werktagsfrüh.— Bezugspreis hald:nonatlich W Pfg., zuzüal. Pig. Bestellgeld: monatlich 1.8 Mk., zuzugl. 30 Pfg. Bestellgeld. stbezug Mk 2.15 zuzugl Bestellgeld. Bilderbeilage„Heimat und estellgeld. Bilderbeilage„Heimat und Unsallunterstutzung laut Bedingungen m, Muhlenttraße 12—14. Ch Postdezug Mk 2.15 zuzug Welt“ 10 bezw A Pfa Ko Verlaa u Schriftleitung Bochum, Muhlenstraße 12—14. Chefredakteur Joseph M Hasler. Verantwortlich für Politik: Dr. S. Riggemann Fur Kommunalpolitik und den lokalen Teil B. Schiffers: Feuilleton C—-alchulte; Handel u Sport: F. J. Landeseld: für Provinz u. Allgem. K. Dörnemann: Anzeigenteil: Jol. Blum, samtl. in Bochum. Sprechstd. der Schriftleitung v. 11—12 Uhr. Tel. SN 647 40 Berliner Vertretung Chefredakteure J. B. Krauß und Dr. Fortmann Westfälische Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe u. Vemm Breite im Anzeigentetl 10 Pfg., Gesamtauflage mit Rebenausgaben Hattingen, Wattenscheid u. 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Jahrgang Nr. 152 Mittwoch, den 5. Juli(Godoleva) 1933 Die Bayerische Volkspartei hat sich aufgelöst! Das Zentrum wird voraussichtlich heute folgen.— Abkommen mit der Führung der ASDAP. ist vorbereitet. Die Auflösungskundgebung der B. V. P. „Keine polilische Wirkungsmöglichkeit außerhalb der ASDAp.“ Das bayerische Staatsministerium hebt die Schutzhaft auf. München, 4. Juli.(Drahtb.) Der ebemalige raf Quadt=Isny gibt eine Erklärung belannt, in der es u. a. heißt: „Im Benehmen mit der bayrischen Staatsregierung erklare ich als Bevollmachtigter der Landesparteileitung der Ban rischen Volkspartei, daß mit dem heutigen Tage jede Tätigkeit der B. V. P. aufgebört bat und ihre Mitglieder audem Treueverbältni.„ar Partei entlassen sind. Die Partei ist praktisch damit aufgelsst. Durch die nationalsozialistische Revolution gibt es außerhalb der NSDAP keine politische Wirkungsmöglichkeit mehr. Es ist deshalb für jeden bisherigen Angehörigen der B. V. P. der Weafrei. unter der unmittelbaren Fuhrung Adolf Hitleram Aufbau des neuen Deutschland mitzuwirken.“ In der gestrigen Ministerratsaussprache, die in Anwesenheit des Reichsstatthalters in Bayern stattfand, wurde vor allem die Lage erörtert, die durch die Auflösung der Parteien nunmehr gegeben ist. Die offizielle Mitteilung der Landesparteileitung der Bayrischen Volkspartei über die Selbstauflösung wurde entgegengenommen. Die Auflösung wird es, wie amtlich mitgeteilt wird, dem Innenministerium möglich machen, über Funktionare der aufgelösten Partei verhangte Schutzhaften aufzuheben, soweit nicht der Verdacht strafbarer Handlungen vorliegt. Die jetzt geschaffene Lage gab dem Ministerrat auch Veranlassung, die Bestimmungen über die Sonderbeauftragten nachzuprüfen. Hierüber wird in den nächsten Tagen endgültig Beschluß ergehen. Graf Quadt beantragt Aufnahme in die nsdAp. zu München. 5. Juli.(Drahtb.) Der Reichstagsabgeordnete und bisherige baurische Staatsminister Graf Quadt hat in einem Schreiben vom 4. Juli an den zuständigen Gauleiter der NSDAP Staatsminister Wagner, seine Aufnahme in die NSDAP beantragt und ebenso beim Vorsivenden der Reichstagsfraktion der NSDAP den Antrag gestellt, als Hospitant in die Reichstagsfraktion der NSDAP übernommen zu werden. Graf Quadt fordert diejenigen Mandatstrager der bisherigen Bayrischen Volksbartei, die für einen solchen Schritt in Frage kommen dürften, auf, seinem Beispiel Folge zu leisten. Prälat Leicht legt sein Reichstagmandat nieder. zu Berlin, 5. Juli.(Drahtb.) Wie der Parlamentsdienst der Telegraphen=Union erfährt, hat der Führer der Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei. Pralat Leicht Bamberg, der im Wahlkreis Franken gewählt war und dem Reichstag seit 1913 angehört, in einem Schreiben an die Reichetagsverwaltung ohne Angabe von Gründen sein Mandat niedergelegt. Und heute das Zentrum! Berlin, 5. Juli.(Eig. Meldung.) wir erfahren, dürfte am Mittwoch nunmehr mit der endgültigen Entscheidung über die Auflösung der Deutschen Zentrumspartel zu rechnen sein. Die nahme mit den führenden Mannern der N2DMP ist soweit gediehen, daß ein Abkommen vorbereitef werden konnte, durch das den vositiv tätigen Kräften der bisberl. gen Rentrumspartel auch weiterbin eine volitische Betätigung ermöglicht werden kann. Der mit allen Vollmachten ausgestattete Reichsführer des Zentrume, Reiche kanzler a. D. Dr. Brüning, dürfte daher heute die Auflösung der Deutschen Zentrums partei verkunden. Nach einer Meldung der TU sind die Vereinbarungen über die Auflösung des Zentrums bie auf ganz wenige Fragen von untergeordneter Bedeutung abgeschlossen. Wenn die Auflösung noch nicht erfolgt ist, so lag dies lediglich an anderweitigen Dispositionen der zuständigen nationalsozialistischen Stellen. Frühere Abgeordnete des Zentrums werden, soweit sie sich in den Rahmen und die Gedankengänge des neuen Staates fügen können und das Vertrauen der nationalsozialistischen Stellen genießen, in den Fraktionen der N3DAP hospitieren können. Konkordatsentwurf wird in Berlin geprüft. TU Berlin, 5. Juli.(Drahtb.) Der Entwurf über die zwischen Vizekanzler von Papen und dem Vatikan getroffenen Vereinbarungen wird zur Zeit in Berlin geprüft. Es ist anzunehmen, daß diese Prüfung binnen kurzem abgeschlossen werden kann. Wie bereits in den letzten Tagen betont werden mußte, eilten die vielfachen Meldungen über den unmittelbar bevorstehenden Abschluß des Reichskonkordats den Ereignissen voraus. Die Verhandlungen sind noch nicht endgültig abgeschlossen, stehen aber nach wie vor günstig. Vizekanzler von Papen, der seine Abreise aus Rom ursprünglich auf Dienstagabend festgesetzt hatte, wird voraussichtlich am Mittwochabend Rom verlassen. Am Dienstagmittag stattete der Vizekanzler dem Papst Pins XI. seinen Besuch ab. In den Avendstunden begab er sich in den Palazzo Venezia zu einem Besuch des italienischen Regierungschefe Die Verhandlungen mit dem Vatikan wurden in den Abendstunden weitergeführt. Schweres Ende in London. Entscheidung fällt Donnerstag. Die Goldstandardländer hatten bereits sofertigen Abbruch gefordert. London. 5. Juli.(Drahtber.) Mit größter Spannung wurde in Konferenzkreisen der Abschluß der Bürolinung am Dienstag abend erwartet. Die Diplomatenhalle war bis zum Brechen voll von Abordnungsvertretern und Pressevertretern, die auf das Todesurteil der Konserenz warteten. Schließlich wurde bekannt, daß sich das Büre auf Donnerstag vertaat habe. Die Vertagung ist ohne Zweifel beschlossen worden. weil die Konferenzleitung Zeit gewinnen will, vielleicht noch eine Ueberganassormel auszuarbeiten, um wenigstens das Gbesicht der Konferenz zu retten. Darüber, daß die Konferenz vraktisch tot ist, besteht allerdings allgemein kein Zweisel mehr. Zu der Vertagung des Büros der Weltwirtschaftskonferenz auf Donnerstag, verlautet, daß diese Mahnahme insolge dringender Vorstellunaen seitens der amerikanischen Delegierten erarissen wurde. Es verlautet, daß die Amerikaner noch immer auf eine weitere Mitteilung von Präsident Roosevelt hoffen. Eine Bestätigung hierüber ist jedoch zur Zeit nicht erhältlich. Saatssekretär Hull betonte. daß Mmerika gegen eine Vertaguna der Konferenz sei. Die Goldwährungsländer für Auflösung. London. 5. Juli.(Eig, Drahtber.) In der gestrigen Sitzung der Konserenz haben sich die Gold. wahrungsländer energisch für eine sosor. tige Auflösung der Konserenz ausgesprochen. Sie konnten nur durch die Mitteilung Macdonaldo zum Nachgeben bewogen werden, daß bis zum Donnerotag vielleicht eine weitere Erklarung zum Standpunkt des Präsidenten Roosevelt eingelaufen sein würde, die der Konferenz eine neue Grundlage geben könnte. Ein befreiendes Kanzlerwort! „Verächtliches Angeberlum!“ „Die Sucht, überall Nachforschungen nach Vergehen aus früherer Zeit anzustellen, muß aufhören!“ Berlin, 5. Juli.(Drahtb.) Reichskanzler Adolf Hitler hat an den Reichsstatthalter Loever ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt, es sei erforderlich, daß die in den letzten Wochen beobachtete Sucht, überall Nachforschungen nach Vergehen aus früherer Zeit anzustellen, aufhoren müsse. In diesem Zusammenhang spricht der Reichskanzler von einem„verächtlichen Angebertum“. Es heißt dann wörtlich: „Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, daß in vielen Fällen nicht das Verlangen nach Gerechtigkeit der Antrieb ist, führende Männer der Wirtschaft vor Gericht zu ziehen, sondern oft persönliche Gefühle, vielfach sogar Nachsucht und die Verfolgung eigener egoistischer Ziele, die Triebseder des Handelns sind. Wenn die Staatsanwaltschaft und die Polizei in jedem Falle, der zur Anzeige kommt, die vorläufige Festnahme verfügen, so wird auf der einen Seite jenes Angebertum gefördert, das den niedrigen Instinkten der Menschen und nicht der sittlichen Erhebung des Volkes entspringt; auf der anderen Seite entsteht mit der Zeit bei den Führern der Wirtschaft ein Gefühl der Bogelfreiheit, das geradezu die Lähmung der verantwortlichen Leitung der wirtschaftlichen Unternehmungen nach sich zieht.“ Zum Schluß heißt es, daß bedeutsame Fälle von Korruption natürlich geabndet werden müßten. sei jedoch Großzügigkeit am Platze bei Verfehlungen, die weniger aus Eigennutz als im Ringen um die nackte Existeng begangen worden seien. Was gibt es heute Neues? Die Bayrische Volkspartei hat gestern ihre Selbstauflösung bekanntgegeben. * Heute wird auch das Zentrum seine Auflösuna kundtun, nachdem mit der Führung der NSDAP ein Abkommen vorbereitet worden ist. * Die Deutsche Volkspartei hat sich gleichfalls gestern aufgelöst. * Prälat Leicht, der Führer der Reichstagsfraktion der Bayrischen Volkspartei, hat sein Mandat niedergelegt * Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung beziffert sich die Reichsbevölkerung auf 66,1 Millionen. * Die Zahl der Toten bei dem Explosionsunglück auf Zeche„General Blumenthal" ist auf zwölf gestiegen. * Auf der Weser sind beim Kenterneines Segelbootes, das mit sechs Erwachsenen und fünf Kindern besetzt war, sämtliche Kinder ertrunken, während die Erwachsenen gerettet werden konnten. Im Auerschnitt des Tages. Die Bayrische Volkspartei, Geb die nach der Aktion gegen ihre fühLetzten. renden Persönlichkeiten und Funktionäre faktisch schon nicht mehr bestand, hat sich gestern abend formell aufgelöst. Damit ist eine Partei von der politischen Buhne verschwunden, die durch Jahrzehnte mit der Zentrumspartei eine Einheit gebildet hat, die sich in schwersten Zeiten vortrefflich bewährt Auch diese Partei hat eine große Tradition, auch sie hat Geschichte gemacht! Parteien können sterben, können untergehen, aber was an ihnen von Bedeutung war, wird auch in der neuen Zeit in Achtung bleiben. Die positiv katholischen Kräfte, die in der B. V. P. ihre Heimstatt hatten, werden sich in den neuen Staat als wertvolle Mitarbeiter und Mitstreiter einordnen und aus der Fülle katholischer Werte und in echt katholischer Hingabe und Treue ihm zu geben wissen. Gleicheitig mit der B. V. P. ist auch die Deutsche Volkspartei verschwunden, richtiger muß man sagen: verschwunden ist, was unter der„ruhmreichen“ Führung Dingeldeys von dieser ebemals so bedeutungsvollen Partei noch übrig geblieben war! Der Liberalismus ist damit endgültig zu Grabe getragen worden und dem Schicksal nachgewandert, daß der Marxismus, den er aufgezüchtet hat, vor ihm bereits erfahren hat. Verschwunden ist auch der Jungdeutsche Orden, der gleichfalls seine Selbstauflösung vollzogen hat. Wenn wir hiervon Notiz nehmen, so nur deshalb, weil damit eine Organisation sang= und klanglos von der Bildfläche verschwindet, die einmal die große Hoffnung zahlreicher junger deutscher Menschen gewesen ist und die nachber so schmählich die Hoffnung enttäuscht hat, daß ihr kaum nachgeweint werden dürfte. Der Jungdeutsche Orden ist kurz nach dem Kriege in Kassel gegründet worden und verbreitete sich verhältnismäßig schnell über weite Gebiete West, Mittel= und Ostdeutschlands. Sein Schwerpunkt lag im Kasseler Bezirk und in Westfalen, wo die Zahl seiner Anhänger besonders groß war. Lange Zeit war er neben dem Stahlbelm der größte Wehrverband und zog nach ordnungsmäßigem Aufbau sehr viel Jugend an sich. Das Anwachsen der nationalsozialistischen Bewegung und die immer größer werdende Absonderung des Ordens vom gesamtnationalen Kurs durch seine Führer ließen ihn immer weiter in den Hintergrund treten. Der schwerste Schlag gegen den Jungdeutschen Orden war seine Verkoppelung mit der Deutschen Staatspartei bei den Reichstagswahlen im September 1930. Diese Verkoppelung brachte zwar dem Jungdeutschen Orden sechs Reichstagsmandate, führte aber gleichzeitig zu Massenaustritten aus dem Orden uno zu Absplitterungen ganzer Teilorganisationen, die sich unter ähnlich klingenden Namen noch eine zeitlang weiter am Leben erbielten, dann aber in der nationalsozialistischen Bewegung aufgingen. Seit= dem ging die Bedeutung des Jungdeutschen C.dens weyr uns wehr zurüc Nach dem 30. Januar 1633 versuchte der Orden noch einmal eine Rolle zu spielen, indem er sich als nationale Covosition gegen die Regierung der nationalen Erhebung sirmierte. Aber schon nach den Reichstagswahlen vom 2. März aab er auch diesen Kurs sich seitdem noch n zurüdce auf einen Bruchteil zusammen. Nunmehr wird das Etiee canner mit dem schwarzen Ordens= sprach und mehr! 5en, 5e wenig zu halten vern Begrähni: Zas e#cal der zondoner S Weltwirchaftskonferen; erster Rlane scheint nach den vorlugenden Lon= doner Meldungen so gat wie be= fiegelt zu sein. Die geplante Einsetzung von Un= terausschussen bedeutet, wenn man sich höflich ausdrücken will, nichts anderes als ein Begräbnis erner Klasse. Die Londoner Konferenz stand von Anfang an unter einem ungünntigen Vorzeichen. Die gesamte weltwirtschaftliche Lage, die sich besonders kraß durch den Kampi aller gegen alle ausdrückte, ließ von vornberein die Aussichten auf ein geringes Maß zusammenschrumpfen. Weitere Bemühungen um den Fortbestand der Konferenz wurden zunichte gemacht durch die Gegensatze zwischen den Ver. Staaten und den Ländern mit Goldwährung über das Problem der Währungsfrage, die nach Uebereinstimmung tan aller Konferenzteilnehmer das Kernstück der Londoner Weltwirtschaftskonfereng hätte sein mussen. Die Lage, in der die Weltwirscheftekonierenz an die Losung der alltungeben 15dte, wird be= sonders kraß beleuchtet durch die Vorgänge, die zeigen, wie weit die Welt noch von einer wirklichen wirtschaftlichen Befriedung entfernt ist. Die Javaner haben seit geraumer Zeit mit einem Warendumping eingesetzt, das alles übertrifft, was jemals dagewesen ist. Z. B. werden, wie uns berichtet wird und Meldungen auHolland bestätigen, neuerdings in Holland im Großhandel Glühlampen für 5 Pig. das Stück und gebrauchsfertige Fahrräder für rund 12 Mark angeboten. Dies zeigt deutlich, in welchem heitigen Kampf sich die Welt befindet. Wenn sich das Schicksal der Weltwirtschaftskonferenz so erfüllt, daß ne, praktisch gesehen, einen völligen Mißerfola bedeutet, dann muß man das im Interesse der Wirtschaft, auch der deutschen auf das tiente bedauern. Dieses Bedauern kann nicht gemildert werden durch die Tatsache, daß die Russen wieder einmal die Gelegenheit einer Weltkonferenz für ihre Zwecke ausgenutzt haben, wahrend in den zahlreichen Ausschussen leeres Stroh gedroschen wurde. Die Russen haben es verstanden, hinter den Kulissen zwei bedeutsame Verbandlungen zum erfolgerichen Abschluß zu führen. Der Beilegung des englisch=russischen Handelskrieges, worüber wir gestern an dieser Stelle gesprochen haben, ist jetzt der Abschluß eines Nichtangriffspaktes mit sieben Nachbarstaaten erfolgt, darunter auch Rumänien, ohne daß Rußland die bisher von Rumänien aufnrecht erhaltenen Forderungen bezüglich Bessaraviens zu bewilligen brauchte. Unterzeichner dieses neuen Nichtangriffsabkommens sind außer Rumänien Estland, Afghanistan, Lettland. Polen, Persien und die Türkei. Die aus London berichtet wird, soll ein ähnliches Abkommen mit den Staaten der Kleinen Entente unmittelbar vor dem Abschluß stehe Wahrend also die Konferenzmächte in völliger Ohnmacht bei der Lösung der ihnen gestellten Aufgabe versagen, fährt Rußland seinen Weizen in seine Scheuern, schließt Abkommen und Ver träge, die es nicht viel kosten und schiebt sich wieder in der euroväischen Politik, aus der es gänz lich ausgeschaltet schien, vor und ist damit der einzige lachende Teil in London, der sich zufrieden die Hände reichen darf. Die Absage Die Absage Roosevelts bedeu—3 tet u. A. nach mehr als nur die Kobsebelts. Weigerung, einen Wahrungwaffenstillstand einzugehen, zu dem alle Einzelheiten schon festgelegt waren. Sie bedeute: vielleicht auch einen Rückzieher in die traditionell gewordene Isolierung der U. S. A., die Europa ihrem Schicksal überlassen wollen. Diese Ansicht scheint sich auch in London schon durchzusetzen, jedenfalls lassen Andeutungen aus einigen uns vorliegenden Meldungen von dortber darauf schließen. Die amtlichen englischen Kreise, denen an einer Weiterführung der Konferenz außerordentlich viel gelegen ist, bemühen sich krampfhaft, trotzdem die schon auseinanderstrebenden Delegationen in guter Laune zu erhalten und haben wenigstens erreicht, daß die amerikanische Vertretung, die allerdings von Wasbington aus immer wieder desavoniert worden ist sich für die Weiterarbeit ausgesprochen hat. England ist— ebenso wie die kontinentalen Goldlönder— trotz beträchtlicher Verstimmung über die Haltung Roosevelts offenbar aber setzt nicht mehr gewillt, die viel erörterte Währungsfront, um welche die schwere Krife gebt. noch zu verwirklichen. Die gestern von uns veröffentlichte Erklärung der Goldstandardländer beschränkt sich auch schon auf die Wiederholung der alten Grundlätze ohne konkreSchlußfolgerungen daraus zu ziehen. England ist in seinen Entschlüssen durch die Rücksicht auf seine überseeischen Besitztümer gehemmt, von welchen insbesondere Kanada durch die von Roosevelt betriebene Preissteigerungspolitik stark betroffen wird. Ob die Absage des amerikanischen Präsidenten auf dem Gebiete der Handelspolitik Konseauenzen nach sich ziehen wird, ist natürlich im Augenblick noch nicht zu erkennen. Ausgeschlossen ist es aber jedenfalls nicht, daß die nunmehr erlangte Gewißheit über Roosevelts Stabilisierungsfeindschaft in den Goldstandard=Ländern früher oder später bandelspolitische Gegenmaßnahmen auslösen wird, die an sich durchaus berechtigt waren, aber vermutlich zu einer weiteren Verwirrung und Zuspitzung der Weltkrise beitragen müßten. Man darf unter diesen Umständen gespannt darauf sein, wie die Dinge sich weiter entwickeln werden! Das Deuksche Reich zählt 66,1 Millionen Einwohner. Fast zwei Millionen Frauen mehr als Männer.- Nächst Kußland der volkreichste Slaat Europas. 1u Berlin, 5. Juli.(Drahto= Nach den soeben im Statistischen Reichsamt zusammengestell lenligen Ergebrissen der una nom 16. Juni beträgt die ortsanwesende Bevölkerung des Deutschen Reiche= obne Saargebiet 65,8 Millionen, zu= sammen mit ben rund-30000 Einvobnern des Saargebietes, in dem wegen der vorübergehenden Lostrennung von der deut= schen Verwaltung nicht gezählt werden konnte, beziffert sich die Reichsbevölke. runaanf 66,1 Millionen. Dieses Ergebnis bleibt noch um rund 1.7 Millionen hinter der Einwohnerzahl deTeutschen Reiches vor dem Kriege zurück (67.» Millionen im alten Gebietsteil des Reiches). Gbegenüber der Zahlung vom 16. Juni 1925 hat die Reichsbevolkerung sohne Saargebiet) um rund 2.7 Millionen oder 4.1 v. H. 1u1enommen. Von der 653 Millionen zahlenden ortsanwesenden Bevölkerung des Deutschen Reiches(ohne Saargeviet) entfallen 31.7 Millionen auf das männliche und 32,5 Millionen auf das weibliche Geschlecht. Der Frauenüberschutz in, wie schon 1.25 zu beobachten war, in weiterer Rückbildung begriffen."3 trafen auf je 100 Männer noch 1067) Frauen gegenuber 1073 im Jahre 1725 und 1101 im Jahre 1919. Die Bevölkerungsdicht= in von 133 Einwohnern ie Cuadratkilometer im Jahre 1125 auf 139 Einwohner gestiegen. Von den europaischen Staa= diglich Belgien, die Niederlande und England eine höhere Bevölkerungsdichte auf. Der absoluten Bevolkerungszahl nach ist Deutschland nachst Rußlanh der volksreichste Staat Eurovas. Das Ergebnis in Preußen. Die der Amtliche Preuüische Pressedienst mitteilt, betrug nach der Volkszählung im Juni 188 die Gesamtzahl der ortanwesenden Bevölkerung in Preutzen 39 256078. Davon waren männlich: 19 448240, weiblich: 20 500 731. Bei der Volkszahlung im Jahre 125 hatte die Gesamtzahl der preußischen Bevölkerung 324123 betragen. Die Bevölkerungszahlen bei den einzelnen Ländern. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung weisen die einzelnen Lander folgende Bevölkerungszahlen auf: Bavern Sachten Wurttemberg Baden Thuringen Hessen Mecklenburg=Schwerin Oldenburg Braunschweig Anhalt Bremen Lipre=Dermold Lubeck ecklenburg=Strelitz 39203 77097 519 31 3713 15 242977 1676759 14A 1184 548 70077 e* Schaumburg=Lippe Das Grubenunglück in Recklinghausen. Die Zahl der Toten auf 12 gestiegen. Der Zustand der Schwerverletzten besergniserregend.- Die Ursache noch nicht geklärt. Beileidstelegramme. TU Recklingbausen, 4. Juli.(Drahtb.) Mit dem Tode des 30 Jahre alten Vergeklauber= Hermann Brackhann und des 15 Jahre alten Jungknappen Franz Holtröder, die im Laufe des Dienstag vormittag im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen sind, hat die UebertageKohlenstauberplosion auf der Zeche„General Blumenthal“ bisher zwölf Todesopfer gefordert. Der Zustand von noch zwei Schwerverletzten ist besorgniserregend. Die bergbehördliche Untersuchung. Der Unfallausschuß der Grubensicherheitskommission Dortmund trat gestern aus Anlaß der Explosion zusammen. Es wurde festgestellt, daß an einem Waschbergtransportband kurz vor der Erplosion Schneihearbeiten vorgenommen worden sind. Es besteht die Möglichkeit, daß hierin oder in Störungen an elektrischen Einrichtungen die Ursache der Erplosion zu suchen ist. Die Untersuchung nimmt ihren Fortgang. Der reichste Mann Englands Deulscher. Die märchenhafte Karriere des englischen Krösus. ein London, 4. Juli. Drahtb.) Einer der erfolgreichsten Geschäftsleute der Welt und zugleich der bei weitem reichste Mann Englands ut Sir John Ellermann. Sein Vermögen wird auf 30 Millionen Pfund geschätzt, und sein jährliches Einkommen beträgt mehr als 1 Million Pfund, von dem er für sich allerdings nur 3 bis 4 Prozent verbraucht. Seine großten und bedeutendsten Geschäftsinteressen liegen auf dem Gebiet der Schiffahrt, daneben ist er einer der zwei oder drei größten Grundstücksbesitzer Londons, bis vor kurzem beherrschte er außerdem einen bedeutenden Teil der englischen Brauindustrie und als erfolgreicher Finanzmann sucht er seinesgleichen. Von besonderem Interesse dürfte die Tatsache sein, daß Sir John Ellermann deutscher Abstammung ist. Er wurde im Jahre 1862 als Sohn des damaligen deutschen Generalkonsuls in Hull, der mit einer Engländerin verheiratet war, geboren. Mit 22 Jahren bekannter City=Bankier. Wie so viele, die später im Leben ihren Mann gestanden haben, taugte auch der junge Ellermann in der Schule nicht viel. Nach manchen vergeblichen Versuchen gab ihn sein Vater schließlich in die kaufmännische Lehre in ein kleines Bankgeschäft in London. Hier bewährte er sich so gut, daß man dem jungen Mann. der inzwischen knapp 19 Jahre alt geworden war, einen leitenden Posten antrug. Dessen Ehrgeiz ging jedoch weiter. Als sein Gegenvorschlag, ihn als gleichberechtigten Teilhaber aufzunehmen, nicht akzeptiert wurde, machte er sich kurzerhand selbständig. Schon nach kurzer Zeit hatte er sich durchgesetzt. Er war noch nicht ganz 22 Jahre alt, als sich sein monatliches Einkommen als Chek der kleinen City=Privatbank bereits auf mehrere Tausend Pfund belief. Fünk Jahre später gründete er dann mit eigenem Geld seine erste Finanzierungsgesellschaft— der bald mehrere folgen sollten— und tat damit den für sein Leben entscheidenden Schritt. Kam er doch auf diesem Weg, durch gewisse Transaktionen mit einem Syndikat, mittelbar mit Schiffahrtskreisen in Berührung, deren bedeutendster und tüchtigster Repräsentant er bald werden sollte. Der Herr der Tonnage. Mit der ihm eigenen Energie und Zähigkeit stürzte er sich alsbald auf das ihm völlig unbekannte Gebiet des Frachtschiffahrtswesens. Als erste kaufte er die Leyland=Linie auf, die praktisch vollständig bankrott war. Schon nach kurzer Zeit warf das Unternehmen wieder nicht nur Gewinn ab, sondern florierte so gut, daß sich die J. P. Morgan Gruppe dafür interessierte. Der Verkauf kam im Jahre 1901 zustande und warf Sir John Ellermann einen Zwischengewinn von etwa anderthalb Millionen Pfund in den Schoß. Kurze Zeit darauf sicherte er sich die Aktienmehrheit dreier neuer Linien, der City=, der Hall= und der Bucknall=Linie. Auch diese Unternehmungen gehörten bald zu den aussichtsreichsten und gewinnbringendsten Gesellschaften in England. Seine Tätigkeit und seine Arbeiten waren von solchem Erfolg begleitet, daß man ihm allmählich den Spitznamen„Der Tonnagezauberer“ gab. Schiffahrtslinien die nicht mehr ein noch aus wußten kamen einfach zu Ellermann. Er übernahm sie alle und machte meist schon nach Jahresfrist Unternehmen daraus, die wieder sehr erkleckliche Gewinne abwarfen. Wenige Jahre nach dem Verkauf der Leyland=Linie kontrollierte Ellermann bereits rund 3uo Schiffe. Im Burenkrieg stellte er einen großen Teil dieser Tonnage der Regierung zur Verfügung; das gleiche tat er während des Weltkrieges. Damals wurde die Tonnage seiner Flotte, die zudem fast ausschließlich sein Privatbesitz war, bereits auf ein Achtel der Gesamttonnage der englischen Handelsschffahrt überhaupt geschätzt, und im Jahre 1920 wurde sein in der Schiffahrt investiertes Hermo= gen auf 11 Millionen Pfund angegeben Sir John Ellermann hat jedoch, wie bereits gesagt, nicht nur ausgedehnte Schiffahrtsinteressen, sondern ist daneben ein richtiger all=round=Ge= schaftsmann, ein kluger, außerordentlich erfolgreicher Finanzmann, Großaktionär der englischen Brauereiindustrie— in letzter Zeit hat er sich allerdings mehr und mehr von diesen Geschäften zurückgezogen— und endlich Grundstückseigner ganz gronen Stils. Auf das Grundstucksgeschaft hat er sich erst nach dem Kriege geworfen. 