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Bestellgeld Postbezug Ml 2.15 zuzugl Bestellgeld. Bilderbeilage„Heimat und Welt“ 10 bezw 20 Pig Kostenl Unfallunterstutzung laut Bedingungen Verlag u. Schriftleitung Dochum, Mühlenstraße 12—14. Chefredakteur Joseph M. Hasler. Verantwortlich für Politik: Dr. Niggemann Fur Kommunalpolitik und den lokalen Teil: P. Schiffers; Feuilleton Brink chulte; Handel u Sport: J Landeseld: für Provinz u. Allgem. K. Dörnemann; Anzeigenteil: Jol. Blum, lämtl. in Bochum. Sprechstd. der Schriftleitung v. 11—12 Uhr. Tel. SN 647 46. Berliner Vertretung Chefredakteure J. B. Krauß und Dr. Fortmann. Westfälische Nr. 185 Freitag, den 12. August(Klara) 1932 Das Zentrum verlangt klare Entscheidungen: Ablehnung der jetzigen„Präsidialregierung“.—„Offene und volle Veranlwortung der Nationalsozialisten.“— Reine Bahn auch in Preußen! Das Zentrum bei Papen. „Strikte Innehaltung der verfassungsmäßigen Wege und Methoden!“ Aufklärung des Mordes bei Gleiwitz. Zehn SA.=Leute verhaftet. Drahtbericht unseres Berliner Vertreters.) Berlin, 12. August. Reichskanzler von Papen empfing aw Donnerstag nachmittag um 5 Uhr die Vertreter der Zentrumspartei zu einer Aussprache in der Reichskanzlei. Erschienen war der stellvertretende Parteivorsitzende, Abgeordneter Joos, und der württembergische Staatspräsident, Abgeordneter Bolz. Ueber die Stellungnahme der Vertreter des Zentrums wird uns mitgeteilt: „Die Zentrumsabgeordneten knüpften in der Darstellung ihrer Auffassung über die gegenwärtige Lage an die Forderung an. die seiner Zeit nach dem Sturz des Kabinetts Brüning der Vorsitzende der Zentrumspartei, Abgeordneter Prälat Dr. Kaas, beim Reichsprasidenten erhoben hat: Die sogenannte Totallösung, b. b. die volle verantwortliche Einbeziehung der damaligen Opposition in die Reichsregierung. Nach Ansicht des Zentrums ergebe sich die Notwendigkeit eines solchen Einbaues in Konsequenz des Ergebnisses der letzten Reichstagswahl ganz von selbst. Das Zentrum müsse absolute Klarheit der Verantwortlichkeiten verlangen. Dazu gehöre die offene und volle Verantwortung der Nationalsozialisten. Es sei selbstverständlich, daß dabei die strikte Innehaltung verfassungsmäßiger Wege und Methoden gewährleistet und die neue Reichsregierung die loyale Jusammenarbeit mit der Volksvertretung wollen und pflegen müsse. Alles andere führe notwendigerweise auf Abwege und zu Erverimenten, die mit der Verfassung nicht mehr zu vereinbaren seien. In solchem Zusammenhang sehe die vartei die gegen die frübere preußische Regierung erlassenen Maßnabmen der Reichsregierung, und sie müsse es ablehnen, für die Folge auch nur nachträglich die Verantwortung zu übernehmen. Allein aus dieser Betrachtung ergebe sich die Unmöglichkeit einer weiteren Existenz gegenwärtigen Reichskabinetts, da ihm die Grundlagen und Voraussetzungen zu einer vollen, gesicherten und erfolgversprechenden Arbeit burchaus fehlten. Die Zentrumspartet werde sich bositiv verhalten jeder Lösung gegenuber, die unter Ausschluß jeder Parteidiktatur den beiden Grundgebanken der klaren Verantwortlichkeit und des verfassungsmäßigen Weges entspricht." Aus der vorstehenden Mitteilung über die Unterredung der Vertreter des Zentrums mit dem Reichskanzler von Papen ergeben sich zwei Linge mit voller Klarheit: 1. Das Zentrum lehnt nach wie vor die Kanzlerschaft von Papens ab. Wir glauben, versichern zu dürfen, daß dem Reichskanzler von Papen während der Unterredung diese Auffassung des Zentrums mit aller Klarheit zum Ausdruck gebracht worden ist, "Was die Stellungnahme zu einer Regierungsbeteiligung Hitlers anlangt, so ergibt sich aus der Mitteilung, daß das Zentrum eine Beteiligung Hitlers an der Regierung grundsätzlich tolerieren wird, sie aber an die selbstverständliche Voraussetzung der Innehaltung der verfassungsmäßigen Bestimmungen knüpft. Initiative des Zentrums in Preußen. Zusammenkunft des Zentrums mit der Rechten am Montag. Berlin, 12. August.(Eig. Meld.) Wie wir von utunterrichteter Seite erfahren, hat die Zenrumsfraktion des Preußischen Landtags nunmehr ie Initiative zur Konstituierung einer preußihen Regierung gegeben. Die Fraktion hat eine kinladung an die Nationalsozialisten und die deutschnationalen ergehen lassen, am Sonnabend, em 13. August, vormittags, zur Aussprache über ie Wahl eines Ministerpräsidenten und die damit usammenhängende Bildung einer Regierung zuimmenzukommen. Nachträglich wird bekannt, daß die vorgeschlagene Zusammenkunft erst am Montag nachmittag stattfinden soll, da die Vertreter der deutschnationalen Volkspartei am Sonnabend verhindert sind. Reichsregierung und Zenkrum. Berlin, 12. August. Von zuständiger Stelle lehnte man eine Stellungnahme zu der Auslassung von Zentrumsseite über den Verlauf der Unterredung des Reichskanzlers mit den Zentrumsführern ab. In unterrichteten Kreisen erklärt man jedoch nach der T. U.— falls es einer solchen erneuten Erklärung überhaupt noch bedürfe— daß der hier zum Ausdruck kommende Standpunkt der tatsächlichen innerpolitischen Lage in keiner Weise gerecht werde. Sie laufe demzufolge auch der einzig möglichen Folgerung einer von den Parteien unabhängigen Regierung, die der Reichspräsidenet aus dieser Situation gezogen Opveln. 12. August. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen haben in der Mordsache Pietezusch bei Potempa, Landkreis Gleiwitz, zur Verhaftung von zehn SS., und SA.=Leuten geführt, die als überführt gelten. Die Tat stellt sich nach den bisherigen Ermittlungen als Mord dar. Die Leiche weist unzählige Verletzungen auf. Welche Wunde die eigentliche Todesursache ist, wird gegenwärtig durch eine Obduktion festgestellt. Wie weiter ermittelt wurde, versuchte die Gruppe noch zweite Ueberfälle auf politische Gegner, die jedoch mißlangen. habe, stracks zuwider. Die innerpolitische Lage verlange gerade im Hinblick auf das Ergebnis der Reichstagswahlen gebieterisch die Führung durch eine von der verfassungsmäßigen Initiative des Reichspräsidenten eingesetzten Reichsregierung, und sei es Sache der Parteien, ob sie im Reichstag mit dieser Regierung zusammenarbeiten wollen oder nicht. Die Würfel fallen. Hiller— Papen. heute schon Entscheidung in Berlin?- Die Verständigungs möglichkeiten sind noch recht dürftig. (Drahtbericht unseres Berliner Vertreters.) Berlin, 12. August. Durch die Besprechung des Reichskanzlers mit dem Reichspräsidenten von Hindenbura und durch die Unterredung der Reichsregierung am Mittwochabend hat sich die Frage der Regierungsumbildung wieder etwas verändert. Der gestern morgen noch stark im Vordergrund stehende Gedanke der Umbildung der Reichsregierung auf parlamentarischer Grundlage ist stark in den Hintergrund getreten. Reispräsident von Hindenburg hält nach wie vor an dem Charakter des Reichskabinetts als Präsidialkabinett fest. Konnte man am Mittwoch noch vielfach die Auffassung vertreten hören, daß die Ernennung Hitlers zum Reichskanzlre immerhin gewisse Wahrscheinlichkeit für sich habe, so hat man jetzt den Eindruck. daß die Beteiligung der Nationalsozialisten an der Reichsregierung im Falle großer Forderungen von ihrer Seite sehr schwierig sein wird. Man braucht allerdings nicht unbedingt alles, was die nationalsozialistische Presse in den letzten Tagen als Bedingung für den Eintritt der Nationalsozialisten in die Regierung aufgestellt hat, für vollwertig hinzunehmen. Aber es bleiben immerhin noch so viele Forderungen übrig, daß ihre Erfüllung auf außerordentlich starke Schwierigkeiten stoßen wird. Es verlautet auch auf das Bestimmteste, daß Reichspräsident von Hindenbura und auch die Reichregierung nicht gewillt sind, alle Forderungen der Nationalsozialisten zu erfüllen. Die Reichsregierung soll nach dem Willen des Reichspräsidenten ein parteimäßig nicht gebundenes Präsidialkabinett bleiben, und nicht ein ausgesprochen nationalsozialistisches Jabinett. d. b. ein Kabinett mit nationalsozialistischer Fübrung werden. Allerdings wird in Kreisen, die der Reichsregierung nahe stehen, nach wie vor erklärt, daß eine Beteiligung der Nationalsozialisten an der Reichsregierung erwünscht sei. Dabei muß aber, wie wir mit aller Deutlichkeit versichern können hevorgehoben werden, daß Reichspräsident von Hindenbura eine Kanzlerschaft Hitlers nicht wünscht. Eine Beteiligung nationalsozialistischer Persönlichkeiten in der Reichsregierung würde selbstverständlich nur unter der Voraussetzung verfassungsmäßiger Bindungen möglich sein. Daß die Nationalsozialisten derartige Verpflichtungen eingehen würden, muß nach wie vor als äußerst unwahrscheinlich bezeichnet werden. Möglicherweise wird bereits am heutigen Freitag die Entscheidung fallen, da an diesem Tage die Aussprach= zwischen Hitler und des Reichskanzler von Papen stattfinden wird. Man rechnet in Berliner politischen Kreisen überwiegend damit, daß eine Verständigung mit Hitler Aussicht auf Erfolg kaum haben wird. Sollte aber eine solche Verständigung trotz aller entgegenstehenden Schwierigkeiten herbeigeführt werden, dann soll der bisherige Kanzler von Papen in der neuen Regierung als Außenminister bleiben. Das scheint aber auch für den Fall, daß Hitler die Kanzlerschaft übernehmen sollte, die einzige zur Zeit feststehende Tatsache„a sein. Völlig unsicher dagegen ist noch die weitere Beteiligung der Nationalsozialisten Bekannt ist, daß Reichsinnenminister von Gavl sich bei den Nationalsozialisten keiner großen Beliebtheit erfreut. Sie würden an seiner Stelle gern den Abgeordneten Strasser sehen. Es ist aber noch sehr ungewiß, ob der Reichspräsident einer kolchen Umbesetzung im Innenministerium seine Zustimmung geben würde. Im Auerschnitt des Tages. Mit halbem Herzen. Dr. N. Die Reichsregierung hat gestern den Verfassungstag im üblichen Rahmen gefeiert. Aeußerlich war alles wie in früheren Jahren: großes Treffen der politisch=führenden Persönlichkeiten im Reichstag, Fahnenschmuck, Ehrenkompagnie und was immer an sonstigem Gepräge an solchen Tagen aufgeboten wird. Und doch war manches anders als früher. Durch die programmatischen Erklärungen der Reichsregierung bekam die Feier einen völlig neuen Sinn und eine Richtung, die sie in ganz betonter Weise von den Veranstaltungen der letzten Jahre abhob. Es sei dabei von Verfassungsfeier der Reichsregierung siehe Seite 2. vornherein hervorgehoben, daß die Forderungen des Reichsinnenministers, der als Hauptredner des Tages auftrat zu einem guten Teil als Allgemeingut des ganzen deutschen Volkes angesprochen werden können. Das gilt beispielsweise von seinen Ausführungen über die notwendige Reform des Wahlrechts, über eine verstärkte Verankerung der Regierungsverantwortlichkeit und über die Zurückdrängung der Parteibürokratie. Ebenso wird man dem Reichsinnenminister zustimmen können, wenn er die Notwendigkeit eines„inneren Umbaues des Reiches“ herausstellte. Er wird sich jedoch klar darüber sein müssen, daß er hier die grundlegende und entscheidende Frage unseres gesamten Verfassungsaufbaues angeschnitten hat. Freiherr von Gayl bekannte sich für seine Person zum föderalistischen Gedanken; er sieht in einer Schematisierung und Zentralisierung des Reiches“ große Gefahren heraufsteigen, die zu einer„wesentlichen Schwächung“ des Reiches und zu einer Minderung der deutschen Stroßkraft führen müssen. Er will deshalb die Selbständigeit und Eigenstaatlichkeit der deutschen Länder nicht geschmälert wissen, doch wird er gestatten müssen, daß seine reichlich unklaren Andeutungen über seine Reichsreformpläne im umgekehrten Sinne ausgelegt werden. Er sieht nämlich die Hauptaufgabe der Reichsreform darin, daß die Regierungen im Reich und in Preußen möglichst gleichförmig und einheitlich zusammengesetzt werden. Vielleicht ist hier an dasselbe Verbältnis gedacht, wie es im alten kaiserlichen Deutschland bestand, und es ist anzunehmen, daß die„Reichsreform“ in dem Augenblick als gelöst gilt, in dem die frühere Personalunion zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem vreußischen Ministerpräsidenten wieder bergestellt ist. Eine solche lediglich organisatorische Zusammenfassung kann natürlich niemals als „organische“ Reform angesprochen werden, wie denn überhaupt dem deutschen Reichs= und Staatsleben herzlich wenig damit gedient wäre, wenn daUebergewicht Preußens erneut verstärkt und in der Vorkriegsform wiederhergestellt würde. Auf diese primitive und„schematische" Art ist dem mit Recht aufgeworfenen, brennenden Problem nicht beizukommen, und wir wissen nicht, wie bei einer solchen Zielsetzung das Wort des Reichskanzlers wahr gemacht werden soll, der„das unantastbare grundgewachsene landsmannschaftliche Eigenleben der Länder“ gekrönt sehen will von einem einigen Reich. Aehnliche Bedenken werden wir nicht los, wenn sich der Reichsinnenminister in sehr unbestimmter Weise über die Notwendigkeit einer „ersten Kammer“ äußerte. Wir kleben keineswegs an dem Einkammersystem, zumal sich gerade im kommunalen Leben des hiesigen Bezirkes das Zweikammersystem sehr gut bewährt hat; es kommt jedoch wesentlich darauf an, wie die erste Kammer“ zusammengesetzt sein soll und welche Befugnisse ihr zugedacht sind. So lange hierüber die Regierung keine Klarheit schafft, vermehrt sie nur die Verwirrung, und sie leistet damit nur den Meinungskämpfen in Deutschland neuen Vorschub. Das trifft in noch höherem Maße auf die grundsätzliche Einstellung zu, die von den Wortführern des Reichskabinetts gegenüber der Verfassung von Weimar eingenommen wird. Gewiß sieht auch Freiherr von Gayl in der Weimarer Verfassung n einzigen Grund,„von dem aus wir den Vornarsch zu einem neuen staatlichen Leben überhaupt antreten können“, und plädierte gestern dafür, daß sich alle Parteien, Gruppen und Konfessionen auf dem Boden dieser Verfassung zusammenfinden Gleichzeitig aber glaubte er feststellen zu sollen, daß„die Verfassung die Geister nicht einigt, sondern trennt“. Wie soll der in dieser Gegenüberstellung notbar gewordene klaffende Widerspruch überbrückt werden? Liegt in solchen Worten nicht der Todesstoß für das gesamte Verfassungswerk? Wir glauben jedenfalls, daß etwis mehr Wärme und innere Anteilnahme der Rede des Innenministers nicht geschadet hätte; in der vorliegenden Fassung erweckt sie wohl nicht nur bei uns den Eindruck daß das Herz nur halb und wahrscheinlich noch weniger mitgesprochen hat. Entscheidungsschwere Stunden in Berlin. Der Verfassungstag ist nicht, wie ursprünglic angenommen und mitgeteilt wurde von den Verhandlungen über die Regierungsneubildung frei geblieben. Er hat vielmehr im Rahmen der bisherigen Bemühungen, eine aktionsfähige, auf eine feste Mehrheit gestützte Regierung auf die Beine zu bringen, eine außerordentlich große und entscheidende Bedeutung gewonnen. Dadurch nämlich, daß das Zentrum in einer Zusammenkunft mit dem derzeitigen Reichskanzler ganz klare und unmißverständliche Forderungen aufgestellt hat. Es hat nicht bloß zum Ausdruck gebracht, daß das Kabinett von Papen nicht auf seine Unterstützung rechnen kann, sondern es hat gleichzeitig mit allem Nachdruck gefordert, daß, entsprechend dem Wahlergebnis, den Nationalsozialisten die„offene und volle Verantwortung“ zufallen muß. In den Hugenbergblättern herrscht darob, soweit wir sie bisher zu Gesicht bekommen haben, eine Mischung von tiefer Entrüstung und ängstlicher Beschwörung. Man unterstellt dem Zentrum nichts weiter als taktische Winkelzüge und sieht in seinem Vorgehen lediglich den Versuch, die„gefahrdete Schlüsselstellung“ unter allen Umständen zurückzugewinnen. So einfach und spekulationsmäßig liegen die Dinge natürlich nicht; wir wissen im Gegenteil aus allererster Quelle, daß das Zentrum mit dem ganzen Ernst seiner Verantwortung an die schwierigen politischen Fragen herangezogen ist, die ja nicht etwa nur für einen Tag oder für eine kurze Frist beantwortet sein wollen, sondern auf weite Sicht gelöst werden müssen. Wir stehen vor einem Winter allerschwerster Art; die täglich größer werdende Sorge um unsere Arbeitslosen, um die Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen erheischt gebieterisch, daß wir endlich aus dem gegenwärtigen Schwebezustand herauskommen, daß eine denkbar breite Front im Volke gebildet wird und daß wir die letzten Kräfte mobilisieren, um über diese Schicksalszeit hinwegzukommen. Ein geschaftsführendes Kabinett, wie es die Regierung von Papen darstellt, kann diese Aufgaben nicht bewältigen: es kann auch nicht in Frage kommen es von Fall zu Fall, von einer Woche zur andern zu tolerieren, denn die kommenden Wochen werden so schwere Entscheidungen notwendig machen, daß aana klare Verbältnisse geschaffen merden daß ganz klare Verhältnisse geschaffen werden müssen. Hierzu gehört, daß die Nationalsozialisten als weitaus stärkste Partei im Reichstag zur offenen Verantwortung herangezogen werden müssen. Dieses schon im Wahlkampf deutlich herausgestellte Ziel darf nicht verwischt werden. Was das Zentrum aber im gleichen Atemzuge und mit demselben Nachdruck verfechten muß, ist eine unmißverständliche Bindung der Nationalsozialisten an die heutigen verfassungsmäßzigen Grundlagen unseres staatlichen Lebens. Ob sich die Hitlerleute hierzu bereitfinden ist heute noch eine völlig offene Frage; von diesem Mindestprogcamm aber können wir nicht abgehen, um des Volkes und um des Vaterlandes willen. Wer sonst noch mitarbeiten will, ist im Zentrum jederzeit willkommen; das beweist die Einladung, die vom Zentrum in Preußen an die Nationalsozialisten und an die Deutschnationalen gemeinsam ergangen ist und die eine Aussprache am kommenden Montag vorsieht. Es ist jetzt Sache dieser Parteien, sich deutlich und rklä ohne hinterhältige Gedanken zu erklären. Landlag vor Reichstag. Berlin, 12. Aug. Landtagspräsident Kerrl hat die Anträge der Sozialdemokraten und der Kommunisten auf alsbaldigen Zusammentritt des Preußzischen Landtages dahin beantwortet, daß er den Zeitpunkt des Zusammentritts noch nicht endgültig bestimmen könne, daß aber der Landtag noch vor Beginn der Reichstagstagung zusammentreten werde. Ein neuer Groß=Schiffahrtsweg. In das Herz des nordamerikanischen Kontinents. Von Oberstleutnant a. D. W. Paschen=Kiel. Der seit vielen Jahren erörterte Plan, die Häfen an den Großen Seen Czeanschiffen zuganglich zu machen, ist durch den kürzlich zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada geschlossenen Vertrag der Verwirklichung näher gebracht. Es handelt sich um die Zusammenarbeit beider Staaten bei den technischen Anlagen, die den Teil des St. Lorenzstromes, soweit dieser die gemeinsame Grenze bildet, für große Ozeanschiffe und die heute auf den nordamerikanischen Seen verkehrenden Frachtschiffe fahrbar machen sollen. Wenn einmal der ganze Plan durchgeführt ist, wird eine über 3000 Kilometer lange und neun Meter tiefe Wasserstraße vom Ozean zu den Getreidesilos von Fort William und Port Artbur sowie nach Chicago, Duluth, Milwaukee, Cleveland führen. Daneben wird die Anlage der amerikanischen und kanadischen Industrie zwei Millionen Pferdestärken Wasserkraft liefern. Präsident Hoover, der selbst an der Verwirklichung des Planes führend mitgewirkt hat, nennt ihn„die größte internationale Verkehrsverbesserung auf dem nordamerikanischen Kontinent, die je unternommen wurde“. Der Wasserweg wird der Landwirtschaft und Industrie des Mittleren Westens große Vorteile bringen, indem er sie dem Weltmarkt näher bringt und die im Vergleich mit denen anderer großer Welt=Getreidegebiete zu hohen Transportkosten verringert. Gleichzeitig erhalten die Industrien der Nordoststaaten aus Verfassungsfeier der Reichsregierung. Weilgesteckte Verfassungsreformpläne. Aenderung des Wahlrechts.- Die„erste Kammer“.-„Innerer Umbau“ auf föderalistischer Grundlage. Berlin, 12. Aug.(Drabtb.) Unter starker Betei gung fand am Donnerstag mittag 12 Uhr im P narsitzungssaale des Reichstages die Verfassungsfei der Reichsregierung statt. Der Andrang des Pur kums zum Reichstagsgebäude und zum Platzd Feier sehr lebhaft. Polizei und Sanitätsmannsche ten haben in und um den Reichstag den üblich Sicherheitsdienst organisiert. Der Reichstag und a bffentlichen Gebäude der Reichshauptstadt hatten Reichsfarben schwarz=rot=gold gesetzt. Der Plenarsitzungssaal war in einfacher, aber e schmackvoller Weise geschmückt. Ueber dem P: tengestühl war ein rienger der diesmal aber nicht, wie in früheren Jahre von der Präambel zur Reichsver* sung flankiert wurde. Von der Mittelloged Reichspräsidenten bing die schwarz=rot=goldene Sta darte mit dem Adler berab. Pünktlich um 12 Uhr erschien Reichsprasiden: Hindenbura im Plenarsitzungssaal. Ihm zuS ren erboben sich die Teilnebmer an der Feier ihren Plätzen.— Nach einem musikalischen Vorin nahm dann Man mag zu Einzelheiten der Weimarer Ver= fassung stehen wie man will. Sie ist heute der ein= zige Grund, auf dem alle, unbeschadet ihrer weltanschaulichen und politischen Meinung, stehen müßten, die einen deutschen Staat überhaupt bejahen. Wir haben keinen anderen Grund, von dem aus wir den Vormarsch zu einem neuen staatlichen Leben über= haupt antreten konnen. Tamit ist aber nicht gesagt, daß die Weimarer Verfassung etwas Unahänderliches wäre. Rückblickend auf die 13 Jahre des Bestebens unserer Verfassung massen wir bekennen, daß sie abänderungsbedürftig Unser Volk kann sich auf die Dauer der Notwen= diakeit einer Verfassungsreform, ja einer Reichsreform nicht entzieben. Je frühzeitiger und energischer Mele Aufgabe anefaßt wird, desto besser ist es für uns. Die Reform hat auszugeben von einer Aende= rung des in Artikel 22 der Verfassung vorge= schriebenen Wahlrechts. ke. Reichsinnenminister Frhr. v. Gayl 11 das Wort zu der Festrede: Seitdema 1919 die Nationalversammlung zu Weimar das Verfassungswerk abschloß, um das Reich. wie es in dem Vorspruch der Verfassung heißt„in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu feitigen, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen und den gesellschaft= lichen Fortschritt zu fördern,“ sind 13 schwere und leidvolle Jahre verflossen, in denen eine Erfüllung des Vorspruchs uns nicht gegeben war. Inmitten einer ihm immer noch feindlichen Welt bat unser Volk die schwersten Bürden äußerer und innerer Not zu tragen. Alle Versuche, den Verfassungstag zu einem gemeinsamen, volkstümlichen Feiertag zu gestalten, sind bisher fehlgeschlagen. Hier sind nicht Ort und Stunde, um diese Frage zu vertiefen. Es genügt, offen zu bekennen, daß die Verfassung die Geister nicht einigt, sondern trennt. Unser Volk ist in unsern Tagen in zwei Lager zerspalten, zwischen denen ein erbitterter Kampf um die Macht im Staate tobt. Jedes Lager nennt das andere Volksverderber und Staatkfeind, und bekennt sich zu dem Streitruf:„Wer nicht für mich ist, ist wider den Staat“. So sollten die Dinge nicht sein. Was in unserem Bolk heute ausgefochten wird, das ist ein Kampf der Weltanschauungen, der ein Ringen der Geister und nicht eine handgreifliche Auseinandersetzung sein soll. Wir tun gut, auch den weltanschaulichen und volirtschen Gegner bis zum Beweise des Gegenteils als einen ehrlichen Volksgenossen zu betrachten, der auf seine Weise und nach seiner Ueberzeugung das Beste unseres Volkes will. Bewußt ausgeschlossen sei dagegen jeder, der einen nationalen deutschen Staat grundsätzlich verleugnet und bekämpft. -.elt die von weitesten Kreisen schwer empfundene Herrschaft der Das Volk will nicht Nummern, ckeiten wäblen, und es versteht es mmen noch nicht mündiger tewertet werden den Stimmen der und Mütter. Zur Reform des nchränkung der 202.nlitterlisten, deren Stimmen in der Dem Wablrecht sollte die Wahlpflicht Schu Barteige 1Personen allein, sondern r Verkassung, wenn in de zu Reformen bisber im Jede zie bewußte RegieScheitern an zwei Dingen verurteilt, an der Anonn= mität der Verantwortung und an dem Fehlen einer Instanz, die, ungbbängig von Parteieinflüssen, dem Gesamtwobl schädliche Parlamentsbeschlusse ohne schwerwiegende verfassungsmdrige Reibungen auszugleichen vermag. Ein im Umbruch aller Werte be= findliches Volk. das unter einer furchtbaren äußeren und inneren Not leidet, bedark einer von den Fesseln formaler Verantwortung mehr wie bisher befreiten, aber persönlich um so stärker verantwortlichen Regierung, die in einer ersten Kammer einen Helfer haben muß, der sie vor den Folgen der von Bestimmungen und Wablrücksichten beeinflußten Parlamentebeschlüsse schützen und die Stabilität und Folgerichtigkeit der Regierungspolitik zu gewährleisten vermaa. Eine Aenderung der Verfassung nach dieser Richtung ist auf die Dauer nicht zu umgehen. Schließlich ist noch des inneren Umbaus des Reiches zu gedenken. Die Erfahrung seit dem 11. August 1919 hat zur Genüge die Unhalzbarkeit des Zustandes ergeben, daß im Reich und in Preußen von verschiedenartig zusammengesetzten und gerichteten Regierungen eine Verordnung Die Verordnung über die Todesstrafe. Publikum studiert vor den Anschlagsäulen die neue Notverordnung des Reichspräsidenten. die bekanntlich für schwere politische Vergeben die Todesstrafe vorsieht. der Anlage sehr bedeutende Mengen elektrischer Kraft. Ferner betont der kanadische Premierminister die Vorteile, die Kanada durch Vermehrung der Arbeitsgelegenheit sowie verbilligte Produktionskosten der Industrie genießen wird Vor allem aber liegt in dem Abkommen die Anerkenntnis der Gleichstellung Kanadas mit den Vereinigten Staaten, und es bildet ein Pfand dauernder Freundschaft zwischen beiden Ländern. Der Bericht der gemeinsamen technischen Kommission bildete die Grundlage für alle Erörterungen über Baupläne und Kosten. Die großen Schwierigkeiten liegen jedoch nicht auf technischem und finanziellem Gebiet. Den ursprüngliche Anstoß gab das Streben der Farmer und Fabrikanten des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten, einen geeigneteren Transvortweg für ihre Erzeugnisse zu finden und dadurch den Nachteil der Binnenlage zu mildern. Die Farmer der kanadischen Prärieprovinzen hatten dagegen mehr Interesse an der Ausgestaltung der Hudson Bai=Route sowie der vermehrten Verschiftung ihrer Erzeugnisse über dilen Czean, wie Vancouver und Prince Ruvert. Es schien lange sehr zweifelhaft, ob es möglich sei, mit den Amerikanern zu einer Verständigung zwecks Zusammenarbeit auf Grund wirklicher Gleichheit zu gelangen.