber so mir nichts dir nichts in eine Trennung nicht einwilligen. Schließlich versprach ihr und hin zur Uhr geeilt; die Mutter aber saß in Angst in ihrem Bette und hatte die Hände gefaltet. Und die Uhr hub immer von neuem an zu schlagen. Ohne Perpendikel!(Der lag ja, das wußten wir ge nau, seit vielen Jahren oben in der Holz= und Bodenkammer, schräg zwischen zwei Fachwerkbalken. wo wir Kinder ihn, wenn wir hinaufkamen, fast immer in die neugierigen Hände nahmen, um eine Weile mit ihm zu spiělen). Zwölf grelle, lange Schläge durchspukten die Mitternacht. Mein Vater hatte unversehens Licht gemacht und nach der Weckeruhr gesehen, die auf seinem Nachttischchen stand. Es war genau um zwöl'. Uns schauerte. Nun würde wieder bald was passieren. Die furchtsam erregten Sinne grübelten, und Vater hatte gesagt, daß er ihr mit aller Kraft ins Räderwerk gegriffen habe. daß er aber habe nachgeben müssen. Sie sollte eben zwölfe schlagen! Drei Tage darauf starb meine liebe Großmutter, die bei uns wohnte, die immer gesund war und die zu aller Verwunderung in jener gespenstischen Nacht nicht wach geworden war. Die Uhr am Kindesohr und das Uhrlein der Liebsten Es war— was wißt ihr Hagestolze von solchem Herzensglück!— es war ein reicher Tag, als zum erstenmale meines Söhnleins kleine Menschenseele durch die Blinzeläuglein fragte, da sie im Ohr das Ticken meiner Taschenuhr vernahm und von da ab dann bald täglich unbeholfen roch dem runden Funkelding an der Glitzerkette meiner Weste griff Es war wieder eine solche Uhrenfreude, da meine glücklichen Augen zum erstenmale mit dem Hals, Hand= und Haarschmuck der Liebsten spielten und dabei auch ihr feines Uhrlein erschauten; wie schön das alles war und unsagbar ein Stück Wesenheit von ihr' Noch ebe ich mein Herz ans ihre legen dur te. haben wir oft dem kleinen Wechselschlag im Uhrchen gelauscht, der goldenen Armbanduhr: „Liebste, es schlägt ein Herrchen drin' Das deine und das meine! Unser Herrglück tickt. Die Sehnsucht klopft in ihm und fragt von Tag zu Tag“ Die Uhr der Sterbestunde Es ist in meiner Heimat ein alter sinnvoller Volksbrauch: in einem Sterbezimmer, wenn aus einem Menschen das Leben entflieht, mit jener Minute die Uhr, die dort tickte, anzuhalten zum Stillestehn, so lange der Tote in dem Raume ruht. Zweimal schon hab ich es tun müssen daheim im Elternhaus, als nacheinander Vater und Mutter mir starben, und einmal, ach. im eigenen Heime für mein Kind. Hilf Gott, daß ich es nicht mehr zu tun brauche! Wann aber, wie und wo wird die Uhr sein, die meinem Leben zum letztenmale schlägt? Wir wissen es nicht und fügen uns in Gottvertrauen. Er mache uns allen in Gnaden diese Stunde leicht! der Herr Professor eine Rente auf Lebenszeit, und da erst hatte Aloisia nichts mehr gegen ihre Verabschiedung einzuwenden. Vor kurzem ging sie ebenfalls die Ehe ein. Verständlicherweise stellte nunmehr der Professor seine Zahlungen ein. Aloisia strenate darau hin die Klage gegen ihn an. Der Professor begründete sein Verhalten damit,„daß es nach seiner Ansicht sittenwidrig sei, wenn eine verheiratete Frau sich Alimente zahlen ließe“. Er drang aber mit seiner Ansicht nicht durch und bat seinen Prozeß schon in zwei Instanzen verloren. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß sein gegebenes Versprechen auch unter den veränderten Verhältnissen Gültigkeit habe. Man muß schon sagen: teure Hustenbonbons. Vermeinlliche Nebenbuhlerin des Diebstahls bezichtigt Ein Gesellschaftsdrama spielte sich vor einigen Tagen auf einem Gericht in Budapest ab, wobei das Tribunal zur Szene ward. Angeklagt war eine Schauspielerin, dem Chefarzt Dr. Frank eine goldene Offiziersehrenkette aus einer verschlossenen Kassette gestohlen zu haben. Die Angeklagte leugnete und behauptete, die Kassette nie gesehen zu haben. Als einzige Belastungszeugin trat eine Frau Französischer Etappenflug nach Südamerika Der berühmte französische Flieger Codos. das „französische As“, wie man ihn dort nennt, trat soeben einen neuen Versuchsflug nach Sildamerika an. Er will diesen Flug in vier Etappen durchführen. und zwar über Dakar, Natal. Rio de Janeiro nach Buenos Nires. Unser Bild zeigt den Flieger Codos mit seinem Begleiter Gimié kurs vor dem Stort.