Bochumer Volkszeitung :monatlich RM 2.15 oder halbmonatlich RM 1,08 einschl. Botenlohn. Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahung des Bezugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Plg., Ausgabe A 6 Pfg., Ausgabe B 3½ Pig., Ausgabe O 2 Pig. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pfg., Ausgaben B u. C 25 Pfg. se mm. Güttige Preisliste 8 Westfälische Volks-Seitung verbunden mit den Bezirksausgaben B und C für Eslen=Steele=Hattingen und Wattenscheid Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bochum. Mühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746-64748 Bochumer Stadtanzeiger Geschäftsstellen. Bochum, Mühlenstratze 12=14. Fernruf 647 46. Postscheckkonto Tortm. 6146; Hattingen, Viktor=Lutze=Str. 12, Fernruf 2095, Poltscheckkonto Essen 1960; Essen=Sieele, Westfalenstr 302 Fernr. 582 30, Postscheckkonto Tortmund 193 66; Wattenscheid, Fretheitstr 15. Fernr 1976 Postscheckk Dortm 30430 Deuc und Verl..: Stürmann& Klgaa Pochum Nr. 37 Samstag—Sonntag, den 13. u. 11. Februar(Kath. Benignus, 1. Fastens., Evgl. Benignus, Invokavit) 19:37 Dr. Goebbels spricht: „In Ehre und Frieden der Arbeit nachgehen!“ „Heule wird es keinen Krieg geben!"—„Wir greifen niemand an, und es wird auch niemand Lust haben, uns anzugreifen!“ DNB. Berlin, 12. Febr.(Drahtb.) Auf einer Großkundgebung des Gaues Berlin der NSDAP. in der mit mehr als 20000 Menschen besetzten Deutschlandhalle nahm der Berliner Gauleiter, Reichsminister Dr. Goebbels, in einer über zweistündigen Rede zu allen wichtigen innen= und außenpolitischen Tagesfragen Stellung. Zwei Stunden vor dem Beginn werden die Tore der Deutschland=Halle geöffnet, aber Tausende warten schon seit dem Nachmittag auf den Einlaß. Im Handumdrehen sind die besten Plätze im Parkett und auf den weitgespannten Rängen besetzt. Und eine Stunde vor dem Beginn scheint es in den gewaltigen Reihen auch nicht einen freien Platz mehr zu geben. Selbst um das ganze Oval der Halle unterhalb der Ränge stehen Menschen Kopf an Kopf, und nur der Mittelgang wird durch SS.=Absperrung freigehalten. Aber immer noch reißt der Zustrom nicht ab. So unwahrscheinlich es klingt, sie alle kommen noch unter. Auf dem mit Blatt= und Tannengrün abgesteckten Podium sieht man die Politischen Leiter des Gaues und der Kreise und die Führer aller Gliederungen der Bewegung. Die mit den Vertretern der deutschen und der ausländischen Presse überfüllten Reihen deuten auf ein bevorstehendes politisches Ereignis. Ueber dem lichtdurchfluteten Riesenraum liegt erwartungsvolle Spannung. Endlich intoniert der Musikzug des Gaues Berlin=Brandenburg unter Standartenführer Fuhsel einen Marsch. Alles springt von den Plätzen auf: Dr. Goebbels kommt. In einem Sturm des Jubels macht sich die Erwartung Luft. Er schwillt in minutenlangen Beifallskundgebungen an, als Dr. Goebbels, von dem stellvertretenden Gauleiter Görlitzer, von SA.=Obergruppenführer von Jagow und von dem Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Dr. Lippert begleitet, auf dem Podium erscheint. Dann verdunkelt sich der Saal, Scheinwerfer flammen auf und begleiten den Einmarsch der Standarten und Fahnen. Ein oft erlebtes, aber immer wieder mitreißendes Bild. Nach der Eröffnung der Kundgebung durch den stellvertretenden Gauleiter ergriff Reichsminister Dr. Geebbels das Wort. Es dauert Minuten, ehe das Heilrufen, das Händeklatschen und das Beifalltrampeln verebbt. Zum Ausgangspunkt seiner großen Rede nahm der Minister die Erinnerung an den vierten Jahrestag der nationalsozialistischen Erhebung. An diesem 30. Januar 1937 habe der Führer nicht nur vor seinem Volk, sondern vor der ganzen Welt eine imponierende Leistungsschau ausbreiten können. Es sei ihm, wie keinem anderen Staatsmann, möglich gewesen, sich auf die Zustimmung der ganzen Nation zu berufen. Die Machtmittel, die das deutsche Volk dem Führer bei Beginn des Aufbauwerkes zur Verfügung stellte, sind in einer ungeheuren Kraftanstrengung der ganzen Nation mit Mut und Zähigkeit genutzt worden und so konnte es gelingen, die bei der Uebernahme der Macht gegebenen Versprechungen einzulösen. Dieses hat die Nation bei den letzten Wahlen mit einem einstimmigen Ja bestätigt.„Die deutschen Arbeiter stehen heute nicht mehr, wie vor vier Jahren, als eine Katastrophe über Deutschland hereinzubrechen drohte, vor den Stempelstellen und Arbeitsämtern, sondern sie schaffen in den Fabriken und Werkstätten. Es gibt keine grauen Züge des Elends mehr durch die Straßen der Städte, sondern die Straßen und Städte sind erfüllt von rauschender, lebenbejahender Daseinsfreude und von einer Schaffenskraft, die die ganze Nation erfaßt hat“. „Es ist keine Phrase“, erklärte Dr. Goebbels, „wenn wir heute sagen: Deutschland ist schöner geworden. Wir haben unserem Volk, das damals in hoffnungslosem Pessimismus zu versinken drohte, den Glauben an seine nationale Sendung zurückgegeben. Wenn Deutschland heute wieder eine Großmacht ist, so darum, weil die Sache der Führung auch Sache des Volkes war, weil mutige Männer die Fahnen vorantrugen und weil sie die Macht, die ihnen das Volk gegeben hatte, auch zu gebrauchen wußten. Unsere Politik ist nicht deshalb populär gewesen, weil wir sie mit Versprechungen populär machen wollten, sondern weil sie vom deutschen Volk verstanden und für gut befunden wurde“. Der Minister wies weiter darauf hin, daß die Katastrophenprophezeiungen der politischen Widersacher in ihr Gegenteil umgeschlagen seien. Während die Regierungen des Systems das deutsche Volk mit Phrasen fütterten, Diktate unterzeichneten, obwohl sie selbst von deren Undurchführbarkeit überzeugt waren, hat die nationalsozialistische Regierung diese falsche Klugheit, die sich der Gefahr entziehen wollte, aufgegeben und das Versailler Schanddokument zerrissen. Sie habe sich das sittliche Recht genommen, die Systemparteien zu beseitigen, die bei diesem gefahrvollen Vorgehen hinderlich sein konnten. Es sei verständlich, daß eine derartige revolutionäre Umgestaltung der deutschen Nation auch in der Welt Folgewirkungen auslöse. Das geruhsame spießbürgerliche politische Leben gehöre in Europa endgültig der Vergangenheit an. Atemlose Stille herrschte im Riesenraum der Deutschlandhalle, als Dr. Goebbeis die scharfgeschliffene Waffe seiner glänzenden Rethorik Käkselraten der Londoner Presse DMB London, 12. Febr.(Drahtb.) Obwohl die englische amtliche Meldung über die Unterredung des Botschafters von Ribbentrop mit Lord alifar lediglich besagte, daß in einer zweistündigen Unterredung verschiedene Fragen, die das Interesse der beiden Länder berühren, besprochen worden seien, glaubt eine Reihe von Blättern gewisse Kombinationen über den Inhalt der Besprechung berichten zu können. Der diplomatische Korrespondent der„Daily Mai!“ sagt, daß das Kolonialproblem nicht „formell“ erörtert worden sei. Botschafter von Ribbentrop habe darauf hingewiesen, daß Deutschland wegen seiner wachsenden Bevölkerung einen Anspruch auf die Rückgabe seiner früheren Kolonien habe. Lord Halifar habe den deutschen Botschafter auf den Rohstoffausschuß in Genf verwiesen. Nibbentrop habe anscheineno keine formelle Forderung vorgebracht, sondern nur erklärt, daß der Führer die Ansichten der britischen Regierung darüber zu wissen wünsche. Halifar habe versprochen, die Angelegenheit dem Kabinett vorzutragen. Der diplomatische Korrespondent glaubt weiter, daß die Frage der kommunistischen Gefahr und des französischsowjetrussischen Paktes erörtert worden sei sowie die Nichteinmischungspolitik. Ribbentrop habe die deutsche Bereitschaft erklärt, ein Freiwilligen=Verbot zu verhängen, sobald eine allgemeine Regelung erreicht worden sei. Deutschland könne aber keine Form der Einmischung dulden, die es Sowjetrußland erlaube, weiter Einfluß in Spanien auszuüben. Der diplomutische Korrespondent der„Morningpost“ glaubt feststellen zu können, daß in der Unterredung die Frage der Lage in Spanien, der Richteinmischung, der Beziehungen Deutschlands zu seinen Nachbarn und die bolschewistische Gefahr erörtert worden seien. Ribbentrop habe Nachdruck auf die geheime Arbeit Sowjetrußlands in Spanien, Frankreich und der Tschechoslowakei gegen den blutgierigen und kulturzerstörenden Bolschewismus richtete. Er erklärte, daß sich in Moskau eine provokatorische Unruhezentrale befände, die sich in die inneren Angelegenheiten all der Staaten einmische, von denen die Sowjetjuden glaubten, daß sie noch einmal für den Bolschewismus reif gemacht werden könnten. Moskau versucht, diese Staaten gegen diejenigen Völker zu mobilisieren, die den Bolschewismus überwunden haben. Es ist selbstverständlich, daß sich diese Nationen gegen jene Staaten zur Wehr setzen, die sich als Prellblock gegen den Nationalsozialismus oder gegen den Faschismus mißbrauchen lassen. Die Zweiteilung Europas in eine bolschewistische und eine radikale nationalistische Gruppe braucht nicht mehr zu kommen, sie ist bereits da. Die dynamischen Kräfte, die ihre Weltanschauung formen, sind unaufhaltbar. Es zeuge nur von der Ueberheblichkeit der Menschen, wenn sie versuchen, einem rollenden Schwungrad in die Speichen zu fallen. Man müsse heute Farbe bekennen! Unter stürmischem Beifall erklärte der Minister, daß Deutschland fest zum Widerstandgegen den Bolschewismus, der die ganze abendländische Kultur auf das Ernsteste bedroht, entschlossen sei. Fortsetzung siehe Seite 2. gelegt. Der Botschafter habe besonders auf die Erklärungen des Führers hingewiesen, daß Deutschland an der Befriedung Europas mitarbeiten, an Verhandlungen für einen neuen Westpakt teilnehmen und Belgiens und Hollands Neutralität garantieren wolle. Was die Tschechoslowakei anlange, so habe Rippentrop darauf aufmerksam gemacht, daß Deutschland sich um ein besseres Verstehen bemühe unter der Voraussetzung, daß eine Zusicherung bezüglich des Schutzes der deutschen Minderheit gegeben werde. Abgesehen von einem Hinweis auf Deutschlands allgemeine Haltung sei die Frage der Kolonien nicht erörtert worden. Der Eindruck, den der Besuch des deutschen Botschafters hinterlassen habe, sei der, daß Deutschland augenblicklich keine Pläne in der Außenpolitik habe und sich in den nächsten Monaten auf seine Wirtschaftspolitik der Selbstversorgung konzentrieren werde. Der„Daily Telegraph" meldet u. a., in der Unterredung seien Deutschlands wirtschaftliche Lage, die Rückgabe der früheren Kolonien, die Rüstungsfrage, die Gefahren der Ausbreitung des Kommunismus und die Zukunft des Völkerbundes berührt worden. Der deutsche Widerstand gegen eine Rückkehr in den Völkeerbund scheine nach wie vor unvermindert stark zu sein. Der diplomatische Kortespondent des„Datly Gerald“ glaubt, daß vor allem zwei Fragen behandelt worden seien: Der Beginn von Verhandlungen für ein neues Locarno als Auftakt für eine Generalregelung und der deutsche Anspruch auf Wiedergabe von Kolonien. Die bolschewistische Gefahr und die Pakte Frankreichs mit den Sowfets und den Tschechen seien ebenfalls erörtert worden. Die„imes“ beschränkt sich auf die Wiedergabe der amtlichen Meldung. Rück- und Ausblick am Wochenend Die erste praktische Folge aus der in der Reichstagsrede des Führers am 30. Januar angekündigten Wiederherstellung der vollen Hoheitsrechte des Reiches über die Reichsbank ist jetzt eingetreten. Dr. Schacht, der Reichsbankpräsident, hat aus Anlaß der letzten Basler Zusammenkunft der Roienbankpräsidenten Mitteilung davon gemacht, daß die Mitarbeit der Reichsbank an der B33 sich in Zukunft in veränderter Form, nämlich auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung mit den übrigen Rotenbanken, vollziehen werde. Die Vertretung Deutschlands in der BJZ war ihm durch den Boungplan zur Pflicht gemacht worden. Auch hatte die Reichsbank gewisse Auskünfte an die B33 zu erstatten. Diese Verpflichtungen sind nunmehr aufgehoben, aber die Reichsbank wird ihre Vertreter mit den gleichen Rechten und Pflichten wie beispielsweise die Bank von Frankreich oder die Bank von England in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mitarbeiten lassen. In Frankreich sowohl wie in der Tschechoslowakei sind Gerüchte über eine neue Währungsabwertung verbreitet. In der Tschechoslowakei sollen die Industrie= und die Finznanzkreise entsprechende Vorstellungen bei der Regierung erhoben haben und eine abermalige Abwertung der Tschechenkrone um 10 Prozent gefordert haben. Die Prager Regierung steht auf dem Standpunkt, daß mit Rücksicht auf die mit Frankreich geführten Kreditverhandlungen Entschließungen zur Zeit nicht gefaßt werden könnten. In Paris hat der frühere Finanzminister, der Abgeordnete Reynaud, vor einer neuen Francabwertung eindringlich gewarnt. Die Regierung hat auch die Absicht eines neuen Währungserperimentes zunächst abgeleugnet. Abei es wird andererseits darauf hingewiesen, daß die Preise in Frankreich im Vergleich zu denen des Weltmarktes immer noch zu hoch seien und daß die Abwertung vom vergangenen Jahre die an sie geknüpften Erwartungen nicht erfüllt habe. * Der Erfolg der nationalen Truppen bei Malaga scheint in der Tat die militärische Entwickluing dort jetzt in ralcheren Fluß zu bringen Die vorstürmende Armee hat sich keine Ruhe gegönnt, sondern ist den abziehenden roten Milizen rasch nachgestoßen. Mit der Einnahme der Küstenstadt Motril, über die wir heute berichten können, ist der halbe Weg zwischen Malaga und dem bolschewistischen Hafen Almeria zurückgelegt. Dort haben bereits nationale Flieger mit der Versenkung eines bolschewistischen Dampfers ihre Visitenkarte abgegeben. Vor Madrid macht sich die Annäherung der nationalen Truppen an die letzte noch offene Verbindungsstraße mit der Außenwelt, die zwischen der Hauptstadt und Valencia, für die Roten unangenehm bemerkbar. Es ist bereits gelungen, Lebensmitteltransporte nach Madrid durch Artilleriefeuer aufzuhalten. * Inzwischen bemüht sich der Londoner Nichteinmischungsausschuß vergeblich, ein brauchbares Kontrollsystem auf die Beine zu stellen. Portugal hat auf seinem Gebiet die Arbeit einer internationalen Ueberwachungskommission abgelehnt. Auf der anderen Seite torpediert Sowjetrußland die Kontrolle von der Seeleite her. Bekanntlich war eine Einteilung der spanischen Küste in Kontrollzonen vorgesehen, die von der cualischen, französischen, deutschen und italienischen Flotte bewacht werden sollten. Moskau verlangt, daß auch ihm ein Anteil an der spanischen Ostküste eingeräumt werde. Das würde bedeuten, daß Valencia und Barcelona, die Haupthäfen, in denen sowjetrussisches Kriegsmaterial und sowjetrussische Freiwillige gelandet werden, unter sowjetrussische Kontrolle gestellt würden. Ein unmöglicher Zustand! * Einstweilen geht übrigens die Anmerbung von Freiwilligen und ihre Einreise in das bolschewistische Spanien über die französische Grenzstadt Perpignan lustig weiter. Die Pariser Wochenzeitung„ingoire“, veröffentlicht Feststellungen, die einer ihrer Mitarbeiter an Ort und Stelle gemacht hat. Vom 17. bis 29. November sind 3430 Freiwillige von dort nach Spanien abgegangen, am 6., 13., 20. und 27. Dezember weitere 3410 und am 3., 4. und 10. Januar nochmals 1280. Diese Zahlen seien aber unvollständig, da fast täglich Transporte abgingen. Der„Botschafter“, den die spanischen Bolschewisten in Paris noch unterhalten, nimmt auf breitester Grundlage„Naturalisierungen“ vor Das geht ganz formularmäßig und hat unversennbar nur den Zweck, Vorkehrungen zu treffen für den Fall, daß der Nichteinmischungsausschuß sich wirklich einmal mit der Frage der Zursickbeförderung der bereits auf dem spanischen Kriegsschauplatz weilenden Freiwilligen beWas haben Ribbentrop und Halifax besprochen? Kolonialfrage- Kommunistische Gefahr- Nichteinmischung schaftigen sollte. Diese„Freiwilligen" der Bolschewisten sind dann eben spanische Staatsbürger. * Im Prager Außenministerium soll nach einer Budapester Meldung, die auf eine gut unterrichtete Quelle zurückgehen soll, die Absicht bestehen, den Pakt mit der Kleinen Entente zu kündiaen. Man hält diesen Bund, von dem gemeinsamen Kampf gegen die ungarischen Revisionsansprüche abgesehen, für überholt und er habe sich in der letzten Zeit des öfteren als ein Hindernis für die Wahrung der Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten erwiesen. Prag denkt dafür daran, zweiseitige Verträge zwischen der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien abzuschließen, die die gegenseitige Hilfeleistungsverpflichtung sicherstellen sollen. Die Nachricht erscheint nicht ganz unglaubhaft, denn die drei Staaten der Kleinen Entente haben sich in der letzten Zeit immer mehr auseinander entwickelt. Jugoslawien macht eine völlig selbständige Politik und lehnt namentlich ab, der Tschechoslowakei in ihrer Politik Sowjetrußland gegenüber zu folgen. In Rumänien sind in dieser Beziehung neuerdings ebenfalls ganz eindeutige Erklärungen abgegeben worden und obendrein besteht in Bukarest die Reigung, die Verbindung mit Polen enger zu gestalten, d. h. mit jenem Staat, zu dem sich Prag in einem fühlbaren Gegensatz befindet. Der erste Sohn des italienischen Kronprinzenpaares geboren Große Freude in ganz Italien.— Festbeleuchtung in Rom. DNB Rom. 12. Februar(Drahtb.) Die italienische Kronprinzessin hat am Freitag mittag 14,30 Uhr den von ganz Italien sehnlichst erhofften Thronerben geboren. Die aus Neapel kommende Meldung wurde in der Hauptstadt alsbald durch Sonderausgaben der römischen Bevölkerung mitgeteilt, die allenthalben freudige Anteilnahme an dem Ercignis bekundete. Die Geburt des italienischen Thronerben hat in ganz Italien größten Jubel ausgelöst. Die Sonderausgaben der römischen Presse feiern in ihren ersten Berichten aus Neapel in ganzseitigen Ueberschriften das freudige Ereignis und bringen eingehende Schilderungen der gewaltigen Anteilnahme der dortigen Bevölkerung. Kaum hatten 101 Salutschüsse die bereits seit einigen Tagen mit großer Spannung erwartete glückliche Geburt angekündigt, eilten Tausende begeisterter Neapolitaier zum königlichen Schloß, um in immer sich wiederholenden Kundgebungen und stürmischen Ovationen dem Haus Savoyen ihre Huldigungen darzubringen. Nom prangt seit den Nachmittagsstunden des Freitag in prächtigem Flaggenschmuck. Auch hier verkündeten 101 Salutschüsse der Bevölkerung das frohe Ereignis. Gleichzeitig ertönte die nur bei ganz seltenen Anlässen, so zuletzt bei der Proklamation des Imperiums, erklingende Glocke des Kapitols. Italiens Hauptstadt wird in den nächsten drei Tagen durch Beflaggung und nächtliche Festbeleuchtung ein besonders feierliches Aussehen erhalten. Am Montag bleiben die öffentlichen Aemter und Schulen geschlossen. Ebenso wie der Duce hat auch der Papst die Nachricht von der Geburt eines Thronerben mit größter Freude aufgenommen. Die deutsche Botschaft hat gleichfalls Flaggenschmuck angelegt. Botschafter von Hassell richtete an den Kronvrinzen, den König und Kaiser sowie an den italienischen Regierungschef Glückwunschtelegramme. Dem Thronerben, der die Namen Viktor Emannel erhält, wird der Titel eines Prinzen von Neapel verliehen. Der Führer gralulierte DRB Berlin, 12. Februar.(Drahtb.) Der Führer und Reichskanzler hat sowohl dem König von Italien, Kaiser von Aethiopien, als auch dem Kronprinzen und der Kronprinzessin herzlichste Glückwünsche zu dem freudigen Ereignis ausgesprochen. Deukschland und sein Führer Ein polnisches Urteil. DNB. Warschau, 12. Febr.(Drahtb.) Der oppositionelle und keineswegs deutschfreundliche„Kurjer Warszawski“ veröffentlicht einen Aufsatz eines gelegentlichen Berliner Mitarbeiters, der sich mit dem äußeren Bild der letzten Reichstagssitzung befaßt und der die Frage beantworten will, worauf die große Macht der Worte des Führers beruht. Adolf Hitler, heißt es u. a., gewinnt die Zuhörer nicht nur mit seiner außerordentlichen Meisterschaft der Rede, sondern durch seinen tiefen Glauben an das, was er sagt. Wenn er darlegt, daß Deutschland in den letzten vier Jahren an Macht gewachsen sei, dann sehen und fühlen das seine Zuhörer; wenn Adolf Hitler von der nationalen Ehre spricht oder von der Schande des Versailler Vertages, dann werden die Menschen mit ihm von Scham rot und freuen sich im tiefsten Innern, daß diese Schande ausgelöscht worden ist. Die rhetorische Kunst des Reichskanzlers beruhe vor allem auf dem starken Glauben an die Zukunft Deutschlands und der Möglichkeit, diesen Glauben den Zubörern zu vermitteln. Keyolukion in Honduras? DNB. London, 12. Febr.(Drahtb.) In Honburas soll, Reuter zufolge, eine Revolntion ausgebrochen sein. Die revolutionären Generäle Jose Benito Mendoza und Augusto Almen Breß seien mit einer Zahl führender Politiker verhaftet worden. Die Generäle sollen die Absicht gehabt haben, den Flughafen und die Flugzeuge in der Hauptstadt in Brand zu setzen. An der atlantischen Küste hätten revolutionäre Trunpen versucht, einen Zug anzuhalten, um 50000 Dollar einer Fruchthandelsgesellschaft an sich zu bringen. Sie seien von Regierungstruppen aber zurückgeschlagen worden und in die Berge geflüchtet. Die Neuregelung des Verhältnisses von Reichsbant und Reichsbahn Wieder restlos unter Reichshoheit Reichsbankdirektorium dem Führer unmittelbar unterstellt-„Deutsche Reichsbahn“- Statt Verwaltungsrat„Beiral“- Die Reichsbahnbeamten unmittelbare Reichsbeamte DNB. Berlin, 12. Febr.(Drahtb.) In seiner großen Reichstagsrede vom 30. Januar 1937 verkündete der Führer und Reichstanzler, daß er im Sinne der Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche Reichsbank ihres bisherigen Charakters entkleide und restlos unter die Hoheit der Regierung des Reiches stellen werde. Durch das jetzt vorliegende Gesetz zur Neuregelung der Verhältnisse der Reichsbank und der Deutschen Reichsbahn wird diese Ankündigung des Führers und Reichskanzlers verwirklicht. Die die Reichsbank betreffenden Bestimmungen regelt der erste Artikel, dessen Kürze schon zeigt, daß es sich nicht um eine Neugestaltung des Bankgesetzes handelt, welches sich in den meisten Bestimmungen schon seit vielen Jahrzehnten voll bewährt hat. Die Novelle bezweckt vielmehr, lediglich die uneingeschränkte Währungshoheit des Reiches klarzustellen. Demzufolge ist vor allem die im§ 1 des Bankgesetzes bisher festgelegte Unabhängigkeit der Reichsbank von der Reichsregierung weggefallen. In der Tat gikt es nirgends in der Welt eine Zentralnotenbank, die von der Regierung ihres Landes völlig unabhängig wäre und etwa eine Politik führen könnte, welche der allgemeinen Politik ihrer Regierung zuwiderliefe. Um die Reichsbank, wie es der Führer in seiner Rede ausspricht, restlos unter die Hoheit des Deutschen Reiches zu stellen, hat der bisherige s 6 des Bankgesetzes nunmehr die Fassung erhalten, daß das Reichsbankdirektorium dem Führer und Reichskanzler unmittelbar untersteht. Dadurch wird der Reichsbank gleichzeitig innerhalb des Staatsapparates eine Stellung eingeräumt, die der Bedeutung ihrer inneren und äußeren Aufgaben entspricht. In 8 21, letzter Absatz des Bankgesetzes waren Verpflichtungen der Reichsbank aus der früheren Revarationsregelung festgelegt. Die Streichung dieses Absatzes ändert an den Beziehungen der Reichskank zur Bank für Internationalen Zaplungsausgleich in Basel nur insofern etwas, als sie sich künftig nicht mehr aus erzwungener, sondern— ebenso wie bei den Notenbanken der anderen an der BJ.Z. beteiligten Länder— auf freiwilliger Grundlage abspielen werden. Die Aenderundes s 25, Absatz 3, schließlich ist nur die logische Folge aus der veränderten Stellung der Reichsbank zur Reichsregierung. Eine praktische Bedeutung kam der Möglichkeit, daß die Reichsbank die Uebernahme eines ihr gesetzlich erlaubten, die allgemeine Reichsverwaltung betreffenden bankmäßigen Geschäfte ablehnte, ohnedies nicht mehr zu. Die Neuregelung bei der Reichsbahn. Die die Reichsbahn betreffenden Bestimmungen des Gesetzes zur Neuregelung der Verhältnisse der Reichsbank und der Deutschen Reichsbahn, das mit dem Tage der Verkündung, am 12. Februar 1937, in Kraft tritt, lauten wie folgt: Artikel 2, Absatz 1: Die Deutsche Reichsbahngesellschaft führt den Namen„Deutsche Reichsbahn“. Ihre Dienststellen sind Reichsbehörden. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichskahn geht vom Reichsverkehrsministerium aus. 2. Der Reichsverkehrsminister nimmt die Aufgaben des Generaldirektors, ein Staatssekretär und Ministerialdirektoren nehmen die Aufgaben der übrigen Vorstandsmitglieder wahr. 3. Die Deutsche Reichsbahn verwaltet das Vermogen der Deutschen Reichsbahngesellschaft und das Vermögen des Reiches, das dem Betrieb der Reichscisenbahnen gewidmet ist, nach den Vorschriften des Reichsbahngesetzes vom 13. März 1930 (Reichsgesetzblatt 2, S 369) als Sondervermögen des Reiches weiter. 4. An die Stelle des Verwaltungsrates tritt ein „Beirat der Deutschen Reichskahn“. Er hat die Aufgabe, in grundsätzlichen und besonders wichtigen Fragen den Reichsverkehrsminister zu beraten. Dem Beirat gehören die Vertreter der Vorznasaktionäre an. Den Vorsitz im Beirat führt der Reichsverkeyrsminister. 5. Die Reichsbahnbeamten werden unmittelbare Reichsbeamte. Die Zuständigkeiten für ihre Ernennung und Entlassung regeln sich nach dem Erlaß vom 1. Februar 1935(RGBI. 1, Seite 74). Im übrigen gelten vorläufig die bisherigen gesetzlichen Vorschriften und Verwaltungsurduungen her Dent Die Verhältnisse der Deutschen Reichsbahn können, wie es in der Bagründung zu Artikel 2 heißt, von jetzt ab so gestaltet werden, wie es allein vom jeweiligen Standvunkt der deutschen Interessen aus gesehen als das Beste erscheint Da die Reichsbahn ausschließlich dem Reich gebört, das auch alle Stammaktien der Deutschen Reichsbahngesellschaft in seiner„und hat, kann nunmehr gesetzlich ausgesprochen werden, daß die Deutsche Reichsbahn ein„Sondervermögen des Reiches“ ist. Auch steht, nachdem die rein deutsche Verwaltung endaültig gesichert ist, nichts im Wege, in dieses Sondervermögen auch den großen Vermögenswert des sogenannten Reichseisenbahnvermögens einzubeziehen, d. h. den gesamten Grundbesitz der Reichseisenbahnen nebst allem Zubehör einschließ lich der Fahrzeuge und mit allen Beteiligungen. Die Bestimmung über den Namen der Deutschen Reichsbahn gikt dem Zustand gesetzliche Form, den die Reichsbahn bereits von sich aus im letzten Jahre tatsächlich geschaffen hat, indem sie den Gebrauch des Namens Gesellschaft“ vermied. Unter den veränderten Verhältnissen muß die Stellung des Verwaltungsrates wesentlich geändert werden. Der Verwaltungsrat kann neben dem Reichsminister nur beratende Tätigkeit ausüben. Daraus ergibt sich die Umbildung zu einem„Beirat der Deutschen Reichsbahn“, in dem der Reichsverkehrsminister den Vorsitz führt. Mit der Vereinigung der Aufgaben des Generaldirektors und des Reichsverkehrsministers muß auch die Behörde des Generaldirektors, die Hauptverwaltung im Reichsverkehrsministerium aufgehen. Daraus wiederum folgt, daß die Aufgaben des Vorstandes von jetzt an durch Vorstandsmitglieder in ihrer Eigenschaft als Beamte des Reichsverkehrsministeriums ausgeübt werden. Für die Reichskaynbeamten hat die Regelung zur Folge, daß sie aus der Stellung von mittelbaren Reichsbeamten wieder in das Verhältnis von unmittelbaren Reichsbeamten überführt werden. Ebenso wie es bei Gründung der Gesellschaft erforderlich war, in 8 20 des Reichsbahngesetzes vom 30. August 1934 auszusprechen, daß die im Dienste des Unternehmens Deutsche Reichsbahn stehenden Reichsbeamten mit dem Uebergang des Betriebsrechtes auf die Gesellschaft Reichsbahnbeamte wurden, ist es nunmehr notwendig, ihre neue Rechtsstellung festzulegen. Die Angleichung der Personalbestimmungen an die Verhältnisse des Reiches wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Es muß deshalb festgelegt werden, daß vorläufig die bisherigen gesetzlichen Vorschriften und Verwaltungsanordnungen der Deutschen Reichsbahn gelten. Zum 1. Juli 1937 wird das Deutsche Beamtengesetz mit den für die Richsbahn notwendigen Aenderungen und Ergänzungen eingeführt, so daß§ 153 des Deutschen Beamtengesetzes damit für die Reichsbahn gegenstandslos wird. Das Gesetz beseitigt also auch bei der Reichsbahn die Bestimmungen des Reichsbahngesetzes, die sich nach ihrem Ursprung und wesentlichen Inhalt noch als Ausfluß der kei der früheren Reparationsregelung Deutschland auferlegten Bindungen darstellen. Damit wird klargestellt, daß die Reichsbank und die Deutsche Reichsbahn vom auslänbischen Einfluß auch formell endaültig befreit sind. Fast 5,5 Millionen Km Vorläufiges Ergebnis der vierten Eintopfsammlung DNB Berlin, 12. Februar(Drahtb.) Das Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP teilt mit. daß das vorläufige Ergebnis der vierten Eintopfsammlung des Winterhilfswerkes 1936=37 5 460 676.05 RM beträgt. Dr. Goebbels spricht: Ehre und Frieden der Arbeit nachgehen!" Fortsetzung der Rede Dr. Goebbels von Seite 1. In seiner großen Rede in der Deutschhandhalle führte Reichsminister Dr. Goebbels weiter aus: Deutschland denke aber nicht daran, sich in die inneren Verhältnisse anderer Staaten einzumischen. Wie diese anderen Länder im Innern regiert würden, sei Deutschland gleichgültig. Wenn aber, so führte Dr. Goebebels weiter aus, von Moskau der Versuch unternommen wird, innerpolitische Lehren nicht nur für den innerpolitischen Gebrauch zu benutzen, sondern damit die Kulturwelt zu vergiften, dann leisten wir Widerstand und erheben vor der Welt Protest. (Der Beifall der Massen steigerte sich bei jedem Satz des Ministers!) Dann verschließen wir nicht die Augen vor diesem drohenden Verhängnis, dann machen wir die Welt darauf aufmerksam, erheben unsere Stimme und warnen, bis die Welt anfängt, zur Einsicht zu kommen. Wir lassen nicht zu, daß der Bolschewismus sich in Westeuropa ein neues Operationsfeld schafft, daß er sich Spanien zum Sprungbrett macht, um den Westen Europas von dort aufzurollen. Dagegen wehren wir uns mit aller Kraft. Mit Genugtuung stellte der Minister fest, daß auch andere Staaten beginnen, dem Bolschewismus Widertand zu leisten. Es sei ein Zeichen des gesunden Menschenverstandes, wenn die Völker auf die Phrasen der Moskauer Komintern nicht mehr hereinfallen. Dann kam der Minister auf die freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Nationen zu sprechen. Die Achse Rom—Berlin, so erklärte er, habe sich bewährt. Wir haben mit Wien einen erträglichen modus vivendi gefunden. Es ist uns gelungen, mit Polen in ein gut nachbarliches Verhältnis zu kommen. Wir hoffen, daß jetzt auch die Danziger Frage ein für allemal liquidiert wird.(Anhaltender stürmischer Beifall.) Das ist eine konstruktive Außenpolitik! Wenn wir statt dessen Kollektivverträge abschließen wollten, so wären wir damit niemals zu Rande gekommen. Mit schlagkräftigen Argumenten widerlegte der Minister das Gerede von einem kommenden Krieg. „Man spricht überhaupt viel zu viel von Krieg!“ Man sollte besser nicht vom kommenden, sondern vom vergangenen Krieg sprechen. Denn noch bis heute ist es der Welt nicht gelungen, die Schäden des Weltkrieges zu beseitigen, und da spricht die interessierte Weltpresse schon wieder von Krieg. Gewiß, es gibt gewisse kleine Cliquen, die einen Krieg nicht ungern sähen. Das sind vor allem die Moskau=Komintern=Juden, die sehr gut wissen, daß Europa durch einen Krieg für die Weltrevolution mürbe gemacht werden könnte. Darüber hinaus ist niemand ernsthaft an einem Krieg interessiert. Wenn man einen Krieg hätte führen wollen, dann hätte man das zu einem Zeitpunkt getan, als Deutschland noch wehrlos war. Heute wird es keinen Krieg geben, da Deutschland wieder stark und mächtig ist. Wir greifen niemanden an und ich glaube, es hat heute auch niemand mehr Lust, uns anzugreifen. Die Welt muß sich langsam wohl oder übel mit Deutschland als einer Großmacht abfinden. Aber einen Krieg wollen wir nicht! Der Führer will ihn nicht, das Volk will ihn nicht! Wir wollen friedlich unserer Arbeit nachgehen! Gefährlich an diesem Kriegsgerede bleibt allerdings die Hetze der Moskauer Komintern, die wie ein Tintenfisch im Trüben wirkt. Aber wir sind ja nicht von der Art der früheren bürgerlichen Regierungen, die mit verschränkten Armen zusahen, wie alles daneben ging. Wenn die Moskauer Komintern in der Welt gegen uns Propaganda betreibt— von dem Handwerk verstehen wir ja auch etwas—, so setzen wir uns zur Wehr! Zwar sind wir friedlich und schlagen nicht gleich Lärm, wenn man uns hie und da mal zu nahe kommt. Aber wer uns dauernd und mit Absicht provizierend angreift, dem können wir zu gegebener Zeit auch mal eine scharfe Antwort geben. Mit dieser Politik sind wir immer richtig gefahren und ich habe nicht den Eindruck, daß die Sowiets im Vormarsch begriffen sind. Wenn Moskau Europa in ein blutiges Chaos hineinstürzen will, so wird Deutschland sich dagegen zur Wehr setzen. Wir werden es nicht zulassen, so unterstrich der Minister diese Erklärungen, daß die Moskauer Internationale die europäische Kultur unterhöhlt und das Abendland für die Weltrevolution mürbe macht. Das spanische Operationsfeld hat nicht etwa den Bolschewismus weiter nach Europa hineingebracht, sondern es hat Europa über seinen wahren Charakter nur die Augen geöffnet. Erneut erfüllten Beifallsstürme die Halle, als der Minister ausrief:„Es ist unser großer Stolz, daß wir in dieser Weltauseinandersetzung die Ruferim Streit gewesen sind und daß, wenn Europa einmal erwacht, wir es waren, die es zum Erwachen gebracht haben.“ Auf den zweiten Vierjahresplan übergehend, legte Dr. Goebbels die Gründe dar die uns dazu veranlassen, aus eigener Kraft fehlende Rohstoffe zu beschaffen. Deutschland tue diesen Schritt, weil es von der Welt einfach dazu gezwungen werde. So wie die ganze Nation im Vierjahresplan mobilisiert werde, um die Unabhängigkeit des Reiches sicherzustellen, so werde auch der innere Aufbau des Staates in Angriff genommen. Zum Schluß seiner Rede wandte sich der Minister innerpolitischen Aufgaben zu. Er erklärte, wir wissen, daß die Partei Trägerin unseres politischen Lebens ist. Wir wissen, daß die politische Führung der Nation für immer von der Partei gestellt wird. Das wichtigest Problem ist das Erziehungsproblem. Wir haben uns niemals als Kirche gefühlt. Wir wollen den Kirchen ihr Recht geben, aber wir verlangen, daß die Kirchen uns unser Recht geben. Es soll bei uns die Freiheit des religiösen Denkens garantiert sein. Man kann auch als Deutschglänbiger von tiefster Gläubigkeit durchdrungen sein. Die Gemeinschaft unseres Volkes ist unser großes Ziel, und dieser Gemeinschaft sollen alle Bildungsstätten dienen. Wenn man als Nationalsozialist für die Gemeinschaftsschule enntritt, so ist es eine freche Lüge, wenn demgegenüber behauptet wird, wir wollten den Religionsunterricht aus der Schule beseitigen. Im Religionsunterricht soll man die Kinder trennen nach Konfessionen. Wenn aber Deutsch und Geschichte gelehrt wird, dann sind die Kinder nicht zuerst Katholiken und Protestanten, sondern deutsche Schüler.(Stürmischer langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Dr. Goebbels stellte abschließend fost, daß Staat Armee und Partei der gleichen Aufgabe, der Erhaltung unseres Volkes dienen und gab dabei der großen Freude Ausdruck, daß Staat, Partei und Armee sich führungsmäßig in einer Hand befinden. Noch einmal erinnerte der Minister dann an die gewaltige Rückschau des 30. Januar, an die große Rede des Führers im Reichstag und legte selbst Zeugnis dafür ab, wie alles andere überschattend die immerwährenden Sorgen des Führers sind.„Es war für uns alle tief erschütternd.“ so erklärte er, als der Führer am Schlusse seiner Rede seine drei Freunde nannte, ungewöhnliche Freunde, die ihn sein ganzes Leben begleitet hatten, in seiner Ingend die Not, beim Zusammenbruch des Reiches das Leid, und, seitdem er die Geschicke des Reiches in seiner Hand hält, die Sorge, und als er zum Ausdruck brachte, daß er die Gewißheit habe, daß ihn nun bis zu seinem letzten Atemzuge die Sorge nicht mehr verlassen werde. Für uns, seine alten Mitstreiter, war vielleicht der schönste Teil seiner Rede, als er davon sprach, daß zwar meistens die großen Gestalter politischer Schicksale einsam gewesen seien, daß ihn aber ein gütiges Geschick vor dieser Einsamkeit bewahrt habe. Das ging nicht nur uns Minister und Statthalter, sondern das ging jeden alten Parteigenossen an. Wie oft haben wir an sorgenvollen Abenden und durchwachten Nächten unsere Nöte miteinander geteilt, uns an seinem Glauben aufgerichtet und in unsere Berechnungen immer die unsterblichen Kräfte unseres eigenen Volkes als wichtigsten Aktivposten eingesetzt. In Frend und Leid sind wir fest aneinandergewachsen.“ Die Menschen erhoben sich von den Plätzen und dankten dem Redner mit minutenlangem Händeklatschen und Heilrufen, als er die Rede mit dem Lied der Jugend schloß:„Unsere Fahne flattert uns voran, unsere Fahne ist die neue Zeit! Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit, ja, die Fahne ist mehr als der Tod.“ den 13. Februar 1937 1. Beilage der Volks-Zeitung Nummer 87— Seite 5 E Zum Wohl der deutschen Gemeinschaft Morgen haben wir den 2. Eintopfsonntag des Winterhilfswerkes im Jahre 1937. Der Eintopfsonntag ist heute ein Symbol des Volkes geworden und gehört mit zur neuen deutschen Volksgemeinschaft. Aber mit diesem Symbol des deutschen Eintopfsonntages hat es noch eine ganz besondere Bewandtnis. Nicht nur der Deutsche, sondern die gunze Welt weiß es, daß die neue deutsche Volksgemeinschaft eine sozialistische Gemeinschaft, eine Gemeinschaft der Tat ist. Wo aber könnte man ein besseres Symbol für eine solche Gemeinschaft finden, als gerade in der Feier des gemeinsamen Tisches, an den Eintopfsonntagen. Wir sehen in diesem Symbol den sichtbaren Ausdruck der „Brotgemeinschaft“, wir sehen in ihm ein leuchtendes Zeichen für die innere Umwandlung des deutschen Menschen zum Ideellen hin. Wir sehen in ihm den Ausdruck des Willens, der Opferbereitschaft. Dies alles gilt es zu überdenken, wenn man die richtige Einstellung zum Eintopfsonntag gewinnen will. Wir alle sehen daher im Eintopfsonntag ein unübertreffliches Symbol sozialistischen Gemeinschaftswillens. Wir wollen seine Kraft mit aufbauen helfen. An jedem Eintopfsonntag bekennen wir uns neu zu unserem deutschen Bruder. Diesem geloben wir Treue, Hilf= und Opferbereitschaft in Not und Gefahr! Man merke! Samstag, den 13. Februar. Sonnenaufgang 7.51 Uhr Untergang 17.38 Uhr Mondaufgang 8.10 Uhr Untergang 20.55 Uhr 1419 Stiftung der Universität Rostock. 