— Eine andere Grundlage wäre für Kanada nicht annehmbar gewesen. Es waren aber auch noch andere widerstrebende Interessen zu berücksichtigen, besonders in der Provinz Quebec. Montreal, heute der Endpunkt der Ozeanschiffabrt, gehört zu den großen Weltbäken. Sein Gedeiben ist Voraussetzung für das der Provinz. Nun bestand, und besteht anscheinend beute noch, die Befürchtung. daß dieser Wohlstand ernstlich gefährdet werden verschiedene Politik auf allen Gebieten betrieben werden kann. Das Verbältnis zwischen dem Reich und Preußen muß daher im Sinne einer enge= meinschaft zwischen beiden umgestaltet werden. Das braucht keine Minderung der Selbständigkeit und Eigenstaatlichkeit der deutschen Länder zu bedeuten und soll sie nicht herbeiführen. Schematisierung und Zentralisierung Deutsch= lands von einer Stelle aus würden sehr bald Gegenkräfte entfesseln, von denen auf die Dauer nicht eine Stärkung, sondern eine wesentliche Schwächung des Reiches und damit eine Minderung der Geltung und Stoßkraft des deutschen Volkes in seinem schweren Kampf ums Dasein ausgehen würde. Ueber die Einzelheiten dieser Umgestaltung unserer Verfassung kann man streiten und verschiedene Wege suchen. Wesentlich bleibt, daß wir außer dem Willen zur Reform auch die Kraft aufbringen, um sie trotz aller Schwierigkeiten durchzuführen, und daß wir da. smarcks: Der Staat will bedient, nicht beberricht werden! Die Schlußansprache hielt Reichskanzler von Papen. Das Deutschland von 1932, so führte der Kanzler aus, ist in Vielem und Entscheidendem ein anderes als das von 1919. Die starken nationalen Kräfte. die jetzt zum Durchbruch gekommen sind, lagen da= mals im Verborgenen, verschüttet unter den Trümmern eines furchtbaren Zusammenbruches. Der Not= wendigkeit, die Grundlage deutschen Lebens nach den Ueberlieferungen unseres Volkstums und einer stolzen Geschichte und doch einem jungen leidgeprüften Geschlecht angemessen zu erneuern, konnten die Gestalter unserer Verfassund vor 18 Jahren nicht in vollem Maße gerecht werden. Aber dennoch hat diese Verfassung Grundge= danken und Möglichkeiten, die in die Zukunft weisen. nen müssen wir Diese Aufaabe er dieser Zukunf Der politische Kleinkrieg. Wismarer Nationalsozialist angeschossen. Wismar, 12. Aug. In der Nacht zum Mittwoch wurde der SA=Mann Florstedt auf dem Heimweg von Kommunisten angeschossen. Es würden etwa sieben Schüsse abgegeben. Florstedt wurde durch einen Schuß in den Arm verletzt. kann, wenn der neue Schiffahrtsweg den Verkehr an Montreal vorbei nach den Häfen der Großen Seen ablenken würde. Aehnliche Bedenken herrschen im Osten der Vereinigten Staaten. wo die Eisenbabn= und Schiffahrtsinteressen ein Abkommen nicht gerade freundlich begrüßen, das für den Handel des Westens einen billigeren und schnelleren Transportweg als den bisherigen schaffen soll. Dieser Widerstand wird nur durch die Aussicht auf weitere reichliche Versorgung mit billiger Kraft gemildert. Die Kontrolle über die Kraftauellen ist ein recht strittiger Punkt im amerikanischen politischen Leben, der die Beziehungen der Staaten zu den großen Privatinteressen berührt Da, wo der Strom die Grenze zwischen der Provine Ontario und dem Staate Newnork bildet. werden Stauanlagen und zwei Seitenkanäle geschaffen, einer auf kanadischer Seite bei der Insel Chrysler, der von Kanada gebaut und kontrolliert wird, der andere auf amerikanischer Seite bei Barnhart Isand. Die Bauten sollen unter Leitung einer gemeinsamen Kommission stehen, die Kosten aber werden von den Vereinigten Staaten getragen: dies in Anbetracht der Tatsache, daß der neue Welland=Kanal, der die Niaaara=Fälle„wischen Erie= und Ontario=See umgebt und ein sehr wesentliches Glied des ganzen Planes darstellt, von Kanada allein finanziert und gebaut wurde, ebenso wie es die anderen Bauten auf dem rein kanadischen Abschnitt des St. Lorenz allein bauen wird. Dagegen übernehmen die Vereinigten Staaten auch die Vertiefung des Fahrwassers in den Seen. Es ist ferner vorgesehen, daß die Abteilung von Wasser aus dem Michigan=See durch den Entwässerungskanal von Chicago— eine alte Beschwerde Kanadas, weil as deutsche Haus neu beebt fest umrissen vor und. dieser Zukunft zu sein, rufen wir heute alle auf, die Deutschland und sein Volk mehr lieben als Parteidoktrinen, alle, die das unanfechtbare arundgewachsene landsmannschaftliche Eigenleben der Länder gekrönt sehen wollen von der Wohlfahrt, Kraft und Stärke des einigen Reiches Der Reschekanzler schloß mit dem Ruf: Das im deutschen Reich geeinte deutsche Volk. es lebe boch! Wegen Verhinderung des Reichstagspräsidenten Loebe wurde der Reichspräsident vom Vizepräsidenten des Reichstaas, von Kardorkk, aeleitet. Zur Rechten des Reichspräsidenten hatte Reichswehrminister von Schleicher Platz genommen. In der Dip'omatenloge war das diplomatische Korps versammelt. Das Reichskabinett war vollzählig unter Führung des Reichskanzlers von Papen auf der Regierungsbank des Reichstags erschienen. Auch die Ländervertreter wohnten der Feier bei, Nach Schluß der Feier beacb sich der Reichspräsident in Begleitung des Reichswehrministers, des Chefs der Heeresleitung sowie des Polizeipräsidenten von Berlin durch Vorta. 9 nach der großen Freitreppe. Uminbelt riesigen Menschenmenge erschien der Reich präsident vor der von der 8. Jägerkompannie des 2 Preukischen Infanterieregiments in Ortelsburg gestellten Erenkompaanie und schritt deren Front unter den Kän= gen des Deutschlandliedes ab. Der Reichspräsident verabschiedete sich sodann von den Herren der Reichs= regterung und fuhr in Bealeitung des Reichskanzlers von Papen in seine Wohnung zurück. Eine amtliche Mitteilung zu den Waffenschiebungen in Zwickau und Suhl. Berlin, 12. Aug.(Drahtb.) In einer Anslagenachricht des preußischen Innenministeriums, die ein Berliner Vormittagsblatt erhalten hat, wird über die Waffenschiebungen in Zwickau und Suhl amtlich folgendes festgestellt: Unter der falschen Verbuchung als Auslandslieferung haben die Waffenhändler Otto Pochert und Otto Greifelt in Suhl etwa 450 Pistolen und 25000 Schuß Munition an das Mitglied des Reichsbanners Schwarz=Rot=Gold Kurt Weck in Werdan in Sachsen geliefert. Der Waffenhändler sich der Wasserspiegel des Sees durch die Wasserentnahme ständig senkte— unter beiderseitige Aufsicht gestellt wird, um die Erbaltung des natürlichen Wasserstandes auf der gesamten Schiffahrtsstraße vom Kopf des Oberen Sees bis zum Golf von St. Lorenz sicher zu stellen. Ein Abkommen zwischen der kanadischen Bundesregterung und der von Ontario sieht vor, daß die Kosten der Anlage, soweit sie Schaffahrtszwecken dienen von der Bundesregierung, soweit sie der Gewinnung von Wasserkraft dienen von der Provinzialregierung getragen werden Eine Million Pferdestärken sollen zu angemessenem Preise zur Verfügung stehen. Die Schaffung einer großen Wasserstraße bis in das Herz des Kontinents bietet jedoch beiden Ländern so große Vorteile daß die Ausführung des Planes nicht lange auf sich warten lassen und in einigen Jahren vollendete Tatsache sein wird. Nun fragt es sich, ob damit die mit so großen Kosten erbaute Bahn nach der Hudin=Bai und die großen Hafenanlagen in Cburchill überflüssig werden. Aber auch das ist sehr wahrscheinlich. Auch die Hudion=Bai=Route gewinnt nach Ueberwindung der ersten Schwierigkeiten mehr Bedeutung. Gegenüber zwei Versuchsschiffen. die 1931 in Port Cburchill Getreide luden, sind es in diesem Jahre bereits acht Schiffe. die 25 Millionen Tonnen Getreide laden sollen, Getreide und Vieb und andere landwirtschaftliche Produkte werden nur einen Teil der Ausfuhr über Churchill bil den: das Gebiet um die Hudson=Bai ist reich an wertvollen Erzen, die kaum erschlossen sind, aber große Bedeutung gewinnen, sobald einmal die Weltkrise überwunden sein wird. Der amerikanische Westen steht an der Schwelle einer neuen Entwicklung! Freitag, den 12. August 19 BOCH Wenn nicht Endlich! So alles trügt. wie am We interessiertsi seitdem Frau Sonne wie getroffen und uns Plan sonnigen Jugend wieder kommt. Und das plötzlich dick, daß man meinen waren da. Selbst der Le etwas von dieser strahlent uns auf einen guten Jahre gefaßt machen kör wissen von ihm zu berich Sonnenschein, bedeutet ei Das besagt also, daß wir sommer bekommen, von schon gepredigt haben. Wein zu erhalten, muß di einheizen und dazu ist jetz fer die Sonne über den ker sie auf die Behänge wird der Most, um so fei daß man sich wieder Riesling freuen könnt sein, zumal den Winze gönnen ist. In der heuti wieso schon schwer zu kne ordentlicher Ertrag zu bleibt dann das Gute, d und doch guten Tropfe Zeit, die uns bis zum He terbeständig wird, d gen Spätsommers erfreu ich die Voraussetzu jahr ist. Genaues weiß man nicht. In der rüchte ordn die für Anfang Septem Demgegenüber ist zu sage festgelegt ist und noch Oberbürgermeister nicht, solche Versammlung weis berechtigt, daß man der mal das anregend Stadtverordnetenversamn der Steeurzahler für sein er in diesem Jahre erst Schauspiel erlebt hat. T im Juli geplant, die S Versammlung im Aug Plan hat man jedoch fa Rucksicht darauf, daß die rien ist. Inzwischen zu dem Standpunkt beke sei. wenn der neue Ha Stadtverordnetenversamn Debatten hierbei erübrig müßiges Gerede wären, Grund der Notverordnu missar spielen und all gefaßt würden, einfach 1 man wahrt wenigstens de ob doch noch... In W verordneten zur Disposi ßen haben sie vorläufig also nicht, wenn die Ver neten in einer öffentlich wie sie sich den Finan Geschaftsjahr denkt, und beschluß geben läßt, Verantwortung zu trage Grunde ist dann der Mitte oder Ende S verordnetenversammlung Besserwissende schon de nend kennen, der in Wal gelegt ist. Auch sind no zu irgendwelchen Bespre planten Sitzung zu verl nung versammelt gewe in aller Rube ab, bis 1 angeben werden. In anderem Haben S Lichte. der neu heit, der Eisenbahnbeamte verfal ten die Prüfung der Str einmal so verwunderlich nur einmal in die Lage der Streckenläufer gerä Gleise und schon nal atgant mit D=Zug=6 Sie selbst nicht schon me eines heransauser abends erfaßt worden? chon mal etwas von pürt, die von dem hera auchenden Ungetüm au bannt festhält an der St da diese Psychose wissen bekommen die Unfä Bochum=Wattensdh Deutung. Innerhalb ein unglückten in Höhe oder fer Blocks nacheinander läufer. Man fand sie in den tot zwischen dem war man der Ansicht, d gelegt hätten. Bei dem das zutreffen. Aber ist handen, daß die andere Berufskrankheit zum O sie der magischen Gewal Zug auf sie ausübte, konnten? Daß sie wie verharrten, bis dann der Diese Deutung ist noch Fällen keine posit Selbstmord vorlagen C wert, ob nicht der eine Strecke Bochum=Watten menen Eisenbahnbeamte fallen war und so verun Nachforschungen i ganz eigenartigen Resu Freitag, den 12. August 109 Beilage der Westfälischen Volks=Zeitung Nr. 185— Seite 5 Wie Bochum den Ehrentag der Republik beging Wenn nicht Endlich! So werden alle, die irgendalles trügt. wie am Wetter in gutem Sinne interessiert sind, wie erlöst ausrufen, seitdem Frau Sonne wieder in alter Frische eingetroffen und uns Planetenbewohnern in ihrer sonnigen Jugend wieder von der besten Seite kommt. Und das plötzlich wieder so knüppeldick, daß man meinen möchte, die Hundstage wären da. Selbst der Laurentiustaa bekam etwas von dieser strahlenden Helle mit, so daß wir uns auf einen guten Tropfen in diesem Jahre gefaßt machen können. Denn die Alten wissen von ihm zu berichten:„Um St. Laurentii Sonnenschein, bedeutet ein gut Jahr mit Wein“. Das besagt also, daß wir einen schönen Spätsommer bekommen, von dem die Wetterkundigen schon gepredigt haben. Denn um einen guten Wein zu erhalten, muß die Sonne schon ordentlich einheizen und dazu ist jetzt die beste Zeit. Je steifer die Sonne über den Weinbergen steht, je stärker sie auf die Behänge bbrennt, um so feuriger wird der Most, um so feuriger auch der Wein, so daß man sich wieder auf einen spritzigen Riesling freuen könnte. Uns soll es schon recht sein, zumal den Winzern ein gutes Jahr zu gönnen ist. In der heutigen Notzeit haben sie sowieso schon schwer zu knabbern, so daß ihnen ein ordentlicher Ertrag zu wünschen ist. Für uns bleibt dann das Gute, daß wir einen billigen und doch guten Tropfen kriegen und daß die Zeit, die uns bis zum Herbst noch verbleibt, wetterbeständig wird, daß wir uns eines sonnigen Spätsommers erfreuen können, der bekanntlich die Voraussetzung für ein gutes Weinjahr ist. * Genaues weiß In der Stadt kursieren Geman nicht. ruchte über eine Stadtverordnetenversammlung, die für Anfang September bereits festgelegt sei. Demgegenüber ist zu sagen, daß noch gar nichts festgelegt ist und noch kein Mensch, selbst unser Oberbürgermeister nicht, den Termin für eine solche Versammlung weiß. Wohl ist der Wunsch berechtigt, daß man der Bürgerschaft wieder einmal das anregende Schausviel einer Stadtverordnetenversammlung bietet. Das kann der Steeurzahler für sein Geld verlangen, zumal er in diesem Jahre erst einmal dieses anregende Schauspiel erlebt hat. Tatsächlich war denn auch im Juli geplant, die Stadtverordneten zu einer Versammlung im August zu laden. Diesen Plar hat man jedoch fallen gelassen, auch mit Rucksicht darauf, daß die Prominenz in Ferien ist. Inzwischen hat sich die Verwaltung nun zu dem Standpunkt bekannt, daß es doch besser sei, wenn der neue Haushaltsentwurf die Stadtverordnetenversammlung passiere. Große Debatten hierbei erübrigen sich, da sie ja doch nur mußiges Gerede wären, weil die Verwaltung auf Grund der Notverordnung selbst Staatskommissar spielen und alle Beschlüsse, die eventuell gefaßt würden, einfach ianorieren kann. Aber man wahrt wenigstens den Schein und tut so, als ob doch noch... In Wirklichkeit sind die Stadtverordneten zur Disposition gestellt, zu beschlietzen haben sie vorläufig nichts mehr. Es schadet also nicht, wenn die Verwaltung den Stadverordneten in einer öffentlichen Versammlung erzählt, wie sie sich den Finanzbetrieb im laufenden Geschäftsjahr denkt, und sich dann einen Steuerbeschluß geben läßt, damit sie nicht allein die Verantwortung zu tragen braucht. Aus diesem Grunde ist dann der Plan aufgetaucht, für Mitte oder Ende September eine Stadtberordnetenversammlung anzuberaumen, von der Besserwissende schon den festen Termin anscheinend kennen, der in Wahrheit aber noch nicht festgelegt ist. Auch sind noch keine Fraktionen zu irgendwelchen Besprechungen der in dieser geblanten Sitzung zu verhandelnden Tagesordnung versammelt gewesen. Man warte daber in aller Ruhe ab, bis wir den genauen Termin angeben werden. in anderem Haben Sie gestern gelesen? Von Lichte. der neuesten Berufskrantheit, der Gleispsychose, der Eisenbahnbeamte verfallen, zu deren Obliegenheiten die Prüfung der Strecken gehört? Sie ist nicht einmal so verwunderlich Man braucht selbst sich nur einmal in die Lage zu denken, in die täglich der Streckenläufer gerät: man steht mitten im Gleise und schon naht so ein Maschinenalaant mit D=Zug=Geschwindigkeit. Oder sind Sie selbst nicht schon mal von dem Lichtkegel eines heransausenden Schnellzuges abends erfaßt worden? Haben Sie selbst nicht won mal etwas von der magischen Gewalt gesbürt, die von dem heranbrausenden, donnernden, auchenden Ungetüm ausgeht und einen wie gebannt festhält an der Stelle, wo man steht? Jetzt, da diese Psychose wissenschaftlich nachgewiesen ist. bekommen die Unfälle auf der Strecke Bochum=Mattenscheid eine ganz andere Deutung. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne verunglückten in Höhe oder Nähe des Eppendorfer Blocks nacheinander drei oder vier Streckenlaufer. Man fand sie in den frühen Morgenstunben tot zwischen dem Gleise liegen. Allgemein war man der Ansicht, daß sie Hand an sich selbst gelegt hätten. Bei dem einen oder anderen mag das zutreffen. Aber ist die Möglichkeit nicht vorhanden, daß die anderen tatsächlich dieser neuen Berufskrankheit zum Opfer gefallen sind? Daß sie der magischen Gewalt die der heranbrausende Zug auf sie ausübte, sich nicht mehr entziehen konnten? Daß sie wie gebannt auf dem Gleise verharrten bis dann der Zug über sie weg brauste? Diese Deutung ist noch denkbar, zumal in allen Fällen keine positiven Merkmale für Selbstmord vorlagen Es wäre bestimmt wissenswert, ob nicht der eine oder andere der auf der Strecke Bochum=Wattenscheid ums Leben gekommenen Eisenbahnbeamten der Gleispsychose verfallen war und so verunglückte Vielleicht würden Nachforschungen in dieser Hinsicht noch zu ganz eigenartigen Resultaten führen. Heilig sei uns die Verfassung! Das gelobt die Bürgerschaft im Schützenhof. s= Auch in Bochum ist der Verfassungstag noch nie eine Angelegenheit der gesamten Bürgerschaft gewesen, herrschte nie die Begeisterung, wie sie das französische Volk für sein Nationalfest empfindet, standen immer einzelne Schichten abseits, die eine Teilnahme an der Geburtstagsfeier unseres Staates unter ihrer Würde hielten und lieber sich durch Urlaub ein Alibi verschafften, um der unangenehmen Pflicht des Besuches enthoben zu sein. Diese unfreundliche Einstellung dem Weimarer Verfassungswerk gegenüber, das in bitterster Notzeit, die je ein Volk durchzumachen hatte, von den Besten unseres Volkes geschaffen wurde, war nicht aus einem Versagen des Werkes geboren. Sie war mehr ein Kind der Mentalität, die in jenen Kreisen herrscht und durch falsche Interpretation des Wortlautes der Verfassung neue Nahrung erhielt. Die, weil ihr Leben in Aeußerlichkeiten wurzelt, auch an Aeußerlichkeiten Anstoß nahmen und gedankenlos die Staatsform für all das, was die Konkursmasse eines abgewirtschafteten Systems und eines verlorenen Krieges an die Oberfläche drängen mußte, verantwortlich machten. Ohne sich einzugestehen, daß der Name„Weimarer Verfassung“ unlöslich mit der Erhaltung der Einheit und Ordnung in Deutschland verbunden ist. Schon dieses Verdienst ist so schwerwiegend, daß jeder Deutsche den Tag der Verfassung mit einem Gefühl dankbaren Erinnerns begehen könnte. Aber es scheint — die Erfahrungen von 13 Jahren bestätigen diese Auffassung— daß die breiten Massen, das Volk schlechthin in seinem Unterbewußtsein die Größe der Weimarer Tat avnte und eher verstand. Denn wie immer in den vergangenen 13 Jahren, wenn es galt, den Tag der deutschen Republik zu feiern, so war auch am gestrigen Abend die breite Masse versammelt, füllte die Bürgerschaft Bochums den Schützenbof, bewies sie durch ihren Besuch, was ihr das Weimarer Werk wert ist, demonstrierte sie für die demokratische Staatsform, die heute wieder von jener Clique unterminiert wird, die sich nie um das Allgemeinwohl gekümmert hat, desto mehr jedoch sich als allein würdig und wert der Staatsführung erachtet. Mit dieser Einstellung, als ob das Volk von Ewigkeit her nur zur Dienerrolle verurteilt sei, hat die deutsche Republik allerdings Schluß gemacht. Das begründete aber nicht, daß die so Enttäuschten sich in den Schmollwinkel zurückzogen und aus dem Hinterhalte ihre Pfeile gegen die unbequeme Staatsform abschossen. Wie es ebenso wenig begründet werden kann, daß die Demokratie abgewirtschaftet haben Unsere Bilder zeigen: Oben: Polizeipräsident Graß hält die Festrede. Mitte: Vorbeimarsch der Schupo vor Polizeipräsident Graß und Oberst Harlinghausen. Unten: Die Schupokapelle konzertriert im Innenhofe des Rathauses soll, wie es jene wahrhaben wollen, die selbst mit allen Mitteln zur Macht streben und den Futterkrippen des Staates, den sie, als korrupt und für die Not der heutigen Zeit verantwortlich, schuldig werden lassen möchten. Ihnen leuchtete der Festredner, Universitätsprofessor Dr. Weber, heim, indem er die Verfassung als ein historisches Ereignis würdigte, vor dem jeder pietätvoll höchste Achtung haben müsse, auch dann, wenn es nicht seinem persönlichen Wollen und Wünschen entspräche, und die Identizität von Staatsvolk und Staatsgewalt, für die Staatswohl und Volkswohl sich decken, herausstellte. Diese Feststellung läßt auch die Schlußfolgerung zu, daß ulle jene, die heute gegen die Staatsverfassung anrennen, den Kampf gegen Staatsvolk und Volkswohl führen. Daß die übergroße Mehrheit der Bochumer Bürgerschaft nicht auf Seiten dieser Volksfeinde steht, hat der gestrige Tag erneut bewiesen. Er bewies zugleich, daß auch die Polizei staatstreu ist und die Verfassung mit Leib und Leben zu schützen gewillt ist, wie es Polizeipräsident Graß in seiner Ansprache anläßlich der Verfassungsfeier in der Polizeiunterkunft, an der alle leitenden Beamten teilnahmen, zum Ausdruck brachte. Aber auch dse heute noch abseits stehenden Schichten unseres Volkes werden der Verfassung die Ehre geben, wenn des Festredners Wunsch, am Verfassungstage an das zu denken, was uns eint. in Erfüllung gegangen sein wird und unsern Volksstaat der christliche Geist der sozialen Volksgemeinschaft ausgefüllt haben wird. * Die Verfassungsfeier der Stadt Bochum fand im Schützenhof statt. Schon frühzeitig pilgerte die staatsbejahende Bevölkerung zur Castroper Straße hinaus, von deren Höhe die Fahnen in den Stadt= und Reichsfarben, die auch die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser am gestrigen Tage schmückten, grüßten. Der Festsaal hatte eine würdige Ausschmückung erfahren. Buntes Fahnentuch in schwarz=rot=gold bedeckte Wände und Giebel. Lebendiger Schmuck zierte das Podium, aus dessen Mitte das in den deutschen Farben drapierte und von blühenden Dahlien umgebene Rednerpult hervorragte. Bis zur Orgel hin hatten die Mitglieder des M.=G.=V. „Einigkeit" und des Volkschors den Raum besetzt. Das weite Rund des Saales selbst war bis auf den letzten Platz gefüllt und immer neue Scharen strömten herein, als punkt 8 Uhr die Verfassungsfeier mit Wagners Friedensmarsch aus der Oper„Rienzi“ eröffnet wurde. Eine weihevolle Stille legte sich über die Festversammlung, als dann die ersten Akkorde von Schubert„Zum Sanktus" aufbrausten, das vom M.