(Scherl=Bilderdienst=M) Bilder vom Siegesfeier japanischer Schulkinder vor dem Meijischrein Aufnahme von einer Siegesfeier sämtlicher Schulkinder der sapanischen Hauptstadt über die großen Erfolge der japanischen Truppen in Nord China. Zum Abschluß der Feierlichkeiten knieten die Kinder zur Ehrung für den Kaiser von Japan vor dem Meitischrein nieder.(Associated=Pret M) Professor Dr. Rosy W. auf. die aussagte, die Schauspielerin habe ihr gegenüber die Tat eingestanden. Es schien ihr so, als habe die Angeklagte zu dem Nebenkläger und Bestohlenen Dr. Frank in persönlichen engen Beziehungen gestanden. Beim nächsten Termin erklärte auf Befragen der Arzt, er könne den Zeitpunkt des Diebstahls nicht genau angeben, da er lange Zeit die Kassette selbst nicht gesehen oder geöifnet habe. In der Pause übergab Frau Professor Dr. W. dem Vorsitzenden einen Pfandschein über die Kette und erzählte, daß die Angeklagte ihr auch vor längerer Zeit diesen Schein zum Aufbewahren gegeben habe. Dramatisch und für olle Beteiligten unerwartet, gestaltete sich jedoch nach der Pause die Fortsetzung des Prozesses, als der Vorsitzende, den überreichten Pfandschein in den Händen, den Nebenkläger Dr. Frank fragte, wann die Angeklagte zum ersten Male seine Wohnung, in der sich die Kassette befand, betreten habe. Der Arzt nannte das Datum.Ich stelle fest“, sagte der Vorsitzende, daß der Pfandschein aber zwei Wochen frühet datiert ist, die Angeklagte also somit den Einbruchsdiebstahl nicht ausführen konnte. da dazu eine genaue Ortskenntnis gehört.“ Die Hauptbelastungszeugin brach daraufhin zusammen und gestand den Einbruch aus wirtschoftlicher Not selbst verübt zu haben. Später habe sie ihre vermeintliche Nebenbuhlerin durch die salsche Anschuldigung aus dem Felde schlagen wollen. der vergeßliche„Doktor“ „Gestatten: Doktor Walter Heller!“ Mit diesen Worten stellte sich einer Oesterreicherin auf dem Korso zu Karlsbad ein Mann vor und kam bald mit der Dame ins Gespräch. Er sagte, er wolle als Arzt einmal die Annehmlichkeiten einer „Kur“ genießen, während sein Vertreter für ihn arbeite. Im übrigen erwähnte er, seine Eltern besäßen in Prug das Hotel„Zur goldenen Gans“ und hätten auch noch ein Hotel in Budapest. Die„goldene Gans“ sollte jedoch die Oesterreicherin für ihn werden. Es gelang Herrn Doktor Walter Heller schon beim ersten Zusammentreffen derart Eindruck auf die Dame zu machen, daß sie ihm als Pfand dafür, daß sie auch bestimmt zum nächsten Rendez=vous käme, ihr goldenes Armband überließ. Am nächsten Tage hatte es der Herr Doktor„vergessen“, aber er wollte ihr einen Ring machen lassen und erbat sich dazu den ihren. Aber auch diesen Ring vergaß er, zurückzugeben. Einmal war seine Wirtin nicht da, das andere Mal mußte er schnell ins Krankenhaus zu einer Operation. Aber er verstand es immer wieder, der leichtgläubigen und verliebten Oesterreicherin etliche Kronen oder Schillinge herauszulocken. Als aber weder das Armband noch der Ring wieder zum Vorschein kam und die leeren und faulen Ausreden selbst der verliebten Dame auffielen, wurde sie ungemütlich, worauf Dr. Heller ihr dann auch einen allerdings ziemlich wertlosen Ring brachte. Plötzlich aber blieb er ganz aus und sah die Dame erst wieder... vor Gericht. Und da entpuppte sich der„Herr Doktor“ als ein mehrfach vorbestrafter. Verbrecher, der nun den „Herrn Doktor“, das Armband, den Ring und die .. zich Kronen und Schillinge mit sechs Monate Kerker bedingt bezahlen mußte. Ein Herzchen! Peter ist an einen Baum gefahren. Mit seinem schnittigen Achtzylinder. hat er sich die Hand zerschnitten, den Arm gebrochen, das Bein geprellt und liegt dick bandagiert im Spital. Aber Kitty, seine junge Frau, besucht ihn jeden Tag. Heute kam sie wieder. „Schau, Peter, was ich für einen wunderschönen Hut gekauft babe!