Gegründet 1860 80. Jahrgang Westfälischer Telegraph Mendenerseinst Nachrichten Erscheint läglich morgens mit Ausnahme der Seun- und Veiertege.— Beietionsbruck und Verlag: Verlagogesellschafl v. Nauchendichler, Menden.— Geschäftostelle: Einzige in Menden Blatt Lendringser Zeitung gedruckte Zeitung Zeitung Bei Eintritt höherer Gewan, Bepier= und Strommangel besieht bein Anspruch auf Vieferung der Zeitung oder nachtablung des Bezugspretses. Anzeigenpreife laut unoner Preisliste Nr. 6 vom 1. Jali 1919, duren Pzstustungen, füir alle Arzuigenansträge getten.— Beilagen werden Nr. 117 Montag, den 20. Mai 1940 Jahrgang 1940 Euven und Malmedy wieder Bestandteile des Deutschen Reiches Verfolgung des Feindes auf der Gesamtfront 110 000 Gefangene ohne die holländische Armee Jahlreiche Geschütze erbeutet] St. Quentin und Le Cateau in deutscher Hand Die Schelde westlich Antwerpen überschritten Starkes Panzerwerk nordwestlich Montmedy genommen Transporter versenkt 147 Feindflieger vernichtet Führerhauptquartier, 1d. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nach der Beseitigung des letzten Widerstandes auf der Insel Walcheren ist ganz Holand mit sämtlichen Inseln in deutscher Hand. In Nord=Belaien drängen unre Truppen nach der schon durch Sondermeldung bekanntgegebenen Einnabme von Antwerven den hinhaltend kämpfenden Feind immer weiter nach Westen zurück. estlich Antwerpen wurde die Schelde überschritten, westlich Brüssel der Abschnitt der Deubre erreicht. Zwischen Maubeuge und La Fere wird der Angriff fortgesetzt. Sambre und Oife sind überschritten. Le Cateau und St. Quentin in deutscher Hand. Auf dem Südflügel erreichten wir mit starken Kräften die Gegend nördlich von Laon und die Aisne bei Rethel. Bei den Kämpfen nordwestlich Montmedy ist in der Maginot=Linie das starke Pauzerwerk 505 genommen worden. Hierbei hat sich der Oberleutnant eines Pionier= bataillons Germer besonders ausgezeichnet. Die Gefangenen= und Beutezahlen steigen. Bis jetzt wurden 110 000 Gefangene ohne die holländische Armee und zahlreiche Geschütze bis zu 28 Zentimeter Kaliber gezählt. Die Luftwaffe unterstützte wirksam das Vorgehen des Heeres. Ihr Schwergewicht lag weiterhin auf den rückwärtigen Verbindungen, Verkehrsanlagen und Rückzugswegen des Feindes. Bombenwurf auf mehrere Flugplätze- zerstörte Hallen, Werften und am Boden stehende Flugzeuge. Vor der französisch=belgischen Küste wurde ein Handelsschiff von 6000 To. durch Bombentröer versenkt und ein Zerstörer schwer Die Verluße des Feindes betrugen 147 Flugzeuge, biervon sind 47 im Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört worden. 27 eigene Flugzeuge werden vermißt. In Norwegen steht die Gruppe Narvik, unterstützt durch die Luftwaffe, noch immer in schwerem Abwehrkampf. Ein Handelsschiff von 1500 To. und ein Transporter von 6000 To. wurden hier versenkt, ein feindliches Flugboot im Luftkampf abgeschossen. Feindliche Flugzeuge griffen wiederum verschiedene Städte im norddeutschen Kustengebiet und in Westdeutschland mit Bomben an. Militärische Ziele wurden nicht getroffen. Am Samstag gab das OKW folgenden Heeresbericht: Führerhauptauartier, 18 Mai. Das erkomman do der Wehrmacht gibt bekannt: e t. zeeländischen Inseln rasche Fortschritte. Nur östlich Blissingen auf der Insel Walcheren wurde gestern noch gekämpft. Der olländische Kommandant hat nunmehr die apitulation angebeten. Auf den Inseln Schouwen und Süd=Beveland wurden über 2000 Holländer und Franzosen gesangen. Teile der holländischen Kriegsmarine, so weit sie in den Häfen lagen, wurden in Besitz genommen, ebenso die holländischen Küstenbatterien besetzt. In Nordbelgien gelang es an zwei Stellen, in den äußeren Gürtel der Festung Antwerpen einzubrechen. Wie gestern schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurden Mecheln und Löwen in hartem Kampf genommen, Brüssel dagegen kampflos durch den Oberbürgermeister unseren einrückenden Truppen übergeben. Der aus der Dyle= Stellung zurückgebende Feind wird verfolgt. Südlich von Maubeuge durchstießen deutsche Panzerkorps die französischen Grenzbefestigungen, zerschlugen zwei feindliche Divisionen und verfolgten den weichen den Feind über die obere Sambre weiter südlich bis an die obere Oise. Infanterie=Divisionen„folgen in gewaltigen Märschen dichtauf. Zahlreiche Gekangene der zerschlagenen französischen Truppen und große Beute wurden eingebracht. Auch süblich Sedan gewannen wir nach Siegen Raum. Die Luftwaske griff hauptsächlich die ruckwärtigen Verbindungen und die mit dichten Kolonnen belegten Rückzugsstraken des Feindes in Belgien und Frankrich an. Unter der Wirkung dieser Angriffe ging der Feind an verschiedenen Stellen fluchtartig zurück. Richt als Feindesland angesehen Eupen und Malmedy innerlich stets mit Deutschland verbunden Berlin, 19. Mai. Der Führer hat am 18. Mai 1940 den nachstehenden Erlaß vollzogen: Erlaß des Führers und Reichskanzlers über die Wiedervereinigung der Gebiete von Eupen, Malmedy und Moresnet mit dem Deutschen Reich vom 18. Mai 1940. Die durch das Versailler Diktat vom Deutschen Reich abgetrennten und Belgien einverleibten Gebiete sind wieder in deutschem Besitz. Innerlich sind sie Deutschland stets verbunden geblieben. Sie sollen daher auch nicht vorübergehend als besetztes Feindesland angesehen und behandelt werden. Ich bestimme daher schon jetzt: Die durch das Versailler Diktat vom Deutschen Reich abgetrennten Gebiete von Eupen, Malmedy und Moresnet sind wieder Bestandteil des Deutschen Reiches. „ II. Die genannten Gebiete werden der Rbeinprovinz(Regierungsbezirk Aachen) zugeteilt. III. Bestimmungen über die Ausführung dieses Erlasses behalte ich mir vor. Führerhauptauartier, den 18. Mai 1940. Der Führer und Reichskanzler. (gez.) Adolf Hitler. Der Vorsitzende des Ministerrates für die Reichsverteidigung. (gez.) Göring, Generalfeldmarschall. Der Reichsminister des Auswärtigen. (gez.), von Ribbentrop. Der Reichsminister des Innern. (gez. Frick.) Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei. (gez.) Dr. Lammers. für Holland Dr. Seyß=Inquart übt die oberste Regierungsgewalt aus Berlin, 19. Mai. Um die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben in den unter dem Schutz der deutschen Truppen stehenden niederländischen Gebieten sicherzustellen, hat der Führer den Reichsminister Dr. SepßInquart zum Reichskommissar für besetzten niederländischen Gebiete bestellt. Der Reichskommissar übt im zivilen Bereich die oberste Regierungsgewalt aus und untersteht dem Führer unmittelbar. Er kann sich zur Durchführung seiner Anordnungen und zur Ausübung der Verwaltung der niederländischen Behörden bedienen. Die militärischen Hoheitsrechte werden von dem deutschen Wehrmachtsbefehlshaber in den Niederlanden ausgeübt, der ebenso wie die Unterbefehlshaber der Wehrmachtsteile das Recht hat, die Maßnahmen anzuordnen, die zur Durchführung seines militärischen Auftrages und zur militärischen Sicherung notwendig sind. Das in den Niederlanden bestehende Recht bleibt in Kraft, soweit es mit der Besetzung vereinbar ist. 15 Bei der bewaffneten Aufklärung an der niederländisch=belgischen Küste gelang es, einen feindlichen Zerstörer zu versenken. Im Seegebiet von Narvik wurden feindliche„Auslatungen bekämpft und je ein schwerer Trefser auf einem Schweren Kreuzer und auf einem großen Transporter erzielt. Der Gegner verlor im Laufe des Tages 108 Flugzeuge, davon 5s im Luftkampf, 11 durch latartillerie, der Rest wurde am Boden zer. 26 eigene Flugzeuge werden vermißt eindliche Luftangriffe richteten sich gegen verschiedene Städte im norddeutschen Küstengeviet, insbesondere Hamburg und Bremen, und in Westdeutschlanb. Wie in allen bisherigen Fällen wurden, abgesehen von einer Kaserne, ausschließlich nichtmilitärische Ziele planlos angegriffen. Dies stellt das deutsche Oberkommando der Wehrmacht im Hinblick auf die sich daraus ergebenden Folgerungen ausdrück. lich fest. Einheiten der deutschen Kriegsmarine haben vor südafrikanischen Häfen, die seindlichen Seestreitkräften als Stützpunkte dienen, Minen gelegt. Panzerangriff abgewehrt Flakartillerie vernichtete allein 20 Panzerwagen Berlin, 19. Mai. Südwestlich Brüssel wurde am Abend des 18. 5. ein Angriff. feindlicher Panzerwagen abgewiesen. Im Erdkampf eingesetzte Flakartillerie vernichtete hierbei in direktem Schuß allein 20 Panzerwagen. In einem Havas=Bericht über den Einsatz eines englischen Luftgeschwaders, das die französischen Truppen unterstützen sollte, heißt es lakonisch: Das Geschwader stieß auf starken Widerstand, und elf britische Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Alfieri beim Führer Berlin, 19. Mai. Der Führer hat das Beglaubigungsschreiben des königlich italienischen Botschafters Dino Alfieri am 1d. Mai 1940 im Führerhauptquartier entgegengenommen. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing am Samstag den neuernannten Königlich=Italienischen Botschafter Dino Alfieri. Im Anschluß an den Besuch sand ein Frühstück im kleinen Kreis beim Reichsaußenminister statt. Paris:„Zone der Armeen“ Genf, 19. Mai. Im amtlichen französischen Gesetzblatt ist ein Dekret erschienen, demzufolge die Militärregion von Paris als zur sogenannten„Zone der Armeen“ gehörend erklärt wird.— Diese Zone erstreckte sich bisher lediglich längs der Ostgrenze als breiter Gürtel von Norden nach Süden. Die Einbeziehung des Militärgebietes von Paris in diese Heereszone, die unter einem viel schärferen Verwaltungsregime steht als das übrige Gebiet Frankreichs wird in französischen zuständigen Kreisen mit der Entwicklung der gegenwärtigen militärischen Operationen begründet. : J a P a r i s w u r d e n w e i t e r e m i l i t ä r i s c h e M a ß nahmen zur Sicherung der Hauptstadt getroffen. Die amtlichen Gebäude wurden unter scharfe Bewachung gestellt. Die nach Norden führenden Straßen sind für den Zivilverkehr gesperrt worden. Autobusse und jetzt auch die Taxen sind plötzlich aus dem Stadtbild verschwunden. Die„Prawda“ veröffentlicht in großer Aufmachung den Heeresbericht des deutschen Oberkommandos der Wehrmacht und die Meldung über die Besetzung Antwerpens, wie überhaupt die Nachrichten vom siegreichen Vormarsch der Deutschen im Westen mit lebhaftem Interesse verzeichnet werden. Eine Woche Vormarsch Vor einer Woche wurde ein neues Kapitel Weltgeschichte begonnen. Geschrieben wird dieses Kapitel von den deutschen Soldaten, die unter ihrem Führer und Obersten Befehlshaber in einer Woche folgendes vollbracht haben: Luxembura wurde an einem einzigen Tage durchschritten und in Schutz genommen, Holland wurde in fünf Tagen überrannt. so daß der heftige, von vornherein jedoch völlig finnlose Widerstand aufgegeben werden mußte. In Belgien fiel eine schwer befestigte Grenzstellung nach der anderen, bis die Dyle=Linie, auf die nicht nur die Belgier, sondern auch die Westmächte die größten Hoffnungen gesetzt hatten, völlig zusammenbrach. Der Fall von Mecheln und Löwen besiegelt dieses Schicksal. Frankreich, das schon durch die Niederlagen in Belgien schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, vor allem durch die Erkenntnis, daß auch die deutschen Panzer heute den französischen überlegen sind, erlitt einen gefährlichen Schlag dadurch, daß die Maginot= Linie in breitester Front durchbrochen wurde. Auch der Glaube, daß dieses Befestigungswerk uneinnehmbar sei. ist durch die Besetzung eines Panzerwerks gründlich zerstört. Die Folgen dieses Einbruchs in die französischen Stellungen sind noch nicht abzuseben. Noch sind die Kämpfe im Gange. Die sich zurückziehenden Franzosen werden scharf verfolgt. An allen Erfolgen hat die deutsche Luftwaffe einen hohen, wenn nicht entscheidenden Anteil. Ueberall, wo sie auftrat, war sie der gegnerischen weit überlegen. Mehr als 1500 feindliche Flugzeuge wurden vernichtet, Flugplätze. Bahnanlagen und Straßen wurden zerstört. Marschkolonnen und Truppentransporte zersprengt und vor allem auch feindliche Seestreitkräfte vernichtet oder mindestens für lange Zeit kampfuntauglich gemacht. Dadurch erlitt auch die Flotte Englands schwere Verluste, das mit Schrecken sieht, wie der Krieg immer näher vor seinen Toren ausgetragen wird. Der Einmarsch der deutschen Truppen in Brüssel und