helbronn. dmiral Dominik. rte in Hamburg. ist plonlich an erzschlag gestorben. ein Mann herunter. Lothat flüchten, da rief er ihn an, mal mit!“ Er fuhr im Fahrde in ein Büro geführt. in len Herren. Einer erhob sich weispapiere bei sich?" wohlweislich im Hause geches Mal konnte er sich Polizisten mit Angabe eines tischwindeln. In der Taiche sungsschein des Krankenhauauf das Pult. te ihn.„Was haben Sie da gespielt? Kennen Sie den Wer hat ihn geschrieben? Ich habe ihn geschrieben. sikant" zog durch das Land Herr in den Raum, und da a nun auf und kamen heran. on! Er war krank und weis bt eine Artikelserie, das gibl digen Sie Sie ich ver= hielt ihm eine Zeitsche“t da stand groß und breit, et. en ersten Preis im SchlagerEr mußte sich setzen und heulen auf: hier ist der Scheck, daank. Das ist der erste Preis. ochmals tausend Mark, wenn reihe machen: vom Straßen nerkomponisten. Uebrigens schon wochenlang auf Sie— doch nicht drucken und auf nen lassen, ohne einen Veriben nen Studenten Lothar Gebetteln verstand und darum te. Man kennt ihn heute in ur Frau Schlüter, seine alte die Geschichte nicht. Als er a einen richtigen Hunderter war sie überzengt daß er rden sei und zweitens einen babe. Aber langsam, lang“ sie daran zu glauben, das rchen gibt.. richemt werktagstruh.— Bezugspreis halbmonatlich 98 Oig. Behellgeld; monatlich 1.6 Mk., zuzugl. 30 Pfg. Bestellgeld. Hostbezug Ml. 2.15 zuzugl. Bestellgeld. Bilderbeilage„Der Ffeuermner 10 bezw M pig. Kostenl. Unsallunterstunung lauf Bedingungen nerlag u Schriftleitung Bochum, Muhlenstraße 14—14. Chefredakteur Ageph M. Hasler.— Verantwortlich für Politik und Feuilleton: g M. Hasler. Für Kommunalpolitik und den lokalen Teil: P. Shillers Theater und Musik: Dr. E. Brinkschulte: Handel und Sport: J. B.: K. Dörnemann: für Provinz und Allgemeines g B.; Hasler; Anzeigenteil: Joseph Blum, samtlich in Bochum. Sprechstunden der Schriftleitung von 11—12 Uhr. Telefon SN 647 46 Berliner Vertretung Chefredakteure J. B. Krauß und Dr. Fortmann. Westfälische Anzeigenpr 10 Pfa., Gesamtan u. Steele 15 Bfa.— 50 Pig. und 75 Wia.— Familien=, Kleinanzeigen Gesamtauflage. Bochum und Wattenscheid— oder Hattingen— oder Steele. Jede Nachlaßbewilligung wird hinfällig bei Zielüberschreitung, zwangsweiser Beitreibung durch Klage oder in Konkursfällen. Fur Aufnahme der Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewahr gegeben. Schluß der Anzeigen=Annahme nachm. 4 Uhr. Bei Streiks, hoherer Gewalt usw. hat der Leser keinen Anspruch auf Lieferung oder Rückvergütung. Druck und Verlag: Schürmann 4 Klagges, hlenstr. 12. Postscheckk.: Dortmund 6146. Ruf SN 64746 preise; Für 1 mm Hohe u. Nmm Breite im Anzeigentet mit Nebenausgaben Hattingen, Wattenscheid 1 mm Hohe u. 75 mm Brette im Reklameteil Berliner Vertrerung 6hefrebatteure J. B. Krauß und Ur. ortmann. Bochum, Mühlenstr. 12. Postscheckk.: Dortmund 6146. Volks=Zeitung Bochumer Volkszeitung Farteeinnde! Bachumer Stadtanzeiger Fortes in fide! Bochumer Stadtanzeiger 62. Jahrgang Sentralorgan für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk Begründet 1872 Nr. 219 Mittwoch, den 20. September(Eustachius) 1933 der grausigen Trüm= sonlich von dem Fortschreuer hner eingeleitet wurde. ts Waffenlager ausgehoven. üdliche Beobachtungen der Zolizei in Verbindung mit in Dortmund führten hevung eines größeren Waist m hiesigen Kratzkopf. Seit la te Spuren deuteten darauf er KPD., vermutlich des el impferbundes, Waffen ve hließlich verdichteten sich die8 heblich, daß am Sonnabend) onnte. Auf einem Grundin raben fand man einen grot in dem eine größere Anza e erhebliche Menge Munin Sieben Personen, die mitd Verbindung stehen wurden en. Weitere Ermittlungen sind noch im Gange. ent der Hamburger irte gestorben. Erschlietzung neuer Arbeitsmöͤglichkeiten. Gesundung des Kapitalmarktes./ Organische Sinssenkung./ Sanierung der Gemeindefinanzen. keine Fortschritte in Paris. „Noch große Meinungsverschiedenheiten in der Kontrollfrage." Frankreich will auch wieder zu Sanktionen zurück!- Norman Davis überreicht Daladier eine Botschaft Kocsevelts. . internationalen Verhandlungen werden ihren hohepunkt erst Mittwoch oder Donnerstag erreichen. wenn Unterstaatssekretär Eden aus London zurückgekehrt ist und den endgültigen Standpunkt seiner Regierung mitteilt, so wie er sich nach dem Meinungsaustausch vom Montag herausschalen wird. Solange die englische Antwort nicht vorliegt, kann man auch den Besprechungen zwiNorman Davis und dem französischen Außenminister und anschließend mit dem Minisierpräsidenten Daladier nur die Bedeutung eines gegenseitigen Meinungsaustausches beimessen, der die augenblickliche Lage aum ändern dürfte. Man meint außerdem in hiesigen politischen Kreisen, daß der amerikanische Vertreter eher die Rolle eines Vermittlers zwischen Frankreich und England spielen wird und nur dann aktiv in die Verhandlungen eingreift, wenn sich zwischen den beiden Regierungen unüberbrückbare Gegensätze ergeben sollten. Die Unterredung zwischen Norman Davis und Daladier währte über eine Stunde. Norman Davis überreichte dem Ministerprasi denten eine Botschaft, in der, wie Havas er fährt, der Prasident Roosevelt zum Ausdruck bringt, daß er der Abrüstungsfrage größteInteresse entgegenbringe und gewillt sei, an der Erhaltung des Friedens mitzuarbeiten. Im Anschluß an seine Besprechung mit Daladier hatte Norman Davis eine erneute Unterredung mit Paul=Bonrour. Havas behauptet, daß die erste Unterredung Davis=Paul Boncour zu einem gewissen Optimismus berechtige. Die Agentur Havas gibt einen Kommentar zu den Ffranzösisch-englischen Besprechungen, der im wesentlichen den bereits wiedergegebenen Eindruck bestätigt, daß noch große Meinungsverschiedenheiten in der Kontrollfrage bestehen. Die französische These habe, so wird erklärt. keine wesentliche Aenderung erfahren. Ministerpräsident Daladier werde wahrscheinlich am 25. September der Völkerbundstagung beiwohnen und bei dieser Gelegenheit die französische These darlegen. Frankreich lege Wert darauf. daß die Abrüstung von der Schaffung einer internationalen ständigen, automatischen und veriodisch vorzunehmenden Kontrolle abhanaia sei Diese Kontrolle werde während vier oder fünf Jahre erprobt werden müssen, bevor eine effektive Rüstungsberabletzung in Frage komme. Auch sei mit Sanktionen gegen diejenigen Länder vorzugehen, in denen Verstöße gegen das Abrüstungsabkommen festgestellt werden würden. Bisher habe England sich gegen das automatische und verindische Funktionieren der Kontrolle ausgesprochen und vor allem auch gegen die Sanktionen. m übrigen seien alle Abrüstungsprobleme zur Sprache gekommen. Im Mittelpunkt der Besprechungen habe natürlich die Kontrollund Sanktionsfrage gestanden. Die englischen Delegierten hätten ein größeres Verständnis für die allgemeine Lage und für die französischen Besorgnisse gezeigt. Bei den Besprechungen mit Norman Davis hätte man ein gewisses Zögern der Amerikaner zu überwinden gehabt, obwohl die Auffassung oblenelts in der Abrüstungsfrage der fransouschen These näher zu steyen scheine als die englische Einstellung. In der Havas=Auslassung wird auch darauf hingewiesen, daß gleichzeitig auf diplomatischem Wege mit der italienischen Regierung verhandelt werde, daß diese Verhandlungen zu einem gewissen Shtimismus berechtigten. Ob eine Aussprache dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson, der mit Norman Davis aus London eingetroffen ist, stattfinden wird, läßt auch Havas dahingestellt. Nur wenn er selbst den Wunsch äußern sollte, würde man ihm Rechnung tragen. Neuer Plan der Reichsregierung. TU. Berlin. 19. Sept.(Drahtb.) Das Reichskabinett beschäftigte sich am Dienstag mit den Vorlagen, die bei der am Mittwoch stattfindenden Tagung des Generalrats der deutschen Wirtschaft im einzelnen bekanntgegeben werden sollen. Es handelt sich dabei um einen aus verschiedenen finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen zusammengesetzten Plan, der in seiner Einheit neue Arbeitsmöglichkeiten erschließt und eine Gesundung des Kapitalmarktes, eine organische Zinssenkung und eine Sanierung der Gemeindefinanzen zum Ziele hat. Aufregung in London. Außerordentliche Kabinettssitzung einberufen. Der Außenminister telegraphisch nach London zurückgerufen. TUI. London, 20. September.(Drahtb.) Macdonald hat für Mittwoch eine anherordentliche Sitzung des Kabinette einberusen. auf der die Forderungen Frankreicho nach einer dauernden Ueberwachung und nach einer Probezeit im Sinne der Besprechungen, die der Unterstaatssekretär Eden in Paris hatte, erörtert werden sollen. Außenminister Simon. der zur Zeit beim König in dem schottischen Schlosse Balmoral die Tätigkeit als Minister vom Dienst versieht und dort eigentlich bis zum Donnerstag verbleiben sollte, hat nach London zurückzukebren. Er hat sich sofort auf die Reise begeben, sodaß er an der Kabinettssinung am Mittwoch teilnehmen kann. Der Unterstaatssekretär Eden ist am Dienstag in London, von Paris kommend, eingetroffen und hat sich ins Außenministerium und daran anschliehend zur Berichterstattung zu Macdonald begeben. Die erhebliche Aufregung in den enalischen Regierungskreisen laht sich daraus erklären, daß nunmehr die Unterzeichnung des enalischen Abrüstungsvorschlages infolge der zusätzlichen Forderunsen der Franzosen sehr fraglich, wenn nicht unmöglich geworden ist. Es ist die englische Politik damit vor die grundsätzliche Frage gestellt, ob sie an ihrem bisherigen Vorhaben, nämlich unter allen Umständen eine Unterzeichnung des englischen Vorschlages zu bringen. festhalten soll oder nicht. Henderson über die Abrüstung. Paris, 20. Sept.(Drahtb.) In einer Unterredung mit dem Pariser Vertreter Reuters betonte Henderson nach einem Besuch im Quai d'Orsay, daß die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten Anfang Oktober unter äußerst schwierigen Bedinaungen wieder aufnehmen werde. Die gegenwärtige Lage Europas habe zweifellos bei vielen, die bisher die Abrüstung unterstützt hatten, gewisse Befürchtungen für die Zukunft hervorgerufen. Eine internationale Vereinbarung nicht nur zur Beschränkung, sondern zur Herabsetzung der Rüstungen sei jedoch notwendiger denn je. Angesichts der Beunruhigung der öffentlichen Meinung in vielen Ländern könnte es allerdings nötig werden, eine Uebergangsperiode nach Einsetzung der Ständigen Abrüstungskommission zu vereinbaren. Eine der artige Uebergangsperiode würde eine Forderung nach einer kurzfristigen Rüstungsstabilisierung gestatten und die Umbildung der Waffen zu ausschließlich defensiven Kampfmitteln ermöglichen. Eine derartige Konvention müßte für das erste Stadium genügen, um die Nationen zu einem internationalen Zusammenwirken in der Abrstungsfrage zu veranlassen. Deukschland und die Kontrollfrage. Berlin, 20. Sept.(Eig. Meldung.) In Berliner politischen Kreisen beurteilt man die Gerüchte über die englisch-französischen Besprechungen in Paris und die Kommentare der Presse dazu dahin, daß offenbar die Tatbestände noch nicht restlos geklärt sind. Wenn insbesondere in der englischen Oeffentlichkeit jetzt der Gedanke auftaucht, man könnte der Kontrolle zustimmen, wenn sie etwa auf das europäische Festland allein beschränkt bliebe, so kann dieser Gedanke nur als ganz absurd und vollia unmöglich bezeichnet werden. Es ist einsach unannehmbar, daß England, die Kontrolle für sich selbst nicht anerkennen, aber sie auf dem Festland durchgeführt wissen will. Entweder wird die Kontrolle allgemein auf alle Staaten angewandt oder überhaupt nicht. Es ist kein Maßstab für die Sicherheit, daß die hochgerüsteten Staaten sich über die Erfordernisse der Sicherheit einigen wollen; die Entscheidung über das Ausmaß der Sicherheit kann niemals bei denen liegen, die ausreichend bewaffnet sind. Nicht der Starke, der Schwache muß die Sicherheit bestimmen. Wenn weiter in den Erörterungen über die Kontrolle ganz offen davon gesprochen wird, daß sie auch über die im Versailler Diktat vorgesehenen Abrüstungsbestimmungen gelten solle, so muß dies ebenfalls als völlig unmoglich bezeichnet werden. Eine Kontrolle über die Abrüstungsdurchführungsbestimmungen des Versailler Vertrages kommt nicht in Frage. Kontrolliert kann und darf nur der neue Rüstungsstand werden, der jetzt begonnen werden soll. Der Haß siegl. Die Schandinschrift in Dinant. Brüssel, 20. Sept.(Eig. Meldg.) Trotz der Intervention des Ministerpräsidenten de Brocaueville hat der Stadtrat von Dinant in seiner gestrigen Sitzung mit neun gegen zwei Stimmen beschlossen, die Inschrift„Furore feutonico“ auf dem in Dinant zu errichtenden Denkmal für die Zivilopfer des Jahres 1914 anbringen lassen. Der Verzicht auf die Inschrift, so versuchte der Stadtrat seinen Beschluß zu begründen, würde von Deutschland als Rechtfertigung der Auffassung angesehen werden, daß es in Dinant Franktireurs gegeben habe Keine luxemburgische Polizeibeamte für das Saargebiet. Saarbrücken. 20. Sept.(Eig. Meldg.) Wie die hiesige Presse erfahrt hat die luremburaische Regierung es abgelebnt. luremburgische Beamte zur Dienstleistung im Saargebiet zu heurlauben. Der Regierungskommission stehen also zur Einstellung in di. saarländische Kriminalpolizei lediglich Privatversonen zur Verfugung Merkwort zum Tage. „Der Nationalismus ist eine goftgegebene und gottgewollte natiirliche Verbindung und Bildung. Vom rein Religiösen abgesehen, wäre internationale Farblosigkeit so viel wie formalistische Wertlosigkeit. Die rechte Vaterlandsliebe ruht auf Heimatgefühl und ist Synthese von Nationalgefiihl und Volksbewußtsein. Patriotismus kann nur da sein, wo der Staat auf nationaler Grundlage ruht. Vaterland darf nicht nur Geburtsland sein oder Aufenthaltsort oder Wohlfahrtsorganisation oder Rechtsinstitut, sondern muß Volksgemeinschaft und absolule Volksverbundenheit sein, die eine eigene Kultur ausgebildet und eine eigene Geschichte erlebt hat. Nur sie vermag das Heimatgefühl des Vaterlandes zu entwickeln. Staat und Volk sind das Objektive, Heimat und Vaterland das Subjektive.“ Dompropst Dr. F. Eberle-Augsburg. Im Querschnitt des Tages. Kontrolle und Die Meldungen über die englisch=französische Vorkonferenz Sanktionen. lassen erkennen, daß in der Hauptsache die französischen Vertreter gesprochen und ihre Forderungen mit der ganzen Unnachgiebigkeit, die in den letzten Tagen in der französischen Presse festzustellen war, vorgetragen haben. Die enalischen Vertreter konnten nach Lage der Dinge hierauf nicht eingehen; sie beschränkten sich auf das Zuhören und werden nunmehr ihrer Regierung Bericht erstatten. Insbesondere scheinen sie es entschieden abgelehnt zu haben, sich auf das berüchtigte französische„Geheimdokument" über die deutschen Rüstungen einzulassen. Die offizielle französische Stimmungsmache, die in dieser Hinsicht betrieben wird, findet weder bei England noch bei Amerika noch bei den meisten anderen Mächten Anklang, weil, abgesehen von ihrer tatsächlichen Unhaltbarkeit, die Tendenz der Ablenkung von den eigentlichen Abrüstungsfragen zu offenkundig ist. Der Optimismus, der in der französischen Presse hinsichtlich der Aussichten des französischen Programms zur Schau getragen wird, ist durch die Ereignisse nicht gerechtfertigt; die Idee einer internationalen Rüstungskontrolle ist von allen maßgebenden Mächten, bekanntlich auch von Deutschlano, angenommen worden. Die entscheidende Frage, in der sich der englische und der französische Standpunkt nach wie vor unvermittelt gegenüberstehen, sind die Voraussetzungen und der Charakter dieser ontrolle. Die französischen Forderungen haben etwas ausgesprochen Aggressives: Die Kontrolle soll einseitig, d. b. gegen Deutschland gerichtet, und automatisch, d. h. vom Willen Frankreichs abhängig sein. Darüber hinaus werden in der französischen Presse politische Forderungen angedeutet, die diese Tendenz unterstreichen: Frankreich will für eine eventuelle Aktion gegen die„Verletzung deentmilitarisierten Zone“ freie Hand haben und nicht an das Einverständnis der anderen Unterzeichner des Locarno=Paktes gebunden sein. Das ist der Kern der Sanktionsfrage, die im Zusammenhang mit der Kontrolle wieder aufgelebt ist. So führt die französische Auslegung der an sich nur eine technische Angelegenheit bildenden Kontrollfrage zwangsläufig zu den tiefgehenden Gegensätzen zurück, die seit Schaffung des Völkerbundspaktes zwischen dem französischen und dem angelsächsischen System der internationalen Politik bestehen. Oesterreichs Je mehr die Mitglieder der österreichischen BundesregieFarbenwunder. rung und ihr nabestehende Persönlichkeiten sich über den politischen Kurs, den Wien steuern will oder soll. äußern, desto vager und vieldeutiger wird das Ziel. Jetzt hat der Bundesvizekanzler Winkler in Graz bei der Gründungsfeier der„Nationalständischen Front“ eine programmatische Rede gehalten, die zwar das Vertrauen zur Führung von Dr. Dollfuß ausdrückt, aber doch in grundsatzlichen Fragen von dem abweicht, was dieser noch am Tage vorher dem Chefredakteur der„Newyork e 9 Times" über die von ihm verfolgten österreichiVerfassungspläne sagte. Zu den Ideen aber, die der Fürst Starhembera über das gleiche Thema vor kurzem verkündete, steht Winkler in schroffem Gegensatz. Und dabei sind diese drei Männer, Dollfuß als Repräsentant der ChristlichSozialen, Winkler als Führer des Landbundes, der auch das Hauptkontingent der Nationalständischen Front steilt, und Starhemberg, der Gebieter der Heimpehren, die drei Pfeiler, auf dem das ganze Regierungsgebäude ruht. Die Linie Starhemberg ist die des konsequenten faschistischen Staates, der die Totalitat für nich beansprucht, der jedem Rest von Parlamentarismus absagt, alles, was marxistischer Gesinnung huldigt, aus den für Land und Gemeinde maßgebenden Stellen vertreiben will. Jede demokratische Arabeske am Staatsbau ist Starhemberg verdächtig. Träger und Beherrscher des Staates sollen seine Heimwehren, und er an ihrer Spitze, sein. Auch Herr Dollfuß ist gegen den Parlamentarismus und gegen die Demokratie. Auch er will ein autoritäres Regiment, aber er lehnt doch den Faschismus ebenso ab wie eine lediglich auf bewaffnete Heimwehrmilizen gegründete Diktatur. Sein Ziel ist der ständische Staat, wobei es vorläufig noch dunkel bleibt, wie er ihn sich denkt. Auf jeden Fall zielt er auf die Beseitigung der alten Parteien, und seine„Vaterländische Front“ stellt er ausdrücklich als eine neue Organisation, nicht aber als eine Zusammenfassung der von ihm als überwunden angesehenen Parteien der Demokratie dar. Was sein Ministerkollege Schumy in einer aus Anlaß der Gründungsfeier der„Nationalständischen Front“ herausgegebenen Festschrift über die beabsichtigte ständische Staatskonstruktion sagt, scheint sich nicht ganz mit den Auffassungen von Dollfuß zu decken. Er wendet sich gegen die Aufhebung der alten Parteien, die er zwar in ihrem auf dem jetzigen Wahlsystem beruhenden Einfluß stark zurückdrängen will, denen er aber doch nach wie vor die Aufgabe, die politische Willensbildung der Bevölkerung und ihre Mitwirkung am öffentlich=politischen Leben zu ermöglichen, zuschiebt. Der Ständevertretung, über deren Form im Einzelnen auch er sich nicht näher ausläßt, will er grundsätzlich nur wirtschaftliche und soziale Fragen überantworten. Der Vizekanzler Winkler vertritt in seiner Grazer Rede nun wieder noch eine andere Spielart des Regierungskurses. Den Faschismus und alles, was danach aussieht, lehnt er grundsätzlich und scharf ab, auch wenn er dem Volke in dem Gewande eines besonderen Austrofaschismus dargeboten werden soll. Auf der anderen Seite zeiht er die alte Demokratie mannigfacher politischer Sünden, meint jedoch, der Ausweg müsse in der Mitte zwischen Demokratie und Faschismus gesucht werden. Das soll auch seiner Meinung nach dadurch geschehen, daß die Berufsstände in den Mittelpunkt des Staates gestellt werden, aber das Gesunde, das in der Demokratie liegt, will er in die neue Verfassung, für die er das Schlagwort der„landischen Demokratie" findet, retten. In den nationalpolitischen Fragen vertritt Starhembera die Linie eines starren traditionsbewußten Oesterreichertums. Dollfuß ist auf die staatliche Besonderheit des Landes genau so eifersüchtig wie Starhemberg bedacht, wenn er vielleicht auch die Auswege zu einer Verständigung mit dem großen deutschen Bruder im Reich gehen würde, sofern er sie sich nicht selber durch seine Politik versperrt bätte. Winkler ist der Mann, der nach dieser Richtung noch am ehesten den Ausgleich sucht. Er hat in Graz gesagt:„Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen den hohen Begriffen von österreichischer Heimatliebe und deutscher Volksgemeinschaft". Und dieses nationalpolitische Ziel hat sich ihm zu einer etwas unklaren Flaggensymbolik verdichtet. Als kennzeichnend für die von ihm geführte nationalständische Front betrachtet er die Kombination der derzeitigen österreichischen Farben Rotweißrot mit dem Schwarzrotgold der großdeutschen Demokratie und der grünen Fahne der Bauern. Das ist mmerhin ein bißchen viel für ein politisches Banner. Wenn dann gar noch das Schwarzgelb dazu kommt, wenn man bedenkt, daß diejenigen, die einer irgendwie gearteten Wiedervereinigung mit Ungarn das Wort reden, die rotweißgrüne Fayne der österreichischen an die Seite stellen möchten, dann schillert das Farbenwunder der österreichischen Politik in so vielen Tönen, daß es schwer wird, eine klare Orientierung zu finden. Oder sollte sie doch in der einzigen Richtung liegen, in der keiner der um Oesterreichs Führung Bemühten zu gehen wagt, nämlich dort, wo die schwarzweißrote Fahne weht? Reichsernährungsminister Darré über den Aufbau des Reichsnaͤhrstandes. Neuregelung der Getreidewirkschaft. TU. Berlin, 19. Sept.(Drahtb.) Reichsernährungsminister Darré sprach am Dienstag im Rundfunk im Rahmen einer Reichssendung über den Aufbau des Reichsnährstandes und über die Maßnahmen zur Markt- und Preisrogelung für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Er führte u. a. aus, daß die Reichsregierung ihm bereits am 15. Juli d. die Ermächtigung gegeben habe, die seit Jahren von ihm eingeleiteten Vorarbeiten zur Durchkührung des ständischen Aufbaues in der Landwirtschaft in seiner Eigenart als Reichsernährungsminister fortzuführen, obwohl für die ganze übrige Wirtschaft die ständische Neugliederung noch zurückgestellt wurde. Diese Vorarbeiten seien im wesentlichen abgeschlossen. Seinem Bestreben sei, hierbei der besonderen Lage des Bauerntums entgegenzukommen, die zum ständischen Zusammenschluß und Aufbau drängte. Die setzt erhaltene Ermächtigung zur vorläufigen gesetzlichen Regelung des ständischen Aufbaues in der Landwirtschaft ziele also nicht ins Ungewisse, sondern bedeute lediglich die gesetzliche Handhabe, um unter die abgeschlossenen Vorarbeiten für den Aufbau des Reichsnährstandes den autoritären Schlußstrich zu ziehen. Dabei sei es nicht mehr von entscheidender Bedeutung, daß die jetzt gegebene Möglichkeit zur gesetzlichen Untermauerung der bisher geleisteten ständischen Vorarbeiten im Hinblick auf die Entwicklung auf die übrige Wirtschaft nur vorläufigen Charakter tragen könne. Der Minister gab die von ihm vollzogenen Ernennungen in der Organisation des ständischen Aufbaues der Landwirtschaft bekannt und fuhr dann fort, daß die Ermächtigung zum Aufbau des Reichsnährstandes gerade zur richtigen Zeit komme. Das beweise die Unzulänglichkeit der Marktverfassung, in erster Linie des Getreidemarktes zur Genüge. Wir müssen uns vollkommen darüber klar sein, daß der Landwirt kein Unternehmer im landlaufigen Sinne sei. Der Nährstand könne und solle sich nicht an dem Spiel der freien Preisbildung beteiligen und dürfe nicht den damit verbundenen Gefahren ausgesetzt sein. Wir brauchten den Bauern als den Blütquell und als den Ernährer des deutschen Volkes. Darum komme es auch nicht so sehr darauf an, daß der Bauer für seine Erzeugnisse einen möglichst hohen Preis erziele sondern es komme darauf an, daß der Bauer burch ein solches Recht mit seinem Grund und Boden fest verwurzelt werde und daß er einen gerechten Lohn für seine Arbeit, d. b. auskömmliche Preise erhalte. Wer den bäuerlichen Betrieb in das liberalistischkapitalistische Wirtschaftssystem hineinstelle, versündige sich damit am Geist deutschen Bauerntums und damit am deutschen Volke. Wir kämen in der Landwirtschaft nur dann zu gerechten Preisen für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, wenn der Bauer den Konzernen, Trusts, Syndikaten, Innungen usw. seinerseits eine Organisation der Verteilung und Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse entgegenstelle. Das neue Gesetz über den Reichsnährstand geve die grundsätzliche Möglichkeit, zum System der gerechten Preise für den Bauern überzugehen. Als erstes Gebiet sei hier die Getreidewirtschaft in Angriff genommen worden, und zwar durch das Gesetz über den Zusammenschluß von Mühlen und durch das in den nächsten Tagen zu veröffentlichende Gesetz zur Sicherung der Getreidepreise. Nachdem der Minister kurz den Hauptinhalt des Gesetzes über den Zusammenschluß von Mühlen wiedergegeben hatte, äußerte er sich über das bevorstehende Gesetz zur Sicherung der Getreidepreise und erklärte u. a., daß er danach grundsätzlich ermächtigt werde. Festpreise für Getreibe festzusetzen. Kaufverträge, die nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes über im Innern erzeugtes Getreide abgeschlossen werden, gelten auch dann. wenn ein niedrigerer Preis vereinbart sei, als zu den gesetzlich festgelegten Preisen abgeschlossen. Feierlicher Dankgottesdienst anläßlich der Katifizierung des Konkordats Der päpstliche Nuntius Orsenigo erteilt den Segen In der St.