=G.=V. „Snigreit“ rhythmisch beschwingt und mit wuchtiger Klangfülle vorgetragen wurde, der anschließend Speidels„Deutsche Völker allesamt“ klangrein sang. Dann hielt Universitätsprofessor Dr. Dr. Weber, Münster, den Festvortrag über das Thema: „Die soziale Problematik der Weimarer Verfassung.“ An den Anfang seiner Ausführungen stellte er die grundlegende Frage nach dem Sinn des Verfassungstages. Um den Sinn wirklich erfassen zu können, werden wir zwischen dem allgemeinen Wesen der Verfassung und dem konkreten Verfassungsgesetz als einer historisch gewordenen Gegebenheit unterscheiden müssen. Ihrem Wesen nach ist die Verfassung eine ewige Kategorie menschlichen Zusammenlebens. Der Mensch ist von Natur aus gleichursprünglich Einzelpersönlichkeit und soziales Wesen. Seine soziale Natur drängt ihn zum Zusammenleben mit anderen. Aus diesem Naturdrängen heraus wachsen alle Sozialgebilde, wächst auch der Staat hervor. Wo aber ein Staat entsteht, da muß auch eine Rechtsordnung vorhanden sein. Das Fundament und der Angelpunkt dieser Rechtsordnung ist die Verfassung, die also ihrem Wesen nach die unentbehrliche Grundlage des staatlichen Zusammenlebens der Menschen darstellt. Somit erschließt sich uns der tiefste Sinn des Verfassungstages. Jener Tag, auf den die Geburtsurkunde des geltenden Verfassungsgesetzes lautet, soll uns eine Stunde pietätvoller Erinnerung und vor allem grundsätzlicher Besinnung bescheren. Besinnung auf das, was uns eint! Ueber allem Trennenden, das überdeutlich in den zahllosen Bünden, Gruppen und Grüppchen in Deutschland von heute uns entgegentritt, steht ein Einigendes, und das ist die ewige Einheit der Bluts=, Kultur=, Schicksal= und Lebensgemeinschaft des Volkes, dessen Glieder wir alle sind. Für diese Lebensgemeinschaft des staatlich geeinten Volkes ist ihrem Wesen nach die Verfassung Grundlage und Voraussetzung. Diesem sozialen Gemeinschaftsleben mit seiner vielfachen Problematik soll unsere Besinnung heute gelten. Jedes soziale Zusammenleben der Menschen als eine organisierte Gesamtheit von Individuen umschließt, wenn wir auf das Wesentliche uns beschränken, eine dreifache Problematik. Das Individuum mun zur Betätigung seiner naturgegebenen Anlagen eine freie Lebensphäre haben. Bei aller Notwendigkeit individuellen Eigenlebens muß aber in jedem menschlichen Sozialgebilde für die Einordnung des Einzelinteresses unter das Gesamtwohl gesorgt werden. Zu dem Zwecke muß endlich ein Ordnungsprinzip und eine autoritative Stelle als Garantin dieser Einordnung der Indi vidualwillen unter den Gemeinschaftszweck gegeben sein. Zunächst das Problem der Sicherung der einzelpersönlichen Lebenssphäre. Dante hat in seiner Schrift über die Monarchie das Wort geprägt:„Das Menschengeschlecht kann ohne die Freiheit nicht glücklich sein!" Der Drang nach Freiheit ist so tief in der Menschennatur verwurzelt, daß man die Menschheitsgeschichte geradezu als die Geschichte des Ringens der Individuen, der Gruppen und Völker um ihre Freiheit ansehen kann. War es nicht gerade bei der letzten Reichstagswahl vor wenigen Tagen charakteristisch, daß jede der vielen Parteien ohne Unterschied in ihrem obersten Programmpunkte dem Volke die Freiheit zu bringen versprach? Dieses Ringen um Freiheit wird und muß naturgemäß auch im staatlichen Grundgesetz sich widerspiegeln. Damit taucht für alle modernen Verfassungen, als natürliche Reaktion gegen eine weitgehende absolutistische Einengung der einzelmenschlichen Freiheitssphäre, das Problem der „Grundrechte“ auf. Von England aus über Frankreich in allen westeuropäischen Ländern begegnet uns das Streben, ein gewisses Minimum von persönlichen Rechten in der Verfassung zu verankern. In der Bismarckschen Verfassung finden sich solche Grundrechte nicht. Erklärlich aus der damaligen historischen Situation, in der das Freiheitsideal gegenüber dem Einheitsideal zurücktrat. Die Weimarer Verfassung fällt in die Zeit, in der nach weitgehenden individuellen Einschränkungen der Kriegsjahre das Freiheitsstreben mit elementarer Gewalt hervorbricht. Allerdings der Charakter dieser Grundrechte ist ihrem Zwecke, ihrem Inhalte und ihrer Form nach ein anderer geworden. Es sind heute lapidare Richtlinien für die Regelung der zwischenmenschlichen Beziehungen geworden. Sie sind nicht so sehr Konstituierung subjektiver Rechte als vielmehr Formulierungen eines sozialen Programms, die vielfach mit einer gewissen Verkennung ihres Wesens wegen ihrer nicht streng juristischen Fassung getadelt werden. Trotzdem ist ihre soziale Bedeutung nicht zu verkennen, da es sich um grundsätzliche Normen für ein gesundes soziales Gemeinschaftsleben handelt. Der zweite soziale Problemkreis umschließt das Verhältnis von Einzelinteresse und Gesamtwohl. Der Eigenart deutschen Wesens entspricht ein stark individualistischer Grundzug mit allen seinen Vorteilen, aber auch Gefahren. Demgegenüber verlangt das soziale Gemeinschaftsleben Toleranz im edelsten Sinne des Wortes. Das heißt nicht unbedingte Preisgabe der eigenen Meinung, das heißt nicht eintönige Uniformierung, nicht Aufhören jedes Wettbewerbs und Verwischen aller Unterschiede. Aber das heißt Achtung und Ehrfurcht vor der begründeten, abweichenden Meinung des anderen, das heißt edler, würdiger Wettstreit, das heißt bewußte Betonung des Gemeinsamen. Vor allem fordert jedes gesunde Volksleben die Betonung der Idee der Volksgemeinschaft. Wie hat doch die deutsche Vergangenheit um die Verwirklichung dieser Idee der Volksgemeinschaft gerungen! Die wirklich großen Staatsmänner der deutschen Geschichte stehen vor unserer Seele, wenn wir an dieses Ringen um die Erreichung einer wirklichen Volksgemeinschaft denken. Daß sie heute noch nicht Wirklichkeit ist, darf uns nicht mutlos machen. Ideale sind für uns Menschen hochgesteckte Ziele, denen wir täglich von neuem zustreben müssen, wenn wir sie auch nicht gleich erreichen. Auch die Weimarer Verfassung zeigt unverkennbar dieses Streben. Eine Verfassung jedoch kann nur das Ziel stecken, kann Wege zum Ziele zeigen und ebnen, ob die Wege beschritten und ob das Ziel erreicht wird, das hängt vom Willensentschluß und dem praktischen Verhalten der Staatsbürger ab. Der letzte große Problemkreis lagert sich um die Kernfrage Macht oder Recht als soziales Ordnungsprinzip? Ein soziales Zusammenleben der Menschen ist ohne Ordnung nicht denkbar. Trägerin der Autorität und Garantin der Ordnung ist die Staatsgewalt. Vorübergehend mag eine Staatsgewalt auf Macht und Gewalt allein sich stützen können. Auf die Dauer ist das jedoch nicht möglich, denn Gerechtigkeit und Recht sind die Grundlagen jedes Staates. Das ist eine alte Erkenntnis, der schon Augustinus in seiner„Civitas Dei“ die klassische Prägung gegeben hat:„Was sind ohne Gerechtigkeit die Staaten anders als große Räuberbanden?“ In der Verfassung des Obrigkeitsstaates repräsentiert der Fürst die Staatsgewalt. Das Volk ist primär als Untertanenverband Träger der Leistungspflicht gegenüber dem Staate und erst sekundär als Staatsbürgerverband mitwirkendes Organ der staatlichen Willensbildung. Deswegen treten obrigkeitsstaatliche Verfassungen uns stets entgegen als Schlußakt eines Ringens zwischen Fürst und Volk um ein größeres Maß von Teilnahme an der Staatsgewalt. Anders die bemokratischen Verfassungen, für die Staatsvolk und Staatsgewalt identisch sind, für die Staatswohl und Volkswohl sich decken. Ein Vergleich der Präambeln der Bismarckschen Verfassung einerseits und der Weimarer Verfassung andererseits zeigt das besonders deutlich. Auf diese sozialen Grundfragen der Verfassung sollen wir uns am Verfassungstage besinnen. Einen Tag im Jahre sollte es wenigstens geben, an dem wir das Trennende zurückstellen und uns fühlen als ein einig Volk von Brüdern. Dann wird der tote Buchstabe des Verfassungsgesetzes zum Leben erweckt, dann wird er sich auswirken zum Heile der einen großen Volksgemeinschaft, die alle uns alle unlösbar umschlingt. Reicher Beifall brauste durch den Saal, als der Redner seine inhaltreichen und ernsten Ausführungen beendet hatte. Dann sang man stehend das Deutschlandlied voll packender Begeisterung. Hierauf bot der Volkschor den sein abgestimmten Liedervortrag„Republikanische Hymne“ während Bachs Jubel=Ouver ßend fand dann auf der Parkhausterrasse ein ture der Verfassungsfeier der Stadt Bochum Volkskonzert statt, das ebenfalls zahlreiche einen würdigen Ausklang gab. Anschlie und dankbare Zuhörer fand. Wir schützen die Verfassung mit Leib und Leben beschwört die Polizei. Wie alljährlich am Verfassungstage, so fanden sich auch gestern wieder die gesamten dienstfreien Beamten des Polizeipräsidiums Bochum und der angeschlossenen Polizeiämter Herne und Witten auf dem Hofe der Polizeiunterkunft„Staatsminister Severing" in Bochum zu einer Verfassungsfeier zusammen. Die leitenden Beamten des Polizeipräsidiums und der Polizeiämter waren vollzählig erschienen. Zur Einleitung der Feier spielte die PolizeiMusikkapelle die Ouverture zum Trauerspiel „Eamont" von L. v. Beethoven. Nachdem Polizeipräsident Graß in Begleitung des Führers der Schutzpolizei, Polizeioberst Harlinghausen die Front der Beamtenschaft abgeschritten hatte, hielt er eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Als Deutschland nach beispiellosem Ringen gegen eine Welt von Feinden der ungeheueren Uebermacht erlag, waren die staatlichen Kräfte der Vergangenheit niedergebrochen Unsere wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse waren von Grund auf erschüttert. In dieser Stunde brohender Gefahr des Untergangs entstand die Weimarer Verkassung, die eine bewunderungswürdige Tat in dem Chaos jener Tage bedeutet, weil sie das uns alle umschlingende Band der Einheit des Reiches schuf. Durch sie sind alle Volksgenossen in Ost und West, in Süd und Nord auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Aber auch im innerpolitischen Leben bildet die Weimarer Verfassung die Grundlage der politischen. wirtschaftlichen und kulturellen Weiterentwicklung. An dieser Verfassung darf nicht gerüttelt werden, sollen nicht schwerste Gefahren für die Zukunft entstehen. Die Verfassung zu schützen, sind wir alle berufen und wir als Polizeibeamte in ganz besonderem Maße. Wir schützen die Verfassung mit Leib und Leben. Viele unserer Kameraden haben diese Treue mit ihrem Herzblut besiegelt. In dieser schrankenlosen Hingabe an Volk und Vaterland lassen wir uns von niemand übertreffen. Wir nehmen unsere Pflichten ernst. Man hat uns oft in unserem Bestreben verkannt, beschimpft und verhöhnt, weil wir öfters mit rauher Hand dazwischenfahren mußten. Das hohe Bewußtsein, in ganz besonderer Weise Diener der Gesamtheit, Diener des Volkes und des Vaterlandes zu sein, gab uns die Kraft, dies alles zu ertragen. Wir hoffen alle auf den Tag der doch einst kommen muß, wo für unser geliebtes Vaterland wieder die Morte Einigkeit und Recht und Freiheit" Geltung haben werden, nach innen und nach außen.“ Es folgten einige Gesangsdarbietungen der Nolizeisängervereinigung. Darauf gedachte der Polizeipräsident mit bewegten Worten der von ruchloser Hand gekallenen Polizeibeamten, hie in treuer Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandea ihr Leben hingeben mußten. Zum Gedächtnis der treuen Toten senkten sich unter den Klängen des Liedes„Ich hatt' einen Kameraden" die Fahnen. Dann fand ein Vorbeimarsch der Schutzvolizei und Landjägerei vor dem Polizeipräsidenten statt. Zum Schlusse spielte die Polizei=Musikkapelle den Coburger=Josuas=Armeemarsch. Unter reger Beteiligung der Bevölkerung nahm die Feier einen eindrucksvollen Verlauf. Von 12—13 Uhr konzertierte die Musikkapelle des Polizeipräsidiums auf dem Rathausplatz in Bochum. Nachmittags wurden auf dem Sportplatz der Polizeiunterkunft„Staatsminister Severing“, Bo= chum, die sportlichen Wettkämpf= der Schutzpolizei ausgetragen mit anschließender Preisverteilung, die durch Polizeipräsident Graß vorgenommen wurde. Während der svortlichen Veranstaltung konzertierte ebenfalls die Musikkapelle. Den Abschluß der Veranstaltungen bildete ein Zusammensein der Beamtenschaft in der Polizeiunterkunft„Staatsminister Severing“. )( Befördert wurden zu Oberleutnants: die Leutnants Bernhard Voskamp=Bochum, Reinhold Markert=Recklinghausen, Mar WillBochum, Hans Hoffmann=Recklinghausen Helmuth Schulz=Hagen, Adolf Leesekamp=Reckingbausen. Außerdem wurden zwei Oberleutnantsstellen von Berlin nach Bochum übertragen. Mord in Niedersprockhövel. In seiner Wirtschaft in Niedersprockhövel, Wittener Straße 53, wurde am Mittwoch, zwischen 22,15 und 23,30 Uhr, der 69 Jahre alte Schankwirt Heinrich Nieland erdrosselt und beraubt aufgefunden. Als Täter kommen drei Personen in Frage, die vor der Wirtschaft den Fortgang der letzten Gäste beobachteten und darauf in die Wirtschaft eindrangen. Hier durchschnitten die Täter die Telefonleitung, fesselten den Wirt an Händen und Füßen, brachten ihm schwere Verletzungen am Kopf bei und erdrosselten ihn. Darauf erbrachen sie in der Wirtschaft sämtliche Behältnisse und entkamen unter Mitnahme der Tageskasse von etwa 20 RM in Silbergeld. Die Täter müssen sich bei Ausführung der Tat mit Blut besudelt haben. Sie werden wie folgt beschrieben: 2 Täter etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, schlank, tragen dunkle Anzüge. Der dritte Täter ist kleiner, etwa 1.60 bis 1.65 Meter groß, hat schmale Figur und trägt einen Schlapphut. Bei diesem handelt es sich wahrscheinlich um eine jugendliche Person. Zweckdienliche Angaben, die zur Aufklärung des Verbrechens dienen können, nehmen sämtliche Polizeidienststellen entgegen. Für die Ermittelung der Täter ist eine Belohnung von 500 RM ausgesetzt worden. Zu dem Mord erfahren wir noch: In der Nacht zum Donnerstag gegen 0,30 Uhr wurde der 69 Jahre alte Gastwirt Nieland in Niedersprockhövel in seinem in der Wittenerstraße gelegenen Schanklokal ermordet aufgefunden. Die zentrale Mordkommission Essen, die Mordkommission der Landes. kriminalpolizeistelle Bochum, sowie die Staatsanwaltschaft Essen begaben sich noch in der Nacht zum Tatort. des Die bisherigen Feststellungen ergaben folgenGegen 23,15 Uhr verließen die letzten Gäste das Lokal Nieland. Sie bemerkten vor der Haustür drei unbekannte Männer, die in das Lokal hineingingen. Kurz nach Mitternacht hörte die in den oberen Räumen schlafende Hausangestellte verbächtige Geräusche in der ersten Etage und schlug Lärm. Hierdurch wurden die Täter verscheucht. Unten in der Gaststube lag der Wirt Nieland, seine Arme waren auk dem Rücken kreuzweise gefesselt, die Füße an einem Tischbein angebunden, um den Halbefand sich eine Hankschnur, woran ein Wollhandschuh befestigt war. Dieser Handschuh ist als Knebel benutzt worden. Das Gesicht des Toten wies mehrere Verletzungen auf. die offenbar von Schlägen herrühren. Die Telephonleitung war durchschnitten. Die von den letzten Gästen vor dem Lokal gesechenen drei Männer kommen bestimmt als Täter in Frage. Sie mussen unmittelbar nach dem Betreten des Lokals den Wirt über fallen, gefesselt und erwürgt haben. Sie haben dann die Fernsprechleitung durchschnitten und alle Behältnisse im Erdgeschoß aufgebrochen und durchwühlt. An Bargelb ist ihnen die Tageseinnahme von 20 RMin die Hände gefallen. Etwa eine Stunde haben sie sich in den unteren Näumen aufgehalten und begaben sich dann in die erste Etage, um nach weiterer Beute zu fuchen. Jett erwachte die Hausangestellte und schlug Lärm. Infolge der Dunkelheit können die Täter nur ungenau beschrieben werden. Auf Mitteilungen aug Publikumskreisen wurden durch Schutzvolizeibeamte und Kriminalbeamte vom Polizeipräsidium Bochum sowie der verstärkten Landjägerei und unter Verwendung von Suchhunden die Wälder von Vormholz und Durchholz nach tatverdächtigen Personen durchsucht, aber nicht gefunden Es muß jeden Bürgers Pflicht sein, die Arbeit der Polizei zu unterstützen. Insbesondere ist es von Wichtigkeit zu erfahren, wer die beschriebe. nen Personen gesehen hat, wo sie sich verdächtig gemacht haben und wer in der betreffenden Nacht nicht zu Hause war. Unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Mitteilungen und die ausgesente Belohnung von 500 Mark bittet die Mordkom. mission, die sich zur Zeit im Amtshause in Sprock hövel befindet, um reaste Mitarbeit und verlangt jede Unterstützung. Die Oeffentlichkeit fordert die Aufklärung des Verbrechens, dazu kann sie selbst am meisten beitragen. Saladin auch für 1933 Leiter des Stadtlhealers Duisburg-Hamborn. der Stadt Duisburg=Hamborn stimmte dem Vorschlag der Verwaltung und des engeren Musikausschusses zu, demzufolge mit dem Intendanten Dr. Saladin Schmitt eine Vereinbarung getroffen wird, für die nächste Spielzeit, also bis zum Herbst 1933, das Duisburger Stadttheater zu leiten. Die Bezüge des Intendanten Schmitt werden gegenüber den bisherigen eine Senkung von insgesamt 41 v. Hdt. erfahren. Die Orchestergemeinschaft mit der Stadt Mülheim=Ruhr wird, wie das Presseamt der Stadt Duisburg mitteilt, auch im nächsten Jahr fortget werden. Die 7 setzt werden. Die Zahl der Konzerte wird von 10 auf 6 verringert. In Anbetracht der Reduzierung des Duisburg=Hamborner Orchesters von 8 auf 64 Köpfe ist auch das von der Stadt Mülheim zu zahlende Entgelt gesenkt worden. Wichelmann wieder gefaßt. Der am Dienstag um 11 Uhr aus einer Zelle erichtegesän beg Landgerichtsgefängnisses entwichene Straf gefangene Heinrich Wichelmann wurde gestern, in den frühen Morgenstunden, in der Wohnung einer übelbeleumundeten Familie angetroffen und festgenommen. In seiner Begleitung befand sich noch eine zweite Person, die ebenfalle wegen Einbruchsdiebstahls gesucht wurde. Das Kleeblatt der Wohnungsinhaber und die beiden FesigenomWie wird das Wekter? Nur wenig geschwächt liegt das Zentrum des höchsten Druckes über Mitteldeurschland. Deshalb haben die Winde nach SO gedreht und das heitere Wetter hält an. Bei der großen Trockenheit in den oberen Luftschichten(über Holland beträgt die relative Feuchtigkeit zwischen 1000 und 5000 Metern Höhe nur 20 Prozent) ist die Sonneneinstrahlung sehr intensiv, und die Temperaturen steigen tags über stark an. Der Luftdruck ist über Westeuropa weiter gefallen. Ein Teiltief entwickelt sich über der Biscaya, auf dessen Südseite kühlere Meeresluft ostwärts transportiert wird. Die starke Erhitzung des Kontinents wird einen Vorstoß dieser kälteren Luft begünstigen, und an ihrer Grenze wird morgen starke Gewitterneigung einsetzen. Vorhersage für Freitag: Schwache zwischen Ost und Süd schwankende Winde. heiter bis wolkig, starke Gewitterneigung und örtliche Gewitter, sehr warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Nur geringe Abkühlung und im allgemeinen Fortdauer des sommerlichen Wetters. Vielfach Gewitterstörungen. Man merke! Freitag, den 12. August. Sonnenaufgang 5.10 Sonnenuntergang 1958 Mondaufgang 17.17 Monduntergang— Der Begründer des EisenbahnwesenGeorge Stephenson in Taptonhouse gest.(geb. 1781). Volksfront Groß-Bochum Volksfront Grumme: Freitag, den 12. August, abends 7 im Lokale Göke. Volksfront Altenbochum Laer: Freitag, den 12. August, abende Uhr, bei Drewermann. Volksfront Hofstede: Samstag, den 13. August, abends Uhr. bei Becker. Frei Volk! menen— mußten gemeinsam den Weg zum Polizeigefängnis antreten. Beim Baden in der offenen Ruhr ertrunken. Beim Baden in der offenen Ruhr ertrank am Mittwoch. gegen 14.30 Uhr, ein junger Mann aus Bochum=Hamme Seine Leiche wurde um 17.30 Uhr etwa 500 Meter unterhalb der Herbeder Ruhrbrücke aus der Nuhr geborgen Zwischen Bürgersteig und Straße. Eine Witwe wurde auf der Bongard=, Ecke Kortumstraße von einem Motorradfahrer aus Aachen angefahren und am linken Unterarm leich: verletzt Am gleichen Tage, gegen 18.45 Uhr, wurde ein Radfahrer auf der Kortumstraße von dem Hause Nr. 2 von einem Motorradfahrer angefahren. Der Motorradfahrer erlitt leichte Hautabschürfungen. Ein Radfahrer wurde auf der Hattinger Straße, vor dem Hause Nr. 312, von einem Motorrad angefahren. Das Fahrrad wurde leicht beschädigt. Am gleichen Tage gegen 2030 Uhr, wurde ein Schüler auf der Blumenfeldstraße von einem Radfahrer angefahren und am linken Knie leicht verletzt. u. Der 11 Jahre alte Schüler Alfred R., Herner Straße wohnhaft, der gestern morgen auf dem Fahrdamm der Vödestraße, in Höbe des Hauses Nr. 4, sich dem Ballspiel ergeben hatte, achtete nicht im Eifer des Spiels der Hupensignale eines aus Richtung der Wielandstraße kommenden Motorrades, in dessen Fahrtrichtung zur Herner Straße er geradewegs hineinlief. Im Sturze zog er sich eine Verletzung des Hüftgelenks sowie stark blutende Hautabschürfungen zu. Leid kam über die Familie der Eheleute S. von der Kortumstraße, deren 4 Jahre altes Kind Erich gestern morgen dem geöffneten Küchenschranke in einem unbewachten Augenblicke eine Flasche mit Salzsäure entnahm, die man zum Laden eines Akku benutzen wollte. Beim Oeffnen der Flasche verschüttete es einen Teil des Inhalts über seine Kleider, wobei Hände und Füße in Mitleidenschaft gezogen wurden. Mit schweren Aetzwunden wurde das bedauernswerte Kind schleunigst einem Arzte zugeführt. u. Der 16 Jahre alte Werner M., Gahlenschestraße wohnhaft, turnte gestern mittag an einer im Hofraum des Elternhauses aufgestellten Reckstange. Bei Ausführung eines freihändigen Knieschwunges ließ# die nötige Vorsicht außer acht und schlug im Absprung mit dem Gesicht auf das Hofpflaster auf. so daß er blutüberströmt und besinnungslos liegenblieb. Man schaffte ihn in die elterliche Wohnung, wo der sofort herbeigerufene Arzt einen Unterkieferbruch sowie eine erhebliche Verletzung des Nasenbeins feststellte. o= Wallfahrt nach Bornhofen. Der Lourdesverein hatte seine Mitglieder für Mittwoch zu einer Wallfahrt nach Bornhofen bei Boppard. einem Wallfahrtsort der Gottesmutter, eingeladen. Ueber 70 Mitglieder beteiligten sich daran. In Remagen wurde gehalten, um der bl. Messe beizuwohnen. Dann ging es nach Bornbofen. Die Rückfahrt erfolgte über Ehrenbreitstein mit einem längeren Aufenthalt auf dem Arenberge. Spät abends kamen alle wieder glücklich in Bochum an. Stue TAGEBUC Cooyrighi be Verlao A . Fo Die Soldaten bege flüstern, und dann er schüchtern: „Halt, Genosse, nicht pathetisch aus.„Jetzt gi „Also—, wie denn wo kann ich d also, und dann ist ar pen—. Also—, wo sol „Was für ein Geld der nicht gleich verstehe eigentlich wollte. „Na ja Sie haben der Kaserne reden auch dem Zaren das ganz unter das Volk aufteil „Ach so, das meinen sein!“ versprach Gwosd ist, daß ihr jetzt mit en offizieren recht streng zu verhätscheln. Und nicht aus. Benützt de ihr die Macht in eure 4 ten sich die Reichen ih und teilen die Zareng Und dann. leb wohl, o wandte er sich an den sprochen. „Vergeßt nicht“, fuh gewendet, fort:„perge während ihr an der Fr terland gesessen sind un haben! Daß eure Frai gewaschen und dabei! kommen haben! Und 1 men gefühlvolle Romar dem Kanapee gelegen und Langeweile nicht sollten! Und vergeßt fuß gehen und euch w während ihre Kinderch m Park spazieren geh spielen!“ Organisiert euch mit lauter Stimme; Zaren; nehmt sie euc Burshui, den Kapitali alle Säfte aus dem Reichtum dem Volke, Merkt euch gut, daß di ter fortsetzen wollen, b daten hin sind, damit Geld des Zaren und und aus dem Ausland und Maschinen bestell ganze Volk ausgerottet So dumm, so birnv waren, ich sah, daß sie fen Eindruck machten. Wir werden uns sagte der Soldat, desse werden uns schon helf wahr?“ „Aber selbstverständ jeden Tag hierberkom die nötigen Instruktior Wir danken aufs uns wie ein Vater!“ und Gwosdjew reichte sie sehr verlegen, aber gingen fort, und ich t „Was haben Sie de zusammengekohlt, Kan Er sah mich lächel „Ach Sie, mein lie wohl geglaubt, daß füßen Verslein macht heißt Blut, Rache und setzt alles zerstören, un aufzubauen!