1511 Albrecht, Markgraf von BrandenburgAnsbach, wird Hochmeister des Deutschen Ritterordens, 1525 erster Herzog von Preußen. 1754 Der französische Staatsmann Fürst Tallayrand in Paris geb.(gest. 1838). 1818 Der Generalfeldmarschall Hermann von Eichhorn in Breslau geb.(1918 ermordet in Kiew). 1883 Richard Wagner in Venedig gest.(geb. 1813). Sonntag, den 14. Februar. Sonnenaufgang 7.49 Uhr Untergang 17.40 Uhr Mondaufgang 8.30 Uhr Untergang 22.18 Uhr 1468 Johannes Gutenberg, der Er'inder der Buchdruckerkunst, in Mainz gest,(geb. um 1400). 1571 Benvenuto Cellini, italienischer Bildhauer und Goldschmied, in Florenz gest.(geb. 1500). 1766 Der englische Nationalökonom Thomas R. Malthus auf Rookery bei Dorking, Surrey geb.(gest. 1834). 1779 Der englische Seefahrer James Cook auf Hawaii von Eingeborenen erschlagen(geb. 1728). 925 Verbot der NSDAP. aufgeboben. * Es gibt Fälle, wo das höchste Wagen die böchste Weisheit ist.(Karl von Clausewitz.) Darf die Ehefrau arbeiten? Ehestandsdarlehen und Wehrdienst des Mannes Nach dem Familienunterstützungsgesetz erhält die Ehefrau eines Wehrpflichtigen, der zur Wehrmacht. oder eines Arbeitsdienstpflichtigen, der Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht einberufen ist, eine Unterstützung zur Sicherung des notwendigen Lebensbedarfs. Diese Unterstützung ist nur zu gewähren, wenn die Ehefrau den notwendigen Lebensbedarf nicht aus eigenen Kräften, insbesondere durch Einsatz ihrer Arbeitskraft, beschaffen kann. Unter diesen Umständen steht die Aufrechterhaltung des Arbeitsverbots für Ehefrauen, die ein Ehestandsdarlehen erhalten baben und deren Ehemänner zur Wehrmacht oder zum Arbeitsdienst einberufen sind, mit den Vorschriften des Familienunterstützungsgesetzes, welche den Unterstützungsaufwand zur Entlastung der Reichskasse auf das notwendigste Maß beschränken wollen, nicht in Einklang. Der Reichsminister hat deshalb in einem Rundschreiben an die Präsidenten der Landesfinanzämter angeordnet, daß den Ehefrauen, die ein Ehestandsdarleben erhalten haben, allgemein die Ausübung einer Arbeitnehmertätigkeit gestattet wird, solange die Ehemänner zur Erfüllung der Dienstpflicht, zur Ausbildung oder Ableistung zu Uebungen der Wehrmacht oder zur Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht einberufen sind. „Weltfeind Nr. 1“ Der Antikomintern=Zug mit seiner Ausstellung „Weltfeind Nr. 1, der Bolschewismue“, der überall auf seiner Fahrt durch Deutschland in den Ausstellungsstädten Zehntausende von Besuchern anzieht, befindet sich augenblicklich in GelsenkirchenBuer. Wie wir erfahren, wird der Zug am 17. Februar 1937 in Bochum eintreffen und auch hier einige Tage eine sehenswerte Ausstellung zeigen. In einer Zeit, wo Moskau die bolschewistische Zersetzungsarbeit in der ganzen Welt mit verdoppelter Energie betreibt, wird dieser Zug auch in unserer Stadt im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen. Um ein Haar- und es wäre geschehen gewesen Ein Verkehrsunfall verursacht Verkehrsstockung. Die Kortumstraße mit hrem abschüssigen Teil zwischen der Drehscheibe und der Brückstraße ist besonders bei regnerischem Wetter eine Gefahrenquelle. Gestern nachmittag ereignete sich hier ein Verkehrsunfall, der leicht ernstere Folgen hätte nach sich ziehen können. Ein Fernlastzug aus Dortmund kam auf dem Holznilaster ins Rutschen und als der Führer die Bremien stark anzog, um den Wagen in der Gewalt zu behalten, drückte der Anhänger den Wagen auf den Bürgersteig. Nur wenige Zentimeter vor dem Schaufenster einer großen Buchhandlung kam der Wagen zum Stehen. Die Folge war, daß eine erhebliche Verkehrsstockung eintrat. Die Straße war eine halbe Stunde lang gesperrt, ehe man den Wagen wieder richtig auf dem Fayrdamm hatte. Besonders empfindlich machte sich die Störung für die Straßenbahn bemerkbar, deren Wagen bis zum Wilhelmsplatz standen. hitler-Freiplakspende für bildende Künstler Der Landesleiter Westfalen=Süd der Reichskammer der bildenden Künste teilt mit, daß auch in diesem Jahr wieder eine große Anzahl von Plätzen der Hitler=Freiplatzspende für bildende Künstler zur Verfügung gestellt werden kann. Aus organisatorischen Gründen müssen jedoch für die Zukunft derartige Anträge ausschließlich an die örtlichen Dienststellen der NSV. gerichtet werden. + Ernennung. Gerichtsassessor Dr. Pamp bei der Bochumer Staatsanwaltschaft wurde zum Staatsanwaltschaftsrat ernannt. 120 000 westfälische Jungen und Mädel ziehen heute in den 4. Reichsberufswettkampf. In einer Großkundgebung, die morgen vormittag in der Maschinenfabrik Eickhoff an der Königsallee stattfindet, wird Gebietsführer Langanke den Reichsberufswettkampf für den Gau Westfalen=Süd eröffnen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird neben der Ansprache des Gebietsführers die Rede des Gauobmanns Stein, MdR., stehen, der über den Sinn des Wettkampfes und die Freiwilligkeit der Leistung zu den Tausenden junger Menschen sprechen wird, die am morgigen Sonntag dem Eröffnungsakt beiwohnen werden. Es ist der Triumph des freien Willens zur Leistungssteigerung, der sich Bahn in der jungen Arbeitsgarde des deutschen Volkes gebrochen hat und der in der erhöhten Teilnehmerzahl in diesem Jahr sichtbaren Ausdruck erhält. Auch für Bochum können wir mit stolzer Genugtuung feststellen, daß die jungen Schaffenden sich in diesem Jahre in verstärkter Anzahl zur Teilnahme an dem Olympia der Arbeit drängen. Zum vierten Mal wird der Reichsberufswettkampf in diesem Jahr die Jungen und Mädel vor ernste berufliche Aufgaben gestellt sehen. Daß die in der Hitler=Jugend geeinte deutsche Jugend in dem alljährlichen Reichsberufswettkampf etwas sieht, das ihr Erfüllung ihrer Aufgabe bedeutet, beweisen die jährlich steigenden Teilnehmerziffern an diesem Leistungskampf. Ueber 60 Prozent Teilnehmer hat das Gebiet Westfalen in dem Jahr øn Wettkämpfern mehr gegenüber dem vergangenen Jahr. 120 000 westfälische Jungen und Mädel sind es, die um den Siegeslorbeer streiten. Es geschieht bei ihnen nicht Große Verlosung!!! Das Polizeifest zugunsten der Winterhilfe ist am 27. Februar 1937 in sämtlichen Räumen des Parkhauses in Bochum. Ein Warenlager im Polizeipräsidium? Nein, alles Preise für die große Verlosung. Die Gegenstände aufzuzählen, würde eine Sonderausgabe beanspruchen. Daß die Verlosung in diesem Jahre ein ganz besonderes Ereignis wird, steht schon fest. Ein Blick in den kleinen Sitzungssaal des Polizeipräsidiums zeigt uns neben unzähligen werkvollen Gegenständen ein Motorrad, eine Nähmaschine, Fahrräder, Rundfunkgerät, Lese= und Rauchtisch, Sessel, Fotoapparate, Uhren, Lampen, wertvolle Decken und dergl. mehr. Der Losverkauf findet nur im Parkhaus statt. Und das Fest? Lesen Sie nur die Ankündigungen: 4 Kapellen, Polizeistunde bis 5 Uhr(!) verlängert. Welche Künstler dort wirken? Ja, das können wir Ihnen nur sagen: Künstler mit Namen und Ruf. Es wird ein„Ereignis“ für Bochum werden.— Also am 27. Februar 1937, um 20 Uhr, nur ins Parkhaus in Bochum. Kunsthandwerker können sich melden Der Landesleiter Westfalen=Süd der Reichskammer der bildenden Künste in Bochum, Hattinger Straße 19, gibt bekannt, daß sich die Kunsthandwerker des Gaues Westfalen=Süd an dem Gemeinschaftsstand des Kunstgewerbevereins zu Hamburg beteiligen können. Aussteller melden sich beim Kunstgewerbeverein zu Hamburg 1, Pulverteich 28. — Verhängnisvolle Dienstfahrt. In den gestrigen Morgenstunden befand sich der Kontrolleur Martin Fl. aus der Drusenbergstraße mit dem Fahrrad auf einer Dienstfahrt zum Stadtteil Weitmar, als er plötzlich beim Befahren der Hattinger Straße von einem scheuenden Pferd angesprungen wurde, wodurch Fl. arg zum Sturz kam und neben einen Handgelenkbruch Fleischwunden und Verstauchungen erlitt, die krankenhausärztliche Behandlung erforderlich machten. ):( Verkehrsunfall. Gegen 11.30 Uhr erfolgte auf der Dorstener Straße, Ecke Riemker Straße, ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Personenkraftwagen. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Personen sind nicht verletzt worden. aus irgendeiner Spielerei, sondern aus dem Ernst, mit dem sie auch schon in jungen Jahren ihr Werk und ihre Verantwortung tragen. In diesen Tagen beginnen die Wettkämpfe im Reich, zu deren Vorbereitung ein ungeheures Maß von Arbeit erforderlich ist, von dem sich der Uneingeweihte kein Bild machen kann. In nur wenigen Wochen der Dauer der Ausschauungen durch die Ortswettkampfleitungen werden die 1 20 000 in Westfalen versuchen, ihre Bedingungen zu erfüllen, das Beste aus sich herauszuholen, um vielleicht Gau= oder Reichssieger zu werden. Und wenn eines denen imponieren sollte, die allzu gern den Maßstab böswilliger Kritik an Dinge legen, die große Gedanken und Ziele in das Bewußtsein der Menschen tragen sollen, dann der jugendliche Idealismus, mit dem sich die 120 000 in Westfalen in diesen Wochen aus Pflichtgefühl und beruflichem Ehrgeiz, keineswegs aus einem falschen Strebertum, überall den Wettkampfleitungen stellen, ihre Aufgaben entgegennehmen und versuchen, sie nach bestem Können zu lösen. Gewiß, Wert und Erfolg des Reichsberufswettkampfes lassen sich im Augenblick nicht statistisch messen, die Auswirkungen werden aber in einigen Jahren zu spüren sein, wenn die Jungen und Mädel mit dem Gesellen= oder Meisterbrief an ihrem Arbeitsplatz stehen und in ihnen eingekämmert ist, daß es Lebensnotwendigkeiten der deutschen Nation erfordern, wenn jeder in seiner beruflichen Tätigkeit sein Höchstmaß an Leistung hergeben muß. So werden die Tage des vierten Reichsberufswettkampfes, der im Zeichen des Vierjahresplanes durchgeführt wird, die nationallozialistische Jugend Westfalens bereit finden zum Einsatz für ihre berufliche Arbeit. Die Fahne des Soldatenbundes Nächsten Samstag werden sieben dieser Fahnen am Ehrenmal an der Königsallee geweiht. Wir haben unseren Lesern bereits mitgeteilt, daß am nächsten Samstag, am 20. allo. sieben Fahnen des Soldatenbundes am Ehrenmal an der Königsallee ihre Weihe durch den BundesgruppenFoto: Archiv Soldatenbund ührer Generalmajor a. D. Kloebe erhalten. Die Fahne zeigt auf rotem Tuch das Zeichen des Soldatenbundes, die Längsränder der Fahne werden eingesäumt durch farbige Streifen, die die Waffengattung der einzelnen Kameradschaft, also Infanterie=, Artillerie= und Reiterkameradschaft. außerdem Kameradschaften, in denen alle anderen Wafengattungen zusammengefaßt sind, bezeichnen. Neues Mittel gegen Ischias In Japan verwendet das Volk seit langer Zeit eine Pflanzenwurzel, Radit Sinomenii, als Heilmittel gegen Rheumatismus, Neuralgie und als harntreibende Arznei. Japanische Forscher haben die Pflanze, ein Schlinggewächs mit herzförmigen Blättern, jetzt näher untersucht und daraus einen Stoff. das Sinomenin, gewonnen. Die klinischen Versuche damit bestätigten die Wirksamkeit bei den angegebenen Leiden. Es wird in Dosen von 0.03 einmalig eingespritzt. Die Japaner führen einige Fälle an, die vor allem die heilende Wirkung des Mittels bei Ischias dartun. Nebenbei erwähnen sie noch. daß das Medikament ähnlich wie Chinin wirke und in kurzer Zeit die Malaria klinisch heile. die Erreger verschwinden ließe. Die ältesten„Schulkinder“ Jener Professor H. L. Jefferson, der die Schule der„Hundertjährigen“ eröffnet hat, zählt zwar selbst„nur“ 89 Jahre, aber er hat den Kernpunkt der Sache richtig erkannt. Er steht nämlich auf dem Standpunkt, daß der Mensch dann stirbt, wenn er das Interesse am Leben verloren hat; also weckt er in seinen Schülern die Lebensfreude. 900 Schüler zählt er heute bereits. Der älteste„Knabe“ behauptet, in der nächsten Woche 111 Jahre alt zu werden. Das älteste„Mädchen“ ist genau 102 Jahre alt. Die„Schulkinder“ erfahren täglich das Neueste aus der Weit, müssen Referate über verschiedene Vorgänge der Vergangenheit und der Gegenwart halten— und blühen auf wie die Veilchen Hypothek billig zu vergeben Wenn Laien große Geldgeschäfte ohne fachmännische Beratung abschließen, laufen sie immer Gefahr. übervorteilt zu werden. Dem Kypothekenvermittlungsbetrüger kommt es grundsätzlich nicht darauf an, seinem Auftraggeber eine Hypothek en vermitteln; er erblickt vielmehr seine„Arbeit“ nur darin, die notwendigen Gebühren einzuziehen. Ob diese Gebühren als Schreibgebühren bedrichnet werden, als Bearbeitungsgebühren. Auskunfts= und Targebühren— immer handelt es sich um Zahlungen des Auftraggebers, für die keine brauchbare Gegenleistung gebracht wird. Zu beachten ist. daß der Reichsverband deutscher Makler den Standpunkt vertritt, daß reelle Vermittler derartige Gebühren nicht erneben sollen, daß vielmehr der ehrliche Makler nur eine Provision fordert, die bei Auszahlung des beschafften Dar ehns in Abzug gebracht wird und die allerdings meist höher ist als die von dem Schwindler im voraus geforderte Gebühr. Gerade diese Tatsache führt dem Schwindler immer wieder neue Opfer zu. Aus falscher Sparsamkeit glauben die Betroffenen. für niedrigere Gebühren ein Darleben erhalten zu können und höhere Provisionen einzusparen Der Nachweis, daß bereits in anderen Fällen Hypotheken durch die Vermittlung des Betreifenden gegeben worden sind, ist kein Beweis für ehrliches Geschäftsgebahren, denn jeder Hypothekenvermittlungsbetrüger wird dafür Sorge tragen, daß in einzelnen Fällen Geld verschafft wird, damit er so den Nachweis„reeller Geschäftsführung“ erbringen kann. :: Stadtleihamt Bochum. Auf die am Donnerstag, dem 18. Februar 1937, im Stadtleihamt, Trankgasse 5, stattfindende Versteigerung wird nochmals aufmerksam gemacht. (!) Silberhochzeit. Die Eheleute Johann Lohmann und Frau Maria geb. Wiecher, Bochum, Nibelungenstraße 15, begehen am Sonntag, dem 14. Februar, ihr silbernes Ehejubiläum. Glückauf zur goldenen! Der Reichsberufswettkampf für den Gau Westfalen-Süd wird Sonntag in Bochum eröffnet Gebietsführer Langanke und Gauobmann Slein sprechen Westfälische Jugend im Reichsberufsweltkampf Zum vierten Male treten Jungen und Mädchen im Gebiet Westfalen zum Kampf um die berufliche Höchstleistung an. Nationalsozialistische Jugend weiß, daß zu einer einwandfreien Lebenshaltung eine aufrechte Gesinnung und großes berufliches Können gehören. Das zu beweisen, ist der Sinn des vierten Reichsberufswettkampfes, der Jungen und Mädel aller Berufe im gemeinsamen Schaffen für Volk und Nation im Rahmen des Vierjehresplanes sieht. Heinrich Vetter. Ernst Stein, Gauleiter=Stellvertr. Westfalen=Süd. Gauobmann der DAF. Westfalen=Süd G. A. Langake, Schürmann, Gebietsführer der HJ. Gauobmann der DAF. Westfalen=Nord. Dr. Alfred Meyer, Gauleiter Westfalen=Nord. Freie Fuhrt Fördert den Reichsberufswettkamf Der Reichsorganisationsleiter Dr. R. Ley und der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur v. Schirach erlassen zum Beginn des Reichsberufswettkampfes folgenden Aufruf: Der Reichsberufswettkampf dieses Jahres hat den besonderen Sinn, die deutsche Jugend ideell und praktisch für das große Werk des Vieriahresplanes zu aktivieren. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, in der Erfüllung der reichseinheitlichen Aufnaben die Mängel in seiner Berufsausbildung zu erkennen. Er wird diese Schwächen durch geeignete Maßnahmen zu beseitigen trachten. Das bedeutet eine Leistungssteigerung für jeden Betrieb. Die deutsche Jugend bekennt sich nicht mit Zwang, sondern mit Freiwilligkeit zur Leistungssteigerung. Durch die Deutsche Arbeitsfront vollzieht nun der deutsche Arbeiter selber die Finanzierung dieses Werkes für die Wirtschaft. Wir richten daher auch an alle Betriebsführer den dringenden Aufruf: Fördert den Reichsberusswettkampf! Stellt Räume für den Wettbewerb zur Verfügung! Gebt den Mitarbeitern und Teilnehmern frei und bezahlt die durch den Wettkampf ausfallende Arbeitszeit! Der Dank der Jugend ist Euch gewiß. gez. Baldur von Schirach. gez. Dr. R. Ley. Achtung, Reichsberufswektkampf! Gruppe Bekleidung! Die Gruppe Bekleidung kämpft am Dienstag dem 16. Februar 1937. Die weiblichen Teilnehmerinnen finden sich pünktlich um 7,30 Uhr an folgenden Wettkampforten ein: 1. Wittener Straße 23. Schneiderinnten(Oberkleidung) alle Leistungsklassen. Wäschenäherinnen, Färberei, Kunstgewerbe, Rechtsanwalts= und Notariatsangestellte. 2. Volksschule, Mühlenstraße. Putzmacherinnen und Pelznäherinnen. 3. Im Betrieb der Fa. Pongs u. Zahn. Schürzennäherinnen. 4. Städt. Lyzeum I, Arndtstraße. Kindergärtnerinnen. Von jeder Teilnehmerin sind mitzubringen: morgens: Schreibzeug und Handwerkszeug; nachmittags: Altersstufen 15, 16, 17 und 18 Jahre Näh=, Sticknadeln. Schere. Fingerhut, Zentimeterband. Altersstufen 19. 20 und 21 Jahre: eine bunte Schürze. Gruppe Freie Berufe(Techniker) Fachschaft: Bautechniker Chemie, Elektrotechnik, Maschinenbau. Vermessungstechnik, Rechtsanwaltsund Notariatsangestellte kämpfen am 16. Februar 1937, 8 Uhr in der DAF=Schule, Bergstraße 57. Zur näheren Erklärung: Leistungs= klasse 1: 1. Lebriahr, Leistungsklasse II: 2. Lehriahr. Leistungsklasse III: 3. Lehriahr, Leistungsklasse IV: 4. Lehrjahr. X( Zusammenfassung des kaufmännischen Schulwesens in der Stadt Bochum. Mit Genehmigung des Herrn Reichs= und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gehen die kaufmännischen Klassen der städtischen Mädchen= und Knabenberufsschule am 1. April 1937 auf die Kaufmännischen Schulen der Industrieund Handelskammer zu Bochum über. Die Industrie= und Handelskammer wird damit alleinige Trägerin des gesamten kaufmännischen Verufsschulwesens im Stadtbezirk Vochum. )( Verleihung der HJ=Fahne. Zu der Vielzahl der Bochumer Schulen, denen bisher die HJ=Fahne verliehen worden ist, ist nun auch die Herder Privatschule an der Mauritiusstraße getreten. Am Donnerstag morgen waren die Schüler und Schülerinnen mit dem Lehrerkollegium auf dem Schulhof angetreten, als kurz nach 10 Uhr Oberbannführer Strube erschien. Nach einem Fanfarenmarsch und einigen Vorsprüchen ergriff er das Wort. Die Schule könne stolz darauf sein, die Fahne der nationalistischen Jugendbewegung verliehen zu erhalten. Jugend, das lei der Ausdruck ewigen Kampfes. Die HJ verlange von jedem Kameradschaftsgeist und Gemeinschaftssinn; in ihren Reihen gelte es, sich immer aufs neue zu bewähren und ihre Flagge, die die Schule verliehen erhalte, sei das Symbol ewigen Kampfes. Anschließend gab der Oberbannführer das Kommando:„Heißt Flagge!“ Das Lied„Vorwärts, vorwärts“ leitete über zu der Aussprache des Leiters der Anstalt, Grewe. Er drückte dem Oberbannführer seinen Dank für die Verleihung der Flagge aus, die von dem Symbol der Bewegung zu der Flagge des Deutschen Volkes geworden sei. Die Herderschule sei sich der Verpflichtung bewußt, die sie durch die Verleihung übernommen habe. Mit dem Gesang der deutschen Hymnen schloß die Feierstunde. Leistungen der Bahnhofsmission Nachstehend bringen wir einen Bericht über die Tätigkeit der gemeinschaftlichen Bahnhofsmission für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1936. Im Berichtsiahre 1936 wurde die Hilfe der Bahnhofsmission insgesamt von 4297 Personen in Anspruch genommen. Dazu kommen Kindertransporte an der Bahn 6. Die hilfsbedürftigen katholischen Frauen, Mädchen und Kinder wurden im Heim des Kath. Mädchenschutzvereins, Südhellweg 7a, die evangelischen im Bahnhofsmissionsheim(Zufluchtsheim), Am Stadion 5, untergebracht. Beide Heime werden von Schwestern geleitet, Aufnahmen finden zu jeder Tagesund Nachtzeit statt. Insgesamt wurden aufgenommen im Evangelischen Bahnhofsmissionsheim 17 Kinder, 59 Frauen und Mädchen, zusammen 76; im HerzJesu=Heim 3 Kinder, 97 Frauen und Mädchen, zusammen 100, das sind insgesamt 176 mit 1617 Verpflegungstagen. Außerdem erhielten mittellose Personen Butterbrote mit Kaffee oder warmes Essen in den Heimen, insgesamt 2039. Im Christlichen Hospiz und in der Herberge zur Heimat wurden 395 männliche Personen, darunter 105 Jugendliche, untergebracht; hiervon 289 Personen auf Grund von Gutscheinen des Städt. Wohlfahrtsamtes. In Zusammenarbeit mit Behörden und kirchlichen Einrichtungen wurden überwiesen: anderen Bahnhofsmissionen 8, dem Karitasverband 6, dem Ortsverband für Innere Mission 7, dem Wohlfahrtsamt 9, dem Jugendamt 7, dem Arbeitsamt 6, der Polizei bzw. Jugendhilfe bei der Polizei 19, der Paßstelle 1, dem Krankenhaus 4, der Landesfrauenklinik 1. Senstige Hilfeleistungen erhielten: Kranke und Gebrechliche 59 Personen, Blinde 8, Strafentlassene 9, Landhelfer 27. Neisehilfe an der Bahn erhielten: Beratung 560 Personen, Abholung Angemeldeter 32, Begleitung 219, Abwehr besonderer Gefährdung 29, nachgehende Betreuung 19, sonstige Hilfe(Unterbringung für Stunden), Bahnhofszimmer 53, Speisung 498, Gepäckauslösung 31, Fahrkarten 45, Krankenhilfe 30, das waren insgesamt 1687 Personen. Somit wurden betreut insgesamt 4297 Personen. Dazu bemerkt die Bahnhofsmission: Es ist uns ein besonderes Anliegen, allen denen zu danken, die uns bei der Arbeit geholfen haben, sei es daß sie sich mit in den Dienst stellten oder daß sie durch ihre Spenden die Arbeit tun halfen. Vor allen Dingen sei auch der Helfer und Helferinnen bei der Sammlung der Bahnhofsmission gedacht. Besonderen Dank sagen wir wiederun der Stadtverwaltung, den städtischen und konfessionellen Wohlfahrtseinrichtungen, der Reichsbahn, den Beamten der Reichsbahn und der staatlichen Polizei für die stets bereitwillige Unterstützung. im Ruhrgebiet Die Zeitschrift„Verkehrstechnik“ bringt in Heft 3 vom 5. Februar 1037 2 Aufsätze von Sachbearbettern des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk über Fragen der Nahverkehrsbedienung im Personenverkehr. Regierungsbaumeister Friemann beschreibt ein von ihm ausgearbeitetes Verfahren zur Prüfung der bestehenden Nahverkehrsbedienung, und Dipl.=Ing. Rudolf Hoffmann beleuchtet die Bedeutung dieses Verfahrens für die Aufgabengebiete des Siedlungsverbandes, insbesondere auch für die Aufstellung eines Gesamtverkehrsplanes für das Ruhrgebiet, der sich zur Zeit in Bearbeitung befindet. Eine Beantwortung der Frage, ob eine bestehende Verkehrsbedienung ausreichend ist kann nicht von irgendwelchen betrieblichen oder sonstigen Eigenarten vorhandener Verkehrsmittel ausgehen, sondern ausschließlich von den Verkehrsbedürfnissen der Menschen. Eine gründliche Kenntnis der Struktur der Verkehrsbedürfnisse ist also erste Vorbedingung für alle weiteren Maßnahmen. Diese Kenntnis ist um so wichtiger, als durch die Aufteilung des Verkehrsaufkommens auf die Deutsche Reichsbahn und auf eine Vielzahl von Nabverkehrsunternehmungen(Straßenbahnund Omnikusketrieb) nur schwer ein einheitliches Bild zu gewinnen ist. Die einheitlichen Maßstäbe sind aber notwendig um ein Urteil darüber zu gewinnen, wo der bestehende Zustand der Verkehrsbedienung als unzulänglich, als leidlich befriedigend oder auch als gut bezeichnet werden kann. Diese einheitlichen Maßstäbe werden in den beiden Aufsäßen entwickelt, und zwar ergibt sich, daß auch im Ruhrgebiet der sogenannte Stadtkernverkehr, d. h. der in den Stadtkernen zusammenströmende bzw. von ihnen ausstrahlende Verkehr für Zwecke des Einkaufs und Handels, der Verwaltung, Bildung, Vergnügung und der Berufsbetätigung der im Stadtkern tätigen Personen weitaus am bedeutendsten ist. Der Berufsverkehr der nicht in Nähe der Stadtkerne liegenden Arbeitsstätten(Zechen und Betriebe der Schwerindustrie) sowie der Erholungsverkehr sind zeitlich stark schwankend und daher in der Regel nicht in der Lage, besondere Verkehrslinien zu tragen; diese beiden Verkehrsarten müssen sich also notwendigerweise der durch den Stadtkernverkehr bestimmten Verkehrsnetzbildung, wenn auch zum Teil mit Umwegen, anpassen. Besondere Bedeutung hat eine einheitliche Ausrichtung der Nahverkehrsbedienung für die Auflockerung der Siedlungsweise und damit für die Ziele der nationalsozialistischen Siedlungspolitik. Zu dieser Auflockerung gehört eine möglichste Zuordnung von Arbeits= und Wohnstätten, die bei größerer räumlicher Entfernung eines Verkehrsmittels als Bindeglied bedarf. Die Ruhr=Großstädte können ihre Auflockerung nicht in beliebiger Richtung planen und vornehmen, sondern sind durch ihre enge Nachbarschaft darauf angewiesen, vor allem die Randgebiete des Gesamtraumes aufzusuchen. Diese„Randstrahlen“ der Verkehrslinien sind wirtschaftlich zum Teil nicht besonders einträglich; ihre Erhaltung und ihr möglichster Weiterausbau sind aber ein Gebot der Siedlungspolitik und damit auch der Verkehrspolitik des Ruhrgebietes, wobei die Methode der Untersuchung der ausreichenden Verkehrsbedienung den Rahmen des Notwendigen und Möglichen umschreiben hilft. Die Untersuchung der ausreichenden Verkehrsbedienung bildet zugleich eine wesentliche Grundlage für die beim Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk im Einvernehmen mit der Deutschen Reichsbabn und den beteiligten Nahverkehrsträgern in Durchführung befindliche Aufstellung eines Gesamtverkehrsplanes für das Ruhrgebiet. Pfund- und Brockensammlung der Ortsgruppe Ehrenfeld Die Pfund= und Brockensammlung für den Monat Februar 1937 beginnt am Montag, dem 15. Februar 1937, in folgenden Straßen: Montag, den 15. Februar: Hattinger=, Diberg=, Stern=, Dechen=, Saarland=, Westfälische=, Jäger=, Clemens= und Taubenstraße. Dienstag, den 16. Februar: Kronen=, OskarHoffmann=, Jakob=, Ewald=, Joachim=, Fürsten=, Pieper=, Meinolphus= und Hubertusstraße. Mittwoch, den 17. Februar: Königsallee, Östermannstr., Waldring, Lüderitz=, Wießmann=, Peters=, Grün=, Gabelsberger=, Stolze=, Friedriku=, Dirschauer=, Marschner= und Drusenbergstraße bis Nr. 26. Donnerstag, den 18. Februar: Weiher=, Christ=, Hugo=Schultz=, Schell=, Vork=, Bülow= und Farnstraße. Freitag, den 19. Februar: Hunscheidtstraße, Wagnerplatz mit angrenzenden Straßen, Danziger=, Thorner=, Schubert=, Mozart= und Drusenbergstraße. Die freundlichen Spender werden gebeten, die Spenden bereit zu halten. Mit KdF zur Automobilausstellung nach Berlin Die Fahrt zur Automobilausstellung, die von der DAF. NSG.„Krat durch Freude“, durchgeführt wird hat— wie es nicht anders zu erwarten war — großen Zuspruch gefunden. Außer den bekannten Vergünstigungen, die den Teilnehmern an dieser Fahrt gewährt werden, erhalten sie nun noch einen Stadtplan von Berlin und Umgegend ausgehändigt und freien Eintritt zum Berliner Zoo. Weiter können wir mitteilen, daß die Abfahrt ab Hagen am 25. Februar 1937, abends 23 Uhr und die Rückahrt von Berlin am Sonntag, dem 28. Februar, um 23.20 Uhr erfolgt. Einige Meldungen zu dieser Fahrt können bei den KdF=Kreisdienststellen noch angenommen werden. Sie müssen allerdings schnellstens vorgenommen werden, da der Zug fast ausverkauft ist. Weiter engagiert. Der Bochumer Heinz Tegeler wurde von der Duisburger Oper auf ein weiteres Jahr und zwar für die Spielzeit 1937=38 verpflichtet. unter der Erde Eine rätselhafte Angelegenheit. Der Boden ist gut, das Wetter günstig, an Pflege hat es nicht gefehlt. Und doch stirbt plötzlich ein Stamm ab. Er welkt, steht schief, läßt sich mühelos aus dem Boden ziehen: hat keine Wurzen mehr. In manchen Gegenden unseres Vaterlandes ist die Wühlmaus, die solch gründliche„Arbeit“ verrichtet, zu einer wirklichen Landplage geworden. Dies lichtscheue, rattenähnliche Tier, das in langen unterirdischen Gängen ganze Pflanzungen vernichtet, weil es nur von Wurzeln lebt und also bein Allesfresser ist wie die Ratte, bedarf größter Aufmerksamkeit und nachhaltigster Bekämpfung. Der Praktiker geht ihm mit Gist zu Leibe. Das bedarf genauer Beratung, ebenso die Bekämpfung mit den verschiedenen Ausräucherungsverfahren. Da die Wühlmaus das Bestreben hat, geöffnete Gänge rasch wieder zuzustopfen, erwischt man sie leicht an geöffneten Gängen mit dem Tesching. In wühlmausverdächtigen Gegenden hat man mit gutem Erfolg junge Bäume in Beuteln von Drahtgeflecht gep'lanzt, so daß wenigstens der Wurzelstock vor ihren Angriffen geschützt war. Man darf die Wühlmaus aber nicht mit dem schwarzen Gesellen, dem Maulwurf, verwechseln, der auch seine Gänge unter der Erde zieht, aber kein Wurzelwerk anrührt. Er sorgt dafür, daß Engerlinge und andere unterirdische Wurzelfresser kurz gehalten werden. Gegen die Wühlmaus freilich tritt er nicht an. Die aber tut das große und auch das kleine Wiesel. das besser als sein Ruf und durchaus nicht unbedingt schädlich ist. Es gilt also nicht das Gebot, alles Getier zu vernichten, das im Garten und Acker angetroffen wird, denn diese Natur hat sich selbst ihren Ausgleich g schaffen. Wo aber die Wühlmaus angetroffen wird, da ist Gefahr im Verzuge, und nur der planmäßige, rücksichtslose Kampf kann den Garten retten! KOB. :: Im Rohbau vollendet. Vor einigen Wochen konnten wir von verschiedenen Neu= und Umbauarbeiten berichten, die auf dem Hofgelände des hiesigen Bergmannsheils ausgeführt werden. So wurde neben den Neubau eines Isolierhauses, das demnächst im Betrieb genommen wird, ein Flügelumbau zu Tagesräumen und Aerztewohnungen in Angriff genommen. Auch wurde durch Aufstockung eines Krankenhausflügels eine Kinderstation errichtet, dessen Rohbauarbeiten zum Wochenende vollendet wurden. Der Einkopfsonntag ist ein Ehrentag der Nation Am 14. Februar steht ganz Deutschland zum zweiten Male im Jahre 1937 im Zeichen des Eintopfgerichtes. Das Eintopfgericht ist nicht nur eine Angelegenheit des Magens, sondern auch eine Sache des Herzens. Unser Opfern zum Besten der in Not geratenen Brüder ist nicht mehr persönliches Mitleid, sondern nationale Solidarität. Dieses Opfern soll uns etwas Heiliges sein, denn hieran soll die Welt erkennen, wie stark und groß die deutsche Lebenskraft ist. Die Nation ist eine Kampfgemeinschaft geworden, und in ihr gibt es kein Mitleiden, sondern ein Mitkämpfen. Indem wir dem bedrängten Volksgenossen helfen, machen wir ihn wieder kampfkräftig für sich, für uns, für das große Ganze. Freudig müssen wir alle am Eintopfsonntag opfern, denn das Opfer, das wir bringen, bringen wir nicht nutzlos. Es sind Menschen wie wir, mit denen wir teilen, mit denen wir zusammen unser Eintopfgericht essen werden. Denen. die zu schwach sind und nicht mitkommen, müssen wir unsere Hand reichen und vorwärts helfen. denn das ist edel, ritterlich und deutsch. Unsere Opfer am kommenden Eintopfsonntag helfen mit zum Sieg über die Not. Zeigt alle den wahren Opfergeist, seid Sozialisten der Tat! )( Abendkursus für Drucker und Setzer. An der Städt. Gewerbeschule beginnt Östern 1937 ein Abendkurse für graphische Techniken, und zwar für Radierungen(Kaltnadel und Aetzung), Steinzeichnung, Holz= und Linolschnitt. Der Kursus soll die technischen Voraussetzungen und die Darstellungsweisen vermitteln. Anmeldung und Auskunft: Geschäftsstelle der Städt. gewerb. Berufsschule Bochum, Trankgasse 5, Eingang A, Zimmer 20. Kameradschaft der Pioniere und Verkehrstruppen Bochum. Das Heim in der Bürgergesellschaft konnte die große Zahl der Kameraden nicht fassen, die der Einladung zur Monatsversammlung des Kameradschaftsführers Overhoff Folge geleistet hatten. War es doch bekannt geworden, daß an diesem Abend unser Ehrenmitglied, Oberst a. D. Rückbeil, wiederum einen seiner geistreichen und dennoch leicht verständlichen Vorträ angesagt hatte. Kamerad Overhoff faßte deshalb den geschäftlichen Teil kürzer und gab nach vorheriger, herzlicher Begrüßung dem Oberst das Wort. In freier Rede, d. h. ohne das Manuskript zu benutzen, sprach Kamerad Oberst Rückbeil von dem heutigen Stand der Luftschiffahrt in Deutschland und den anderen Ländern, manches Neue den aufmertsam hörenden Kameraden zuführend. Lebhafter Beifall wurde dem Vortragenden am Schluß seiner 1½ stündigen, wirklich interessanten Ausführungen, wobei Kameradschaftsführer Overhoff treffliche Worte des Dankes unserem verehrten Ehrenmitgliede aussprach. Zur Aufnahme hatten sich zwei Kameraden gemeldet, die nach der Verpflichtung Mitglied der Kameradschaft wurden. Als vorbildliches Muster im Zusammengehörigkeitsgefühl gilt die ehem. 3. Pi. 19, deren Kompanieführer im Felde es sich nicht hatte nehmen lassen, in der Mitte seiner früheren Kameraden von Münster zu kommen und an dem Kameradschaftsabend teilzunehmen. Briefkasten (Alle Auskünfte, die unter dieser Rubrik erteilt werden, sind ohne Gewähr und werden im Rahmen der pressegesetzlichen Bestimmungen gegeben.) M. B. Da Sie, wie Sie selbst sagen, vertaglich verpflichtet sind, den Hausflur zu beleuchten, so kann es keine Rolle spielen, ob der Vermieter auch die anderen Mieter in den oberen Stockwerken zur Beleuchtung der Flure anhält. Sie müssen auf jeden Fall, gleichgültig, ob oben beleuchtet wird oder nicht, den Flux bei Dunkelheit in der üblichen Weise erleuchten. H. 1000. Wenn jemand verpflichtet ist, den Hausflur in regelmäßiger Reihenfolge mit anderen Mietern zu reinigen so gehört es zur ordnungsmäßigen Säuberung, daß auch dort gerinigt wird, wo sonst die Matten liegen, und diese ausgeklopft werden. Sie können den neu eingezogenen Mieter durch den Hausbesitzer auf diese seine Pflicht aufmerksam machen. Vormund. Ein Vormund muß zumindest volljährig, also 21 Jahre alt sein. B. K.„Schiedsmann“. Ihre Angaben genügen zur Beantwortung der Frage nicht. Wir bitten Sie deshalb, uns zunächst eine Abschrieft des Vergleiches vor dem Schiedsmann und die erwähnte Kostenrechnung zur Einsichtnahme zuzusenden. Veranstaltungskalender Aus den katholischen Pfarreien Der Lourdesverein hält morgen in der Klosterkirche der Redemptoristen um 15 Uhr eine Erinne rungsfeier an die ersten Erscheinungen in Lourdes ab. — Von Montag ab beginnt die Schulmesse wieder um 7,15 Uhr, die letzte bl. Messe um 8 Uhr.— Für die Jungmänner der St. Antoniuspfarrei wird kommenden Donnerstag um 8,15 Uhr ein Filmvortrag in der Vortragsreihe„Kampf dem Bolschewismus“ gehalten. — Der Frauen= und Mütterverein St. Hedwig der Pfarrdikarie Christ=König hat Mittwoch seinen ersten Einkehrtag.— Die Jahreshauptversammlung der Kongregation findet am Freitag im Jugendsaale der Bürgergesellschaft statt, die Ansprache hält P. Romanus Bange.— In der Pfarrvikarie St. Joseph in HiltropBergen beginnt Sonntag die eucharistische Familienwoche. An den Wochentagen sind die Predigten um 8 Uhr früh und um 19.45 Uhr. der evangelischen Gemeinde Ueber die Arbeit der ältesten evangel. Missionsgesellschaft predigt am Sonntag Missionar Saul(Neuwied) im Frühgottesdienst der Pauluskirche, im Hauptgottesdienst der Lutherkirche, ferner hält er den Kindergottesdienst in der Johanneskirche ab.— Passionsgottesdienste sind Freitags, 20 Uhr in der Kapelle des Augusta=Hospitals für den 5. Pfarrbezirk und Donnerstags in der Friedenskirche für den 8. Pfarrbezirk, Freitags in der Melanchthonkirche, am selben Tage in der Kirche zu Altenbochum und Donnerstags in Hamme, und zwar in der Kirche und in der Wegescheid. Westdeufsche Um- und Ausschau Die Erneuerungsarbeit am Kölner Dom Ein Besuch in den Werkhütten und auf dem Domgerüst Köln. Am Donnerstag war der Presse Gelegenheit gegeben, die Erneuerungsarbeiten am Kölner Dom zu besichtigen. Dombaumeister Güldenpfennig führte seine Besucher zunächst in die Werkhütte an der Nordseite des Domes, in der die Bildhauer= und Verzierungsarbeiten durchgeführt werden. Hier entstehen die neuen Wasserspeier, die fiürlichen Tragsteine und die größeren Ornamente, ie zur Erneuerung ihrer verwitterten Vorgänger am Chor der Kirche benötigt werden. Vom Entwurf über Tonplastik und Gipsmodell bis zur fertig ausgehauenen Figur werden hier alle Arbeiten erledigt. In den größeren Werkräumen an der Südseite des Domes, sind die Steinmetzen dabei, die Maßwerk=, Aufbau= und Pfeilerstücke zu bearbeiten. Allein 45 Steinmetzen und Handwerker beschäftigt die Dombauhütte. Auf dem mächtigen Holzgerüst, das sich um das Domchor spannt, sah man, welch große Verwüstungen Regen, Wind und Zeit an den gewaltigen Steinmassen des Doms im Laufe der Jahrhunderte angerichtet haben. Der größte Feind des Domes aber ist der durch die ständig wachsende Industrialisierung Kölns verursachte Schwefelsäuregehalt der Luft. An diesem ältesten Teil des Domes, der noch aus dem 13. Jahrhundert, also der ersten Bauperiode stammt, sind, soweit die Erneuerungsarbeiten noch nicht in Angriff genommen wurden, Steine zu sehen, die im Begriffe stehen, sich in Sand aufzulösen, ganze Pfeilerflächen, die wie Papier abblättern. Da die Schwefelsäureanreicherung in dem Stein vielerlei zum Nachteil seiner Festigkeit schädliche Verbindungen eingeht, setzt sich das Zerstörungswerk innerhalb der Steine fort, so daß nur umfassende Erneuerungsarbeiten Abhilfe schaffen können. Jeder der zahllosen Steine des riesigen Bauwerks ist in einer Schichtkartei, deren viele Tausende angefertigt wurden, mit einer Nummer bezeichnet, die das Auswechseln erleichtert und Irrtümer ausschließt. Das Einsetzen der neuen Steine, die mit geteerten Eisenklammern miteinander verbunden werden, wobei die Haltestellen sorgfältig in Blei ausgegossen werden, erfordert größte Sorgfalt und Geschicklichkeit. Um das Eindringen des Regenwassers zu verhindern, werden die Stoß= und Lagerfugen mit Zement bezw. Kallmörtel ausgegossen. Der größte Teil des Domchores hat im Laufe langjähriger Arbeiten ein erneuertes Gesicht erhalten. Man hofft mit den restlichen Erneuerungsarbeiten des schon über 700 Jahre alten Chors in zwei Jahren fertig zu werden. Als Steinmaterial wird am Kölner Dom Muschelkalk aus Würzburg und bei weniger sichtbaren, aber stärker gefährdeten Stellen auch Basaltlava verwandt. So entsteht Stein um Stein der alte Kölner Dom in neuem Gewande.— Der Reichssender Köln wird über die interessante Besichtigung am 18. Februar in der Sendung von 19,35—20 Uhr berichten. Gefährlicher Heiratsschwindler erhielt zweieinhalb Jahre Gefängnis Bielefelb. Der 1901 gevorene Hermann Brinckenkamp aus Brackwede hatte sich vor der Bielefelder Strafkammer wegen Betruges, Urkundensälschung und Diebstahls zu verantworten. Obschon B. seit vielen Jahren verheiratet war, suchte er weibliche Bekanntschaften, die er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen um teilweise erhebliche Beträge schädigte. Einen besonders häßlichen„Streich" spielte er einem älteren Fräulein aus Gütersloh, das er 1933 vor dem Bielefelder Stadttheater kennen gelernt hatte. Er stellte sich unter falschem Namen vor, gab an, daß er geschieden sei und legte, um das glaubhaft zu machen, auch gefälschte Scheidungsakten vor. Mehrere Jahre lang nährte der Angeklagte in dem Mädchen den Glauben, daß er es heiraten würde. Eines Tages— drei Jahre hatte der Schwindel gedauert— mußte natürlich die Bombe platzen. Das so bitter enttäuschte Mädchen stellte Strafantrag. Brinckenkamp aber setzte, nachdem er einen Selbstmordversuch überstanden hatte, seine Schwindeleien an anderen Orten Westialens fort. Wieder„arbeitete“ er unter fremden Namen, einmal z. B. als Tierarzt Dr. Berg aus Düsseldorf, und verübte die verschiedensten Schwindeleien. Bei der Strafzumessung fiel erschwerend die häßliche Gesinnung ins Gewicht, nur weil der Angeklagte bisher nicht vorbestraft war, wurde von der Verhängung einer Zuchthausstrofe abgesehen. Das Urteil der Stiafkammer lautete auf zweieinhalb Jahre Gefängnis. Mutter schlägt mit dem Beil auf ihre Kinder ein und nimmt sich das Leben.