Bochumer Volkszeitung Bezugspreis: monatlich RM 2.15 oder haldmonatlie RM 1.08 einschl. Botenlohn. Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahung des Begugspreises. Anzeigenpreise: Gesamtauflage 6 Pig., Ausgabe A 6 Bfa, Ausode B 8½ Pig., Ausgabe C 8 Pig. Textanzeigen: Ausgabe A 40 Pig., Ausgaben Bn C 25 Pfg. se mm. Gültig: Preisliste 8 Westfälische Volks-Seitung verbunden mit den Bezirksausgaben B und C für Ellen=Steele=Hattingen und Wattenscheid Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bochum. Mühlenstr. 12-14/ Fernruf 64746-64748 Bochumer Stadtanzeiger Geschäftsstellen. Bochum, Mühlenstratze 12-14 Fernruf 647 46 Postscheckkonto Dortm. 6146; Hattingen, Viktor=Lutze=Str. 12. Fernruf 2095, Postscheckkonto Essen 1950; Essen=Steele, Wentsalenstr 302 Fernr. 582 30, Postscheckkonto Tortmund 193 66; Wattenscheid Fretheitste 15. Fernr 1876 Poltichecdf Tortm 30430 Deuc und Berlaa: Sbürmann 4 Paa0.e Nochum Nr. 21 Dienstag, den 26. Januar(Kath. u. Evgl. Polykarp) 1937 Im Auerschnitt des Tages Der 30. Januar. Das Programm für den 30. Januar Reichstag, Erklärung des Führers, Kabinettssitzung Die Führer-Erklärung wird auf alle deutschen Sender übertragen— Morgens Schulfeiern, am Abend Fackelzug und Kameradschaftsabende ORB Berlin, 25. Jan.(Drahtb.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt nachfolgendes Programm für den 30. Januar 1937 bekannt, das in Gemeinschaft mit allen beteiligten Stellen festgelegt wurde. 8 Uhr: Wecken durch Musik= und Spielmannszüge der Bewegung im ganzen Reich. 9 Uhr: Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels spricht in der Turnhalle der 1. und 29. Volksschule in Berlin=Neukölln zur deutschen Schuljugend. In allen Schulen des Reiches finden gleichzeitig Schulfeiern statt, in deren Mittelpunkt die Uebertragung der Neuköllner Feier steht. Der Schulunterricht fällt danach aus. 10 Uhr: Vorbeimarsch der Leibstandarte Adolf Hitler vor dem Führer an der Reichskanzlei in der Wilhelmstraße. 13 Uhr: Sitzung des Deutschen Reichstags. Abgabe einer Regierungserklärung durch den Führer und Reichskanzler. 17 Uhr: Zusammentritt des Reichskabinetts. 20 Uhr: Der Gau Berlin der RSDAP bringt dem Führer zur Erinnerung an die Huldigung vom 30. Januar 1933 einen Fachelzug. GleichDas Gebol der Stunde: SRB Berlin, 25. Januar.(Drahtb.) Die Reichsreaserung hat am Montag mittag dem hiesigen britischen Botschafter Sie Erie Phipps die deutsche Antwortnote auf die letzte englische Rote in der Freiwilligenfrage überreichen lassen. Die Rote hat folgenden Wortlaut: 1. Die deutsche Regierung hat mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß nach Ansicht der Königlich=britischen Regierung die hauptbeteiligten Mächte nunmehr über die Rotwendigkeit sofortiger Maßnahmen zur Verhinderung des Zustroms von Freiwilligen nach Spanien einig sind und daß ferner auch grundsätzliches Einverständnis darüber besteht, daß diese Maßnahmen von allen beteiligten Regierungen gleichzeitig getroffen werden, daß das Gesamtproblem der indirekten Formen der Einmischung in Spanien eine aktive Behandlung erfährt und ein wirksames Kontrollsystem eingeführt wird. Damit würden die Voraussetzungen erfüllt sein, von denen die deutsche Regierung in der Rote vom 7. Januar ihre Vereitwilligkeit zur Anordnung der von ihr zu treffenden Maßnahmen abhängig gemacht hat. 2. Unter diesen Umständen hat die deutsche Regierung bereits ein Gesetz vorbereitet, das die Einreise von deutschen Staatsangehörigen nach Spanien zur Teilnahme am Bürgerkrieg, sowie die Anwerbung von Personen zu diesem Zweck unter Strafandrohung verbieten und ferner die notwendigen Verwaltungsmaßnahmen in Aussicht nehmen würde, um die Ausreise und Durchreise aller Personen zu verhindern, die sich zur Teilnahme am Bürgerkrieg nach zeitig werden im Reich von den Ortsgruppen der Partei Kameradschaftsabende durchgeführt. Aufruf Dr. Goebbels an das deutsche Volk Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat folgenden Aufruf erlassen: An das deutsche Volk! Am 30. Januar mittags um 13 Uhr spricht der Führer zum Deutschen Reichstag. Sein Werk ist das der deutschen Nation. Allen Deutschen wird Gelegenheit gegeben werden, am Lautsprecher diese Rede zu hören. In sämtlichen Betrieben, Geschäften und Dienststellen werden die Werktätigen geschlossen am Lautsprecher versammelt sein, und in aller deutschen Häusern wird man am Rundfunkempfänger den Worten des Führers lauschen. Die zuständigen Stellen haben die vorbereitenden Maßnahmen für den Volksempfang eingeleitet. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gez. Dr. Goebbels. Spanien begeben wollen. Es wird sich empfehlen, daß der Londoner Richteinmischungsausschuß sofort die Uebereinstimmung aller beteiligten Reaierungen über den wesentlichen Inhalt der von ihnen zu treffenden Maßnahmen, über den Zeitpunkt ihrer Inkraftsetzung sowie endlich über die Grundlinien des einzuführenden Kontrollsystems feststellt. Sobald diese Feststellung erfolgt ist, wird die deutsche Regierung unverzüglich das Erforderliche wegen der von ihr zu treffenden Maßnahmen veranlassen. 3. Was die Durchführung der Kontrolle anlangt, so liegen der deutschen Regierung, und zwar zum Teil erst seit wenigen Taaen, eine Reihe von Entwürfen des Londoner Ausschusses vor, deren Prüfung sie möglichst beschleunigen wird. Sie behält sich vor, durch ihren Vertreter dem Londoner Ausschuß das Ergebnis dieser Prüfung sobald als möglich mitzuteilen und dabei gegebenenfalls auch ergänzende Vorschläge zu machen. 4. Die königlich britische Regierung hat sich bisher leider noch nimt zu dem in der Rote vom 7. Januar gemachten Vorschlag der deutschen Regierung geäußert, alle nichtspanischen Teilnehmer an den Kämpsen in Spanien einschließlich der politischen Agitatoren und Propagandisten aus Spanien zu entfernen, um so den Zustand vom August vor. Jahres wiederherzustellen. Die deutsche Regierung legt auf diese Vorschläge nach wie vor besonderen Wert. Sie hat die ernste Befürchtung, daß es nach der ganzen, bercits in der Rote vom 7. Januar geschilderten Entwichlung der Dinge zu einer einseitigen, den Flaggen heraus! Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt: Aus Anlaß des vierjährigen Bestehens des nationallozialistischen Reiches werden alle Deutschen aufgefordert, am 30. Januar ihre Häuser und Wohnungen zu beflaggen. Der Weg des großen Fackelzuges. Für den 30. Januar werden auf der Anfahrtstraße des Führers von der Reichskanzlei zur Krolloper Lautsprecher aufgestellt werden, über welche die Rede des Führers übertragen werden wird Die Rede des Reichskanzlers und Führers am 30. Januar wird vom deutschen Rundfunk am Sonntag, dem 31. Januar, 11 Uhr, über alle Sender mit Ausnahme des Deuischlandsenders wiedeholt werden. Der große Fackelzug des Gaues Berlin der RSDAP, der am 30. Januar zur Erinnerung an die Huldigung am 30. Januar 1933 durchgeführt wird, nimmt seinen Weg von der Charlottenburger Chaussee durch das Brandenburger Tor und die Wilhelmstraße zur Reichskanzlei. Sinn der Richteinmischungspolitik zuwiderlaufenden Beaünstiauna der der nationalen spanischen Regierung im Kampfe gegenüberstehenden Elemente führen wird, wenn die Mächte den Zustrom von Freiwilligen nur für die Zukunft verhindern, sich aber damit abfinden, die bereits in Spanien befindlichen landfremden Teilnehmer am Bürgerkrieg dort zu belassen. Es erscheint der deutschen Regierung als das Gebot der Stunde, daß alle beteiligten Mächte jetzt endlich ernst damit machen, jede Möglichkeit einer Einmischung in Spanien zu unterbinden Wenn sie dazu entschlossen sind, werden sie auch Mittel und Wege finden, um den erwähnten Vorschlag der deutschen Regierung zu verwirklichen. Der Eindruck in London Die Reichsregierung hat für den 30. Januar, an dem sich zum fünften Male der Tag der Machtübernahme durch den Führer jährt, ein besonderes Programm aufgestellt. Es beginnt mit einem Wecken am frühen Morgen, dem sich Schulfeiern im ganzen Reiche anschließen. Reichsminister Dr. Goebbels wird von der Turnhalle der 1. und 29. Volksschule in Neukölln aus zur deutschen Schuljugend sprechen, während gleichzeitig um diese Zeit in allen Schulen die Schüler mit ihren Lehrpersonen am Lautsprecher der Rede zuhören werden. Nach den Feiern haben die Schulen frei. Um 10 Uhr findet dann ein Vorbeimarsch der Leibstandarte Adolf Hitler vor dem Führer an der Reichskanzlei statt. Um 13 Uhr tritt der Reichstag zu einer Sitzung zusammen. Dieses Ereignis dürfte das bedeutendste des Tages sein, denn in der Reichstagssitzung wird der Führer eine Regierungserklärung abgeben. Diese Erklärung wird über alle deutschen Sender übertragen und das ganze deutsche Volk wird an den Lautsprechern Zuhörer sein und so persönlich an dem großen Ereignis teilhaben. Am Nachmittag tritt dann auch das Reichskabinett zusammen und am Abend findet der traditionelle Fackelzug statt zur Erinnerung an die historische Huldigung am 30. Januar 1933, am Abend der Machtübernahme. Im ganzen Reiche werden um die gleiche Zeit Kameradschaftstreffen dem Feiertage den Abschluß geben. Es ist also ein erlesenes Programm, das für diesen nationalen Gedenk= und Feiertag vorgesehen ist, an dem das ganze deutsche Volk teilhaben und sich zurückerinnern wird an jenes historische Ereignis, das uns vor vier Jahren die politische Wende gebracht hat. * „Das Gebot der Stunde!“ Die Reichsregierung hat gesten auf die letzte Note der englischen Regierung zu dem Problem der Richteinmischung geantwortet. Wie schon in ihrer ersten Rote hat sie auch diesmal wieder sich zu einer vollen und bedingungslosen Richteinmischung bekannt und es als„Gebot der Stunde“ bezeichnet, daß endlich„alle beteiligten Mächte Ernst damit machen, jede Möglichkeit einer Einmischung in Spanien zu unterbinden“. Wie ernst die Reichsregierung selbst dieses Problem nimmt, zeigt die Tatsache, daß sie den Standpunkt, den sie vom Ausbruch des Konfiiktes an, also seit August vergangenen Jahre= unentwegt eingenommen und vertreten hat, noch einmal mit aller Klarheit unterstreicht und auch für alle übrigen Mächte volle und eindeutige Neutralität fordert. Ihrerseits hat sie darüber hinaus ein Gesetz vorbereitet, daß nicht nur die Anwerbung von Freiwilligen, die übrigens in Deutschland auch bisher befriedigend!" „Alles enthalten, was erwartet worden ist“ DNB. London, 25. Jan.(Drahtb.) Die deutsche und italienische Antwort auf die britische Note in der Freiwilligenfrage sind am Montag in London eingegangen. Sie werden in zuständigen politischen Kreisen als„sehr befriedigend“ bezeichnet. Es wird erklärt, daß die Antworten alles enthielten, was erwartet worden sei. Ueber die nächsten Schritte glaubt man sich angesichts der Kürze der Zeit noch nicht äußern zu können, zumal die beiden Antwortnoten noch einer sorgfältigen Prüfung bedürften. Es wird jedoch angenommen, daß schon in den nächsten Tagen der Nichteinmischungsausschuß zur Beratung der jetzt zu ergreifenden Maßnahmen einberufen werden wird. reß Association“ weist darauf hin, daß sich die Antworten Deutschlands und Italiens inhaltlich deckten Nachdem nunmehr sämtliche fünf Mächte, an die sich England gewandt habe, geantwortet hätten, glaube man sagen zu können, daß ein genügendes Maß von lebeinstimmung bestehe, um auf dem Wege zu einer wirksamen Nichteinmischung in Spanien einen tatsächlichen Fortschritt zu erzielen. Es müsse Befriedigung verursachen, daß sowohl Deutschland als auch Italien sich bereiterklärt hätten, gesetzgeberische Maßnahmen zu erlassen, die eine Beteiligung der Staatsangehörigen dieser Ländan dem spanischen Bürgerkrieg ungesetzlie machten, vorausgesetzt, daß die übrigen Mächte sich bereiterklärten, ähnliche Schritte zu ergreifen. Der Nichteinmischungsausschuß habe bereits ausreichende Vorarbeiten für die Ingangsetzung des Kontrollplanes gemacht und im Hinblick auf die befriedigende Natur der nunmehr in London eingegangenen Antworten werde erwartet, daß eine Sitzung des Ausschusses in Kürze einberufen werde. Sowohl die deutsche als auch die italienische Note enthielten gewisse Fragen von geringerer Bedeutung, die der Ausschuß beraten werde; aber die Tatsache, daß hinsichtlich der grundsätzlich wichtigen Fragen Uebereinstimmung bestehe, gebe Grund zum Optimismus. Man hoffe, daß der Nichteinmischungsausschuß schon bald die Beratung seiner Pläne abschließen und einen Zeitpunkt bekanntgeben werde, an dem das Freiwilligen=Verbot in Kraft treten könne. Der Ton der deutschen und der italienischen Antwortnote lasse zweifellos auf die Bereitwilligkeit dieser beiden Länder schließen mit den übrigen Mächten zur Lösung des spanischen Problems zusammenzuarbeiten, das wiederholt als eine ernste Bedrohung des europaischen Friedens bezeichnet worden sei. „Endlich Ernst machen mit der Unterbindung der Einmischung" Die deutsche Antwortnote an die englische Regierung nicht erfolgt ist, unter Strafandrohung verdietet, sondern auch die„notwendigen Verwaltungsmaßnahmen in Aussicht stellt, welche die Ausreise und Durchreise aller Personen verhindern, die sich zur Teilnahme am Bürgerkrieg nach Spanien begeben wollen." Gleichzeitig schlägt sie dann auch noch vor, daß der Londoner Nichteinmischungsausschuß sofort die Uebereinstimmung aller beteiligten Regierungen über den wesentlichen Inhalt der von ihnen zu treffenden Maßnahmen, über den Zeitpunkt ihrer Inkraftsetzung sowie endlich über die Grundlinien des einzuführenden Kontrollsystems feststellt und erklärt sich zu ihrem Teil bereit, sobald diese Feststellung erfolgt ist, von sich aus unverzüglich das Erforderliche wegen der von ihr zu treffenden Maßnahmen zu veranlassen. Die deutsche Stellungnahme ist also ganz klar und einwandfrei und birgt den Schlüssel zu einer wirklichen Lösung der Nichteinmischungsfrage, über die man sich bisher allenthalben den Kopf so sehr zerbrochen hat, ohne aber zum Ziel zu kommen. Was werden nun die anderen Mächte tun? Das ist die entscheidende Frage, auf die es jetzt allein ankommt. Deutschland und Italien, das in gleichlautendem Sinne geantwortet hat, haben den einzig möglichen und gangbaren Weg gewiesen, aber damit allein ist es nicht getan! Es gehört vielmehr dazu auch der gute Wille aller derer, die bisher eine wirksame Richteinmischung durch ihre Unterstützung der Roten oder durch ihr passives Verhalten gegenüber dem offenen Bruch des Richteinmischungsabkommens durch die Bolschewiken Sowjetrußlands verhindert haben. Nach aus London vorliegenden ersten Meldungen hat der Inhalt der deutschen Antwortnote in Kreisen der englischen Regierung„sehr befriedigt!“ Wir quittieren das mit Genugtuung und hoffen, daraus die Schlußfolgerung ziehen zu können, daß die englische Regierung nun aber auch von sich aus alles unternehmen und versuchen wird, was dem von der Reichsregierung in ihrer Rote vertretenen Standpunkt gerecht wird. Daß sie vor allem auch ihren ganzen Einfluß geltend machen wird, um Sowjetrußland, den bisherigen Hauptsünder gegen das Nichteinmischungsabkommen, und Frankreich zu einer einwandfreien Haltung und Beachtung nicht nur der bisher bereits geltenden Londoner Bestimmungen, sondern auch zu einer ernsten und aufrichtigen Beteiligung an den von der Reichsregierung angeregten Feststellungen bewegt. Nur dann ist die Aussicht vorhanden, daß das Problem endlich doch noch seine Lösung finden wird. Auch die italienische Antwortnote übergeben DNB Rom, 25. Januar(Drahtb.) Der italienische Außenminister Graf Ciano hat am Montag vormittag die italienische Antwort auf das englische Memorandum vom 11. Jan. betreffend die Frage der Nichteinmischung in Spanien und im besonderen die Frage der Freiwilligen der englischen Botschaft zustellen lassen. General Ugaki mit der japanischen Kabineltsbildung betraut DNB Tokio, 25. Januar(Ostasiendienst des DNB) General Ugaki wurde vom Kaiser mit der Kabinettsbildung betraut. Die Beauftragung erfolgte auf den Rat des Prinzen Saionii, des Siegelbewahrers Dussa und des Präsidenten des Staatsrates. Hiranuma. Der gemeinsame Vorschlag dieser drei Staatsmänner bedeutet die Wiederbelebung der früheren Gepflogenheit, daß der Kaiser von der Genro, einem Kreis alter Staatsmänner, beraten wird. General Ugaki findet bei den Parteien, in der Presse und in der Wirtschaft eine günstige Aufnahme, da er eine Verständigung mit den Parteien anstrebe und, wie die Presse betont, die Einmischung des Heeres in die Staatsführung eindämmen werde. Er sei ein Mann grohen Formats mit reichen Erfahrungen und vielen Beziehungen zur Politik und Wirtschaft. Verordnung über den Handel mit Vieh Neuerrichtung von Viehhandelsbetrieben nur mit Geneymigung. DNB. Berlin, 25. Jan.(Drahtb.) Im Reichsgesetzblatt erscheint eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über den Handel mit Vieh. Nach dieser Verordnung bedürfen Betriebe, die mit Vieh Handel treiben oder künftig treiben wollen, der Zulassung. Dies bedeutet gegenüber der bisherigen Regelung insoweit eine Aenderung, als bisher nur die Neuerrichtung von Betrieben, die mit Schlachtvieh handeln wollen, einer Genehmigung bedurfte, während die Neuerrichtung von Betrieben, die mit Zucht= und Nutzvieh handeln wollen, einer Genehmigungspflicht nicht unterlag. Die Zulassung soll nach der Neuregelung im Falle der persönlichen und sachlichen Eignung des Betriebsinhabers und des Betriebsleiters sowie im Falle eines wirtschaftlichen Bedürfnisses erteilt werden. Sie kann für das ganze Reichsgebiet oder für Gebietsteile ausgesprochen werden. Ueber Ansprüche auf Zulassung entscheiden die Viehwirtschaftsverbände. Gegen eine Entscheidung, durch welche die Zulassung versagt, auf bestimmte Gebietsteile beschränkt oder nur unter Bedingungen erteilt wird, kann der Betreffende das Schiedsgericht bei dem Viehwirtschaftsverband anrufen. Viehhandelsbetriebe, die beim Inkrafttreten dieser Verordnung nicht dauernd eingestellt sind, gelten als zugelassen. Bei diesen zugelassen geltenden Viehhandelsbetrieben kann die Zulassung jedoch bis zum 31. Dezember 1937 widerrusen werden, wenn ein Betriebsinhaber oder ein Betriebsleiter beim Inkrafttreten dieser Verordnung nicht die erforderliche persönliche und sachliche Eignung hat. Im übrigen kann die Zulassung bei sämtlichen Viehhandelsbetrieben widerrufen werden, wenn ein Betriebsinhaber oder ein Betriebsleiter die für die Führung des Viehbandelsbetriebes erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. Den Vorschriften der Verordnung unterliegt der Handel mit Pferden, Rindvieh einschließlich Kälbern, Schweinen und Schafen, und zwar für Schlachtvieh sowie für Nutz= und Zuchtvieh. Der Abschluß der Italienfahrt des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring war mit hohen Ehren der Italiener begleitet. Der italienische Regierungsche Mulsolini. mit dem der Ministerpräsident vorher noch eine zweistündige wichtige Unterredung hatte, verabschledete sich persönlich am Bahnhof von Göring. Ein Ehrengeleit brachte den Ministerpräsidenten bis zur Grenze.(Associated Preß=M) ... die ihr Leben gaben für ihre Brüder“ Trauerfeier für die Opfer der Generaladmiral Raeder überbringt das Beileid des Führers DNB. Kiel, 25. Jan.(Drahtb.) Von den Dächern und Häusern, von den Schiffen und den Werftgebäuden der Kriegsmarinestadt Kiel wehten am Montag die Hakenkreuzfahnen auf halbmast. Auf dem Garnisonfriedhof wurde am Nachmittag die Trauerfeier für die Besatzung des Kriegsmarineversuchsbootes„Welle“ abgehalten, die am 19. Januar im schweren Schneesturm ums Leben kam. In der Kapelle des Friedhofes waren die Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer versammelt, denen der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. b. c. Raeder, das Beileid des Führers und des Reichskriegsministers aussprach. Derr Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, so sagte er, hat mich beauftragt, Ihnen persönlich zu sagen, wie er von Herzen an Ihrer und unserer tiefen Trauer teilnimmt. Der Führer liebt seine Marine und schätzt die Hilfsbereitschaft, den tapferen Einsatz des Lebens für in Not befindliche Seeleute, wie sie in der Marine eine Selbstverständlichkeit ist, hoch ein. Er ist daher stolz auf die in treuer Pflichterfüllung von uns gegangenen Kameraden der„Welle“ und weilt in Gedanken in dieser Stunde bei ihnen und ihren Lieben. Auch der Herr Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat mich beanktragt, Ihnen seine herzliche und tiefempfundene Teilnahme zu übermitteln. Er drückt Ihnen allen in Gedanken die Hand. Ich selbst, der ich mit der gesamten Kriegsmarine durch den Verlust aufs tiefste getroffen bin, trauere in herzlicher Verbundenheit mit Ihnen um unsere Getreuen, die ihr Leben dahingaben für ihre Brüder. Vorbei am Mahnmal der„Niobe", auf dem die Reichskriegsflagge halbstock wehte, schritt die Trauergemeinde zur Grabstätte. Dort waren die 15 Särge, bedeckt mit der Reichskriegsflagge und zahlreichen Kränzen, aufgebahrt. Die Ehrenposten stellte das Versuchsboot„Strahl“ der Kriegsmarine. Zahlreich waren die Trauerabordnungen der Kriegsmarine und der SA.=Gruppe Nordmark mit ihrem Gruppenführer Meyer=Quade. Neben dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmirat Dr. h. c. Raeder sah man den Stabschef der SA. Lutze, den Kommandierenden Admiral der Ostsee, Admiral Albrecht, den Flottenchef, Vizeadmiral Carls, den Oberpräsidenten von Schleswig=Holstein, Gauleiter Lohse, den Festungskommandanten von Kiel, Kapitän zur See Mewis, den Befehlshaber im Luftkreis 6, General der Flieger Zander, sowie den Oberbürgermeister der Kriegsmarinestadt Kiel, Kreisleiter Behrens und zahlreiche Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen und der Behörden. Nach einem Choral sprachen die beiden Stationsgeistlichen, dann nahm der Kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, Abschied von den Toten.„Der Seemann, der im harten Kampf mit Sturm und See sein Leben für die Rettung seiner deutschen Brüder gibt,“ so führte er aus, stirbt ebenso den Tob für Volk und Vaterland, wie der Soldat, der, die Waffe in der Faust, im Angriff auf die feindliche Stellung fällt. Ihr Tod soll uns allen eine ernste Mahnung sein, daß wir Soldaten der Kriegsmarine auch im Frieden jederzeit bereit sein müssen, in unserem schweren und doch so schönen Seemannsberufe Leib und Leben einzusetzen für Führer, Volk und Vaterland." Nachdem das Lieo„0 Deutschland hoch in Ehren“ verklungen war, präsentierte die Ehrenkompagnie der 1. SSO.(Schiffs=Stammabteilung der Ostsee) das Gewehr, und bei dumpfem Trommelwirbel und unter den gedämpften Klängen des Liebes vom guten Kameraden verlas Korvettenkapitän Bahte, der Leiter der NachrichtenmittelVersuchsanstalt, die Namen der Gebliebenen. Drei Ehrensalven krachen über die Gruft. Zum Schluß der schlichten Feier legt Generaladmiral Dr. h. c. Raeder einen großen Kranz des Führers und einen weiteren des Reichskriegsministers nieder. Stabschef der SA. Lutze schloß sich an Während der Beisetzungsstunde hatten alle Schiffe der Kriegsmarine ihre Toppflaggen halbstock gesetzt Der Moskauer Theaterprozeß Sie„gestehen" natürlich alles! Genau so, wie es die Anklage vorschreibt MNB Moskau, 2. Jan.