=Hedwigs=Kathedrale in der Reichshauptstadt fand ein Dankgottesdienst anläßlich der Ratifizierung des so bedeutsamen Konkordates zwischen Reich und Katholischer Kirche statt. Nach dem Allgemeinen Deutschen Katholikentag. Ein wirklicher„Gottesreichstag“ war dieser Allgemeine Deutsche Katholikentag. Will man über die soeben beendete Tagung eine kurze Zusammenfassung dessen geben, was in der Seele des aufmerksamen Beobachters als wesentlicher Eindruck des Erlebten haften blieb, so wird ein Doppeltes zu berücksichtigen sein: das äußere Bild der Versammlung, dann der Geist, von dem sie beseelt war. Wenn das vorbereitende Komitee die Einladung zu einem allge meinen deutschen Katholikentag, d. h. aller im mitteleuropäischen Raume lebenden deutschen Katholiken, ergehen ließ und wenn diese Einladung— gewiß auch ein Beweis ihrer gänzlich unvolitischen Tendenz— auch trotz der politischen Ereignisse im vergangenen Halbjahre keine Aenderung erfahren hatte, so hat dieselbe, soweit sie an die katholische Allgemeinbeit gerichtet war, wahrbaftig eine alle Erwartungen weit übertreffende Erfüllung gefunden. War nämlich die diesjährige Katholikenversammlung als eine grandiose Erinnerungs cier der vor 250 Jahren erfolgten Errettung des christlichen Abendlandes vor dem Ansturm des Jslam gedacht, die sich zugleich als eine heilige Dankeshuldigung vor„Christus, dem Erlöser des europäischen Abendlandes und dem Könige der ganzen Menschheit“ erweisen sollte, so war damit von selbst auch schon äußerlich die katholische Universalität dieser Versammlung gegeben. Denn wenn die Segnungen der einstigen Befreinungstat allen Volkern des Abendlandes zugute kamen und sie sich derselben noch heute erfreuen, so war es gewiß nur natürliche Billigkeit, wenn dieselben christlichen Völker das heilige Erinnerungsfahr der Erlösung durch die Feier der gerade ihnen vor 250 Jahren gewordenen Erlösung von der Türkennot feierlich und dankbar zum Ausdruck brachten. Nur in diesem Zusammendange gewinnt man von dieser Katholikenversammlung ein klau verständlicheg Bild: nur wenn man weiß, daß zwar der Sieg über die Türken, wie die jüngsten quellenmaßigen Geschichtsergebnisse festgestellt haben, hauptsachlich von deutschen Heeren unter dem deutschen Kaiser erfochten wurden, daß es aber das ganze christliche Abendland war, dem die Früchte dieses Sieges zufielen. nur dann versteht man, weshalb diese Versammlung eine solche, von Katholiken nicht bloß Oesterreichs und des Reiches einschließlich der außerhalb der beiden deutschen Staaten lebenden Katholiken, sondern auch der Katholiken nichtdeutschen Sprachraumes sein mußte und auch tatsachlich gewesen ist. Ueber die alle Erwartungen und alle bisherigen Katholikentage weit übertreffende Anzahl der Teilnehmer aus dem Laienstande Oesterreichs, aber auch aus Belgien, Frankreich, Holland, Italien, Jugoslavien, Luxemburg, Polen, Rumänien, Schweiz, Tschechien, Ungarn, über die ebenso ehrende Anteilnahme so vieler Kardinäle und Bischöfe, hat die Presse bereits ausführlich berichtet; es wäre pflichtvergessen, hier die in jeder Weise beispielgebende Beteiligung auch der Staatsregierung verschweigen zu wollen. Der „Christus=König“ war daher in seinen geistlichen und weltlichen Stellvertretern gerade anlaßlich dieser Versammlung seiner Getreuen auch sichtbar anwesend, und es war nur eine notwendige Folge, wenn dadurch auch schon äußerlich der höchste irdische Glanz auf dieser Versammlung geruht hat. Höhepunkte solch äußeren Glanzes bildete am Anfang der pompöse Empfang des päpstlichen Legaten: die alle Vollversammlungen und Prozessionen nicht nur ehrende, sondern durch die Pracht der Gewänder und Uniformen auch so sehr schmückende Amwesenheit von so vielen Kardinälen, Bischofen, Ordensrittern und hohen Militärs; die bochrangigen Darbietungen auf fast allen Gebieten kirchlicher und ernster nichtkirchlicher Kunst— alles das umflutet von den goldenen Strahlen einer warmen Herbstsonne inmitten der im Festschmucke prangenden, von einer ungeheuren Menschenmenge belebten wahrhaft kaiserlichen Stadt. Es verdient hervorgehoben zu werden,— denn es charakterisiert wiederum den absolut unpolitischen Geist dieser Versammlung,— daß bei der Wahl ihres Präsidenten von jeder auch nur irgendwie politisch gekennzeichneten Personlichkeit Abstand genommen wurde und die Wahl auf einen Mann fiel, der katholisches Denken und Empfinden im idealsten Sinne zum Ausdruck zu bringen versteht: auf den weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus anerkannten Meister kirchlicher Baukunft umd Rektor der Wiener Akademie der bildenden Künste, Professor Klemens Holzmeister! Dieselbe unpolitische Tendenz ergab sich ja übrigens auch schon aus dem Amte und der Persönlichkeit des höchsten Einberufers dieser Versammlung; nicht von Laien, und wären sie auch noch so hochgestellt gewesen, sondern von einem Kardinal=Erzbischof war die Einladung ergangen. Allerdings bezweckte der ursprüngliche Plan, über den engsten kirchlich=religiösen Kreis hinaus, auch die religiöskulturellen Fragen in das Arbeitsprogramm einzubeziehen, alle brennenden Fragen des Heute im Geiste der katholischen Lehre durchzudenken, durchzuarbeiten und durchzubeten, und so in großen Zügen etwas wie ein Programm einer großen gesamtdeutschen katholischen Aktion aufzustellen. Daß dieser Plan nicht seine volle Ausführung erhalten konnte, lag an den Geschehnissen des letzten halben Jahres, die sich völlig außerhalb jeder Beeinflussung seitens des Katholikentages ereignet haben. Somit galt es jedenfalls zunächst, an dem großen katholischen Universalgedanken„Christus, Erlöser des Abendlandes, König der ganzen Menschheit" und die daraus sich für das deutsche Volk ergebenden Aufgaben festzuhalten, so daß auch die großen Themen der Hauptversammlungen beibehalten blieben. Wenn dann aber auch die Arbeitsgemeinschaften, die die geistige Auseinandersetzung hätten bringen sollen, bewußt zurückgestellt und einer zukünftigen, besseren Zeit Auftemahrt blieben, so konnte dafür wieder jener dernge.onke, der ja doch das innerste Wesen auch dieser Katholikentagung bildete— die religiöse Erhebung und Erneueruna— desto starker und reicher zum Ausdruck gebracht werden: die religiosen Veranstaltungen waren gahlreicher. H Alle Vereinbarungen, die etwa eine Umgehung wutmach den 20. Sept der Festpreise darstellten, seien unwirksam, dens itwoch den M dem Erzeuger musse der gesetzlich festgelegte Preil Veritoße in voller Höhe zugute kommen gegen dieses Gesetz würden mit sehr schweren Strafen geahndet werden. So werde derjenige der dem Bauer für sein Getreide weniger:* oder auch nur verspreche zu zahlen, bis zu 100 000 Mark bestraft, In besonders schweren Fällen komme Zuchtbaus= und Geldstrafe in unbeschränkter Höhe in Betracht. Fahrlässig Zuwiderhandelnde würden mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen pestraft. Neben Gefängnis könne bei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen auch auf Verlust der bürg lichen Ehrenrechte und auf Zulässigkeit der Polzeiaufsicht erkannt werden. Die deutsche Getreidewirtschaft stehe setzt auf einer vollig neuen Grundlage. Während früheren Jahren der Staat durch mißglüch Stützungsaktionen versuchte, den Getreidepreis zu halten, sei nunmehr der Reichsnahrstand im Zusammenwirken mit der Autorität des Staates zum Garanten der Preisbildung gemacht worden Dem Spekulantentum, das in der Brotversorgungswirtschaft des deutschen Volkes in besonderem Maße sein Unwesen trieb, sei ein für allemal das Handwerk gelegt worden. Die Regierung habe im Gegensatz zu der einseitigen Politik der Vergangenheit die praktischen Voraussetzungen geschaffen, um den Bauern wieder eine verstärkte Erzeugung dessen zu ermöglichen was in Deutschland fehlt, namlich Futtermittel, Oelfrüchte, Pflanzenfasern, Wolle und Fet Der Bauernbetrieb habe demnach jetzt nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Pflicht, seine Wirtschaft auf das nationalwirtschaftliche Ziel der Unabhängigkeit in der Versorgung einzustellen. Bereits bei der im Gange befindlichen Herbstbestellung komme es entscheidend darauf an den Erfordernissen der Anpassung der bäuerlichen Erzeugung an dem Bedarf Rechnung zu tragen. Daraus ergebe sich u. a., daß kein Bauer in diesem Herbst mehr Getreide anbauen dürfe als im Herbst 1932. In erster Linie sei der Weizenanbau zu vermindern, statt dessen sei eine Verstärkung der nationalen Futtergrundlage herbeizuführen. Weitere Frachtermäßigungen der Reichsbahn im Rahmen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Berlin, 2. Sept.(Drahtb.) Die Deutiche Reichsbahn=Gesellschaft, die bemüht ist, die von der Reichsregierung zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit eingeleiteten Maßnahmen mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu fördern, hat sich setzt. nachdem sie selbst bereits umfangreiche Arbeiten in Auftrag gegeben hat, entschlossen auch noch weitere Frachtermäßlaungen zur Ver= fügung zu stellen. Die Reichsbahn gewahrt bisher schon für die Beförderung von Baustoffen. die für Arbeiten des Sofort=Programms 198 verwendet werden, eine Frachtermäßigung von 20 v. H. In Zukunft soll diese Frachtermäßigung 20 v. H. In Zukunft soll diese Frachtermäßigung auch für folgende Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung gewährt werden: a) für das neue Arbeitsbeschaffungsprogramm nach dem Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933, soweit als Träger der Arbeit öffentlich rechtliche Körperschaften und Anstalten sowie gemischtwirtschaftliche Unternehmungen in Frage kommen; b) für das gesamte landwirtschaftliche und vorstadtische Siedlungsvorhaben, soweit Mittel Reiches oder der Länder zur Verfügung gestellt sind; c) für samtliche außerhalb des Programmt durchgeführten öffentlichen Notstandearbeiten und Arbeitsdienstarbeiten. Diese Erweiterung der Frachtvergünstigung wird mit Wirkung vom 25. Septembet in Kraft gesetzt. Die für das Sofort=Programm vorgesehenen Bestimmungen über die Inanspruchnahme finden auch für die übrigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Anwendung. Gerade darüber, über ihre ganz neuartige, unerbört feierliche und eindrucksvolle Abhaltung be dieser Versammlung, wäre vieles zu sagen; wir denken nur an die ergreifende Hl. Geist=Andacht beim ginn; an den majestätischen Sonntagsgottesdien päpstlichen Legaten auf der Terrasse des Kaiserschlosses im Park von Schönbrunn; an die gutiefst erschütternde eucharistische 80 000.Männer=Lichterprezession mit dem aus dem Dunkel der Nacht plößlich aufscheinenden Riesenkruzifirus; an den ungemein würdigen und durch die Schlußrede des Kardinals so bedeutungsvollen Dankgottesdienst in St. Ste'aUnsere katholische Ueberzeugung erlaubt uns zu hörfen, daß vielleicht gerade durch dieses stark betonte Moment des gemeinsamen Gebetes der universale katholische Gemeinschaftsgedanke durch diese Katholitenversammlung in allen Teilnehmern erneut und gang besonders vertiefter Weise zu ernstem und frohem Bewußtsein gelangte und eben dadurch da irdische Hauptziel alles menschlichen Denkens. Eirebens und Handelns— Einbeit und Friede der menschlichen Gesellimar:— wirksamn gefördert wurde. Wenn beim Abschluß der Tagung der Kardinal gesagt hat, daß sie„ein Erlehnig für unsere Seele und für unser geistiges und kathort religiöses Leben“ war. so hat er damit nur die Wahrheit gesagt. Und doch— der Schmerz um sene, deren Herzen fern den unseren schlugen, war der Wermutstropken im Becher unserer Freude. Der Episkopat aus dem Reiche hat dem Katholikentag telegrafisch seinen Wunsch ausgesprochen, das die Seanungen dieser Tagung sich„über die Grenzen Oesterreiche hinaus“ auswirken. Möge eine gutige Vorsehung diesem Wunsch eine überreiche Erfüllung gewähren! Prunkvolle Feste wirken gewiß auf das Auge, aber sie verblassen wieder. Bleibend und unvergeßlich sind nur die Feste der Seele und des Geistes. Gott wolle es, daß der Allgemeine Deutsche Katholikentag ein solches Fest gewesen ist. Des Gratias De. F. 6. BOC Wohl Keime we Der in die Scho Doch golden Ko Meift nur beran Die Humboldtstraße ist froh, wenn es sogar und auch Niederschläge zu erwar machern Glauben sch die von den Wenigste trachtet wird. Nur boldtstraße sindg der mal was Nasses 7 September befinde neuen Gewande. Sie splittdecke. Dann wur Kies, der fest gewalzt was die Humboldtstr. brachte. Der Kies 1 Teer gebunden wurde Staubwolken zusamn Straße von morgens alle Türen und Fenst den mußten, währe Häuser grau in grau es daher den Anw fühlen, daß sie, so Straßendecke freuten, von diesem lästigen und sich festsetzte, und der himmlische Sprei tritt. An und für si irdische gehabt, aber dere Geschäfte zu erle wenn man bei ähn auch an die Anwohne inhandarbeiten zw lichen und Wasserwer gebracht. Ein schöner Gestert Erfolg. feierlid Schluß berufsprüfung setzte. Unter den 12 ein Bochumer, und einen zehntägigen Harkotten mit Reisezu direktor Hackelsb erhält. Aber noch ei nach Bochum. Die besten Beteilig Bochum. der ein 1 Gedenkblatt der KRe nifatius in Leipzig=C Für diese Reichsbern nur bobe Regierungs befreundete Verbän Reichskanzler u durch Stiftung mehre teresse zu erkennen Reichsberufsprüfung. und Mühen im Lar Kräften aufgezogen1 benskraft der ju Kaufleute und zeigte. anschaulicher Ge volle Berufserzieh kann. 2700 Prüfling daran teil. das war 1931, was ebenfallse berufsprüfung von als eine wertvoll lichen Werdeganges vor allem auf die B dem sie die absolut b guten Auswirkungen ersten Reichsberufsn solche Acheit ein m praktischer Die Daß unter den erster chumer vertreten n ein besonders Was sind Wir spra Zinken? Bettelei Es sind chen, die Berufsbett den Haus= und Wol eingeweihten Bettel ob in der bezeichnet ist oder nicht. Wer Klagen eines solch wird von diesem T. den. zumal die B arbeiten, sondern an nisierten Adressenau zu gestalten wissen glauben daß der S gegenwärtigen Auge Land ergießt. aus In den meisten 8 wirklich Notleidende ler oder sonst min diese Art und Weise stehenden Unterstüt liche Beträge an G in Anspruch zu neb meisten Berufsbettl schnittseinkommens müßte jedem zu den das Bettelunwesen tätigkeit am falscher gens fand Montag gegen die Bett der SA und der E den durchgeführt m die Polizei dem B Beim Betteln ange kort in Haft genom daß, wenn das a soll, alle Kräfte und werden müssen. Mittwoch den 20. September 1933 Kallen komme Aucht. rafe in unbeschränkter Fahrlässig Zuwiderbandelnd nis bis zu einem Jahre und mit einer dieser Strafen beagnis könne bei vorsätzlichen auch auf Verlust der bürgernd auf Zulässigkeit der P erden. reidewirtschaft stehe jetzt auf Grundlage. Während in er Stagt durch mißglüch= rsuchte, den Getreidepreis zu d im Zusammenwirken mit Staates zum Garanten der ig gemacht worden ntum, das in der Brotrischaft des deutschen n Maße sein Unwesen trieb as Handwerk gelegt worden. im Gegensatz zu der einseiVergangenheit die praktischen jafsen, um den Bauern wieder gung dessen zu ermöglichen ehlt, nämlich Futtermitanzenfasern, Wolle und fen habe demnach setzt nicht nur dern auch die Pilicht, seine rtschaftliche Ziel der UnabVersorgung einzustellen. Gange befindlichen Herbst es entscheidend darauf er Anvassung der bäuerlichen Bedarf Rechnung zu tragen. a., daß kein Bauer in diesem anbauen dürfe als im Herbst die sei der Weizenanbau zu en sei eine Verstärkung der ndlage herbeizuführen. termäßigungen der chsbahn (Drahtb.) Die Deutsche t, die bemüht ist, die von der Beseitigung der Arbeitslosigßnahmen mit allen ihr zu teln zu fördern. hat sich setzt. reits umfangreiche Arbeiten sat, entschlossen auch noch rmaßlaunaen zur Verdie Reichsbahn gewahrt bisrderung von Baustoffen. 6 Sofort=Programms 193 ine Frachtermäßigung von soll diese Frachtermäßigung beitsbeschaffungsmaßnahmen ewährt werden: rbeitsbeschaffungsprogramm Verminderung der Arbeits1933, soweit als Träger der iche Körverschaften und Anvirtschaftliche Unternehmunlandwirtschaftliche und vorrhaben, soweit Mittel des der zur Verfügung gestellt außerhalb des Programms schen Notstandearbeiten und der Frachtvergünstigung gvom 25. September für das Sofort=Programm ungen über die Inanspruchdie übrigen Arbeitsbeschafendung. er ihre ganz neuartige, un= drucksvolle Abhaltung ve dievieles zu sagen; wir denken Hl. 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OCHUMER Wohl Keime wecken mag der Regen, Der in die Scholle niederbricht Doch golden Korn und Erntesegen Meift nur heran bei Sonnenlicht. Theodor Fontane. * Die Humboldtstraße Das Wochenendwetter ist ist froh, wenn... schnell einer Trübung gewichen. Gestern früh regnete es sogar und auch für die nächsten Tage sind Niederschläge zu erwarten, wenn man den Wettermachern Glauben schenken darf. Eine Aussicht, die von den Wenigsten mit frohen Gefühlen betrachtet wird. Nur die Anwohner der Humboldtstraße sind glücklich, daß es endlich wieder mal was Nasses gibt. Warum? Seit dem 7 September befindet sich die Straße in einem neuen Gewande. Sie erhielt eine frische Teersplittdecke. Dann wurde sie überzuckert mit feinem Kies, der fest gewalzt wurde, und dann folgte das, was die Humboldtstraßenbewohner so in Rage brachte. Der Kies nämlich, der nicht mit dem Teer gebunden wurde ballte sich zu gewaltigen Staubwolken zusammen, die dann durch die Straße von morgens bis abends segten, so daß alle Türen und Fenster verschlossen gehalten werden mußten, während die Außenfassaden der Häuser grau in grau gemalt wurden. Man kann es daher den Anwohnern dieser Straße nachfüblen, daß sie, so sehr sie sich über die neue Straßendecke freuten, so wenig begeistert waren von diesem lästigen Staub, der überall eindrang und sich festsetzte, und daß sie jetzt froh sind, wenn der himmlische Sprengwagen nun in Tätigkeit tritt. An und für sich hätte die Aufgabe ja der irdische gehabt, aber der hatte scheinbar dringendere Geschäfte zu erledigen. Dennoch wäre es nett wenn man bei ähnlichen Arbeiten in Zukunft auch an die Anwohner denken würde. Ein Handinhandarbeiten zwischen Teersplittverantwortlichen und Wasserwerk wäre in solchen Fällen angebracht. Ein schöner Gestern berichteten wir über den Erfolg. feierlichen Schlußakt, der den Schlußstrich unter die Reichsberufsprüfung 1933 des Jungsetzte. Unter den 12 Preisträgern befand sich auch ein Bochumer, und zwar Fritz Janssen, der einen zehntägigen Ferienaufenthalt in Schloß Harkotten mit Reisezuschuß, gestiftet von Generaldirektor Hackelsberger=Oefingen(Baden) erhält. Aber noch eine weitere Anerkennung fiel nach Bochum. Die Gruppe mit der absolut besten Beteiligung war Jung=n Bochum. der ein Original=Holzschnitt mit dem Gedenkblatt der KKV=Gedächtnis=Kirche St. Bonifatius in Leipzig=Connewitz überreicht wurde. Für diese Reichsberufsprüfung bekundeten nicht nur bobe Regierungs= und Behördenstellen und befreundete Verbände ihr Interesse, sondern Reichskanzler und Vizekanzler gaben durch Stiftung mehrerer Preise ihr besonderes Interesse zu erkennen. Andererseits erwies die Reichsberufsprüfung, die unter großen Opfern und Mühen im Lande ganz mit ehrenamtlichen Kräften aufgezogen worden war. erneut die Lebenskraft der jungen Gemeinschaft der kath. Kaufleute und zeigte, wie auf dem Boden weltanschaulicher Gemeinschaft völkisch wertvolle Berufserziehungsarbeit geleistet werden kann. 2700 Prüflinge im ganzen Reiche nahmen daran teil. das waren 600 mehr als im Jahre 1931, was ebenfalls erkennen läßt daß die Reichsberufsprüfung von den jungen Kaufleuten selbst als eine wertvolle Förderung ihres beruflichen Werdeganges angesehen wird. Das trifft vor allem auf die Bochumer Gruppe zu, indem sie die absolut beste Beteiligung aufwies. Die guten Auswirkungen und Ergebnisse der beiden ersten Reichsberufsprüfungen zeigen weiter, daß solche Acheit ein wirklich wertvoller und praktischer Dienst an Stand und Volk ist. Daß unter den ersten Preisträgern auch ein Bochumer vertreten war, stellt der hiesigen Gruppe ein besonders ehrendes Zeugnis aus. as sind Wir sprachen gestern, als wir über die nken? Bettelei schrieben, auch von Zinken. Es sind sogenannte Geheimzeien, die Berufsbettler in unauffälliger Weise an n Haus= und Wohnungstüren anbringen. Dem igeweihten Bettelbruder verraten diese Zinken, in der bezeichneten Wohnung etwas zu holen oder nicht. Wer einmal auf die gut eingeübten agen eines solchen Berufsbettlers hereinfiel, ird von diesem Tage an dauernd belästigt wern. zumal die Bettler nicht nur mit„Zinken beiten, sondern außerdem durch einen gut orgasierten Adressenaustausch ihr Geschäft erfolgreich gestalten wissen. Es wäre durchaus falsch, zu auben daß der Strom von Bettlern, der sich im genwärtigen Augenblick wieder durch Stadt und ind ergießt, aus wirklich Hungernden bestünde. 1 den meisten Fällen sind es tatsächlich nicht rklich Notleidende, sondern berufsmäßige Bettoder sonst minderwertige Elemente, die auf se Art und Weise versuchen, über die ihnen zuhenden Unterstützungen hinaus nicht unerbebhe Beträge an Geld und Lebensmitteln für sich Anspruch zu nehmen. Die Feststellung, daß die eisten Berufsbettler ein Vielfaches des Durchnittseinkommens eines Arbeitenden„verdienen, uißte jedem zu denken geben und ihn veranlassen, 8 Bettelunwesen nicht mehr länger durch Mildtigkeit am falschen Platze zu unterstützen. Uebrins kand Montag im ganzen Reiche eine Aktion gen die Bettler statt, die von der Polizei, rSA und der SS und den Wohlfahrtsbehörn durchgeführt wurde. Auch in Bochum rückt Polizei dem Betteln jetzt energisch zu Leibe. kim Betteln angetroffene Personen werden sorr in Haft genommen, nachdem man erkannt hat. s. wenn das große Winterhilfswerk gelingen U. alle Kräfte und Möglichkeiten zusammengefaßt erden müssen. J. Beilage der Westfälischen Volks-Seitung Bochumer Tageschronik. Man merke! Mittwoch, den 20. September. Sonnenaufgang 621 Sonnenuntergang 1835 Mondaufgang 7,01 Monduntergang 18.24 1863 Jakob Grimm gestorben(vor 70 Jahren), Begründer der Germanistik und deutschen Altertumswissenschaft. 1870 Einnahme Roms durch die italienische Armee: Ende des Kirchenstaates. 1808 Der Dichter Theodor Fontane in Berlin gest.(geb. 1819). 1910 Gestorben der Schauspieler Josef Kainz in Wien(geb. 1859). Spionagegefahr. Seit einiger Zeit mehren sich die Fälle, in denen Kinderluftballone, die mit einer Karte und der Bitte um Rücksendung nach Ausfüllung verschiedener Fragen versehen sind, aufgefunden werden. Die Ballons stammen in den meisten Fällen aus Belgien, Frankreich oder England, was die angehängten Karten erkennen lassen. Auffallenderweise wünschen die Absender mit Hilfe der anhängenden Karten stets genaue Angabe der Landungsstelle und Landungszeit. Es ist für jeden, der einen aus dem Auslande stammenden Ballon findet, eine ganz selbstverständliche und vaterländische Pflicht, diesen nebst der anhängenden Karte bei der nächsten Polizeidienststelle abzugeben. hunderte von Jugendlichen können sofort in Arbeit kommen! Obschon die Jahreszeit schon ziemlich weit vorgeschritten ist und die Aussichten auf weitere Unterbringung unserer Jugendlichen immer geringer wurden, ist es dem Arbeitsamt doch noch gelungen, Hunderte von Stellen für Jugendliche im Alter von 16—25 Jahren im Arbeitsdienst und in dem für Ostpreußen eingerichteten Landdienst festzumachen. Die Transporte sollen bereits Ende der Woche abgehen. Umgehende Anmeldung ist deshalb notwendig. Zur Genüge hat das Arbeitsamt immer wieder darauf hingewiesen, daß wir für den Winter mit Arbeitsmöglichkeiten für unsere Jugendlichen nicht werden rechnen können, da die Unterbringung unserer Familienväter in Arbeit und Lohn im Vordergrund des öffentlichen Interesses stehen muß. Deshalb ist es besonders erfreulich, daß es noch gelungen ist, diese Stellen für unsere Jungen freizumachen. Vor allem sollen die, die noch öffentliche Unterstützung in Anspruch nehmen, diese Gelegenheit benutzen, um dem Müßiggang und Nichtstun ein Ende zu machen. Arbeitsdienst ist y. Wiederum stand die Stadt Bochum im Zeichen der Trauer um die tödlich verunglückten SAMänner vom dritten Reservesturm der Bochumer Standarte, deren Zahl sich am Sonntag auf 11 erhöht hatte. Der unerbittliche Schnitter Tod hat eine weitere Lücke in den großen Kameradenkreis der Bochumer SA=Männer gerissen. Das Leid und der Schmerz um die Toten wollen nicht verstummen. Eines aber schwebt wie ein wärmendes Ehrendienst für unsere Familienväter. Die Juendlichen, die sich zum Landdienst und Arbeitsienst melden, bringen mit ihrer Meldung zum Ausdruck, daß sie bereit sind, für den Winter hier auf Arbeit in Zeche oder Fabrik, im Büro oder Handwerksbetrieb zu verzichten und die freiwerdenden Plätze Verheirateten für die Aufrechterhaltung der Existenz ihrer Familien zu belassen. Wer sich zum Arbeitsdienst meldet, dokumentiert damit, daß er das Wort desFührers, daß Gemeinnutz vor Eigennutz zu gehen habe, verstanden hat und auf sich selbst zur Anwendung bringt. Eine evangelische Akademie in Bochum. Einer Anregung des preußischen Kultusministers Rust entsprechend werden in Westfalen in Kürze evangelische Akademien entstehen. Die Leitung für Westfalen liegt in den Händen des Pfarrers Dr. Klein=Plettenberg. Zum Direktor der evangelischen Akademie in Münster ist Studentenpfarrer Lic. Lotz, in Bielefeld Oberregierungsrat Prof. WenzMinden, in Dortmund Pfarrer Dr. Stenger=Dortmund, in Bochum Pfarrer Lic. Dr. Siebold=Bochum, in Hagen Pfarrer Niemann und in Siegen Pfarrer Dr. C. W. Schmidt ernannt. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hat bekanntlich vor einiger Zeit in den verschiedensten deutschen Landesteilen Landesfilmstellen eingesetzt, die die Aufgabe haben, das Filmwesen neu zu ordnen und den Film propagandistisch im Sinne der nationalsozialsozialistischen Idee zu verwerten. Für Rheinland und Westfalen, also umfassend die Gaue Köln—Aachen, Koblenz—Trier, Düsseldorf, Essen, Westfalen=Süd und Westfalen=Nord, befindet sich die Landesfilmstelle in Köln. Sie trägt die offizielle Bezeichnung„Landesfilmstelle West der NSDAP“(parteiamtliche Dienststelle der Reichspropagandaleitung). Für das Rheinland ist die Neuordnung und der Aufbau der Organisation unter der tatkräftiTotenschrein gemeldet wurde. In dem Schmerz um das elfte Todesopfer des Verkehrsunglückes bei Kohlfurth vermochte niemand zu reden. Kameraden betten den toten Freund von dem schwarz ausgeschlagenen Lastkraftwagen, den das Feldzeichen der Bochumer Standarte und vier Sturmfahnen schmückten, auf den von Pferden gezogenen Leichenwagen um. Die Sturmfahnen der SAStandarte 17 eröffneten den Trauerzug. Es folgten Bochumer Soziale Schulungswoche 25.—30. September 1933 in der Verwaltungsakademie, Wittener Str. 61. Es ist Pflicht eines jeden Katholiken. sich mit dem Inhalt der Enzyklika Pius XI.„Quodragesimo anno“ vertraut zu machen.— Sichern Sie sich eine Eintrittskarte. Leiter der Woche ist: Pater Oswald von Nell=Breunina S. J. Teilnebmerkarten zum Preise von 2.— RM sind auf dem Arbeitersekretariat. Bochum. Rottstr. 28, zu haben. Die Pfarrgeistlichkeit und die Vereinsvorstände werden dringend gebeten. die bei ihnen vorliegenden Anmeldungen umgehend an das Arbeitersekretariat weiterzuleiten. Politische Festnahmen. Festgenommen wurden: in Wattenscheid eine Person wegen kommunistischer Umtriebe: in Wanne=Eickel eine Person wegen Greuelpropaganda: in Castrop=Raurel eine Person wegen Beleidigung eines SA=Mannes. gen Führung des als Fachmann auf dem Filmgebiet weithin bekannten Pg. Karl Neumann und seines technischen Mitarbeiters Pg. Lehnen bereits durchgeführt. Die mustergültige Aufbauarbeit hat die vollste Anerkennung aller mit dem Filmwesen und der Filmpropaganda in Zusammenhang stehenden Kreise, besonders aber des Reichspropagandaministeriums, gefunden. Nunmehr soll auch für Westfalen diese Neuordnung auf dem Filmgebiet begonnen werden. Zu diesem Zwecke hatte der Leiter der Landesfilmstelle West einige auf dem Gebiet des Schulfilms seit längerer Zeit tätige Herren nach Bochum gerufen, um die Gesichtspunkte hervorzuheben, nach denen künftighin gearbeitet werden muß. Das Gesetz gibt den Landesfilmstellen weitgehendste Machtbefugnis und schränkt die selbständige Arbeit der städtischen und staatlichen Lichtbild= und Filmstellen sowie der privaten Vereinigungen. halbamtlichen Organisationen u. dergl. stark ein. Im Interesse der Jugend, die Deutschlands wertvollstes Gut ist, und deren Erziehung allein in echtem volksverbindenden nationalsozialistischem Geist geschehen darf, muß das filmische Material, das der Jugend zugänglich gemacht wird, genauestens auf seinen inneren Wert hin geprüft werden. Alles, was sich noch an liberalistischem und marxistischem Gedankengut in den Lagern der Jugend= und Schulfilmstellen befindet, wird restlos ausgemerzt werden. Das in den Händen von privaten und halbamtlichen Organisatioen befindliche und dem Verleih dienende Material wird zunächst von jeder Vorführung ausgeschlossen. Die Heimkehr in die Heimatstadt. Aufbahrung des toten 5A-Kämpen Kann im Lutherhaus. Bochumer Beschlüsse Die Landessilmstelle West nimmt ihre Arbeit in Westfalen auf. Neuordnung des gesamten Schulfilmwesens. d alle Herzen erleuchtendes Licht über der Kataophe. die elf der besten Kämpfer für das neue utschland aus dem Leben riß— das ist die tige Anteilnahme der gesamten Bochumer Bekerung an dem Schmerz der von dem Unglück troffenen Familien, das ist die innige Anteilhme des ganzen deutschen Volkes an dem Leid Hinterbliebenen in unserer Stadt. Wer am trigen Dienstag nachmittag sah, wie wiederum usende und Abertausende von den Mittagsnden an zur östlichen Bochumer Stadtgrenze tauszogen, wer sah, wie wiederum ungezählte usende auf dem etwa sieben Kilometer langen egen vom Crengeldanz bis zur Totenhalle im adtteil Riemke den toten SA=Kämpen Fritz nn stumm und ergriffen mit dem deutschen uß grüßten, der erkannte zu seiner stillen, aber fen Freude, was wahre Volksgemeinschaft im nen Deutschland heißt. Fritz Kann. ein Sohn der Stadt Bochum, hätte nächsten Jahre sein 60. Lebensjahr vollenden inen. Als Oberscharführer hat er in den verngenen Jahren immer in vorderster Linie im mpfe gestanden. Seine Kameraden können das dleben ihres bis in den Tod getreuen Oberscharhrers kaum fassen. Glockengeläute setzte von den Türmen der Bomer Gotteshäuser ein, als am Dienstag nachttaa das Nahen des Lastkraftwagens mit dem die Mannschaften der Standarte mit ihren Führern und den Behördenvertretern. Eine EhrenHundertschaft der Bochumer Schutzpolizei mit der Musikkapelle schritten vor dem Leichenwagen. Der Stahlhelm, die Hitlerjugend und der Marine=Verein gaben weiter dem toten Kameraden Fritz Kann das Ehrengeleit bis zum Lutherhause in BochumRiemke. Alle Straßenlaternen, die brannten, waren mit Trauerflor umbüllt. Ueberall standen Kopf an Kopf zu beiden Seiten der vom Trauerzuge berührten Straßen die Bochumer Bürger, um noch einmal den Toten ehrend zu grüßen. In dem würdig zur Totenhalle ausgestatteten großen Saale des Lutherhauses warteten die Frau und Kinder, sowie die anderen Angehörigen des Entschlafenen auf die Heimkehr des toten Ernährers. Viele herrliche Kränze waren als Zeichen der Verehrung des SA=Kämpen geschickt und im Zuge mitgeführt worden. Der Abend senkte sich über unsere Stadt, als sich der Trauerzug nach der feierlichen Aufbahrung in der Totenhalle auflöste und die Formationen abmarschierten Morgen wird Fritz Kann an der Seite seiner seit einer Woche auf dem Heldenfriedhof der Stadt Bochum schlummernden Kameraden beigesetzt werden, und abermals wird ein treuer SA=Kamerad durch ein Staatsbegräbnis nach vorhergehender Trauerfeier in der Totenhalle geehrt werden. Kein Film, der nicht besonders von der Landesfilmstelle West freigegeben ist, darf vorgeführt werden, auch dann nicht, wenn diese Vorführung in geschlossenem Kreise geschieht. Die erste Arbeit der Landesfilmstelle West auf schulfilmischem Gebiet besteht im Aufbau einer Organisation zur Durchführung der Filmpropaganda der NSDAP in den Schulen und Jugendbünden. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hat zu diesem Zweck eine Anzahl von herrlichen Filmen aus der sieghaften Bewegung der NSDAP, vom neuen arbeitsamen, volksverbindenden Deutschland geschaffen, die zunächst der Jugend vorgeführt werden sollen, um ihr die unerhörte Größe der Taten unseres Führers und seiner getreuen Mitarbeiter vor Augen zu führen. Die Jugend soll, vor innerer Begeisterung glühend, sehnsüchtig auf den Augenblick warten, da sie zur Mitarbeit an Volk und Staat berufen werden wird. Diese innere Begeisterung zu erzielen, ist eine heilige Aufgabe von ungeheurer Bedeutung, an der mitarbeiten zu dürfen, für jeden eine hohe Ehre ist. Die Organisation für Westfalen hat in Bochum nun folgendes Gesicht bekommen: Leiter der Landesfilmstelle West ist Pg. Neumann. Als Schulreferent fungiert Dr. Hawel, Köln. Zum Pressereferenten für Schulfilmpropaganda wurde der Direktor des städtischen Presseamtes Dortmund, Pg. Dr. Gerhard Wagner, ernannt. Das westfälische Gebiet wurde sodann in vier Bezirke eingeteilt, die sich im großen und ganzen mit den Grenzen der Regierungsbezirke en. Lediglich die Regierungsbezirke Arnsberg und Münster werden insofern verkleinert, als von ihnen das Industriegebiet abgetrennt und zu einem selbständigen Bezirk gemacht wird. Ueber den vier Bezirken steht ein Landesobmann, zu dem der bisherige Leiter der städtischen Lichtbildstelle in Bochum, Rob. Dellmann, ernannt wurde. Jedem Bezirk steht sodann ein Bezirksobmann vor. Den Bezirk Industriegebiet wird der Landesobmann selbst verwalten. Für den Bezirk Münster wurde der Leiter der Landeslichtbildstelle in Münster, Lehrer Bubl, Münster, ernannt. Als Bezirksobmann für Minden—Lippe wurde der Leiter der städtischen Bildstelle Herford, Pg. Lehrer Holtmann, bestimmt. Die Leitung des Bezirks Arnsberg wurde dem Leiter der staatlichen Lichtbildstelle in Dortmund, Konrektor Genau, übertragen. Diese vier Bezirksobmänner werden nun in den nächsten Tagen für ihren Bezirk Ortsfilmwarte einsetzen, die wiederum in den jeweiligen Orten für jede Schule einen Lehrer als Schulfilmwart zu ernennen haben. Der Aufbau der gesamten Organisation wird in 14 Tagen für Westfalen beendet sein, dann beginnt die eigentliche Arbeit an der Jugend. Jeder Bochumer muß wissen daß im Monat August 1933 die Bevölkerungszahl der Stadt Bochum 312273 gegenüber 312264 zu Anfang des Monats betrug; — nach Bochum zugezogen sind 1311 Personen, darunter 1112 alleinstehende Personen und 84 Familien mit 229 Personen: — von Bochum verzogen sind 1513 Personen und zwar 1167 alleinstehende Personen und 121 Familien mit 346 Personen: — 370 Kinder lebend geboren wurden und zwar 191 Knaben und 179 Madchen: — 188 Personen starben, darunter 27 Kinder im ersten Lebensjahr; — Krebskrankheiten mit 30 Fällen die erste Stelle einnahmen; — weiter folgten Tuberkulose mit 19. angeborene Lebensschwäche mit 16, Herzkrankheiten mit 13, Lungenentzündung mit 12, Altersschwäche und Verunglückung mit je 10 Fällen: — von den Bochumer Standesämtern 300 Eheschließungen beurkundet waren: — Ehescheidungen 16 zu verzeichnen waren; — acht Wohnhauser fertiggestellt wurden; — für weitere 82 Wohngebäude mit 94 Wohnungen die Bauerlaubnis erteilt und für 59 Wohngebäude mit 121 Wohnungen die Bauerlaubnis beantraat wurde: — die Einlagen bei der Städt. Sparkasse im August 1933 um 139591 RM zugenommen haben; — der gesamte Einlagenbestand am Schlusse des Monats 44 184 775 RM betrug; — die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger des Arbeitsamtes von 6672 auf 6062 gefallen ist; — auch beim Woblfahrtsamt die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um 1096 von 27427 auf 26 331 gefallen ist: — insgesamt unterstützt wurden vom Arbeitsamt 16 781 Personen und vom Wohlfahrtsamt 63 491 Personen; — am Schlusse des Berichtsmonats 22447 männliche und 1445 weibliche Arbeitsuchende gezählt wurden; — an Infektionskrankheiten volizeilich gemeldet wurden: Diphtherie 35, Scharlach 33, Unterleibstyphus 11, Ruhr 13, Kindbettfieber 5, spinale Kinderlähmung 1 und Lungentuberkulose(Todesfälle) 16 Fälle: — die Zahl der in den Bochumer Krankenanstalten verpflegten Kranken 1928 gegenüber 1955 Ende Juli 1933 betrug; — in den städtischen Badeanstalten insgesamt 12 457 Bäder verabfolgt wurden und zwar: 7056 Schwimmbäder, 1332 Wannenbäder, 3546 Brausebäder und 523 Heilbäder; — die Berufsfenerwehr 11 mal alarmiert wurde darunter 1 Großfeuer, 6 Kleinfeuer, 3 blinde und 1 böswilliger Alarm waren; — auf dem Schlachthof 889 Stück Rindvieh, 613 Kälber, 4308 Schweine, 65 Schafe, 4 Ziegen und 14 Pferde geschlachtet wurden: — die Gesamtzahl der Schlachtungen demnach im August 1933 5803 gegenüber 6368 im Vormonat betrug: — die Besuchsziffer des Bergbaumuseums 1430 gegenüber 1683 im vorhergehenden Monat betrug: — die Gemäldegalerte von 1886 Personen besucht wurde. Von der Anklage der Brandstiftung freigesprochen. + Das Schwurgericht hatte sich mit einem Fall von Brandstiftung zu befassen, hervorgerufen aus dunklen Gründen. Der 25jährige Arbeiter Fritz Sombetzki aus Hüls war der vorsätzlichen Brandstiftung angeklagt. Nach seinem eigenen Geständnis hat er am Abend des 1. April 1933 zu Hüls das von ihm im elterlichen Hause bewohnte Dachzimmer aufgesucht und sein Bett in Brand gesteckt. Darauf hat sich der Angeklagte, ohne das entstandene Feuer zu beachten, noch am Spätabend zu Fuß nach Haltern begeben und von dort ebenfalls zu Fuß nach wochenlanger Wanderung zur Nordsee. Nach einigen Monaten kehrte er in das elterliche Haus zurück, wo er von der Kriminalpolizei verhaftet wurde. Ehe er das Dachzimmer verlassen, hat er sein Fahrrad auf das brennende Bett geworfen. Zufällig bemerkte ein Mädchen in der Straße Rauch aus dem Dachzimmer aufsteigen. Es alarmierte die Nachbarschaft und dieser gelang es, in Abwesenheit der Eltern des Angeklagten, das Feuer zu ersticken, ebe das Gebäude angegriffen wurde. Die herbeigerufene Feuerwehr brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Der Angeklagte gestand die Tat zwar ein, erklärte aber, daß er zur Zeit der Tat nicht gewußt, was er getan. Der ärztliche Sachverständige, Nervenarzt Dr. Bombach, welcher den Angeklagten längere Zeit auf seinen Geisteszustand untersucht hat, erklärte vor Gericht, daß Schwachsinn bei dem Angeklagten nicht vorliege, auch keine Hallucinationen, sogenannte Sinnestäuschungen oder Wahngebilde. Der Angeklagte sei von einer angeborenen Hysterie befallen, die ihn vermindert zurechnungsfähig mache. Der § 51 des Str.=G.=B. komme bei ihm nicht in Frage. Das Gericht sprach den Angeklagten frei. In der Urteilsbegründung wurde betont, daß das Gericht den Ausführungen der Verteidigung in der Beurteilung des Falles gefolgt sei. Vorsätzliche Brandstiftung liege nicht vor, weil das Gebäude durch das Feuer nicht angegriffen sei. Das Gericht habe auch die Frage nach einer fahrlässigen oder versuchten Brandstiftung verneint. Eine„„weise Frau“ als Verbrecherin Die Tragodie eines jungen Mädchens. + Vor dem Schwurgericht Bochum spielte sich in der ersten Verhandlung eine Tragödie eines jungen blühenden Mädchens av, die das Mitleid aller im Saale hervorrief, während auf der Anklagebank, aus der Untersuchungshaft vorgeführt, eine alte 63jährige Frau im Greisenhaar, die Wwe. Anna Lange aus Witten=Annen. Platz nehmen mußte, die unter der schweren Anklage der gewerbsmäßigen Lohnabtreibung im wiederholten Rückfall und der fahrlässigen Tötung stand. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit war für die ganze Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Die Angeklagte bewohnte zu WittenAnnen ein Zimmer. Sie erhielt lebhaften Zuspruch als Kartenlegerin. Ihre Vorstrafenliste kennzeichnet sie auch als eine gewerbsmäßige LohnDurchfüͤhrungsbestimmungen zur Buͤrgersteuer J934. Zu dem Gesetz über die Bürgersteuer für 1934 hat der Reichsfinanzminister jetzt eine Durchführungsverordnung erlassen. Die Verordnung bringt ins Einzelne gehende Vorschriften für die Erhebung der Bürgersteuer. Ueber die Frage, wo die Bürgersteuer erhoben und bis wann sie beschlossen werden muß, heißt es in der Durchführungsverordnung, daß steuerberechtigt für den vollen Steuerbetrag die Gemeinde ist, in deren Bezirk der Steuerpflichtige am Stichtag wohnt. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige nach dem Stichtag seinen Wohnsitz in den Bezirk einer anderen Gemeinde verlegt. Die Bürgersteuer muß von der Gemeinde bis zu dem nachfolgend bezeichneten enbunkte rechtswirksam beschlossen sein: Wenn die Bürgersteuer erhoben werden soll mit 1. 50 oder 100 v. D. des Reichssatzes vor dem 1. Oktober 1934, 2. 150 oder 200 v. H. des Reichssatzes vor dem 1. Juli 1934, 3. 250 oder 300 v. H. des Reichssatzes vor dem 1. April 1934, 4. mehr als 300 v. H. des Reichssatzes vor dem 1. Januar 1931. Die Höhe der Bürgersteuer ist in Hundertsätzen des Reichssatzes auszudrücken. Der Hundertsatz muß durch 50 teilbar sein. Ein Gemeindebeschluß, der für die Bürgersteuer des Kalenderjahres 1934 keinen höheren Hundertsatz vorsieht als den, mit dem die Gemeinde die Bürgersteuer für das Kolenderjahr 1933 erhoben hat, gilt als von der Larkesregierung genehwigt, soweit diese nicht etwas anderes bestimmt. Hinsichtlich der Fälligkeit der Bürgersteuer ist wiederum eine Regelung der Art getroffen, daß bei Lohnsteuerzahlern mit einem Monatsgehalt die Steuer in 12 gleichen Teilbeträgen in den Monaten Januar bis Dezember 1934 und bei den Wochenlohnempfangern in 24 Teilbeträgen, und zwar am 10. und 24. der Monate Januar bis November und am 10. und 28. Dezember 1934 von den Gehaltsbzw. Lohnbezügen einzubehalten ist. Soweit sie mit ihrem Gesamtbetrage auf Grund eines besonderen Bescheides erhoben wird, so wird sie in gleichen Teilbeträgen fällig, wenn ihre Höhe im Verhält.iis zu den Reichssätzen beträgt: a) 50 oder 100 v. H.: mit ihrem Gesamtbetrage am 10. Februar 1934: b) 150 oder 200 v. H. jeweils am 10. der Monate Februar und Mai 1934; 250 oder 300 v. H. jeweils am 10. der Monate Februar, Mai und August 1934; mehr als 300 v. H. jeweils am 10. der Monate Februar, Mai, August und November 1934. Ist der Heilige Rock in Trier echt? Ein Vortrag im KKV. Constantia. In der letzten Versammlung des KKV. Constantia gedachte der 1. Vorsitzende, Calderoni, zu Anfang der verunglückten SA.=Männer in einer ehrenden Ansprache. Nach Bekanntgabe der letzten Verbandsnachrichten gab der geistliche Beirat des Vereins, Studienrat oischen, im Anschluß an die Trierfahrt der Constantia einen Ueberblick über die Geschichte des hl. Rockes und ging insbesondere auf die Frage ein, ob der hl. Rock echt sein konne. Er wies darauf hin, das im Jahre 1890 von dem damiligen Bischof Korum eine ganz eingehende Prüfung des Rockes durch Fachkenner ersten Ranges veranlaßt worden sei. Diese Prüfung und spatere Nachforschungen der Kostümkunde hätten ergeben, daß der hl. Rock in seiner ganzen Art, in seinem Aussehen und in seiner Form durchaus mit den Obergewändern übereinstimme. welche die Juden zu jener Zeit getragen hätten. Auch die ältesten Bildnisse in den Katakomben Roms aus den ersten Jahrhunderten stellten den Heiland mit einem solchen Gewande dar. Der Rock könne also nicht, wie die Gegner vielfach behauptet haben, erst im 11. oder 12. Jahrhundert angefertigt worden sein, denn dann würde man nicht ein Gewand haben anfertigen können, welches so mit Gewändern übereingestimmt hätte, wie sie 1000—1200 Jahre vorber getragen worden seien, zumal man damals ja über die Kleidungsstücke der antiken Welt keine Kenntnisse besessen habe. Daß der hl. Rock also aus der Zeit Christi stamme, könne man nach den Ergebnissen der Nachforschung wohl als sicher annebmen. Nun sei allerdings kein Nachweis möglich, der mit Sicherheit den Rock in Trier als das Gewand des Heilandes erweise. Aber auch der größte Skeptiker müßte die Möglichkeit zugeben, daß nach dem Tode Jesu die ersten Gläubigen das Gewand des Herrn, welches die Soldaten nach der Bibel ja ungeteilt ließen, in besondere und ehrfürchtige Aufbewahrung nahmen. Daß es dann später über Rom den Weg nach Trier gefunden habe, sei durchaus verständlich aus der hervorragenden Bedeutung, welche Trier als Residenzstadt des Römerreiches in jener Zeit besessen habe. Die alte Tradition, die sich in Trier aus dem 5. Jahrbundert bis ins Mittelalter unverändert gehalten hat, laute dahin, daß die Kaiserin Helena, die Mutter Constantins, von dem damaligen Papft für ihre Lieblingsstadt Trier Reliquien erbeten und den ungenähten Rock Jezu erhalten habe. Durch eine Urkunde, welche allerdings nicht mehr im Original vorbanden sei, aber im 6. Jahrhundert in einer Zweitschrift von dem damaligen Bischof neu angefertigt gewesen sei, werde die Ueberbringung des hl. Rockes nach Trier bestätigt. Ferner habe Trier noch eine Elienbeintafel aufzuweisen, deren Ursprung von Sachverständigen in das 5. oder 6. Jahrhundert verlegt werde, auf welcher die Ueberbringung des bl. Rockes nach Trier dargestellt sei. Wenn aus der späteren Zeit weitere Urkunden fehlten, so erkläre sich das daraus, daß eben in jenen Jahrhunderten größzere Wirrnisse über Trier hereinbrachen. Dennoch sei aber die Tradition nicht untergegangen, sondern habe sich laufend weiter vererbt, bis am 11. Mai 1808 die feierliche Uebertragung zum neuen Hauptaltar des Domes erfolgte. Aus mehrfachen Urkunden und Schreiben gehe hervor, daß man der Stadt Trier schon im Mittelalter wegen des Besitzes des ungenähten Rockes des Herrn einen besonderen Vorzug uertannt habe. Weiterhin schilderte der Referent ie erste große Ausstellung und öffentliche Verehrung im Jahre 1512 und die weiteren Schicksale des bl. Rockes bis in unsere Zeit binein. Zusammenfassend könne man also sagen, daß der Glaube an die Echtheit des hl. Rockes sich auf eine ganze Anzahl von Tatsachen stütze, die man gang und gar zu Gunsten der Echtheit werten könne. Die Versammlung unterhielt sich dann weiterhin über die Fahrt der Constantia nach Trier, über die Art der Heilungen, von denen man in diesem Jahre aus Trier Nachricht erhalten habe. Die anwesenden Mitglieder zeigten sich von dem aufschlußreichen Vortrage in höchstem Maße befriedigt. abtreiberin, denn sie ist seit dem Jahre 1909 von den Schwurgerichten Bochum und Essen nicht weniger als viermal zu längeren Zuchthausstrafen verurteilt worden, zuletzt im Jahre 1926 mit einem Jahre sechs Monaten Zuchthaus. Zu dieser Frau erschien Ende April ein junges Mädchen, bei dem die Angeklagte einen Eingriff vornahm. Einige Wochen später stellten sich schwere Folgen bei dem Mädchen ein, welches dann nach zweitägiger Krankenhausbehandlung an diesen starb. Der Verhandlung wohnten zwei ärztliche Sachverständige bei, nach deren Gutachten der Tod des Mädchens mit 90prozentiger Wahrscheinlichkeit als Folge der Maßnahmen der Angeklagten anzusehen sei. Der Staatsanwalt beantragte im Sinne der Anklage gegen die Frau unter Hinweis auf ihre vielfachen einschlägigen Vorstrafen eine Gesamtzuchthausstrafe von 8 Jahren. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu 4 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Von der Anklage der fahrlässigen Tötung wurde sie wegen nicht hinreichender Beweise freigesprochen. Zwischen Bürgersteig und Straße. Gegen 21.50 Uhr fuhr der Führer eines Kleinkraftrades gegen die geschlossene Schranke der Babnüberführung auf der Alleestraße am Portal 5 des Bochumer Vereins und drückte die Schranke gegen den fahrenden Eisenbahnzug. Die Schranke wurde von einem Eisenbahnwagen erfaßt und zerbrochen. Die gebrochene Schranke prallte zurück und traf einen auf dem Bürgersteig stebenden Bergmann. Dieser wurde zu Boden geschleudert und am rechten Knie, rechten Handgelenk und Unterkiefer leicht verletzt. Er wurde auf der Sanitätsstelle des Bochumer Vereins verbunden. Das Kleinkraftrad wurde ebenfalls von einem Eisenbahnwagen erfaßt und 5 Meter mitgeschleift. Es wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden. * Am gleichen Tage, gegen 22.45 Uhr, fuhr ein Motorradfahrer mit seinem Kraftrade auf der Blumenfeldstraße einen in gleicher Richtung fahrenden Handwagen an. Der Motorradfahrer kam mit seinem Motorrade zu Fall und zog sich Hautabschürfungen an den Oberarmen zu. Er konnte seinen Weg fortsetzen. * In den Abendstunden wurde auf der Hattinger Straße der Händler B. aus Bochum von einem Personenkraftwagen angefahren. Er wurde mit einer Gehirnerschütterung und einem Bluterguß am Kopf dem Bergmannsheil zugeführt. Die Diebeszunft bei der Arbeit. Aus einem verschlossenen Stall in der Schachtstraße wurde in der Nacht eine Zeltdecke mit der Beschriftung„Peter Dosquedt“ gestohlen. * In der Nacht wurde aus dem Hausflur des Hauses Gustavstraße 14 zwei 50 mal 100 cm große Oelgemälde, die Venus darstellend. entwendet. * Unbekannte Täter erbrachen in der Nacht den Verkaufsstand des Zeitschriftenvertriebes G., Brück straße 66, und entwendeten für etwa 12 RM Zeitschriften: Der Uhn. Das Leben u. a. * Festgenommen wurde der Bergmann Kaspar R aus Altenessen, der Bochum angeblich auf einer Wandertour durchquerte. In der Blücherstraße entwendete er aus einem Hausflur ein Fahrrad und suchte damit das Weite. Er wurde jedoch beobachtet und verfolgt und konnte auf dem Friedrichsplatz von einem Kriminalbeamten festgenommen werden. * Zwei Einbruchsdiebstähle aus dem Monat März d. J. fanden durch die Festnahme der Täter ihre Aufklärung. Die Arbeiter Bruno Kr. und Anton M., die mit einem dritten Komplizen aus Berlin zusammenarbeiteten, haben die beiden Diebstähle eingestanden. Auch die in Bochum wohnhaften Hehler konnten festgestellt werden und sehen ihrer Bestrafung entgegen. Ersauwahl. In der stattgefundenen Ersatzwahl zur Industrie= und Handelskammer zu Bochum wurde in Wablgruppe II(Eisen=, Stahlund Metallverarbeitung. Maschinen= und Apparatebau) für den nördlichen Wahlbezirk(Stadtkreise Gelsenkirchen, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid) Bergwerksdirektor Wilhelm Friedrich. Gelsenkirchen, gewählt. (!) Die Quittungskartenrevision beginnt am 21. September in der Marienstraße Nr. 14 bie Ende und wird fortgesetzt in der Rottstraße Nr. 49 bis Ende. Diekampstraße Nr. 29 bis Ende, Roon, Spichern=, Karl=, Nibelungen= und Beethovenstraße. „Reichs=Kriegsflagge". Am 9. November 1933, dem 10. Jahrestage der nationalen Erhebung des Jahres 1923, soll die„Reichs=Kriegsflagge“ in ihrer alten Form zum Appell antreten. Alle Angehörigen der„Reichs=Kriegsflagge“ wollen ihre Anschrift mit Personalien, sowie Kompagnie und Zug, dem sie angehörten, an den Reichsführer der 3S, München, Gabelsbergerstraße 31, mitteilen. Wie wird das Wetter? Mittwoch, den 20. S Nach Abzug des Regengebietes auf der VorAN derseite der Nordseestörung kommt Westdeutschland jetzt auf die Rückseite derselben und erhalt bei leichtem Druckanstieg zeitweise Aufheiterung Jedoch wird diese Periode nicht schauerfrei sein. Durch Zufuhr warmer Meeresluft auf der Norderseite eines westlich von Irland liegenden Wirbels geht über Irland und dem westlichen England bereits Landregen nieder. Dieses Niederschlagsgebiet wird ostwärts vorrücken und unserem Dienstbereich erneut Regen bringen Vorbersage für Mittwoch: Bei schwacher wechselnder Luftbewegung überwiegend wolkig und nur zeitweise aufgeheitert. Keine neunenswerte Niederschläge. Später erneute 5trübung. Temperaturen nur in der Nacht etwas zurückgehend. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bei Winddrehung auf Südwest weitere Bewölkungszunahme und Regen. Freilichtbühne Wienkopp! Heute ist die vorletzte Mittwoch=Aufführung der Freilichtbühne Wienkopp. Ende dieses Monats wird die diesjährige Spielzeit beendet. Wer das Spiel„Jedermann“ noch nicht gesehen hat, muß sich also beeilen, wenn er noch eine Aufführung besuchen will. Erwerbslose und Rentenempfänger erhalten bei Vorlegung ihres Ausweises die Eintrittskarte für 20 Pfg. Jeder dar zwei Karten zum verbilligten Preise losen. Auc sei nochmals darauf hingewiesen, daß beute ab 14 Uhr jeder Straßenbahnwagen der Linie Autobusanschluß zum Wienkopp hat. Für ältere Personen ist die Freilichtbühne heute besser zu erreichen als an Sonntagen. Versäume keiner diese Gelegenheit! DEIN WEG sul Das Theater hat mit seinen Aufführungen be= innen. Auch Du mußt im neuen Reiche Theaterbe= ucher werden. Die„Deutsche Bühne, die einzige Theaterbesucherorganisation im neuen Staate, will alle deutschen Volksgenossen zu Trägern der nationalsozialistischen Kulturidee vom Theater machen. Sie will alle Volksgenossen erfassen. Für jeden deutschen Menschen soll das Theater zur seelischen Bilnas= und Erziehungsstätte werden. Daher ist el notwendig, daß der Theaterbesuch billig ist.— Die „Deutsche Bühne“ betrachtet es als ihre vornehmite Aufgabe, den Theaterbesuch so billig wie möglich zu gestalten, damit sich niemand aus geldlichen Gründen auszuschließen braucht. Jeder kann mitmachen. Der billigste Platz für ein Schauspiel kostet nur 0.9 Dek., der teuerste 9,10 Mk., eine Oper ist auf der belligiten Platzgruppe schon für 0.50 Mk. auf der teuersten für 2.90 Mk. au haben. Hinzu kommt n daß zu allen kulturellen Veranstaltungen die Mitglieder der„Deutschen Bühne“ stark ermäßigte Sonderpreise erhalten. Die„Deutsche Bübne“ ruft alle Volksgenossen gur aktwen Mitarbeit in der„Deutschen Buhne“ auf. Die„Deutsche Buhne“ erwartet. daß alle mitmachen und den Beweis volkischen Kulturwillens erbringen. Tretet noch heute der„Deutschen Buhne“ beil Seid Kulturkämpfer im neuen Reich! Die„Deutsche Bühne“ gibt bei jeder 50. Anmeldung drei Gutscheine, die für je eine Vorstellung Geltung haben. Drei weitere Gutscheine erhalt seweils die SA bezw. SS.— Zu weiteren Paten wurden dadurch: Frl. A. Reisewitz. Kronenstr. 48: Krl. Hübel, Hattingerstr. 200; Frl. A. Bergbüser, Stievelerstraße 159. Auskunft und Anmeldung täglich von 8—1 Nor und nachmittags von 8.20—7 Uhr. mit Ausnahme Sonnabendnachmittags an folgenden Etellen: Deutsche Bühne, Bochum,Lueghaus, Zimmer 10 Fernruf 64 390 Bochum=Werne: Lehrer Bährens, Lüttger Heide 5 Bochum=Langendreer: Lehrer Schulte, Kaiserste. N Bochum=Weitmar: Kurt Wernecke, Hattingerstr. 210. Aufruf! Werdel Mitglieder des Slädtischen Musikvereins Bochum! Stimmbegabte Damen und Herren werden hiermit zum Eintritt in den Stadtischen verein freundlichst eingeladen. Geldliche Verpflichtungen sind mit der Mitgliedschaft nicht verbunDie Unterstützung des Städtischen Musil16 der es Aufgabe Unterstützung S.udtischen Musitvereins der es sich seit vielen Jahrzehnten zur hat,en Meistern Aufgabe gemacht hat, die edelsten Meisterwerke deutscher Musik zur Aufführung zu bringen, in 1 Interesse der deutschen Kunst dringend erwünscht. Proben finden stets am Mittwochabend statt. und Zeit wird jeweils rechtzeitig durch die Zeitungen bekannt gegeben. Anmeldungen kurz Beginn der Probe beim Probenleiter. Nächne Probe heute Mittwoch, den 20. September, Haus Rechen, und zwar für Damen um 19.30 Uhr und für Herren um 21 Uhr. Die M hunderttau Baa Die Szenen, die des englischen Schla in Europa verstorb Hafen von Haifa a sich gestern bei dem Landeshauptstadt B Schon seit Tage Tigris in tiefer Tr. licht= und sonnendur ein frohes, buntes 1 abzuspielen pflegt, be dem Tod des ersten Leben nur noch in und Geschäfte ware in den Schaufenster der des verstorbenen von den Häuserfront Zeichen der Trauer In der Nacht zeugs, das die stert Feisal aus Haifa ne waren die Straßen sehbaren Menge bey kunft harrte. Die M vor dem Morgengr. der Stadt nach einer Mit einem Salut Sarg aus dem Flug und mit einem Du schmückt. Vor dem ein lebensgroßes Bil aufgestellt. Dann sey An der Spitze ritt di folgten die Abordni schen einer Ehrenkon König Feisals, hint Kissen die Orden un Vor 70 Jahrei der Ersorscher der bervorragende E gangenheit in Sprach vor 70 Jahren. am: verehrt die deutsche Eugen, der ihn la fand dies richtig; den mehr gerundet. Aber der morali voruber. Charles wu „Weißt du schon du kannst es ja nicht es sagen: Ich habe hinter mir. Jch he schrieben.“ „7?" „Sieh mich nicht ben, es war die gros Lebens.“ Charles n Eugen wußte nic oder steckte wirkliche „Na, ich will di spannen. Du kannit noch in jedem Abend Vertrag unterschriebe Staat meine Fabrike ubereigne. Brauchit mehr zu machen. Il Sachel Barscheck an „Allerdings.“ fuh Meunier würden sid drehen. wenn sie es Eugen hatte sich und streckte ihm die ch für meine was bist du für ein Nichts zu gratul eigentlich merkwürdig armer Schlucker, wie paar Arbeitern ein als wohlhabender M Industriekapitäne. wieder zu degenerlen können, geschweige de —— Eo ist do Auf= und Abstieg de keinen Trüpsinn nich dann wollen wir in ein paar Flaschen das Wetter? Regengebietes auf der Vorörung kommt Westdeunaickseite derselben und erhalt tieg zeitweise Aufheiterung riode nicht schauerfrei sein r Meeresluft auf der von Irland liegenden d und dem westlichen Engen nieder. 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Jeder kann mitmachen. in Schauspiel kostet nur 0.90 R., eine Oper ist auf der bi= für 0.50 Mk., auf der teuhaben. Hinzu kommt noch. n Veranstaltungen die Mitbühne" stark ermäßigte Son„Deutsche Bübne“ ruft alle en Mitarbeit in der„Deut= „Deutsche Buhne“ erwartet. den Beweig volkischen Kulretet noch heute der„Deutid Kulturkampfer im neuen t" gibt bei jeder 50. Anmeldie für je eine Vorstellung peitere Gutscheine erhalt se= — Zu weiteren Paten wurleisewitz. Kronenstr. 48: Krl. z Frl. A. Berghüser, Stiere= ldung täglich von 8—1 Udr 30—7 Uhr. mit Ausnahme in folgenden Etellen: Lueahaus, Zimmer 10 Bährens, Lütiger Heide 53 Lehrer Schulte, Kaiserste. 80 Wernecke, Hattingerstr. 21fl. del Mitglieder des ikvereins Bochum! en und Herren werden in den Städtischen Musit= eladen. Geldliche VerpflichNitgliedschaft nicht verbundes Stadtischen Musiit vielen Jahrzehnten die edelsten Meisterwerke fführung zu bringen, ist im Kunst dringend erwünscht. Mittwochabend statt. Art rechtzeitig durch die n. Anmeldungen kurz vor deim Probenleiter. Nächste den 20. September, im für Damen um 19.30 Uhr Uhr. Mittwoch, den 20. September 1938 2. Beilage der Weltkälischen Volks-Seitung Nr. 219— Seite 9 Die Märchenstadt am Tigris beweint ihren toten Köͤnig. hunderklausende geben dem verstorbenen Herrscher das Geleit. sich dem Trauerzug die Mitglieder der Beamtenschaft und der Verwaltung des Landes an. Unter den Leidtragenden bemerkte man auch viele hohe britische Würdenträger und zahlreiche Angehörige des in Bagdad akkreditierten diplomatischen Korps. Die Zeremonie am Grabe selbst war zwar feierlich, dauerte aber nur verhältnismäßig kurze Zeit. Moslemische Priester sprachen einige Gebete und gleichzeitig trugen Chöre Gesänge vor, woraufhin er Sarg dann unter dem letzten Salut von einigen in der Nähe aufgestellten Batterien langsam in die Gruft sank. So hat Arabien seinen ersten König, der dem Lande die nationale Unabhängigkeit wieder zurückgewonnen hat, im Tode geehrt. Der Mann, den das Giück nicht fand. Erbschaft sucht vergeblich den ewigen Wanderer.