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Politische Wandlung in Frankreich? Was gibt es heute Neues? Rücklrilt des Kabinelts Laval? Umbildung auf breiterer Basis?- Aber wenig Reigung bei den Parteien. Paris, 8. Jan.(Drahtber.) Wie die Agentur Havas mitteilt, wird versichert, daß Briand im Laufe des gestrigen Tages den Ministerprasidenten in Kenntnis gesetzt hat, er glaube. infolge seines schonungsbedürftigen Gesundheitszustandes sein Miniservortelentiie alo Anhenmini. ster dem Ministerpräsidenten zur Verfügung stellen zu mussen, damit dieser es neu besene. Den ersten Anstoh zu diesem Schritt gab der Tod des Rriegsministers Maainot. Schon am Donnerstag vormittag hatte sich der Auhenminister mit Laval telephonisch in Verbindung gesetzt und ihm erklärt, dah er die Stunde seines Rucktritts nunmehrfurgekommenhalte. Er sei krank und es müsse daher Vorsorge für eine in jeder Hinsicht leistungsfahige Vertretung Frankreichs auf den Konserenzen actrossen werden Eo erweist sich jerner, dah Briand nicht wegen seiner Kraniheii. sondern vielmehr wegen leines Rüc= trittsentschlusses nicht mehr am leuten Ministerrat teilgenommen hat. die Nachsolgeschaft anbelangt, so lahte sich vor Annahme des Rücktrittegesuches durch den Ministerprasidenten nichte Zuverlaisiges sagen. Die großte Wahrscheinlichkeit spricht jedoch dasur, dan Lavalselbstdie Anßenpolitik übernehmen und das Innenministerium abtreten wird. * Petit Parisien glaubt, Laval werde späfestens am kommenden Mittwoch die Gesamtdemission des Kabinetts dem Präsidenten der Republik anbieten. Es liege kurz vor der Konferenz von Lausanne und Genf im offensichtlichen Interesse Frankreichs, das Ministerium auf eine breitere Grundlage zu stellen und möglichst eine nationale Einheitsfront sämtlicher Parteien zu schaffen. Briand habe in letzter Zeit wiederbolt dem Ministerpräsidenten zu verstehen gegeben, wie beschwerlich für ihn die mit der Konferenz verbundenen Mühen sein würden. Ebenso sehen viele andere Blätter in der Ge samtdemission des Kabinetts die wahrscheinliche Lösung, zu der sich Laval entschließen werde. Sie verkleinern dabei aber nicht die Schwierigkeiten einer Neubildung deKabinette für Lapal. Wenn Laval tatsächlich daran gedacht kaben sollte, ein Ministerium dernationalen Einheitsfront nur unter Einschluß der Sozialisten zu bilden, dann müßte die Antwort, die ihm der sozialistische Fopulaire" in einem Artikel des Abgeordneten Frossard gibt, genügen, um Laval zum Verzicht auf dieses Projekt zu bewegen. Das Blatt schreibt nämlich: Wenn Laval mit dieser Idee spielt, die in Franklin Bouillon ihren geistigen Vater bat, und wenn deutlich wird, welchen Empfang er damit bei den Sozialisten findet, dann geschieht dies alles doch nur, um zu versuchen, die Radikalen in die erweiterte Mehrheit hineinzubekommen. Diese Overation scheint aber wenig Aussicht auf Erfolg zu machen. Wir stehen drei Monate vor den Waplen. Politische Bedingungen? Hat Hiller Forderungen gemacht? Die Frage der Amlsverlängerung noch nicht geklärk. (Drahtbericht unseres Berliner Vertreters.) „Berlin, 9. Jan. Das Eingreifen des Reichskanzlers in der Frage der Reichspräsidentenwabl stellt sich immer mehr als ein ErLinnis von größter politischer Bebeutung heraus. Die Verlängerung der Amtsberiode des Reichspräsidenten durch einen einmütigen Beschluß des Reichstages soll gewissermaßen das Symbol der nationalen Geschlossenheit des deutschen Volkes sein, um die Stellung der Reichsregierung bei den bevorstehenden außenpolitischen Verhandlungen zu starken. Die Reichsregierung gibt mit ihrer Anregung zu erlennen, daß sie die Lage in Deutschland bis in alle Einzelheiten vor den außenpolitischen Entscheidungen klären will. Die Besprechung, die Reichskanzler Dr. Brüning am Donnerstag mit Hitler gehabt hat, hat eine endgültige Klärung noch nicht gebracht. Es liegen eine ganze Unzahl von sich widersprechenden Meldungen über das Ergebnis dieser ersten Unterredung vor. Völlige Klarheit läßt sich aus ihnen nicht gewinnen. Jedenfalls werden im Laufe des Samstags noch Besprechungen sowohl zwischen der Reichsregierung und den Parteivertretern als auch zwischen den Führern der sogenannten Harzburger Front stattfinden. Es scheint, als ob man bei den Deutschnationalen verschnupft daruber ist. daß die Reichsregierung Hitler Herrn Bugenberg vorgezogen hat. Im übrigen scheinen bei den Deutschnationalen die Auffassungen auseinanderzugehen. Während Huenberg und sein engerer Anbang sich abeonend verhalten sollen, soll der Abgeordnete von Oldenburg=Januschau sich füreine Perlangerung der Amtszeit ausgesprochen haben. Stark umstritten ist die Frage, ob Hitler bei seiner Unterredung mit dem Reichskanzler Bedingungen gestellt hat oder nicht. Auch hier gehen die Darstellungen auseinander Aber darauf kommt es letzten Endes gar nicht an. denn es ist bekannt, daß der Reichspräsident von Hindenburg die Zustimmung zu seiner Amtsverlängerung nur dann zu geben gesinnt ist, wenn an sie keinerlei politische Bindung geknüpft wird Das ist durchaus verständlich, denn eine Verständigung wäre von vornherein aussichtslos, wenn die Nationalsozialisten tatsächlich Bedingungen stellen würden, die etwa ihre Beteiligung an der Reichsregierung oder die Auflösung des Reichetages oder eine Garantie für die Preußenwablen darstellen sollten. Diese letzte Forderung ist übrigens hinfällig, da die preußische Regierung nicht daran denkt, den verfassungsmäßig vorgeschriebenen Termin der preußischen Landtagswahlen hinauszuzögern. Die Sozialdemokraten, die ihre Zustimmung zur Verlängerung der Amtsperiode des Reichspräsidenten ohne weiteres zu geben bereit sind, wollen es jedoch nur tun, wenn keine politischen Bedingungen daran geknüpft wer den. Soviel steht jedenfalls fest daß, falls die„natinnale Oposition“ ihre Zustimmung zur Amtsverlängerung des Reichepräsidenten an Bedingungen knüpft, der Versuch schon jetzt als gescheitert anzusehen ist Dann wird eben zum verfassungsmäßigen Termin die Wahl des Reichspräsidenten stattfinden müssen, und es besteht kein Zweifel, daß der Reichspräsident von Hindenburg mit großer Mehrbeit wieder gewablt wird. vorausgesetzt, daß er sich in diesem Falle zur Wabl stellt. Den Nationalsozialisten und ins besondere den Deutschnationalen dürfte ihre endgültige Entscheidung nicht allzuleicht fallen. Verweigern sie jetzt ihre bedingungslose Zustimmung, dann durften sie ihre Wahler sehr schwer dazu gewinnen können, bei der bevorBriand hat den französischen Ministerprä sidenten Laval gebeten, ihn von seinem Amteals Außenmininer zuentbinden. * Auf den Kaiser von Napan ist von einem Koreaner, der Kommunist sein soll, ein Bombenattentat verübt worden, bei dem jedoch niemand verletzt wurde. * Die japanische Regierung ist im Zusammenhang mit dem Attentat zurückgetreten Die amerikanische Regierung hat der japanischen in einer Note zum Ausdruck gebracht, daß sie keinem Abkommen ihre Zustimmung geben werde, das eine Verletzung des Kellogg=Paktes bedeuten würde. * Nach einer amtlichen Mitteilung der Staatsregierung werden die Preußenwahlen auf jeden Fall Anfang Mai stattfinden. * In Anhalt ist die am Dienstag gestürzte Regierung Deist wiedegewahlt worden. stehenden Reichsprasidentenwahl einer anderen Persönlichkeit ihre Stimme zu geben. Wir sind überzeugt, daß es einer großen Zahl von Mitgliedern und Wählern dieser Parteien nicht zweifelhaft sein kann, daß sie ihre Stimme nur dem gegenwärtigen Reichspräsidenten von Hindenburg geben können, der nicht nur das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes besitzt, sondern auch im Auslande ein solches Ansehen genießt, daß jeder deutsche Staatsbürger, der seine Stimme einem anderen Kandidaten geben wollte, sich am Volksganzen verfündigen würde. Ueber die Vorgeschichte des Schrittes verlautet in politischen Kreisen, daß führende Politiker schon seit langem bemüht waren, eine solche Lösung herbeizuführen Schon vor Weibnachten war deshalb Fühlung mit den Nationalsozialisten und den Deutschnationalen gesucht und gefunden worden. Bei den Nationalsozialisten war der Mittelsmann der Abgeordnete Görina bei den Deutschnationalen der Abgeordnete von Oldenbura=Januschau. Die Schwierigkeit lag zunächst darin, den Reichspräsidenten, der sich bei seinem hohen Alter verständlicherweise nach Rube sehnt, für eine neue Kandidatur zu gewinnen. Dies gelang, als man den Reichspräsidenten davon überzeugen konnte, daß gerade im vaterländischen Interesse seine erneute Kandidatur ein Gebot der Stunde und überhaupt die einzige Möglichkeit sei, das deutsche Volk in meiterem Sinne zu einen. Der Reichspräsident seinerseits hat Wert darauf gelegt, daß eine wirklich große Mehrheit möglichst aller Reichstagsfraktionen, mit Ausnahme natürlich der Kommunisten, sein Amt verlängert zu erhalten. Der Reichspräsident hat dann aber nicht unerwähnt gelassen, daß die An, nahme eines entsprechenden Gesetzentwurfes durch den Reichstag obne jeden politischen ubhandel erfolgen müsse Im Querschnitt des Tages. Eine schwierige Frage für Laval. . H. Mit dem Tode Maginots ist für Frankreich die Frage der Umbildung des Kabinetts Laval aktuell geworden. Wie es scheint, ist die Pariser Presse nicht gerade betrübt darüber. Der Kriegsminister hatte die Augen noch nicht ganz geschlossen, als auch schon die Diskussion mit echt französischer Leidenschaftlichkeit aufgegriffen wurde. Dabei sind die Motive, welche die Presse leiten, recht verschieden. Die Rechtspresse benutzt die Gelegenheit, um Stimmung für eine Ausschiffung Briands zu machen, der ihr seit langem im Wege ist, während die Linke ihrer Abneigung gegen Laval, den sie für die außenpolitische Isolierung Frankreichs verantwortlich macht, Ausdruck gibt. Laval selbst scheint sich ernsthaft mit dem Gedanken einer Umbildung befreundet zu haben. Ihm schwebt offenbar der Plan vor, die Basis, auf der sein Kabinett steht, zu erweitern durch Hereinnahme einiger Männer aus den Linksfraktionen. Ein Vorbild hätte er an dem Konzentrationskabinett, das Poincaré z. Zt. des Frankenverfalls bilden konnte. Laval ist indes nicht Poincaré, und damals war die Situation für Frankreich zweifellos viel ungemütlicher als heute, und die Parteien waren damals infolgedessen auch viel eber geneigt, was sie trennte zurückzustellen, um eine nationale Katastrophe dem Lande zu ersparen. Heute dürfte aber recht wenig Neigung bei den Parteien sein, sich von Laval vor seinen Karren spannen zu lassen angesichts der Tatsache, daß die Kammerwahlen vor der Türe stehen. Die Linke ist seit dem Mißerfolg, den sich Laval in Washington geholt hat, in einer sehr günstigen Position, die sie sich sicherlich nicht dadurch verderben lassen wird. daß sie sich für die bisher von ihr so sehr bekampfte Regierungspolitik hergibt. Es fragt sich Zum vierten Male Altentat auf den Kaiser von Japan. Ein kommunistischer Anschlag?- Der Täter verhaftet.- Der Kaiser unverletzl. TII. Tokio, 9. Jan.(Funkspr.) Auf den Kaiser von Japan ist gestern ein Bom benanschlag verübt worden. Der Täter, ein koreanischer Kommunist, wurde festge nommen. Der Kaiser ist unverlent ge blieben, obgleich die Bombe unmittelbar binter seinem Wagen explodierte. Der Korcaner führte eine zweite Bombe mit sich, die er jedoch nicht mehr werfen konnte. Die Polizei hatte alle Mühe, den Korcaner vor den erregten Menschen massen zu schunen. Zu dem Anschlag teilt die Polizei mit, daß der Tater ein koreanischer Kommunist sei, der von der Kommunistischen Par tei Koreas zu dem Anschlag an gestifiet worden sei. Die Polizei habe eine umfangreiche Unter suchung eingeleitet, die bereits greifbare Ergeb nisse gezeitigt habe In Japan hat der Anschlag großes Aufsehen erregt. Die diplomatischen Vertretungen haben sofort der Regierung ihre Gluckwünsche über den glücklichen Ausgang ausgesprochen. Auch von der Bevölkerung laufen bei der Regierung und im Schloß des Kaisers fortwährend Glückwünsche und Anfragen nach dem Befinden des Kaisers ein. Der Bombenanschlag wurde verübt, als der Kaiser gerade in das berühmte Tor Sakuragamon seines Palastes einfahren wollte. Durch die Erplosion der Bombe wurde nur ein Pferd der Ulanenabteilung, die unmittelbar der kaiserlichen Staatskarosse folgte, getötet. Der Attentater ist ein 32jahriger Korcaner. Die Polizei fand in seinen Taschen eine zweite Bombe und brachte ihn in ein in der Nähe gelegenes Polizeigebäude. Er hat in Japan unter einem japanischen Namen gelebt. Das Motiv zur Tat ist zur Zeit noch nicht bekannt. Man glaubt. daß er Mitglied einer korcanischen Geheim organisation ist. Die ausländischen Diplomaten hatten an der Parade teilgenommen, befanden sich jedoch nicht an der Stelle, wo das Attentat verübt wurde. Der Kaiser hat während des Attentats seine Ruhe nicht verloren. Die Polizeibehörde erließ sofort ein Verbot, Angaben über das Attentat zu veroffentlichen. Eine Zeitung hatte jedoch bereits eine Sonderausgabe herausgebracht. Die Bombe war mit Metallstücken geladen. Zahlreiche Personen sind sofort verhaftet worden. Der Platz des Attentats wurde abgesperrt, so daß man die Einzelheiten genau untersuchen kann. Dieses ist der vierte Angriff auf das Leben des Kaisers, der noch ein junger Mann von etwa 30 Johren ist aber auch, ob die Rechte, die bislang die Stütze des Kabinetts gewesen ist, mit einer Zusammenarbeit der Linken, von der sie ja kaum erwarten dürfte, daß sie bis zur Neuwahl bedingungslos mitmachte, was sie bisher so erbittert bekämpft hat, einverstanden wäre. Soweit sich die Aussichten für eine Kabinettsumbildung auf breiterer Basis aus der Ferne beurteilen lassen, erscheinen sie gerade nicht sehr günstig. Laval wird seine liebe Not haben, um seinen Plan— wenn überhaupt möglich— durchzuführen. * Briand gibt seine Demission. Es scheint fast, als wenn der alte Briand Lunte gerochen hätte; denn just in diesem Augenblick wird bekannt, daß er dem Ministerprasidenten seine Demission angeboten hat. Briand ist immer ein sehr schlauer Fuchs gewesen und hat sich stets einen Riesenspaß daraus gemacht, seinen Gegnern ein Schnippchen zu schlagen. Er hat ihnen vielleicht auch setzt zuvorkommen, hat seine Ausschiffung erst gar nicht abwarten wollen, sondern es vorgezogen, freiwillig zu gehen. Das hat für ihn persönlich den Vorteil, seine Gegner um den Triumph zu bringen, ihn stürzen zu sehen. Einen Grund zur Demissionierung hatte er ja ohne weiteres. Er ist seit langem krank, bat schon seit Wochen keine Amtshandlungen mehr vollzogen, sondern sich auf seinem Landaut ausgeruht. Welche Bewandtnis es mit der Erkrankung Briands hat, ist bisher nicht so recht bekannt geworden. Vielleicht sind es nur die Beschwerden des Alters, die ihn zum Ausspannen genötigt haben. Sein Rücktritt wird zweifellos die Kabinettsumbildung zu einer zwingenden Notwendigkeit machen. Jetzt wird Laval gar nicht anders können, als den Plan, den er bereits erwogen hat, auszuführen suchen. Der Rücktritt gerade in diesem Augenblick, so wenige Tage vor den großen Konferenzen, auf welchen Briand noch eine Rolle zu spielen gehabt hatte, ist auch aunenpolitisch von größter Bedeutung. Wenngleich der Einfluß des Außenministers in letzter Zeit durch den selbstbewußten und beweglicheren Laval auch stark beeinträchtigt war, so galt doch sein Wort und sein Rat im internationalen Mächtekonzert noch außerordentlich viel. Auch für Dentschland wäre es zweifellos wünschenswert gewesen, Briand, der ganz anders auf Verständigung eingestellt war wie Laval oder sonst einer seiner Ministerkollegen, am Verhandlungstische wiederzusehen. Mit ihm scheidet zweifellos einer der populärsten und auch repräsentativsten Gestalten nicht nur des beutigen Frankreichs, sondern ganz Eurovas aus dem öffentlichen Leben aus. ein Staatsmann, der etwas bedeutet bat. dessen Namen ein Programm war und der für die Geschichte unserer Zeit unvergeßlich bleiben wird. Er war zugleich auch einer der klügsten Politiker, den Frankreich in den letzten bundert Jahren hervorgebracht hat. Wer wird sein Nachfolger werden? Diese Frage hat für Deutschland größtes Interesse. Vermutlich dürfte Laval, der im letzten Jahre auf außenpolitischem Gebiet stark hervorgetreten ist und Briand zeitweilig sehr in den Schatten gestellt hat, starke Neigung verspüren, sein Erbe anzutreten. Wir würden dann in Frankreich den gleichen Zustand wie in Deutschland haben, daß die verantwortlichen Leiter der Staatspolitik gleichzeitig auch die Außenministerien verwalten. * Nur kein Kuhhandel! Wenn es wahr sein sollte, daß Hitler in seiner Aussprache mit dem Reichskanzler und dem Reichswehrminister Groener die Zustimmung der Nationalsozialisten zu der geplanten Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten an politische Bedingungen geknüpft bätte, wie das gestern in einem Teil der Presse behauptet worden ist, dann sollte man schleunigst die Verhandlungen abbrechen und gar nicht mehr über diese Frage reden. Nichts wäre in der Tat unwürdiger als ein politischer Kuhhandel in einer Angelegenheit, die ille guten Deutschen ohne Unterschied ihrer politischen Einstellung einig sehen sollte. Hindenburg steht zu hoch, als daß um ihn geschachert werden darf! Aber selbst wenn es sich gar nicht um Hindenburg handelte, so wäre der Augenblick ernst genug, um endlich einmal eine politische Einheitsront von äußerst rechts bis links dem Auslande gegenüber zum Ausdruck zu bringen, das sich anschickt, von neuem, in Deutschland und das deutsche Volk zutiefst berührenden Fragen seinen Willen durchzudrücken! Nichts würde der Reichsregierung von groterem Vorteil bei den bevorstehenden, sicherlich außerordentlich schwierig werdenden Verhandlungen in Lausanne und Genf sein können als eine einbeitliche Willenskundgebung aller nicht staatsfeindlichen Parteien, hinter welchen die weitaus überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes steht. Das würde ihr den Rücken stärken und sie instandsetzen, die deutsche Forderung nach einer Endlösung in der Revarationsfrage und nach unbedingter Durchführung der Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages mit größerem Nachdruck zu vertreten und auf beiden Konferenzen für Deutschland günstige Ergebnisse zu erzielen. Wenn das von den politischen Parteien nicht eingesehen wird, wenn sie das Gebot der Stunde, das eine große volitische Tat erfordert, nicht er kennen, dann ist innen nicht zu helfen, vielleicht dem deutschen Volke, das sich solche Parteien groß gezüchtet hat. aber auch nicht! Bei der Verlänge rung der Amtszeit für Hindenburg darf von volitischen Bedingungen keine Rede sein! Hindenburg hat in den Vorbesprechungen, die zwischen ihm und dem Reichskanzler in dieser Angelegenheit stattgefunden haben, selbst dies als Voraussetzung für seine Zustimmung gemacht. Wenn Hitler was einstweilen noch dahin gestellt sein muß. — Bedingungen gemacht hätte, so wird ihm der Kanzler wohl darauf die richtige Antwort nicht schuldig geblieben sein. Dr. Brüning wird sich in dieser Frage auf nichts einlassen können, und er darf sicher sein daß er dabei das deutsche Volk geschlossen hinter sich weiß. * Mit Gott!"—„Mit Boß!“ In der„Schlesischen Volkszeitung“, dem Zen trumsorgan in Breslau, finden wird das nachstehende niedliche Geschichichen, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten „In der Verwaltung der Betriebswerke einer nordschlesischen Stadt ut Revision. Einer der Revisoren siebt verwundert, wie in eines der Hauptbücher die Worte hineingeschrieben worden sind„Mit Gott!“ und fragt einen Buchbalter, ob er das immer so tue. Buchhalter:„Gewiß. Das ist man als christlicher Kaufmann noch von seiner Lehrzeit ber so gewöhnt." Revisor:„Ja, glauben Sie. Herr daß das die Sklareks auch so gehandhabt haben, daß auch sie in ihre Geschäftsbücher„Mit Gott!“ hineingeschrieben haben?“ Buchhalter(schlagfertig): Kaum. Die hatten sicherlich in ihre Bücher hineingeschrieben: Mit Böß!". Diese Möglichkeit mußte auch der Herr Revisor zugeben. So soll die Lösung aussehen? Provisorium auf zwei Jahre? Genau nach den Bestimmungen des Houngplanes.- Endregelung erst im Juni? London, 9. Jan. Eig. Meldg.) Der diplomatische Korrespondent der Financial News“ schreibt, in gewöhnlich gutunterrichteten Kreisen werde folgende Reparationsregelung als moglich bezeichnet: Die Lausanner Konkerenz werde ein zweisähriges Moratorium senan nach dem Yonnaplan beschließen. Die ungeschützten Annnitäten sollen Deutsch= land zuruckgelieben werden. Dann werde sich die Konferenz bis zum Jnnivertagen, wo eine inzwischen von Ausschüssen vorbereitete endgül tige Regelung versucht werden solle. die von einer entsprechenden Neuregelung der Schuldenvereinbarung mit Amerika abdanata sein würde. Man hoffe, daß die Vereinigten Staaten ihre Haltung andern würden, wenn alle Parteien Opferbereit= schaft zeigten. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telearaph“ bört. daß die Idee, die Lansanner Konierenz solle praktische Pläne bis nach den französischen Wablen aufschieben, von dem Kabinettsausschuß für Reparationen ebensowenig gevilliat werde wie der andere Vorschlag eines elastischen" Moratoriums. Man sei der Meinung, in beiden Fällen werde nicht genügend Rücksicht auf gewisse volitische und pinchologische Faktoren genommen. Zwingende Schlußfolgerungen Keynes. „Derschwersle Irrlum internationaler Staalskunst." Die Reparationen unhaltbar.- England wünsche Beseitigung? Hamburg. 9. Jan.(Eig. Drahtb.) Im großen Saale des Ueberseeklubs sprach am Freitagabend der englische Finanz= und Wirtschaftssachverständige Professor Keynes(Cambridge über Währungs= und Tributfragen und führte u. a. aus: „Ich bin der Ansicht, daß Großbritanniens Abkehr vom Goldstandard ein Segen für die ganze Welt war. Ich halte es ferner für wahrscheinlich, daß im Laufe dieses Jahres weitere Währungen sich anschließen werden, insbesondere Südafrika, Deutschland, die mitteleuropäischen Länder und Holland.“ Zur Tribut= und Kriegsschuldenfrage erklärte Kennes:„In gewissem Sinne handelt es sich hier nicht mehr um eine Frage praktischer Finanzvolitik, denn heute werden weder Tribute noch Kriegsschulden gezahlt, und niemand kann sich vorstellen, daß in der nach sten Zukunft irgendwelche nennenswerte Summen gezahlt werden. Man hat heute die Wahl zwischen einer endgül= tigen Regelung durch einen groten Akt inter= nationaler Versöhnung und einer allgemeinen Zahlungseinstellung in einer Atmosphäre internationaler Gegnerschaft.“ Kennes betonte mit Nachdruck:„Kein verantwortlicher Mensch in England wünscht heute die Fortsetzung der Tribut= und Kriegsschuldenzahlung in irgenbeiner Form. alle Parteien und alle Jnteressenten= gruppen eingeschlossen treten uneingeschrankt für vollige Aufhebung ein. Wir wissen jent, daß das ganze System von Gedanken und Entscheidungen, essen Ausdruck diese Verpflichtungen sind. ein unheilvoller Irrtum waren, einer der schwersten Irrtümer, den die internationale Staatskunst je beging. Die Angelegenheit ist in unseren Augen. was sie immer hätte sein können, verabscheuungs. würdig geworden.“ Der amerikanische Schritt bei Japan. Für die Unverletzbarkeit Chinas. Der Kellogg-Pakt muß respektiert werden. Washington. 8. Jan.(Funkspr.) Außenminister Stimson sandte gestern der chinesischen und der japanischen Regierung eine identische Note. deren Abschrift er den hienigen Vertretern der Unterzeichner des Neun Machte Vertrages übergab. Jn der Note heißt es, durch die kürzlichen militärischen Vorgänge um Tschintschau sei der letzte Rest der chinesischen Verwaltungsautorität in der Zübmandschurei zerstört. Die amerikanische Regierung könne nur de facto bestehende Lage nicht als eine de jure bestehende betrachten. Sie werde keine Abkommen zwischen den beiden Regierungen anerkennen, welche die vertraglichen Rechte der Ver einigten Staaten in China verletzen. Amerika werde auch kein Abkommen anerkennen, das gegen den Kelloggpakt verstoße. Stimson bemerkte hierzu, Amerika zweifle Japans Vertragsrechte in der Mandschurei nicht an und beabsichtige nicht, sich damit zu befassen. Ewolle sich auch nicht in ein javanisch chinesisches Ab kommen zur Beilegung des gegenwärtigen Konfliktes einmischen unter zwei Bedingun gen: Nichts in einem berartigen Abkommen darf Amerikas Rechte bezüglich der Offenen Tür verletzen. Zweiteno darf das Abkommen nicht unter Verletzung der im Kellogavakt estgelegten Methoden erreicht werden Japan lehnt Einmischung Amerikas ab. Eine Mel Tokio von estern vormittag 10 Uhr japanischer Zeit besagt, ie amerikanische Note sei in Tokio noch nicht veroffentlicht worden. Javan stehe aber dem Vernehmen nach auf dem Standpunkt, daß die Mandschurei nur Javan und China angehe und daß daher kein Dritter Anlaß zur Ein= mischung habe. Rücktrittsgesuch der Regierung. Tokio. 8. Jan.(Junspr.) Der Ministerpräsident hat die Demission des Kabinetteingereicht: Das Kabinett Innkai hatte die Regierung am 18. Dezember v Is., also vor knavp einem Monat, übernommen Wie verlautet, soll der Grund des Rücktritts darin liegen, daß es sich zum Vorwurf macht, daß es den Anschlag gegen den Kaiser nicht habe verhindern können. Sollte das Rücktrittsgesuch angenommen werden, so wird die Bildung einer nationalen Regierung nicht für unwahrscheinlich gehalten. Berlin. 9 Jan.(Drahtb.) Dem Staatssekretär des preußischen Staatsministeriums, De Weismann. ist die Frage vorgelegt worden wie die preußische Staatsregierung zu den immer wieder auftauchenden Gerüchten stehe, es werde mit dem Gedanken einer Verschiebung der Preußenwahlen gespielt. Staatssekretär Dr. Weismann hat hierauf folgende Antwort gegeben: Artikel 13 der preußischen Verfassung lautet: „Der Landtag wird auf vier Jahre gewählt." Die Neuwahl muß vor dem Ablauf bieser Zeit erfolgen“ Da der berzeitige Preußische Landtag am 20. Mai 192s gewahlt worden ist, so stebtsest. daß der neue Landtag vor dem 20. Mai 932 gewählt werden muß. Die preußische Staatsregierung als Regierung eines demokrati. schen Staates hat niemals daran gedacht und denkt auch jetzt nicht daran gegen diese klare Bestim= mung der preußischen Verfassung zu verstoßen. Die Wahlen werden zum verfassungs. mäßigen Termin stattfinden. Prälat Kaas über Reparationsfrage und Präsidentenwahl. CNB. Bechta(Oldenburg). 9. Jan.(Eig. Meld) Jm Rahmen eines Vertretertages der oldenburatschen Zentrumspartei machte Prälat Kaas gestern Ausführungen über die Methoden des deutschen Kampfes um die Anbahnung der endgültigen reparationspolitischen Löuna. Die Methodik des bisherigen Kampies o sagte Kaas, galt der moralischen Vorbereitung des Kampffeldes. Nun gilt es. diese moralische Eroberung auszuweiten zu praktischen und endaültigen Ergebnissen. Die zetstorenden Wirkungen der hart= näckigen franzosischen Tributpolitik sind beute nicht nur in Deutschland. londern im Gefüge der Weli= wirtschaft lo offenbar, daß die Aussichten für ein Gelingen der reparationspolitischen Durchbruchs= schlacht beute stärker sind als in der Vergangenheit. Dr. Kaas ging auch auf die Frage der Präsidentenwahl ein und unterstrich mit besonderem Nachdruck die Notwendigkeit der Heraushebung die= ler für die innen= und außenpolitischen Entwicklung außerst dedeutsamen Frage aus den Niederungen parteipolitischer Behandlung und Interessen. Beschleunigte Resorm der Sozialversicherung. CNB. Berlin, 9. Jan.(Eig. Meld.) Wie wir erfahren rechnet man in unterrichteten Krei= sen damit, daß das Work der Sozialversicherungsreform, das im Reichsarbeitsministexium gegenwartig vorbereitet wird, dem Reichstag noch bei seiner Februartagung vorgelegt werden kann. In diesem Zusammenhung wird auch die Frage geprüft, ob die Grenze der Angestelltenversicherungspflicht entsprechend der augemeinen Eikommensenkung herabgesetzt werden soll Einzelhandelsvertreter beim Preiskommissar. Berlin. 8. Jan.(Drahtb.) Jn einer Besprechung des Reichskommissars für Preisuberwachung mi Vertretern der deutschen Eingelhandels über die unbedingt notwendigen Preissenkungsmaßnahmen erklarte sich der Einzelbandel bereit, den steichskommissar auch weiterhin zu unternutzen durch Aufklärung der Verbraucher über de Bedeutung der Preissenkungsaktion und durch Preis= auszeichnung der Waren,— soweit nicht im einzelnen ung vorgeschrieben ist. Jn der Frage der Preissenkung bei den Werkstarifen und Steuern wies der Reichskommissar darauf hin. daß sich das Ausmaß der Senkung erst nach dem 10. Januar genauer werde übersehen lassen. Der lleich kommissar betonte, daß er eine Zusammenarben mit den Vertretungen des Ernzelhandels im Jnteress= der schnellen Losung der Preisprobleme begrüße. Reichspost und Reichsbahn 1931. Rückläufige Verkehrszahlen allen Betriebszweigen. Starker Rückgang der Einnahmen. in Washinaton. 9. Jan. dung der„Associated Funkspr.) Preß“ aus Tokio von TU. Berlin. 9. Jan. Drahtb.) Die Deutsche Reichsvost veröffentlicht einen vorläufigen Rückblick über den Postverkebrm Jahre 1931. Danach waren infolge der anhaltenden allgemeinen Wirtschaftsnot die Verkehrszahlen in allen Betriebszweigen rückläufig Besonders stark betroffen war der Telegrammverkehr(minus 185 v. H.), der Luftpost verkehr(minus 17.4 v. H.), die Wertpakete minus 11.2 v. P., die gewöhnlichen Pakete(minus 98 v. H.), die Wertbriefe minus 8.1 v. H.), die Postaufträge(minus 7,5 v. H.) und die Nachnahmesendungen(minus 6.4 v. H.). Auch die Zahl der Sprechstellen ist zurückgegangen. Auch im letzten Jahr legte die Post besonderen Wert auf die Durchuhrung von Verkehrs= und Betriebsverbesserungen. Die Zahl der Postscheckkunden stieg 1921 um rund 22000 auf 1 014 000 Trotz dieser Zunahme der Kundenzahl ergebt sich gegenüber dem Vorjahr im Umsatz ein Verkehre rückgang von 23 Millionen Buchungen und 19 Milliarden RM. Im ganzen wurden 730 Millionen Buchungen über 123 Milliarden RM. ausgeführt. Obwohl die Reichspost nach Moglichkeit bestrebt war. entbehrliche Krafte nicht der Arbeitslosigkeit anheim fallen zu lassen, so konnte im gan= zen in Anbetracht der rücklaufigen Verkehrsent wicklung nicht vermieden werden, den Versonalstand zu verringern. Um Entlassungen im Betriebs= und Verwaltungsdienst nach Möglichkeit einzuschränken, wurde wöchentliche Arbeitszeit im Höchstfall auf 51 Stunden. festaesetzt. Auch in den Werkstattbetrieben wurde die Arbeitszeit verkürzt. Die Vergebung von Lieferungen und Leistungen mußte unter dem Einfluß der sehr gespannten Finanzlage der Post stark gedrosselt werden. Da von den im Herbst 1900 eingeleiteten zusätzlichen 200 Mill. RM. Arbeitsbeschaffungsprogramm noch erhebliche tel zur Verfügung standen. konnten bis Ende November 1931 in der allgemeinen Wirtschaft rund 26,300 Arbeits= krafte neue eingestellt und 52000 weiterbebeschaftigt werden. Der Bericht erwah= sodann die bei verschiedenen Betriebszweigen ermoglichte Senkung der Ge= buhren. Die Einnahmen der Reichspost gestalteten sich meist günstig. Soweit sich bis setzt übersehen läßt, wird der Rückgang gegen 1 1 I n finden zum Termin stalt. Dem Staatssekre= tsministeriums. De je vorgelegt worden, ierung zu den immer hten stehe, es werde erschiebung der t. Staatssekretär Dr. olgende Antwort geVerfassung lautet: vier Jahregehi muß vor dem erfolgen" sche Landtag am"0. den ist, so stebtsest. vor dem 20. Mai muß. Die preußische una eines demokrati. ran gedacht und denkt n diese klare Bestimassung zu verstoßen. m versassungs. tinden Reparationsdentenwahl. 9. Jan.(Eig. Meld) ages der oldenburtet machte Prälat n über die Methoden Anbahnung der endspolitischen Löisherigen Kampies. o chen Vorbereitung des diese moralische Erobe= schen und endaültigen 1 Wirkungen der 1 solitik sind beute nicht im Gefüge der Welt= die Aussichten für ein solitischen Durchbruchs= in der Vergangenheit. die Frage der Prälierstrich mit besonderem der Heraushebung die= politischen Entwicklung aus den Niederungen und Interessen. rm der Sozialung. Eig. Meld.) Wie n unterrichteten Krei= r Sozialversicherungsitsministexium gegenm Reichstag noch bei legt werden kann. Jn dauch die Frage ge= gestelltenversicherungs. emeinen Einkommenrden soll rtreter beim nissar. Jn einer Besprechung für Preisuberder ingelhandels über reissenkungsmaßnahmen andel dereit, den erhin zu unterr Verbraucher über de aktion und durch Preis= oweit nicht im einzelnen en m. Jn der Frage Berkstarifen un) kommissar darauf hin. nkung erst nach dem tübersehen lassen. Der er eine Zusammenarben zelhandels im Jnteresso sprobleme begrüße. Samstag, den 9. Januar 1932 1. Beilage der Westfälischen Volns=Zeitung Nr. 6— Seite 5 en in Aus Bochum. n Versonalstand n und Verwaltungschränken, wurde die it im Hochstfall etzt. Auch in den irde die Arbeitszeit von Lieferunkte unter dem Ein= nzlage der Post stark den im Herbst 1900 200 MIII RM. noch erhebliche Mit= rr 1931 in der all26,300 Arbeite. 52 000 weiterbeden die bei verschiedenen Senkung der Ge1 der Reichspost ge= a. Soweit sich bis r Rückgang gegen Man merke! Samstag, den 9. Januar Sonnenaufgang 800 Sonnenuntergang 16.06 Mondaufgang 9.38 Monduntergang 17,33 Sonntag, den 10. Januar. Sonnenaufgang 8.08 Sonnenuntergang 16.0 Mondaufgang 9.55 Monduntergang 1855 Männerexerzilien in der klosterkirche. Von einem Leser wird uns geschrieben: Bereits einige Wochen vor Weibnachten konnte man hören, wie sich die Männer der Erzbruderschaft der hl. Familie Sonntags abends nach der Vereinsandacht zuraunten:„Bald sind ja die Exerzitien wieder da.“ Mit Sehnsucht harren sie des Tages, wo es heißt:„Heute abend Eröffnung der Männerexerzitien.“ Dann beginnt ein Schauspiel: Zu Tausenden sieht man unsere katholische Mannerwelt acht Tage lang morgens und abends hinaufwallen zur geliebten Klosterkirche. Man kennt keinen Unterschied des Standes und des Alters. Als Mitglieder des Vereins der hl. Familie eilen sie alle nach Maria Hilf, um dort unter der Führung des berühmten ausgezeichneten Kanzelredners und Männerfreundes: P. Karl Kaiser C. SS. R. aus Glanerbrücke bei Gronau in Westfalen die große katholische Aktion zu unternehmen, um sich aufs neue einzureihen in die Christkönigsmännerlegion unter der Parole der bl. Familie, um am Beispiel der hl. Familie ihr tägliches schweres Lebenskreuz wie eine kostbare Kreuzpartikel hineinaustellen in die erhabene Monstranz der göttlichen Vorsehung. Katholische Männer von Groß=Bochum! An uns ist es jetzt, der Parole zu folgen: Auf zur Klosterkirche! Ich weiß es, ihr sagt: Wir kommen selbstverständlich alle. Ja. wir alle, wir Mitglieder der hl. Familie! Und die übrigen?? Auch die kommen. Männer! die Klosterkirche wird zu klein sein. Wir Männer werden beweisen, daß der Klemenssaal dazugenom men werden muß. Großartig waren die katholischen Veranstaltungen anläßlich der Anwesenheit des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs. Diese waren jedoch für uns Männer nicht so opferreich. Aber nach vollbrachtem Tageswerk acht Tage obne Rücksicht auf die Witterung täglich abends gedrängt eine Stunde lang in der Kirche zu steben, das ist er großes Opfer. Und dieses Opfer wird freudig undgern gebracht. Das nennt man Männertaten. Und der Lobn? Vor zwei Jahren Mann nach der Aufnahme in den Verein gefragt. wie ihm denn die Vorträge und die Anmahme gefallen hätten. Was antwortete er? Es war mir nach der Aufnahme wie am Tage meinerersten bl. Kommunion.“, und eine Träne glänzte im Auge. Katholischer Mann. eine Frage? Willst du, der du noch nicht dem Verein der bl. Familie angeborst, nicht auch dich entschließen zur Aufnahme? Komme und auch du bast dasselbe Glück, denselben Frieden im Herzen. Sei fest überzeugt: Du wirst es nicht bereuen, dich an den bl. Uebungen beteiligt zu haben und Mitalied der bl. Familie geworden zu sein. Mit Stolz und Freude wirst du unserem Banner folgen, gebobenen Hauptes die Mitgliedsmedaille über die Straße tragen. Rleicher Segen der bl. Familie wird sich auch über deine Familie ergießen. Hier in unserem Verein ist alles ein Herz und eine Seele Nun kommt, ihr katholischen Akademiker, unter unserer Fahne stand auch euer großer Führer, der selige Herr Justizrat Diekamp, der auch immer dabei war, wo unser Verein sich zeigte. Kommt, ihr Männer aus den Büros, kommt, ihr Männer aus Werkstatt und Fabrik, kommt auch ihr, die ihr drunten in dunkler Tiefe schafft: Uns alle umschlingt das Band katholischer Liebe und Treue. Wir alle sind Männer der hl. Familie. Unsere Väter schauen von Himmelshöhen auf uns herab, und sie sagen: der Same, den wir gesät, trägt hundertfältige Frucht, unsere Söhne haben unser Erbe in gute Hut genommen. Katholische Männer von Groß=Bochum. auf zur katholischen Aktion! Es lebe die hl. Familie, Jesus, Maria, Joseph! Was muß jeder Mann bezüglich der Exerzitien beachten? 1. Die Exerzitien beginnen Sonntag, 10. Jan., abends 7.30 Uhr. 2. Exerzitienprediger ist der Hochwürdige P. Kaiser C. SS. R. 3. In der Woche ist Exerzitien=Vortrag für alle Gläubigen morgens um 830 Uhr; nur für Männer abends um 8 Uhr. 1. Sonntag, den 17. Jan., moraens 8 Uhr, feierliche Generalkommunion in der Klosterkirche; abends 7,30 Uhr feierlicher Schluß und Neuaufnahme von Mitgliedern. H. R. X( Aus der Marienpfarrei. Von setzt an werden in der Pfarrei alle Leichen vom Sterbehause vom Priester abgeholt, ohne Rücksicht auf die Entfernung der Wohnung von der Pfarrkirche. Damit wird dem Wunsch all der Pfarrangehörigen, die südlich der Bahnlinie wohnen, Rechnung getragen. Stempel= und Zahlstellen für Erwervslose. Das Arbeitsamt lehnt die Errichtung neuer Stempelstellen ab. Die Stadtverwaltung Bochum hat bereits früher bei dem Arbeitsamt Bochum den Antrag gestellt, die Kontrolle der Erwerbslosen des Stadtteiles Werne und die Auszahlung der Unterstützungen an diese im Stadtteil Werne vorzunehmen. Das Arbeitsamt hat diesen Antrag jedoch mit der Begründung abgelehnt, daß die Verlegung der Arbeitslosenkontrolle und die Auszahlung der Unterstützungen in dem Stadtteil Werne aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht möglich sei. Auf Grund der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom 11. Dezember ist die hiesige Stadtverwaltung nochmals erneut an das Arbeitsamt wegen Einrichtungeiner besonderen Stempel= uno Zahlstelle in Bochum=Werne sowie wegen Einrichtung von Stempelstellen in allen eingemeindeten Stadtteilen— wenigstens während der Wintermonate — herangetreten. Das Arbeitsamt hat auch diesen erneuten Antrag am 5. Januar 1932 unter Bezugnahme auf den bereits früher ergangenen, nachstehend abgedruckten Bescheid des Präsidenten des Landesarbeitsamtes Westfalen abgelehnt. Der Wortlaut ist folgender: Nach den vom Vorstand der Reichsanstalt herausgegebenen Richtlinien für die Organisation der Arbeitslosenversicherung sind die Arbeitsämter aus Sparsamkeitsgründen, insbesondere auch aus Personalmangel gezwungen, ihr gesamtes Aufgabengebiet zu konzentrieren. Die Arbeitsämter sind daber auch gehalten, ihre Außen= und Zahlstellen auf das unbedingt notwendige Maß herabzumindern. Daß bei derartigen Maßnahmen nicht alle Wünsche Berücksichtigung finden konnen und auch einzelnen Arbeitslosen u. U. längere Wege zugemutet werden müssen, läßt sich leider nicht immer vermeiden. Die Entfernungen für die Arbeitslosen des dortigen Bezirks dürften auch als außergewöhnlich nicht zu bezeichnen sein. Sie überschreiten jedenfalls in keinem Falle die von dem Vorstande der Reichsanstalt bezüglich der Zumutbarkeit von Wegestrecken für Arbeitslose herausgegebenen Richtlinien." Die Arbeitslosen und die Krisenunterstützungsempfänger werden von dem Arbeitsamt, die Wohlfahrtserwerbslosen von der Stadtverwaltung betreut. Die Stempelkontrolle der Arbeitslosen des Arbeitsamtes und der Wohlfahrtserwerbslosen erfolgt an den Stempeltagen des Arbeitsamtes in den von letzterem bestimmten Stempelstellen. Die Abstempelung wird durch Beamte und Angestellte des Arbeitsamtes— in Stiepel und Querenburg durch städtische Beamte— vorgenommen. Stempelstellen bestehen für die Erwerbslosen: a) der Altstadt(einschl der Stadtteile Altenbochum, Hordel, Laer, Riemke und Weitmar) in der Wirtschaft Grothe, Moltkemarkt, in der Wirtschaft Schmale, Poststraße, in dem PaulGerhardt=Haus, Kühneplatz. b) des Stadtteiles Stiepel(einschl des Ortsteiles Sundern) in der Verwaltungsstelle Stiepel, c) des Stadtteiles Querenbura in der Verwaltungsstelle Querenburg. d) der Stadtteile Gerthe, Harven und Bergen in der Arbeitsamtszweigstelle Bochum=Gerthe, e) der Stadtteile Langendieer und Werne in der Arbeitsamtszweigstelle Vochum=Langendreer, des Stadtteiles Linden=Dahlhausen in der Arbeitsamtszweigstelle Bochum=LindenDahlhausen. Die Auszahlung der Unterstützungen an die vom Arbeitsamt betreuten Arbeitslosen= und Krisenunterstützungsempfanger erfolgt für die zu a) bis c) bezeichDas Bakterienschiff Schon heute beginnen wir mit dem Ab druck eines neuen Romans, der zweifellos in noch höherem Maße das ungeteilte Interesse unserer Leserschaft finden wird, wie es der noch bis Ende nächster Wöche laufende Roman„Das Schicksal einer Frau“ gefunden hat. „Das Bakterienschiff“, so lautet der Titel des überaus spannenden Werkes, das Helmuti, Quast= Peregrin zu seinem Verfasser hat. Dem Roman liegt eine ungemein tragische Handlung zugrunde, die vom Anfang bis zum Schluß fesselt. Eine Empfehlung ist nicht notwendig, denn dieser Roman empfiehlt sich in der Tat selbst und wird zweifellos den ungeteilten Beifall aller Leser finden neten Stadtteile in der Altstadt(Baracke Friedhofstraße), für die zu d) bis f) bezeichneten Stadtteile in den zuständigen Arbeitsamtszweigstellen. Um die Wohlfahrtserwerbslosen vor Nässe und Kälte zu schützen und um ihnen eine Unterbringung in den Räumen der Zahlstelle zu ermöglichen, werden für die von der Stadt betreuten Wohlfahrtserwerbslosen der Altstadt mit Wirkung vom 11. Januar 1932 ab anstelle der halbmonatlichen tägliche„.Jlungen eingeführt. Die Auszahlungen finden in dem Verwaltungsgebäude der Trankgasse statt. Für die Wohlfahrtserwerbslosen der nachstehend aufgeführten Stadtteile bestehen besondere Zahlstellen, und zwar a) für den Stadtteil Stiepel in der dortigen Verwaltungsstelle b) für die Stadtteile Gerthe, Harven und Bergen in der Zahlstelle Gerthe=Harpen, c) für den Stadtteil Langendreer in der dortigen Zahlstelle, d) für den Stadtteil Werne in der dortigen Zahlstelle, e) für den Stadtteil Linden=Dahlhausen in der dortigen Zahlstelle. Die Wohlfahrtserwerbslosen des Ortsteiles Sundern erhalten ihre Unterstützung in der Altstadt. Die Wohlfahrtserwerbslosen des Stadtteiles Werne haben sich nurzur Stempelkontrolle in der Arbeitsamtszweigstelle Bochum=Langendreer zu melden; ihre Unterstützung erbalten sie dagegen in der Zahlstelle Werne. Wegen eptl. Einrichtung einer besonderen Stempelstelle für die Erwerbslosen des Stadtteiles Weitmar schweben mit dem Arbeitsamt noch besondere Verhandlungen. Das Bakterienschiff Ein Roman in 7 Tagen von Hellmuth Quast-Peregrin I. Bedächtig schob sich der gewaltige Rumpf des Superators aus den Pieranlagen von Brooklyn, grußendes Geschrei aus tausenden von Kehlen hallte ihm vom Strande nach, der Ozeanriese wendete langsam seewärts, glitt in die Fahrrinne zwischen Brooklyn und Staten Island, zog stolz und übermächtig vorüber an unzähligen auf dem Hudson herumwimmelnden Dampfern und Frachtschiffen. Fast alle Passagiere waren auf Deck. noch einmal das grandiose Bild der Riesenstadt Newyork in sich aufzunehmen. Da lag die Capitale der Arbeit, gigantisch, ungeheuer, ein flimmerndes, unermeßliches Häusermeer und die Wolkenkratzer, die sky scrapers, von Manhattan ragten steil und trotzig enwor, chklopische Zinken einer Krone, die sich menschlicher Unternehmungsgeist und unverwüstliche Arbeitskraft selbst geschmiedet. Tausende Fensterchen blitzten und funkelten die flammende Sonne zurück, Rauchwölkchen ballten sich hier und da zerrissen dort zu wehenden Schleierstreischen über den funtelnden, gleißenden Castriver und stolz reckte sich die Statue der Freiheit auf, als der Superator an ihr vorüberglitt. Vernahm man nicht noch hier an Bord des Ueberseekolosses den donnernden tosenden Rhythmus der allmählich versinkenden verschwindenden Stadt? Lange hatte Vera Tscherskasina an der Reelina gestanden und wie gevannt auf das kleiner und kleiner werdende steinerne Meer geblickt, mit glücklicher Rührung weilten ihre Gedanken bei dem Lande, das sie verlies, waren ihr doch Triumph und Reichtümer dort zuteil geworden, die ale ihre Erwartungen weit übertroffen hatten. Jetzt trug sie der Superator zurück nach dem alten Kontinent. Die gefeierte Sängerin empfand ein leises Weh. beim Scheiden, man hatte ihr wie einer Königin gehuldigt. Angebote waren ihr gemacht worden, die man mehr wie verlockend bezeichnen konnte und doch hatte sie abgeschlagen, eine quälende Unrast war über sie gekommen. Sie wollte fort um jeden Preis— warum! War es Heimweh, das sie zurückzog an die Stätten einer längst vergangenen Jugend? Oder war es jenes marternde Sehnen, das sie ruhelos umhertrieb, die sich Copyright by Greiner& Co Berlin NW 6 selbst nie eingestandene Liebe zu einem Manne, der einst wie ein fordernder König vor ihr gestanden und dann, um einer Laune willen abgewiesen, gegangen und verschlossen war? Vera Tscherskasina wandte sich ab von der Reeling, die frische von Atlantik kommende Brise machte sie frösteln, die Sängerin wollte in ihre Kajüte gehen. Mit ausgesuchter Höflichkeit begrüßten einige Herren auf dem Promenadendeck die Vorüberschreitende, sie dankte mit dem stolzen Kopfneigen einer Fürstin. Da rief eine sonore, wohllautende Stimme sie an: „Vera Tscherskasina.“ Die Sängerin zuckte zusammen, drehte sich um und prallte entgeistert zurück. „Dimitri Urgesowitsch?“ War co äffender Spuk, war es Wirklichkeit? Vor ihr stand der Mann, an den sie jahrelang gedacht, nach dem sie sich gesehnt, den sie immer geliebt hatte. Elegant war seine Kleidung, distinquiert sein Benehmen. Vera starrte ihn an und erschrak— das waren seine Augen, die wie einst dunkel und feurig, unergründlich, durch die schwarzumränderte Brille sie anblickten, aber das Gesicht— war von Lei denschaften zerwühlt, entstellt das volle schwarze Bart= und Haupthaar von unzähligen grauen Fäden durchzogen. Da glaubte Vera. daß alle Liebe von ihr abfiel wie ein luftiges, zartes Gewand— der Mann, den sie liebte, der in ihrer Vorstellung noch lebte, glich nur wenig dem so unerwartet vor ihr Stehenden, und bart und schroff abweisend sagte sie: „Was wollen Sie von mir. Dimitri, warum verfolgen Sie mich?“ „Sie haben mich gerufen, Vera, und hier bin ich." „Ich habe Sie nie gerufen..." „Sie haben immer an mich gedacht in allen den Jahren, die sich trennent zwischen uns legten.“ „Sie irren, Dimitri, wenn Sie auch Ihren siegesbewußten Optimismus sich erhalten haben.“ „Ich irre mich nicht. Wohl beging ich einen Irrtum, als ich floh vor dem heiligen Feuer, das für mich loderte, das mich begeistern und himmelwärts führen, das, auf den Herd meiner Hütte übertragen, mich beglücken und läutenn sollte. Ich war geflohen hinaus in die Welt mit ihrem erbarmungslosen Daseinskampf, ich wollte vergessen, ich wollte nicht hören die Stimme. die nach mir schrie im Larm des mich umtosenden Tages, die nach mir rief im unheimlichen Schweigen der Nächte“ „Das ist nicht wahr, Dimitri, Sie belügen sich selbst“ „Nein, mich nicht und Sie nicht. Vera, Sie haben nach mir gerufen, Tag und Nacht, in allen Ihren Triumphen fanden Sie keine Befriedigung — nein— widersprechen Sie nicht— Sie zogen wie eine Siegesgöttin durch die Welt und irrten doch nur rastlos suchend umher „Nein, nein, nein..." „Sie suchten den Flüchtling und fanden den Weg zu dem, der vergessen und verschollen bleiben wollte..." „Warum blieben Sie nicht verschollen, Dimitri?