Mendener Zeitung 0 Erscheinungslage: Diens= tag, Donnerstag, Samstag.; : Bezugspreis: Vierteljähr: lich durch die Boten oderdie Post bezogen 1.40 Mk.,: durch den Briefträger frei ins: : Haus gebracht 1.65 Mk. 2 Einzelne Nummern, sowie; : Belege werden mit 10 Pf.: berechnet.— Druck und Ver; lag: W. Riedel in Menden.: Westfälischer Amtliches Organ Telegraph= der Stadt Menden Wöchentliche Beilage: Mendener Sonntagsblatt:: Fernsprecher Nr. 17 Menden. Anzeigengebühr: Die ein=: spaltige Petitzeile oder deren : R a u m 1 5 P f.— R e k l a m e n 40 Pf. Bei zwangsweiser Beiribung der Sehühren der durch gerichtliche Mitwirkung: wird jede Vergünstigung hin= * fällig. Für die Aufnahme von 2 : Anzeigen an bestimmt vor; geschriebenen Tagen oder? : S t e l l e n k e i n e G e w ä h r.— Nr. 118. Erstes Blatt. Samstag, den 2. Oktober 1915. 56. Jahrgang. Die Siegesbeute im Osten. Der Weltkrieg. Der Feind setzte am fünften Kampftage seine Durchbiuchsversuche nur noch in der Champagne fort. Südlich der Straße Menin—Ypern wurde eine von zwei englischen Kompagnien besetzte Stellung in die Luft gesprengt. Nördlich Loos schritt unser Gegenangriff langsam vor. Südöstlich von Souchez gelang es den Franzosen an zwei kleineren Stellen, in unsere Linien einzudringen, es wird dort noch gekämpft. Ein französischer Teilangriff sädlich Arras wurde leicht abgewiesen. Zwischen Reims und Argonnen waren die Kämpfe erbittert. Südlich St. Marie=a=Py brach eine feindliche Brigade durch die vorderste Grabenstellung durch und stieß auf unsere Reserven, die im Gegenangriff dem Feinde 800 Gefangene abnahmen und den Rest vernichleten. Alle französischen Angriffe zwischen Straße Somme Py— Souain und Eisenbahn Challerange—St. Menehould wurden keilweise im erbitterten Nahkampf, unter schweren feindlichen Verlusten abgeschlagen. Donnerstag früh brach ein starker seindlicher Angeiff an der Front nordwestlich Massiges zusammen. Nördlich Massiges ging eine dem flankierenden feindlichen Feuec sehr ausgesetzte Höhe (191) verloren. Auf den üb: en Fronten fanden Artillerieund Minenkämpfe in wechsctune. Stärke statt. Dec französischen Generaistabsberichter enthalten wie von d#scher halbamtlicher Stelle betont wird, reichlich weitgehen ilbertreibungen, dennoch werden sie nach bewährtem Gru bekannt gegeben: Es heißt darin: Die Deutschen waren nicht nur gezwungen, auf einer ausgedehnten Front ihre müchtig verschanzten Stellungen aufzugeben, in denen bis zum Ende zu widerstehen, sie Befehl hatten, sondern sie erlitten auch Verluste, deren Gesamtheit an Toten, Verwundeten und Gefangenenen den Bestand von drei Armeekorps übersteigt. Die Gesamtzahl an Gefangenen beträgt jetzt über 23000. Die Zahl der abtransportierten Kanonen beträgt 79. In der Champagne dauert Der Kampf, ohne nachzulassen, auf der ganzen Front an. Im Gebiet nördlich von Massiges haben sich neue Gruppen von Deutschen ergeben; die Gesamtzahl erreichte bis zum Abend in einem einzigen Abschnitte etwa tausend. Joffres Plan. Die deutschen Stellungen in Flandern und Nordfrankreich haben die Form eines rechten Winkels, dessen eine Seite von der Nordseeküste bis in die Gegend nördlich von Compiegne reicht, während die andere sich von dort bis nach Verdun erstreckt. Bei Compiegne nähern sich die deutschen Stellungen am meisten der Landeshauptstadt Paris. Durch den gleichzeitigen Angriff südwestlich Lille gegen die Westseite und in der Champagne gegen die Südseite der deutschen Linien sollten die beiden Seiten des Winkels durchbrochen und gleichzeitig die hauptsächlichsten Verbindungslinien der deutschen Truppen nach dem Heimatlande zerschnitten werden. Verlängert man die beiden Angriffsrichtungen des Feindes weit genug, so treffen sie etwa in der Gegend westlich Namur aufeinander. Ein Erfolg des Gegners in den bezeichneten Richtungen hätte also die sämtlichen zwischen ihnen befindlichen deutschen Truppen und Stellungen abgeschnitten und umzingelt. Es läßt sich nicht leugnen, so sagt der militärische Mitarbeiter der„Voss. Ztg.“, daß dieser Plan eine gewisse Großzügigkeit zeigt und deutlich das Bestreben verrät, aufs Ganze zu gehen. Starke Kräfte, die den Deutschen an Zahl überlegen waren, hatte Joffre vereinigt. Aber nur am ersten Angriffstage vermochte er gewisse Teilerfolge zu erzielen. An allen übrigen wurde der Feind zurückgeschlagen; durch die an einzelnen Stellen angesetzten Gegenangriffe konnte ein Teil des am ersten Tage verloren gegangenen Geländes wieder zurückgewonnen werden. Die Wehrpflichtfrage gab im englischen Unterhause zu stürmischen Debatten Anlaß, nachdem der Premierminister Isquith das Haus ersucht hatte, die Angelegenheit einstweilen unerörtert zu lassen. Die Abgeordneten besprachen die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht nun erst recht. Ein Anhänger der Wehrpflicht, ein Hauptmann, erklärte erregt, daß England in den nächsten zwölf Monaten 1400000 Mann an der Front haben und daher bei dem jetzigen System im nächsten Jahre noch 900000 Mann anwerben müßte. Der Tumult wurde so arg, daß die Minister den Sitzungssaal verließen. Die französisch=schweizerische Grenze ist auf Ersuchen der französischen Militärbehörde zur Zeit für den Personenverkehr von Frankreich nach der Schweiz gesperrl. Die Beförderung von Briefen, Telegrammen und Postpaketen, einschließlich solcher für Kriegsgefangene, nach der Schweiz wird augenblicklich ebenfalls eingestellt. Außerdem können Telegramme nach gewissen Ländern ebenfalls, jedoch nicht länger als 48 Stunden zurückgehalten werden. Gegen fünffache Aebermachl. Während die Franzosen zwischen Lille und Arras auch am sechsten Kampftage ihre schon am Tage zuvor eingestellten Durchbruchsversuche nicht wieder aufzunehmen wagten, wurden ihre Angriffe in der Champagne unter schweren Verlusten für sie ausnahmslos zurückgeschlagen. Damit ist auch die jüngste und, man darf wohl vertrauen, letzte feindliche Offensive zusammengebrochen. Nach dem Bericht unseres Großen Hauptquartiers versuchten die Engländer keinen neuen Angriff mehr. Unsere Gegenangriffe nördlich von Loos machten bei heftiger seindlicher Gegenwehr weiter Fortschritte. Einige Gefangene, zwei Maschinengewehre und ein Minenwerser fielen in unsere Hand. Versuche der Franzosen, östlich von Souchez und nördlich von Neuville Raum zu gewinnen, mißglückten. In der Champagne scheilerte ein mit starken Kräften unternommener seindlicher Angriff östlich Auberive. Ebenso erfolglos waren sämtliche französischen Angriffe in der Gegend nordwestlich Massiges, an denen Truppenteile von sieben verschiedenen Divisionen beteiligt waren. Die Zahl der bei den Angriffen in der Champagne bisher gemachten Gefangenen ist auf 104 Offiziere und 7019 Mann gestiegen. Erfolgreiche Minensprengungen beschädigten die französische Stellung bei Vauquois. Feindliche Kanonenboole beschossen wirkungslos die Umgegend von Lombartzyde und Middelkerke. Französische Flieger bewarfen Henin=Letard mit Bomben, durch die acht französische Bürger getötet wurden. Wir hatten keine Verluste. Dem Vorstoß der Argonnenarmee des deutschen Kronprinzen mißt die Pariser Fachkritik die höchste Bedenkung bei. Der Kronprinz verhinderte das Vordringen der Verbündeten gegen Challerange, das in französischen Händen eine Bedrohung der deutschen Verbindungsstraßen zwischen der Argonnen=Armee und dem Zentrum bedeudet haben würde. Es käme alles darauf an, den Vorstoß der kronprinzlichen Armee aufzuhalten. Die in den französischen amtlichen Meldungen enthaltenen Zugeständnisse deutscher Erfolge in der Champagne, namentlich südlich von Ripont sowie westlich des Navarinhofs, werden durch anderweitige Berichte dahin vervollständigt, daß die deutsche Gesamtstellung seit Beginn der Woche den vollen Beweis ihrer nach allen Seiten durchgeführten Sicherung erbracht hat. Das einzige Ergebnis der von den tatkräftigsten französischen Armeekorps unter Führung General Langledecarys unternommenen Operationen ist der Gewinn der nächst Mesnil und Massiges gelegenen Höhe 191. Doch muß, wie die französische Fachkritik Genfer Meldungen zufolge hervorhebt, die Beherrschung der Straße von Ville=sur=Tourbe nach Cernay=en=Dormois für umstritten gelten. Sehr unangenehm empfindet die Fachkritik den sehr glänzend gelungenen deutschen Gegenangriff bei Oubrage de Defaite südlich Ripont. Auf diesen deutschen Stützpunkt in der vordersten deutschen Linie, ein Überbleibsel der früheren deutschen Stellung, hatte es General Langledecary besonders scharf abgesehen und verzögerte eigens die Absendung seiner Gesamtmeldung an Joffre, um die Besetzung von Ouvrage de Defaite berichten zu können. Er mußte aber schließlich in gewundenen Ausdrücken zugeben, daß die Franzosen vertrieben wurden. General French schweigt. Das Ausbleiben weiterer Berichte von ihm wirkt befremdend. Man hat in London den Eindruck, daß die englische Offensive vorläufig zum Stillstand gekommen ist. Gegen vier- bis fünffache Uebermacht kämpfen unsere Helden in der Champagne, in denen, wie der„Köln. Volksztg.