6 Volks-Zeitung Ausgabe A für den rheinisch=weltfälischen Industriebezirk 66. Jahrgang Bochumer Volkszeitung Westfälische Volks-Seitung Bezugspreis: monatlich RM 2,15 oder haldmonatlich RM 1.08 einschl. Botenlohn. Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahung des Bezugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Pig., Ausgabe A 6 Pig., Ausgabe B 8½ Pig., Ausgabe C 2 Pig. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pig Ausgaben B u. C 25 Pfg. se mm. Gültig: Preisliste 9 verbunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eslen=Steele=Hattingen und Wattenscheid Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bochum. Mühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746-64748 66. Jahrgang Bochumer Stadtanzeiger Geschäftsstellen. Bochum, Mühlenstraße 12-16. Gernruf 647 46. Postscheckkonto Dortm. 614e; Hattingen, Biktor=Lutze=Str. 12, Fernruf 2095, Postscheckkonio Essen 1950; Essen=Steele, Westfalenstr 302 Fernr. 582 30, Postscheckkonto Tortmund 193 66; Wattenscheid. Fretheitstr 15, Fernr. 1876. Postscheckk Dortm 30430 Deuck und Verlag: Schürmann à Rlaaaee Nochum Nr. 10 Mittwoch, den 17. Februar(Kath. Donatus, Evgl. Konstantin) 1937 von Ribbentrop vor dem Nichteinmischungsausschuß: 944 „Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt! Deutsche Befriedigung, daß endlich auf der Basis der deutschen den spanischen Bürgerkrieg zustande zu bringen, das geeignet ist, den furchtbaren Zuständen in diesem unglücklichen Lande ein Ende zu bereiten und seine völlige Verwüstung zu verhindern. Schon zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges erkannte Deutschland, daß nur ein umfassendes Schema der Nichteinmischung Erfolg versprechen würde, und aus diesem Grunde hat Deutschland seinerzeit als erstes Land ein Verbot der Teilnahme ausländischer Freiwilliger am spanischen Bürgerkrieg vorgeschlagen. Dieser deutsche Vorschlag, dem ein ähnlicher italienischer Vorschlag folgte, ist bereits am 17. August 1936 gemacht worden. Bedauerlicherweise fand der Vorschlag der deutschen Regierung seinerzeit nicht die Zustimmung, die er verdient hätte; vielmehr wurde er für längere Zeit zu den Akten gelegt. Ich will hier nicht die Gründe untersuchen, die für die Haltung verschiedener Regierungen maßgebend gewesen sind. Diese Haltung kann aber wohl nur so ausgelegt werden, daß die betreffenden Regierungen den Zustrom von Freiwilligen nach Spanien seinerzeit nicht als unzulässige Einmischung angesehen haben, wie dies ja auch in dem deutschen Memorandum vom 7. Januar ausgedrückt wurde Deutschland war anderer Ansicht, und es hat sogar ein weiteres getan, indem es in seinem Memorandum vom 7. Januar die drastische Maßnahme vorschlug, alle nichtspanischen Freiwilligen aus Spanien zu entfernen. Wenn nunmehr der deutsche Standpunkt hinsichtlich des Freiwilligen=Verbotes endlich nach monatelangen Verhandlungen und Schwierigkeiten von den anderen Regierungen angenommen worden ist, so begrüße ich dies aufs wärmste und möchte die aufrichtige Befriedigung meiner Regierung über die Entwicklung zum Ausdruck bringen, die von der deutschen und italienischen Reaierung immer angestrebt worden ist. Die Vorschläge, die der Unterausschuß des Vorsitzenden heute vorgelegt hat, bedeuten einen Wendevunkt und stellen sicherlich einen guten Fortschritt zur Erzielung einer wirklichen Nichteinmischung dar. Wir haben ein Stadium erreicht, das es uns zweifellos ermöglichen wird, Mittel und Wege zu finden, um alle die kleineren Schwierigkeiten, die noch der Arbeit des Ausschusses im Wege stehen, zu überwinden. Wir alle, die wir hier im Ausschuß zusammenarbeiten, haben eine große Aufgabe zu erfüllen, und ich möchte hinzufügen, daß wir alle hoffen, untere portugiesischen Freunde möchten einen Weg finden, um zur Verwirklichung eines praktischen Kontrollsystems, das einen untrennbaren Teil unseres Nichteinmischungsschemas darstellt, beizutragen. Im Auftrage der deutschen Regierung bin ich in der Lage zu erklären, daß Deutschland bereit ist, einen weiteren Beitrag zur sofortigen Inkraftsetzung der Land. und Seekontrolle zu machen. Trotz der bekannten Transferschwierigkeiten ist die deutsche Regierung bereit, die geforderte Vorschußzahlung von 2000 Pfund in englischer Währung zu leisten, um die sofortige Inkraftsetzung der Kontrolle zu beschleunigen. Ich hoffe, daß diese Geste der deutschen Regierung gewürdigt wird. Viel Arbeit liegt in den kommenden Wochen noch vor uns. Ich möchte Sie erneut daran erinnern, daß die deutsche Regierung die Lösung der Frage der finanziellen Unterstützung, die Frage des Goldes der Bank von Spanien — und diesen Punkt möchte ich besonders unterstreichen— als einen wichtigen Teil unserer Arbeit ansieht. Zum Kriegführen benötigt man nicht nur Menschen und Material, sondern vor allen Dingen auch Geld. Ich möchte daher meinerseits an alle Regierungen appellieren, dieser Frage mehr als in der Vergangenheit die nötige Beachtung zu schenken. Richt will ich wünschen, daß wieder eine Lage entsteht, wonach ein ursprünglich von Deutschland gemachter Vorschlag beiseite gelegt wird, um dann von anderen Mächten als deren Vorschlag vorgebracht zu werden, wenn diese den Zeitpunkt für gekommen halten. Lassen Sie mich zum Schluß noch betonen, daß alles, was wir hier tun, alles, was wir hier entscheiden, sich als vollkommen nutzlos erweisen wird, Das englische Weißbuch erschienen! wenn nicht der wahre Geist der Richteinmischung bei allen in Frage kommenden Rationen vorherrscht. Der Geist, in dem dieses Kontrollschema gehandhabt wird, ist in der Tat entscheidend für seine Wirksamkeit. Ich gebe der aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß sich alle Länder der Verantwortung für unsere großen Aufgaben bewußt sein werden. Vom Gesamlausschuß gebilligt DNB London, den 16. Febr.(Drahtb.) Der Gesamtausschuß des Nichteinmischungtausschusses billiate in seiner Dienstagssitzung grundsätzlich die Beschlüsse des Unterausschusses von Montag, die bekanntlich die Inkraftsetzung des Freiwilligenverbotes am 20. Februar und die Ingangsetzung der Land= und Seekontrolle für Spanien vom 6. März an— vorbehaltlich einer Regelung der portugiesischen Frage— vorsahen. Die Vertreter mehrerer Mächte waren jedoch nicht in der Lage, den Zeitpunkt des 20. Fobruar für die Inkraftsetzung des Freiwilligenverbotes im Hinblick auf die parlamentarische Lage in ihren Ländern endgültig anzunehmen. Sie sagten jedoch zu. sich dafür einzusetzen daß ein dem 20. Februar möglich nahe gelegener Zeitpunkt vorgesehen wird. 18,3 Milliarden Mark für Aufrüstung Ungeheures Ausmaß der englischen Wehrverstärkung DNB London, 16. Febr.(Drahtb.) Das Weißbuch, das die Regierung im Zusammenhang mit der neuen Rüstungsanleihe von 400 Millionen Pfund Sterling angekündigt hatte, wurde am Dienstagabend veröffentlicht. Das Schriftstück kündigt für die nächsten fünf Jahre eine Gesamtausgabe von eineinhalb Milliarden Pfund Sterling für die englische Aufrüstung an. Es behandelt ferner sehr ausführlich die Beweggründe für das neue englische Aufrüstungsprogramm und enthält aufsehenerregende Mitteilungen über die in den nächsten Jahren geplante Verstärkung der drei Waffengattungen. U. a. wird der Bau von drei neuen Schlachtschiffen, sieben Kreuzern und zwei Flugzeugträgern im Jahre 1937=38 sowie eine weitgehende Verstärkung der Flottenluftstreitkräfte angekündigt. Bei der regulären Armee ist die Bildung von vier neuen Infanteriebataillonen, zwei neuen Tankbataillonen und gewissen Hilfsformationen geplant. Ferner wird die Beschleunigung der Mechanisierung der Armee im großen Umfange sowie die Anhäufung von gewaltigen Munitionsreserven angekündigt. Auch für die Luftstreitkräfte werden riesige Verstärkungen sowie der Bau neuer Militärflugplätze und Fliegerschulen angekündigt. Besonderes Gewicht wird auf die Bereitstellung großer Reserven für alle Waffengattungen und auf die Mobilmachung der Industrie für Rüstungszwecke gelegt. Einleitend heißt es in dem Weißbuch, daß die Regierung nicht notwendigerweise die gesamte vorgesehene Anleibesumme von 400 Millionen Pfund Sterling anfordern werde. Es wäre jedoch unklug, für die nächsten fünf Jahre eine Gesamtausgabe für die englichen Rüstungen von weniger als eineinhalb Milliarden Pfund Sterling zu erwarten. In der Begründung der neuen Maßnahmen heißt es, daß in den letzten Jahren die mechanische Ausrüstung der Streitkräfte in vielen Ländern verbessert sei und daß eine moderne Wehrmacht mit viel gewaltigeren Waffen ausgerüstet sein müsse, als man noch vor einem Menschenalter geglaubt habe. Angesichts der zunehmenden Furchtbarkeit der Luftwaffe müsse ein ganzes System neuer Maßnahmen für die Luftverteidigung und den Luftschutz in England und seinen übereeischen Besitzungen geschaffen werden. 820 Mill. KM in neun Monaten für die englische Lufffahrt DNB London, 16. Febr.(Drahtb.) Der Gesamtwert der vom Luftfahrtministerium in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Dezember erteilten Aufträge für den Bau von Flugzeugen, Motoren usw. beziffert sich nach einer Mitteilung des Unterstaatssekretärs Sir Philipp Sassoon auf 67,1 Mill. Pfund Sterling(etwa 820 Millionen Reichsmark). Im Querschnitt des Tanes Neue Brunnenvergiftung im Solde Bolschewikiens Genevière Tabouis, die ränkevolle Mitarbeiterin des„Deuore“, die sich gebärdet, als habe sie geheime Abhörvorrichtungen in den Staatskanzleien von ganz Europa, und ihr Kollege Pertinax vom„Echo de Paris“, in Wirklichkeit Grünbaum mit Namen, haben sich kaum von den Ohrfeigen erholt, die sie einstecken mußten, als sie faustdicke Lügen über deutsche Truppenlandungen in Marokko verbreiteten. Sie sind aber schon wieder wohlauf, und obwohl sie sich von unparteiischen Augenzeugen des eigenen Landes bescheinigen lassen mußten, daß ihre Marokkomeldungen glatt erfunden waren, erfinden sie neue ähnliche Schauermärchen, diesmal zur Abwechslung nicht aus Nordafrika, sondern aus den östlichen Gebieten Europas. Aber der Zweck ist genau der gleiche wie damals: Deutschland soll verdächtigt, der Friede der Welt, der gerade wieder einigermaßen ins Gleichgewicht gekommen schien, gestört werden. Ministerpräsident Generaloverst Göring ist bekanntlich zu einer polnischen Staatsjagd nach dem Wald von Bialowiece eingeladen worden. Selbstverständlich— so folgert man in den genannten Pariser Redaktionsstuben— kann es sich dabei nicht um die Erlegung von Bären, Wölfen und Luchsen handeln, sondern Herr Göring kommt mit einem fertigen Plan für die deutsche Besetzung Danzigs und die Wiederaufrichtung der deutschen Souveränität über das Gebiet der Freien Stadt nach Polen. Also, Eurova, passe auf, denn so etwas müßte den Frieden ernstlich gefährden! sagen Frau Tabonis und Pertinar. Man könnte diese politischen Prophetenübungen reichlich nain nennen, wenn sie nicht so außerordentlich gefährlich wären. Durch diese immer neuen Verdächtigungen Deutschlands wird Europa dauernd in Unruhe gehalten. Und man weiß ja, wie so etwas geht. Obwohl die Erfinder dieser Lügenmärchen in der Regel schon nach wenigen Tagen entlarot sind und den Rückzug in betretenes Schweigen antreten müssen, bleibt in den Gemütern der argmöhnischen Bürger Europas die Erinnerung zurück: Deutschland, Handstreich auf Danzig. Und damit ist der schwarze Mann wieder einmal an die Wand gemalt. Wer hat eigentlich ein Interesse an diesen ewigen Quertreibereien? Man weiß, daß die Pariser Brunnenvergifter ihre Informationen aus der Sowjetbotschaft beziehen. Uebrigens nicht nur Informationen, sondern auch die Bezahlung dafür. Daß die Marokkolügen dorther stammten, ist inzwischen einwandfrei enthüllt. Auch die Danziger Geschichte wird in der bolschewistischen Herenküche ausgekocht worden sein. Nachdem dieses heihle Thema durch die Verständigung zwischen Deutschland und Polen einerseits, Danzig und Polen andererseits dahin gebracht wurde, daß es nun füglich aus der europäischen Diskussion und aus dem Bereich der Genfer Intrigen verschwinden kann, machen die Moskauer Unfriedenstifter einen neuen krampfhaften Versuch, es in die Debatte zu ziehen. Wenn man dabei geglaubt hat, Polen alarmieren zu können, so war man allerdings im Irrtum. Die Beziehungen zwischen Berlin und Warschau sind zu gut, als daß holschewistische Schreiberlinge, auch wenn sie in Paris sitzen und ihre Weisheiten in französischer Sprache von sich geben, sie trüben könnten. Aber natürlich werden sie in Paris wieder einige Aufregung hervorrufen, und deshalb ist es am Platze, ihnen sofort zu 17 Jahre Parteigründungsfeier in der Hauptstadt der Bewegung DNB München, 16. Febr.(Drahtb.) Der Traditionsgau München=Oberbayern gibt bekannt: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei begeht am 24. Februar 1937 ihren Gründungstag. Wie alljährlich, so werden sich auch in diesem Jahr die ältesten Kämpfer der Bewegung an diesem Tage im denkwürdigen Hofbräuhaussaal versammeln. Infolge der beschränkten Platzverhältnisse wird eine Parallelkundgebung im Löwenbräukeller stattfinden. Teilnahmeberechtigt an der Feier im Hofbräuhaus sind: 1. Die Inhaber des Blutordens, die gleichzeitig im Besitze des Goldenen Ehrenzeichens der Partei sind. 2. Die Inhaber des Blutordens. 3. Die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens. l. Die Sterneckergruppe. Teilnahmeberechtigt an der Feier im Löwenbräukeller sind: 1. Die Inhaber des Blutordens, die infolge Platzmangels im Bräuhaus nicht unterkommen können. 2. Die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der Partei, die infolge Platzmangels im Hofbräuhaus dort nicht unterkommen können. Der Zutritt zu der Feier im Hofbräuhaus erfolgt nur gegen Vorzeigung der Zutrittskarte und des Besitzausweises für den Blutorden bzw. für das Goldene Ehrenzeichen. Die Ausgabe der Zutrittskarten erfolgt gegen Vorlage der Besitzausweise ab Donnerstag, den 18. Februar 1937, bis Samstag, den 20. Februar 1937, im Hause der Nationalsozialisten, Prannerstraß 20, 1. Stock. jeweils zwischen 9 und 17 Uhr. Die Teilnahme an der Feier im Hofbräuhaus kann nur im beschränkten Maße erfolgen, da sich eine große Anzahl von Altparteigenossen aus dem ganzen Reich gemeldet hat. Die auswärtigen Teilnahmeberectigten, die der Parteigründungsfcier beiwohnen wollen, müssen bis spätestens 20. Februar einen Antrag bei der Gauleitung der NSDAP München. Prannerstraße 20, stellen Die Kosten für Fahrt und Unterkunft müssen von den auswärtigen Teilnehmern selbst getragen werden. * 4 sagen, daß ihre Danziger Märchen nicht einen Pfifferling mehr wert sind als die marokkanischen. Die Warnung des Präsidenten Lebrun an die französische Presse von damals scheint allerdings nichts genutzt zu haben. Kolonialforderung über ein„als ob“ Der Mitarbeiter der„Sunday Chronixle“, Beverley Richols, hat in einem Aufsatz zur deutschen Kolonialforderung Stellung genommen. Es interessiert an diesem Artikel auch besonders, daß er die Frage aufwirft, warum jedes andere Land in der Welt Kolonien besitzen darf und nur Deutschland nicht. Er möchte auch gerne wissen, warum Holland über ein großes Kolonialreich verfüge, nicht aber Deutschland. Nichols will wissen. weshalb Polen und die Tschechoslowakei über nationale Minderheiten herrschen, während man Deutschland dieses Recht abspricht. Im übrigen behauptet er rundweg, England habe das deutsche Kolonialreich gestohlen. Das ist unseres Wissens die erste englische Stimme, die sich in so klarer Weise über diesen Punkt ausspricht. In diesem Zusammenhang möchten wir an etwas längst Vergessenes erinnern. In der ursprünglichen Formulierung des Versailler Vertrages war nämlich die Klausel vorgesehen, daß die Mandatsländer das deutsche Kolonialgebiet so zu verwalten hätten,„als ob“ es ihr eigener Kolonialbesitz sei. Gewisse Interessentengruppen, unter Führung der Franzosen, haben es dann fertiggebracht, daß dieses„ob“ gestrichen wurde, woraus erst später von verschiedenen Seiten aus ein auf dem Wortlaut des Friedensvertrages fußender Eigentumsanspruch konstruiert werden sollte. Lange Jahre hat man von diesen Vorgängen nichts mehr gehört, sie sind zweifellos auch kaum in breiten Kreisen bekannt, wie ja an sich der ganze Inhalt des Friedensvertrages nur wenigen geläufig ist. Großzügige Hauernsiedlung in Thüringen 600 neue Erbhöfe werden auf 21000 Morgen Domänenland gebildet— Landzulagen für kleine und mittlere Betriebe. DNB. Erfurt, 16. Febr.(Drahtber.) Die thüringische Regierung hat auf Anregung des Reichsstatthalters Gauleiter Sauckel einen umfassenden Siedlungsplan aufgestellt, der Domänenland zur Schaffung und Erweiterung von Erbhöfen zur Verfügung stellt und damit die Möglichkeit gibt. Beamte und bauernfähige Landarbeiter auf neuen Erbhöfen anzusetzen. Im Laufe der nächsten sechs Jahre werden vom Lande Thüringen rund 21 000 Morgen Domanenbesitz bereitgestellt. Die großzügige Maßnahme wird einem Siedlungserfolg von 200 neuen Bauernhöfen zu je 60 Morgen haben, 23 Restgütern mit zusammen etwa 5000 Morgen bleiben bestehen und etwa 250 kleinere und mittlere landwirtschaftliche Be triebe werden durch Landzulagen auf einer Fläche von rund 4000 Morgen zu wirtschaftlich gesunden Erbhöfen ausgestaltet. Man rechnet damit, daß der sechsjährige thüringische Siedlungsplan mit rund 600 neuen Erbhöfen abschließt. 100 000 Rm auf Los Nr. 326 905 DNB. Berlin, 16. Febr.(Drahtber.) In der Ziehung der Preußisch=Süddeutschen Klassen otterie fielen zwei Gewinne von 100 000 RMauf das Los Nr. 326 905 in beiden Abteilungen. Dieses Los wird in Achteln in Schlesien und in der Provinz Brandenburg gespielt. „Voraussetzungen“, die in sich zusammenfielen Rasche Entlarvung böswilliger Auslandshetze In 24 Stunden blieb von dem Spuk nichts mehr übrig DM(B. Berlin, 16. Febr.(Drahtber.) Ueber den Rücktritt des Reichskirchenausschusses und seine vermeintlichen Folgen wußte ein Teil der Auslandspresse in den Tagen zwischen dem 13. und 15. Februar folgendes zu orakeln; Der„Daily Telegraph“ behauptete, daß „hiermit der letzte Versuch einer Versöhnung endgültig gescheitert sei und man nunmehr gesetzgeberische Maßnahmen erwarte. Man erwarte zunächst finanzielle Druckmaßnahmen gegenüber der Kirchenopposition. Wenn dies nichts fruchte, werde Minister Keril wahrscheinlich zu der Waffe der Schutzhaft und des Konzentrationslagers greifen.“ Die„Dasier Nachrichten“, die ihre Informationen angeblich aus kirchlichen Kreisen schöpiten und damit für ihre eigene Ansicht deutsche Gewährsmänner vorzuschieben versuchten, sprachen bereits am 13. Februar die Befürchtung aus,„daß der Staat die Gelegenheit benutzt, um eine totale Gleichschaltung der Kirche zu erreichen. Für die Kirche dürfte die schwerste Zeit bevorstehen. Wenn der Staat diese Aufgabe auf seine Weise übernimmt, wird er die Bekenntniskirche in die Rolle einer illegalen Organisation manövrieren.“ Die„Basler Nachrichten“ sprachen weiter davon, daß„die Kirche mit Gewalt gehindert werde, für die Verkündung des Evangeliums zu tun, was ihre Pflicht ist.“ Das gleiche Blatt prophezeit am 15. Februar:„Es wurde deutlich, daß mit einer weiteren Verschärfung des Kirchenregimentes gerechnet werde. Jetzt noch vorhandene Freiheiten werden gefährdet sein.“ Die„Neue Züricher Zeitung“ meldet unter dem 14. Februar aus Berlin.„man müsse damit rechnen, daß jetzt wieder größere Verfolgunen einsetzen, daß der Kampf der Kirchengegner unverhüllter in Erscheinung trete und das Wenige an Freiheit, das der Kirche noch geblieben sei, ihr weggenommen werde.“ Die„Neue Züricher Zeitung“ spricht von der„allmählichen Vernichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland, die sich nicht in großen Geräuschen bemerkbar mache. Die vorgesehene Entwicklung gehe den Regenten noch nicht schnell ge nug und solle beschleunigt werden. Also mußte man jetzt wieder ein Stück weiter in den angeblich respektierten Innenraum der Evangelischen Kirche hineingreifen, um diese Institution zu vernichten.“ Wi derum hat ein Teil der Auslandspresse die Gelegenheit benutzt, um Brunnenvergiftung übelster Art zu treiben. Es ist die alte Methode, die sattsam bekannt ist: Wenn einem kein Stoff für Greuelmeldungen einfällt, ergeht man sich in unsinnigen Voraussagen, die, aus einer zersetzenden Phantasie geboren, dem gleichen Zweck dienen, einem leichtgläubigen Publikum Propheztiungen aufzutischen, bei denen es dem Schreiber nur auf das Verleumden um des Verleumdens willen ankommt. Wohl selten in der Geschichte wurde ein Schwindel so schnell entlarvt. Während man sich darum bemühte, unsaubere Machenschaften in die Welt zu setzen, Haß und Zwietracht zu säen, arbeitete der Führer an einem weitherzigen Befriedungswerk, das durch seinen großzügigen Erlaß über die Einberufung einer Generalsynode seine Krönung fand.— In 21 Stunden war nichts mehr von dem Spuk der Auslandshetze übrig geblieben. Verdiente Abfuhr! „Keine Ehre für die Pariser resse!" Die Warschauer Blätter gegen die neue Lügenhetze DNB. Warschau, 16. Febr.(Drahtber.) Die gesamte Warschauer Presse nimmt gegen die Lügenkampagne der Pariser Zeitungen in der Danziger Frage Stellung. Selbs„ur1er Warszawski“, der die alarmierenden Falschmeldungen über Danzig in großer Aufmachung verbreitet hatte und dessen Pariser Korrespondent sich auch heute noch als einziger bemüht, ihnen durch Zitate aus Pariser Hetzblättern den Anschein irgendeiner Bedeutung zu geben, bezeichnete die Nachrichten in seiner Ueberschrift als grundlose Alarmgerüchte. Alle Blätter bringen ausführlich die deutschen Dementis und führen größtenteils auch die Stimmen der deutschen Presse an, die mit Recht auf die sowjetischen Quellen dieser neuen Manöner im Stil der berüchtigten Marokko=Meldungen hinweisen. „Gazeta Polska“ schreibt zu den Pariser Phantasiegebilden, man habe es nicht zum ersten Mal mit einer Aktion zu tun, die darauf ausgehe. Unrube zu säen und die guten Nachbarbeziehungen zu stören. Die Nachrichten seien zu phantastisch, als daß es lohne, gegen sie zu polemisieren. Sibirien in die russische Revolution Meine Fahrten und Abenteuer vor 20 Jahren Ein persönlicher Erlebnisbericht von Baron Ernst v. Ungern=Sternberg. Copright 1937 by Transallantic, Internat. Pressedienst. Berlin NW 7. 2. Folge. Eine Nacht in Omsk. Es ist ein weiter Weg von Irkutsk nach Omsk, unser Zug schleicht langsam an den spärlichen Siedlungen vorbei, streift stellenweise die Taiga, überquert Ströme, wie den Jenessei und den Ob, im Vergleich zu denen sich große europäische Flüsse wie Bäche ausnehmen, hält lange auf den Stationen. um Holz für die Maschine zu laden und fährt dann weiter nach Westen in der Richtung auf ein jetzt unbekanntes, ungewisses Rußland. Unter den Weggenossen, die in alte Soldatenmäntel oder in übelriechende Ziegenpelze gehüllt, in Irkutsk das Abteil gestürmt und sich durch Ellbogenstöße eingerichtet hatten, bildet sich allmählich ein kameradschaftliches Verhältnis heraus. Ein Arbeiter der hier das große Wort führt, nimmt sich meiner vor Uebermüdung erkrankten Frau an. Er ergreift zwei junge Burschen am Wickel, stößt sie von ihrem Sitz und bietet den Plan meiner Frau an. Allerdings muß ich dafür mit ihm stundenlang 17 und 4 spielen, aber es ist ein ehrliches Spiel. Jeder gewonnene Rubel wird an der nächsten Station in Wodka angelegt. Ein Kriegsverweigerer aus religiösen Gründen schaut dem Spiel zu. schüttelt ab und zu tadelnd den Kopf. man solle nicht Karten spielen, sondern sich auf das jüngste Gericht vorbereiten. aber man achtet nicht auf ihn, denn jetzt sei in Rußland Freiheit, bald würde es Brot und Frieden auf der ganzen Welt geben. Der Bauer würde Land haben und jeder Arbeiter könne dann im eigenen Automobil, wie in Amerika, in seine Fabrik fahren. Die Leute berauschen sich an Utopien und an— Wroka.