Gegründet 1860 80. Jahrgang Westfälischer Telegraph Mendener beinat mit Ausnahme der Sonn= und Feiersoge.— Rotationsbruck breis wonatlich v. Nauchendichler. Menden.— —sprech- Sammelnumme 21/17 Menden. an: Verlagsgesellscheft v. Die Iserlohnerstraße 35.— Fernsor natlich 2M. 1.90 zuzüglich 20 D Pig. Botenlodn—. Durch die Post 2.56 Fröndenberger Nachrichten Einzige in Menden Blatt Lendringser Zeitung Zeitung Bei Eintritt höherer Gewalk, Pepier= und Strommengel befieht kein Anspruch en Lieferung der Zeitung oder Rückzahlung des Bezugsvreises. Anzeigenprette laut BrRLDT C9tMRT wer Preislifte Nr. 6 vom 1. Juli 1939, deren Bestimmungen für alle Anzeigenaustrüge gebruckte Zeilung zum.— Veilagen werden nicht angenommen. Anzeigenschlußz am Voradend 6 UdNr. 278 Sonnabend, 23. November 1940 Jahrgang 1940 Englands Schwierigkeiten wachsen Ablenkungsmanöver statt sozialer Maßnahmen— Bewegte Klagen der englischen Presse über mangelnde Aktivität und Anfähigkeit in den Ministerien— John Bull muß betteln gehen Plutokratenmethoden Stockholm, 22. Nov. Unablässig hageln die vernichtenden Schläge der deutschen Luftwaffe auf England nieder. Nicht allein die wichtigsten Rüstungszentren wie Coventry und Birmingham werden ausgelöscht, auch das Herz des Empire. London, bekommt nach wie vor die deutsche Vergeltung für die Schandtaten der Verbrecherclique Churchills zu spüren. Immer weiter greift Schrecken und Entsetzen in der heimgesuchten Stadt um sich. Vielfältig sind die Anzeichen zunehmenden Durcheinanders, wie sie aus Berichten der Londoner Korrespondenten schwedischer Blätter zu erkennen sind. Scharfe Anklagen gegen die britische Regierung wegen ihrer mangelnden Initiative und wegen ihrer Unfähigkeit, die schnell wechselnde Situation zu meistern, heißt es weiter in dem schwedischen Blatt, werden jetzt täglich in der Londoner Presse vorgebracht.„Es ist offensichtlich, daß die vielen Verzögerungen bei den brennenden innerpolitischen Fragen und die mangelnde Initiative in der Kriegführung langsam begonnen hat, vielen auf die Nerven zu gehen.“ Die„Daily Mail“ schreibt in einem Leitartikel:„Ein Zivilist kann immer noch selbst bei uns entscheiden, ob er zur Kriegsanstrengung beitragen will oder nicht. Ein Plan für die Heranziehung einer halben Million Frauen für die Rüstungsindustrie sei bekanntgegeben worden. Der Appell des Arbeitsministeriums habe aber überhaupt kein Ergebnis gehabt.“ Offizielle schmerzstillende Mittel Seit langer Zeit habe.„Daily Expreß“ eine „wissenschaftliche Initiative für die Erforschung von Methoden gegen die Nachtbomber“ befürwortet. Jetzt schreibe das Blatt verärgert in einem Leitartikel am Mittwoch:„Hier und da spricht eine britische Autorität davon, daß wir die deutschen Nachtbomber besiegen. Die Hoffnungen steigen, dann beginnt der Blitzkrieg wieder, deutsche Flugzeuge schwirren über unsere Städte und kommen dann wieder zu ihrem Stützpunkt zurück. Die Nazis befassen sich auch mit dem Problem der Nachtbomber mit ihrer gewöhnlichen Gründlichkeit. Paßt auf, daß sie die Lösung finden, während man hier noch immer schmerzstillende Mittel von offizieller Stelle austeilt.“ Auch„Daily Telegraph“ warne die Engländer, sich in Sicherheit zu wiegen. Deutschland habe seine Siege immer während solcher Flautenperioden gewonnen, wie sie England während der letzten Wochen erlebt habe. „Daily Herald“ kritisiere die„mangelnde Aktivität“ der Regierung in der Fürsorge für die Opfer des Luftkrieges. Das Blatt schreibe:„Der Staat hat sehr wenig getan. dagegen sind alle Arten von Sammlungen von offizieller Seite angeregt worden. Die herausbombardierten Londoner Einwohner und die Opfer des Angriffs von Coventry sind unsere eigenen Landsleute, keine durch Erdbeben verarmten Türken, oder durch Ueberschwemmungen verarmten Chinesen. Sie sind Verletzte in der Front unseres eigenen Krieges, den unsere eigene Regierung selbst erklärt hat. Welche Entschuldigungen kann die Regierung vorbringen dafür, daß diese Frontopfer in einer verzweifelten Situation Gegenstand privater Wohltätigkeit werden? Hilfe für sie ist einzig und allein Sache des britischen Staates. Es ist eine Schande und eine Erbarmlichkeit, daß die Regierung private Wohltätigkeit in diesem Falle zuläßt, und daß John Bull mit dem Hut in der Hand Geld bei wohltätigen Damen erbetteln muß!“ „Radio=Romeos“ Der Londoner Rundfunk glaubt jetzt ein Mittel gefunden zu haben, die verzagte Stimmung der Frauen zu beleben und ihre Gedanken von den deutschen Luftangriffen abzulenken. Die Zeitung„Evenings News“ kündigt zum 25. November die erste Sendung einer regelmäßigen Folge an, die unter dem Motto„Für dich, mein Schatz“ die englischen Frauenherzen höher schlagen lassen soll. Dabei wird ein neuer Radioheld herausgestellt, dem weitere„Radio=Romros“, wie „Evenings News“ sich ausdrückt, folgen werden. Gleichzeitig richtete das Blatt eine Aufforderung an alle Manuskriptverfasser und Regisseure des Rundfunks,„zunehmend immer romantischer zu werden".— das Thema Liebe könnte gar nicht oft und eindringlich genug behandelt werden. „Verbrauch muß eingeschränkt werden!“ Den Londoner Kriegsverbrechern wird immer schwüler zumute. Bemerkenswerte Eingeständnisse, wie sehr man sich zu Kriegsbeginn in England getäuscht hat und daß man sich jetzt, auf einen aussichtslosen Kampf gefaßt macht, rang sich im Londoner Rundsunk ein Offiziers=Propagandaredner Duff Coopers. namens Sir Frederic White, ab. Wir müssen uns darauf gefaßt machen, daß unsere westlichen Verbindungswege bedroht werden eröffnete er seinen Hörern. Weitere Probleme seien, wie man mit den nächtlichen Luftangriffen„fertig werden“ könne und wie der Seekrieg zu führen sei.„Verglichen mit dem letzten Krieg, wendet man im allgemeinen der Bedrohung durch feindliche U=Boote viel weniger Aufmerksamkeit zu, und doch besteht die Bedrohung so stark wie je.“ „Die Regierung hat oft genug betont, es wäre notwendig, daß jeder Staatsbürger einen beträchtlichen Teil seines Lebensstandards abziehe“, führte Sir Frederie White aus.„Unser Schiffahrtsminister hat häufig erklärt, daß der Verbrauch der Dinge, die aus Uebersee eingeführt werden müssen, unbedingt eingeschränkt werden müsse, damit Schiffsraum für die wichtigen Kriegslieferungen frei würde.“ Klingt das wie die Rede eines Mannes, der überzeugt ist, daß England„der Endsieg gewiß" ist? Nur weil es im Laufe seiner Geschichte als Raubstaat vor der ersten entscheidenden Niederlage steht? Siegesgewißheit gedeiht aber schlecht im deutschen Bombenhagel und wenn Schiff um Schiff mit lebensnotwendiger Ladung absackt! Antonescu und Sturdza beim Führer Längere Aussprache in Gegenwart des Reichsaußenministers Berlin. 22. Nov. Der Fuhrer empfing * Ner am Freitagnachmittag in der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Aus wärtigen von Ribbentrov den rumänischen Staatsführer General Antonescu zu einer längeren Aussprache, die im Geiste des zwischen den beiden Staaten bestehenden herzlichen Einvernehmens verlief. Anschließend stellte General Antoneseu dem Führer den rumänischen Außenminister Prinz Sturoza vor. Eine Abteilung der##=Leibstandarte erwies bei der An= und Abfahrt die militärischen Ehrenbezeigungen. Am Freitagvormittag hatten der rumänische Staatsführer General Antoneseu und der in seiner Begleitung befindliche rumänische Außenminister Sturdza eine Besprechung mit Reichsaußenminister von Ribbentrop. Am Freitagvormittag trafen der rumänische Staatsführer General Antonescu und der rumänische Außenminister Prinz Sturdza auf Einladung der Reichsregierung zu einem mehrtägigen Deutschlandbesuch auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hieß den rumänischen Staatsführer und den rumänischen Außenminister auf dem Bahnsteig herzlich willkommen. Der rumänische Gesandte Valer Pop. der sich in besonderer Mission in Deutschland aufhält, der rumänische Geschäftsträger in Berlin, Gesandter Brabetzianu, und die Mitglieder der rumänischen Gesandtschaft waren zum Empfang anwesend. Auch der Königlich Italienische Geschäftsträger in Berlin, Botschafro#n.„umooni. hatte sich eingefunden. General Antonescu und der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, schritten nach der Begrüßung die Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie ab. Dann geleitete der Reichsminister des Auswärtigen den rumänischen Staatschef zum Schloß Bellevue, wo der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, den Gast und seine Begleitung empfing Der Führer empfing Freitagmittag in der Neuen Reichskanzlei den neuernannten Königlich Rumänischen Gesandten Constantin Grecianu zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Anschließend wurde der Königlich Rumänische Gesandte in besonderer Mission Valer Pov empfanden. Eine Abteilung der=Leibstandarte erwies bei der An= und Abfahrt der Diplomaten die militärischen Ehrenbezeigungen. * In dem von Reichsleiter Baldur von Schirach herausgegebenen Organ der Jugend„Wille und Macht“ schreibt der rumänische Staatsführer General Antonescu in einem längeren Aufsatz unter anderem: „Der Nationallegionäre Staat fußt auf den ewigen Rechten unseres Volkes, er stützt seine Kraft und Dynamik auf die tausendjährige Lebensfäbigkeit der rumänischen Nation, weil die legionäre Bewegung selbst der aktivste und leidenschaftlichste Ausdruck der rumänischen Volkskraft ist. Der Nationallegionäre Staat gründet sich auf eine in der Vergangenheit wurzelne Mystik unseres Volkes. Unser Staat trachtet, die Grenzen der Zivilisation und der Kultur, so wie er dies auch in der Vergangenheit getan hat, zu, schützen. Das Nationallegionäre Regime gründet seine Macht auf die Reichtümer des rumänischen Bodens, auf die Behauptung der unablässigen und organisierten Arbeit unseres Volkes. durch die es den Sieg errang, die Zustimmung des rumänischen Volkes zur revolutionierenden Erneuerungsbewegung der europäischen Kultur uno zum Aufbau einer neuen Welt. Die Welt von morgen wird ihre Ordnung und Struktur nicht auf den erklügelten Einrichtungen einiger Verträge begründen, die mehr einreißen als aufbauen. Die Welt von morgen wird nicht an politische Einrichtungen glauben, die jedes natürlichen wirtschaftlichen Grundsteins entbehren. Unsre Eingliederung in die Achse ist der Anschluß an die neue Welt, der Schritt, mit dem das rumänische Volk und das Nationallegionäre Regime den Weg der Zukunft betreten hat. Von diesem Weg werden wir nicht abweichen, weil es die fortdauernden Belange unseres Volkes fördert, daß wir ihre nationalen Rechte durch Mittel verteidigen, die selbst die Ewigkeit der Kultur unseres Erdteils sichern.“ Strittige Luftschutzfragen geklärt Bei Fliegeralarm muß der Luftschutzraum aufgesucht werden— Die Aufgaben der Luftschutzgemeinschaft— Wann werden Personen= und Sachschäden entschädigt? Berlin, 22. Nov. Zur Klärung einiger umstrittener Luftschutzfragen wird vom Reichsluftfahrtministerium folgendes mitgeteilt: 1. Aufsuchen des Luftschutzraumes Die Erfahrung hat immer wieder gezeigt. daß der vorschriftsmäßig ausgebaute Luftschutzraum bei Luftangriffen der sicherste Aufenthaltsraum ist. Es hat deshalb jeder Volksgenosse die Pflicht, bei Fliegeralarm den Luftschutzraum aufzusuchen. Nur solche Personen, deren körperlicher Zustand das Aufsuchen des Luftschutzraumes nicht gestattet, können einschließlich ihres Pflegepersonals in ihrer Wohnung bleiben, müssen sich aber dort nach Möglichkeit wenigstens an splittergeschützten Stellen(sensterloser Innenraum, Diele) aufhalten. Nur im Vertrauen darauf, daß die Volksgenossen die zu ihrem eigenen Schutz erlassenen Richtlinien befolgen werden, ist bisher davon abgesehen worden, das Nichtaufsuchen des Luftschutzraumes zu bestrafen. Der Luftschutzwart sowie die als Hausfeuerwehrleute, Laienhelfer(innen) und Melder eingeteilten Angehörigen der Luftschutzgemeinschaft haben sich unter allen Umständen bei Fliegeralarm zunächst in den Luftschutzraum zu begeben und dort mit Ausnahme der ihnen dienstlich vorgeschriebenen Kontrollgänge zu verbleiben, da sie bei eintretenden Schäden sofort zu deren Bekämpjung zur Stelle sein müssen. Sie können daher auch, wenn sie diese Vorschrift nicht befolgen, bestraft werden. Um zu vermeiden, daß jede Nacht immer wieder die gleichen Kräfte im Selbstschutz tätig werden, empfiehlt es sich, daß der Luftschutzwart für Ablösung sorgt; hierdurch wird die Verpflichtung zum Aufsuchen des Luftschutzraumes nicht berührt. 2. Entschädigung Für Personen= und Sachschäden, die durch Luftangriffe oder Luftabwehrmaß: nahmen hervorgerufen sind, wird grundsätzlich Entschädigung gewährt. Wer sich ohne berechtigten Grund außerhalb des Luftschutzraumes aufhält, muß jedoch gewärtigen, daß er für einen Schaden den er an seiner Person erleidet. keine Entschädigung erhalt. Anträge auf Entschädigung sind bei Personenschäden an die zuständigen Versorgungsämter, bei Sachschäden an die Gemeindebehörden zu richten. 3. Gashähne Die Hauptgashähne in den Häusern und in den Wohnungen sind bei Fliegeralarm nicht zu schließen. Die in den Wohnungen am Badeofen oder im Kühlschrank usw. brennenden Sparflammen brauchen nicht abgedreht zu werden. Dagegen sind selbstverständlich GasLuftangriffe fortgesetzt Treffer auf Eisenbahn= und Fabrikanlagen Berlin, 22. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe führte auch in der Nacht vom 20. zum 21. November erfolgreiche Vergeltungsangriffe gegen London, Birmingham und andere Rüstungswerke in Mittelengland, sowie gegen Hafenanlagen und Versorgungsbetriebe in Südengland. Zahlreiche Brände waren die Folge. Im Laufe des 21. November wurden im Zuge der bewaffneten Aufklärung London und kriegswichtige Ziele in Süd= und Südostengland mit Bomben belegt. Eisenbahn, und Fabrikanlagen erhielten Tresser. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. In der Nacht vom 21. zum 22. November flogen keine feindlichen Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet ein. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. flammen am Gasherd, am Gasofen. Gaslampen usw. bei Fliegeralarm zu schließen. 4. Bei Alarm möglichst kein Licht machen, sondern Taschenlampen benutzen. Bei Verlassen der Wohnung muß jede Lichtquelle avgeschaltet werden. 5. Mauerdurchbrüche Die Brandmauerdurchbrüche in Kellergeschossen bezwecken die Schaffung einer sicheren Notausstiegsmöglichkeit, falls die Kellerausgänge verschüttet werden. Die nötigen Anordnungen für die Durchführung werden von den örtlichen Luftschutzleitern zusammen mit den Baugenehmigungsbehörden getroffen.— Das Verfahren kann dadurch beschleunigt werden, daß sich die beteiligten Hauseigentümer über die Lage der Durchbruchsstelle einigen. Die örtlichen Luftschutzleiter und Baugenehmi: gungsbehörden sind verantwortlich dafür, daß die erforderlichen Maßnahmen sofort ergriffen werden. Graf Grandi bei Rudolf Heß München, 22. Nov. Der Stellvertreter des Führers empfing am Freitag, dem 22. November 1940, im Braunen Haus in München Graf Grandi, den italienischen Justizminister und Präsidenten der Kammer der Fasci und Korvorationen, zu einer längeren Aussprache, an der Reichsleiter Dr. Frank, Präsident der Akademie für deutsches Recht, teilnahm. Der slowakische Ministerpräsident kommt nach Berlin Berlin, 22. Nov. Auf Einladung der Reichsregierung wird sich der slowakische Ministerpräsident und Außenminister Professor Dr. Tuka binnen kurzem zu einem Besuch nach Berlin begeben. Neuer Bettelbrief nach ASA. Vichy, 22. Nov. Nach soeben hier eingegangenen Informationen beabsichtigt der britische Botschafter in den Vereinigten Staaten. Lord Lothian, bei seiner Rückkehr nach Washington der amerikanischen Regierung eine Note zu überreichen, in der die Lieferung von weiteren 50 bis 100 amerikanischen Kriegsschiffen erbeten wird.