“ Ein seltsames Lächeln buschte über des gealterten Mannes Gesicht. „Durfte ich länger im Dunkel verborgen bleiben, als mir an allen Straßenecken grellbunte Plakate Ihren Namen entgegenschrieen? Als flammende Lichtschrift vom nachtlichen Himmel immer wieder Ihren Namen nannte? Ueberall las ich die stereotypen Worte„Gehen Sie und hören Sie die russische Nachtigall—“. Die Schrift war mir ein Menetekel, ich ging, ich hörte und ich wußte daß ich setzt der lockenden Stimme gehorchen mußte..“ „Sie gehen zu weit, Dimitri— mate die Sangerin, sie war streng und unnahbar und wandte ihm den Rücken zu. Dimitri verneigte sich. „Au revoir, Vera.“ Aber sie antwortete nicht darauf und verschwand im Fahrstubl. Ein melancholisches Lächeln umspielte gedankenvoll die Lippen des Mannes, er wandte sich um und schlenderte über das Promenadendeck auf dem sich noch die Mehrzahl der Passagiere der ersten Rafüte aufhielt. Dimitri Urgesowitsch ging sehr gemächlich und in Gedanken versunken an den einzelnen Gruppen vorüber. Unweit der Kommandobrücke schloß sich ein Herr dem einsamen Spaziergänger an: bei genauem Zusehen hatte man beobachten konnen, daß sich Dimitris Gesicht im gleichen Augenblick verdüsterte. „Nun, Vaterchen Dimitri, ich glaube. wir haben es ganz gut getroffen. Wir haben eine inmose Reisebegleitung." 3o?" .a. Da ist ein indischer Rajah mit Gefolge. Einige amerikanische Bankiers, Ihre Sangerin— apropas— sie hat lostbare Schmucksachen Dimitri unterbrach mit einer entrüsteten Handbewegung, aber der Sprecher kümmerte sich nicht darum, sondern fuhr fort: „Und ein paar Lords haben wir auch an Bord. Der eine ist ein Gelehrter. ein Forscher, der mit seiner Exvedition heimkehrt.“ „Das haben Sie schon wieder herausgebracht“ „Es war nicht schwer. Aber es interessiert mich wenig. Die Amerikaner und die Sängerin, der indische Nabob...“ „Sergej Korbatschew. Finger weg von der Sängerin. Unter keinen Umständen dulde ich daß Sie" „Sentimentalitäten sind bei uns nicht angebracht. Väterchen. Business is businesf.“ „Sie mögen darüber denken, wie Sie wollen Vera Tscherskasina muß Ihnen heilig sein..“ „Gewiß, Väterchen, ihre Person ist es min. aber „Kein aber..“ „Streiten wir nicht darum, Väterchen. Wis müssen eben versuchen, uns zu verstehen. Aber wissen Sie, wer noch auf dem Schiffe ist?— Nun des Petroleumkönigs Söhnchen, Tom Harrison, der eifrige Verehrer Ihrer Sängerin.“ „Wenn Sie weiter nichts Neues mitteilen können, das wußte ich bereits.“ „Sind Sie nicht eifersüchtig?“ „Nein." „Die Bankiers gehören wahrscheinlich zu ihm?“ „Ja, ja, es ist irgend etwas im Gange, wer weiß, was sie vorhaben“ „Uns kann es gleich sein. Jeder lebt für seinen Beruf.“ „Sie ganz besonders, Sie sind rastlos im Pläne schmieden.“ Ja, wozu reisen wir denn, Vaterchen? Einer von uns beiden muß doch wenigstens geschäftstüchtig sein. Sieben Tage sind wir ja auf diesem Schiffe mit allen den netten Herrschiften zusammen. Carpe diem sagt ein lateinisches Sprich= wort.“ Dimitri Urgejowitsch lächelte, und doch vermochte er mit diesem Lacheln nur schwer zu verbergen, wie sehr er sich von den Reden seines Begleiters angewidert fühlte. Schließlich sagte er kurz: Aber nun geben Sie und lassen Sie mich bie zum Lunch allein Sie haben noch etwas mit sich selbst abzumachen?“ Ja. ja. wenn Sie schon alles wissen wollen.“ Da empfahl sich, Sergef Korbatschew mit einer devoten Verbeugung (Fortsetzung folgt.) Invenkur-Ausverkauf und Preissturz. Der am Montag beginnende InventurAusverkauf wird im Zeichen des Preissturzes stehen. Soweit sich auf Rundfrage bei den fübrenden Firmen des Einzelhandels feststellen läßt, erwartet die Geschäftswelt gerade in diesem Jahre trotz. vielleicht gerade auch wegen der verminderten Kaufkraft des Publikums, günstige Umsätze. Die Preiskalkulation des Einzelhandels nimmt selbstverständlich auf die enge Begrenzung der Mittel der Käuferschaft weiteste Rücksicht. Im allgemeinen ist beim Publikum starker Warenbedarf vosanden. Die geschwächte Kaufkraft veranlaßte die Käufer in den letzten Wochen, sich stärkste Zurückhaltung aufzuerlegen in der Erwartung, daß der Inventur=Ausverkauf der günstigste Zeitpunkt zur Anschaffung dringend benötigter Artikel sein werde. Gerade in diesem Jahre dürfte der Inventurausverkauf einen Rekordtiefstand der Preise bringen. Der Geldbedarf in der Geschäftswelt war nie grötzer als jetzt. Manche Firma muß sich daher dazu entschließen, ihre Warenbestände um jeden Preis zu verkaufen, um auf diese Weise die zur Deckung laufender Verpflichtungen erforderlichen Gelder flüssig zu machen. Die Zeit, in der der InventurAusverkauf der Geschäftswelt die Möglichkeit bot, lediglich von Saison=Charakter abbängige Waren loszuwerden, ist vorüber. Der Geschaftsmann ist heute viel mehr als sonst darauf angewiesen, seine Lagerbestände abzusetzen. Hierzu bietet ihm der Inventurausverkauf die beste Gelegenheit. Auf der anderen Seite sollte das Publikum einsehen, daß grundsätzliches Verbarren in seiner grundsätzlichen Beschränkung der Einkäufe die Wirtschaftskrise nur verschärfen muß. Von großer Wichtigkeit für einen günstigen Verlauf des Inventurausverkaufs=Geschäftes ist die Einstellung der Geschaftsinhaber auf die psychologische Wirkung der Verkaufspropaganda. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die verschärfte Wirtschaftskrise nicht nur der Beliebtheit des Sonderverkaufs keinen Abbruch tut, sondern sie vielmehr steigert. Das wichtigste propagandistische Mittel ist, wie der Direktor des Einzelhandelsverbandes Essen, Breitkopf, immer wieder betont, das wirkungsvolle, ausführliche Zeitungsinserat, die beste Werbetrommel, die es für den Kaufmann gibt, die das Geld aus dem Sparstrumpf herauszieht und es als Blut der Wirtschaft der Geschäftswelt zuführt. Noch immer gilt das Wort des amerikanischen Zeitungskönigs Hearst:„Wie kann die Welt wissen, daß Du etwas Gutes hast, wenn Dues ihr nicht anzeigst?“ Bochum=Altenbochum im Jahre 1931. Der Arbeitslosenanteil der Großstädle. Chemnitz an erster, Münster i. W. an letzter Stelle. Nach den amtlichen Berechnungen entfielen am 15. November v. Is. im Deutschen Reich durchschnittlich auf 1000 Einwohner 16044 Arbeitslose einschl. ihrer Familienangehörigen. Mit welchen Zahlen dabei in den Großstädten zu rechnen ist, zeigen Stichproben für Berlin und einige westdeutsche Großstadte. Auf 1000 Einwohner fielen in Berlin 201, in Oberhausen 28, in Essen 259, in Dortmund 25. in Duisburg 287 Arbeitslose einschl. ihrer Familienangehörigen. Die Zahl für Berlin liegt besonders deshalb verhältnismäßig gunstig, weil in Berlin relativ viele unverheiratete Arbeitslose vorbanden sind. Um jedoch aufzeigen zu können, wie verschieden selbst innerhalb der begrenzten Größenklassen der Großstädte die Belastung der Gemeinden sind, wird in einem vom Präsidenten der Reichsanstalt, Dr. Syrup. soeben im Reichsarbeitsblatt veröffentlichten Abhandlung die Zahl der Arbeitslosen obne Familienangebörige in Beziehung zur Einwohnerschaft gesetzt. Danach kamen auf 1000 Einwohner Arbeitslose ohne Familienangehörige u. a. Chemnitz 1520, Plauen i. V. 148,4, Leipzig 1386, Lübeck 135,5, Duisburg 134,3, Dresden 133,0, Hagen t. W. 1283, Solingen 127,6, Berlin 122,4, Dortmund 121.2, Mannheim 119.2, Halle a. S. 118,1, Wuppertal 1165, Wiesbaden 1155, Braunschweig 1150, Bielefeld 1132, Hannover 111,8, Frankfurt a. M. 110,4, Remscheid 109.9, Bochum 1080, Ludwigshafen 1069, Düsseldorf 108,1, Hamburg 105,7, Kassel 106,8, Köln 1022.9, Essen 102.7, Magdeburg u. Es verlohnt sich wohl der Mühe. auf das Jahr 1931. das in mancher Hinsicht für den Altenbochumer Stadtteil bedeutungsvoll geworden ist. Rückschau zu halten. Wenn es auch manchen berechtigten Wunsch der Bevölkerung unerfüllt gelassen hat, so muß man diese Unterlassungssünde schon auf das Konto der kommunalen Finanzkalamität setzen. Gewiß hätte z. B. in straßenbaulicher Hinsicht dieses oder jenes mehr geschehen können. Man denke nur an die Wasserstraße, deren Instandletzung schon seit Jahren versprochen wurde. Doch das neue Jahr wird hoffentlich diesem Not, und Uebelstande abhelfen.— Ein großer Lichtblick war die Ausgestaltung des projektierten Kommunalfriedhofes am Freigrafendamm zu einer Grünanlage, die nach ihrer endgültigen Fertigstellung in diesem Jahre ein Schmuckstück des großstädtischen Weichbildes zu werden verspricht. Erwähnenswert ist ferner die in Angriff genommene Sportplatzneuanlage der D. I. K.„Markania“ am Lohberg.— Die Bautätigkeit war im Gegensatz zu früheren Jahren verschwindend gering. Abgesehen von der Fertigstellung drei kleiner Neubauten, hat der Katholische Gesellenverein an der Wasserstraße ein größeres Bauprojekt verwirklicht.— Die Arbeitslosigkeit hat Handel und Gewerbe stark mitgenommen. Die Liquidierung der bekannten Steinbruchfirma Schulte=Vels ist mehr als ein Symptom. Besonders im Arbeitsteil„Prinz von Preußen“ hat die Wirtschaftsnot durch die erfolgte Stillegung der Zechenbetriebe„Karoline“ und „Prinz von Preußen“ beängstigende Formen angenommen. Nahezu 80 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung wird aus Mitteln der Erwerbslosen= und Wohlfahrtsfürsorge unterhalten.— Das Vorjahr wird in der Chronik des Altenbochumer Stadtteils mit goldenen Lettern verzeichnet stehen, da dank der großen Opferwilligkeit und geschlossenen Einmütigkeit seiner Bevölkerung den Gefallenen des Weltkrieges einwürdiges Ehrenmal gesetzt wurde.— Im übrigen hat auch die Altenbochumer Vereinsgeschichte manchen denkwürdigen und ereignisfrohen Tag zu verzeichnen. Gleich, zeitig mit dem Tage der Grundsteinlegung des Kriegerehrenmals konnte auch der Krieger= und Landwehrverein Altenbochum die Feier seines 60jährigen Bestebens 98.9, Aachen 965, Gladbach=Rheydt 94.9, Stuttgart W3.6, Krefeld 77,0, Münster i. W. 53,3. Die Uebersicht zeigt deutlich die grotzen Unterschiede in der Belastung der Großstädte. Im Durchschnitt entfielen in den 50 Großstädten auf 1000 Einwohner 115,4 Arbeitslose ohne Familienangehörige, im Reich bei allen Größenklassen der Gemeinden 775. Die Zahlen erhärten die Notwendigkeit eines zentralen Lastenausgleichs, bemessen nach der Höhe der Aufwendungen für die Arbeitslosenhilfe. Sie lassen darüber binaus auch Schlüsse zu auf die Notlage der einzelnen Bezirke und Gemeinden, auf den Ausfall der Steuereingänge und auf die verminderte Kaufkraft der Bevölkerung in ihnen. Die Hilfsaktion der freiwilligen Sanitäiskolonne. Das Ergebnis der 5. Straßensammlung am 2. und 3. Januar. Geldspenden: Die Geldsammlung bat an beiden Tagen 140.— M. ergeben. Der Gesamtbetrag der bisherigen Spende beträgt 1694,74 M. Lebensmittel: insgesamt 30½ Pfund, und zwar Kartoffeln, Reis, Bohnen, Erbsen, Linsen, Graupen, Butter, Fett, Nudeln, Wurstwaren. Bekleidungsstück:: a) für Männer: 11 Mäntel, 2 Anzüge, 18 Joppen, 1 Weste, 5 Hosen, 5 Hüte, 1 Mütze, 9 Paar Schuhe; b) für Frauen: 9 Mäntel, 20 Kleider, 6 Blusen. 4 Röcke. 10 Wolljacken, 5 Schürzen, 6 Hüte, 20 Paar Schuhe; c) für Kinder: 12 Mäntel, 5 Knabenblusen, 8 Anzüge, 1 Knabensoppe, 3 Knabenhosen, 21 Mädchenkleider, 3 Wolljacken, 3 Kindermitzen, 9 Paar Kinderschube: aunerdem 4 Paar Hausschuhe. 4 Paar Ueberschuhe, 24 Paar Strümpfe Wäscheteile: a) für Männer: 13 Hemden, 4 Unterhosen; b) für Frauen: 10 Unterröcke, 2 Hemden, 5 Beinkleider, 1 Nachtjacke; c) für Kinder: 8 Hemden, 4 Unterhosen, 3 verschiedene Wascheteile für Mädchen, 32 Teile Erstlingsbegehen. Der Man=V.„Westfalia" Altenbochum durfte auf eine 50jährige Tätigkeit im Dienste des deutschen Liedes zurückblicken.— Für den katholischen Volksteil der Liebfrauenpfarrei wird das verflossene Jahr in mehr als einer Hinsicht in dankerfüllter Erinnerung bleiben. Nachdem der Windthorstbund„Prinz von Preußen“ mit einem öffentlichen Ausspracheabend über den Nationalsozialismus zu Beginn des Jahres die junakatholische Aktion verheißungsvoll eingeleitet hatte, folgte dichtauf die imposant verlaufene öffentliche Kundgebung der Altenbochumer Katholiken gegen„Hakenkreus und Sowietstern“. Der sichtbare Erfolg war der Zusammenschluß aller kirchlichen Vereine und Organisationen zu einer katbolischen Arbeitsgemeinschaft, die an dem Aufschwung des kirchlichen Vereinslebens und insbesondere an der Organisierung der pfarrgemeindlichen Winterhilfe größten Anteil hat. Die Gedenkfeier des 40jährigen Bestebens des katbolischen Knappen= und Arbeitervereins und das Silberjubiläum des St. Josefs=Männervereins sowie die Festwoche anläßlich des 36jährigen Bestehens des Katholischen Jungmännervereins waren Hochfeste des katholischen Vereinslebens. Mitte November weilte der Hochwürdigste Erzbischof. Dr. Kaspar Klein, zu Besuch und spendete das Sakrament der hl. Firmung. Zur Entlastung des heimischen Pfarrklerus wurde eine zweite Vikariestelle eingerichtet. die vorübergehend Vikar Haggenen betraute, um dann von Vikar Mues besetzt zu werden.— Der geplante Neubau des St. Annastiftes mußte aus begreiflichen Gründen unterbleiben. Die wachsende Wirksamkeit der Vinzenzschwestern auf karitativem Gebiet und die Vergrone rung des Kindergartens machten den Umbau und die Renovierung des Hausinneren zu einem dringenden Erfordernis. Auch das Innere des katholischen Vereinshauses wurde einer gründlichen Renovierung unterzogen und an ihm mit einer zeitgemäßen, ansprechenden Wandbemalung die verschönernde Hand angelegt. Hoffentlich wird im neuen Jahre 1932 der langgehegte Wunsch der katholischen Bevölkerung nach dem Besitz eines würdigen Vereinsheims greifbare Wirklichkeit werden. wäsche; außerdem 2 Bettbezüge, 1 Kissenbezug. 1 Tischdecke. Verschiedenes: 1 Kinderwagen, 2 Korbsessel, 1 Ofen, 1 Kinderbettstelle. Straßen, in denen heute und morgen gesammelt wird. Samstag, den 9. Januar: Dorstener Straße bis Hindenburgplatz und alle rechts und links liegenden Straßen. Sonntag, b. 10. Januar: Kortumstraße, KaiserWilhelm=Straße, Kaiserring, Bergstraße und Overhoffstraße. Die Ankunft der Sammelkolonne wird durch ein Trompetensignal angekündigt. An alle Bürger ergeht die herzliche Bitte, die notleidenden Mitbürger zu unterstützen. Außer Geldspenden werden Lebensmittel und entbehrliche Bekleidungs= und Wäschestücke dankbar entgegengenommen. Eine ordnungsmäßige und gerechte Verteilung der eingesammelten Spenden ist gewahrleistet. Sland der Arbeitslosen im Bereiche des Arbeitsamtes Bochum am am 31. Dezember 1931. 11. Arbeitsabend der BildungsZenkrale der polit.-kathol. Jugend Bochum. Der nächste Arbeitsabend findet am Dienstaa, dem 12. Januar, abends 8.15 Uhr. im Lokale Winkelmann statt. Fortsetzung der Vortragsreibe Dr. Kröger: Selbstverwaltung Wir bitten diese äußerst wichtige Vortragsreihe nicht zu versaumen. !) Aus dem Schulwesen der Stadt Bochum. Die Wahl des Studienrats Paul Müller am stadtischen Oberlyzeum in Bochum zum Studiendirektor einer höheren Lehranstalt ist vom Provinzial=Schulkollegium bestätigt worden. Studiendirektor Müller ist die Leitung des Reformrealgymnasiums in Bochum=Langendreer übertragen worden. :) Sturmschäden am Bochumer Rathaus. Der beftige Sturm in der Nacht zum Donnerstag hat sogar unser neues Rathaus nicht verschont. Ein besonderer Schmuck des„weißen Hauses“ waren neun große verglaste Bronzeampeln, die allabendlich die drei großen Bogen des Hauptportals erleuchteten. Diese Ampeln hat nun der Sturm in der fraglichen Nacht abgerissen und zertrümmert. Die Haltevorrichtungen der Lampen erwiesen sich als zu schwach gegen die Gewalt des Sturmes. Vorläufig sorgen kleine Notlampen für die Beleuchtung des Hauptportals und der Treppenaufgänge. Eine Kundgebung des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter. Der Gewerkverein christl. Bergarbeiter Deutschlands tritt am kommenden Sonntag im Börsensaal zu Essen mit einer großen Kundgebung an die Oeffentlichkeit. Zu dieser werden aus dem gesamten Ruhrgebiet 600 Vertrauensleute des Gewerk vereins erwartet. Reichstagsabg. Imbusch. der Führer des Gewerkvereins und Vorsitzender des christlich=nationalen Gewerkschaftsbundes, spricht über aktuelle Fragen der Staatswirtschaft und Sozialpolitik. Der Kohlenschiebungsprozeß in der Veru= fungsinstanz. Bekanntlich hatten sämtliche Angeklagten im Wanne=Eickeler Kohlenschiebungsprozeß mit Ausnahme des freigesprochenen Angeklagten Ummelmann gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bis auf die Hauptangeklagten des Prozesses, Versandmeister Bartscher und Tafelführer Jeromin, haben die Angeklagten ihre Berufung wieder zurückgezogen, so daß der kommende Berufungsprozeß der wohl im Monat Februar vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Bochum stattfindet, sich nur noch mit diesen Angeklagten zu beschäftigen hat. Gegen weitere Automatenaufstellung und Warenabgabe wahrend der Ladenschlußzeiten. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten dat sich in einer langeren Eingabe an das Reichsarbeitsministerium gegen die vermehrte Aufstellung von Automaten und die Förderung ihrer Benutzung durch Zulassung der Warenabgabe auch wahrend der allgemeinen Ladenschlußzeiten gewandt. Eine Erlaubnis würde zu einer weiteren Einschrankung des Personalbedarfs im Einzelhandel führen und die Zahl der beschaftigungslosen Angestellten, die nach einer amtlichen Meldung bereits über 500000 beträgt. steigern. * Fahrpreisermäßigung für Arbeitslose im freiwilligen Arbeitsdienst. Die Reichsbahn gewahrt Arbeitslosen, die sich dem freiwilligen Arbeitsdienst zur Verfügung stellen, für die Fahrt zwiscen ihrem Wohnort und der Arbeitsstätte an 11 Januar eine 50prozentige Fahrpreigermäßigung Keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge im Ruhrkohlenbergbau bis zum 31. Marz 1932. Die Befreiung der im Ruhrkohlenbergbau unter Tage beschäftigten Arbeiter und Angestellten sowie ihrer Arbeitgeber von der Beitragspflichs zur Arbeitslosenversicherung ist über den 31. Dezember 1931 hinaus bis zum 31. März 1932 verlangert worden. : Gehaltsfestsetzung für die Poliere und Schachtmeister im Baugewerbe. Der Schlichter für Westfalen, Professor Brabn. traf folgende bindende Entscheidung: Der bestehende Gehaltetarif wird mit folgenden Aenderungen wieder in Krait gesetzt: Das Wochengehalt beträgt in Ortsklasse1 66,50 RM., in Ortsklasse 2 61.— RM., in Ortsklasse 3 52.— RM., in Ortsklasse 3a 47.— RM. Diese Regelung gilt vom 1. Januar 1002 und ist laufend mit monatlicher Frist, erstmalig zum 30. April 1922, kündbar. INVENTUR. Noch nie so billig wie jetzt Große Mengen unserer anerkannt guten Herren- und E00 Knaben-Kleidung sind im Preise rücksichtslosbis herabgesetzt. Auf alle nicht herabgesetzten Preise(außer einigen Markenartikeln) erhalten Sie auf alle Waren einen Preisnachlaß von welcher auf dem Kassenzettel in Abzug gebracht wird (undnEi.) 20 Unsere Huswahl ist anerkannt riesengron! [Beginn: Montag, den 11. Januar. 8½ UhrV manae Vas grôbie Spezialgeschan fur den gulen Linkaul von Herren- und Inabenkleidung tertig und nach Mald E samstag, den O. Jannar 1032 2. Beilage der Westfälischen Volks=Zeitung Nr. 6— Seite 9 t Aus Westdeukschland. Um den Recklinghauser Oberbürgermeisterposten. Recklinghausen. In Verfolg der Bestrebungen. die Stadt Recklinghausen wieder in den Kreis zu bringen, wird bekannt, daß ein Teil des Recklinghauser Zentrums an Ministerialdirektor Dr. Klausener, den früheren Landrat von Recklinghausen, mit der Anfrage herangetreten ist. ob er bereit sei, die Stelle des Oberbürgermeisters anzunedmen, wenn sich eine Personalunion zwischen dem Posten des Oberbürgermeisters und des Landrats ermöglichen lasse. Nach einer weiteren Meldung hat die Zentrumsfraktion des Stadtparlaments aus der Schar der Bewerber. die sich gemeldet hatte, nach mehr= stündiger Beratung und nach genauester Sichtung drei Bewerber als die Geeignetsten bezeichnet und zwar den früheren Oberbürgermeister Kellingbaus von Österfeld, den Beigeordneten Dr. Loos von Mülheim(Ruhr) und den zweiten Bürgermeister Dr. Petermann von Osnabrück. 700 Meter Kupferdraht gestohlen. Dortmund. Von der oberirdischen Starkstromleitung im Stadtteil Körne von der Ecke Lübkestraße bis zur Ziegelei Weber sind etwa 715 Meter Kupferleitungsdraht von den Masten abgeschnitten und gestohlen worden. Die Vereinigten Elektrizitäts=Werke haben für die Ermittlung der Diebe eine Belohnung ausgesent Den Gegner auf der Straße niedergeschossen. Dortmund. Vor einem Hause der Vornstraße waren der Schlosser Sch. und der Arbeiter Albert Mielke miteinander in Streit geraten. in dessen Verlauf Sch. eine Pistole zog und auf seinen Geaner zwei Schüsse abgab. M. wurde durch einen Bauchschuß schwer verletzt und stürzte zu Boden. Der Täter flüchtete darauf in die Wohnung eines Kohlenhändlers, wo er später von der Polizei festgenommen wurde. Der Schwerverletzte wurde lofort ins Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist äußerst ernst. Es besteht wenig Hoffnung. ihn am Leben zu erhalten. Sch. gab bei seiner Vernehmung an. zuerst einen Schreck= schuß abgefeuert und dann auf M. geschossen zu haben. Nach den bisherigen Zeugenauslagen scheint es nicht ausgeschlossen zu sein, daß Sch. in Notwehr gehandelt hat. Auflösung des Amtsgerichts Hörde. Dortmund. Auf Grund der Notverordnung wird auch das Amtsgericht Dortmund=Hörde, demnachst aufgelost. Aus Ersparnisgründen fallen bekanntlich insgesamt 60 Amtsgerichte der Auflösung anheim. Zahlungsschwierigkeiten einer GemeindeKreisbau G. m. b. H. Hörde. Die Gemeinde=Kreisbau G. m. b. 6.. vörde. die im Zusammenbang mit der letzten Eingemeindung als Rechtsnachfolgerin des Landkreiles Hörde auf die Stadtverwaltung Dortmund übergegangen ist. ist in Zablungsschwierialeiten geraten. Die Zahlungsunfähigkeit hat sich daraus ergeben, daß die vom Landkreis Hörde leinerzeit gewahrten Darleden von 1 Mill RM für auszinssteuern und einer weiteren Million RM Darleben nach dem Uebergang der G. m. b. H. auf die Stadt Dortmund mit 1 Prozent bezw. 7 prosent Zinsen belegt wurden. Die Ende Dezember 1031 fallig werdenden Zinobeträge in Höbe von 83 000 RM konnten nicht gezablt werden. Die Stadtverwaltung hat zunächst für fallig werdenden Beträge Stundung bis zum 31. Marz gewahrt. Inzwischen soll ein Status aufgestellt werden. Unglaubliche Zerstörungen unreifer Burschen. Kamen. Die vor kurzem neuangelegte SesekePromenade wurde von noch unbekannten Tätern in der letzten Nacht verwüstet. Sämtliche Ruhebanke wurden aus den Fundamenten gerissen und zerstort. An der ehemaligen Seilerei wurden die über den Ruhebänken befindlichen Dachrinnen abgerissen und weggeschleppt. In der Seilerei selbst wurden die anstelle der früheren Fenster eingelassenen Verzierungen aus Holzwerk demoliert. Das Dach wurde ebenfalls arg beschadigt. Ferner rissen die Täter ein Holstor aus den Angeln und schleuderten es in die hochgebende Seseke. In der Josephschule schlugen die Burschen mit langen Latten vier Fensterscheiben ein, während gegen ein Fenster in der Wohnung des Vikars Klocke ein Ziegelsteinbombardement eröffnet wurde. Das Fenster ging in Trümmer. Anscheinend konnten die Täter bis gegen Mitternacht ihr Werk ungestört durchführen. Die Polizei fahndet eifrig nach den Uebeltätern. Schüsse auf einen Polizeibeamten. Suderwich. In der Nacht wurden auf einen Schutzpolizeibeamten in der Nähe des Zechenwäldchens sünfscharfe Schüsse abgegeben, die zum Glück ihr Ziel verfehlten. Der Beamte nahm sofort die Verfolgung mit schußbereiter Waffe auf und suchte das Wäldchen ab, konnte aber von den geflüchteten Tätern keine Spur mehr finden. Der Vorsitzende der Westsälischen Landwirtschaftskammer legt alle Aemter nieder. Münster. Der bisherige Vorsitzende der westsälischen Landwirtschaftskammer. Freiherr von Kerckerinck=Borg. hat alle Ehrenämter niedergelegt, die er noch im landwirtschaftlichen Organisationsleben verwaltete, so auch das Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Westfälischen Zentralgenossenschaft. Dagegen wird Freiherr von Kerckerinck die Ehrenprasidentschaft des Westfälischen Bauernvereins als einziges Ehrenamt in landwirtschaftlichen Organisationen auch weiterhin beibehalten. Das Annette von Droste=Museum in Münster eröffnet. Münster. In diesen Tagen eröffnete Münster das Annette von Droste=Museum in der alten Johanniter=Kommende. Das Museum, das der in Münster geborenen deutschen Dichterin gewidmet ist, wurde verbunden mit Erinnerungsräumen an die Bildhauerin Elisabeth Ney und die Fürstin von Gallitzin. Es birgt Bilder der Droste, ihrer Familie und ihres Freundeskreises, Teile ihrer Sammlungen und Möbel, Manuskripte und Briefe der Dichterin. Erstausgaben und Erstdrucke ihrer Werke und der Droste=Literatur u. a. m. Familie durch Fleisch vergiftet. Zwei Todesopser. Olpe(Sauerland). Nach dem Genuß von eingewecktem Fleisch erkrankte die Familie des Kaufmanns Brandenburg. Nachdem eine Tochter der Vergiftung erlegen war. starb auch der Ehemann. Die anderen Familienmitglieder befinden sich auf dem Wege der Besserung. Die Art der Vergiftung konnte noch nicht genau festgestellt werden. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Die Braut und sich erschossen. Bielefeld. Gewisse Anzeichen gaben den Bewohnern eines an der Eduard=Windthorst=Straße gelegenen Hauses Veranlassung, die Tür zu dem Zimmer des seit kurzer Zeit stellenlosen 26jährigen Schreinergesellen W. polizeilich öffnen zu lassen. Den Eintretenden bot sich ein furchtbarer Anblick. Im Zimmer lag dieser mit dem Revolver in der Hand, und neben ihm seine 23jährige Braut, die in Schildesche bei ihren Eltern wohnende Näyerin M., beide mit Kopfschüssen. Zweifellos hat W zuerst seine Braut und dann sich erschossen. Sonderbarerweise haben die sechs in dem Hause wohnenden Familien keine Schüsse fallen, sondern am Abend vorher nur zweimal ein unterdrücktes Knacken wie von brechendem Holz gehört. Dessau im Kampf mit der Mulde. Die Ueberschwemmungen der letzten Tage haben besonders für die Hauptstadt von Anhalt, Dessau, eine bedrohliche Lage geschaffen. Neben Feuerwehr und Militär mußte auch die Technische Nothilfe aufgeboten werden, um die Ueberflutung und den Bruch der Dämme zu verhindern. Selbst die politischen Organisationen stellten ihre Mitglieder zur Verfügung, die einträchtig gegen die gemeinsame Gefahr ankämpften Unser Bild zeigt freiwillige Helfer, die ununterbrochen Sandsäcke an gefährdete Deichstellen schleppen. Das Schicksal Roman von Gustav Loessel Copurignt by Novisslme Verlag-GmbH. Berlia einer Frau 53. Fortsetzung. Die Station war erreicht. Sir Reginalds Kom= mandostemme schallte weithin über den Hof. Er war ahnungslos, wen Burburra da brachte. Das war nun beiderseits ein wirklich unerwarletes Wiedersehen nach langer Trennung. Die gteunde begrüßten einander in alter verzlichleit. on der Stille des Hauses tauschten sie dann Erlebnesse und Erinnerungen aus, alles das in voller Wiedersehensfreude und Harmlosigkeit. Erst als zandringham dann erzählte, was ihn hergeführt hatte und in welcher besonderen Mission er hier war, lauschte Sir Reginald scheu und mit Bangen. Jeden Augenblick glaubte er, müsse der Freund von ihm und seinem eigenen Anteil an der Ainsbytragödie sprechen, ihn deshalb befragen, ihm Vorhaltungen machen. Doch nichts derartiges geschah. erwies sich, daß Sandringham von alledem nichts wußte. Damit war ihm eine große Last von der Seele genommen. Nun konnte auch er sich der Wendung der Dinge freuen. Dadurch war seine Reise nach England und zum Herzog gegenstandslos geworden Was er diesem hatte abnötigen oder aufzwingen wollen, hatten Seine Gnaden schon aus eigener Antriebe geton Mehr als das, er hatte selbit schwer gelitten. Hier waltete ein Schicksal. das über Menschenwillen gina. Das mußte auch Mc Pherson enerkennen, der ja allein. ohne ihn. och nichts unternehmen konnte Reginald beschloß. an den Herzog zu schreiben, von dieser Begegnung und von allem, was ihn selbst aufs tiefste beweate. leht, wo auch er mit der Vergangenheit gebrochen und ein neues Leben begonnen hatte.——— Der Nachmittag fand die Freunde wieder auf dem Wege nach Bayers Park. Hier war gegenwär= 119er Uebergang. die Brücke zu allem weiteren weschehen. Gegen Abend langten sie dort an. Sie wurden freudig begrüßt. Helene hatte inzwischen vom Vater alles erjahren, was zwilchen ihm und Sir Francis gebrochen worden war. Letterer brachte ihnen die Erlosung aus bangen und wunden Zweifeln. Reginalds offen bekannte Schuld war, wenn auch noch nicht gesühnt, doch durch den Gang der Ereignisse gemildert. Sein Vorhaben, nicht zu reisen, sondern an den Herzog zu schreiben, fand beider Billigung. Nun durfte man wieder vertrauend und hoffend in die Zukunft blicken. Das Kabeltelegramm Sandringhams war eine Fansare, die eine Verheißung in sich schloß. Er bringe hochinteressante Aufnahmen von der letzten Wirkungsstätte der Gesuchten und von deren Freunden mit. Er erwähnte auch die Wiederbegegnung mit Sir Reginald. der selbst an Seine Gnaden noch schreiben werde. Auf des Doktors dringende Einladung blieben Sandrinaham und Reginald noch mehrere Tage zu Gast. Sir Francis erwies sich als glänzender Amateurphotograph. Auch die lente Rubestätte Archibald Leslies wurde im Bilde verewigt. Eine Reihe froher, glücklicher Tage verlebte die kleine Gesellschaft auf Bayers Farm, nur eines warf einen Schatten auf die Freude, das Schicksal Mayas, das allen noch Geheimnis und ein Rätsel war. Sit Francis versprach beim Abschied, den darum Besorgten baldmöglichst Nachricht über den weiteren Verlauf der Dinge zu geben. Er selbst. sagte er. vertraue der ewig waltenden Gerechtigkeit, die alles noch zum guten Ende führen werde Kapitel 41. Die ewig waltende Gerechtigkeit. Die ewig waltende Gerechtigkeit schattete über dem Gralstempel als dunkle, gewitterschwüle Wolke. Toluca wartete. Er wußte, daß das Ende nahte. das bittere Ende. Kurz nur war sein Traum von der Erlölung der Menschheit gewesen. Nur mit reinen Händen wäre er zu erfüllen gewesen! Durch seine Späher hatte er erfahren, daß Capak seine Zeit ausgenutzt hatte. Die Behörde hatte eine Untersuchungskommission eingelent, die. geleitet von einer Eskorte Soldaten, sich auf dem Wege zu Tolucas Felsenburg befand. Wie ein Lauffeuer hatte sich in der Bevölkerung das Gerücht verbreitet, daß der gefeierte Wohltäter Toluca ein Dieb sei. daß der unerhörte Reichtum geraubt sei. Eine ungeheure Erregung bemächtigte sich der Menge und ungezählte Massen schlossen sich der Expedition an. die unterwegs immer neuen Zuzug erhielten. Sensationslust. Neugierde. echte Empörung trieb diese immer noch anwachsende Schar. So glich diese Expedition gar bald einem Heerzug!—— Toluca weilte jetzt fast ausschließlich auf seinem. mit einem weitreichenden Fernrohr und mit Scheinwerfern ausgerüsteten Aussichtsturm. Ausschau hielt er bei Tag und bei Nacht nach dem vorrückenden Feind. In Vorahnung einer solchen Wendung hatte er sein Nest hier oben auf dem hochsten Gipfel einer zum Himmel wuchtenden, unzugänglichen Felsenschichtung errichtet, hatte hunderte von Kilometern an Sandwüsten, Stachelgrascampos und kaum begehbarem Urwald zwischen sich und die bewohnte Kustenlandschaft geworfen. Sie kamen trotzdem. Sie mochten kommen! Es blieb ihm Zeit genug. alle Vorbereitungen zu treffen, um ihren Raubzug zunichte zu machen. In einer Nacht auch war es. als er zum erstenmal ihre weithin verstreuten Lagerfeuer sichtete. weitab, am dunklen Fuße des Bergmassips. dessen Höhe= und Lichtpunkt der Gralstempel war. Wie auf einem riesigen Scheiterhausen stand er hier, um den herum es von Brandfackeln loderte, bereit, ihn zu entzünden. Er selbst würde das Autodasé, zu dem sie ihn verurteilt hatten, zu einem einzigartigen Schauspiel gestalten, so groß, so grausig, daß ihre Raub= und Nachaier volle Sättigung finden und ihre Hände doch leer bleiben sollten Ein satanisches Lacheln überflog bei diesem Gedanken sein dageres Asketengesicht. Früh am nächsten Tage ließ er die Alarmalocken schrillen. Das brachte alle Tempelinsassen zu Hauf. um seine Botschaft zu vernehmen. Es nahe eine Menschenwelle, sagte er, ein Zustrom von solchen Ausmaßen, wie ihn diese Mauern kaum zu fassen vermöchten. Die Staatsund Zivilbehörden des Landes kämen mit ungezählten Tausenden zu einem Huldigungsaug. Es gezieme sich. ihnen in feierlichem Zuge entgegen zu geben, um sie in seinem Namen zu begrüßen und ihnen ein frohes Willkommen zu bieten. Festschmuck sollten sie anlegen, das Haus bekränzen. Gesang und Musik sollten den Anrückenden entgegen 16 500 km aus dem Wohlfahrisamt gestohlen. Wuppertal. Bei einem Einbruch in die Kassenstelle des Elberfelder Wohlfahrtsamtes wurden 16 500 R M. die für die Auszahlung an die Hilfsbedürftigen bestimmt waren. geraubt. Die Diebe hatten sich nachts Zugang in den Kassenraum verschafft und den hier befindlichen Geldschrank mit Hilfe eines Schweißapparates geöffnet. Das geraubte Geld bestand aus 10, und 20=Markscheinen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Erpressungsversuch gegen den Westdeutschen Rundfunk. Köln. Das erweiterte Schoffengericht Köln verurteilte heute den 40 Jahre alten Theodor Töller wegen versuchter Erpressung zu einer Geldstrafe von 100 RM. Der Verurteilte war längere Jahre Privatiekretär des Generalintendanten Hardt vom Westdeutschen Rundfunk gewesen. aber im November 1930 wegen Verbreitung unwahrer Behauptungen fristlos entlassen worden. Nach seiner Entlassung hat er an den Aufsichtsratsvorsitzenden und Generaldirektor Tormin(Münster) und zuletzt an den Reichsrundfunkkommissar Staatssekretär a. D. Bredow. Briefe mit der Aufforderung auf Wiedereinstellung gerichtet, andernfalls er die angeblich beim Westdeutschen Rundfunk herrichenden Zustände in der Presse veröffentlichen müsse. Ein Dieb durch Selbitschuß getötet. Köln. In dem Kölner Stadtteil Gremberg wurde in der vergangenen Nacht ein Mann beim Hühnerdiebstahl durch einen Selbstschuß getoter— Der Gastwirt Fahnenstich war in der letzten Zeit mehrmals durch Diebstähle heimgesucht worden und hatte nunmehr in seinem Hühnerstall ein Jagdgewehr mit dem Lauf auf die Tür angebracht. Der Abzughahn des Gewehres war durch einen Draht mit der Tür des Stalles so verbunden, daß der Schuß beim Oeffnen losgenen mußte. Der Dieb hatte die Tür erst eine Kleinigkeit geöffnet, als der Schuß losging. Die Kugel drana ihm in die Brust und führte seinen sofortigen Tod herbei. Butter unter Friedenspreis in der Eifel. Wittlich. Die landwirtschaftlichen Produkte, besonders aber Butter, sind in den letzten Wochen auf den Eifelmärkten stark im Preise gefallen. Auf den Märkten nach Weihnachten, auf denen allerdings ein Ueberangebot an Butter festzustellen war, wurde das Pfund für nur 80 Pig., allo bereits unter Friedenspreis verkauft. Auf dem Wochenmarkt kostete in Wittlich das Pfund Butter gegen Schluß des Marktes nur mehr 70 Pig. Eier wurden zu 9—11 Pig. je Stück verkauft, haben also den Friedenspreis noch nicht erreicht. Die übrigen Produkte(Kartoffeln, Gemüse usw.) hielten sich auf der üblichen Höhe. Kirchliches. Exerzitien in Steyl. Steyl. Auch in diesem Jahre werden in den Fastnachtstagen vom 6. bis 9. Februar Exerzitien für Junafrauen in Steyl statt= finden. Die Vergütung beträgt 11.— RM. Exerzitantinnen, die bis Aschermittmoch im Kloiter bleiben wollen, wird dieses ausnahmsweile erlaubt. Auf Wunsch werden vor Ostern wieder Kurse für Kinder eingelegt, wozu Bestellungen baldigst erbeten werden.— Man wende sich an das Mutterhaus der Missionsschwestern Abt. Exerzitien in Steyl. Post Kaldenkirchen(Rhld.). Hier fängt's an schallen, um ihre Seelen heiter zu stimmen und die erlittenen Mühen des Weges vergessen zu machen. Alle sollten sie gehen. Nicht einer dürfe zurückbleiben, als nur er selbst. Bis zum Abend sollten sie den Anmursch verzögern, bis der Tempel in vollem Lichtglanz erstrahlte. Das sollte ihnen das Zeichen zum Aufbruch sein. Wegweiser und Führer sollten sie den Fremden sein. ein sicheres Geleit auf dem schmalen Saumpfad, der zur Höhe führte. Und so geschab es. Nachdem der Leute die Außenpforte passiert hatte. verschloß und verriegelte Toluca diese und alle inneren Tore, die zum Tempel führten. Eisenstangen leaten sich über die Eisentüren, die unzerbrechlich waren, wie die sie einengenden Mauern unübersteigbar. In seine Gemächer zurückgekehrt. verbarrte Toluca lange in tiefem Sinnen und ernstem Gedenken. Dann machte er einen lenten Rundaana durch alle Zimmer. Säle und Hallen des weitläufigen Gralstempels, seine eigenste Schöpfung. nach seinen Plänen entworfen und von ersten Baumeistern zur Ausführung gebracht. Der Zauber dieser Dichtung aus Stein verfehlte auch auf ihn seine Wirkung nicht. Ueber alle angesammelten Kunstschätze schweifte ein Blick Alsdann. nach einem letten Rückblick. stieg er hinab in den unterirdichen Gana. um seine Wanderung fortzusenen. Bis in die nachtdunklen Tiefen der untersten Gewölbe stieg Toluca mit festen. seltsam nachklingenden Schritten hinab. als ginge noch jemand hinter ihm. Einmal blieb er stehen, wandte jäb sich um. leuchtete binein in die hinter ihm liegende Finsternis. „Einbildung“. murmelte er.„Es blieb keiner zurück.“ Er ging weiter. Nun stand er im Keller Hier lagerten Fässer in Reihen, viele, eng gedrängt. Faß an Faß. Sie waren als Steinöl signiert und enthielten Dynamit. genug. um den ganzen Gebirgsstock zu sprengen, auf welchem der Gralstempel erbaut war. Eine lang aufgerollte Kontaktschnur lag zunächst der Tür. auf eine leicht drehbare Spindel gewunden. Er nahm das lose. mit einem Druck= knopf versehene Ende auf und ging wieder hinaus. Hinter einer von ihm verschlossene= Tür lag eine Wendeltreppe. Sie führte direkt zur Höbe des Aussichtsturms. Er stieg sie hinan. lanalam, wie unter einer zunehmenden Last gebeugt (Jortsetzung folgt.) Reminiszenzen. Balduin Grämlichs Betrachtungen Wünsche gehabt zu haben und zu haben! Nämlich ein fröhliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr; es kann auch umgekehrt sein, dann ist es sogar noch besser. Ich komme ja eigentlich genau eine Woche zu spät mit diesen Reflexionen über Weihnachten und Neujahr. Aber genau so gut, wie die Weibnachtsfeiern in den Vereinen immer erst im Januar beginnen beliebt und populär zu werden— voriges Jahr soll es ja vorgekommen sein, daß ein Verein im Februar seine Weihnachtsfeier abgehalten hat; wahrhaftig, ursprünglich sollte sie am 11. Januar stattfinden, aber dann war der Saal besetzt, der Vorsitzende wurde krank. und so war denn die Bescherung' da...— da kann ich es mir ja auch einmal gestatten, erst jetzt einige „festliche" Worte zu schreiben. Und außerdem, am vorigen Freitag war doch Neujahr, die Nacht davor... aber decken wir das bekannte Schweigen der Nächstenliebe darüber, man spricht nicht gern von selbstgebrauten Grogs und Katern. Die Tatsache ist vielmehr ganz schlicht die: Ich lag krank zu Bett, und konnte so nicht schreiben. Außerdem liefen mir dauernd die Tropfen von der Eisbinde ins Auge. Na, sei dem nun wie ihm wolle, die Hauptsache ist, wir sind drin reingeschliddert ins neue Jahr. Liebe Leute, was war doch in den letzten Tagen für eine ungeheure Betriebsamkeit entwickelt worden sich so schnell wie möglich in das neue Jahr hinüberzuretten. Ich will jetzt nicht von dem schandbaren Vorgehen gewisser Leute sprechen, die bei allen Verwandten wahrend und nach den Weihnachtstagen herumbesuchten und Likörböhnchen sammelten zwecks Herstellung eines hervorragenden Silvestercocktails(was heißt hier au?! Bei den Zeiten!!). auch von den heimlichen Sitzungen verschiedener Stammtische will ich schweigen, an denen in vereinter rauchender Gehirntätigkeit Ausflüchte für Fernbleiben gegenüber mißtrauischen Ehefrauen konstruiert wurden. als da sind Konferenzen um 4 Uhr Silvesternachmittag,„die sich vielleicht ausdehnen können, liebes Kind. Sehr schade, ich hätte so gern mit Euch..“ in großer Zahl wurden auch die bekannten geschäftlichen Telegramme abgefaßt, die von guten Freunden in Gelsenkirchen. Essen etc. abgesandt werden sollten. Auch das„plötzliche Auftauchen eines alten Kriegskameraden den man unmöglich vor den Kopf stoßen kann“, soll äußerst häufig beobachtet worden sein. Ich will auch nicht die Leute bloßstellen, die um 10 Uhr am Silvesterabend schon mit aller Macht jegliche Erinnerung an das vergangene Jahr ertränkt hatten—— aber eine Schande ist es doch wenn ehrbare Leute. wie Klotschenbernd, sich heute noch nicht erinnern können in welchem Zustank, und warum in diesem, sie den ertten und den letzten Tag von 1931 und 1932 verbrachten Phantastisch! Liebe Freunde. Ihr habt so lange nichts mehr von mir vernommen— siehe Krankheit— daß ich Euch noch ganz kurz einige Erinnerungen aus dem alten Jahr mitteilen mochte * Zuerst die Sache mit der Krawatte. Es war noch zu der Zeit, als die Fabrik zur Feiertage am laufenden Band nock nicht eröfinet war. als die formschönen ausgewachsenen Silvesterkater hinter den Weihnachtsbäumen noch nicht einmal durchschimmerten. Ich weilte in Essen bei Bekannten zu Besuch und mußte mich anschicke i. meinem Freur... Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Ich ging also in die Stadt. um eine Krawatte zu kausen. Ich wählte eine blaugrau getupfte. Es war natürlich die Krawatte, eine Aphrodite der Krawatten. Und so war auch ihr Preis. Antik Jch verstehe imm recht", lachelte der Verkäufer. Liebenswürdigkeit in Person. Entrüstung entfloh mir ob dieses Preises, aber——„Sehen Sie“, sagte der Verkaufer,„ich bin Pspchologe. Ich sehe, daß Sie geborener Essener sind. und deshalb sage ich Ihnen. die Krawatte kostet 7.20 Mark. Wären Sie aus Bochum, wurde ich Ihnen sagen, sie kostet 9.10 Mark und wurde Ihnen den Spaß machen runterzuhandeln auf 7.20 Mark. Aber da ich Psychologe und Sie geborener Essener sind, kann ich mir das Manöver doch sparen, nicht wahr?“ — Errötend stammelte ich jawobl, und entschuldigte mich, daß ich es überhaupt wagte zu bezahlen. Das war morgens. Nachmittags hastete ich nochmals in die Stadt, um einen Kragenknopf „für hinten“ zu erstehen. Was sehe ich, auf dem Ladentisch liegt genau meine Krawatte. Im Bewußtsein, morgens einen guten Kauf getatiat zu haben, frage ich so nebenbei nach dem Preis „4.20 Mark“, sagt der Kaufmann freundlich, und fährt fort,„sehen Sie ich könnte ja auch sagen 7.20 Mark, dann würden Sie vielleicht abhandeln und hocherfreut sein, letzten Endes doch nur 4.20 Mark vezahlen zu müssen. Aber Sie machen einen so soliden Eindruck— Sie mussen wissen, ich bin Menschenkenner— daß ich es mir bei Ihnen wohl schenken kann...“ Ich erinnere mich dunkel. daß ein unwilliger Ausruf dem Gehege meiner kestlich geputzten Zähne entfloh. Aber es war mir eigentlich recht geschehen warum kaufte ich auch in Essen. Hätte ich damals schon hier in Bochum meine Krawatte gekauft, wäre die Sache gewiß nicht passiert. Das hat man davon, wenn man anderswo als in seiner Vaterstadt kauft. warne hiermit jeden, anderswo als in Bochum einzukaufen, er fällt bestimmt dabei herein. * Das war damals vor Weihnachten Vom Feste selbst des letzten Jahres, das ich in trautestem Familienkreise beging will ich nur kurz einige Stichworte geben. Am Vortage passierte eigentlich schon allerlei. Tante Amalie, die wieder einmal kein Ende finden konnte und um 530 Uhr nachmittags aus dem letzten Geschäft hinausgegangen worden war, geriet in den Eisregen. Was geschah?— Genug, als sie um 11.30 Uhr abends vom Ueberfallkommando heimgebracht wurde, sprach sie von„keinen Knochen mehr ganz. Testament machen, unhöfliche Leute beutzutage. gestohlen, verloren...“ Das letztere bezog sich auf ihre Weihnachtseinkäufe, die sie nach und nach — sie erzählte von elf verschiedenen Stürzen, Fällen, Ausrutschen u. v. m.— sämtlich verloren hatte. Der einzige Ueberlebende bei der Katastrophe war ein Kalender, den sie als Zugabe irgendwo bekommen und krampfhaft in der Hand behalten batte. Das war eine schöne Bescherung. Weil bei uns also nur der verknüllte Wandkalender unter dem Weihnachtsbaum lag, sind Tante Amalie und ich am ersten Weihnachtstag zu Klotschenbernd gezogen. Klotschenbernds Jüngster hatte eine Eisenbahn bekommen. Als wir eintraten, kraate Klotschenbernd ihn gerade:„Na, was sollen wir denn jetzt mal spielen?“—„Jetzt. Papa, bist Du einmal der Reisende, der auf dem Bahnsteig steht. und eine ganze Stunde nichts tun kann, als auf den Zug warten." Und Weiler freundlich. Berlin. 8. Jan. Nach der gestrigen außerordentlich feiten Haltung im Wertpapierfreiverkehr war heute die Kurchewegung rubiger, im Grundton aber weiter freundlich. Festverzinsliche Werte lagen teilweise noch etwas fester. Jm großen und ganzen blieb es aber etwa bei den gestrigen Kursen fur Pfandbriefe, Liquidationspfandbriefe usw. Aehnliches gilt auch fur die Aktienmärkte, wo hier und da noch die gestri= gen Kurse überschritten wurden, überwiegend aber keine großeren Veränderungen gegen gestern festzu= ttellen waren. Von Montanwerten waren Harpener. Mannesmann und Hoesch weiter fest. Rheinstahl eber etwas abgeschwacht. J. G. Farben waren kaum verandert. Kaltwerte hielten nicht alle die gestrigen er= hohten Kurse. so waren Burbach 1—2 Proz. niedri= ger. auch Salzdetfurth waren abgeschwächt. Von Elektrowerten waren Schuckert weiter befeitigt Siemens dagegen etwas niedriger, die übrigen kaum verändert. Schultbeik gingen um 1—1½ Prozent zurück. Die Schiffahrtswerte blieben gut behauptet 1 Pfund gleich 14.42 Km gegen 14.26 RM am 7. Janua. 100 Jahre Westfälische Landesbank Munster. In diesen Tagen sind hundert Jahre seit der Gründung der von dem Freiherrn von Vincke bereits 1926 vorgeschlagenen Westfalischen Provingialhilfskasse der Vorlauferin der Landesbank verflossen. Diese Kasse verwaltete zunächst die schwe= dischen Vergütungsgelder und Truppenverpflegungs= ge der in Höbe von 2800 Talern, und hatte die Aufgabe, gemeinnützige Anstalten und Anlagen. Grundverbesserungen, gewerbliche Unternehmungen. Gemeindebauten und andres mehr durch Darleben zu erleichtern. Aus dieser Vindeschen Einrichtung wurde 1890 nach Umwandlung des ganzen Initituts die Landesbank der Proving Westfalen gegründet, so daß dieses große Gedinstitut Weitfalens jetzt 100 Jahre benteht. Aus ihr ent= wickelte sich bekanntlich das Westf. Pfandbriefamt, die Giro=Zentrale, die Prov.=Lebensversicherung und zuletzt die Gemeinchaftsban!. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin. 8. Jan. Die Vreite versteben sich fur Ge= treide je Tonne(1000 Kilogramm ab Versandstation. für Mehl je Doppelgentner(100 Kilogramm frei Ber. in. für Hülsenfrüchte(100 Kilogramm) ab Abladestation, Raps=, Lein= und Kleesaaten(1000 Kilogramm ab Verladestation. Raps und Leinkuchen(100 Ktlo= gramm) ab Abladestation. Kleie(100 Krlogramm) frei Berlin. Futtermittel(100 Krlogramm) ab Abladestation, sowie Strob je Zentner(50 Kilogramm) at märk. Station in RM dann meldete sich eine tiefe Stimme, in der ich die des Großvaters erkannte:„Ja. Klotschenbernd das geht auch nicht. Du stellst schon den ganzen Abend die Weichen und Signale.... und folgendes Bild bot sich unseren Blicken Ja. ja, es liegt ein tiefer Sinn im kindlichen Spiel. Und daß alle Vater diesen gesucht— und gefunden— haben, durfte als die einzige Entschuldigung für alle Leute gelten, die sich mit dem Spielzeug ihrer Kinder vergnügte Feiertage machten. Außer dieser Spielwut grassierte noch eine an= dere* an den beiden Weihnachts= wie am Neufahrstage, die Verlobungs“—„Du lieber Himmel, ist diesmal wieder eine Menge reingefallen", rief Klotschenbernd aus, als er des MorWeinnachtsfeier im Lourdesverein. De Weib= nachtsfeier der Ortsgruppe Bochum des Leutschen Lourdesvereins hatte eine starke Beteiligung zu verzeichnen. Der geräumige Saal des Kopinghauses vermochte die Mitglieder. deren Angehörige, sowie alle sonstigen Verehrer „Unserer lieben Frau von Lourdes“ kaum zu fassen. Der Vorsitzende Messina sprach warme Worte des Willkommens, besonders an die anwesenden geistlichen Herren. Ein wirkungsvoller Prolog von Frl. De= nete und die Klange eines aus Jungkreuzbündlern zusammengestellten Streichquintette leiteten die Feier ein. Der gesstliche Beirat Piarrer Thie= mener aus Hontrop, hatte die Festansprache übernommen; er sprach zunachit über das Weihnachts= feit als Familienfest und bezeichnete den Lourdesverein as eine'amilienähnliche große Gemeinschaft mit der allerseligsten Junafrau als Mutter aller. Muttergottesverehrer aber mußten Weizen 222—224. Roggen 103—195. Braugerste 154—165, Futter= u. Industriegerste 148—133. Hafer —142. Weizenmehl 27,25—81.25, Roggenmehl 26,85—- 6 Weizenkleie 9.25 erbsen 21,30—24, Futtererbien 15—17, Peluschlen 16—18, Ackerbohnen 14—16, Wicken 16—19, Lupinen blaue 10—12, gelbe 14—15.50, Seradella neue 22 bis 27. Leinkuchen 12.30—12.40, Erdnußzkuchen 12.10. zkuchenm. 11,80, Trockenschn. 6.50, KartoffelHoden 12.10—12.30 Unternehmungen. Gewerkschaft Ver. Constantin der Große. Bochum. Für das letzte Quartal 1161 verteilt die Gewerkschaft Ver. Constantin der Große eine Ausbeute von 40 RM. auf den 500neiligen bzw. 200 RM. auf den 1000teiligen Kux, die den Gewerken auf Grund des Interessengemeinschafte vertrages mit der Fried. Krupp AG. Essen, garantiert ist. Für das abgelaufene Jahr wurden ins= gesamt unverändert 100 RM. bzw. 800 RM. Ausbeute verteilt. Lohmann& Stolterkoht A.=G., Maschinenkabrik und Eisengießerei, Witten Ruhr. Für das am 0. Juni 1931 abgelaufene Geschartsjahr weist die Gesellschaft einen Verlust von 48400 RM. aus wodurch sich der Gewinnvortrag aus dem Vorfahre auf 200 RM. verringert Tortmunder, Stifts Brauerei A. G., Dort= mund Hörde. Bei der Gesellschaft gingen die Einnahmen für Bier. Nebenerzeugnisse und Zinsen auf 2.71(4,16) RM. zurück. wovon Robmaterial. Betriebs= und Handlungsunkosten, Löhne. Steuern usw. 237(2.74) Mill. RM. erfor= derten. Nach 241 011(28120) RM. Abschreibungen ergibt sich einschließlich 19 130(17 120 Vortrag ein Reingewinn von 120800(20 730 RM., woraus 4(8) Prozent Reingewinn auf 202 Mill. RM. Aktienkapital verteilt und der Reserve wieder 20000 RM. überwiesen werden sollen Nach dem Bericht ist das Gewinnergebnis entsprechend dem rückgängigen Bierabsatz geringer als im Vorfahre gewesen. Im neuen Geschaftsjahr sei der Absatz weiter rückläufig. Wickuler=Kupner=Brauerei AG., Wuppertal=Elber= feld. Die OV. am 29 Januar soll die Erbobung des Grundkapita(s um 225000 RM durch Ausgabe neuer Aktien zum Kurse von 260 Prozent beschließen. Drese Aktien werden nach unserer Unterrichtung zur Restabwicklung der im Jahre 19228 er= worbenen maßgebenden Beteiligung an der Brauerei Bodden AG. in Duisburg verwandt. Bekanntlich wer= den der HV. 8 Prog.(i. V. 14 Proz.) Dividende vorgeschlagen. Auszeichnung einer beutschen Brauerei in Frankreich. Auf der setzt in Paris stattgefundenen Gastwirtsmesse wurde die Dortmunder UnionBrauerei für ihre Biere als einzige deutsche Brauerei mit der goldenen Medaille aus gezeichnet. Die Verleibung dieser Medaille fand in Gegenwart von Herren der deutschen Bot= schaft und des französischen Ministeriums statt. gens die Zeitung entfaltete. Er meinte natürlich „in den ungetrubten Ehehimmel“. Als wir beide zu Neujahr bei Pievenheurich ankamen hörten wir schon auf der Treppe .. und zum heut'gen Ehrensene. wünschen auch wir kleinen Leute Euch das Aller=Allerbeste. An der Tür empfing uns Pievenhenrich freudeglänzend„Na hats geklappt?“, frage ich, und denke an das Gedicht.„Ja“, sagt Klotschenvernd. er wollte ja erst noch nicht. aber..“— Nein sage ich,„ich meine das Gedicht“.„Ach so“, antwortete er,„17 Strophen bis jetzt. Onkel Gustahat's selbst verfaßt...“—„Im ganzen?“ frage ich atemlos zurück„33“, antwortet er. Worauf wir erst einmal ein Wirtshaus aufsuchten, um uns für den Kunstgenuß zu stärke: Nach Drei Viertelstunden erschienen wir wieder, brauchten nur noch 7 Strophen aushalten, und konnten dann dem Paare unseren Glückwunsch darbringen. Fürwahr, ein seltenes Paar. schön nicht, aber ungemein überzeugend für die Macht der Liebe. * Das neue Jahr führte sich sa einentlich ganz nett ein. und wenn man an das herrliche Neufahrewetter, bei dem mir eine rodelnde Kindermeute gegen die Schienbeine fuhr und man vor heimtückischen Schneebällen nicht sicher war den anschließenden Dauerregen, die sich daraus ergebende Influenza und das Hochwasser denkt kann man nur das Beste von unserem neuen Jahre 1932 erwarten. Ja. mit dem Schnee ist das so eine eigene Sache, er ist, genau wie der Mensch. nur schön, wenn er sich nicht in seine Bestandteile auflöst. Aber ich will mich nicht weiter in Betrachtungen dieser Art ergeben, vielmehr setzt mit meinen Reminiszenzen“ schließen. Mit den besten Grüßen verbleibt Euer auch Jesuskindfreunde sein, nur so könnte die Mensch= riemein chatt im Gente des Friedens kommen.— Die Gesangabteilung der Marianischen Jungfrauenkongregation von Bochum St. Marten wartete mit garten, schönen Liedern auf: ein Sprechchor, von Mitgliedern der Jugend= ene reizende Kindergedichte fügten sich in den Rahmen der Veranstaltung gut ein. Von wohltatigen Stiftern waren dem Verein etwa 2 praktische Geschenkartikel zur Verfugung gestellt worden, die auf dem Wege der Verlosung verteilt und mit Freuden empfangen irden. Einen wirkungsvollen Abschlußz bildete kas schone Weibnachtskrippenspiel„Das Wunder einer Nacht der Theaterabteilung des katholischen Gbesellenvereins. Der Abend, dessen Erlös restlos fürwobltatig.„wecke verwandt werden wird. war in allen Teilen prachtig gelungen. Kaufmannischer Berein. Heute„Bunter Abend“ im Parkhause zum Beiten der Winterbilfe der Stadt Bochum.(Stehe Jnserat in der Vonnerstags= Nummer.) — Gründung der Bochumer Crtsgruppe des Auto= mobilbesiver=Schutzverbandes. Am Donnerslagabend sund im Lokal des Wirtes Schulge eine gutbesuchte Versammlung von Automobilbesitzern Bochums statt, in welcher es zu der Gründung einer Ortegruppe des Automobilbesitzer=Schutzverbandes. Siy Tortmund. tam. Kaufmann Josef Muller legte in seiner Begrüßungsansprache die Bedeutung und wirtschaftchen Vorteile des Automobilbesitzer=Schutzverbanden Deutschlands dar. Jn der wirtschaftlich schwierigen Zeit sei fur den geplagten Kraftfahrzeugbesitzer eine Organisation notwendig, die ihn in rechtlichen Fragen Schutz gewahre und in wirtschaftlicher Beziehung zu denkbar größten Ersparnissen die Hand reiche. Der zeughaltern ohne Ansehen der politischen und kon= fessionellen Einstellung dienen. Die große Zah. der Aufgaben, die sich der Verband gestellt habe, liefen troyz der Einteilung in die beiden Gruppen„Rechts= chutz und„Verbilligung der Kraftfahrgeugbaltung meinander und bildeten ein grotzes Ganze. das nicht nur dem Fahrzeughalter, sondern auch der Polizet und dem Gerichtewesen wertvolle, Erleichterung schaffe. Vernndsdirektor Horn=Dortmund bearnnte den Plan einer Gründung einer Bochumer Orts= gruppe und erläuterte das umfangreiche Aufgaben= gebiet des Schutzverbandes. Jn der Versammlung wurde die Grundung der Bochumer Ortsgruppe des Verbandes beschlossen und Kaufmann Josef Mu.er die Leitung der Geschäftsstelle übertragen „Geologische Gesellschaft für den rheinisch=westtal. Industriebezirk, Ortearuppe Bochum.“ Am Meitiwoch. 13. Januar, spricht im großen Horrsaal der Lergschule der Leiter des Archwo für Polarfor= schung. Tr. M. Grotewahl, Kiel. über:„Au Entdeckung im undelannten NordostGrönland“ imit Lichtbildern). Maikaferbund. Die im Vereinsloka. Hermann stattigefundene gusbesuchte Generalversammlung wurde vom Fuhrer Veraer eroffnet und auch geleitet. Jn seiner Begrützungsanspruche gao er der Hoffnung Ausdruck. daß uns nach diesem letzten schweren Jahr * eines neuen Mitgliedes fand die Verlesung des Jah= res. und Kassenberichies statt. Die Kassenprüfer Kieserling und Seidensticker fanden alles in beiter Ordnung und baten um Entlastung Der ausscheidende Schr ftführer Heimann und der Beisitzer Heing Mu.er wurden einstimmig wieder= gewahlt. Auch das bisherige Vereinslokal Hermann wurde wiedergewahlt. Dem Bericht des Fuhrers von der Weihnachtsteier im Gardeverein folgte a.sdann der gemutliche Terl. der alle Anwesenden noch lange beisammen hielt Eheberalungs- u. Rechtsschutzstelle des Kalh. Deutschen Frauenbundes Die Sprechstunden sind jeden Donnerstag nachmittag Von 3—6 Ubr. Kanelkrahe 13. Erdgeschok. Die ratung ist strena vertraulich und koltenloe. Den Ratiuchenden steht ein erfahrener Seelsorger. Arst und Jurist im Einzelfalle durch Vermittlung der Beratungsstelle zur Verfügung Idüslein/ Hundnt/ Gnnonibn Veranstallungen und Vereine Der Fußball im Ruhrbezirk. Der Entscheidung entgegen.- 5. T. V. Werne gegen M. B. V. Linden. Nach der durch die Festtage und den Ausfall fast aller Spiele am letzten Sonntag bedingten großen Pause sieht der Sonntag ein recht großes Programm. Aber noch int es fraglich, ob alle angesetzten Spiele zur Durchführung gelangen, denn noch sieht es nicht danach aus, daß das Wetter sich bessern wird. Die Vereine befinden sich mitten in der zweiten Serie und beftiger denn je wird der Kampf um die Meisterschaft in den einzelnen Gruppen und um den Verbleib entbrennen. An Lokaltreffen ist auch am kommenden Sonntag kein Mangel. So spielen in Gruppe Bochum=Dortmund 3. T. V. Werne— M. B. V. Linden. Die Märker haben in diesem Kampf etwas gutzumachen, ließen sie sich doch ihre einzige Niederlage in dieser Saison durch den T. V. im ernten Spiel beibringen. Inzwischen hat sich der B. V. erholt, was die letzten guten Ergebnisse beweisen. Werne kann nicht mit der besten Garnitur antreten, da einige gute Spieler gesperrt sind. Wenn wir auch nicht verkennen, daß es ungeheuer schwer ist. in Werne zu gewinnen, so müßte der M. B. V. unter solchen Umständen einen klaren Sieg landen. Eine Niederlage würde ihn wohl aus dem Rennen um die Gruppenneisterschaft werfen, ein Grund mehr für ihn, den Kampf ernit zu nehmen. Germania“ Bochum— V. f. L. Hörde. Die„Germanen“ haben am Mittwoch gegen Schalle machtig enttäuscht. In solcher Verfassung wird der Sturm bei der guten Hintermannschaft des Gastes kaum ein Tor anbringen können. Wir nehmen an, daß die Platzleute aus dem Spiel gegen Schalke gelernt haben und produktivere rbeit im Sturm leisten werden. In Hörde ließ sich der morgige Gegner nur mit 1:0 schlagen, ein Beweis für seine Fähigkeiten. Wir erwarten, daß „Germania“ am Sonntag besser in Form ist und einen klaren Sieg auf eigenem Platze landet. „Ver. Preußen“ 07 Bochum— Mengede. Die requalifizierten Mengeder haben auf dem Platze an der Wasserstraße keine allzu große Chance, zu den Punkten zu kommen, denn schon in Mengede siegten die„Preußen“ mit 3:l, und auf eigenem Gelände sind sie bis setzt ungeschlagen geblieben. Leicht wird der Gast die Punkte allerdings nicht abgeben. In der Essener Gruppe spielen: „Schwarz=Weiß“— B. V. Altenessen, Essen=West 81— V. f. L./Sp. Fr., Horst=Emscher— Essen 90. Das große Essener Lokaltreffen wird wohl mit dem Siege der„Schwarz=Weißen“ enden, die sich für die erste und einzige Niederlage revanchieren. was allerdings schon im letzten Pokalspiel der beiden geschah. Ein 9:0 für„Schwarz=Weiß“ wird es diesmal aber nicht geben, immerhin müßten die Platzleute mit einigen Toren gewinnen. Die Auseinandersetzung der Nachbarn in Essen=West erscheint durchaus offen. Horst=Emscher schließlich macht großeren Anspruch auf eigenem Platze auf den Sieg geltend als die sonst nicht schlechten, aber zu weichen Gäste. Gruppe Gellenkirchen. 3. V. Höntrop— Schalke 96 Schalke 04—„Germania“ Herne. Westtalia“ Herne—„Union“ Gellenkirchen Gelsenkirchen 07— S. V. Rotthausen. Castrop 11— Castrop 2. Die Höntroper haben in ihrer augendlicklichen Form dielen Gegner immerdin zu fürchten. müßten aber doch knapp gewinnen.— An Schalkes Sieg ist nicht zu zweifeln; er wird auch höher werden als das 4 1 des ersten Males.„Union“ Gellenkirchen wird in Herne zu kämpfen haben. um zum Siege zu kommen. Die„Westfalen“ sind u. E. stark genug. um ein Unentschieden zu erkämpfen. Auch 07 hat gegen Rotthausen keinen leichten Stand. Das Spiel der Abstiegskandidaten in Castrop scheint eber eine Angelegenheit der Gaste zu lein. Die Spiele der 1. Bezirkoklasse. Gruppe 2. Sp. u. Sp. Gerthe—„Ralenwort“ Herne. Fortuna“ Dortmund— L. F. C. Laer. S. V. Dorstfeld— Langendreer 04. S. V. Sodingen—„Arminia“ Marten. Nach langer Pause sieht man die Vereine der 1. Bezirksklasse wieder im Kampf. In Gruppe 2 beginnt die zweite Serie. Die Gerther Spielsportler müßten mit dem Gegner auf eigenem Platze fertig werden. An dem hohen Siege des Spitzenreiters Laer über den Tabellenletzten„Fortung“ ist nicht zu zweifeln. Langendreer 04 wird in Dorstfeld ein größeres Stück Arbeit zu bewältigen haben, sollte aber ebenso wie Marten siegreich bleiben. Gruppe 3. S. V. Hattingen— S. V. Byfang. S. C. Dahlbausen— Witten 92. Sp. Va. Welper— Sp. Fr. 09 Steele. „Preußen“ Steele— S. V. Sprockhovel. V. s. R. Kupferdreb— Henrichsbütte. Die letzte Form laßt Byfang nicht mehr als den gefahrlichen Gegner vergangener Tage erscheinen. aus diesem Grunde hat der Platzverein reelle Aus= sichten auf einen Sieg.— Der S. C. Dahlhausen wird mit einem Siege über die sonst auf eigenem Platze lo starken Wittener aufwarten.— Auch Welper ist auf eigenem Gelände hober einzuschätzen als die Steele 09. Der andere Steeler Verein kommt eber als der Gast für den Sieg in Betracht. Kupfer= dreb schließlich trifft auf einen starken Gegner. der für ein Unentschieden gut ist. Gruppe 4. S. V. Ehrenseld—„Preußen“ Wanne. „Ralensport“ Bochum— B. V. 09 Wattenscheid Sp. Va. Röhlinghausen— T. B. Eickel. Am Sonntaa greifen nunmehr alle Gruppenmeister in den Kampf um die Ruhrbezirksmeisterschaften ein. Folgende Treffen sind angesetzt: Polizei=S. V. Bochum— Essen=West 81, Gelsenkirchen 07— Polizei=S. V. Dortmund, „Westfalia" Herne— Polizei=S. V. Essen. Die Bochumer empfangen die junge Mannschaft von Essen=West 81, die sehr spielstark ist Mannschaften wie Werden 08 und„Sparte“ Essen wurden im Spiel um die Gruppenmeisterschaft bezwungen, somit muß die Gastemannschaft schon etwas können. Wenn auch die Bochumer am letzten Sonntag den Favoriten in Dortmund glatt niederkonterten, so haben sie keine Veranlassung, die übrigen Teilnehmer leichter zu nehmen. Zeigen die Bochumer den selben Kampfgeist, so sollte es aber auch in diesem Spiel zum Erfolg langen Gelsenkirchen 07 hat Dortmunds Polizei zu Gast, gegen die sie einen schweren Stand haben werden.„Westfalia“ Herne wird gegen Essen schwer zu kämpfen haben, um erfolgreich bleiben zu können. Die Spiele der Turner. Deutsche Turnerschaft. Die allmählich zu Ende gehenden Handballspiele in der Meisterklasse haben bereits ihren Hohepunkt überschritten. In der ersten Gruppe halten die Bochumer Gesellen mit klarem Vorsprung die Spitze, während in der zweiten Gruppe im Turnklub Wanne der Gruppensieger feststeht Für kommenden Sonntag sind folgende Spiele angesetzt: Meisterklasse. 1. Gruppe: Ehrenfeld=Rechen— Tv. Brenschede, Eintracht Bochum— Tura Hattingen. 2. Gruppe: Tkb. Wanne— Herner Turnklub. T. u S. Riemke— Tv. Börnig, Tv. Wanne 85— Tv. Röhlinghausen. In der ersten Gruppe wird es zu einem spannenden Kampf zwischen Ehrenfeld=Rechen und Ty Brenschede kommen. Beide Mannschaften sind sich gleichwertig; die Tagesform wird das Spiel entscheiden. Auch das zweite Treffen zwischen „Eintracht“ Bochum und Tura Hattingen wird einen interessanten Verlauf nehmen. Die BochuDie Ehrenfelder werden sich für die knappe Niederlage des Vorspieles revanchieren. Wir rechnen damit, daß ihre Mannschaft in der zweiten Serie eine ganz andere Rolle spielen wird. als in der etwas unglücklich verlaufenen ersten.— Auch„Rasensport“ wird sich daheim die Punkte nicht entgehen lassen.— Das Lokaltreffen in Wattenscheid dürfte mit einem Siege der 19er enden, die einen weit erfolgreicheren Fußball spielen als der 19er weiche B. V. 09.— Das Treffen in Röhlinghausen ist durchaus offen, vielleicht hat der Platzverein eher eine Chance. 2. Bezirkslasse. Gruppe 1. „Teutonia" Riemke— B. V. Hordel. Reichsbahn T. u. S.—„Phönix“ Bochum. Polizei S. V. Bochum— V. f. B. Werne. Langendreerholz— Langendreer 07. „Teutonia“ und„Phönix“ sind die Favoriten. dagegen sind die biden andeeren Spiele durchaus offen Gruppe 2 S. C. Altenbochum— V. f. L. Winz=Baak. S. V. Bochum=West— Querenburg. „Concordia“ Bochum— Tura Eppendorf. Sp. Sp. Stiepel— Dahlhausen 16. Bis auf den leuten Kampf. in dem wir es mit den Gästen halten, dürften die Platvereine die besseren Aussichten haben. 2. Ganklasse. „Robert Müler“ Werne—„Schlägel u. Eisen“ Langendreer. Freundschaftsspiel. „Borussia“ Bochum— T. u. S. Kornbarpen. Der hoherklassige Gast wird auf dem Platze an der Krümmede Mühe haben, sich gegen den spielstarken Gegner zu behaupten. Polizei Bochum- Essen=West 81. mer werden Mühe haben, den eifrigen und vom Abstieg bedrohten Gegner in Schach zu halten. In der zweiten Gruppe müßte der Spitzenreiter Turnklub Wanne gegen den Herner Turnklub normalerweise zu einem Siege kommen. T. u. S. Riemke wird selbst auf eigenem Gelände egen den Tv. Börnig einen schweren Stand aben, während der„Tabellenletzte Tv. Wanne 85 gegen Tv. Röhlinghausen sicher verlieren wird. Die A=Klasse wartet mit folgenden Treffen auf: 1. Gruppe: Tkb. Bochum 87— Tura Hattingen, Turnerschaft Werne— Tgmde. Bochum, Tgmde. Herbede— Sportvgg. Laer 87. 2. Gruppe: Tbd. Herne=Vöde— T. u. S. Holsterhausen, Tv. Börnig— Jahn Günnigfeld. In der ersten Gruppe ist der Ausgang des Spiels Tkb. Bochum gegen Hattingen ungewiß. In den beiden anderen Spielen sind Tgmde. Bochum und Tgmde. Herbede in Front zu erwarten. In der zweiten Gruppe werden Holsterhausen und Günnigfeld die voraussichtlichen Sieger sein. In der B=Klasse(1. Gruppe) steigt das noch nachzuholende Spiel Tv. Bochum 48— Bochumer Verein. Es wird in diesem Spiel die Vorentscheidung zwischen den beiden mit gleicher Punktzahl führenden Vereinen fallen. * Auf der Radrennbahn treffen sich morgen vormittag die Handballmannschaft des RadfahrerVereins„Westfalia“ 1895 und die des Vereins „Eichenkreuz“ Weitmar. Es dürfte zu einem heißen Kampf kommen, da die„Westfalen“ mit jedem Treffen ihre Form verbessert haben. hockey. T. u. S. Bochum— H. C.„Gelb=Weiß“ Bielefeld. Wenn der in letzter Zeit so launische Wettergott keinen Strich durch die Rechnung macht, trifft die Hockey=Abteilung des T. u. S. auf den HockeyKlub„Gelb=Weiß“ Bielefeld mit zwei Herren= und zwei Damenmannschaften. Wieser— Meyner unentschieden. In den gestrigen Kämpfen des Berliner Spichernringes erzielte der Bochumer H. Wieser gegen den Münchener Metzner, der weit schwerer war, ein Unentschieden, das für den Münchener recht schmeichelhaft war. Das Dorimunder Sechstagerennen. Ein schnelles Kennen. Gegen 20 Interessenten hatten sich eingefunden, als die Westialenhalle in Dortmund am Freitagabend das 7. Sechstagerennen auf ihrer Bahn mit oieseent der Amateure von Koln und Dort= mund einleitete. Der Wettbewerb setzte sich aus zwei Viererläufen, einem Verfolgungsrennen, einem Entscheidungslauf und einem Mannschaftsfahren über 30 Alm. zusammen. Der Kampf wurde von den Dortmundern, die alle Wettbewerbe an sich brachten, mit 40 20 Punkten gewonnen. Nach dem Städtekampf tauchten, lebhaft begrüßt. die Sechstagefahrer auf der Bahn auf, zuerst der kleine Runda, dann Maczinski, Rausch, Hürtgen uw., bis die 28, die die lange Fahrt über 145 Stun= den antreten wollten, versammelt waren. Die letzten Trainingsrunden wurden absolviert, dann rief der Lautsprecher zur Vorstellung der Paare, die den Nummern nach auf die Begrüßungsrunde geschickt wurden. Der Beifall war recht herzlich, schwoll bei den alten und bekannten Sechstagefahrern lebhaft an. Besonders die Dortmunder Fahrer, mit Goebel an der Spitze, dann aber auch Schön, Pijnenburgvan Kempen, Rausch=Hürigen, Dinale=Linari brauch= ten sich über die Ovationen nicht zu beklagen. Der Uhrzeiger rückte auf 10, wenige Minuten vorher wurde das Feld auf die Reise geschickt und nach einigen toten Runden gab Punkt 10 Uhr der deutsche Doppelmetster Artbur Jonath(Bochum) den Startschuß ab. Jn recht lebhaftem Tempo umkreisten die Fahrer die Bahn, schon bald folgten die ersten Ablösungen. Um 10.30 Uhr wurde die erste Wertung angelautet Nach vorher unternimmt Vopel den ersten Vorstoß, Linari versucht nach dessen Mißglücken den zweiten. Nach dem zweiten Spurt der ersten Wertung wurde es ernst, Kroll-Maidorn in Führung. Goebel trat plövlich an und gewann ebenso wie später die Belgier Charlier=Deneef die erste Runde. Tamit war schon eine Spitzengruppe geschaffen. Nach der Wertung setzte eine ganz tolle Jagd ein, die bis nach Mitternacht dauerte und in Dortmund bisher noch nicht erlebt worden ist. Ununterbrochen wurde gejagt, ständig wechselte der Stand, und als endlich Rube eingekehrt war, fand man das Paar Kroll=Maidorn mit Rundenvorsprung an der Spitze. Die Schnelligkeit des Rennens beweist die gefahrene Kilometerzahl von 45 in der ersten unud 46.5 Klm. Bahnrekord) in der zweiten Runde. Der Stand des Rennens nach Mitternacht: 1. Kroll=Maidorn 8 P., eine Runde zurück: 2. Charlier=Deneef 14 P., 8. Dülberg=Tietz 7 P., 4. GoebelSchön 6 P., 5. Vopel=Korsmeier 6 P., 6. RauschHurigen 2 P., 7. Manthey=Oszmella 0 P., zwei Runden zurück: 8. Pützfeld=Meyer 8 P., 9. Linari=Dinale 4 P., 10. Wambst=Brocccardo 8 P., 11. Rieger=Schenk 3 P. 12. van Kempen=Pijnenburg 2 P., drei Runden zurück: 18. Funda=Maczynski 8 P. Wichtige Sportveranstaltung Sonntag, den 10. Jan. 1932, Handballsplel um die Ruhrbezirksmeisterschaft Essen-West 81 gegen Polizeisportverein Bochom Anwurf 11 Uhr Germanla-Sportplatz Castroper-Str. Vorher Spiel der zweiten Mannschaften. Eintrittspreise: Erwachsene 0,30, Schüler und Erwerbelose 0.20 Pfg. Handball=Endkämpfe im Ruhrbezirk. Alle sechs Bewerber im Kampf. tor zahlreiche Schuhe In unsere Prelsbelsplele zahlen Sie 288 28 früher früh Besichtigen Sie die Speler-Fenster,„Unser Verlust— Ihr Gewinn". Unser Inventur-Ausverkaut beginnt am Montag, dem M. Januar. AS. Bochum, Horiumstraße 71 Der Schwimmklubkampf. Gaumeisterschaften im D. A. 5. V. „Aegir“ Essen—„Blau=Weib“ Bochum. Bochums Schwimmsportgemeinde wird sich wohl morgen restlos in der städt. Badeanstalt einfinden. um den interessanten Wettkämpfen, die dieser Klubkampf bieten wird, beizuwohnen. Das Programm läßt an Vielseitigkeit nichts zu wünschen übrig. Staffelwettkämpfe. Wasserballspiele. Kunstspringen. Damen, und Jugend=Einzelschwimmen werden den Nachmittag ausfüllen. Es wird für die Bochumer sehr schwer sein. gegen die routinierten Essener einen Sieg herauszuholen, sind diese doch zumindest gleichwertig. Doch kann es bei etwas Glück, das vor allem beim Wasserballspiel eine grotze Rolle spielt. und bei Einsatz aller alten Kämpen zum knappen Sieg langen. In der 3X100 Meter=Bruststaffel werden der„Blau=Weißen“ vorzügliche Nachwuchsschwimmer den Sieg sicherstellen. Eine offene Angelegenheit scheinen die beiden Kraulstaffeln 3X100 Meter und 8X50 Meter zu sein. Wäre in der ersteren Stadtmeister Mesche, der einen schweren Rodelunfall erlitten hat. mit von der Partie, könnte man einen knappen Sieg voraussagen. Zwei weitere Siege werden die Bochumer in der 3X100 MeterLagenstaffel und 8X50 Meter=Bruststaffel buchen. Falls die Essener im Wasserball ihre alte Form. die sie lange Zeit in der westdeutschen Spitzenklasse sah. wiedergefunden haben, werden die Bochumer hier an einer knappen Niederlage nicht vorbeikommen. Alles in allem werden die Wettkämpfe schärfsten und erbittertsten Kampf mit knappsten Ausgangen bringen. Ein Gesamtsieg für den einen oder anderen Kontrahenten wird im Höchstfalle nur mit einem geringen Punktunterschied herauskommen. Das Rahmenprogramm sieht in erster Linie Bochums vorzügliche Springerin und Springer auf den Brettern. an der Spitze Gaumeisterin Lu Koch. der akademische Erweltmeister Koblit und das neue Talent Dieser. Am heutigen Abend findet im Kleinring Vorholt, Johanniterstraße, die Endrunde der Gaumeisterschaft im Boxen der Leichtgewichts=, der Halbschwergewichts= und Schwergewichtsklasse statt. Die Beteiligung ist sehr groß, fast alle Vereine des Ruhrgaues haben ihre Kämpfer gemeldet. Im Leichtgewicht sind gemeldet: Stodt(Steele 30), Fischer und Kaczmarek(Siegfried Gerthe), Huskotte(Germania Bochum), Kierstein, Goronczy und Kujawski(Boxring 29 Bochum). Allem Anschein nach werden Kierstein und Goronczy die Endgegner sein. Im Halbschwergewicht kämpfen: Balschun(Essen 91), der mehrfache deutsche Meister: Schapons(Gerthe), Scheele(Steele 90) und Reichardt(Borring 29 Bochum). In Balschun wird Reichardt wohl seinen bisher schwersten Geg ner finden. Im Schwergewicht starten Herbes (Steele 30), Marienfeld(Boxring 29) und Vienhofen(Germania Bochum). Als Favorit ist Vienhofen anzusehen. Als Rahmenkämpfe sind gute Paarungen vorgesehen, die bekannte Bochumer Kaämpfer in den Ring bringen. Billardsport. Am Sonntag spielt die 1. Mannschaft des B. C. Linden gegen die 1. Mannschaft des B. C.„Elfenbein" im Klubheim von„Elfenbein“. Beide Parteien sind ziemlich gleichwertig. Filme der Woche. Lichkspielhaus. Hier beginnt man das neue Jahr mit einem Kapitalprogramm. Und zwar läuft in Erstauffübrung für Bochum„Entfesseltes Afrika“. Der Film ist die filmische Ausbeute einer 14=monatigen Tierfangerpedition. Neben kulturhistorisch Interessantem vom Leben der Stämme im Innern des schwarzen Erdteils zeigt„Entfesseltes Afrika“ in Bild und Ton in ungestellten naturwahren Bildern afrikanisches Großwild auf freier Wildbahn sowie den Fang lebenden Wildes, von der schnellfüßigen Gazelle und Antilope bis zum König der afrikanischen Steppe. dem Löwen. Weiter läuft der Großtonfilm„FlachsT. u. S.„Markania“ Bochum. Sonntag. den 10. Januar. nachmittags 4.30 Uhr. findet in der Bürgergesellschaft die Generalversammlung von T. u. S.„Morkania“ Bochum statt. Die äußerst wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. D. J. K.=Abt.„Westfalen“ Langendreer. Zu Sonntag abend 19.30 Uhr. ladet die Abteilung die in lenter Zeit stark in den Vordergrund getreten ist. zur Generalversammlung ein. Auf der Tagesordnung stehen u. a. ein Vortrag über„Jugendkraftstunde“. Berichte. Satzungsmaßnahme und Wahlen. Das Erscheinen aller Ehrenmitglieder und Mitglieder wiro als Ehrenpflicht betrachtet. Kasensportverband u. Winterhilfe. Als einer der größten Unterverbände des Stadtverbandes für Leibesübungen hat der Rasensportverband Groß=Bochum nunmehr die Vorarbeiten für seine Veranstaltungen zu Gunsten der Winterhilfe in Angriff genommen. Es sind bekanntlich für Sonntag, 24. Januar, fünf vallspiele in den verschiedenen Bezirken und ein Handvallspiel der Stadtmannschaften des W2V. und der DT. vorgesehen. In einer Vorbesprechung des Rasensportverbandes, zu der auch der Ganvorstand und der Fußballsachbearbeiter hinzugezogen waren, wurden die noch bestehenden Schwierigkeiten der Terminverlegungen in freundschaftlicher Aussprache behoben, so daß der Aufstellung der Mannschaften nichts mehr im Wege stand.— Folgende Kombinationen, die noch kleine Veränderungen durch Einfügung noch nicht berücksichtigter Vereine erfahren werden, sollen spielen: MBV. Linden— Ehrenfeld—,Westfalia“ Platz: Bergmannsheil „Germania“ 06— Laer, SC. Altenbochum und Reichsbahn— Platz: Am Pappelbusch TuS. Bochum—„Rasensport“,„Phönix“, Riemke und Bochum West. Platz: Rasensport. „Ver. Preußen“ 07—„Concordia“, Sp. u. Sp. Stiepel und Querenburg.— Platz: Concordia. STV. Werne und VfB.— Langendreer 04, Langendreer 07 und Wilhelmshöh.— Platz: Langendreer 04. In diesen Kombinationen sollen noch Hordel, der Post=SV. und die Gerther Vereine, soweit sie dem RSV. angehören, berücksichtigt werden. immer, Maria Solveg sehr lieblich, Theo Schall manchmal ein wenig steif.— Alles in allem ein net= ter, originell witziger Film, den man sich gern an= sieht.— Das Beiprogramm bringt u. a. wieder eine fabelhafte Ufa=Tonwochenschau. Die Ufa startet morgen, Sonntag, 11,15 Uhr vormittags mit der 1. Kulturfilm=Morgenfeier„Die blaue Adria“. Von Venedig bis an die Grenzen des Orients. Ein Film einzigartiger Schönheit. Venedig, die Lagunenstadt, die Konigin der Adria. Der weltberuhmte Dogenpalast. San Marco. Ein Ausflug nach dem Lido, der Insel der Lebensfreude. Die istrische Kuste— Abbazia— Fiume. Das prachtvolle Naturschauspiel der Krka=Falle, Weinlese, Volkefeste. Die Riviera der sieben Kastelle— Spalato, die Ausgrabungen von Salona. Jugendliche haben zu diesem Film Zutritt. Preise von 0.50 bis 1.50 RM. Kinder 0,30 und 0.50 RM. Naheres siebe Anz. Lichtburg. „Herzen in Flammen.“ Manche Vorzüge und brillante Leistungen der Hauptdarsteller bringt dieser Film. Eine Enttau= schung aber, weil Mariene Dietrich, die durch den deutschen Janningsgroßfilm„Der blaue Engel“ zur Weltberühmtbeit gelangte, schon im zweiten Filme n einer fremdiprachigen Rolle vor das Publikum mann als Erzieher“. nach der bekannten Komodie von Otto Ernst. Ein Sprechfilm. der nicht nur als Unterhaltung fesselt. sondern darüber hinaus ein Schauspiel mit aktueller Problemstellung ist. Beweis ist der Beifall am Schluß und wahrend des S: Das Programm wird gezeigt bis einschließlich Mitt= woch. täglich ab 4 Uhr. Sonntag auch um 11 Uhr Einbeitspreis 30 Pig., werktags bis 5 Uhr 40 Pig. Jugendliche haben Zutritt zu„Entfesseltes Afrika“ Usa-Thealer. „Der Hochtourist.“ Die Ufa hat den Versuch gewagt, den Komiker Otto Wallbura, der sich bisher in jeder Episodenrolle einen Sondererfolg holte, zum Träger eines ganzen Films zu machen. Der Versuch glückte, wenigstens, soweit Wallburg in Betracht kommt. Seine drollige Unbeholfenheit, sein aufgeregtes Beubbern, sind unwiderstehlich, nie ermudend, obwohl er sich vor Uebertreibungen hütet. Man braucht ihn nur in seinem Bergkostüm auf dem von fünf Bergleuten getragenen Bergstuhl sitzen, oder am Bergabhang hängen zu sehen, und das ganze Theater dröhnt vor Gelächter. Nach einem Theaterstuck schrieben J. von Cube und Paul Frank das Manuskript vom Würzburger Stadtrat, der ab und zu seiner Familie ausreißt, angeblich, um eine Hochgebirgstour zu un. ternehmen, in Wahrheit, um bei dem Münchener Künstlervolk ein paar lustige Tage zu verleben. Er schwindelt sich so lange durchs Leben, bis das dicke Ende nachkommt. Die Handlung wurde von einer prachtvollen Alpenlandschaft umrahmt. Die Regie Alfred Zeisler unterstützt von der Kamera Konstantin Tschet, bietet zauberhafte Stimmungen in Schnee und Eis, wie auch im frischen Grün weltentlegener Alpenwiesen. Neben Wallburg: Eugen Rer, Max Ehrlich. Erika Gläßner, derb-komische Typen; Trude Berliner lebendig und lustig wie 85 85 gesellschaftlicher Prachtentfaltung und empfindsamste Handlung. Den Erfolg dieses Filmes aber führen die prachtvollen Leistungen der Hauptdarsteller herbei. Marlene Dietrich erweist sich wieder als Schauspielerin großen Formats, die namentlich in der Mimik zum Miterleben zwingt, aber auch durch ihre Stimme im Vortrage der Chansons zu fesseln vermag. Ganz ausgezeichnet war auch Gary Cooper als Fremdenlegionär, ein wirklicher Charakterbonvivant von liebenswürdiger Schlichtheit, immer natürlich, nie maniriert. Adolphe Menjou, diesmal erfreuscherweise nicht der Ehebrecher und Don Juan, sondern ein gütiger Mensch von vornehmer Haltung, erreicht gleichfalls einen Hohepunkt darstellerischer Kunst. Auch in den Nebenrollen sind nur sehr gute Leistungen festzustellen, die zu dem Erfolge dieses Filmwerkes beitragen, in dem nur Auserlesenstes in bezug auf Darstellung und Regie erreicht wurde. Man muß den Füm gesehen haben. Bilderschau. Die Bilderschau des Verbandes für Jugendpflege bietet mit ihrer ersten Tonfilmfolge ihren alten und neuen Freunden eine besonders wertvolle Gabe. Von der ernsten Arbeit der Wissenschaft. nicht im stillen Arbeitszimmer des Gelehrten, sondern in der rauben Wirklichkeit einer wilden und gefahrdrohenden Natur berichtet der Tonfilm„Himatschal— der Thron der Götter“. Unter der Leitung des Prof. Dr. Dohrenfurth versuchte eine international zulammengeletzte Erpedition, die höchsten Gipfel des Vomalava— den„Thron der Götter“ zu bezwingen. Nach unsäglichen Schwierigkeiten gelang es den mutigen Forschern, wenigstens bis nahe an die Gipfel heranzukommen, aber erreichen konnten sie diese nicht. Welche Gefahren den kuhnen Bergsteigern auf Schritt und Tritt sich entgegenstellten, wieniel Not und Entbehrungen ihnen täglich auferlegt wur= den. das erzahlt mit wuchiger Dramatik der Film in Ton und Bild. Durch die Kunst des Kameramannes entstand ein geographischer Film. der vom ersten bis zum letzten Augenblick in Spannung hält und der zeigt. wie unendlich viel Mühe. Kraft. Geduld. Glück und technische Vorbereitung dazu gehören. um die Rielenaufgabe zu lösen und gelund und heil wieder in die Heimat zurückzukehren. Der Film lauft bis Montag einschl. in der Bilderschau Man beachte die heutige Anzeige. Karten werden im Vorverkauf im Vereinshaus. Mühlenstraße 25. abgegeben. Apollo-Theater. „Nie wieder Liebe Dieser Ufa=Großfilm, dessen Sch schon in aller Munde ist und so für seine schmissige, faszinierende sinreißenden Rhythmus bringen,1 Lonfilmoperetten der Produktion Charme Lilian Harweys und Frechheit Harrn Liedtkes ur ihren Zauber und ihre Anziehung Publikum aue der Gasser“ F r mittlerweile besten Beweis und seinen ne der besten r entzückende sebenswürdige mmer wieder ft auf das Und wenn dazu noch der„Liebling essart in seiner phantastischen Trottelhaftigkeit sich bemüht, die Vereinigung der beiden zu hintertreiben, wozu er sich laut Ge= wissen eines ordentlichen Kammerdieners verpflichtel fühlt, um seinen Herrn vor dem Verlust einer halben Million zu bewahren, dann bleibt es gar nicht aus. daß Beifall, Lachen und Jubel kein Ende finden.— Jm Beiprogramm lauft für die Freunde der Sen= sationsfilm, einer der spannendsten Filme dieser Art dem Helden der Abenteurer, Carlo Aldini. Programm, das alles bietet, was man wünscht, be. Tempo, zundende Musik und Abenteuer. Welklichkspiele. tritt. Das Filmbuch, dem Benno Vianns Roman„Amn Jolly“ zugrundeliegt, bot dem Holywooder Regisseur Josef v. Sternberg die Möglichkeit, im amertkanischen Weiten ein Bild Marokkos erstehen zu lassen, das an realistischer Echtheit nicht mehr zu überbieten ist. Die Geschichte dieser Varieteekünftlerin Amp Jolin, die nach schweren Enttäuschungen in Marokko den Beifall der Gesellschaft und die selbstlose Liebe eines reichen französischen Pri= vatmannes gewinnt, aber eine sorglose, glänzende Zukunft im Stiche läßt, um einen zukunftslosen Legionar in die Ungewißheit des afrikanischen Legionär= daseins zu folgen, tragt die Glemente des Filmerfolges in sich, die Moglichkeit exotischer Milienschilderung. Der Stolz der 3. Kompaanie. Als man diesen Militargroteskefilm das erste Mal sah, wußte man daß er mindestens noch vierzehn Tage über die Spiel= drang des Publikums zu genügen. Das Publikum will nun einmal lachen und konnte auch lachen. Hein= Rühmann, der anfangt, ein„großer Liebling“ zu werden, hatte wieder eine ganz große Stunde. Als Musketter Distelbeck übertrifft er er= heblich alles bisher Dagewesene auf dem Gebiete der Militarbumoreske. Man freut sich aufrichtig, daß auch ein bedeutend geringeres Maß an der sonst üb= lichen Derbheit genügt, um Situationen zu schaffen. die das Zwerchfell erschüttern mussen. Die Satire ist erheblich dick aufgetragen, man nimmts in Kauf bei den sonstigen Vorzugen. Neben Rühmann Paul Henkels und Fritz Kampers in beiter Verfassung. Im ganzen ein Volltreffer der Weltlichtipele. 45 90 D INVENTUR-AUSVERKAUF VOM 11.—23. JANUAR Farb. Spang.-Schuhe auch Schnür-Schuhe 45 modern kombiniert. Schwarz echt Boxkalf Spangenschuh— 65 und doch nur. Eleg. Spang.-Schuhe in schwarz Velourled.& 45 modern kombiniert. Nette MädchenSpangenschuhe 935 in schwarz Gr. 27-2 6 Lack und braun 3.25 Moderner schwarzer 00 Herrenschuh Dto. in Lack 5.00 Dto. in braun. 8.45 Orig. Good. 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Man andes für Jugendpflege mfolge ihren alten und rs wertvolle Gabe. Von enschaft. nicht im stillen sondern in der rauben d gefahrdrohenden Naimatschal— der Thron itung des Prof. Dr. nternational sulammensten Gipfel des HomaGötter“ zu bezwingen iten gelang es den mubis nahe an die Gipfel chen konnten sie diese 1 kuhnen Bergsteigern ntgegenstellten, wieniel täglich auferlegt wur= er Dramatik der Film ie Kunst des Kameraphischer Film. der vom blick in Spannung hält viel Mühe. Kraft. GeVorbereitung dazu gee zu lösen und gelund nat zurückzukehren. Der chl. in der Bilderschau eige. Karten werden im Mühlenstraße 25. abger mitilerweile besten Beweit ik und seinen ne der besten tion. Der entzuckende und die liebenswürdige 8 üben immer wieder ehungskraft auf das rtin seiner phantasti= müht, die Vereinigung wozu er sich laut Ge= nmerdieners verpflichte em Verlust einer halben bleibt es gar nicht aus. 4 kein Ende finden.— die Freunde der Sen= aditen Filme dieser Art trer. 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Arbeitslose. 12.10: Mechanische Musik. o 12.50: Wetter. 0 12.55: Nauener • 13.05: Konsert. O 15.30: Jeit. Wirtschaftsberichte. 0 Kinderfunk. 17: Besperkonzert. 0 19: Wirtschaftsmeldungen. Weiter. Sport. Zeit. 0 19.55: Abendmeldungen, Meldungen. Sport. Sonntag, 10. Jannar. 7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel. 8.30: Esperanto. 9.00: Geläute von St. Gereon, Köln. 9.05: Katholische Morgenfeier. 11.00: Meister des Reiseberichts. F. Schnack: Auf serner Insel.— Reilen in Madagaskar. 11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Liebster Immanuel, Herzog der Frommen. 12.05: Was jeder willen sollte. Oberpostinspektor Meyer: Meine Fernsprechrechnung stimmt nicht. 12.30: R. Walter: Zwei erotische Erzählungen. 13.00: Mittagskonzert. Werke von Wagner, Strauß. Lassen, Grieg. Bizet. Lehar. Krome. Metra. Blankenburg. 14.30: H. Molitor: Deutsche Einheitskurzschrift. 14.50: Schachfunk. 15.25: E. Bernhard: Witz und Schlagfertigkeit im polttischen Kampf. 15.45: P. Laven: Bergwerk. Zwei Erzählungen. 16.05: Der westsälische Lebensraum. Landesrat Dr. Zuhorn: Die ersten Jahrzehnte der Provinz Westfalen. 16.30: Velperkonzert des Städt. Kurorchesters Wiesbaden. 18.05: Die Welt auf der Schallplatte. Prof. Dr. Bombe: Volk in den Abruzzen. 18.35: München: Der Löwe und die Maus, verfaßt von den Kindern der Hohenzollernschule. Mulik von W. Egk. 19.00: Eine Stunde Kurzweil. 19.45: Sportvorbericht 20.00: Gasparone. Operette von K. Millöcker. 22.00: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben. Sport. Anschl. Nachtmulik. 23.45: Dortmund: Betm Dortmunder Sechstagerennen. MMontaa. 11. Jannar. 9.45: Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 11.20: Schulfunk: Vom Geld 16.20: Jugendfunk: Aus den Erinnerungen eines westfälischen Dorfsungen.— Werkarbeit fur die Jugend 18.10: H. H. Hellmuth: Zu Besuch beim russilchen Rundfunk. 18.40: Aus Frauenbüchern und Frauenzeitschriften. Marie Theres van den Wyenberah: Jungmädchen von beute. 19.15: Vom Tage. 19.30: Verkehrsrechtliche Tagesfragen. Untv.=Prof. Dr. Elch: Der Unsallprojeß. 20.00: Abendlonzert des Funkorchesters.— Intermezzo: Klassisches Lied und Ballade. Strienz(Baß), Grape(Begleitung). Anschl. Nachtmusik und Tanz. 23.45: Dortmund: Beim Dortmunder Sechslagerennen. Dienstag. 12. Jannar. 11.20: Schulkunk: Vom Geld 16.20: Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.30: Stud.=Rat Dr. Goltschow: Zwischen Schaffen und Schauen in der Erziehung zur bildenden Kunst. 18.00: Die Welt im Buch Franz V. Brückner: Drei Zeitromane. 18.20: Dipl.=Landwirt Rinle: Der neuzeitliche Silo als Kraftfuttersparer 18.40: Französilch 19.15: Zehn Minuten Funknachrichten. 19.30: Reg.=Rat Scholz: Vorschriften 2000: H. Eberi: on u e: Nomantische Improptsationen. Eine Hör30. Dortmund: Beim Dortmunder Sechstagerennen. Mittwoch. 13. Jannar. 8.05: Mutter und Kind. Gespräch. 9.45: Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen 11.20: Mulikalischer Schulfunk: Handns Jahreszeiten 16.30: G. Feger: Der Landlehrer in der Volksbildung. 18.10: A. Wolfenstein: Erinnerungen an Rilke 18.35: Meister der Naturschilderung Prof. Dr. Buntendijk: Ein Hund sucht etwas. 19.15: Dr. Nettesheim: Beratung der hoffenden Mütter. 19.30: Weltpolitische Tagesfragen. Dr. Schwering, M.d.L.: Wilson. 20.05: Die Welt auf der Schallplatte. Prol. Dr. Bombe: Rom und Apulien. 20.50: Der grüne Kakadu. Groteske von Arthur Schnitzler. Anschl. Nachtmulik. 23.00: Ellen: Konzert der Rapelle Ben Berlin. 23.45: Dortmund: Beim Dortmunder Sechstagerennen. Donnerstag. 14. Januar 11.20: Schulkunk: Von der Braunkohle in die 220 000-Volt=Leitung. Ein Besuch in Europas größtem Kraftwerl. 16.10: Mitteilungen aus dem Schulsunk 16 20: Funkpadagogische Arbeitsgemeinschaft. Grundformen und=lechniken des Arbeitsunterrichts. 18.00: Frauenstunde: Stud.=Rätin Rälde Klen: Mutter und Tochter. 18 20: W. Bölsche: Neue deutsche Novellen und Erzählungen. 18.40: Italienisch 19.15: Vom Tage 19.30: Pater Esch: Die katholische Jugend und ihre Oraanisation. 20.00: Abendmulik Werke von Smetana. Volbach. Bilse. Delibes. 21.00: Der Pomeranzendieb Heiteres Hörspiel nach Mörikes Novelle Mozart auf der Reise nach Prag“. Von Frib Gerathewohl. Anschl. Beim Dortmunder Sechstagerennen. Schluß des Rennens. 23.10: Nachtmusik und Tanz Freitag. 15. Januar. 9 45: Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen 11.20: Schulfunk: Englisch 16.20: Jugendfunk: Ein Jahreskrets in Volksliedern. Mitw.: Der Kinderchor des Waisenhauses in Hoffnungsthal. 18.10: Adolf von Hatzfeld: Meine Heimat 18.40: Englilch 19.15: Drei Deutsche Sprechen miteinander 2000: München: Sinkonie Nr 55 Es=Dur von Handn.(Der Schulmeister). Funkorchester 20 30: Funt Jahre Langenberg. Wiederholung des Programms vom 15. Januar 1927. Funkorchester spielt Werke von Bach. Brahms, Schumann. Anschl. Nachtmulik und Tanz. Samstag. 16. Jannar. 9.00: Handelsoberlehrer Stoltefuß: Die Schriftpflege in den kaufmännischen Berufs=und Handelsschulen. 11.20: Deutichkundlicher Schulfunk: Steian George: Persönlichkeit und Werl. 16.20: Frauenstunde. Studtenrätin Räthe Kley: Mutter und Tochter. 16.40: Englisch 18.00: Emmy Wingerath, Irma Fiebig und H. Stein: Die soztale Stellung der berufstätigen Frau. 18 40: Der westlälische Lebensraum. Prof. Dr. Ruske: Die wirtschafts= und sonalgeschichtliche Entwicklung Westfalens. 19.15: Zehn Minuten Bezirksfunkhilfe. Ueber die Verwendung von abgeschirmten Antennen. 19.30: Gewerkschaftssekretär Mois: Aus der Praxis des Kündigungsrechts. 2000: Bieleseld: Lustiger Abend Zum Besten der Winterbille des Westdeutschen Rundfunks. Anschl. Nachtmulik und Tanz. „Betriebsstofte billiger“ V. D. A. D. Kreuzstraße 10 Rut: 68 926 Inventur-Ausverkauf Berühmt seit vielen, vielen Jahren— berühmt weit über Bochums Grenzen hinaus— berühmt bel Tausenden und Abertausenden! Aber Jetzt— diesmal— Montag— schlägt der berühmte AlsbergInventur-Ausverkauf alles Dagewesene: So was von Billigkeit— die Prelse kurz und klein geschiaxen— In Grund und Boden gestampft! So was von Riesen-Auswahl— das ganze AlsbergAm Montag, dem 11. Jan. 1932, morgens 7.45 Unr, findet in der Josephskirche das erste Jahresseelenamt für den verstorbenen Kaufmann Aug. Wiesmann statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Anmeldung an den städt. höh. Lehranstalten und den Mittelschulen für 1932. Die Goethe=Oberrealschule(Oberstudiendirektor Dr. Reismann), das Reformrealgomnasium, Königsallee(Oberstudiendirektor Scheidt), das Oberlyzeum mit Frauenschule, Arndtstratze (Oberstudiendirektor Dr. Lotz), die Realgymnasiale Studienanstalt mit Lngeum. Königsallee(Oberstudiendirektor Dr. Gebbardt). das Reformrealgymnasium in Bochum=Langendreer(Studiendirektor Müller), die Oberrealschule in Bochum=Gerthe(Studien= direktor Dr. Weselscheidt), das Realprogymnastum in Bochum=Linden Dablhausen(Studiendirektor Ernst), die Madchenmittelschule 13tudiendirektorin Heinsberger). die Madchenrektoratschule in Vochum=Langen dreer(Rektor Tiers). die Höhere Madchenschule in Bochum=LindenTabbaufe die Hohere Madchenschule in Bochum=Gerthe (Rektor Kloke) nehmen schriftliche Anmeldungen für die Sexta zu jeder Zeit entgegen. Mündliche Anmel= dungen können in der Zeit vom 18. bis 2 Januar 1932 bei den Anstaltslettern und=leiterinnen von 11—13 Uhr erfolgen. Schluß der mündlichen und schriftlichen Anmeldung am 23. Januar 102. Die in den eingemeindeten Bezirken wohn haften Eltern werden gebeten, ihre Kinder den in den eingemeindeten Bezirken liegenden höheren Schulen zuzuführen, da erfahrungs. gemäß die Anmeldungen für die höheren Schu len der Altstadt die Zahl der dort verlugbaren Plätze übersteigen und daber mit de lichkeit einer Zurückweisung gerechnet werden muß. In die Untertertia der Realgymnaltalen Studienanstalt treten die Schülerinnen, welche die Quarta eines Lozeumg mit Erfolg durchgemacht haben, ohne Prüfung ein. Bei der Anmeldung sind Geburtsschein, Impfschein und Zeugnisheft der Grundschule vorzulegen. Bochum, den 28. Dezember 1931. Die stadtische Schulverwaltung. MMMM Staail. Hildegardis=Oberlyzeum i. 6. mit Frauenschule Anmeldungen für die Sexta, Obersekunda und Frauenschule nehme ich täg lich von 11—12.30 Uhr auf meinem Amtszimmer, Augustastr. 6. entgegen Vorzulegen sind: die Geburtsurkunde (Familienbuch) und das letzte Schulzeugnis(Zeugnisheft). Helle, Oberstudiendirektor mmm Frani Jankort 38 Kohlen-Handelsgeschaft Bochum/ Teleton 69670 lietert jede Sorte u. Menge Kohlen und Koks frei Haus. Kleinverkauf vom Lager Hernerstraße 88. Zwanasversteigerung. Am Montag, dem 11. Januar 1932, vormittags 11 Uhr werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen dar versteigern: 1. 1 Grammophon, 30 Platten, 2. 1 Klavier, schwarz, Idach. 1 Tiplomatenschreibtisch. 1 Sofa, 1 Bitrine, 3. 1 Registrierkasse National, 4. 1 Tisch, 1 Anrichte, 5. 1 Waschtisch, 6. 1 Lammantel mit Nutrichtkaninkragen, 1 Lederkofter, 1 Paar Damenstiefel, 1 Paar Tamenschuhe, 7. 1 Anrichte, 1 (rammophon, 8. 1 Tisch. 1 Schaukasten, 1 Ladenregal, 9. 1 Gasdackosen, 1 Vertikow, 1 Chaiselonque, 10. 