“ Das neueste Modell! Dabei kostet der dich keinen Pfennig!“ Peter schaut verwundert: „Kostet mich nichts? Wieso?“ Kitty lächelte: „Weil ich ihn mir von dem Geld gekauft habe. das deine Antounfallversicherung heute ausgezahlt hat." Rösler Nach dem Rekordflug London—Kappstadt— London Der englische Flieger Clouston hat mit seiner Be= gleiterin Frau Betty Kirbau Green einen neuen Rekord für den Jiug von London nach Kapstadt und zurück aufgestellt und die gesamte Strecke in sechTagen bewältigt, während Amp Johnson sieben Lage und—- Stunden für den Flug benötigt hatte. Unser Bild zeigt den Flieger und seine Braut Mil Turner nach der Ankunkt in Crovdon. Scherl=Bilderdienst=M) ROMANVTHEA MALTEN 4 (1. Fortsetzung Cordula lenkt den Wagen geschickt durch das große gußeiserne Tor, das Butzke, das alte Haussaktotum, geöffnet hat. Hans Haberland ist schon aus dem Wagen heraus und schüttelt Butzke die Hand.„Daß ich das noch erlebe!“ stammelt Butzke gerührt und zerdrückt eine Träne. Hans Haberland klopft ihm lobend auf die Schulter.„So ist's recht! Ein bißchen Rührung muß sein, wenn ein Sohn des Hauses heimkehrt!" Cordula denkt: Na, du könntest auch ein bißchen gerührt sein. Es gefällt ihr nicht, daß er selbst seine Heimkehr so scherzhaft zu nehmen scheint. Allerdings hätte es ihr noch viel weniger gefallen, wenn er sentimental geworden wäre, aber sie ist nun einmal in der Laune, sich über ihn zu ärgern. Doch das dauert nicht lange. Als sie später bei Tisch sitzen, vergißt Cordula alle bösen Vorsätze und allen inneren Widerstand gegen den Heimgekehrten. Ist es nicht, als wehe eine frische, belebende Luft durch das ganze Haus? Sogar die Mutter lacht ein paarmal, als Hans von seinen Reisen erzählt. Und dabei benimmt er sich gar nicht wie ein robuster Dickhäuter, sondern ist zart und rücksichtsvoll gegen die leidende Frau. Mit Cordula neckt er sich herum, und als sie sich wirklich zu einem„Onkel Hans“ versteigt, schwört er gräßliche Eide und verspricht, ihr mit einer silbernen Haarnadel das Herz zu durchbohren. „Ich habe gar keine silbernen Haarnadeln.“— trumpft sie auf. „Aber ich, Fräulein Naseweiß! In meinem Koffer liegt eine lange silberne Haarnadel, ein wahrer Spieß, den ich eigenhändig der Königin WullaWulla von Corikagua aus ihrem krausen Dutt gezogen babe. Ihr tragt ja auch wieder solche Dinger“— dabei deutet er auf Cordulas blonden Haarknoten—,„also wirst du für den WullaWulla=Svieß wohl Verwendung haben.“ Nachdem du mir das Herz damit durchbohrt hast? „Natürlich! Wenn du mich noch einmal Onkel nennst.“ Auch Karl Haberland wird ganz vergnügt. Er steigt in den Keller und holt eigenhändig ein paar Flaschen herauf, die vielversprechend staubig und spinnenverwebt aussehen.„Ach, Kinder, es ist doch aut. mal wieder zu Hause zu sein!“ versichert Hans bebaglich und hebt sein Glas zum Licht, in dem der Rheinwein golden schimmert.„Es lebe die Heimat, in der solch ein Tropfen wächst! Dafür gebe ich alle alkoholischen Flüssigkeiten der ganzen Erde!" Sie stoßen an. Die Gläser klingen hell aneinander. Hans Haberland sieht Cordula in die Augen.„Die blonden Mädel in der Heimat sollen leben!“ sagte er leise. „Alle??“ Alle!— Cordula im besonderen!“— Später, als Elfriede Haberland müde wird und sich zurückziehen will, nimmt Haus Haberland sie auf den Arm und trägt sie behutsam die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Sie ist eine leichte Last. „Ist das immer noch deine Spezialität, Hans?