— Diese kurze Information aus London zeigt mehr als jede andere Meldung, wie die militärische Starke Englands gesunken ist. Die 50 alten Zerstörer, die England sich von den USA durch die Abgabe von wichtigen strategischen Pofitionen auf der westlichen Halbkugel erhandelt hat, so stellt man in London bald fest, können den Sturz Albions nicht aufhalten. England sucht also verzweifelt nach weiteren Kriegsschiffen. Welche Tauschobjekte England jetzt für dieses neue Angebot an die USA bietet, ist nicht bekannt. In englischen politischen Kreisen bewahrt man darüber noch Stillschweigen, und es zeigt sich auch eine gewisse skeptische Stimmung, da man erklärt, daß die USA ohne gewichtige englische Tauschobjekte wohl kaum auf den Handel eingehen werden, wenn sie dies überhaupt tuen. Auf alle Fälle wird England wieder große Stücke von seinem Kolonialreich sich vom Herzen reißen müssen. Der Ausverkauf des britischen Empire geht weiter! Der rumänische Staatssekretär für Presse und Propaganda. Constant, der Direktor der Presseabteilung, Ministerialdirektor Medrea. und der Chef der Legionärpresse, Dr. Randa wurden am Freitagnachmittag vom Reichspressechef Dr. Dietrich zu einer Besprechung empfangen. Teleki hielt am Donnerstagabend im Klub der Regierungspartei eine Rede, in der er kurz über den Beitritt Ungarns zum Dreimächteabkommen Bericht erstattete. Dabei sagte er u. a., daß Ungarn bereit sei, an dem Aufbau des neuen Europa an der Seite seiner erprobten Freunde der Achsenmächte„mitzuwirken Abschließend gab Teleki seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß man mit vollem Vertrauen der Zukunft entgege. blicken könne. Britische Heuchelei Die deutschen Vergeltungsangriffe auf land, die schon zahlreiche britische Rüstungswerte zettrümmert haben, haben nun auch das Jahrhunderte alte Schaugepränge des insularen Parlamentaxismus zerstört. Zum erstenmal in der Geschichte Englands hat sich der King von Großbritannien und König von Judäa nicht in der berühmten goldenen Kutsche, sondern in einem gewöhnlichen Kraftwagen in das Parlament zur Eröffnung der neuen Saison begeben müssen. Das, was dann die erlauchten Mitglieder des Unterhauses und die Lords im Oberhaus zu hören bekamen, war gleichfalls nicht dazu angetan, das Vertrauen des englischen Volkes für die Zukunft zu erhöhen. Es war die Sorge um das Schicksal des britischen Imperiums, die alle Ansprachen durchzitterte, die Thronrede des Königs nicht minder, wie die Ausführungen Churchills und die Darlegungen des britischen Außenministers Lord Halifax. Allerdings waren gerade die letzten Wochen ganz dazu angetan, um den Briten die Schärfe der deutschen Waffen, von denen ein englischer Kapitän im Rundfunk anerkennen mußte, daß sie Großbritannien beherrschen, vor Augen zu führen. Wichtige Rüstungszentren des Inselreiches, darunter Coventry und Birmingham. die Waffenschmiede Englands bilden heute rauchende Trümmerstätten. Für die Geleitzüge, die auf der Fahrt nach England krachend in die Tiefe sinken, gibt es ebensowenig Sicherheit, wie diese sonst im englischen Raum zu finden ist. Die Stütznunkte, zu deren Abgabe oder Verpachtung sich England gezwungen sieht, zeigen, daß ein neues Kapitel in der Geschichte Englands begonnen hat, und zwar ein recht dunkles. Dieser Zusammenbruch aber wird in England um so bitterer empfunden werden müssen. als es die britischen Machthaber selbst gewesen sind. die das Verderben heraufbeschworen haben. England war es, das den Krieg betrieben hat, während es seinerzeit den Frieden und die Zusammenarbeit mit Deutschland hätte haben können. Chamberlain war es, der in einer Stunde des Uebermuts Polen aufgehetzt und Deutschland den Krieg erklärt hat. Trotzdem hat heute der Außenminister Englands. Lord Halifax, die Stirn zu behaupten. Englands Gewissen sei ganz rein, was die Verantwortlichkeit für den Krieg zwischen Deutschland und Großbritannien betreffe. Wir befürchten nicht, daß diese dreiste Aeußerung irgendwo in der Welt Eindruck machen wird. Diese Erklärung wird vielmehr von allen Menschen, die ihre gesunden fünf Sinne beisammen haben, nur als ein Beweis dafür genommen werden, welcher Heuchelei brirische Minister fähig sind. In dem Bestreben, Chamberlain den Ruf eines weitblickenden Staatsmannes zu erhalten, haben gerade die besten Kenner der Politik Chamberlains, so z. B. der ehemalige britische Botschafter in Berlin. Henderson. den Charakter Chamberlains bloßgestellt. So unterliegt es heute keinem Zweifel mehr, daß Chamberlain 1938 nicht nach München gekommen ist, um für den Frieden Europas zu wirken, sondern nur— wir hatten damals noch keine Spitfires, erklärte Henderson in aller Offenheit— um Zeit zu gewinnen, den Ueberfall auf Deutschland genügend vorzubereiten. Nein, Englands Gewissen ist ganz und gar nicht rein. Die Verantwortung für diesen Krieg hat ausschließlich die britische Regierung zu tragen. Sie war es. die den Krieg gewollt hat. Ihr Ziel war die Vernichtung Deutschlands. Durch die Wachsamkeit und Energie Deutschlands ist die Erreichung dieser haßerfüllten Pläne zur Unmöglichkeit geworden Und so wird nun das britische Imperium auch die Folgen der Irrtümer seiner Regierung in einem verbrecherischen Spiel zu tragen haben. Italienischer Wehrmachtbericht Rom, 22. Nov. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Unsere aus zwei Divisionen bestehenden Bedeckungstruppen; die bei Beginn der Feindseligkeiten in Defensivstellung an der griechisch=albanischen Grenze bei Kortscha in Stellung waren, haben sich nach 11 Tagen Kampf auf eine Linie westlich der Stadt zuruckgezogen die evakuiert worden ist.— Unsere Verluste sind bedeutend; ebenso bedeutend und vielleicht noch schwerer sind die des Feindes. Auf der neuen Linie werden unsere Verstärkungen konzentriert. Trotz der außerordentlich schlechten Witterungsverhältnisse hat unsere Luftwaffe mit den Truppen zusammengewirkt, indem sie einige feindliche Ziele bombardierte. In Nordafrika haben unsere Luftverbände die Eisenbahnlinie und die feindlichen Stellungen von Marsa Matruk bombardiert. Aus weiteren Feststellungen geht hervor, daß während des Kampfes vom 19. ungefähr 10 feindliche Panzerwagen, darunter vier mittleren Typs, vernichtet und etwa 20 Lastwagen beschädigt worden sind. Die dem Feinde zugefügten Verluste sind beträchtlich. Feindliche Einflüge haben bei Sollum, Bardia. Tobruk und Benghasi stattgefunden. Sehr leichter Sachschaden. Feindliche Flugzeuge haben die Zone östlich von Sidi Barani und unsere Stellungen in Uadi und Maktila beschossen, wobei weder Opfer noch Schaden verursacht wurden. Im Aegäischen Meer haben feindliche Flugzeuge wahllos Bomben auf Leros abgeworfen, von denen die Mehrzahl ins Wasser fiel und weder Opfer noch Sachschaden verursacht wurde. In Ostafrika haben unsere Flugzeuge den Flugplatz von Roseires bombardiert, wobei ein Brand verursacht wurde. Im Verlauf des im Wehrmachtsbericht vom Donnerstag gemeldeten Angriffes unserer Luftwaffe auf den Hafen von Aden wurden ein Dampfer und die Anlagen des Flughafens getroffen. Feindliche Flugzeuge haben Assab bombardiert, wo es keine Opfer gab, jedoch das Eingedorenendorf schwer beichädigt wurde. In assaua, Decameraé, Asmara weder Verluste noch Opfer; in Hargeisa ein Toter und fünf Verwundete, in Asosa(südöstlich von Burmuk) acht Verwundete unter den Italienern und Eingeborenen. Der 6114 BRT. große, unter englischer Kontrolle fahrende Motortanker„Beaulieu" ging, wie„Aftenposten“ meldet, verloren. Von der Besatzung sind vier Mann ums Leben gekommen. Einzelheiten über Ort und Zeit des Verlustes sind nicht bekannt. Staatsrecht des Jahrestagung der Akademie für deutsches Recht in München München, 22. Nov. Auf der Jahrestagung der Akademie für deutsches Recht, die am Freitag in München begann, wurde dem italienischen Justizminister Grandi die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied der Akademie überreicht. Grandi dankte für die Ehrung in einer längeren Rede, in der er u. a. sagte: Das nationalsozialistische Deutschland und das jaschistische Italien helfen sich, sie wetteisern miteinander, sie erganzen einander, sie verbessern sich gegenseitig in vertrauensvoller Offenheit, so daß die Prü ungen, die Erfahrungen, die Schwierigkeiten und die Siege gemeinsames Leben, gemeinsame Geschichte und gemeinsamer Ruhm werden. Nichts Aehnliches hat je auf der Welt bestanden: Die Revolution des Liktorenbündels und die Revolution des Hakenkreuzes sind Ausdruck einer und derselben Revolution in unseren beiden Nationen. Faschismus und Nationalsozialismus sind aus der Emvörung des Gewissens zweier Völker gegen die verletzende und ungerechte Entwertung ihres heiligsten moralischen Erbes und ihres heiligsten Rechtes, eine neue gerechte Ordnung der Welt zu schaffen, entstanden. Reichsminister, Dr. Frank dankte Exzellenz Grandi. Die beiden verbündeten und befreundeten Völker, so führte er aus, seien unter ihren Führern berufen, das verelendete Europa aufzurufen zur Schaffung einer Dauerordnung, die sowohl den Frieden wie die Entwicklung Europas zu einer schöpferischen Einheit gewährleiste. Die Tagung der Akademie für deutsches Recht stehe im Zeichen der Rechtswendung des Deutschen Reiches und im Dienste der Neuordnung Europas. Im Dienste dieses Nechtes führe Deutschland den ihm aufgezwungenen Krieg. der vom Schicksal dazu ersehen sei, die Mission des Nationalsozialismus gegenüber Ideologien des demokratischen Kapitalismus für alle Zukunft zu erhärten. Vor aller Welt erhebe die Akademie für deutsches Recht Anklage wegen der zahllosen Kriegsverbrechen, die von Angehörigen der Feindstaaten begangen seien. Den obersten Rang unter den Verletzern des Kriegsrechtes habe England inne, das seit Beginn seiner Weltreichpolitik brutalste Vergewaltigung freier Nationen und Kontinente und unbarmherzigste Ausbeutung seiner Opfer geübt habe. Angesichts der Fülle von Spezialanordnungen und Einzelmaßnahmen der Kriegsgesetzgebung seien die Neugestaltungsprojekte des innerdeutschen Rechtslebens etwas in den Hintergrund getreten. Während des Krieges sei aber auch an der Schaffung des Volksgesetzbuches weiter gearbeitet worden, das an die Stelle des BGB. treten solle. Das Volksesetzbuch werde in sich die Erkenntnis tragen. aß an die Stelle des Individualrechts das Gemeinschaftsrecht, an die Stelle des Klassenkampfes die volksgenössische Kameradschaft, an die Stelle der Ausbeutung der Armen die Fürsorge für sie, an Stelle der kapitalistischen Profitgier die planmäßig geführte persönliche Entwicklung durch einwandfreien„Leistungswettbewerb, an Stelle eines Erpressungssystems der Ausbeutung des Schwachen durch den Starken aber eine echte Vertragsfreiheit zwischen sozial und rechtlich gleich geschützten Volksgenossen zu treten hat. Dr. Frank sprach dann über das staatsrecht: liche Gefüge des Führerstaates. Dieser sei durch den Krieg erhärtet, stahlgeschmiedet und unvergänglich geworden. Das Staatsrecht des Deutschen Reiches sei der klare Ausdruck von schöpferischer Zusammengehalltheit der gesamten nationalen Kraft. zu einem schicksalgestaltenden Willen in der Führung. In Adolf Hitler verwirkliche sich die Sehnsucht unseres Volkes nach der Einheit. Das Reich Adolf Hitlers sei das Reich der Deutschen in aller Zukunft Der Führer sei der Schicksalgestalter des deutschen Volkes, weit erhaben über formale, gesetzliche oder theoretische Voreingenommenheiten. Die Akademie für deutsches Recht werde aus dem Gesamterlebnis des staatsschöpferischen Wirkens Adolf Hitlers die Grundsätze zu erforschen sich bemühen, die den Inhalt der tragenden Begriffe des Verfassungslebens unseres Reiches darstellten. Grundlage sei die totale Autorität der Reichsführung über alle Reichsteile unter Aufrechterhaltung des Prinzips einer mit dieser Einheit verträglichen Selbstverwaltuna in Reichsgauen und Kommunalkörperschaften aller Art. Zum Reich werde aber auch eine Reihe von nebenländerartigen Gebilden(Kolonien. Kommissariate, abgesehen vom Protektorat und Generalgouvernement) gehören. Deren Rechtsbeziehungen zum Reich würden jeweils durch Führerverordnungen klargestellt werden. Die unter deutsche Schutzherrschaft kommenden Völker würden in ihrem kulturellen Eigenleben von der deutschen Führung nicht beeinträchtigt, und ihre Lebensbedürfnisse würden in jeder Form sichergestellt sein, wenn sie die ihnen zukommenden Spezialaufgaben in loyaler Weise erfüllten. Ruhmesblatt für deutschen Frankreich äußert sich zum Wiederaufbau der besetzten Zone Vicky, 22. Nov. Die französische Regierung hat einen umfassenden Ueberblick über die gewaltigen Bemühungen gegeben, die die deutschen Besatzungstruppen in der besetzten Zone für die Wiederaufrichtung des wirtschaftlichen Lebens unternommen haben. In den politischen Kreisen von Vichy gibt man zu, daß Deutschland— lange bevor die Unterredung des Führers mit Marschall Pétain das Prinzip einer Zusammenarbeit festlegte— durch diese sofortige Hilfe an dem am Boden liegenden Gegner ihrerseits eine ebenso psychologische wie materielle Voraussetzung für diese Zusammenarbeit geschaffen habe. Was diese Verlautbarung an Taten der Nächstenliebe am bezwungenen Gegner aufstellt, ist wirklich ein Ruhmesblatt für den deutschen Edelmut. Aus der langen Aufstellung seien nur einige Faktoren herausgegriffen: Als die deutschen Truppen einrückten war, so stellt= die französische Regierung fest, das wirtschaftliche Leben vollständig zum Stillstand gekommen. Die französische Bevölkerung hatte ganz oder teilweise das Gebiet verlassen. Die deutschen Behörden haben sich sofort bemüht, das Verkehrswesen wieder in Gang zu bringen, das eine wichtige Voraussetzung für die Wiederankurbelung des wirtschaftlichen Lebens ist. Die Deutschen haben sich ferner um die Heimbeförderung der später zurückströmenden Flüchtlinge bemüht. In Paris haben deutsche Techniker das abgeschnittene Elektrizitätsnetz der Hauptstadt wieder angeschlossen, sie haben die Untergrundbahn wieder in Gang gesetzt. Für die Bevölkerung der vollständig unversorgt zurückgelassenen Hauptstadt sind von den deutschen Behörden sofort Maßnahmen getroffen worden. um die Ernährung zu sichern und die Zufuhren wieder einzuleiten. Daneben haben die deutschen Militärbehörden rund 100000 Kriegsgefangene für die Ernte eingesetzt, die Gefahr lief, verloren zu gehen, und weiter sind den französischen Bauern Lastwagen und Fuhrwerke zur Verfügung gestellt worden. Um die französische Wirtschaft nicht noch mehr zu belasten, sind aus Deutschland auch Hauptnahrungsmittel eingeführt worden: Fett, Zucker, Käse, Kartoffeln wurden für die deutschen Truppen aus Deutschland eingeführt. Für die französische Zivilbevölkerung wurden Kartoffeln zur Einfuhr aus Deutschland bestimmt. Die Verlautbarung der französischen Regierung spricht dann noch dem Einsatz der deutschen Techniker hohe Anerkennung aus: das französische Eisenbahnnetz war vollständig defekt und funktionierte nicht. Deutsche Eisenbahner wurden gerufen. und schon am 1. Juli verkehrten 160 Passagier= und Güterzüge täglich im besetzten Frankreich. Daneben war die gewaltige Aufgabe des Heimtrausportes der Millionen von Flüchtlingen überwältigend. Mit dem französischen Straßennetz sah es ebenfalls böse aus. Die Männer der Organisation Todt wurden eingesetzt. Daneben wurden den französischen Platzverwaltungen Lastwagen, Material und Werkzeuge zur Verfügung gestellt. Von den rund 1500 zerstörten Brücken waren 800 im November bereits wieder befahrbar. 200 andere Brücken sind im Begriff, rekonstruiert zu werden. Schließlich hat die deutsche Militärverwaltung in der besetzten Zone den französischen Behörden angeboten, ihr bei dem großen nationalen Hilfswerk aktiv zu helfen. Für das Winterhilfswerk. für das gegenwärtig in ganz Frankreich Kleidungs= und Geldsammlungen, durchgeführt werden, werden von den deutschen Militärbehörden Sachspenden in großem Umfange beigesteuert. Angewohntes aus London Entsagungsvolle Betrachtungen zum Beitritt Ungarns Bern, 22. Nov. Soweit die diplomatischen Korrespondenten der Londoner Blätter in ihren schwer mitgenommenen Verlagshäusern oder vielleicht in einer Provinzstadt ausquartiert, ihrem täglichen Beruf noch nachgehen können, vermögen sie ihren Auftraggebern im Foreign Office nur sehr unbefriedigende Kommentare zu der Entwicklung auf dem Kontinent zu entlocken. Alle Schönfärberei, in der sich die Insassen des nunmehr auch stark beschädigten Hauses in der Downing Street auszeichneten versagt gegenüber der Achsenpolitik. die sich mit der elementaren Wucht einer neuen Tatsache im europäischen Zusammenleben durchsetzt. Der Beitritt Ungarns zum Dreimächte=Pakt hat in London entsagungsvolle Betrachtungen und Feststellungen hervorgerufen. Die„Times“, die sich freilich erst noch daran gewoonen muß, daß sie in die kontinentalen Dinge nicht mehr hineinzureden hat, spricht von einer eindrucksvollen Veranstaltung der Achsendiplo= matie und gibt zu, daß„in Mitteleuropa kein wirksames Gegengewicht gegen die deutsche Macht“ vorhanden ist. Das Blatt ist sich auch darüber klar, daß die Verbindung Ungarns mit den Achsenmächten, so wie sie jetzt besteht, gar nicht enger sein könne, denkt aber nicht daran, irgend welche Konsequenzen der englischen Politik anzukündigen. Andere Blätter haben sogar ausdrücklich erfahren, daß die britische Regierung den Beitritt Ungarns zum Dreimächte=Pakt nicht zum Anlaß für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen machen werde. Ungarn, so argumentiert man in Landan varhält sich zwar unfreundlich befindet sich aber nicht im Kriegszustand mit Großbritannien. Wie Reuter aus Melbourne meldet, ist ein australischer Minensucher in der Nacht bei der Einfahrt in den Hafen der Philipphay nach einem Zusammenstoß mit einem Handelsschiff gesunken. Die ganze Besatzung des Minensuchers von vier Offizieren und neunzehn Mann kam ums Leben Im Laufe einer stürmischen, bis in die frühen Morgenstunden dauernden Sitzung gab der uruguayische Senat nach Abschluß der Interpellation des Außenministers, Dr. Guani in der Angelegenheit der militärischen Stützpunkte eine Erklärung ab, in der es heißt, daß der Senat auf keinen Fall Verträge oder Konventionen billigen werde, die die Bildung von Luftoder Flottenstützpunkten im Lande autorisieren. In London fürchtet man, daß mit dem britischen Luftmarschall Boyd Awer Tu dor, dessen Maschine auf Sizilien notlanden mußte, wichtige Papiere, die er bei sich führte, in die Hände der Italiener gefallen sind. Ein Großfeuer vernichtete in Rio de Janeiro das Atelier der brasilianischen Filmgesellschaft Sonofilm, einer Tochtergesellschaft eines nordamerikanischen Unternehmens. 