Gegründet 1860 80. Jahrgang Westfälischer Telegraph Mendener seinat Erschem lagne wergens mil Ausuchme der Seun- und Teiertege.— and Verlag: Verlagogesellschaft v. Neuchendichter, Menden.— Goschäftostelle: Einzige in Renden Fröndenberger Nachrichten Zeitung Blatt Lendringser Bei Eintritt böberer Sama.———.— Bieferung der Zeitung ober Rüchschlung des Beingspreties. Emeigenprette l## gedruckte Zeitung. 2.3—. Luu.) Lbt 1s2. Kum Arzangenzete Nr. 298 Dienstag, 17. Dezember 1949 Jahrgang 1940 Dunkte Putschpläne in London Aufforderung zu Obstruktion und Sabotage— Verfehlte Spekulationen auf Nordafrika Ueble Meinungsmache Wenn man„Reynolds News“ glauben darf, will die britische Agitation das spiel in Nordafrika nicht nur ausnutzen, um den„Sieg einer brillanten Strategie" zu feiern, sondern vor allem soll auf diese Weise die Welt erneut zugunsten Englands aufgeputscht werden. Der englische Erfolg, so prahlt das Blatt, spreche laut über alle Kontinente zu den Unterworfenen und zu den Freien und rufe ihnen die Botschaft zu: „Großbritannien kann seine Versprechungen erfüllen!" Des weiteren ist davon die Rede, daß auch der frühere französische Verbündete von Mussolinis Drohung gegen seine territoriale Unversehrtheit befreit werden würde. Zunächst aber will England Frankreich nichts geben, sondern ihm nur wieder einmal etwas nehmen. Heißt es doch deutlich, daß man mit den Leuten von Vichy, also mit der rechtmäßigen französischen Regierung, einfach nicht verhandeln könne. Getreu seiner alten Tradition, andere Völker tit der Revolution zu bedrohen, appelliert ieses Blatt dann an das französische Volk irekt, Obstruktion und Sabotage zu reiben, um so der Befreiungsarmee den Leg zu ebnen. Begebe man sich nur mutig in siese Gefahr, dann werde auch der Lohn nicht ausbleiben, und der würde in Brot und Freiheit bestehen. Und schließlich wird Churchill beschworen, nunmehr eine klare Darlegung der Kriegsziele Englands zu geben. Haben diese Hetzer nicht selbst empfunden, daß es nicht gerade für die Macht Englands spricht, wenn sie von anderen Völkern Hilfe in Gestalt von Obstruktion und Sabotage erbetteln? Auch ist es etwas voreilig, wenn aus den Kämpfen in Aegypten und Griechenland die Folgerung gezogen wird, daß sie beweisen, daß Großbritannien seine Versprechungen erfüllen kann. Als britische Truppen in Frankreich landeten, um ihre Wäsche an der Siegfriedlinie zum Trocknen aufzuhängen, als britische Streitkräfte in Narvik und Andalsnes an Land gingen, da ließ England schon einmal seine Hilfsbereitschaft feiern. Als dann aber die Stunde zum Kampf gekommen war, da flüchteten die Briten feige aus Norwegen, und in der Katastrophe von Dünkirchen ließen sie dann auch Frankreich im Stich. Wir sind überzeugt davon, daß diese Lektion nicht so rasch in Vergessenheit geraten wird, vor allem nicht bei denen, die in dieses Drama verstrickt waren. Daß die Engländer überhaupt darauf kommen können, das französische Volk noch einmal ins Unglück stürzen zu wollen, zeigt im übrigen, wie verzweifelt die Lage Englands sein und wie unzureichend man die eigene Kraft empfinden muß. ###shl4Versehlte Sperulanonen Die englischen Meinungsmacher und ihr Anhang in den Vereinigten Staaten sind immer schon groß darin gewesen, Erfolge aufzubauschen und auch bei den unscheinbarsten und unbedeutendsten Wechselfällen, die England einmal irgendwo etwas in die Vorhand versetzten, so zu tun, als ob diese Ereignisse den Nabel der Welt unmittelbar berührten und die große Entscheidung schlechthin bedeuicten. Alles, was vorher gesagt worden war, wird dann einfach unterschlagen in der Hoffnung, daß auch die Welt schon alles wieder vergessen habe. Dort, wo immer der Kriegsgott sich an einem kleinen Zipfel seines Gewandes von den Engländern hat erwischen lassen, da ist plötzlich der Ort der Entscheidung, da verbrennt man alles, was man früher gesagt hat, und betet das an, was man ehedem als baren Unfinn abgetan hatte. Diese lediglich aus Gründen der Propaganda geborene Taktik will wohl vor allem einmal der Welt. die von nichts als den hart auf England niederprasselnden Schlägen Kenntnis nehmen kann, etwas vorsetzen, das wenigstens nach einer moralischen Eroberung aussieht. So frisiert man die örtlichen Erfolge in Nordafrika, die den Engländern einige Quadratkilometer Landgewinn gebracht und die Kampfkraft einiger kleinerer italienischer Verbände berührt haben, als schicksalhafte und sogar, wie es auch bereits geschehen ist. kriegsentscheidende Siege und— wie es Garvin im „Observer" tut— als„eine der größten Heldentaten der britischen Geschichte" auf. Die Engländer und mit ihnen die Welt, die noch auf ihr Gefasel hört, werden aber allzu schnell merken müssen, daß sie mit so großpurigen Tiraden auf den Holzweg geraten sind und sich in ein Labyrinth von Illusionen unrettbar verstrickt haben. Neben dieser Aufpulverung des Vertrauens in die Macht Albions. die die Engländer mit dieser Art von Auswertung der englischen Augenblickserfolge, bezwecken. schwebt ihnen aber noch ein anderes Ziel vor. Sie glauben unseren Bundesgenossen nervös machen und die Achse unterminieren zu können. um damit eine Verbesserung ihrer politischen Situation zu erreichen. Aber auch diese naive Spekulation dürfte in eine vollendete Pleite ausmünden. Das faschistische Italien ist zäh und hart und wird sich unter der Führung des Duce von dem Endziel der Besiegung seiner Feinde durch solche Manöver nicht um einen Deut abbringen lassen. „Volksgemeinschaft“ Vor einigen Tagen in Großbritannien Tagen berichteten wir bereits über die klägliche Unterbringung der englischen Evakuierten, denen man mit den Woiten:„Mit Fremden vollgestopft!" die Tür wies. Nun sah sich der britische Gesundheitsminister Macdonald in einem Appell am letzten Sonntag erneut gezwungen, den an der Zeit und ihren Nöten vorbeilebenden Landlords die Leviten zu lesen. Natürlich sind diese lauten Appelle nichts anderes als eine theatralische Pose gegenüber den Millionenmassen des englischen Volkes, das durch dieses volksfremde Verhalten jener Gentlemen, die weit vom Schuß sitzen, immer stärker aufgebracht wird. Der Flüchtlingsstrom aus London und den heimgesuchten Industriestädten wird also mit sehr gemischten Gefühlen einem friedlichen Aufenthaltsort entgegensehen. Auf jeden Fall lieber das als zurück in das Inferno ihrer im Bombenhagel liegenden Heimat! Macdonald warnte alle aus London und den übrigen Großstädten evakuierten Mütter und beschwor se vor einer Rückkehr. Wortwörtlich erklärte der britische Gesundheitsminister:„London ist kein sicherer Ort für euch!“ Zum ersten Male hat damit ein Angehöriger des britischen Kabinetts offiziell die Weigerung in der Provinz gegenüber der Aufnahme der Flüchtlinge bestätigt und zugleich, unter der erschütternden Wucht der deutschen Vergeltungsschläge, jede Rückkehr in die Heimat abgeschnitten. Insgesamt 252100 BRL. versenkt Hervorragende Leistung des Kapitänlentnants Kretschmer Als erster Kommandant die 250 000=BRT.=Grenze überschritten Berlin. 16. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der soeben von Feindfahrt zurückgekehrte Kapitänleutnant Kretschmer meldet als Ergebnis die Versenkung von 34935 BRT. Damit hat dieser Offizier mit einer Gesamtversenkungsziffer von 252 100 BRTals erster Unterseebootkommandant die 250 000=BRT.=Grenze uberschritten. In dieser Gesamttonnage sind drei Hilfskrenzer und der britische Zerstore.„V#ring" enthalten. Kriegswichtige Ziele à London und Südostengland angegriffen Wieder Bomben auf Krankenhäuser Berlin, 16. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In der Nacht zum 15. Dezember griffen Kampfflugzeuge London sowie andere kriegswichtige und militärische Ziele in Südoßengland an. Ein englischer Hafen wurde erneut vermint. Im Laufe des Tages führte die Luftwasse mnfolge der Wetterlage nur Aufklärungs. aufträge durch. In der letzten Nacht warfen britische Flugzeuge im Reichsgebiet eine Anzahl Spreng= und Brandbomben. In Berlin konnten einige Dachstuhlbrände schnell gelöscht werden. Einige Häuser, darunter zwei Krankenhäuser, wurden beschädigt, eine Schnellbahnstrecke vorübergehend gestört. An anderen Orten wurde nur leichter Gebäudeschaden angerichtet, in Herford eine Kirche durch Bombentreffer zerstört. In einem Werk in Mitteldeutschland ist ein Brand bereits im Entstehen gelöscht worden. Die Produktion ist nicht gestört. Die Verluste der Zivilbevölkerung betragen vier Tote und zwölf Verletzte. Ein seindliches Flugzeug wurde beim Anflug durch Nachtsäge: abgeschossen. Eigene Flugzeugverluste sind nicht entstanden. * In der Nacht von Sonntag auf Montag richteten sich Angriffe der deutschen Luftwaffe gegen verschiedene Orte in Nordosteng= land und in den Midlands. Genauere Einzelheiten sind englischerseits bisher noch nicht gemeldet worden, doch die Tatsache, daß diese Angriffe nicht die ganze Nacht hindurch gedauert haben, veranlaßt die Londoner Informationsstellen zu der Bemerkung, daß die Angriffe„nicht besonders heftig“ gewesen seien. Am stärksten wäre der Angriff gegen eine ungenannte Stadt in Nordostengland gewesen. Ueber die angerichteten Schäden ist jedoch in London noch nichts bekanntgegeben worden, genau so, wie man englischerseits mit einer nichtssagenden Phrase den erfolgreichen Tagesangriff auf Stoke on Trent in den Midlands abgetan hat. Italien'scher Wehrmachtsbericht Rom. 16. Dez. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: In der Cyrenaika hat der Druck der feindlichen Stpeikkräf= im Grenzgebiet angehalten. Diese Streitkräfte wurden von unserer Luftwaffe mit Bomben belegt, die den Panzerformationen große Verluste beibrachte. An der griechischen Front wurden eindliche Angriffe abgewiesen. Bei den harten Kämpfen hat es beiderseits empfindliche Verluste gegeben. In Ostafrika hat ein feindlicher Einflug auf Assab an einigen Gebäuden Schäden verursacht. Ehrenvolle Auszeichnung orvettenkapitän Schütze erhielt das Ritterkreu: dub Berlin, 16. Dez. Der Führer und Oberst Befehlshaber der Wehrmacht verlieb auf Vor schlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarin Großadmiral Dr. h. c. Raeder, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Korvettenkapitän Schütze. Korvettenkapitän Schütze, ein langjähriger, verdienstvoller Unterseebootfahrer, hat als Kommandant eines Unterseebootes insgesamt 20 Schiffe mit zusammen 109317 To. versenkt. Dieser besondere Erfolg wurde in kür zester Zeit errungen. Er ist lichem und hartnäckigem Au. und seiner tatkräftigen und en mandoführung zuzuschreiben. tzes unermüddes Gegners ossenen KomKundgebung des RS8B. Reichominister Dr. Sepß=Inquart und Reichsleiter Wächtler sprachen Haag, 16. Dez. Am Sonntagnachmittag veranstaltete der NS.=Lehrerbund in den Niederlanden eine bedeutungsvolle gemeinsame Kundgebung der deutschen Erzieher im NSLB. und der Niederlandischen Nationalsozialistischen Lehrervereinigung in der Deutschen Schule im Haag. Diese erstmalige große gemeinsame Tagung in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste aus Partei, Staat und Wehrmacht erhielt ihren grundlegenden Charakter durch die Ausführungen des Reichskommissars für die besetzten ziederländischen Gebiete, Reichsminister Dr. Seyß=Inquart, und des Reichswalters des RS.=Lehrerbundes, Gauleiter Wächtler, der sich, wie bereits gemeldet, gegenwärtig auf einer mehrtägigen Besichtigungsfahrt des deutschen Schulwesens in den Niederlanden aufhält. Ohne jede Nachsicht Der Nationalsozialismus hat niemals einen Zweisel darüber gelassen, daß er Vergehen und Verbrechen gegen die Gemeinschaft des Volkes oder auf deren Kosten nicht ungesühnt läßt. Für jeden deutschen Menschen ist es eine selbstverständliche Pflicht. jederzeit und überall alles zu tun. was der Gemeinschaft nützt, und alles zu unterlassen, was ihr irgendwie nachteilig sein könnte. Dieser Grundsatz hat natürlich erst recht in einer Zeit des härtesten Kampfes um die Zukunft Gültigkeit, also jetzt im Kriege. An den denkwürdigen ersten Septembertagen, als uns dieser Krieg ausgezwungen wurde, machte hierüber der Führer einige sehr deutliche Ausführungen, in denen er vor allem zu verstehen gab, daß er niemals dulden werde. daß, während der Frontsoldat mit seinem Leben für das Volk einsteht, irgend jemand sich etwas auf Kosten der Gemeinschaft bereichert oder sonst einen derartigen unreellen Nutzen zieht. Wer dies wagen sollte, würde ein solches Verbrechen unter Umständen mit seinem Kopf büßen müssen. Es war dies eine vorheugende Kampfansage an jene Erscheinungen, die im Weltkriege sich leider allzu üppig entfaltet hatten, die aber eine nationalsozialistische Staatsführung energisch im Zaume hält. eine Kampfansage an das Kriegsgewinnlertum. Der Reichspreiskommissar hat in dieser Hinsicht soeben durch einen Hinweis an die Preis behörden eine neue deutliche Warnung aus. gesprochen und angekündigt, daß bewußte oder grobfahrlässige Verstöße gegen Preisvorschriften ohne jede Nachsicht zu verfolgen sind. Wer sich Gewinne verschafft, die nach der Grundsätzen einer kriegsverpflichteten Wirtschaft als unangenehm hoch bezeichnet werden müssen, wird wegen seines eigennützigen Verhaltens sehr streng bestraft, in besonders verwerflichen Fällen droht Strafe nach Paragraph 4 der Volksschädlingsverordnung vom 5. September 1939. Dieser Paragraph sieht Strafen folgender Art vor: Zuchthaus bis zu 15 Jahren, lebenslängliches Zuchthaus oder auch Todesstrafe. Entscheidend wird das Ausmaß des Verbrechens sowie das gesunde Volksempfinden für eine so schändliche Haltung sein, wie ja der ganze, Kampf gegen das Kriegsgewinnlertum jedweder Art dem Empfinden unseres Volkes entspricht. Kriegsgewinnler haben in Deutschland nichts zu suchen. In England mögen sie Mode sein, dort, jenseits des Kanals, wo Churchill und Genossen riesige Dividenden aus den Rüstungsaktien einstreichen oder sonstwelche persönlichen Geschäfte mit dem Krieg machen. In Deutschland herrscht in dieser Hinsicht strikteste Sauberkeit, und wo sich unter einer Vielmillionenzahl dennoch ein Außenseiter finden sollte, wird er ganz energisch angepackt und dem Volksempfinden entsprechend unschädlich gemacht. Für die in drei Tagen stattfindende finnische Präsidentenwahl ist bisher noch keine entscheidende Klärung für einen der Kandidaten erfolgt. Die verschiedenen Parteigruppen halten Besprechungen ab. Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl beendete Montag seine Fahrt nach dem Westen, die der Besichtigung des Reichsarbeitsdienstes in seinem Einsatz bei der Luftwaffe sowie der Ausbildung und Erziehung der Arbeitsmän ner galt. Was sagt Amerika dazu? Britische Kriegshandlungen in der ASA.=Sicherheitszone Berlin, 16. Dez. Wiederum haben britische Seestreitkräfte innerhalb der auf der Panama=Konferenz festgesetzten panamerikanischen Sicherheitszone Operationen durchgeführt. Innerhalb dieser Sicherheitszone näherte sich ein britischer Kreuzer dem deutschen Frachtdampfer „Jdarwald“ der aus einem mexikanischen Hafen ausgelaufen war, und machte den Versuch, das deutsche Schiff aufzubringen. Der Kapitän des Dampfers„Idarwald“ hat sein Schiff der versuchten Aufbringung durch Selbstversenkung entzogen. Bei Beginn der feindlichen Aktion des britischen Kriegsschiffes gab der Kapitän den Befehl, das Schiff in Brand zu setzen und die Bodenventile zu öffnen. Nach Durchführung dieser Maßnahmen ging er mit der Besatzung in die Rettungsboote. Die Engländer machten daraufhin den Versuch, an Bord zu gehen, um die Beute zu bergen und sich dadurch die Priengelver zu sichern, mit denen die britische Admiralität im Gegensatz zu der soldatischen Praxis anderer Völker Angehörige der bewaffneten Macht für derartige. Taten zu bezahlen pflegt Dieser Versuch die Prisengelder zu verdienen ist gescheitert Der Dampfer„Idarvald“ ist infolge der von Kapitän und Beitzung getroffenen Maßnahmen brennend unrgegangen. Daß die Richtachtung der panamerikanischen Sicherheitszone durch die Engländer kein vereinzelter Akt war. sondern systematisch erfolgt. geht daraus hervor, daß ein weiterer feindlicher Zerstörer etwa zur gleichen Zeit innerhalb dieser Sicherheitszone eine kriegerische Handlung gegen den deutschen Dampfer „Rhein“, durchführte. Das Schiff wurde von seiner Besatzung verlassen, nachdem die Vorbereitungen zur Versenkung in Tätigkeit gesetzt worden waren. Das Marinedepartement der Vereinigten Staaten hat diese beiden Meldungen bekanntgegeben, ohne sich über die Rolle amerikanischer Zerstörer zu äußern, die die beiden deutschen Schiffe kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen in See angetroffen hatten. Die amerikanischen Zerstörer hatten sich den deutschen Schiffen angeschlossen und dem Kapitän der „Idarwald“ auf Befragen erklärt. die Schifft bis zur Grenze der amerikanischen Sicherheitszone begleiten zu wollen. Es wäre interessan zu erfahren, welche Instruktionen die amerikanischen Zerstörer für den Fall haben daß sie Augenzeugen kriegerischer Hand ungen innerhalb der von ihnen vatrouillier: ten Sicherheitszone werden. ist Hauptkampfplatz heftigster deutscher Luftangriffe auf England auch noch die italienischen Divisionen i Nordafrika zum Vormarsch gegen die britische Machtstellung in Aegypten antraten, da wuchs die Sorge der Engländer ins riesenhafte. In dieser Not haben die Briten alles aufgeboten, um wenigstens den Druck in Nordafrika abzuwehren und Aegypten für sich zu retten. Im Zuge dieser Maßnahmen richteten die Engländer wilde Angriffe gegen die italienischen Truppen in Aegypten, in deren Verlauf sich die Italiener zur Evakuierung von Sidi Barani veranlaßt gesehen haben. Der italienische Wehrmachtsbericht hat in aller Offenheit von dieser Entwicklung Kenntnis gegeben, wie er ebenso unumwunden hervorhebt, daß auch jetzt noch in den Kämpfen, die sich nunmehr im Grenzgebiet der Cyrenaika abspielen, der Druck der feindlichen Streitkräfte weiterhin anhält. Es konnte nicht ausbleiben, daß die britische Agitation die englischen Teilerfolge gewaltig aufbauschen würde, zumal die Briten mit Siegen nicht gerade verwöhnt sind. Wenn nun aber die Leser die Orte. die in den Kampfberichten genannt worden sind, auf ihren Karten gesucht haben, mag es manch einem passiert sein, daß er nichts gefunden hat. Schon dieser Umstand ist geeignet, die englischen Erfolge auf das richtige Maß zurückzuführen. Im übrigen ist das faschistische Italien Europa als Kriegführender nicht unbekannt. Wie war es denn in Abessinien? Erzielten nicht auch in diesem Feldzug einige Eliteregimenter des damaligen Negus Haile Selassie einige taktische Erfolge? Den vollen Sieg der italienischen Waffen aber hat dieses Zwischenspiel nicht verhindern können. Hat man in London etwa den Jubel vergessen, mit dem man im Krieg in Spanien den Rückschlag verherrlichte, den die italienischen Freiwilligen bei Guadalajara vor den Toren Madrids erlitten hatten? Und doch war auch dieses Geschrei verfrüht und gänzlich unbegründet. Gesiegt hat trotzdem die Sache. für die auch Italien gekämpft hat. Eine Truppe, die hart kämpft, die Zähigkeit besitzt — und alle diese Eigenschaften haben die Soldaten Italiens wiederholt unter Beweis gestellt—, die kann wohl Rückschläge erleiden; den endgültigen Sieg jedoch wird man ihr nicht entreißen können. Wie erklärt es sich überhaupt, daß die Engländer in einer Wüstenzone mit voller Wucht gegen Italien anrennen, wie kommt es, daß die englischen Zeitungen Tag für Tag verkünden,„man muß gegen Italien einhauen“. Gerade dieses Geschrei enthüllt ja die Schwäche Englands. Ob die englisch=italienischen Truppen rechts oder links der Grenze der Cyrenaika im Kampfe stehen, ist so entscheidend nicht. Nachdem