- Im Viehstall als Bettler gestorben. Bagdad, 19. Sept.(Funkspr.) Die Szenen, die sich bereits bei der Ankunft des englischen Schlachtschiffes mit dem Sarg des in Europa verstorbenen Königs Feisal im Hafen von Haifa abgespielt haben, wiederholten sich gestern bei dem feierlichen Begrabnis in der Landeshauptstadt Bagdad. Schon seit Tagen lag die Märchenstadt am Tigris in tiefer Trauer. Dort wo sich sonst in licht= und sonnendurchfluteten Gassen und Straßen ein frohes, buntes und lebensbesahendes Treiben abzuspielen pflegt, bewegte sich seit der Kunde von dem Tod des ersten Herrschers aller Araber das Leben nur noch in gedrückter Stille. Die Bazare und Geschäfte waren vielfach geschlossen: überall in den Schaufenstern sah man Busten oder Bilder des verstorbenen Königs, schwarz drapiert, und von den Häuserfronten wallte schwarzer Flor zum Zeichen der Trauer des Landes In der Nacht vor der Ankunft des Flugzeugs, das die sterblichen Ueberreste des Königs Feisal aus Haifa nach Bagdad überführen sollte, waren die Straßen Bagdads von einer unübersehbaren Menge bevölkert, die schweigend der Ankunft harrte. Die Maschine landete schließlich kurz vor dem Morgengrauen auf dem Flugfelde vor der Stadt nach einer weiten Reise über die Wüste. Mit einem Salut aus 25 Geschützen wurde der Sarg aus dem Flugzeug auf eine Lafette gehoben und mit einem Dutzend Flaggen des Irak geschmückt. Vor dem Sarg auf der Lafette wurde ein lebensgroßes Bild des verstorbenen Souveräns aufgestellt. Dann setzte sich der Zug in Bewegung. An der Spitze ritt die Leibgarde des Königs, dann folgten die Abordnungen der Regimenter. Zwischen einer Ehrenkompagnie folgte dann der Sarg König Feisals, hinter dem auf kostbar bestickten Kissen die Orden und Auszeichnungen des natioVor 70 Jahren starb Jakob Grimm der Erforscher deutschen Volkstums. Jakob Grimm. der hervorragende Erforscher der deutschen Vergangenheit in Sprache. Sage und Volksbrauch, starb vor 70 Jahren, am 20. September 1863. In ihm verehrt die deutsche Altertumswissenschaft ihren Begründer. nalen Helden und Gründers des arabischen Königreiches hergetragen wurden. Dann schlossen sich die Mitglieder der königlichen Familie an. Die Brücke über den Tigris wird abgebrochen. Der Trauerzug, der eine Länge von über zwei Kilometern hatte, bewegte sich langsam und gemessen unter den Trauerweisen von Militärkapellen, unterbrochen von dem dumpfen Wirbel der Trommeln vom Flugplatz aus durch die Stadt zum Königspalast. Hunderttausende standen zu beiden Seiten der Straße, durch die sich der Leichenzug bewegte, Spalier und oben auf den flachen Dächern sah man tausend und abertausend tief verschleierter Moslemfrauen, deren Klagen den Zug des Königs auf seiner letzen Fahrt begleiteten. Die Polizei hatte alle Mühe, dem Zug durch die Straßen der Stadt einen Weg zu bahnen. Da der Zug trotz dem energischen Eingreifen der berittenen Polizei bereits wiederholt ins Stocken geraten war, mußte man sich entschließen, die berühmte Schiffsbrücke über den Tigris, kurz nachdem der Zug das jenseitige Ufer erreicht hatte, durch Herausnahme eines Pontons zu sperren um so das Nachströmen der Menschenmassen zu unterbinden. Vor dem königlichen Palast angekommen schlossen London, 19. September.(Drahtb.) Es war in einer kalten Dezembernacht, ein eisiger Wind heulte sein ungemütliches Lied um das einsame Gut bei Berbill, als jemand zaghaft an der Haustür klopfte. Der Eigentümer, Mr. Joseph Davio, und seine Familie lag längst in tiefem Schlummer, erst als das Klopfen immer heftiger wurde, erwachte der Landwirt und öffnete dem Fremden. Ein alter Mann, nur notdürftig in Lumpen gehüllt, lehnte kraftlos an der Wand. Zitternd und kaum noch im Stande, sich auf den Füßen zu halten, hat er mit schwacher Stimme um ein Nachtlager. Davis besann sich keinen Augenblick. Bei diesem Winterwetter mußte der Fremde hier draußen umkommen. Er führte ihn herein, bereitete ihm in der Küche ein Lager und bewirtete ihn mit heißem Tee. Der alte Mann hatte kaum getrunken, als ihn auch schon die Erschöpfung übermannte und ihn in tiefen Schlaf versinken ließ. Er mußte einen weiten Weg hinter sich haben. Auch am nächsten Morgen war der Wanderer noch allzu ermattet, als daß er seinen Weg hätte fortsetzen können. Nur mit Mühe erhob er sich. Auf alle Fragen antwortete er mit schwacher, tonloser Stimme und sein Name. Macauley, war das einzige, was man aus ihm Positives herausbekommen konnte. Auf das Woher und Wohin hatte er nur ein müdes Zucken der Achseln. Aber der Zustand seiner Kleidung ließ auf eine vieljährige Wanderschaft schließen. Weihnachten kam heran. Der Alte hatte sich wieder erholt. So gut er konnte, griff er im Haushalt mit zu. Die Kinder hatten ihn wegen seiner gütigen Augen und seiner Hingabe an ihre kleinen Kümmernisse bald ins Herz geschlossen. Aber für immer konnte er nicht in der Küche wohnen. Schon wollte der Alte sichtlich schweren Herzens sein schmales Bündel schnüren, als Joseph Davis seinen seltsamen Gast aufforderte, für immer im Hause zu bleiben, sich aber mit einem Lager im Kuhstall zu begnügen. Mit Tränen der Dankbarkeit in den Augen, willigte der Fremde ein. In einer Ecke, weit hinten im warmen Kuhstall, bezog er einen kleinen Verschlag. Es war rührend, mit welcher Liebe er diese mehr als ärmliche Behausung wohnlich ausstattete. Sehr bald hatten es die Tiere erkannt, daß er zu ihnen gehörte und es gut mit ihnen meinte. Zu schwerer Arbeit war er noch zu schwach, aber mit kleinen, sorgsamen Handreichungen konnte er sich noch recht nützlich machen. Monat um Monat ging dahin. Stille lebte der Alte unter den Tieren und mit seinen kleinen menschlichen Schützlingen. Nichts in der Welt konnte weiter sein Interesse erregen. Still wie sein Lebensabend war auch sein Tod. Ausgestreckt auf dem Stroh ein kleines Bündel Heu in der Hand. das er offenbar einer Kuh reichen wollte, fanden ihn die Kinder. Stumm umstanden die Tiere den Toten Er wurde nach Brigthon zur Bestattung ubergeführt. Und hier stellte sich die überraschende Tatsache heraus, daß seine Frau seit achtzehn Monaten nachihm suchen ließ, daereine riesige Erbschaft gemacht hatte Seit sechzehn Jahren war er ruhelos als Bettler umbergeirrt. Auch seine Frau kannte nicht das Geheimnis, das seine Seele bedrückt hatte. Bad Dürrheim(Schwarzwald) verzeichnete im Monat August 1033 2225 Neuankünfte von Gästen, mit 54 888 Uebernachtungen. Bis 1. September 1033 betrug die Zahl der angekommenen Gäste 7004 mit 152 406 Uebernachtungen. Anschauungs=Material für Genf. Interessante Fliegeraufnahme des Flugzeugmutter Der neue amerikanische 10 000-To.=Kreuzer schiffs„Furious“, auf dessen Tragdeck gerade ein„Minneapolis“ beim Stapellauf. Doppeldecker landet. Diese imposanten Bilder von der englischen und amerikanischen Flotte beweisen, wie sehr diese beiden Machte an dem Aufbau ihrer Rüstungen arbeiten, die selben Länder, die an der Seite Frankreichs noch immer den Standpunkt vertreten, daß die Rüstungs=Gleichberechtigung, die Deutschland fordert, für alle gilt, nur eben nicht für Deutschland. So reiht sich dieses Doppelbild in die unendlich große Serie ein, die der kommenden Abrüstungskonfereng in Genf so glänzendes Anschauungsmaterial bieten würde. Das hohe Spiel Roman vo Urheberrechtsschutz durch 9. Zortsetzung.) Eugen, der ihn lachelnd von der Seite betrachtete, d dies richtig; denn das Bauchlein hatte sich noch r gerundet. Aber der moralische Katzenjammer war rasch iber. Charles wurde munter. Weißt du schon das Neueste? Nicht. Ist kannst es ja nicht wissen. Also dann will ich dir sagen: Ich habe heute schon eine schwere Arbeit er mir. Jch habe nämlich meinen Namen ge= ieben." Sieh mich nicht so blod an! Du darfst es glaues war die größte und schwerste Arbeit meines ens.“ Charles war wieder ernst geworden. Eugen wußte nicht recht, sollte es ein Ulk sein steckte wirklich etwas dahinter. Na. ich will dich nicht länger auf die Folter men. Du kannít die Neuiakeit ja sowieso heute in jedem Abendblatt lesen. Ich habe eben den trag unterschrieben, durch den ich dem frangosischen at meine Fabriken um zehn Millionen reigne. Brauchst nicht aufzufahren, es ist nichts r zu machen. Uebrigens eine schöne und glatte he! Barscheck auf die Bank von Frankreich. Allerdings." fuhr er zogernd fort,„die Bruder inier würden sich, glaube ich, im Grabe umsen. wenn sie es wüßten." Fugen hatte sich von seiner Ueberraschung erholt streckte ihm die Hand bin: Ich für meine Person gratuliere herglich. Gott, bist du für ein Krosue!" Nichts zu gratulieren. Weißt du,— es ist doch ntlich merkwürdig. Mein Großrater war noch ein er Schlucker, wie er als Schlossermeister mit ein k Arbeitern ein Lädchen aufmachte. Schon er stard wohlbabender Mann. Seine Schne aber wurden ustriekapitane. Leider ist nun der Enkel schor der zu degeneriert, um das Erbe nur erhalten nen, geschweige denn weiter in die Höhe zu führen. —— Es ist doch etwas Merkwürdiges um den und Abstieg der Generationen! Aber deswegen en Trübsinn nicht! Gib mir noch einen Genever, n wollen wir in ein schones Lokalchen gehen und paar Flaschen Seckt auf das Wohl des frangon August Frank Verlagsanstalt Manz, Regensburg. Nachdruck verboten sischen Staates trinken. Der mag jetzt in Roubaix Kanonen fabrizieren, soviel er will. Ich hatte es nie getan. Wenn man daran denkt, daß damit auf lebendige Leiber geschossen werden soll, nee, brr!! Also, Schluß.“ Vorfrühling 1914. Einer der schonen Marztage. wo die Sonne vergnügt spitzbübisch in sich hineinlacht, weil sie dem Winter und den Menschen zugleich ein Schnippchen schlagt. Dem Winter, weil sie weiß. daß es mit ihm bald endgültig vorbei ist. Den Menschen, weil diese glauben, der Sommer sei bald da, wenn sie ihnen mitleidig für ein paar Stunden etwas weiche wohlige Wärme durch ihre Strahlen herunterblinzelt. Doch schon Nachts erfährt man, daß es noch weit bis dahin ist. Auch gibt es manchmal am nächsten Tage statt des frohen Sonnenscheins wieder einen häßlichen Schneeregen. Aber schön sind sie doch, diese Märzsonnentage. Sie sind das Anpochen des Frühlings, der vor der Türe steht und immer ungetümer Einlaß fordert. Auf den Pariser wirkt die Fruhlingssonne besonders stark, er ist eben Optimrst Noch mehr auf die Pariserinnen. Vor wenigen Tagen liefen sie noch in Pelze vermummt herum, heute haben sie schon die duftigsten und leichtesten Toiletten an— und der Sommerhut ist da. Gang schlagartig geht das, ohne jeden Uebergang. Sie lieben nun einmal das Plötzliche, Wetterwendische. Einige ganz Kühne tragen sogar schon den Sonnenschirm. Wohl mehr der Dekoration als der Teints wegen., Er macht sich gut und gibt, wenn man ihn zu handhaben weiß, einen reizvollen Hintergrund für hübsche Gesichter! Man pilgert oder fahrt ins Bois. Dort sind die Arbeiter eben mit dem Entfernen des dürren Laubes fertig geworden. Die Kastanienknospen fangen an quellen, der Flieder zeigt schon kleine, spitze, grüne Blattchen und die Veilchen sind schon ganz unbescheiden geworden vor lauter Blauen und Duften Der Professor und Rektor der Technischen Hochschule Daumier war an einem solchen schönen Spätnachmittage noch in seinem Privatlaboratorium. Er bastelte mit einem Mechaniker an einem Dampfmaschinenmodell herum. Sein junger Freund und Schüler Eugen Meunier durfte ihm dabei helfen. „Bessere Verwertung des Abdampfes“ war das zu lösende Problem. Heute glaubte er einer befriedigenden Lösung naye zu sein. Im beglückenden Eifer des Erfolges hatten weder er noch seine Gehilfen bemerkt, daß es spät geworden war. In dem großen mächtigen Gebäude war kaum mehr ein Mensch; denn es war Samstag, da fanden nachmittags keine Vorlesungen statt. Leise klopfte es an die Tür; ohne die Antwort abzuwarten, trat ein Mädchen ein oder war es eine junge Frau? Die Herren hatten weder ihr Klopfen noch ihr Eintreten in ihrem Arbeitseifer gehört. Durch ein Regal, auf dem Maschinenmodelle standen, halb verdeckt schaute sie lächelnd auf die drei. Das war wieder so echt von ihrem Bräutigam, über der Arbeit Zeit, Braut und die schöne Sonne draußen ganz zu vergessen! Wie sein Gesicht wieder vor Erregung gerötet war, wie seine Augen durch die schurfen Brillengläser funkelten! Seine schmalen Gelehrtenhände, die ein feines, nervöses Zittern ständig durchbebte, arbeiteten wie liebkosend an seiner neuen Schopfung. Einen Moment überschatteten sich die schönen Züge der jungen Frau, es mochte wohl ein kleines Gefühl der Eifersucht sein, daß ihm seine Arbeit wichtiger war als sie. Dann blieben ihre Augen an Eugen haften. Diesen jungen Mann mit dem rassigen Gesicht und dem scharf geschnittenen Kopf kannte sie doch?! Das war ja der Student. der ihr vor bald zwei Jahren bei der Verpflichtungsfeier aufgefallen war. Welch schlanke, geschmeidige und durchtrainierte Figur! Etwas voller war er allerdinas geworden und seine Züge etwas weicher, Paris hatte schon auf ihn eingewirkt. Ihr Bräutigam hatte ihr übrigens schon mehrere Male von ihm erzählt und sich sehr lobend über ihn ausgesprochen Sie hatte seit der Verpflichtungsfeier manchmal an ihn gedacht und es war eigentlich recht nett, daß sich nun so zufällig die Gelegenheit gab. ihn kennenzulernen. Interessiert und mit heimlichen Wohlgefallen betrachtete sie Eugen eine Zeit lang, dann trat sie rasch vor und ihre weiche Stimme floß durch den Raum. „Guten Tag, meine Herren.“ Sie amüsierte sich über die verblüfften Gesichter der drei Männer, während sie fortfuhr:„Außer Maschinen. Arbeit und Exverimenten scheint für Sie überhaupt nichts mehr zu existieren. Auch keine Sonne und keine Frau!“ Daumier hatte noch immer seine Sprache nicht wiedergefunden, während Eugen die liebliche Gestalt wie eine Märchenfee anstarrte. „Guten Tag. Gaston. Hast du denn ganz vergessen, daß du heute mit mir ins Waldchen fahren wolltest. Tante Gabriele sagte mir. wo du zu finden bist!“ Auf Professor Daumiers Gesichtszügen kämpften Verwirrung und Verlegenheit, vielleicht auch ein kleiner Aerger über die Störung. Er ging seiner Braut entgegen und küßte ihr die Hand. „Entschuldige, meine Liebste, aber ich habe wirklich nicht gemerkt— das heißt ja, ich glaube, ich habe vergessen, sei bitte nicht böse, es war so wichtig — wir sind soeben auch fertig. Entschuldige nur, ich gehe jetzt schon mit, aber du weißt ja— sei bitte nicht böse!“ Eugen hatte sich von der ersten Ueberraschung erholt und war diskret einige Schritte zurückgetreten. Mit einer Verbeugung wollte er sich gerade entfernen, als das Mädchen sagte:„Es soll dir alles vergeben sein, Gaston, wenn du gleich mitkommst.— aber willst du mir nicht den Mitschuldigen deiner Unaufmerksamkeit vorstellen?“ „O gewiß. gerne! Lieber Meunier, darf ich Sie mit meiner Braut bekannt machen? Fraulein Ivonne Decourtin. Du weiß ja, Ivonne, dies ist Herr Meunier, der Musterstudend und angehende Gelehrte, von dem ich dir schon öfter erzahlt habe.“ Eugen verbeugte sich tief und küßte die Fingerspitzen der dargebotenen Hand Im Aufrichten trafen sich seine Augen für den Bruchteil einer Sekunde mit denen der Braut des Professors Daumier. Ihr Blick umfing ihn weich und wohlig wie ein warmes Bad nach einer anstrengenden Felddienstübung. Er war sonst nicht leicht verlegen, aber das schöne Geschopf de vor ihm n ihrem duftigen reizenden Frühjahr Nomplet, ihrer vollschlanken Gestalt, die fast an ihn heranreichte, mit dem feingeschnittenen langen Gesicht, in dem ein paur unergründlich tiefe und dabei doch lebhafte Schwwarzaugen saßen, machte einen solchen Eindruck auf ihn. daß er zunächst ganz hilflos und verwirrt dastand „Es ist mir eine hobe Ehre“ Sonst wußte er nichts zu sagen. Ivonne lächelte über seine Verlegenheit und sah ihn voll an. Wie ein seines Prickeln empfand er dieses prüfende Lächeln der schonen Frau, es machte ihn noch verwirrter und sein Gesicht überzog sich mit einer feinen Röte. Er wollte sich mit einer nochmaligen Verbeugung entfernen.(Fortsetzung folgt. III Aus Westdeutschland. VOA-Erinnerungsfeier im Siebengebirge. Ehrung der Selbstschutzkämpfer gegen den Separatismus. Bad Honnes. Die große VDA=Kundgebung. die der Volksbund für das Deutschtum im Auslande am 24. September in Bad Honnef und Aegidienberg zur Erinnerung an die vor 10 Jahren von deutschen Bauern geschlagene Separatistenschlacht im Siebengedirge veranstaltet, liegt ganz im Welen und Ziel dieses großen. alle Volksgenossen umfassenden Volksbundes. Die Selbstschutzkämpfer von 1923, die Bauern aus dem Siebengebirge und am Vorderwesterwald. haben in der Separationsschlacht vom 14. bis 10. November 1923 im Siebengebirge mit dem Uebergang vom passiven zum aktiven Widerstand in diesem Schicksalsjahr die Rettung des Rheinlandes herbeigeführt. Auch sie halfen mit, daß damals der Rhein Deutschlands Strom geblieben und nicht Deutschlands Grenze geworden ist. In Albert Leo Schlageter ehrte das deutsche Volk in diesem Jahre den Einzelkämpser. der sein Leben für Deutschland geopfert hat. in den Selbstschutzkämpfern der Separatistenschlacht ehrt es die vielen deutschen Volksgenossen, die sich für das deutsche Volk ihrer Haut gewehrt haben, und das deutsche Volk Selbstmord eines städtischen Beigeordneten. Mülheim=Ruhr. Infolge vollständigen Nervensusammenbruchs hat sich der 50 Jahre alte Beigeordnete der Stadt Mülheim. Oberbaurat Brocke, durch Erbängen entleibt. Brocke, der seit 13 Jahren Beigeordneter war, wurde im vorigen Jahre auf weitere 12 Jahre einstimmig wiedergewählt. Vor einigen Monaten wurde er von seiner Dienststelle beurlaubt, das gegen ihn eingeleitete Verfahren wurde aber nicht durchgeführt, da er sich keine Verfehlungen hatte zuschulden kommen lassen. Schiffunfall im Duisburger Hasen. Ein Lastkahn gesunken. Duisburg. Am Dienstag morgen gegen 11 Uhr drang beim Aufdrehen des Schiffes„H. L. III“ durch das Bugsierboot„Thyssen III“ im Thossenhafen Schwelgern infolge hohen Wellenganges Wasser in das offene Vorderschif des„H L. III“, das bald darauf den ganzen Schiffsraum füllte, so daß der Kahn innerhalb kurzer Zeit mit seiner 300 Tonnen Ladung Schlacke versank. Die aus zwei Mann bestehende Schiffsbesatzung konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Einfahrt zum Hafen ist durch das gesunkene Schiff stark behindert. Kampf gegen das Dirnenunwesen. Düsseldorf. Die Kriminalpolizei bat in der vergangenen Woche wieder mehrere Sonderaktionen durchgeführt, um die Straßen von Frauenspersonen zu säubern, die in sitte= und anstandverletzender Weise der gewerblichen Unzucht nachgehen. Bei mehreren Sonderstreifen von Kriminalbeamten und SS=Männern in Zivil an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Tageszeiten und einer großen Razzia wurden insgesamt 82 Frauenspersonen, darunter in der Mehrzahl bekannte Dirnen, zwangsgestellt und der Gesundheitsbehörde zur ärztlichen Untersuchung vorgeführt. Dem Strafrichter sind 15 Dirnen zur Aburteilung im Schnellverfahren vorgeführt worden gegen die Strafen von vier bis sechs Wochen Gefängnis und Ueberweisung an die Landespolizeibehörden wegen Unterbringung in einem Arbeitshaus verhängt wurden.— Der Polizeipräsident hat angeordnet, daß die Kriminalpolizei ihre strengen Maßnahmen gegen das Dirnenunwesen weiter fortführt, um in dieser Hinsicht ein restlos sauberes Straßenbild in Düsseldorf zu schaffen. Kind in der Regentonne ertrunken. Eupen. In Eupen kam ein 14 Monate altes Kind dadurch zu Tode, daß es in einem unbewachten Augenblick in eine Regentonne fiel, die auf dem Hofe in die Erde eingelassen und mit Wasser gefüllt war. Zigennerfrechheiten. Dortmund. In der Nacht zum Montag randalierten betrunkene Zigeuner in Bodensloh. Auf den von ihnen verübten Lärm erschien ein Polizeibeamter, dem gegenüber die Zigeuner eine feindselige Haltung einnahmen. Einer dieser Burschen versetzte dem Beamten schließlich einen Messerstich ins linke Bein. Auf die Schreckschüsse des Beamten eilten zwei SA=Männer berbei, die sechs Zigeuner der Polizei zuführten. wird sich im nächsten Jahre wieder wehren zur Rettung des deutschen Landes an der Saar. In Bonn wird die Ausstellung„Rheinlands Freibeitskampf gegen Besatzung und Separatismus“ den Auftakt zu diesen rheinischen Kundgebungen geben. In Bad Honnef wird am Sonntag die VDA=Erinnerungsfeier eingeleitet durch eine Morgenfeier auf der Rheininsel Grafenwerth. zu dem die Jugend des Westens erscheint. Dann kommt der Marsch zum Schlachtfeld. das Mittagessen in Aegidienberg und die Führungen durch das Schlachtfeld, bei denen die Selbstschutzführer von 1923 der Jugend Erläuterungen geben werden. Höhepunkt und Schlußpunkt der VDA.=Erinnerungsfeier wird die Abendfeier auf dem Schlachtfeld bei Aegidienberg sein vor dem großen Holzstoßz. mit dem auch die über ihn gedeckte Separatistenfahne in Flammen aufgehen wird. Der Dichter Gerd Friedmar JansenRheinbreitbach wird den von ihm verfaßten Feuerspruch sprechen, der Landesführer des Landesverbandes Niederrhein des VDA. Prof. Dr. Grimm=Essen, dessen Anregung diese Feier zu verdanken ist, wird die Gedenkrede halten und die Ehrung der Selbstschutzkämpfer vornehmen. Ferner werden Oberpräsident, Freiberr von Lüninck. und der Reichsführer des VDA. Dr. Steinacher. sprechen. Unter den Klängen des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes wird der Holzstoß entflammen. Nach dem Liede„Flamme empor!“ bilden zum Schluß die Teilnehmer eine Kette mit dem Lied:„Kein schöner Land in dieser Zeit. als hier das unsre weit und breit“.— Am 15. Oktober findet auf dem Himmerich bei Honnef die feierliche Grundsteinlegung des Separatisten=Abwehrdenkmals statt. das. wie das Schlachtfeld selbst mit seinen Erinnerungstafeln, später Zeugnis geben wird vom Befreiungskampf des deutschen Volkes im Jahre 1923 an Rhein und Ruhr. Der große Silo-Einsturz in Einbeck. In Einbeck kam ein vollbeladener Getreidesilo zum Einsturg. Durch die gewaltigen Trümmer= und Kornmassen wurde ein danebenliegendes gänzlich verschüttet. Großes Kätselraten. Von Hermann Ulbrich=Hannibal. Sonnig lachte der Himmel auf das pommersche Land herab. Ein schöner Tag, sagte sich der Bauer Albert Habermann, als er in das klare Himmelsblau hinaufblickte, ein schöner Tag, den sich unser großer ritz ausgesucht hat, um durch unsere Gegend eine nspektionsreise zu machen. Dann verließ er sein Gehöft, warf die breite Zauntür ins Schloß und trat auf den Dorfanger. Dort hatten sich vor dem Wagen des Doktors, den man aus der Kleinstadt hatte herbeiholen lassen, einige Bauern zusammengefunden und unterhielten sich lebhaft mit dem studierten Herrn. Der Doktor aus der Kleinstadt erzählte ihnen von den großen Augen des Königs und von seiner kurzen, scharfen Sprache. Er sagte ihnen auch, daß der König oft in Rätseln spreche, aber daß die Ratsel gar nicht so schwer seien, sie sollten nur genau aufpassen. Halt, dachte da der Bauer Albert Habermann, wenn mich der König in Rätseln ausfragt, dann antworte ich ihm auch in Ratseln, und grübelte den ganzen Vormittag herum. Er wollte sich bei ihm beklagen, daß es ihm und seinen Nachbarn so schlecht ginge, weil es fur sie im Winter nichts zu verdienen gäbe, aber das konnte er dem König natürlich nicht in Rätseln sagen. Gegen Mittag hielt dann der Alte Fritz seinen Einzug ins Dorf. Die großen Bauern und ihre starken Knechte blickten zuversichtlich auf die kleine Gestalt des Königs herab. Sein Blick hielt sie alle gebannt. Er hatte fast für jeden ein Wort, gab diesem eine Mahnung und jenem einen Rat und hörte dann den Klagen des Bauern Habermann zu. Albert Habermann unterrichtete ihn genau, warum es ihm und seinen Nachbarn wirtschaftlich so schlecht ging.„Ja“, sagte der Alte Fritz, nachdem er den Bauern hatte ausreden lassen,„warum können die sieben denn nicht die fünf ernähren?“ Der Bauer wußte nicht, was er darauf antworten sollte. Doch plötzlich fiel ihm das Gespräch mit dem Doktor aus der Kleinstadt ein und sein Plan, dem König in einem solchen Falle auch in Rätseln zu antworten. Er erkannte nun auch den Sinn der Frage und antwortete dem Alten Fritz:„Das ginge wohl. wenn nur die zweiunddreißig nicht wären.