“ fragt sie lächelnd.„Weißt du noch. wie du Tante Amalie und Tante Berta t#e Treppe hinaufgetragen hast?“ „Freilich! Sie quiekten dabei wie ein Nest voll junger Mäuse. Wie geht es den beiden guten Seelen?“ „Sie sind schon ein paar Jahre tot.“ Hans Haberland setzt seine Schwägerin vorsichtig vor der Tür ab. „Ja, das ist unser aller Los,“ sagt er. Dann sitzen die beiden Brüder und Cordula noch lange in Karl Haberlands gemütlichem Zimmer. Es wären ungetrübte Stunden gewesen, bätte nicht über dem Schreibtisch Eckards Bild mit dem schwarzen Trauerflor gehanden. Dorthin wandern Karl Haberlands Augen immer wieder, und allmählich nimmt sein Gesicht wieder den Ausdruck matter Gleichgültigkeit an. Schließlich überläßt er das Gespräch dem Bruder sowie der Stieftochter und begnügt sich damit, freundlich zuzuhören oder wenigstens den Anschein zu erwecken. Vom Geschäft sprechen sie an diesem ersten Tage nicht.„Das hat bis morgen Zeit," sagt Hans Haberland abwehrend. Als Cordula am Abend in ihrem Bett liegt, ist sie unbeschreiblich glücklich. Sie freut sich schon auf morgen. Das Leben ist so schon. Es ist so berrlich, jung zu sein und zu fühlen, daß man hübsch ist, dabei zu wissen, daß ein gewisser Hans. den man nicht Onkel nennen soll, das auch findet Die blonden Mädels sollen leben! denkt sie im Einschlafen. Die blonden Mädels— besonders Cordula! * Am nachten Tage aber wird es Ernst. Sehr ernst soaar. Die beiden Brüder fahren frühmorgens hinaus in die Fabrik. Wieder sitzt Cordula am Steuer.„Sie ist meine Privatsekretärin“ erklärt Karl auf Hansens erstaunten Blick. Worauf der anerkennend„Sieh mal an!“ sagt. Aber sonst gibt es keinen Grund zur Anerkennung. Karl hat den Bruder zwar vorbereitet: „Wir arbeiten heute nicht! Wir arbeiten nur noch drei Tage in der Woche.“ Aber auf so viel Rückständigkeit und Vernachlässigung, wie Hans schon beim ersten Ueberblick feststellen muß, ist er doch nicht gefaßt gewesen. Die Maschinen sind veraltet, außerdem in schlechtem Zustande. Nirgends findet Hans Haberland eine Verbesserung. Im Gegenteil. Alles trägt den Stempel der Vernachlässigung und des Verfalls. Der große leere Maschinensaal, in dem sonst der Takt der Arbeit geherrscht hat, ist stumm und tot. Nur Böttcher, der Maschinenmeister, ist erschienen. Hans Haberland kennt ihn nicht, aber der Mann mißfällt ihm. Er trägt eine selbstbewußte Miene zur Schau. redet viel und sucht zu beschönigen. Gegen Karl Haberland, seinen Chef, hat er einen halb herausfordernden, halb geringschätzigen Ton. Mit zusammengepreßten Lippen geht Hans Haberland zwischen den Maschinen herum, prüft hier einen Hebel, dort ein Schwungrad und findet alles verkommen. Er muß an sich halten, um nicht zu erplodieren.— Eine schöne Wirtschaft das! Eine Schweinewirtschaft! Karls Schmerz in Ehren, aber sein Erbe so verkommen zu lassen, dazu hat niemand ein Recht Karl geht nebenher, er macht sein eigensinniges Kinn. Er fühlt den stummen Vorwurf des Bruders und wappnet sich mit Widerstand. Böttcher schwadroniert weiter. Er redet von großartigen Plänen, gibt preis, was er demnächst zu tun gedenkt, um die Sache wieder in Schwung zu brinDer Mann aus der Südsee Roman von Friedrich Freksa (14. Fortsetzung der Nacht nach dem Abend, als Jenny von ihrer Mutter alles über Kristas Schicksal erfahren batte was geschehen war, konnte ne sich nicht beruhigen, sie fiel Krista um den Hals und sagte: Du bist meine Schwester und bleibst meine Schwester, und du sollst nicht von fremden Inselkönigen fortgeholt werden!