1930 wird sein in Grundstücken angelegtes Kapital auf 3 Millionen Pfund geschätzt. Er besitzt Häuser überall in der Citn, außerdem im vornehmen Westend. und fast die ganze Orford=Street gebört ihm. Allein eins der Grundstücke, in Earls Court. das er vor drei Jahren kaufte und kurzlich wieder verkauft hat, war mit 1150 Häusern bebaut und enthielt an 200 Siedlungsblöcke. Ein Leben der Arbeit und Einfachheit Trotz seines riesigen Reichtums führt Sir John Ellermann ein überaus bescheidenes Leben. Sein einzigek Lurus ist seine komfortable Villa in Mayfair. Eine Zeit lang hat er wohl einmal in Schottland ein Schloß besessen, hat dieses jedoch bald wieder aufgegeben. Auch sonst führte er ein sehr zurückgezogenes einfaches und unauffälliges Leben das nur der Arbeit gewidmet ist und nichts mit Millionärsromantik zu tun hat. Er nennt weder einen Rennstall sein eigen, noch, wie viele der amerikanischen Krösusse, eine koftsvielige Lurusnacht. Sir John Ellermann ist im übrigen in ganz England durch seine Wohltätigkeit be= kannt. Wahrend des Krieges richtete er zum Beispiel ein Sanatorium für Gasveraiftete und Verschuttete ein, das ihn täglich an 1500 Piund kostete. Vorbildlich ist außerdem sein Verbalten als reichster Bürger des Landes. Seit Jahren führt er nämlich. über die erforderlichen Steuerleistungen binaus freiwillig einen gewissen Protentsatz jedes verdienten Pfundes an die enalische Regierung ab. Neuerdings soll er außerdem die Bestimmung getroffen haben, daß nach seinem Tode 51 Prozent seines Vermögens ebenfalls dem englischen Schatzamt zufallen. Aus Anlaß des Explosionsunglückes auf der „eibe„General Blumenthal“ hat der Herr Reichspräsident aus Neudeck an die Zechenverwaltung nachstehendes Telegramm gerichtet: Mit tiefer Anteilnahme erhalte ich die Nachricht von dem schweren Unglück auf der Zeche General Blumentbal. Ich bitte Sie, den Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute den Ausdruck meines wärmstens Beileides und den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln. von Hindenburg, Reichsprasident.“ Auch Reichsarbeitsminister Seldte hat an die Zeche General Blumenthal ein Beileidstelegramm gesandt. Der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit hat zugleich im Namen des preunischen Ministerpräsidenten der Verwaltung und der Belegschaft der Zeche„General Blumenthal 12“ aus Anlaß des schweren Explosionsunglücks sein aufrichtiges Beileid ausgesprochen. Auch die Deutsche Velkspartei aufgelöst. 1u Berlin, 4. Juli.(Drahtb.) Der Partei= führer der Deutschen Volkspartei. Reichetagsabgeordneter Dingeldev. teilt mit: „Da mit dem Wesen des jetzigen nationalsozialistischen Staates Parteien im alten Sinne nicht vereinbar sind, werden hierdurch mit solortiger Wirkung samtliche Organisationen, der Deutschen Volkspartei aufgelöst. Die Liquidation ist nach Moglichkeit zu beschleunigen. Ueber die Stellung der Mandatsträger sind Verhandlungen mit den maßgebenden Stellen aufgenommen Ich erwarte von allen Freunden der Deutschen Volkspartei, daß sie getreu ihrer Ueberlieferung verantwortungsfreudig an des Vaterlandes Große und Freiheit mitarbeiten. Einigkeit und Rech: und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. gez. Dingeldey.“ Kommunistischer Brandstifter gestehl. TU. Eßlingen, 5. Juli.(Drahtb.) Der frühere kommunistische Stadtrat Friesch. Vorsitzender des aufgelosten kommunistisch geleiteten Waldbeim=Vereins Eßlingen, hat, wie der Landespressedienst der Telegraphen=Union erfährt. den am 20. Juni 198 ausgebrochenen Brand deg ehemaligen kommunistischen Waldheimes selbst gelegt. Als Hauptbeweggrund für seine Tat gab er an, er habe den Personen, die sich finanziell an der Erstellung und Weiterführung des Waldheimes beteiligt haben und wahrscheinlich durch die Auflösung des Vereins ziemlichen Schaden erlitten bätten, wenigstens die Versicherungssumme verschaffen wollen. Er hat seine persönliche Täterschaft eingestanden. Weitere Industrieführer in Ostoberschlesien verhaftel. Kattowitz, 5. Juli.(Drahtb.) Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft sind der Generaldirektor der Fürstlich=Donnersmarckschen Gruben. woat. ferner der Oberdirektor der technischen Betriebe. Bucek, sowie der Inspektor der Donnersmarck=Grube. Breßler, und der Berginspektor der Blücher=Schächte. Steuber. verhaftet worden. Die Verhaftung dieser Persönlichkeiten, die in allen Kreisen größtes Aufsehen erregt, wird mit einem angeblichen Verstoß gegen die Demobilmachungsvorschriften begründet, da die Genannten ohne eine endgültige Entscheidung des Demobilmachungskommissars abzuwarten, am 1. Juli die Stillegung der Blücher=Schächte und der Donnersmarck=Grube veranlaßt hätten. Kleine Tageschronik. Irigonen gestorben. Wie aus Buenos kires gemeldet wird, ist der krühere argentinische Prasident Dr. Hippolit Irigoyen im Alter von 60 Jahren an einem Krebsleiden gestorben. Dr. Schlenker verläßt den Langnamverein. Dr. Schlenker, der 1. Geschäftsführer des Langnamvereins und der Nordweitlichen Gruppe. ist zurückgetreten. Fritz Thyssen Führer des Lananamvereind. Der Vorsitzende des Langnamvereins und der Nordwestlichen Gruppe, Dr. ing. Fritz Epringorum, ist von seinem Amte zurückgetreten. Sein Nachfolger ist Dr. Fritz Thyssen. Generalinspektene für den deutschen Strabenban ernannt. Zum Generalinspekteur für den deutschen Straßenbau ist, wie wir erfahren, der Generaldirektor der Firma Sager u. Woerner in Mun= chen, Fritz Todt, ernannt worden. Eine amt= liche Bestätigung liegt noch nicht vor. Bernfung von Dettens in das preußische Innenministerium. Der bisherige Führer der SA=Gruppe Sachsen. von Detten. int anstelle des Obergruppenführere Litmann als Kommissar in das preußische Ministerium des Innern berufen worden. Mittwoch, den 5. Juli 1033. 1. Beilage der Westfälischen Volks=Zeitung Nr. 152— Seite 5 Bochumer Tageschronik. Man merke Mittwoch, den 5. Juli. Sonnenaufgang 4,17 Sonnenuntergang 20,55 Mondaufgang 19,41 Monduntergang 1,12 1817 Der Naturforscher Karl Vogt in Gießen geb.(gest. 1895). 1853 Der englische Kolonialpolitiker Cecil Rbodes in Hertfordshire geb.(gest. 1902). 1908 Der norwegische Dichter Jonas Lie in Bärum gest.(geb. 1853). Bochums Beileid. Anläßlich der schweren Kohlenstauberplosion auf der Zeche„General Blumenthal 1=2“ in Recklinghausen, hat die Stadtverwaltung dem Oberbürgermeister in Recklinghausen die aufrichtigste Teilnahme der Stadt Bochum ausgesprochen. Verkaufen lut not! Der unter dem Werbewort„Verkaufen tut Not“ von der Vereinigten Kaufmannschaft e. V., Bochum, veranstaltete Kursus in Verkaufslehre erhielt durch den gestrigen, vom Vorsitzenden der Vereinigten Kaufmannschaft, Dr. Winkelmann, eröffneten ersten Vortrags= abend einen verheißungsvollen Auftakt. Der Dozent, der bekannte, selbst aus dem Verkäuferstande hervorgegangene Fachmann für PersonalSchulung. Dr. Schatte, Berlin, verstand es mit seinem Vortragstalent und gestützt auf ein tiefgründiges Wissen, die den großen Vortragssaal der Verwaltungsakademie an der Wittener Straße füllende Hörerschaft, Angestellte wie Geschäftsinhaber, vom ersten bis zum letzten Augenblick zu fesseln. Ernste Worte über die Berufspflichten und den Wert und die Bedeutung der Verkaufstätigkeit im Handel wechselten mit humorvollen, lebendigen und anschaulichen Schilderungen aus der Schule des Lebens geschöpfter Vorgänge, die das Verhältnis zwischen Käuferschaft und Kaufmann beleuchteten. Namentlich wurde auf diese Weise gezeigt, wie zu einem tüchtigen Verkäufer ein gesunder Optimismus und Lebensfreude gehört, das heißt Liebe und Freude an der Arbeit, ferner eine hohe Berufsauffassung, die sich mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Standes des Verkäufers deckt. Diese moderne, fortschrittliche Schulung für den Dienst am Kunden wird an 4 weiteren Abenden, am 5., 6., 10. und 11. Juli, fortgesetzt, zu denen übrigens noch neue Hörer hinzutreten können. Vorsicht vor falschen Kriminalbeamten. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit, daß gefälschte Personalausweise des geheimen Staatspolizeiamtes in erheblicher Anzahl verbreitet worden sind, mit denen Personen, die sich falschlich als Kriminalbeamte oder Geheimpolizisten ausgeben, in verbrecherischer Absicht Mißbrauch treiben. Zur Vermeidung von Irreführungen des Publikums wird darauf hingewiesen, daß die Kriminalpolizeibeamten sich in erster Linie durch Vorweisung der amtlichen Marke des Kriminalpolizeibeamten zu legitimieren haben und daß dem schriftlichen Personalausweis nur in Verbindung mit dieser Marke Echtheit und Glaubwürdigkeit beizumessen ist. Im Interesse der Aufrechterhaltung der Sicherheit wird das Publikum dringend gebeten, in Zweifelsfallen unverzüglich die ordentlichen Polizelbehörden anzurufen und so fort Anzeige zu erstatten, sobald Fälle bekannt werden, in denen mit gefälschten Personalausweisen Mißbrauch getrieben wird. Luflkrieg droht! Selbstschutz für die Sladt Bochum BOCHUMER Die Nächte sind lau und hangen voll Blüten! Die Säfte regen sich, schwellen und fließen,— Nun möge Gott unsern Garten hüten Und den Wald und das Feld, wo die Saaten sprießen. Schon rüsten sich die ersten Gewitter, Die Winde fiebern am fernen Gelände... Da lehn' ich am goldenen Gartengitter und breite aus meine betenden Hände. Kamill Hoffmann. Invalidenkarten Trotz fortgesetzer Hinrechtzeitig umtauschen! weise wird noch immer eine große Anzahl von Invalidenversicherungskarten zu spät umgetauscht. Die Anwartschaft auf Leistungen aus einer oft jahrelangen Versicherung ist damit meist erloschen. Wenn die Quittungskarte nicht binnen 2 Jahren nach dem Tage der Ausstellung zum Umtausch eingereicht wird, hat der Versicherte im Zweifelsfalle nachzuweisen, daß die Anwartschaft durch rechtzeitige Verwendung der Marken erhalten geblieben ist. In der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit werden für sehr viele Versicherte innerhalb von 2 Jahren nicht immer für 20 Arbeitswochen Marken verwendet. Sie müssen in diesem Falle die Quittungskarte dem Arbeitsamt vorlegen, das dann die zur Anwartschaft erforderlichen Marken klebt. Wird Arbeitslosenunterstützung nicht mehr bezogen, dann übernimmt oft die Gemeinde die fehlenden Beiträge. Auch die Versicherten, die sich freiwillig versichern, tun in der heutigen Zeit der wirtschaftlichen Not gut. allmonatlich die Marken zu kleben und sie nicht bis kurz vor dem Umtausch der Quittungskarte in einer Summe ansteyen„a lassen. Freiwillig Versicherte müssen die Marken nach ihrem Einkommen verwenden. Zum Einkommen rechnen auch Zinsen, Renten, der Wert der Selbsterzeugnisse usw. * Die Unterbrechung Von den noch nicht verder Arbeitslosen= öffentlichten Entscheidungen unterstützung. des Spruchsenats für die Arbeitslosenversicherung werden durch die Wohlfahrtskorrespondenz die folgenden Grundsatze bei Unterbrechung der Arbeitslosenunterstutzung mitgeteilt: Bei Unterbrechungen im Bezuge der Arbeitslosenunterstützung muß der Antrag auf Fortsetzung oder Aufrechterhaltung der Versicherung bei einer der in 8 123 Abs. 1 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bezeichneten Krankenkassen bei jedem Antrag auf Unterstutzung erneut gestellt werden; wird jedoch Krisenunterstützung im unmittelbaren Anschluß an die Aussteuerung in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung gewährt, so bedarf es eines solchen erneuten Antrages nicht(IIIa Ar. 49/33). Aendert der Arbeitslose während des Bezugs der Arbeitslosenunterstützung seinen Wohnort, so kommt von da av der Unterstützungssatz der neuen Wohngemeinde im Sinne des Art. 1 Abs. 2 der Verordnung über die Höbe der Arbeitslosenunterstützung und die Durchführung öffentlicher Arbeiten vom 16. Juni 1992 in Betracht(IIla Ar. 37/W).— Tage, für die Arbeitslosenunterstützung bewilligt, aber nicht abgehoben wurde und für die sie auf Grund des§ 116 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung nicht mehr zu zahlen ist, gelten als Tage des Bezuges im Sinne des Art. 3 der Verordnung über die Höbe der Arbeitelosenunterstützung usw. vom 16. Juni 1462(IIa Ar. 2033. * Briefe, die sie Die sommerliche Reisezeit ist da. nicht erreichten. Man packt und organisiert, prüft Rasierapparat, Leibwäsche und Schuhe und vergißt doch oft das Wichtigste: die Postbestellung, welche die Verbindung mit der Welt aufrecht erhält, um so am besten vor Unannehmlichkeiten zu schützen. Denn wer einen wichtigen Brief(Kündigung einer Hypothek, eines Mietvertrages etc.) durch sein Verschulden nicht erhält, muß sich so behandeln lassen, als wenn er ihn rechtzeitig erbalten hätte. Das Reichsgericht führt zu der Pflicht einer Vertragspartei, zu jeder Zeit für das rechtzeitige Zugeben von Erklärungen seitens der anderen Partei zu sorgen, u. a. das Folgende aus: Auf ein verspätetes Zugeben des Kündigungsschreibens darf sich die Beklagte nicht berufen. Denn der Kläger hat alles getan, was für ihn möglich war, um der Beklagten den Brief zukommen zu lassen. In ihrer Wohnung konnte der Brief der Beklagten nicht zugestellt werden, da sie sich auf Meisen begeben hatte, ohne eine feste Anschrift zu binterlassen. Da die Beklagte als Nießbraucherin eines Grundstücks Mietverträge abgeschlossen hatte, die nach der Erfahrung rechtserbebliche Erklarungen der Mieter ihr gegenüber jederzeit notwendig machen konnten, lag ihr die Pflicht ob, den Pertragsgegnern solche Erklärungen zu ermöglichen. Der Mißerfolg der Bemühungen des Kläters ist nur auf Umstände zurückzuführen, die in der Person der Beklagten lagen. Beklagte war von Berlin nach Lübeck und von dort nach Hamburg gereist und hatte bei jeder Weiterreise der Post einen Auftrag zur postlagernden Nachsendung übermittelt. Der Brief des Klägers war aber von Lübeck aus nicht weitergesandt worden weil die nach den Bestimmungen der Post auf Tage beschränkte Geltungsdauer des Nachsendeantrags schon abgelaufen war, als der Brief in Lubeck einging. Daß die Beklagte mangels Kenntnis der Postbestimmungen mit dem gestellten Nachsendungsantrag ihrer Pflicht genügt zu haben nlaubte, fällt nicht ins Gewicht.„Reichsgerichtsbriefe“.(VIII 51/W.— 18. Mai 19W.) Wer verreise will, weiß also Bescheid. de= Wer bis in die letzte Zeit trotz der Riesenzahl von Luftwaffen unserer Feinde, trotz all der warnenden Stimmen über den Luftkrieg, die vielen Anregungen betreffs Selbstschunmaßnahmen mit einem abweisenden und skeptischen Lächeln beantwortete, der wird durch die letzten Ereignisse eines Besseren belehrt worden sein, als fremde Flugzeuge nicht nur über Berlin, sondern auch über verschiedenen andern deutschen Städten erschienen und Flugblätter abwarfen, die Beschimpfungen der Reichsregierung enthielten. Der wird jetzt langsam einsehen, daß eines Tages statt der Flugblatter Brand= und Gasbomben auf unsere bilflosen Städte herniedergehen und Jeuersbrunst und Tod bringen können. Das deutsche Volk beginnt, sich auf die ungebeuere Gefahr zu besinnen, die ihm droht, und immer dringender wird der Ruf: Wir brauchen Luftschutz! Der Vertrag von Versailles versagt Deutschland jede Art aktiven Schutzes für den Luftkrieg. Da heißt es Maßnahmen zu treffen, die jedem einzelnen die Möglichkeit geben, sich im Falle eines Luftangriffs, der uns bei unseren zahlreichen Feinden jeden Tag überraschen kann, hinreichend zu schützen. Vor kurzem hat Reichsminister für Luftfahrt Göring den„Reichsluftschutz“ gegründet, dem alle anderen Luftschutzvereine, soweit sie nicht aufgelöst werden sind, geschlossen beitraten. Der „Reichsluftschutzbund“ hat es sich zur Aufgabe gemacht Organisationen ins Leben zu rufen, die in großzügiger, aufklärender Form dafür sorgen, daß jeder Bürger in kürzester Zeit in der Lage ist, seinen Besitz und sein Leben vor Luftangriffen zu schützen. Der„Luftschutztrupp Ekkehard e. V.“ des„Reichsluftschutzbundes“ hält nun heute und morgen in der Verwaltungsakademie praktische Uebungen für den Selbstschutz mit Gasmasken, Brandbomben usw. ab, die alle Anleitungen für den Selbstschutz enthalten. Gestern abend wurde ein öffentlicher Einführungsvortrag gehalten, der einen überaus starken Besuch aus allen Kreisen der Bochumer Bevölkerung zu verzeichnen hatte. Der Redner vom„Luftschutztrupp Ektebard“g ab in längeren Ausführungen zunächst einmal einen Ueberblick darüber, wie der Selbstschutz organisatorisch aufgezogen werden muß. Bekanntlich besteht außer dem zivilen Selbstschutz der amtliche Luftschutz, der in den Händen der Reichswehr und größtenteils in Händen der Schutzpolizei liegt. Der amtliche Schutz besteht im Flugmelde= und Warndienst, der beim Herannahen feindlicher Flieger den nächsten bedrohen Städten die Flugrichtung, Stärke und Geschwindigkeit des Feindes meldet. Dazu kommt der Sicherheits= und Hilfsdienst, der aus Trupps mit einem Führer und 8 Mann besteht. Obschon dieser Dienst über fest geschlossene und disziplinierte Gruppen verfügt, ist es ja selbstverständlich, daß er bei Fliegerangriffen größeren Formats selbst bei angestrengtester Tätigkeit nicht allein der ganzen Arbeit Herr werden kann, die manchmal in kürzester Zeit bewältigt werden muß. Darum ist es unumgänglich notwendig, den zivilen Selbstschutz zu organisieren, denn es wäre töricht und verantwortungslos, zu glauben, daß es lediglich Sache des Staates sei, für den nötigen Schutz der Allgemeinheit zu sorgen. Wie ist nun diese Organisation anzufassen? Zunächst muß einmal jedes Haus einen Führer, einen sogenanten„Cuftschutzhauswart“ haben, der besonders ausgebildet wird und im Falle der Gefahr die nötigen Anweisungen erteilt. Dem„Luftschutzhauswart“ untersteht dann die„Pausfeuerwehr“, eine Art Brandwache, die bei einem Luftangriff auf dem Dache zu wachen hat, um die Brandbomben unschädlich zu machen. Für diese Brandwache sind besonders die Jüngeren bestimmt, die, wie praktische Versuche gezeigt haben, durchaus imstande sind, nach genügender Uebung die ihnen zugestellte Aufgabe zu bewältigen. allen Häusern sind sodann Schutzräume einzu richten, deren Instandsetzung durchaus nicht eine Frage des Geldes, sondern nur eine Frage des guten Willens sind. Um nun den drohenden Gefahren mit der nötigen Sicherheit entgegentreten zu können, bedarf es natürlich einer genauen Kenntnie der feindlichen Waffen. Zu diesen Waffen rechnet man außer den Flugblättern, die eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen, weil sie dazu benutzt werden, die Bevölkerung in ihrem Willen zum Aushalten zu zermürben, vor allem die Maschinengewehre, die Brisanz=Brand= und Gasbomben. Von diesen Waffen sind die Maschinengewehre am ungefährlichsten, weil sie nur dann zur Auswirkung kommen können, wenn die Bevölkerung durch einen plötzlichen Angriff kopflos wird und sich, statt in den Häusern Schutz zu suchen, auf den Straßen zeigt. Eine um so größere Gefahr bilden dagegen die Bomben. Wenn man bedenkt, daß die Brisanzbomben, eine Art Spreng= und Splitterbombe, in einem Gewicht bis zu 20 Zentner hergestellt werden können, so kann man sich ohne viel Fantasie ausmalen, daß es gegen eine Durchschlagskraft dieser aus 5000 oder 6000 Meter heruntersausenden Ungetüme nur schwerlichen Schutz gibt. Zur Beruhigung sei aber bemerkt, daß Brisanzbomben wegen ihres Gewichtes und ihrer Herstellungsunkosten(18—20 000 RM pro Stück) nur wenig mitgeführt werden können Auch die berüchtigten Gasbomben bedeuten noch nicht die größte Gefahr, denn es ist nicht so, wie man allerorts hört und in Aufsätzen liest, daß eine ganze Stadt innerhalb von 10 Minuten vergast werden kann. Um beispielsweise das Stadtinnere Berlins vollständig zu vergasen, müßten 50000 Flugzeuge eine ganze Stunde lang ununterbrochen Gasbomben werfen— eine Arbeit, die auch unseren gut bewaffneten Feinden erbebliche Schwierigkeiten bereiten würde. Um auch die größten Pessimisten zu beruhigen, muß gesagt werden: Man kann sich gegen jedes Gas schüßzen, vorausgesetzt natürlich, daß man die richtigen Maßnahmen dafür genau kennt. Bei den in Frage kommenden Gasen unterscheidet man zwischen Blankreuz, Grünkreuz und Gelbkreuz. Das Blaukrenz ist ein Reizstoff, der die Schleimhäute besonders stark angreift. Das Grünkreuz ist ein Lungengift, das die Lungengewebe zerfrißt und bald den Tod herbeiführt. Das gefährlichste Gas ist das Gelbkreuz, das im flüssigen Zustande Hautvergiftungen, Verbrennungen und Geschwürbildungen hervorruft, die bei größeren Ausmaßen tödlich wirken. Im verdunsteten Zustande wirkt das Gelbkreuz ä tzend auf die Augen und kann sogar zum Erblinden führen. Eine unheimliche Eigenschaft dieses Gases ist das Durchdringen sämtlicher Kleidungsstücke Die größte Gefahr stellen die Brandbomben dar, von denen ein Großflugzeug 3000 Stück mitführen und in Massen auf die angegriffenen Städte abwerfen kann. Die Brandbomben, die eine Hitze von 2000 bis 3000 Grad entwickeln, sind durch keine Flüssigkeit zu löschen, erzeugen im Wallfahrt zum hl. Rock in Trier. Die Ausstellung des hl. Rockes in Trier, die der Hochwürdigste Herr Bischof von Trier im Rahmen der 19. Jahrhundertfeier des Erlösungstodes Christi angeordnet hat, wird mit Gottes Hilfe reiche Früchte religiöser Erhebung bei allen wecken, die in der Lage sind, zum hl. Rock zu pilgern. Die Priesterkonferenz von Groß=Bochum hat in Würdigung des seltenen Ereignisses dieser Ausstellung des hl. Rockes eine Wallfahrt nach Trier angeordnet. Sie wird s. G. w. am Mittwoch, 9. August, stattfinden: Abfahrt morgens ca. 5,15 Uhr: Rückkunft nach 11 Uhr. Am Nachmittage vor dem Pilgertage wird in der Marienkirche eine Andacht mit Ansprache für die Teilnehmer sein; am Morgen der Abfahrt ist in der gleichen Kirche Gelegenheit zur hl. Messe und hl. Kommunion. Als Beauftragter der Priesterkonferenz bitte ich alle Kreise des katholischen Bochums, daß sich sowohl eine stattliche Anzahl von Gläubigen an dieser Wallfahrt beteilige, als auch spreche ich die Hoffnung aus, daß die Wallfahrt selbst zur größeren Ehre unseres Heilandes und Erlösers gereichen möge. Die Fahrkarten für die Wallfahrt — einschl. Pilgerbüchlein usw. 10 RM— werden wahrscheinlich von Mitte nächster Woche ab an folgenden Stellen zu haben sein: Brockmeyer, Marienstr. 14, Pieperstr. 3 und Bongardstr. 4; Endemann, Grabenstr. 37; Hellermann, Humboldtstr. 48; Schiffmann, Metzstr. 24; Altenbochum: Georg Lillpopp, Wittener Straße 241; Grumme: kath. Pfarramt; Dreifaltigkeit: Lammert, Herner Str. 158; Riemke: Postagentur Cornelius, Herner Str. 381; Wiemelhausen: kath. Pfarramt. Vormerkungen für„Zusatzkarten“ können nur beim Pfarramte St. Marien, Humboldtstraße 40, angenommen werden. Heimhardt, Pfarrer. Wienkopp-Freilichtspiele! Da am vergangenen Mittwoch die Sonderaufführung für Erwerbslose und Rentenempfänger wegen Regens ausfallen mußte, erhalten bei der beutigen„Jedermann=Aufführung“ alle Erwerbslose und Rentenempfänger eine Eintrittskarte für 20 Pfg. Ebenso können sie zum gleichen Preis noch eine Karte für einen Familienangehörigen lösen. Da es noch nicht allen bekannt ist, sei nochmals darauf hingewiesen, daß der niedrigste Platz für Erwachsene 50 Pfg., für Vereine 40 Pfa. und für jedes Kind 25 Pfg. kostet. Es ist zu wünschen, daß recht viele Bochumer den heutigen Tag zum Besuch der hervorragenden Wienkopp=Freilichtspiele benutzen. Die Aufführung beginnt 1530 Uhr. Gegenteil beim Hinzukommen von Wasser Explosionen, die die einzelnen Teile der Bombe nur noch weiter in die Umgebung schleudern. Das wirksamste Mittel zur Unschädlichmachung ist Sand. Wie die Organisationen bis ins Kleinste durchgeführt, welche Hilfsmaßnahmen ergriffen werden müssen, das alles werden die heute und morgen abgehaltenen praktischen Uebungen zeigen. Es liegt im Interesse eines jedes einzelnen, für diese Vorführungen zu werben und sich selbst daran zu beteiligen, damit wir recht bald in der Lage sind, uns wirksam gegen die drohende Gefahr feindlicher Fliegerangriffe zu schützen. Die Vorführungen sind nachmittags 16,30 Uhr und avends 20.30 Uhr. Klein- und Privatbahnen 50 Proz. billiger — für Netzkarteninhaber. Dem Verbande reisender Kaufleute Deutschlands ist es gelungen, bei verschiedenen Privatund Kleinbahnen eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung für Inhaber anschließender Reichsbahn=Netz= und Bezirkskarten durchzusetzen. Im einzelnen handelt es sich hierbei um die Strecken der Landeseisenbahn Brandenburg, der Prignitzer, Wittenberge=Perleberger, Niederlausitzer, Ruppiner und der Mecklenburgischen Friedrich=Wilhelm=Eisenbahn sowie der Ost= und West=Prignitzer Kleinbahnen und schließlich der Nordhausen—Wernigeroder Eisenbahn. Zu einer Bprozentigen Ermäßigung hat sich die Direktion der Mindener Kreisbahnen bereiterklärt. Die Fahrpreisermäßigungen können ab 1. Juli auf sämtlichen Bahnhöfen der genannten Privatbahnnetze in Anspruch genommen werden. Die ermäßigten Fahrkarten werden gegen Vorzeigung der Netzkarten usw. ausgegeben. Sie gelten nur in Verbindung mit ihnen. Es bleibt— im Interesse nicht nur des kaufmännischen Berufsreiseverkehrs— zu hoffen, daß auch die anderen Kleinbahnverwaltungen, mit denen der Verband reisender Kaufleute Deutschlands zurzeit noch in Verhandlung steht, möglichst bald dieselbe Vergünstigung beschließen. K haushaltungstari für Elektrowärme und Kühlanlagen der Städt. Beleuchtungs= und Wasserwerke. Die Städtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke haben einen Haushaltungstarif für Elektrowärme und Kühlanlagen herausge= bracht. der dem lang gehegten Wunch der Bochumer Bevölkerung nach Versorgung mit billigem Koch= und Heizstrom Rechnung trägt und im Anzeigenteil unserer heutigen Ausgade veröffentlicht ist Es ist jetzt möglich auch hier in Bochum Koch herde. Heißwasserspeicher, Kühlapparate sowie Zu satzheizung zu wirtschaftlichen Preisen elektrisch zu betreiben Wenn auch der Tarif nicht für die Benutzung von Kleingeräten, wie Bügeleisen, Staubsaugern. Fönapparaten und dergl. gilt, so ist dafür aber der Strompreis für alle diejenigen, die elektrisch kochen. kühlen oder wären wollen. noch um 1 Rpf. billiger als in den Nachbarstädten: kostet doch die Kilowattstunde tagsüber nur 8 Rpf und nachts gar nur 6 Rpf. Jeder kann jetzt das Wasser für sein Morgenbad im Heißwasserspeicher zu dem billigen Nachtstrompreis bereiten. Wie angenehm das elektrische Kochen und Kühlen ist darüber kann sich jeder in der großen Elektrowärme=Ausstellung, die jetzt in Essen eröffnet worden ist, durch eigene Anschauung unterrichten.