(Drahtb.) Die Sonntag=Nachmittagssitzung im Moskauer Theaterprozeß brachte nach Abschluß des Verhörs von Radek die Zeugenvernehmung von Romm. Dieser war bisher Korrespondent der„Iswestija“ in Washington. Er befindet sich gleichfalls in Haft. Stockend und mit leiser Stimme„gesteht" Romm angebliche Kurierdienste zwischen Trotzki und Radek ein und zwar unter Ausnutzung seiner dienstlichen Stellung im Auslande. Darauf kam der Staatsanwalt nochmals auf die Verbindung Radeks zu dem General der Roten Armee und früheren Militärattaches der Sowjetunion in London, Putna, zurück. Putna, der bekanntlich schon zur Zeit des ersten Trotzkisten=Prozesses im vorigen Jahr verhaftet wurde, sitzt immer noch im Gewahrsam der GPU. Bei der Erörterung fiel auch der Name des Marschalls der Sowjetunion, Tuchartschewski, der Putna zu Radek„auf dienstlichem Wege“ geschickt haben soll. Auffallend ist es, daß der Staatsanwalt peinlich vermeidet. Radek über den Charakter seiner Beziehungen zu Putna zu näheren Aeußerungen zu veranlassen. Radek wird dagegen vom Staatsanwalt aufgefordert, dreimal mit lauter Stimme zu erklären, daß Tuchartschewski nicht das geringste mit der Trotzkisten=Gruppe zu tun habe. Der Saal nahm diese„Ehrenerklärung" für Tuchartschewski aus dem Munde Radeks mit Erstaunen zur Kenntnis Das Gericht fährt alsdann mit der Vernehmung des dritten Hauptangeklagten, des früheren sowjetrussischen Botschafters in London und Vizekommissars für Auswärtige An gelegenheiten, Sokolnikow, fort. Nach der Anklage des Prozesses soll Sokolnikow als Mittelsmann zwischen der im Vorjahr abgeurteilten Sinowjew=Kamenew=Gruppe und der Psatakow=Radek=Gruppe erscheinen. Er hat, so wünscht es der Staatsanwalt, gleichfalls Hochund landesverräterische Pläne„einzugestehen“. Das tut er auch, und zwar genau nach den entsprechenden Punkten der Anklageschrift. Er gibt zu, landesverräterische Gespräche mit einem „Vertreter einer fernöstlichen Großmacht“ im Auftrage Trotzkis geführt zu haben. Der Theaterprozeß schloß am Sonntag mit der Vernehmung des vierten Hauptangeklagten, des früheren Verkehrskommissars und späteren Vizechefs der Wegebauverwaltung, Serebrjakow. Auch er fällt nicht aus der Reihe. Er„gesteht“ seinerseits die angebliche Schädlingsarbeit im Ressort des Transportwesens. Dabei erwähnt er auch die Eisenbahnkatastrophen, falsche Berechnungen technischer Normen für Lokomotiven usw., alles Mißstände, die zu den Kriegsschäden des sowjetrussischen EisenbeAnwesens gehören. Wiederum ha. man das Gefüyl, daß damit an die Hintergründe des Prozesses gerührt wird. Ferner hat sich Serebrjakow ebenso wie die übrigen bisher vernommenen Angeklagten zu der angeblichen Vorbereitung von Terrorakten auf bolschewistische Parteigewaltige zu bekennen Hierbei taucht wenigstens eine neue Nuance auf: Serebrjakow will besonders enge Verbindung mit kaukasischen Trotzkisten und Menschewiken unterhalten haben. Diese will er zu Terrorakten auf den Häuptling der Kommunistischen Partei in Georgien, Berija, und auf Stalin angestiftet haben. Dabei kommt zur Sprache, daß Oppositionelle in Georgien angeblich ein unabhängiges Georgien oder wenigstens die Vorherrschaft Georgiens in der kaukasischen Föderation anstrebten. Damit war die Sonntagsverhandlung im Moskauer Theaterprozeß beendet. Die nächste Sitzung beginnt am Montagvormittag. Die Montagssitzung begann mit der Vernehmung des„Zeugen“ Ingenieur Loginow, der als angebliches Mitglied der Trotzkisten=Organisationen im Auftrage Pjatakows und anderer Angeklagter insbesondere in Industriebetieben in der Ostukraine Sabotageakte verübt haben will. Getreu dem eingespielten System unzähliger sowjetischer Schädlingsprozesse, deren Hintergründe sattsam bekannt sind, bringt der Zeuge seine Aussagen vor. Loginow liefert im flüssigen, von den Stichworten des Staatsanwalts dirigierten Vortrag neuen sensationellen Stoff für die Leitartikel der Sowjetblätter, indem er in allen Einzelheiten angebliche Schädlingsarbeit, wie Ueberheizung von Koksöfen, falsche technische Planung von Werksbauten, Einsatz falsch konstruierter Maschinen und andere in das Programm des Staatsanwalts passende„Verbrechen“ schildert. Die Eintönigkeit dieser Kette von auswendig gelernten„Geständnissen“ wird dann unterbrochen und gewinnt Interesse, als es sich zeigt, daß dieser Kronzeuge besonders präpariert worden ist, um für die widerrechtlichen Verhaftungen Reichsdeutscher eine Begründung zu erdichten. Loginow erklärt in seiner Zeugenaussage, er habe von dem Angeklagten Rataitschak die Weisung erhalten, sich mit deutschen Ingenieuren und Technikern, die in der Sowjetunion als Spezialisten tätig waren, in Verbindung zu setzen, und zwar„zum Zwecke der Spionage und der Weiterleitung an Agenten des deutschen Spionagedienstes(!)". Hierbei will Loginow auf den Angeklagten Grasche als geeigneten Mittelsmann hingewiesen haben, da er von dessen angeblichen Verbindungen mit„deutschen Spionen“(!) gewußt habe. Bolschewistischer Pöbel stürmt die Banken Abtransport von Kunstschätzen nach Sowjetrußland DNB Salamanca, 25. Jan.(Drahtb.) Nationale Flieger belegten am Sonntag erneut die Befestigungen von Malaga sowie die Zufuhrstraßen bei Motril mit Bomben. Die aus Granada auf Malaga vorstoßende Infanterie setzte ihren Vormarsch über Alhama in Richtung auf die Küste erfolgreich fort. In Malaga wird die Verwirrung unter den Bolschewisten ständig größer. Der kommunistische Pöbel stürmte die meisten Banken in Malaga und erbrach die Safes. Die dort aufbewahrten Schmucksachen und Wertpapiere wurden geraubt. Nach Berichten des nationalen Senders ist ein neuer großer Diebstahl am Vermögen des spanischen Volkes im Gange. Ein großer Teil der Kunstschätze der Museen und aus Privatbesitz werden in riesige Kisten verpackt und nach einem unbekannten Bestimmungsort, höchstwahrscheinlich ein sowjetrussischer Hafen, verschickt Die in der Nähe der Küste bei Malaga liegenden Siedlungen müssen von den Bewohnern geräumt werden. An der Front von Madrid unternahmen die nationalen Flieger trotz diesigen Wetters erneut erfolgreiche Bombenflüge. Schmucksachen und Goldzähne Ermordeter als Handelsartikel Bolschewistischer Leichenfledderer an der französischen Grenze verhaftet DNB Paris, 25. Jan.(Drahtb.) Bei der französischen Bahnzollkontrolle an der französischkatalanischen Grenze wurde am Sonntagabend ein Spanier festgenommen, der zur Ueberraschung der Zollbeamten in 2 Paketen Schmuckstücke im Werte von etwa einer Million Franken mit sich führte. Die Pakete enthielten 150 Goldstücke, 50 000 Peseten in Banknoten, ein Dutzend mit Brillanten besetzte Uhren, 23 goldene und Platinketten, 72 goldene Armbänder, zwei Perlenhalsbänder, Broschen, Medaillons, Brillanten und sonstige Edelsteine. Außerdem aber fanden sich unter den Wertsachen noch zahlreiche Goldzähne, die augenscheinlich aus den Gebissen von Leichen ausgebrochen waren(!). Man nimmt an, daß es sich um Gegenstände aus dem Besitz nationaler SpaHauptschriftletter: Joseoh Hasler, Bochum. Stellvertr. des Hauptschriftleiters: Neter Schiffers, Bochum. Verantwortlich: Für den politischen, kulturpolitischen und den gesamten Unterhaltungsteil: Joseph Haser. Bochum— für den lokalen Teil Pochum esi Theater und Musik: Peter Schifters Bochum für Weitdeutsche Umschau Verbreitungsgebiet und den Umbruch der Ausgaben Hattingen Wattenscheid und E.=Steele: Geora Wilhelm Kruce Bochum für den lokolen Teil Hattingen und E=Steele: Dr. Joseph K.onters. E.=Steele für Sport. Handel und den okalen Tei. Wattenscheid: Ferdmnand Julius Lander e.d Bochum für den Bilderdiens die einzelnen Abteilungsleiter— Für den Anzeigenteil Bochum: Karl Lenge. Bochum: für den Anzeigentet! Hattingen/E.=Steele: Elln Becker Hattingen; für den Anzeigentei. Wattenschend: Hermann Lüther, Wattenscheid— Zur Zeit ist Preisliste Nr 8 gültig.— uns Druck: Schürmann& Klagges Bochum. — D.=A XII 1036 über 12 000(davon Ausgabe AWentialiiche Volkszeitung Bochum über 9200; Ausgabe B Voltszeitung für Ennere=Ruhr! Steeler Zeitung über 2600; Auszibe C: Morgenzeitung Wattenscheid über 1200). den 26. Januar 1987 1. Beilage der Volks-Zeitung Nummer 21— Seite 5 Bochumer Caaeschronik Man merke Dienstag, den 26. Januar. Sonnenaufgang 8.22 Sonnenuntergang 17,04 Mondaufgang 17.12 Monduntergang 7.50. Vollmond 18,45 1781 Der Dichter Ludwig Achim v. Arnim in Berlin geb(gest. 1831). Der Mediziner Edward Jenner in Berkeley gest.(geb. 1749). Baumeister Leo v. Klenze in München gest.(geb. 1784). Der Schriftsteller Rudolf Alexander Schröder in Bremen geboren. Der Schriftsteller Alfons Paquet in Wiesbaden geboren. Der Maler Fritz August v. Kaulbach in Öhlstedt bei Murnau gest.(geb. 1850). Deutsch=Polnischer Verständigungspakt 1864 1934 Das Geheimnis, mit allen Menschen im Frieden zu leben, besteht in der Kunst, jeden seiner Individualität nach zu verstehen. L. Jahn. Kulicke hingerichtet Der Oberstaatsanwalt gab gestern folgende Bekanntmachung heraus: Heute morgen ist der am 10. Juli 1911 geborene Erhard Kuliche hingerichtet worden. Der Genannte ist durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichts in Vochum vom 10. September 1936 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Kulicke hat am 26. Juli 1936 seine 25jährige, schwangere Ehefrau ermordet, um seine Geliebte heiraten zu können Der Uhu stirbt nicht aus! Nach dem Kriege nahm die Zahl der Uhu=Brutpaare von Jahr zu Jahr ab, so daß man im Jahre 1927 nur 50 Uhu=Paare in Deutschland konnte. Versuche, durch Einführung außerdeutscher Uhus den schwindenden Bestand zu heben, sind im allgemeinen fehlgeschlagen. Inzwischen zeigte sich, daß bei sorgfältigem Schutz seiner Brutreviere der deutsche Uhu von selbst— ohne Blutmischung mit fremden Rassen— imstande ist, seinen Bestand zu halten und sogar zu vergrößern. Eine Statistik aus dem Jahre 1935 ergab nämlich bereits über 100 deutsche Brutpaare. Exotische Fische im Khein Während der letzten Jahre wurde im Oberrhein verschiedentlich der farbenprächtge Sonnenfisch gefangen. Dieses etwa 8 Zentimeter lange Tierchen, das in amerikanischen Gewässern zu Hause ist, wurde offenbar von Aquarienfreunden ausgesetzt und hat sich gut eingebürgert. Nasenbluten Bei Nasenbluten bringe man Hände und Füße in heißes Wasser. Der Nacken soll mit kaltem Wasser gewaschen werden, empfehlenswert sind lebhafte Bewegungen der Kinnbacken. In das Nasenloch spritzt man vorteilhaft frischen Zitronensaft ein. Wertvoll ist es auch, ein Glas Wasser zu trinken und dem warmen Fußbad etwas Senfmehl zuzufügen. Der Arm, an dessen Seite das Blut fließt, wird so lange in die Höbe gehoben, bis die Blutung aufhört. Der Nutzeffekt von Köntgenröhren ist sehr gering. Bei einer neuzeitlichen Röhre ergab sich für den Rutzeffekt der Wert 0,37 Prozent, das heißt nur 0,37 Prozent der hineingesteckten Energie wird in Röntgenstrahlen umgesetzt. Vorbereitung für den Reichsberufswekkkampf Ein genaues Wertungssystem wird den Fähigkeiten aller Teilnehmer gerecht. 750 Ortswettkampfleiter waren zu einer Arbeitstagung versummelt. Nachdem bereits am vergangenen Sonntag eine Anzahl Ortswettkampfleiter für die Berufsgruppe „Holz" sowie„Eisen und Metall“ im südlichen Teil des Gaues zu einer Arbeitstagung versammelt war, hatte der Gaujugendwalter, Unterbannführer Treeck, die Kreisjugendwarte und den größten Teil der Ortswettkampfleiter nach Dortmund eingeladen, damit noch einmal gemeinsam die Richtlinien für den am 14. Februar beginnenden 4. Reichsberufswettkampf besprochen werden konnten. An vier verschiedenen Stellen der Stadt ging die fachliche Schulung der 750 Ortswettkampfleiter vor sich, die am Nachmittag abgeschlossen wurde mit der Tagung der Kreise unter Leitung der Kreisjugendwarte. Diese Art der Schulung hat sich bei der immer mehr zunehmenden Bedeutung des Reichsberufswettkampfes und bei der immer stärkeren Beteiligung schon im Vorjahr als sehr notwendig erwiesen, um eine möglichst einheitliche Bewertung der Arbeiten zu erreichen und Schwierigkeiten bei der Nachprüfung zu vermeiden. Waren im ersten Jahr nur 12000 Jugendliche daran beteiligt, so stieg ihre Zahl im vergangenen Jahr auf 32000 im Gau Westfalen=Süd; sie wird in diesem Jahr auf weit über 45 000 steigen. Gerechte Wertung In den ersten Tagen des April sollen dann die Besten aus dem Gau Westfalen=Süd in Dortmund ermittelt werden. Der„Fredenbaum“ wird in seinen Räumen diesen Endkampf sehen, aus dem sich dann wieder die Jugendlichen herausschälen, die berufen sind, den Gau in der Entscheidung um den hohen Titel eines Reichssiegers im Reichsberufswettkampf zu vertreten. Einbruch in HJ.=Räume. Zwischen 21 und 22 Uhr wurde in die Räume der Hitler=Jugend, hier, Bärendorfer Straße Nr. 1, eingebrochen. Der Täter gelangte durch Einschlagen einer Fensterscheibe in die Räume, erbrach sodann den darin stehenden Schreibtisch und durchwühlte denselben. Dem Täter sind hierbei keinerlei Wertgegenstände noch Schriftsachen in die Hände gefallen. Wer kann zu diesem Diebstahl sachdienliche Angaben machen? Angaben, die auf Wunsch vertraulich bebandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Uhlandstraße Nr. 35, Zimmer 243. Ein Fahrraddieb. Fahrraddiebe werden vor Gericht gründlich angefaßt. Ihr Gewerbe ist ein außerordentlich übles da durch sie meist unbemittelte Leute betroffen werden. Ein solch übler Geselle von hier entwendete einem Maurer und einem Schüler zwei Räder, die er nach dem Diebstahle unkenntlich zu machen suchte. In einem weiteren Falle hatte er bei Ausführung von Schreinerarbeiten in einem Hause der Freiligrathstraße einer Hausangestellten deren Ersparnisse geklaut. Das Schöffengericht belastete den Fahrraddieb mit 1 Jahr und 1 Monat Gefängnis. Kind schwer angefahren. Gegen 16.55 Uhr wurde auf dem Löbkerring, Ecke Robertstraße, ein Kind angefahren und schwer verletzt. Es wurde zum Elisabethkrankenhaus gebracht. Wer kann Angaben machen? Der am 22. 1. 1937 wegen Erregung öffentlichen Aergernisses festgenommene Arbeiter(zuletzt Reisender) Heinrich Brune, geboren am 16. 11. 1906 zu Bochum, wohnhaft in Bochum. Burgstraße Nr. 24, ist am 23. 1. 1937 aus der Polizeihaft entwichen. Beschreibung: 1,70 Meter groß, schlank, aufgeworfene Lippen, Grübchen im Kinn. Bekleidung: Dunkelgrauer Anzug, schwarzer Lederolmantel, Schlägermütze Brune ist festzunehmen. Angaben über seinen Aufenthalt nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Stark beschädigt. Gegen 19.20 Uhr wurde auf der Dorstener Straße, Ecke Elisabethstraße, ein Radfahrer von einem Lastkraftwagen angefahren. Personen wurden nicht verletzt. Das Fahrrad wurde stark beschädigt. Angefahren und verletzt. Gegen 19 Uhr wurde eine Frau auf der hiesigen Kortumstraße. Ecke Wilhelmstraße, beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Personenkraftwagen angefahren. Die Frau kam zu Fall und zog sich hierbei einen Bruch des linken Daumens und Wunden im Gesicht zu. Die Verletzte wurde in das Elisabethkrankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht. Gegen die Wagentür. Gegen 12.20 Uhr stieß ein Radfahrer auf dem hiesigen Hellweg, in Höhe des Hauses Nr. 20, beim Ueberholen eines Personenkraftwagens gegen die Wagentür, die gerade geöffnet wurde. Der Radfahrer kam zu Fall und verletzte sich an der linken Hand und im Gesicht. Er konnte seinen Weg ohne fremde Hilfe fortsetzen Jagd nach dem billigsten Preisaugebot Unter Schnee und Hagelschlag erfolgte der erste Angriff Die erste Ueberraschung des gestrigen Großkampftages für unsere Hausfrauen war der Wetterumsturz, der über Nacht eingesetzt hatte. War Sonntag über noch alles lichtverklärt und sonnenüberstrahlt und ließ der holde Knabe Lenz sein erstes Frühlingslied erklingen, so bereitete der Montagmorgen allen Frühlingsallüren ein energisches Ende. Das Thermometer war von 12 auf 0 Grad gefallen, in der Nacht war leichter Frost eingetreten und just um die Zeit, da man sich anschickte, die Läden aufzumachen, schneite und hagelte es. So weit ist man schon in der Königsallee Die ersten Terrassen- Weitere folgen- Bis zum Frühjahr sind die Arbeiten beendet Die Königsallee ändert allmählich ihr Gesicht. Seit etlichen Wochen schon sind Erdarbeiter am Werk, ähnlich wie beim Stadtpark auch den Südpark von seiner Umgitterung zu befreien und freizulegen. Die Arbeit ist hier nicht so einfach wie beim StadtEhe diese Aufgabe gelöst ist, muß noch ein autes Stück Arbeit geleistet werden. Das läßt so recht diese zweite Aufnahme erkennen. Von einem der Eingänge schweift der Blick über die Erdarbeiten, die hier schon geleistet worden sind und noch gepark. Müssen doch hier auch die Erdmassen abgetragen werden, die bisher jeden Blick in den Südpark verhinderten. An einem Ende des Südparks ist man nun schon so weit, daß die ersten Terrassen angelegt sind. die nun im Frühjahr bepflanzt werden. Wie diese Ansnahme zeigt, so wird die ganze Südparkfront an der Königsallee augeteilt. leistet werden müssen So muß das Gelände im Hintergrund noch abgetragen werden, um das Ziel zu erreichen, das sich die Gartenbauverwaltung gesteckt hat: nämlich fur jeden Pussanten auf der Königsallee den Blick zu weiten in den Südpark SK-Fotos: Herker Run, was schadete es! Man zog eben den dicksten Mantel an, zog das Halstuch etwas fester um den Hals, stärkte sich noch bei einer besonders heißen Tasse Kaffee und machte sich dann auf Tritt. Vor dem Wetter kapitulieren? Kam jo gar nicht in die Tüte! Nicht um alles in der Welt hätte man den Start in den Winterschlußverkauf verpaßt! Denn als Bochumer stellvertretender Haushaltungsvorstand weiß man doch, das, wer zuerst kommt, auch am besten mahlt. Diese sauber hingestellten Lockvögel hatte man schon Sonntag scharf anvisiert. Und da sie allgemein aufs Korn genommen worden waren, durfte man den Startschuß nicht verpassen. So sah man denn gestern früh um die achte Stunde sämtliche Eingänge unserer großen Geschäftshäuser durch Frauen versperrt, die sich hier schon frühzeitig angestellt hatten, um gleich bei der Geschäftseröffnung unter den ersten Käuferinnen zu sein. Und was nicht schon stand, das kam angepustet Alles Weibliche strömte nur so am gestrigen Morgen in die Stadt, alle Hausfrauen und Mütter, alle Bräute und Aussteuer sammelnden Mädchen waren auf den Beinen, um am ersten Tage des Winterschluß=Verkaufes „dabei" zu sein. Schlag halb neun öffneten die Geschäfte ihre Pforten. Und da zeigte es sich wieder, daß sich die Vorsichtsmaßregel als sehr berechtigt und notwendig erwies. Denn kaum waren die Türen auf, da hob auch schon eine regelrechte Belagerung der mit den begehrten Sachen vollgeladenen Verkaufstische an. Die armen Verkäuferinnen! Sie hatten nicht Arme genug, die hundertfältigen Wünsche der Bochumer Frauen zu erfüllen. Auch in den Schaufenstern zeigten sich schon kurz nachher die ersten Lücken, die dann bald wieder ausgefüllt wurden. Ja, das war ein Laufen und ein Sich=Schieben und Drängen am ersten Verkaufstag. Denn wer zuerst da war, der bekam wirklich das Beste. Und da sie sich alle ihre Dinge, ihre Seide und Handschuhe, ihre Schühchen und Blüschen, ihre Krägelchen und Hemdchen schon am Sonntag ausgesucht hatten, kam es am Montagmorgen natürlich auf einen Wettlauf an, und wer am besten laufen und drängen und stubsen konnte, der trug als Sieg das begehrte Stück davon. Die anderen, die eine Nasenlänge später kamen, mußten dann mitansehen, wie ihnen„ihre“ Handschuhe weggeschnappt wurden Als sie so unter sich waren, die holden Frauen der Schöpfung, da haben sie sich im Wettkampf um den gesuchten Artikel nicht immer ladylike benommen, und die Ellenbogen spielten eine große Rolle. Aber sie waren ja unter sich— und deshalb haben wir nichts gesehen. Männer wirken in solchen Verkaufstagen auf der Straße und in den Läden wie gelegentliche und etwas verfehlte Randglossen, obwohl es sich lohnen würde, wenn sie die Bestände auf ihren Krawattenhaltern und in ihren Kragenbeuteln in diesen Tagen mit einem jener durchdringenden und strategischen Blicke prüfen würden, der den Frauen für diese festlichen Epochen zwischen Januar und Februar von Kind auf eigen ist. Noch ist es Zeit für uns, am Ultimo das Versäumte nachzuholen. Denn man soll den Frauen nicht jeden Willen lassen. Nierensteine sind sehr schmerzhaft und stellen eine Ablagerung von Harnbestandteilen dar. Je nach ihrer Zusammensetzung ändert sich ihre Farbe. Unter Umstanden üben sie einen dauernden Reiz auf das Nierenbecken aus und rufen damit eine Entzündung hervor. Am störendsten macht sich das Vorhandensein von Nierensteinen geltend, wenn sie sich im Harnleiter einklemmen. Dann entsteht hie außerordentlich schmerzhafte Nierenkolik. Bei der Behandlung vermeide man eine übermäßige Zufuhr von Nahrungsmitteln, insbesondere vermeide man Fleischnahrung. Dagegen gebe man dem Kranken viel Mineralwasser z. B. Fachinger, Wildunger und Karlsbader Wasser zu trinken Beim Anfall soll Wärme in den verschiedensten Formen zur Schmerzlinderung Anwendung finden. In der Kost muß das vermieden werden, was die Harnsäurebildung begünstigt. Auch Alkohol und saure Speisen sind zu vermeiden, Obst, Gemüse und Salate zu bevorzugen. Indischer Nieren= und Blasentee beugt vor und unterstützt in wirksamster Weise die Heilungsvorgänge Arbeitsunfall. Gestern vormittag geriet auf seiner Arbeitsstätte der 47jährige Werkschlosser Heinrich Li. aus der Hiltroper Straße beim Fortschaffen von schweren Eisenkonstruktionen durch Ausrutschen unter einen T=Träger, wobei er einen rechten Handbruch und einen Bluterauß davontrug, so daß er Behandlung im St ElisabethHospital aufnehmen mußte (!) Rände. Bei einem Pierde des Händiers Wilhelm Menge. hiet. Hoisteder Straße 290. ist Räude amtstierärztlich festgestellt worden Ein Pelz enksteht Des Kürschners Erzeugnisse werden erst im Winter begehrt. Seine Arbeit aber beginnt schon im Sommer, damit er im Winter gerüstet ist. Wenn die Pelzmesse vorüber ist, weiß er bereits um Linie und Geschmacksrichtung der neuen Wintermode und trifft seine Vorbereitungen für das Winterlager. Dazu verschwindet ja der Pelz nie ganz aus der Sommermode. Auf bohem Stuhle sitzt der Zuschneider vor seinem Arbeitstisch, mit dem haarscharfen Kürschnermesser, mit Zweckzange und dem eigenartig geformten Streckholz bewaffnet, mit dem er die Felle vor der Bearbeitung dehnt und weich macht. Auf langen Brettern aufgezweckt liegen die Felle in der Nähe, die zugerichtet vom Pelzhändler kommen und nun in der Kürschnerwerkstatt auf ganz eigenartige Weise durch Auslaßschnitte und Auslaßnähte verlängert und gleichzeitig verschmälert werden. Um 15 bis 20 Zentimeter wird z. B. ein Fuchsfell durch diese ungeahnte Handwerkskunst länger, und selbst das schärfste Auge vermag dann beim Tragen nicht die geringste Spur dieses Kunstgriffes auf der Haarseite wahrzunehmen. Es ist eine unglaublich schwierige Arbeit, die viel Erfahrung und handwerkliches Können voraussetzt; denn die einzelnen Farbtöne dürfen ja dabei nicht durcheinander geraten, und kein Haar soll zerschnitten werden. Und doch fährt das scharfe Kürschnermesser in der geschickten Hand des Zuschneiders so unbarmberzig durch die wertvollen Felle, daß man nur mit entsetzten Augen zuzusehen vermag. Der Fachmann aber braucht nicht einmal eine Vorzeichnung dazu. Er hat das im Gefühl und stellt sich nur die Mitte des Felles genau fest. Dann beginnt er mit den kunstvollen keilförmigen Schnitten. Aber was dazu gehört, das erkennt man, wenn man hört, daß er allein zwei Stunden an einem einzigen Fuchsfell schneidet. Von seinem Tisch kommt das zugeschnittene Fell zur Pelznähmaschine. Geschickt streicht die Hand der Näherin die feinen Haare mit der Pinzette aus der Naht. Durch zwei elektrisch angetriebene Teller hindurch läuft der Pelz mit rasender Geschwindigkeit; und durch Knopflochstich zusammengefügt kommen die Nähte wieder aus der Maschine. In einer Viertelstunde ist das ganze Fuchsfell durchgedreht, an dem man mit der Hand einen vollen halben Tag nähen würde. Nicht anders entstehen Pelzkrawatten und Pelzmäntel, denn der Kürschner beherricht auch die ehrsame Schneiderkunst. Im Nebenraum aber sind die Felle aufgestapelt. Kostbare Berge lagern hier, sorgsam glatt gelegt, in Breitschwanz=, Fohlen=, Bisam=, Fuchs=, Lamm=, Iltisund Marderfellen, kaum zu schätzende Werte verkörpernd. Ungültigkeitserklärung einer Ehe auf Antrag des Staatsanwaltes.