“— Und in der Nacht darauf schliefen die beiden Mädchen wenig. Sie lagen in einem Bett, hielten sich schwesterlich umschlungen, und ihre ganze Kindheit ward wieder lebendig. Krista kam es zum Bewußtsein, wie gut sie es gehabt hatte, daß sie nicht als Waisenmädchen hatte aufwachsen müssen, sondern bei Mutter Kampfmaier, bei der sie es so viel wärmer und schöner gehabt hatte. Und Krista tröstete die Schwester: „Du wirst Heinrich heiraten,— und wenn ich irgend etwas bei Herrn Pieter Grobendonk vermag, dann soll er euch eine schöne Einrichtung schenken!“ „Warum sagst du nicht Onkel zu ihm?“ fragte Jenny „Ach, ich weiß nicht.“ erwiderte Krista.—„Ich fühle mich ihm so gar nicht verwandt bisher. Denk dir doch selbst einmal: du siehst durch die Türscheibe des Ladens einen Herrn in Grau und hörst auf einmal, das sei dein Onkel, Herr Grobendonk.“ „Ja,“ lachte Jenny,„auch einen Onkel haben, muß gelernt sein!“ Und dann schliefen sie unter solchen Gesprächen ein * Am Vormittag kam Herr Grovendonk, um Krista zu einem Spaziergang abzuholen und mit ihr zu sprechen. Das Mädchen fühlte, daß er sie sehr vorsichtig behandelte und mit ihr redete wie mit einer Dame. Nur das„Du“ störte sie in der Unterhaltung. Aber dann suchten sie um die elfte Stunde eine Konditorei Unter den Linden auf. Herr Grobendonk bestellte Kuchen und süßen Wein und lenkte das Gespräch auf Kristas vergangenes Leben „Wie wir wieder in die Stadt zurückgekommen sind?“ brantwortete sie eine Frage ihres Onkels. Ja, da hatte Mutter eine entfernte Verwandte, Frau Blumenberg, das war eine ganz seltsame Frau, die beherrschte den ganzen Althandel von Weißensee bis zum Alexanderplatz. Und damals ar in der Prenzlauer Allee ein Laden frei ge= gen.„Warum haben Sie es nicht längst getan, Mann!“ unterbricht ihn Hans ungeduldig. Böttcher zuckt vielsagend die Achseln.„Von nischt is nischt!“ sagt er mit einem Blick auf seinen Chef. Hans Haberland hätte ihn am liebsten beim Kragen gepackt. Er nimmt eine verrostete Kreissäge und hält sie dem Maschinenmeister wortlos unter die Nase. Dann wirft er sie hin. Sie fällt klirrend zu Boden. Böttcher steckt die Hände in die Taschen und setzt eine gleichgültige Miene auf. Trotzdem Cordula ihn nicht leiden kann und ihm einen Denkzettel gönnt, bekommt sie es mit der Angst, als sie Hans Haberlands finsteres, drohendes Gesicht sieht. Später, in Karls Privarbüro, sagt Hans: „Wie kannst du den Kerl behalten? Er taugt nichts und ist ein frecher Hund!“ Karl verteidigt ihn.„Er hat auch seine guten Eigenschaften. Vor allem ist er geschäftlich sehr tüchtig, ich verdanke ihm gerade jetzt eine Chance.“ „Ein Maschinenmeister soll seine Maschinen in Ordnung halten. Das Geschäftliche geht ihn nichts an.“ bemerkt Hans verstimmt. Karl bietet dem Bruder den Einblick in die Geschäftsbücher an.„Es hat ja doch keinen Zweck, dir etwas vorzumachen,“ erklärt er. Ja, er scheint sogar bestrebt, nichts zu beschönigen. Was Hans aus den Büchern feststellt, ist traurig, ist absolut trostlos. Wenig Aufträge, viele Außenstände, Schulden bei den Lieferanten, Rechtsanwaltsbriefe mit Klagen, das gekündigte Guthaben einer Bank, für das keine Deckung mehr da ist. Der unvermeidliche Zusammenbruch steht vor der Tür. Es ist also nicht allein der Verlust des Sobnes, der Karl Haberland so alt und verfallen aussehen läßt. Es sind wohl auch die drückenden wirtschaftlichen Sorgen. Aber warum hat es so weit kommen müssen! Karl hat die Fabrik vom Vater in gutem Zustande übernommen. Freilich waren schon damals Neuerungen notwendig, und Hansens vergeblicher Kampf hatte darin bestanden, sie bei dem Bruder durchzusetzen. „Elfriede weiß nicht, wie schlecht es steht," unterbricht Karl das lange Schweigen, das geherrscht hat, während Hans in die Bücher und Papiere vertieft war.„Wir müssen sie vor jeder Aufregung schützen, sie könnte sofort den Tod davon haben.