Antwerpen, die Eroberung von Le Cateau und St. Quentin— dem Weltkriegsteilnehmer vertraute Namen— krönt diese Erfolge einer einzigen Woche des Kampfes, allerdings härtesten Kampfes. Und dabei ist alles noch im Fluß. Nach dem Durchbruch durch die Befestigungslinien ist das deutsche Heer tief nach Frankreich hinein vorgestoßen. Oise und Sambre sind bereits überschritten. Infanterie, motorisierte Kräfte und Flieger bleiben dem Gegner auf den Fersen. Das Schicksal Belgiens ist so gut wie besiegelt. Frankreich erkennt, daß es selbst das nächste Opfer Englands zu werden droht und England spürt, wie es immer stärker in den Kampf hineingezogen wird, den es wohl angezettelt hat, den es aber nicht ausfechten wollte. Es weiß nur zu gut, daß seine Inseln heute kein unzugänglicher Zufluchtsort mehr sind, und es spürt auch die Wunden, die Deutschland den Fängen. mit denen das britische Weltreich zusammengehalten wird, zufügt. indem jetzt sogar vor Kapstadt deutsche Minen gelegt wurden Die Ereignisse überstürzen sich. Atemlos verfolgt die Welt den deutschen Vormarsch. Wir halten an uns, um nicht aufzujubeln. Wir wissen, daß dazu erst Zeit ist, wenn die Entscheidung gefallen ist. Bis dahin bedarf es aller Anstrengungen und Opfer. die wir freiwillig auf uns neymen weil wir wissen, wofür wir das tun. In Birmingham traf der erste Verwundetenzug aus Frankreich ein Durch eine Sprengung dei Brücke der Bahnüberführung St. Louis—Basel durch die Franzosen ist der direkte Zugverkehr zwischen Frankreich und der Schweiz über Basel unterbrochen. Bis in die letzten 2 Tage sind auf dieser Linie noch Güterzüge in Basel eingetroffen. Es sind noch weitere Eisenbahnbrücken in St. Louis in die Luft gesprengt worden. Associated Preß berichtet aus Regina in Saskatchewan, daß zum zweiten Male innerhalb von 24 Stunden Polizei mit kangdischem Militär und Zivilisten zusammenstieß die in lärmender Demonstration Fensterscheiben und Einrichtungen mehrerer Gebäude zertrümmerten. Lügen in Neuauflage Genau in dem Augenblick, in dem die deutsche Wehrmacht in einem phantastischen Vormarsch durch Holland und Belgien die erste große Entscheidungsschlacht gegen die Westmächte selbst siegreich vorträgt, greifen England und Frankreich in der Erkenntnis ihrer militärischen Unterlegenheit gegenüber der Präzision der deutschen Hreresoperationen zu ihrer aus dem Weltkriege bekannten und damals leider sehr bewährten vierten Waffe: der Greuelpropajanda. Mit zynischer Offenheit haben die Briten selbst nach dem Weltkriege sich uber das System ihrer Lügenpropaganda verbreitet. So schrieb im Jahre 1928 das englische Unterhausmitglied Arthur Ponsonby ein Buch mit dem bezeichnenden Titel„Fälschungen im Kriege“. Ponsonby gesteht hier ganz ungeniert eine Serie der dicksten Greuelmärchen ein, die sich die Briten damals aus den Fingern sogen, um auf diese Weise die ganze Welt gegen Deutschland aufzubringen und die von den Briten benötigten Hilfsvölker für ihre Kriegszwecke„schlachtreif" zu machen Ein besonders typisches Beispiel ist hier die Geschichte des Babys von Courbeck Loo. Die Londoner„Daily Mail“ telegraphierte ihrem in Brüssel weilenden Berichterstatter Captain Wilson, sie brauche Greuelgeschichten. Darauf schrieb der Berichterstatter für sein Blatt eine herzzerreißende Geschichte über das Baby von Courbeck Loo, das in einer kleinen Stadt in der Nähe Brüssels von den Hunnen aus den Trümmern seines brennenden Elternhauses gerettet worden sei. Aber Wilson kam sofort in Druck, als ihm die Zeitung telegraphierte, er möge das Baby schicken, da sich 500 Leute bereit erklärt hätten, das Baby zu adoptieren und sich die Redaktion vor der gespendeten Kinderwäsche nicht retten könne. Wörtlich fährt Wilson fort:„Da ich nicht zurücktelegraphieren konnte, daß das Baby überhaupt nicht erisiere verabredete ich mit dem Arzt, der die Flüchtlinge betreute, daß das verletzte Kind an einer so ansteckenden Krankbeit gestorben sei, daß kein öffentliches Begräbnis veranstaltet werden konnte. Darauf baten wir Lady Northeliffe, einen Wohltätigkeitsbaser mit all der Kinderwäsche zu veranstalten.“ Bei der neuen Greuelflut, die jetzt bei den Westmächten einsetzte, spielt eine besondere Rolle die Hepe gegen unsere Fallschuirmjäger. Die Londoner Rundfunkinden schildern die Aufgabe der Fallschirmjäger so:„Man gibt ihnen recht viel zu trinken, dann zieht der Flugzeugführer den Boden unter ihren Füßen fort, und sie schweven über der Erde, und wissen nicht, wo sie landen sollen", und das„in fremden Uniformen, in Kleidern von Geistlichen und selbst Nonnen und in Uniformen von Postboten". Den Rekord in einer geradezu geifernden Wut aber hielt hier der Pariser anonyme Buschklepper Coriolan, über dessen Leistungen bereits ausführlich berichtet wurde. Immer wieder kehren namentlich Lügen, die behaupten. die deutsche Luftwaffe sei mit der Niederschießung von Flüchtlingskolonnen beauftragt, deutsche Truppen benutzten holländische Gefangene in den vordersten Linien als Kugelfang. Soeben meldet in dieser Serie das offiziöse Londoner Büro Reuter:„Flüchtende Menschen werden immer noch von deutschen Fliegern erbarmungslos gejagt. Müde Gruppen von Frauen, Kindern und alten Männern haben keinen Augenblick Ruhe vor den deutschen Maschinengewehren, während sie in die Sicherheit wanken.“— Wiederum versucht jetzt die Clique Churchills Amerika scharfzumachen. Nachdem der gegenwärtige„ehrenwerte" britische Ministerpräsident den Passagierdampfer thenia“ ohne den erwünschten Erfolg durch britische Zerstörer hatte torpedieren lassen, um die Vereinigten Staaten gegen Deutschland aufzubetzen, wird jetzt das infame Spiel in anverer, aber nicht minder heimtückischer Form wiederholt. Offenbar angeregt von den jüdischen Kreisen Newyorks, drahtet der Pariser Korrespondent der„Chicago Daily News“, Mowrer seinem Blatt, daß ohne jeden Vorwand von den Deutschen fünf Hospitäler bombardiert worden seien, und das amerikanische Nachrichtenbüro„Associated Preß" steuert weiter die aus Paris bezogene Geschichte bei, daß die Deutschen auch„den größten amerikanischen Soldatenfriedhof in Frankreich bei Romagne bombardiert" hätten. Und dabei berufen sich solche Lumpenhunde auch noch aus sehr guten Gründen auf das„Zeugnis amerikanischer Militär= und Marine=Attachés“. Deutschland indessen hat ein gutes Gedächtnis und aus der Geschichte des Weltkrieges gelernt, wie man diese vierte, besonders gefährliche Waffe jüdisch=plutokratischer Heckenschützen bekämpft. Wir fragen uns jetzt nur noch: wann werden wieder die belgischen Babys mit den abgehackten Händen, die Krankenschwestern mit den abgeschnittenen Brüsten, die Greuellüge von den an Tore genagelten Kanadiern, das Märchen von Frauen= und Kinderschändungen, von gefolterten Zivilisten. von zu Schmieröl und Fett verarbeiteten gefallenen Soldaten im Repertoir britisch=franzöischer Niedertracht erscheinen und in die neutrale Welt hinausgelogen werden? Wir aber lassen heute jene jüdisch=plutokratischen Hunde nicht mehr so frei herumlaufen wie 1914. Wir werden dafür sorgen, daß mit ihren„belgischen Babys“ nevst Zubehör gründlich aufgeräumt und ihren verversen Vätern für alle Zukunft das Handwerk gelegt wird. Tapfere Offiziere Drei Offiziere der Kriegsmarine mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausge zeichnet Berlin. 19. Mai. Der Führer und Oberste Besehlshaber der Wehrmacht bat das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz an folgende Offiziere der Kriegsmarine verliehen: Kapitänleutnant Otto Schuhart, Kapitänleutnant Hans Bartels und Oberleutnaut z. S. Hermann Op den Hoff. Wie aus London verlautet, ist der Luftverkehr zwischen Paris und London eingestellt worden. Oberkriegshetzer Churchill, der England schon so viel Blut, Tränen und Schweiß gekostet hat und weiter kosten wird, läßt am Samstag durch Reuter mitteilen, daß er,„soweit es gehe“, das Unterhaus führen werde. Für den Fall,„daß die Ereignisse ihm dies nicht gestatten“, bitte er Attlee. als Haupt der Abgeordneten zu fungieren. In Graz starb einen Tag nach seinem 70. Geburtstag der stellv. Chef der österreichisch= ungarischen Flotte im Weltkrieg, Konteradmiral Heinrich Seitz Bomben auf nichtmilitärische Ziele 51 Augriffe auf ausgesprochen nichtmilitärische 1. Moi. Seit Vertt feindliche Bombenflugzeuge deutsches Reichs. gebiet, vielfach in tiefen Einflügen, in zahlreichen Fällen mit Brand= und Sprengbomben, teilweise schwersten Kalibers, beworsen. Die Abwürfe erfolgten offensichtlich pöllig wabllos. Nur in wenigen Fällen sind militärische oder kriegswichtige Ziele unmittelbar angegriffen und mit Bomben belegt worden. Von 71 in der Zeit vom 10. bis 13. Mai erfolgten Flugzeugangriffen seindlicher Flieger auf deutsches Reichsgebiet sind sechs unmittelbar auf militärische Ziele, 14 auf Ziebe, die man vielleicht als kriegswichtig bezeichnen kann(Brücken, Bahnlinien, Kriegsindustrie, Bergwerksanlagen usw.), sowie 51 Angriffe auf ausgesprochen nichtmilitärische Stellen erfolgt. Bei diesen nichtmilitärischen Zielen handelt es sich um Ortschaften, die weder mit Truppen belegt waren oder sonstige militärische und kriegswichtige Zielobjekte enthielten, noch in der Nähe solcher militärischen oder kriegswichtigen Anlagen gelegen sind. Zum Beispiel erfolgte ein Luftangriff mit Abwurf von Brandbomben auf das Kloster Marienberg bei Boppard, das als Mädchenpensionat benutzt wird. Nur dem Glücksumstand, daß die Zöglinge sich im Pfingsturlaub befinden, ist es zuzuschreiben, daß hierbei keine Opfer beklagt werden müssen. In Emmerich, Kreis Rees, wurde das Krankenhaus von Bomben getroffen. Bei Donaueschingen flog ein französisches Flugzeug auf einen einzelnen Bauern zu, der seinen Acker bestellte, beschoß ihn mit Maschinengewehrfeuer und verwundete ihn. Bei dem Orte Lank=Latum im Kreise München=Gladbach wurden vier Bomben am amon Bauernhof abgeworsen. Diese Beispiele lassen sich entsprechend der hohen Zahl der Angriffe auf nichtmilitärische Ziele beliebig vermehren. Nicht nur in Freiburg, sondern auc an manchen anderen Orten sind dieser völkerrechtswidrigen Willkur Zivilpersonen, darunter auch Kinder, zum Opfer gefallen. Die ganzen Begleitumstände dieser Fälle beweisen völlig einwandfrei, daß die feindliche Luftwaffe hierbei vollig bedenkenlos verfahren ist. England„rettet“ Hollands Gold Bern, 19. Mai. Wie die Unterstützung und Hilfe aussieht, die England den kleinen neutralen Staaten gewährt, geht aus einem Bericht des„Exchange Telegraph“ hervor. Geradezu zynisch meldet das Londoner Nachrichtenbüro, daß die holländischen Goldreserven durch die britische Flotte gerettet(!) worden seien. Während des deutschen Vordringens in Holland seien die englischen Seestreitkräfte mit der Aufgabe betraut worden, die wertvollsten Aktiven Hollands in Sicherheit(!) zu bringen. Auf diese Weise hätten noch zur rechten Zeit der Rest der holländischen Goldreserven und Diamanten im Werte von Millionen Pfund nach England übergeführt werden können. Während also die holländischen Soldaten durch die Schuld ihrer kurzsichtigen Regierung kämpften, bluteten und starben, galt Englands Sorge der Goldreserve und den Diamantenwerten des Landes, die es schleunigst nach London„in Sicherheit“ brachte, um sie— wie man es von den Räubern und Piraten nicht anders kennt— nie wieder herauszugeben. Düngemittel sind vorbanden Friedensmäßige Versorgung der Landwirtschaft für 1940/41 Berlin, 19. Mai. Zu einer der wesentlichsten Ursachen des starken Ertragsrückganges im Weltkriege gehörte u. a. die gänzlich ungenügende Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit Düngemitteln. So erhielt die Landwirtschaft bereits im Jahre 1915 nur einen Bruchteil der vor dem Weltkriege verbrauchten Stickstoffmengen, obgleich diese, gemessen an dem heutigen Aufwand, als sehr gering bezeichnet werden müssen. Die im Herbst 1934 begonnene Erzeugungsschlacht und der starke Wille des deutschen Landvolkes zur Erzeugungssteigerung hat eine gewaltige Zunahme der Stickstoffanwendung und zwar von rund 335000 Tonnen im Jahre 1931/32 auf über 700000 Tonnen im Jahre 1938/39. also um über 100 Prozent, bewirkt. Der Verbrauch vor dem Weltkriege betrug dagegen nur 185000 Tonnen. Diese verstärkte Inwendung von Stickstoffdünger