“ berichtet wird, dem Feinde die der Verwendung von Gasbomben günstige Windrichtung zustatten kam. Die deutschen Truppen kämpften gegen eine vier= bis fünffache Uebermacht. Die deutschen Maschinengewehre und Geschütze mählen den Feind nieder. Trotz der Berge von Leichen wurden immer neue Kolonnen Franzosen herangeführt. Die seindlichen Tiuppen waren völlig beirunken und unzurechnungsföhig. Sie waren mit Proviant für 8 bis 10 Tage versehen, was darauf schließen läßt, daß man mit einem völligen Durchbruch und schnellem Vorrücken durch Belgien und Luxemburg rechnete. Nachdem der Durchbruch mißglückt, kann man von einer völligen Niederlage des Feindes sprechen. Dem Vorstoß der Engländer ging ein surchtbares Geheul der wilden Völker voraus. Obwohl der Feind durch das deutsche Maschinengewehrfeuer garbenweise in den Drahtverhauen niedergemacht wurde und liegen blieb, führten die Engländer immer wieder neue Truppenmassen heran, die indessen dasselbe Sichicksal hatten. Die surchtbaren Verluste der Verbündeten und die heldenhafte Tapferkeit der Deutschen werden auch in den Londoner Berichten zugegeben trotz aller Schönfärberei, die darin geirieben wird. Über den Beginn der Riesenchlacht heißt es da: An der Spitze der Sturmkolonnen tanden die jungen Rekruten, die erst kurz vorher eingetroffen waren. Trotz der schweren Prüsung ihrer Nerven durch das furchtbare Bombardement, das während der ganzen Nacht unterhalten worden war und den Angriff vorbereitet halte, stürmten sie des Morgens um halb fünf Uhr mutig auf das Ziel ihres Angriffs, das Dorf Loos, zu, das 5000 Meter entiernt lag. Sie griffen mit Todesverachtung an, obwohl se dem mö derischen Jeuer der deutschen Mascht:###wene preisgegeben waren. Aus allen Tel'en des Dorses erschallte Waffengeklirr. In den Fenstern vieler Häuser waren Maschinengewehre aufgestellt; auch oben auf den hohen Grubenkcauen, die sich mitten im Dorse 300 Fuß hon; erheden, waren Maschinenzewehre aufgestellt. Die Laus#erähen zogen sich quer über die Straßen hin. Auf dem Kirchhofe südwesttich des Dorses, den die Engländer passieren mußlen, waren nicht weniger als 100 Maschinengewehre auszesteßt. Es war acht Uhr, als die noch nicht Gefallenen d.n Rand von Loos erreichten. Fast zwei Stunden Louerlen die fürchterlichen Straßenkämpfe. Mehrere Bataillone m ren In Handaemenge durcheinander geraten Viele Osttziere meden netötet und verwundet. Von dem Mite der Seibsiunfopferneg deutscher Soldaten sprechen auch die Londoner Berichte mit Bewunderung. Auf ein Haus, in dem sich ein englischer Oberst mit seinem Stabe befand, regneten plötzlich Granaten nieder. Ein deutscher Offizier, der sich im Keller verborgen hatte, hatte die deutsche Artillerie telefonisch verständigen können. Er leitete das Artilleriefeuer auf sie, ohne Rücksicht auf die Gefahr, selbst unter den Trümmern begraben zu werden. „Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen“. Nach Meldung des Pariser Berichterstatters eines Neuyorker Blattes war der Kampf nördlich von Beausejour die reinste Schlächterei. Die Franzosen versuchten die Deutschen in den Fluß zu treiben. Die deutschen Batterien auf dem anderen Flußufer brachten durch ihr furchtbares Feuer die vorstürmenden Franzosen zum Stehen, so daß diese sich damit begnügen mußten, ihre eroberten Stellungenzu halten. — Nach einer Londoner Meldung flogen in der Champagne sechs französische Munitionsdepots in die Luft, weil die Deutschen das Geschützfeuer der Verbündeten in äußerst intensiver Weise beantworteten. Vertagung des englischen Unterhauses. Zur allgemeinen Ueberraschung selbst für die Mitglieder wurde das Unterhaus bis zum 12. Oktober vertagt. Der Grund hierfür ist die Absicht der Regierung, eine Fortsetzung der Debatte über die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht zu verhindern, besonders mit Rücksicht auf die äußerst gespannte Lage auf dem Balkan. Ferner wünschte die Regierung, das Finanzgesetz in Ruhe fertig ausarbeiten zu können, das gegenwärtig die wichtigste Frage darstellte.— Vor der Vertagung kam es im Unterhause noch zu einer Auseinandersetzung über den Freihandel. Ein Abgeordneter nach dem andern wandte sich gegen die neuen Einfuhrzölle. Der Schatzkanzler verstand sich zu den verschiedenen Zugeständnissen. Die Jagd auf die deulchen Unterseeboote liefert den Engländern zu wenig Ausbeute. Besorgt wurde der Marineminister Balsour im Unterhause befragt. Der gab eine schnurrige Antwort. Ich verstehe die Neugierde und bin auch überzeugt, daß eine bloße Feststellung über die Zerstörung deutscher Unterseeboote dem Feinde keine wertvollen Aufschlüsse geben würde. Aber die Kentnis von der Versenkung deutscher Unterseeboote hat verschiedene Grade, von der unbedingten Gewißheit bis zur Vermutung einer Möglichkeit.(Beifall und Gelächter.) Tatsachen wie diese sind zu statistischen Feststellungen nicht geeignet. Wenn sich die Admiralität auf die Fälle der unbedingten Gewißheit beschränken wollte, würde sie hinter der Wahrheit zurückbleiben, wenn sie andererseits jede Möglichkeit einschlösse, würde sie übertreiben. Das war nicht die Antwort der Gewissenhaftigkeit, denn an dieser leidet die englische Regierung nicht, sondern die der Ratlosigkeit und nichts anderes als eine leere Ausflucht. Kronprinz Rupprecht von Bayern besichtigte die Gesangenen aus der großen Offensive, die in großer Menge auf der Zitadelle von Lille eingebracht worden waren. Während des Besuches trug sich einer Meldung der„Deutschen Tagesztg.“ zufolge, ein kennzeichnender Vorfall zu. Man hatte den Angehörigen eines halbwilden Stammes die Erlaubnis erteilt, Hammel nach ihrer heimatlichen Sitte zu schlachten, d. h. sie mit einem ungeheuren Beil zu enthaupten: Plötzlich gerieten die braunen Männer in große Aufregung: Sie konnten sich nicht darüber einig werden, nach welcher Himmelsrichtung die Augen der Hammel bei der Enthauptung blicken müßten, und fürchteten, verhungern zu müssen; bis ein Dolmetscher ihnen mit einem Kompaß die Himmelsrichtung ihrer heiligen Stätten klar machte, worauf die Schlachtung vorgenommen werden konnte. Der Kronprinz besichtigte dann das Lager der französischen Gefangenen und ließ sich von diesen die neuen Stahlhelme zeigen, über welche die Gefangenen lebhafte Klage führen, da ihnen die kesselförmigen Ungetüme viel zu schwer auf dem Kopf lasten und dennoch selbst gegen Querschläger und Sprengstücke gar keinen Schutz bieten. Im Laufe des Tages treffen immer neue lange Züge von Gefangenen in buntfarbigstem Gemenge ein. Durchbrechung der russischen Smorgon-Stellung. Ostlich von smorgon, an der mittleren Wilija, wurde die seindliche Siellung im Sturm durchbrochen. Es wurden 1000 Gefangene(darunter 7 Offiziere) gemacht und sechs Geschütze, sowie vier Maschinengewehre erbeutet. Südlich von Smorgon dauert der Kampf an. Auch in Kurland hatte die Armeegruppe Hindenburg Erfolge zu verzeichnen. Südlich von Dünaburg wurde der Zeind in die Seenengen östlich von Wesselowo zurückgedrängt. Die Kavalleriekämpfe zwischen Dryswjaty=See und der Gegend von Postawy waren für unsere Divisionen erfolgreich. Feindliche Teilangrisfe gegen viele Abschnitte der Front der Armeegruppe des Prinzen Leopold von Bayern wurden blutig abgewiesen. Bei der Heeresgruppe Linsingen ist die Lage unverändert. In Wolhynien wurden die Russen am oberen Kormin in östlicher Richtung zurückgeworfen. Es wurden etwa 800 Gefangene gemacht. Der russische Rückzug aus Wolhynion macht weitere Fortschritte. Nachdem russische Vortruvven am Stur-unter halb Luck eine Umklammerungsbewegung der Verbündeten festgestellt hatten, und die russische Heeresleitung den rechten Flügel ihrer Styr=Front durch diese Kräfte bedroht sah, entschloß sie sich zur raschen Zurücknahme ihrer durch die vorangegangene, äußerst verlustreiche Offensive geschwächten Bestände, da angesichts der drohenden Umklammerung ein Übergehen zur Defensive für die Russen unmöglich war. Die Operation der über den Styr vorgebrochenen Kräfte des Generals Linsingen erwies sich als ein äußerst geschickt unternommener und durchgeführter Schachzug, welcher die Pläne des rufsischen Generalstabes über den Hausen warf und den russischen Heeren den Lohn einer mit beispiellosen Opsern geführten Offensive innerhalb dieser Tage entriß. Die letzten russischen Nachhuten, die sich westlich der Putilowka befanden, wurden von deutschen und österreichischen Truppen über den Fluß geworfen. Am oberen Sereth kam es zu kleineren Vorstößen schwächerer russischer Infanterieabteilungen, die sich bis an unsere Linien herangearbeitet hatten. Diese Vorstöße schienen nach einem Bericht des „B. T.