“ Die sieben guten Sommermonate, so dachte es sich der Bauer, können wohl die fünf schlechten Wintermonate mit ernähren, wenn nur nicht die zweiunddreißig Zähne wären, die immer etwas zu beißen haben wollen. Aber der König hatte sich selber eine Falle gestellt und erriet nicht, waß ihm sein bäuerlicher Untertan mit der ratselhaften Antwort auf seine rätselhafte Frage sagen wollte. Als er sich dann den Sinn der Antwort sagen ließ, brach er in ein herzhaftes Lachen aus und beschenkte den Bauer reichlich. Doch mußte ihm Albert Habermann versprechen, nichts von dem Ratsel zu sagen, als bis er wieder den König gesehen hätte. Lachend fuhr der Alte Fritz auf seiner Inspektionsreise weiter, der Bauer aber freute sich, seinem Landesherrn ein Schnippchen geschlagen zu haben. Das Rätsel wollte dem König nicht aus den Sinn. Und als er wieder in Potsdam angekommen war, beschloß er, seine Offiziere daran zu prüfen. An einer Festtafel berichtete er ihnen von seiner Inspektionsreise durch Pommern und erzählte dann von dem Bauern Habermann und seinem Zahlenrätsel. Ob nicht einer der Offiziere das Rätsel lösen könne, das der König und der Bauer zusammen aufgesetzt hatten? Sie rieten wohl hin und her, aber fanden nicht die Lösung des Rätsels. Das spornte den König an, sie damit weiter zu beschaftigen. Er setzte 100 Friedrichsdor für den aus der ihm zuerst die Lösung geben würde. Tagelang grübelten die Offiziere, ohne die Lösung zu erraten. Es war aber ein junger Soldat unter ihnen, der sagte sich, 100 Friedrichsdor lobnen wohl einen Ritt nach Pommern zu dem Bauern Habermann. Er setzte sich aufs Pferd, ritt zu ihm und fragte ihn nach dem Sinn des Rätsels. Und da er ihm dabei sogleich ein Goldstück in die Hand drückte, brauchte er auch gar nicht lange um die Antwort zu bitten. Stolz kam er zum König, trua ihm die Lösung seiner Aufgabe vor und nahm dafür die ausgesetzten 100 Friedrichsdor in Empfang. Dem König wollte es aber nicht in den Sinn, daß der Soldat das Rätsel selber geraten haben sollte. Er vermutete, daß der Bauer sein Wort gebrochen und dem Offizier die Lösung verraten hätte Einen solchen Wortbruch eines seiner Untertanen wollte er nicht ohne weiteres dulden. Er ließ den Bauern Habermann zu sich kommen, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Der Bauer machte sich, ohne Gewissensbisse, auf den Weg. Aber wenn er einen schlauen König hatte. so wollte er ihm zeigen, daß der Landesherr auch schlaue Untertanen habe. Er erwartete daher in aller Seelenruhe die Frage des Königs, warum er nicht geschwiegen hätte und versicherte dem König dann, er habe erst gesprochen, nachdem er das Antlitz des Königs wiedergesehen habe. Das überraschte den Alten Fritz. Er war doch inzwischen nicht wieder durch Pommern gereist, und fragte den Bauern, wo er sein Antlitz denn gesehen hätte. „Majestät", sagte Albert Habermann,„auf dem Goldstück, das mir der Offizier bei der Frage nach der Lösung des Ratsels in die Hand drückte. Die Verlassene. Von Fedor Kinsky. Frau Jutta erhob sich von ihrem einsamen Mittagsmahl. Wie so oft, hatte sie wieder kaum einen Bissen angerührt. Und doch hätte sie sich in den vielen Jahren ihres Alleinseins an einsame Mahlzeiten gewöhnen können, dachte sie. Sie klingelte dem Dienstmädchen und verließ das Speisezimmer. In ihrem Boudoir hörte sie, wie der Tisch abgeräumt wurde; dann klapperten in der Küche einige Schüsseln und Teller, das Mädchen zog sich in ihre Kammer zurück, und nun herrschte völlige Rube in der Wohnung Die Stunden nach Tisch waren Frau schlimmste Stunden. Den Körper konnte man sättigen, aber die Seele— die Seele rief in der Mittagerube doppelt laut ihre Wünsche und ihr Sehnen aus. Es klingelte. Sie fuhr auf. Es kam nicht oft vor, daß es klingelte. Seit ihr Gatte sie verlassen hatte, war ihr Haus einsam— wie sie selbst. Sie eilte zur Tür und trat in den Flur. „Ich öffne selbst,“ sagte sie, als das Mädchen hr gegenüber aus der Kammer trat. Das Mädchen zog sich zurück. Sie wartete, bis sie sicher war, daß das Mädchen nicht hinter der Tür stehen blieb, um zu horchen. Dann öffnete sie. Ein Bettler stand vor ihr und zoa. irgend etwas murmelnd, langsam den Hut. Sie erblickte ein noch volles Haupt mit angegrauten Locken, buschige Augenbrauen, eine scharfe, leicht gebogene Nase. die wie aus alten Zeiten her noch etwas Kühnes an sich hatte. Irgend etwas rührte sie. Irgendeine Aehnlichkeit über die sie sich keine Rechenschaft geben konnte. Der Fremde mußte allem Anschein nach ehemals ein stattlicher Mann gewesen sein— war es vielleicht jetzt noch, dachte sie, wenn er sich nur aufrichten wollte. Nun hob er den Blick. Er begegnete dem ihren und sie mußte zur Seite sehen. Nein, diese Augen waren noch nicht ganz erloschen! Sie glaubte ein Aufblitzen darin wahrzunehmen Stumm bedeutete sie ihm einzutreten, und schloß die Tür. Dann ging sie ihm in die Küche voran. Sie börte, wie sein Tritt noch Feitigkeit verriet. Da fühlte sie, wie ihr Herz zu schlagen begann. Zum Chef der preußischen Schutpolizei ernannt. Ferdinand von Zepelin. Leiter der Personalabteilung der Schutzpolizei im preußischen Innenministerium wurde mit dem Ranz eines Polizeigenerals zum Chef der preußischen Schutzpolizei ernannt. Zwei Todesurteile im Bottroper Kommunistenprojeß beantragt. Bottrop. In dem Prozeß gegen die Bottroper Kommunisten. die in der Nacht zum ersten Weihnachtstage im Jahre 1032 den Bergmann Vinzenz Scotok in Bottrop ermordeten, wurden gestern mittag die Anträge des Staatsanwalts gestellt. die gegen den Beramann Johann Kubek und den Tiefbauarbeiter Sieafried Schlossarek wegen überlegten Mordes auf Todesstrafe lauteten. Gegen der der Mithilfe verdächtigen Beifahrer Paul Kozieiski lautet der Antrag auf acht Jahre Zuchthaus, gegen den Beramann Paul Schlossare! wegen Begünstigung ein Jahr Gefänanis. Syndikus unterschlägt über 12 000 Mark. Recklinghausen. Der ehemalige Syndikus des Innungsausschusses Recklinghausen. Severin. wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft m Haft genommen. Die polizeiliche Untersuchung hat ergeben, daß Severin sich unbefugterweise insgesamt 12 900 Mark zuviel Gehalt angewiesen und den Betrag unterschlagen hat. Weiterhin hat er sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht. indem er Beschlüsse des Innungsausschusses durch Raluren sälichte. Auch eine jährliche Büroleiterzulage von 800 Mark hat Severin ohne Wissen des Innungsausschusses der Kasse entnommen und für sich verwandt. Raubüberfall auf ein Stationsgebaude. Carlshafen. Als der diensttuende Beamte daStationsgebäude in Lauenförde, aus dem er verdächtige Geräusche vernommen hatte, am Sonntag abend betrat, wurde er plotzlich von einem Einbrecher beschossen. Auf den herbeieilenden Bahnhofswirt seuerte der Einbrecher ebenfalls mehtert Schüsse ab und ergriff dann die Flucht. Von den ihn verfolgenden SA= und Stahlhelmmännern. auf die gleichfalls von dem Einbrecher geschossen wurde. ohne glücklicherweise zu treffen, konnte der Verbrecher festgenommen und der Landiägerei übergeben werden. Bei dem Burschen wurden zahlreiche Nachschlüssel, Dietriche und eine Metallsäge gesunden. Während der Bahnhofswirt durch die Kugeln nur leichtere Verleuungen erlitt. mußte der Sta= tionsbeamte mit einem Arm= und einem Gesichtssteckschuß in ein Krankenhaus gebracht werden. An der Küchentür blieb er stehen. Sie murte ihn nötigen, einzutreten. Dann schob sie ihm einen Stuhl am Küchentisch hin und ging zum Gaskochet. um ihn anzuzünden. Sie wärmte ihm die Speisen, die sie hatte siehen lassen— eigenhändig, und es schien ihr, als musse merken, was das bedeutete. Heimlich sah sie an sim berab und prüfte ihre Kleidung. O wie lange haue sie schon für niemand mehr am Herd gestanden! Sie drehte ihm beständig den Rücken zu. Es war ihr. als ob er jede ihrer Bewegungen verfolgte „Bitte schön!" Damit setzte sie ihm die Speien vor. Sie sah ihn nicht an, und als er, einen Dant murmelnd, zu dem Loffel griff, ging sie aus der Küche. Sie war unschlüssig, ob sie die Tür schließen sollte. Endlich zog sie sie fest an, ohne sie jedoch zuzuklinken Dann ging sie leise hin und her, als wäre sie beschäftigt. Sie horchte. Kein Löffelklappern, kein Messerklingen. Kaum ein Geräusch. Aß der Bettler nicht Hätte sie ihm keine Speisen anbieten sollen? was wollte er denn? Warum war er ir in die Kuche geldla Sie wurde unrubig. Es schien ihr. als bereite der Bettler auf irgend etwas vor und würde— träumte davon, daß mancher Bettler die Gabe hatte. sich zu verwandeln. Sie vergegenwärtigte sich lockiges Haar, seine schmale Stirn, seine kühn debagene Nase! Und plötzlich schien es ihr nicht unmonlich, daß ihr Gatte sich in den langen Jahren sich i verändert hätte. Aufgereat trat sie wieder ein. Er stand hanig vom Tisch auf und kam auf sie zu. Sie hielt sich am Herd. Es schien ihr. als wäre wirklich... Nun würde er ihr etwas sagen. Sie schloß die Augen. Frst schwindelte ihr Der Fremde fatzte ihre Hände Sie wvürte. we sein Griff an ihrem Arm hinaufging. Unter ihre losen Aermel schob er sich. Sie machte eine Bewegung. wie um sich zu befreien. Sie wollte rufen aber sie konnte nicht. Da ließ der Griff los. Sie auckte zusammen n schlug die Augen auf. Vor ihr stand der Bettler. mütig und gebeugt. Auf ihrer Hand spürte sie eine Rnk. Sie warf einen blitzschnellen Blick nach de Tisch hinüber, wo er gesessen hatte— die Selle waren leer. Es schüttelte sie, sie machte eine weisende Bewegung, und der Bettler ging. Sie stand wie festgebannt. Was war das wesen? Hatte sie geträumt? Sie hastete in Rondoir und streifte die Aermel empor Nicht die Spur von einem Griff Niemand hatte ihre Arm berührt! Sie hatte phantasiert! Sie liek die Aermel fallen. Dann wart vor ihren Diman nieder, und die Tränen rannen und ihr heißes, flammendes Gesicht. 10) preußischen Schutziernann. d von Zepelin. eilung der Schutzpolizei im terium wurde mit dem Rang zum Chef der preußischen olizei ernannt. n Bottroper Kommunistenbeantragt. Prozeß gegen die Bottrodie in der Nacht zum ersten dre 1932 den Bergmann Vinttron ermordeten. wurden träge des Staatsan= ie gegen den Beramann d den Tiefbauarbeiter larel wegen überlegten trafe lauteten. Gegen den gen Beifahrer Paul Koziag auf acht Jahre Zuchtamann Paul Schlossare! in Jahr Gesänanis. lägt über 12 000 Mark. r ehemalige Syndikus des tecklinghausen. Severin. der Staatsanwaltschaft in volizeiliche Untersuchung hat sich unbefugterweise insge k zuviel Gehalt angeunterschlagen hat. Weiter= kundenfälschung schulBeschlüsse des Innungsaussälichte. Auch eine jährliche 500 Mark hat Seperin ohne asschusses der Kasse entnomandt. ein Stationsgebaude. er diensttuende Beamte das auenforde. aus dem er dernommen hatte, am Sonn= e er plonlich von einem Ein= den herbeieilenden Bahn= kinbrecher ebenfalls mehrere dann die Flucht. Von den und Stahlhelmmännern. auf Einbrecher geschossen wurde. zu treffen. konnte der Verund der Landiägerei über= n Burschen wurden zahlreiche und eine Metallsäge gefunhnhofswirt durch die Kugeln gen erlitt, mußte der Sta= Arm= und einem Gesichtsnhaus gebracht werden. blieb er stehen. 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Sie hastete die Aermel empor e n Griff Niemand hatte te phantasiert! fallen. Tann und die Tränen rannen» Gesicht. Groß=Bochum meldet Bochum-Laer. Bürgerschützenverein 1928 Bochum=Laer. Unter reger Beteiligung und Vorantritt des Trommlerkorps traten die Schützen zu einem Ausmarsch nach Papenholz an, um dortselbst das Preis= und Schlußschießen zum Abschluß zu bringen. 1. Sieger und Preisträger wurde V.=Feldw. Mohr mit 67 Ringen. Die nächstbesten Schützen waren: 2. Vors. Sohn, 1. Vors. Cbl. Schuth, Schießmeister Peschke, Schütze H. Kenter, Feldw. Görtler, Schütze K. Dietz, Schutze Hergelganz und Unteroffz. Andreschack. Bochum-Hordel. Mitten in der Kartoffelernte. Gegenwärtig ist man in dem noch überwiegend ländlichen Stadtteil Gordel mitten in der Kartoffelernte. Die Landwirte haben ihr Gelände zum Teil rutenweise verpachtet und ersparen sich so die Arbeit, die Felder selbst abernten zu müssen. Die Ernte ist im Durchschnitt gut, so daß die Pächter bei einem Rutenpreise von 1,75 Mark auf ihre Kosten kommen. th. Radfahrer auf verbotenem Wege. Nachdem es eine Weile gut gegangen hat, mehren sich nun wieder Klagen über das rücksichtslose Befahren der Brücke auf der Berthastraße über den Hüllerbach. rb. Preisgekrönte Polizeihunde. Auf der am Sonntag in Herne stattgefundenen Polizeihundeprüfung errangen die Eigentümer Hellwig und Kuntze mit ihren beiden Tieren„Adolf v. Schloß Dahlhausen“ und„Arras v. Schloß Dahlhausen“ bei stärkster Konkurrenz zwei Preise und das Prädikat„Gut“ bezw. „Befriedigend“. Bochum-Gerthe. Das Fahrrah aus dem Stall gestohlen. Aus einem verschlossenen Stall der Bethanienstraße in B.=Gerthe entwendeten unbekannte Täter in der Nacht ein Herrenfahrrad, Marke Diesem Uebelstande hat man jetzt dadurch abgeholfen, daß an Stelle des alten massiven Daches cin neues Glasdach eingebaut wurde. st. Gesegnetes Alter. Gestern wurde die Witwe Anna Homey, Horkensteinweg 29 wohnhaft, 75 Jahre alt. Anna Homey, wie sie allgemein genannt wird, erfreut sich noch der besten Gesundheit und ist auch geistig noch sehr regsam. Sie ist eine alteingesessene Dahlhauser Bürgerin und hier in Dahlhausen geboren. Ihren Lebensabend verbringt sie bei ihrem Sohne Theodor. Hoffentlich erfreut sie sich noch recht lange eines zufriedenen Lebensabends. Das ist unser Wunsch zu ihrem heutigen Ehrentage. st. Betriebsunfall. Im Untertagebetriebe der Zeche Dablhauser Tiefbau erlitt der Hauer Jos. Jablonka schwere Handquetschungen, durch die neben dem Verlust eines Fingers mehrere andere Finger stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Verletzte wurde nach Hattingen in das Krankenhaus überführt. f. Im Silberkranz. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten die Eheleute August Weber von hier, Nehringskamp 9, im Kreise ihrer Lieben. Glück auf zur goldenen! f. Männergesangverein Sängerbund Ostholz. Die Versammlung wurde vom 1. Vorsitzenden der NSDAP Burggräf geleitet. Er hielt einen Vortrag über Sinn und Zweck der Gleichschaltung und setzte den neuen Vorstand ein. Zum Führer ernannte er: Heinr. Ebenhöch, zum 2. Führer Wilh. Fey, 1. Schriftf. Joh. Springer, 2. Schriftf. Heinr. Gellermann. 1. Kass. Adam Spangenbera. 2. Kass. Wilh. Nöckel. Bochum-Stiepel. Marien=Bolkswallfahrt nach Stiepel. Schon jetzt weisen wir darauf hin, daß die Marien=Volkswallfahrt nach Stiepel nicht am 1. Oktober, sondern am 8. Oktober stattfinden wird. Der Auszug der Pilgerschar wird morgens um 7 Uhr sein. Alles Nähere wird noch frühzeitig bekannt gegeben werden. Aus unserem Verbreitungsgebiet. Witten. Festnahme. Festgenommen wurde ein 88jähriger erwerbsloser Glasarbeiter, der überführt und auch geständig ist, sich seit Jahren an seiner jetzt 17 Jahre alten Stieftochter in sittlicher Beziehung vergangen zu haben. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt, das Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. Ein Kind schwer verleyt. Auf der Hörderstraße in Witten=Stockum wurde ein sechsjähriger Junge von einem Personenkraftwagen angefahren und am Kopfe erheblich verletzt. Er wurde dem Knappschaftskrankenhaus in B.=Langendreer zugeführt. herne. Böse Folgen des Anhängens. Gegen 15 Uhr hatte sich der 7jährige Fritz C. auf der Hermann=Löns=Str. unbemerkt auf die Verbindungsstange eines Lieferwagens nebst Anhänger gehängt. Er kam dann während der Fahrt in Höhe des Hauses 56 zu Fall und wurde überfahren. Der Knabe erlitt einen linken Unterschenkelbruch und Hautabschürfungen an beiden Armen. Er fand im kath. Krankenhaus Aufnahme. Vermißter Schüler ermittelt. Der seit dem 14. 9. als vermißt gemeldete Schüler Siegmund Kolodziej aus der Wiescherstraße ist inzwischen in CastropRauxel ermittelt und zu seinen Eltern zurückgebracht worden. Wanne-Eickel. g. Stadttheater Bochum warb. Um auch in WanneEickel die schon bestehende Theatergemeinde des Bochumer Theaters noch zu vergrößern, erschien gestern hier ein Werbewagen, der zum Besuch des Bochumer Theaters und der Konzerte durch Lautsprecher aufrief. Werbeschriften wurden verteilt. Der Wagen erregte überall Aufsehen. rb. Einführung des Superintendenten Krahn. Der kürzlich zum Superintendenten ernannte Pfarrer Krahn von Röhlinghausen wird heute, Mittwoch nachmittag, feierlich in sein neues Amt eingeführt werden. Die Einführung erfolgt durch den westfälischen Generalsuperintendenten Weirich aus Münster. Zu Ehren des neuen Superintendenten findet am morgigen Donnerstag abend in der Stadthalle ein Festakt statt, bei dem Pfarrer Adler=Soest und Pfarrer Naunin von hier sprechen werden. fr. Eine schwere Messerstecherei entwickelte sich zwischen zwei betrunkenen Männern in der vergangenen Nacht auf der Westfalenstraße, wobei einer der Messerhelden durch einen Stich in den Arm schwer verletzt wurde. Der Angreifer wurde von der Polizei in Haft genommen. Aus dem Arbeitsprogramm der hiesigen Sturmschar. Am kommenden Samstag und Sonntag machen sämtliche Gruppen= und Scharführer eine Wochenendfahrt in die Kirchhellener Heide, Abfahrt vom Wanner Marktplatz. Am Feste des Schutzpatrons der Sturmscharen findet im Hause Nazareth eine Feierstunde statt, an der sich sämtliche Abteilungen mit ihren Vannern und Wimpeln beteiligen. Mitte Oktober it ein Einkehrtag in St. Laurentius Wanne geplant. rb. Schnitter Tod. Die zweitälteste Insassin des Eickeler Altersheimes, die Wwe. Schuchert, ist jetzt im hohen Alter von 92 Jahren verschieden. Essen. Durch hereinbrechendes Gestein erschlagen. Auf der Schachtanlage„anna“ der Hösch=Köln=Neuessen AG. in Altenessen verunglückte am Montag im Flös „Gretchen“ der Kohlenhauer Josef Hebel durch Steinfall tödlich. Hebel war verheiratet und hatte drei Kinder. Bochum-Hiltrop-Bergen. lu. Versammlung der D.T. zu B.=Bergen=Hiltrop. Nach Verlesung des Protokolls durch Turnbruder Stavelmann, der auch den Kassenbericht gab, erstattete der Vorsitzende, Turnbruder Rosenbach, einen eingehenden Bericht über die Turntage in Stuttgart. In markanten Worten, die auch des Humors nicht entbehrten, schilderte er die großartigen Eindrücke des großen Festes. Rosenbach betonte, daß Die D.T. auch im 3. Reich im Geiste Jahns im Sinne des Fuhrers Adolf Hitler aktiv tatig sein soll. Nach Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder wurde das Turnfest, das am 29. Oktober im Lokale des Turnbruders Feierabend stattfindet, besprochen. Bochum-Langendreer. Errichtung einer Groß=Bunker=Anlage. Die Vereinigten Stahlwerke lassen auf dem Gelände der Firma Raab Karcher am Wallbaumweg für den Landabsatz der Zeche„Bruchstraße“ eine Groß=BunkerAnlage errichten, die zirka 50 Tonnen Koks fassen wird. Arbeiten in schwindelnder Höhe. Auf der Kokereianlage der Zeche„Bruchstraße“ werden am Transportband zur Mischanlage gegenwärtig Anstreicherarbeiten ausgeführt, die wegen ihrer enormen Höhe von den Passanten sehr aufmerksam verfolgt werden. Langwierige Arbeiten. Auf der hiesigen „Neu-Iserlohn" wurden im Hauptschacht durch einen Steinwagen 60 Schachthölzer ausgerissen. Diese schwere Betriebsstörung ereignete sich am Montag vergangener Woche, wie wir bereits berichteten. Während der ganzen Woche dauerten die umfangreichen Reparaturarbeiten, die mit dem morgigen Tage zum Abschluß kommen, so daß am Donnerstag die ganze Belegschaft wieder anfahren kann. Durch diese Betriebsstörung erhält die Belegschaft ihre volle Schichtenzahl ausbezahlt, dafür sollen zwei Monate vorläufig keine Fcierschichten eingelegt werden, um dadurch die ausgefallenen Schichten in Verrechnung zu bringen. Der Harpener Bergbau=A.=G. ist durch die Betriebsstörung ein erheblicher Schaden entstanden, da täglich eine Förderung von 2000 Wagen ausfiel. Außerdem verursachten die umfangreichen Reparaturarbeiten erhebliche Unkosten, da ein neuer Förderkorb und ein neues Förderseil eingebaut werden mußte. Bochum-Linden-Dahlhausen. b. Die Michaelspfarrei erhält ein neues Jugendund Vereinsheim. Den Bemühungen einiger Kirchenvorstandsmitglieder des kath. Gesellenvereins ist es gelungen, zum Zwecke der Errichtung eines Jugend= und Vereinsheimes für die St.=Michaelspfarrei aus den Beständen des alten Preß= und Hammerwerkes, das ja bekanntlich von der NSDAP-Ortsgruppe Dahlhausen zu einem Partei= und SA=Heim ausgebaut wird, ein bisher als technisches Büro dienendes Gebäude verhältnismäßig günstig zu erwerben. Das Gebäude, das aus Fachwerk besteht, hat eine Breite von 6 m und eine Länge von 10 m und dürfte etwa 80 Personen Aufenhalt bieten. Das neue Heim wird neben der Kirche, im sogenannten„Urwald", Aufstellung finden. Es soll aus zwei Räumen bestehen, einem kleineren, als Sitzungszimmer dienend, und einem größeren Versammlungsraum. Die Abbruchsarbeiten auf dem Preß= und Hammerwerk sowie der Neuaufbau werden von Vereinsmitgliedern unentgeltlich ausgeführt, so daß der Gemeinde bezw. den Vereinen, welch letztere alle sonstigen Kosten bestreiten, keine weiteren Ausgaben erwachsen. Mit diesem Erwerb bezw. der Errichtung dieses Heimes ist ein weiterer Schritt zur pfleghaften Ausgestaltung des kirchlichen Vereinslebens und damit nicht zuletzt des pfarrgemeindlichen Lebens gewährleistet, so daß es veständlich ist, daß das Vorhaben in der ganzen Gemeinde mit Freuden begrüßt wird. Gründung drs Binzenzvereing in der Liebfrauenpfarrel. Heute abend 8 Uhr findet im großen Sakristeisaale eine Zusammenkunft zwecks Gründung des Linzenzvereins statt, wozu herzlich eingeladen wird. st. Ein neues Glasdach an der Bahnsteigunterführung am Bahnhof Dahlhausen. Eine mit der Zeit sich mehr und mehr als unbedingt notwendig erwiesene Abänderungsarbeit an der Bahnsteigunterführung im Bahnhof Dahlhausen ist in den letzten Tagen zur Durchführung gekommen. Die direkt hinter der Sperre liegende zum Tunnel führende Treppe war nämlich bislang infolge Fehlens einer geeigneten Belichtung derart unübersichtlich, daß es hier leicht zu verhängnisvollen Stürzen kommen konnte. Fanierung Ewald-König Ludwig als Entgegenkommen der Banken und anderer Großgläubiger. Die Umwandlung der Gewerkschaften Ewald und König Ludwig in eine Aktiengesellschaft, worüber im gestrigen Abendblatt ausführlich berichtet worden ist, empfiehlt sich einmal aus Gründen der Leitung der Gesellschaft, zweitens aus der Notwendigkeit, in absehbarer Zeit das bewußt niedrig gehaltene Kapital(21 Mill. RM.) zu erhöhen oder die Schulden durch Anleihen zu konsolidieren, drittens mit Rücksicht auf die Kleingewerken, die keine hoben Zubußen zahlen können und schließlich auch mit Rücksicht auf den breitern Markt und die leichtere Beweglichkeit der Aktie. Wie angekündigt, hat man die ursprünglich in Aussicht genommene Pachtung der Gewerkschaft König Ludwig fallen lassen und hat diese völlig in die neue Gesellschaft eingegliedert. Der Pachtungsplan war ja auch von vornherein nur als vorübergehende Maßnahme gedacht. Beide Unternehmen, Ewald mit Gas= und Flammkohle, Ludwig mit seiner Fettkohle, erganzen sich sehr glücklich, und die Fusion schafft ja auch klarere Verhältnisse. Die Syndikatsquote beträgt augenblicklich 6,9 Mill., wird sich aber demnächst noch um weitere 400000 To. vermehren. Wichtig ist, daß für den Zusammenschluß und die Umwandlung in eine AG. die Steuerfreiheit zugestanden wurde. Es wären sonst bis in die Millionen gehende Beträge zu zahlen gewesen. Abgesehen von der Uebernahme von 7 Mill. Aktien, haben die Banken eine sechsjährige Stillhaltung mit 4 Prozent zugestanden. In diese Stillhaltung ist auch die Schuld an die Westfalenbank von ungefähr 8 Mill. eingeschlossen. Die 7 Mill. Aktien, die die Banken übernehmen, werden den neuen Aktionären nach Ablauf von vier Jahren im Verbältnig von 2:1 zu pari angeboten. Die Bezugsfrist läuft am 1. Juli 1W7 ab. Auch andere Großgläubiger sind der Gesellschaft entgegengekommen, indem sie sich mit mehrjährigen Amortisationsraten auf ihre For= derungen einverstanden erklärt haben. Man rechnet damit, daß nach den Abschreibungen jährliche Schuldentilgungen im Gesamtbetrag von etwa 3½—4 Mill. geleistet werden können. Um die Gesellschaft auf eine sichere finanzielle Grundlage zu stellen. haben die Banken einen größeren Ueberbrückungskredit in Aussicht gestellt. Ob sich allerdings die Erwartungen erfüllen werden, das hängt natürlich im wesentlichen von der Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse ab. Das angesichts der noch verbleibenden hoben Schuldenlast die Aktien in nächster Zeit schon rentabel werden, daran ist ja wohl kaum zu denken, wie ja auch die Gewährung von Genußscheinen an die Gewerken zunächst nur eine Chance für sie darstellt. Ein neues Nebenprodukt des Bergbaus. Steigerung der heimischen Schwefelgewinnung In Anbetracht der Tatsache, daß Deutschland bei der Deckung seines Schwefelbedarfs mit Ausnahme verhältnismäßig kleiner Mengen bisher völlig auf die Einfuhr aus dem Auslande (Amerika und Italien) angewiesen war, und daß allein im vergangenen Jahr rund 42000 Tonnen Schwefel im Gesamtwerte von etwa 4.5 Millionen RM eingeführt werden mußten, verdienen menrere mit Erfolg unternommene Versuche des Nuhrbergbaus, den in der Kohle enthaltenen Schwefel einer wirtschaftlichen Verwendung nutzbar zu machen, besondere Beachtung. Zur Gewinnung des bei der Verkokung in Gasform gewonnenen Schwefels mußte man sich um so mehr entschließen, als die Kosten für die Reinigung der vom Ruhrgebiet als Ferngas abgegebenen Mengen— für die Reinigung von Schwefelwasserstoff jährlich etwa 1.5 Mill. RM— von dem Gewinn eine weitgehende Verringerung erheischen. Nachdem schon bei der J. G. im Leunawerk elementarer Schwefel gewonnen wurde, sind inzwischen die Thyssener Gas- und Wasserwerke GmbH., in Duisburg=Hamborn und der Ruhr=Gas AG. zur Errichtung von Schwefelextraktionsanlagen geschritten. Die erstere befindet sich in Hamborn. die Ruhrgasanlage in Gelsenkirchen. In der Anlage der Ruhrgas AG werden z. Zt. ungefähr 13000 bis 15 000 To. ausgebrauchte Gasbereinigungsmasse verarbeitet und unter Anwendung eines von der I. G. Farbenindustrie für diesen besonderen Zweck entwickelten Raffinationsverfahrens(das gestattet, Schwefel jeden Reinigungsgrades zu gewinnen) vom Schwefel befreit und zur Wiederverwendung für die Gasreinigung regeneriert. Durch Verbesserung des Verfahrens werden in diesen seit März 1932 in Betrieb befindlichen Anlagen, statt der ursprünglich vorgesehenen 6000 To. jetzt schon weit über 7000 To. Schwefel erzeugt, demnächst wohl 8000 To. Bei den Anlagen der Thyssenschen Gas= und Wasserwerke schätzt man die Erzeugung auf rund 2000 Tonnen. Neben diesen beiden Gewinnungsstätten wird nun der Bau einer weiteren Gasentschwefelungsanlage in Dortmund, die nach dem Thylok=Verfahren arbeiten soll, durch die Vereinigte Stahlwerke AG in Angriff genommen. Eine Erklärung des Stahlwerksverbandes. In den letzten Tagen gingen durch die Presse Meldungen, wonach die Preise für Halbzeug, Formeisen und Stabeisen mit höherer Festigkeit durch die dem Stahlwerks=Verband angeschlossenen Werke um bis zu 46 Prozent erhöht worden sein sollen. Es ist richtig, daß die Werke in letzter Zeit Vereinbarungen getroffen haben, sedoch nur über die Einhaltung von Mindestpreisen für gewisse Qualitätsstabstähle mit höherer Festigkeit, deren Preise besonders gedrückt waren. Die Werke erklären, dazu, daß durch diese Vereinbarungen eine Preissteigerung von nur 4 Prozent im Höchstfalle 12,5 eingetreten sein kann. Die Werke haben sich nunmehr dem Reichswirtschaftsminister gegenüber bereit erklärt, diese Vereinbarung mit sofortiger Wirkung außer Kraft zu setzen, um auch ihrerseits alle Hemmnisse zu beseitigen, die einer Ausweitung der Produktion ihrer Abnehmer und damit der Arbeitsbeschaffung entgegenstehen könnten. Berliner Börse. Berlin, 19. Sept.(Drahtb.) Auch gestern wieder eröffnete die Börse etwas lustlos, trotzdem waren wieder kleine Kauflimite festzustellen die bei verschiedenen Papieren eine Erholung zur Folge hatten. So eröffneten am Montanmarkt Rheinstahl um 0.75 Prozent. Stolberger Zink um 1.5 Proz. höher. Hoesch dagegen um 0.75 Prozent und Mannesmann 1 Prozent niedriger. Auch die Braunkohlenwerte gaben zunächst bis 2.25 Prozent nach. Am chemischen Markt waren J. G. Farben um 0.25 Prozent. Kokswerte auf die Verwaltungserklärung über günstige Aussichten um 2 Prozent höher. Die nach wie vor unter Druck stehenden Conti Gummi büßten erneut 2.2 Prozent ein. Von Elektropapieren sind als gut erholt Bekula um 1.75 Prozent und SEW. um 1½ Prozent zu nennen, während zu den wenigen Abschwächungen Akkumulatoren mit minus % und Elektrische Licht& Kraft mit minus 0.5 Prozent gehören. Ueberwiegend schwächer, jedoch kaum über 1 Prozent hinaus, eröffneten Gas=, Kabel= und Draht=, Auto=, Maschinen= und Brauereiwerte. Am Baumarkt konnten Julins Berger 1 Prozent, von Textilpapieren Stöhr 0.5 Prozent gewinnen. Reichsbank lagen mit einer Einbuße von 1½ Prozent weiter matt. Die stets stärkeren Schwankungen unterworfenen Allgemeine Lokal& Kraft bußten 3.5 Prozent ein. Am Rentenmarkt war weiter anhaltendes Interesse des Publikums unverkennbar, doch hielten sich auch hier die Kauforders nur in kleinstem Rahmen. Da auch in einigen Werten wieder etwas Material vorliegt. vermochte sich eine einheitliche Tendenz noch nicht herauszubilden. Altbesitzanleihe eröffneten 10 Pf., Neubesitz 7.5 Pf. unter Vortagsschluß„Reichsschuldbuchforderungen waren dagegen gut behauptet. Industrieobligationen waren mit Ausnahme von Hoesch. die 1 Prozent höher umgingen, bis 0.5 Proz. abgeschwächt. Von Auslandsrenten kamen einige Umsätze in Mexikanern und Ungarn zustande. Im Verlauf setzte unerwartet eine Erholung auf fast allen Marktgebieten ein, die sich bald zu einer ausgesprochen festen Tendenz entwickelte. Insbesondere konzentrierte sich das Interesse auf Montanwerte unter Führung von Harpener und Phönix. die ca. 2 Prozent gewinnen konnten. Am Geldmarkt konnte sich eine kleine Erleichterung durchsetzen, die aber mehr in sich als in den Sätzen zum Ausdruck kam. Tagesgeld lag weiter bei 4.5 bzw. 45. ganz vereinzelt vielleicht bei 4.25 Prozent. Für Privatdiskonten war etwas mehr Kaufneigung zu beobachten. Dollar 2.75(gestern 2.76) RM Pfund 13,14(gestern 15,15) RM Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Sept.(Drahtb.) Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne(1000 Klg.) ab Versandstation, für Mehl je Doppelzentner(100 Klg.) frei Berlin, für Hülsenfrüchte(100 Klg.) ab Abladestation, Raps=, Lein= und Kleesaaten(1000 Klg.) ab Verladestation, Raps= und Leinkuchen(100 Klg.) ab Abladestation, Kleie(100 Klg.) frei Berlin, Futtermittel (100 Klg.) ab Abladestation, sowie Stroh je Zentner (50 Klg.) ab märk. Station in RM. Weizen, märk. 177—189. Roggen, märk. 142 bis 144. Braugerste, neu 180—185, Sommergerste 148 bis 156, Wintergerste 149—157, Hafer. märk. 133 bis 140. Weizenmehl, 50 Proz. 30.50—31.50, Roggenmehl 70 Proz. 20.10—21.50, Weizenkleie 10.10 bis 10.35, Roggenkleie 9.20—9.40, Viktoriaerbsen 36 bis 40. Speiseerbsen. kl. 29—31. Futtererbsen 17—20, Leinkuchen 16,40—16.50, Erdnußkuchen 15.60—15.80. Erdnußkuchenmehl 15.90—16, Trockenschnitzel 9.10 bis 9.20. extr. Sovabohnenschrot 46 Proz. ab Hamburg 14—14.10, dto. ab Stettin 14.30, Kartoffelflocken 12.60—13.00.— Rauhfutter: Roggenstroh, drahtapr. neu 0.40—0.60. Weizenstroh 0.35—0.50. Haferstroh 0.35—0.50. Gerstenstroh 0.35—0,50. Roggenlangstroh geb. 0.65—0.85. Roggenstroh, bindf. gepr. 0.40 bis 0.60. Weizenstroh. bindf. gepr. 0.35—0.50, Häcksel 1.20—1.40, Heu. handelsübl. 