80. Jahrgang Gegeünbet 1860 Westfälischer Telegraph Mendener seimatzn Slatt Zeitung Nachrichten Reiertans.— Beiationsbruc Senden.— Geschäftostelle: 2017 Menden Botenlohn— Durch die Post 2.36 Einzige in Menden Lendringser Zeitung gedruckte Zeitung. 1. Jeli des Bein beren Beiti umen An destgs“ kein Anipru 2 an asbreiies. Anzuigenprerte lau unimmunzen für alle Anzoigenenfträg. am Verabens o Uhr Nr. 262 Dienstag, 5. Rovember 1940 Jahrgang 1940 Ein erfolgreiches deutsches A Boot Kapitänlentnant Kretschmer erreichte 217198 BRT. Erfolgreiche Angriffe der Luftwaffe ungünstigen Wetters Flugplatzanlagen in Flammen Bombentreffer auf 19 000=BRT.=Da 2 Berlin, 4. Nov. Das Oo der Wehrmacht gibt bekannt: Das unter Führung von Kapitänleutnant Kretschmer stehende Unterseeboot hat die beiden britischen Hilfskreuzer„Laurentie“ von 18724 BRT. und„Patroelus" von 11 314 BRT. sowie das bewaffnete britische Hanbelsschft ulunure“ von 5376 BRT. versenkt. Mit diesem Erfolg hat Kapitänleut nant Kretschmer ein Gesamtversenkungsergeb. nis von 217 198 BRT. erzielt und somit als zweiter Unterseebootkommandant mehr als 200 000 BRT. vernichtet. Das ungünstige Wetter hat die Luftwaffe nicht gehindert, ihre Angrisse auf London und andere kriegswichtige Ziele in England und Schottlaud, wenn auch in geringerem Ausmaße, fortzusetzen. In kühnem Tiefanflug griffen Kampfflugzeuge einen Verchiehebahnhof in Nord=London an und trafen Bahngebäude und Verkehrs. anlagen. Beim Abflug brachten sie mehrere Flakgeschütze durch Maschinengewehrfeuer zum auch Flug wur! tere Flugplätze ziele, vor allem reich bombardiert. Bei Irland und an der schottischen Ostküste griffen Kampfflugzeuge einzelne Schiffe und Geleitzüge an. Ein Handelsschif! von 19000 BRT. erhielt einen schweren Treffer. wurden ein der Handels getroffen. Britische Flu vereinz und Nordden..— zwei Häuser zerstört, zwei Personen getötet und zwei verletzt. In Deutschland fielen nur an drei Stellen Bomben, die keinerlei Schaden anrichteten. Der Feind verlor gestern brei„Flugzenge. uppe unter Kmmanbeurs, Hauptmann Stord, zeichneten sich durch erfolgreich ger-ch etr 5n * Wie der amtliche Bericht des britischen Luftfahrtministeriums zugeben muß, war auch das schlechte Wetter in der Nacht zum Montag für die deutsche Luftwaffe kein Hindernis, ihre Angriffe gegen die britische Insel erfolgreich fortzusetzen. Der Bericht meldet u. a., daß feindliche Flugzeuge im Nordosten Englands und in Ostschottland Zomben abgeworfen hätten, wobei der übliche eringfügige“ Schaden eingestanden wird. Am onkagmorgen erfolgte nach dem gleichen Bericht ein zweiter Angriff auf Oftschottland, Dabei seien in einer Stadt schwere Bomben niedergegangen, die einige Gebäude zerstört hätten. Ebenfalls am Montagvormittag sind nach einer Meldung des Associated=Preß=Funks feindliche Flugzeuge in Ostengland eingeflogen. Ein Flugzeug habe über einer Stadt eine Bombensalve abgeworfen. Zu den am Sonntag erfolgten Vorstößen deutscher Flugzeuge gegen London weiß Associated Preß zu berichten, daß eine Maschine ganz niedrig über die Dächer hinweggeflogen ist. Das gleiche Flugzeug erzielte Flußbrücke und #. Bei Kinnaird=Head rer. ein Wachboot, ein gror s o w i e e i n F r a c h t e r s c h w e r sche Flugzeuge unternahmen nur zelte Einfluge nach Holland ddeutschland. In Holland wurden daß Bombentreffer auf derartige kriegswichtige Verkehrsanlagen und Fabriken immerhin recht häufig vorkommen, bestätigt eine weitere Meldung von Associated Preß, wonach die britische Regierung nach einem Plan des Arbeitsministers Bevin 100000 Ingenieure aus nichtkriegswichtigen Betrieben herausziehen und für kriegswichtige Zwecke einsetzen will. Herbert im englischen Nachrichtendienst über die Folgen der deutsch men rade-imist der Lage, wenn er an den„alltäglichen und allnächtlichen Regen von Tod, Feuer und Verderben“ erinnerte, der auf die Bevölkerung Englands berabprassele. Er meinte, das Volk Englands sei„auf alles gefaßt" und warnte dringend vor dem Desaktismus, mit dem man nur dem Feind in die Hände spielen und zu einem allgemeinen Chaos beitragen würde Ein Chaos aber bedeute Englands Nieder= In diesem Zusammenhang ist ein Bericht der Agentur United Preß aus London beder britischen lünderun. ung Dard habe besondre moblle Einheiten einsetzen müssen, um den Plünderern das Handwerk zu legen. Einige merkenswert. Oeffentlichkeit wieberai! mobile der die Erregung über„gefährlig idt. Scotlan! Zeitungen gehen nach diesem Bericht sogar so weit, gegen diese Plünderer. die unter den nach den Luftangriffen auf den Straßen herumliegenden wertvollen Waren reiche Beute finden, die Todesstrafe zu fordern.„Sunday Disvatch“ meint in einem Leitartikel. die Zeit vor 100 Jahren scheine für London zurückgekehrt zu sein, wo man für den Diebstahl wertloser Dinge gehenkt werden konnte. Jetzt sollten aber„gewisse Leute“ auch wieder schnell gehenkt werden können. Selbst Mitglieder des Luftschutzes hätten der Versuchung 250 im Oktober angestiegen. Eichenlaub für Kretschmer DNB. Berlin.=4. Nov. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Kapitänleutnant Kretschmer aus Anlaß der Versenkung von 200 000 Tonnen feindlichen Handelsschiffsraumes das Eichenlaub zum Rit. terkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und folgendes Telegramm au ihn gerichtet: „In bankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich der Versenkung von 200 000 To. feindl. Handelsschiffsraumes als sechstem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler.“. Tanger Spanien einverleibt Madrid, 4. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Das Kontrollkomitee, die Gesetzgebende Versammlung und das Gemischte Regierungsbüro der Internationalen Zone von Tanger stellen ihre Funktionen ein. Der Chef des spanischen Besatzungsheeres, Robert Uste, übernimmt als Gouverneur und Delegierter des Hohen Kommissars von Spanisch=Maxokko die Regierungsgeschäfte der Tangerzone. Die Verordnung gilt vom Tage ihrer Bekanntgabe und hat ihren Grund in der gegenwärtigen internationalen Lage. Dampfer Britischer Admiral vermißt Schwere englische Verluste bei dem italienischen Angriff auf den Kreuzer„Liverpool“. Newyork, 4. Nov. Einer Meldung der Agentur Associated Preß aus London zufolge gab die britische Admiralität bekannt, daß der Konteradmiral MacKinnon vermißt werde. Auf welchem Kriegsschiff der hohe britische Marineoffizier das Kommando führte, wird bezeichnenderweise verschwiegen. Ferner hat die britische Admiralität nach der gleichen Quelle mitgeteilt, daß bei dem italieniverwundet worden seien. Londoner Sperre reißt aus Stockholm, 4. Nov. Hunderte von Fesselballonen der Londoner Sperxe rissen sich in der Nacht zum Montag im Sturme los und jagten ostwärts davon. Sie haben in England selbst großen Schaden angerichtet. Zerrissen englische Ueberlandleitungen, verursachten zahlreiche Falbchalarme. und treiben nun in der Nordsee in Richtung Skandinavien davon, wo bereits seit Ende voriger Woche wieder zahlreiche englische Sperrballone eintrafen und sowohl in Dänemark wie in Schweden aufs neue beträchtlichen Schaden angerichtet haben.„ Die schwedischen Sicherheitsbehörden sind am Sonntag alarmiert worden, weil man erwartet, daß stündlich neue Schwärme englischer Sperrballone zu erwarten sind. Seit Donnerstag voriger Woche haben tosgerissene englische Ballone, man schätzt ihre Zahl auf mindestens 50. über 80 elektrische Ueberlandleitungen in Süd= und Mittelschweden beschädigt. An drei verschiedenen Stellen Südschwedens, vor allem in den Küstengebieten, mußte stundenlang der Eisenbahnverkehr eingestellt werden, da die Fesselleinen der englischen Ausreißerballone die Starkstromleitungen zerrissen hatten. Vormarsch in Griechenland Fünf Feindflieger im Luftkampf über Salonili vernichtet Rom, 4. Nov. Der italienische Wehrmachtbericht hat folgenden Wortlaut: Im Epirus=Abschnitt geht die Aktion unserer Verbände jenseits der Stellungen von Kalibaki weiter. Unsere Luftwaffe hat an den Operationen zu Lande mitgewirkt, wobei die feindlichen Stellungen in der Umgebung des Corciano dicht mit Bomben belegt wurden. Ferner wurden die Bombardierungen von Saloniki, der Zitadelle auf Korfu. des Forts Navarino und des Gebirgszuges nordöstlich von Janina entlang der Fahrstraße Janina—Kalibaki wiederholt. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Während des Luftkampfes, der sich, wie im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldet, über Saloniki abspielte, wurden außer dem Fluazeug, das als wahrscheinlich abgeschossen verzeichnet wurde, weitere fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen. Eines unserer Wasser=Erkundungsflugzeuge griff ein zweimotoriges feindliches Flugzeug vom Typ Blenheim an, das mehrmals getroffen wurde und mit schweren Schäden an Bord abdrehen mußte. In Nordafrika vertrieb eine Kolonne unserer schnellen Trupps feindliche Panzerwagen. Feindliche Flugzeuge griffen kleinere Verbände bei Garn=ul-Greid(nordöstlich von Giarabub) an. Es wurden zwei Tote und einige Verletzte gezählt. In Ostafrika wurden feindliche Angriffe gegen unsere Kräfte, die das Bergmassiv Sciusceib(Kassala) besetzt halten, mit leichten Verlusten auf unserer Seite zurückgeschlagen. Einige Gefangene blieben in unserer Hand. Im Roten Meer bombardierte unsere Luftwaffe einen Dampfer, der von einem Kreuzer geleitet wurde. sowie die Hafenanlagen der Insel Perim. Feindliche Flugzeuge bombardierten Assab, wo es drei Tote und einige Verwundete gab und leichter Sachschaden an Wohnhäusern entstand. Während der vergangenen Nacht versuchten feindliche Flugzeuge Neapel anzugreifen. Von starkem Sperrjeuer abgehalten, mußten sie ihre Bomben auf freies Gelände abwerfen. Ein Toter und drei Verwundete werden gemeldet. * Ueber den Luftangriff auf Saloniki wer den in einem Frontbericht des„Popolo. d Roma“ interessante„Angaben veröffentlicht Danach wurde Soloniki. das heute die große Versorgungszentrale für zwei große Armeekorps ist und damit zugleich die Zentrale für die Befehlsgabe, den Nachschub und die Verwaltung darstellt. in den Morgenstunden angegriffen. Tags zuvor waren mehrere Transportschiffe mit Kriegsmaterigl und Truppen in Saloniki eingetroffen. Außerdem liegen griechische Kriegsschiffe im Hafen. Die Flakabwehr war außerordentlich stark und vortrefflich organisiert. England hat diesen außerordentlich wichtigen Kriegshafen anscheinend mit der modernsten Luftabwehr ausgestattet. Schon mit den ersten Bomben wurden die Lagerhäuser und die Hafendämme mit ihren großen Verladevorrichtungen. Außerdem wurde ein im Hafen liegendes Schiff im Tiefangriff von einer Bombe am Bug getroffen, so daß es schwere Schlagseite erhielt und in Brand geriet. Bei der Rückkehr wurden die italienischen Bomberstaffeln, die durch Jagdstaffeln geschützt waren, von feindlichen Flugzeugen angegriffen, die zum großen Teil Pzl.=Eindecker, also volnischer Herkunft waren. Der Angriff der feindlichen Jäger, der etwa 10 Minuten dauerte, blieb erfolglos. Auch die zweite Welle des Luftangriffs galt militärischen Zielen und hat in dem überaus stark ausgebauten und offenbar mit ungeheuren Vorräten versehenen englischen Flottenstützpunkt von Salonikt schwerste Schäden angerichtet. Gewaltige Explosionen, ungeheure Feuersbrünste und riesige Rauchsäulen waren der eindeutige Beweis des restlosen Gelingens dieser ersten Luftangriffe auf Saloniki, die von getzt ab systematisch wiederholt werden. Ohrfeige für England UdeSR. lehnte britischen Protest gegen die Donau=Kommission entschieden ab Moskau, 4. Nov. Die„„ kuwoa“ veröffentlicht an hervorragender Stelle eine amtliche Verlautbarung folgenden Wortlautes: „Am 29. Oktober überreichte der englische Botschafter in Moskau, Cripps, dem Volkskommissar des Auswärtigen, Molotow. eine Note. in der die britische Regierung gegen den Beschluß, der Regierung der UdSSR. betreffend die Notwendigkeit der Bildung einer neuen einheitlichen) Donaukommission und die Teilnahme von Vertretern der UdsSR. an Verhandlungen mit den Vertretern Deutschlands. Verrat am Griechenvolk Die Londoner Lügentante„Times“ veröffentlicht einen Brief des Lord Reynold, der in deredten Worten die britisch=griechische Freundschaft feiert und aus Grund seiner 15jährigen Kenntnis der Griechen versichern zu können glaubt, daß die griechische Ergebenheit gegenüber England allgemein sei und durch nichts erschüttert werden könne. Hier war wie so oft, wohl auch diesmal der Wunsch der Vater des Gedankens. Denn tatsächlich macht sich in Griechenland bereits eine unverkennbare Mißstimmung gegen England bemerkbar. Im Vertrauen aus das englische Hiljeleistungsversprechen sind die Griechen bereits wenige Tage nach Ausbruch der Feindseligkeiten in eine verhängnisvolle Lage geraten. In Athener politischen Kreisen ist man uber das bisher völlige Ausbleiben einer dur die Garantie Englands pflichtmäßig gewordenen britischen Hilfe recht beunruhigt. Die von England zugesagten Kampfwagen haben Griechenland nicht mehr rechtzeitig erreicht. Auch die angekündigte Sendung von Flakvatterien ist noch nicht an Ort und Stelle angelangt. Offenbar beschränkt sich die englische Hilfe ausschließlich auf die Entsendung von Flugzeugen von denen einige im Bezirk von Janina alio im südlichen Epirus, wo die Italiener am weitesten vorgedrungen sind, festgestellt wurden Aber diese Hilfe hat sich als wertlos erwiesen, denn die Aktion der Italiener geht hier planmäßig vonstatten. Die Auffassung des griechischen Generalstabs, daß die ersten Widerstandslinien etwa zwei bis drei Wochen hätten halten sollen, bis die englische Verstärkung hätte wirksam werden können hat sich als irrig erwiesen. Zudem sind die Verbindungen zwischen Athen und Saloniki sowie die Eisenbahn vom Peloponnes nach Athen durch italienische omber gestört worden, so daß die Griechen schon jetzt in eine höchst mißliche Lage geraten sind. Vergeblich schauen die Griechen nach der englischen Hilfe aus, vergevlich warwurden. und mit Schrecken müssen die Griechen erkennen, daß sie, wie vordem viele andere englischen Hilfsvölker, von der britischen Garantiemacht und der in ihrem Solde stehenden griechischen Regierung Metaxas verraten worden sind. Italiens und Rumäniens in Bukarest, prokestierte. Von der Betrachtung ausgehend, daß die Handlungsweise der Sowjetregierung eine Verletzung der Neutralität darstelle erklärte die britische Regierung, daß sie keinerlei Abkommen anerkennen könne, durch die bestehende Verträge verletzt werden könnten und daß sie sich alle ihre im Zusammenhang mit dieser Frage stehenden Rechte vorbehalten müsse Frage Am 2. November empfing der stellvertretende Volkskommissar des Auswärtigen Wischinsky den englischen Botschafter Cripps und überreichte ihm im Namen der Sowjetregierung eine Note. in der die Sowjetregierung erklärt, daß sie sich gezwungen fieht, die Behauptung der englischen Regierung als unrichtig zu erklären, wonach die von der Sowietregierung anerkannte Notwendigkeit der Bildung einer neuen Donau=Kommission unter Teilnahme der UdSSR an den Verhandlungen in Bukarest eine Verletzung der Neutralität darstelle. Die Bildung der Donau=Kommission unter Teilnahme der UdSSR. sowie der an oder nahe der Donau gelegenen Staaten bedeute eine Wiederherstellung der Gerechtigkeit, die durch den Vertrag von Versailles und andere Verträge verletzt worden sei. auf deren Grund die UdSSR. aus dem Bestand sowohl der Internationalen als auch der europäischen Donau=Kommission beseitigt worden sei, wobei die britische Regierung eine führende Rolle gespielt habe. Die Donau=Kommission müsse sich natürlicherweise aus den Vertretern der Staaten zusammensetzen, die an der Donau liegen oder eng mit der Donau verknüpft sind und die Donau als Kanal für den Warenhandel benutzen wie z. B. Italien). Es sei klar, daß Großbritannien, das von der Donau Tausende von Kilometer entfernt sei, nicht zu diesen Staaten gezählt werden könne. Es sei ferner klar, daß die Frage der Zusammensetzung der DonauKommission nichts mit der Frage der Neutralität zu tun habe. Angesichts des eben Dar: gelegten könne die Sowjetregierung nicht den Protest entgegennehmen, der in der Note der britischen Regierung vom 29. Oktober eingelegt worden sei.“ Die britische Admiralität gibt wieder einmal den Verlust von einigen kleinen Schiffen bekannt. Sie„bedauert, mitteilen zu müssen“, daß die Vorpostenboote„Hickory" und„Lord Inchcape“ durch feindliche Minen verlorengegangen seien. Anscheinend sind die Besatzungen beider Kriegsschiffe ums Leben gekommen. Ein Interview George Bonnets beabsichtigte, Frankreich vor dem Krieg zu bewahren“ sagte Bonnet Mal, daß ich zuruckgezogen der letzten Zeit Lyon, 4. Nov. Die in Lyon erscheinende Zeitung„De Journal“ veröffentlicht folgendes Interview mit dem früheren Außenminister Bonnet: „Seitdem ich den Quai d'Orsay verließ“, so sagte Bonnet u. a.,„ist es heute das erste aus der Stille, in die ich mich hatte, wieder heraustrete. In .— Zeit„habe ich in der ausländischen Presse Kommenkare zu Erklärungen gefunden, die ich gemacht haben soll. Ich war erstaunt darüber, und ich habe mich gefragt, woher diese stammten, denn ich habe seit dem 3. 9. 1939 niemals ein Interview gegeben. Ich habe den heißen Wunsch gehabt, Frankreich vor dem Kriege zu bewahren. Ich glaubte, Frankreich habe nichts zu gewinnen und alles zu riskieren. Ich habe die Münchener Konferenz gewollt und vorbereitet. Ich habe mit Herrn von Ribbentrop die deutsch=französische Erklärung vom 6. 11. 1938 unterzeichnet. und ich habe sie auch gewollt.: Im Mai 1939 habe ich mich geweigert, die Verpflichtung aus dem französisch=polnischen Militärbündnis von 1921 weiter zu belasten. Schließlich habe ich alles unternommen, um eine Uebereinstimmung zwischen Berlin und Polen herbeizuführen. die Frankreich daran hinderte, seiner Bündnispflicht nachzukommen. Bis zur letzten Mi nute habe ich geglaubt, tritt einer Konferen hatte, die Rettung des lichte. Der Feldzug Münchener Abkommen von denen, die man„die der Haupturheber daß der Zusammen, d e m i c h z u g e s t i m m t friedens ermögzat gleich nach dem begonnen. Ich war Harten“ nennt, als dieses Abkommens bezeichnet worden. Man verlangte von mir die Durchführung einer Politik der Beständigkeit und des Widerstandes gegen alle und gegen alles. ohne Rücksicht darauf, wie es um unsere materiellen Mittel stand.