die Entscheidung über das Schicksal Europas bereits auf den Schlachtfeidern in Frankreich gefallen ist, wird der Kampf gegen den letzten Feind der Mächte der Ordnung und des Aufstiegs, gegen England. in England selbst entschieden werden. Alle Beobachter, die Zeugen der deutschen Luftangriffe waren, sind sich darüber klar, daß England durch die deutschen Bomber geradezu in eine Hölle verwandelt wird. Mit unseren Luftgeschwadern aber schlagen unsere Seestreitkräfte und unsere U=Boote vernichtend auf England ein. Schon liegen Millionen und Abermillionen Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffsraums auf dem Grund des Meeres. Schon klaffen gewaltige Lücken in der britischen Kriegsmarine. Schon muß England den Leibriemen enger schnallen weil es jetzt selbst einer wirksamen Blockade unterliegt. Schon hat Kapitänleutnant Kretschmer, wie das Oberkommando der Wehrmacht bekanntgibt, als erster Unterseeboot=Kommandant mit seiner Gesamtversenkungsziffer die 250000=Tonnen=Grenze überschritten. In diesem Kampf aber kann England durch Ausdauer in selbstverschuldeten Leiden wohl etwas Zeit gewinnen, niemals aber eine Chance. Und in dieser Entscheidungsschlacht ist England nicht zum wenigsten dadurch stark behindert, daß es gezwungen ist, große Kräfte auf anderen Fronten einzusetzen. Bisher jedoch war es ein alter Grundsatz der Strategie, die Kräfte vor allem auf dem Hauptkampfplatz zusammenzufassen. Das ist England vor allem auch durch die Haltung Italiens unmöglich gemacht worden. Wie Italien bereits durch seine Nichtkriegführung starke feindliche Kräfte von den entscheidenden Kampfplätzen weggezogen und so den grandiosen Erfolg der deutschen Waffen begünstigt hat, so zwingt Italien England jetzt erst recht durch seinen zähen Kampf zu Dispositionen. die sich ohne Zweifel schwer rachen werden. Im übrigen aber hat das nationalsozialistische Deutschland seine Siege von weltgeschichtlichem Format nicht nur durch ein kühnes Draufgängertum errungen, sondern vor allem auch dadurch, daß es verstanden hat, zu warten. um dafür im rechten Augenblick wuchtig zuzupacken und dreinzuschlagen. Und in dieser Hinsicht hat sich, worauf man sich in London verlassen kann. nichts geändert. Furchtbares Lawinenunglück Tokio, 16. Dez. Ein schweres Unglück wird aus Nordsachalin gemeldet. Dort wurden am Sonnabendfrüh 43 Holzhauer durch eine riesige Schneelawine lebendig begraben. Einer unmittelbar darauf entsandten Rettungsmannschaft, die durch die sieben Fuß tief verschneiten Wälder nicht schnell genug den Unglücksort erreichen konnte. gelang bisher trotz verzweifelter Bemühungen erst die Ausgrabung von 28 Männern, von denen nur fünf noch am Leben waren. Die Hoffnung, weitere der Verschütteten lebend aus den Schneemassen zu bergen, mußte aufgegeben werden, da bereits drei Tage seit dem Unglück vergangen sind. Das englische Kolonialministerium kaufte den Kakaofarmern in Nigeria und an der Goldküste auch in diesem Jahre die Gesamternte ab. Bei den Pflanzern entstand jedoch lebhafte Unruhe durch das Angebot eines um 20 Prozent niedrigeren Preises. Das Ministerium bekennt dazu, es habe im letzten Jahre leider keine neuen Märkte für die Aufnahme der afrikanischen Kakavernte vom Ausmaß Deutschlands und der anderen ausgefallenen europäischen Abnehmer finden können und wisse auch keinen Weg, den Kakao nach Engand zu schaffen Hungertraining in England Rede über die enger zu schnallenden Niemen Zu den Ministern des englischen Kriegskabinetts, die aus den Sorgen nicht herauskommen und vor allem täglich von neuem die Aufgabe zu lösen haben, durch mehr oder weniger phantasiereiche Phrasen die Oeffentlichkeit zu trösten, gehört der Ernährungsminister Lord Woolton. Eigentlich müßte der Lord Grasfresser heißen, denn er war es, der vor einiger Zeit die lufsehen erregende Erklärung abgab, ein Mensch könne zur Not auch von Gras leben. Inzwischen hat er sich mit ernsteren Dingen befassen müssen, die sich in Auswirkung der deutschen Blockade gegen England ergeben haben. Und jedesmal, wenn Lord Woolton vor das Mikrophon des englischen Rundfunks tritt, geht zweifellos ein Ahnen durch die ganze Insel derart, daß man von ihm nur die Ankündigung einer neuen Einschränkung erfahren werde. So ist es fast täglich der Fall. Neuerlich hat Lord Woolton eine besonders peinliche Mitteilung machen müssen: Die Fleischration muß in kürzester Zeit vermindert werden. Erhielt bisher jeder Engländer je Woche wenigstens noch für 2 Schillinge und 2 Pence Fleisch, so wird er in Zukunft mit einer Fleischmenge für 1 Schilling und 10 Pence zufrieden sein müssen, sofern er überhaupt noch das Geld hat. sich Fleisch zu kaufen. Es will etwas heißen, wenn ausgerechnet in England die Fleischration auf die Hälfte herabgesetzt wird. Denn in England ist die Ernährung mit Fleisch von besonderer Bedeutung. Warum man zu dieser Einschränkung übergehen muß, erläuterte Lord Woolton mit dem Hinweis auf eine erhebliche Verminderung der englischen Schlachtfleischmenge und auf die Notwendigkeit, nunmehr auf die vorhandenen Vorräte an Gefrierfleisch zurückzugreifen. Mit wesentlichen Fleischzufuhren von außerhalb sei vorläufig nicht zu rechnen. Damit gesteht der englische Ernährungsminister ein, daß die deutschen Schläge gegen England ihre Wirkung nicht verfehlen und daß neben einer Stockung der Versorgung mit kriegswichtigen Rohstoffen auch die Lebensmittelzufhr nach Eughtard ein Problem geworden ist. „Ich habe euch Engländer trainiert, so gut ich konnte. Während der letzten 16 Monate habe ich euch allmählich beigebracht, praktisch ohne Butter zu leben. Ich habe den Speck= und Fleischverbrauch herabgesetzt und werde ihn in Kürze weiter herabsetzen müssen. Ich habe die Tee= und Zuckerration vermindern müssen. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als zu versuchen, daß England immer mehr Lebensmitte! selbst produziert. Große Weidegebiete müssen in Ackerland verwandelt werden. Wieviel Land wir dazu benötigen werde ich euch nicht sagen, denn diese Ziffern könnten euch erschrecken. Gelingt es der britischen Landwirtschaft nicht, den größten Teil des Bedarfs für England in Selbstversorgung aufzubringen, dann geraten wir in eine sehr schwierige Situation.“ Mit diesen Worten umriß der Ernährungsminister Lord Woolton das Programm seines Ministeriums, das, auf einen Nenner gebracht, heißt: das englische Volk auf den Hunger hin zu trainieren. Ausgerechnet England, das mit arroganter Ueberheblichkeit in diesen Krieg eintrat, mit dem Gefühl, ihm könne gar nichts passieren, muß nun am eigenen Leibe das erfahren, was es dem deutschen Volk zugedacht hatte. Deutschland sollte wirtschaftlich erwürgt werden. Uns wollte man die Ernährung unmöglich machen und durch Aushungerung auf die Knie zwingen. Man machte jedoch in London die Rechnung ohne Adolf Hitler und seine getreuen Mitarbeiter, die die Methoden englischer Kriegführung nur zu genau kannten und rechtzeitig Vorsorge trafen, daß, wie die Erzeugungsschlachten des Reichsnährstandes zeigten, die deutsche Ernährungsgrundlage auch für den Fall des Krieges vollkommen gesichert wurde. Und als der Krieg ausbrach, setzte die rechtzeitige Rationierung aller Lebensmittel ein, so daß wir heute das gleiche Niveau der Ernährung halten können wie Kriegsausbruch, und zwar ein Niveau, das in vielen Dingen höher liegt als das aller anderen europäischen Länder. Englisches Altimatum an Amerika Aussprache zwischen dem Herzog von Windsor und Roosevelt Auch nach dem Tode des englischen Botschafters in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Lord Lothian, werden die englisch=amerikanischen Gespräche im Zeichen des englischen Hilfegesuches an die USA fortgesetzt. Im Vordergrunde stand dabei ein Besuch des Herzogs von Windsor beim Präsidenten Roosevelt. Er erfolgte an Bord des Kreuzers„Tuscalosa". Einer Reutermeldung zufolge erklärte Roosevelt vor einer Pressekonferenz, die nach der Aussprache mit dem Herzog von Windsor abgehalten wurde er habe sich auf seiner elftägigen Inspektionsreise im Karibischen Meer darüber unterrichtet, daß man dort kein Gibraltar anlegen könne, was mit anderen Worten heißt, daß die Flotte der Vereinigten Staaten von Nordamerika eine größere Anzahl von Stützpunkten fordert. Für Flotte und Luftwaffe, so betonte Roosevelt, seien Jamaica und Santa Lucia geeignet, während Antigua mehr als Flugstützpunkt denn als Flottenbasis in Frage komme. Mit den in amerikanischem Besitz befindlichen Inseln gehörten, so führte Roosevelt weiter aus. die Bahama=Inseln, auf denen der Herzog von Windsor als Gouverneur eingesetzt ist, wirtschaftlich eng zusammen. In den USA fragt man sich natürlich dieser Tage, wer einmal als Nachfolger Lord Lothians auf dem Botschafterposten in Washington in Frage komme. Einer neuesten aus London vorliegenden Version zufolge soll dieser Posten vorläufig noch unbesetzt bleiben. Uebrigens wurde in London bereits Lord Benaverbrook genannt, uno zwar kam er dadurch in den engeren Kreis der Vermutungen, daß er beim König eine Audienz hatte. Doch heißt es nach einer anderen Version, er scheine wohl doch nicht in Frage zu kommen. Interessant ist eine Auslassung der Zeitung „News Chronicle“, die die Eile, mit der bereits Namen für die Nachfolge Lord Lothians genannt würden, bespöttelt und dazu schreibt, einstweilen stehe fest, daß Churchill nicht der künftige Botschafter werde, denn er habe ja anderweitig viel zu tun. Was die englisch=amerikanischen Gespräche noch betrifft, so ist eine Rede des Präsidenten der Rüstungskommission der Vereinigten Staaten. Knudsen, zu erwähnen, der vor einer Versammlung von Industriellen die Intensivierung der amerikanischen Rüstungsindustrie als eine Pflicht bezeichnete, denn bisherosei die Rüstungsleistung enttäuschend. So liege die amerikanische Flugzeugproduktion 30 v. H. unter den Ziffern, die im Juli dieses Jahres festgelegt wurden, auch sprach er sich gegen die Schließung der Fabriken am Wochenende aus. Welcher Art die englischen Vorstellungen in Washington sind, ließ der frühere Generaiquartiermeister der Armee der Vereinigten Staaten im Weltkriege und jetzige Präsident eines großen Warenversandhauses. General Wood, durchblicken, der auf Grund seiner Beziehungen zu den maßgebenden Politikern in Washington davon sprach, daß die Regierung Churchill den USA sozusagen ein Ultimatum gestellt hat, dahingehend, daß England sich ohne amerikanische Hilfe nicht mehr behaupten könne. Die Hilferufe an ASA. „England übersieht die Tatsache des Dreimächtepaktes“ Rom, 16. Dez. Englands immer dringendere Hilferufe an die USA. wegen der tödlichen Wirkungen der Gegenblockade veranlassen das iornale d'Italia“ auf Grund der Darlegungen des soeben verstorbenen Lord Lothian zu der Feststellung, daß in den Worten des britischen Botschafters die letzte klare Aeußerung eines Mannes zum Ausdruck kommt, der die schrecklichen Folgen der Gegenblokkade der Achse gegen die britische Insel selbst erlebte. Während die Streitkräfte der britischen Kriegsmarine schon heute nicht mehr den stetig wachsenden Aufgaben, vor allem auch des Schutzes der Geleitzüge, entsprechen können, seien die Seestreitkräfte der Achse in stetem Anwachsen begriffen. In dieser verzweifelten Lage setze England seine Hoffnungen auf die Vereinigten Staaten und rechne damit, die Amerikaner in ein Abenteuer hineinziehen zu können, um die von den USA. bisher auf leichte Weise aus dem Kriege gezogenen Vorteile und Gewinne in schwere Risiken und Verluste zu verwandeln. England übersebe dabei aber völlig die Tatsache des Dreimächteahkommens, das automatisch wirksam würde, falls die Vereinigten Staaten in den Krieg eintreten sollten. Der Dreimächtepakt bedroht die USA. nicht, er zielt auf eine solidarische Neuordnung in Europa, Afrika und Asien ab, also in Teilen des Erdballes, die nicht zu den Vereinigten Staaten und ihrer Lebenssphäre zählen. Der Dreimächtepakt hat auch lebhaftere Handelsbeziehungen mit anderen Kontinenten zum Ziel. Die Vereinigten Staaten brauchten das neue europäische Regime der Achse nicht zu fürchten, denn ein stärker geeintes Europa würde sich auch in den Handelsbeziehungen aktiver betätigen, und zwar auch mit Amerika. Das auf uropa und Afrika lastende passive Gewicht des britischen Imperiums sei der Hemmschuh für den Fortschritt der Kontinente und verlangsame ihre Handelsbeziehungen mit Amerika. Japanische Marineflugzeuge setzten am Montag. wie Domei meldet, die Bombardierung der Burmastraße fort. Sie warfen Bomben auf die Kungkuo=Brücke über den Mekong, wie der halbamtliche Bericht der japanischen Flotte in Südchina mitteilt. Widerwärtige Heuchelei Stockholm, 16. Dez. Der Minister für die Dominien, Lord Cranvorn=— Plutokrat reinsten Wassers— besaß die ungeheure Geschmacklosigkeit, von der Kanzel der Londoner Kirche St. Martin in the Fields aus eine „Weihnachtsbotschafr an das Empire zu richten. In ebenso salbungsvollen wie verlogenen Phrasen beklagte er die Opfer des von seiner Clique heraufbeschworenen Krieges und erinnerte daran, daß„jeden Augenblick Tod und Vernichtung vom Himmel herunterkommen könne". Nach diesem Hinweis aus die deutschen Vergeltungsangriffe, für die Churchill die alleinige Verantwortung trägt, hielt es der Vertreter der Kriegsverbrecherkaste für angebracht, spitzfindige Theorien über den Begriff des„Friedens“ aufzustellen. Dabei erklärte er in echt britischer Selbstgerechtigkeit.„Frieden bedeute, mit sich selbst in Frieden zu sein", worauf er die überraschende Schlußfolgerung zog, daß„die Menschen im Empire heute mehr denn je im Frieden lebten(1), denn sie wüßten, daß ne in einer noch nicht dagewesenen Gefahr und unter noch nicht dagewesenen Schwierigkeiten“ etwas täten, was sie für richtig hielten. Daß der„edle" Lord die Gefahren und die Schwierigkeiten für das britische Empire einigermaßen richtig einschätzt, ist immerhin bemerkenswert. Im übrigen gehört schon die ganze Gewissenlosigkeit der blutbefleckten britischen Kriegshetzer dazu,„mit sich selbst in Frieden zu leben" während Millionen von Menschen, darunter nicht zuletzt zahllose Untertanen des britischen Empire, durch die Schuld eben dieser Verbrecherclique die schwersten Leiden zu erdulden haben. Reichsverkehrsminister Dr. Doevmüller ist einer Einladung des slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Tuka folgend, in der slowakischen Hauptstadt eingetroffen. Kurz nach seiner Ankunft wurde Dr. Dorpmüller vom flowakischen Staatspräsidenten Dr. Tiso und dem Ministerpräsidenten Dr. Tuka empfangen. Im„Daily Hrrald“ wendet sich ein Leser entrüstet gegen die Verbreitung„unangebrachter Späße“ über den Krieg durch den britischen Rundfunk, wie z. B. des Chansons „Es ist ein reizender Krieg“.(It's a lovely war). Der Beschwerdeführer sagt der Rundjunk solle gefälligst erst einmal an jene denken die durch den Krieg alles verloren hätten Fir mitglieder der Gaststätten Um den an Feiertagen meistens stark in Anspruch genommenen Gefolgschaftsmitgliedern des Gaststätten= und Beherbergungsgewerbes die Möglichkeit zur Erholung und Ausspannung zu verschaffen, hat der Reichsarbeitsminister im Benehmen mit der DAf angeordnet, daß ihnen für jeden Feiertag, an dem sie länger als sechs Stunden beschäftigt werden, neben dem wöchentlich zu gewährenden Ruhetag ein zusätzlicher Ruhetag unter Fortzahlung des Lohnes zu gewhren ist. Der Ausgleich in für folgende Feiertage vorgesehen: Für den Nationalen Feiertag des Volkes; den ersten und zweiten Weihnachtsseientag den Neujahrstag(soweit diese nicht auf einen Sonntag fallen); ferner für den Ostermontag und den Pfingstmontag. Damit die Gefolgschaftsmitglieder an der glgemeinen Feiertagsstimmung teilnehmen vonnen, ist der Ausgleich möglichst im Anschluß an den Feiertag vorzunehmen Er muß spätestens am Ende der Saison erfolgen. Während der Dauer des Krieges kann die Freizeit auch im Anschluß an den Urlaub gewährt werden. Die neue Anordnung ergänzt die Vorschriften des Gesetzes über die Lohnzahlung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes vom 26. Avril 1934 und der Feiertagsanordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan vom 3. Dezember 1937. Sie verschafft allen Gefolgschaftsmitgliedern des Gaststätten= und Beherbergungsgewerbes einen gleichwertigen Ersatz für die von ihnen an den Feiertagen geleistete Arbeit. In diesem Jahr fallen die beiden Weihnachtsfeiertage des Gaststätten= und Beherbergungsgewerbes, die an diesen Tagen voll beschäftigt werden, erhalten daher durch die Anordnung einen Anspruch auf drei zusätzlich bezahlte Ruhetage. Sie werden die sozialpolitisch bedeutsame Maßnahme des Reichsarbeitsministers dankbar begrüßen. Näheres ist der Anordnung selbst zu entnehmen, die in der nächsten Nummer des Reichsarbeitsblattes veröffentlicht wird. Der britische Frachter„Stornest“(4265 BRT) sandte einen Hilferuf aus. Er habe ein starkes Leck und benötige sofortige Hilfe, seine Position sei etwa halbwegs zwischen Neufundland und Irland. Der Dampfer ist am 4. Dezember von Newyork abgefahren. und Spiel Europameisterschaften der Amateurboxer— Endgültiger Zeitpunkt: 16. bis 20. April 1941 Trotz des Krieges hat sich die FIBA, als internationaler Amateurboxverband entschlossen, im nächsten Jahre die Europameisterschaften der Amateurboxer durchzuführen. Die Veranstaltung ist Ungarn übertragen worden, das bereits seit Wochen alles in die Wege leitet, was zur Vorbereitung einer derartigen Meisterschaft gehört. Als Zeitpunkt wählte man nun endgültig die Zeit vom 16. bis 20. April, so daß die Veranstaltung also ein paar Tage später stattfindet, als es ursprünglich geplant war. Austragungsort bleibt Budapest. Besonders erbittert wird sicherlich wieder der Wettbewerb um den Preis der Nationen umstritten sein. In diesem Kampf der Länderstaffeln, den Deutschland schon mehrfach gewinnen konnte, müssen unsere Boxer vor allem diesmal mit den Ungarn rechnen, die in Budapest stets weit über ihre sonstigen Leistungen hinauswuchsen. Von den Titelverteidigern kommen eigentlich nur Sergo(Italien) und Nürnberg (Deutschland) für einen neuen Erfolg in Frage, da die Iren Ingle und Dowal, der Pole Kolczynski und Raadikt(Estland) nicht starten können, während Musina(Italien) und Olle Tandberg(Schweden) bereits Berufsboxer sind oder aber in kürzester Zeit werden sollen. Deutschland meldet 16 Boxer Da die Ausschreibungen zur Europameisterschaft verlangen, daß auch die Ersatzleute beim Meldeschluß namentlich vorliegen müssen und niemand starten darf, der aus irgend einem Grunde erst später in seine Ländermannschaft eingereiht worden ist, wird das Reichsfachamt insgesamt 16 Boxer für Budapest melden. Diese 16 Mann qualifizieren sich bei den Deutschen Meisterschaften in Breslau und werden später unter Aufsicht des Reichssportwartes Hanns Hieronimus(Berlin) in einem Trainingslager zusammengezogen. Hier kommen sie unter die Fittiche der bewährten Fachamtssportlehrer Ziglarski(Berlin), Neeke(Köln), Sänger (Breslau) und Feldhus(Frankfurt a. M.). über die Aufstellung= der deutschen Nationalstaffel kann man jetzt natürlich noch nichts sagen; das Reichsfachamt wird aber für dieses schwere Turnier dukchaus nicht in jedem Falle den Deutschen Meister der betreffenden Gewichtsklasse melden, sondern sich auf die Boxer stützen, die nach seiner Ansicht frisch und unverbraucht sind und vor allem die besondere Gabe aufweisen. sich mit jedem gegnerischen Kampfstil erfolgreich abfinden zu können. Denn gerade das in neben der Erfahrung in internationalen Kämpfen oft für den Erfolg bei Europa= und Weltmeisterschaftsturnieren ausschlaggebend geweser Von unseren Amateurboxern Vier Länderkämpfe bis