— Ein Kind den Verletzungen erlegen. Versmold(Kr. Halle i. W.) In dem Orte Versmold ereignete sich am Donnerstagmorgen eine furchtbare Familientragödie, die zwei Menschenleben forderte. Die Frau des Lagerhalters Husemann begab sich gegen 5.30 Uhr, als sich ihr Mann schon auf der Arbeitsstelle besand, in das Schlafzimmer ihrer beiden Söhne und schlug mit einem Beil auf die noch im Bett liegenden 11= und 13jährigen Kinder ein. Beide Kinder erlitten schwere Verletzungen, an denen der 11jährige Junge bald darauf starb, während der 13jährige Knabe im Krankenhaus schwer darniederliegt. Der durch den Lärm alarmierte Hausbesitzer fand die schwerverletzten Kinder und rief Hilfe herbei. In der Aufregung achtete man zunächst nicht auf die Frau, die später auf dem Boden erhängt aufgefunden wurde. Die Hintergründe der schrecklichen Tat sind nicht restlos geklärt; man glaubt jedoch, daß die Frau die Tat in einem Anfall von Schwermut begangen hat. Dammbruch der Bechte Arbeitsdienst eingesetzt. Schuttord. Durch die Schneeschmelze und die Regenfälle der letzten Tage wurden im Oberlauf der Vechte und bei Schüttorf und Umgebung erhebliche Ueberflutungen bervorgerufen. Bei Samen durchhrach die Vechte einen Damm. Der Bentheimer Arbeitsdienst wurde eingesetzt und dichtete die Durchbruchstelle mit Sandsäcken ab. Der holzerne„Klomp“ im Dienste des WHW. Somberg. Mit einer originellen Idee wirbt man in Homberg und den umliegenden Ortschaften für das Winterhiliswerk. Ein riesiger Holzschuh wird nach vorheriger Ansage durch die einzelnen Ortschaften gefahren und mit eisernen Nägeln genagelt. die für 10 Pfg. bis zu 5 RM zu erstehen sind. Die Beteiligung war so groß, daß in den verhältnismäßig kleinen Ortschaften Homberg und Hochheide allein über 4% Tausend Mark erzielt wurden. Der hölzerne„Klomp“, der sich allmählich zu einem eisernen entwickelt, wird spätere Generationen an die Opferbereitschaft unserer Zeit gemahnen. Ehrlos und gemein Fristlose Entlassung war brechtigt. Köln. Ein Arbeiter eines großen Unternehmens, der schon längst das Silberiubiläum gefeiert hatte, wurde fristlos entlassen, weil er die Ehefrau eines Arbeitskameraden, mit dem er bereits 26 Jahre im Betrieb tätig war, wiederholt mit unsittlichen Anträgen belästigt hatte. Am Kölner Arbeitsgericht klagte er auf Widerruf der Kündigung, in der eine unbillige Härte liege. Die Sache sei ziemlich harmlos gewelen und er habe geglaubt, die Frau werde die Vorfälle nicht so tragisch nehmen. Nach der Beweisaufnahme, die unter Ausschluß der Oefsentlichkeit geführt wurde, entschied das Arbeitsgericht: Die Klage wird kostenpflichtig avgewiesen, das Verhalten des Klägers ist durchaus eyrlos. Es ist eine Gemeinheit gegenüber dem Arbeitskollegen, mit dem er seit Jahrzehnten gemeinsam arbeitet, während dessen Abwesenheit seine Ehefrau mit derartigen Anträgen zu belästigen. Diese Kameradschaftslosigkeit machte eine Weiterbeschäftigung unmöglich. Launen der Natur Vogelschwärme und Frühlingsboten in der Eisel. Daun. An vielen Orten der Eibel konnte man in den letzten Tagen eine merkwürdige Naturerscheinung aus der Vogelwelt beobachten. Ein ungeheurer Vogelschwarm(man schätzt die Zahl auf viele hunderttausend Vögel) hält sich bei der milden Witterung im Eiselgebiet auf. Zu Beginn der Woche wurde der Schwarm erstmalig gesehen, als er am wolkenverhangenen Himmel in beträchtlicher Höhe das Dauner Gebiet von Osten nach Westen überflog. Seitdem hält sich diese riesige Vogelschar es handelt sich in der Hauptsache um kleine Singvögel— in der bisher vom Winter fast völlig verschonten Gegend auf, wo sie anscheinend die notwendige Nahrung findet. Man nimmt an, daß es sich um einen unfreiwilligen Spätflug solcher Singvögel handelt, die in den nördlichen und östlichen Gebieten Deutschlands die Wintermonate verbringen wollten, durch den starken Kälteeinbruch jedoch zur Abwanderung gezwungen wurden.— Im ganzen Eifeler Bergland haben sich schon die ersten Frühlingsboten eingestellt. Am frühen Morgen läßt die Märzdrossel ihr Lied erschallen, und auch die übrige Vogelwelt erfreut in den Morgenstunden mit ihrem munteren Gezwitscher. Kleine Provinzchronik Tödlicher Verkehrsunfall. Am Donnerstagnachmittag wurde die sechs Jahre alte Hela Ringleb Ecke Bammler= und Kleine Hammerstraß: in Essen von einem Lastkraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Das Kind, das anscheinend schwere innere Verletzungen davontrug, wurde dem Krankenhaus zugeführt, wo es alsbald starb. Nohe Tat eines Betrunkenen Münster. In den Morgenstunden des Dienstag verlangte der hier ansässige H. B. in einer Wirtschaft Einlaß. Als ihm dieser wegen Ueberfüllung durch den dort anwesenden Wachtmann verweigert wurde, zog B. sein Taschenmesser und versetzte dem W. zwei lebensgefährliche Messerstiche. Nach der Tat flüchtete der Täter. Er wurde nach kurzer Zeit von der Kriminalpolizei ermittelt und in das Polizeigefängnis eingeliefert Bei der Verkehrskontrolle getötet. Minden i. L, Bei einer von der Verkehrspoli zei ongeordneten Verlehrskontrolle auf der Reichstraße Minden—Bückeburg in der Nähe des Ortteiles Notthorn in der Gemeinde Meißen wurde der Polizeihauptwachtmeister Varth aus Holtrun von einem Personenkraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat Der Fohrer des Wagens, ein Heizungsmonteur aus Cosfeld, will den Beamten auf der Straße nicht bemerkt haben. Er hatte den Führerschein nicht bei sich und wollte sich vermutlich durch schnelle Vorausfahrt der Vekehrskontrolle entziehen Vom Reichsgericht bestätigt. Solingen. Das Reichsgericht hat in Uebereinstimmung mit dem Antrag des Reichsanwalts die Revision der 36 Jahre alten Frau Antonie Meyer aus Wipperau und des 35jährigen Robert Marz aus Solingen gegen das Urteil des Schwurgerichts Wuppertal vom 29. 1v. 1936 als unbegründet verworfen.— Damit sind die genannten Beschwerdeführer wegen gemeinschaftlichen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilt unter Aberkennung der Eurenrechte auf Leberszeit. Die beiden Angeklaaten hatten lange Zeit hindurch ehebrecherische Beziehungen unterhalten Um heiraten zu können brachte Frau Meyer ihrem 56jährigen Ehemann Karl Meyer Gift bei dem der Mann nach qualvollem Leiden am 29. Mai 1936 erlag. Marx hatte seiner Geliebten das Gift besorgt. Einzug der Arbeitsgauleitung Emsland in Osnabrück Osnabrück. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste bezog der Arbeitsgau Emsland am Montag den Teil der Gaudienststelle, die im Gebäude des Hotels Schaumburg untergebracht ist. Tagung der westdeutschen Gauinspektenre. Köln. Im Hause der Gauleitung in Köln fand am Donnerstag unter dem Vorsitz des Sonderbeauftragten des Stellvertreters des Führers, Reichshauptamtsleiter Oexle, eine Tagung statt, an der die Gauinspekteure aus den Gauen Westfalen=Süd. Westfalen=Nord. Essen, Düsseldorf. Hessen=Nassau. Koblenz=Trier und Köln=Aachen sowie die Mitarbeiter der Dienststelle des Sonderbeauftragten teilnahmen. Mäuseplage in der Eifel Adenau. In der Eifer ist in diesem Jahre eine ziemlich starke Mäuseplage aufgetreten. Auf Schritt und Tritt begegnet man diesen schädlichen Nagern, die besonders in den landwirtschaftlichen Anwesen großen Schaden an den Erntevorräten anrichten. Mit den mannigfaltigsten Mitteln versuchen die Landwirte diese Schädlinge zu vernich ten. Stellenweise hat man Kammerjäger herangezogen, um eine planmäßige Bekämpfung durchzuführen. Gemeinsam in den Tod. Trier. Am Montagmorgen bemerkte der Lokomotinführer eines nach Saarbrücken fahrenden Zuges auf freier Strecke zwischen Bous und Völklingen zwei Leichen. Es wurde festgestellt, daß es sich um einen jungen Mann aus Saarbrücken und um ein junges Mädchen handelte Die beiden nungen Leute stammen aus Ludweiler im Warndt und waren verlob:. Den Umständen nach liegt Selbstmord vor. Dein Opser zum WHW. soll Deis Bekenntuis zum Sozialismus sein. Wer nicht zum Opfeen bereit ist, lehnt den Sozialismus ab und stellt sich so anßerhalbunserer Volksgemeinscheft le 6 Stück 25 Pf. PASSION verkörpert 50jährige TabanKultur. Um jeden Verlust an Tabak und Aroma zu vermeiden, sichert der PASSION-Spezial-Einsatz jede einzelne Cigarette— wie es einer Kostbarkeit gebührt. Polens Boxer sind zu schlagen Der achte Länderkampf Deutschland gegen Polen- Am Sonntag in der Westfalenhalle Der 44. Landertampf unserer erfolgreichen Amaleurboxer führt uns am Senntag in der Dortmunder Westfalenhalle mit Polen zusammen. Es ist die achte Begegnung mit den Polen, gegen die wir sechsma. gewannen, wahrend ein Kampf verloren ging. 1931 in Posen gab es eine Niederlage von 6:10 Puntten. Gewonnen wurde 1029 in Breslau mit 10:6 Punkten, 1930 in Kattowitz mit dem gleichen Ergebnis, 1932 in Dortmund mit 14:2 Punkten, 1934 in Posen mit 10:6 Punkten, im gleichen Jahr in Essen mit 11:5 Punkten und 1035 in Warschau wieder mit 10:6 Punkten. Nach der Niederlage gegen Irland werden unsere Amateurborer alles daransetzen, gegen Polen zu einem Erfolg zu kommen. Die Mannschaft wurde sehr sorgfältig aufgestellt, sie ist zweifellos unsere beste Vertretung. Aber auch die Polen haben nichts unversucht gelassen, mit ihrer ersten Garnitur nach Cortmund zu kommen. Der Polnische Borverband ist davon ausgegangen, daß seine Leute technisch den Deutschen nicht gleichwertig sind, aus diesem Grunde mußten Kampfer herangezogen werden. Borer mit Herz und Angriffslust, die aber auch etwas vertragen können. Es wäre ein großer Fehler, würden die Polen unterschätzt werden. Die Mannschaften haben vom Fliegengewicht an aufwärts folgendes Aussehen Deutschland: Kaiser(Gladbed Rappsilber(Frankfur Miner(Breklau Dixkes(Hamm) Murach(Schalke Baumgarten(Hamburg Bogt(Hamburg) Runge(Wuppertal Flieaenacm den Olympiasieger Kat treten. Sein Gegner Sobkom heim Olympiaturnier in Berlin, Polen: Suhkowiak(Posen, zortek(Warschau) Arzeminski(Thorn) Wozniakiewicz(Lodz Seweryniak(Warschau) Pisarski(Posen Szumura(Posen) Pilat(Kattowitz) ht ist Deutschland durch r(Gladbeck) bestens verak war ebenfalls traf aber nicht mit Kaiser zusammen. Der Pole hat seine Stärke in der Rechten, die äußerit wuchtig kommt und auch Kaiser zu schaffen machen wird. Er kämpft zum ersten Male gegen Deutschland mit. Daß er von insgesamt 75 Kämpfen 20 verlor, liegt an seiner Langsamkeit, auch ist er nicht sehr angriffsfreudig, ganz im Gegensatz zu seinen Kameraden. Kaiser wird gut daran tun, diesen Mann nicht leicht zu nehmen, sonst könnte es eine unangenehme Ueberraschung geben. Voraussichtlich wird unser Mann hoher Punktsieger. Ravpsilber(Frankfurt) vertritt Deutschland im Bantamgewicht. Der Fliegengewichtsmeister von 1935 hat in der höheren Gewichtsklasse schon sehr schöne Erfolge errungen, u. a. auch Siege über Brofazi(Hannover) und den Olympiakämpfer Stasch Kassel). Bei seiner guten Technik und großen Gerissenbeit braucht er Czortek nicht zu fürchten. Der Warschauer nahm am Olympiaturnier teil, schied aber schon in der zweiten Runde aus. Er soll Polens bester Mann sein und es ist durchaus möglich, daß unsere Gäste hier zu Punkten kommen. Rappsilber ist aber der Mann, der sich nicht so leicht geschlagen gibt. Miner(Breslau), unser Olympiadritter, darf seinen Geaner Kraeminski nicht unterschätzen. Der Pole bort in Rechtsauslage, so daß sich Miner erst auf den Mann einstellen muß. Der Breslauer ist technisch überlegen und auch bart genug. Krzeminski ist als k o.=Schläger gefürchtet. Miner muß also auf gute Deckung bedacht sein. Nachdem Altmeister Schmedes abgetreten ist, soll der Hammer Dixte- sein Nachfolger im Leicht gewicht werden. Damit zeigt sich einmal mehr, daß Westfalen immer wieder gute Leute für diese Klasse stellen kann. Der Hammer schlägt beidhändig gut, bevorzugt viel den Nahkampf und wird dem Polen Wozniakiewicz machtig zusetzen. Beide Kämpfer sind sehr schnell. Nach schönem Gefecht sollte Dirkes der Punktsieg zufallen. Im Weltergewicht wird uns der Schalter Murach vertreten, der in Berlin eine silberne Medaille eroberte. Er erhält in Seweryniak einen routinierten Mann, der in keiner polnischen Staffel fehlt und auch schon zweimal gegen Deutschland dabei war. Murach ist technisch überlegen, vielleicht aber nicht hart genug, um den Polen, der groß im Nehmen ist, erschüttern zu können. Der Kampf im Mittelgewicht führt unseren Meister Baumgarten(Hamburg) mit Pisarski zusammen. Beide sind Distanzborer, darum wird man sicherlich einen guten Kampf zu sehen bekommen. Baumgarten ist körperlich eiwas überlegen, außerdem härter im Schlag. Damit sollte er zu einem knappen Erfolg kommen. Einen sehr guten Mann bringen die Polen in dem Halbschwergewichtler Szymura in den Ring. Vogt wird mit ihm seine Mühe haben. Der Pole hat den deutschen Meister Jaspers seinerzeit nach Punkten geschlagen. Vogt. der Olympiazweiter wurde, muß in bester Form sein, wenn es zum Siege reichen soll. Olympiasieger Runge bort im Schwergewicht den Polen Pilat. Der riesige Pole, der bei der Kattewitzer Polizei ist, kann ungemein bart schlagen, ist aber technisch nicht so ausgereift wie Runge und besitzt auch die Schnelligkeit nicht. Runge sollte ganz klar gewinnen. 4 Die Polen in Dortmund eingetroffen Mit dem Warschau—Pars=Expreß stellten sich am Freitag um 16.50 Uhr die polnischen Amateurborer in Dortmund ein. Die Expedition wurde vom Präsidenlen des Polnischen Borverbandes, Direktor Koczyk, geführt. Polen wird in allen Klassen mit den gemeldeten Leuten kämpfen. Die Gäste wurden vom westfälischen Gaufachamtsleiter Bernhard Adler aus Wattenscheid und vom Dortmunder Kreisführer des DRL. Bösemann, sowie einem Vertreter des polnischen Konsulats in Düffeldorf herzlich begrüßt. W. Bogner und Obergefreiter Burk Langlaufsieger der Deulschen Ski- und Heeresmeisterschaft Bei den Deutschen Ski= und Heeresmeisterschaften in Altenberg wurde am Freitag der 18=Klm.=Langlauf entschieden. Die Deutsche Meisterschaft holte sich der vorjährige Kombinationssieger Willi Bogner=München in der hervorragenden Zeit von 1:31:47 ver Franz Reiser-Partenkirchen 1:33:08, H. Lochbichler-;Sonthofen 1:33:23, H. Leupold=Breslau 1:33:29 und dem Obergefreiten Albert Burk 4. Geb. IR 99 Garmisch=Partenkirchen, 1:34:00, der damit Heeresskimeister über 18 Klm. wurde. Insgesamt waren 130 Mann am Start. Viele Tausende von Zuschauern hatten sich am Start eingefunden und warteten mit Spannung, bis endlich der erste Läufer sich im Nebel vom Start machte. Man sah viele Vertreter der Partei, Wehrmacht, SA, SS usw. Die Strecke war äußerst schwer und der zunächst noch stumpfe Schnee tat sein übriges, um den Läufern die Sache nicht leicht zu machen. Die meisten Anforderungen stellten die ersten zehn Kilometer, ging es doch in dem keineswegs leicht zu nennenden Gelände auf und ab. Auf halber Strecke, bei 9,5 Klm., wurden folgende Zwischenzeiten notiert: Bogner 51:55, Leupold 52:45, Reiser 53:10, Hieble 53:40 und Lochbichler 53:45. Sowohl Leupold als auch Hieble fielen auf dem letzten Teil der Strecke stark zurück, während Bogner seinen Vorsprung sogar noch ausdehnen konnte. Ein so überzeugendes Rennen ist der Traunsteiner lange nicht mehr gelaufen. Als Achtundzwanzigster erreichte er das Ziel, hatte also nicht weniger als 30 Mann überholt. Ein glänzendes Rennen lief auch der Heeresmeister, Obergefreiter Albert Burk vom 4. Geb. IR 99 Garmisch=Partenkirchen, der seine Stärke auch erst auf dem letzten Teil des Weges ausspielte. Mit acht Mann unter den ersten zehn hat Bayern außerordentlich gut abgeschnitten. Bogner und Reiser waren den 18=Klm.=Spezialisten wieder einmal überlegen. Wenn alles gui geht, sollten sie in 16 Handball-Gaumannschaften spielen Um den Adlerpreis des Reichssporkführers- Westfalen in Geislingen Gau Niederrhein in Essen Nicht nur die Fußballer, auch die Handballer haben alljährlich ihren Pokal=Wettbewerb der Gaumannschaften. In diesem Jahre wird er zum ersten Male in einem engeren Zeitraum als bisher entschieden und hat ferner mit der Stiftung eines Wanderpreises durch den Reichssportführer den neuen Titel„AdlerPreis“ erhalten. In ihm soll wiederum den Spielern, die es in der Meisterschaftssaison in ihrer Vereinsmannschaft zu besonderen Leistungen gebracht haben, Gelegenheit gegeben werden, sich auch einmal an bevorzugter Stelle auszuzeichnen. Nicht zuletzt aber auch bietet dieser Wettbewerb, den die besten aus 16 deutschen Gauen bestreiten, der Fachamtsführung Gelegenheit zur Heerschau seiner Garde, aus der sicherlich auch diejenigen hervorgenen, die uns pater einmal in internationalen Kämpfen vertreten. Die Auslosung zur Vorrunde hat bestimmt, daß on den drei westdeutschen Gauen lediglich Westfalen re sen mup, wahrend Niederrhein und Mittelrhein zu Hause beginnen dürfen. Sowohl für den einen als auch für die anderen bestehen begründete Aussichten, de Zwischenrunde zu erreichen. Westfalen wird zwar in Geislingen gegen Württembergs Auswahl einen sehr schweren Stand haben, doch müßte es mit dem Stamm der Mindener Soldaten auch im Süden reichen. Die leichteste Aufgabe fällt dem Niederrhein=Gau zu, der in Essen über den Gau Hessen als sicherer Sieger erwartet wird. Der Gau Mittelrhein dagegen sollte es selbst in Aachen weitaus schwerer haben. Immerhin aber dürfte sich seine Spielstärke durch die seinem Gebiet zugewiesenen Aachener Vereine wieder stark gehoben haben, so daß mit etwas Glück auch hier ein Erfolg gegen Sachsen nicht unmöglich erscheint. Pokalverteidiger ist der Hau Südwest, der im vergangenen Jahr im Endspfel über Niederrhein recht glücklich triumphierte. Seine Aussichten, in die Zwischenrunde zu gelangen, sind ebenso günstig wie die der Gaue Nordmark, Schlesien, Brandenburg und Mitte. Die Vorrundenpaarungen sind: Essen: Niederrhein— Hessen Aachen: Mittelrhein— Sachsen Geislingen: Württemberg— Westfalen iel: Nordmark— Baden Görlitz: Schlesien— Niedersachsen Stettin: Pommern— Südwest Bamberg: Bayern— Brandenburg Königsbera: Ostpreußen— Mitte In Essen spielen: Niederrbein: Bonhagen(Mülheim); Schwunk, Oepen(beide Rhenania Düsseldorf); Horn(Mülheim), Brinkmann(Turu Düsseldorf), Eifler(Rhenania Düsseldorf); Helligrath(Tiefenbroich), Daun 2 (Solingen), Mortzinski(Oberhausen), Bründgens (Lintfort), Braselmann(Barmen). Hessen: Böckel(Tgm. Kassel); Bondgolz(Gießen), Tiez(Tmg. Kassel); Deist(Tuspo Kassel), Wiese (Tgm. Kassel), Nieft(SpV Kassel); Stumm(TV Wetzlar), Mämpel(Bettenhausen), Lütke(Tam. Kassel), Pilgermann(Kurbessen Kassel), Buse(Tam. Kassel). Und in Geislingen: Württemberg: Herbolzheimer(Thd Göppingen); Rieckert(Eßlinger TEV), Seitter(Tas. Stuttgart); Wolf(TV Altenstadt), E. Thierer(TSV Süssen), Köpf; Heß(beide TV Altenstadt), Leuthner (Zuffenhausen), Diez(Thd Ulm). Jäger(TV Altenstadt), R. Thierer(Süssen). Westfalen: Körvers; Knautz(Minden), Höpfner(Dortmund); Salzmann(Hagen), Küter, Topp (beide Minden), Roß 2, Strack(beide Minden), Menning(Schalke 04), Fischbach(DSC Hagen), Roß 1 (Minden). * Handball in Westfalen Die Vorrunde um den Adler=Pokal bestimmte den Umfang der Handball=Tageskarte auch in Westfalen. Nur zwei Spiele stehen an, die aber zur Klärung der Abstiegsfrage viel beitragen werden: Grün=Weiß Bielefeld— TV Spenge Arminia Bielefeld— MSV Münster der Kombination kaum mehr zu schlagen sein. Meergans dürfte allerdings noch stark zu beachten sein. Bei den Altersläufern triumphierte K. RichterAltenberg in der vorzüglichen Zeit von 1:36:47 vor Heinz Ermel=Brückenberg 1:39:46 und Altmeister Gustl Müller=Bayrischzell 1:40:25 Die Ergebnisse: 1. W. Bogner=München 1:31:47; 2. F. Reiser=Partenkirchen 1:33:06; 3. H. LochbichlerSonthofen 1:33:23; 4. Leupold=Breslau 1:33:29; 5. Obergefreiter Albert Burk, 4. Geb. IR 99 Garmisch=Partenkirchen 1:34:00; 6. Oberjäger Hieble, 2. Geb. IR 99 Garmisch=Partentuchen 1:34:15; 7. Oberjäger Mergans, 12. Geb. IR 83 Hirschberg 1:34:40; 8. Oberjäger A. Rupp“ Geh. IR 90 Sont hofen 1:34:49; 9. Unteroffizier W. Seeweg, 3. G. Pionier=Batl 54 Mittenwald 1:35:10; 10. M. WörndlePartenkirchen 1:35:12. Heeresmeisterschaft: 1. Obergefr. Burk, 2. Oberjager Hieble, 3. Oberjäger Meergans, 4. Ober jäger Rupp, 5. Unteroffz. Seeweg. Norwegen schlug Finnland Der Staffellauf bei den Ski=Weltmeisterschaften in Chamonix. Die Ski=Weltmeisterschaften in Chamonix wurden wettkampfmaßig am Freitag eingeleitet— und mit einem kaum erwarteten Siege der Norweger klang der erste Wettbewerb aus, der 4mal 10=Klm.=Staffellauf. Finnland, der Olympiasieger des Vorjahres, hatte das Pech, daß sein erster Mann, Niemi, mit schlechtem Ski an den Start kam und erst als sechster Mann zum Wechsel kam. Die eigentliche Sensation gab es aber erst— wie vor einem Jahr in GarmischPartenkirchen— durch den letzten Mann. Finnland hatte bis dahin die Spitze erobert und schien bereits Sieger zu sein, als der Norweger Lars Bergendahl in einem phantastischen Rennen den Vorsprung KallJalkanens aufholte und den Finnen im Endkampf noch klar hinter sich ließ. Schwedens Nachwuchs setzte sich nicht durch und belegte hinter Italien nur einen vierten Platz. Das Ergebnis: 1, und Weltmeister Norwegen 3:06:07(Rnen, Fredriksen, Roen. Bergendahl), 2. Finnland 3:07:04(Niemi, Karppinen, Kurikkala, Jalkanen), 3. Italien 3:08:48(Gerardi, Compagnoni, Confortola, Demetz), 4, Schweden 3:10:25(Hansson, Stridsman. Hägalund, Dahlquist), 5. Tschechoslowaket B:13:46 (Musil, Berauer, Vranza, Simunek), 6. Schweiz 3:16:56, 7. Jugoslawien 3:26:05, 8. Frankreich 3:28:10. SV. Höntrop oder Erle 08 Wer steigt in Westfalen ab?- Schalke 04 beim Tus Bochum- Am Niederrhein noch nichts entschieden Bald wird nun auch im Gau Westfalen das Halali des Punktekampfes geblasen. Lange wird es nicht mehr währen, und alle Fehde um die so heiß begehrten Zähler wird ruhen. Drei Mitglieder der Gauliga haben am Abend des kommenden Sonntags nur noch zwei Spiele vor sich: Rotthausen, Hüsten und Erle. Aber trotzdem ist bislang nur die Meisterschaft entschieden, doch die Suche nach dem Weggefährten von TuS Bochum geht weiter. Am meisten in Gefahr ist Erle 08 und wahrscheinlich wird sich auch das finstere Gewölk über dem Forsthaus nicht mehr verziehen. Am kommenden Sonntag wird sich viel entscheiden. Verliert Erle das Spiel am Hellweg gegen den SV Höntrop, dann wird es kaum noch eine Rettung geben... Die Entscheidung? SB Höntrop— Erle 08. Ohne Zweifel das wichtigste Spiel des zweiten Februarsonntags. Hier wird sich viel entscheiden. Finden die Gäste den Weg zum Siege nicht, dann wird sich das bittere Geschick wohl vollenden. Erle muß sich dann noch am Katzenbusch vorstellen, wo es selbst den Exmeister Schalke 04 erwischte und kann allenfalls noch aus dem letzten Spiel gegen TuS Bochum einen Gewinn erhoffen. Die Rechnung ist also ziemlich klar. Auch für den SV Höntrop. Die Rothosen würden mit einem Siege den vorletzten Tabellenplatz endlich verlassen können und dann hofft man, in den restlichen Spielen, vollends über den Berg zu kommen. Das Selbstvertrauen im Höntroper Lager geht in Ordnung. Die Elf hat in den letzten Spielen wertvolle Zähler hereingeholt und erwartet nun nach Erle noch die Germania, Rotthausen und Herten auf eigener Scholle. Ueber die Schwere der Aufgabe in diesen Spielen— das in Schalke ist ohne weiteres als verloren zu rechnen— besteht gar kein Zweifel. Und so kommt alles darauf an, daß der Kampf gegen die vom Forsthaus ein Sieg werden wird. Seinerzeit wurde es ein überlegenes 6:1 für die Rothosen, diesmal wird es Höntrop sicherlich weit schwerer haben. Das jüngste 3:2 gegen Rotthausen mag die Gastgeber warnen TuS Bochum— Schalke 01. Der Tabellenletzte gegen den Tabellenführer und künftigen Meister, also eine reine Formsache. Hoffentlich bemüht sich der TuS, dem großen Gegner einen Kampf zu liefern. Er ist ja nun abstiegsreif, daran ist nichts zu ändern, aber es gilt doch, sich einen guten Abgang aus der Gauliga zu schaffen. Schalke wird sicherlich hoch gewinnen, aber beim Tus und seinem Kampfgeist liegt es, daß nicht wieder ein 9:0 wie beim ersten Spiel in Schalke herauskommt. Viel wird natürlich davon abhängen, ob die Bochumer endlich einmal in bester Besetzung antreten können. Ist das der Fall, dann sollte die Mannschaft den großen Gegner doch zum Kampf zwingen können. dessen Ausgang natürlich nicht zweifelhaft sein kann. SpSp Hüsten 09— Germania Bochum Wenn die Germanen noch Anspruch auf den zweiten Platz erheben wollen, müssen sie sich schon dabei halten und vor allem eine stärkere Mannschaft nach Hüsten schicken als diejenige, die am letzten Sonntag gegen Rotthausen verlor. Wie wenig in Hüsten zu gewinnen ist, wissen die Bochumer genau, denn dort haben sie immer stärksten Widerstand gefunden, und da die Hüstener Mannschaft in ihren auswärtigen Spielen viele Punkte eingebüßt hat und noch niemals so tief in der Tabelle stand wie heuer, wird sie sich ganz auf Kampf einstellen. Darum ist es recht fraglich, ob den Besuchern mehr gelingen wird als ein Unentschieden wie im ersten Spiel. 3B Rotthausen— SpBg Herten. Hier geht es um den zweiten Rang hinter Schalte. Vielleicht auch um ein wenig mehr. Die SpVg wird es dem Neuling sicherlich noch nicht vergessen haben, daß er ihr seinerzeit mit einem 3:2 vormachte, wie man an die Punkte kommt. Wie viel wert es ist, wenn man ohne jede Hemmung in den Kampf gehen kann, das lehrte am letzten Sonntag noch drastisch der Husarenritt derer vom Katzenbusch, der dem Meister den einzigen Schönheitsfehler an der Tabellenpositiv beibog und ihm den Nimbus nahm, als einzige deutsche Gauligaelf noch ohne jeden Minuspunkt zu sein. Und der SV Rotthausen kann sich darauf verlassen, daß Herten mit den besten und festen Vorsätzen kommt, sich nicht noch einmal„rupfen“ zu lassen. Dem entgegen steht natürlich der Willen der Mannen um Sylla, sich nicht dem Ungestüm der Gäste zu beugen. Schwarz=Weiß Essen- Fortuna Die Spiele am Niederrhein. Nach der durch das Länderspiele in Düsseldorf und die Reichsbund=Pokalvorschlußrunde bedingten Pause tritt der Gau Niederrhein morgen in den Endkampf um die Gaumeisterschaft und den Verbleib ein. Die Meisterschaft der Düsseldorfer Fortuna ist noch nicht gesichert und am Tabellenende hat sich hinsichtlich deAbstiegs noch nichts entschieden, so daß den Kämpfen erhöhte Bedeutung zukommt. Schwarz=Weiß Essen— Fortuna Düsseldorf, Schwarz=Weiß hat hohen Besuch aus Düsseldorf und darum keine leichte Aufgabe. Die Essener sind sehr auf die Punkte angewiesen, denn sie sind in den letzten Spielen wieder etwas zurückgefallen und noch keineswegs in Sicherheit. Der Gast spielt die Rolle des Favoriten, ob er sich aber durchsetzen kann, ist recht zweifelhaft, denn gegen Fortuna hat SchwarzWeiß immer große Spiele geliefert, schon manchen Punkt gewonnen und höchstens knapp verloren. Fortung wird einen tapferen, schwer zu schlagenden Gegner vorfinden. Duisburg 99— SSV Wuppertal. Der Neuling Duisburg 99 hat bis jetzt hinter Fortuna den zweiten Platz behaupten können. Das ist die große Ueberraschung am Niederrhein. Morgen ist der SV Wuppertal, wie die Elberfelder jetzt heißen. der Gegner. Auch er ist ein Neuling und hat nach gutem Start viel Boden verloren, dann aber wieder aufgeholt, ist aber endgültig noch nicht in Sicherheit. Der Ausgang des Treffens ist offen. Rot=Weiß Oberhausen— Hamborn 07. Oberhausen hat sich nach einer Schwächeperiode wieder gefunden. Die Mannschaft mit der starken Verteidigung hat darum gegen die technisch ausgezeichneten Hamborner und auch wegen des eigenen Platzes die besseren Aussichten, BfL Benrath— Turu Düsseldorf. Ein Düsseldorfer Lokaltreffen. Benrath muß ohne Hohmann spielen, mithin hat Tura eine kleine Chance, zumal die Düsseldorfer noch Punkte benötigen, um aus der Gefahrenzone zu kommen. Ein Unentschieden liegt nahe. Duisburg 08— Preußen Krefeld. Dieses Spiel ist für die Abstiegsfrage wichtig, wenn nicht gar von entscheidender Bedeutung, stehen sich doch die beiden Letzten gegenüber. Duisburg 08 kämpft mächtig um den Anschluß nach oben, Krefeld steht an letzter Stelle, hat aber noch einige Spiele mehr auszutragen. Der Ausgang ist offen, Duisburg etwas kampfstärker, was den Ausschlag geben köunte. Erscheint Jeden Samstag als Bellage zur Volks-Zeitung für den rheinisch-westfälischen Industriebezirk Ausgaben A, B, C: Westfälische Volks=Zeitung• Volkszeitung für Ennepe und Ruhr• Steeler Zeitung• Wattenscheider Morgenzeitung Gornag, den 14. Sebruar 1937 AA Feierabend! Wenn die große Fabriksirene über den Hof heult, geht es wie ein stilles Lächeln über die vielen arbeitsharten Gesichter Noch werden die letzten Handgriffe an einer soeben begonnenen Arbeit getan, dann rasten die tatfrohen Hände die Arbeitsjacke wird in den Schrank gebängt, und bald darauf strömen sie zu Hunderten hinaus durch das weitgeöffnete Fabriktor. Viele schwingen sich aufs Rad andere treten zu Fuß den Heimweg an. Ein zweiter Tag beginnt: ihr Tag ihr Feierabend. Nicht jede Arbeit wird durch Sirenenton beendet. In den vielen Hunderten von Büros ist zu einer bestimmten Stunde Arbeitsschluß. Noch beugen sich die Köpfe fleißig über die Arbeit. Schreibmaschinen klappern Fernsprecher klingeln, und Kolonnen von Zahlen marschieren über das Papier. Langsam rückt der Zeiger der Uhr in den Bürozimmern vorwärts, und endlich hat auch hier die Stunde des Feierabends geschlagen: die Federhalter werden fortgelegt, die großen Geschäftsbücher zugeklappt Die Schreibmaschinen bekommen ihre schwarze Wachstuchhaube aufgestülpt— die Arbeit ist für heute beendet Wenn Arbeitsschluß ist. eilen überall Menschen mit Handtüchern und Seife durch lange Korridore. Dann wird der Mantel aus dem Schrank genommen, ein letzter fröhlicher Gruß an die Arbeitskameraden— und fort geht es. Heim und Familie entgegen. Wieviel Freude liegt im Grunde über unserem arbeitsreichen Alltag! Und wieviel Freude birgt der Feierabend in sich wenn die Stunden fleißiger Arbeit und erfüllter Pflichten hinter uns liegen! Schön ist der Heimweg, wenn man mit Arbeitskameraden zusammen gemächlich die lange Straße entlanggeht. Jetzt ist die Zeit gekommen wo der Heimweg von der Arbeit wieder täglich eine kleine freudige Ueberraschung bietet Spürbar kann man bereits feststellen, wie die Tage täglich ein wenig länger werden. Diejenigen die am frühesten Ar beitsschluß haben, merken es schon lange. Um fünf Uhr nachmittags ist es noch taabell und auch un sechs Uhr ist es erst dämmerig. Nun gewinnt man für den Feierabend Tag für Tag ein wenig mehr Tageslicht Ich habe einmal in einem Betrieb gearbeitet. in dem ein besonders netter Brauch unter den Arbeitskameraden bestand Der Tag, an dem man zum ersten Male bei vollem Tageslicht nach Hause gehen konnte wurde gemeinsam gefeiert Da wir damals bis sieben Uhr beschäftigt waren fiel dieser ereignisreiche Tag meist schon in den Frühling. Es war immer ein Fest, wenn wir zu sechs oder acht Mann, manchmal waren auch ein vaar Arbeitskolleginnen dabei in einer kleinen Gastwirtschaft unweit unseres Betriebes unseren Einzug hielten. Jetzt erleben das Längerwerden der Tage aller dings nur diejenigen, die früher Arbeitsschluß ha ben. aber auch sie freuen sich über das sichtbare Anzeichen des aufsteigenden Jahres Auf einmal scheint uns der Abend länger geworden, wieniel Stille Besinnung nach kann man doch noch mit dem Rest des Tages beginnen! Nicht lange wird es dauern, und man wird sogar noch bei Tageslicht einen kleinen Spaziergang unternehmen können! Doch ehe man daran geht. die Freuden des Feierabends auszunutzen, geht es erst einmal heimwärts denn der hungrige Magen verlangt sein Necht. Auch das gehört schon zum Genuß des Abends: behaglich am Tisch zu der Mahlzeit zu sitzen. Der Rundsunk würzt das Mahl mit fröhlicher Unterhaltung. Ein lauter Sirenenton erschallt im Lautsprecher und dann die Worte:„Feierabend! Hier ist der Deutschlandsender——“, und des Tages Arbeit Foto: Scherl) schon beginnt Musik. heiteres Kabarett oder andere leichte Unterhaltung, bei der man sich so recht erholen kann. Seit es das große Feierabendwerk der N26. „Kraft durch Freude“ gibt. ist nicht einer mehr in Verlegenheit, wie er seinen Feierabend am besten ausfüllen soll. Für junge Menschen winken die vielen Sportkurse. Arbeiter und Angestellte packen den Sportanzug und die Sportschuhe zusammen und eilen zu einem der Kurse, die meist in schnell erreichbarer Nähe stattfinden. Da gibt es Gymnastik und Leichtathletik, Skigymnastik und Kegeln, Schach= und Photokurse... Und wer sich weiterbilden will, aus reinem Wissensdurst oder zum Zwecke des beruflichen Vorwärtskommens, der hat die Möglichkeit zum Besuch der Volksbildungsstätten, in denen Sprachkurse und Schulungskurse aller Art und viele Vortragsreihen laufen. Schließlich bleiben noch Theater und Konzerte, die heute durch die NSG.„Kraft durch Freude“ auch jedem minderbemittelten Volksgenossen zugänglich sind und in denen jeder Erholung. Ablenkung und Anregung findet. Feierabend! Er schenkt uns jeden Tag aufs neue den harmonischen Abschluß eines arbeitsreichen Tages. A. M. Lornberg. Gebe Gott, daß wir es nie vergessen. daß das Brot wir ehren, das wir essen Gebe Gott, daß wir dem Mahl nicht fluchen das wir in dem Elend hungernd suchen. Gebe Gott, daß wu den Frieden finden säen dürfen und die Garben binden. Herpbert Menze Sonntagsgedanken Verstand und Herz. gestalten. Darauf aber können wir nicht verzichten. denn es ist notwendig, so notwendig wie das tägliche Brot. Unfroh und unglücklich ist immer die Zeit und der Mensch, die nicht in richtigem Einklang mit den Erfordernissen stehen, die nun einmal erfüllt sein wollen. Glücklich und voll rechter innerer Befriedigung ist eine Zeit, die ausgerichtet ist auf ein großes Ziel, ist ein Mensch. der sich in Einklang befindet mit seiner Zeit. Das zu erreichen ist möglich. und ist um so mehr möglich, je mehr die Bereit schaft besteht, die Umwelt zu verstehen. Da zum Verstehen die Kenntnis gehört, ist es ja sehr einfach, diese Bereitschaft zu erlangen. Wer die Dinge des Lebens. seine Forderungen und Aufgaben erfüllen will braucht den Verstand aber er kann des Herzens nicht entbehren, wenn er sie bewältigen will, daß sie gut werden. Denn zum Guten gehört die Güte. und der Verstand kennt die Güte nicht. Er kann nur wägen, betrachten, ordnen er kann werten nüchtern und kalt und seine Werte werden auch nüchtern und kalt sein. Wo aber das Herz spricht, wo das Gemüt aus der Wärme des Empfindens schöpft und das Gute erstrebt durch Güte, werden die Dinge selbst verwandelt und empfangen jenen warmen Schimmer, der auch wieder Herzen bezwingt Was ist dem Verstand das leuchtende Fannt eines Jubelhymnen des Lichts emporwerfenden Sonnenaufgangs? Ein naturwissenschaftliches Ereignis, das aus bestimmter Gesetzlichkeit kommt. Nicht mehr. Und wie anders kann es doch den aufgeschlossenen Menschen erfassen, der diese Strahlenflut in sich selbst drängen läßt und werden läßt zu einem übermächtigen Gekühl, das die Stunde aus zeichnet und erhebt“ Alles Große, das in die Welt gekommen ist ans menschlicher Schöpferkraft, hat seinen tiefsten Grund in der Wirkung des Gefühls, dem der Verstand nur ordnend und regelnd zur Seite stand. Wo der Verstand allein wirkt. wird nie das Große werden, aber es wird immer noch mehr bedeuten als das, was nur der Verstand zu schenken hat Ein Stückchen andere Welt. Was uns immer umgibt, der Alltag, das Ge wohnte macht unser Denken eng, zieht feste Grenzen um uns die auch ihren Wert haben, die aber ebenso gut auch ihre Nachtetle in sich tragen Denn allzu leicht verlieren wir den Ueberblick, nehmen den Teil, den wir um uns haben, schon für das Ganze. und die vielleitigen anderen Erscheinungen des Lebens ziehen wir gar nicht mehr in Betracht Wir überschätzen das, was wir um uns haben, und unterschätzen das andere, das uns fern ist, aber auch seine Bedeutung, ja vielleicht eine recht große Bedeutung hat. So gelangen wir nicht selten zu ganz falschen Schlüssen, und wir wundern uns dann. wenn unser Urteil nicht ganz mit der Welt braußen übereinstimmt. Es ist barum immer einmal gut, auch ein Stückchen von der anderen Welt braußen zu sehen und sie auf uns wirken zu lassen. So manches spielt sich anders ab, als wir denken, so manches, was wir kaum in Betracht ziehen hat doch seine Daseinsberechtigung und sogar seine Bedeutung für uns selbst, und manches, das wir ablehnen zu sollen glauben, zeigt sich uns in ganz anderer Weise, daß wir von einer Ablehnung zu einer ganz festen Bejahung kommen. Wir brauchen nur einmal eine andere Stadt zu besuchen, oder wir finden den Weg zum nächsten Dorf hinüber. Auch wenn wir das alles schon sehr genau zu kennen meinen, werden wir sehr bald erkennen, daß dort Voraussetzungen bestehen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Ja. es kann sein, daß wir meinen, vor etwas ganz Neuem zu stehen. Ein ganz anderes Gesicht bekommt plötzlich unser Leben. und unser Denken ist verwandelt Man kann nichts richtig beurteilen, wenn man es nicht kennt Hat man sich jedoch mit dem andern vertraut gemacht, so wird man sehr bald erkennen, daß man sein eigenes Wesen leicht damit in Einklang bringen kann Das aber ist wichtig Denn es macht uns nicht glücklich und froh wenn wir mit der Umwelt in Widerspruch stehen. Und wenn dieser Widerspruch noch so gering wäre, er wird uns doch belasten und uns hindern, unser Leben recht zu Recktenburgische Fischerfrauen auf dem Heimweg vom Kirchgang Unter den alten deutschen Volkstrachten zählen jene der mecklenburgischen Fischerfrauen mit zu den schlichtesten. Einsach, gerade und schlicht wie ihr ganzes Wesen, tragen diese Frauen ihr bescheidenes und doch so außerordentlich hübsch ansprechendes Gewand. Denn du bi Von Helnr Ich habe den Weg von der Haltestelle zum kleinen hessischen Bauerndorf am jenseitigen Berghang vor mir. Schnurstracks durchquert die Straße das breite Tal und überschreitet auf weitgespanntem Brückenbogen den Fluß, wo an flacher Uferstelle sand= und kiesbeladene Baggerkähne liegen. Vor mir das Dorf, in eine Hangfalte geduckt, und dahinter breit und geschwungen die Aecker mit ihrem Buntsandsteinboden, der mit Erntegaben nicht kargt. Ich weiß es von meinem Bauernvetter Johannes, der nun auf dem letzten Lager ruht und heute bestattet werden soll. Auf allen Wegen nahen schwarzgekleidete Männer und Frauen. Heute findet sich die weitverzweigte Bauernsippe wieder einmal zusammen, was selten genug und vollzählig fast nur bei solchen traurigen Anlässen geschieht. Wer Bauernblut entstammt, weiß, was er der bäuerlichen Sitte schuldig ist, auch wenn er selbst nicht Bauer sein kann, sondern als nachgeborener Sohn ins ländliche Handwerk. ins städtische Beamtentum oder in den Kaufmannsstand abgedrängt wurde. Und so bin auch ich dem Ruf an die Bahre meines Vetters gefolgt. Am Eingang des Dorfes liegt zur Linken ein sauberes Kleinbauerngehöft. Im Garten an der sonnigen Giebelseite des Hauses steht die Bänerin. Sie hängt weiße und bunte Wäsche auf das zwischen jungen Bäumen ausgespannte Seil. Nun beugt sie sich lächelnd auf ihr Kind nieder, das blank und st Erde... ich Ruppe rundlich wie Gott es geschaffen, auf einem Kissen in der milden Sonne liegt und mit patschigen Händchen das grüne Gras streichelt An den Rasen stoßen Pflanzenbeete, frisch umgegraben; die Schollen glänzen im segnenden Licht. Morgen oder heute noch wird sich die Mutter harkend und säend oder pflanzend über die Beete beugen wie jetzt über ihr Kind. Ich schreite langsam vorüber, die Augen auf dem Kinde, das mit gelösten Gliedern spielend auf der Erde ruht Liegt es nicht da, wie aus der keimträftig geschwellten Frühlingserde geboren? Ist es nicht selbst ein Geschöpf der fruchtbaren Scholle? Ja. Erde bist du. Kind, lebenträchtige, hoffende Erdel Von Gott geschenkt. Auf dem Weg zum Trauerhause gilt es, hier und da Verwandte zu begrüßen. Ich erkenne die gleichaltrigen und älteren Versippten und tausche die üblichen Worte mit ihnen; ihren Nachwuchs aber, der hellängig und fragend auf den Fremden schaut, den die Alten zur Sippe zählen, weiß ich nur nach den Gesichtszügen„hinzutun“. Ich nenne Namen und Herkunft und reiche ihnen die Hand. Es berührt mich eigen, mein Blut in ihren Adern zu wissen, und noch ehe wir auf dem Hof des Sterbehauses versammelt sind, ist nichts mehr von Fremdheit zwischen mir und ihnen die sich heute zum erstenmal sahen Ich betrete den Flur des Hauses wo i offenen Sarg der Tote liegt, damit die Verwandten ihn noch einmal sehen können. Die Kinder stehen mit SPRUCH Mitzig im Rahten/ Seumig in Tahten/ Pfleget zu krenken: Alles Beginnen Soltu aurchsinnen/ Lange bedenken: Wan es besonnen Und du gewonnen Klugheit mit grunde: Soltu mit Sterke/ Richten zu Werke/ Alles zur Stunde. Justus Georg Schottel. (Aus C. v. Faber du Faur,„Deutsche Barocklyrik“. Pustetverlag, Salzburg) tränenvollen Augen, aber ohne hörbares Weinen am Sarg des Vaters. Die älteste Tochter, die schon jahrelang den mutterlosen Haushalt führt, geht ab und zu und kümmert sich umsichtig wie eine echte Bäuerin um die Trauergäste. Der Schmerz hat es nicht vermocht, die Frische ihres reinen Mädchengesichts zwischen den schwarzen Haubenbändern ganz auszutilgen. Sie zeigt Fassung, und ihr Tun tröstet und stärkt die jüngeren Geschwister an dem leidvollen Tag. Alle aus der Sippe treten an sie heran, ergreifen ihre Hand und sagen:„Es tut uns leid, daß ihr im Leide seid!