— In Omsk gab es unfreiwilligen Aufenthalt. Der weitere Weg zum Ural war von Zügen verstopft und es sollte wenigstens 24 Stunden dauern, ebe unser Zug weiter fahren könnte. Die Reisenden mußten aussteigen. Soldaten, befreite Sträflinge und allerlei unheimliches Gesindel hatten den ganzen Bahnhof mit Beschlag belegt, gröhlten, tranken, Weiber kreischten. Ein Verweilen auf der Station schien gefährlich. Aber wo ein Unterkommen finden? Der Weg zur Stadt war weit und es waren 28 Grad Kälte. Unser Kamerad aus dem Abteil kannte die Stadt und versprach uns, ein Unterkommen zu finden. Zwei So daten schlossen sich uns auf der Wanderung an. Sie sprachen kein russisch und unser russischer Freund erkannte sie sofort als flüchtige Kriegsgefangene aus Sibirien, die versuchen wollten, in der allgemeinen Auflösung durch die Front in die Heimat zu gelangen. Er beglückwünschte sie, denn nun wäre der Krieg zu Ende und alle Menschen seien Brüder. Es gab keinen Unterschlupf in der Stadt, alle Hotels waren doppelt und dreifach besetzt, wir wußten vor Kälte und Uebermüdung weder ein noch aus und wieder half uns der Kamerad aus dem Eisenbahnabteil. Er führte uns in eine Art von Hotel, in dem Zimmer auf Stunden vermietet wurden. Kokaintrunkene Mädchen und die üblichen„Revolutions“gestalten empfingen uns, aber schließlich stellte die Wirtin meiner Frau und mir ein Zimmer gegen entsprechende Bezahlung zur Verfügung. Die Nacht war unruhig, vor der Türe wurde ein paarmal geschossen, aber wir fanden doch ein wenig Schlaf und Wärme. Revolutionsgespräche. Ein Glückszufall wollte es, daß ich am anderen Morgen auf der Straße den früheren armenischen Duma=Abgeordneten Surabow und Danid Trelisser traf, die gleichzeitig mit mir in der VerDie gebührende Abfertigung seitens der amtlichen deutschen Stellen hätten sie bereits erfahren. „Expreß Poranny“ schreibt in seinem Leitartikel, die Dummheiten der Pariser Presse seien von deutscher amtlicher Seite bereits energisch dementiert worden, und die deutsche Presse äußere sich mit Empörung darüber. Es sei möglich, daß die absurden Gerüchte von sensationslustigen Pariser Journalisten ausgingen. Wahrscheinlicher sei jedoch. daß die Gerüchte von Leuten ausgingen, die an der Trübung der Beziehungen zwischen den Völkern Interesse haben, und die in erster Linie davon träumen. Zwietracht zwischen Polen und Deutschland zu bringen. Bei der letzten Völkerbundstagung in Genf hätten gewisse internationale Kreise, die unter sowietrussischem Einfluß stünden, alle erdenklichen Mittel angewandt, um die Erledigung der Danziger Frage zu hintertreiben und aus der Freien Stadt einen Zankapfel zwischen Polen und Deutschland zu machen. Das sei ihnen nicht gelungen, und jetzt komme nun plötzlich die neue Danziger Sensation. Man könne sich des Eindrucks nicht erwehbannung in Balagansk geweilt hatten. Sie sollten in einem der Ertrazüge, die für die Prominenten der Revolution bereit gestellt wurden, noch am selben Tage die Reise nach Petersburg antreten. Sie boten uns einen Platz in ihrem Wagen an und retteten uns dadurch aus einer schwierigen Lage. Milizsoldaten sorgten, so gut es ging, auf dem Bahnhof für Ordnung, irgend ein Kommandant batte eine Ehrenwache aufziehen lassen, die sich zwar wenig martialisch präsentierte, dafür aber mit roten Kokarden und Schleifen geschmückt war, eine kleine Kapelle stimmte die Internationale an, als wir mit unseren Abgeordneten, zu denen sich noch Fürst Zeretelli. ein kaukasischer Dichter und Salonsozialist. gesellt hatte, der gleichfalls 1910 zur Verschickung nach Sibirien verurteilt worden war. Im Waggon erlaubte ich mir die schüchterne Frage, ob den Herren denn wirklich das alles gefalle, was wir eben gesehen hätten.„Das sind Kinderkrankheiten einer jeden Revolution“, wurde mir geantwortet, aber das Glück und die Befriedung der Menschbeit lägen jetzt in greifbarer Nähe. Da aber zeigten sich sofort grundlegende Meinungsverschiedenheiten unter den Revolutionsgrößen und zukünftigen Herren des russischen Schicksals. David Trelisser, der spätere Leiter der Auslandsabteilung der Ticheka, verwies auf Trotzki und Lenin, die bald dem Kerenski=Theater ein Ende machen würden. Der Anarchist Iwanow behauptete, es müßten noch viele Bomben aschleudert werden, ehe die Menschheit wirklich frei sein würde. Vorläufig wollte er sich in Petersburg im Palais der Kseschinskaja niederlassen, der Freundin des Zaren. Die Sozialrevo utionäre verspotteten wieder die sozialdemokratischen Abgeordneten und behaupteten. dah sie ein Paar alte Stiefel von Karl Marx für teures Geld erworben hätten und als Reliquie anbeteten. Aber alle diese Streitfragen störten nicht den Frieden im Waggonabteil, und da unser Zug überall Vor'ahrt hatte, so näherten wir uns am dritten Tage Petersburg. Petersburg. Auch der Nikolai=Bahnhof von Petersburg hatte seinen alten Glanz verloren. Sehr viel Militär drängte sich auf dem Bahnsteig. In getreuer Beachtung des Befehls Nr. 1 des neuen Kriegsministers Gutschkow, der die Grußpflicht den Offizieren gegenüber aufgehoben hatte, bahnten sich die Soldaten durch Ellbogenstöße, von denen mancher Vorgesetzte getroffen wurde, den Weg durch die Menge. Der Newsky=Prospekt sah schmutzig aus und das vom ren, daß die jetzigen Alarmgerüchte ein neues Glied in der Serie dieser dunklen Machenschaften seien. Weiter heißt es im„Expreß Poranny“, man müsse nur seine Verwunderung aussprechen, daß die Presse des verbündeten französischen Staates derartigen Unsinn kritiklos drucke. Die Pariser Redaktionen hätten doch leicht Möglichkeit gehabt, die Unwahrheit dieser Nachrichten bei der polnischen Botschaft in Paris festzustellen. Eine derartige Nervosität, Sensationsjagp und Kritiklosigkeit mache der französischen Presse keine Ehre. Großzügige Winterhilfsspende des deutschen Fleischerhandwerks 142 000 Dosen Fleisch. DNB. Berlin, 16. Febr.(Drahtber.) Der Reichsinnungsmeister des Fleischerhandwerks. Willy Schmidt=Nordstemmen, überreichte in Anwesenheit des Generalsekretärs des Reichsstandes des deutschen Dandwerks, Dr. Felix Schüler, dem Reichsbeauftragten für das Winterhiliswerk, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, im Auftrage des gesamten deutschen Fleischerhandwerks eine Urkunde über die Spende von 142 785 Fleisch= und Wurstdosen. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt sprach dem Reichsinnungsmeister für die aufopfernde Einsatzbereitschaft des Fleischerhandwerks im Dienste unseres Volkes seinen Dank aus. Die Winterhilisspende des Fleischerhandwerks hat die vorjährige Sammlung um 10 000 Pfund Fleisch= und Wurstwaren übertroffen. Deutsche Sporkflieger nach Afrika unterwegs DNB Berlin, 16. Febr.(Drahtb.) Zu dem am 22. Februar in Kairo beginnenden Oasenflug 1937 haben vier deutsche Sportflieger in diesen Tagen Deutschland verlassen. Der Präsident des Aero=Clubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau, und Luftsporthauptführer Thomsen sind nach gemeinsamem Start in Augsburg mit ihren beiden Messerschmidt ME 108 bereits in Afrika gelandet. Auch Karl Schwabe auf Klemm KL 32 ist schon über das Mittelmeer hinweg und Hauptmann Speck von Sternburg ist mit seiner Junkers III 86 ebenfalls auf dem Wege nach Kairo. Der Veranstalter dieses Oasenfluges ist der Königlich Aegyptische Aero=Club. Der aus einem Rundflug bestehende Wettbewerb endet am 27. Februar mit einer Geschwindigkeitsprüfung. Hauptschriftleiter: Joseph Hasler, Bochum. Stellvertr. des Hauptschriftleiters: Peter Schiffers, Bochum. Verantwortlich: Für den politischen, kulturpolitischen und den gesamten Unterhaltungsteil: Joseph Hasler, Bochum— für den lokalen Teil Bochum, für Theater und Musik: Peter Schiffers, Bochum— für Westdeutsche Umschau Verbreitungsgebiet und den Umbruch der Ausgaben Hattingen. Wattenscheid und E.=Steele: Georg Wilhelm Kruse, Bochum, für den lokalen Teil Hattingen und E=Steele: Dr. Joseph Kloners, E.=Steele, für Sport, Handel und den lokalen Teil Wattenscheid: Ferdinand Julius Landefeld, Bochum, für den Bilderdienst die einzelnen Abteilungsleiter.— Für den Anzeigenteil Bochum: Karl Lenge, Bochum; für den Anzeigenteil Hattingen/E.=Steele: Elly Becker, Hattingen; für den Anzeigenteil Wattenscheid: Hermann Lüther, Wattenscheid.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig.— Verlag und Druck: Schürmann& Klagges, Bochum. — D.=A. I. 1937 über 12000(davon Ausgabe A: Westfälische Volkszeitung Bochum über 8200; Ausgabe B: Volkszeitung für Ennepe=Ruhr/ Steeler Zeitung über 2600; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheid uner 1200. Fürsten Trubetzkot gemeißelte Standbild Alcxander III. am Ausgange, der mit befehlender Geste nach Osten weist(Beherrsche den Osten), paßte nicht mehr in die Umgebung. Die Stadt schien von Studenten und Studentinnen mit roten Schleifen an der Brust beherrscht zu werden, über den Litetny=Prospekt zog eine Arbeiterdemonstration unter wehenden roten Fahnen, die sich zum Smolny=Institut begab, in dem früher die Hoffräulein erzogen wurden, das aber jetzt der Arbeiterrat besetzt hatte. Wir fanden ein Unterkommen im Hotel de France an der Morskaia, in der Nähe des Winterpalastes, in dem jetzt Kerenski zusammen mit der Großmutter der russischen Revolution. Frau Breschko=Breschkowskaia, Wohnung genommen hatte und sich rühmte, im Bette Alexander II. zu schlafen. Eine Leibwache von bewaffneten jungen Mädchen bildete im Palais die Garde des Tribunen der russischen Revolution, der alaubte. allein durch seine Beredsamkeit die erweckten wilden Instinkte und die beginnende Auflösung meistern zu können. Es bestand ein kast operettenhaft anmutender Gegensatz zwischen der erschreckenden Wirklichkeit und einer autoritätlosen Regierung, die jede Gewaltanwendung scheute. Die Regierung hatte beschlossen, den Krieg bis zum siegreichen Ende weiter zu führen. Der frühere Führer der Demokraten(Kadetten) Miliukow hatte dem britischen Botschafter Buchanan und dem französischen Botschafter Paleologue bindende Versicherungen gegeben, aber abgesehen von den Offizierszöglingen, von einigen Kosaken und Eliteregimentern, wollten die Soldaten Brot, Land und Frieden und weigerten sich, an die Front zu gehen oder desertierten bei erster Gelegenheit. Frau Breschko=Breschkowskaia erließ aus dem Zarenpalast einen Aufruf, in dem sie die Notwendigkeit, den Krieg fortzusetzen, hervorhob. Ich sah. wie sie ein Matrose und ein Soldat, unter den Arm gefaßt, aus dem Portal des Palastes herausgeleiteten und auf dos nahe gelegene Marsfeld führten, wo sie eine Ansprache halten sollte. In der Tat hatte sich dort eine Menge angesammelt, aber kaum, daß die alte Dame. gestützt auf ihre Begleiter, zu sprechen anfing, so rief man ihr zu: „Babuschka, Großmutter, geh lieber nach Hause. Du wirst Dich erkälten. Du bist schon alt und verstehst nichts vom Kriege.“ Lachend zerstreute sich die Menge. Es galt nun. den Wea aus Petersburg hinaus durch die Front zu finden. (Fortsetzung solgt.) Mittwoch, den 17. Februar 1937. 1. Beilage der Volks-Zeitung Nr. 40— Seite 5 Arbeitstagung der Kreis= und Gauamtsleiter, In Iserlohn fand gestern nachmittag die sich: regelmäßigen Abständen wiederholende Arbeitstaaung der Kreis= u. Gauamtsleiter des Gaues Westfalen=Süd statt. Nach einleitenden Worten von Gauorganisationsleiter Hein Diehl sprach zunächst der Hauptschriftleiter der südwestfälischen Gaupresse, Gauamtsleiter Dr. Pfafferott, über Fragen der Presse und Pressepolitik im nationalsozialistischen Staate. Gauamtsleiter Sparkuhle gab einen ausführlichen Abriß über die heute so wichtige Frage des Arbeitseinsatzes. Eingehend zeigte er vor allem die Lage im Bergbau und in der Metallindustrie. Der Leiter der NSKCV., Gauamtsleiter Struckmann, zog dann in längeren Ausführungen einen Querschnitt durch die Arbeit und das Wollen der nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung und appellierte an das Verständnis aller Hoheitsträger im Gau für die Unterstützung der Kriegsopfer. Zum Schluß sprachen Hauptschriftleiter Dr. Pfafferott über die Fahrt der NS.=Journalisten in das faschi und Gauinspekteur Oberbürgermeister Meister (Herne) über das Bundesfest des Deutschen Sängerbundes 1937 in Breslau. Der stellvertretende Gauleiter Pg. Vetter faßte die Ergebnisse aller dieser Referate in seinen Schlußworten zusammen und beendete dann die arbeitsreiche Tagung. Bochums neuer Junggesellenhauptmann In der unter dem stellvertretenden Junggesellenhauptmann Oberleutnant Wicking stattgefundenen Versammlung der Offiziere der Bochumer Junggesellen gestern abend im Bochumer Hof wurde auf Vorschlag des Oberleutnants Brucker Kamerad Oberleutnant Hucklenbroich zum Junggesellenhauptmann gewählt. Totenglocke. Nach kurzer schwerer Krankheit verstark der Lokomotivführer Josef Kamperdick, der besonders in Sängerkreisen eine weitbekannte Persönlichkeit uno auch dem deutschen Gesang mit seiner ganzen Person verhaftet war. Besonders der Sängerkreis Bochum wird durch sein Ableben schwer getroffen, da er in seinen Vorstand eine fühlbare Lücke reißt. War der Verstorbene doch seit 13 Jahren Kreis=Kassenführer, welchen Posten er mit Liebe und Zuverlässigkeit versah. Mehrer Jahre leitete er den MGV reley", zuletzt gehörte er dem MGV. Einigkeit“ an. Schon als Junge war er in kirchlichen Vereinen dem deutschen Lied ergeben, diese Treue zum deutschen Gesang begleitete ihn durch sein ganzes Leben. Bei allen Männergesangvereiner. Bochums und weit darüler hinaus war er eine bekannte und geachtete Person. Auch als Mensch genoß er die höchste Wertschätzung aller, die ihn kannten oder mit ihm in Berührung kamen. Sie alle werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Der Sängerkreis Bochum wird seinem verdienten San gesbruder am moraigen Donnerstag die letzte Ehre erweisen. Möge er in Feeden ruhen' V Personenwagen überschlug sich. Gestern abend gegen 7 Uhr kam ein Personenwagen, der die Herner Straße in Richtung Herne befuhr, kurz vor der Eisenbahnüberführung ins Schleudern, überschlug sich und blieb auf dem Bürgersteig auf der Seite liegen. Personen wurden nicht verletzt, der Wagen wurde beschädigt. VDirigentenjubiläum. Der langjährige Leiter des Melanchthon=Chores, Musikdirektor Willy Mehrmann, kann heute auf eine 20jährige Tätigkeit als Chor= und Orchesterdirigent zurückblichen. M. kam als ehemaliger Thomas=Schüler aus der Stadt des großen Bach und übernahm in Herne als Städt. Musikdirektor den Städt. Musikverein. M. brachte aus der Stadt des großen Meisters die Gabe mit sich, die Ewigkeitswerte Bach's den willigen Zuhörern zu vermitteln. Vor ungefähr sechs Jahren übernahm er die Leitung des Kirchenchores der Melanchthongemeinde, der unter seiner Leitung in unserer Heimatstadt eine beachtliche Höhe erreicht hat. Allen Verehrern Bach'scher Kunst wird er sein großes Können in dem bevorstehenden Bachfest, an dem u. a. die Mathäus=Passion zum Vortrag gelangen wird, unter Beweis stellen. Seinem mehrjährigen Wirken verdankt Bochum, die Industriestadt, mit die Bedeutung als eine erstklassige Pflegestäte deutscher Kunst. )( Teppichstangendiebstahl. Am- und 9 Februar wurden zwei hinter dem Häuserblock Hattingerstraße 100 angebrachte Teppichstangen gestohlen. Die 3½ Meter langen Stangen waren aus verzinktem Eisenrohr. Wer kann zu diesem Diebstahl Angaben machen?— Angaben, die auf Wunsch vertraulich bebandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße 35, Zimmer 245. Bochumer Tageschronik Man merke! Mittwoch, den 17. Februar. Sonnenaufgang 7,43 Sonnenuntergang 17,46 Mondaufgang 9.48 Monduntergang 1,03 1673 Der französische Lustspieldichter Jean Baptiste Maliere in Paris gestorben(geb. 1622). 1823 Der preußische General Graf Kleist von Nollendorf in Berlin gest(geb. 1762). 1854 Der Großindustrielle Friedrich Alfred Krupp in Essen geboren(gest. 1902). 1931 Der Saatgutpächter Ferdinand von Lochow in Luckenwalde gestorben(geb. 1884). 1934 Albert I, König der Belgier, abgestürzt vom Marche=les=Dames bei Namur(geb. 1875). 1934 Der erste Urlauberzug von KdF geht mit 1000 bedürftigen Arbeitskameraden in die Berge nach Oberbayern. * Selten steht einer im Leben vom Beginn auf der richtigen Stelle. Kann er sie nicht erreichen, dann hat er zu sorgen, daß die Stelle, auf der er hingestellt ist, die richtige werde. Leirner. An alle Betriebs- und Gefolgschaftsführer Die ersten Bochumer traten an Gestern griffen die ersten Anwärter auf Siegesehren in den Reichsberufswettkampf ein. Es waren die Teilnehmer aus dem Gaststätiengewerbe, die in der Schlegel=Brauerei ihre proktischen und theoretischen Prüfungen ablegten. Einige Bilder sollen den Kampf verdeutlichen. des Gaststätten= und Beherbergungsgewerbes. Um alle Lehrlinge im Gaststätten= und Beherhergungsgewerbe zu erfassen, werden die jeweiligen Betriebs= und Gefolgschaftsführer gebeten, umgehend der Arbeitsgemeinschaft für das Gaststätten. und Beherbergungsgewerbe Vochum, Bochum, Alleestraße 46, ihre Meldungen hereinzureichen. Es ist dabei anzugeben, als was die Lehrlinge eingestellt wurden, sowie Alter und Berufsjahr. Der Wichtigkeit halber sind die genauen Angaben dringend erforderlich. Die Meldung hat bis spätestens zum 17. d. Mts. zu erfolgen. Rose, Kreisgruppenleiter der Wirtschaftsgruppe Gaststättenund Beherbergungsgewerbe und stellv. Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Paßmann, Kreisbetriebsgemeinschaftsleiter der RBG Handel und Leiter der Arbeitsgemeinschaf“. Handteschenraub in Bochum Auch das Zapfen will gelernt sein. Jedes Glas Bier will schäumig serviert sein. Ein Lehrjunge, der noch mal Meisterkoch werden will. Man sieht, daß er mit Lust und Liebe bei seiner Rührarbeit ist(Bild rechts). Täter in Lütgendortmund festgenommen. Durch den Fahrer eines Personenkraftwagens wurde gegen 22 Uhr auf offener Straße und zwar vor dem Hause Quellenweg Nr. 26 in Bochum ein Raubüberfall verübt. Der Fahrer fragte eine vorübergehende Frau von hier nach dem Weg nach Essen. Tavei entriß er ihr plötzlich die Handtasche mit Inhalt und versuchte sie in den Wagen zu ziehen. Die Ueberfallene setzte sich mit dem Regenschirm zur Wehr. Hierbei kam sie zu Fall und erlitt leichte Knieverletzungen. Als nunmehr die Frau laut um Hilfe rief, fuhr der Täter in schneller Fahrt in Richtung Essen fort. Die Ueberfallene nahm in Begleitung eines ihr bekannten Kraftwagenbesitzers sofort die Verfolgung auf. Noch in derselben Nacht konnte der Täter in Lütgendortmund festgenommen werden. Es handelt sich um einen entwichenen Strafgefangenen Erich H., der bereits vor zwei Jahren durch mehrere Raubüberfälle hier bekannt geworden ist. Der von dem Täter benutzte Personenkraftwagen stammte aus einem Diebstahl. Anscheinend hat der Täter das Bargeld aus der Handtasche entnommen und diese fortgeworfen. Wo ist eine braune Rindlederhandtasche, ca. 30X 40 Zentimeter groß, gefunden worden? In der Handtasche befanden sich 3 Quittungen der Kohlenfirma Löhr und ein Schlüsselbund mit 7 Schlüsseln. Angaben erbittet die Kriminal=Polizei Bochum, Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer 244. Opferschießen westfälischer Schützen Das Opferschießen westfälischer Schützen geht am Sonntag, dem 14. März, vor sich. Die Ausrüstung und Gestaltung des Schießens bleibt jedem Verein überlassen. So kann das Opferschießen auch mit einem Preisschießen verbunden werden. Es wird ein Opferbetrag von 30 Pfg. für jeden am Schießen beteiligten Schützen, sowie 5 Pfg. Sportgroschen erhoben. Für dieses Opferschießen wird auch eine künitlerisch schön herausgearbeitete Winterhilfsnadel seitens des Schützengaues Westfalen vertrieben. Jeder Schützenverein, der sich am Opferschießen beteiligt, erhält eine Ehrenurkunde. Mädchen, die einst einmal im Haushalt sich nützlich machen und Kinder betreuen wollen. Dazu gehört, daß man die Kleinen mit allerhand selbstverfertigten Sachen unterhalten kann, aber auch in Bürosachen firm ist. 88. Fotos Herker Antikomintern-Zua in Bochum heute um 18 Uhr Einholung durch das Avnn- Besichtigung ab 15.2.37 Der Antikomintern=Zug, auf dessen Bedeutung wir unsere Leser schon wiederholt aufmerksam gemacht haben, befindet sich im Augenblick auf der Fahrt von Buer nach Bochum. Er wird gegen 18 Uhr durch das NSKK offiziell in unsere Stadt eingeholt werden und auf dem Rathausvorplatz Aufstellung finden. Nach Aufstellung des Zuges wird vom 19. bis 26. Februar die einzigartige Ausstellung der Oeffentlichkeit in der Zeit von 9 bis 21 Uhr zugängig sein. Um allen Volksgenossen den Besuch der Ausstellung zu ermöglichen, ist der Eintrittspreis auf nur 0.30 RM festgesetzt worden: eine Tonfilmvorführung ist in diesen Preis eingeschlossen. eine einzigartige Gelegenheit, die niemand vorübergehen lassen darf. Führt auch die Jugend in diese Ausstellung, damit sie frühzeitig erkennt, daß ein Sieg des Weltbolschewismus gleichbedeutend ist mit der Zerstörung aller Kultur und aller Lebensfreude, mit der Zersetzung des Familienlebens, mit der Verlotterung und Verelendung des heranwachsenden Geschlechts, kurz: mit der Vernichtung ihrer eigenen Zukunft! Herzklopfen und Luftmangel nach den Mahlzeiten beweist noch längst kein organisches Herzleiden. Meist handelt es sich dann nur um einen Hochstand des Zwerchfells durch Gasansammlung im Magen und Darm bedingt, der einen Druckreiz auf das nervöse Herz ausübt.— Verhalten: kleine Mahlzeiten, wenig trinken, blähende Speisen vermeiden und nach den Hauptmahlzeiten eine heiße Leibwärmflasche auflegen. hufeisen aus Aluminium Die allgemein verwendeten Hufeisen haben ein beträchtliches Gewicht, deshalb ist man auf den Gedanken gekommen, an Stelle des Eisens Aluminium=Legierungen zu verwenden. In der Tat haben sich solche sehr gut bewährt, denn sie ermüden infolge ihrer Leichtigkeit das Pferd weniger und erhöhen seine Leistungsfähigkeit. Reines Aluminium wäre zu weich, dagegen sind Aluminium=Legierungen praktisch ebenso fest wie Eisen, aber ganz betrchtlich leichter Allerdings ist der Preis der neuen Hufeisen bedeutend höher. Wir begrüßen es dankbar, daß der Antikomintern Zug auch unsere Stadt berührt und unseren Mitbürgern Gelegenheit gibt, sich an Hand von Bildern, Modellen und Dokumenten eine genaue Vorstellung von der blutigen Schreckensherrschaft der Kommunisten und den weitgespannten gefährlichen Zielen der Komintern zu machen. Deutschland ist durch die geschichtliche Tat des Führers das einzige Bollwerk gegen Moskau und seine dunklen Pläne der Weltrevolution geworden. Aber damit ist die kommunistische Gefahr noch nicht aus der Welt geschafft, der blutige Bürgerkrieg in Spanien, die Hinmetzelung aller anständigen Bevölkerungsteile durch die roten Horden ist ein fürchterlicher Beweis für die planmäßige Vorbereitung der bolschewistischen Weltrevolution. Pflicht jedes deutschen Volksgenossen ist es sich über das Schreckens=Regiment des Bolschewismus und den deutschen Abwehrkampf zu unterrichten. Dazu bietet die Ausstellung mit ihrem ebenso grauenhaften wie beweiskräftigen Tatsachenmaterial, das in dieser Vollständigkeit noch niemar gezeigt wurde Kealsteuern und Haushaltsplan Eine Besprechung bes der Handelskammer. Die Industrie= und Handelskammer zu Bochum hatte zu einer Besprechung eingeladen, um den an der Gewerbesteuerneuregelung besonders interessierten Kreisen ihres Bezirks richtungweisende Ausführungen insbesondere für die praktische Betätigung auf diesem Gebiete auch angesichts der Aufstellung der gemeindlichen Haushaltspläne zu übermitteln. Der Präsident der Industrie= und Handelskammer, Bankdirektor Dr. M. A. Schlitter, führte einleitend aus, daß gerade die Kammer Bochum allen Fragen der Gemeindefinanzpolitik seit jeher ihr besonderes Interesse entgegengebracht und damit das den amtlichen Berufsvertretungen übertragene Anhörungsrecht au den Realsteuerumlagebeschlüssen auf das Gewissenhafteste wahrgenommen habe. Zurzeit müsse darüber Klarheit geschaffen werden, in welcher Weise das neue Gewerbesteuerrecht in den kommenden Haushaltsplänen der Gemeinden am zweckmäßigsten erstmalig zur Anwendung gebracht werden könne unter Berücksichtigung sowohl des Interesses der Wirtschaft wie der Gemeinden in gleicher Weise. Dabei müsse vor allem den Gemeinden Gelegenheit gegeben werden, Vorgänge, Tatsachen und Entwicklungstendenzen der gewerblichen Wirtschaft kennenzulernen, was für ihr Finanzgebaren von erheblichem Nutzen ist. weiteren Verlauf berichte der stellv. Syndikus der Kammer, Dr. Prasse, in einem eingehenden Referat über das neue Gewerbesteuerrecht und die sich daraus für die gewerbliche Wirtschaft ergebenden Folgerunge Fahrtenführerschulung auf Schloß Billstein Auf Schloß Billstein im Sauerland begann in diesen Tagen eine Fahrtenführerschule des Gebietes Westfalen, an der ua. die Fahrtenstellenleiter der Banne und Fahrtenstellenleiterinnen der Untergane teilnehmen. In eingehenden Besprechungen werden auf dieser Schulungstagung die Fahrten für die kommenden Sommermonate festgelegt. Der Leiter der Abteilung für weltanschauliche Schulung im Gebiet, Oberbannführer Ovens, stellte in einem Referat die Fahrten der Hitleriugend als wirkungsvolles Mittel der Schulung heraus. Die Fahrten dürften heute für unsere Jungen und Mädel nicht nur mehr ein bloßes Wandern, Schauen und Sicherholen sein, sondern darüber hinaus sollten die Teilnehmer Heimat und Volkstum schätzen und lieben lernen. Eine volkspolitische Aufgabe liege vor allem in den Grenzlandfahrten, auf denen die Jungen und Mädel einen Einblick gewinnen in den harten Kampf des deutschen Volkstums an der Grenze. In der Zeit vom 12.