“ Weiter erklärte Bonner.„Tyne eine übereinstimmung zwischen Frankreich und Deutschland gibt es keinen Frieden in Europa und keine Ordnung.“ Bonnet erinnerte dann an seine Warnung vom 26. 1. 1939 vor der Kammer:„Selbst wenn Frankreich einen neuen Krieg gegen Deutschland führen wird, so wäre es nach dem Kampf gezwungen, in neue Beziehungen und Verhand lungen mit dieser Nation einzutreten. Glaubt ihr etwa, daß diese Beziehungen und diese Verhandlungen nach einem neuen Krieg, der ein Trümmerfeld hinter sich läßt, angenehmer und einfacher sein werden?". Bonnet wies dann auf die Botschaft des Marschalls Petain vor einigen Tagen hin, die die zukünftigen deutsch=französischen Beziehungen abgezeichnet habe. Die Unterredung des Führers mit dem französischen Staatschef habe in den Augen eines jeden eine ungeheure BeAuf die Frage:„Und Amerika, Herr Minister?" antwortete Bonnet u. a.:„Ich habe oft gesagt, daß die Zeit, die ich als französischer Botschafter in Washington verbracht habe, die schönste meines Lebens war. und ich denke oft an die freundschaftlichen Gefühle, die ich mir für die Vereinigten Staaten bewahrt habe. Die treuen Freunde Frankreichs haben mich oft vor falschen Hoffnungen auf eine militärische Intervention Amerikas in Europa gewarnt, von der in unserer Presse, in der ausländischen oder anderswo, so oft mit viel Leichtsinn und unverantwortlicher Unvorsichtigkeit gesprochen wurde. An diese Freunde, die immer klar gesehen und offen gesprochen haben, denke ich in diesem Augen keiten—, daß, wenn der Krieg ausbricht, Amerika sich sofort auf die Seite Frankreichs und Englands stellen werde, aber ich habe es niemals geglaubt, denn ich wußte nur zu gut, daß oas amerikanische Volr— außer den Leuten, die durch Parteileidenschaften oder Ideologien beeinflußt sind.— zutiefst den Frieden wünscht.“ Bonnet ging dann vor allem auf die wirtschaftlichen Probleme Amerikas ein und erinnerte an die häufigen Klagen Amerikas, daß zwischen den europäischen Nationen keine Uebereinstimmung bestehe, besonders zwischen Frankreich und Deutschland. Es habe sich beklagt über ihre Rivalitäten, über ihre Meinungsverschiedenheiten, über ihre Konflikte, die so oft zum Kriege führten. „Die neue Aufgabe“,= so schloß Bonnet, „werde um so leichter durchzuführen sein, je weniger der Konflikt in der Welt um sich greift. Je mehr der Krieg sich ausdehnt, desto härter wird die Blockade sich für Frankreich auswirken. Je mehr der Krieg sich ausdehnt, je mehr werden die Völker leiden, je mehr werden sich die durch Menschenarbeit aufgestavelten Vorräte verringern, und desto schwieriger wird die Lage sich in Zukunft gestalten. Die Ausdehnung des Krieges wird die Völker zur Katastrophe führen. Sie könnte die Völker dazu verurteilen, viele Jahre lang in Unordnung und Anarchie zu leben. Deshalb verstehe ich nicht, warum man sich bei dem Gedanken freuen könnte, daß die neuen Völker in einen solchen Tumult geraten.“ * Die Pariser Zeitungen bringen in größter Aufmachung eingehende Kommentare zu dem Interview des ehemaligen Außenministers George Bonnet. Im„De Nouveau Temps schreibt Jean Luchaire, am Vorabend der amerikanischen Prädentschaftswahlen zögere der ehemalige Leiter der französischen Diplomatie nicht, zu versichern, daß ohne ein Einvernehmen zwischen Frankreich und Deutschland es keinen Frieden in Europa geben könne, daß dieses Einvernehmen jetzt auf dem Wege sei, verwirklicht zu werden, und daß infolgedessen die Vereinigten Staaten eigentlich notwendigerweise die zwischen dem Führer und Marschall Petain angetretene Verständigung begrüßen müßten. Frankreich empfinde keinerlei Bedürfnis, durch irgend jemanden„befreir zu werden.“ George Bonnet hätte weiterhin von dem unheilvollen Einfluß sprechen können, den im Jahre 1939 der amerikanische Botschafter Bullitt und der polnische Botschafter Lukasiewitsch in Paris ausgeübt hätten. Diejenigen amerikanischen Kreise, die heute noch fortführen, irgendeine märchenhafte militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten zu Gunsten Großbritanniens in Aussicht zu stellen, seien in besonders schwerer Weise an jener unheilvollen geistigen Verwirrung schuldig, die Frankreich zuerst in den Krieg hineingeführt und es weiterhin über alle Grenzen der Vernunft zu einem Widerstand getrieben habe Zu viele Sendboten Washingtons hätten mit dem Versprechen amerikanischer Hilfe schon vor dem September 1939 zum Widerstand gegen deutsche Ansprüche aufgehetzt. Nach Ausbruch des Konfliktes hätten ne fast jede Woche. und zwar immer für den kommenden Monat, ein amerikanisches Eingreifen in Aussicht gestellt. Ohne solche trügerischen Ermutigungsversuche hätten sicherlich zahlreiche französische Politiker nicht gewagt, die Friedensbemühungen Bonnets zu bekämpfen, und später zweifellos nicht mit dem Ersuchen um einen Waffenstillstand gewartet, bis die deutschen Truppen die Loire erreicht hätten. Dr. Ley über das neue Sozialwerk des großen Gesetzgebungswerkes Berlin, 4. Nov. Dr. Ley sprach am Montagnachmittag auf dem Betriebsappell eines Berliner Werkes der AEG. über das in Vorbereitung befindliche deutsche Sozialwerk. das eine umfassende Neuordnung des gesamten deutschen Arbeitslebens bringen wird. Dr. Ley gab in seiner Rede einen Ueberblick über die Einzelheiten dieser weit vorausschauenden, ihrer Verwirklichung unmittelbar nach dem Kriege entgegensehenden Planung des Führers zur Sicherung einer geordneten Zukunft aller schaffenden Deutschen. Die Voraussetzungen dafür, so betonte er eingangs, erkämpfe sich das deutsche Volk im gegenwärtigen Kriege, der endgültig die Lebensbedingungen sichern wolle, deren das deutsche Volkstum, der einzelne wie die Gemeinschaft zur Entfaltung brauchten. Den Sieg kann uns niemand mehr nehmen! Fast in ganz Europa stehen Deutschland und Italien als die maßgebenden Faktoren dieses Erdteils. Das Werk der Altersversorgung sei bereits fertiggestellt. Alle Schaffenden ohne Unterschied werden in der Sicherung eines Lebensabends einzig und allein danach bewertet werden, was sie als Staatsbürger für ihr Volk geleistet haben und noch zu tun bereit sind. In engstem Zusammenhang mit dieser Teilaufgabe steht die Schaffung eines alle Arbeitsfragen neuregelnden sozialen Gesetzgebungswerkes von geradezu revolutionärem Ausmaß. Es umfaßt zunächst Einzelmaßnahmen für die Gesundheitsführung unter dem Gesichtspunkt des Vorbeugens und der Schaffung von Gesundheitsstationen und Untersuchungen durch Betriebsärzte. Was in dieser Beziehung heute geschaffen sei, stelle nur einen Beginn dar. Ein anderes großes Werk, dessen erster Entwurf schon fertig sei, sei das Erholungswerk für den schaffenden Deutschen, das auszunutzen in gewissen Zeitabständen für jeden geradezu eine Pflicht sein werde. Hinzu kommen ein umfassendes Freizeit= und Wochenendwerk sowie ein Berufserziehungswerk, das die entscheidenden Fragen der beruflichen Fortbildung nach großzügigen Gesichtspunkten regelt. Mit zu den revolutionärsten Maßnahmen der entsprechenden Reichsverordnungen werde eine Reichslohnordnung gehören, die die nach Gefahr, Schwere, Verantwortung und Leistung zu messende Arbeitskraft bewerte. In weitestgehendem Maße solle nach Kriegsende auch die Freizügigkeit des schaffenden Menschen in der Bestimmung über sich selbst und seine Arbeitskraft wiederhergestellt werden. Klein= und Kleinstwohnungen, die die Entwicklung der Familie nur hemmen, werden im zukünftigen Wohnungsprogramm keinen Platz haben. Mindestanforderungen für eine Familie sind unter geordneten Umständen eine große Wohnküche, drei Schlafräume, ein Balkon und eine Duschanlage. Darüber hinaus wird die DAF. innerhalb des ersten Jahrzehntes nach Kriegsschluß für 6,5 Milliarden RM. zusätzliche Sozialleistungen in Form von Erholungsheimen, Hotels, Seebädern, einer KdF.=Flotte durchführen. „Jedem einzelnen von euch“, so schloß Dr. Ley,„soll es nach dem Willen des Führers nach Abschluß dieses Krieges in einem vorbildlich aufgebauten Deutschland besser gehen. Eure tätige und opferbereite Mitarbeit am Siege soll nicht umsonst gewesen sein!