“—„Es ist Gottes Wille gewesen“, sagt sie mit zuckendem Mund, ohne aber einen Laut der Klage hören zu lassen. Ich steh am aufgebahrten Sarg, dessen Deckel an der Wand lehnt. Ist das Johannes, der große. breitschulterige Mann, den ich von früher im Gedächtnis habe? Nun liegt er da wie abgeerntete Ackererde, die trocken, grau und von den schweren Schuhen der Schnitter zertreten im milden Septemberlicht des Umbruchs harrt. Erdfarben das eingefallene Gesicht mit den bräunlichen Bartstoppeln; die breite Stirn unter schütterem Haar und die Backenknochen wie Feldsteine, vom Regen gescheuert, vom Wind geschliffen; die Augenhöhlen leer und tief umschattet. Und die Hände wie Wurzelknorren auf dem hageren Leib. Hart und steif vom schweren Werken, hat sie die kurze Krantheit nicht weich und biegsam gemacht, daß die Totenfrau sie nicht mehr falten konnte, und so liegen sie denn in demütig ergebener Gebärde übereinander, die Hände, die ein Leben lang die Erde gegraben. gepflügt, mit Saatfrucht bestellt und abgeerntet haben, nun selber Erde, an der heute andere ihr Werk tun, wie er's getan. Stille ist um den Toten und ein Hauch von Blumen und frischem Grün. Nur das unterdrückte Schluchzen der jüngeren Kinder bebt manchmal wie das Zittern wunder Vogelschwingen im Raum. Ehe noch der Pfarrer spricht, hat mir der Tote eine eindringliche Vredigt gehalten.„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“— Johannes, du sagst mir, wie wahr dieses ewige Bibelwort ist! Du sagst es mir mit deinem Gesicht, deinen Händen und Füßen und mit allem. was an dir ist. Ja, Erde bist du, bist es schon hier und jetzt, noch ehe sie dich hinabsenken. Und ich? Und wir alle, die dich zu Grabe geleiten? Erde sind wir wie du und tragen sie nur noch an uns als Hülle und Kleid, dieweil du sie schon abzulegen beginnst. Acht ehrbare Bauernnachbarn tragen den Torvon seinem Hof auf den Gottesacke.. Die Bauernsippe lauscht der Leichenpredigt an Grabe. Hinter der niedrigen Fichtenhecke, die wie eine grüne, undurchdringliche Mauer das Geniert umschließt, dehnen sich im Lenzlicht die brannen Ackerbreiten. Die Pflüge. Sämaschinen und Eggen stehen längs der Gewannwege; denn die Bauern und ihre Söhne erweisen dem Johannes die letzte Ehre. Auf entlegenen Aeckern nur gehen einige Knechte hinter den Gespannen Sonst ruht während dieser Trauerstunde alles zur Saat bereitete Feld. Und feierlich hallen die Worte über die lebendige Mauer hinweg und ins Feld hinein: „Erde zu Erde. Asche zu Asche, Staub zum Staube bis auf den Tag der gewissen Auferstehung von den Toten.„Dreimal bröckelt aus der Hand des Geistlichen Erde auf Erde. die im Leben Johannes hieß und der Erde diente, bis sie heute wieder zu ihr heimgerufen wurde Und in aleicher Weise weiht jeder aus der Sippe dem Erdhaften der Johannes drei Hände voll roter Friedhofserde, ehe sie alle zusammen die Stätte des Todes verlassen. tk. trag des einheimischen Tabakanbaus noch ergiebiger zu gestalten. So hat man versuchsweise verschiedene Tabaksorten der Südsee, Kleinasiens und des Balkans nach Baden verpflanzt, um aus der Einwirkung des Klimawechsels Erkenntnisse für den deutschen Tabakbau zu gewinnen. Die wichtigsten Tabakgegenden Deutschlands befinden sich im Süden des Reiches, in der Pfalz, in Baden, Hessen und Württemberg. Auch die Rheinprovinz, Pommern, Oberschlesien, Östpreußen und nicht zuletzt die Mark Brandenburg haben größere Tabakbangebiete. Allein in der Umgebung von Schwedt leben etwa zweitausend Pflanzer von Tabakbau, die bebaute Fläche ist zwölfhundert Morgen groß. Wer heute durch die kleine Stadt Schwedt geht, aus der der Tabakbau in Deutschland seinen Ausgang nahm, wer in ihrer Umgebung einen Spaziergang durch die dunkelgrünen Tabakfelder mit den zur Erleichterung der Steuerabschätzung weithin sichtbaren Namensschildern der Eigentümer macht, kann ermessen, von welch großer volkswirtschaftlicher Bedeutung der Tabakbau für die gesamte Umgebung ist. „Fallenkönig“ ging in die Falle Internationaler Gauner kommt an die falsche Adresse Eine der größten Plagen für Paris weilende angelsächsische Besucher sind die Schwindler, die durch geschickte Tricks unter dem Vorgeben der Landsmannschaft ihr Vertrauen erwerben und sie dann meist ersolgreich um große Summen betrügen. Hunderte von Amerikanern in Paris sind schon auf diese Weise betrogen worden und durch Geldverlust in einem fremden Lande in die unangenhmste Lage gekommen. Kürzlich lernte ein Amerikaner der die europäischen Hauptstädte bereist, in London einen netten und zuvorkommenden Mann kennen, der sich Gunthal nannte. Um so größer war die Freude, als er diesen in Paris wiedertraf. Gunthal machte seinen amerikanischen„Freund“ mit einem seiner anderen Freunde, einem gewissen Frank Murphy bekannt, der ebenfalls Amerikaner sein wollte. Dieser Murphy erzählte, er habe über eine halbe Million Pfund Sterling geerbt, von der er verpflichtet sei, den zehnten Teil an die Armen in den Vereinigten Staaten zu verteilen. Er regte an, ob nicht der neu gewonnene Bekannte die Verteilung dieser Summe drüben vornehmen wolle. Dieser aber entsann sich, in der Zeitung gelesen zu haben, daß kürzlich erst ein anderer Amerikaner durch einen Erbschaftsschwindel in Paris schwer geschädigt worden war. Die Einzelheiten der„Geschichte“ Murphys stimmten auffallend mit den Erzählungen überein, mit denen damals das Opfer bereingelegt worden war. Der Amerikaner benachrichtigte heimlich die Polizei von seinem Verdacht. Diese stellte fest, daß Murphy niemand anders war als ein berüchtigter Steller von Vertrauensfallen, sozusagen der„Fallenkönig“ John O' Connor. Erfreut, den Burschen einmal auf frischer Tat schnavven zu können, nahm man O' Conor fest. Damit ist einer der berüchtigsten internationalen Gauner endlich unschädlich gemach: Vorsicht lohnt sich immer. Die„Notbremse“ annodazumal Schon in den ersten Jahren des Eisenbahnbetriebes stellte sich das Bedürfnis nach Vorrichtungen heraus, die im Notfall die Verständigung des reisenden Publikums mit dem Zugpersonal ermöglichen konnte. So waren auf einigen Bahnen in den damals noch unbedeckten Wagen 3. Klasse rote Fahnen vorhanden, durch deren Hin= und Herschwenken man die Aufmerksamkeit der Beamten erregen und den Zug zum Anhalten bringen konnte. Das reisende Publikum machte hiervon mitunter, zum allgemeinen Aergernis und zum Verdruß der Beamten, den ausgedehntesten Gebrauch, bisweilen unter den lächerlichsten Vorwänden. Beispielsweise wird von einer Dame erzählt, welche, das Wagnis der ersten Eisenbahnfahrt unternehmend, den in voller Fahrt befindlichen Zug mitten im freien Felde halten ließ, weil sie glaubte, daß der Zug zu schnell fahre. Sie befürchtete, daß der Zug auf der nächsten Station, wo sie aussteigen wollte, nicht anhalten würde. Ein anderes Mal alarmierte ein Mitreisender das Zugpersonal, weil ihm durch den scharfen Luftzug seine Mütze abhanden gekommen sei und er ohne diese notwendige Kopfbedeckung die Reise nicht fortsetzen könne. Die Bahnverwaltungen waren im Interesse eines geregelten Betriebes genötigt, den Gebrauch dieser Signale mehr und mehr einzuschränken und mißbräuchliche Benutzung mit Strafen zu belegen. Woher kommt das Wori. Pferdekraft In der Dampftechnik nennt man bekanntlich diejenige Summe Kraft, die nötig ist, um ein Gewicht von 75 kg in einer Sekunde einen Meter hoch zu heben, eine Pferdekraft. Wie man zu dieser Benennung gekommen ist, erzählt folgende Anekdote: I. Watt hatte seine Dampfmaschine zum ersten Male in der Londoner Brauerei Witbread arbeiten lassen, wo ne Wasser pumpte. Der Brauer schlug hier Watt vor, die Arbeitsleistung der Maschine mit der seiner Pferde zu vergleichen. Als der berühmte Techniker auf diesen Vorschlag eingegangen war, nahm der Brauer sein bestes Pferd und ließ es unter Anspannung aller Kräfte und unter reichlichen Peitschenhieben acht Stunden lang arbeiten. Das übermäßig angewannte Tier hat nun an diesem einen Arbeitstag 2210000 kg Wasser einen Meter hoch heben können, was für die Sekunde eine Leistung von 73,6 kg ergab. Man rundete die Summe auf 75 kg ab, und so entstand die technische Pferdekraft. Später vorgenommene sorgfältige Versuche ergaben, daß die wirkliche Arbeitskraft eines Pferdes unter normalen Bedingungen nur 27,8 kg betrage. Humor vom Tage Erkannt! Buttermilch trifft unverhofft seinen Freund Wuchermann. „Nanu— wir haben uns ja ewig nicht gesehen! Wo waren Sie denn die ganze Zeit?“ „Ich war sechs Monate verreist!“ „Aha. Konnten Sie denn nicht Berufung einlegen?“ * Müller sitzt mit einer dicken Beule am Kopf im kalten Februar auf einer allein stehenden Bank im Park. Ein dicker älterer Herr kommt vorüber. Es herrscht Aschermittwochsstimmung. Trotzdem sagt der Dicke gutmütig: „Sie sind doch nicht etwa verunglückt? Soll ich Sie nach Hause bringen?“ Antwortet Müller:„Von dort komme ich gerade.“ Förderbrücke in die Saale gestürzt In der Nähe von Bernburg stürzte aus bisher noch ungeklärter Ursache eine Drahtseilbahnbrücke, die der förderung von gebrochenem Kalk diente, ein. Der Schiffsverkehr auf der Saale wurde dadurch gesperrt. (Scherl=Bilderdienst=M) SU Samstag—Sonntag, den 13. u. 14. Febr. 1937 Verloren gingen drei Töchter Ein heiterer Roman von Max Dürr Nachdruck verboten.) (12. Fortsetzung.) Zuweilen machte sie ein langes Hälschen und spitzte über die Halme hinweg nach ihren beiden Schutzherren, die in geringer Entfeknung hinter dem Wagen dreingingen und die Heugabeln geschultert trugen. Eigentlich sah Marit bloß nach Markus, weil er so frisch und schlank daherschritt, als wäre ihm die anstrengende Arbeit ein Nichts gewesen. Wenn sie aber sah, daß er sie bemerkte, duckte sie schnell das Köpfchen in das Grummet. Auch die beiden Poschinger waren froh gelaunt. Natürlich, weil die Ernte so prächtig eingebracht wurde. Als wieder einmal Marits jungenhaftes Gesicht auftauchte, machte Johannes Poschinger in scherzhafter Drohung eine Faust. Dabei schmunzelte er über das ganze Gesicht. „Ein Racker, dieses Mädchen. Ich glaube, Marit lacht mich aus!“ Und er fühlte sich jung geworden und schritt noch mächtiger aus als sonst. Darüber mußte auch Markus lachen, aber er sagte seinem Vater den Grund nicht. „Ich hätte niemals geglaubt, daß das zarte Ding so tüchtig bei der Arbeit wäre“, nahm Vater Poschinger wieder das Wort. „Sie hat Kräfte, trotzdem sie so leicht und zierlich aussieht! Ich glaube tatsächlich, daß sie eine tüchtige Hausfrau abgeben würde ... Eine tüchtige Hausfrau“, wiederholte er langsam und bedächtig,„welche auch einem Bauerr hof vorstehen könnte.“ Da Markus nichts erwiderte, sah er ihn von der Seite an und er konnte nicht klug daraus werden, an was sein Sohn dachte. Nach dem Abendessen war Johann Poschinger allein geblieben und es fiel ihm auf, daß er Markus in den Garten gehen hörte. Markus nahm sonst sehr wenig Anteil an dem Garten binter dem Hause und überließ die Pflege der Blumen und Gemüse ganz und gar der alten Barbara. Somit war Vater Poschinger neugierig, was Markus heute noch im Garten treiben wollte, statt sich zu ihm in die Stube an das offene Fenster oder auf die Bank vor dem Hause zu setzen und eine Pfeife zu rauchen, solange Marit noch in der Küche beschäftigt war. Er stand auf und sah durch das Fenster des Hausganges in den Garten hinaus. Schüttelte den Kopf. Sonderbar! Er hatte gedacht, Markus werde vielleicht nach den Bohnen sehen und nach dem Kohl, ob ihn nicht die Hasen abgefressen hätten, die immer solchen Schaden machten. Aber Markus ging langsam und völlig zwecklos unter den Blumen spazieren. Jetzt nahm er sogar sein Taschenmesser heraus und schnitt sich an einem Rosenstrauche eine wundervolle, dunkelrote, halberblühte Rose ab. Dann klappte er bedächtig das Messer zu, steckte es ein, nahm die Rose am langen Stiel zwischen die Finger und schlenderte wieder dem Hause zu. Poschinger alt gab deshalb seinen Standpunkt auf und ging hinaus vor das Haus, um sich auf der Bank auszuruhen. Bald kam auch Markus und trug immer noch die Rose in der Hand. Die beiden Männer sprachen allerlei Gleichgültiges, ob das Wetter noch weiter anhalten werde, daß das Grummet von besonderer Güte sei und wie hoch wohl der Zentner verkauft werden könnte. „Was willst du denn mit der Rose?“ fragte Poschinger alt einmal.„Laß sie mich sehen!“ „O nichts!“ gab Markus zur Antwort. Aber er vergaß, seinem Vater die Rose zu zeigen. Bald darauf ging er in das Haus hinein. Vater Poschinger schlief in der Nacht außerordentlich schlecht. Er kämpfte mit sich selbst, focht schwere Kämpfe aus. Er überlegte, überlegte immer wieder. Er verwarf den Gedanken als unsinnig und vermochte seiner doch nicht Herr zu werden. Zuweilen stellte er sich vor, wie die Bauern des Ortes die seine Nachbarn waren, ihn verhöhnen würden, wie alle Welt über ihn lachen würde, wenn er ein fremdes, heimatloses Mädchen zur Herrin des Poschingerhofes machte, wenn er, ein bejahrter Mann, die Jugend des Mädchens an sich kettete. Dann ballte er in der dunklen Nacht drohend die starke Faust mit dem Schwure, daß er die Lästerer werde zum Schweigen bringen; er redete sich ein, daß es niemand etwas angehe, was er tue, und daß er sich noch jung genug fühle, ein junges Weib in sein Haus zu nehmen. Und Markus? Und Markus? dachte er und wälzte sich ruhelos im Bette. Markus konnte natürlich nicht im Hause bleiben. Er würde ihm von seinem mütterlichen Vermögen ein schönes Bauerngut kaufen und Markus würde erfreut sein, selbst auch gelegentlich ein Weib zu nehmen und alles würde zur Zufriedenheit ausgehen. — Glaubst du, Johannes? sagte eine innere Stimme. Schweig, entgegnete ihr Johannes Poschinger und schlug mit der Faust auf die Federdecke. Und ich tue es doch!— Am nächsten Morgen ging Johannes Poschinger nicht zur Arbeit, was das allergrößte Stannen hervorrief, weil das auf dem Poschingerhofe überhaupt noch nie vorgekommen war, solange man sich denken konnte. Aber er sagte zu Markus, der wieder mit seinem ganzen Stabe— auch Marit war darunter— auf die Wiesen zog, daß er bald nachkommen werde. Johannes Poschinger alt hatte eigentümliche Pläne und Gedanken. Das kam wohl von der übel zugebrachten Nacht. Kaum war alles auf dem Felde, so stieg er, ähnlicher einem Dieb als dem prachtvollen alten Poschinger, leise, ganz leise die Treppe hinauf, obwohl ihn ja doch niemand hörte. Leise, ganz leise öffnete er eine Türe, die Türe des Gastzimmers, das jetzt Marit bewohnte. Sein altes Herz, das wieder jung geworden war und in Flammen stand, mußte sich ergötzen, mußte eine Freude haben. Er wollte das Zimmer sehen, in dem Marit wohnte, Marit, die in ihm, dem erfahrenen Manne, eine neue, eine heftige Leidenschaft entfacht hatte. Gewiß, sonst gar nichts. Johannes Poschinger tat nichts Unrechtes. Nur die süße Freude wollte er haben, den Raum sich anzusehen, in dem das liebe Kind sich sonst aufhielt. — Wie sauber, wie geordnet sie das Zimmer hielt! Und hier, in diesem Bette schlief sie. Er wagte nicht, näher zu treten, aber er öffnete den Kasten. Weil er sehen mußte, ob die Ordnung nicht bloß eine äußerliche war. Auch die Schublade der altertümlichen Kommode zog er heraus. Ach. Kasten und Kommode war ja so trostlos leer. weil Marit ja nichts besaß, außer was ihr die alte Barbara ganz gegen ihren Willen, auf seinen Befehl aus dem noch von früheren Jahren vorhandenen Wäsche= und Kleiderbestand der seligen Frau Regina Poschinger hatte überlassen müssen. Aber in der obersten Schublade der Kommode war doch etwas, was er nicht kannte. Es war leicht, sorgfältig und mit geschickten Fingern, wie sie nur Marit hatte, in Seidenpapier eingeschlagen. Der Führer beim Furlwängler-Konzer. für das WýW Nach zweifähriger Dirigier=Pause leitete Wilhelm Furtwängler in der Berliner Philharmonie ein großes Konzert. dessen Reinertrag— es kamen über 21 000 Mark zusam nen— dem WW zufloß. Die Anwesenheit des Führers. und vieler führender Persönlichbeiten gaben der Veranstaltung ihre besondere Bedeutung. Dies Bild gewayrt e nen Blick in die Loge. Links neben dem Führer die Gattin des Mintiterpräsidenten Göring, rechts Ministerpräsident Generaloberst Göring und neben ihm Reichsminister Dr. Goebbels. (Scherl=Bilderdienst=M) Behutsam, wie ein vorsichtiger Verbrecher, schlug er das zarte Papier auseinander. In dieser Hülle waren Marits Schätze aufbewahrt. Ein Ringlein mit blauem Saphir, das sie zur Arbeit abgelegt hatte, ein dünnes Goldkettchen mit einem Herzchen als Anhänger und eine rote, halberblühte Rose. gerade diejenige, die Markus gestern abend im Garten geschnitten hatte. O. Vater Poschinger kannte sie gut, kannte sie ganz genau wieder! Und plötzlich sank ein Luftschloß, ein prächtiges Luftschloß in Trümmer, und sein altes Herz tat weh. Auf einmal war Johann Poschinger auch wieder ein alter Menn geworden. Aelter als je einmal zuvor. Langsam wand er das Seidenpapier wieder um diese kleinen Dingc, dann verließ er das Zimmer und ging die Treppe hinab. Noch einige Zeit saß er drunten in der Stube und dachte nach während ein schmerzliches Lächeln um seinen bärtigen Mund spielte. Dann nahm er seinen Hut, holte sich einen Heurechen und wanderte auf das Feld hinaus. Sah auch wieder ziemlich fröhlich aus und arbeitete für zwei. Zuweilen machte er sogar einen Scherz und die Leute freuten sich seiner guten Lanne. Aber Markus Poschinger wollte es scheinen, als ob der Vater heute doch nicht so fröhlich wäre wie gestern und er sann nach, was der Grund sein könnte. Ohne daß er ihn fand. 17. Gitta geht mit dem Sammelteller. Auf einer niederen Höhe weit außerhalb des Städtchens Hahnenkratt lag das Messingwerk und sah kalt und düster mit den roten Backsteinbauten über die grünen Fluren weg, während aus den beiden hohen Schornsteinen schwarze Rauchfahnen an dem blauen Himmel entlang zogen Eberhard Illing, der Iuniorchef, wie ihn das kaufmännische Personal mit gebührender Hochachtung zu nennen beliebte, saß gähnend in seinem Privatkontor. Eigentlich war es ja das Privatkontor von Gotthold Illing senior, aber da der Vater auf einer Auslandsreise begriffen war, so hatte Eberhard Illing seinen Platz eingenommen, was auch den Grund bildete, daß er um diese Stunde— es war abends 5 Uhr — sich noch in der öden Fabrik langweilte. Eberhard Illing war ein junger Mann, ein hübscher Kerl, etwas sehr verwöhnt und ein schwacher Arbeiter, wie Illing senior zu seinem Bedauern wiederholt feststellen mußte. Während Eberhard Illing somit in seinem Korbstuhle saß, um noch vor Abend die Zigarettendose auszurauchen, und einund das andere Mal ungeheuer gähnte— nicht einmal die Möglichkeit war geboten, die Schwestern zu ärgern, die mit Mama ins Seebad abgereist waren— kam ihm plötzlich, da er doch zuweilen gute Einfälle hatte, der Gedanke, mit seinem Mercedeswagen noch eine kleine Rundfahrt in das Gelände zu unternehmen, was immerhin noch besser war, als sich hier die Kinnbacken auszurenken. Weil er trotz seiner geringen Vorliebe für ernstliche Arbeit ein Mann von schnellem Entschlusse war, so saß er schon drei Minuten später in seinem Wagen, der Raum für eine achtköpfige Familie gehabt hätte, und fuhr sanft und fast ungehört zu der Toreinfahrt hinaus. Die Sonne funkelte in Nickel und glänzendem chwarzen Lack. Mit Behagen lenkte Eberhard Illing sein wundervolles Fahrzeug und flog nun, befreit von dem Anblick der verhaßten Fabrik, durch die lachende grüne Landschaft. Ohne daß ihm auf seiner Fahrt irgend etwas Besonderes begegnet wäre. Denn die kleine Wagenburg draußen, vor den letzten Häusern von Hahnenkratt, die er flüchtig sichtete, bildete ja nichts Bemerkenswertes. Wenn schon er nicht klug daraus wurde, was für eine Menschengattung sich in dieser kleinsten aller Niederlassungen aufhielt. Für Zigenner waren die Wohnwagen zu schmuck und sauber gehalten; gegen die Annahme, daß etwa einige sonderbare Käuze, welche diese romantische Art der Fortbewegung dem überlebten Lurus neuzeitlicher Kraftwagen vorzogen. Besitzer dieser Wanderwohnungen sein könnten, sprach die wiederum wenig üppige Ausstattung. Auf dem Rückwege aber hatte Eberhard Illing immerhin ein Erlebnis. Weil er beinahe einen Menschen überfahren hätte, ein Menschenkind, das die Unüberlegtheit besaß, ein Hündchen vor dem heranbrausenden Sechssitzer retten zu wollen. Aber Eberbard Illing war ein gewandter, geistesgegenwärtiger Fahrer. Weder dem weißblonden Mädchen, das trotz dem etwas zerknitterten Kleidchen so merkwürdig elegant aussah, noch dem Hündchen, das vor Schrecken in den Staub vurzelte, wurde ein Haar gekrümmt. So viel Zeit hatte Eberbard Illing, während er mit erneuter Geschwindigkeit die letzte Strecke zur heimatlichen Fabrik zurückzulegen begann, gerade noch, zu sehen, daß das Hündchen ein Köter von zweifelhafter Abstammung war, das Mädchen aber ganz ungeheuer Rasse besaß und außergewöhnlich hübsch war; denn selbst die zornfunkelnden Angen und der böse Zug um den Mund vermochten nicht, das Gesichtchen zu verunstalten. Er hatte auch noch Zeit, die zornigen, bösen Worte zu hören, die das Mädchen ihm entgegensvrndelte, während es, offenbar unbesorgt um das eigene Wohlergehen, zärtlich das arme Hündchen an sich drückte auch wahrzunehmen, daß die junge Dame ihren Weg genau zu jenen grasgrünen gestrichenen Wohnwagen nahm, die ihm bei Beginn seiner Fahrt aufgefallen waren. Nachträglich fiel Eberhard Illing ein, daß das Mädchen möglicherweise nicht deutsch gesprochen haben könnte und nach diesem letzten Gedanken war er auch schon vor dem Einfahrtstor der Fabrik angelangt. Aber er fuhr nicht heim, mit einem kläglichen Aechzen des Wagens zog er die Bremse, um Halt zu machen. Er sah, er las einen großen Zettel, der zweifellos während seiner Abwesenheit an das Hoftor angeklebt worden war, und in handgroßen Lettern folgende gedruckte Bekanntmachung enthielt: Achtung! Sensation! Elite=, Gala= und Monstrevorstellung! Das Alexander=Sieberag=Ensemble gibt sich die Ehre, ein hochgeehrtes Publikum zu seinem abends ½9 Uhr im großen Saale des Gasthofs zum Gambrinus abzuhaltenden Schaustellung einzuladen, die einen auserlesenen Kunstgenuß darbieten wird. Dank= und Anerkennungsschreiben hoher und höchster Herrschaften. Lebende Bilder aus der biblischen Geschichte, dargestellt von ersten Künstlern der Welt. Preise der Plätze 1 RM, 75 Pfg., 50 Pfg. und 20 Pfg. Kinder zahlen auf allen Plätzen die Hälfte. Nur zwei Tage. Nersäume niemand diese nie wiederkehrende Gelegenheit! verhard Illing lächelte. Er schickte sich an, wieder Gas zu geben, um den Wagen in die Garage zu fahren, als noch eine mit Blaustift geschriebene Bemerkung auf dem Zettel seine Aufmerksamkeit erregte. Mit grober, ungelenker Handschrift waren die Worte geschrieben Achtung! Auftreten der schönen Schwedin Amalthea in ihrer Gastrolle als Delila! Eberbard Illings Augen leuchteten vor Vergnügen.— Es war also die Schwedin Amalthea, dachte er. Ich werde der Vorstellung heute abend anwohnen. Zwei Stunden später machte sich in Hahnenkratt ein lebbafter Zuzug zu dem Gasthofe, der den stolzen Namen Gambrinns trug. bemerkbar. Der Saal füllte sich. Männer und Frauen, Mädchen und junge Burschen starrten mit gespannter Aufmerksamkeit und schlecht verhehlter Ungeduld auf den großen, verblichenen Vorhang, der nie gesehene Pracht und Herrlichkeit, märchenhafte Wunder hinter sich barg. Man saß an kleinen, runden, eisernen Gartentischen, man rauchte, man trank Bier. Schon war kein Stuhl mehr frei, aufgeregt schaffte der Wirt mit seinen Mägden weitere Sitzgelegenheiten herbei. Aber immer noch rührte sich der Vorhang nicht, wenn schon geheimnisvolle Laute, Rennen, Wispern und Poltern die Neugier aufs höchste steigerten. Die Menge wurde unruhig.„Warum fängt es nicht an?“ „Sie wollen warten, bis immer noch mehr Leute kommen.“ „Aber es gibt doch jetzt schon keinen Platz mehr!“ Die Stimmung wurde schwül. Zuweilen trampelte ein Ungeduldiger auf den tönenden Bretterboden. Auch Eberhard Illing saß an einem der Tischchen. So jung er war, so hatte er die Welt gesehen und um so mehr reizte ihn diese ländliche Veranstaltung, die für ihn in seiner Verbannung — denn als solche sah er seinen jetzigen Aufenthalt in der väterlichen Fabrik an— eine willkommene Abwechslung bildete. Eine Schmiere, köstlich! Er wollte lachen, wieder einmal herzlich lachen. Denn, daß diese lebenden Bilder, dargestellt von umherziehenden Künstlern niederster Art, ungemein scherzhaft wirken mußten, darüber hatte er keinen Zweirel. (Fortsetzung folgt.) Kaucher werden aufgehängt Der Tabak erobert die Welt In dem Pariser Muscum Gallicra wird im nächsten Monat eine Ausstellung von Büchern, Bildern. Plakaten und allerhand Geräten veranstaltet, die alle irgendwie Beziehungen zur Geschichte des Tabaks, vom 16. Jahrhundert bis auf unsere Tage, haben. Man weiß, daß die Tabakpflanze von Amerika herübergebracht und ungefähr zur gleichen Zeit durch Jean Nicot in Frankreich und durch Sir Francis Drake in England eingeführt wurde. Die Eingeborenen von Virginia benutzten zum Rauchen ausgehöhlte Schilfrohrstengel und Pfeifenköpfe aus mit Kuvier verziertem Holz. Sir Walter Raleigh führte diese Mode in England ein. Aber der Tabakgenuß fand dort wütende Gegner, u. a. auch den König Jakob I., der ihn aufs schärffte verdammte und sogar androhte, alle Raucher in seinem Königreich anfbängen zu lassen. Der Zar Michel Federowitsch begnügte sich wenigstens damit, sie verprügeln zu lassen. In Frankreich verfuhr man erheblich geschickter. Richelien legte eine hohe Steuer auf den Tabak. Uebrigens hat alles nichts geholfen. Die begeisterten Anbänger des merkwürdigen Krantes waren zu allen Zeiten zahlreicher als seine Gegner. Ein berühmter englischer Arzt Naffael Thorins, widmete ihm sogar ein Gedicht, überschrieben „Hymnus Tabaci“, und Thomas Corneille schrieb den Vers:„Was man auch über Aristoteles und seine Geheimlehre sagen mag, der Tabak in auf jeden Fall göttlich und es gibt nichts, was ihm gliche!“ Die Soldaten aller Länder haben die Tabakpfeife mit Begeisterung übernommen. Gegen Ende des 18. Jahrbunderts war ihr Gebrauch in den Heeren geradezu augemein. Navoleon L hat sich übrigens bemüht, diese Sitte des Pfeifenrauchens einzuschränken, die, wie er sagte,„zu gut geeignet wäre, den Faulen die Langeweile zu vertreiben.“ Nicht allen deutschen Rauchern dürfte die Tatsache bekannt sein, daß der Tabakanbau in Deutschland schon seit einem Werteljahrtausend betrieben wird. Etwas mehr als 250 Jahre sind vergangen, seit in Schwedt an der Oder, dem schönen UckermarkStädtchen, und in seiner weiteren Umgebung auf Veranlassung des Großen Kurfürsten erstmalig dieses vielbegehrte Kraut angebaut wurde. Zwar sind die Tabake der Südsee durch die günstigeren klimatischen Verhältnisse den einheimischen im Geschmack überlegen, doch sind in Deutschland durch die Erfahrung der Jahrhunderte schon bedeutende Fortschritte in der Verfeinerung ihres Aromas gemacht worden. Durch systematische Pflege der Tabakkulturen versucht man in Deutschland, die klimatischen Nachteile— Tabak gedeiht am besten in mittlerem, feuchten Klime mit mindestens 15 Grad mitterer Jahrestemperatur und 650 mm Regen— auszugleichen. Das Tabakforschungsinstitut in Forchheim bei Karlsrube hat im Laufe der letzten Jahre vielversprechende Versuche angestellt, um die Qualität des einheimischen Tabaks zu heben und den ErReichsberufs-Weltkampf für 1.8 Millionen Jugendliche eröffnet Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach eröffneten am Mittwoch abend im Berliner Sportpalast den diesjährigen Reichsberufs=Wettkampf, an dem sich nicht weniger als 1.8 Millionen Jugendliche beteiligen. Bei ihrer Ankunft wurden Dr. Ley und Baldur v. Schirach mit großer Begeisterung begrüßt. Neben Baldur von Schirach sieht man Obergebietsführer Armann. (Scherl=Bilderdienst=M) 90 Binn Vinnansn Gürzone Die beste Milchseuh Ueberfahrener Betrunkener, dem Chauffeur des Brauereiantos nachrufend:„Mußt du ausgerechnet einen deiner besten Kunden anfahren!“(De Lach * Das Nichts. Braut:„Du bist ja so verstimmt. Woran denkst du?“ Bräutigam:„An nichts.“ Braut:„Das glaube ich dir nicht.“ Bräutigam:„Nun, wenn du's genau wissen willst, ich dachte an deine Mitgist Magasinet) * Im Hotel. „Das soll ein halbes Brathuhn sein?“ „Gewiß.“ „Bitte, bringen Sie mir die andere Hälfte!“ Aftenposten) * Der Wunsch „Ach, hätte ich doch so viel Geld. ein solch wunderbares Schloß kaufen zu können!“ „Was willst du denn mit diesem riesenhaften Schloß anfangen?“ „Nichts!— Ich sagte ja nur: Hätte ich doch so viel Geld!“(Answers) Auf Holtkamps Hof. der einer der größten in der ganzen Umgebung war. saß seit einiger Zeit in Mann, der nicht aus der Gegend stammte, sondern den stark verschuldeten Hof durch Kauf in seinen Besitz gebracht hatte Es hieß der neue Besitzer, der sich da auf dem schönen Anwesen breitmachte, hätte früher selber als Knecht gedient Kein Mensch wußte, wie er zu dem Gelde gekommen war. mit dem er den Hof erworben hatte. Es wollte ihm nicht gelingen, unter den Bauern der Gegend heimisch zu werden, obgleich er gelegentlich im Wirtshause den Freigebigen spielte und gegen jedermann ausnehmend freundlich und herablassend war Man traute ihm nicht recht Nach und nach tauchten allerlei Gerüchte über Wilm Henzen, den Eigentümer des Holtkampschen Hofes, auf. Es sollte da in mancher Hinsicht nicht mit rechten Dingen zugehen. Besonders hartnäckig aber behauptete sich das Gerücht, die Milch, die Henzen in die Kreisstadt lieferte, würde vor dem Abtransport gehörig getauft. Einmal hatte jemand im Wirtshause auf diese unerhörte Panscherei angespielt, aber Henzen hatte sich darauf berufen daß bei den hier und da ausgeübten Kontrollen seine Milch immer normalen Fettgehalt aufgewiesen habe. Im übrigen werde er gegen jeden, der das Gerücht weiterverbreitet, gerichtlich vorgehen Trotzdem verkaufte Henzen einige Wochen später das Besitztum an einen Jungbauern aus dem Nachbardorf und verschwand sang= und klanglos. wie er gekommen war, wieder aus der Gegend Und das kam so: In einer frostklirrenden Winternacht klopft es an Henzens Kammerfenster Solange bis der Bauer aus tiefem Schlafe erwacht„Henzen du mooß fir upstahn!“ ruft jemand draußen. Der Stimme nach zu urteilen ist es Karl. Henzens Großknecht „Was ist denn los?“ fragt er ärgerlich zurück „Diene beste Miälchkoh häw ne Runkel inn Hals krieggen!“ Mit einem Satz fährt da Henzen aus dem Bett zieht hastig die Hose an und stürzt barfuß über den Hof zum Stall hinüber Wenn ihm das wertvolle Tier erstickte!— Es wäre ein schwerer Verlust für ihn. Die Tiere wenden schwerfällig die Köpfe, als er mit der Laterne den Stall betritt. Aber seine beste Milchkuh liegt behaglich wiederkäuend da, und auch sonst ist im Stall alles in bester Ordnung. Da wird es ihm denn klar, daß man ihn gesoppt hat und er klettert schimpfend die Treppe zur Knechte kammer hinauf Aber die Knechte sind, als sie endlich aufwachen höchlichst erstaunt und wissen von nichts Fluchend zieht da Henzen wieder ab und gehi ins Haus zurück. Es scheint ihm, als höre er im Tunkeln etwas flüstern und kichern. Wehe, wenn er den erwischt, der ihm diesen Streich gespielt hat! Verdrießlich kriecht Henzen wieder ins Bett. Am Morgen geht er auf den Hof hinaus, um sich an der Pumpe zu waschen. Aber diese gibt keinen Tropfen Wasser her, und der Schwengel läßt sich kaum auf und nieder bewegen. Zuerst glaubt er daß sie mal wieder zugefroren ist, obgleich er das Nohr mit Stroh hat umwickeln lassen. Dann aber stellt er fest, daß im Zuleitungsrohr der Pumpe eine wohlgeratene Runkelrübe steckt Seitdem konnte er sich nirgends mehr sehen las sen, ohne daß man sich nach dem Befinden seiner besten Milchkuh erkundigte. Und das ist ihm schließlich doch auf die Nerven gegangen Kaltgesetzt. Er:„Wenn du mich heiratest— paß auf— werde ich ein ganz anderer Mann Sie:„Danke! Der andere Mann ist schon da.“ (Judge) Selber ist der Mann. „Soll ich Ihnen ein Vorbeugungsmittel gegen die sich schon geltend machende Seekrankheit geben?“ „ wo, i w., Doktor! Wenn es so weit ist, beuge ich mich schon selber vor!“(Muskete Daher. Er:„1057 schon das dritte Kleid!“ Sie:„Bitte sehr, das habe ich mir von meinem eigenen Gelde gekauft!“ Er:„Woher hast du denn das Geld?“ Ste:„Ich habe deinen Pelz verkauft...“ (Caras y Caretas) Ans der Schule. Lehrer:„Hans, was ist mit dem Ausdruck„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ gemeint?“ Hans:„Genau weiß ich's nicht. Aber wahrscheinlich hat das was mit dem Boxen zu tun.“ Answers) Ja, dann! A.:„Warum ist denn unser junger Freund so betrübt?“ B.:„Er hat beim Direktor um die Hand der Tochter angehalten und dafür den Fuß des Vaters bekommen."(Humorist) e Zweierlei Franen. A.:„Meine Frau schreibt alles auf, bevor sie die Geschäfte aufsucht.“ B.:„Meine Frau macht es anders. Sie sucht die Geschäfte auf und läßt dort aufschreiben.“ (Schweizer Illustrierte) „Versuche die Einbrecher etwas beschäftigt volver!“ 3u halten. Anna, ich laufe schnell und kaufe einen Re(Passing Shott) Strohkunden „Ein Glas Milch bitte— und zehn Strohs!“ (Ties Bits. Schert) Kaiser Wilhelm 1. hatte sich im Königlichen Schauspielhaus ein Stück anzusehen, das nicht sehr unterhaltsam war. Von Langerweile geplagt, verließ er schließlich seine Loge, ehe noch der Vorhang gefallen war. Der diensttuende Lakai, der damit nicht gerechnet hatte, saß im Vorzimmer und schlief. Entrüstet wollte der Adjutant auf ihn losstürzen. Aber der Kaiser hielt ihn zurück:„Lassen Sie den Mann, er kann nichts dafür! Augenscheinlich hat er gehorcht“ Mark Twains Lieblingsspeise waren Makkaroni. Nach einem erfolgreichen Vortrag aus eigenen Schriften wurde er einmal von neugierigen Reportern im Restaurant belagert, während er gerade den Mund voll jener Nudeln hatte. „Warum, Meister“, fragte da ein junger Berichterstatter,„schätzen Sie gerade Makkaroni so sehr?“ „Weil aus ihren Hohlräumen niemals überflüssige Fragen kamen“ erwiderte Mark Twain schmunzelnd Als junger Mann brachte Brahms eines Tages seinem Verleger wieder ein Lied. Der las es, schüttelte den Kopf und sagte:„Lieber Brahms, wieder etwas Trauriges! Können Sie mir denn nicht mal etwas Fröhliches bringen?“ „Ich werde es versuchen,“ erwiderte Brahms. Nach einigen Tagen erschien der Komponist bei seinem Verleger und legte ihm sein neuestes Lied mit den Worten vor:„Ich hoffe, daß dies Ihnen gefällt.“ Der Verleger nahm das Manuskript und schüttelte den Kopf. Der Titel lautete: Fröhlich steige ich ins Grab.“ Fr. Schaeffter. Ein reicher Berliner Bankter, der als Geizhals bekannt war, hatte sich genötigt gesehen, in Erwiderung von Einladungen, die er selbst erhalten hatte. auch seinerseits einmal eine Gesellschaft zu geben. Das Diner war recht mäßig, der Sekt von der schlechtesten Sorte Unter den Gästen befand sich auch Ernst Dohm. der Mitbegründer des„Kladderadatsch“. Man bedrängte ihn, einen Toast auf den Gastgeber auszubringen. Widerwillig nahm Dohm den Auftrag an. Seine Rede war nur kurz. Ihre letzten Worte aber lauteten:„Und selbst auf die Gefahr hin, daß wir unserem verehrten Gastgeber keine Freude bereiten, bitte ich Sie: füllen Sie Ihre Gläser und stoßen Sie mit mir an.“ ECreuzworträtsel Waagerecht: 1. Schlange, 3 altes Gewicht, 5. Stütze. 