zum Frühjahr Mit dem Mailänder Länderkampf gegen Italien schloß das internationale Jahresprogramm unserer Amateurboxer. Gleichzeitig brachte dieser Kampf die erste Niederlage in den 12 Länderkämpfen, die die deutschen Boxer seir Kriegsausbruch bestritten. Eine beträchtliche Steigerung bringt uns das vor uns liegende Boxjahr 1941. Nicht weniger als 12 Länderkämpfe sieht es vor. Davon werden bereits vier bis zu den Europameisterschaften, die in der Zeit vom 16. bis 20. April in Budapest stattfinden, ausgetragen. Den Auftakt bildet am 19. Januar in Kopenhagen die Begegnung mit Dänemark. Finnland ist am 9. Februar in München der nächste Gegner. Einen zweiten Start auf deutschem Boden erfullen die Finnen voraussichtlich in Stettin. Ein ganz besonderer Prüfstein für die Europameisterschaft wird Italiens kampfstarke Staffel bilden, die im Februar in Berlin vor einer schweren Aufgabe stehen sollte. Am 23. März wird voraussichtlich Schweden zum Rückkampf nach Deutschland kommen. Austragungsort für diese Begegnung soll Königsberg sein. Die restlichen Länderkämpfe des Jahres führen unsere Boxer mit der Slowakei. Ungarn Dänemark Schweden. Finnland Italien, die Slowakei und Ungarn zusammen, wobei es sich bei den letzten Gegnern jeweils um Rückkämpfe handelt. Nr. 298 Mendener Zeitung unserer Heimat Dienstag. den 17. Dezember 1940 Pflege Dein Schuhwerk Einer unserer wichtigsten Rohstoffe ist das Leder. Jeder weiß, daß Schuhe nicht in unbegrenztem Maße heraestellt werden können und die Beschaffung eines Bezugscheines oft Schwierigkeiten macht Besonders in ländlichen Gegenden ist der Verschleiß an Schuhen durch schlechtere und weitere Wege zur Arbeitsstätte oder Schule größer als in der. Stadt. Wir haben daher die Pflicht, die Lebensdouer der Schuhe durch sachgemäße Pflege zu verlängern. Darum, deutsche Hausfrau, beachte folgende Punkte: 1) Nasses Suhwerk sofort von den Füßen Mit nassen Lappen den Schmutz abwaschen und mit trockenem Lappen abreiben. Mit zusammengeknülltem Zeitungspavier nasses Schuhzeug ausstopfen. Das Papier sangt die Feuchtigkeit auf und erhält dem Leder die Form. 3) Nasses Schuhzeug in der Nähe des Ofens trocknen, niemals aber im Herd selbst oder auf dem Herd. Die Gefahr des Verbrennens ist beim Leder außergewöhnlich groß. Außerdem wird Leder, zu schnell getrocknet, brüchig. Sobald das Schuhwerk trocken ist, muß es eingefettet werden, auch die Sohlen bedürfen einer guten Pflege. Neuerdings gibt es Leder=Imprägnierungsmittel, die zum Wasserdichtmachen wie zur Pflege der Sohlen gure Dienste leisten. Diese Mittel sind in allen Schuhgeschäften zu haben, sie helfen mit, die Haltbarkeit der Schuhe zu verlängerN. *— Auszeichnung. Der Gefreite Herbert Weiske erhielt in einer Flieger=Staffel im Westen das Verdienstkreuz mit Schwertern 2. Klasse. Unsern herzlichen Glückwursch! *— Vorweihnachtliche Feierstunde im Mendener Lazarett. Von der Partei und vom RSKOV, Ortsgruppe Menden, wurde am Samstagnachmittag in der festlich mit Tannengrün geschmückten Aula des Lyzeums eine vorweihnachtliche Feierstunde für unsere verwundeten Soldaten veranstaltet, die noch lange in den Herzen unserer Soldaten nachklingen wird. An der Ausgestaltung beteiligten sich die Singeschar des BdM=Werks„Glaube und Schönheit" unter Leitung von Ulla Kyrberg, Musitdirektor Mohr und Maria Beins. Die Ansprachen hielten Pg. Lehrer Beins und Pr Pferdekämper. Als Abschluß der stimmungsvollen Weihnachtsfeier gedachte man in Dankbarkeit unteres Führers. Das Deutschlandund Horst=Wessel=Lied ließen die Feierstunde ausklingen. *.— Der Judenfriedhof wird von der Stadt gekauft. Zur Zeit schweben Verhandlungen über den Kauf des jüdischen Friedhofes am Bromberken. Die Mendener Stadtverwaltung beabsichtigt, den jüdischen Friedhof käuflich zu erwerben und ihn zu einer Grünanlage umzuwandeln. *.— Fünf Gänse— 150 Mark— Gefänguis. In der Nähe von Pfaffenhofen bei München ereignete sich folgendes Interessante und Lehrreiche: Da bot doch ein Geflügelzüchter einem unbekannten Zivilisten eine Weihnachtsgans zum Preise von 30 Mark an. Als der Züchter gefragt wurde, wieviel Gänse er zu diesem Preise abgeben könnte, sagte er dem„Interessenten“ fünf Stück zu. Beide vereinbarten einen Tag, an dem die Weihnachtsgänse geliefert werden sollten. Am verabredeten Termin zeigte der Unbekannte dem etwas verblüfften Geflügelzüchter statt einer prall gefüllten Brieftasche den Ausweis eines Kriminalbeamten der Preisüberwachungsstelle. Der Wucherer erhielt keinen Pfennig. Die Gänse wurden beschlagnahmt. Außerdem wird er vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden. 2— Symphonie eines Lebens hat Bill Behm seinen neuen Roman genannt, der von dem eigenartigen Schicksal eines Blinden berichtet. In packender Erzählerkunst erleben wir den genialen Aufstieg eines Mannes, der lange Jahre seines Lebens im Dunkel verbrachte und sehend geworden, mit besonderer Schärfe die Dinge seiner Umgebung erkennt und danach handelt. Der. spannungsreiche Roman, der einen überraschenden Schluß bringt, wird unsern Lesern gute Un terhaltung sein. *.— Unfall. Gestern kam in den Abend stunden ein junges Mädchen in der Walburaisstraße zu Fall und zog sich durch den Sturz eine schwere Armverletzung zu. *— Verbraucherhöchstpreise für in- und ausländisches Schlachtaeflügel. Nachdem mit Ende November das Feilhalten und das in den Verkehr bringen von Schlachtgeflügel in lebendem Zustande ein für allemal verboten ist, hat der Oberpräsident der Provinz Westfalen als Preisbildungsstelle unter dem 9. d. M. eine Anordnung ergehen lassen, in der die Verbraucherbschstyreise für in= und ausländisches Schlachtgeflügel und dessen Einzelteile neu geregelt werden. Angesichts des stärkeren Absatzes von Schlachtgeflügel zum Weihnachtsfest seien nach der Anordnung die Höchstpreise, die nicht überschritten werden dürfen, der hauptsächlichsten Geflügelarten nachstehend wiedergegeben: So stellen sich die Preise je ½ kg wie folgt: für Suppenhühner, in= und ausländischer, 1. Güte 1,10-R., Junghühner, Brathühner, Poulets usw., ausl., bis zu 1200 g 1. Güte 1.20 J. f, Puten, in= und ausländische, 1. Güte 1.30 RR. f, Mastgänse, Mindestgewicht 3½ kg, 1. Güte 1.30 R.f. Mastenten, inländische und im Inland geschlachtete ausländische, 1. Güte 1.40 R.“ Frühmastenten, inländische, 1. Güte, in der Zeit vom 1. August bis 31. Dezember, jedoch nur, wenn sie gemäß der Anordnung Nr. 10/40 der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft gekennzeichnet sind, 2.20 R..fl. *— Patenschaften für verwundete Soldaten. In einem Kreis unseres Westfalen=Süd hat das Deutsche Frauenwerk für einige schwerverwundete Soldaten, die keine Angehörigen haben, die Patenschaft übernommen, d. h. eine Betreunna, die sich auf jede Art von Fürsorge erstreckt, wie sie unter Familienangehörigen geübt wird. Das Bewußtsein, allein zu stehen, soll auf diese Weise den Soldaten möglichst genommen werden. Die Lazaretten geben nunmehr der NS=Frauenschaft in allen Fällen Nachricht. wenn wieder eine Betreuung zu übernehmen ist. *— Einkauf von hausschlachtungsschweinen. Wiederholte Anfragen geben Veranlassung, erneut darauf hinzuweisen, daß. wie unlängst an dieser Stelle ausgeführt. nach der Anordnung des Viehwirtschaftsverbandes Westfalen nichtlandmirtschaftliche Selbstversorger zum Zmeck der Hausschlachtung keine Schweine von mehr als 60 kg einkaufen dürfen. auch dann nicht. wenn sie für die dreimonatige Haltungs= und Fütterungszeit vorgesehen sind. *— Achtung— Wildhandel! Im Interasse einer reibungslosen Versorgung der Bevölkerung mit Wild=Hasen, Wild=Kaninchen und Fasanen— sind die Wildhändler in Westfalen und Lippe verpflichtet. regelmäßig halbmonatlich Meldung an den Viehwirtschaftsverband in Unna=Königsvorn zu machen, welche Mengen sie von den einzelnen Jagdausübungsberechtigten erhalten haben, gleichzeitig ist der Verbleib des erhaltenen Wildes in vorgeschriebener Form anzugeben. Der nächste Termin zu dieser Meldung ist der 18. Dezember. Llas unsese illendenen Ill#tter und Löchten inteneestert Pflichtjahr klar umrissen Keine Arbeitsüberlastung- Das erzieherische Moment ausschlaggebend NSG. Die Frage, ob das Pflichtjahrmädel im Arbeitsverhältnis steht, ist zu bejahen. Und dennoch ist im Pflichtjahr das Verhältnis zur Hausfrau ein anderes als das des Mädels zur Betriebsführung, das in den Betrieb eintritt, an der Drehbank, am laufenden Band oder im Büro vor der Schreibmaschine sitzt. Das Pflichtjahr, das für jedes die Schule verlassende Mädel pflichtmäßig angeschlossen wird, bedeutet gleichsam eine Station zur Besinnung. Nach den Jahren des schulischen Lernens soll der Hinweis des Mädels zu ihren eigentümlichsten Aufgaben, zum Pflichtenkreis der Mutter und Hausfrau, hingelenkt werden, den sie aller Voraussicht nach in einigen Jahren einmal ausfüllen soll. Das erzieherische Moment ist also ausschlaggebend für die Handhabung des Pflichtjahres. Das Interesse, das die Deutsche Arbeitsfront am Pflichtjahrmädel und am Pflichtjahrhaushalt nimmt, ist gekennzeichnet durch die berufs= und arbeitspolitischen Fragen. Um allen Vorurteilen von vornherein die Spitze abzubrechen, muß gesagt werden, daß das Mädel keinen Ersatz für eine bisherige Hausgehilfin oder eine andere Kraft, die Arbeiten im Haushalt erledigte, darstellt. Das Mädel wird in eine Familiengemeinschaft aufgenommen und soll lernen. Mit der Hausfrau gemeinsam soll sie die Arbeiten erledigen. Die Deutsche Arbeitsfront betont, daß damit nicht dem guten oder mangelnden Wissen des Mädels freier Lauf gelassen wird. Daß in einem rechten Pflichtjahrverhältnis natürlich auch Freizeit und Freuden geteilt werden, ist selbstverständlich. Die Schwierigkeiten, die sich immer wieder zwischen Pflichtjahrmutter, wie sie bezeichnenderweise genannt wird, und Pflichtjahrmädel bezw. dessen Eltern ergeben, liegen zum alBrot- so oder so? Besuch in einer südwestfälischen Vollkornbrot=Bäckerei lergrößten Teil nicht an einseitigem oder beiderseitigem schlechten Willen, sondern an mangelnder Klarheit über gegenseitige Rechte und Pflichten. Daher hat die Hauptfachgruppe Hausgehilfen im Reichsheimstättenamt der Deutschen Arbeitsfront im Einvernehmen mit der Reichsstelle des Deutschen Frauenwerks und der Reichsjugendführung eine Vereinbarung herausgebracht, die für beide Teile bindend ist. Wie wichtig die Erziehung des jungen Menschen ist, geht daraus hervor, daß einer berufstätigen Hausfrau kein Pflichtjahrmädel zugewiesen wird. Alle zuständigen Stellen, die Deutsche Arbeitsfront, das Frauenwerk und das Arbeitsamt sorgen dafür, daß gesundheit schwächliche Mädel nicht in allzu kinderreiche Haushalte eingewiesen werden. Damit mußten schon allein die Aengste verzärtelter Mütter zerstreut werden, die ihren Töchtern eine Scheu beibringen, in„fremden“ Haushalten Arbeit zu leisten. Dieser Standpunkt ist durchaus falsch. Erstens geht es hier um einen Einsatz für die Volksgemeinschaft, um Entlastung kinderreicher Mütter und Aufbaufamilien. Zum zweiten hat noch jeder Weg in die Höhe und zum Erfolg durch schwierige Anfänge des Lernens und Sicheinfügens geführt. — Alterschronik. Der Postschaffner Heinrich Schröer aus Fröndenberg, Sümbergstraße, wurde 75 Jahre alt. Der Turn= und Spielverein 1881 Fröndenberg brachte seinem Mitgründer und Ehrenmitglied durch einige Vertreter herzliche Glückwünsche dar. Schröer kann auf eine erfolgreiche Arbeit in der Turnbewegung zurückblicken. Er gehörte auch zu den Gründern des Sauerländischen Turngaues. den Nach####h# Deilinghofen. Hochschulstudentinnen bestanden die A-Prüfung. Auch die Studentinnen der Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund pflegen den Segelfliegersport. 45 Mädel nahmen vor einiger Zeit an einem Lehrgang in der Segelfliegerschule Deilinghofen teil, um die erste Kleinfliegervrüfung ab zulegen. Alle 45 konnten ihre„A“ fliegen. Verdohl. Wunschkonzert der NSKH-Motorstandarte 68. Im kommenden Monat wird die NSKK=Motorstandarte 68 in Werdohl ein großes Wunschkonzert veranstalten. Wie verlautet svielt der Musikzug und Spielmannszug der Motorgruppe Westfalen, die durch die Musiker der RSKK=Standartenkapelle auf rund 70 Mann verstärkt werden. Linnstadt. Schwedische Ehrung für Livpstädter Sportlerin. Durch die Reichsführung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen wurde der Deutschen Kanumeisterin Josefa Lehmkuni die Ehrennadel des Svenska Kanotforbundet übersandt. Die Auszeichnung erfolgte im Auftrage des Präsidenten des Schmedischen Kanusportes, Asschier, Stockholm. Die Ausgezeichnete hatte sowohl bei den Weltmeisterschaften in Stockholm 1938 wie auch bei den diesjährigen Internationalen Wettkämpfen in Helsinki Gesegenheit, mit der Schwedischen Nationalmannschaft zusammenzutreffen und sportsiche Beziehungen anzuknüpfen. Zusätzsiche Lebensmittel an Tuberkulosekranke. Tuberkulosekranke können laut Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 15. Oktober 1940 in Erweiterung der bisherigen Vorschriften auf Antrag je nach Bedarf folgende Zulagen erhalten: a) für Erwachsene wöchentlich 250 g Fleisch. 125 g Butter 5¼1 Liter Vollmilch, 1000 g Brot oder Nährmittel; b) für Kinder sowie für Erwachsene während der Schonzeit vor Wiederaufnahme der Arbeit in unmittelbarem Anschluß an Heilstättenbehandlung wöchentlich 125 a Butter, 3½ Liter Vollinilch. 250 g Bror oder Nährmittel. Für Kranke, die nicht in Heilanstalten oder Krankenhäusern untergebracht sind, kommen Zulagen in erster Linie in Frage bei Lupus und bei Anochen= und Gelenktuberkulose. In beiden Fällen können wöchentlich 250 g Butter, 3½ k Vollmilch, 3 Eier bewilligt werden. Es bestehen keine Bedenken, die genannten Zulagen im Regelfalle in der vollen Höhe zu bewilligen, abgesehen von Fällen, in denen aus besonderen Gründen mit geringeren Zulagen ausgekommen werden kann. Die Entscheidung gefallen? Nach 6stündigem Kampf gab Kappe auf-— Die übrigen Partien fielen aus „Das Brot schmeckt wieder einmal miserabel!“ Mancher denkt es, mancher sagt es laut heraus, je nachdem, wie übelgelaunt seine Zunge just bei dieser Feststellung sein mag. Und vergißt dabei ganz, daß es ja nur bei ihm selbst liegt, sich die Brotsorten auszusuchen, die nicht nur seinen Gaumen zufriedenstellen, sondern auch darüber hinaus, seinem körperlichen Wohlergehen dienen. Brot ist Brot. Es gibt keinen größeren Irrtum als diese einfach gemachte Auseinandersetzung mit unserem wichtigsten Nahrungsmittel. Und eben darum lohnt es sich, den Dingen einmal auf den Grund zu gehen. Frühstückssemmel, Weiß=, Grau=, Schwarzbrot— jedes Gebäck hat seine Anhänger, die seiner in regelmäßigen Intervallen leid werden und dem gelangweilten Magen dann etwas anderes anzubieten versuchen. Will es das Glück, daß der Betreffende gewillt ist, Empfohlenes einmal wenigstens zu probieren, dann läßt er sich von seinem Bäcker ein Voll kornbrot mit dem Gütestempel des Reichsvolz kornbrotausschusses einpacken. Bei einem Besuch in einer südwestfälischen Bäckerei hören wir, daß dort schon seit 1911 Vollkornbrot gebacken wird. Der Bäckermeister brachte das Rezept aus Hamburg mit, wo Voll kornbrot ja besonders viel gegessen wird, und sein Sohn behielt dann seine Herstellung bei. Wir lassen uns, während wir vor dem großen, weißgekachelten Backofen stehen, den Hergang kurz erklären. Zwei der wichtigsten Dinge dabei sind das Sauern und Quellen des Vollkornmehles, das von allen Spelzen und Nevenstoffen befreit fertig von der Mühle kommt und hier in der Bäckerei nun am Abend in die großen Bottiche geschüttet wird, in denen es einige Stunden stehen muß. Durch diesen Prozeß werden die harten Bestandteile der Randschicht aufgeweicht und damit gut verdaulich gemacht. Nachdem dann der Sauer reif ist, kommt die grobschotige bräunliche Masse in den großen Bottich der Teigknetmaschine, wo sie tüchtig durcheinandergemengt wird. Dann wird der Teig abgewogen, zur Kastenform geformt und in den Ofen geschoben, wo er mehrere Stunden backen muß. Während wir noch ne“ den schönen modernen Backofen betrachten, ist die Backzeit gerade um. Die Ofentür wird geöffnet, und mit riesigen Schiebern geht es dem nun knusperich und appetitlich braunen Brot zu Leibe.„Am laufenden Band“ verläßt es den Ofen und wird nun auf lange Brettstellen aufgestapelt, wo ihm der Bäckerlehrling mit der in Wasser getauchten Bürste den noch fehlenden Glanz verleiht. Kurze Zeit später wandert das Vollkornbrot in den Laden und von dort auf unseren Frühstückstisch. Eine der spannendsten und zugleich hartnäckigsten Partien im Stadtmeisterschaftsturnier wurde in der 4. Runde ausgetragen, in der die beiden Favoriten Degenhardt und Kappe aufeinanderstießen. Nach 6stündigem Kampf erlag Kappe nach heroischem Widerstand einem unaufhaltsamen Mattangriff. Damit scheint die Entscheidung zugunsten Degenhardts gefallen zu sein, denn es ist kaum möglich, daß er in den noch zu spielenden Partien gegen die„Schlußlichter" des Turniers ernsthaft gefährdet werden könnte.— Die übrigen Partien des Sonntags kamen leider nicht zum Austrag, da Rosier und Welling nicht antraten und die Partie Semer— Boas auf den kommenden Freitag verlegt wurde. Wie sie spielten: Degenhardt— Kappe 1:0 Levermann— Rosier ausgef. Semer— Boas ausgef. Schwarz— Welling ausgef. Eine unsichtbare nervöse Spannung hatte die Spieler und die„Kiebitze" ergriffen, als Degenhardt und Kappe ihre Plätze einnahmen. Als Anziehender wählte Degenhardt die KorrKann=Variante, die Kappe keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten schien. Doch bereits nach dem 6. Zuge wich D. von der folgerichtigen Fortsetzung ab und blieb damit seinem alten Grundsatz treu. Kappe witterte darin eine Schwäche und ließ sich dazu verleiten, in ähnlicher Weise fortzusetzen. Und schon bald mußte er erkennen, daß er aufs Glatteis geführt worden war, welches sich später unheilvoll für den Langscheder auswirken sollte. Ein schwacher Punkt ergab der Abtausch eo dö anstatt den Springerzug 6d5 zu wählen(nach eigener Aussage von K.); denn von diesem Moment an erhielt D. das bessere Angriffsspiel, dabei übersah letzterer noch einen glatten Bauerngewinn. Der Druck hielt nicht nur an, sondern verschärfte sich mit jedem Zuge. Wie stark er war, ging daraus hervor, daß K. an einem einzigen Gegenzug über eine halbe Stunde Bedenkzeit benötigte. Im Mittelspiel hatte sich der Langscheder jedoch wieder soweit erholt, daß die Partie ausgeglichen schien. In ungeheurer Zeitnot versperrte er aber durch einen Springerzug seiner Dame die Diagonale. Dadurch bekam D. wieder Oberwasser. Durch zweimaliges Königsschach gewann er auf dem Königsflügel zwei Bauern, deren Verlust das sichere Ende bedeuteten, denn nun ging es rapide bergab. Im 51. Zuge erlag er einem zwangsläufig unaufhaltsamen Mattangriff mit mehreren Möglichkeiten und gab auf. Ein schöner Sieg über einen ehrlichen und tapferen Verlierer. Kappe-Langschede **„ 222 15 14c4t: 77 128PTT a######T XIA Wiish ***** Degenhardt-Menden Die Stellung nach dem 51. Juge von Schwarz Landesschützen beim Vormarsch Aus dem Einsatz im Westen Von Kriegsberichter Hanns Anderle Nd3.(PL.)„Landesschützen wissen sich immer zu helfen, weil die meisten von ihnen schon altere Männer sind, die bereits den zweiten Krieg als Soldaten mitmachen.“ Damit empfängt uns der liebenswürdige Kommandeur eines Landesschützenbataillons im Westen, den wir gebeten hatten, uns einiges über den seiner Truppe während der Kämpfe und des Vormarsches im Mai und Juni zu erzählen, um an einem Beispiel auch die Leistungen der Landesschützen=Einheiten einmal gebührend würdigen zu können. Und er beginnt zu erzählen, wie am 10. Mai auch sein Bataillon, das damals in Koblenz lag, den Einsatzbefehl bekam und nach Luxemburg beorvert wurde, wo es am nächsten Tage im Fußmarsch die weiteren Einsatzorte erreichte. Einige Tage später wurden Teile des Batoillons zum weiteren Vormarsch durch Belgien und Frankreich eingesetzt, die 4. Kompanie erhielt den Marschbefehl nach Neuschateau in Fliegende Besatzungen schicken Päckchen an die Kinder gefallener Kameraden. (PK.