Mendener Zeitung Erscheinungslage: Dienstag, Donnerstag, Samstag. Bezugspreis: Vierteljährlich durch die Boten oder die Post bezogen 1.40 Mk.,: durch den Briefträger frei ins: Haus gebracht 1.65 Mk.— Einzelne Nummern, sowie: Belege werden mit 10 Pf.; berechnet.— Druck und Ver-? lag: W. Riedel in Menden.= Westfälischer Amtliches Organ Telegraph der Stadt Menden Wöchentliche Beilage: Mendener Sonntagsblatt: Fernsprecher Nr. 17 Menden. * Anzeigengebühr: Die einspaltige Petitzeile oder deren : Raum 15 Pf.— Reklamen 40 Pf. Bei zwangsweiser Beitreibung der Gebühren oder : d u r c h g e r i c h t l i c h e M i t w i r k u n g ; w i r d j e d e V e r g ü n s t i g u n g h i n e f ä l l i g. F ü r d i e A u f n a h m e v o n : Anzeigen an bestimmt vor: geschriebenen Tagen oder * Stellen keine Gewähr.— Nr. 133. Erstes Blatt.Samstag, den 6. November 1915. 56. Jahrgang. Der Weltkrieg. Nördlich von Massiges stärmten unsere Truppen einen nahe vor unserer Front liegenden französischen Graben in einer Ausdehnung von 800 Metern. Der größte Teil der Besatzung ist gefallen, nur 2 Offiziere(darunter ein Major) und 25 Mann wurden gesangengenommen. Massiges liegt östlich der Linie Tahure=Perthes in dem Teil der Champagne, in dem die heftigsten Kämpfe stattfanden. Der von den Franzosen noch besetzte kleine Graben nordöstlich von Le Mesnil wurde nachts gesäubert. Ein Gegenangriff gegen den von unseren Truppen gestürmten Graben nördlich von Massiges wurde blutig abgewiesen: am Oftende des Grabens wird noch mit Handgranaten gekämpft. Die Zahl der Gefangenen ist auf 8 Offiziere 90 Mann gestiegen, 8 Maschinengewehre, 12 kleine Minenwerfer wurden erbeutet. Der englische Oberbefehlshaber, Feldmarschall French, hat in einem amtlichen Telegramm behauptel: Aus den Verlustlisten von 7 deutschen Bataillonen, die an den Kämpfen von Loos teilgenommen haben, geht hervor, daß ihre Verluste ungefähr 80 Prozent ihrer Stärke beirugen. Diese Angabe ist alatt erfunden.„ Carson und Grey. Der zurückgetretene Minister Carson richtete einen sehr heftigen und scharfen Angriff gegen die Kriegführung des Kabinetts. Klipp und klar ist in diesen Ausführungen bewiesen, wie wenig das Kabinett den Krieg zu führen imstande war, und daß von dem stets an die große Glocke gehängten Kriegsplan bei Carsons Rücktritt keine Spur zu entdecken war. Es sei auch höchste Zeit, führte der Exminister aus, einen andern Kurs einzuschlagen, denn der Kriegsschauplatz erweitere sich ständig und drohe, sich auf den Osten, auf die Lebensinteressen des britischen Reiches auszudehnen. Der erste Stoß, den die Nation erhielt, sei die schreckliche Enthüllung des Munitionsmangels gewesen. Und dann habe er nie begreifen können, wie alle 22 Minister blind dagegen sein konnten, daß es gänzlich unmöglich war, die militärische Expedition nach den Dardanellen, die ihnen schon solange wie ein Mühlstein um den Hals hing, erfolgreich auszuführen. „Unsere Verluste betragen eine Million Mann“, sagte Carson im Verlaufe seiner Rede, um sich dann scharf gegen Grey zu wenden. Er fuhr ungefähr so fort:„Vielleicht der ernsteste Fall des Gebarens des Kabinetts ist die Balkanfrage. Nichts setzte mich mehr in Erstaunen als der Anblick, wie unsere Balkanpolik sich im Kreise herumdrehte. Grey gab 28. September eine Erklärung ab, die Serbien tatsächlich Hilfe versprach.“ Natürlich werden von den englischen Blättern diese Auslassung ausführlich kommentiert und erklären sich mit vielem der Carsonschen Mitteilungen einverstanden. Auch Grey hat wiederum das Wort ergriffen und sich gegen die Vorwürfe seines früheren Kollegen verteidigt. Er führte ungefähr folgendes aus: Als er, Grey, seine Hilfe zusagte, habe er sich gar nicht an Serbien gewaner, sonvern die Frage Venizelos über die Haltung, welche die Entente angesichts einer möglichen Aktion Bulgartens einnehmen werde, beantwortet. Damals war Venizelos noch in Griechenland am Ruder und entschlossen, die Verpflichtungen, die Griechenland seinem serbischen Bundesgenossen gegenüber hatte, zu erfüllen. Aber Venizelos sei im kritischen Moment gefallen. In diesem Augenblick war das ganze Gebäude, wo Greys Versprechen beruhte, zusammengestürzt. Joffre und Gallienl. Der Generalissimus Joffre ist durchaus keine allgemein anerkannte militärische Autorität in Frankreich, so überschwenglich die Worte auch waren, mit denen der neue Ministerpräsident Briand die„Meisterschaft des großen Führers“ und das blinde Vertrauen der Soldaten zu ihr feierte. General Pau ist ein ausgesprochener Gegner der pflegmatischen Kriegführung Joffres. Nicht minder hat Gallieni schon sehr scharfe Kritik an der Kriegführung Joffres geübt. Gallieni ist gegen Joffre ergrimmt, da er annimmt, daß dieser ihn zum Gouverneur von Paris ernennen ließ und ihn damit von einer Ruhm versprechenden Tätigkeit an der Front ausschloß. Auch wurmte es Gallieni, daß Joffre den angeblichen Marne=Sieg allein für sich in Anspruch nahm. Bei diesem spitzigen Verhältnis kann man sich vorstellen, wie angenehm Joffre von der Ernennung Gallienis zum Kriegsminister berührt wurde. Sturm gegen Asquith. Im Parlament ist das Koalitionskabinett Asquith trotz der zur Beschwichtigung gehaltenen Lobrede des Premiers auf die beispiellosen Erfolge der englischen Armee und Flotte heftigsten Angriffe ausgesetzt. Noch nie hat sich eine Nation in gefährlicherer Lage befunden, als England jetzt, wurde dem Kabinett im Parlamente zugerufen. Wenn die Russen einen Großfürsten los geworden wären, so müßte sich England doch von einer so unfähigen Regierung, wie es die des Ministerpräsidenten Asquith ist, befreien können. Die Zensur verfälsche gewisse Nachrichten, z. B. regelmäßig die amtlichen Berliner Berichte. Es wurde der Regierung angekündigt, daß sie wegen des Dardanellenunternehmens zur Verantwortung gezogen werden würde usw. Nach der Stimmung in den beiden Parlamenten ist mit Sicherheit zu erwarten, daß Asquith wie Grey das Ende der Balkanaktion als Minister nicht überleben. Siegreich im Osten. Vor Dünaburg wird von der Armeegruppe Hindenburg weiter gekämpft. An verschiedenen Stellen wiederholten die Kussen ihre Angriffe, überall wurden sie zurückgeschlagen. Besonders starke Kräfte setzten sie bei Garbunowka ein; dort waren ihre Verluste auch am schwersten. Das Dorf Mikulischki konnten sie im Feuer unserer Artillerie nicht halten; es ist wieder von uns besetzt. Während bei der Armeegruppe des Prinzen Leopold von Bayern wesentliche Ereignisse sich nicht zutrugen, versuchten die Russen einen Überfall auf das Dorf Kuchocka=Wola. In das Dorf eingedrungene Der rettende Traum. Von Max Kettler. Fortsetzung statt Schluß. Mit einem bitteren Gefühl im Herzen war Heinz Ewald an der Spitze seiner Leute hinausgezogen. Das laute Singen der Kameraden, der kaum verhaltene Jubel der Soldaten, die mit ungestümem Tatendrang heran an den Feind wollten, all der laute Lärm des Kriegshandwerks tat ihm auf einmal weh. Noch auf dem Bahnhof, bevor der Zug die Garnison verließ, war sein Blick den Bahnsteig hinunter geeilt und satte Ausschau gehalten nach einem weißen Kleide und ein far flatternden blonden Zöpschen. Aber Ilse war nicht kommen. Seufzend kletterte Heinz als letzter endlich in n Abteil, zog die Fenster hoch und rollte sich in seinen Mantel ein. Erledigt! dachte er im stillen und machte einen dicken Strich unter das Gewesene. Und dann kam der Teufel über ihn! Was hatte er denn auch verloren? Hier in der Garnison, in seiner zweiten Heimat, war nicht ein einziger Mensch, der wirklich mit ehrlichem Herzen an ihm hing. Die gerschiedenen Rufe„Auf Wiedersehen“, die ihm und seinen ameraden gegolten hatten, fanden kein Echo in seinem Herzen, und Ilse, um die er so lange gekämpft hatte, war m in diesem Augenblick ftemder denn je. Und als der Zug dann Station um Station in wilder Fahrt hinter sich ließ, kam es wie toller Übermut über ihn. Er fiel jubelnd in die Soldatenweisen mit ein, die den ganzen Zug durchhallten, und seine Gedanken eilten weit voraus, hinaus auf das Schlachtfeld, das sie erwartete. Hier r mußte,— auch lollie er als Held kämpfen, und wenn es—.. sterben! Dieser Gedanke hatte etwas Berubigendes für ihn. Der Aufenthalt in Kreuz war nur kurz bemessen gewesen. Ein Signal rief die Soldaten schnell wieder zusammen: Die langen Schnellzugswagen schluckten die Kompagnloß, Ae Türen Happteg zr und weier gipeke in die icht hinein. Und als der Morgen graute, und der Mond nur noch in schwachem, Silberglanz durch die Fenster lugte, ugt d sein Haus, und wie Sphärenmusik drangen an sein Ohr die weichen Klänge des Flügels, vor dem Ilse saß. So war es nach Serbien hineingegangen. Der träumerische Heinz halté nun abgestreift, was ihn an das Vergangene fesselte! Eine kalte Entschlossenheit war über ihn gekommen. Mit einer kühnen Mannschaft hatte er als erster die Donau überschritten und sich den serbischen Stellungen auf Rufweite genähert. Rechts und links klatschten die Kugeln in das Wasser. Ein Mann fiel mit lautem Ausschrei in das Boot zurück, und noch immer gab Heinz nicht den Befehl zur Umkehr.