7. Aufenthaltsraum. v. Behältnis, 12. persönl. Fürwort, 14. Zeitbegriff, 16 kleines Raubtier, 18. räuml. Begriff, 19 Blume. 20. arithmet. Begriff, 22. Adverb. 24. Teil eines Gebäudes, 27 Veranstaltung, 29. Frauenname, 30 Fluß in Rußland, 31. russ. Fürsten titel. Senkrecht: 1. Unternehmen. 2 engl. Bier, 3. Bezeichnung für den Löwen, 4. musikal. Begriff, 6. Raubsisch, 7. Gutschein, 8. Künstler, 10. Rundbau, 11. Naturerscheinung. 12. Himmelskörper, 15. Alpenberg. 15 Tierleiche, 17. europ. Inselbewohner, 19. geistl. Würdenträger, 21 Farbe, 25. Schweizer Kanton, 25. Bindewort, 20. unbest. Fürwort, 27. Kopfbedeckung. 28. engl. Titel. Magisches Doppelquadrat Silbenrötse Aus den Silben a ban bend bi. bin. chem. den. din e. ge. gen. go gran ing. lan. lo. nat ne. ne. net. nitz ru ruh. sa. ta. tel. ter un war. wer. ze zet sind 15 Wörter zu bilden deren erste Buchstaben von oben nach unten und vierte Buchstaben von unten nach oben gelesen eine Lebensweisheit ergeben (6= ein Buchstabe.) 1. Tageszeit, 2. Stoff. Waffe, 4. Papierstück, 5. Teil der Uhr. 6. Teil der Aehre. 7. Teil des Hauses. 8. Frauenname. 9. Stadt in Sachsen 10. Fahrzeug 11 Gewürz. 12. Schlange, 13. wilder Hund 14. Fahne. 15. Schmuckstein Endproblem En— Hen Kore— Mari. Kam— dam. Kup— Sup. Baht— Adri. Pan Son Ru— Pingn Fal— El Lei - Bau. Zu jedem der vorstehenden Wortrest=Paare ift eine Endsilbe zu uchen, die beiden gemeinsam ist. Die Anfangsbuchstaben der so gefundenen Endsilben nennen einen Glockenturm. Rätsel-Kamm . Die Buchstaben a. a. a. a. d. e, c, e. e. e. g. g. h. h. h. h. t. i. i. l. l, m, n. n. n. n. n. r. s. s. s. s. s. t. u— sind berart anstelle der Punkte in die Figur einzusetzen, daß Wörter von folgender Bedeutung entstehen: waagerecht: Hausgerät: senkrecht: 1 Zeitbegriff. 2 Soldat. 3. Fanggerät, 4. Reich in Asien 5. geograph Begriff. 6 Gewürzflüssigkeit. Steiferung Schmuck und Kampfplatz— Der Sinn des Wort's. Steigere es— Ein Mann des Sports. IDortwechsel neues Wort zu bilden das sich vom vorhergehenden um einen Buchstaben ändert. .... .... .... Die Buchstaben: aaaaabeee Derschobene Dornamen Hans. Else. Ella. Meta, Norbert, Helga. Die Wörter sind untereinander zu setzen und ohne Aenderung der Reihenfolge seitlich so zu verschieben, daß eine senkrechte Buchstabenreibe einen Frauennamen ergibt Praßtisch Ein herzloser Kranker wird sicherlich nützen. Mir meine Erfindungen wirksam zu schützen Die Garte E. Zape Trier Welchen Beruf hat der Herr? Derschobene Zoologie Gans, Tiger. Ratte. Maus. Affe. Fuchs, Ente. Die Wörter sind untereineeeggbbitlnnnnoorrr s 8 t sind derart anstelle der Punkte in die Figur einzutragen, daß die entsprechenden waagerechten und senkrechten Reihen gleichlautende Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Backmasse. 2. Gestalt aus„Lohengrin“. 3. Nebenfluß der Donau, 4. Fluß in Südfrankreich. 5. biblische Gestalt, 6. Teil des Rades. 7. Umstandswort under zu setzen und ohne Aenderung der Reihenfolge seitlich so zu verschieben, daß eine senkrechte Buchstabenreihe ein tropisches Tier ergibt Man entnehme jedem der nachstehenden Wörter je eine Silbe. Diese Silben ergeben im Zusammenhang ein Sprichwort. Jngwer. Nichtstuer. Hatto, Bekannter. Nichtsnutz. Verdun, Liebe, Barren Auflösunfen Krenzworträtsel. Waagerecht: 1. Hut. 3 Ebbe. 4. Auge. 6. Zunge. 8. Birne. 12. Tau. 18. Neh. 15. Ratte. 10. Rad. 18. elf. 20. Ebene. 21. Tinte. 22. Sold, 25. Arno. 20. Aal.— Senkrecht: 1. Heu, 2. Tag. 3. Elba. 5. Elle. 7. Mulde, 8. Birne. 9. Ratte, 10. Ebene, 11, Brief. 12. Tor. 14. Huf. 17. Ares. 19. Lido. 22. Ida. 23. Tal. Rechts heraus! Barbe, Salm, Karpfen, Brasse. Dorsch Knurrhahn— Barsch Problem Nr. 13 Von L. v. Holzhausen (D. Wsch. 1908) abcde 3 Punkte 9Shwa 5 St. Matt in 3 Zugen. Problem Nr. 14 Von H. Lies, Bochum (Urdruck) 5 c degh unkte Weiß 7 St. Schwarz: 11 St. Matt in 2 Zügen. Sizilianische Partie. Gespielt im Turnier um die Berliner Meisterschaft. Weiß: Vogt. Schwarz: Wächter. 1. e2-e4 c7-c5 2. Sg1—f3 e7-e6 Die iiblichere Spielweise ist Sb—co mit der Folge 3. d2-d4 c5Xd4 4. Sf3Xd4 Sg8—f6. Die Textfortseßung gestattet dem Weißen den Einengungszug c2—c4, der den normalen Aufmarsch der schwarzen Steine empfindlich stört. 3. c2-c4 Sb8-c6 4. d2-d4 c5Xd4 5. Sf3 Xd4 Sg8-16 6 Sb1-c3 Dd8-e7 7. Sd4—b5? Zeitverlust. Fiir das Tempo Dc—b8 bekommt der Nadhzichende den Zug a7-a6 6.— Dc7--b3 7. Lc1—e3. In Frage kam hier a2-a3, um dic unangenehme Fesselung I.f8-b4 zu verhindern. 8.— a7-a6 9. Sb5-d4 Lf8—b4 10 Lf1— d3 Sc6-e5. Hier konnte der Vorstoß d7—d5 geschehen, denn 11 Sd4Xc6 b7Xc6 oder 11 c4Xd5 ebXd5 usw. sind für Schwarz nicht ungiinstig. 11. Sd4—c2 1b4—e7 Damit ist Weiß wenigstens die Fesselung los 12 1d3—e2 Db8—c7 13. b2-b3 b7—15 14. f2-f4 b5Xc4? Interessant, aber nicht ganz korrekt 15 f4Xe5 c4Xb3 16 e5Xf6 DC7XC3“ 17. Le3-d2? leider versäumt hier Weiß die zum Gewinn führende schöne Fortsetung 17. Ddt d2. Wenn darauf 17.— De3Xd2. so 18 KeXd21e/Xf6 19 Sc2—d4 oder die glänzende Variante 17.— Le7-b4 18 Sc2Xb4l Dc3X al+ 19 Kel—f2 DatXh1 20. Dd2—dó(droht De7++) 20.— 97Xf6 21 Le3—c5 Ke8-d8 22. Sb—cor nebst matt im nächsten Zuge 17— b3Xc? 18 1d2Xc3 c2Xd1D+ 19. Le2 Xd1 Le7Xf6 20. e4—e5 1f6—h4+ Ulm die Oeffnung der Diagonale a8—hi zu erzwingen 21- g2—g3 1c8-b7 22 0—0 1h4—e7 23 c3-d4 0-0 24. Tal-b1 1b7—c6 25. 1d1—e2 17-16 26 e5Xf6 1e7Xfo 27 144—c5 Tf8—0 28 Tb1-b6 1c6-d5 29. 1c5—f2 Tc8—c2 30. e2-d3 Tc2-d? 31. Ld3Xa6 Id2Xf2. Eine hibsche Fntscheidung. 32 TIIXf2 Auch auf KgXf2 folgt L.d4. 32.— 1f6—d4. Weiß gab auf Unregelmäßig. Gespiell im Turnier um die Berliner Meisterschaft Weiß: K. Richter. Schwarz: B. Koch. 1. e2-e1 e7-e6 2. Sb1—c3. Richter geht bekanntlich gern eigene Wege. Hier weicht er der französischen Partie aus und wählt einen etwas schwerfälligen Fianchetto-Aufbau 2- d7-d5 3. b2-b3 d5Xe4. Ob das gut war? Gesunder sieht jedenfalls Sq8—f6 nebst LI—e7, oder auch vorher 3.— c7—c5 aus. 4. Lc1-b2 Sg8—f6 5. Dd1—e2 Lf8—b4 Hiermit gibt Schwarz zu verstehen, daß er den Bauern behaupten will, denn 6. ScXe4 scheitert an SfXe4 7. De2Xe4? DXd2 matt 6. 0—0—0 Lb4Xc3 7. d2Xc3 Dd8—e7 8 92 g4 Sb8-c6 9 c4—c5. Besser als soforfiges 94— Sonntag. 14. Fehruar N Samstag. 13 Fetruar 6.00: Morgenlied Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.2: Frühkonzert. Daas Westdeutsche Kammerorchester unter Leitung von Hermann Hagestedt 7.00: Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 8.00: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen— Kalenderblatt 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 4.90: Ohne Sorgen jeden Morgen. Auskührende Das Blas=Orchester der Saarbrücker Berusemusiker Leitung: Edwin Müller. 9.20: Sendepause. 945: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 11.00: Kettenlied Nr. 22. Hörfzenen um eine Lüge von Versailles von Rudolf Dreves. 10.90: 12 000 Jungen erleben klassisches Boren Junkberichte von der Borveranstaltung des N2?4 m Berliner Sportpalast(Aufnahmen). 11.00: Lieselotte Hoppe: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 11.90: Richard Heinemener: Was ist los im Sport" 11.40: Sendepause. 14.50: Rauer merk' auf. 12.00: Mittagskonzert. Es spielt das Orchester des oberschlesischen Landestheaters Beutschen O=S., Leitung: Erich Peter. Mitwirkende: Konrad Seipold(Flötel; Walter Stoschek(Klavierl. 13.00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 18.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.16; Wochenendkonzert(Schallplatten). Zusammenstellung: Ernst Kalthof. 15.15: Von Spaßnögeln, Schalksnarren und anderen Weisen erzählen und singen unsere Junamädel 15“5: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Bunte Melodien. Mitwirkende: Jose“ Moseler 1Tenorl; Otto Geib(heitere Lieder zur Lantel: die sechs frohen Sänger; Hanni Schorn (Ganharmonika); an zwei Flügeln: Jupp Schmitz, Leo Kamaliki; das Kleine Orchester des Reiche senders Köln unter Leitung von Lco Ensoldt. 180: Der neue Funkplan. Was bringt der Reichsender Köln in der nächsten Woche? 18.B: Zur Unterhaltung. Das Kammerauintett; Fritz Baur(Baß): Michael Aanes(Klanier 19.00: Nun sich der Tag geendet hat. Kleine Musik und Lieder zum Abend. Es singen und spielen Düsseldorfer Mädel unter Leitung von Hilde Selbach. 19.45: Momentausnahme. M.M: Erste Abendmeldungen N10: Der frohe Zamstagabend des Reichssenders Köln mit dem„Lustigen Kleeblatt“. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten N.15: Deutsche Skimeisterschaften in Altenber Erzgebirgel und Skiweltmeisterschaften in Che monir. Funkberichte vom Ziel des 1Ste fellankes in Altenberg und vom Abahrtslauf 1 Chamontr. 94.00: Nachtmustk. 6.0 Hentonzert 8.00 Jell, Wetter, Wasserstandsmert 8.05. Aus Schillers Lied von der Glocke 8.15 Unterhaltungskonzert. Es spielt das Westdeutsche Kammerorchester unter Leitung von Hermann Hagestedt. Ludwig Matern(Tenori; Georg Pellaur(Klaviers. 9.45: Sendepause. 10.00: Man bettelt nicht um ein Recht, für ein Recht kämpfe man. 10.90: Musik am Sonntagmorgen(Schallplatten). 1. Türkischer Marsch(W. A. Mozart); Leitung: Dr. Hans Schmidt=Isserstedt; 2. Der Lindenbaum, Lied(Fr. Schubert); 3. Ballettmusik aus der Oper „Margarethe“(Ch. Gounod); 4. Heut' ist Sonntag, Chor der Landleute, aus der Oper„Halka“(St. Moniuszko); 5. Vorspiel zur Oper„Die Felsenmühle"(C. G. Reissigerl; 6. al Mei Schatz is e Reiter(Volksweise); b) Jütländisches Tanzlied (Volksweisel; 7. An der schönen blauen Donau, Walzer(Joh. Strauß); 8. Ungarischer Marich H. Berliozs. 11.15:„Im Zirkus“. Der Siebenbürger Dichter Erwin Wittstock erzählt 11.30: Westdeutsche Meister der Orgel. Ernst Kaller. Essen. 1. Präludium und Fuge d=moll(D. Burtehudel; 2. Adagio a moll 1J. S. Bach); 3. Präludium und Fuge bemoll(J. S. Bachs. 12.00: Musik am Mittag. Es spielt das Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Leo Ensoldt. 1. Romantisches Vorspiel(E. Künneke); 2. Albumblatt(R. Waaner); 3. Melodien aus der Oper„Der Troubadour“(G. Verdi); 4. Spaziergang(H. Häuser); 5. Geigenpolka(Ritter); K Melodien aus der Operette„Das Land des Lächelns"(Frz. Lehar). 13.00: Ein Wort an die Hörer. 13.10: Glückwünsche 13.15: Musik am Mittag(Fortsetzung): 7. Vorspiel zur Operette„Prinz Methusalem“(Johann Strauß); 8. Südlich der Alven Folge: al In einer Hafenstadt, bi Terrasse am Meer. Serenade, c Blumen=Corso, Walzer, d) Tarantelle(E. Fischer); 9. Heinzelmännchens Wachtparade(W. Noack); 10. Serenade in Blau(E. Plessow); 11. Lieder, die uns der Zigenner spielt(Fr. Doelle); 12. Lolita (Buzzi=Peccia); 13. 6 Bravour Variationen über das Volkslied„Mu 1 denn zum Städtle hinaus“ (Jo Knümann). 14.00: Zur Unterhaltung. Es inielen die Funkschrammeln. 1. Lieb' und Lust, Marich(A. Kutscheral; 2. Großstadtkinder. Walzer(O. Ertl): 3 Pick Nick, Intermezzo 19. Siedel; 1. Rauernhochzeit. Ländler(N. Ehmel): 5. Apfelblütte. Polka (Siede: 6. Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein, Tango(N. Dostal): 7 Soldaten= Marsch(N Dostal) 1120: Der Kiepenkerl packt aus Guter Rat für Stadt und Land Für Kleingärtner und Kleintierhalter, für Bauer und Bänerin. Darin: Der Arbeitskalender der Woche 15.00: Männerchor=Konzert. Es singt der Männer=Gesang=Berein Goch 1808. Leitung: Willn Hermanns. Solisten: Robert Grote(Cello); Hank Haaß(Klanier). 1. al Durche Wielental(Fr. Silcher): b) Unterm Lindenhaum(Sturm); ci SchönRottrant Beit): 2. a) Romanze(Huher: bi Abend9.— De7-c5. Verhindert 94—g5, und spielt Weiß LXf6, so halt sich Schwarz nach g7Xt6 11. De2Xe4 an dem B f2 schadlos 10. h2-h4 e6—e5. Damit ist wiederum g4-g5 pariert, da hierauf St- g4 oder noch stärker Le8-g4 folgen könnte 11. L/1—h3 h7-h5 12 94—g5 Sf6—94 13 Kc1-b1 Lc8-e6. Nicht aber Dc5Xf2, wegen 14. Lh3Xg4. Auch ware SqXf? fehlerhaft wegen Td1—d5 nebst Td-b5 14 Lh3Xg4 le6Xg4 15. f2—f3 Also hat der Nachziehende Recht behalten und den Mehrbauern behauptet 15— e4Xf3 16 Sg1Xf3 0—0 17. Td1—d5 Dc5-e7 18. De2-e3 Ta8-d8 19. Td5Xe5. Das Qualitätsopfer erweist sich bald als inkorrekt. Besser geschah 19. Sf3Xe5 nebst Td8Xd5 20. c4Xd5 Sc6Xd5 mit voraussichtlichem Remis. 19.— Sc6Xe5 20. Sf3Xe5 1f8—e8 21. Th1 —e1 Td8-d1+l 22. TetXdi Lg4Xdi 23. De3 d4. Droht Se-g6, aber Schwarz hat eine einfache Parade 23.— De7-dol 24. Dd4—c3 f7—16 25. g5 Xf6 g7Xf6 26. Se5-d3 Te8—e2 Der Anfang vom Ende. 27 c4-c5 Doo—e7 28 Sd3—f4 LdIXc2+ 29 Kb1-c1 Te2-e4 30 Dc3—g3+ Zieht Weiß Sf-d5, so folgt Te—elt usw. 30.— De7-g7 31. Dq3Xg7+ Kg8Xg7 32. Sf4Xh5+ Kg7—g6 33 Sh5Xfó Te4—e2 34. Sf6-d5 Kg6—f5 35. Sd5Xc7 Lc2-d3 36. Lb2 —g7 Es drohte Tc24 usw., doch konnte jekt Schwarz durch Te7 eine Figur gewinnen 36.— Te2-c2+ 37 Kcl-d1 Tc2Xc5 38 Sc7-e8 Kf5-g6 39 197-d4 Tc5-d5 40. h4 -h5+ Kg6—f7. Weiß gab auf, da eine der beiden angegriffenen Figuren verloren ist. Antwort: J. K., Essen-Ueberruhr. In Nr. 5 wiirde Weiß auf 1. Lf—e5* einfach den Läufer schlagen. Geschieht 1. TaXa5?, so antwortet Schwarz e7-e6 und ist gerettet. In Nr. 6 scheitert 1 Se-g6 an der Antwort Sf —e3l. Hierauf ist kein Matt möglich. Mit Geduld und Fleiß werden Sie die Klippen bald iberwinden H. K. Nach der Ruhepause herzlich willkommen. In Nr. 4 wird der schwarze König nach 1. Dh—f57 d5Xe4 2 Df5Xd7+ nicht nach c5, sondern über c3 entschlipfen. Nr. 5 1. Sc-a67 e7-e61 usw. P. S. Sie werden selbst bereits gemeskt haben, daß zum Verfassen guter Aufgaben mehr gehört als nur die Aufstellung einer einfachen Idec. Das weiterc Rustzeug insbesondere den Blick füir die technischen Erfordernisse, erhallen Sie nur durch das Lösen und sorgfältige Studium erstklassiger Aufgaben. Eine verpaßte Gelegenheit aus dem Wettkampf Eliskases— Spielmann. Schwarz hatte zulett Lc8—g4 gezogen, und Weiß darauf 1.f8—e7 geantwortet. Nun ließ sich Eliskases, der Führer der Schwarven. dazu verleiten, Ld4Xf24 zu spielen. Die Dartie wurde nach 2. Te2Xf2 Df6Xe7 3. Db3 Xb7 Ta8—f8 4. Db7Xa7 h7-h6 5. LI7—c4 De7-et* 6. 1f2—f1 118Xf1+ 7. Lc4Xf1 Det Xc5 8 1I1-d3 De5—e1+ Remis gegeben In der abgebildeter S'ellung konnte Schwarz durch emen nahehegenden Zug gewinnen! a — — S 41— S np oy ZIAIpg bunso Löserliste ren B. Braun, Bochum. zum fünften Lösungspreis unsern Glückwunsch! Biichermarkt: Endspiele. Ein Leitfaden für die Praxis von Dr L. Ródl Verlag H. Hedewigs Nacht. C. Ronniger, Leipzig, Perthestraße 10. Ein modernes, instruktives und vor allen Dingen umfassendes Buch uber das Endspiel fehlte bisher in der deutschen Schachliterafur. In unterhaltender und interessenter Weise, in welcher der Leser auch zu eigener Mifarbeit angeregt wird, behandelt Meister Rödl die verschiedenen Arten und Möglichkeiten der Bauernendspiele, der Damen- und Turmendspiele, sowie der Endspiele mit leichten und schweren Figuren. Wieviele Endspiele gehen verloren, die haften gewonnen werden können? Der Name des deutschen Meisters der zulett mit bestem Erfolgc als Vertreter der deutschen Farben am Schacholympia teilgenommen hat, biirgt für eine hervorragende Arbeit. lieb(Schnmann):(für Cello und Klavier); 3. al Forschen nach Gott(Conr. Krentzer); b) Feldeinsamkeit(E. Wendel); 4. Melodie für Cello und Klanier(Fauré); 5. a) Der Jäger aus Kurnfalz (Volkslied); b) Lützows wilde verwegene Jagd(( M. v. Weber). 15.40: Zwanzia Minuten im blauen Dunst. 16.00: Nette Sachen aus Osnabrück 18.00: Mo best du. Kamerad? Funkappell alter Frontfoldaten. 18 M:„Steht zu Faskenstein ein tieser Turm.“ Alte deutsche Volkaballaden, Spielbuch: Dr. Heinrich Kirschner. Leitung: Dr. Paul Felberg. 19.2:„Westdentsche Winterprütungsfahrt des 9299“ Sprecher: Dr. Ernst. 19.50; Sportvorbericht 20.00. Hans Haaß(Klavier) spielt lurische Stücke von Ednard Grieg. 29: Die niederländische Dichterin Jo van Ammers-Küller erzählt von ihrer Heimat. 2050. Orchesterkonzert. Es spielt das Große Orchester des Reichssenders Köln Leitung: Proevor Hans Pitner. 1. Scherzo für Orchester 16. Plitner): 2. Liebesmelodie ans der Oper„Das Herz“(H. Plitzner); 3. VI. Sinsonie(Pastorale (L. nan Beethonen). 2200: Zeit, Wetter. Nachrichten. 2.2: Vor=Länderkampf Deutschland— Polen in der Westkalen=Halle, Dortmund. 22 B bia 2100. Wir bitten zum Tanz. ontan, 15. Fehruar 6. Marzenlied Wetterbericht für den Baner. 6.0: Leibesstbungen. 6 2: Frühkonzert. 700. Nachrichten, anschließend: Morgenlied— Morgenrul. Anzeigenteil= Wie rühmlich ist's, man hat's empfunden. reinigt in Sekunden Lies und fördere Dein Wer Zeitung liest, weiß sich zu delsen! Wer keine Zeitung liest, ist nur ein halber Mensch! Heimat- und Familienblatt! Die alte Muhme Erzählung von Börries, Frhr. v. Münchhausen Dies wird eine ganz belanglose Geschichte, und wenn ihr euch auf bedeutende Menschen oder große Geschehnisse spitzt, so rate ich euch von vornherein: Lest sie nicht, es lohnt nicht! Sie handelt von einem kleinen Jungen und einer alten Frau, und ich verrate— um der Sache selbst diese bescheidene Zuspitzung gleich eingangs abzubrechen—, daß die alte Frau zum Schlusse stirbt und begraben wird Ihr seht: Da ist nichts irgendwie Bemerkenswertes dabei.— Und nun kann ich unbesorgt erzählen! Es war einmal ein kleiner Junge, ein ganz kleiner Junge. Sein Vater sagte, er wäre schon acht Wochen alt und man müßte sehen, wie man ihn allmählich abhärte. Aber seine Mutter meinte, er wäre erst zwei Monate; denn sie konnte ihn gar nicht klein und hilfsbedürftig genug haben ihr schien, daß er so noch fast in ihrem warmen Inneren unterm Herzen lebte und sie ihn ganz allein für sich besaße Aber sie hatte noch ältere Kinder und außerdem in Haus und Garten, in Hof und Feldern ziemlich viel zu tun. So mußte der Junge also eine Kinderfran haben, so eine alte Muhme, wie diese Frauen in der Familie hießen. Denn man hielt da nicht viel von den jungen Kindermädchen in seidenen Fähnchen. So suchte also die Mutter eine Kinderfrau. Da war eine, die konnte über einige Jahre keine Zeugnisse beibringen, und wenn der Amtsrichter in Frohburg nicht zufällig hätte Auskunft geben können, so hätte man dreist glauben können, sie hätte. wie der Jüngling auf Elvershöh, sieben Jahre bei den Unterirdischen gelebt. Es war aber da, wo sie war, nicht so sauber zugegangen, wie ich es mir dort denke.— Und eine andere war eine Witfrau die acht eigene kleine Kinder begraben hatte— das war eigentlich auch keine Empfehlung für ihre Pflege.— Und eine dritte hatte als Kohlenträgerin in Leipzig gearbeitet und sehnte sich nach leichterer und sauberer Tätigkeit Schließlich ging die Mutter in eine Vermietanstalt— ein ganz schreckliches Geschäft, in dem Menschen verliehen und vertrieben werden wie im Stockwerk darüber verwelkte Maskenanzüge und im Erdgeschoß darunter Matsesheringe. An der Wand saßen einige Frauen, und ihr gellendes Ket fen und Kreischen trieb die Mutter davon, ehe sie noch an eine Auswahl gedacht hatte.— Sie fuhr zum Bahnhof— ohne Kindermuhme. Als sie an dem Denkmal Thaers in den Anlagen der Schillerstraße vorüberkam, sah sie dort einen Kinderwagen, und hinter dem Kinderwagen stand eine hagere alte Frau mit einem so lieben Altweibergesicht, daß es der Mutter vor Freude ganz hell im Herzen wurde, und ihr der Gedanke wie ein Schwälblein durch die Stirn flog: Vielleicht hat so eine prächtige Kinderfrau eine Schwester oder eine Freundin, die ihr ähnlich ist, und kann mir in meiner Not mit einer guten Empfehlung helfen! Die Muhme hatte sich inzwischen auf die Bank gesetzt und schob den Wagen leise hin und her, wobei ihre ganz ausgebleicht hellen blauen Augen recht in Sorgen durch die Blätter der großen Bäume blickten. „Ich bin eben hier vorbeigekommen und habe Sie gesehen, und Sie gefallen mir. Ich heiße Frau M. und suche eine Kinderfrau. Da ist mir in den Sinn gekommen, ob Sie wohl jemanden für mich wüßten, so etwa in Ihren Jahren und auch sonst so ähnlich wie Sie“ Das alte Weiblein hatte erst einen wahren Schrecken gekriegt, aber als sie die Mutter einen Augenblick angesehen hatte, da war sie schnell beruhigt. Vielleicht hatte auch sie von dem alten Frauenerbe ihr Teil abbekommen, einen Menschen nach seinem Gesicht und Gang, Stimme und Sprechart, Kleid und Haltung schnell und richtig zu beurteilen. Sie sagte also, indem sie aufstand und die Schürze glattstrich:„Der liebe Gott hat mein Gebet erhört! Ich habe gestern meine Stellung kündigen müssen, weil ich in meinen Jahren den Kinderwagen nicht mehr täglich drei Treppen hinauf= und heruntertragen kann. Nun dachte ich gerade: Wo soll ich alte Frau eine passende Stellung finden? Ich bin früher ja nur von Familie zu Familie weitergegeben worden, und von den Zeitungen und den Vermieterinnen verstehe ich ganz und gar nichts. Ach, nun hat der liebe Gott gerade in dieser Minute, als ich betete, mich erhört!“ Ihr müßt nicht glauben, daß ich diese Worte mir ausdente oder sie selber so schön in reines Hochdeutsch setze. Die alte Frau hatte nämlich eine kleine saubere Bildung in ihrem weißen Kopfe, vielleicht nicht eine so große wie die Prosessoren, die da drüben zwischen den vier riesigen steinernen Göttinnen aus der Unwersität kamen, aber doch eine feine, gut aufgeräumte und abgestaubte Bildung. Und an ihrer Frömmigkeit erkennt ihr daß sie eine recht„alte“ und sehr„unzeitgemäße“ Frau war— so was getraut sich kein Dichter zu erfinden, das getraut er sich nur hinzuschreiben, wenn es wahr ist.— Ja, wenn es nun aber nicht wahr gewesen wäre, was sie sagte! Der Mutter, die doch selber schnell genug im Entschluß gewesen war. kam dies doch zu schnell, und sie antwortete:„Nein, nein, ausmieten will ich Sie nicht, das geht auf keinen Fall! Aber wenn Sie die Wahrheit sagen— ich zweifle nicht daran, aber wir kennen uns ja noch gar nicht— dann bitten Sie doch Ihre Herrschaft, mir ein paar Zeilen und ein Zeugnis über Sie zu schicken!“ Und dann sagte sie der Muhme ihre Anschrift— es war ein Gut da in der Nähe.—„Soll ich es Ihnen aufschreiben?“ Das war nun ganz und gar nicht nötig, denn alte Leute und einfache Leute haben meist ein viel besseres Gedachtnis als die armen Reichen und gar die abgehetzten Geschäftsleute mit ihrem Briefbuchgedächtnis So gaben sich die beiden Frauen die Hand und schieden für heute. Der Mutter war als ob sie seit langem nicht eine so arbeitsharte und doch feingliedrige und trockene Hand um die ihrige gespürt hätte Ja, und am nächsten Tage kam ein Brief von dem Herrn Strumpfgeschäftsinhaber, der die Angaben der alten Frau bestätigte und„Mit nicht mehr für heute“ und einem schwungvoll-unleferlichen Namen Imitten durch den köstlichen Blaustempel hindurch!) schloß. Und dabei lag ein zweites Brieschen seiner Frau, das die Kinderfrau in echten Worten als ganz vorzüglich lobte. So kam also die Muhme zu dem kleinen Jungen. Und sie blieb nun von da an acht Jahre auf dem großen Gute, so daß sie schließlich wie ein Stück des alten Schlosses war. Ihr Stübchen oben in der Hausecke war genau so sauber, aufgeräumt und abgestäubt wie ihre Sprache und wie ihre liebe alte Seele. Und sie trug, wie damals in der Stadt, eine riesige, leis knitternde Schürze aus weißer Leinwand und bei schlechtem Wetter einen mächtigen Strohhut. Meist aber ging sie barhaupt und zeigte ihre beiden silberweißen Zöpfe in einem tatkräftig zusammengedrehten und offenbar holzfesten Anoten hoch am Hinterkopf. Sie und der kleine Junge wurden nun die besten Freunde von der Welt, wobei ihr Feingefühl ihn doch immer deutlich darauf hindrängte, daß ja die Mutter nicht zu kurz käme. Freilich, oft war sie sehr drollig, und die Eltern lachten, und sie lachte fröhlich mit über ihre eigene Wohlweisheit und Ehrpusseligkeit. Wenn sie dem kleinen Jungen im Bade über sein pralles Bäuchlein wusch, verfehlte sie nicht, chen hatte, so wuchs er recht wie eine Blume auf, von der man seden rauhen Wind fernhält Auch blieb er bis weit in seine Knabenfahre hinein fast wie ein Madchen feinfühlig Jeder Lärm z. B. war ihm ein Schmerz. Einmal wollte sein Vater Klavier spielen und sagte ihm:„Du darfst im Zimmer bleiben und zuhören, aber sei gefälligst mäuschenstill!“ Der kleine Junge fragte erst noch höflich:„Ja aber, nicht wahr, schlucken darf ich doch?“ Und dann saß er in der Ecke des Lehnstuhls wie ein kleines. zusammengedrücktes Taschentüchlein, das eine Dame vergessen hat. Da kam die Mutter herein, um zu sehen, ob es dem Kleinen auch gefiele— ach, es war ihm viel zu laut gewesen! Seine Backen waren von lautlosen Tränen naß bis in den feuchten Hemdchenrand hinein, und er sagte nur ganz leise. als Erklärung zu seines Vaters wildem Tun:„Papa klopft das Klavier aus.“ Er wollte ihn gern entschuldigen und Der Mensch und die Zeit Es eilt die Zeit, leicht ist ihr Schritt, Wir müssen mit, wir müssen mit. So mancher kann es nicht verstehn, Er möchte gern gelass'ner gehn. „Was soll die Hast? So halt' doch einl Minuten sollten Stunden sein“. Die Zeit geht lächelnd ihren Weg. „„Und wenn bei dir die Unrast läg'? Eilst du mir nicht jahrein, jahraus Mit deinem Sorgenpack voraus? Zählst du nicht jeden Meilenstein. Statt dich des Blütenbaums zu freu'n? Der Tag ist länger, als du denkst. Wenn du dich ihm mit Liebe schenkst: Das Kind, weil es beim Glück verweilt, Hat dein Geseufze nie geteilt. Dein Jahr wär eine Ewigkeit, Nähmst du dir nur zum Leben Zeit“. Altred Huggenberger züchtig zu sagen:„Erlaube bitte mal, Vernhard.“ Sie nannte ihn nie mit Kose- oder Spitznamen, gleichsam als ob diese Vertraulichkeit nur den Eltern und Geschwistern zukäme. Sie hielt überhaupt nicht viel von den uneigentlichen und verdeckenden Ausdrücken der Sprache, die ihrem Gefühl vielleicht als unwahr erschienen. So schlug sie, als er älter wurde, ihm einmal vor:„Du bist nun groß genug und brauchst nicht mehr von„Ich habe einen Wunsch“ zu sprechen— sag doch:„Muhme, ich möchte mich entleeren!“— einer der seltenen Fälle, in denen die Mutter doch die frühere Sprechgewohnheit für glücklicher hielt. War dann das Bad vorbei und das blonde Knäblein lag krebsrot gerumpelt und sammetglatt und (die Mutter fand das immer) ein wenig nach warmem, frischem Heu duftend auf dem Wickeltisch, so begann das schwierige Anziehen. Nein, wie brachte sie nur die fünf winzigen spreizenden Fingerchen in den engen Aermel des gestrickten Jüppchens hinein! Und— ihr mögt es glauben oder nicht— auf der anderen Seite des weißen Tunnelchens kamen jedesmal alle fünf unabgebrochen und völlig unverbogen wieder heraus! Es war ihr Glanzstück, es ging so geschwind wie beim Taschenspieler, und sie tat auch gerade so gleichgültig dabet, als ob es nichts wäre. Und dann kam die schreckliche Hose, d. h. eigentlich ein dreieckiges Stück dickes Zeug, das sich kein Erwachsener in dieser gräßlichen, faltigen, gequetschten Art und Weise anlegen lassen würde— nicht um alles in der Welt. Wickelte man das Bübchen nach drei Stunden zum Nachmittagsschlaf wieder aus diesem furchtbaren Dinge heraus und es lag bäuchlings auf dem Tische— kennt ihr aus dem Atlas vorn auf der ersten Seite die beiden Halbkugeln der Erde, und links ist bloß schief und rot Amerika und rechts der ganze andere Segen mit Nil und Gaurisankar und das verzwickte Europa? Ich versichere euch: Alles das war auch da von den Falten in die zarte Haut eingepreßt wie ein richtiger Mehrfarbendruck! Als der kleine Junge älter wurde, kam er in das Alter des Fragens, und alle sieben Weisen Griechenlands hätten schwitzend dagestanden und gesagt:„Verzeihung, aber ich kann nicht mehr!“ Seine Muhme aber antwortete ihm unermüdlich und in immer gleicher Geduld. Wahrheitsliebe und Höflichkeit. Ja, so muß man es nennen: Höflichkeit, obgleich das gegenüber einem Kinde eigentlich unnötig ist. wie die meisten glauben(Freilich habe ich auch einmal einen Kameraden gehabt, der zu seinem Hunde nie anders als mit: Darf ich Sie bitten... sprach, aber das war ein schrulliger Kerl Die Muhme aber hielt Höflichkeit für einen Teil von Nachstenliebe und Christenpflicht, und da ihr Junge ein überaus weiches, ja, empfindsames Seeldem Unternehmen einen sozusagen hauswirtschaftlich vernünftigen Zweck unterbauen. Einmal hatte er seinen Grießbrei ein wenig hastig gegessen und geriet in einen schrecklichen Husten. Die Muhme fragte ihn mitleidig, und indem sie sanft seinen kleinen Rücken(wie ein Haschenrücken so lang war er!) klopfte:„Armes Kind, hast du dich verschluckt?“ Da wurden seine tränengefüllten Augen ganz starr vor Entsetzen darüber, was in dieser furchtbaren Welt alles möglich war, und er antwortete haftig:„Nein, ich bin noch da!“ Und dann trug sie ihn zum Troste ein wenig in der Stube herum. Als seine Mutter hereinkam und die Muhme das schlimme Erlebnis erzählt hatte, streichelte er dankbar ihren sauberen Scheitel zwi schen den schneeweißen Haarhälften und sagte:„Da hat Muhme schon einen Sprung, Mama! Hoffent lich geht sie nicht ganz kaputt!“ Ja, und nun wurde er älter und fragte immer mehr, und die Muhme konnte gar nicht genug Wissenschaft für ihn aus ihrem Volkskalender durch die große Brille herauslesen Im übrigen verfuhr der Junge so königlich sprachschöpferisch in seiner kleinen Welt wie alle Kinder. Als er sich einmal Orden gemacht hatte, unterschied er die bunten aus Papier und die blechernen Metallgen. Den Schal nannte er das Umtuch, was offenbar irgendwie mit umtun zusammenhing. Und die alte Muhme ergötzte sich an seinem wachsenden Seelchen alle Tage von früh an, wo sie ihn während der Zimmerreinigung in sein kleines Stübchen an das große Blumenbeet vorm Hause setzte, bis abends, wo sie an seinem Gitterbettchen ihr Nachtgebet für ihn sprach Es war ein großer Betrug nötig, um den Fortgang der Muhme für sein weiches Herz nicht allzu vitter werden zu lassen. Als die Eltern von einer längeren Reise mit ihm wiederkamen, war sie„verreist“. Aber sie kam am Sonntag wieder und dann nach zwei Wochen gar für einige Tage. Und so gewöhnte er sich allmählich daran, daß die alte Frau nicht mehr täglich und stündlich um ihn war. Die Eltern hatten ihr in der großen Stadt, in der die Mutter sie gefunden hatte, ein Stübchen gemietet, und der Junge kam nie in diese Stadt, ohne sie zu besuchen. Jedesmal brachte er ihr Geschenke mit— meist Lebensmittel, denn es waren die schlimmen Jahre während und nach dem Kriege— und jedesmal saß er ein Stündchen in der sauberen und mit Blumen geschmückten Stube, in der sein Bild wohl in einem Dutzend Ausführungen auf allen Vorten stand. Und das nun ganz verhutzelte alte Weibchen gab ihm einen Apfel zu essen, und er erzähle ihr von seinem Leben. Ja, nun war er ein ganz großer Mensch geworden, und die Muhme mußte mit den zittrigen Fingern hoch hinauflangen, wenn sie ihn noch einmal scheu über die braunen Backen streicheln wollte. Und er erzählte von seinen Mitschülern und den Lehrern. Und später von seinen Korpsbrüdern und dem schönen Heidelberg. Und später von seinen Prüfungen und seinen Plänen. Und dann kam es, wie es immer in solchen zärtlichen Freundschaften kommt: Die Muhme wurde krank und kam in ein großes Zimmer des riesigen Gebäudes, in dem die Stadt ihre Alten freundlich zu Tode pflegt. Ihre gütig helle Seele behielt sie aber auch hier, und die Schwester erzählte, wenn die fünf anderen alten Frauen des Krankensaales erbittert und vose auf die Welt schalten, hätte die Muhme immer ganz zufrieden gesagt:„Ich weiß nicht, was Sie wollen, ich habe es in der Welt ganz wunderschön gefunden! Und nächsten Mittwoch kommt mein Bernhard wieder zu mir!“ Und dann saß der blonde Mann in dem Zimmer an ihrem Bett und war etwas verlegen, weil die fünf anderen Frauen natürlich längst über ihn so genau Bescheid wußten wie der, welcher eine recht eingehende Lebensbeschreibung aus Langeweile zum vierten Male durchgelesen hat. Und die zehn Zipfel ihrer Kopfkisten standen alle zehn steif in die Luft, wie lauter gespitzte Ohren, um nur ja nichts von der Zwiesprache zu verlieren. So konnten die beiden nicht allzuviel sprechen, aber ihre Augen waren ganz fest in Liebe ineinandergesenkt und ihre Hände auch. Die beiden schneeweißen und immer noch starken Zöpfe der Muhme lagen über das Kissen auf der Decke, und sie sprach leise und in etwas altmodischer Wehmut von ihrem Tode. Und immer war das letzte:„Mein Bernhard, mein lieber Bernhard, bleib nur immer so ein gutes, frommes Kind. wie du damals warest, als ich noch bei euch und deine alte Kindermuhme war!“— Es traf gerade in seine Weihnachtsferien, daß sie starb, und er wußte, daß sie ihn in der alten Burg seiner Eltern besuchte. Ihr müßt zunächst wissen, daß er als Naturwissenschaftler durchaus frei von jenem törichten Aberglauben war, der die Zeichen der Toten mit Grauen empfängt. Er wußte durch die Ueberlieferung seines Geschlechtes und aus eigener Erfahrung genug solche Geschehnisse, um sie einfach hinzunehmen, wie sie sind: unerklär lich zunächst, aber nicht zu leugnen, feierlich durch die Schauer der Unsterblichkeit, aber nicht zu fürchten. Es gingen viele leise Schritte durch sein Schlafzimmer in jener Nacht, er saß aufrecht im Bette und hörte viertelstundenlang, wie es wischte, glitt und sich bescheiden bemerkbar machte. Aber als er zu seiner Mutter ins Nebenzimmer ging, hatte die nichts gehört, obgleich auch ihr solche Zeichen in dem alten Schlosse wohlvertraut waren. Sie hörte dann selbst bei offengehaltener Tür in dieser Nacht nichts. Nur von ihrem geliebten Jungen nahm die alte Frau Abschied und saß vielleicht unsichtbar an seinem Bett, wie er vor wenigen Tagen an dem ihren im Krankenhaus. Nach drei Tagen wurde ihr Leib begraben. Zwischen den paar entfernten Verwandten, die der lieben Alten die letzte Ehre erwiesen— sie waren traurig und wie verängstigt in der Kapelle um den Sarg her— stand sehr lang und blaß der junge Mann. Er war noch zu jung und schamhaft, um die freundlichen Worte des Pastors ganz zu billigen. als er davon sprach, wie ihr Leben seit mehr als zwei Jahrzehnten sich ganz in der Liebe zu ihrem letzten Pflegling erschöpft habe, und wie sie gewiß in ihrem Sarge glücklich wäre, daß er so meit hergekommen sei, um ihr die letzten von so vielen Blumen in seinem jungen Leben zu schenken Und die Orgel spielte leise, und ganz allmählich sank der Sarg vor dem Altar in den Boden. Und die Blumen auf seinem Deckel schüttelten leise und verwundert ihre Kelche, und die kleine Trauergesellschaft summte:„Jesus, meine Zuversicht“ Das war noch ein langer, langer Gang auf dem großen Friedhofe, denn der Jüngling hatte in sei nem Leben noch nie einen toten Menschen gesehen. und da muß man lange allein sein, ehe man wie der unter die lärmenden Leute auf der Straße gehen mag! Er war nicht anders als andere junge Männer, und die alte Frau nicht anders als viele andere gütige, alte Frauen gewesen,— ich sagte euch ja schon, daß in dieser Geschichte gar nichts Besonderes vorkommt Nicht mehr als eine heilige, tiese, zartliche Liebe von einem lieben Jungen und einer alten Muhme. Germietet Herr Petermann schmunzelte glücklich. Endlich war er den schlechtzahlenden Mieter, Herrn Dr. Heilmann, losgeworden. Es hatte ihn zwar ein schönes Stück Geld gekostet. Doch das bekam er sa bei dem setzigen Mieter reichlich wieder herein' Um den sammernden Doktor zu beruhigen, hatte er ihm nicht nur die rückständige Miete erlassen, sondern ihm auch noch versprochen, solange er keine Wohnung habe, das Hotelzimmer zu bezahlen. Nur um ihn endlich loszuwerden Und nun lag da vor ihm auf seinem Schreibtisch ein Brief von dem Dr. Heilmann, worin er sich für seine Liebenswürdigkeit bedankte und ihm seine Vermählung und den glücklichen Besitz einer Villa. die er gemietet habe anzeigte Gleichzeitig erbot er sich, den lieben Herrn Petermann, falls er einmal Bedarf habe. kostenlos zu behandeln. Ist doch wirklich ein anständiger, guter Mensch. dieser Dr. Heilmann, dachte Petermann. Aber Gott sei Dank, als Mieter bin ich ihn nun endgültig los! Ach ja, so ein vielfacher Hausbesitzer hat es doch wirklich nicht leicht. Seufzend griff er nach dem nächsten Brief Da schrieb ihm der Unglückswurm von einem Hausverwalter: „Sehr geehrter Herr Petermann! Es ist mir endlich gelungen, die seit Monaten leerstehende Villa zu vermieten Der Mieter ist ein prakt. Arzt und Geburtshelfer Dr. Heilmann, der sich erst kürzlich verheiratete hat und sich nun hier eine Praxis gründen möchte Ich hoffe. dem Herrn Petermann 1 freudige Nachricht zu übersenden, denn ein pratlischer Arzt und Geburtshelfer bietet doch immerhin die Gewähr für pünktlich zahlende Miete „Daß dich doch das Donnerwetter!“ schrie Petermann krebsrot im Gesicht, und zu seiner Hausfrau. die erschrocken herbeieilte, stöhnte er:„Hole mir den Dr. Heilmann— mir bleibt die Luft weg...