=Erichson=Weltbild— M.) Belgien. Hier sollte es sich zum erstenmal zeijen, daß sich die Landesschützen immer zu helen wissen. Obgleich die Männer nur mit Sturmgepäck marschierten, erwies es sich als ##möglich, das befohlene Marschziel im Fuß marsch zu erreichen. Auf der einzigen zur Verfügung stehenden Vormarschstraße fuhren in ununterbrochener Folge die motorisierten Kampf= und Nachschubkolonnen der Heeresgruppe nach vorn. im Gegenstrom kamen immer wieder Leerkolonnen zurück, und unserer wackeren Landesschützenkompanie blieb kein anderer Platz, als mitten auf der Straße zwischen beiden Kolonnen durch Staub und Benzindunst en. Immerhin gelang es, zu erreichen. ### konnte es aber so weitersollte die Kompanie rechtzeitig in ihrem Thienen Einsatzort eintreffen. Der Kompanieführer entschloß sich daher, am nächsten Tage zu versuchen, die Kompanie auf den vorrückenden motorisierten Fahrzeugen zu verladen. Dabei mußte jede sich bietende Gelegenheit ausgenutt werden, und so gelang die Verladung innerhalb weniger Stunden, einzeln auf dem freien Soziussitz eines Krads, einzeln oder zu zweien auf PKW.s, auf Tanks zu dreien und vieren, auf LKW.s, eine größere Truppe einleeren Feldautobus usw. Der # m. in einem kompanieführer. panieführer selbst am frühen Nachmittag in Neuschateau anlangte, waren alle Kompanieangehörigen bis auf den letzten Mann dort versammelt, ein glänzendes Zeichen für den Korpsgeist und das Verantwortungsgefühl sedes einzelnen Mannes. Da die Männer verhältnismäßig frisch waren, hätten sie sofort eingesetzt werden können, wenn nicht schon wieder ein Abmarschbefehl nach dem 32 Kilometer entfernten Nolleveaux vorgelegen hätte. Obgleich das am Vortag durchgeführte„Trampen“ zwischen den vorund rückwärtsbrausenden Kolonnen hindurch als wenig militärische Art der Vorwärtsbewegung empfunden wurde, mußte, der Not gehorchend, die neue Marschstrecke auf dieselbe Weise zurückgelegt werden, was allerdings nicht Verauf „„ruge bulden wollten. Jedenfalls konnte die Kompanie am späten Nachmittag einsatzbereit gemeldet werden, sehr zur Freude des Sicherungsregiments, das bisher diesen Dienst getan und das mit dem Eintreffen der Landesschützen erst anderthalb Tage später gerechnet hatte und nun für seine eigentlichen Aufgaben frei wurde. 70 Mann bewachen 40 000 Kriegsgefangene Noch manche interessante Einzelheit hören wir aus diesen Vormarschtagen des Bataillons. Jede der vier Kompanien hat in der Zeit vom 10. Mai bis 25. Juni unter teilweise schwierigsten Umständen rund 500 Kilometer zurückgelegt. Aber auch die Aufgaben, die an den insatz Einsatzpunkten zu erfüllen waren, waren sehr solcher er Gefangenen eingerichtet bzw. übernommen. Der Lager 6.——— Gerade diese Aufgabe erforderte den restlosen Einsatz, war doch meist so gut wie nichts vori. 2 gefängnis untergebracht wurden. Tage später für etwa 4000 Geein eigenes Lager eingerichtet der zwei Tage später wurde die 20.000 Gefangenes——.— die werden.—„— Ankunft von 20000 Gefangenen gemelbet. Natürlich war nicht daran zu denken, für sie Verfügung zu stellen. Kompanieführer sand einen geeigneten Platz auf einer großen Wiese. Da die Gefangenenströme unvermutet rasch eintrafen, war es unmöglich, den Platz auch nur notdürftig einzuzaunen. Durch geschickte Postenverteilung mußte eine möglichst gute Sicherung geschaffen werden. Immer noch strömten neue Massen auf die Wiese, und als die Menge später beim Abtransport gezählt wurde, waren es nicht weniger als 40000 Gesangene, die auf dieser Wiese genächtigt hatten und für deren Bemachung nicht mehr als 70 Mann zur Verfügung standen, die allerdings zwei Tage und eine Nacht ohne Ablösung aus Posten stehen mußten. Viel weiß noch der Bataillonskommandeur von den Leistungen seiner Männer beim Abtransport der Gefangenen und von den mannigfachen Bewachungsaufgaben zu berichten. Er erzählt auch, wie einige Kameraden eingesetzt waren, um die wichtige Eisenbahnstrecke Charteville—Cambrei zu bewachen, wobei die den einzelnen Zugen zugewiesenen Strecken bis zu 20 Kilometer betrugen. Man muß sich klar machen, was das heißt, wenn die einzelnen Posten täglich auf den Bahndämmen mit ihrem Schotterbelag Wegestrecken von drei= bis viermal fünf Kilometer hin und zurück, also 30 bis 40 Kilometer am Tage ohne Ablösung 14 Tage und länger zurücklegen mußten. Schließlich waren noch die vielseitigen Aufgaben im Rahmen von Ortskommandanturen zu bewältigen. Stellung von Stadtwachen und Streisen Verkehrsregelung Erfassung der Zivilbevölkerung, Inbetriebsetzung von lebenswichtigen Betrieben, Pflege und Ausschmückung von Gräbern. Sicherstellung von Beutestücken und Vorräten. Anweisung von Quartieren an Truppen ufw. Dies alles und noch manches mehr, so schließt der Bataillonskommandeur, haben unsere Landesschützen geleistet. Diese älteren Leute sind trotz größter Anstrengungen stets einsatzfreudig und stolz, wie im Weltkriege wieder dabei sein zu können. Fledermäuse als Bazillenträger Der amerikanische Bakteriologe Professor Pawau hat jetzt auf Trinidad eine schwierige Forschungsarbeit erfolgreich abgeschlossen. Auf Trinidad traten bisher sehr häufig Fälle von Tollwut auf, die ganz sicher nicht durch Hunde Für England in den Tod Wie über Newyort gemeldet wird, ist Norwegens größtes Schiff„Oslosiord“ mit 16673 BRT. in der Nähe von Newcastle auf eine Mine gelaufen und gesunken.„Oslosjord“, von England geraubt, befand sich auf dem Wege nach Kanada.(Weltbild— M.) verbreitet worden waren. Es kam also darauf an, den geheimnisvollen Bazillenträger zu finden. Professor Pawan hat nun nach längeren Untersuchungen ermittelt, daß eine bestimmte Art von Fledermäusen die gefährliche Seuche verbreitet. Ihm sind daraufhin die nötigen Geldmittel zur Verfügung gestellt worden, um einen Feldzug zur Ausrottung der gefährlichen Fledermäuse zu organisieren. Ein Hahn, der nicht kräht...? Dem Besitzer einer großen kalifornischen Hühnerfarm soll es gelungen sein eine Hühnerrasse zu züchten, deren Hähne nicht mehr krähen. Die Beruhigung dieser morgendlichen lebenden Wecker glaubte der Züchter garnicht hoch genug veranschlagen zu können. Er verlangt nun von den Antilärm=Vereinigungen eine jährliche Unterstützung seiner Bemühungen von 100000 Dollar, damit ihm auch noch das Problem gelinge, den Hühnern das lästige Gackern nach dem Eierlegen abzugewöhnen Warum gewohnt der findige Herr Züchter seinen Mistkratzern nicht das Eierlegen überhaupt ab. Dann unterbleibt das Gackern sowrefe Gelobtes Land? Engländer, Araber, Inden in Palästina Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die Gründung des britischen Mandatsstaates Palästina, eines der mannigfachen Stücke aus der türkischen Beute von 1918, den britischen Politikern selten eine ungemischte Freude bereitet. Als während des Weltkrieges Balfour auf Wunsch Rothschilds dem Judentum Palästina als das„gelobte Land Israels" versprach, da rechnete er nicht damit, daß auf der anderen Seite der doppelzüngigen britischen NahostPolitik das— nicht zuletzt aus anderen britischen Versprechungen— erwachende Arabertum solche Schwierigkeiten machen werde, wie dies dann geschah. Die Geister, die England unter Führung seines Obersten vom Secret Service gerufen hatte, wurde es nicht mehr los. Nicht nur die Araber in Palästina selbst, auch die gesamte panarabische Bewegung im Nahen Osten wie in Nordafrika, forderte ein arabisches Palästina. Ebenso drängten die Zionisten und das Indentum der übrigen Welt auf Erfüllung der„Balfour=Deklaration". So saß London zwischen seinen zwei Stühlen, und der gefährliche Abgrund, der zwischen den beiden Sitzgelegenheiten klaffte, war ein Raum, in dem zunächst nur die englische Polizei, schließlich sogar nur das Militär einigermaßen die Ordnung aufrecht erhalten konnte. Bis 1938 glaubte man in England durch betonte projüdische Politik die Araber klein kriegen zu können. Aber die Unruhe wuchs immer mehr: namentlich nachdem der große Araberstreik, der mit allen Begleiterscheinungen eines Aufstandes inszeniert wurde, eine ganz neue innerpolitische Lage in Palästina gezeigt hatte. Er konnte nur dadurch geführt werden. weil es gelungen war, eine arabische Einheitsfront herzustellen: es war das Verdienst des Großmufti von Jerusalem, Hadschi Amin el Husseini. Er hatte es verstanden, die alten Parteien der„Effendis“ sowie der„Unabhängig= keitspartei“ der Jung=Araber im Rahmen des „Hohen Arabischen Komitees", zusammenzubringen. Im Hintergrund war der„Geheime Orden der aufständischen Scheiks" tätig. Allerdings gelang es dann England, die Gegenspieler des Mufti, die Naschaschibi=Partei, auf seine Seite zu bringen, und der bereitz nach B Jerusalem einberufene panarabische K mußte abgeblasen werden, da sich die des nationalen Islam bei Sir Wauchope nicht sicher fühlten. Aber trotzdem blieb England von 1938 an nichts anderes übrig, als die jüdische Einwanderung teilweise abzustoppen und durch den Teilungsplan von 1939 die jüdischen und arabischen Gebiete abzugrenzen. Dort wurde bestimmt, daß Juden nur in den Städten. in den Industriegebieten und im Küstenland Land kaufen dürfen; eine Regelung, werche selbstverständlich die Araber nicht befriedigen konnte. Die wirtschaftlichen Folgen der arabischen Unruhen waren für Palästina überaus schwer. Sie wären noch stärker in Erscheinung getreten, wenn nicht die jüdische Einwanderung bedeutendes Kapital ins Land gebracht hätte. Der Zustrom an Kapital betrug in den Rekordjahren 1932 bis 1935, während sonst überall die Weltwirtschaftskrise herrschte, etwa 50 Millionen Pfund! Allerdings kam dies Geld vorwiegend dem Handel und der Industrie und der jüdischen Landwirtschaft zugute, nicht der Masse der arabischen Eingeborenen. Von den 15 Millionen Einwohnern Palästinas sind etwa 300000 erwerbstätig. Zwei Drittel davon sind arabische Landwirte. Die palästinensische Landwirtschaft ist in der Hauptsache auf den Bau von Citrusfrüchten, vor allem Orangen eingestellt. Drei Viertel der Gesamtausfuhr bestehen aus Citrusfrüchten. Im Jahre 1938 betrug der Gesamtwert der Ausfuhr 5 Millionen Pfund. Deutschland nahm über 100000 Kisten Citrusfrüchte ab. Diese einseitige Wirtschaftsstruktur Palästinas — man könnte fast von einer Monokultur sprechen— mußte sich aber rächen, sobald der Absatzmarkt eine wesentliche Einschränkung erfuhr. Dies ist seit einem Jahr der Fall. Besonders schlimm, da 1939 ein Rekorderntejahr in Palästing war. Als Folge zeigte sich eine große Arbeitslosigkeit, vor allem in den jüdischen Gebieten, die ja, entsprechend der Rasse ihrer Bevölkerung. vorwiegend sich auf den Handel konzentriert hatten. Seit Kriegsausbruch haben sich die jüdischen Arbeitslosen in Palästina um 70 v. H. vermehrt. Neben dem So äußerte sich der engl Ministers für innere die Trümmer der britischen angriff vernichtend getrossen n einem Teium von Soveurrh. Iu Begeeitn Herbert Morrison(mit Bribse), besichtigte mOk. die von der beurschen Luftwasse in einem (Associated Preß Wegfall großer Absatzmärkte siel verschärfend der Mangel an Tonnageraum ins Gewicht. Andererseits ist Palästina ein Land, das sich nicht selbst ernähren kann: die Einfuhrzahlen liegen etwa doppelt so hoch, wie die Ausfuhr. Ein Zustand, der überhaupt nur seit Jahren deshalb erträglich war, weil die einwandernden Inden ihre Vermögen mitbrachten oder sonstige Werte einführen mußten. Seitdem das östliche Mittelmeer Kriegsgebiet geworden ist und Haisa sogar in der Luftzone der italienischen Bomber liegt ist die Lage immer katastrophaler geworden. Ebenso kann kein Zweisel bestehen, daß die grabische Bevölkerung des Landes dem Krieg iorer Unterdrücker nicht eben mit Sympathie gegenübersteht... „Das gelobte Land“, in dem Chaime Weizmann und seine britischen Freunde hofften sich einmal gemütlich niederlassen zu können ist kein Land mehr, in dem Milch und Honig fließt. Und mit der leichten Ausplünderung der einheimischen Araber ist es ohnehin so eine Sache! Wenn die britische Macht im Nahen Often einmal ins Rutschen kommen wird, kann Palästina noch eine wichtige Rolle spielen. Prof. Piecard als Taucher n— Gs— der„Merresiuger i s Ties Mit einem evenso sensationellen wie wagemutigen Plan ist jetzt der durch seine Stratosphärenflüge bekannt gewordene Professor Piccard an die Oeffentlichkeit getreten. Er will nichts Geringeres, als den Tauchrekord des Forschers William Beebe, der eine Tiefenfahrt von 900 m unternommen hat, mit der phantastisch anmutenden Tauchtiese von 4000 m brechen. Tazu benutzt er, um den riefigen Wasserdruck auszuhalten, eine Stahlkugel von etwa 2 m Durchmesser, in die konisch geschnitteue Fensterscheiben eingelassen sind, deren äußerer Durchmesser 40 cm und der innere 10 em betragen wird. Vorerst wird natürlich nur eine unbemannte Probefahrt in die Meerestiefe unternommen, nach deren erwartetem glückhaften Ergebnis der Gelehrte selbst zusammen mit einem Zoologen den Abstieg wagen will. Selbstverständlich sind genaue technische Berechnungen und Vorbereitungen notwendig, wenn das Unternehmen gelingen soll. Unterirdische Höhlen und unbekannte Meeresungeheuer schrecken den mutigen Professor nicht, nur gegen etwa auftauchende Riesenmollusken in ein Apparat eingebaut, mit dem elektrische Ströme zur Abwehr der Tiere ausgesandt werden können. Um das allzu schnelle Absinken der Stahlkugel in unerwünschte, noch größere Tiefen— in denen das Gehäuse zerdrückt würde— zu verhindern, wird in geräumigen Gefäßen eine flüssige Mischung von Schwefel und Kohlenstoff mit dem spezifischen Gewicht 05 mitgeführt, um durch den Auftrieb einen gewissen Ausgleich zu schaffen, so daß die Kugel in etwa 4000 Meter Tiefe gewissermaßen schwebt. Wie aber kommen die Wissenschaftler wieder an die Oberfläche? Das geschieht mittels mitgenommener großer Mengen von Eisenfeilspänen als Ballast, die dann einfach ausgestoßen werden. Eine Heizung der „Meereskugel" erübrigt sich, da in der genannten Tiefe stets eine gleichmäßige Temperatur von etwa 5 Grad Celsius herrscht, doch ist natürlich ein Sauerstoffvorrat für etwa 24 tunden vorgesehen, während die beim Atmen ausgestoßene Kohlensäure von kanstischer Pottasche aufgesogen und damit neutralifiert wird. Die Kugel sinkt mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von1 Meter in der Sekunde. so daß für den Abstieg nur etwas mehr als eine Stunde benötigt würde. Da die Tieffeeden Zweck der Erforschung der hat. sind Elektromotoren im Innern angebracht, die das Kugelschiff mit einer Geschwindigkeit von rund 10 Meter je Sekunde in horizontaler Richtung fortbewegen sollen. Außerdem sind an der Außenwand der Stahlkugel Beleuchtungskörper von starker Wirksamkeit anmontiert, die das Photographieren ermöglichen. Auf die Ausbeute dieser einzigartigen Unternehmung in unbekannte Tiefen des Qzeans wartet die Welt der Wissenschaftler mit großer Spannung. e Eine fünf Meter große Schneeflocke In einem chemischen Laboratorium in Newyork wurde eine künstliche Schneeflocke von fünf Meter Größe fertiggestellt. Das Modell gleicht im Aufbau völlig einer normalen Schneeflocke, deren Umsang überlebensgroß ist, und es dient dazu, den Aufbau einer solchen locke aus ihren winzigen Eiskristallen in alDeutlichkeit zu zeigen. Das Modell ist hauptsächlich für den Anschauungsunterricht der Schulen bestimmt, und mehrere Klassen machen täglich in diesem Laboratorium ihren Besuch. Ein phantastischer Plan Einen phantastischen Plan hat der amerikanische Ingenieur Oesterwald ausgearbeitet. Er stellte zunächst eine Berechnung der Energien auf, die dadurch entsteht, daß hohe Gebäude und besonders Wolkenkratzer leicht schwanken. und er kam zu dem recht unglaublichen Ergebnis, daß diese Energie genügen würde, um den Wollenkratzer elektrisch zu erleuchten und ihn unabhängig von sonstiger Stromversorgung zu machen. Er schlägt vor, die Schwankungen mittels einer von ihm konstruierten Maschine aufzufangen und in Licht umzuwandeln. Bis jetzt scheint er aber noch keinen Geldgeber für gefunden zu haben. Westfalen und Kheinland Weihnachtspäckchen der für jeden Soldaten Unsere Soldaten und ihre getreuen Kameraden vom Reichsarbeitsdienst, von der Organisation Todt, von der Technischen Nothilse und von der Polizei, soweit sie in den besetzten Gebieten eingesetzt sind, werden zum größten Teil Weihnachten 1940 nicht zu Hause verleben können. Aber ihre Lieben und die ganze Heimat sind nicht nur mit ihren Gedanken und Wünschen bei ihnen, sondern wollen ihnen das Gefühl der Dankbarkeit und Verbundenheit auch durch die weihnachtliche Tat zum Ausdruck bringen. Ueber die unendliche Bielzahl von Feldpostpäckchen, die von den Familien selbst an die Front gingen, konnte man sich in diesen Tagen auf jedem deutschen Postamt unterrichten. Die Feiergestaltung draußen haben die Wehrmacht und fur die übrigen Organisationen die dafür zuständigen Stellen übernomnen. Dazu hat nun auch die NSDAP. noch eine große Weihnachtsaktion unternommen, aus der jeder Soldat und gleichgestellte Einberufene ein Weihnachtspäckchen der Partei bekommen wird. Im Auftrage des Stellvertreters des Führers hat die NSV. ihre bewährte und erfahrene Organisation in den Dienst der Sache gestellt. Mit Hilse von Sonderkontingenten wurden die benötigten Gaben im großen zentral eingekauft und gleich von den Lieferanten über die Kreise in die Ortsgruppen geleitet, wo alsbald ein eifriges Packen begann. Viele Millionen von Weihnachtsväckchen der Partei sind so zunande gekommen. Sie enthalten nützliche und angenehme Sachen. So würden z. B. rund 160 Millionen Rasierklingen. 100 Millionen Zigaretten, 15 Millionen Zigarren, 25 Millionen Rollen Drops, 8 Millionen Päckchen getrocknete Früchte, 9 Millionen Pakete Lebkuchen je zu 200 Gramm und nicht zuletzt für rund 3 Millionen RM. Bücher und Zeitschriften in die Päckchen getan. Der Ortsgruppenleiter der Partei, der die Soldaten seines Bereichs durch seine Blockleiter kennt, tritt auch mit einem persönlichen Grußwort als Absender der Weihnachtspäckchon in Erscheinung. Weihnachtszuwendungen im öffentlichen Dienst Wie der Reichsfinanzminister mitteilt, gilt die Verordnung über die Gewährung von Weihnachtszuwendungen im öffentlichen Dienst auch fur das Jahr 1940. Danach bekommen Beamte. Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienstes mit einer Grundvergütung von nicht mehr als 250 RM. bew. wo eine Grundvergütung nicht festgesetzt iu. bei Bezügen bis 300 RM. eine Weihnachtszuwendung im Betrage von acht Reichsmark für jedes beihilfeberechtigte Kind ausgezahlt, und zwar ist jedes kinderzuschlagsberechtigende Kind zu berücksichtigen, das nach dem 23. Dez 1923 geboren ist. Von der Veraussetzung einer mindestens zwölfwöchigen Beschäftigung kann bei Gefolgschaftsmitgliedern deutscher Volkszugehörigkeit abgesehen werden, die in Gebieten beschäftigt werden, in denen erst während des Jahres 1940 eine deutsche Verwaltung eingerichtet wurde. In sinngemäßer Anwendung der Verordnung wird auch verfahren bei Personen, die zum langfristigen Notdienst oder Luftschutzwarndienst oder Sicherheits= und Hilfsdienst oder Flugmeldedienst herangezogen find, wenn sie nicht ohnehin Weihnachtszuwendungen erhalten. Angestelltenversicherung Die höchstmögliche Rente Rasse c 5 Berlin, 16. Dez. Ein Aufsatz„Versicherung oder Versorgung“ in einer Zeitschrift enthält den Satz:„Die gegenwärtig höchstmögliche Rente in der Angestelltenversicherung beträgt 125 RM. im Monat". Demgegenüber ist folgendes festzustellen: Ein Versicherter, für den seit Bestehen der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. nämlich vom 1. Januar 1913 bis 31. Oktober 1940, stets Beiträge in der jeweils höchsten Pflicht beitragsklasse entrichtet wurden, hat gegenwärtig im Versicherungsfalle Anspruch auf ein Ruhegeld von monatlich 134.10 RM. Die zur Zeit höchstmögliche Rente beträgt aber für einen Versicherten, der stets Beiträge in der jeweils obersten(freiwillige) Beitragsklasse entrichtet hat, monatlich 195.80 RM. Durch jeden weiteren Beitrag erhöht sich dieses Ruhegeld um einen Steigerungsbetrag. Das Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung, die bekanntlich erst seit 28 Jahren besteht, beträgt: Monats= nach 30jähr. nach 40jähr. beitrag Beitragsleistung jährlich 25.