“ In dein Nachdruck verboten 40. F Es ging auf Weihnac Zeit seiner Behandlung nicht überraschend und zosischen Arztes in schlossen, daß das rechte erlange, die Möglichkeit starke Erschütterung Im übrigen sei die Wund lei Komplikationen befür Arginia war glücklic hnachtsabend bereitet reito wieder, was um schmückte sie einen Baun lisch; auch Frau Magda scheren lassen. Sie selb sie erst jetzt als Braut würde ihm eine Ueberra sie sich für den wenngleich sie die köstlich einen Monat besaß.A schwer gefallen. Zuerst wurden Peter verlobten und bald als Dienst des Hauses Neub brachte das Geschenk mit wollte: Sechs silberne Li „Wo hast du die her?“ mit klopfendem Herzen daß drinnen am Weihna „Von Manancourt! Me klärte Peter stolg. Aber ger und wollte schon dre das Glockchen klingelte, Lichterbaum erstrahlte. Georg hörte die Ke Virgima das„Stille Gräfin mit ihrer etwas Studenten-Liebe TAGEBUCH EINER RUSSISCHEN STUDENTIN Copurighi be Verlag Anton Pustet, Salzburg. Nach druck verboten. ALEXANDRA RACHMANOWA Tscheka und Tod . Fortsetzung.) Die Soldaten begannen untereinander zu flüstern, und dann erhob sich einer und sagte schüchtern: „Also—, wic—, Herr Student?“ „Halt Genosse, nicht Herr!“ rief der Student pathetisch aus.„Jetzt gibt es keine Herren mehr!“ „Also—, wie denn—, Genosse Student—, also—, wo kann ich denn das Geld bekommen? Mein Weib— also— braucht einen Paletot—, also, und dann ist auch meine Kuh umgestanven—. Also—, wo soll ich mir das Geld holen?“ „Was für ein Geld denn?“ fragte Gwosdjew, der nicht gleich verstehen konnte, was der Soldat eigentlich wollte. Na ja Sie haben doch gerade gesagt, und in der Kaserne reden auch alle davon, daß sie jetzt dem Zaren das ganze Geld wegnehmen und unter das Volk aufteilen werden!“ „Ach so, das meinen Sie! Das wird sehr bald sein!“ versprach Gwosdjew.„Aber das wichtigste ist, daß ihr jetzt mit euren Offizieren und Unteroffizieren recht streng seid! Ihr braucht sie nicht zu verhätscheln. Und dann, laßt den Moment nicht aus. Benützt den Moment. Gleich müßt ihr die Macht in eure Hände nehmen. Sonst richten sich die Reichen ihr eigenes Ministerium ein und teilen die Zarengelder unter sich selbst auf. Und dann, leb wohl, o Kuh, leb wohl, o Paletot!“ wandte er sich an den Soldaten der soeben gesprochen. „Vergeßt nicht“, fuhr er dann, wieder an alle gewendet, fort:„pergeßt nicht, daß die Burshui, während ihr an der Front geblutet habt, im Hinterland gesessen sind und ihre Koteletten gegessen haben! Daß eure Frauen für die Damen Wäsche gewaschen und dabei die Lungenschwindsucht bekommen haben! Und währenddem haben die Damen gefühlvolle Romanzen gesungen und sind auf dem Kanapee gelegen und haben vor Nichtstun und Langeweile nicht gewußt, was sie machen sollten! Und vergeßt nicht, daß eure Kinder barfuß gehen und euch wie die Fliegen wegsterben, während ihre Kinderchen mit den Gouvernanten im Park spazieren gehen und mit den Hündchen spielen!“ Organisiert euch, Genossen!“ schrie er jetzt mit lauter Stimme;„die Macht entgleitet dem aren; nehmt sie euch und laßt sie nicht den urshui, den Kapitalisten, die euch auch wieder alle Säfte aus dem Leibe saugen werden. Aller Reichtum dem Volke, und Friede statt Krieg! Merkt euch gut, daß die Bærshui den Krieg weiter fortsetzen wollen, bis alle Arbeiter und Soldaten hin sind, damit sie dann untereinander das Geld des Zaren und die Erde aufteilen können, und aus dem Ausland werden sie dann Arbeiter und Maschinen bestellen, damit überhaupt das ganze Volk ausgerottet wird!“ So dumm, so hirnverbrannt seine Worte auch waren, ich sah, daß sie auf die Versammelten tiefen Eindruck machten. Wir werden uns schon zusammennehmen! sagte der Soldat, dessen Kuh verendet war„Sie werden uns schon helfen, Genosse Student, nicht wahr?“ „Aber selbstverständlich, Sie brauchen jetzt nur jeden Tag hierherkommen, ich werde Ihnen schon die nötigen Instruktionen geben!“ „Wir danken aufs höflichste! Seien Sie uns wie ein Vater!“ antworteten alle im Chor, und Gwosdjew reichte ihnen allen die Hand, was sie sehr verlegen, aber auch sehr stolz machte. Sie gingen fort, und ich trat zu Gwosdjew. „Was haben Sie denn da für einen Blödsinn zusammengekohlt, Kamerad?" fragte ich. Er sah mich lächelnd an und sagte: „Ach Sie, mein liebes Fräulein, Sie, haben wohl geglaubt, daß man eine Revolution mit üßen Verslein macht? Nein, nein, Revolution heißt Blut, Rache und Zerstörung! Wir müssen setzt alles zerstören, um dann erst eine neue Welt aufzubauen!“ 19. Februar 1917. Im Büro der Studentenschaft geht alles durcheinander. Arbeiter, Soldaten, merkwürdige Gestalten, von denen niemand weiß, woher sie aufgetaucht sind, und als Herrscher über allen Gwosdjew und Utjakow, der jetzt plötzlich vollständig aufgewacht ist. Er sagt, er habe ganz vergessen, an welcher Fakultät er sei, denn„auch der Revolution habe er dort nichts meyr zu suchen“. Und dann der Sohn eines Arztes, eines Freundes meines Vaters. Die drei wissen alles, erklären allen alles und verteilen kleine Zettelchen aus schlechtem, braunem Papier, auf denen mit lakonischen Worten die neuesten Nachrichten aus Petersburg verzeichnet sind. Ich bekam auch ein solches Blatt:„Die ganze Macht den Arbeitern und Bauern! Wir fordern die Absetzung des Zaren, zum Teufel mit dem verantwortlichen Ministerium, die ganze Macht den Räten der Arbeiter= und Soldatendeputierten! Ganz tersburg ist bereits in unseren Händen!“ 21. Februar 1917. Heute lautet das Bulletin folgendermaßen: „Genossen! Es streiken bereits mehr als 100000 Arbeiter! Unterstützt sie in euren Fabriken! Legt die Arbeit nieder, gebt auf die Straße, fordert Frieden, Brot, die Abdankung des Zaren, und zum Teufel mit der ganzen Bourgeoisie!“ 26. Februar 1917. Das heutige Bulletin:„Genossen! Ganz Petrograd ist auf den Straßen! Außer der Admiralität, der Petropowlawsker Festung und dem Winterpalast ist die ganze Stadt in unseren Händen! Der Rat der Arbeiter= und Soldatendeputierten wurde gebildet! Die Bourgeoisie will den Zaren und das verantwortliche Ministerium retten! Zum Teufel mit dem Zaren, zum Teufel mit dem verantwortlichen Ministerium! Die ganze Macht den Soldaten und Arbeiterdeputierten! Der Zar will uns niederdrücken, aber die Truppen sind zu uns übergegangen!“ Die erste Ernte auf 28. Februar 1917. In der Stadt scheinen alle den Kopf verloren zu haben. An allen Ecken werden Reden gehalten, in allen Sälen finden Versammlungen statt. Alle versprechen, alle sind erfüllt von Freude. Gerade so, als ob es Östern wäre. Alles spricht von Preßfreiheit, von freier Meinungsäußerung, von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Leute, die sich auf der Straße begegnen, gratulieren einander. In unsere Familie brachte ich als erste die Nachricht von der Revolution. Ich selbst war von der freudigen Stimmung ganz ergriffen. Ich lief in das Speisezimmer und rief: „Revolution! Ende des Krieges! Sdrawstwuite." Towarischtschi!“ Ich dachte, alle würden vor Freude aufspringen. Aber die Gesichter der Eltern, des Dozenten und des Obersten Orlow, der gerade bei uns war, zogen sich in die Länge. Der Vater nahm die Brille herunter, was bei ihm immer ein Zeichen der größten Aufregung ist, und mich mit seinen großen, kurzsichtigen Augen anblickend, sagte er: „Na und du, worüber freust denn du dich?“ * Grußformel. (Fortsetzung folgt.) er den Hund losschloß und das Haus verließ, um einen Spaziergang in das Isartal zu machen. Dann war sie wenigstens nicht versucht, in seine Nahe zu schleichen und die Wunde zu betrachten. Lag er aber auf dem Diwan und schlief, oder saß er an seinem Schreibtisch, dann kam es wie geheime Gewalt über sie: sie mußte leise nähertreten und diese rote Narbe. diese leere Augenhöhle ansehen. Oft wollte sie sich einreden, das Rot werde blasser, sein rechtes Auge habe wieder Kraft und sei wie jedes andere menschliche Auge, aber der Wahn verflog, sobald Georg sich rührte und sein Gesicht wie eine ausgelöschte Lampe vor sich her trug. Als Virginia sich vor sich selbst und vor ihrer Angst nicht mehr retten konnte, floh sie zur Gräfin und weinte sich aus an der Brust dieser gütigen, tapferen Frau. Die Gräfin ließ ihr Zeit und strich über ihren Scheitel, ohne zunächst zu ahnen, wie tief das Leid sich schon in ihre Seele eingegraben hatte. Schließlich, als Virginia noch immer nicht mit der Sprache herauswollte, begann sie zu raten. Ob sie sich einsam fühle?— Ob sie Geldsorgen habe?— Ob sie sich krank fühle? Virginia winkte jedesmal ab. Die Gräfin dachte nach, was sie noch fragen könnte; sie ließ eine Tasse Kaffee bringen, der lockerte die Unterhaltung. Endlich begann Virginia zu sprechen: „Mir ist so bang, Frau Magda, mir ist so bang! — Nicht um mich!— Wenn das Kind— mit der Wunde zur Welt kame!“ „Aber, Kind, wie kommst du auf diese Gedanken?! Da kannst du doch ganz unbesorgt sein. Eine Verwundung überträgt sich nie. Auf dich allein kommt es an. Du mußt nur Vertrauen haben, du mußt froh sein, dankbar und zuversichtlich! Nein— aber ich kenne dich ja gar nicht wieder! Also, daß du mir schleunigst mit diesen Grillen Schluß machst! Hast du Georg schon davon jesprochen?“ Nein." „Ein Glück! Das hätte ich dir auch nie verziehen Also von heute an wirst du mir jeden Tag beichten. wie oft du dich mit diesen Grillen abgegeben haft. Wenn es dich anficht, dann stelle dir von. wie dich bald die blauen Aeuglein deines Kindes anlachen won den. Sieh, jetzt lachst du schon wieder. Wie sollst du erst lachen, wenn alles überstanden ist.“ folgt.) Ein Prinz als Kokainschmuggler. Bukarest im Kauschgiftfieber.- Das Geheimnis des fürstlichen Luflhelden. Bukarest, 10. August. GP. Es ist seit langem kein Geheimnis— und am wenigsten für die rumänische Polizei—, daß der Hafen Constanza am Schwarzen Meer das Haupteinfallstor für Rauschgifte aller Art wie Opium, Morphium, Haschisch, Kokain und Heroin nach Europa darstellt. Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache, daß praktisch die gesamte„Gesellschaft" Rumäniens sich in den Klauen der Rauschgiftsucht befindet. Kokain gilt als fein. Kokain ist der dernier eri. Bukarest ist die Stadt der Rauschgifte geworden. In Zusammenhang mit einem großangelegten Feldzug der rumänischen Polizei gegen den Schmuggel von Rauschgiften ist jetzt das düstere Hollands Neuland. Einstige Fischer, die jetzt Bauern wurden, dreschen die Rapsernte. Noch vor wenigen Jahren dehnten sich hier weithin die Fluten der Zuider See. Inzwischen wurde der gigantische Plan der Trockenlegung dieses Binnenmeeres durchgeführt, und jetzt konnten zum ersten Male fleißige Hände die Ernte auf dem neu gewonnenen Lande bergen Geheimnis eines einst viel gefeierten Lufthelden, des Prinzen Ghicka, bekannt geworden und hat seinen Niederschlag in den Zeitungen gefunden. Desselben Prinzen Ghicka, dessen Tod vor kurzem ganz Rumänien in Trauer versetzt hat. Nach außen galt der junge Prinz als erfolgreicher Pilot und Rennflieger, als der gefeierte Heros seines Landes. In Wahrheit war er völlig seiner Sucht nach Rauschgiften verfallen und benutzte seine Lang=Distanzflüge nach dem Osten zur Durchführung eines Giftschmuggels in riesigen Ausmaßen. In den letzten Jahren seines Lebens flog der Prinz nur deshalb so oft nach dem Osten, um große Mengen von allen möglichen Rauschgiften nach Rumänien zu schmuggeln. Sein prinzlicher Name und sein Ruf als Flieger schützten dabei sein Flugzeug vor der Kontrolle der Zollbehörden. Sein Tod war die Forge seines Lasters, seiner Rauschgiftsucht. Er starb, nachdem er einigen Agenten große Mengen Gift übergeben und mit ihnen eine Tour durch die Nachtlokale Bukarests gemacht hatte, an Vergiftung durch übermäßigen Kokaingenuß. Dieser Skandal, zu dem sich ein weiterer gesellte, indem eine bekannte Schönheit der Bukarester Gesellschaft, Betty Magalea, ebenfalls an Kokainvergiftung starb, hatte zur Folge, daß die Polizei sich endlich entschloß, mit dem Schmuggelunwesen in Konstanza aufzuräumen. Jedes Schiff, das im Hafen vor Anker geht, wird gründlich durchsucht, um der weiteren Einfuhr von Rauschgiften einen eisernen Riegel vorzuschieben. Aber man kennt die Gerissenheit der Schmuggler, man weiß, daß sie über schier unerschöpfliche Mittel verfügen, und so muß man einstweilen daran zweifeln, daß die Bemühungen der rumänischen Polizei durchschlagenden Erfolg haben werden. Zu hoffen wäre es. Sonnengebräunte Haut In deinen Augen steht mein Bild Nachdruck verboten (40. Fortsetzung.) Eb ging auf Weihnachten zu, als der Professor die Zeit seiner Behandlung beendete. Das Ergebnis war nicht überraschend und deckte sich mit dem des franzosischen Arztes in Neuilly. Es sei nicht ausgeschlossen, daß das rechte Auge die Sehkraft wiedererlange, die Möglichkeit sei äußerst gering und setze eine starke Erschutterung des Nervensystems voraus. ym übrigen sei die Wunde gut geheilt und lasse keinerKomplikationen befürchten. rginia war glücklich über diesen Befund. Den Weihnachtsabend bereitete sie vor, als sehe Georg bereits wieder, was um ihn vorgehe. Zum erstenmal schmückte sie einen Baum, bereitete sie einen Gabenlisch; auch Frau Magda sollte kommen und sich bescheren lassen. Sie selbst schmückte sich, als erwarte sie erst jetzt als Braut ihren Bräutigam; denn sie wurde ihm eine Ueberraschung ins Ohr flüstern, die sie sich für den Heiligen Abend aufgespart hatte, wenngleich sie die köstliche Gewißheit schon länger als einen Monat besaß. Wie war ihr das Schweigen schwer gefallen. Zuerst wurden Peter und Resi beschenkt, die sich berlobten und bald als Hausdienerpaar ganz in den Dienst des Hauses Neubauer übergehen sollten. Peter brachte das Geschenk mit, das er seiner Braut geben wollte: Sechs silberne Loffel, in Papier eingeschlagen. „Wo hast du die her?“ fragte Georg, der mit ihm mit klopfendem Herzen im Vorzimmer wartete, bis daß drinnen am Weihnachtsbaum das Glöckchen ging. „Von Manancourt! Meine einzige Kriegsbeute"; erklärte Peter stolg. Aber Georg erhob streng den Finger und wollte schon drei Tage Arrest verordnen, als das Glöckchen klingelte, die Tür aufging und der Lichterbaum erstrahlte. Georg hörte die Kerzen knistern, er hörte, wie Virgimia das„Stille Nacht“ anstimmte, mie die Gräfin mit ihrer etwas kühlen Altstimme einfiel, und Roman von Peter Heinrich Keulers wie Peter eine ganze Oktave tiefer mitbrummte. brachte keinen Ton hervor, er selbst versuchte Dann kam die Bescherung. Resi mit einzustimmen. Dann kam die Bescherung. Resi und Peter wurden beglückwünscht, durften ihre Pakete nehmen und in die Gesindestube gehen. Frau Magda machte große Augen, als sie sah, wie Virginig ihrem Manne etwas ins Ohr lispelte und der sein Weib darauf, fast wahnsinnig vor Freude, so fest an sich drückte, daß sie beinahe erstickte. „Beste Frau Magda.“ erklärte Virginia,„sonst erfuhren Sie immer zuerst meine Geheimnisse, aber auf dieses hatte mein Mann den ersten Anspruch.“ Weiter brauchte sie nicht zu reden. Die Gräfin verstand und bedauerte nur, daß sie die Wiege nicht unter den Christbaum gestellt habe. Virginias Wangen glühten vor Seligkeit, ihr Blick rubte unverwandt auf Georgs Gesicht, das mit einer erschreckenden Deutlichkeit zeigte, was in seiner Brust vorging. Als die Gräfin in ihre Villa zurückgegangen war, hielt er sich nicht länger. Er umarmte Virginia und bekannte ihr schluchzend, wie schwer er daran trage, sie nicht sehen zu können. Wie werde es erst sein, wenn sie das Kindlein habe und Mutter sei. Virginia weinte mit ihm, aber es war weniger Bitterkeit in diesen Tränen als Ohnmacht, all das Glück nun allein erwarten und gleichsam nur scheinbar, nur zu einem ganz geringen Teil hinnehmen zu müssen Als die Kerzen am Baum anfingen zu flackern und nacheinander erloschen, fanden sie sich in die Wirklichkeit zurück. Virginia war dafür, daß es ein Junge sein müsse, dann werde er so groß und so stark wie sein Vater. Georg widersprach. Ein Junge sei nie sicher, daß ihm das gleiche Schicksal widerfahre wie seinem Vater. Mädchen und Franen seien Freudespenderinnen.„Sie heilen, wo Männer verwunden, sie streuen Liebe, wo Männer Zwietracht säen, sie tragen das Leben in ihren warmen Händen, während Männer Waffen in ihren Fäusten führen." Bei diesen Worten stand flammender Zorn auf Georgs Stirn. Virginia suchte ihn abzulenken, nahm seinen Arm und bat, noch ein Stündlein mit ihr ins hollän. dische Zimmer zu kommen. Sie hatte es selbst so eingerichtet, wie sie im Haag die behaglichen alten Sruben der vornehmen Holländer gesehen hatte, mit einem offenen Kamin, darin das Holg knisterte und mit schweren, tiefen Sesseln, in denen es sich so gut plaudern ließ. Georg nannte es scherzend„das Spionagezimmer“, schlürfte aber gerne den Tee vor der wohligen Wärme des flackernden Kaminfeuers und ließ die Kringel seiner Zigarre in das milchige Licht der großen Stehlampe aufsteigen. Frau Virgima saß neben ihm und träumte in seliger Erwartung.. Als das neue Jahr anbrach und die Hilfe Resie im Hause Neubauer mit jedem Tage nötiger wurde, glaubte die Gräfin zu bemerken, wie Virginia an Zuversicht und Frohsinn verlor, wie ihre Augen öfter als sonst an der Stirnnarbe Georgs hingen und dann schen abirrten. Ein ängstlicher Zug grub sich um ihren Mund ein, ihr Lachen wurde seltener und lag nur an der Oberfläche ihres sonst so sonnigen Wesens. Anfangs glaubte sie, es handle sich um allgemeine Angstzustände, die sich mit der Zeit von selbst beheben würden. Auch Georg fiel ihr bedrücktes Wesen auf. Doch wagte er nicht zu fragen, weil ihm selbst die Zunge schwer wurde, so oft er ihr Mut zusprechen wollte. Es kamen Stunden, da er zerknirscht die Gründe prüfte, die ihn veranlaßt hatten, aus der freiwilligen Verborgenheit herauszutreten und Virginia an sich zu ketten. Wie würde er dem neuen Menschlein Vater sein können, er, der selbst ein Kind war an der Hand seines Weibes Aber Virginia wurde von anderen Gedanken gequält. Sie hatte einmal gehört, daß sich die Sorgen der Mutter gar leicht dem Kinde aufdrückten, daß ein kleines Wesen mit dem Wundmal der Eltern zur Welt komme, wenn der Vater oder die Mutter von dieser Wunde in ihrom Sinnesleben gestört seien. Sollte sie sich Georg anders vorstellen als mit dieser Entstellung des Gesichtes?! Wie entsetzlich, wenn das Erstgeborene mit einer schrecklichen Narbe auf der Stirn das Licht der Welt erblicken oder gar nie dieses Lichtes teilhaftig würde! Es kam soweit, daß sie Georg aus dem Wege ging oder froh war, wenn Aus Westdeukschland. Zwei Paddler ertrunken. Düsseldorf. In der Nähe von Mönchenwerth kenterte ein mit zwei Personen besetztes Paddelboot. Die beiden Insassen, ein Herr und eine Dame, ertranken. Ihre Leichen konnten bisher noch nicht geborgen werden. Mitglieder der Rettungsstation konnten das kieloben treibende Boot an Land bringen. 54 000 Mark gestohlen. Schnelle Aufklärung des Diebstahls. Köln. Vor einigen Tagen wurde einem Kinobesitzer in der Breitestraße aus der Privatwohnung ein Koffer mit 54 000 M. barem Geld gestohlen. Der Diebstahl hat sich überraschend schnell aufgeklärt. Die beiden Täter. ein Kraftfahrer und ein Kinoangestellter, gaben den gestohlenen Koffer gleich nach der Tat an ein Ebepaar in Ehrenfeld weiter, das ihn vier Tage lang aufdewahrte. Am vierten Tage erschien der Kraftfahrer und erklärte dem Ehepaar. das Geld müßte sofort als gewöhnliches Postpaket nach Bielefeld an seine Braut geschickt werden. Das Ehepaar kam der Aufforderung auch nach, aber die Ehefrau konnte nicht schweigen. Sie erzählte Nachbarn und„guten“ Freunden von ihrer Errungenschaft, und einer der guten Freunde schickte daraufhin eine anonume Anzeige an die Kriminalpolizei, die der Sache gleich auf den Grund ging. So wurde sofort die Bielefelder Polizei benachrichtigt, und der Zusammenarbeit gelang es, den Geldkoffer in Bielefeld zu beschlagnahmen. Von dem gestohlenen Geld konnten 22 000 M. in bar soforz wieder herbeigeschafft werden. 15 000 M. hatte die Braut des Kraftfahrers in Sparkassenbüchern anlegen lassen. Die fünf Beteiligten wurden verhaftet. Der„Raubüberfall im Wald von Schlebusch“. Gefängnis statt Zuchthaus. Düsseldors. Im Juni ds. Js. verurteilte das Düsseldorfer Erweiterte Schöffengericht den Obersekretär E. aus Opladen wegen Amtsunterschlagung und Urkundenbeseitigung zu 1 3 Monaten Zuchthaus. E. hatte erklärt. daß er am 12. Februar im Walde von Schlebusch, als er sich mit Dienstgeldern unterwegs befand, überfallen worden Gewinnauszug 5. Klasse 39. Preußisch=Süddensche (265. Prenß.) Staats=Lotterie. Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar se einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3. Ziehungstag 10. August 1932 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 8 Gewinne zu 10000 M. 4596 199116 281873 Gewinne m 5000 M. 8607 45733 86770 103905 4 Gewinne mn 3000 M. 10045 77513 78099 222309 260620 263466 336866 48 Gewinne zu 2000 M. 16642 42310 45528 74890 105199 149254 155773 186488 189449 196793 223582 240456 248852 252490 255262 272669 277279 311546 343113 360322 374811 2 98 5114 35042 38879 608 71423 83785 111674 129777 129889 131526 145485 145816 150806 151345 162560 168032 178250 179641 181404 194335 195066 196281 198496 211752 223959 225124 227170 227199 247608 300799 30500 303418 325325 342383 353687 368717 374878 380365 383608 210 Gewinne m 600 M. 7704 11849 13112 17112 6106 27741 33952 36514 41020 41596 44882 4543 7794 61680 63391 54562 60996 61138 80950 85667 87078 89430 92592 101728 101740 104747 108246 117517 120538 123525 126084 128656 129364 133491 138563 139362 140822 141729 143993 183380 180225 161236 178057 180433 182178 182662 184159 184347 191087 196003 202302 204563 205334 211954 216853 224255 224845 229366 229964 231071 231894 240840 249793 249886 256526 261141 271151 276264 276553 276731 280496 281739 297577 299804 299985 306339 305463 317069 318893 319810 321140 321693 328050 328070 328328 329948 337826 351841 359112 359605 359917 361399 362430 369176 369680 371963 371992 377167 382506 888113 388488 390016 392036 392094 394444 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne in 10000 au. 320994 10 CeBNRS 2 8000 M. 20730 68789 88246 20 Gewinne zu 3000 M. 2263 67877 102281 138164 147086 189518 263976 281169 333128 52 Gewinne mu 2000 M. 17459 17619 37437 70403 18132 2214 17250 220170 227060 26099. 313030 319639 334893 339026 259692 42 Gewinne i» 1000 M. 10708 12529 16262 27764 31857 32996 40440 56708 62503 66302 665 15 69506 69594 71103 74917 77307 77994 78452 79817 81394 82220 89006 90499 90674 98494 103212 107367 11617 111842 114122 119948 121214 13578 147828 159157 187756 188464 192220 236489 238262 241079 244740 245087 248374 252951 257467 266082 267721 272991 27664 278199 279378 263890 285046 308724 313670 326551 328915 329291 334286 340863 343163 3459531 35 3836 370470 381952 384497 154 Gewinne iu 500 M. 3049 9706 18260 26033 82736 42019 47346 47935 60452 62087 55311 56269 82716 90758 94443 96725 102166 113290 114633 116427 116522 124575 127511 128018 128535 134870 135091 138728 140136 140556 143144 145748 168179 180024 185205 188580 21065 211331 218265 219251 222157 226185 236712 238353 241400 242435 242990 243870 246328 248858 248951 250369 252706 253101 253318 253676 259170 261077 261488 266963 301377 304730 305041 306163 316923 325984 329226 333684 338386 339573 346974 354914 370013 371857 381234 388433 391509 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Gewinne zu je 5 000, 2 zu je 300 00, 2 zu je 20000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 12 zu je 5 0 0, 28 zu je 25000, 178 zu je 10 00, 438 zu se 500 904 zu je 3000, 2606 zu se 2000, 5312 zu je 1000. 