2 Theken, 1 Schreibpult, 1 Celbehalter, 2 Kafseebehalter, 11. Sprechapparat, 1 Warmwasserspeicher, Protos, 12. 1 elektr. Schmirgelmaschine Bein. 13. 1 Ladeneinrichtung, 14. 2 Theken, 2 Büfetts, 1 Reksschrank, 1 Eisschrank. 15. 10 Linoleumteppiche, 2 Rollen BalatumTeppich, 16. 1 Langwagen, 17. 63 Grammophonplatten, 18. 1 Klavier Höhne, braun. mit Sessel, 1 Cten, 1 Beleuchtung, 1 Tiplomatschreibtisch, 1 Eßzimmer(1 Bulett. 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch. 8 Stühle). 1 Serviertisch. 1 Teppich. 1 Beleuchtung, 1 Sessel, 1 Blumenkrippe, 1 Gasbackosen, 1 Küchenschrank. Einige Gegenstände werden bektimmt versteigert. Sammelpunkt für Käufer Wirtschaft Moran, Bochum. Alleestraße 54. Bochum, den 8. Januar 1932. Bierkämper Obergerichtsvollzieher in Bochum. Wittener Straße 86. Gernruf 698 98. Vergebung von Inslandsetzungsarbeilen. Für die stadtischen Gebäude und Schulen sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung geteilt vergeben werden: a) die Instandsetzung an den Heigungs= und Warmwasserbereitungsanlagen. b) die Instandsetzung an den Licht=, Kraftund Schwachstromanlagen, () die Lieserung von elektrischen Materialien. Tie Verdingungsunterlagen sind dei der izungsabteilung, Rathaus, Zimmer 7. Eingang G. aufgelegt und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Die Angebote unter a) sind mit entsprechender Aufschrift verschlossen bis Mittwoch, 20. Januar 1932, vormittags 11 Uhr. und die Angebote unter b) und c) bis Montag, den 18. Jannar 1992, vormittags 11 Uhr, das Hochbauamt— Heizungsabtellung— zureichen, wo die Oeffyung der Angebote Beisein der anwesenden Bieter erfolgt. Bochum, den 8. Januar 1932. Der Magistrat. Haus, vom Keller bis zum Dach, gehorcht dem elnen Gebot: „Raus mit der Warel Runter mit den Preisen!" Montag lesen Sie die ersten Preise des berühmten Alsberg-Ausverkaufs Suche für meine Großhandlung zum 1. 4. d. J., eventuell früher, 1 masives, trockenes Tager ca. 150 gm. nebst Buro und Stallung, ferner daselbst eine 4—6 Zimmer=Wohnung. Offerten unter B. H. 5179 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung erbeten. NeubauWohnungen Wir haben noch 2-, 3- u. 4 räumige Wohnungen zu vermieten. Besichtigung von 11 bis 17 Uhr. Meld. Freigratendamm Nr. 17. Deutscher Heimbau A.-G. Wohnungsverwaltung, Bochum Freigralendamm 21 Wenn ich das tragen hönnte! Se echlank eein. daß jedos Kleidungsstuch olegant und vornehm wirht, das iet eia vielbegehrter Wanec. Dr. Ernet Richters Frühstückskräutertee das angenehme. Artl. omplohlene Morgengetränb biltt dasa. Er ichmecht gut. erfriecht des Blut and briagt das trage Fett sn Schwindes. Sie nehmen langsen eb. werden geschmeidiger und fühles eich lunger und wehler Pahet Mk. 1 80 Kurpackg(6lach. Inhalt) Mk 9— extrastark: Mk 2 B und Mk 11.2. 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Später wurde er Knappschaftbarzt und übte auch seit einiger Zeit im hiesigen katholischen Maria=Hilf=Hospital seine ärztliche Tätigkeit aus.— R. 1. p Silberhochzeit. Die Eheleute Heinrich Düppe und Ehefrau Maria, geb. Deitermann, Bochum=Gerthe, Diedrich=Benkingstraße 22, feiern heute das Fest der sebernen Hochzeit. Herzl. Glückwunsch! Mannergesangverein Hiltrov. Die sehr gut besuchte Generalversammlung fand im Vereinslokale Duppe statt, die von dem 1. Vorsitzenden W. Lüttlemeier geleitet wurde. Der Verein entfaltete im verflossenen Jahre eine rege Tätigkeit. Die vom Chor= eter Figged geleiteten Proben wurden zu 85 Prozent besucht. Im vergangenen Jahre konnte troyz der wirtschaftlichen Notzeit eine erfolgreiche Konzert= reise nach Soest unternommen werden, ebenso stellte sich der Verein mehrmals in den Dienst der Wohl= latigkeit. Der vom Schriftführer verlesene Geschäfts. bericht wurde einstimmig angenommen. Bei den Neu= wahlen wurde der gesamte alte Vorstand wiedergewahlt. Zu Gunsten der Winterhilfe veranstaltet der Verei des Theatervereins„Buhnenfreunde“ Bergen ein Kongert. Jeierabendgemeinde. Die zweite Spielbälfte der Feierabendgemeinde nimmt am Dienstag. 12. de. Mit., ihren Anfang mit einem Vortrag. Kurt Niel= schers, Berlin, über„Das unbekannte Spanien“ mit Lichtbildern. Neue Mitgliedskarten sind an der Abendkasse und bei Geschwister Haas zu haben Bochum-Hiltrop. Hühnermarder. E Strahe 59 wurde in der Nacht zum brochen. Hier erbeuteten die Täter sech einen Hahn. 1 1932 erhühner und Bochum-Langendreer. Wer kann Angaben machen? Eine Ehefrau aus Pochum=Langendreer wurde am 6. Januar von einem Midteerer auf der Horder Straße in Bochum=Lin= Frau trug Verletzungen davon und wurde dem Knapp= schaftekonkenhaus in Bochum=Langendreer, zuge= fuhrt. Lebensgefahr besteht nicht. Der Radfahrer fuhr, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. davon. Ver hat den Vorfall beobachtet und kann sachdien= liche Angaben machen! Mitteilungen nehmen samt= . Polizei. und Lejägereidie Münzsernsprecher erbrochen. Jn der Nacht zum Freitag wurde von bisher unbekannten Tatern der Münzfernsprecher auf dem Amtsvorplatze er= drochen. Der Täter hatte es anscheinend auf den Jn= halt des Apparates abgesehen, doch vergriff er sich in seiner Unkenntnis, da er die Apparatur anstelle des Geldlastens zerstörte Biderborner Berein. Am morgigen Sonntage findet im Merkelschen Saale, nachmittags um 5 Uhr. die Jahreshauptversammlung statt. Nach Schluß der Vecammlung wird Studienrat Gerdes einen Licht= bedervortrag halten.(Siebe Jnserat. Gellügeldiebe. Jn der Nacht zum Donnerstag wurde der Stall eines Hauses des Bornackerweges er= brochen. Geitohlen wurden funf Huhner und ein Hahn. Der Hahn und zuei Hühner wurden in der abgeschlachtet. Tatorie= Bochum-Werne. Ausspracheabend der kath. Jugend. Zu einem Aubspracheabend halte man am Montaa die ältere tathoische Jugend eingeladen. Galt es doch einmal Stellung zu nehmen zu den wichtigen Fragen, die in dem gewaltigen Ringen des Augenblicks um eine Zukunft des deutschen Volkes, die katholische ugend bewegen. Jos. Schirpenbach, derd ochum, tleitenden Vortrag übernommen hatte, zeich= nete klar und deutlich die Stellung, welche die katho= lische Jugend zu diesen Fragen einzunehmen hat. Er sprach dann von dem Aufbruch zu einer jungkatholischen Volksfront und von ihrem Wollen. In Erkenntnis, um Schaffung einer sozialen Neuordnung und um eine Wirtschaftsreform, steht die Jugend hinter jenen Männern, die um der Volksgemeinschaft willen eine bessere Zukunft anstreben. Die großen europäischen Fragen, wie allgemeine Abrüstung, Verständigung mit Frankreich, verlangen von uns eine Haltung, die unserem katholischen Empfinden entspricht. Die katholische Jugend glaubt entgegen anderen politischen Strömungen an wahre Verständigung der einzelnen Völker und setzt sich mit aller jugendlichen Kraft für den Friedensgedanken ein. Um die positiven Kräfte, die in der Jugend wirksam sind, einheitlich zu erfassen, ist es notwendig, daß die Jugend hinter ihren Führern steht. Die Führerschaft verlangt von der katholischen Jugend Opferbereitschaft und Gefolgschaft. Schulung des Wissens und Bildung des Charalters ist oberste und wichtigste Aufgabe. Hinzu kommt der Einsatz in den Parteien. Nur da kann dem Wollen katholischen Jungvolkes Geltung verschrfft werden. Hierfür kommt in erster Linie die Zentrumspartei in Frage. Die Aussprache, die nach diesen grundlegenden Hinweisen stattfand, war reg= sam. Der ernste Wille zur Forderung des Fri gedankens kam auch hier zum Ausdruck. Abgelehnt wurden die in manchen Filmen sich zeigenden Ten= denzen militaristischer Art. Sodann verlangte man, der Jugend Raum und Platz zu geben, damit sie ihre begründeten Ideen durchsetzen kann. Rektor Prior lud die katholische Jugend zur Mitarbeit in der Werner Zentrumspartei ein. Dort ständen ihr einflußreiche Steklen offen. Das gleiche betonte Stadtverordnete Finke. Zum Schluß forderte Hubert Peters, der die Aussprache leitete, die Werner Jugend auf, mitzuarbeiten in der jungkatholischen Volksfront. Ihrem Willen zur Tat gab die sehr zahlreich erschienene Jugend Ausdruck in dem Liede„Wann wir schreiten, Seit' an Seit'“. Die Kohlenbuddler vor Gericht. In den Monaten September und Oktober erregte die Nachricht und der Bilderdienst über die Kohlenbuddelei von Tausenden auf der Halde der Zeche„Robert Müser“ großes Aufsehen. Die Verwaltung der Harpener Bergbau A.=G. sah sich wegen des Ueberhandnehmens der Gewerbsmäßigkeit bei diesem Kohlensuchen gezwungen, die Abfuhr zu verbieten. Dieses Verbot hatte zur Folge, daß eine ganze Anzahl Kohlensucher wegen Uebertretung der bergpolizeilichen Verordnungen in Strafe genommen wurden. Vor Gericht wurden gestern sechs Einsprüche in dieser Sache verhandelt. Sämtliche Angeklagten wurden freigesprochen, da das Bewußtsein der strafbaren lung fehlt, da die Abfuhr zunächst gestattet, aber erst später verboten wurde. Da Tag und Stunde der Täterschaft nicht nachgewiesen werden konnte, mußte Freispruch erfolgen. 15 leere Flaschen gestohlen.— Drei Monate Gefängnis. Ein reumütiges Bekenntnis legten die beiden Angeklagten K und B. von hier vor Gericht ab, die in ihrem jugendlichen Leichtsinn bei dem Bierverleger B. von hier 15 leere Mineralwasserflaschen entwendeten und sie für 75 Pfg. Gesamterlös an einen zweiten Handler M. veräußerten. Das Gericht konnte nur die geringste zulässige Strafe verbängen und die Angeklagten zu je drei Monaten Gefängnis verurteilen. Die Strafaussetzung wurde bei drei Jahren Bewahrungsfrist in Aussicht gestellt. Aus der Nachbarschaft. Castrov-Kaurel. Erhangt aufgefunden. Am 7. Januar wurde in einem Gebüsch an der Ritterhofstraße in CastropRaurel ein Mann an einem Baum erhängt aufge= sunden. Wie die polizeilichen Nachforschungen ergaben, handelt es sich bei dem Toten um einen 31 Jahre alten Arbeiter aus Castrop=Raurel. Der Tote war schon längere Zeit schwermütig und dürfte aus diesem Grunde Selbstmord verübt haben. herne. Die Schlange im Bananenwaggon. Eine bekannte Bananenimportfirma, die hier auf der Holthauserstraße eine Niederlage unterhält, ließ am Vormittag des Mittwoch auf ihrem Ladestrang eine Bananen= sendung aus ihrem Spezialwaggon ausladen. Pötz= lich hörten der Sohn des Geschaftsführers R. wie die Angestellten verdächtiges Rascheln zwischen einigen Bananenbüscheln. Vorsichtig bewaffnet trat Herr R. näher und entdeckte eine ca. 80 Zentimeter lange und 4 Zentimeter dicke westindische Schlange. Auf der Jnsel Santa Maria hatte der Bannnendampfer „Chirripo“ für die Firma Elders und Fuffes, London, Bananen verfrachtet, die in Bremerhafen direkt in Speaialwaggond umgeladen und dann nach hier versandt worden waren. Wanne-Eickel. Eine langere Störung des Straßenbahnverkehrs trat gestern abend gegen 5 Uhr auf der oberen Hin= denburgstraße in Eickel dadurch ein, daß an einem Wagen des Flaschenbierhändlers B. in voller Fahrt die Vorderachse brach. Der Straßenbahnverkehr mußte langere Zeit hindurch durch Umsteigen geregelt wer= den, da der umgestürzte Wagen die Schienen verspeirte. Ein Hase gefahrdet den Verkehr. Eine gigenartige Verkehrsstörung verursachte auf der Hindenburgstraße unweit der Reichsbahn ein Hase, der in die Rader mnes Rollfir gelaufen war. Das Kraftdreirad wurde schwer beschadigt und mußte abgeschleppt werden. Der Fahrer blieb unverletzt, wahrend Meister Lampe sein Leben lassen mußte. Rohe Zerstörungswut ließen einige junge Burschen, die leider unerkannt entkamen, an der Umfassungsmauer des Sportplatzes an der Landgrafenstraße im Stadtteil Eigel aus, die von den Mitgliedern mit vieter Mühe in emsiger Arbeit aus Rasenstucken errichtet worden war. Die Rasenmauer wurde an verschiedenen Stellen zu nächtlicher Stunde ver= stort und abgetragen. Hoffentlich gelingt es, die Noh.inge zu erwischen und sie bald einer exemplarischen Strafe zuzuführen. Stadttheater Bochum. Heute, Samstag abend, von 2.45 Uhr, wird für den Weißen Rina eine ermalige Wiederholung der„Cperette mit Hinder= nnen"„Caramba“ oder„Dolores und die Parn. e.len“ gegeben. Auch für den freien Ver= lauf stehen noch genügend Karten zu Preisen zwi= schen 0.50 und 8.50 RM. zur Verfugung. Die für mötgen, Sonntag, angekundigte Aufführung des Ersten Teils von Goetbes„aust“ dauert von 17—22,30 Uhr. Die Vorstellung geht außer vormiete vor sich und zwar zu besonders niedrigen bumlichen Preisen von 0,50—8 50 RM. Die Aufeur Sonntag über acht Tagen in Aussicht genommen würd., wird zu den gleichen Bedingungen gegeben. Wer für beide Teile des Werkes zugleich Eintritts= karten nimmt, bekommt eine Preibermäßigung von 4) Prozent in Anrechnung gebracht. Fur Montag zwei Aufführungen zu erwarten, nachmittags von 16.80— 18,30 Uhr gelangt als dritte Veranstal= tung des Schuler=Znklus Calderons Schauspiel„Die Andacht zum Kreuge“ zur Aufführung, zu der noch Einzelkarten zum Preise von 70 Pfg. und 1,40 zu haben sind. Am Montag abend bekommt die Vormiete A von 20,15— 23 Uhr eine abermalige Auffuhrung von„Caramba“ zu sehen. Der Vorverkauf für beide Montagveranstaltungen ist seit gestern bereits im Gange. Morgen, Sonntag, beginnt der Vorverkauf für die bereits angekündigte Premidre von Mussoraskys musikalischem Volksdrama„Boris (Bodunow". Dieses anspruchsvolle Werk wird, so bekannt und geschätzt es auch ist, immer eine Seltenheit auf dem Spielplan sein. So wird es gewiß auch mit Verstandnis aufgenommen, wenn die bevorstehende Première des Werkes als Sonderfall behanwird. Da im ganzen nur zwei Aufführungen cr„Boris Godunow“ dem Repertoire eingefügt werden können, mußte die Premiere für zwei Vor= mieten gemeinsam angesetzt werden und gwar für die Vormieten B und U. Die im freien Verkauf zur Verfügung stehenden Kurten werden ab morgen, Sonntag, zu Preisen gwischen 1 RM. und 6.50 RM. an der Vorverkaufskasse zur Ausgabe gelangen. Die andere, für die nächste Woche bereits angekündigte Premiere, ist für Donnerstag in Aussicht gestellt. Es it John Brableys dreiaktiges Abenteuer „Kopfin der Schlinge“, das der Braune Ring bekommt, das aber auch gleichzeitig als Wahlvorstellung für alle übrigen Ringe vorgesehen ist. Buhnenvolksbund. Als Januar=Pflichtvorstellung der Serien A und C kommt am 16. Januar(Samstag„aramoa zur Auffuhrung. Der Vorverkauf beginnt am Montag, dem 11. Januar, für die Nrn. 1—400, am Dienstag, dem 12. Januar, für die Nrn. 400—Ende. Opercttentheater, Bochum. Heute abend 8 Uhr: Erstaufführung der beliebten Operette„Der Bettelstudent". In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Frl. Anny Delp vom Stadttheater Mainz als Gast. Trude Hesse und Tille Dirkens. Die Herren C. H. v. Baum, Joseph Heckhausen, Erich Frügge. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Maubach, die Regie Erich Flügge. Morgen(Sonntag), abends 8 Uhr: Wiederholung der Cperette „Der Bettelstudent“. Eintrittskarten für heute und morgen sind an der Theaterkasse(Tel. 66584) und in den Vorverkaufsstellen zum Preise von 0,40—1,80 RM. zu haben. Die Theaterkasse ist vormittags von 11—1 Uhr und nachmittags ab 4 Uhr geöffnet. Der großen Nachfrage wegen empfiehlt es sich, die Karten möglichst im Vorverkauf zu bestellen. Morgen, Sonntag, Parkhaus=Konzert. Unter Leitung von Konzertmeister Curt Hofmann findet morgen, Sonntag, den 10. Januar, nachmittags von 4 bie 6 Uhr in den Salen des Parkhauses ein Unterhaltungskonzert des Stdtischen Orchesters statt. Der Eintrittepreis betragt 30 Rpf., Zehnerheft 2.50 RM.. Schüler 20 Rpf.(S. Anzeige.) Die ersten Felerschichten auf der neuen Harpener Johlenwäsche. Auf der neuen Kohlenwäsche der Harpener Bergbau A=G. am Rhein=Herne=Kanal mußten um Donnerstag bereits Feierschichten für alle drei Schichten eingelegt werden. Der große Betriebsbahn= hof mi: seinen 13 Verladegeleisen ist überfüllt mit beladenen Kohlenwagen. Ben der Treppe gestürzt ist gestern die Frau des Arbeiters Ernit R., die auf dem Grenzweg eine bekinnte Familie besucht hatte und in der abendlichen Dunkelheit im Treppenhaus fehl trat. Sie wurde mit schweren inneren Verletzungen dem Krankenhause zugeführt. Kinder als Fuhrwerkelenker. Bekanntlich ist es verboten, Kindern die Lenkung von Fuhrwerken anzuvertrauen. Eine Uebertretung dieses Verbots führte gestern nachmittag auf der Eickeler Marktstraße zu einem Verkehrsunfall, der glücklicherweise ohne ernste Folgen verlief. Ein kleiner Lenker eines Milchwagens stieß dort in der Kurve mit einer Handkarre zusammen, wahei der Handwagen umstürzte und aufe Pflaster fiel. Personen wurden nicht verletzt. Hohes Alter. Ihren 70. Geburtstag feierte Witwe A Krüger, Burgstraße 118, in voller Rüstigkeit Goldhochzeit konnten unter Beteiligung des Krieger= und Landwehrvereins, der Feuerwehr und zahlrecher-anderer Vereine und Freunde, sowie ihrer Pflegekinder im Rahmen einer kleinen Feier die Ehe= leute Heinrich Vogelsang und Frau Anna, geb Wittland begehen. Dem Jubelpaare wurden viele Ehrungen zuteil. Silberhochzeit feierten die Eheleute Anstreichermeister A. Röhrich und Frau Luise, geb. Engelbrecht. Feldstraße. Ein krecher Diebstahl, der erst jetzt bekannt wird, wurde von mehreren unerkannt entkommenen Einbrechern in der Filiale eines Lebensmittelgeschäftes „Auf der Welbe“, in der Nahe der Eisenbahnunterführung verübt, obgleich sich unmittelbar vor dem Hause ein Bahnwärterhäuschen befindet. Die Einbrecher begannen ihr Werk bereits gegen 23 Uhr und nachdem sie eine Glasscheibe der Türfüllung, anscheinend fast lautlos, eingedrückt, ferner das Schutzgitter und die Schutzstange gelöst hatten, stahlen sie Lebensmittel aller Art im Gesamtwerte von rund 200 Mark. Lebensmitteldiebe. In der Nacht zum 7. Januar drangen unbekannte Täter in die Räume des Lebens= mittelgeschaftes R.„Im Erlenkamp“ ein und entwendeten 8 Pfund durchwachsenen Speck, 5 Pfund Mettwurst, 12 Piund Tilsiter Käse, 10 Pfund Holländer Kase, 5 Pfund Emmenthaler Käse, eine Mille Zigaretten der Marken Ulmenried, Overstolz, Ova und Deutschmeister und einige Pakete Tabak im Gesamtwerte von ca. 100.— Mark.— Am 6. Januar, gegen 22 Uhr, gelang es Dieben in das Lebensmittelgeschäft B.„Auf der Wilbe“ einzubrechen. Gestohlen wurden eine Menge Lebens= und Genußmittel, wie Blasenschmalz, Butter, geräucherter Speck, Mettwurst. Holländer Kme. mehrere Kisten Zigarren, Zigaretten der Marken Salem und Ulmenried und 40 Päckchen Zigarettenpapier, Marke Gizeh. Wattenscheid-Eppendorf. Der St. Theresien=Kirchenchor gegründet. Anstelle der bieherigen Gesangabteilung, die aufgelöst wurde. erfolgte in diesen Tagen die Gründung eines regelrechten Kirchenchores. Die Gemeinde wird über die Einrichtung boch erfreut sein, da ein Kirchenchor, der durch seine religiöse Einstellung und durch seine gesanglichen Leistungen auf der Höhe ist. der Stolz einer katholischen Gemeinde ist. Zentrumspartei W.=Eppendorf. Sonntag, 10 Januar, nachmittags 6 Uhr, findet im Lokale der Witwe Echterhoff die diesjahrige Hauptversammlung statt Da sehr wichtige Angelegenheiten besprochen werden. müssen alle Mitglieder pünktlich erscheinen. Freunde und Gönner sind willkommen. Wattenscheid. Diebstähle. In Wattenscheid wurde aus dem Eingang eines Geschaftes an der Oststraße 10 Plockwürste gestohlen.— Am gleichen Tage wurden aus einem Personenkraftwagen vor dem Hause Hansastraße 88 eine dunkelbraune und eine hellbraune Aktentasche mit Geschaftspapieren entwendet. Eigentümer gesucht. Von der Kriminalpoligei in Wattenscheid wurde eine Komet=Lichtmaschine. Fabrikat Haas u. Co., G. m. b. H., Nürnberg, 6 Volt, 5 Ampere, die zweifellos aus einem Diebstahl her= ruhrt, sichergestellt. Politisches Verbrechen oder Unglücksfall? Ein Mann in seiner Wohnung niedergeschosfen. Hattingen. Die Polizei verhaftete in Hattingen zwei Kommunisten, die in dringendem verbacht stehen, emen anderen Kommunisten, der gemeinsam mit ihnen zu einer Gruppe gehort, niedergeschofen zu haben. Der Mann wurde im Hausflur seines Hauses mit einem Leberschuß schwer verletzt aufgefunden und ins Krantenhaus eingeliefert, wo er hoffnungslos darniederlieat. Von der einen Seite wird der Vorgang to dargestellt, als habe sich der Schuß versehentlich gelost. Der Sterbende machte jedoch Aussagen, die darauf hindeuten, daß es sich möglicherweise um eine Tat mit politischen Hintergrunden handelt. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Hierzu teilt die Polizeipressestelle mit In der Nacht vom 4. zum 6. Januar wurde der Arbeiter O. E. aus Hattingen mit einer schweren Schußverletzung in das Krankenhaus in Hattingen eingeliefert. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß in der fraglichen Nacht Mitglieder der K.P. D. in einer Wohnung mit Schneilfeuerwaffen hantiert haben. Hierbei schoß der Parteifunktionär L. auf den E. Der Täter und sein Bruder wurden festgenommen und dem Amtsgericht Hattingen zugeführt. Die Ermittlungen über das Motiv der Katastrophe sind noch nicht abgeschlossen. 29. Nationale Deutsche GeflügelAusstellung. Essen. Vom 22.—24. Januar findet in den drei großen Hallen 1, 5 und 6 des Essener Ausstellungsgeländes die 29. Nationale Deutsche Geflügelausstellung statt. Es wird dies die großte und bedeutendste Geflügelschau, die je im rheinisch=westfälischen Industriegebiet und am Niederrhein gezeigt wurde. 10000 der besten und schönsten Tiere der deutschen Geflügelzucht sind schon jetzt vor Meldeschluß bestimmt zu erwarten. Nach den vielerlei Anfragen aus dem Auslande, besonderaus Holland und Belgien, bringt man in diesen Nachbarländern der„Nationalen“ ein reges Interesse entgegen, so daß ein großer Besuch aus diesen Ländern zu erwarten ist. Das Protektorat über die Veranstaltung hat der Essener Oberbürgermeister Dr. Bracht übernommen. Rund 150 der bedeutendsten und anerkanntesten Geflügelpreisrichter aus allen deutschen Gauen werden die große Zahl der Tiere richten. Am Freitagnachmittag fand ein Presseempfang Rektor ungls zuchtvereine Essen=Stadt und=Land berichtete über die Vorarbeiten. Die Nationale Gefingelausstellung sei die hervorragendste Schau des hochwertigen Rassegefrügels. Am 22. Januar, 15 Uhr. ist die Eröffnung der Ausstellung, zu der auch der Preußische Landwirtschaftsminister und der Preußische Woblfahrtsminister erwartet werden. Es haben etwa 140 Sondervereine und Verbände von Züchtern aller Rassen und Fachenschläge die Beschickung der Schau angemeldet.— Der Ausstellungsleiter, Gartendirektor11e. machte Ausführungen über den Aufbau der Ausstellung. Es besteht Ausstellungsmöglichkeit fur 15000 Kafige. Neben dem Raum für die Kafigreiben ist auch genügend Gelegenheit zur Ausstellung der in die Geflügelzucht einschlagenden Industrieartikel gegeben. Auf dem Platz zwischen Halle 1 und 5 kann ein klei= nes Farmhaus besichtigt werden. Geich am Eingang der Halle 5 überrascht eine reschhaltige mit exotischen Vögeln besetzte Voliere. In Halle 6 zeigt die Essener Vogelwarte einen Hühnerhof. Die diesjährige Natio= nale Geflügelschau in Essen wird sich zweifellos durch ihren einheitlichen und schmuckvollen Aufbau würdig an ihre Vorgängerinnen anschließen. Wieder Beraubungen der öffentlichen Münzfernsprecher. In letzter Zeit haufen sich wiederum die Beraubungen und Beschadigungen der Münzfernsprecher ganz erbeblich. Ganz offensichtlich haben es die Tater hierbei nicht nur auf das Geld abgesehen, sondern sie beschädigen und zerstören hauptsächlich die Apparate. Das Publikum wird daher erneut gebeten, auf die auf den Straßen und Plätzen aufgestellten Münzfernsprecher zu achten und von verdächtigen Wahrnehmungen dem nächsten Polizeibeamten Kenntnis zu geben. Die Cberpostdirektion Düsseldorf bas für die Ermittlung der Täter eine entsprechende Bolohnung ausgesetzt. Ueberfall auf einen Nachtwächter. Am Freitag in den frühen Morgenstunden, traf der Nachtwächter einer Firma in der Gerlingstraße vier noch unbekannte Männer, die mit Säcken beladen aus der Heilermannstraße kamen. Der erste der Männer rief dem Wachter„Halt!“ zu und feuerte sofort fünf Schüsse auf ibn ad, ohne jedoch zu treffen. Nachdem der Wächter ebenfalls einen Schuß auf die Männer abgegeben hatte, ließen diese die Sacke fallen und ergriffen die Flucht. Einer der Männer— der Schütze— faßte sich nach dem Schuß des Wachters an den linken Arm und schrie„Au“. Vermutlich ist dieser durch den Schuß n. den sich Lebensmittel, die die Täter bei einem Einbruch in einem Lebensmittelgeschäft in der Sollingstraße erbeutet hatten. Aus dem Gerichtssaal. Nun doch verurteilt. : Bochum. Der Kutscher Wilhelm G. war seitens des Schöffengerichtes von der Anklage der Unterschlagung wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden, dagegen der Zimmermann Heinrich S. wegen Urkundenfälschung und Betruges zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Beide hatten gegen dieses Urteil bei der großen Strafkammer des Landgerichtes Berufung eingelegt. Da S. wegen eingefretener Krankheit nicht erscheinen konnte. wurde sein Verfahren abgetrennt. Bei Gr. kam das Gericht zur Aufhebung des freisprechenden Urteils und erkannte wegen Unterschlagung auf drei Wochen Gefängnis. Erfolglose Berukung +* Bochum. Der Rollfirfahrer Franz G. hatte durch eigene Schuld am 21. September vorigen Jahres mit seinem Rollfir einen Uniall herbeigeführt. für welchen ihn das Schöffengericht mit 100 Mark Geldstrafe belegt hatte. Diese Strafe sah er als zu boch an und legte gegen das Strafmaß Berufung ein. Die Große Straskammer des Landgerichts hielt aber die Strafe für durchaus angemessen und verwarf die Berufung. „Betriebsstoite billiger“ V. D. A. D. Kreuzstraße 10 Rut: 68 926 Am Montag, dem 11. Jan. 1932, morgens 7.45 Unr, findet in der Josephskirche das erste Jahresseelenamt für den verstorbenen Kaufmann Aug. Wiesmann statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Anmeldung an den städt. höh. Lehranstallen und den Mittelschulen für 1932. Tie Goethe=Oberrealschule(Oberstudlendirektor Dr. Reismann), das Reformrealgymnasium, Königsallee(Oberstudiendirektor Scheidt), das Oberlnacum mit Frauenschule, Arndistratze (Oberstudiendirektor Dr. Lotz). die Realgymnasiale Studienanstalt mit Lyzeum Königsallee(Oberstudiendirektor Dr. Gebbardt). das Reformrealgymnasium in Bochum=Langendreer(Studiendirektor Müller). die Oberrealschule in Bochum=Gerthe(Studien= direktor Dr. Weselscheidt). das Realprogymnasium in Bochum=Linden Tablhausen(Studiendirektor Ernst). die Madchenmittelschule 1tudiendirektorin Heinsberger). die Madchenrektoratschule in Bochum Langen dreer(Rektor Tiers) die Höhere Madchenschule in Bochum=Linden Tahlhausen(Schulvorsteherin Krupp), die Hobere Madchenschule in Bochume (Rektor Kloke) nehmen schriktliche Anmeldungen für die Sexta zu jeder Zeit entgegen. Mündliche Anmel dungen können in der Zeit vom 18. bis 2 Januar 1932 bei den Anstaltslettern und=leiterinnen von 11—13 Uhr erfolgen. Schluß der mündlichen und schriftlichen Anmeldung am 23. Januar 102. Die in den eingemeindeten Bezirken wohn halten Elieri den in den eingemeindeten Bezirken liegenden höheren Schulen zuzuführen, da erfahrungs. gemäß die Anmeldungen für die hoheren Schu len der Alistadt die Zahl der dort verlugbaren Plätze übersteigen und dader mit der Möglichkeit einer Zurückweisung gerechnet werden muß. In die Untertertia der Realgomnallalen Studienanstalt ireten die Schülerinnen, welche die Quarta eines Lyzeums mit Erfolg durch gemacht haben, ohne Prüfung ein. Bei der Anmeldung sind Geburtsschein, Impischein und Zeugnisheft der Grundschule vorzulegen. Lochum, den 28. Dezember 1931. Die stadtische Schulverwaltung. Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 11. Januar 1932, vormittags 11 Uhr werde ich in Bochum folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen dar versteigern: 1. 1 Grammophon, 30 Platten, 2. 1 Klavier, schwarz, Idach, 1 Diplomatenschreibtisch. 1 Soka, 1 Bitrine, 3. 1 Registrierkasse National, 4. 1 Tisch. 1 Anrichte, 5. 1 Waschtisch, 6. 1 Lammantel mit Nutrichtkanin= kragen, 1 Lederkosser, 1 Paar Damenstiesel, 1 Paar Damenschuhe, 7. 1 Anrichte, 1 Grammophon, 8. 1 Tisch. 1 Schaukasten. 1 Ladenregal, 9. 1 Gasdackofen, 1 Vertikow, 1 Chaiselonque, 10. 2 Theken. 1 Schreibpult, 1 Delbehalter, 2 Kaffeebehalter, 11. 1 Sprechapparat, 1 Warmwaßserspeicher, Protos, 12. 1 elektr. Echmirgelmaschine Bein. 13. 1 Ladeneinrichtung. 14. 2 Theken, 2 Bufetts. 1 Reksschrank. 1 Eisschrank, 15. 10 Linoleumteppiche, 2 Rollen BalatumTeppich, 16. 1 Langwagen, 17. 63 Grammophonplatten, 18. 1 Klavier Höhne, braun. mit Sessel, 1 Cfen, 1 Beleuchtung, 1 Tiplomatschreibtisch. 1 Eßzimmer(1 Bufett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch. 8 Stühle). 1 Cerviertisch, 1 Teppich, 1 Beleuchtung, 1 Sessel, 1 Biumenkrippe, 1 Gasbackofen, 1 Küchenschrank. Sammelpunkt für Käufer Wirtschaft Mor an. Bochum. Alleestraße 54. Bochum, den 8. Januar 1932. Bierkämper Obergerichtsvollzieher in Bochum. Wiliener Straße 86. Fernruf 698 98. Vergebung von Inslandsetzungsarbeiten. non Gebäude und Schulen sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung geteilt vergeben werden: a) die Jnstandletzung an den Heitungs= und Warmwasserbereitungsanlagen. b) die Instandsetzung an den Licht=, Kraftund Schwachstromanlagen. ) die Lieferung von elektrischen Materialien. Tie Verdingungsunterlagen sind bel der Heizungsabteilung, Rathaus, Zimmer 7. Eingang G, aufgelegt und können, solange der Vorrat reicht, von dort bezogen werden. Die Angebote unter a) sind mit entsprechender Aufschrilt verschlossen bis Mittwoch. den 20. Januar 1932, vormittags 11 Uhr. und die Angebote unter b) und c) bis Montag, den 18. Jannar 1902, vormittags 11 Uhr, an das Hochbauamt— Heizungsabtellung— einzureichen, wo die Oefinung der Angebote im Beisein der anwesenden Bieter erfolgt. Eochum, den 8. Januar 1932. Der Magistrat. Inventur-Ausverkauf Berühmt seit vielen, vielen Jahren— berühmt weit über Bochums Grenzen hinaus— berühmt bel Tausenden und Abertausenden! Aber Jetzt— diesmal— Montag— schlägt der berühmte AlsbergInventur-Ausverkauf alles Dagewesene: So was von Billigkeit— die Prelse kurz und klein geschiaxen— In Grund und Boden gestampft! 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Xaver Sarnowsti ein, der auf dem Castroper Heitweg 414 seine Besitzung hatte Der Verstorbene, ein Mann von noch nicht 50 Jahren, bei allen sehr beliebt und geachtet, zog sich vor einigen Wochen ein schwere" inneres Leiden zu Tatz Aufsuchens eines Sanatoriums, wo er eine Genesung enante, konnte er keine Besserung seines Gesundheitsgustandes erlangen.— Dr. med. Sarnowski kam vor fast einem Jahrzehnt hier nach Gerthe und übernahm die Praxis des verzogenen Arztes Dr. med. Sassen. Später wurde er Knappschaftbarzt und übte auch seit einiger Zeit im hiesigen katholischen Maria=Hilf=Hospital seine ärztliche Tätigkeit aus R. 1. p Silberhochzeit. Die Eheleute Heinrich Düppe und Ehefrau Maria, geb. Deitermann, Bochum=Gerthe, Tiedrich=Benkingstraße 22, feiern heute das Fest der selbernen Hochzeit. Herzl. Glückwunsch! Mannergesangverein Hiltrop. Die sehr gut besuchte Generalversammlung fand im Vereinslokale Duppe statt, die von dem 1. Vorsitzenden W. Lüttkemeier geleitet wurde. Der Verein entfaltete im verflossenen Jahre eine rege Tätigkeit. Die vom Choreiter Figges geleiteten Proben wurden zu 85 Prozent besucht. Jm vergangenen Jahre konnte trotz der wirtschaftlichen Notzeit eine erfolgreiche Konzert= reise nach Soest unternommen werden, ebenso stellte sich der Verein mehrmals in den Dienst der Wohl= tatigkeit. Der vom Schriftführer verlesene Geschafts. bericht wurde einstimmig angenommen. Bei den Neu= wahlen wurde der gesamte alte Vorstand wiederge= wahlt. Zu Gunsten der Winterhilfe veranstaltet der Verein am Sonntag, 17. Januar, unter Mitwirkung des Theatervereins„Bühnenfreunde wergen ein Konzert. lische Jugend zu diesen Fragen einzunehmen hat. Er sprach dann von dem Aufbruch zu einer jungkatholischen Volksfront und von ihrem Wollen. In Erkenntnis, um Schaffung einer sozialen Neuordnung und um eine Wirtschafts. reform, steht die Jugend hinter jenen Männern, die um der Volksgemeinschaft willen eine bessere Zukunft anstreben. Die großen europäischen Fragen, wie allgemeine Abrüstung, Verstandigung mit Frankreich, verlangen von uns eine Haltung, die unserem katholischen Empfinden entspricht. Die katholische Jugend glaubt entgegen anderen politischen Strömungen an wahre Verständigung der einzelnen Volker und setzt sich mit aller jugendlichen Kraft für den Friedensgedanken ein. Um die positiven Krafte, die in der Jugend wirksam sind, einheitlich zu erfassen, ist es notwendig, daß die Jugend hinter ihren Führern steht. Die Fühungt von der katholischen Jugend Opferbereitschaft und Gefolgschaft. Schulung des Wissens und Bildung des Charakters ist oberste und wichtigste Aufgabe. Hinzu kommt der Einsatz in den Parteien. Nur da kann dem Wollen katholischen Jungvolkes Geltung verschafft werden. Hierfür kommt in erster Linie die Zentrumspartei in Frage. Die Aussprache, die nach diesen grundlegenden Hinweisen stattkand, war regsam. Der ernste Wille zur Forderung des Friedens= gedankens kam auch hier zum Ausdruck. Abgelehnt wurden die in manchen Filmen sich zeigenden Ten= denzen militaristischer Art. Sodann verlangte man, der Jugend Raum und Platz zu geben, damit sie ihre begründeten Ideen durchsetzen kann. Rektor Prior lud die katholische Jugend zur Mitarbeit in der Werner Zentrumspartei ein. Dort ständen ihr einflußreiche Stellen offen. Das gleiche betonte Stadtverordnete Finke. Zum Schluß forderte Hubert Peters, der die Aussprache leitete, die Werner Jugend auf, mitzuarbeiten in derjungkatholischen Volksfront. Ihrem Willen zur Tat gab die sehr zahlreich erschienene Jugend Ausdruck in dem Liede„Wann wir schreiten, Seit' an Seit'“. Die Kohlenbuddler vor Gericht. In den Monaten September und Oktober erregte die Nachricht und der Bilderdienst über die Kohlenbuddelei von Tausenden auf der Halde der Zeche„Robert Müser“ großes Aufsehen. Die Verwaltung der Harpener Bergbau A.=G. sah sich wegen des Ueberhandnehmens der Gewerbsmäßigkeit bei diesem Kohlensuchen gezwungen, die Abfuhr zu verbieten. Dieses Verbot hatte zur Folge, daß eine ganze Anzahl Kohlensucher wegen Uebertretung der bergpolizeilichen Verordnungen in Strafe genommen wurden. Vor Gericht wurden gestern sechs Einsprüche in dieser Sache verhandelt. Sämtliche Angeklagten wurden freigesprochen, da das Bewußtsein der strafbaren Handlung fehlt, da die Abfuhr zunächst gestattet, aber erst später verboten wurde. Da Tag und Stunde der Täterschaft nicht nachgewiesen werden konnte, mußte Freispruch erfolgen. 15 leere Flaschen gestohlen.— Drei Monate Gefängnis. Ein reumütiges Bekenntnis legten die beiden Angeklagten K. und B. von hier vor Gericht w. die in ihrem jugendlichen Leichtsinn bei dem Bierverleger B. von hier 15 leere Mineralwasserflaschen entwendeten und sie für 75 Pfg. Gesamterlös an einen zweiten Handler M. veräußerten. Das Gericht konnte nur die geringste zulässige Strafe verbängen und die Angeklagten zu je drei Monaten Gefängnis verurteilen. Die Strafaussetzung wurde bei drei Jahren Bewahrungsfrist in Aussicht gestellt. Aus der Nachbarschaft. Zeierabendgemeinde. Die zweite Spielbälfte der seierabendgemeinde nimmt am Dienstag. 12. do. Mis., ihren Anfang mit einem Vortrag. Kurt Niel= schers. Berlin, über„Das unbekannte Spanien“ mit Lichtbildern. Neue Mitglieddkarten sind an der Abendkasse und bei Geschwister Haas zu haben Bochum-Hiltrop. Hühnermarder. Ein Stall des Hauses Vergener Straße 59 wurde in der Nacht zum 7. 1 1W32 erbrochen. Hier erbeuteten die Tater sechs Hühner und einen Hahn. Bochum-Langendreer. Wer kann Angaben machen? Eine Ehefrau aus Bochum=Langendreer wurde am 6. Januar von einem Radfahrer auf der Horder Straße in Vochum=Lan= gendreer angefahren und zu Boden geworfen. Die Frau trug Verletzungen davon und wurde dem Knapp= schaftelkenhaus in Bochum=Langendreer zuge= führt. Lebensgefahr besteht nicht. Der Radfahrer fuhr, ohne sich um die Verletzte zu kümmern, davon. Wer hat den Vorfall beobachtet und kann sachdien= liche Angaben machen? Mitteilungen nehmen samt= liche Polizei= und Landjägereidienststellen entgegen. Münzfernsprecher erbrochen. Jn der Nacht zum Freitag wurde von biöher unbekannten Tätern der Münzfernsprecher auf dem Amtsvorplatze er= drocher. Der Täter hatte es anscheinend auf den Jn= halt des Apparates abgesehen, doch vergriff er sich * seiner Unkenntnis, da er die Apparatur anstelle des Geldlastens zerstörte. Piderborner Berrin. Am morgigen Sonntage bendet im Merkelschen Saale, nachmittags um 5 Uhr. die Jahreshauptversammlung statt. Nach Schluß der N.Sammlung wird Studienrat Gerdes einen Licht= be dervortrag halten.(Siehe Jnserat.) dellügeldiehe. J Nacht zum wurde der Stall eines Hauses des Vornackerweges er= brrchen. Geitohlen wurden fünf Huhner und ein Hahn. Ter Hahn und zwei Hühner wurden in der des Tatortes abgeschlachtet. Bochum-Werne. Ausspracheabend der kath. Jugend. Zu einem Ausspracheabend halte man am Montag die ältere katholische Jugend eingeladen. Galt es doch einmal Stellung zu nehmen zu den wichtigen Fragen, die in dem gewaltigen Ringen des Augenblicks um eine bessere Zukunft des deutschen Volkes, die katholische Jugend bewegen. Jos. Schirpenbach, Bochum, der den einleitenden Vortrag übernommen hatte, zeich= nete klar und dentlich die Stellung, welche die katho= Castrov-Kaurel. Erhängt aufgefunden. Am 7. Januar wurde in einem Gebüsch an der Ritterhofstraße in CastropRauxel ein Mann an einem Baum erhängt aufge= sunden. Wie die polizeilichen Nachforschungen eraaben, handelt es sich bei dem Toten um einen 81 Jahre alten Arbeiter aus Castrop=Raurel. Der Tote war schon längere Zeit schwermütig und dürfte aus diesem Grunde Selbstmord verübt haben. herne. Die Schlange im Bananenwaggon. Eine bekannte Bananenimportfirma, die hier auf der Holthauserstraße eine Niederlage unterhält, ließ am Vormittag des Mittwoch auf ihrem Ladestrang eine Bananen= sendung aus ihrem Spezialwaggon ausladen. Plötzlich hörten der Sohn des Geschaftsführers R. wie die Angestellten verdächtiges Rascheln zwischen einigen Bananenbüscheln. Vorsichtig bewaffnet trat Herr R näher und entdeckte eine ca. 80 Zentimeter lange und 4 Zentimeter dicke westindische Schlange. Auf der Insel Santa Maria hatte der Banmnendampfer „Chirripo“ für die Firma Elders und Fuffes. London, Bangnen verfrachtet, die in Bremerhafen direkt in Spezialwaggond umgeladen und dann nach hier versandt worden waren. Wanne-Eickel. Eine langere Störung des Straßenbahnverkehre trat gestern abend gegen 5 Uhr auf der oberen Hin= denburgstraße in Eickel dadurch ein, daß an einem Wagen des Flaschenbierhändlers B. in voller Fahrt die Vorderachse brach. Der Straßenbahnverkehr mußte längere Zeit hindurch durch Umsteigen geregelt werden, da der umgestürzte Wagen die Schienen versperrte. Ein Hase gefährdet den Verkehr. Eine zigenartige Verlehrsstörung verursachte auf der Hindenburgstraße unweit der Reichsbahn ein Hase, der in die Rader nes Rollfir gelaufen war. Das Kraftdreirad wurde schwer beschadigt und mußte abgeschleppt werden. Der rahrer blieb unverletzt, wahrend Meister Lampe sein Leben lassen mußte. Rohe Zerstörungswut ließen einige junge Vurschen, die leider unerkannt entkamen, an der Umfassungsmauer des Sportplatzes an der Landgrafenstraße im Stadtteil Eickel aus, die von den Mitgliedern mit vieter Mühe in emsiger Arbeit aus Rasen= stücken errichtet worden war. Die Rasenmauer wurde an verschiedenen Stellen zu nächtlicher Stunde verstort und abgetragen. Hoffentlich gelingt es, die Nohlinge zu erwischen und sie bald einer exemplarischen Strafe zuzuführen. Stadttheater Bochum. Heute, Samstag abend, von 2 Uhr. wird für den Weißen Rina eine ibermalige Wiederholung der„Cperette mit Hinder= nissen„earamba“ oder„Colores und die Para.ellen gegeben. Auch fur den freien Ver= kauf stehen noch genügend Karten zu Preisen zwi= schen 11.50 und 8.50 RM. zur Verfugung. Die für morgen, Sonntag, angekundigte Auffubrung des Ersten Teils von Goethes„Faust“ dauert von 17—22,30 Uhr. Die Vorstellung gent ausser Vormiete vor sich und zwar zu besonders niedrigen volkstumlichen Preisen von 0,50—8.50 RM. Die Aufführung des Zweiten Teils von Goethes„Faust", die nntag über ac wurde wird zu den gleichen Bedingungen gegeben. für beide Teile des Werkes zugleich Eintritts= karten nimmt, bekommt eine Preibermäßigung von Prozent in Anrechnung gebracht. Fur Montag zwei Auffuhrungen zu erwarten, nachmittags von 16.80— 16.30 Uhr gelangt als dritte Veranstaltung des Schuler=Znklus Calderons Schauspiel„Die Andacht zum Kreuge“ zur Aufführung, zu der noch Einzelkarten zum Preise von 70 Pfg. und 1,40 M. zu haben sind. Am Montag abend bekommt die Vormiete A von 20,15— 23 Uhr eine abermalige Aufführung von„Caramba“ zu sehen. Der Vorverkauf für beide Montagveranstaltungen ist seit gestern bereits im Gange. Morgen, Sonntag, beginnt der Vorverkauf für die bereits angekündigte Premidre von Mussorgskys musikalischem Volksdrama„Joris Godunow". Dieses anspruchsvolle Werk wird, so bekannt und geschätzt es auch ist, immer eine Seltenheit auf dem Spielplan sein. So wird es gewiß auch mit Verstandnis aufgenommen, wenn die bevorstehende Première des Werkes als Sonderfall behandell wird. Da im ganzen nur zwei Aufführungen des„Boris Godunow“ dem Repertoire eingefügt werden konnen, mußte die Premiere für zwei Vor= mieten gemeinsam angesetzt werden und gwar für die Vormieten B und C. Die im freien Verkauf zur Verfügung stehenden Kurten werden ab morgen, Sonntag, zu Preisen zwischen 1 RM. und 6.50 RM. un der Vorverkaufskasse zur Ausgabe gelangen. T andere, für die nächste Woche bereits angekündigte Premiere, ist für Donnerstag in Aussicht gestellt. ut John Bradleys dreiaktiges Abenteuer „Nopf in der Schlinge“, das der Braune Ring bekommt, das aber auch gleichzeitig als Wahlvor= stellung für alle übrigen Ringe vorgesehen ist. Buhnenvolkebund. Als Januar=Pflichtvorstellung der Serien A und C kommt am 16. Januar(Samstag„ulamoa zur Aufführung. Der Vorverkauf beginnt am Montag, dem 11. Januar, für die Nrn. 1—400, am Dienstag, dem 12. Januar, für die Nrn. 400—Ende. Operettentheater, Bochum. Heute abend 8 Uhr: Erstaufführung der beliebten Operette„Der Bettelstudent". In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Frl. Anny Delp vom Stadttheater Maing als Gast. Trude Hesse und Tille Dirkens. Die Herren C. H. v. Baum. Joseph Heckhaufen. Erich Frügge. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Maubach, die Regie Erich Flügge. Morgen(Sonntag), abends 8 Uhr: Wiederholung der Cperette „Der Bettelstudent“. Eintrittskarten für heute und morgen sind an der Theaterkasse(Tel. 66534) und in den Vorverkaufsstellen zum Preise von 040—1,80 RM. zu haben. Die Theaterkasse ist vormittags von 11—1 Uhr und nachmittags ab 4 Uhr geöffnet. Der großen Nachfrage wegen empfiehlt es sich, die Karten möglichst im Vorverkauf zu bestellen. Morgen, Sonntag, Parkhaus=Konzert. Unter Leitung von Konzertmeister Curt Hofmann findet morgen, Sonntag, den 10. Januar, nachmittags von 4 bis 6 Uhr in den Salen des Parkhauses ein Unterhaltungskonzert des Stdtischen Orchesters statt. Der Eintrittepreis betragt 30 Rpf., Zehnerheft 2.50 RM., Schüler 20 Rpf.(S. Anzeige.) Die ersten Feierschichten auf der neuen Harpener Kohlenwäsche. Auf der neuen Kohlenwäsche der Harpener Bergbau A=G. am Rhein=Herne=Kanal mußten am Donnerstag bereits Feierschichten für alle drei Schichten eingelegt werden. Der große Betriebsbahn= hof mit seinen 13 Verladegeleisen ist überfüllt mit beladenen Kohlenwagen. Ben der Treppe gestürzt ist gestern die Frau des Arbeiters Ernst R., die auf dem Grenzweg eine bekinnte Familie besucht hatte und in der abendlichen Dunkelheit im Treppenhaus fehl trat. Sie wurde mit schweren inneren Verletzungen dem Krankenhause zugeführt. Kinder als Fuhrwerkslenker. Bekanntlich ist es verboten, Kindern die Lenkung von Fuhrwerken anzuvertrauen. Eine Uebertretung dieses Verbots führte gestern nachmittag auf der Eickeler Marktstraße zu einem Verkehrsunfall, der glücklicherweise ohne ernste Folgen verlief. Ein kleiner Lenker eines Milch= wagens stieß dort in der Kurve mit einer Handkarre zusammen, wahei der Handwagen umstürzte und aufe Pflaster fiel. Personen wurden nicht verletzt. Hohes Alter. Ihren 70. Geburtstag feierte Witwe A Krüger, Burgstraße 118, in voller Rüstigkeit Goldhochzeit konnten unter Beteiligung des Krieger= und Landwehrvereins, der Feuerwehr und zahlrescheranderer Vereine und Freunde, sowie ihrer Pflegekinder im Rahmen einer kleinen Feier die Ebe= leute Heinrich Vogelsang und Frau Anna, geb. Wittland begehen. Dem Jubelpaare wurden viele Ehrungen zuteil. Silberhochzeit feierten die Eheleute Anstreichermeister A. Röhrich und Frau Luise, geb. Engelbrecht, Feldstraße. Ein frecher Diebstahl, der erst jetzt bekannt wird, wurde von mehreren unerkannt entkommenen Einbrechern in der Filiale eines Lebensmittelgeschäftes „Auf der Wibe, in der Nahe der Eisenbabnunterführung verübt, obgleich sich unmittelbar vor dem Gause ein Bahnwärterhäuschen befindet. Die Einbrecher begannen ihr Werk bereits gegen 2 Uhr und nachdem sie eine Glasscheibe der Türfüllung, anscheinend fast lautlos, eingedrückt, ferner das Schutzgitter und die Schutzstange gelöst hatten, stahlen sie Lebensmittel aller Art im Gesamtwerte von rund 200 Mark. Lebensmitteldiebe. In der Nacht zum 7. Januar drangen unbekannte Täter in die Räume des Lebensmittelgeschaftes R.„Im Erlenkamp“ ein und entwendeten 8 Pfund durchwachsenen Speck, 5 Pfund Mettwurst. 12 Pfund Tilsiter Käse, 10 Pfund Holländer Kase, 5 Pfund Emmenthaler Kase, eine Mille Zigaretten der Marken Ulmenried, Overstolg, Ova und Deutschmeister und einige Pakete Tabak im Gesamtwerte von ca. 1000.— Mark.— Am 6. Januar, gegen 22 Uhr, gelang es Dieben in das Lebensmittelgeschäft B. n der Wilbe“ einzubrechen. Gestohlen wurden eine Menge Lebens. und Genußmittel, wie Blasenschmalz, Butter, geräucherter Speck. Mettwurst, dolländer Kase, mehrere Kisten Zigarren, Zigaretten der Marken Salem und Ulmenried und 40 Päckchen Zigarettenpapier, Marke Gizeh. Wattenscheid-Eppendorf. Der St. Theresien=Kirchenchor gegründet. Anstelle der bisherigen Gesangabteilung, die aufgelöst wurde, erfolgte in diesen Tagen die Gründung eines regelrechten Kirchenchores. Die Gemeinde wird über die Einrichtung hoch erfreut sein, da ein Kirchenchor, der durch seine religiöse Einstellung und durch seine gesanglichen Leistungen auf der Höhe ist. der Stolz einer katholischen Gemeinde ist. Zentrumspaktei W.=Eppendorf. Sonntag, 10 Januar, nachmittags 6 Uhr, findet im Lokale der Witwe Echterhoff die diesjahrige Hauptversammlung statt. Da sehr wichtige Angelegenheiten besprochen werden. müssen alle Mitglieder pünktlich erscheinen. Freunde und Gönner sind willkommen. Wattenscheid. Diebstähle. In Wattenscheid wurde aus dem Ein= gang eines Geschäftes an der Oststraße 10 Plockwürste gestonen.