— RM. 1440.— RM. 1800.— RM. 30.— RM. 1800.— RM. 2290.— RM. I 40.— RM. 2520.— RM. 3240.— RM. R 50.— RM. 3240.— RM. 4200.— RM. Das Ruhegeld erhöht sich noch um einen Kinderzuschuß für jedes Kind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Reichs=Kinderbeihilfe für weitere 1.5 Millionen Kinder Die von Staatssekretär Reinhard in seiner kürzlichen großen Finanzrede angekündigte neue inderbeihilfen=Verordnung ist nunmehr im Wortlant bekanntgemacht worden. Sie bringt einen wesentlichen Ausbau der bisherigen Kinderbeihilfen mit dem Erfolge, daß statt bisher dr Millionen ab 1. Januar 1941 viereinhalb Millionen Kinder lausende Kinderbeihilfen bis zum 21. Lebensjahr aus Reichsmitteln erhalten werden. Die Verordnung bestimmt, daß das Reich dem unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Haushaltsvorstand für das dritte und jedes weitere minderjährige Kind, das zu seinem Haushalt gehört. eine Kinderbeihilfe gewührt, wenn der Haushaltsvorstand deutscher Staatsangehöriger eder deutscher Volkszugehöriger ist. Aus dieser Fassung werden zugleich die fundartentatsten Nruerungen deutlich: Erweiterung der Kinderbeihilfe bis zum 21. Lebensjahr und Gewährung dieser Beihilfe ohne Rücksicht auf dis Einkommen oder den Stand der Eltern. Kinder im Sinne der Verordnung sind außer deii Abkömmlingen des Haushaltsvorstandes seine Stiefkinder, seine Adoptivkinder, seine Pilegekinder und die Abkömmlinge dieser Personen. senn sie deutschen oder artverwandten Blutes ind. Die Kinderbeihilfe deträgt 10 RM. für jeden vollen Kalendermonat. in dem die Voraussetzungen für ihre Gewährung erfüllt sind. Das FiKriegs=WHW. beschert Weibnachten Volksgemeinschaft bewährt sich eindrucksvoll in Großdeutschland In diesen vorweihnachtlichen Tagen waltet überall in Großdeutschland wieder, wie in jedem Jahre seit der nationalsozialistischen Machtübernahme, ein einzigartiger Weihnachtsmann seines Amtes: es in der Weihnachtsmann des WHW. Und er ist, wenn man die Fülle der Gei heuke und die Millionenzahl der Bescherten betrachtet, der größte Gabenspender, den es jewials irgendwo gegeben hat. Das deutsche Volk hut durch das wäindig steigende Spendenaufkommen auch in diesem Jahre wieder bekundet, daß es gerade im Kriege die große sozialistische Tatgemeinschaft des WHW. bejaht. Es ist für die Durchführung ergänzend angeordnet worden, daß vor allem überall da einzusetzen ist wo durch den Krieg ein besonderer Notstand besteht. Hierbei werden die Familienangehörigen der Einberufenen besonders zberücksichtigt. Wir haben uns in der Dienststelle des Reichsbeauftragten für das WHW bei den maßgebenden Sachbearbeitern erkundigt, wie die Weihnachtsbescherung des zweiten Kriegs=WHW. durchgeführt werden wird. Dabei haben wir erjahren, daß die Gaubeauftragten für das W5W. dafür Sorge tragen, daß das Weihnachtsfest als schönstes Fest der deutschen Familie auch im allgemeinen ausschließlich in der Familie gefeiert werden kann. Was die Gaben des WHW anlangt. so bestanden sie in Friedenszeiten in schönen und nützlichen Sachgeschenken aller Art. Die Bewirtschaftung dieser Güter des täglichen Bedarfs durch das Karten= und Bezugscheinsystem hat zur Folge, daß die Betreuten ihren Weihnachtsanteil diesmal in Form von Wertscheinen, gestückelt in Wertscheine zu 50 Pfg. 1 und 5 RM., erhalten, wobei im Einzeljall die Kopfzahl der Familie berücksichtigt werden wird. Sie können aus diese Wertscheine beim Einzelhande! Nahrungsmittel, Bekleidung und Kohlen im Rahmen der allgemeinen Zuteilungen auf ihre Karten beziehen. Die Einzelhändler lösen die Wertscheine bei den Banken gegen Bargeld ein. Um welche Summen es sich dabei handelt, wird daraus ersichtlich, daß für das ganze Kriegs=WHW 1940/41 rund 200 Millionen RM. für Wertscheine vorgesehen sind. wobei Weihnachten der eine, der Gedenktag der Machtübernahme der 30. Januar, der andere Höhepunkt der Verteilung ist. Das Kriegs=WHW. gedenkt aber auch ganz besonders der Kinder der betreuten Familien. 600000 Kilogramm Lebkuchen und für jast 15 Millionen Reichsmark Spielzeug sind für die rund 2 Millionen in Betracht kommenden Kinder als Weihnachtsgeschenk des WHW. beschafft worden. Durch die Ortsbeauftragten fur das WHW werden Lebluchen und Spielzeug rechtzeitig den Eltern zugestellt, damit ne die Gaben am Weihnachtsabend den Kindern selbst überreichen können. Auch den ins Reich heimgekehrten Volksdeutschen aus Bessarabien, Wolhynien usw. soweit ne noch nicht endgültig angesiedelt werden konnten und sich noch in Lagern befinden, wird eine deutsche Weihnacht bereitet. Diese Volksgenossen, die zum ersten Male ein Weihnachtsfest in der Heimat ihrer Väter erleben, haben eine erfreulich große Zahl von Kindern mitgebracht, von denen rund 120000 zusätzlich beschert werden. Die Bescherung wird gemeinsam mit der vollsdeutschen Mittelstelle vom WHW. durchgeführt. Es wurden allein, außer den vorher genannten Mengen, für diese vollsdeutschen Kinder 100.000 Kilogramm Lebkuchen und für etwa 240000 RM. Spielzeug zur Verfügung gestellt. So zeigt sich im ganzen hier wieder eine nationalsozialistische Leistung von wahrhaft imponierendem Ausmaß, die es ermöglicht, daß auch zum Kriegsweihnachtsfest 1910 jede Familie im großen deutschen Reich den Schutz und Schirm der starken deutschen Volksgemeinschaft empfindet. nanzamt erteilt dem Haushaltsvorstand einen schriftlichen Bescheid über die Höhe der Kinderbeihilfe. Die Kinderbeihilfe wird nach Ablauf des Kalendermonats gezahlt, für den nie gewährt wird. Kinderbeihilfe, die zu Unrecht gezahlt worden ist, ist zurückzuzahlen. Der Anspruch ani Auszahlung der Kinderbeihilfe ist nicht übertragbar. Die Kinderbeihilfe wird auf Zuwendungen, die aus öffentlichen Mitteln gewährt werden, nicht angerechnet. Nach den Vorschriften der neuen Verordnung find Kinderbeihilfen erstmalig für den Monat Jannar 1911 zu gewähren. Laufende und erweiterte laufende Kinderbeihilfen sind nach den bisherigen Vorschriften letztmalig für den Monat Dezember 1940 zu zahlen. Die Vorschriften dieser Verordnung gelten auch in den eingegliederten Oftgebieten. Behelfslieferwagen und PKW. mit Anhänger werden überprüft Zur Erweiterung des Transportraumes sind für die Beförderung von Gütern Behelfslieferwagen und Personenkraftwagen mit Anhänger zugelassen worden. die bei Bewinkelung und Kraftstoffzuteilung wie Nutzfahrzeuge behandelt werden. Wie der Reichsverkehrsminister mitteilt, haben die Beobachtungen dieser Fahrzeuge im Straßenverkehr ergeben, daß vielfach solche Fahrzeuge nicht für echte kriegswichtige Transportbedürfnisse eingesetzt werden, sondern häufig überwiegend zur Beförderung von Personen dienen. Dabei werden auch reine Personenfahrten durch Mitnahme von Paketen Körben usw. getarnt. Andererseit; hat sich herausgestellt daß zahlreiche Kleinlastkraftwagen besonders Dreiradwagen mit einer Rutzlast unter einer Tonne auch jetzt noch stilliegen Weiter werden lausend neue Kleinlastkraftwagen im Bezugscheinverfahren der Wirtschaft zugeführt. Aus diesen Gründen ordnet der Minister eine Ueberprüfung der als Behelfslieferwagen bzw. PKW. mit Anhänger zugelassenen Fahrzeuge an. Ziel ist die Ausschaltung dieser Fahrzeuge, soweit sie nicht überwiegend kriegs= und lebenswichtige Transporte durchführen sowie die möglichst weitgehende Ersetzung der dann noch verbleibenden Fahrzeuge durch Kleinlastwagen. Bei Beschwerden über Umstellung dieser Fahrzeuge auf Kleinlastkraftwagen entscheiden die zuständigen Bevollmächtigten für den Nahverkehr endgültig. Höchstpreise für Schlachtgeflügel Handel und Transport von Zucht= und Nutz geflüge! Essen. Der Oberpräsident der Rheinprovinz — Preisbildungsstelle— hat unter dem 10. Dezember eine Anordnung über Verbraucherhöchstpreise für in= und ausländisches Schlachtgeflügel und dessen Einzelteile erlassen. Die Anordnung ist am 13. Dezember 1940 in Kraft getreten. Danach betragen in der Rheinprovinz die Verbraucherhöchstpreise je ½2 ka u. a. für Suppenhühner(in= und ausländische 1. Güte) 1,10 R.A. für zerlegte Hührrer(in= und ausländische. 1. Güte. unter Beilegung des gereinigten Hüh nerkleins) 1.45 K.4: für Puten zerlegt 1.60 R.A; für Mastgänse(Mindestgewicht 3½/2 Kilo. 1. Güte) 1,30 R.K. für Frühmastgänse in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli(1. Güte) 2.00 für Mastenten(inländische und im Inland geschlachtete ausländische. 1. Güte) 1,40 fur zerlegte Mastenten(in= und ausländische 1. Güte) 1.60 R.k, für Fettenten(ausländische. 1. Güte) 1.20.K. für zerlegte Fettenten sausländische. 1. Güte) 1.40 K.K. für Frühmastenten(inländische, 1. Güte) 2.20 J.f. — Die Preise für Einzelteile usw. sind entspre chend festgesetzt. Verstöße gegen die Anordnung werden bestraft, ebenso Handlungen, durch die der Sinn und Zweck der Anordnung umgangen wird oder umgangen werden soll. * Da in letzter Zeit beobachtet wurde daß Preisüberschreitungen von Erzeugern und Verbrauchern in der Weise getarnt werden, daß der Verkauf des Geflügels als Nutz= und Zuchtgeflügel erfolgt während es in Wirklichkeit zu Schlachtzwecken verwandt wird ist eine besondere Anordnung ergangen, die den Handet und den Transport von Zucht= und Nutzgeflüge! in der Zeit vom 15. Dezember 1940 bis zum 15. Januar 1941 grundsätzlich verbietet. Sinn dieses Verbotes ist die Unterbindung der vollswirtschaftlich unerwünschten Verwendung von Zucht= und Nutzgeflügel zu Schlachtzwecken: andererseits dient das Verbot der Preissicherheit und Preisklarheit des Schlachtgeflügels. Hauptschriftleiter Dr. Kar! Maser gestorben Dortmund. Am Sonntagnachmittag ist der Hauptschriftleiter der Zeitung„Tremonia“ in Dortmund, Dr. phil. Karl Maser. nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Die deutsche Presse verliert in Dr Maser einen kenntnisreichen und arbeitsfreudigen Schriftleiter, einen Mann von lauterem Charakter und umanendem Wissen, der in Berufskreisen und weit darüber hinaus in höchstem Ansehen stand. „Niederträchtig und gemein..“ Gladbeck. Das Essener Sondergericht verurteilte in Gladbeck die 40jährige Gertrud Gergen aus Gladbeck wegen Betruges Unterschlagung. Urkundenfälschung und wegen Verbrechens gegen das Volksschädlingsgesetz zu einem Jahr und acht Monaten Zuchthaus Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden der Angeklagten auf ein Jahr aberkannt. Die Angeklagte hatte sowohl als Blockhelferin des Reichsluftschutzbundes als auch als Helferin in der RSV. Beträge und Sammelgelder eingezogen. Während sie die Veruntreuungen beim RLB. wieder ausglich hat sie die Sammellisten der RSV. dahin sabgeändert daß ne die gespendeten Beträge verkleinerte und die Differenz in die eigene Tasche steckte. In scharfen Worten geißelte der Staatsanwalt die Straftaten der Frau, die niederträchtig und gemein seien. Stückgutdiebe gefaßt Osnabrück. Zwei Lastkraftwagenfahrer, die von einer auswärtigen Dienststelle Stückgüter abholen mußten stahlen und unterschlugen Warensendungen die sie nach Osnabrück schafen sollten. Der eine Kraftfahrer stahl in zwei Fällen solche Sendungen, die für fremde Firmen bestimmt waren, und verkaufte sie weiter. Ein anderer Kraftfahrer lieferte die ihm übergebenen Stückgüter nicht alle an seinen Auftraggeber ab, sondern unterschlug und verkaufte einen Teil davon. Einer der Täter hatte bereits vor einigen Monaten auf einem Werk bei dem er beschäftigt war gestohlen. Die beiden Kraftfahrer und der Aufkäufer der gestohlenen Güter wurden verhaftet. Den Kameraden bestohlen Saarlautern. Einen ganz niederträchtigen Kameradendiebstahl beging der 20 Jahre alte Leo Walter Hahn aus Wiesbaden. Er war im DA,.=Lager in Buß einquartiert. Aus der Unterhaltung erfuhr er. daß ein in einem anderen Zimmer wohnender Arbeitskamerad seine Ersparnisse im Spind verwahrte. In Abwesenheit seiner Kameraden schlich er sich in das Zimmer, erbrach das Behältnis und nahm aus der darin liegenden Brieftasche sechzig Mark womit er nach Wiesbaden reiste. Bei der Vorführung aus der Untersuchungshaft wurde vor dem Schnellrichter u. a. festgestellt daß der Bursche in diesem Jahre seiner Lehrfirma 220 iM. gestohlen uno dafür zwei Monate Geingnis erhalten hatte. Angesichts der Gemeinheit der jetzigen Handlung erkannte der Richter auf acht Monate Gefängnis. Warnung vor einem Betrüger Koln. Vor einem Monat wurde die Ehefrar eines im Felde stehenden Soldaten von einem Betrügervaar aufgesucht. Der Mann erklärte er kame vom Luftfahrtministerium und müsse 240 RM. einkassieren. Weiter gab er an der Soldat hätte sich den Betrag von einer Familie in Antwerven gelieben und davon Anzugstoffe und Wasche gekauft, die er im Urlaub mit nach Köln genommen hätte Nur das vorsichtige Ver halten der Frau des Soldaten hat sie vor Scha den bewahrt Der Schwindlei ist etwa 45 Jahre alt. 175 bis 178 Zentimetei gron schlank hat chwarzes, zurückgekämmtes Haar blasses Ge sicht. Er trug einen zweireihigen Ulster. graue Schlagermütze und braune Halbschuhe. In seiner Begleitung war eine 40jährige kräftige Frau, die Trauerkleidung trug. Es wird vor dem Betrügerpaat gewarnt. Landjahrerzieherin Mit der Schaffung des Landjahres ist 1934 zugleich ein neuer Beruf entstanden, der der Landjahrerzieherin in dem sich heute über 600 Landjabrführerinnen ganz ihrer fraulichen Eigenart gemäß und doch unerhört politisch auswirken können. Nicht nur Lehrerinnen aller Art. BDM= Führerinnen. Jugendpflegerinnen oder Kindergärtnerinnen, sondern auch Abiturientinnen Bauerntöchter. Mädchen aus den verschiedensten Berufen ohne eigentliche erzieherische Vorbildung, suchten und fanden im Landjahr die Möglichkeit durch Einsatz aller ihrer Kräfte und Fähigkeiten junge Menschen aufs tiefste zu beeinflussen und für den Einsatz im Lebenskampf unseres Volkes vorzubereiten. Kann 3s auch für Erzieherinnen, denen Menschenführung Herzensbedürfnis ist eine idealere Aufgabe geben, als in neunmonatiger. Landjahrführerinnen und Landjahrpflichtige eng umschließender Kameradschaft durch die gesamte Lebensführung Vorbild und Beispiel sein zu dürfen für Mädchen, die— wie es bei den Landjahrpflichtigen der Fall ist— eine Auslese der deutschen Jugend in charakterlicher. körperlicher und geistiger Beziehung darstellen und die sich in einem Lebensalter befinden. in dem sie für alles Ideale und Schöne besonders empfänglich, begeisterungsfahig und ovferbereit sind! Besonders wertvolle Erzieherinnen aus den verschiedensten Berufsschichten(19—30 Jahre). nur gute Zeugnisse können in der nationalpolitischen Erziehungsarbeit des Mädellandjahres dessen Aufgabengebiete in der gegenwärtigen Zeit immer größer werden als Führerinnen eingestellt werden. Merkblätter über Berufsausbildung und Bedingungen sind unter Vorlage des ausführlichen Lebenslaufes mit Lichtbild anzufordern bei der Landjahrbezirksführerin für die Provinz Westfalen. Regierung Münster. Soldat nahm Sittlichkeitsverbrecher fest Münster. An die falsche Adresse kam hier ein bereits wegen Sittlichkeitsverbrechen vorvestrafter Mann, als er sich mit unsittlichen Anträgen an einen Soldaten wandte. Dieser nahm ihn kurzerhand fest und brachte ihn zur Polizei, die ihn ins Gerichtsgefängnis weiterbeförderte. Schwerer Verkehrsunfall Köln. Beim Ueberschreiten der Fahrbahn wurde ein 46jähriger Arbeiter von einem Omnibus angejahren, zu Boden geschleudert und eine Strecke mitgeschleift. Als der Mann unter dem Kraftwagen hervorgeholt wurde, war er bereits tot Seltsamer Tod Idar=Oberstein. Auf der Straße nach Siesbach wurde in der Morgenfrühe ein aus Rötsweiler stammender Magazinverwalter bewußtlos aufgefunden. Die Todesursache konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden. AeußerVerletzungen hatte der Tote nicht. Ein Holzfäller von einer stürzenden Tanne erschlagen Montabaur Westerwald). Beim Holzfallen wurde in Obersayn ein Holzfällermeister von einer stürzenden Tanne so schwer getroffen und verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Laufbahn des leitenden Dienstes in der Sicherheitspolizei und des S2. Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD. gibt bekannt, daß Bewerbungen von Schülern der 7. und 8. Klasse höherer Lehranstalten, von Jungmannen entsprechender Züge der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und von Lehrgangsteilnehmern des Langemarckstudiums der Reichsstudentenführung für die Laufbahn des leitenden Dienstes in der Sicherheitspolizei und dem SD. ab 1. 12. 1940 entgegengenommen werden. Merkblätter über die Voraussetzungen und über die Ausbildung zur Laufbahn des leitenden Dienstes sind anzufordern bei allen Staatsvolizei=Leit=) Stellen, KriminalpolizeiLeit= Stellen und SD.= Leit=) Abschnitten, sowie bei den Gebietsführungen der HJ. und den Beratungsstellen des Reichsstudentenwerkes oder unmittelbar beim Reichssicherheitshauptamt Berlin SW. 68. Wilhelmstraße 102. Eine Einberufung zu 7tägigen Ausleselehr= gängen des Reichssicherheitshauptamtes kann — nach Prüfung der eingehenden Unterlagen — zu bestimmten Terminen während des ganzen Jahres erfolgen. Auch Bewerber, die sich zurzeit beim Reichsarbeitsdienst, bei der Wehrmacht und der Waffen=f befinden können an Ausleselehrgängen teilnehmen. Der erforderliche Urlaub ist bei ihrer Einheit unmittelbar zu beantragen. Bewerber ohne Abitur können im Falle der besonderen volitischen Bewährung und bei hervorragender Begabung zu Ausleselehrgängen sofort zugelassen werden. Sie haben im Falle der Annahme Gelegenheit. die Reiseprüfung über das Langemarckstudium der Reichsstudentenfubrung abzulegen. Anschriftdoppel in jede Sendung! Die Reichsbahn teilt mit: Die Weihnachtszeit bringt gerade im Kriege einen starten Gepäck= und Expreßgutverkehr mit sich. Gar mancher will seinen Angehörigen oder Freunden zu Weihnachten eine Ueberraschung bereiten. und auch der Geschäftsverkehr ist bei der lebhaften Nachfrage vor dem Fest rege. Unzäh lige Sendungen mit kontbarem Volksvermögen werden der Eisenbahn anvertraut, und viele von ihnen Lebensmittel usw.) sind raschem Verderb ausgesetzt. Sollen sie schnell ans Ziel kommen, so ist eine gute lesbare Anschrift nötig. Aber auch trotz größter Sorgfalt läßt er sich bei dem Massenverkehr nicht immer vermeiden, daß die Anschrift verloren geht oder unieserlich wird Dann drohen unlievsam Verzögerungen, wenn nicht gar der Verder der Sendung. Um das zu verhüten muß jede Sendung namentlich in Geväck= und E preßgut. ein Anschriftdoppel gelegt werdNur so erspart man sich selbst Aerger u Schaden und bewahrt die Volksgemeinsch vor unersetzlichen Verlusten. Acker- Garten- Kleintierhof Vorratsschädlinge im Haushalt Alle Nahrungsmittel pflanzlichen und tierischen Ursprungs sind vorzeitiger Zerstörung ausacletzt, wenn ne dagegen nicht rechtzeitig und genügend geschützt werden. Die entstehenden Verluste sind umso ärgerlicher in einer Zeit, wo gleichwertiger Ersatz nicht zu beschaffen ist. Hinzu kommt der Selbstvorwuri, daß der entstandene Schaden meistens schon durch pflegliche Behandlung und öfteres Nachsehen der Vorräte vorbeugend vermieden werden konnte. Manche Hausfrau würde entsetzt sein, wenn sie einmal durch das Mikroskop beobachten könnte, wie„beweglich“ ihre aufgesparten Vorräte geworden sind. Der Abscheu vor solchen schmarotzenden„Mitessern sollte groß genug sein, um in der Winterszeit überall für die nötigen Abwehrmaßnahmen zu sorgen. Erste Bedingung dafür ist eine geeignere und gesicherte Aufbewahrung der Vorrate. Die Vorratsräume— Speisekammer und Keller— müssen gründlich sauber und trocken sein, sowie stets luftig gehalten werden, so daß sie den Schadenbringern keinen ruhigen Unterschlupf und keine versteckte Einnistungsmöglichkeit bieten. Die gefährlichsten Schädlinge wollen wir uns näher ansehen, um sie bekämpfen und die Lebensmittel dagegen sichern zu können. Scaden an Mehl und Mehlerzeugnissen. Mehl soll kühl und trocken lagern. Durch Feuchtigkeit wird Mehl dumpfig und gibt einen geeigneten Nährvoden für Mehlmilven. Man erkennt diese durch Glattstreichen einer Mehlprove an den bald an der Oberfläche auftretenden kleinen Häuschen. Vermilbtes Mehl in gesundheitsschädlich und darf weder für die menschliche Ernährung, noch für Futterzwecke, sondern nur noch für Kleister verwendet werden. Es kann auch vorkommen, daß sich im Mehl die Eier der Mehlmotte befinden, aus denen Räupchen entstehen, die das Mehl beson ders mit ihren Gespinsten vernnreinigen: das Mehl muß dann öfter durchgesiebt werden.