—14. Februar nehmen an der Tagung auch noch die Grenzen= und Auslandsstellenleiterinnen der BdM=Untergaue teil. Eløktrogemeinschaft Bochum Am Montag nachmittag fand in der Gastwirtschaft Uhlenbruch eine Versammlung der Elektrogemeinschaft Bochum statt, zu der die Mitglieder in stattlicher Zahl erschienen waren. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer Dipl.=Ing. Becker wurde über die Rundfunkentstörung sowie über die Anbringung von Beleuchtungskörpern durch Fachhändler gesprochen. Obering. Fiege(A. F. E.— Berlin) hielt einen Vortrag über„Aufgaben des Elektrofaches im Vierjahresplan". Der Führer wolle, daß Deutschland in allen den Stoffen, die es durch eigene Fähigkeiten herstellen könne, vom Auslande unabhängig werde. Zur Erreichung dieses Zieles seien dem Elektrofach wichtige Aufgaben gestellt. Durch einen größern Einsatz von Elektrofahrzeugen anstelle von solchen mit Benzin angetriebenen könnten Devisen eingespart werden. Noch kürzlich sei von hoher Regierungsstelle betont worden, wie wichtig das Elektrofahrzeug auch heute noch sei. Die Verwendungsmöglichkeit von Porzellan statt Kupfer bei der Herstellung von Heißwasserspeichern sei zu untersuchen. Die elektrische Kühlung habe, wie der Erfolg der im vergangenen Jahre gemeinsam mit dem Reichsnährstand durchgeführten Aktion„Kampf dem Verderb“ gezeigt habe, eine wichtige Aufgabe zur Sicherung der Ernährungsfreiheit zu erfüllen. Ferner sprach Obering. Fiege über Rohstoffersparnis durch bessere Leitungsausnutzung, insbesondere durch Verwendung von trägen Sicherungen und Schutzautomaten. Speisequark gibt Kraft und Mark! Deutsche Hausfrau! Selten nur kannst Du für einen so niedrigen Preis ein so wertvolles Nahrungsmittel kaufen. Wir wollen Dich nicht mit wissenschaftlichen Zahlen und Tabellen langweilen. Wisse, daß Speisequark als Hauptnährstoff das Milcheiweiß enthält und reich an Kalk= und Phosphorsalzen ist. Diese sind notwendig zur Bildung und Gesunderhaltung der Knochen und Zähne. Deshalb essen ihn auch die Kinder so gern. Ist er mit Obst oder Fruchtsäften angerichtet, so sind sie ganz begeistert davon. Speisequark hilft auch gut verdauen, was ja bekanntlich die wichtigste Tätigkeit bei unserer gesamten Nahrungsaufnahme ist! Der feine säuerliche Geschmack ist nämlich auf die Bildung von Milchsäure zurückzuführen, die aus dem Milchzucker beim Kauen entsteht. Diese Milchsäure fördert die Verdauung auf die einfachste und natürlichste Weise, ohne den Darm zu reizen. Es ist erstaunlich, was für abwechslungsreiche, wohlschmeckende warme und kalte Speisen sich mit Quark bereiten lassen! Als Brotaufstrich ist er vorzüglich. Die aus Quark hergestellten eiweißreichen Käse: Harzer, Mainzer, Thüringer Stangenkäse, Goldleisten, Bauern= oder Faustkäse, haben den gleichen Nährwert und die gleichen guten Eigenschaften. Auch der sogenannte Blauschimmelkäse, der, ähnlich dem Camembert, mit einem feinen, eßbaren Schimmelrasen besiedelt ist, hat seine besonderen Liebhaber. Der eiweißreiche Käse ist typisch deutschen Ursprungs und gehört also mit Recht zu unserer bodenständigen Ernährung. Bei seiner Verwendung schlägst Du, wie der Volksmund sagt, mindestens vier Fliegen mit einer Klappe: Du schonst Dein Wirtschaftsgeld, ernährst Dich und die Deinen richtig, hilfst uns Devisen sparen und die Fettversorgung sichern, alles Pflichten, denen Du Dich nicht entziehen darh. Die Werbung im Rahmen des Vierjahresplans Ohne Werbung gehl es nicht Die Ortsfachschaft in der Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute hielt im Ratskeller ihre diesjährige erste Mitgliederversammlung ab. Ortsfachgruppenleiter Rübhausen konnte auch den Vertreter der Gausachschaft begrüßen. Er gab zunächst einen Rückblick auf das vergangene Jahr, in dem acht Mitgliederversammlungen und mehrere Kameradschaftsabende abgehalten wurden. Auch das vergangene Jahr brachte der Fachschaft weitere Fortschritte. Er ermahnte die säumigen Mitglieder, die Veranstaltungen der Fachschaft besser zu besuchen, andernfalls Anzeige an die Gaufachschaft ergeht. Auch versicherte er erneut die Partei und die Behörden der ehrenamtlichen Mitarbeit bei Ausgestaltung von Feiern. Die Krönung der Jahresarbeit war die Bildung der Arbeitsgemeinschaft zwischen der Fachschaft und der DAF. Das nächste Fest wird die Fachschaft am 10. April im Silcherhaus veranstalten. Es soll noch schöner als die bisherigen werden und alle anderen Feste Bochums übertreffen. Er bestellte eine besondere Kommission, die das Fest vorbereiten soll. Auch rief er alle Mitglieder zu tatkräftiger Mitarbeit auf. Es werde ein Fest der Ueberraschungen werden. Daß in der Fachschaft auch ernste Bildungsarbeit an den Mitgliedern geleistet wird, bewies die Aussprache über die folgenden Bildungsabende. So sind für die Betriebswerber zwei Lehrvorträge über Werbepsychologie und drei Lehrvorträge über Marktanalyse vorgesehen. Ortsfachgruppenleiter Reeger sprach über die Bildungsabende für die Gebrauchswerber. Der nächste ist heute in der Trankgasse. Sie behandeln Zeichnen, Plakatschrift und Kleiderstecken. Am 28. Februar beginnt in Düsseldorf die Frühjahrssaison mit entsprechender Schaufensterdekoration. Aus diesem Grunde soll dorthin wieder eine Fahrt im Autobus unternommen werden. Anmeldungen haben bis zum 22. Februar zu geschehen. Auch wurden die Mitglieder aufgefordert, mehr als bisher die Ausstellungen in der städtischen Gemäldegalerie'zu besuchen. Pg. Schmidt richtete an die Versammelten ein offenes ernstes Wort. Er forderte sie auf, sich ganz und gar für Vochum einzusetzen. Denn es sei die besondere Aufgabe der Werbesachleute, gerade für Bochum zu werben. Entweder bleibe Bochum ein Dorf, oder aber es wird eine Stadt, die durch die Werbefachleute ihr besonderes Gesicht erhalte. Es dürfe nicht so weiter gehen, daß auswärtige Kräfte die Veranstaltungen der Partei und ihrer Gliederungen aufziehen. Hier gelte es in der Zukunft für die Werbefachleute zu zeigen, was sie können. Die Mitglieder wurden aufgefordert, bis zum 15. März an die Fachschaft ihre Pläne zur würdigen Ausschmückung des Schützenhofes einzureichen. Dekorationsmaterial ist bei der DAF in Hülle und Fülle vorhanden. Auch wurden die Mitglieder zum Besuche der AntikominternAusstellung, die heute in Bochum eintrifft, angehalten. In längeren Ausführungen sprach dann Kreispropagandawart der DAF Schmidt über den Viersahresplan und die Verpflichtung aller Volksgenossen, zum Gelingen nach Kräften beizutragen. Zum Schluß sprach dann Ortsfachgruppenleiter Rübhausen über die Aufgaben der Werbefachleute im Vierjahresplan. Jeder Berufsstand hat die Verpflichtung, wirtschaftlich das Aeußerste für diesen Plan herzugeben. Der Vierjahresplan bringt schwere, aber notwendige Eingriffe für die gesamte nationale Wirtschaft. Allen Neuerungen aber steht der Mensch als Masse skeptisch gegenüber. Aber auch hier ist der Mensch die stärkste Werbekraft. Er schafft den Glauben, den Willen, die Tat und durch diese die Kraft Hier ist es Aufgabe der Werbefachleute, sich mit den Ungläubigen und Zweiflern auseinanderzusetzen. Es gilt, den Menschen von der Güte und Leistung der neuen Erzeugnisse zu überzeugen. Das ist zunächst die Hauptaufaabe des Werbefachmannes. In der neuen Aufgabe der Werbefachleute muß äußerlich schon die Liebe zur Sache erkennbar sein. Ohne Werbung geht es nicht. Die aber, die heine Werbung machen, sollen sich nicht beklagen, wenn es ihnen schlechter geht. Dankbarkeit verpflichtet jeden Werbefachmann, seine ganze Kraft für den Vierjahresplan einzusetzen. Sein Erfolg dient allen Deutschen und nicht zuletzt den Werbefachleuten selbst. Die Deutsche Arbeitsfront Kreisbetriebsgemeinschaft 4„Bau“ gibt bekannt: Tarifordnung über den Urlaub nach dem Markensystem im Bau= und Baunebengewerbe vom 2. Juni 1936. In der letzten Zeit sind wiederholt Betriebsführer dazu übergegange n und haben Urlaubskarten freigegeben, ohne daß die Voraussetzungen des 8 7 der oben bezeichneten Tarifordnung gegeben waren. Ich weise nochmals ausdrücklich darauf hin, daß außer den im 8 10 aufgeführten Fällen, die Urlaubskarte nur nach Erfüllung der im 8 7, Abs. 2. bestimmten Anwartschaft von mindestens 32 Wochen, freigegeben werden darf. Ich bitte die Führer der Betriebe dieses besonders beachten zu wollen. Salmen. Kreisbetriebsgemeinschaftswalter der RBG 4„Bau“ )(Vortragsabend im K. A. V. Am Montag veranstaltete der kath. Akademikerverein einen Vortragsabend. Nachdem der Vorsitzende Chefarzt Dr. Lossen die Anwesenden begrüßt und verschiedene Vereinsmitteilungen bekannt gegeben hatte, sprach Dr. Braig über das Thema:„Die Bedeutung der Klassik und Romantik für die Entwicklung des katholischen Geistes“. Einleitend skizzierte der Vortragende die religiöse und philosophische Lage in Deutschland vom Ausgang des dreißigjährigen Krieges bis zur Klassik, welche einen inhaltlichen und formalen Höhepunkt des deutschen Geisteslebens darstellt. Mit dem Anbruch der Neuzeit hat sich der Mensch auf sich gestellt. Ratur und Uebernatur stehen in schroffem Gegensatz. Dieser Riß im deutschen Geistesleben wird vertieft durch die Glaubensspaltung. Die Dichtkunst schien berufen, die Synthese zwischen Irdischem und Ueberirdischem zu vollziehen. Der Vortragende schilderte die verschiedenen Lösungsversuche bei Leibniz, Herder und Lessing, welche diese getrennten Bereiche vereinigen wellten. Eingehend charakterisierte der Redner darauf die Stellung Goethes zu diesem Problem, die er an den verschiedenen Stufen der Dichtung Goethes nachwies. Goethe erkennt die Seinsstufen der Ratur und sieht den Menschen in der Schöpfungsordnung, womit er sich katholischem Gedankengut nähert.— Schillers philosophisch=spekulativer Geist sieht die wahre Lölung in der Weltüberwindung des Heiligen.(Maria Stuart, Jungfrau von Orleans.) In der Romantik sind Glauben und Wissen nicht mehr Gegensätze. Im Glauben geht vielmehr erst das rechte Wissen auf.— Fr. Schlegel, der Führer der älteren Rowantik, hat alle Phosen von seichter Sentimentalität bis zur mystischen Hingabe durchlaufen. Das Studium Plutos ließ ihm das Urbild erfassen und suchen Die ganze Unruhe seines Geiltes offenbart sich in seinem wissenschaftlichen Streben. Für ihn ist Wissenschaft und Leben Einheit, immer strebt er nach Totalität, wobei methaphysische und historische Erkenntnis sich ihm verbinden. In der Erkenntnis von der Urspaltenheit der Seele ist das Geheimnis der Konversion Schlegels zu erblichen.— Görres, der Führer der jüngeren Romantik, hat die größte Leistung für die Verbindung von katholischem und deutschem Geist vollzogen. Der Logos des Christentums erschien ihm am reinsten in der Epoche des christlich-katholischen Mittelalters verkörpert. Hier erblichte er die personifizierte Macht des deutschen und katholischen Volksgeistes. Der Idealismus Fichtes und Schillers ist bei ihm in flammende Gläubigkeit getaucht.— Görres wie auch Brentano waren die großen Weltkinder und Gottsucher der Romantik, die heimkehrten zum Glauben ihrer Väter. Aber nur Görres ist die Synthese von Ratur und Gnade gelungen.— Die Zuhörer dankten dem Redner für seine weitausgreifenden und aufschlußreichen Ausführungen mit lebhaftem Beifall. Kurse für Autogen= und Elektroschweißung. An der Städt. Gewerbeschule Vochum beginnt Östern 1937 ein neuer Kursus für Autogen= und Elektroschweißung. Den Teilnehmern wird Gelegenheit gegeben, sich die für das moderne Schweißen forderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in den Schweißwerkstätten der Städt. Gewerbeschule anzueignen. Bei der immer weiteren Verbreitung des Schweißens im allgemeinen Maschinen= und Apparatebau ist die sichere Beherrschung und Kenntnis von Apparaturen und Einrichtungen für viele Berufe eine dringende Notwendigkeit geworden. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle der Städt. Berufsschule Bochum, Trankgasse 5, Eingang A, Zimmer 2, entgegen V Ein Frühlingsbote. Eine Leserin schreibt uns: Gestern flatterte mir beim Betreten unseres Hausbodens irgend etwas vor die Füße. Ich bückte mich und hob einen Schmetterling von der Erde auf. Ein schön gezeichnetes Tagpfauenauge. Unwillkürlich mußte ich überlegen, in welchem Monat sind wir denn? Das jetzt herrschende milde Wetter hatte sicher dazu beigetragen, den kleinen Sommergast schon jetzt aus der Puppe hervorzulocken. Armer kleiner Kerl, du hast dich täuschen lassen und mußt nun deinen Fürwitz teuer bezahlen! Aus den Vereinen V Kunstverein Bochum. Heute um 20,15 Uhr spricht in der städtischen Gemäldegalerie an Hand eines Lichtbildstreifens Professor Dr. SchardtBerlin über„Die Plastik des deutschen Bürgertums“. + Jahrestagung des Westfälischen Bäcker=Sängerbundes„Germania". Das deutsche Volkslied hat seit Jahrhunderten in den Bäckerinnungen Westfalens eine gute Pflegestätte gefunden. Sehr viele der Innungen haben Gesangabteilungen, die sich seit Jahrzehnten schon vereinigt haben im Westfälischen Bäckersängerbund„Germania“. Der Bund hielt am letzten Sonntag in der Tor halle zu Hagen eine außerordentlich stark besuchte Jahrestagung unter dem Vorsitz des Bundesleiters Grobe=Dortmund ab. Der Jahresbericht des Bundesschriftführers Beche=Dortmund ließ eine intensive Pflege des Volksliedes in den einzelnen Abteilungen feststellen. An dem Zentralverbandstag deutscher Bäckerinnungen in Mannheim im Mai vorigen Jahres beteiligten sich 146 Bäcker=Sänger Westfalens, die an der historischen Stätte des Heidelberger Schlosses gutgelungene Liedervorträge zu Gehör brachten. Die Jahrestagung beschloß, sich an dem Deutschen Bundeslängertag 1937 in Bieslau zahlreich zu beteiligen. Bundesleiter Grobe wurde einstimmig wiedergewählt und der bisherige Beirat bestätigt. Im Sommer soll ein westfälisches Sängertreffen der Bäcker im Sauerland stattfinden, die nächste Jahrestagung erfolgt in Gelsenkirchen. Der Jahresversammlung schloß sich ein gesanglicher Teil an, in welchem die Gesangabteilungen Hagen, Bochum. Dortmund, Gelsenkirchen und Hattingen den Beweis erbrachten, daß auch das Volkslied weitere Pflege im Bunde findet. Bezirksinnungsmeister GGrobe bewertete in seiner Festrede den Männergesang als echtes deutsches Kulturgut, das eifrige Förderung verdiene V Gesang=Vereinigung der Eisen= und Hüttenwerke A.=G., e. V., Bochum. Die Gesang=Vereinigung hielt am Sonntag ihre Jahreshauptversammlung im Vereinsheim Richard Burrack ab Von 100 Mitgliedern waren 79 anwesend, 11 Mitglieder hatten sich entschuldigt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vereinsführer, Pg. Schulte, gab dieser einen eingehenden Rückblick auf die gesamte Arbeit des vergangenen Jahres und stellte zur allgemeinen Freude fest, daß sich alle Sangesbrüder bei öffentlichen Auftritten und zu Veranstaltungen der Werksgemeinschaft recht rege beteiligten Der stellv. Vereinsführer Wullenkord überbrachte dem Vereinsführer den Dank der Versammlung in Wort und Lied für lein großes Interesse, das er dem deutschen Sangeswesen im allgemeinen und unserer Vereinigung im besonderen entgegenbringt. In seinen Ausführungen gab 1 Schriftwart Sondhof einen Ueberblick über die inneren und äußeren Angelegenheiten der Vereinigung. Der Kassenbericht, der in übersichtlicher Einteilung der Einnahmen und Ausgaben das Aufblühen unserer Vereinigung beleuchtete, wurde nach den Berichten der Kassenprüfer Sangesbrüder Laubenthal und Follert genehmigt, so daß der Vereinsführer dem Kassierer Sangesbruder Möller Entlastung erteilen konnte Besonders herzlich wurde von der Versammlung ein Antrag aus der Reihe unserer Mitglieder entgegengenommen, unserm verehrten Chormeister Willy Kölling in Würdigung seiner Verdienste um das deutsche Lied und um sein eifriges Bestreben zur Förderung der künstlerischen Leistung unserer Vereinigung, zum Ehrenchormeister zu ernennen. Der Vereinsführer stellte nach Abstimmung über diesen Antrag fest, daß die Mitglieder ausnahmslos mit Begeisterung zustimmten. Ueber diese Ernennung soll Herrn Kölling eine Urkunde ausgehändigt werden. Alsdann dankte der Vereinsführer noch unserer Schutzherrin, Frau Carlota Krause, die durch ihr Erscheinen dem großen Interesse Ausdruck verlieh, das sie zu unserer Sache hat. Nach einem kurzen Ausblick auf das Jahr 1937 und nach Worten des Dankes für unseren Führer, der auch unserer deutschen Sängersache seine Aufmerksamkeit schenkt, erklärte der Vereinsführer die Versammlung für geschlossen, die in schönster Harmonie und innerer Verbundenbeit verlaufen war. V Der Paderbörner Verein hatte am Sonntag seine Generalversammlung, welche sehr zahlreich besucht war. Der Jahres= sowie der Kassenbericht zeigten ein sehr gutes Ergebnis. Der Verein zahlt auch in diesem Jahre seinen Mitgliedern sowie deren Ehefrauen eine Sterbebeihilfe von 325 Mk. Die Mitgliederzahl stieg von 342 auf 380. Im Monat April soll ein Paderbörner Wurstessen veranstaltet werden, verbunden mit einer großen Werbeversammlung. Sodann wurde noch beschlossen, im Juni eine Dampferfahrt ins Blaue zu veranstalten, an der sich alle Landsleur mit Familie beteiligen können. Kameradschaft ehem. 172er, Ortsgruppe Vochum. Der Kameradschaftsführer Stadtobersekretär Winkler eröffnete den Monatsappell und hieß vor allem die Kameraden aus Duisburg, Recklinghausen und Gelsenkirchen willkommen. Schriftwart Salzmann gab die Eingänge bekannt Eine längere Aussprache Es muß Dein Ehrgeiz sein, zn jeder Gelegenheit Dich des Opserns für das WHW. zu entsinnen. erforderte der Ausflug, der am 30. Mai ins Sauerland(Dahl— Priorei— Rummenohl— Altena) stattfinden soll. Eine Reisekasse wurde errichtet und Kamerad Menne wurde mit dem Einziehen der Gelder beauftragt. Ein Pokalschießen der im Industriegebiet bestehenden Ortsgruppen wurde angeregt. Der diesjährige Regimentstag ist am 24. bis 26. Juli in Offenburg. Inzwischen trafen die Kameraden des Bundesvorstandes aus Essen ein, die bereits eine Vesprechung erledigt hatten. Auch sie wurden vom Kameradschaftsführer begrüßt. Nach einer kurzen Pause nahm der Bundesvorsitzende Kamerad Rekter Vorwald das Wort zu einem Vortrag. Im Anschluß daran blieben die Kameraden noch einige Stunden gemütlich zusammen. Kameradschaft ehem. 1uer(Hacketauer). Die Jahreshauptversammlung fand im Kameradschaftsheim„Haus Düppe“ statt. Die Erschienenen wurden vom Kameradschaftsführer Geumann begrüßt; den im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden sowie den im Weltkrieg und für Deutschlands Erneuerung gefallenen Helden widmete man ein stilles Gedenken. Der vom Schrifwart Schröder verlesene Geschäftsbericht spiegelte das Bild einer regen Tätigkeit wieder; insbesondere kam darin auch die vorbildliche Führung der Kameradschaft durch den Kameraden Geumann zum Ausdruck. Bemerkenswert ist der Bericht über die Kassenverhältnisse; sie sind als durchaus gesund zu bezeichnen. Für die einwandfreie Führung der Kassengeschäfte wurde dem Kassenwart Ackermann vom Kameradschafts führer eine besondere Anerkennung zuteil, die bei den Mitgliedern lebhafte Zustimmung fand Da auch die Kassenprüfer alles in bester Ordnung gefunden hatten, wurde dem Kassenwart und dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Kamerad Penskus sprach dem Kameradschaftsführer und den übrigen Vorstandsmitgliedern den Dank der Mitglieder für die im vergangenen Jahr wiederum bewiesene einwandfreie Geschäftsführung aus. Die Zustimmung der Anwesenden kam durch ein begeistertes„Hacke tau“ zum Ausdruck. Die bisherigen Vorstandsmitglieder bleiben auf stürmisches Verlangen der Mitglieder auch für das laufende Jahr in ihren Aemtern. Verdiente Anerkennung für seine opfervolle und erfolgreiche Arbeit fand auch der Fechtwart Eickhofr— Es erfolgte eine Neuaufnahme.— Die geschäftlichen Mitteilungen, u. a. die Veranstaltungen in den kommenden Monaten, wurden bekanntgegeben. Insbesondere machte der Kameradschaftsführer auf die am Sonntag, dem 21. Februar, stattfindende Heldengedenkfeier aufmerksam, zu der er zahlreiches Erscheinen erwartet.— Die übliche gemütliche Unterhaltung wurde, wie immer, zum großen Teil durch Opa Märker bestritten, der sich wiederum als gewandter Klavierspieler betätigte und sich diesmal auch als Liederdichter und Komanist vorstellte. . e 2 S E meihe eines neuen Verwaltungsgebäudes und einer Bergstraße in Landsberg a. Lech Gauleiter Ado“ Wagner übergab am Sonntag die neu erbaute Bergstrane und das neue Verwaltungsgebäude der Stadt Landsberg a. Lech inrer Bestimmung. Aus diesem Anlaß fand auf dem Marktplas eine Großkundgebung statt. Rechts neben dem Turm sieht man das neue Verwaltungsgebäude.(Scherl=Bilderdienst=M) Alter Herr im Dreivierteltakt Vor 70 Jahren schrieb Johann Strauß seinen unvergänglichen „Donauwalzer“ Vor siebzig Jahren erschollen zum ersten Male die Klänge des weitberühmten Walzers„An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß. Dem Wiener wird nachgesagt, freilich nur im guten Sinne, daß er zwe: Nationalhymnen besäße, einmal die herrliche Weise von Joseph n und dann seine besondere Voltshymne, den Donauwalzer von Johann Strauß. Im Lauf von sieben Jahrzehnten hat sich dieser klassische Wiener Walzer die Welt erobert, er ist sogar zum Kennzeichen des Wieners und des musikfrohen Wienertums geworden, denn wo immer eine Wiener Operette oder ein Film mit Wiener Einschlag aufgeführt, ein Ball oder ein Heurigenfest nach Wiener Vorbild gefeiert wird, ertönen seine Weisen unmittelbar oder mittelbar, aber die schöne blaue Tonau ist unbedingt dabei. Eine der eigenartigsten Legenden um den Donauwalzer ist nun der Bericht, daß er bei seiner ersten Auffuhrung im Februar 1867 bei einem Konzert des Wiener Männergesangvereins, wenn auch nicht gerade durchgefallen, so aber doch ziemlich abgelehnt worden sei. Diese Erzählung in in eine Reihe von Biographien des Walzerkönigs Jebann Strauß übergegangen. Nunmehr ist es zwei Straußbiographen Fritz Lanae und Viktor Kehldorfer geglückt, eine Ehrenrettung nicht nur des Walzers, sondern auch des Wiener Publikums herbeizuführen. Wie sie in Wiener Blätter mitteilen, bat der Chorwalzer„An der schönen blauen Donau“ bei seiner ersten Aufführung derartig gefallen, daß er am gleichen Abend wiederholt werden mußte. Die Beanstandungen haben sich lediglich gegen den Tert gerichtet, der in der Tat teilweise recht gezwungen ist und in den Einleitungsworten„Wiener seid froh! Oho wieso?