— Unwahrheit vor dem Standesamte + Die Ehescheidungskammer des Landgerichtes Bochum beschäftigte sich mit einem Fall. in welchem der Staatsanwalt von Gesetzes wegen die Ungültigkeitserklärung einer Ehe beantragte. Der Fall ist wohl der erste seiner Art, welcher der Entscheidung des Gerichtes oblag. Es handelte sich um ein junges Ehepaar aus Recklinghausen, das vor dem dortigen Standesamte die Ehe eingegangen war. Nach der neueren Gesetzesvorschrift haben Brautleute vor Eingang der Ehe dem Standesbeamten eine Reihe Fragen nach etwaigen Ehehindernissen wahrheitsgemäß zu beantworten. In einem wichtigen Punkte hatte sowohl die Braut wie auch der Bräutigam einen vorliegenden Ehehindernisgrund verschwiegen, der den Gesundheitszustand der Braut betraf. Nun war die junge Ehefrau als Mädchen wegen hochgradigen Nervenleidens auf Grund des Gesetzes zur Bekämpfung der Erbkrankheiten von Amtswegen sterilisiert worden. Wegen ihres Leidens war sie bereits einige Zeit in einer Heilanstalt untergebracht gewesen. Diese Tatsachen waren dem jungen Ehemann auch bekannt. Nun haben beide die ausdrückliche Frage, ob eine Ehehinderung infolge erblicher Krankheiten vorliegt, verneint. Dadurch erreichten sie den Vollzug ihrer Trauung, der andernfalls, wenn sie die Frage bejaht hätten, nicht eingetreten wäre, da die Ehe nach den neuen Gesetzen nicht geschlossen werden durfte. Es mußte daber die Ungültigkeitserklärung der jungen Ehe erfolgen, die denn auch auf Antrag des Staatsanwaltes von der Ehescheidungskammer ausgesprochen wurde. Bei diesem Ausgang des Falles spielt keine Rolle, ob absichtlich oder infolge Gesetzesunkenntnis der betreffende Tatbestand verschwiegen worden ist, auch nicht der Umstand, daß die Eheleute mit der Ungültigkeitserklärung der Ehe einverstanden sind oder nicht. Die junge Frau durfte auf keinen Fall den bei ihr erfolgten Eingriff verschweigen. Der Fall lehrt eindringlich, daß Brautleute bei Beantragung der Eheschließung die ihnen von Amtswegen vorgelegten Fragen nach etwaigen Ehehindernisgründen offen und wahrheitsgemäß beantworten, sie sparen sich dadurch viel späteres Leid und Kummer. Etwaige falsche Scham muß dabei überwunden werden. Acht Personen unter Anklage verbotenen Glücksspieles Acht Personen nahmen die Anklagebank des Schöffengerichtes ein, da der öffentliche Ankläger sieben von ihnen des verbotenen Glücksspieles und einen als Wirt der Duldung von Glücks'pielen in seinem hiesigen Lokale bezichtigte. Unter den Angeklagten, sämtlich von hier, befanden sich mehrere Erwerbslose. Sie standen schon länger bei der Polizei in Verdacht der Ausübung von Glücksspielen. das sie planmäßig betrieben und zwar, indem sie von Lokal zu Lokal zogen und ihre Opfer suchten. An einem der Tage wurden sie von Kriminalbeamten in der Wirtschaft des angeklagten Wirtes beobachtet, wie sie dem Knobelspiel„Chim“ oblagen. das ein verbotenes Glückspiel ist Sie hatten das Spiel bereits 3 Stunden betrieben, als die Polizei zufaßte und die Würfel und das bei ihnen vorgefundene Geld beschlagnahmte. Die Barschaft des Kassenhalters betrug bei Einsätzen von 30—40 Pfg. 4.30 Mk. Der mehrfach schon wegen Glücksspieles belastete Schw. erhielt 3 Monate Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe, ein Eck. zwei Monate Gefängnis. 50 Mark Geldstrafe, ein Theodor Eck. 1 Monat Gefängnis 50 Mark Geldstrafe, zwei weitere Angeklagte je 30 Mark Geldstrafe und der Wirt 100 Mark Geldstrafe. Letzterer hätte wahrnehmen müssen, daß sich die so lange Zeit in seinem Lokale beim Spiel aufhaltenden Leute einer unzulässigen Spielart hingegeben bätten Der neue Uebergabebahnhof des BV. In der„Hüttenzeitung“ lesen wir über die Höherlegung der Gußstahlstrecke u. a. von dem neuen Uebergabebahnhof des BV. folgendes: „... Durch die Höherlegung der Gußstahlstrecke konnte der Gleisanschluß des BV. in der bisherigen Form nicht mehr bestehen bleiben, da keine genügende Aufstellmöglichkeit für die Wagen der ankommenden und abgehenden Güter des Werkes verblieb. Es ist deshalb ein neuer Uebergabebabnhof geplant, der auf der Präsidentstraße vorgesehen ist. Ferner wird der Anschluß nicht mehr von der freien Strecke aus hergestellt, sondern erfolgt im Hauptbahnhof Bochum. Hierdurch ist die Verlegung eines dritten Gleises auf der neuen, sogenannten Pfeilerbahn notwendig. Wenn die obengenannten Straßen bisher nur von zwei Gleisen überquert wurden, so wird jetzt noch das dritte Gleis der Gußstahlfabrik in gleicher Höhe auf der Pfeilerbahn daneben zu liegen kommen. Die Ausführung des Bauprojektes geht etwa folgendermaßen vor sich: Zunächst wird das westliche, sogenannte 2. Gleis der Gußstahlstrecke stillgelegt. und der Verkehr nur eingleisig durchgeführt. Dann werden für das 3. Gleis(dem BV. gehörig) und für das 2. Gleis(der Reichsbahn gehörig) die Pfeilerbauten aus Beton errichtet. Während dieser Bauzeit muß der BV. seinen Anschluß in der Präsidentstraße ebenfalls fertigstellen, Hierzu ist eine Anschüttung von etwa 50000 m Erdmassen erforderlich. Mit den ersten Anschüttungen ist am 11. Januar 1937 begonnen. Die Präsidentstraße ist laut Genehmigung des Regierungspräsidenten und der örtlichen Polizeibehörde für den gesamten Verkehr gesperrt. Nach Fertigstellung der Pfeilerbauten für das 2. und 3. Gleis wird der Reichsbahnbetrieb und die Zustellung und Abholung für den BV. auf kurze Zeit über das 3. Gleis ge leitet. Dann werden die Pfeilerbauten für das 1. Gleis errichtet und damit die endgültige Lage der gesamten Gleise erreicht. Während die Pfeilerbauten aus Eisenbeton hergestellt werden, erhalten die Brücken für die Stra ßenunter ührungen Eisenkonstruktion. Die Brücken der Marien=, Rott=, Dieckamp= und Gußstahlstraße werden eine lichte Weite von etwa 11 Meter bekommen, während die Alleestraße eine solche von etwa 22 Meter erhält. Für letztere wird je ein besonderer Geh= und Radfahrweg angelegt. Die Straßenhöhe an der Marien=, Rott- und Dieckampstraße werden nur gering, dagegen diejenigen an der Alleestraße um etwa 0,85 Meter, an der Gußstahlstraße um etwa 1.75 Meter abgesenkt. Die Gesamtkosten des Bauprojektes sind auf etwa 1.7 Millionen Reichsmark veranschlagt. Die Bauzeit wird auf etwa zwei Jahre geschätzt. Die Unfallverhütungsaktion beim Ein voller Erfolg.— 112 praktische Vorschläge beim Preisausschreiben. Die Werkszeitung des Bochumer Vereins veröffentlicht in ihrer letzten Nummer einen ausführlichen Bericht über die Unfallverhütungsaktion, die in der Zeit vom 4. November bis 19. Dezember 1936 auf dem Bochumer Verein durchgeführt worden ist. Als besonders erfolgreich bezeichnet der Bericht die Betriebsrundgange, von denen insgesamt 41 stattfanden und die durchweg täglich drei bis vier Stunden in Anspruch nahmen. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde in Berichten zusammengefaßt, die im Umdruck den einzelnen Betrieben noch zugehen werden. In den allermeisten Fällen haben die Besprechungen an Ort und Stelle Veranlassung gegeben, notwendige Aenderungen und Verbesserungen inzwischen schon auszuführen. Die Rundgänge der sechs Wochen galten der Kontrolle der zur Bekämpfung von Bränden und Unfällen erforderlichen Einrichtungen. Auch das Preisausschreiben erzielte einen nennenswerten Erfolg. Bei diesem Preisausschreiben kam es darauf an, aus der Gefolgschaft heraus Vorschläge für die Unfallverhütung zu erhalten. Es gingen insgesamt 112 Vorschläge ein. Davon waren 47 Entwürfe zu Bildern und Sprüchen, 33 Vorschläge zur Verbesserung des Unfallschutzes an Maschinen oder zur Herabminderung von Unfallgefahren bei Transporten, auf Wegen und Straßen. Weitere 24 eingegangene Lösungen brachten Gedichte und Aufsätze mit mehr oder weniger glücklichem Inhalt. Der Preisausschuß hat nach eingehender Prüfung 92 Vorschläge als geeignet angesehen und folgende Preise verteilt: 1. Preis zu 30 Mk., 1 Preis zu 20 Mk., 5 Bücher„Geschichte des Bochumer Vereins“, 10 Flugscheine der Lufthansa für je einen der üblichen Rundflüge, 24 Exemplare Hitlers„Mein Kampf“, 20 Olympiaglocken aus Porzellan und 31 Preise im Werte von je 2 Reichsmark. Drei Vorschläge wurden für brauchbar erachtet, um sie an die zuständige Gaubetriebsgemeinschaft zu schicken. Den ersten Preis erhielt Heinz Werner, den zweiten Preis August Hoffmann. Die 5 Geschichtsbände erhielten Gerhard Bardtke, Friedrich Ehlhardt, August Fischer, O. Jäger und W. Niedermeter. Einen Flugschein erhielten M. Baneke, Georg Biernacki, Josef Bormann, Fr. Bürger, Franz Fromme, Artur Kluge, Ludwig Möller, Heinrich Otto, Hermann Sanio und Emil Schalle. und Vereine Der MGB.„Einigkeit" Vochum hielt seine diesjährige Jahreshauptversammlung im Vereinsheim „Bürgergesellschaft“, in ganz besonderer Feierlichkeit ab. Der Anlaß hierzu war durch die 25jährige Tagung in der Bürgergesellschaft gegeben. Der Vereinsführer Philipp Glaeser leitete die äußerst gut besuchte Versammlung und hielt eingangs einen Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Den Jahresbericht erstattete der Schriftführer Heinz Richarz, dem seitens der Versammlung reicher Beifall gezollt wurde. Der Kassenführer Wilh. Bauer gab einen ausführlichen Bericht über die gesunden Kassenverhältnisse. Die Kasse war von den Kassenprüfern Schnitzler und Klingenberg geprüft und in bester Ordnung befunden. Dem Vorstand und dem Kassenführer wurde Entlastung erteilt. Alsdann dankte der Vereinsführer Philipp Glaeser dem Vorstand sowie allen Sängerkameraden für die tatkräftige Mitarbeit. Dem Ehrenchormeister Ernst Clauberg wurden ebenfalls ehrende Dankesworte zuteil. Den beiden Ehrenvorsitzenden Oberlehrer i. R. Fritz Klingenberg in Vonn und Studienrat Fritz Kohlmann wurden Sängergrüße übermittelt. Der bisherige Vereinsführer Philipp Glaeser wurde mit spontaner Einmütigkeit wiedergewählt. Auch den übrigen Vorstandsmitgliedern brachte man das größte Vertrauen entgegen, so daß der Vereinsführer sie erneut auf ihre Posten berief. Die vom Vereinsführer vorgelegte Neureform des Vereins wurde von allen längerkameraden freudig begrüßt und mit sofortiger Wirkung zum Beschluß erhoben. Ferner appellierte der Vereinsführer zur weiteren Teilnahme am Deutschen Sängerbundesfest in Breslau, an dem auch die Einigkeit mit einer Abordnung teilnehmen wird. Nach Erledigung der Vereinsgeschäfte überraschte der Vorstand die Anwesenden noch durch einen kräftigen Imbiß, der auch dazu beitrug, daß die Sängerschar in Frohsinn noch einige Stunden zusammen blieb. Bund ehem. 15er, Kameradschaft Vochum. Die Kameradschaft hielt in der Bürgergesellschaft ihre diesjährige, gut besuchte Jahreshauptversammlung ab. Eröffnet wurde dieselbe von dem Kameradschaftsführer Henneking. Die Niederschrift der letzten Versammlung wurde genehmigt. Ohne Aussprache wurde auch die Niederschrift des Schriftführers über die letzte Beiratssitzung und der Bericht über die Weihnachtsfeier angenommen. Sodann erstattete der Kameradschaftsführer seinen Jahresbericht. Aus dem Jahresbericht des Schriftführers Mathony ging die im verflossenen Jahre geleistete Kameradschaftsarbeit sowie die Mitgliederbewegung, der Beluch der Monatsversammlungen klar hervor. Der Kassenbericht, erstattet vom Kassierer Mannhardt, weist eine gesunde finanzielle Grundlage der Kameradschaft nach. Auf Vorschlag der Kassenprüser wurde dem Kassierer und dem Beirat einstimmig Entlastung erteilt. Verschiedene nicht mehr einziehbare Beträge wurden niedergeschlagen. Die Abordnung zum Jubelfest der Kameradschaft ehem. 13er wurde bestimmt. Eine Einladung des Bundes zur Teilnahme an einer Kriegsgräberfahrt wurde bekanntgegeben. Die Liste zum Opferschießen für das WOW soll bei den Kameraden, die nicht geschossen haben, zur Einzeichnung in Umlauf gesetzt werden; ebenso die Liste zur Einzeichnung von Spenden für den Patenfriedhof des Bundes. Als Versammlungslokal für das neue Geschäftsjahr wurde die Bürgergesellschaft bestimmt. Vereinsheim bleibt vor wie nach das Lokal des Kameraden Schütte. Drei Kameraden können im Laufe des Jahres auf eine 25jährige Zugehörigkeit zur Kameradschaft blicken. Die Ehrung dieser Kameraden erfolgt jeweils in der betreffenden Monatsversammlung. Die Parolebefehle und Eingänge gab Kameradschaftsführer Henneking bekannt. Nach Abwicklung der Tagesordnung machte der Kameradschaftsführer bekannt, daß er wegen seines sehr schlechten Gesundheitszustandes nicht mehr in der Lage sei, die Geschicke der Kameradschaft zu leiten. Er bat die Versammlung, ihm von seinem Posten zu entbinden. Schon vor zwei Jahren hat Henneking beim Kreisverband um die Genehmigung, von den Geschäften zurücktreten zu dürfen. Die Versammlung erkannte die Gründe, die Henneking zwingen, zurückzutreten, voll und ganz an. Nach längerer eingehender Aussprache wurde Kamerad Schmidt als neuer Kameradschaftsführer gewählt. Auf Vorschlag aus der Versammlung heraus wird Kamerad Henneking zum Ehrenführer der Kameradschaft ernannt. Ein gemütliches Beisammensein im Vereinsheim Schütte schloß sich an. Landsmannschaft der Waldeck=Pyrmonter. Im Lokale Cronenberg hielt die Landsmannschaft der Waldeck=Pyrmonter ihre diesjährige Jahreshauptver. sammlung ab, die der Vorsitzende, Landsmann Karl Herbold, eröffnete. Nach seiner Begrüßungsansprache erstattete der Schriftführer Otto Sieke den Geschäftsbericht für 1936, dem zu entnehmen ist, daß die Mitgliederzahl weiter gestiegen ist. Sie beträgt jetzt 75. Kassierer Karl Tepel gab den Kassenbericht bekannt. Auf Antrag der beiden Kassenund Rechnungsprüfer Karl Schubert sen. und Heinrich Pohlmann wurde dem Kassierer Entlastung erteilt. Sodann schritt man zur Vorstandswahl. Landsmann Herbold, der schon jahrzehntelang dem Verein als Vorsitzender vorsteht und ihn durch dick und dünn in all den Jahren geführt hat, wurde einstimmig zum Vereinsführer wiedergewählt. Zu seinen Mitarbeitern wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder, nämlich die Landsleute Heinrich Schulze, Otto Sieke Karl Tepel, Karl Schubert sen. und Heinrich Pohlmann ernannt. Beschlossen wurde u. a., an der diesjährigen Verbandstagung in Kassel mit anschließender Heimfahrt ins Waldecksche geschlossen teilzunehmen. Bund ehem. 3. Gardisten, Ortsgruppe Bochum. Die gutbesuchte Jahreshauptversammlung fand im Vereinslokale„Bochumer Hof“ statt. Nach der Begrüßung gedachte der Kameradschaftsführer der gefallenen und verstorbenen Kameraden. Der verlesene Jahresbericht gab Aufschluß über die Tätigkeit im vergangenen Jahre. Der Kassenbericht fand begeisterte Aufnahme, da der Abschluß einen netten Ueberschuß aufwies. Die vorgenommene Kassenprüfung ergab mustergültige Führung der Kasse. Die von den Kassenprüfern beantragte Entlastung des Kassenwarts sowie des Gesamtvorstandes wurde einstimmig erteilt. Der bisherige Vorstand bleibt auch weiterhin in seinen Aemtern. Auf Anregung wurde beschlossen, am 13. März einen Kameradschaftsabend mit Damen zu veranstalten. Für die Vorbereitungen wurde eine Kommission gewählt. Sodann dankte der Vorsitzende allen Kameraden für die Mitarbeit und bat, auch weiterhin der Gruppe die Treue zu halten und sich schon jetzt auf die im Juni in Düsseldorf stattfindende Wiedersehensfeier einzustellen.“ Zahllage der Ruhr=Knappschaft heute: Operngastspiel der Kölner Oper im Stadttheater Bochum: „Die Bohème“. Puccinis wehmütiges, blühendes und unvergängliches Opernwerk erlebte anläßlich des ersten Gastspiels der Kölner Oper mit Käthe Russart als Mimi und Johannes Schocke als Rudolf vor ausverkauftem Hause einen außergewöhnlichen Publikumserfolg. Die heutige Aufführung der„Soheme“ weist die gleiche Besetzung auf. Spielleitung: Erich Bormann, musikalische Leitung: Eugen Bodart.(Vormiete B). Zwei Premieren des Bochumer Schauspiels in der kommenden Woche. Außer einem Paul Kemp=Gastspiel in„Charleys Tante“(8. Februar) und einem„Fleder. maus"-Gastsiel der Kölner Oper(6. Februar) in neuer Einrichtung bringt das Bochumer Schauspiel in der kommenden Woche zwei Erstaufführungen, und zwar am 2. Februnt„ oral“ von Ludwig Thoma anläßlich seines 70. Geburtstages(Inszenierung: Curt Bartz) und am 4. Februar ein Jugendwerk Gerbart Hauptmanns, das von den Deutschen Bühnen fast nie gespielt wurde:„Die Winterballade“ (Inszenierung: Walter Thomas). Das Stadttheater Bochum in der kommenden Woche. Nach Abschluß der Kleist=Woche, die am Sonntag, 21. Januar noch die„Penthesilea“ und das „Käthchen von Heilbronn“ brachte, und am heutigen Montag, 25. Januar,„Die Hermannsschlacht“ und„Prinz Friedrich von Hombura“ zur Aufführung bringt, folgt in der Woche eine Reihe von Operngastspielen, die neben den großen Aufführungen unseres Schauspiels dem Spielplan ein lebendiges und farbiges Gesicht geben. Am Dienstag, 26. Januar, gastiert die Kölner Oper abermals mu„Doyeme“, ebenso am Sonntag, 31. Januar, beide Male mit Käche Russart als Mimi und Johannes Schocke als Rudolf, unter der Stabführung von Eugen Bodart und der Spielleichig von Erich Vormann. Die erste Aufführung der„Bohème“ der Kölner Oper fand unter außergewöhnlichem Beifall vor ausverkauftem Hause statt. Die Aufführung am Dienstag ist für die Vormiete B, am Sonntag für den Grünen Ring angesetzt. Am Freitag findet ein weiteres Gastipiel der Köner Oper statt, und zwar mit d'Alberts„Die toten Augen“ unter der musikalischen Leitung von Erich Riede und der Spielleitung von Hans Schmid. Die Oper wird in der ersten Besetzung der Kölner Oper geboten. Das musikalisch sehr schöne Werk des Komponisten von„Tiefland“ konnte in der Neuinszenierung der Kölner Oper bereits dort die stärksten Erfolge erzielen.(Vorm. A.) „omeo und Julia“ wird in der Woche 28. Januar wiederholt, und zwar in der gleicen Besetzung wie in der Premiere, während am Samstag, 80. Januar, anläßlich der Machtübernahme der „Wallenstein“ gegeben wird Der grore Lustspiel=Erfolg des neuen Jahres Petermann fährt nach Madeira“ wird zweimal in gesch'oisenen Aufführungen gespielt, und zwar am 27 und am 81. Jannar(nachmittags). 2 25. = 2 Se 8 2 2 = ä . e 2 2 E 2 20 B 6 5 E 3 Mühle von Sanssonci 200 Jahre alt! Vor zweinundert Jahren wurde mit dem Bau der beruhmten Windmüble von Sanssouci bei Potsdam begonnen. deren Geschichte mit der Persönlichkeit Friedrichs des Großen auf das engste verknüpft ist Wer kennt nicht die Anekdote von dem Müller von Sanssouci, der dem König gegenüber, als ihm dieser die Mühle enteignen wellte, unerschrocken auf seinem Besitzrecht beharrte und seinen Standpunkt mit der denkwürdigen Aeußerung vertrat:„Ja— wenn das preußische Kammergericht nicht wäre! Das wird auch vor Eurer Majestät nicht zurückweichen.“ In Wirklichkeit war es gerade umgekehrt— der Alte Fritz förderte den Müller, wo er nur konnte, während dieser dem König durch sein Cnerulantentum das Leben sauer machte. Doch lassen wir die Geschichte selbst erzählen! Im Jahre 1737 wurde einem Müller Graevenitz die Erlaubnis zur Errichtung einer Windmühle auf dem„Wüsten Berg“, einem sandigen, unfruchtbaren Hügelrü en nordwestlich von Potsdam, erteilt und sogar das erforderliche Bauholz hierzu geliefert. Sie wurde als Bockmühle erbaut, bei der das hölzerne Mühlenhaus auf einem gleichfalls hölzernen Unterbau, dem„Bock“, durch den„Stertz“, einen starken Balken, bewegt wird. In Deutschland sind die meisten, heute nech bestehenden Windmühlen als Bockmühlen errichtet, während die holländischen Windmühlen durch ein turmartiges, steinernes Mühlenhaus charakterisiert sind, an dem nur das die Radwelle tragende Dach durch den Stertz in die Windrichtung gedreht wird. Festungshaft für ungerechten Urteilsspruch. Als Friedrich der Große die Regierung antrat, fand er die Windmühle bereits vollendet vor. Im Laufe der folgenden Jahre entstanden die Parkanlagen von Sanssouci, durch die sich Gaevenitz, wie durch das Schloß selbst. schwer benachteiligt fühlte. Immer wieder wandte er sich mit Eingaben an den König, die Mauern und Bäume nähmen seiner Mühle den Wind weg und müßten daher beseitigt werden. Der Alte Fritz, der das romantische Bauwerk im Landschaftsbild von Sanssouci nicht missen mochte, ließ daraufhin zwar sein Lustschloß nicht, wie ihm der Müller zugemutet hatte, wieder abreißen, doch dafür Graevenitz jede Unterstützung angedeihen. Er erließ ihm Pachtrückstände, lieh ihm sogar Bargeld und ließ auf eigene Kosten die Böschung, auf der die Mühle steht, absteifen. Der Nachfolger des großen Königs, Friedrich Wilhelm II., gab ihr dann ihre heutige Gestalt. Nach mehrfachem Besitzwechsel wurde die Mühle die noch bis vor hundert Jahren in Betrieb war, 1839 durch Friedrich Wilhelm IV. käuflich erworben und nach dem Geschmack des Königs umgebaut. Seitdem bildet das historische Kulturdenkmal ein Wahrzeichen Sanssoucis, das aus dem Potsdamer Landschaftsbild nicht mehr wegzudenken ist. Wie ist aber nun eigentlich die Anekdote von dem Müller entstanden, der, um sein Recht dem König gegenüber zu wahren, bis ans preußische Kammergericht gehen wollte? Es liegt hier offensichtlich eine Verwechselung mit dem Müller Arnold aus Pommerzig in der Neumark vor. Dieser hatte sich beschwerdeführend an Friedrich den Großen gewandt, daß ihm das Kammergericht in Berlin in einem Prozeß, den er wegen seiner Wassermühle führen Geschichtsfälschung um Friedrich den Großen mußte, unrecht getan hatte. Der König hob daraufhin das Urteil auf und verdammte die Richter zu längerer Festungshaft. Dies hat jedoch die Geschichtsschreiber nicht daran gehindert, den Vorfall in das genaue Gegenteil zu verkehren und Graevenitz damit in Verbindung zu bringen. Kugeleinschläge aus den Befreiungskriegen. Die Mühle von Sanssouci ist übrigens nicht das einzige Bauwerk dieser Art in Deutschland, dem geschichtliche Bedeutung zukommt. Es sei in diesem Zusammenhang nur an die Mühle von Teltow bei Berlin erinnert, die immerhin auch schon ihre hundertfünfzig Jahre alt ist und in ihrem Gebälk noch Kugeleinschläge aus der Zeit der preußischen Befreiungskriege aufweist. Sie ist heute auf Motorbetrieb umgestellt und gibt damit den vielen übrigen alten Windmühlen, die seit Jahren nutzlos die Flügel hängen lassen, ein nachahmenswertes Beispiel. Während man nach Kriegsende noch 22 000 Windmühlen in Deutichland zählte, sind heute nur mehr etwa 4500 von ihnen im Betrieb. Außerdem laufen noch 13 500 Wassermühlen, die sich demnach besser zu behaupten wußten, als ihre„luftige Konkurrenz“. Der Reichsinnungsverband des Müllerhandwerks hat jedoch nunmehr bei den zuständigen Reichsministerien Schritte unternommen, die an Zahl so sehr zurückgegangenen Windmühlen mit Hilfe des Staates nicht nur zu erhalten, sondern auch zum Besten der Volksernährung wirtschaftlicher und leistungsfähiger zu gestalten. Unter Denkmalsschutz. Soweit die Mühlen nicht als Wirtschaftsunternehmen fortbestehen können, sollen sie wenigstens historisch als Bauwerke erhalten bleiben. Im Zuge der Erfassung deutscher Kulturdenkmäler im ganzen Reich werden auch die Windmühlen unter Denkmaksschutz gestellt. In besonderen Fällen kann sogar der jeweilige Provinzialkonservator einen kleinen Zuschuß zu ihrer Erhaltung aus dem sogenannten Denkmalsfond zur Verfügung stellen. Noch klappern selbst in der nächsten Umgebung von Berlin mehrere Dutzend Mühlen, doch eine nach der anderen verschwindet von der Bildfläche und bald wird man die letzten von ihnen als— Modell im Museum bewundern müssen. Unsere Nachfahren aber werden die romantischen Bauwerke, die erstmals zur Zeit der Kreuzzüge in Deutschland auftauchten, nur mehr vom Hörensagen und aus alten Büchern oder Abbildungen kennen. An die Stelle der guten, alten Windmühlen werden, wie dies heute schon vielfach der Fall ist, moderne Windturbinen und maschinell betriebene„Mehlfabriken“ treten, von denen eine einzige anderthalb Dutzend Windmühlen zu ersetzen imstande ist Wenn letztere auch keine Betriebskosten verursachen und fast keine Reparaturen erfordern, sind doch die Tage der Windmühlen gezählt, soweit sie nicht rechtzeitig auf Matorbetrieb umgestellt werden erbt eine Insel (Schluß.) Wieder vergingen Wochen. Im März kam die Nachricht, daß die Reederei einen Vergleich anstrebe und die Zahlungen vorläufig eingestellt habe. Dann hörte man eine ganze Weile nichts. Und der Sommer kam langsam näher. Da traf plötzllch ein Telegramm ein. „Ankomme mit der„Adriene Wörnle“, Jaup.“ Renate jubelte, sie lief sofort nach dem Schiffahrtskontor und erkundigte sich, wann das Schiff zu erwarten sei. Donnerstag, also in vier Tagen, wurde ihr gesagt. Sie konnte den Donnerstag kaum erwarten, endlich war es soweit und es machte ihr nichts aus, volle vier Stunden zu warten. Jaup stand klopfenden Herzens an der Reeling und seine Augen suchten am Kai. Da... heller Jubel war mit einem Male in seinem Herzen... da... wahrhaftig, sie war gekommen, da an der Reeling stand Renate! War... trotzdem gekommen! Er war der Erste, der an Land sprang. „Tetje...!“ jubelte eine Stimme und schon lag sie in seinen Armen, lachend und weinend vor Glück. „Du... du... endlich... bist du wieder da! Ach, ich habe ja so auf dich gewartet!“ Und wieder küßten nie sich. „Du hast auf mich gewartet?“ Wie verzaubert starrte Jaup in das Gesicht des geliebten Mädchens. Wie anders war es mit einem Mal, aller Trotz schien es verlassen zu haben, weicher, gütiger, lieber, mütterlicher waren die Züge. „Du willst mich noch?“ „Und ob ich dich will!“ „Weißt du denn, daß ich wahrscheinlich alles verloren habe?“ „Ach, Lieber, was tut das alles! Wir sind jung, wir sind stark, wir werden aufbauen und unser Leben zwingen! Nein, nein, deine Reni wird nie mehr feig sein! Wenn ich dich nur habe, Tetje!