„Wir haben die Aufgabe übernommen,“ sagte er,„die Stärke des Gegners zu erkunden. Ich habe mir die Handfestesten unter euch Kerlen ausgesucht,— will etwa jetzt einer von euch schwach werden?“ Immer näher kam der Ort der feindlichen Stellungen. Schon konnte Heinz die eingebauten Unterstände erkennen, da sank wieder ein Mann lautlos zurück. Jetzt ließ Heinz Kehrt machen und brachte die wichtige Meldung zurück. Dann sing die Artillerie an, ihr schweres Feuer auf die entdeckten Stellungen des Feindes zu legen. Und dann kam der Befehl zum Sturm. Heinz an der Spitze seiner Leute, den Säbel in der Faust, die Signalpfeise in der Hand, stand im ersten Kahn und fuhr an das jenseitige Ufer. Es glückte ihm leicht, festen Fuß zu fassen und ein paar Kompagnien in Aufstellung zu bringen. Aber da schlugen auch schon die serbischen Kugeln in die Reihen.„Basonett pflanzt auf! Zum Sturm! Marsch, marsch!“ klang seine helle Stimme. In kühnem Anlauf ging es die ersten Anhöhen hinauf. Es war ein furchtbares Ringen, aber die Feldgrauen machten ganze Arbeit, und als sie endlich in gesicherter Stellung auf feindlichem Boden standen, kam der Regimentsführer selbst zu Heinz Ewald Setlsehe ihn Krüsta die Hend und überaichte ihn anerkennenden Worten das Kreuz von Eisen. Heinz ald war beschämt, aber sein Herz schlug vor lauter Freude. Was galt ihm Ilse in diesem Augenblick!! Die Serben aber hatten sich ziemlich stark befestigt. Jeder Hügel, jede Ackersurche war ein Lager, das von Naschinengewehren und Wurfminen strotzte. Jedes zerfallene vernhaus war in eine kleine Festung umgewandelt wor: Die Serben hatten Zeit gehabt, während in Ost und Abteilungen wurden sofort wieder hinausgeworsen. Ein abermaliger Versuch des Feindes, durch starke Gegenangriffe uns den Erfolg westlich von Czartorysk streitg zu machen, scheiterte. Aus den Kämpfen eines Tages wurden insgesamt 5 Offiziere. 1117 Mann als Gesangene und 11 Maschinengewehre eingebracht. Bei den Truppen des Generals Grasen v. Bothmer in Ostgalizien wurde noch fortgesetzt in und bei Siemikowce gekämpft; die Zahl der bei dem Dorfkampf gemachten Gesangenen hat sich auf 3000 erhöht. Russische Angriffe südlich des Ortes brachen zusammen. Die wieder aufgelebte russische Offensive an der oberen Strypa und am unteren Siyr brachte den Russen wieder große Verluste. In Ostgalizien sind die russischen Angriffe auf den meisten Punkten schon abgewiesen. In Nordwolhynien sind österreichisch=ungarische und deutsche Truppen in die russische Hauptstellung am Abschnitt an der Kowel—Kiew= Bahn südlich des Sumpfgebietes eingedrungen. Verlustreiche russische Mißerfolge. Ohne Rücksicht auf ihre ganz außergewöhnlich hohen Verluste haben die Russen ihre vergeblichen Angeisse gegen Truppen der Heeresgrnppe Hindenburg zwischen Swenten= und Ilsen=See sowie bei Gateni fortgesetzt. Bei Gateni brachen wiederum vier starke Angriffe vor unseren Stellungen zusammen. Bei der Armeegruppe des Prinzen Leopold von Bayern hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Bei der Heeresgruppe von Linsingen in Wolhynien wurden die Russen norewestlich von Czartorysk nach einem kurzen Vorstoß über Kosciuchnowka auf Wolczeck wieder in ihre Stellungen zurückgeworsen. Oestlich von Budka machte unser Angriff Fortschritte. Mehrfache russische Gegenstöße nördlich von Komarow wurden abgeschlagen. Bei den Truppen des Generals Grafen von Bothmer in Ostgalizien führte unser Angriff gegen die noch einen Teil von Siemikowce haltenden Russen zum Erfolge. Abermals fielen über 2000 Gesangene in unsere Hand. Vorgebliche Blockade der deutschen Ostseeküste. Admiral Degony behauptete in einem Pariser Blatt, daß die englischen Tauchboote bereits seit drei Monaten die deutschen Küsten von Warnemünde bis Windau blockiert hätten. Das führende Slockholmer Organ sagt hierzu: Der Admiral beschäftigte sich bereits früher mit den Verhältnissen in dee Ostsee, ohne daß seine Artikel eine nähere Kenntnis der Sache verrieten. Bekanntlich liegt keine Blockade vor; oon ihr kann keine Rede sein. Die russitche Regierung beschloß, eine große Anzahl Reichsdeutscher und Deutschrussen, überwiegend Industrielle und Kaufleute, nach Sibierien zu verschicken. Der italienische Krieg. Cadorna schweigt. Die italienische Vorstoßkraft ist erschöpft. Furchibar waren die Verluste, die der Feind bei allen seinen ersolglosen Anariffen erlitt. Die dritte IsonzoWest die wuchtigen Schläge fielen, ihre Stellungen zu fast unüberwindlichen Burgen auszubauen. Das war ein hartes Ringen! Bayrische und märkische Truppen mußten mit Löwenmut Schulter an Schulter kämpfen, um einige Zoll Boden zu gewinnen. Auch die österreichischen Bundestruppen drangen machtvoll vorwärts und zusehends wuchs der Raum, der sich zwischen der Donau und dem Feinde dehnte. Leider waren die Wetterverhältnisse die denkbar ungünstigsten. Es wehle ein eiskalter Wind, der oft mit dichten Regenschauern über die Truppen herfiel und sie in wenigen Augenblicken bis auf die Haut durchnäßte. Die trostlose Einöde des serbischen Landes umfing die braven Käämpfer mit harten, mitleidslosen Krallen und gönnte ihnen manchmal tagelang lein Dach über dem Kopfe. Da wurden dena in Eile die Zeltbahnen zusammengelegt, die Zelte aufgeschlagen und die stämmigen Söhne der deutschen Gaue schmiegten sich wie scheue Vöglein aneinander, um vor dem eiskalten Wind geschützt zu sein. Wieder einmal war nach hartem Kampfe eine serbische Stellung genommen worden. Der Feind hatte sich mit anerkennenswerter Zähigkeit behauptet. Kaum ein einziges Soldat war unverwundet in die Hände der Deutschen gefallen. Auch mancher deutsche Muitersohn hatte die Augen zum ewigen Schlaf geschlossen. Ader setzt war die ganze tellung unbestritten im Besitz der rayesichen Truppen, die nur noch auf Verstärkung duech irs mörrsichen Kameraden warteten, um dann von neuem den Gesner anzugreifen. Heinz Ewald, der mit einigen Komrageein sich bei den Bayern befand, lag in einer Zeinen rd#shiung, die notdürftig seine schlanke Gestait ausseh##en knnte und ließ die Blicke hinaus zum Abendhimmet####e, Dart oben zogen die Sterne ruhig ihr: Bann, der F#onk flimmerte unruhig auf das Kampffeld herunter, und hiee#er d.m Horizont hob sich die gespensterhafte Silhouette eines drennenden Dorfes ab. Wieder wie in seigen Ingesslagen suchte Heinz Ewald die Sternengebilde am Himmel auf. Da war der große Bär, den er schon als kleiner Knade am Himmel beobachtet hatte; der Sirius blickte ernst auf die ruhende Kämpferschaar, und die Milchstraße trat deutlich in Erscheinung. Bunte, geisterhafte Träume zogen durch seine Gedanken. Der Schlaf, der seit Tagen die rastlos Vordeingenden geflohen datte. schlacht hat ihm den Rest gegeben. Eine neue Offensive des Feindes ist kaum noch zu erwarten, da die italienischen Truppen zu den bisherigen Angriffen mit geradezu barbarischen Mitteln getrieben worden waren. Ein Armeebefehl Cadornas, der bei einem gefangenen italienischen Offizier vorgefunden wurde, ordnet die Todesstrafe für Zurückweichende und für vom Feinde Gefangene an. Jeder, so heißt es im einzelnen, muß wissen, wer versuchen sollte, sich zu ergeben oder zurückzuweichen, daß er noch bevor er diese Schande auf sich ladet, vom Blei der hinter ihm stehenden Truppen oder von den Kugeln