500 Kurzfilme und mehrere Langfilme verbrannten, darunter ein soeben fertiggestellter, mit 600000 Milreis bewerteter Film über die brasilianische Luftfahrt. In der Freitagvormittagziehung der zweiten Klasse der vierten Deutschen Reichslotterie fielen drei Gewinne von je 100000 RD, auf die Nummer 203060. Die Lose dieser Glücksnummer wurden in allen Abteilungen in Achtelteilung ausgegeben. Drei Gewinne von je 50000 RM. fielen auf die Nummer 303575. Die Lose wurden in allen drei Abteilungen in Achtelteilung ausgegeben. Der Weihnachtsverkehr Alle unnötigen Reisen sind zu unterlassen Wieder Ausgabe von Zulassungskarten Berlin, 22. Nov. Die Deutsche Reichsbahn muß auch in diesem Winter ihre ganze Kraft in den Dienst der Beförderung kriegs= und venswichtiger Güter stellen. Durch einen erhöhten Reiseverkehr über Weihnachten und Neujahr könnte sie ihren großen Aufgaben für die Versorgung der Bevölkerung, der Wehrmacht und der Wirtschaft nicht gerecht werden. Die Reichsbahn bittet daher alle Volksgenossen dringend, aule Reisen, die nicht unbedingt notia sind, besonders in Eil- und Schnellzügen, in der Zeit vom 29. Dezember 1940 bis 5. Januar 1941 zu unterlassen, auf Urlaubs= und Vergnügungsreisen zu verzichten, mindestens aber solche Reisen auf den Nahverkehr mit nichtzuschlagspflichtigen Zügen zu beschränken. Um den Fernreiseverkehr möglichst reibungslos durchzuführen, gibt die Reichsbahn an den Hauptverkehrstagen auf bestimmten Bahnhöfen, die noch bekanntgegeben werden. wieder besondere Zulassungskarten aus. die zur Benutzung bestimmter Eit= und Schnellzüge berechtigen. Die Zulassungskarten werden von den Fahrkartenausgaben und Reisebüros gebührenfrei und in beschränkter Zahl ausgegeben, um eine Ueberfüllung der Züge zu verhüten. Für diese bestimmten Züge müssen Fahrausweis und Zulassungskarte gelöst werden, sowohl für die Hinfahrt als auch für die Rückfahrt, wenn diese von einem der noch bekanntzugebenden Bahnhöfe aus mit einem beschränkt freigegebenen Zuge angetreten wird. Zulassungskarten sind keine Platzkarten mit Anspruch auf Beförderung oder auf einen Platz in der Wagenklasse des Fahrausweises, sondern dienen einer allgemeinen Steuerung des Reiseverkehrs. Einzelheiten geben die Reichsbahndirektionen für ihren Bereich noch bekannt. Die offenen Sonntage Der Reichsarbeitsminister hat die Freigabe der Verkaufssonntage vor Weihnachten für das Jahr 1940 geregelt. Grundsätzlich sollen entsprechend der Uebung, wonach die zwischen dem 8. und 24. Dezember liegenden Sonntage Verkaufssonntage sind, der 8., der 15. und der 22. Dezember für den Verkauf freigegeben werden. Die höheren Verwaltungsbehörden werden jedoch ermächtigt, im Einvernehmen mit den übrigen beteiligten Stellen nur den 15. u. 22. Dezember freizugeben, wenn ausnahmsweise das Bedürfnis der kaufenden Bevölkerung durch zwei Verkaufssonntage ausreichend befriedigt werden kann. Die Lebensund Genußmittelgeschäfte sollen von der Offenhaltungspflicht an den Verkaufssonntagen befreit werden. Für den übrigen Einzelhandel bleibt sie voll bestehen. Wie im Vorjahr ist auch diesmal für die Regelung das Bestreben maßgebend, der Bevölkerung ausreichend Zeit für ihre Einkäufe zu geben, zumal gerade heute für viele Volksgenossen durch Arbeitszeit und Verdunkelung der Einkauf erschwert ist. Gewaltverbrecher hingerichtet Berlin, 22. Nov. Am 22. November ist der am 1. Februar 1909 in Neukirchen=Balbini geborene Max Schießl hingerichtet worden, den das Sondergericht in Dresden als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat.— Schießl, der bereits 1929 wegen Raubmordes zum Tode verurteilt, aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden war, hat im Zuchthaus, wo er sich ständig Widersetzlichkeiten zuschulden kommen ließ, einen Aufsichtsbeamten niedergeschlagen. Er versorgte die Köchinnen Bielefeld. Das Sondergericht Dortmund verhandelte hier gegen den 34 Jahre alten Heinrich Sch.=H., der sich als Geschäftsführer der Außenstelle Bielefeld des Viehwirtschaftsverbandes und des Bielefelder Mittelmarktes im Sinne des§ 1 Abs. 1 der Kriegswirtschaftsverordnung schuldig machte. In der Zeit von Oktober 1939 bis Januar 1940 hat der Angeklagte laufend der Kantine einer Bielefelder Wäschefabrik bezw. den Köchinnen der Kantine „Sonderzuteilungen“ an Fleisch bewilligt, ohne hierzu berechtigt zu sein. Nach der Einlassung des Sch.=H. handelte es sich bei der beanstandeten Menge um rund 60 Kilo, während die Anklage weit mehr annahm. Beweiskräftige Feststellungen ließen sich in diesem Punkte aber nicht mehr treffen. Der Angeklagte, der sonst gut beleumdet war, wurde im Sinne der Anklage für schuldig befunden und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Wie der Vorsitzende in der Urteilsbegründung feststellte, hat der Angeklagte der Kantine bezw. den Köchinnen die bewirtschafteten Lebensmittel nur deshalb zugeschanzt, um so Beziehungen zu zwei Frauen — den Köchinnen— anknüpfen und unterhalten zu können. Damit habe er in verwerflichster Weise seine Stellung zur Erreichung versönlicher Zwecke und Ziele mißbraucht, er habe die Bedarfsdeckung der Bevölkerung gefährdet und auch böswillig gehandelt. Die Strafe müsse empfindlich sein, einmal zur Sühne und dann auch zur Abschreckung. 68jähriger als Sittlichkeitsverbrecher Beverungen. Unter der Anschuldigung, sich in vier Fällen des Sittlichkeitsverbrechens schuldig gemacht zu haben, stand vor der Großen Strafkammer in Paderborn der 68 Jahre alte Emil Sch. aus Beverungen. Er war geständig und zeigte auch große Neue über seine Taten. Das Gericht stellte drei vollendete Handlungen der Verleitung von Mädchen unter 14 Jahren zu Unzucht fest, während eine andere als Versuch gekennzeichnet wurde. Daß nicht eine Zuchthausstrafe als gerechte Sühne ausgesprochen wurde, ist auf die ärztliche Begutachtung der Person des Angeklagten zurückzuführen, da Sch. infolge krankhafter Alterserscheinungen als für nicht so willensstark gegenüber derartigen Versuchungen angesehen wurde wie ein normaler Mann. Daher billigte ihm das Gericht§ 51,2 RStGB. zu und erkannte auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Mackay Radio zufolge sandte der britische Frachter„Cree"(4791 BRT.) SOS.=Rufe aus und meldete, daß er etwa 500 Meilen westlich von Irland torpediert wurde und im Sinker begriffen sei. Ministerpräsident Teleki erstattete am Freitagmittag dem Reichsverweser ausführlich Bericht über den Beitritt Ungarns zum Dreimächteabkommen. Der Duce hat den Präfekten Dr. CarminSenise zum Chef der italienischen Polizei ernannt. unserer Heimat Nr. 278 Mendener Zeitung Dank der treuen hausgehilfin Ueber 120 hausgehilfinnen wurden geehrt Am vergangenen Mittwoch veranstaltete das Deutsche Frauenwerk zu Ehren der langjährigen Hausgehilfinnen des Stadt= und Landkreies Iserlohn eine Feierstunde im festlich geschmückten Saale der„Harmonie" zu Iserlohn. In dieser Feierstunde konnten über 120 Hausgehilfinnen der Dank der Partei für ihre jahrzehntelange, treue Tätigkeit abgestattet werden. Verschiedene der Hausgehilfinnen sind seit zwei, drei oder sogar vier Jahrzehnten in ein und demselben Haushalte tätig, wodurch sowohl der Hausfrau und der Hausangestellten das beste Zeugnis ausgestellt wird. Aus Stadt und Amt Menden waren es folgende 12 Hausgehilfinnen, die an diesem Tage geehrt und beschenkt wurden: Frl. Elfe Pfeiffer bei Familie Kortsteger, Hembrock, 5 Jahre: Frl. Lieschen Ruthenbeck bei Familie H. Tönnis, Gaxberg, 8 Jahre; Frl. Josefine Hüser bei Famlie Häuschen, Sümmern: Frl. Anna Kassing bei Pfarrer Schulte, Sümmern, 10 Jahre: Frl. Angela Wiaaeshof bei Familie Lehrer Schöckeler, Sümmern, 6 Jahre; Frl. Wilhelmine Rink bei Familie Hermann Beuke, Sümmern, 21 Jahre; Frau Vierzkall bei Bauer Wrede, Böingsen, 14 Jahre; Frl. Wilhelmine Noll bei Bauer Dahlmann, Böingsen, 15 Jahre: Frl. Elisabeth Mayer bei Familie August Böckelmann, Holzen, Post Bösperde, 7 Jahre: Frl. Alma Stockhecke bei Bauer Helle, Holzen=Bösperde, 6 Jahre; Frl. Klara Jöhle bei Vikar Trondt, Lendringsen, 5 Jahre: Frl. Clara Michaelis bei Familie Schlüter, Menden, Hofeskamp 33, 6 Jahre. *— Mit dem E. K. 1 Klasse ausgezeichnet. Fliegerleutnant Heini Bettermann, Lohmühle, wurde wegen Tapferkeit vor dem Feinde mit dem E. K. 1. Klasse ausgezeichnet. Dem tapferen Mendener Soldaten hierzu unsere herzlichen Glückwünsche! *— Auszeichnung. Dem Werkzeugmacher Ludwig Mölle aus Menden, tätig bei der Firma Schmöle u. Comp., Menden, ist vom Führer das Kriegsverdienstkreuz verliehen worden. Die Ueberreichung erfolgte am Mittwoch bei einer behördlichen Dienststelle. Es ist dies in Menden der erste werktätige Arbeitskamerad, dem diese Auszeichnung zuteil geworden ist. Sie bedeutet zugleich auch eine Anerkennung für das Unternehmen.— Dem Beliehenen unseren herzlichen Glückwunsch! *— Für 03 und IM keine Uniformbezugscheine. Für Jungvolk und Jungmädel gibt es für diesen Winter keine Uniformbezugscheine mehr. Die bereits hierfür gestellten Anträge werden nach Eintreffen der Bezugscheine bearbeitet. Anträge für Uniformstücke, außer für HI=Ueberfallhosen, Blusen und BdM=Röcken, die nur in ganz dringenden Fällen zu stellen sind, müssen beim zuständigen Einheitsführer abgegeben werden. Die Bezugscheine werden laufend bearbeitet und den Antragstellern mit der Post zugestellt. Mützen und Dreiecktücher sind ohne Bezugschein zu haben. Diesbezügliche Nachfragen bei der Standortführung sind zwecklos. Führer und Führerinnnen sind angewiesen, daß die Jungen und Mädel, die nachweislich keine Uniform besitzen, in Zivil Dienst tun. 2.— Geburtstagschronik. Am heutigen Samstag wird Frau Kränstein, Schwitterweg, 73 Jahre alt. Unsern Glückwunsch! 2— Elternabend des Deutschen Jungvolks. Am Sonntag, dem 8. Dezember, findet im Gesellenhaus um 17,30 Uhr ein Elternabend des Deutschen Jungvolks zugunsten des Mendener Lazaretts statt. Alle Eltern und die übrigen Mendener Volksgenossen werden schon jetzt herzlich dazu eingeladen. *— Kreistagung des ASLB des Kreises Iserlohn in Letmathe. Auf einer Kreistagung des NS=Lehrerbundes in Letmathe sprach Reichsfachschaftsleiter Kircher und Gauschulungswalter Cramer. Parteigenosse Cramer forderte in der Arbeit der Erzieher an erster Stelle die Pflege der Gemeinschaft des im NSLB geeinten Erzieherstandes durch Kameradschaft, Weiterbildung und durch klare Erkenntnis der Sonderaufgaben für die Volksgemeinschaft. Reichsfachschachschaftsleiter Kircher faßte die Aufgaben der neuen Schulen wie folgt zusammen: 1. Erziehung der Jugend durch Leibeserziehung zur Härte, 2. Planmäßige Erziehung zur Wachheit und zum Verständnis des großen Zeitgeschehens und 3. Eine musische Erziehung zu den Quellen der Seele. *— Kurzschrift und Maschineschreiben.— Erfolgreiche Prüfungen im Arbeitsbuch vermerkt. Der Reichswirtschaftsminister hat die Industrie= und Handelskammern mit der Durchführung von Prüfungen in Kurzschrift und Maschineschreiben beauftragt. Es können also folgende Prüfungen abgelegt werden: Stenotypistenanfängerprüfungen, Kurzschriftanfängerprüfung, Stenotystinenprüfung, Kurzschriftprüfung und Maschineschreibeprüfung. Beim Bestehen der Prüfung wird von der Industrie= und Handelskammer ein Zeugnis ausgestellt. Der Reichsarbeitsminister hat hierzu mitgeteilt, daß die Arbeitsämter angewiesen sind, Kurzschriftkenntnisse bei nachgewiesener Schreibgeschwindigkeit von mindestens 120 Silben je Minute und Maschineschreiben bei einer Mindestleistung von drei Tastenanschlägen in der Sekunde in das Arbeitsbuch einzutragen. Hiernach ist die Eintragung dieser Kenntnisse durch die Arbeitzämter im Arbeitsbuch bei Vorlage des Prüfungszeugnisses der Industrie= und Handelskammer möglich. *— Die Kreisstraße Menden—Sümmern— Barendorf wird mit Bäumen bepflanzt. Augenblicklich ist man damit beschäftigt, die Verbandsstraße Menden—Sümmern—Barendorf mit Straßenbäumen zu bepflanzen. Dadurch wird die gern befahrene Straße weiter an Schönheit gewinnen. — Generalversammlung der Verbrauchergenossenschaft Lendrinasen. Am morgigen Sonntag findet bei Dederich die Generalversammlung der Verbrauchergenossenschaft statt. schickte, ein tüchtiger deutscher Soldat zu werden. Mewe ist eine kleine Stadt von über 3000 Einwohnern. Es liegt links der Weichsel, die hier etwa 400 m breit ist. Der gewaltige Strom gibt der Landschaft das Gepräge. Weit dehnt sich das Land. Endlos in die Ferne zieht sich die Furche der schweren, fruchtbaren Aecker. Hier wächst auf dem schwarzen Erdreich Weizen, Zuckerrüben, Getreide. Uns Sauerländern wird leicht die Sehnsucht wach nach dem blauen Kranz unserer Heimatberge. Aber andererseits können wir uns auch in die Seele dieser deutschen Menschen versetzen, die vor hunderten von Jahren erneut Besitz ergriffen von diesem Erdreich und die hier festwuchsen mit allen Fasern ihres Herzens. Es sind uralte deutsche Bauerngeschlechter. Sie konnte auch polnische Willkür nicht wankend machen in ihrem Festhalten an der Heimatscholle. Manchmal hat ihnen in diesen zurückliegenden polnischen Jahren das Herz geblutet. Aber sie blieben. Trutzig wie die alte Ordensburg standen sie fest auf dem Boden, der durch deutschen Geist deutsch ist. Dieser kleine Ort wird im wahrsten Sinne des Wortes beherrscht von der Ordensburg, die riesenhaft und großzügig in ihrer Anlage und Ausführung ist. Sie ist erbaut auf der Uferhöhe der Weichsel und blickt weit nach aulen Seiten des Landes. Der Bau ist aus Ziegelsteinen errichtet. Er umschließt in seinem gewaltigen Viereck einen großen Innenhof. Man muß die Weiträumigkeit des Baues und die sinnvolle Anordnung bewundern. Ich habe versucht, die Räume zu zählen. Es war mir unmöglich. Zu groß ist ihre Zahl. Die Mauern sind 1½—2 m stark. Sie boten jedem feindlichen Ansturm Halt. Noch heute ist das wundervolle Schnitzwerk der Türen und das Ornament der Torbögen erhalten. Es zeigt die hohe Baukunst dieser deutschen Pioniere. Diese Burg mag eine Zentrale des Deutschtums gewesen sein. Ihre Mauern umschlossen einen Hof für die Männer, die auszogen, um im Lande Ordnung zu halten. 1920 rückten die Polen ein. Ein ganzes Bataillon Soldaten wurde in dem kleinen Städtchen untergebracht. Eines Tages schlug an zwei verschiedenen Stellen des Schlosses feurige Lohe gen Himmel., Das Schloß brannte aus. OffiSamstag. den 23. November 1940 Schwarzes Breit Motorsportgefolgschaft 1/136 Am Sonntag, dem 24. November 1940, tritt die Motorsportgefolgschaft Menden um 8.30 Uhr in Uniform am Sportplatz der Oberschule an. Nach Möglichkeit sind Fahrräder mitzubringen. Entschuldigungen müssen vor dem Dienst bei den Kameradschaftsführern abgegeben werden. S Pg. Bachmann spricht Am Sonntag, dem 24. November, vormittags 10 Uhr, findet im Lokale Korff eine wichtige Mitgliederversammlung statt.— Alle politischen Leiter, Parteigenossen und Anwärter, sowie Walter und Warte der Gliederungen der RSDAP haben zu erscheinen. Es gelangen die roten Karten und Mitgliedsbücher zur Ausgabe. Ein heiterer Abend in Bösperde. Das am gestrigen Abend durch das Westfälische Landestheater aufgeführte Lustspiel„Trockenkursus" vermittelte den zahlreichen Besuchern einen wirklich heiteren Abend. Reicher Beifall dankte der Künstlerschaft für ihr hervorragendes Spiel. Die RSG.„Kraft durch Freude" kann somit auch diese Veranstaltung als einen vollen Erfolg verbuchen. — Berufung eingelegt. Zu unserm am Donnerstag dieser Woche veröffentlichen Gerichtsbericht ist ergänzend nachzutragen, daß die Verteidiger der Gebr. Schepp und der Angeklagten Kaltenbach, Hartmann, Hemeyer und Hense Berufung eingelegt haben. So wird sich das Arnsberger Landgericht als zuständige Berufungsinstanz demnächst noch einmal mit der Holzener Strafsache zu befassen haben. der Iserlohn. Mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. Fabrikant August von Hagen, Teilhaber der Firma Witwe Wilhelm von Hagen, erhielt als erster Iserlohner Betriebsführer das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. Gleichzeitig mit ihm wurden zwei bewährte Gefolgschaftsmitglieder der Firma Erich Wessel (Iserlohn) und Heinrich Reuber(MeschedeHeinrichsthal) mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Weiter erhielt Leutnant Max Kochskämper das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern. Am 9. November ist Kochskemper, der als Referent bei der Regierung in Trier tätig ist, zum Oberbannführer der Hitler=Jugend ernannt worden. Werdohl. 3000 Schaffende in einem örtlichen Kulturring. Wie groß das Interesse der schaffenden Volksgenossen an kulturellen Dingen ist, beweist u. a. der Erfolg, den das städtische Kulturamt in Werdohl nach der Eröffnung des „Theater des Volkes“ mit einem Aufruf hatte, der zu einem Eintritt in den örtlichen Ring aufforderte. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Allein 3000 Schaffende erklärten ihren Beitritt. Dadurch ist es notwendig geworden, statt der ursprünglich geplanten 2 Doppelveranstaltungen im Monat jetzt 4 Veranstaltungen durchzuführen. ziell wurde die Ursache nicht ergründet. Die Bevölkerung aber wußte, wer der Täter war. Man erzählte es sich, daß an verschiedenen Stellen benzingetränkte Lappen gefunden wurden und daß sich die Mannschaft an diesem Tage ausgerechnet nicht in dem Schloß befand, während die Offiziere unten an der Weichsel Fußball spielten. Zuschauern fiel es auf, daß sie schon vor Ausbruch des Brandes immer wieder die Köpfe zum Schloß wandten und zu jubeln begannen, als endlich die Flammen aus den Dächern schlugen. So wollte man diesen gewaltigen Zeugen der verhaßten deutschen Kultur, der den Polen ein Dorn im Auge war, beseitigen. 20 Jahre lang stand das Schloß in Schutt und Asche. Die Balken waren verbrannt, aber das mächtige Mauerwerk hatte standgehalten auch diesem Angriff polnischer Hinterlist und Tücke. An sich war es ein kindlicher Gedanke, mit der Einäscherung dieses Wahrzeichens den deutschen Charakter dieser Ortschaft selbst ausgerottet zu haben. Die Marktplatzanlage im Viereck aller Kolonisationsgebiete ist unverkennbar deutsch. Alle größeren Bauwerke sind deutsch. Sie stammen aus früheren Jahrhunderten oder aus der Vorkriegszeit. Die Polen versuchten in „ihrer Zeit" nun ihre Eigenart loszulassen. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Sie setzten sich in die von den Deutschen geschaffenen Baulichkeiten und verluderten und verlodderten sie. Heute noch starrt der Verfall aus allen Winkeln. Manche Straße sieht wie ein Geröllhaufen aus. Die Weichsel, einst eine Verkehrsader ersten Ranges, an der Mewe ein: Hauptumschlagshafen war, versandete. Polnischer Schmutz und Unrat häufte sich. Aber auch garnichts wurde neu geschaffen. Doch, in den letzten Jahren eine„Siedlung“ für Kongreßpolen, die hier angesiedelt wurden, um die Polonisierung Mewes zu vollenden. Es sind kleine Zementsteinhäuser mit Flachdächern, so unvorstellbar häßlich wie sie nur einem naturfremden Hirn entsprungen sein können. Das einzige, was man konnte, war die blindwütige Verfolgung alles Deutschen. 