8928 zu je 500, 26688 zu je 400 M. Zur gefälligen Beachtung! Aus Anlaß des Verfassungstages fällt die Ziehung am Donnerstag, dem 11. August aus. Die nochu= Ziehung findet am 12. August statt. und ihm die Aktentasche mit 3000 RM geraubt worden sei. Dieser Fall schien fingiert zu sein, konnte aber nicht restlos geklärt werden. Bei den Ermittlungen stellte die Polizei aber fest, daß E. 2000 M. Amtsgelder unterschlagen und Akten beseitigt hatte. Gegen das Zuchthausurteil legte E. Berufung ein, die nun insofern Erfolg hatte. daß sich die Große Strafkammer nicht restlos von der Schuld des Angeklagten in der Frage der Aktenbeseitigung überzeugen konnte und E. statt der Zucht, hausstrafe mit acht Monaten Gefängnis bestrafte. Doch noch Berufung im Fingerhut=Prozeß. Düsseldorf. Die Justizpressestelle teilt mit: In der Strafsache gegen den Fabrikanten Heinr. Fingerhut in Wuppertal=Vohwinkel, der durch Urteil des Schöffengerichts in Wuppertal=Elberfeld vom 15. März 1932 im Wiederaufnahmeverfahren von der Anklage der gewerbsmäßigen Hehlerei freigesprochen worden ist— nichdem er im ersten Verjahren, das alle Instanzen durchlief, zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt worden war— hat die Staatsanwaltschaft sich nunmehr entschlossen. die von ihre eingelegte Berufung durchzuführen. Das Verfahren wird mit tunlichster Beschleunigung zum Abschluß gebracht werden. Sondergericht in Wuppertal. Wuppertal. Auf Verfügung des Justizministeriums hat der Stellvertretende Landgerichtspräsident beim Landgericht Elberfeld die sofortige Bildung hundert Jahre Kheinschiffahri. a Die Waffen-Kazzia im Gänge-Viertel von Hamburg. Polizeiposten durchsucht einen Radfahrer nach Waffen. Ueberraschend sandte die Hamburger Polizei etwa 1500 ihrer Beamten zu einer großangelegten Waffensuche in das Hamburger Unruhezentrum, das berüchtigte Gänge=Viertel. Viele Waffen wurden beschlagnahmt und etwa 50 Verhaftungen vorgenommen. Im August 1832 fuhr der erste Frachtdampfer rheinaufwärts von Kehlheim bis zur Schweizer Grenze. Für diese 127 Kilometer lange Strecke brauchte er noch volle sechs Tage. Heute legen die modernen Schlepper dieselbe Strecke mit vier und fünf Lastlähnen im Schlepptau in knapp dreißig Stunden zurück.— Unser Bild zeigt einen Schleppdampfer mit fünf Lastkähnen bei Worms. eines Sondergerichts im Sinne der Notverordnung des Reichspräsidenten verfügt, damit für den Landgerichtsbezirk Wuppertal bei etwaigen Ausschreitungen die Verurteilung im Schnellgerichtsverfahren und mit den entsprechend erhöbten Strafen der Notverordnung erfolgen kann. Schülerin durch Hitzschlag getötet. Opladen. Im hiesigen Freibad„Waldwinkel“ erlitt eine 13jährige Schülerin einen Hitzschlag, als sie neben dem Bassin im Sande ein Sonnenbad nahm. Trotz den vom Bademeister sofort angestellten Wiederbelebungsversuche konnte der herbeigerufene Arzt nur noch den Tod des Kindes feststellen. Das Mädchen soll herzleidend gewesen sein. Autobus stürzt eine Böschung hinab.— Dreißig Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Wyler(Kr. Kleve). Auf der Fahrt nach Klepe— Emmerich versagten plönlich auf der Talfahrt von Berg und Dal nach Beek die Bremsenaneinem kleinen Autobus, der mit 30 Personen aus Utrecht besetze war. Mit einer Schnelligkeit von 80 Kilometer sauste der Autobus nach unten. Der Wagenführer versuchte, den Wagen durch Ansteuern gegen eine starke dege zum Halten zu bringen. Der Wagen durchbrach aber die Hecke und sturzte dann eine vier Meter hobe Böschung hinab. Der Autobus wurde schwer be. schädigz und am vorderen Teile völlig eingedrückt. Wunderbarerweise kamen die 30 Personen mit dem Schrecken davon Schmugglerbande vom eigenen Führer überfallen. Gladbach=Rhendt. In der Nacht wurde unweit der Pannenmühle eine Gladbacher Schmuggler. kolonne aus dem Hinterhalt überfallen und ihrer Waren beraubt. Der Ueberfall war jedoch, wie die Unterschung ergab ein abgekartetes Spiel, des Führers der Schmugglerkolonne und zweier Komplizen. Sie hatten für diese Nacht zwei weitere Berliner Börse. Berlin, 11. August. Im allgemeinen hat die innerpolitische Situation im Vergleich zu gestern noch keine weitere Klärung erfahren, und dies war der Hauptgrund für die noch in den heutigen Vormittagsstunden herrschende Zurückhaltung. Trotz der Geschäftslosigkeit und der geringen Unternehmungslust der Kundschaft wurden aber gut behauptete Kurse taxiert, und wirklich war die Eroffnungstendenz auch beute zumindest widerstandsfahig. Neben dem weiter festen Newyork boten die wieder anziehenden Rohstoffpreise eine Stütze, vor allem kam aber der Börse das energische Einsetzen des Reichspräsidenten für den Gedanken eines Prasidialkabinetts überraschend, und gab der Spekulation Veranlassung zu kleinen Rückkäufen. Da die Märkte als bereinigt anzusprechen sind, entscheiden schon kleine Kauf= resp. Verkaufsaufträge die Kursgestaltung. So konnten Farben schon ¾ Prozent fester eröffnen und gewannen nach dem ersten Kurs ziemlich leicht weitere ¾ Proz. Kaliwerte waren bis zu 3 Prozent erhöht, am Montanmarkt waren Gewinne bis zu 1.25 Prozent festzustellen, von Bauwerten stiegen Holzmann um 1.25 Prozent, und nur am Elektromarkte war die Tendenz als unbeitlich zu bezeichnen. Chadeaktien profitierten von der Unterdrückung des spanischen Putchversuches und gewannen 3.50 Mk. Im Verlauf wurde das Geschäft auf einigen Marktgebieten etwas lebhafter. Hiervon profitierten auch die variabel gehandelten Industrieobligationen, wahrend von den übrigen festverzinslichen Werten Goldpfandbriefe zur Schwäche neigten. Deutsche Anleihen konnten nach unverändertem Beginn meist anziehen Essener Börse. Essen, 11. August. Bei ruhigem Geschäft eröffnete die heutige Börse in freundlicher Haltung. Die Umsätze hielten sich allerdings in sehr engen Grenzen. Von Kaliaktien blieben Westeregeln und Aschersleben ohne Notiz, während Salzdetfurth 1 Prozent höher notiert wurden. Von Montanaktien stellten sich Gelsenberg und Rheinstahl um 1½ Prozent höher. Rheinische Braunkohlen und Mannesmann plus 1 Prozent. Im Verlaufe blieb die Tendeng weiter freundlich und zum Schluß waren die Anfangskurse behauptet. Am Kuxenmarkt gingen von Kohlenwerten Ewald 25 RM. hoher um. Von Koblenaktien lagen Dahlousch eine Kleinigkeit hoher. Braunkohlen= und Kalikuxe waren ohne Umsatz. Am Kaliaktienmarkt wurden Adler und Hannoversche Kali zu letzten Preisen bezahlt. Dagegen konnten Hallesche Salz bei kleinem Geschäft ½ Prozent gewinnen. Der allgemeine Aktienmarkt war ohne Geschäft.— In der Versteigerung erzielten 4000 RM. neue Burbach=Aktien 21¾ Prozent. Berliner Probuktenbörse. Berlin, 11. August. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne(1000 Klgr.) ab Versandstation. für Mehl je Doppelzentner(100 Klgr.) frei Berlin, für Hülsenfrüchte(100 Klgr.) ab Abladestation, Raps, Lein= und Kleesaaten(1000 Klgr.) ab Verladestation, Raps= und Leinkuchen(100 Klgr.) ab Abladestation. Aleie(100 Klgr.) frei Berlin, Futtermittel(100 Klgr.) ab Abladestation sowie Stroh je Zentner(50 Klgr.) ab märk. Station in RM Weizen 210—212, Roggen 158—160, Futter= und Industriegerste 158—170, Hafer 146—150, Weizenmehl 28.50—32.50, Roggenmehl 70proz. 22.50—24,60, Weizenkleie 11,25—11,50, Roggenkleie 9.80, Futtererbsen 14—17, Peluschken 18. Ackerbohnen 15—17, Wicken 17—20, Leinkuchen 10,30—10.50, Erdnußkuchen 11,50, Erdnußkuchenm. 11,90, Trockenschnitzel 9.20—9,60, Soyabohnen 10,90—11, do ab Stettin 11.30. Speisekartoffeln weiße 1.70—1,90, do. gelbfl. 2—2,10, do. Odenwälder blaue 1,80—1,90 Dortmunder Getreidebörfe. Dortmund, 11. August. Diese Preise sind Großhandels=Verkaufspreise und verstehen sich per 100 kg waggonfrei Dortmund, in Ladungen von 15 000 kg; bei Mehl zu Mühlen=Konventionsbedingungen. Weizen westf. 22—22.50, Roggen westf. 16,75—17, Hafer pomm. 19,50—20, Wintergerste neue 17—17,50 Gerste ausl. 19,50—20, Mais la Plata 18,25—10. Cinquantino=Mais 19,50—20, Weizenmehl 27,25, Ostdeutsches Roggenmehl 25.50—26, Weizenkleie 10,75—11,25, Roggenkleie 9—9.25, Trockenschnitzel 10,25—10,50, Zuckerschnitzel 11,50—11,76. Leute gedungen, die sich nach Mitternacht an bestimmter Stelle unweit der Pannenmühle verborgen halten sollten. Der Ueberfall sollte dann auf ein verabredetes Zeichen ausgeführt werden Die bepackte Schmugglerkolonne traf, von Zollbeamten unbehelligt, schließlich an der verabredeten Stelle ein. wo auf Geheiß des Kolonnenführers Halt gemacht wurde. In einiger Entfernung von der Ko lonne legte sich der Führer nieder. rin ein Streichbolz an. um damit das vereinbarte Zeichen zur Ausführung des Ueberfalls zu geben. Im Nu tauchten darauf zunächst Blendlaternen auf, ertönten Haltrufe und es fielen scharfe Schülse. Die Ueberfallenen, die annahmen, die Verfolger seien Zollbeamte, flohen unter Zurücklassung des Schmuggelmaterials. In Ruhe rafften die Räuber und die drei Eingeweihten die Beute zusammen und schafften sie teilweise nach Gladbach. teilweise nach Amern. Die Polizei erfuhr erst von dem Ueberfall, als die Geschädigten gegenüber dem Kolonnenführer mißtrauisch geworden und ihn wegen Raubes bei der Polizei angezeigt hatten. Die fünf Burschen wurden verhaftet. Die„vornehme“ Taschendiebin mit dem Auto. Köln. Auf dem Sülzer Markt munten verschiedene Hausfrauen bei ihren Einkäufen die unangenehme Feststellung machen, daß ihnen die Geldbörsen gestohlen worden waren. Ein Fischhänd, ler bemerkte nun plötzlich, wie sich eine Frau in verdächtiger Weise an der Handtasche einer Kundin schaffen machte und dann in auffälliger Hast verschwand. Der Händler setzte der Frau sofort nach. die eben ein auf der Straße haltendes Auto besteigen wollte. Er versuchte die Frau anzuhalten. die aber von dem Autoführer tatkräftige Hilfe erhielt. Der Vorfall lockte sofort eine Anzahl Leute berbei, die eine Polizeistreife heranholten. Mann und Frau mußten nun mit zur Wache. wo sich herausstellte, daß man in der Frau eine gerissene Taschendiebin erwischt hatte, die bereits mehr, fach einschlägig vorbestraft ist. Der Autofahrer war der Ehemann der Frau und mußte wohl von dem Treiben seiner Gattin gewußt haben. Es mutet recht sonderbar an. daß das Ehepaar nachweisen konnte. daß das Auto sein Eigentum war. Der Taschendiebin konnten sechs Geldbörsen. in denen zum Teil erhebliche Geldbeträge waren. abgenommen werden. Drei tödliche Unfälle im Bergbau. Dortmund. Auf der Zeche Oespel wurde der Hauer Pottschull von hier beim Oeffnen der Rutschentür von den nachstürzenden Kohlenmassen verschüttet. Die Verletzungen waren so schwer, daß schon auf dem Transport zum Krankenhaus der Tod bei dem Verletzten eintrat.— Auf der Zeche Gneisenan stürzte ein Hauer in einen Stapel, aus dem er nur tot geborgen werden konnte.— Der dritte Unfall ereignete sich auf der Zeche Alter Hellwea in Unna, wo aus noch unbekannter Urlache der Grubenschlosser Menn in den Bremsschacht stürste. Man brachte den Verunglückten noch lebend zu Tage, doch trat auch hier der Tod schon auf dem Wege zum Krankenhaus ein. Motorrad gegen Auto— Fünf Verletzte. Dortmund. In Dortmund kam es an der Ecke Hindenburg=Damm zu einem Verkehrsunfall. Dort fuhr der Student Dörner in sehr schnellem Tempo mit seinem Motorrad dem Personenwagen des Ingenieurs Johann Sch. in die linke Flanke. Durch die Wucht des Zusammenpralls erlitten der Student und seine Begleiterin schwere Verletzungen, während das Motorrad vollständig zertrümmert wurde. Der Zustand des Studenten ist sehr ernst. Auch die drei Insassen des Personenwagens wurden verlett. Ein Talent der Reinmachekunft in Küche und Haus ist das wundervolle iMi. Eine heiße iMi Lösung macht kurzen Prozeß mit allem Schmier und Schmutz. Das Küchengerät blinkt wie Sonnenschein, die Scheiben funkeln, und Böden und Wände— alles lacht in appetitlicher Frische. Es gibt einfach keine Reinigungsarbeit, die iMi nicht schnell, gründlich und billig besorgt H beginn des zweiten Bauabschnittes Vorslädtische Kleinsiedlung. Und Bochum? Der erste Abschnitt der vorstädtischen Kleinsiedlung ist beendet. Etwa 18 000 solcher Siedlerstellen sind in mehr als 200 Gemeinden errichtet oder im Bau und ferner rund 52000 Kleingärten in der Anlage begriffen. Wenn dieses Ergebnis erreicht werden konnte, so ist dies, wie der„Städtetag“ erklärt, nicht zum wenigsten der Opferwilligkeit zu danken, mit der die Städte das Siedlungswerk gefördert haben. Der ganz überwiegende Teil der im ersten Abschnitt zur Errichtung gelangenden Kleinsiedlungen verdankt seine Entstehung nicht zum geringsten der Bereitwilligkeit, mit der die Gemeinden das erforderliche Land aus eigenem oder Stiftungsbesitz, aus dem Besitz gemeinnütziger kommunaler Baugesellschaften oder aus im Austausch gewonnenen geeigneten Flächen zur Verfügung gestellt haben, und zwar regelmäßig zu überaus günstigen Bedingungen, bei denen die Selbstkosten der Gemeinden schwerlich ihre Deckung finden. Es muß aber festgestellt werden, daß die Be richte über die bisher mit der Randsiedlung gemachten Erfahrungen überwiegend günstig sind. Die Städte werden daher auch den nunmehr beginnenden zweiten Bauabschnitt, für den vom Reich 25 Millionen RM bereitgestellt sind, nach Kraften fordern. Die neuen, vom Reichskommissar herausgegebenen Reichsrichtlinien und sonstigen Vorschriften bringen gegenüber den bisherigen Bestimmungen Fortschritte, vor allem durch eine stärkere Dezentralisierung des Verfahrens. Die zentralisierte Prüfung der Siedlungspläne beim Reichskommissar fällt fort; die Prüfung ist den Landeszentralbehörden oder den von ihnen zu bestimmenden Stellen übertragen, die über die Anträge, soweit sie sich im Rahmen der neuen Richtlinien und Verfahrensvorschriften bewegen, selbständig zu entscheiden haben. Der Reichskommissar hat sich lediglich die formale Bewilligung. der Reichsdarleben vorbehalten Auf die Vorstellungen der Gemeinden ist davon abgesehen, künftig von diesen Stellen die Bürgschaft für das Reichsdarlehen im Falle der Uebertragung der Trägerschaft auf ein gemeinnütziges Wohnungs= und Siedlungsunternehmen zu fordern. An die Stelle der Bürgschaft tritt eine Gewährleistung für die Durchführung der Fertigstellung des Siedlungsvorhabens nach Maßgabe der genehmigten Pläne, sowie für die ordnungsmäßige Verwendung und dingliche Sicherstellung des Reichsdarlehens. Auch auf diese Gewährleistung kann auf Antraa verzichtet werden, wenn das zum Träger bestimmte Wohnungs= und Siedlungsunternehmen nach der Erklärung der zuständigen Landesbehörde die erforderliche bautechnische und finanzielle Zuverlässigkeit für die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen bietet. Im zweiten Bauabschnitt wird eine Einschaltung der Einzelsiedler und Siedlergemeinschaften angestrebt. Die Träger werden ermächtigt, ihnen gewährte Reichsdarlehen an Einzelsiedler oder Siedlergemeinschaften, die bereits über den erforderlichen Grund und Boden verfügen, weiterzuleiten, wobei die Träger auch hier die Gewähr für die Durchführung und Fertigstellung des Siedlungsvorhabens, die ordnungsmäßige Verwendung und dingliche Sicherstellung des Reichsdarlehens sowie die Verpflichtung zur Betreuung der Siedler und zur Verwaltung der Reichsdarlehen übernehmen müssen. An einem Baukostenhöchstbetrag von 3000 NM. hat man festgehalten, zugleich aber im Hinblick auf die inzwischen eingetretene Senkung der Preise für Baumaterialien und der Bauarbeiterlöhne eine Erhöhung der Mindestraumgrößen vorgenommen, so daß gegebenenfalls bereits vorliegende und für den ersten Bauabschnitt genannte Baupläne einer Nachprüfung zu unterziehen und den neuen Vorschriften anzupassen sein werden. Besondere Vorschriften sind für kinderreiche Siedler vorgesehen, indem für Siedler mit vier oder mehr Kindern entweder für die ersten drei Jahre ein Zinsnachlaß von jährlich 40 RM. oder ein einmaliger Baukostenzuschuß von 120 RM und für Siedler mit fünf und mehr Kindern daneben eine Erhöhung der Baukosten auf 3500 RM. und die Gewährung eines zusätzlichen Reichsdarlehens bis zu 500 RM. zugelassen werden kann, falls das Bauvorhaben im Hinblick auf die Familienstärke eine entsprechende Vergrößerung erfährt. Mit den vorhandenen, für den zweiten Bauabschnitt gestellten Reichsmitteln wird es möglich sein, weitere 8000 Kleinsiedlerstellen und 30000 Kleingärten zu fördern. Bochum hat bisher in dieser Hinsicht noch nichts gemacht. Wohl liegen Anträge auf Beteiligung am zweiten Bauabschnitt den zuständigen Stellen vor. Die Gemeinden machen einen neuen Vorstoß. Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet. werden die Spitzenorganisationen der Gemeinden. obald die großen politischen Fragen im Reiche geklärt sind. ere neue Aktion unternehmen. Dabei toird voraussichtlich von seiten der Kommunen eine grundsätzliche Aenderung der Ver. teilung der Reichshilfe, wie eine mesentliche Erhohung der Reichshilfemittel verlangt werden. Zweitens werden die Gemeinden für das nachste Rechnungsjahr die Forderung nach einer grundsätzlichen Finanzreform machen, die auf einen stärketen Ausbau der Selbstverantwortlichkeit der Geweinden hinzielt. Dies wollen die Gemeinden dadurch erreichen, daß die ReichseinkommensteuerGreigrenze auf 2400 RMerhobt wird mit der Maßgabe, daß die unteren Einkommen bis 2400 RM von den Gemeinden durch die Bürgersteuer erfaßt werden sollen, die zu diesem Zweck selbstverständlich vollkommen umgebaut werden muß. Man verspricht sich davon eine welentliche Verbilligung der Finanzverwaltung, weil die Gemeinden dadurch aus dem Ueberweisungssystem ausscheiden würden. Zudem könnte eine gerechtere Besteuerung der unteren Einkommen erzielt werden. Und schließlich verlangen die Gemeinden die chleunige Durchführung der Umschuldunas=Verordnuna. Daneben halten sie an der Forderung nach einer Vorverlegung der Bür= gersteuertermine nach wie vor fest, obwohl das Reich bierzu keine besondere Neigung zu zeigen scheint. Die Gefahr nicht isolierter Lichkleitungen. Was den Gewerbetreibenden interessiert. Ein Bäckermeister wollte im Jahre 1927 die Kellerräume seines in der Schwarzbacher=Straße zu Berlin gelegenen Grundstückes zu Backräumen umbauen lassen. Den Umbau übertrug er seinem Schwager, einem Architekten. Um Vermessungen vorzunehmen, betrat dieser am 9. Dezember 1927 die betreffenden Kellerräume und bediente sich dabei einer provisorischen Lichtleitung, die von dem Hausmeister von der im Haupteingang des Kellers gelegenen Lichtleitung durch einfaches Verbinden der von der Isolierung befreiten Leitungsdrähte abgezweigt war. Die ganze Leitung bestand in dem verlängerten losen Draht an dessen einem Ende sich eine Fassung und eine Glühbirne befand. Infolge Berührens der nicht isolierten Verbindungsstellen des Drahtes erhielt der Architekt plötzlich einen elektrischen Schlag und sank tot zu Boden. Seine Witwe und Kinder verlangten von dem Bäckermeister und Hauseigentümer Ersatz des durch den Verlust ihres Ernährers entstandenen Schadens, Zahlung einer Rente usw. Die Klageansprüche wurden vom Kammergerühe zu Berlin zu drei Viertelen für gerechtfertigt erklärt, zu einem Viertel treffe den Verunglückten eigenes Verschulden. Er habe sich den Kellerschlüßel von dem Beklagten geben lassen und habe ohne Wissen des Hausmeisters, der die Leitung nur personlich bedienen wollte, die Kellerräume betreten. Insbesondere habe er den primitiven Zustard der Leitungsanlage erkennen müssen und berelts bei einer vorhergehenden Besichtigung des Kellers auc erkannt. Gerade die Entfernung der Leitung von der Stelle, an der sie hing, sei jährlich gewesen.— Das Verschulden des beklagten Hauseigentümers, der von der provisorischen Lichtleitung überhaupt keine Kenntnis hatte, wird auf die Vorschrift des§ 618 BGB. begründet. Zwischen dem Beklagten und dem Verunglückten habe ein Dienstvertrag bestanden, der die Vermessungsarbeiten mit umfaßte. Der hiernach anwendbare§ 618 BGB. verlange von dem Dienstherrn, daß die dem Dienstverpflichteten zur Verfügung gestellten Räume, Gerätschaften usw. so beschaffen sind, daß dieser keine Gefahr für Leben oder Gesundheit ausgesetzt sind. Da, wie der Beklagte wußte, nur der Haupteingang des Kellers ordnungsmäßig beleuchtet war, dies aber für die in Frage kommenden, vom Tageslicht nur schwach erhellten Raume nicht ausreichte, ergab sich für den Beklagten die Verpflichtung, die erforderliche Beleuchtung in verkehrssicherem Zustande zur Verfügung zu stellen bezw. die vorhandene Leitung sachgemäß zu erweitern. Denn die Beleuchtung der für die Dienstverrichtung in Betracht kommenden Räume liegt regelmäßig dem Dienstherrn ob. Daß es sich um Kellerräume handelte, begründet keine Ausnahme. Daß der Architekt selbst für die Beleuchtung sorgen werde, konnte der Beklagte nicht ohne weiteres annehmen, dazu hätte es einer ausdrücklichen Erklärung des Verunglückten bedurft. Zwar sind in gewissen Fällen provisorische Lichtleitungen erlaubt, diese müssen aber durch Warnungstafeln ausreichend kenntlich gemacht werden. Das war hier nicht geschehen. Der Beklagte hat für dieses Verschulden des Hausmeisters, als seines Erfüllungsgehilfen, einzustehen. Die hiergegen beim Reichsgericht eingelegte Revision des Beklagten hatte den Erfolg, daß der Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes das eigene Verschulden des Verunglückten als ebenso groß wie das des Beklagten bewertete, so daß dieser nur die Hälfte des entstandenen Schadens zu tragen braucht.(III 250/31— Urteil des RG. vom 29. April 1932.) Der Reichsbahnverkehr im Menal Juli 1932 im Direktionsbezirk Essen. Mit Beginn der Sommerschulferien in Nord, Ost= und Mitteldeutschland stieg die Besetzung der Reisezüge nach dem Westen etwas an. Wesentlich war dabei der Anteil der Reisen auf Sommerurlaubskarten. Zum Beginn der Schulferien in Rheinland/Westfalen Ende Juli waren für den Bezirk der Reichsbahndirektion Essen 33 Feriensonderzüge vorgesehen, von denen 7 wegen zu geringer Nachfrage nicht abgelassen zu werden brauchten. Im Durchschnitt war der Verkehr im ganzen Monat und auch zum Ferienbeginn infolge der allgemeinen Notlage nicht so stark wie im Monat Juli 1931. Auch im Ausflugverkehr auf nahe Entfernungen zeigten sich die Folgen der Geldknappheit. Selbst kleine Ausflüge werden heute nicht mehr in dem früheren Umfange mit der Eisenbahn ausgeführt. Der Sonderverkehr dagegen war gegenüber dem allgemeinen Verkehr lebhafter als im gleichen Monat des Vorjahres. Politische Tagungen und Massenversammlungen erforderten eine große Zahl Gesellschafts= bezw. Verwaltungssonderzüge. Im ganzen fuhren 35 Personensonderzüge im Monat Juli 1932, davon 39 Feriensonderzüge und 118 Vor= und Nachzüge zu den planmäßigen Reisezügen für den Ferienverkehr. Im Juli 1931 fuhren 224 und im Juni 1932 195 Personensonderzüge. Der Güterverkehr wies im allgemeinen einen weiteren Rückgang auf, der auch nicht durch lebhafte Obst= und Gemüsezufuhren ausgeglichen werden konnte. Der Erpreßgutverkehr hat, wie alljährlich um diese Zeit, nachgelassen; selbst die Saisonausverkäufe sind diesmal fast ohne Einfluß gewesen. Beim Eilstückverkehr war der Empfang an Obst und Gemüse stärker, im ganzen blieb er aber auf der Höhe des Vormonats. Frachtgut hielt sich stellenweise auf der Höhe des Vormonats, z. T. war in der zweiten Hälfte ein Rückgang festzustellen. Der Wagenladungsverkehr blieb nicht zuletzt infolge des darniederliegenden Baumarktes weiter recht unbefriedigend. Der Eingang an Frühkartoffel=, Obst= und Gemüseladungen hat gegen den Vormonat zugenommen. Die Anzahl der im Monat Juli nach dem Bezirk Essen abgefertigten Wagen betrug 207 703(253 958). Zigennerwagen von Lokomotive erfaßt. Lingen. An oer Ueberführung Haselünnerstraße ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Als ein mit zwei Pferden bespannter Zigeunerwagen die Bahn überqueren wollte, nahte eine Lokomotive vom Reichsbahnausbesserungswerk, die eine Prüfungsfahrt machte. Von dieser Fahrt wollte der Schrankenwärter nicht benachrichtigt sein. Als er die Lokomotive kommen sah. schloß er schnell die Schranken, konnte aber das Unglück nicht mehr abwenden. Der Vorderteil des Wagens wurde von der Lokomotive erfaßt und die beiden Pferde auf der Stelle getötet. Da die Deichsel abbrach wurde der hintere Teil des Wagens nicht in Mitleidenschaft gezogen, sodaß die Insassen des Wagens, eine Frau und acht Kinder, mit dem Schrecken davon kamen. Groß=Bochum meldel... Bochum-Auerenburg. g= Das unpassierbare Lottental. In diesem Jahr ist das Lottental wieder ein stark besuchtes Ausflugsziel. Auch bei den Wanderungen zum Ruhrtal und dem Ruhrland=Jugendheim wird das Lottental als Wanderweg, trotz seines nicht gerade idealen Zustandes, benutzt. Unangenehm macht sich indessen das Versanden der Lotte bemerkbar. In den Stunden des Wasserpumpens auf der Zeche Julius Philipp fließt die Lotte über und macht weite Strecken unpassierbar. Dies tritt besonders in starkem Maße kurz vor der Zeche Klosterbusch in Erscheinung und die Fußgänger sind gezwungen, die Wiesen als Fußpfad zu benutzen. Muß das sein? Bochum-Hordel. Ein Zweiundneunzigjähriger. Gestern feierte der Invalide Federau aus der Hordeler Straße seinen 92. Geburtstag. Federau war bis zum 70, Lebensjahre Glöckner in Westpreußen und siedelte dann ins Ruhrgebiet über. Er ist auch Teilnehmer der Kriege 1864 und 1870/71 gewesen. Vier Söhne und vier Töchter gratulierten dem alten Herrn zu seinem Geburtstage. Wir gratulieren! Identifiziert. Ein Günnigfelder Bergmann, der seit Montag nachmittag vermißt wurde, ist jetzt von einem Nachbarn identifiziert worden. Man hatte den Bergmann aus dem Kanal gezogen. Ob Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden. Bochum-Harpen. z. Im Silberkranze. Im trauten Familienkreise feierten die Eheleute Joh. Bauszus und Frau Wilhelmine geb. Waschelitz, wohnhaft Harpener weg, das schöne Fest ihrer silbernen Hochzeit.