“ „IA in Oberbayern" Ein lustiger Film nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Die Tochter des Großkaufmanns. Geheimrat Martius aus Berlin. Greta, steht kurz vor ihrer Verlobung mit dem Rechtsanwalt Dr. Hans Hemann. Gerade an dem Tag, an dem die Verlobung einer größeren Gesellschaft bekanntgegeben werden soll. erscheint ein früherer Freund Gretas, mit dem sie vor drei Jahren so gut wie verlobt war der aber damals den Wünschen des Geheintrats Martius nicht entsprochen hat. Dieser junge Mann. ein Journalist mit dem Namen Fred Amling, hat von der bevorstehenden Hans Fitz und beschließt nun, sich zum Schein mit Martl zu verloben, um ihre beiden Liebhaber länger hinzuhalten. Martl. der gerade mit seiner Braut Anni verkracht ist, findet auch Spaß an dieser Intrige und gibt sich zu dieser Rolle her. Im Dorf seibst ergeben sich durch das Eintrefien der Berlinerin erhebliche Verwicklungen. Die Mädchen des Dorfes sehen es gar nicht gerne, daß eine „Ausländische“ ihnen ihre Männer wegnimmt und die Erregung der weiblichen Dorfbevölkerung nimmt Ursula Grabley, Harald Paulsen und Walter Lantzsch in„JA in Oberbayern“ Ver obung erfahren und kommt unter Benutzung des Südamerika=Zeppelins gerade noch vor der Verlobungsfeier zurecht. Greta steht nun zwischen zwei Männern. dem etwas pedantischen Dr. Hans 5 mann und Fred Amling, zu dem sie, wie wir ehen, eine stärkere Neigung zieht. In diesem Zwiespalt weigert sie sich ihrem Vater gegenüber der Verlobung mit Dr. Hemann zuzustimmen und um Klarheit zu gewinnen, macht sie den Vorschlag, sie wird denjenigen heiraten, dem es gelänge, sie nach einer Frist von 24 Stunden in Oberbayern, wohin sie fahren wolle, zu finden, und dort bei ihr am Kammerienster zu erscheinen. Der Rechtsanwalt Dr. Hemann beauftragt ein Detektivbüro mit der Auffindung Gretas. Fred Amling aber versteht es, die Nachrichten des Detektivbüros sich selber zuzuleiten, er ist deshalb sehr bald auf der Spur Gretas. Greta hat sich in Oberbayern mit ihrem Wagen n das kleine Dorf Schlaffenhofen verirrt, in dem noch ziemlich primitive Zustände herrschen Sie trifft dort auf den bübschen Forstgehilfen Martl bedrohliche Formen an. Greta ist deshalb genötigt. dem Angebot eines gemütlichen Försters zuzustimmen, aus dem Gasthaus, in dem sie bis jetzt wohnte, auszuziehen und in das entfernte Forsthaus vor dem Groll der weiblichen Dorfbewohner zu flüchten. Nun trifit auch Fred Amling ein, der die Bedingungen Gretas sehr schnell erfüllen will, dabei aber in der Meinung. Greta befinde sich im Gasthof. irrtümlicherweise bei einer Gasthofmagd fensterlt, und dadurch in Konflikt mit deren Liebhaber Lenz. einen urwüchsigen, bayerischen Knecht, gerät. Dr. Hemann ist es mit dem Geheimrat Martius einen Tag darauf auch gelungen, mit Hilfe einer Vermißtenanzeige bei der Polizei Greta aufzustöbern und auch Dr. Hemann will möglichst rasch die Bedingungen Gretas erfüllen. Als Nicht=Eingeborener muß er sich allerdings über die Bräuche des Fensterlns näher unterrichten lassen und der Förster, der wohl merkt, daß Greta diesem Mann nicht ihre Neigung schenkt, tut ihm den Gefallen und gibt Dr. Hemann einen äußerst komplizierten Unterricht im Fensterln. Dr. Hemann hat nun, Bertl Aldinger und Georg Bauer in„Ha in Oberbayern“ durch die Tücke des Försters irre geleitet, das Pech seine erste Uebung im Fensterln ausgerechnet bei der ältlichen Haushälterin des Försters zu machen Aber noch ein drittes Paar, nämlich Martl und seine Braut Anni finden die Lösung ihres eifersüchtigen Streites in jenem oberbayerischen Brauch und zwar fensterlt diesmal auch Anni bei ihrem Mart., und zwar in der Meinung. Martl habe Greta in seinem Zimmer. So gelingt es Martl. der mit Greta gar keine Bezithungen hat. die eifersüchtige Anni wieder für sich zu gewinnen. In einem Jahrmarkt, der am nächsten Tage in einer nahegelegenen Ortschaft stattfindet, finden „Manja Valewska Mania Valewska, ein Kongreßfilm der Ufa. ist der erste filmische Verluch einer jungen Autorin, Maria Stephan, die sich durch zahlreiche Filmaufsätze einen Namen in der Fachwelt eroberte. Sie wählte einen Stoff aus dem Vorkriegsrußland, Das Warschau von 1905. Der Architekt Hans alle diese Verwicklungen eine glückliche Lölung: Greta findet ihren Fred Amling. Dr. Hemann hat erhebliche Fortschritte in der Kenninis der oberbayerischen Bräuche gemacht. Geheimrat Martius ebenfalls und Martl kann sich nun, ohne mit Greta belastet zu sein, seiner Anni widmen, I A ist nun ganz in Oberbayern aufgenommen. Jeglicher Konfliktstoif ist befeitigt und die Mißverständnisse, die auf dem Gegeniatz zwischen Nord und Süd au gebaut sind, haben sich vor den gemeinsamen Interessen und Leidenschalten als unerbeblich herausgestellt. Kind liebt wie nur je eine Mutter, setzt sich zur Wehr und sucht ihren früheren Gatten im Hotel auf. um ihr Kind zurückzu ordern Es kommt zu einer erregen Ausetgandersetzung, wobei die junge Frau den Grafen mit dem Revolver bedroht. Das Kind tritt dazwischen und glücklich schließt diPeter Petersen als Graf Alexander Valewska, Maria Andergast als Gräfin Raminska und Traudl Stark als kleine Sasja in„Manja Valewska", Ledersteger wußte diese Welt mit feinem Einstellungsvermögen lebendig zu machen, in der wir ein Drama erleben, wie es mehr als einmal die Welt von damals bewegte. Manja liebt einen jungen Offizier, Jaro von Oginski, und wird wiedergeliebt. Aber der Regimentskommandeur verweigerte den Ehedispens, da Oginski nicht begütert ist und außerdem vom Vater der als Spieler belastet ist. So kommt es zu der Ehe zwischen Manja und dem viel älteren Grafen Alexander Valewiki. Auch das Kind, das aus dieser Ehe bervorgeht, kann das Verhältnis der beiden Menschen nicht glücklich gestalten, denn im tiefsten Herzen liebt Manja immer noch ihren Jaro. Ihre Schwägerin. Gräfin Pola, weiß ihr das Geheimnis dieser Liebe zu entlocken. Es kommt zur Trennung der beiden Eheleute und Mania zieht nach Petersburg, wo sie Orginski wiedertrifft, der sich inzwischen in der Armee ausgezeichnet hat und befördert wurde. Die alten Beziehungen werden wiedel aufgenommen, bis der Graf dazwischentritt und das Kind zu sich nimmt, da es von der Mutter angeblich vernachlässigt würde. Manja, die ihr Mutter ihre kleine Sasja in die Arme und verläßt das Zimmer. Kurz darauf findet man den Grafen erschossen auf. und neben ihm— den Revolver seiner Frau. — In der Verhandlung, die sich gegen die schwerbelastete Manja richtet. wird das Kind die Retterin seiner Mutter. Ein Film. reich an dramatischen Akzenten, der die Hand eines reifen Spielleiters, die Darstellung durch erfahrene Schauspieler benötigt. Die Hauptrolle der Mania wurde Maria Andergast anvertraut, die nach ihrer Entdeckung durch Louis Trenker in dem Film„Der verlorene Sohn“ einen raschen Aufstieg erlebte. Ihre Natürlichkeit, ihre Menschlichkeit schlechthin macht sie für diese Rolle besonders geeignet. Ihr Partner Hans Schott=Schöbinger ist ein Neuling im Film. aber seine Theatererfolge als jugendlicher Bonvivant in Wien und Frankfurt a. M. lassen Gutes hoffen. In weiteren Rollen begeanen wir Peter Petersen, Olga Tschechowa. Ernst Dumcke, Rudolf Carl und einem kleinen Filmkind, Traudl Stark. G. H. Olga Tschechowa als Gräfin Pola Valeska und Hans Schott=Schöbinger als Jaro von Oginski in„Manja Belentlo Winkersport im Sauerland Die Schneeverhältnisse im Sauerland sind augenblicklich äußerst günstig. Alle Wintersportorte melden starken Neuschnee so daß am Sonntag einige Sportveranstaltungen durchgeführt werden können. In Meinerzhagen wird der gauoffene KreisWettlauf, Langlauf und Sprunglauf, durchgeführt. Da am Freitag morgen 20 cm Pulverschnee gemessen wurden, kann der Wettbewerb unter Dach und Fach gebracht werden. Der Gaujugendskitag wird nun in Usseln nachgeholt. Hier wurden Freitag früh sogar 30 cm Schnee festgestellt. Die geprüften Jugendführer werden aufgefordert, sich als Kampfrichter für Sonntag zur Verfügung zu stellen. Der Westdeutsche Torlauf wird also am kommenden Sonntag steigen können. Die Wintersportsonderzüge fahren. Der Pressedienst der Reichsbahndirektion Essen leilt mit, daß am Samstag und Sonntag, dem 13. und 14. Februar, die Wintersportzüge zum Hochsauerland nach Winterberg, Willingen, Usseln nach dem Wintersportplan A gefahren werden. Ob die Sonderzüge zum Ebbegebirge gefahren werden, wird m Samstag bekanntgegeben. Erste Schwimmveranstallung der 1G Bochum-Ehrenfeld Die Schwimmgemeinde der Turngemeinde Bochum=Ehrenfeld tritt am Sonntag in der städtischen Badeanstalt an der Marienstraße erstmalig mit einem Dreiklubkampf an die Oeffentlichkeit, wozu sie die beiden Schwimmvereine Neptun Dortmund und Poseidon Wanne=Eickel verpflichtet hat. Alle drei Vereine verfügen über beachtliche Kräfte so daß es zu einem interessanten und spannenden Kräftevergleich kommen wird. Wie das Treffen auslaufen wird, steht mit Sicherheit nicht fest. Wahrscheinlich wird es zu einem Zweikampf zwischen den Dortmundern und Bochumern kommen, gegen die Wanne=Eickeler„ohne Winterbad“ etwas schwächer erscheinen. Der Klubkampf, der nur von den Männern der orei beteiligten Vereine bestritten wird, sieht folgende Kämpfe vor: Sechsmal zwei Bahnen Kraulschwimmen, viermal vier Bahnen Brustschwimmen, sechsma zwei Bahnen Lagenschwimmen, zehnmal zwei Bahnen Brustschwimmen und Kürspringen. Als Rahmendarbietungen werden die Frauen dreimal zweBahnen Brustschwimmen, dreimal zwei Bahnen Kraulschwimmen, dreimal zwei Bahnen Lagenschwimmen sowie Figurenlegen zeigen. Außerdem gibt es noch Vorführungen im Rettungsschwimmen, Kunstschwimmen und als Abschluß ein Wasserballspiel zwischen Neptun Dortmund und dem veranstaltenden Verein. Besonders gespannt darf man auf das Kürspringen sein, wo die derzeitig besten Bochumer Springer Nitzgerski(Ehrenfeld) und Müller(BlauWeiß) aufeinander treffen werden. Letzterer nimmt als Gast außer Wettbewerb an der sicher vielversprechenden Veranstaltung teil. Grauerholz-Lehrgang in Bochum Am Samstag und Sonntag wird Hermann Grauerholz, der bekannte Bremerhavener Turnlehrer und Schöpfer der chorischen Bewegung in Bochum weilen und in zwei Lehrgängen unsere heimischen Lehrerinnen und Turnerinnen mit seiner Idee vertraut machen. Grauerholz hat sich das Ziel gesetzt, über die große Gemeinde der leibesübungtreibenden Deutschen volkhafte Spiele zu gestalten. Von seinen bisher aufgeführten Werken, die ihren Weg durch ganz Deutschland machten, seien genannt:„Die Saar ist frei“,„Es griff ein Volk zum Spaten“, „Deutscher hilf“,„Olympia“ und„Frauenwerk“. Sein neuestes Werk betitelt„Die tanzende Kumpanei“ ist ein Frauentanzspiel nach der Art mittelalterlicher Mysterienspiele. Es wurde kürzlich mit großem Erfolge uraufgeführt. Da auch in Bochum das Interesse für Grauerholz sehr groß ist, werden die beiden hier am Wochenende stattfindenden Lehrgänge sicher einen guter Besuch aufzuweisen haben. Wieder ein Tag der Favoriten? Die Spiele in Gruppe Bochum der Bezirksklasse In der Gruppe Bochum dürfte wahrscheinlich erst das Zusammentreffen der beiden Spitzenmannschaften Schwelm und MBV Linden in Linden für die Meisterschaft entscheidend sein, denn es ist kaum anzunehmen, daß eine der Mannschaften bis dahin Punkte abgeben wird, besonders nicht morgen, wo beide auf verhältnismäßig leichte Gegner, wenn auch auf Abstiegskandidaten treffen. Westfalig Bochum— SpGem. Wattenscheid. Die Besucher aus Wattenscheid haben immerhin noch einige Meisterschaftshoffnungen, wenn sie auch aus eigener Kraft nicht mehr zum Titel kommen können. Zweifelsohne stellen sie eine der stärksten Mannschaften der Gruppe. Das haben in der ersten Serie sämtliche Bochumer Mannschaften erfahren müssen. Auch die Westfalia, die morgen Gelegenheit zu einer Revanche erhält. Die wird ihr aber selbst auf eigenem Platze schwer fallen, denn der Gegner hat einen vorzüglichen Sturm, der die zum Siege nötigen Tore schießen sollte. 3TB Werne— FC Schwelm. Die Werner sind durch die schwachen Schußleistungen ihrer Stürmer auf den letzten Platz zurückgefallen und haben trotz aller Bemühungen noch nicht Boden gutmachen können. Die Mannschaft ist gar nicht so schlecht, aber was nützt das gute Feldspiel, wenn keine Tore fallen. Immerhin wird Schwelm am Sonntag starken Widerstand finden, diesen aber mit seiner körperlich überlegenen Mannschaft brechen. SC Dahlhausen— Sportring Gevelsberg. Zwei Tabellennachbarn, die beide noch vom stieg bedroht sind, stehen sich hier gegenüber. Sie haben in den letzten Spielen mit beständigen Leistungen aufgewartet, besonders die Dahlhauser, denen wir morgen zumindest ein Unentschieden zutrauen. das für sie sehr wertvoll ist und sie etwas weiter aus der Gefahrenzone bringen würde. Gevelsberg hat eine sehr starke Hintermannschaft. Die Tagesform wird entscheidend sein. Witten 92—.8B Linden. Die Lindener haben teinen leichten Gang vor sich, denn einmal hat ihnen gerade Witten 92 niemals sonderlich gelegen, und dann ist die Platzmannschaft auch schon in die Abstiegszone geraten. Der MBV darf sich jedenfalls keine Blöße geben und muß den Kampf mit vollem Einsatz seiner spielerisch nicht geringen Mittel durchführen, will er nicht eine unangenehme Ueberraschung erleben und die ihm winkende Meisterschaft gefährden. Tura Altenvoerde— Ver. Preußen 07 Bochum. Die Preußen sind zu spät in Fahrt gekommen. Für die Meisterschaft ist nicht mehr viel zu erhoffen, aber einen der vordersten Plätze wird die Mannschaft belegen. Im vergangenen Jahr erlebte sie in Altenvoerde eine unangenehme Ueberraschung in Form einer Niederlage, die aber wenig ins Gewicht fiel. Auch hat sie das Unentschieden des Vorkampfes in Bochum gutzumachen, und das sollte die Mannschaft auch durch einen überzeugenden Sieg tun. BfB Börnig— TG Bochum=Ehrenfeld. Die beiden Neulinge und vorjährigen Gegner im Kampf um den Aufstieg stehen sich gegenüber. Ehrenfeld weiß aus Erfahrung, wie schwer in Börnig zu gewinnen ist. Der Gastgeber hat keine großen Hoffnungen auf die Meisterschaft mehr, nachdem er am letzten Sonntag von Preußen Bochum geschlagen worden ist, aber einen Sieg über Ehrenfeld trauen wir ihm doch zu. A Gruppe Gelsenkirchen: BV 12 Gelsenkirchen— SC Hassel TB Eickel— VfB Bottrop SpFr. Gladbeck— Viktoria Recklinghausen Union Gelsenkirchen— Gelsenguß Gelsenkrchen Union Recklinghaufen— Schw.=Gelb Gladbeck Gelsenkirchen 07— SpVg. Röhlingbausen Großes Punktespielprogramm in den Kreisklassen des Kreises Bechum Auch in den Kreisklassen sind vorerst noch keine Entscheidungen hinsichtlich der Meisterermittlung zu erwarten, wenngleich sich mancher der Favoriten einen schönen Vorsprung erkämpft hat. Nachdem am letzten Sonntag die Potalvorrunde abgeschlossen worden geht es nun mit Volldampf wieder in die Punktepiele. Es spielen: 1. Kreisklasse. Grupve 1: SpSp Gerthe— Phönix Bochum Teutonia Riemke— VfB Gerthe BV Herne=Süd— Germania Herne V Sodingen— Preußen Wanne Jahn Holsterhausen— Wanne 1911 Reichsbahn Wanne— Rasensport Herne Vier Lokaltreffen finden in der Gruppe statt. In veien dürfte der Sieger gegeben sein, denn es ist nicht anzunehmen, daß Teutonia Riemke gegen den VfB Gerthe und Germania Herne gegen Herne=Süd verlieren werden. Aber die beiden anderen werden bart umkämpft sein. SpSp Gerthe braucht noch einige Punkte, denn in den letzten Spielen hat die Elf schlecht abgeschnitten, und man wird sich in Gerthe gegen den Phönix ordentlich zur Wehr setzen und vielleicht auch einen Punkt retten. Ob das Spiel in Holsterhausen durchgeführt wird, ist fraglich, da Jahn mit Platzsperre bestraft worden ist. In Wanne sollten die Holsterhausener keine großen Siegesaussichten haben. Der mächtig erstarkte SV Sodingen könnte Preußen Wanne eine Ueberraschung bereiten und Reichsbahn Wanne wird sich gegen Rasensport Herne knapp behaupten. Grupve 2: Polizei=SV Bochum— Langendreer SpSp Stiepel— Westfalia Weitmar Langendreer 04— SV Bochum=West TuS 26 Altenbochum— Concordia Bochum Union Günnigfeld— Rasensport Bochum Der Tabellenführer Polizei=SV trifft in Langendreer 07 einen Gegner an, der lange nicht mehr das frühere Können aufweist und eine Niederlage, zumal auf dem Platze am Lobberg, nicht vermeiden wird. Hart umstritten wird der Kampf in Stievel zwischen den beiden Nachbarn sein. Westfalia hat am Sonntag den SC Altenbochum geschlagen und damit den Willen kundgegeben, sich in der Klasse unter allen Umständen zu behaupten. Andererseits ist Stiepel zurzeit in bester Form, so daß der Ausgang des Treffens ungewiß ist. Langendreer 0 ist ebenfalls erstarkt. Die Mannschaft hat auf die Pokalspiele verzichtet und in den letzten Kämpfen ihren Tabellenstand gut verbessert. Bochum=West wird es schwer haben, auf dem Platze des Gegners zum Siege zu kommen. Der TuS 26 tämpft um den Verbleib. Drei Potalspiele hat er siegreich beendet, ein Beweis dafür, daß er in dem kommenden Kampf um den Verbleib gut gerüstet ist. Vielleicht wird das am Sonntag die Concordia schon spüren. Union Gunnigfeld steht in der Abstiegszene. Rasensport hat letzthin wenig überzeugen können, ein Sieg wird den Gästen in Günnigfeld schwer fallen, ist aber möglich. 2. Kreisklasse. Gruppe 1: Hansa Herne— BC Hordel BV Gerthe=Hiltrop— Rosensport Wanne Fortuna Wanne— Constantin Herne Die beiden morgen spielenden Bochumer Mannschaften sind zu spät in Form gekommen, so daß es heute schwer ist, dem Abstieg zu entgehen. Horde. hat auch in Herne Gewinnaussichten, Hiltrop ebenfalls auf eigenem Platz, aber wir glauben, daß selbst Siege nicht mehr viel nützen werden. Fortuna Wanne wird einer Niederlage nicht entgehen. Gruppe 2: SpFr Wattenscheid=Ost— SC Werne 10 Preußen 11 Bochum— DSC 31 Bochum Langendreerholz— SV Wattenscheid 19 Fortung Bochum=Weitmar— Kaltehard TSVg Laer 87— Germania Querenburg Das wichtigste Spiel findet in Wattenscheid natt. Wattenscheid=Ost ist Tabellenführer. Der SC Werne 19 hat etwas Boden verloren, er wird bei einer Niederlage kaum noch den zweiten Platz belegen können. Daß er verliert, steht aber noch nicht fest, denn die Wattenscheider haben in den letzten Freundschaftsspielen gerade nicht überzeugen können. Preußen Bochum wird seine Anwartschaft auf den zweiten Platz durch einen klaren Sieg erhärten, ebenso wird Langendreerholz sich nicht aus der Spitzengruppe verdrängen lassen. Der Ausgang der beiden anderen Treffen ist völlig offen. 3. Kreisklasse. Borussia Bochum— Post=SV Bochum TuS Engelsburg— SV Herne 16 TuS Hannibal— SV Kortum Bochum Der Post=SV Bochum hat an Spielstärke gewonnen und wird Borussia in Bochum=West ein gutes Spiel liefern. Der eigene Platz spricht etwas zugunsten der Borussen. Engelsburg, der Tabellenführer, hat in Herne 16 nicht viel zu schlagen, und auch der SV Kortum wird in Eickel zu einem Siege kommen. Gruppe Dortmund: Arminia Marten— Union Haspe Castrop 02— Unna 08 SC Hörde— Alemannia Dortmund SpFr. Dortmund— TuBV Mengede Hagen 72— BC Bövinghausen BV Brambauer— DSC Hagen Handball Um die Bezirksmeisterschaft Am Sonntag beginnt der Kampf der fünf Gruppenmeister der Bezirksklasse um die Bezirksmeisterschaft. Die beiden Besten nehmen an den Gauaufstiegsspielen teil. Die ersten Begegnungen sind: VfTuB Henrichshütte— Sportring Gevelsberg Vorussia Dortmund— TuS Holsterhausen Die beiden Mannschaften der Hagener Gruppen haben sich gegen die spielstarken Hagener Vereine durchgesetzt. Der Bochumer Gruppenmeister hat in Dortmund Gelegenheit, seine Spielstärke zu beweisen. Bezirksklasse TV Friesen Bochum— MBV Linden Das letzte Spiel müßte mit einem klaren Sieg der Friesen enden Kein Sportdienst der HI=Mitglieder am Sonntag vormittag. Der Kreisjugendwart im DLR Burghardt teilt mit: Aus Anlaß der Eröffnung des Reichsberufswettkampfes für den Gau Westfalen=Süd in Bochum sind sämtliche HI=Mitglieder von jeglichem Sportdienst am kommenden Sonntag vormittag zu beurlauben, damit ihnen die Teilnahme an der Eröffnungsfeier ermöglicht wird. 4 Morgen um 8,30 Uhr treffen sich die Renn= und Wanderfahrer des RV Westsalia 1895 Bochum an der Wirtschaft Diederichs in Marmelsbagen zum ersten diesjährigen Straßentraining als Vorbereitung auf die Fernfahrt Bochum—Münster. Die Schwimmer opfern Reichsfachamtsleiter Georg Har hat anläßlich des WHW=Opfertages des deutschen Schwimmsports folgenden Aufruf erlassen: Wie im Vorjahr, so rufe ich auch heute wieder alle Schwimmer und Schwimmerinnen auf, am 14. Febr. d. J. den Opfertag des deutschen Schwimmsports für das vom Führer geschaffene Winterhilfswerk des deutschen Volkes durchzuführen. Ich erwarte von allen Schwimmvereinen und=Abteilungen, daß sie sich=wie derum mit gewohnter Tatkraft und Entschlossenheit für dieses große soziale Hilfswerk einsetzen, damit auch der deutsche Schwimmsport seinen Teil dazu beitragen möge, um die Not ärmerer Volksgenossen lindern zu helfen. Alle schwimmsportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen, Kameradschaftstreffen, Vortragsoder Filmabende usw. stehen an diesem Tage im Dienste des Winterbilfswerks. Ich wende mich wieder an den Opfersinn aller deutschen Schwimmer und Schwimmerinnen und bin überzeugt davon, daß durch den selbstlosen Einsatz aller verfügbaren Kräfte der gewünschte Erfolg nicht ausbleiben wird. Georg Har, Reichsfachamtsleiter. Schach Mannschaftsmeisterschaften im Schachkreis Bochum Die zweite Runde der Mannschaftstämpfe im Schachkreis Bochum wird am Sonntag ausgetragen. A=Klasse. Gruppe 1: Schachv. Günn gfeld— Schachfr. Weitmar Königsspringer Bochum— Schachv. Welper Schachfr. 25 Bochum— Bechumer Schachgesellsch. In der Gruppe 2 gibt es nur die Begegnung Schachfreynde Witten=Ost— Schachklub Altenbochum, weil der Kampf Schachkub Langendreer— Bochumer Schachverein 02 verlegt ist und der Schachverein Werne spielfrei ist. B=Klasse: Schachv. Wattenscheid— Schachv. Linden Bochumer Verein— Schachfr. Wattenscheid Schachfr. 25 Bochum 2.— Schachv. Harpen C=Klasse: Schachv. Witten=Stockum— Nimmer patt Laer Schachkl. Altenbochum 2— Bochumer Schachges. 2. Schachfr. 25 Bochum 3.— Bochumer Verein 2. Die Kämpfe dieser Runde werden denen der ersten Runde an Schärfe nicht nachstehen. WIRTSCHAFTS. Die Börsen Berlin; Aktien nachgebend.— Renten wenig verändert. Berlin. 12. Februar. Nachdem im Verlauf der gestrigen Börse eine leichte Be#ebung des Geschäfts zum Durchbruch gekommen war, ergaben sich heute an den Aktienmärkten meist wieder leichte Rückgange. Mit Interesse sieht man der heute zu erwartenden Bekanntgabe der Ueberleitungsgesetze für die Reichsbank und die Reichsbahn entgegen. Am Montanmarkt gaben Hoesch, Mans'eld und Rheinstahl um je 1½ Prozent. Deutsche Erdöl minus 1½ Prozent nach. Chemische Papiere knapp behauptet, nur Farben ermäßigten sich auf Sperrmarkabgaben um 1 Prozent auf 167½. Von Elektround Tarifwerten bröckelten Siemens um insgesamt 3 Prozent ab. Im Gegensatz zur Allgemeintendenz lagen Kaliwerte recht fest. insbesondere Aschers leben mit plus 2 Prozent. Von den übrigen Märkten ertitten größere Einbußen nur noch Muag mit minus 1¼. Berger, Aschaffenburger Zellsteif und Junghans mit je minus 1 Prozent. während Engelhardt=Brauerei um 1½ und Orenstein um 5 Prozent anzogen. Von Verkehrswerten gaben Reichsbahnvorzüge nach den letzten Erholungen erst mals wieder um Prozent auf 121½ nach. Am wantonmarkt blieb es zunächst ziemlich still. Kursveränderungen von Belang traten kaum ein. Reichsaltbesitz eröffneken mit 120.60 unverändert. ermäßigten sich dann aber um 10 Pig, die Umschuldungsanleihe wurde wie gestern mit 91.70 festgesetzt.— Bei der amtlichen Verliner Devisennotierung stellte sich das Pfund auf 12.185 (12,205), der Dollar auf 2,49(2,491), der Gulden Bochum siegte 13:7 Die Bochumer hatten ihre Kameraden aus Wuppertal zum Klubkampf verpflichtet, die in der Plaza vor gutem Besuch mit ansprechenden Leistungen aufwar teten. Igd.=Federgewicht. Einen flotten Kampf lieferten sich Fischer(B) und Kürten(W). Der Gast zeigte in dem harten Kampf den großeren Angriffsgeist und kam zum verdienten Punktsieg Igd.=Leichtgewicht. Weitkämper(B) war mit Sinemus(W) gepaart. Es gab ein gerechtes Unentschieden. Federgew.: Recht gute Leistungen sah man im Kampf Korte(B) gegen Dohrmann(W). Letzterer zwang den Bochumer zur vollen Entfaltung. Besonders in der Schlußrunde gab Dohrmann eine gute Vorstellung, so daß der Sieg Kortes knapp war. Leichtgew.: Disselbeck(B) beherrschte seinen Gegner Frankenberg(W), der sich lediglich auf die Schlagkraft seiner gefährlichen Rechten verließ, klar. Der Punktsieg Disselbecks war eindeutig Fliegengew.: Röttger(Laer) traf in Nikolaus(W) auf einen Gegner, der verbissen kämpfte und dem Bochumer nichts schuldig blieb. Unentschieden Bantamgew.: Woyke(B) halte gegen Becker(W) einen schweren Stand. In der zweiten Runde brach der Ringrichter den Kampf zu Gunsten des Gastes ab. Mittelgew.: Der Kampf Weinkauf(B) gegen Dahm (W) brachte keine besonderen Leistungen, immerhin genügten die Leistungen des Bochumers zum Punktsieg.— Im zweiten Kampf zwischen Ernst(B) und Gliem(W) gab es ein Unentschieden Weltergew.: Kaisler(B) lieferte einen großen Kampf gegen Langerfeld(W). Harte Schlagwechsel kennzeichneten diese spannende Begegnung. in der Kaisler einen verdienten Punktsieg herausholte. Federgew.: Gaenserig(B) traf auf Stommer(W). Der Bochumer bestätigte seine gute Form und kam zum Punktsieg. Bezirksklasse turnt in W.-Eickel Am kommenden Sonntag werden in der WanneEickeler Stadthalle die Vereinswettkämpfe der Bezirksklasse des westfälischen Industriebezirks im Gerätturnen ausgetragen. Folgende Vereine nehmen teil. Eintracht Dortmund, Jahn Hagen, Germania Hagen=Eilpe, Tus Constantin Bochum, Werts= TV Julia/Baukauer Tkl., TuBV Lünen, Grüne Linde Lütgendortmund, Tgm. Voerde, Herner Togg. 73. VfL Stahlwerke Dortmund, Eintracht Witten, TV Hörde 61. Man darf den TV Eintracht Dortmund, der mit Helmig, Seidler, Hollfelder, Trostheim und Klinger antreten wird, vorn erwarten, doch werden sicherlich auch Togg. Herne 73 (mit Vöpel und Friedrich), TuS Constantin Bochum, VfL Stahlwerke Dortmund und Jahn Hagen in die Endkämpfe eingreifen. Rennen zu Cannes. 1. R.: 1. Champvallon(Kalley), 2. Saxel, 3. Fortunatus. Sieg 298:10, Platz 109.:10 Lustucru, Le Prophete, Yana. 2. R.: 1. Bleu Horizon(Mathet), 2. Viminal. 3. Aneth. Sieg 18:10, Platz 11, 16, 24:10. Ferner: Connetable, Sympathie, Betsy Hurrn, Guilleri. Oupre l’Oeil, Pont au Change 3. R.: 1. Prior(Dugrenot). 2 Seconde, 3. Negro Boy. Sieg 22:10, Platz 12, 12:10. Ferner: Lavandine. Quadine, Delate. 4. R.: 1. Vive le Roi(Galaurchi), 2. Malit Shah. 3. Pop. Sieg 24:10, Platz 12, 11:10. Ferner: Veto. 5. R.: 1. Gold Rush(Bates), 2. Jean de la Chief. 3. Kitzbuhel. Sieg 32:10, Platz. 14, 18, 38:10 Ferner: Dark Story, Mahama, Isara, Galgala, Robber Chief, Tour du Bois, Le Toutard. 6. R.: 1. Gros Marot(Gegant), 2. Djibonti, 3. Pericles. Sieg 29:10. Wichtire Soortveranstaltunnen Tsu-Stadion, Castroper Straße Sonntag, 14. Februar. Anstoß 15 Uhr Gauliga-Meisterschaftsspiel Schalke 04- JuS 08 Vorher Spiel unterer Mannschaften Frauen-Schwimmabteilung des Turnvereins zu Bochum, gegr. 1848 e.V. Uebungsstunden finden unter lachmantischer Leitung statt Dienstags abends n der»àd. Badeanstalt von 19 2 b s 0 15 Uhr für Jugendliche. Badepreis 0.20 RM. und von 20 15 bis 21.30 Uhr für Erwachsene. Badepreis 0.2 RM. Cäste willkommen' Aufnahmegebühr wird bis Schluß des Geschaftsiahres(31. 3. 1937) nicht erhoben. NACHRICHTEN auf 135.77(135.70). der französische Franc auf 11.60 (11.62) und der Schweizer Franken auf 56.80 (56.82). Düsseldorf: Aktien und Kuren schwacher Düsseldorf, 12. Februar. An der heutigen Borse zeigte sich mehr Abgabeneigung. Das herauskom mende Material fand nur an ermäßigter Basis Aufnahme und ergaben sich infolgedessen von ganwenigen Ausnahmen abgesehen. Kursrückgänge von durchschnittlich 9. bis 1½ Prozent. Auf dem Markt der fortlaufend nouerten Werte lagen Farben zunächst kräftig erholt und wurden zum ersten Kurse 2½ Prozent höher bezahlt. Montanpapiere gedrückt. so stellten sich Deutsche Erdö. 1½. Horsch 1½. Rheinstahl*. Harpener M. Mannesmann und Ver. Stahlwerke Prozent billiger. Letztere fielen im Verlaufe nochmals 3 Prozent zurück. Dahlbusch wiesen einen Kursverlust von etwa 2½ Prozent auf. Von den Maschin naktien verloren Muag 13 Prozent, Elektrowerte schwächer. Schuckert 7 Proz. niedriger, während Siemens 1 Prozent einbüßten. Der Kaliaktienmarkt lag fester. Rentenmarkt freundlich und wenig verändert bis auf Reichsbahnvorzüge. die erneut à5 Prozent nachgaben. Der Kurenmarkt zeigte gleichfalls eine schwächere Hal tung. Am Steinkohlenmarkt setzten Constantin 150 RM und Diergardt 250 RM niedriger ein. Deutschlandkure behauptet, Langenbrahm 50 RM höher. Der Braunkohlenmarkt zeigte ein ziemlich unverändertes Aussehen. Am Kalimarkt ginger Beienrode mit einem Kursrückgang von 50 RM stärker aus dem Rahmen. Auf dem Kaliaktienmarkt verloren Burbach ½ n H Von den Kohlenaktien gaben Bergbau Lothringen 1 v. H. und Lothringen Genußscheine ½ v. H. nach. Wir haben uns verlobt Gretel Moll Paul Pries Bochum, den 1. Februar 1937 tri der hl. Familie Bochum. Montag. d. 15 Feb 45 Uhr Beerd gung d. Mi gliedes Franz Schildgen vom Sterbehause, Herne. Bahndo= str. 6 aus Hl. Messe in der Klosterkische am 18 Februar, 7 Urr. Die Mitglieder, besonders jene der St. Marienpfarret, mögen sich recht zahlreich beteiligen. Schlatzimmer ötürig, 220 breit, wie nen, da kein Platz, für 450.— bar zu verk. Hat 950.—K gekoft. FrauMeermann, Bochum, Augustastraße12, 2. Elage. Ausziehiisch 4 gepolst. Stühle, Eiche, neu zu verk. Altenbochum, Aufelohstrasse 90. † Nach Gottes hl. Willen entschllef am Mittwoch, dem 10. Februar 1937, unsere lebe Schwester und Tante Wwe. Auguste Schennen Sie starb nach kurzem Lelden, vorbereltet durch elnen christlich-frommen Lebenswandel, Im Alter von 69 Jahren. Dleses zeigen mit der Bitte um stille Tellnahme an: Die trauernden Hinterbliebenen. Bochum, den 12. Februar 1937. Elsnöstraße 5 (Inbetriebnahme einer Ringosenzlegelel. Die Firma Wember& Co. in Bochum beabsichtigt, ihre Ringofenziegelet auf dem Grundstück Bochum, Dorstener Stratze 821 I, wieder in Betrleb zu nehmen. Dieses Vorhaben wird gemaß§ 17 der Reichsgewerbeordnung mit der Aufforderung bekannt gemacht, Einwendungen nicht privatrechtlicher Natur binnen 14 Tagen bei der unterzeichneten Behörde schriftlich in 2 Stücken oder mündlich zur Niederschrift anzu bringen. Nach Ablauf dieser Frist kön nen Einwendungen nicht mehr erhoben werden. Die Antragsunterlagen liegen im Zimmer 449 des Rathauses, 4. Obergeschotz, zur Einsicht offen. Zur mündlichen Verhandlung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin auf Montag, den 1. März 1937, 11 Uhr, im Zimmer 152 des Rathauses, 1. Obergeschoß, anberaumt. Im Falle des Ausbleibens der Unlernehmerin oder der Widersprechenden wird ohne Rücksicht hierauf Erorterung der Einwendungen erfolgen. Bochum, den 12. Februar 1037. Der Vorsitende des Stadtverwaltungsgerichts. Dle Beerdigung findet am Montag, dem 15. Pebruar, vermittage 10,30 Uhr von der Kapelle des Friedhofes an der Blumenstraße aus statt. Das Seclenhochamt lst verher um 8 Uhr in der St. Antonluskirche. damilienl 2achrichten inden im Anzelgentell unserer Oeltung, dem bekannten Nesmat- u. Jamilsenblatt im mittleren Ruhrgeblet, die gewünschte Beachtung. Bettfedern, Daunen Matratzen, Metallbetten Steppdecken, Schlafdecken Modernste Maschinenanlage zur Rolnlgung von Betten. Ehestandsdarlehen werden in Zahlung genommen. Betten-Schneider Bochum, nur mühlenstr. 2 am Rathaus Gewinnauszug 5. Klasse 48. Preußisch-Shhhentce (274. Preuß.) 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Februar 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM. gezogen 8 Gewinne zu 10000 RM. 38220 60998 106035 255570 6 Gewinne zu 6000 RM. 6542 129871 309242 6 Gewinne zu 3000 RM. 86892 104629 251842 16 Gewinne zu 2000 RM. 18850 28528 67061 106597 117904 162622 190114 248613 40 Gewinne zu 1000 RM. 12922 62734 92702 95199 114884 145842 146696 149835 156639 174621 222563 261753 279773 281467 906888 312313 323447 344657 356269 362855 74 Gewinne zu 500 RM 3102 29099 40950 47781 67990 72263 89289 96005 107924 109819 111370 114922 121328 129163 153728 173827 175969 184716 191407 213491 221274 227352 233656 233711 238337 239871 246072 285033 313386 343284 847196 348638 359381 363433 37898 381620 394390 406 Gewinne zu 900 RM. 3331 3936 3995 5835 6207 6252 8916 8964 12651 12715 16769 18497 19610 21985 22443 26711 26918 28236 28720 28765 30647 32109 32601 33411 33883 83945 36377 37759 38731 39928 40341 46703 47650 49305 51678 52411 56020 56529 62081 65255 67233 68658 69223 70517 72863 72867 73868 76782 79533 83729 87028 88341 91973 93404 93413 93477 96438 100362 103939 105180 107233 107999 109828 113291 113632 116458 118430 123072 125552 129949 132013 139378 141902 142468 142823 142945 143422 144903 145363 146016 149787 150414 150475 150708 151310 151511 162883 153969 155433 164963 166300 172949 173733 178406 178419 178437 179622 180136 181697 183204 186276 188006 190552 191974 195070 195072 197692 198282 200975 201486 204042 205323 208081 213243 217813 220641 230259 235170 238031 238285 243476 246958 253664 254091 259799 263326 264518 265082 265661 266616 268481 269618 272421 272526 274280 274405 275010 277396 278272 281361 282857 288392 288998 290796 290815 293050 295830 297663 298934 299949 300743 301188 301831 302820 303486 807741 309624 311423 315546 915607 317233 317680 319460 319532 324481 324496 329002 330916 33312 333315 336109 339663 340254 948430 349003 350044 350448 351205 352657 352897 353919 364853 360691 862204 363222 370125 370333 377403 378837 380581 384852 385676 387509 387941 388943 388965 389758 389815 390729 392813 393874 398256 399125 Jn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM. gezogen 4 Gewinne zu 3000 RM. 211561 386189 4 Gewinne zu 2000 RM. 47703 90174 160574 216389 226778 275926 333148 8 Gewinne zu 1000 RM. 16623 25734 31071 41167 65896 80551 107018 116467 119646 126413 130089 153937 182576 194296 202931 203968 211136 216038 241349 242474 256436 263983 277395 337921 349602 365682 370541 390593 393943 82 Gewinne zu 500 RM. 1714 4308 5526 6125 8926 48275 64421 77810 96696 101010 106677 129621 143633 146084 164616 163061 166185 169835 175186 176642 188211 199439 200919 206354 211994 219817 225390 250722 252232 266803 270770 276373 276714 292067 843037 343969 353299 353684 363902 387800 394697 398 Gewinne zu 300 RM. 2026 2778 4462 5854 6576 7574 11661 11814 13717 14395 16122 16432 16811 21394 22280 24318 24886 24900 25160 26387 28286 29576 33386 38416 38539 35603 39357 44902 44932 45902 46647 47896 47958 52250 54973 57178 57919 58467 61244 62256 63053 64490 65449 65806 65900 66669 67152 77222 77288 79073 81054 82293 82304 83242 84236 85036 86491 90936 93078 100306 103758 104366 104649 104991 105651 108185 117267 117289 119171 119399 123753 127140 129344 130535 131830 132679 134149 134225 135771 137691 143841 149396 150205 150444 152106 152276 154156 157726 158172 159092 161233 166619 169466 170896 172047 174896 175756 189563 191234 183680 194659 197030 206964 207877 208091 212180 212674 212814 213245 214850 216069 216875 217497 217841 218450 219160 222803 223574 224751 226695 236437 238911 239121 239353 242722 242975 246199 246214 250047 252297 253546 254027 255364 260182 261956 264084 264320 265689 267240 267893 269784 269873 271472 275576 277128 288859 289772 292419 297605 299269 299699 300741 302537 306288 307327 307710 307875 308405 324476 326353 3259 314213 318650 320198 327055 327953 329050 330216 333926 338793 339958 341940 344963 347685 347712 350956 352774 353034 354911 356939 356972 360393 361044 362359 363378 363481 363882 367454 373538 374747 383430 384906 389831 391833 395469 396503 398872 399141 399937 Herzliche Bile Welche edeldenkende Persönlichkeit oder Familie unterstützt braven Jüngling im bevorstehenden Studium der Theologie oder stellt dessen kriegsbesch. Va ter(ehem Art. Wachtmeister) als Boten, Kassierer, Verwalter oder in abnl. Vertrauensposten bei besch. Vergütung ein? Zuschriften u. 2 C. 553 an die Geschäftsst. d. Zig. nausNahe Posen, Buchdr., Buchb., Pa viergesch., beste Lage, Obst= und Gemülsegarten, zu tauschen oder zu verkaufen. Fr. W. Hietzmann Guben. Möbel aber gut sind? Das ist immer die große Frage. 80 Jahre Bestehen bürgen für Qualität. Wilh. Janssen, Bochum, Herner Stratze 7. Mobelhandlung und Polsteret. Gebrauchtes Ehzimmer zu kaufen gesucht. Off. m. Pr. u. B. N. 563 a.d. G.b. Zig.erb. komplett mit Auflagen, sehr preiswert. Neue Wohnküche billig abzugeben. Möbellager Tecklenburg. Bochum, Fahrendeller Straße 20. Speisekartofseln Ztr. 3,80 Weiße Speisekart. Ztr. 3,40A Futterwurzeln Ztr. 2,50 Steckrüben Str. 2.— Runkeln Ztr. 1.— Stroh Ztr. 2.—.4 frei Haus. Bentlage, Bochum, Vereinsstr.34, Nähe Engelsbg. 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Hidde Ebert als Regine und Alfred Schieske als Engstrans wird Ibsens psychologische Gestaltungskraft und ihre Wirkung auf unsere Zeit in interessanter Form zur Diskussion st llen.(Vormiete A). Morgen. Sonntag, abend das große Erfolgsstück des Lustspielplanes„Petermann fährt nach Madeira“ zu kleinen Preisen.