1920 hatte Mewe bis zu 60% deutsche Bevölkerung. Anfang 1940 waren es noch 6—7¾. Aber auch hier hat der deutsche Aufbau begonnen. Er wird dafür sorgen, daß für alle eiten dies alte deutsche Land an der Weichsel dem Deutschtum gesichert ist. Totensonntag 1940 Ein Sauerländer schreibt aus dem Felde: Im Sommer standen wir auf geheiligtem Boden, der durch das Blut unserer Väter im Weltkrieg geweiht wurde. Im gleißenden Sonnenschein brannten rote Rosen auf dem Friedhof von Sailly an der Lys in Nordfrankreich Kleine Holzkreuze mit Namen und Heimatort — auch Menden war verzeichnet— ragten aus dem Rosenmeer, unter dem 5500 deutsche Männer ruhten. 6000 tote Kameraden setzte ein Westfälisches Infanterieregiment in Fournes auf einem Heldenfriedhof bei. Und bei La Bassée kündeten unter hochgereckten Ahornbäumen 5000 Kreuze von Kampf und Sterben im Weltkrieg. Es war schon Abend, über roten Ziegeldächern beleuchtete die sinkende Sonne die Umrisse der Lorettohöhe. Die Rosen von Sailly sind verblüht, entfesselter Herbststurm hat die verwelkten Blätter von den Bäumen in La Bassée gerissen, und dichte Nebel brauen um die Lorettohöhe. Erst jetzt kommt uns zum Bewußtsein, was wir im Sommer erlebten: Die fröhlichen Marsch= lieder der deutschen Soldaten verstummten bei den Heldenfriedhöfen, aber die Mienen der jungen Kämpfer verrieten, was ihr Herz erfüllte: Wir sind wieder gekommen. Euer Opfer, tote Kameraden, war nicht umsonst. Wir haben euer Erbe angetreten und euer Vermächtnis erfüllt, mit uns ist der Sieg. Nun ist November. Allerseelen, der 9. November und der Buß= und Bettag standen als stille Mahner an der Schwelle dieser sonnenleeren, düsteren Tage. Morgen ist Totensonntag! Ueber die Friedhöfe der Heimat wandern die Gedanken der Deutschen zu den Gräbern ihrer Gefallenen. Frische Kreuze stehen an den Wegen des neuen Krieges und künden, daß eine neue Generation— würdig ihrer Väter— bereit ist, in unbeirrbarer Pflichterfüllung ihr Leben zu geben. Ein Erdhügel mit Stahlhelm und Eisernem Kreuz birgt oft Stolz und Hoff. nung einer Familie. Und doch: So schmerzlich der Verlust ist, es gibt keinen Erfolg ohne Opfer. Die hier liegen, gaben ihr Leben für ihr Volk und für ihre Heimat. Nur ihre sterblichen Hüllen ruhen aus, aber ihr Geist lebt weiter bei ihren Lieben daheim und bei ihren Kameraden draußen, denn auch in diesem Kriege gilt der Spruch: Ueber Gräber vorwärts! Ebenso sicher, wie auf jedes Sterben der Natur ein neuer Frühling folgt, wird aus den Gräbern unserer Gefallenen die Zukunft emporsteigen. Wenn in diesen Tagen die Gräber und Ehrenmale daheim geschmückt werden, dann ist es auch ein stiller Gruß an unsere toten Helden in fremder Erde. Ohne menschliches Zutun, aber auch ohne daß ein Mensch es hindern könnte, werden in wenigen Tagen, bevor noch das Jahr. zu Ende geht, die herben, wehen Moll=Töne des Novembers überklingen in das festliche Dur des Weihnachtsmonats. F. N. Menden im deutschen Osten „. Von Erich Schmidt Der deutsche Soldat hat im Laufe des letzten Jahres nicht nur seinen Charakter gestählt, er hat darüber hinaus seinen Blick erweitert, sind ihm doch auf seinen Märschen durch Polen und Frankreich, seinen Kämpfen in Norwegen, in Holland und Belgien Land und Leute und tiefere Zusammenhänge bekannt geworden. Im nachfolgenden gibt der Verfasser ein Bild von Eindrücken im ehemaligen Korridor: dieses Land der deutschen Kultur zurückzugewinnen. Edle und Mannen folgten dem Ruf ihrer Führer, die zum Kampf gegen die heidnischen Slaven aufriefen. So wurde Schritt für Schritt das Ostgebiet zurückerobert. Gewaltige Bauten künden von der Größe und der Tatkraft dieser Kolonisationsbewegung. Alle größeren Städte im Osten gehen in Anlage und Eigenart auf diese kämpferische Tätigkeit vor rund 600 Jahren zurück. Die deutsche Hanse schuf etwa gleichzeitig die Handelsniederlassungen und baute sie aus. Aus dem Sauerland sind es viele tüchtige Kaufleute gewesen, die die Erzeugnisse der Heimat in den Osten brachten. Die Stadt Menden gehörte als Mitglied 2. Ordnung über Attendorn ebenfalls der Hanse an. Von Menden aus müssen Vorfahren hiesiger Familien im Osten Handelsbeziehungen unterhalten oder sie müssen auf ihrer Wanderfahrt sich dort niedergelassen haben. Es ist nämlich bemerkenswert, daß nach einer Untersuchung der Name Menden als Familienname in den östlichen Gebieten festgestellt worden ist. In diesem einen Beispiel zeigt sich, daß auch Mendener wie alle übrigen Sauerländer ihren Anteil an der Eroberung des deutschen Ostens haben. Wir brauchen garnicht die Marienburg oder den Artushof in Danzig herauszugreifen, um den deutschen Ursprung zu erkennen, sondern wir können jede kleinere oder größere Stadt im Ostgebiet betrachten, um festzustellen, daß Deutsche sie schufen, und daß sie Deutschen gehört. Nach Beendigung des Polenfeldzuges habe ich einen dieser vielen Orte kennen gelernt. Er nennt sich Mewe und wird diesem oder jenem Mendener, Lendringser oder auch Halinger zu einem Begriff geworden sein, weil dort der Sohn, Bruder, Ehemann oder Freund sich an„Herr, eine Zigarette!"... Ein kleiner verkumpter Junge läuft mir zur Seite und streckt bettelnd die Hand aus. Wie alt mag er sein. 8, 10, vielleicht auch schon älter. Man kann es nicht genau ergründen. Allzuoft hat sein Gesicht sicherlich nicht Bekanntschaft mit dem Wasser gemacht. Nicht anders geht es seiner Kleidung, dem schmierigen, viel zu weiten Rock, der großen Schlägerkappe. Es ist ein Polenjunge, ein Sprößling dieser Bevölkerung, die sich in den 20 Jahren seit 1920 eingenistet hat in das uralte deutsche Ostland. Es mögen hundert, es dürfen tausend Polen sich in den kleinen Gassen, in halbverfallenen einstöckigen Häusern drängen: Das kann doch die Wahrheit der Erkenntnis nicht umstohen: Dies Land im Often ist deutsch! Denn wohin auch das Auge blickt, deutsches Können und deutsche Art gaben ihm das Gepräge. Hier von der Ostsee, von den Ufern der Weichsel und aus den nördlichen Gebieten setzte der gewaltige Strom jener Völkerbewegung ein, die unter dem Namen der„Völkerwanderung“ vielen geläufig ist. Hier ist die Urheimat der Germanen. Von hier aus drangen sie vor. Ihr Entdeckergeist führte sie aus diesem Land an die Gestade des Schwarzen Meeres und zur blauen Adria. Von hier aus eroberten sie sich den heutigen Großdeutschen Raum. Je jenen Jahrhunderten, in denen die germanischen Völkerstämme damit beschäftigt waren, zu einem Staat zusammenzuwachsen, nisteten sich Slaven in ihrer Urheimat ein. Die deutsche Ritterorden war es nach Heinrich I. und Heinrich dem Löwen, der im 13. Jahrhundert systematisch an die Rückeroberung der Ostgebiete ging. Uns Mendener wird es besonders interessieren, daß auch aus unserer engsten Heimat wagemutige Männer damals dabei waren, Schiff mit fremder Mannschaft Erzählung von Alfred P. Meerländer Der kühle Nordwest war merklich abgeslaut. Fast ruhig lag nun die weite Wasserfläche des Sees. Hinter den hohen Kiefern des jenseitigen Ufers verschwand allmählich der glühende Ball unseres Tagesgestirns Am Ufer, auf dessen feuchtem Sand große Flöße aus riesigen Baumstämmen lagen. saßen wir und schauten der untergehenden Sonne nach. Wir waren ungefähr ein Dutzend Mann und gehörten zu einem Schulungslager, das von der Gaustudentenführung in der wunderschönen Jugendherberge durchgeführt wurde. An diesem warmen Frühlingstage waren die Meinungen über eine bestimmte Theorie hart aufeinandergeprallt. Dies war bei der großen Anzahl von Heißspornen nicht weiter verwunderlich. Nur einer beteiligte sich nicht riß hinweg, was nicht ganz niet= und nagelfest darauf war. Mit lautem Getöse ging der qualmende Schornstein über Bord. Als ich zum Kapitän hinauflief, bemerkte ich, daß die Mannschaft das Rettungsboot zu Wasser gelassen hatte.. Kurz darauf sah ich Boot und Mannschaft weit ab vom Schiff hinter einem Wellenberg verschwinden Kaum aber war ich beim Kapitän angelangt, als im selben Augenblick der Dampfer wie von Riesensäusten gepackt und emporgeworfen wurde. Der Kasten brach in der Mitte auseinander, so daß Heck und Bug mitten aus Fels und Gischt zum nächtlichen Himmel emporwuchsen. Beim Bersten des Schiffes war ich gegen das Steuerruder geflogen und halb betäubt neben dem verwundeten Kapitän zusammengesunken an dem Streit der Geister: Albert Fresen.* Als ich wieder ordentlich bei Sinnen war von uns allen„der Seefahrer“ genannt Fresen war mit seinen 28 Jahren der älteste von uns und hatte schon eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich Kinder. Kinder“ sagte er endlich, wenn ich so ener gelehrtes Gequassel höre, dann komme ich mir wie in einem englischen Gouvernantenklub vor „Na, na— tu' man nicht so erhaben!" bezehrten einige auf und machten ein beleidigtes Gesicht „Ja— ja, das kommt davon, wenn man das Leben mit bloßen Theorien erfassen will. Dabei ist unser Dasein an sich so unkompliziert. Das viele Herumdeuteln an den einfachsten Lebensfragen führt nur zu einem Chaos von Meinungen. in dem der natürlich denkende Mensch völlig seinen Kopf verliert Und das war es, was unsere Lebenskraft in den letzten Jahrzehnten zermürbte. Jawohl— über den Streit der Meinungen vergaß unser Volk seine erste Pflicht: die Arbeit! Erst die Rückkehr zum natürlichen Denken und das Befolgen der einfachsten Lebensgesetze bereitete den immer mehr um sich greifenden Verfallserscheinungen ein merkte ich, daß der Sturm bereits an Stärke verloren hatte und weiter im Abflauen war Die finstere Wolkendecke zerriß und legte einige funkeilnde Sterne am Himmel frei. Die Natur hatte sich ausgetobt!——— Der Himmel war wieder völlig klar geworden Der Vollmond stand fast senkrecht über den Klippen und tauchte die ganze Umgebung in ein fahles, gespensterisches Licht— Langsam schlug der Kapitän die Augen auf und sah mich groß an.„Wie kommst du denn hierher, mein Junge?“ fragte er mit leiser stockender Stimme „Ich wollte Ihnen helfen, Kapitän! Unterdessen haben mich die anderen vergessen und sind mit dem Boot aus und davon.“ „Ja— so in das Keine Kameradschaft untereinander und keine Verantwortung für das Schiff!— Ist aber von solch einer Mannschaft etwas anderes zu erwarten?— Nein! Es ist kein Schiff ihres Landes— und ich— und auch du— wir sind keine Angehörigen ihres Volkes. Warum sollten sie sich da um das Schiff, den Kapitän und einen ihrer Leute kümmern, nicht wahr?— Es ist meine eigene Schuld! Ein Kapitän soll nie ein fremdes Schiff führen— und noch viel weniger eine fremde Mannschaft an Bord nehmen! Verstehst du mich mein Sohn?“ Und ob ich ihn verstand!— Wie eine Vision stand in diesem Augenblick die Heimat— stand Deutschland vor meinen Augen. Ich sah den neuen Kapitän, wie er die volksfremde Mannschaft, die sich bisher im Lande breitgemacht hatte, zum Teufel jagte: wie er mit fester Hand und starkem Willen das Ruder packte und die Passage durch die Klippen suchte zu einem Ufer. Ich sah auch, wie einige seiner Besatzung die nicht an das Gelingen dieses Unternehmens glaubten, heimlich die Rettungsboote bestiegen und Kapitän und Schiff im Stich ließen. Und in einem der Boote sah ich anter den vielen feigen und kleinmütigen Gesichtern auch das meine!"— Wie ein Schrei klangen die letzten Worte aus Fresens Munde. Seine Augen starrten auf das Wasser des bereits im Dunkel liegenden Sees Leise fügte er dann hinzu:„Wenige Tage später stand ich wieder auf einem Schiff— — aber auf einem Schiff mit Kurs nach Deutschland Jetzt wußte ich, was ich dort zu tun hatte: mich einreihen in die neue Mann schaft unter der Führung des jungen Kapitäns.—— So— nun wißt ihr auch, warum ich in mein Vaterland zurückgekehrt bin!"— Nach einer langen Pause des Schweigens standen wir auf Innerlich tief bewegt drückten wir unserem Kameraden Fresen wortlos die Hand und gingen in unser Quartier. Aber in dieser Nacht ging uns Fresens Erzählung noch lange durch den Kouf Feldpost-Briefwechsel Von Erich Klaila Ende." Fresen holte tief Luft. ehe er weitersprach: „Auch ich glaubte einmal an eine Verbesserung des menschlichen Daseins durch lebensfremde Ideologien und sah in der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus einen Rückschlag für die deutsche Zivilisation und Kultur. Deshalb wanderte ich auch kurz nach dem Umbruch ins Ausland Gespannt hingen unsei aller Blicke an Fresens schmalen, energischen Lippen.„Ja— und vieso bist du dann wieder zurückgekommen?“ war die allgemeine Frage „Wieso?— Hm— daran ist ein Erlebnis in der Fremde schuld— ein Erlebnis auf einem mexikantschen Küstendampfer." „Los, erzählen— erzählen!" riefen wir durcheinander Nach einigen hastigen Zügen aus seiner inzwischen frischgestopften Shagpfeife begann Fresen zu erzählen: „Also, wie gesagt: Im März 1933 verließ ich Deutschland und fuhr auf einem holländischen Schiff nach den Vereinigten Staaten. Als ich dort schon bald nach der Landung sehr üble Erfahrungen mit meinen mit mir ausgewanderten Landsleuten gemacht hatte, zog ich es vor, nach Mexiko zu fahren, wo ich in Guaymas, im Golf von Kalifornien, auf einen mexikanischen Küstendampfer ging. Der Kavitän war ein alter deutschsprechender Däne, der Steuermann ein Franzose. Die Mannschaft bestand aus zwei Engländern, zwei Norwegern, vier Amerikanern und drei mexikanischen Indios. Mit dieser bunt zusammengewürfelten Besatzung fuhr ich nun auf diesem alten Kasten über ein halbes Jahr lang als Schiffskoch zwischen Guaymas und Salina Cruz hin und her. Im Dezember 1933, auf der Rückfahrt von Salina Cruz. wurden wir eines Abends, unweit von Mazatlan. vom Sturm überrascht. Der altersschwache Kasten wurde von den haushohen Wogen hin und her geworfen. Aechzend und stampfend versuchte er gegen den Orkan anzukämpfen. Doch es half nichts. Wir kamen immer mehr vom Kurs ab und liefen auf die Klippen der im Dunkel versinkenden Küste zu. Der Kapitän, der diese Gewässer wie seine Tasche kannte, brüllte uns mit seiner sturmgewohnten Stimme zu:„Jungens, keine Bange! Zwischen diesen gottverdammten Klippen gibt es nämlich eine prima Durchfahrt! Also an die Arbeit!“ Zwei Tage lang überlegte die Achtzehnjahrige, ob sie den Brief schreiben konnte Am Sonntag schrieb sie. „Lieber Soldat!" begann Jutta. Dann merkte sie schon, daß sie einem Unbekannten schrieb Sie dachte: Wären wir nur einmal fünf Minuten nebeneinander gegangen. der Soldat und ich, ich hätte gleich etwas, was sich erwähnen ließe. Das Mädchen drehte am Füllfederhalter und begann wieder:„Sie werden sich wundern, daß ich schreibe. Ich will Ihnen auch gleich sagen, wie ich dazu komme; damit Sie nicht erst eine Gelegenheit finden sich etwas einzubilden Also: meine Freundin Dora hat einen Bruder an der Front. Von dem ließ sie sich die Adressen einiger Kameraden schicken. die wenig oder gar keine Post bekommen Ich hätte Ihnen diesen Anlaß für meinen Brief verschweigen können; denn nun riecht er vielleicht zu sehr nach Mitleid und Sie machen sich gar nichts mehr daraus. Nehmen Sie lieber an, daß ich einfach ganz ehrlich sein wollte; und das ist doch etwas wofür Sie mir kaum werden böse sein können. Ich meine. Sie jetzt lächeln gesehen zu haben. Ein Vetter von mit hat immer so gelächelt, wenn er mir sagen wollte, wie dumm ich noch sei. Ich nehme Ihnen aber das Lächeln nicht übel, Herr Soldat. Im Gegenteil; es geht mir jetzt gleich leichter mit dem Schreiben; denn ich darf mir nun einreden. daß wir schon irgendwie bekannt sind. Ich brauche Ihnen jetzt nur noch zu sagen. daß ich Jutta Wißmann heiße und achtzehn Jahre alt bin. Ob ich hübsch bin, spielt in diesem Zusammenhang bestimmt keine Rolle Wenn Sie sich aber unbedingt enttäuschen lassen wollen, dann können Sie sich bei der Gelegenheit das Bild ansehe, daß ich beilege" * Irgendwo im Westen: „Sehr geehrte Jutta Wißmann! Damit es nicht erst Verwechslungen gibt: über Ihren Brief habe ich mich gefreut! Sie haben recht: Es ist vollkommen unwichtig, ob Sie hübsch sind. Weil Sie aber ein Bild von sich beifügten, darf ich vielleicht doch noch ganz rasch sagen, daß Sie mir gut gefallen haben Hier einen Auszug aus meinem Soldbuch: Ich heiße Clemens Lerdon Ich bin 26 Jahre alt; 1,76 Meter groß; von Beruf(oder war, ich Laborant. Meine Heimat ist ein sehr freundliches Tal irgendwo im Fränkischen Ich habe eine Mutter, die ich sehr liebe. Von meinem Vater weiß ich nur, daß er am 18 April 1918 bei Arras in Nordfrankreich gefallen ist Welches hier mein Schicksal sein wird, kann ich nicht wissen Ich weiß nur, daß ich mich niemals weigern werde. das Schicksal meines Vaters zu haben. Sollte mir im entscheidenden Augenblick das Sterben schwer vorkommen, müßte ich nur an meine Mutter und an das Dorf in Franken denken, um zu wissen wofür ich sterbe Wenn ich. Jutta Wißmann, an so Grundsätzliches rühre, dann könnte es sein, daß Sie meinen ich hätte Ihren Brief nicht richtig verstanden und wollte Ihnen die erschöpfende Auskunft geben. um die in Heiratsanzeigen gebeten wird Um Sie ganz zu beruhigen: Ihr Brief war wirklich nur ein netter Brief; ich weiß gut, daß Sie diesen in keiner anderen Mosicht schrieben. als mir eine kleine Freude zu bereiten Weil ich aber gerne wieder einen Brief von Ihnen erhalten möchte, war es notwendig. Ihnen zu sagen, wer ich bin; damit es Ihnen leichter geht, wenn Sie mir wieder schreiben, worum ich sehr bitte.