“ Zwecklüge Berlin, 4. Nov. Nach einer United=PreßMeldung aus London vom 4. November, die offensichtlich den Zweck verfolgt, Mißstimmung zwischen der deutschen und der italienischen Luftwaffe hervorzurufen, haben deutsche Sturzbomber bei einem Angziff auf einen Geleitzug vor Folkestone ein Schiff in Brand geworfen. ein zweites versenkt und weitere Schiffe beschädigt. Während die deutschen Flieger ihren Angriff trotz heftigsten Flakfeuers durchführten, habe ein iralienisches Geschwader, das an dem Angriff beteiligt gewesen sei, beim Einsetzen des Flakfeuers wieder kehrt gemacht. Rumänische Wirtschaftsprobleme ahmen gegen Sabotage— Einführung von Höchstpreisen Nationierung in Frankreich Bukarest, 4. Nov. Der Ministerrat hat sich in den letzten Tagen wieder mehrfach mit den Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Probleme beschäftigt, die dem neuen rumänischen Regime gestellt sind. So wurden Höchstpreise festgesetzt für die Artikel des täglichen Bedarfes. wie Butter, Käse, Eier, Mehl. Milch, Geflügel, Salz. Kartoffeln, Seife usw. Die Höchstpreise halten sich größtenteils beträchtlich unter den letzten Marktpreisen. Allen, die sich gegen die Verordnungen vergehen, wird Zwangsarbeit von fünf bis fünfundzwanzig Jahren angedroht. Für diejenigen, die gegen Preisverordnungen verstoßen, werden außerdem Konzentrationslager eingerichtet. nützige Maßnahmen noch weiter verschmälern, zum Beispiel durch Warenstapeln, durch Verringern der Kapazität ihrer Unternehmungen durch unbegründete Personalentlassungen. durch Einstellen von Zahlungen. durch Hamstern von Geld usw. Das legionäre Regime versucht gleichzeitig die Löhne mit den in den letzten Monaten sprunghaft gestiegenen Preisen wieder in Einklang zu bringen. Zunächst wurden als Minlich festgesetzt. Gleichzeitig beginnen Maßnahmen für einen langfristigen Aufbauplan der rumänischen Wirtschaft. Außerdem wurden vom Staat über 3000 Waggon Saatgut angekauft und verteilt dann will die Regierung das bisher vollkommen vernachlässigte Fischereiwesen und den Fischverkauf ordnen. Um den Fisch als Volksnayrung in Rumänien einzuführen, beschloß die Regierung den Bau einer großen Zahl von Kühlwagen und die Errichtung neuer Fischkonservenfabriken. Preisfestsetzung für alle Lebensmittel in Frankreich Genf, 4. Nov. Lyoner Zeitungen melden, daß der französische Staatssekretär für die Ernährung erklärte, die Regierung gedenke binnen kurzem eine Reihe von Maßnahmen auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung des Landes und der Organisation der devartementalen Verteilung zu ergreifen. Die hauptsächliche Maßnahme werde zunächst in einer Preisfestsetzung für alle Lebensmittel bestehen nach welcher sich die Höchstpreise auszurichten hätten. Außerdem sollten für die noch nicht rationierten Produkte auch Bezugkarten eingeführt werden. um eine gerechte Verteilung zu sichern. Außerdem sei die Kartoffelrationierung vorgesehen. Wie der britische Luftfahrtminister einer Agenturmeldung aus London zufolge bestätigt, ist Luftmarschall Sir Wilfrid Freeman zum stellvertretenden Chef des Armee=Luftstabes ernannt worden. Er löst damit Luftmarschall Sir Richard Perrse ab, der erst kürzlich auf diesen Posten berufen worden war. Wie Associated Preß aus Manila meldet, wurde die Insel Guam von einem heftigen Sturm heimgesucht, der stellenweise eine Stundengeschwindigkeit von 125 Meilen erreichte. alle Häuser der amerikanischen Marineseien vom Sturm entdacht worden. gebiet gefallenen deutschen Soldaten. Die Hinterbliebenen, die auch an der Enthüllung des Denkmals für die Gefallenen der deutschen Wehrmacht in Podvik in der Orava am 1. November teilnahmen, wurden vom Ministerpräsidenten Dr. Tuka mit der slowakischen Gedenkmedaille ausgezeichnet. Es handelt sich bei dieser Meldung um den keineswegs überraschenden niederträchtigen Versuch der britischen Propaganda, den Wert der italienischen Luftwaffe, die heute mit gleicher Todesverachtung Seite an Seite mit den deutschen Fliegern Vergeltungsangriffe gegen England vorträgt, in den Augen der Welt herabzusetzen. Von zuständiger deutscher Stelle wird festgestellt, daß italienische Flieger an diesem Angriff auf einen britischen Geleitzug vor Folkestone überhaupt nicht beteiligt waren. Mit dieser amtlichen Feststellung ist also einer der zahlreichen von London in die Welt gesetzten Zwecklügen der Boden entzogen worden. Angriffe auch am Montag Eisenbahnunglück infolge„Schienenschadens“ Amsterdam, 4. Nov. Auch am Montag haben, wie das britische Luftfahrtministerium meldet, deutsche Flugzeuge sowohl London als auch die Midlands und Ostengland angegriffen. Wie der englische Nachrichtendienst bekannt gibt, kam es auf der Strecke Padding= ton— Pensanze zu einem folgenschweren Eisenbahnungluck. Ein Expreßzug, der auf dieser Strecke fahrplanmäßig verkehrte, sei unterwegs infolge Schienenschadens verunglückt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen seien 21 Personen getötet und 30 verletzt worden. Von dem Ausmaß der Zerstörungen, die die deutsche Luftwaffe in London angerichtet hat, bekommt man eine Vorstellung, wenn man aus einer Schilderung des„Daily Sketch“ erfährt, daß in nur vier Tagen eine einzige, lediglich 280 Mann umfassende Abteilung der zahlreichen eingesetzten Pionierverbinde rund 82000 Zentner Mauerwerk und über 1000 Zenter Holztrümmer beiseite geschafft hat. Eden beschwatzte Smuts Stockholm, 4. Nov. Aus London wird gemeldet, daß Eden, der sich bereits seit drei Wochen im englisch=ägyptischen Sudan befindet, den ts # den ganzen Tag über Verhandlungen führte. Wie aus Kairo dazu berichtet wird, ist vor allem über die Frage verhandelt worden, auf welche Weise der militärische Einsatz der Südafrikanischen Union zur Verteidigung der bedrohten Stützpunkte ausgebaut werden könne. Eden muß übrigens dem südafrikanischen Ministerpräsidenten das Blaue vom Himmel versprochen haben, denn Smuts hielt bei seiner Rückkehr in die Heimat eine Rede. in der er u. a. sagte, daß eines guten Tages,„wenn erst England den Krieg gewonnen“ habe, die„Vereinigten Staaten von Afrika“ entstehen würden. Gleichzeitig behauptete Emuts, daß nach dem siegreichen Abschluß dieses Krieges„ein gröeres Südafrika“ kommen werde. Smuts gab allerdings über Einzelheiten seiner Erweiterungspläne der Südafrikanischen Union Trügerische Hoffnungen Niedergeschlagenheit und Enttäuschung greifen in der englischen Oeffentlichkeit immer mehr um sich. Allen gegenteiligen Versicherungen Churchills zum Trotz setzt sich auf der Insel langsam aber sicher die Erkenntnis durch, daß der rosarote Optimismus der Plutokratenclique ganz und gar nicht am Platze ist. Haben sich doch alle Hoffnungen und Erwartungen bisher als trügerisch erwiesen. Die„Generäle" Nebel und Sturm, auf deren Hilfe man in London so sehr gebaut hatte, haben, wie alle anderen ähnlichen Bundesgenossen, jämmerlich versagt. Trotz ungünstigster Wetterlage setzt die deutsche Luftwaffe ihre Vergeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt fort. Das Ruinenfeld wächst von Tag zu Tag, und mit steigendem Bangen sieht man in London dem kommenden Winter entgegen. Die krampfhafte Illusionsmache der Churchill und Duff Cooper verfängt nicht mehr, die Wahrheit setzt sich durch, mag die britische Zensur die Berichte der Auslandskorrespondenten noch so sehr beschneiden. Nach außen hin spiegelt sich die zunehmende Nervosität des britischen Volkes vor allem in den verschiedenen Reden und Zuschriften an die Presse wider. Gerade die letzten Tage haben zahlreiche ministerielle Erklärungen gebracht, die sich— und das ist bezeichnend für den englischen Wirrwarr— vielfach glatt widersprachen. Den Auftakt bildete gewissermaßen die Aufsehen erregende Rundfunkansprache des früheren Ersten Lords der britischen Admiralität, Lord Chatfield, der zum ersten Male dem englischen Volke die Wahrheit über Englands Schwäche zur See offenbarte. Dieser militärische Sachverständige, den Churchill im April 1940 wegen seiner freimütigen Kritik von dem Posten des Wehrministers aus dem Kabinett Chamberlain entfernte und selbst aus der Liste der aktiven Großadmirale streichen ließ, äußerte berechtigte Zweifel gegen das Weiterbestehen der britischen Seeherrschaft. Die Sicherung eines einziges Geleitzuges bis zum Kanal stelle, so mußte Chatfield bekennen, geradezu eine Flottenoperation dar, und die deutschen U=Boote machten es der britischen Flotte nahezu unmöglich, den Seeweg von und nach England offenzuhalten. Dieses freimütige Eingeständnis der Ohnmacht der angeblich seebeherrschenden britischen Kriegsflotte hat auf die englische Oeffentlichkeit so niederschmetternd gewirkt, daß Churchill sofort dem gegenwärtigen Lord der britischen Admiralität, Lord Alexander, vorschickte, um den schlechten Eindruck der Erklärungen Ehatfields zu verwischen. Daß ausgerechnet der Zivilist Alexander, der aus dem gewinnreichen britischen Kriegsgeschäft kommt, den FachmannChatfield berichtigen sollte, hat seine besonderen Reize. Tatsächlich hat er sich seiner Aufgabe so entledigt, daß sein Herr und Meister kaum mit ihm zufrieden sein dürfte. Anstatt seinen Vorredner zu widerlegen, bestätigte er geradezu dessen Angaben, indem er ebenfalls zugab, daß die britischen Schiffsverluste in letzter Zeit außerordentlich groß gewesen seien und daß die Verstärkung des deutschen U=Boot=Einsatzes sich für England sehr unangenehm bemerkbar mache. Der aufgenommene Streit sei buchstäblich ein Kampf auf Leben und Tod. Die Wirkung dieser pessimistischen Ausführungen auf das englische Volk kann man sich vorstellen. Wenn es nun auf dem Umweg über das Ausland noch erfährt, daß in den letzten Tagen ganze Geleitzüge durch die deutsche Luftwaffe und Kriegsmarine zersprengt und mehrere hunderttausend Bruttoregistertonnen wertvollen Handelsschiffsraumes versenkt worden sind, dann kann man sich schon denken, wie verheerend diese Hiobsbotschaften auf die Bevölkerung des Inselreiches wirken müssen. In den breitesten Schichten des englischen Volkes fordert