“ geradezu banal klingt. Der Text ist bis auf den heutigen Tag unverändert geblieben. Freilich bekommen wir ihn nur noch in den seltensten Fällen zu hören, denn der Donauwalzer wird kaum noch gesungen, dafür aber um so mehr gespielt in der zweiten Fassung für Orchester, die Johann Strauß seinem Walzer für Paris gab. Wenn auch Wien die eigentliche Geburtsstätte des Donauwalzers war, bedeutet Paris den Beginn seines Siegeszuges durch die Welt. Jahre 1867 war in Paris die große Weltausstellung, die u. al. auch mit einem musikalischen Wettstreit verbunden war. Die Gattin des Wiener Botschafters in Paris, die Fürstin Pauline Metternich, die am Hofe Napoleons III. und Eugenies eine führende Rolle spielte, veranlaßte den Walzerkönig mit dem Berliner Bilse=Orchester in der Ausstellung zu spielen. Um dem von ihr hochverehrten Meister die Wege zu ebnen, veranstaltete sie in der österreichischen Botschaft ein großes Fest, zu dem ein eigener Musiksaal angebaut wurde. Das französische Kaiserpaar, der spätere Kaiser Friedrich III. und König Eduard VII. von England, damals noch Prince of Wales, waren zugegen. Der Erfolg des Donauwalzers war unbeschreiblich. Auf Veranlassung des Prinzen of Wales und einer Reihe englischer Journalisten, die von der Fürstin zu diesem Fest geladen worden waren, wurde Strauß nach England berufen. Im Convent Garden Theater gab Strauß sechs Konzerte hintereinander, in jedem mußte der Donauwalzer gespielt und wiederholt werden. Heute ist der Donauwalzer der klassische Wiener Walzer schlechthin. Er hat den Namen seines Schöpfers Johann Strauß unsterblich gemacht. Umgekehrt hat man die Klänge des Donauwalzers benützt, um ihn bei gegebenen Gelegenheiten zu huldigen. 1892 spielten acht Militärkapellen den Walzer, als er ein Vierteljahrbundert alt geworden war. Und beim Tode des Meisters erklang als Trauermusik die Einleitung zum Donauwalzer, von D=Dur nach D=Moll versetzt und in getragene Rbythmen überführt, als letzter Gruß Wiens. „Marmeladenkönig“ bittet zur goldenen Hochzeit Mr. William Brow, der„Marmeladenkönig“ von Cincinnati, ein richtig gehender amerikanischer Milliardär, hat kürzlich seine goldene Hochzeit gefeiert, etwas, was im Lande der Scheidungen immerhin eine ziemlich seltene Angelegenheit ist. Zu dem Festbankett lnd er 400 Personen ein, und zwar, um einerseits dem Anlaß, andererseits seinem Reichtum gerecht zu werden, durch Einladungskarten aus purem Golde. Jede Karte wog 20 Gramm. Ihre Herstellung erforderte insgesamt acht Kilogramm reines Gold. Das Metall wurde zunächst zu dünnen Platten ausgewalzt, auf die dann der Tert eingraviert und mit weißer Emaille ausgelegt wurde. Eine immerhin etwas phantastische Angelegenheit. Aber der„Marmeladenkönig“ durfte dabei die berubigende Gewißbeit behalten, daß er sich dadurch nicht ruinierte. Adler gegen Flugzeug Kürzlich hatte ein italienischer Capronibomber in Italienisch=Ostafrika einen heftigen Luftkampf mit einem Adler zu bestehen, der für das Flugzeug nicht ganz ungefährlich war. Englische Zeitungen bemerken dazu, daß nach den Erfahrungen der englischen Luftstreitkräfte im tropischen Zentralafrika diese Gefahr immer sehr groß ist. Die Zahl der englischen Flugzeuge, die durch Adler, Geier und andere Bögel zu Sirden kamen, zum Teil auch abstürzten, ist sehr beträchtlich. Wenn die Füigel eines Flugzeuges oder der Propeller einen in voller Geschwindigkeit auf ihn stoßenden großen Vogel treffen, so ergibt das immer einen furchtbaren Zusammenprall und die Lage wird für das Flugzeug kritisch. Der Käpk'n und sein Hund Der Käpt'än hat sein Schiff besehn Fins ziehl den Schwanz ein und türmt plötzlich Nun will er mal zu Muttern gehn Das Fernglas hat ne andre Richtung Was nah man sieht, ist oit entsötzlich Fips kontrolliert des Herren Sichtung— (Zeichn. Bürger— Scherl=M) Mittwoch, den 17. Februar 1937 Verloren gingen drei Töchter Ein heiterer Moman von Max Dürr (Nachdruck verboten.) (12. Fortsetzung) 19. Guro und Gitta finden sich in der Fremde. Am Abend des gleichen Tages kam Dr. Hans Hofer in erregter Stimmung von einer Fachschaftstagung zurück, die in der Hauptstadt abgehalten worden war, und betrat sogleich den Gasthof zum Waldhorn. „Wo ist Guro?“ nar natürlich seine erste Frage Herr Alois Scherflinger saß, wie immer, wenn es nachmittags von Gästen leer war, in seinem Lehnstuhl in der großen Gaststube und studierte die Tageszeitung. Frau Anastasia pflegte zu sagen, daß er hinter den ausgebreiteten Blättern doch nur schlafe, aber das war von ihr eine Verleumdung. Er legte auf die Frage Hofers alsbald die Zeitung nieder, hatte helle, vernünftige Augen und rief, ohne aufzusehen, in die Küche hinüber. „Mutter, wo ist Guro? Der Doktor ist da.“ Von draußen kam die nüchterne Antwort: „Guro ist ausgegangen, sie kann aber jeden Augenblick wieder zu Hause sein.“ „Sehen Sie wohl, Herr Doktor“, sagte Scherflinger bedächtig und wollte die Zeitung wieder aufnehmen. Aber Hans Hofer war nicht einverstanden, er mußte jemand haben, um sich auszusprechen. „Lassen Sie doch das Zeug liegen! Sie lesen ja doch eine vorjährige Nummer. Denken Sie, was ich heute erlebt habe?“ Herr Alois Scherflinger unterdrückte höflich, aber ungeschickt ein Gähnen. „Vetrifft es Guro?“ fragte er pfiffig. Darüber erzürnte sich der Doktor. „Seien Sie froh, wenn Sie eine Reuigkeit erfahren in diesem langweiligen Gehöfte, in dem alles nur schläft... Ich war also in einer Versammlung in der Hauptstadt. Standesfragen. Um bald wieder zurück zu sein, hatte ich mir ein Auto genommen, aber den ganzen Tag über hatte ich solch eine Ahnung, daß etwas passieren werde, und siehe da, auf dem Heimwege, kaum noch fünfzig Kilometer von Stiegelbach, klacks, haben wir die Geschichte und sitzen wir mitten in einer Dorfstraße in Hahnenkratt oder wie das Rest heißt.“ „Kann vorkommen, kann vorkommen!“ tröstete Herr Scherflinger gemütlich.„Die Hauptsache ist, daß Sie wieder da sind, heil und unverfehrt, wie ich sehe... Eine Prise gefällig?“ „Schämen Sie sich, ich werde Ihnen demnächst etwas gegen diese Unsitte verschreiben.. Ich steige aus, will mir ein bißchen die Fuße vertreten, bis der alte Kasten wieder in Gang gebracht ist, sehe an irgend einer Winkeltüre einen Anschlag und was lese ich? Eine Wandertruppe oder dergleichen zeigt für heute abend eine Vorstellung an Unter der Türe erschien Frau Anastasia. „Was meinen Sie, Frau Scherflinger, wollen wir heute abend hinfahren?“ Auf dem Gesicht der ehrbaren Wirtin zeigte sich lebhafter Unwillen. „Nun natürlich, wir lassen hier alles liegen und stehen, schließen das Haus, lassen unsere Gäste Gäste sein und fahren nach Hahnenkratt. Einen derartigen Kunstgenuß dürfen wir uns unmöglich entgehen lassen." Herr Scherflinger wandte sich langsam nach seiner Gattin.„Ach Gott, sei doch nicht gleich so aufgebracht! Du siehst ja, daß der Herr Doktor nur Spaß macht.“ „Spaß?“ fiel Hans Hofer ein.„Keine Rede, daß es Spaß ist. Ich fahre nach Hahnenkratt und nehme Guro mit. Ich bin überhaupt nur hergekommen, um Guro zu holen. Denn hören und staunen Sie! In der Vorstellung tritt eine schwedische Schauspielerin auf, wie es in der Ankündigung steht“ Nun war es allerdings an Herrn Scherflinger, erstaunt zu sein. „Eine Schwedin? Ich möchte nur wissen, wo bei uns auf einmal alle diese Schweden herkommen?“ sagte er in natürlicher Gedankenfolge. Frau Anastasia wurde ernst.„Das kann für Guro von großer Bedeutung sein.“ „Nicht wahr?“ erwiderte Hofer und rieb sich die Hände.„Genau dasselbe habe ich mir auch gesagt. Die schwedische Schauspielerin wird sich vermutlich doch einigermaßen verständlich machen können. Ich fahre mit Guro hin und wir werden endlich, endlich etwas Näheres erfahren. Ich halte das für einen überaus glücklichen Zufall.“ Frau Scherflinger wandte sich unter der Türe um und herchte. „Möglich!... Guro ist übrigens gerade heimgekommen und geht in ihr Zimmer hinauf.“ Ein Mann wollte hinausstürmen und dieser Mann war Hans Hofer. Aber Frau Anastasia helt ihn unerbittlich und mit bemerkenswerter Kraft zurück. „Ich würde Ihnen raten, dem Mädchen nicht schon jetzt den Kopf zu verwirren, Herr Doktor, und unnütze Hoffnungen zu machen. Warten Sie zuerst ab, ob auch alles wahr ist. Bei solchen Wandertruppen ist der Schwindel an der Tagesordnung. Vielleicht ist es gar keine Schwedin und die Enttäuschung für Guro wäre um so größer.“ Hans Hofer war bestürzt. Er mußte Frau Anastasia recht geben „Wie vernünftig Sie sind", sagte er kleinlaut.„Aber hinfahre werde ich trotz alledem“, fügte er mit dem früheren Feuer hinzu.„Un Guro werde ich mitnehmen, wenn auch nur, daß sie eine kleine Freude hat, das Vergnügen, wieder einmal etwas Drolliges zu sehen." „Ich sage nicht nein, Herr Doktor. Natürlich fahren Sie hin. wenn Guro will. Ich würde es ihr herzlich gönnen, wenn sie wirklich eine Landsmännin fände und sich aussprechen könnte. Zweifellos wäre es ein gehöriger Fortschritt in dieser dunklen Geschichte.“ Der Doktor machte einen neuen Versuch, an ihr vorüberzukommen, denn er war schon wieder vergnügt. „Lassen Sie mich doch, Frau Scherflinger! Ich muß Guro zur Fahrt einladen, ihr sagen, daß sie sich recht schön macht für heute abend. Ich sage ihr„Theater! Theater!“... Das versteht sie sicher. Das versteht man in der ganzen Welt.“ Frau Anastasia verstellte ihm mit ihrer ganzen Breite, mit dem ganzen Schwergewicht ihrer stattlichen Figur die Türe. „Lassen Sie nur, Herr Doktor! Ich will es ihr schon sagen... Ich vertrete jetzt Mutterstelle an dem armen Wesen“ Frau Scherflinger sah ungemein würdig aus.„Kommen Sie in einer halben Stunde wieder und Guro wird bereit sein.“— Um die angegebene Zeit fuhr mit lebhaftem Tuten ein Wagen durch Stiegelbach, und als die Stiegelbacher die Köpfe zum Fenster hinausstreckten, sahen sie mit Unwillen, daß die Insassen des Wagens der Doktor und diese Person, die Fremde, die angebliche Schwedin, waren und daß sie, aller Sitte und allem Anstand zum Trotz ohne jegliche väterliche oder mütterliche Aufsicht zum Stadttor hinausfuhren. Aber Hans Hofer und Guro merkten nichts von diesem Unwillen. Es war eine wundervolle Fahrt durch die Abendlandschaft Die Luft war mild, der Himmel so blau, die Sonne so golden, die Wiese so grün, und die Leute waren alle so freundlich— wenigstens waren Hans Hofer und Guro des guten Glaubens!— daß einem das Herz aufgehen mußte. Selbst wenn man nicht verliebt gewesen wäre! Guro fühlte sich wieder beinahe wie früher, als sie noch Mama quälte, Papa auslachte und die Schwestern reizte oder ihnen schmeichelte. Zuweilen dachte sie nicht einmal mehr daran, daß sie eigentlich einem verlorenen Schäfchen glich, und sie setzte sich, seit langer Zeit wieder einmal, so recht vornehm in die Eche, wie sie das Früher gewöhnt war, wenn sie Leute argern wollte und sich besonders hübich aussehend fand. Auch Bären können „Männchen“ machen Drei junge Eisbären, ein Männchen und zwei Weibchen, die von dem Berliner Zoo neu erworben wurden. (Scherl=Bilderdienst=M) Was ja eigentlich immer der Fall war. Doktor Hans Hofer saß strahlend in der anderen Ecke und kam sich vor wie ein Liebling der Götter. Schade, daß man immer noch so wenig zusammen sprechen konnte! Guro hatte, obwohl sie jetzt sozusagen Braut war, noch furchtbar wenig ihren bisherigen Sprachkenntnissen hinzugelernt, und wenn Hans Hofer nach stundenlangem Suchen in seinem schwedisch=deutschen Wörterbuche das Wort Liebe auffand und Guro seine Gefühle in schwedischer Sprache ausdrücken wollte, erzielte er stets nur Lacherfolge. Zwar lachte Guro äußerst hübsch, viel hübscher, als Hans Hofer je einmal einen Menschen lachen sah, allein man will doch nicht immer bloß ausgelacht werden, wenn man eine ernsthafte Liebeserklärung zu machen versucht. Aber sie sprachen beide, trotz dieser Hindernisse, so viel als notwendig war, Guro schwedisch und der Doktor deutsch, und in der Hauptsache verstanden sie sich auch. Als der Wagen in Hahnenkratt ankam, war nicht mehr viel Zeit bis zum Beginn der Vorstellung. Sie fanden gerade noch ein leeres Tischchen, das allerdings unmittelbar vor der Bühne stand. Sie waren aber trotzdem sehr zufrieden damit, weil an diesem Tischchen nur zwei Stüble Platz hatten, so daß sie vor weiterem Zuzug geschützt waren. Hans Hofer bestellte für Guro Tee und freute sich, wie sie neugierig und mit glänzenden Augen, wie ein lüsternes Mäuschen, sich in der für die so fremdartigen Umgebung umlah und freudig auf den Beginn des Theaters wartete. Endlich erklang das dreimalige Zeichen und die Stimme aus der Unterwelt verkündete, daß als erstes lebendes Bild„Der Abschied“ gezeigt werde. Eine kleine Drehorgel— das Musikkorps vom Tage zuvor war mangels Gehaltszahlung in den Ausstand getreten— spielte ein rührend wehmütiges Lied und der Vorhang öffnete sich. Es zeigte sich eine ländliche Landschaft, von einem unbekannten Künstler grob, aber erkennbar gemalt. Vor einer armseligen Hütte war eine kleine Gruppe zu sehen. Ein Mädchen nahm Abschied vom Vaterhause, von dem Elternpaar, von den kleinen Geschwistern. Ein zartes, blondgelocktes Mädchen. Und die Eltern, die Geschwister weinten so sehr.— Das flammende bengalische Feuer machte wunderbare Wirkung. Ein leises Flüstern der Bewunderung ging durch die Reihen dieser Naturkinder, die mit verhaltenem Atem die Herrlichkeit beschauten. in kindlichem Entzücken, mit strahlenden Augen saß auch Guro vor der Bühne und hob schon die beiden kleinen weißen Patschhände, um in den Beifall einzustimmen, der sich jetzt erhob, als sie plötzlich einen schrillen Ruf ausstieß. „Gitta! Gitta!“ klang es hell und freudig durch den Saal und, bevor Hofer seiner Ueberraschung Herr zu werden vermochte, war sie aufgesprungen und flink wie ein Eichhörnchen auf der Bühne. „Gitta! Gurol“ klangen wieder die unter Weinen und Lachen fast erstickten Jubelrufe und zwei Mädchen, schlank und sein, die eine mit modischer Eleganz gekleidet, die andere in schlichtem, ländlichen Gewandte, umarmten und küßten sich immer wieder, während das staunende Publikum mit offenen Augen und mit offenem Munde das Wunder sah. Nicht so Alexander Sieberag. Er war mit dem unvorhergesehenen Wechsel des lebenden Bildes ganz und gar nicht einverstanden. Wütend riß er die Leine, daß sich der Vorhang mit ungewöhnlicher Schnelligheit schloß, und hinter dem Vorhang erhob sich beträchtlicher Lärm. Aber jetzt sah man von dem dunkel gewordenen Saale aus die Gestalt emes jungen Mannes, der eilig die Bühne erkletterte und durch den Vorhang zwängte. Es war Hans Hofer, der sich zu dem Gedanken durchgerungen hatte, daß es für ihn höchste Zeit sei, helfend einzugreifen. Die ländlichen Theaterbesucher erwachten aus ihrer Erstarrung, begannen starken Anteil an der Entwicklung dieses Schauspiels zu nehmen. Lachend die einen, empört die andern Hinter dem Vorhang wars überaus lebhaft, die Ankunft des Doktors auf der Bühne schien nicht zum Frieden beizutragen. Männer schallten, Weiber kreischten. Dazwischen vernahm man feine, helle Stimmchen mit seltsamen fremden Lauten. „Gur' Gitta!“ schrie das Publikum und johlte. „Bande! Schweinebande!“ tobten die Enttäuschten. Mehrere Gruppen bildeten drei Sprechchöre, aber mit Wünschen verschiedenen Inhalts. „Weiterspielen! Wei ter. spic. len!“ „Wir wollen unser Geld zurück!“ „Licht! Licht!“ Es war ein gräßliches Durcheinander. Eine Saalschlacht drohte. In der Erregung hörte kein Mensch, wie draußen auf der Straße ein Wagen heulend angefahren kam, dröhnend tutete und hielt. Ein fremder Trupp drang ein, bahnte sich einen Weg durch das Halbdunkel und ging auf die Bühne los. Voran ein junger Mann, hinter ihm eine behäbige, aber würdevolle Gestalt, als dritter ein Herr von militärischer Haltung und zuletzt ein Bewaffneter. Tatsächlich ein Gendarm Die Sprechchöre stellten mit Staunen ihre Tätigkeit ein, schon flüchteten einige furchtsamere Gäste. „Ich glaube, wir kommen gerade zur rechten Zeit“, sagte der jugendliche Führer mit lauter Stimme, die durch den stillgewordenen Saal tönte, und hob den Vorhang zur Seite. Das helle Licht der Bühne fiel auf die Eingedrungenen. „Es ist der junge Herr Illing vom Messinqwerk“, sagten sich die staunenden Hahnenkratter. Aber die anderen, die nach ihm hinter dem Vorhang verschwanden, kannten sie nicht und sie begriffen auch nicht, weshalb sie mit einem Gendarmen kamen. Sie murrten, murrten wegen der offensichtlichen Unterbindung ihrer Lustbarkeit. Vorerst wurde der Streit hinter dem wiedergeschlossenen Vorhang noch wesentlich verstärkt. Dann hob sich aus dem Getümmel eine starke, gebietende Stimme heraus. Einer im Saale gab die Erklärung:„Das ist der Gendarm. Es wird jemand verhaftet!“ Alles im Saale horchte gespannt. Die Meinungsverschiedenheiten hinter dem Vorhang waren zwar immer noch sehr lebhaft, dennoch schien der Höhenunkt überschritten. Nach und nach nahm die deutliche erkennbare Stimme des Schauspieldirektors einen klagenden Klang an. Er wich und verteidigte sich nur noch chwach. Und auf einmal wurde es ganz stille. Auf der Bühne entfernte man sich, man hörte nur noch fröhlich zwitschernde Madchenstimmen, die sich gar so viel zu sagen hatten. Dann öffnete sich der Vorhang Die Bühne war leer. Ganz allein Herr Alexander Sieberag trat vor, räusperte sich gewaltsam und verkündete den bitter Enttäuschten mit schnarrender Stimme, aber kleinlant und niedergeschlagen, was sie schon ahnten: (Fortsetzung folat) Christoph Walter Drev. Nachdruck verboten. vor Einfahrt in den Hafen war das Schiff gestrandet, der stolze Segler war auseinandergeborsten, daß die reiche Ladung versank. Auch viele von der Besatzung gingen zu Grunde, sie hatten sich tapfer gegen das Verhängnis gewehrt, aber der Sturm, der den Dreimaster auf die Sandbank warf, war stärker als sie. Die Ueberlebenden retteten sich mühsam an Land. Erst hatte das Unglück sie stumm gemacht, jetzt, da ihnen bewußt wurde, wieviel sie verloren hatten, ergingen sie sich in Klage und klagten sich auch gegenseitig an. Der Steuermann sollte ein falsches Kommando gegeben, der Rudergast ein Kommando nicht ausgeführt haben und ein Teil der Mannschaft sollte Schuld daran sein, daß man das Schiff nicht wieder flott gemacht hatte. Kapitän Michels sagte nichts. Seine Scele war voll Trauer über den Untergang seines Schiffes. Nur einmal, als die Streitenden gar beftig aneinandergerieten, machte er eine beschwichtigende Bewegung. „Haltet doch Frieden!“ bat er.„Denkt daran, was nun werden soll! Ja, was sollte nun werden, Michels konnte selbst keine Antwort geben. Das Schiff war sein ganzer Besitz, war sein Glück gewesen, es hatte manchem Sturm getrotzt, auf seinen Fahrten die schnellsten Segler überholt— er hätte nie geglaubt, daß es eines Tages von den Wellen verschlungen werden könnte. Und er blieb ein schweigsamer, tatenloser Mann, auch als schon geraume Zeit seit dem Schiffbruch vergangen war. Seine Frau versuchte, ihn durch Zuspruch aufzurichten. Er möge sich nicht selber verlieren; sei er auch arm geworden, so habe er doch noch die Kraft zu neuer Arbeit und der Arbeit würde wieder hr Lohn werden. Er müsse nur den Willen haben. Aber den Willen fand er nicht. Von seinen Leuten sprach bald der eine, bald der andere bei ihm vor. Jeder hatte dieselbe Hoffnung und suchte, mit unbeholfenen, tastenden Worten zu ergründen, wie Michels dachte, was er plane. Sie gingen enttäuscht von ihm. Auch Ameling, der gewandte Steuermann, und Marklev, der bärenhafte Schiffszimmermann. Sie hatten Michels in seinen Worten kaum wiedererkannt. Aber Ameling kam wieder. Graue, trübe Wochen zogen ins Land, die Sonne blieb unsichtbar. es wurde kalt. Michels verließ sein Zimmer nicht mehr; er war einam und wollte es sein. „Die Menschen schmähen mich noch, weil mich das Schicksal so bart geschlagen hat“, sagte er grollend.„Niemand bedauert mich. Sie sollen es auch nicht, aber ich werde sie meiden.“ „Nein, zeige ihnen, daß du noch lebst!“ riet die Frau.„Nimm den Kampf mit dem Schicksal und mit den Menschen auf! Nur wer kämpft, kann siegen!“ „Oder auch unterliegen, und ich bin's, und für immer!“ Der Steuermann erzählte bei seinen Besuchen von den Fahrten nach fernen Ländern. Wie schön es war, wenn man unter vollen Segeln das weite Meer durchkreuzte, in fremden Häfen Anker warf, die Ladung löschte, den leer gewordenen Laderaum für die Heimreise mit anderen Gütern füllte. Und er freute sich, wenn Michels beifallig nickte, sein Blick wie sehnsüchtig wurde. Aber es währte nie lange— der Glanz seiner Angen verblich— ein Seufzer blieb. „Vorbei, vorbei, Ameling! Und was war, kehrt nicht wieder!“ Doch Ameling war nicht dieser Ansicht, „Wir müssen nur einig sein! Einer kann kein seetüchtiges Schiff bauen und führen. Viele Hände müssen zusammenarbeiten. So ging's früher, warum nicht wieder so?“— Die blonde Frau kam und legte ihrem Mann die Hand auf die Schulter.„Was Gott uns auferlegt, wird er auch von uns nehmen. Wir wollen ihm und uns vertrauen“, sagte sie leise. Gott hat uns verlassen“, sagte Michels,„und wird sich nich: wieder zu uns wenden.“— Schon häufig hatte man den Schall dumpfer Schläge vernommen er schien rom Wasser ber zu kommen und durchdrang die Stille. „Bricht das Eis auf dem Strom?“ fragte Michels den Steuermann, der gerade bei ihm weilte. „Es ist kein Eis auf dem Strom!“ antwortete Amelina „Aber woher dieser Schall?“ „Wollen wir nach der Ursache forschen—? Michels erhob Einwendungen, aber es gelang Ameuing 1 üverreden. Man würde menschenleere Wege geben, auch sei la schon die Dämmerung nabe. Und zum ersten Male entschloß Michels zu einem Ausgange. Die junge Frau ging mit ihnen. Ein scharfer Nordost sprang ihnen draußen entgegen. rauber, salnaer Seewind. Landeinwärts lag die große Hafenstadt, aus dem Dunst streckten sich Türme und Fabrikschlote. Eine kurze Wanderung und man hatte den Strom vor sich, der in preiter Mächtigkeit dem Meere zufloß. Unzählige Schiffe und unermeßliche Reichtümer hatte er schon auf seinen Rücken. getragen, nun trug auch er an der Last des Verhängnisses, das ein unerforschliches Schicksal Michels aufgezwungen hatte. Aber dicht am Ufer war Leben. Da lag eine Schiffswerft und von dorther kamen die Schläge, von Aexten und Hämmern. Michels erkannte seine Leute, sah, wie der Schiffszimmermann eine blitzende Axt schwang und sab vor sich einen Schiffsrumpf. „Was soll das, Ameling?“ fragte er verwundert. „Wir haben Holz und Eisen. Soll Holz faulen, das Eisen rosten“ fragte Ameling zurück.„Das Alte ist dahin, bier wird Neues. Wir bauen ein neues Schiff, zu neuer Fahrt!“ Und Hämmer und Aexte gaben den lärmenden und doch klangreichen Rbythmus der Arbeit und er drang Michels ins Blut. Das löste sich aus der Starrheit und weckte den Willen wie einst. Er nahm dem Zimmermann die Axt, sie wog ihm federleich: in der Hand, und schlug sie in einen Balken, daß er splitterte. „Ich schaffe mit euch, bis wir das Werk fertig haben“, gelobte cr. Das neue Schiff——“ „Zu neuer Fahrt!