„Wer einmal elektrisch gekocht hat, läßt es nimmer“ so urteilen die Hausfrauen mit elektrischer Küche. Unsere Bochumer Hausfrauen können nun die Richtigkeit dieses Urteils selbst nachprüfen Ein Wunder der Technik sind auch die neuen elektrischen Kleinkühlgeräte, die in der warmen Jahreszeit durch Kühlung und Frischerhaltung der Speisen und durch schnelle und mühelose Bereitung von Speiseeis für jeden Haushalt eine große Annehm lichkeit bedeuten Der Zug in die Großstadt. Ein unentrinnbares Schicksal der Slädte.- Aufklärung lut not. Warnung vor einem Auswahlbetrüger. Am 27. 6. 1933 erschien in einem Goldwaren geschäft in Bochum ein Mann, der sich als Syn dikus Dr. Neumann ausgab und Trauringe verlangte. Er ließ sich die teuersten Ringe vor legen. Der Betreffende erklärte dann der Verkäuferin, daß er sich nicht mehr auf das Ringmaß seiner Braut besinnen könne, bat um Ueber sendung einer Auswahl in seine Wohnung und verließ das Geschäft. Da der Verkäuferin das erregte Wesen des Menschen auffiel, benachrichtigte sie den Inhaber. Dieser schickte die Verkäuferin mit einer Auswahlsendung in die ange gebene Wohnung, wartete aber selbst im Flur des Hauses. In der Wohnung ließ sich der Mann die Ringe vorlegen, steckte sich zwei Herren=Trauringe an und verließ das Zimmer mit dem Be merken, daß er seine Braut holen wolle. Er ver ließ aber auch unbemerkt die Wohnung, wurde aber beim Verlassen des Hauses von dem im Flur wartenden Geschäftsinhaber verfolgt. Als der Mann merkte, daß er verfolgt wurde, ging er wieder in die Wohnung und gab der Verkäuferin die Ringe zurück mit dem Bemerken, daß er seine Braut nicht habe antreffen können. Die Verkäuferin verließ die Wohnung und setzte den Inhaber von dem Vorgefallenen in Kenntnis. Als dieser mit einem hinzugerufenen SA=Mann und Polizeibeamten die Wohnung betrat, um den Schwindler festnehmen zu lassen, war er bereits entkom men. Wie festgestellt werden konnte, hatte der Schwwindler das Zimmer erst am 27. 6. 1933, morgens, gemietet. Beschreibung: 30—35 Jahre alt, 1.70 Meter groß, schlank. dunkelblond, gescheiteltes Haar ohne Bart, schmales Gesicht(Sporttyp schmale, lange Hände(nicht ausgearbeitet. Ring fingermaß 60—61 mm), soll infolge eines rechts oben fehlenden Zahnes etwas lispeln, außerdem etwas nach vorn geneigt geben. Bekleidung: engl grauer Anzng(Knickerbocker), grauer Pullover, gleiches Hemd und passenden weichen Kragen, graugrünlichen, weichen Hut(moderne Form, braune Halbschuhe, graue Strümpfe. Bei Auftreten des Schwindlers wird um umgehende Benachrichtigung der Kriminalpolizei oder des nächst erreichbaren Polizeibeamten gebeten. Verkehrsunfälle. Eine 7jährige Schülerin wurde am 1. Juli, gegen 18 Uhr, beim Ueberqueren der Fahrbahn auf der Dorstener Straße vor dem Hause Nr. 55 von einem Lieferkraftwagen angefahren und erheblich verletzt. Durch den Führer des Lieferkraftwagens wurde das Kind in das Elisabeth=Hospital eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht. Der Unfall gelangte erst am 3. Juli gegen 11 Uhr durch den Vater der Verletzten zur Kenntnis der Polizei. Am 2. Juli, gegen 3.20 Uhr, befuhr ein Lieferkraftwagen die Tenthoffstraße in Richtung Josephinenstraße und fuhr unter der Zechenbahnbrücke der Zeche Constantin gegen einen von unbekannten Tätern auer über die Straße gelegten Holzbalken. Das Fahrzeug wurde schwer beschädigt. Personen sind nicht verletzt. Auf der Schützenstraße stürzte am Montag abend ein Motorradfahrer infolge Platzens der Norderradbereifung seines Kraftwagens. Er erlitt Kopfveletzungen, der Soziusfahrer trug einen Bruch des rechten Beines davon. Beide Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Diebeszunft bei der Arbeit. Einem Bewohner der Straße„Am Gerstkamp“ in Bochum wurde in der Nacht durch Einbruch ein Kaninchen(Albino=Rasse, etwa 6—7 Pfund schwer) gestohlen. Vor etwa acht Tagen wurden von dem Lagerplatz eines Baugeschäftes an der Robertstraße in Bochum etwa 12—15 Stück Betonstützen, die 2 bis 2.50 Meter lang sind. entwendet. X Zur Auflösung der Sekte der sogenannten „Ernsten Bibelforscher“, von der wir vor einigen Tagen Kenntnis gegeben haben, werden wir gebeten, mitzuteilen, daß die Neu=Apostolische Gemeinde, von der in unserer Meldung gleichfalls die Rede war, nicht vervoten worden ist. Diese Gemeinde besteht nach wie vor weiter. Die Großstadt übt auch gegenwärtig auf breite Volksschichten des Landes und der kleineren Städte eine überaus starke Anziehungskraft aus, obwohl doch allgemein bekannt#ern muß, daß die Lebensbedingungen in der Großstadt kaum jemals so schwierig waren wie heute, und daß in den Großstädten, zumal in den Städten mit Schwerindustrie, gegenwärtig nur die denkbar geringste Arbeitsmöglichkeit vorhanden ist. Vor allem besteht für Zuziehende keine Aussicht, Arbeit zu bekommen. Die Bevölkerungsbewegung in unseren Großstädten weist einen fast ständigen Rückgang auf. Die Arbeits= und Wohlfahrtsämter geben sich große Mühe, besonders junge Leute auf dem Lande unterzubringen und durch eine freilich noch sehr bescheidene Umsiedlung versucht man, Erwerbslose wieder aufs Land oder wenigstens an den Rand der Großstädte zu verpflanzen. Aber alle diese Bestrebungen bleiben ohne durchschlagenden Erfolg, weil nohezu ebenso viele Menschen, als der Stadt den Rücken kehren, dort jeden Monat neu zuwandern. So sind beispielsweise im April des Jahres aus Köln 4416 Personen fortgezogen, aber 4371 neu zugewandert. In Essen sind in der gleichen Zeit 3800 Menschen fortgezogen und 3227 neu hereingekommen, in Dortmund 4452 fort= und 2422 zugezogen, in Bochum 2871 fort= und 1325 zugezogen, in Oberhausen sind 1774 fort= und 1202 zugzogen. In Mülheim zogen 1125 Menschen fort und es kamen neu 1152. Aus diesen Zahlen geht hervor, daß von den Arbeits= und Wohlfahrtsämtern tatsächlich bei den Bestrebungen, die Erwerbslosen anderwärts unterzubringen, eine Sysiphus=Arbeit geleistet wird. Bekanntlich besteht in Deutschland auch heute noch grundsätzlich die Freizügigkeit, aber schon das Freizügigkeitsgsetz vom Jahre 1867 sah vor, daß Leute, die neu hinzuziehen, zurückgewiesen werden können wenn feststeht, daß sie auf jeden Fall der öffentlichen Fürsorge anheimfallen würden. Nach dem heutigen Unterstützungsrecht entstehen hier mancherlei Schwierigkeiten. Es ist oft so, daß Arbeitslose an ihrem früheren Wohnort mit Eltern oder sonstigen Verwandten zusammen gewohnt haben, während sie in der Großstadt als alleinstehende mit entsprechend höheren Sätzen unterstützt werden müssen. Wenn die betreffenden Personen schon an ihrem früheren Wohnort unterstützt worden sind, hat freilich der Bezirksfürsorgeverband des neuen Wohnorts einen Anspruch auf Erstattung der Wohlfahrtsunterstützung gegenüber dem bisherigen Bezirksfürsorgeverband, weil es sich um eine sogenannte fortlaufende Hilfsbedürftigkeit handelt. Hat aber der Hilfsbedürftige keine Unterstützung erhalten, weil angenommen wurde, daß die Eltern ihn unterhalten können, so entsteht vielfach beim Zuzug in die Stadt die Notwendigkeit, ihn zu unterstützen. Daraus entsteht leicht eine endgültige Verpflichtung für den neuen Bezirksfürsorgeverband. Um einer solchen Verschiebung der Fürsorgelast begegnen zu können, haben sich einige Städte auf den Standpunkt gestellt, daß die Aufgabe der Wohnung bei Angehörigen und der Zuzug in die Großstadt, in der keine Aussicht be steht. Arbeit zu finden, ein unwirtschaft liches Verhalten im Sinne des§ 13 der Reichsgrundsätze über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge darstellt. Sie haben in solchen Fällen eines planlosen Zuzugs eine geringere Unterstützung, als der Reichssatz aus macht, bewilligt. In einigen Fällen liegen über die Ablehnung der Unterstützung bereits Beschlüsse der Bezirksausschüsse vor und zwar haben einige Bezirksausschüsse die Auffassung der Städte gebilligt. Um ein einheitliches Verfahren herbeizuführen, hat der Städtetag beim Reichsarbeitsminister und beim Reichsfinanzminister des Innern eine Aenderung der Grundsätze angeregt. Es soll künftig als unwirtschaftliches Verhalten angesehen werden, wenn jemand seinen Wohnort wechselt, ohne die Gewißheit zu haben, daß er sich an dem Zuzugsort den notwendigen Lebensbedarf für sich und seine unterhaltsberechtigten Angehörigen in hinreichender Weise aus eigenen Kräften oder von anderer Seite beschaffen kann. Leider ist nicht anzunehmen, daß durch diese Aenderungen der Zug in die Großstadt wesentlich eingedämmt wird, ganz abgesehen davon, daß es sicher nicht die Schlechtesten sind, die den Weg in die Fremde wagen, um Brot zu suchen. Aus diesen Tatsachen ergibt sich die Notwendigkeit, die Erwersslosen in der Heimat in der erforderlichen Weise aufzuklären. Wie wird das Welter? + Zum Bürgermeister ernannt. Justizinspek tor Heinrich Simon vom Amtsgericht Bochum ist zum Bürgermeister in Lippstadt ernannt worden. Geboren am 24. Januar 1883 zu Körbecke bei Soest, trat er nach dem Gymnasialstudium in den mittleren Justizdienst ein. Seit dem 3. März 1903 war er bei den Gerichten in Bochum beschäftigt. Lange Jahre bearbeitete er Grundbuch= und Kassenwesen Wie wir hören wird der neue Bürgermeister sein Amt in Lippstadt Mitte Juli antreten. Um die Schaffung und den Bau des hiesigen St. Meinolphus stiftes hat er sich bleibende Verdienste er worben. + Zur letzten Ruhe geleitet. Im 82. Lebens ahre verstarb hier der langjährige Laborant an der hiesigen Bergschule, Fritz Altegoer. Viele Jahrzehnte, geachtet von dem Lehrerkollegium und Schülern der Bergschule, hat er bis zum Uebertritt in den Rubestand im hohen Alter mit seltener Pflichttreue sein Amt verwaltet. Von seinen 7 Söhnen, von denen einer den Heldentod im Weltkriege erlitten, ist der Jüngste Patenkind des früheren Kaisers. Das Begräbnis legte Zeug nis davon ab, welcher Achtung der Verstorbene sich in weiten Kreisen erfreute. Jm Kranz der goldenen Myrthe. Die Eheleute Heinrich Roose und Bernhardine geb. Kronenberg. Bochum=Weitmar, Hattinger Straße 371, feiern am heutigen Tage in selten geistiger und körverlicher Frische und Rüstigkeit im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder das seltene Fest der goldenen Hochzeit. — Der Jubelbräutigam ist 75 und die Jubelbraut 8 Jahre alt.— Neben der kirchlichen Feier und Neueinsegnung, die in der St. Franziskus=Pfarrei stattfindet, werden dem Jubelpaare reichliche kirchliche und öffentliche Ehrungen zuteil. Auch unseren Glückwunsch! + Befreiungsvermerk bei Rompilgerfahrten. Die deutsche offizielle Geschäftsstelle für Rompilgerfahrten teilt mit, daß durch Verfügung des Reichsministers des Innern(1A 8209/9. 6. a.) die Teilnehmer an Gesellschaftsreisen— hierzu gehören die Pilgerfahrten in kleinen wie in großen Gruppen— den Befreiungsvermerk für Durchreise durch Oesterreich auf Grund einer Bescheinigung der Teilnahme an einer Gesellschaftsreise erhalten. Das genau vorgeschriebene Formular der Bescheinigung wird jedem Teilnehmer an einer Pilgerfahrt rechtzeitig zugestellt werden. Der Teilnehmer legt die Bescheinigung bei seiner zuständigen Sichtvermerkbehörde vor und erhält dann den entsprechenden Eintrag in seinen Reisepaß. Es besteht also für Rompilger, die in Pilgergruppen oder Pilgerzügen nach Rom fahren, nach wie vor die Möglichkeit der Durchreise(selbstverständlich nicht des Aufenthaltes) durch Oesterreich. Alle Rompilger, die im Besitze des von der offiziellen Geschäftsstelle in Würzburg ausgestellten, vom Reichsminister des Innern genehmigten Pilgerausweises sind, erhalten von ihrer zuständigen Paßstelle den deutschen Reisepaß für die Romreise gebührenfrei ausgestellt. Alle Auskünfte für Einzelpilger und für Pilger in Gruppenfahrten oder in Pilgerzügen erteilt die offizielle deutsche Geschäftsstelle für Rompilgerfahrten Würzburg, Sterngasse 5.— Die nächsten Romfahrten finden statt vom 19.—27. Juli, vom 1.—11. August und vom 23.—29. August. :: Kleinverkauf von Bienenhonig. Der Reichskommissar für Preisüverwachung hat sich in Berücksichtigung nachträglich vorgebrachter Wünsche des Honighandels damit einverstanden erklärt, daß Verbrauch des heute vorhandenen Eti3 jedbis zum kettenbestandes, längstens sedoch bis zum 1. 4. 1934, die Angabe über den Inhalt der Packung in Kilogramm oder Gramm, der Verkaufspreis dieser Menge ohne Verpackung, der sich aus diesen Anjaben errechnete Preis je Pfund der Ware und der Preis des Behältnisses oder der Vervackung nicht auf der Vorderseite des Behältnisses, sondern auf einem Klebezettel, der in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang mit dem Etikett seitlich angebracht werden muß, gegeben werden. Falls die Art der Verpackung einen Aufdruck oder ein Aufkleben nicht gestattet, zum Beispiel bei der Verpackung in paraffinierten Hartpapierbehältnissen, ist ein Zettel mit den geforderten Angaben in anderer geeigneter Weise. etwa durch eine Klammer, an dem Behältnis zu befestigen. n.= Auf der Straße vom Schlage getroffen. Auf der Harpener Straße unweit des Friedhofseinganges wurde Montag abend gegen 8 Uhr ein älterer Mann, der soeben den Friedhof verlassen hatte, plötzlich von einem heftigen Unwohlsein befallen und stürzte zu Boden. Ein zufällig des Weges kommendes Personenauto schaffte ihn in seine Wohnung an der Hattinger Straße. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte einen Gehirnschlag fest. n= Ein böser Sturz. Der 8 Jahre alte Schüler Bleck von der Wasserstraße erkletterte gestern mittag den Anhängerwagen eines in voller Fahrt befindlichen Lastzuges. Kurz vor der elterlichen Wohnung versuchte er abzuspringen. Hierbei schlug er der Länge nach auf den Fahrdamm, wobei er sich böse Schürfwunden im Gesicht und an den Armen zuzog. * Der Markscheiderei=Angestellten-Verband aufgelöst. Wie uns von der Gauführung des DeutWährend über dem nördlichen Kontinent ein Wirbel dem andern in nordöstlicher Richtung folgt und somit das Wetter vis zur Linie Schottland-Skagerrak noch stark wolkig und vielfach regnerisch gehalten wird sinken die Luftmassen über dem mittleren und westlichen Europa weiter zusammen. Die Luftdruckverteilung ergibt aber noch immer Einströmen seucht=kalter Meeresluft über die Nordsee in das Festland, so daß auch Deutschland noch wechselhafte, stärkere Bewölkung und vereinzelt auch geringe Niederschläge zu verzeichnen hatte. Westdeutschland bebält tagsüber das vielfach aufgebeiterte, warme Wetter. Nac über sinken jedoch die Temperaturen im Bereiche der Kaltluft wieder rasch ab. Die Höchsttemperaturen wurden gestern in Süddeutschland und Ostpreußen mit 26 und 27 Grad gemessen. Mittwoch, den 5. Juli 1933 Vorhersage für Mittwoch: lage wenig verändert. WetterWahrscheinliche Weiterentwicklung: Noch immer tagsüber auffrischende nordwestliche bis nördliche Winde, damit verbunden später wieder Bewölkungszunahme. Zeitweise aufkommende Niederschlagsneigung. Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht unverändert. schen Technikerverbandes mitgeteilt wird, hat sich der Deutsche Markscheiderei=Angestellten=Verband mit dem 30. Juni ds. Is. aufgelöst. Die Mitglieder dieses Verbandes sind restlos in den Deutschen Technikerverband überführt worden. + Gerichtsversonalien. Staatsanwalt Spelthan von der hiesigen Staatsanwaltschaft ist als Hilfsarbeiter zur Staatsanwaltschaft bei der Detachierten=Kammer des Reichsgerichts beim Oberlandsgericht Hamm, welche die Hochverratsstrafsachen im Oberlandesgericht Hamm zu bearbeiten hat, berufen worden. Exerzitenkurse in Maria=Laach. In der Benediktinerabtei Maria=Laach(Andernach=Land) finden in der zweiten Hälfte des Jahres 1933 folgende Exerzitienkurse statt: 1. für Priester vom 3. bis 7. Juli: 2. für Küster. Organisten, Chordirigenten vom 17.—21. Juli; 3. für Lehrer vom 2.—6. August; 4 für Priester vom 28. Aug. bis 1. Sept.; 5. für Lehrer vom 2.—6. Okt.; 6. für Priester vom 16.—20. Okt.; 7. für Abiturienten vom 28 Okt. bis 1. Nov.; 8. für Priester vom 6.—10. Nov: 9. für Abiturienten vom 27.—31. Dez. Beginn der Kurse am Abend des erstgenannten Tages um 18.45 Uhr. Schluß am Vormittag des letztgenannten. Anmeldungen möge man an den Gastvater richten und für die Antwort gütigst das Porto beilegen. !!! Zerstörungswütige. In der Nacht zum Juli wurden auf der Wattenscheider Straße fünf Glaskuppeln der Straßenlaternen von unbekannnten Tätern zertrümmert. Wer kann sachdienliche Angaben machen? Festgenommen wurden in Bochum und Wattenscheid fünf Personen wegen verbotenen Waffenbesitzes und wegen kommunistischer Umtriebe festgenommen.— In Witten wurde ein Reichsbannermitglied wegen unbefugten Waffenbesitzes festgenommen. + Schießerfolge. Bei der großen Regimentsund Wiedersehensfeier ehemaliger 67er in Mülheim=Ruhr errang am Sonntag der Verein der 67er in Bochum zum zweiten Male hintereinander auf Grund der besten Schießresultate das Bundesbanner. Der Verein hat dieses Banner vor einigen Jahren dem Bund ehemaliger 67er von Rheinland und Westfalen gestiftet. Bei dem ersten Ausschießen des Banners fiel es ihm zu. Die zweimalige Gewinnung des Bundesbanners dei außerordentlich scharfem Wettbewerb zeigt, daß unter den Mitgliedern des Vereins eine zielund treffsichere Schießfähigkeit vorhanden ist. Mit Stolz konnte er das Bundesbanner zum zweiten Male heimführen. Aus dem Gerichtssaal. Einbrecher aus Not. 4t Eine wesentlich mildere Beurteilung erhielt vor der Strafkammer die erste Straftat eines jungen arbeitslosen Ziegeleiarbeiters von hier, als in der ersten Instanz des Schöffengerichtes. Der junge Mann, verheiratet und Vater eines kränklichen Kindes, war vom Schöffengericht wegen schweren Einbruchsdiebstahls mit noch zwei anderen zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Durch Berufungseinlegung suchte er eine mildere Strafe zu erzielen. In der Nacht zum 6. Februar war er mit zweien in die Filiale eines Konsumvereins in der Markstraße zu Bochum eingebrochen, aus denen sie Lebensmittel, Tabakwaren und Wein herausholten im Gesamtwerte von 700 Mk Die Beute wurde unter sich verteilt. Der Angeklagte verwandte sie in seiner Familie, die bittere Not litt. Der Arzt hatte ihm für seine kranke Frau und das an der englischen Krankheit leidende Kind reichliche Ernährung empfohlen. Seit zwei Jahren arbeitslos, vermochte er dem Wunsche des Arztes nicht zu willfahren. So kam der bisher unbestrafte junge Mann auf den Gedanken, sich die notwendigen Lebensmittel durch einen Einbruch zu verschaffen. Das Berufungsgericht hatte für die besondere Notlage des Mannes ein Einseben und milderte die Strafe auf 6 Monate Gefängnis bei Anrechnung der bisher verbüßten Untersuchungshaft. Da der Angeklagte das Gericht gebeten hatte, den Haftbefehl bis zum Winter aufzuheben, um ibn so in die Lage zu versetzen, als Ziegeleiarbeiter während des Sommers durch Saisonarbeit den Lebensunterhalt seiner Familie zu bestreiten, so kam das Gericht ihm auch hierin entgegen, zumal sichere Aussicht für den jungen Mann besteht, Arbeit zu erhalten. Gerechte Strafe für einen Verleumder. 4t Ein junger Mann von hier hatte gegen einen hiesigen Geistlichen in verleumderischer Weise Behauptungen aufgestellt, die sich als völlig grundlos herausstellten. Das Schöffengericht belgte ihn mit einer Strafe von 6 Wochen Gefängnis. tt Vor der Großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum stand ein junger taubstummer, verheirateter Mann unter der schweren Bezichtigung des Straßenraubes. Der durchaus reumütige Angeklagte ist ein vom Schicksal schwer mitgenomenen Mann. Mit dem 6. Lebensjahre wurde er der Zucht eines braven Elternhauses entrissen und wurde für 8 Jahre einer Taubstummenlehranstalt übergeben, in der er sich gut führte. Dann kam er drei Jahre bei einem taubstummen Schuhmachermeister in die Lehre. Nach Beendigung derselben verfiel der arbeitsfrobe Junge mit zwei weiteren Brüdern sahrelanger Arbeitslosigkeit. Alle seine Bemübungen, in Arbeit zu kommen, waren ergebnislos. Von man= cher Tür wurde er zurückgewiesen, da vielen Leuten das durchaus unberechtigte Gefühl anhaftet, den Taubstummen für einen nicht vollwertigen Arbeiter zu halten. Dazu kam auch noch, daß der Mann sich mit einer 10 Jahre älteren, taubstummen Frau verheiratete. Der Ehe entsproß ein Kind. Große Not herrschte von Anfang an in der Ehe, die sich nicht glücklich gestaltete, da die Frau dem Manne kein Verständnis in seiner arbeitslosen Lage entgegenbrachte. In dieser grosien Bedrängnis verfiel der sunge Mann auf den bösen Gedanken, sich durch Straßenraub vorübergehend der größten Not für sich und sein Kind zu entzieben. Diese Tat führte er am 24. Mai am Bahndamm an der Castroper Straße in Herne aus, wo er einer jungen Frau die Handtasche mit 25 Mark entriß. Auf der Flucht über den Bahndamm abgefaßt, gab er der Frau die Beute zurück und folgte ihr willig zur Polizei. Der Angeklagte, der von einer Dolmetscherin vernommen wurde, legte vor Gericht ein sehr reumütiges Geständnis ab. Das Gericht fühnte die Tat, unter Beachtung der trostlosen Lage des jungen Menschen, durch die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahre Gefängnis. Führt er sich in der Strafanstalt aut. so wird das Gericht nach Verbüßung von 5 Monaten der Strafe ihn der bedingten Strafaussetzung empfehlen. Der Angeklagte nahm die Strafe an. Der letzt amtiert immer Es dürfte den wenigst akkreditierter Gesandter laus II. noch immer se Interessen seiner Landel dies Baron v. Stre nach Priegsausbruch zum Belgrad bestellt wurde ebenerdigen Hause gege Palast residiert. Dieses kleine Haus ha geschichte eine nicht unb Von hier aus wurden di sponnen, die in der 5 sandten, Baron Har und den halben Balt Rolle Rußlands Bunde biens Eintritt in den K kannt. Als Baron Hart Unterredung, die unmi erklärung zwischen ihm in der österreichise sandtschaft stattfand wurde, übernahm der de v. Strandtmann Führung der zaristischen v. Strandtmann ist e stammt aus dem Baltiku 1011 der Belgrader Gesa her weilte er. von der Besetzung Serbiens abge Belgrad. Als die russis meldete er sich freiwill Militardienst und macht niki mit. 