— Außer Mehl werden Teigwaren, Grieß. Grauven. Haferflocken, Nudeln, Maktaroni befallen: kleine Schäden werden entfernt, bei starkerem Befall werden die Schädlinge durch Ueberbrühen oder Erhitzen vernichtet. Backwaren: Brot und anderes frisches Gebäck dari nicht feucht gelagert werden, sonst verschimmelt es, auch nicht zu trocken, sonst wird es hart und verliert gleichfalls an Wert. Am besten halt es sich in erprobten Behältern aus Steingut, am deren Boden ein Holzront gelegt wird, nach Bedarf wird der Deckel etwas gelüftet. Lose aufbewahrtes Brot und Gebäck wird von Mausen und Ratten angefreisen und verschleppt, se sind bei geringem Auftreten mit Fallen abzufangen Wurtes Gebäck Keks. Waffeln usw. ist in dicht schließenden Büchsen oder in Gazeschränkchen aufzubewahren, es kann sonst von der Mehlmotte und anderen Getreideschädlingen(Kornkäfer und Brotkäfer befallen werden. Andere Eßwaren und Genußmittel: Backpflaumen und Backobst, auch Rosinen, werden von der Dörrobstmotte befallen, die auch an Mehl= und Teigwaren, Mandeln und Nüsse Nußschokolade und Krotant berangeht, diese Motte ist verwandt mit der Mehlmotte und Kalaomotte. Auch Saftkäfer und Milben finden sich hier ein. Die Kakao= oder Heumotte befällt ferner verschiedene Drogen und medizinische Teesorten, z. B. Kamillentee; ebenso entwickelt sich hier der Diebkäfer, ein sehr vielseitiger Nahrungsschädling, der sogar die Sohlen von Filzpantoffeln u. dergl. zerstört. Ebenso vielseitig ist der Brotkäfer, der in Suvvenwürfeln Nährtabletten. Sämereien und sogar in Paprika lebt. Hülsenfrüchte: An Hülseufrüchten schmarotzen verschiedene Samenkäfer und Motten. wirtschaftlich am gefährlichsten in aber der Speisebohnenkäfer, der sich auch in gelagerten Speisebohnen vermehren kann. Sorgfältige Aufbewahrung— unter Vermeidung der allgemein ungeeigneten Tütenverwendung— und wiederholte Durchsicht in angebracht. Fleisch= und Fettwaren: Sie leiden besonders unter hohen Temperaturen, im Sommer ist deshalb ein Kühlschrank sehr erwünscht der auch in der kälteren Jahreszeit gute Dienste leistet. Angeschnittene Wurstwaren werden nicht trocken, wenn man die Schnittftäche mit etwas Fett bestreicht. Die letzten„Brummer“ soll man zum Winter rechtzeitig beseitigen, denn die weiblichen Fliegen legen ihre Eier auf den Fleischwaren ab: ein Weibchen kann des zu 1 Eier einzeln oder in Häuschen ablegen. Auch Butter. Milch und Eier müssen kühl gehalten werden, das gleiche gilt für Kase. den man stetunter einer Glocke aufbewahren soll, damit er nicht trecknet. Ein widerlicher Schädling ist die Käsefliege, von der außer Käse auch Dauerfleischwaren befallen werden. Die Eier werden auch an den Rändern der Käseglocken abgelegt, wo sie sich dann zu den bekannten„Käsemaden“ entwickeln. Man soll auch die letzten Stubenfliegen abtöten und sie nicht etwa als„Glücksbringer" noch besonders schützen, sie sind bei ihrem Hin= und Herflug zugleich gefährliche Krankheitsübertrager. Eingemachte Gartenfrüchte werden von Fäulniskeimen und Schimmelpilzen befallen, auch tierische Schädlinge, Gärungserreger usw. können verderblich wirken. Schimmelbildung auf der Oberschicht und verschimmelte Früchte werden entfernt; es wird nochmals aufgekocht und etwas Zucker zugesetzt, immer vorausgesetzt, daß diese Mängel frühzeitig beobachtet und behandelt werden. Außer den bereits genannten Schädlingen finden sich in den Vorratsräumen, durch Unsauberkeit und Schlupfwinkel unternutzt. noch verschi dene andere ein, besonders Küchenichwad.n. Nacktschnecken und Kellerasseln, alles unangenehme Mitbewohner, vor denen die meinten Menschen einen Abscheu haben. Die„uurnichwaben machen die Lebensmittel mit ihren Ausscheidungen unbrauchbar, es bleibt vor ihnen nichts verschont. Bekämpft werden sie mit Insektenpulver, das vorsichtig anzuwenden ist. Nacktschnecken und Kellerasseln befressen hauptsächlich eingewinterte Gartenfrüchte; sie werden durch Ausstreuen von gepulvertem, ungebranntem Kalk Handschuhe dabei anziehen!) in den Ecken und Wandseiten der Räume bekämpft. Dünger aus Laub Wenn auch Bäume und Sträucher im Herbst einen großen Teil der Aufbaustoffe aus den Blättern in das Innere des Stammes zurückziehen, so enthält das abgefallene Laub doch gewisse Nährstoffe, vor allem etwas. Stickstoff. die man nicht verloren gehen lassen sollte. Das welke Laub wird daher einfach mit etwas Erde vermischt, zu einem Haufen aufgeschichtet und feucht gehalten. Nach zwei Jahren spätestens haben sich die Blätter mit der Erde in eine lockere dunkle Masse zu wertvoller Lauberde zersetzt. Es ist nicht allein häßlich, wenn im Herbst Rasenflächen in Gärten und öffentlichen Anlagen von welkem Laub bedeckt bleiben, sondern auch für das Wachstum des Grases ist dies verderblich, weil es unter dem meist nassen Laub, erst recht wenn noch Schnee darauf fällt, leicht sault. Aus diesem Grunde wird das Laub ohnehin entfernt und kann auf die angeführte Weise im Gartenbau als Dünger nutzbringend verwendet werden. Auch auf dem Komposthaufen, der im Herbst neu angelegt wird, kann Laub gut verwertet werden, wenn es sich auch langsam zersetzt. Im Mistbeet empfiehlt es sich, Laub als unterste Schicht zu benutzen(schlechter Wärmeleiter), damit die Wärme, die sich besonders im Pferdedünger entwickelt, nicht an die kalte Erde verloren geht. Wenn es auch selbstverständlich ist, daß man mit der Düngung von Laub allein nicht auskommt, so kann es immerhin neven der Düngung mit Stallmist, Kompost, Jauche und Handelsdünger zusätzlich gut verwertet werden. Obstbaumwunden müssen gut verheilt werden Beim Auslichten der Obstbäume entstehen an den Schnittflächen offene Wunden, bei der Aberntung des Obstes kann es zu Astbrüchen und zu sonstigen Baumschäden kommen, die ebenfalls eine Schnittbehandlung erfordern. Die Verheilung dieser Baumwunden ist zunächst wesentlich davon abhängig, daß beim Entfernen dek Aeste auf die richtige Stellung der Schnittflächen geachtet wird. Stehenbleibende längere Stümpfe sind nicht lebensfähig, zu tief liegende Wunden haben Holzfäulnis zur Folge; es bilden sich Astlöcher, und die Bäume können ausgehöhlt werden, wie es nicht selten zu beochten ist. Die Wundverheilung geht in der Weise vor sich, daß zwischen der verwundeten Rinde und dem Holz Wundmasse gebildet wird, die das bloßliegende Holz an den Rändern überwallt; kleinere Wunden werden dadurch allmählich verschlossen, so daß nur eine Narbe zurückbleibt. Bei gut genährten und gepflegten Obstgehölzen wird die Verheilung durch den eigenen Saft stark gefördert. Bei größeren Wunden entstehen in den freiliegenden inneren Holzteilen mit der Zeit Risse, in die fäulniserregende Pilze eindringen und Krankheitskeime angesiedelt werden können, auch Witterungseinflüsse sind schädlich, wenn nicht für einen guten Wundabschluß gesorgt wird: Stammwunden werden ebenso behandelt. Baumwachs(zurzeit schwer erhältlich ist in der richtigen Zusammensetzung zum Verstreichen von Schnitt= und Sägewunden erfahrungsgemäß sehr gut geeignet; es enthält kein schädlichen Bestandteile, ist geschmeidig und trotz schneller Erhärtung nicht spröde, auch hat es eine gewisse Heilwirkung auf Rindenverletzungen. Für größere Wunden verwendet man entsäuerten Baumteer, der von der chemi schen Industrie streichfertig hergestellt wird und sich als Abschlußmittel ebenfalls bewährt hat; dagegen ist Steinkohlenteer ungeeignet, weil er zu tiei eindringt und das Holz dann abtötet Empfohlen wird ferner noch außerdem Oelfarbe darüber zu.verstreichen, als Schutz gegen Austrocknen und Abblättern der Wundmittel durch äußere Einwirkungen„Die Wundpflege ist„damit aber nicht erschöpft, die Wunden müssen auch weiterhin dauernd nachgesehen und die Abschlußzmittel nach Bedarf verbessert werden. Auch bei älteren Bäumen gelingt es bei solcher Behandlungsweise, die Verwundungen gut zu verheilen. Wie begegne iy der Kälte im Hühnerstall Das kalte und unfreundliche Herbstwetter mahnt uns, Vorbereitungen im Hühnerstall für den Winter zu treffen. Unsere Aufgabe ist es, den Hühnern den Witterungsumsturz weitgehend fernzuhalten, um keine Schwankungen oder Rückschläge in der Leistung zu bekommen. So müssen wir zunächst bestrebt sein, einen temperaturiesten, zugfreien Stall zu schaffen. Prüfen wir einmal unseren Stall, ob er diesen Anforderungen entspricht. Da werden wir feststellen müssen, daß sich während des Sommers in den Holzwänden Ritzen und Fugen gebildet haben. Diese werden nun durch Aufsetzen von Deckleisten beseitigt. Außerdem können wir die Wetterseiten noch besonders isolieren, indem wir sie mit Dachpappe von außen oder geeigneten Bauplatten von innen verkleiden. Kalte und Feuchtigkeit können dann schlechter eindringen. Man kann diese Seiten auch mit einer zweiten Wand versehen, der Zwischenraum wird dann mit Kiefernnadeln oder Schlacke gefüllt, damit sich kein Ungeziefer darin aufhalten kann. Zweckmäßig ist es auch. eine Zwischendecke einzuziehen und diese mit Strohballen auszufüllen. Bei hohen Ställen über Meter) in dies sogar unerläßlich. Hochgestellte Stallungen mussen mit Strohballen oder Dung umpackt werden, um einen Durchzug unter dem Stall zu verhindern. Der Fußboden bleibt so wärmer. Um Zugluft an den Fenstern zu vermeiden. wird der Raum an den Ritzen zwischen Feuster und Drahtgeflecht mit Stroh ausgestopft. Sind Ställe nicht voll mit Hühnern besetzt, so ist es ratsam, diese durch eine Zwischenwand Richtiges Kaninchenschlachten Ein ordentlicher Kaninchenhalter mun die notigen Schlachtwerkzeuge wie Knüppel, Schlachtmesser. Schlachtbüget und Fellspanner siets an ihrem bestimmten Platz haben. Empieblenswert ist es ein stabiles Messer nur zum Kaninchenschlachten zu verwenden und nach jedem Gebrauch wieder zu schärfen. Vor der Entziehung des Blutes muß jedes Tier betäubt werden. Ueber üssige Aufregung und Schmerzen dürfen dem Ranmnchen vor und während des Schlachtens nicht bereitet werden, weil auch die Haltbarkeit des Fleisches dadurch beeinträchtigt wird. Man nimmt das Tier deshalb ruhig aus dem Stall, setzt es auf einen alten Tisch, saßt es an den Ohren, hält sie etwas nach vorn und betäubt das Tier durch einen kräftigen Schlag mit dem Knüppel gegen den Hinterkopf. Falsch ist der Sylag ins Genick oder sogai an die Schultern. Manche fassen sätschlicherweise das Kaninaen an den Hinterbeinen, wodurch der Schlag nicht betaubt, weil das muntucen die Ohren anlegt. Außerdem steiat das Blut ins Gehirn: dadurch wird der Todeskampf unnötig verlängert. Jedenfalle ist diese Schlachterei eine üble Tierquälerei und desbalb verboten. Nach dem Schlage, also nach der Betäubung des Kaninchens, greise man nicht bastig nach dem Messer sondern lasse sich einige Sekunden Zeit, damit das Blut wieder ruhig die Adern durchpulst. Oeffnet man dann die Halsschlagider, so erreicht man ein besseres Ausbluten. Nach dem Ausbluten legt man das Kaninchen auf den Bauch, schneidet das Fell vom Sprunggelenk bis zum After auf, durchsticht das Sprunggelenk und hängt das Tier auf dem Schlachtbügel auf. Dann löst man recht vorsichtig das Fell von den Schenkeln, schält die Schanzknochen heraus und zieht mit einem kraftigen Ruck das Fell nach unten. Sind die Vorderpfoten herausgeiont und das erste Gelenk abgeschnitten, werden die Ohren dicht über dem Kopf durchschnitten, das Fell mit dem Messer vom Kopf abgetrennt und die Angen herausgestochen. Ueber dem Brustkorb wird die Banchhaut vorsichtig eingeschnitten. Ergießt sich nämlich der Inhalt der Blase über das Fleisch, dann wird es ungenießbar. Deshalb stecken wir beim Aufschneiden der Bauchhaut zwei„Finger hinein, um sie anzuziehen. Ist das Becken aufgeschnitten und durch Auseinanderdrücken der Schenkei aufgebrochen, dann kann man ohne weiteres den Mastdarm und die Blase herausnehmen. Um die Eingeweide entfernen zu können, schneidet man die Bauchhaut bis zum Brustknochen auf und kann dann etwa vorhandenes Fett leicht abheben. Die Galle wird vorsichtig von der Leber abgezogen. Nach Entfernung des Zwerchselles werden Lungen und Herz verausgenommen. Die Tiere schneidet man zwecks Auslüftung auf. Schließlich darf man nicht vergessen, die beiderseits des Afters liegenden Drüsen zu entfernen. Ein so sauber ausgeschlachtetes Kaninchen wird die Gegner des Kaninchenfleisches immer geringer werden lassen aus Brettern oder Drahtgeflecht zu verkleinern. Strohballen oder alte Säcke, die an der Trennwand aufgeschichtet oder angenagelt werden, verhindern das Entweichen der Wärme. Ebenso ist es bei zu langen Sitzstangen zweckmäßig. Trennwände anzubringen, die ebenfalls starke Luftbewegung verhindern. Rupfenvorhänge oder alte Säcke vor den Sitzstangen sind nicht ratsam, es bildet sich nicht nur Wärme. sondern auch Feuchtigkeit, die ins Federkleid eindringt. Kommen die Tiere nun hinaus, so erkälten sie sich. Aus diesen Gründen ist es auch besonders wichtig, daß täglich, wenn auch nur eine Stunde bei Mittagssonne, gelüftet wird, damit diese Feuchtigkeit die durch das Ausatmen der Tiere entsteht, aus dem Stall genommen wird. Haben wir trotz dieser Maßnahmen noch keine genügende Wärme im Stall erreicht, so bleibt nur noch das Erwärmen mittels einer Heizquelle. Am geeignetsten ist wohl die Grude, da sie eine sehr gleichmäßige Wärme abgibt und nur zweimal am Tage bedient zu werden braucht. Es muß nur darauf geachtet werden, daß die Heizquelle gut zur Einstreu hin isoliert ist, da die Feuersgefahr groß ist. Aber die Winterleistung in nicht nur durch den Stall bedingt. Liebevoll ausgewähltes und zubereitetes Futter trägt wesentlich zum Wohlbehagen der Tiere bei. Morgens ½3 der Körnermenge in die Einstren gegeben, veranlaßt die Tiere zum Scharren. Sie haben Beschäftigung und erhalten sich dabei warm. Milch oder Wasser als Tränke geben wir am besten angewärmt. Ist kein heizbares Trinkgefäß vorhanden, so muß das Wasser alle zwei bis drei Stunden neu erwärmt werden. Auch das Weichfutter muß mit Ueberlegung zusammengesetzt sein. Zu den warmen Kartoffeln geben wir jetzt mehr fettreiche Futtermittel, wie Maisschrot. Leinsamen usw. Sie können dem Körper mehr Wärme geben. Sind die Kartoffeln kalt, so rühren wir das Weichfutter mit warmer Milch oder warmem Wasser an. Um den Hühnern zwischen den Mahlzeiten Beschäftigung und Bewegung zu geben. stecken wir Futterrüben, Mohrrüben oder Rotc Becte an Nägel, die wir etwas höher, als die Henne groß ist, in die Wand schlagen. Das Huhn muß danach hüpfen, bewegt sich und wird warm. Wird Mischfutter zur ständigen Aufnahme bereitgestellt, so kann dieses in schwebenden Trögen gereicht werden(flache Konservenbüchsen. Sie werden ebenfalls so angebracht, daß die Tiere sie nur erreichen, wenn sie danach springen. Gartenboden, Quell des Pflanzenwachstums Wenn der Gartenboden im Spätherbst gedüngt und umgegraben ist, bildet er den Winter hindurch scheinbar eine tote Masse. Aber er ist dann mit einem Brotteig zu vergleichen. den die Hausfrau gären läßt, bevor sie ihn in den Backofen hineinschiebt. Auch unser Gartenboden ist solch ein gärender Teia bei dem wir den Sauerteig in der Form von Humuszuführung nicht vergessen dürfen Wie es beim Menschen zwei Stofigrnppen. Eiweiß und Kohlehydrate gibt. die beim Aufbau des menschlichen Körpers notwendig sind. so besteht der gute Gartenboden der uns im nächsten Jahre wieder Früchte bringen soll. aus den organischen und den Mineralstoffen. Anbinden der Ziege im Stall Für jedes Haustier ist es zweifellos am besten, wenn es frei im Stall herumlaufen kann. Da dies aus Platzmangel aber nicht immer möglich ist, sieht man vielfall die Ziege einfach mit einem Strick um den Hals an einem beliebigen Pfosten angebunden. Dies ist natürlich sehr wenig zweckmäßig, da sie sich einmal den Hals leicht durchscheuern und sich Kette mit Gleitschiene zum anderen auch sonst leicht Schaden zufügen kann. Zur ordnungsgemäßen Befestigung im Stall wird man der Ziege zunächst ein kräftiges Lederhalsband umlegen. An diesem Halsband muß sich ein Ring befinden, an dem das Tier mit einer leichten Kette befestigt werden kann. Damit sich diese Kette bei den lebhaften Bewegungen der Ziege nicht festdreht, ist es gut, wenn die Kette mit einem Wirbel versehen ist. Die Ziege tritt im übrigen gern einmal über die Kette, es ist deshalb zweckmäßig, wenn diese durch einen Ring an der Krippe geführt wird und am Ende ein kleines Gewicht besitzt. Durch dieses Gewicht wird die Kette stets straff gehalten, so daß sie je nach dem Standort der Ziege kurz oder lang ist, das Uebertreten wird dadurch vermieden. Eine weitere gute Anbindevorrichtung besteht darin, die Ziege an einer Gleitschiene, die an der Krippe senkrecht angebracht ist, anzubinden. An dieser Schiene gleitet die Kette, je nach dem Standort der Ziege, auf= und abwarts, so daß sie ebenfalls einigermaßen straff gespannt ist. Für das zeitweise Anbinden der jungen Ziegen genügt im übrigen ein Strick, doch läßt man die Ziegenlämmer möglichst lange frei herumlaufen. Ein Laufstall ist für die Entwicklung der jungen Tiere immer am zweckmäßigsten. Beide Stoffgruppen, müssen zum guten Wachsen und Gedeihen der Pflanzen wirksam zusammenwirken. Die organischen Bodenstoffe sind Ueberbleibsel von Pflanzen und Tieren, die durch Düngung mit Stallmist oder Humusvolldünger dem Boden immer wieder zugeführt werden Sie enthalten nicht nur die wichtigsten Nährstoffe, sondern auch den zum Pflanzenwachstum so überaus wichtigen Humus, durch seine dunklere Farbe kenntlich, der den Gartenboden verbessert und für das Pflanzenwachstum von höchstem Wert ist weil er den Boden luftdurchlässig, wasserhaltend und warm macht. Von besonderer Wirksamkeit aber ist die durch den Humus geförderte Bakterientätigkeit, die dazu beiträgt die organischen Stoffe für die Pflanzenwurzeln aufnehmbar zu machen. Es ist darum notwendig, den Bodenbakterien immer wieder durch Humuszufuhr einen möglichst günstigen Nährboden zu =verschaffen. in dem sie sich gut entwickeln und vermehren können. Den zu ihrem Wachstum erforderlichen Kohlenstoff erhält die Pflanze aus der Luft. indem sie durch Assimilation die Luftkohlensäure aufnimmt, um