“ „Das wirst du schwerlich durchführen können, wenn du von Haus und Hof vertrieben wirst,“ bemerkt Hans bitter. Ihm klärt sich das Bild. Zu Hause durften keine Einschränkungen gemacht werden, um Elfriede Haberland nicht zu beunruhigen. Das wenige Geld, das einkam, ging für das Haberlandsche Privatleben drauf und reichte nicht einmal dazu. Da blieb für den Betrieb in der Fabrik allerdinge nichts übrig. Hans Haberland sitzt da und stützt den Kopf in die Hand. Was hier zunächst not täte, ist Geld— Betriebskapital. Dann müßte der ganze Betrieb von Grund auf modernisiert werden. Hans Haberland hat sonst für das Gefühl, das man Reue nennt, nichts übrig, aber in dieser Stunde bereut er bitter, daß er mit seinen Einkünften so leichtsinnig umgegangen ist und nichts gespart hat. Das Leben draußen verlockte zu sehr zum Geldausge ben. Es waren große Summen durch seine Hände gegangen, er hatte sie nicht festgehalten. Doch was nicht mehr zu ändern ist darüber soll man sich nicht nachträglich den Kopf zerbrechen. Das nächste Mal besser machen, wenn man dazu noch einmal Gelegenheit bat. Hans Haberland sieht auf.„Also die Bank gibt keinen Kredit mehr?“ Nein. Für den Vierzehnten ist eine Gläubigerversammlung angesetzt, auf der die Entscheidung fallen wird. Wie sie fallen wird, darüber mache ich mir keine Illusionen," sagt Karl trübe. Er steht am Fenster, lehnt die Stirn gegen Die Scheiben und blickt auf den leeren, stillen Fabrikhof. „Am Vierzehnten?" Hans rechnet nach.„Das sind noch drei Tage. Mir scheint, ich bin gerade zur rechten Zeit gekommen. Ich werde bis dahin Pläne aufstellen, damit ich den Herren meine Vorschläge unterbreiten kann. Schließlich liegt es ja in ihrem eigenen Interesse, daß wir wieder auf die Beine kommen. Wenn sie den Betrieb unter den Hammer bringen, schaut für keinen was dabei heraus." „Mach dir nichts vor, Hans! Niemand wird auf deine Pläne eingehen. Selbst den besten Fall angenommen: sie bewilligen uns ein Moratorium— woher willst du das fehlende Betriebskapital nehmen?“— Hans Haberland springt auf und läuft im Zimmer auf und ab.„Junge! Junge! Unser Werk! Unser gutes altes Werk! Ich wollte es schon wieder hochbringen, wenn ich nur das verdammte bischen Geld zusammenkriegte! Hat denn niemand mehr Vertrauen zu unserem Namen? Weißt du keinen, an den man sich wenden könnte?“ Vielleicht!“ sagt Karl langsam.„Vielleicht! Warte bis heute mittag. Wir haben einen Gast zu Tisch. Ich möchte vorher nicht darüber reden.“ Hans beachtet nicht den Schatten, der über Cordulas Gesicht fliegt. Er achtet überhaupt nicht auf Cordula. Sie hat sich umsonst heute morgen besonders hübsch und nett gemacht. Es ist eine kleine Enttäuschung in ihr. Gewiß, sie versteht, daß seine Gedanken in Anspruch genommen sind. Aber deshalb kann er sie doch einmal anschauen, darum braucht er doch nicht gleich zu vergessen, daß sie auch noch da ist! Sie hat für ihn die Bücher herbeigeschleppt. Er hat sich überzeugen können in welch musterhafter Ordnung sie alles gehalten hat — doch das Wort der Anerkennung, auf das sie wartet, bleibt aus „Ich wollte die Maschinen schon wieder in Gang bringen!“ sagt Hans gedankenvoll.„Eine Affenschande, wie dieser Kerl, der Böttcher, gepfuscht hat! Du sollst ihn noch heute herausschmeißen!“ „Wir sind ihm drei Monate Lohn schuldig.“ wirft Cordula trocken dazwischen. Hans Haberland greift in seine Brusttasche, in dor der Scheck von Lord Clifford kuntert. Er lautet auf zweihundert englische Pfund, das sind nach beutigem Kurs ungefähr zweitausendvierhundert Mark. Dann besinnt sich Hans Haberland. Man muß das Geld jetzt zusammenhalten, wer weiß, wofür man es noch nötiger braucht. „Na, denn nicht!“ murmelt er grimmig.„Es wird sich schon noch eine Gelegenheit finden.