trug wesentlich dazu bei, die Ernten auf fast allen Gebieten ganz erheblich zu steigern. Bei Ausbruch des Krieges im Herbst 1939 hofften unsere Gegner, daß es uns im Kriege infolge des starken Bedarfes der Wehrmacht und aus zahlreichen anderen Gründen nicht möglich sein würde, die deutsche Landwirtschaft ausreichend mit Stickstoffdüngemitteln zu versorgen und daß dadurch die Ernten sehr schnell absinken müßten. Diese Hoffnung unserer Gegner wurde bereits durch die erste Anordnung der Reichsstelle Chemie über die Absatzregelung für stickstoffhaltige Düngemittel vom 5. September 1939. die eine 75prozentige Zuteilung der im Jahre 1938/39 verbrauchten überaus hohen Mengen vorsah, zunichte gemacht. Als es später dank des günstigen Produktionsstandes der deutschen Stickstoffindustrie möglich wurde, das Kontingent für das Frühjahr 1939/40 sogar auf 95 Prozent der im Jahre 1938/39 verbrauchten Stickstoffmengen zu erhöhen, wurden die Erwartungen unserer Gegner auf einen starken Ertragsrückgang infolge Stickstoffmangels für die Ernten des Jahres 1940 endgültig zerstört. Ebenso enttäuschend für unsere Gegner ist nunmehr die im Reichsanzeiger Nr. 11 vom 15. Mai 1940 bekanntgegebene Absatzregelung für stickstoffhaltige Düngemittel für das neue Düngejahr 1940/41. Diese Absatzregelung sieht im Altreich ein Grundkontingent von 85 Prozent der im Jahre 1938/39 verbrauchten Rekordmengen an Stickstoff vor. Zu diesem Grundkontingent kommen im Laufe des Düngejahres noch zusätzliche Mengen, die im Einvernehmen mit der Reichsstelle Chemie durch die zuständigen Landesbauernschaften nach den Richtlinien des Verwaltungsihrers verteilt werden. Verteilung von StickLandesbauernschaften wird die Möglichkeit geschaffen. berechtigte Mehransprüche, die sich aus dem Anbau besonders stickstoffbedürftiger Kulturen ergeben, zu befriedigen und Härtefälle auszugleichen. Um eine gleichmäßige Belieferung aller Gebiete des Großdeutschen Reiches mit Stickstoff sicherzustellen, ist in der neuen Anordnung weiterhin bestimmt worden, daß bis zum 15. Novembr 1940 vorerst 50 Prozent der festgesetzten Mengen bezogen und abgesetzt werden dürfen. Durch die Festsetzung eines Grundkontingents von 85 Prozent der im Düngejahr 1938/39 verbrauchten Mengen und die Zuteilung von zusätzlichen Mengen durch die Landesbauernschaften wird der deutschen Landwirtschaft auch im Düngejahr 1940/41 etwa die gleiche Menge an Stickstoff zur Verfügung stehen wie nunmehr ablaufenden Düngejahr 1939/40. Weitere Nähmittelzuteilung auf Sonderabschnitt 4 der Reichskleiderkarte Berlin, 19. Mai. Im Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 114 vom 18. Mai 1940 ist die Bekanntmachung Nr. 9 der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete veröffentlicht worden. Mit dieser Bekanntmachung wird der Sonderabschnitt 4 der Reichskleiderkarte zum Bezug von Nähmitteln in Kraft gesetzt, und zwar zu folgenden Terminen: Ab 20. Mai 1940 für die Abschnitte der Reichskleiderkarte für Frauen und Mädchen (orange und blau), ab 15. Juni 1940 für die Abschnitte der Reichskleiderkarte für Männer. Knaben und Kleinkinder(gelb, grün, rosa). Abgegeben werden dürfen jetzt Nähmittel im Werte von 25 Rpfg. mit der Maßgabe, daß bei der Abgabe von Nähseide nur die Hälfte des Wertes auf den Sonderabschnitt anzurechnen ist. Auf die Sonderabschnitte 5 und 3 wurden seinerzeit Nähmittel im Gegenwerte von 20 Rpfg. abgegeben, die jetzige Zuteilung stellt also eine fühlbare Erhöhung dar, mit der den Wünschen der Verbraucher weitgehend Rechnung getragen wird. Da die Gültigkeit der Sonderabschnitte bekanntlich erst mit der Gültigkeit der Reichskleiderkarte also am 31. Oktober 1940, erlischt. besteht kein Anlaß, den Sonderabschnitt 4 vorzeitig auszunutzen, ohne daß ein wirkliches Bedürfnis vorliegt. Mietzinserhöhungen beim Einbau endgültiger Luftschutzräume Berlin, 19. Mai. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat in einem Runderlaß (Mitteilungsblatt vom 14. Mai 1940) nähere Richtlinien über die Behandlung solcher Mietzinserhöhungsanträge gegeben, die aus Anlaß des Einbaues von endgültigen Luftschutzräumen in bestehenden Gebäuden gestellt werden. Wenn auch für bestehende Gebäude bisher lediglich die Schaffung behelfsmäßiger Luftschutzräume angeordnet ist, so haben doch zahlreiche Hauseigentümer darüber hinaus bereits endgültige Luftschutzräume einbauen lassen. Hierfür sollen sie, da der endgültige Luftschutzraum eine bauliche Verbesserung darstellt, die im Interesse des Mieters erfolgt. eine entsprechende Mietzinserhöhung zugebilligt erhalten. Die Mietzinserhöhung beträgt nach dem Erlaß 7 Prozent der Anlagekosten Dieser Satz umfaßt einerseits die Verzinsung und Tilgung des vom Hauseigentümer hier angelegten Kapitals, er ist andererseits so niedrig gewählt worden, daß sich die monatliche Mietzinserhöhung für den Mieter nur gering auswirkt. Die Mietzinserhöhung ist jedoch nur nach ausdrücklicher Genehmigung der zustandigen Kreisbehörde zulässig. Zeichen der Wehrfreudigkeit Vorhandene Unteroffizier=Vorschulen überfüllt Berlin, 19. Mai. Im Laufe der letzten Wochen hat sich zur Aufnahme in die Heeres=Unteroffiziervorschulen eine außerordentlich hohe Zahl Freiwilliger gemeldet. So erfreulich dies als ein Zeichen der Wehrfreudigkeit unserer Jugend auch ist, so muß doch darauf aufmerksam gemacht werden, daß die zurzeit vorhandenen Unteroffizier=Vorschulen diesem starken Andrana in ihrer Aufnahmefähigkeit nicht gewachsen sind. Erst wenn der geplante Ausbau der Heeres=Unteroffiziervorschulen, der in diesem Jahr noch zur Eröffnung weiterer Schulen führt, seiner Vollendung entgegengehen wird, kann den Anmeldungen im weitesten Umfang Rechnung getragen werden. Aus diesen Gründen wird ein großer Teil an sich tauglicher Bewerber leider nicht ausgenommen werden können. Dies ist für die Betroffenen gewiß schmerzlich, muß aber der vorliegenden Schwierigkeiten wegen eingesehen werden. Es wird gebeten, von Gesuchen um nachträgliche Abänderung bereits getroffener Entscheidungen Abstand zu nehmen. Haftbefehl gegen Rickman Stockholm, 19. Mai. In der großen Sabotageangelegenheit, in der der englische Staatsangehörige Alfred Fredrik Rickman, dessen schwedische Sekretärin und vier andere Ausländer, davon wahrscheinlich zwei ebenfalls Engänder, verhaftet wurden, ist jetzt zur Durchführung des Verfahrens gerichtlicher Haftbefehl ergangen. Das Verfahren gegen die Beteiligten wird unter der Anklage eingeleitet, daß sie von einer fremden Macht Geld für ihre Sabotagetätigkeit in Schweden angenommen und Sabotageakte vorbereitet haben. Auf den Hauptstraßen, die von der östlichen und südlichen Küste Englands ins Innere des Landes führen, werden Barrikaden errichtet, um das Vordringen von Invasionskräften zu verhindern. Die Presse veröffentlicht Bilder von diesen Vorbereitungen. Deprimierender Tagesbefehl Gamelin zerreißt den Schleier vor der Wahrheit Geuf, 19. Mai. Ein Tagesbefehl des Generalissimus Gamelin hat vor dem französischen Volk den Schleier zerrissen, den die Regierung bis dahin vor das siegreiche Vorstürmen der deutschen Soldaten m Frankreich gehalten hat. Der Tagesbesehl Gamelins enthalt keine Ortsangaben, aber er muß wegen des ungewohnlich ernsten Tones auf die Bevölkerung wie ein Peitschenhieb wirken. „Das Schicksal des Vaterlandes, das unserer Verbündeten, die Geschicke der Welt hängen von der m Gang befindlichen Schlacht ab Jede Truppe, die nicht vorgehen kann, mu sich eher töten lassen, als die Parzelle deo n# tionalen Bodens aufzugeben, die ihr anve traut ist. Wie immer in schweren Stund unserer Geschichte lautet die Parole vi heute: siegen oder sterben.“ Diese Sätze aus dem Tagesbefehl Gamelin besagen genug. Sie zeigen, wie verbrecheris dumm Reynand, Daladier und andere Steigbügelhalter jüdisch=britischer Interessen gehandelt haben, als sie dem französischen Volk vorleicht loen, der von der plutokratischen Oberschicht wünschte Krieg gegen das Reich werde und bequem gewonnen werden. Auffrischung des französischen Kabinetes durch den 85jährigen Pétain Geuf, 19. Mai. Wie Havas bekanntgibt. ist das Kabinett Reynand wie umgebildet worden: Petain, Staatsminister und Bizepräsident des Ministerrates; Daladier, Außenminister; Revnaud, Ministerpräsident und Kriegsminister; Mandel. Minister des Innern; Rollin, Kolonialminister und Barety Handelsminister. Reynand blieb also Ministerpräsident. Er übernahm das bisher von Daladier geleitete Kriegsministerium und gab dafür an diesen das Außenministerium ab. Der berüchtigte Kriegstrieber und Inde Mandel erhielt das jetzt so wichtige Innenministerium. Neu im Kabinett Reynand sind der jetzt im 85. Lebensjahre stehende Marschall Pétain, im Weltkriege Höchstkommandierender der alliierten Truppen, den man in der französischen Presse eben ern auf der Suche nach dem„starken Mann“ gefordert hat, und den Havas in seiner Bekanntgabe bezeichnenderweise an erster Stelle nennt, sowie der das Handelsministerium übernehmende Barety. Großadmiral Raeder besichtigte die Verstärkung der Land= und Seeverteidigung der norwegischen Küste Berlin, 19. Mai. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder. weilte vom 15. bis 17. Mai mit dem Chei des Stabes der Seekriegleitung. Vizradmiral Schniewind, in Norwegen. Er hatte Besprechungen mit dem Kommandierenden Admiral Boehm, dem Befehlshaber in Norwegen, General von Falkenhorst, und besuchte den Reichskommissar Terboven. Der Großadmiral besichtigte die Verstärkungen der Land= und Seeverteidigung der norwegischen Küste, insbesondere den in Gang befindlichen weiteren und verstärkten Ausbau des Stützpunktes Drontheim. Die Hafen= und Küstenstellungen in Nor wegen sind in einem Ausrüstungs= und Ver teidigungszustand gesetzt worden, der den Er fordernissen jeder Operation gegen den Feind entspricht. Bethimmungen Berlin, 19. Mai. Die Reichsstelle für Mineralöl hat die Bestimmungen über die Kraftstoffverbrauchsregelung ergänzt und in der am 16. 5. im Deutschen Reichsanzeiger Nr. 112 veröffentlichten Anordnung Nr. 35 zusammengefaßt, die an die Stelle der bisherigen Auordnungen tritt. Die Anordnung Nr. 35 tritt am 20. Mai 1940 in Kraft und gilt auch in den eingegliederten Ostgebieten. Nach Anordnung Nr. 35 ist die Abgabe und der Bezug von Vergaser= und DieselKraftstoff, Traktoren=Treibstoff und Petrolium zum Verbrauch als Kraftstoff nur gegen Tankausweiskarten und Mineralölbezugscheine zulässig. Bestände, die nicht gegen Tankausweiskarten oder Mineralölbezugscheine erworben worden sind, also vor allem die restlichen Vorkriegsbestände, sind dem Wirtschaftsamt, in dessen Bezirk sie eingelagert sind, zu melden und auf Verlangen einem heute noch vertriebsberechtigten Kraftstoffhandelsunternehmen zu veräußern. Ausgenommen hiervon sind Bestände in Tanks von Kraftfahrzeugen und in Vorratsbehältern an Motoren sowie Bestände von weniger als 20 Liter Vergaserkraftstoff oder 20 Kilogramm Dieselkraftstoff. Ferner sieht§ 3 der Anordnung Nr. 35 vor, daß der Kraftstoff von dem Bezugsberechtigten nicht veräußert und nicht zu anderen als den bei dem Antrag auf Ausstellung von Tankausweiskarten oder Mineralölbezugscheinen angegebenen Zwecken verwandt werden darf. Es liegt also ein strafbarer Verstoß gegen Anordnung Nr. 35 vor, wenn heute jemand den Kraftstoff den er für seinen LKW. beantragt hat. für seinen PKW. verwendet oder wenn er den Wagen entgegen seinen dem Wirtschaftsamt gemachten Angaben zu Vergnüjungs= oder Bequemlichkeitsfahrten benutzt. Wer heute noch zum Vergnügen oder zur Bequemlichkeit fährt, schädigt die Interessen der Wehrmacht und wird mit aller Schärfe zur Verantwortung gezogen werden. Deutsch=dänischer Warenverkehr Uebereinkommen auf zahlreichen Gebieten Tagung der deutsch=dänischen Regierungsausschüsse Berlin, 19. Mai. Die deutsch= dänischen Regierungsausschüsse haben in der Zeit vom 9. bis 18. Mai über die Ausgestaltung des deutsch: dänischen Warenverkehrs, insbesondere soweit es sich um die Versorgung Dänemarks handelt. eingehend beraten. Die Besprechungen haben auf zahlreichen Gebieten wie Kohle und Koks Kunstdünger, Chemikalien, Textilien usw. z1 einem Uebereinkommen geführt. Auf anderer Gebieten, auf denen noch nähere Prüfunge erforderlich sind, werden die Verhandlunge demnächst in Kopenhagen fortgeführt werde Nr. 118 Mendener Zeitung Montag, den 20. Mai 1940 Aus unserer Heimat Wann und wie Arbeitsplatz= wechsel? Klärung von Zweifeln der„Zeitschrift der Akademie für deutbeantwortet Min.