“ * Jutta Wißmann an einen Soldaten: „Hätten Sie das Dorf im Fränkischen nicht erwähnt. ich könnte diesen Brief wieder so anfangen: Lieber Soldat! Aber so muß ich mit Ihnen vorsichtig sein; wenn Sie mir auch schreiben, daß Sie meine Briefe niemals mit einer Heiratsanzeige verwechseln wollen. Ich wähle jetzt lieber die Anrede: Sehr geehrter Herr Soldat! Das ist neutraler und gefällt mir deswegen viel besser Gefreut hat mich dagegen, was Sie über sich im Zusammenhang mit Ihrem Vater schreiben. Ich will aber nicht, daß Sie dieses Ende haben. Ich will beide Daumen für Sie drücken. Clemens Lerdon! Da trat der eine Engländer, dem eine tiefe Narbe über das rechte Auge lief, vor uns hin und schrie:„Boys. der Alte ist verrückt geworden. Der jagt uns samt dem Kasten in die Hölle! Hier kommt kein Mensch durch!“ Die Mannschaft schrie und gestikulierte aufgeregt durcheinander. Selbst der Steuermann glaubte nicht ans Durchkommen. Doch der Kapitän ließ sich nicht beirren. Er übernahm selbst das Steuer und hielt unentwegt auf di Küste zu. Der Engländer und Steuermann rasten vor Wut und Angst. Um den Alten zu Kursänderung zu zwingen, hetzten sie die Mannschaft gegen ihn aus. Aber als einer der Indios mit seinem Messer nach dem Kapitän warf, schoß ihn dieser mit einer wohlgezielten Kugel von der Brücke herunter. Die ganze Mannschaft heulte und tobte. Dann— nach kurzer Beratung— ein neuer Angriff auf die Schiffsbrücke. Aber das war nur ein Ma növer. Denn inzwischen hatte sich ein zweiter Indio von hinten an den Kapitän herange macht und stieß ihm das Messer zwischen die Schulterblätter. Lautlos stürzte der Alte zu sammen. Die Speichen des Ruders schnellte nach links zurück. Und— als ob die Gewalten der Natur sich zum Rächer dieser feigen Tai machen wollten— brach mit wildem Brüllen eine mächtige Sturzsee über das Schiff und Deutsches U=Boot läuft zu neuer Unternehmung aus Photo: PK.=Dr. Frank(Scher!)— M Die richtige Antwort Im Oktober 1812, eben als man sich im kaiserlichen Palaste zu Sk. Petersburg zur großen Tasel niederließ, traf die Nachricht ein, daß Napoleon auf der Brandstätte von Moskau sich entschlossen habe, den Rückzug nach der Grenze anzutreten. Selbstverständlich erhob sich ob der Freudenbotschaft in St. Petersburg großer Juber Der Untergang des Gefürchteten, der bisher als unbesiegbar gegolten, schien besiegelt. Unter den russischen und spanischen Gästen saß auch ein deutscher Flüchtling, ein preußischer Staatsmann, der berühmte Freiherr vom Stein, der auf des Usurpators Befeh. den vaterländischen Boden hatte verlassen müssen. An ihn wandte sich die Kaiserin, indem sie ihm über den Tisch zurief:„Wenn jetzt ein einziger französischer Soldat über den Rhein zurückgelangte, müßte ich mich schämen, eine Deutsche zu sein.“ Die Kaiserin hatte, als sie das sagte, nicht bedacht, daß sie die Tochter eines mit Napoleon verbündeten Rheinbundsfürsten war. Der Verbannte sah denn auch die Monarchin fest und scharf an und entgegnete ernst: „Ihro Majestät sollten das nicht sagen, denn Ihro Majestät haben keine Ursache, sich des deutschen Volkes zu schämen. Wenn Ihrer Majestät Familie ihre Pflicht getan hätte, so würde ein französischer Soldat überhaupt den Rhein nicht hieübergekommen sein!" Stein sprach diese Worte mit lauter, starker Stimme, ganz gegen die Regeln der Etikette. Es herrschte Todesstille an der Tafel, als er geendet hatte. Die Kaiserin aber war klug und ehrlich genug, aufzustehen und ihm die Hand mit den Worten zu reichen:„Sie haben Recht, Herr Baron!“ Es ist augenblicklich arg kalt. Gestern waren sogar die Fenster gefroren. Ich mußte an Sie denken; Sie tun mir leid. Sagen Sie: soll ich für Sie einen Pullover stricken? Verstehen Sie aber, bitte, nicht wieder so falsch, wie ich Sie in Verdacht habe, daß Sie trotz Ihrer Beteuerungen meinen ersten Brief verstanden haben. Wegen des freundlichen Dorfes im Fränkischen allein bin ich Ihnen noch nicht böse. Ich habe im letzten Sommer eine Fahrt nach Franken gemacht Ich kenne Bayreuth. Kulmbach. Lichtenfels und Bamberg. Als ich durch das Maintal wanderte, wünschte ich mir beinahe dieses gesegnete Stück Erde möchte meine Heimat 5 „Meine liebe Jutta Wißmann! Schönen Dank für die freundlichen Worte. die Sie für meine Heimat wußten. Einen Pullover brauchen Sie mir nicht zu stricken; wir sind mit solchen Artikeln gut versorgt. Was ich Ihnen aber mitteilen wollte: ich bin bald mit sieben Tagen Urlaub an der Reihe Wenn ich meiner Mutter sagen würde, daß ich noch wen besuchen möchte. wäre sie bestimmt arg enttäuscht; doch würde sie versuchen, mich zu begreifen und zwei Tage eher wegfahren lassen. Was soll ich aber mit den zwei leeren Tagen machen? Schreiben Sie mir das, bitte, Jutta Wißmann.“ Mein Lieber! Als ich Ihren Brief las hatte ich ungefähr das Gefühl, das ich haben könnte, ginge ich mit wem durch eine dunkle Anlage. Wenn Sie aber schon Urlaub haben und meinen Vorschlag erbitten, dann wundert es mich, daß Sie nicht selbst auf den Gedanken kamen. sich einmal bei uns sehen zu lassen.“ Meine Mutter würde sich bestimmt freuen.“ Drei Wochen später. Der Soldat Clemens Lerdon ist wieder an der Front. Am Mittag erhält er einen Brief von Jutta Wißmann: die schreibt: „Clemens! Ich muß Dir was sagen. Als Kind habe ich einmal eine Geschichte gelesen. Ein Matrose war ausgefahren und nich: wieder heimgekommen. Er ist tot!, sagten die Leute. Seine Mutter glaubte es nicht. Sie streute jeden Tag frischen Sand auf die Diele und richtete jeden Abend das Bett und trug jede Nacht eine Lampe vor das Haus, damit der Sohn auch heimfinden konnte. Fünf Jahre lang wartete die Frau. Sie ist verrückt gewordenl, sagten die Leute. Eines Nachts äber war der Matrose heimgekommen. Warum ich die Geschichte erzähle. Ichwill Dir damit sagen, daß ich warten werde wie diese Alte. Wenn man nämlich ganz fest daran glaubt, daß jemand wiederkommt, dann kann er gar nicht fortbleiben; und ich will, daß Du wirderkommst!" Gestern war es besser Als Leibl die„Drei Frauen in der Kirche“ malte und den Kopf der jungen Bäuerin fertig hatte, fragte er Wilhelm Sperl, auf dessen Urteil er besonders viel gab:„Wie ist er „Er ist nicht schlecht, könnte aber besser sein.“ Am nächsten Tage kratzte Leibl den Kopf ab und malte ihn noch einmal. Abends kommt Sperl und zögert met der Kritck. „un“, sagt Leibl,„spricht" „Gestern war er besser.“ „Weshalb hast du mer das nicht gestern gesagt? brauste Leibl am und schüttelte Sperl am Kragen. Nabrr Roitun, Rine#,##ns V##n#n Run wieder mit Fortung Zweimal um Punkte am Niederrhein Auch an diesem Sonntag stehen in der niederrheinischen Fußball=Bereichsklasse wieder zwei Punktespiele auf dem Programm. Endlich ist wieder einmal Meister Fortung Düsseldorf dabei, der durch die Pokalspiele und durch verschiedene Abstellungen einiger Spieler zu Länderkämpfen arg in Rückstand gekommen ist. Die Fortuna muß nun bis zum 22. Dezember noch fünfmal spielen, erst dann ist am Niederrhein die erste Serie endgültig abgeschlossen. Aus den bisherigen vier Kämpfen zog die Meisterelf nur vier Punkte, sie muß sich also sehr strecken, will sie bald zur Spitzengruppe aufrücken. Auf dem Turu=Platz erwarten die Fortunen in Westende Hamborn einen gefährlichen Widersacher, der zu einer Ueberraschung fähig ist. Im zweiten Spiel stehen sich in Essen der EXB. und Rot=Weiß gegenüber. Auch hier ist der Ausgang ziemlich ungewiß und eine Niederlage wirft den einen wie den anderen Partner aussichtslos zurück. Fortuna Düsseldorf— Westende Hamborn. Die Hamborner haben bisher sechs Punkte verloren, sie stehen aber damit an zweiter Stelle hinter Tus Helene Essen. Noch kürzlich warteten sie wieder mit einer guten Leistung auf, als sie Schwarz=Weiß Essen mit 2:0 bestegten. Dieser Erfolg wurde allerdings auf Hamborner Boden errungen, wo die Elf seit jeher besonders gefährlich ist. Da es sich beim Turu=Platz um neutralen Boden handelt, bat die Fortuna eigentlich in dieser Hinsicht keine Vorteile. Rein spielerisch ist die Meisterelf klar besser, aber trotzdem wird sie Mühe haben, zum Erfolg zu kommen. Im Pokalspiel mit Nürnberg und auch am letzten Sonntag in Düren zeigten sich die Hauptschwächen, nämlich im Angriff, der ohne Zielstrebigkeit ist und keine Tore mehr schießen kann. Und gerade die Hamborner sind in der Abwehr mit Köster im Tor und dem hervorragenden Mittelläufer Pflaum so stark. Auf der anderen Seite verdient auch der schnelle und durchschlagskräftige Sturm der Gäste Beachtung. Es wird sicherlich ein sehr interessantes Spiel geben. ETB. Schwarz=Weiß— Rot=Weiß Essen. Mit neun bzw. sieben Verlustpunkten haben beide Mannschaften keine großen Hoffnungen mehr auf den Meistertitel. Immerhin ist noch alles möglich, zumal Tus Helene Essen und Fortuna auch schon vier Punkte verloren und damit relativ am günstigsten stehen. Vor allem Schwarz=Weiß ist mächtig zurückgefallen. Den letzten Spielen nach zu urteilen müßte RotWeiß gewinnen. Weniger des Platzvorteils wegen, als vielmehr auf Grund der wirklich guten Leistungen, während der ETB. immer wieder enttäuschte und namentlich im Angriff versagte. In Freundschaft... Rot=Weiß Oberhausen nutzt den spielfreien Sonntag zu einem Privatspiel mit dem VfL. Osnabrück aus. Der zweifache Niedersachsenmeister stellt eine sehr spielstarke Elf, aber auch die Platzbesitzer haben sich wieder gut herausgemacht, so daß ein spannendes Treffen zu erwarten ist. Tabellenführer Tus Helene Essen besucht den Mülheimer SV., der im Bereich Mittelrhein mit nur einem Verlustpunkt klar die Führung hat. Auch hier wird es zwischen den beiden Spitzenreitern zu einer interessanten Auseinandersetzung kommen. Beuel 06 spielt in Köln KLEEE aIIn gegen den Bser. Das am 10. d. M. ausgefallene Meisterschaftsspiel zwischen dem BfL. 99 Köln und Beuel 06 wird am Sonntag nachgeholt. Es ist der einzige Punktekampf, mit dem übrigens die„erste Halbzeit“ der diesjährigen Meisterschaftsrunde in der mittelrheinischen FußballBereichsklasse abgeschlossen wird. Vor Wochen hätte man den 99ern einen glatten Sieg über Beuel zugetraut, aber inzwischen hat sich die Lage etwas verändert. Mit der ersten Niederlage gegen den MSV. fing es an. Dann ging die Leistungskurve steil nach unten. und im vorsonntäglichen Freundschaftsspiel gegen Rot=Weiß Essen versuchte man es mit einer neuen Mannschaftsaufstellung, die aber ein Reinfall war. Und darum muß man bei der Voraussage für den bevorstehenden Kräftevergleich mit den Beuelern vorsichtig sein. Es gibt nicht wenige, die den Gästen einen Erfolg zutrauen— vorausgesetzt, daß einige der Elberns zur Verfügung stehen— und ihnen schließen wir uns an. Zweikampf Gelsenguß- Schalke Zum A. Male Vieleles Schalke erwartet Hagen— B/B.— Arminia Bil mit den Werksportlern wenigstens eine Mannschaft in dem Zwölferreigen, die dem Deutschen Meister einigermaßen Paroli bietet und ihn (vorerst) nicht an die Spitze gelangen läßt. Allerdings glaubte man auch im Vorjahre, daß Gelsenguß nach einer Reihe von schönen Erfolgen sich dem Titelverteidiger in etwa gewachsen zeigen würde, aber die rauhe. Wirklichkeit sah dann doch ganz anders aus, und Gelsenguß verschwand später genau so im Hintergrund wie alle anderen vor ihm. In Röhlinghausen wird der Tabellenführer auf eine harte Probe gestellt werden, während Schalke sich zu Hause trotz der in den letzten vierzehn Tagen beachtlichen Erfolge des Neulings aus Hagen behaupten sollte. Die übrigen Mannschaften kommen ernstlich für die engere Entscheidung nicht mehr in Betracht, zumal sie sich auch im weiteren Verlauf gegenseitig aufreiben und dem führenden Gespann die Arbeit an der Spitze erleichtern. Bielefeld hat am Sonntag sein großes Ereignis in dem Ortstreffen der beiden alten Rivalen VfB. und Arminia, die sich nun bereits 90mal begegnet sind und jetzt den Beginn der„letzten zehn“ zur Erreichung der Zahl 100 machen. Nach dem„Abstecher" zur Admira greift Schalke nun wieder in den Meisterschaftskampf ein. Sein Gegner ist der DSC. Hagen, der mit guten Empfehlungen nach Gelsenkirchen fährt. Vor allem der Angriff. der Sauerländer weiß sich Respekt zu verschaffen, dagegen ist die Abwehr und Deckung nicht frei von Fehlern. Und das wird Schalke schnell heraushaben und deshalb auch gewinnen. Arminia Marten sehnt sich nach dem ersten Punkt. Ob BfL. Bochum 48 ihr diesen liefert? Ja, wenn die Hintermannschaft der Bochumer wieder solche Fehler begeht wie gegen Hagen, dann könnte selbst die bisher so schwache Martener Elf dem angesehenen Gast das Nachsehen geben. Aber nach einer schlechten Leistung pflegt man meist mit einem guten Spiel aufzuwarten. Das wäre dann wieder das Pech der Martener. Zum drittenmal hintereinander spielt die SpVg. Röhlinghausen auf eigenem Platz und hat es diesmal mit keiner geringeren Mannschaft als Gelsenguß zu tun. Es wird für den Tabellenführer ein großes Stück Arbeit kosten, am Strathmannshof die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Gegen VfB. Bielefeld schon war der Tabellenführer nicht mehr so recht sattelfest, so daß bei einer(vorübergehenden) Schwäche leicht die erste Niederlage in Röhlinghausen möglich wäre. VfB. gegen Arminia Bielefeld wird zum 91. Male gestartet. Es wird sicherlich zu einem großen Kampf kommen, zumal der VfB. wieQuer durch den Reichsfußball Osnabrück und Wilhelmshaven gleichauf im Rennen In vielen Bereichen des deutschen Fußballsports ist der erste Durchgang zur Meisterschaft bereits beendet und der sogenannte„Herbstmeister" steht schon fest. In Ostpreußen gibt es zwei davon, denn Richthofen Neukuhren und Preußen Mlawa haben nicht nur je 12:2 Funkte, sondern mit 41:7 bezw. 37•6 auch den jahezu gleichen Torunterschied. Aber an dritter Stelle liegt der Altmeister BfB Königsberg mit 14:1 Punkten noch am besten. In Danzig=Westpreußen ist Preußen Danzig mit 6•0 Punkten bisher noch unerreicht. Ohne, Punkteinbuße führt den Abschnitt Ost in Pommern Germania Stolp an, im Abschnitt West führt der VfL Stettin(9:1 P.), jedoch haben die Luftwaffen=Sportvereine in Stettin und Püttnitz ihr Verlustkonto in drei Spielen bisher noch nicht belastet. Ostoberschlesien ist tonangebend im Bereich Schlesien. Der Siegeszug von Vorwärts=Rasensport Gleiwitz(14:0 Punkte) ist bisher noch nicht unterbrochen worden. Gewehr bei Fuß steht der TSV Swientochlowitz(11:1 Punkte) vor Preußen Hindenburg(10:4) und Germania Königshütte(9:3). Großes Durcheinander kennzeichnet die Lage in Berlin=Mark Brandenburg. Minerva 93 und TennisBorussia sind mit je 12:6 Punkten die Spitzenreiter vor der Lufthansa(11:7) und Wacker 04 (10:6). Noch nichts verloren hat Hertha=BSC mit 8:6 Punkten und der Neuling Tasmania mit 5:5 Punkten, weisen doch die übrigen Mannschaften weit mehk Verlustpunkte auf. Die stärkste Einheit stellt in Sachsen wieder der Dresdner SC, der mit einem Dutzend Gutpunkte vor der Polizei Chemnitz(12:2) und dem SC Planitz(10:4) voran marschiert. „Herbstmeister“, des Bereichs Mitte wurde der 1. SV Jena, der auch bei Beginn des zweiten Durchgangs mit 14:2 Punkten gegen den SV Dessau 05 mit 13:3 Punkten die Führung behauptet. Die norddeutschen Bereiche standen im Schatten des großen deutsch=dänischen Länderkampfes in Hamburg. In der Nordmark ist es dadurch bei der Rangfolge HSV(16•0) vor Eimsbüttel(13:3) und Polizei Lübeck(12:4 Punkte) geblieben. In Niedersachsen bleibt es weiterhin bei zwei Staffeln, nachdem bisher Stimmen nach einer ZwölferBereichsklasse ziemlich laut wurden. In der Süd=Gruppe konnte im einzigen aber wichtigen Kampf Hannover 96 mit 1.0 Eintracht Braunschweig schlagen, das bedeutet die weitere Führung mit 8•0 Punkten vor Eintracht(5:3) und Arminia Hannover(4:2). In der Nordstaffel liegen Wilhelmshaven 05 und VfL Osnabrück nach wie vor mit je 7:3 Punkten Kopf an Kopf im Rennen. Der Stand in Hessen ist fast unverändert. In der Gruppe Nord liegt Sport Kassel mit 7:1 Punkten voran, in der Gruppe Süd ist es Hanau 60 mit 8:2 Punkten. Die Gruppe Main=Hessen in Südwest hatte am letzten Sonntag mit dem Spiel zwischen Kickers Offenbach und RotWeiß Frankfurt eine kleine Vorentsch dung. Die Offenbacher siegten glatt mit 3:1 und haben dadurch mit 11:1 Punkten vor Rot=Weiß(10:2), Wormatia Worms(8:6) und Eintracht Frankfurt a. M.