— Auf zur goldenen. 9. Neun Iltisse auf einen Schlag! Der Landwirt Sudhoff war auf seinem Haferfeld an der Kornharpener Straße mit Mähen beschäftigt. Plötzlich sprangen neun Iltisse auf. Während einer entkommen konnte, wurde ein zweiter von der Mähmaschine erfaßt und entzwei geschnitten. Die übrigen sieben konnten von dem Landwirt und seinem Personal gefangen werden. g. Ein herrenloses Auto. In den frühen Morgenstunden des Mittwoch bemerkte ein Kaufmann auf der Straße„Grüner Weg“ ein Auto, das ihm verdächtig vorkam. Er nahm die Verfolgung auf und fand es am Friedhof herrenlos wieder. In Innern des Wagens lagen Papiere die auf den Namen des Stadtsekretärs Braun lauteten. Ein vorbeikommender Motorradfahrer erbot sich, die Polizei zu verständigen. Bochum-Hiltrop-Bergen. ones Alter. Heute feiert die auf der Dietrich Benkingstraße Ba wohnende Frau Witwe Heinrich Hubbert, Henriette geb. Schulte=Mecklenbeck, in seltener körperlicher und geistiger Frische ihren 71. Geburtstag.— Herzl. Glückvunsch. Bochum-Langendreer. Mehr Schutz den Anlagen! In letzter Zeit ist es sehr oft vorgekommen, daß in den außerhalb des Stadtzentrums gelegenen Anlagen auf dem Westerberg und im Papenho., sowie auf dem Friedhof an der Hauptstraße von den Blumenbeeten und mitunter sogar von Gräbern Blumen gestohlen wurden. Diese Tatsache ist sehr bedauerlich, daß einzelne Elemente nicht soviel Disziplin besitzen, öffentliche Anlagen zu schützen, die in der jetzigen Notzeit mit Schwierigkeiten und großen Anstrengungen gepflegt werden. Bom Personenbahnhof. Seit einiger Zeit sind die großen Umbauarbeiten, die am hiesigen Personenbahnhof durch die starken Bodensenkungen erforderlich wurden, durchgeführt worden. Die Verwaltung hat seit der Zeit für den hiesigen Bahnhof Vorbildliches geleistet. Sämtliche Anlagen auf den Bahnsteigen wurden mit einem neuen geschmackvollen Anstrich versehen. Selbst die neuen großen Träger der Bahnsteigüberdachungen wurden besonders hergerichtet. f. Sie stehlen weiter. Täglich mehren sich die Fälle, daß in hiesiger Gegend die Gärten und Felder von Langfingern heimgesucht werden. Ein Teil der Gartenbesitzer ist schon zur Selbsthilfe geschritten und hat Nachtwachen ausgestellt. Da Landwirten dieses bei ihren ausgedehnten und abgelegenen Feldern nicht möglich ist, so suchen die Diebe immer diese Stellen auf. So wurden wieder bei einem Landwirt Kartoffeln vom Felde gestohlen. Bochum-Stiepel. Wallfahrtskirche. Da in den Ferien ständig Pilger und Ferienkinder die Gottesmutter von Stiepel besuchen, ist fast jeden Nachmittag eine Andacht. Sonntag pilgerten die Männer und Jungmänner der Propsteipfarrei— fast 200— zur Gottesmutter von Stiepel. Vikar Blöink hielt die Festpredigt. Nachmittags war um 2 Uhr Kreuzweg, 8.30 Uhr Schlußandacht und Weihe an die Gottesmutter und nach dem sakramentalem Segen erfolgte der Rückmarsch. Am Nachmittage kamen noch die Männer und Jungmänner von Westenfeld.— Am Nachmittag statteten fast 100 Männer und Frauen von Habighorst der Gnadenmutter einen Besuch ab, ferner über 500 Mütter von Castrop=Rauxel, Jungfrauen von Wanne und eine große Anzahl Einzelpilger. Für jede Gruppe war Andacht mit Predigt von Pfarrvikar Plitt, der alle in die so eigenartige Geschichte des Stiepeler Gnadenbildes einführte.— Sonntag 7 Uhr Frühmesse(Gemeinschaftsmesse), 9.30 Uhr Hochamt, 4 Uhr Andacht. Am Montag(Fest Mariä Himmelfahrt) ist um 10 Uhr ein feierliches Levitenamt mit Assistenz, um 2 Uhr Vesper und um 5 Uhr Andacht mit Predigt eines auswärtigen Redemptoristenpaters. Aus unserem Verbreilungsgebiel. Waktenscheid. Radlerunfälle. Auf der Hochstraße, vor dem Hause Nr. 48, wurde ein Schüler von einem Radfahrer angefahren. Er erlitt eine Verletzung im Gesicht und mußte in das evgl. Krankenhaus eingeliefert werden. — Ein Radfahrer wurde am gleichen Tage, gegen 17.30 Uhr,„Op de Veih“— Ecke„In den Schellhöfen“ von einem Lastkraftwagen angefahren. Er erlitt leichte Hautarbschürfungen. Castrop-Kauxel. Beim Baden im Kanal ertrunken. Am Dienstag, gegen 16 Uhr, ist der 20jährige landwirtschaftliche Arbeiter Karl D. aus Recklinghausen beim Baden im Rhein=Herne=Kanal, etwa 70 Meter westlich der Emscher=Ruhrbrücke, ertrunken. Seine Leiche konnte bald darauf geborgen werden. herne. Generalübung der Herner Feuerwehr. Mittwochabend rückte die Herner Feuerwehr unter der Leitung des Brandmeisters Köhlhoff zu einer übung auf der Schlegel=Scharpenseel=Brauerei(Bürgerliches Brauhaus) in Herne auf der Horsthauserstraße aus. Dort hatte man eine Explosion im Maschinenhaus angenommen, in deren Auswirkung das ganze Brauhaus in Brand gesetzt sein sollte. Die wohlgelungene Uebung wurde in Gegenwart von Behördenvertretern und einer großen Zuschauermenge durchgeführt und verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. Einbruchsdiebstahl. In der Zeit vom 30. 7. bis 7. 8. 1932 wurden aus einem Lagerraum eines Lebensmittelgeschäftes an der Bochumerstraße durch Einbruch ein Herrenfahrrad, 20 Pfund Plockwurst und zwei bis drei Seiten durchwachsener Speck gestohlen. Wanne-Eickel. Mit dem Fahrrad in den Kanal gefahren ist gestern morgen ein etwa 10jähriger Junge, der über die Kanalbrücke bei Gartmann gefahren war und in schneller Fahrt die steile Böschung hinter der ersten Brücke hinunterraste. Hierbei verlor er die Gewalt über das Rad und sauste in voller Fahrt in den Kanal. Glücklicherweise stand gerade auf der Brücke ein geübter Schwimmer, der den leichtsinnigen Jungen retten konnte. Von einem vorbeikommenden Kahn aus wurde auch das Rad geborgen. (rb.) Beginn der Cranger Kirmes. Am heutigen Freitag nimmt die in Wanne=Eickel traditionell gewordene Cranger Kirmes mit dem bekannten Pferdemarkt ihren Anfang. Bereits im Laufe der Woche wurde das Eintreffen der Pferdehändler, der Zigenner und der Kirmesleute immer stärker. Achtung! Roßdiebe!— Zwei Pferde von der Weide gestohlen. In der Nacht zum Mittwoch wurden einem Händler zwei Pferde, die am Schwarzen Weg an der Dorstenerstraße in Wanne=Eickel weideten, gestohlen. Ein Tier war angebunden, während das andere frei umberlief. Es handelt sich um eine braune Stute und eine Fuchsstute. Die Tiere haben einen Wert von zusammen 1000 Mark. Gelsenkirchen. Frau sprinat mit vierjährigem Kind in den Kanal.— Vom eigenen Mann gerettet. In der Nähe des Bismarckhains in Buer sprang eine Frau mit ihrem vierjährigen Töchterchen in selbstmörderischer Absicht in den Kanal. Der Mann, der in kurzem Abstand folgte, sprang schnell entschlossen ins Wasser und es gelang ihm, seine Frau und das Kind zu retten und beide, wenn auch völlig erschöpft und bewußtlos, an Land zu bringen. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Mordversuch und Selbstmord. Essen Am Donnerstag nachmittag. gegen 15 Uhr, wurde die 25 fährige Elisabeth Margies in der Wobnung ihres Vaters in der Hobeisenstraße, dem Je den Haushalt führt, von ihrem Onkel, dem Erwerbs. losen Hermann Wuschof. angesallen und durch Beilbiebe am Kopf so erbeblich verletzt, daß ihre Ueberführung in die städtischen Krankenanstalten erforderlich war. Nach vollbrachter Tat erbängte sich der Täter an Ort und Stelle. Die sofort vorgenommenen Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. STATT KARTENI Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen dankerfüllt an Hans Deppe und Frau / Annchen geb. Landwehr-Kintrup Bochum-Gerthe, den 10. August 1932 z. Zt. Maria-Hilt-Hospital Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 4 Uhr meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Wilhelm Eckermann plötzlich und unerwartet, nach würdigem Empfang der hl. Sterbesakramente, im Alter von 70 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Dieses zeigen an mit der Bitte um stille Teilnahme: Die trauernden Hinterbliebenen. Bochum, den 11. August 1932. Die Beerdigung ist am Samstag, dem 13. Aug., vorm. 9 Uhr vom Sterbehause, Oskar-HoffmannStraße 19, aus. Das Seelenamt ist vorher um 8 Uhr in der St. Meinolphuskirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Heute, Freitag der von der gesamten Fachpresse als der spannendste Film des Jahres bezeichnete Groß-Tonfilm: Tons nannt Aufführungszelten: 3.15, 6.13, 9.15 Uhr o Der Film wurde nach 2maligen Verbot der Filmprüfstelle von der Oberfilmprüfstelle ohne jeden Ausschnitt freigegeben. „Tong nennt man die Unterwelt-Vereine der Chinesen, welche in San Franzisko heimisch sind. Jeder dieser Geheim-Bünde hat einen„Rächer“, welcher den Befehlen des hohen Rates Gehorsam leistet, selbst wenn er den eigenen Freund mit dem Beil ermorden muß. Den Röhenunkt dieses spannenden Tontilms bildet das Wiedersehen des Rächer mit selner nunderscônen frau„Ioga“, welde man versqileppt hatte. Dazu: das entzückende Lustspiel Ball bei Raffkes mit Dolly Haas und Reinhold Schünzel. Aufführungszeiten: 5 Uhr, 8 Uhr. Und die neueste Ufa-Ton-Woche Keine Eintrittspreise: 21 3 Unr von 3e pl. an Heute Den sensationellsten und spannendsten Kriminal-Tonfilm des letzten Jahres Der HcIer! In den Hauptrollen: Fritz Rasp, Maria Solveg, Paul Richter, Wera Engels Dazu als Sonder-Einlage: Eine herrliche Militär-Humoreske. Täglich Anfang 3.16 Uhr, letzte Vorst. 8 Uhr Bis 8 Uhr nachmittags kleine Preise Beratungsstelle ür seelische Ehe- und Lebensnot aller Stände. Streng vertraulich und kostenlos. Sprechstunden jeden Mittwoch 17—19 Uhr in unserer Geschäftsstelle Sedanstrabe 6. Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreur Bochum-Altstadt. Spielleute-Abtig. M. J. S. Hamme Wir machen hiermit die traurige Mitteilung, daß unser werter Spielkamerad und tr. Freund Josef Balke am Mittwoch nachmittag infolge Unglücksfalles verschied. Er war uns immer ein guter Freund und werden wir sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet statt am Samstag dem 13. Aug. 1932, nachm. 3½ Uhr vom Trauerhause, Von der Reckestraße 2, aus. Der Vorstand. Das 30tägige Seelenamt für die verstorbene Ehefrau Joseph Meier findet am Samstag. dem 13. Aug 1932, morgens 7.30 Uhr in der St. Marienkirche statt, wozu freundlichst eingeladen wird. lofort das weitere LE Nach wie vor nur Qualitätstonfilme: Brigitta Helm Rudolf Forster C Lucle Englisch Gustaf Gründgens Sensationen einer Filmkomparsin! Die Abenteuer einer Filmstatistin! Betty Bird/ WIIII Forst in: Ein Burschenlied aus Heidelberg! Alt Heidelberg du feine, du Stadt an Ehren reich. am Neckar und am Rheine, kein andre ist dir gleich! Liedertexte an der Kasse gratis Täglich ab 3.15 Uhr, werktags Preise v. 30 Pfg. an Sonntag 11 Uhr: Das ganze Programm. Einheitspreis 30 Pfennig. MUNLENSTA A U 5 mnmN bringt ais Hauptfilm den entzückenden Tonfilm aus der Rokokozeit Kuiserliebchen mit der beliebten Darstellerin Liane Hald in der reizenden Rolle der Peetmeisterlies'l. Walter Janssen als Kaiser incognito und Wilhelm Bendow als sein komischer Adjutant reißen zu stümischen Lachsalven hin. Als zweiter Film läuft: harold, halt dich fest! Ein echter Harold Lloydfilm mit viel Humor und Laune. Dazu das gute Vorprogramm mit Deuligton-Woche u. Lehrsilm Freitag. den 12 bis Montag. den 15. Aug. täglich abends 8,15 Chr. Sonntag. den 14. Aug. 2 Vorstellungen: 4 30 und 8.13 Uhr. Außerdem: Großle Ferien-Vorstellung mit Harold, halt dich fest! Sonntag, den 14. August 2 Uhr nachm. Draht, Drahtgewehe und Drahlgellechle aller Art am Lager Rösler à Lönne Drahtwerk Bochum, Redemp toristenstraße 2 (trüh. Unt. d. Lind.) Wattenscheld Gertrudisstr. 68/62 M Frisc vom Eis! Westfülleche Sübrahm-Tatelbutter sla 1,18 babe-Margarine p.ker 0.20 boudakäse 1Plund 0.56 tdamer se 58 Malter Höse vole 72 Immenthaler Käse 7 Pta 9.90 frieche tier 1o 5t04 06 1.50 bekochter Schinken nierschinken. 4 Pla. D.3 Slu 130 Westi Kochmettwurstel 1. 55 Streichmettwurst Sülie 1pa. 010 Dose 1 Pld Iabak 049 Neue Saligurken s.a40 10 Neues Sauerkraute 0,08 frische Bücklinge l. 0.21 KAFFEE Kaffeemischung Plond 2,00 Santos Perlkaffes pa 2,15 Guelemala Kalleemisebung 1 Piund 1,40 Eier-Schaltt 290 nudeln 1 Plund U,99 Eler-Makkaroni-Bogen IPId U.44 Eier-Hörncheng 1t ..... 1 Ptund U,40 Hartweltengriel 1 Pla. 0.24 Pudélagpulver. 1 Plusd 1.37 katsgetten.. Pasch. 1.55 Welnesel 1L 1.26 Himbeersaft, mi Kirschsaft gedunkelt 1 90 1 Lr.« ca.? Pld 1,30 Zitronenmost ar gezuchert. 1 Ler 1.10 1,00 Weine vom Fab Preise ohne Olas Apfelwels L 6.26 aubesbelner Le. 0.50 (Rheinwein) Wiacherlager LM 1. 55 Moselwein Johennitbeerwein Ier U.00 gelangt ab heute auf Extratischen im 3. 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Hilf bitte dieses Sprichwort wahrmachen, indem Du den armen Schwestern des St Josephsheimes, die mit ihren vielen armen Kindern in Not sind, eine kleine Hilfe sendest Der liebe Gott wird auch Dir in Deinen Sorgen beistehen!— Sende bitte per Zadlkarte oder Anweisung: St. Josephsheim, Charlottenburg, Lützomerstr, 12(Scheckamt Berlin Nr. 458). Briefe mit Geld gehen leider oft verloren. Harry Plel, Maria solveg in Der Geheimagent Ein Mann fällt vom Himmel Ein ungewöhnlich spannender Film Derfallschirmabsprung, eine wütende Autojagd, die Giftgaspanik im Laboratorium und der Angsttraum des Halbvergifteten von ein. kommenden Gaskrieg, sind Höhepunkte, die man nicht so leicht vergist. Aufführungszeiten: 3 00, 6.15, 9.15 Uhr Die Schlacht von Bademünde Ein übermütiger Tonfilmschwank mit Fritz Schufz u. Claire Rommer Aufführungszelten: 3. 8 Uhr UFA-TON.WOCHE Preise von 40 Pfg. an ApOLIO rtTRAIt: Rheuma Giledereisen, Neuraigie —— Nervenschmerzen Gicht e Leit halle Ueber don Dankbrete Krankenschwester Margret Hener. Wiesbaden 8 120 Lungen- u. Asthmakranken unser Kräuter- Tee —Sivana von hervorragend o Pasere ile. Aucsimaine. 1ro Allvana Tee:Vortriob Augabura an0 Kytthauler-Technikum enhausae MStrn. Programm anlorter andmeeh Aate Stahlben. Etsen hn Kuree Sad Prantenhasten, Kyii. Elettrotschnik, Maschines. Piegbeidet ban Für Kaufleute ein Weltlichtspiele zeigen ab heute die deutschsprechende Norma Shearer in: Küssen erlaubt Ein Tonfilm aus dem internationalen mondänen Gesellschaftsleben. Dazu: Buster Keaton in der tollen Tontilm-Komödie: Buster rutscht ins Filmland In deutscher Sprache Eintritt von 40 Pfg. an Bochum, Heimalbuch H. im Auftrage der Vereinigung für Heimatkunde v. Rektor B. Kleff Reich illustriert. 5 Bande. Preis für alle 3 Bände zus. RM. 6.— einzeln RM. 2.— 00 Spiole Weilere Niederlagen. Unser Vierer mit Steuermann, und bei den Boxern Spannagel, Karku. Kohlhas ausgeschieden. Küppers und Sietas halten sich. Nur noch 4 deulsche Boxer im Weltbewerb. Ziglarski Europameister. Außer Berger auch Kartz, Spannagel und Kohlhas aus dem Kennen. Los Angeles. 10. August.(Funkspr.) In großartiger Verfassung zeigte sich der Münchener Bantamgewichtler Ziglarski, der in seinem Kampf gegen den Franzosen Nicolas einen glatten Punktsieg davontrug. Nicolas war mehr ein keilender Ringkämpfer und hatte gegen den technisch versisierten Deutschen nichts zu bestellen. Ziglarski landete in der ersten Runde sichtbare Treffer und gewann verdient. Nach einer Bestimmung des Internationalen Voxverbandes(Fiba) gilt der beste Europäer bei den Spielen gleichzeitig als Europameister. Da Ziglarski als einziger noch im Wettbewerb ist, ist ihm dieser Titel bereits zugefallen. Als letzter Vertreter des Kontinents schied der Italiener Melis aus, der trotz einer guten dritten Runde dem Kanadier Gwynn nach Punkten unterlag. Als dritter Teilnehmer für die Endkämpfe qualifizierte sich Villaneuva-Philippinen mit einem Punktsieg über den Japaner Nakao. Im Federgewicht punktete der Amerikaner Vor den Engländer Migler glatt aus Auch Kartz=Oberhausen geschlagen! Nach Berger=Duisburg ist nun ein weiterer Deutscher geschlagen worden. Im Leichtgewicht mußte Kartz=Oberhausen in der zweiten Runde gegen den Südafrikaner Stevens antreten. Der Deutsche begann recht gut, und konnte die erste Runde gegen den sehr schnellen Stevens offen gestalten. In der zweiten Runde wurde er aber in die Ecke gedrängt und mit Schlägen überschüttet. Trotz eifrigen Konterns und einiger in der dritten Runde angebrachter Treffer konnte der Deutsche jedoch einer Punktniederlage nicht mehr entgehen. In der gleichen Gewichtsklasse schlug der Italiener Bianchi den Kanadier Genovesen, nachdem er in allen drei Runden überlegen war, sicher nach Punkten. Im Bantamgewicht kam der Amerikaner Lang über den Argentinier Pernera zum Siege und im Leichtgewicht schlug der Schwede Ahlquist den Franzosen Mayor nach Punkten. Spannagel schied aus. Im Fliegengewicht wurden bei den Boxern die Teilnehmer für die Vorschlußrunde ermittelt. Der Deutsche Spannagel wurde von dem Amerikaner Salica nach Punkten geschlagen und schied aus Der ungarische Europameister Eneles bezwang den Italiener Rodriauea n. P. und behauptete damit, da er der letzte teilnehmende Europäer ist. seinen Titel. Die beiden weiteren Gegner der Vorschlußrunde sind Pardoe(Kanada) der den Japaner Murekami bezwang und der Mexikaner Cabanes, der einen Punktsieg über den Südafrikaner Duce davontrug. Unsere Schwergewichtshoffnung Kohlhas Münster) wurde von dem Amerikaner Mangham aus dem Wettbewerb geworfen. Campe behauptet sich. In der zweiten Runde des Weltergewichtes bebauptete sich der Berliner Campe, der den Dänen Jensen klar n P. schlug.— Im Leichtgewicht hat der Südafrikaner Stevens bereits die Schlußrunde erreicht, da er den Italiener Bianchi in der Vorschlußrunde n. P. schlug. Bianchi war der bisherige Europameister. Er wird seinen Titel wahrscheinlich an den Schweden Ahlquist abtreten müssen. In derselben Gewichtsklasse bezwang der Finne Ahlbera den Italiener Sabroni n P. Der Donnerstag in Los Angeles. Das Freitag=Pregramm. Los Angeles, 11. August.(Funkspr.) Sielas im Zwischenlauf. Dag 200 Meter=Brustschwimmen sah wieder einen deutschen Teilnehmer. Sietas, der hinter dem in 2:46.2 seinen Vorlauf gewinnenden Japaner Kaike mit 2:51 Zweiter wurde und in den Zwischenlauf gelangt Küppers in der Enkscheidung. Im Zwischenlauf über 100 Meter=Rücken schwamm Küppers auf Platz. Er belegte hinter dem Japaner Kinokawa, 1:00, mit 1:09,8 den zweiten Platz und kommt mithin in den Endlauf. Wieder die Amerikaner. Das 400 Meter=Kraulschwimmen für Damen eröffnete am Donnerstag mit den Vorläufen das Schwimmprogramm. Die Amerikanerinnen schwammen die weitaus besten Zeiten, so daß ihr Siea in den weiteren Entscheidungen kaum durch die übrigen Teilnehmerinnen gefährdet erscheint. 400 Meter Kraul für Damen: 1. Vorlauf: Oyoce Cooper(England) 5:56.7 2. Forbes(U. S. A.), 8 Poone Godard(Frankreich).— 2. Vorlauf: 1. Madison(U. E. A.), 5:44,5, 2. M. Brann(Holland), 8. Edwands(Kanada).— 8. Vorlauf: 1. Knight(U S. A.) 5:40,00(Olympia=Rekord), 2. Overslot(Holland), 8. Bourt(Australien).— 4. Vorlauf: 1. Maakal Südafrika) 5:53,9, 2. Andersen(Dänemark), 8. Morioka(Japan). Die beiden ersten und Yoone Godard als schnellste Dritte kommen in die Entscheidung. lleber 1500 Meter=Kraul für Herren kamen die beiden ersten Vorläufe zur Durchführung. in denen sich zwei Amerikaner, zwei Japaner, Taris und der Australier Charlton durchsetzten. 1500 Meter Kraulschwimmen: 1. Vorlauf: 1. Kitamura(Japan) 19:55,2, 2. Crabbe(USA.), 8. Tari Frankreich).— 9. Vorlauf: 1. Cristy(U. S. A 19:58,4, 2. Chareton(Australien), 8 Ishibarada(Ja. dan, totes Rennen. Im 8. Vorlauf des 1500 Meter=Kraulschwimmens siegte Fladagan=Amerika vor Ryan=Australien, Den 4, Vorlauf im 1600-Meter=Schwimmen gewann der Japaner Makino in der Bestzeit vo 19:53 3 Min. vor dem Italiener Costoli und Burrows (Kanada). Unser Vierer geschlagen. Die Ruderwettbewerbe waren schlecht besucht, da keine Entscheidungen auf dem Programm standen. Deutschland trug eine weitere Hoffnung zu Grabe, denn im Ausscheidungsrennen des Vierers mit Steuermann unterlag die deutsche Mannschaft gegen Neuseeland mit einer halben Länge. Den 1. Ausscheidungslauf im Einer gewann der Amerikaner Miller in 8:05,6 gegen Douglas=Uruguay und Wright=Kanada. Im Reiten kam die Vielseitigkeitsprüfung zum Austrag, die sehr stark umstritten ist. Der Sieg rika fallen, das zur Stunde mit 978 88 P. vor Schweden mit 904,38 und Holland 866 P. in Fuhrung liegt. 8 Uhr(17 Uhr MEZ.) Turnen 8 Uhr(17 Uhr MEZ.) Fechten, Säbeleinzel 8 Uhr(17 Uhr MEZ) Rudern 9 Uhr(18 Uhr MEZ.) Reiten, Karabinerschießen 9 Uhr(18 Uhr MEZ) Boxen 9 Uhr(18 Uhr MEZ) Turmspringen, Damen=Entscheidung 11.80 Uhr(20.30 Uhr MEZ.) 400.Meter=Kraul Damen=Zwischenläufe 11.55 Uhr(20,55 Uhr MEZ.) Wasserball 12 Uhr(21 Uhr ME3) Segeln 12 Uhr(21 Uhr MEZ) Boxen 18 Uhr(22 Uhr ME3) Fechten, Säbeleinzel 18 Uhr(22 Uhr MEZ.) Rudern 14.30 Uhr(23,30 Uhr MEZ) Vorführungen Lacrosse 15 Uhr(22 Uhr MEZ.) 200 Meter=Brustschwimmen, Zwischenläufe. 1520 Uhr(0.20 Uhr MEZ.) 1500.Meter=KraulZwischenläufe. 16.20 Uhr(1.20 Uhr MEZ.) 100 Meter Rücken=Ent16.9 U5(1.36 Uhr MEZ.) 4X100 Meter Kraulstaffel für Damen 16.55 Uhr(1,55 Uhr MEZ.) Wasserball 20 Uhr, 5 Uhr ME3) Voxen Unser Achter ausgeschieden. Die Schlußergebnisse vom Mittwoch. Im Achter ist Deutschland ebenfalls ausgeschieden. Hier entspann sich zwischen Amerika, Canada. Deutschland und Neuseeland über die ganze Strecke ein spannender Kampf, den Amerika mit einer halben Länge vor Canada, Deutschland und Neuseeland gewann. Rudern. Bierer o. St.: 1. Vorlauf: 1. England 7:18,2 Min., 2. Amerika 7:19,4 Min., 8. Deutschland(Aletter Gaber, Flinsch, Maier) 7:87,8 Min.— 2. Vorlauf: 1, Italien 7:06.8 Min., 2. Canada 7:12 Min. Doppelzweier: 1. Vorlauf: 1. Canada 7:25 Min., 2. Italien 7:33 Min.(2 Lg. zur.), 8. Brasilien 7:88 8 Min.(1 Lg. zur.).— 2. Vorlauf: 1. Amerika Myers, Gilmore) 7:14,6 Min., 2. Deutschland(Buhtz, Boetzelen) 7:21,4 Min.(2½ Lg. zur.). Achter: 1. Vorlauf: 1. Italien 6:28.2 Min., 2. England 6:34,2 Min.(1½ Lg. zur.), 8. Japan 6:84,4 Min., 4. Brasilien 6:52,2 Min.— 2. Vorlauf: 1. Amerika 6:29 Min., 2. Canada 6:33, 2 Min., 8. Deutschland 6:36.8 Min., 4. Neuseeland 6:88,2 Min. Das Klassement der Nationen. 1. Amerika 552,5 Punkte, 2. Italien 181,5 Pkte., 8. Finnland 150.5, 4. Schweden 137, 5. Frankreich 118.5, 6. Deutschland 110.5, 7. England 98 P., 8. Japan 84, 9. Kanada 73, 10. Ungarn 61.5. 11. Holland 83, 12. Australien 32, 13. Oesterreich 27, 14. Polen 26, 15. Tschechoslowakei 24, 16. Irland und Dänemark je 23, 18. Argentimen 15, 19. Südafrika 18, 20. Belgien und Neuseeland je 6, 22. Schweiz und Lettland je 5, 24. Philippinen 4, 25. Brasilien 1 Punkt. 41 Teilnehmer beim Europa=Rundflug Elli Beinhorn verzichtel für Morzik.