— Am gleichen Tage wurden aus einem Personenkraftwagen vor dem Hause Hansastraße 83 eine dunkelbraune und eine hellbraune Aktentasche mit Geschaftspapieren entwendet. Eigentümer gesucht. Von der Kriminalpoligei in Wattenscheid wurde eine Komet=Lichtmaschine, Fabrikat Haas u. Co., G. m. b. H., Nürnberg, 6 Volt, 5 Ampere, die zweifellos aus einem Diebstahl her= ruhrt, sichergestellt. Politisches Verbrechen oder Unglücksfall? Ein Mann in seiner Wohnung niedergeschosfen. Hattingen. Die Polizei verhaftete in Hattingen zwei Kommunisten, die in dringendem Verdacht stehen. emnen anderen Kommunisten, der gemeinsam mit ihnen zu einer Gruppe gehort, niedergeschofen zu haben. Der Mann wurde im Hausflur seines Hauses mit einem Leberschuß schwer verletzt aufgefunden und ins Krantenhaus eingeliefert, wo er hoffnungslos darniederlieat. Von der einen Seite wird der Vorgang so dargestellt, als habe sich der Schuß versehentlich gelost. Der Sterbende machte jedoch Aussagen, die darauf hindeuten, daß es sich moglicherweise um eine Tat mit politischen Hintergrunden handelt. Die pol= zeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Hierzu teilt die Polizeipressestelle mit In der Nacht vom 4. zum 5. Januar wurde der Arbeiter O. E. aus Hattingen mit einer schweren Schußverletzung in das Krankenhaus in Hattingen eingeliefert. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß in der fraglichen Nacht Mitglieder der K.P D. in einer Wohnung mit Schneulfeuerwaffen hantiert haben. Hierbei schoß der Parteifunktionär L. auf den E. Der Täter und sein Bruder wurden festgenommen und dem Amtsgericht Hattingen zugeführt. Die Ermittlungen über das Motiv der Katastrophe sind noch nicht abgeschlossen. 29. Nationale Deuksche GeflügelAusstellung. Essen. Vom 22.—24. Januar findet in den drei großen Hallen 1. 5 und 6 des Essener Ausstellungsgeländes die 29. Nationale Deutsche Geflügelausstellung statt. Es wird dies die großte und bedeutendste Geflügelschau, die je im rheinisch=westfälischen Industriegebiet und am Niederrhein gezeigt wurde. 10 000 der besten und schönsten Tiere der deutschen Geflügelzucht sind schon jetzt vor Meldeschluß bestimmt zu erwarten. Nach den vielerlei Anfragen aus dem Auslande, besonders aus Holland und Belgien, bringt man in diesen Nachbarländern der„Nationalen“ ein reges Interesse entgegen, so daß ein großer Besuch aus diesen Ländern zu erwarten ist. Das Protektorat über die Veranstaltung hat der Essener Oberbürgermeister Dr. Brach! übernommen. Rund 150 der bedeutendsten und anerkanntesten Geflügelpreisrichter aus allen deutschen Gauen werden die große Zahl der Tiere richten. Am Freitagnachmittag fand ein Presseempfang zuchtvereine Essen=Stadt und=Land berichtete über die Vorarbeiten. Die Nationale Geflugelausstellung set 1 Rassegeflügels. Am 22. Januar, 15 Uhr. ist die Eröffnung der Ausstellung, zu der auch der Preußische Landwirtschaftsminister und der Preußtsche Wohlfahrtsminister erwartet werden. Es haben etwa 140 Sondervereine und Verbände von Züchtern aller Rassen und Farhenschläge die Beschickung der Schau angemeldet.— Der Ausstellungsleiter, Gartendirektor Korte machte Ausführungen über den Aufbau der Ausstellung. Es besteht Ausstellungsmöglichkeit fur 15000 Kafige. Neben dem Raum für die Kafigreiben ist auch genügend Gelegenheit zur Ausstellung der in die Geflügelzucht einschlagenden Industrieartikel gegeben. Auf dem Platz zwischen Halle 1 und 5 kann ein klei= nes Farmhaus besichtigt werden. Gleich am Eingang der Halle 5 überrascht eine reschhaltige mit exotischen Vogeln besetzte Voliere. In Halle 6 zeigt die Essener Vogelwarte einen Hühnerhof. Die diesjährige Natio= nale Geflügelschau in Essen wird sich zweifellos durch ihren einheitlichen und schmuckvollen Aufbau würdig an ihre Vorgangerinnen anschließen. * Wieder Beraubungen der öffentlichen Münzsern= sprecher. In letzter Zeit haufen sich wiederum die Beraubungen und Beschadigungen der Münzfernsprecher ganz erbeblich. Ganz offensichtlich haben es die Tater hierbei nicht nur auf das Geld abgesehen, sondern sie beschadigen und zerstören hauptsächlich die Apparate. Das Publikum wird daher erneut gebeten, auf die auf den Straßen und Plätzen aufgestellten Münzfernsprecher zu achten und von verdächtigen Wahrnehmungen dem nächsten Polizeibeamten Kenntnis zu geben. Die Oberpostdirektion Düsseldorf has für die Ermittlung der Täter eine entsprechende Belohnung ausgesetzt. Ueberfall auf einen Nachtwächter. Am Freitag in den frühen Morgenstunden, traf der Nachtwächter einer Firma in der Gerlingstraße vier noch unbekannte Männer, die mit Säcken beladen aus der Heilermannstraße kamen. Der erste der Männer rief dem Wachter„Halt!“ zu und feuerte sofort fünf Schüsse auf ihn ab, ohne jedoch zu treffen. Nachdem der Wachter ebenfallseinen Schuß auf die Männer abgegeben hatte, ließen diese die Sacke fallen und ergriffen die Flucht. Einer der Männer— der Schütze— faßte sich nach dem Schuß des Wächters an den linken Arm und schrie„Au. Vermutlich ist dieser durch den Schuß getroffen und verletzt worden. In den Säcken befanden sich Lebensmittel, die die Täter bei einem Einbruch in einem Lebensmittelgeschäft in der Solling= straße erbeutet hatten. Aus dem Gerichtssaal. Nun doch verurteilt. Bochum. Der Kutscher Wilhelm G. war seitens des Schöffengerichtes von der Anklage der Unterschlagung wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden, dagegen der Zimmermann Heinrich S. wegen Urkundenfälschung und Betruges zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Beide hatten gegen dieses Urteil bei der großen Straikammer des Landgerichtes Berufung eingelegt. Da S. wegen eingetretener Krankheit nicht erscheinen konnte. wurde sein Verfahren abgetrennt. Bei Gr. kam das Gericht zur Aufhebung des freisprechenden Urteils und erkannte wegen Unterschlagung auf drei Wochen Gefängnis. Erfolglose Bernfung + Bochum. Der Rollfirjahrer Franz G. hatte durch eigene Schuld am 21. September vorigen Jahres mit seinem Rollfix einen Uniall berbeigeführt, für welchen ihn das Schöffengericht mit 100 Mark Geldstrafe belegt hatte. Diese Strafe sah er als zu boch an und legte gegen das Strafmaß Berufung ein. Die Große Straskammer des Landgerichts bielt aber die Strafe sur durchaus angemessen und verwarf die Berufung. Ein treues Vaterherz hat aufgehört zu schlagen Nach Gottes hl. Willen entschlief sanft und gottergeben. nach schwerem, mit wahrhaft christlicher Geduld ertra enem Leiden, wohlvorbereitet durch einen christlichen Lebenswandel uud gestärkt durch den ötteren Empfa g der heil. Sakramente, unser guter, lieber Vater, Schwiegervater, Grobvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare Der große Augenblick ist da, wo weder einmal in jedem Geldbeutel ein Sonnenstrahl— ein Lichtblick failt. — Diesmal kommt der Inventur-Ausverkauf fôr jeden wie geruten, denn viele Anschaffungen mußten zurückgestellt werden. Sehen Sie sich einmal jetzt die Schautenster an Dlese Qualltaten- und erst die Im Alter von fast 79 Jahren. Er folgte unserer lieben Mutter nach eineinhalb Jahren. In tiefer Trauer: Peter Speeth u. Frau, Maria geb. Niggemann Johann Niggemann u. Prau, Emilie geb. Herberhold Hermann Niggmann u. Frau. Gertrud geb. Herbernold Wwe. Franz Lange, Josefine geb. Nizgemann August Niggemann u. Frau. Emilie geb. Weingartz Wwe. Heinrich Niggemann, Käthe geb. Arrdt Fritz Greve u. Prau. Theresia geb. Niggemann Richard Pecher u. Prau. Rosa geb. Niggemann Perdinand Niggemann jun. u Frau, Johanna geb Pecher Franz Niggemann u. Prau, Christine geb. Niggemann Aenne Niggemann nebst 31 Enkeln, 4 Urenkeln und sonstigen Anverwandten. Bochum-West, Bochum und Gladeck. den 8 Januar 1932 Preise- werden Sie Überraschen. Von Jeherbeluns Traditlon — Gute Qualitäten! Billige Preise tauerst zum guten Spezialgeschäft mmnnnmm FamilienNachrichten Bochum Pochum. Charlotte Joe 70 J., Bochum. Das feierliche Seelenamt ist am Dienstag, dem 12. Januar 1932, vormittags 7.40 Uhr, in der Si. Anna-Kirche BochumWest, darauf tolgt die Beerdigung um 9 Unr vom Trauerhause, Bochum-West, Kohlenstraße 161, zum kath. Friednof Boch.-Weitmar. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. für alle Klasse grundlich. preiswert. Anfragen unter B. 5169 a. d. Gesch Nur von Selbsgeber Inventur-Ausverkauf auf erste oder 3000 M. auf zweite Hupothel gesucht. Eichere Kapi= talanlage. Cllerien unter P 5178 an die#c. chaftsstelle der. 3ig Die neuen Frühjahrsstoffe stehen vor der Auslieferung. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Else Sarnowski geb. Selig Bochum-Gerthe, Breslau, den 8. Januar 1932. Dol 4 Stau Bongardnroße 3 tiU Betten Stahl a Molsl Potal. st mair. Kinderb.Chalsel eden. Tellahig. Kate Elsenmöbelfaheib 9abl. Ertinder— Vor wartsstrebende Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden anläßlich des Heimganges unseres lieben Vaters Herrn Wilhelm Bracht sagen wir allen herzlichen Dank. Geschwister Bracht. Bochum, den 9. Januar 1932. Näheres kostenlos durch F. Erdmann& Co., Berlin SW 11 Das Seelenamt findet am Dienstag, dem 12. Januar um 7.45 Uhr, in der Pfarrkirche zu Bochum-Gerthe, die Beisetzung in Breslau, von der Friedhotskapelle Oswitz(Pfarrei St. Michael) aus statt. Ischlas oder 9l0 leidet. tetleich gern oftenirel mit. wameine Frau schneil und billig kurierte lo Pig. Ruckp. erbei Maller, Oberlefre6 d. 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Aar Ve . decken,Daunendecken,fertige Federbetten, Autlegematratzen, Reform- Unterbetten, Metallbetten,KinderErmäßigung betten, Schlat-Oecken. Ausgenommen oinige mit Netto bezeichn. Artikel Die Beerdigung findet statt am Montag. dem 11. Januar, 15.30 Uhr vom Trauerhause, Castroper-Hellweg 411, aus. Das feierliche Seelenamt ist am Montag, dem 11. Januar, morgens um 7,40 Uhr, in der Pfarrkirche zu Bochum-Gerthe. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene die-e als solche. Bettenhaus tinen neuen Hut Harry Wolff auchen Sie nicht, wenn Sie Ihren altenl Bieuerberatung erren- oder Damenhut bei mir aut- Rechtsbüro, Bochum remigen oder färben lassen."AROblenn, 16 Nullabrik N. HullerRe Ramoue ochum. Viktoriastr. 51. Marekc Leiephon 61464 Bochum, nur Mühlenstraße 2, am Rathaus Ich habe keine Filiale. Täglich Betttedern Reinigung Werbt neue Leser! Klingelzeichen der Besserung? Die Bedeutung der Wallstreel-Haussen. In den letzten Wochen ist es mehrfach zu plötzlich auftretendem starken Aufsteigen der Kurse an der Newyorker Börse gekommen. Aber während man noch vor 1½ Jahren jede Hausse=Bewegung als ein Anzeichen des Umschlages der Konjunktur bewerten zu können glaubte, ist man jetzt vorsichtiger und skeptischer geworden. Dies mit Recht. Denn auch keine der Aufwärtsbewegungen der letzten Zeit hat auch nur ein paar Tage angehalten, die Kurse bröckelten ab, und eine Woche später verzeichnete der Börsenticker neue Tiefkurse. Es ist soweit gekommen, daß selbst die bedeutendsten Unternehmungen die Börsenzettel mit einem Aurstiefstand geführt werden, wie ihn niemand für möglich gehalten hätte. Zahlreiche Papiere notieren um 50 Prozent niedriger, als der tiefste jemals an der Newnorker Börse ausmachende Kursbetrag lautete. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn zuweilen eine plötzliche starke Aufwartsbewegung eintritt, weil viele Leute der Ansicht sind, das augenblickliche Kursniveau sei völlig abnormal, und es werde eine gründliche Korrektur nach oben eintreten, wie nach Zeiten einer Herauftreibung der Kurse ein entsprechender Kurssturz erfolgt. Bis zu einem gewissen Grade wird man dieser Ansicht sogar beipflichten können. Denn unter der Voraussetzung, daß überhaupt eine Aufrechterhaltung der Wirtschaft der Einzelstaaten bzw. der Weltwirtschaft möglich ist, stellt die augenblickliche Bewertung der verschiedenen Wertpapiere geradezu ein Kuriosum dar. Es ist richtig, daß viele Gesellschaften und bedeutende Unternehmungen in vergangenen Jahren mit großen Verlusten gearbeitet haben, und es erscheint auch fraglich, ob sie 1032 bereits mit einem Gewinn abschließen können. Aber die Dividendenreduzierung oder gar der Ausfall der Dividenden steht in gar keinem Verhältnis zu dem Kurssturz zahlreicher Papiere. Die Tatsache, daß der Inhaber einer Aktie entsprechend seinem Anteil an dem ganzen Unternehmen beteiligt ist.= spielt heute fast gar keine Rolle mehr. Zum Teil wird diese Einstellung dadurch befordert, daß alle Wertberechnung ins Schwanken geraten ist. Das zeigt sich deutlich in den ausführlichen Diskussionen, die über die Notwendigkeit völlig geänderter Abschreibung geführt werden. Andererseits ist es natürlich ausgeschlossen, daß bei einer normalen Wirtschaftsführung die Wert papiere nach dem augenblicklichen Stand bewertet werden. Die Kurse, die zuletzt festgestellt wurden, sind das Ergebnis einer schweren Kreditstörung, die durch die bekannten Tatsachen hervorgerufen worden ist. Bei einer Konsolidierung der Verhältnisse wird als erstes ein gewisser natürlicher Ausgleich eintreten, wenn auch nicht damit zu rechnen ist, daß die Wertpapiere in absehbarer Zeit auch nur entfernt das Kursniveau erreichen, das sie noch vor einem Jahre hatten, ist mit einer wesentlichen Konjunktur nach oben doch zu rechnen. Verschiedene Ereignisse der letzten Zeit beweisen, daß doch schon kraftige Durchbrüche zu einer Besserung der allgemeinen Lage möglich sind. Für Amerika sei auf verschiedene wichtige Vorgange gewiesen, auf die Weizenhausse, die Aussichten auf eine Preisbesserung für Kupfer, schließlich die Bemühungen des Präsidenten Hoover, durch eine Auflockerung des Kreditsystems energisch die Depression zu bekämpfen. Hoover hat anläßlich der Wiederaufnahme der Arbeiten durch den Kongreß durch eine Sonderbotschaft dringend ersucht, unverzüglich an eine Beratung des Programms über den wirtschaftlichen Wiederaufbau im Innern zu gehen. Dieses, das bekanntlich Anfang Dezember dem Parlament vorgelegt wurde, sieht u. a. die Bildung einer Rekonstruktions=Korporation vor, die mit einem Kapital von zwei Milliarden ausgestattet werden soll. Der Bankenausschuß des Senats hat bereits sein Einverständnis zu der Bildung dieser Wiederaufbaugesellschaft erklärt. Bei den gewaltigen Summen, die in Amerika als Kredite eingefordert sind, ist der Betrag von zwei Milliarden natürlich wel zu klein, um eine fühlbare Erleichterung zu bringen. Aber es wird allein bei dieler Maßnahme nicht bleiben Vielmehr ist mit weiteren groszügigen Hilfsmaßnahmen zu rechnen. Hier bietet sich also für den Amerikaner eine Chance, die von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Dazu kommt, daß die Zeit des Nurpessimismus vorüber ist, daß das für Amerika so wichtige Eisenbahnproblem durch Vereinigung einer Reihe notleidender Gesellschaften eine vielversprechende Lösung finden dürfte, und im übrigen werden auch die europäischen Verhandlungen nicht mehr so ungünstig beurteilt, wie noch vor kurzem. Alles das sind nur stimmungsmäßige Momente Doch genügten sie, dem scheinbar endlosen Kursverfall in Newyork Einhalt zu bieten und eine Festigung herbeizuführen. Diese ist um so wichtiger, da sie nicht als eine Jahresschlußhausse anzusehen ist, sondern erst nach Erledigung der Aurssteigerungen, die durch Anlagekäufe und durch das Bemühen, möglichst die Finanzkurse zu frisieren, üblich ist, eintrat. Das Wort von dem Silberstreifen am Horizont ist in Mißkredit geraten, und auch der Vergleich mit der Taube, die Noah aus der Arche aufsteigen ließ, um festzustellen, ob die Wasser bereits sinken, erfreut sich nicht mehr großer Beliebtheit. Allzu oft wurden optimistische Betrachtungen durch die Tatsache widerlegt. Auf der anderen Seite muß man jedoch feststellen, daß die Situation für eine grundlegende Bereinigung der Wirtschaft und ihre endgültige Ge sundung erheblich günstiger geworden ist, als dies in der letzten Zeit der Fall war. Bevor die große Baisse in Wallstreet ausbrach, hat es entsprechend einem alten Aberglauben der Börsianer dreimal geklingelt. Vielleicht bedeuten die nun schon mehrfach erfolgten Kurssteigerungen der Newyorker Börse das erste Zeichen für eine durchgreifende Besserung. I.S : Lohnfestsetzung für das westbeutsche Stuckgewerbe. Der Schlichter für den Bezirk Westfalen traf auf Grund der 4. Notverordnung des Reichspräsidenten vom 8. Dezember 1931 folgende bindende Entscheidung: Der bisherige Vertrag wird mit der Aenderung wieder in Kraft gesetzt, daß die Stunden=Löhne betragen: in Ortsklasse 1 1.31 RM., in Munner 1.21 RM.. in Ortsklasse 2 1.11 RM.. in Ortsklasse 3 10 RM. Diese Regelung gilt vom 1. Januar 1082 und ist laufend mit monatlicher Frist, erstmalig zum M. April 102, kündbar. Die Entziehung der Kinderzulagen. Der Reichsarbeitsminister bat socben in einem Erlaß auf den Wegfall der Kinderzulagen und Waisententen aus der Sozialversicherung über das vollendete 15. Lebensjahr hinaus laut Notverordnung hingewiesen. Diese Vorschrift findet mit Wirkung vom 1. Januar 1122 auch Anwendung auf Renten aus Versicherungsfällen, die vor dem 1. Januar 122 eingetreten sind. Die Entziehung der Kinderzuschusse und Waisenrenten aus den Versicherungen trifft, so heißt es in dem Erlaß, in großem Umfange auch die Kinder Schwerbeschädigter und die Kriegerwaisen, so daß mit zahlreichen Anträgen auf Erhöhung oder Gewährung von Erziehungsbeihilfen sowie von Kinderzulagen und Waisenrenten bei Berufsausbildung über das 1d. Lebens jahr hinaus zu rechnen ist. Der Reichsarbeitsminister ersucht, diesen Anträgen insoweit zu entsprechen, als das Einkommen der Kinder zur Durchführung der Berufsausbildung nicht ausreicht und die unterhaltepflichtigen Angehörigen oder die Stiefeltern nicht in der Lage sind, die fehlenden Mittel aufzubringen. Waisenrenten und Kinderzulagen bei Berufsausbildung über das 18. Lebensjahr hinaus sowie Erziebungsbeihilfen dürfen jedoch nicht gewährt werden, wenn die Ausbildung der Kinder offenbar in Hinsicht auf die Erlangung von Versorgungsbezügen absichtlich verzögert wurde oder verzögert wird Der Straßenraub an der Königsallee auf geklärt. Am 9. Dezember 101 wurde auf der Konigsallee, in der Nähe des Südparkes, eine Ehe frau von Straßenräubern überfallen. Die Täter entrissen ihrem Opier einen Handkoffer, in dem sich eine Damengeldvörse mit 15 RM. Inhalt und sonstige kleine Gegenstände befanden. Der Bochumer Kriminalpolizei gelang es nach umfangreichen Fabndungen nunmehr, die zwei Täter festzunebmen. Es handelt sich um junge Burschen aus Bochum. Sie leugneten zuerst die Tat, mußten aber dann unter dem Druck des belastenden Beweismaterials den Raubüberfall eingestehen. !) Betriebeunfälle. Am Donnerstag ereignete sich im unterirdischen Betrieb der Zeche Prinz Ne gent ein schwerer Unfall. Bei der Beförderung der Bergleute in das Revier entaleiste ein Wagen des Zuges; hierbei erlitten zwei Bergleute schwere Verletzungen und mußten ins Bergmannsheil überführt werden.— Auf der Zeche Julius Philipp erlitt am Freitagmittag ein Schachtbauer einen Unfall. Er mußte ebenfalls ins Begmannsbeil gebracht werden. Schwerer Unfall. Als die 61jährige Witwe T. aus der Erlenstraße im Begriff war. ihr Vieh za füttern, stürzte sie eine bohe Steintreppe berab. Der Arzt stellte schwere Verletzungen, besonders an den Beinen, fest. Der Zustand der Bedan werten ist besorgniserregend. Vereinskalender. Kath. Gesellenverein Bochum=Zentral. Sonntag= morgen gem. bl. Kommunion in allen Pfarrkirchen. 11 Uhr Aufnahme neuer Mitglieder und Beitragszahlung. Montagabend: Religionsvortrag.— Zum letzten Male„Willis Frau“ am Mittwoch, dem 13., abense 8 fhr Kath. Gesellenverein Bochum=Zentral: Turnaht. „Wanderglück". Morgen, 8,30 Uhr. gem. bl. Kommunion der Turner in der Marienkirche. Danach für alle Mitglieder und Ehrenmitglieder der Abt. im Pinzenzsaale gem. Kaffeetrinken mit Kuchen(frei. Anschließend Generalversammlung, wozu wir unsere Mitglieder und Ehrenmitglieder herzlich einladen. Der Vorstand. Kath. Jungmänner=Berein St. Meinolphus. Die Gemeinschaftsmesse ist nicht 7.30 Uhr sondern 6.30 Ubr. D. J. K.=Abt.„Westfalen“ Langendreer. Sonntag. 10. Januar, um 19.30 Uhr. Generalversammlung bei Merkel. Erscheinen aller Mitglieder ist erforderlich. Paderbörnerverein Bochum. Sonntag. 10. Januar, nachm. 4.30 Uhr Versammlung im Vereinslokal Joh. Schiffmann, Metzstr. 24. Es liegt ein Verbandssterbefall vor. Der Vorstand. Paderbörner=Berein Bochum=Langendreer. Am Sonntag, dem 10. ds. Mts., findet im Vereinslokal Merkel nachm. 5 Uhr die Jahres=Hauptversammlung statt. Anschließend: Lichtbildervortrag von Herrn Studienrat Gerdes und Verlosuna. Erscheinen wird dringend erbeten. N.=J.=M. 16. 9. 1. 82, 20 Uhr. Versammlung bei Hasselkuß. Vollz. Ersch. dringend erwünscht. Gasparone. Klassisches Lieb und Ballade.— Von der Flote zur Panke.— Haydn Sinfonien.—„Fünk Jahre Langenberg“. Leo Eysoldt wieder am Dirigentenpult. Am Sonntagabend geht Karl Millöckers Cperette„Sasparone“ unter musikalischer Leitung von Otto Julius Kühn und Spielleitung von Dr. Siegfried Anheißer wieder im Westdeutschen Rundfunk in Szene. Der Offenbach= und Joh.=Strauß=Renaissance auf der Operettenbühne ist in kleinerem Ausmaß auch eine Wiederbelebung der vergessenen Werke Millöckers gefolgt, die in diesem Theaterwinter vor allem in den Neuaufführungen der„Dubarry“, die Theo Mackeben bearbeitet hat, und in dem neuen Serienerfolg von„Gasparone“ in Berlin mit dem Kölner Michael Bohnen und dem unverwüstlichen Leo Slezak in den Hauptpartien Ausdruck findet. Auch der Westdeutsche Rundfunk, der schon vor Jahren„Das verwunschene Schloß“ und„Gasparone“ brachte, hat an dieser Millöcker=Renaissance seinen Anteil. Karl Millöcker, der bürgerlichste unter den Klassikern der Wiener Overette, war ein ausgesprochener„Schlager“-Komponist, und der Erfolg seiner Operetten hing wesentlich davon ab, wie sich diese Schlager !! Brände. Am 7. Januar entstand in einem Keller an der Straße„Auf der Markscheide“ im Stadtteil Riemke ein Brand. Das Feuer war durch Unvorsichtigkeit verursacht worden. Ein 7jähriger Anabe hatte eine brennende Kerze in einem Kellerraum, in dem Holzwolle lagerte, fallen lassen. Das Feuer wurde von Familienmitgliedern gelöscht.— Am 6. Januar, gegen 15.50 Uhr, war in einem Hause an der Redemptoristenstraße ein Kaminbrand entstanden. Das Feuer wurde durch die Hausbewohner gelöscht. Sachschaden ist nicht entHanden. ):( Einbrüche und Diebstähle. In der Nacht wurde eine Milchhalle an der Herner Straße erbrochen. Die Beute bestand aus Tabakwaren und Schokolade im Werte von 50 RM.— Eine Gartenlaube an der Wielandstraße wurde erbrochen. Gestoblen wurde eine kleine Schwarzwälderuhr, 6 Bilder, 1 Lehnbank, 2 Spaten, 1 Harke, zwei Schwedengardinen, 2 kleine Stores, eine Karbidlampe und eine Handkarre. Die Täter sind in Richtung Verbandsstraße geflüchtet.— Aus einem Geschäft an der Adolfstraße wurden zwei Friseurstüble und eine Damensalonfriseureinrichtung entwendet. X Notruf aus der Erlenstraße. Die Anwohner der Erlenstraße im Stadtteil Weitmar führen bittere Klage über den schlechten Zustand von Fahrdamm und Bürgersteigen. Besonders nach längeren Regengüssen, wie sie gerade in den letzten Tagen zu verzeichnen waren, bildet die Straße in ihrer ganzen Ausdehung einen regelrechten Morast und ist nahezu unpassierbar. durchsetzten. Aus„Gasparone“, der die sizilianische Räuber=, Schmuggler= und Liebesromantik der Operette gewinnt, sind vor allem Zenobias forsches Lied„Es gibt ja keine Männer mehr“, Benozos Walzerlied„Er soll dein Herr sein", das an den großen Des=Dur=Walzer aus der vom Berliner Rundfunk erneuerten Millöcker=Operette „Apajune“ erinnert, und das charmante Marschcouplet„So sind die jungen Leute von heute“ berühmt geworden. Schlager aus der sogenannten „guten alten Zeit“, als der Jazz noch im Schoße der Zeiten ruhte. Daß sie unverblaßt sind, wird die Aufführung des Westdeutschen Rundfunks mit Edith Fils, Helene Guermanova, Astrid Maray, Leonardo Aramesco, Josef Schömmer, Ludwig Vanoni und Hans Wocke in den sehr dankbaren Hauptpartien erneut beweisen. Die Chöre der Operette betreut Otto Maier.— Die Reihe der Bach=Kantaten am Sonntagvormittag wird mit der Kantate zum 1. Sonntag nach Epiphania „Liebster Immanuel, Herzog der Frommen“ fortgeführt. Am Montag führt das Vesperkonzert zu Oesterreichischen Komponisten der Gegenwart, für die Pella von Braun=Fernwald (Alt) und Dr. Paul A. Pisk(Klavier), der auch mit eigenen Werken beteiligt ist, eintreten. Als Intermezzo im Abendkonzert unter Leitung von Leo Eysoldt, der bereits am Sonntag Geschaftsjubiläum. Heute kann der Polster meister Anton Thiel, Humboldtstraße 52, auf sein Bjähriges Geschäftsjubiläum zurückblicken. Der tüchtige Fachmann hat aus kleinen Anfängen sein Unternehmen zu einem der führendsten Polster geschäfte Bochums emporgearbeitet und sich über die Grenzen Bochums einen großen Kundenkreis erworben. Herzlichen Glückwunsch! Theater im Katholischen Gesellenverein BochumZentral. Nachdem das beitere Lustspiel„Willns Frau“ bei den Aufführungen am 3. und 6. d. M. vollig ausverkaufte Vorführungen gefunden hat. geht nunmehr am kommenden Mittwoch die letzte Aufführung über die Bretter. Jeder Freudebedürftige hat somit nochmals Gelegenheit, ein paar Stun den voll Freude und Frobsinn gegen geringe Aus gaben zu erleben. : Stadtische Gemaldegalerie. Sonntag eroffnet die Städtische Gemäldegalerie die Ausstellung Kölner Künstler, mit der im Dezember die Maler und Bildbauer der rheinischen Metropole Rechenschaft über das Schaffen des Vorjahres im Kölnischen Kunstverein ablegten und die dort, wie bekannt, mit einem einmütigen Protest der Kölner Künstlerschaft gegen die lokale Kunstkritik endigte. Die Ausstellung vereinigt junge Künstler aller Richtungen und bringt über 100 Werke von AblersHeftermann, Davringhausen, Max Ernst, Gilles, Hörle, Hegemann. Lindgens, Mense. Rägescheid., Seiwert u. a. Gleichzeitig machen wir noch auf den am Montag, abends 8.15 Uhr. in der Städtischen Gemäldegalerie stattfindenden Vortrag mit Lichtbikdern von Privatdozent Dr. Dußlerseinen Dienst wieder aufgenommen hat, singt Wilhelm Strienz(Baß), begleitet von Egbert Grave, in der Reihe„Klassisches Lied und Ballade“ Lieder von Mendelssohn, Schumann und Wolf, unter ihnen Schumanns„Knaben mit dem Wunderhorn“ nach dem Gedicht Geibels, das das romantische Titelbild der Volksliedersammlung Arnims und Brentanos beschreibt. Gedicht und Lied erinnern auch an das später entstandene Gemälde Moritz von Schwinds, das beim Brand des Münchner Glaspalastes zugrunde gegangen ist. Im ersten Teil des Abendprogramms am Dienstag der Funkwoche setzt Hans Ebert seine unterhaltsame, von feinem Humor getragene Instrumentenkunde„Von der Flöte zur Pauke“ fort, die sich rasch zahlreiche Freunde erworben hat. Im Vesperkonzert am Mittwoch, das Otto Julius Kühn leitet, singt Olga von Krupka(Alt) Orchesterlieder von Ehrenberg und Vultee. Im Vesperkonzert am Donnerstag spielt Dorothea Braus(Klavier) Mozart, Chopin und Liszt. Hans Kämmel(Bariton) von der Kölner Oper singt groteske Lieder von Graener nach Texten von Morgenstern. Das Vesperkonzert am Freitag der Funkwoche, 15. Jannar, wird von einem Klaviertrio bestritten Egbert Grape, Josefa Kastert, Karl Schwamberger), das Trios von Beethoven und Reger zu Gehor bringt. Im ersten Teil des Abendprogramme ünchen über Hans Burakmair aufmerk sam. Ueber diesen großen deutschen Künstler sind viele Proben seiner Buchillustrationen und Holz schneidekunst aus dem bekannten Werk von Professor Geisberg=Münster ausgestellt.— Die Galerie ist täglich von 10 bis 16 Uhr und Sonntags — bei freiem Eintritt— von 10 bis 13 Uhr geöffnet. !!! Geflügelausstellung. Der Geflügelzuchtver ein„Kleintierfarm“ e. V., Bochum, veranstaltet am 9. und 10. d. M. im Lokale der Wwe. Wenke, Gr. Beckstraße, seine diesjährige Lokal=Ausstellung. Es dürfte sich für jeden Geflügelliebhaber empfehlen, dieser Ausstellung einen Besuch abzustatten, da zahlreiche Anmeldungen vorliegen und wertvolle Tiere der verschiedensten Rassen zur Schau gestellt werden. Eröffnung der Bilderschau als Tontheater. Wie lebhaft das Interesse am Film und seiner Weiterentwicklung ist, bewies der gestrige Abend im Ev. Vereinshause. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Stadtrat Stumpf, der Vorsitzende des Verbandes für Jugendpflege, begrüßte die Erschienenen und gab seiner Freude Ausdruck über die rege Teilnahme an der Aufführung eines großen Kulturfilmwerks. In herzlichen Worten dankte er Pastor Zauleck, der den Gedanken, die Bilderschau in eine tönende Filmschau umzuwandeln, zuerst anregte, und dann dem ebenso verdienstvollen Konrektor Dellmann, der dessen Werk weiter entwickelt hat. Der stumme Film hat dem Tonfilm weichen müssen. Ein Beschluß zur Einrichtung und Durchführung des Tonfilms ist an maßgebender Stelle einstimmig erfolgt. Man darf mit Recht auf den Tonfilm und sein erfolgreiches Wirken große Hoffnungen setzen. Sodann sprach Dr. Walter Guenther(Berlin an der Hand von Lichtbildern über die padagogische und kulturelle Bedeutung des Tonfilms, wie über die Verbesserungen auf dessen Gebiet.— Eine Besprechung über den großen Kulturfilm „Himatschal“, der Thron der Götter“, mit dem die Bilderschau eröffnet wurde, veröffentlichen wir in der Filmschau unserer heutigen Ausgabe. Elly Ney spielt in Bochum. Die bekannte Klavierkünstlerin Elly Ney wird in ihrem Klavierabend am Donnerstag, dem 14. Januar, im großen Saale des Parkhauses, alends 8 Uhr. folgendes Programm vortragen: Johann Sebastian Bach: Choral aus der Kantate Nr. 22 „Ertöt' uns durch deine Güte“. Präludium und Fugen B-dur— cis moll— Cis dur. Ludwig van Beethoven: Sonate As dur, op. 110. Frédéric Chopin: Nocturne C moil. op. 18 1. Berceuse Des cur. op. 57. Ballade As dur, op. 47. Polonaise As dur. op. 53. Robert Schumann: Carneval. op. 9. Karten im Vorverkauf bei Hengstenberg. übernimmt der Westdeutsche Rundfunk die 3. Reichssendung von Handn=Sinfonien. Das Orchester des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Hans A. Winter spielt die Sinfonie Nr. 55 Es=Dur mit dem Titel„Der Schulmeister“. Anschließend feiert der Westdeutsche Rundfunk„Fünf Jahre Langenbera“ mit einem Sinfoniekonzert, das das Programm vom 15. Januar 1927 wiederholt, des ersten Sinfoniekonzerts, das der inzwischen zum Großsender ausgestaltete Sender Langenberg, der auch damals schon der„Langenberger Riese“ hieß, ausgestrahlt hat. Das an vielen großen und verantwortungsvollen Aufgaben zu einem hervorragenden Klangkörper gereifte Orchester des Westdeutschen Rundfunks unter Leitung seines Dirigenten Dr. Wilhelm Buschkötter spielt wieder das 3. Brandenburgische Konzert von Bach, die sinfonische Dichtung„Im Ringen um ein Ideal" von Schumann und die 1. Sinfonie C=Moll von Brahms, das gewaltige Erstlingswerk eines ringenden Geistes und das vielleicht bedeutendste sinfonische Abbild der Brahmeschen Wesensart. Im Vesperkonzert am Samstag, das aus dem Ibach=Saal in Düsseldorf übertragen wird, singt die Düsseldorfer Liedertafel unter Leitung von Carl Maria Arz. Marga Bäuml spielt Soli für Gitarre. Städtisches Orchester, Bochum Leitung: Generalmusikdirektor Leopold Reichwein Außer Vormiete Dienstag. den 12. Januar 1912, abends 8 Uhr, im Schützenhof 6. Volks-Symphonie-Konzert ludwig van Beeihoven Symphonie Nr. 6, F- dur(Pastorale) Franz IIszt, Klavier-Konzert Es-dur Wollgand Amadeus Norart 4 kleine Stücke: a Menuett b) Deutscher Tanz c) Marsch d) Contretanz Die Schlacht Sollst: Georg Stleglitz(Klavier) Fintritispreis 6e npie Karten- im Vorverkauf numerierte Plätze— sind an der Kasse im Stadttheater an Werktagen vormittags von 10 bis 2 Uhr, Sonntags von 11 bis 12 30 Uhr, sowie in den Vorverkaufsstellen Verkehrsverein. Rathausplatz A Gebr. Alsberg. Kortumstr., Musikalienhandlung Häßler, Kortumstraße 100, Pianohaus Marks, Kortumstr. 48, Geschäftsstelle der Volksbühne, Hattinger Straße 19 und des Bühnenvolksbundes. Kortumstrabe 16, zu haben. Städtisches Ordiester Bochum Morgen, Sonntag, den 10. Januar 1932. nachmittags 4 bis 6 Uhr Konzert im Parkhaus Leitung: Honfertmelster Curt Holmann Eintrittspreis 20 Rpt./ Zehnerheft 2.5 RM/ Schüller 20 Rpf 5 Versinigt 6 ARKHAUS STADTPARK 4-Uhr-Tanz-Tee Sonntag. den 10. Januar 1932 GEDECK einschl. Steuer u. Bedlenung 1.40 Mk. Leltung: H. Wawrowski, Lehrer fur Gesellschatts-Tanz Van-Orchester Lehnen Noute, Samstag, den 9. Januar 1032, abende 8 Uhr, im Saale des Schützenhofes Großes Konzert des M.G.-V.„Schlägel u. Eisen“ e.V. Bochum zum Besten der Nothilte-Gemelnschaft Mitwirkende Solisten: Otto Enke, Bochum. Pianist Paul vom’t Ouver. Bochum, Babbariton Kurt Finkgarden, Begleitung am Flügel. Ole gesamte Einnahme f. d. Nothilfe-Gemelnschaft Bechstein-Flügel vom Pianohaus J. Marks. Bochum Karten zu 2,-, 1,— und 0,50 RM in den bekannten Vorverkaufsstellen und ab 7 Uhr an der Konzertkasse. Donnerstag, 14. Januar 20 Uhr Parkhaus Großer Saal Volkstümlicher Klavierabend Elly Ney S. Bach: Choral„Ertödt uns durch Deine Güte“ Präludien und Fugen L. v. Beethoven: Sonste As-Dur Wk. 110 Chopin: Nocturne. Berceuse. Ballade As-Dur. Polonaise As-Dur. R. Schumann: Carneval WK. 9 Konzertflügel: Bechstein, vom Pianohaus Marks Karten 1.10, 2.20, 3.30, RM bei Hengstenberg Bochum-Dulsburg. Samstag, 9. Jannar, 20—92.45 Uhr Weißer Ring 6: Caramba oder Dolores und die Parallelen Operette mit Hinder nissen von H. Haberer Helasco und Theo Halton Sonntag, 10. Jannar. 17—22.30 Uhr Außzer Vormiete Faust Der Tragödie Erster Tell von Johann Wolfgang von Goethe. Montag, 11. Jannar 16.30—18.30 Uhr Schülerapklus 3. Veranstaltung: Die Andacht zum Kreuze Caramba oder Dolores und die Parallelen Dienstag. 12. Jannar Geschlossen Mittwoch. 18. Jannar 19.15—23 Ubr: B und C 12: Zum ersten Male! Boris Godunow Musikalisches Volksbrama von M. Mussorgsky. Vonnerstag, 14. Jan 20.15—22.15 Uhr Brauner Ring 6 un Wahlvorstellung für alle Ringe: Zum ersten Male! Kopf in der Schlinge Abenteuer in 8 Akten von John Bradley. Freitag, 15. Jannar 20—23 Uhr Gelber Ring 8: Der sidele Bauer Operette v. Leo Hall. Samstag, 16. Jannar 20—22,45 Uhr Bühnenvolksbund Serte A und C: Caramba oder Dolores und die Parallelen Sonntag, 17. Jannar 17—22.30 Uhr Außer Vormiete: Faust Der Tragödie Zweiter Tell von Johann Wolfgang von Goethe. zeigt als ersten Tonfilm die Bezwingung der höcheten Berggruppe der Welt: himatschal-der Tbron der bötter“ smmiminiiinin Eine Filmepisode von ungesehener Dramatik. Dazu als Belprogramm: „Micky und die Indianer" und „An der schönen blauen Donau“ Wochenschau— Kulturtilm Samstag, den 9. Januar 20 Uhr Sonntag, den 10. Januar 16 30 und 20 Uhr Montag, den 11. Januar 20 Uhr Jugendvorstelluns zu kleinen Preisen: Samstag, den 9. Januar 18,30 Uhr leihbücherei Pro Band nur 15 Pig. und Woche Kein Pland! Kurt Jaekel, Buchhandlung. Bochnm. Rosenstraße 5, Telephon 613 83 Nahe Alte Apotheke. 11 Zahlungsschwierigkeiten 77 Sie nicht. sofort nötige Schritte zu unternehmen, bevor zu wat. Beratung und Durch= hrung, evtl. Rapital=Hergade. — Vorbesprechung kostenlos.— Oppenhelmer à Co..O.m bn Aslen. Friedrich=Gbert=Str. 77 Ruf 27 17 Erstkl. Planos der altbekanntenPirma otli, neue sowie gebrauchte Behr bill. Preise. Keine Ladenmiete. w. Unkosten. H. Roth Wwe. Aufpolieren u Beizen von Möbeln uBlanos sehe diuig und sauber. Offerten u. B. 8 4069 a. d. Gesch. b. 8. Tonhalle Morgen Sonntag. 11.15 Uhr vorminags: 1. KulturfiimMorgenfeler Die blaue Adria Von Benedig bis an die Grenzen des Criente! Gia BUm einzigartig. Schönheit! 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Das Arbeitsbeschaffungsprogramm wurde gegen das Vorjahr um 27 Prozent und gegen 19 um 31 Prozent eingeschränkt Die Ausgaben konnten um 18 Prozent berab. gebrückt werden. so daß es nicht gelang, den vollen Einnahmerückgang aufzufangen. Die Ausgaben werden die Einnahmen für das Berichtsjahr um über eine halbe Milliarde RM. überschreiten. Zur Deckung des Fehlbetrages werden die verbliebenen Rücklagen der Deutschen Reichsbahn aufgelöst. Es erscheint sogar fraglich, ob sie zum Ausgleich des Fehlbetrages ausgleichen werden. Wiederwahl des anhaltischen Ministerpräsidenten. Dessau, 9. Jan.(Drabtb.) In der gestrigen Landwurde der Ministerpräsident Deist mit Im ruhigen und distinquierten Schweden sind Theaterskandals eine große Seltenheit. Nun aber erlebte die schwedische Hauptstadt einen Theaterstandal, der durch das Eingreifen des französischen Gesandten plötzlich eine hochaktuelle politische Bedeutung gewann Die Sache wurde durch eine Kanonade der Pariser Blätter eingeleitet. Wie auf Kommando erschienen vor einigen Tagen in den meisten Pariler Zeitungen Meldungen über die schimpfliche Behandlung Frankreichs auf der Bühne eines Stockholmer Revne=Theaters. Ein Stück sei aufgeführt worden, in dem der Theaterdirektor Karl Gerhard die befreundete große franzosische Nation in gröbster Weise beleidigen ließ. Die rechtsstehende Presse Frankreichs begnügte sich mit diesen und ähnlichen scharfen Redewendungen nicht, sondern nahm die scheinbar unwichtige Gelegenheit zum Anlaß, um gegen den Außenminister Briand Sturm zu laufen.„Action Francaise“ schrieb:„Man sieht, welchen Respekt und welche Sympathie die französische Republik, die heute nach außen von Briand vertreten wird, in Schweden genießt.“ Und die Zeitung des nationalistischen Parfümfabrikanten Coty fügte hinzu:„Solange Briand an der Spitze des Außenministeriums steht, können wir auf noch viel Schlimmeres gefaßt sein“ Was war eigentlich in Stockholm loe? Im Stockholmer Vasa=Theater führte der in Schweden sehr populäre Direktor Gerhard eine neue Revue auf. In einer Szene setzte er sich in ronisch=satirischer Form mit der franzölischen Goldvolitik auseinander und stellte Frankreich sehr unzweideutig als alternde Wucherin dar. Die Marianne sitzt dabei in einem Boudoir mit der Trikolore umgürtet und gibt der internationalen Kundschaft gegen bares Beweise ihrer Gunst. Mehrere junge MädDammbruch in Ostfriesland. Vier Dörfer bedroht. Emden. 8. Jan.(Drahtber.) Der nördliche Deich bei boltaast an der oldenburgischostfriesischen Srenze ist gestern abend gebrochen. Eclonders bedroht sind, da das Wasser unaushaltsam hereinstromt. die Dörfer Boltaast, Bolol und naustlebn, mit deren Ueberilutung gerechnet werden muh. Das Wesser strömt auf Detern zu. vo co die Fernitrahe Oldenburg=Leer erreicht. Tron angestrengtester Arbeit hat sich die Dammbruchstelle n kurzer Zeit bis auf 20 Meter verbreitert. Dammbruch in den Vereinigten Slaalen. (lendora(Miistssippi), 8. Jan,(Funkspruch). Infolge eines Dammbruches am Tajahatschie=Flub murden 1 2 000 Hektar Ackerland übersciwemm1. Hunderte von Einwohnern sind unter Zurucklassung ihrer Habe und ihres Biehbestandegeslüchtet. Man fürchtet, daß viele Menschen den wütenden Fluten zum Onser gefallen sind. Großer Fabrikbrand in Oberbaden Emmendingen, 9. Jan.(Drahtb.) In den umlangreichen Lagerräumen der ersten deutschen Mamie=Gesellschaft brach gestern vormittag aus bisher noch unbekannter Ursache Feuer aus, das innerhalb weniger Minuten die dort lagernden Robstoffe und Warenvorräte, in der Hauptsache Del und Tertilwaren, vernichtete. Das fünf Stock hohe Gehäude steht in bellen Flammen. Oelfasser explodierten, und der Funkenregen bedroht auch die übrigen Fabrikteile. antrag gegen das Staatsministerium gestellt. Anschlag auf einen ilalienischen Konsul in Paris. Paris, 9. Jan.(Drahtb.) Auf den italienischen Konsul Gentile ist gestern mittag von dem italienischen Studenten Richichi, der 1899 in Palermo geboren wurde. ein Anschlag verübt worden. Als der Konsul in einer Autodroschke vor dem italienischen Konsulatsgebäude anlangte. stürzte der junge Mann auf ihn zu und gab ohne weiteres einen Revolverschuß ab, der den Konsul am rechten Oberschenkel nicht unerheblich verletzte. Wahrend die Konsulatsbeamten sich um den Verletzten bemuhten, ergriff der Student die Flucht. Mehrere Polizisten verfolgten ihn und wurden von ihm beschossen, ohne getroffen zu werden. Er wurde schließlich festgenommen und zur nächiten Polizeiwache gebracht, wo er sich auf die Erklärung beschränkte, der Konsul habe ihn am Erteilen von Unterrichtsstunden gehindert. Das Befinden des Konsuls ist nicht besorgniserregend. Auf Grund des ersten Verhörs des Studenten neigt man zu der Annahme, daß es sich um einen persönlichen Racheakt oyne politische Gründe handelt. Richichi sagte aus, der Generalkonsul habe ihm durch ungünftige Auskünfte die Möglichkeit genommen, sich weiterhin durch Stundengeben sich seit Ende Dezember 1931 in Paris auf chen bemühen sich, der Matrone bei dieser Beschaftigung behilflich zu sein. Leise Klänge der Marseillaise ertönen... Der franzosische Gesandte wurde bei dem schwedischen Außenministerium vorstellig. Er verlangte die Streichung der Szene, die in dem Programm den bezeichnenden Titel„In Frau Mariannens Boudoir“ trug. Die Regierung stellte daraufhin dem Polizeipräsidenten von Stockholm anheim, die Szene zu verbieten. Der Polizeiprasident kündigte an, daß er der nächsten Vorstellung selbst beiwohnen wird, um persönlich zu prüfen, ob die Möglichkeit des Verbotes auf Grund des§ 13 der Städteordnung gegeben sei. Dieser Paragraph sieht nämlich vor, daß Theatervorführungen untersagt werden können, in denen die guten Sitten verletzt werden. Als der Polizeipräsident zur Vorstellung erschien, konnte von einer Beleidigung der Sitten keine Rede sein. Freilich wurden den Klängen der französischen Nationalhymne lustige Schlagermelodien beigemischt. Am Tage darauf erfolgte ein neuer Schritt des franzosischen Gesandten in dieser Angelegenheit, die dadurch in den Rang einer diplomatischen Affäre gehoben wurde. Seinen Wünschen entsprechend verfügte die Polizeibehörde die Streichung der Boudoirszene, in der die Abzeichen der französischen Republik verunglimpft würden. Direktor Karl Gerhard mußte sich fügen. Am nächsten Abend wurde die Revue in neuer Aufmachung aufgeführt. Von der Trikolore, von den Buchstaben„R. F.“(Republique Francaise) war nichts mehr zu sehen. Die Dialoge waren gekürzt, die besonders krassen Redewendungen gestrichen, aber im großen und ganzen blieb der Inhalt der alte. Das Publikum wußte Bescheid und lachte Und Direktor Karl Gerhard bedankte sich in den Zeitungen für die große Reklame, die ihm seitens des französischen Gesandten zuteil wurde verschwiegen. Bei der sofort vorgenommenen Haussuchung in den von den Fremden benutzten Hotezimmern wurden in ihren Koffern 45 Kilo Gold gefunden, die die österreichischen Stempel fur Gold trugen. Die Polizei hat sich sofort an die auslandischen Behorden gewandt, um die Hintermanner der Verhafteten zu ermittenn, da man glaubt, einem organisierten Goldschmuggel auf die Spur gekommen zu sein. Einige Hunderklausend unterschlagen? Nürnberg, 9. Jan.(Drahtber.) Gegen den hiesigen verheirateten 60jährigen Generalagenten der Bayerischen Hypotheken= und Wechselbank München. vans Oßmann, ist von der Staatsanwaltschaft ein Ermittelungsverfahren wegen Un= terschlagung eingeleitet worden. Die Erhebungen sind im Gange. Oßmann hat von einer Reibe von Geschäftsleuten. Freunden. Jagdkollegen und Privaten größere Geldbetrage zur Schafsung von Wertpapieren. z. T. auch als Treuhänder ausgefolgt erhalten und diese für sich verbraucht. Es handelt sich um einige hunderttausend Mark. Daß die Betrogenen lediglich Geschäftsfreunde Oßmanns waren, wie ursprünglich angenommen wurde, scheint ausgeschlossen. Oßmann wurde verschiedentlich verklagt. Es ergingen Urteile, auf Grund deren Mobiliarpfändungen und Pfandungen von Außenständen vorgenommen wurden. Das eingeleitete Verfahren wird Klarheit über die Angelegenheit verschaffen. Selbstmord eines Reichsbankdirektors. Duisburg, 9. Jan.(Drahtb.) Der Direktor der Reichsbanknebenstelle in Duisburg=Ruhrort, Ernst Decker, hat sich gestern in seiner Wohnung fort vorgenommene Untersuchung ergab, daß Decker sich keine dienstlichen Verfehlungen hat zuschulden kommen lassen. Decker, der 48 Jahre alt war, lebte in geordneten Verhält= nissen, Die Gründe der Tat sind noch nicht bekannt. Mord wegen Darlehnsverweigerung. TU. Detmold, 8. Jan.(Drahtb.) In Hobenhausen wurde am Freitag der 37jahrige Geschäftsführer der Spar= und Tarlehnskasse Hobenhausen außerhalb der Ortschaft ermordet aufgefunden. Der Ermordete war eine halbe Stunde vor der Tat mit dem Schlacher= meister Petri aus Hohenhausen gesehen worden, der inzwischen unter dem dringenden Verdacht der Taterschaft verhaftet wurde. Petri war schwer verschuldet und hatte in der letzten Woche jeden Tag bei dem Ermordeten versucht, Darlehn zu erhalten. Er hatte außerdem die Prolongation von Wechseln in Hohe von 1000 Mark gefordert. Diese Anträge Petris waren abgelehnt worden. Petri leugnet zwar die Tat. doch wird an seiner Schuld nicht gezweifelt. da an seinen Kleidern zahlreiche Blutflecken und als schwere Belaitung bei ihm ein entleerter Revolver gefunden wurde. Ein Trinkgelage als Alibi. Berlin, 8. Jan.(Eig. Meld.) Ein 23jähriger sunger Mann, der wegen Einbruchs angeklagt war, führte vor dem Richter als Alibi an, daß er zu der raglichen Jeut völlig betrunken gewesen sei, da er an einem Gelage nach der Beerdigung seiner Mutter teilgenommen habe. Seine Zechkumpane bestätigten sein Alibi. Der Richter nannte dieses Alibi das unangenehmste, das erjeerlebt habe. Ein unheimlicher Fund. Vier Kinderleichen im Handkoffer. CNB. London, 9. Jan.(Eig. Meld.) Die Pächterin eines Hauses im Arbeiterviertel von Belfast(Irland fand dieser Tage in einem seit langerer Zeit leerstehenden Schlafraum einen Handkoffer, der die Leichen von vier kleinen Kindern enthielt. Außer den Leichen enthielt der Kuter noch zwei Bibeln. Die ärztliche In diesem Schloßhotel wird über die Reparationen verhandelt. Für die Reparationskonferenz in Lausanne ist das malerisch am Genfer See gelegene Schloßhotel Ouchy endgültig als Verhandlungsort bestimmt worden. Hier sollen alle kleineren Konferenzen und besonders auch die Sitzungen der Unterschüsse stattfinden, während die eigentlichen Vollverhandlungen im großen Festiaal des Hotels Beaurivage geführt werden(den wir dieser Tage veröffentlicht haben. — Anmerkung der Schriftleitung.) Im Schloß Oucho werden auch die englische und französische Delegation wohnen, wahrend die übrigen Delegationen auf die anderen Hotels verteilt werden. Untersuchung dürfte klarstellen, ob die Kinder ein natürliches oder gewaltsames Ende gefunden haben. Sollte sich die Annahme eines Mordes ergeben, bann erinnert die Gesinnung des Mörders oder der Mörderin an den Fall der berüchtigten Giftmischerin La Voisin, die Hunderte von Kindern umbrachte, nachdem der Taufakt vollzogen war. Ein persischer Schinderhannes. CNB. London. 8. Jan.(Eig. Meld.) Die persischen Behörden haben beschlossen, gegen einen Rauberbauptmann vorzugehen, der neuerdings mit seiner Bande die Straße von Teheran nach Ispahan unsicher macht. Die Spezialität dieses Banditen ist die Ausplünderung von Automobilisten. Da der jetzige Schah bei seiner Thronbesteigung dem Rauberwesen durch energische Maßnahmen ein Ende bereitet hatte und seither die erwähnte Straße offiziell als banditentrei gilt, ist man über den Störenfried sehr beunruhigt. Ueber seine Schlupfwinkel und Rückzugswege weiß man weniger als über seine Charakterzüge. Er verlangt von seinen Leuten unbedingte Gesetzestreue, wobei er allerdings nicht das Gesetz des Staates, sondern sein eigenes Gesetz meint. Es lautet:„Damen sind mit vollendeter Höflichkeit zu behandeln. Arme Reisende dürfen unbehelligt ihres Weges ziehen. Wohlhabende Reisende sind auszuplündern und dann freizulassen. Alle Militärpersonen mussen be= raubt und getötet werden.