man schon eine persönliche Stellungnahme Churchills zu den Erklärungen seines Flottenministers. England hat zu einer optimistischen Auffassung umso weniger Berechtigung, als auch die Gesamtlage des britischen Reiches keineswegs rosig ist. Vor allem hat sich der Versuch durch eine Einbeziehung Griechenlands in den englischen Krieg die Aufmerksamkeit der Achsenmächte von der britischen Schlüsselstellung in Aegypten abzulenken, wieder einmal als Fehlschlag erwiesen. Nach wie vor hält der Druck der Armee des Generals Graziani auf die englische Orientarmee an. Aber auch in Griechenland selbst hat England wieder einmal das Nachsehen. Italien ist den Briten in letzter Minute wieder zuvorgekommen und hat die von den Briten hochtrabend angekündigte„Offensive auf dem Balkan“ schon vereitelt, ehe sie überhaupt in Gang gekommen ist. Also aus hier hat die britische Politik wieder einmal ein Fiasko erlitten. Als einzige Rettung bleibt den Engländern jetzt tatsächlich nur noch„die jüdische Armee“ des übel berüchtigten ehemaligen britischen Kriegsministers Hore Belisha, der gegenwärtig dabei ist, alle Krieger der zwölf Stämme Israels zu sammeln, die angeblich geneigt sind, sich zur Verteidigung des Pfundes auf den Schlachtfeldern hinopfern zu lassen. Nach italienischer Auffassung läßt die Zahl der Krieger Israels die sich bereits anwerben ließen, den Ausdruck einen„Aimee“ allerdings übertrieben erscheinen. Tatsächlich hätten sie nur die Zahl einer Brigade erreicht, aber diese sei von Eden zum Rang einer Armee erhoben worden, um der Eitelkeit Israels zu schmeicheln. Diese jüdische Einheit ist in den Reihen des britischen Heeres vollkommen an ihrem Platze, denn Israel ist in der Tat der große Verbündete Englands, der nach Wegfall anderer Völker sich nun selbst zum Kampf stellen muß. Aber auch diese Helden Israels werden die Niederlage Englands nicht aufhalten können. Wahrscheinlich wird man sie auf dem Schlachtfeld überhaupt nicht zu sehen bekommen. bzw. über die Errichtung der Vereinigten Staaten von Afrika keine Auskunft. Schweres Bootsunglück Kopenhagen, 4. Nov. Auf dem Furefö bei Kopenhagen hat sich am Sonntag ein schweres Bootsunglück zugetragen, bei dem sieben junge Leute im Alter von 16 bis 19 Jahren umgekommen sind. Die vier jungen Männer und drei Mädchen hatten ungeachtet eines schweren Sturmes eine Fahrt über den Furesö in Kanus unternommen, die am Spätabend leer am Ostufer antrieben. Der Umfang des Unglücks wurde erst klar, als sich die Eltern der Vermißten bei der Polizei meldeten. Die Save und ihre Nebenflüsse sind in Kroatien auf weite Strecken über die Ufer getreten. In der Gegend von Karlovac(Karlstadt) mußten mehrere von der Kulpa überschwemmte Dörfer geräumt werden. Nr. 262 Mendener Zeitung Dienstag. den 5. November unserer Heimat Unbestellbar von Zinn RSK. Die beiden Frauen saßen beim gemütlichen Nachmittagskuchen und hatten sich eine Riesenkaffeekanne voll zu erzählen. Seit t einem halben Jahr war Frau Lehmann wieder einmal zu Besuch bei Frau Kunze. Mitten in den aufregendsten Plausch rasselte die Flurgiocke. Der Postbote war's:„Hier haben Sie Ihr Feldpostpäckchen zurück, Frau Kunze. Schlecht verpackt und auch sonst...!“ Als Frau Kunze zu Frau Lehmann ins Zimmer zurückkam, war sie vor Aerger bleich wie eine Porzellankaffeekanne. „Na, das ist aber... Da hört doch alles auf! Einfach zurück! So mir nichts dir nichts! Müßte man sich glatt beschweren!" „Zeigen Sie doch mal das Päckchen her. Frau Kunze!" „Hier bitte! Das soll schlecht verpackt sein? zächerlich!“ „Hm...“— Frau Lehmann drückte den Haumen auf eine Päckchenstelle; er versank wie in einem Daunenkissen—„... das ist ja eine Kreuzung zwischen Kuchenteig und Gummiball, siebe Frau Kunze! So geht das ja nun doch nicht. Hohlräume müssen mit Papier oder Holzwolle ausgefüllt werden. Und hier... Ein Loch! So recht was für Mäuse auf Wohnun suche! Sehen Sie nur den Bindfaden an! Da muß ja immer jemand dabeistehen, um ihn festzuziehen! Wo ist denn die Anschrift? Die schwindsüchtigen Bleistifthieroglnphen hier? Aber Frau Kunze! Ich hätte das hier auf der Rückseite für die Adresse gehalten! Alte Anschriften muß man durchstreichen oder überkleben! Und dann mit Tinte schreiben, frisch und deutlich!" „Mgott... Solche Kleinigkeiten kann doch die Post selbst ausbessern!" „Ach nein, Frau Kunze. Die Post ist doch keine Klinik für schlecht verpackte Päckchen! Die hat genug zu tun! Da muß schon jeder selbst Sorgfalt walten lassen!“ = Braune Glücksmänner zahllen 36 500Reichsmark-Gewinne aus. Bei der zurzeit laufenden Lotterie der Reichsstelle für nationale Arbeit wurden allein von der Verkaufsstelle Bochum 36 500=Reichsmark=Gewinne ausgezahlt, und zwar 21 000 Lose mit einem Gewinn von 1 Mark, 1 800 Lose zu 2 Mark, 100 zu 5 Mark, 350 zu 10 Mark, 19 zu 50 Mark, 12 zu 100 Mark, 8 zu 500 Mark, und ein Los mit einem Gewinn von 1000 Mark gezogen. Diese Zahlen beweisen eindeutig, daß nicht nur Nieten gezogen werden, sondern auch ganz ansehnliche Gewinne. use. Und die Verdunkelung am Morgen..? Eine beherzigenswerte Mahnung an alle Volksgenossen. Mit der an Dauer zunehmenden Verdunklung, die also nicht nur des Abends früher hereinbricht, sondern auch des Morgens noch herrscht, wenn die meisten Menschen mit ihrem Tagewerk beginnen, ergibt sich die Notwendigkeit, auf die strikte Einhaltung der Verdunklungszeiten zu achten. Ueber die des Abends einsetzende Verdunklung braucht heute kaum noch etwas gesagt zu werden, weil sie wohl allenthalben mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt wird, anders ist es dagegen in den Morgenstunden, wenn die Menschen aufstehen und sich zur Arbeit begeben. Zu dieser Tageszeit wird hinsichtlich der Verdunklung noch außerordentsich viel gesündigt und es bedarf in den nächsten Tagen eines energischen Durchgreifens, um hier nicht eine neue Gefahr für die Bevölkerung heraufzubeschwören. Wenn die englischen Flieger auch bisher nur des Nachts gekommen und kaum Anzeichen dafür vorhanden sind, daß sie sich auch bei Tage unserer Wehrmacht zum Kampfe stellen. also Reichsgebiet anzugreifen versuchen, so soll man nicht etwa glauben, daß die Nachtzeit mit den frühen Morgenstunden beendet ist. Im luftschutztechnischen Sinn dauert die Nacht solange, wie es dunkel ist, und solange, wie es dunkel ist. besteht die Möglichkeit feindlicher Bombenabwürfe. Auch morgens ausreichend verdunkeln ist daher notwendig. *— Reifeprüfung für Mädchen. Der Reichserziehungsminister hat eine vorläufige Ordnung der Reifeprüfung an der Oberschule für Mädchen, hauswirtschaftliche Form, erlassen. Die Prüfung zerfällt in schriftliche, praktische und mündliche Prüfung. In der schriftlichen Prüfung werden vier Arbeiten gefordert, ein deutscher Aufsatz, eine Geschichtsarbeit oder eine Arbeit Die große Munitionsschlacht in Menden und in jeder deutschen Stadt ist geschlagen. Auf allen Röcken, an jedem Mantelkragen siecken Torpedos, Bomben, stachelige Minen und die griffigen Handgranaten. Alle Kaliber sind vertreten und jeder hat sich mit Munition noch und noch bestückt. Diese Munition hat sich in Groschen und Marken in den Sammelbüchsen verwandelt. Das Ergebnis war dementsprechend. 26 791,96 Mark sind im Kreis Iserlohn in die Büchsen gewandert— also wirklich eine bombige Sache, 4 580 Tark mehr als im Vorjahre. aus der Erdkunde, eine englische Arbeit und eine Arbeit aus dem naturwissenschaftlich=mathematischen Gebiet, in enger Verbindung mit dem praktischen Frauenschaffen. Die praktische Prüfung umfaßt Handarbeit oder Hauswirtschaft. In der mündlichen Prüfung ist jede Schülerin in einem Gebiet der Fächer des Frauenschaffens zu prüfen. 2.— Weitere 1302 Volkspflege-Medaillen verliehen. In Anerkennung der Verdienste, die sich Volksgenossen und Volksgenossinnen durch eine ehrenamtliche Tätigkeit in der nationalsozialistischen Volkspflege erwerben, hat der Führer die Medaille für Deutsche Volkspflege gestiftet. Bereits im Frühjahr konnte vielen hundert Volksgenossen und Volksgenossinnen im Gau Westfalen=Süd diese ehrenvolle Auszeichnung verliehen werden. Jetzt sind es wiederum 1302, und zwar Amtsleiterinnen, Amtswalter und Amtswalterinnen der NS=Frauenschaft, NSVolkswohlfahrt und der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung. Urkunden und Medaillen stellt dieser Tage das Gaupersonalamt den Kreisleitungen zu. In Feierstunden werden durch die Kreisleiter und in einigen Fällen auch durch die Ortsgruppenleiter die Auszeichnungen überreicht. *— Festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Gestern wurde durch die Kriminalpolizei ein Tscheche, der hier als Zivilarbeifer tätig ist, festgenommen und dem Untersuchungsrichter in Iserlohn vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Festgenommene steht im Verdacht, sich in unsittlicher Weise an Kindern vergangen zu haben. *.