“ jedoch nur Tastversuche zu sein, um unsere Front zu beschäftigen, um ein Abziehen von Kräften hintanzustellen. Die schwächlichen Angriffe wurden von den Unseren mühelos abgewiesen. Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz dauert die Beschießung serbischer Befestigungsarbeiten fort, ohne daß sich Ereignisse von besonderer Bedeutung zugetragen hätten. An der Save, wo die schwache Gefechtstätigkeit schon seit Tagen anhält, gab es kleinere Kanonaden und belanglose Geplänkel. Der russische Rückzug wird nach der Meldung eines Pariser Blattes aus dem Hauptquartier des Zaren noch weiter fortgesetzt und den Deutschen noch mehr Gelände überlassen werden. Die Meldung tröstet die Franzosen, die davon nach den angeblichen großen Siegen der Russen peinlich überrascht werden mußten, mit der Erklärung, daß die Deutschen sich damit von ihrer Operationsbasts immer mehr entsernten, während die Russen ihren Reserven immer näher kämen. Die Siegesbeute im Osteu. Während des Monats September wurden von den deutschen Truppen im Osten 421 Offiziere und 95 464 Mann gefangen genommen, 37 Geschütze, 298 Maschinengewehre und ein Flugdeug erbeutet. Da die Beute der österreichischen Truppen in dieser Aufstellung nicht enthalten ist, so haben die Russen weit über 100 000 Gesangene in dem einen Monat wieder verloren. Westlich von Dünabura bei Grendsen, wurde von der Heeresgruppe Hindenburg eine weilere Stellung des Feindes gesturmt: in Kämpfen östlich von Madziol sowie auf der Front zwischen Smorgon und Wischnew sind russische Angriffe unter schweren Verlusten zusammengebrochen. Die Heeresgruppe machte gestern 1360 Gefangene. Im Zentrum gegenüber der Heeresgruppe des Prinzen Leopold von Bayern wiederholte der Feind seine vergeblichen Teilangriffe; alle Vorstöße sind abgewiesen; sechs Offiziere, 494 Mann und sechs Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Bei der Armeegruppe Mackensen ist die Lage unverändert; in Wolhynien schreitet der Angriff der Armee Linsingen siegreich fort. Der Balkan. Die englischen und französischen Werbungen haben auf die Balkanstaaten nicht den geringsten Eindruck gemacht. Das ersieht man auch aus den Pariser und Londoner Blättermeldungen, die zur Beruhigung der Leser behaupten, in Athen sei allgemein die Auffassung verbreitet, der Vierverband werde Versuche machen, Bulgarien zur Zurücknahme der Mobilisierung zu zwingen, was in Griechenland mit Befriedigung aufgenommen werden würde. Der serbische Gesandte in Bukarest erklärte, das letzte Angebot Serbiens sei derart gewesen, daß es Bulgarien hätte befriedigen müssen. Die bulgarische Regierung wünsche indessen den Krieg und beeilte sich infolgedessen, die Mobilisierung anzuordnen. Die Haltung Griechenlands und Rumäniens ist unverändert. Die militärischen Maßnahmen Griechenlands werden dem Wunsch des Königs und der verantwortlichen militärischen Kreise entsprechend nur defensiver Art sein, und sie werden nicht als Druck gegen Bulgarien aufzufassen sein. Die Sache, die noch verschleiert ist, wird aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Klärung in dem Rücktritt Venizelos und der Berufung einer Regierung sehen, deren Losung eine wachsame und bewaffnete Neutralität sei. Politische Nachrichten. Oesterreichs drilte Riiegsanleihe. Wenige Tage nach Bekanntgabe des Ergebnisses der dritten deutschen Kriegsanleihe rüsttet sich die verbündete Donaumonarchie zu einem neuen Appell an den Geldmarkt. Die Ergebnisse der beiden bisherigen inneren Anleihen Oesterreichs=Ungarns haben bereits den Beweis erbracht, daß die wirtschaftliche und finanzielle Kraft der Monarchie den gewaltigen Anforderungen des Krieges gewachsen ist. Die erste Anleihe erbrachte 3306 die zweite 3770 Millionen Kronen, so daß bereits über 7 Milliarden im Wege langfristiger Staatsanleihen aufgebracht sind, ein Erfolg, wie ihn das reiche Frankreich bisher nicht zu erzielen vermochte. Alle Vorzeichen für die neue Anleihe unseres Verbündeten sind laut„Nordd. Allg. Ztg. günstig. Eisen= und Kohlenindustrie, die wichligsten Gradmesser für die wirtschaftliche Kraft, haben ihre Friedensbeschästigung nahezu vollständig erreicht. Die großen galizischen Industrien haben trotz der monatelangen feindlichen Besetzung ihre Tätigkeit in erfreulicher Weise wieder aufgenommen. Der Einlagebestand in den Sparkassen hat sich überraschend gehoben. Weit in Feindesland stehen fast überall nach gewaltigen Schlachten und glänzenden Siegen die kampferprobten Truppen der Monarchie und sichern den ruhigen Fortgang von Handel und Wandel und damit den weiteren Sieg auf dem Felde der Wirtschaft und der Finanzen. Die deutsch- amerikanischen Beziehungen sind fortdauernd gut. In den Verhandlungen über den Arabic=Fal! ist eine Stockung nicht eingetreten. Von einem möglichen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland sprich in Washington kein Mensch mehr. Wilson und Lansing haben unbegrenztes Vertrauen zu dem geraden Sinn und der sreundsch tliche Haltung des deut schin Botschasters, und es herrsch oas Gefühl völliger Sicherheit, daß er seine Macht zum beiderseitigen Nutzen ausüben werde. Seit dem„Lusttania"=Fall ist die optimistische Ansicht von einer schließlich befriedigenden Beilegung des Unterseebootstreites gewachsen durch Anzeichen einer neuen Politik Deutschlands hinsichtlich der Angriffe auf Handelsschiffe.„ 9 Der deutsche Anleiheerfolg hat auch in Amerika Auerkennung gefunden. Ein Neuyorker Blatt sagt: deutsche Volk hat sicherlich eine bewunderungswürdige Bereitwilligkeit gezeigt, die Lasten des Krieges zu tragen. Wenn man die Umstände in Betracht zieht, die Unterbindung seines gewaltigen Außenhandels usw., so ist die Aniwort ohne Beispiel und gewährt in der schlagendsten Weise einen Maßstad für den wunderbaren Erfolg, den das wirtschaftliche Leben des Landes erreicht hat.— an. nische Neutralitätsliga ersuchte den Präsidenten Wilson, den Einfluß der Regierung geltend zu machen, um die Banken und Versicherungsanstalten der Union davon abzuhalten, Geld an irgend eine kriegführende Nation zu leihen. Aus Stadt und Land. Menden. den 2. Oktober 1915. An unsere werten Leser! Wir haben die langanhaltende stille Geschäftszeit benutzt, um einen Umguß unserer älteren Schriften vorzunehmen, wodurch wir eine einheitlichere Ausstattung unseres Blattes mit vorwiegend deutscher Schriftart erreichten. Zugleich haben wir den bisherigen Untertitel zum Haupttitel unserer Zeitung erhoben, mit folgendem Wortlaut: „Mendener Zeitung“ (Westfälischer Telegraph). Indem wir die kleine Aenderung unserm geschätzten Leserkreis zur gef. Kenntnisnahme bringen, bitten wir ihn zugleich, uns auch weiterhin die alte Treue bewahren zu wollen. Die Schriftleitung. *— Zweimal je 100000 Mark werden als Hauptgewinne in der am 8. Oktober beginnenden4. Klasse der Kgl. Preuß.