“ Die Aufgabe, ihn einzukreisen, bietet große Schwierigkeiten, da sein Reich aus weiten Strecken unwirtschaftlichen Hügellandes besteht. Unter diesen Umständen ist es Reiselustigen zu empfehlen, bis auf weiteres die Straße Teheran— Ispaban zu meiden; es sei denn. sie sind unbemittelt Der bunte Tag. Zu dem Brand wurde am Spätnachmittag gemeldet, daß die Hauptmacht des Feuers, das außerordentlichen gefährlichen Charakter angenommen und zeitweise die gesamten Baulichkeiten bedroht hatte, als gebrochen gelten kann. Ueber den Umfang des Schadens läßt sich noch nichts Endgültiges sagen. Die großen Lagerräume sind, soweit sich erkennen läßt, vollständig niedergebrannt Das darin lagernde Material wird wohl noch längere Zeit weiter brennen Das Maschinen= und das Kesselhaus konnten gerettet werden. Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Verheerende Feuersbrunst. IU. Oberndorfa. Neckar. 9. Jan.(Drabtb.) In Hochmössingen brach gestern in dem Hause eines Landwirts Feuer aus das auf ein Nachbarhaus übersprang und infolge des Südweststurmes sich auch auf zwei andere Anwesen ausdehnte Insgesamt sind sechs Häuser und zwei Schuppen abgebrannt. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Die etwa 100 Feuerwehrleute hatten stark unter der gewaltigen Rauchentwicklung zu leiden. Drei mußten deshalb in das Krankenhaus nach Oberndorf gebracht werden. Der Schaden wird auf 100000 Mark geschätzt. 45 Kilogramm Gold in einem Wiener Holel gefunden. Organisterter Goldschmuagel. TUI. Wien, 9. Jan.(Drahtb.) In einem vornehmen Ringstraßenhotel wurden gestern von der Polizei drei ausländische Kaufleute verhaftet. die sich englischer Decknamen bedient hatten. Jhre richtigen Namen werden von der Poligei vorläufig der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Täglich wächst die Gärung in Indien. Die friedliche Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams ist längst in heftige Zusammenstöße mit der englischen Polizei ausgeartet, bei denen oft genug Blut fließt. Unbekümmert um alle diese Vorgänge aber liegen in den Straßen von Delhi, dem Sitz der indischen Regierung, die„heiligen Rinder“, als ob nichts geschehen würde. Bekanntlich ist es dem Hindu verboten, überhaupt ein Tier zu töten. Diese Rinder jedoch werden noch als besonder? heilig“ verehrt. Marianne ist beleidigt. Politischer Theaterskandal in Stockholm. Diplomalische Schritte des sranzösischen Botschafters. Von unserem Stockholmer Korrespondenten. KX Erscheint jeden 5c Nummen 2 Lux veritalis", heit, das sind die Anfan schreibens, das der Heil Weibnachtsgeschenk geme Wahrheit ist die Gesch schichte der Kirche Jesu Zeiten den Beweis erb Stifter, wie er verheißen nicht verlaßt. Das hat Glaubensstreitigkeiten be Aufhören der äußeren tum von innen her sein gehaltes zu entleeren di vor funfzehnhundert Ja Ephesus, dessen Zenten Jahre wohl angebracht n bensentscheidung von E tung für unsere Zeit. zuheben, ist Zweck des n Trei Hauptpunkte de in Ephesus ins rechte L Glaube an die Gottheit welchem Gotthei einen Person verbunden gebende besondere Würde ritat des Papstes in Glau etrachtet diese drei ren Gesichtspunkte unter diesem de drei Punkte ihre beso art. Die Einheit re Bestreben Pins' der getrennten christlichen r stärker die Sehnst Einheit gemacht und es si Uich orientierte Gange. Es wird der gö schwer sein, auch diese Jrr riengen Ziele zu leiten. Die Autorität offene Bekenntnis des lebendigen Gottes, we der inhaltsreichen Verheif der ine Felsgrund der des Himmelreiches und Losen auf Erden au rde. Aehnlich w. zum einen Christus, dem ngere Anlaß dafür. keit und einer allgemeinen or die entscheidende autoritat des Nachfolgers on den Zeugen der einen beliebigen wurde auch in der Lehre anm nur zu einem Pror rg Sohn war, sondern sohn als ständiger Beglei bekannten die Christus nur einer ist, Got sobn in einer Person. Jesus, Maria, Jos zog mit ihnen ber sareth und war ihnen un von nach der Rückkehr au teblich werden die ersten zu sohnes bei Maria und Jose aus glücklich bei aller Notl wieder zog er mit ihn seiner Mutter und dem P nach seiner Tempelwallfahr mal wieder 18 glückliche elist von dem Leben war ihnen untertan.“ darin liegt der ganze Himt Segens dieser gottgeheiligt rneuerungsquell des mens werden sollte, zum Urbild milie. Die hl. Kirche lehrt samilie auf Erden aufzublich gestärkten Kraft uns zu Christi. In ihr Gebet legt zen Ernst ihrer Mahnungh Werr Jesus Chr arta und Joseph,! liche Leben durch eugenden geheiligt ir mit der Hilfe beil spiele deiner heilig lehrt werden undihr scaft erlangen möge Er war ihnen unter sagt es so schlicht und ein Worte gebraucht das Jesus Christus, geho Joseph." Es ist, als ob W IngenieurSchule Elg. Lehrwerkstätten Maschinenbau, mar Elektrotechnik, Automobilbau Prospekt anforderr Verkebrs-Verein Bochum E. V. Telefon Auskunft: 62141, Fahrkartenbestellung: 62142. Geöffnet: Werktags 6—19 Uhr. Sonntags 10—12 Uhr. Fahrkarten nach samtlichen Stat onen des In- und Aus andes, Pas-agen fûr alle Schultahrtsgesel schalten Auskunft uber alle Fracht- und Tarilangelegenheiten. Die Auskunfisstelle, Das Reisebdro der Gronstadt Bochum. Deulsche Einheilskurzschrif Anfänger ehrgang beginnt am Montag. dem 11. Januar, 20 Uhr. in der Schule Humboldtstr. 18 Bochumer Reichskurzschriftverein. 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Diese Bedeutung hervorzuheben, ist Zweck des neuen Rundschreibens. Drei Hauptpunkte der christlichen Lehre sind in Ephesus ins rechte Licht gerückt worden: der Glaube an die Gottheit des geschichtlichen Chriuus. in welchem Gottheit und Menschheit in der einer Person verbunden sind, die daraus sich erde besondere Würde Mariens und die AntoPapstes in Glaubenssachen. Das Schreietrachtet diese drei Lehrstücke unter dem besenderen Gesichtspunkte der Einheit der Kirche. jerade unter diesem Gesichtspunkte gewinnen ei Punkte ihre besondere Bedeutung für die Gegenwart. Die Einheit der Kirche ist ja das bere Bestreben Pius' XI. Und auch auf Seiten der netrennten christlichen Gemeinschaften ist heute wieder stärker die Sehnsucht nach der verlorenen Einheit gemacht und es sind ernst gemeinte, wenn auch falsch orientierte Einbeitsbestrebungen im Gange. Es wird der göttlichen Vorsehung nicht eer sein, auch diese Irrwege schließlich doch zum reten Ziele zu leiten. Die Autorikät des Papstes. offene Bekenntnis zu Christus, dem Sohne des lebendigen Gottes, war der äußere Anlaß zu altsreichen Verheißung an Petrus, daß er de. jene Felsgrund der Kirche, der Schlüsselbedes Himmelreiches sein, daß sein Binden n auf Erden auch im Himmel Geltung harer werde. Aehnlich war auch das Bekenntnis sum einen Christus, dem wahren Sohn Gottes, der annere Anlaß dafür, daß mit einer Feierlichteit und einer allgemeinen Anerkennung wie nie die entscheidende und unfehlbare Lehratariint des Nachfolgers Petri zur Geltung kam. von den Zeugen der Wunder Christi viele fur einen beliebigen Propheten hielten, so würde auch in der Lehre des Nestorius Christus auch nur zu einem Propheten, der nicht selber Hottes Sohn war, sondern dem der ewige Gottessohn als ständiger Begleiter innewohnte. Demüber bekannten die Rechtgläubigen, daß utus nur einer ist, Gottessohn und Menschensobn in einer Person. Jesus, Maria, Joseph. Er zog mit ihnen herab und kam nach Nasareth und war ihnen untertan.“ Das geschab en nach der Rückkehr aus Aegypten; und gar reblich werden die ersten zwölf Jahre des Gottessohnts bei Maria und Joseph gewesen sein, überglücklich bei aller Notdürftigkeit und Armut. und wieder zog er mit ihnen hinab und blieb bei seiner Mutter und dem Pflegevater in Nazareth nich seiner Tempelwallfahrt nach Jerusalem, noch mal wieder 18 glückliche Jahre. Viel berichtet der engelist von dem Leben der hl. Familie nicht. r war ihnen untertan.“ Das ist alles. Aber rin liegt der ganze Himmel des Glückes und Secens dieser gottgeheiligten Familie, die zum Gneuerungsquell des menschlichen Familienlebens werden sollte, zum Urbild der christlichen Familie. Die hl. Kirche lehrt uns, zu dieser Gottessamilie auf Erden aufzublicken und an ihrer gottgestarkten Kraft uns zu erneuern im Geiste Christi. In ihr Gebet legt die hl. Kirche den ganzen Ernst ihrer Mahnung binein: „Herr Jesus Christus, geborsam aria und Joseph, du bast das häuseiche Leben durch unaussprechliche Lugenden geheiligt; o bewirke, daß wir mit der Hilfe beider durch die Beispiele deiner heiligen Familie belebrt werden und ihre ewige Gemeinschaft erlangen mögen." war ihnen untertan.“ Der Evangelist sagt es so schlicht und einfach. Ebenso wenige Vorte gebraucht das Kirchengebet:„Herr esus Christus, gehorsam Maria und Joseph.“ Es ist, als ob Menschenwort verstumAlbrecht Dürer: die hl. Familie. Aus dem Marienleben men müsse vor der Größe des hier sich offenbarenden Geheimnisses. Und in der Tat steht das betende Gemüt stannend vor Unendlichkeiten und begreift es kaum, welch unerfaßliche Wundertat der Liebe Gottes im Häuslein von Nazareth vor sich geht. Gott, der Ewige, Gott, der allmächtige Schöpfer aller Dinge, Gott, der wesentlich Sciende, gehorcht seinen Geschöpfen, unterwirft sich dem Willen derer, die aus ihm ihr Sein und die ganze Möglichkeit und Fähigkeit des Lebens haben.— Das ist Erlösergeborsam! Hier im Kreise der Familie legt der Herr die Grundlage zu jenem Gevorsam, den er zu unserer Erlösung übte bis zum Tode am Kreuze. Von dem Gehorsam zu Nazareth heraus erwuchs das Unterwerfen des Heilandes unter die ungerechten richterlichen Urteile in seinem Erlöserleiden, die ihn auf Golgatha sterben ließen. So hängen Nazareth und Kalvaria eng zusammen. Und wenn die Legende zu erzählen weiß, das Jesukind habe in der Werkstätte seines Pflegevaters sich Kreuzlein gezimmert, dann liegt in dieser Legende eine wundertiefe Umschreibung des Wortes:„Gehorsam Maria und Josephs" und dann später„gehorsam bis zum Tode am Kreuze.“ Dreißig lange Jahre blieb der Herr in der beiligen Gemeinschaft der Familie, untertänig, wie nie ein Kind gehorsam war. Warum?„Du hast das häusliche Leben durch unaussprechliche Tugenden gebeiligt,“ betet die bl. Kirche. Ja. das Leben des Gottessohnes im Häuslein von Nazareth war der Heiligung der Familie gewidmet.— Es ist nicht nötig, daß ich hier auf den entsetzlichen Tiefstand der ehelichen Gemeinschaft und der Familie, auf die grauenhafte Erniedrigung der Frau, auf die grausame Entrechtung des Kindes hinweise; das haben wir oft genug gehört. Eins nur möchte ich sagen: Weiter nach unten ging es mit der Familie damals nicht mehr; der tiefste Stand war erreicht. Es mußte unbedingt Hilfe von oben kommen, denn Menschen konnten hier nichts mehr retten. Aus der Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes beraus kam darum der Heiland in die kleine Erdengemeinschaft der Familie hinein, um sie wieder zu der gottgewollten Lebenszelle der menschlichen Gesellschaft zu machen, zur Wohnstätte Gottes unter den Menschen. Aus dem uralten Schatze der göttlichen Gesetze holte der Heiland die fast vergessenen bäuslichen Tugenden bervor, und wieder wurde, vor allem durch den wunderbaren Geborsam des Gottessohnes gegen Maria und Joseph. die Liebe heimisch, Gottesliebe, Elternliebe und Kindesliebe. Bescheidenheit und Demut erglänzten in hellem Lichte; Schlichtheit und Einfachbeit gaben dem Häuslein von Nazareth das echte Gepräge, und Zufriedenheit bei aller Armut und allem Behelfen festigten das Glück im Hause und steckte es in alle Zimmerchen und in jede Ecke hinein. Und über all dem breiteten tiefe Frömmigkeit und ein heiliges Gottdienen segnend die Hände und der Vater im Himmel wohnte mitten unter ihnen. Die Engel Gottes aber kehrten so gern da ein, wie sie im Himmel waren, denn die häuslichen Tugenden alle machten Nazareth zur Wohnstätte Gottes unter den Menschen. Die bl. Familie wurde darum auch Lebensquelle und Lebenskraft zur Erneuerung der Menschenfamilien. Von hier aus floß ein Segensstrom in die Völker binein, und er fließt immer noch und die reiche Segensspendung dieses Gnadenstromes werden wir im Jenseite wohl sehen, aber nie ermessen können. Da die Irrlehre im Orient aufgetaucht war, war es natürlich, daß die Rechtgläubigkeit auch dort sich zuerst zur Wehr setzte. Der hl. Cyrillus von Alexandrien war ihr hervorragendster Vertreter. Als Cyrill aber sah, daß seine Bemühungen, den Bischof der Reichshauptstadt zur besseren Einsicht zu bringen, fehlschlugen, da wendet er sich an den Papst.„Das alte Herkommen in der Kirche verlangt, daß Angelegenheiten dieser Art Dir mitgeteilt werden sollen,“ so schrieb er an Papst Caelestin. Und ein anderes Mal sagt er, er wolle die kirchliche Gemeinschaft mit Nestorius nicht eher abbrechen, als der Papst darüber entschieden hätte; die Entscheidung des Papstes bittet er den Bischöfen des Orients mitzuteilen. Er wußte eben, daß er selber keine Autorität über den Bischof von Konstantinopel hatte; indem er aber die Entscheidung des Papstes anrief, bekannte er, daß dieser das Recht und die Pflicht der Entscheidung besaß. Caelestin traf auch die Entscheidung. Er stellte Nestorius eine Frist von zehn Tagen zum schriftlichen Widerruf seines Irrtums, widrigenfalls er aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen werden sollte. Inzwischen hatten aber die Kaiser das allgemeine Konzil veranlaßt. Der Papst ist nicht dagegen. In seinem Schreiben an Cyrill läßt er keinen Zweifel darüber, daß die Glaubensfrage bereits entschieden ist. Nur soll dem Irrenden die Zeit zur Besinnung verlängert werden, so daß erst, wenn Nestorius auch auf dem Konzil sich hartnäckig zeigen würde, die Exkommunikation in Kraft treten sollte. Seinen Vertretern auf dem Konzil legt er die Wahrung der Autorität des Apostolischen Stuhles ans Herz; auf Disputationen sollten sie sich nicht einlassen, sondern als Richter über den Meinungen der Parteien stehen. Darum lassen diese sich, weil sie erst nach der ersten Sitzung angelangt waren, die getroffene Entscheidung vorlegen, um sie ihrerseits zu bestätigen. Diese Forderung wurde begründet mit dem Hinweis auf die Schlüsselgewalt des hl. Petrus,„der bis zum heutigen Tag und auf immer in seinen Nachfolgern lebt und das Richteramt ausübt“. Das Konzil selber gestand, daß es nur die Entscheidung Caelestins zur Ausführung gebracht habe. So nis für die entscheidende Lehrautorität des Papstes. Nicht als ob diese Frage auf dem Konzil überhaupt erst erörtert und entschieden worden wäre, sondern indem sie von den Vätern des Konzils ohne Diskussion hingenommen und als im Herkommen und in der Ueberzeugung der allgemeinen Klrche begründet anerkannt wurde. We Bestrebungen für eine Kircheneinheit müssen fehlschlagen, wenn sie den Felsen Petricignorieren. Christus, der wahre Gottes- und Menschensohn. In den von der Kirche getrennten Gemeinschaften ist in weitestem Umfange auch der Glaube an den Gottmenschen Christus geschwunden. Man Unsere Gegenwart ist von allen christlichen Zeiten der Familie am feindlichsten Der Gottlosen Angriffe toben und richten sich nicht zuletzt negen die Familie, die sie mit gottlosen Grundsatzen und Haß gegen das Kind zu unterminieren droben.„0 bewirke. Herr, daß wir mit der Hilfe Josephs und Mariens durch die Beispiele deiner heiligen Familie belehrt werden und ibre ewige Gemeinschaft erlangen mögen." So wollen wir beten, so wollen wir leben. Kirchlich, streng kirchlich müssen sein die Grundsätze, die in katholischem Hause herrschen. Nazareth sei die Sonne. in deren Licht und Wärme unser Familienleben gedeiben soll. Die Finsternis halte aus deinem Hause heraus und weise ab alle, die mit allen möglichen Traktatchen, aber nicht im Namen Christi und der hl. katholischen Kirche zu dir kommen. Unser heiliger Vater, Papst Pins XI. hat vor mehr als Jahresfrist in einer berrlichen Enzyklika die christliche Ebe. die ihr drohenden Gefahren und die Heilmittel der modernen Ebe und Familie behandelt. Aus dieser Enzyklika weht Nazarethgeist beraus und der heilige Wille Gottes. unseres Heilandes. Möchte jedes katholische Haus im Besitze der Enzyklika sein und sie immer wieder lesen. Auch der Verein der bl. Familie sollte in allen Städten und Pfarreien blüben und jedes Haus sich täglich der heiligen Familie von Nazareth weihen. Die katholische Familie muß in der Seelennot der Gegenwart Retterin werden und Führerin zum Heile. „Jesus. Maria. Josepb. rettet und beiliget unsere Familien." Jenannes Rechmann. Erscheint jeden Sonnabend als Beilage zur Westfälischen Volkszeitung, Wattenscheider Morgenzeitung, Steeler Zeitung und Volkszeitung für Ennepe und Ru Verantwortlich: Nummer 2 Conntag, den 10. Sannar 1932 darf noch froh sein, daß einzelne immer noch eine Auffassung von Christus haben, die der des Nestorius ähnlich ist, indem man ihn als von Gott in besonderer Weise erleuchteten und geleiteten Menschen gelten läßt. Bei einer solchen Auffassung von der Grundwahrheit des Christentums ist eine Einheit der Kirche nicht denkbar. Wer nicht mit Petrus bekennt: Du bist Christus, der „ Sohn des lebendigen Gottes, den kann Petrus nicht in die Gemeinschaft der Gläubigen aufnehmen. Ohne dieses Bekenntnis hat auch der Glaube an die Erlösung durch Christus keinen Sinn. Nur eine göttliche Person konnte Gott die vollwertige Genugtuung leisten, konnte unser Heiland und Erlöser sein. Die Leugnung dieser Wahrheit beraubt aber auch die Menschheit ihrer größten Würde. Was redet man heute so viel von Menschenwürde. Wer nicht bekennt, daß in der einen Person des Herrn Jesus die menschliche Natur mit der göttlichen so innig vereinigt ist, daß sie nur eine einzige Persönlichkeit bilden, der raubt der Menschheit ihren *größten Ruhmestitel, den Gottessohn als ihren Bruder zählen zu dürfen. Und kann man sich da noch wundern, wenn so viele heute das süße Joch Christi abschütteln, wenn selbst solche, die noch als Jünger Jesu gelten wollen, seine göttliche Würde leugnen? Heute noch wie ehedem ist in keinem andern Heil als in Christus. Nicht aber in einem Christus, wie menschlicher Aberwitz ihn sich zurechtlegt, sondern in jenem Christus, der da sagt:„Nicht Fleisch und Blut hat dir das(nämlich das Bekenntnis zu Christus, dem Sohne des lebendigen Gottes) geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist“ Maria, die Gottesmutter. Ist Christus nicht der wahre Gottessohn, sondern nur dessen Schützling, so ist auch Maria nicht im eigentlichen Sinne die Gottesmutter. In Konstantinopel war es grade die Leugnung der göttlichen Mutterschaft Mariens, die erst zur Aufdeckung des Irrtums des Nestorius führte. Die Volksfrömmigkeit gab den Widerlegungen der Theologen erst die Stoßkraft. Die Verletzung der Mutterwürde Mariens machte die Oeffentlichkeit erst aufmerksam auf die Verletzung der Gotteswürde ihres Sohnes. Die Marienverehrung rettete den Glauben an die Gottheit Christi. Umgekehrt hat später bei den aus der Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts hervorgegangenen Gemeinschaften zweifelsohne die Ablehnung der Marienverehrung, ja der Hohn und Spott, mit dem man die katholische Marienverehrung überschüttete, in verhängnisvoller Konsequenz zur Ablehnung der Gottheit Christi geführt. Man gab vor, der Marienkult benachteilige die Gott gebührende Verehrung; aber das Verlassen der Mutter endigte mit der Absage an ihren göttlichen Sohn. Der Hl. Vater begrüßt es als ein gutes Zeichen, daß heute im protestantischen Lager wieder Stimmen laut werden, die nach einem Wiedererwachen der Marienverehrung rufen. Das nährt in ihm die Hoffnung, daß sich auf diese Weise und mit Hilfe der Gottesmutter selber die Wiedervereinigung mit der alten Kirche und dem Apostolischen Stuhle anbahnen wird. Um wie viel mehr darf der Nachfolger Petri diese Wiedervereinigung bei jenen Christen hoffen, die trotz der Trennung den Glauben an den Gottessohn und die Liebe und Verehrung der Gottesmutter bewahrt haben, jene deren geistige Vorfahren vor fünfzehnhundert Jahren ein so mächtiges, so einmütiges Bekenntnis zum einen Gottes= und Menschensohn, zur Gottesmutter und zum Felsen Petri als Hort der Reinheit des Glaubens und der Einheit der Kirche abgelegt haben. Der Papst vergißt auch nicht, auf die Lehren hinzuweisen, die sich für die christliche Familie, für die Einheit und Reinheit des ehelichen Lebens aus der göttlichen Mutterschaft Mariens ergeben. Diesem Zweck soll auch das Fest der göttlichen Mutterschaft Mariens dienen, das Pius XI. für die ganze katholische Kirche einführen will, während es bisher nur in einzelnen Diözesen gefeiert wurde. Wir schließen diesen Ueberblick mit den Worten der Enzyklika, die alle getrennten Christen zur Einheit mit dem Stuhle des hl. Petrus einladen: „Von der hohen Warte des Apostolischen Stuhles aus ermuntern Wir alle diejenigen, die sich als Anhänger Christi rühmen, und die alle Hoffnung des Heiles für die Einzelnen und die menschliche Gesellschaft auf ihn setzen, sie möchten sich immer fester und inniger an die Römische Kirche anschließen, in der allein der unverkürzte und vollkommene Glaube an Christus herrscht, in der Christus mit dem aufrichtigen Kult der Anbetung verehrt und mit brennender, nie aufhörender Liebe geliebt wird. Mögen besonders die getrennten Bischöfe sich daran erinnern, daß der Glaube, den ihre Vorfahren zu Ephesus feierlich bekannt haben, heute ebenso wie in der Vergangenheit von diesem obersten Lehrstuhl der Wahrheit unverändert bewahrt und erfolgreich verteidigt wird. Mögen sie sich erinnern, daß die echte Glaubenseinheit auf jenem Felsen ruht und Halt bekommt, den Christus gelegt hat, und daß sie nur durch die Antoxität der Nachfolger des hl. Petrus in ihrem Bestande bewahrt werden kann.“ Dr. Gottfried Brunner. Dramatische Schicksale der Weltbibliotheken Das Gesetz der Serie: Einsturzkatastrophe im Vatikan, Vernichtung der Johannesburger Universitälsbibliothek und des Stuktgarter Schlosses durch Brand.- Von Alexandria bis Delmold.- 325 Großbibliotheken. Die furchtbare Einsturzkatastrophe der weltberühmten Bibliotbek des Vatikans lenkt die Aufmerksamkeit auf die Großbüchereien der Erde. Ueberschreitet eine Bücherei 10000 Bände und Handschriften, dann wird sie in die Großbibliotheken der Erde eingereiht. Gegenwärtig gibt es rund 325. Dabei handelt es sich meist um Universitätsbibliotheken, aber auch um Zentralbibliotheken der Staaten, wie unsere Deutsche Bücherei zu Leipzig, die erst 1913 gegründet worden ist und jetzt nahezu 600000 Bände besitzt, bei jährlichem Zuwachs von rund 50000. Weltruf wegen der Größe haben in Deutschland noch die Universitätsbibliotheken von Göttingen, die größte und für Studienzwecke bestorganisierte, schon 1737 gegründete Unwversitätsbibliothek Deutschlands. die etwas ältere von Erlangen, die Bonner und die Berliner Universitätsbibliothek. Diese steht in der Reichshauptstadt neben der Preußischen Staatsbibliothek, die als Zentralb bliothek Von Karl Busse=Hellwig. die Briefe Heinrichs VIII, an Anna Boleyn aus den Trümmern geborgen werden konnten. Die Vatikanische Vibliothek geht auf Papst Nikolaus V. zuruck, der sie 1450 mit 9000 von ihm aufgekauften Manuskripten begründete. Während dieser ganzen Zeit ist sie bis beute von einem größeren Unglück verschont geblieben. Seltsamerweise bewahrheitete sich auch hier das Gesetz der Serie. Fast gleichzeing mit dem Einsturzunglück in Rom vollzog sich das Großfeuer der Besorgnis um die wellberühmte Sixlinische Kapelle. Dieser ehemalige amerikanische Fischdampfer ist zu einer schwimmenden Kirche umgebaut worden, da die Ozeane befährt. Das Gotteshaus ist wohl das einzige seiner Art. die größte Deutschlands ist und 1.4 Millionen Bände nebst 30 000 Handschriften äufmeist. Zu den Großbibliotheken gehören auch eine Anzahl deutscher Stadtbibliotbeken mit mehr als 100000 Bänden. Ueber zwei Millionen Bände zählen die Pariser Nationalbibliothek mit 2½ Mill. Druckbänden und mehr als 100000 Handschriften, ode Bibliothek des Britischen Museums mit 22 Millionen Bänden, 85000 Urkunden und 2500 griechischen und römischen Papyri und die Kongreßbibliothek von Wasbington mit rund 2 Mill onen, von den Abgeordneten allerdings kaum benutzten Bänden und Handschriften. Die Batikanische Bibliothek umfaßt zwar „nur“ 850 000 Bände und 58 000 Handschrif. ten, hirat aber wahrscheinlich die größten Koftharkeiten und Seltenheiten von allen ähnlichen Sammlungen des Erdballs. Mehr als 15000 Bände und Handschriften wurden in die Katastrophe verwickelt. Der Papst wird durch die Katastropbe versönlich schwer betroffen weil er vor seiner Berufung auf den Heiligen Stuhl lange Zeit der Leiter der Vatikanischen Bibliothek gewesen ist und auch wenige Minuten vor Eintritt des Unglücks in ihr gearbeitet bat. Die eingestürzte Halle war überkaupt, seitdem Leo XIII. im Jahre 1888 die Zugänglichmachung der Vatikanischen Bücherei für die Weltwissenschaft befohlen hatte. der Schauplatz der wichtigsten literarischen und geschichtlichen Forschungen der Erde, soweit sie auf Bücher gestützt werden können. Einstürze von Bibliotheken erweisen sich nach dem Urteil der Fachleute zuweilen sogar folgenschwerer als Brände. Deshalb fürchtet die gelehrte Welt auch jetzt den Verlust uneinbringlicher Einmaligkeiten. Dazu gehören die Briefe Luthers an Papst Leo X., die Erwiderungen auf die ersten päpstlichen Warnungen enthalten. Sie gelten als verloren, während Teile einer Apostelgeschichte aus dem elften Jahrhundert, Bruchstücke der ältesten Erscheinungsform des Matthäusevangeliums, ein Manuskript von Dantes„Göttliche Komödie“ und Blick in die Sixtinische Kapelle im Vatikan. Infolge der schweren Einsturzkatastrophe in der vatikanischen Bibliothek soll jetzt auch die berühmte Sixtinische Kapelle, die 1173—81 erbaut wurde und mit den großartigen Fresken Michelangelos geschmückt ist, einer genauen Untersuchung auf ihre Baufestigkeit unterzogen worden. Es scheint, daß die Maschinen im vatikanischen Kraftwerk sich auf die Sixtinische Kapelle schädigend auswirken. Universitätsbibliothek in Johannesburg In der Südafrikanischen Union, die zwar„nur“ 35000 Bände, aber zahlreiche Handschriften aus der Geschichte des Landes be saß, und der Brand des Alten Schlosses zu Stuttaart. in dem ebenfalls zahlreiche wertvolle Dokumente zugrunde gingen. Noch reichere Bücherschätze wurden bei dem Detmolder Schloßbrand von 1921 betroffen, der mit den Feuerkatastrophen der Bibliotheken von Turin und der nordamerikanischen Stadtbibliotheken von Albany und St. Paul zu den größten Bücherbränden der Geschichte gehörte. Während des Weltkrieges verfiel die Bibliothek von Lille einem Schadenfeuer, während die wertvollere und weltberühmte Löwener Bibliotbek schon im August 1914 durch Beschießung zugrunde ging. Das gleiche Schicksal ereilte im August 1870 die Bibliotbek von Straßburg. Die meisten zerstörten Bibliotheken waren überhaupt Opfer der Kriege. Das berühmteste Beispiel dafür ist die Vernichtung der Alexandrinischen Bibliothel. Se stand in der Königsstadt und war durch die Ptolemäer errichtet als Stützpunkt der Gelehrten im Museion, die dort auf Staatskosten lebten und denen im Museion selbst 700000 Rollen, im Serapeion 200000 Rollen zur Verfügung standen Cäsar hat sich stets darüber Vorwürfe gemacht, daß er mit einer schwachen Besatzung nach der Schlacht von Pharsalus im Alexandrinischen Krieg gerade in der Königsstadt eine Verteidigungsstellung gegen eine Revolution in Alexandria bezog Im Verlauf seiner Flucht kam es bei der Verbrennung der alexandinischen Flotte zur Vernichtung des größten und wertvollsten Teils der Bibliotbek von Alerandria. Antonius tröstete spa= ter die Königin Kleopatra für den Verlust durch Ueberweisung von 200 000 Bänden der Bibliothek von Pergamon nach Alexandria, so daß die Stadt unter wechselvollen Schicksalen die bedeutendste Bildungsstätte der alten Welt bie zur Zerstörung Alexandrias durch die Araber blieb. In Deutschland vernichtete der Dre ßigjährige Krieg zahlreiche Bibliotbeken. Dazu gehörte auch die Heidelberger. Aus der Vatikana entführten 1797 die Franzosen zahlreiche Werke und suchten 1800 auch die Wiener Bibliothek außer vielen anderen deutschen Büchereien beim. Nach dem Sturz Napoleons begann ein großes Wieder austauschen auch der Bücherschätze. Dabei bekam der Vatikan die geraubten Manuskripte zurück und überließ gleichzeitig Heidelberg damals auch einen Teil der von Tilly entführten Bücherschätze. Alle diese Vorgänge beweisen, daß der Reiz nach geistigen Werten, selbst im Verlauf der blutigsten Begebenheiten der Weltgeschichte, unwidersteblich blieb. „Ja, dieses in der Krippe". Besinnliches für die Weihnachtszeit von Dr. Rosmarie Gaßner, Freiburg i. Br. Die nachfolgenden besinnlichen Karitasgedanken entstammen einem Rundfunkvortrag, der zu Weihnachten über„Die Weihnacht des modernen Menschen“ gebalten wurde. Wir glauben, daß einiges aus den beberzigenswerten Darlegungen vielen willkommen ist. Möchten sie recht viele Herzen warm machen für das Liebeswerk der Katholischen Kinderhilfe“. Wie können wir uns beugen vor einem Kind in der Krippe? Wir, die Unkindlichen? Woher nehmen wir die Zeit, seine Geschichte zu hören und uns ans Herz rühren zu lassen? Wir, die Zeitlosen, die„prestissimo Reitenden“? Wir, die bewußt Unsentimentalen? Alles in uns wehrt sich gegen die Torheit der Krippe; gegen das himmlische Licht, gegen die Einfalt der Hirten. gegen die Friedensbotschaft und das Herrentum der Liebe Ja, dieses Kind in der Krippe! Von seiner Krippe aus gehen Wege in unsere Wirklichkeit. In unter Hungern, in unsere Wohnungsnot. Seine starke Mutter überwindet in einem Stalle die Stunde ihrer Niederkunft; wie viel Hunderte unserer Mütter und arme Nachbarn teilen mit ihr die spärliche Nahrung!— täten wir es nur auch.— Einfältige Hirten sind an der Krippe bevorzugter als Gesetzesgelehrte und Wollüstige, gleichwie die willia Armen von beute ihr näher stehen, denn die Satten und Schimpfenden... Von der Krippe aus geht das Evangelium des Kindes. Die vielen kleinen Menschenbrüder und Schwestern sind dem Kind in der Krippe verwandt und 5o war es zu Weihnacht in Kußland.. (Von unserm russischen Berichterstatter.) K. K. Selten war ein Gotteshaus so spärlich erleuchtet, wie am 21. und 25. Dezember die wenigen offenen Kirchen in den Städten der Sowjetunion. Nur eine kleine Gemeinde war versammelt vor den geplünderten Altären, wo schüchterne Priester stumm die Sühnemesse zelebrierten anstelle des Jubelgottesdienstes der Christnacht. Weihnachten, lag im Zeichen der Trauer und die Sühnemesse galt dem 5. Dezember, dem Tag. an welchem Diktator Stalin die grandiose Erlöserkathedra le, Moskaus größtes Heiligtum, in die Luft sprengen ließ Traurige Weihnachten... Auf den nächtlichen Straßen bewegten sich Karnevalszüge der Gottlosen, Chrisius und die Kirche verspottend. Ein Jungkommunist, als Pius XI. verkleidet, gröhlte mit betrunkener Stimme:„Ich bin der römische Papst und trinke zum Frühstück nur Arbeiterblut!“ Aber niemand lachte. Auf den hellerleuchteten Eisbahnen kreisten, von Jüngkommunisten und Mädchen in Bewegung gesetzt, beschlittschuhte Strobpuppen, die Gott=Vater, den Heiligen Geist, Christus, die Apostel und Maria darstellen sollten. Eine Kommumstenkavalkade. Dirnenlieder gröhlend, bildete den Troß. Andere wieder trugen durch die Strahen Moskaus Glaskisten mit Pferde= und Kamelknochen in großer Prozession und verkündeten mit Pauken und Trompeten, es seien„Heiligenreliquien" aus dem Kijewo=Petschorfki=Kloster! Auf den Plätzen und an den Straßenecken, in den Klubs und Versammlungsstätten der Arbeiter schrien sich satte Agitatoren die Kehle heiser und in den Kinos surrten obszöne Filmstreifen bis 3 Uhr morgens. das Leben Christi und der Kirche verhöhnend. In den wenigen offenen Kirchen aber murmelte eine eingeengte Schar heiße Gebete. Das war Moskau in der Christnaw.... Die vor kurzem neueingeführte Sechstagewoche die an Stelle der mißlungenen Fünftagewoche getreten ist) brachte es ungewollt mit sich, daß der 24. Dezember auf einen allgemeinen Feiertag fiel. Im Exekutivkomitee der allmächtigen Partei der Bolschewiki zog man die Stirn kraus, war unwillig ob dieses Zufalls und brütete einen Plan aus, der alles bis setzt Dagewesene in den Schatten stellt. Von der Propagandaaktion der Gottlosen, soweit sie nicht mit brutalsten Zwangsmaßnahmen verbunden ist, versprach man sich keinerlei Erfolge An diese Mätzchen ist man in Rußland seit vierzehn Jahren gewöhnt. Das wußte man genau so gut im Kreml, wie im entlegensten Dörschen. Und im grauen Gebäude des Exekutivkomitees faßte man den Beschluß: die Betriebe durch„einstimmige freiwillige Abstimmung zu zwingen, den 21. Dezember als„freiwilligen Arbeitstag unter Verzicht auf Lohn zu Gunsten des sozialistischen Aufhaus" zu erklären. Ferner wurde die Weisung erteilt: wer am 24., 25. und 2. Dezember der Arbeit fern bleibt, wird zum„Sozial=Verräter“ erklärt und in die„schwarze Liste“ eingetragen. Das aber ist gleichbedeutend mit Entlassung und Verhungern. Aber nicht genug damit, um private Familien-Weihnachtsfeiern nach getaner Arbeit zu verhindern, beauftragte das Exekutivkomitee die wichtigsten Industriebetriebe der Union, vor Weibnachten keinerlei Lohnauszahlungen vorzunehmen. Später, nachdem die„Weihnachtsschlacht“ geschlagen sein wird, sollen die„unvorhergesehene Stockung in der Lohnauszahlung" als „Organisationsfehler“ irgend einer Finanzinstanz hingestellt werden! Dieser Beschluß des Exekutivkomitees ist durchgeführt worden, und so kam es, daß nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung am 24. und 25. Dezember das Weihnachtsfest begehen konnte. Der heilige Abend wurde zum„freiwilligen Arbeitstag“ oder„Subotnsik“, wie man ihn in der Sowjetunion nennt, proklamiert und die Löhne wurden auch nicht ausgezahlt. Hinzu kommt noch die Tatsache, daß gerade in den letzten Wochen die Preise für Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs ravid gestiegen sind. Dennoch ließ das gläubige Moskau den Mut nicht sinken. Wer es fertig brachte, der schlich sich zur Kirche und sandte stumm sein beißes Gebet zum Christkind empor, das in jener Nacht auf die Welt gekommen ist, um Frieden zu bringen den Menschen, die guten Willens sind. Der andere Teil aber hat beschlossen, Weihnachten nach altem. d. h. sulianischen Kalender und am 7. Januar zu feiern. Wie im vorigen Jahre, so durften auch setzt keine Weihnachtsbäume geschlagen und verkauft werden. Nicht einmal Tannenreiser konnte man kaufen. Wer dennoch im Besitz eines Tannenzweigleins angetroffen wurde, mußte eine hobe Strafe wegen„Waldfrevels“ entrichten und geriet auf die Liste der„Verdächtigen". Ausländer, d. h. die in der Sowsetunion tätigen ausländischen Ingenieure und Fachleute, hatten diese Härte weniger zu spüren, jedoch von der antirellgiösen Propaganda blieben auch sie nicht verschont. Und doch waren es in diesem Jahre wiederum allein die Ausländer, die Weihnachten mit einem Lichterbaum begeben durften. Selbst dem evangelischen Gottesdienst durften sie ungehindert beiwohnen und sogar Weibnachtsgebäck in ihren Spezialläden einkaufen, soviel sie nur wollten. Das russische Volk aber batte nicht einmal so viel, umsatt zu sein! Weihnachten in der Sowjetunion! Keine einzige Glocke durfte die Geburt des Herrn verkünden, kein frobes„Sprasdinikom Roschdjestwa Christowa!“(der russische Weibnachtsgruß) durfte erschallen, und in den Kirchen zelebrierte man vor trauerverbrämten Altären. Am Firmament aber leuchteten klare Sterne, klar wie die Tränen des hl. Laurentius. Sie leuchteten über dem Kreml, der alten Zarenburg und Glaubensfeste der Russen, und verkündeten den Eingeengten wie weiland den Hirten zu Bethlehem, daß Christus geboren ist für alle, auch für dieses Land der Tränen. verbunden. Aus ihren Augen leuchtet der eine Menschensohn, ihr Drängen und Zappeln um uns, ihr Geplauder und Händchenstrecken ist sein Winken und Betteln. ist sein kindlich=göttliches Ungestüm. Und all die Ungeborenen, von uns mit Bangen Erwarteten, sind seine Geschwister, sind Teilhaber seines menschlich=göftlichen Reichtums. Von der Krippe aus geht die Hoffnung auf Entsühnung. Wie die kleinen Glieder des Menschensohnes sich entfalten wollen, um Menschen zu heilen und Tote zu erwecken, um sich fürbittend auszuspannen zwischen Himmel und Erde für jeden von uns,— so sind es die Kinderhände unserer Kleinen, die Gott mit uns versöhnen werden. Müssen wir unser Antlitz bedecken, wenn Gott uns anruft, weil wir erkennen, daß wir nackt sind, — so schützt uns die Unversehrtheit des Christkindes und aller Kinder. Müssen wir schamrot werden ob unserer Ueberbeblichkeit, so verteidigt uns die Hingabe des Gottes=Kindes und unserer Kinder. Müssen wir das„Wehe“ hören ob unserer Erdversunkenheit, so antwortet die Flügelkraft und die Armut des Jesuskindes und unserer Kinder: die Stimme des Sohnes. Die Weihnacht des modernen Menschen muß zur brängenden Liebe werden. Wer in die Augen eines Kindes schaut, kann die Liebe zur Menschheit nicht mehr los werden... Eindringlicher denn je klopft die Not bei uns an. Sie geht ein und aus in unseren eigenen Türen und Kammern und schreit auf der Straße, aus dem Nachbarhaus, aus den Kellerwohnungen, aus der Dachmansarde sie klagt in Villen und Palästen. Ihr muß die Liebe begegnen, die große heilende, sich ganz vergessende, soll nicht die Not zum Würgengel der Völker werden. Die Liebe verlangt vor allem Gerechtigkeit: gerechten Lohn, gerechtes Teilhaben aller am Gewinn, gerechte Arbeitslast, gerechte Steuerlast. Die Liebe überbietet die Gerechtigkeit und vergißt alles Wägen und Messen, das schel um die Ecke=Sehen und das ängstliche Vorausberechnen. Nur so ist sie stärker und unüberwindlicher als die Not. Das Heidentum, das antike und das moderne, kennt diese Liebe nicht,„in ihm spricht— nach einem Wort Guittons— der natürliche Egoismus ohne Unterlaß: das gehört mir.“ In der Krippe aber liegt das Kind, das uns Gott gesandt, nicht weil wir ihn geliebt, sondern weil er uns geliebt hat, trotz Sünde, trotz Auflehnung, trotz Haß Wir müssen immer von neuem lieben, immer mehr, immer lebendiger. Haben wir der Liebe bisher Einlaß gewährt in unsere Vorzimmer, so heißen wir sie heute weiter kommen, in unsere Küche und Speisekammer, in unsere Kohlenräume und Kartoffelkeller, in unsere Kleiderschränke und an den Mittagstisch. Haben wir sie heute unser Herz verwunden, bis die Selbstsucht in ihm aufstöhnt; bis wir der Liebesglut des Menschensohnes anbeimgefallen... Christkind, greif du nach unseren Herzen! Das vergangene Jahrhundert hat wie auch das 2. bis in die neueste Zeit seine Unfähigkeit zu einer eigenen künstlerischen Gestaltung nicht nur in der Baukunst und Malerei, sondern auch in der Kleinkunst bewiesen. Die Kirche, in der er betete. das Haus, in dem er wohnte, selbst das Grab, in dem er ruht. verkünden die Armut des Menschen der genannten Zeitepoche an künstlerischen Ideen Gerade in der Friedboiskunst läßt sich der Tiefstand künstlerischen Schaffens und die Geschmacklosigkeit der genannten Zeit erkennen. Wie erhärmlich unsere Friedhofskunst ist im Vergleich zu dem, was frühere Jahrbunderte schufen, was vielfach nur noch in den Museen ein Scheinleben führt, ist schon vielen zu Bewußtsein gekommen. Aber noch tastet man in Versuchen nach Neugestaltung der so wichtigen Grabmalskunst unsicher umber. Mag man über das uneinbeitliche Bild über die Buntscheckigkeit unserer modernen Großstadte hinwegseben in der Erkenntnis, daß sie eben Ausdruck sind der Ideenarmut und Kunstverwirrung der neuesten Zeit, an den weihevollen Stätten unterer Toten empfindet man das Chaos auf kunstlerischem Gebiete besonders schmerzlich Welches sind die tieferen Gründe für den unleugbaren Verlust kunstgerechter Friedhofsgestaltung? Sie sind natürlich zunächst pirchologischer Art. Die vergangene Zeit des Naturalismus und Materialismus sperrte sich frech und ängstlich zuseich gegen den metapbysischen Gedanken welchen der Gottesacker“ aufdrängt. Immer war bei den velkern der Friedhof Ursprung eines erhabenen Aultus und in dessen Folge einer künstlerischen Natur selbst bei den Heiden, welche das Ahnen einer transzendenten Welt im Totenkult und in der Ahnenverehrung erlebten. Die Geistesrichtung des von seinen Fortschritten in der Naturwissenschau und von einem krassen Materialismus betangenen 19. Jahrhunderts stand dieser religiösen niiassung des Todes und des Friedhofes diametral gegenüber. Die Profanierung des einstens um das Gotteshaus gelagerten Kirchhofes wurde schnell vollzogen, die unschätzbare religiöse Stimwungsauelle, die jeder Gottesacker bedeutet, wurde mehr und mehr verschüttet. Unbewußt wie bei so manchen Kulturerscheinungen war auch hier die religiös und christlich eingenellte Menschheit dem Zeitgeist gefolgt. Das bedeutet kein Werturteil über das religiöse Leben. Es handelt sich hier ja um eine Kulturfrage Seit den Tagen des Weltkrieges ist ein Wandel zu verspüren. Die Majestät des Todes setzte sich auf den Scherbenberg einer zertrümmerten Scheinkultur und rückte mit Allgewalt den Tod in das Erlebnis der Menschheit unserer Tage. Vor Massengräbern und endlosen Kreuzesreihen der Heldenfriedhöfe rang die furchtbare Tragik der Kulturvölker um ein geläutertes Bewußtsein der wahren Bestimmung der Menschen, rang um den letzten Sinn des Daseins. Die Neuerkenntnis um metaphysische Bedeutung unseres Lebens bei dem besseren Teil der Menschheit gipfelt in der Achtung des Todes und will sich wiederspiegeln in einer Erneuerung und Beseelung der Friedhofskunst. Die Sehnsucht nach dem Verlorenen, nach der Tradition kommt auf, und eine, wenn auch in manchem gewandelte Religiösität, erhebt sich gegen die Verflachung unserer Zeit. Deutschland ist mir der schneidende Gegensatz zwischen einst und jetzt niemals stärker zum Bewußtsein gekommen als auf einer Wanderung über den Johannis=Friedhof in Nürnberg, anläßlich des letzten Katholikentages. Dieser Friedhof. auf dem Dürer ruht in der Reihe seiner Mitbürger unter gleichem Stein, hat alles das, was Spengler einmal die Grundstimmung der abendländischen Seele genannt hat: Kreuz, Tod, Gruft und Ewigkeitsluft. Treffend sagt Lindner von diesem Gottesacker vor den Toren Alt=Nürnbergs: „Es ist eigenartig, daß gerade die aristokratische Renaissance uns hier ein Musterbeispiel überliefert hat, wie mit christlichem Sinn trotz nobler Andeutungen der Standesunterschiede die Gleichheit auf dem Friedhof hergestellt werden kann.“ Der Johannis=Friedhof in Nürnbreg birgt in der Hauptsache liegende Steine, die, wenn auch in Fon und Material verschieden, sich wundervoll friedsam nebeneinander bescheiden. Außer den oben gekennzeichneten psychologischen Gründen darf nicht übersehen werden, daß auf unseren modernen Friedhöfen es gerade vielfach die leidige Eitelkeit ist— noch im Grabe!— welche diesen den uneinheitlichen, ja friedlosen Charakter gibt. welche sich nicht begnügt mit einem handwerklich tüchtigen Holz= oder Schmiedeeisenkreuz, sondern ein ohne Liebe und Hingabe von der Friedhofsindustrie bezogenes Monument aufstellt. Tüchtige Steinarbeiten könnten wir wieder lernen aus der Barockzeit. Allgemein muß es heißen: Weg mit den fabrikmäßig hergestellten Grabdenkmälern aus Marmor, Kunststein und Gußeisen, welche das künstlerische Handwerk fast ganz verdrängt haben! Wer einmal die Holzkreuze und die Schmiedeeisenkreuze in ihrer rührenden Innigkeit auf einem der stimmungsreichen Dorffriedhöfe in den Alpenländern, in Oberbayern und Tirol gesehen hat, wird es verstehen, wenn ich gerade von handwerklicher Zeite eine Erneuerung unserer Friedhofskunst erwarte. Allerdings ist es richtig, daß nur einbeitliche Weltanschauung den Friedhof zum Träger einer großen einbeitlichen Idee gestalten, ihm das geben kann, was ihn fromm, tröstlich, still, persönlich stimmt. Bei meiner Wanderung über die Friedhöfe Bochums fand ich an einem echten nordischen Novembertag das Bronzekreuz, welches unser Bild wiedergibt. Eine handwerklich tüchtige Arbeit, klar und ruhig in der Form, wirkungsvoll durch eine feine Edelpatina. Stadtbaumeister Sohm, von dem noch so manche glückliche Lösung künstle rischer Aufgaben der Ausführung harrt, hat es entworfen. Schlossermeister Heinrich Sicking hat es gefertigt. Es steht auf dem schlichten, an der Wittenerstraße nach Laer sich entlang ziehenden Friedhof. Warum gibt man Meistern solcher Art, denen es an künstlerischer Beratung zunächst nicht mangeln wird, nicht öfter den Auftrag zu einem bandwerklich echten und tüchtigen Friedhofswerk? Mag ihnen die künstlerische Idee zu ihren Arbeiten auch vorläufig noch von außen gegeben werden müssen, so wächst doch auch hier der Mensch mit seinen edleren, größeren Aufgaben, und kommt dann zu Liebe am Werk die Erfahrung, so bildet sich eine Tradition, aus der schließlich der Künstler entspringt, wie es die Kunstgeschichte immer wieder lehrt. Mitzuwirken, daß unsere Friedhöfe Stätten sichtbaren Ausdrucks unseres religiösen und seelischen Empfindens werden, sind wir alle berufen. Derjenige, der den Mut aufbringt, der Fabrikware am Ruheplatz der Toten ein aus christlichem Glauben erdachtes, ein liebevoll und persönlich gestaltetes Grabmal vorzuziehen, hilft mit, die Grabmalskunst zu fördern, die trostlose Monotonie in den Reihen der Gräber zu mildern und die Denkmäler der Unkultur von den Grabesbügeln der teuren Verstorbenen fern zu halten. Grabmalskunst und Friedhofspflege Dr. L. Reinold Der Historiograph des Großen Kurfürsten (Zum 300. Geburtstage Samuel Pufendorfs am 8. Januar 192.) Von Dr. Ludwig Hartmann. Schicksale und Meinungen des vor nunmehr brei Jahrbunderten geborenen Rechts= und Staatslehrers Samuel Pufendorf studieren, bedeutet auch für den Deutschen unserer Tage zugleich kurzweilige Unterhaltung und Genuß. Davon vermag schon eine gedrängte Uebersicht einen Vorgeschmack zu geben. Samuels Vater war Geistlicher. Ein wohlwollender Edelmann ermöglichte dem Knaben den Besuch der altberühmten Fürstenschule in Grimma. elber nicht zu Samuels Freude. Der schrieb an seinen Bruder Jeremias:„Gott gab mir zu Grimma ein, daß ich denselben Quark fahren ließ und las sofort brave Antores, ungeachtet mir Magiiter Brodkorb etliche Maulschellen darum gab.