“ sprach die blonde Frau, und ihr Blick ging vom Strom hinauf zum Himmel, wo ein Stern ein Licht entzündete. Loch=Neß=Ungeheuer begrüßt 193. Das Jahr 1937 ist erst reichlich sechs Wochen alt und schon meldet sich im Loch Neß, hoch oben im schottischen Norden, das berühmte Ungeheuer wieder. Vier Monate lang hat man nichts von ihm gehört. Wahrscheinlich gehört es zu jenen schätzenswerten Zeitgenossen, die einen ausgiebigen Winterschlaf balten. Aber nun scheint es in Erwartung des kommenden Frühlings aufgewacht zu sein. Zwei junge Mädchen, Studentinnen der schottischen Universität, die die Landstraße von Inverneß nach Fort William entlang pilgerten, sahen, wie sich aus dem Wasser des Sees ein höchst fremdartiges Tier mit gewaltigem Nacken und kleinem Kopf heraushob und mit ziemlicher Geschwindigkeit auf sie zuschwamm. Es tummelte sich eine halbe Stunde lang im Sonnenschein, tauchte unter und erschien wohl ein dutzendmal wieder an der Oberfläche. Der Hals ragte gut einen Meter aus dem Wasser beraus und an der breiten Bruft des Ungeheuers entdeckten die beiden einen großen weißen Fleck. Da man annehmen darf, daß diese Loch=Neß=Bestie nun die Verpflichtung fühlen wird, sich in regelmäßigen Abständen wieder zu zeigen, ist für den nötigen Stoff an ereignisarmen Tagen auf jeden Fall gesorgt. Lorpedo- trockengelegt Ein ungewöhnlicht. Bild von den in Madrid. In der Nahe von Kartageno kanden die Einwohner diesen Torpedo der offenbar kein Ziel verfehlt hatte und auf den Strand gelaufen war (Scherl=Bilderdienst=M) Westdeufsche Um- und Ausschau im Brennstoffversand der Reichsbahnverkehr im Januar im Direktionsbezirk Essen Untergruppe Einzelhandel in der Wirtschaftskammer Westfalen=Lippe Dortmund. Die Unterabteilung Einzelhandel der Wirtschaftskammer für Westfalen=Lippe hielt am Sonntag in Dortmund ihre erste Tagung ab. Nach einführenden Worten des Versammlungsleiters ging der Leiter der Abteilung Handel in der Wirtschaftskammer Westfalen=Lippe, Kauf mann Bohe, auf den in letzter Zeit schwieriger gewordenen Marktausgleich ein und sprach über die neuen Aufgaben, die der Einzelhändler als Vermittler zwischen Erzeuger und Verbraucher bekommen hat und leitete daraus die Notwendigkeit eines gesunden Kaufmannsstandes ab, dessen wichtige Funktionen heute von den anderen Wirtschaftsgruppen zunehmend anerkannt würden. Die Berufsorganisation habe die Aufgabe, ihre Mitglieder zu wirtschaftlich richtigem Denken und Handeln zu erziehen. Ehre, Treue und Kameradschaft seien auch für das Wirtschaftsleben gültige Begriffe, und das Ziel der Erziehung sei erst dann erreicht, wenn es keiner Zwangsmaßnahmen mehr bedürfe, um das Notwendige durchzuführen. Der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftskammer, Dr. Hugo, bezeichnete die Durchführung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft als noch nicht restlos gelöst und befürwortete den engeren Zusammenschluß und die engere Zusammenarbeit aller im Einzelhandel stehenden Kräfte. Darauf ergriff der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Kaufmann Dr. Hayler, das Wort. Die Interessen eines Berufsstandes seien solange berechtigt, solange sie gleichzeitig Interessen der Gesellschaft seien. Es sei für das ganze Volk notwendig, einen gesunden Einzelhandel zu besitzen, damit dieser die Aufgaben erfüllen könne, die das Volk an ihn stelle. Territoriale Bereinigungen seien notwendig für ein einheitliches Zusammenarbeiten aller Gruppen. Der Einzelhändler wolle mitarbeiten, aber er wolle nicht in dem Streit der führenden Männer zerrieben werden. Beim ständischen Aufbau der Wirtschaft müsse neben dem Bauern, dem Handwerker auch der Einzelhändler als eine Berufsgruppe und als Stand stehen. Die berechtigten Interessen des Staates müßten dem Einzelhändler so nahe gebracht werden, daß dieser aus Freiwilligkeit und Verständnis für die Lage heraus zum Subjekt der Bestimmungen und Anordnungen werde. Er müsse lebendiger Träger seines Schicksals und seines Berufsstandes werden. Auf den Vierjahresplan eingehend, bezeichnete er den Händler als *Pionier, der große Aufgaben der Bedarfsdeckung und bei der Einführung neuer Rohstoffe zu erfüllen habe. Zum Schluß wandte er sich an seine Zuhörer und erhat ihre Mitarbeit und aufhauende Kritik. Für 1 Mart 7 Monate Gefängnis Mutiges Verhalten einer Backersfran gegenüber einem Ladendieb Düsseldorf. Durch die Entschlossenheit einer Düsseldorfer Bäckersfrau konnte vor kurzem in Düsseldorf ein gemeingefährlicher, mehrfach vorbestrafter Schleichdieb namens Max Ane unschädlich gemacht werden. Dieser Bursche hatte beobachtet, daß die Frau allein im Laden war und beschloß, sich den Inhalt der Kasse anzueignen. Er ging in den Laden und unter dem Vorwand, eine Unfallversicherung abschließen zu wollen, knüpfte er mit der Frau ein Gespräch an. Als die Frau ibm erklärte, sie habe kein Interesse an einer Versicherung, entfernte sich der Mann und wartete solange vor dem Laden, bis die Frau in ihre Priratwohnung ging. Ane hatte aber nicht mit der Entschlossenheit der Frau gerechnet. Der Frau war nämlich das Verhalten des Burschen aufgefallen und sie hatte schleunigst den Inhalt der Kasse bis auf eine Reichsmark herausgenommen. Essen. Der Monat Januar hat in der Personenbeförderung des Ruhrgebiets, im Gegensatz zu früheren Jahren, einen merkbaren Abfall gegen den Dezemberverkehr nicht gebracht. Das ist neben dem regelmäßig im Anfang des Januar in Erscheinung tretenden starken Festtags= und Ferienrückverkehr besonders auf die mit der fortschreitenden Wirtschaftsbelebung verbundene Steigerung des Berufslebens und den starken Sonderzugverkehr zurückzuführen. Im allgemeinen war auch der Fernverkehr sehr lebhaft, so daß vorwiegend zum Wochenende weiterhin eine Doppeelführung mehrerer D=Züge beibehalten werden mußte. Mit 277 Zügen übertraf auch der Sonderzugdienst den Verkehr des Vergleichsmonats im Vorjahr, der nur 169 Sonderzüge erforderte, erheblich. Der Güterverkehr, soweit er die Güterzufuhr sowie den Expreßgut=, Eilstückgut= und Frachtstückgutverkehr umfaßt, ist infolge der jahreszeitlichen Einflüsse und der in Handel und Industrie üblichen Lageraufnahmen und Jahresabschlüsse Beschränkungen unterworfen, so daß der Monat Januar den Verkehrsumfang des Dezember nicht erreichen Als Aue wieder in den Laden sprang, zur Kasse eilte und die Mark bereits eingesteckt hatte, sprang die Bäckersfrau kurz entschlossen hinzu und hielt den Dieb so lange fest, bis die Polizei kam. Das Düsseldorfer Amtsgericht schickte den 2jährigen Burschen für sieben Monate ins Gefängnis. Er verlangte noch 2000 Mark Unbillige Forderungen wurden abgewiesen. Köln. Der Angestellte eines großen Warenhauses war langfristig gegen ein Monatsgehalt von 600 RM verpflichtet. Nebenbei war er als Treuhänder zur Abwicklung der Liquidation eines Einzelhändlers tätig. Bei dieser Gelegenheit veruntreute er 15 000 RM. die er verjubelte. Hierfür wurde er mit zwei Jahren Gefängnis bestraft. Die Leitung des Großunternehmens unterhielt die Familie ihres ehemaligen Angestellten während der Verbüßung der Strafe und zahlte insgesamt 2200 RM Unterstürungsgelder. Jent klagte der Bestrafte gegen den Letter des Unternehmens am Arbeitsgericht auf Zahlung von weiteren 2000 RM mit der Behauptung, die Beklagte hätte ihm bei seinem Ausscheiden eine Abfindungssumme von 4200 RM versprochen. 2200 RM seien bisher gezahlt, so daß ihm noch 2000 RM zuständen. Der Vertreter der Beklagten erklärte, daß von einer Abfindung nie die Red: gewesen sei. Nur aus sozialen Gründen habe das Unternehmen freiwillig den Familienmitgliedern des früheren Angestellten die Unterstützung gewährt. Uebrigens habe der Kläger. als die letzten 300 RM Unterstützung an ihn gezahlt wurden, unterschrieben, daß er keinerlei Rechtsansprüche an das beklagte Unternehmen habe und daß die bisherigen Zahlungen nur aus Billigkeitsgründen geleistet wurden. Der Kläger bemerkte hierzu, daß er diese Erklärung nur unterschrieben habe, weil er sich in einer Notlage befunden habe. Das Arbeitsgericht wies die Klage kostenfällig ab und sagte in der Begründung u. a., die Einlassung des Klägers, er habe sich in einer Notlage befunden, genüge nicht zur wirksamen Anfechtung der durch die Quittungsleistung abgegebenen Wilkann; immerhin war z. B. der Frachtstückgutverkehr stärker als im Januar des Vorjahres. Die Entwicklung des Brennstoffversands des Ruhrgebiets schritt im Gegensatz zu früheren Jahren auch im Berichtsmonat in erfreulicherweise in ansteigender Richtung weiter. Am 18. Januar wurde wieder eine bemerkenswerte Höchstleistung in der O=Wagengestellung erreicht, und zwar wurden an diesem Tage 33504 Wagen gestellt. davon 28 483 Wagen zu ie 10 Tonnen für Brennstoffe. Besonders stark war der Brennsto'fabsatz an industrielle Betriebe. Zur Befriedigung der Anforderung mußten nicht nur Ueberschichten verfahren, sondern auch die noch lagernden Bestände mit herangezogen werden. Es wurden insgesamt an Wagen der O=Gruppe gestellt 835 603 oder arbeitstäglich bei 25 Arbeitstagen 31 819 Wagen. Hiervon entfallen auf den Brennstoifversand arbeitstäglich 27011. Auch der Brennstoffversand zum Umschlag in den Duisburg=Ruhrorter Häien stieg auf 1328 178 oder arbeitstäglich 53 127 Tonnen. Die Stellung von G.=Wagen ging infolge Minderung des Stückgutversands auf arbeitstäglich 2701. die Stellung von Wagen besonderer Bauart infolge Behinderung von Außenarbeiten an den Frosttagen auf 1563 Wagen zurück lenserklärung. Schon auf Grund dieser Erklärung sei die Klage abzuweisen haustochter oder Gewerbegehilfin Eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Köln. Die Inhaberin eines Kaffeehausbetriebes beschäftigte eine Haustochter, deren Tätigkeit darin bestand, die Gäste zu bedienen und das Lokal in Ordnung zu halten. Außer Kost und Wohnung erhielt sie nur das geringe Bedienungsgeld der Gäste. Am Arbeitsgericht klagte das Mädchen nun auf Zahlung des Garantielohnes nach dem Tarifvertrag für das Gastwirtsgewerbe. Nach Art und Umfang ihrer Tätigkeit sei sie Gewerbegehilfin gewesen. Eine Haustochter, die nur zur Erlernung des Haushalts beschäftigt werde, kenne man nur im Privathaushalt. Sie sei als Haustochter bezeichnet worden, um das Arbeitsverhältnis zu verschleiern und den sozialrechtlichen Verpflichtungen, insbesondere der angemessenen Entlohnung auszuweichen.— Auch das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß hier ein gewerbliches Arbeitsverhältnis vorgelegen habe, das den Bestimmungen der Tarifordnung für das Gastwirtsgewerbe unterstanden habe und daß der Klägerin der Garantielohn für Serviererinnen zustehe. Die Beklagte wurde verurteilt, diesen Lohn für die Dauer des Dienstverhältnisses zu zahlen unter Anrechnung des Bedienungsgeldes und des vorgeschriebenen Betrages für Kost und Wohnung. Champignon-Wurst Ein neues Erzeugnis des Ahrgebietes. Koblenz. Die seit knapp zwei Jahren bestehende Edelpilzzucht an der Ahr hat einen außerordentlichen Aufstieg genommen. Die Zahl der Genossen stieg von fünf auf 21. Bewirtschaftet werden heute bereits 25 000 gm Kulturen, und es sind alle Vorbedingungen gegeben, diese Fläche im Laufe des Sommers zu verdoppeln. Die Kulturen werfen ständige Ernten ab, zum Teil bis zu 15 Zentnern am Tage. Um die Erträgnisse voll ausnutzen zu können, ist jetzt ein neues Erzeugnis, die ChamGeneralmajor Stieler von Heydekampf ins Reichsheer übernommen Essen. Der bisherige Landesverbandsfuhrer Niederrhein des Reichsverbandes Deutscher Offiziere, Generalmajor der Landespolizei a. D. Stieler von Heidekampf, scheidet aus diesem Amt, da er als Generalmajor und Inspekteur der Wehrwirtschaftsinspektion in Kassel in das Heer übernommen worden ist. Generalmajor Stieler von Heidekampf trat nach dem Kriege von der Armee zur Schutzpolizei über und hat seit 1026 in Essen, Bonn und Recklinghausen als Polizeioberstleutnant bezw. Polizeioberst Dienst getan. In Essen war er von Juni 1926 bis April 1928 als Polizeioberstleutnant Vertreter des Kommandeurs der Schutzpolizei. In Bonn wurde er dann stellv. Leiter der Polizeischule und im August 1929 Polizeioberst und Kommandeur der Schutzpolizei in Recklinghausen. Im Oktober 1762 wurde er zum„Höheren Polizeiführer im Westen“ mit dem Sitz in Recklinghausen ernannt und am 1. Dezember 1932 zum Polizeigeneral befördert. Unmittelbar nach der Machtübernahme am 30. Januar 1933 ernannte der damalige Preußische Minister des Innern, Göring, ihn zu seinem Sonderkommissar, stattete ihn mit außerordentlichen Vollmachten aus und erweiterte seinen Befehlsbereich auf die Provinzen Rheinland und Westfalen. Nach Erlöschen der Sondervollmachten im Juni 1933 wurde Generalmajor von Heidekampf als Kommandeur der Landespolizei=Inspektion West(Standort Düsseldorf) mit der Ueberleitung der Bereitschaften der Schutzpolizei in die Landespolizei beauftragt. Im Herbst 1934 schied er auf eigenen Antrag aus dem aktiven Dienst, behielt aber seinen Wohnsitz in Düsseldorf. vignon=Wurst, geschaffen worden. Es handelt sich um eine feine Leberwurst, die zu einem Fünftel aus Champignonwürfeln besteht. Da die Edelpilze den gleichen Nährwert wie die Fleischmasse besitzen und einen höheren Gehalt an Nährsalzen, bedeutet dies eine Streckung der Fleischmasse, die sich auf die Qualität der Wurst in keiner Weise nachteilig auswirkt. Die Wurst hat einen ausgezeichneten Geschmack und ist nicht teurer als handelsgängige Sorten. Bemühungen, die bisher aus dem Ausland (Frankreich und Ungarn) bezogene ChampignonWurst durch Einrichtung eigener Brutanstalten überflüssig zu machen, sind im Gange Kleine Provinzchronik Kindesmörderin festgenommen. Koln. Auf einem Feld in der Nahe wurde die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Die Kindesleiche war in Kleidern eingehüllt und in Packpapier eingewickelt. Eine auf dem Packpapier stehende Adresse führte zur Ermittlung der Kindesmutter, die nach kurzem Leugnen gestand, im Oktober v. Is. einem Knaben das Leben geschenkt, aber das Kind kurz nach der Geburt getötet zu haben. Motorräder stießen zusammen. Wermelskirchen. Auf der Straße von Wermelskirchen nach Bergisch=Born stießen in der Nacht zwei Motorräder in voller Fahrt zusammen. Der Fahrer des einen Motorrades, ein Kaufmann aus Remscheid, trug so schwere Verletzungen davon, daß er bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der Fahrer des anderen Kraftrades, dessen Soziusfahrer und zwei im Beiwagen sitzende Personen kamen glimpflicher davon; sie konnten nach ärztlicher Hilfeleistung in ihre Wohnungen gebracht werden. 5 o. 50 2 = 3 ar GARSATYW Stück 25 Pf. sorgsam gebettet! Wie ein Kleinod ist jede PASSIONCigarette durch den Spezial-Einsatz geschützt: gesichert gegen jeden Verlust an Qualität und Aroma. Sport, Sniel, Lurnen 33 Nationen meldeten zur Fußball=Weltmeisterschaft. Bis zum 16. Februar haben zur dritten FußballWeltmeisterschaft 33 Nationen ihre Nennungen abgegeben. Damit ist die Zahl der Teilnehmer des im Jahre 1934 in Italien durchgeführten zweiten Weltturniers bereits um eine Meldung übertroffen worden. Von den 51 der FIFA angeschlossenen Verbänden stehen von folgenden 18 Ländern noch die Erklärungen aus: Argentinien, Albanien, Bolivien, Chile, China, Cuba, Curacao, Dänemark, Ecuador, Haiti, Island, Libanon, Paraguay, Peru, Philippinen, Siam, Türkei und Uruguay. Noch ein Fußball-Länderkampf Gegen Finnland Am 29. Juni. Mit ziemlicher Sicherheit steht fest, daß Deutschand und Finnland noch in diesem Jahr die Reihe ihrer Länderspiele fortsetzen werden. Der Finnische Verband hat bereits den deutschen Vorschlag, am 29. Juni in Helsinki den siebten Länderkampf zwischen den beiden Nationalmannschaften zu veranstalten, gutgeheißen. Auf der Reise nach dem Lande der tausend Seen wird die deutsche Mannschaft am 26. 6. in Riga das Rückspiel gegen Lettland austragen Ursprünglich sollte zu der gleichen Zeit der Besuch von Estland erwidert werden, doch hat der Estländische Verband einen späteren noch festzusetzenden Termin gewünscht, da die im Bau befindliche neuzeitliche Platzanlage in Reval wo frühzeitig noch nicht fertiggestellt ist. Reichmann verläßt den VfB Leipzig. Der ausgezeichnete Halblinke des deutschen Pokalmeisters VfB Leipzig, Reichmann, verläßt seinen Verein aus beruflichen Gründen und siedelt wiedelt wieder in seine rheinische Heimat nach Köln über. Wie die Fußball=Woche hierzu zu berichten weiß, hat Reichmann jedoch nicht die Absicht, sich einem Kolner Klub anzuschließen, sondern vielmehr den Wunsch geäußert, die Farben des NiederrheinSpitzenvereins Fortung Düsseldorf zu vertreten. Bezahlte Ko-Siege!!! Wie Jack Torrance„aufgebaut“ wurde. Die Verhältnisse im amerikanischen Berufsboxsport werden jetzt durch einen Skandal um Jack Torrance beleuchtet. Geschäftstüchtige Manager überredeten den früheren Weltrekordmann im Kugelstoßen dazu, Berufsboxer zu werden, und nach ganz kurzer Ausbildung erschien Torrance auch tatsächlich im Ring. Einen Blitzsieg nach dem anderen errang der Amerikaner und eine große Zukunft wurde ihm vorausgesagt. Inzwischen hat sich nun herausgestellt, daß die k. o. geschlagenen Boxer sämtlich vorher für ihre schnellen Niederlagen bezahlt waren und dafür von der Boxbehörde in Louisiana in hohe Geldstrafen genommen wurden. So werden in USA Boxer„aufgebaut“. Hier waren aber die Manager nicht tüchtig genug und den Schaden hat letzten Endes Torrance selbst, der bei der ganzen Angelegenheit straflos davon kam. Marcel Thil bleibt Weltmeister Vor 20000 Zuschauern wickelte sich im Pariser Sportpalast beim Weltmeisterschaftskampf Marcel Thil— Lou Brouillard das gleiche Schauspiel ab wie vor einem Jahr. Wieder wurde der kanadische Herausforderer wegen Tiefschlags disqualifiziert, so daß Thil im Besitz des Titels blieb. Doch hätte der Franzose auch ohne diese Entscheidung einen Sieg errungen, denn in den ersten fünf Runden lag er klar im Vorteil, nur die vierte brachte Punktgleichheit. In der sechsten Runde brachte Brouillard den Tiefschlag an, der zu seiner Disqualifikation führte. Adlerpokal-Zwischenrunde Bielefeld: Westfalen— Nordmark, Halle: Niederhein— Mitte. Die Zwischenrunde um den Adlerpreis im Handball wurde jetzt vom Reichsfachamt folgendermaßen zusammengestellt: Gau Mitte— Gau Niederhein in Halle Gau Westfalen— Gau Nordmark in Bielefeld Gau Niedersachsen— Gau Bayern in Bremen Gau Südwest— Gau Mittelrhein in Landan Die Spiele der Zwischenrunde werden am 28. Februar steigen. Deutscher Sieg in Kopenhagen Vor 8000 Radiportfreunden wurde in Kopenhagen ein 100 Minuten=Rennen durchgeführt, in dem Mertens=Schorn(Dortmund=Köln) eine überlegene Rolle spielten. Nach einem kampfreichen Rennen siegten die Deutschen mit 26 Punkten vor Sonne=Voigt 21 P., Voß=Jacobsen 21 P., Smits=van Gent 17 P., Gene=Larsen 14 P., Hasselberg=Sörensen(Bochum=Dänemark) 11 P. und den eine Runde zurückliegenden Pedersen=Olsen 10 P. Rennen zu Auseuil. 1. R.: 1. Kislar(Bonneau), 2. Sarastro, 8. Licinio. Sieg 28; Platz 14, 43, 55:10. Ferner: Fair Boy, Grizzly Bear, Mon Triomphe, Fiedele, Savarin 2. Gama, Vaas, Norah, Troene 2. R.: 1. Samovar(Bagniard). 2. Silverline, 8. Tric Troc. Sieg 85; Platz 42, 33:10. Ferner: Mylo, Schnock. 3. R.: 1. Rochy Conde(Dunn), 2. Larringes, 8. Lang Bian. Sieg 73; Platz 21, 14, 26:10. Ferner: Skiff, Le Negus, Mon Jubile El Ombu, La Captive. 4. R.: 1. Rallne Puisaye(Bonneau), 2. Lord Murray, 8. Music Hall. Sieg 41; Platz 22, 105:10. Ferner: Calorina, Herbigny, Tonia 5. R.: 1. Debria 2(Pelat), 2. Folle, 8. Athena. Sieg 257; Platz 49, 20, 88:10. Ferner: Babhinga, Imperator 2, L'Estaque, Patatras, Bleuette, San Marco, Semi Ton, Hong Bia, Beau Gosse. 6. R.: 1. Haut les Coeurs(Barboyon), 2. Sulta= nas Guard, 3. Rose Reine. Sieg 40; Platz 28, 29:10. Ferner: Vimar, Le Fetiche 2, Prince d'Ecouen, Grand Ebeling führt noch mit 11 holz Bogt trifft mit 699 Holz die beste Tagesleistung. Die Kunst des Kegelns ist nicht nur ein meisterlicher Wurf, ein präziser gleichbleibender Aufsatz, sondern auch das feinfühlige Eingehen auf die kleinen Verschiedenheiten der Bahnen ist die Voraussetzung für einen Erfolg im Kegelsport. Nur wer die Tücken einer Bahn schnell erfaßt und ihnen eine entsprechende Technik entgegenzusetzen weiß, ist in der Lage, Meisterliches im Kegelsport zu leisten. Auch die Bochumer Keglermeisterschaften haben es in sich. Im Anfang lagen oft Außenseiter weit vorn, Favoriten aussichtslos hinten. So ergibt sich erst nach dem vierten Durchgang ein klares Bild über Form und Stärke der Teilnehmer. Der letzte Hundertkugelkampf sah vor allem die ausgezeichnete und beste Tagesleistung des Altherrenmeisters Vogt mit 699 Holz, mit der er sich auf den achten Platz der Zehnermannschaft setzte. Vogt stellte damit wiederum sein großes Können unter Beweis und wird auch diesmal gute Aussichten für die deutsche Meisterschaft haben. Es gefielen weiter Ostwald mit 695, Bu ch 693, Ebeling 690 und Wittenbrink 688 Holz. Insgesamt führt nach 400 Kugeln weiter: 1. Ebeling mit 2759, 2. Busch 2748, 3. Ostwald 2744. 4. Bremer 2708, 5. Mogendorf 2706. 6. Wittenbrink 2705. 7. Niggemeier 2694. 8. Vogt 2689, 9. Eickhoff 2686. 10. Habecke 2679. In Gerthe versagten die Füvoriten. Der dritte Gang um die Gerther Keglermeisterschaft, der auf der Bahn Punge in Hiltrop zum Austrag kam, brachte insofern eine neue Ueberraschung, als mehrere Anwärter um die ersten Plätze mit ihren Leistungen weit unter ihrem normalen Durchschnitt blieben. So schaffte Altmeister Ernst Cassing nur 618 Holz, hält aber weiter die Spitze. Die besten Ergebnisse erzielten Schulte mit 646, Couturier mit Gartmann mit 642, A. Sibbe mit 638, Filipiak mit 636 und Braukhoff mit 622 Holz. In der Gesamtwertung führt nach 300 Kugeln Cassing mit 1942 Holz vor Borgmann mit 1895, Schulte mit 1892, Braukhoff mit 1854, Sibbe mit 1851 und Couturier mit 1836 Holz. Der nächste Kampf findet am kommenden Sonntag auf der Bahn Stehmann statt. Norwegen siegt weiter in Chamonix Lars Bergendahl Weltmeister im 18 Kilometer-Langlauf Die„Revanche für Garmisch=Partenkirchen“ glückt den Norwegern bei den FIS=Weltmeisterschaften in Chamonix in nicht vorhergesehenem Maße. Nach den Siegen in der Staffel und im Spezialspringen gelang es den Norwegern am Dienstag auch den 18 km=Langlauf— und zwar durch Lars Bergendahl zu gewinnen. Bei trübem Wetter fand der Norweger, der als Zweiter startete, eine vereiste Spur und es spricht für sein überragendes Können, daß er trotz dieses Nachteils das Rennen in 1:11:21,2 als überlegener Sieger beendete und damit Weltmeister wurde. Kalle Jalkanen und Pekka Niemi aus Finnland belegten die beiden nächsten Plätze. Hinter dichten Wolkengardinen versteckte sich die herrliche Landschaft um den Montblanc, als sich die 18 km=Läufer auf den Weg machten. Die Strecke führte von der Großen Skiwiese wellig und abwechslungsreich durch das Tal nach Argentiere und in weitem Bogen stets mit kleinen Anstiegen und Abfahrten durchsetzt durch den Wald nach Chamonix zurück. Durch den Nachtfrost war die Strecke zunächst vereist, und Lars Bergendahl, der den als ersten abgegangenen Franzosen Fernand Mermoud bald überholt batte, fand eine schwere Spur vor. Die mehr im Mittelfelde liegenden Finnen hatten es aber auch nicht leicht, denn inzwischen war der Schnee naß geworden. Der Norweger führte bereits an der ersten Zeitnahme und gab die Spitze nie wieder ab. Figurd Röen, der große Läufer aus Norwegen, war wegen Aufgabe des Finnen Valonen so von seinem ärgsten Widersacher in der Kombination befreit und scheint vor einem neuen Siege zu stehen. Röen belegte den siebten Rang in 1:15:04 und war damit der erste für die Kombination zu wertende Läufer. Das Ergebnis: 1. und Weltmeister(Lars Bergendahl=Norwegen 1:11:21,2; 2. Jalkanen=Finnland 1:12:35; 3. NiemiFinnland 1:13:48; 4. Hansson=Schweden 1:14:08; 5. Kurikkala=Finnland 1:14:21,4; 6. Dahlquist=Schweden 1:14:84; 7. Röen=Norwegen 1:15:04(erster Kombinierter); 8. Dometz=Italien 1:17:01; 9. Gerardi=Italien 1:17:07; 10. Hägglund=Schweden 1:17:39. Die Wertung der Alpinen Kombination. In der Kombinationswertung für Abfahrt und Torlauf war Allais der erste Platz sicher. Zweiter wurde sein Landsmann Lafforgue, gefolgt von den beiden Schweizern W. Steuri und H. von Allmen. Rudi Cranz schaffte sich durch sein gutes Abschneiden im Torlauf auf den fünften Platz vor. Hans Pfnür wurde Elfter vor Guzzi Lantschner. Ausgezeichnet schlugen sich unsere Frauen. Alle vier endeten unter den ersten Zehn. Christl Cranz hatte den ersten Platz jederzeit sicher. Käthe Grassegger konnte die dritte Stelle hinter Nini von (Schweiz) einnehmen und Lisa Resch wurde Achte. Der große Erfolg unserer Frauen wird erst recht erkenntlich, wenn man die Nationenwertung betrach let, für die die Zeiten der drei Besten jedes Landes zusammengezählt werden. Sowohl im Abfahrtslauf als auch im Torlauf endete die deutsche Frauenstaffel auf dem ersten Platz und hatte damit auch den Gesamtsieg in der Kombination sicher. Frankreich ehrt Christl Cranz Der französische Unterstaatssekretär für körperliche Erziehung. Laarange, sprach sich beim Teilnehmerfest überaus anerkennend über Christl Cranz und Birger Ruud aus und gab bekannt, daß sowohl der Deutschen als auch dem Norweger die Goldene Medaille für Verdienste im Sport, die „Medaille d'Or pour l’education physique“, verliehen werde. Emile Allais hat diese wertvolle Auszeichnung bereits nach den Winterspielen erhalten. Die Freiburgerin ist die erste Deutsche, die mit dieser selten verliehenen Medaille ausgezeichnet wird. Nächtlicher Orientierungslauf Winterberg—Willingen Falls am kommenden Sonntag die Sportzüge nach Winterberg fahren, wird der verschobene nächtliche Orientierungslauf durchgeführt. Die Strecke ist etwas erleichtert. Gestartet wird in Winterberg, das Ziel ist in Willingen. Nach Ankunft der Sonderzüge melden sich die Mannschaften im Verkehrsverein Winterberg. Der Start erfolgt um 20 Uhr in Abständen von drei Minuten auf dem Marktplatz in Winterberg. Jede Mannschaft besteht aus einem Führer und drei Mann. Die Meldungen geben umgehend an Gauwart Gärtner=Voerde(Ennepe=Ruhr=Kreis). Nachmeldungen werden gleich nach Ankunft der Sonderzüge im Verkehrsverein entgegengenommen. Schießsport Die Ergebnisse der Fernwettkämpfe am 7. und 14. Februar im Schützenkreis 5: Bedingung B 4: 80 Schuß freihändig Kleinkalibergewehr, 50 m in den drei Anschlagsarten mit beliebiger Anschlagsform: 1. Mannschaft Post=SV Bochum 1394 Ringe, 2. Mannschaft Post=SV Bochum 1289 Ringe. Bedingung B 2a: Kleinkalibergewehr 50 m 30 Schuß in den drei Anschlagsarten mit militärischer Anschlagsform: 3. Mannschaft Post=SV Bochum 1145 Ringe. KdF.