=Süddeutschen Klassenlotterie gezogen, im ganzen 10 000 Gewinne mit insgesamt zwei Millionen 988 485 M.! Der letzte Tag zur Erneuerung für diese Klasse„bei Verlust des Anrechts“ sowie natürlich auch der bereits bezahlten Einsätze ist aber schon vier Tage früher, nämlich Montag, den 4. Oktober, woran die Spieler erinnert seien. A.0*— Die Bewirtung der verwundeten Krieger findet am kommenden Dienstag auf der Schützenhöhe statt. Der ernsten Zeit Rechnung tragend, sollen nur die Gäste, sowie die Damen des Kriegsliebesdienstes daran teilnehmen. 7.90*—. Das Eiserne Kreuz wurde dem Wehrmann Josef Spindeldreher und Wehrmann Carl Schlinkert für hervorragende Tapferkeit verliehen. Beiden wurde diese Auszeichnung von ihrem Regiment ins hiesige Reservelazarett, wo sie Genesung von ihrer schweren Verwundung suchen, nachgeschickt. *— Der Schützengraben kann morgen noch nicht der Oeffentlichkeit übergeben werden, da der Bau durch die schlechte Witterung nicht in gewünschter Weise vorangeschritten ist. Der Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben. *— G. K. Feldpost. Die besten Grüße aus dem schönen ........ senden die Musketiere Heinrich Ferber=Menden, Wilhelm Hamers und Fritz Griesel=Iserlohn. *— U e b e r d i e B e d e u t u n g d e r s o g. G n a d e n l ö h n u n g wird uns geschrieben: Die Angehörigen verstorbener Kriegsteilnehmer erhalten von den Truppenteilen eine Bescheinigung über Gnadenlöhnung für den auf den Tod folgenden Monat zugestellt. Die Löhnung selbst wird aber nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Auszahlung gebracht. Bei verheirateten Kriegsteilnehmern erhält die Witwe in der Regel die Gnadenlöhnung nicht; sie bekommt statt dessen sofort die Hinterbliebenenrente. Nur wenn die Gnadenlöhnung die Hinterbliebenenrente übersteigt, wird erstere statt der Rente gezahlt. Bei unverheirateten Kriegsteilnehmern erhalten die noch lebenden Eltern die Gnadenlöhnung nur dann ausgezahlt, wenn dieselbe das Kriegselterngeld übersteigt. Gnadenlöhnung bezw. Kriegselterngeld wird aber nur ausbezahlt, wenn der Verstorbene die Eltern vor der Einstellung mehr als zur Hälfte unterhalten hat. *— Das Verbok der Annahme privater Feldpostbriefe über 50 Gramm für das Ostheer ist bis 5. Oktober verlängert. *— E r w e i t e r u n g d e r F a h r p r e i s e r m ä ß i g u n g A n g e h ö r i g e r verwundeter oder gestorbener Krieger. Die Bundesregierungen mit Staatsbahnbesitz haben sich dahin entschieden, eine Erweiterung der Bestimmungen über die fragliche Fahrpreisermäßigung eintreten zu lassen. Nach den jetzigen nunmehrigen Verordnungen haben auch die Großeltern und Enkelkinder, Schwieger= und Pflegeeltern, sowie die Geschwister der Ehefrau des Kriegers Anspruch auf die Fahrpreisermäßigung, sofern sie die nächsten Angehörigen vertreten. Die Polizeibehörde hat jedoch zu bescheinigen, daß die nächsten Angehörigen nicht mehr leben oder aus Gesundheits= oder Altersrücksichten nicht in der Lage sind zu reisen. *—. Das Merse'sche Lichtspiel=Theater hat für den morgigen Sonntag einen selten abwechslungsreichen Spielplan zusammengestellt, aus dem besonders die erstklassigen Schlager „Der Totentanz" und„Vermißt gemeldet", zu nennen sind. Ein Besuch kann empfohlen werden. 4*— Seltenes Jagdglück. Herr Oberförster Düssel von Rittergut Edelburg schoß gestern im Jagdbezirk Lühr einen ganz kapitalen Zehnender. Waidmanns Heil! * ubringsen, 1. Okt. Zum Pfarrer unserer Gemeinde ist der Herr Kaplan Killing aus Bochum in Aussicht genommen. Der neue Pfarrherr ging seiner Zeit nach Beendigung seiner Gymnasialzeit zum Postberuf über, erst später widmete er sich dem geistlichen Stande. Westig. 2. Okt. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten gestern die Eheleute Rentier Karl Sönnecken. Der Jubilar ist 38 Jahre als Werkmeister in Riga(Rußland) tätig gewesen und ist kurz bei Ausbruch des Krieges mit seiner Familie als noch deutscher Reichsangehöriger ausgewiesen worden. Halver, 1. Okt.(Schweres Unglück.) Ein 16jähriger Arbeiter wollte einen Riemen auf die Transmission werfen, ohne die Maschine stillzusetzen. Hierbei wurde er erfaßt, herumgeschleudert und entsetzlich zugerichtet, der Tod trat bald ein. Eslohe. 2. Okt. Zum Pastor von hier wurde Herr Pfarrer Mollerus von Herne ernannt. Attendorn, 1. Okt. Hier sind zwei Wohnhäuser,(eins barg einen reichen Vorrat an Futter jund Getreide) niedergebrannt. Dortmund, 2. Okt. Gegen das am Montag, 27. Sept. von der hiesigen Strafkammer erlassene Urteil wegen Bildung einer neuen Gesamtstrafe im Ohmprozeß haben sowohl der Angeklagte wie die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Wattenscheid, 1. Okt. Von der bei der Schlagwetterexplosion auf Jeche„Holland“ verletzten 25 Bergleute sind 11 ihren Verletzungen erlegen. Die Zahl der Toten steigt somit auf 13. Detmold, 2. Okt. Prinzessin Adelheid zur Lippe ist seit Kriegsausbruch als Volksschullehrerin in Schwalenberg tätig. Neueste Nachrichten. Eigene Drahtnachrichten. (Amtliche Meldungen.) Oesterreichischer Bericht. WTB Wien, 1. Oktober. Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien fiel nichts Besonderes vor. Bei Nowoleksiniec scheiterte ein russischer Angriffsversuch unter unserem Artilleriefeuer schon in der Vorbereitung. An der Ikwa und im wohlhynischen Festungsgebiet keine Aenderung der Lage. Am Korminbach gewannen die Verbündeten erneut Raum. Russische Gegenangriffe wurden abgewiesen. Fünf österreichisch=ungarische Eskadrone nahmen bei einem solchen Vorstoß des Feindes 2 Offiziere und 400 Mann gefangen und erbeuteten ein Maschinengewehr. An den letzten zwei Gefechtstagen fielen in diesem Raume 10 Offiziere und 2400 Mann in Gefangenschaft. (Nichtamtliche Meldungen.) Bilder aus der großen Schlacht. TU Berlin, 2. Okt. Der' Kriegsberichterstatter der „Berliner Morgenpost", Dr. Max Osborn berichtet aus der Champagne unter 1. Okt.: Wenn gleich die Champagne= schlacht zur Zeit nicht mehr mit der unerhörten Heftigkeit der ersten Tage wütet, so geht das Ringen doch in erbittertern Gefechten ohne Unterbrechung fort. Auf dem östl. Flügel, desser Schlachtfeld ich gestern von einem erhöhten Punkte in der Feuerlinie zu überblicken Gelegenheit hatte, tobte um Mittag ein schweres Artillerieduell. Zu gleicher Zeit fand weiter westlich bei Auberive ein schwächerer französischen Infanterievorstoß statt, der ebenso abgewiesen wurde, wie der folgende Handgranatenangriff. Nachmittags erlahmten die feindlichen Stöße und auch das Artilleriefeuer ward schwächer. Ein Gegenstoß unserer Truppen säuberte auf dem linken Flügel mehrere noch vom Feinde besetzte Trichter, die durch das Einschlagen schwerer Geschütze entstanden waren, vom Feinde, wobei wiederum Gefangene gemacht wurden. Die Verluste des Gegners müssen ungeheuer sein. Haufen von Leichen liegen vor unsern Stellungen; ganze Truppenteile sind nahezu aufgerieben. Ein Oberst, der mit 800 Leuten gefangen genommen wurde, sagte aus, er habe vorher schon 2000 Tote gehabt, sodaß sein Regiment nicht mehr bestehe. Es wird immer deutlicher, daß die Kämpfe, die unsere Truppen in den Tagen vom 25. bis 27. Sept. auszuhalten hatten, in der Kriegsgeschichte einzig dastehen; größeres ist einer Armee nie zugemutet worden. Die Franzosen hatten eine gewaltige Macht angesammelt, wohl an 30 Divisionen und hatten übrigens auch Turkos herangebracht. Wenn sie jetzt auch einen neuen Ansturm wagen, so kann man dem Ausgang bei der übermenschlichen Tapferkeit unserer Truppen ruhig entgegensehen. Die Ziele der englisch=französischen Offensive. TU Haag, 2. Okt. Die englischen Militärkreise bezeichnen als Hauptziel der Offensive im Westen ein Vordringen der Franzosen über Rethel=Menzieres nach Belgien, sowie die Besetzung von Lille mit dem Kohlenbecken Lens durch die Engländer. Italiener zur Westfront? TU Genf, 2. Okt. Nach zuverlässigen Nachrichten steht die Grenzsperre mit italienischen Truppentransporten im Zusammenhang. Der Durchbruch soll im Westen unter allen Umständen und mit aller Macht erfolgen. Man fragt sich ihier auch, veranlaßt durch die äußerst strenge Grenzsperre, ob nicht auch Truppentransporte durch das neutrale Hochsavoyen erfolgen. Nach Bulgarien! TU Sosia, 2. Okt. Das bulgarische Regierungsorgan meldet, daß in Sofia große Trupps aus der serbischen Armee desertierter Bulgaren eingetroffen sind, um im bulgarischen Heere Dienst zu nehmen. Aus Küstendil ist ein Trupp von 800 Deserteuren in Sofia eingetroffen, die zweite große Abteilung kam aus der Gegend Monastir in Sofia an. Die Bevölkerung bereitete den vielfach mit den Waffen aus der serbischen Armee Entflohenen begeisterte Aufnahme. Die Mitteilungen der Mazedonier über grausame Behandlung des bulgarischen Elements in der serbischen Armee erregen allgemeinen Unwillen. Gottesdienst=Ordnung in der kath. Pfarrkirche. Sonntag, den 3. Oktober 1915. 