“ Jaup konnte vor Glück nicht sprechen. Er schlang den Arm um sie und sagte innig:„Komm, Liebe, erst muß ich mit meiner Reederei das notwendige erledigen! Und du sollst dabei sein!“ * Der alte, ehrwürdige Reeder Johann Krahn mit dem weißen, langen Patriarchenbart saß zusammengesunken in seinem Sessel, als ihm Jaup gemeldet wurde. Und er wurde beinahe noch kleiner, als der frische, junge Kapitän zusammen mit Renate über die Schwelle trat. „Grüß Gott, Herr Krahn!“ sagte Jaup und lachte über das ganze Gesicht.„Da bin ich wieder. Spät kommt er, doch er kommt! Und meine Braut habe ich gleich mitgebracht! Fräulein Renate Buck.. Herr Reeder Johann Krahn!“ Der alte Herr atmete ein wenig tief auf, aber als er gratuliert hatte, sagte er mit belegter Stimme:„Ja... wissen... Sie denn nicht, was geschehen ist, Kapitän Jaup?“ „Daß die„Elisabeth Nogge“ das zeitliche gesegnet hat! Ja, das weiß ich!" „Und nicht versichert war! Wir wollten es ja tun, aber... die Gesellschaft nahm keine Versicherung an!“ „Das ist mir alles bekannt! Aber... ich mußte doch Hull anlaufen. Ich habe dort noch Güter eingenommen. Sie wutten es, ja! Und den Aufenthalt habe ich benutzt, um mit Lloyds zu sprechen! Und ich habe bei Llouds durchgedrückt, daß das Schiff versichert wurde.“ „Das Schiff... versichert...?“ „Ja! War doch ein guter, strammer Kasten, der noch zehn Jahre gut und gerne seine Pflicht getan hätte! Der Beamte von Roman von Lndwig Östen Lloyds hat den Kopf geschüttelt, daß wir hier keine Versicherung mehr bekamen!“ „Ja, aber... dann... dann wären wir ja gerettet?“ „Das sind wir! Ich habe von Lloyds einen Scheck über 7800 Pfund mitbekommen. Darf ich ihn in Ihre Hände legen? Den Versicherungsbetrag zahlen Sie mir die Tage aus.“ Der alte Reeder saß einen Augenblick ganz starr, es dauerte eine Weile, bis er alles begriffen hatte. Dann faßte er mit zitternden Händen über den Schreibtisch. „Wie soll ich Ihnen das danken, Kapitän?“ „Aber Herr Krahn, das war doch Selbstverständlichkeit! Und nun habe ich noch eine Ueberraschung für Sie! Eine sehr gute!“ Voll Spannung hingen Krahn und Renates Augen an seinem Munde. Jaup begann zu erzählen. Er berichtete genau, wie sich das Unglück abgespielt habe und wie es ihm mit voller Maschinenkraft gelungen sei, die„Elisabeth Nogge“ auf Grund zu setzen. „Das Schiff war verloren!“ sagte er.„Aber am nachsten Morgen, als es hell wurde, sind wir drangegangen, die Ladung zu löschen. Ist manches verdorben worden dabei. Aber wir haben den größten Teil der Ladung an Land bekommen. Das Wetter klärte sich auf und wir bauten schnell eine Gleitbahn von der Reeling bis zum Strand. Und da haben wir den größten Teil der Kisten an Land gebracht. Sie wissen ja selbst, was unsere Fracht war. Nach Indien bestimmt! Spielsachen, von der Schachfigur bis zum Schankelpferd, war vertreten! Und auch alles keine allzuschweren Frachtstücke. Wir haben sogar die zwei Automobile an Land gebracht...!“ „Ist das möglich!“ „Die Krahnanlage allerdings nicht! Die konnten wir nicht transportieren. Wir hatten jedenfalls ein Riesenwarenlager an Land. Ein ungeheurer Kistenstapel. Ich wußte, ehrlich gesagt, nicht, warum ich alles rausgeholt hatte, warum wir die drei Tage, bis das Schiff endgültig absackte, uns so geplagt hatten. Nun saßen wir da mit dem ungeheuren Kistenberg.“ „Und...?“ Der Reeder fieberte vor Spannung. „Tscha, da haben wir uns einmal überlegt, was wir tun könnten. Die kleine Motorbarkasse, unser Liliput, war nicht in Ordnung. Und mit ihr kamen wir auch nicht bis zum nächsten Hafen. Plötzlich kamen eine Anzahl Schwarze auf uns zu. Sie traten aus den Wäldern, die vielleicht hundert Schritte von uns entfernt begannen. Und... was soll ich lange erzählen, Herr Krahn! Als die Schwarzen, die ganz respektvoll naherkamen, die aufgebrochene Kiste mit Spielsachen sahen, da waren sie toll aus dem Häuschen. Als am nächsten Tage der Schlepper vom Hafen kam, der uns einholen wollte, denn wir hatten vom Land aus gefunkt und mitgeteilt, daß wir hier festsitzen, da war bei uns eine Volksversammlung von Schwarzen. Und der schönste Tauschbandel war im Gange. Ich kenne das Geschäft nicht, aber ich habe genommen, was geboten wurde und gegeben, was verlangt wurde. Elfenbein, Gold, Riesenberge von Häuten, das waren so die Hauptartikel, die ich eintauschte. Und immer mehr Schwarze kamen. Verschwanden mit den billigen Kostbarkeiten und ließen uns einen Berg von Elfenbein und Häuten zurück. Und Gold auch! Einer brachte mir einen Goldbrocken, so groß wie ein Taubenci. Er begehrte dafür nur ein Puppenschirm, ein Schaukelpferd und verschiedene andere Kleinigkeiten. Jedenfalls haben wir dann Gelegenheit gehabt, unsere eingetauschten Artikel mit dem Schlevper abzutransportieren. Ich habe alles verkauft, so gut ich es konnte. Der Ertrag überstieg meine Erwartungen ganz bedeutend, und wenn wir der Versicherungsgesellschaft jetzt den vollausgezahlten Versicherungs Parade der Truppen vor Friedrich dem Großen Ausschuitt aus Einem Stich von Chodowiecki (Scherl=Bi derdienst=M) betrag zurückzahlen, dann dürfte immer noch ein Betrag von sagen wir 10000 Mark bleiben. Ich taxiere, daß ich allein für 15 000 Mark Gold mithabe. Die Antomobile sind mit einem englischen Dampfer ordnungsgemäß an ihren Bestemmungsort nach Indien abgegangen. So sieht es also aus, Herr Krahn! Und ich denke, wir werden weiter zusammenarbeiten, denn ich habe das Gefühl... jetzt habe ch Glück in allem, was ich anfasse!“ Und vorsichtig klopfte er gegen das Holz und sagte:„Toi, toi, toi!" * Die Reederei wurde sozusagen über Nacht wieder flott. Und am nächsten Tage flatterten Telegramme hinaus in alle Welt an die Freunde und verkündeten, daß sich Renate und Tetje gefunden hatten. Auch an den Einsiedler— eigentlich Zweisiedler— auf der Abingdon ging ein Telegramm ab, obwohl sich Jaup nicht klar war, ob er es in diesem Jahre noch empfangen würde. Aber Doktor Boddenklipp erhielt es doch viel schneller, als er dachte. Das Telegramm traf in Quito ein und in Quito wußte man, daß der auf einer Weltreise befindliche Kreuzer„Braunschweig“ sich unweit der Insel Abingdon befinden mußte. Man rief ihn an und bat ihn, das Telegramm an den Einfiedler weiterzugeben. Auf dem Krenzer bedeutete das Telegramm eine Ueberraschung. Der Kommandant des Schiffes schüttelte den Kopf und meinte, man könne doch nicht gut in der Nähe von Abingdon ankern, um eine Verlobungsnachricht hinüberzugeben. Aber schließlich gab er seinem Herzen doch einen Stoß— vielleicht war man auch neugierig, die Insel, auf der der Einsiedler lebte, einmal zu beangenscheinigen, und die„Braunschweig“ ging unweit der Insel vor Anker. Das Motorboot wurde ins Wasser gelassen und der Kommandant fuhr, begleitet von zwei Offizieren und vier Matrosen, an Land. Sie fanden den Einsiedler am Lande und stannten nicht schlecht, denn Doktor Boddenklipp hatte sein Staatsgewand, einen uralten Gehrock, angezogen, und auf seinem würdigen Haupte saß ein ebenfalls uralter Zylinderhut. Neben ihm stand der Indio, der sich als ein treuer Geselle erwiesen hatte und dem die Einsamkeit nicht schwer fiel, denn Dr. Boddenklipp hatte ihm erlaubt, sich eine Frau von drüben zu holen. Boddenklipp begrüßte die Offiziere des deutschen Kreuzers sehr liebenswürdig, bedankte sich und nahm das Telegramm entgegen. Der Inhalt schien ihn sehr zu freuen. Dann lud er die Offiziere ein, seine Gäste zu sein, und neugierig folgte man ihm und erstaunte, als man die behagliche Häuslichkeit betrat, abermals. Nein, so hatte man sich die Einsiedelei nicht vorgestellt. * Renate und Tetje feierten Hochzeit. Nur ein kleiner Kreis Menschen war versammelt, unter ihnen der Onkel aus Aberdeen, n die Stimmung war eine denkbar fröhliche. Renate war eine glücklichstrahlende Braut und Jaups gutes Jungengesicht leuchtete vor Freude. Keiner von allen ahnte aber, daß der Tag noch eine ganz große Ueberraschung bringen sollte. Sie kam mit dem Glockenschlage acht Uhr. Da klingelte es und Tante Claudine öffnete. Ein ihr gänzlich unbekannter Mann stand draußen, groß, lang, hager, mit einem weißen, langen Spitzbart und einem vergnügten Lachen auf den Zügen. Dazu trug er einen uralten Gehrock und ebenso uralten Zylinderhut, und der Leser weiß sofort, daß Mr. Boddenklipp vor der Tür stand. Tante Claudine wußte das nicht und sie war ein wenig verwirrt. Die Verwirrug steigerte sich noch, als sie der Besucher in englischer Sprache anredete. Englisch bezeichnete sie immer als eine Art Platt, aber sie verstand es doch nicht. Schließlich bat sie ihn mit einer Handbewegung, näherzutreten, und rief nach Janp. Jaup kam zusammen mit Renate und sie fielen vor Staunen bald aus den Wolken. „Doktor Boddenklipp... ja, wie ist denn das möglich! Sie kommen von Ihrer einsamen Insel? Herzlich willkommen! Das ist eine Ueberraschung... und eine Freude! Haben Sie denn unser Telegramm erhalten?“ „Yes! Und nun meinen herzlichen Glückwunsch! Haben Sie sich doch noch gefunden! O, das freut mich! Ja, das Telegramm kam! Sie hatten mir je versprochen, Mr. Jaup, zu telegraphieren, wenn... ja, wenn Sie Miß Renate heiraten!“ „Und nun sind Sie gekommen! Jetzt lassen wir Sie aber nicht so rasch wieder fort!“ „O, ein wenig bleibe ich gern, aber in einem Monat fahre ich wieder nach drüben! Ich bin sehr glücklich auf Abingdon... und ... ich freue mich, auch hier zu sein!" Im Jubel wurde Boddenklipp ins Zimmer zu den Gasten geführt und vorgestellt. Er begann sich sofort sehr wohl zu fühlen. * Um Mitternacht nahm— kurz bevor das Brautpaar die Hochzeitsreise antreten wollte— Boddenklipp die beiden jungen Leute beiseite. „Ich habe noch eine kleine Ueberraschung für euch!“ sagte er lächelnd.„Ein Hochzeitsgeschenk!“ Fragend sahen sie ihn an. „Ich habe Ihren Piratenschatz auf Abingdon gefunden!“ Einen Augenblick waren beide keines Wortes fähig. Dann stieß Jaup einen Jubelruf aus und rief:„Gratuliere... aber der gehört dem Finder!“ „No... der gehört Ihnen! Ich bin ein alter Mann! Ich habe keine Erben und was ich brauche, das habe ich! Der Schatz gehört Ihnen! Ich habe ihn in fünfzehn Kisten nach Deutschland gebracht, und er befindet sich im Tresor der Bank. Morgen übertrage ich Ihnen das Eigentumsrecht.“ „Aber Mr. Boddenklipp.!“ „Still, still, Sie sind jung, Sie sind tatkräftig, sie werden ihn nützen, werden mit ihm aufbauen! Das ist gut! Ich lebe als resignierender Mann auf Abindgon, ich brauche ihn nicht! Er ist nicht so groß, wie immer angenommen wurde. Nicht eine Summe von hundert von Millionen. No, aber es sind gut und gern eine halbe Million Pfund in Gold und anderen Kostbarkeiten... und das genügt schließlich auch!“ Renate und Tetje hielten den Atem an. Dann riß Jaup seine junge Frau in die Arme und küßte sie: „Kleine Frau, du bist mir doch mehr wert als alles Gold der Welt!“ Der alte Herr war ganz gerührt.„Das freut mich... Mr. Jaup, daß Sie das Gold nicht verwirrt. Ich habe beim ersten Brunnengraben das Versteck schon gefunden. Aber ich wollte es in Ruhe fördern, erst dann, wenn ich mit meinem treuen Diener allein auf der Insel bin. Und das habe ich getan! Sie werden mir glauben, daß mich alten Mann die Schätze nicht reizten. So... und die Einzelheiten, die erzähle ich Ihnen später! Sie können morgen das Gold..!“ „Morgen“, unterbrach ihn Jaup,„morgen... nein, lieber, lieber Boddenklipp! In einer Stunde trägt uns das Glück davon! Hochzeitsreise! Jetzt ist das Glück an der Reibe... das Gold hat Zeit! In acht Tagen sind wir wieder da und so lange mindestens müssen Sie schon unser Gast sein!“ „Das Gold... hat... Zeit!“ wiederholte der alte Herr dankbar.„Ja... Sie haben recht! Und ich warte, bis Sie wieder heimgekehrt sind! Glück auf die Reise!“ Eine Stunde darauf saßen sie im D=Zug, der sie nach den Bergen entführte und Renate kuschelte sich an den geliebten Mann. Und wenn ein Mäuschen zugehört hätte, was sie miteinander sprachen, dann hätte es immer nur ein Wort gehört, das ewige alte und immer neue Wort zwischen Liebenden:„Du... Du!“ — Ende.— Universitötsbrunnen aibl Bier An der amerikanischen Havard=Universität in Boston gab es ige einen Hauptspaß. Ein Brunnen vor dem Universitätsgebäude spendete zur freudigen Ueberraschung der durstigen Studenten Bier. Kaum, daß das Naturwunder in den Hörsälen bekannt geworden war. standen die Studenten in langen Reihen an, um sich ihre Gläser zu füllen. Es war allerdings gar kein richtiges Naturwunder. Der Brunnen ist vielmehr eine alte historische Reliquie der HavardUniversität. Im Jahre 1901 wurde er durch eine Dynamitexplosion zerstört und im letzten Herbst bei der 300=Jahrfeier umfriedete man die noch stehen gebliebenen Trümmer, um sie als Denkmal zu erhalten. In diesen alten Brunnen der gar kein Wasser mehr gab, hat nun irgendein Spaßpogel ein Faß Bier entleert. In den Augen der Universitätsbehörde bedeutete das eine Entweihung der historischen Reliquie. Der Universitätsrichter eilte auf die Nachricht, daß unten Bier 2anft würde, sofort zum Brunnen. Aber er kam zu spät. Die Bierquelle war inzwischen versiegt und er bekam keinen Tronfen mehr ab. Ein Unverbesserlicher Einer besonderen Leidenschaft huldigt der Italiener Mario Fusco, der als Arbeiter in der Nähe von Triest tätig ist. Er— verschluckt, was er nur erreichen kann. Bereits vor einigen Monaten muße ihm der Magen geöffnet werden, weil sich darin 82 verschiedene Gegenstände befanden, die nicht hineingehorten. Jetzt wurde er wiederum operiert, weil er in der Trunkenheit zwei Löffel, eine Uhrkette ein Bund Schlüssel und 10 Lire verschluckt hatte. Kein Wunder, daß er Magenschmerzen hatte! ( Die Generalprinzipien des Krieges Dem Gedächtnis Friedrich des Großen zu seinem 225. Geburtstag Von Major Ziebig „Die Welt rubt nicht sicherer auf den Schultern des Atlas als Preußen auf seiner Armee“ schrieb König Friedrich nach dem Siege von Hohenfriedberg. Mit diesen Worten setzte er nicht nur seinen Zopfspartanern das schönste Denkmal, sondern er tat auch der Nachwelt den unumstößlichen Grundsatz kund, daß der Eckpfeiler eines jeden Staates eine kampfkräftige und wohldisziplinierte Armee ist. Der König hat sich in seinen zahlreichen Schriften naturgemäß viel mit militärischen Dingen beschäftigt, und jeder, der in diese Ausführungen blickt, wird leicht erkennen, wie weit der geniale König seiner Zeit voraus war und wie die von ihm aufgestellten militärischen Grundsätze auch heute noch nach fast 200 Jahren volle Gültigkeit haben. Es war im Jahre 1748, als König Friedrich für seine Generale eine Schrift verfaßte, die den Titel„Die Generalprinzipien des Krieges und ihre Anwendung auf die Taktik und Disziplin der preußischen Truppen“ trägt. Der damals erst 36jährige Monarch hatte bereits die Erfahrungen zweier siegreicher Feldzüge hinter sich. Diese Schrift ist wohl das wertvollste Nachlaßstück militärischen Inhalts, das von dem Unvergeßlichen auf uns überkommen ist. Fast jeder Satz hat auch noch für die Gegenwart Wert und Bedeutung und so sollen die wichtigsten Leitsätze als ein Gedenkblatt zur 225. Wiederkehr des Geburtstages des großen Verfassers wieder einmal in die Erinnerung zurückgerufen werden. Der König beginnt seine Ausführungen mit folgenden Worten:„Die von mir geführten Kriege haben mir Gelegenheit zu gründlichem Nachdenken über die Grundsätze der Kunst gegeben, die so viele Reiche empor gebracht oder zerstört hat. Die römische Disziplin besteht nur noch bei uns. Folgen wir auch darin dem Beispiel der Römer, daß wir den Krieg zum Gegenstand unseres Studiums und den Frieden zur steten Uebung machen.“ Hochinteressant ist es zu hören, wie der König seine eigene Armee wertet und welche Grundsätze er im Allgemeinen für die Disziplin aufstellt.„Einige unserer Generale meinen, ein Mann sei nur ein Mann und der Verlust eines Einzelnen sei ohne Einfluß auf das Ganze. Das mag für andere Armeen zutreffen, aber nicht für die preußische. Geht der Truppe ein Soldat verloren, den man zwei Jahre gedrillt hat, um ihm die nötige körperliche Gewandtheit beizubringen, und wird er schlecht oder garnicht ersetzt, so hat das auf die Dauer schlimme Folgen... Nicht weniger Sorgfalt erfordert die Erhaltung der Disziplin. Man wird vielleicht sagen, dafür werden schon die Obersten sorgen. Aber das genügt nicht. Bei einer Armee muß alles bis zur Vollkommenheit getrieben werden, und man muß erkennen, daß alles was geschieht, das Werk eines Einzigen ist... Man muß sich also daran gewöhnen, unaufhörlich zu arbeiten. Wer das tut, den wird die Erfahrung lehren, daß dieses notwendig ist und daß alle Mißbräuche abzustellen sind. Was läßt sich nicht mit gut disziplinierten Truppen unternehmen!“ Ueber Feldzugspläne macht der König folgende ewig gültige Ausführungen:„Politik und Kriegskunst müssen sich beim Entwerfen der Feldzugspläne die Hand reichen. Ein Plan, der ausschließlich auf Verteidigung hinausläuft, taugt nichts. Ein offensiver Feldzugsplan erfordert genaue Prüfung der feindlichen Grenzen. Nach gründlicher Erwägung, wo man den Angriff beginnen will, bestimmt man entsprechend den Versammlungsort der Armee und sorgt dann endlich für die Lebensmittel. Alle die verschiedenen Umstände müssen den Heerführer bestimmen, sich nach seinen Mitteln zu richten und einen ausführlichen Plan einem glänzenden vorzuziehen... Wenn ich auch einen Feldzugsplan mißbillige, der sich auf die reine Defensive beschränkt, so bin ich mir doch bewußt, daß man nicht immer einen völligen Offensivkrieg führen kann. Ich verlange nur, daß dem Heerführer in der Defensive nicht durch irgendwelche Befehle die Hände gebunden werden, sondern daß die Defensive vielmehr eine List sei, die das Selbstgefühl der Feinde reizt und sie zu Fehlern verleitet, aus denen ein geschickter Feldherr seinen Vorteil ziehen kann. In der Defensive besteht die größte Kunst des Heerführers darin, seinen Feind auszuhungern. Das ist ein Mittel bei dem er nichts aufs Spiel setzt, aber alles gewinnen kann.“ Vergleicht man die Strategie des Königs im siebensährigen Kriege mit diesen Ausführungen, so wird man erkennen, daß er ihnen nicht einen Augenblick untreu geworden ist und damit den Enderfolg errang. Die Anforderungen, die der König an den Feldherrn stellt— gemeint ist damit in Wirklichkeit jeder militärische Vorgesetzte— sind naturgemäß nicht gering:„Vor allem setze ich voraus, daß er ein Ehrenmann und ein guter Staatsbürger ist, Eigenschaften, ohne die alle Gewandtheit und Feldherrngaben mehr schädlich als sein, über alles Bescheid wissen, nie eine Sache über einer anderen soll mit dem Kopfe arbeiten und doch tatkräftig handeln, gründlich sein über aes Bescheid wissen, nie eine Sache über einer anderen vergessen und die kleinen Details, von denen so oft Großes abhängt, nicht vernachlässigen, noch als zu gering ansehen. Milde und Strenge sind beim Soldaten abwechselnd angebracht. Der Heerführer muß populär sein. Er muß mit den Soldaten reden, wenn er an ihren Zelten vorbeikommt, oder auf dem Marsche. Bisweilen sieht er nach, was sie zu kochen haben, kümmert sich um ihre kleinen Bedürfnisse, tut sein möglichstes, um ihnen das Leben zu erleichtern und erspart ihnen unnötige Anstrengungen. Dagegen muß er mit der ganzen Strenge des Gesetzes gegen Meuterer und Plünderer verfahren, keinen Widerspruch dulden, und wenn Exempel statuiert werden müssen, die Deserteure aufs strengste bestrafen. Kurz alles, was den Dienst betrifft, muß mit Ernst und Nachdruck geschehen, alles Uebrige kann mit Nachsicht behandelt werden. Der Heerführer muß alle seine Pläne mit Umsicht abwägen Er sei langsam in seinen Ueberlegungen, aber rasch von Entschluß in der Schlacht und in unerwarteten Fällen. Er muß wissen daß es immer noch besser ist, einen schlechten Entschluß zu fassen und ihn auf der Stelle auszuführen, als unentschlossen bleiben.“ „Den Grundregeln füge ich hinzu, daß unsere Kriege kurz und lebhaft sein müssen, wir dürfen sie durchaus nicht in die Länge ziehen. Ein langwieriger Krieg zerstört nach und nach unsere vortreffliche Disziplin, entvölkert das Land und erschöpft unsere Hilfsquellen. Die Führer der preußischen Armee müssen also, wenn auch mit aller Vorsicht, stets eine Entscheidung herbeizuführen suchen.“ Die von ihm angewandte Taktik faßt der König in folgenden markanten Satz zusammen:„Das ganze System beruht also auf der Schnelligkeit der Bewegungen und auf der Notwendigkeit des Angriffs.“ Damit verrät er uns zugleich das Geheimnis seiner Siege. Bescheiden schließt der Monarch sein unvergängliches Wer? mit den Worten:„Schon meine geringe Kriegserfahrung hat mir gezeigt, daß diese Kunst nie auszulernen ist und daß man bei ernsten Studium stets Neues entdeckt. Ich glaube meine Zeit nicht verloren zu haben, wenn dies Werk meine Offiziere zum Nachdenken über ein Handwerk anregt, das ihnen die glänzende Laufbahn des Ruhmes eröffnet, ihre Namen dem Dunkel der Zeiten entreißt und ihnen für ihre Mühen Unsterblichkeit sichert.“ Am 24. Januar jährt sich zum 225. Male der Geburtstag Friedrichs des Großen. Unser Bild zeigt den großen Preußenkönig nach einem Gemälde von Wisienska=Therbusch, das in der Zeit der schlesischen Kriege entstand.(Scherl=Bilderdienst=M) 2: 2 = 3 Westdeufsche Um- und Ausschau Chrenpreis des Führers für die Sportwoche Für die Internationale Sportwoche in Garmisch=Partenkirchen stiftete der Führer und Reichskanzler diesen Ehrenpreis, den der Sieger im Kombinations=Skilauf(Lang= und Sprunglau') erhält. Die Bronze ist ein Werk des Bildhauers Professor Esser=Berlin.(Scherl=Bilderdienst=M) Eine irresührende KanzelCrklärung Der Blutschande=Prozeß gegen den ehemaligen Diozesan=Jungscharfuhrer Schülle in Offenburg hat, wie nicht anders zu erwarten war, hauptsächlich wegen der in diesem Prozeß zutage getretenen moralischen Auffassungen beträchtliches Aufsehen erregt. Für die deutsche Presse ware der Prozeß wie jeder andere Strafprozeß mit der Urteilsverkündung erledigt gewesen. Wir dachten gar nicht daran, den Sumpf noch einmal aufzurühren. Wir waren auch der Auffassung, daß die kirchliche Obrigkeit und der Herr Erzbischof von Freiburg persönlich allen Grund gehabt hätten, den Fall ein für alle mal ruhen zu lassen. Trotzdem hat sich das Erzbischöfliche Ordinariat bemüßigt gesehen, am vergangenen Sonntag eine Kanzelerklärung in verschiedenen Kirchen des Reiches verlesen zu lassen, in der die objektive Berichterstattung der deutschen Presse in Zweifel gezogen wird. In dieser Erklärung heißt es, daß Schülle nicht Führer sämtlicher Jugendverbände Badens gewesen sei, sondern vor etwa 2 Jahren rund 6 Monate in der Diözesanführerschaft der kath. Jugend tätig gewesen sei. Es sei unwahr, daß dieser junge Mann Theologie studiere, da er noch nicht das vorgeschriebene Studium beendet habe. Er habe ja erst seit April vorigen Jahres die Obersekunda eines badischen Privat=Gymnasiums besucht(in der Erklärung wird verschwiegen, daß es sich hier um die allen badischen Katholiken bekannte Lendersche Anstalt handelt). Weiter wird Verwahrung dagegen eingelegt, daß Schülle auch nach Aufdeckung seines Treibens mit Genehmigung kirchlicher Stellen sein Studium habe fortsetzen können. Die Tatsachen. 