(7:3) die Führung übernommen. In der Saarpfalz wurde der spielfreie 1. FC Kaiserslautern vom V Saarbrücken durch einen 4:2=Sieg über den FK Pirmasens von der Spitze verdrängt. Bei je 8:2 Punkten haben die Saarländer den besseren Tordurchschnitt. Borussia Neunkirchen(8:6) ist Dritter vor der TSG Ludwigshafen(7:5). Der VfB Mühlburg(12:0) hat in Baden noch keinen Verlustpunkt abgegeben. Der VfL Neckarau(9:3) behauptete den zweiten Tabellenplatz gegen den SV Waldhof(8:2). Ausgezeichnet ist im Elsaß der RSC Straßburg, der mit 10:0 Punkten einen guten Vorsprung in der ersten Abteilung gewonnen hat. Der FC Mülhausen hat in der zweiten Abteilung erst 8:0 Punkte und muß noch den SV Wittenheim(10:2) überflügeln. Die Mammutklasse in Bayern wird angeführt von dem BE Augsburg mit 11:1 P. vor München 60 mit 8:0, 1. aC Nürnberg mit 8:2. Neumeyer und Jahn Regensburg mit je 8•4 und der SpVg Fürth mit 6:2 Punkten. Austria Wien ist mit 11:5 Punkten der Spitzenreiter in der Ostmark vor Admira(9:3), FC. Wien(9:7), Wacker(8:6) und Floridsdorfer AC(7:5). Aber im Hintergrund wartet der Meister Rapid(5:3) auf die Gelegenheit, erst recht in die Ereignisse eingreifen zu können. Ungefährdet ist in der Gruppe 1 des Sudetenlandes der Luftwaffen=SB Pilsen mit 7:1 Punkten, während in der anderen Gruppe noch Teplitz(7:3), Gablonz(6:4), Prosetitz 6:4) und NSTG Prag(5:3) dicht beisammen liegen. der mit Düding und Kaiser antreten kann. Aber die Arminia ist gut im Schuß, der VfB. wird sich sehr anstrengen müssen. Union Gelsenkirchen kann mit seiner guten Hintermannschaft allein nicht bestehen, der Angriff ist zu schwach. Anders dagegen die Borussen aus Dortmund, deren Angriff sich gut in Szene zu setzen weiß. Die augenblicklich sehr starken„Gelben“ sollten sich auch in Gelsenkirchen gegen Union durchsetzen. Die westfälische Fußballmeisterschaft scheint sich ganz und gar zu einem Zweikampf Schalke gegen Gelsenguß zuzuspitzen. Es befindet sich Blickpunkt:„Zurück zur Standardelf Nach dem letzten Fußball=Länderkampf des Jahres Das letzte Fußball=Länderspiel des Jahres 1940 liegt hinter uns. Dänemark wurde mit einer sehr starken Mannschaft— die höchstens noch durch Hahnemann und Conen hätte verstärkt werden können— nur mit 1:0 geschlagen, wobei gleich bemerkt werden muß, daß die Dänen sich als jener kampffreudige und tapfere Gegner erwiesen, als den wir sie eingeschätzt hatten. Aufs neue wird nun der Ruf:„Zurück zur Standardelf" erklingen, der schon nach dem 1:0 gegen die Slowakei, dem 7:3 gegen Bulgarien und dem 0:2 gegen Jugoslawien ertönte. Wir aber müssen uns fragen: wie sieht denn eigentlich die Standard=Elf aus? Eine Berliner Fußball=Zeitschrift hat sie so formiert: Raftl; Janes, Billmann; Kupfer, Rohde, Kitzinger; Lehner, Hahnemann, Conen, Binder und Pesser. Das ist jene Elf, die im November 1939 im Berliner Olympischen Stadion dem zweifachen Fußball=Weltmeister Italien eine 2:5=Niederlage und damit den schwersten Mißerfolg seit langem zufügte, jenem Italien, das jahrelang seine National=Elf nahezu unverändert zusammenließ, mit dieser Methode glänzende Erfolge errang, sich doch aber schließlich genötigt sah, altgewordene Kräfte„abzubauen“ und sie durch Nachwuchs zu ersetzen. Da blieben Niederlagen nicht aus. Gewiß, eine Standard=Elf ist eine feine Sache. Aber es wird niemals Reichstrainer Herbergers Aufgabe sein, den Blick nur auf „Heute" zu richten und dabei das„Morgen“ außer acht zu lassen. Er tut das ja auch keinesfalls, wie seine ständige Berücksichtigung jungen. talentierten Nachwuchses beweist. Vergleichen wir nun einmal die oben angeführte„Standard=Elf“ mit der, die gegen Dänemark einen mageren 1:0=Sieg herausholte. Hampurn- Leipzig- Berlin Der traditionelle Turner=Städtekampf mit guten Leistungen Im Hamburger Ufa=Palast kommt am Sonntag wieder einmal— nun schon zum 39. Male — der älteste deutsche Turnerstädtekampf Hamburg— Leipzig— Berlin zum Austraa. Alle Jahre treffen sich mit gewisser Regelmäßigkeit die Auswahlmannschaften dieser drei Städte, um ihr Können aneinander zu messen. Viele Nachahmer hat dieser Wettkampf schon gefunden, aus dem turnerischen Leben ist er kaum noch wegzudenken, und ssein Wert ist unbestritten. Die Austragungsform ist nicht immer die gleiche, auch bei Hamburg— Leipzig— Berlin in sie im Laufe der Jahre einigen Wandlungen auf Gründ gemachter Erfahrungen unterworfen worden, aber gleichbleibend war der Erfolg und die Anziehungskraft auf die Stadt, in der jeweils der Kampf stattfand. Dabei können sich die Turner rühmen, immer ein sehr sachverständiges Publikum als Zuschauer— auch als Kritiker— zu versammeln, gibt es doch nur einen geringen Hundertsatz unter ihnen, der nicht selbst auf dem Turnsaal sich mehr oder weniger die Geheimnisse der Turnkunst anzueignen versucht. Die erfolgreichste Stadt war bisber Leipzig, die, obwohl sie an drei Kämpfen nicht teilnahm. doch 17mal die Sieger stellte, während es Ham: burg auf 13 und die Reichshauptstadt nur auf acht Siege brachte. In den letzten Jahren ist Leipzig durchaus überlegen gewesen, es gewann die letzten fünf Kämpfe hintereinander, gewann damit den Hamburger Senatspreis und hat sich auf den vom Leipziger Oberbürgermeister gestifteten neuen Wanderpreis auch schon wieder durch zwei aufeinanderfolgende Siege stärkstes Anrecht erworben. Im diesmaligen Kampf be steht aber kaum die gleiche Favoritenstellung der Nessestadt, denn in der Berliner Mannschaft ist ihr diesmal ein wohl gleichwertiger Gegner entstanden. Die Berliner haben sich nicht nur außerordentlich sorgfältig durch oftmaliges sammentreffen vorbereitet, fondern vor allem als wertvollste Verstärkung den Deutschen Zwölfkampfmeister Flieger Willi Stadel in ihren Reihen stehen. Nicht weniger als fünf Soldaten befinden sich unter den acht Turnern der Reichshauptstadt, alles bekannte Wettkämpser.„Ihnen gegenüber tritt Leipzig in alter „Friedens"=Besetzung an, also mit durchweg erprobten und— was sehr ausschlaggebend ist— nervenstarken Turnern. Hamburg, das in den letzten Kämpfen hinter Leipzig immer Zweite: wurde, muß dagegen auf bewährte Kräfte verzichten, vom alten Stamm stehen nur fünf Turner zur Verfügung. und das gibt vielleicht den Ausschlag, was allerdings zum Teil ausgegli chen wird durch die Tatsache, daß die Hamburger vor eigenem Publikum kämpfen. Den Sien werden aber wohl Leivzia oder Beklin erringen. Zunächst ist festzustellen, daß nicht weniger als sieben Spieler der„Standard=Elf“ in Ham burg dabei waren, nämlich Janes, Kupfer, Rohde, Kitzinger(also die gesamte„StandardLäuferreihe"), weiter Lehner, Binder und Pesser. Es bleibt also Jahn, Moog, Walter und Schön übrig. Wenn wir einen Querschnitt durch die Kritiken ziehen, die diese Spieler in Hamburg bekommen haben, so können wir feststellen, daß Jahn durchaus die Erwartungen Herbergers erfüllt hat, Moogs Leistung absolut zufriedenstellend war, Walter als bester Innenstürmer bezeichnet wurde, Schön immerhin das deutsche Siegestor schoß. Versagt hat also von diesen Spielern,„die nicht zur Standard=Elf gehören", niemand. Es wäre nun leicht daraus zu folgern, daß die letzten weniger befriedigenden Leistungen der deutschen Nationalmannschaft nicht auf die Tatsache zurückzuführen sind, daß Reichstrainer Herberger nicht die so viel propagierte Standard=Elf ständig einsetzte. Damit würden wir allen, die sich ehrlich um den deutschen Fußballsport bemühen, Unrecht tun. Wir können aber wohl sagen: der Umstand allein, daß nicht immer die gleichen Spieler zum Einsatz tamen, genügt nicht zur Erklärung der letzten„schwachen Leistungen" der deutschen Mannschaften. Wobei im übrigen nur zu bemerken ist, daß jede Mannschaft so gut spielt, wie der Gegner es zuläßt! Die Feststellung der Berliner„Fußballwoche":„Die deutsche Mannschaft starb an einem Ueberfluß von Technik— etwas mehr Sachlichkeit und mehr Raumausnutzung, keine Verdrehungen im Zuspiel und mehr Einstellung auf das Deckungsspiel der Gegner...“ — das scheint uns den Kern der Dinge zu treffen Trotz allem aber hat der deutsche Fußballsport keinerlei Veranlassung, mit der Bilanz des abgelaufenen Jahres und darüber hinaus des Fußballsports in der Kriegszeit 1939/40 unzufrieden zu sein. Allein die Tatsache, daß trotz aller Schwierigkeiten nicht weniger als 16 Länderspiele durchgeführt wurden, kann uns stolz machen. Welches sich im Kriege befindliche Land hat diese Zahl aufzuweisen! Und wenn wir noch hinzufügen, daß nicht weniger als neun gewonnen, drei unentschieden gestaltet und nur vier Spiele verloren wurden, so genügt das eigentlich, um auch den letzten Rest von Kritik verstummen zu lassen. Wir wollen hier der Leistung Reichstrainer Herbergers gedenken, dessen Arbeit, für jedes Spiel kampfkräftige Mannschaften auf den grünen Rasen zu bringen, gewaltig war. Kritisieren ist leicht— bessermachen erheblich schwieriger. Was nicht besagt, daß sachliche Kritik ausgeschlossen ist. Man sollte aber stets bedenken: wichtig ist, daß in dieser Zeit überhaupt gegen internationale Gegner gekämpft wird! Der letzte Länderkampf des Jahres war der 179. überhaupt, den der deutsche Fußballsport durchgeführt hat. Die Gesamtbilanz ist durchaus positiv: 87 Kämpfe wurden gewonnen, 59 verloren, und 33mal trennten sich die Gegner unentschieden. Ebenso günstig sieht die Torbilanz aus; sie lautet: 457:337. Nahezu die Hälfte aller Länderkämpfe. genau 86, wurden nach der Machtübernahme und der Neuordnung des deutschen Sports im Jahre 1933 ausgetragen. In dieser Zeitspanne schnitten wir erheblich besser ab als in den Jahren davor. Denn von den 86 Ländertreffen wurden 55 gewonnen, 17 verloren. und 14 endeten unentschieden. Hier lautet das Torverhältnis 259:124. Mittelrhein— Westfalen Großtreffen der Ringer in der KölnMülheimer Stadthalle Die Reihe der ringkampfsportlichen Kraftproben zwischen den Bereichsmannschaften von Mittelrhein und Westfalen wird am Sonntag mit dem 21. Zusammentreffen in der KölnMülheimer Stadthalle fortgesetzt. Ein Rückblick auf die bisherigen Kämpfe sieht die Westfalen in Front, die dreizehn Siege sechs Erfolgen der Gastgeber gegenüberstellen können; eine Begegnung endete unentschieden. Die Aussichten der Mittelrheinischen sind diesmal aber weit günstiger und versprechen eine Aufbesserung der Siegesserie. Das liegt in erster Linie in zwei wertvollen Mannschaftsverstärkungen begründet: Europameister Fritz Schäfer und Meister Kurt Hornfischer streiten in den Reihen der Merscheidt, W. Möchel, Nitschke, Nettesheim und Westphal. Da müßte es schon eigenartig zugehen, wenn Westfalen Sieger bleiben wollte. Nach den Turnern die Kegler Nach den finnischen Turnern sind am nächsten Sonntag die finnischen Kegler in Berlin zu Gast. Unweit des Jahn=Denkmals in der Hasenheide findet ein Länderkampf Deutschland innland auf der internationalen Einseitsbahn statt. In Finnland wird ebenso wie Finnen sind Meister darin. Der Kampf wird für unsere achtköpfige, sorgfältig ausgewählte Mannschaft sehr schwer werden. Deutscher Fußball sehr aktiv Seit dem 1. Dezember 1939 hat der deutsche Fußballsport 16 Länderspiele durchgeführt. Mit dieser Zahl von Länderkämpfen steht Deutschland weitaus an der Spitze aller europäischen Nationen. Dadurch wird eindeutig bewiesen, daß unser Fußballsport in der Kriegszeit völlig intakt geblieben ist. Erst in weitem Abstand folgen Ungarn mit sieben, Finnland, Dänemark. Schweden und Jugoslawien mit je sechs, Rumänien mit fünf, Italien mit vier, Norwegen, Holland, Belgien, Bulgarien, die Slowakei und die Schweiz mit je drei, Lettland, Estland und Frankreich mit je zwei Spielen. Es kann ohne ehertreibung gesagt werden, daß Deutschland während des von England in verbrecherischer Weise angezettelten Krieges den internationalen Fußballsport in Europa kräftig angekurbelt hat. * Der Kampf gegen Dänemark war Deutschlands 179. Fußball=Länderspiel. Von diesen wurden 87 gewonnen, 59 gingen verloren, während weitere 33 Treffen unentschieden endeten. Es ergibt sich ein aktives Verhältnis von 457:337 Toren. Gespielt wurde bisher gegen 28 Nationen von denen am häufigsten die Schweiz(28mal), Ungarn(16), Holland(15), Schweden(13). Norwegen(11), das alte Oesterreich und Dänemark(je 10mal) unsere Gegner waren. Den Rekord als Nationalspieler halt Ernst Lehner mit 59 bestrittenen Kämpfen. Dichtauf folgt Paul Janes mit 56 Länderspielen vor Reinhold Münzenberg mit 39, Hans Jakob mit 38, Albin Kitzinger mit 37, Fritz Szepan mit 31, Andreas Kupfer mit 31, Karl Hohmann mit 26, Richard Hofmann mit 25, Edmund Conen und Franz Leinberger mit je 24, Knöpfle mit 23, Rudolf Gramlich mit 22,„Tau“ Kobierski und Heinrich Stuhlfauth mit je 21 Kämpfen. * Ernst Lehner ist zugleich mit 27-Toren der Schützenkönig der deutschen Länderelf. Edmund Conen kam auf die Jubiläumszahl von 25 Treffern. Richard Hofmann traf 24mal ins Schwarze. Es folgen dann Otto Siffling mit 16, Fuchs mit 14, Gauchel mit 13. Schön mit 13. Hahnemann mit 12, Jäger und Urban mit je 11, Kipp und Förderer mit je 10 Toren. Fußball im Lenne=Volme=kreis Wird Hüsten Herbstmeister? Das Programm im südwestfälischen Fußsallsport, schrumpft, da man sich dem Schluß der ersten Serie nähert, immer mehr zusammen. Abgeschlossen hat bereits die Unterstaffel Hagen, wogegen morgen die führend. Mannschaften der Unterstaffel Sauerland ihr letztes Spiel bestreiten. Hiermit wird gleichzeitig die Frage nach dem neuen Hebstmeister entschieden. Hüsten 09 hat hier ohne Zweifel die größten Aussichten, allerdings müssen sie in Werdohl erst beweisen, daß sie zur Führung dieses Titels berechtigt sind. Die ehrgeizigen Werdohler werden es ihnen jedoch so schwer wie möglich machen. Dagegen müssen die Neh., die zu Hause die Mescheder empfangen, mindestens schon mit 7:0 gewinnen, um Menden 09, die wieder mal tatenlos zusehen müssen, vom zweiten Platz zu verdrängen. Jedoch wird man sich auch in diesem Falle ziemlich abwartend verhalten müssen. In der Siegerländer Staffel kommen vier Punktespiele zum Austrag. Der Spitzenführer, Klafeld, wird sich in Niederschelden einen Punktsieg holen. Die Spielvereinigung Olpe hat, da sie auf eigenem Gelände spielt, eine weitaus leichtere Aufgabe zu lösen. Eintracht Siegen dürfte dort nicht allzuviel zu bestellen haben. Der Papierform nach müßte auch Sportfreunde Siegen in Langenau beide Punkke an sich reißen, während der BfR Siegen Mühe haben wird, um gegen Marienborn, den ersten Punktsieg zu erringen. In der 2. Klasse gibt es ein volles Programm. Menden 10 kämpft mit Rote Erde Iserlohn um den 2. Tabellenplatz.„Ob der große Wurf aber gelingt, bleibt abzuwarten. Ebenfalls werden die Landhauser dem Tabellenführer aus Hemer alles abverlangen, ehe die Niederlage feststeht. Beim SC Westig 08 ist Rotweiß Iserlohn zu Gast. Die sich nicht in bester Form befindlichen Westiger werden auch in diesem Spiel das Nachsehen haben. Die 2. Staffel trägt gleich der 1. auch drei Punktespiele aus. Wesselbach sollte dem BfB Grüne beide Punkte abnehmen, Letmathe sollte Hohenlimburg 10 bezwingen und in Hemer wird sich der TV Oestrich, um seinen Spitzenplatz zu festigen, durchzusetzen wissen. Gleich 6 Meisterschaftsspiel weist das Proramm der 3. Klasse auf. In allen Fällen haen die Platzvereine ein kleines Plus. Im Handballsport interessiert vor allem die Begegnung TV Westig— Menden 09. Wenn die Mendener nur einigermaßen in Schwung kommen sollten, ist ihnen der Sieg nicht zu nehmen. Jahn Werdohl— Hüften 09 Für Hüsten 09 ist der Gang nach Werdohl schwieriger, als man anzunehmen geneigt ist. Die Werdohler, bekannt als eine draufgängerische Mannschaft, haben als Neuling schon manchem Stammverein der 1. Klasse schwer zu schaffen gemacht. Jedenfalls werden dieses auch die Hüstener zu spüren bekommen. Da man aber Wert auf einen Sieg legt, wird man das letzte hergeben müssen, um ihn zu erringen. Um aber Herbstmeister zu werden, genügt schon ein Unentschieden aufgrund des besseren Torverhältnisses. Reheim 08— Tus Meschede Das letzte Spiel der ersten Serie bestreiten auch Tus Neheim und Tus Meschede. Als Tabellenletzter sind die Aussichten für die Gäste morgen mehr als gering, da der Gastverein ganz ohne Zweifel die bessere Einheit stellt. Ob es aber zu dem erhofften hohen Sieg kommen wird, steht noch nicht fest, da die Mescheder im Verteidigungsspiel schon einiges leisten. Wie schon erwähnt, muß das Ergebnis mindestens 7•0 für Neheim lauten, will man den 2. Tabellenplatz einnehmen. Niederschelden— Klafeld-Geisweid Im morgigen Punktekampf unternimmt Klafeld=Geisweid eine Reise nach Niederschelden. Man könnte annehmen, daß der Tabellenführer dort nichts zu befürchten hätte, da der Gastgeber von 5 Spielen erst eines siegreich beendete. Schon einmal hätte Klafeld jedoch eine Ueberraschung erlebt, wenn das Treffen gegen den Tabellenletzten, hier lagen die Klafelder mit 2:0 im Rückstand, nicht abgebrochen worden wäre. Aus diesem Grunde ist ein solches Spiel bei einer aussichtslos in der Tabelle rangierenden Mannschaft, schon ernst zu nehmen. Spög Olpe— Eintracht Siegen Mit nur einem Punkt weniger liegt die Spielvereinigung Olpe hinter dem Tabellenführer und wartet auf die große Chance, um diesen zu verdrängen. Nun ist Eintracht Siegen gerade nicht die Mannschaft, die den Olpern diese Chance vereiteln könnten, trotzdem aber werden die Olper auch diesen Kampf mit aller Energie duechführen. Zumindest aber wird der Platzverein versuchen, ein für ihn äußerst günstiges Ergebnis herauszuholen, um auch das Torverhältnis zu verbessern. Langenau— Sportfreunde Siegen Der SV Langenau, der am letzten Sonntag erstmalig in die Punktekämpfe eingriff, bezog gleich eine Niederlage. Rein sachlich betrachtet, bestehen auch für den zweiten Kampf gegen Sportfreunde Siegen nur ganz geringe Aussichten auf einen Punktgewinn. Da aber die Siegener unbedingt in der Spitzengruppe bleiben wollen, wird die Mannschaft alles daran setzen. den bisherigen Platz nicht nur zu halten, sondern sich auch weiter nach vorn zu arbeiten: BfR Siegen— Kaan-Marienborn Mit 5 Spielen und 10 Verlustpunkten liegen diese beiden Mannschaften am Schluß der Tabelle. Die Siegener, die schon zum letzten Punktespiel nicht antraten, haben große Mannschaftssorgen. Sie verringern auch zum Teil die Hoffnungen auf einen Erfolg gegen die Mariendorner. Vielleicht aber glückt es ihnen doch, aus dem Vorteil des eigenen Platzes Nutzen zu ziehen und sich den ersten Sieg zu sichern. Menden 10- Rote Erde Iserlohn Eines seiner schwersten Spiele bestreitet der SC Menden am morgigen Sonntag in der Horlecke gegen die Rote Erde Iserlohn. Mit 6:2, also punktegleich, haben sich beide Mannschaften auf den 2. Platz vorgearbeitet. Das morgige Spiel wird also eine ernste Auseinandersetzung um das alleinige Besitzrecht bringen. Mit der gleichen Mannschaft des Vorsonntags dürfte das den Mendenern schwerlich gelingen. Für diesen schweren Kampf hat man jedoch das beste Material zur Stelle, das man zur Verfügung hat. Beruhigend allein wirkt schon das Wiedermitwirken von Neuhaus als Torsteher, sodaß Einacker für den Linksaußenposten frei wird. Zudem werden Feldmann und Düren eine nicht unerhebliche Stütze der Elf bedeuten. Trotzdem scheint es aber angebracht, an das Können der Iserlohner den richtigen Maßstab anzulegen, damit nicht durch regelrechter Leichtsinn oder Unterschätzung des Gegners der günstige Ausgang des Spieles infrage gestellt wird. Jeder Spieler muß sich schon voll ausgeben, um das gesteckte Tagesziel zu erreichen. Landhausen— Hemer 06 Der Tabellenführer Hemer 08 bestreitet am Sonntag das fällige Meisterschaftsspiel in Landhausen. Durch den Einsatz von Gastspielern hat Landhausens Spielstärke zwar zugenommen, doch scheint es fraglich, ob sie sich so auswirkt, daß man den sieggewohnten Hemeranern ein Halt entgegensetzen kann. Bei der Ausgeglichenheit der Gäste und ihrer größeren Erfahrung ist das kaum anzunehmen. Vielmehr werden sich auch in Landhausen die Gäste mit einem einwandfreien Sieg verabschieden Westig 08— Rotweiß Iserlohn Eine aussichtslose Rolle spielen in diesem Jahre die Westiger, die aus fünf Meisterschaftsspielen noch keinen einzigen Punkt herausholten. Dabei ist die Mannschaft in keiner schlechteren Verfassung als im Vorjahr. Es fehlt nur der Zusammenhang und ein vernünftiger„Toremacher“. Ohne dieses wird man auch gegen Rotweiß Iserlohn bestehen können. Man wird sich daher schon im voraus mit einer Niederlage abfinden müssen. 