19. Sonntag nach Pfingsten.—(Rosenkranzfest). 6 Uhr hl. Messe, gemeinsch. hl. Kommunion der Mitglieder der Jungfrauen=Sodalität. 7 Uhr Frühmesse mit Predigt, gemeinsch. hl. Kommunion der Knaben und Mädchen der Wilhelmschule. 8 Uhr Nachmesse mit Predigt. 9 Uhr Gymnasialmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 11¼ Uhr hl. Messe mit Predigt. ¼ vor 2 Uhr Christenlehre und Bittandacht. ½5 Uhr Rosenkranzandacht und Prozession um die Kirche. Dienstag und Freitag abends 8 Uhr ist Bittandacht. Donnerstaa abends ½9 Uhr ist der apologetische Vortrag:„Die Feindesliebe“. Gottesdienst=Ordnung der evangl. Gemeinde. Sonntag, den 3. Oktober 1915. (18. Sonntag nach Trinitat.)—[Erntedankfest. 9½ Uhr Vorbereitung zum hl. Abendmahl, 10 Uhr Gottesdienst mit Abendmahlsfeier. Nächsten Mittwoch, 8 Uhr abends Kriegsbetstunde. Pfr. Schulz. Von Sonntag mittag 12 Uhr bis Montag früh 7 Uhr ist die neue Apothebe geschlossen. Geöffnet: Markt=Apothehe. Für den Wochennachtdienst von 8 Uhr an nur geoffnet: Neue Apothebe. für Ihre Herbst= und Winter=Einkäuse ist die Beachtung unseres der heutigen Zeitung beiliegenden 4 seitigen Extra=Blattes, über unseren „Großen= Propaganda=Verkauf", welcher am Montag, den 4. Oktober beainnt. Bekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20 M. an. Basse&Uerpmann Iserlohn. Nach Gottes hl. Willen stard am 25. September den Heldentod an den Folgen seiner schweren Verwundungen mein lieber unvergeßlicher Mann, unser guter, treusorgender Vater, lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Landsturmmann Herm. Kemper Königs=Infanterie=Regiment 145 im Alter von 31 Jahren. Um ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten In tiefem Schmerz: Frau Hermann Kemper Martha geb. Sturm Familie Ernst Kemper. Menden, Schlachtfeld Frankreich, Heilbronn, Düsseldorf, Iserlohn, Hemer, den 2. Oktober 1915. Das Seelenamt für den lieben Verstorbenen findet Sonntag, den 10. Oktober, morgens 7 Uhr statt. Nachruf. Den Heldentod für König und Vaterland starb am 25. September infolge schwerer Verwundung Herm. Kemper Musketier im Infanterie=Regiment 145. Der Verstorbene war ohne Unterbrechung fast 20 Jahre bei mir beschäftigt und werde ich sein Andenken in Ehren halten. Hch. Schwerter. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Hinscheidens unserer lieben Mutter sagen wir auch an dieser Stelle tiefgefühlten Dank. Bösperde i. W. Geschwister Kötter. Holz=Verkauf. Am Montag, den 4. Oktober d. J., vormittags 9½ Uhr anfangend, sollen in dem Distrikt Dachserde ca. 200 R.=M. Buchen= u. Eichenknüppelholz öffentlich meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden. Versammlung der Käufer im Schlage bei Holznummer 1. Menden, den 29. September 1915. Der Bürgermeister: I. V.: Der Schösse: W. Huckschlag. Bekanntmachung. Die Vordrucke für die Bestandsanmeldung von Hülsenfrüchten auf Grund des§ 2 der Bundesratsverordnung vom 26. August 1915 können bei den einzelnen Gemeindevorstehern abgeholt werden. Diesen sind sie bis spätestens 5. Oktober d. J. ausgefüllt wieder abzuliefern. Nicht rechtzeitige Meldung wird bestraft. Menden, den 1. Oktober 1915. Der Ehrenamtmann: Wiemann. Nachtrag zur Wochenmarktsordnung für die Stadtgemeinde Menden. Auf Grund der§§ 64 bis 71 der Reichsgewerbeordnung in Verbindung mit der Bundesratsverordnung vom 2. März 1915.(R. G. Bl. S. 125) und auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 und der§§ 143 und 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883, wird im Einverständnis mit der Gemeinde=Behörde für den Wochenmarktsverkehr in der Stadt Menden folgende Polizei=Verordnung erlassen: Artikel 1. Der§ 13 der Wochenmarktsordnung vom 15. Juni 1910 erhält hinter Absatz 2 folgenden Zusatz: Der Handel mit Gegenständen des Wochenmarktsverkehrs, die von außerhalb zum Marktort gebracht werden, ist außerhalb des Marktplatzes während des ganzen Markttages vorboten. Außerdem ist der gewerbsmäßige Einkauf von Gegenständen des Wochenmarktsverkehrs auf dem Marktplatz nur nach 11 Uhr Vormittags gestattet. Die verkauften Wochenmarktswaren sind von den Verkaufsständen sofort zu entfernen. Geschieht dieses nicht, so gelten sie als nicht verkauft und müssen auf Wunsch anderen Käufern für den üblichen Marktpreis verkauft werden. Artikel 2. Die Polizeiverordnung tritt sogleich nach Veröffentlichung in Kraft. Menden. den 15. August 1915. Die Polizei=Verwaltung: I. V. Der Beigeordnete: gez. Groß. Bezirksausschuß Abt. II.—„„„ Nr. 695. 1. Arnsbera. den 3. September 1915. Genehmigt. Namens des Bezirksausschusses Abt. II. Der Vorsitzende: I. V. gez. Geiger. B. A. II. C. III. 125. 15. Vorstehender Nachtrag wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Menden. den 1. Oktober 1915. Die Polizeibehörde: I. V.: W. Huckschlag. Bad Königsborn bei Unna. Das Badehaus bleibt bis auf Weiteres läglich geöffnet, nur nicht an Sonn= und Feiertagen. Ein Solbad kostet Mk. 1.15; ein Thermalbad„ 1.35. Die Badeverwaltung. Lager in sämtlichen elektrotechnischen Artikeln. Osram=Birnen. 10—25kerzig... 1,70 Mark, 25—50kerzig... 1,90 Mark. Halbwatt=Lampen in jeder Größe. Erstkl. 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F ü r d i e A u f n a h m e v o n : Anzeigen an bestimmt vor: = geschriebenen Tagen oder? : S t e l l e n k e i n e G e w ä h r.—— Nr. 118. Zweites Blatt. Samstag, den 2. Oktober 1915. 56. Jahrgang. *„Die letzte Kriegswoche. -nani von Gindenburg. Einledanksest. Das schwacke Frankreich. Das russische Elend. Die entgangene —„ Hilse. Auf ein an Erfolgen reiches Johr im Dienste seines deutschen Valerlandes kann am zweilen Oktober unser erster Reichsseldmarschall zurückblicken, der dann sein 68. Lebens. jahr vollendet. Paul von Hindenburg wird ein großer Held dieses Weltkrieges sein, wie Helmut von Moltke ein solcher des heitlichen Nationalkrieges von 1870.71 war, der uns die Wiedeiertichtung des Reiches brachte, während es sich heute um die Verleidigung der gewonnenen Einheit und der errungenen Güter des Friedens handelt. Wir dürfen im Vertrauen auf Panl von Hindenburg und seine Kampfgenossen, die Palädine des dritten Hohenzollernkaisers, zuversichtlich dem Kregsäusgang entgegensehen, von welchem der warkere Mann sagte, daß die Treulosigkeit I'aliens wohl das Ende des Feldzuges hinausschieben, aber nicht den Sieg beeinträchtigen kann. Zu seinem Ruhme, zu Ehren des deutschen Volkes hat der große Feldmarschall gestritten, der uns ein treuer deutscher Ekkehart in Schwert und Schild erscheint. Wir danken ihm für seine Taten und wünschen ihm, daß er deren Früchte noch lange genießen möge! Reich an Segen war auch die deutsche Tätigkeit, die wirtschaftliche, friedliche, wie die kriegerische, im letzten Jahresahschnitt. Die Sorgen wegen der Ernte sind behoben, die Ernteseiern für den Ertrag, den uns die deutsche Fiur gewährt hat, werden freudige Herzensstimmung auslöen. Das Erntedankfest vereint schon einen großen Teil des deutschen Volkes zu herzlichem Dank gegen den Allmächtigen, und es läßt noch mehr wie im Vorjahre erkennen, in welchem hohen Maße im Deutschen Reiche Stadt und Land auf einander angewiesen sind. Beide schaffen ihre Werte und sinden aneinander ihre Abnehmer, und so . kommt für beide Teile das tägliche Brot, das nun einmal die notwendige Voraussetzung für jede bürgerliche Existenz dietet. Sehr schwer ist die Schaffung der Nahrung für die Familie gewesen, die Leichtigkeit im Geldausgeben, die ein charakteristisches Zeichen der modernen Zeit war, ist gewichen, und die sorgsame Haushaltung hat Platz gegriffen. . Vor allem rühmen wir, daß die Freude an der Arbeit gewachsen ist, daß die Zeit vorüter ist, wo sich einer der Tätigkeit schämte und sich für dieselbe zu gering achtete. Diese neue Aufsassung, die aus der