der hinter den Kampstruppen zur Beaussichtigung verwendeten Carabinieri ereilt werden wird, wenn er nicht schon früher von seinem Offizier kalt gemacht wurde. Wer sich ergibt und lebend in die Hände des Feindes fällt, wird sofort in contumaciam verurteilt werden. Die Todesstrafe wird nach Beendigung des Krieges vollzogen werden. Der türkische Krieg. Obwohl Engländer und Franzosen von den DardanellenTruppen nach Saloniki abgezogen sind und sich auf die Defensive eingerichtet haben, dauert an der Dardanellenfront das örtliche Feuergefecht mit stärkerem gegenseitigen Artilleriekampf an. Ein Torpedoboot bei Ari Burnu und zwei Kreuzer bei Sedd ul Bahr nahmen an diesem Feuer teil. Die türkische Artillerie zerstörte zwei feindliche Maschinengewehr=Stellungen bei Kansilirt(Ari Burnu) und vor ihrem rechtem Flügel bei Sedd ul Bahr. Die Küstenbatterien verjagten ein feindliches Transportschiff, das sich der Landungsstelle bei Sedd ul Bahr zu nähern versuchte. An der Kaukasusfront schlugen unsere Verbündeten einen feindlichen Überfall im Abschnitt von Narman ab. Die Engländer setzten Himmel und Hölle in Bewegung, um wenigstens die Türken zu binden und an einem Eingreifen in die allgemeine Balkanaktion zu hindern; an Serbiens Schicksal liegt ihnen wenig. Sie werden Serbien nicht retten und auch das Verhängnis nicht abwenden, das von den Balkansiegen der deutschen und der verbündeten Truppen ausgeht. Meuternde russische Kaukasustruppen. Ein Bataillon des rechten Flügels der russischen Kaukasusarmee hat gemeutert. Den gegen die Meuterer entsandten Truppen wurde bewaffneter Widerstand entgegengesetzt. Auf beiden Seiten gab es ernste Verluste. Russische Gefangene, von denen diese Nachrichten herrühren, bemerken, daß auch ihre Offiziere sehr niedergedrückt sind. Der Balkankrieg. zähen feindlichen Widerstand sind unsere Truppen beiderseits des Koslenik=Berglandes(nördlich von Kraljevo) im Vordringen. Oestlich davon ist die allgemeine Linie Zakuta— Vk. Pcelica— Jagodina überschritten. Oestlich der Marawa weicht der Gegner; unsere Truppen folgen. Es wurden 650 Gesangene gemacht. Die bulgarische Armee des Generals Bojadjeff hat Kalakakonje und Boljevac(an der Straße Zajecar—Paracin) genommen und im Vorgehen von Sorljig auf Risch den Kalafat, 10 Kilom. nordöstlich von Risch, erstürmt. Risch, von dem die bulgarischen Truppen nach dem jüngsten Bericht unseres Großen Hauptquartiers nur noch zehn Kilometer entfernt waren, wird nach Bukarester Meldungen von den vordringenden Streitkräften unserer Verbündeten bereits erfolgreich unter Feuer genommen. Nisch ist keine Festung ersten Ranges, aber doch das stärkste Bollwerk im Herzen Serbiens und ist während des Krieges mit englischer und französischer Hilfe überdies noch stark ausgebaut worden. Der serbische Rückzug wird nach Pariser Meldungen aus Athen immer schneller. die Lage wird stündlich ernster angesichts der an allen Frontstellen erfolgenden bulgarischen Angriffe. Die englischen Truppen haben am Sonnabend Saloniki verlassen. Der Abtransport der englischen Truppen nach Gevgheli und Dorian wird die ganze Woche fortgesetzt. Die englischen Truppen sollen von Gevgheli und Dorian aus ihre Stellungen beziehen. Vorwärts am Balkan. Im Morawica=Tal wurden die Höhen bei Arilje in Besitz genommen. Südlich von Cacak ist der Kamm der Jelica Planina überschritten. Beiderseits des Kotlenik=Berglandes haben unsere Truppen den Zeind geworsen und in der Verfolgung das Nordufer der westlichen(Golijska=) Morawa beiderseits von Kraljewd erreicht. Sie nahmen 1200 Serben gesangen. Ostlich der Gruza hat die Armee des Generals von Gallwitz den Feind über die Linie Godacica=Santarovac zurückgeworfen, hat die Höhen südlich des Lugomir gestürmt und im Morawa=Tal die Orte Cuprija, Tresnsevica und Paracin genommen. 1500 Gesangene wurden eingebracht. Die Festung Nisch im Morawa= und Nizawatal ist der wichtigste Verkehrsstraßen= und Eisenbahnknotenpunkt ganz Serbiens. Eine historisch berühmte Stätte ist Nisch zls Geburtsort des Kaisers Konstantin des Großen, der das Christentum zur Staatsreligion des römischen Weltreichs erhob. Die Festung Nisch ist erst während des Weltkrieges mit englischer und französischer Hilfe modern ausgebaut worden. Sie besteht aus einer Fünftorumwallung mit Graben und Unterkunftsraum. Von den vorgeschobenen Werken ist das im Norden der Stadt befindliche Fort Milhad=Pascha besonders stark. Es liegt jenseits der großen von Belgrad nach Nisch führenden Heerstraße. Den stärksten Schutz gewähren der Festung aber die Höhen der Umgebung, wie der Winik und die Anhöhe Tschegew, die schon früher von den Serben befestigt wurden und in allen Kriegen eine Rolle spielten. Zur griechischen Kabineltskeisis. Auf der griechischen Gesandtschaft in Berlin hält man es für ausgeschlossen, daß die Krisis mit der Wiederberufung von Venizelos ihre Lösung finden sollte. Das wahrscheinlichste ist, daß das Kabinett Zaimis bleibt und die Kammer aufgelöst wird. Nun sagt der§ 87 der griechischen Verfassung, daß der König in dem Augenblick, indem er die Auflösung der Volksvertretung ausspricht, zugleich einen Termin für die Wahl eines neuen Parlaments festsetzen muß. Dieser Termin würde, da 45 Tage die äußerste Grenze bilden, etwa in die letzten Tage dieses Jahres fallen, und die neue Kammer hätte, wiederum nach § 37 der Verfassung, spätestens am 15. Februar kommenden Jahres zusammenzutreten. Diese klaren Bestimmungen erleiden aber diesmal eine völlige Trübung durch die Tatsache, daß Griechenland sein Heer mobilisiert hat. Die unter Waffen berufenen Bürger können nicht wählen. Zum ersten Male in der Geschichte des Königreichs Griechenland steht man somit vor einem Problem, über dessen Lösung man nur Vermutungen haben kann. Der Berliner Besuch des bulgarischen Finanzminiflers Tonsschew steht mit einer Anleihe und wirtschaftspolitischen Fragen im Zusammenhang. Schon vor einigen Monaten brachte Tontschew mit Berliner Banken den Abmachte sich bemerkbar. Langsam steien ihm die Augen zu. Noch einmal sah er hinten die Flammen des brennenden Dorses hoch auflodern— und dann sank sein Kopf zurück. Heinz Ewald schlief! Schluß folgt. schluß einer 500 Millionen=Anleihe zustande, die als Vorläufer des gegenwärtigen Bündnisses mit Bulgarien anzusehen ist. Die bulgarische Regierung hat abermals ihre freundschaftliche Gesinnung für Griechenland bewiesen, indem sie die wichtige Entscheidung traf, daß in den bisher von Bulgarien besehlen Gebieten Serbisch=Mazedoniens für die christlichen und türkischen Schulen jener Zustand wiederhergestellt werde, wie er früher bestand. Das heißt, die Griechen können überall ihre Schulen wieder eröffnen und unter die Aussicht des griechischen Patriarchen stellen, was die Serben nicht ausnahmlos gestattet hatten. Aus Stadt und Land. Menden, den 6. November 1915. *— 12017 Einwohner. Die Personenstandsaufnahme im hiesigen Stadtbezirk ergab 12017 Einwohner gegen 12 065 im vorigen Jahre. *— Zur Beachtung. Die Turmuhr an der kathol. Pfarrkirche muß für einige Tage außer Betrieb gesetzt werden, da man augenblicklich damit beschäftigt ist, die Vorarbeiten für das elektrische Läutewerk auszuführen. *— Steuerzahlung. Die Hebetermine dauern nur noch bis zum 12. dss. Mts. Hebezeiten im Kassenlokal sind von 8½ bis 12½ Uhr. Die Zahler mögen möglichst noch die ersten Tage benutzen; auch ist eine pünktliche Zahlung sehr am Platze, da die Kasse schon allein durch die Kriegszeit stets bedeutende Ausgaben zu leisten hat. Für die Außenwohner ist am 8. dss. Mts. bei Battenfeld; am 11. bei Krekeler und am 12. bei Kümper(jedesmal nachmittags) Zahlgelegenheit. Zu wünschen ist, daß diese zur Bequemlichkeit der Beteiligten eingerichteten Außentermine auch stets recht fleißig benutzt werden.