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Strandtmann, der kurz nach Priegsausbruch zum russischen Gesandten in Belgrad bestellt wurde und heute noch in dem ebenerdigen Hause gegenüber dem königlichen Palast residiert. Dieses kleine Haus hat übrigens in der Weltgeschichte eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Von hier aus wurden die ver vickelten Faden gesponnen, die in der Hand des russischen Gesandten, Baron Wartwig, zusammenliefen und den halben Balkon umspannten. Welche Rolle Rußlands Bundesgenossenschaft zu Serbiens Eintritt in den Krieg gespielt hat, ist bekannt. Als Baron Hartwig bei der historischen Unterredung, die unmittelbar vor der Kriegserklärung zwischen ihm und Baron Gießl in der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft stattfand, vom Herzschlag ereilt wurde, übernahm der damalige Legationssekretär v. Strandtmann als Geschaftsträger die Führung der zaristischen Gesandtschaft. v. Strandtmann ist ein Deutschrusse; er stammt aus dem Baltikum und wurde im Jahre 1011 der Belgrader Gesandtschaft zugeteilt. Seitber weilte er. von der Unterbrechung durch die Besetzung Serbiens abgesehen, ununterbrochen in Belgrad. Als die russische Revolution ausbrach, meldete er sich freiwillig bei den Serben zum Militardienst und machte die Kampie bei Saloniki mit. Admiral Koltschak betraute ihn dann mit der weiteren Vertretung der russischen Interessen in Belgrad. Obwohl die Koltschak sche Gegenrevolution niedergeschlagen und der Admiral selbst erschossen wurde. harrte v. Strandtmann bis heute auf seinem Posten aus. Er blieb während dieser Zeit durchaus nicht untätig. In Jugoslawien wohnen etwa 30000 russische Flüchtlinge, von denen ein Teil in Aemter und Stellungen unterkommen konnte, wahrend viele andere der Not preisgegeben sind. Herr v. Strandtmann bemühte sich besonders um seine erwerbslosen Landsleute, obwohl die jugoslawische Regierung seit dem Ausbruch der Krise für die mittellosen Emigranten wenig tun kann. Der letzte Gesandte des Zaren könnte, wenn er aus der Schule plaudern wollte, nicht wenig interessante Dinge aus der Vorgeschichte des Kriegsausbruchs erzählen. Aber Herr v. Strandtmann fühlt sich noch immer an sein Amtsgeheimnis gebunden und hat bis heute geschwiegen. Seine Stellung hat in der letzten Zeit allerdings eine etwas ungewöhnliche Aenderung erfahren. Da seit Monaten Verhandlungen zwischen den Staaten der kleinen Entente und der Sowjetunion wegen Anerkennung der Sowjetregierung schweben, dürfte diese kaum mehr lange auf sich warten lassen. Dann wird natürlich auch an Stelle der zaristischen Gesandtschaft eine solche der Sowjets treten. Excellenz v. Strandtmann wirkt jetzt offiziell nur noch als„Delegierter Rußlands“, nimmt aber sozusagen halbamtlich an allen diplomatischen Veranstaltungen teil. Die Regierung versäumt es auch nie, ihn bei solchen Anlässen einzuladen. Bekannte erzählen, daß der letzte Gesandte des Zaren bereits auf der Suche nach einem neuen Wirkungskreis ist. Der zweifellos fähige und weltgewandte Mann wird sicherlich nicht lange untätig bleiben; wahrscheinlich wird er im Mekka der russischen Emigranten, in Paris, landen, wo es viele seiner Landsleute bereits zu angesehenen Stellungen gebracht haben. Trockenheit zu leiden gehabt. In vielen Zonen steht das Getreide derart dünn, daß sich eine Ernte garnicht lohnt. Nur die Baumwolle hat unter der Trockenheit nicht gelitten, steht vielmehr ausgezeichnet. Aber gerade auf diesem Gebiete wäre vielleicht eine Mittelernte den Baumwollpflanzern sehr erwünscht gewesen. In Frankreich, wo ebenfalls in diesem Frühjahr 37 Tage kein Regen fiel, in Deutschland. wo man infolge der Kälte und der Trockenheit für einen Teil der Ernte fürchtete, hat sich die Natur besonnen und einen Teil des Schadens ausgeglichen. Verworren wie die Lage der Völker untereinander, ist offenbar auch das Wetter. Drei Erdteile ächzen unter mörderischer Trockenheit. Die ersten Bilder von der Amsterdamer Landung des italienischen Ozeanfluggeschwaders. Der italienische Luftfahrtminister General Bal 55“ in dem Wasserflughafen von Amsterdam. Mörderische Trockenheit in drei Erdleilen. 10 Millionen Schafe in Südafrika verloren.— Katastrophale Ernteaussichten im Westen und Nordwesten der U. S. A Die Meteorologen stellen in diesem Jahr die eigenartige Erscheinung fest, daß drei Erdteile von einer schweren Trockenbeit überfallen worden sind, wodurch nicht nur Menschenleben, sondern auch riesige Sachwerte schwer bedroht sind. Aber auch die Wissenschaftler wissen für diese Trockenheit keine Erklärung und wagen nicht, eine Prognose zu stellen. Die alarmierendsten Nachrichten liegen aus Südafrika vor. Hier herrscht aber nicht nur eine außerordentliche Trockenheit, sondern auch eine beunruhigende Kälte. Die Kap=Provinz und die Freistaaten sind schwer betroffen worden. Die Farmer der nordwestlichen Provinzen sind gezwungen, mit ihren ganzen Herden weiter südwärts zu gehen, um hier bessere Weiden zu suchen. Aber die ausgehungerten Herden haben die ersten Weidengründe überrannt, so daß der Bereich der Futterweiden noch verringert worden ist. Man rechnet damit, daß rund 10 Millionen Schafe dieser Trockenheit und dieser Kaltewelle zum Opfer fallen. Einzelne Farmer haben sogar bis zu vier Fünftel ihrer Herden verloren. Während hier die Nachrichten durch staatliche Bestätigungen verbürgt sind, liegen aus China ebenfalls Meldungen vor, die jedoch derart furchtbare Einzelheiten entyalten, daß man geneigt ist, an Uebertreibungen zu glauben. Seit fünf Jahren sei in der Provinz Schensi kein Regen mehr gefallen. Etwa 6 bie 7 Millionen Menschen seien hier vom Hungertode bedroht. Diese gleiche Dürre erstrecke sich auch auf andere chinesische Gebiete wo der Boden so stark ausgetrocknet sei, daß er aufspringe Ueber die Wetterverhaltnisse und die Ernteaussichten in Rußland bört man in den letzten Wochen sehr wenig Es muß dabei berücksichtigt werden, daß schon die Aussaatgetreide von den verbungerten Bauern aufgegessen werden. Hier brauchte also gar keine Trockenheit, wie sie ebenfalls herrscht, einzutreten, um eine Mißernte zu erzeugen. Beunruhigend sind aber wieder die Nachrichten aus den U. S. A. Das Staatliche Meteorologische Büro in Washington stellt fest, daß der Trockenheitsrekord des Westens und des Nordwestens in diesem Jahre gebrochen worden sei. Schon die Frühernte in Nord=Dacota, in Süd Dacota und in Montana hat schwer unter der Der italienische Kuftfahrtminister General Balbo der Führer der Flugexpedition, begibt sich an Land. Fritz Koftkamp ringt sich durch Roman aus unsern Tagen von Michael Lauxen Nachdruck verboten (5. Fortsetzung.) Die Kalte wurde immer unerträglicher. Wenn er wenigstens eine warme Fußbekleidung gehabt hatte. Er empfand die Kalte an seinen Fußen wie ein brennendes Feuer. Wehrlos ist man dem Elend preisgegeben. Nichts kann man tun, als stillhalten. Und Warten. Warten? Worauf? Im ohnmächtigen Zorn hallte er die Hande in den Taschen. Wenn man das Schicksal dech nur irgendwo anfassen, ihm an die Kehle sprinkönnte. Aber daß es nur ein Schemen ist, etwas, man nicht fassen kann, das ist zum Verrücktwerden. Kampf? Gut, kampfen will man. Wenn ce sein muß, auch sterben. Aber man muß wissen, wofür man stirbt. Wenn man aber vor Elend verreckt. weiß man nicht, wofür. Er mußte alle seelischen Kräfte aufbieten, um dem Toben in seinem Innern Einhalt zu gebieten. Nur nicht sich selbit verlieren. Nur das nicht. Ein kräftiger Schlag auf die Schulter riß ihn aus seinen Grübeleien. Holla. Fritz Guten Abend.“ Fritz drehte sich um. Das war doch der——. Ja, sicher, ich bin es. Karl Borgers. Kennst du mich schon nicht mehr?“ Doch Fritz kannte ihn noch. Mensch, dir scheint es immer noch nicht besonders gut zu gehen", meinte Karl.„Was treibst du „Nichts." „Om. Etwas wenig, meine ich“ Das meine ich auch.“ Lu", sagte Karl unvermittelt,„wenn ich damals an deiner Stelle gewesen wäre, ich hätte das Geld nicht zurückgegeben. Ich hätte auch den Finderlohn allein eingesteckt. Was hast du jetzt von deiner edlen Tat?" Laß das.“ Na ja, ich meine auch nur. Uebrigens, ich habe Arbeit. Auf einer Baustelle.“ Dann freu dich.“ zu ich auch.“ „Sag mal,“ begann Karl nach einer Weile wieder, „haft du Lust, auch da anzufangen?“ Mach keine Witze.“ „Na. wenn du nicht willst. Ich meine ja nur.“ „Im Ernst?“ „Sicher im Ernst. Ich bleibe dabei, ich hätte das Geld damals nicht zurückgegeben, und ich hätte auch den Finderlohn gang für mich behalten. Aber meinst du, ich lasse jemand im Stich, der mir mal geholfen hat? Ehrensache, weißt du. Also. du hast Lust „Und ob.“ „Gut. dann treffen wir unz morgen an der Bau= stelle. Versprechen kann ich ja nichts, aber ich denke. daß es geben wird Ich kenne den Polier, weil ich früher schon mal bei ihm zearbeitet habe. Ich hab eine dicke Nummer bei ihm.“ Wo liegt die Baustelle denn?“ „Draußen am Stadtwald. Irgendein großes Tier baut sich da eine Villa. Es soll auch noch ein großer Garten angelegt werden. Wenn wir Glück haben, behalten wir ein Vierteljahr Arbeit.“ Karl beschrieb noch die Lage der Baustelle ausführlich. Dann trennten sie sich Als Fritz am anderen Morgen dort eintraf. wurde er schon von Karl erwartet „Ich habe schon mit dem Polier zesprochen. Zuerst wollte er nicht. weil genug Leute da wären. Ich hab ihn aber so lange bearbeitet, bis er klein beigab. Komm mit in seine Bude“ Der Polier musterte Karl mit kritischen Blicken. „Sie sehen nicht aus, als ob Sie schon schwere Arbeit verrichtet haben. Ich glaube, es ist hier nichte für Sie." „cte. demuchen Sie es mit mir. Ich werde mir Miche geben.“ Jetzt mischte Karl sich ein.„Der da ist mein bester Freund. Glauben Sie, ich brächte einen Drückeberger hierher. Der Mann kann arbeiten. Ich weiß das." „Wir können es ja mal versuchen. Wenn es nicht geht“, wandte sich der Polier an Fritz,„müssen Sie eben aufhören.“ Man war noch enit den Erdarbeiten beschäftigt. Für Fritz beganned schwere Tage. Seit der Zeit, da er als Hospitant, als Maurer gearbeitet hatte, hatte er keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichtet. Am ersten Tag schon hatte er sich die Hände wund gearbeitet. Dazu kamen noch die Quälereien seitens seiner Arbeitskollegen. Sie rechneten ihn nicht als zu ihnen gehörig, denn sie hatten bald herausgefunden, daß er aus einer anderen Gesellschaftsschicht stammte. Der einzige, der stets zu ihm hielt, war Karl Borgers. Er hatte das größte Mundwerk von allen, und er gebrauchte es. um Fritz. der sich gegenüber den Sticheleien nicht zu helfen vermochte, beizustehen. Abends auf dem Heimweg tröstete Karl seinen Freund. „Laß sie man“ sagte er,„die Kerle sind eben doof. Die Hauptsache ist, daß du Arbeit hast“ Nach und nach fühlte Fritz sich sicherer unter seinen neuen Arbeitskollegen. Je ruhiger er blieb, desto mehr verstummten ihre Witzeleien. Nur einer ließ nicht nach, ihn immer und immer wieder anzu= greifen. Eines Tages während der Mittagspause war Fritz wieder das Ziel seiner spöttischen Angriffe. Jetzt halte er aber genug. Comm mal mit raus“, forderte er den anderen auf. „Gern. mein Junge“, antwortete der Hinter der Baustelle entwickelte sich zwischen den beiden ein regelrechter Zweikampf. der mit den Fäusten ausgefochten wurde. Der andere war wohl stärker als Fritz. aber dieser hatte ihm gegenüber mehr Ueberlegung voraus. Auch war Fritz ein guter Borer. Er hatte diesen Sport während seiner Studentenzeit geübt. Das kam ihm setzt zustatten. Die anderen Kollegen, auch Karl umstanden im Kreis die beiden Kampfenden und feuerten sie mit Worten an. Ihnen machte die Geschichte Spaß, denn sie brachte etwas Abwechslung in das tägliche Einerlei. Karl war der lauteste von allen. Sein Mundwerk kam überhaupt nicht zur Ruhe. Wenn Fritz im Vorteil schien, schrie er vor Freude, wenn aber der andere die Ueberhand zu gewinnen drohte, schimpfte er. Dazu rief er Fritz fortwährend gute Ratschläge zu. Fritz wußte, um was es bei dem Kampf ging Man würde ihn nie für voll nehmen, wenn er verlieren würde. Aber auch sein Gegner wollte sein Anseben unbedingt wahren. Plötzlich gelang es Fritz, einen guten Schlag anzubringen. Sein Gegner taumelte hintenüber und stürzte zu Boden. Er erhob sich aber wieder sofort und drang mit noch größerer Wut auf Fritz ein. Der erwartete ihn zurück. Wieder ein Schlag, dann hatte der andere genug. Er schlug gegen einen Holgbock. riß diesen mit zur Erde und—— stürzte zu Füßen einer jungen Dame. „Was ist denn hier los?“ schrie im gleichen Augenblick die Stimme des Poliers, der der Dame unmittelbar folgte. Fritz konnte nicht antworten. Er starrte nur immerfort die Dame an. Sie war es, die er immer noch nicht vergessen hatte und nicht vergessen konnte. Auch sie hatte Fritz sofort erkannt, und sie mochte sich wohl erstaunt fragen, wie ihr Partner aus dem „Berliner Hof“ hierher komme. „Was hier los ist, frage ich“, schrie der Polier wieder.„Wer hat den Mann zu Boden geschlagen?“ Fritz anwortete nicht. Er starrte immer noch die Dame an. Wie kam sie hier auf die Stelle? Ta sah er, wie ihre Lippen zuckten; es traf ihn noch ein verächtlicher Blick, dann sah die Dame fort, als sei er Luft. „Holtkamp. waren Sie das?“ schnaubte ihn der Polier an, rot vor Zorn.„Sie sind sofort entlassen/ packen Sie ihre Sachen.“ „Lassen Sie nur“, sagte da die Dame.„Es lohnt sich nicht. Diese Menschen müssen sich wahl schlagen.“ „Wie Sie befehlen, gnadiges Fraulein“, antwortete der Polier diensteifrig. Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. „Schlagen ist für diese Menschen die einzige Moalichkeit, ihre Argumente zu beweisen.“ Wieder traf Fritz ein verächtlicher Blick. Dann schritt sie weiter, gefolgt von dem Polier. Nachdem sie die Baustelle verlassen hatte, bekam Fritz von dem Polier noch nachträglich einen Rüffel. „Wenn das nochmals passiert, fliegen Sie unweigerlich. Sie haben es dem gnädigen Fräulein zu verdanken, daß Sie für setzt bleiben können.“ Fritz entgegnete nichts. Er hätte zu gern gefragt. wer denn eigentlich das„gnädige Fräulein“ sei, aber er getraute sich nicht die Frage zu stellen. Mit welchem Recht denn auch? Er war hier einer von den vielen Arbeitern, sonst nichts. (Fortsetzung folgt.) Der große Kavalleristentag in Düsseldorf. Oben: Standarten der rheinischen Regimenter werden zu den Festveranstaltungen in das Düsseldorfer Stadion überführt. Unten: Generalfeldmarschall von Mackensen, der greise Husar, bei der Kranzniederlegung am Schlageter=Kreuz. In Düsseldorf wurde der dritte Waifentag der deutschen Kavallerie abgehalten, an dem die gesamte Bevölkerung der rheinischen Stadt und un äblige Abordnungen aus dem ganzen Reiche teilnehmen. Aus Westdeutschland. Geheimnisvoller Mord in Neheim. Dortmund. In einer Feldscheune in Nebeim. Kr. Arnsberg, wurde Montag früh die Leiche eines etwa 50 Jahre alten unbekannten Mannes aufgefunden Der Unbekannte ist durch einen Stich in den Hals sowie durch Schläge mit einem barten Gegenstand auf den Kopf getötet worden. Unter Stroh versteckt fand man eine blaue Schirmmütze und ein Paar Infanteriestiefel. Eine Nickeluhr mit Ketie und eine Geldtasche mit zwei Piennig Inhalt wurden bei ihm gefunden, kock und Papiere fehlten aber. Dortmunder Schulstreif begadet Tortmund. Der Minister fur Wirtschaft und Arbeit hat angeordnet, daß die Besucher der Staatlichen Maschinenbauschule deren nichtorganisierter Teil den Streik gegen Projessor Müller fortgesetzt hatte, bereits am Montag den Unterricht bedingungslos aufzunehmen hätten, da begründeter Anlaß zu den Fachschulunruhen nach den bisherigen Ermittlungen nicht vorliege. Auf Anordnung des Regierungsprasidenten werden die Besucher, die den Unterricht am Montag früh nicht aufgenommen haben vom weiteren Besuch der Anstalt ausgeschlossen. Der Unterricht ist daraufhin am Montag in vollem Umfange wieder aufgenommen worden. Von der Schülern befindet sich niemand mehr im Streik Niederrhein.=Westialischer Zeitungsverlegerverein unter nationalsozialistischer Fuhrung. Dortmund. In Dortmund fand die Generalversammlung des Niederrheinisch=Westiälischen Zeitungsverlegervereins statt. zu der sämtliche Mitglieder des Vorstandes ihre Aemter zur Verfügung gestellt hatten. Einstimmig zum ersten Vorsitzenden wurde der Geschaftsführer der Essener Nationalzeitung, Dr. Müller=Clemm gewählt, erster Stellvertreter wurde L. Lenling=Dortmund und zweiter Stellvertreter Dr. Bertenburg=Gelsenkirchen Dortmunder Haushaltsplan um 7 Million. RM gesenkt. Dortmund. In der Stadtnerordnetensitzung am Montag machte der Vorfinende. Stadtverordneter Flach. Mitteilungen über das Ergebnis der Beratung des städtischen Hausbaltsplans für das Rechnungsjahr 1933 durch die Finanzdeputation. Er betonte, daß es nicht möglich geweien sei, in das neue Jahr mit einer Unterbilanz von 32.2 Mill RM hineinzuzieben Da dem Uebel von der Einnahmeseite nicht beizukommen war. mußten die Ausgaben rücksichtslos gebrosselt werden Einrichtungen, wie die pädagogischen Gebiete und das Arbeitspsychologische Institut müßten dem Staate übergeben werden. Das Ergebnis der Beratungsarbeit der Finanzdeputation faßte der Redner dahin zusammen, daß es gelungen sei, den Fehlbetrag des laufenden Rechnungsjahres von 1d 33.2 Mill. um rd. 7 Mill. R M auf 26.2 Mill RM durch Abstriche zu bessern. Die Einparungen bei der Wohlfahrtspflege, die rd. 5.5 Mill RM ausmachen, gingen selbitverständlich nicht Lasten der Wohlfahrtserwerbslosen Wenn dieses Ergebnis auch noch nicht restlos befriedige, so sei doch der Anfang gemacht. Die Entschuldungsaktion sei unaufschiebbar. Ein Schuldendienst von über 13 Mill RM sei nicht zu tragen und zu verantworten Eine Frau im Roggenfeld tot aufgefunden. Papenburg. In einem an der Landstraße nach dem benachbarten Flachsmeer gelegenen Roggenfeld wurde die hier wohnende 46JahrealteEhefrau Diederike Abheiden tot aufgefunden. Die Leiche wies erhebliche Hals= und Gesichtsverletzungen, darunter Würgmale, auf. Da die Frau noch etwa eine halbe Stunde vorher mit einem Manne gesehen worden wa., wurde dieser festgenommen. Es ist der 65jährige Besenbinder Wolters. mit dem die Tote oft zusammengesehen worden ist. Man nimmt an. das Wolters mit dem Tode der Abheiden in Ver= bindung steht. Auto durchsauft Eisenbahnschranke Unna. Ein aufregender Vorfall. der leicht hätte Menschenleben kosten können ereignete sich in der Frühe des Sonntags an dem Bahnübergang an der Hammer Straße. Die Bahn ist durch einen einfachen Schrankenabschluß gesichert. der Nacht kam ein sechssitziges Personenauto des Unternehmers Sch. aus Heeren=Werwe aus der Richtung Unna. Vor dem Bahnübergang versagten die Bremsen und das Auto sauste durch den Schrankenbaum, der zweimal gebrochen wurde. Mitten auf den Eisenbahnschienen kam es zum Halten. Die Insassen und der Führer sprangen aus dem Wagen. Der Führer des ankommenden Zuges konnte bei dem abfallenden Gelände den Zug nicht sofort zum Halten bringen. Das Auto wurde erfaßt und etwa 20 bis 10 Meter mitgeschleift und zertrümmert. Frau schlagt ihren Mann mit einer Elsenstange nieder Minden. Im Verlaufe eines Ehestreites in der Familie des Arbeiters Beischeck in der Kuhlenstraße ergriff die Frau eine schwere Eisenstange und schlug damit ihren Mann von binten auf den Kopf. Der Getroffene, der sofort zusammenbrach, erlitt einen schweren Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung. Er wurde in lebensgefahrlichem Zustande ins Mindener Krankenhaus eingeliefert. Seine rabiate Ehefrau fand dagegen Aufnahme im Polizeigefangnis. Revolte im Gefangnis. Cpladen. Im hiesigen Gefangnis kam es zu einer Revolte, als ein Straigefangener, der einen Oberwachtmeister tatlich angegriffen hatte, von den übrigen Gefangenen abgesondert werden sollte. Das gab den Anlaß dazu daß fast sämtliche Schutzgefangene und auch andere Insassen des zur Zeit sehr stark belegten Gefangnisses brüllten und skandalierten. Einige in Spladen allzu gut bekannte Elemente bearbeiteten das Innere der Zellentür mit Schemeln und anderen Gegenständen. Die wenigen zur Zeit in der Anstalt befindlichen Beamten standen dem hier in Opladen noch nie erlebten Gewaltakt fast machtlos gegenüber und riefen in der frühen Morgenstunde die zur Verfügung stehende Polizei und Hilfspolizei herbei, die dann in kurzer Zeit Ruhe stiftete. Kölns ernste Finanzlage Koln. Die Finanzlage der Stadt Koln hat sich in den letzten Jahren derart katastrophal entwickelt, daß der Haushaltsplan für 1033 trotz bereits durchgeführter umfangreicher Sparmaßnahmen mit einem Fehlbetraa von 36374 000 Mark abschließt. Um die im Haushaltsplan vorgesehenen Ausgaben leisten zu konnen, muß die Stadt. sofern nicht eine Verringerung des Haushaltsfehlbetrages möglich ist, mit weiteren Zahlungsverpilichtungen in der angegebenen Höhe im Rückstand bleiben. Eine teilweise Zahlungseinstellung in diesem Umfange kann aber nicht nur für die Stadt Köln die schwerwiegendsten Folgen haben, sie muß sich auch auf die übrigen Wirtschaftskreise in bedrohlicher Weise auswirken. Es muß daher unter allen Umständen versucht werden den Fehlbetrag in ganz erheblichem Maße herabzumindern. Der Oberbürgermeister ordnet daher an, daß von den vorgesehenen Sachkrediten höchstens 80 Prozent in Anspruch genommen werden dürfen. 50. Generalversammlung der Cäcilianer. Köln. Der Cäcilienverein für die Erzdiozese Köln und die Diözese Aachen hielt am Samstag und Sonntag seine 50. Hauptversammlung in Koln ab. die mit einer gronen Kundgebung in der Mesleballe eingeleitet wurde. Diodeian= und Generalprajes Professor Moelder hielt die Begrußungsansprache und wies dann auf die Bedeutung der Cäcilienvereine hin. die mit ihren 55 000 Mitgliedern von größter Wichtigkeit für die Krchenmusik und damit für die Kirche überhaupt sind. Die Erhal= tung wertvoller alter Kirchenliteratur, die Pflege neuer Kirchenmusik sind die Aufgaben der Cacilienvereine Pater Dr Gregor Schwale betonte in seiner Festansprache, die Cacilienvereine hätten die besondere Sendung. an der Neugestaltung der Kirchenmusik mitzuarbeiten, das Gefuhl der Zusammengehörigkeit innerhalb der chriftlichen Gemeinde zu stärken und den katholischen Gedanken zur weiteren machtvollen Entfaltung zu verhelfen Der Rest des Festprogramms war ausgefüllt von kirchenmusikalischen Vorträgen. Am Sonntag sanden zwei Pontifikalämter in St Mariä Himmelfahrt und im hoben Dom statt Im Konzerthaus Schlüter, Bochum, Gußstablstraße 35, sprechend, ein großer Tango=Preistang statt. Es sind mehrere Preise ausgesetzt, über deren Verteilung dis Publikum selbst entscheiden soll. Außerdem finden Gesellschaftstänze und Unterhaltungsspiele statt, so daß ein Besuch heute sehr zu empehlen ist. „Wenn der Mitternacht heiliges Grauen..“ Das Mysterium der Nacht in der Dichtung. Der Du über den Zeiten thronst in Unendlichkeit: über die Meete gleiten Schatten von Deinem Kleid. Tage und Nächte schleichen unten an seinem Saum. Erblühen und Verbleichen gabst Du uns als Traum. Etwas von dem grandiosen Charakter des Schopfungsberichts der Genesis lebt in diesen Versen Richard Schaukals. Der große Rhythmus, in dem unser Leben so zwanghaft befangen ist. Tag— Nacht, er ist wie ein täglicher, eindringlicher Anschauungsunterricht von dem Sein und dem Nichtsein, diesen beiden Urprinzipien, zwischen die Gott sein Schopferwort„Es werde“ stellte. Nach Schovenhauer hat die Nacht mehr zum Geistesfortschritt der Menschen beigetragen als der Tag. Man braucht bei der Würdigung dieser Meinung nicht nur die vielen durchwachten Nächte einsamer Denker im Auge zu haben, nicht nur die seltsame Tatsache, daß viele der Geistesheroen und Dichter gerade in der Nacht die hochste Produktivität entfalteten und ihren Geist lebendig werden fühlten, so daß sie sich wohl mit Nachtfaltern verglichen, sondern man wird dabei daran zu denken haben, daß, wie die uralten Mythen und Sagen beweisen, gerade die Nacht, dies unheimliche Verschwinden des Tageslichtes, bei den Urvölkern die selbstverständliche Hinnahme des Daseins erschütterte und sie von der stumpfen Hingabe an die Natur zum Erahnen der Uebernatur erhob. Der Kampf zwischen Licht und Finsternis, das ist das Urthema der alten Mythen, der Ausgangspunkt für allen Götter= und Dämonenglauben. Wenn, um mit Colin Roß zu sprechen, die„Lebensangst“ die Ursache für das Erwachen des Menschbewußtseins ist, nun, die bangen Fragen nach Grund, Sinn und Ausgang des Lebens, nach Sinn und Schicksal der Welt, packen ja auch uns tiefer und nachhaltiger an, wenn nach dem Fortgang des Lichts die Sterne am schwarzen Himmel funkeln und uns die Ahnung der Unendlichkeit vermitteln. Steht doch auch Kant in seinem berühmten Ausspruch die innere moralische Welt des Menschen und die Sternenwelt in unmittelbaren Zusammenhang:„Zwei Dinge sind es, die das Herz des Menschen mit immer wachsender Bewunderung erfüllen je länger und anhaltender sich der Geist mit ihnen beschäftigt: der Sternenhimmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“ Anmutiger und anschaulicher hört sich's vom Dichter an, obwohl der gedankliche Inhalt ein ähnlicher ist: Von allen Sternen nieder strömt ein wunderbarer Segen Und aus seinen Finsternissen tritt der Herr, so weit er kann, und die Faden, die zerrissen. knüpft er wieder an.(Friedrich vebbel) Und auch Nietzsche weiß um das Mysterium der nächtlichen Stunde und ihre, das Seelenleben steigernde Kraft: Nacht ist es, Nacht! Nun reden lauter alle springenden Brunnen, Meine Seele ist ein springender Brunnen. Nacht ist es. Nacht! Ehe etwas wurde, herrschten Leere und Nie sein— daher sahen die Naturvölker meist Nacht als das Ursprüngliche an; den Juden begann der Tag als Zeiteinheit1 dem Verschwinden der Sonne des Vortages,u die alten Germanen zählten nicht nach Tagen, se dern nach Nächten, so wie sie auch nach Winte nicht nach Sommern rechneten. Sie sahen in Nacht das feindliche Element, das Prinzip Vernichtungswillens, dessen Ueberwindung sie einen Sieg für sich verbuchten. Die Lebensangst beim Menschen ist im Grunde eine Gewissensangst. So ist es natürlich, daß in der Stille der Nacht die Erinnerungen kommen und gehen. Manch liebliche Erinnerung zieht „wie ein fernes Aveläuten“ durch die Seele, häufiger aber ist der Schmerz über Vergangenes und Verlorenes, die Reue über Getanes und Unterlassenes, wie es Julius Bierbaum so schön in seinem Gedicht schildert:„Oft in der stillen Nacht“, das mit der Strophe schließt: Ich blicke, Sichel, auf zu deiner weißen Pracht; tief, tief bin ich betrübt oft in der stillen Nacht. Und dann schweifen die Gedanken wohl in die Ferne, zu jener dunklen Stunde, da es endgültia Nacht für uns auf Erden wird, da wir zur Ruhe gehen für immer.„Die erste Nacht", von der Isolde Kurz in ihrem so betitelten Gedicht spricht, es ist die erste Nacht im Grabe. Jetzt kommt die Nacht, die erste Nacht im Grab. Oh, wo ist aller Glanz, der dich umgab? In kalter Erde ist dein Bett gemacht. Wie wirst du schlummern diese Nacht? Nacht und Tod— das ist ja überhaupt eine naturgegebene Parallele. Wie wundervoll zart, kaum ausgesprochen, nur wie ein Echo aus der Feene, klingt sie in dem rühmtesten, schlichtesten und innigsten aller Nachtlieder an: Ueber allen Gipfeln ist Ruh; in allen Wipieln spürest du kaum einen Hauch: die Vöglein schweigen im Walde. Warte nur, balde rubest du auch. Die Nacht— sie ist denn auch der dunkle Hintergrund aller Totenlieder. Jn ergreifender Weise baut sie die Totenstimmung in Eichendorffs Gedichten auf den Tod seines Kindes auf: Von fern die Uhren schlagen. es ist schon tiefe Nacht. die Lampe brennt so düster, dein Bettlein ist gemacht. Es ist, als mußtest leise du klopfen an die Tür. du hatt'st dich nur verirret und kämst nun müd zurück. Wir arme, arme Toren! Wir irren ja im Graus des Dunkels noch verloren— du fandst dich längst nach Haus. Aehnlich, aber nicht so trostvoll, Theodor Storm; er kann es kaum ertragen, daß indessen von den Gitterstäben die Mondesstreifen schmal und karg in deine Gruft hinunterweben und mit gespenstig trübem Leben hinwandeln über deinen Sarg. Auch für Nikolaus Lenau, den Dichter der Schwermut, ist die Nacht vorzugsweise das Sinnbild des Todes und die Quelle des Todesgedankens.