harten, aber freudvollen Fertigkeit im Schützengraben stammte, ist der Landarbeit zugule gekomnen, und wir denken, wenn der Krieg vorbei ist, wird das Wort vom Leutemangel auf dem Lande verzlungen sein. Als eine ernste Mahnung schallt in die Zeit der Erntedankfeiern die Aufforderung zur Genügsamkeit hinein. Die Klagen über hohe Lebensmittelpreise, die schon im voeigen Herbst auftauchten und die sich dann in schwankender Weise sortsetzten, sind wieder gekommen und halten hier mehr, dort weniger stark an. Einzelne Maßnahmen haben sich in der Regel als Stückwerk erwiesen, und darum ist der Ruf berechtigt, die Reichsregierung möchte umfassende Schritte tun, welche jedem Reichsbürger die Pflichten nahe legen, welche diese große, aber für Tausende nicht leichte Zeit an ihn richtet. Zum leichten Geldverdienst soll sie nicht geeignet sein, sie soll ein gemeinsames Raten und Taten zum Wohle des großen Vaterlandes und zu aller Heil bewirken! * Das Hauptinteresse richtet sich noch immer auf die surchtbaren Kämpfe im Westen, in denen unsere Feldgrauen auch den wütendsten Angrissen der verbündeten Feinde standhalten und dem Gegner geradezu ungeheuerliche Verluste zufügen. Wir glaubten, so erzählt ein Verwundeter, in der ersten Morgendämmerung, daß die Franzosen neue Verschanzungen aufgeworsen hätten, bis wir später erkannten, daß Hausen übereinander getürmter Franzosen=Leichen vor uns lasen. Noch ist die endgültige Entscheidung nicht gesallen; aber der Umschwung ist erfolgt und der Ausgang nicht mehr zweiselhaft. Obwohl der französische Generalissimus alle seine Kräfe eingesetzt und in 70 flündiger artilleristischen Vorbereitung seiner Offensive mehr als eine Million Geschosse abgeseuert hatte, erzielte er nirgends einen Erfolg. Auch das Aufgebot höllischer Präste, die Massenanwendung von Schwesel und gistigen Gaen, vermochte nicht zum Ziele zu führen. Unsere Truppen, deren Heldenmut keines Menschen Stimme loch genug preisen, kein Lied würdig verhertlichen kann, wiesen nicht nur die surchtbaren Angriffe einer starken numerischen Überlegenheit zurück und behaupteten allen Stürmen zum Trotz ihre Stellungen, sondern sie drangen alsbald ihrerseits vor und eroberten die ihnen im ersten Anpralt und auch da nur durch die Wolkenwände alitiger Gase verloren gegangenen Stellungen bei Loos in der Nähe von Lille wieder zurück. Joffre hatte vor einigen Tagen einen Winterseldzug angekündigt, seinen Truppen diese bittere Pille aber mit der Träflung zu versüßen gesucht, sie würden dann am deutschen Rhein kämpfen. Die jetzige große Offensive von Lille bis zu den Argonnen sollte den Durchbruch der deutschen Linsen ernelen und damit die Einlösung jener Verheißung gewährleisten. Jöffte halte sein ganzes Vermögen auf eine Karte gesetzt. Er hät sein Spiel verlocen. Dieses furchtbare Ringen konnte nicht uientschieden ausgehen. Entweder wurden die deutschen Linien durchbrochen, oder die seindlichen Heere verbluteten. Das letztere ist Tatsache geworden. Uniere letzte Offensive, beten Stunde naht, wird ein geschwächtes, ja ohnmächtiges F ankeich tressen. Auf dem östlichen Krlegsschauplatze hat sich der Wndel bereits vollzogen, der sich im Westen entwickelt. Die nach ##.# Uebernahzme des Overbesehls durch den Zaren noch ###ndl Kwachte Ossro der Russen ist auf allen Kampfpätzen w'edergerungen worden. Die Wilna=Armee. die zum Shut Pelersburgs- Versehen war und daher aus Elitetruppen bestand, som von solchen im Zarenheere überhaupt noch geredet weiden kann, wurde durch schwerste blutige Berluste und die G sangennahme von im ganzen mehr als 80000 Mann nanezu aufgerieben. Bei Dünaburg machen die Helden der Armeegruppe Hindenburg ununterbrochen Forlschritte. Auch im Zentrum des Ostens schreiten unsere An eisse ohne Aufenthalt siegreich vorwärts. Die vollständig Zertrummerung der russischen Widerstandskraft tritt am deutichsten in der schnellen Flucht des Feindes aus dem S eth=Lebiet und aus Wolbynien zulage, wo der Gesner sich noch einmal zur hartnäckiger Abwehr geschlossen hatte. Schaudern erregt das Schichal der Hunderttausende von Flächtlingen, die ihre von den eigenen Landsleuten niedergebrannten Wohnstälten verlassen mußten und auf dem planlosen Zug in das Innere zu Tausenden elend umkamen. Die innerpolitische Lage Rußlands ist derart, daß täglich die Revolution ausbrechen kann, die verzweiselten Menschen sind zu allem fähig. Die Proklamierung des Generalstreiks als Kundgebung genen die Vertagung der Duma soll unmitlelbar bevorstehen. An den Dardanellen und an der österreichischen Felsensront haben unsere Feinde Mißerfolge erlitten, die nur noch durch die Höhe ihrer bliitigen Verluste überboten werden. Die von ihnen auf den Balkan gesetzten Hoffnungen sind schmählich gescheitert. Zwischen Bulgarien, das mit seiner Mobilmachung gegen Serbien offen Partei für die Zentralmächle und für die Türkei ergriffen hat, und Griechenland besteht freundschaftliches Einvernehmen, und Rumänien hat soeben wieder durch den Mund seines Ministerpräsidenten erklären lassen, daß es an seiner bisher bewiesenen und bewährten Neut ali ätspolitik festhalten werde. Die noch immer sortgesetzten Bemühungen des Vierverbandes gegen das ihnen entgang ne Bulgarien Griechenland und Rumänien mobil zu machen und diese beiden Staaten dadurch für sich zu gewinnen, haben keine Aussicht mehr auf Erfolg. Der Plan, Serbien durch die Entsendung starker Hilfstruppen zum Widerstand gegen einen von Norden und Often einsetzenden Angriff fähig zu machen, wird auf dem Papier stehen bleiben; unsere Feinde haben keine Streitlräfte mehr zu versenden, sie brauchen jeden Mann selbst und reichen mit den vorhandenen Kräften nicht aus. Sie sind militärisch wie wirtschaftlich an dem bitterbösen Ende angelangt. Der unter beschämenden Bedingungen und mit Ach und Krach angelegte zwei Milliarden=Pump der Franosen und Engländer in Amerika ist ein untrüglicher Beweis des finanziellen Bankerotts der beiden Westmächte, die sich mit Vorliebe und auf Deutschlands vermeintliche Armut be.ächtlich hei abblick nd als die Geldprotzen gebärdeten. Vorm Jahr. Am 3. Oktober v. J. waren auf dem französischen Kriegsschauplatze keine wesentlichen Anderungen eingetreten. Im Angriff auf Antwerpen sielen auch. die Forts Lieere, Waelhem, Königshookt und die zwischenliegenden Redouten. In den Zwischenstellungen wurden 30 Geschütze erobert. Die in den äußeren Fortsgürtel gebrochene Lücke gestattete, den Angeiff gegen die innere Fortslinie und die innere Stadt vorzutragen. Im Osten wurden das 3. sibirische und Teile des 22. Armeekorps, die sich auf dem linken Flügel der über den Niemen vordringenden russischen Armeen befanden, nach zweitägigem erbitterten Kampf bei Augustow geschlagen. Über 2000 unverwundete Gefangene, eine Anzahl Geschütze und Maschinengewehre wurden erbeutet. Vom südöstlichen Kriegsschauplatze wurde gemeldet, daß der Einsall russischer Kräste, die den Weg durch den Karpathenpaß Uszok nach Ungarn nohmen, zurückgeworsen wurde. Zur Widerlegung bischer Siegesmeldungen wurde von Wiener amtlicher Stelle erklärt, die österreichisch=ungarischen Truppen haben srotz heftiger Gegenwehr bei Beginn der Offensive die Diina überschritten und stehen durchweg auf serbischem Gebiet. Besonders südlich von Losnitza mußlen die stark verschanzten erbischen Stellungen als erstes Operationsziel in mehrtägigen Kämpfen von den Osterreichern genommen werden. Die Offensive unserer Verbündeten gegen den in verschanzten, z! Drahlhindernissen geschützten Stellungen postierten Gegner schritt zwar langsam, aber günstig fort, gleichzeitig, machte die Säuberung bosnischen Grenzgebietes von serbischen und montenegrinischen Truppen sowie von Irregulären gute Fortschritte. Rundschau. Die Einheit der millkätischen und diplomalischen Briegführung. Vierverhandsblätter hatten ihrer Diplomalie den Vorwurz gemacht, den rechten Augenblick auf dem Balkau verpaßt zu haben. Dazu war von einigen deutschen Vlättern erklärt worden, die Diplomalie, und zwar die des Vierverbandes wie die der Zentialmächte habe auf die Gestaltung der Balkanvethältnisse überhaupt keinen Einfluß gehabt; diese sind lediglich durch die Wassenersolge bestimmt worden. Dem gegenüber wird in der„Magd. Zig.