1. Es ist absolut wahr, daß Hans Schülle der Diözesanführer für Baden war. Das ergibt sich schon daraus, daß beispielsweise die Anschrift eines von dem Pfarrer Mannheim=Waldhof an Schülle gerichteten Briefes lautet: „An den Diözesan=Jungscharführer Oberkirch“. Die Weglassung des Namens besagt eindeutig, daß es eben in der gesamten Erzdiözese nur einen Jungscharführer gegeben hat. Ein Rundschreiben des Schülle an seine Unterführer trägt den Kopf:„Jungschar, Erzdiözese Freiburg“. Wenn es weiter in der Erklärung heißt, Schülle sei vor etwa 2 Jahren nur 6 Monate in der Diözesanführerschaft der katholischen Jungscharen„tätig“ gewesen, muß im Interesse der Wahrheit festgestellt werden, daß Schülle nicht nur irgendwie„tätig“ war, sondern der tatsächliche Führer war. Wenn er nur 6 Monate„tätig“ gewesen ist, so nicht deshalb, weil er vielleicht, wie aus der Formulierung der Erklärung geschlossen werden könnte, aus freiem Entschluß die Führerschaft niedergelegt hätte oder weil dies von der kirchlichen Obrigkeit veranlaßt worden wäre, sondern weil ihm von Staats wegen das Handwerk gelegt werden mußte. Schülle hat sich übrigens auch noch im Prozeß als„Diözesan=Jungscharführer" bezeichnet 2. Es ist absolut wahr, daß Schülle Priester werden wollte. Schülle hat, wie berichtet, seiner Mutter aus der Untersuchungshaft geschrieben, er wolle trotz allem seine Absicht, Priester zu werden, nicht aufgeben. Er hat im Prozeß auch noch nach richterlicher Feststellung seines Verbrechens den festen Entschluß kundgegeben, doch noch Pfarrer zu werden. Ein Entschluß, der bei allen Prozeßbeteiligten Erstannen und Verblüffung hervorgerufen hat. Ob er auf dem Weg zu seinem mit ungewöhnlicher Beharrlichkeit verfolgten Ziel erst in der Obersekunda stand, oder bereits eingeschriebener Student der Theologie an der Universität war, ist tatsächlich belanglos. Seine Verhaftung und die Verbüßung der Strafe betrachtet er ja lediglich als unliebsame Unterbrechung seines geistlichen Studiums, das er nach seiner Entlassung, da er als Verbrecher zu keiner deutschen Hochschule zugelassen wird, im Ausland fortzusetzen gedenkt. Die Erklärung des Ordinariats, daß es absolut unwahr sei, daß Schülle auch nach Aufdeckung seines Treibens mit Genehmigung kirchlicher Stellen sein Studium habe fortsetzen wollen, erfährt eine eigenartige Beleuchtung durch die Angabe Schülles, daß der Herr Kaplan Dettinger zu einem Zeitpunkt, als Schülles Verfehlungen dem Kaplan bereits bekannt waren, ihm auf die Frage, ob er nach seinen Verfehlungen das Studium zum Priester noch fortsetzen könne, erwidert habe, er solle es unter allen Umständen fortsetzen. Nur dürfe er keine geschlechtlichen Regungen mehr haben. Man muß sich nur fragen: Hat Herr Kaplan Dettinger aus eigener Verantwortung eine derart schwerwiegende Entscheidung getroffen oder hat er sich vorher der Zustimmung seiner kirchlichen Behörden versichert? Die Verlesung der Erklärung des Ordinariats überrascht um so mehr, als in der Prozeß=Berichterstattung in der Presse alles vermieden wurde, was der Kirche im allgemeinen oder dem Herrn Erzbischof persönlich hätte abträglich sein können. Weil nun das Ordinariat von sich aus den Fall noch einmal aufgreift, machen wir noch folgende bemerkenswerte Feststellung: 3. Es ist absolut wahr, daß Schülle vor Gericht ausgesagt hat, er sei der besondere Günstling des Erzbischofs gewesen. Er hatte vor der Verhandlung erklärt, er sei vom Erzbischof als Diözesan=Jungscharführer ein gesetzt worden. Ueber die Taktik und die Ursache der besonderen Schärfe seines Kampfes gegen die Staatsjugend befragt, erwiderte Schülle, der Herr Erzbischof habe ihn persönlich zu dieser Schärfe angeeifert 1. Es ist absolut wahr, daß Schülle in der Verhandlung bestätigt hat, daß er vom Herrn Erzbischof während seiner Schutzhaft in Kislan persönlich besucht wurde. 5 Es ist absolnt wahr, daß der Herr Erzbischof persönlich im Rahmen einer beim Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wagner in Karlsruhe abgehaltenen Besprechung sich in wärmster Weise für die Entlassung des Schülle aus dem Konzentrationslager eingesetzt hat, woraus wiederum zu schließen ist, daß sich Schülle der besonderen Gunst des Herrn Erzbischofs erfreute. 6. Es ist absolut wahr, daß Hans Schülle mit Hilfe besonders hoher Stipendien des Erzbischöflichen Ordinariats die Vorbereitungsschule zum geistlichen Studium in Sasbach besuchen konnte. Dabei ist zu beachten, daß nach den Bestimmungen der Anstalt Stipendien nur dann gewährt werden, wenn der Betreffende sich verpflichtet, auch wirklich Theologe zu werden. Trotz dieses Sachverhaltes, ganz abgesehen von der Schwere des Verbrechens und der sittlichen Verwahrlosung des Verurteilten, haben sich Diener der katholischen Kirche nicht geschent, das ganze Gewicht der kirchlichen Antorität in einer so fragwürdigen Angelegenheit durch Verlesung von den Kanzeln in die Waagschale zu werfen. An Tatsächlichem und Wesentlichem bleibt in dieser Erklärung nicht mehr viel über. Wir wollen das Urteil über diese Kanzelerklärung getrost dem gesunden Menschenverstand unserer Volksgenossen überlassen, die sich durch keine sophistischen Formulierungen beirren lassen— auch nicht, wenn dem Erzbischöflichen Ordinariat und verschiedenen Priestern die Gotteshäuser gerade gut genug erscheinen für solche„Erklärungen“. Befserung der Verkehrsdisziplin Die Verkehrsüberwachung hatte Erfolg Dortmund. Vielfach wurden die in den letzten Monaten durchgeführten Verkehrsüberwachungen und Belehrungen der Verkehrsteilnehmer von den Betroffenen als überflüssig und belästigend empfunden. Sie waren jedoch notwendig, um Leben und Gesundheit aller Verkehrsteilnehmer zu schützen. Wie das Polizeipräsidium Dortmund mitteilt, ist der erwartete Erfolg nicht ausgeblieben; die Unfallkurve ist im Vergleiche zum Vorjahr trotz des erheblich gesteigerten Fahrzeugverkehrs ständig zuruckgegangen Wenn man berücksichtigt, daß allein in Dortmund die Zahl der für den Verkehr zugelassenen Fahrzeuge im Jahre 1936 um 3700 gestiegen ist, daß hierzu Tausende Radfahrer treten, so ist die Tatsache, daß trotzdem eine Verminderung der Verkehrsunfälle erzielt werden konnte, nicht nur ein gutes Zeichen der Verkehrszucht, sondern auch der Beweis für die Richtigkeit der verschärften Verkehrsüberwachung. Indessen ist noch immer nicht erreicht, was bei Anspannung aller Kräfte hätte erreicht werden können. Unsichere over rugsichtslose Verkehrsteilnehmer können in den belebten Straßen einer Stadt nicht mehr geduldet werden. Ihnen muß mit der ganzen Schärfe der gesetzlichen Bestimmungen entgegengetreten werden denn nur so läßt sich der Neujahrsaufruf des Reichsführers S'S und Chefs der Polizei zur Herabdrückung der ungeheuren Verluste wertvoller deutscher Menschen in die Tat umsetzen. Wiedersehensfeier ehem. schwerer Artilleristen in Münster. Münster. In den Tagen des 8 und 9. Mai d. J. findet in Münster eine Führertagung des Landesverbandes Rheinland=Westfalen im Waffenring der deutschen schweren Artillerie statt. Mit dieser Tagung verbunden ist eine Wiedersehensfeier aller ehemaligen schweren Artilleristen nicht nur des genannten Lundesverbandes einschließlich des Saargebiets, sondern auch der benachbarten Landesverbände und aller solchen Kameraden statt, die keiner Kameradschaft angeschlossen sind. Alle ehemaliger Angehörigen der schweren Artillerie werden zu dieser Wiedersehensfeier herzlichst eingeladen und gebeten, ihre genauen Anschriften dem Kameradschaftsführer, Landesbauamtmann i. R. I. Hillemann in Münster: W., Elisabethstraße 5, schnellstens mitzuteilen entweder kameradschaftsweise gesammelt oder einzeln. Nähere Mitteilungen werden dann zugesandt. Die der Kameradschaft Münster übertragenen Vorbereitungsarbeiten werden so durchgeführt, daß diese Wiedersehensfeier ein„Bomben“=Erfolg wird. Den Lpieß umgedrehl Böse Abfuhr für einen Neider. Münster. In Reckenfeld wohnt ein 80jähriger Mann, der zwei Töchter hat, von denen die eine heiratete, während die andere, die als Erbin eingesetzt wurde, den Auftrag erhielt, den Vater zu pflegen. Dieser Verpflichtung kam die Tochter nicht nach, um so mehr kümmerte sich ein junger Mann vom Nachbarhof namens Frese um den Greis. Aus Dankbarkeit, so sagte der junge Frese vor Gericht, schenkte der alte Mann ihm ein Sparkassenbuch über 4000 RM und verkaufte ihm dann den ganzen Hof, in dessen Diele ein Kamin sich befand, der sein Geheimnis hatte. In einer Nische dieses Kamins hatte der Greis noch Goldstücke aus der Vorkriegszeit aufbewahrt. Es sollen über 2000 Mark gewesen sein. Diese ganze Herrlichkeit bekam der junge Mann, der dann heiratete. Aber aus den Flitterwochen holte man ihn heraus ins Gefängnis, denn ein Neider hatte ihn des Diebstahls bezichtigt. Vor Gericht aber erklärte der alte Bauer:„Jawohl, ich habe ihm alles gegeben!“ So mußte Frese freigesprochen werden. Der Angeklagte drehte jetzt den Spieß um und zeigte seinen Neider wegen wissentlich falscher Anschuldigung an. Arbeitsgericht entschied Um die Ausbildung des Lehrlings. Koln. Ein kaufmännischer Lehrling erlitt im Betrieb seines Lehrherrn einen Unfall. Nach der Genesung wurde das Lehrverhältnis von dem Betriebsinhaber gelöst. Der junge Mann klagte nun am Kölner Arbeitsgericht auf Fortsetzung des Lehrverhältnisses. Der Beklagte gab als Grund der Lösung des Lehrverhältnisses an, daß die Leistungen des Klägers unzulänglich gewesen seien. Das Gericht entschied jedoch, daß das unzureichende Ausbildungsergebnis in Anwendung des§ 5 des Lehrvertrages für sich kein Grund für die vorzeitige Aufhebung des Lehrvertrages abgeben könne, zumal der Beklagte habe zugestehen müssen, daß der Kläger stets willig und fleißig gewesen sei. Der Beklagte wurde verurteilt das Lehrverhältnis fortzusetzen. Der Beklagte handele vertragswidrig, wenn er den Kläger nicht weiter as Lehrling ausbilde. Er habe den dadurch entstehenden Schaden zu ersetzen. Ein Schadensbetrag von 300 RM sei angemessen. Hierzu wäre der Beklagte zu verurteilen, wenn er die Fortsetzung des Lehrverhältnisses ablehne. Tribiinenkarten zum Kosenmontaaszug nur durch „Kraft durch Freude“ RWD Köln. Der Festausschuß für den Kölner Karneval hat den gesamten Bau der Kölner Tribünen zur Besichtigung des Ronnmontzes in Köln ausschließlich dem Amt Jeierabend“ der NSG„Kraft durch Freude“ übertragen. Mit Ausnahme einer Stehtribüne am Neumarkt, Loren am Kaiser=Wilhelm=Ring und Festtribüne auf dem Alten Markt die der Festausschus Sellt errichtet die NSG„Kraft durch Freude“ am Dom, Museum, Opernhaus, Kaiser=Wilhelm=Ring. Zeughaus=Straße vor dem Regierungsgebäude insgesamt 10000 Plätze. Die Preise sind volkstümlich gehalten, um jedem die Gelegenheit zu geben, eine Tribünenkarte kaufen zu können; sie stellen sich auf 1.25. 1 50, 2,— und 2,50 RM. Sämtliche Plätze sind numeriert und werden bis zum Ausgang des Zuges freigebalten. Alle Sitzplätze sind gegen Unfall und Haftpflicht versichert Es werden nur so viel Plätze gebaut, wie Karten verkauft worden sind. Es muß Dein Ehrgeiz sein, an jeder Gelegenheit Dich des Opferns für das WHW. zu entsinnen. Heine Provinzchronik Vor den Augen des Mannes getötet Osnabrück. Auf der Bremer Straße in Osnabrück ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksial dem eine Frau, Mutter von zwei Kindern, zum Opfer fiel. Als die Frau in Begleitung ihres Mannes auf Rädern die Straße befuhr und sich ein Lastzug näherte, wurde die Frau unsicher und geriet unter den Anhänger des Lastzuges. Die bei dem Unfall mir schweren Kopfverletzungen verunglückte Frau starb bald darauf. Starker Arbeitseinsatz in der Rheinschiffahrt. Duisburg. Die Belebung des Schiffsverkehrs hat sich auch auf dem Arbeitsmarkt stark ausgewirkt. Die Besserung der Wirtschaftslage bringt derart viele neue Indienststellungen, daß der Bedarf an geschulten Schiffskräften zeitweise nicht mehr gedeckt werden konnte. Der weiteren Ausbildung des Nachwuches dient das Schulschiff„Duisburg“. Hier werden laufend Schiffsjungen ausgebildet, die in der Rheinschiffahrt durchweg sofort untergebracht werden können. Der Oberbürgermeister von Wuppertal tritt in den Ruhestand. Düsseldorf. Die Regierungspressestelle teilt mit: Der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, Friedrich, hat dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf mitgeteilt, daß er den Wunsch habe, zum 1. April 1937 aus seinem Amte zu scheiden. Der Regierungspräsident hat daraufhin die Verabschiedung des Oberbürgermeisters Friedrich zu dem genannten Zeitpunkt eingeleitet und ihm bis dahin, seinem Antrage gemäß, Urlaub bewilligt. Aus dem Auto geschleudert und überfahren. Düren. In der Nacht zum Sonntag kam es in der Nähe von Birgel zu einem schweren Verkehrsunfall, dessen Umstände sehr merkwürdig sind. Der Fahrer eines Personenkraftwagens, ein 27jähriger Mann aus Rölsdorf, hatte wohl zu spät eine Kurve bemerkt. Er riß plötzlich seinen Wagen so scharf herum, daß er aus dem Auto geschleudert und von diesem überfahren wurde. Der führerlose Kraftwagen rannte gegen einen Baum und wurde schwer beschädigt. Der Fahrer erlitt bei dem Unfall so schwere Verletzungen, daß der Tod kurz darauf eintrat. Ein zweiter Insasse kam mit leichteren Verletzungen davon Glatteis im Rheinland Köln. Aus vielen Orten des Rheinlandes kommen Berichte über Glatteis, das sich in den späten Nacht= und frühen Morgenstunden gebildet hatte. Besonders hochgelegene Ortsteile und vor allem die Landstraßen hatten darunter zu leiden. In den Vororten hatten einzelne Straßenbahnzüge Verspätungen wegen Schienenglätte und Stromkabelvereisung. In Köln, Düsseldorf und Wuppertal mußte der Verkehr auf einigen Autobuslinien vorübergehend eingestellt werden. Ernstliche Unfälle waren bisber nicht zu verzeichnen „MAGGl" ist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürze,sondern die gesetzlich mehrfach geschützte Fabrikmarke för olle MAGGI-Produkte Die Ausbildung der Kindergärtnerin und Hortnerin Ein geeigneter Berufsweg für Mädchen Von Seminarjugendleiterin Wanda Hagemann. Es ist in letzter Zeit durch die sozialen Bestrebungen des Dritten Reiches ein lebhaftes Interesse für die Erziehungseinrichtungen der Klein= und Schulkinder wach geworden. Oft scheint es so, als würde nunmehr erst nach fast 100 Jahren in den Kindergärten,=horten und den NSV-Kinderheimen das wertvolle Gedankengut des weitschauenden Padagogen Friedrich Fröbel voll und ganz als Schöpfung deutschen Geistes gewürdigt. Um so unverständlicher aber ist es. daß nur ein ganz geringer Teil unserer Volkskreise über die gründliche Ausbildung und die lebenswichtigen Aufgaben der in diesen Anstalten tätigen Kindergärtnerinnen und=hortnerinnen klar und eindeutig unterrichtet ist. Immer wieder stellt man bei gelegentlichen Gesprächen mit Frauen oder jungen Mädchen fest, daß sich selbst in den sonst gut gebildeten Kreisen bei dem Begriff„Kindertante“ irgendwelche komischen Vorstellungen von„Schmutznäschen, Kinderhöschen und Wehwehchen“ herausstellen Allenfalls läßt man der nervenraubenden Erzieherarbeit noch eine mitleidsvolle Anerkennung zuteil werden. Wer aber selbst einmal richtig hineinschaut in eine gut organisierte Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen und-hortnerinnen, wird nach einer gründlichen Einsichtnahme in eine solche vorbildliche Schulung sehr oft zu der Erkenntnis gebracht, daß diese Berufsausbildung einen geeigneten Werdegang zur deutschen Erzieherin und zur deutschen Hausfrau und Mutter darstellt. Den Schülerinnen wird während einer zweijährigen Seminarzeit sowohl in den theoretischen und künstlerisch-technischen Fächern, als auch in der Kindergarten und Hortpraxis reichlich Gelegenheit geboten, sich ein gründliches Berufswissen anzueignen. Das Schürfen in altem Volksgut nach Sagen, Märchen und Reimen in Deutsch und Jugendliteratur, der Einblick in das Seelenleben deutscher Kinder durch Erziehungskunde, Kindergartenlehre und Religion, das Erschließen deutscher Natur und Kultur in den so benannten Stunden, das Bekanntwerden mit den Funktionen des Körpers und rassebiologischen Grundsätzen in Gesundheit, und Vererbungslehre und der Gang durch den Bau sozialer Einrichtungen in der Jugendwohlfahrtspflegekunde— alle diese Lehrstoffe greifen ineinander, stellen allgemein bildende Werte dar und legen somit in den lebhaft interessierten Schülerinnen eine wertvolle Grundlage. Besonders viel Freude macht den jungen Mädchen die Arbeit im Zeichnen, die Nadelarbeit und der Werkunterricht. Fein und sorgfältig ausgeführte Säuglings= und Kinderausstattungen, Plastiken und Zeichnungen, Bast=, Holz=, Papp. und Kistenarbeiten legen Zeugnis ab von dem Fleiß und der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen. Hand in Hand mit der theoretischen und künstlerisch. technischen Ausbildung geht die Anleitung in der Kindergarten= und Hortpraxis, in der die Beschäftigung und Behandlung des Klein= und Schulkindes und die Ausgestaltung von verschiedenartigen Feierstunden und volksverwurzelten Festen in Heim und Familie, wie auch der Dienst an den Müttern in Bastel=, Vortrags= und Spielabenden gelehrt wird. Gerade diese Stunden, in denen gemeinsam Vorbereitungen für Kinderfeste und Elternabende getroffen werden, schließen die Schülerinnen zu einer kamerad. schaftlichen Lebensgemeinschaft zusammen und geben den jungen Menschenkindern darüber hinaus noch reichliche und wertvolle Gelegenbeit, in die Gemeinschaft einzelner Familien, verschiedener Volkskreise und in Sitte und Brauchtum unseres Volkes hineinzuhorchen. Fast immer sind es neben den schönen Schulfahrten und Wanderungen diese Feststunden, an die sich ehemalige Schülerinnen des Seminars auch noch später im Berufsleben, wie es ihre Briefe bestätigen, immer gern und froh erinnern. Nach der zweijährigen Ausbildung findet vor dem staatlichen Prüfungsausschuß das Schlußexamen statt, nach dessen erfolgreichem Bestehen den Schülerinnen das Zeugnis der staatlich geprüften Kindergärtnerin und Hortnerin mit der Befähigung in Familien, Kindergärten, Horten, Heimen und ähnlichen Anstalten tätig zu sein, ausgehändigt wird. In Bochum gibt es eine solche Ausbildungsstätte am Städtischen Freiherr-vom=SteinOberlyzeum. In den mit dieser Anstalt verbundenen sozialpädagogischen Lehrgängen zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen finden junge Mädchen mit dem Schlußzeugnis des Lyzeums oder der Mittelschule nach erfolgreichem Besuch einer Frauenschule oder gleichwertigen Haushaltungsklasse zu Östern eines jeden Jahres Aufnahme. Der größte Teil der jungen Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen findet sehr schnell eine Beschäftigung. Mancher berufsfreudige Bericht aus guten Familienstellen im In= und Ausland, aus Kindersanatorien im Gebirge und an der See, aus NSVKindergärten und Grenzlandkinderkreisen, aus Arbeitsdienstlägern und Landjahrheimen würde sicherlich manches junge Mädchen, das bisher noch einen Berufsweg sucht, dazu begeistern können, sich zu dieser geeigneten und fraulichen Ausbildung zu entschließen. Die Ausbildung und Berufsaufgabe der Kindergärtnerin und Hortnerin gewährleistet im Sinne aller nationalsozialistischen Frauenbestrebungen die Entfaltung naturgegebener mütterlicher Kräfte und steht somit unter dem Grundsatz des Führers:„Das Ziel aller weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein!“ WIRISCHAFS NACHRICHTAN Die Börsen Düsseldorf: Zurückhaltend. Düsseldorf, 25. Jan. An der Börse herrschte allgemein Zurückhaltung, so daß es wiederum bei stillem Geschäft blieb. Ueberwiegend kam es zu leichten Kursrückgängen. Im Verlaufe wurde die Tendenz etwas freundlicher, ohne daß wesentliche Kursänderungen eintraten. Von den fortlaufend notierten Werten lagen Montanaktien überwiegend leichter. Deutsche Erdöl wurden 2¾ Proz. niedriger genannt. Auf dem Maschinenmarkt gingen Rheinmetall auf letzter Basis um und blieben weiter gesucht. Chemiemarkt gut gehalten bei Umsätzen in Farben. Elektropapiere vernachlässigt und wenig verändert. Kaliaktien schwächer. Wintershall büßten 1½ v. H. ein. Wasserwerk Gelsenkirchen wurden 15 v. H. niedriger bezahlt. Anleihemarkt fest. Altbesitz bevorzugt und% v. H. höher. Auch Reichsbahnvorzüge leicht anziehend. Im Einklang mit dem Aktienmarkt verkehrte auch der Kuxenmarkt in fester Haltung. Von den Kohlenwerten gaben Carolus Magnus 75 NM. Constantin 100 RM nach. Deutschlandkuxe unverändert. Langenbrahm konnten ihren Höchstkurs voll behaupten. Gegen Samstag gaben Diergardtkuxe 10 RM nach. Am Braunkohlenmarkt Gute Hoffnung 150 RM schwächer. Der Kalikuxenmarkt lag still. Kaliaktien behauptet. Von den Kohlenwerten Bergbau Lothringen im Verlaufe etwas fester, dagegen büßten Ewald 3 Prozent ein. Berlin: Aktien uneinheitlich— Reichsalthesit weiter anziehend. Berlin, 25. Jan. Obwohl zweifellos noch stärkerer Anlagebedarf des Publikums vorhanden ist, so herrscht doch an der Börse zunächst weitere Zurückhaltung, die vielleicht im Zusammenhang steht mit den Reden führender ausländischer Politiker und der für den 30. Januar angekündigten Entgegnung des Führers. Das vorhandene geringe Angebot, das sich vornehmlich aus Verkäufen für Rechnung von Sperrmarkguthaben ergibt, wird vom Markt müheles aufgenommen. Dadurch sind grössere Kursschwankungen ausgeschlossen, vielmehr kann man von einem im allgemeinen gut widerstandsfähigen Niveau sprechen. Am Montanmarkt gewannen Mansfelder bei einem Bedarf von nur 6000 RM 2¼. Klöckner 1 Prozent. Bei den Braunkohlenaktien kamen Niederlausitzer 1½ Prozent höher an, während Deutsche Erdöl zum ersten Kurs 2½ Prozent verloren; allerdings konnte diese Einbuße zum Teil wieder wettgemacht werden. Vei den Kaliaktien fielen lediglich Aschersleben mit minus 1¼, von Gummi= und Linoleumaktien Deutsche Linoleum mit plus 2% Prozent auf. Im Verlaufe traten Kursbesserungen ein. Am Rentenmarkt hält das Interesse für Reichsaltbesitz an, die bei größeren Umsätzen um 3 auf 119½ stiegen. Die Umschuldungsanleihe notierte wie am Sonnabend 90.90. Bis 4 Prozent fester wurden Wiederaufbauzuschläge gehandelt.— Bei der amtlichen Devisennotierung wurde das Pfund mit 12.215(12,21), der Dollar mit unv. 2.49, der Gulden mit 136,33(136.32) und der französische Franc mit 11,615(11,61) festgesetzt. Bochum, 25. Jan. Auftrieb: Rinder 259, darunter Ochsen 5, Bullen 39, Kühe 202, Farsen 14. N..“50, Schafe 8, Schweine 2032.— Für 50 Klgr Lebendgewicht: Ochsen a) 45; Bullen a) 43. b) 39. c) 34; Kühe a) 43, b) 39, c) 33, d) 25; Fürsen a) 41. 51 40, Kälber a) 55— 45—53, c) 33—38, 5) 30; Schweine a) 52, b1) 52, b2) 52, c) 51 d) 48, e 48. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt. Kälber mittel. Essen, 25. Jan. Auftrieb: Rinder, gesamt 598, darunter Ochsen 71, Bullen 61, Kühe 428, Färsen 38; Kälber 748, Schafe, Lämmer u. Hammel 77, Schwene 3847.— Bezahlt für 50 Klgr. Lebendgewicht: Ochsen a) 45, b) 41; Bullen a) 43, b) 39, c) 34; Kübe a) 10 bis 43, b) 36—89, c) 30—33 d) 21:25; Färsen a) 44, b) 40, c) 35; Kälber a) 58—63, b) 48—53, c) 82—38, d) 27—30; Stallmastlämmer. beste 52—54, Stallmasthammel, beste, jüngere 10—50, mittlere Schafe 33—35, geringe Schafe 25; Schweine a) 52, b1) 52, b2) 52, c) 50, d) 48, g1) 52, 92) 50.— Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Hälber und Schafe mittel. Dortmund, 25. Jan. Auftrieb: Rinder, gesamt 470, darunter Ochsen 28, Bullen 60, Kühe 344, Färsen 38; Kälber 639, Schafe, Lämmer, Hammel 31, Schweine 2793.— Bezahlt für 50 Klgr. Lebendgewicht: Ochsen a) 45, b) 41; Bullen a) 43, b) 39, c) 84; Kübe a) 43, b) 85—39, c) 32—33, d) 25; Färsen a) 44, b) 40, c) 35; Kälber a) 56—63, b) 45—53, c) 32—38; Weidemasthammel 50; Schweine a) 52, b1) 52, b2) 52, c) 51, d) 48, g1) 52, g2) 50.— Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zuneteilt, Schafe gut. Helft, Verkehrsunfälle verhüten! RUNDFUNK In Deutschland werden durch Verkehrsunfälle jährlich mehr als 5000 Menschen getötet und mehr als 100000 verletzt. Außerdem wird noch unermeßlicher Sachschaden angerichtet. Dieser ungeheueren Vernichtung an Blut und Gut des deutschen Volkes darf nicht tatenlos zugesehen werden. Jeder Volksgenosse muß mithelfen, die Verkehrsunfälle zu vermindern. Wo und wie diese Mithilfe wirksam einsetzen kann, ist vielen Volksgenossen leider noch nicht klar. Mancher Volksgenosse wird den Standpunkt vertreten, daß die Verkehrsunfälle als unvermeidliche Begleiterscheinung des ständig zunehmenden Verkehrs in Kauf genommen werden müßten und daß hieran nichts zu ändern sei. Diese Ansicht ist falsch. Die in den Großstädten schon seit mehreren Jahren geführten Verkehrsunfall=Statistiken beweisen zwar, daß bis zum Jahr 1934 die Zahl der Verkehrsunfälle etwa in der gleichen Weise zu= bzw. abgenommen hat, wie die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge. Es ist weiter festgestellt, daß in den Monaten, Tagen und Tageszeiten, in denen der dichteste Verkehr herrscht sich auch die meisten Verkehrsunfälle ereignen. Die gleiche Erscheinung tritt auch hinsichtlich der unterschiedlichen Verkehrsdichte auf den einzelnen Straßen auf. Die Beteiligung der einzelnen Verkehrsteilnehmer an den Verkehrsunfällen steht ebenfalls in einem bestimmten Verhältnis zu ihrer zahlenmäßigen Beteiligung am Verkehr überhaupt. Aus diesen Feststellungen könnte ohne weiteres die Schlußfolgerung gezogen werden, je dichter der Verkehr, desto häufiger die Verkehrsunfälle. So war es auch bis vor wenigen Jahren. Die Dinge haben sich aber geändert. In den Jahren 1934 und 1935 hat die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge in einem Maße zugenommen, wie dies in Deutschland bisher noch nicht der Fall war. Die Verkehrsunfallzifsern haben aber kaum eine Erhöhung erfahren. Es muß sich demnach in der Verkehrsabwicklung gegenüber früheren Jahren etwas gebessert haben. Diese Besserung wird nicht auf günstigere Straßen= und Verkehrsverhältnisse zurückgeführt werden können. Wenn auch auf diesem Gebiet in den letzten Jahren viel geleistet worden ist, so muß doch berücksichtigt werden, daß das Schwergewicht im Bau der Reichsautobahnen liegt und diese sind bisher dem Verkehr erst in geringen Ausmaßen nutzbar gemacht worden. Schon eher könnte die festgestellte Besserung auf einheitliche Gestaltung des Verkehrsrechts, das mit der Reichsstraßenverkehrsordnung für das ganze Reich geschaffen wurde, zurückzuführen sein. Auch die Verkehrserziehungswochen, die Arbeit der Behörden, Polizei, Schulen und der nationalen Verbände in bezug auf die Beachtung und Durchführung der Verkehrsvorschriften haben zweifellos zu einer Besserung der Verkehrsverhältnisse beigetragen. Auf dem Gebiet der Beachtung und strikten Durchführung der Verkehrsvorschriften liegt auch der Schwerpunkt zur Bekämpfung der Verkehrsunfälle. Mehr Verkehrsdisziplin und erhöhte gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer kann und wird die Verkehrsunfallziffern vermindern. Jeder Volksgenosse muß deshalb die Verkehrsvorschriften kennen und vor allen Dingen auch beachten. Er muß sich bei seinem Tun und Handeln im Verkehr von dem die Reichsstraßenverkehrsordnung beherrschenden Grundsatz leiten lassen:„Verhalte Dich so, daß Du keinen andern schädigst oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behinderst oder belästigst." Wenn diese Grundregel des Verkehrsrechts allen Volksgenossen bekannt ist und von ihnen gebührend beachtet wird, dann wird auch die üble Begleiterscheinung des Verkehrs, der Verkehrsunfall verschwinden oder weniger in Erscheinung treten. Dienstag, 26. Januar Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.30: Frühlonzert. Ausführung: TrompeterCorps des Artillerie=Regt. Fritzlar, Leitung: Obermusilmeister Willrich. 1. Parademarsch Nr. 1 Moellendorf); 2. Ouvertüre„Leichte Kavallene“ (Fr. v. Suppé); 8. In der Waldschmiede(M. Eilenberg); 4. Stolzensels am Rhein, Lied(L. Meißler); 5. In Treue fest, Marsch(C. Teikes. 7.00: Nachrichten, anschließend: Morgenlied— Morgenruf. Frühkonzert(Fortsetzung): 6. Hurra, die Artillerie kommt, Marsch(Scharfe); 7. Ouvertüre„Flotte Burschen“(Fr. v. Suppé); 8. Pepita=Marsch(Neumann); 9. Mazurka(L. Ganne); 10. Mit Bomben und Granaten, Marsch(Vilse); 11. Traumidee, Walzer(J. Fucik); 12. Die Wache zieht auf, Potpourri (J. Kochmanns. 8.00: Kalenderblatt— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.2: Musik am Morgen. Ausgeführt von dem Saarbrücker Unterhaltungsorchester, Leitung: Edmund Kasper. 1. Ouvertüre„Der Fels im Meer“ (F. W. Rust): 2. Herbststimmung, Walzer(P. Lincke); 3. Ostasiatische Suite(Yoshitomo); 4. Tan zendes Leben, Capricio(Kletzki); 5. Man singt es immer wieder, Lied(E. Koetscher; 6. Plauderei am Brunnen, Idyll(N. Roßmann); 7. Zigennerlied(E. Kasper); 8. Die Post im Walde(Kochler); 9. AdlonMarsch(M. Heinecke). 9.30: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Von Pflanzen und Tieren und vom Brauchtum im Monat Februar. Eine Vorschau. 10.90: Gretel Weise: Kindergarten. 11.00; Sendepause. 11.50: Bauer merk' auf. Die Webeschule der Landesbauernschaft Westsalen. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln (In Verbindung mit der DAF). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Uebertragung aus der Hirsch=Brauerei A.=G. Köln=Bayenthal. Es spielt das Kölner Philharmonische Orchester unter Leitung von Karl Odendahl. 13.00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 3.15: Mittagskonzert. Es spielt das Rundsunk orchester, Leitung: Karl List und das Münchener Tanzfunk=Orchester unter Leitung von Carl Michalski. 1. Ouvertüre zu„Coeur=As“(E. Künneke); 2. Stesanie=Gavotte(Czibulka); 8. al Die verliebte Harmonika(W. Glahei, b) Pony, Wechselschrittler (J. Rirner), c) Lustige Klarinettenpolka(H. Hauck); l. Die Kosenden, Walzer(J. Lanner); 5. Sehnsüchtige Melodien, Romanze(N. Wismar); 6. Zwei ungarische Tänze(J. Brahms); 7. Olympia=Marsch (H. Thon). 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Allerlei von zwei bis drei. 15.00: Sendepause. 15.15: Wirtschaftsmeldungen. 1660: Musik am Nachmittag. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders, Leitung: Otto Dobrindt.— In der Pause: 17.00—17.10 Uhr: Dr. Josef Mahlberg: Blick in die Zeitschriften. 17.10: Meine Vaterstadt Krefeld. Eine Schilderung von Otto Brües. 18.00: Kleine Musik. Ilja Livschakoff spielt. (Schallplatten). 1. Siebenbürgisches Vorspiel(H. Brückner): 2. Kapriziöser Walzer(W. Nichartz: 3. Konzertstück über das Lied„Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“(M. Stolz/J. Rirner); 4. Linba, Romanze(J. Linschakoff); 5. Klänge um Johann Strauß(J. Rirner). 18.20: Politische Zeitungsschen 18.40: Munk zum Feierabenb.(Schallplatten. 1. Vorspiel zur Over„Der Wafsenschmied“(A Lortzing); 2. Die Geheimnisse der Etsch, Walzer(7 Carena); 3. Melodien aus der Operette„Der Bettelstudent“(C. Millöcker); 4. a) Liebe, nach dir verlangt mein ganzes Leben, Tango aus dem Tonsilm „Das Mädchen Irene“(A. Melichar); b) Valse triste(Vecsen); 5. Wenn ich groß bin, liebe Mutter, Lied im Volkston(H. de Groot); 6. Schwedische Tänze Nr. 1 und 3(Tor Aulin); 7. al Sag' beim Abschied leise Servus, aus dem Tonsilm„Buratheater“(P. Krender); b Vor dir liegt das Glück, Lied(H. Jäger); 8. al Der Fiedler vor der Schmiede Ines): b) Kleine Spieldose(Hope); 9. Marcel Wittrisch singt. 19.45: Momentauknahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Ach hätt' ich, ach könnt' ich, ach wenn es och wär'. Von törichten Wünschen und anderem rehr. Eine heitere Folge von Dr. Paul Lacroir. Mitwirkende: Marita Gründgens, Martha Walter, Paul Apel, Willi Staffar, Ludwig Matern: das "leine Orchester des Reichssenders Köln, Leitung: Leo Eysoldt. Ausklang: Tanzmusik. Spielleitung: Richard Müller. 22.0: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22: Englische Unterhaltung. 22.50 bis 24.00: Tanz und Volksmustk. Mittwoch. 27. Januar 6.00: Morgenlieb— Wetterbericht für den Bauer 6.h5: Leibesübungen. Frühkonzert. Es spielt das Westdeutsche kammerorchester unter Leitung von Hermann Hagetedt. 1. Im Banne großer Freude, Marsch(Emil obler); 2. Unsere Kleinsten exerzieren(A. Bähre); l. Wir sind beute so vergnügt, Walzer(Will Meie1: 4. Tick=Tack, Polka(Joh. Strauß); 5. Italienischer Straßensänger(Artbur Seybold); 6. Flat ternde Fahnen, Marsch(Alerius Gläser); 7. Pre stissimo, Galopp(Emil Waldteufel). 7.00: Nachrichten— Morgenlied— Morgenru Frühkonzert(Fortsetzung): 8. Vorspiel zur 1n rette„Der Bettelstudent"(Carl Millöcer der Gondel(Edm. Glan): 10. Konzertstück über das Lied„Santa Lucia“(Hans Löhr); 11. Spaziergang Hans Heuser); 12. a) Bruder Lustig(W. Will); 5 In froher Stimmung(W. Will); 18. Rosenhoch cit, Walzer(Jul. Kochmann); 14. Neapolitanischen Ständchen(Gerb. Winkler); 16. Hockeyspiele(Mar tin Richter): 16. Sylphiden, Walzer=wischenspie. Paul Lincke; 17. Glocken der Olympiade, Marich Hans Anack). 8.00: Kalenderblatt— Zeit, Wetter Wasser standsmeldungen. 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen 8.2: Morgenmusik(Schallplatten). 1. Leichte Kavallerie, Vorspiel(Fr. v. Suppé); 2. Nordische Mädchen, Walzer(C. Robrecht); 3. Still wie die Nacht, Lied(C. Bohm); 4. Es war einmal, Fantasie über das gleichnamige Lied aus der Operette„Im Reiche des Indra“(P. Lincke); bearbeitet v. J. Nirner; 5. Tanzende Müllergesellen(C. Rathle); 6 Schneider=Polka(H. Schittenhelm); 7. Petersburger Schlittenfahrt(N. Eilenberg); 8. Melodien aus der Operette„Der Vogelhändler“(C. Zeller); v. Herbstgold(Brusso);(Emanuel Rambour mit seinem Orchester); 10. Zwischenspiel aus der Operette„Tansend und eine Nacht“(Joh. Strauß); 11. Zuerst sagit du ja... und dann sagst du nein(L. Enfoldt): Heinz Wehner mit seinem Orchesters. Gesang Erie Helgar; 12. Entwischt, Galopp(A. Merzdorf Xylophonsolo: Kurt Engel. 9.80; Sendepause 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00: Das kampferische Wort des Deutsche Hörfolge von Wolfgang Brockmeier. 10.30: Sendepause. Gros Bochum weldet.. Bochum-Altenbochum Kleingärtnerverein„Auf der Prinz“ Altenbochum. Der Kleingärtnerverein„Auf der Prinz“ hielt im Vereinslokal Wwe. Deh, Buselohstraße, seine Jahreshauptversammlung ab, die vom Vereinsführer Hermann Hoffmann mit einem Grußworte an die zahlreich erschienenen Mitglieder eröffnt wurde. Zu Beginn der Tagesordnung wurde vom Schriftführer Flierdt das Protokoll der letzten Versammlung und der Jahresbericht verlesen. Die Kassenprüfer Schott und Gorzewitz erstatteten Bericht. Gegen die Kassenführung konnten keine Bedenken erhoben werden. Die Kassenverhältnisse sind gesund. Den Kassierern Paul Hoffmann und Fritz Hellbaum wurde Entlastung erteilt. Die neyen Reichssatzungen wurden einstimmig angenommen. Vereinsführer Hermann Hoffmann dankte allen Mitgliedern für ihre Mitarbeit im vergangenen Jahr und gab ferner bekannt, daß von nun an jedes Mitglied in diesem Jahre 20 Pflichtarbeitsstunden in der Gartenanlage zu verrichten hat. In nächster Zeit werden auch die Gartenwege in Ordnung gebracht. Bochum-Wiemeihausen Kameradschaftsabend der SA. Im vollbesetzten Bergmannschen Saal veranstaltete der Sturm 12/17 am Samstag seinen Kameradschaftsabend. Obertruppführer Frank begrüßte besonders herzlich den Obersturmbannführer Lange und den Ortsgruppenleiter und betonte, daß die SA. auch in diesem Jahr ihre Pflicht tun und die Aufgaben, die ihr übertragen seien, erfüllen würde. An der weiteren Ausgestaltung des schönen Kameradschaftsabends waren beteiligt die neugebildete Singschar des Sturmes, ein aus SA.=Männern zusammengesetztes Orchester, der BDM. und das Jungvolk. Besonderen Beifall fand ein Theaterstück„Heimatscholle“. Eine Verlosung brachte schöne Gewinne. Bochum-Laer Kameradschaftsabend der Freiw. Feuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr hatte für Samstag die Kameraden zu einem Kameradschaftsabend im Lokale Schuth eingeladen. Der Feuerlöschzugführer Becker begrüßte die Erschienenen und dankte für das zahlreiche Erscheinen und wünschte den Erschienenen einige recht gemütliche Stunden. Fur Stimmung sorgte ein Humorist, der mit seinen Vorträgen reichen Beifall ernten konnte. Ein anderer Künstler unterhielt die Anwesenden durch den Gesang netter Lieder, die er auf einer Streichzitter begleitete. Im Laufe des Abends traf dann der Kreisfeuerwehrführer Effermann ein, der es sich nicht hatte nehmen lassen, für kurze Zeit unter den Kameraden der Laerer Feuerwehr zu weiten. In seiner Begleitung befand sich noch Kreisfeuerwehrführer Pitschner(Wattenscheid). Dann fand ein gemeinschaftliches Wurstessen statt. Die Frauen bekamen später noch Kaffee und Kuchen. Bevor der Kreisfeuerwehrführer Effermann sich von den Kameraden verabschiedete, ergriff er noch kurz das Wort und betonte, daß er heute abend solch eine gute Kameradschaft unter den Kameraden der Freiw. Feuerwehr in Laer gefunden hätte, und daß er sich bisher auf die Freiw. Feuerwehr Laer habe verlassen können. Es fand dann noch eine Verlosung statt, bei der schöne Gewinne zur Ver teilung kamen. (i) Galte ein und denke nach: Wo kannst Du noch dem WHW. ein Opser bringen? Xo Bochum-Hofstede Männergesangverein„Einigkeit". Im Vereinsheim Bergmann hatte am Sonntag der Einigkeit“ seine Generalversammlung. In diesem Jahr sind mehrere Veranstaltungen geplant. Zum letzteren wurde eine Teilnehmerliste für das Sängerbundesfest in Breslau aufgelegt. Beschlossen wurde, eine Vereinsnadel anzuschaffen und beim nächsten Unterhaltungsabend die Ehrung der Silverjubilare vorzunehmen. Stellv. Vereinsführer Gall nahm nach eingehender Aussprache über die Fastnachtsfeier am 6. Februar die Ehrung des Vereinsführers Wessel vor, dem er für seine unermüdliche 10jährige Arbeit als Vereinsführer den Dank der Sangesbrüder aussprach. Bochum-Hordel „o Jahre MGV.„Heiterkeit“. Zu ihrer 55. Generalversammlung hatten sich Sonntag die Mitglieder des MGV.„Heiterkeit“ in ihrem Vereinsheim Tönshoff eingefunden. Nachdem die Regularien glatt erledigt waren, und für den aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Vereinsleiter Schweden Sangesbruder Socte gewählt worden war, wurde der Arbeitsplan für das laufende Jahr mitgeteilt. Der Sangesbruder Hans Kornrumpf, der dem Verein 25 Jahre angehört, wurde durch Ueberreichung einer Ehrenurkunde besonders ausgezeichnet.(th) Oeffentliche Versammlung des Geflügel= und Kleintierzuchtvereins. Im Hordeler Saalbau hielt der Geflügel= und Kleintierzuchtverein eine öffentliche Versammlung ab, in der der Direktor der bäuerlichen Werkschule Bochum Schmidt eingehend über Notwendigkeit und Bedeutung der Geflügelzucht sprach. Deutschland müsse in seiner Ernährung vom Ausland unabhängig werden. Das im Inland erzeugte Getreide dürfe nur der menschlichen Ernährung nutzbar gemacht werden. Darauf müßten sich die Kleintierhalter bei der Fütterung ihrer Tiere einstellen und mehr Kartoffeln, Fischmehl und Zuckerschnitzel verwenden. Auch der Landesleiter des Kleintierzuchtverbandes Wende=Witten befaßte sich mit der Fütterungsfrage und sagte, hier ließen sich gute Ergebnisse erzielen, wenn in den Vereinen Gemeinschaftsarbeit geleistet würde und wenn auch die Bestellung gemeinschaftlich vorgenommen Bochum-Gerlhe Versammlung der DAF. Sonntagvormittag fand eine gut besuchte Versammlung der Deutschen Arbeitsfront für die Gefolgschaftsmitglieder des Betriebes Lothringen 1=3 im Saale Kalthoff statt. Es sprach der Kreisobmann des Kreises Wattenscheid in der DAF., Pg. Baum, der in seinem fünfviertelstündigen Vortrag nationalsozialistische Gegenwartsfragen ausführlich behandelte.(va.) Renten= und Unterstützungszahlung. Die Auszahlung der Heeresrenten erfolgt beim Postamt Gerthe am 29. Januar, während die Unfallrenten am 1. Februar zur Auszahlung kommen.— Die Zahlung der Unterstützungen an die Wohlfahrtserwerbslosen für die erste Monatshälfte Februar erfolgt bei der Zahlstelle Gerthe=Harpen am 30. Januar vormittags von 9 Uhr ab. Zugelaufen ist am Samstag ein schwarzer Schäferhund. Verlierer möge sich bei der Verwaltungsstelle Gerthe, Zimmer 6, melden. Bochum-Hiltrop-Bergen Kameradschaftsabend der Schachtanlage Lothringen IV. Freude und Frohsinn herrschten bei dem Kameradschaftsabend, den die Betriebsgemeinschaft der Schachtanlage Lothringen IV am Samstagabend im Saale des Wirtes Punge in Hiltrop veranstaltete. Die Gefolgschaftsmitglieder waren mit ihren Angehörigen so zahlreich vertreten, daß sich der Raum fast als zu klein erwies. Dem einleitenden„Glück=Auf=Marsch“ der Werkskapelle folgte der Vorspruch„Gelöbnis“ von H. Lersch, von dem Werkscharmann Schlunder packend vorgetragen. Nach dem Liede der Werkschar„Wir sind des Werktags Soldaten“ hielt Betriebswalter Niermann die Begrüßungsansprache. Sein besonderer Gruß galt neben der zahlreich vertretenen Gefolgschaft dem stellvertretenden Gefolgschaftsführer, Bergwerksinspektor Mühlenbeck, dem erstmalig in diesem Kreise weilenden neuen Betriebsführer Droste und besonders aber den neuangelegten Kameraden, die nach langer Erwerbslosigkeit wieder freudevolle Stunden im Kreise der Betriebsgemeinschaft feiern können. Der stellvertretende Gefolgschaftsführer, Bergwerksinspektor Mühlenbeck, gab in seiner Ansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich die Gefolgschaft so zahlreich zu diesem Abend mit ihren Angehörigen eingefunden hatte. Nach dem alten Bergmannsliede „Glück=Auf“ brachte Betriebswalter Niermann das Sieg=Heil auf den Führer aus. Im zweiten Teil des Programms kamen Heiterkeit und Frohsinn zur Geltung. Das Stimmungsbarometer stieg rapide, wenn der Vortragskünstler Paul Staedtler erfolgreiche Angriffe auf die Lachmuskeln unternahm. Die Werkskapelle Lothringen IV unter Leitung von Heinrich Scheffler sorgte dafür, daß auch die Tanzlustigen zu ihrem Rechte kamen. Ein großes Berliner Ballenessen brachte den Leuten mit dem„guten Griff“ Gewinne in Form von heißen Würstchen.(va. Bochum-Werne Vereinsjubiläum und Schlagausstellung. Auf ein 25jähriges Bestehen kann der Brieftaubenzüchterverein „Gut Flug“ zurückblicken. Die Gründer dieses Vereins waren Karl Pankoke, Josef Hünnemeier, Karl Bahr, August Schwarz, Heinrich Jungermann, August Evenfeld, Strube, Jablonski und Heinrich Rübenstahl. Vereinslokal wählte man den Gasthof Deutschen Reich“. In den späteren Jahren siedelte der Verein in das Lokal Ewald über, wo derselbe heute noch tagt. Der hamalige Vorsitzende war Karl Pankoke, der auf dem Felede der Ehre fiel. Als Schriftführer und Kassierer walteten ihres Amtes die Mitglieder Hünnemeier und Bahr. Gleich nach der Gründung hatte der Verein einen riesigen Aufschwung is auseren Verbreitungsgebiet zu verzeichnen, so daß aus diesem Verein sich eine Anzahl neuer Vereine bildeten.— Anläßlich dieses 25jährigen Bestehens veranstaltete der Verein in seinem Vereinsheim Ewald eine Schlagausstellung, die Pankoke, der auf dem Felde der Ehre fiel. Als Schiedsrichter war Valentin Meinshausen bestimmt worden, der bei dem erklassig ausgestellten Material keine leichte Aufgabe hatte. So erzielten folgende Züchter als die 10 besten Preise: Lenz 1. Preis(63 Punkte), Sterna 2. Preis(62 Punkte), Strube 3. Preis(60½ Punkte), Narz 4. Preis(60½ Punkte), Radtke 5. Preis(60 Punkte), Eisel 6. Preis(59½ Punkte), Leineweber 7. Preis(59 Punkte). Strube K. 8. Preis(58 Punkte), Potrowski 9, Preis(57¼ P.) und Karras 10. Preis(57½ Punkte). Das Mitalied Eisel stellte die schönste Täubin, während das Mitglied Sterna den schönsten Vogel ausstellen konnte. Die beiden Aussteller wurden durch Ueberreichung einer Nadel geehrt. Waltenscheid Dreijähriges Kind vom Lastkraftwagen angefahren. Samstag gegen 16,50 Uhr wurde an der Kreuzung Hindenburgdamm und Droste=HülshoffStraße ein drei Jahre altes Kind von einem Lastkraftwagen angefahren und dabei derart verletzt, daß eine Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich war. Erheblich verletzt. Sonntag gegen 8,45 Uhr erfolgte an der Kreuzung Hof= und Swidbertstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Motorradfahrer. Letzterer sowie seine Soziusfahrerin zogen sich dabei einen Beinbruch zu und mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Castrop-Kauxel Neues HI=Heim in Castrop=Rauxel. Nach Errichtung von zwei vorbildlichen HI=Heimen im Jahre 1336 baut die Stadt Castrop=Rauxel mit einem Kostenaufwand von 70 000 RM in der Altstadt nun ein weiteres Heim, das auf historischem Boden, auf dem der alte Reichshof Castrop stand, errichtet wird. Mit dem Baubeginn ist im März zu rechnen. herne Diebstahl. Aus einem an der Bahnhofstraße unverschlossen stehenden Personenkraftwagen wurde eine dunkelbraune, lederne Aktentasche mit folgendem Inhalt gestohlen: Eine Zeichnung vom Erdgeschoß der Anlage Althoff in Essen, auf Leinen aufgezogen, eine weitere Zeichnung von der Hausfront der Epa=Filiale in Essen=Steele und verschiedene Schreibutensilien. Bochum=Linden=Dahlhausen und Stiepel Bochum-Linden-Dahlhausen Bunter Abend der Ortswaltung Dahlhausen, Wie schon bekanntgegeben, findet am Sonnabend, dem 6. Februar, im„Haus der Deutschen Arbeit“ („Horkenstein“) der zweite„Kraft=durch=Freude“Abend statt. Auch diesmal gibt es wieder ein ganz besonderes Programm. U. a. ist es der Ortswaltung gelungen, für diesen Abend das in vielen Ortswaltungen bekanntgewordene humoristische Quartett„Die vier lustigen Kumpels“ zu gewinnen. Außerdem wirkt mit eine Original=bayrische Schrammelkapelle, eine bayrische Trachtengruppe mit ihren Originaltänzen, ein Stimmungsfänger u. a. mehr. Es ist auch für diesen Abend wieder alles aufgeboten worden, um den Volksgenossen recht vergnügte Stunden zu bereiten. Der geringe Eintrittspreis von 40 Pfg. soll es jedem Volksgenossen ermöglichen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Eintrittskarten sind auf der Geschäftsstelle der DAF. Dahlhausen und Linden, sowie bei den Betriebswarten KdF. und den Zellen= und Betriebswaltern der DAF. zu haben. Es wird aber besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nur so viel Karten ausgegeben werden, als Sitzplätze vorhanden sind. Versäume daher niemand, sich jetzt schon eine Eintrittskarte zu besorgen. Kameradschaftsabend der Firma Schulte. Am Samstag fand bei Kymmeier ein Kameradschaftsabend mit Jubilar=Ehrung der Gefolgschaft der Firma Schulte statt. Der Führer der Gefolgschaft übergab drei Jubilaren: K. Brödling. H. Achtergarde und G. Steeg mit anerkennenden Worten eine Ehrenurkunde. Winterhilfsschießen der Kameradschaft ehemal. Pioniere. Die Kameradschaft ehemal. Pioniere hielt im Vereinsheim Schlochtermeier ihren Jahreshauptappell ab, den Kameradschaftsführer Vorkötter eröffnete und leitete. Den Jahresbericht gab der Schriftwart Range und den Kassenbericht der Kassenwart Wehrmeister. Einer der Hauptpunkte der Tagesordnung war dann die Beschlußfassung über das Schießen zum Besten der Winterhilfe. Dieses Schießen findet nun Sonntag vormittag auf dem Schießstand in der Donnerbecke statt. Für sämtliche Kameraden müßte es eine Ehrenpflicht sein, sich an diesem Schießen zu beteiligen. Die Führung der Kameradschaft bleibt auch im neuen Jahr in den alten bewährten Händen. Den Abschluß des Jahreshauptappells bildete ein gemütliches Beisammensein mit Bockwurstessen.(b.) Zahltaa für Wohlfahrtserwerbslosen=Unterstützung kommenden Freitag durch die Zahlstelle Linden=Dahlhausen. Wichtig für die Angler. In der Ruhr sind Regenbogenforellen ausgesetzt worden, sie sind durch ein 8X4 Millimeter großes Silberplättchen, auf das die Zeichen„AL 3“ eingestanzt sind, besonders gekennzeichnet, das am ersten großen Flossenstrahl der Schwanzflosse angebracht ist. Wer solch eine Forelle fängt, soll Gewicht und Länge von der Schnanzspitze bis zum Schwanzende feststellen und diese Angaben mit dem Silberplättchen an den Oberfischmeister der Provinz Westfalen in Münster einschicken. Hohes Alter. Herr Meinhold Driller, Scharpenseelstraße 176, wird heute 70 Jahre alt. Dem alten Herrn, der trotz seines ansehnlichen Alters noch recht gut zurecht ist, unsern herzlichsten Glückwunsch und die besten Wünsche für sein ferneres Wohlergehen.(b) Generalversammlung des Kirchenchors Liebfrauen. Sonntagabend hielt der Kirchenchor bei Scheidtmann seine Generalversammlung ab. Der Schriftführer Springer erstattete den Jahresbericht. Hierauf berichtete der Kassierer Gerbard Wessels über die Kassenverhältnisse. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des gesamten Vorstandes. Hierauf ergriff Pfarrer Ostermann das Wort. Er dankte dem Chor für die vorzüglichen Leistungen.(t.) Generalversammlung der 3. Kompagnie im Bürgerschützenverein 03 e. V. Im Schützenheim Bürgerhaus fand Sonntag die Generalversammlun der 3. Kompagnie des Bürgerschützenvereins statt. Hauptmann Reppel eröffnete und leitete diese. Den Geschäftsbericht gab der 2. Schriftführer Kunz. Die Kassenrevisoren Remhof und Stolte gaben den Kassenbericht, der gleichfalls günstig lautete. Der Leiter der Kompagnie, Hptm. Reppel, wurde in seinem Amte bestätigt. An Stelle des erkrankten 1. Schriftwarts Wask wurde W. Kunz bestellt, 2 Schriftwart wurde Schützenbruder Stolte. Kassenwart Jänkel blieb in seinem Amt. Die Erledigung einiger interner Angelegenheiten beschloß die in jeder Hinsicht gut verlaufene Generalversammlung.(b) Die Generalversammlung der Gesangsabteilung des Werkes G. Wolff in Linden fand am Samstag statt. Schriftführer Brüggemann und Kassierer Pflanz erstatteten ihre Berichte. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt, die Mitglieder des Vorstandes wurden in ihren Aemtern bestätigt. An die Versammlung schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. Reichsbund der Kinderreichen. Der DRdK. hielt im Saale Scheidtmann seine erste Versammlung im neuen Jahre ab. Der Abschnittswart Schafmeister gab einen ausführlichen Bericht über die Arbeiten des Bundes im verflossenen Jahre, aus dem hervorging, daß fruchtbringende Arbeit geleistet worden ist. Hierauf hielt der Kreiswart Bobber(Bochum) ein Referat über das Thema: „Völkischer Lebenswille“. Um den völkischen Ge danken in die breite Masse des Volkes hineinzutragen, findet am 14. Februar im Saale Scheidtmann eine große öffentliche Kundgebung statt.