“ Vesser als die geistige„Bärenhänterei“ des UnterUchts gefielen ihm die lateinischen und griechischen Schriftsteller. Auf der Universität wurde ihm der Formelkram der zünftigen Gelehrsamkeit gründlichst verhaßt, und er konnte nur mit Mühe dazu angehalten werden, sich wenigstens den Magisterhut aufsetzen zu lassen. Der Bruder Esaias, der es im diplomatischen Lienst der schwedischen Krone schon recht weit gebracht hatte verschaffte dem jungen Samuel eine Hauslehrerstelle in Kopenhagen. Aber kaum hatte der Magister sein Amt angetreten, so wurde er von den Däneen, die damals gerade mit den Schweden in Konflikt gerieten, auf acht Monate gefangen gesetzt. Dennoch schlug ihm diese Haft zum Segen Samuel Freiherr von Pufendorf, aus. Denn da er keinerlei Bücher in seine Gefängniszelle bekam, so benutzte er die unfreiwillige Muße, sich literarisch zu betätigen. Sein Büchlein„Elementorum jurisprudentiae unwersalis"— für Deutschland der erste Versuch, ein bloß auf die Vernunft begründetes System des natürlichen Rechtes aufzustellen— verschaffte ihm mit einem Schlage Weltruf, also daß der Kurfürst von der Pfalz dem jungen Magister die Professur für römisches Recht an der Heidelberger Universität anbot. Samuel aber— verzichtet; er halte es für kein besonderes Verdienst, zu 999 InstitutionenKommentaren den tausendsten hinzuzufügen. Worauf man eigens für Pufendorf einen neuen Lehrstuhl für Naturrecht schuf. In Heidelberg erschien dann die bedeutendste politische Schrift, die das Deutschland des 11. Jahrhunderts überhaupt hervorgebracht hat, jene kurzweg als Monzamvano bezeichnete vernichtende Kritik an der deutschen Reichsverfassung, die darin in das nüchterne Licht des Tages gezerrt ward. Diese von heißer Vaterlandsliebe getragene Darstellung der deutschen Macht losigkeit versetzte die Regensburger Perücken und alle die unzäbligen Hofschranzen in ganz behörige Aufregung. Die kaiserliche Zensur verbot das Buch; aber es wurde in Tausenden von Exem plaren verbreitet und durch Uebersetzungen auch im Auslande bekannt. Durch ein Witzwort über eine Regierungsmaß nahme verdarb er es dann mit seinem Landesherrn, der ihn soeben noch bei der Abfassung des Monzambano unterstützt hatte. Pufendorf ging wieder nach Schweden, wo er diesmal zwei Jahr zebnte verblieb. und zwar in Lund als Hochschul professor, in Stockholm als königlicher Historiogranb Staatssekretär und Geheimrat. Nun konnte er sich der einst verbaßten Titel nicht erwehren In dieser Zeit entfaltete er eine fruchtbare Tatigkeit und führte einen zuweilen mit Derbheit, zuweilen mit sprudelndem Witz ausgestatteten Federkrieg gegen das damals noch ohnmächtige römische Recht. von der Mystik der unumschränkten Herrschergewalt und anderen Dingen, die heute großenteils beim alten Eisen liegen, damals aber geradezu als unumstößliche Wahrheiten angesehen wurden. 1(86 wiederholte der Große Kurfürst sein Anerbieten an Pufendorf: die Stellung eines brandenburgischen Historiographen und Hofrats mit Talern Gehalt. Aber als dann der streitbare Gelehrte nach Berlin übersiedelte, starb der Hobenzoller wenige Monate später. Im Jahre 1603 beendete Pufendorf sein Werk, das an Hand der brandenburgischen Akten eine Uebersicht über die auswärtige Politik des Großen Kurfürsten gibt. Die Wärme. die in dieser Darstellung nicht selten zu Tage tritt, läßt darauf schließen, daß der Geschichtsschreiber die nationale Sendung des Großen Kurfürsten trotz aller scheinbar partikularistischen Bestrebungeneder brandenburgischen Politik wohl erkannt hat. Von Einzelheiten abgesehen. ist Pufendorfs Darstellung bis auf den beutigen Tag bestimmend geblieben Eine lächerlich geringfügige Fußwunde war die Ursache. daß der Dreiundiechzigjäbrige, wenige Monate nach seiner Erbebung in den Freiberrnstand, vorzeitig— noch in ungebrochener Kraft— ins Grab sinken mußte. Als Wissenschaftler, der tron der Feindschaft von Phrasenbelden und Zopfgelehrten Weltgeltung errang, als überzeugungstreuer Kämpfer, der Männerstolz vor Königs Thronen“ bewies und den dennoch die Großen dieser Erde umwarben, als einer der besten Deutschen in einer Zeit der ticisten nationalen Erniedrignng wird der Historiograph des Großen Kurfürsten seinen Ehrenplatz in der Geschichte unseres Volkes behalten. ENN Die betonte Linie KDF. Ich will von der Lebensführung eines verarmten Haushaltes sprechen. Zu einer Zeit, als ich Not nur theoretisch kannte, sagte einmal ein Fabrikbesitzer zu mir:„Ob mein Betrieb gut oder schlecht geht, das steht in meinen Büchern; eine gewisse Lebenslinie läuft bei uns unabbängig vom Geschäftsgang.“ Damals verstand ich das nicht. Heute, leider, nur zu sehr. Die Geldfrage ist eine große Frage in unserm europäisch aivilisierten Leben. Wir dürfen nicht Obst pflücken, nicht im Brückenbogen schlafen, nicht Wild erlegen und Felle als Bekleidung nehmen. Menschen, bei denen das Essen immer auf dem Tisch steht, die dauernd in ihren Betten schlafen, können sich Not gar nicht vorstellen. Not ist. wenn die einfachen Dinge des Lebens fehlen. Als die große Frage des Doppelverdienens in jeder Form bekämpft und verteidigt wurde und wohl noch wird, ließ man den Begriff„Not“ auch eine gewisse Rolle spielen. Niemals ist dieses Wort relativer ausgewertet worden. Bei der einen Frau ist Not, wenn der Mann das Geld zum Abendkleid nicht mehr verdient, bei der andern. wenn dem Kind der Wintermantel fehlt. Wo wirklich Not ist, liegt wohl hier klar zutage. Es gibt eine Gruppe von Menschen, die immer auf einer gewissen Höhe des Lebensstils bleiben möchten. Ein gewisser Geltungstrieb spricht da mit. Nun ist's aber so, daß heute nicht nur der sogenannte kleine Mann arm geworden ist. Viel guter Mittelstand, viel Reichtum ist verarmt, Menschen, denen ein Stück Seife mehr fehlt als ein Stück Brot. Ganz gewiß war eine Höhe der Lebensführung erreicht, die den Absturz zur Armut katastrophaler macht, als wenn immer in sehr engen, kleinen Verhältnissen gelebt wurde. Hier kommen zu der Not an sich viele Nebenumstände, die den Zustand erschweren. Allein die Wäschefrage, der Zeitraum des Wechselns die weiße Bettwäsche, die Tischwäsche sind gesteigerte Schwierigkeiten Die Frauen dieser Kreise haben den besten Willen, alles selbst zu tun: der Körver aber ist es nicht gewöhnt, die Ernährung ist schlecht, die Kraft versagt. Und ein Verzicht auf das Tischtuch ist rein symbolisch ein Schritt abwärts. Darum hält manche Hausfrau das Tischtuch länger als die Butter aufs Brot. Ich kann es verstehen. Oder— es kommt Besuch. Allzuviel Besuch kommt nicht zu Verarmten. Armut schaltet aus Es ist auch peinlich für beide Teile. Wenn aber jemand kommt, freut man sich Dann möchte man gern ein wenig wie früher mitlebendes Individuum sein. Eine Tasse Tee wird gekocht. Nichts Fürchterlicheres gibt es nun als eine gewundene Ziererei, uns nichts wegtrinken zu wollen usw.! Du lieber Gott, ja: wir sind arm, wir trinken vielleicht abends den nochmals aufgekochten Malzkaffeesatz! Aber wen geht's was an? Laßt uns doch die Illusion, einmal wieder— gastfreundlich zu sein! Das Allerschlimmste aber ist die Gefahr, aus Not der Heuchelei zu verfallen. Es ist doch so: wer arbeitslos ist, wird unterstützt. Mancher, der in besseren Zeiten viermal in der Woche Fleisch im Topfe hatte, geht heute ein Eintopfgericht holen, um leben zu können. Das wird mit dem Löffel gegessen. Da kommt mit einemmal der Drang. einmal wieder Messer und Gabel gebrauchen zu dürfen, einmal wieder selbst kochen zu dürfen, um sich als Mensch wie andere Menschen fühlen zu können. Man tut es. Eine Ausgabe wird gemacht, die eigentlich untragbar ist die schwer an Notwendigem zurückgespart werden muß. Aber man braucht eine Unterbrechung, um rein gefühlsmäßig einen Aufschwung zu bekommen. Soll nun dies Essen, bescheiden in seiner Art. ein Angstessen sein: es könnte einer sehen!? Dann ist der Zweck verfehlt eine Note ins Leben zu bringen, die über den grauen Alltag hinaushebt. Wir müssen den Mut zur Ehrlichkeit haben, unsere Lebenslinie wieder und wieder nach oben drängen zu wollen, auch wenn Not im Haus ist. Wir dürfen nicht größere Armut vortäuschen, als da ist, um eines Vorteils willen. Unser Kinder dürfen die Eltern nie kleiner sehen, als sie es sind. Die Not meistern, heißt nicht nur, nicht verhungern, sondern auch seinen Lebenszuschnitt in Formen zu erhalten, die Auftrieb und Aufstiegswillen und Ehrlichkeit nicht unterbinden. F. B. Ein Blinder geht vorüber KDF. Es hält mir immer schwer mich von den Kindern loszureißen, aber heute ging es etwas leichter als sonst. Sie haben mich eine Strecke begleitet, mein kleiner Junge war ganz vernünftig und hat nicht geweint Das Mädel ist ja schon ein rechtes Mütterlein sie wird ihn zu Bett bringen und für alles sorgen Es ist ein warmer Vorfrühlingsabend. In allen Gärten sprießt es. Weiße, rote, blaue und violette Blumenpolster leuchten zwischen den Felspartien. Ich möchte stundenlang zwischen den erwachenden Gärten gehen. Aber schon habe ich die Straßenbahn erreicht Ich will einen Vortrag über Abrüstung hören; ich muß, denn ich bin über dieses so schwierige Thema noch nicht genügend orientiert Wie der See leuchtet! Das wäre ein Abend an dem man mit einem lieben Menschen eine Mondscheinfahrt mache möchte! Wie lange war ich nicht mehr auf dem See!— Ich verstehe die Menschen, die niemals Vorträge besuchen. Man könnte doch auch zu Hause über das Thema lesen.— In der Elektrischen= verlangen viele Leute: Stadthalle“ Was ist wohl heute? Vielleicht ein Beethovenkonzert. In einem Vortrag habe ich oft Mühe, meine Gedanken zu konzentrieren, sie wollen immer davonfliegen. Im Konzert macht das nichts die Musik baut ihnen Zauberbrücken bis in den Himmel und wirkt beruhigeno.... Ob der Saal wieder so heiß und schlecht ventiliert sein wird? Ach. dort im Kino spielt man setzt den Film, den ich so gerne sehen wollte. Immer kam etwas dazwischen.„Heute zum letzten Mal!“ Ja, dann werde ich ihn wohl nicht zu sehen bekommen. Ich möchte gern einmal wieder ins Kino gehen. Nein, doch lieber ins Stadttheater. Wie freudig strömen dort die Menschen zusammen! Alle sehen so festlich aus. Wenn ich jetzt frei wäre.. Aber bin ich's denn nicht? Es erwartet mich niemand. Wem schadet's wenn ich den Vortrag nicht besuche? Das Weltgeschick wird seinen Lauf nehmen, ob ich mich nun darum kümmere oder nicht. Ist es nicht geradezu anmaßend zu meinen, daß ich unbedeutende schwache Frau im Kampfe um den Weltfrieden mithelfen müsse? Selten ist ein Frühlingsabend so schön wie dieser. Es scheint geradezu Sünde, sich jetzt in den dumpfen Saal zu setzen Hier ist der Kreuzpunkt der Straßenbahn Welche nehme ich nun: die, welche hinauffährt oder die andere? Wohl hatte ich seit Wochen diesen Abend für den Vortrag freigehalten. Aber man soll auch einmal einer Eingebung folgen können! Die Neun fährt vor. Die kommt sowieso für mich nicht in Betracht. Zwei Männer gehen an mir vorüber: der eine hat einen grauen Vollbart. Er führt einen hochgewachsenen jüngern Mann. Die Heiligen Drei Könige. Nach einer neapolitanischen Krippendarstellung. Dieser hat den eigentümlich nachtwandlerischen Schritt der Blinden. Ich kenne ihn. Jahrelanlg hat er in unserm Häuserblock gewohnt, ich sah ihn oft am Bahnhof. An kurzer Leine führte ihn ein Hund. Wunderbar zu sehen, wie das Tier im Wagen für seinen Herrn Platz suchte sich zwischen seinen Knien hinsetzte und genau wußte, wann es Zeit zum Aussteigen war. Der Blinde hat ein sympathisches Gesicht, er wäre schön, wenn er Augen hätte. Im Weltkrieg wurden sie ihm herausgeschossen, vielleicht herausgebrannt. Die Lider sind noch da, sie liegen eingesunken in den Hohlen. Der bärtige Herr führt ihn zur vorderen Plattform des Wagens. Er ist ihm beim Einsteigen behilflich aber er geht nicht mit hinein. Es beunruhigt mich, daß ler Blinde nun allein davonfahrt. Ist sein Hund wohl gestorben? Nun fährt er ins Ungewisse, ins Dunkle. Beim Aussteigen wird man ihm helfen, aber dann steht er allein auf der Straße, nur Lärm um sich, nur Widerhall vieler Tritte, Autobuven und das Dunkel, das ihn ewig umgibt. Er kann keine grünenden Sträucher, keine flammenden Blumenbeete sehen. Ob er wohl schöne Augen hatte? Ob seine Mutter diese Augen sehr geliebt hat? Mein kleiner Junge hat so klare Augen—— Der Wagen mit dem Blinden ist fortgefahren. So eine kurze Begegnung Er ging vorüber und sah mich nicht. Aber einmal sind junge Männer vorbeigegangen und haben mich angeschant. Jeder aing und blickte zurück und schwieg Schatten waren es und sie gingen über ein Schlachtfeld. Wo habe ich das gesehen? Ja so. im Kino.„Im Westen nichts Neues.“ Jeder schaute zurück und ihr Blick sprach:„Wir sind tol. Du lebst Vergiß uns nicht!“— Neben mir hat damals eine Frau gesessen, die sagte:„Wenn man solches sieht versteht man nicht, daß irgendein Mensch noch andere Ziele haben kann, als das eine: dafür zu kämpfen. daß dieses Fürchterliche nie mehr kommt.“ Ich schaue auf die Uhr. Fünk Minuten vor acht. Jetzt gehe ich in den Vortrag. Vielleicht, daß er mir neue Wege zeigt. Und wenn ich auch nur einen einzigen Gedanken erfasse und weitertrage. Wir Menschen sind wie Tropfen im Meer. Aber das Meer besteht doch nur aus Wassertropfen. Alle sind notwendig Jetzt gehe ich in den Vortrag. Ich weiß, daß der große Kampf um Fortschritt und Frieden mich braucht. Er braucht uns alle. R. Eine Generalkommunion der Frauen für die Abrüstung KDF. Am 2 Februar tritt in Genf die Abrüstungskonferenz zusammen. Ihre Arbeit wird von großem Gewicht für das weitere Geschick der Völker sein— ob es in erhöhter Kriegsgefahr oder in ehrlicher Befriedung verlaufen wird. Die gierungen finden in sich und um sich stets anwachsende Hemmnisse für eine vertrauensvolle. friedliche Zusammenarbeit der Völker. Sie brauchen die Hilfe einer Macht, die an Größe. Unabhängigkeit und Unerschöpfbarkeit alle menschliche weit überragt. Diese Macht und Hilfe Gottes wollen die katholischen Frauen aller Länder herbeirufen, wenn sie einer Anregung der Internationalen Vereinigung katholischer Frauenverbände folgen und am 2 Februar, dem Feste Maria Lichtmeß. die hl Kommunion aufopfern für einen erfolgreichen Verlauf der Abrüstungskonferenz. So kann jede katholische Frau eine starke und unsichtbare Mitarbeiterin am Völkerfrieden werden. Der Flamingo Von Friedrich Frank. Der Vater hatte sich in Marokko niedergelassen, in einer kleinen Hafenstadt im Süden des Landes. Bespült vom tiefblauen Atlantik, der seine langen Wellen in immer neuen weißen Schlangenlinien gegen Sand und Riff der Küste sendet, angelehnt an einen Hügel, reckt sich die 7weiße Stadt, steil aufsteigend mit ihrem Häusergewirr von übereinander gestuften Würfeln, in den grellen Himmel. In einem dieser Häuser— außen weiß getüncht, innen luftig, lanschig und voll buntem Zierat— wuchs das Kind auf. Ein Patio, maurischer Innenhof, war sein erster Spiel= und Tummelplatz Säulen umstanden ihn, und schön geschweifte Bogen schwangen von Säule zu Säule. Der Boden war mit farbigen Steinfliesen belegt, Arabesken liefen rings herum und bildeten in der Mitte einen Stern. Auf diesem Stern stand in einem grünen Bottich eine große Bananenstaude deren weit gebogene Blätter sich harmonisch in das Linienspiel der Arkaden einfügten. Oben aber, ganz oben, leuchtete in einem scharfen Viereck ein Ausschnitt des offenen Himmels, makellos blau. Hier war es still und kühl. Hier spielte das Kind im goldenen Dämmer seiner Märchen und Träume, in der süßen Trauer seiner Einsamkeit, zu der es von erster Frühe an bestimmt war. Dunkle Ahnung von einer Welt die jenseits dieses Säulenhofes lag, mischte sich mit der glücklichen Gewißheit, daß man auf der Welt war, um wunderbarste Dinge zu erleben. Da kamen eines Tages zwei Araber in den Patio und brachten einen Flamingo, einen großen edlen Vogel mit unwahrscheinlich langen Beinen die rosig schimmerten, die Brust sanft gewölbt, den zierlichen Kopf würdig und anmutig zugleich auf überlangem Hals blütenweiß das Gefieder. Zwei wilde Gesellen aus dem Inneren des Landes, die den Vogel an einem der Seen gefangen hatten und ihn verkaufen wollten. Da standen sie nun, die beiden sonngebräunten Eingeborenen und der seltene Vogel, alle drei erotisch und voll fremder Würde; die Männer eingehüll in faltenreiche Gewänder, malerisch um die Schultern drapiert, die letzten Zipfel mit priesterlichem Gepränge um die Arme gelegt; der Vogel behutsam schreitend, mit unnachahmlichen Bewegungen. voller Grazie und Vornehmheit. Beim Anblick des Vogels war das Kind erstarrt vor Glück und Staunen, durchglüht von dem süßen Gefühl des Verlangens. Und so verharrte es minutenlang. Fülle der Andacht im Gesicht, während die Erwachsenen miteinander zu verhandeln begannen. Der Vater trat den Arabern unwirsch entgegen. „Was ist das für ein Vogel? Und was wollt Ihr damit?“ Die Araber, enttäuscht, verlegen und doch gierig nach einem Geschäft, sprachen schnell mit dunklen gurgelnden Lauten. Erzählten aufgeregt von der Jagd nach dem Vogel, priesen seine Schönheit, nannten verlockend den niedrigen Preis. Weiße Leute haben ja so mancherlet sonderbare Gewohnheiten, so manche unbegreifliche Freude an fremden Dingen; warum sollten sie nicht auch einen solchen Vogel kaufen, der so schön und groß und schlank war, so ein edles, weißes, wunderbares Tier— und so billig, weißer Herr, so unglaublich billig... Der Vater hörte ihnen befremdet zu. Die Zumutung, einen Flamingo, ein so zweckloses Tier zu kaufen, machte ihn schließlich ärgerlich Er hob die Hand jäh und gebietend mit einer Gebärde der Ablehnung. Da löste sich im Kind die starre Verzauberung. Plötzlich fühlte es sich von inbrünstigem Drang durchflutet. Faßte mit rührend wilder Gebärde nach der Hand des Vaters. „Vater, den Vogell Kauf' ihn! Nicht wahr, du? Kauf' doch den Vogel!“ Der Vater lachte leise auf, halb mißmutig. halb belustigt „Unsinn, mein Kind! Wozu sollen wir einen Flamingo kaufen? Das hat sa keinen Zweck, gar keinen Zweck!“ Zweck Zweck! horte das Kind und verstand es nicht. Da stand ja der Vogel: Märchen, Zauber. Glück und Lust. „Vater, bitte, kauf den Vogel!“ sagte das Kind leiser, aber mit einem tiefen, ganz unkindlichen Ernst. „Kauf den Vogel!“ flehte es und schon zitterte in seiner wehen Stimme etwas wie Entsagung, etwas wie die Ahnung des Unmöglichen. „So ein Vogel hat doch keinen Zweck, mein Liebling!“ sagte der Vater freundlich und bestimmt. Und dann zu den Arabern gewandt, kürzer. herrischer:„Gar keinen Zweck!“ Die Eingeborenen sahen nun ein daß hier kein Geschäft zu machen war. Da baten sie noch um etwas Wasser für den Vogel. Es war ein heißer Tag, sie kamen von weit her und der Vogel war matt und durstig. Da bekam der Flamingo einen Eimer Wasser. Prüfend stolzierend trat er an das Wasser, ohne jede Hast, wunderbar in sich ruhend leicht in jeder Regung seines schlanken Körpere, er bog den seinen Hals und trank. Und mitten im Trinken unterbrach er sich und hob den Kopf steil in die Höhe„den Schnabel schräg emvor, einen Augenblick so verharrend den kühlen Trunk wohlig nachempfindene, sich selbst genießend in seiner Ruhe und adligen Schonheit. Die Männer umstanden ihn mit verhaltener Bewunderung. Das Kind. trunken von Hingabe, schaute ihn verzückt an Es war aber ein tragisches Verzücken, bebend vor der Bitternis, daß etwas Kostbares unwiederbringlich verloren ging Und als der Vogel seinen Durst gestillt hatte und die Männer sich anschickten, wieder fortzugehen und ihn mitzunehmen, da ging ein Wirbel des Schmerzes über das Kind. Ein Aufschrei durchgellte das Haus, wild und verzweifelt. „Den Vogel!“ schrie das Kind. zerrissen, verstort, geschüttelt von Angst und Leid. Das Gesicht war weiß und verzerrt, die Augen fieberten übergroß, der Körper zuckte. Dann stürzten heiße Tränen, und die Welt verschwamm in Glut und Qual. Schnell hoben tröstende Hände das Kind auf und trugen es fort Noch einmal sah es unwirklich im Schleier der Tränen, den weißen Märchenvogel, der, unberührt vom Kummer des Kindes stolz und anmutig den Hof verließ, und hörte noch einmal den Vater fassungslos murmeln:„Es hat keinen Zweck!“ Erst in späteren Jahren tauchte das Kindheitserlebnis wieder auf, leuchtete aus dem Dunkel frühester Erinnerung wie ein zitterndes Spiegelbild aus der Tiefe eines Brunvens. Jetzt erst. dem Erwachsenen, der kläglich wußte, was ein Zweck ist, wurde der Flamingo von einst zum Urbild für alles Unerreichte Unerreichbare im Leben zum Symbol für alles Edle und Schöne, das frei von Zweck und ihn zum Trotz besteht. Jetzt aber kommen keine tröstenden Hände meyr. uns aufzuheben, fortzutragen, wenn uns die verlangenden Hände herunter geschlagen werden. und es ist auch nicht mehr eine fremde, unverstandene, sondern die eigene Stimme, die das kalte Wort sagt:„Es hat keinen Zweck...“ Samstag, den 8. Januar 1932 Nr. 6— Seite 90 4. Beilage der Westfälischen Volks=Zeitung Goltesdienst=Ordnung Sonntag, den 10. Januar 1932. Propstet. 6 Uhr hl. Messe. 6.45 Uhr hl Messe m. Pr., hl. Weihnachtskommunion der Mädchen der Weilenbrinkschule, nach den Kindern hl. Weihnachtskommunion der Jünglingssodalität und der übrigen Jünglinge: 8 Uhr hl. Messe m. Pr.; 9 Uhr pI. Messe für Gymnasiasten und Oberrealschüler 10 Uhr liturgisches Hochamt mit kurzer Pr.; 11.15 Uhr letzte bl. Messe mit Pr.— Nachm. 2.30 Uhr Andacht für das Werk der hl. Kindheit für Kindheit=Jesu, und Schutzengelverein mit Festpredigt und Kollekte der Kinder. St. Marien. 6 Uhr 1. hl. Messe; 7.15 Uhr Frühmesse m. Pr.; 8.30 Uhr 3. hl. Messe m. Pr.; 9.30 Uhr Hochamt m. Pred.; 11 Uhr letzte hl. Messe m. Pr Nachm. 2.30 Uhr Andacht für den Kindheit=JesuVerein mit Opfergang der Kinder an die Krippe. St. Josef. 6.30 Uhr Gemeinschaftsmesse für die Junglinge. 7.30 Uhr bl. Messe; 8.45 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10 Uhr feierl. Hochamt m. Pr. zu Ehren der Hl. Familie: 11.15 Uhr letzte hl. Messe m. Pr.; 14.30 Uhr Andacht des Kindheit=Jesu=Vereins mit Ansprache. 13.30 Uhr Andacht mit Vortrag für die Jungmänner in der Pfarrkirche St. Antontus. 6.30 Uhr erste hl. Messe; 8 Uhr Fruhmesse m. Pr.; 9.30 Uhr Hochamt m. Pr.; 11 Uhr lente bl. Messe m. Pr., 2.30 Uhr Kindheit=JeluAndacht. St. Marien. B.=Stiepel. 7.30 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt; 15 Uhr Andacht zu Ehren der hl. Familie. Fronleichnamskirche, B.=Laer. 7.30 Uhr Frühmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr. 2.30 Uhr And. zur bl. Familie. St. Elisabeth, B.=Gerthe. Die hl. Messen sind 7 Uhr: 8.30 Uhr; 10 Uhr Hochamt. 2.30 Uhr And. 3.30 Uhr Taufen. St. Joseph. B.=Hiltrop=Bergen. 7.30 Uhr Fruhmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Kindheit=Jesu=Andacht. Hl. Geist, B.Harpen. 7.30 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt: 2.30 Uhr Andacht. St. Marien, B.=Langendreer. 6.30 Uhr hl. Messe; 8 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10.15 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht. St. Bonisattus, B.=Langendreer. 6.30 Uhr hl. Messe; 8 Uhr bl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht. Herz=Jesu, B.=Werne. 6.45 Uhr hl. Messe; 8.15 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Sochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht St. Michael, Wanne=Eickel. 7.30 Uhr Frühmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 3 Uhr Andacht. Herz=Jesu, Wanne=Eickel. 7.30 Uhr Frühmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 3 Uhr Andacht. St. Franziskus, Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe; 9 Uhr Hochamt m. Pr.; 10.30 Uhr hl. Messe m. Pr. St. Joseph, Wanne=Eickel. 7 Uhr hl. Messe; 8.30 Uhr hl. Messe m. Pr.; 11 Uhr Hochamt m. Pr. 2.30 Uhr Andacht. St. Laurentius, Wanne=Eickel, 6 Uhr hl. Messe; 7.15 Uhr bl. Messe m. Pr.; 8.15 Uhr hl. Messe für die Polen; 9.15 Uhr Schulmesse m. Pr.; 10.15 Uhr letzte hl. Messe m. Gesang u. Pr.; 2.30 Uhr Andacht. St. Barbara. Wanne=Eickel, 6.30 Uhr hl. Messe 8 Uhr Frühmesse m. Pr.; 9 Uhr hl. Messe. anschl. voln. Predigt; 10 Uhr Hochamt m. Pr. St. Marien. Wanne=Eickel. 7 Uhr stille bl. Messe m. Pr.; 8 Uhr stille hl. Messe m. Pr.; 9 Uhr Hochamt m. Pr.; 10.30 Uhr stille bl. Messe m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht. St. Theresienkirche, W.=Eppendorf. 7,45 Uhr Frühmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Christenlehre mit kurzer sakramentaler Andacht für die Schulkinder. 5 Uhr Predigt mit lakramentaler Andacht. St. Magdalenen, W.=Höntrop. 6.15 Uhr erste bl Messe. 8 Uhr Frühmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr., 2.30 Uhr Christenlehre und Andacht. 3 Uhr Taufen. 5 Uhr Andacht zur bl. Familie. Briefkasten. Mariahils=(Kloster=) Kirche. 5 und 6 Uhr bl. Messe; 7 Uhr und 8 Uhr Singmesse m. Pr.; 9.15 Uhr Schulerinnengottesdienst; 10.30 Uhr polnische Singmesse; nachm. 5 Uhr Pred. und Armenseelenandacht; 19.30 Uhr feierl. Eroffnung der MannerExerzitien(19 Uhr Rosenkranz). St. Meinolphus. 6.30 Uhr hl. Messe; 7.30 Uhr hl. Messe; 8.30 Uhr Schülermesse; 9.30 Uhr Hochamt: 10.45 Uhr Kindermesse; 11.30 Uhr letzte bl. Messe; 2.30 Uhr Andacht. St. Johannes, B.=Wiemelhausen. 7 Uhr bl. Messe; 8 Uhr Frühmesse m. Pred.; 9.15 Uhr bl. Meue m. Pr.; 10.30 Uhr Bochamt m. Pred.: 2.30 Uhr Andacht zur bl. Familie. 3 Uhr Taufen; 3.30 Uhr Andacht m. Vortrag u. Segen für die Sodalität. Herz=Jesu, B.=Hamme. 7 Uhr hl. Messe; 8.15 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 11.15 Uhr bl. Messe m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht zu Ehren der bl. Familie. Herz=Jesu, B.=Hordel. 6.30 Uhr bl. Messe: 8 Uhr bl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr. 2.30 Uhr Andacht St. Franziskus, B.=Riemke. 6.15 Uhr bl. Messe: 7.15 Uhr hl. Messe m. Pr.; 8.30 Uhr hl. Messe m. 30 Uhr Sochamt m. Pr.; 11 Uhr bl. Messe m. Pr.: 2.30 Uhr Andacht zu Ehren der bl. Familie. 3 Uhr Taufen. St. Franziskus, B.=Weitmar. 6.15 Uhr 1. bl. Messe: 7.45 Uhr 2. hl. Messe m. Pr.; 9 Uhr Hochamt m. Pr., 10.15 Uhr Schulmesse m. Kinderpredigt; 11.15 Uhr lente hl. Messe m. Pr.; 2.30 Uhr And.; 3 Uhr Taufen. St. Liborins, B.=Grumme. 7 Uhr bl. Messe. 8.30 Uhr bl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m Pr.; 2.30 Uhr Andacht; 3 Uhr Taufgelegenbeit. Hl. Kreuz. 7 Uhr bl. Messe m. Pr., 8.30 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10.30 Uhr Hochamt m. Pr.: 2.30 Uhr Andacht zur hl. Familie Preifaltigkeit, 7 Uhr hl. Messe;* Uhr bl. Messe m. Pr., 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr ist And zur hl. Familie. St. Anna. B.=West. 7.30 Uhr hl. Messe m. Ges 9 Uhr hl. Messe m. Gesang u. Pr.; 10.15 Uhr Hochamt m. Pr.; 11.15 Uhr hl. Messe m. Gesang u. Pr.: 2.30 Uhr Andacht zur bl. Familie mit Segen: 3 Uhr Taufen. Liebfrauen, B.=Altenbochum. 6.30 Uhr Frühmesse m. Pr.; 7.45 Uhr Messe m. Pr.; 9 Uhr Kindermesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr., 14.30 Uhr Andacht mit sakramentalem Segen; 15 Uhr Taufe. Liebsrauen. B.=Linden. 7 Uhr hl. Messe m. Pr.; d.05 Uhr bl. Messe mit Ansprache für die Kinder, 9 Uhr bl. Messe m. Pr., 10.30 Uhr Hochamt m. Pr.; 2 Uhr hl. Taufe; 2.30 Uhr Andacht zur bl. 8.=Dahlhausen, St. Michael. 7,30 Uhr Fruhmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 8 Uhr Andacht S.=Dahlhausen. St. Engelbert. 7,30 Uhr Frühmit gemeinschaftl. hl. Kommunion des Jüngl.dieseins und der Schulklasse 2; 10 Uhr Hochamt m Pr.; 2,30 Uhr Andacht zur hl. Familie. C. 18. Bei 30 Mk. Friedensmiete ist für 1W32 mit Wassergeld(3 Prozent der um 4 Prozent erhohten Friedensmiete) 38,03 Mk. zu zahlen. Wird das Wassergeld in die Miete nicht eingerechnet, so sind bloß 37.09 Mk. zu zahlen. Das Wassergeld wird dann extra berechnet und nach Gesamtverbrauch für das Haus umgelegt. Jeder Hausbewohner bat sich nach der Höhe der Miete an der Zahlung zu beteiligen, auch der Hausbesitzer, wenn er im Hause wohnt. A. M. Bei 33,33 Mk. Friedensmiete sind für 1932 zu zahlen 41,21 Mk. ovne Wassergeld. Dazu kommen für Wassergeld, Schornsteinreinigung usw nach Ihrer freien Vereinbarung mit dem Hausbesitzer noch 1,67 Mk. so daß die zu zahlende Summe im ganzen 1228 Mk. beträgt. Davon gehen ab 14,00 Mk. Hauszinssteuer, bleibt zu zaulen 27,98 Mk. Man kann sämtliche Zuschläge auch ermitteln. indem man. falls das Wassergeld umgelegt wird, von der reinen Friedensmiete 123,63 Prozent berechnet.— Man darf aber nicht zu der reinen Friedensmiete die obengenannten 1.67 Mk. hinzuzählen und davon 123,63 Prozent berechnen, also von rund 35 Mk. Dann würde die Summe sich um 43.27— 41,21= 2,06 Mk. erhöhen. Das ist umso weniger zulässig, als der Betrag für Schornsteinreinigung u. a. Ueberleistungen(4 schon in den obengenannten 123 63 Prozent mitberechnet ist. Die 167 Mk. sind eine Extrazahlung und müssen zu der obengenannten Summe von 11,21 Mk. hinzugezählt werden Dasselbe gilt auch für sonstige Extrazahlungen C. H. Wenn es sich um eine Altwohnung han delt. so wird die Miete um 10 Prozent gesenkt. Sie haben dann einschl. 1.16 Mk. Wassergeld zu zahlen 40,12 Mk. Handelt es sich dagegen um eine Neubauwohnung, so laßt sich für den einzelnen Fall noch nicht feststellen, wieviel Prozent in Abzug kommen. Sie zahlen daher am besten unter Vorbehalt. Dann wird Ihnen, falls Sie zuviel gegeben haben, der Ueberschuß für nächsten Monat in Anrechnung gebracht. N. 218. Bei 21,50 Mk. Friedensmiete ist einschließlich Wassergeld(3 Proz.) zu zahlen 31,00 Mk., ohne Wassergeld 30,29 Mk. In letzterem Falle wird das Wassergeld gemäß Verbrauch nach der Miethöhe umgelegt. N. W. Als Neuwohnungen kommen in diesem Falle nur An= und Einbauten zu der Altwohnung in Frage. Beides liegt hier aber anscheinend nicht vor. Also handelt es sich hier nur um Altwohnungen, bei denen 10 Prozent von der Miete abgezogen werden. Unter die Zwangswirtschaft fallen nicht mehr Wohnungen, für die 1200 M. und mehr Friedensmiete gezahlt wird. Die beiden genannten Wohnungen bleiben aber in der Zwangswirtschaft, auch wenn sie früher als eine Wohnung zu 1200 M. vermietet sein sollte, weil die Zweiteilung 1929 schon eingerichtet ist. Miete 32. a) Für 1932 ist für die Wohnung 55,45 einschließl. Wassergeld zu zahlen. Seit dem 1. April 1931 bis 31. Dezember 1931 betrug die Miethöhe genau 60,— M. In beiden Fällen muß noch die Hauszinssteuer abgezogen werden. b) Für den Wassermotor wird ortsüblich ein Betrag pro Wasche entrichtet, der in den verschiedenen Stadtteilen von verschiedener Höhe ist und sich auf 0,50 M. bis 1 M. beläuft.— c) Bei sonst normalen Verhältnissen z. Zt. 104 M. W. B. 1. Der Untermieter ist zur Flurreinigung verpflichtet, wenn dies mit ihm vereinbart ist. Die Bestimmungen der Zwangswirtschaft fin den auf Untermieter keine Anwendung außer in einzelnen Fallen. 2. Da der Mieter den betr. Krahn wie der andere Mieter benutzt, so ist er auch verpflichtet, am Putzen desselben sich zu beteiligen, auch wenn er in derselben Etage wohnt. K. X. Aus vorliegendem Grunde können Sie verlangen, daß der betr. Bauhandwerker sich vorher anmeldet, wenn er kommen will, damit Sie selbst(oder ein anderer) zur Hilfe anwesend sind. Rechtsstreit. In diesem Falle ist zu empfehlen, einen Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen. F. D. Dem Wehrkreiskommando sind zwecks Aufnahme in die Reichswehr einzusenden: 1. Antrag auf Einstellung in die Reichswehr, zu stellen an das Wehrkreiskommando Münster i. W. 2. Zustimmung des Vaters oder gesetzlichen Vertreters, wenn der Antragsteller noch nicht masorenn ist 3. Ein selbstgeschriebener Lebenslauf mit Angabe von Große und Gewicht. 4. Polizeilich beglaubigte Abschriften des letzten Schul= und Dienststellenzeugnisses, gegebenenfalls auch des Zeugnisses von der Fortbildungsschule. 5. Ein pollzeiliches Führungszeugnis.— Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.— Zum Eintritt in die Reichskriegsmarine ist die Meldung mit gleichen Schriftstücken zu richten an die Marinestation in Kiel, zur Handelsmarine an die Marinestation in Wilhelmshaven. Frühestes Eintrittsalter ist 18 Jahre. A. B. 30. Bei 45— M. Friedensmiete ist einschließlich Wassergeld für das Jahr 1932 zu zahlen 57,03 M. Dazu kommen in diesem Falle 0,80 M. für Flurbeleuchtung. Abgerechnet werden 6.40 M. Hauszinssteuer. Bleibt zu zahlen 51.43 M. C. B. 100. Am besten sprechen Sie betreffend noch fehlender Angaben gelegentlich in unserer Redaktion einmal vor Alter Abonnent. So etwas ist in fast jedem Falle verschieden. Hier kann Ihnen nur die Baupolizei Genaueres sagen. Wie wird das Weiter? Der Ostseesturmwirbel ist mit großer Geschwindigkeit bis nach Nordfinnland abgewandert. Auf seiner Rückseite saugt er Kaltluft polaren Ursprungs bis nach Mitteleuropa. Die Temperaturen sind in ihr über Großbritannien zum Teil schon unter den Gefrierpunkt gesunken. Von der Biskaya her strömen noch feucht=warme Ozeanluftmassen über Frankreich nach Nordosten und veranlassen beim Zusammentreffen mit der Kaltluft über dem westlichen Mitteleuropa verbreitet trübes, regnerisches Wetter. In Sudwestdeutschland und in der Schweiz fielen seit gestern Abend stellenweise 20 bis 25 Liter Regen auf den Quadratmeter. Ueber dem Ozean herrscht dagegen meist ruhiges beständiges Wetter. Dasselbe wird sich in dem allgemeinen nordwestlichen bis nördlichen Kaltluftstrom weiter oftwärts ausbreiten, so daß auch über Westdeutschland mit zunehmender Berubigung, dabei aber mit langsamem Temperaturrückgang zu rechnen ist. Vorhersage für Sonnabend. Stark wechselnde Bewölkung. Einzelne Regen= oder Schneeschauer. Temperaturen weiter sinkend, bei heiterer Nacht bis unter den Gefrierpunkt. Abflauende westliche bis nordwestliche Winde. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wechselnd wolkig und heiter. Temperaturen auch tagsüber nahe an 0 Grad. Noch einzelne Schneeschauer möglich. Im Gebirge Frost. Ueber dem Ozean herrscht z. Zt. recht ruhiges, wechselnd wolliges und heiteres Wetter. Es wird im allgemeinen Nordwest= bis Nordstrom der frischen Polarluft weiter ostwärts an Raum gewinnen und somit auch wetterwirksam für Westdeutschland werden. Die Temperaturen schwanken bei meist ruhigem trockenen Wetter um Null Grad. Um die Mitte der neuen Woche werden neue Ozeanwirvel den gesamten Witterungscharakter wieder unbeständiger gestalten. Bei steigenden Temperaburen fallt vielfach Niederschlag, der anfangs noch als Schnee, dann aber hauptsächlich als Regen niedergeht J. Sch. 50. Der Gebrauch der Wassermotoren wird nicht pro Monat, sondern pro Wäsche bezahlt, wofür der von Ihnen genannte Betrag nicht zu hoch ist. A. K. Da Sie sich kontraktlich verpflichtet haben, die Miete im voraus zu zahlen, so muß dies auch geschehen. Der Hausbesitzer kann, wenn Sie über einen Monat mit der Miete im Rückstand sind. gerichtlich vorgehen und Räumungsklage anstrengen.— Ist er aber längere Zeit, etwa 1 Jahr lang. stillschweigend zufrieden gewesen, wenn Sie am Schlusse des Monats die Miete gezahlt haben so muß er Sie benachrichtigen, daß die vertragliche Festsetzung des Zahlungstermins wieder in Kraft treten soll. Dies hat dann nach der vertraglichen Kündigungsfrist, also nach einem Monat oder einem Vierteljahr, zu erfolgen. . Wenn die Hypothek noch nicht gekündigt ist, so werden in diesem Falle laut Notverordnung statt 10 Prozent bloß 7½ Prozent berechnet. L. G. Es ist hier sehr zweifelhaft, wer im gegebenen Fall für einen Schaden aufkommen müßte. Die Sache ware aber gleich klar gestellt, wenn Sie matt Ihres Neffen als Eigentümer des Fuhrwerkes sich in die Versicherung aufnehmen lassen würden. Praktisch dürften ja Sie in jedem Falle zuguterletzt der Zahlende sein. da Ihr Neffe noch nicht Miteigentümer des Geschäftes ist. X 100. Die Auszahlung kann erfolgen, wenn vom Schuldner oder Gläubiger rechtzeitig, wie vereinbart, gekündigt ist. Der Schuldner läßt sich von den Gläubigern eine gemeinschaftliche löschungsfähige Quittung geben und kann darauf die Löschung erfolgen. Die Kosten, die wegen der geringen Höbe der Hypothek sehr gering sind hat der Schuldner zu zahlen. 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Bausparkassen wollen durch Hergabe zinsloser oder sehr niedrig verzinslicher Darlehn die Schaffung von Eigenheimen, die Ablösung teurer Hyvotheken, eine Geschäftsentschuldung und Erbenauszahlung ermoalichen. Die Bausparkassen sind wohl im Augenblick die einzigen Darlehnsgeber, da durch die letzten Vorgänge auf dem Kapitalmarkt das Hypothekengeschäft seitens der Banken ganz still liegt. Bei den etwa 300 Bausparkassen in Deutschland sind die verschiedensten Spar= und Zuteilungssysteme zu finden. Während bei den öffentlichen Bausparlassen der Landesbanken die Zuteilung durch Auslosung(Lotteriesystem siattfindet, haben tast alle privaten Bau= sparkassen für die Zuteilung von Darlehn das Leistungsprinzip, also ein Zuteilungssystem, welches nicht vom Zufall abhängig ist. Die Leistungen der deutschen Bausparkassen sind außerordentlich beachtenswert, wenn man bedenkt, daß das Bausparwesen erst seit 10.4 in Deutschland Eingang fand. So wurden bis Ende 190 von den Bausparkassen rund 350) Millionen Reichsmark an Darlehn ausgezahlt. Heute zählt die Bausparbewegung in Deutschland ca 400100 Bausparer. Außerordentlich hohe Betrage wurden für Hypothekenablösung zur Verfügung gestellt, wodurch eine große Zahl von Altbesitzungen gerettet werden konnte und noch wird. Unter den vielen Bausparkassen verdient die„Deutschbau“, Bausparkasse in Bochum. Opelhaus, Hattinger Strafe. Erwähnung. Im Juni 1920 gegründet, zählt sie heute nahezu 300 Bausparer. kaum 9 Monaten zahlte sie 478.000.— Reichsmark aus. wovon fast A000.— Reichsmark in Bohum verblieben. Am Wachtelweg Grummer Friedhof) sind die beiden ersten von der Bausparlasse voll finanzierten Eigenheime(2½ Familienhäuser) fertiggestellt. Die beiden infrage kommenden Sparer erhielten nach einer Wartezeit von 12 Monaten und 5 Tagen 30 bezw. 25000 R M. als unkundbare und unverzinsliche Darlehn. Selbst während der Finanzkrise konnten im Bau befindliche Häuser in Kassel, Chemnitz, München und Stangendorf durch finanziert werden. Die am 22. Dezember stattgefundene 4. Zuteilung brachte. wie wir hören, abermals 14 Bausparern Hilte und zwar hauptsächlich zur Ablösung teuerer Hypotheken. Troy der Finanzkrise entwickelt sich das Unternehmen ruhig und sicher weiter, wozu zweifellos das am l. Oktober in Kraft getretene Bauspar assengesetz noch erheblich beitragen wird. Die„Deutschbau“ steht mt ihrem Einheitstarif, ihrem Zuteilungssystem und ihren günftigen Wartezeiten mit an der Spitze der deutschen Bausparkassen. Angesehene Bochumer Kaufleute und Handwerler stehen nicht nur mit ihrem Namen, sondern auh mit Kapital hinter ihr. Die Leitung ist in sicheren und zuverläisigen Händen, wo u noch die Zuteilungskontrolle durch einen Notar kommt. 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Bier und Sekt. 9 ein halbes Dutzend Männer. und=hosen sind ganz befleckt riesige Revolver Diese Leute se grenzten Kredit zu haben, aber Wunder denn vor einigen von ihnen beim Hoteldirektor G zehn= bis zwanzigtausend Mark Wir blicken zur Decke hinauf wohl nur einmal auf der Welt ganz aus Sektpkropfen zusar Der Sekt wurde in wenigen Wo chen Goldgräbern aus Creek get Goldfelder werden selten in genden entdeckt; aber Willian Richard Glasson und Frank( wohl kaum auf einen abgelegene Creck stoßen, wenn sie auch die sucht bätten. Er liegt am Bul robe=Distrikt des Mandatsgebiet und ist bis zur Zeit der Goldja mehr als einem halben Dutzend wesen. Um den Fluß zu erreid zur Salamana Bay einen Mot und von dort dann mit Hilfe 1 die vierzig bis fünfzig Pfund Kopfe tragen können, über das Kilometer weiter wandern. Di scheint recht kurz, und doch muß Tage rechnen, so schrecklich sind nisse. William Royal entdeckte da 1925, als er nach dem Zusar Schiffsbaugeschäfts in Rabaul neues Vermögen zu erwerben. Bankrott solch gute Folgen geha von Creek brachte Roval und beinahe zwanzig Millionen Mar Die drei Männer bielten 1 rend der Monate des Suchensa Krank, halb verhungert, immer vor umherstreichenden Eingebe sie sich weiter durch; wohl n verloren sie die Hoffnung un Zivilisation zurücktt Nur die verbissene Zäbigkeit Ro sellschaft zusammen, er wollte e im Dschungel lassen als unverrich kehren Endlich als die Goldsucher soh aufgegeben hatten kamen sie nac ein Blick genügte um festzuste Dorado gekunden hatten. Man Gefühl dieser drei bageren ab vor. als sie unter der sengende und auf das Vermogen zu ihre schauten. Was für Träume mil schienen sein! Palastartige Häuf — alles, was das Leben bieten ihnen gehören. Peterspau Die Marksburg sah hochmüt das stille kleine Dorf herunter.( knie bei dem Städtchen Braul Hütten. Und stromabwärts Schwestern, Oberspay und Nied Dörfer, mit mauerumwehrten, höfen. Peterspay aber schmiegte geschützter Armut, vertrauensvo und hatte seine Kapelle, dem he weiht, wie eine freundliche Hand entgegen gestreckt. Notzeit stand über dem Rhei ganzen deutschen Welt. Es war des Kaisers Reitergeneral Johan bald da, bald dort im Rheinga zosen herum schlug. Er geisterte wo im dürren Hunsrück mit sei her. Jeden Augenblick konnte a am Himmel sein Nahen künde blutige Fratze mochte dann wie die Berge in die verödeten Fl grinsen, aus denen Blutdunst grausigen Zeit kaum noch einer von einem Schrecknis zum ande Und der Werth war dem R man dachte Nach raschem Be einsame Gebirge stand sein K. Peterspay, bereit, wie der schnell wehrlos Mäuslein niederzustoße Aber lauerten etwa im Tale Des Kaisers gefürchteter Marse Bügel und spähte durch das 9 zur Stromzeile.„Ihr kennt E Wachtmeister?“ Der schnauzbärtige, riesige Kil nickte:„Bin da geboren!“ Der General lachte spöttisch: manchmal an Mutters Kunke Goldjagd in Neuguinea Ein Hotel, in dem die Decke aus Sektpfropfen besteht Von P. J. Clancy. dem bekannten Schriftsteller und Forschungsreisenden. Ein langer, schmaler Streifen von schimmerndem weißen Strand mit schwankenden Palmen, im Hintergrund hohe. dschungelbedeckte Hügel, auf dem Strande verstreute, robgebaute Blockhütten mit dem dicken Kunigras gedeckt, hie und da auch besser gebaute Häuser und in der Mitte das zweistöckige, strobgedeckte Hotel, das war Salamaua, der Ausgangspunkt zu den Edie=CreekGoldfeldern, wie ich es im Sommer 1926 sah. als Erzschürfer der ganzen Welt nach Neuquinea strömten um sich an der größten Goldjagd der letzten Jahre zu beteiligen. Das Salamana=Hotel hat rohen Bretterboden eine schmutzige hölzerne Theke, die mit Likörflecken übersät ist dahinter steht eine Flaschenreibe von Whisky. Gin. Bier und Sekt. An der Bar trinkt ein halbes Dutzend Männer, ihre Khakihemden und=hosen sind ganz befleckt, im Gürtel stecken riesige Revolver. Diese Leute scheinen hier unbearenzten Kredit zu haben, aber das ist auch kein Wunder denn vor einigen Minuten erst hat jeder von ihnen beim Hoteldirektor Gold im Werte von zehn= bis zwanzigtausend Mark hinterlegt. Wir blicken zur Decke hinauf und sehen, was es wohl nur einmal auf der Welt gibt: daß sie ganz aus Sektpfropfen zusammengesetzt ist. Der Sekt wurde in wenigen Wochen von den reichen Goldgräbern aus Creek getrunken. Goldfelder werden selten in zugänglichen Gegenden entdeckt; aber William George Roval. Richard Glasson und Frank Chisholm konnten wohl kaum auf einen abgelegeneren Ort als Edie Creck stoßen, wenn sie aum die ganze Welt abgesucht hätten. Er liegt am Bulolo=Fluß im Morobe=Distrikt des Mandatsgebietes von Neuquinea und ist bis zur Zeit der Goldjagd wohl von nicht mehr als einem halben Dutzend Weißer besucht gewesen. Um den Fluß zu erreichen, muß man bis zur Salamana Bay einen Motorschoner nehmen und von dort dann mit Hilfe von Eingeborenen, die vierzig bis fünfzig Pfund Proviant auf dem Kopfe tragen können, über das bergige Land 110 Kilometer weiter wandern. Die Entfernung erscheint recht kurz, und doch muß man acht bis neun Tage rechnen, so schrecklich sind die Wegeverhältnisse. William Roval entdeckte das Feld im Jahre 192, als er nach dem Zusammenbruch seines Schiffsbaugeschäfts in Rabaul sich aufmachte, ein neues Vermögen zu erwerben. Selten hat ein Bankrott solch gute Folgen gehabt; die Entdeckung von Creek brachte Roval und seinen Gefährten beinahe zwanzig Millionen Mark ein. Die drei Männer hielten Unglaubliches während der Monate des Suchens aus. Krank, halb verhungert, immer mit der Furcht vor umherstreichenden Eingeborenen, kämpften sie sich weiter durch; wohl mehr als einmal verloren sie die Hoffnung und wollten in die Zivilisation zurückkehren. Nur die verbissene Zähigkeit Rovals hielt die Gesellschaft zusammen, er wollte eher seine Gebeine im Dschungel lassen als unverrichteter Sache heimlehren Endlich als die Goldsucher schon alle Hoffnung aufgegeben hatten kamen sie nach Edie Creek und ein Blick genügte um festzustellen, daß sie das Dorado gekunden hatten. Man stelle sich nur das Gefühl dieser drei bageren abgezehrten Männer vor. als sie unter der sengenden Sonne standen und auf das Vermögen zu ihren Füßen herunter schauten. Was für Träume müssen ibnen da erschienen sein! Palastartige Häuser, Pachten, Autos — alles, was das Leben bieten konnte, sollte nun ihnen gehören. Peterspau Stizze von O. Th. Stein. Die Marksburg sah hochmütig von drüben in das stille kleine Dorf herunter. Gerade am Rheinknie bei dem Städtchen Braubach standen seine Hütten. Und stromabwärts lebten ihm zwei Schwestern, Oberspay und Niederspay. Stattliche Dörfer, mit mauerumwehrten, sturmfesten Friedhöfen. Peterspay aber schmiegte sich offen, in ungeschützter Armut, vertrauensvoll an den Strom und hatte seine Kapelle, dem heiligen Petrus geweiht, wie eine freundliche Hand ihm bis ans Ufer entgegen gestreckt. Notzeit stand über dem Rheintal wie über der ganzen deutschen Welt. Es waren die Jahre, da des Kaisers Reitergeneral Johann von Werth sich bald da, bald dort im Rheingau mit den Franzosen herum schlug. Er geisterte auch setzt irgendwo im dürren Hunsrück mit seinen Scharen umher. Jeden Augenblick konnte aufflammende Lohe am Himmel sein Nahen künden. Des Krieges blutige Fratze mochte dann wieder höhnisch über die Berge in die verödeten Flußtäler heruntergrinsen, aus denen Blutdunst und Pestatem der grausigen Zeit kaum noch einen Ausweg fanden von einem Schrecknis zum andern. Und der Werth war dem Rheintal näher, als man dachte. Nach raschem Beutezuge über das einsame Gebirge stand sein Korps gerade über Peterspay, bereit, wie der schnelle Bussard auf ein wehrlos Mäuslein niederzustoßen Aber lauerten etwa im Tale Feinde auf ihn? Des Kaisers gefürchteter Marschall reckte sich im Bügel und spähte durch das Nachtdunkel hinab zur Stromzeile.„Ihr kennt Euch da unten aus. Wachtmeister?“ Der schnauzbärtige, riesige Kürassier hinter ihm nickte:„Bin da geboren!“ Der General lachte spöttisch:„Und denkst noch manchmal an Mutters Kunkel und an Vaters Kaum hatten die drei Abenteurer ihren Fund in Rabaul gemeldet, als der Ansturm begann. Auf der ganzen Insel ließen die Menschen ihre guten Stellungen im Stich, um nach Edie Creek zu gehen. und in einigen Minuten entstand da, wo früher ein verlassener Streifen Sand war, die kleine Stadtgemeinde Salamaua. Später, als die Nachricht über den Fund in der ganzen Welt bekannt wurde, kamen Goldgräber aus allen Ländern und schlossen sich den Schürfern in Creek an. Als ich in Sidney den Dampfer Montoro betrat. sah ich gleich, daß mir eine unangenehme Reise bevorstand. Das Schiff wimmelte von Goldgräbern. Die Kabinen waren schon Wochen vor der Abreise besetzt. Notlager wurden im Saal und im Musikzimmer aufgeschlagen. Einige alte Goldgräber breiteten ihre Matratzen sogar unter dem Sonnensegel auf dem Deck aus. In Brisbane kamen noch zwanzig Fahrgäste dazu. Wo sie untergebracht wurden, ist mir bis heute ein Rätsel geblieben. Nach und nach nahm der Ansturm solche Ausdehnungen an, daß die Regierung eingreifen mußte, um eine weitere Ueberbevölkerung in Edie Creek zu verhindern. Auch gab es viel Unruben und Streit. Der Grund dafür war. daß Royal und seine Freunde auf den Creek bohe Pachten aufgelegt hatten, wozu sie auch gesetzlich berechtigt waren. Die Goldgräber verlangten aber, daß diese Pacht aufgehoben werden sollte, damit jeder etwas von dem Reichtum hätte. Um nun auf den Feldern Ordnung zu schaffen schickte die Regierung MeLean bin. einen tüchtigen Beamten, der schon bei früheren Goldjagden Erfahrungen gesammelt hatte. Dieser nahm sich den Feldwebelleutnant Jim Walker zu Hilfe und nach kurzer Zeit schon war die Ordnung wieder hergestellt. Ich kann mich gut an einen Vorfall erinnern. bei dem Walker seine Furchtlosigkeit bewies. Vom Gouverneur war eine neue Verordnung erteilt worden, daß auf den Feldern niemand eine Waffe tragen sollte. Man befürchtete Streit zwischen den verschiedenen Parteien. Obgleich dieses Gesetz den Goldgräbern wenig gefiel, fügten sich doch alle bis auf einen Mann aus Teras.