“ ausgeführt: Die militärische und politische Führung des Krieges haben eine Einheit zu bilden— zumal in diesem größten und verwickelsten aller Kriege—, und wir haben keine Anzeichen dafür, daß das bei uns nicht der Fall ist. Im Gegenteil— wenn wir die Entwickelung dieses Krieges überdenken, können wir eine feste und sichere Hand in seiner militärischen und poltitschen Führung erkennen, die nur durch eine einheitliche und enge Zusammenarbeit der politischen wie der militärischen Stellen möglich ist. Wir haben wohl keinen Beruf, die Diplomatie des Vierverbandes zu verteidigen und die Verdienste der unsrigen an einem elwalgen Erfolg zu verkleinern. Man muß es dahingestellt lassen, ob es Fehlern der Ententediplomatie oder Leistungen der unsrigen zuzuschreiben ist, wenn im Frühjahr d. J. trotz der damals für die Entente günstigen militärischen Lage die Balkanstaaten nicht auf ihrer Seite eingegriffen haben, ob also, wenn der Weg jetzt ein anderer ist. nur die Waffen oder die Diplomalie oder beide zusammen daran das Verdienst tragen. Kaisers Geburtslag in Bayern. Die Diözesan=Synoden Nürnbergs beschlossen, an das Kirchenregiment die Bille zu stellen, dahin zu wirken, daß der Geburtstag des Kaisers in Zukunft auch in Bayern als politischer Feiertag gelten soll und als Festtag unter Freigabe des Schulunterrichts mit Festgoltesdienst begangen wird.— Andere Diözesan=Synoden haben sich bereits diesem Antrage angeschlossen. Die einheilliche Feier von Kaisers Geburtstag in allen deutschen Bundesstaaten kann dem Reichsgedanken nur förderlich sein. Bösartige Treibereien hatten die„Nordd. Allg. Zig.“ amtlich die frei erfundenen Gerüchte genannt, wonach sich der Reichskanzler mit dem Gedanken eines vorzeitigen und übereilten Friedens mit England trage und hinzugefügt: Kommentare, die an die Entschließung des engeren Vorstandes der konservativen Parlei geknüpft werden, deuten an, daß auch bei dieser Kundgebung solche Gerüchte mitgespielt haben. Dazu bemerkt die Deutsche Tagesztg.: Ob b.i der Entschließung des engeren Vorstandes der konseroativen Parlei die erwähnten Gerüchte mitgespielt haben, lassen wir dahingestellt sein; vermutlich haben bei ihr aber Treibereien eine Rolle gespielt, die für eine„Verständiguug“ mit England zu arbeiten und in dieser Richtung Einsluß auf leitende Stellen in Deutschland zu gewinnen bemüht sind, und die gelegentlich den Anschein zu erwecken gesucht haben, als sei ihre Bemühung um die Erlangung eines solchen Einflusses nicht erfolglos geblieben. Man wird es im deutschen Volke mit Genugtuung begrüßen, daß diese Treibereien nunmehr von der berufensten Stelle als„unbegründet, bösartig und die Interessen des Reiches schädigend“ gekennzeichnet worden sind. In der Ecöffnungssitzung des bayrischen Landlageo seierle Ministerpräsident Graf Herkling die Einmütigleit des deutschen Volkes und die unvergleichliche Heldenhaftigkeit der deutschen Feldtruppen. Das ganze Volk erhob sich wie ein Mann. Das Vaterland über alles! Unser verspotleler Militorismus hat seinen tiefsten Sinn und Lebensquell erwiesen. Und Gott war mit uns! Ihm sei die Ehre! Dank aber sodann, innigen, heißen Dank unseren herrlichen Truppen! Mit freudigem Stolz gedenken die Bayern ihrer sieggekrönten Heerführer, darunter zwei Mitglieder des Königlichen Hauses. Nicht minderer Dank gebührt den österreichisch=ungarischen Waffenbrüdern, die Treue um Treue haltend, Schulter an Schuller mit uns kämpfen. Dank auch der verbündelen Türkei und deren tapferen Verteidigern an den Dardanellen, die bis heute gehalten wurden. Der Minister gedachte des englischen Aushungerungsplanes und des gegen uns geführten Lügenseldzuges, des glänzenden Ergebnisses unseres Reichsanleihe und der Bekämpfung des Lebensmittelwuchets. Er sprach den deutschen Arbeiterverbänden für ihr patriotisches Verhalten den Dank der Regierung, erklärte daß die Zeit zur Erörterung der Zukunstsaufgaben noch nicht gekommen sei, und schloß mit der Erklärung, daß das ganze deutsche Volk einmütig und geschlossen zu Kaiser und Reich steht. Nach der Rede des Finanzministers v. Breuning, in der gleichfalls hervorgehoben wurde, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Finanzkraft in diesem Kriege eine harte Probeglänzend bestanden haben, wurde die Sitzung geschlossen und die Fortsetzung der Beratungen auf den 8. Oktober vertagt. Feldgraue Scherze. Aus dem Schützengraben in Nordfrankreich erzählt ein Feldgrauer der„Frankf. Ztg.“ folgendes vahre Geschichtchen: Die Franzmänner hatten mal wieder einen Anfall und pulverten Granate auf Granate in unsere Gräb n. Ein Mann erlitt eine Verwundung und wird in den Unterstand des Stabsarztes gebracht. Auch der bayrische Unteroffizier Mieslhuber erhält einen kleinen Granatsplitter in den Rücken, der im Fleisch stecken bleibt. Er macht sich auf den Weg zum Stabsarzt. Der fragt ihn:„Na, Mieslhuber, was gibt's?“, Warauf der Bayer gelassen sagt:„I mecht mer an Granatsplitter ziehen lossen.“ Als ob er sich einen Zahn ziehen lassen wollte!— In der Scherzecke der „Liller Kriegsztg.“ findet sich u. a. folgende Anekdote: Im Elappenlazarett Valenciennes sind in der Gefangenenabtellung neben verwundeten Franzosen auch erkrankte Russen vom Erntekommando untergebracht. Als der Fall Warschaus bekannt wurde, hänselle ein Franzose seinen neben ihm liegenden Bundesgenossen:...„Armes Ruß kaput.“ Der Russe aber antwortete schlagfeitig:„Ruß nix kaput, ist sich mit Deutsche in Frankreich!“ Das Pfetd als Beitgenosse. Ich war, bei Dunkelheit Quartier suchend, so plaudert ein Feldgrauer aus dem Westen, von der Straßenseite aus in ein Haus gewlesen worden und hatte auch die mir zugedachte Lagerstätte bezogen. Umsichtig wäre es gewesen, wenn ich vorher die Kopfseite des Gebäudes mit der Taschenlampe abgeleuchtet hätte. Es wäre mir dann nicht entgangen, daß der erste Stock nach hinten zu ebener Erde lag und für jegliche Kreatur zugänglich war. Genug, ich war auch ohne solche Orientierung schnell und lief eingeschlafen. Plötzlich erweckte mich ein zu meinen Häupten erschallender surchtbarer Krach.„Eine Granate!“ war mein erster,„Aus dem Bett heraus!“ mein zweiter Gedanke. Das Gemach war erfüllt von einem entsetzlichen Schnauben und Poltern. Ich war in eine Zimmerecke gestohen und knipste von dort mit meiner Taschenlampe. Nun sah ich, was zu mir ins Bett wollte, ein Pferd, ein richtiges Pferd, von dem vorläufig allerdings nur Kopf und Vorderbeine durch die Zimmerdecke herunterschauten. Was wollte ch machen? Ich mußte dem Eindringlung seinen Willen lun. Ein Balken wurde durchgesägt, und Bucephalus kam vollends herunter, und zwar ins Bett, das wir, um einen weichen Fall herbeizuführen, hatten stehen lassen müssen. 2 Der Spion. „ Alles fürs Valerland. Erzählung von Hans Curd. (Nachdruck verboten.) Lachend rutschte Binder auf seinen Stahlschienen ein paarmal hin und her und tat, als ob er wirklich nichts von der Kunst des Eislaufsportes verstände. Bianka glaubte seinem Spiel und sagte, etwas enttär ht:„Ach, das ist schade, Herr Binder. Na, ich lehe' es die. Kommen Sie!" Sie reichte ihm die Hand und zog ihn über den Teich. Al. sie ihn losließ, schnellte Binder auf, und mit elegantemn S“, ung sauste er um sie herum. ... Sie... lachte Bianka und klatschte in die Hö:„Das hab' ich mir doch gleich gedacht, daß Sie L. sind.“ id wirklich, der schlanke Mann lief mit vollendeter Ku ctigkeit. #t und sicher hielt er des Mädchens Hand, und beide lie.#. allerhand Figuren. „Sie laufen besser, als Danielowitsch,“ lobte sie. Schon wieder Danielowitsch! dachte Binder. Dieser Russe! Er haßte ihn, bevor er ihn kannte. „Herr Danielowitsch ist Ihr geschworener Freund?“ fragt; er. Eine leichte Wolke huschte über das hübsche Gesicht des Mädhens. „Er ist Papas Freund und verkehrt viel in unserm Hause,“ entgegnete sie. „Seit wann ist dieser Herr hier?“ „Schon über zwei Jahre.“ 1 „Ich hörte, er macht Ihnen den Hof?“ Bianka wandte sich weg. „Wer sagt das?“ „Ich hörte es so.“ „Mag sein.“ Sie zuckte die Achseln und beschrieb einige Bogen. Verzeihen Sie, Gnädigste, ich will mich ja nicht in Ihr Herzensgeheimnisse eindrängen. Meine Frage war ge: zu indiskret.