(Beginn: 20 Uhr. Nachmittags gesch ossene Vorstellung für die NSG„Kraft durch Freude“. Montag als nächstes Gastspiel der Kölner Oper Verdis„Der Troubadour“ in der ersten Kölner Besetzung. Der Vorverkauf ist bereits eröffnet. (Gelber Ring). hauplkonzert im Schützenhof Der Männergesungverein„Gußstahlglocke“ wird am kommenden Sonntag mit einer großen Konzertveranstaltung auf dem Schützenhof an die Oeffentlichkeit treten. Die Vortragsfolge ist sehr interessant zusammengestellt und bringt in ihrer Vielseitigkeit einen Ueberblick über die verschiedensten Arten neuzeitlicher Choreiteratur. Von Ernst Heuser, dem in Köln lebenden Tondichter, ist die große Chorballade„Hünengräber“ als Einleitung des Konzertes gewählt. Die großangelegte visionäre Dichtung Otto Hausmanns, in der vornehmen Satzweise Heusers, erzählt von den Germanen, die in einer Herbstnacht ihren Gräbern entsteigen und zum Kampfe eilen. Richard Trunk ist wieder mit einem neuen Chor vertreten:„Deutsches Arbeitslied“, einem schwungvollen Hymnus und des Chorleiters Rudolf Hoffmann neuestes Werk„Laß, was sterben muß“ folgt darauf als Uraufführung. Der Text stammt aus der Feder des am 1. Mai v. J. preisgekrönten Dichters Gerhard Schumann und hat den Komponisten zu einer klangvollen Vertonung angeregt, in welcher der polyphone Satz und die Durcharbeitung eines packenden Themas dominieren. Das Lied im Volkston hören wir in 3 Sätzen von Jüngst, Silcher und Hoffmann. Jägers Morgenbesuch von Hugo Jüngst ist nach einer mittelalterlichen Volksweise bearbeitet, Silcher ist mit einem Abschiedslied vertreten und Rudolf Hoffmann bringt ein neues fröhliches Musikantenlied. Schließlich hören wir noch ein sechsstimmiges„Fuhrmannslied“ und den achtstimmigen derben„Schweinauer Tanz", beide im Satz des verstorbenen Berliner Komponisten Moldenbauer. Von den acht Chordarbietungen gelangen fünf zur Erstaufführung. Als Solist ist der stimmgewaltige Bassist der Kölner Oper, Wilhelm Witte, verpflichtet, der mit unserem heimischen Konzertpianisten Otto Enke am Flügel ausgewählte Kompositionen von Franz Schubert, Richard Trunk und Hugo Wolf zum Vortrag bringen wird. Morgen, Sonntag, Konzert des Städtischen Orchesters Bochum im Parkhaus. Unter Leitung von Konzertmeister Curi Tofmann findet morgen, Sonntag, 14. Februar, 16 Uhr beginnend, im Parkhaussaale ein Konzert des Städtischen Orchesters statt. Der Eintritt ist freil Josef=Pieper=Ausstellung in der Städt. Gemäldegalerie Bochum. Sonntag, den 14. Febr., 11,30 Uhr, findet in der Städtischen Gemäldegalerie, Kaiser=Wilhelm=Straße 24, in der Ausstellung von Werken des Staatspreisträgers Josef Pieper Bochum=Düsseldorf, ein Führungsvortrag des Galerieleiters Dr. Reiche statt. Die Gemäldegalerie ist täglich von 10 bis 16 Uhr, Sonntags bei freiem Eintritt von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Die Uraufführung der neuen Oper von Erich Sehlbach:„Galilei“ im Essener Opernhaus am letzten Mittwochabend gestaltete sich für den jungen Komponisten zu einem schönen Erfolge. Der Künstler, der bekanntlich in Essen an den Folkwangschulen tätig ist, wurde den Essenern durch die Aufführung seiner Oper„Die Stadt“ vor einiger Zeit bekannt. Mit Recht konnte man auf Grund der damals gewonnenen Erfahrungen auf die Weiterentwicklung des Schaffens dieses hoffnungsvollen Musikers gespannt sein. Und man darf feststellen, daß diese Oper in mancherlei Hinsicht einen bemerkenswerten Fortschritt in der opernmäßigen und musikalischen Auffassung des Künstlers darstellt. Der Stoff, der dieser Oper zugrunde liegt, und der auch von Sehlbach stammt, ist an und für sich für die opernmäßige Gestaltung recht spröde. Es handelt sich um den großen Physiker und Astronomen Galilei, der in der Vollendung des Werkes eines Kopernikus durch die Entdeckung, das nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des damals bekannten Weltbildes war, eine neue und grundlegende Wendung in der Weltbetrachtung der Menschheit einleitene, und dadurch in einen Konflikt mit der damaligen Kirche geriet. Diese Auseinandersetzung führte zur Verhandlung vor dem Inquisitionsgericht der Kirche. Diesem Stoff, der in der Oper sicherlich der Verlebendigung bedarf, hat der Künstler durch einen Handlungsablauf, der mit seelischen Konflikten geladen ist, und durch die geschickte Gegenüberstellung der Gegenspieler einen vertiefenden Charakter gegeben. Freunde und Anhänger Galileis bangen um das Schicksal des Meisters vor der kirchlichen Gerichtsverhandlung, die dadurch in der Darstellung des Komponisten noch eine besondere Steigerung und Spannung erhält, als durch ein gefälschtes Dokument Galilei des Ungehorsams überführt werden soll, so daß die eigentlich geistige Auseinandersetzung, die hier geschichtlich vorlag, nur angedeutet wird. Letztere hätte sich einer opernmäßigen Bearbeitung auch nicht einordnen lassen. Ist so in geschickter Weise dafür Vorsorge getroffen worden, daß menschliche Empfindungen der Liebe und des Hasses in reichem Maße das Gewebe der Handlung durchziehen, so ist auf der anderen Seite auch die thematische Linie der Musik äußerst blutvoll und lebendig. Hatte der Komponist noch in seiner „Stadt“ sich im wesentlichen in der Abwandlung eines abstrakten Themas bemüht, so zeigt gerade diese Oper insofern einen bemerkenswerten Fortschritt, als sie Menschen mit historischer individueller Eigenart und starken Empfindungen vor uns hinstellt. Damit hängt zusammen, daß der Melodie, dem Gesanglichen u. dem musikalisch Bewegten, ein größerer Raum gegeben wurde als in der„Stadt“, daß das Dramatische stärker betont wird, und daß besonders die Chöre als Ausdeuter des Sinngehaltes der Handlung wie auch als Stimme des Volkes in einen guten und lebendigen Kontrast zu der eigentlichen Kernhandlung der Oper gesetzt werden. Besonders die Schlußzenen der einzelnen Bilder zeigen diese starke Beweglichkeit, und einen Weg von verträumten Lyrismen zu großer kraftvoller Dramatik, die neben der lobenswerten Kürze der Szenen der Aufführung in Essen nicht zuletzt eine so begeisterte Aufnahme verschafften. Erich Sehlbach ist also auf einem gesunden Wege, wenn er den einfachen Empfindungen des Schmerzes, der Liebe, des Hasses usw. in guter singbarer und bewegter Form, dabei die Melodik nicht vergessend, wieder einen größeren Raum in seinem Schaffen gibt und daher auch sicher immer wieder zur opernmäßigen Gestaltung seiner künstlerischen Werke hindrängen wird. Die Musik will hier Ausdruck der Handlung sein, und ordnet sich dieser unter. Seelische Feinheit und Tiefe wechselt mit kraftvoller Dramatik und zeigt eine Vielgestaltigkeit, die für die rechte Bühnenwirksamkeit dieser Oper entscheideend wurde. Man merkte es allen Beteiligten an, daß sie mit Freude und Hingabe bei der Sache waren Wolf Völker hatte sich besonders befleißigt, durch gute Bewegung der Chöre, die von Kindler einstudiert waren, die Lebendigkeit der Handlung zu unterstreichen, und auch in den Einzelszenen einen schönen Ausgleich zwischen den Anforderungen des Gesanglichen und des Theatralischen zu finden. Albert Bittner am Pult dirigierte das Geschehen dramatisch und feinfühlig, und Hermann Härtling hatte hervorragende Bühnenbilder geschaffen, die durch die Tiefe der Raumwirkung und durch Farbigkeit auffielen.— In der Titelrolle gewann Erwin Röttgen durch einen sympathischen Einsatz seiner schönen stimmlichen Mittel und durch eine würdige und überlegene Gestaltung seiner Rolle. Kurt Nodeck als der eifernde Mönch Galilei wußte durch Stimmführung und Spiel den Gewissenskonflikt seiner Nolle sehr gut darzustellen Clemens Kaiser=Breme als Lionardo und Lothar Lessig in der Rolle des Großinquisitors schufen eindrucksvolle Gestalten, in einer kleineren Rolle Josef Moseler als Student. Erika Schmidt konnte überzeugend die Gestalt der gläubig den Meister verehrenden Frau darstellen, während Wera Wicktors als sorgende Frau und der Mönch des Mar Kerner zum Schlusse noch lobend erwähnt seien.— Bereits nach den ersten Szenen setzte starker Beifall ein, der sich zum Schlusse zu einer eindrucksvollen Danke bezeugung für den Komponisten und die übrigen Beteiligter steigerte. Der Erfolg der Uraufführung war allzu offenkundig, als daß man sich verhehlen könnte, daß dieses Werk wahrscheinlich in kürzester Zeit seinen Weg auch zu anderen Bühnen finden wird. Dr. Klösters. 100 Kleist-Aufführungen in einem Jahre Eine beachtliche Leistung des Stadttheaters Bochum. Wohl kaum eine deutsche Bühne kann sich rühmen, im Laufe ihres Bestehens den größten deutschen Dramatiker innerhalb eines Jahres so oft zur Aufführung gebracht zu haben, wie das Stadttheater Bochum. Seit der Erstaufführung des „Prinz von Homburg“ ist knapp ein Jahr vergangen, und trotzdem konnte das Stadttheater Bochum unter stärkstem Interesse der gesamten deutschen Thrateröffentlichkeit das ganze dramatische Werk Heinrich von Kleists in nahezu 100 Auffübrungen bieten. Die letzte Kleist=Woche mit der zyklischen Aufführung des gesamten Werkes konnte bei fast durchweg ausverkauften Vorstellungen erneut dartun, wie sehr gerade Kleist auch heute noch zur Erneuerung des deutschen Theaters beiträgt. Zahlreiche Bestellungen konnten nicht berücksichtigt werden. Aus diesem Grunde hat sich das Stadttheater Bochum— da es im Augenblick spielplantechnisch nicht möglich gemacht werden kann, vorerst das ganze Werk noch einmal zu wiederholen— entschlossen, die drei letzten Werke noch einmal unter dem Gesamttitel„der völkische Kleist“ zu bieten, und zwar beginnen die Aufführungen am Freitag. 19. Februar. 19 Uhr mit „Käthchen von Heilbronn“; es folgen am Samstag. 20. Februar, 19 Uhr. und am Sonntag 21. Februar, 11 Uhr„Prinz von Homburg“, am Sonntag. 21. Februar, 19 Uhr„Die Hermannsschlacht“ als Abschlußaufführung und zugeich aus Anlaß des Heldengedenktages. Vorbestellungen können noch entgegen genommen werden. * Die Aufführung des Volksstückes„Petermann fährt nach Madeira“ von August Hinrichs am Sonntag. 14. Februar, 20 Uhr. ist nicht— wie auf dem Plan angezeigt wurde— außer Vormiete, sondern für den Blauen Ring angesetzt. Karten für alle Platzgruppen sind trotzdem auch im freien Verkauf erhältlich Nachdem der Ortsverband Bochum der NS=Kulturgemeinde durch die Aufführungen des Bochumer Stadttheaters und der Kölner Oper auf diesem Gebiete wertvolle deutsche Kunst vermittelt hat, nachdem er ferner durch seine bisherigen Kulturveranstaltungen Meister der Dicht= und Vortragskunst zu Worte kommen ließ, wendet er sich nun einem neuen Zweig deutschen Kunstschaffens zu, dem Gebiete der Musik. In das Reich der Töne soll erstmalig das Sinfoniekonzert am Sonntag, dem 21. Febr., 20 Uhr, mit dem Orchester der Deutschen Musikbühne (Reichswanderoper), Berlin, führen, das dem Kulturring I und III als Pflichtveranstaltung geboten wird und für das die Mitglieder des Kulturringes 2 Gastkarten in der üblichen Weise erhalten können. Mozart, Beethoven, Franz Schubert und Richard Wagner werden in ihren herrlichen Schöpfungen zu uns reden. Außer drei Sätzen aus der berühmten„Haffner=Serenade“ und dem bekannten Fagott=Konzert, wird das „Siegfried=Idyll“ von Richard Wagner und als krönenden Abschluß die 1. Sinfonie L. v. Beethovens aufgeführt. Solisten: Margarete Lückel=Patt(Alt), Adolf Kande(Violine), Willi Steinhauer(Fagott). Am Donnerstag, dem 18. Februar, 20,15 Uhr, findet im Kammermusiksaal des Parkhotels Haus Rechen durch Musikdirektor Hans Herwig(Hagen) eine Einführung in das Konzert statt(mit musikalischen Erläuterungen am Flügel). Der Eintritt ist frei. Kath. Akademiker=Verein Bochum Montag, den 15. Februar, 20,30 Uhr, spricht im Hotel Monopol Dr. Braig, München, über das Thema:„Die Bedeutung der Klassik und Romantik für die Entwicklung des katholischen und deutschen Geistes“. Paderbörner=Verein Bochum. Sonntag, den 14. Februar, nachmittags 4,30 Uhr Generalversammlung im Vereinslokal Joh. Schiffmann, Metzstr. 24. Der Vorstand. Roman von Harry Hoff Nachdruck verboten (1. Fortsetzung) Während der Zugführer sachlich und ruhig seine Anordnungen traf, um wieder Ordnung herbeizuführen, trat ein Herr auf ihn zu und sagte:„Ich bin Lebrun von der Pariser Kriminalpolizei. Sie kennen vielleicht meinen Namen?“ Der Zugführer leuchtete ihm ins Gesicht.— „Haben Sie einen Ausweis?“ fragte er sachlich, während er nebenbei einem Schaffner noch rasch eine Weisung gab. Lebrun hielt seine Legitimationskarte in den Schein der Laterne. Der andere prüfte sie. Dann reichte er dem Beamten die Hand hin „Das ist ja ein glücklicher Zufall, daß Sie sogleich da sind, Herr Kommissar!“ sagte er froh bewegt.„Sie waren im Zuge?“ „Jawohl. Mit noch drei Kollegen, zwei Engländern und einem Deutschen, die zu Studienzwecken im Austausch zu uns gekommen sind. Man erwartet uns in Marseille. Aber nun gibt es wohl hier zu tun. Wollen Sie sich mir freiwillig unterstellen?“ Der Zugführer überlegte nicht lange. Unter Lehrun, dem berühmtesten Kriminalisten Frankreichs, zu arbeiten sei keine Schande, erwidert er mit verhaltenem Lächeln. „Na schön. Wie heißen Sie eigentlich.“ „Gaston Bois, Herr Kommissar!“ „Wir wollen sofort die Gegend hier absuchen lassen. Es liegt ein Attentat vor. Wieviel Leute haben Sie zur Verfügung?“ „Einen Packwagenschaffner, zwei Postbeamte, zwei weitere Schaffner und die beiden Schlafwagenkontrolleure. Das weibliche Personal zählt wohl nicht mit." Lebrun strich sich über das scharfe Kinn.„Hm. Vielleicht beteiligen sich auch einige Passagiere an der Aktion. Kennen Sie diese Gegend etwas?“ „Wenig, Herr Kommissar. Aber man wird schließlich ortskundige Leute finden!“ „Schön. Die Sache nehmen Sie in die Hand!“ „Verzeihen Sie bitte, Herr Kommissar, aber ich darf den Zug nicht verlassen!" „Richtig! Dann werden wir also.. Ein Postschaffner trat herbei.„Verzeihen Sie, Kommissar, ich bin aus der Gegend!“ „Schön, sehr schön! Also organisieren Sie eine Suchaktion! Aber sofort, wenn ich bitten darfl" Geschäftig hastet der Mann davon. Lebrun wendet sich wieder Bois zu.„Haben Sie übrigens nach der Gegenstation Nachricht gegeben?“ „Jawohl. Ist sofort geschehen. Alle Vorkehrungen sind getroffen, um ein weiteres Unglück unmöglich zu machen.“ Jetzt stehen drei jüngere Herren ehrfurchtsvoll neben dem Kommissar. Es sind seine Begleiter, die mit Spannung in seinen Zügen forschen. „Run, meine Herren“, fragte er,„haben Sie sich an die Arbeit gemacht? Was meinen Sie, was hier vorliegt?“ Der Deutsche trat einen halben Schritt näher. „Ratürlich ein Attentat!“ erwiderte er,„nach Anruf zu urteilen..." „Was für ein Anruf?“ fragte der Kommissar erstaunt. „Ah... Sie wissen nicht? Irgendein Warner rief doch den Zug an!“ „Ein Warner? Ja... und?“ „Die Telephonistin stürzte daraufhin auf den Gang hinaus, um den Schaffner zu suchen. Ihre augenblickliche Erregung steckte die anderen. Reisenden an. Mir kam die Sache gleich höchst verdächtig vor. Da habe ich denn für alle Fälle die Vremse gezogen." „Sie haben..?“ „Jawohl, und hätte ich es nicht getan, dann lägen wir setzt alle mit mehr oder weniger zerschmetterten Gliedern in dem Flußbett da unten! Hätte ich es zwei Sekunden früher getan, dann wären auch noch der Lokomotipführer und der Heizer verschont geblieben. Aber wie konnte ich ahnen...“ In diesem Augenblick wurde dem Kommissar ein Mann vorgeführt, der als kleiner Hofbesitzer hier in der Rähe wohnte. Er glaubte, eine wichtige Aussage machen zu können. Der Kommissar nahm ihn gleich vor. „Wie heißen Sie?“ „Jérome Martin!“ „Sie haben das Unglück beobachtet?“ „Rein.“ „Ja, was wollen Sie denn?“ „Ich, Herr... Herr Kommissar... ich habe aber kurz vorher so einen heftigen Knall gehört, daß ich im Bette auffuhr und gleich auf den Hof lief. Aber da war alles still. Nur der Hund knurrte. Ich beruhigte ihn. Gerade wollte ich wieder ins Haus gehen, als wieder ein Krachen zu mir herüberklang. Ich lief sofort in der Richtung los... und da bin ich nun.“ „So, so... Sie hörten zweimal ein Krachen!“ Lebrun wandte sich den Umstehenden zu.„Das erstemal“, sagte er,„war es die Brückensprengung. Beim zweitenmal handelt es sich um den Absturz der Lokomotive. Es war wahrhaftig ein Segen, Herr Seidler, daß Sie im letzten Augenblick noch die Rotbremse zogen! Sie haben damit vielen Menschen das Leben gerettet!“ „Bei dieser Geschwindigkeit unbedingt!“ flocht der Zugführer ein,„das Tachometer ist auf 126 stehengeblieben!“ Alles starrte den Retter an, der bescheiden zur Seite blickte. Die beiden Engländer schauten einander mit spöttischem Lächeln an. „Ein weiteres großes Glück war es noch“, fuhr Bois fort,„daß die Kuppelung zwischen der Lokomotive und dem Packwagen gerissen ist. Sonst wären die ganzen Wagen noch hinuntergestürzt.“ „Wo ist die Telephonistin?“ fragte Lebrun und löste sich von der Gruppe ab. Lediglich Seidler, der Deutsche, folgte ihm. Im Zuge brannte wieder das Licht. Die Telephonzelle war umlagert. Jeder wollte telegraphieren oder telephonieren, daß ihm nichts weiter passiert sei. Aber der Raum war für jeden Privatverkehr abgesperrt. Er wurde für Dienstgespräche reichlich genug in Anspruch genommen.“ Lebrun sprach zunächst mit der Präfektur in Paris. Man fragte sofort, ob er den Fall nicht gleich in die Hand nehmen wolle. Er lächelte. „Ist schon geschehen!“ Im übrigen berichtete er über die Tat seines deutschen Kollegen. Man stelle ihm gern anheim, wurde ihm mitgeteilt, diesen mit zuzuziehen, sein Einverständnis vorausgesetzt. Dann nahm sich Lebrun die Telephonistin vor. „Erzählen Sie mir von dem Anruf, bitte!“ „Ja... also... Herr Kommissar..." begann die immer noch Aufgeregte,„es wai eine Männerstimme... ich sollte die Notbremse ziehen, wenn mir mein Leben lieb sei! Was sollte ich machen? Ich war ganz durcheinander und wollte den Schaffner rufen.“ „Der Fremde gab keinen Namen an?“ „Rein. Als ich fragte, meinte er, daß mir der gleichgültig bleiben könne.“ „Wissen Sie denn, woher dieser Anruf kam?“ „Ich habe es eben festgestellt. Weil ich schon dachte, daß Sie mich danach fragen würden.“ „Sehr brav von Ihnen, mein Kind! Na und?" „Der Anruf kam aus Valence. Auch die Nummer hat mir die Kollegin dort auf dem Amt verraten, als ich ihr andeutete, worum esesich handelt. Hier ist sie! Ich habe sie gleich notiert!“ Lebrun starrte den Zettel an. Dann sagte er hastig:„Verbinden Sie mich mit der Kriminalpolizet in Valence!“ Nun sprach er längere Zeit mit dem Kollegen, der sich dort meldete. Man müsse sofort den Inhaber der fraglichen Nummer feststellen lassen. Außerdem möge man ihn auf dem Laufenden halten. Wahrscheinlich komme er selber im Laufe des Tages noch nach Valence. Dann wandte er sich wieder den näherliegenden Dingen zu. * Der Hilfszug war angekommen. Die Aufräumungsarbeiten wurden in Angriff genommen. Da auch ein Aerztewagen dabei war, konnte man den unglücklichen Heizer nun einer notwendigen Operation unterziehen. Man hoffte ihn am Leben erhalten zu können. Allerdings mußte man ihm das rechte Bein amputieren. Lebrun freute sich nicht nur vom rein menschlichen Standpunkt aus über die Tatsache, dach Michon am Leben blieb. Der Heizer würde ihm ganz gewiß auch wichtige Bekundungen über die letzten Augenbliche vor dem Absturz der Lokomotive machen können. Auf der anderen Seite des Flusses war inzwischen ein Gegenzug angelangt, der die Fahrgäste weiterzubringen hatte. Zwei Boote waren herangeschaffe worden, mit denen man bei Fachelschein übersetzte Das war aber so mit Schwierigkeiten verknüpft, daß es sich bis in den werdenden Morgen hinzog. Jetzt erst sah Lebrun einen Mann in der Nähe stehen, der, wie es schien, sich dem berühmten Kriminalisten nur zaghaft zu nähern traute. (Fortsetzung folgt.) Tlan din Allan ove 75 Josenn nelannt one wongüclichen Bnnd. GebrauchteAnkaul Elektromotoren Verkauf mit Garantie, auch Transformatoren Ladeaggregate Generatoren Umformer Roparaturen: Umwicklungen Tausch 1 Aenderungen Miete Auswuchtungen Samtliche elektr. Bedartsartikel sehrbiilig! Besichtigen Sie unser Lager! DVNAMO-WERK WANNE-EICKEL Schulze à Sylbe G. m. b. M. W.-Eickel, Dorstener Straße 306 Fernruf: Sammelnummer 41941. Frisch geschlachtete ½ kg 1.- RM. Hasen-Rücken u. 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D. Faupel, zum deutschen Botschafter bei der spanischen Nationalregierung ernannt. General Faupel ist heute durch den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, vereidigt worden Wilhelm Kleinmann zum Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium ernannt. DNB Berlin, 12. Febr.(Drahtb.) Der Führer und Reichskanzler hat den ständigen Stellvertreter des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, Wilhe.m Kleinmann, zum Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium ernannt. Staatssekretär Kleinmann nimmt die Aufgaben des stellvertretenden Generaldirektors und Vorstandsmilgledes der Deutschen Reichsbahn auch weiterhin wahr. Staatssekretär Wilhelm Kleinmann stammt aus Wuppertal. Am 29. Mai 1876 in Barmen geboren, widmete er sich von 1896 bis 1900 dem Studium des Bauingeneurwesens an den Technischen Hochschulen in Berlin und Hannover. Nach Ausbildung bei der Eisenbahndirektion Elberfeld und Erfüllung der Militärdienstpflicht wurde er nach Bestehen der Regierungsbaumeisterprüfung von 1904 bis Kriegsausbruch bei der Eisenbahndirektion Elberfeld, bei der Generaldirektion der Elsaß=Lothringischen Reichseisenbahn in Straßburg und bei der Eisenbahndirektion Saarbrücken verwandt. Mit Beginn des Krieges zum Feldeisenbahndienst eingezogen, wurde Kleinmann zunächst auf dem westlichen und später auf dem östlichen Kriegsschauplatz eingesetzt, wurde 1916 Betriebschef bei der Militäreisenbahndirektion in Bukarest und blieb dort bis zum Rückmarsch der deutschen Truppen. 1918 war er mit besonderem Auftrage in Moskau und St. Petersburg. Mitte 1919 wurde er nach Wilna als Betriebschef der dortigen Militäreisenbahndirektion versetzt und gleichzeitig als Beauftragter des Feldeisenbahnchefs und des Ministers der öffentlichen Arbeiten der deutschen Gesandtschaft in Kowno zugeteilt, um das in Litauen und Lettland zurückgebliebene Eisenbahnmaterial zu sichern. 1920 wurde er als Dezernent nach Kattowitz berufen und am 1. April 1920 zum Oberregierungsrat und Betriebsleiter der Eisenbahndirektion Kattowitz ernannt. An der Abwehr der Aufstände in Oberschlesien beteiligte sich Kleinmann aktiv durch seine Maßnahmen als Betriebsleiter und als Angehöriger des Deutschen Ausschusses. Nach dem Genfer Diktat über die Teilung Oberschlesiens wurde er zu den Verhandlungen über die künftige Gestaltung der oberschlesischen Eisenbahnen hinzugezogen. Nach Abtrennung des entrissenen Gebiets kam Kleinmann Mitte 1922 als Betriebsleiter zur Reichsbahndirektion Oppeln, Januar 1023 wurde er betriebstechnischer Leiter der Oberbetriebsleitung West in Esien. Mit dem Ruhreinbruch siedelte die Oberbetriebsleitung West nach Elberfeld über, von wo Kleinmann den passiven Widerstand der Deutschen Reichsbahn organisierte und die Umleitungen um das besetzte Gebiet durchführte. 1924 wurde er zum Direktor bei der Reichsbahn befördert. In seiner mehr als zehnjährigen Tätigkeit als betriebstechnischer Leiter der Oberbetriebsleitung West hatte er auch bei der Umgestaltung des Güterzugfahrplans in seinem Geschäftsbereich entscheidenden Einfluß ausgeübt. Insbesondere widmete er sich der Beschleunigung des Güterverkehrs und den Maßnahmen für eine wirtschaftliche Betriebsführung. Am 1. Juni 1933 wurde er zum Präsidenten der Reichsbahndirektion Höln bestellt. Am 25. Juli 1933 wurde er zum ständigen Stellvertreter des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn ernannt. In dieser Stellung widmete er sich besonders sozial= und personalpolitischen Fragen. Eine seiner wichtigsten sozialen Taten war die Einführung einer neuen Dienst= und Lohnordnung für die Reichsbahnarbeiter auf der Grundlage nationalsozialistischer Weltanschauung. Gleichzeitig hat er fast in allen sozialen und Wohlfahrtseinrichtungen der Deutschen Reichsbahn die Führung übernommen. Kleinmann gehörte Jahre vor der Machtergreifung der NSDAP an. Als im Mai 1933 zur Klärung von Reichsbahnfragen ein Führerstab bei der Reichsbahn aus Vertrauensleuten der NSDAP gebildet wurde, erbielt er die Leitung dieses Stabes Er ist SABriggdeführer und Mitglied der Obersten SA=Führung. Ebenso ist er der oberste Leiter des Bahnschutzes. Neue Anordnung über den Arbeitseinsatz der Metallarbeiter Salamanca, 12. Febr.(Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Die Einnahme der Stadt Motril durch die nationalen spanischen Truppen wird jetzt auch offiziell bestätigt. Die Besetzung konnte ohne große Schwierigkeiten durchgeführt werden, da sich die bolschewistischen Milizionäre mit Waffen und anderem Kriegsmaterial widerstandslos ergaben. Die siegreichen nationalen Truppen haben ihren Vormarsch im Süden bereits wieder fortgesetzt. Sie befinden sich östlich von Motril auf dem Wege zur Ortschaft Albunel. Bei der Einnahme Malagas wurde übrigens auch der Oberhäuptling der bolschewistischen Milizen von Malaga und Drahtzieher zahlreicher Greueltaten, der Vorsitzende der sogenannten syndikalistischen Partei, der sich„Provinzialchef“ nannte und sich die Würde eines Bürgermeisters DMB Berlin, 12. Febr.(Drahtb.) Zum vierten Male haben vor wenigen Tagen der Reichssugendführer Baldur von Schirach und der Leiter der DAF Dr. Robert Ley die deutsche Jugend zum Reichsberufswettkampf aufgerufen, zum vierten Male beginnt damit am 14. Februar die größte Leistungsprüfung unserer Jungacbeiter und Jungarbeiterinnen. Das Ziel der Prüfung, die nicht ein einmaliger Höhepunkt, sondern ein alljährlich wiederkehrender Ueberblick über die berufliche Schulung sein soll, ist, wie Obergebietsführer Axmann, der Schöpfer und Leiter des Reichsberufswettkampfes, vor Pressevertretern ausführte, der geschulte, fachlich durchgebildete und körperlich gesunde Jungarbeiter. Dieser größte Berufswettkampf, für den 1937 die Schranken der begrenzten Teilnehmerzahl gefallen sind, stellt an die Organisationsleitung ungeheuere Ansprüche. Rund 1 830 000 Lehrlinge nehmen an dem Wettbewerb teil, der unterteilt ist in die berufspraktische, die berufstheoretische, die weltanschauliche und die sportliche Prüfung. Die Erfüllung der geforderten Leistungeen wird mit Punkten bewertet: von sehr gut bis ungenügend. Das ergibt einen Querschnitt durch die Gesamtleistungsfähigkeit aller Teilnehmer überhaupt. Der Hauptwert wird, dem Sinn des Kampfes gemäß, auf die berufspraktische Schulung gelegt, die mit 70 Punkten am höchsten bewertet wird. In der Theorie sind 30 Punkte zu erlangen, in der weltanschaulichen Prüfung 20 und im Sport wird ein allgemeiner Beweis der körperlichen Leistungsfähigkeit verlangt, der mit„bestanden“ oder„nicht bestanden“ gewertet wird. Auch auf dem Lande wird für die bäuerliche Jugend des Reichsnährstandes diese Prüfung durchgeführt, die am 13. und 14. März über 300 000 Jugendliche, das sind 50 000 mehr als im Vorjahr, ablegen werden Ausgearbeitet werden die Aufgaben von den Reichsbetriebsgeeminschaften der DAF, wobei auf das von Malaga angemaßt hatte, gefangen genommen. In seiner Ansprache über den Sender Sevilla teilte General Queipo de Llano mit, daß in der Provinz Malaga hunderte weitere Ueberläufer auf der nationalen Seite eingetroffen seien. Gefangen genommen wurde der Vorsitzende des bolschewistischen Gerichtshofes, der über 5000 nationalgesinnte Spanier zum Tode verurteilt hat. In der Hoffnung, den Anmarsch der nationalen Truppen aufhalten zu können, sprengten die Bolschewisten Deiche und Stauwehre, so daß die Wassermassen weite Gebiete überfluteten, jedoch den beabsichtigten Zweck verfehlten, wie die Einnahme von Motril zeigt. Die nationalen Truppen setzten die Säuberung von Ortschaften fort: Monda, Coin, Alozaina, Alaubesondere wirtschaftliche und wesensgebundene Gefüge der Gaue in der Berufserziehung Rücksicht genommen wird. Träger des RBWK sind die Octswettkampfleitungen. Es sind in diesem Jahr über 4000 Orte, in denen die Jungarbeiter und=arbeiterinnen zum Kampf antreten, betreut von 25 000 Wettkampfleitern, denen über 300 000 ehrenamtliche Mitarbeiter zur Seite stehen. Die Ortssieger treten zum Wettbewerb in den Gauen an, und die Besten dieser Leistungsprüfung werden dann in der Hauptstadt der Bewegung vom 25. bis 30. April den Reichskampf bestreiten. Da sich jeder, ganz gleich mit welcher Schul= oder fachlichen Vorbildung, hier durchsetzen kann, ist eine wirkliche sozialistische Auslese, die Verwirklichung des Leistungsprinzips Eine Rückwirkung dieses Leistungswettkampfes der Jungarbeiter wird ein Wettbewerb der Meister und Werkstätten sein, denn das Können des Lehrlings ist ja bedingt durch die Erfahrung und Schulung, die ihm sein Meister als Lehrherr angedeihen läßt. Die Sieger werden planmäßig betreut werden. Durch finanzielle Unterstützung wird ihnen eine Weiterbildung auf Berufs= und Fachschulen ermöglicht, die Lehrzeit kann abgekürzt werden, Auslandsreisen dienen der Weiterbildung, und die Mädel können die Belohnung als Beihilfe zur Gründung ihres eigenen Hausstandes verwenden. So wird dieser freiwillige Wettbewerb der deutschen Jugend ein Tatbekentnis zum Frieden sein, der Beitrag der Jugend zum Vierjahresplan des Führers, um durch die Steigerung ihres Könnens leistungsfähiger zu werden im Kampf der Ration. Die Jugend ist dem Alltag treu geblieben und hat aus der Leidenschaft des Kampfes der vergangenen Jahre einen fleißigen und schöpferischen"heitswillen gewonnen. Eine bedeuksame Anordnung Dr. Ley's Personalkredite für Junghandwerker „Ein Talbekenntnis zum Frieden!“ Die Leistungsprüfung der deutschen Ingend Der Reichsberufsweitkampf in der Organisation DNB. Berlin, 12. Febr.(Drahtb.) Im Reichsanzeiger wird heute eine neue Anordnung über den Arbeitseinsatz der Metallarbeiter veröffentlicht. Bekanntlich ist durch den Erfolg der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung und die eingetretene Belebung der deutschen Wirtschaft bereits ein fühlbarer Mangel an Metallarbeitern eingetreten. Um ein gegenseitiges Abziehen der Facharbeiter durch die einzelnen Betriebe nach Möglichkeit zu verhindern, sind bereits seit dem Jahre 1934 Maßnahmen getroffen worden, die jetzt nach zwei wesentlichen Gesichtspunkten hin erweitert wurden. Einmal sind durch die neue Anordnung auch die Diplomingenieure und sonstigen akademisch vorgebildeten Kräfte, deren„Abwerbung“ erfahrungsgemäß besonders umfangreich war, in die bisherige Regelung einbezogen worden, soweit ihr Gehalt nicht 1000 RM monatlich übersteigt. Die zweite, noch wesentlich wichtigere Aenderung besteht darin, daß jeder Wechsel von Arbeitskräften in der Metallindustrie, wenn es sich um Fachkräfte handelt, zustimmungspflichtig ist. Bisher konnte im gleichen Arbeitsamtsbezirk eine Stellenänderung ohne Zustimmung der Arbeitsämter erfolgen. Gegen die sich daraus ergebenden Unzuträglichkeiten hatten sich einzelne Wirtschaftsgruppen durch Einführung von„Abkehrscheinen" zu helfen gesucht, die aber den Nachteil hatten, daß die Arbeitskraft des einzelnen Facharbeiters gewissermaßen dem Ermessen seines bisherigen Arbeitgebers oder Meisters ausgeliefert war. Mit Wirkung vom 15. Februar ab ist nun auch jeder Wechsel innerhalb des gleichen Arbeitsamtes zustimmungspflichtig geworden. Zur Gründung einer gesicherten Existenz DNB Berlin, 12. Febr.(Drahtb.) Der Reichsleiter der DAF, Dr. Ley, hat folgende Anordnung erlassen: Um den fähigen und strebsamen Handwerkern, die nicht im Besitz eines entsprechenden Vermögens sind, in Zukunft die Möglichkeit zu geben, sich eine Existenz zu gründen, wird die Deutsche Arbeitsfront durch die Bank der Deutschen Arbeit Junghandwerkern, die die gestellten Bedingungen erfüllen, die Schaffung einer Existenz durch Gewährung eines Personalkredits ermöglichen. Die Höhe des Kredits wird bestimmt durch die Art des Handwerks. Der Kredit ist so hoch, daß der Junghandwerker sich erstens eine Werkstatt einrichten kann, und zweitens über das notwendige Betriebskapital für die ersten drei Monate verfügt. Die Rückzahlung des Kredits erfolgt in angemessener Weise, d. h., daß der neue Handwerksmeister nicht übermäßig belastet bezw. der neue Betrieb in keiner Weise gefährdet ist. Für die Gewährung eines Kredits müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: A) Allgemein: 1. Nur Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront erhalten den Kredit. 2. Der Bewerber muß ein einwandfreies politisches Führungszeugnis des Hoheitsträgers der Partei beibringen. 3. An dem für den neuen Betrieb in Aussicht genommenen Ort muß die Eristenzmöglichkeit nachgewiesen werden, d h. das betreffende Handwerk darf nicht bereits übersetzt sein. 4. Der Bewerber muß sich an dem Sparsystem der DAF beteiligen. 5. Der Bewerber muß sonstigen gesetzlichen Bestimmungen für die Einrichtung eines Handwerkerbetriebes entsprechen. B) Für am 1. März 1937 noch in der Lehre stehende oder neu in die Lehre eintretende Handwerker: 1. Der Bewerber muß an den Berufsausbildungslehrgängen der DAF teilnehmen. 2. Der Bewerber muß ebenfalls an den jährlichen Reichsberufswettkämpfen teilnehmen. 3. Er muß nach der Lehrzeit an den jedes Jahr (Oktober=November) erstmalig stattfindenden Leistungswettkämpfen für Gesellen teilnehmen. In einem Zeitraum von höchstens neun Jahren muß der Bewerber fünf Leistungswettkämpfke mit „gut" oder drei Wettkämpfe mit„sehr gut“ abgeschlossen haben. Näheres in den Ausführungsbestimmungen. C) Für Handwerker vom 1.—4. Gesellenjabr gilt ebenfalls der Absatz B3 D Für Handwerker mit 4 und 5 Gesellenjahren: 1. Der Bewerber muß an einem besonderen Lehrgang der DA,r für zusätzliche Berufsausbildung (vom 1. April bis 30. Sept. 1937 oder vom 1. Okt. 1937 bis 31. März 1938) teilnehmen. 2. Er muß an dem sich an diesen Lehrgang onschließenden Leistungswettkampf teilnehmen und ihn mit„gut“ bestehen. Die Ausführungsbestimmungen zu dieser Anoronung erlaßt der„Leiter für das Deutsche Handwerk“ in der DAF im Einvernehmen mit dem Leiter des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung.— Die Ausführungsbestimmungen sind ab 1. März 1937 in den Ortswaltungen der DAF erböltlich Die Auezznung der Handwerkskredite beginnt im Jannar 1978 (gez.) Dr. R. Ley. din el Grande und Alandin de la Torre. In Malaga selbst wurde eine große Munitionsfabrik aufgefunden. In Ronda trafen über 300, vor dem Terror geflüchiete Familien ein. Bei Motril kam es zu einem Luftkampf, in dessen Verlauf zwei Flugzenge des französischen Potez=Modells abgeschossen wurden, von denen eines ins Meer fiel. An der Madrider Front setzten nach dem amtlichen Heeresbericht die nationalen Truppen unerwartet ihren Vormarsch längs des Jaramaflusses fort. Im Schutz der Dunkelheit drang zunächst Kaval lerie vor, die als erste den Fluß erreichte, der infolge anhaltenden Regens außerordentlich gestiegen ist. Roß und Reiter überquerten ihn teils watend, teils schwimmend, und zeitweise ging das Wasser über sie hinweg. Der Angriff wurde wiederum von General Varela geleitet. Das andere Ufer wurde von einer französisch=belgischen Kompagnie der„Internationalen Brigade“ verteidigt, die die Brücke gesprengt hatte. Die nationale Kavallerie griff diese Kompagnie von hinten an und machte eine große Zahl Gefangener. Nur wenige konnten fliehen. Nach Eintreffen der Infanterie wurde der Angriff auf die jenseitigen Anhöhen fortgesetzt, die vom Feind nach kurzem Kampf geräumt wurden. Erst in den Mittagsstunden trafen aus Madrid Verstärkungen ein, denen die Wiedereroberung der Höhen am Östufer nicht gelang, weil dort bereits nationale Feldartillerie und Maschinengewehre lagen. Nationale Offensive vor Madrid ORB Paris, 12. Febr.(Drahtb.) Wie der Havas=Sonderberichterstatter aus Avila meldet, hat die Schlacht um Madrid begonnen. Die Offensive der nationalen Truppen sei seit den frühen Morgenstunden in nördlicher und östlicher Richtung vorgetrieben worden. Sie nehme an Stoßkraft zu. Militär und Luftwaffe entwickelten eine außerordentlich rege Tätigkeit. Die angreifenden Kolonnen hätten bereits zwei sprunghafte Vorstöße von großer Bedeutung durchgeführt. Bedauerliche deulschseindliche Rede des Wojewoden von Ostoberschlesien Deutscher Protest in Warschau. DNB. Beuthen, 12. Febr.(Drahtb.) Bei der kürzlichen Bestattung des Bialystoker Vizewojewoden und Aufständischenführers Zgrzebnick in Rybnik hielt der Wojewode von Östoberschlesien Grazynski eine Grabrede, die laut „Polska Zachodnia“ u. a. nachstehende Sätze enthielt: „Ich nehme von Dir Abschied namens aller Aufständischen, Deiner Waffengefährten, und stelle folgendes fest: Du stammst aus Dziergowitz, aber wir beerdigen Dich leider in Rybnik. Dein Grab wird hier nicht nur Zeichen errungener Siege, sondern auch Symbol unserer noch unerfüllten Hoffnung und Sehnsucht sein.“ Da Oderwalde(Dziergowitz) in dem beim Reich gebliebenen Teile Oberschlesiens liegt, stellt diese Auslassung eine gegen den Bestand des Reiches gerichtete Kundgebung des Wojewoden Grazynski dar, der schon wiederholt öffentliche Aeußerungen dieser Art getan hat. Da der deutsche Botschafter in Warschau beauftragt worden ist, bei der polnischen Regierung gegen diese unverantwortlichen Aeußerungen eines hohen polnischen Beamten Verwahrung einzulegen, darf man erwarten, daß die Warschauer Regierung nunmehr die erforderlichen Maßnahmen ergreift. Sieben Menschen aus persönlicher Rache ermordet Entsetzliche Bluttat in einem polnischen Dorf. DNB. Warschau, 12. Febr.(Drahtb.) In einem Dorf in der Nähe von Stanislew erschoß ein Dorf bewohner aus persönlicher Rache sieben Perso nen durch die Fenster ihrer Wohnungen. Danach unternahm der Täter einen Selbstmordversuch. Noch unbeständig Bericht des Reichswetterdienstes Essen Mülheim vom 12. Februar. Vorhersage für Sonnabend: Bei mäßigen westlichen bis nordwestlichen Winden vorwiegend trocken bei wechselnder Bewölkung. Nur im Gebirge noch einzelne Schneeschauer. Tagestemperaturen bis plus 5 Grad, Nachto leichter Bodenfrost Vorhersage für Sonntag: Nach Südwest zurückdrehende Winde, stark bewörkt mit vereinzelten beichten Niederschlägen, warmer als am Vortag. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Leicht unbe ständig mit weiter ansteigenden Tagestemperaluren. Vorwiegend trocken. Hauptschriftleiter: Joseph Hasler, Bechum. Stellvertr. des Hauptschriftleiters: Peter Schiffers, Bochum. Verantwortlich: Für den politischen, kulturpolitischen und den gesamten Unterhaltungsteil: Joseph Hasler, Bochum— für den lokalen Teil Bochum, fü Theater und Musik: Veter Schiffers, Bochum für Westdeutsche Umschau. Verbreitungsgebiet und den Umbruch der Ausgaben Hattingen. Wattenschei) und E.=Steele: Georg Wilhelm Kruse, Bochum, für den lokalen Teil Hattingen und E.=Steele: Dr. Joseph Klösters, E.=Steele, für Sport, Handel und der lokalen Teil Wattenscheid: Ferdinand Julius Landefeld, Bochum, für den Bilderdienst die einzelnen Abteilungsleiter.— Für den Anzeigenteil Bochum Karl Lenge, Bochum; für den Anzeigenteil Hattingen/E.=Steele: Elly Becker, Hattingen; für den Anzeigenteil Wattenscheid: Hermann Lüther, Wattenscheid.— Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 gültig.— Verlag und Druck: Schürmann& Klagges, Bochum. — D.=A. I 1937 über 12000(davon Ausgabe A: Westfalische Volkszeitung Bochum über 8200: Ausgabe B: Voltszeitung für Ennepe=Ruhr/ Steeler Zeitung über 2600; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheid über 1200). Hotel Monopol Telefon Konzert/ Canz Kapelle Heinz Schulz TONNALLE Sonntag, den 14. Februar, vorm. 11.30 Uhr Einmalige große Frühvorstellung Dr. Roch einer der besten Kenner Südamerikas spricht persönlich zu seinem hervorrarenden Croßfilme „Zwischen Amazonas und La Platastrom“ Auer durch Südamerika Ein Film von phantastischen Naturschönheilen Brasilien Argentinien Neuaufnahmen Ein Bilddokument, das den Beschauer in die unendlichen Weiten des amerikanischen Riesenreiches führt Rio de Janelro— Sao Paulo Deutsche Kultur/ Deutsche Technik/ Deutsche Bauten Santos, Deutschstämmiges Siedlungegebiet/ Kattee-, Kakao-, Mais- und Mate-Plantagen Bearbeitung mit modernsten Maschinen „DießrüneHolle v. Krasilien“ Holztransport vom Urwald z. Halen/ Tiere des Urwaldes Die Argentinische Schweiz Mit der Eisenbann 3000 m hoch in die Gletscherwelt 6000 m hohe Berge/ Alpenleben in den Tälern Feuerlands Eisund Schneeregion Zu de Jguassu-Fällen einem der schönsten Punkte der Erde Buenos Atres, die Hauptstadt im sonnigen Weinbaugebiet von Mendora Kleine Preise: RM. 0,40 bis 1,20 Jugendliche halbe Preice Die Zeitung ist bedeutend mehr wert, als fle kostet Der gute Ruf elnes Geschäftes Ist bel der Beurtellung eines Angebotes von großer Wichtigkelt. Das Möbeltachgeschäft Wilh. Schrudde Bochum, Roonstraße 37 besteht über 60 Jahre und Ist als reell bekannt. Besichtigen Sie bitte meln großes Lager In Küchen, Schlatzimmern Speisezimmern und Einzelmöbeln ARKHAUS im Stadtpark Bochum Sonntag von 16—18 Uhr Freikonzert des Städtischen Orchesters Mühlenhof Bahnhof Steele-West/ Ruf 56950 Mittwoch-Samstag-Sonntag spieit die vielseitige Stimmungskapelle Faber Miltags'isch 12-2 Uhr Reichh Abendkarte Verte. Otto Paull Bochum. 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Drogistenfachschule(mit neuzeitlichen Uebungsräumen für Chemie und Lichtbildneret) V. Freiwillige Abendlehrgänge in Buchführung, Rechnen, triebswirtschaftslehre, Fremdsprachen, Kurzschrift, Maschineschreiben. Anmeldeschluß für die Handels= und Einzelhandelsfachschule 5. März, für die Höh. Handelsschule 25. März. Pläne durch die Direktion. Geschäftszeit: 10—13, 16—18 Uhr(außer Sonnnds). Kalkuhlsche Oberrealschule, Oberkassel-Bonn Auinhme Elaus Sorel Ertien u Forderl eien Internat Basteterplie. d. Arbelt. Prüf a d Anst Zeugn m. Berecht.(Obersek. Relfe.U veralt.) Parkanl.»a lehaus, Sport. Mualk. Besta Ens' Prosp. Dlr. eVerpfleg. Relfe, Unilr. Dr. Heel Eektrohaus Walter Trummel Bochum, Viktoriastraße 55 bis Kirchstr. 9 Velephon 635 66 Moderne Beleuchtungskörper Radio-Apparate Zahlungserleichterung Sladitheater Bochum 5 Samstag, 13. Febr. 20—22,30 Uhr Vormiete A 16 Zum ersten Male! von H. Ibsen Sonntag, 14. Febr. 16—18,15 Uhr Geschl. Vorst. f. d NSO. 