=Dieser verkündete allen daß die Männer, die ihre Waffen ablieferten. Feiglinge wären. Als das Iim Walker zu Ohren kam. begab er sich sofort unbewaffnet nach der Hütte des Prahlers und rief ihn heraus. Er erschien mit zwei großen Revolvern bewaffnet und bedrohte den Offizier. Walker aber streckte die Hand aus und hatte mit zwei blitschnellen Griffen dem Sprachlosen die Waffen entwunden. Immer öfter kam es auch vor, daß plündernde Kanaken unbewaffnete einheimische Träger überfielen. die Nahrung aus Salamaua nach den Goldfeldern brachten. Doch auch diese Mißstände konnten MeLean und Walker beseitigen. Sie stellten eine Strafexpedition aus Goldgräbern zusammen und rechneten mit den Spitzbuben so gründlich abdaß von da an kein einziger Träger mehr von einem räuberischen Kanaken überfallen wurde Durch den Goldfund in Edie Creck sind viele Leute in kürzester Zeit reich geworden. Ich denke nur an Frank Shannon, den ich in Neuguinea traf. Er war ein kleiner Regierungsbeamter und sparte schon seit fünf Jahren für eine Urlaubsreise. Als er von dem Goldfund börte. verließ er seine Stellung und eilte nach den Feldern. Er traf es gut und verdiente eine Menge Geld. Pflug, was? Da schick ich lieber doch einen andern.“ „Bin drüben vom Braubacher Fährhaus. Vater und Mutter hat längst der Tod geholt, und hier unten kenne ich vollends niemand. Ist all schon lang her und vergessen.“ „Gut, Ihr schleicht Euch zum Dorf voraus. Die Lichter brennen nicht mehr. Wird keiner wach sein. Dort ist die Kapelle am Mheinufer. Tod jedem, der Sturm läuten will! Verstanden?“ „Ihr kennt mich. General!“ Mit gespanntem Pistol, den Degen im Wehrgehänge gelockert, schritt der Kürassier bald unten den Leinpfad entlang, dem Dorfe zu. Er sah sich um. Kaum rangen sich durch die dichten, vom Rhein aufwallenden Nebelschwaden die Lichter vom andern Ufer. Ein Feuerschein im Strom? Anistern von brennendem Holz? Stimmen? Beruhigt lächelte er: Salmfischer auf ihrem Prahm! Die dachten wohl kaum, daß Johann von Werth ihnen so nahe war. Der Vater hatte ihn oft genug zum Fischen mitgenommen Da lagen sie ums Feuer, schwatzten und warteten auf die Fangzeit. Sprach das nicht von längst vergangenen Jugendtagen? Ach was er hatte Besseres zu tun! Die Zeiten waren vorüber. Heute stand er im Reiterdienst. Das Dorf war da. Der Mond versilberte die schlafende Gasse und den Nebel, der sich an die Häuserreihe heranschlich. Im Schatten ging der Kürassier vorsichtig dem Ufer zu. Eine Linde breitete schützendes Dunkel über das Kapellendach. In der tiefen dunklen Türnische am Turm zeigte sich ein Sitz Seltsam ergriff diese nächtliche Heimatstille die abgehärtete Reiterseele. Der Kürassier ließ sich nieder, legte den gezogenen Pallach über die Knie. Wartete. Er konnte sich nun doch der Erinnerung nicht erwehren, die sich im kühlen Nachthauch mit allerbings mußte er mit seiner Gesundheit dafür büßen, als ich ihn wieder in Salamaua traf war er nur noch ein elendes Gerippe. Ein anderes Mal sah ich ihn in einem Nachtklub wieder. Er war elegant gekleidet und befand sich in einer Gesellschaft von wohlhabend aussehenden Menschen. Man sah es ihm nicht an, daß er vor kurzem noch gebungert und gelitten hatte. Die meisten Männer, die ihr Glück in den Goldfeldern machten, kauften sich Plantagen, die zu jener Zeit auf allen Inseln zu haben waren Man kann mit ruhigem Gewissen sagen, daß jeder, unsagbar linden Mutterhänden nach seinem Herzen ausstreckte. Die Eltern. hatte damals, als er noch Knabe war, des Mansfelders Rotte erschlagen, ihn selber fortgeschleppt. Heute war er ein wilder Reiter, an dessen Koller reichlich unschuldig Blut klebte, das Blut wehrloser und friedlicher Menschen. Kam es vom Nachthauch? War es tiefinnerster Ekel vor sich selber? Die massige Reitergestalt schauerte plötzlich zusammen. Schlafen! Wie lange haben die blutgeäderten, wild blickenden Augen keinen friedlichen Schlummer mehr gesehen! Der Werth gönnte seinem Volk wenig Ruhe. Dem Einsamen war, als höre er eine geisterhaft flehende Priesterstimme aus der Kapelle klingen: „Vor des Teufels Trug und List Vor Pestilenz und teurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht. Vor Hagel und Ungewitter. Vor Feuers= und Wassersnot. Vor dem ewigen Tod Behüt uns Herr. Herr, unser Gott!“ Murmelnd betet die Gemeinde mit. Und dann schlägt feierlich die Betglocke an— dreimal— mehrmal unaufhörlich! Hölle und Teufel! Er fuhr hoch aus Schlaf und Traum: Die Glocke stürmte jal Und er hatte Wache und Pflicht im närrischen Traum versäumt! Die Glocke schrie durch das Stromtal um Hilfe. wimmerte, dröhnte, weithin hallend:„Feinde im Land! Wahrt Euch!“ Grell weckend und schreckend hallte die Glocke von Peterspay. Und drüben begannen andere zu antworten. Geschrei lärmte auf Menschen rannten. Waffen klirrten. Wagen rasselten. Ein Schuß krachte durch die Nacht. Und aus den Häusern von Peterspay schlugen hellauf die Flamder früh genug nach den Goldfeldern zog, setzt besser daran ist. als wenn er seine Stellung behalten hätte. Die Entdecker gehören jetzt zu den reichsten Bürgern Sidneys, sind Mitglieder der feinsten Klubs und werden in der besten Gesellschaft empfangen. Heute sind Salamaua Bay und Edie Creek ganz modern geworden. Es besteht ein regelmäßiger Flugverkehr nach den Goldfeldern. Die Arbeiten werden dort von erfahrenen Ingenieuren geleitet. Der Erfolg ist groß, niemals hat der Dampfer Montoro so viel Gold mit sich von Salamaua nach Sidney gebracht. men. Das Volk Johann von Werths, des Kürassiers eigene Kameraden waren im Dorf. Plünderten, brannten, mordeten, wie es ihr blutiges Geschäft war Und er? In wilder Erregung jagte er die steile Turmstiege empor. Da stand zitternd der Anster von Peterspay und ließ todergeben beim Anblick des blitzenden Degens die Hände vom Glockenstrang, fiel auf die Knte. Den Kürassier faßte es mit rätseldunkler Gewalt:„Nicht aufhören, Schulmeister! Daß sie's hören drüben: Der Feind ist im Land! Der blutige Marschall reitet! Läutel Läute!“ Ergriff mit krastvoller Hand das Glockenseil. Und auch der Küster ermannte sich. Hängte sich mit ein Aufschrie von neuem der Glockenruf von Peterspay. Eine eherne Warnung— ein metallener Schrei, daß denen im Rheintal auf und ab die Ohren gellten und der Verschlafenste aus den Federn sprang Schon aber knatterten schwere Reiterstiefel wütend die Treppe empor. Sie achteten nicht darauf, die beiden, die da läuteten Eine Pistole krachte. Der Küster schlug vornüber. Ein Degenstich in die Brust des Kürassiers: „Verfluchter Verräter, fahr' zur Hölle!“ Mit einem befreiten Seufzer stürzte der riesige Kürassier rücklings gegen die Wand. Sackte dann schwer zusammen. Die Glocke wimmerte noch einmal klagend auf. Schwieg Wutknirschend hasteten die ertappten Rauber wieder der Hohe zu und verloren sich im Gebirge. Peterspay brannte nieder und ward nicht wieder aufgebaut. Nur die Kapelle am Rheinufer wahrt noch heute sein Gedachtnis. Und irgendwo morschen im Boden die Knochen des aus seinem Bluttraum zu seligem Heimattode erweckten Glockenstürmers. Den man damals an der Mauer verscharrte, weil man ja nicht wußte, ob er geweihter Erde würdig war. hochwasserkatastrophe in ganz Mitteldeukschland. Vom Hochwasser zerstörte Chaussee bei Klausthal im Oberharz. Die überschwemmte Flußbadeanstalt von Niederwiesa im Zschopautal bei Chemnitz Der plötzliche Wettersturz der letzten Tage hat allen Flüssen und Bächen Hochwasser zugeführt so daß ganz Mitteldeutschland vor einer Ueberschwemmungskatastrophe steht. Teilweise haben die Fluten die Dämme durchbrochen und das ganze Land metertief unter Wasser gesetzt. Wirtschoftspropaganda auf Marken! Auf wirtschaftlichem Gebiete haben in der letzten Zeit eine große Zahl staatlicher Eingriffe stattgefunden, um gegen die beängstigend steigende Hochflut der wirtschaftlichen Not einen Damm zu setzen. Eines der wichtigsten Probleme lautet: „Anregung und Förderung des Konsums“. Es ist bekannt, daß für die Zwecke der Wirtschaftspropaganda große Mittel von den Staaten aufgewandt werden, um wichtige Wirtschaftszweige bzw. den Absatz bestimmter Landeserzeugnisse populär zu machen. Mit Erfolg wird seit einigen Jahren die Briefmarte in den Werbefeldzug eingesetzt. Ausgehend von der plakatartigen Wirkung dieser Marken und der hohen Zahl ihrer Auflagen, werden doch in Deutschland allein täglich 20 Millionen Briefmarken gedruckt und verbraucht, brachte man an Stelle der bisher üblichen Wappen und Köpfe Darstellungen werbenden Inhalts. Wir alle kennen die bunten Plakate, Broschüren und Werbeschriften, durch welche zum Besuch der einzelnen Länder aufgefordert wird. Einige Reiseländer, wie Schweiz, Oesterreich, Tschechoslowakei kamen mit vorzüglich ausgeführten Landschaftsbildern heraus, die besonders im Ausland für den Besuch der landschaftlich ausgezeichneten Länder werben. Auch die hohen Werte unserer kursierenden deutschen Marken erscheinen seit einigen Jahren mit schönen Landschaftsdarstellungen, und der Erfolg unserer letzten Wohltätigkeitsmarken ist auf ihre Abbildung der schönsten und kostbarsten deutschen Baudenkmäler zurückzuführen. Unsere Reichspost treibt mit diesen Marken Werbung für den Fremdenverkehr, dessen Einnahme als sogenannte„unsichtbare Exvorte“ die Handelsbilanzen aller Länder so günstig beeinflussen. Von der wirtschaftlichen Not werden besonders die Ervortländer betroffen, die unter der Absatzkrise am meisten leiden müssen. Auf den Halden türmen sich die Kohlenlager, alle mit dem Exvort befaßten Industrien schränken ihre Arbeit immer mehr ein, die rohstofferzeugenden Länder sind durch Preisstürze völlig aus ihrem wirtschaftlichen Gleichgewicht gebracht. Welche Rolle spielt etwa für Brasilien der Kaffeebau, wenn allein aus der Produktion der brasilianischen Plantagen 70 Prozent des Weltverbrauchs an Kaffee gedeckt wird. Preisstürze auf dem Weltmarkt, Schrumpfungen der Absatzmöglichkeiten bedrohen Millionen von Wirtschaftsexistenzen, die vom Gedeihen eines bestimmten Wirtschaftszweiges abhängen. Wir verstehen daher, daß beispielsweise Brasilien in feierlicher Weise die 200 Jahrfeier des Kaffeeanbaues beging, und aus diesem Grunde im Jahre 197 eine Gedenkmarke herausgab. Westindischer Kaffee ist auf Marken Haitis durch einen Kaffeezweig vertreten, und Costa Rika gar feierte nicht nur gleichfalls das Jubiläum seines Kaffeebaues durch eine Sondermärke, sondern überdruckte im Jahre 1922 die kursierenden Marken mit einem roten bzw, blauen Kaffeesack, der die Inschrift:„Cafe de Costa Rika“ trägt. Man kann sogar von Früchtepropaganda sprechen, wenn westindische Bananen und Kakaobohnen auf Marken von Guadelouve, Orangen und Tabak auf Marken von Mocambique, Annanasfrüchte, Palmenkerne, Reis, Getreide und Baumwolle auf den verschiedenen Uebersee=Marken erschienen. Hübsch ist eine Marke von Ecuador die unter der Darstellung einer vergrößerten Kakaobohne die Inschrift zeigt: „Cacao National“. In Rußland, wo die Durchführung des Fünfjahresplanes von der psychologisch ungeheuer schwierigen Aufgabe abhängt, die Bevölkerung zum Ausharren zu bewegen, erschienen zahlreiche Briefmarken mit Zukunftsbildern vom Gelingen des Fünfjahrplanes, graphische Darstellungen von der projektierten Entwicklung einiger Industrien anfeuernde Losungen auf den Briefmarken wenden sich an die Bevölkerung. So werden mit Hilfe der Briefmarken von fast jedem Lande die Briefschreiber in den Dienst einer Wirtschaftsproganda gestellt, die dazu beitragen soll, die Wirtschaftsnöte zu überwinden und eine bessere Zukunft anzubahnen. Neuheiten— Uebersee! China. Die neuen Marken der Republik erschienen mit Bildnissen„Sun=Yat=Sen", sowie bewährter Führer der„Kwomingthan“. Der Druck der Marken ist außerordentlich sorgfältig und scheint in England erfolgt zu sein. Von den 14 Werten sollen die 2 c oliv und die 4 e grün, beide mit dem Bildnis„Sun=Yat=Sen“, bereit am Postschalter verkauft werden. Indien. Travancore feierte die Thronbesteigung des neuen Maharadschas durch eine Serie von drei Werten. 10 e(Krönungswagen)= 1% ch (Bildnis des Maharadscha), 3ch(Tempel von SriPadmanaba). Panama. Die neue Luftpostserie umfaßt sechs Werte mit dem Bildnis eines Flugzeuges, das den Panamakanal überfliegt. 5 c, grün, 10 c. gelb=orange, 15 c, hellblau, 40 c, gelb, 1 Dollar schwarz. Der Druck der Marken erfolgte in Washington in der Reichsdruckerei. 1. und 2. Reihe, die neuen Wohlfahrtsmarken von Holland darstellend. Ausbildung eines taubstummen Kindes(1½+ 1½% e, rot und blau). Geistig zurückgebliebenes Kind(5+ 5 c. grün und violett Junge Blinde, Tastschrift lesend(6+ 4 c, violett und grün). Krankes Kind(2½+ 3½ c, blau und rot). 3. Reihe. Spanien: neue Kopfbildnisse 15 c M. Salnero). Franz.=Indisch=China, Götterbild(3 c). Balkon- und Zimmerpflanzen im Winter. Wenn im Sommer die Blumen und Pflanzen auf Ihrem Balkon und im Zimmer üppig wachsen sollen. dann müssen Sie schon jetzt dafür sorgen. Die Holzkäiten dürfen, nachdem die Blumen abgebluht sind. nicht den ganzen Winter über mit den abgestorbenen Pflanzenresten und der verbrauchten Erde stehen bleiben, denn sonst ist ihre Lebensdauer nicht lange. Wer sie noch nicht geleert hat. der sollte es sofort tun und die Kästen mit einer harten Wurzelbürste gut säubern. Dann werden sie recht luftig zum Trocknen gestellt. Wenn sie gut ausgetrocknet sind, bekommen sie innen einen neuen Anstrich von Karboleum. Nach einigen Tagen wird der Anstrich wiederholt. Zu gleicher Zeit kann man auch die Außenseite mit einer beliebigen Farbe streichen. Das braucht nicht immer nur grün zu sein, oft sieht eine andere Farbe hübscher aus. Die Kästen sollen in der Farbe zu den Balkonmöbeln oder der Hausfarbe passen. Nun müssen die Kästen einige Wochen draußen stehen und gut auswittern, weil die Anstrichmittel den Wurzeln schaden würden, wenn sie nicht durch die Luit unschädlich gemacht werden. Nach vier bis sechs Wochen wären die Kasten wieder geeignet. Pflanzen aufzunehmen So behandelte Kaiten haben eine mehrfach längere Lebensdauer und sehen auch viel schöner aus als ungestrichene. Auch der Blumentopf darf nie mit alter Erde in einer Ecke stehen, bis er wieder gebraucht wird. Er wird geleert, mit einer scharfen Wurzelbürste und Schmierseise gründlich ausgescheuert, gut abgespült und dann zum Trocknen gestellt. Ein so gereinigter alter Topf ist den Pflanzen zuträglicher als ein neuer, in dem eine sehr empfindliche Pflanze leicht eingeht. Zum Beispiel wird es niemals gelingen. eine Blumenzwiebel in einem neuen Topi zu gesundem Wachstum zu bringen. Braucht man für das nächste Jahr neue Blumentöpfe, dann sollte man sie auch jent kaufen und die Töpfe einige Wochen in einem Wasser einweichen, in dem so viel übermangansaures Kalt aufgelost ist. daß das Wasser eine rosenrote Färbung hat. Das Wasser soll zwei, bis dreimal erneuert werden. Dann werden die Töpfe gründlich ausgetrocknet, möglichst im Freien. Viele Hausfrauen mögen die Farbe der Blumentöpfe nicht leiden und streichen sie deshalb mit irgend einer Farbe an; aber für die Pflanzen ist das nicht gut. Die Pflanze atmet durch die Topfwand und das wird durch einen Anstrich unmöglich gemacht, weil die Farbe die Poren verstopft. Man kann aber getrost oben am Topf einen schönen Rand anbringen oder den Topf mit einigen Farbringen versehen. Auch einige Tupfen schaden nichts, aber man sei mit der Farbe vorsichtig. Von der Beschaffenheit der Erde hangt das Gedeiben der Pflanze ab. In der Stadt ist es oft mit viel Mühe und Kosten verknüpft, die Erde zu erneuern. Außerdem bekommt man auch nicht immer eine geeignete Erde. Ein Wechsel der Erde ist aber niemals notmendig, wenn man sich im Winter ein wenig Mühe mit ihr gibt, ja die Erde wird mit jedem Jahr besser. Wann bleibt eine Kulturerde gesund? Wenn sie genügend Luft und Licht bekommt. und wenn Frost und Wärme sie lebendig erhalten. Das können wir alles haben, wenn wir im Winter die Erde auf dem Balkon ausschütten. Auf einem offenen Balkon werden ein paar Bretter das Fortwehen verhindern Bei heftigem Regen kommt ein Stück Dachpappe über unsern Erdhügel, damit er nicht durch das fließende Wasser fortgeschwemmt und ausgelaugt wird. Wenig Regen und vor allem Schnee sind sehr erwünscht. Die Erde muß alle Nahrsalze haben, welche die Pflanze zu ihrem Aufbau braucht und außerdem soll sie reich an Humus sein. Nahrialze und Humus haben aber die Sommerblumen verzehrt, also wer= den wir unsere Erde damit anreichern müssen. Wir haben in den letzten Wochen alle absterbenden Pflanzenteile gesammelt, es ist ein ganzer Hausen. Wenn wir sie feucht gehalten haben und öfter festgetreten. dann fangen sie jent schon an, sich zu zerletzen. Wenn nicht. ist es auch nicht schlimm. es ist ja erst Januar. da haben sie noch genug Zeit. neue Pflanzennahrung in bester Form zu werden. Wir legen sie auf eine dünne Erdichicht. Außerdem haben wir noch Gemüleabfälle gesammelt. Alles zusammen kommt in dun= ner Schicht auf die Erde. dann Aetzkalk daruber und dann wieder Pflanzenteile und so weiter, bis alle Abfalle aufgeschichtet sind. Es wird alles festgeklopft Zulent kommt die übrige Erde darüber. Jn der Mitte wird der Hügel eingedrückt. Nun muß er fleißig gegossen werden. Die Mitte wird besonders seucht gehalten. Der Haufen soll nämlich innen gut naß werden, damit der Kalk schnell sein Zersetzungswerk tun kann. Wir haben ja auch Frost zu erwarten und der ist ein lehr willkommener Helfer. Bei dem eriten Tauwetter wird der Haufen umgesetzt. Ich habe zu dem Zweck eine kleine Kinderharke. die mir den ganzen Sommr mit einem kleinen Spaten die besten Dienste tut. Mit dieser Harke werden alle seiten Stücke herausgeharkt und in dem neuen Haufen wieder in der Mitte untergebracht. Bei diesem bekommt die Erde eine reichliche Portion Kalt und Thomasmehl. Auch ein paar Hände voll Horn mehl werden untergemischt. Können wir dem Hausen noch einige Kilo Torfmull zusetzen, dann ist es noch besser. Die Erde soll nun sechs bie acht Wochen lagern. je länger, desto besser. Wenn noch einmal Frost kommt. ist es lehr gut: er loll unlere etwa charie Erde mild machen. Sonst besorgt das die Luft etwas langsamer. Auf diese Weile bekommen wir eine lo hochwertige und gesunde Blumenerde, wie man sie niemals kaufen kann und wir erzielen einen überraschenden Blütenflor. Die Mübe, die wir mit der Erde hatten— und die gar nicht lo schlimm war— hat sich gelohnt. Gartenarbeit im Winter. Mit Ende Dezember nehmen auch die dunklen Tage langsam wieder ab und im Laufe des Januars sollte uns der Garten aufs neue beschäftigen. Allmählich beginnt es wieder in den Stämmen des Beerenobstes und der Obstbäume zu leben. Sie sind wieder in der Lage. Nahrung aufzunehmen. Die Knospen schwellen und bilden allmählich ihre neuen Blüten aus. Darum soll man den Gehölzen jetzt schon neue Nahrung geben. Die meisten Nahrialze brauchen einige Zeit. bis sie sich in eine ser die Wurzeln aufnehmbare Form auflösen und bis sie die Wurzellasern erreichen. Die Verabreichung der Düngefalze ist den Bäumen am Anfange der neuen Vegeationsperiode am dienlichsten, weil die Baume gleich mit kräftigem Wachstum beginnen und reichlich Frucht ansenen. Darum mus= len sie reichlich Nahrung finden, lobald sich wieder der neue Trieb regt. Wer den Bäumen Dung verabreichen kann. der sollte ihn jetzt auf die Baumscheibe legen und zwar nach der Düngung mit Dungefalzen. Das hat vieler= lei Nutzen. Erstens bält der Dung die Sonnenwärme lange vom Boden sern. Die Erde taut später auf. der Baum bewahrt länget seine Winterruhe und kommt nicht so leicht in Gefahr. durch Früh= fahrsfröste zu leiden Der Boden behalt seine gleichmäßige Feuchtigkeit, ohne daß die Nährlalze in die Tiese gewalchen werden konnen Der Dung wird durch den Frost ichnell zerlent und ist. im Fruhlahr untergegraben, den Pflanzen außerst wertvoll, denn sie können ihn sofort verarbeiten, während unterge= grabener Dung oft lehr lange unverändert in der Erde liegt. was besonders bei schwerem Boden der Fall ist. Auch Kalk kann immer noch gegeben werden, obwohl die eigentliche Zeit zum Kulken Oktoder bis Dezember ist. Kalk wird sofort flach unter= graben. Dung darf bekanntlich erst einige Wochen nach dem Kalk gegeben werden. P. K Der Erreger der Kinderlähmung entdeckt. Dem amerikanischen Professor Di. Friedrich Eberson von der medizinischen Fakultät der Universität Kalifornien ist es gelungen, den Krankheitserreger der Kinderlähmung zu isolieren und zu züchtigen. Dieser Entdeckung kommt größte Bedeutung zu, wird es doch setzt möglich sein, ein Serum auch gegen diese gefürchtete Krankheit zu finden, der man bisher fast machtlos gegenüberstand. Etwas für lange Winterabende. Glaubt es oder glaubt es nicht— diese Eisblumen sind in einer einzigen Linie aufgezeichnet! Wer macht das einmal nach? Der Streit! Von Wiliy Hesse „Kikeriki“, so krähte stolz der schwarze Hahn. „Kikeriki", so krähte der weiße vom Nebenhof hinterher. Mit majestätischen Schritten stolzierte der schwarze auf seine Hennenschar zu und sagte: Was der sich wohl einbildet! Mit meiner schönen Sängerstimme kann der doch nicht mit.“ Auf dem Nebenhof der weiße Hahn meinte mit einem kräftigen Flügelschlag an seine Brust das gleiche zu seinem Hennenvolk Die Hennen stimmten natürlich ihrem Herrscher zu, die schönste Stimme zu haben. Immer wieder aufs neue prüften beide Hähne ihr „Kikeriki“, wer am besten und schönsten krähen könnte. Diesen Sängerstreit störte ein langer, fetter Regenwurm, der gerade von einem Hof zum andern durch den Zaun spazieren ging. Zwei gegnerische Hennen gerieten um ihn in Streit. Die eine zog an diesem Ende, die andere am anderen, bis der arme Regenwurm ganz lang und immer länger wurde und schließlich in der Mitte durchriß und seine Seele aushauchte. Hierüber waren aber die beiden Hähne herzugekommen und ergriffen eifrig Partei für ihre Hennen. Es setzte Schimpfworte hinüber und herüber. Bald war der Regenwurm vergessen, und beide warfen sich ihre miserable Stimme vor. Der eine meinte:„Du krähst ja, als wenn die alte Ziegenliese meckert!“ Der weiße Hahn blieb ihm hierauf die Antwort nicht schuldig und meinte, das Rabengekrächze wäre Nachtigallengesang gegen die Stimme des schwarzen. Ein kleiner rotbrauner Geselle hatte sich hinter der Hoftür den Streit mit angehört und machte sich nun bemerkbar. Herr Reinecke, der Fuchs, denn er war es, rief über den Zaun:„Hört einmal, ihr Herren! Mein Vater war königlicher Hofopernsänger, und der versteht etwas vom Singen. Kommt über den Zaun, dann gehen wir zu ihm. Er allein kann euch sagen, wer am schönsten von euch singt!“ Dabei ging ein schlaues Lächeln über seine Züge. Die Hähne klatschten und schlugen mit ihren Flügeln, und eins, zwei, waren sie über den Zaun geflogen. Mit stolz erhobenem Haupt schritten sie zur linken und zur rechten Seite des Fuchses und würdigten sich keines Blickes. Im Walde hieß der Fuchs den einen Hahn zurückbleiben. Sein Vater sei schon alt und er würde sich erschrecken, wenn er mit zwei solchen stolzen Kämpfern ankäme. Als sie ein gutes Stück gegangen waren sagte er zu dem weißen Hahn:„Dortoben auf dem Baum sitzt mein Vater.“ Der Hahn streckte seinen Hals lange nach oben und„schwapps“ hatte ihm der Fuchs den Kopf abgebissen. Er holt= jetzt unter allerlei Redensarten auch den schwarzen Hahn herbei und verfuhr mit ihm genau wie mit dem weißen. Da lagen sie nun, die Streithähne. In ihrem blinden Eifer hatten sie dem Fuchs vertraut. Die beiden Hühnervölker weinten bitterlich, als ihre Herren nicht wiederkehrten, und ahnten das Böse. was diesen widerfahren war Auflosung der Aufgabe aus der letzten Nummer. Dialoge des Alltags. (Nachdruck verboten.) Mutti, spiel' doch ein bißchen mit mir!“ „Ich kann nicht." Warum kannst du nicht?“ Ich habe keine Zeit.“ Warum hast du keine Zeit?“ Weil ich arbeiten muß.“ Warum mußt du arbeiten?“ „Um Geld zu verdienen.“ Weshalb mußt du denn Geld verdienen?“ Damit du etwas zu essen hast!“ Aber ich habe doch gar keinen Hunger. Mama!“ Was wären Sie am liebsten, wenn Sie kein Sachse wären. Herr Mergel?“ „A Preuße, mei Gudsder!“ „Und wenn Sie kein Bayer wären. Herr Huber. was möchten Sie dann am liebsten sein?“ Tot tat 1 mi schamen!“ „Trinken Sie?“ Das kommt ganz darauf an. was Sie unter Trinken verstehen, Herr Amtsrichter.“ „Ich nenne Trinken Trinken— und damit basta!" Tann muß ich zugeben: ich trinke!“ Trinken Sie viel?“ Was nennen Sie viel?“ Trinken Sie mehr. als Ihnen bekömmlich ist?“ Ich trinke, bis ich keinen Durst mehr habe.“ Trinken Sie nie einen über den Durst?“ Ob. nur selten!“ Wann zum Beispiel?“ „Zum Beilpiel trinke ich nachmittags mal eine Tisse Kafsee mehr als gewöhnlich, und im Sommer auch mal ein Glas Himbeersaft über den Durst.“ Machen Sie doch keinen Unsinn! Ich meine doch alkobholische Getränke“ Warum haben Sie das nicht gleich gelagt. Herr Amtsrichter? Ich bin Antialkoholiker Was machst du morgen abend Da habe ich nichts vor.“ Und Mittwoch abend?“ Da bin ich auch frei.“ Und Donnerstag?“ Ebenfalls nichts.“ Und Freitag?“ Da gebe ich ins Kino.“ Schade! Freitag wollte ich dich gerade zum übendessen einladen!“ haben Sie leere Bierflalchen?“ fragte Schorsch die Hausfrau. Sehen ich lo aus, als ob ich Bier tränke?“ erwiderte die Hausfrau. Schorsch war einen prüfenden Blick auf ihr Gesicht, dann räusperte er sich und fragte: Aber Essigflaschen haben Sie wohl?“ Gestern abend habe ich wohl einen über den Durst getrunken. Mir ist heute eingefallen, daß ich dauernd allein auf der Tanzfläche'rumgestolpert bin." Pit! Nicht so laut! Heute morgen steht schon in der Zeitung, du hattest gestern abend einen sabelhatten neuen Tanz kreiert...!“ Kurt Miethke. Geistesgegenwarl. „Forl. Hundchen, bist du das?“ „Los. Fritze, lecke ihm die Hand!“ Notwehr. Nachdruck verboten.) Gelegentlich eines„gemütlichen Beisammenseins“ nach der Hauptversammlung des Bredschlaipfer Trachtenvereins schlug Zacharias Filser seinen Nachbarn Wastl Hilzensauer mit solcher Wucht ins Gesicht, daß Hilzensauer ohnmächtig zu Boden fiel und drei Stockzähne verlor, so daß er mehrere Tage im Spital liegen mußte. In der Gerichtsverhandlung, nach erfolgter Klärung der einzelnen Umstände, bittet der menschenfreundliche und gütige Richter Filser, den Tatbestand noch einmal zu erzählen. Filser macht das intelligenteste Gesicht, das bei ihm möglich ist, und sagt: „Wissns, Herr Landgericht, der Hilzensauer had mi grazd. Und wia er mir grazd had, der Hilzensauer; ganz schröcklich had er mir grazd. Und da hab i nacha dö Putatüffnotwehr ang'wend’t.“ „Was hat er denn gesagt?“ fragt der Richter. Na, so direkt g'sagd had er nix.“ „Sondern?“ D' Hand had er ausg'streckt, weit had ers ausg'streckt, und da hab i gewußt, jötzt wüll er mi 00 „Wenn er Sie wirklich hätte reizen wollen, dann hatte er nicht nur die Hand ausgestreckt, sondern auch etwas getan.“ „Herr Landgericht, i ko schwörn, daß er mi had razn wolln. Der Hilzensauer häd nämli an mein Maßkruag hilangen wolln, bal er bad kenna, aber da is eam was dazwischen kemma!“ Was denn?“ „Mei Faust." „Warum denn?“ Weil i gmoant hab. er wüll mir’s Bier aussauffa, und da dossell a Angriff auf mei Ehr gwen war, indem daß mi nacha der ganze Tisch derbleckt häd, hab i d' Putatüffnotwehr ang'wend't und hab eam oane außiglangt daß d' Stockzähn gflogn san. Dö Putatüffnotwehr gübt aus, Herr Landgericht!“ A. Froschau. Der Schneemann. Kleinigkeiten in Schwarz. (Nachdruck verboten.) Treffen sich zwei Chauffeure. Du machst ja so ein bedrücktes Gesicht?“ „Tja— ich sebe mit Sorgen in die Zukunft.“ „Na nu! Ich denke, du hast jetzt wieder eine Stelle?“ „Hab' ich ja auch; aber der Alte ist ein fürchterlicher Schwarzseher.“ „So? Wie meinst du denn das?“ „Tja— da bin ich gestern mal schwarz gefahren, und gleich hat er es gesehen!“ * Man hört jetzt soviel von Schwarzarbeit“, sagt ein kleiner Junge zum anderen.„Ich hab' keine Ahnung, was das ist. Weißt du denn vielleicht, was so n Schwarzarbeiter ist?“ „Na, mal klar!“ antwortet der andere Bengel. Das ist ein Schornsteinfeger!“ 9 Ich lese da in meiner Radiozeitschrift, daß jeder zehnte Rundfunkhörer in Deutschland ein Schwarzhörer sein soll.“ „Das ist noch gar nichts! Ich weiß sogar ein Land, wo es überhaupt nur schwarze Hörer gibt.“ „So? Wo ist denn das?“ „In der Negerrepublik Liberia.“ * Kommt ein Herr in das Kaufhaus, räuspert sich und sagt:„Ich möchte eine schwarze Hose, eine schwarze Jacke, eine schwarze Krawatte, überhaupt nur schwarze Sachen haben.“ „Oh", bedauert die Verkäuferin,„Sie haben wohl einen Trauerfall?“ Nee“, sagt der Mann,„aber einen Füllfederbalter!" Friedrich Frank. Großstadtkind auf dem Lande. „Guck mal. Mutti, das Pferd frißt aus einer Einkaufstalche!“ Man lerni nie aus. Nachdruck verboten.) Die weißen Ameisen(Termiten) errichten Bauten bis zu 8 Meter Höhe. In menschlichen Maßstab umgerechnet, sind dies 600 bis 700 Meter: das heißt: würden wir ebenso hoch bauen, so wären Bauwerke in der doppelten Höhe des Eiffelturmes die Regel. Der Eichelhäher, der hübsch gezeichnete Raubritter unserer Wälder, sammelt gern Eicheln und versteckt sie nach Rabenart in der Erde. Da er aber ein kurzes Gedächtnis für diese Vorratskammer hat, sie leicht vergißt oder nicht wiederfindet, so wird er, da diese versteckten Eicheln häufig zu keimen beginnen, unabsichtlich Verbreiter des Eichbaums. * Der Mansfelder Bergbau zieht seine riesige Kupferproduktion aus einer nur 0.1 Meter mächtigen Schicht. * Bei schweren Operationen gab man früher den Patienten Bleikugeln in den Mund, damit sie ihren Schmerz darauf verbeißen sollten. * In Striegau in Schlesien, in Greifenstein und Laubach in Hessen, ferner in Böhmen und anderswo wurden in früheren Zeiten heilkräftige Tonerden(Lehm) gegraben, die in Form von Täfelchen(Tabletten, lateinisch:„trochisci“) als innerlich zu nehmendes Heilmittel übliche Verwendung fanden. Die Apotheken hielten diese Täfelchen vorrätig. Man nannte sie allgemein„terra sigillata“, gesiegelte Erde oder Siegelerde, da auf dem Täfelchen ein Siegel aufgedrückt war. * Die Chinesen kannten die Impfung gegen an steckende Krankheiten schon seit dem 11. Jahrhundert. Die Lymphe wurde den männlichen Einwohnern in das linke und den weiblichen in das rechte Nasenloch geblasen. * Der Amazonas hat das größte Stromgebiet unter allen Flüssen der Erde, nämlich 7 Millionen Quadratkilometer. Er fördert in der Sekunde 70000 Kubikmeter Wasser. Seine Mündung ist 250 Kilometer(Berlin—Chemnitz) breit. Bis Manaos, das über 1000 Kilometer weit im Lande liegt, ist der Amazonenstrom von Seedampfern befahrbar. Die Rio Negro(Schwarzer Fluß ein Nebenfluß des Amazonas, ist länger als der Rhein. Freundlicher Kat. „Es ist gar nicht nötig, daß du dir die Schube ausziehst— auf die Füße kommst du ja doch nicht!“ Kreuzwort=Rätsel. „.agerecht: 2. Heiliger Wind.— V. Ossee=Jnsel.— des Wreggl.- 7. Alter Name der unteren Donau.— 10. Bauplatz für Schiffe. la. Musikalische Lautstärke.— 16. Eutopälscher Staat.— 1n. Nordser= Amel. In. Amtekleib.— 21. Darstellung des Leinname Christi. Jnieht(Mehisahll.- 74. Monat—— 24. Mittellinie einco Korvers. Ronat.— 26. Wahrnehmungsvermögen.— Senbrechte 1. Druchbuchstabe.— 8. Altersheim.— 8. Weidlicher Vor= - 4. Schwung(tranzosiich).= u. Wiener Vossenstaut.— B. Glabe schrift.— 10. Nahrun omitel. 11. Nebenduhler.— 12. Wositiver Strompol. 1e. Ort bei Danzia.— 17. Geheimbund auf Steilten.— 18. DeutichSchriffstellerin.- 20. Ostasialischer Strom.— 24. Abbürzung von„Anion Die Kinder haben's die, Greise auch, Doch nicht die Mädchen und Knaben; Wohl werden's die Geschwister auch— Doch niemals die Eltern haben! Reimergänzungs=Rätsel. Manchem ist geholfen— Wenn er, wie die Kuchucks— Die brav geht und richtig— Eiserne Gewichte—; Drückt ihn auch sein hartes— Anfangs sehr, vielleicht un——: Mit der Zeit dünkt ihm's er——, Und am End' gefällt's ihm—. Sucke die Endreime, damit der Spruch vervollständigt wird. Vexierbilb. Wo ist das aus der Dase entlaufene Kamel? Die Punkte obiger Abbildung sind durch Buchstaben zu ersetzen, derart, daß vier sennrechte Wörter entstehen. Sind es die richtigen, so nennt die lange wagerechte eine Stadt in der Schweiz. Auflösungen aus der letzten Nummer. Auflölung des Rätsels: Punsch— Wunsch. Auflösung des Spitzen=Rätsels: MII E ETTU Auflösuna des Vierech=Rätsels: Auflösung des Uhren=Rätsels: OBSTWEINGLAS 12 8 4 5 6 7 8 0 10 11 12 Auflösung des Umwandlungs=Rätsels: Lotto, Rotterdam. Hirschkäferlarven, Achterdeck. Auflösung des Kreuzwort=Rätsels: Die Wirkung der Togal=Tabletten bei Rheumatismus, Gicht und Erkältungskrankheiten wurde nach einer Abhandlung in der medizinischen Fachitschrift„Fortschritte der Medizin“ in einem Berliner Militärlazarett erprobt. Das Resultat „erwies sich nach den uns gemachten Mitteilungen als überaus befriedigend, so daß die Bebandlung obengenannter Krankheitserscheinungen mit den Togal=Tabletten durchaus empfehlenswert erscheint. Problem Nr. 2. Von A. Kubbel (Denken und Raten 1930) bcde gh Problem Nr. 561, von S. Loyd. Noch der Art der Stellung kann nur der Lat als mattgebender Stein in Betracht kommen, der Tf2 hat nebenbei die Funktion, den Kh4 nicht uber 94 entschlupfen zu lassen 1. T12-b2(1. Ld4? L94-f3 1. Tf—c27 Le2 1. 762 Ld11) 1. Lg4 belieb. 2. Tb2-b4t Lg4, 3 Lal— d41 L bel. 4. Ld4—f2 matt. Die Aufgabe, vor 40 Johren komponiert, entspricht noch dem modernen Geschmack Problem Nr. 562, von Dr. Palkoska. 1. Do2-g5. Man beschte die symmetrischen Abspiele. Problem Nr. 563, von J. Kohß und Kockelkorn. 1. Te8-e21 Sd8-e6, 2 Sd4Xeo Kd3Xe2 3. Se6-f4 matt. Die Lösung ist verbluffend einfach,— wenn man sie gefunden. 1... Sf6-94? An sich ist die Absicht, auf e5 einen Springer zu postieren, unbedingt gut zu heißen. Aber dieser Zug entbloßt die Kongstellung noch mehr Richtig war sofort Sc6—e5, denn der Doppelbauer nach Sf3Xe5 doXe5 is keine Schwache. Weiß setzt jetzt sehr schon fort: 2 h2-h3 S94-e5 3 SI3Xe5 Sc6Xe5 4. Dd1-h5. Der fehlende Springer macht sich bemerkbar. 4 Kh8—h/ Es drohte LXh6 97Xh6 DhSXhot Kh8-98 f5— f6 mit Vernichtung 5. f5-f5. Ein interessantes Bauernopfer, dem sofort ein Qualitatsopter folgt 5 Le7) 6. TIIX16 97X16 7. Ld2Xh6. Der Anzichende haf die vorliegende Stellung richtig beurteilt. Fur die geopferte Qualitat hat er starken Angriff erlangt Dazu kommt, daß oie schwarzen Figuren denkbar ungunstig plaziert sind 7. 718—h8 a Tal-f1 Dc7-d8 Auf andere Zuge hatte Weiß vermutlich Tf1X f6 nebst Dh4-h3 geantwortet, wonach der Lauferabzug sehr stark ist. Nach dem Textzuge liquidierf Weiß sein Unternehmen mit Bauerngewinn. 9. Lh6-95t Kh7—97 10 Dh5Xhst DdsXhs 11 L95Xf6t und Weiß gewann durch seien Mehrbauern 8. Sd4Xc6 b7X6 9 Le3-d2 Dd8-16 10 c2-c4 Daß Sdiwarz in die plumpe Falle 10 D16Xb2, 11 cXd5 Db2Xal, 12 Ddi -a4 Lc8-d7, 13 Ld2-c3 ginge, konnte Weiß von scinem Gegner koum halten. Vielmehr weist der imn schnell nach, daß 1d2-c3 oder Sbi-c) besser gewesen ware 10. D6—e5t 11. Kel-f1. Auf diese Art und Weise ist Weiß um die Rochade gekommen Aber way sonst? Falls z. B. 11. Ld3—e2, so hatte Schwarz gezeigl, daß De5Xb2, 12. cXd5, Db2Xol, 13. Ddt a4 wegen Dol bit anginge, und auf 11. Dd1e2 würde sich Sdiwarz mit Sd5—f4, 12 Ld2x14 (DXe5), SXd3t nebst SXe5) De5X4 das Lauferpaar gesichert haben 11. S45—16 12 Sbi-c3 118-c5 13 D41—f3 Lc8-d7 14 1d2—14 De5-h5 15 D13-g3. Noch will Weiß nichil in den Damentausch einwilligen, doch zwingt ihn Schwarz dozu. weil die seine schlechter steht Erscheint werktagsfrüh.— lich Mk. 2.16. Seldstabholer zuzugl. Bestellgeld Bilderbe Kostenl. Unfallunterstutzung Bochum. Muhlenstraße 12— antwortlich fur Staats= No= für den lokalen und prov Dr. E. Brinkschulte Anzeigenteil: Jol. Blum. der Schriftleitung von 11 Berliner Vertretung Chefre cdefgh Weiß 9 St. Schwarz 11 St. Matt in 2 Zugen Problem Nr. 564, von A. Ellermann. 1. f3—14 Löserliste in nächster Nummer Der Triumphzug der zweiten Reihe. Die nachstehende Partie wurde im Vereinsweltkampf um die Bochumer Kreismeisterschaff zwischen„Schachtreunde“ Bochum-„Schachfreunde" Weitmar am ersten Brett gespielt Problem Nr. 3 Von W. A. Mongrédien (Morning Post 1920) bcdefgh Lösung des Silvesterscherzes. In der Stellung ist ein Matt in 2 Zugen unmoglich, denn Schwarz kann über 92 entschlupfen Wie aber ist die Stellung entstanden? Hat Schwarz zulett gezogen oder Weiß? Da Khl im Schochgebot steht, kann nur Weiß gezogen haben una zwar 0—0—0. Die Rochade ist aber unstafthoft, weil der weiße König ein Feld überschreitet. das von Se3 beherrscht wird. Also nimmt Weiß diesen Zug zuruck und zicht 1. Kel—f2t Se3—f1, 2 TaiXII matt Partiestellung der Partie Kater— Ortmann des Bochumer Hauptturniers, Ortmann abe def abcdeg 3 Punke Weiß 6 St. Schwarz 7 St. Matt in 3 Zugen. Lösungen. Problem Nr. 557(559) von W. Ferreau. 1. Te5—e71 White to pley. Problem Nr. 558(560) von W. Schröder. 1. c7-c8 Springerl Drobt Sd6 matt. 1 d7Xc8, 2. Sc3-b5 droht Sdó matt. 2..... Kf5 Xe4, 3. Da3-d3t Ke4—e5, 4. Sel—f3 mott 2 Tf7-d7, 3 Da3—h3t Kf5Xe4, 4. Dh3— e6 matt. Die lette schône und versteckte Varionte sohnt mit dem etwas neheliegenden Schlusselzug 7M1S. 910 IXI1 111 abcde Kater Schwarz hafte ohne zwingenden Grund durch h7-h6 scine Konigstellung geschwacht. Dies wirkt sich in der Folge sehr unangenchm aus Sizilianische Verleidigung. Weiß: Esser(Schachfr. Bochum) Schwarz: Kroll(Schachfr. Weitmer) 1. e2-e4 1 c7-c5 2 Sq1-f3 e7-e6 3 d2-d4 c5Xd4 4 SI3X44 S98—f6 Der Angriff auf den e-Bauern berwedd, Weiß nicht zu dem einschrankenden c2-c4 kommen zu lassen, denn dann ware d7Ido)-d5 immer nachleilig 5. Lf1-d3 Bis hierher wa die Behandlung beigerseits mustergultig. Der Lauferzug ist zwar auch schon gemacht worden, kann aber den normalen Zug Sbi—c3 nicht erseten Schwarz erlangi nim durchweg ein guies Spiel 5 Sh8—06 Gut gespielt. Weiß wird vor die Frage gestellt, os er zu lun beabsichliat 6 Lel-e3 Der Ablausch auf co ware jedenfalls nicht anzuroten, da Sdiwarz, ohne die Rochade einzubußen, mil dem d-Bauern wiedernehmen konnte. Nach 7 0—0, e6-e5 wurde Schwarz den gui aussehenden Zug 8 f2-14 mit L18-c5t 9 Kg1-h1 S16—94, 10 Dd1—el Ddsd4, 11. h2-h3 S94—f2t, 12. Khl-h2 Sf2Xd3 13 cXd3 Dd4Xd3, 14 Sb1—c3 0—0, wie in der Partie Dreyer— Kroll des Lüdenscheider Weihnachtsturniers 1030, gewinnverheikend beontworten Auch abgesehen davon kommi nur das geschehene L-e3 ernstlich in Betracht 6.. d7-05 Wiede qut gesnielt, auf andere Entgegnungen wiirde Schwarz in Stellungsnochteil geroten. Weiß sollle jekt mit Sbi-d2 fortseten So wie er spielt, schofft er zwar zwei einzelne Bauern at der Damenseite, doch hat Schwarz dofur ein gutes Figurenspiel 7 e4Xd5 StoXd5 Verhindert Se4-c5Xd7, was zu ungleichen Laufein und in diesem Falle zum Remis fuhren wurde 21 b2-b4 Direkt vom Uebel. Weiß plant c4-c5 nebst Se4-06, was dem Nachziehenden redit sein kann, er veranlaßt ihn'spater durch 17-15 soga dazu tatte Weiß die Unzulanglichkeit des Manovers erkenrt, so wurde er davon obgelossen und 21 KI1—e2 gespielt haben 21Ke8-e7 22 c4-c5 17-15 23 Se4-d6 a7-a Der Gewinnzugl Weiß muß 22-a3 richen, worauf nach dem Ablausch auf b4 die schwarten Turme ourch die a-Linie in die zweite Reihe eindringen, was den Anlang vom Ende bedeutet 24 02-a3 45b4 B a3Xh4 798-a2 1d3—e2 1h8-a Weiß mußte den Laufer zuruckziehen, so dak Schwarz jett Ta2-al. 27. Ibl-d1, 1a8-a2 mit sofortiger Vernichtung droht 2 92-93 122-c2 28 Thl—h2 768—22 12-14 792-b2 0 Thi—el. Tauschen derf Weiß nicht, da er sofort den b- und c-Bauern verlieren wurde, wahrend er jett die Drobung 31. S46Xf5t, e15, 32 Le2-d3 hat Ke7-16 91-00 c6X15 1c5-e3 Eine elende Stellung. Weiß vermag sich kaum zu ruhren, kann weder den laufer noch den Turm fortbewegen, noch sonst etwas unternehmen Wenn 7 B M S06—c4, s0 Te2Xc4. 35 Le2Xc4, Th2Xh2, 3TelXe3, Ih2X mit leichtem Gewinn 4Le3X14 35 h5X96 lInd nun noch einc Verrechnung 114Xh2 6 6Xh K16-97 So6— in diesem Augenblk glaubte Weiß den Turm anf h2 zu haben 37Ka7Xh Weiß gob auf Anmerkungen von P. Kroll .. 31 03—94 94X15 33 h3-h4 34 h4-h5 Kuriosa vom Straßenverkehr. WAS BRINGT DER Vorschau auf die Programmwoche vom 10. bis 16. Januar 1932. Sonntag(10.) hört man katholische Morgenfeiern aus Köln und Breslau. Um 11,30 Uhr hört man im Rahmen der Reichssendung der Bachkantaten die Kantate Nr. 123 „Liebster Immanuel, Herzog der Frommen“. Um 18,30 Uhr hört man über die Sender der Norag ein Brahmskonzert. Um 19,00 Uhr sendet der Mitteldeutsche Rundfunk eine Hörspielbearbeitung des Grimmschen Märchens„Die Sterntaler“. Um 20,00 Uhr hört man über die gleiche Sendergruppe ein Konzert des Leipziger Symphonieorchesters, mit Werken von Schumann, Verdi und Johann Strauß auf dem Programm. Die Berliner Funkstunde überträgt um 20,15 Uhr die Operette„Das Lied der Liebe“ mit Musik nach Johann Strauß. Montag(11.). Um 19,00 Uhr übernehmen eine Reihe deutscher Sender einen Vortrag von Reichsminister Dr. Schiele, der zum Thema „Die Landwirtschaft am Jahresende“ spricht. Um 19,19 Uhr diskutiert vor dem Mikrophon der Berliner Funkstunde ein kommunistischer und nationalsozialistischer Student über das Thema „National oder Internationa!". Um 200 Uhr hört man über die Sender des Mitteldeutschen Rundfunks eine Aufführung der Oper „Orpheus und Eurydike“ von Glua. Um 21,00 Uhr bringen Sudwestfunk und Südfunk eine Kammermusikstunde des Amurquartetts. Zur gleichen Zeit beginnt im Ostmarkenrundfunk ein Konzert, das den Romantikern gewidmet ist. Um 22,00 Uhr endlich übernehmen eine Reihe Sender einen Zeitbericht von Aktualis über„Das Ende des englischen Freihandels“. Dienstag(12.) um 20,00 Uhr bringen die Zender der Schlesischen Funkstunde einen Hörfilm„Genie und Irrsinn“ nach einer Komödie von Alexander Dumas. Um 20,00 Uhr übernehmen eine Reihe deutscher Sender aus Frankfurt a. M. eine Hörfolge aus Deutscher Romantik unter dem Titel„Romantische Impressionen". Mittwoch(13.) hört man um 19,30 Uhr über die Sender des Bayerischen Rundfunks ein Hörspiel„Weiberkrieg“ frei nach Aristophanes. Um 20,15 Uhr bringen Süd= und Südwestfunk die Meyerbeeroper„Dinorah“. Um 20,30 Uhr bringt die Berliner Funkstunde eine Aufführung von Gerhart Hauptmanns Schauspiel„Michael Kramer“. Um 21,10 Uhr endlich sendet der Mitteldeutsche Rundfunk das Grillparzerlustspiel„Weh dem. der lügt“. Donnerstag(14.) um 19,05 Uhr beginnt im Bayerischen Rundfunk eine Aufführung der Oper„Der Postillion von Lonjumeau" von Adam. Um 19,30 Uhr setzt Pater Esch vor dem Mikrophon des Westdeutschen Rundfunks seine Vortragsreihe über„Die katholische Jngend und ihre Organisation“ fort. Um 21,00 Uhr hört man über die gleiche Sendergruppe ein heiteres Hörspiel nach Mörike „Der Pomeranzendieb". Süd= und Südwestfunk bringen zur gleichen Stunde ein Haydnkonzert, der Ostmarkenrundfunk das Schimpfspiel „Peter Sauenz“ von Gryphius, und der Norddeutsche Rundfunk, ebenfalls um 21,00 Uhr. ein Traumspiel„Nachtschnellzug D 33“. Freitag(15.) um 19,30 Uhr hört man über Süd= und Südwestfunk unter dem Titel„In turannos“ anläßlich der 150jährigen Wiederkehr des Tages, da Schillers Räuber uraufgeführt wurden. Um 20,00 Uhr bringt der Bayerische Rundfunk als Reichssendung eine Aufführung der Schulmeistersymphonie von Davon. Um 20,30 Uhr spricht Universitätsprofessor Dr. Nadler vor dem Mikrophon der Orag in der Veranstaltungsreihe„Die Welt um Goethe“ über das Thema„Der deutsche Osten zu Goethes Zeit". Südfunk und Südwestfunk bringen um 21,15 Uhr eine Aufführung der V. Symphonie von Anton Bruckner. Der Bayerische Rundfunk bringt um 21.20 Uhr zum Abschluß des Tagesprogramms eine literarisch=musikalische Veranstaltung„Barock in Bayern“. In manchen Städten Spaniens fahren die elektrischen Straßenbahnwagen grundsätzlich nur mit Anhängewagen, selbst wenn der Verkehr schwach ist. Und der Grund? Der aufmerksame Zuschauer findet ihn bald heraus: in dem Vorderwagen sitzen die Männer, in dem Anhängewagen die Frauen. In Lima, der Hauptstadt Perus, gilt eine ähnliche Regel für die Autoomnibusse. Die untere Etage ist für beide Geschlechter freigegeben, die obere aber darf nur von Männern. benutzt werden. In Adelaide in Australien dürfen die Eingeborenen nicht die Autoomnibusse benutzen. Die anderen Verkehrsmittel dagegen sind für sie freigegeben. In zwei amerikanischen Staaten, Michigan und Indiana, dürfen Schwarze weder ein Auto besitzen, noch dürfen sie ein Auto führen. In Kuba aibt es sogar Straßen, deren Benutzung den Schwarzen untersagt ist. In dem amerikanischen Staate Chio dürfen Kinder unter drei Jahren nicht im Auto fah ren. Jede Beförderung eines solchen Kindes kostet Strafe. Der Staat nimmt jährlich 500000 Dollar Strafgelder ein, die aus der Verletzung dieser Vorschrift fließen o1. Schönheit der Augen ere unübertroften bel Rheuma-Gicht Kopfschmerzen Ischias, Hexenschuß u. Erkaltungs krankheiten. Entfernt d Harnsäurel 6000 Arztegutachten! Vollkommen unschädlich. Fragen Sie Ihren Arzt. Schonheit des ganzen Menschen, Pränen Ihre Augen, Aind sie verötet, ent ündiich verllehl haben Sie ichwache oder angestrengte Bugen dann versuchen Sie es mit Apotheker P Grundmanns Augenlid-Creme Coometicum Ureis 2 N M Sie werden zufrieden lein Prospekte und ärztl. 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Auch die Presse keit gegenüber getan. digen Kreisen in Berlin borgte Geld, mit dem De Meparationen bezahlt hatte Starker Eindruck in Lausai T. U. Parie, 10 bekannt gewordene Erk. rüning wird hier aufgefaßt und zugleich Tributkonfereng in Lau mache. Durch die Haltur fereng von vornherein In jedem Fall sei die verständlich wie unzwed nings. Man habe aller land auf der Lausanne werde, seinen Standpunk die verfrühte amtliche sei aber höchst an „Journal des Deba Schritt am Vorabend de deuten solle. Entweder nn, oder er stelle einen Bedeutung dar. Man k. ch nicht auch vor der unternedme. Jn jedem notwendig. Der„Pari der Nachricht kaum Glai sie nicht aus so zuverlas Finanzminister Flan gegenüber zur Tributer wie folgt: Wenn die Erklärunge die Schuhe schiebt, richt Regierung die Forderung des Versailler Vertrages so würde das bedeuten, Poungplan und dem Be machen wird. Es bleibt ser Nachricht abzuwarten gen bestätigen, so würde die Kündigung der kre träge annehmen können. fereng solche Erklärungen sehen würden, so würde Günstige Aufnah London, 11. Jan.(Di des Reichskanzlers bildete gestrigen Sonntags. Das erste Echo der Paris, das bekanntlich de sammentritt der L renz überflüssig gem wisses Unbehagen v Sunday Dispatch mindesten hoffnungsla