1,10—1.45, Heu. autes 2.00—2.50, Luzerne 2.50—2,80, Thymothee 2.50 bis 2.90, Kleehen 2.40—2.80, Mielitzheu los. (Warthe) 1.60—1.90.— Tendens: Weizen stetig. Roagen und Gerste stetig. Hafer fest. Weizenmehl und Roagenmehl stetig. Weizenkleie fest. Roggenkleie gefragter. Lothringen verkauft Hanomag=Aktienpaket. Die Bergbau AG. Lothringen in Bochum hat. — wie die Rh.=W.=Ztg. meldet— das Aktienmehrheitspaket an der Hannoverschen Maschinenbau AG. vorm. Georg Egestorff(Hanomag) in Hannover=Linden— das Aktienkapital wurde per 31. 12. 31 bei einem Gesamtverlust von 5.50 Mill. RM noch mit 9 Mill. RM ausgewiesen, wie verlautet, an industrielle Kreise veräußert. Ueber Kaufpreis und Käufer war nichts zu erfahren. Die Aktiennotiz in Berlin und Hannover ist bereite seit der Zahlungseinstellung im Dezember 1931. gestrichen. Im April vorigen Jahres hat die Gesellschaft bekanntlich mit ihren Gläubigern einen Vergleich bis 40 Prozent in Raten abgeschlossen, der bis jetzt erfüllt wurde, und im August 1932 wurden die Anlagen an die Hanomag Automobil= und Schleyperbau GmöH. verpachtet. O TURRN Deutsches Sportfest an der Saar. 15000 beim Leichtathletiksest in Saarbrücken. Zu einem wahren Volksfest gestaltete sich am Dienstag in Saarbrücken der Besuch der deutschen Leichtathletikländermannschatt. Als die von Paris kommenden Internationalen eintrafen, wurden sie von Tausenden mit stürmischer Begeisterung emp fangen. Der Höhepunkt war aber das Sportfest. an dem noch weitere namhafte Athleten aus dem Reich teilnahmen. Vor 15 000 Zuschauern— einer Rekordmenge für ein Leichtathletikfest in Saarbrücken — begrüßte auf dem überfüllten Platze Landesführer Spaniol die auswärtigen Teilnehmer und bat sie unter jubelnder Zustimmung der erwartungsfrohen Menge, die Gewißheit nach der Heimat mitzunehmen und dort überall zu verbreiten, daß die Saar in unerschütterlicher Treue mit dem Reiche verbunden sei. Bei den Kämpfen selbst gab es trotz mäßiger Bahnverhältnisse hervorragende Leistungen, die zum Teil besser als die in Paris erzielten sind. Eine Glanzleistung vollbrachte der ewig junge Dr. Peltzer. der in überlegenem Stile im 1000=MeterLauf den Deutschen Meister König besiegte und von den Zuschauern stürmisch gefeiert wurde. In den kurzen Strecken war jedesmal der deutsche Doppelmeister Borchmeyer siegreich. Im 5000Meter=Lauf konnte Syring nur knapn den Darmstädter Schilgen schlagen. In den technischen Uebungen waren Werfer und Springer in besserer Form als beim Länderkampf. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Lauf: 1. Borchmeyer=Tus. Bochum 10.8 Sek., 2. Mährlein=Eintracht Frankfurt 10.9 Sek., 3. Buthe=Pieper=TuS. Bochum 11. Zum„Tag des Deutschen Radfahrers“ hat der Führer des Deutschen Radfahrerverbandes, Ohrtmann, aufgerufen. Dieser Tag soll am kommenden Sonntag in geeigneter Weise feierlich begangen werden. Es soll eine große Werbeveranstaltung aller Fahrer werden, die das Fahrrad zu beruflichen, geschäftlichen oder sportlichen Zwecken benutzen. Auch Bochum wird mit dieser Veranstaltung, die ganz im Sinne des Volkskanzlers Adolf Hitler aufgezogen ist, nicht hinter den anderen Städten zurückstehen. Am Nachmittag versammeln sich alle Teilnehmer auf dem Kaiser=Friedrich=Platz, um dann eine Korsofahrt durch die Stadt zu machen, die Abfahrt ist auf 2 Uhr festgesetzt. Das Ziel ist die Radrennbahn, wo anschließend die Stadtmeisterschaft von Bochum über 1 und 25 Kilometer ausgetragen werden, terner ist ein Punktefahren und Jugendrennen vorgesehen. Auch Kunstfahren und Reigen werden vorgeführt. Allen Radfahrern mun es eine Ehrenpflicht sein, sich an diesem Fest zu beteiligen. Meldungen zu den Stadtmeisterschaften und Nebenwettbewerben, die offen sind für jeden Fahrer, werden im Bandagenhaus Ilse, Wilhelmstraße 12, entgegengenommen. Mannschaftswettkampfe im Schiehsport. Am Sonntag, dem 17. September, wurden die Mannschaftswettkampfe um die Wander=Ehrenpreise des Deutschen Reichskriegerbundes Anfthauser und des Preußischen Landes=Kriegerverbandes im Kleinkaliberschießen und Schieben mit Wehrmannbüchsen ausgetragen. Die 1. und 2. Mannschaft der Schützengruppe des Bochumer Krieger= und Landwehrvereine erzielte sehr gute Resultate: Kleinkaliberschiehen(12 Rinascheibe), liegend, knieend, stehend, freihändig, je 5 Schuß: 1. Mannschaft 621 Ringe, 2. Mannschaft 612 Ringe, bester Einzelschütze Hans Borutta 159 Ra. in 15 Schuß. Wehrmännbüchsenschiehen(20 Ringscheibe), liegend, knieend, stebend, freihändig, je drei Schuß: 1. Mannchaft 568 Ringe, 2. Mannschaft 589 Ringe; bester inzelschutze Adolf Lana 161 Ringe in 9 Schuß. 2. Lauf: 1. Hornberger=Pirmasens 10.9. 2. HendrirPreußen Krefeld 10.9. 3. Schein=Hamburg 11.— 200 Meter: 1. Borchmeyer 21.9. 2. Schein 22.3. 3. Hornberger 22.5— 400 Meter: 1. Nehb=Stuttgart 51. 2. Nöther=Saarbrücken(15 Meter Vorgabe) 51.8. 3. Blittersdorf=Saarbrücken 53.6.— 1000 Mtr.: 1. Dr. Pelver=Stettin 2:30.8, 2. König=Hamburg 2:32.2. 3. Kaufmann=Hannover 2:32.5, 4. Paul= Stuttgart 2:38.3.— 5000 Meter: 1. Syring=Wittenberg 15:28. 2. Schilgen=Darmstadt 15:29.2. 3. Gebhardt=Chemnitz 15:36.4. 4. Wagner= Saarbrücken 15:52.6.— 4 mal 100 Meter: 1. Nationalmann= schaft Hendrix— Buthe=Pieper- Borchmeyer— Schein 42 Sek., 2. Eintracht Frankfurt 43.4. 3. DSC. Saarbrücken 44.4.— Schwedenstaffel: 1. Nationalmannschaft Voigt— Menner— Hendrix— Buthe=Pieper 1.58.2. 2. Eintracht Frankfurt(mit Dr. Peltzer für Metzner) 2:00.4. 3. DSC Saarbrücken 2•04.6.— Speerwerfen: 1. WeimannLeipzig 68.50 Meter. 2. Stöck=Berlin 66.07 Meter. 3. Weyland=Trier 59.20 Meter.— Kuselstohen: 1. Hirschfeld=Allenstein 15.10 Meter. 2 Debus=Trier 13.70 Meter. 3. Schmidt=Saarbrücken 12.45 Meter. Diokuswersen: 1. Sievert=Eimsbüttel 45.88 Meter. 2. Hirschfeld 45.20 Meter. 3 Stöck 41.20 Meter. 4. Debus 39.08 Meter.— Steinstoken: 1. Debus 10.09 Meter. 2. Brosius=Saarbrücken 854. Meter.— Weitsprung: 1. Biebach=Halle 7.37 Meter. 2. LonaLeipzig 7.18 Meter. 3. Hoffmann=Saarbrücken 6.53 Meter.— Hochiprung: 1. Weinkötz=Münster und Stöck=Berlin je 1.89 Meter. 3. Thiele=Saarbrücken 1.70 Meter.— Stabhochiprung: 1. Wegener=Halle 3.85 Meter. 2. Maier=Fraulautern 3.10 Meter. Tennis. Holland schlägt Belgien 15:9. Der zwischen Holland und Belgien in Amsterdam durchgeführte Tennisländerkampf endete auch diesmal wieder mit einem glatren Siege der Niederländer. Im Gesamtergebnis unterlag Belgien mit 15:9 Punkten. Holland gewann zehn Einzelund fünf Doppelspiele, während Belgien 6 Einzelund drei Doppelspiele siegreich gestaltete. Tischlennis. Fußball. Termin=Aenderung im Westfalengau. Der Westfalen=Gau gibt noch eine Spieländerung bekannt. Arminia Bielefeld spielt nicht am 8. Oktober. sondern am 29. Oktober gegen die Spielvereinigung Herten. Der erstere Termin bleibt frei für Volkssport. * Tura Eppendorf— B. f. B. Gerthe 0:3. Beide Mannschaften lieferten sich bis zur ersten Halbzeit einen ausgeglichenen Kampf, bis 1 Minute vor Halbzeit die VfBer durch eine leichtsinnige Handlung des Turanerbüters in Führung gehen konnten. Nach Wiederanstoß spielten die Turaner vollig planlos und so konnte VfB. Gerthe noch zwei weitere Tore erzielen und hiermit Sieg und Punkte mit dem Ergebnis von 8:0 heimführen Schwarz=Weiß Wiemelhausen— Sp. B. Kortum Bochum 2:4. Auf dem Sportplatz an der Brenscheder Straße trugen diese beiden Mannschaften ein Freundschaftsspiel aus, das der Gast verdient gewann. Ueberraschend schnell fand sich die Gästemannschaft und lag bereits nach 20 Minuten mit 8:0 in Führung. Die Platzleute griffen nun energisch an, mit dem Erfolg. daß das Spiel beim Seitenwechsel 8:2 für den Sp. V Kortum stand. Die zweite Halbzeit sah verteiltes Spiel, bei dem die Gäste durch ein weiteres Tor den Sieg sicherstellten. B. C. 19 Hordel— SAl.=Sturm 24/17 verlegt! Die Fußballveranstaltung B. C. 19 Hordel— SA.=Sturm 24/17 muß infolge des SA.=Unglücks vom 24. September 1933 auf den 14. Oktober 1933 verleat werden. Die verkauften Karten behalten ihre Vorschau. Nasensport Bochum— B. C. Hordel, Mittwoch abend probiert der Rasensport eine neue Mannschaft gegen den Nachbarn aus Hordel aus. T. T. Klub„Ruhrstolz“ Dahlhausen— T. T. Kl. Weitmar 09 9:3. Den Dahlhausern gelang es in diesem Freundschaftstreffen, welches im Lokale Eckhardt zum Austrag kam. gegen die spielstarken Weitmarer einen überzeugenden 9:8=Sieg herauszuholen. Dies ist der dritte Sieg innerhalb 3 Wochen. ein Zeichen für die gute Form der Dahlhauser. 33,653 km lief Harper in 2 Stunden. Der schottische Langstreckenläufer Harper stellte in Glasgow einen neuen Weltrekord im Zweistundenlaufen mit 33.653 Kilometer auf. Damit ist einer der ältesten Leichtathletik=Rekorde überhaupt verbessert worden. Die Höchstleistung hielt seit dem Jahre 1913 der Brite T. Green mit 33.056 Kilometer. die er schon im Jahre 1913 erzielt hatte und so genau 20 Jahre bestand. Stella Walsh läuft Weltrekord. Die vorzügliche Polin. Stella Wallh. die den Weltrekord über 100 Meter mit 11.9 Sek. hält. konnte diesen jetzt wieder verbessern. In Portland durchlief sie die Strecke in 11.8 Sekunden und stellte noch einen weiteren Rekord über 60 Meter mit 7.4 Sekunden auf. Neine Bereinigung Altenbochum und Laer. Die am Montag abend stattgefundenen Verhandlungen der DIK.=Abteilungen„Rot=Weiß“ Altenbochum und„Schwarz=Weiß“ zwecks Vereinigung führten zu keinem positiven Ergebnis. Beide Abteilungen werden daher also weiterhin unter dem alten Namen fungieren. Kegelsport. Städtekampf Bochum— Herne. De sportlichen Beziehungen der Bochumer Kegler zu ihrer Nachbarstadt Herne sind seit Jahren die denkbar besten und finden alljahrlich in einem Städtekampf ihren Ausdruck. Der erste Kampf steigt diesmal im Bochumer Keglerheim„Panzergrotte“ und zwar kommenden Sonntag, nur mit dem Unterschied, daß diesmal die Mannschaftseinheit von 10 auf 15 Aealer erhöht worden ist, so daß 30 Ftarter über die Hauptbabnen gehen müssen. Die Kampfkraft der Herner, de sich besonders durch gute Einzelleistungen wiederholt ausgezeichnet hat, ist bekannt. Wir sind aber überzeugt, daß die Hiesigen alles daran setzen werden, auf den Heimatbahnen einen sicheren Vorsprung herauszuholen, um beim Rückkampf in Herne genügend Reserve zu haben. „Goldener Kegel von Bochum 1033“. Der Bochumer Keglerverband hat beschlossen, den bekannten Großkampi„m den Goldenen Kegel von Bochum“ in der Zeit vom 4. bis 13. November austragen zu lassen. Schon heute kann man in vielen weitdeutschen Verbänden ein außerordentliches Interesse an diesem kegelsportlichen Ereignis feitstellen. Auch in diesem Jahre soll in Verbindung mit dem „Goldenen Regelkampf“ ein Wettbewerb der freien Bochumer Regelklubs unter Sportaufsicht des Verbandes stattfinden, worüber genaue Richtlinien noch herausgegeben werden. Pferderennen. Rennen zu Berlin=Karlshorst. 1. R.: 1. Jubel(Lt. von Both). 2. Elvira. 3. Simplars Brabant.— Toto: S. 21 10; Pl. 16. 25. 23:10. 2. R.: 1. Spreewald(W. Wolff). 2. Marschall. 3. Steinbraut.— Toto: S. 23:10; Pl. 16. 21. 35:10. 3. R.: 1. Komm voran(J. Everiessy). 2. Tra= monto. 3. Lotta.— Toto: S. 62:10; Pl. 18, 19. 22:10. l. R.: 1. Nobel(J. Pinter). 2. Helgoländer. 3. Castor.— Toto: S. 25:10; Pl. 15. 25. 16:10. 5. R.: 1. Horos(von Holtey). 2. Kamerad. 3. Perasperum. 4. Grast.— Toto: S. 73:10; Pl. 17, 32. 29. 14:10. 6. R.: 1. Rekrut(W. Wolff), 2. Winterlonne. 3. Manuskript.— Toto: S. 36:10; Pl. 13. 12. 19:10. 7. R: 1. Wolgalied(J. Rastenberger), 2. Scolaro. 3. Ancona.— Toto. S. 20.10; Pl. 13. 20. 52:10. Sieadoppelwette: Komm voran— Re= krut 225:10. Der DFC. Prag besucht Westeuropa. Die tschechische Amateur=Fußballelf des DIC. Prag unternimmt im Oktober eine Westeuropareise und wird Spiele in Holland. Belgien. Frankreich und England austragen. Das Programm sieht folgende Kämpfe vor: 18. Oktober gegen die Roten Teufel in Brüssel: 22. Oktober gegen Antwerpen in Antwerpen; 25. Oktober gegen Holland=B=Elf in den Haag. Hieran schließen sich die Spiele in Frankreich und England an. Aus dem Lager der Borer. Jack Sharkey wieder geschlagen. Erweltmeister Jack Sharken ging nach seiner letzten Niederlage durch Primo Carnera im Weltmeisterschaftskampf am Montagabend im Soldierfield=Stadion in Chikago wieder in den Ring. um den mit King Levinsky vereinbarten Kampf auszutragen. Etwas überraschend behielt King Levinsky den Punktsieg. Der Kampf ging über die volle Distanz. Es ist fraglich, ob Jack Sharkey nach dieser Niederlage schon zehn Tage später wieder in den Ring steigt, um den Vertrag gegen Tommo Loughran zu erfüllen. * Borsport Hörde 20—„Lothringen“ Gerthe 5:13. Vor zirka 1200 Zuschauern stieg am Sonnabend im Hörder Stiftshaus das zweite diesjährige Treffen obiger Gegnei, in dem die„Lothringer“ wieder eindeutig die Oberhand behielten.— Die Kämpfe: Fliegengewicht: Reuter(H) landete bei Windgasse(G) in der ersten Runde einen schweren Niederschlag und wurde wegen verbotenen Schlagens disqualifiziert. Bantamgewicht: Meyerhuber(H)— Stralla(G): unentschieden. Federgewicht: Hohl(H) gegen Jakubowski 1(G). Der mit Spannung erwartete Hauptkampf des Abends war eine einseitige Angelegenheit „Jakus". Leichtgewicht: Travinski(H)— von Opalach(G): K. o.=Sieger Opalach. Im zweiten Kampf in dieser Gewichtsklasse trennten sich Klee (H) und Langohr(G) nach wechselvollem Kampf unentschieden. Weltergewicht: Berges(H)— Jaschk(G): unentschieden. Mittelgewicht: Göllner(H)— Kowalzik(G). Der Gerther landete nach Ablauf der Runden einen klaren Punktsieg Halbschwergewicht: Mattuschewski(H) und Twilling(G) lieferten zunächst en gleichwertiges Gesecht: in der Endrunde errang der Hörder kleine Vorteile und damit Sieg und Punkte. Schwergewicht: Elmershaus(H)— Hönnemann(G): K. o.=Sieger Hönnemann. Ein Deutscher errang die TennisWeltmeisterschaft der Berufsspieler Hans Nüßlein vermochte bei den Weltmeisterschaften der TennisProfessionals, die in Verlin ausgetragen wurden den berühmten Amerikaner Big Bill Tilden zu schlagen und damit den Titel im Einzelkampf zu erringen. Motorspori. Motorrad=Sechstagefahrt. Sehr gut hielten sich die deutschen Fahrer auf der ersten Etappe der internationalen Sechstagefahrt der Motorräder. Ueberhaupt zeigten fast alle Teilnehmer bravouröse Leistungen. Im Wettbewerb der Länderteams um die silberne Vase blieben Irland. England. Italien und Deutschland erste Mannschaft strafpunktfrei, dagegen erbielt die zweite deutsche Mannschaft durch das Pech von Kirchberg 12 Strafpunkte zudiktiert. Von insgesamt 140 Gestarteten blieben 115 strafpunktfrei. 13 Teilnebmer gaben auf, u. a. auch der Stuttgarter Boon auf Puch. Jn der Einzelwertung sind noch elf deutiche Fahrer ohne Strafpunkte; nur Kirchberg und Bavlong(Zündapp) mußten 12 Strafpunkte ausnehmen. Borring Werne— B26. Im„Ständigen Ring“ grotte" fand dieser Lokalkampf Laer 6:8. der„Tropfsteinstatt, der gleichzeitig mit einer Ehrung des Deutschen Meisters der Altersklasse im Schwergewicht, Otto Bembenek Kraftsportklub Langendreer), verbunden war. Außerdem trat seine Gewichthebermannschaft auf, die mit ihren Leistungen starken Anklang fand. Die Leistung der Gebrüder Euler, die vierarmig 300 Pfund stießen, verdient besondere Anerkennung.— Die Boxkämpfe: Papiergewicht: Kobiella W) siegte durch Aufgabe gegen Schmidthaus 3(L). Fliegengewicht: Pankoke(W) unterlag gegen Klenseke(L) nach Punkten. Fliegengewicht: Dudzek verlor gegen Badziong(L). Bantamgewicht: Weißnicht(W) verlor durch Augenverletzung gegen Schmidthaus(L). Federgewicht: Kobiella(W) verlor durch Disqualifikation gegen Schmidthaus 2 (L). Leichtgewicht: Dierks(W) wurde K. o.=Sieger über Brennecke(L) Weltergewicht: Galeski(W) erhielt gegen Pamp(L) die Punkte. Mittelgewicht: Gontz(W) siegte über Reuter(L) durch Aufgabe. Einlagekampf: Gajewski(Werne 30) gegen Jested(BSK. Bochum) unentschieden. „Siegfried“ Bochum=Gerthe— P2V. Bochum 8:6. Am Sonntag wartete die Siegfried=Mannschaft im eigenen Ring wieder mit einer schönen Leistung auf. Die Mannschaft des PEV. Bochum mußte sich nach hartem Ringen knapp geschlagen bekennen. Die Kämpfe: Fliegengewicht: Bratz (G.)— Lukas(B.); Sieger durch technischen ko. Bratz.— Bantamgewicht: Burgarth(G.) mußte Disselbeck(B.) den Punktsieg überlassen.— Leichtgewicht: Reichel(G.) verlor gegen Ernst(B.) in der 3. Runde durch Abbruch wegen Augenverletzung.— In derselben Gewichtsklasse holte sich Zalesnak(G.) gegen G. Jakubowski(B.) die Punkte.— Weltergewicht: Krüger(G.)— Gölzenleuchter(B.). Punktsieger Krüger.— Mittelgewicht: Matzko(G.) erschutterte seinen Gegner Hochfeld durch genaue Gesichtstreffer derart schwer daß der Ringrichter in der 3. Runde nach mehrfachen Niederschlägen den Kampf wegen zu großer Ueberlegenheit abbrach.— Halbschwergewicht: Cesny)G.) siegte gegen Donberg(B.) bereits in der 1. Runde durch Niederschlag.— Schwergewicht Nennecker(G.)— Pristaw(B.): Vom Ringrichter ohne Wertung in der 2. Runde abgebrochen. Aus den Turn- und Svorkvereinen. Vereinsmeisterschaften des Turn= und Sp. 8 Ehrenfeld=Rechen. Vom schonsten Wetter begünftigt, führte der Turnund Sportverein Ehrenfeld=Rechen mit seinen vielseitigen Abteilungen am Sonntag, dem 17. 9. 1933 auf der Platzanlage an der Wasserstraße seine diesjahrigen Vereinsmeisterschaften durch. Beachtliche, vom Publikum mit lebhaftem Beifall aufgenommene Leistungen erzielten Gotz im 100-Meter=Lauf in 11.6 Sekunden auf schwerer Bahn; Ostermann im Hochsprung mit 1,70 Meter und Jugendturner Bock im Stabhochsprung mit 2.90 Meter. Gegen 17 Uhr unterbrach Oberturnwart Behrenbeck die Kampfe für 2 Minuten zum stillen Gedenken der kürzlich verunglückten SA.=Manner.— Ergebnisse: Kunfkampf der Jugendturner Jahrg. 17=18: 1. Udwadn 108, P., Jahra. 15=16: 1. Ottmann 97 P. Turnerinnen Oberstufe gem. Siebenkampf: 1. Tahmen 111 Punkte. Turnerinnen Mittelst. gem. Sechskampf: 1. Gassinger M P. Turner gem. Neunkampf: I. Kaufmann 149 P. 2. Prior 128 P. Turner polkst. Fünfkampf: 1. Ostermann 114 P., L. Göy 94 P. Aeltere Turnerkl. bis 40 Jahre gem. Neunkampf: I. Behrenbeck 171 P., 2. Schweitzer 146 P. Aeltere Turnerkl. über 40 Jahre gem. Siebenkampf: 1. Weber 126 P, 2. Ginsberg und Neurath je 118 P Einzelkämpfe: Vereinsmeister 100.Meter=Lauf: Gör200.Meter=Lauf: Paßmann, 400.Meter=Lauf: Mannbardt. 1500.Meter=Lauf: Dahmen und Mannbardt. 3000. Meter=Lauf: Kopetsch, Hochsprung: Kutscher. Weitsprung: Heidkamp, Stabhochsprung: Bock und Schleuderballwerfen: Heiner. Volkssport Dreikampf: 1. Neurath 72 P, 2. Heiner 67 P. Generalversammlung dey L7C. Laer. Im Vereinsheim Münstermann fand am Sonnabend eine außerordentliche Generalversammlung des Lite. net wurde. Die Versammlung sprach einstimmin dem neuen und bereits bestätigten Führer Abt ihre Anerkennung aus. Vereinsführer Abt ernannte zu seinen Mitarbeitern Fritz Schulg als Geschafttführer, Willi Brämer als Fußballobmann, Karl Graf als Kassierer. Zum Jugendleiter wurde Oekar Gehde, der Fahnleinführer des Jungvo Anton Faldung zum ständigen Berater bestellt. In den Spielausschuß wählte man die Anappmann. Brune, Waaner und Kalthof Cdebrecht wurde der Posten des übertragen. Jugendbegleiter sind die Mitglieder Willi Schmidt und Karl Wüstefeld. Nach Ernennung der Mitarbeiter gab Kassenprüfer Schuvmachermeister Julius Zimmermann eingehend Mufe schluß über die Kassenverhältnisse des Vereins. Die Kasse wurde in Ordnung befunden und dem dieberigen Kassierer Otter Entlastung erteilt. Der Führer gab dann den Stand der Vereinigungsbestrebungen der Laerer Sportvereine bekannt. Ein ende gültiges Resultat ist bie heute noch nicht zu verzeichnen, die einzelnen Vereinsführer sind mit dem Regierungsbeauftragten Wortelmann, Boch.=Werne, bereits in Verbindung getreten. Die Reichspo bevölle Die NS.=Volksw. lassung des Propagan Aufklärungsschrift Eure Kinder“ he wird von den Ortsg breitet, und zwar in lichen Stellen der N. Vorständen der Verbe sich auch die ReichAufklärungsarbeit rium hat hierzu eine troffen: In jeder Deutschen Reiche, als der Dörfer, wirdd Preise von 101 sind, über das ganze tausende von Aus inhaltsreiche illustrier Aufnahmespert Aufnahme in die 9 wegen des starken An gesperrt werden. Al daher, um ihre Anst lichst bei der Geschäft melden. u. Schwerer Waf Stadtteil Altenboch Am Pappelbusch“, lage, platzte ein 2 mußte in einer Län rissen werden, um an men. Die von Arbeit Wasserwerrks ausgefi paraturarbeiten dür spruch nehmen. X( Weltanschaulich Würzburg. Mit der fünften Male im M Würzburg ein Kursu wissenschaftler, der bi ist. Aus dem philos. turwissenschaftlichen. wissenschaftlichen Gel Fragen in demsel Kräfte sind für die wonnen. An dem K dizinern und Naturi Akademiker beteiligen an das Missionsärztl )( Schöner Erfolg gung. Durch energ raters für Arbeitsbe ten in der vergangen wieder in Arbeitsste schöner Erfolg prakti (1) Arbeitsbeschaff Handwerker. Durch verwaltung(Abt. der Eisen=Hüttenindr lungen für die Auftragsmöglichkeiter kriegsbeschadigten Ha unter Vorlage ihrer schaftsstelle, Hattinge )1( Gemeinschafte katholischer Jungakal tag. den 21. Sept., rienel. Treffpu theater. Thema:G u= Aus der ey bochum. Um die du rer Hevendahl freig enangelischen Gemein mehr auch Pfarrer chengemeinde Stiepel den Sonntag im 0 Uhr. seine Gastpredi !) Arbeitsbeschaf Architekten. Da sich Arbeitsbeschaffungen beitsgelegenheiten fi ten nur in beschräf dem Ingenieurdienst nenieurhaus. Mitte den Arbeitslo führung eines Hilf nieure und Architek worden. Die Beschä folgen, die zusätzlich voll sind, sie darf von Lohn= und Ge deren Einstellung er (1) Neuere Erge den Arbeiten aus richtet Dr. E. Hesse Kropfforschung. D Jahren auf dem ge schung veröffentlicht Kenntnisse über das des Kropfes nach 1 lich gefördert. Fes neuerdings sehr in mangeltheorie ale stritten ist. Wie aktiver Stoffe in d bung mitwirkt, wel ann zur Zeit noch seit einem Jahrzeh geführte vorbeuger diertem Kochsalz un prävaraten in den nen recht gut bem () Neuer Aussch Präsidenten des 9 kämpfung ist ein 1 schuß gegründet wissenschaftlichen 2 Borst(München) die Aufgabe gestel forschung im Inund Anregungen Förderung der Kr geben. !! Festgenomme Zuhälterei bezw. Verdachts des Um Ver Frauen= und M Mittwoch. 20. Sept Stadtpark: Kaffee rang die Tennisder Berufsspieler küßlein isterschaften der Tennilin ausgetragen wurden. Big Bill Tilden zu schla1 Einzelkampf zu erringen. sporl. chstagefahrt. die deutschen Fahrer auf ternationalen Sechstage= berhaupt zeigten fast alle eistungen. 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Volkosport Dreikampf: er 67 P. ro X7C. Laer. Jm Ver= and am Sonnabend eine versammlung des LN. aftsführer Schulg eröffmlung sprach einstimmin tätigten Führer Abt ihre sführer Abt ernannte zu Schulg als Geschäfttals Fußballobmann, Karl um Jugendleiter wurde leinführer des Jungvolks tändigen Berater bestellt. ihlte man die Mitglieder mner und Kalthoff. W. Posten des Playzkassierers ter sind die Mitglieder Wüstefeld. Nach Ergab Kassenprüfer Schudmermann eingehend Aufältnisse des Vereins. Tie befunden und dem dieEntlastung erteilt. Der d der Vereinigungsbestreereine bekannt. Ein endheute noch nicht zu verreinsführer sind mit dem lortelmann, Boch.=Werne, reten. Die Reichspost im Dienste der Bevölkerungspolilik. Die NS.=Volkswohlfahrt hat auf Veranlassung des Propagandaministeriums die bekannte Aufklärungsschrift„Mütter, kämpft für Eure Kinder“ herausgebracht. Die Schrift wird von den Ortsgruppen der NSDAP. verbreitet, und zwar in Zusammenarbeit mit den örtlichen Stellen der NS.=Volkswohlfahrt, sowie den Vorständen der Verbände und Vereine. Jetzt hat sich auch die Reichspost in den Dienst dieser Aufklärungsarbeit gestellt. Das Reichsministerium hat hierzu eine großzügige Anordnung getroffen: In jeder Postanstalt im ganzen Deutschen Reiche, also auch in jeder Postagentur der Dörfer, wird die Aufklärungsschrift zum Preise von 10 Pfg. abgegeben. Damit sind, über das ganze Reich verteilt, viele Zehntausende von Auslieferungsstellen für diese inhaltsreiche illustrierte Schrift geschaffen. Aufnahmesperre. Wie verlautet, soll die Aufnahme in die N. S. Kriegsopferversorgung wegen des starken Andranges am 15. Oktober 1933 gesperrt werden. Alle Interessenten müssen sich daher, um ihre Ansprüche zu wahren, baldmöglichst bei der Geschäftestelle, Hattinger Straße 19. melden. u= Schwerer Wasserrohrbruch. Auf dem im Stadtteil Altenbochum liegenden Straßenzuge Am Pappelbusch“, gegenüber der Sportplatzanlage, platzte ein Wasserrohr. Der Fahrdamm mußte in einer Länge von drei Metern aufgerissen werden, um an die Bruchstelle heranzukommen. Die von Arbeitern des stadtischen Gas= und Wasserwerrks ausgeführten Abdichtungs= und Reparaturarbeiten dürften mehrere Tage in Anspruch nehmen. X Weltanschaulicher Einführungskursus in Würzburg. Mit dem 3. Oktober beginnt zum fünften Male im Missionsärztlichen Institute zu Würzburg ein Kursus für Mediziner und Naturwissenschaftler, der bis zum 28. Oktober berechnet ist. Aus dem philosophischen, psychologischen, naturwissenschaftlichen, ethnologischen und religionswissenschaftlichen Gebiete werden die wichtigsten Fragen in demselben behandelt. Namhafte Kräfte sind für die Abhaltung der Vorträge gewonnen. An dem Kursus können sich außer Medizinern und Naturwissenschaftlern auch andere Akademiker beteiligen. Anmeldungen richtet man an das Missionsärztliche Institut in Würzburg. ( Schöner Erfolg der N3 Kriegsopferversorgung. Durch energisches Einsetzen des Fachberaters für Arbeitsbeschaffung der NEKCW konnten in der vergangenen Woche 5 Schwerbeschädigte wieder in Arbeitsstellen gebracht werden. Ein schöner Erfolg praktischer Kriegsopfer=Versorgung. (1) Arbeitsbeschaffung für kriegsbeschadigte Handwerker. Durch Verhandlung mit der Stadtverwaltung(Abt. Hoch= und Tiefbau), sowie mit der Eisen=Hüttenindustrie ist es der NSKWW gelungen für die kriegsbeschädigten Handwerker Auftragsmöglichkeiten zu verschaffen. Sämtliche kriegsbeschadigten Handwerker müssen sich deshalb unter Vorlage ihrer Mitgliedskarte bei der Geschaftsstelle, Hattinger Straße 19, melden. )1( Gemeinschaftstag. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Jungakademiker veranstaltet Donnerstag. den 21. Sept., einen Gemeinschaftstag in Stievel. Treffpunkt um 9 Uhr am Stadttheater. Thema: Glauben und Gnade u= Aus der evangelischen Gemeinde Altenbochum. Um die durch den Weggang von Pfarrer Hevendahl freigewordene Pfarrstelle in der evangelischen Gemeinde Altenbochum hat sich nunmehr auch Pfarrer Kramm aus Buchholz, Kirchengemeinde Stiepel, beworben, der am kommenden Sonntag im Gemeindegottesdienste um 9.45 Uhr. seine Gastpredigt halten wird. !) Arbeitsbeschaffung für Ingenieure und Architekten. Da sich bei den zur Zeit laufenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zusätzliche urbeitsgelegenheiten für Ingenieure und Architekten nur in beschränktem Umfange ergeben, sind dem Ingenieurdienst e. V., Berlin NW 7, Ingenieurhaus, Mittel aus der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge zur Durchführung eines Hilfswerks für erwerblose Ingenieure und Architekten zur Verfügung gestellt worden. Die Beschäftigung muß bei Arbeiten erfolgen, die zusätzlich und volkswirtschaftlich wertvoll sind, sie darf in keinem Falle zur Ersetzung von Lohn= und Gehaltsempfängern führen oder deren Einstellung erübrigen. (1) Neuere Ergebnisse der Kropfforschung. In den Arbeiten aus dem Reichsgesundheitsamt berichtet Dr. E. Hesse über neuere Ergebnisse der Kropfforschung. Danach haben die in den letzten Jahren auf dem gesamten Gebiete der Kropfforschung veröffentlichten zahlreichen Arbeiten unserr Kenntnisse über das Wesen und die Bekämpfung des Kropfes nach mancher Richtung hin wesentlich gefördert. Festgestellt werden muß, daß die neuerdings sehr in Aufnahme gekommene Jodmangeltheorie als Ursache noch immer sehr umstritten ist. Wie weit das Vorkommen radioaktiver Stoffe in der Natur bei der Kropfentstebung mitwirkt, welche Rolle die Vererbung spielt kann zur Zeit noch nicht entschieden werden. Die seit einem Jahrzehnt in vielen Gegenden durchgeführte vorbeugende Kropfbehandlung mit sodiertem Kochsalz und die Verabfolgung von Jodbrävaraten in den Schulen, bat sich im allgemeinen recht gut bemährt. Neuer Ausschuß für Krebsbekämpfung. Vom Prasidenten des Reichsausschusses für Krebsbekampfung ist ein wissenschaftlicher Auschuß gegründet worden. Mit der Führung des Vorst(München) beauftragt. Dem Ausschun m die Aufgabe gestellt, die Ergebnisse der Krebsforschung im In= und Auslande zu verfolgen und Anregungen für die Weiterführung und Förderung der Krebsforschung in Deutschland zu Festgenommen wurden wegen Verdachts der Iubälterei bezw. Kuppelei 9 Personen und wegen Verdachts des Umbertreibens eine Person. Vereinskalender. Frauen= und Mütterverein St. Josefspfarrei. Am littwoch, 20. September, nachmittags 3.80 Uhr tadtpark: Kaffee mit Unterhaltung Eröffnung der Spielzeit 1933/34 im Stadttheater Bochum. Shakespeare: Coriolan. Kunstwerke, die letzte und tiefste Ideen in vollendeter Gestaltung und Form darstellen, besitzen überzeitlichen Wert, weil sie in den tiefsten Abgründen des Geistes und Herzens verwurzelt sind und daher auch immer verstanden werden können. Die Formen der Kunst sind zwar veränderlich, ihre Prinzipien sind ewig. Vollendete Kunstwerke können zu Zeiten sogar spezifische Geltung gewinnen, d. h. aktuell sein.