2. Klasse, Staffel 2 Wesselbach— BfB Grüne Nach einem äußerst glücklichen Start ist das Können der Grüner wie abgeschnitten. Am Sonntag verlor man sogar gegen die Reservisten aus Hemer und dazu noch auf eigenem Gelände. Der Besuch in Wesselbach dürfte sich ebenfalls nicht gerade vorteilhaft auswirken. Die Wesselbacher werden ihrer Erfolgsserie einen weiteren anschließen. Dagegen wird auch der heftigste Widerstand der Gäste machtlos sein. Letmathe 98— Hohenlimburg 10 Nochi nicht gewonnen hat Letmathe 98 auf eigenem Gelände gegen Hohenlimburg 10. Daran gibt es nun einmal nichts zu deuteln, daß die Hohenlimburger gerade auswärts die besten Spiele geliefert haben. Die Letmather werden diese Tatsache berücksichtigen müssen, um sich vor einer bösen Ueberraschung zu wahren. Bei Berücksichtigung dessen, ist mit einem Sieg des Gastgebers zu rechnen. Hohenlimburg spricht aber ein ernstes Wort mit. Hemer 06 Res.— TB Oestrich Der sonntägliche Sieg in Grüne beweist, daß die Hemeraner sich etwas vorgenommen haben. Im Spiel gegen den Tabellenführer der Staffel werden es die Hemeraner jedoch weit schwieriger haben. Wir glauben auch trotz allem nicht, daß sie dem TV Oestrich gewachsen sein werden und ihm den Sieg streitig machen können. Es ware jedoch die großte Ueberraschung, wenn es anders kommen sollte. 3. Klasse Menden 09 Res.— Reichsbahn Schwerte UfE Schwerte— Menden 10 Res. Langschede— Stentrop Rote Erde Res.— Lecingsen Geisecke— Ergste Grüne Res.— Tus Fröndenberg Res. Mit 6 Meisterschaftsspielen ist die 3. Klasse am meisten am Programm des Sonntags beteiligt. Das erste Spiel der SuS 09er war gerade nicht überzeugend und läßt jegliche Form der vorigen Serie vermissen. Im Spiel gegen die Reichsbahner aus Schwerte wollen sie jedoch versuchen, den wenig günstigen Eindruck zu verwischen. Dazu bedarf es aber einer weitaus besseren Spielauffassung und=führung.— Die Reserve des SC Menden 10 muß nach Schwerte. Auch in diesem Spiel liegen die größeren Aussichten beim Platzverein, da sich die Mendener noch zu keiner einheitlichen Leistung aufraffen konnten.— Tus Fröndenberg will am Sonntag in der Grüne beweisen, daß ihr Sieg gegen Menden 09s Reserve kein zufälliger war.— Zu einer wahrscheinlichen Punkteteilung wird es in Langschede zwischen den Sportverein und Stentrop kommen.— Rote Erde Iserlohn sollte sich über Leckingsen hinwegsetzen, während Ergste in Geisecke als Sieger zu erwarten ist. Handballspiel VW Westig— Menden 09 Nicht ohne Spannung verfolgt man in den hiesigen Handballkreisen die Auseinandersetzung zwischen dem TP Westig und Menden 09. Nach der Einstellung der Gebrüder Stracke aus Dellwig hat die Mannschaft bedeutend gewonnen. Aus diesem Grunde darf man dem gewiß nicht leichten Spiel in Westig mit einiger Beruhigung entgegensehen. Sollte die Hintermannschaft, in der übrigens Fuhrmann wieder das Tor hütet, zur gleichen Form des Vorsonntags auflaufen, wird der Punktsieg den Mendenern zufallen. ##### dem Gpohtbeitecen######nd Vor spannenden Kämpfen Die 2. Runde um die Stadtmeisterschaft Bei dem umfangreichen Sportprogramm des Sonntags nehmen die Schachkämpfe der 2. Runde um die Plakette der Stadt Menden einen besonderen Platz ein. Schon die erste Runde brachte in ihrem Verlauf den klarsten Beweis, daß die Vergebung des neuen Titels genau so heiß umstritten ist, wie die vorjährigen Kämpfe. Die ausgeglichene Spielstärke aller Teilnehmer läßt im Augenblick noch nicht erkennen, wer der Endsieger sein wird. Die Paarungen der 2. Runde mit Levetmann— Kappe Semer— Schwarz Degenhordt— Rosier Boas— Welling sind derart interessant, daß selbst dem Eingeweihten, eine Beantwortung über den Ausgang der einzelnen Kämpfe nicht möglich ist, da er auch im Schachsport mit allen möglichen Verwicklungen=und Ueberraschungen rechnen muß. Mendener Filmschau W.=T.=Lichtspiele „in Leben lang! Ewig=weibliche Wessely Es ist immer ein bedeutendes Ereignis, wenn auf den Spielplänen der Kinos wieder ein Film erscheint, bei dessen Darstellerliste der Name Paula Wesseln an der Spitze steht. Zum Wochenende sehen wir in Menden die Künstlerin in einer neuen ergreifenden Rolle: In dem Wien=Film im Verleih der Tobis„Ein Leben lang“ verkörpert sie eine Frau, die treu und stolz bis zum äußersten, stark, still und geduldig, sich verströmt in ihrer einzigen großen Liebe. Das ist kein„Spiel“ mehr, wenn sie mit ihrer wunderbaren, bedeckten, manchmal zerbrochen wirkenden Stimme die kurzen, klaren Sätze spricht, die ihr das Drehbuch vorschreibt— nein, das ist das Leben, ihr Leben, das sind ihre eigenen Worte. Eine Rolle wie diese verlangt das tiefe weibliche Einfühlungsvermögen, das der Wessely eigen ist, das sie aber auch hegt und bewußt entwickelt. Denken wir einmal an den Film„Spiegel des Lebens", in dem wie sie als eine junge Medizinstudentin sahen: Damals besuchte sie, um den Menschen, den sie darzustellen hatte, ganz aus seiner Umgebung heraus verstehen und gestalten zu können, für mehrere Wochen medizinische Vorlesungen, s’and mit den anderen Jüngern Aeskulaps am Seziertisch und vertiefte sich in die Fachteratur. In ihrer neuen Rolle nun hat sie nur eins zu sein: Frau! Frau, als Begriff gefaßt, der all die Kraft ihrer Liebe, all ihre Mütierlichkeit und Güte, ihren Stolz und ihre Treue einschließt. Dies Idealbild einer Frau, das wohl kaum erfüllbar ist, das Paula Wessely uns aber so glaubhaft vor Augen führt, daß es uns fast wie ein lebend gewordenes Loblied auf das „Ewig=Weibliche“ anmutet, konnte nur sie verkörpern. Bei ihr ist es nicht das Aeußere, auch nicht ihre sparsamen und doch so vielsagenden Gesten sind es, die uns so ansprechen und sie uns menschlich so nahe sein lassen. Es sind ihre Wärme und Innerlichkeit, ihre Herzlichkeit, die sie zu verklären scheinen. Paula Wessely ist nicht im landläufigen Sinne„Filmschauspielerin“ oder etwa gar„Filmstar“, bei ihr drängt sich uns immer das Gefühl auf, daß sie in erster Linie Frau ist, eine Frau, die auch eine Familie hat, die auch Mutter ist, die ihre weiblichen Pflichten erfüllt— ein Leben lang Eva=Ernst=Lackemann. Lichtspielhaus Bahnhofstraße „Links der Isar— Rechts der Spree“ Ein lustiger Film um die Liebe und um die väterliche Zustimmung rollt vor unsern Augen ab. Der Titel des Films ist nach dem Namen eines bayrischen Skiklubs gewählt„Links der Isar— Rechts der Spree“, womit die Skihaserln andeuten wollten, daß sie Mitglieder aus Bayern und Preußen aufnähmen. Die Berliner nun haben immer ein Herz für die bayrischen Berge gehabt und da Skilaufen bekanntlich die Liebe fördert, so kam manch lustige Verlobung im Schnee zustande. So weit wäre alles in schönster Ordnung, wenn nicht der Schwiegerpapa Spöckmeier in Gestalt Fritz Kampers die Berliner Schulzes nicht leiden möchte. Und ausgerechnet mit so einem Schulze muß sich seine Tochter Anni, dargestellt von der jugendltichen Nachwuchsspielerin Charlotte Schellhorn, verloben. Anni fährt mit ihrem Verlobten Alfred Schulze(Fritz Genschow) zum Wintersport. Vater Spöckmeier hinterdrein. Doch als er eintrifft, brennt seine Tochter durch und fährt nach Berlin. Vater Spöckmeier läßt sich nicht halten und fährt seiner widerspenstigen Tochter nach Berlin nach. Doch Schulzens gibt es viel in Berlin— welche mögen die richtigen sein. Vater Spöckmeier erlebt in Berlin die seltsamsten Abenteuer, aus denen ihn sein unbekannter Schwiegersohn errettet, so daß Anni und Alfred wirklich zu ihrem„Ja“ kommen. Rauchenbichler, Gewährung von Waisenrente nach Vollendung ders 18. Lebensjahres NSG. Aus gegebener Veranlassung wird darauf hingewiesen, daß die Waisenrente nach dem Reichsversorgungsgesetz(§ 41) und nach dem WFVG(§ 118 in Verbindung mit§ 117) auch nach Vollendung des 18. Lebensjahres erstmalig gewährt werden kann, wenn es sich um Schul= oder Berufsausbildung der Waise handelt oder wenn die Waise bei vollendetem 18. Lebensjahr infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Der§ 117 WFBG Abs. 5, der für die Gewährung von Waisenrente gemäß§ 118 WFPG maßgebend ist, hat durch das Gesetz zur Aenderung und Ergänzung des WFVG vom 20. August 1940 entsprechende Aenderung erfahren. Das Wort„weitergewährt“ wurde durch das Wort„gewährt" ersetzt. Danach kann also nun auch die Gewährung von Waisenrente nach Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgen. HIEELIINN HHAANANE SYIEI es zum Waffenstillstand kam Dramatische Stunden im französischen Generalstab Es gibt noch allzu viele Franzosen, die im mer noch daran zweifeln, daß Frankreich im auch von der britischen Provaganda genährt werden, sucht der ehemalige Minister und Senator Charles Reibel in einer Broschüre entgegenzuwirken, die sich„Warum und wie wurde das Waffenstillstandsgesuch entschieden" betitelt. In dieser Broschüre erzählt Reibel die Vorgänge, die sich vom 10. bis 17. Juni in den französischen Regierungs= und Generalstabskreisen abspielten, und in die er sehr intimen Einblick hatte kraft seiner Eigenschaft als Mitglied der Kommission für die auswärtigen Angelegenheiten und der Armeekommission des französischen Senats. Im Vorwort dieser Broschüre hebt er selbst hervor, Der rumänische Staatsführe eingetroffen rer in Deutschland Der rumänische Staatsführer, General Antonescu, der sich in Begleitung des rumänischen Außenministers Sturdza auf Einladung der Deutschl Reichsregierung nach utschland begeben hat. (Weltbild— M.) daß er allen denjenigen antworten werde, die sich heute noch fragen, ob denn wirklich der Kampf ungleich geworden sei. Aus dieser Broschüre seien folgende aufschlußreiche Stellen zitiert: Am 11. Juni, so erzählt Reibel, hatte sich die französische Regierung in Tours eingerichtet. Noch am 3. ahnte in der Umgebung des Ministerpräsidenten Paul Reynaud niemand, daß diese Lage verzweifelt geworden war. Am 14. suchte Reibel General Weygand auf, der ihn nun laufend über die wahre Lage unterrichtete. Weygand hatte am 21. Mai das Kommando unter dramatischen Bedingungen übernommen. Damals befanden sich die besten Truppen der französischen Armee, die einzigen motorisierten Divisionen, die sich unvorsichtigerweise bis nach Holland vorgewagt hatten, völlig isoliert. Mit ihnen waren acht brititisché Divisionen und die belgische Armee von der Einkreisung bedroht. General Weygand setzte seine ganze Hoffnung in das Manöver, mit dem er versucht hatte, in der Region von Bapaume die deutschen Panzerdivisionen, die bis zur Kanalküste ungehindert operierten, abzuschneiden 60 Kilometer trennten die Armee von Dünkirchen vom Rest der französischen Streitkräfte. Am 23. Mai blieben nur noch 30 Kilometer zu überschreiten, um die Verbindung herzustellen. lber am 24. Mai morgens änderten die fünf britischen Divisionen, die den rechten Flügel bildeten, ihre Richtung auf Befehl ihres Chefs und marschierten in nordwestlicher Richtung ab. Alle waren verzweifelt. In der Nacht auf den 28. Mai kam die Enttäuschung durch die belgische Armee. Nun überstürzte sich die Entwicklung in dramatischer Weise. Am 29. Mai richtete General Weygand, der schon vor vier Tagen im Ministerrat die Lage auseinandergesetzt hatte, ein Schreiben an Paul Reynaud. Dieser Brief endete mit den beiden Sätzen:„Die Entwicklung der militärischen Operationen ist so, daß sie innerhalb kurzer Frist zur Unmöglichkeit, die Feindseligkeiten fortzusetzen, führen wird. Es erscheint notwendig, schon von heute an die britische Regierung von dieser Lage zu unterrichten, damit sie imstande ist, innerhalb kürzester Zeit alle Maßnahmen zu treffen, welche sie für opportun hält.“ In einem weiteren Brief vom 6. oder 7. Juni beharrte General Weygand wiederum darauf, daß die Regierung Waffenstillstand nachsucht. Es wäre wünschenswert gewesen, bemerkt Reibel, Paris zu bewahren und die Abreise der Regierung aus Paris zu verhindern. Wie auch die Kriegserklärung Italiens, welche jedermann als bevorstehend fühlte. Am 12. Juni schrieb General Weygand wiederum an den Ministerpräsidenten, aber der Ministerrat blieb unerschütterlich. Indessen hatten die französischen Truppen allen Zusammenhang verloren. Die erschöpften Soldaten fielen vor Müdigkeit fast um, die Divisionen waren auf zwei bis drei Bataillone zusammengeschrumpft, General Weygand sagte:„Es ist noch eine Armee, aber in einigen Tagen, vielleicht in einigen Stunden haben wir nur noch Banden. Ist es vernünftig, die französische Armee so zu behandeln?“ schreibt er vorwurfsvoll an den Ministerrat. Am 13. Juni tagte der Oberste Kriegsrat. General Weygand und General Georges führten Churchill die absolute und unmittelbare Notwendigkeit vor Augen, britische Verstärkungen zu erhalten. Churchill versprach nur drei Divisionen und 72 Kanonen, während das letzte französische Regiment und der letzte französische Panzerwagen in den Kampf verwickelt waren. Indessen weigerte sich der französische Ministerrat von neuem, hinsichtlich eines Waffenstillstandes einen Schritt zu tun. Statt dessen studierte die franzosische Regierung nacheinander zwei Pläne und wußte nicht, welchen sie wählen sollte. Der erste Plan bestand darin, nach der Bretagne zu flüchten und von dort noch einmal an Amerika zu avvellieren. Der andere Plan sah vor, nach Bordeaux zu gehen, um von dort mit dem Parlament nach Afrika zu fahren und dort wei oder drei Jahre zu warten. bis die angloamerikanische Luftwaffe imstande sei, Frankreich wiederzuobern. Vergeblich hatte General Weygand den Wahnsinn eines solchen Planes aufgezeigt. Vergeblich erklärte Marschall Petain, daß Frankreich noch niemals einer Emigrantenregierung gefolgt sei noch gehorchen werde. Reibel kommt dann auf eine Unterredung mit dem französischen Generalstabschei, General Georges, zurück. Dieser sagte ihm:„Ich konnte Herrn Churchill anläßlich des letzten Kriegsrates zur Kenntnis geben, daß wir noch 35 Divisionen hatten. Heute habe ich nur noch 25, morgen werden es vielleicht 10 sein, und was für Divisionen! Sie sind aus einige Bataillone zusammengeschrumpft ohne Artillerie. Wie wollen Sie, daß diese noch Widerstand leisten? Ist das nicht ein Jammer?" Reibel eilte nun nach Tours mit der Absicht, den Präsidenten der Republik und die Regierung von der Notwendigkeit eines Waffen stillstandsangebotes zu überzeugen, aber diese waren bereits nach Bordeaux abgefahren. Der Senator kam dort am 15. Juni an und hatte mit Präsident Lebrun ein bewegtes Gespräch von anderthalb Stunden. „Stellen Sie sich vor“, sagte ihm Lebrun,„daß General Gamelin einige Tage vor meiner Abreise Paris besucht hat und seine Konzeption der Kriegführung gelobt hat und hinzufügte, daß, wenn die Dinge noch einmal zu machen wären, er sie wieder ganz gleich anfangen würde!“ Hierauf folgen dann einige Einzelheiten über die Versuche Churchills, die Franzosen noch lange bei der Stange zu halten. In dieser Hinsicht erzählt Reibel, daß der englische Botschafter am 16. Juni dem französischen Außenminister eine Verbalnote überreichte, in welcher die britische Regierung schließlich erklärte, daß sie sich nicht einem separaten Waffenstillstandsgesuch widersetze unter der Bedingung, daß die französische Flotte ihr ausgeliefert würde was natürlich die Bedeutung hatte, daß jede Waffenstillstandsvereinbarung mit Deutschland ausgeschlossen sein würde. Diese Note wurde dann von den Engländern zurückgezogen und ersetzt durch den bekannten Vorschlag, die beiden Reiche zusammenzulegen. mit welchem Churchill das erste Mal versuchte das französische Kolonialreich in seine Gewalt zu bekommen. Nun aber war man am Vorabend des Waffenstillstandsgesuches angelangt. Damit aber dieser unmöglichen Situation ein Ende gemacht werden konnte, mußte bekanntlich Marschall Petain die Regierung übernehmen, und der erste Akt von ihm war denn auch, Deutschland die Einstellung der Feindseligkeiten vorzuschlagen. Großtaten deutscher Organisation Wiederaufbau des belgischen Eisenbahnnetzes Beim Wiederaufbau der belgischen Eisenbahnen nach Beendigung der Kriegshandlungen in Belgien und Nordfrankreich stellte sich heraus, daß die Zerstörungen des Eisenbahnnetzes ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht hatten. 