“ e werden mit Herrn Danielowitsch vielleicht zu tun hat u Herr Binder." „So? Hm! Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir den herrn etwas genauer beschreiben wollten. Wie soll ich mich zu ihm stellen?“ „Als Freund! Er ist gewandt und energisch.“ Binder reckte sich. „Und?“ „Vorsicht, Herr Binder! Mehr kann ich Ihnen nicht jagen.“ „Ich danke Ihnen.“ Er küßte ihre Hand. Langsam glitten sie zur Bank hinüber, und Binder löste ihre Schlittschuhe. Vorsicht! schallte es ihm in den Ohren. Gut! Also, Vorsicht. Er war gewarnt. Nun wollte er beobachten, ganz gewiß. Und wenn er etwa doch Anrechte haben sollte, dieser Russe, gut, er war bereit zu kämpfen. „Gnädigste, gestatten Sie mir eine Frage noch?“ „un?“ „Erschrecken Sie nicht, die Frage ist vielleicht etwas merkwürdig. Sie sind noch Herrin über Ihr Herz?“ Einen Augenblick schwieg Bianka und sah dem Manne an ihrer Seite voll in die Augen. „Ja,“ kam es leise von ihren Lippen. „Ich danke Ihnen.“ Wieder führte er ihre Hand an die Lippen und küßte sie lange. Schweigend kehrten sie ins Haus zurück. seine Fronten nach der Bahnhofstraße und der Querstraße erstreckt, ist unten im Erdgeschoß das große Café, in dem stets ein großes, internationales Publikum zu finden ist: Russen, in Uniform oder in Zivil, mit ihren Damen, die zigarettenrauchend ihren Mokka oder ihre Schokolade schlurfen, Oesterreicher, das fahrende Volk der Geschäftsreisenden, bunt vermischt mit den Einheimischen oder den vielen Fremden, die, vergnügungshalber oder geschäftlich in Kattowitz sich aufhalten. Eine Ungarn=Kapelle spielt allabendlich dort, so die Gäste unterhaltend, die lesend oder schwatzend sich zusammenfinden. An den großen Billards herrscht reges L. ben und die Ecken neben dem mächtigen Büfett sind besetzt durch Herren, die dort ein kleines Spielchen machen. Etwas abseits an einem kleinen Tischchen sitzt ein eleganter Herr und liest. Neben ihm sitzen einige russische Offiziere in lebhafter Unterhaltung. Gespannt horcht der Fremde hin. Er, selbst Russe, versteht jedes Wort. Ab und zu gleitet ein schneller Blick, finster, zu den Offizieren hinüber, in deren Gesellschaft sich eine Dame befindet, die, gelangweilt, sich müde in dem hellen Raume umsieht. Ihr Blick streift, unter halbgeschlossenen, langen Wimpern hervor den Fremden, und ihre Lippen ösinen sich nalb. Der Fremde fängt den Blick auf und hält ihm stand. Da umspielt ein lei es Lächeln, sekundenlang, ihren Mi 5, sie neigt sich ein wenig vor und senkt den Blick. der Fremde lächelt, sarkastisch schürzt er die Liz u und steht aus die Offiziere. ihren Uniformen erkennt er die Chargen und Wa en, zwei Hauptleute eines Artillerieregiments, zwei Insameristen, junge Leutnants nach und einen Kosaken= heimann(Hauptmann). Sie sprechen über ihre Regimenter. Gespannt horcht der Fremde, und dann beugt er sich vor. Ein Wort war gefallen: Krakau. Und hört weiter: Spionage. Atemlos horcht er. „Kennen Sie Krakau?“ fragt der Artilleriehaupt mann einen Leutnant. Der schüttelt den Kopf. „Nein! Es soll sehr schön sein, hörte ich,“ meint er. „Sehr schön, mein lieber Romanowitsch, sehr schin Fahren wir doch nächsten Sonntag mal hin! Natascha, dr kommst doch mit?" Die Dame bläst den Rauch ihrer Zigarette von sich und sagte langsam: „Sonntag? Ach. da kommt doch Wassy! Storkofi mit seiner Frau?“ „Sonntag?“ wiederholt der Offizier.„Davon wußte ich so noch nichts. Liebe Natascha, ich liebe den Verkein nicht du weißt Ich möchte da doch wohl lieber nuch Krafau fahren Alio. Romanowitsch, es bleibt davei, mn fahren! Du wirst mit dem Besuch schon allein fertig. nicht wahr?“ wandte ei sich wieder an die Dame. „Die sind verheiratet.“ dachte der Fremde und blickte wieder hinüber Dann geht das Gespräch auf andere Dinge üver die ihn nicht interessieren. Die Dame stand auf und flüsterte ihrem Gatten etwas ine Ohr. Der sah nach der Uhr und nickte. Sofert trank der Fremde aus und zahlte. Kurz nach dem Fremden verließ auch er das Café. Nutascha ging langsam die Querstraße entlang und sad sich die Auslagen in den Geschäften un, ab und zu einen Blick nach der Seite wersend. Piötzlich schrak sie leicht zusammen, der Fremde stand neden ihr „Gestatten Sie. Gnädigste?“ In elegantem Französisch redete er sie an. Sie neigte leicht den Kopf und in ihrem Auge blitzte es triumphierend. „Einkäufe?“ fragte er, ziemlich kurz. „Ja. noch einige Kleinigkeiten, bevor die Läden gec.losten werden. Ich habe noch einiges veraesien.“ „Der Herr neben Ihnen ist Ihr Gatte?“ „Gewiß. Zu alt für mich, nicht wahr?" lachte sie. „Piotr Senszow ist auch fast 25 Jahre älter als ich.“ Der Fremde lächelte, nicht so sehr über den Altersunterschied, als über die feine Diplomatie, seinen Namen zu erjahren. Er lüftete die Pelzmütze und stellte sich vor: „Dimitri Danielowitsch.“ „Ah.“ machte Natascha;„Russe?" „Zu dienen," antwortete er nun russisch. „Das ist nett. Sind Sie Offizier?“ „Gewesen, gnädigste Natascha, noch vor drei Jahren.“ „Und jetzt?“ „Reisender.“„K „Ah, und in welcher Branche?“ „In Kanonen.“ 25* Natascha lachte. „Auf Wort, gnädige Frau, in Kanonen. Ich bin Vertreter für Baumgart, Krakau.“ „In Krakau?“ „Eine schöne Stadt, meine Gnädige. Ihr Herr Gemahl lebt in.. „Czenstochau,“ vollendete sie als Antwort. „Ach ja, ich kenne das Regiment. Ich selbst war auch Artillerist, aber in Kronstadt. Man verdient zu wenig, und wenn man kein Vermögen hat, dann...“ „Ich verstehe, Herr Danielowitsch. Kommen Sie auch manchmal nach Czenstochau?“ „och bin vielleicht schon nächste Woche dort.“ „Schon Sonntag?“ Ein schneller Blick traf ihn, aufleuchtend. kurz. „Sonntag? Gut, ich bin auch schon Sonntag da. Sie bewohnen eine Villa?“ „Ja, die dritte hinter der Kommandantur. Nicht zu verfehlen.“ „Sie sind allein? Keine Familie?“ Natascha lachte hell auf. „Aber...“ sagte sie und brach ab. Dimitri brachte das Gespräch auf die gehörte Unterhaltung. „Es wird wohl drüben sehr viel spioniert?“ „Nun ja, ich hörte so etwas. Mein Mann ist oft in vieler Angelegenheit in Petersburg. Es soll besonders ein ehemaliger Offizier sein, der durch seine Beziehungen sich schon viel Material angeeignet haben soll. Ich kümmere mich wenig darum. Es interessiert mich auch nicht.“ „Wie heißt doch gleich der General in Czenstochau, gnädige Frau?“ „Pawel Munkazew.“ „Ach ja, stimmt. Ich erinnere mich. Ist der alte Mazurek immer noch bei ihm?“ „Gewiß doch. Aber schneeweiß ist er geworden.“ „Gott ja, die Jahre! An siebzig ist er wohl schon? Ich kannte ihn, als ich noch ein junger Bursche war. Eine biedere Haut, ehrlich und treu.“ „Ein guter Mensch. der Alte,“ nickte Ratascha. „Und er wohnt immer bei dem General?“ „Ja. Aber Sie wissen ja so genau Bescheid?“ „Ich bitte Sie, Gnädigste, man erinnert sich doch gerne an alle Bekannte, wenn man in einem fremden Lanke sein Brot verdienen muß.“ „Ist Krakau groß? Ich möchte es gerne kennen lernen.“ „es ist schön dort. Kommen Sie doch einmal hin! Die Reise ist nicht so weit. Am bequemsten ist's über Kattowitz. Wenn Sie um sechs von Czenstochau fortfahren. sind Sie schon um zehn in Krakau. Ich stehe Ihnen zur Verfügung.“ „Sie sind nicht verheiratet?“ „Ich? Nein. Bisher hatte ich keine Zeit an diese Dinge zu denken. Langsam gingen sie die Friedrichstraße entlang. „Dieser Kontrast,“ meinte Natascha.„Die helle Grundmannstraße, der Ring und hier dieses Dunkel!“ 5(Fottsetzung folgt.) In Kattowitz, der„achterreichen Stadt“ Oberschlesiens, liegt gegenüber dem imposanten Bahnhof das Hotel Monovol. In dem mächtigen vierstöckigen Gebäude. das Winker=Fahrplan Gültig vom 1. Oktober 1915. Fröndenberg Bösperde Menden Menden Lendringsen Klusenstein Zinolen Sanssonci Balve Garbeck Klndron Ueusurade Fröndenberg—Menden—Neuenrade und zurück. 118.—— 111 1116 222—— — 27—— 1113 117 113 —"— 226—— 225—— 8 32—— November, 8. und 25. Dezemder, 1. und 6. Jannar und 24. April Letmathe—Menden—Fröndenberg—Unna und zurück. Sonnings, sowie am 25. Dezember, 1. Jannar und 24 April Absahrtzeilen von Fröndenberg nach Wichede-—Reheim—Arnsberg. 0 510 9i9 yS b192 121. 20 Ju 033 55 555 72 g.1 Su 1134 Taschenfahrpläte 10 gu. u. Kursbücher Absahrtzeilen von Fröndenberg nach Längschede—Schweite. 707 Ss 1011 139 126. 20 923 49 5. 1 2.1 3i 92: 1244 W. Riedel, Menden. zu haben bei