— Die nächste Zahlung der Kriegsunterstützungen findet voraussichtlich am 12. d. Mts., nachm. und am 13. d. Mts. statt. Die Zeiten werden noch durch Anschlag bekannt gegeben. *— Die Musterung der Landsturmpflichtigen des Jahrganges 1897[18jährigel findet auf der Kaiser=Wilhelmshöhe am Donnerstag, den 18. dss. Mts., vormittags 7,30 Uhr für den Jahrgang 1897 aus den Gemeinden des Amtsbezirks Menden und für diejenigen aus dem Stadtbezirke Menden mit den Anfangsbuchstaben A und B, am Freitag, den 19. dss. Mis., vormittags 7,30 Uhr ebenda für die übrigen Gestellungspflichtigen aus dem Stadtbezirke Menden. *— Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos 7. Armeekorps geht uns folgendes zu: Das stellv. Generalkommando 7. Armeekorps in Münster hält von jetzt ab jeden Dienstag und Freitag nachmittag von 3—8 Uhr in Essen=Ruhr, Handelshof, Zimmer 102, eine Sprechstunde ab, in welcher Interessenten über die Beschlagnahme von Metallen Auskunft erhalten können. Es wird empfohlen, hiervon weitgehendsten Gebrauch zu machen. *— Beförderung. Der Kriegsfreiwillige Paul Ammelung, Sohn des Herrn Spediteurs A., der seit Beginn des Krieges im Felde ist, wurde vom gemeinen Soldaten zum Unteroffizier befördert. 4*.— Eisernes Kreuz. Mit dem Eisernen Kreuz geschmückt wurde der seit 15 Jahren in Diensten der Firma Alberts& Meyer stehende Malergehülfe Fritz Klüter, der leider durch einen Granatschuß seinen rechten Arm einbüßte. Dank unserer vorgeschrittenen Orthopädie hat sich der Einarmige schon wieder zur Arbeit gemeldet und hofft seinen alten Platz wieder gut ausfüllen zu können.— Ebenfalls erhielt das Eiserne Kreuz der Kanonier Albert Grupe gen. Fuhrmann. *— Einjährigenprüfung für Kriegskeilnehmer. Der Kultusminister bestimmt: Nach meinem Erlaß vom 8. März d. Is. ist es nicht zulässig, junge Leute, die das zwanzigste Lebensjahr überschritten haben, an höhere Lehranstalten zur Prüfung behufs Nachweis der wissenschaftlichen Befähigung für den Einjährig=Freiwilligen=Dienst zuzulassen. Falls aber ältere Unteroffiziere, Feldwebel usw. beabsichtigen sollten, die Schlußprüfung(Prüfung der Reife für die Obersekunda) an der höheren Lehranstalt abzulegen, so steht dem nichts im Wege. *— G. K. Feldpost. Aus dem Schützengraben senden Grüße folgende Rekruten Musketier Wilh. Hake=Landwehr, Fritz Althauß, Ludwig Biermann=Iserlohn. Wir bitten um Zusendung Ihrer Zeitung. Auf Wiedersehn. * Die besten Grüße von dem Hindenburg Regt. sende ich allen Bekannten von Menden und Umgegend und der Jugendwehr Ers.=Rekrut Jochheim. Auf ein frohes Wiedersehn in der Heimat. * Vom Truppenübungsplatz senden allen Mendener Bekannten die besten Grüße Landsturmm. W. Kissing, Josef Böckelmann, H. Lilotte, B. Nerger, E. Kaplan, G. Schröder sowie Füsilier Bauerdick. Auf ein frohes Wiedersehn! * Die herzlichsten Grüße aus dem schönen.... senden die Jäger Wilh. Sünning, Willy Patz, Jos. Messy, HartungIserlohn, Rogge=Iserlohn, Hamer=Sundwig. *— T 3. Nach nur fünftägigem Aufenthalt in Hamburg ist unser Lazareitzug am Mittwoch nach Gent zu seiner 18. Reise ausgefahren. *— Kino. Im Merse'schen Lichtspiel=Theater wird den Besuchern am Sonntag ein hervorragendes Programm geboten, aus welchem besonders zu erwähnen ist:„Auf gefahrvoller Schiene", amerikanisches Drama in 3 Akten,„Ueber Alles die Pflicht“, eine Episode aus dem Weltkriege in 3 Akten. Besonders sehenswerte Bilder vom Kriegsschauplatze kommen zur Vorführung. *— Unglücksfälle. Ein 17jähriger Arbeiter einer Baufirma in Gevelsberg geriet unter die Lokomotive seines Arbeitszuges und büßte beide Füße ein.— Auf dem Gronau=Enscheder Bahnhof in Dortmund geriet der 33jähr. Rangierer L. B. zwischen die Puffer und wurde totgequetscht.— Im Hafen in Dortmund schlug der Greifer eines Laufkrans einem Arbeiter so heftig gegen den Kopf. daß er sofort starb. •— Milchteuerung. Die hiesigen Landwirte haben seit dem 1. November den Preis für 1 Liter Milch auf 24 Pfg. erhöht. •— Auf dem Felde der Ehre starben: Landsturmm. Leander Jäger, Musketier Friedr. Jochheim=Werne (früher Menden), Grenadier Cl. Vorhoff=Holzen. Gardist Cl. Severin=Landwehr. *— Verlustliste 369 meldet als gefallen: Franz Wilh. Salmen, Peter Wiggeshoff, Friedrich Neuleben. Arnsbera. 5. Nov. Zwecks besserer Durchführung der Aufgaben des Vaterländischen Frauenvereins und des Zweigvereins vom Roten Kreuz auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge war die Einrichtung einer„Stadt Arnsberger Volksspende“ getroffen worden, deren Mitglieder sich zur Zeichnung eines monatlichen Beitrages verpflichten. Die Einrichtung hat ein erfreuliches Ergebnis gezeitigt. Es sind für den genannten Zweck nunmehr monatlich über 1700 M. sichergestellt. Berahofen. 5. Nov. Durch das Wimmern eines Kindes aufmerksam gemacht, fand man ein in Windeln eingewickeltes Kind in einer Schachtel. Schüren, 5. Nov. Durch ein Automobil totgefahren wurde in der Nähe der Wirtschaft„Zur Quellenbrauerei" die Wwe. Ruhfaut aus Schüren. Der Fall ist um so trauriger, als der Mann der Verunglückten im Felde gestorben ist und vier kleine Kinder in so kurzer Zeit Vater und Mutter verloren haben. Das Auto fuhr ohne Licht. Bochum. 5. Nov. Auf der amtlichen Güterbestätterei des Bahnhofes Süd ist man Güterunterschlagungen seitens der Beamten auf die Spur gekommen. Es handelt sich um den Assistenten Petersen uno zwei Angestellte, welche ganze Wagenladungen fortschaffen ließen. Petersen verübte Selbstmord, indem er sich von einem Zuge überfahren ließ, ein zweiter Beteiligter erhängte sich. Buer i. W., 5. Nov. In dem nahen Westerholt beklagt die Familie Schwengler den Verlust von fünf Söhnen, die sämtlich auf dem Felde der Ehre geblieben sind. Ein sechster Sohn ist dieser Tage auf der Schachtanlage„Westerholt" durch Steinfall tödlich verunglückt. Beide Eltern leben noch. Recklinghausen, 6. Nov. Die Frau des Ackerers Otte wurde wegen Milchpantscherei zu 2 Wochen Gefängnis und 400 Mk. Geldstrafe verurteilt. Großes Hauptquartier. 6. November 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Handgranatenkampf wurden die im Ostteil unseres neuen Grabens nördlich von Massiges eingedrungenen Franzosen wieder daraus vertrieben. Sonst verlief der Tag unter teilweise lebhaften Artilleriekämpfen ohne Ereignisse von Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Armeegruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Die Russen wiederholten ihre Durchbruchsversuche bei Dünaburg mit dem gleichen Mißerfolge wie an den vorhergehenden Tagen. Armeegruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Armeegruppe des Generalfeldmarschalls von Linsingen. Nordöstl. von Budka wurden weitere russische Stellungen genommen. Bei Siemikowce ist Ruhe eingetreten. Der Gegner ist in seine alten Stellungen auf dem Ostufer der Stripa zurückgeworfen. In dem nun abgeschlossenen Kampfe verloren die Russen an Gefangenen 50 Offiziere und etwa 6000 Mann. Balkan Kriegsschauplatz. Im Tale der westlichen Morawa wird südöstlich von Cacak gekämpft. Kraljewo ist genommen. Oestlich davon wird der Gegner verfolgt. Stubal ist erreicht. Der Zupanjevacka=Abschnitt ist überschritten. Im Morawatale wurde bis über Obrez=Sikirica nachgedrängt. Durch Handstreich setzten sich nachts unsere Truppen in den Besitz von Varvarin. Ueber 3000 Serben wurden gefangen genommen. Bei Krivivir ist die Gefechtsfühlung mit den deutschen und Ibulgarischen Hauptkräften gewonnen.— Die Armee des Generals Bojadjeff hat bei Lukowo, Soko=Panja den Gegner geworfen, über 500 Gesangene gemacht und 6 Geschütze erkeutet. Nach dreitägigem Kampfe ist gegen zähen Widerstand der Serben die Hauptstadt Nisch am Nachmittag erobert. Bei den Kämpfen im Vorgelände sind 350 Gefangene und 2 Geschütze in bulgarische Hände gefallen. Vermischtes. Kassel. 5. Nov. Der Personenzug Kassel—Niederhone —Eisenach überfuhr in der Nacht an einem Bahnübergang ein Speditionsfuhrwerk, wobei zwei Fuhrleute schwer verletzt und die Pferde getötet wurden. Die Reisenden kamen ohne Schaden davon. Osnabrück. 