- Der erste Tag. Der sonst so stille Flughafen in Staaken bei Spandau zeigt jetzt ein lebhaftes Bild, da dort der Sammelpunkt für die Teilnehmer des diesjährigen Europa-Rundfluges ist und die technischen Prüfungen in den nächsten Tagen abgehalten werden. Zwei Hohepunkte des Interesses waren das Eintreffen der italienischen Staffel, die in geordneter: Formation geschlossen über dem Flugplatz erschien, sich auflöste und einzeln unter Führung ihres Favoriten A. Colombo landete; nicht weniger gut sah die aus sechs Maschinen bestehende Staffel der Heinkel=Werke aus, die einige Stunden später ebenfalls geschlossen den Flugplatz anflog. Elli Beinhorn, die viel bejubelte deutsche Fliegerin, landete hier an der Spitze. Bis zum ersten Eintrefftermin waren 41 Maschinen eingetroffen, jedoch können noch bis zum Freitag nachmittag 16 Uhr gegen doppeltes Startgeld weitere Teilnehmer zugelassen werden. Punkt 12 Uhr am Donnerstag kündigte eine Rauchbombe den Schluß des ersten Eintrefftermins an. Unter den zugelassenen Teilnehmern befinden sich die meisten Flieger der früheren Wettbewerbe, so auch der zweimalige Gewinner des Europa=Rundfluges Fritz Morzik. Freilich war seine Beteiligung erst auf einem Umwege möglich, da die Messerschmidt=Werke ihre neuen Maschinen wegen der letzten Unfälle zurückgezogen haben, war Morzik ohne Flugzeug. Nun hat Elli Beinhorn, der man große Aussichten gao, traurigen Herzens ihre Heinkel=Maschine dem großen männlichen Favoriten zur Verfügung gestellt; ein vorbildliches Beispiel ihrer Selbstlosigkeit! Durch den Ausfall der Messerschmidt=Apparate war auch der Zweite des letzten großen Europa=Rundfluges, Reinhold Poß, ohne Maschine. Fritz Sieael, der plötzlich erkrankte, hat seinen Klemm=Apparat ebenfalls zur Verfügung gestellt, den Pasewaldt übernimmt. So wurde die Pasewaldtsche Maschine für Poß frei, da dieser nur eine Klemm Maschine mit ArgusMotor fliegen wollte. Für den Sieger des deutschen Rundflugs blieb leider kein Apparat mehr übrig. Auch der Kunstflugmeister Fieseler hat zurückziehen müssen, da die drei schwanzlosen Maschinen bei der Erprobung nicht befriedigten. Die 41 zugelassenen Teilnehmer verteilen sich auf sechs Nationen und zwar: Deutschland, Frankreich, Italien. Polen, Tschechoslowakei. Deutschland nimmt mit 15 Maschinen den Kampf auf. von Cramm besiegt Lee. Auch Frl. Krahwinkel im Vorfinale.- Der Donnerstag in Hamburg. Eine erstaunlich große Zuschauermenge füllte am Donnerstag die Tribünen auf dem Gelände der Hamburger Tennisgilde, dem Schauplatz der Kämpfe um Deutschlands Meistertitel, um Zeuge der Vorentscheidungen in den Einzelkonkurrenzen zu sein. In beiden Meisterschaften konnten sich mit Gottfried von Cramm und Hilde Krahwinke I zwei deutsche Vertreter bis zur Vorschlußrunde durchkämpfen. von Cramm besiegte den weitaus kräftigeren aber weniger vielseitig spielenden englischen Studenten Lee nach aufregendem Kampfe 6:4, 6:8, 5:7 2:6, 6:4. Es sah eigentlich nach einem schnellen Dreisatzsiege des Deutschen aus, der im dritten Satz eine 4:2=Führung des Engländers nicht nur aufholte, sondern selbst mit 5:4 in Front zog. Durch Pech verlor von Cramm den Satz und auch den nächsten. So zogen die olympischen Kämpfer in das Stadion von Los Angeles ein Das erste Oriainalbild, das jetzt von dem diessährigen Olompia in Europa eintraf: Der Einmarsch aus 40 Ländern, um den olympischen Eid abzulegen. Im letzten Satz ließ v. Cramm bei 3:0 den Engländer wieder aufkommen und ihn mit 4:3 in Führung gehen. Zum Schluß setzte sich aber das erfolgreiche Angriffsspiel des Deutschen durch, der nun mit dem Franzosen Boussus um den Platz in der Vorschlußrunde kämpfen muß. Der Franzose zeigte seine beste Form, hetzte den langen Iren Rogers ständig hin und her und behielt mit 6:2, 6:4, 6:4 die Oberband. In der oberen Hälfte hatte der Titelverteidiger, Roderich Menzel, nur im ersten Satz den Widerstand des Australiers Sproule zu brechen. Mit klugem Netzspiel gewann Menzel dann 5:7, 6:3 6:8, 6:1. Leichter als erwartet schaltete Jack Crawford den viel zu langsam spielenden Franzosen Feret 6:2, 6:2, 6:8 aus und gilt nun als Favorit für den Titel. In der Damenmeisterschaft zog Hilde Krahwinkel=Essen als erste mit 6:4, 6:3 über Frau Schomburgk=Leipzig in die Vorschlußrunde ein. Hier erwartet sie die Holländerin Conquerque, die durch ihre kluge Taktik die kleine Engländerin Heeley 6:4, 7:5 ausschaltete. In der unteren Hälfte versagte Frl. Horn gegen die Französin Adamoff. Sie ließ sich während des ganzen Kampfes die weiche Spielweise der Französin aufzwingen und mußte mit 3:6, 1:6 ihre Hoffnungen fahren lassen. Wenig Mühe machte die Französin Rosambert der Schweizer Meisterin Panot. die sich 6::8, 6:2 durchsetzte. Im Damendoppel haben nun auch die Westdeutschen Krahwinkel/ Peitz mit 6:1, 7:5 über die Französinnen Henrotin/Rosambert die Vorschlußrunde rreicht, wo sie auf das englische Meisterpaar Whittingstall/Nuthall treffen. In der unteren Hälfte kämpften Heelen/Stammers und Adamoff/ Barbier um den Eintritt in die Schlußrunde. Hilde Krabwinkel siegt auch im Mixed. Der Rest des Tages wurde mit den noch im Rückitand befindlichen Gemischten Doppelspielen ausgefüllt. Ein seltener Zwischenfall ereignete sich im Campf Adamoff/Hopman gegen Frau Friedleben/Dr. Dessart. Im zweiten Satz verließ der Australier wegen falscher Linienrichterentscheidungen unter Protest den Plat und konnte erst durch den Bundespräsidenten Dr. Weder wieder zum Weiterspielen bewegt werden. Die Ausländer gewannen noch 6:8, 6:8. 6:4. Das englische Paar Nuthall/Lee schlug Frl. Weihe/Nournen 6:2. 6:4. Frl. Horn/R. Menzel waren über Henrotin Feret 7:5, 6:4 erfolgreich. Hilde Krabwinkel/von Cramm besiegten Frau DeutschKukuljevie 6:4, 6•4. Das zweite enalische Paar Whittingstall Huabes fertigte Frl. Sander/Igenecke 6:2. 6:0 ab und die Titelverteidiger Frl. PapotFischer blieben erst 6:8, 18:11 gegen Frl. BarbierRogers erfolgreich Sporlfest der Bochumer Schutzpolizei anläßlich des Verfassungstages.- Born Sieger im Fünfkampf. Anläßlich des Verfassungstages veranstaltete die Schutzpolizei des Präsidiums Bochum auf dem Sportplatz der Polizei=Unterkunft eine sportliche Veranstaltung, die unter dem Leitwort„Körperbilduna bei der Schutzpolizei“ stand. Die Veranstaltung hatte ein sehr starkes Interesse beim Publikum gefunden. Einen nachhaltigen Eindruck über die vielseitige sportliche Ausbildung vermittelten alle Vorführungen. Gleichzeitig wurde von den verschiedenen Abteilungen Kugelgymnastik, Gitterübungen, Polizeigriffvorführungen, Voltigieren und Ringkämpfe gezeigt. Heiß umstritten war die 12X70Meter=Pendelstaffel, Bessere Wechseltechnik führte zum Sieg der 4. Bereitschaft(Witten) in 2,17,4 Minuten vor der 2. Bereitschaft(Bochum), 8. Bereitschaft(Herne) und 1. Bereitschaft(Bochum). Das Handballspiel der beiden Handballmannschaften Bochum und Herne ergab einen hohen 10:8=Sieg der Bochumer. Der Fünfkampf. Im Laufe dieser Woche wurde bereits der Fünfkampf um die Plakette des Reichspräsidenten anlätzlich des Verfassungstages 1932 durchgeführt. Der Fünfkampf setzte sich aus folgenden Wettbewerben zusammen: 8000=Meter=Lauf, 300=Meter=Schwimmen, Handgranatenweitwurf, Weitsprung und Schießen(Karabiner und Pistole). Die Wettbewerbe im Laufen, Schwimmen und Weitsprung wurden nach den Regeln der Sportverbände durchgeführt. Große Anforderungen wurden in den Schießwettbewerben an die Beamten gestellt. Geschossen wurde mit dem Karabiner Modell 98 und Pistole W. Das Karabinerschießen wurde auf Sporteinheitsscheiben in 100 Meter Entfernung durchgeführt, das Pistolenschießen auf 24 Ringscheibe auf 25 Meter Entfernung. Die Bedingung für das Karabinerschießen gliederte sich in 4 Uebungen, und zwar: a) aufgelegt hinter einer Brustwehr, b) liegend freibändig, c) kniend oder sitzend, d) stehend freihändig. Der Schütze erhielt für jede Uebung 8 Schuß, die innerhalb 15 Sekunden abgegeben sein mußten. Für jeden nach diesem Zeitraum abgegebenen Schuß wurde der beste Treffer abgezogen. Der Start für das Pistolenschießen er folgte auf 75 Meter. Der Schütze lief bis auf 25 Meter an das Ziel heran. Während des Laufens hatte er die Pistole schußfertig zu machen. Die Pistole war mit 6 Schuß geladen. Für die Abgabe der Schüsse standen dem Schützen vom Start ab 80 Sekunden zur Verfügung. Für jeden nach Ablauf der Zeit abgegebenen Schuß wurde der beste Treffer abgezogen. Der Wettbewerb war in eine offene Klasse(Beamte unter 82 Jahre) und in eine AltersKlasse(Beamte über 22 Jahre gegliedert. Der Wettbewerb sah den bekannten Westdeutschen Meister im Stabhochsprung Pol.=Wachtmeister Born Witten) als Sieger. An zweiter Stelle rangierte der Pol.=Wachtmeister Bieling, der durch sein schlechtes Abschneiden beim letzten Wettbewerb, dem Schießen„den ersten Platz vergab. Dritter wurdeP. O. W. Hagemeister. In der Alterklasse belegte P. H. W. Krüger den ersten Platz vor P. O. W. Heyer und P. H. W. Sauer. Die Ergebnisse: Gesamtwertung. 1. P. W. Born(4. Ber. Witten) 44 Punkte Platzziffer 24. 5. 2. 2. 5/5.) 2. P. W. Bieling 2. Bereitschaft Bochum) 60 Punkte(Platzziffer 7. 4. 3. 4. 29/13) 8. P. O. W. Hagemeister(1. Ber. Bochum) 67 Punkte(Platzziffer 12. 10. 28. 6. 10/1.) 4. P. W. Zibell(3. Ber. Herne) 84 P. 5. P. W. Götzingen(4. Ber. Witten) 84 P. 6. P. W. Schmidt(8. Ber. Herne) 88 P. 7. Gloy(2. Ber. Bochum) 88 P., 8. Merzhauser(1. Ber. Bochum) 88 P. 9 Gloger(4. Ber. Witten) 89 P 10. Henze(2. Ber. Bochum) 90 P. Altersklasse: 1. P. H. W. Krüger(Fahrbereitschaft) 12 P. 2. P. O. W. Heyer(1. Revier) 18 P. 8. P. H. W. Sauer(6. Ber. Bochum) 19 P 4. P. H. W. Pratsch(8. Revier) 20 P. 5. Oberleutnant Gaebler(27. Revier) 21 P. Wertung in den einzelnen Konkurrenzen. 8000.Meter=Lauf: 1. P. W. Kirchhoff 10,18 Min. 2. P. W. Zyllekens 10.28 Min., 8. P. W. Treu 10,30 Minuten. 4. P. W. Henze 10.30 Min. 300.-Meter=Schwimmen: 1. P. W. Basener 5,17,5 Min. 2. P. O. W. Drescher 6.25 5 Min. 3. P. W. Geue 5,27,2 Minunten. Handgranatenweitwurf: 1. P. W. Ka= stening 58,80 Meter, 2. P. W. Born 56 30 Meter, 3 P. W. Bieling 53,50 Meter. Weitsprung: 1. P. W. Götzinger 6,30 Meter, 2. P. W. Born 6,28 Meter. 8, P. W. Plewnia 6.18 Meter Karabinerschieken: 1. P. W. Basener, Karl, 102 Ringe, 2. P. W. Schmidt 102 Ringe, 3. P. W. Kroll 102 Ringe. Pistolenschießen: 1. P. O. W. Hagemeister 113 Ringe 2. P. W. Wissemann 105 Ringe, 3. P. W. Zibell 108 Ringe, 4. P. W. Basener, Karl, 108 Ringe, Auto- und Motorrad-Kennen auf der Bochumer Radrennbahn. Der Motorrad=Sport=Klub Bochum=Ehrenfeld veranstaltet am kommenden Sonntag auf der Radrennbahn in Bochum sein 2. Motorrad=Rennen, Auch ist es der Leitung gelungen, die Automobil=Rennfahrer Vurwin=Essen, mit dem Spezialrennwagen Amilcar, und Herrn Lehmann=Essen, ebenfalls auf Amilcar, für dieses Rennen zu verpflichten. Ueberall, wo diese Fahrer ihr Können gezeigt haben, stehen sie in bester Erinnerung. Auch am Sonntag geben die Fahrer ihr Bestes her, und ein jeder darf gespannt sein, wie die beiden ehrgeizegen Fahrer zusammen um das„Blaue Band“ kämpfen werden. Die Besetzung der Motorradrennen ist auch wieder den Wünschen des Publikums entsprechend. Am Start stehen u. a. Jenau=Bochum, HakenbergBochum, Wittmann=Münster, Rütting=Horsthausen. Einer der interessantesten Läufe wird um das„Blaue Band“ von Bochum sein. Hier ist noch nicht entschieden, wer der Sieger sein wird. Fahrer und Maschine werden alles hergeben müssen, um als Sieger hervorgehen zu können. Boxsport. B3B Werne 30— BSB. Castrop. Nach kurzer Ruhepause warten die Werner Borer am Freitag abend in ihrem„Ständigen Ring“ der „Deutschen Flotte“ mit einem bedeutenden Kampf auf. Sie haben in der Castroper Staffel eine kampfstarke Vertretung verpflichtet. Die letzten Ergebnisse der Gäste über sehr starke Mannschaften, wie Mengede und Hörde haben bewiesen, daß mit einer sehr guten Leistung zu rechnen ist. Gegen die Werner, die dieses Mal wieder mit verstärkter Mannschaft in den Ring gehen, werden die Castroper einen sehr schweren Stand haben. Schach. Sch. Fr. 1925 Bochum— Sch. Kl. Leithe 12:4. Die Bochumer, ohne Ersatz spielend, gewannen mit der A=Mannschaft 8:0 und spielten mit der BMannschaft 4.:4.— Am Sonntag, 14. August, wird bei Lotz an ca. 10 Brettern gegen die als stark bekannten Dortmunder Schachfreunde nachmittags ein Freundschaftskampf der Bochumer Schachfreunde 1925 ausgetragen. Die Dortmunden spielen morgens bereits gegen Schachgesellschaft Bochum bei Brauckmann. Die beiden Spiele sind eine Kraftprobe für die Bochumer Vereine. Das Oppenheim-Kennen in Köln. Nach dem Reugeldtermin ist die Situation für die Kölner Rennen am 14. August wesentlich geklärt. Für die Hauptprüfung, das Freiherr=S.=Alfred=vonOppenheim=Rennen im Werte von 20 000 Mk., haben als voraussichtliche Starter zu gelten: Herrn M. J. Oppenheimers Mio d'Arezzo(M. Schmidt), Gestüt Schlenderhans Widerhall(W. Printen) und Aventin A. Sajdik), Hauptgestüt Graditz Lord Nelson(J. Rastenberger), Frl. A. Weltmanns Champagner(H. Schmidt), Gestüt Mydlinghovens Menelik(—), Herrn M. I. Oppenheimers Alemannia(E. Huguenin) und Herrn A. u. C. von Weinbergs Faienza(O. Schmidt). Mit dieser hervorragenden Besetzung— außer den vier Plazierten im Derby ist die Siegerin im Preis der Diana, dem Berliner Stutenderby, Faienza, besonders hervorzuheben— wird diese Zuchtprüfung den erwarteten sensationellen Charakter erhalten. Rennen zu Berlin=Grunewald. 1. Rennen. 1. Pommerländer(Knobloch), 2. Offenbach, 3. Nebukadnezar. Sieg: 16:10. 2. Rennen. 1. Gilgamesch(Zehmisch), 2. Tenor, 3. Tarnschild. Sieg: 180; Platz: 84, 16, 19. 3. Rennen. 1. Uhlenkopf(Haynes), 2. Gregorovius, 3. Ausflucht, 4. Melodie. Sieg: 57; Platz: 17, 18, 17, 16:10. 4. Rennen. 1. Feldwebel(Reibl), 2. Rosifera, 8. Sopran. Sieg: 58; Platz: 17, 22:10. 5. Rennen. 1. Faustgraf(O. Schmidt), 2. Avanti, 3. Goliath. Sieg: 26; Platz: 13, 20:10. Rennen zu Bichy. 1. Rennen. 1. Prince Basque 2(J. Rigaud), 2. Prince Rouge, 3, Le Bibane. S. 248; Pl. 46, 22, 32. 2. Rennen. 1. Savarin 2(J. Rigaud), 2. Vanitas, 8. Amidon 2. Sieg: 213; Platz: 36. 29, 14. 3. Rennen. 1. Town Hall(L. Toche), 2. Quitus, 3. Mannequin. Sieg: 38; Platz: 18, 16, 68. 4. Rennen. 1. Brahm(F. Stringer), 2. Etamine. 3. Tieta. Sieg: 79; Platz: 25, 20. Anmeldung zum Ferienrücktransport. Die Anmeldung der Kinder für den FerienRücktransport findet nur am Samstag, dem 13. August, um 17(5) Uhr, im evgl. Vereinshaus, Mühlenstraße, statt. Das Reisegeld ist möglichst sofort, spätestens aber bis zum 20. August zu bezahlen. Die Fahrtkosten sind wie folgt: Kinder A. für die Kinder von Berlin unter 10 Jahre 8, unter 10 Jahre 6.— für die Kinder von Landsberg a. d. Warthe über 10 Jahre 10.— MA. unter 10 Jahre 7.— M; für die Kinder von Schneidemühl, Firchau über 10 Jahre 12.—.A, unter 10 Jahre 8.— M; für die Kinder von Marienburg über 10 Jahre 14.— A. unter 10 Jahre 10.— M, für die Kinder von Dt.=Eylau, Osterode, Allenstein, Braunsberg, Elbing, Königsberg über 10 Jahre 15,—.A, unter 10 Jahre 11.— M. Darüber hinaus bis an die äußerste Grenzstation, sowie von Schlesien und Oberschlesien über 10 Jahre 16.— K. unter 10 Jahre 11.— A. Aus der Knappschaft. Wichtig für Krankfeiernde. Krankfeiernde Mitglieder, die als arbeitsfähig aus der fachärztlichen Behandlung oder aus dem Krankenhause entlassen werden, brauchen sich künftighin zwecks Gesundschreibung nicht mehr sofort dem Bezirksarzt vorzustellen. sondern können sich zunächst auf der Zeche zur Wiederaufnahme der Arbeiz melden und erst dann, spätestens jedoch innerhalb dreier Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhause bezw. aus der fachärztlichen Behandlung, die Meldung beim Arzt besorgen. Zur Unterrichtung der Zeche wird seitens des Facharztes bezw. des Krankenhauses auf dem Krankenscheine ein besonderer Vermerk angebracht des Inhalts, daß die Wiederanlegung unbedenklich erfolgen kann Die Abmeldung beim zuständigen Knappschaftsältesten hat in diesen Fällen binnen drei Tagen nach der Gesundschreibung durch den Bezirksarzt zu erfolgen. Wer mit vorstehendem Vermerk aus der sachärztlichen Behandlung oder aus dem Krankenhause entlassen wird und es unterläßt, sich soforz bei der Zeche wegen Wiederaufnahme der Arbeit zu melden. mutz den dadurch etwa entstehenden Verdienstausfall selbst. tragen, denn Krankengeld kann während der Berechtigungszeit nur für die Dauer der bestehenden Arbeitsunfähigkeit, nicht auch für Zeiten der Beschäftigungslosigkeit gewährt weren. (!) Rila, ein bulgarisches Heiliatum. Mitten im Herzen Bulgariens erhebt sich majestätisch das Rilagebirge, dessen schmeebedeckte Bergriesen aus 2500 Meter Höbe hinabschauen in tiefeinschneidende, waldreiche Täler. Dort beschützen, wie eine Muschel die kostbare Perle, steile Berghänge das berühmte Kloster Bulgariens. Von der großen interessanten Geschichte des Rila=Klosters, von dem bulgarischen Nationalheiligen Johannes Rilski, zu dessen Ehren das Kloster errichtet wurde, erzählt ein interessanter Aufsatz, die land schaftliche Schönheit der Umgebung des Klosteré. seine eigenartige Architektur, das Leben und Wirken der Rilamönche zeigen dazu hervorragende Bilder in der immer lesenswerten, bekannten illustrierten Zeitschrift„Heimat und Welt“ die auch im übrigen Inhalt mit zeitnahen Reportagen und aktuellen Bildberichten sich immer wieder als die Zeitschrift für das katholische Haus bewährt. Westfälischer Bauernverein. Bezirksverband„Inzirksverband„Indystriegehiet". Sprechtag in Bochum ocf an jedem Mittwoch nachm. von 3—6 Uhr. Wirtschaft Steffen, Hellweg. Veranstaltungen und Vereine. ++ Constantia. Trotz der Ferienzeit ist man im kath. kaufm. Verein der„Constantia“ rege an der Arbeit. Es gilt jetzt das Winterprogramm aufzustellen. In letzter Zeit hat die Organisationsarbeit im Verein zu Gunsten der selbständigen und der Angestelltenmitglieder eine praktische Erweiterung erfahren, einmal durch Steuerberatungen, die von Zeit zu Zeit im Jugendheim der Constantia, Kreuzstraße 13, stattfinden, dann durch besondere Beratungen in Angelegenheiten der Angestelltenversicherung. wofür ein örtlicher Vertrauensmann der Angestelltenversicherung gewonnen ist. An dem Deutschen Katholikentag in Essen wird sich auch die Constantia beteiligen. Im Rahmen des Katholikentages findet am Sonnabend, 3. September, auf der Kaupenhöhe in Essen eine große KKV. Versammlung statt, in welcher der KKV. auch zu dem Leitgedanken des Katholikentages: Christus in der Großstadt, Stellung nehmen wird. Gerade diese Tagung, die günstig auf Samstag abend. 8 Uhr. gelegt ist, wird es jedem Mitglied der Constantia möglich sein, daran teilzunehmen, zumal Sonntagsfahrkarten dafür ausgegeben werden. Sodann beabsichtigt der Verein auch. sich an der feierlichen Pontificalmesse des Katholikentages auf den Ruhrhöhen bei Baldenen am Sonntag, 4. September, 9.30 Uhr vormittags. zu beteiligen. Diese Veranstaltung wird den Hohepunkt des Katholikentages abgeben. Der Verein er wartet, daß die Mitglieder mit ihren Damen sich zahlreich dazu einfinden. Geplant wird eine gemeinsame Fahrt in Autobussen. In der am Mitt woch bei Uhlenbruch stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, trotz der schweren wirtschaftlichen Zeiten das Stiftungsfest im einfachen Rahmen eines Familienfestes zu begehen. Auch die beliebte Nikolausfeier soll wieder steigen. Das Win terprogramm soll wieder eine ganze Reihe kleinerer und größerer Vortragsabende bieten aus dem Bereiche des Berufs= und Allgemeinwissens. Briefkasten. J. M. 10. Die Frage ist ungeklärt. Das hängt davon ab, wieviel Einkommen der Schwiegersohn bezieht, wie groß die Wohlfahrtsunterstützung ist usw. Vielleicht sprechen Sie am besten einmal bei uns vor. Alte Vorkriegssoldaten. Ein solches Regiment hat nicht bestanden. Nolizen aus den Büros der Filmtheater. Tonhalle. Heute gelangt im Tonhallen=Theater der als der spannendste Film des Jahres bezeichnete Groß=Tonfilm:„Der Rächer des Tong“, mit Loretta Young zur Aufführung. Der Film spielt in China=Town, dem Chinesenviertel von San Franziko— in den Kreisen der chinesischen Unterweltsvereine. Zur weiteren Unterhaltung läuft das entzückende Lustspiel:„Der Ballbei Raffkes“ mit Dolly Haas, Lucie Mannheim und Reinhold Schünzel. Die Weltlichtspiele zeigen ab heute ein hochinteressantes Doppeltonfilmprogramm. Neben Norma Shearer in ihrem ersten deutschsprechenden Tonfilm„Küssen erlaubt“ sieht man Buster Braton in seinem neuesten Tonfilm=Großlustspiel „Buster rutscht ins Filmland“. Lichtburg. Mit dem heutigen Tage gelangt" in der Lichtburg das sensationelle Tonfilmwerk des letzten Jahres Wer Hexer“ zur Vorführung, nach Motiven des berühmten, gleichnamigen Romans von Edgar Wallace. In den Hauptrollen: Fritz Rasp Maria Solweg und Paul Richter Dazu als Sondereinlage:„Der falsche Feldmarschal!“ mit Plasta Burian. Apollotheater. Piel=Filme haben bekanntlich den Vorzug, niemals langweilig oder sentimental zu sein.„Der Geheimagent“ bedeutet einen neuen Sieg für Piel als Darsteller und Regisseur. Maria Sovlveg hat er eine Partnerin, wie er sie braucht.— Hartnäckig tobt„Die Schlacht von Bademünde“, dieser übermütige Ufa=Schwank. zu dem die Lachsalven des Publikums den Schlachten. donner liefern. Odeon=Alhambra. Das Odeon=Theater zeigt ab heute Hans Albers als„rasenden Reporter in dem spannenden, tempodurchjagten Film„Hans in allen Gassen“, in dem er mit Max Adalbert und Paul Heidemann einen starken Erfolg erringen dürfte. Im Beiprogramm wird der Film„Großstadtpflanzen“ gezeigt.— Das Alhambra=Theater zeigt in dieser Woche den Gustav Froylich=Film„Die heilige Flamme". ein Werk voller Geheimnisse und von stärkster dramatischer Wirkung. Dazu sieht man den Artistenfilm„Manege“. Lichtspielhaus. Die heute beginnende neue Spielwoche bringt wieder ein großes Tonfilmdoppelprogramm: Brigitte Helm und Lucie Englisch in „Die Gräfin von Monte Christo“ und Betty Bird und Willi Forst in„Gin Burschenlied aus Heidelberg“. Die Bilderschau bietet auch diesmal wieder ein reichhaltiges und interessantes Programm. Als Hauptfilm läuft der entzückende Tonfilm„Kaiserliebchen, eine heitere Geschichte aus dem Wien der Maria Theresia.— Für etwas derberen Humor forat jrejia.— gut eine berberen bumot sorgt Harold Llond in der Groteske:„„Harold. alt dich fest!“ eine zwerchfellerschütternde Angelegenheit. 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Aug.(Di Nacht wurde auf das bäude ein Handgranat Stielhandgranaten wur Ladens geschleudert. Di verwüstet. haussuchung b leitung des! Berlin, 12. Aug.(Eic liner Tageblatt“ meldet in den Büroräumen leitung eine politische statt. Dem Blatt zufolund 5 Gummiknüp volver sollen Mitgliede hören, die Waffens aber verreist sind. Wieder ein Ans Groß=Streblitz, 12. A Nacht zum Donnersta Finanzamt mehrer denen sechs die Mauer während ein Geschoß di Zimmer drang, in de amtsvorstehers schlief. letzt. Weiter wurden Baumeisters und e hilken sowie ein weite abgegeben. Die Täterk werden. Salzburger h Salzburg 12. Aug. burger Hochschulwochen net. Sie werden vom kerverband und der veranstaltet. Zahlreiche gäste, darunter die der bayrische Ministerpräsi an der Eröffnung teil. Fürst=Erzbischof Dr Eröffnungsrede u. a. a ob Dozent oder Hörer, schen die Verpflichtung das in gemeinsamen fruchtbar werden Die Verbindung zwisch die das tiefste Wesen wochen ausmache, müss bendiges Werden in des Akademikers hinaus benen Führer des E Bundeskanzler a. D.S feier veranstaltet. Pri burg zeigte in seiner züge, die dem Gelehrte die vielbewunderte Seipel, so erklärted erfolgreich herrschen, w Dienst am Volke gerich Piccard-Start Zürich. 12. August.