“ Hans Haberland bleibt den ganzen Vormittag in der Fabrik. Den Bruder und Cordula schickt er nach Hause. Stunden um Stunden bleibt er im Maschinensaal und prüfte jede einzelne Maschine. Die Wut kochte in ihm, als er immer neue Beweise der Unordnung und Verluderung feststellen muß Oelverkrustungen, Rost, verbogene Kolben, verbeulte Platten sind noch das wenigste. Manche Maschinen sind überhaupt nicht mehr gebrauchsfähig, andere in solchem Zustand, daß die Arbeit mit ihnen lebensgefährlich ist. Hans Haberland wundert sich nur, daß die Arbeiter nicht den Dienst an ihnen verweigern. Gut. Karl war kein Ingenleur. Doch selbst ein unerfahrenes Auge mußte sehen, wie es bier stand, und schließlich war Karl mit den Maschinen aufgewachsen und kannte sie ebenso wie Hans von Kindheit an. Es war klar. daß er sich seit Jahr Tag, wahrscheinlich seit Eckards Tode, um nichts mehr gekümmert hatte. Einen Ingenieur konnte er sich nicht mehr leisten, und so war alles dem Maschinenmeister Böttcher überlassen geblieben— eine schöne Schweinerei! (Fortsetzung folgt.) worden durch den Tod der Besitzerin. Da machte Frau Blumenberg Mutter den Vorschlag, den Laden zu übernehmen und abzuzahlen an sie. Das war eine kleine Frau, die mir immer vorkam wie eine verwandelte Fee. Uns Kindern brachte ne kleine Spiclautomaten mit. Männerchen, die trommelten, wenn man sie aufzog. kleine Eisenbahnzüge,— immer war das, was sie mitbrachte, beweglich. Und sie stand Mutter bei. Die Zeiten waren schwer nach dem Kriege. Wir aßen morgens unsere Schmalzstulle und tranken dazu Malzkaffec, und mittags gab es immer gutes, warmes Essen. Das hatten viele der anderen Kinder nicht, und abends gab es richtiges Butterbrot mit Schnittlauch darauf oder Käse oder Gurken, und dazu ein großes Glas Milch. Aber Mutter hatte oft Sorgen. Dann saß sie an einem kleinen Pult, das am Ladenfenster stand, und rechnete, und wenn sie sich gar nicht zu helfen wußte, dann ging sie zu Tante Blumenberg. Die hatte auch eine Altmöbelhandlung, wie Mutter, aber viel größer, in der Prenzlauer Straße. Ein großer Laden war vorne voller Möbel. und hinten war das ganze Hinterhaus ein Riesenspeicher. Und da arbeiteten die Tischler der Frau Blumenberg Möbel neu auf. Wenn Mutter in großer Not war, ging sie hin, und Tante Blumenberg gab Geld. Ja, Mutter hatte es nicht leicht! Aber alle Kinder in der Gegend hatten sie gern und liefen ihr nach und gaben ihr die Hand, wenn sie auf die Heiligegeiststraße hinausginn Und weil sie beliebt war. erfuhr sie von Gelegenheiten im Viertel und auch außerhalb des Viertels. Die Leute wußten, daß die Kampfmaiern sie nicht betrog. Mit dreizehn Jahren meldete mich Mutter beim Stenographenverein an. Da ging ich abends immer hin, und der Verein war sehr sein! Sie setzten Preise aus. Und ich war ehrgeizig,— ich habe schon mit vierzehn Jahren einen Nachwuchswettbewerb über zweihundert Silben gewonnen, und darauf war ich sehr stolz. Dann starb plötzlich die Tante Blumenberg und hatte in ihrem Testament bestimmt, daß jede von uns beiden Kleinen zweihundert Mark bekäme und Mutter alle Ansprüche des Nachlasses erlassen seien Da machten wir uns selbständig und zogen in diesen guten Laden in die Heiligegeiststraße. Seit der Zeit ging es uns wirklich gut. Und Mutter war großzügig, sie hatte Vertrauen zu uns Mädchen. Sie hatte gar nichts dagegen, daß ich zweimal die Woche tanzen ging. Tanzen ist gut, sagte sie und fand, Tanzen sei besser als jeder Sport.„Und wenn wir einmal so ein richtiges Kampfmaiersches Fest feiern bei uns im Laden,“ setzte Krista hinzu,„dann müssen Sie auch kommen, Herr Grobendonk, und müssen mal mit meiner Mutter tanzen!"— Grobendonk drohte mit einem Zeigefinger:„Erstens hast du wieder einmal Sie gesagt statt Du und zweitens Herr Grobendonk statt Onkel!“ Und dann zahlte er und begleitete seine schöne Nichte, nach der sich die Leute auf der Straße umsahen, wieder zurück. Sie bogen in die Burgstraße zur Linken ein, um am Uier im Sonnenschein zur Wolfganggasse zu gehen. Da faßte sich Krista ein Herz.