=Direktor. Dr. 905 ——— egel vom Reichsarbeitsministerium weiselsfragen, die über die Verordnung zur Beschräntung des Arbeitsplatzwechsels entstanden sind. Einer Zustimmung des Arbeitsamtes zur Kündigung bedarf es danach nicht, wenn das Arbeitsverhältnis ohne Kündigung endet, z. B ein Lehrverhältnis oder eine Saisonarbeit. Die Zustimmung ist aber wieder erforderlich, wenn dieses Arbeitsverhältuis vor Ablauf der bestimmten Zeit gekündigt werden soll. Der Zustimmung bedarf auch die Aufhebung eines Vertrages, der die Klausel enthält, daß er sich weiter verlängert, wenn nicht vor Ablauf eine abweichende Erklärung von einem Partner abgegeben wird. Die nach dem Vertragsinhalt oder nach gesetzlicher Vorschrift etwa erforderliche Zustimmung dritter Personen oder Stellen. z. B. des gesetzlichen Vertreters, des Vormundes, des Reichstreuhänders oder— bei Schwerbeschädigten— der Hauptfürsorgestelle wird durch die Zustimmung des Arbeitsamtes nicht ersetzt. Der Zustimmung bedarf im übrigen nicht nur die Lösung des Arbeitsverhältnisses. wenn eine neue unselbständige Tätigkeit bei einem anderen Betriebsführer angetreten werden soll, sondern auch, wenn jemand beabsichtigt, seine bisherige unselbständige Stellung aufzugeben, um sich als Kaufmann, Handwerker oder in einem freien Beruf selbständig zu machen. Auch wenn der Zweck einer Kündigung lediglich darin besteht, ohne Wechsel des Arbeitsplatzes andere Vertragsbedingungen zu erzielen, z. B. Aenderung der Bezüge, ist die Zustimmung des Arbeitsamtes notwendig. Nicht mehr bestritten ist heute, daß die Zustimmung auch bei fristloser Aufgabe der Arbeit oder bei fristloser Entlassung erforderlich ist. Für die Lösung von Arbeitsverhältnissen bei gegenseitiger Uebereinstimmung ist die Zustimmung nicht die Voraussetzung. in.=Direktor Dr. Beisiegel warnt jedoch dar., diese Form zu mißbrauchen. Es bleibe zu erwägen, ob nicht wenigstens für kriegswichtige Berufe oder Wirtschaftszweige auch bei„Einigung“ der Vertragsteile die Zustimmung des Arbeitsamtes zur Lösung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden solle. Nicht erforderlich ist die Zustimmung sodann. wenn der Betrieb oder eine Baustelle stillgelegt wird. Als Betrieb in diesem Sinne gelten auch Betriebsabteilungen. Die normale Beendigung eines Baues ist keine Kündigung. Aber auch nicht jede Stillegung, sondern nur eine solche, die erfolgen„muß“, enthebt die Beteiligten der Verpflichtung, die Zustimmung des Arbeitsamtes einzuholen, z. B. muß also höhere Gewalt bzw. feindliche Einwirkung oder eine Anordnung des Staates die Stillegung notwendig machen. Endlich ist die Zustimmung nicht erforderlich, wenn jemand zur Probe oder Aushilfe eingestellt ist und dieses Verhältnis innerhalb eines Monats beendet wird. Die oft gestellte Frage, welche Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Arbeitsamtes es gibt, beantwortet der Referent mit der FestAung, daß zur Zeit kein besonderes Rechtsmittel vorgesehen sei. Daher kämen die allgemeinen Verwaltungsgrundsätze in Betracht. Hiernach kann die Entscheidung einer Behörde widerrufen oder abgeändert werden, wenn sie durch unlautere Mittel bedingt ist, z. B. durch Prrium oder arglistige Täuschung. vor, Neugierde kann das Leben kosten Genaue Beachtung der Verdunkelungsvorschriften ist das Gebot der Stunde In gemeiner und feiger Weise suchen sich die Briten und Franzosen für die bitteren Niederlagen in Belgien, Holland und Frankreich, im Kampf zur See und in der Luft, dadurch zu rachen, daß sie unbefestigte Orte im Westen Deutschlands nächtlich mit Bomben belegen. Diese heimtückischen Anschläge sind militärisch völlig bedeutungslos, gefährden aber das ben unschuldiger Frauen, Kinder und Greise. Es ist die Pflicht eines jeden einzelnen, nicht nur sein Leben gegen Fliegerangriffe zu schützen, sondern vor allem in strengster Selbstdisziplin die Verdunkelungsvorschriften des Luftschutzes zu befolgen. Jeder nach außen fallende Lichtstrahl kann zum Verräter werden. Darum müssen alle Verdunkelungseinrichtungen nochmals peinlichst überprüft werden. Vor allem darf in Räumen, in denen keine Verdunkelungsvorrichtungen sind, kein Licht angezündet werden. Dies gilt besonders bei Fliegerangriffen. Vor jeder Neugierde ist aufs ernsthafteste zu warnen. Eine Bombe, die in der Straße explodiert, gefährdet durch ihre Splitterwirkung auf viele hundert Meter nicht nur jeden, der sich ∆ 0 auf der Straße befindet, sondern auch den, der von der Neugierde ans Fenster getrieben wird oder sich in einem straßenwärts befindlichen Raum aufhält. Der Keller ist in jedem Fall der wirksamste Schutz. Jeder orientiere sich vor dem Besuch einer Gaststätte oder des Theaters, des Kinos, über die Lage des nächsten Luftschutzkellers. Dadurch hat man das Gefühl der Sicherheit und im Ernstfall der Ruhe, die vor jeder Panikstimmung bewahrt. Zum Schluß ist auf die Tatsache zu verweisen, daß Bomben, die nicht gleich nach dem Abwurf explodieren, auf Zeitzündung gestellt sein können, so daß sie erst Stunden nach dem Abwurf zur Entzündung kommen. Darum ist jede Stelle, wo eine Bombe in die Erde eindrang, in weitestem Umkreis zu meiden und unverzüglich der Polizei, dem Luftschutz oder militärischen Dienststellen zu melden. *— Die Mütterberatung am Donnerstag fällt wegen des Impftermins aus. *— Aus der ASDAP. Am morgigen Dienstag, dem 21. Mai, findet um 20,30 Uhr im Gasthof Ries ein Dienstappell sämtlicher Politischen Leiter der Ortsgruppen Menden der NSDA!) statt. Alle zur Teilnahme verpflichteten Parteigenossen haben vollzählig zur Stelle zu sein. *— Dienststelle der Ortsgruppe Unterstadt. Die Ortsgruppe Menden-Unterstadt der NSDAP gibt bekannt, daß sie jetzt eine eigene Dienststelle hat, die sich im Hause Unnaer Straße 34 befindet. Die Dienststunden des Ortsgruppenleiters werden Dienstag und Freitags von 18,80 bis 20 Uhr und des Kassenleiters Montags und Donnerstags von 18,30 bis 20 Uhr abgehalten. Die Parteigenossen werden ersucht, sich die Termine genau zu merken. *— Geschäftsstelle„Kraft durch Freude" täglich geöffnet. Durch den immer zunehmenden Verkehr in der KdF=Dienststelle hat sich die Ortswaltung veranlaßt gesehen, von jetzt ab täglich die Dienststelle zu öffnen. Die Dienststunden sind nunmehr von Montags bis Freitags von 18,15 bis 19,15 Uhr. Somit ist jedem Volksgenossen die Gelegenheit gegeben, täglich dort vorzusprechen. *— 500 R. gezogen. Neben den vielen kleinen Gewinnen, die den Mendenern aus der Glückskiste des braunen Glücksmanns in den Schoß gefallen sind, konnte jetzt ein Gast des Mendener Hofes einen 500=R.A=Gewinn ziehen. Wer möchte der nächste glückliche Gewinner sein *— Aus dem Bericht der Feuerlöschpolizei. Die Mendener Feuerlöschpolizei war auch im letzten Geschäftsjahr äußerst rege. Es konnten im verflossenen Jahr 48 Pflichtübungen zur Durchführung gebracht werden. Die Uebungen erbrachten den Beweis, daß die Mendener Feuerlöschpolizei für die Bekämpfung aller Brandgefahren gerüstet ist. Bei vier Bränden mußten die Feuerwehrleute hilfreich eingreifen. Dabei hat sich die Feuerlöschpolizei in jeder Weise bewährt. Auch in diesem Jahr werden die Pflichtübungen intensiv fortgesetzt. 2— Im Juni Bann- und Untergausportfeste der Hitler=Jugend. Die Arbeit der Hitler=Jugend kennt auch im Krieg keinen Stillstand. Zurzeit rüsten die Mädel und Jungen für die im nächsten Monat stattfindenden Bann= und Untergausportfeste. Es werden alle Vorbereitungen getroffen, um auch in diesem Jahr diese Sportfeste, die bisher die Höhepunkte der sportlichen Arbeit bei der H3 bildeten, zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Das Bann= und Untergausportfest des Bannes Iserlohn wird erstmalig in diesem Jahre in Menden ausgetragen. *— Jesigenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Ein 87jähriger Volksgenosse mußte am Samstag durch die Polizei festgenommen und dem Untersuchungsrichter in Iserlohn vorgeführt werden, da er im dringenden Verdacht steht, sich in unsittlicher Weise an einen jugendlichen Arbeiter vergangen zu haben. *— Schiffsmodelle selbstgebastelt. Einen ganzen Teil gut gearbeiteter Schiffsmodelle hat man im Schaufenster des Eisenwarengeschäfts Amecke Erben zur Ausstellung gebracht. Die soldatenbegeisterten Mendener Jungen, die später einmal in den Marinedienst eintreten wollen, haben diese Modelle in schöner Form angefertigt. 3822 — Schwerer Unglücksfall. Samstagnachmittag ereignete sich in Wimbern ein schwerer Unglücksfall. Der Fahrer W. aus Neimen bei Fröndenberg geriet unter die Räder seines Holzfuhrwerkes. Das Mendener Sanitätsauto brachte ihn im schwerverletzten Zustand ins Mendener Krankenhaus, wo er kurz nach der Einlieferung seinen Verletzungen erlegen ist. Ratssitzung in Fröndenberg Die Finanzen der Gemeindesparkasse zeigen ein günstiges Bild Die Gemeinderäte der Gemeinde Fröndenberg tagten unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Kloeber. Zunächst wurde der Jahresabschluß der Gemeindesparkasse für das Jahr 1939 vorgelegt. Die Gemeinderäte nahmen Kenntnis von der Vorlage und überzeugten sich von dem recht günstigen Stand der Gemeindesparkasse. An der allgemein fortschreitenden wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde hat die Sparkasse lebhaften Anteil. So erhöhte sich die Bilanzsumme von 6300 000 K. auf 6 955 000 K. A. Die Gesamteinlagen stiegen von 5 836 000 R.K auf 6 40000 R. A. Die berechtigten Ansprüche im Darlehns= und Kreditverkehr konnten restlos erfüllt werden. Zur Durchführung von Bauvorhaben wurden Geschäftskredite in 51 Fällen im Gesamtbetrage von 180 980 R.A bewilligt. Die Spareinlagen stiegen um rd. 334000 JI auf 5 863 602,54 R.A. Der Bestand an Sparbüchern betrug am Jahresabschluß 7629. Der Reingewinn stellt sich auf 63 720,54 R. A. Ein Viertel des Reingewinns— 15 930,13 K.A— wird an die Gemeinde Fröndenberg als Gewährsverband überwiesen. Der verbleibende Betrag wird an die Sicherheitsrücklage abgeführt, die dann auf 417097.04 Ro ansteigen wird. An Wertberichtigungen bestehen insgesamt 33 385,17 R.A. Am Bilanzstichtage lag in den Wertpapieren eine stille Reserve von 53 500 R.A. Im weiteren Verlauf der Sitzung gaben die Gemeinderäte zu einigen dringend notwendig gewordenen Haushaltsüberschreitungen ihre Einwilligung. Die Schulbeiträge für den Zweckverband„Berufsschulbeiträge für den Kreis Unna“ wurden in der gleichen Höhe festgesetzt wie im Vorjahre. Es werden erhoben: a) von den Gewerbetreibenden ohne Werkschule je Gewerbebetrieb und je Arbeiter und Angestellten einschl. der im Gewerbebetrieb beschäftigten Familienangehörigen 3.30 K.A; b) von den Gewerbetreibenden mit Werkschule je Kopf der Arbeiter und Angestellten abzüglich Ermäßidung 1.12 K.; c) von den nicht gewerbetreibenden Arbeitgebern für jeden von ihnen beschäftigten Arbeiter und Angestellten, soweit die Jugendlichen der einzelnen bei ihnen beschäftigten Arbeiter= und Angestelltengruppen berufsschulpflichtig sind, 3.00 K.A. Anschließend wurde der Haushaltsplan für das Jahr 1940 vorgelegt. Es war auch in diesem Jahr wieder möglich, den Haushaltsplan der Gemeinde auszugleichen, allerdings bei weitgehender Anwendung der jetzt selbstverständlichen Forderung, daß alle nicht kriegs= und lebenswichtigen Aufgaben bis nach dem siegreichen Abschluß des Krieges zurückgestellt werden. Da es sich um einen Kriegshaushaltsplan handelt, steht er im Zeichen äußerster Sparsamkeit. Der ordentliche Haushaltsplan schließt ab mit 1 150 800 K. A und der außerordentl. Haushaltsplan mit 45 000 RA. Aus dem außerordentlichen Haushaltsplan sollen Grundstücksankäufe getätigt werden. Die Steuerhebesätze bleiben die gleichen, wie im Vorjahr und zwar werden erhoben: 1. Grundsteuer a) für land= und forstwirtschaftliche Betriebe 90 Proz., b) für die Grundstücke 120 Prozent; 2. Gewerbesteuer a) nach dem Gewerbertrag und dem Gewerbekapital 180 Prozent, b) Lohnsummensteuer 400 Proz.; 3. Zweigstellensteuer a) nach dem Gewerbeertrag und Gewerbekapital 230 Proz., b) Lohnsummensteuer 250 Proz.; 4. Bürgersteuer 500 Prozent. 