5. Nov. Die Ehefrau eines Landwirts aus Ellerbeck. die teilweise entrahmte Milch als Vollmiich geliefert hatte, wurde von der Strafkammer Osnabrück zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Hinker der Front ist’s gemätlich. Die Liller Kriegszeitung bringt folgendes Geschichtchen: Wie überall, ist auch bei uns hinter der Front von unserer fürsorglichen Heeres. verwaltung eine Lese= und Milchhalle eingerichtet worden, wo man für billiges Geld ein Glas warme, keimfreie Milch haben kann. Über unserer Halle prangt ein schönes, handgemaltes Holzschild: Milch=Halle. Für den Fall des Aus. verkaufs der Milch hatte der Verkäufer einen handgeschrie. benen Zettel zur Hand, der besagte, daß die Halle bis zum Eintreffen neuer Milch geschlossen sei. Die Pause wurde meist zur Reinigung des Raumes benutzt. Da nun unsere lehmbestiefelten Soldaten aus dem Schützengraben nicht gewohnt sind, sich mit Kleinigkeiten abzugeben, kam es wiederholt vor, daß sie das Zettelchen übersahen, durch die nicht verschließbare Tür hineintrabten und nutzlos auf dem gereinigten Fußboden umherstanden. Es gab dann unvermeidliche Auseinandersetzungen, bis der Wirt auf einen glänzenden Gedanken verfiel. Aus Pappe schnitt er sich ein Schildchen und zwar so, daß es auf dem großen Holzschilde säuberlich den Bindestrich und das H bedeckte. Seitdem litet die Aufschrift bei jeweiligem Ausverkauf: Milch alle. Und nun hatte er seine Ruh'. Freigesprochen von der Anklage der Arkunden sälschung und der Verleitung zur Urkundenfälschung wurden per Bürgermeister Tell aus Altenburg und der Ratssteuerkontrolleur Wildgrube vor dem Geraer Schwurgericht Bekanntlich hatte Tell dem Kontrolleur eine Bescheinigung diktiert, worin bestätigt wird, daß der Bürgermeister den Mietzins beim Ratsdepositum hinterlegt habe. Der Hauswirt Tells wollte nämlich seinen Mieter nicht ziehen lassen und dieser wollte vor dem bestimmten Termin nicht zahlen und so halte Tell die Bescheinigung ausstellen lassen im guien Glauben, da er 1500 Mark in Wertpapieren tatsächlich im Ratsdepositum zu liegen hatte. Allerdings sei nicht das Ratsdepositum, wie der Vorsitzende ausführte, sondern das Amtgericht die in Frage kommende Hinterlegungsstelle gewesen. Die Verteidigung hatte hervorgehoben, daß es sich um keine öffentliche Urkunde, sondern um eine persönliche Bescheinigung handele, und so verneinten die Geschworenen die Schuldfrage, worauf die Freisprechung der Angeklagten erfolgte. Milch und Schweinefleisch werden billiger. Schweine wurde vom Bundesrat ein Höchstpreis beschlos der vom 12. d. M. an gesetzliche Gültigkeit erhält und Preis für einen Zentner Lebendgewicht je nach der Güte der Ware in Berlin auf 70 bis 120 Mark festsetzt. Im Osten des Reiches liegt der Grundpreis etwas tiefer, im Westen etwas höher. Da im Kleinverkauf der Preis für Schweinefleisch 140, für frisches Fett 180 Prozent des geltenden Höchstpreises nicht übersteigen darf, so würde das Pfund Schweineeisch im Durchschnitt auf 1,00 bis 1,70 Mark zu stehen kommen. Die Preisherabsetzung ist eine recht ansehnliche, sie stellt sich bei Zugrundelegung des Berliner Durchschnittspreises folgendermaßen: Auf dem letzten Berliner Viehmarkt wurden für einen Zentner Lebendgewicht nach Qualität gezahlt 125 bis 140 Mark; jetzt beträgt der Preis 100 Mark, für zweite Qualität 110 bis 180. in Zukunft 70 bis 85 Mark, für Sauen bisher 120 bis 130 Mark, vom 12. November ab beträgt der Preis 95 Mark. Zuwiderhandlungen gegen die neue Verordnung werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Für Milch wurde von der einheitlichen Festsetzung eines Höchstpreises für das ganze Deutsche Reich abgesehen. Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern sind verpflichtet, andere Gemeinden berechtigt, Grundzüge festzulegen, die vorzugsweise Berücksichtigung der Kinder, stillenden Mütter und Kranken bei der Verteilung der vorhandenen Zufuhrmenge von Milch sicherstellen, und zwar entweder durch Ausgabe von Milchscheinen, durch Vereinbarung mit den Landwirten und Milchhändlern, durch Einrichtung eigener Verkaufsstellen oder in sonstiger Weise. Den Vorzugsberechtigten dürfen aber keine höheren Preise als den übrigen Abnehmern berechnet werden. Das Verbrecherkum in Russisch-Polen bildet naturlich für unsere Justizbehörden eine besonders schwer zu lösende Aufgabe; denn Raubanfälle, Morde und Bundendiebstähle sind an der Tagesordnung. Ein Kriegsgerichtsrat macht der„Deutschen Strafrechts=Ztg.“ einige interessante Angaben, aus denen hervorgeht, daß das Banditenton= seinen Hauptsitz in Lodz hat. Unter den Wirren des Krieges hat sich das Verbrechertum wieder mehr verhrei= und die militärischen Feldgerichte haben häufig genn Geund zum Einschreiten, das dann in denkbar einsachste:. Fuimen verhandelt. War der Reub mit Waffen in der Hand begangen und wird der Bandit als überführt eroct i# wird er innerhalb 24 Stunden erschossen. Die Gesung#### sind in einem unglaublichen Zustande. Aber in Russijct. Volen war ja bisher die Hauptsache die Prügelstrafe, und wie geprügelt wurde, kann man daraus ersehen, daß dem Kregsgericht einmal ein angeblicher Mörder vorgeführt wurde, der weder sitzen, noch stehen, nach siegen konnte. In alledem hat die deutsche Strafgerichtsberkei: Wandel geschaffen. An Stelle der russischen Knute triti allmählich deutsche Gerechtigkeit. Aus der Reichshauptstadt. Die Raubanfälle im Tiergarten nehmen einen derartigen Umfang an, daß sich die Kriminalpolizei veranlaßt gesehen hat, eine Belohnung von 100 Mark für die Ergreifung der Täter auszusetzen. Meistens drängt sich ein ungefähr zwanzig Jahre alter Bursche an alleingehende Damen heran, versetzt ihnen einen kräftigen Stoß und entreißt ihnen die Handtasche, mit der er dann das Weite sucht.— Ein großer Warenschwindel wurde dadurch vereitelt, daß ein Geldbriefträger einem Manne, der sich als Adolf Neumann in eine Privatpension eingemietet hatte, das an ihn adressierte Geld nicht auszahlte, weil er keine Legitimationspapiere vorlegen konnte. Neumann erließ in vielen Zeitungen billige Butteranzeigen, die er nur gegen vorherige Einsendung des Betrages liefern wollte. Von allen Seiten, ja logar von Molkereien. waren Beträge eingelaufen.— Um sich von der Lage unseres Wirtschastslebens zu überzeugen, weilen in Deutschland eine Anzahl neutraler Journalisten, die u. a. auch den Bau der Nordsüdbahn besichtigten.— Zu einem regelrechten mehrstündigen Stiergesecht kam es in Weißensee. Dort war aus einem Schlachthause ein junger Bulle ausgebrochen und auf ein Laubengelände gedrungen, wo er Holzzäune u. dergl. einfach niedertrat und sich an dem noch nicht abgeernteten Gemüse gütlich tat. Nach vielen vergeblichen Anstrengungen, wobei es einigen Männern beinahe schlecht ergangen wäre und nahe daran waren, aufgespießt zu werden, fiel das Tier schließlich einer List zum Opfer. Es wurden auf dem Erdboden Schlingen aus starken Wäfcheleinen ausgelegt, der Bulle hineingelockt und durch Zuziehen der Schlingen zu Fall gebracht. Neueste Nachrichten. Eigene Drahtnachrichten. Bulgaren in Nisch eingerückt. Sofia, 5. Nov. Meldung der bulgar. Telegraphen=Agentur: Eine bulgarische Division ist in Rischkeingerückt. Köln, 5. Nov. Die Frau eines Kaufmannes, die Kindern die Ueberlassung von Butter und Notroleum verweigert hatte, unter der Angabe, daß sie diese Waren für ihre Kundschaft zurückhalten müsse, wurde vom hiesigen Schöffengericht in eine Strafe von 50 Mark genommen. Hinfort soll die Zurückhaltung von Waren nur mit Gefängnis bestraft werden! Aus Holland. Haaa. 5. Nov. Die zeitweilige Aufhebung des Ausfuhrverbotes für Futterrüben, Runkelrüben und gebrannten Kaffee ist zurückgezogen worden. Das Ausfuhrverbot für Silberzwiebeln wurde zeitweilig aufgehoben. Die Ausfuhr von Seife in jeder Gestalt wurde verboten. Beendigung der Krisis? TU Amsterdam, 6. Nov. Die„Tyd“ meldet aus Athen: König Konstantin berief die Leiter der verschiedenen Parteien zu einer Besprechung. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte die Krise heute beendet sein. In der„Köln, Zeitung“ wird die Auffassung vertreten, daß man die Lage in Athen wohl richtig beurteile, wenn man die Krise als parlamentarischen Zufall und nicht als politische Wandlung ansehe. Das griechische Volk habe zu seinem Könige das Vertrauen, daß sein Kurs bisher der richtige war. Rumänien räumt auf! Wien. 5. Nov. Die Südslavische Korrespondenz meldet aus Bukarest:„Auf Anordnung der Regierung haben die rumänischen Behörden die in den rumänischen Donauhäfen liegenden russischen Kriegsschiffe beschlagnahmt und auf ihnen die rumänische Flagge gehißt. In Turn=Severin wurden Dienstag früh alle im Hafen liegenden russischen Fahrzeuge durch die rumänische Hafenbehörde als beschlagnahmt erklärt, die russische Flagge heruntergeholt und die rumänische aufgezogen. Die russischen Mannschaften wurden an Land gebracht und von Turn=Severin abtransportiert. In Gruja wurden die russischen Dampfer„Tiraspol",„Turgenjew" und „Patriot“ mit 5 russischen Schleppschiffen von der Hafenbehörde beschlagnahmt und die russische Mannschaft von den Schiffen entfernt. Die russischen Schiffe, auf denen die rumänische Flagge weht, werden von rumänischen Patrouillenbooten bewacht. Eine Niederlage der Montenegriner. Wien. 6. Nov. Aus dem K. K. Kriegspressequartier: Eine österreichisch=ungarische Gruppe erstürmte die den Weg sperrende Höhe des Trebinjica=Gebietes, wobei ein montenegrinisches Bataillon ganzlich zersprengt wurde. Der rechte Flügel der Armee Koeveß erreichte Aritja. Diese Gruppe hat damit jene serbischen Armeeteile überflügelt, die vom Zentrum der Armee Koeveß aus Cacak und der westlichen Morava in das unwegsame Jeselica Gebirge abgedrängt wurden. Die Armee Gallwitz rückt weiter den Moravafluß aufwärts in Richtung Cicevav vor. Das bulgarische Heer macht gleichfalls auf allen Fronten Fortschritte. Montenegros Not! TU Sofia, 6. Nov. In Gesprächen, die König Nikita von Montenegro mit den diplomatischen Vertretern der Entente führte, lenkte er die Aufmerksamkeit auf die traurige wirtschaftliche Lage seines Landes, dessen Not durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge aus Serbien ins Unermeßliche steigt. Der König erklärte den Gesandten, er würde, wenn auch blutenden Herzens, gezwungen sein, den Flüchtlingen den Einlaß zu verwehren, falls die Entente nicht rasch und ausgiebig materielle Hilfe gewähre. Zwei englische Truppentransportdampfer versenkt. Saloniki. 6. Nov. In der Nähe von Saloniki versenkte ein deutsches Unterseeboot durch einen gut lanzierten Torpedoschuß ein englisches Truppentransportschiff. Das Schiff sank binnen einigen Minuten. Die an Bord befindlichen 800 Personen sind umgekommen. Das U=Boot entkam unversehrt. Madrid. 6. Nov. Der englische Transportdampfer Woodfield ist mit Kriegsmaterial an Bord von einem Unterseeboot versenkt worden. Der Dampfer, der 3581 Registertonnen groß ist, war von Gibraltar nach dem östlichen Mittelmeer unterwegs, um den Alliierten neues Kriegsmaterial zu bringen. Stadttheater Dortmund Wochenspielplan von Sonntag, den 7.Ibis Sonntag, 14.5den November 1915. Sonntag, den 7. Nov., nachmittags 3½ Uhr: Der Hypochender. Lustspiel. Abends 8 Uhr: Die Fledermaus. Operette. Dienslag, den 9. Nov., abends 7½ Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Komische Oper. Mittwoch, den 10. Nov., abends 7½ Uhr: Die Räuber. Trauerspiel Donnerslag, den 11. Nov., abends 7½ Uhr: Die Afrikanerin. Freitag, den 12. Nov., abends 7½ Uhr: Zwei Kronen. Märchenkomödie. Samstag, den 13. Nov., abends 7½ Uhr: Mignon. Oper. Sonntag, den 14. Nov., nachmittags 3½ Uhr: Komtesse Gucker! Lustspiel. Abends 7½ Uhr: Oberon, der König der Elsen. Oper. Gottesdienst=Ordnung in der kath. Pfarrkirche. Sonntag, den 7. November 1915. 24. Sonntag nach Pfingsten. 6 Uhr hl. Messe. 7 Uhr Frühmesse mit Predig., gemeinsch. hl. Kommunion der Mädchen der Josephschule. 8 Uhr Nachmesse mit Predigt. 9 Uhr Gymnasialmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 11¼ Uhr hl. Messe mit Predigt. ¼ vor 2 Uhr Christenlehre und Andacht für die Abgestorbenen. ½5 Uhr Bittandacht. Dienstag und Freitag abends 8 Uhr ist Bittandacht. Donnerstaa abend ½9 Uhr der Vortrag:„Die Mutter der Schmerzen". Gottesdienst=Ordnung der evangl. Gemeinde. Sonntag, den 7. November 1915. (23. Sonntag nach Trinitat.) 10 Uhr Gottesdienst. Nachmittags 3 Uhr Gottesdienst in der Schule zu Lendringsen. Nächsten Mittwoch, 8 Uhr abends Kriegsbetstunde. Nir. Schulz. Von Sonntag Mittag 12 Uhr bis Montag früh 7 Uhr ist die Markt=Apotheke geschlossen. Geöffnet:„Neue Apotheke. Für den Wochennachtdienst von 8 Uhr an nur geoffnet: Markt=Apotheke. Spart Seile uc Henkel’'s Bleich-Soda Alle Rohstoffe für Seifen sind außergewöhnlich hoch im Preise und fast nicht mehr in den notwendigen Mengen zu beschaffen. Die Seifenpreise sind entsprechend gestiegen. Die verehrten Hausfrauen werden deshalb zum eigènen Vorteil und nicht minder zum Besten der Allgemeinheit mit Seife sparen müssen. Die Hälfte der Seife kann gespart werden, wenn die Wäsche einige Zeit vorher in HENKEL’s Bleich-Soda, in lauwarmem Wasser eingeweicht wird. 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Und für uns bleibt dieser Trost bestehen: Einst im Himmel gibts ein Wiedersehen. Nach Gottes heiligem Willen starb den Heldentod fürs Vaterland auf dem Kriegsschauplatz am 15. Juli d. I. mein innigstgeliebter Mann und treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Landsturmmann Leander Jäger im Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 60 im Alter von 32 Jahren. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Frau Leander Jäger, Johanna ged. Schröder. Menden, Iserlohn, den 4. November 1915. Geld—Losterie zu Gunsten der Allg. Deutschen Pensionsanstalt f.Lehrer u. Lehrerinnen Ziehung am 3. u. 4. Dez. 1915 Preis des Loses mit Liste 3.20 Mark. Zu haben bei W. Riedel. Durch Wundsein kleiner Kinder Mütter schlaslose Nächte. Eine einzige Waschung mit Obermeyer's Med.= Herba=Seife beseitigt dieses so läst. und schmerzende Uebel der Kleinen. Herba=Seife à Stck. 50 Pf., um ca. 30% der wirksamen Stoffe verstärkt Mk. 1,—. 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Dezember vor und während der Ziehung Kauf= und Ersatzlose vorrätig: ¼ M. 50, ⅛ M. 25. W. Riedel. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A Nr. 21 ist heute bei der Firma Gebr. Kissing zu Menden folgendes eingetragen worden: Der Ehefrau Kaufmann Wilhelm Kissing, Karoline geb. Sommer zu Menden ist Prokura erteilt. Menden, den 2. November 1915. Königliches Amtsgericht. Landkarten von den Kriegsschauplätzen! Courdts Schlachtenplan. Neuerschienen Blatt 16: Riga—Mitau—Dünaburg. Neue Wandkarte von Serbien. Ravensteins Kriegskarten. Maßstab 1:300000. Perihes Karten von d. Kriegsschauplätzen Kriegskarten=Atlas enthaltend 14 Karten, sowie eine neue Ergänzungskarte von * Rußland. Neu erschienen: Gea=Karie des russischen Kriegsschauplatzes Mk. 0,50, Südöstl. Kriegssckauplatzes mk. 0, 50 Kriegskarte der Balkanstaaten mnk. 1.. W. Riedel. werden schnell und billig ausgeführt. Karl Frese, Installateur, „Dellwig—Langschede. Moderne Glasschilder liefert M. Schultheis, Menden, Weststraße 3. 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Anzeigengebühr: Die ein: : s p a l t i g e P e t i t z e i l e o d e r d e r e n: : Raum 15 Pf.- Reklamen: 40 Pf. Bei zwangsweiser Beitreibung der Gebühren oder: : d u r c h g e r i c h t l i c h e M i t w i r k u n g: wird jede Vergünstigung hin: ; fällig. Für die Aufnahme von: : Anzeigen an bestimmt vor: = geschriebenen Tagen oder: : Stellen keine Gewähr.——: Nr. 133. Zweites Blatt. Samstag, den 6. November 1915. 