193 Eisenbahnbrücken, 69 Stromüberführungen und 17 Tunnels waren ganz oder teilweise vernichtet und der Oberbau war nach einem festgelegten System durch Herausnahme wichtiger Gleisstücke unbrauchbar gemacht. Die Weichen waren gesprengt worden und Fernmeldeanlagen sowie Blockstellen in ihren wichtigsten Teilen vernichtet. Auch beim notwendigen Material, insbesondere den Lokomotiven. waren große Zerstörungen vorgenommen worden, ganz abgesehen davon, daß der weitaus größte Teil nach Frankreich evakuiert worden war. Fast alle Schäden in kurzer Zeit beseitigt Als die Wehrmachtverkehrsdirektion am 22. Juni ihre Arbeit im besetzten Gebiet aufnahm, eine Arbeit, die sich heute über das Gebiet des früheren belgischen Staates, dem Bezirk Lille sowie dem Bezirk Nancy bis zur schweizerischen Grenze erstreckt, konnte sie schon auf erfolgreiche Vorarbeiten der Eisenbahntruppen der deutschen Wehrmacht zurückblicken, die die allernotwendigsten Streckenbauten durchgeführt hatten. Von der Deutschen Reichsbahn wurden dann planmäßig Brücken=, Weichen= und Gleisbauzüge neben anderen Fachtrupps eingesetzt, die mit dem ihnen beigegebenen Material tatkräftig ans Werk gingen. Ende Juni waren z. B. bereits 50 deutsche Gleis= und Weichenbauzüge an der Arbeit. Der Umfang der Leitungen wird in wenigen Ziffern klar. In Belgien waren bereits bis Ende September allein 805 Weichen und 43500 Meter Gleis neu verlegt. Im Bezirk Lille waren 650 Weichen und 51000 Meter Gleis wiederherzustellen. Daß diese Arbeit unter stärkster Herbeiziehung einheimischer Arbeiter durchgeführt wurde, bedarf keiner Erwähnung. Bei den größten Bauten treten jedoch in erster Linie ie deutschen Kräfte in Erscheinung. Im Bezirk der WVD. wurden in kurzer Zeit von 493 zerstörten Eisenbahnstrecken bereits 300 Brücken, davon 73 zweigleisig, behelfsmäßig wiederhergestellt, während 66 Brücken endgültig wiederhergestellt wurden. Von den 17 Tunnels, bei denen die Schädenbeseitigung mit größeren Schwierigkeiten verbunden ist, sind bisher drei endgültig und fünf provisorisch wiederhergestellt. Am 1. Oktober bereits 95 Proz. aller Strecken in Betrieb Ein glatter und gesicherter Eisenbahnverkehr ist nur möglich, wenn das Fernmeldesystem gut funktioniert. Die Zerstörung der Fernsprechanlagen und Leitungen erforderte zunächst in größerem Umfange den Einsatz motorisierter Funkstellen. Für die Wiederherstellung des Fernsprechnetzes wurden 34 Fernmeldebauzeuge eingesetzt, die die Arbeiten zu Ende führten, die von den deutschen Truppen in ihrem wichtigsten Teil bekeits begonnen waren. Bis Ende September waren im Gebiet der WVD. 11 700 Fernleitungen zur Verbindung der größeren Knotenpunkte und Verwaltungssitze untereinander sowie je 6800 Kilometer Strecken= und Bezirksleitungen erneuert worden. Das Fernmeldesystem wurde schließlich noch durch die Einrichtung eines Fernschreibernetzes vervollständigt. Dank dieser Arbeiten, deren Organisation und Leitung in Händen der deutschen Stellen lag, ist es möglich gewesen, bis zum 1. Oktober bereits 95 Prozent aller Strecken wieder in Betrieb zu haben. Vom Streckennetz der belgischen Nationaleisenbahngesellschaft von insgesamt 5000 Kilometer waren am 1. November 4680 Kilometer wieder in Betrieb. Hiervon werden heute noch von der Wehrmachtverkehrsdirektion 1649 Kilometer zweigleisige und 198 Kilometer eingleisige Strecken betrieben während die übrigen Strecken, insbesondere alle Nebenlinien und die für die Wirtschaft weniger wichtigen, wieder in den Händen der einheimischen Verwaltung sind. Bis zu 30000 deutsche Eisenbahnarbeiter eingesetzt Die tatkräftige Mitwirkung der deutschen Eisenbahn an der Wiederingangsetzung eines für die Versorgung des Landes lebenswichtigen Eisenbahnverkehrs läßt sich noch an zwei besonders charakteristischen Zahlen erkennen. Das Fehlen ausreichender Lokomotiven veranlaßte die Reichsbahn, bis zu 700 deutsche Lokomotiven zusätzlich im belgischen Verkehrsnetz einzusetzen. Für die Abwicklung des Verkehrs, der zunächst stark unter der Abwesenheit des großen Teils geflücheteten Personals zu leiden hatte, waren bis zu 30000 deutsche Eisenbahnarbeiter eingesetzt Die weitgehende Zerstörung, die am rollenden Material, vor allem bei den Güterwagen vorgenommen worden ist, und mit denen man deutscherseits zu rechnen hatte, hatte die deutschen Militärbehörden veranlaßt, sofort nach der Besetzung der einzelnen Landesteile Vorkommandos zu entsenden, die für die Wiederingangsetzung der Eisenbahnwerkstätten zu sorgen hatten. Da die belgischen Stellen bestrebt waren, ihre Werkstätten weitestgehend leer zu räumen, d. h. Maschinen und Personal nach Frankreich zu evaknieren, bedarf es angestrengtester Arbeit, die weit verstreut abgestellten, mehrerer 100 Waggons wichtiger Maschinen und Rohstoffe wieder aufzufinden und an ihren alten Platz zu bringen. Trotz allem gelang es schon nach zwei bis drei Wochen den größten Teil der inzwischen zurückgekommenen Werkstättenarbeiter wieder mit Beschäftigung zu versehen. Heute erreicht die Zahl der in den belgischen Eisenbahnausbesserungswerken Beschäftigten über 9000 Mann gegenüber einer. Vorkriegsstärke von 7000 Mann. Soziale Maßnahmen für die Belegschaften Bei einem Rundgang durch die gegenwärtig von der Wehrmachtverkehrsdirektion betreuten Werke fällt nicht nur die gegenüber der Vorkriegszeit verlängerte Organisation der Arbeit auf. Für den einheimischen Besucher ist besonders angenehm zu sehen, mit welch gutem Einvernehmen die ortsansässige Arbeiter= und Der Staatsakt im Wiener Schloß Belvedere(Weltbild— M.) Im Schloß Belvedere in Wien, das in den letzten Jahren schon mehrfach der Ort für bedeutame Aktionen für Südosteuropa war, wurde in feierlicher Form die Aufnahme Ungarns in Der Führer in Wien Der Führer empfing im Schloß Belvedere aus Anlaß der Aufnahme Ungarns in den Dreimächtepakt in Gegenwart des Reichsaußenministers den ungarischen Ministerpräsidenten Graf Teleki, den italienischen Außenminister Graf Ciano, den ungarischen Außenminister Graf Csaky und den japanischen Botschafter in Berlin, Kurusu.— Hinter dem Führer(nach rechts): Außenminister Graf Ciano, Botschafter Kurusu, Ministerpräsident Teleki, Außenminister Graf Csaky und Außenminister von Ribbentrop.(Presse=Hoffmann— M.) K Angestelltenschaft mit den deutschen Beamten zusammenarbeitet. Diese Zusammenarbeit ist im wesentlichen mit der Durchführung umfangreicher Sozialmaßnahmen begründet, die in Belgien bisher etwas Unbekanntes waren. Nachdem zunächst die WVD. die Bezahlung der Belegschaften durchgeführt hatte, da die Brüsseler Verwaltung der Staatsbahnen erst verhältnismäßig spät zurückkehrte, ist nunmehr eine Neuordnung der Lohnzahlung erfolgt. Während bisher alle 14 Tage gelöhnt wurde, erfolgen die Zahlungen jetzt wöchentlich. Lohnerhöhungen sind selbstverständlich im Sinne der Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen Preisniveaus nur in besonderen Fällen möglich. Aber viele andere Maßnahmen tragen dazu bei, die Verbundenheit der Gefolgschaft mit der Betriebsführung zu stärken und die Freude an der Arbeit zu vergrözern. Dazu gehören z. B. die Einrichtung von Speiseräumen, in denen eine Mittagsmahlzeit und zwei Schnitten Brot für einen Franken abgegeben wird, ferner die Schaffung von Baderäumen, in denen die Arbeiter, die mit schmutzigen Arbeiten beschäftigt sind, kostenlos baden können. Die Büroangestellten erleben eine völlige Renovierung ihrer Arbeitsräume, die heute in hellen Farben und Blumenschmuck prangen. Heute stehen die belgischen Eisenbahnen, wenn auch der Waggonmangel nach wie vor einen dringenden Appell zur beschleunigten Ein= und Beladung an alle Wirtschaftskreise erfordert, dank der deutschen Hilfsmaßnahmen und der straffen Organisationsarbeit der WVD. voll im Dienste des Landes. So wird es auch möglich sein, ein Programm abzuwickeln, das für den Monat November im Bezirk der WVD. u. a. die Beförderung(in Millionen Tonnen) 1,9 Kohle und Koks aus Nordfrankreich, 2 Kohle und Koks aus Belgien, 02 Erz, 0,4 Baustoffe, 0,65 Zuckerrüben, 0,15 Rübenschnitzel neben Kali, Holz. Getreide usw. vorsieht. Dabei bleibt der Einsatz der Bahn für die Versorgung des Landes mit Rohstoffen, die aus Deutschland stammen, beachtlich. Litglied arsche. Csaky, der italienische Außenminister Grai Ciano, Reichsaußenminister von Ribbentron. der ungarische Ministerpräsident Graf Teleki und der japanische Botschafter in Berlin, Kurusn. Rieseninsekten der Vorwelt 32 Zentimeter lange Flügel Aus alten Pflanzenabdrücken wissen wir, da zur Steinkohlenzeit die Farnkräuter un Schachtelhalme, welche heute fast nur in kleinen Formen vorkommen, riesige Größenverhältnisse besaßen, daß Verwandte der zierlichen Farne, aus denen man heute Sträuße windet, baumhoch wurden und ganze Wälder bildeten. Zu jene bewahrer ihm allein ist es z1 allgemeinen Zerstörung anheimfiel, eber so, wie der Zufall heute wieder behilflich ist, ans Licht zu fördern, was er vor Tausenden von Jahren eingrub. Dadurch erfahren wir nun, daß in den Kohlenschichten mancher Bergwerke Insekten aus der Steinkohlenzeit wie in einem Album aufbewahrt worden sind; es waren dies eine Art von geflügelten Käfern, die gleichzeitig mit den Riesenfarnen, Riesenmoosen und Schachtelhalmen lebten. Und auch diese hatten Riesendimensionen. Das erste Stück eines solchen Rieseninsektes, das man zu Commentry fand, war ein Rumpf. der von dem vordersten Teil des Kopfes bis zum Ende des Leibes 25 Zentimeter maß. Später wurde ein Insektenflügel gefunden, der eine Länge von 33 Zentimeter besaß und mutmaßlich zu jenem Rumpf,, gehörte oder wenigstens von einem Individuum derselben Gattung abstammte. An dem allerdings nur schlecht erhaltenen Abdruck des Brustkastens konnte man erkennen, daß das Insekt vier ziemlich ähnliche Flügel hatte und daß es verwandt war mit den Gespenstheuschrecken, welche heute, allerdings in kleinerer Dimension, sich in den Tropen vorfinden. Wie die Pflanzen der Steinkohlenzeit Riesen waren, deren Nachkommen jetzt nur als verkümmerte Zwerge gelten können, ebenso hatten die heutigen Gespenstheuschrecken(Phasma Riesen als Vorjahren, welchen man den wissen schaftlichen Gattungsnamen Titanophasma g geben hat. Ageländer " siegt Abenteuerlicher Roman von Heinrich Lang 2 5 1 t d h 0 d 2 d 2 F * „Gut!— Ich— werde— warten! Wann geht das nächste Flugzeug nach Stockholm?“ „Erst morgen, Herr Lißfeldt!“ „Morgen erst?". Einen ganzen Tag dreingeben für diese vage, undurchsichtige Angelegenheit? Es war fast unmöglich! Doch da war der Junge schon verschwunden. Der Pförtner hatte Arturs letzten Bescheid ihm weitergegeben. Es war entschieden. „Bringen Sie die Koffer nochmal auf mein Zimmer!" befahl Artur Lißfeldt und lächelte beinahe verlegen dazu. * Es ging gegen Abend, und Herr Ivar Ilvessalo, erster Sekretär bei der Landeshauptmannschaft des Läns Nyland war gerade im Begriff, die Schublade seines Schreibtisches abzuschließen. Das Tagewerk war getan. Die Dienststunden waren vorüber. Draußen stand die Sonne noch hoch am Himmel. Der lange, nordische Sommertag würde noch ein paar Stunden fröhliche Helle geben. Und Herr Ivar Ilvessalo, Sekretär des Herrn Landeshauptmanns im Bezirk Nyland, freute sich auf, diese den Tag beschließenden Stunden. Er hatte ein hübsches, kleines Motorboot, das er in Deutschland gekauft hatte, er hatte auch eine hübsche, junge Braut, die mit ihm darin zu fahren pflegte,— was Wunder also, wenn Herr Ilvessalo sich freute, daß es Abend und daß der Dienst vorüber war. Aber gerade, als er noch einen letzten Blick in den Spiegel war, um die flotte Korrektheit einer äußeren Erscheinung festzustellen, klopfte an die Türe, und diese wurde, ohne daß auf ider noch einige Minuten dringlichen Angelegenheit eser Herr, als er sah, daß ein„Herein" gewartet worden wäre, aufgerissen, und ein junger Herr trat über die Schtuelle. „Ich muß Sie leider in einer besonders drir aufhalten!“ sagte dieser Herr, als er der Sekretär schon im Begrisse war, zugehen. Herr Ilvessalo sprach Deutsch. Er hatte ein Jahr in Berlin studiert und war auch setzt im Vorjahre wieder zur Olympia in seiner einstigen Studentenstadt gewesen. Womit allerdings nicht gesagt sein soll, daß seine Enttäuschung über den verpatzten Feierabend etwa geringer gewesen wäre, als er deutsche Laute hörte.„Bitte!“ sagte er ziemlich kühl und brachte nur knapp die Höflichkeit auf, mit seiner etwas nachlässigen Handbewegung auf seinen Stuhl zu zeigen. Aber Artur Lißfeldt nahm gar nicht erst Platz. Er schien nicht einmal dazu Zeit zu haben. Er fing sogleich, wie es Herrn Ilvessalo schien, etwas atemlos zu sprechen an. mich hierherführt, meint Herr, ist erwas so— Ungewöhnliches, und die möglichen Folgen sind so ungeheuerlich, daß sofortige, Maßnahmen besonderer Art erforderlich sein werden!" Herr Ilvessalo hob die Brauen. So viele große Worte gleich auf einmal, dachte er. Ungewöhnlich, ungeheuerlich, dringlich... Und er beschloß, jetzt erst recht kühl und gelassen zu bleiben. „Sie werden den Namen Erhard Agelander kennen mein Herr!?" „Agelander? Leider ist mir dieser Name nicht geläufig!“ „Nun, dann vielleicht die Namen Kalmari und Siöaren...“ „Ob ja,— diese Herren kenne ich. Gie wohnen beide in Helsinki!“ :„Sehr richtig! Und Herr Agelander ist der Leiter eines deutschen Industriekonzerns. Er hat zusammen mit einem Londoner Konsortium den genannten Herren ein nicht gerade kleines Gebiet von Wald im Bezirk Leskolm am Sima=Kanal abgekauft. Mitverkauft wurde das Gelände für bereits fertiggestellte Kaianlagen bei Vigo, von einigen Dutzend Holztransportschiffen und sonstigen Kleinigkeiten ganz zu schweigen. Der Vorvertrag ist bereits unterschrieben. Die Herren Kalmari und Siöaren haben sich nach London begeben, um dort mit den leitenden Herren der deutschen und der englischen Gruppe die Schlußverträge auszutauschen!“ „Hm!“ machte der Sekretär und sah zur Decke. Er schien in all dem Vorgetragenen weder etwas Ungewöhnliches, noch etwas Dringliches zu erblicken. „Es sei ferner gesagt“, fuhr Artur Lißfeldt. immer schneller sprechend fort,„daß außer der deutschen Finanzgruppe auch noch— andre Leute für den Erwerb des Waldkomplexes und der Verladeanlagen interessiert waren. Und diese... anderen, die Zuspätgekommenen, planen nun angesichts der vollendeten Tatsachen des Verkaufs.. Gewaltmaßnahmen gegen die deutsche Besitzergreifung...“ Ge—walt maßnahmen?“ wunderte sich der Sekretär und sah jetzt nicht mehr zur Decke empor. Er riß seine Gedanken los von Motorboot und Braut und Sommerfahrt durch die Schären und setzte sich aufrechter in seinen Sessel. „Jawohl, Gewaltmaßnahmen! Und zwar solche von gemeingefährlicher Art. Diese finsteren Herrschaften haben nichts Geringeres vor, als... die Wälder von Leskolm in Brand zu stecken...“ Der Sekretär erschrak. Aber dann faßte er sich schnell und lächelte.„Mein Herz,— man steckt finnische Wälder nicht einsag an, wie man ein Streichholz anreibt!“ sahle er mit spöttischer Belehrung.= „Gewiß nicht!" Artur Lißjeldt geriet in immer stürmischeren Eifer.„Wenn aber sechs oder zehn Kerle planmäßig ganze Waldstreifen mit Oel und Benzin tränken, um sie bei passendem Wind in Flammen zu setzen, dann wird nicht viel daran fehlen, auch Waldgelände der in Betracht kommenden Größe in ein einziges Flammenmeer zu verwandeln...“ „Oel und Benzin...?“ stotterte Ilvessalo. „Haben Sie dafür Beweise, mein Herr...?“ „Ich werde Ihnen sogar die Namen nennen, Herr Ilvessalo! Im Laufe dieses Tages sind von Helsingfors eine Handvost Leute nach dem genannten Gebiet abgefahren, die nichts anderes vorhaben, als das, was ich Ihnen soeben schilderte. Ich bringe Ihnen diese feststehende Tatsache zur Kenntnis! Ich erwarte von Ihnen, daß Sie in Ihrer Eigenschaft als Vertreter des hier zuständigen Landeshauptmanns ohne Verzug alle Maßnahmen ergreifen, die nötig sind, um dem Vorhaben der Verbrecher rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben...“ Es wurde still im Zimmer des Herrn Sekretärs. Der stand und starrte einige Sekunden ins Leere, als warte er auf eine Eingebung, die ihm diejenigen„Maßnahmen" hätte verraten können, die in dieser Stunde am Platze waren. Mit einem unterdrückten Seufzer gab er den schönen Sommerabend endgültig verloren, den er mit Braut und Boot auf dem Wasser hatte verbringen wollen. Forts. folgt. Verantwortkich Hauptschriftleiter Erich Schmidt z. It. im Felde. Vertretung: Schriftleiterin Helma von Rauchenbichler, Menden; für Anzeigen: Helma von Rauchenbichler. Druck und Verlag: Verlagsgesellschaft v. Rauchendichler, Menden. I. It. Anzeigenpreisliste 6 gü tig. Kaffee und Restaurant Tur Schünen Aussicht“. Hleuesbers „Lim Schönien Russiein“, Movesber! Inh. Otto Sturm Kaftee, Kuchen, Bauernstuten. Spezialltät: Schnittchen mit Hausmacherwurst Alles eigene Herstellung Gut gepflegte Biere, Weine, Liköre Samstags ab 7 Uhr Sonntags ab 4 Uhr UIniarhalbuunge„Manzart K R Wir suchen für unser Werk in 1 Ingenieur ader Techniher für die Verlaust wirc Prazie.(Kennwert Trafes) Pingemeur üder Techniner für den Bau von elektrischen Grubenlampen und Handlampen. [Hemawert Lamgen) Innaniaun adan Tachnihor Ingeneur Eder Techliner für die Konstruktion v. Werkseugen, Stanz-, Zieh- u. Prägewerkhenge sorie nuch Vorrichtungen aller Art.[Hosam, Wectsenge) Ausführliche Angebote mit kurzem handgeschriebenem Lebenslauf, Zeugnisabechriften, Bild, Gehaltsanspruch u. 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Jede Hausfrau weiß, daß heute die guten Sochen gor ficht lange genug helten können. Sie 20 schonen ist daher eine selbstverständliche Pflicht. Zum Schonen genort aber in erster Linie das richtige Waschen. Alle Sechen aus Welle und Seide, Zellwolle und Kunstseide sind Fein wäsche und wollen mit dem Waschmittel iöe Feiantache geige werden. Dieses Waschmittel ist neutrel, greit else Egggrz und Hor ben nicht an. Es wäscht in hartem Wasser genau s0 gut wie in wei Hem, gebiider koine folksete und verhindert unnötze Waschmifte: Vergeudung. Das Waschmitte Feinnüsche vereint somit alle die Vorzüge, die für die Schonung und lange Lebensdauer der Feinwäsche nötig sind. Rese bet Bibrächend üir Ah bier WechNüssigkeit. Waschmitte! für K Es sergt für lange Heltberkeite Den verehrten Bewohnern von Menden zur Kenntnis, daß ich mit dem heutigen Tage ein Sargmagazin eröffne. Liefere Särge in allen Ausführungen und getlegens Zimmebeterglienen. Ich bitte um geneigten Zuspruch. 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