— Unterhalb des Hördingerkamps kam in den Abendstunden des Samstags ein junges Mädchen beim Verlassen des Bürgersteigs so unglücklich zu Fall, daß es sich eine schwere Schulterverletzung zuzog. Ein herbei gerufener Arzt leistete die erste Hilfe und veranlaßte die Ueberführung der Verletzten ins Krankenhaus. — Vom Auto angefahren wurde am Sonntagabend oberhalb der Plattenheide ein älterer Mann, der die Straße überqueren wollte. Der Mann hatte das Auto nicht beobachtet und versuchte noch im letzten Augenblick nach rechts aus zuweichen. Er wurde vom Kotflügel des Autos erfaßt und zu Boden geschleudert. Eine recht erhebliche Kopfverletzung war die Folge des UnBei der 50jährigen Jubelfeier des Mendener SGV hielt, wie wir schon gestern berichteten, Studienrat Dortmann die Festansprache, die besondere Auferksamkeit fand. Der Redner schilderte die Zustände in den damckligen Gründungsjahren, die Licht, aber auch viel Schatten zeigten. Die Industriealisierung Deutschlands wies eine glänzende Fassade auf, und nach außen nahm die Machtstellung unseres Vaterlandes ungeahnte Ausmaße an. Aber andererseits erzeugten Landflucht, Zusammenballung in großen Stadtgebilden, ungesunde Wohnverhältnisse usw. eine trübe Atmosphäre, in der die Naturverbundenheit, die Heimatliebe, das Volks= und Brauchtum, die wahre Kunst mehr und mehr verloren gingen. Anstatt sich die notwendige Lebenskraft in. Gottes freier Natur zu holen, zogen wert= und gehaltlose Vergnügungen die arbeitende Bevölkerung in ihren Bann. Es war das Zeitalter der Technisierung, des Liberalismus. Die dadurch entstehende innere Unzufriedenheit der Massen wurde geschickt vom Marxismus geschürt und ausgebeutet, sodaß sich auch ausgedehnte Streiks ereigneten. Wohl suchte die damalige Regierung eine Wandlung in sozialer Hinsicht zu schaffen, aber ohne durchschlagenden Erfolg. Auch sonst spiegelte sich diese ungesunde Entwicklungsstufe vom Agrar= zum Industriestaat wieder. Der Naturalismus riß die Führerschaft an sich, der Baustil wies überladene Geschmacklosigkeiten auf, die Mode war ungesund und geschmacklos, die Leibesübungen wurden recht stiefmütterlich behandelt, die Erziehung zur Naturerkenntnis ließ viel zu wünschen übrig. So war es nicht verwunderlich, wenn die damalige Jugend den Aufenthalt in verqualmten Bierlokalen dem Genuß der unberührten Natur vorzog. Es war eine Abkehr von der Natur auf den verschiedensten Gebieten des Lebens. Da erscholl der Ruf: Zurück zur Natur. Die Wandervereine und Touristenklubs hatten ihn ausgerufen, die sich in den deutschen Mittelgebirgen(Harz, Thüringen, Eifel, Schwarzwald) Von dieser Gesamtsumme entfallen auf Stadt und Amt Menden folgende Anteile: MendenStadt 2851,64 RM., Lendrinasen 611.02 RM., Halingen 93.75 RM., Schwitten 114.81 RM., Bösperde 339.40 RM., Sümmern 180 RM. Mit diesem stolzen Sammelergebnis haben alle Volksgenossen einmal mehr ihren großen Opfersinn und-geist unter Beweis gestellt. Nur so werden wir das plutokratische England in die Knie zwingen. *— Ein Radfahrer kam zu Fall. Auf der Plattenheide kam gestern ein Radfahrer so unglücklich zu Fall, daß er sich einen Armbruch zuzog. Aerztliche Hilfe mußte in Anspruch genommen werden. Das Fahrrad wurde stark beschädigt. Tögede m Sein 75. Lebensjahr vollendet heute der Invalide Peter Sommer, Tannenbergstraße. Der alte Herr verbringt seinen Lebensabend im Hause seiner Tochter. Er erfreut sich noch guter körperlicher und geistiger Frische. Unsern herzlichsten Glückwunsch! m. Von der Gemüseeinkellerung. In diesen Tagen sieht man wieder die Männer mit den Kappus=Schabebrettern von Haus zu Haus ge hen. Mehr denn je wird heutzutage Wert auf die Verwertung dieses so außerordentlich nahrhaften Gemüses gelegt. Gerade in Westfalen wird besonders viel Kappus gegessen. Noch einige Wochen und das fertige Gemüse wird von der Hausfrau zusammen mit Mettwurst und anderen delikaten Dingen auf den Tisch gesetzt. der Der Werler Totf Sechs Jahre Zuchthaus Soest. Nach dreitägiger Verhandlung wur de im Prozeß wegen der Werler Bluttat von der Etrafkammer am Landgericht Arnsberg das Ureil gefällt. Danach ist der Angeklagte Wilhelm Trapp wegen Totschlags zu einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Mit diesem Urteil fand die schwere Bluttat ihre gerecht: Sühne, die sich in der Nacht zum 3. Mai in dem westfätischen Städtchen Wer! ereignete und bei der im Verlaufe einer Auseinandersetzung der Herbert Dreckmann getötet wurde. Kurz vor Mitternacht waren damals mehrere Gruppen junger Männer in Auseinandersetzungen geraten, die sich bald zu Tätlich keiten steigerten. Dabei wurde der Herb. Dreckmann von einem schweren Messerstich in die Herzgegend tödlich getroffen. Als Täter konnte schon am nächsten Tage der 25 Jahre alte Wil helm Trapp aus Werl ermittelt werden, der auch bald ein Geständnis ablegte und sich selbst als den Mörder des Dreckmann bezeichnete. bereits früher gebildet hatten. Da wurde auch unser Sauerland von dieser gesunden Bewegung erfaßt. 1891 schlossen sich die einzelnen örtlichen Vereine zum SGV zusammen, um dem germanischen Wandertrieb und der angeborenen Heimatliebe entsprechend, eine artgemäße Freiseitgestaltung für ihre Volksgenossen zu schaffen. Erfrischt doch der Wandersport für jeden gleich gut geeignet, fast mühelos Körper, Geist und Gemüt. Er schafft sozusagen die Voraussetzung für ein gesundes, lebensbejahendes, arbeitsfrohes Schaffen. So war die Gründung des SGV geradezu eine dringend notwendige Tat. Die Erschlieszung des vor den Toren des Industriegebietes an Ruhr und Niederrhein gelegenen Sauerlandes ermöglicht Tausenden von Erholungssuchenden reinen Naturgenuß. Aber welch eine Unsumme von Kleinarbeit war hiermit verbunden! Die Wanderwege mußten geschaffen und gezeichnet, Hauptwanderstrecken zusammengefügt, Wegeschilder, Bänke und Aussichtstürme aufgestellt werden. Die einheitliche Wegemarkierung wurde durch Robert Kolb eingeführt. So umfaßt das Wegenetz des SGV heute nach Einschluß des landschaftlich reizvollen Bergischen Landes z. Zt. über 30 Hauptwegestrecken. Die gesamte, stets zu überholende Wanderstrecke aneinandergereiht beträgt 15 000 km= Dreiachtel des Erdumfanges! Die Verhandlungen mit den örtlichen Besitzern waren anfangs schwierig. dazu mußten neue Kurorte und Unterkunftsmöglichkeiten für Touristen erstellt bezw. verbessert werden. Daß sich diese Arbeit lohnte, zeigt der überaus ergiebige Fremdenverkehr des Sauerlandes. Aber gerade die Jugend galt es für den Wandergedanken zu gewinnen. Nachdem 1883 zuerst der Verein für Schülerund Studentenherbergen im Sauerland errichter wurde, rief man später allgemeine Jugendherbergen ins Leben. So entstand in Altena auf der Burg die erste Weltjugendherberge, und heute ist das Deutsche Jugendherbergswerk eine gewaltige Organisation, die ihre Entstehung der einsichtsvollen Vorarbeit des SGB verdankt. Auch die naturwissenschaftliche und geschicht liche Erschließung des Sauerlandes, die Herausgabe von heimatkundlichen Wanderführern (Kneebusch), die Abhaltung von Lichtbildvorträgen, die Herausgabe der inhaltreichen Vereinszeitschrift, die Heimatforschung, Naturschutzund Denkmalpflege, all der Gebiete, denen sich der Verein mit liebevoller Sorgfalt widmet. So hat sich der SGV zur Aufgabe gestellt, seinen Mitbürgern den Verstand, die Augen und das Herz für die Geheimnisse der Natur zu öffnen, und ihnen die Heimat näher zu bringen. Er kämpft gegen Materialismus, Entwurzelung, Verflachung, Kastengeist, Griesgrämigkeit, übt eine hohe erzieherische Arbeit aus, fördert Geselligkeit, Frohsinn, Einfachheit. Natürlichkeit. Kameradschaftsgefühl. körverliche Ertüchtigung Gesunderhaltung, Abhärtung usw. Die Gründung des Vereins ist somit geradezu vorahnend Auch vor Gericht gab Tapp zu, den tödlichen Stich geführt zu haben, doch gibt er an, daß Notwehr vorgelegen habe. Das Gericht erkannte dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend, der in seiner Anklagerede betonte, daß der Angeklagte im Affekt gehandelt habe und sich nicht bewußt gewesen sei, daß er die Verdunkelung zu seinem Verbrechen ausnutzte. Wie das Gericht in seiner Urteilsbegründung ausführte, hat sich nicht der Angeklagte, sondern der Getötete in Notwehr befunden, der sich fünf Angreifern gegenübersah Soest. Der braune Glücksmann verdien! seinen Namen. In der jetzt gespielten Lotterie der RSDAP wurden im Gau Westfalen=Stiv wieder zahlreiche größere Gewinne gezogen. Aus allen Kreisen des Gaues gehen Meldungen über 500 und 1000 Reichsmark=Gewinne ein Besonderes Glück wohnt in Soest. Hier wurde dieser Tage bereits der vierte 500 ReichsmarkGewinn gezogen. Gleich zu Beginn des Loseverkaufs fiel auch ein 1000=Reichsmark Gewinn nach Soest. Gelb=blau=gelb— die Fliegerwarnflagge An den Ausfallstraßen der Städte kann man jetzt gelegentlich Fahnen in den Farben gelbblau=gelb mit drei waagerechten Streifen sehen Da Zweifel über die Bedeutung dieser Fahnen laut geworden sind, wird darauf hingewiesen. daß es sich hier um Fliegerwarnflaggen handelt. Sie sollen z. B. von auswärts kommende Kraftfahrer darauf aufmerksam machen: daß sich die Stadt im Zustand des Fliegeralarms befindet. Die Fliegerwarnflagge soll am Tage das akustische Sirenensignal des Fliejeralarms, das Kraftfahrer nur schlecht hören können, ergänzen. Sobald die Fliegerwarnflaggen gesehen werden, sind unverzüglich die bei Fliegeralarm erforderlichen Luftschutzmaßnahmen zu treffen. Der herankommende Kraftfahrer muß also halten, seinen Wagen an einer zulässigen Stelle parken und schnell den nächsten öffentlichen Luftschutzraum aufsuchen. Fliegerwarnflaggen werden an einzelnen Häusern der Ausfallstraßen und an sonstigen verkehrswichtigen Punkten in den Außenstraßenteilen bei Fliegeralarm eingesetzt. Sie sind 1 mal 1.20 Meter groß. Die Breite der beiden äußeren gelben Streifen beträgt je 25 cm, die Breite des mittleren blauen Streifens 50 cm. im jetzigen Zeitgeist geschehen, um die Schaffenskraft, die Veredelung und nicht zuletzt auch die Wehrhaftigkeit unseres Volkes zu fördern. Zum Schluß verglich der Festredner die Mendener Abteilung mit einem Gebirgswanderer, der einen markanten Punkt nach mühsamem Aufstieg erreichte, noch einmal erinnerungsvoll Rückschau hält, um dann mit neuer, freudiger Schaffenskraft weiter gipfelwärts zu steigen, neuen Aufgaben entgegen! Der Vertreter des Hauptvereins, Her Sluet, führte etwa aus: In den 80er Jahren schlossen sich in Arnsberg zahlreiche Wanderfreunde zusammen, um die Wohltaten des Wanderns und die Schönheiten des Sauerlandes auch anderen zugute kommen zu lassen. 