56. Jahrgang. Griechenland. Die vom Zaune gebrochene Reglerungskeise. Für eine verlorene Sache. Der maskierle und der wahre Freund. König Konstanlin, der Erhalter. Venizelos und seine Partei haben das Kabinett Zaimis just in dem Augenblick gestürzt, in dem der Ring um Serbien geschlossen, das sranzösische Expeditionsheer bei Prilep vernichtend geschlagen und die Entscheidung des Balkan=Unternehmens sichergestellt wurde. Der vom Drei= bezw. Vierverband gekaufte Venizelos brach die Krise vom Zaun, indem er die Erklärung des Kriegsministers, sich über gewisse militärische Maßnahmen öffentlich von der Parlamentstribüne herab nicht äußern zu können, als eine Beleidigung der Kammer bezeichnete und eine Entschuldigung forderte. Das Kabinett nahm den ihm hingeworfenen Fehdehandschuh surchtlos auf, stellte die Vertrauensfrage und zog aus der mit nur 33 Stimmen Mehrheit gefaßten Entschließung des Hauses die dem parlamentarischen Regierungssystem entsprechende Konsequenz. Sein Demissionsgesuch wurde vom Könige genehmigt. Mit dem Sturze von Zaimis, der an der Neutralitätspolitik des Königs treu sesthielt, wenn vielleicht auch nicht so energisch wie sein Vorgänger Gunaris, ist jedoch weder Venizelos Ministerpräsident, noch Griechenland in den Krieg hineingedrängt worden. Griechenland ist keine Republik, und der König ist nicht genötigt, wie es der Präsident in Frankreich tun müßte, den Führer der augenblicklichen Mehrheit, der das alte Kabinett stürzte, mit der Bildung des neuen zu beauftragen. Die Verfassung Griechenlands ist sehr liberal, sichert dem Monarchen aber doch wesentliche Rechte, von denen der Herrscher in dem vorliegenden Falle Gebrauch gemacht hat. König Konstantin hat die Kammer, deren Mehrheit der Regierung des Souveräns das Vertrauen versagte, kurzer Hand aufgelöst und Neuwahlen angeordnet. Bis diese stattgefunden haben, sind Wochen vergangen, in denen sich die Lage so geklärt haben wird, daß Venizelos selbst den Krieg Griechenlands nicht mehr fordern kann, da er ein Opfer für eine verlorene Sache wäre. Die Bedrängnis, in der sich Griechenland augenblicklich befindet, ist groß; die Unterbindung seines Handels durch die Vierverbandsmächte macht sich bei der Leere seiner Staatskassen besonders schmerzlich fühlbar. Es ist begreiflich, wenn man in Griechenland nach einer schleunigen Beseitigung dieses Zustandes Verlangen trägt. Der von Venizelos empfohlene Weg führt nimmer zum Ziel, sondern stürzt das Hellenenvolk, wie dessen König klaren Blickes voraussieht, in namenloses Unglück. Das 200000 Mann starke Griechenheer könnte den Zusammenbruch Serbiens und der von England und Frankreich gelandeten Truppen nach dem augenblicklichen Stande der Kriegslage doch höchstens um eine kurze Zeitspanne verzögern, aber doch niemals abwenden. Und dann weiß man in den einsichtsvollen und besonnenen Kreisen Griechenlands auch sehr wohl, wo dieses seine wahren Freunde zu suchen hat. Der Vierverband trägt kein Bedenken, Griechenland seinen Interessen zu opfern, indem er es, England sogar unter dem Versprechen der Abtretung Cyperns, in den Krieg zu seinem Gunsten zu zerren versucht. Deutschland und Deutschlands Verbündete fordern dagegen nichts als die Fortsetzung der Neutralitätspolitik, unter der Griechenland seine wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte weiter sammeln und stärken kann. über den wahren Freund und den unter der Freundschaftsmaske auftretenden Ausbeuter kann man in Athen nicht im Zweifel sein. König Konstantin von Griechenland wird sich das Ruder des Staatsschiffes, das er bisher in fester Hand gehalten, nicht von einem Klüngel verblendeter oder ehrgeiziger Poliliker entreißen lassen. Hinter ihm steht, wie ein Mann, geschlossen sein ganzes Heer, dessen Abgott nach dem jüngsten Balkankriege der König geworden ist. Mit der Entfachung der Leidenschaften wird Venizelos nichts erreichen, und sollte ihn gar der Ehrgeiz stacheln, sich zum Präsidenten einer Republik Griechenland auszuschwingen, so würde er eines tödlichen Falles gewiß sein. Das griechische Volk in einer Masse erkennt heute schon die Weisheit und den Segen der Politik seines Königs, und täglich dehnt sich der Kreis der Männer aus, die fest und treu zu dem Monarchen stehen. Griechenland verdankt seinem König und ihm vor allen, so sagt die amtliche Bayerische Staatszeitung mit Recht, daß es seine selbständige Stellung gewahrt hat, der Balkan aber, daß er nicht völlig in die Abhängigkeit vom Vierverbande geriet, und daß eine glücklichere Aussicht besteht, die nationalen Hoffnungen der Griechen und Bulgeren im Einverständnis mit der Türkei und den Mittelmächten zu regeln. Daß der Weg dabei über die Leiche Serbiens führt, verchildet der Verrat des Vierverbandes, in erster Linie Eng###nds. Griechenlands Beispiel wird aber auch Rumänien den Frieden erhalten, und dereinst können die Balkanvölker hoffentlich dem Griechenkönig ein Denkmal setzen als„Konstantin, dem Erhalter“. *„„„„ ** Rundschau. Der Deutsche Reichslag wird seine Sitzungen voraussichtsich am Dienslag, den 30. d. M., wieder aufnehmen, bis zu welchem Termin er am 27. August verlagt worden war. Es hatte vorübergehend die Absicht bestanden, die Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten im Reiche bis zum 9. Dezember zu verschieben. Dieser Plan ist nach dem Gesuch der sozialdemokratischen Fraktion an den Kanzler, den Reichstag sofort einzuberusen, als aufgegeben bezeichnet worden. Der sofortige Zusammentritt des Reichspariaments war von den Sozialdemokraten im Hinblick auf die Teuerung der Lebensmittel gesordert worden. Nun ist inzwischen für die wichtigsten Lebensmittel eine Regelung erfolgt und für weitere in sichere Aussicht gestellt. Damit entfällt der hauptsächlichste Grund für die vorzeitige Einberufung des Hauses. Da das Reichsamt des Innern in erster Linie mit der Preisregelung beschäftigt ist und diese in ununterbrochenen Verhandlungen mit den zuständigen Kreisen durchführt, so liegt es, wie in der Begründung des ablehnenden Bescheides an die sozialdemokratische Reichslagssraktion auch hervorgehoben wird, tatsächlich im Interesse der Sache, die intensive Tätigkeit des genannten Reichsamts auf diesem Gebiete durch die Reichslagsverhandlungen nicht zu stören, wenn auch der Wunsch des Reichstags, gerade an der Lehensmittelfrage mitzuarbeiten, zu loben ist. Frankreichs farbiges„Freiwilligenkorps“. Nach französischen Blättermeldungen müßten sich die schwarzen Einwohner französischer Kolonien geradezu hauen, daß sie man ja ihre rot=blaue Uniform bekommen, um so schnell wie möglich gegen die Boches, diese„Hunnen“, geführt zu werden und die Kultur zu retten. Ganz so begeistert eilen aber doch nicht die Neger unter die Trikolore, sondern halten es mit ihren weißen Bundesgenossen und suchen sich zu drücken, wo sie können. So wird nach der„Nordd. Allg. Ztg.“ aus Portugiesisch=Guinea gemeldet, daß sich auf portugiesischem Gebiet ganz neue Eingeborenendörfer bilden. Und zwar sind es französische„Bürger“, die durch das brutale Vorgehen der französischen Regierung, Rekruten zu pressen, sich durch schleunige Flucht ihrem Schicksal zu entgehen suchten. Zu welchen Mitteln die Franzosen gegriffen haben, ist kaum glaublich. Sie lassen einfach Eingeborenendörfer umzingeln und alles, was sich einigermaßen zum Kriegsdienst eignet, nach Dakar, Senegal, bringen. Die Jagd wird eifrig fortgesetzt; angeblich soll die französische Regierung auf ein „Ergebnis“ von 30 000 schwarzen„Rekruten“ rechnen! Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß diese Truppen vorwiegend zu den militärischen Operationen gegen Kamerun Verwendung gesunden haben und finden. Nach dem europäischen Kampsplatz sollen sicheren Angaben nach bis jetzt ca. 40 000 Eingeborene abtransportiert sein. Wahrlich— eine Kulturtat! Ueber die Torpedierung des„Triumph“ veröffentlicht ein englischer Berichterstatter an den Dardanellen einen sehr anschaulichen Bericht, von der Wirkung des ersten Aufretens deutscher U=Boole. Kaum ist das Periskop eines =Bootes gesichtet, als die Schlachtschiffe zu feuern anfingen und sich nach dem Untertauchen des Bootes schleunigst aus dem Staube machten. Torpedoboote und Zerstörer wersen große Rauchwolken aus und kreuzen wie toll au dem Wasser hin und her. Die Mannschaften verhielten sich im allgemeinen ruhig und betrachteten die ganze Sache bald als Sport. Es wurde sozusagen Wettbewerb, wer zuerst ein Periskop entdecken könnie und bliesen unter Scherzen ihre Pneumatikswesten auf. Bei der Torpedierung des„Triumph“ wellle der Berichterstatter gerade an Bord des Admiral= schiffes„Swiftsure" und beobachtete den Todeskampf des Schlachtschiffes. Der„Triumph“ gab immer mehr Schlagseite. Es schien, als kämpfe es gegen ein surchtbares, unsichtbares Ungeheuer, das ihn langsam hinunterzog. Wähtend sieben Minuten betrachteten die Leute an Deck der „Swiftsure“ den Todeskampf unter absolutem Stillschweigen. Dann plötzlich schien der„Triumph“ müde des hoffnungslosen Kampfes gegen diese unsichtbaren Kräfte zu werden, und genau acht Minuten, nachdem er getroffen worden war, drehte er sich plötzlich um, und dann machte er einen Sprung und verschwand unter Wolten von Damm. Im Finanzausschuß der Hayelschen Kammer gab der Kriegsminister folgende Erliörungen ab: Die Israeliten sind in der Erfüllung ihrer Schulblgkeit im Kriege hinter den Angehörigen