( tag arbeiteten Professot gleiter Cosgons eifri und Behebung des Fehl mer. dem wichtigiten Me mitführen wird. Es zeig noch drei Atmosphären des Mittwoch konnte de hoben werden. Der S. Wetter ab. Er ist, fallfür Sonnabend vor scheidung wird aber erst Die neue Notverr licht worden. Unter a sonders schweren Fäll für die für die Mark Brande in Hamm und fürd die Orte, in denen sind unterstrichen. nter Aufsatz, die land mgebung des Klostere ir, das Leben und seigen dazu hervorra lesenswerten, bekann„Heimat und Welt“ ilt mit zeitnahen Neldberichten sich immer für das katholische . Bezirksverband„In*. Sprechtag in Bochum n 3—6 Uhr. Wirtschaft und Vereine. Ferienzeit ist man im mstantia“ rege an der interprogramm aufzu= die Organisationsarbeit ständigen und der Antische Erweiterung erberatungen, die von der Constantia, Kreuzrch besondere BeratunIngestelltenversicherung. asmann der AngestellAn dem Deutschen ich auch die Constantia Katholikentages findet er. auf der Kaupen= V. Versammlung statt. dem Leitgedanken des der Großstadt, Stele Tagung, die günstig gelegt ist, wird es je1 möglich sein, daran sfahrkarten dafür ausbsichtigt der Verein Pontificalmesse des orhöhen bei Baldenen 0 Uhr vormittags. zu ung wird den Hohe= eben. Der Verein er nit ihren Damen sich eplant wird eine gen. In der am Mitt adenen Mitgliedervertotz der schweren wirt= ingsfest im einfachen zu begehen. Auch die der steigen. Das Win ganze Reihe kleinerer bieten aus dem Be= meinwissens. en. ungeklärt. Das häng: der Schwiegersohn beunterstützung ist usw. n einmal bei uns vor. solches Regiment hat ne Partnerin, wie er Die Schlacht von ütige Ufa=Schwank. kums den Schlachten. deon-Theater zeigt „rasenden Reporter jagten Film„Dans er mit Max Adaln einen starken Ertiprogramm wird der n" gezeigt.— Das dieser Woche den eilige Flamme", no von stärkster drat man den Artistenunnende neue SpielTonfilmdoppelproLucie Englisch in 1te Christo" und st in„Gin Burra". diesmal wieder ein 8 Programm. Als Tonfilm„Kaiserichte aus dem Wien vas derberen Humor roteske:„..Harold. fellerschütternde Anst Büchse 22 37 3 40 33 3 27 y. 26 5 43 39 3 Liter 63 3 fd.-Btl. 33 3 „ 1.234 -Platte 29 3 33. Der Haager Gerichtshof entscheidet: Ein politisches Urleil im Memel=Streit. Mit 10:5 Stimmen im Richterkollegium.- Böltcher„zu Recht“ abgesetzt, der Landtag„zu Unrecht“ aufgelöst. Greifelt ist sozialdemokratischer Stadtverordneter und sozialdemokratisches Kreistagsmitglied und gehört auch dem Reichsbanner Schwarz=RotGol dals Mitglied an. Der andere Waffenhändler Pochert ist offenbar auch Mitglied des Reichsbanners Schwarz=Rot=Gold. * Handgranatenanschlag in Eutin. Eutin, 12. Aug.(Drahtb.) In der vorletzten Nacht wurde auf das hiesige Konsumvereinsgebäude ein Handgranatenanschlag verübt. Zwei Stielhandgranaten wurden in das Innere des Ladens geschleudert. Die Inneneinrichtung wurde verwüstet. haussuchung bei der Bundesleilung des Reichsbanners. Berlin. 12. Aug.(Eig. Drahtb.) Wie das„Berliner Tageblatt“ meldet, fand gestern nachmittag in den Büroräumen der Reichsbanner=Bundesleitung eine politische Durchsuchung nach Waffen statt. Dem Blatt zufolge wurden 3 Revolver und 5 Gummiknüppel gefunden. Die Revolver sollen Mitgliedern des Reichsbanners gehören, die Waffenscheine haben, zur Zeit aber verreist sind. Wieder ein Anschlag in Schlesien. Groß=Streblitz, 12. Aug.(Eig. Drahtb.) In der Nacht zum Donnerstag wurden auf das hiesige Finanzamt mehrere Schüsse abgegeben, von denen sechs die Mauer des Finanzamtes trafen, während ein Geschoß durch die Balkontür in das Zimmer brang, in dem der Sohn des Finanzamtsvorstehers schlief. Dieser blieb unverletzt. Weiter wurden auf das Wohnhaus eines Baumeisters und eines früheren Kreisgebilken sowie ein weiteres Wohnhaus Schüsse abgegeben. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. Haag, 12. August.(Drahtb.) In einer um 10,30 Uhr holländischer Zeit(10,10 Uhr deutscher Zeit) eröffneten öffentlichen Sitzung verkündete gestern vormittag der Standige Internationale Gerichtshof seine Entscheidung im Memelstreit, der bekanntlich am 11, 4. d. Is. aufgrund des Artikels 17 der Pariser Memelkonvention beim Haager Gerichtshof von den Regierungen Englands, Frankreichs, Italiens und Japans gegen die Regierung Litauens anhängig gemacht wurde und in dem Mitte Juni und Mitte Juli ausführliche mündliche Verbandlungen im Haager Friedenspalast stattfanden. Die Entscheidung ist mit 10 gegen 5 Stim. men gefällt worden. Die Minderheit wird von dem deutschen Richter Professor Schücking sowie von de Bustamente(Kuba), Altamira Spanien) van Eysingha(Holland) und Anzilotti(Italien) gebildet. In seiner Entscheidung befaht der Gerichtshof die ihm zur Beantwortung vorgelegte erste Frage, ob der Gouverneur des Memelgebietes das Recht zur Entlassung des Präsidenten des Direktoriums besitzt, aber mit der ausdrücklichen Einschränkung, daß die Absetzung nur als Maßnahme zum Schutze der Staatsinteressen und in Ermangelung anderer Mittel in solchen Fällen zulässig ist, in denen eine schwere Beeinträchtigung der litauischen Souveränität als vorliegend anzusehen sei. Hiermit ist gleichzeitig auch die zweite Frage, ob dieses Recht eventuell nur unter bestimmten Bedingungen ausgeübt werden kann, beantwortet. Verhandlungen mit der Regierung eines fremden Staates(!) eingetreten sei ohne Rücksicht darauf, daß nach dem Memelstatut nur die Organe Litauens berechtigt seien, derartige Verhandlungen zu führen. Durch diese Aktion habe der Präsident Böttcher seine Befugnisse überschritten. Das Gericht stellt sich weiter auf den Standpunkt, daß eine Rechtenflicht des Gouverneurs, sich vor Ernennung des Präsidenten durch Verhandlungen mit den Mehrheitsparteien das Vertrauen dieser Parteien zu vergewissern, nicht bestehe. Jn dem Sondervotum der Richter Schücking, Bustamente, und von Eysingha wird der Standpunkt vertreten, daß nach der ausdrücklichen Vorschrift des Artikels 17 nur ein Mißtrauensvotum des Landtags dem Amte des Präsidenten ein Ende machen könne und daß es sich hier um eine organisatorische Vorschrift des Memelstatuts handele, die im Interesse der Autonomie die schärffte Form des parlamentarischen Regimes eingeführt habe. Diese Auslegung des Memelstatuts werde auch durch die Entstehungsgeschichte der Memelkonvention gerechtfertigt. Weiter weist das Sondervotum darauf hin, daß es bei dem Charakter des Memelstatuts als einer vertragsmäßig vereinbarten Verfassung für das Memelland unmöglich sei, aus dem Begriff der litauischen Souveränität neue Kompetenzen für den Gouverneur abzuleiten, von denen das Memelstatut nicht nur nichts enthalte, sondern die sogar zu seinem Wortlaut im Widerspruch ständen. Das neue rumänische Kabirett. Bukarest, 12. August.(Drahtb.) Der designierte inisterpräsident Vaida hat aestern vormittag die Regierung gebildet. Die Mitali=der des neuen Ka binelts sind folgende: Ministerpräsident und Außenminister Voida. Innenminister Michalehe, Finanzminister Mironeecu. Kriegsminister Samsonowic. Handelsminister Madgeaeu, Justizminister Popovic, Ackerhauminister Viocu Niiescu, Unterrichtsminister Dimitrin Gusti, Verkehrsminister Milto, Arbelisund Hygieneminister Joanitescu, Winister für Trans'yloanien Haliegan, Minister für Vestarabien Panhaliopa. Die Mitglieder der neuen Regierung haben gestern schon den Erd im Königlichen Palnis geleistet. Am Nachmitiag stellie sich die neut Regierung dem Parlament vor. Ein schnell erledigter Pulsch. Ruhe in Spanien— Der auffüssige Führer gefangen. Kapitulation der Aufständischen in Sevilla. Madrid, 12. August.(Drahtb.) Die letzten Nachrichten aus Spanien stimmen darin überein, daß im ganzen Lande Ruhe herrscht. Unter den Verhafteten befinden sich u. a. die Generale Codet. Concales, Carrasco und Calvalcanti und der Brader des früheren Finanzministers Sotelo. Malaga ist der Arbeitsminister im Kabinett Berenguer, Estrata, festgenommen worden. Außer, dem ist gestern General Saniurio, sein Sohn, Hauptmann Saniurio. General Herrais und Oberstleutnant Estevan Insante bei Sevilla verhaftet worden. Der Aufstand in Sevilla ist damit zusammengebrochen. Die aufständischen Truppen haben sich ergeben. Die Militärgerichte zur Aburteilung der Insubordinationsfälle sind gestern nachmittag hier zusammengetreten. Zwei der bei den Straßenkämpfen verletzten Aufständischen sind ihren Verletzungen erlegen. Salzburger Hochschulwochen. Salzburg 12. Aug.(Eig. Meld.) Die 2. Salzburger Hochschulwochen wurden vorgestern eröffnet. Sie werden vom Katholischen Akademikerverband und der Görresgesellschaft veranstaltet. Zahlreiche Professoren und Ehrengäste, darunter die deutschen Kardinäle und der bayrische Ministerpräsident Dr. Held nahmen an der Eröffnung teil. Fürst=Erzbischof Dr. Rieder führte in seiner Eröffnungsrede u. a. aus, daß jeder Teilnehmer, ob Dozent oder Hörer, vor Gott und den Menschen die Verpflichtung übernehme, das in gemeinsamem Bemühen Erarbeitete fruchtbar werden zu lassen im Dienste am Nächsten. Die Verbindung zwischen Glauben und Wissen, die das tiefste Wesen der Salzburger Hochschulwochen ausmache, müsse mehr und mehr auf lebendiges Werden in der täglichen Berufsarbeit des Akademikers hinausgehen.— Für den verstorbenen Führer des Salzburger Hochschulwerkes, Bundeskanzler a. D. Seipel, wurde eine Trauerfeier veranstaltet. Prof. Dr. Mager=Salzburg zeigte in seiner Gedenkrede die Charakterzüge, die dem Gelehrten und Staatsmann Seipel die vielbewunderte schöpferische Kraft gaben. Seipel, so erklärte der Redner, konnte deshalb erfolgreich herrschen, weil sein Wille nur auf den Dienst am Volke gerichtet war. Piccard-Start am Sonnabend? Zürich, 12. August.(Eig. Drahtb) Seit Dienstag arbeiteten Professor Piccard und sein Begleiter Cosavns eifrig an der Ausfindigmachung und Behebung des Fehlers an der Jonisationskammer, dem wichtigiten Meßinstrument, das die Gondel mitführen wird. Es zeigte sich am Dienstag daß nur noch drei Atmosphären vorhanden waren. Im Laufe des Mittwoch konnte der Fehler gefunden und behoben werden. Der Start hängt nur noch vom Metter ab. Er ist, falle die Witterung dies zuläßt. für Sonnabend vorgesehen. Die endgültige Entscheidung wird aber erst am Freiag getroffen. Verneint wird bagegen die britte Frage, ob eine Entlassung des Präsidenten des Direktoriums auch das Ende der Amtsdauer der Mit= glieder des Direktoriums nach sich zieht. Die vierte Frage, ob für den Fall, daß das Recht zur Entlassung des Präsidenten den Gouverneur nur unter bestimmten Bedingungen zustehe die Entlassung des ebemaligen Präsidenten Böttcher unter solchen Bedingungen erfolgt sei, wird aber wieder bejaht. Die fünfte Frage, ob die Einsetzung des von Simaitis präsidierten Direktoriums unter den Umständen, unter denen sie erkolgte, rechtsgültig gewesen ist, wird vom Gerichtshof ebenfalls bejaht. Die besonderg wichtige sechste und letzte Frage, ob die am 22, Märg 1932 erfolgte Auflösung des Memeler Landtages zu Recht erfolge ist, wird vom Gerichtshof aber wieder entschieden verneint. Der Gerichtshof hat ferner den neuen litanischen Kompetenzeinwand bezüglich der beiden letzten Punkte nochmals zurückgewiesen. Die Richter de Bustamente Altamira, Schükkina und van Ensingha haben zwar den Punkten 4 und 6 des Urteils zugestimmt, jedoch sich dem ganzen Urteil nicht angeschlossen. Das Mitalied des Gerichtshofes Urrutia hat erklärt daß er sich weder der Begründung noch der Tendenz des Urteils anschließen könnte. Aus der Begründung. Haag. 11. August.(Drahtb.) In der Begründung zur Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes im Memelstreit wird u. a. ausgeführt: Das Vertrauen des Landtags kann den Präsidenten des Direktoriums nur solange decken als es sich um Angelegenheiten der memelländischen Antonomie handelt. Wenn der frühere Präsident seine Befugnisse überschritten hat, kann ihn auch das Vertrauen des Landtages nicht in seinem Amte halten. Bei einem Mißbrauch des Abberufungsrechts können selbstverständlich jederzeit die Signatarmächte eingreifen. Zur Frane, ob die Absetzung des Präsidenten Böttcher als gerechtfertigt angesehen werden müsse, geht der Gerichtshof in seiner befahenden Ansicht davon aus, daß Böttcher ohne Wissen der litauischen Regierung in Die Unruheherde in Deukschland. ders schweren Fallen die Toocsstrafe derhange b für die Broving Schleowig=Jolstein in Kiel, de Brong Ceprenhen in Pronige de Seen in Greslau fir die Provinz Westialen ue en e. Conraund. aa 1 e ne e ues reigen Ceaugeig. àunterstrichen. Der bunte Ein Nationalsozialist geflüchtel. Gelsenkirchen. 12. August.(Drahtb.) Der Nationalsosialist Werner. der den Reichsbannerange, hötis.n Schlenkhot' in Buer erschossen hat, ist am Dienstag abend aus dem Marienhospital in Buer geflüchtet. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, ist Werner mit einem Auto in unbekannter Richtung fortgefahren. Die Untersuchung des Falles ist im Gange. Ein Sprengstofflager ausgeräumt. Neuwied. 12. August. In der Nacht zum Mittwoch wurde das Sprengstofflager der Firma Wirtzfeld im Steinbruch Kuckstein erbrochen und völlig ausgeräumt. Den Tätern, die unerkannt entkommen sind, fiel eine größere Menge Sprengstoff in die Hände. Die Polizei hat Belohnung auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Bluktat aus verschmähler Liebe. Koblenz, 12. August.(Eig. Meld.) Aus verschmähter Liebe feuerte am Mittwoch abend auf der Moselbrücke in Güls ein aus Koblenz gebürtiger Mann auf eine Witwe mehrere Schüsse ab. Die Frau wurde so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Durch die Schüsse wurde auch ein die Brücke passierendes Brautpaar leicht verletzt. Als der Mann sah, was er angerichtet hatte, schoß er sich eine Kugel in den Kopf, die seinen sofortigen Tod herbeiführte. bechsköpfige Familie pilzvergiftet. Dillenburg. 12. August.(Drahtb.) Nach dem Genuß von Pilzen erkrankte die sechsköpfige Familie eines Hüttenarbeiters in Hartenrod(Dillkreis). Das Befinden der vier Kinder, die die Pilze im Walde gesucht hatten, ist bedrohlich. Bei den Eltern besteht keine Lebensgefahr. Wegen Devisenschiebungen verhaftet. Mannheim, 12. August. Der Rechtsanwalt Hafner wurde vorgestern wegen Devisenschiebungen in bedeutender Höhe verhaftet, und zwar handelt es sich um Effekten, die in der Schweiz beschafft sind, dann weiter verkauft wurden. Mehrere an den Schiebungen beteiligte Personen haben sich der Verhaftung durch die Flucht entzogen. Schweres Autounglück. Zwei Tote, fünf Verletzte. Nürnberg, 12. Aug. Am Donnerstag mittag ereignete sich in Bad Brückenau ein schweres Autounglück. Ein mit sieben Personen besetzter Kraftwagen aus Breitenbach raste in einer Kurve in voller Fahrt gegen die Treppe des Telegraphenamtes. Das Auto überschlug sich. Der Landwirt Hermann Müller aus Schondra wurde tot unter dem Wagen hervorgezogen. Der Landwirt Joseph Kargei, ebenfalls aus Schondra, starb am Nachmittag. Schwer verletzt wurden zwei weitere Landwirte aus Schondra, während der Führer und die beiden übrigen Insassen mit leichteren Verletzungen davonkamen. Der Kraftwagenführer wurde verhaftet. 22 Mädchen in einen Bach gestürzt. Bad Tölz, 12. Aug. Am Donnerstag vormittag wollte eine Münchener Schülerinnengruppe am Leinbach=Steg bei Jachenau eine photographische Aufnahme machen. Die Schülerinnen stellten sich auf dem alten Steg auf der die Belastung nicht tragen konnte und einstürzte. 22 Mädchen stürzten in den etwa zwei Meter tiefer gelegenen Bach, wobei drei von ihnen besonders schwere Verletzungen erlitten. Sie wurden sofort in das Krankenhaus gebracht. Neunzehn Mädchen erlitten leichtere Verletzungen. Autobusunglück bei Oberammergau. Oberammergau, 12. Aug.(Eig. Drahtb.) Auf der steilen Bergstraße von Oberau nach Ettal stürte gestern ein Münchener Autobus den Verghang hinab. Von den Wageninsassen wurde einer getötet, mehrere verletzt Altentat auf Millets„Angelus“-Bild. Paris, 12. Aug.(Drahtb.) Im Lovvre wurde gestern das berühmte Gemälde„Angelus“ von Millet mit einem Rasiermesser schwer beschädigt. Der Täter, ein 31jähriger Ingenieur, ist festgenommen worden. Er konnte bei seinem Verhör keinen stichhaltigen Grund für seine Tat angeben. Man glaubt, es mit einem Geistesgestörten zu tun zu haben. Die Konservatoren des Louvre sind der Ansicht, daß das Bild wiederhergestellt werden kann. * Das Bild stellt ein Bauernpaar dar, wie es beim Abendgeläute die Arbeit auf dem Felde unterbricht und in stiller Andacht verharrt, so lange die Glocke ertönt. Das Epochemachende im Werke des französischen Meisters bestand darin, daß zum ersten Male Gestalten aus dem Volke, aus der Welt der Arbeit zur Darstellung von erhabenen Motiven verwendet wurden. Erdbeben in Smyrna. Stambul, 12. Aug.(Drahtb.) Ein beftiges Erdbeben hat gestern Murla in der Nähe von Smyrna heimgesucht und 87 Häuser zerstört. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. „Ich bikte um die 57 000 Dollar der Tank-Division!“ Der frechste Bankbetrug der amerikanischen Kriminalgeschichte. New York, 11. Aug.(Funkspr.) Eine Köpenickiade, die auch ihre berühmten Vorbilder in den Schatten stellt, hat sich in den Geschäftsräumen eines bekannten amerikanischen Finanzinstituts abgespielt. Zur Zeit des stärksten Kundenverkehrs erschien in der Zentrale der Chemical Bank and Trust Company in der New-Yorker Wallstreet ein Offizier, der mit energischen Schritten auf den Kassierer zuging und mit einer Stimme, die keinen Widerspruch zu dulden schien, erklärte: „Ich komme im Auftrage der Tank=Division, um die 57 000 Dollar abzuholen!“ Der Offizier, der auf seiner tadellos neuen Uniform die Abzeichen der Tank=Division trug, brachte den Kassierer in solche Verwirrung, daß dieser es unterließ, ihn um eine Legitimation oder einen schriftlichen Auftrag zu fragen. Er zahlte ihm anstandslos den geforderten Betrag aus, der Offizier setzte eine unleserliche Unterschrift auf die Quittung und verließ hocherhovenen Hauptes das Bankgebäude. Erst einige Zeit später stiegen dem Kassierer Bedenken auf. Er machte seinem Vorgesetzten von dem Vorfall Mitteilung und nun stellte es sich heraus. daß man einem Gaunerstreich zum Opfer gefallen war. Die Tank=Division hatte nie einen Offigier mit dem angeblichen Auftrag zur Bank gesandt. Inzwischen ist der falsche Offigier spurlos nerschmunden. Die Poliger erklärt, daß man es hier mit dem frechsten Bankbeirun der amerikanischen Kriminalgeschichte an zun hat. Aber das dürfte für die geschädigte Bank v:s dan kopflosen Kassierer wohl amn schwachen Trost jom. 7 Rundfuns Freitag, den 12. August. 5.45 Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach: Atmungsund Haltungsgymnastik. 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7.05 Vom Südwestfunk, Frankfurt Brunnenkonzert aus Bad Salzschlirf. Leitung: Kapellmeister Willy Weißleder. 1. Choral: Gott wir preisen deine Güte. 2. Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien, Ouv. v. Suppé. 3. Der ewige Verdi, Potp. v. Morena. 4. Mein Heimatland, Lied v. Hintze. 5. So singt man am Rhein, Potp. v. Hasseloff. 6. Märsche für Heroldstrompeten und Pauken: a) Kreuzritter=Fanfare, b) Fehrbelliner Reitermarsch v. Henrion. 800 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen, 9.45 Gymnastik für Frauen, Hilde Bremus. 10.00 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10.15 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.15 Schallplattenkonzert(Kristall=Schallplatten) 1. Ouv. zu„Leichte Kavallerie“ v. Suppé2. Wiener Praterleben, Walzer v. Translateur. 8. Melodien a. d. Op.„Madame Butterfly“ Puccini. 4. Frauenherz, Polka=Mazurka von Strauß. 5. Potp. a. d. Operette„Die lustige Witwe“ v. Lehar. 11.45 Funkwerbung.„Zehn Minuten für die fortschrittliche Hausfrau“. Aus der Opekta=Küche (Ein Werbe= und Lehrvortrag). 12.00 Vom Südwestfunk, Frankfurt Unterhaltungskonzert des Orchestervereins 1909 Koblenz, Kapelle des Vereins ehem, Pionier= und Verkehrstruppen, Leit.: Obermusikmeister Rausch. 1. Am deutschen Eck, Marsch v. Rausch. 2. Coburger Josias, Marsch. 3. Rosen aus dem Süden, Walzer v. Joh. Strauß. 4. a) Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent v. Waldmann, b) Das süße Mädel Walzerlied v. Reinhardt 5. Graf Zeppelin, Marsch v. Teike. 6. Zwei elsässische Bauerntänze v. Merkling. 7. Aus alter Zeit, Marsch v. Rausch. 8. Vom Rhein zur Donau, Potp. v. Rhode, 9. Dat Kowelenzer Schängelche v. Krämer. 10. Am schönen deutschen Rhein, Marsch v. Rausch. 13.15 Wetterbericht, Mittagsmeldungen und Zeitangabe n. Bericht über die Olympischen Spiele 13.30 auch über den Südfunk, Stuttgart, und den Südwestfunk, Frankfurt Mittagskonzert, Leitung: Eysoldt, Solistin: Hanni Hüttenes (Sopran), Ella Conrad(Begleitung). 1. Ouv. zu„Dichter und Bauer“ v. Suppé. 2. In lauschiger Nacht, Walzer v. Ziehrer. 8. a) Rosza=Csardas v. Hubay, b) LibellenHochzeit v. Barro. 4. Lieder für Sopran: a) In einem kühlen Grunde, deutsches Volkslied; b) Som stjärnen uppa himmelen sa klar, skandinavisches Volkslied; c) The Miller of the Dee, englisches Volkslied; d) Zdvojenje füdslawisches Volkslied; e) Pod Okonce pridem, südslawisches Volkslied; k) Wie ein Regenschauer, russisches Volkslied; g) Rosenstock, Holderblüh, deutsches Volkslied(Hanni Hüttenes). 6. Bauern=Suite v Ailbout. 14.30 Funkwerbung mit Schallplatten, 14.45 Funkwerbung, Sanne und Ella verraten Haushaltswinke.(Ein Hörspiel). 15.30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15.50 Kinderspiel. Liesel Eckbardt: Bastelstunde für die Kleinsten, Material: Buntpapier, Bleist Zeichenpapier. 16 20 Jugendfunk, Der kleine Muck. Märchenhörspiel nach Hauff von Otto Wollmann. 3. Teil. Spielleitung: Heil. 17.00 Besperkonzert. Ellen Schiffer(Sopran), Begleitung: Karl Delseit, Felix Erdel(Klavier), Stauch=Trio:(Adolf Stauch, Klavier; Ernst Drucker, Violine; Oswald Uhl, Cello). 1. a) Polonäse in fis-moll v. Chopin, b) Rondo in Es=dur v. Hummel.(Felix Erdel). 2. Drei Lieder: Verborgenheit/ Elfenlied/ Er ist's v. Hugo Wolf(Ellen Schiffer). 3, Klaviertrio v. Götz(Stauch=Trio). 4. Drei Lieder v. Rich. Danz: Ja, ich weiß/ Kleines Liebeslied/ Wie lieb' ich dich, o gold'ne Sonne(Ellen Schiffer). o. a) Faustwalzer v. Gounod, b) Konzertparaphrase über den Straußschen Walzer„An der schönen blauen Donau“ v. Evler(Felix Erdel). 18.20 Die Welt auf der Schallplatte, Prof. Dr. Walter Bombe: Bretonisches Volksfest. 18.45 Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht u. Erste Abendmeldungen, 19.00 Von Radio Wien: Salzburger Festspiele: „Oberon“, romantische Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber. Dichtung nach James Robinson Planché von Theodor Hell. Bearbeitung von Gustav Mahler. Musikalische Leitung: Bruno Walter. Spielleitung: Heinz Tietjen. Oberon, König der Elfen(Lotte Schöne); Rezia, seine Tochter(Maria Müller); Hüon von Bordeaux, Herzog von Guienne(Helge Roswaenge); Fatime, Rezias Vertraute(Elfriede Marber); Scherasmin, Hüons Knappe Karl Hammes); Erstes Meermädchen(Maria Cebotari); Zweites Meermädchen(Polli Batie); Puck und Droll, Oberons dienstbare Geister Else Ruzitska u. Aenne Michalsky); Harun al Raschid, Kalif von Bagdad(Wilhelm Diegelmann): Roschana, seine Gemahlin(Dagny Servaes); Almansor, Emir von Tunis(Luis Rainer): Prinz Babekan(Rich. Eybner).— Elfen, Meermädchen, Luft=, Wasser= u. Feuergeister Gefolge des Kalifen und der Rezia, Volk, Wachen, Sklaven.— Die Handlung spielt in Franken, Bagdad und Tunis zu Beginn des 9. Jahrhunderts. 22,15 Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht. 22.45 Nachtmusik und Tanz, Leitung: Eysoldt. Samstag, den 13. August. 6.45 Leibebübungen. Dr. Ludwig Bach: Atmungsund Haltungsgymnastik. 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7.05 Vom Südfunk Stuttgart: Brunnenkonzert aus Bad Mergentheim. Philharmonisches Orchester, Leitung: Dr. Maurer. 8.00 Wiederholung d. Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. Anschl.((8.08) Funkwerbung mit Schallplatten. 9.45 Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus Wir zahlen keine teure Ladenmiete. deshalb solche unglaublich billig. Preise für moderne neue und bessere, wenig getragene Anzüge,Smokings, Fracks, Gehröcke. Mäntel,Hosenusw Spezialität: Bauch-Anzüge bis 145 cm Bundweite. Kommen Sie auch zu uns, um sich davon zu überzeugen, daß wir Ihnen Unglaubliches bieten. Der welleste Weglohnt sich! Bochum Kortumstr. 101 nur I. Etage bei Eco. im Hause Restaurant,Ritter“ Fahrgeld wird vergütet Zwei echt eichene a Schlalzimmer 200x20 Mtr. breit Herrenzimmer echt kauk nußbaum Bücherschr. 2.30 Mir Büffet u. Kredenz z. Original=FadrikRechnungspreis wegen Geldbedarf sofort zu verkaufen Off. unter B. 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