1890 rief dann Forftrat Ehmsen zur Gründung von Ortsgruppen auf. Eine der ersten, die dieser Aufforderung folgte, war die Mendener Abteilung des damaligen Sauerländischen Touristenklubs. Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Dies war schon damals der Sinn der Gründung die die Ewigkeitswerte des deutschen Waldes allen erhalten und erschließen wollte. Wenn es noch keinen S6y gäbe, meinte der Redner, so müsse er jetzt gegründet werden. Nach Begrüßung von Herrn Franz Kissing wandte er sich dem anwesenden Jubilar, Herrn Cramer, zu, dem er namens des Vereins als alten Kämpen der herrlichen Wanderbewegung herzlichst dankte für all seine Treue und Arbeit. Als Anerkennung überreichte er ihm im Auftrage des Reichswanderführers den Ehrenbrief des Reichsverbandes deutscher Gebingsund Wandervereine sowie die goldene Vereinsnadel. Den abwesenden Jubilaren wurde die gleiche Ehrung zuteil. Anstelle des leider verhinderten Bezirksfüh rers Herrn Landrat Ebel übermittelte Herr Becker der Jubiläumsabteilung seine besten Glückwünsche und stellte sie als eine der rührigsten Gruppen des Vereins heraus, die ein vorzügliches Ortswegenetz geschaffen habe. Lobend erwähnte er, daß auch der Vogelschutz durch Auf stellung zahlreicher Nistkästen im Abteilungsgebiet sehr gefördert werde. Er versprach das Hexenteichprojekt nach Kräften zu unter tützen. Wie wir schon gestern mitteilten, stelite Na miens der Stadt Herr Beigeordneter Krüper den namhaften Betrag von RM 1000.— für die Instandsetzungsarbeiten am Hexenteich zur Verfügung. Sind es Berge, sind es Wolken, die sich in der Ferne türmen? Ist es Abend, wird es Morgen, in die Ferne laßt uns stürmen! Bei diesem Gedicht Walter Flex', erfaßte wohl manchen im Saale eine mächtige Wandersehnsucht, um im heimatlichen Vergland nochmals einen Fahrtenmorgen zu erleben, wie er in dem darauf vorgetragenen Lied:„Es tagt der Sonne Morgenstrahl“ so trefflich geschildert wird! So klang die in echtem SGV=Geist verkaufene Weihestunde aus. Eine„bombige“ Sache! Die Kampfformationen sammelten 26791,96 RM. im Kreis Iserlohn falls. Lebenskraft aus Gottes freier Natur Die Ziele des 56y„ sus der Festansprache anläßlich der goldenen Jubelfeier der Mendener Abteilung Fußballnachschau Der weitaus größte Teil der für den vergangenen Sonntag angesetzten Meisterschaftsdiele kam nicht zum Austrag. Es herrschte somit allenthalben eine außergewöhnliche Spielruhe. In fast jeder Gruppe oder Staffel dauerte nur ein Spiel über 90 Minuten. So führte in der Unterstaffel Arnsbera nur BfL Schwerte und Arnsberg 09 das Punktespiel durch, das Schwerte mit 5:0 überzeugend gewann. Auch in der Unterstaffel Hagen gab es nur einen Punktekampf zwischen Boelerheide und Herdecke 63. Der Spitzenführer sicherte sich durch einen 2:0=Sieg beide Punkte. In der Siegerländer Staffel kam es in zwei Fällen zu Spielabbrüchen. Die Platzvereine Olpe und Niederschelden lagen bis dahin mit 2:0 in Führung. In den Staffeln 1 und 2 der zweiten Klasse wurde nur das Spiel Rote Erde Iserlohn gegen Landhausen und BfB Grüne gegen TV Oestrich angepfiffen. Während ersteres bei 3:0 für Iserlohn abgebrochen wurde, siegten die Oestricher hoch mit 1:13. 1. Klasse, Unterstaffet Arnsberg BfL Schwerte— Arnsberg 69 5:0(1:0) Nach dem knappen Sieg über Neheim 08 und dem Unentschieden gegen Hüsten 09, hatte man den Arnsbergern im sonntäglichen Punktekampf gegen BfL Schwerte doch etwas mehr zugetraut. In der ersten Hälfte leisteten sie noch einigermaßen Widerstand, denn bis dahin stand die Partie erst 1:0. Nach der Pause aber setzte sich das bessere Stürmerspiel des Platzvereins mehr und mehr durch. Mit 4 weiteren Toren Germanis Boelerheide— Herdecke 63 0:2(0:2) Der Spitzenreiter der Unterstaffel Hagen setzte auch am Sonntag seinen Siegeszug fort und schlug die Germanen auf eigenem Platze mit 0:2. Das Ergebnis stand bereits bei dem Seitenwechsel fest. Die Germanen, die starke Aufstellungssorgen haben, waren dem Gast nicht gewachsen. Das Spiel der Hintermannschaft ging noch einigermaßen an, dagegen versagten die Stürmer vollkommen. Mit diesem neuen Sieg haben die jungen Herdecker ihre führende Stellung weiterhin befestigt, da sie mit 11:1 Punkte eine klare Führung haben TSG Herdecke Tus Schwelm 95 RSV Lüdenscheid Tus Milspe TRV Hagen 72 FC Schwelm 06 Germ. Boelerheide Siegerländer Staffel Niederschelden— Klafeld 2:0 abgebr. SpPag Olve— BfR Siegen 2:0 abgebr. Der Tabellenletzte. Tus Niederschelden, hattam Sonntag einen auten Start erwischt. Ebe sich die Klafelder mal richtig gefunden hatten, lagen sie mit 2:0 im Rückstand. Das Spiel wurde jedoch noch vor der Pause abgebrochen, so daß die Gäste diesesmal noch ohne Punktverlust davon kamen. Einen weiteren Spielabbruch gab es im Punktekampf in Olpe. Auch hier lag der Gastaeber bereits mit 2:0 in Führung, so daß das Spiel wiederholt werden muß. Bei ordnungsmäßiger Durchführung wäre den Siegenern eine Niederlage nicht erspart geblieben, da sie gegen die stabile Hintermannschaft nicht ankamen. Jugend und Krankheit an das Verautwortungsbewußtsein der Eltern Eigentlicher Nutznießer jeder großen zeitgeschichtlichen Entscheidung ist meist nicht so sehr die Generation, die sie herbeigeführt hat, als die ihr folgenden. Auch die Jugend unserer Zeit dürfte erst recht die Früchte ernten, die aus der gewaltigen kriegerischen Auseinandersetzung ersprießen werden. In diesem Sinne könnte man fast den Begriff Zukunft, der in den Reden der Staatsmänner so oft wiederkehrt, durch das Wort der Jugend und zwar in seiner weitesten Ausdeutung als Bezeichnung für die nachfolgenden Generationen ersetzen. Falsch aber handelt das Volk, das zwar um seine Zukunft eine Entscheidung wie die unserer Zeit herbeiführt, dabei aber vernachlässigen würde, seine Jugend für den Genuß des Erreichten und die Bewältigung der ihr harrenden Aufgaben gesundheitlich stark zu erhalten. Wie oft ist in der Geschichte der Leidtragende eines Krieges auch die heranwachsende Generation gewesen, die zwar nicht aus dem Schlachtfeld verblutete, aber durch Hunger und Entbehrung in ihrer Lebenskraft zutiefst geschwächt aus dem Kriegsgeschehen hervorging. Welche Wunde damit einem Volk geschlagen werden kann, haben wir 1914—1918 erlebt, und unsere Feinde hatten uns ja auch in diesem Kriege wieder dieselbe tödliche Wunde schlagen wollen. Unsere zukunftsbewußte Staatsführung hat diesen Plan zum völligen Scheitern gebracht! Unsere Jugend geht aus diesem Kriege in einer gesundheitlichen Verfassung hervor, wie noch nie zuvor. Ernährungswirtschaftlichen aßnahmen ist das nicht allein zu danken, sondern nicht minder der Aktivität der Volksgesundheitsführung. Daß z. B. noch während der Kriegsereignisse Pläne von so gigantischen Ausmaßen durchgehrt wurden, wie die Vigantol=Aktion gegen die Rachitis der Säuglinge, steht einzigartig da. Nicht minder bedeutungsvoll wird sich die Schutzempfing gegen die Dihptherie auswirken, eine Maßnahme, die staatlich empfohlen und deren Segen von immer mehr Eltern ihren Kindern vermittelt wird. Der Wert dieser Schutzimpfung ist wiederholt in Presse. Funk und Film erörtert worden, so daß man Rückschlüsse auf das Verantwortungsbewußtsein der Eltern sowohl gegenüber ihrem Kind, als auch gegenüber der Volksgesundheit überhaupt zu ziehen geneigt ist, die sich immer noch einer besseren Einsicht verschließen. Hier soll einmal kurz dargestellt werden, wie man überhaupt zu einer Schutzimpfung gegen die Diphtherie gerommen ist. Daß diese Krankheit unter den gesundheitlichen Schäden für das Kind mit an erster Stelle steht, bedarf keiner bsonders eingehenden Erörterung. Auch jetzt ist sie eine Gefahr, obwohl die heutigen Erkrantungs= und Sterblichkeitsziffern in keinem Verhältnis mehr stehen zu denen vor noch etwa 50 Jahren. Damals starben allein in Deutschland jährlich bis zu 50000 Kinder an der Seuche. Welch ein Leid sich hinter dieser Zahl verbirgt, kann nut der