„Höre mal. Onkel,“ sagte sie,„die AtlantaFilmgesellschaft will mit mir einen Kontrakt schließen! Ich habe die größte Lust dazu, denn man muß doch selbst im Leben etwas schaffen und leisten."— Grobendonk blieb steben.„Liebe Krista.“ sagte er,„ehe man etwas leistet, muß man doch etwas können! Du kannst stenographieren und hast bewiesen, daß du aus gutem Holz bist. Aber ich meine doch, daß du nun im Begriff bist, eine junge Dame zu werden,— da solltest du englisch, französisch. italienisch sprechen lernen und auch malaiisch denn du wirst ja doch eines Tages die Herrin von Cpolu worden. Und das, glaube ich, geht dem Filmen vor!“ Wieder war vor Krista eine Pforte des Traumes zugeschlagen, aber gleichzeitig eine andere geöffnet.„Opolu“, sagte sie,„was ist das?“ „Es ist ein Inselreich von Atollen. Das sind Koralleninseln, in deren Mitte eine kreierunde Bucht ist, in die das Meer Zutritt hat. Opoln sind heute glückliche Inseln. Und es wohnen dort schöne Menschen, und sie singen heute schon Lieder zu Ehren der jungen weißen Prinzessin, der Nichte des Tuan, die von den weißen Inseln herkommen soll“ Er hatte das langsam gesprochen, mit eindringlicher Stimme. In Krista wuchsen tausend Phantasieträume auf... wie schön das klang: Cpolu. Um dreiviertel vier Uhr waren Mutter Kampfmaier und Krista von Herrn Grobendonk zum Notar, Justizrat Waterhold, bestellt. Frau Kampfmaier war so unruhig, daß die beiden viel zu früh fortgingen und schon um drei Uhr im Wartezimmer saßen, einem dunklen Korridorraum, der durch eine rlektrische Lampe spärlich erleuchtet schaute Frau Kampfmaier und Krista an. war. Unter der Lampe stand ein kleiner runder Tisch mit zerlesenen Zeitschriften. Die vier alten abgeschabten grünen, samtenen Fauteuils rings um den kleinen Tisch waren mit Leuten besetzt. die wie aus Stein gehauen dasaßen. So mumten Frau Kampfmaier und Krista sich auf die holzerne Bank an der Wand setzen. Frau Kampfmaier sagte leise Krista ins Ohr:„Die vielen Menschen! Wenn die vor uns alle drankommen, dann ist das eine schöne Bescherung!“ Krista winkte einem durch diesen Korridorraum laufenden Mädchen und fragte nach Jenny.2 muß Akten vom Kammergericht holen,“ wurde ihr geantwortet. Frau Kampfmaier fragte:„Wir sind um dreiviertel vier Uhr herbestellt. Kommen wir dann auch dran?“ „Was für eine Sache?“ fragte das kleine Schreibmädchen geschäftig überlegen. Frau Kampfmaier schaute Krista an. Diese sagte:„Wir sind mit Herrn Grobendonk verabredet" „Grobendonk?“ sagte das kleine Mädchen und bekam Stielangen.„Ja, das muß ich dem Herrn Bürovorsteber sofort mitteilen!“ Krista merkte, daß im Büro Unruhe entstand: die Maschine im Nebenraum hörte auf zu kapvern, ein Mädchen nach dem anderen kam und— rista an. Und rurum kam der Bürovorsteher, ein langer. sch ler Mann in schwarzem Anzug, der verbeugte sich ehrerbietig und sagte: Gnädiges Fräulein sind die Nichte von Herrn Grobendonk?“ Und als Krista nickte, sagte er großartig:„Der Herr Jnstiz= rat läßt bitten. Sie möchten einstweilen doch sein Privatbüro kommen, es ist alles vorbereitet. Waterbold war ein freundlicher, beweg ichel Mann mit streng gescheitelten graublonden Haa ren, und er begrüßte Frau Kampfmaier aufs herzlichste. Dann schaute er Krista prüfend an als wolle er sagen:„Recht so!“ nickte, dann setzte er Frau Kampimaier auseinander, es bandle sich darum daß die Vormundschaft an Herrn Grobendonk übergebe, der für eine fernere Ausbildung seiner Nichte Sorge tragen wolle. Frau Kampfmaier erklärte mit Stolz:„Krista hat die Schule mit Erfolg durchgemacht, sie hatte fast nur Einsen und Zweien!“ — Der Iustizrat bewies, daß eine junge Dame Sprachen sprechen und noch vieles andere lernen müsse „Dann haben wir miteinander das zu besprechen, was Sie selbst betrifft, gnädige Fran“ „Ich bin keine anädige Frau“ sagte die Mutter.„Ich bin einfach Frau Kampfmaier!“ (Fortsetzung folgt.)