— Die Tragödie des gestrigen Abends, Shakespeares „Coriolan", ist ein Charakterdrama in vollendetem Sinne des Wortes. Coriolan ist Choleriker in höchster Auspragung, konsequent, tapfer, fest und unbeugsam. über je reiner ein Temperament, desto einseitiger ist es auch, und darum praktisch um so unbrauchbarer. Und so treten Coriolans Schattenseiten, höchster Stolz, Härte, Lieblosigkeit, Schrof heit, scharf hervor.(Wenn er den Ratschlägen seiner Freunde ein wenig nachgibt, so tut er das nur, weil er sich auf politische Gebiete wenig sicher fühlt.) Er ist ein glühender Patriot, aber seine Vaterlandsliebe ist trotz ihrer stürmischen Leidenschaft keine vollständige. Die Frühzeit des Römertums kannte noch keine Gemeinschaft des gesamten Volkes, und Coriolan und seine Patrizier darum auch nicht. Aber Coriolan, der rauhe, sich seiner Ueberlegenheit stolz bewußte Krieger und Feldherr, verachtet das Volk, die Plebejer, gründlich und macht auch kein Hehl daraus. Er sieht in ihm nur eine unwissende Menge ohne Verstand und Urteil und hält diese später auch noch für neidisch, bösartig und tückisch. Kompetentes Urteil traut er nur den Patriziern zu, denen man nur durch Geburt und Besitz angehört. Coriolans Urteil ist ungerecht und objektiv falsch. Denn zunächst sind auch die einfachen Leute gleichen Stammes und Blutes mit den Patriziern vollbürtige und darum ihrer Natur nach gleichberechtigte Mitglieder des Volkes und Staates. Auch sind sie moralisch nicht minderwertiger als diese Patrizier, denn auch sie haben nach Kräften zum Siege mit beigetragen, mag das Verdienst des einzelnen auch gering sein. Auch ihnen kann Coriolan also nicht vorwerfen, daß sie nicht das Beste für das gemeinsame Vaterland wollten. Aus der Gleichberechtigung und Ehrlichkeit des Wollens folgt natürlich nicht, daß jeder einzelne aus ihnen auch die intellektuellen(nicht in dem engen, kalten, rationalistischen Sinne) Qualitaten besitzt, die ihn zu einer führenden Stellung befähigen. Die gemäßigteren Klassengenossen Coriolans fühlen dies alles sehr wohl, sie wissen auch, daß sie ohne oder gegen das Volk den Staat überhaupt nicht aufrecht erhalten könnten. Auch mögen die Patrizier das Volk im stillen gefühlsmäßig verachten, empfinden aber wohl, daß dies unberechtigt ist, daher kostet es sie auch keine Ueberwindung, zum Volke freundlich zu reden. Der alte, ebenso weise als diplomatische Menenins sieht dies sehr wohl ein; er kennt die guten Seiten des einfachen Volkes ganz genau, nicht minder aber auch die Schwäche der Vielköpfigkeit und Unwissenheit, daher seine Fabel von den Gliedern des Leibes. Menenius durchschaut klar die Nichtewürdigkeit der beiden Tribunen. Mit überlegenem Spott tut er sie ab. Sie verstehen wohl, das Volk an der Nase zu führen, nicht aber, den Staat vernünftig zu leiten, auch wenn sie vom Volke gewählt sind.— Coriolan besitzt nicht den überlegenen Geist des Menenius, er kennt nicht den Volksstaat, der das gesamte Volk umfaßt, sondern nur den Klassenstaat; er sieht nur die Schattenseiten der Menge. Daher behandelt der unbeugsame Choleriker, der weder Politiker noch Menschenkenner ist, sie offen mit Spott und offener Verachtung, und diese steigern sich noch, als er und das Volk dem listigen Tribunen Sizinius abnungslos in die Schlingen gegangen sind. Coriolan ist provoziert, das Volk irregeführt. Beide hassen daher einander, beide in gutem Glauben. Eine tragische Schuld Coriolans liegt bis jetzt noch nicht vor, aber ihre Vorbedingungen sind in seinem Charakter gegeben und der Verlauf der Handlung hat sie vorbereitet. Sie setzt aber ein, als er, in die Verbannung geschickt, zu den Feinden übergeht und an deren Spitze zu einem Rachezuge nach Rom ziehen will. Damit hat er nicht bloß, wie vorher, seine Klasse über das Gesamtvolk gestellt, sondern in seiner grimmigen Rachsucht auch die Gefühle und Pflichten, die ihn an das gesamte Vaterland binden, übertäubt. Austilgen lassen sie sich nicht, weil sie naturhaft sind. Daher hat auch die Mutter mit ihren Bitten an den harten, unbeugsamen und stolzen Sohn Erfolg. Die Szene zwischen Mutter und Sohn gehört zu den Gipfelpunkten Shakespeare'scher Kunst. Die Mutter ist das Bindeglied, das ihn, den Sohn, mit Familie, Tradition, Volk und Vaterland verbindet. Ihren Tränen gibt der Unbeugsame nicht nach, ihr Niederknien und ihr Flehen läßt ihn taub. Als sie sich aber mit seiner Gattin und seinem kleinen Sohn hoffnungslos zum Gehen wendet und vergweifelt ausruft: Kommt, laßt uns gehn: Der Mensch hat eine Volskerin zur Mutter, Sein Weib ist in Corioli, dies Kind Gleicht ihm durch Zufall.— So sind wir entlassen, Still bin ich, bis die Stadt in Flammen steht, Dann sag' ich etwas noch— da erfühlt der verirrte Held plötzlich mit aller Wucht die kalte Leere, die ihn jetzt von allem, was seinem Herzen durch die Bande des Blutes, der Tradition und Heimat nahesteht, trennen wird. Er fühlt, wie er aus diesem organischen Gebilde herausgerissen ist, seine Lebenswurzeln abgeschnitten sind und er seelisch verdorren muß.— Da erst sind die Bitten der Mutter imstande, das Herz des Sohnes zu rühren. Rom hat ihn wieder, aber um den Preis, daß ihn die Mutter wohl bald verlieren wird, wie er ihr selbst saat. Die Aufführung war sehr wirkungsvoll. Ein rascher Szenenwechsel war durch die Dreiteilung des Schauplatzes der Handlung leicht ermöglicht(Orchesterraum und beliebige Zweiteilung der Bühne durch Vorhang). Die Drehbühne hatte man nicht benutzt, weil die Entfaltung des Spiels damit zu sehr beengt worden wäre. Aber ohne die Drehbühne konnte die szenische Umrahmung immer nur mit den einfachsten Mitteln angedeutet werden.(Bühnenbilder von Johann Schröder.) Das Ideal für ein historisches, realistisch gehaltenes Drama wäre freilich der historische Stil in freier poetischer Gestaltung, der den Geist und die Tatsachen der Handlung intensiv steigern würde. Bei bloß leichter Skizzierung rückt die Gefahr nahe, einen Widerspruch zwischen Kostüm und Szene empfinden zu lassen. Die Ansicht, daß bei solcher Inszenierung die Aufmerksamkeit um so schärfer auf Wort und Darstellung gelenkt werde, dürfte sich nicht allgemeiner Anerkennung erfreuen. Aber immerhin diese einfache, meist nur leicht andeutende Inszenierung, die durchweg ein fein abwägendes Empfinden verriet, tat doch gute Wirkung. Die Rollen lagen in besten Händen. Den heroischen Coriolan spielte Willi Busch mit virtuoser Treffsicherheit. An diesem heldenhaften Choleriker war jeder Zug echt, auch da, wo unter der rauben Schale einmal eine Weichheit des Gefühls ein wenig hervorbricht. Sein Mienenspiel verdient besonders hervorgehoben zu werden. Das scharfe, funkelnde Auge war der untrüglichste Spiegel dieses Coriolan. Der alte, kluge Menenius(Willi Schröder) mit seiner abgeklärten Ruhe und seiner humorumkleideten Pfiffigkeit wirkte wie ein beruhigendes Gegenbild zu dem stürmischen unüberlegt dreinfahrenden Coriolan. Adele Schönfelds Volumnia erwies sich in ihrem ins weibliche übersetzten heroischen Starkmut als rechte Mutter Coriolans. Als weiche, ganz frauenhafte Virgilia führte sich Hidde Ebert gut ein, ebenso Hilde Heinrich als gewandte, liebenswürdige Valeria. Gerhard Meinecke zeichnete den ebenfalls heldenhaften, aber dabei doch noch etwas eigensüchtigen Aufidius. Ernst Holznagel, der gestern hier zum erstenmal auftrat, erschien als würdiger, besorgter aber auch entschiedener Heerführer. Den nicht leicht zu gestaltenden beiden Tribunen wußten Gerhard Geisler(Brutus) und Walter Kaltheuner(Sicinius) Leben und Wahrheit zu geben, dazu noch an passender Stelle einen Zug von leiser Komik. Aeußere Wichtigtuerei und innere Haltlosigkeit, Unbildung und doch große Pfiffigkeit, die immer im passenden Augenblick den Hebel zu eigenem Vorteil richtig einzusetzen versteht, das alles kam hier in geschlossener Einheit zum Ausdruck. In köstlicher Komik erschienen die römischen Bürger, besonders der erste(Adolf Schneider) und der dritte(Hans Grell) als Typen von kindlicher Naivität und Unwissenheit. Auch die drei Diener des Aufidius(Wilhelm Grimm, John Schmidt und Hansjakob Gröblinghoff) waren köstliche Figuren. Zu nennen sind noch Willi Bittern(Adjudant des Aufidius), Heinz Graeber(ein Volksker), Curt Bartz(ein Römer) und Wilhelm Grimm römischer Senator). Das Spiel(Leitung Dr. S. Schmitt) war in allem auf Straffung und möglichste Energie und Leidenschaftlichkeit gestellt; es loste stärksten Beifall aus. Das Schauspiel, das gestern seine Spielzeit mit der Erstaufführung des„Coriolan“ eröffnete, sieht für heute, Mittwoch, eine Wiederholung des Shakespeareschen Trauerspiels vor. Der„Coriolan" heute wird von 20 bis 23 Uhr gespielt; er wird der Vormiete A als erste Abonnementsvorstellung geboten. Die freie Besucherschaft findet gute Karten in den Preislagen von 0.50 bis 8,50 RM vor. Die Opernspielzeit wird am morgigen Donnerstag mit einem der unvergänglichen Werke Richard Wagners eingeleitet: es ist der„Lohengrin". Von den hauptsächlichsten Kräften, die um die bühnenmäßige Wiedergabe der Oper bemüht sind, seien angeführt: Karl Eggert als Spielleiter, Paul Drach als Dirigent; in den Hauptrollen die Damen Schiffer und FortnerHalbaerth; die Herren Bohnhoff, Thement, von der Linde, Becker. Der Donnerstagabend gibt der Vormiete C das Anrecht zum Besuch; außerhalb der Vormiete kann noch jedem Wunsche Rechnung getragen werden. Unzertrennlich mit dem Namen des vor einiger Zeit verstorbenen Eugen d'Albert verknüpft ist seine Oper„Tiefland", die die Art des Komponisten in ausgeprägter Weise wiedergibt. Für Freitag wird eine Aufführung von„Tiefland“ in Aussicht gestellt, die für den Braunen Ring anberaumt ist und zu der der Vorverkauf der frei verkäuflichen Karten mit dem heutigen Tage beginnt. Am Wochenende kommt das heitere Element zu seinem Recht. Eine Lustspielerstaufführung wird von Viktor Ahlers für Samstag abend angekündigt(Weißer Ring), und zwar ist es„Die große Chance", ein modernes heiteres Stück von Möller und Loreng. Der Sonntagabend bringt die erste Operette,— gleich eine der beliebtesten: den„Zigeunerbaron" von Johann Strauß. Die Spielleitung hat Karl Siebold inne, während Richard Hillenbrand die musikalische Führung anvertraut wurde.— Der Beginn der Saison wird für manche, die sich die angekündigten Theatergenüsse nicht entgehen lassen wollen, der letzte Anstoß sein, ihren Beitritt zum Stammpublikum anzumelden. Die Vormietelisten liegen jederzeit auf. Die Einzeichnung bringt die verlockendsten Vorteile: einen häufigen Theaterbesuch, für den man dennoch nicht viel auszugeben braucht. (:) NSRDN. Im Silbersaal der Westfalenlle Dortmund fand die erste Versammlung der indesgruppe Westfalen=Lippe der Nationalsoziatischen Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute itt. Die NSRDN ist die ständische Berufsveretung für den deutschen Werber und nach Aufsung des Deutschen Reklame=Verbandes die alleige Vertreterin des deutschen Werbewesens. Es Pflicht jedes Werbefachmannes sowie überhaupt den der mit Werbung etwas zu tun hat, Mitied dieser Berufsorganisation, die in die Deutde Arbeitsfront eingegliedert werden soll, zu erden.— In Bochum, das bieher nur Stützinkt der NSRDN war, ist die Gründung einer rtsaruppe vorgesehen, mit deren Führung erbeleiter Kurt Scholz. Bochum, Rathausatz 8. Telephon 675 53, beauftragt wurde. Näre Auskünfte werden dort gern erteilt. Frrogebogen für die Aufnahme in die NERDN können beim Ortsgruppenführer angefordert werden. Deutsche Arbeitsfront. Der Deutsche Techniker=Verband. Ortsgruppe Bochum. hatte die erste außerordentliche Mitgliederversammlung in der Bürgergesellschaft einberufen. Das Referat des Abends hielten der Kreisleiter des Kreises Ruhr 1 Pg. Frauendienst. Er schilderte den Anwesenden noch einmal die gewaltige Leistung der letzten 7 Monate. Das große Heer der Erwerbslosen sei herabgedrückt auf 4 Millionen. Um aber auch dem letzten Volksgenossen Brot und Arbeit zu verschaffen, sei es notwendig, daß alle einig seien und sich in die Deutsche Arbeitsfront eingliedern. Dr. Ley habe es verstanden, die Anzahl der Verbände auf ein Mindestmaß herabzudrücken, auch der Kampf der Verbände untereinanDenki an das deulsche Handwerk! Dieses schlichte, jedoch eindrucksvolle Werbeplakat wird bei der„Woche des deutschen Handwerks“, die am 16. Oktober beginnt, in allen Straßen und in allen Stätten des Handwerks sichtbar sein. der habe aufgehört. Der Redner betonte weiter. daß gerade der deutsche Techniker in der Wirtschaft führend sein müsse. Er könnte das aber nur, wenn innerhalb der Berufsgruppen der Zusammenschluß restlos erfolge, wenn wieder die Kameradschaft gepflegt würde und wenn die Anteilnahme an der Arbeit wieder das Höchste sei und nicht, wie bisher. zum Zwang gestempelt würde. Parasiten und Saboteure werden wir in unseren Reihen nicht dulden. Unsere Führer werden in besonderen Schulen herangebildet, aber auch jeder Berufsgenosse soll uns seine Erfahrung zur Verfügung stellen, damit unser Nachwuchs dereinst besser wird wie wir. Es dürfen keine Schmarotzer und Kriecher mehr Raum haben für ihr Treiben. Auch den Arbeiter soll der Techniker wieder als Kamerad betrachten, weil es demselben besonders schwer fällt. Vertrauen zu gewinnen und ferner, damit er uns nicht bekämpft. Erst wenn wir alle restlos erfaßt und eine Uebersicht haben, können wir an den inneren Aufbau herangeben. Zum Schluß erwähnt der Redner noch. daß der Deutsche Techniker=Verband die einzige von der Deutschen Arbeitsfront anerkannte und daher zuständige Berufsorganisation der deutschen Techniker aller Fachrichtungen sei, soweit sie Angestellte sind. Eine Sammlung für die Hinterbliebenen der verunglückten SA=Männer erbrachte 40 RM und wurde von der Ortsgruppenleitung auf 100 RM erhöht. Sodann wurde aus der Versammlung Architekt Büß. Kronenstraße, als Obmann für die Erwerbslosen ernannt und als Obmann für die Jugend Ingenieur Stührmann. Königsallee 33. Mit einem„Sieg=Heil“ auf unseren Führer, unseren Reichspräsidenten und auf Deutschland schloß der Ortsgruppenführer Pa. Bulk die Versammlung. Aus den Büros der Filmtheater. Lichtspielhaus.„Es wareinmal ein Musikus“ Tausendmal und mehr ist dieser Schlager schon gespielt worden, aber noch nie hat man ihn so nett gehört wie in diesem Lustspiel. Täglich ab 8.45 Uhr. Morgen(Donnerstag) nur um 8,45 Uhr Vorführung. Was trägt die moderne Bochumerin? Eine zeitgemäße Frage, nicht wahr, meine Damen, da nun der Sommer zu Ende gegangen ist und alles sich auf die Wintersaison einzustellen begonnen hat. Nicht allein die Kinos, das Theater. unser Orchester, vielmehr auch die Geschäfte, aus deren Schaufenstern uns die neuesten Modeschöpfungen anlachen. Als Antwort auf die hier gestellte Frage einige gute Tips! An Stoffen dominieren glänzende Seidenmuster für Kleider, bunte Muster für Kasak, vornehmlich türkisch in farbenfrohen Mustern. Für Mäntel Wolle mit haarigen oder haarähnlichen Effekten, meistens schwarz, aber auch graue Gewebe. Die moderne Pelzjacke, jugendlich-fesch. aus Imitation, vor allem Seal und Krimmer. Uebrigens ist zurzeit im Kaufhaus Kortum in einer sehenswerten Stoffschau zu studieren, was für den Herbit und Winter als modisches Gewebe anzusprechen ist. Die Stoffe sind zudem auf Puppen gesteckt, so daß man die Wirkung sofort ersehen kann. Und eine Treppe hober finden Sie in einer Modenschau alles, was als Neuerscheinung an Mänteln. Kleidern und Hüten anzusprechen ist. Die Farben sind schwarz, grün, taubenblau, buche und braun.— Die Stoffarten sind Bouclé=Gewebe, meljert und unt bei Mänteln, und bei Kleidern der sogenannte Satin=Reversible. Die Wollkleider aus Duretine und Stichelhaar. Die Kleider zeigen erbreiterte Schultern, auch wird der Gürtelgarnierung erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Die Abendkleider sind recht lang, sogar die kleine Schleppe fehlt nicht. Bei den Mänteln dominiert schwarz, braun, mausgrau, als Velzbesatz wird Opossum. Persianer und Seehund bevorzugt, sowie Indisch=Lamm Dazu die passenden Schube. Wie gesagt, hier wird ihnen ad oculos demonstriert, was die moderne Frau im kommenden Herbst und Winter trägt Hier finden Sie wertvolle Anregungen, was Sie für Ihr neues Kleid und den neuen Mantel gebrauchen, wenn er modegerecht und geschmackvoll hergerichtet sein soll. Die neuen Schauspielkraͤfte sprechen zu uns. Die junge Mannschaft/ Neue Gesichter unter unseren Schauspielern die Ansicht der von Dr. Theo H. Döring. Warum junge Mannschaft? Denn Mannschaft, das ist Gemeinschaft, die diese, in den Bochumer Spielkörper Neueingegliederten, noch werden sollen. Aber sie sind alle— die Banalität des„Ausnahmen bestätigen die Regel“ auch hier angewandt, — von unbekümmerter frischer Jugendlichkeit. Sie sind erfüllt von dem Elan und der Elastizität der jungen Menschen die noch wenig von Versiertheit und Routine angekränkelt sind. Es ist die junge Mannschaft, die sich anschickt, in die Stadt hineinzuspringen und sie an sich zu reißen. Die zu ihrem Teil zu dem großen Werk der Volkserneuerung beitragen will. Herbert Wahlen (Steckbrief meiner Laufbahn) (geboren: Düsseldorf 1904 Schule: Lessing=Oberrealschule Düsseldorf) 1922/24: Schauspielstudien in Dusseldorf und Köln 1924: Aufgenommen in den Verband des Düsseldorfer Schauspielhauses; Regie=Volontär, Schauspieler, Dramaturg; Studien bei Frau Luise Dumont; nebenher Musikstudien. 1925/28: Schauspieler und Regisseur am Stadttheater in Hagen i. W. 1928/29: Oberregisseur am Schlesischen Landestheater des Verbandes der deutschen Volkbühne e.V. 1929 bis 1931: Oberregisseur am Stadttbeater in München=Gladbach. März 1931 bis Juli 1932: Oberregisseur und Dramaturg am Neuen Theater in Frankfurt am Main. 1932/33: Oberregisseur und erster Dramaturg am Stadttheater in Saarbrücken. (Zu ergänzen: Herr Wahlen, mittlere Größe, untersetzt, durchgearbeitetes geistvolles Gesicht. d. V.) Heinz Graeber —--?" „Ja, sehr richtig, neben meinem Beruf als Bankbeamter habe ich noch in den Abendstunden Schauspielstudien getrieben.“ „Wie ich dazu kam, meinen Sie? Man ergreift einen Beruf, nicht gerade mit besonderer Liebe, auf Wunsch der Eltern, und dann verleidete die Maschinisierung, die doch vor allem den Bankbetrieb ergriff, mir meine Arbeit. Ich habe aus reiner Liebhaberei abends meine Schauspielstudien betrieben, nach meinen Dienststunden. Nicht etwa mit dem Gedanken, sie irgendwie auszunutzen. Das kam erst später. Und als ich meinem Chef Bankdirektor Sch., erklärte, ich habe vor, aus der Banklaufbahn auszuscheiden, um Schauspieler zu werden, hielt er mich für verrückt. Von seinem Standpunkt aus sehr natürlich!“ „Hatten Sie früher schon mal auf der Bühne mitgewirkt?“ „Das ist vielleicht die erste Anekdote meiner Bühsmlaufbahn Ich hatte als Statist einen Priester, in Meyerbeer's„Afrikanerin“ zu spielen. Da liegt ein schöner grüner Rasenteppich auf der Bühne, und ich bei meinem Gang über die Bühne, stolpere, man kann fast sagen, von der einen Seite der Bühne zur anderen. Meine Mutter unten im Zuschauerraum wer vor Aufregung fast einer Ohnmacht nahe. So bin ich regelrecht auf die Bretter hinaufgestolpert.“ „Meine Ausbildung verlief in den üblichen Bahnen: Zunächst Unterricht bei dem Staatsschauspieler Ernst Wehlau dann in der Bodenhausenschen Schauspielschule, durch deren Vermittlung ich später an das Hamburgische Theater kam.“ „Ja, Hamburg war meine erste Stelle. Ich rückte bald vom Anfänger zum zweiten Fach auf, und jetzt bin ich halt in Bochum.“ „Und— na ja, was ich alles von Bochum erwarte!“ „Hoffentlich erfüllt es sich!“ Marie=Luise Holtz Siebzehn Jahre— groß, schlank— gebräuntes schmales Gesicht— nachdenkliche Augen. Sie sitzt vor mir auf der Treppe des Schauspielhauses in der warmen Herbstsonne und spricht langsam, immer wieder zwischendurch sinnend, von ihrer Liebe und Besessenheit zum Theater.— „Erzählen soll ich Ihnen, wie ich zum Theater kam? Wahrscheinlich wundern Sie sich über meine Jugend. Es ist ja auch meine Anfängerstelle hier in Bochum, denn ich habe gerade meine Studien am Ilka Grüning=Studio beendet. Das waren herrliche Jahre, als ich unter Ilka Grüning und Lucie Höflich lernen durfte.“ Wenn ich Ihnen sage, daß ich eigentlich, solange ich denken kann, vom Theater von der Idee, Schauspielerin zu werden, besessen war. werden Sie sich sicherlich wundern. Und doch ist es buchstäblich wahr, denn wenn Bekannte oder Verwandte mich — ich war damals vielleicht brei Jahre alt— fragten, was ich werden wolle, ich antwortete ihnen: Schauspielerin.“ Woher ich die Vorstellung hatte, kann ich Ihnen wirklich nicht sagen, denn mein erster Theaterbesuch fällt in eine spätere Zeit. Aber schon als kleines Mädchen tanzte ich hinter dem Billardtisch oder spielte Theater. Die Märchenerzählungen meiner Mutter werden auch dazu beigetragen haben, meine Phantasie anzuregen.“ „Uebrigens haben meine Schulgefährtinnen und Lehrer nie fest an die Schauspielerin Marie=Luise Holtz geglaubt. Eher schon, daß ich mir einen Namen als Schriftstellerin erwerben würde.“ „Sie können sich natürlich vorstellen daß die Erlaubnis, Schausvielerin zu werden nicht sehr leicht zu erlangen war. Besonders da in unserer Familie künstlerische Elemente mit Ausnahme meines Großvaters müttenlicherseits nicht vorhanden waren“ „Mit vierzehn Jahren habe ich bei Laienspielaufführungen mitgewirkt.— Ein Kuriosum, ich mußte immer die ältesten Rollen spielen. Viel gelernt habe ich sicherlich dabei,— und doch, auf die Dauer konnte es mich nicht befriedigen“ „Erst nach meiner Prüfung durch den Psychologen einer Berufsberatungsstelle— ich war nun fünfzehn Jahre— wurden die Zweifel meiner Eltern behoben. Meine Spielleidenschaft, bisher ungezügelt, klärte sich jetzt während meiner Lehrjahre.“ Nein, ich habe mich nicht auf ein bestimmtes Rollenfach festgelegt, ich werd= alles spielen, was man mir aufgibt.“ Ernst Holznagel In den letzten vier Jahren als Leiter des Schauspiels am Stadttheater in Luzern Im Jahre 1913 werde ich nach Amerika engagiert. Dort sechs Jahre in Milwaukee. Weitere zehn Jahre in Newyork: Deutsches Theater und Irving=Place=Theater. Hilde Lu Heinrich „Etwas ganz Exquisites wollen Sie von mir hören?" „Für die Zeitung?“ „Sehen Sie, ich gehöre zu den Menschen, vorläufig noch, die ein schlechtes Gedächtnis für Erinnerungen haben.“ „Glauben Sie, daß es das Publikum interessieren wird, daß ich eigentlich, so ganz im geheimen natürlich, den Wunsch verspüre mich neben meiner Schauspieltätigkeit mit naturwissenschaftlichen Studien zu beschäftigen?(Mathematik war immer eines meiner Lieblingsfächer.)“ „Puppentheater habe ich in meiner Jugend viel zu Hause gespielt. Mit meinem Bruder zusammen haben wir das Theater selbst gebaut. Eine besondere Technik der Puppenführung hatten wir erfunden, und mein Vater schrieb uns dann die Stücke dazu. Das heißt, nicht immer. Wir haben Körner, Schiller, ja einmal Lessings„Minna von Barnhelm“ gespielt.(Dauerte fünf Stunden!)“ Meine Liebe zum Theater ist da sicherlich geweckt worden.“ „Die richtige Sprechkunst brachte mir der alte Herr Tietsch in Mannheim bei, und an der Schauspielschule in Frankfurt kann man viel lernen. Soviel, daß ich, mit Zwischenstationen Kassel und Zwickau nach zwei Jahren in Berlin war.“ „Habe ich Ihnen nun genug erzählt?" „Ach so über meine Verpflichtung nach Hollywood möchten Sie hören?“ „In zwei Filmen habe ich gefilmt, im übrigen Filme nachsynchronisiert.“ „Es war sehr interessant. Wirklich!“ „Aber immer in Hollywood, oder auch in Amerika, nein!" „Und nun bin ich wieder in Deutschland, in Bochum, und hoffe auch in meinem Spezialfach als Salondame viel zu tun zu bekommen.“ denn arbeiten, arbeiten!“ Ary von Heister geehrter Herr Doktor! Daten und wichtige Begebenheiten aus meiner künstlerischen Laufbahn mochten Sie wissen? Da ist zunächst einmal das Wichtigste: daß ich Schülerin von Professor Ferdinand Gregori gewesen bin der sich immer mit der größten Wärme und Ueberzeugung für mein Talent einsetzte. Aber mein erstes Auftreten war nicht beim Theater sondern beim Film. Ich wirkte wohl bei gelegentlichen Veranstaltungen in Berlin mit bis dann 1928 mein erster großer Erfolg kam. Gar nicht weit von meinem jetzigen Wirkungsfeld entfernt. Ich spielte die Modea in Euripides' Schauspiel bei den klassischen Festsvielen in Gladbeck Herbert Maisch verpflichtelt mich danach an das Erfurter Stadttheater. Ein Jahr später spielte ich in den Münchener Kammerspielen die Königin in „Hamlet“, die Grusinskaja in„Menschen im Hotel“ Luise Dumont sah mich und holte mich als erste Heldin, Charakterliebhaberin und Salondame an das Düsseldorfer Schauspielhaus Sie werden sicherlich von den Erfolgen gehört haben, die die Aufführung von„Madchen in Uniform" und„Wettlauf mit dem Schatten“ von Fr. V. Scholz in Düsseldorf fanden. In beiden hatte ich große Rollen. Einmal das Fräulein von Kesten zum anderen im„Wettlauf“ die Berta Hoffentlich bleiben meine und des Bochumer Publikums Wünsche und Erwartungen auch in dieser Spielzeit nicht hinter der Wirklichkeit zurückl Hidde Ebert tige Be mals noch Schauspieler am deutschen Tbeater.“ „Schon als ich zwei Jahre war. wurde mir prophezeit daß ich noch zur Bühne kommen würde.“ „Meine Erziehung erhielt ich in einem Landschulheim, nach dessen Besuch ich ein halbes Jahr in England war.“ „Die Erlaubnis, Schauspielerin zu werden, war nicht leicht von meinem Vater zu erlangen. Nach schließlichem Einverstandnis studierte ich bei Professor Geßner und Maria Koppenhofer. Dazu ein zweijähriger Besuch der Berliner Schauspielschule.“ Und nun zum ersten Mal engagiert.“ „Zum ersten Mal wirklich Theaier spielen!“ Horst Caspar „Mit meinem ersten Theaterbesuch, es war det „Wallenstein“ mit Werner Krauß im Staatstheatet, beginnt mein stets wachsendes Interesse für das Theater. Ich war zwölf Jahre alt. Schon wenige Jahre später war mein Entschluß Schauspielen werden, gefaßt. Von nun an waren Deutsch. Geschichte, Zeichnen und Kunstunterricht die Facher die mich innerhalb und außerhalb der Schule am meisten fesselten, mit denen ich mich besondere beschäftigte. An den literarischen Uebungen der Anstalt war ich sehr beteiligt; das Zustandekommen von Schulaufführungen, bei denen ich zusammen mit meinem Literaturlehrer Regie führte und die Hauptrollen spielte war meine stete Sorge Durch einen Lehrkursus über Theater und Theaterwissenschaft gewann ich Einblicke in die geschichtliche und dramaturgische Entwicklung des Theaterwesens, ebenso in die Organisation einer großen Bühnenvolksgemeinschaft Am 1. April trat ich in das Ilka GrüningStudio ein und wurde von Frau Grüning und Lucie Höflich unterrichtet Bei Freilichtaufführungen und im Rundfunk konnte ich bisher mitwirken Mein Fach sind: Jugendliche Helden. Liebhabet und jugendliche Charakterrollen“ A. v. H. Sie werden ihr ganzes Können einsetzen! Sie werden tapfer arbeiten! Denn sie sind ja beseelt von der Liebe zum Theater. zum deutschen Theater! Aber sollen sie ihre besten Kräfte hergeben, ohne Widerhall zu finden? Ohne den dunklen Raum der vor ihnen gähnt. belebt. elektrisiert zu sehen von dem Fluidum, das zwischen Bühne und Publikum webt? Nein. die neue und so oft zitierte Volksgemeinschaft muß Volksverbundenheit, Kunstverbundenheit sein! Wir alle so viel in unseren Kräften steht, wollen, müssen ihnen bei ihrem Werk belfen: Deutsches Theater zu schaffen! Stimn „Ja- aberZu den in Paris besprechungen, welche Wiederaufnahme der wird, schreibt die„De tuna" u. a.: „Daß die kommend leicht sein werden, ni jeder. Es maa sogar so neues Deutschland noc verschiedenen Auffassu gegenüber, am härteste sische. Dazwischen l Variationen. 