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Bochum-Hordel Neuer Nühkursus der Mütterschulung. Kommenden Dienstag beginnt ein neuer Nähkursus. Er dauert 12 Wochen und findet jeden Dienstag in der Zeit von 14.30—16,30 Uhr im Iugendsaal, Fichtestraße, statt. Die Frauen und Mädchen werden mit den nötigen Handgriffen zur Neuanfertigung und Umänderung von Wäsche und Kleidungsstücken vertraut gemacht. Die Kursusgebühr beträgt 3 Mk. Anmeldungen bei der Leiterin der NS=Frauenschaft. 90 Jahre alt. Die mehrere Jahrzehnte in Hordel ansässig gewesene Witwe Katharina Elhoff geb. Braun wird morgen 90 Jahre alt. Auch wir beglückwünschen die hochbetagte Frau zu ihrem 90. Wiegenfeste. Die Instandsetzungsarbeiten am Schacht 5 sind in vollem Umfange in Angriff genommen worden, um so schnell wie möglich den Schacht wieder betriebsfähig zu machen. Die Seilscheiben werden einer gründlichen Ueberholung unterzogen, wobei die oberste Seilscheibe der nördlichen Förderung erneuert wird. Auch im Maschinenhaus ist man eifrig mit der Behebung der Schäden beschäftigt, ebenso im Schachtinnern. Lehrgang des Arbeitsamtes. Wie wir schon berichteten, ist in der Schule an der Berthastraße ein Lehrgang in den Wintermonaten für die vom Landjahr und=hilfe heimgekehrten Jungens, die bisher noch keine Beschäftigung gefunden, eingerichtet worden. Die Jungens erhalten hier eine gute Vorschulung Versammlung der Betriebsgemeinschaft der Zeche Lothringen 4. Am Sonntag vormittag um 10 Uhr hat die Gefolgschaft ihre Monatsversammlung im Lokale Pungein Hiltrop. Es spricht Pa. Tünnemann. Alle Arbeitskameraden mögen pünktlich erscheinen. Bochum-Altenbochum Kundgebung der NSDAP. Donnerstag abend fand im überfüllten Saalbau Senft eine öffentliche Kundgebung der NSDAP.=Ortsgruppe Altenbochum statt. Nach Grußworten des Ortsgruppenleiters Grüning und nach einem Liedvortrage des Gemischten Chors Altenbochum sprach Gauredner Goltze zum Thema„Der Nationalsozialismus eine geschichtliche Notwendigkeit“. Bochum-Laer Oberbannführer Strube spricht auf einem HIElternabend in Laer. Sonntag abend findet ein Elternabend der gesamten Hitlerjugend des Stadtteils Laer bei Schuth statt. Im Mittelpunkt des Abends steht eine Ansprache des Oberbannführers Strube, der über die Aufgaben der Hitlerjugend sprechen wird. Bochum-Werne Bunter Abend. Zu dem am 14. Februar 1937 im Saale Schulte=Trux, Rüsingstraße, stattfindenden Bunten Abend sind bei dem Uhrmacher Weitz und Kaufmann Prasuhn, wie auch beim Wirt Schulte=Trux und beim Kaufmann Niggemeier Eintrittskarten zu haben. Bochum-Langendreer Sport=Kameradschaftsabend. Heute findet bei Köppe ein Sport=Kameradschaftsabend für alle Inhaber der Jahressportkarte statt. 75 Jahre Eisenbahnverbindung Bochum=Langendreer—Dortmund. Vor 75 Jahren wurde die Eisenbahnlinie Bochum=Langendreer—Dortmund in Betrieb genommen. Da mit dem Aufblühen der Industrie die Notwendigkeit einer direkten Verbindung zwischen den beiden großen Industriestädten immer dringlicher wurde, sah man sich genötigt, diese Verbindungsstrecke zu bauen, in deren Mitte ungefähr Langendreer liegt. Diese neue Strecke machte sich bald bezahlt, sie ist heute eine der meistbefahrenen und wichtigsten Strecken im Ruhrgebiet. Ihr verdankt Langendreer auch zum großen Teil seine heutige Bedeutung. Der damalige Bahnhof Langendreer=Süd lag am Kaisersteg, wurde später aber nach der Werner Grenze, in die Nähe der Zeche„Bruchstraße“ verlegt. Um dieselbe Zeit wurde auch eine Postexpedition in Betrieb genommen.(ik) Bochum-Wiemelhausen Die Deutsche Arbeitsfront, Ortswaltung Wiemelhausen, Betriebsgemeinschaft Gebr. Mönninghoff, hält Sonntag vormittag 10,30 Uhr im Saale des Wirts Vocke eine Betriebsversammlung ab, in welcher Pg. Lange(Dortmund) sprechen wird Bochum-Weitmar Kreisobmann Meinert spricht! Sonntag vormittag 10 Uhr hat die DAF=Ortswaltung Boch.Weitmar im Lokale Brune ihre erste diesjährige Ortsgruppenversammlung, in der der Gauredner der NSDAP., Kreisobmann Pg. Meinert sprechen wird. Zu dieser Ortsversammlung sind alle Weitmarer Volksgenossen und Volksgenossinnen eingeladen.— Die Weitmarer Betriebe treten 930 Uhr auf dem Kirmesplatz an und marschieren 9.45 Uhr geschlossen mit Musik zum Versammlungslokal.— Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Versammlung nicht um 11 Uhr wie bisber angegeben, sondern um 10 Uhr beginnt. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen ist Pflicht! Bochum-Linden-Dahlhausen Bauabteilung aufgelöst. Die Bauabteilung der Verwaltungsnebenstelle Linden=Dahlhausen ist nun durch die Versetzung des Bauführers Range an das Banamt der Stadt Bochum vollständig aufgelöst worden. Da bereits seit längerem sämtliche Waktenscheid Sonntagsbraten gestohlen! In der Nacht zum Donnerstag wurden einem Anwohner der Querstraße aus seinem verschlossenen Stall drei Kaninchen gestohlen. Es handelt sich um eine graue ältere Häsin, etwa 5—6 Kilo schwer, Bauchseite hell bis weiß und zwei jüngere mittel-schwere graue Häsinnen, wovon eine auf dem linken Auge blind ist. Anscheinend sind die Tiere am Tatort abgeschlachtet, da Blutspuren vorhanden waren. Wanne-Eickel Auftakt zum Reichsberufswettkampf in WanneEickel. Zum 4. Reichsberufswett Ampf haben sich in unserer Stadt 1800 Jungen und Mädel gemeldet, das ist gegen das Vorjahr eine Steigerung um 50 Prozent. Zur Eröffnung findet heute um 20.30 Uhr eine Großkundgebung in der Stadthalle statt, an der nicht nur die Wettkämpfer, sondern auch die Angestellten und Gefolgschaftsführer teilnehmen werden. Die Teilnehmer am Berufswettkampf treten um 20 Uhr auf dem Hofe der Berufsschule an und marschieren von dort mit den Werkscharen zur Stadthalle. Die Gefolgschaftsführer werden gebeten, ihren Lehrlingen so früh freizugeben, daß sie rechtzeitig kommen können. Filme für das Kraftfahrgewerbe. Die Reichsbetriebsgemeinschaft„Verkehr und öffentliche Betriebe“ ladet alle Kraftfahrer und Speditionsarbeiter zu einer interessanten, im Rahmen der Berufserziehung für das Kraftfahrgewerbe durchgeführten Filmvorführung ein. Morgen findet um 10 Uhr in dem Kammerlichtspielen die Vorführung von zwei Tonfilmen statt, die Leistung und Gewinnung deutscher Kraftstoffe veranschaulichen. 23 mal fiel die„11“. In einer Wirtschaft hatten mehrere Leute gewürfelt, dabei hatte der eine 46 Mk. und der andere 5 Mk. verloren. Eigenartigerweise warf der Gewinner 23mal 11. Die Verlierer kamen daher mit Recht auf den Gedanken, daß ihr Gegenspieler mit falschen Würfoln spiele. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht meldete sich ein Zuhörer, der aussagte, daß man ihn vor einigen Anträge baupolizeilicher Art in Bochum erledigt wurden, handelt es sich bei Versetzung des Bauführers Range nur um eine verwaltungstechnische Maßnahme. Schreiben an das Städt. Bauamt werden über die hiesige Verwaltungsstelle nach Bochum weitergeleitet. Kundgebung des Reichsbundes der Kinderreichen. Sonntag 17 Uhr findet im Saale Scheidtmann eine Kundgebung des RdK statt, in der Landesleiter Spengemann sprechen wird. Umrahmt wird diese Kundgebung mit Musik= und Gesangdarbietungen. Alle kinderreichen Väter und Mütter sollen an dieser Kundgebung teilnehmen. Im Silberkranze. Die Eheleute Hey, Dr.=C Otto=Straße 8 wohnhaft können Sonntag das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern. Glückauf zur goldenen! Jahren auch schon mal um einige hundert Mark erleichtert habe. Der Verdacht des Falschspiels be stand demnach wohl, es konnte aber nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Darum konnte die Verurteilung nur wegen verbotenen Glücksspiels erfolgen. Die beiden Anführer erhielten zwei bezw. drei Wochen Gefängnis, während die beiden Verlierer jeder mit einer Geldstrafe von 20 Mk. davonkamen. herne Zehnjähriger Junge schneidet Schaufensterscheiben an. In letzter Zeit ist es des öfteren vorgekommen, daß halbwüchsige Burschen mit Glasschneider Schaufensterscheiben anschneiden. So wurden auch am 5. Februar mehrere Schaufensterscheiben an der Bahnhofstraße von einem zehn Jahre alten Knaben im Vorbeigehen angeschnitten und stark beschädigt. Der Knabe ist unerkannt geblieben. Jedenfalls wurden bei der Tat Glasschneider, die an Taschenmesser angebracht und auf den Wochenmärkten erhältlich sind. benutz.t Die Eltern werden gebeten, auf ihre Kinder zu achten und sie zu belehren, welch große Schäden sie durch solche Handlungen verursachen können. Essen Dr. Ley kommt nach Essen. Sonntag vormittag 12 Uhr findet die Uebergabe des Gauverwaltungsgebäudes der Deutschen Arbeitsfront Essen, AdolfHitler=Straße 64, im Rahmen einer schlichten Feier durch den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley statt. Bekanntlich wurde das ehemalige Keramikhaus am Kornmarkt in Essen durch einen umfassenden Umbau seiner heutigen Bestimmung dienstbar gemacht. Das Geheimnis unserer Keafliegt im Willen zur Volksgemeinschaft Täglich sollst Du diesen Willen durch Dein Opser zum WHW. bekunden! X,1 is auserene Verbreitungsgebiet Sonntag, den 14. Februar 1937. Römisch=katholische Kirchengemeinden. Propstei. 6 Uhr hl. Messe. 6,45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 7,45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr hl. Messe für Gymnasium und Oberrealschule. 10 Uhr Hochamt mit Predigt, Aussetzung, Tedeum und Segen. 11,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre mit Aussetzung und Segen. 18 Uhr Fastenandacht und Segen. Christ=König(Franziskanerkloster). 6 Uhr erste hl. Messe ohne Predigt. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,15 Uhr Kindermesse mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt, nach dem Hochamt ist zur Erinnerung an die Papstkrönung Pius XI. Aussetzung, Tedeum und Segen. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre. 19,45 Uhr Leidenslitanei. 20 Uhr ist erste Fastenpredigt mit kurzer Fastenandacht und Segen. Die Fastenpredigt hält P. Romanus. Hl. Kreuz. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt, Tedeum und Segen. 14,30 Uhr Christenlehre. St. Joseph. 6,15 Uhr hl. Messe. 7,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 11,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre und Andacht. St. Marien. 6 Uhr erste hl. Messe. 7,15 Uhr Frühmesse mit Predigt. 8,30 Uhr dritte hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt ohne Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr schmerzhafter Rosenkranz mit sakramentalem Segen. Mariahilf, Klosterkirche. 5 und 6 Uhr stille hl. Messen. 7 Uhr Singmesse mit Predigt, 8 Uhr Hochamt mit Te Deum und Segen. 9 Uhr Gottesdienst für die höheren Mädchenschulen. 10,30 Uhr polnischer Gottesdienst, Leidensgesänge. 15 Uhr Festandacht des Lourdesvereins. 16,40 Uhr Rosenkranz, Fastenpredigt und Andacht mit sakramentalem Segen. 19 Uhr Rosenkranz, Fastenpredigt und Segen für die Männer von der hl. Familie. St. Antoninus. 6,30 Uhr Gemeinschaftsmesse. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 11,30 Uhr Christenlehre für alle Kinder vom 9. Jahre an. St. Meinolphus. 6 Uhr hl. Messe. 7 Uhr Gemeinschaftsmesse. 8 Uhr Schülermesse. 9 Uhr Kindermesse. 10 Uhr Hochamt. 11,30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 15 Uhr Christenlehre. 18 Uhr Fastenpredigt. St. Johannes, B.=Wiemelhausen. 7 Uhr erste hl. Messe 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9.15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 17,30 Uhr Kreuzwegandacht, Fastenpredigt und Segen. Herz Jesu. B.=Hamme. 6.30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr hl. Messe mit Predigt. 15 Uhr Christenlehre. Dreifaltigkeit. 7 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Am Schluß des Hochamtes Aussetzung des Allerheiligsten mit Tedeum und Segen aus Anlaß des 15. Krönungstages des hl. Vaters. 14,30 Uhr Christenlehre mit Andacht und Segen. Franziskus, B.=Riemke. 6,15 Uhr hl. Messe. 7,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Volkschoralamt mit Predigt; nach demselben Aussetzung des Allerheiligsten mit Tedeum und sakramentalem Segen aus Anlaß des 15. Jahrestages der Krönung unseres hl. Vaters. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr Kreuzwegandacht. 15 Uhr Taufen. Herz Jesu, B.=Hordel. 6,30 Uhr Betsingmesse. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Andacht. St. Franziskus, B.=Weitmar. 6,15 Uhr Frühmesse als Gemeinschaftsmesse. 7,30 Uhr zweite hl. Messe als Betsingmesse mit Predigt. 8,45 Uhr Hochamt mit Predigt. 10 Uhr Kindermesse mit christlichem Unterricht. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre. 15,15 Uhr Taufen. 18 Uhr Fastenpredigt mit Andacht. St. Theresien, W.=Eppendorf. 7,30 Uhr hl. Messe. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre und Kindheit=Jesu=Verein mit Vortrag und Segen. 17 Uhr Fastenpredigt mit Andachf. St. Anna, B.=West. 7,30 Uhr hl. Messe mit Gesang. 9 Uhr hl. Messe mit Gesang. 10,15 Uhr Hochamt. 11,30 Uhr Passionsandacht mit Segen. 15 Uhr Taufen. St. Liborius, B.=Grumme. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre und Andacht. 15 Uhr Taufe. Mittwoch abend 20 Uhr Fastenpredigt und Andacht. Liebfrauen, B.=Altenbochum. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,05 Uhr hl. Messe mit Ansprache für die Kinder. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. 10.30 Uhr hl. Messe mit Predigt 14,30 Uhr Andacht. 15,15 Uhr hl. Taufe. Liebfrauen, B.=Linden. 6,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 7.45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Kindermesse mit Predigt. 11 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre mit Segen. 15 Uhr Taufe. 17,45 Uhr Rosenkranz. 18 Uhr Fastenpredigt mit Segen. St. Engelbert, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14 Uhr hl. Taufe. 14,30 Uhr Kreuzwegandacht. 16 Uhr Fastenpredigt, vorher wird der schmerzhafte Rosenkranz gebetet. St. Michael, B.=Dahlhausen. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt und Predigt. 15 Uhr polnische Andacht. 18 Uhr Fastenpredigt. St. Marien. B.=Stiepel. 7,35 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. 16 Uhr Andacht. Fronleichnam, B.=Laer. 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr zweite hl. Messe mit Fastenpredigt. 14,30 Uhr Christenlehre und Kreuzwegandacht. 15,20 Uhr hl. Taufe. St. Marien, B.=Langendreer. 6,30 Uhr hl. Messe. 7,45 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Kindermesse mit Predigt. 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt, nach dem Hochamt Aussetzung des Allerheiligsten, Tedeum und Segen. 14,30 Uhr Christenlehre und Bittandacht für den hl. Vater. 18 Uhr Fastenandacht mit Predigt und Segen. St. Bonifatius, B.=Langendreer. 6,30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9,15 Uhr Kindermesse mit Predigt. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre und Andacht. Herz=Jesu, B.=Werne. 6,15 Uhr erste hl. Messe. 8,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,15 Uhr Hochamt mit Predigt. 16 Uhr Fastenpredigt mit Andacht und Segen. St. Elisabeth, B.=Gerthe. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre. 18 Uhr Fastenpredigt. St. Joseph, B.=Hiltrop. 7,30 Uhr Frühmesse mit Einleitungspredigt. 10 Uhr Hochamt mit Einleitungspredigt. 14,30 Uhr Christenlehre mit Andacht. 16 Uhr Predigt für Frauen und Jungfrauen. 20 Uhr Predigt für Männer und Jungmanner. Hl. Geist, B.=Harpen. 7,30 Uhr Gemeinschaftsmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Christenlehre und Andacht. St. Elisabeth=Hospital, Bochum. 5,45 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Hochamt mit Predigi. 17 Uhr Andacht. St. Josephs=Hospital, Bochum 6,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 17 Uhr Andacht. St. Marien, Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 8,15 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr hl. Messe mit Predigt. 11,45 Uhr hl. Messe mit polnischer Predigt. 14,30 Uhr Andacht. St. Joseph, Wanne=Eickel. 6 Uhr Frühmesse. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 20 Uhr Andacht mit Segen. St. Barbara, Wanne Eickel. 6,30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt. 9 Uhr hl. Messe mit polnischer Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14,30 Uhr Andacht. Herz=Jesu, Wanne=Eickel. 6 Uhr hl. Messe. 7,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 15 Uhr Andacht. St. Franziskus, Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Hochamt mit Predigt 10.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 14.30 Uhr Andacht. St. Laurentius, W.=Eickel. 6,15 Uhr hl. Messe. 7 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr Schulmesse. 10 Uhr Polenmesse mit Ansprache. 10.45 Uhr Hochamt. 11,45 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 15 Uhr Christenlehre für die Kinder 18 Uhr Abendandacht. St. Michael, W.=Eickel. 7 Uhr Frühmesse. 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 10,30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11,20 Uhr Andacht. St. Magdalenen, W.=Höntrop. 6,45 Uhr Gemeinschaftsmesse(zu Ehren der Muttergottes in der Meinung des Priestersamstags) mit Austeilung der hl. Kommunion und gemeinschaftlicher hl. Kommunion aller Jungmänner der Pfarrei, besonders des Jungmännervereins und der Kolpingsfamilie. 7,30 Uhr Austeilung der hl. Kommunion. 8 Uhr Frühmesse mit Predigt und Austeilung der hl. Kommunion und gemeinschaftlicher hl. Kommunion aller Schulknaben. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 2,30 Uhr Christenlehre mit S gen. 3 Uhr Taufen. 5 Uhr Pfarrandacht mit Segen. Evangelische Kirchengemeinden Bochum=Stadt: Christuskirche. 9,45: Dr. Ehrenberg; K63 11,15: Matthien; 15: Tauffeier, Matthieu Friedenskirche. 3.30: Liz. Lotz; KGD. 11: Winnacker; 12,15: Tauffeier, Winnacker Lutherkirche. 9.45: Missionar Saul; KGD. 11: Schmidt 2; 12: Tauffeier, Schmidt 2. Pauluskirche. 8: Missionar Saul;"#: Hardt; 17,15: Vikar Ködding. Johanneskirche. 9: Masurischer Gottesdienst mit Abendmahlsfeier, Schneider; KGD. 11,15: Missionar Saul. Krankenhauskapelle. 9,30: Matthieu Altenbochum. 10: Hauptgottesdienst, Brühmann; 11 KGD., Vikar Krunke. Bochum=Engelsburg. 8: Gottesdienst, Schroer; 11,15: Kindergottesdienst. Gerthe. 10: Hauptgottesdienst, Vikar Willer: 10: Festgottesdienst im Lobetal, Schaefer; 11,15: KGD. in der Kirche. Hamme. Frühgottesdienst an der Maarbrück 8: Schroer; im Gemeindehaus 8: Kraemer; Hauptgottesdienst in der Kirche 9.45: Schroer; in Wegescheid 9.45: Kraemer; KGD. in der Kirche 11.10: Kracmer; im Gemeindehaus 11,15: Bach; Taufstunde in der Kirche 12,15: Kraemer; im Gemeindehaus 12: Bach; Prüfung der Konfirmanden des 3. Bezirks 15: Bach; 14.30: Jugendsonntag des Kreisverbands Bochum der weiblichen Jugend im Gemeindehaus; 18: Iugendgottesdienst in der Kirche. Harpen. 10: Gottesdienst im„Lobetal, Opfersonntag. Schaefer, Gerthe. Hiltrov. 9.30: Gottesdienst, Fortmann; 10.45: KGD.: 11,45: Taufen. Hofstede=Niemke. 830: Pitsch; 10: Mühge; KGD., Pitsch; 12: Taufstunde. Linden. 9.30: Weber; 11: KGD.; 12: Taufen; Krankenhaus: Bäumer. Dahlhausen. 8: Bäumer; 9,30: Neuhaus; 11: GD.: 12: Taufen. Stiepel. 9.30: Gottesdienst im Lutherhaus, zur Nieden; 11: KGD.; 10: Gottesdienst in der Kirche, Wagener; 11,15: KGD.; 10,30: Gottesdienst in Buchholz. Altena: 11.30: NGD. lemmingen. 10.45: KGD.; 11,45: Kirchentaufen: Teilnahme der Gemeindejugend am Jugendsonn tag in Hamme. Wiemelhausen. Melanchthon. 8.30: Niedermeier; 10: Hering, Marburg: 11.30: AGD. und Kirchentaufen, Dr. Klein. Petri."15: Gottesdienst(Beichte und Feier des heiligen Abendmahls), Niedermeier; 11,15: KGD. und Taufen, Niedermeier. Filme der Woche Ufa-Tonhalle „Maria, die Magd“ Man sollte kaum glauben, daß hier derselbe Regisseur gewirkt hat wie bei den Filmarbeiten „Krach im Hinterhaus“ und„Kater Lampe“, wo er einen kraftvollen Komödienstil gepflegt hat. Hier geht er einen yeuen Weg der Filmgestaltung. Dieser Film hat ein betont deutsches Gesicht, da hier in der Handlung die Natur in einer Weise mitspielt, wie es uns Deutschen besonders liegt. Veit Harlan hat die Nonelle„Die Dienstmagd“ seines Vaters mit Arel Eggebrecht zum Drehbuch verarbeitet. Diese Magd it ein Kindermädchen und verliert sich so in ihrem Beruf, daß ein wirkliches Muttergefühl sie überkommt. Diese Liebe, die die leibhaftige Mutterliebe übertrifft, gilt dem kleinen Gerd der gefeierten Schauspielerin Alice, die ihr Kind vernachlässigt. Dieser kleine Junge ist ein liebenswürdiger Despot, wie so viele Kinder in diesem Alter, und nimmt ihre ganze Sorge und ihr ganzes Sinnen so sehr in Anspruch, daß fast der Weg verbaut scheint, der zur Liebe eines Mannes führt. Und doch hat sie eine Reigung zu dem jungen Kesselpauker Franz, von Hans Schlenk mit aller Frische und Natürlichkeit eines jungen Soldaten dargestellt, der sie aufrichtig liebt. Aber auf sein wiederholtes Drängen hat sie nur die eine Antwort:„Warte, warte, bis Gerd lange Hosen trägt“. So spielt sich zwischen Neigung und Pflicht ihr episches Schicksal ab. Die Entscheidung kommt durch ein Unglück. Ihre Eltern feiern Silberhochzeit. Es geht hoch her. Ihrem Bräutigam, der stürmisch um sie wirbt, gestattet sie einen Tanz. Und während dieses Tanze= verschwindet Gerd wit einem kleinen Bauernjungen, um Krebie zu fangen. Beide stehen in den Geröllhalden eines Flußtales, als plötzlich ein schwerer Regenschauer niedergeht. Als Maria den Jungen vermißt, überfällt sie eine sinnlose Angst. Sie stürzt hinaus in die pechschwarze, regendurchweitichte Nacht, man hört ihre furchtbaren Angstschreie nach ihrem kleinen Gerd, aber von den Kindern ist nichts zu sehen. Verzweiflung packt sie. Franz ist hzinter der Fassungslosen her und kann sie auf der Holzbrücke noch von einer unseligen Tat zurückreißen. Endlich wird Gerd gefunden und es scheint, als ob Franz nun für immer auf ihre Liebe verzichten müßte, als ob die um das Kind ausgestandenen Qualen sie unlöslich mit dem Kleinen verbunden hätten. Doch es kommt zu einer unerbittlichen Aussprache mit den Eltern des Kleinen, bei der ihre tiefwurzelnde Liebe zu Gerd einen Stoß erhält. Sie muß plötzli cherkennen, daß eine„kündbare“ Mutterliebe nicht zu ersetzen vermag, was die eigene geben kann. Es kommt zu einer Trennung von dem Kind und damit ist der Weg frei zu dem geliebten Mann, für den sie sich endlich entscheidet. So wird das Schicksal der Magd erfülltes Frauenschicksal. Hilde Körber verkörpert die Magd in herber, reiner Zeichnung und mit einem strengen Zug im leidenschaftlichen Ausbruch. Hilde Hildebrandt spielt die Mutter, die erst allmählich zu ihrem Kind zurückfindet, mit vornehmer Größe. Die ländliche Welt ist ganz großartig gezeichnet und darin liegt auch die Stärke dieses schönen Films. einer kleinen Welt von Menschen ab, die durch das Erdbeben wieder zu Gott bekehrt werden. Die berühmte amerikanische Kunst zeigt sich in der großen Szene, da mit einer nicht zu überbietenden Realistik eine ungeheure Gewalt an riesenhaften Aufbauten wütet, Schrecknisse plastisch geschildert werden, klaftertief auf weite Strecken die Erde sich spaltet und die Trümmer und Menschen verschlingt. Um das Chaos vollgültig erscheinen zu lasseen, wird schließlich das Schauspiel einer meilenweiten Feuersbrunst gezeigt. Wir sind gewiß, daß dieser Film auch die nächsten Tage wieder Uugezäblte anzichen wird. Weltlicht „Burgtheater“ Willi Forst hat mit diesem Film eine bestimmte Zeit mit ihrem Geist erfassen wollen. Mit dieser Feststellung ist auch die Gestaltung seiner Darsteller umrissen. Da ist der junge Schauspieler Rainer, den Willy Eichberger dem alten entgegenstellt. Jung, schwärmerisch und hemmungslos begeistert, ein Temperament, völlig ahnungslos der Welt gegenüber, zu jedem Einsatz bereit, um das Ziel zu erreichen. Das war die Jugend, mit der man damals nach Gutdünken umspringen konnte. Niemals war sie Sieger. Sie ist auch dort noch die Unterlegene, wo der alte Mime sie anerkennen muß. Was ihr heiliger Eifer bei einer mondänen Baronin(Olga Tschechowa) und bei ihrem „Kunst“=Kreis errungen hat, kann mit einer kurzen Geste wieder abgetan werden. Bleibt noch die junge Schneiderstochter Leni, die zwischen dem alten und dem jungen Mimen steht. Ihre Stellung ist nur von ungefähr: zufällig paßte sie in die Stimmung eines „Österspaziergangs“ des Alten, als er ihrer das erstemal ansichtig wurde, zufällig war sie die Tochter von des Jungen Hauswirtin. Hortense Raky hatte es nicht schwei, sich zwischen diesen Zufälligkeiten in ihrer wichtigen Rolle zu bewegen, die doch nebensächlich war, weil es in Wirklichkeit um ganz andere Dinge ging als um zarte, jungftäuliche Liebe. Die dichte Atmosphäre„Burgtheater“ zu sprengen, gelang nur einem und zwar Hans Moser. Die filmische Gestaltung ist dem großen Vorwurf ebenbürtig. Es sind Szenen ausgearbeitet, bei denen die Mittel beseelt sind, die Ausstattungsstücke, auf das Mindeste beschränkt, aus dem Bild heraussprechen. Es sind Kleinigkeiten eingestreut, die mit der Sorgfalt einer großen Szene gefaßt sind. Dabei ist nirgends dem Publikum eine Konzession gemacht worden. Nur drei Gesichter sind es, die aus dem Dunkel vor der Laube des Liebespaares auftauchen. Aber sie sagen mehr als ein ganzer Garten voll. Man war hier jeder Kleinigkeit getreu und erschöpfte sich nach weisem Maß, gestellte Wirkungen waren überflüssig. Und das macht den Film lo lebendig, so stetig fließend— alles ist an ihm beredt. Wenn er zu Ende geht, horcht man immer noch weiter in ihn hinein und ist hinterher erstaunt, daß er über zwei Stunden gedauert hat. Peter Lichkspielhaus „Drei tolle Tage“ Ein Film, der eigentlich in die Karnevalszeit gehört, da er ganz karnevalistisches Milieu atmet mit Originalaufnahmen vom Kölner Karneval. Im Mit= telpunkt der Handlung stehen Kölner Künstler, die mit der Miete im Rückstand sind. Sie sollen aus der Wohnung ermittiert werden. Doch der Mitbesitzer des Hauses ist ein guter Freund von Kunst und Künstlern. Tante Jutta, die aus Kalkutta unterwegs ist, versucht er telegrafisch umzustimmen, inzwischen aber wird er zum Karnevalsprinzen Jupp I. gewählt. Der Aerger über die Tante macht sich in einem Schlager Luft und diesen Schlager hört Tante Jutta in London am Radio. Voll guter Laune fährt sie schnurstracks nach Köln und beginnt hier die Gegenmine gegen den Streich, den man ihr spielen will, zu legen. Und nun beginnt eine humorvolle Geschichte, die viel Aehnlichkeit mit„Charleys Tante“ hat, so daß des Lachens kein Halten mehr ist. Jupp Hussels ist natürlich in seinem Element. Er spielt ein Stück Vergangenheit seiner selbst und weiß durch sein flottes Spiel die anderen mitzureißen. Paul Henckels fühlt sich in diesem Karnevalstreiben wie zuhause und schwimmt flott mit. Auch die anderen Darsteller sind mit viel Laune beim Spiel, so daß ein lustiges Karnevalstreiben entstanden ist voll Humor und beschwingter Lebensfreude, die sich auch dem Zuschaver mitteilt. thematischen Arbeit Rechnung getragen und ein feines duftiges Pianissimo gewonnen. Hans Pfitzners op. 18 in D=Dur hat als Jugendwerk natürlich nicht den Gehalt von seinem Cis=Moll=Quartett. Im ersten Satz macht sich nach beschwerlichem Eingang die Neigung zum Abseitigen kemerkbar, die sich weniger auf die Abweichung von einer thematischen Entwickelung bezieht, als auf die Erzielung von romantischen Stimmungen, die überzeugender in seinen Bühnenwerken und seinen begleiteten Kantaten wirken. Es mischen sich Erinnerungen an den subjektiven Satz des letzten Beethoven mit Akkordentwickelungen, die zu weihevollen Evisoden führen und Stimmführungen, die an die Musik zum„Palestrina“ anklingen. Daß fehlende Einfälle durch die häufige Wiederkehr bestimmter Harmoniefolgen ersetzt werden und daß in der Aneinanderreihung resignierter mit verklärten Stimmungen die überzeugende psychologische Linie fehlt, soll manchen Schönheiten, die in dem mehr homophon=akkordischen, als polyyphonen Satz aufblühen, keinen Abbruch tun.(Die Künstler beleuchteten besonders die versunkenen Stellen sehr fein.) Im Widerspruch zu der Grübelei des ersten Satzes steht der unkeschwerte Humor des zweiten der wie ein fröhliches Volkslied anfängt, und in dem die Bratsche reizende Späße ausplaudert. Der ernste Sinierer Pfitzner spinnt ein tiefempfundenes Adagio, das etliche Längen aufweist, aus, hier bewirkt die polyvhone Stimmführung die erweiterte Tonalität, wie man sie aus den Zwischenspielen der Kantaten Von deutscher Seele“ und„Das dunkle Reich“ kennt. Sehr schön der tröstende von der Viola angestimmte Gedanke, der von der ersten Geige in lichte Höhe Zetragen wird. Das breite Melos wird in harsonisch interessanten Folgen gut gesteigert, schöne Gegenstimmen in Viola und Cello Gloria-Palast „Der Klapperstorch=Verband“ Dieser lustige Kleinstadt=Tratsch, der sich um ein Kind dreht und dessen Geburt alle Familienväter und Kaffeetanten der Stadt in hellen Aufruhr gebracht hat, steht bis Montag weiter auf dem Programm. Die Filmfreunde, die dieser. Film schon gesehen haben, haben sich köstlich amüsiert, so daß auch die neuen Besucher auf ihre Kosten kommen werden. Apollo „Das Veilchen vom Potsdamer Platz“ Rotraut Richter, die Zille=Type aus„Krach im Hinterhaus“, bildet hier den Mittelpunkt einer Pferdegeschichte. Sie verkauft am Potsdamer Platz ihre Blumen. In nächster Rähe haben die alten Droschken ihren Stand. Sie liebt die Pferde, am meisten jedoch Gravelotte, einen alten Kriegsgaul. Diesem droht ein armseliges Wurstende. Sie ist unglücklich, als sie davon hört und setzt nun alle Hebel in Bewegung, um Gravelotte zu retten. Dieser Weg. der schließlich zum Ziele führt, ist allerdings ziemlich verwickelt und hält die Zuschauer bei guter Laune Zum guten Schluß erhält Granelotte dann Ehrengnadenbrot zugesprochen Odeon- und Skala-Theater „Du bist mein Glück“ „Du bist mein Glück“ ist der Titel des Liedes, mit dem sich der große Tenor Matio Monti die Herzen, mit dem er sich Weltruhm ersungen hat. Es ist„sein“ Lied auch im Privatleben. Er singt es mit schmerzerstickter Stimme, als ein grausames Schicksal dies Glück zerstören will, er singt es tief bewegt an der Rampe der Bühne für die nach harten Prüfungen dem Leben und ihm wiedergeschenkte Bianca. So klingt das Lied, von der einzigartigen Stimme Benjamino Giglis getragen, durch einen nach ihm betitelten Film. In Isa Miranda, der italienischen Marlene=Dietrich, hat er eine gerade für den dramatischen Film einzigartig begabte Partnerin. Hammer Lichtspiele „Drei tolle Tage“ „Drei tolle Tage ist ein sehr vergnügter, moderner Film. der in den Tagen des einzigartigen Kölner Karnevals spielt, dessen Originalaufnahmen auch für diesen Film den farbenprächtigen Hintergrund abgeben. Volkstümlicher Humor, sorgenlose Ausgelassenheit, Situationswitz und Verwechslungskomik durchziehen diesen Film, der unter der bewährten Spielleitung von Hans Deppe unter Mitwirkung eines charmanten Darsteller=Ensembles entstanden ist. Trude Hesterberg als Tante Jutta aus Kalkutta, Paul Henkels als Maier Blümlein. Junn Hussels und ihre fröhlichen Mitspieler spielen aus dem ausgelassenen Treiben der rheinischen Fastnacht, in dessen Mittelpunkt Seine Tollität Jupp I. steht, in einer wirbligen, spannenden, vergnügten Lanne Apollo-Theater Weitmar „Drei Mädel um Schubert“ Wieder ein Schubert=Film, der diesmal in Anlehnung an den bekannten Dreimäderl=Roman von Rudolf Hans Bartsch gedreht wurde. Er zeigt ein Stück Leben des großen Künstlers und Menschen Franz Schubert. Sein ganzes Inneres, sein tolpatschigschüchterner und doch wieder männlich straffer Charakter und sein Schaffen ist dank einer geschmackvollen Regie zu einem feinen Ganzen zusammengefaßt und hier nahegebracht worden. Kammerlichtsniele Gerthe „Der Favorit der Kaiserin“ Der Film hat seine ganz besonderen Reize. Sie liegen begründet in der betonten Steigerung der zweckdienlichen Anwendung gewohnter Mittel: Ein größerer Glanz der Feste am russischen Hofe, ein blitzender Schimmer der Kostüme, eine unmittelbare Gegenüberstellung sich wesensfremder Situationen. Besonders zu betonen ist noch die selten hoch zu bewertende Kamera=Leistung, so daß ein richtiger Unterhaltungsfilm entstanden ist, der jeden Besucher fesselt. fesseln. Wie ein entsagendes Nocturno klingt der Satz aus. Das Rondo hat eine heitere liebliche Melodie aus dem„Christelflein“ zum Thema, Pfitz ner führt es durch romantische Modulationen, doch fehlt in der Koda, die zu konventionell ist, die poetische Verdichtung des Engelreigens, wie sie ihm in dem Weihnachtsmärchen zu Gebote stand.— Die Wiedergabe des Werkes war ausgezeichnet. Klanglich war sie stimmungsgesättigt, besonders im Adagjo, das im Stimmacküge durchsichtig war. Reicher Beifall galt der klangedlen und poesievollen Auslegung. Am geschlossensten erschien aber die Wiedergabe des C=Dur=Quartetts op. 59, von Beethoven. Hier lösten die Künstler die feingeistige oft an Mozart erinnernde Sphäre heraus, so daß die Durchgeistigung der aus Resignation zur Heiterkeit sich aufschwingenden Musik in einem Grade erreicht wurde, wie man das nur selten zu hören bekommt. Das weltentrückte Pianissimo in der langsamen Einleitung, die rhythmisch scharfgeprägten Konturen der gegensätzlichen Themen im ersten Allegro mit der energisch entwickelten Durchführung drangen in die Substanz dieser Musik. Das wie eine nächtliche Barcarole anmutende Andante mit dem sonoren Piccicato des Cellos, dem klagenden Ruf der Bratsche und den versunkenen Sertengängen der beiden Violinen machte tiefen Eindruck. Die zierlichen Tonranken des Mennetts und die geniale Ueberleitung zum Schlußsatz erfuhren klarste Tongebung. Prachtvoll wurde die Fuge musiziert. Hier war bei schnellstem Tempo eine kaum zu überbietende rhythmische Geschlossenheit. Wie schäumendes Silber verlten die ineinandergreifenden Themen vorüber.— Nach dieser hervorragenden Leistung dankte begeisterter Beifall den Künstlern, Dr. Bernhard Zeller. Lichtburg „Ball im Metropol“ Ein neuer Frank=Wysbar=Film. Dieser Regisseur ist seit„Fährmann Maria" und„Die Unbekannte“ zu einem Begriff geworden Hiec bietet er uns einen Gesellschaftsfilm der Vorkriegszeit, da der Glockenrock bei den Damen regierte. Damals herrschten andere Anschauungen und es gehörte schon Wagemut dazu, menn eine Dame der ersten Gesellschaft den Metropolhall besuchte, auf dem der Cancan und„Puppchen, du bist mein Augenstern“ triumphierten. Dieser Film riecht nach Sudermann, nach einem von ihm behandelten Stoff, mit ähnlichen Rollen und Wirkungen. Ein Abendmantel beschwört ein Drama herauf. Im Mittelnunkt der Handlung steht die Ehe zwischen einer kühlen, etwas mondänen Adligen und einem wohl affektionierten Beamten, der von Eisersucht geplagt wird. Auf der anderen Seite spinnt sich ein Liebesverhältnis zwischen einem aristokratischen jungen Divlomaten und der Verkäuferin eines Modehauses an. Ergreifend die Szene, da Heinrich George als Herr von Waltzien der Kleinen klar macht, daß eine Heirat mit dem Diplomaten eine Mesalliance sei, packend und groß im Menschlich=Darstellerischen. Ueberhaupt bewegt sich der Film auf einem hohen chauspielerischen Niveau, er hat einen ausgesprochenen Stil. Es ist zwar ein ausgesprochenes Gesellschaftsstück, das hier auf der Leinwand Leben erhält, aber Wysbar hat es aus der Perspektive des Heutigen zum Gestrigen gezeichnet mit dem deutlichen Hinweis, daß Tragödien aus Standesdünkel heute als überwundene Angelegenheit anzusehn sind. So wird der Konflikt zwischen dem Regieerungsrat und seiner Frau abgebogen und die Gestalt des Kammerherrn in den Mittelpunkt gerückt und aus der Tragödie wird eine heitere Angelegenheit mit einem versöhnenden happy-end. Eine ganze Reihe Großaufnahmen zwingt die Darsteller zu den feinsten Nüancen, so daß das Spiel besonders interessant ist. Im Vordergrund steht Heinrich George voll warmherziger Menschlichkeit. Von herber Anmut ist Viktoria von Ballasko, die die Verkäuferin mit echter fraulicher Einfachheit formt Heinz von Cleve ist der junge Attaché, der erst allmählich zum Charakter wird und zu seiner Liebe findet. Auch die Rebenrollen sind mit starken Talenten besetzt. Walter Kollo schuf die Musik, in der jene Vorkriegszeit in Walzern und Rheinländern wiederzlingt. Capitol „San Franzisko" Dieser amerikanische Film hat in vollen Häusern seine große Anziehungskraft bewiesen, so daß er für weitere Tage verlängert worden ist. Was MetroGoldwyn=Mayer unter diesem Titel zeigt, hat zwar an sich mit San Franzisko nur einen lockeren Zusammenhang, aber dennoch ist die Katastrophe von solch großen Ausmaßen gezeichnet, daß man einen packenden Eindruck von dem Erdbeben bekommt, das 1906 San Franzisko fast restlos vernichtete. Vor diesem tragischen Hintergrund spielt sich das Schicksal Kammerkonzert des Leipziger Gewandhaus=Quartetts Das Leipziger Gewandhausquartett, das auf eine langjährige Wirksamkeit im Dienste edelster Kunst zurückblickt, ist eine der bekanntesten Vereinigungen in Deutschland. Die starke Zugkraft zeugte für die Beliebtheit der in Bochum bereits bekannten Künstler. Der vollbesetzte Saal des Ernst=Moritz=Arndt=Hauses bewies zugleich das Interesse, das die musikliebenden Kreise der Kammermusik entgegenbringen. Aeußerste Werktreue kennzeichnete die Wiedergabe der von dem Quartett gewählten Werke, von denen das in D=Dur von Hans Pfitzner für Bochum neu war. Der glänzende Strich des Primgeigers Edgar Wollgandt, der schöne Ton Karl Wolschkes, der große, resonnanzedle Bratschenton Karl Wermanns. und das nuancenreiche Cellospiel Willy Rebhans ergaben ein klangschönes Zusammenspiel, das von den Künstlern vielfältig schattiert wird. Mozarts D=DurQuartett war ganz auf tonliche Beseelung eingestellt. Hier wurden die singenden Themen durch gleichmäßige Bindung und Abstufung empfindungsvoll hervorgehoben. Die Klarheit der Durchführung vereinigte sich mit dem Ausdruck im Vortrag. Wies die erste Violine anfangs noch Strichbärten auf, so erstand die liebliche Melodie des Andante im Wechsel mit der zweiten Violine in weicher, melodischer Form. Im Menuett, das durch die Mollwendung die für Mozart charakteristische Neigung zum Stimmungsumschlag zeigt, hatte das Trio mit dem schönen Ton des Cello Wärme der Kantilene Leichtbeschwingt wurde das Allegro musiziert, hier wurde auch der Deutlichkeit der Foto: Tobis Roto TOIS. TOUIS KOIO Ein glückliches Brautpaar. Der Soldat(Hans Schlenck) und die Marle(Hilde Körber) haben sich nach vielen Aufregungen und Konflikten gefunden. Aus dem Tobis RotoFilm„Marie, die Magd".