„Der Nachtwind hat in den Bäumen sein Rauschen eingestellt", so beginnt eines seiner Waldlieder, um mit der Strophe zu enden: Daß alles vorübersterbe. ist alt und altbekannt; doch diese Wehmut, die herbe, hat niemand noch gebannt Einen ernsten Unterton werden Lieder der Nacht immer haben, eine so ausgesprochene Schwermut wie in den eben genannten ist ihnen jedoch selten eigen. Die meisten Gedichte vielmehr sind wie zarte Nachtschattenblumen die alle Geheimnisse. Düfte und Laute der Nacht einzufangen suchen, um sie nur einfach Stimmung ausatmen zu lassen. Nachtstimmuna— spricht sie nicht für sich selber? Findet sie nicht ganz selbstverständlich den Wea zum menschlichen Herzen und Gemüt und weckt die tieferen, innigeren Gefühle, die der Tag so oft verschüttet? Spannt die Seele nicht, um mit Eichendorffs wundervollem Gedicht„Mondnacht“ zu reden, nächtlicherweile ganz von selber ihre Flügel aus? Besonders die neueren Dichter üben gern Zurückhaltung und lassen ihre Empfindungen sich hinter den geschilderten Erscheinungen verbergen. Ein solches, nur Stimmung atmendes, sozusagen objektives Lied ist Rainer Maria Rilkes„Manchmal gesameht es..“ Manchmal geschieht es in tiefer Nacht, daß der Wind wie ein Kind erwacht, und er kommt die Allee allein leise, leise ins Dorf hewin Und er tastet bis an den Teich und dann horcht er herum: und die Häuser sind alle bleich und die Eichen sind stumm Evenso objektiv bleibt Konrad Ferdinand Meyer in seinem Gedicht„Abendwolke“: So stille ruht im Hafen das tiefe Wasser dort die Ruder sind entschlafen. die Schifflein sind im Port. Nur oben in dem Aether der lauen Maiennacht, dort segelt noch ein später friedfert'ger Ferge sacht. Die Barke still und dunkel fährt hin in Dämmerschein und leisem Sterngefunkel am Himmel und— binein. Naturalistisch knapp und einprägsam, unter Verzicht auf herkömmliche Mittel der poetischen Technik. ist Arno Holz in seinem„Mondaufgang“: Hinter blühenden Apfelbaumzweigen steigt der Mond auf. Zarte Ranken blasse Schatten zackt sein Schatten in den Kies. Und er schließt: aus weichstem Dunkel traumfüß flötend, schluchzend, jubelnd. mein Herz schwillt über, die Nachtigall! Die Nachtigall, die Grillen, die rauschenden Brunnen, die flüsternden Winde, die Rosen, die aus den Büschen leuchten, die Sterne und die Mondsichel am Himmel, das sind die Elemente der Poesie der Nacht, wie sie besonders von den Romantikern zu so vielen innigen Stimmungsbildern verwoben worden sind. Eines der tiefsinnigsten dieser romantischen Nachtlieder. Brentanos„Sprich aus der Ferne, heimliche Welt“. das wie kaum ein anderes das Mysterium der Nacht in seinen Weiten und Tiefen erfühlt, möge mit seinen letzten Strophen den Abschluß bilden. Wenn der Mitternacht heiliges Grauen bang durch die dunklen Wälder hinschleicht und die Büsche gar wundersam schauen, alles sich finster, tiefsinnig bezeugt: Wandelt im Dunkeln freundliches Spiel und Lichter funkeln. schimmerndes Ziel. Alles ist freundlich wohlwollend verbunden, bietet sich tröstend und trauernd die Hand: durch die Nächte sind Lichter gewunden. alles ist ewig im Innern verwandt. Erdbeer-Manelade in 10 Minüten! Immer stärker tritt das gesunde, deutsche Obst für die Ernahrung in den Vordergrund Wir wissen jo langst, welchen Reichtum an lebenswichtigen Bestandteilen, wie Vitaminen Nahrsalzen usw unsere prächtigen heimischen Früchte in sich tragen Leider gehen alljährlich mehrere hundert Millionen deutschen Vollsvermogene verloren weil in den Hauptreisezeiten die Früchte nicht schnell genug eingekocht werden konnen. Es ist jedoch fur den deutschen Obstbau und die deutsche Landwirtschaft von weittragenden Bedeutung, daß viele hunderttausend Zentner Obst vor dem Verderben bewahrt und durch die einsachsten Methoden für spätere Verwendung nutzbar gemacht werden Nachdem nunmehr durch Opekta die Kochzeit auf 10 Minuten gesetzt ist, nimmt die Bereitung von Marmeladen im eigenen Haushalt immer mehr zu Do wir jetzt mitten in der Erdbeerernte stehen, folgt hier ein ganz vorzugliches Erdbeer=Marmeladen=Rezept Rezept: taten: 3½ Pfund Erdbeeren, 3½ Pfund Zucker, Normalflasche Opekta zu 86 Pfa 31, Pjund Erdbeeren Die Erdbeeren mussen genau gewogen und dürfen nicht„nach dem Gefuhl“ geschatzt werden. Die Fruchte wascht man und befreit sie erst dann von Stielen und Blatichen Da den Fruchten kein Wasser mehr anhaften soll, muß man sie auf einem Sieb unter Schütteln sehr gut abtropfen lassen. Früchte dann gut zerdrucken Das Zerdrucken erfolgt am besten mit einem Holzstampfer schehen Großere Frucht= stucke konnen nämlich in der lurzen Kochzeit von 10 Minuten nicht genugend durchkochen, wodurch das Festwerden und die Haltbarkeit der Marmelade beeinträchtigt werden Große Fruchte schneidet man zweckmaßig vorher ein oder zweimal durch und zerdruckt sie erst dann. Also keine größeren Fruchtstücke lassen, sondern alle Früchte richtig zu dunnem Fruchtbrei zerstampfen 3½ Pfund Zucker beisugen. Es darf aber keinesfalls weniger sein als 3½ Pfund, denn eine geringere Zuckerzugabe würde das Festwerden und die Haltbarkeit der Marmelade- beeinträchtigen Sie sparen durch Opekta aber auch sehr viel Zucker; denn fur 7 Pfund Opekta-Marmelade brauchen Sie nur 3½ Pfund Zucker. Ohne Opekta benotigen Sie, um 7 Pfund Marmelade zu erhalten, 4—5 Pfd. Zucker und mindestens 6 Pfund Erdbeeren, da durch das lange Kochen alles andere verdampft. Die Fruchtmasse muß man in reichlich großem Topf unter Ruhren zum Kochen bringen— aber kein Wasser beifugen 10 Minuten auf möglichst starker Flamme brausend durchkochen. Sehen Sie dabei auf die— Uhr! Die 10 Minuten Kochzeit beginnen erst, wenn die Masse durch und durch brausend kocht. Besser einmal eine Minute mehr kochen, aber nicht weniger! Kochen Sie auch nicht auf einer schwachen Flamme, da sonst die Fruchtteilchen nicht jenugend durchkochen und die Haltbarkeit leidet. Wahrend des Kochens abschäumen gekocht hat, eine Normalflasche Nachdem es nun 10 Minuten Opekta zu 86 Pfg in die kochende Masse ruhren. Sehr anzuraten ist es, gleichzeitig den Saft einer Zitrone mit einzurühren Hierdurch kommt das dustige, feine Aroma der Erdbeere besonders schon zur Geltung. Nachdem Opekta und Zitronensaft eingerühr sind, laßt man die Masse unter leichtem Nuhren wieder zum Kochen kommen und nochmals 4—5 Sekunden durchkochen. Ganz heiß in Glaser fullen. Damit die Glaser nicht springen, schwenkt man sie vorerst mit einer Kleinigkeit heißer Marmelade zum Anwärmen aus oder stellt sie am ein feuchtes Tuch Den Verschluß kann man in der bisher gewohnten Weise vornehmen. Besonders zu empfehlen ut aber der OpektaGlaserverschluß, der ohne besondere Ausgaben und Arbeit vor Schimmelbildung schutzt. Genaue Beschreibung des Glaserverschlusses sowie Rezepte für alle Früchte liegen jeder Flasche bei. Kirsch=, Johannisbeer=, Stachelbeer=Marmelade Aus dunklen Sußkirschen bereitet man eine besonders wohlschmeckende Marmelade. Es ist sehr zu empfehlen, eine sauerliche Frucht, wie Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Sauerkirschen beizumischen. Der Geschmack wird dadurch noch bedeutend erhoht Man verfahrt hierbei nach folgendem Rezept 3 Pfund dunkle, suße Kirschen, entsteint gewogen, und 1 Pfund Johannisbeeren soder reife Stachelbeeren oder saure Kirschen) gründlich zerkleinern, besser noch durch die Fleischmaschine drehen; dann mit 4 Pfund Zuaer— aber keinesfalle weniger— zum Kochen bringen und 10 Minuten brausend durchkochen; darauf 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg. hineinrühren und in Glaser fullen Im übrigen ist der Kochvorgang der gleiche wie bei Erdbeer=Marmelade Zucker sparen! Aus 3½ Pfund Erdbeeren, 3½ Pfund Zucker und einer Flasche Opekta bekommt man etwa* Pfund Marmelade. Bei allen anderen Obstsorten nimmi man 4 Pfund Fruchte, 4 Pfund Zucker sowie 1 Flasche Opekta und erhält dann etwa 8 Pfund Marmelade Auf jedes Pfund Frucht kommt demnach stets 1 Pfund Zucker Der Kochverlust ist unerheblich, da er durch das hinzugefügte Opekta, das ja auch etwa ½ Pfund Frucht entspricht, fast ausgeglichen wird. Es muß eindringlich davor gewarnt werden, den Zucker auch nur um ein Pfund zu verringern, da dieses eine sehr kostspielige Selbsttäuschung ist; denn man erhält aus 4 Pfd. Früchten+ 4 Psd. Zucker etwa S Pfd. Marmelade dagegen aus Pfd. Früchten+ S Pfd. Zucker etwa S Pfd. Marmelade. Der Verlust an fertiger Marmelade betragt also nicht nur 1 Pfund, sondern sogar fast 2 Pfund. Denn wenn man 1 Pfund Zucker weniger nimmt, gibt es ja auch 1 Pfund Marmelade weniger. Ferner geht weiter noch bis zu einem Pfund Marmelade verloren; denn die Marmelade ist durch den verminderten Zuckerzusatz dünnbreiiger geworden. Je dünnbreiiger aber eine Masse— ein Kochgut— ist, je höheren Feuchtigkeitsgehalt sie besitzt, um so mehr muß sie natürlich an Gewicht beim Kochen durch Verdampfen einbußen, bis sie die nötige Festigkeit erhält, bis sie zu einem sesten Gelee geworden ist. Das weiß jede Hausfrau, die aus einem dunnflussigen Brei einen festen Kloß kocht. Außerdem trocknen dünnbreiige Marmeladen selbst noch in den verschlossenen Glasern außergewöhnlich stark ein und verlieren auch dadurch noch erheblich an Gewicht. Wenn man also ein Pfund Zuaer zu 38 Pfg.„sparen“ mochte, verliert man gerade dadurch 2 Pfund Marmelade im Selbstherstellungswert von 90 bis 95 Pfg. Man sieht also, daß„Zucker weniger nehmen" und„Geld sparen“ noch lange nicht das gleiche ist, und man weiß jetzt, daß man beim richtigen Zuckerzusatz, namlich— Pfund auf Pfund— nur verdient, aber beim geringeren Zuckerzusatz viel weniger Marmelade erhält und einen recht fühlbaren Geldbetrag bei jeder einzelnen Kochung verliert. Kristallklare Abergüsse auf Obsttorten in 10 Minuten genußfertig Der mehlige, weißkleistrige Überguß auf Obsttorten hat schon so manch schone Frucht verdorben. In kaum 5 Minuten stellt man nun einen kostlichen, rein nach Frucht schmeckenden Überguß her. Man belegt den Tortenboden mit frischen oder eingemachten Früchten eventuell auch gemischt und verfahrt wie folgt: Rezept mit Trocken=Opekta: Den Inhalt eines Beutels Trocken=Opekta zu 23 Pfg. mit 7 Eßloffeln Wasser oder 7 Eßloffeln ungesußtem Fruchtsaft oder 8 Eßloffeln gesußtem Fruchtsaft unter Ruhren zum Kochen bringen und 1 Minute brausend durchkochen. Dann gibt man 6 gut gehaufte Eßloffel Zucker hinzu— keinesfalls weniger—, laßt nochmals aufkochen und nimmt den Topf vom Feuer. Nachdem sich die Kochbläschen verzogen haben, abschäumen und die heiße Masse eilig über die Fruchte gießen oder mit einem Löffel darüber verteilen(siehe Bild). Die vorstehenden Rezepte und Bilder sind dem vor kurzem neu erschienenen Opekta=Rezeptbuch entnommen. Das Buch zeigt in anschaulicher Form die muhelose und sparsame Bereitung von Marmeladen, Gelees, Tortenubergussen, Kremes, Eis= und Sußspeisen und Fruchtpasten(In den einschlagigen Geschaften zum Preise von 20 Pfg. oder falls vergriffen, gegen Voreinsendung von 20 Pfg. in Briefmarken von der OpektaGesellschaft m.b.H., Koln=Riehl, erhältlich. Onekta Ründlünk 10 Miniten sur me rorschrittliche Haüsfau" Dlo Vorträge werden während der ganzen Einmachzelt Jedo Woche gehalten Berliner Funkstunde, Jeden Mittwoch 10.50 Nordd. Rundfunk, jeden Donnerstag 10.30 Südtuns........ Jodon Mittwoch 11.40 Hambuig Biemen, Fiensburg. Hannovet Kel(Muhlecker. Froiburg) Bever. Rundtunk.. ledon Donnerstag 11.40 Östmarken-Rundtunk jeden Mittwoch 14.30 Südwesttunk.... jeden Donnerstag 10.30 b(tn e M Kasse Mitteld. Rundfunk.. Jeden Mittwoch 11.45 Schlosischer Rundtunk jeden Mittwoch 10.45 Westd Rundtunk... Jedon Mittwoch 9.50 (leipnig. Dresden(Bros Glowi)(ngeeg Onade Der Generalangriff auf die Arbeitslosigkeit und die deutsche Hausfrau. Tas deutsche Volk erwartet von dem Gesetzgebungswerk, das Adolf Hitler und die Reichscegierung der Teifentlichkeit übergeben hat, die Gesundung der deutschen Wirtschaft. Tas Hauptziel dieses gewaltigen Werkes ist die Wiedereingliederung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß. Hierbei fällt der deutschen Hausfrau eine wichtige und bedeutende Mitarbeit zu. Der Abschnitt IV des Gesetzes über Verminderang der Arbeitslosigkeit behandelt „die Ueberfuhrung weiblicher Arbeitskrafte in die Hauswirtschaft“. Welche Bedeutung gerade diese Maßnahme hat, erhellt aus der Tatsache, daß im Reich im Jahre 161 noch 1 Million Hausgehilfinnen beschäftigt wurden, von denen im Jahre 1002 nur noch 500 in Arbeit und Brot standen. Die Bochumer Verbältnisse erläutert— wenig= stens fur den Altstadtbezirk— die nachstehende Aufstellung: An Hausgehilfinnen wurden beschaftigt: Cktober 10 725 Januar 1031 710 April 1761 6813 Juli 1931 6650 Tktober 1731 6210 Januar 1002 50 April 1902 6018 Juni 1932 581 Die Gründe fur diesen katastrophalen Ruckgang liegen auf der Hand: einmal die verschlechterte Wirtschaftslage und zum anderen die mit der Beschaftigung von Hausgehilfinnen verbundenen hohen sozialen Lasten. Die letztgenannte Tatsache hat der Nationalsozialismus schon zum Anlaß für gesetzliche Aenderungen genommen. Durch Gesetz vom 12. 5. 33 und durch Verordnung vom 16. 5. 3 sind Erleichterungen angeordnet, die durch das Gesetz über die Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. 6. 33 noch bedeutend erweitert sind. Es erscheint angebracht, noch einmal mit allem Nachdruck bierauf hinzuweisen und die deutsche Hausfrau zur Einstellung von Hausgehilfinnen aufzurufen. Nach dem Gesetz vom 12. 5. 33 sind Hausgehilfinnen von dem Beitrag zur Arbeitslosenversicherung befreit, durch Verordnung vom 16. 5. 33 ist bei der Invalidenversicherung eine Ermäßigung eingetreten, so daß wöchentlich nur noch 0 Pf. zu zahlen sind, wahrend früher 90 Pf. und auch 1.20 M. zu entrichten waren. Nach dem Gesetz über die Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. 6. 33 werden die Hausgehilfinnen außerdem noch von dem Beitrag zur Arbeitslosenhilfe befreit: die wichtigste Neuerung jedoch besteht darin, daß die Hausgehilfin bei der Errechnung der Einkommenseeuer für den Haushaltungsvorstand als minderjähriges Kind gilt, was einer weiteren Verminderung des Steuerabzuges um 1°Prozent entspricht. Alles in allem Ermäßigungen, die durchschnittlich im Jahr den Betrag von 100 M. und mehr übersteigen und die u. E. manche Familie veranlassen müssen, eine Hausgehilfin anzunehmen. Für den Arbeitsmarkt wird eine verstärkte Einstellung von Hausgehilfinnen eine ganz bedeutende Entlastung bringen, da viele Mädchen, die jetzt noch auf Anstellung im Verkauf oder im Büro rechnen, sich zum Antritt einer Hausgehilfinnenstelle entschließen werden und so— auf weite Sicht gesehen— Platz schaffen für erwerbslose männliche Arbeitskräfte. Hierbei sollten sich die jungen Mädchen folgendes gesagt sein lassen. Wenn im Zuge der Vermittlung einer kaufmännischen Angestellten eine Haushaltsstellung angeboten wird, diese aber die Annahme dieser Stellung verweigert und infolgedessen die Unterstützung verliert, so ist dies eine bedauerliche Folge der Ablehnung. Es wäre deshalb zu wünschen, Der D.h.V. in der Deutschen Arbeitsfront. Wie wir früher bereits mehrfach mitteilten, sollte der Aufbau der Angestelltensäule der Deutschen Arbeitsfront bis zum 1. Juli d. J. durchgeführt sein. Dieses Werk ist heute vollendet, und mit dem 1. Juli hat die Nationalsozialistische Angestelltenschaft NSA.) ihre Tätigkeit aufgenommen. Im Verbande der NSA. bildet der Deutsche Handlungsgehilfen=Verband(DHV.) jetzt die einzige Berufsgewerkschaft der männlichen Kaufmannsgehilfen und Lehrlinge. Die Mitglieder aller anderen Verbände, die sich vorher ebenfalls auf kaufmännische Angestellte erstreckten, sind seit dem 1. Juli in den DHV. überführt worden. Am Donnerstag, dem 13. Juli. 20.15 Uhr, wird der Deutsche Handlungsgehilfen=Verband in Bochum, im Restaurant Pielken(Westfalenhaus, Brückstraße 41, seine erste große Mitgliederversammlung durchführen. In dieser Versammlung spricht der Gauvorsteher, Feger=Düsseldorf, über das Thema:„Der D. H. V. in der Deutschen Arbeitsfront!" Die N3BC.=Musikkapelle der Eisen= und Hüttenwerke hat sich ebenfalls für diese Versammlung zur Verfügung gestellt. Die sonst übliche Mitgliederversammlung des DHV. am ersten Donnerstag im Monat(6. Juli) findet mit Rücksicht auf die erste große Mitgliederversammlung also jetzt Donnerstag nicht statt. daß sich alle jungen Mädchen in dieser Lage klar machen, welche Moglichkeiten ihnen der Arbeitsmarkt bietet. Weiter sollten ne in vollstem Bewußtsein ihrer staatsbürgerlichen Verantwortung ihre Eignung für den hauswirtschaftlichen Beruf prufen, der doch bestimmt die beite und gegebenste Vorbereitung auf ihre natürliche Berufung als Hausfrau und Mutter darstellt. An die Bochumer Hausfrauen geht der dringende Ruf, von der Moglichkeit der Einstellung von Hausgehilfinnen weitestgehend Gebrauch zu machen. Wenn die Hausfrau trotz der bewilligten Erleichterung keine gelernte Hausgehilfin bezahlen kann, so sollte ne das Ihre zur Behebung der Arbeitslosigkeit dadurch beitragen, daß sie eine ungelernte, aber willige Kraft für geringeres Entgelt annimmt und anlernt. Wir mussen alle Opfer bringen, aber diese Opfer sind nicht umsonst, sondern dienen einer großen Sache. Das Arbeitsamt steht allen Hausfrauen mit Rat und Tat zur Zeite und wird sich die Vermittlung von Hausgehilfinnen besonders angelegen sein lassen. Tabei ist darauf hinzuweisen, daß laufend erwerbslose Madchen fur die Hausarbeit umgeschult werden. Schriftliche und mündliche Anfragen sind an das Arbeitsamt Bochum, Trankgasse 9, Telcion 601—91, zu richten. Lagung des Westf.-Lipp. Damenschneidereihandwerks. Der Westf.=Lipp. Verband der Innungen für das Tamenschneidereihandwerk hielt in Hagen sei= nen diesjährigen Verbandstag ab. Den Vorsitz führte die Damenschneidermeisterin Frl. Sebrwald=Dortmund. Als Gaste waren anwesend der neu ernannte Präsident der Handwertskam mer Dortmund, Schmiedemeister SchmidtHagen, Generaldirektor Botenkamp=Dortmund. Prasidialmitglied des Reichsstandes des deutschen Handwerks. Dr. Lebrecht=Dortmund, Kreiskampfbundführer und Gauschulungsleiter der NSDAP., ferner die Berufsberaterin Frau Anton=Hagen. Den Jahresgeschaftsbericht erstattete Vervandsgeschaftsfuhrer, Dipl.=Volkswirt Kopv. Er stellte fest, daß das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung den kleinen selbständigen Existenzen des gewerblichen Mittelstandes wieder Lebensraum und Betätigungsmöglichkeit geben werde, ein Anlaß, die seelische Not und Ver= zweiflung des vergangenen Jahrzehnts zu ver= gessen und wieder hoffnungsfreudig in die Zukunit zu blicken. Das Damenschneiderinnenhandwerk könne im Rahmen der wirtschaftspolitischen Mannahmen des Reichskanzlers Adolf Hitler u. a. einen Schutz vor der auf einer ungebeuerlichen Ausnutzung der Heimarbeiterinnen beruhenden Konkurrenz der Konfektion erwarten. Der Geschaftsführer verbreitete sich sodann über die Man= nahmen des Verbandes auf dem Gebiete der Nachwuch=erziehung, der Meisterprüfung, der fachlichen Fortbildung der Berufsangeborigen, sowie über die Mitarbeit an den Bestrebungen zur Schaffung einer deutschen Mode. Im Einvernehmen mit dem Sonderbeauftragten des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Syndikus Theobald=Hagen wurde die Neubildung des Vorstandes vorgenommen. Als Verbandsvorsitzende wurde Frl. Sehrwald=Dortmund wieder bestätigt. Zu Beisitzerinnen wurden ernannt die Damen Röwekamp=Hagen, Brandr= Hattingen, Diekmann= Herford, Brunst=Bochum, Voswinkel=Recklinghausen. Neuhaus=Siegen und EhlebrachtDetmold. Dr. Lebrecht=Dortmund hielt sodann einen mit allergrößter Aufmerksamkeit entgegengenommenen Vortrag über:„Die Stellung des Handwerks im neuen Deutschland“ Er kennzeichnete die Hauptaufgabe des neuen Staates dahingehend, daß es gelte eine neue Wirtschafts=, Sozial= und Geschaftsmoral zu schaffen als Voraussetzung für die Durchführung des beruisständischen Aufbaues der Wirtschaft. Der Referent verbreitete sich ferner über die Aufgaben, die den Organisationen des Handwerks im beruisstandisch gegliederten Staate zufallen. Anschließend referierte Herr Bökenkamp=Dortmund. Mitglied des Präsidiums des Reichsstandes des deutschen Handwerks über die Grundsatze für den sationen. Er bat die Angehörigen des Damenschneiderinnenhandwerks, Geduld zu haben und der Person des Volkskanzlers Adolf Hitler das Vertrauen entgegenzubringen, daß unter seiner Führung alles geschehe, was dem Wohle der Nation und des einzelnen Volksgenossen diene. Berliner Börse. Berlin, 4. Juli. Die Börf: stand wiederum unter dem Eindruck der ungünstigen Meldungen von der Londoner Weltwirtschaftskonferenz, die kaum noch an einem ergebnislosen Auseinandergehen zweifeln lassen. Das Publikum zeigte daher weitere Zurückhaltung, dem sich auch die Spekulation anschloß. Die festere Veranlagung der Auslandsmärkte, insbesondere Newyorks, blieb völlig einflußlos. Es ergaben sich daher auf der einen Seite Kurseinbußen bis zu 2 Prozent, denen andererseits Kurserhöhungen in gleichem Ausmaße auf Zufallsorders hin gegenüberstanden. Von Montanwerten zeigten Buderus und Mannesmann mit je plus ¾ Prozent eine etwas festere Veranlagung, während Klöckner um 1¼ Prozent und Harpener um 7. Prozent gedrückt waren. Von Kaliwerten büßten Aschersleben und Westeregeln je 4 Prozent ein. Am chemischen Markt konnten J. G. Farben ihren Vortagskurs um* Prozent erhöhen. Am Elektromarkt fielen Chade mit einem Gewinn von 2 RM auf, dagegen waren Felten mit minus 1½ und RWE mit minus ¾ Prozent stärker gedrückt. Kaum verandert blieben die Märkte der Gas=, Auto=, Maschinen= und Wasserwerkswerte, an denen die Kursveränderungen über ½ Prozent kaum hinausgingen. Von Bauwerten konnten Julius Berger in der Hoffnung auf eine günstige Beeinflussung durch das Straßenbauprogramm 2¼ Prozent gewinnen. Von Brauwerten konnten Dortmunder Union auf eine kleine Nachfrage um 1 Prozent anziehen. Von Bankaktien waren Bank für Brauindustrie um 2½ Prozent gebessert, von Schiffahrtspapieren Hansa Dampf angeboten und mit minus=minus=Zeichen versehen. Der Rentenmarkt zeigte eher etwas schwachere Veranlagung, da namentlich in Pfandbriefen wieder einiges Material herauskam. Im Verlaufe blieb die Tendenz weiterhin schwankend, doch überwogen gegen Schluß der ersten Stunde die Abbrockelungen. Düsseldorfer Förse. Düsseldorf, 4. Juli. Die Tendenz an der heutigen Börse war wiederum abgeschwächt. Von Montanaktien verloren Klöckner 1½ Prozent und Mannesmann ¼ Prozent. Rheinstayl wurde heute exklusive gehandelt; der Kurs war 1 Prozent höher. Von den übrigen Schwankungen waren Feldmühle 1 Prozent und Goldschmidt ½ Prozent niedriger im Verkehr. Harvener geben ¾ Prozent und Rhein. Braunkohlen 1 Prozent her. Hoesch stellten sich ½ Prozent höher, während RWE ¾ Prozent verloren. Kaliaktien waren ebenfalls rückgängig. Im Verlaufe konnten sich die Kurse etwas befestigen.— Am Kuxenmarkt war die Geschäftstätigkeit etwas lebhafter. Von Kohlenwerten wechselten Heinrich 100 RM niedriger ihre Besitzer. Ebenfalls gaben Deutschland bei kleinem Geschäft 10 RM her. Von Koblenaktien stellten sich Lothringen ½ Prozent höher, während Dahlbusch und Niederrhein=Berg 1 Prozent verloren. Am Kalikurenmarkt waren Wintershall=Kure bei einem Umsatz 200 RM höher. Von Kaliaktien haben Hallesche Salz einen Kursverlust von 2 Prozent zu verzeichnen. Der allgemeine Aktienmarkt blieb ohne Umsatz. Märkte. Berliner Produttenborse. Berlin, 4. Juli. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne(1000 kg) ab Versandstation, für Mehl je Doppelzentner(100 kg) frei Berlin, für Hülsenfrüchte(100 kg) ab Abladestation, für Raps=, Lein= und Kleesaaten(1000 kg) ab Verladestation, für Raps= und Leinkuchen(1 kg) ab Abladestation, für Kleie(100 kg) frei Berlin, für Futtermittel(100 kg) ab Abladestation, sowie Stroh je Zentner(50 kg) ab mark. Station in Reichsmark. Weizen 18—191. Roggen 154—156. Futterund Industriegerste 1“—105. Hafer 137—142. Weizenmehl 21,00—27.2. Roggenmehl 70 Prozent 21,00—23.25. Weizenkleie 9.60—9.75. Roggenkleie 9-950. Viktoriaerbsen 21—2050. Kl. Speiseerbsen 20—22. Futtererbsen 13,50—15. Peluschken 13—14,50. Ackerbohnen 13—14.50. Wicken 13,50 bis 15,50. Lupinen blaue 11—13. dto. gelbe 15.00 bis 16.2. Leinkuchen 15,00. Erdnußkuchen 14,0. Erdnußkuchenmehl 15.10—15,00. Trockenschnitzel 8.60. Kartoifelflocken 13,10—13,0. „Deutscher King“ berichtel. Ueber neue Wege und aute Erfolge. Die Generalversammlungen der vier Deutscher Klg Versicherungsgesellschaften genehmigten die Geschaftsberichte und entlasteten die Verwaltungen. In der Lebensversicherung ist der Bestand um 9.61 Prozent gestiegen, wahrend der Gesamtbestand der deutichen Lebensversicherungsgesellschaften zurückge gangen ist. Neben der Gewinnung von neuen Versicherungen wurde das Hauptaugenmerk auf die Pflege des Versicherungsbestandes gelegt. Für die Groß=Lebensversicherten, die durch die Not der Zeit nicht mehr in der Lage waren, ihre Versicherungen aufrecht zu erhalten, wurde gegen Ende des Berichtsjahres die Arbeitslosenbeihilie geschaffen, die für 2 bis 4 Jahre beitragsfrei ein Sterbegeld gewährt. Durch die 5 Prozent betragende Beitrags= senkung in der Groß=Lebensversicherung hat die Gesellschaft ein weiteres Zugeständnis gemacht. Tron dieser Ermäßigung und der gesetzlichen Zinsherabjenung ist die bisherige Gewinnbeteiligung der Versicherten aufrechterhalten worden. Es werden für 1933 wiederum 25 Prozent der Jahresprämie der gewinnberechtigten Versicherungen ausgeschüttet. Für die Krankenversicherung war 1932 ebenfalls ein Erfolg. Der Verein konnte seit Bestehen den großten Bruttozugang an Mitgliedern im Krisenjahr 1932 erzielen. Der Reinzugang betrug 25 629 Personen. Das Geschäftsgebiet des Vereins wurde auf das Saargebiet ausgedehnt. Ab 1. Juni 1933 iit eine Zusanversicherung eingeführt worden, die bei niedrigem monatlichen Beitrag besonders in schweren Krankheitsfallen die Leistungen des Haupttarises wesentlich erhöht. Jn der Feuer=, Einbruchsdiebstahl= und Wasserleitungsschädenversicherung wurde die Gesellschaft in steigendem Maße bei Betriebs= und Lager=Feuer versicherungen im Industrie= und Speichergeschäft berücksichtigt. So konnte tron betrieblicher Einschränkungen und Stillegungen. Preissenkung der Versicherungswerte und Verminderung der eingelagerten Vorräte ein erfreulicher Neuzugang verzeichnet werden. Im Berichtsjahr wurde der Deckungsumfang durch Erweiterung der Bedingungen und Einführung von Spezialversicherungen wesentlich erweitert und die Beiträge mit Rücksicht auf den in der Feuerversicherung günstigen Schadensverlauf. für Versicherungen von Hausrat und Wohngebäuden, durch die Einführung von Gutscheinen um 10 Prozent ermäßigt.— In der Unfall=, Haftpilicht= und Autokasko=Versicherung ist es moglich geweien, die Gesamtprämieneinnahme um rund 21 Prozent zu steigern. Der Schadenverlauf, war gunstig. so daß ein namhafter Gewinn erzielt werden konnte. Ghewerkschaft Zeche Heinrich, Essen=Kupferdred. In der Gewerkenversammlung führte die Verwaltung über die Betriebs= und Absatzverhaltnisse der Zeche Heinrich wahrend des ersten Halbfahres 1933 aus, daß noch keine Besserung eingetreten sei. Gerade der Absatz der wertvollen Antbrazit=Nüsse lasse zu wünschen übrig, wahrend bei Feinkohlen eine ziemliche Be= lebung festzustellen sei. Die augenblickliche Lagermenge entspreche einer Förderung von 2—3 Monaten. Um für das nachste Jahr wieder Lagermöglichkeiten zu schaffen, müßten die Lager bis auf Feinkohlen und Nuß V im Verlaufe dieses Herbstes geräumt werden. Die Förderung leide natürlich unter diesen Verhaltnissen; die Anzabl der Feierschichten sei ungewöhnlich gestiegen: sie betrage zur Zeit 12—15 je Monat. Die Konkurtenzzechen im Aachener Gebiet hatten sich in den letzten Jahren auf Kosten des Ruhrbergbaues stetig weiter entwickeln können, weil sie inbezug auf Preis und Absatz keinerlei Beschränkungen unterworfen seien und auch keine Syndikatsumlage zu zahlen hätten. Falls nicht binnen kurzem eine Einigung mit dem Aachener Bergbau zustande komme über den gemeinsamen Verkauf der Produkte, so müsse darauf bestanden werden, daß dem Ruhrbergbau Verkaufsmöglichkeiten wie sie die im Westen liegenden Wettbewerbszechen hatten, zugestanden würden. Kapitalherabsetzung bei Koppers. Die Heinrich Kopvers A.=G. Essen, eine der bedeutendsten Koksofenbaufirmen, bat eine Bilanzbereinigung in der Form vorgenommen, daß das Aktienkapital von bisber 5 Mill. RM im Verhältnis von 2:1 auf 2.5 Mill. RM berabgesetzt worden ist. Ewald Dörken A.=G., Herdecke. Die H.=V. genebme den Aoschluß für 1882. Der sich ergebende Reingewinn von 78028 Mark wird zuzuglich des Geminnvortrages aus 1081 von 22 520 Mark, also insgesamt mit 95 543 Mark einer Sonderrücklage zugeführt. Die ersten sechs Monate des neuen Geschaftsjahres hatten eine Belebung gegeit. Die Verkaufspreise liegen aber unter den vorjahrigen Motierungen. Gewerkschaft Wintershall in Heringen a. d. Werra. andene 100) Kuren. Die Gewerkschaft hatte ihr maßigt. Im Jahre 1033 wird durch Lieferung von bestimmten Wintershallaktien ein größerer Betrag frei, weil diese Aktien zu 1000 Prog. abgegeben werden, aber niedriger zu Buche stehen. Mit Hilfe dieses Betrages wird das Grundkavital der Gewerkschaft Wintershall auf wieder 10 Mill. * Der Reingewinn von 22322 Mark wird voll den Rücklagen zugeführt. Eine Ausbeute hang hiermit die finanziellen Verhältnisse als vollia konsolidiert anzusprechen sind. Die Gewerkewversammlung genehmigte einstimmig alle Anträge der Verwaltung. Ferner wurde beschlossen, die Anzahl der Nure ivon 100) auf 10000 Kure zu erbohen. Von diesen 10000 Kuren werden 21, die sich im wenen Besitz der Gewerkschaft Wintershall befinden. eingezogen und vernichtet, so daß das Gewerkschaftskapital von 10 Mill. Mark in 80000 Kure eingeteilt ist. Nähmaschinen Orig. Phônix und Orig. Viktoria, für Haus halt u. Gewerbe, kaufen Sie vorteilhaft be Michael Paelgen Am Kaiser-Friedrichplatz, Tel. 62067 Gegründet 1293 Reparatur-Werkstatt. Ersatzteile. Privatdetestiv 6. Süning, Keiminal=Wachtmeister a. D., Bochum. Wittener Straße 36. Ermiltlungen, Beobachtungen an allen Plätzen der Welt. 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Auch durch die Geschaftostelle unserer Zeitung. Lernt fahren: n ihrichl Kuhnert ittener Straße 111 Gegr. 1000— Groß=Bochum meldel... Bochum-Hordel. ev. In Ausübung seines Beruses verunglückte am Montag der von hier stammende Anstreichergehilfe R. bei Anstreicherarbeiten an einem in der Riemker Straße gelegenen Hause. Aus ziemlich beträchtlicher Höhe stürzte R. plötzlich ab, wobei er jedoch Glück im Unglück hatte da er nur mit leichteren Verletzungen davonkam. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er dem Krankenhause zugeführt. wa. Eisenbahnarbeiten in Hordel. In dieser Woche beginnt man in Hordel auf der Bahnstrecke Bochum—Wanne=Eickel mit umfangreichen Gleisarbeiten. Das für die Aufnahme der Werkzeuge der Rottenarbeiter bestimmte Zelt ist am Bahnübergang an der Dahlhauserstraße errichtet. Wann wird die Badeanstalt wieder eröffnet? Schon über vier Wochen ist die Badeanstalt an der Günnigselder Straße wegen Instandsetzung geschlossen. Von der Hordeler Bevölkerung wird dieses besonders bei der warmen Jahreszeit äußerst unangenehm empfunden, da in der Nähe keine Badegelegenheit ist. Es ist zu hoffen, daß man den diesbezüglichen Wünschen bald entsprechen wird. Bochum-Gerthe. Alkoholvergiftet aufgefunden wurde in den Montagabendstunden der auf der Gercherstraße wohnende Arbeiter Thomas D. Dieser hatte mit Arbeitskollegen nach der Schicht eine ausgedehnte Alkoholreise unternommen, wobei er stürzte und besinnungslos liegen blieb. Ein des Weges kommender Arzt stellte neben einigen Verletzungen schwere Alkoholvergiftung feit und sorgte für die Krankenhausüberführung. Bochum-Hiltrop-Bergen. Wallfahrt nach Kevelger. Alle Vorbereitungen für die Wallfahrt der Frauen und Mütter nach Kevelger und hereits abgeschlossen. Wir haben die schon im vergangenen Jahre benutzten, modernen Personen= autos bestellt, die uns am 13. Juli nach Kevelaer bringen werden. Die Abfahrt wird sehr früh ange= setzt werden müssen, weil wir schon um 9 Uhr am feierlichen Hochamt in der Basiltka teilnehmen wollen. Wir ziehen nach der Ankunft geschlossen zur Kerzenkapelle und empfangen dort den sakramentalen Segen. Nach dem Hochamte ist noch eine kurze Andacht, am Nachmittage gemeinsamer Kreuzweg mit Ansprache, am Spätnachmittage feierliche Schlußandacht. Ueber den Fahrpreis unterrichten die Bezirksdamen. Die Abfahrtgeit wird noch naher bekannt= gegeben. veranstaltete am Montag nachmittag die Spiele für das Fest der deutschen Jugend. Die besten Mehrkampfstarter aus sämtlichen Klassen beteiligten sich an den großangelegten Wettkämpfen, die ein sehr gutes Ergebnis erbrachten. Im Anschluß an die Kampfe sprach der Leiter der Veranstaltung, Studienrat Schwahn, und gab die einzelnen Ergebnisse bekannt. Studiendirektor Müller hielt die Festansprache, in der er von der freudigen Teilnahme der Jugend an diesen Wettkämpfen sprach und besonders der Regierung die Anerkennung für diese Veranstaltungen zum Wohle der deutschen Jugend ausdrückte. Seine Ausführungen endeten mit einem Sieg Heil auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler. Bochum-Werne. Dem Abbruch verfallen. Das an der Heinrich=Gustavstraße gelegene Wohnhaus, in dem lange Zeit der freiwillige Arbeitsdienst untergebracht war, ist nunmehr auch dem Abbruch verfallen. Mit dem Abtransport der Materialien hat man bereits begonnen. Blankenstein. Bei der Volkszählung vom 16. Juni wurden folgende Einwohnerzahlen festgestellt: Start Blankenstein 826 männliche, 957 weibliche, zusammen 1783 Einwohner. Gemeinde Buchholz 611 männliche, 589 weibliche, zusammen 1200. Gemeinde Holthausen 648 männliche, 642 weibliche, zusammen 1285. Gemeinde Welver 8136 männliche, 3056 weibliche, zusammen 6102. Amt Blankenstein insgesamt: 5216 männliche, 5244 weibliche, zusammen 10 460 Einwohner. Witten. Diebe an der Arbeit. Einer Frau wurde beim Einkauf in einem Geschäft auf der Bahnhofstraße eine schwarze Lackledergeldbörse mit Inhalt aus der Manteltasche entwendet * Aus dem Hausflur Wiesenstraße 22 wurde in den Nachmittagsstunden ein Herrentourenrad. Marke Opel. Nr. 1 976 445, aus dem Hausflur Wiesenstr. 27 ein Herrentourenrad. Marke Nosa; aus einem Garten in der Gartenstraße ein Herrentourenrad, Marke N. S. U. gestohlen. Bochum-Linden-Dahlhausen. st Strahensenkung. Seit einiger Zeit machen sich auf der gepflasterten D=C.=Otto=Straße, von dem städtischen Verwaltungsgebäude an aufwärts, eigentümliche Senkungserscheinungen bemerkbar. So ist an einigen Stellen die Straßenoberfläche in einem Durchmesser von einigen Metern um 20—30 Zentimeter gefallen, während an anderen Stellen sich die Pflastersteine ganz gelöst haben. Allem Anschein nach mutz die Straßensenkung auf Bergschäden. d. h. auf darunter liegende, sich in Abbau befindliche Kohlenflöze zurückzuführen sein. Eine Besichtigung dieser Schäden durch Zechenvertreter und Vertreter der Stadt hat beute bereits stattgefunden, st Der Abbruch hat begonnen. Mit dem Abbruch der städtischen Ziegelei, die ja von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, ist Dienstag bereits begonnen worden. Sportärztliche Beratungsstunde. Die sportärztliche Beratungsstunde findet in diesem Monat am Donnerstag, dem 6. Juli 1938, von 19—20 Uhr, im Realgymnasium Amtmann=Falke=Straße(Kellerge= schoß), durch Herrn Dr. med. Deymann statt. nisten, geplant. Eine Grünanlage soll später hier bergerichtet werden. fr. Ehrung für einen verdienten Jubilar. Am 66. Geburtstag des 1. Vorsitzenden des Marinevereins Eickel und Umgegend. Schornsteinsegermeister Füting wurde dem Jubilar, der um Entlastung von der Vereinsleitung gebeten hatte, der Ehrenbrief mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden überreicht. Der Bund deutscher Marinevereine ehrte den deutschen Führer mit einem Ehrenbrief. eigenhändig unterschrieben vom Bundesvorsitzenden Admiral Lünow für 25jährige Vorstandstätigkeit. Auf frischer Tat ertappt. Von einem Beamten der Schutzpolizei wurde ein Mann dabei abgefaßt. als er versuchte, den am Glückaufplatz befindlichen Münzfernsprecher zu erbrechen. Der Täter wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 16jährigen Burschen aus Wanne=Eickel fr. Vor dem Wassertode gerettet. Um die Dämmerstunde wollten einige junge Burschen im Grimberger Hafenbecken ein Bad nehmen, als der 14jährige Heinrich W. plötzlich von Herzkrämpfen befallen wurde und versank. Er konnte jedoch nochmals auftauchen und durch Hilferufe seine Kameraden aufmerksam machen, denen es schließlich gelang ihn vom Tode des Ertrinkens zu retten fr. Einen schweren Arbeitsunfall erlitt in den gestrigen Mittagsstunden ein Arbeiter aus der Emscherstraße der bei Regulierungsarbeiten an der Emscher zwischen Lore und Greifer geriet und mit schweren inneren Quetschungen dem St Anna=Hospital zugeführt werden mußte. g= Schützen=Regimentsversammlung. Montag tagten im Regimentslokal Westf. Hof die Bürgerschützen. Präsident Friedrich gedachte der verstorbenen Schützenbrüder Schwetzler und Hahn, zu deren Ehren man sich von den Plätzen erhob. Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Besprechung zum kommenden Schützenfest, das am 22., 23. und 24. Juli gefeiert werden und ein echtes Volksfest werden soll. Das Königsschießen ist auf den 16 Juli festgesetzt g= Grubenunfall. In der Morgenschicht des Dienstag erlitt auf der 7. Sohle einer Gelsenkirchener Schachtanlage der Kohlenhauer Waldemar M. aus der Bochumer Straße bei der Kohlengewinnung durch Herunterfallen von Kohlen= und Gesteinsstücken aus dem Hangenden erhebliche Verletzungen. W M. wurde ins Krankenhaus eingeliefert g= Wüste Schlägerei. In der Dorstener Straße hatten am Dienstag Kinder Streit miteinander. Die Eltern und sonstigen Anwohner mischten sich in den Streit und im Zeitraum weniger Minuten war eine wüste Schlägeret zugange, bei der mehrere Personen teils erheblich, teils leicht verletzt wurden. Von der Schicht heimkehrende Bergleute mußten ein Machtwort sprechen, um die Kampfhähne auseinander zu bringen. Das Doppelquartett„Helioe“ errang bei dem nationalen Gesangwettstreit in Iserlohn unter äußerst starker Konkurrenz den 1. Klassenpreis, den 1 Ehrenpreis und 2. Hauptehrenpreis. rb. Im Schlammgraben aufgefunden wurde von einer Polizeistreife in der Nähe der Emscher einen Mann, der sich bereits in erstarrtem Zustande befand. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. Es handelt sich um einen Arbeiter aus dem benachbarten Gelsenkirchen. Gelsenkirchen. Ungetreuer Sparkassenoberinspektor. Der Sparkassenoberinspektor Eickholt wurde wegen Veruntreuung amtlicher Gelder von der Kriminalpolizet festgenommen. E. hat es verstanden, durch falsche Buchungen im Laufe der Jahre 700 RM zu veruntreuen. Die Verfehlungen sind durch den zuständigen städtischen Innenrevisor festgestellt.— Eickholt. der 26 Jahre lang bei der städtischen Sparkasse tätig war, wurde dem Amtsgericht in Buer vorgeführt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Aus unserem Verbreitungsgebiet. bu. Theater=Verein„Bühnenfreunde“. Am Sonntag fand im Vereinslokal Feierabend die Generalversammlung statt. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden gaben der Schriftführer und Kassierer ihre Berichte bekannt, aus welchen ersichtlich war. daß eine rege und zufriedenstellende Vereinstätigkeit zu verzeichnen ist. Auch der Kassenbericht lautete trotz der Notzeit gufriedenstellend. Dem gesamten Vorstand wurde Entlastung erteilt. Hierauf wurde die Gleichschaltung des Vereins vorgenommen. Der neue Vorstand wurde wie folgt bestimmt: Vorsitzender Vippold. Schriftführer Groß, Kaisierer Buska. Dieselben veroflichteten sich dem Beauftragten, Ehrenborsitzenden Feierabend, stets im Einne der nationalen Regierung zu arbeiten lu. Bom Hiltroper Bolkspark. Die vor einiger Zeit in Angriff genommene Rodelbahn ist nunmehr fertiggestellt. Die Stadtverwaltung ist mit der Errichtung derselben, einem lang gehegten Wunsch der Jugend nachgekommen, die gewiß im Winter recht viel Freude daran haben wird. Durch die Errichtung der Rodelbahn, ist auch den Bewohnern der Karl= Ernst=Straße, sowie der Hiltroper Landwehr ein weiterer Verbindungsweg zum Hiltroper Volkspark geschaffen worden. Bochum-Langondrøer. Kirchliches! Zum letzten Mal wird am kommenden Sonntag in den hl. Messen der scheidende Herr Parrer Ausenanger seine Worte an die alte Gemeinde richten, um sich dann zu seinem neuen Betätigungsfeld. Schwerte. zu begeben. Die Gläubigen wollen ihren Dank dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie alle am Sonntag zur bl. Kommunion geben. Abende um 7 Uhr findet im Lokale Theodor Grollmann. An der Malstatt, eine öffentliche Abschiedsseler statt, zu der alle Gemeindemitglieder aufo herzlichste eingeladen sind Sämtliche Vereine werden versuchen, durch Darbietungen aller Art den Abend zu verschönern, um dadurch auch dem Herrn Plarrer Dank zu sagen. für all das Gute. das er ihnen im Laufe der Jahre zuteil werden ließ. Zur Deckung der Unkosten werden gramme an der Kasse verkauft, zum Preise von 10 Pig., welches zum Eintritt berechtigt. Fest der Jugend am Realaumnasium. Die Schulleitung des Realanmnasiums in Langendreer Veranstaltungen. Stadttheater Bochum. Die Abendaufführung am heutigen Mittwoch beginnt um 20 Uhr und ist um 2r45 Uhr zu Ende. Sie bringt das dreiaktige Volksstück von Sigmund Graff„Die vier Muskekiere" Referviert wurden Plätze für die Vormiete C. sowie für die Mitglieder der Volksbühne Serien 1 und 9); die Karten des freien Verkaufes sind zu Preisen von 0.50 RM. bis 8.50 RM. haben. Die Werbeaufführungen der Oper, die Richard Wagners„Ring des Nibelungen" ein wirgesches Publikum versammeln möchten, um der Verehrung für den zenialen Musikdramatiker und wegweisenden Reformator sichtbaren Ausdruck zu verleiben, versprechen für morgen den dritten Teil des Werkes, den„Siegfried". Die Spielleitung desnaes wurde bekanntlich von Dr. S. Schmitt besorgt; Paul Drach zeichnet für die musikalische Wiedergabe verantwortlich. Die Hauptmitwirkenden sind folgende: Bella Fortner=Halbaerth, Anni Kamphausen, Annie Kindling, Hans Bohnhoff, Leonbard Kistemann, Rudolf Hobberg. Robert von der Linde. Der Abend ist außer Vormiete angesetzt, zu den genugsam bekannten kleinen Preisen. Zu der letzten Aufführung von Johsts„Schlageter“ streitag die gleichfalls außer Vormiete stattfinder, werden die kleinsten Preissätze von 0.90 RM. dis 2 RM. in Anwendung gebracht. Am Samstag bleibt das Theater geschlosse dente Nachmittagskonzert des Städtischen Ormesters. Bei günstiger Witterung findet heute, deittwoch. 6. Juli, nachmittags um 4 Uhr beginnend, * Innerhalb acht Tagen der dritte Sittlichkeitsverbrecher sestaenommen. Wegen unzüchtigen Handlungen an Minderjährigen wurde der Invalide A. W. aus Witten=Annen festgenommen. herne. Perlonenzug mit Steinen beworfen. Ein von Dortmund kommender Perlonenzug wurde an der Eisenbahnbrücke Börnig=Horsthausen von mehreren jugendlichen Personen mit Steinen beworfen. Personen wurden nicht verlett Gefährliche Körperverletzung. Der Wirt Anton K. wurde in seinem Lokal in der Werderstraße im Verlaufe einer Auseinandersetzung von einem Gast mit einem Bierglas geschlagen und dadurch an der Stirn derart verlett, daß er einen Arzt in Anspruch nebmen mußte. Der Täter flüchtete nach der Tat. Er ist jedoch bekannt und zur Anzeige gebracht Wieder auswärtige Händler auf dem Wochenmarkt. Nachdem eine Einschränkung in der Beschickung des Herner Wochenmarktes durch ortefremde Händler vorgenommen war, wurden zum gestrigen Herner Wochenmarkt wieder die ältesten Bochumer Händler aus B.=Riemke und Hamme wieder zugelassen. Einige Wanne=Eickeler Händler sollen ebenfalls folgen. Wanne-Eickel. rb. Neue Mittel für Strahenbau. Die deutsche Gesellschaft zur Förderung von öffentlichen Arbeiten hat der Stadtverwaltung jetzt einen Betrag von 200 000 RM zwecks Neupflasterung der Hindenburastraße im Stadtteil Wanne zwischen der Sedan= und Kolpingstraße zur Verfügung gestellt Diese Mittel stammen aus dem vorjährigen Straßenbauprogramm. die bereits an anderer Stelle zugesagt waren, aber dort nicht verwendet worden sind Die Arbeiten sollen beschleunigt in Anariff genommen werden. g= Neue Grünanlagen. Im Resser Wäldchen ist man bald mit den Ausbauarbeiten fertig Wie man hört, soll auch das an der Dorstener Straße gegenüber dem Wäldchen belegene brachliegende Gelände kultiviert werden. Zunächst ist eine Entwässerung des großen Sumpfgebietes, in dem noch Wildenten auf der Parkhausterrasse im Stadtpark ein Konzert mit folgendem Programm statt:„Großer Kurfürst Reitermarsch von W. v. Simon; Ouvertüre zur Over„Indra“ von Fr. v. Flotow; Nordisches Bouquet von E. Bach; Intermezzo aus„Naila“ von L. Delibes:„Wo die Zitronen blühn“. Walzer von Joh. Strauß; Große Fantasie aus der Oper„Zar und Zimmermann“ von A. Lortzing; Ouvertüre zu „Ariadne“ von C. J. Brambach;„Am schönen Rhein gedenk ich Dein", Walzer von Keler=Bela; Fantasie aus der Oper„Der Barbier von Sevilla“ von G Rossini; Ouvertüre zur Operette„Frang Schubert“ von Fr. von Suppé. Leitung: Konzertmeister Rudolf Loos.— Der Eintrittspreis betragt 80 Pfg., Zehnerheft 2.50 Mark. Schüler 20 Pfg. Saarkundgebung. Die Ortégruppe Bochum des Bundes der Saarvereine veranstaltet am Sonntag. 9. Juli, vormittags 10,30 Uhr, im Gloria=Palast, Rottstraße 20, eine Saarkundgebung verbunden mit 11stündigem Filmvortrag:„Die deutsche Saar.“ Den einleitenden Vortrag hält Herr Mittelschulrektor Debusmann, Elberfeld. Herr Debusmann ist 2. Vorsitzender des Bundes der Saarvereine und in der Saarfrage bestens unterrichtet. Lichtspielhaus. Vor täglich ausverkauftem Hause läuft hier die beliebte Schlageroperette:„Die Tochter des Reaiments!“ Hauptrollen: Annn Ondra, Werner Fütterer und Adele Sandrock.— Dazu läuft: Gretl Theimer und Lee Parry. ferner Michael Bohnen in dem großen Film:„Johann Strauß, k. u. k. Hofballmusikdirektor!" Beide Filme haben beim Publikum großen Anklang gefunden. Taglich ab 8 Uhr. Der Prozeß gegen Theißen, Pätzold und Genossen. Essen. Das Schuldkonto der Anführer der Einbrecherund Räubergesellschaft und ihrer kleinen und großen Mithelfer ist so umfangreich, daß erst am Dienstag. allo nach fünftägiger Vernehmung der 34 Angeklagten. in die Beweisaufnahme eingetreten werden konnte. Zu Beginn der Dienstagverhandlung richtete der Vorsitzende an die Angeklagten Theißen. Patzold. Lumb und Tafel die Frage nach der Herkunft ihrer Waffen. Theißen und Pätzoly besaßen jeder drei, Lumb und Tafel je zwei Revolver bzw. Pistolen.„Geschenkt, geliehen, gekauft“ usw. lautete ihre Antwort. Außer einem Bestohlenen, bei dem Mitglieder der„Kolonne Jan“(Johann Theißen) einen Armeerevolver W mitgeben ließen, dürfte die Tätigkeit der Einbrecher auch noch ein gerichtliches Nachspiel für den Kaufmann Sally Bukofzer in E.=Steele haben. Hier wurden die Einbrecher bekanntlich gestört, verschwanden ohne Beute und mußten ihr Handwerkszeug zurücklassen. Nichtsdestoweniger meldete der Besitzer des Kaufhauses bei seiner Versicherung einen Schaden von 3500 RM an. Der so geständige Theißen bestritt. Beute gemacht zu haben, was man ihm glauben darf, da es bei dem Riesenproseß auf einen Einbruch mehr oder weniger wirklich nicht mehr ankommt. Als Zeuge vernommen. bekundete Bukofzer. nicht genau angeben zu können, ob überhaupt etwas gestohlen worden ist. Im weiteren Verlauf der Beweisaufnahme werden die Zeugen mehr als einmal von den Einbrechern berichtigt, die trotz der vielen Einbrüche über die Beute sehr genau unterrichtet sind, Daß es nicht immer, wie die eigentlichen Räuber angeben. Schreckschüsse waren, die sie bei den Raubüberfällen anfeuerten, ergab die Aussage des Gastwirts Truschel in E.=Steele. Lumb, der ebenfalls wie Theißen und Patzold sehr geständnisfreudig ist, sagt laut und bestimmt„nein“, als ihm der Vorsitzende die Aussage des Flurhüters vorhält, daß auf ihn in der Nacht zum 10. September 1932 geschossen worden ist, nachdem Lumb. Kähler. Blumenthal und Strauß bei ihrem Einbruch in den Konsumverein gestört worden sind. Tafel. der gemeinsam mit Theißen, Pätzold und Emil Müller am 17. September 1932 den Raubüberfall auf den Kruppschen Kassenboten in der Schederhofstraße in Essen ausführte(Beute 2300 Mark), griff bei der Vernehmung des Ueberfallenen ein, der aussagte, keine Pistole gesehen zu haben. Tafel benutzt diesen günstigen Moment und sagt:„Ich habe ihm keine Pistole entgegengehalten.“ Pätzold belastet aber seinen Mitarbeiter, worauf Tafel klein beigibt. Die weitere Zeugenvernehmung ergibt nichts besonderes Für Mittwoch sind 15 Zeugen geladen. Mit den Plaidoyers wird voraussichtlich am Freitag begonnen werden. Vereine. Der Westdeutsche Verband für Heimat und Bolksbühnenspiele(Sit Bochum) hielt am Sonntag im Verbandsheim G. Wiegand unter Vorsitz des 1. Vorsitzenden Ferd. Bendix seine Vollsitzung ab. Der 1. Vorsitzende hieß alle Vertreter von nah und fern willkommen. Bevor man zur Tagesordnung überging. ehrte man durch Erheben von den Sitzen den verstorbenen langjährigen Kämpen dieser Kulturbewegung Otto Fliaar- Mülbeim. Er gab nun wichtige Punkte der Tagesordnung bekannt. Alle Punkte fanden glatte Erledigung. Auch wurden laut Beschluß die Monatssitzungen verlegt und zwar auf den ersten Samstag im Monat abends im Verbandsheim G. Wiegand, Roonstraße 58. Der Geschäftsführer. Th. Köppe gab noch folgende Veranstaltungen bekannt: Niegedacht Bochum 5: 85jährige Jubelkeier am 8. Oktober. Kunstfreunde Altenbochum: im Monat August: Die endlose Straße! Von der Mitgliedschaft wird treues Zusammenhalten, höchste Pflichterfüllung und strengste Disziplin gefordert allen Fasern des Herzens wollen sie für die Frecheit des deutschen Volkes und für die Kulturaufgaben unseres neuen deutschen Vaterlandes mitarbeiten. Der Bürgerschützenverein Blau=Weiß BochumGriesenbruch hielt im Lokale des Obersten Stublmann die außerordentliche Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung standen wesentliche Punkte zur Erledigung u. a. die Gleichschaltung. Es ist beschlossen worden, am 9. Juli 1938 das Königsfest in Dahlhausen zu besuchen. An dem vom Bürgerschützenverein Bochum=Altenbochum im Auaust 1938 zu veranstaltenden Schützenfest nimmt der Verein gleichfalls geschlossen teil Das diesjährige Wanderkettenschießen beginnt am 30. Juli 1838 auf dem Schießstand Wiesmann, Castroper Strahe. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde die Gleichschaltung vorgenommen. Als Führer wurde einstimmio Oberst Stuhlmann bestimmt. Zu seinen Mitarbeitern ernannte er folgende Mitalieder: Zum stellvertretenden Führer Wilhelm Figgen sen., Scheffler 1. Schriftführer, Artur Senff L Schriftführer, Steiner 1. Kassierer. Joserh Grothe 2 Kassterer. Turina 1. Schießzmeister. Seidler 2. Schießmeister. Dury und Pickert zu Beisitzern. Nach Ausbringung eines dreifachen„Sieg Heil“ auf den Volkskangler Adolf Hitler sowie auf den Reichspräsidenten von Hindenburg wurde das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied gesungen. Die Sektion Bochum des Deutsch= und Oesterr.Alpen=Vereins hielt ihre wegen des Festes der Jugend verlegte Sonnenwendfeier am Samstag, in altgewohnter Weise in Vormholg ab. Umrahmt von Liedern stiegen nach einem markigen Feuerspruch des Mitgliedes Eimer die Flammen zum In der darauf gehaltenen Feuerrede stellte der Vorsitzende. Oberstudienrat Lorenz. die Verbindung mit den Sonnenwendsitten und=gebräuchen unserer Vorfahren und dem jungen Deutschland her. Die Rede klang aus in ein freudig aufgenommenes Heil für unser deutsches Vaterland und seine berufenen Führer Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Hitler. Das gute Wetter trug wesentlich zum Gelingen der Feier bei Krieger= und Landwehrverein Altenbochum. Nin letzten Sonntag hielt der Krieger= und Landwehrverein Altenbochum auf dem Schießstand in Werne sein Wanderpreisschießen ab. Um 11.15 Uhr marschierte der Verein einschl. Jugendarunne ab und hielt im Havkenscheiderfeld eine Felddienitübung ab. Im Anschluß an die Uebung sing esn Schießstand. Den Wanderpreis mit 68 Ringen errang Kamerad Stetzka. Der Kameradenverein ehemaliger aktiver 16er (Hacketäuer) hielt eine gut besuchte Monatevertamm= lung ab. Es wurden verschiedene Anordnungen der Führung bekanntgegeben. Die Kriegervereine erbal= ten in absehbarer Zeit eine einbeitliche Uniform. Kamerad Geumann berichtete dann noch über die Provingialtagung der weitfalischen Kriegervereine. Im nächsten Jahre findet diese Tagung in Paderuorn statt. Es wurde beschlossen, das Wanderpreisschießen. das am 9 7 1033 stattfinden sollte, zu vertagen, weil viele Kameraden den SA.=Aufmarsch in Dortmund mitmachen Ueber die Neufestsetzung des Schießtages ergeht noch Nachricht an die Mitglieder. Ein Kamerad wurde neu aufgenommen. die Ansicht der a E Zwei neue deutsche Sperlhöchstleistungen. Vornhofft(Limbach) Der Munchener Wolpert schaffte bei den sachsischen Turnermeisterschaften verbesserte den Weltrekord der mit 1,943 Meter einen neuen deutschen Rekord im Leichtgewichtsklasse im beidarmiHochsprung. gen Drücken auf 102,7 km. Sein Eigengewicht betragt 67 kg. Die großen Schaunummern des Westfälischen Provinzialturniers. Vorführung von drei berittenen Zügen der Schutzpolizei.- Die Friederizianische Qnadrille.- Troika.- Voltigen und Kinderveltigieren. Frl. Krahwinkel schlug P. Scriven. Das Weltturnier in Wimbledon. Bei fast tropischer Hitze war auch am Dienstag in Wimbledon wieder ein Massenbesuch zu verzeichnen. In der Damenmeisterschaft wurde um die vier letzten Plätze der Vorschlußrunde gestritten. Die Engländerin Round zeigte sich dabei der italienischen Meisterin Valerio mit 6:3, 6:2 hoch überlegen. Im Herrendoppel erreichten zwei Paare als erste die fünfte Runde. Die Javaner Nunoi=Sato schlugen die Engländer GibbsLatham sehr leicht 6:3, 6:1, 6:1 und die Australier Crawford=MeGrath setzten sich gegen die Gebrüder Fletcher 6:3, 6:2, 9:7 durch. Im Gemischten Doppel rückten Ryan=Maier mit 6:2, 6:2 über Miß King=Meredith zur vierten Runde auf. Wohl den Hauptkampf des Tages lieferten sich auf dem Centre=Court die deutsche Spitzempielerin Hilde Krahwinkel und Enalands junger Tennisstern Pegan Seriven. Wie in allen bisherigen Kampfen, so bewahrte die Deutsche auch in diesem Spiel bis zum letzten Ball ihre erstaunliche Ruhe und Sicherheit. Nach glänzenden Ballwechseln bolte sie sich den ersten Satz mit 6:4. Den zweiten Satz überließ sie der jetzt heftig angreifenden Engländerin mit 3:6, aber im letzten Satz bolte sich Frl. Krabwinkel Punkt für Punkt. Ihre von der Hetzjagd stark ermüdete Gegnerin bot nur schwachen Widerstand und blieb im Gesamtergebnis mit 6:4, 3:6, 6:1 geschlagen. Damit steben nun auch bei den Damen die letzten vier Teilnehmerinnen an der Vorschlußrunde fest. Hilde Krahwinkels nächite Gegnerin ist die amerikanische Titelverteidigerin Helen Wills=Moody. Herrendoppel schaffte die junge Kombination Clliff=Woeateroft die Ueberraschung des Tages. Sie schlug in einem morderischen Kampf, der sich über nahezu drei Stunden erstreckte, die Amerikaner Swoeffen=Sutter 5:7, 2:6, 7:5. 11:9, 8:6. Die Neuseeländer Andrews=Stedman besiegten die Australier Cuist=Turnbull 4:6, 7:5, 3:6, 6:2, 6:4, während die Engländer Hughes=Perry mit 6:2, 9:11, 6:3, 4:6, 6:4 über die Franzosen Boussus=Gentien triumphieren konnten. Unter den letzten Acht im Herrendorvel ist England noch mit zwei Paaren vertreten, während die übrigen Vertreter von weiteren sechs Nationen gestellt werden. Die Reibenfolge von oben nach unten lautet: Andrews=Stedman— von CramiKourney, Hugbes=Perry— Nunoi=Sato, OlliffWbeatcroft— Farqubarson=Kirby und CrawfordMeGrath— Borotra=Bruanon. Herrendoppel rückten Borotra=Brugnon mit 6 2, 6:2, 8:6, 6:2 über Crawford=MeGrath zur Vorschlußrunde auf. Im Gemischten Doppel besiegten Helen Jacobs=Turnbull mit 6:4, 4:6, 6:4 PittmanCnist und Helen Wills=Moody=Huahes waren 6:4. 6:3 das holländische Paar Couquerque=Timmer erfolgreich. Und abermals Guerra. Die Tour de France=Fahrer in den Alpen. Erheblich größere Anforderungen an die Fahrer wurden auf der siebten Etappe von Air=les=Bains nach Grenoble über 229 Kilometer gestellt. Bei den Bergfahrten hatte es sich bisher fast ausschließlich um kleinere Hügel gehandelt. Diesmal ging es ins Hochgebirge. In langen Serpentinen waren als höchste Steigungen der Col du Galibier und anschließend nach einer schwierigen Talabfahrt der Col de Lgutaret zu erklimmen. Hinzu kamen die zum Teil schlechten Bergstraßen, die mit ihren zahlreichen langen Tunnels größte Aufmerkiamkeit und Steuerkunst erforderten. So waren Stürze keine Seltenheit. Etappensieger wurde wiederum der Italiener Guerra, der tagszuvor in Air=les=Bains Stöpel geschlagen hatte und diesmal in Rinaldi und dem Schweizer Alfred Bula seine Hauptgegner im Spurt hatte. In der Spitze befand sich ein einziger Deutscher. der Schweinfurter Ludwig Gever, der von Tag zu Tag besser fährt und sich nunmehr wieder einige Plätze im Gesamtklassement vorgearbeitet hat. Guerra. der für seinen Sieg aber, als zwei Minuten gutgeschrieben erhält, ist auf den zweiten Platz binter Archambaud vorgerückt. Nach und nach bildete sich eine Spitzengruppe aus zehn Fahrern, die in Grenoble geschlossen ankam. Der Schweizer Antenen hatte auf der Abfahrt einen bösen Sturz getan, konnte das Rennen aber fortsetzen und traf mit der zweiten Gruppe, die etwa vier Minuten eingebüßt hatte, ein. In dieser Grupve befanden sich auch die drei Deutschen Stopel, Buse und Thierbach, während Bulla und Kutschbach durch Defekte und Hilfeleistungen für ihre Kameraden noch weiter zurückgeworfen wurden. Das Ergebnis: Aixles-Bains— Grenoble über 229 Kilometer: 1. Guerra 8:43:46, 2. Rinaldi, 3. Bula. 4. A. Magne. 5. Geyer=Deutschland, 6. Legosse, 7. Level, 8. (gleichauf) Archambaud, Trueba, Martano, 11. Aerts 8:47:25, 12. Fayolle, 13. Albert Büchi, 14. Lemaire, 15. Hardiquest, 16. Schebers. 17. 7 18. Stopel, 19. Buse, 20. Arlenen, 21. Speicher, 22. Seorticati, 23. Moerenhout 8:50:00, 24. Camusse 8:51•42. Einzelgesamtwertung: 1. Archambaud 50:49:51, 2. Guerra 50:54:15, 3. Jean Aerts 50:58:00, 4. Lemaire 51:01:11, 5. Rinaldi 51:05:39, 6. Schepers 51:05:41,„ Buse 51:07:20, 8. Gener 51:00•32. 18 Stopel 51213:23, 24. Bulla 51:30:36, 31. Thierbach 51:41:24, 60. Kutschbach 52:51:23. Länderwertung: 1. Belgien 153:04:43. 2 4. Italien 153:51:5. 5. Schweitz 155:12.46. Hilde Holovoky f. Oesterreichs siebzehnjährige Eiokunstlaufmeisterin Hilde Holovsky ist am Dienstag früh in Wien an den Folgen einer Blinddarmoperation gestorben. Die Wienerin zählt trotz ihrer Jugend zu den besten Läuferinnen der Welt. Bei den Weltmeisterschaften in Stockholm wurde sie dritte und 1931 in Berlin zweite Preisträgerin. Auch bei den Europameisterschaften endete Hilde Holovsky stets vorne. In den lenzten zwei Jahren holte sie sich den Landestitel Ueberall wurde sie bei ihrem Auftreten wegen ihres akrobatischen mit kolosialem Schwung vorgetragenen Programms stürmisch gefeiert. Das große Provinzial=Turnier der ländlichen Reitervereine der Provinz Westfalen am kommenden Sonnabend und Sonntag in Bochum zieht die ganze westfälische Reiterwelt und alle, die Sinn und Freude am edlen Pferde und reiterlichen Leistungen haben, in seinen Bann. Am Freitag rücken die ganzen Reitervereine mit ihren Pierden in Bochum ein und beziehen dort ihre Quartiere. Das ganze gleicht einem großen Manöver. Am Sonnabend beginnen die Kämpfe im Stadion. Neben den eigentlichen Turnierprüfungen sieht das Programm noch größere Schaunummern vor. die die gewaltige Wirkung und den Glanz der ganzen Veranstaltung noch erheblich steigern. Stellen wir die„Fridericianische Quadrille“ einstweilen obenan. Sie wird in historischen Uniformen von Beamten des Provinzial=Reitlehrganges der Schutzpolizei Dortmund geritten. Die exakten und immer wieder abwechselnden Bilder, da, große reiterliche Können der reitenden Polizeibeamten, die schwungvollen Bewegungen und all das, was diese Quadrille auszeichnet, machen sie zu einem reiterlichen Schaustück erster Klasse. Das Vorführen von drei berittenen Zügen der Schutzvolizei Recklinghausen zeigt die modernen und geschulten Bewegungen von rund 50 Reitern und Pferden. Dieses Ererzieren eines so starken Reitertrupps ist immer etwas besonderes. Ein gewaltiges Bild, das jedem unvergeßlich bleibt, der einmal Zeuge derartiger Darbietungen ist. Eine äußerst wilde Jagd, die von Reitern und Pferden höchste Geschicklichkeit und ungeheueren Wagemut erfordert, ist die Troika. In wildem Galopp jagen die Pferde zu Dreien aneinandergekoppelt, wie Kosakenpferde mit ihren Reitern durch die Bahn, tobend, turnend, und wild um sich schießend. Die malerisch bunten ungarischen Kostüme und das halszerbrecherische Jagen und Schießen ist für das Turnier eine vollkommen neue Die Deutsche Turnerschaft, der Welt größter Leibesübungen treibender Verband, hat seit Vater Jahns Zeiten in erster Linie die Wehrfähigkeit der deutschen Jugend angestrebt. Vor dem Kriege stellte die D. T. dem Vaterlande jährlich über 35000 Rekruten zur Verfügung, die infolge ihrer ausgezeichneten körperlichen Verfassung durchweg als Gefreite und Unteroffiziere ihre Dienstzeit beendeten. Es wird daher auch nicht Wunder nehmen, zu hören, daß über 200000 Turner der D. T. auf dem Felde der Ehre ihr Leben ließen Wenn heute ein neuer Geist durch die Nation gebt, so tann ihn keiner mehr begrüßen als die in der Deutschen Turnerschaft zusammengefaßten deutschen Turner, die damit ihre seit fast 1½ Jahrhunderten angestrebten Ideale der Verwirklichung entgegengehen sehen. Noch ist das hohe Ziel noch nicht restlos erreicht, und es gilt daher auch, den letzten von der Notwendigkeit eines freien, wehrfähigen deutschen Volkes zu überzeugen. Der in der Deutschen Turnerschaft seit langem gepilegte Wehrsport muß und wird darum zu neuer Blüte erstarken. Eine der schwierigsten und höchsten Anforderungen an jeden einzelnen stellende Uebung ist Schaunummer, die aber ihre Wirkung sicherlich nicht verfehlen wird. Voltigierabteilungen dürfen beute auf keinem größeren Turnier fehlen. Das Provinzial=Turnier hat in der Erkenntnis der Wichtigkeit und Wirkung der Voltigen gleich mehrere Abteilungen, die gleichzeitig auf dem Platze nebeneinander ihre Künste zeigen, verpflichtet. Zwei Kindervoltigierabteilungen beweisen, daß selbst unsere kleinsten Knirpfe auf dem Pferde turnen und sich tummeln können. Derartige Vorführungen ernten mmer ungeheuren Beifall, besonders dann, wenn die Uebungen erakt ausgeführt werden, so daß sie an das Akrovatenhafte grenzen. Diese Schaunummern umrahmen alle die vielseitigen und schweren Prüfungen, die ländliche und städtische Reiter. Schutzpolizei und Reichswehr in diesen Tagen zu bestehen haben, die aber auch Zeugnis davon ablegen sollen, was deutsche Reiter und Pferde zu leisten vermögen. Die Gespann-Reklame-Parade beim Bochumer Provinzial=Turnier. Die gelegentlich des Provinzial=Reitturniers in Bochum am Sonntag stattfindende große GespannReklame=Parade interessiert alle Bochumer Firmen. soweit sie Pferdehalter sind. sehr. Auf festlich und wirkungsvoll ausgeschmückten Wagen, die in einem grotzem Festzuge durch die Straßen der Stadt Bochum geführt werden. wird für die verschiedensten Gebrauchsgegenstände Reklame gemacht, wie Bier. Milch. Butter. Käse. Obst. Brot. Blumen, Fleisch. Futtermittel Kohle. Baumaterial. Mobel. Büromaterial. Wasche. Tiere, Wagen ulw. usw. Auch die ländlichen Reitervereine der Umgegend von Bochum beteiligen sich mit starken Abordnungen und festlichen Wagen an dieser Parade. Um allen intereisierten Firmen die Möglichkeit der Teilnahme zu geben, werden noch Nachnennungen bei der Turnier leitung in Bochum(Bochumer Hof) angenommen. der Armee=Gepäckmarsch. Vor dem Kriege eine Uebung, die durchaus alltäglich war: nach dem Kriege durch die Einstellung der gewesenen Macht haber der breiten Oeffentlichkeit jedoch nur noch dem Namen nach bekannt. Es nimmt daber auch kein Wunder, daß setzt allentbalben Armee=Gepäckmärsche veranstaltet werden, die durchweg ein Ereignis bilden. Der Turn= und Spielverein Ebrenfeld=Rechen e. V. unternimmt daher das Wagnis, im Rahmen seiner Werbeveranstaltung. verbunden mit Platzeinweibung, auch in unserer Stadt eine solche Veranstaltung aufzuziehen, welche über den Rahmen einer rein örtlichen Veranstaltung hinausragen soll. Der Armee=Gepackmarsch„Rund um und quer durch Bochum“ wird am 16. Juli aus der Taufe gehoben, und er soll sich dem Staffellauf„Quer durch Bochum“ würdig zur Seite stellen. Das ist der feste Wille der Veranstalter. SA. SS. Polizei und freiwilliger Arbeitsdienst, Turner und Sportler sollen an diesem Tage Rekord in den Borkenbergen. Heiderich=Herten flog nun 2:20:38. Die Borkenberge werden mehr und mehr zum Dorado der westdeutschen Segelflieger. Nachdem vor nicht allzulanger Zeit erst der Segelflieger Krebber aus Seppenrade mit 2:12:00 einen neuen Rekord im Tauerflug aufgestelt hatte, kommt jetzt aus der „westdeutschen Rhön“ die Kunde von einer neuen Bestleistung Am Dienstag nachmittag kam ein gunitiger Wind auf und in ihm flog der Hertener Hei= derich mit 2:20:38 einen neuen Rekord beraus. Der Fluglehrer Burchart aus Gelsenkirchen startete mit einer von selbst gebauten Maschine und blieb gleich beim ersten Flug 45 Minuten in der Luft. Gelegenheit erhalten, ihre Leistungen miteinander zu messen. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung bat der K. Oberbürgermeister Dr. Piclum übernommen. Meldungen sind zu richten an: Turn= und Spielverein Ehrenfeld=Rechen. 2. Hd. Walter Hasenclever. Hattinger Straße 97. Immer mehr Turnfestteilnehmer. Die Zahl der Bochumer Wettkampfer für Stuttgart erhoht sich. Wie nachträglich bekannt wird, werden noch folgende Bochumer Turner in Stuttgart zu den Wettkämpfen zugelassen: Zwolfkampf. 1. Klasse: Ludwig Loch, Tv. Bochum 48. Zehnkamps: Adolf Schulte, Togg. Eintracht Bochum. Fünfkampf. Klasse 1: Alfred Bohne. Turn= und Sportvag. Laer 87: Werner Knepper, To. Bochum 48. Fünfkampf, Klasse 3: Willi Koschitzki, Tamde. Bochum: Albert Schall, Tv. Bochum 48; Karl Dettmar. Tv. Bochum 48. Einigkeit im Amateur-Boxsport. Reichsverbands, und DASV. Vereine dürfen gegeneinander kampfen. Die Einigkeit im deutschen Amateurborsport ist bergestellt. Der Deutsche Reichsverband für Amateurboren mit seinen außerordentlich großen Verbindungen im In= und Ausland wird wie bisher. die Führung behalten. Es ist mit dem beutigen Tage allen Reichsverbandsvereinen gestattet. gegen Vereine des Deutschen Athletik=Sportverbandes von 1801 zu starten. Nur 31 753 Zuschauer beim Weltmeisterschaftskampf Sharkey— Carnera. Vom Kampf um die Schwergewichts=Weltmeisterschaft zwischen Sbarkey und Carnera liegen jetzt die genauen Abrechnungszahlen vor. Dem Treifen wohnten im Newyork Garden=Boul nur 31 7W Zuschauer bei. Die Bruttoeinnahme betrug Dollar. Davon erhielt Sharkey 60003 Dollar, wahrend sich der neue Weltmeister Carnera mit 16.577 Dollar bescheiden mußite, die dazu noch der Beschlagnahme durch den Gerichtsvollzieher verfielen. * „Faustkämpfer 31“ Langendreer—„Boxring 30“ Mülheim 9:5. Die Langendreerer zeigten in dieser Freiluftver= anstaltung auf dem Sportplatz am Volkshaus einen schönen Kampf. Die einzelnen Kämpfe nahmen folgenden Ausaana: Brandt— Peters unentschieden. Wolitzke(L) wurde k. o.=Steger über Heidkamp 1(M). Strahl(L) verlor durch technischen k. o. gegen Müller Zimmermann(L) siegte durch Aufgabe gegen Schmiehl(M). Mündelein(L) verlor gegen den mehrfachen westdeutschen Meister Mattern(Ober. schieden. Katz(L) siegte nach Punkten gegen Lücke nbereren Melchers(M) in der ersten Runde k. o. Schach. Das Meisterturnier in Pyrmont. Das Meisterturnier um die deutsche Meisterschaft in Bad Pyrmont weist nach der 5. Runde folgenden " Holzbausen 2½ Richter, Koch. Kieninger. Dr. Seitz. Helling und Schories je 2, Ahnes, Leonhardt und Brinckmann je 1½. Pferdesport. Nennen zu Harzburg. 1. R.: 1. Kamerad(Rittm Jan). 2. Caesarlon, 3. Fernseherin. Toto: S. 134:10. Pl. 16. 14. 13:10. 2 R.: 1. Khedive(W. Michaele, 2. Freihafen, 3. Ramses. Toto: S. 84:10, Pl. 18, 14, 22:10. 3. R.: 1. Totes Rennen zwischen Eiland Reibl) und Gaufeier(Harry Schmidt). 3. Marketenderin. Toto: S. 24. 18:10, Pl. 17, 15, 15 4. R.: 1. Frischling(L. Standinger), 2. Roßling. 3. Cumä Toto: S. 38:10. Pl 17. 15:10. Nennen zu Compiegne. 1. R: 1. Pénurie(Semblat) 2. Carolina. 8 Wulfrad.— Toto: S. 29:10; Pl. 16, 29. 45:10. 2. R.: 1. Lybie(Elliott). 2. Paris Dallas, 3. Léandre. Toto: S. 39:10, Pl. 29. 35:10. 3. R.: 1. Avila(Duforez), 2. Emonie, 3. Alerandria. Toto: S. 39:10, Pl. 16, 19, 15:10. 4. R.: 1. Bilbao IV(Torterolo), 2. Tomislaw, 3. Lovettaz. Toto: S. 48:10. Pl. 19, 23, 21:10. N: 1. The. Wasp(de la Forest), 2. Belle Epine, 3. Cote d' Emerande. Toto: S. 30:10, Pl 16, 19. 29:10. 6. R.: 1. Machiavel(Rochetti, 2. Quatrain, 8. Montevideo. Toto: S. 121:10, Pl. 47, 31, 30:10. Erster Armee=Gepäckmarsch in Bochum Am 16. Juli Austragung.- Schirmherr k. Oberbürgermeister Dr. Piclum. Der Katholizismus In der„Augsburger lesen wir: „Das Zentrum ist tot, mus aber lebt und blüht. sich voll entfalten. Die G der Kanzler gestellt hat, beinahe schon der menschli erfüllen können in einem er die jetzt freiwerdenden men mit denen, die in den fessionen Deutschlands ru einsetzt. Das ist unser Wille, und sie stehen am Zentrumspolitik, sondern baft karholischen Politik.“ Zum gleichen Thema der(nichtkatholischen) Zei schau“: „Im Katholizismus tr arbeit immer starker in Zentrum als Partei hiete Der katholische Mensch hat Grundsätzen seiner Weltar allen Zweifel Volk und S Und er hat den besten Wi er in dem neuen Deutschle des Weimarer Systems, di tes und einer Gemeinse sieht. Aber er sieht noch rung seiner spezifisch-ka mitarbeiten soll. Es ist im neuen Deutschland bal zismus diese Möglichkeit Katholische Kirche lösung des Zent In der„Kolnischen Zei Dienstag(Nr. 857) lesen1 „Die Rolle des politisch dem Sieg des nationalsoz punkts ausgespielt. Womi katholische Volkoteil im ne nachteiligt ist, sondern nu Katholizismus, sich als durch Verbande und parteipolitischen Machtbere mehr geduldet wird. Das der nationalen Revolutior halt macht. Dr. Brünin= losung des Zentrums, die ist. dieser Entwicklung Re= den Verhandlungen des des Erzbischofs Grober in kordat soll die Beseitigung zismus auf seiten des Ra hervorgerufen haben. Wie Staatssekretär Pacelli so lichkeit jede politische Tätig die künftige Stellung de und der katholischen Presse kordat vermutlich geregelt Beitimmung wird aber w deren chriftlicher Grundcha konkordat festgelegt grenzung der Zuständigke Kirche im einzelnen ausse warten. Meldungen über Verhandlungen lassen darat auf einer mittleren Linie e veranität des Staates und auf die Gestaltung des Re selben Weise gesichert sind. konkordat die Kirche als 1 Umfang bestätigt wind, so sorgnisse erübrigen, die dKatholizismus in manchen weckt hat. Die Germania, Zentrums und jetzige Bla tiven Kreises um Herrn Besorgnisse zu zerstreuen, Kirche Christi sei nicht sch katholischen Parteien und lermassen mehr gebe. Ein könne auch zu einer Belas den. Man habe im deuts haupt die Bedeutung des für die Auswirkung des lichen Leben maßlos über der Untergang des politise ferische Kräfte im katholis die bisher, durch das Zent tzen Strom der nationalpe geschnitten waren.“ * Das Danziger Zen In einem längeren L schrift„Am Grabe der de beschäftigt sich das Danz „Danziger Landeszeitung den Auflösung der Zentr schreibt, auf die Verhältn folgendes: Wir wollen der Part vorgreifen, aber für uns Dinge klar: das Danzigen kung unserer Freistadt Partei, die nur ideelle W. tervartei im Reiche hat. lich. daß sie weiter ihre bisher. Hier bei uns lie lichen Verhältnisse völlic Unsere Verfassung bleibt Das Parlament kann un werden. Es behält seir testens nach vier Jahren Volkstaa stattfinden. Ee zu den Gemeindevertretun stattfinden, was noch in wird. Unser Danziger Bastion des katholischen eine große Mission 4 und wird bei uns das die Ansicht der anderen! Slimmen der Presse zu politischen Tagesfragen. Der Katholizismus im neuen Reiche In der„Augsburger Postzeitung“(Nr. 148 lesen wir: „Das Zentrum ist tot, der deutsche Katholizismus aber lebt und blüht. Seine Energien werden sich voll entfalten. Die Größe der Aufgabe, die sich der Kanzler gestellt hat, ist gigantisch und entbehrt beinahe schon der menschlichen Maße. Er wird sie erfüllen können in einem umfassenden Sinne, wenn er die jetzt freiwerdenden katholischen Kräfte zusammen mit denen, die in den übrigen christlichen Konfessionen Deutschlands ruhen, zusammenfaßt und einsetzt. Das ist unser Wunsch, das ist unser Wille, und sie stehen am Anfang nicht einer neuen Zentrumspolitik, sondern am Anfang einer wahrhaft katholischen Politik.“ Zum gleichen Thema äußert sich das Juliheft der(nichtkatholischen) Zeitschrift„Deutsche Rundschau“: „Im Katholizismus tritt der Wille zur Mitarbeit immer starker in die Erscheinung. Das Zentrum als Partei bietet keine Möglichkeit mehr. Der katholische Mensch hat aber, aus den christlichen Grundsätzen seiner Weltanschauung heraus, ohne allen Zweifel Volk und Staat Wertvolles zu geben. Und er hat den besten Willen, dies zu tun, zumal er in dem neuen Deutschland, mehr als in der Zeit des Weimarer Systems, die Möglichkeit eines Staates und einer Gemeinschaft chriftlicher Prägung sieht. Aber er sieht noch nicht, wie er unter Wahrung seiner spezifisch=katholischen Weltanschauung mitarbeiten soll. Es ist zu boffen, daß die Führer im neuen Deutschland bald dem deutschen Katholizismus diese Möglichkeit geben.“ Katholische Kirche nach der Auflösung des Zentrums. In der„Kölnischen Zeitung“, Abendausgabe von Dienstag(Nr. 3657) lesen wir: „Die Rolle des politischen Katholizismus ist mit dem Sieg des nationalsozialistischen Totalitätsstandpunkts ausgespielt. Womit nicht gesagt ist, daß der katholische Volksteil im neuen Staat irgendwie benachteiligt ist, sondern nur, daß der Anspruch des Katholizismus, sich als Partei zu organisieren und durch Verbande und Zeitungen einen besondern parteipolitischen Machtbereich zu erhalten, nicht mehr geduldet wird. Das liegt in der Konsequeng der nationalen Revolution, die vor keiner Partei halt macht. Dr. Brüning wird durch die Auflosung des Zentrums, die eine Frage kürzester Zeit ist, dieser Entwicklung Rechnung tragen. Auch bei den Verhandlungen des Vizekanzlers Papen und kordat soll die Beseitigung des politischen Katholizismus auf seiten des Vatikans keinen Widerstand bervorgerufen haben. Wie man hört, soll Kardinal Staatssekretär Pacelli sogar erwagen, der Geistlichkeit jede politische Tätigkeit zu untersagen. Auch die künftige Stellung der katholischen Verbände und der katholischen Presse wird in dem Reichskonkordat vermutlich geregelt werden. Die wesentlichste Bestimmung wird aber wohl die Schule betreffen, deren chriftlicher Grundcharakter durch das Reichskonkordat feitgelegt werder grenzung der Zuständigkeit zwschen Staat und Kirche im einzelnen aussehen wird, bleibt abzuwarten. Meldungen über den gunstigen Stand der Verhandlungen lassen darauf schließen, daß man sich auf einer mittleren Linie einigen wird, wo die Souveranität des Staates und der Einfluß der Kirche auf die Gestaltung des Religionsunterrichts in derselben Weise gesichert sind. Wenn durch das Reichskonkordat die Kirche als religiöse Macht in vollem Umfang bestätigt wird, so dürften sich auch die Be., sorgnisse erübrigen, die das Ende des politischen Katholizismus in manchen katholischen Kreisen erweckt hat. Die Germania, das frühere Organ des Zentrums und jetzige Blatt des katholisch=konservativen Kreises um Herrn von Papen, sucht diese Besorgnisse zu zerstreuen, indem sie schreibt: Die Kirche Christi sei nicht schutzlos, wenn es keine katholischen Parteien und keine organisierten Wählermassen mehr gebe. Eine Partei der Katholiken könne auch zu einer Belastung für die Kirche werden. Man habe im deutschen Katholizismus überhaupt die Bedeutung des parlamentarischen Betriebs für die Auswirkung des Katholizismus im öffentlichen Leben maßlos überschätzt. Jedenfalls könne der Untergang des politischen Katholizismus schöpferische Kräfte im katholischen Volksteil freimachen. die bisher, durch das Zentrum gebunden, vom grotzen Strom der nationalpolitischen Entwicklung abgeschnitten waren.