222 vergangen, als eg zum ersten Mal bei den Gästen eischlug. Wienand legte nach schnellem Flank-klauf Verbnik das Leder schußgerecht vor. der#c###c kurz entschlossen einsandte, dann aber bekarten die Fröndenberger die Oberhand. Sie drängten die Mendener förmlich in ihre Hälfte zur'““, so daß es mitunter recht böse vor dem Menidener Tor aussah. Der Sturm der Gäste sp'elte zu unbeholfen und ohne jeden Schwung. Auf der anderen Seite war das 10er Schlußreieck auch auf der Hut und fuhr immer klärend dazwischen. Diese Drangperiode der Fröndenberger hielt etwa 25 Minuten an. Erst dann gelang es den Mendenern sich aus der recht unangenehmen Umklammerung zu befreien. direkt überlastet wurde. Eine Angriffswelle nach der anderen wurde gegen das Fröndenberger Tor getragen, aber leider ohne jeden Erfolg. Der Fröndenberger Hüter war zudem ein guter Könner, der alle Schüsse gut meisterte. Erst in der 35. Minute konnten die Mendener ihren Vorsprung auf 2:0 erhöhen. Einen Handelfmeter schaß Mathiebe unhaltbar ein. Die Angriffe der Föndenberger dagegen blieben zumeist schon in der Läuferreihe stecken, so daß„Tönne“ nur sehr selten eingreifen brauchte. Im weiteren Spielnerlauf hatte der Mendener Rechtsaußen großes Schußpech, da er nur um Zentimeter das Ziel verfehlte. Kurz vor der Halbzeit wurde sein großer Eifer jedoch belohnt. Trotzdem der Torwart durch Herauslaufen versuchte, den Einschußzwinkel zu verkleinern, schlug der Ball hart neben dem Pfosten ein. Mit einem 3:0=Ergebnis ging es in die Pause. Zu Beginn der zweiten Hälfte sah es allerdings nicht danach aus, als ob sich an dem Ergebnis noch etwas ändern würde. Der Spielverlauf war ziemlich ruhig und ohne besondere Anstrengungen gondelten die Spieler beider Mannschaften hinter dem Ball her. Zumeist wären nur die Hintermannschaften in Aktion, die die Bälle hin und her jagten. So verlief die erste halbe Stunde ohne nennenswerte Geschehnisse, da die Stürmer sich kaum einsetzten und die Verteidiger und Läufer souverän das Feld beherrschten. Erst nach Ablauf dieser Zeit kommt wieder etwas mehr Bewegung in die Reihen der Mannschaften. Man drängt und schießt, aber ohne Erfolg. Andererseits aber nehmen die Mendener nicht genau Maß, da viel verschossen wird. Der Rechtsaußen versucht es deshalb verschiedene Male auf eigene Faust, kann aber auch nichts anbringen, da er sich liebevoller Bewachung erfreut. Selbst einige Eckbälle bringen nichts ein. Endlich in der 70. Minute führt ein schöner Angriff zum 4. Erfolg. Feldmann hatte durch blitzschnelles Flankenwechseln den Linksaußen freigespielt, der ungehindert auf das Tor zuläuft. Nachdem er den Torwart herausgelockt hatte, schoß er seelenruhig ein. Jetzt flammt der Angriffsgeist der 10er noch einmal auf. Fröndenbergs Hintermannschaft wehrt sich verzweifelt gegen jeden weiteren Verluft. Sie kann es aber nicht verhindern, daß der rechte Läufer einen gut hereingebrachten Eckball zum 5. Male einköpft. Fast mit dem Schlußpfiff hätten die Gäste doch noch das verdiente Ehrentor erzielt. Der scharfe Schuß des Halblinken prallte jedoch vom Pfosten zurück. Der Halbrechte erwischt das Leder, schießt aber aus kürzester Entfernung weit daneben. handball Ein überlegener Hieg Menden 10 besiegt Tus Fröndenberg 5:0(3.0) R. Foto: Luftwaffenfilm„Feuertaufe" Tobis Avisierung des Zieles Eine Aufnahme aus dem im Polenfeldzug entstandenen Luftwaffenfilm„Feuertaufe“. Zahlreiche Zuschauer hatten sich gestern nachmittag in der Horlecke zum Meisterschaftsspiel Menden 10— Fröndenberg eingefunden, die erwartungsgemäß einen überlegenen Sieg der Mendener miterlebten. Die Siegermannschaft führte, trotz der zahlreichen Ersatzeinstellungen ein ganz annehmbares Spiel vor. Rainer im Tor bekam nur sehr wenig zu tun, da seine Vordermänner die Hauptarbeit erledigten. Ueberhaupt war Filthaut in der Hintermannschaft der überragende Mann. Nach ihm wären Feldmann und Düren noch besonders zu nennen, während die übrigen ihrer Aufgabe genügten. Von den Stürmern zeichnete sich Wienand besonders aus; seine Flankenbälle führten zur mehrmaligen Beunruhigung des Gegners. Zatzke und Verbnik dagegen kämpften nicht mit dem Schneid des Vorsonntags und ließen manche Gelegenheit unausgenutzt verstreichen. Die Fröndenberger dagegen bereiteten ihren Anhängern eine große Enttäuschung. Sehr gut und ohne Tadel arbeitete das noch jugendliche Schlußdreieck, dabei verdient der Torüter extra genannt zu werden. Seine Fangsicherheit und Ruhe bewahrte die Mannschaft vor einer höheren Niederlage. In der Läuferreihe fiel der rechte Läufer durch sein planloses Spiel etwas aus. Sehr, sehr schwach war die Stürmerreihe. Obwohl die Hintermannschaft sie sehr gut bediente, kam sie kaum zum Torschuß. Zudem waren ihre Angriffe zu offensichtlich angelegt, als daß sie eine erfahrene Hintermannschaft, wie es die Mendener war, hätte überlisten können. Der Schiedsrichter war in seinen Entscheidungen zu unselbständig. Er verließ sich dabei voll und ganz auf die Ehrlichkeit der Spieler. Sonst war das Spiel sehr ruhig und fair. Mit einer Viertelstunde Verspätung nahmen die beiden Gegner den Kampf auf. Während die Mendener äußerst schnell auf Touren kamen, gebrauchten die Fröndenberger längere Zeit, um sich zu finden. Es waren noch keine 5 Minuten Die erste Niederlage für Menden 09 Jahn Werdohl— Menden 09 10:5(5:2) In dem ersten Entscheidungsspiel zur Ermittlung des Staffelsiegers mußten die Mendener Handballer die erste Niederlage einstecken. Das Ergebnis entspricht jedoch nicht ganz dem Spielverlauf, da die 09er gestern unter einem recht unglücklichen Stern kämpften. Sie waren dem Gegner in jeder Weise ebenbürtig, scheiterten aber an der eigenen Wurfunsicherheit. Ein Vorkommnis, das ziemlich unwahrscheinlich klingt, da man es sonst nicht gewohnt ist. Selbst die Einstellung des Fußballwächters Westermann konnte das Verhältnis kaum stören, wenn er auch zwei Tore hätte verhindern können. Dafür zeigte er sich in der zweiten Hälfte, nachdem er sich„gut eingelebt“ hatte, um so sicherer. Wenn der Gastgeber gegenüber den Mendenern etwas voraus hatte, so war es die bessere gangtechnik, die alte Schule verriet. In dieser Beziehung werden die 09er noch fleißig trainieren müssen. Mit dem äußerst starken Wind im Rücken schlagen die Werdohler ein ungemein schnelles Tempo an. Die Mendener Hintermannschaft hat Mühe, sie rechtzeitig immer abzustoppen. In der 5. Minute ist jedoch das erste Tor fällig. Schon der Gegenvorstoß bringt den Mendenern den Ausgleich, Wegen zu scharfen, Angehigne verhängt der sehr aufmerksam leitende Schieds richter einen 13=m=Ball, den Japes sicher verwandelt. Dann aber ziehen die Werdohler bis auf 5:1 davon, da der Mendener Innensturm sehr viel neben das gegnerische Tor oder aber zu unvlaziert wirft. Noch vor der Pause kann Seimetz auf 5:2 verringern. Die zweite Hälfte beginnt für die Mendener recht verheißend, denn gleich der erste Angriff führt zum 3. Erfolg. Ein Mißverständnis in der Deckung bringt den Gastgeber aber wieder auf 6:3 und 7:3 heran. Ein schöner Zwischenspurt sieht die Mendener ebenfalls zweimal erfolgreich. Zwei weitere gute Chancen läßt der Mendener Mittelstürmer unausgenutzt. Selbst Platzmann wirft freistehend daneben. Die Werdohler hatten jedoch mehr Glück. In regelmäßigen Abständen schraubten sie das Ergebnis auf 10:5. Das Rückspiel am nächsten Sonntag in Menden müssen die 09er nun unter allen Umständen gewinnen, um ein weiteres drittes Entscheidungsspiel zu erzwingen. Westfalen und Kheinland Lob des Salbeis Aus seiner südländischen Heimat wurde der Salbei schon im frühen Mittelalter nach Deutschland verflanzt, und er soll damals in keinem Klostergarten gefehlt haben. Er bürgerte sich dann auch sehr bald in den Gärten er Bürger und Bauern ein und ist bis in unsere Zeit eines der verbreitesten Heilkräuter geworden. Kein Wunder auch, denn es gibt wohl kaum ein Kraut, dem so vielfältige Wirkungen zugeschrieben werden. Man kann nämlich, wenn man ihn zum Gurgeln gebraucht, nicht nur die bösartigen Entzündungen des Zahnfleisches, des Mundes und des Rachens bekämpfen, sondern man hat in ihm, wenn man ihn trinkt, auch einen zuverlässigen und verblüffend schnell wirkenden Helfer gegen hartnäckigen Bronchialund Lungenkatarrh. Er soll außerdem schwere Stoffwechselstörungen regulieren, rheumatische Anfälle beseitigen und auch Erkrankungen der Nieren und der Leber günstig beeinflussen. Seine außerordentliche Beliebtheit verdankt der Salbeitee zum Teil auch der Tatsache, daß er, wenn zwar ein wenig herb, so doch jedenfalls nicht unangenehm schmeckt. Er stellt daher auch für Gesunde, zumal wenn man ihm kleine Zuten von anderen heimischen Kräutern, wie etwa Pfeffermünze, beigibt, einen vorzüglichen Ersatz für schwarzen Tee dar, und ist dann nicht nur ein vorbeugendes Mittel gegen Anfälligkeiten für mancherlei Krankheiten, sondern auch ein bekömmliches und die Nerven sowohl anregendes wie beruhigendes Genußmittel. Man soll ihn freilich nicht in rauhen Mengen genießen, sondern mit Maß und Verstand.— Und natürlch auch, weil er uns dann lieblicher eingeht, mit etwas Zucker. Da der Salbei nicht zu unseren wildwachsenden Kräutern gehört, müssen wir ihn, wenn wir den Tee nicht kaufen wollen, selbst anbauen. Aber das ist, wenn wir uns eine Kleinigkeit Samen beschaffen, mit keinen Schwierigkeiten verbunden. Denn auf einem Quadratfuß können wir in unserem Garten den eigenen Bedarf leicht ziehen. Und wer keinen Garten hat, nimmt zur Aushilfe einen Balkankasten oder etliche große Blumentöpfe. Man schneidet das aromatische duftende Kraut am besten kurz vor der Blüte über dem Boden ab und läßt die Stengel der Stauden, die im nächsten Jahr wieder ausschlagen, überwintern. Man kann, statt selber einzusäen, auch junge Salbeipflanzen vom Gärtner beziehen. Arbeitsverweig itsverweigerung achsichtlich geahndet wirv unn Aachen. Mit achtzehn Jahren war die Angeklagte auf einem Werk in Oberbruch in Arbeit, während sie in Uebach wohnte. Der Weg zur Arbeitsstelle war weit, so daß sich die Betriebsleitung und die Fürsorgerin um die Verbesserung und Erleichterung dieses Weges bemühten. Das aber hatte die Angeklagte wenig gelohnt, denn anscheinend behagte ihr die Arbeit nicht immer. Manchmal kam ihr der Gedanke, doch einfach zu„schwänzen“, dann war sie durchaus erfinderisch in der Art, wie sie dieses Ausbleiben entschuldigte. Ermahnungen fruchteten nichts. Sie bekam dann schriftliche Verwarnungen, aber selbst ein Verweis des Reichstreuhänders der Arbeit machte keinen Eindruck. So kam es denn, daß gegen das Mädchen Strafanzeige wegen Arbeitsvertragsbruchs erstattet wurde. Der Amtsrichter in Aachen verurteilte denn auch das Mädchen wegen Verweigerung der Arbeit zu 40 RM. Geldstrafe. Er führte dabei aus, daß ein Bruch des Arbeitsvertrages und besonders die Arbeitsverweigerung heute streng geahndet werden müsse. Und zwar müsse hier auf Freiheitsstrafen erkannt werden. Nur der Umstand, daß die Schwierigkeiten der Verkehrslage, vor allem im Winter, hier eine gewisse Rolle gespielt hätten, habe das Gericht veranlaßt, ausnahmsweise auf eine Geldstrafe zu erkennen, die aber hätte fühlbar genug sein müssen, um der leichtsinnigen Angeklagten den vollen Ernst der Lage klarzumachen. Vorsätzliche Brandstiftung und Diebstahl Kleve. Im Oktober des Jahres 1937 brannte bei einem Landwirt in Mezelen eine Korndiele ab. Als im September und Oktober des vergangenen Jahres dem Heinrich Ridder aus Mezelen zwei Diebstähle nachgewiesen wurden, fragte dieser bei seiner Vernehmung in auffälligerweise Weise nach dem Stand der Untersuchung über die Brandstiftung. Im weiteren Verlauf seiner Vernehmung bezichtigte er sich dann selbst der Tat uno machte dabei Angaben. die unmöglich erfunden sein konnten. Als er jetzt wegen der Diebstähle und der Brandstiftung vor Gericht zitiert wurde, stritt er die Brandstiftung ab, gab aber die Diebstähle zu. Das Gericht hielt ihn jedoch nach ausgiebiger Beweisaufnahme beider Straftaten für überführt und verurteilte ihn zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Da er auf Grund seiner Hemmungslosigkeit eine Gefahr für die Allgemeinheit bildet, wurde die Unterbringung in einer Heil= und Pflegeanstalt angeordnet. Tödlicher Betriebsunfall Oberhausen. Der 25jährige Arbeiter Joh. Reinhard wurde auf dem Martinwerk 2 der Gutehoffnungshütte von einem Kran erfaßt. Reinhard erlitt einen Schädelbruch und mehrere Knochenbrüche. Er war sofort tot. Die Schuld anderer konnte nicht festgestellt werden. Den Tod ihres Kindes verschuldet Duisburg. Ein äußerst trauriger Vorfall beschäftigte die Duisburger Strafkammer. Die Ehefrau Heinrich Pick stand unter der Anklage, durch Fahrlässigkeit den Tod ihres dreimonatigen Kindes verschuldet zu haben. Als sie im Winter eine Besorgung zu machen hatte, heizte sie vorher den Ofen gründlich ein und stellte das Körbchen, in dem ihr Kind schlief, neben diesen, damit das Kind nicht frieren solle. Der überheizte Ofen aber brachte den Schlafkorb in Brand. Als die Mutter nach Hause kam, hatte das Kind bereits derart schwere Brandwunden erlitten, daß es bald starb. Die unglückliche Mutter, der der Verlust des Kindes die härteste Strafe war, die es geben konnte, erfuhr die Milde des Gerichts, das sie zu einem Monat Gefängnis verurteilte. Greusiger Fund— Ein Verbrechen aufgedeckt Linz. In einem alten Schacht im Westerwald fand man die Leiche einer Hausangestellten. Wie die Kriminalpolizei feststellte, liegt ein Als sie das Rheinland besetzten Erinnerung an Deutschlands schwerste Jeit Der von England und Frankreich entfesselte Krieg ist nun auf dem Boden der Kriegstreiber in schärfster Form entflammt.