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Können einsetzen! eiten! lt von der Liebe zum heater! en Kräfte hergeben, ohne m. der vor ihnen gähnt von dem Fluidum, das ikum webt? oft zitierte Volksgemeinenheit, Kunstverbundenunseren Kräften steht, ihrem Werk helfen: chaffen! Stimmen der Presse zu politischen Tagesfragen. „Ja- aberZu den in Paris soeben begonnenen Abrüstungsbesprechungen, welchen in den nächsten Tagen die Wiederaufnahme der Beratungen in Genf folgen wird, schreibt die„Deutsche Allgemeine Zeituna" u. a.: „Daß die kommenden Auseinandersetzungen nicht leicht sein werden, nicht leicht sein können, weiß jeder. Es mag sogar schwere Zeiten geben, weil unser neues Deutschland noch jung ist. Es stehen sich die verschiedenen Auffassungen noch hart im Raume gegenüber, am härtesten die deutsche und die französische. Dazwischen liegen in Abstufungen manche Variationen. Auch die Gründe für solche Abstufungen sind nicht einheitlicher Natur. Eigene nationale teressen, Fragen des wieder beliebt werdenden„Gleichgewichts" spielen hinein, wie die Fragen der Weltanschauung oder doch— bei solchen Volkern, die sich damit weniger abgeben— der Lebenbauffassung In England steht das allgemeine Empire=Interesse an der Erhaltung des Friedens schlechthin im Vordergrund. In Frankreich leider die zur Zwangsvorstellung erhobene, angebetete Angst. In Italien letzten Endes derselbe stolze Gleichheitsanspruch, der die Haltung der faschistischen Großmacht auf der Londoner Flottenkonfereng bestimmte und seither in jeder Frage bestimmt hat. In Sowjetrußland das Mißtrauen in den Viererpakt, wobei die Russen nun einmal darauf bestehen, den Sinn dieses Paktes einseitia auf das deutsch=russische Verhältnis zuguspitzen. In Amerika die Besorgnis vor einer Störung des epen begonnenen Roosevelt=Werkes. In manchen kleinen Ländern schließlich der Zwiespalt awischen der Sorge um die Erhaltung der Nachkriegserrungenschaften, mancher in den Schoß gefallener Geschenke, und jener anderen immer stürmischer gefühlten Sorge, daß das Neue, das sich anderswo durchsetzt, irgendwie davonlaufen, den eigenen Staat im Hintertreffen zurücklassen könnte. Es ist der Wendepunkt, an dem sich jeder einzelne für das„Ja“ oder für das„Aber“ entscheiden muß.“ „Dafür ist er auch General!“ Unter dieser Ueberschrift lesen wir im„Völkischen Beobachter“(vom 18. September): „Im„Journal des debats“ erörtert General Duval die großen Erfolge, die bei den französischen Manövern mit den Tanks erzielt worden sind. Er weist darauf hin, daß im nächsten Kriege die vervollkommneten Tanks die Entscheidung bringen werden. Sie werden durch ihr geschlossenes und zugleich bewegliches Auftreten den Infanterieangriff ersetzen und verbindern, daß je wieder ein Schützengrabenkrieg entsteht.„Die Demonstration der Kraft der Tanks hat wahrscheinlich eine sehr viel größere Bedeutung für die Aufrechternaltung des Friedens als die Abrüstungsreden in Genf, so schließt der General seinen belehrenden Artikel. Solche Worte passen nicht in die Abrüstungsatmosphäre von Genf, aber sie sind aufalle Falle ehrlicher gemeint als die langen Debatten der Delegierten, die nichts anderes bezwecken, als Deutschland um das Recht der militärischen Gleichberechtigung zu betrügen. Waren die Genfer Reden ehrlich gemeint, so würden sich in der Abrüstungsfrage zwei Anschauungen gegenübernehen: die der Staatsmänner, die da glauben, daß man durch die Verringerung der Rüstung den Ausbruch von Kriegen verhindern könne, und die der Fachleute, die da sagen, daß der Friede um so gesicherter sei, se größer das Wagnis für den Angreifer werde. Die Staatsmänner wissen selbstverständlich, daß die Fachleute im Rechte sind, aber sie halten es für zweckmäßig, das Gegenteil zu äußern, um Deutschland jeden Vorwand für eine Aufrüstung zu nehmen. Wer Tanks und Kanonen schon hat, kann leicht sagen, daß er lieber auf sie verzichten würde. Der General Duval aber ist so ehrlich, seine Freude über die gewaltigen Angriffswaffen des französischen Heeres zu äußern; er wird wohl wissen, daß er damit keinen Schaden in der Abrüstungsfrage anrichtet!“ Zur Aktion gegen den Bektel, die am Montag im ganzen Reiche schlagartig durchgeführt worden ist, schreibt die„Germania“: „Nur eine sehr overflächliche Sozialanschauung kann sich mit dem Bettelunwesen als der notwendigen Begleiterscheinung einer Krisenzeit abfinden. Unter den Bettlern sind nicht wenige, die aus ihrem„Berufe“— wie die behördlichen Erfahrungen immer wieder zeigen— sehr erträgliche Einnahmen beziehen. Dazu kommt, daß es sich meist um Personen bandelt, die Unterstützungen bezieyen. Mag auch deren Höhe vielfach noch nicht den Wünschen entsprechen, die ein Staat hat, der die Sicherung der Lebenshaltung des kleinen Mannes und eine gerechte Verteilung des Eigentums erstrebt, das Bettelwesen stellt ein schweres Unrecht gegen die vielen wirklich Armen dar, die verschämt sind und diesen Weg einer Verbesserung ihrer Lage nicht zu geben vermögen. Ihnen soll eine aufgeweckte Volkssolidarität zugutekommen, die die Winterhilfe ausdrücklich als keine Gnade, sondern eine Selbstverständlichkeit erklärt. Die großen Sammlungen für die Bedürfnisse, zu denen ganz Deutschland aufgerufen ist, erfordern, daß das wilde Betteln strikte unterbunden wird. Jeder kennt in seiner Nachbarschaft genug Fälle, in denen eine brüderliche Hilfe am Platze ist. Hier soll er ein Uebriges tun. Deshalb sollte man sich dazu erziehen. vor allem kein Geld an Bettler zu geben. Alle Gebefreudigkeit gebört einem wuchtigen Ergebnis der eingeleiteten Winterbilfsaktion. Unter diesem Gesichtspunkt verdienen die Aktionen gegen das Bettlerunwesen unsere volle Unterstützung.“ Der Außenhandel im neuen Staat. „Pflegliche Ausnutzung aller handelspolitischen Möglichkeiten notwendig.“ Berlin, 20. Sept.(Drahtb.) Der vom Präsidenten des Deutschen Industrie= und Handelstages Dr. von Rentelen berufene Außenhandelsausschuß des Deutschen dustrie- und Handelstages trat in der Reihe der großen Arbeitstagungen des Deutschen Industrie, und Handelstages am 19. September unter dem Vorsitz von Direktor Elfe(AEG Berlin) bei außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Regierungsvertretern und Vertretern der Wirtschaftsverbände zusammen. Das geschäftsführende Präsidialmitglied des Deutschen Industrie= und Handelstages, Dr. Hilland, gab einleitend einen Ueberblick über die derzeitige handelspolitische Lage. Er betonte, daß über alle Sorge um die Wiedergesundung der Binnenwirtschaft auch die Pflege des Außenhandels nicht vernachlässigt werden dürfe. Von wesentlicher Bedeutung für die deutsche Handelspolitik in der nächsten Zeit sei gerade die Rücksicht auf die Hilfe für den deutschen Bauern. Es werde daher an Belastungen der deutschen Ausfuhrwirtschaft im Interesse der Landwirtschaft auch in Zukunft nicht fehlen können. sei aber erforderlich auch hier Opfer im Dienst an der gesamten Volkswirtschaft zu bringen. Direktor Elfe betonte, daß pflegliche Ausnutzung aller handelsvolitischen glichketten notwendia sei. Von Seiten der Geschäftsführung Klein wurden seine Ausführungen dahin ergänzt, daß ein Ueberblick über die vom Weltjudentum im Zusammenwirken mit marristischen Kreisen in zahlreichen Ländern betriebene Boykottpropaganda zeigt, daß dem deutschen Außenhandel zwar mancher Schaden zugefügt wurde, die Handelsbeziehungen zu ben einzelnen Staaten im wesentlichen aber unberührt geblieben sind. In der Aussprache sprach für die Reichsregierung Ministerialdirektor Sarnow vom Reichswirtschaftsministerium. Er verwies besonders auf die allgemeinen Grundsätze der neuen deutschen Wirtschafts= und Handelspolitik die im Zusammenhang mit der Stärkung der nationalen Volkswirtschaft die Förberung unseres Außenhandels zum Ziele haben und ließ erkennen, daß auch der Gedante der sogenannten Großraumgeblete Gegenstand eingehender Prüfungen ist Hierzu berichtete Dr. Siegert von der Geschaftsführung über die Notwendigkeit des deutschen Wirtschaftsschutzes und der Substanzerhaltung des deutschen VolksvermogenSenator Engelken=Hamburg machte aufgrund seiner praktischen Erfahrungen interessante Ausführungen über die große Bedeutung des deutschen Außenhandels in seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Eröffnung des Baues der ersten Reichsaukobahn-Strecke. WTB. Berlin. 20. Sept.(Drahtb.) Generalinspekteur Dr. Todt gab in einer Pressekonferens folgendes bekannt: Am Sonnabend findet die feierliche Baueröffnung der ersten Reichsautobahn=Strecke statt. Das Proaramm lautet: 7 Uhr: Antreten der neueingestellten Arbeiter beim Arbeitsamt Frankfurt=Main. Entlassung aus der Obhut des Arbeitsamtes, anschließend Marsch zum Börsenplatz.— 7.30 Uhr: Ansprache des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt. Gemeinsames Lied„Brüder in Zechen und Gruben“.— 8.30 Uhr: Abmarsch zur Arbeitsstelle. Die Baustelle liegt unmittelbar vor den Toren der Stadt Frankfurt=Main.— 10.16 Uhr: Eintreffen des Führers. Begrüßung durch Reichsstatthalter Sprenger. Deutschlandlied. Horst=Wessel=Lied. Der Generalinspekteur meldet dem Führer die Arbeitsbereitschaft. Der Vorsitzende des Vorstandes der Reichsautobahnen. Generaldirektor Dorpmüller. überreicht dem Führer einen Spaten zur Baueröffnung. Der Führer spricht und gibt den Befehl zum Arbeitsbeginn. Dr. Todt teilte mit. daß ungefähr 700 Arbeiter eingestellt worden sind. Die Zahl der in den nächsten Wochen Beschäftigten werde etwa 4000 erreichen. Es sei zu erwarten, daß in den nächsten 6 bis 8 Wochen auch die zweite Strecke München-Salzburg in Arbeit genommen werden könne. Im Laufe des Herbstes sei die Inangriffnahme zweier weiterer Strecen zu erwarten, sodaß im nächsten Frühjahe ungefahr 400 Kilometer in Bau sein werden. Erstmalig Hapag=Anzeige Zeppelin=Atlantik=Verkehr in Newyork. Der Anzeigenteil der Newyorker Blatter enthalt zum ersten Mal eine Anzeige der Hapag für den transatlantischen Passagierverkehr mit dem Luftschiff„Graf Zeppelin". Der Flug wird am 28. Oktover ab Acron über Sevilla nach Friedrichshafen durchgeführt. Reichsjustizkommissar Dr. Frank zum Beginn des Leipziger Prozesses. Berlin, 20. Sept.(Eig. Meld.) Reichsjustigkommissar Staatsminister Dr. Frank erklärte einem Vertreter des VB., daß das Gerede, die Nationalsozialisten hätten den Reichstag selbst angezündet, das Geschrei des ertappten Diebes sei, der brüllt: „Haltet den Dieb!“ Ich sehe, betonte Dr. Frank, in dieser Behauptung nur die schmutzige Offenbarung einer völlig verlumpten Gesinnung auf der anderen Seite. Auf die Frage, ob irgendwelche Handhaben bestünden für die Behauptung, es könne in Leipzig„das Recht gebeugt“ werden, äußerte der Minister: Keine amtliche Stelle hat sich in die Vorbereitung des Verfahrens weder indirekt noch direkt eingemischt. Die Angeklagten hatten sogar jetzt das Recht. ihre Verteidiger zu diesem Gerichtstheater nach London zu senden. Schon daraus ist ersichtlich, daß die deutsche Regierung der Verteidigung keine Hindernisse in den Weg gelegt hat, ebenso wie sie ihr weiter keine Schwierigkeiten machen wird. Auch der Senat trifft seine Entscheidung völlig unbeeinflußt. Was Dr. Sack in London feststellte. Berlin, 19. Sept.(Eig. Meldg.) Der Verteidiger des im Reichstagsbrandprozeß angeklagten kommunistischen Reichstagsabgeordneten Torgler, Rechtsanwalt Dr. Sack, der in London an den Sitzungen des„Internationalen Untersuchungsausschusses" teilgenommen bat. erklärte einem Mitarbeiter der„Deutschen Zeitung“, daß weder der Untersuchungsrichter, noch der Oberreichsanwalt, noch das Reichsgericht ihm beim mündlichen und schriftlichen Verkehr mit dem Angeklagten auch nur die geringsten Schwierigkeiten in den Weg gelegt hätten. Im Interesse seines Mandaten habe er es für seine selbstverständliche Pflicht gehalten, das ganze, zur Entlastung dienende Material herbeizuschaffen. Zu diesem Zweck habe er sich auch nach London begeben. Ueber den Reichstagsbrand selbst habe keiner der dort vernommenen Zeugen etwas aussagen können. Ihre Bekundungen erschöpften sich in Vermutungen und Kombinationen. Schriftliches Material sei ihm nicht übergeben oder auch nur gezeigt worden. Man habe ihm aber zugesagt, etwaiges schriftliches Material rechtzeitig zuzustellen. Blutige Zwischenfälle im oberösterreichischen Kohlengebiet. Drei Tote. WTB. Wien, 19. Sept.(Drahtb.) In der Ortschaft Kohlgrube im oberösterreic den Kohlengebiet kam es Sonntag zu Ausc ersetzungen zwischen Heimatschutzleuten und Nationalsozialisten. die am Montag ihre Fortsetzung fanden. Nach einer amtlichen Darstellung sollen swei Heimatschutzleute überfallen worden sein, die sich darauf in ein Gasthaus zurückzogen, wohin sie verfolgt wurden. Als Gendarmerie kam. aingen die Angreifer in ein anderes Gasthaus, wo sich eine größere Gesellschaft Sozialdemokraten und Kommunisten befand. Als die Polizei die Haupttäter verhaften wollte, sei ihnen Widerstand entgegengesetzt worden. Trotz wiederholter Aufforderungen der Gendarmerie hätten die Angreifer von ihrem gewalttätigen Vorgehen nicht abgelassen, sodaß die Gendarmeriebeamten, von denen einige verletzt worden waren, von den Schußwaffen Gebrauch machten. Drei Personen wurden durch Schüsse getötet, fünf Personen verwundet. Kleine Tageschronik. Der Reichskanzler spendet 5000 RM. für Oeschelbronn. Zur Linderung der Not der durch das Brandunglück in Oeschelbronn Geschädigten hat der Reichskanaler 5000 RM. zur Verfügung gestellt. „Mein Kampf“ in der gesamten Tschechoslowaket verboten. Das Prager Innenministerium hat nunmehr das Recht der Post= und Eisenbahnbeförderung für Adolf Hitlers„Mein Kampf“ und seine Verbreitung für Böhmen und Mähren verboten. Die Verbreitung in der Tschechoslowakei und Karpathen=Rußland war vom Innenministerium bereits im Juli 1982 verboten worden. Ernennung eines neuen Verwaltungsratsmitgliedes der Reichsbahngesellschaft. Die Reichsregierung hat auf Vorschlag der bayerischen Staatsregierung für den aus dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft ausgeschiedenen bayerischen Vertreter, Reichsbahndirektionspräsident a. D. Dr. von Hertel in Ausgburg, den Fabrikbesitzer und Hauptmann a. D. Erich Köhler in Bayreuth zum Mitglied des Verwaltungsrats ernannt. Neue schwere Heimsuchung Chinas. Erdbeben totete 5000 Menschen. Ein ganzes Dorf mit seinen 1000 Einwohnern lebendig begraben. TII. London, 19. Sept.(Drahtb.) Einer Reutermeldung zufolge sind durch Erdbebenstöße in dem Tal des Min=Flusses zwischen Sungtau und Mutschau in Nord=Szechuan 5000 Chinesen getotet worden. Es ist ein ganz ungeheurer Sachschaden entstanden. Eine der dortigen Städte ist vollkommen vernichtet und Tausende von Einwohnern wurden bei lebendigem Leibe begraben. In anderen Teilen dieses Landstriches sind schwere Erbrutsche eingetreten. Von den Bergen, die die Stadt Tating umgeben, kam eine Art Steinlawine herunter und die mächtigen Felsblöcke vernichteten fast alle Häuser. Einer dieser Blocke stieß auf eine Polizeistation und tötete dort sämtliche Polizisten. Die Verbindungen sind fast sämtlich unterbrochen. Es ist daher noch nicht möglich, das Ausmaß des Unglücks voll festzustellen. Das Flußbett des Min=Flusses hatte sich plötzlich gehoben. Der Min=Fluß ist ein Neben fluß des Hangtsekiang. Eine Insel verschwand. TU. Tokio, 19. Sept.(Funkspr.) Etwa zur gleichen Zeit des großen Erdbebens in China hatte ein japanisches Kanonenboot im Stillen Ozean ein merkwürdiges Erlebnis. Nach einem Bericht, der bei der japanischen Admiralität fes vorliegt von Bord des Kriegsschiffes liegt, wurde das Kanonenboot, als es südöstlich von den Carolinen in einer Lagune, einer Korallen=Insel vor Anker lag, plötzlich von einer ungeheuren Flutwelle erfaßt und losgerissen. Als das Schiff, nachdem es von der Welle mehr als 80 Meter in die Höhe geschleudert worden war, wieder herunterkam, wäre es heinahe gekentert. Es gelang aber noch mit Volldampf die hohe See zu erreichen. Spater konnte das Kriegsschiff feststellen, daß die ganze Insel, vor der es geankert hatte, vollständig verschwunden war. Die See war meilenweit mit toten Fischen, Tang und Holmen bedeckt. 600 Todesepfer der Pest in der Nord-Mandschurei. Dairen, 19. Sept.(Funkspr.) Die Bubonenund Lungenpest, die gegenwartig die Bezirke von Supingkai und Aoan in der nördlichen Mandschurei heimsucht hat im Verlauf der letzten vierzehn Tage mehr als 600 Todesopfer fordert. Die Behörden haben den Handel mit Pelzwerk in den betroffenen Gegenden verboten und rufen zur Vernichtung der Ratten auf. Scharfe sanitäre Maßnahmen sind ergriffen worden, um die Ausdehnung der Pest auf die Südmandschurei zu hindern. Der bunte Tag. Schweres Aukounglück. Ein Toter, drei Schwerverletzte Varel(Oldenburg), 19. Sept.(Drahtb.) Ein schweres Autounglück ereignete sich am Montag abend auf der Chaussee Zetel-Beckhorn. Ein mit vier Personen besetzter Personenkraftwagen wurde in einer Kurve aus der Bahn geschleudert, riß einen Chausseestein heraus und landete im Graben. Durch den starken Anprall wurde ein Insasse aus dem Wagen geschleudert und prallte so stark gegen einen Baum, daß er sich einen Genickbruch zuzog. Er war auf der Stelle tot. Die übrigen drei Insassen wurden schwer verletzt. Toller Aberglaube. Bukarest, 20. Sept.(Eig. Meldg.) Einem tollen Aberglauben sind in einer Ortschaft der Dobrutscha 2000 Schafe zum Opfer gefallen. Ein Schaf war an Milzbrand zugrunde gegangen, worauf der Hirt seine ganze Herde von mehreren hundert Schafen mit dem Blut des toten Tieres geimpft hatte, um sie vor der Seuche zu schützen. Diesem Beispiel folgten auch die anderen Bauern, stachen Messer in das Blut und impften durch Stiche die gesunden Tiere mit dem Ergebnis, daß innerhalb von 48 Stunden 2000 Schafe verendeten. Die Wut der Bauern richtete sich nunmehr gegen den abergläubischen Hirten, der flüchten mußte. Zwei Prozesse wegen Menschenraubes in U5A. Newyork, 19. Sept.(Eig. Meldg.) In Vereinigten Staaten haben zwei große Prozesse wegen Menschenraubes begonnen. In der Stadt Oklahoma ist ein berüchtigter Verbrecher namens Bailey mit elf HelfersVon fremdem Volkstum uings umdroht leidet deutiche Jugend Not. Wer tren zu seinem Volke steht. hilst, daß sie nicht verloren geht! Spendet für die deutschen Schulen im Aneland! helfern angeklagt, im Juli den Millionär Charles Urschel entführt und erst nach Zahlung eines Lösegeldes von 200 00) Dollar freigelassen zu haben. In Edwarosville(Illinois) haben sich fünf Männer und eine Frau wegen Entführung des 70jährigen Bankiers Luer zu verantworten, der nach Zahlung eines Losegeldes von 10000 Dollar freigelassen wurde. nd 2 Zwangsversteigerung 14 K 13 83 Gemarkung Bochum, Grundbuch von Bochum, Band 10, Blatt Nr. 263, beb. Hofraum, Maltheserstr. 43, beb. Hof raum, Johanniterstr. 29. Einheitswer nach dem Stande vom 1. Januar 193 für Malteserstr. 43= 47 300.— RM., für Johanniterstr. 29= 18 100.— RM Eigentümer: Kaufmarn Ernst Closter mann in Bochum. Versteigerungstermin am 4. Oktober 1933. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Vikloriastr. 14, Zimmer 52. Das Amtsgericht in Bochum. Zwangsversteigerung. 14 K 21232 Gemarkung Wiemelhausen, Grundbuch von Wiemelhausen, Band 22, Blatt Nr. 1229, Unbebautes Grundstück. Oskar=Hoffmannstraße. Einheitswert nach dem Stande vom 1. Januar 1931: 7700.— RM. Eigentümer: Klempnermeister Johann Endres in Bochum. Versteigerungstermin am 4. Okt. 1933, 10 Uhr, an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 52. Das Amisgericht in Bochum Bin zu folgenden Krankenkassen zugelassen: Kaufm. Berufskrankenkasse(V.K.B.) Barmer Ersatzkasse Postbetriebskrankenkasse Wohlfahrt der Stadt Bochum Franz Günnewig staatl. gepr. Dentist Bongardatraße 37 Fernruf 65174 Alle Trauerdrucksachen Trauerbriefe Gebetszettel Dankkarten in jeder Ausföhrung schnellstens, preiswert Märkische Vereinsdruckerei Schürmann à Klagges Bochum, Mühlenstraße 12/14 Fernruf 64746 Fahrradhaus Röl am Rathaus Ecke Bongard- und Mühlenstraße Brößtes Fahrrad-SpezlalGeschäft am Platze Zeuge gesucht In einer Prozeßsache wird als Zeuge der Landwirt gesucht, der mit einem Landwirt Heinrich Teigelmeister am 19. Junt 1928 im Bahnhofs hotel zu Waren 1/Meckl. zusammentraf und von dort aus Siedlerstellen besichtigte. Der gesuchte Zeuge, welcher mit seiner Meldung einem Bedrangten einen großen Dienst erweisen würde, wohnte seiner Zeit in Bochum oder Umgegend. Sach tenl. Mittetlung. werd an die Geschäftsst. d. Ztg. erb. unt B. 2. 7038 Schirme Speveride Eheberatungs- und Rechtsschutzstelle des Kathol. Deutschen Frauenbundes Die Sprechstunden sind jeden Donnerstag nachmittag von 3 bis 6 Uhr, HorstWessel-Str. 15, Erdgeschoß. Die Beratung ist vertraulich u.kostenlos. Den Ratsuchen den steht ein erfahrener Seelsorger, Arzt und Jurist im Einzelfalle durch Vermittlung der Beratungsstelle zur Verfügung. unschadlich und unObertroffen bel etarten Kopischmerzen Rhesma-, Muskel- und Nervenschmersen. Verlungen Bie daher ln der Apotheke nur Herdin-Stodin und 8le werden angenehm H.O.ALBERT WEBER, MAGDEBURG „Jetzt lerne ich gratis handarbelten", denn Im Kauthaus Kortum wird Montag eine Handarbeitsschule e. Täglich von 3-5 und 5-7 Uhr zeigt eine geprüfte Lehrerin alle vorkommenden Techniken der deutschen Handarbeitskunst Anmaldune an heute an der HandarbelteAnmeung kasse Nummer 10 im 1. 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Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Erz=Bruderschaft der heil. Familie Sept., nachm. 3,30 Uhr, Beerdigung des Mitgliedes Josef Eikenberg vom Sterbehause, Mühlenstraße 39, aus. Hl. Messe in der Klosterkirche am 25. 9., 7 Uhr. Die Mitglieder des Vereins, besonders jene der St. Josephs=Pfar= rei, mögen sich recht zahlreich beteiligen. Kinderl., ig. Ehepaar, sich. Mietszahler, sucht 2-Uimmer-Nohnun für sofort oder später Off. u. B. W. 7037 an die Gesch. d. Zig. Brautleute suchen sofort oder zum 1. 10. eine 2-Limmer-Nohnuno Off m Preisangabe unt. B. P. 7021 an die Gesch. d. Zig. erbeten. 3- bis 4Zimmer=Wohnung in der Nahe der Herner= oder Dorstener Straße zum 1. 10. Ang. u. B. B. 7040 an die Gesch. d. Zig. 4-5 Limmer-Wohnung 1. Eig. Stadtm., bisher Zahnpr., per 1. 10. zu vermieten. O. Hamblock, Bochum Rottstraße 12, 2. Eig. nicht unter 18 Jahren, aus gut kath. Familie für halbe Tage gesucht Vorzust. v. 8—6 Uhr Bochum, Hildegardstr. 6. 1. Et. Mnmnmmn Am Greitag, dem 22. Sept., u. 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Bei uns z'Haus, Walzer, von Joh. Strauß. 8. LustspielOuvertüre. von Keler=Bela. 4. Der alte Brummbär, Konzertstück für Fagott, von Fucik. 5. Vom Rhein der Wein, Lied, von Brandt. 6. Launische Yvette, von Schmalstich. 7. Polka Argentin, von Pörschmann. 8 Deutschlands Waffenehre, Marsch, von Blankenburg. 6.40 Wiederholung des Spätberichts. 6.45 Hans Jacob Reinarz Leibesübungen. 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7.05 Wiederholung des Moraenrufe. Anschließend: Morgenkonzert. 2. Teil. Schallplatten. 8.00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 8.03 Für die Frau. 8.15 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10.00 Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstandemeldungen. 10.10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose.„Mit dem Hilfskreuzer„Wolf in den Kaperkrieg.“ Ein Bericht von Kapitänleutnant a. D. Carl Dietrich. 11.00 Musikalischer Rundfunk für Schüler vom 15. bis 19. Lebensjahr. Auf den Tasten des Kiaviers durch die Jahrhunderte(1). Leitung: Dr. Hans Költzsch. Am Klavier: Georg Stieglitz. 11.30 Funkwerbung mit Schallplatten. 12.00 Heitere Musik. Lieder, Chöre und Instrumentalisten(mit Schallplatten). 13.15 Mittagsbericht 1. 13.30 Mittagskonzert des Westfälischen Rundfunkorchesters Münster, Leitung: Werner Gohre. 1. Künstlerleben, Walzer, von Strauß. L. a) Liebeslied, von Schütt. b) Canzonette, von Schütt. 8. Aus aller Herren Länder, Suite, von Moszkowsky. 4. Wiener Tänze, von Friedman=Gärtner. 5. Pikante Blätter, Potpourri, von Komzak. Gegen 14.00 Mittagsbericht 2. 15.00 Bastelstunde. 15.30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. 15.50 Jugendfunk. Zehn Kolner Jungen auf Fahrt durch Ostpreußen. 16.30 Stimme der Zeit. 16.40 Dr. Aenne Baier: Zur Sanierung der Knappschaftsversicherung. 17.00 Besperkonzert. Heitere Kleinkunst auf Schallplatten. 17.30 Kammermusik. Streichquartett des Westdeutschen Rundfunks(Rhein— Schwartz— Ringnalda— Grote). 1. Quartett A=dur, von Dittersdorf. 2. Divertimento, von Mich. Handn. 3. Italienische Serenade, von Wolf. 18.15 Frauenstunde. Funkreportage aus der Messe. 18.35 Es war einmal. Wir erzählen eine westfälische Sage. 18.45 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19.00 Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Stuttgart. Ferdinand Graf von Zeppelin. Ein Hörspiel von 10 Bildern von Karl Kostlin und G. Richter. Spielleitung: Walter Reuschle. Personen: Graf Zeppelin.— Seine Tochter.— Dr. Hugo Eckener.— Ludwig Dürr.— Jnge= nieur Kober.— Offiziere und Professoren der laiserlichen Kommission 1804.— Monteure.— Arbeiter.— Eine Zimmerwirtin.— Der Amerikaner Bancorft.— Bartsch von Sigisfeld.— Telefonistin.— Ein Mann.— Seine Frau.— Sein Junge.— Rektor und Studenten der Universität Tübingen. 1. Bild: Die kaiserliche Kommission 1894. 2. Bild: Der Verein deutscher Ingenieure. 3. Bild: Der Aufstieg. 4. Bild: Zwei Männer begegnen sich. 5. Bild: Echterdingen. 6. Bild: Oberingenieur Dürr. 7. Bild: Die Jugend huldigt. 8. Bild: 8. März 1917. 9. Bild: Das Werk lebt. 10. Bild: Z. R. 8 über Newyork: Oktober 1024. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.05 Abendkonzert des Städt. Orchesters Münster. Leitung: Musikdirektor Georg Luwig Jochum. 1. Sinfonie in B=dur. von Bach. Bearbeitet von Fritz Stein. L. Konzert für Cembalo und Orchester, von Haydn. Cembalo: Hilde Göhre. Gedenkstunde. Lulu von Strauß und Tornen zum 60. Geburtstage. 3. Konzert für Fagott und Orchester, von Mozart. Fagott: Karl Spiegel. 4. Zwischenaktsund Ballettmusik aus„Rosamunde“, von Schubert. 5. Cuvertüre zur Operette„Die Fledermaus“, von Strauß. 22.00 Spätbericht. 22.20 Stippvisite. 22.35 Aus Königsberg. Tanzmusik, gespielt von der Tanskapelle Erich Boerschel und dem Kleinen Funkorchester, Leitung: Eugen Wilcken. Donnerstag, den 21. September 1933. 6.00 Morgenruf. 1. Choral: Ein' feste Burg ist unser Gott. 2. Spruch des Tages. 6.05 Moraenkonzert(1. Teil). 1. Vorspiel zum 1. Akt der Oper„Carmen“. von Bizet. 2. O schöner Mai, Konzertwalger. von Joh. Strauß. 3. Fridericus Rer. Ballade, von Loewe. 4. Leichte Kavallerie, Cuvertüre. von Suppé. 5. Liebesgruß, von Elgar. 6. Meine Schöne, spanischer Walzer, von Sommerfeld 7. O meine Sonne, Lied, von? Capua. B. Festmarsch, von Lassen. 6.40 Wiederholung des Spätberichte 6.45 Hans Jacob Reinarz: LeibesüEngen. 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe 7.05 Wiederholung des Morgenrufe. Anschließend: Morgenkonzert(2. Teil). Die fwohlichen Fünf. 800 Wiederholung der Wettervorherlage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 803 Für die Frau. 815 Hilde Bremus: Gumnastik für Frauen. 10.00 Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstande. meldungen.