-Sporkamt Mittwach. 17. Februar. Allgem. Vörperschule und Reichssportabzeichen für Männer u. Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle des Staatl. Gymnasiums, Bismarckstraße. Fröhl. Gymnastik und Spiele nur für Frauen von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle der realgymnasialen Studienanstalt, Wald ring. Schwimmen für Männer und Frauen von 19 bis 20,30 Uhr, Städt. Badeanstalt, Marienstraße. Jin=Jitsu=Kursus für Frauen und Männer von 20 bis 22 Uhr, Turnhalle an der Klosterstraße. Meergans entthronte Bogner. Die Deutschen und Heeres=Skimeisterschaften in Altenberg endeten mit einer unerwarteten Ueberraschung. Der Verteidiger des deutschen Skimeistertitels, Willi Bogner=München(Nr. 58), wurde von dem Hirschberger Oberjäger Meergans vom IR 88 Nr. 76) geschlagen, nicht nur weil dieser eine großere Weite erreichte, sondern auch eine bedeutend bessere Haltung aufwies. (Scherl=Bilderdienst=M.) Ein gutes Ergebnis Hallentenniskampf Niederrh. Hütte— TuS Bochum 7:6. Die Tennisabteilung des TuS spielte am Sonntag ein Hallen=Klubturnier gegen die Niederrheinische Hütte in Duisburg mit 4 Herren und 2 Damen in Cinzel=, Doppel= und gemischten Spielen, wobei die Niederrheinische Hütte mit 7:6 gewann. In Anbetracht dessen, daß den Bochumer Spielern gar keine Gelegenheit geboten ist, am Platze in der Halle zu trainieren, ein recht erfreuliches Ergebnis. Schach Zweite Runde der Mannschaftsmeisterschaft im Schachkreis Bochum. Der zweite Spieltag um die Kreismeisterschaft der Mannschaften zeitigte nachstehende Resultate: A=Klasse, Gruppe 1: Schachv. Günnigfeld— Schachfr. Weitmar ¼:9½ (G. trat nur mit 6 Spielern an). Schachv. Königsspringer— Schachv. Welper 7:3. Schachfr. 25 Bochum— Boch. Schachges. 2½:6½ und 1 Hängepartie mit vorteilhafterem Stand für Schachfreunde 25. In der Gruppe 2: Schachfr. Witten=Ost— Schachkl. Altenbochum 3¼:6½. Aus der B=Klasse wurden 2 Ergebnisse gemeldet: Bochumer Verein— Schachfr. Wattenscheid 9:1. Schachfr. 25 Bochum, 2. M.— Schachv. Harpen 7½:2½. C=Klasse: Schachv. Witten=Stockum—„Nimmer patt“ Laer 2:. Schachkl. Altenbochum, 2. M.— Boch. Schachges. 1¼:8½. Schachfr. 25 Bochum, 3. M.— Bochumer Verein 2. M. 1¼:8½ Sportnotizen Willi Knehe verunglückt. Der Gruppensportwart der westdeutschen Fußballgaue, Willi Knehe= Duisburg, erlitt am letzten Wochenende einen schweren Autounfall. Glücklicherweise besteht für den verdienstvollen Pionier des deutschen Fußballsportes keine Lebensgefahr. Knehe wird für die Dauer seiner Genesung durch den Hauptsportwart Wanz Wolz vertreten. WIRTSCHAFS NACHRICHTAN Die Börsen Bretmnt Birger Rund. Der norwegische Springerlönig Birger Rund zeigte sich bei den FISWettkämpfen in Chamonix auch diesmal wieder als Weltmeister, der nicht zu schlagen war. Hier sieht man dreimal Birger Ruud, und zwar als Porträt und dann zweimal in seiner unvergleichlich ausgeglichenen Haltung während des Sprunges.(Schirner=M.) Düsseldorf: Still und fester. Düsseldorf. 16. Febr. Die Rheinisch=Westfälische Börse hatte wieder ein stilles Geschäft An den Aktienmärkten haben zwar die Abgalen aufgehört, doch sind die vorliegenden Kaufaufträge nur klein und auch die Kulisse war nur mit Rückkäufen in einigen Werten im Markt. Ueberwiegend erfuhren die Kurse wieder kleine Besserungen, die jedoch kaum 1 Prozent erreichten. Nur Farreniktien machten eine Ausnahme und wurden erneut 1 Prozent höher bezahlt. Von den Montannavieren sind Mannesmann mit einer Kurssteige ung von* Prozent zu erwähnen. Kaliaktien vernachlässigt. Anleihen freundlich, Reichsbahnvorzüge unter Schwankungen kaum verändert. Im Verlaufe kam es dann zu weiteren kleinen Kurserholungen. Auf dem Kuxenmarkt trat auch heute keine Geschäftsbelebung ein. Teilweise gaben die Notierungen, besonders am Kohlenkurzimarkt, nach. Von den Kohlenwerten konnten sich nur Constantin, Diergardt und auch Deutschlandkure gut behaupten. Heinrich lagen im Briefkurs 200 RM. und Langenbrahm 250 RM. niedriger. Auch Carolus Magnus senkten ihre Notierung um etwa 50 RM. Auf dem Kohlenaktienwarkt wurden Lothringen Genuß und Niederrh. Berg im Rahmen der letzten Notiz gehandelt. Berlin: Aktien und Renten freundlich. Berlin. 16. Febr. Erst kurz vor Börsenbeginn bei den Banken eingegangene Kaufaufträge gaben den Aktienmärkten ein freundlicheres Aussehen, als man das vorbörslich angenommen hatte. Allerdings war dabei weniger der Inlandskäufer vertreten; vielmehr erfolgten die Anschaifungen meist für Rechnung von Sperrmarkkonten, da may auf diesen nach den in der letzten Zeit in graßerem Umfange vorgenommenen Verkäufen flüssige Mittel angesammelt hat, die nun— bei einem geringen Rückgang der Sperrmarksätze— wieder angelegt werden. Vorzugsweise wandte sich das Kaufinteresse daher wieder den Standardwerten zu. so konnten Farben den Vortagsschlußkurs um etwa 1 Prozent überschreiten, später allerdings den erzielten Kurs von 168¼ nicht voll behaupten. Siemens setzten ebenfalls 1¼ Prozent höher ein. Bei dem allgemein freundlicheren Grundton kamen in verstärktem Maße Sonderbewegungen zum Durchlruch, die allerdings meist die schon in den letzten Tagen begehrten Werte betrafen. Dazu gehörten u. a. Daimler(plus 1¼), da man zuversichtlich mit einer guten Ausschüttung für das abgelaufene Ge schäftsjahr rechnet. Von Maschinenbauwerten waren Muag u. Orenstein gefragt, letztere gewannen 1½ Prozent. Zu den Spezialpapieren mit lebhafterer Bewegung gehörten ferner Bemberg(plus ca. 1 Prozent); offenbar wirkt sich nun die feste Verfassung der Kunstseidewerte an den ausländischen Plätzen aus. Am Rentenmarkt wurden Reichsaltbesitz erneut 5 Pf. höher mit 120,80 bezahlt, stiegen aber dann sogleich weiter bis auf 120¼. Die Umschuldungsanleihe bliek heute unverändert(91,70). Mittlere Reichsschuldbuchforderungen gewannen ½ Prozent. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung wurde das englische Pfund mit 12,19¼ (12,18¼), der Dollaxsmit unverändert 2.49 und der holl. Gulden mit 18,95(135,52) festgesetzt. Altenessener Schweinemarkt. Altenessen, 16. Febr. Auftrieb: 700 Ferkel, 439 Läuferschweine, zusammen 1139. Es kosteten im Großhandel in RM.: Ferkel unter 6 Wochen 7,50, 6—8 Wochen alte 7.50 bis 12, 8—12 Wochen alte 13 bis 19. Läuferschweine: 3—4 Monate alte 19 bis 28, 4—6 Monate alte 28 bis 50, größere entsprechend höher. Marktverlauf: langsam. 9 roß Bochum meldet. Bochum-Altenbochum Vom Baum gestürzt. Empfindlich zu Schaden kam Montagnachmittag der 43jährige Martin S. aus der Altenbochumerstraße, der mit Baumbeschneidearbeiten beschäftigt war. Beim Abziehen eines morschen Astes erhielt er das Uebergewicht und stürzte in die Tiefe, wobei er neben einem linken Unterarmbruch Quetschverletzungen davontrug. Bochum-Laer Kameradschaftsabend der Amtswalter der NSVolkswohlfahrt. Die Amtsleiter, Helfer und Helserinnen der NS=Volkswohlfahrt waren am Samstag bei Zeiger zu einem Kameradschaftsabend zusammengekommen, um sich im gemütlichen und tameradschaftlichen Kreise neue Kraft zu ihrer uneigennützigen und ehrenamtlichen Tätigkeit zu holen. Ortsgruppenamtswalter Pg. Walter Sobich begrüßte seine Mitarbeiter und wünschte allen einen vergnügten Abend. Eine Kapelle sorgte bald für die nötige Stimmung. Sehr gefallen konnte auch ein Vortragskünstler. Daß sich die Kameraden erst in vorgerückter Stunde trennten, war der beste Beweis, daß der Abend allen restlos gefallen hatte. Werbeveranstaltung des Reichsluftschutzbundes. Die Gemeindegruppe Laer veranstaltet heute abend um 20 Uhr eine große öffentliche Werbeveranstatlung im Saale Schuth. Neben interessanten Vorträgen wird noch eine Ausstellung stattfinden, die Aufklärung über die zweckmäßige Herrichtung des Schutzraumbaues und des Hauses für den Luftschutz geben wird. Die Ausstellung beginnt um 17 Uhr. Alle Volksgenossen sind eingeladen. Jahreshauptversammlung des Bürgerschützenvereins 1835. Der Schützenverein von 1835 hielt Sonntag seine Jahresbataillonsversammlung im Lokal Heckmann ab. Bataillonsführer Schuth begrüßte die Schützenbrüder. Gefthäftsführer Bielefeld gab den Jahresgeschäftsbericht, während der Kassenbericht vom Kassenwart Wesemeier verlesen wurde. Auf Antrag der Kassenprüfer wurde ihm Entlastung erteilt. Dann wurde der Beschluß gefaßt, die vom Königspaar gestiftete Plakette am 20. Juni auszuschießen; an dem Schießen sollen sich von jeder Kompagnie 20 Schützen beteiligen. Am 4. Juli findet auf dem Schießstand Benner ein Preisschießen statt, während das Opferschießen am 14. März bei Schuth und Benner ausgetragen wird. Die bisherigen Kassenprüfer Tiele und Schäfer bleiben weiterhin in ihrem Amt. Bataillonsführer Schuth stellte gegen Schluß der Versammlung sein Amt wegen Arbeitsüberlastung zur Verfügung, so daß der stellvertretende Bataillonsführer I. Zimmermann bis zur nächsten Versammlung im April die Geschäfte weiterführen wird. Bataillonslokal bleibt Heckmann. Bochum-Riomke Die Bergmannssiedlung wächst. Trotz der sehr ungünstigen Witterung hat die neue Siedlung an der Grummerstraße gute Fortschritte gemacht. Von den Doppelhäusern konnte eines schon überdacht und das fünfte gerichtet werden. Acht Doppelhäuser für je zwei Familien werden gebaut.(th) Bechum-Grumme NSKCV. Kameradschaft Grumme Rüde. Sämt liche Amtswalter der NSNOV, Kameradschaft Grumme-Röde, nehmen geschlossen an dem Vortrag des Gaureduers Pg Große in der Kaiserane am Mittwoch teil Evangelisch kirchticher Männerdienst. In der Monatsversammtung erstattete der Kassierer Allmenröder den Kassenbericht. Ihm wurde nach Bericht der Kassenprüfer Entlastung erteilt. Ueber die am 31 Jannar stattgefundene Tagung des Männerdienstes der Synode Bochum berichtete das Mitalied Reiß Vom Volksmissionar Siebert wurde darauf ein aufschlußreicher Vortrag ge halten. Den Konfirmanden der Vereinsmitglieder wurde ein Gesangbuch mit Widmung überreicht. St. Josephsverein. Zur ersten Monatsversammlung im neuen Geschäftsjahr hatten sich die Mitglieder in erfreulicher Zahl eingefunden. Vikar Böger, der als geistlicher Präses den Verein übernommen hat, wurde freudig begrüßt. Eingehend wurden die bevorstehende Mission und die Ostern stattfindende Jubelfeier besprochen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde vom Restes ein interessanter Vortrag gehalten.(th) Bochum-Gerthe Kamme musik in Gerthe. Einen besonderen Kunstgenuß vermittelte die NS=Kultur=(Feierabend Gemeinde Bochum=Gerthe im Saale Kalthoff durch einen Konzertabend des Dresdener Streichquartetts. Kammermusik ist nicht für jeden Kunstliebbaber etwas, und doch war eine große hörerschaft erschienen. Lautlose Stille bekundete die große Anteilnahme des Publikums und lebhafter Dank wurde den Ausübenden für den einzigartigen Kunstgenuß zuteil.(va) Marinekameradschaft Bochum=Gerthe. Auf dem Schießstand Düppe in der Wanne bielt die Marinekameradschaft ihr erstes Vierteljahresschießen ab. Bei dem Schießen mit Wehrmannsbüchsen 100 Meter Entfernung auf 12er Ringscheibe) wurde ein Durchschnitt von 26,5 Ringen erzielt. Die besten Schützen waren Bergeritz mit 33 Ringen, Schaguhn und Mansfeld mit je 30 Ringen. Das Kleinkaliberschießen auf 50 Meter Entfernung wurde in drei Anschlagsarten durchgeführt. Die höchste Ringzahl erreichte bei stehend aufgelegt Paßmann mit 29 Ringen, liegend aufgelegt: Paßmann mit 31 Ringen, kniend: Bergeritz mit 22 Ringen.(va) Bochum-Harven Bataillonsversammlung der Kriegerkameradschaften Hacpen und Kornharven. Im Lokale Hoffmann(Fleitmann) sand die Bataillonsver= sammlung der Kriegerkameradschaften Harpen und Kornharpen statt. Da der bisherige Kameradschaftsführer sein Amt niedergelegt hatte, wurde die Versammlung vom Stellvertreter Ernst Beck eröffnet und geleitet. Der Jahres= und Kassenbericht zeigte eine erfolgreiche Weiterentwicklung. Von besonderer Wichtigkeit war der Beschluß, daß das Bataillon in Zukunft nur noch in Form einer Arbeitsgemeinschaft zwischen den beiden selbstständigen Kameradschaften Harpen und Kornharpen bestehen bleibt. Der Bataillonsbeirat wurde demzufolge aufgelöst. Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft wurde für 1037 Kameradschaftsführer Otto Homvorg übertragen.(va) Bochum-Langendrøer Aus dem Langendreerer Vereinsleben. Der Männergesangverein„Eintracht“ hielt im Vereinslokal Schulte seine Jahrestagung ab. Aus dem umfangreichen Jahresbericht ist besonders zu erwähnen die im verflossenen Jahr an drei Tagen stattgefundene Jubiläumsfeier. Die Zahl der Mitglieder hat in letzter Zeit zugenommen. Die Kassenverhältnisse sind geordnet. Der gesamte Vorstand bleibt in seinen Aemtern. Als Chorleiter wurde Lehrer Dreier bestimmt.— Gleichfalls bei Schulte auf der Wilhelmshöh hatten sich am Sonntag die Mitglieder des Knappenvereins zur Jahreshauptversammlung eingefunden. Die einzelnen Punkte der Tagesordnung wurden genehmigt. Das verflossene Jahr war auch für den Knappenverein ein Jahr des Erfolges.(er) Bochum-Werne Feierstunde der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ veranstaltete Sonntag im Saale SchulteTrux einen Abend, der allen Teilnehmern Frohsinn und Freude brachte. Der Saal war gut besetzt, als Pg. Staar das Wort zur Begrüßungsansprache ergriff und den gemeinschaftsfördernden Gedanken dieser Feierstunde betonte. Das Programm wurde mit Musiksrücken und Gesangvorherne Fahnenweihe des Soldatenbundes in Herne. Der Soldatenbund beging am Sonntag abend in einer würdigen Feier auf dem Adolf=Hitler=Platz in Herne die Fahnenweihe der drei Soldatenkameradschaften von Herne, Wanne=Eickel und CastropRauxel. Die Feier stand ganz im Zeichen der engen Verbundenheit von Wehrmacht, Staat und Partei. Sie alle hatten zahlreiche Vertreter entsandt. Kameradschaften des Kyffhäuserbundes mit ihren Fahnen vertraten die alte Armee. Bundesgruppenführer Generalmajor a. D. Kloebe nahm die Weihe der drei Fahnen vor. Zunächst sprach der Wehrbezirkskommandeur, der Einsatzbereitschaft, Pflichtbewußtsein, Unterordnung und Kameradschaftlichkeit als die Eigenschaften feierte, die den Soldaten kennzeichnen. Kreisleiter Nieper betonte in seiner Ansprache, daß es für den Nationalsozialismus ein erhebendes Gefühl sei, zu sehen, wie heute wieder eine neue deutsche Wehrmacht den deutschen Grund und Boden nach außen hin schütze. Durch die kühnen Entschlüsse des Führers sei die Wehrmacht nun von allen Fesseln des Versailler Diktats befreit worden. Bundesgruppenführer Generalmajor a. D. Kloebe wies nach der Weibe der Fahnen darauf hin, daß die Fahne des Soldatenbundes das Eiserne Kreuz trage, das joden einzelnen zu höchster Opferbereitschaft und Pflichterfüllung ermahne. Mit diesem Symbol soldatischer Tradition sei in der Fahne des Soldatenbundes das kämpferische Zeichen der Gegenwart und Zukunft, das Hakenkreuz, eng verknüpft. Mit einem Treuegelöbnis an den Führer beendete Generalmajor Kloebe die Fahnenweihe. Nach einer Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges, der Freikorps und der Ermondeten der Bewegung schloß die Feierstunde mit einem Siegheil auf den Führer. Ein Marsch durch die Stadt und ein kameradschaftliches Beisammensein der drei Soldatenkametrügen des Frauenchores„Harmonie“ eröffnet. Es schlossen sich Vorführungen eines Rollschuhlauf paares und Tänze der Volkstanzgruppe an. Des weiteren wurden einige ganz auf frohe Stimmung abgestellte Theaterstücke geboten. Zu Beginn des zweiten Teils des Abends sprach Kreisreferent Roth. Reigen, Volkstänze und zwischendurch ein Tänzchen hielten die Besucher noch lange Zeit in fröhlicher Stimmung zusammen.(er) Bechum-Linden-Dahlbausen 70 Jahre alt. Ihren 70. Geburtstag konnte in körperlicher und geistiger Frische Fräulein Maria Stapelmann, Hattingerstraße 806, begehen. Das Geburtstagskind erfreut sich hier im Orte allgemeiner Beliebtheit und zu ihrem Wiegenfeste überbrachte man ihr zahlreiche Glückwünsche. Möge ihr ein recht sonniger Lebensabend beschieden sein.(f) Der Rundfunk kommt nach Linden=Dahlhausen. Kommenden Freitag kommt der Rundfunk nach Linden=Dahlhausen. Auf dem Marktplatz Linden findet ein Platzkonzert statt, nachmittags findet auf dem Horkenstein eine große Funtschau statt, die einen Ueverblick über den Stand der heutigen Rundfunktechnik vermittelt. Ein großer Rundfunkabend beschließt den Rundfunkwerbetag. Generalversammlung der Oberdahlhauser Obstund Gartenfreunde. Bei Henke hielt der Obstund Gartenbauverein Dahlhausen seine Generalversammlung/ ab. Den Jahresbericht gab der Schriftführer Wilhelm Beil, den Bericht über die Kassenlage erstattete Kassierer Stratling. Diplom=Garteninspektor Schmidt, Hattingen, sprach darauf über Zweck und Bedeutung der Gartenbauvereine im Hinblick auf die Erzeugungsschlacht und den Vierjahresplan. Große Aufgaben sind diesen Vereinen gestellt, jeder Gartenfreund müsse zu seinem Teil dazu beitragen, daß die Ziele der Erzeugungsschlacht erreicht werden. Lehrreich waren auch die Ausführungen des Redners über Obstkultur. Den Abschluß bildete ein Lichtbildervortrag über Krankheiten und Schädlinge an Obst= und Gartenpflanzen. Die Versammlung beschloß, in den nächsten Versammlungen ähnliche wichtige und lehrreiche Vorträge zu hören. Weiter soll auch in diesem Jahre wieder eine Ausstellung von Obst= und Gartenfrüchten stattfinden. Der Ausflug geht in diesem Jahr nach Ronsdorf=Elverfeld. radschaften bildeten den Abschluß der Veranstaltung Bergmannslos. Im Untertagebetrieb der Schachtanlage 3=4 der Zeche„Friedrich der Große“ wurde am Montag nachmittag ein 17jähriger Schlepper durch Gesteinsmassen verschüttet. Er konnte von der Bergungsmannschaft nur noch als Leiche geborgen werden. Langfinger an der Arbeit. In der Nacht zum Montag wurden aus einem Hausflur des Hauses Bahnhofstraße 10 b schwarz=weiß gemusterte Scheibengardinen und ein kleiner Blumentisch gestohlen. — Sonntag wurde ein an der Haustür im Schlagenkampf hängender und einem auf der Straße spielendem Kinde gehörender grüner Burschenlodenmantel von einem unbekannten Täter gestohlen. Der Mantel hat einen Oelhautrückeneinsatz. Ferner ist der Mantel mit der Firmenbezeichnung „Fischer, Herne“ versehen. In dem Mantel befanden sich ein Paar braune Lederhandschuhe mit Krimmerbesatz.— In den letzten Tagen wurden aus einom unverschlossenen Lagerschuppen des Hauses Bahnhofstraße 87 zwei gußeiserne Gasbrenner mit je 100 Brennern und dazu gehörenden Anschlußrohren, etwa 1,20 Meter lang, gestohlen. Die Sachen haben einen Wert von 300 Mark.— Sonntag wurde in einer Wohnung des Hauses Mühlenstraße 3 eingebrochen. Der Täter muß wohl bei der Tat gestört sein, denn er hat nur eine elektrische Taschenlampe mitgenommen.. Wer hat zur fraglichen Zeit eine tatverdächtige Person im fraglichen Hause gesehen? Kaminbrand. Montag entstand im Hause Hertenerstraße 17 ein Kaminbrand. Personen wurden nicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest Selbstmord. Montag wurde in einem Hause an der Altenhöfenerstraße ein Mann in seiner Wohnung tot aufgefunden. Anscheinend liegt Selbstmord vor. Um das Wohl des Bergmanns Die RBG Bergbau schult in Erwitte. Auf der Reichsschulungsburg in Erwitte läuft vom 7. bis 20. Februar ein Gemeinschaftslehrgang der RBG Bergbau, an dem über 200 DAF=Walter, Vertrauensmänneer und Gefolgschaftsführr aus allen Bergbauarten und Bergbaugebieten Deutschlands teilnehmen. Schon wiederholt wurden in der letzten Zeit die Männer des Bergbaues in Gemeinschaftslehrgängen zusammengefaßt, um Gefolgschaftsführer, DAF=Walter und Vertrauensmänner einander näher zu bringen und die Gemeinschaft zu vertiefen. Die großen Aufgaben, die dem deutschen Bergbau gestellt sind, wie auch die vielen brennenden Probleme, die es noch zu lösen gibt, können nur auf der Grundlage tatsächlicher Gemeinschaft und Kameradschaft verwirklicht werden. Es hat sich gezeigt, daß die Gemeinschaftslehrgänge, wie sie die Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau regelmäßig durchführt, sich in dieser Hinsicht denkbar günstig auswirken. Außer den Schulungslehrern sprachen im Laufe der letzten Woche u. a. Gauorganisationsleiter Hein Diehl. Pg. Wetzei vom Reichsheimstättenamt, Berlin, Pg. Werner Daitz, Berlin und Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pa. Padberg, Bochum. Pa. Daitz befaßte sich in seinem Vortrag mit dem völkischen Sinn des zweiten Vierjahresplanes. Gemäß der Parole„Freiheit und Selbstverteidigung“ habe der Führer den völkischen Selbsterhaltungswillen sowohl im außenpolitischen als auch im wehr- und kulturpolitischen Raum durchgesetzt. Nun müsse das notwendige Eristenzminimum an Nahrungsmitteln und an gewerblichen Rohstoffen innerhalb unseres Landes selbst erzeugt oder gesichert werden. Der erste Vierjahresplan, der die Rahrungsfreiheit erkämpfen und die Arbeitslosigkeit beseitigen sollte, sei voll gelungen, im zweiten Vierjahresplan solle nun die Rohstoffretheit errungen und damit auch der Außenhandel geordnet werden. Im Mittelpunkt der Schulungsarbeit stand der Vortrag des Reichsbetriebsgemeinschaftsleiters Padberg, der die Zukunftsaufgaben des deutschen Berghaus in besonderem Hinblick auf den Vierjahresplan herausstellte. Er ging aus von dem Wort des Führers„Das Leben des einzelnen ist nur in der Gemeinschaft möglich“ und betonte, daß dies in besonderem Maße auch auf das Betriebsleben zutreffe. Wir wollen daher die Betriebsgemeinschaft aufbauen und zwar auf dem Begriff der Arbeitsehre. Auf dieses Ziel muß jeder ausgerichtet werden, der in Zukunft in unserer Gemeinschaft leben will. Hieraus erwächst dem Betriebsführer, DAF=Walter und Vertrauensmann die verantwortungsvolle Pflicht, innerhalb der Gefolgschaft unermüdlich für die Erreichung dieses Zieles zu wirken. Wie oft gibt das Gedingewelen noch Anlaß zu Klagen. Wenn es in jedem Betrieb zur beiderseitigen Zufriedenheit gelöst ist— und das muß gelingen— werden alle Klagen verschwinden. Ebenso verhält es sich mit der Vehandlung des schaffenden Menschen. Er hat auch früher nicht um Lohnpfennige gekämpft, sondern um seine Achtung und Anerkennung. Darum: Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter! Die Sicherung des Lebens unserer Bergmänner zwingt uns, auf dem Gebiete der Grubensicherheit alles zu tun, um Unfälle nach Möglichkeit auszuschalten. Die Schwierigkeiten in der Nachwuchsfrage machen eine intensive Berufserziehung und vielseitige Berufsausbildung unserer Jungbergmänner erforderlich. Hier muß jeder Betriebsführer auf dem Posten sein, und er wird es um so mehr müssen, als ihn die durch den Mangel an Facharbeitern bedingte gesunde Konkurrenz dazu zwingen wird. Weiter forderte Pg. Padberg die intensive Durchführung der Vertrauensratsschulung und betonte, daß das Knappschaftsproblem im Zuge der neuen deutschen Sozialordnung geregelt werde Wanne-Eickel Versicherungsschwindler treibt sein Unwesen. In letzter Zeit ist hier in zwei Fällen ein in Sterkrade wohnender angeblicher Versicherungsagent der Ostdeutschen Versicherung aufgetreten und hat Besitzer von Pferden und Kühen in die Versichesein. In einem Falle hat er 9.50 Mark und im anderen 11,60 Mark kassiert und somit die betr. Personen um diese Beträge betrogen. Da der Versicherungsschwindler nach einer Zeitungsnotiz auch im Bereiche des Polizeipräsidiums Recklinghausen aufgetreten ist, ist es nicht ausgeschlossen, daß er auch außer Wanne=Eickel in anderen Orten des Polizeipräsidiums Bochum Personen geschädigt hat. Die Geschädigten wollen sich bei der Kriminalpolizei, Richard=Wagner=Straße 9. oder bei der nächsten Polizeidienststelle melden. Stallbrand. Dienstag gegen 605 Uhr brach in einem Holzstalle in einem Hause straße Feuer aus, das von der Feuerwehr alsbald gelöscht werden konnte. Der Sachschaden ist gering. Brandursache ist noch unbekannt. Ermittelungen sind eingeleitet. Sperrung der Ruß=Straße. Die Noß=Straße im Stadtteil Eickel ist wegen veredener Arbeiten bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden.— Wegen Kanalisataonsarbeiten werden auch die Röhlinghauserstraße zwischen der Kurfürsten= und Hindenburgstraße sowie die Füselierstraße auf ihrem östlichen Abschnitt für den durchgehenden Verkehr gesperrt.(b Zweimal in eine Schule eingebrochen. In der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche gelangten bisher noch unbekannte Täter mittels Nachschlüssels in die Schulhalle der Berufsschule in der Wilhelmstraße und entwendeten aus einem verschlossenen Pult einen kleineren Geldbetrag. — Ein weiterer Einbruch wurde in der Nacht zum Samstag in der Josekschule ausgeführt. Hier wurden in mehreren Klassenzimmern Pulte und Schränke erbrochen oder nachgeschlossen. Gestohlen wurden 1 Photo=Apparat. Marke AfgaBor der sich in einem dazugehörenden gelben Karton befand und 1 Geldbetrag von etwa 2.— Mark. Vermutlich bandelt es sich in beiden Fällen um dieselben Täter, die nur nach Geld und Wertgegenständen gesucht haben, da alle übrigen Sachen unberührt geblieben sind Wer kann bezüglich der Kriminalpolizei, Ge'senkirchener Straße 25. Täter Angaben machen. Mitteilungen erbittet dis fast gehalten Der Arbeitseinsatz in Westfalen im Monat Januar 1937 Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Der um die Jahreszeit übliche saisonmäßige Rückgang des Beschäftigungsgrades hat den Arbeitseinsatz im Bezirk des Landesarbeitsamtes Wostfalen bisher nur unwesentlich beeinflußt. Ursache dieser im Verhältnis zu den vergangenen Jahren günstigeren Entwicklung ist vor allem der gute Auftragsbestand im Baugewerbe, der die Inangriffnahme neuer Bauvorhaben schon während der Wintermonate ermöglichte. Durch die bei diesen neuen Arbeiten vorhandenen Beschäftigungsmöglichkeiten konnte ein erheblicher Teil der wegen Fertigstellung von Außenarbeiten erfolgten Entlassungen wieder ausgeglichen werden, so daß der Beschäftigungsstand in den Außenberufen im allgemeinen gehalten werden konnte. Einen weiteren Ausgleich für die geriege saisonmäßige Abschwächung des Arbeitseinsatzes bot die anhaltende Aufnahmefähigkeit der übrigen Wirtschaftszweige, vor allem des Ruhrbergbaues, der seine Belogschaft im Berichtsmonat wieder stark erhöhte. Wenn trotzdem die Zahl der Arbeits osen im Januar um 5300 anstieg, so ist das ausschließlich auf den gegen Ende des Berichtsmonats stärker auftretenden Frost zurückzuführen, der die vorübergehende Stillegung fast sämtlicher Außenarbeiten notwendig machte. Der im Berichtsmonat erfolgte Anstieg der Arbeitslosigkeit ist somit nur als eine vorübergehende, durch Witterungseinflüsse bedingte Erscheinung zu werten, da mit Eintritt einer milderen Witterung die freigesetzten Arbeitskräfte wieder abgerufen werden. Die Gesamtzahl der Ende Januar vorhandenen Arbeitslosen betrug nunmehr 115500. Diese Zahl liegt um 75000 niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres und um 367000 niedriger als beim Beginn der Arbeitsschlagt Ende Jannar 1933 Die Zahl der Unterstützten der Reichsanstalt stieg um 2700, während die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen um 1900 weiter zurückging. Die Zunahme der Gesamtzahl der Unterstützten beträgt somit nur 800. Von den insgesamt am Monatsschluß vorbandenen Unterstützten entfallen 67300 auf die Reichsanstalt und 21 500 auf die Bezirksfürsorgeverbände. Bei Notstandsarbeiten wurden 5300 Voksgenossen beschäftigt. Bei den Außenberufen setzte in der Landwirtschaft mit Beginn des Berichtsmonats die Nachfrage nach gelernten und angelernten Arbeitskräften, die im Vormonat im Hinblick auf die Feiertage leicht nachgelassen hatte, wieder stärker ein. Auch von den außerwestfälischen Bezirken lagen größere Aufträge vor, so daß von den Abgabearbeitsämtern bereits mehrere Transporte überwiesen werden konnten. Sus unseren Verbreitungsgebiet Ibsens „Gespenster“ in Neuinszenierung von Dr. S. Schmitt Walter Kaltheuner als Pastor Manders und Adele Schönfeld als Helene Alving 2A Foto: Herker Ibsens Gespenster erlebten gestern in der Inszenierung des Intendanten Dr. S. Schmitt eine in der Dialogform glänzende und durch schauspielerische Leistungen hervorragende Erstaufführung Das Publikum stand sichtlich unter dem Eindruck der Vorführung und dankte am Schluß mit starkem Beifall. Die Schneeglöckchen sind da! In der stillen Seitenstraße stehen zwei Menschen vor einem kleinen Vorgarten und schauen durch das Gitter. Als sie endlich zögernd weitergehen, liegt ein Lächeln auf ihren Gesichtern. Und, näherkommend, sehe auch ich zu dem Gärtchen hinein: da blüht wahrhaftig, ganz klein und unscheinbar, das erste Schneeglöckchen! Man kann gar nicht anders, als stehen bleiben und das erste Frühlingswunder betrachten. Es ist noch so kalt draußen, fröstelnd hüllt man sich in den Mantel. Der Wind pfeift recht rauh durch die Straße, und die Bäume stehen noch schwarz und kahl. Ganz grau ist die Welt, hier aber. im Garten, ist über Nacht ein holdes Wunder erblüht. Das Schneeglöckchen ist die erste Blume des Jahres, die im Freien das Köpfchen aus der winterlichen Erde streckt. Es gibt ein altes, wunderschönes Märchen, das erzählt, warum das Schneeglöckchen sich schon so zeitig hervorwagen kann: Es war am letzten Schöpfungstage, und alle Farben waren schon vergelen. Der Himmel hatte sein Blau bekommen, Wälder und Wiesen das tiefe oder hellere Grün, und die Blumen hatten überhaupt alle nur verfügbaren Farben mit Beschlag belegt. Da kam der Schnee. Er hatte noch keine Farbe.„Unmöglich!“ sagte der Schnee,„ich muß auch eine Farbe haben, und eine hübsche Farbe will ich haben, auf alle Fälle!“ Und da ging der Schnee herum, um irgendwo um ein lißchen Farbe zu betteln. Zuerst fragte er beim Himmel an.„Kein Gedanke.“ sagte der Himmel,„bedenke doch meine riesige Fläche! Nein, ich kann kein Stückchen Blau entbehren!“ Auch die Bäume wollten nicht.„Es wäre auch unpraktisch,“ meinten sie,„denn wenn dann im Winter grüner Schnee auf unsere Zweige fällt— wie soll man dann überhaupt wissen, daß Winter ist?“ Schließlich ging der Schnee zu den Blumen. Alle verhielten sich ablehnend, nur das Schneeglöckchen hatte ein gutes Herz.„Ich gebe dir etwas von meinem Weiß ab.“ sagte es,„ich werde schon mit dem Rest auskommen, wo ich doch nur so kleine Glöckchen habe.“ Der Schnee war ganz gerührt Und aus Dank dafür versprach er dem Schneeglöckchen, es könnte ganz früh im Jahre aus der Erde kommen, er wollte sich dann auch immer bescheiden zurückzichen und das Schneeglöckchen in jeder Weise schonen. Seitdem lieben sich die keiden. Der Schnee kreut sich. wenn das Schneeglöckchen aus der Erde schaut, er schmilzt dann vor Rührung dahin und räumt seinem kleinen Schütling das Feld. L. Wieviel Blike hat ein Gemitter? Ueber Gewitter, Blitz und Donner ist schon viel geschrieben worden. Nun hat sich ein in Mautern Steiermark) lebender Mann der Mühe unterzogen, die Blitze während eines Gewitters zu zählen. Er stellte sich also an das Fenster und zählte bei einem dreiviertel Stunden dauernden Gewitter 465 Blitze. Da er viele Doppel=, auch dreifache Blitze beobachtete, schätzt er die Zahl auf etwa 500 Stück Er zählte nur, solange es donnerte, und ließ dem Gewitter vorangehendes und folgendes Wetterleuchten unberücksichtigt. Im Orte selbst schlug kein Blitz ein, aber 25 Kilometer südöstlich von Mautern wurde ein Einschlag beobachtet— Schon früher sind Blitze gezählt worden. Ein Forscher zählte einmal binnen fünf Minuten 200 Blitze, und ein anderer verzeichnete an der Küste von Südchile 3000 Blitze, d. h. in der Stunde höchstens 541, in der Viertelstunde 211 und in der Minute mehr als 16 Blitze. Bedeutende Gastspiele im Stadttheater Bochum. Um unseren Theaterfreunden neben der Vielfalt unseres Spielplanes und den regelmäßigen Gastspielen der Kölner Oper auch die Möglichkeit zu geben, bekannte deutsche und auswärtige Solisten und Ensembles kennen zu lernen, hat sich die Intendanz entschlossen, im Laufe der nächsten Wochen zwei weitere Gastspiele von überragender künstlerischer Bedeutung zu veranstalten. So gastiert am Sonntag, 6. März, die Stagione d'opera italiana mit den ersten Kräften der Mailänder Skala in Giuseppe Verdis „Rigoletto". Dieses Gastspiel wird von allen Opernfreunden mit stärkster Spannung erwartet werden. Der Vorverkauf beginnt Montag, 1. März. Wenige Tage später, Mittwoch, 10. März, gastiert„der Welt bester Tänzer", Harald Kreutzberg, wiederum im Stadttheater Bochum. Seine Gastspiele in den letzten Jahren hatten stets geradezu triumphalen Charakter. Das Publikum feierte diesen einmaligen Tänzer in ungewöhnlichen Ovationen. Kreutzberg zeigt diesmal im Rahmen seines Pregramms neue Tänze. Nach den großen Erfolgen Kreutzbergs auf der Olympiade und auf den Tanzfestspielen Berlin dürfte auch dieses Gastspiel mit besonderer Spannung erwartet werden und ein künstlerisches Ereignis seltenen Ranges versprechen. Der Vorverkauf zum KreutzbergGastspiel beginnt Freitag. 5. März. Heute:„Komeo und Julia“ im Stadttheater Bochum. Wie stark das Bedürfnis aller Theaterfreunde war, das große tragische Jugendwerk Shakespeares wieder einmal auf der Bühne zu sehen, beweist die Neueinstudierung unter Leitung von Dr. S. Schmitt im Stadttheater Bochum. Nicht nur die Bochumer seibst, sondern das ganze theaterinteressierte Westdeutschland finden sich zu den Aufführungen des„Romeo“ in Bochum zusammen. Auch die heutige Aufführung Roman von Harry Hoff Nachdruck verboten (4. Fortsetzung.) „Die sind uns in Montélimar in der Herberge gestohlen worden!“ „Gerade das ist verdächtig!“ entgegnete Lebrun, etwas schärfer werdend,„haben Sie den Verlust denn schon angezeigt?“ „Nein.“ „Warum nicht?“ „Wir dachten, das hat noch Zeit.“ Was sollte man mit den Kerlen machen? Laufen lassen konnte man sie keinesfalls. Durch Rückfragen bei den Behörden mußten erst ihre Angaben über Namen und Herkunft nachgeprüft werden. Dann würde man weiter sehen. Lebrun brach diese Verhandlung ab. Er wandte sich jetzt dem Radfahrer zu, den man ebenfalls festnahm. Das war ein robuster Bursche mit einem bösen, stechenden Blick und einer auffallend flachen, abgeplatteten Stirn. Dem war ein Verbrechen schon zuzutrauen. In seiner Kleidung sehr abgerissen, mit durchgelaufenen Schuhen, machte er den Eindruck unverbesserlicher Liederlichkeit. Die Angaven über eine Persönlichkeit kamen nur zögernd zwischen den stumpfen, braun=schwarzen Zähnen hervor. Schon damit schien etwas nicht recht zu stimmen. Als Ausweis hatte er lediglich eine durchfettete Meldekarte aus einem kleinen Ort namens Rosans bei sich. Er behauptete, Anstreicher zu sein und nach Paris zu wollen. Das Fahrrad habe er sich von seinem letzten Verdienst für alt gekauft. Aber es konnte festgestellt werden daß es gestohlen war. Die Nachforschungen hatten sich nun nach zwei Richtungen zu erstrecken. Auf der einen Seite mußte man den Angaben der vier Verhafteten nachgehen, auf der anderen hatte man nach dem geheimnisvollen nächtlichen Anrufer zu forschen. Lebrun, immer praktisch denkend, entschied sich für Arbeitsteilung. Er selbst nahm die weiteren Vernehmungen der Häftlinge in die Hand. Dagegen sollte sein junger Kollege aus Deutschland die Angelegenheit mit dem Anrufer selbständig weiter bearbeiten, wobei ihm jede behördliche Hilfe. gesichert war. Da man aus den Verhafteten zunächst nichts Bedeutendes heraushorchen konnte, beschloß der Kommissar eine Konfrontation dieser Leute. Aber auch diese fruchtete nichts. Daraufhin ließ er den verhafteten Latour mit dem Radfahrer, der sich Moulin nannte, zusammensperren. Man behorchte die Zelle und konnte bald eine erstaunliche Feststellung machen. schen den beiden spielte sich folgende Szene ab: Kaum hatte die Tür sich geschlossen, als Latour den anderen anzischte: „Mensch, Moulin, wie konntest du dich nur erwischen lassen! Ich hatte dir doch den Feldweg genau beschrieben, den du zu wählen hattest!“ Moulin starrte den Sprecher blöde entgeistert an. „Was reden Sie da? Wer sind Sie denn überhaupt? Ich kenne Sie gar nicht!“ „Haha! Jetzt kennt er mich nicht mehr! Wo wir doch gerade so schön gemeinsam im Kittchen sitzen! Dabei weiß ich doch alles, mein lieber Freund! Der Lohn wird dir ja nicht entgehen, wenn du auch vorher noch einige Jährchen abbrummen solltest!“ Auf Moulins flacher Stirn erschien eine drohende Falte. Lebrun, der die beiden durch einen Türspalt beobachtete, konnte es deutlich sehen. „Sie sprechen in Rätseln, Mann! Und überhaupt, unterlassen Sie solche Scherze!“ „Scherze! Haha! Als ob ich zum Scherzen aufgelegt wäre! Warum willst du mich nicht mehr kennen? Ich weiß ja doch, daß du die Brücke in die Luft gesprengt hast, alter Junge!“ Auf Moulins Stirn schwollen die Adern an. Er bekam ein furchtbares, ja furchterweckendes Aussehen. Seine Lippen sind aufgeworfen, die schlechten Zähne kommen zum Vorschein. Ein Schnaufen geht durch die Nase. „Mensch“, drohte er,„Kerl, noch ein Wort, und ich erwürge dich!“ Zitternd vor Wut rückt er dem anderen näher, der unwillkürlich zurückweicht. Latour scheint zu merken, daß der da keinen Spaß versteht. Er sackt zusammen, scheint plötzlich kleiner zu werden. „Ich war dabei, wie er von dem Fremden mit der Sache beauftragt wurde.“ „Kha! Ein Fremder! Der große Unbekannte! Natürlich!“ „Moulin sollte die Brücke sprengen.“ „Warum?" „Das wurde uns nicht gesagt.“ „Uns? Damit geben Sie also zu.. „Ich habe nichts zuzugeben, Herr Kommissar. Ich bin nur durch einen Zufall in diese Sache hineingekommen.“ „So, Zufall! Na ja! Also wie denn?" Latour starrte vor sich auf den Tisch, als ob er sich erst wieder besinnen müßte. „Ich saß da neulich in einer Kneipe...“ begann er zögernd. „Wo?“ unterbrach in Lebrun. „In Etoile. Da hörte ich zwei Männer flüstern. Einer von ihnen war der Moulin, der mich vorhin fast erwürgt hat, als ich ihn an die Sache erinnerte.“ „So Also was sprachen die beiden Männer zusammen?“ „Mon'in sollte die Brücke sprengen. Dafür wollte der andere ihm fünftausend Frank geben.“ „Und was war der Grund, warum die Brücke gesprengt werden sollte?“ „Danach hatte Moulin auch den Fremden gefragt. Aler der sagte nichts. „Hören Sie. Ihre Geschichte kommt mir höchst sonderbar vor. Aber weiter! Wie wurden Sie nun in die Sache hineingezogen?“ „Ich hatte in einer Nische im Dunkeln gesessen. Das hetten sie zuerst nicht bemerkt Dann aber entdeckten sie mich und waren der Meinung, daß ich alles gehört haben müßte, was auch tatsächlich der Fall war. Moulin kam zu mir und packte mich mit eisernem Griff beim Arm.„Mann!“ sagte er giftig, und seine Augen stachen wie Dolche auf mich„Sie sind des Todes wenn Sie etwas verraten! Wenn Sic aber das Maul halten können— oder uns gar behilflich sind, so soll es Ihr Schaden nicht sein“ Natürlich sträubte ich mich zunächst. Aber was kongte ich machen als man mir immer offener drohte? Ich würde nicht mehr lebend nach Hause kommen, bebauptete dieser Moulin, auf einen Mord mehr oder weniger komme es ihm nicht an. Also ich solle mich jetzt entscheiden. Und zwar sofort. Da sagte ich denn, völlig verwirrt und in gst getrieben, daß ich den Mund halten würde. Er nahm mir dafür als Pfand einen goldenen Rina ab.“ „Na und..* Was geschah dann?“ „Ich wollte trotzdem zur Präfektur gehen, um alles anzugeben. Als ich schon ganz in der Nähe war. hörte ich plötzlich hastende Schritte. Monlin stand vor mit und hielt mir einen Revolver gegen die Brust. Schon dachte ich, daß er abdrücken steht im Zeichen starken auswärtigen Interesses. Die Besetzung ist die der Premiere mit Horst Caspar und Gisela Uhlen in den Titelrollen. Trotz des regen nieresses sind noch Plätze in allen Gattungen zu haben(Beginn der Aufführung: 19,30 Uhr; Roter Ring). Morgen: der große Lustspielerfolg des neuen Jahres„Petermann fährt nach Madeira“ von August Hinrichs(Vormiete B). KdF.-Theaterzektel 20. Februar 1937:„Prinz von Homburg“ um 19 Uhr. 21. Februar 1037:„Die Hermannsschlacht“ um 19 Uhr. Karten zu ermäßigten Preisen sind in der Verkaufsstelle. Kortumstraße 62, zu haben. WINTERHILFSWERK DES DEUTSCHEN VOLKES Margarete Lückel=Patt, die aus unserer Heimatstadt gebürtige Altistin, singt im ersten Sinfoniekonzert der NS.=Kulturgemeinde. Ortsverband Bochum, am kommenden Sonntag, dem 21. 2. 1937. 20 Uhr(Ernst Moritz Arndt=Haus, Königsallee 40, Pflichtveranstaltung für die Kulturringe I und III). Glucks ergreifende Arie„Ach, ich habe sie verloren“, sowie drei Schubertlieder(Der Tod und das Mädchen, Nacht und Träume und An die Musik) mit Orchester. Die Künstlerin, die nach längerer Pause wieder einmal in Bochum singt, findet im Reich immer mehr Anerkennung und sang in zahlreichen deutschen Städten unter Musikdirektor Sieben(Dortmund), Herwig(Hagen); vor kurzem musizierte sie mit Projessor Ludwig Hoelscher. In größeren Partien(Matthäuspassion. Neunte Sinfonie) wird sie zusammen mit namharten Künstlern Gelegenheit haben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Presse rühmt den Wobllaut der Stimme und die Innigkeit des Vortrages Wir bitten um rechtzeitige Abholung der Karten und Programme, da der Einführungsvortrag am Donnerstag im Parkhotel Haus Rechen bei freiem Eintritt stattfindet. Dem Gastspiel der Musikbühne, die in diesen Tagen mit größtem Erfolg in unserer Nachbarschaft gastiert, wird bereits jetzt großes Interesse entgegengebracht. würde. Da tauchte plötzlich ein Polizist auf. Monlin zischelte mir ins Ohr:„Laß dir nicht einfallen mich zu verraten! Oder du weißt, was dir blüht!“ Und dann war er verschwunden. Ich wußte aber, daß er mir trotzdem noch weiter folgt: und magte nun nicht mehr, etwas zu unternehmen. Ich ging nach Hause und ließ die Sache auf sich beruhen.“ Lebrun zerdrückte den Rest seiner Zigarre im Aschenbecher. Er fragte:„Wann spielte sich dieser Vorgang ab?“ „Vorgestern, Herr Kommissar.“ „Und Sie sind dann tatsächlich bedenkenlos stillgeblieben?“ „Oh, ich hatte söhr große Bedenken. Aber ich wagte einfach nichts mehr zu tun. Am folgenden Morgen kam eine Karte an, ohne Unterschrift. Auf dieser standen nur die zwei Worte:„Hüte dich!" „Haben Sie diese Karte noch?“ „Nein. Ich verbrannte sie.“ „Warum?" „Weil ich nichts mehr mit der Sache zu tun haben wollte.“ „Sie machten also auch niemandem Mitteilung von dem Vorfall?“ „Nein.“ Cin Gedanke schnellte Lebrun durch den Kopf. Er kragte weiter: „Machten Sie auch keinen Versuch, etwa im letzten Augenblick noch den Zug zu warnen?“ „Den Zug? Wieso? Wie sollte das denn geschehen?“ „Man kann doch heutzutage mit einem Schnellzug auch telephonieren.“ „Oh daran dachte ich wirklich nicht.“ „Hm Also nicht? Das ist sonderbar.“ „Was ist sonderbar?“ „Der Zug wurde tatsächlich angerufen und von einem Unbekannten gewarnt“ „Ah! So erklärt sich also auch, daß es nicht schlimmer gekommen ist!“ „Sie haben tatsächlich zu keinem Menschen davon gesprochen?“ „Nein." „Mann, das war ja schon ein Verbrechen! Aber nun sagen Sie noch: wie sah denn der Fremde aus, von dem Sie erzählten?“ „Er sah ganz gut aus Herr Kommissar, als ob er den besseren Ständen angehörte.“ „Beschreiben Sie ihn mir, bitte!“ „Er war ziemlich groß, dunkelblond trug einen braunen Jackettanzug.“ „Mehr können Sie mir nicht sagen?“ in Ich sab ihn nur flüchtig. Er ging noch vor dem anderen fort.“ (Fortsetzung folgt.) Das Wesen wahrer Kameradschaft: „Ein gemeinsames Schicksal gemeinsam tragen" Empfang der Frontkämpfer durch den Reichskriegsminister Schwedens neuer Gesandter in Berlin Am Montag traf in Berlin der neue schwedische Gesandte Richert(rechts) ein, wo er von dem Chef des Protokolls, Gesandten von Bülow=Schwante, begrüßt wurde. Der bisherige schwedische Gesandte in Berlin, af Wirsén, der als Gesandter nach Rom geht, wurde wenige Stunden vorher von zahlreichen Mitgliedern des Diplomatischen Korps in Berlin verabschiedet.(Scherl=Bilderdienst=M.) Generalintendant Wilhelm Rode 50 Jahre DNB Berlin, 16. Febr.(Drahtber.) Der Generalintendant des Deutschen Opernhauses in Berlin, Kammersänger Wilhelm Rode. feiert am 17. Februar seinen 50. Geburtstag. Die Bühnenlaufbahn Wilhelm Rodes, der aus Hannover stammt. führte von Erfurt über Bremerhaven, Breslau und Stuttgart nach München, wo er längere Zeit als Heldenbariton an der Staatsoper wirkte, und noch jetzt als ständiger Gast während der alljährlichen Sommerfestspiele auftritt. Als die Städtische Oper Berlin in die Obhut des Reiches überging, wurde Kammersänger Rode im April 1934 als Nachfolger des verstorbenen Mar von Schillings zum Intendanten des Deutschen Opernhauses berufen. Im Juli 1935 verlieh ihm der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda den Titel eines Generalintendanten. Wilhelm Rode ist Mitglied des Reichskultursenates. Wieder ein bolschewistischer Massenmörder gefangen genommen B Salamanea, 16. Febr.(Drahtb.) General Queipo de Llano teilte im Rundfunk die Gefangennahme eines Bolschewisten=Häuptlings mit, dem mehrals 200 Morde nachgewiesen werden konnten. Der General gab ferner bekannt, daß an der Madrider Front eine bolschewistische Abteilung in Stärke eines Bataillons eingetreist werden konnte. Unter den hierbei gemachten Gefangenen befanden sich zwei Anführer und 33 Mann, die durchweg die englische Staatsanaehorigkeit besitzen. Der General kam dann auf die Zustände in Madrid zu sprechen, wobei er erwähnte, daß Ueberfälle auf wehrlose Frauen durch bolschewistische Milizen an der Tagesordnung seien. Wenn die Frauen nach stundenlangem Schlangestehen endlich einige Lebensmittel erstanden hätten, würden ihnen diese von den sich in den Straßen herumtreibenden Bolschewisten entrissen. Kleine Tageschronik Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Dienstagmittag zu den Landesstellenleitern und Referenten des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda über aktuelle Fragen der politischen Propaganda. * Reichserziehungsminister Rust empfmng am Dienstagmittag den Leiter des italienischen Staatsinstitutes für germanische Studien in Rom, Professor Gabetti, und hatte mit ihm eine längere Aussprache über kulturelle Fragen Italiens und Deutschlands * Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller hat den Leiter der Reichswirtschaftskammer, Präsident Albert Pietzsch(München) in den Reichsverkehrsrat berufen. * Prinzessin Juliana und Prinz Bernhard der Niederlande sind am Dienstagvormittag aus Wien abgereist. Sie begeben sich nach Zell am See, wo sich augenblicklich die Königin Wilhelmina von Holland aufhält. * Am Montagvormittag ist der bekannte 1talienische Automobil= Industrielle Vinzenz Lancia in Turin unerwartet gestorben. Mit Lancia verliert Italien einen seiner erfahrensten Pioniere des Antomobilbaues und des italienischen Autorennsports. Ein Motorschiff vom Eise zerquetscht DNB Sonderburg, 16. Febr.(Drahtb.) Das dänische Motorschiff Linea wurde westlich von der Insel Alsen vom Packeis eingeschlossen. Durch die Gewalt der Eismassen wurde das Schiff schließlich zerquetscht, so daß es sank. Die Besatzung konnte gerettet werden. DNB Berlin, 16. Febr.(Drahb.) Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, gab Dienstag nachmittag zu Ehren der Teilnehmer des ersten Kongresses der ständigen internationalen Frontkämpferkommission einen Empfang im Haus der Flieger. Der Vorsitzende des Präsidialrates der vereinigten deutschen Frontkämpferverbände, NSKK=Obergruppenführer Herzog von Koburg, stellte dem Minister die Mitglieder der Kommission vor und sprach ihm gleichzeitig namens der ausländischen Frontkameraden den Dank für die Einladung aus. Neben den Mitgliedern des Präsidialrates und den Militärattaches sämtlicher am Kongreß beteiligten Länder waren von deutscher Seite u. a. anwesend Reichskriegsopferführer Oberlindober, Korpsführer Hühnlein, der Chef der Ordnungspolizei General Daluege, SS=Obergruppenführer Heißmeyer, SAObergruppenführer Kasche, Generalarbeitsführer Freiherr Löffelho., von Colberg, Stabsführer SS=Sturmbannführer Stahmer und SS=Standartenführer Rodde von der Dienststelle des Botschafters von Ribbentrop sowie Legationsrat Freiherr von Dörnberg vom Auswärtigen Amt. An der Seite des Reichskriegsministers hatten der vorläufige Präsident der Internationalen Kommission Delcroix- Italien und Jean Goy von der französischen Abordnung Platz genommen. Generalfeldmarschall von Blomberg hielt an seine Gäste eine längere Ansprache, in der er u. a. ausführte: Kameraden! Wenn ich Sie, die Kameraden aus dem Großen Kriege, mit diesem Ehrentitel anspreche und im Namen der deutschen Wehrmacht herzlich willkommen heiße, dann fordert der Sinn des Wortes Kamerad, daß wir alle unser Denken und unser Handeln nach jenen Werten und Tugenden ausrichten, die zu allen Zeiten und in allen Völkern die soldatische Kameradschaft ge'ennzeichnet haben. Kamerad sein, heißt tapfer sein; Kameradschaft fordert Vertranen; Kameradschaft aibt es nur zwischen freien, ehrliebenden und gleichberechtigten Menschen und Völkern. Kameraden helfen einander; das Wesen wahrer Kameradschaft liegt darin, ein gemeinsames Schicksal gemeinsam zu tragen. Zwei Jahrzehnte fast sind seit dem Weltkriege vergangen. Es hat nicht an internationalen Versuchen und Bemühungen gefehlt, die Folgen dieses schrecklichen Geschehens gutzumachen und die Wiederkehr des Krieges zu verhindern. Die meisten dieser Versuche sind fehlgeschlagen, sind deshalb gescheitert, weil die Kameradschaft nicht hinter ihnen Ab 1. Juli 1937: stand. Jetzt kämpft eine neue„Internationale“, die Internationale der Frontkämpfer, für das gleiche Ziel. Ich glaube, daß diese Internationale das größte Recht und die größte Aussicht einer erfolgreichen Lösung auf ihrer Seite hat. Wer kennt den Krieg besser als Ste, meine Kameraden? Wer hat größere Opfer auf dem Altar des Vaterlandes gebracht als die gefallenen Soldaten aller Nationen, als die Frontkämpfer, die am eigenen Leib die Wunden jenes Krieges durchs Leben tragen? Wer kann überzeugender für den Frieden der Welt kämpfen als die Soldaten des letzten Weltkrieges? Das ist eine neue Art des Pazifismus. Sie entspringt nicht der Feigheit und Würdelosigkeit, nicht der Selbitsucht und der Schadenfreude. Sie gibt dem Cäsar, was des Cäsars ist, aber auch Gott, was Gott gehört. Dieser Pazifismus bejaht aus heißem Herzen den Frieden, er bejaht aber auch das Recht und die Pflicht aller Völker zur Landesverteidigung. Dieser Pazifismus bekennt, daß es ehrenvoll ist, für sein Vaterland zu kämpfen und zu leiden. Die Achtung der eigenen Ehre und des eigenen Rechtes aber ist gleichbedeutend mit der Anerkennung und der peinlichen Achtung der Ehre und des Rechtes der Nachbarn. Diesem Gedanken Bahn zu brechen, ist die Aufgabe der Frontkämpfer aller Völker. Diesem Ziel dient auch die jetzige Tagung. Es ist ein Lichtblick am bewölkten Horizont der Politik, daß sich hier in Berlin die Vertreter von 14 Nationen zusammenfinden, um mit gutem Willen der Völkerverständigung und dem Völkerfrieden zu dienen. Ich wünsche Ihnen, meine Kameraden, dazu vollen Erfolg! Sie lernen in Deutschland ein Reich und ein Volk kennen, das unendliches Leid erduldet hat, das jetzt mit einer heroischen Kraftanstrengung an seiner Wiedergeburt arbeitet. das nichts sehnlicher wünscht und nichts dringender braucht als den eigenen Frieden und den Frieden der Welt. Nehmen Sie diese Ueberzeugung mit in Ihr Vaterland! Seien Sie die Bannerträger eines neuen Idealismus, eines Ideals, das alle Völker verbinden und alle Feindschaften begraben kann. Seien Sie die Apostel soldatischer Kameradschaft! Der Minister dankte dem Präsidenten Delcroir und den Vertretern Englands, Frankreichs und aller anderen Nationen dafür, daß sie es ermöglicht haben, diese Tagung in Deutschland abzuhalten. Er leerte sein Glas auf das Ideal der echten Kameradschaft der Frontkämpfer, Amtspflichtverletzung entstehenden Schebens verpflichtet. Bietet der Notar nicht mehr die Gewähr dafür daß er jederzeit fur den nationalsozinistlhen Staat eintreten wird, so kann er außer im Dienststrafverfahren auch durch Entscheidun,, des Führers und Reichskanzlers auf einen vom Reichsminister der Justiz im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern gestellten Antrag seines Amtes enthoben werden. Sämtliche Notare des Reiches sind in der Reichsnotarkammer zusammengeschloß n. Sie ist eine Körverschaft des öffentlichen Rechtes, die unter der Aufsicht des Reichsnners der Justiz steht. Ihre Aufgabe ist, über Ehre und Ansehen ihrer Mitalicher zu wachen, für eine gewissenhafte und lautere Berufsausübung zu sorgen und die staatlichen Aufsichtsbehörden bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen. An ihrer Shitze steht der Präsident Die Reichsnotarkammer ist örtlich in Netarkammern untergealiedert.deren Spitze ebenfalls Präsidenten stehen, die im Rahmen der ihnen von dem Präsidenten der Reichsnotarkammer gegebenen Weisungen und Richtlinien tätig werden. Die Reichsnotarordnung tritt am 1. Juli 1927 im gesamten Reichsgebiet in Kraft mit Ausnahme von Baden. Dort amtieren zurzeit beamtete Notare, die nicht nur die Urkundstätigkeit ausüben, sondern zugleich Geschäfte des Grundbuchamtes, des Nachlaßgerichtes und des Vollstreckungsgerichtes wahrnehmen. Hier wird die Reichsnotarordnung erst in einem späteren Zeitpunkt im Zusammenbang mit der Ueberleitung der vorerwähnten notarfremden Aufgaken auf die Amtsgerichte eingeführt werden. In Württemberg, das ebenfalls eine besonders eigentümliche Ausgestaltung des Notariats aufweist, tritt die Reichsnotarordnung im 1. Juli 1937 in Kraft, gilt jedoch nicht für die württembergischen Bezirksnotare. Das sind ebenfalls besolbete Notare, die außer der Urkundstätigkeit die Geschäfte des Grundbuchamtes, des Vormundschafts= und Nachlaßgerichtes wahrnehmen. Die Bezirksnotare bleiben weiter im Amt. Die Ueberleitung ihrer Aufgaben auf die Amtsgerichte kleibt besonderer Regelung vorbehalten. Britische Zerstörer zusammengestoßen DMB. London, 10. Febr.(Drahtber.) Auf der Höhe von Malta stießen am Dienstag die britischen Zerstörer„Active“.„Worcester“ und„Antelope“ zusammen, die zur britischen Mittelmeerflotte gehören. Sie konnten, leicht beschädigt, aber mit eigener Kraft in den Hafen zurückkehren. Sieben Tote bei einem unglück in England DNB London, 16. Febr.(Drahtb.) Sieben Bergarbeiter kamen in der vergangenen Nacht bei einem schweren Erplosionsunglück in der Grube Süd=Normanton in der Grafschaft Derbyshire ums Leben, Vier weitere Bergarbeiter wurden verletzt. Von den Toten liegen noch dreiunter dem Gestein begraben. Die Grube beschäftigt insgesamt: Mann unter Tage. In einer von der Gruben verwaltung ausgegebenen Mitteilung war die Ursache der Erplosion Dienstag mittag noch nicht bekannt. Ein drittes Opfer gebergen Das Lawinenunglück im Monte Nosa-Gehiet DNB Mailand. 1. Febr.(Draht unterbrechenen Bergungsarbeiten am Unglücks ort konnte gestern abend ein drittes Opfer des Lawinenunglücks im Monte Rosa=Gebier geborgen werden. Der Verunglückte lag unter einer acht Meter hohen Schneeschicht. Die Lawine war aus 1500 Meter Höhe zu T* gegangen. Dynamitexplosion fordert sechs Tote Santiago de Chile, 16. Februar. (Funkspr.) Im Hafen von Coquimbo, etwa 350 Klometer nördlich von Valpareiso, ercignete sich beim Abwracken eines ausgebrannten Schiffes durch vorzeitige Entzündung eine Dynamiterplosion. Das Schiff flog in die Luft. Sech, We sonen wurden getötet. Sühne für den Raubmord auf der Kaesalm Doppeltes Todesurteil. DNB Traunstein, 16. Febr.(Drahtb.) Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgerich am Dienstag mittag den 23jährigen Anton Saltner aus Rosenheim und den 34jährigen Max Burger aus Dettschwang wegen gemeinschaftlich verübten Mordes und schweren Raubes zum Tode. Die beiden hatten am 31. Juli v. J. auf der Kaesalm bei Nußdorf am Inn den Senner Eberwein, bei dem sie genächtigt hatten, erschlagen und seiner geringen Barschaft beraubt. Bedeckt mit Niederschlägen Bericht der Reichswetterdienststelle Essen=Millheim vom 1d. Februar. Die Störungstätigkeit, die Ende der vergangenen Woche auf dem Atlantik einsetzte, hält weiter an und belebt sich durch immer neue ihr zuströmende Warmluftmassen. Westdeutschland wird auch für die nachsten Tage unter ihrem Einfluß stehen. Bei wechselnder Bewölkung, milden Temperaturen und frischen Winden wird es weiter zu Regenfällen kommen Vorherlage für Mittwoch: Bei lebhaften südweit lichen Winden meist bedeckt mit Niederschlägen. mild. Für Donnerstag: Frische Winde aus südweit cher bis westlicher Richtung. wechselnd bewölkt, Niederschläge auch als Schnee, etwas kübler. Weiterentwicklung: Fortdaner des unbeständigen Wettera. Grundsätzliche Trennung von Notariats- und Anwaltsberuf DNB. Berlin, 16. Febr.(Drahtb.) Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner hat am 13. Februar 1937 ein reichsrechtliches Grundgesetz für die deutschen Notare— die Reichsnotarordnung— erlassen, die am 1. Juli 1937 zugleich mit dem Deutschen Beamtengesetz in Kraft tritt. Auf der neuen reichsrechtlichen Grundlage wird sich das für das gesamte Rechts= und Wirtschaftsleben überaus wichtige Notariat zu voller Wirtsamkeit entfalten können. Bisher lag die Entwicklung des Notariatswesens ausschließlich in den Händen des Landesgesetzgebers. Die Folge war eine Buntscheckigkeit der Regelung, die kaum mehr zu übersehen war. Kein Wunder, daß schon seit langem der Wunsch laut geworden war, diese übermäßige Vielgestaltigkeit der Regelung durch eine einbeitliche Neuordnung zu ersetzen. Jedoch schuf erst der nationalsozialistische Staat die Grundlage für die Neuordnung des deutschen Notariatswesens. Die Neuregelung beruht grundsätzlich auf der Trennung von Notariats= und Anwaltsheruf Maßgebend dafür ist die Erwägung, daß der Rechtsanwalt seinem Wesen nach Interessenwalter, der Notar dagegen unparteiischer Mittler zwischen zwei Volksgenossen ist. Naturgemäß läßt sich aber, wenn Härten und Erschütterungen in der Uebergangszeit vermieden werden sollen, eine vollständige Trennung nicht sofort überall durchführen. Die Reichsnotarordnung läßt nicht nur die bereits bei ihrem Inkrafttreten vorhandenen Rechtsanwaltnotare weiter im Amt, sondern gestattet, auch künftig dort, wo nach der bisherigen Rechtsentwicklung ein Bedürfnis besteht, vorläufig noch Rechtsanwälte für die Dauer ihrer Zulassung zu Notaren mit nebenberuflicher Amtsausübung zu bestellen. Doch handelt es sich hierbei nur um eine Uebergangsregelung. Ueberall dort, wo sich die Einsetzung von Nur=Rotaren ohne Schierigkeiten durchkühren läßt, voraussichtlich zunächst in ben Grakhähten, wird der vorerwähnte Grundsat alsbald verwirklicht werden. Die allgemeinen Voraussetzungen für die Bestellung zum Notar sind in der Reichsnotarordnung ähnlich wie im Deutschen Beamtengesetz geregelt. Es dürfen nursolche Bewerber bestellt werden, die das Reichsbürgerrecht besitzen, deutschen oder artverwandten Blutes sind und im Falle der Verheiratung einen Ehegatten deutschen oder artverwandten Blutes haben. Ein Notar, des sich mit dem Ehegatten nichtdeutschen oder artverwandten Blutes verheiratet, ist aus seinem Amte zu entlassen. Es darf weiter nur bestellt werden wer die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt und seiner inneren Haltung und seinen Leistungen nach für das Amt eines Notars geeignet ist. Besondere Voraussetzung für die Bestellung zum Notar ist, daß der Bewerber die Fähigkeit zum Richteramt besitzt. Hauptberufliche Notare(„NurNotare“) sollen überdies regelmäßig erst dann bestellt werden. wenn sie sich einem einjährigen Probedienst und einem dreijährigen Anwärterdienst als Notariatsassessor unterzogen haben Seinem Wesen nach ist der Notar in erster Linie Urkundsperson. Er ist berufen, Be urkundungen aller Art sowie Unterschriftsbeglaubigungen vorzunehmen. Ein Recht zur ausschließlichen Vornahme von Beurkundungen hat die Reichsnotarordnung den Notaren nicht verlchen. Nur dort, wo schon bisher eine ausschließliche Beurkundungszuständigkeit der Notare bestand(in Bavern, Hamburg=Stadt und Bremen) bleibt diese Zuständigkeit vorläufig weiter bestehen. Der Notar ist jedoch nicht auf die reine U kundstätigkeit beschränkt. Er ist Rechtswahrer auf dem Gebiet vorsorgender Rechtspflege und hat als solcher auch die Aufgabe, die Vorkegenossen in Grundstücks-, Hypotheken=, Gesellschafts= und ähnlichen Angelegenheiten mit seiner besonderen Sachkunde und Erfahrung auf diesen Gebieten durch Beratung, Vertretung vor Gerichten und Verwaltungsbehörden und in sonstiger Weise zu unterstützen. Als Urkundsperson erfüllt der Notar hoheitliche Aufgaben. Er ist nicht Beamter, untersteht also nicht den Vorschriften des Beamtengesetzes, sondern ausschlieslich den Bestimmungen der Reichsnotarordnung. Die Reichsnotarordnung behandelt ihn daher als Amtsträger. Er steht als solcher zu dem Führer und dem Reich in einem öffentlich rechtlichen Treueverhältnis, das durch einen, dem Beamteneid ähnlichen Treueid. bekräftigt wird. Die Aufsicht über die Notare steht der Reichsjustizverwaltung zu, die durch ihre Behörden die Amtsführung des Notars ständig prüfen und überwachen läßt. Der Notar ist für die gewissenhafte und sorgfältige Erfüllung seiner Aufgaben voll verantwortlich. Er unterliegt bei schweren Verstößen der Bestraiung m Dienststrafverfahren. Dienststrafgerichte sind die Dienststrafkammern bei den Oberlandesgerichten und der Dienststrafsenat beim Reichsgericht, die unter Zuziehung von Notaren als Beisitzer erkennen. Bei schweren Dienstvergehen ist die Stiafe Entferng aus dem Amt. Außerdem ist der Notar den Betei ligten gegenüber zum Ersatz des ihnen aus einer schuldhaften Beratungsstelle für seelische Ehe- und Lebensnot aller Stände. Streng vertraulich und kostenlos. Sprechstunden jeden Mittwoch 17-19 Uhr in unserer Geschäftsstelle Sedanstraße 6 Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz, Bochum- Altstadt. Nach Gottes heil. Willen verschied am 15. Februar, vormittag 7.50 Uhr, unser Innigstgellebter, treusorgender Vater, unse lieber Bruder, Schwager und Onkel Lokomotivführer Herr Josef Kamperdick nach kurzer schwerer Krankheit, gestärkt durch den Empfang der hell. Sterbesakramente der römisch-katholischen Kirche, Im vollendeten 55. Lebensjahre. Unsere liebe Mutter ging ihm 1 Jahr Im Tode voraus. Um ein andächtiges Gebet bitten Maria Kamperdick Elisabeth Kamperdick Bochum, den 15. Februar 1937. Auguste-Viktoria Allee 32 Dle Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Februar 1937, nachmittags 3.15 Uhr vom Trauerhause, Auguste-Viktorla-Allee 32. aus statt. Das felerliche Levltenhochamt für den lieben Verstorbenen Ist am gleichen Tage, morgens 8.30 Uhr. In der St. Liborluskirche zu Bochum-Grumme. Von Belleldsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zugehen ollte, diene diese als solche. Am Donnerstag, dem 18. Februar 1937, morgens 7.10 Uhr findet In der Sankt Meinolphus-Kirche zu Bochum ein Seelenamt als 2. Jahresgedächtni für die verstorbene Ehefrau Helene Kleffner statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Städtische Sparkasse beutsche Kolpingstamilie Bochum-Zentral Unser Mitglied Joset Kamperdick ist gestorben. Die Beerdigung ist am Donnerstag, dem 18. Februar, nachm. 3,15 Uhr, vom Trauerhause, Auguste= Viktoria Allee 32, aus. Das feierliche Levitenamt ist am gleichen Tage, morgens 8,30 Uhr, in der St. Liboriuskirche. Wir bitten unsere Mitglieder, sich zahlreich an der Beerdigung und Levitenamt zu beteiligen Der Vorstand. Boch ochum In der Geschäftsstelle des Adreßbuch-Verlags Bochum, Mühlenstraße 12 liegen folgende Adreßbücher zur kostenlosen Elnsichtnahme auf Altena Augsburg Bielefeld Bingen Bingerbrück Bochum Bonn-Beuel Borken-Bocholt Bremen Castrop-Rauxe! Chemnitz Danzig Dortmund Dresden Düsseldort Duisburg Erturt Essen Goslar Hamburg Herne Jena Karlsruhe Kompen-Krefeld Köin Köthen Krefeld-Uerdingen Leipzig Lüdenscheid Luzern(Schweiz) Mannheim Mülheim-Ruhr München Münster I. W. Oeynhausen Osnabrück Potsdam Recklinghausen Rostock Rüdesheim Saarbrücken Schwerin Schwelm Siegen Stuttgart Wattenscheld Weinheim Wiesbaden Worms Würzburg Wuppertal Relchs-Adrannunn— Reichs-Bäder-Adreßbuch Reichs-Branchen- Adreßbuch— Reichs-Fernsprechbuch. Telefonische Auskünfte können nicht gegeben werden: Erz-Bruderschaft der hl. Familie Bochum Donnerstag, den 18. Febr., 3,15 Uhr, Beerdigung des Mitgliedes Joset Kamperdick vom Sterbehause Auguste= ViktoriaAllee 32 aus. Hl. Messe in der Klosterkirche 23.Febr., 7 Uhr. Die Mitglieder besonders jene der St. Libo riusPfarret, mögen sich recht zahlreich beteiligen. Erz-Bruderschatt der hl. Familie Bochum Freitag, den 19. Febr., 8,15 Uhr, Beerdigung des Mitgliedes Bernh. Guntermann vom Sterbehause An der Landwehr 59 aus. Hl. Messe in der Klosterkirche 24. Febr., 7 Uhr. Die Mitglieder, besonders sene der Sankt Franziskus= Pfarret, mögen sich recht zahlreich beteiligen. Kütter=Verein Propstei, Bochum. Unser liebes Mit glied Margarethe Reindler Alleestraße 51 ist gestorben. Die Beerdigung ist am Donnerstag, dem 18. Febr., vorm. 10 Uhr, vom Eingang des Hauptfriedbofs am Freigrafendamm aus. Das Seelenamt ist vorber um 8,30 Uhr in der Propstetkirche. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Z Bochumer Ariegeru. Landw.Kameradschaft 2. Bezirk. Freitag, den 19. Febr., Beerdigung des Kameraden Fritz Weydmann Antreten: 14 20 Uhr an der Lei= chenhalle des Friedhofs Freigrafenbamm. Der Verstorbene hat den Feldaug von 1914-18 mitgemacht. GEWERBE Wielondstr22-24(Nohe Brückstr) Suche für Etagenhaushalt ein sehr sauberes, zuverlassiges Alleinmädchen welches gut kochen kann. Nur solche, die Wert auf Dauerstellung legen, wollen sich melden nachmittags von 4—6 Uhr. Frau Fritz Riepe, Bochum, Hellweg 3 Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 6. Ziehungstag 10. Februar 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 10000 RM. 67442 297240 4 Gewinne zu 5000 RM. 117695 117910 20 Gewinne zu 3000 RM. 17704 68643 70158 96378 217630 217732 266392 302338 398685 399144 16 Gewinne zu 2000 RM 48010 106958 171464 296236 324921 337863 339662 389978 68 Gewinne zu 1000 RM. 1254 15702 19994 28650 31009 36686 45144 51624 57391 67688 85094 92266 103788 147379 154985 190780 193469 235433 240760 255221 266821 279882 288271 313096 313370 324788 340047 346006 351579 356632 359781 381289 389264 392582 80 Gewinne zu 500 RM. 8292 52330 52962 56310 88912 116853 120251 124692 124963 125294 134660 154033 164667 175138 179864 182913 183400 195110 206669 226921 236399 244016 279706 288642 299658 304104 308446 309221 316265 317236 336542 340789 363645 378282 379143 381051 392136 395150 395238 397954 348 Gewinne zu 300 RM. 1265 4710 7475 9461 9633 9894 11075 12671 14256 18530 20534 20902 22805 23045 28859 31217 33328 34039 36417 36762 38171 39044 42126 45716 46496 46599 47298 47647 48521 53516 66211 66494 72885 74299 77594 78966 80054 82762 85542 86640 87278 87787 89314 93144 94689 95448 96015 96583 97343 100533 101210 102327 102507 103886 109754 111761 112135 119931 120311 Ich bin nach der Humboldtstr. 6 verzogen Dr. Metting Arzt . 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Februar 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.90: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 8.00: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen— Kalenderblatt. 8.10: Bilde Bremus: Frauenturnen. 8.20: Morgenmusik. Es spielt das Große Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Otto Julins Kühn. 9.6: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Heimkehr aus Frankreich. Hörspiel um Nicharb Wagner von Erika Buhlmann. 10.20: Sendepause. 11.50: Bauer merk auf. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln (in Verbindung mit der DAF). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Senbegebietes wünschen. Uebertragung ans der Firma Niehans n. Dütting, Baumwollspinnerei und Weberei, horn i. Hann. DAF=Kapelle der Betriebszelle Niehans u. Dütting unter Zeitung von Willi Kinge. 12.00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche 18.15: Mittagskonzert. Es spielt das Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitune non Leo Ensoldt. 1. Vorspiel zur Operette„Flotte Bursch=“(F. v. Suppé); 2. Serenabe aus dem Ballett„Die Millionen des Harlekin“(N. Drigol: 3. Ein Ländler(A. Pachernega); 4. Melodien ans beliebten Opern von G. Verdi(P. Weninger);. Schmetterlings=Walzer(N. Friml); 6. Heimmeh Wolf): 7. Aus der„einen Folge“: a) Menuett, b) Ballett(El. Debussy). 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Mittagskonzert(Fortsetzung): 8. Vorsniel ind Walzer aus der Oper„Lobetanz“(L. Thnille): Sak' mich deine Hände küssen, Serenade(R. ert. in Ans der Folge„Im Park“: a Zitronensalter, b) Strahlender Himmel(H. Löhr; 11. Melodien aus der Oper„Fedorä“(U Giordano): 12. Pierrot und Colomoine(V. Hruby); 13. Geburtstagsständchen(P. Lincke). 15.00: Kinder hori„a: Wir lernen unsere Heimat kennen.(Liesel Drüing und die Funkkinder basteln ein Spiel und alle Kinder machen mits. 16.90: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Wir treiben Familienforschung. Ratschläge, Anleitungen und Antworten von Hugo Schünemann. 16.30: Nachmittagskonzert. Es spielt das Siegburger Konzert=Orchester, Leitung: Wilh. Schüchter. 1. Vorspiel zur Operette„Grigi“(P. Lincke); 2. Herbstmorgen, Walzer(H. Löhr); 3. Vier indische Liebeslieder(Woodforde=Finden); 4. Konzertstück über das Lied„Rosemarie“(K. Blume L. Weninger); 5. Melodien aus der Operette„Der Vetter aus Dingsda“(Ed. Künnecke): 6. al Frohe Fahrt(H. Löhrl; b) Tanz der 6 Lobolde E. Watzlaff); 7. Walzer aus dem Tonfilm„Amphitryon"(Fr. Doelle); 8. Tik=Tak, Schnell=Polka Joh. Strauß); 9. Mein Deutschland, Marsch(H. Heumann). 17.40: Ralienische Volksmusik. Verbindende Worte: Pros. Dr. Walther Bombe. 18.00: Unterhaltungskonzert. Es spielt das Große Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Otto Inlins Kühn. Kläre Hansen (Sopran). 1. Ouvertüre zur Oper„Das Nachtlager von Granada“(C. Kreutzer); 2. Norwegische Tänze(E. Grieg); 8. Arie der„Anna“ aus der Oper„Die lustigen Weiber von Windsor“(Nicolal); 4. Spanisches Capriccio(Rimsky=Korsakoff); 5. Deutsche Volkslieder, Melodienfolge(Th. Blumers. — 19.00—19.10: Und was meinen Sie? Gespräche zur Zeit.— 6. Konzertstück über das Lied„Nur im Traum“(E. Kalthoff=Mausz); 7. Abends am Niederrhein, Walzer(W. Richartz; 8. al Der Spielmann, Lied(E. Hildach); b) In meiner Heimat, Lied(E. Hildach); 9. Folge aus dem Ballett„Dornröschen"(P. Tschaikowsky). 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Sendepause. 20.15: Stunde der jungen Nation. Der Gang zur Arbeit. Eine Ringsendung zum Reichsberufswettkampf. 20.45: Unsterbliche Melodien. Ein Schallplattenkonzert. Zusammengestellt von Ernst Kalthoff. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 2.M: Das Schatzkästlein enthält das Quartett Es=dur Werk 74(Harfenquartett) von L. van Beethoven. Ausgeführt vom Prison=Quartett. 23.05 bis 24.00: Unterhaltungs= und Tanzmusik. Donnerstag, 18. Februar 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer 6.05: Leibesübungen. 6.20: Frühkonzert. Ausgeführt vom Sachsenorchester, Leitung: Otto Fricke. 7.00: Nachrichten; anschließend: Morgenlied— Morgenruf. 8.00: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen— Kalenderblatt. 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.30:Ohne Sorgen jeder Morgen. Das KleinOrchester des Reichssenders Königsberg. Leitung fugen Wilcken. 9.30: Kleine Zwischenmusik(Schallplatten. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00: Volksliedsingen. Wiederholung Liederolatt 23. 10.20: Sendepause. 11.50: Bauer merk' auf. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln in Verbindung mit der DAF). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Uebertragung aus der Leinenweberei Krach: & Co., Lemgo/Lippe. Es spielt die 2A=Standartenkapelle 86 unter Leitung von Karl Baule.