— Der Führer hat das Menschenmögliche getan, um eine kriegerische Auseinandersetzung mit Frankreich zu vermeiden, und mit Rücksicht auf das französische Volk, gegen das das deutsche Volk keinen Haß empfand. Frankreich wie Belgien und Holland sind aber trotz aller Warnungen den englischen Einflüsterungen unterlegen und haben sich zu einem Kriegsblock gegen Deutschland zusammengefunden. Sowohl die verantwortlichen Regierungen wie die Völker mußten wissen, daß ein moderner Krieg in seinen Auswirkungen noch fürchterlicher sein würde, als es der Weltkrieg schon war. Jetzt, wo der Krieg in stärkster Form im Westen entbrannt ist, werden im Ausland Stimmen laut, die Mitleid mit der vom Wüten des Krieges betroffenen Bevölkerung zu erregen suchen. Wir haben jedoch bisher nichts vernommen davon, daß sie gegen die teuflische Verhetzung Einspruch erhoben hätten, die gerade in diesen Tagen in einem Teil der französischen Presse in bisher nie dagewesener Weise zutage getreten ist. Wir erinnern uns aber auch nicht, daß während der Besetzungszeit in der Auslandspresse irgendwo und=wann gegen das im Rheinland durch die„Hohe interalltierte Rheinlandkommission" und durch die französisch=englisch=belgische Besetzungsarmeen ausgeübte Terrorreaime etwas unternommen worden ware. Es ist pielleicht gut, daran zu erinnern, daß Rheinlandkommission und Besetzungskommandos sich in der Zeit ihrer Machtausübung an Rhein, Saar uno Ruhr die größte Mühe gegeben haben, einmal um die Bevölkerung ihrem Deutschtum abtrunnig zu machen, den französischen Einfluß auszuarheiten. Man hat zur Durchführung der verschiedensten Aktionen die bekannten Methoden„Zukkerbrot und Peitsche“ angewandt und abwechselnd Verwaltungsdiktate und Besetzungsterror gegen die Bevölkerung zur Anwendung gebracht. Eine über 200000 Mann starke Besetzungsarmee hatte es sich über zehn Jahre in den besetzten Gebieten so bequem wie möglich gemacht. Zur Unterbringung der Truppen reichten selbstverständlich die Kasernen nicht aus— weil sie den französischen Soldaten nicht gut genug waren— deshalb wurden zahlreiche Schulen, Hotels und Fabriken beschlagnahmt. Die Offiziere, die ihre Familien oder ihre sogenannten Frauen nachkommen ließen, wurden fast ausnahmslos bei der Bevölkerung einquartiert. Wofür die deutschen Familien ihre besten Zimmer, in vielen Fällen ihre ganzen Wohnungen mit allem Inventar einschließlich Tisch= und Bettwäsche und allem Tafelgeschirr zur Verfügung stellen mußten. Auch Tausende von Unteroffizieren wurden mit ihren Familien in Bürgerquartieren untergebracht. Im Laufe der Zeit forderten die Franzosen von den deutschen Gemeinden, ohne Rücksicht auf die Kosten, den Bau neuer Kasernen und die Einrichtung neuer Exerzier= und Schießplätze. Z. B. an der pfälzisch=elsässischen Grenze mußte hierfür ein Gelände von 3000 Hektar besten Kulturbodens zur Verfügung gestellt werden. Hierfür mußte das Reich allein mehr als 12 Millionen Goldmark aufbringen. Durch Errichtung einer Zollinie an der Ostgrenze des besetzten Gebietes erstrebten sie die vollständige wirtschaftliche Loslösung vom übrigen Reich. Durch Erweckung und Förderung der sogenannten Separatistenbewegung erhofften sie gleichzeitig eine politische Loslösung. Dei Existenz der Bevölkerung spielte für die Besetzungsmächte überhaupt keine Rolle. Sie behandelte sie schlimmer als ihre Eingeborenen in den Kolonien. Massenausweisungen waren an der Tagesordnung. Ein besonderes Kapitel bildete die„Schwarze Schmach“, gegen die weder Politiker noch Militärs noch Priester Stellung genommen haben. An diese Leidenszeit der Bevölkerung der besetzten Gebiete müssen wir denken, wenn man heute vom Ausland aus Mitleid für die Bevölkerung der jetzt vom Kriege betroffenen Gebiete zu erregen sucht. Der Holzschub war immer hoffähig Alte Landweisheit vom neuen Stadtholzschuh Diesmal ist nun der Lenz, der sich sonst mit den frohen Gesichtern und frühlingsbunten Kleidern unserer Frauen und Mädchen anzukündigen pflegt, nicht auf leisen Sohlen gekommen. Ueberall hört man lustiges.„klippklapp". Das hölzerne Schuhwerk. festlich=bunt, macht eine frohe Musik, macht Trägerinnen und Passanten gleichermaßen vergnügt und erinnert im Getriebe der Stadt einmal an den Vorläufer dieses neuen„Modeschlagers“, an den bäuerlichen Holsken und seinen Schöpfer, den„Holzkenmaker". Es ist schon ein weiter Weg vom alten, schlichten, schmucklosen„Stülpenholsken" zu den raffiniert ausgeklügelten Holzsandaletten, die in Form und Ausstattung längst neue Wege gingen. Aus Holz, in der Regel aus Buche. Esche oder Apfel, sind lediglich die ganzteiligen oder aus drei Stäbchen bestehenden Sohlen und Absätze. Eiche empfiehlt sich der Schwere wegen nicht, Tannenhölzer besitzen eine zu große Saugfähigkeit. Nun hat sich der alte gute Holzschuh die Stadt eroberk und der alte Meister erinnert sich nicht ohne Stolz der ererbten Weisheit, nach der„Holskenmaken eine Kunst ist, die jeder Hundertste nicht einmal versteht"! Mit Recht ist der Holzschuhmacher auf sein Handwerk stolz, das vielfach an die vierhundert Jahre in der gleichen Familie nachzuweisen ist. Alte, bewährte Formen und Berufsweisheiten vererben sich vom Vater auf den Sohn und es ist nichts Außergewöhnliches, wenn einmal Bestellungen aus weiter Ferne den Meister erreichen. deren Absender auf seine Holsken schwören. Ein guter Holzschuh kauft sich von selbst.„De Luie mütt noa den Holsken goahn, un nich de Holsken noa de uie“, heißt es in einer alten Redensart. Auch im Sprichwörterschatz unserer Bauern ist der„Holsken“ bein Unbekannter. So heißt es von einem Aufschneider:„Man kannt met 'n Holsken foilen(fühlen)". nämlich die Unwahrheit. Von einer Frau, die allzu redselig ist, sagt man:„Et goiht'r dür wo'n bossen Holsken“(Es geht dadurch, wie das Wasser durch einen geborstenen Holzschuh). Ferner: „'n oaniken Prömken(ordenlicher Kautabak) sitt wiarmer assen klöddrigen(zerbrechlichen) Holsken!“—„Diu kriggs e Butz, dat Diu de Holsken baßt(platzen)!“— Von einem kleinen Bauernjungen, der zum ersten Male Holzschuhe trägt, heißt es:„Holskenmajor“! Im Ablauf des Jahres kommt der Holsken vor allem in der vorweihnachtlichen Zeit zu Ehren. Um Nikolaus herrm stellen die Kinder nachts einen Holzschuh auf die Fensterbank, die das Christkind und der Klaus zu füllen haben. Einem schönen Brauch begegnet man noch heute in den Dörfern des Widukindkreises. Dort muß auf einer Hochzeit, in der der jüngere Bruder vor dem älteren heiratet, der ältere abends um acht Uhr einen Tanz in„Holsken" tanzen. Dort wird der Gute mit lautem Hallo und Geklapper als gute Partie vorgestellt, dem die„Holsken" sagen sollen, daß es für ihn höchste Zeit wird, sich auf den Weg zur Brautschau zu machen. Holskentänze, Holskenbälle waren zu allen Zeiten beliebt. So wurde bei der 1000=JahrFeier des alten Herrensitzes Kilver bei Bünde in Westfalen ein schöner alter und bodenständiger Holskentanz zu neuem Leben erweckt. Der Holzschuh, ob zu Lande, ob zur Stadt, war immer hoffähig. Den Stolz über dieses geschlechteralte, bewährte Schuhwerk mögen zwei Wendungen aus dem westfälischen Volksgut widerspiegeln. Dort heißt es einmal:„We mui nich luien(leiden) kann, wenn'k met Holsken iut'n Keohstelle(Kuhstalle) komme, briukt (braucht) mui äok nich antekieken, wenn'k met Stiebeln iut'e Kerken(Kirche) kuume!“ Ueberreichte man früher Geschenk=Holzschuhe, so hörte man wohl:„Eck lott mui gar nich lumpen, eck lott mui gar nich lumpen, eck doe mui nich schaneeren, eck woll beoß gratuleeren!“ Verbrechen vor, das inzwischen aufgeklärt werworden. Den Täter hat man inzwischen ermittelt. Verschönerungen am Limburger Schloß Limburg. Wie an der Westseite des Domes so sind nun auch die Arbeiten an der Ostseite des Limburger Schlosses beendet worden. Der weithin die Landschaft beherrschende Felsen, der Dom und Schloß trägt, bietet sich damit von allen Seiten nun wieder ohne Gerüstaufbauten dem Auge dar. Die Arbeiten am Schloß wurden unter Aufsicht des Preußischen Hochbauamtes Diez ausgeführt. Das alte Fachwerk ist mit naturfarbenem Edelputz versehen worden, der sich dem Farbton der anschließenden Teile des großen Bauwerks gut anpaßt. Dunkelbraun hebt sich das Gebälk davon ab. Interessant ist, daß mehrere Felder des Fachwerks noch die Jahrhunderte alte Lehmfüllung trugen. Gelegentlich der nun beendeten Arbeiten wurde das alte Fachwerk durch Mauerwerk ersetzt. Einige Gefache, die über das Gebälk hinausragten, wurden mit dem Fachwerk bündig verarbeitet. Damit sind die Instandsetzungsarbeiten an den beiden bekanntesten Limburger Bauwerken auf lange Zeit hinaus abgeschlossen. Junge vor den Augen seiner Spielkameraden ertrunken Mainz. Kostheimer Jungen, die am Mainufer spielten, kamen plötzlich auf den Einfall, über einen Balken zu balancieren. Ein neunjähriger Junge verlor das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser. Ein Erwachsener sprang dem Jungen zwar nach, doch konnte er ihn nicht mehr erfassen. Ein Paddelboot mit vier Insassen gekentert Vallendar. Das Opfer eines bodenlosen Leichtsinns wären am Donnerstagabend nach Anbruch der Dunkelheit beinahe vier Burschen im Alter von 19 bis 22 Jahren geworden. In unverantwortlicher Weise waren sie am Ufer in Niederwerth in ein Paddelboot gestiegen, das nur zwei Personen Platz bot, also überlastet wurde. Als sie nach Vallendar hinüberfahren wollten, war das Unglück schnell geschehen. Das Boot kenterte, und alle vier Insassen fielen in den Rhein. Ihre Rettung wurde noch dadurch erschwert, daß einer von ihnen körperbehindert war. Dieser erreichte nur inter Aufbietung aller seiner Kräfte das Ufer und brach dort besinnungslos zusammen. Vorbildliche Haltung Bad Salzig. Eine vorbildliche Haltung bewies der hiesige Berufsschifferverein, der in einer Versammlung sich nicht nur mit einer Sammlung für das Kriegswinterhilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes begnügte, sondern außerdem beschloß, aus den Mitteln seiner Vereinskasse weitere 100 RM. für unsere verwundeten Soldaten zur Verfügung zu stellen. Spielende Kinder verursachen einen Brand Diez. Zwei Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren gerieten beim Spiel in einen leerstehenden Stall, in dem noch etwas Stroh lag. Die Kinder entzündeten dort Streichhölzer, wobei das Stroh in Brand geriet. Da dieses zum Glück feucht war, blieben schlimmere Folgen aus. Hausbewohner und in der Nähe beiate Arbeiter wurden durch die Rauchuste Warnung für alle Zeitzünder explodierten— Leichtsinnigkeit und Neugier mit dem Leben gebüßt Köln. Wie wir dem KSD. Köln=Aachen entnehmen, zeigen zwei tragische, bei Beachtung der erlassenen Anordnungen und Warnungen durchaus vermeidbare Unfälle, daß besonders in den Grenzkreisen, aber auch in den großen Städten äußerste Vorsicht und größte Aufmerksamkeit notwindig ist. Neugier forderte mehrere kostbare Menschenleben. Trotz aller Warnung und Mahnung nahm ein Volksgenosse in einem Kreis des Gaues Köln=Aachen von einer nicht explodierten Bombe den Zeitzunder ab und trug ihn nach Hause. Als der Zünder in der Wohnung zur Explosion kam, erlitt der Mann eine schwere Beinverletzung. Der zweite Fall forderte drei Todesopfer. Hier hatte ebenfalls ein Mann den Zeitzünder einer Bombe mit in seine Wohnung genommen. Als die Hausbewohner sich daran zu schaffen machten, explodierte er. Bei der Explosion wurden zwei Frauen und ein Kind getötet. Diese beiden Fälle sind eine erneute eindringliche Mahnung an alle Volksgenossen, unverzüglich die Feststellung einer nicht explodierten Bombe oder Teile davon der nächsten Dienststelle der Polizei, des Luftschutzes oder der Wehrmacht zu melden. Die Landbevölkerung wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß auch Einschlaglöcher oder Bombentrichter, die auf landwirtschaftlichen Grundstücken entdeckt werden, sofort an die genannten Stellen gemeldet werden müssen. Eindringlich wird davor gewarnt, an niedergefallene Bomben, die nicht explodiert sind oder an dazugehörende Teile heranzugehen. Sehr häufig handelt es sich nicht um Blindgänger, sondern um Zeitzünderbomben, die oft erst nach Stunden explodieren. Vor der Unfitte „Splitter=Andenken" zu sammeln, kann man ebenfalls nicht nachdrücklich genug warnen. Es ist eine besondere Pflicht der Eltern, ihre Kinder anzuhalten, keine Sprengstücke aufzuheben, da diese unter Umständen durch chemische Kampfstoffe vergiftet sein können, die lebensgefährliche Wirkung haben. entwicklung aufmerksam und löschten noch rechtzeitig den Brand. Buntspecht gab„Morsezeichen" Herford. Rundfunkhörer in Herford vernahmen dauernd ein Geräusch, das wie fernes MG.