(* Bochum-Stiepel Die Auszahlung der Unterstützungen an die Unterstützungsempfänger des Stadtteiles Stiepel für den Monat Februar 1937 erfolgt durch die Verwaltungsstelle Stiepel am 30. Senuar und 15. Februar 1937, vormittags 10 Uhr. Ausweis und Stempelkarte sind bei der Auszahlung vorzulegen. Wanne-Eickel Feierliche Offenlegung des„Eisernen Buches“ des WHW. In einem denkbar feierlichen und würdigen Rahmen erfolgte am Sonntagvormittag die feierliche Offenlegung des„Eisernen Buches“ des WHW. in der Kohlenstadt Wanne=Eickel. Um die gesamte Bürgerschaft auf das„Eiserne Buch“ zum Besten des WHW. nachhaltig aufmerksam zu machen, fanden sich in der zehnten Morgenstunde auf dem Adolf=Hitler=Platz im Stadtteil Eickel die Stürme der SA. mit ihren Fahnen sowie der angeschlossenen Parteiformationen ein, ferner die politischen Leiter, der Reichsluftschutzbund, die Teno und die HJ. Von hier ging es in einem langen Zuge mit klingendem Spiel die Hindenburgstraße hinunter bis nach Wanne=Mitte, wo der Zug vor dem Rathause in der Schwerinstraße Halt machte. Auf der Rathaustreppe nahm der Kreisleiter der NSDAP., Bürgermeister Bönnebruch=Althoff, umgeben von seinen Mitarbeitern, der Kreisleitung, Aufstellung. Nachdem Sturmbannführer Heinemann dem Kreisleiter die Meldung der angetretenen Formationen gemacht hatte, ergriff Bürgermeister Bönnebruch=Althoff das Wort. Mit einem Sieg=Heil auf den Befreier und Führer des deutschen Volkes und den Liedern der Deutschen wurde der Eröffnungsakt beendet. Dann nahmen die ersten Eintragungen ins„Eiserne Buch“ ihren Anfang. Dem Feind keine Zeit lassen— das bedeutet es, wenn Sie sich früh und abends die Zähne putzen. Die Fäulnisbakterien haben ganicht Zeit, sich einzunisten, wenn Sie zweimal am Tage Ihre Zähne mit Nivea-Zahnpasta reinigent Jubilare der Arbeit wurden geehrt. Im festlich geschmückten Rheinelbe=Haus der GBAG. fand am Samstag abend die diesjährige Jubilarehrung der GBAG.=Gefolgschaftsmitglieder statt, unter denen sich auch 29 Arbeiter und Angestellte der WanneEickeler Schachtanlagen Pluto=Thies und PlutoWilhelm befanden. Bergwerksdirektor SchulteBurloh nahm die Ehrung der verdienten Arbeitsjubilare vor. Die Wanne=Eickeler Jubilare sind vier mit einer 40jährigen und 25 mit einer 25jährigen Dienstzeit. Ihre Namen sind(40 Jahre: Vorarbeiter Antke, Elektriker Engermann, Zimmerhauer Koszubski und Betriebsführer Wendt: ihr silbernes Arbeitsjubiläum konnten begehen: Wächter Barth, Hauer Bornemann, Steiger Braß, Hauer Denguth, Masch.=Wärter Domrath, Maurer Döring, Hauer Falkenhöfer, Reviersteiger Füllbier, Hauer Fünfhöfer, Elektriker Funke, Steiger Kegelmann. Hauer Kinzel. Maschinist Knoov. die Hauer Krause, Leyk, Elektrosteiger Meurer, Magazingeh. Möller, Hauer Pickel, Steiger Reckert, Bohrmeister Ruppert, Hauer Sadlowski, Dreber Schäfers und Bremser Wendt.(b) Gelsenkirchen Förderung der HJ=Heimbeschaffung. In Gelsenkirchen hat sich, angeregt durch die Heimbeschaffungsaktion der Hitlerjugend in Zusammenarbeit von Partei, HI und Stadtverwaltung ein„Verein zur Förderung der Jugend“ gebildet, dessen Aufgabe die Beschaffung finanzieller und sonstiger Mitkel zur Errichtung von HI=Heimen ist. Umsatzsteigerung im Gelsenkirchener Hafen. Nach der soeben erfolgten Veröffentlichung des Städt. Betriebsamtes belief sich im Jahre 1936 der gesamte Güterumschlag des Stadthafens zu Wasser und Lande auf rund 400000 Tonnen gegenüber 302 000 Tonnen im Jahre 1935. Das bedeutet ein Mehr von 100000 Tonnen bezw. eine Jahresumsatzsteigerung von 325 v. H Essen Essen erhält sieben neue HJ.=Heime. In getreuer und verantwortungsbewußter Weise wird die Stadt Essen in den nächsten Jahren dem Aufruf des Führers gemäß die Erziehung der Jugend durch Errichtung von HJ.=Heimen tatkräftig fördern. Seit der Machtübernahme übergab die Stadt der HJ. fünf freigestellte Schulen als Heime, Schulräume und sonstige Unterkünfte. Das konnte aber nur ein Notbehelf sein. Nachdem dann die Stadt noch das Grundstück an der Hammacherstraße gegeben hatte, auf dem sich heute eine der schänsten HJ=Unterkünfte erhebt, erbaut si= in diesem Jahre vier neue Heime, denen im nächsten drei weitere folgen werden. Wieder 1000 Mark aus der WHW.=Lotterie. Wieder einmal haben die grauen Glücksmänner den Richtigen erwischt und damit bewiesen, daß die Lotterie des Winterhilfswerkes nicht nur dem Kampf gegen Hunger und Kälte dient, sondern auch dem glücklichen Gewinner eine fühlbare Hilfe bringt. Diesmal fiel ein 1000=Mark=Gewinn an einen kleinen Angestellten, dessen Frau gerade eine schwere Krankheit hinter sich hat Der Glückliche ist nun in die erfreuliche Lage versetzt, seiner erholungsbedürftigen Frau die vom Arzt verordnete Kur zuteil werden zu lassen. Fußballnachlese 1. Kreisklasse Gruppe 1: Fortuna Herne— Phönig Bochum 4:1(2:0 Trotz der Niederlage lieferte der Phönix ein gutes Spiel, mußte sich aber den in Hochform befindlichen Platzleuten beugen, da diese sich vor dem Tor besser durchzusetzen verstanden, während den Bochumern wenig glückte. So mußte der Gast in der ersten Hälfte zwei und sofort nach dem Wechsel einen weiteren Treffer entgegennehmen. Die Bochumer spielten nun überlegen, konnten jedoch nur ein Tor aufholen, das der Mittelläufer schoß, und dann war auch Fortung noch einmal erfolgreich. SpSp Gerthe— BB Herne=Süd 0:4(0:2) Gerthes Gast spielte sehr vorsichtig aus der Deckung heraus und hatte damit auch Erfolg. In der ersten Hälfte spielte die Platzmannschaft klar überlegen, aber dem Gast glückten zwei erfolgreiche Durchbrüche, außerdem hielt Hernes Torwart einen Elfmeterball. Nach der Halbzeit wurden die Gäste im Feldspiel überlegen und fügten einem weiteren kurz vor Schluß das vierte Tor hinzu. Teutonja Riemke— SV Sodingen 2:4(1:2) Riemke ging zwar bereits nach wenigen Minuten durch den Halblinken in Führung, die Gäste schossen aber balh den Ausgleich und durch den Halbrechten nach halbstündigem Spiel die Führung. Nach Seitenwechsel drängte Riemke längere Zeit klar, aber zwei schnelle Vorstöße des Linksaußen der Gäste besiegelte die Niederlage der Gastgeber, die im Endkampf durch den Halblinken zum zweiten Gegentreffer kamen. Die Tabelle Der SC Altenbochum hält weiterhin seine Meisterschaftsansprüche aufrecht, das beweist dieser klare und hohe Sieg. Der schußgewaltige Mittelstürmer Böhmer verwandelte zu Beginn zwei Freistöße, und es nützte den Langendreerern nicht viel, daß sie durch Verwandlung eines Handelfmeters einen Treffer aufholten, da Böhmer als Antwort darauf auch das dritte Tor schoß. Auch in der zweiten Hälfte hatte die Platzmannschaft mehr vom Kampf, obschon sie wegen Verletzung des rechten Läufers nur mit zehn Leuten spielte. Der Rechtsaußen Lotz und abermals Böhmer stellten das Endergebnis her. SB Bochum=West— SySp Stiepel 2:2(1:2) Die Gäste holten ein günstiges Ergebnis heraus und lagen schon nach kurzer Zeit durch Verwandlung eines Freistoßes und eines Elfmeterballes mit 2:0 in Führung. Aber auch Bochum=West wertete einen Elfmeterstrafstoß zum Treffer aus. Im weiteren Verlauf hatte Stiepel die besseren Torgelegenheiten, doch wehrte der Platzverein stets erfolgreich ab. Im zweiten Teil kämpfte Bochum=West mit großem Einsatz um den Ausgleich, der auch etwa zehn Minuten vor Schluß erzielt wurde. Rasensport Bochum— Concordia Bochum 1:1(0:0) Die beiden Neulinge lieferten sich einen schönen Kamf, der in erster Linie vorzügliche Leistungen der Hintermannschaften aufwies. Dasselbe Bild brachte die zweite Spielbälfte. In der 23 Minute glückte es endlich dem Mittelstürmer der Platzleute, die Hintermannschaft des Gegners zu schlagen. Die Freude über den Führungstreffer war nicht von langer Dauer, da Concordia einen wegen Handspiels verhängten Elfmeterball zum Ausgleich ausnützte. Bei diesem Stand blieb es. Westfalia Weitmar— TuS 26 Altenbochum 3:0(0:0 Zwei wertvolle Punkte sicherte sich Weitmar in diesem Kampf. Der Gast vermochte nur eine Spielhälfte dem ständigen Druck der Weitmarer standzuhalten, so daß das Spiel beim Seitenwechsel noch 0:0 stand. Im zweiten Spielabschnitt setzte sich Westfalias Sturm besser durch und holte den sicheren Sieg mit drei Treffern. Union Günnigfeld— Reichsb.=TuS Bochum 1:0(0:0 In diesem um den Verbleib so wichtigen Treffen entschied das Glück zugunsten der Platzmannschaft. Als im zweiten Spielabschnitt der Reichsbahn=Tus einen Elfmeterball verschossen und Günnigfelds Rechtsaußen dann ein Tor erzielt hatte, war der Kamf entschieden. Auch Günnigeld ließ später einen Elfmeter aus. Die Tabelle Gruppe 2: TSBg. Laer 87— Kaltehardt 2:1(1:0) Nach der letzten Niederlage der Laerer gegen den Tabellenletzten enttäuschten sie am Sonntag nach angenehmen Seite. In der 20. Minute fiel der erste Treffer für die Platzleute. Der Linksaußen nutzte ein Mißverständnis in der Deckung des Gegners aus, indem er den Ball ins leere Tor beförderte. Nach Halbzeit waren die Gäste überlegen. Die Platzleute hatten das Pech, in der 5. Minute ihren Halbrechten durch Verletzung zu verlieren. In der 15. Minute fiel der Ausgleich. Laer hatte Glück, und zehn Minuten vor Schluß führte der Halblinke die Entscheidung herbei. SB Wattenscheid 19— LFC Laer 1:2(1:2) Schon nach fünf Minuten konnte her Halbrechte die Gäste in Führung bringen. In der Folgezeit gaben die Laerer den Ton an, ohne aber zu Erfelgen zu kommen. Bei einer Ece für Wattenscheid köpfte Wattenscheids Mittelstürmer zum Ausgleich ein. Schon nach einigen Spielminuten buchten die Gäfte das zweite Tor durch ihren Halblinken. Nach der Halbzeit versuchten die Gäste, ihren Vorsprung zu vergroßern, jedoch zeigte sich die Hintermannschaft der Wattenscheider allen Angriffen gewachsen. Die Tabelle Pokalspiel. Preußen 11— Polizei=SB Bochum 0:1(0:1) Die Leistungen des Siegers und Tabellenführers der 1. Kreisklasse müssen als sehr schwach bezeichnet werden. Umso mehr Achtung muß man vor dem Kampfgeist des Verlierers haben, der in der ersten Spielhälfte oft vor dem Führungstor stand. Erst als der rechte Läufer der Gastgeber wegen eines groben Verstoßes des Platzes verwiesen wurde, kam der Gast stärker auf, um kurz vor der Pause den einzigen Treffer durch den Linksaußen Jeroch zu erzielen. Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste stärker, aber der sich tapfer wehrende Gegner ließ keinen weiteren Treffer zu. Wintersportwoche in Garmisch Der Sonntagabend der Garmisch=Partenkirchener Sportwoche wurde ausgefüllt von einem Eishockeykampf zwischen dem SC Riessersee und dem Wiener EK. Engelmann, der nach aufregendem Verlauf 1:1 (0:0, 1:0, 0:1) unentschieden ausging. Drei Minuten vor Schluß konnte Tatzer für die Wiener den Ausgleichstreffer anbringen.— In dem großartigen Kunstlaufprogramm begeisterten die Engländerin Taylor, die Wienerin Parlic, das ungarische Paar von Botong, Felix Kaspar sowie die Italienerin Cattaneo. BKE Budapest— schlug EKE Wien 1:0. Nach dem Großkampftag am Sonntag schien der Montag bei der Internationalen Wintersportwoche in Garmisch=Partenkirchen zunächst ein etwas matter Tag zu werden. Bei trübem Wetter fanden sich Olympia=Eisstadion dann aber schließlich doch gut 1000 Zuschauer ein, die einen aufregenden Eishockeykampf zwischen BKE Budapest und EKE Engelmann Wien sahen, der mit einem 1:0-Siege der Ungarn endete. Es ging ziemlich rauh her und vor allem die Spielweise der Sieger war als fast„kanadisch“ anzusprechen. Im ersten Drittel sahen sich die Schiedsrichter Jöhncke=Schweden und Kaufmann=Berlin gezwungen, mehrere Feldverweise zu erteilen, und so mußten die Ungarn einmal mit nur drei Mann spielen(!). In den Pausen sah man im Kunstlaufen die Italiener Cattaneo/Cattaneo, den Berliner Karl Beuttel, Martha Meyerhans und Koch/Noack=Berlin Am Dienstag Nachtspringen. Am Dienstagabend wird im Rahmen der ersten Internationalen Wintersportwoche in Garmisch=Partenkirchen auf der Kleinen Olympiaschanze am Gudiberg ein Nachtspringen abgehalten, das eine ausgezeichnete internationale Besetzung erhalten hat. Neben den besten deutschen werden österreichische und tschechoslowakische Springer über die im Scheinwerferlicht der Tiefstrahler liegende Schanze gehen. U. a. wird sich der österreichische Rekordspringer Josef Bradl einfinden. Wieder Presse=Abfahrtsrennen. Auch das Presse=Abfahrtsrennen wird jetzt zu einer traditionellen Angelegenheit in Garmisch=Partenkirchen werden. Diesmal wird es am Mittwoch auf der Kreuzeck=Standardstrecke veranstaltet. Für den schnellsten Fahrer stiftete der Reichssportführer einen Ehrenpreis, während der Preis des Bürgermeisters Scheck dem schnellsten Ausländer zufällt. Eintracht Wittens Sieg TuS Constantin Bochum mit 479:443 Punkten geschlagen Am letzten Wochenende standen sich in der Kaiseraue in Bochum die beiden Bezirksklassenvertreter Eintracht Witten und Constantin Bochum in einem Gerätmannschaftskampf gegenüber, der der Vorbereitung für die im Februar stattfindenden Meisterschaftskämpfe diente. Vor zahlreichen Zuschauern endete das Treffen mit einem eindrucksvollen Siege der Wittener, der verdient war. Die Gäste zeigten am Reck, am Quer= und Seitpferd, an den Ringen und in den Freiübungen die besseren Leistungen, während die Bochumer nur einmal, und zwar am Barren den Wittenern überlegen waren. Die von den beiden Vereinen an den einzelnen Geräten erzielten Punktzahlen waren: Pferdsprung: Witten 78. Bochum 75.5 Punkte. Ringe: Witten 80.5, Bochum 75.5 Punkte. Barren: Bochum 80, Witten 77 Punkte. Freiübung: Witten 80. Bochum 71 Punkte. Pferd: Witten 84,5, Bochum 71 Punkte Reck: Witten 79, Bochum 70 Punkte. Das Gesamtergebnis lautete: Eintracht Witten 479 und Constantin Bochum 443 Punkte. Bester Einzelturner war Hesmer(Witten) mit 102 Punkten. An zweiter Stelle folgten Stöcker (Witten) und Wucherer(Witten) mit je 101,5 P., wahrend Stöber(Bochum) mit 99.5 Punkten auf den dritten Platz kam Die Kreisgeräsvereinigung turnte. In Bochum fand am Sonntag in der Turnhalle an der Fahrendellerstraße das erste diesjährige Zusammenturnen der Kreisvereinigung der Gerätturner des Kreises Bochum statt. Erfreulich war die überaus starke Teilnahme aus den verschiedenen Vereinen des Kreisgebiets. Als Hauptübungsstoff galten die Pflichtübungen für die bevorstehenden Vereinsmannschaftskämpfe in der Gau=, Bezirk=, Kreis= und Unterkreisklasse. Geturnt wurde in drei Riegen, die Leitung der Kreiskernmannschaft hatten die Turnkameraden Adolf Schulte und Fritz Platzek(Bochum) und der Nachwuchsriege Kreismännerturnwart Hallerbach(Herne=Baukau). Der Verlauf der Uebungsstunde zeigte daß im Turnkreis Bochum eine Menge guter Kräfte vorhanden sind, die bei entsprechender Schulung noch wesentlich in ihrem Können gefördert werden können. Nach dem Schulungsturnen vereinte ein Kameradschaftsabend die Teilnehmer noch einige Stunden hocken TuS Bochum in Kupferdreh erfolgreich. Bei schönstem Wetter spielte am Sonntag nachmittag TuS Bochum 1. Herren= und Jugendmannschaft in Kupferdreh. Nach schönen Leistungen trennten sich die 1. Herrenmannschaften 1:1. Bochums Stürmerreihe ließ im Zusammenspiel viele Wünsche offen. Trotz guter Abwehrleistungen der Bochumer holte Kupferdreh Mitte der 2. Hälfte das Ausgleichstor. Bochums Endspurt fehlte vor dem gegnerischen Tor der letzte entschlossene Einsatz.— Des Tus Junioren fanden sich gut und gewannen gegen Kupferdrehs Junioren klar 4:2. Der Sturm nutzte jede Torgelegenheit. Durch diesen schönen Sieg wird sich die Leistung der Mannschaft weiter erhöhen. Zu früh gejubelt... SK. Foto: Herker Zu früh gejubelt... Eine Szene aus dem Bezirks klassen=Lokaltreffen Ver. Preußen 07— TG BochumEhrenfeld, und zwar kurz nach dem von Ehrenfelds Halblinken Mühlbaus mit der Hand erzielten Tor. Die Ehrenfelder jubeln, Preußens Mittelläufer Ze lasko umfaßt Mühlhaus. Denselben Versuch macht Wittich mit Rother, während die im Tor stehenden Preußenspieler mit der Hand auf den„Torschützen“ Der Schiedsrichter er kannte den Treffer nicht an. Unsere Mannschaft gegen Holland Der Deutsche Fußball=Bund hat den Vorbereitungskursus im Duisburger Verbandsheim für das Länderspiel gegen Holland abgeschlossen. Und nun steht auch die deutsche Nationalelf fest, die am kommenden Sonntag im Rheinstadion zu Düsseldorf, den 15. Kampf gegen die Niederlande aufnehmen wird. Es sind: Jakob (Jahn Regensburg Münzenberg (Fortuna Düsseldorf)(Alemannia Aachen Gellesch Goldbrunner Kitzinger (Schalke 04)(Bayern München)(Schweinfurt 05) Lehner Hohmann Friedel Szepan Günther (Augsb.)(Benrath)(Nürnberg)(Schalke)(Duisb 99) Als Ersatzspieler stehen Abromeit(Duisb. 99), Lenz(Borussia Dortmund) und Mehl(Fortuna Düsseldorf) bereit. Im großen und ganzen bedeutet diese Mannschaftsaufstellung keine Ueberraschung. Die Hintermannschaft wurde so aufgestellt, wie man es erwartete. Eine Ausnahme bildet Gellesch, für den verschiedentlich der Schweinfurter Kupfer vorgeschlagen war, während man den Schalker wieder als Stürmer sehen wollte. Fritz Szepan hat auch für dieses Spiel die Aufgabe des Dirigenten, er dürfte hinter der Vierer=Front Lehner Hohmann. Friedel, Günther stehen, von der Friedel als internationaler Debütant anzusprechen ist. Verbilliate zum Fußball=Länderspiel Deutschland— Holland Der Pressedienst der Reichsbahndirektion Essen teilt mit: Bei der zu erwartenden starken Anteilnahme der Fußballfreunde am Länderspiel Deutschland— Holland wird die Reichsbahn zur Entlastung der planmäßigen Züge am 31. 1. 1937 zwei Sonderzüge verkehren lassen, die es vor allem auch den wirtschaftlich schwächeren Kreisen durch eine 60prozentige Fahrpreisermäßigung erleichtern werden, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die Züge verkehren in nachstehendem Plan. Den abseits von der Sonderzugstrecke wohnenden Teilnehmern wird zur Erreichung der Einsteigestationen für die Anschlußstrecke, die aber nicht länger als die Sonderzugstrecke sein darf, die gleiche Ermäßigung gewährt. Bei Anschlußfahrten mit Schnell= und Eilzügen ist der Zuschlag voll zu zahlen. Dasselbe gilt für die Anschluß=Rückfahrt. Ab 25. Januar sind Sonderzugkarten bei den Fahrkartenausgaben der Einsteigebahnhöfe erhältlich. 5V Blau-Weiß Bochum Wasserball-Bezirksmeister Blau=Weiß Bochum— Witten 09 12:6(8:3 Im gestrigen Kampf gegen Witten 09 konnten die Bochumer nicht restlos überzeugen. Witten hatte seine Chance, durch Weitwürfe zu Erfolgen zu kommen, erkannt, gegen die Ratte 2 eine Schwäche hatte. Es dauerte geraume Zeit, ehe die Bochumer zu Toren kamen. Bei 3:0 glückte den Gästen der erste Weitwurf. Bochum erhöhte auf 6:1, dann machte Witten zwei Gegentreffer. Bei der Pause stand es 8:8 für Bochum. Nach Seitenwechsel kam Witten wieder durch Weitwürfe bis auf 8:5 heran. Im Endkampf gegen die sich tapfer wehrenden Wittener siegte Bochum verdient. Mit diesem Sieg haben die Blau=Weißen die Bezirks=Meisterschaft bereits sicher, da sie nicht mehr eingeholt werden können. Die Tabelle Blau=Weiß Bochum 6 6 0 0 79:15 12:0 Poseidon Gelsenkirchen 6 4 0 2 87:28 8:4 Westfalen Dortmund 7 4 0 3 43:39 8:6 Witten 09 7 2 0 4 32:51 6:8 Aegir Gelsenkirchen 3 0 0 8 10:68 0:16 Auftakt in Bremen Favoritensiege bei den Hallenmeisterschaften Die 22. Internationalen Hallentennismeisterschaften von Deutschland wurden am Montag in Bremen eingeleitet. Die Bremer Tennishalle hatte viele Tennisfreunde aufzunehmen und bei ausgezeichneten Lichtverhältnissen stellten sich auch schon am ersten Tage etliche Favoriten vor. Ueberraschungen blieben aber in den ersten Kämpfen aus. Unser Meister Gottfried von Cramm setzte sich über den Bremer Kulenkampff leicht mit 6:2. 6:2 hinweg, und nicht viel länger hielt sich auch der Pole Tloczynski mit dem Ungarn Romhanyi auf, den er mit 6:3, 6:4 ausschaltete. Henner Henkel kam ebenfalls leicht mit 6:4, 6:2 über Grashoff=Bremen in die nächste Runde und im letzten Achtel der Aachener J. Hirtz ohne Spiel weiter, da Kalle SchröderSchweden ja im letzten Augenblick abgesagt hatte. Im Einzel der Frauen hatte die Polin Jadwiga Jedrzejowska in Frl. Bornemann=Bremen nicht viel zu schlagen und rasch hatte sie mit 6:1. 6:2 den Sieg. Die Französin Rollet schaltete die Bremerin Karstedt mit 6:1, 6:2 aus Und dann stellte sich doch schon am ersten Tage ein unerwartetes Ergebnis ein: der Pole Tarlowki verlor gegen den Ungarn Petö sozusagen sangund klanglos mit 0:6, 2:6.— Der Titelverteidiger Ellmer=Schweiz batte keine große Mühe, um über den Berliner Göttsche mit 6:8, 6:1 in die nächste Runde zu kommen. Pries und Burgath siegten Vor vollbesetztem Haus hatten am Samstagabend ie VFK Schmeling Wanne=Eickel die Borstaffel von Edelstahl Dortmund zu Gast. Die Zuschauer sahen spannende und technisch gute Kämpfe, die die Gastjeber in der Gesamtwertung mit 11:7 Punkten für ich entschieden. Im Mittelpunkt stand der Kampf zwischen Gaumeister Pries und dem schnellen Dortmunder Lohöfner. Der Gast setzte sich tapfer zur Wehr, konnte aber den klaren Punktsieg des Meisters nicht verhindern. Interessant war auch der Federgewichtskampf, in dem Burgath=Solingen den Dortmunder wrintmann nur mit Mühe nach Punkten niederhalten konnte. Pries und Burgath boxen am kommenden Sonntag bei den Kreismeisterschaftskämpfen in Bochum. Verheerende Folgen des Hechwassers in U5A. Brennende Flüsse in Cincinnati Riesenexplosion setzt ganzes Stadtviertel in Brand-Eine andere stadt von den heranrollenden Brandfluten bedrobt-„or 400 000 Menschen obdachlos- Bereits 100 Todesopfer gezählt- Merterei in einem Zuchlhaus nier handelt, die von den Bolschewisten ermordet und beraubt worden sind. Der Spanier— offenbar ein Bolschewist—. der nach Paris fahren wollte, um seinen Raub zu veräußern, wurde verhaftet. Seine Beute wurde beschlagnahmt. Ehrenvolle Berufung des Regierungsvizepräsidenten Pg. Dellenbusch Zum Bizepräsidenten des Oberpräsidiums der Rheinprovinz berufen. Die Pressestelle der Regierung in Arnsberg teilt mit: Der Reichs= und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, hat im Einvernehmen mit dem Preußischen Ministerpräsidenten, Generaloberst Göring, den bisherigen Vizepräsidenten der Regierung in Arnsberg, Parteigenossen Karl Eugen Dellenbusch, zum Vizepräsidenten des Oberpräsidiums der Rheinprovinz in Koblenz berufen. Parteigenosse Dellenbusch, ein gebürtiger Sauerländer, steht im 36. Lebensjahr. Er studierte Rechts= und Staatswissenschaft, Volkswirtschaft und Philosophie. Gleich nach der Machtergreifung im Jahre 1933 wurde er zum General=Polizeidezernenten der Regierung in Arnsberg und kurz darauf durch den Preußischen Ministerpräsidenten zum Vizepräsidenten der Arnsberger Regierung ernannt. In der Partei ist er seit 1932 Vorsitzender des Kreisparteigerichtes und Bezirksführer des NS=Rechtswahrerbundes. Die ehrenvolle Berufung des Arnsberger Vizepräsidenten zum Vizepräsidenten der größten preußischen Provinz mit über 7 Millionen Einwohnern bedeutet für den Regierungsbezirk Arnsberg und den Gau Westfalen=Süd zweifellos einen schmerzlichen Verlust. Pg. Dellenbusch war bei allen südwestfälischen Volksgenossen, geachtet und beliebt wegen seines lauteren nud kameradschaftlichen Charakters. Da gab es kein Hin= und Herreden, keine Vertröstungen und Ausflüchte. Es wurde geholfen, wenn es möglich war, ging das nicht, so fiel ein bedauerndes aber klares Nein. Jeder seiner zahlreichen Mitarbeiter hatte das Gefühl, daß er ihm unbedingt die Treue hielt. Zur Mitverantwortung des Regierungsbezirks war er besonders befähigt auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse auf juristischem und verwaltungsrechtlichem Gebiete. Hinzu kommt, daß er mit dem Bezirk, in dem er aufgewachsen, von Jugend auf verbunden war und seinen Raum und seine Seele kannte und begriffen hatte. Trotz seines verantwortungsreichen Amtes blieb er nach wie vor, was er war: Nationalsozialist uno echter Westfale, der im Volke wurzelte, für jedermann zu sprechen war und nicht am grünen Tisch regierte. Kein Wunder, daß ihm die Arbeit mit und an der nationalsozialistischen Jugend besonders am Herzen lag. Für die südwestfälische H.J. und ebenso für das Landjahr hat er sich mit ganzer Liebe eingesetzt. Auch der Sauerländische Gebirgsverein wird das Scheiden seines tatkräftigen Führers sehr bedauern. Aus Westfalen begleiten ihn die besten Wünsche in seinen großen und bedeutenden Wirkungskreis. Griechischer Dampfer aufgelaufen Sieben Mann der Besatzung ertrunken. DNB. Lissabon, 25. Jan.