ermessen, der einmal ein Kind mit dem Erstickungstod hat ringen sehen. Bevölkerungspölitisch war der Aderlaß am Volks leben unüversehbar. Emil von Behring, der„Retter der Kinder“, hat diesem Massensterben durch die Erfindung seines Diptherieserums Einhalt geboten. Auch noch in einem anderen Sinne hat dieser Mann den Ehrentitel verdient. Er war im tiefsten Wesen Arzt, auch wenn er sich im Laboratorium oder bei den serumspendenden Pferden in seinem Marburger Werk aufhielt. Aber wie jeder Arzt, so sah auch er seine Aufgabe nicht darin erfüllt, Krankheiten zu heilen. er wollte sie verhüten. Noch mehr: dieser Mann hatte sich zum Ziele gesetzt, die Diphtherie auszurotten. Es erjaßt uns heute ein Gefühl ehrfürchtiger Hochachtung wenn wir nachlesen, wie der fast 60jährige am 18. April 1913 in Wiesbaden vor den Kongreß für Innere Medizin trat und darauf hinwies, daß allein mit der Schließung von Schulen, Desinfektion, Patientisolierung und allen möglichen anderen sanitätspolitischen Maßnahmen gegen die Diphtherie„kaum ein merklicher, geschweige denn ein durchgreifender Erfolg" erzielt werde. Er erwartet Verständnie für den Eifer,„wie ich meine in Tierversuchen gründlich erprobte Schutzimpfung mit aller Vorsicht, aber auch mit aller Energie und Konsequenz in die menschenärztliche Praxis einzu führen bemüht bin". Wie ein siegreicher Feldherr trat der Forsche: vom Vortragspult. Seine Hörer waren ergriffen; waen es doch ausnahmslos Aerzte, die, wie er, die Schrecken der Diphtherie fast täglich erleben mußetn Der Weltkrieg störte die meiteren Prüfungsarbeiten. Nur noch wenisse Zeit konnte der Forscher im Laboratorium verbringen. Er hielt sich fast nur noch in den einzelnen Betrieben seiner„Behringwerke“ auf, um die Herstellung von Starrkrampsserum für die Soldaten zu überwachen und zu steigern Bald aber nahm er die Arbeiten wieder auf. Bis zu seinem Tode im März 1917 hat Behring unermüdlich geschafft. Zwar war ihm nicht mehr das Erlebnis seines höchsten Idealzieles, die Ausrottung der Diphtherie, vergönnt. aber er starb in dem sicheren Bewußtsein den richtigen Weg gewiesen zu haben. Seine Nachfolger konnten den Diphtherie=Schutzimpfstoff immer mehr vervollkommnen, und die Menschen unserer Tage erleben es, daß die Seuche, wenn sie mit Behrings Waffen richtig bekämpft wird, mehr und mehr eingedämmt wird. Hier und da mag die Diphtherie gelegentlich stärker aufflackern, die Jugend des 20. Jahrhunderts kann zuverlässig gegen sie geschützt werden. Ueberall da, wo die Schutzimpfung rechtzeitig durchgeführt wurde, ist sie bereits gegen ihren schlimmsten Feind wirkungsvoll ge2. Klasse, Staffel 1 Rote Erde Iserlohn— Landhausen 3:0 abgebr. Daß die Landhauser in Iserlohn keine allzu große Chance hatten, war vorauszusehen. Nach einem unwiderstehlichen Ansturm lagen die Platzherren schon bald mit 3:0 in Führung. Bis dahin hatten die Landhauser noch nicht allzu viel zu bestellen. Eine noch höhere Niederlage der Landhauser wäre unvermeidlich gewesen, wenn das Treffen nicht vor der regulären Spielzeit vom Unparteiischen abgebrochen worden wäre. 2. Klasse, Staffel 2 BfB Grüne— TB Oestrich 1:13 Der BfB Grüne ließ sich vom D Oestrich mit einer zweistelligen Niederlage hereinlegen, die allgemein Ueberraschung auslöste. Der Gastverein stellte sich in einer blendenden Verfassung vor. In besonders guter Schußlaune befanden sich die Stürmer, die nicht weniger als 13 Treffer anbrachten. Der Grüner Angriff dagegen erzielte nur den Ehrentreffer. Die hobe Niederlage ist auf das mehr als schwache Spiel der Hintermannschaft zurückzuführen. Verantwortlich: Hauptschriftleiter Erich Schmidt z. It. im Felde. Vertretung; Schriftleiterin Helma von Rauchenbichler Menden; für Anzeigen: Helma von Rauchendichler. Druck und Verlag Verlags getellschaft v Rauchendichler. Menden. 3. R. ist An eigenp eisliste 6 ault'3. Agelander siegt doch! Abenteuerlicher Roman von Heinrich Lang „Sie werden nicht ewig hier auf diesem Gutshof sitzen", tröstete Artur. Aber Manja seufzte.„Was will es bedeuten, wenn ich im Winter mal ein paar Tage nach Kowno fahre oder wenn es hochkommt zu Verwandten meines— Vaters nach Warschau. Zu Leuten, die mir fremd bleiben werden mein Leben lang! Wissen Sie, daß ich meiner Mutter bisweilen Vorwürse mache, daß sie mich in diese fremde Welt verpflanzte?“ „Vielleicht— wird es nur ein kleiner Abchnitt Ihres Lebens sein, Manja, den Sie ier verbringen!“ sagte Artur. Aber je länger die leise, zarte Stimme an sein Ohr drang, desto weicher wurde es ihm ums Herz. Und noch immer hielt er Manjas Hand in der seinen. „Für mich waren die Stunden hier keine janz verlorenen!“ sagte er nach einer Pause. „Ich werde Sie nicht vergessen, Manja!“ Die Augen des Mädchens schlugen sich zu hm auf.„Ist das wahr, Herr Lißfeldt?“ „Glauben Sie mir nicht?“ „Ich möchte Ihnen gerne glauben!“ Und plötzlich geschah es, daß Arturs Arme die schmalen Mädchenschultern umspannten. Manjas Kovf neigte sich zurück. In einem langen Kusse verschmolzen ihre Lippen mit denen des Mannes. Dann machte sie sich wieder frei. Ihre Wangen waren gerötet. Sie schaute unsicher au Artur vorbei. „Wann— werden iSe fahren?“ „Sobald ich einen Wagen habe. Manja!“ erwiderte Artur, wie aus einem Traum erwachend. „Das wird nicht vor Abend sein können“, erwiderte die Gutstochter.„Alle unsere Fahrzeuge sind draußen unterwegs!“ „Ich werde warten“, sagte Artur. Von irgendwo ertönte eine Stimme.„Manja!“ Es war Frau Tarowska die nach ihrer Tochter rief. Artur Lißfeldt war plötzlich allein. Mücken summten. Die Sonne wanderte nach Westen Und hoch am Himmel kreisten die Bussarde. * „Was hast du. Tammekann?“ fragte Manja Tarowska, die im Hofe stand und ihre Truthühner fütterte. oist ja so seltsam.“ Der litauische Bauernknecht grinste verlegen. Er hatte seinen schmutzigen Hut in der Hand und drehte ihn aufgeregt.„Es ist etwas, Fräulein Tarowska! Es ist da etwas nicht ganz im reinen!" „Nicht im reinen? So sprich doch!“ drängte Mania, die Schürze mit den Maiskörnern dem gesiederten Völkchen zu ihren Füßen ausschüttend. „Es sind— Leute dort drüben im Wald.— Leute, die nicht gesehen werden wollen!“ erzählte jetzt der Knecht.„Ich habe sie aber doch gesehen,— und ich weiß auch, warum sie da sind! Wegen der Flugmaschine sind sie da, die bei uns gelandet ist!“ „Leute— wegen des Flugzeugs?= Manze spürte, wie ihr jäher Schrecken um das Herz griff.„Wie kommst du darauf, Tammekann?“ „Weil ich Russisch verstehe,— und weil ich den zwei Männern heimlich zugehört habe dort drüben in den Wacholderbüschen. Sie sind gekommen, um zu sehen, was die Deutschen mit der Maschine machen.“ „Wirst du sie mir zeigen, diese Manner?“ fragte Manja, plötzlich entschlossen. „Gewiß! Sie sind nicht schwer zu finden!“ lächelte Tammekann. „Dann führe mich hin!" rief Manja und warf ihre Schürze von sich. Sie ging mit dem Knecht um das hölzerne Gutshaus und an der „Riege" vorbei dem Walde zu. Wie sie gerade ging und stand, machte sie sich auf den Weg — nur ein Körbchen hatte sie rasch an den Arm gehängt, als ginge sie zur Beerensuche. Am Waldrand blieb der Litauer stehen. „Sehen Sie dort drüben die drei jungen Birken dicht beieinander, Fräulein Tarowska?— Gut! Dort sitzen die beiden. Haben Sie keine Furcht, Fräulein Tarowfka?" „Nicht ein bißchen! Kannst ruhig wieder au die Arbeit gehen, Tammekann!“" Manja lachte sogar. Ihre dunklen Augen blitzten von einer beinahe kriegerischen Entschlossenheit. Dann ließ sie den Knecht stehen und schritt voran. Heidekraut wucherte am Schneisenrand. Wacholderbüsche dehnten sich weit hin. Und die jungen Birkenstämmchen leuchteten weiß. Wie von ungefähr pirschte sich Manja an ihr Ziel heran. Bald hatte sie erspäht, was sie suchte. Der Knecht hatte nicht geflunkert. Dort unter den Birken lagen in der Tat zwei Männer. Manja sah den Rauch ihrer Zigaretten steigen. Langsam näherte sie sich, als sei sie mit dem Suchen von Beeren beschäftigt. Und dann tat sie sehr erschrocken, als sie plötzlich auf etwa fünfzehn Schritt die Fremden erblickte. Es waren zwei städtisch gekleidete Männer, die sichtlich betroffen waren, als sie sich entdeckt sahen. Aber dann hörte Manja sich angerufen. „Guten Tag, gnädiges Fräulein!“ Das war es, auf was Manja gewartet hatte. Sie heuchelte ein unschlüssiges Lächeln und blieb stehen. Der Rufende hatte sich der russischen Sprache bedient. Manja hatte sehr wohl verstanden. Aber sie hob dennoch fragend die Schultern, um zu bedeutend, daß ihr die Sprache fremd sei. Jetzt erhob sich drüben unter den Birken der eine der beiden Männer, ein großer Kerl mit geschlitzten Asiatenaugen, die über hart hervorstebenden Backenknochen funkelten. Er kam beran... Forts. folgt. +- Heue enschief nach schwerer Krankheit unser liebes, kleines Söhnchen und Brüderchen, unser Enkel, Neffe und Vetter Günther=Ludwig im zarten Alter von 4 Monaten. In tiefer Trauer: Jamilie Heinr. Strohmann und Angehörige. Menden, z. Zt. Wehrmacht, den 3. November 1940. Die Beerdigung findet Donnerstag nachm. 14,30 Uhr vom Trauerhause, Iserlohner Landstraße 37 aus statt. 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