deren Kohlenstoff zu Stärke zu verarbeiten, wobei der Sauerstoff frei und ausgeschieden wird. Vier Faktoren sind zur guten Pflanzenentwicklung besonders notwendig: I. die organischen Nährstoffe, wie Dünger. Kompost, Torfmull usw.; 2. eine geregelte Luftzufuhr auch zu den Pflanzenwurzeln. die durch Bodenlockern beim Umgraben und Hacken gefördert wird: 3. die Bodenwärme, die durch die Bodenlockerung und die Düngung sehr gefördert wird: 4. die Bodenfeuchtigkeit, die gleichfalls durch das spätherbstliche Umgraben und Düngen sowie durch das sommerliche Gießen gefördert wird Wenn nun auch im Winter der Gartenboden scheinbar unter der Einwirkung von Frost und Schnee tot daliegt, so wird er doch gerade durch diese winterliche Einwirkung wieder mürbe und gar und für die nächstjährige Gartenbestellung besser aufnahmefähig, natürlich vorausgesent, daß er im Spätherbst vor dem Zufrieren des Bodens umgegraben, gedüngt, gekalkt und so für die Einwirkungen des Winterwetters vorbereitet wurde. Wir unterscheiden drei Hauptbodenarten: Sand= Lehm= und Humusboden. Der Sandboden ist von Natur nährstoffarm und sehr wasserdurchlässig Ein Vorteil des Sandbodens ist jedoch seine schnelle Erwärmung und seine leichte Durchlüftung. Reichliche Zufuhr von Kompost und Naturdüngung sowie reichliche Bewässerung machen den Sandboden zu einem guten und ertragsreichen Gartenboden. Der Lehmboden ist befähigt, sehr viel Wasser aufzunehmen und auch festzuhalten. Jedoch bedingt gerade diese Eigenschaft daß er sich langsamer erwärmt, und zwar selbst dann, wenn er vier Dumus enthält. Darum zählen die Lehmböden bereits von Natur zu den kalten Böden. k-; denen die Pflanzenentwicklung langsamer vonstatten geht. Durch geeignete Bodenbearbeitung, wie grobscholliges Umgraben im Spätherbst und öfteres Hacken m Sommer kann man diesen Uebelstand beseitigen. Als Humusboden bezeichnen wir den reinen Moor= oder Marschboden. Er besteht vorwiegend aus verrotteten Pflanzensubstanzen. Humusboden eigne: sich cecht gut als Gartenboden. Allerdings muß der Moorboden gut entwässert und durchlüftet sein, sonst ist er sehr kalt und wird erst spät im Jahr eine volle Pflanzenentwicklung hervorbringen. * das Weihnachtsmäuschen entstand „. Eine Erzählung von Heinrich Rumpff Was Weihnachtsmäuschen sind, wird so leicht keiner wissen. Aber in der kleinen alten Stadt, die im grünen Oberbergischen liegt, mit ihren bergigen Kopfsteinpflasterstraßen und den heimeligen Schieferhäusern wo vor den weiß gestrichenen Fenstern mit den grünen Schlagläden heute noch die „Spiönchen“ hängen, da müßt ihr einmal die Leute fragen, so an den letzten Tagen der Weihnachtswoche, was zum Fest ins Haus gehört. so notwendig wie der Tannenbaum selbst. Alle. ob arm, ob reich werden eines nicht anzuführen vergessen: Munscheidts Weihnachtsmäuse! Um es nun ganz genau zu erfahren, müß: ihr eben die steile Straße hinaufkraxeln zu Munscheidts Bäckerei Sie liegt immer noch in dem alten Haus; wenn sie auch den alten Laden jetzt modernisiert haben: es ist doch noch das alte Geschäft, und der Enke! Munscheidts führt es mit der gleichen Gewissenhaftigkeit und Freundlichkeit, mit der es sein Großvater so vor siebzig, achtzig Jahren gegründet hat. Und genau nach dem gleichen Rezept bäckt er in der letzten Adventswoche die Weihnachtsmäuschen! Aus was sie nun eigentlich gemacht werden, das ist“ Familiengeheimnis. Viele haben sie nachzuahmen versucht, aber es ist nie gelungen, und die Munscheidts lächelten dann immer dazu: den Nachahmern blieben nämlich die Weihnachtsmäuse regelmäßig bis Ostern liegen, während sie die Munscheidts, am Heiligen Abend um halb sieben Uhr die letzten Leute mit leeren Händen wegschicken mußten. Es ist eben ein unvergleichlich leckeres Gebäck, das teils nach Spekulatius, teils nach Aachener Printen schmeckt, geformt wie ein richtiges, kinderhandgroßes Mäuschen, mit Schokoladenguß und dunkelbraunen Rosinenaugen. Damals kosteten drei Stück ein Kastemännchen, was soviel war wie fünfundzwanzig Pfennig; heute sind sie, glaube ich, etwas teurer geworden: aber schmecken tun sie genau so gut wie früher Wie es zu dem Brauch und dem Gebäck überhaupt kam, das wissen heute die wenigsten. Aber da es eine nette und wahre Geschichte ist will ich sie erzählen. Es war um die Zeit, als man noch mit der Postkutsche acht Stunden brauchte, um von dem kleinen Städtchen nach Köln zu kommen. was heute keine fünfzig Minuten dauert. Ich möchte beinahe sagen, auch die Winter waren damals anders mit ihren ungeheuren Schneefällen, daß man den Weg von der Haustür zum Gartentor mindestens dreimal am Tag freischauseln mußte und nachher einen richtigen Hohlweg gebaut hatte! Da ging Heupels Florentinchen am Nachmittag des Heiligen Abends schnell noch einmal„in die Stadt“. Sie hatte das übliche Paketchen Tabak für den Großvater ganz vergessen, und die Mutter hatte ihr auch noch dies und jenes aufgetragen. Mit ihren siebzehn Jahren war sie noch ein halbes Kind. Dabei etwas verträumt und ein bißchen weichherzig— das kriegte sie oft genug rügend zu hören, doch geschadet hat es rur im Leben weiter nicht. Na, wie sie so die Marktstraße herauf durch den frisch gefallenen Schnee stampft, sieht sie drüben am alten Schloßtor eine Reihe Kinder halb am Boden hocken und mit viel Gelächter und Geschrei ettas beobachten, was da auf dem Schnee zu liegen scheint. Mein Florentinchen kannte die Bande schon, die ärgsten Räuber waren darunter. Eilig lief sie hinüber, und richtig— hatten sie da— wer weiß, wo— ein kleines graues Mäuschen gefangen, und einer— sie vergaß es nie, daß es Streppels Fritzken war, der hatte dem Tierchen einen Bindfaden aus Schwänzchen gebunden und ließ es nun in seiner Todesangst wie verrückt hin= und herrennen. Wie eine Wilde kam sie über die nichtsnützigen Bälge und hatte dem Fritz eins, zwei drei und doch äußerst behutsam, das arme Mäuschen mitsamt dem Bindfaden weggenommen und in ihren runden Muff versteckt, ehe der überhaupt recht wußte. was geschah. Gleich darauf hatte sie natürlich die ganze Gesellschaft mit fürchterlichem Getobe hinter sich und mußte machen daß sie vor dem Schneeballbombardement in Sicherheit kam. Jedenfalls, sie hatte das kleine Tier gerettet, und da sie gar nicht zimperlich war, fühlte sie gerührt, wie es sich in dem warmen Muff drin zusammenkuschelte und wie das winzige Herzchen klopfte Nun aber kam Florentinchen in große Verlegenheit. Was nur sollte sie mit dem Mäushen anfangen? Mit nach Hause nehmen, das ging nun nicht; der Vater hätte sie beide kopfüber hinausgeworfen! Es heimlich im elterlichen Keller aussetzen? Dazu war sie wiederum zu ordentlich und viel zu gewissenhaft! Endlich: es im Schnee laufen lassen, wo es erfrieren mußte oder jeden Augenblick wieder gefangen werden konnte— nein. das kam erst recht nicht in Frage. Ach. das ging dem mitleidigen Mädchen so nahe— wider Willen traten ihm die Tränen in die Augen. Darüber war sie unversehens in eine Hintergasse geraten und fand sich plötzlich an der Rückseite der alten Glüderschen Bäckerei Ein Fenster der Backstube, die wie die meisten der damaligen Zeit im Keller lag, stand weit offen Drinnen schien das Licht auf Reihen von frisch gebackenen Schwarzbroten und Weißbroten und Kuchen und Rosinenplätzchen. und ein warmer Backstubendunst stieg ihr herrlich in die Nase. Zu seben war niemand - und da hatte sie es!! Ohne eine Sekunde zu zögern, befrette sie das Mäuschen, das ganz stillhielt, von seiner lästigen Fessel, streichelte es nochmals liebevoll und ließ es dann, husch, in die Backstube hineinflitzen, gerade auf einen Sack Mehl unter dem Fenster Daß es da am besten aufgehoben war stand außer Zweifel. In Angst und Eile hatte sie indes übersehen: Dicht neben dem Backstubenfenster gab es eine kleine Tür, und dort lehnte jemand im abendlichen Halbdunkel. um einen Mundvoll frischer Luft zu schnappen. Der hatte natürlich in dem Lichtschein des Kellerfensters alles gesehen, doch vor Verwunderung nicht hindern können! Nun war er mit einem Satz neben dem zu Tode erschrockenen Mädchen:„Seid Ihr verrückt geworden, uns Mäuse in die Backstube zu setzen?" oder was er so sagte, mehr verblüfft als zornig, denn es war ja nicht der Meister selbst. Florentinchen aber. schnell gefaßt, sprühte ihn mit ihren noch tränenglänzenden Augen empört an:„Es ist ja auch eine Kreatur von unserem lieben Herrgott genau wie Ihr!“ sagte sie in ihrem schönen Glauben,„und heute ist Frieden auf Erden! Soll das arme Tierchen vielleicht am Heiligen Abend elendiglich umkommen? Wie??“ Das war nun eine so unerwartete Entgegnung— der junge Mann wußte keine Antwort. Ach, er wußte vor des Mädchens seelenvollen Augen mit einem Male überhaupt nichts mehr zu sagen— denn daß er bereits im ersten Moment zu tief in sie hineingeblickt hatte, das spürte er sofort. Es war Glüders neuer Geselle, Munscheidts Paul aus Velbert, der erst vor kurzem in das Städtchen gekommen war und sich gerade in dieser Atempause entschlossen hatte, gleich nach Neujahr weiterzuziehen. Daraus wurde allerdings nichts mehr. Als er ein Jahr später unter dem Weihnachtsbaum dem Florentinchen einen goldenen Ring über den Finger streifte, wußten sie beide ganz genau, wer daran schuld hatte: niemand anders als das Mäuschen! Wieder ein Jahr später, als sie selber Meister und Meisterin geworden waren— und was für blutjunge— da kamen sie auf den Gedanken, dem kleinen Gtücksbringer auf ihre Weise ein Denkmal zu setzen. Sie überlegten hin und her, schließlich fingen sie an zu backen und zu probieren, bis so ein ganz besonderes leckeres Weihnachtsgebäck herauskam, das dann bald„Munscheidts Spezialität“ wurde und bis auf den heutigen Tag geblieben ist. Fragt nur einmal die Leute der kleinen Stadt, was auch heute unbedingt auf jeden Weihnachtsteller gehört! Mundscheidts Weihnachtsmäuschen werden sie sagen, wenn sie auch längst nicht mehr wissen, wieso es dazu kam. Ich aber weiß es ganz genau: Florentinchen, später meine liebe Mutter, hat es mir oft genug erzählt. Und wieder leuchten die Adventslichter Photo: Scherl— Archiv— M Begegnung mit der Wolke Erzählung von Hildegard Radestock Schwere Wolken hingen am Himmel, und ein eisiger Herbststurm pfiff über die kahlen Felder. Peter Jube steckte seine Hände tiefer in seinen zersetzten Anzug. Die dicke Wolke bringt sicherlich Schnee, dachte er und sah nur immer die Wolke. Wie dick sie hing und wie grau sie aussah. Es schien ihm, als blickte sie ihn gehässig an. Er sah ganz deutlich die Millionen Flocken, die sie in sich trug, bereit, sie alle fliegen zu lassen, wenn er unter ihr wäre. Er hatte plötzlich Angst vor der Wolke, sie trug alles Leid in sich, das er fürchtete; denn wenn erst Schnee lag, war es für ihn ganz schlimm. Er begann zu laufen. An einer Wegkreuzung wählte er den Weg, der ihn von der Wolke entfernte, wie er meinte. Wie eine Angst fühlte er die Wolke nun im Rücken. „Rein, sie ist nicht da, es ist noch nicht Winter, es wird noch nicht Winter“, sagte er immerzu vor sich hin, dann versuchte er zu pfeisen. Aber es klang kläglich. Alts er den Waldweg verlassen hatte, jagte der Wind ihm dürre Blätter in den Rücken. Sie kommt nun doch die Wolle, erschrak Peter Jube und blickte sich angstvoll nach ihr Zwei waren in Flandern Von Erich Klaila Im Abteil riecht es nach Lack. Brr! macht ein Soldat und reißt ein Fenster auf. Gegenüber sitzt ein Arbeiter. Er fühlt sich angesprochen und lächelt dünn. Ein wenig unbeholfen sieht das aus; als wäre er etwas gefragt worden. wovon er eigentlich nicht sehr viel versteht. Der Soldat lehnt den Kopf an die Holzwand. Weil ihm die Sonne zu weiß ist, macht er die Augen zu. In einer Kurve fällt der Kopf ein wenig zu hart zur Wand zurück. „Hoppla!“ sagt der Mann in der blauen Schlosserbluse Der Urlauber macht die Augen auf. Er ist wieder ganz wach und will sich eine Zigarette anzünden. Er sucht nach Streichhölzern, die sich nicht finden lassen. „Hier!“ sagt der Arbeiter und hält sein Feuerzeug hin. So kommen sie in ein Gespräch. „Wohl auf Urlaub?“ „Auf Urlaub, freilich.“ Eine Weile nichts. Im Abteil ist es drückend schwül. Endlich ein Räuspern, dann eine Frage. „In Flandern gewesen?“ „In Flandern, jawohl.“ „Soso.“ Er nämlich auch. Im letzten Krieg natürlich.„Ypern!“ „Viekleicht kennt es der Soldat? Wie?“ „Ypern, ja!“ Also. Uebrigens: Bei Yvern sei er damals verwundet worden. Brustschuß. Langwierige Sache. Aber Unkraut verdirbt nicht Er lacht ein wenig. Der Soldat sieht den Mann an. Du auch? fragt das. Der in der Schlosserbluse tut gleichgültig und schaut zum Fenster hinaus. Er auch; freilich. Bier Jahre lang... Ein Unnennbares beginnt zu wirken. Das Abteil, der fahrende Zug, die Landschaft vor dem Fenster: alles beginnt sich zu entsernen. Ein Raum tut sich auf, unendlich, vom Nebel durchsponnen. Senkrechte Schatten dazwischen: Pappeln in Flandern. Das kennen sie gut. Dort sind sie auf der Grenze gestanden; auf dem unsichtbaren Strich, der das Hier und Dort trennt. Das Dort ist das Drüben, von dem keiner heimkehrt. Er hat die Reisestiefel angezogen, nannten es die Franzosen. An dieser Grenze sind sie also gestanden. Der eine 1917; der andere dreiundzwanzig Jahre später. Wer in Flandern war, dem sieht man das an. Die kennen sich gegenseitig. „Bei dir zum Beispiel habe ich es gleich gesehen!“ sagt der in der Schlosserbluse. Der Zug hält. Neben einem kleinen Bahnhofsgebäude steht eine Frau und wartet. „Die Mutter!“ sagt der Soldat und zwängt sich mit seinem Gepäck durch die Tür. Hinter ihm ruft einer:„Mach es gut, KameKecd Vater und Sohn Nach der Erstürmung des Malakoff, des Hauptwerks von Sewastopol, am 8. September 1855, entdeckte Mac Mahon durch Zufall einen von einer elektrischen Batterie ausgehenden Leitungsdraht zu einer von den Russen unter dem Turme angelegten Mine, allein die Mine selbst konnte nicht aufgesunden werden, sodaß die Sieger trotz Zerschneiden des Drahtes in höchster Gefahr schwebten. Als nun französische Soldaten die als Verrammelung dienenden leeren Schanzkörbe in den Fenstern des Turmkellers in Brand setzten, schien sich ein Schanzkorb zu bewegen und man fand in diesem einen noch blutjungen russischen Offizier. Nachdem er die Versicherung erhalten, daß er als Kriegsgefangener gut behandelt werden würde, rief er einige russische Worte in den Keller hinab, worauf noch vier Offiziere und zweihundert Soldaten hervorkamen, welche dringend baten, schleuigst zu den anderen Gefangenen ins Freie geführt zu werden. Dies schien eine baldige Explosion der Mine vermuten zu lassen. Dem jungen Offizier wurde nun befohlen, die Stelle des Pulvermagazins zu bezeichnen. Er schwieg. Ihm wurde sofortiges Erschießen angedroht. Er schwieg. Er stand schon dem zur Exekution befohlenen Trupp gegenüber. Er verriet nichts. Die französischen Soldaten hatten schon die Gewehre im Anschlage und jeden Augenblick war das Kommando„Feuer" zu erwarten; da eilte ein alter russischer Major, der auch im Keller gewesen war, auf den Kommandanten zu und wies stumm auf einen Erdhausen, und hier sand man bei eiligstem Forträumen Füsser, die 88000 Pfund Pulver enthielten. Man befahl nun dem jungen russischen Offizier, mit den anderen Gefangenen zu gehen; er grüßte militärisch, küßte dem alten Major die Hand und sprach mit zitternder Stimme und mit Tränen in den Augen zu dem französischen Kommandanten:„Schmähen Sie ihn nicht wegen seines Verrats. Er um. Wirklich, sie war drohender geworden. noch dicker, noch behäbiger und so graublau. „Nein, nein, es soll nicht schneien lieber Gott, laß es nicht schneien", betete Peter Jube. Er wußte kaum, warum er es tat, aber es steckte eine so große Angst in ihm, daß die Wolke Schnee in sich tragen könnte und daß es nun Winter würde, endgültig, daß ihn der Gedanke, der ihn schon seit Wochen sein Hirn zermarterte, fast wahnsinnig machte. „Blödsinn“, murmelte er vor sich hin,„es müssen doch alle leben, warum sollst du umkommen? Die Landstraße hat dich seltsam gemacht und dir ihr Gesicht gezeigt, daß du die Dinge fühlst.“ Die Wolle war plötzlich ganz nah; Peter Jube fing an zu rennen, immer hastiger, immer keuchender. Seine Füße brannten, und die Fetzen seiner Kleider flogen im Winde. „Wenn sie nun gar keinen Schnee in sich trägt", schoß es ihm da durch den Kopf. Atemlos stand er still. Plötzlich lachte er. „Ja, warum sollte sie denn Schnee in sich tragen? Bloß, weil sie so graublau war?“ Er schaute sich wieder nach der Wolke um und hatte ein beinah freundschaftliches Gefühl für sie, so wie man es für Menschen hat, von denen man immer Schlechtes dachte und nun mit einemmal Gutes von ihnen erfährt. Der Wind war nach Osten gegangen und pfiff jetzt seitlich in Peter Jubes Kleider. Aber er fühlte es nicht, er merkte es auch nicht, daß die Wolke ganz dicht über ihm stand, daß lautlos große, dicke Flocken herniederglitten. Langsam, träumend. Eine hatte den Boden erreicht und zerfloß. Die nächste kam, hunderte folgten, tausende, nein unzähligé, immer meyr. Alle kamen aus der schwarzen Wolke. Peter Jube sah eine Flocke und noch eine Flocke, und aes er von ihnen umhüllt war, fühlte er sie erst.„ „Es schneit ja“, sagte er da plötzlich lant, aber so, als wenn er sagte:„Ach, da ist ja ein Baum.“ Und dann stand sein Herz fast still, und er flüsterte fassungslos:„Es schneit ja“, und dann schrie er es:„Es schneit, es schneit!“ Plötzlich hielt er inne und stand bewegungslos. Nur Flocken waren um ihn, große, ruhige Flocken, und nirgends ein Laut. Es war ihm, als fiele der Himmel über ihn, nirgends fand er einen ruhenden Punkt. Schnee, so weit er sah, und er konnte nicht fliehen. Peter Jube glaubte ersticken zu müssen vor ohnmächtigem Zorn. Er stürzte zum nachsten Baum und versuchte ihn zu schütteln. Doch nicht die kleinste Erschütterung zeigte sich am Baum. Da setzte sich Peter Jube in den Straßengraben trotz des Schnees uno weinte. Alle Enttäuschung, die er eben so grausam bitter wieder empfunden hatte, alle Lieblosigkeit seines Lebens, alles, alles weinte er sich vom Herzen. Und es wurde ihm leichter. Es löste sich in seinem Inneren alles, und als er nur noch leise schluchzte, wunderte er sich, wie er als kleiner Mensch sich gegen etwas aufgelehnt hatte, was unerschütterlich war. Er schämte sich mit einemmal. Am liebsten hätte er seine Hände vor seinem Gesicht gehabt, um den Schnee nicht zu sehen. Er nahm seinen Stock und wanderte weiter. Nur manchmal, wenn ihm der nasse Schnee durch die Schuhe drang, kam ein stilles Weinen wieder. Bald hatte es aufgehört zu schneien, und die Sonne kam sogar hervor und leckte gierig den Schnee auf. so daß man bald nichts meyr von ihm sah. Peter Jube freute sich aber gar nicht, daß der Schnee fort war. Es war ihm, als wäre er von einer schweren Krankheit genesen, und alles war fremd und weit und fern. Er hatte nun gar keine Angst mehr vor den graublauen Wolken. und er wunderte sich nur, warum er sie gefürchte: hatte; denn es mußte doch einmal werden. Amgang mit Kriegsgefangenen Stellungnahme seitens der Staatsanwaltschaft Ohne Zweifel steht die Frage des Umgangs mit Kriegsgefangenen überall va, wo solche eingesetzt sind. im Vordergrunde des allgemeinen Interesses. Es kann daher nur begrüßt werden, wenn in grundsätzlichen Ausführungen von staatsanwaltlicher Seite wie folgt hierzu Stellung genommen wird: In verschiedenen Orten, wo Kriegsgefangene zur Verrichtung von Arbeiten untergebracht sind. konnten innerhalb der letzten beiden Monate wiederholt Fälle festgestellt werden, wo die Bevölkerung sich keineswegs streng an die Vorschriften über den Umgang mit diesen Kriegsgefangenen gehalten hatte. Die Verordnung zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schute der Wehrkraft des deutschen Volkes vom 25. 