“ Das Danziger Zentrum bleibt. In einem längeren Leitartikel mit der Ueberschrift„Am Grabe der deutschen Zentrumspartet“ beschäftigt sich das Danziger Zentrumsorgan, die „Danziger Landeszeitung“, mit der bevorstehenden Auflösung der Zentrumspartei im Reiche und schreibt. auf die Verhältnisse im Reiche eingehend, folgendes: Wir wollen der Parteileitung in keiner Weise vorgreifen, aber für uns in Danzia liegen die Dinge klar: das Danziger Zentrum ist seit Schaffung unserer Freistadt eine völlig selbständige Partei, die nur ideelle Verbindung mit der Mutterpartei im Reiche hat, und es ist selbstverständlich, daß sie weiter ihre Aufgaben verfolgt wie bisher. Hier bei uns liegen die verfassungsrechtlichen Verhältnisse völlig anders als im Reich. Unsere Verfassung bleibt nach wie vor in Kraft. Das Parlament kann und darf nicht ausgeschaltet werden. Es behält seine Funktionen, und spätestens nach vier Jahren muß die Neuwahl zum Volkstaa stattfinden. Es müssen die Neuwahlen zu den Gemeindevertretungen und den Kreistagen stattfinden, was noch in diesem Jahre wird. Unser Danziger Zentrum, die stärkste Mastion des katholischen Volksteiles, hat auch weiter eine große Mission zu erfüllen. Darum muß und wird bei uns das Zentrum weiterbestehen. „Parlament wird weiter bestehen.“ 323 Berlin, 5. Juli.(Drahtb.) Wie das Büro meldet, hielt auf einem staatspolitischen Abend sämtlicher Beamten, Angestellten und Lohnempfänger des Preußischen Landtages der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete SchulzeWechsungen ein bedeutsames Referat über „Das deutsche Volkstum, die Grundlage des neuen Staates". Er unterstrich die Verbundenheit des deutschen Volkes mit dem deutschen Boden und die hohe Bedeutung der Rassenfrage für das deutsche Volkstum. Beide wichtigen Grundsätze seien einer der Ausgangspunkte für den nationalsozialistischen Staatsaufbau. Den Führer Adolf Hitler feierte er als den Vertreter des Volkes, der allein geeignet sei, eine Revolution zu machen. Im einzelnen betonte er, daß Parlamentarismus in der alten Form zwar erledigt sei, daß aber das Parlament weiter bestehen werde, wenn auch in ganz veranderten Formen. Es werde die Aufgabe haben, anstelle von leeren Worten tatsächliche Arbeit zu leisten, die allerdings nur bei zahlenmäßig geringer besetzten Parlamenten möglich sei. „Die Voraussetzung der Arbeitsbeschaffung.“ Die„Bossische Zeitung“ schreibt in ihrer Ausgabe Nr. 314 zum Thema Arbeitsbeschaffung: „Zum erstenmal seit der Neubesetzung des Reichswirtschaftsministeriums mit Dr. Schmitt als Minister, Gottfried Feder als ersten und Dr. Posse als zweitem Staatssekretär hat einer der neuen Männer dieses Ministeriums eine programmatische Rede gehalten. Gottfried Feder hat aus Anlaß des Rektoratswechsels an der Bergakademie in Klausthal grundsätzliche Ausführungen über die neue Wirtschaftspolitik gemacht, die nach jeder Richtung hin Beachtung verdienen. Das erste, was die deutsche Wirtschaft brauche, ist nach Feder: Ruhe. Sie müsse das Gefühl unbedingter Rechtssicherheit haben und wissen, daß die Arbeit mit ihren Ertragen garantiert sei. Eine der ersten Amtshhandlungen des neubesetzten Ministeriums sei die Zurückziehung aller Kommissare. Die Eingriffe in die Wirtschaft seien zum Teil unerträglich geworden. Wirtschaft führen heiße nicht sich einmengen in die Angelegenheiten der Wirtschaft selbst. Diese Aeußerungen liegt offenbar die Ueberzeugung zugrunde, daß nur bei Ordnung, Ruhe und Rechtssicherheit das grone Werk der Arbeitsbeschaffung gelingen kann, auf das Feder im zweiten Teil seiner Rede näher einging. Tatsächlich haben alle Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nur den Sinn, die Unternehmer=Initiative zu erwecken. Wenn es nicht gelingt, diese in Schwung zu bringen und in Schwung zu halten, wäre das Arbeitsbeschaffungsprogramm nur von kurzer Wirkung Die Zeit an sich ist günstig. Zeichen der Besserung sind an vielen Stellen der Wirtschaft wahrzunehmen, und wir sind überzeugt, daß bei Einhaltung der von Feder gekennzeichneten Linie die Auffaugung der Arbeitslosen Fortschritte machen wird. Voraussetzung ist freilich, daß das Gerede von einer sogenannten zweiten Revolution verstummt, gegen das der Reichskanzler nach dem Bericht des„Angriff“ rücksichtslos sich wenden zu wollen erklart hat, weil eine solche„zweite Revolution Schaotische Folgen nach sich ziehen würde. Noch immer gibt es Menschen, die zwischen dem Sozialismus im russischen Sinne und dem Sozialismus Hitlers nicht zu unterscheiden vermögen. Sozialismus im russischen Sinne ist Gleichmacherei. Sozialismus in Hitlers Sinn ist— nach Feder— eine Ordnung der Wirtschaft, bei der die Leistung maßgebend ist. Gelingt es, diesen Grundsätzen in vollem Umfange zur Geltung zu verhelfen, gelingt es, den Marrismus auch als wirtschaftliche Massenvorstellung zu überwinden, so werden wir rascher, als heute viele glauben, über den Berg kommen und der Arbeitslosiakeit Herr werden, was Hitler in seiner Reichenhaller Rede als für das Gelingen der Revolution letzten Endes ausschlaggebend bezeichnet hat.“ „Die Absage.“ Zu der Weigerung Roosevelts, einen Währungspakt für die Tauer der Londoner Weltwirtschaftskonferenz einzugehen, durch welche die Konferenz in eine äußerst kritische Situation geraten ist, schreibt das„Vertiner Tageblatt“ in seiner Nr. 807: „Womit soll sich aber die Konferenz angesichts der amerikanischen Absage an jegliche aktuelle Währungsstabilisierung und an jede Währungspolitik bisherigen Stils noch mit Aussicht auf Nutzen beschäftigen? Roosevelt sieht ihre Hauptaufgabe darin, die bestehenden Einfuhrbeschränkungen zu mildern und den Austausch von Waren zu erleichtern. Das ist eine Aufgabe, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, wenn das amerikanische Programm der allgemeinen Währungsabwartung und der damit verbundenen AbwertungsKonkurrenz die einzelnen Länder zwingen muß, sich— mindestens bis zur Neufundierung der Währungen— noch stärker als bisher gegen die ValutaKonkurrenz der anderen“ zu schützen. Hier hört Roosevelts Theorie auf, nur befremdlich zu sein, hier wird sie unlogisch.“ „Die Abwege der Konferenz.“ Zu der Krise der Weltwirtschaftskonferenz lesen wir im„B. T.“ Nr. 307 in einem Artikel seines Londoner Korrespondenten: „Deutschlands Zurückhaltung auf dieser Konferenz ist vielfach bemerkt worden. Man hat sie der Taktik zugeschrieben, sich an einem Geschaft möglichst wenig zu beteiligen, das bald. verbüllt oder mit Lärm, bankerott machen muß. Man kann nicht ins Tiefste des Gemütes eines Delegierten sehen. Aber jedenfalls ist von deutscher Seite mit Enereie in den Komitees der Wirtschaftskommission mitgearbeitet worden, und es ließe sich rein statistisch nachweisen, daß Deutschland sehr vier weniger as andere Mächte die Opposition zu Vorschlägen aller Art geliefert hat. Es ist kein Zweifel, daß dagegen Frankreich sehr weit im Komplizieren und Opponieren gegangen ist. Es kann freilich weniger als irgend eine andere Macht viel von dieser Konferenz erwarten. Wir wollen nicht bebaupten, daß Deutschland in einer davon sehr verschiedenen Lage sei. Im Gegenteil. Wir wollen davon absehen, daß wir nicht an den Stabilisierungsverbandlungen beteiligt sind, obgleich wir eins unter den drei größten Erportländern der Welt sind und in riesigem Umfang Rohstoffe einführen müssen. Für die Stabilisierungs=Verhandlungen hätten wir aber, bei aktiver Teilnahme, weder zu den Amerikanern und Engländern gepaßt, die ihre Valuta beweglich halten wollen, noch zu den Goldländern, deren valutarische Stabilität auf anderen Fundamenten ruht als sie es bei uns tut. Kommt es aber zu Abmachungen irgend welcher Art, so werden sie nicht ohne Hinzuziehung Deutschlands geschlossen werden können.“ Der bunte Tag. Schweres Segelbootunglück auf der Außenweser. Fünf Kindepertrunken. Bremen. 5. Juli.(Drahtb.) Unverantwort licher Leichtsinn hat zu einem schweren Segelvootunglück geführt, dem wahrscheinlich fünf Kinder und ein Erwachsener zum Opfer gefallen sind. Trotz schweren Nordweststurmes wagten sich am Dienstag nach mittag sechg Erwachsene mit fünf kleinen Kindern in einem Segelboot auf die offene Weser. Kurz nach Verlassen der Geestemündung kenterte das Boot. Durch den Schlepper„Elsfleth“ wurden drei Erwachsene gerettet. Ein anderes Boot nahm zwei Erwachsene auf. Vermutlich sind der sechste Erwachsene und sämtliche Kinder ertrunken. Zwei Kinderleichen sind bereits geborgen worden. Lastkraftwagen zertrümmert Personenauto. Baumeister tot, seine Familie schwer verletzt. Köln. 5. Juli.(Drahtber.) Gestern morgen. kurz nach 5 Uhr. ereignete sich auf der Venloerstraße ein schweres Autounglück, dem vier Personen. ein Baumeister aus Ehrenfeld, seine Ehefrau und Tochter sowie deren Freundin, zum Opser sielen. Ein aus Richtung Ehrenfeld kommender Lastkraftwagen mit Anhänger fuhr einem aus der Brüsseler Strahe kommenden Personenwagen in die Flanke. Die Wirkung war furchtbar. Der Oberbau des Per= sonenkraftwagens wurde vollkommen zertrümmert. Passanten alarmierten die Feuerwehr, die die Schwerverletzten aus dem Wagen bargen. Während der Baumeister auf dem Wege zum Krankenhause seinen Verletzungen erlag, schweben die Frauen in Lebensgefahr. Schweres Straßenbahnunglück TU. Dresben. 4. Juli.(Drahtb.) Ein schweres Straßenbahnunglück trug sich am Dienstag abend gegen 20 Uhr auf dem Alten Markte zu. Dort fuhr ein Straßenbahnzug infolge Versagens der Bremse auf den vor ihm fahrenden auf. Der Zusammenprall war derart beftig, daß insgesamt 13 Personen verletzt wurden. Acht von ihnen mußten in das Krankenhaus überführt werden. Der Kyffhäuserbund tagte in Potsdam. 245 . Eine Gruppe aus dem an histori Unten links: General von Horn(in der Mitte), der schen Uniformen reichen Festzug. Bundesvorsitzende des Kyffhäuserbundes mit den Ehrengästen während des Vorbeimarsches der Abordnungen aus dem ganzen Reiche. lung des Auffhäuserbundes abgehalten, dem nicht liger Soldaten als Mitglieder angehören. Ein selksames Straßenunglück. In der australischen Stadt Melbourne ereignete sich ein Wasserrohrbruch auf offener Straßse, der ein sellsames Schauspiel bot: Aus dem Straßenpflaster brach plötzlich eine Fontäne, die eine Hohe von sechs Stockwerken erreichte, hervor und ergoß ungeheure Wassermassen auf die Straße. Seilbruch auf einer Siegerländer Das Glück: 24 Knappen blieben unversehrt. Gosenbach(Siegerland). 5. Juli.(Drahtber.) Von einem großen Berawerksunglück blieb das Siegerland verschont. Im Hauptschacht der Grube„Storch und Schöneberg“ riß bei der Einfahrt der Bergleute der 14 und 15. Sohle das Unterseil des Förderkorbes. Infolgedessen sauste der Korb, der mit 24 Bergleuten besetzt war. mit ungeheurer Geschwindigkeit in die Tiefe. Da die Fanavorrichtung ordnungsgemäß in Wirkung trat, kam der Korb glücklicherweise zum Steben. Auch das Oberseil hatte standgehalten. Die Feststellungen haben ergeben, daß der Korb ungefähr acht Sekunden gestürzt ist. Aus Unvorsichtigkeit erschossen. Linz, 5. Juli.(Eig. Meldg.) Der Schüler der Lehranstalt für Elektrotechnik Hoffmann hielt im Flur des Schulgebäudes seinem Freunde Gaver mit dem Rufe„Hände hoch!“ einen Revolver aus Freude über die bestandene Abschlußprüfung entgegen. Plönlich löste sich ein Schuß, der Gayer ins Herz traf. Er war sofort tot. Typhusseuche in Ostoberschlesien. zU Kattowitz, 5. Juli.(Drahtb.) In Tichau ist eine Typhusseuche ausgebrochen. Bisher sind 20 Personenerkrankt von denen ein Mann bereits gestorben ist. Auf Veranlassung der Behörden wurden drei Fleischerläden und eine Anzahl Lebensmittelgeschäfte geschlossen, da man vermutet, daß Unsauberkeit die Ursache der Seuche ist. Großfeuer in einer Brauerei In Potsdam wurde die diesjährige Hauptversamm weniger als drei Millionen ehema in Brooklyn. Fünf Todesopfer? TU Newyvork, 5. Juli.(Funkspr.) In der Michel Brauerei in Brooklyn brach infolge einer Ammoniakerplosion ein Brand aus, der rasch große Ausnehnung annahm. Von 00 Arbeitern, die zurzeit der Explosion im Keller tätig waren, konnten sich fünf nicht mehr rechtzeitig in Zicherheit bringen. Man bekürchtet daß sie erstickt sind. Das Feuer konnte trot ause Anstrengungen noch nicht eingedämmt werden, da 8000 Fässer den Flammen reiche Nahrung bieten. Siadttheater BOCNUM Fricheit werktagsrrirh.— 16 Pig. Bestellgeld: mon Postbezug Mi 2.15 zuzug Welt“ 10 bezw 2 Pfg. Ne Verlag u. Schriftleitung 1 Joseph M Hasler. Bera Für Kommunalpolitik und Or E. Brink chulte Provinz u. Allgem. K Dö in Bochum. Sprechstd. der Berliner Bertretung Che Mittwoch. 5. Juli 20 bis 22,45 Uhr 33 uno Volksbühne, Serlen 1 und 2 Die vier Musketiere Volksstück von S. Graff Donnerstag, 6. Juli 19 Lis 23.15 Uhr Autzer Vormiete Sieafried Handlung von R. Wagner Preise: 0.50—3,— RM Gott dem Herrn hat es gefallen, heute nachmittag 2,30 Uhr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Wwe. Franz Gräner Anna geb. Krause zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach langem, schwerem Leiden, nach einem echt christlichen Lebenswandel, oftmals gestärkt durch den Emptang der hl. Sterbesakramente im Alter von fast 84 Jahren. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. Jür Raüs Nur noch wenige Tage a Garlen Bochumer T und auch wir hoben das Eheglück erreicht. Mit dem vom Reich gewöhrten 1000 MorkEhostandscarlehon können wir uns nun die Möbel anschaffen. Selbstverstöndlich wollten wir eine schôre und preiswerte Einrichtung haben. Deshalb gehen wir in dos bestbekannte Möbelhaus 20sährige das beliebte, gut waschbare und kleidsame Hauskleid. Unsere Abteilung ist in allen Ausführungen u. Preislagen sortiert. sucht Stellung, glei welcher Art. 0u Zeugnisse vorhanden Ang. u. B. N. 6* a. d. Gesch. 62. Jahrgang Gut erhaltene B.-Altenbochum, den 4. Juli 1933. BORGMANN Weiser Bochum, Brückstraße 59-63. Ober unverzinsliche Ehestands-Darlehen erhalten Sie gerne Auskonft. umständehalber billig abzugeben. Bochum. Weiberstr. 28, 3. Eig. rechte. Die Beerdigung ist Freitag morgen um 10 Uhr vom Trauerhause, Nordstraße 21, aus. Das Beerdigungsseelenamt ist vorher um 9,15 Uhr in der Christ-Königs-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Zum 1. Okt. d. 3 eine abgeschlossene Bochum, Bongardstraße Neuer seiner dunkler Fur Wiederverkäuter! Markenzigaretten u. a.: Alva, Lande. sowie Zigarren emptienit Neuhaus. Herner Str. 2 mit allen Neuerungen zu vermieten. Feldhaus, Hoflteder Str. 92 Mnm Konzerthaus Schluter Bochum, Gußstahlstraße 35 Große 40, für 40 M. zu verkaufen. Mn.. Rottstr. 72 pir menr, wenn Sie Ihre Fußboden mit Ftaggenlack streichen Steinhart über Nacht. Carl Bohlmann - Farben Hortumstr. 101 Das Haus mit dem Farbenstern 0 Haushaltungstarif für Elektrowärme und Kühlanlagen. Auf Grund des Beschlusses ihrer Verwaltungsdepulation vom 25. Juni 1933 ljesern die Stadtischen Beleuchtungs= und Wasserwerke vom 1. August 1933 an— für elektrische Kublanlage vom 1. Juli 1933 an— ihren Abnehmern auf schriftlichen Antrag Strom zum Haushaltungs=(Elektrowarmeund Küblmaschinen=) Tarif für 8 Rpf. je klh während der Tageszgeit von 6 bis 22 Uhr für 6 Rpf. je kWh während der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr. Nach diesem Tarif wird elektrischer Strom über einen besonderen Zühler für den Vetrieb von elektrischen Herden, Heißwasserspeichern und anderen grötzeren Elektrowarmegeraten wie Heizösen, Strablosen und dergl. sowie für elektrische Kublanlagen abgegeben. Für die Bereithaltung eines besonderen Zablers zur trommessung in. Haushalt nach diesem Tarif wird eine monatliche Gebühr von RM—.50 für jeden Einsachtarifzahler, „ 1,—„„ Toppeltariszahler erhoben. Die weiteren Bedingungen sind im ElektriBochum, den 4. Juli 1935. Stadtische Beleuchtungs= und Wasserwerke Bochum. Danksagung. Ruhige Gamilie fucht sofort oder später vermieten. Offerten u. B. 6632 a. d. Gesch. Preisrichter das Publikum Für die vielen Beweise überaus herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, sagen wir allen, besonders dem Eisenbahner-Verein BochumRiemke nebst seiner Gesangabteilung, sowie dem Schützenverein, dem St. Josef-Arbeiterverein und der Erzbruderschaft der hl. Familie unsern tiefgefühlten Dank. Familie Wilhelm Stangier. Bochum-Riemke, den 5. Juli 1933. 3. Etage, an ruhige Leute zu vermieten. Zu erfr. l. d. Gesch. WerbtneueLeseri Zunächst kein h dungsmänner z bindun Mittwoch, den 5. Juli 1933 6.000 Morgenruf 1. Choral: Lobt Gott ihr Christen. 2. Spruch des 6.05 Moraenkonzert. 1. Teil: 1. Gavotte a. d. Oper„Idomeneo“ von Mozart 2. Bleib' deutsch, du herrlich' Land am Rhein von Hansen. 8. Cuvertüre zur Oper„Martha“ von Flolow. 4. Eccosaises(Schottische Tänze) von Beethoven. 5. Weaner Madin, Walzer von Ziehrer. 6.„Goht doch hinein", Duett aus der Operette„Der Obersteiger“ v. 7. a) Amina, ägyptische Serenade von Lincke. b) Glühwürmchen=Idyll, aus der Operette Lysistrata“ von Lincke. 8. Badenwelier=Marsch Kriegsmarsch des ehem. kgl. bayr. Inf.=LeibReg. von Fürst. 6.40 Wiederholung der Abendmeldungen 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe 7.03 Wiederholung des Morgenrufe Anschließend Morgenkonzert 2. Teil 1. Tarantella aus„Venedig und Neapel“ von Liszt. 2. Zwei Chore von Brahms. a) In stiller Nacht, b) Sandmännchen, Volkslied. 8. Aus der Oper„Hänsel und Gretel“ von Humperdinck a) Heenritt, b) Knusperwalzer. 4. Zwei Lieder von Rich. Strauß al Cäcilie, b) Ständchen. 5. Melodien aus der Oper„Die toten Augen" von d'Albert. 6. Piccicato=Polka von Joh. Strauß. 7. Traumwalzer aus der Cperette„Banditenstreiche“ von Suppé. 9. Kärntner Liedermarsch(Armeemarsch 102). 8.00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen 8.05 Kinderstubensorgen im Sommer. Ein Gespräch 4.30 Funkwerbung. Werbevortrag. 10 Minuten für die praktische Hausfrau aus der Opekta=Küche 9.45 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremue 10.00 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstande. meldungen. 10.05 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Heing Dramich:„Sport am Strom— Rudern und Segeln“. Peter Bauer: „Die Bögel als Baumeister“. Hans Oewald Zellissen:„Spaziergang durch eine Eisengießerei“. 11.00 Funkwerbung mit Schallplatten 11.30 Schulfunk für Schüler v. 12. bis 19 Lebensjahre. Unsere deutschen Tonmeister als Lehrbuben und Gesellen. Der junge Mozart. Leitung: Wolfdieter Meinardus. Mitwirkende: Rudi Rhein(Violine), Wilh. Strieng(Baß), Eabert Grape(Klavier), das Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn 1. Mozart als 8jähriger Komponist. 2. Sonate Es-dur Molto Allegro. 8. Arie des Colas:„Disgi, daagi“ aus„Bastien und Bastienne". 4. Variationen über: Mio caro Adone. 5. Divertimento Nr. 14, Bedur. 6. Cuverture gur Cher„Die Entführung aus dem Serail“ 12.00 Vom Bayrischen Rundfunk München: Unterhaltungskonzert 12.50 Wetterbericht, Zeitangabe und Mittage. meldungen 13.00 Mittagskonzert. Leitung: Wolf, Solistin: Marga Bauml(Gitarre) 1. Cuverture zur Oper„Der Beherrscher der Geister“ von Weber. L. Gitarresoli: a) Wiegenlied“ von Schumann, 6) Andante Lango, von Sor, e) Menuett Nr. 2 von Sor(Marga Bäuml. 8. Aus der„Heiteren Suite“ von Schmalstich, a) Liebesduett, b) Pierette, Walzer=Serenade von Schmalstich. 4. Maldmorgen, aus d. Oper„Der Berggeist“ v. Stierlin. 5. Melodien aus der Oper„Cavalleria rusticana“ von Mascagni. 6. Strauß bleibt Strauß, Potpourri von Schweichert Gegen 14.00 Mittagsmeldungen II 15.00 Deutsche Erzähler. Heinrich Schotte: Der Tod des kleinen Dantino 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe 15.50 Jugendfunk. Kennst du das Lied der Eisenbahn? 16.30 Besperkonzert„Die frohlichen Fünf“ Jn der Pause: Stimme der Zeit 17.50 Frauenstunde. Dame von Welt und Nationalsozialistin. Zwiegespräch. 18.10 Unwersitatslektor Dr. M. Weller: Deutsche Sprecherziehung(Technik des Sprechens 18.30 Italenische Unterhaltung. Dr. Jesse 18.50 Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldun gen und Sportvorbericht 19.00 Reichssendung: Stunde der Nation. Vom Deutschlandsender: Sachs, Halte Wacht, Siebenbürgen=Horfolge von Fritz Heinz Reimesch 20.00 Erste Abendmeldungen 20.05 Auch über den Deutschlandsender: Dr. Sieafried Anheisser: Einführende Worte zu Mozarto„Il Re Pastore“ Anschließend(auch über den Deutschlandsender: Jl Ne Pastore Der Hirt als Konig. Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart, Dichtung v. Pietro Metaitasio, Deutsche Uebersetzung von Siegfried Anheisser, Musikalische Leitung: Eichn. Spielleitung: Anheisser Alerander der Große, König von Mazedonien; Amyntas. Sohn des von Strato vertriebenen Königs von Sidon, unkund seiner Herkunft als Schäfer lebend(Mar Meill); Elisa, eine junge, edle Phönizierin aus dem Stamme des Cadmus(Hildegard Voth); Tamyris, Tochter des Tyrannen Strato, flüchtig in Hirtenkleidung(Edith Fils); Agenor, ein edler Phönizier, Freund des Alexander(Philipp Gehln). Ort der Handlung: Der erste Aufzug spielt in ländlicher Gegend nahe bei Sidon, der Könasstadt Phöniziens; der zweite Aufzug am eiven Tage, zunächst im Lager Alexanders vor dem Königszeit, dann nabebei vor einer üppig bewacksenen Feliengrotte, zuletzt im Vorhof des Herkulestempels zu Sidon. Zeit: Viertes Jahrhundert vor Christi Geburt 22.50 Leute Meldungen, Bericht über das kulturelle Leben, Sportbericht 22.50 Vom Bayrischen Rundfunk München: Nachtmusik Berlin, 5. J Die politische Umb Stoatsleben auf eine v stellt die für eine bis ve politische Betatigung ke Die Deutsche löst sich daberi mit dem Herr mit sofortige Mit dieser Auflosur hängern die Mosl Erfahrungen der unte Reichskanzlers Hitler Front zur posit Sinne der Festigung un wirtschaftlichen und kul zur Mitwirkung rechtsstaatlichen Ordnur fügung zu stellen. Die Zentrumspartei vollziebt den no nisatorischen 1 licher Besa Sie darf hierbei de Abwicklungsarbeiten1 stört werden. d nahme von bisher wie politisch bedir von ebemaligen Parteiat unterbleiben und wieder freigelafs der Verdacht strafbarer Sie gibt ferner de Ausdruck, daß die bishei trumspaktei von dem F wegung in Zukunft vor Diffamier! setzung gesch und daß die katholische vositiveingestell Behandlung erfäl nationale Presse. Den Mandatsträ den Landtagen un Korperschaften ist tung ihrer Mandate reibeit anbeimge der bisberigen 3e treten also nicht ges tanten in die Fraktit sondern bleiben zunachst lediglichdurch Ver mit den Fraktio in Die Bestellung di männer erfolgt in u standigung mit Fraktionsvorsitze Im Einvernehmen mit bitler und dem 31 sitzenden der N2DNP dungsmann der bi raktion des Zentrun bergerbeiber Rei N3DAP bestimmt. rmäßigun des Sondertarifs für die Verwendung von Gas zur Raumheizung. Auf Grund des Beschlusses der Verwaltungsdeputation der Städtischen Beleuchtungsund Wasserwerke vom 25. 6. 1933 wird der Sondertarif für die Verwendung von Gas zur Raumheizung vom 1. Juli 1933 an dahin abgeandert, daß statt des bisherigen Einheitspreises von 10 Rpf. je cdm folgende Preisstaffel gilt: Die ersten 100 chm im Monat kesten 10 Rpf se chm die nachsten 100 cbm im Monat kosten 8.3 Rpf. se cbin die nächsten 100 cbm im Monat kosten 6.4 Rpf. se chm die darüber hinausgehenden kosten 5.3 Rpf. se com Bochum, den 4. Juli 1935. Stadtische Beleuchtungs= und Wasserwerke Bochum. Für die uns erwiesene herzliche Teilnahme beim Heimgange meines lieben Gatten, unseres guten Vaters, sprechen wir allen unseren tiefgefühlten Dank aus. Frau Wwe. Franz Ellermann und Kinder. Bochum, im Juni 1933. Auf Veranlassung meiner auswärtigen Patienten von Bochum und Umgegend finden an jedem Donnerstag. von 10—12 Uhr in Bochum, Westfälischestr. Nr. 12 I. für Epilepsie-, Gemüts- und Nervenleidende, Lähmungen aller Art Sprechstunden satt. Fritz Altenhein, Psychologe, Castrop Rauxel 1, Thomasstraße 19 Zu vermieten sind folgende Wohnungen: Sofort oder spater: Overdykerstr. 10, 1. 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BallettSuite von Popn. 6.40 Wiederholung der Abendmeldungen 6.15 Haus Jacob Reinarz: Leibesübungen 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe 7.03 Wiederholung des Morgenrufe Anschließend Morgenkonzert 2. Teil. Uebertragung vom Buralatz in Essen. Ausgeführt von der SAl.=Standarten=Kapelle 58. unter Leitung von Musikdirektor Karl Wintzinger, Essen 1. Treue um Treue. Marich von Teike. 2. Ciwerture zu„Wallensteins Lager“ von Kerling. 8. Slawische Rhapsodie v. Friedemann. 4. Hoshalltänge, Walzer von Lanner. 5. Aus dem Militärleben, Potpourri von Reckling. 6. Hitler=Marich von Geller M Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen 9.45 Enmnastik für Frauen. Hilde Bremus 1000 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen Gesclischafts-Fahrt unserer Zeitung Neuc preise am Sonntag, dem 23. Juli 1933 Ma“ Chrom, Ballon „Original-Monopol“... nur RM 39. Maria Laach Panzer-Fahrräder Torpedo-Freilauf, la. gelôteter Rahmen, 5 Jahre schriftl. 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