=Feuer klang. Man stellte alle möglichen Vermutungen an, bis man auf die Lösung kam: ein Buntspecht hatte sich eine Bambusstange, die als Antennenmast dient, für seine Klopfarbeit ausgesucht. Mit seinem Schnabel „morste“, er das rätselhafte„Taktaktak“ in den Aether. Göring Pate beim 12. Kinde Herford. Eine besondere Freude erlebte die Familie des Angestellten Karl Möller an der Herforder Wiesenstraße. Zum Pfingsttage erreichte die Eltern die Nachricht, daß Ministerpräsident Göring die Patenstelle zum 12. Kinde übernommen habe. Ein Glückwunschschreiben und ein Geschenk ist den Eltern zugeleitet. Bereits 1934 hatte der Führer die Patenstelle zu einem Kinde der Familie Möller übernommen. Beim Ohnmachtsanfall leuchtgasvergiftet Münster. Eine 33jährige Frau erlitt in der Küche ihrer Wohnung in der Oberschlesier; straße einen Ohnmachtsanfall. In dieser Zeit kochte auf dem brennenden Gasofen ein Topf über und verlöschte die Flamme, während das Gas weiter ausströmte. Die bewußtlose Frau trug durch die Einatmung des Gases so schwere Vergiftungen davon, daß sie aus ihrer Bewußtlosigkeit nicht mehr erwachte und später tot aufgefunden wurde. Weltmeister der Hypnose? Einem Japaner sagt man heute die Fähigkeit nach, die gleichen Kunststücke der Massensuggestion bewältigen zu können, die man bis heute allein den indischen Yoghis zugeschrieben hatte. Als von amerikanischer Seite in Peking die Fähigkeiten dieses Japaners angezweifelt wurden, ließ er sich zu einer Abendgesellschaft in einen amerikanischen Klub einladen. Man bat ihn nach dem Essen, einige seiner merkwürdigen Kunststücke vorzuführen. Obwohl man sich in einer von der Weinernte weit entfernten Jahreszeit befand, ließ er auf einmal große Mengen schönster dicker Weintrauben erscheinen. Er forderte jeden Anwesenden auf, eine Traube zu nehmen, aber nicht eher zu essen, bis er die Erlaubnis dazu erteile. Alle Trauben waren anscheinend durch einen Ast mit einem Hauptstamm verbunden. Der Japaner forderte die Anwesenden auf, ein Messer zur Hand zu nehmen und auf sein Kommando„abschneiden“ die Trauben von diesem Ast mit einem Messerschnitt zu lösen. Als alle die Messer ansetzten, gab der Japaner das Kommando: Erwachen! Er hatte tatsächlich die ganze Tafelgesellschaft in einen Zustand der Massensuggestion versetzt, denn die Gäste saßen einander gegenüber und hielten statt der Weintraube die Krawatte des Nachbarn in der Hand und waren im Begriff, sie mit einem Tischmesser abzuschneiden. Nach diesem Experiment zweifelte niemand mehr in Peking an den Künsten des unheimlichen Japaners, dem man den Titel„Weltmeister der Hypnose“ beilegte. Eine Tragbahre stiftet Glück. Vor einigen Monaten vernahm die amerikanische Gesellschaft, daß ein junger Mann die Tochter eines sehr reichen amerikanischen Industriellen entführt und geheiratet habe. Der Vater wollte von dieser Eheschließung nichts wissen und weigerte sich, der Tochter auch nur die kleinste Mitgift zukommen zu lassen. Nun hat sich aber über Nacht die Lage geändert. Der junge Mann hat nämlich eine Erfindung gemacht. Er entführte seinerzeit seine Braut mit einem Krankenwagen aus dem streng bewachten Haus ihres Vaters. Bei diesem Transport fiel ihm auf, daß die Tragbahren in einem solchen Wagen sehr schlecht seien. Er machte also eine Verbesserung, die patentiert wurde. Als nun vor kurzem der Vater des Mädchens zu einer eiligen Operation ins Krankenhaus gebracht werden mußte, erblickte er an der Tragbahre an der Seite das Patent schild seines Schwiegersohnes„wider Willen". Er sah ein, daß dieser doch nicht so dumm sei, wie er gedacht hatte, und gab nachträglich seinen Segen zu der Entführung— und die Mitgift. Lahan-Rulan, Pan. lla Anizn Uue Norfw, tumg, mun An Tnnan Fortung siegt, Osnabrück verliert Deutsche Fußballmeisterschaft ohne Aeberraschungen Die weiteren Spiele zur deutschen Fußballmeisterschaft am Sonntag ergaben durchweg die erwarteten Ergebnisse, wenn auch erbittert um die Punkte gekämpft wurde. In Gruppe ta errang Union Oberschöneweide seinen zweiten Sieg, diesmal in Stettin gegen den dortigen VfL mit 3:1(2:0), so daß der Bereichsmeister von Brandenburg hier klarer Favorit ist. In der Gruppe lb befestigte Ostmarkmeister Rapid Wien seine Spitzenstellung durch einen schwer erkämpften 3:1=(1:1=) Sieg gegen den Schlesienmeister Rasensport Vorwärts Gleiwitz. Immerhin dürfte Rapid im Rückkampf mit den Schlesiern noch viel Arbeit haben. In Gruppe? en die beiden großen Favoriten, Eimsbüttel und Dresdner SC, ihre erwarteten Siege. Der Nordmarkmeister Eimsbüttel fertigte dabei in Hamburg den VfL Osnabrück mit 3:1 (2:1) ab, während der 1. SV Jena auf heimischem Boden dem Dresdner SC starken Widerstand leistete und nach torloser erster Hälfte nur 0:2 unterlag. In der Gruppe 3 gab es nur ein Spiel in Kassel, wo Fortuna Düsseldorf leicht 5.0(2:0) über den SC Kassel 03 erfolgreich war. kndlich holten sich die Stuttgarter Kickers in Stuttgart mit 4:0(240) die Punkte gegen ihren kamensvetter aus Offenbach. SC es Kassel— Fortuna Düsseldorf 6:5 Der Rückkampf der Bereichsmeister von Hesn und Niederrhein. SC 03 Kassel und Fortung Düsseldorf, der noch am Freitagnachmittag in Frage gestellt war, stand für den Hessenmeister unter einem unglücklichen Stern. So gute Kräfte wie Bock als Mittelstürmer, Engelhardt als Mittelläufer und Horn in der Verteidigung ließen sich nicht leicht ersetzen. Mit 500(2:0) siegte Fortuna, obgleich der Kampf im Felde ausgeglichen verlief. Spielerisch und technisch war der deutsche Altmeister auch klar besser und verstand es vor allem. die Deckungslücken der Gastgeber stets auszunützen. Abgesehen von Czaika und dem tödlich verunglückten Torhüter Pesch, zu dessen Bedenken nie Rheinländer im Trauerflor spielten und auch eine Minute Spielruhe eingelegt wurde, trat Fortuna in stärkster Aufstellung an. Nach dem vollkommen offenen Verlauf der ersten 35 Minuten, während deren 03 sogar die klareren Torgelegenheiten hatte, führte eine unglückliche Parade des Kasseler Torhüters zum ersten Treffer der Fortuna. Pickartz spartete herbei und lenkte den Ball über die einie. Schon dieser unerwartete Erfolg des Gegners erschütterte die einheimische Verteidigung, die zwei Minuten später von dem Forina=Mittelstürmer Gühler glatt überspielt wurde, so daß es nach 37 Minuten schon 0:2 hieß. Dabei blieb es bis zum Seitenwechsel, obwohl sich den Kasselern viele gute Gelegenheiten boten. Auch nach der Pause sah es zunächst mehr nach Erfolgen der Gastgeber aus. In der Aufregung verschossen aber Jordan und Kleim aus günstiger Position. Ueberraschend fiel dann der dritte Treffer für Fortuna, wobei in der 60. Min. wiederum Pickartz der Schütze war. Seinem Nachschuß aus kürzester Entfernung war Weyand nicht gewachsen. Die Kasseler Hintermannschaft fiel nun vollends auseinander, obwohl sich Herberger unermüdlich abrackerte. So fiel es dem Fortunahalbrechten Kluth verhältnismäßig leicht, in der 73. und 75. Minute den Vorsprung seiner Farben auf 5:0 auszubauen. Beim Stande von 4:0 ging Herberger in den Sturm, er konnte aber as Ergebnis auch nicht mehr verbessern und fehlte in der Deckung sehr. Rapid schlug BR Gleiwitz 3e1 Vor nur 600 Zuschauern wurde am Sonntag im Prater=Stadion unter den denkbar ungünstigsten äußeren Verhältnissen das Gruppenspiel zur Deutschen Fußballmeisterschaft zwischen Rapid und dem Schlesienmeister Rasensport Gleiwitz ausgetragen. Die Hütteldor= fer, die diesmal mit Pesser ars Mittelläufer erschienen da Hofstätter bei einem Verkehrsunfall verletzt worden war, kamen erst nach der Pause richtig in Fahrt und stellten dann einen einwandfreien 3el=Sieg sicher. Auf dem schweren Boden waren die schlesischen Gäste mit ihrem halbhohen Angriffsspiel anfangs überlegen, wobei sich besonders der Linksaußen Renk ars sehr gefährlich erwies. Rapid kam langsam auf, erzielte aber nur fünf ergebnislose Ecken, während Kaburek sich als Meister im Verschießen zeigte. In der 37. Min. leitete der ziemlich ungedeckte Renk einen schnellen Vorstoß ein, der Ball kam über Wostal zu Pesser, der kurz entschlossen zum 1:0 einschoß. Ein Handvergehen Koppas im Strafraum ermöglichte Binder zwei Minuten vor der Pause mit unhaltbarem Elf=MeterSchuß den Ausgleich. Nach dem Wechsel setzten die Wiener unter hervorragender Unterstützung der Läuferreihe gleich mächtig Dampf auf, und nach 2 Minuten lag Rapid nach einem von Mettke abgewehrten Binder=Freistoß durch Dworacek in Führung. Wostal vergab dann, als Raftl im Herauslaufen zu Fall kam, eine nie wiederkehrende Gelegenheit, und im weiteren Verlauf waren dann die Wiener klar überlegen Jedoch erst 3 Minuten vor Schluß fiel durch Binder, der einen an Dworacek verschuldeten Strafstoß aus 18 Meter bombensicher einschoß, der lotzte Treffer. - Kickers Offenbach Auf dem Stuttgarter Degerloch=Sportplatz keserten sich die Meister von Württemberg und Sükdwest vor 6000 Besuchern einen mäßigen Endrundenkampf, was wohl in erster Linie darauf zurückzuführen war, daß auf beiden Seiten einige bewährte Kräfte fehlten. Besonders übel waren die Öffenbacher dran, die fast ihren gesamten Sturm ersetzen mußten. Bei den Stuttgartern fehlten außer Conen noch Deyle und Die Gastgeber hatten einen vorzüglichen Start und fährten schon nach drei Minuten durch einen von Walz erzielten Treffer mit 1:0. In der Folge war das Spiel völlig ausgeglichen, aber der Stuttgarter Sturm war doch stets gefährlicher als die zu verspielte Offenbacher „Fünferreihe. Mitte der Halbzeit kamen die Stuttgarter durch einen von Keck verschuldeten und von Merz sicher verwandelten Elfmeter zu ihrem zweiten Tor, nachdem wenig vorher der einheimische Hüter durch eine glänzende Parade den naheliegenden Ausgleich verhindert hatte. In der zweiten Halbzeit hatte Stuttgart zehn starke Minuten, in denen auch der Sieg sichergestellt wurde. Hipp schloß ein seines Zusammenspiel mit dem dritten Treffer ab und drei Minuten später schoß der Außenläufer Weiler das Leder aus dem Hinterhalt zum 4:0 ein. 1. S8 Jena— Dresdner SE 0:2 Mit einer nicht gerade überzeugenden Leistung wartete der Dresdner SC in seinem ersten Vorrundenkampf gegen den 1. SV Jena auf. Wohl wurde das Spiel im Stadion der thüringischen Universitätsstadt mit 2:0(0:0) gewonnen, aber der Gesamteindruck war nicht zufriedenstellend. Allerdinas ist diese Feststellung auch für den Mitte=Meister zutreffend. Vor der Pause beherrschten die starken Abwehrreihen