11. 1939, veröffentlicht im Reichsgesetzblatt E. 2319, sieht die Bestrafung desjenigen vor, der vorsätzlich in einer Weise mit Kriegsgejangenen Umgang pflegt, die das gesunde Volksempfinden gröblich verletzt. Bestraft wird also keineswegs nur diejenige Frau, die sich von einem Kriegsgefangenen zum Geschlechtsverkehr verleiten läßt, oder jene Familie, welche Kriegsgefangene als zur Familie gehörig betrachtet und dementsprechend behandelt. Der Kriegsgefangene" ist Angehöriger eines feindlichen Staates. Der Umstand, daß die militärische Kraft jenes Feindstaates gebrochen ist, ändert daran nichts. Der Kriegsgefangene muß daher wie ein Angehöriger einer reindlichen Macht behandelt werden. Die Art der Behandlung bestimmen die Militärgesetze. Alle Erleichterungen in der Behandlung bedeuten Verstöße dagegen und sind mit der Haltung eines Volksgenossen im Kriege unvereinbar. Daraus geht klar hervor, daß unter den Begriff„verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen“ auch die Verabreichung von Zigaretten. Obst oder anderen Nahrungsmitteln. überhaupt von Geschenken aller Art. fällt. Es ist gleichgültig, ov sich der Täter aus Mitleid oder einem anderen Grunde zur Tat verleiten läßt. In schweren Fällen wird ein Verstoß gegen diese Verordnung mit empfindlichen Zuchthausstrafen geahndet. Aber auch in Fällen leichterer Art werden die Täter mit Recht zu erheblichen Gefängnisstrafen verurteilt. Lohnsteuerkarten prüfen! Ist der Familienstand richtig eingetragen? Achtung, deutsche Arbeiter und Angestellte! Das Reich#fina#ministerium gab folgendes bekannt: In diesen Ta uu werden die Lohnsteuerkarten für 1941 zug. tellt. Jeder Arbeiter und Angestellte muß zur Vermeidung einer zu hohen Lohnsteuerzahlung die Eintragungen für 1941 genau prüfen, ob insbesondere der Familien= fand richtig wiedergegeben ist. Jede Lohnsteuerkarte enthält eine Einlage. Diese ist sorgfältig durchzulesen. Die Abschnitte(1 und IV der Einlage enthalten die Bestimmungen, die sich auf den Familienstand beziehen. Abschnitt der Einlage enthält Angaben darüber, an welche behördlichen Stellen Anträge auf Aenderung der Lohnsteuerkarte 1941 zu richten sind. Beachten Sie die Einlage zur Lohnsteuerkarte 1941 genau! Sie vermeiden dadurch, daß eine zu hohe Lohnsteuer oder ein zu hoher Kriegszuschlag zur Lohnsteuer einbehalten werden, die nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht erstattet werden können. Lohnstenerkarten für Soldaten Lohnsteuerkarken für 1941 sind im allgemeinen auch für Einberufene auszustellen, zumal ein sehr großer Teil von ihnen weiterhin zivile Bezüge hat. Die Ausstellung erfolgt unabhängig davon, ob im Einzelfall tatsächlich eine Lohnsteuer zu entrichten ist. Der Reichsfinanzminister hat jetzt zu dieser Angelegenheit Anweisungen erlassen. Diejenigen Arbeitnehmer, die während des besonderen Einsatzes der Wehrmacht einberufen worden sind, werden, so heißt es darin, trotz ihrer Einberufung im Inland meist eine Wohnung, in der Regel ihre bisherige Wohnung, beibeh lten haben. Auf Grund der Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober 1940 haben die Gemeindebehörden für " sie Lohnsteuerkarten 1941 auszuschreiben Bei Arbeitnehmern, die nach ihrer Einberufung zur Wehrmacht im Inland tatsächlich keine Wohnung haben, wird, wenn nicht besondere Umstände eine andere Auffassung rechtfertigen, von der Annahme auszugehen sein. daß sie ihren bisherigen Wohnsitz beibehalten haben. Auch für diese Arbeitnehmer sollen auf Grund der Personenstandsaufnahmen Lohnsteuerkarten für 1941 ausgeschrieben werden. Nun werden jedoch für die während des besonderen Einsatzes zur Wehrmacht einberufenen Arbeitnehmer die Personenstandsaufnahmen diesmal nicht immer vollständig sein, und infolgedessen Lohnsteuerkarten für 1941 nicht immer ausgeschrieben werden. Der Minister stellt daher fest, daß in der Richtvorlage der Lohnsteuerkarte durch einen zur Wehrmacht einberufenen Arbeitnehmer grundsätzlich ein schuldhaftes Verhalten im Sinne der Lohnsteuerdurchführungsbestimmungen nicht zu erblicken ist. Der Arbeitgeber ist berechtigt, in solchen Fällen die Lohnsteuer nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte 1940 und beim Fehlen auch dieser Lohnsteuerkarte in entsprechender Anwendung des Paragraphen 38 der Lohnsteuerdurchführungsbestimmungen einzuhalten. Studenteneinsatz im Osten Aufruf des Reichsstudentenführers Der Reichsstudentenführer hat einen Aufruf zu weiterem freiwilligen Einsatz deutscher Studenten und Studentinnen im Rahmen des Siedlungseinsatzes der Arbeitsgruppe„Ostsiedlung der Reichsstudentenführung“ sowie des Facheinsatzes Ost der Reichsstubentenführung erlassen. Für die Einsätze werden Studenten aller Fachgruppen benötigt. Die Arbeit ist verantwortungsvoll und erfordert charakterliche Festigkeit. Bevorzugt benötigt werden Landwirte. Lehrstudenten, Bauingenieure. Architekten, Mediziner und Tierärzte, aber auch für alle anderen Fachgebiete ergeben sich weite Aufgabengebiete. Den Studenten wird ein Tagegeld gezahlt das zum Leben ausreicht. Die keldungen für den Einsatz erfolgen bei der von der Studentenführung hierzu eigens geschaffenen Stelle„Wissenschaftseinsatz Ost“ und müssen so rasch als irgend möglich abgegeben werden. Sie müssen Namen, Vornamen, Studium und Fachsemester angeben und die Semester= und Heimatanschrift und ob schon Landdienst oder Praxis im Osten geleistet. Die Einverufungen erfolgen für den Siedlungseinsatz durch Pg. Dolezalek Posen, für den Facheinsatz durch Pg. Thormann, Litzmannstadt Diese Einsätze sind ein stolzes Zeichen volkspolitischen Einsatzwillens. 1500 Studenten und Studentinnen haben in diesen Einsätzen bewiesen, daß das deutsche Studententum rückhaltlos zur Verfügung steht, wenn ein großes geschichtliches Werk es ruft. Der Aufruf gilt besonders für die Studenten, die auf Grund der getroffenen Regelung das Trimester 1941 nicht anrechnungsfähig belegen können. Sie sind aufgerufen, von Januar bis März 1941 bei der Ansiedlung der Volksdeutschen aus Bessarabien, dem Buchenland und aus Litauen völkischen Frontdienst im deutschen Osten abzuleisten. Verantwortkich: Dauptschriftleiter Erich Schmide z. It. im Felde. Vertretung: Schriftleiterin Helma von Rauchendichler, Menden; für Anzeigen: Helma von Rauchendichler. Druck und Verlag: Verlagsgesellschaft v. Rauchendichler— 3 K. ist Anzeigenpreisliste 6 an: Symphonie eines Lebens Romen von Bill Behm Copyright by Prometheus=Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München I. Kaditel Das Merkmal der weisten Unfälle ist die Plötzlichkeit, mit der sie eintreten. Iwan Bakaloffs Gesicht wurbe zu einer starren Maske, als er die Gefahr erkannte. Seine Hände umkrampften das Steuer, als könnten sie allein dadurch die Fahrt des schweren Wagens aufhalten. „Passen Sie doch auf“, schrie Anita Vogel. Die Bremsen schrien gequält m schrillen Tönen unter dem jähen Druck, doch die Geschwindigkeit des Wagens war zu groß. Es gab bei dem Anprall einen dumpfen Laut, eine Frauenstimme gellte hysterisch, für den Bruchteil einer Sekunde schien die Straße erstarrt. wie in Stein verwandelt; der Wagen stand. — Mit bebenden Händen riß Anita Vogel die Tür auf und kletterte hinaus. Von dem ausgestandenen Schreck zitterten ihre Knie. Der Mann, den sie beinahe überfahren hatten, erhob sich. Anita sah einen breiten Rücken, der in einem billigen, grauen Anzug steckte, doch ihr Blick blieb auf der gelben Armbinde haften, und die drei schwarzen Punkte darauf schienen für sie eine rätselhafte Vorbedeutung zu haben. Noch ehe Anita bei ihm war, hatte sich eine Menschenmenge angesammelt, die laute Verwünschungen gegen den Fahrer ausstieß. Unsicher tasteten die Hände des Blinden durch die Luft, als suche er seiner eigenen Verwirrung zu entrinnen. Irgend jemand hatte seinen Hut aufgelesen, ihn flüchtig abgestaubt und gab ihn dem Blinden in die suchenden Hände, ein anderer reichte ihm seinen Stock und, als sei damit die Ordnung des täglichen Lebens wiederhergestellt, wurde der Angefahrene plötzlich ganz ruhig und abwartend. — Anita hatte sich rücksichtslos, ohne auf die Drohungen der Leute zu achten, zu ihm durchgedrängt.„Haben Sie sich wehgetan?“ fragte sie unsicher. Der Blinde wandte ihr ein blasses Gesicht zu:„O nein“, autwortete er, und Anita fiel der tiefe Klang seiner Stimme auf,„es war nur das Unerwartete, das mich erschreckte.“ Seine Sprache hatte einen leichten, kaum wahrnehmbaren fremden Akzent. Anita sah in die toten Augen des Mannes und erschauerte. Das Gesicht des Blinden dünkte sie im ersten Augenblick alltäglich, und doch wiesen die Züge eine Gelöstheit und heitere Ruhe auf, die sie verwunderten, als ob sie wie ein Kind vor etwas Neuem, Rätselhaftem, Unbegreiflichem stünde. „Es war auch meine Schuld, ich habe nicht aufgepaßt", fuhr der Blinde fort, und ein flüchtiges Lächeln huschte um seinen Mund „Wie können Sie das behaupten", erwiderte Anita fast ärgerlich, ohne auf die Selbstironie seiner Worte zu achten. „Ich war in Gedanken und hatte den Hund nicht bei mir.“ Es klang wie eine Entschuldigung. Anita blickte sich hilfesuchend um. Auch Dr. Bakaloff war ausgestiegen und verhandelte mit einem Schutzmann, der seine Aussagen sorgfältig in ein Notizbuch eintrug. „Gehen Sie doch weiter, meine Herrschaften“, rief der Schutzmann laut, ohne daß jemand seinem Wunsche Folge geleistet hätte. Er schien es auch nicht anders erwartet zu haben, sondern wandte sich nunmehr mit der Ruhe, die die Gewohnheit in diesen Dingen mit sich bringt, an den Blinden:„Darf ich um Ihren Ausweis bitten!“ „Danke. aber ich glaube, es ist nicht notwendig. Es ist ja nichts weiter geschehen“, antwortete der Blinde, der sein inneres Gleichgewicht längst wiedergefunden hatte.—„Aber Sie werden wenigstens Schadenersatz verlangen.“ „Schadenersatz? Wofür?“ „Für den Anzug." Jetzt erst bemerkte Anita, daß das linke Hosenbein des Unbekannten einen großen Riß aufwies. Dr. Bakaloff fiel ein:„Es ist selbstverständlich, daß ich für jeden Schaden hafte. Am besten ist es wohl, wir bringen ihn nach Hause und ich schicke ihm meinen Schneider.“ Dr. Bakaloff behandelte den Fall, als habe er eine Laterne angefahren und nicht einen Menschen. Anita wollte eine empörende Bemerkung machen, doch fiel der Schutzmann von neuem ein:„Ich muß doch ein Protokoll aufsetzen, also, geben Sie' mir schon, bitte, Ihren Ausweis." Ohne zu antworten, griff der Blinde in seine innere Jackentasche und reichte dem Schutzmann ein Pavier. Dr. Bakaloff notierte sich ebenfalls die Personalien sowie die Adresse. und Anita führte den Blinden zum Wagen und setzte sich neben ihn auf die hinteren Plätze. Die Menge zerstreute sich, der Schutzmann begab sich auf seinen Posten zurück und Dr. Bakaloff fuhr an.— Während der Fahrt sprach niemand, und obwohl der Weg nicht weit war, schien es Anita, als wären sie lange gefahren. Etst als der Wagen hielt, fiel es ihr auf, daß sie die ganze Zeit das Gesicht des blinden Mannes betrachtet hatte. Das Haus, vor dem sie hielten, war eines der typischen Miethäuser älteren Stils. „Wohin kann ich Sie führen?" fragte Dr. Bakaloff. indem er die Tür des Wagens öffnete und auf die Straße trat. „Vielleicht bis zum Torweg, ich finde mich dann schon allein zurecht", antwortete der Blinde und stieg bemerkenswert geschickt aus. Er machte eine Bewegung, als wollte er Anita die Hand reichen, doch dann sagte er nur:„Ich danke Ihnen“, und wandte sich ab. Anita sah den beiden Männern nach. Vor dem Tor blieben sie einen Augenblick stehen. Der Blinde schüttelte als Entgegnung auf irgendeine Frage Dr. Bakaloffs den Kopf und sleich darauf war er in dem Torweg verschwunden.— Dr. Bakaloff kehrte zum Auto zuurück. „Komischer Kerl“, meinte er,„wollen Sie nicht wieder nach vorn kommen?" „Ja“, antwortete Anita, noch ganz in Gedanken versunken und während sie den Platz wechselte:„Wie heißt er eigentlich.“ Iwan Bakaloff zog sein Notizbuch:„Stephan Uhlenbrock. Es war aber bestimmt nicht meine Schuld, er tauchte so plötzlich vor dem Wagen auf.“ „Warum fahren Sie auch immer so irrsinnig schnell", warf ihm Anita vor.„Doch, jetzt weiter, der Tee wartet, und ich habe Hunger.“ — Dr. Bakaloff fuhr abermals an und steuerte den riesigen Wagen geschickt durch den lebhaften Verkehr des Kurfürstendammes.— Vielleicht zum erstenmal betrachtete Anita Vogel ihren Begleiter prüfend und nachdenklich. Er war wie immer sehr sorgfikleig gekleidet, fast ein wenig zu elegant. Sein Gesicht, das sie nur im Profil sehen konnte, zeigte die Spannung des Autofahrers.„Es ist nicht schwer, interessant auszusehen, wenn man ein Südländer ist", hatte einmal eine Bekannte Anitas über Bakaloffs Aeußere geurteilt. Die dunklen Augen, die schwarzen, glatt zurückgekämmten Haare, der braune Teint und die kühn gebogene Nase gaben ihm jene männliche Schönheit, auf die Frauen im allgemeinen fliegen, doch Anita entdeckte plötzlich einen Zug von Hochmut und Eitelkeit um den Mund, der ihr bisher nicht aufgefallen war, vielleicht, weil sie ihn bisher hatte übersehen wollen.— zu den stillen Straßen von Halensee hielten sie vor einem schmiedeeisernen Tor. Bakaloff ließ den Wagen stehen, und gemeinsam durchschritten sie den Garten. der die Villa Vogel umgab. Auf der weitvorspringenden Terrasse war de Teetisch gedeckt. und eine schlanke Frauengestelt lag sichtlich gelangweilt auf einem Liegestn. Sie trug ein zartlila Seidenkleid, das zu de hellen blonden Haaren und dem etwas leichtinnigen Gesicht mit den blauen Augen gut paßte. Mit einem leichten Schrei sprang Okti Herdi auf und lief auf die Ankommenden zu.— Otti Herdl bezeichnete sich selbst als Anitas intimste Freundin und fühlte sich in der Villa Vogel wie zu Hause. Früher einmal war sie Tänzerin gewesen. aber über diese Zeit sprach sie nur ungern. Dann hatte sie Anita auf einer Gesellschaft kennengelernt und Gelegenheit gehabt, ihr einen kleinen Dienst zu erweisen. Seitdem waren die beiden Frauen befreundet, und Okti Herdl verstand es, diese —„" 1N 9. Anzeigenteil V. T. Lichlspiele, Menden heute, Dienstag, zum letzten Mal: Das Fräulein von Barnhelm mit Käthe Sold, Ewald Balser, Fita Benkhoff u. S. m2. Die Deutsche Wechenschau! Für Jugendliche zugelassen! Achtung! Dienslag und Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Große Marchenvorsteilung mit: Sterntoler“ le Märchenwelt“ Der fage Drei „Kaspar bei den Wilden“ „ Retne Sümchmenn! Die Deutsche Bochenschen! Was schenke sch zu Weihnachten? Eine schöne Photographie oder Vergrößerung. 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Ob sie sich dieser Tatsache jewußt war, mochte dabingestellt sein, jedenalls hatte sie nach dem Tode ihres Vaters die Werke, und somit ein riesiges Vermögen, geerbt, über dessen Höhe sie selbst völlig im unlaren war. Der alte Vogel war Zeit seines Lebens ein Rauhbein und Sonderling geween, aber er hatte es verstanden, das, was er besaß, nicht nur beisammen zu halten, sonsern auch zu vermehren. So waren fast die jesamten Aktien in seinen Händen geblieben. tur ein winziger Bruchteil wer Eigentum von Dr. Iwan Bakaloff, der gleichzeitig Leiter der Vogel=AG war. Anita war im Luxus ausgewachsen, ohne je den Wert des Geldes zu begreifen. Sie war eine bekannte Schönheit, von knabenhaftem Guchs, einem zarten E'sicht mit ausgesprohenen, eigenwilligen Zügen und hellen, blonsen Haaren, die stets etwas unordentlich ausaben und von Frauen, die dieses Blond nicht besaßen, für„gefärbt" erklärt wurden. Man kannte Anita launenhaft, aber diese Lannen mtsprangen dem unbewußten Gefühl des Unnützseins. Sie hatte Stunden, in denen sie die Leere ihres Lebens empfand. Dann nahm le sich irgendeine Tätigkeit vor, stürzte sich nit Feuereifer auf eine finnlose Arbeit, um ie ebenso schnell wieder aufzugeben, verzweielnd, weil sie zu nichts nütze war. Dr. Bakaloff unterstützte sie darin in jeder Weise und verfolgte damit seine eigenen Pläne. Bakaloff war eines Tages in den Werlen aufgetaucht. Niemand wußte, wo ihn der ilte Vogel aufgetrieben hatte, aber Bakaloff jewies jeden Tag von neuem, daß Vogel mit hm einen guten Griff getan hatte. Man konnte nicht behaupten, daß Bakaloff beliebt war, im Begenteil, man fürchtete und haßte ihn wezen seiner Schroffheiten und seiner Herrschucht, aber es gab auch niemand, der seine Täigkeit bestritten hätte. Er war unzweifelhaft ein fähiger Kopf, der seine Pläne rücksichtsos durchsetzte.— Nach dem Tode ihres Vaers war es Anita selbst, die ihn als Leiter der Werke einsetzte. Sie bereute zwar später diesen Entschluß, denn sie fühlte immer mehr hre Abhängigkeit von dem Rumänen, aber jerade das war es, was Bakaloff bezweckte. Sein Anteil an den Werken war ihm nicht jenug. Er wollte der alleinige Herrscher sein, doch der Weg hierzu führte über Anita. Mit der Zähigkeit und Leidenschaft der östlichen Rassen verfolgte er sein Ziel, Anita zu heiraten Er erfüllte jeden ihrer Wünsche un überschüttete sie mit unaufdringlichen Aufmerksamkeiten.— Anita kannte sein Ziel, obwohl er nie davon sprach und setzte ihm einen hartnäckigen Widerstand entgegen. Sie wollte ihre kostbare Freiheit nicht aufgeben, doch Bakaloff besaß in hohem Maße die Eigenschaft, warten zu können, und so mußte es lediglich eine Frage der Zeit sein, wann Anita nachgeben würde.— Wenige Minuten genügten Anita, um ein anderes Kleid überzuwerfen, dann ging sie auf die Terrasse zurück. Otti flirtete mit angevorenem Talent und langjähriger Uebung mit Bakaloff, der diesen Ansturm mit einem liebenswürdigen Lächeln über sich ergehen ließ, das von einer gewissen Intimität zeugte. „Denk dir nur, er will mir die Geschichte nicht erzählen“, rief sie aus, als sie Anitas ansichtig wurde. „Welche Geschichte?“ fragte Anita, während sie sich Tee einschenkte. „Na, wie ihr den Blinden überfahren habt.“ „Ueberfahren ist ja nun übertrieben“, meinte Anita,„aber es hätte wirklich schlimmer werden können.“ Von vielen Fragen Ottis unterbrochen, schilderte sie kurz den Hergang des Unfalls. „Wie sah denn der Blinde aus“, erkundigte sich Otti Herdl. „Oh, er hatte ein merkwürdiges Gesicht", entgegnete Anita, einen Augenblick nachsinnend. „Und wie alt?“ „Ich schätze Anfang vierzig.“ Bakaloff zog sein unvermeidliches Notizbuch: „Neunundzwanzig!“ stellte er fest. „Wie komisch", rief Anita.„er schien mir bedeutend älter.“ „So genau habe ich ihn mir gar nicht angesehen", meinte Bakaloff abweisend.„Darf ich daran erinnern, daß wir heute abend bei Geheimrat Bauer eingeladen sind.“ „Mein Gott, das hätte ich beinahe vergessen, ich muß mich unbedingt noch ein paar Minuten hinlegen und mich umziehen“, sagte Anita. „Darf ich Sie um acht Uhr abholen?“ fragto Dr. Bakaloff. Anita gab ihre Zustimmung. doch klang sie nicht sehr freundlich. „Wo fahren Sie jetzt hin, Dr. Bakaloff?“ erkundigte sich Otti Herdl, als Bakaloff sich erhob. „Ich will Sie gern mitnehmen“, lächelte der Rumäne, während er mit einem wissenden Blick ihre schlanke Gestakt musterte. * Die Gesellschaft bei Geheimrat Baner war evenso glanzvoll wie langweilig. Eine Reihe mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten bewegte sich durch die taghell erleuchteten Räume und führte eine Unterhaltung, die mit vielen Worten wenig sagte und ebensogut hätte unterbleiben können. Anita kannte die meisten der Anwesenden, und wieder einmal wunderte sie sich, daß alle Gespräche an der Oberfläche haften blieben, da niemand den Versuch machte, einigen Dingen Tiefe abzugewinnen, obwohl die Namen der Sprechenden mehr verhießen. Natürlich wurde getanzt, als eine Art Flucht vor der Zeit. Ankta lächelte über das ernsthafte Bemühen der meisten Männer, ihre Aufmerk63.—