(Drahtb.) Auf dem Wege von Konstantinopel nach Hamburg ist, wie aus Portimao gemeldet wird, am Sonntag abend der griechische Dampfer Spyros“, der 2100 Tonnen Weizen geladen hatte, bei Van auf einen Feisen aufgelaufen. Ein Teil der Besatzung versuchte, das Festland zu erreichen, bei dem starken Sturm schlug jedoch das Boot um und 7 Mann ertranken. Es besteht wenig Hoffnung, das Schiff zu retten oder die Ladung zu löschen. Amerikanischer Ueberlandautebus in einen Kanal gestürzt 23 Tote DNB Miami(Florida), 25. Jan.(Funkspr.) Im südlichen Florida hat sich am Montag ein furchtbares Verkehrsunglück ereignet. Infolge Bruchs des rechten Vorderrades überschlug sich ein großer Ueberlandautobus, der mit 29 Fahrgästen besetzt war, und fiel von der schmalen durch die bekannten Everglades=Sümpfe führenden Straße in einen tiefen Kanal. 23 Fahrgäste ertranken.— Die Autobuslinie stellt die einzige Verkehrsverbindung zwischen den Städten an der Ost= und Westküste Floridas dar. Strenge Fröste in Schlesien DNB Breslau, 25, Januar.(Drahtb.) Bei heiterem Wetter haben sich in Schlesien wieder strenge Fröste eingestellt. In Niederschlesien sind die Temperaturen bis 15 Grad. in Oberschlesien bis 19 Grad unter Null ibgesunken. Bad Charlottenbrunn meldet 2 1 Grad Kälte. die Zobtenbaude 20 Grad. Kälte auch in Wien DNB Wien, 25. Januar(Drahtb.) Der vergangene Sonntag hat Wien strenge Kälte gebracht. Das Thermometer lank im Laufe des Tages bis auf minus 11 Grad. Ein wahrer Massenstrom von Winterlportlern— man schätzt ihre Zahl au' 40 000— ergek sich in die Berge der Umgebung Wiens. Die starke Vereilung des Schnees hatte eine Rokerdzisser von Unsällen zur Folge. heiter und kalt Bericht des Reichswetterdienstes Essen=Mülheim vom 25. Januar Vorhersage für Dienstag: Frische südöstliche Winde, stark bewölkt, aber meist trocken, kälter. Temweraturen minss 5 Grad Narherkaee für Mittwoch: Südöstliche Winde, trocken, wirig bis heiter und kalt. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Fortdauer des zeitweise heiteren Frostwetters. DNB. Cincinnati, 21. Jan.(Funkspr.) Eine durch das Hochwasser verursachte Explosion mehrerer Oeltanks der Standard Oil Co. setzte ein ganzes Häuserviertes in einer Länge von einer halben Meile in Brand. Die Stichflamme schoß über 100 Meter hoch und wurve ständig von explodierenden Oelfässern und Tanks genährt. Das brennende Oel floß auf die durch das Hochwasser überfluteten Straßen und machte aus ihnen brennende Flüsse. Mindestens 32 Hauser brannten nieder, darunter zwei Fabriken. Die Feuerwehr mußte ihre Löscharbeiten von Motorbooten aus vornehmen. Die immer noch anhaltenden Regenfälle haben den Ohio=Fluß auf den höchsten, jemals gemessenen Hochwasserstand von 22,8 Meter gebracht. Ein weiteres Steigen des Flusses ist vorausgesagt. Die Zahl der Toten beträgt bisher 26. In den überschwemmten Städten und Dörfern wütet eine Grippe=Evidemie, und zahlreiche Personen erkrankten an Lungenentzündung. Die Bundesregierung entsandte 70000 Arbeiter in die betroffenen Gebiete zur Bergung der Obdachlosen und zu Rettungsarbeiten. Das Rote Kreuz schickte in Zügen, Lastwagen und Flugzeugen Aerzte, Medizin und Lebensmittel sowie wollene Decken. Der bisher angerichtete Schaden ist noch unübersehbar; er geht wahrscheinlich in den 13 überschwemmten Staaten des Mittelwestens in Hunderte von Millionen, In Frankfort(Kentucky) versuchten 2900 Insassen des dortigen staatlichen Zuchthauses auszubrechen, nachdem das Hochwasser in dem Gefängnisblock eingedrungen war. Sie wurden jedoch durch Maschinengewehrfeuer der Turmwächter und durch die eisigen Fluten des Ohio=Flusses zurückgetrieben, wobei mehrere ums Leben kamen. Der Gouverneur ordnete schließlich die Räumung des Zuchthauses an. Windstärke 11 bis 12 DRB Hamburg, 25. Jan.(Drahtb.) Der starke Südostwind, der im nordwest-deutschen Küstengebiet in der Nacht zum Montag herrschte, hat, wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, in der Nordsee Sturmstärke angenommen. Während in der Deutschen Bucht bereits Windstärke 9 bis 10 gemessen wurde, herrscht in der mittleren und östlichen Nordsee Windstärke 11 bis 12. Durch den Südostwind sind die Wassermassen aus der Elbe herausgetrieber worden, sodaß im Hamburger Hafen ein außerordentlich niedriger Wasserstand von mindest 2,73 Metern gemessen wurde. Der Unterschied gegen den gewöhnlichen Wasserstand betrug über 2,50 Meter. Durch diesen ungewöhnlichen, seit vielen Jahren nicht mehr festgestellten Tiefstand ist die Seeschiffahrt außerordentlich gefährdet. Für die Ueberseedampfer ist das Ansteuern des ElbeFahrwassers mit großen Gefahren verbunden. Das Motorschiff„Monte Olivia“ der Hamburg=Südamerika=Dampfschiffahrtsgesellschaft ist bereits zweimal im Elbe=Fahrwasser auf Grundgeraten. Am Montag morgen geriet das 13 750 Tonnen große Motorschiff unterhalb Curhaven auf Grund. Zwei Stunden später konnte es jedoch bereits mit eigener Kraft wieder flott werden. Gegen Mittag lief die„nonre Olivia“ bei Brunsen zum zweiten Male fest. Von Brunsbüttel sind Schlepper zur Hilfeleistung ausgelaufen. Man hofft, daß das Motorschiff bei Hochwasser am Nachmittag mit eigener Kraft wieder freikommt. Der starke Südostwind, der in der Nacht zum Montag im Unterelbegebiet herrschte, hat zu einer merkwürdigen Störung des Elektrizitätswerkes Neuhof der Hamburger Elektrizitätswerke geführt. Durch den Südostwind hat der Wasserstand in der Elbe einen ungewöhnlichen Tiefstand erreicht. Dadurch ist auch das Wasser aus dem Neuhofer Kanal abgeflossen, so daß die Elektrizitätsmaschinen kein Wasser zum Kühlen mehr haben. Hamburg ist daher mit Wandsbek und Billstedt seit Sonntagnacht, 0 Uhr, ohne Licht. Bisher vermochte das Werk noch einen Dieselmotor in Tätigkeit zu halten, der den Strom zu den Verkehrsmitteln lieferte; wie lange die Verkehrsmittel noch mit Strom versorgt werden können, läßt sich nicht übersehen. Eine völlige Stillegung des Betriebes in Neuhof würde zu unabsehbaren Betriebsstörungen führen. In den letzten Stunden mußte der Verkehr bereits ganz erheblich eingeschränkt werden. * Mit dem zur Flutzeit wieder steigenden Wasser der Elbe konnte am Montagnachmittag das Elektrizitätswerk in Neuhof wieder in Betrieb genommen werden, so daß gegen 15 Uhr die meisten Stadtteile Hamburgs wieder mit Strom versorgt waren. Die zahlreichen Industriewerke, die besonders schwer Das durch die Explosion mehrerer Oeltanks der Standard Oil=Co. verursachte riesige Feuer in Cineinnati konnte von der Feuerwehr infolge des ständig steigenden Hochwassers bis Sonntag Mitternacht noch nicht eingedämmt werden. Riesige Rauchwolken lagern über der Stadt. in der unbeschreibliche Verwirrung. Elend und Banik herrschen. Der Gouverneur des Staates Ohio hat 1000 Mann Nationalgarde nach Cincinnati abkommandiert, um Unruben zu verhüten. Außerdem wurde über die Stadt der Belagerungszustand verhängt. Die Verluste der Standard Oil=Co. werden bereits auf drei Millionen Dollar geschätzt Ihre sämtlichen Gebäude, das Arbeiter=Erholungsheim, die Warenhäuser und Garagen sowie 5000 Kraftwagen. ferner eine Million Gallonen Benzin und 10 große Oeltanks sind dem Brande zum Opfer gefallen. Die Feuersbrunst wütete in den späten Abendstunden des Sonntags in einer Länge von 5½ Kilometern und einer Breite von einem Kilometer. Die vom Oel genährten Flammen schlugen bis zu 150 Meter hoch, Auch die Ueberschwemmungskatastrophe nimmt noch zu. Der Bürgermeister von Louisvilla(Kentucky) befahl den 300000 Einwohnern dieser Stadt sofortige Räumung. Besonders ernst ist auch die Lage im Staate Tennessee. In der Nähe von Memphis bewachen Farmer, mit Schrotflinten bewaffnet, den dort neu errichteten Damm, da die Heeresverwaltung den Befehl gegeben hatte, den Damm zu durchstechen, um die weiter am Oberlauf des Mississippi liegende Stadt Cairo(Illinois) vor den Fluten zu retten. Die über diesen Befehl empörten Farmer droben, auf die dorthin entsandte Nationalgarde zu schießen. Der Eisenbahnverkehr im Ohiotal ist stillgelegt, unter dem Sinken des Stromes litten, konnten wieder die Arbeit aufnehmen. Wie lange jedoch dieser Zustand anhält, erscheint höchst ungewiß, da bei dem weiter vorherrschenden Südostwind die Anlagen in Neuhof wiederum außer Kraft gesetzt zu werden drohen, wenn der Ebbestrom in den Abendstunden einsetzt. Infolge des Strommangels waren die Hamburger Zeitungen nicht in der Lage, ihre Ausgaben zur gewohnten Stunde herauszubringen. Soweit die Zeitungen nicht über eigenen Strom verfügten, erschienen sie mit mehrstündiger Verspätung und zum Teil als Rotausgaben, wobei großere Teile statt des Maschinensatzes Handsatz aufwiesen. Die Straßenbahnen haben in den Nachmittagsstunden den Verkehr wieder in vollem Umfange aufgenommen, während die Hochbahn nur mit einigen wenigen Wagen den Verkehr aufrechterhält. Im übrigen ist der Verkehr der Autobusse und der Stadtbahn erheblich verstärkt worden. nachdem mehrere Züge infolge Unterwaschung des Eisenbahnkörpers entaleist waren. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Katastronbengebiet ist auf 48 gestienen. Bei der Revolte im staatlichen Zuchthaus von Frankfort(Kentuckn) kam es in der Nacht zum Montag zu schweren Unruhen. Trotz aller Bemühungen des Gouverneurs, der die Räumung des Zuchthauses wegen des eindringenden Hochwassers angcordnet hatte, versuchten die Gefangenen, diese Gelegenheit zur Flucht auszunutzen Den Beamten des Zuchthauses und den Männern der Nationalgarde gelang es nur, mit der Waffe in der Hand, die Gefangenen in Schach zu balten Die Zuchthäusler waren so aufsässig, daß sie zu regelrechten Anariffen gegen die Bramten vorgingen. Mit Maschinengewehren mußte schließlich gegen Neger. die hauptsächlich wegen Gewalttätigkeiten und Morden im Frankforter Zuchthaus untergebracht waren, vorgegangen werden. Zwölf Gefangene wurden erschossen. Die Stimmung unter den Zuchthäuslern, die alle glaubten, eine Möglichkeit zum Ausbruch zu haben, war derart, daß der Befehlshaber der Nationalgarde seinen Eindruck dahin zusammenfaßte, daß er sagte,„die Zuchthäusler sind wahnsinnig geworden!“ In Louisville haben die Verheerungen durch das Hochwasser solches Ausmaß angenommen, daß das städtische Elektrizitätswerk stilllgelegt wurde. 40 Quadratmeilen sind dadurch in völlige Dunkelheit gehüllt. In der Stadt macht sich bereits Trinkwassermangel stark bemerkbar. Alle Verkehrseinrichtungen sind lahmgelegt. Die Küstenwache hat 100 Rettungsboote eingesetzt und versucht, mit Unterstützung von Marinereserven, in dem 1000 Meilen großen Ueberschwemmungsgebiet die bedrängte Einwohnerschaft zu retten.— Die Rettungsarbeiten werden von Heeres= u. Marinefliegern aus der Luft geleitet. Da Seuchengefahr besteht, werden dringend Hilferufe nach Impfstoffen hinausgesandt. In einem Bericht äußert sich das Rote Kreuz, daß die Gefährdung durch verseuchtes Trinkwasser bei dieser Katastrophe die größte ist, die jemals festgestellt wurde. — Präsident Roosevelt steht in ständiger telephonischer Verbindung mit dem heimgesuchten Gebiet.— Die Zahl der durch die Ueberschwemmung obdachlos Gewordenen beläuft sich schon jetzt auf über 400 000. Mehr als 100 Todesopfer sind schon gezählt. Wie immer bei so tragischen Ereignissen versuchen lichtscheue Elemente, die Lage für sich auszunutzen. In Portsmouth(Ohio) besonders begannen organisierte Banden mit der Plünderung der von den Einwohnern verlassenen Wohnungen. Die Einwohnerwehr erhielt Befehl, auf alle Plünderer und Verdächtigen sofort zu schießen. Bei der Explosion der riesigen Benzintanks wurden etwa 250 000 Gallonen Benzin vernichtet, die in den Ohio=Fluß trieben. Das Flußbett ist ein einziges Flammenmeer. Die Flammen schlagen acht Stockwerke hoch. Da befürchtet wird, daß die sechs Meilen entfernt liegende Stadt Lawrenceburg ebenfalls von den Flammen verheert wird, hat die Polizei die Näumung der Stadt angeordnet. Eine halbe Millian Obdachlose in Ohio Riesenbrand von Cineinnati. DNB. Cincinnati(Ohio), 25. Jan.(Funkspr.) Die Zahl der durch die Ueberschwemmung des Ohio=Flusses obdachlos gewordenen Personen wird nunmehr nach einer vorsichtigen Schätzung mit einer halben Million angegeben. Die obdad Familien lagern, oft nur mit dem Nötigsten bekleidet, auf den Höhen zu beiden Seiten des OhioTales. Viele sind in Schulen und Kirchen untergebracht. Das Rote Kreuz errichtete überall fliegende Lazarette, wo Tausende gegen drohende Seuchen geimpft werden. Inzwischen ist es den Bemühungen der Feuerwehr auch gelungen, des Riesenfeuers, dem über 35 Häuser zum Opfer fielen, Herr zu werden. Ebrennen nur noch einige Oeltanks. Unter dem Schutze von Eisbrechern über das Stektiner Haff Durch die starke Vereisung der Oder wurde die Schiffahrt teilweise lahmgelegt. Auf der Strecke Stettin-Swinemünde(Mole) sind ständig 5 Eisbrecher unterwegs, um die Fahrrinne offen zu ha ten. Dies vom Eisbrecher„Stettin“ aufgenommene Bild zeigt die Begegnung mit einem anderen Dampferzug, der ebenfalls von einem Eisbrecher geführt wird (Scherl=Bilderdienst=M.) Schwerer Südoststurm über der Nordsee Der niedrigste Wasserstand seit Jahren- Hamburg ohne Licht DEUTSCHE JUNGEN ALS PIONIERE UNO KUNDER DES NEUEN DEUTSCHLANO IREN (26. Fortsetzung.) Walter wollte etwas sagen, da machte der Schwarze eine erschreckte Bewegung. Sgadi, der Vorarbeiter, war lautlos zwischen den Stauden aufgetaucht. Sein schwarzes Gesicht sah mit dem voshaften Grinsen wie die widerliche Maske eines bösen Dämonen aus. „Kwomba, du alte Aasfliege,“ sagte er zu dem Alten und gab ihm einen Stoß in die Schulter, „was hast du hier zu suchen. Marsch hinüber zu deinem Beet.“ „Was sagen Sie zu unserem Chef, Brinkmännchen,“ fragte Schubert, der Prokurist Herbert Fröhlichs“, er ist in der letzten Zeit so anders, so— hm — na, ich weiß nicht." Die bleichsüchtige Stenotypistin sah aus ihren blaßblauen Augen hinaus auf die heiße Straße. „Ich finde ihn genau so laut und selbstbewußt wie immer, das heißt— manchmal, gestern zum Beispiel, war er entschieden merkwürdig sanft, und heute hat er auch noch nicht ein einziges Mal geschimpft. Ja, wenn Sie mich so darauf stoßen, ein bißchen anders ist er wohl. Vielleicht trinkt er jetzt weniger,“ setzte sie leise hinzu, aber das„leise“ war gar nicht nötig, denn die beiden waren allein in ihrem Büroraum. Schubert rückte an seiner Brille: „Möglich, daß er jetzt weniger trinkt, ich glaube, Doktor de Jong hat's ihm auch schon mal dringend gemacht, aber der allein hätte es nicht geschafft. Wissen Sie, was ich denke? Er ist so anders, seitdem die Deutschen hier waren. Der große Blonde, der hat's ihm gegeben. Der ist einer von denen, die die Leute aufrütteln. Und ich muß ja auch sagen, wenn ich an den denke— Hergott, nun fängt sie schon wieder an. Brinkmännchen, Sie wissen doch, ich kann nu mal keine Tränen——“ „Ich heule ja gar nicht, es ist doch nur, weil er meinem— Bruder ähnlich sieht, weiß schon. Aber der sitzt doch gesund und puppenlustig in Braunschweig, also ist kein Grund—“ „Ach, Herr Schubert,“ die hellblauen Augen starrten in die weiße Sonnenglaut draußen,„einmal wieder— einen einzigen Tag— zu Hause— über den Wall gehen— wenn der Rotdorn blüht. — Ach. Herr Schubert, wenn der Rotdorn———! Es war ja ein Unfug, eine Sünde, daß ich davoning nur wegen der guten Stellung. Ach, das ißchen Geld, das dumme bißchen gemeine Geld—“ Der Prokurist kniff die Augen ein. Das Mädel war ja total hysterisch, sollte doch lieber still sein, nicht diese dummen Reden führen. Rotdorn— Rotdorn—“ er rückte an seiner Brille, zupfte an seiner Jacke, schluckte, hüstelte, dann pflanzte er sich vor seiner Stenotypistin auf. „Sie sollten Eisen nehmen, Fräulein Brinkmann, jawohl, Eisen." „Warum nicht gleich Gift," schrie die kleine Brinkmann und ließ jetzt endlich ungehindert den Tränenstrom fließen Schubert sandte einen verzweifelten Blick zur Decke. Wie er es auch machte, er machte es falsch mit dem Mädel. In der letzten Zeit hatte er sie schon immer mit Samthandschuhen angefaßt, aber schließlich war man doch in einem Betrieb und obendrein Vorgesetzter. Das kleine, zarte Ding tat ihm leid, ehrlich leid. Der Bruder studierte in Braunschweig. na, und wer das Studium bezahlte, das war die Schwester hier. Dafür arbeitete das kleine, dumme, gute Ding. „Sie sind ein kleines Schaf, Brinkmännchen.“ sagte er mit einem gewissen Zorn auf den unbekannten Bruder in Deutschland. Es sollte ein kleines Einlenken sein, aber die Brinkmann fuhr leidenschaftlich auf. „Besser ein Schaf als ein Stein.“ Ach. ein Stein war der gute Schubert nun wirklich nicht Er hätte jetzt am liebsten den zerwühlten, blonden Schopf der kleinen Stenotypistin an seine Brust gedrückt und zurechtgestreichelt, bis er wieder glatt und sauber gescheitelt über dem blassen Gesicht lag, aber— draußen im Hausflur erklangen Schritte.„Der Chef“, sagte er halblaut und trat an das Regal mit den Briefordnern. Aber es war gar nicht Herbert Fröhlich, es war Gerbard. Er trat ohne Anklopfen herein.„Ist Vater hier?“ „Nein.“ Schubert dachte: Nun wird der Junge gehen— aber er blieb. Seine Augen suchten irrend umher und blieben schließlich auf Fräulein Brinkmann haften, die sich verlegen die rote Nase putzte. Dann wanderten sie weiter zu den Briefordnern: „Wie lange geht eigentlich ein Brief nach Mekando?" „Mit der regulären Post jeden dritten Tag.“ „Aber der Brief des Herrn Hagenring, den Sie mir vorhin herüberschickten, ist eine Woche alt.“ „Dann hat ihn Herr Hagenring eben eine Weile in der Tasche mit herumgetragen.“ „Wo er wußte, wie ich darauf warte? Ausgeschlossen!“ Schubert zuckte die Achseln. „Wenn du es besser weißt als ich, mein Junge—" „Entschuldigen Sie, Herr Schubert, ich weiß es wirklich besser. Der Brief ist aus irgendeinem Grunde drüben zurückgehalten worden, die haben drüben mit dem Brief was vorgehabt.“ Schubert lächelte gutmütig spöttisch. „Zuviel Wallace= und Indianergeschichten geschmökert, Gerhard?“ Gerhard wurde flammendrot: „Herr Schubert, das ist gar nicht zum Ulken, das ist eine todernste Sache. Die betrügen die Deutschen, um ihnen dann irgend etwas anzudrehen. Denken Sie, ich kenne den Duvois nicht? Der Bruder von unserer Köchin ist doch bei ihm im Hause— und was sie da bei uns in der Küche erzählen— Vater dürfte das nie wissen.“ Erschreckt sah sich Gerhard um, als hätte er schon zuviel gesagt. Aber die kleine Brinkmann tippte eifrig, schien nichts gehört zu haben. Schubert lächelte noch nachsichtiger, klopfte Gerbard auf die Schulter. Verdammt mager geworden, dachte er dabei, er fühlte die harten Knabenknochen durch das weiße Leinenhemd. „Mein lieber Junge, nicht übertreiben. Könnte ja sein, daß die Briefe der jungen Leute drüben auf der Farm Merrediers durch eine Kontrolle gehen. Könnte sein. Aber Gewisses weiß man nicht. Und was man nicht nachweisen kann, soll man nicht behaupten.“ Er sprach mit einem Blick zum Nebenzimmer halblaut weiter: „Vorsichtig sein, mein lieber Junge. Besonders wenn man der Sohn eines deutschen Kaufmanns ist, der gute Geschäfte hier macht. Kapiert?“ Er sah Gerhard eindringlich in das trotzige Jungengesicht, legte die Hände auf seine Schultern und sagte jetzt sehr ernst: „Du mußt mich verstehen, Jung!“ Gerhard antwortete nicht, sein Mund behielt das Eigensinnig=Verschlossene. Schubert seufzte betont auf und wandte sich wieder seinen Akten zu Gerhard ging stumm zur Tür. Er fühlte eine verbissene Wut gegen Schubert, an dem er sonst von Kindheit her hing. Aber jetzt war er ihm meilenfern. Natürlich, wer das ganze Loben über nur Abschlüsse und Zahlen des Hauptbuches sah, der konnte nicht anders— der mußte alle Dinge berechnen, ob sie Schaden brachten oder Nutzen! Genau wie der Vater.— Dann stürmte er, immer ein paar Stufen auf einmal nehmend, hinauf in sein Zimmer, um Hagenrings Brief zum zehntenmal zu lesen. Manche Stellen sagte er halblaut vor sich hin. Seine Augen gluhten. Er atmete heißer. Jedes Wort, das da stand, war ihm wie aus der Seele gesprochen. Tausendmal recht hatte er, dieser Hagenring:„Es genügt nicht, als Sohn eines Deutschen geboren zu sein, mein Junge. Man muß sein Deutschtum auch selbst beweisen. Ueberall und bei jeder Gelegenheit. Und sei die Gelegenheit auch noch so geringfügig. In menschlichen Angelegenheiten gibt es keine Kleinigkeiten. Gerade in den kleinen Dingen muß man sich immer wieder prufen, muß wachsam sein. Glaub' mir, man möchte manchmal gerne bequem sein, aber man darf es nicht. Die innere Richtung behalten, in jedem Augenblick. Streng gegen sich selbst sein, ehe man streng ist gegen andere. Darauf kommt es an. Mit Fahnenschwenken und Marschieren allein ist es nicht getan. Aeußere Bewegung ist nichts, wenn die innere Bewegung fehlt. Auch Träume helfen uns nicht weiter. Man muß das Wesentliche sehen in jedem Augenblick. Das Wesentliche ist: Deutschland. Nie ist mir das klarer geworden als jetzt hier, wo wir uns behaupten müssen, gegen Schwierigkeiten aller Art. Aber wir werden denen hier zeigen, was deutsche Jungens sind und was ein Wille vermag. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Und Dir wünsche ich, daß Du es einmal siehst und lernst, drüben in Deutschland, was Deutschland wirklich ist. Gruß! Dein Hagenring.“ Gerhard las und las, und plötzlich strich er ganz schnell mit scheuer Hand wie liebkosend über diese Zeilen. Hagenring! Er war plötzlich wie ein Wahrheit gewordener Held seiner Knabenträume. Bisher war de Jong der einzige Mensch aus dessen Erzählungen sich ihm das Deutschland aufbaute, wie er es sich geträumt. Was war de Jong mit seinen fast 60 Jahren gegen Hagenring? Hagenring war das neue Deutschland. In Schritt und Blick, in Wort und Gefühl, sprach es zu Gerhard. So wie Walter Hagenring zu sein, war einzig Ziel und Sinn des Lebens eines deutschen Jungen hier drüben. Er fühlte die Liebe zu Hagenring wie ein fieberndes Glüben in seinem Herzen. Hagenring durfte nichts passieren. Hagenring nicht und den Kameraden nicht. Sein Leben würde er einsetzen, damit den deutschen Kameraden nichts geschah. Was aber tun? Wie sich Gewißheit verschaffen über den Verdacht, der in ihm war? War es vielleicht ein Wink des Schicksals, daß dieser widerliche Duvois heute abend wieder bei ihnen im Hause zu Gast war? Gerhard Fröhlichs Augen wurden schmal. Sein Mund schloß sich zusammen. Vielleicht konnte man aus diesem Duvois irgend etwas heraushören, was für die Freunde nützlich sein konnte, Gerbard hätte sich sonst bestimmt mit irgend einem chwindel vom Abendbrot gedrückt. Heute aber wutde er dabei sein. Er kam sich plötzlich vor wie ein Kundschafter auf dem Kriegspfade. (Fortsetzung folgt.) Heute, Dlenstag, den 26. Januar 1937, morgens 7.45 Uhr, findet in der PropstelKirche zu Bochum das 30täglge Seelenamt für die verstorbene Frau Wwe. Wilh. Cornelius Ellsabeth geb. Schoppmeler statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Jung. Mädchen für Büroarbeiten gesucht. Kenntnisse in Stenographie u. Schreibmaschine erwünscht. gute Handschrift Bedingung. Handgeschriebene Angebote mit Zeuanisabschriften unter B. G. 536 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung erbeten ror.9. Es geht um Ihr Geld! Silbermünzen verfallen! Am 1. 4. 1937 verlieren verschiedene deutsche Münzen ihre Gültigkeit. Es handelt sich um ältere 1,— RM.- und 5,— RM.-Stücke, sowie alle Sonderausgaben von 5,— RM.Stücken großen Formats Lassen Sie Ihre Heimsparbüchse leeren, damit Sie keinen Verlust erleiden! Städtische Sparkasse Bochum Zwangsversteigerung. 14 K 96—36. Gemarkung Alten bochum, Grundbuch von Altenbochum, Pand 6. Blatt 293, Flur 3, Nr. 1971/4, Wohnhaus mit Hofraum, groß 3,17 Ar, und Flur 8, Nr. 1972/4, Hausgarten, groß 4,36 Ar, Velsstr. 16. Einheitswert nach dem Stande vom 1. 1. 1935: 42 800,— RMM. Eigentumer: Bankvertreter Friedrich Brümmer in Bochum, Cttostr. 177. Versteigerungstermin am 7. April 1937, vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastr. 14, mer 52. Amtsgericht in Bochum. 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