der anderen Konsessionen in keiner Weise zurückgestanden. Die Isra####en haben die volle Anwart= schaft auf den Reserveolfizier. Tatsächlich ist eine große Anzahl von Juden während des Krieges zum Reserveoffizier besördert worden. Die Zahl der eigentlichen Geisteskranken in der bayrischen Acmee ist verschwindend gering und steht nicht annähernd im Vergultnis zu den Erkrankungen dieser Art, wie sie in den Krlegen der letzten Jahrzehnte bei anderen Armeen beobachtet worden sind. Störungen nervöser Art kamen naturgemäß Häufiger vor. Bei der engen Vereinigung der verschiedensten Kontingente konnten vorerst stalistische Angaben über die Gesundheitsverhältnisse der bayrischen Armee noch nicht gemacht werden, das aber könne gesagt werden, daß noch in keinem Feldzug im Verhältnis zu den ausgebolenen Trunoenmassen der Stand der inneren Erkrankungen so niedilg gewesen ist wie in diesem Kriege. Auch auf die Insekiionskrankheiten trifft dies zu. Eine Milliarde in Gald befindet sich noch immer in den Händen von Kapitalisten oder kleinen Sparern, das meist die Stalistik nach. Wie groß der Kreis derer ist, die jetz nach sünfzehn Monalen Kriegssammelarbeit noch hohe Summen in Gold versteckt halten, dafür lieferte eine auf der Neußer Rennbahn gemachte Erfahrung einen neuen Beweis. Die Veranstalter hatten, wie das ja verschiedentlich schon mit gutem Erfolg geschehen ist, den Besuchern, die das Einlrittsgeld in Gold zohlten, gewisse Vergünstigungen eingeräumt. Am vorletzten Renntag wurden laut„Frankf. Zig.“ sast die gesamten Einirittsgelder in Gold bezahlt, nämlich von 8000 Mk. Gesamteinnahme nicht weniger als 7200 Mk. Am letzten Rennsonntag kamen sogar 15000 Mk. Gold in den Entriltskassen zusammen. Und die Gesamtsumme von gelbem Metall, die allein aus diesen Neußer Rennen an die Reichsbank abgeliesert werden konnte, bellef sich auf 64000 Mark! Dabei belrug die Gesamteinnahme an Eintrittsgeldern etwa 85000 Mk.— es sind also drei Viertel dieser Eintrittsgelder in Gold bezahlt worden.— So ersteulich das Ergebnis nach der einen Seite hin ist, so beschämend ist es auch nach der andern, indem es zeigt, wie viel Leute aus Eigennutz, im übrigen aber völlig zwecklos, da sie für Papier= geld genau das gleiche kaufen können wie für Gold, das letztere in den Schränken oder Strümpfen zurückhalten. Das Gold, das ebenso wichtig ist wie die Munition gehört in die Reichsbank. Denn die Reichsbank braucht es zur Deckung der Noten, die sie infolge des Krieges in gewaltig vermehrtem Umsange ausgeben muß uno die nach dem Gesetz zu mindestens einem Drittel in Gold gedeckt sein müssen. Tatsächlich sind sie ja zu reichlich 60 Prozent, also fast mit zwei Dritteln in Gold gedeckt. Und in diesem glänzenden Stande der Reichsbank, der nur durch die verständnisvolle Goldeinlieferung aller Volkskreise ermöglicht worden ist, liegt das Geheiunis ihrer wunderbaren Widerstandsfähigkeit. Je mehr Gold die Reichsbank besitzt, desto stärker wird sie für die weitere finanzielle Führung des Krieges, desto deutlicher und schneller werden die Neutralen und die Feinde erkennen, daß Deutschland auch mit den silbernen Kugeln nicht zu schlagen ist. Die Einigkeit der Vierverbandsmächte wird prächtig beleuchtet durch Enthüllungen, die das Konstantinopeler Regierungsorgan der„Tanin“ macht. Als der Dreiverband sich noch bemühte, die Türkei vom Anschlusse an den Dreibund abzuhalten, suchte jeder ihrer Botschafter die Absichten der anderen Berbündeten gegen die Türkei in den schwärzesten Farben darzustellen. Der englische Botschafter gab zu, daß Rußland der eigentliche Feind der Türkei sei, hoffte aber, diese über die gefährlichen russischen Pläne durch die Versicherung zu beruhigen, daß England nach dem Kriege gegen Deutschland sich auf Rußland werfen und es dadurch an der Ausführung seiner feindseligen Absichten verhindern werde. Der französische Botschafter suchte die türkische Regierung von der Fragwürdigkeit der russischen und englischen Freundschaftsversicherungen zu überzeugen, während der russische Botschafter seinerseits die beiden Ententekollegen anzuschwärzen sich bemühte. So erlangte die Türkei schon zu Beginn des Weltkrieges Einblick in die Umtriebe innerhalb des Dreiverbandes. Die Anzufriedenheit mit Wilson macht sich in den Vereinigten Staaten von Amerika recht deutlich bemerkbar. Es sind nicht nur Deutsche und Iren, die gegen den Präsidenten der Union Frunt machen, auch die Anhänger der republikanischen Partei lehnen sich mit großer Entschiedenheit gegen den Demokraten Wilson auf. Bei den zur Zeit stattfindenden Staatswahlen für die Gouverneure der einzelnen Unionsstaaten wurden die von Wilson empfohlenen Kandidaten überall geschlagen. Auch die vom Präsidenten gewünschte Einführung des Frauenwahlrechts erfuhr allgemeine Absage. Aus der Präsidentenwahl im nächsten Jahre wird Woodrow Wilson jedenfalls nicht als Sieger hervorgehen. Freigabe der Getreideausfuhr aus Rumänien. Das rumänische Getreideexportkomitee beschloß unter dem Porsitz, des rumänischen Handelsministers, die Ausfuhr von de in Waggonladungen zu gestatten. Doch muß von den Exporteuren der tatsächlich erfolgte Verkauf nachgewiesen werden. Das in der Nähe der Landesgrenzen befindliche Getreide darf ohne Bewilligung des Komitees nach dem Außenlande verkauft werden. Vermischtes. Ein Angriff Wilsons gegen Deutschamerikaner: Präsident Wilson, dem die Ergebnisse der Staatswahlen wider den Strich gehen, hat sich Londoner Blättern zufolge in ebenso unbesonnener wie ungerechter Weise gegen die Deutschamerikaner geäußert. Er soll in einer Rede über die nationale Verteidigung gesagt haben: Das einzige, was uns in den letzten Monaten ernstliche Sorge machte, waren Stimmen, die von Amerikanern stammen sollten, aber fremde Sympathien äußerten. Es ist hohe Zeit, daß die Nation sie zur Verantwortung ruft. Von den fremden Weißen, die amerikanisches Bürgerrecht erworben haben, stehen die Deutschen nicht nur nach der Zahl, sondern auch nach dem Verdienst um das Wohl der Union obenan. Es ist kaum denkbar, daß Wilson gegen den ersten Kulturfaktor Amerikas sich in so voreingenommener Weise geäußert haben sollte. Mißgläckter Bombenauschlag auf Deutsche in Ankwerpen. Mit welchen Gefahren die deutschen Truppen in Belgien zu rechnen haben, beweist ein Attentat, daß sich offenbar gegen einen Stab, der in Antwerpen einquartiert war, richtete. In dem Hause eines dort wohnenden deutschen Herrn wurden durch eine Erplosion das Kellerfenster sehr zerstört, aber Menschenleben sind gottlob dabei nicht umgekommen. Damit wird die englische Nachricht widerlegt, es hätten dabei drei Offiziere den Tod gefunden. Und da wundern sich unsere Feinde, wenn ihre Sendlinge der Aufmerksamkeit erliegen und als Opfer des eigenen Auftrages empfindlich gestraft werden. Kosaken-„Heldenkalen“ werden wieder durch den Bericht eines russischen Obersten an seinen Brigadegeneral amtlich beglaubigt. Er legt Zeugnis ab von einer schier unglaublichen Bestialität dieser Horden, die sich so wie so schon im eignen Lande durch ihre Greueltaten und Roheiten so verhaßt gemacht haben. Aus dem Bericht geht hervor, daß einige Sointen eine 40 Mann starke Schützenlinie altackierten, natürlich unter ihrem dazu gehörigen Geschre“. Hierdurch wurden die einen Gesangenentransport, der aus einigen Gefangenen vom 175. Infanterie=Regiment bestand, begleitenden Kosoken herartig in Aufregung versetzt,„daß sie es für nötig hielten, sich an der Attacke zu beteiligen und daher sich des Dienstes als Begleitmannschaft zu entledigen“. Diesen russischen Scheußlichkeiten wird hoffentlich durch Maß. nahmen unserer Obersten Heeresleitung ein für allemal vorgebengt werden. Zei diesem Verkauf kommen uns zu Gute die bedeuenden Vorräte aus rechtzeitigen Einkäufen und Abschlüssen. Unsere Qualitäten sind unverändert gut. insere Preise billig. Sie sparen Geld, wenn Sie Ihren Sedarf in unserer Billigen Woche für lange Zeit decken. An Wiederverkäufer werden die annonzierten Waren nicht abgegeben. In Damen-Konfektion und Mädchen-Konfektion finden Sie bei uns eine Auswahl von mehreren fausend Stück. 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