beider Mannschaften das Feld. Beide Torhüter— Kreß und Platzl— wurden mit den wenigen auf ihr Tor geschickten Bällen leicht fertig. Die Thüringer begingen den Fehler, ihre Innenstürmer zurückzuziehen, wodurch der Angriffsreihe die Durchschlagskraft genommen war. Auf der anderen Seite kamen Schön und Richard an t„den ausgezeichneten Jenaer Mittelläufer Beckert nicht richtig zum Zuge. . unverte sich etwas nach der torlosen Pause, als der Jenaer Angriffsführer Seifert für zehn Minuten verletzt ausscheiden mußte. Von diesem Zeitpunkt ab gewannen die Dresdner die Oberhand, aber es vergingen noch 25 Minuten bis zum ersten Tor, das König erzielte. Der gleiche Spieler schoß auch den zweiten Erfolg heraus. Eimsbüttel— BfL Osnabrück 3:1 In seinem ersten Spiel errang der Nordmarkmeister TSV Eimsbüttel vor gutem Besuch am Rothenbaum in Hamburg gegen den Niedersachsenmeister BfL Osnabrück einen verdienten Erfolg. Bereits in der ersten halben Stunde schoß Mittelstürmer Mansa 1 zwei Tore. von denen Flotho freilich das zweite hätte halten müssen. Der junge Mittelläufer Manja 2 leistete wirkungsvolle Zerstörungsarbeit, so daß der Osnabrücker Angriff keinen Zusammenhang fand. Durch ein Eigentor des Verteidigers Lüdecke kamen die Niedersachsen noch vor der Pause zum billigen Ehrentreffer. Nach dem Wechsel wurde das Spiel durch die Tatkraft des Stürmers Billen viel lebendiger und zeitweise sah es um die Aussichten der Eimsbütteler gar nicht gut aus. Allmählich konnten sich die Hamburger aber wieder freimachen, und als der Osnabrücker Verteidiger Kovermann einen halbhohen Ball verpaßte, stellte Stührk das Endergebnis her. Zahlenbild Gaugruppe 1a: Kampf der Meister in Nürnberg Schalke siegte überzeugend mit 4:1 Zum 40jährigen Jubiläum gab es in Nürnberg am Sonntag das Zusammentreffen zwischen dem deutschen Pokalmeister 1. FC. Nürnbera und dem deutschen Meister Schalke 04 im Zabo. Der Meisterkampf hatte seine Anziehungskraft nicht verfehlt, zum erstenmal seit langen Jahren war die Sportanlage des Clubs im Zabo restlos ausverkauft, 25000 Zuschauer fieberten dem Beginn des Kampfes entgegen, und sie alle wurden nicht enttäuscht. Das Spiel stand im Mittelpunkt sportlicher Wettbewerbe, die den ganzen Sonntag über im Sportpark Zabo abgewickelt wurden, dazu hatte der Platz eine schlichte Ausschmückung erhalten und als nach 16 Uhr die beiden Mannschaften ins Feld kamen, war in dem weiten Rund auch kein Platz mehr leer. Mit dem Beginn des Spieles übernahmen die Schalker sofort das Kommando und schon in der 1. Minute hatte Kallwitzki wenige Meter vor dem Tor stehend, Gelegenheit zum Schalker Führungstreffer, aber Agne hielt ausgezeichnet. Es entwickelte sich ein außerordentlich schnelles Spiel, in dem sich die Gäste aus Westdeutschland leicht überlegen und vor allem das bessere Stürmerspiel zeigten. Eppenhof hatte wenig später eine Chance, die er vergab, dann fand sich auch der Club besser und Eiberger beunruhigte die Schalker Abwehr wiederholt. In der 15. Minute fiel dann der Nürnberger Führungstreffer. Kund ließ seine Bewacher stehen, flankte zur Mitte und Zahn verwandelte unhaltbar. Trotz= dem hatte Schalke etwas mehr vom Spiel und in der 33. Minute fiel auf einen ganz groben Abwehrfehler Lubers durch Kuzorra der Ausgleich. Gleich darauf knallte Schuh an den Pfosten und wiederholt stand Agne im Brennpunkt der Ereignisse, da es in der Nürnberger Abwehr nicht klappen wollte. Pfänder hatte dann mit einem Kopfball Pech und dann pfiff Ruhmann (Regensburg) zur Pause. Nach der Pause erfreuten die Schalker die 25000 Zuschauer mit einem ausgezeichneten Fußball. Die Westdeutschen spielten sich geradezu in die Herzen der Nürnberger hinein, die mit ihrer Sympathie auchdann nicht zurückhielten und alle die seinen Leistungen des Meisters mit ehrlichem Beifall zollten. Zunächst konnte Kuzorra mit einem 20=m=Schuß das Ergebnis auf 2:1 stellen und in der 73. Minute erhöhte Tibulski auf 3:1. Einen Handelfmeter, geschossen von Sold, konnte Klodt abwehren und in der 88. Minute kam dann noch Eppenhof zu einem vierten Tor, nachdem kurz vorher ein Schalketor wegen Abseits nicht gegeben wurde. Goldbrunners großer Bayern— Ostmark 280(1:0) Der erste Vorschlußrundenkampf um den Reichsbundpokal zwischen den Bereichsmannschaften von Bayern und der Ostmark hatte in der Hauptstadt der Bewegung seine entsprechende Zugkraft mit 20000 Zuschauern! Diese hatten Gelegenheit, einen Sieg ihrer Elf zu feiern der mit 2:0 verdient ausfiel. Während die Wiener in der angekündigten Aufstellung mit Zöhrer, Sesta, Schmaus, Hartmann, Pekarek, Probst, Zischek, Hahnemann, Reitermaier, Riersch, Hronek erschienen, mußten die Bayern für den unabkömmlichen Kupfer umstellen und folgende Elf aufbieten: Salcher, Bernard, Schmeißer, Bayerer, Goldbrunner, Hammerl, Lehner, Pesahl, Lechner, Janda Fiederer. Trotz dieser kleinen Schwächung war es gerade die Münchener Läuferreihe, die den Sieg herausholte. Turm in der Schlacht war„Lutte“ Goldbrunner, der den Wiener Sturm meist leer laufen ließ und alle Abstöße des Gegners durch wundervolle Kopfballtechnik ausschaltete. Im Sturm, der in beiden Spielhälften aggressiver und entschlossener war, tat sich Lehner besonders hervor. Bernard in der Verteidigung und Salcher im Tor verdienen ebenfalls ein Lob. Die Wiener„spielten"— und die Bayern schossen die Tore, von denen Zöhrer keines verhindern konnte. Schmaus war der Standard=Verteidiger, dagegen fiel Sesta nach der Pause stark ab und Pekarek in der Mitte wurde überlastet. Der Angriff bestand aus Einzelkönnern. Die beiden Tore: 22. Minute der ersten Halbzeit nach einem Eckball. Lehner hob den Ball zu Lechner, der aus der Luft scharf einschoß: 1:0 für Bayern. 58. Minute: Der linke Flügel Janda=Fiederer brach durch, letzterer umspielte Schmans und schoß zum 2•0 ein. Bochumer Fußballsieg Verbunden mit dem Staffellauf Quer durch Bochum war ein Fußballstädtekampf zwischen Bochum und Osnabrück den die Westfalen im gutbesetzten Stadion mit 3:2(2:2) gewannen. Sie spielten besser zusammen als die Niedersachsen, die allerdings ohne die Spieler des VfL kommen mußten und sich in der Hauptsache aus Mitgliedern von Schinkel 04 zusammensetzten. Bochum führte durch zwei schöne Tore des Halblinken Paßgang und des Linksaußen Solinksi bereits mit 2:0, als Osnabrück durch schwaches Spiel des Bochumer Torhüters Nawrot (SC Altenbochum), der am Vormittag bereits ein Meisterschaftsspiel bestritten hatte, durch den Linksaußen Lammers und den Halbrechten Kruse zum Ausgleich kam. Nach dem Wechsel ging der Reißer Solinski in die Sturmmitte und schoß auch bereits nach fünf Minuten den verdienten Sieg heraus. Verbrauchsregelung für und Handbälle Zum Erwerb eines Fuß= oder Handballes ist fortan ein Bezugschein erforderlich. Die Ausgabe dieser Bezugsausweise erfolgt für die Vereine und Gemeinschaften durch das Sportbereichsamt. Diese Verbrauchsregelung dient ausschließlich zur Aufrechterhaltung des Wettkampfbetriebes. Anträge auf Bezugsausweise von Stellen außerhalb des NSRL können nicht berücksichtigt werden. Wehrmachtsteile wenden sich z. B. an das Wehrmachts=Beschaffungsamt, Schulen und Lehranstalten an die zuständige Dienststelle des Reichserziehungsministeriums. Die Bezugsausweis=Anforderungen der Vereine müssen vom Vereinsführer oder seinem Stellvertreter unterschrieben sein und die dringliche Notwendigkeit der Beschaffung nachweisen. Die Bezugsausweise werden ausgestellt für die Ballgrößen 5(Wettspielgröße), 4 und 3 bei Fußbällen: 3(Wettspielgröße) und 4 bei Handbällen. In den Anträgen ist genau anzugeben, ob der Ball für den Männer=, Frauen= oder Jugendbetrieb benötigt und welche Ballart gewünscht wird, damit Unzuträglichkeiten beim Kauf vermieden werden Schwimmvereine sollen einspringen Bald beginnt wieder die Freiwasser=Badezeit. Hier und da sind nun schon Andeutungen laut geworden, daß das eine oder andere Bad wahrscheinlich noch nicht wird eröffnet werden könneu, weil die Schwimmeister fehlen. Die Bestimmungen, daß für die Bäder eine bestimmre Anzahl geprüfter Schwimmeister zur Verfügung stehen, müssen erfüllt werden. Hier haben nun die Vereine eine wichtige Aufgabe zu erfüllen und müssen mit ihren erfahrenen Mitgliedern einspringen, Rettungsschwimmer zur Verfügung stellen und alles tun, um der Schwierigkeiten Herr zu werden. In den Sportgemeinschaften des NSRL sind genügend Kräfte dafür vorhanden. Es liegt ja auch im eigenen Interesse der Vereine, die Durchführung ihres Sportes zu sichern. Linden 8 Hannover und Eintracht Frankfurt In Berlin und Frankfurt a. M. fanden am Sonntag die beiden Vorschlußrundenspiele zur Deutschen Rugbymeisterschaft 1940 statt. Es siegten erwartungsgemäß der Favorit Linden 97 Hannover und Eintracht Frankfurt, die nun am kommenden Sonntag in Hannover den Kampf um den Titel bestreiten. In Frankfurt kam die Eintracht=Fünfzehn zu einem sicheren 20:0=(9:0=) Sieg über den stark geschwächten SC Heidelberg=Neuenheim. Eindeutig war auch der Erfolg von Linden 97 Hannover mit 21:6 (13.0) über den brandenburgischen Meister BSG Siemens. Jugoslawischer Sieg im Doppel Im Tennis=Länderkampf um den Donaupokal konnten die Jugoslawen am Sonntag durch den Gewinn des Doppels die italienische Führung auf 2:1 verkürzen. Jugoslawiens Meisterpaar Puncec=Pallada hatte wenig Mühe, das italienische Paar Cucelli=del Bello 8:6, 6:3, 6:1 zu schlaen RSRL.-Vereine und Grunderwerbsteuer Anläßlich des Ueberganges von Grundstücken aus einer Hand in die andere wird eine Grunderwerbssteuer erhoben, die einmalig, aber ihrer Höhe nach recht beachtlich ist. Diese Steuer ist auch für Sportgemeinschaften, die sich eine eigene Sportstätte oder ein Eigenheim zulegen, von erheblicher Bedeutung. Bisher galt das Grunderwerbsteuergesetz in der Fassung vom 11. März 1927. es ist aber jetzt in einer neuen Fassung vom 29. März 1940 verkündet worden und am 1. Mai 1940 m Kraft getreten. Dieses neue Grunderwerbsteuergesetz siehl wie das bisherige eine Befreiung aus dem Gesichtspunkt der„Gemeinnützigkeit nicht vor. Die Steuer ist eine Verkehrssteuer und erfaßt darum jeden, Veräußerungsvorgang, ohne Rücksicht darauf, wer an ihm beteiligt ist. Der Steuer sind daher auch die Sportgemeinschaften unterworfen. Dagegen spielen die Bestimmungen der Reichsabgabenordnung über Stundung und über Erlaß der Steuer aus Billigkeit nach wie vor eine Rolle. Darum ist auch die Vergünstigung, die der Reichsfinanzminister für den Eigentumswechsel anläßlich eines Zusammenschlusses von Sportgemeinschaften und für den Erwerb eines Ersatzgrundstücks an Stelle eines von der Heeresverwaltung oder der Reichsautobahn in Anspruch genommenen Sportgrundstückes angeordnet hat. nach wie vor in Geltung. Gleiches gilt von Ersatzbeschaffungen, die im Zuge der Beanspruchung des bisherigen Sportgrundstücks im Rahmen städtebaulicher Maßnahmen notwendig wurden. An der Höhe der Steuer— 3 Prozent für das Reich und Zuschlag bis zu 2 Prozent für die Stadt= und Landkreise— hat sich nichts geändert. Als wichtige Aenderung ist hervorzuheben, daß jetzt der Kaufvertrag pp. besteuert und die Steuer binnen Monatsfrist nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig wird wobei das Finanzamt allerdings längere Zahlungsfrist bestimmen kann. Solange die Steuer nicht bezahlt oder die Zahlung sichergestellt ist, darf die Umschreibung im Grundbuch nicht erfolgen. Maßstab für die Bemessung der Steuer ist jetzt grundsätzlich der vereinbarte Preis einschließlich der vom Käufer sonst übernommenen Leistungen und der dem Verkäufer vorbehaltenen Nutzungen. Der Einheitswert, der früher maßgebend war, wenn er höher war als der Preis, spielt nur noch ausnahmsweise eine Rolle. Außerdem wird jetzt dem Preis nicht mehr die Grunderwerbsteuer hinzugerechnet, wohl aber die Wertzuwachssteuer für den Fall, daß der Erwerber sie übernimmt. Gebäude auf fremdem Boden werden jetzt wie Grundstücke behandelt. Wenn also ein Sportverein das Gebäude, das er in Ausübung einer Miete oder Pacht errichtet hatte. veräußert, sei es an den Eigentümer des Grund und Bodens oder an einen Nachfolger in der Miete und Pacht, so wird dieser Vorgang zum Gegenstand einer Grunderwerbbesteuerung. unter 39 Sekunden! Etwas über die Leistungsgrenze der Kurzstreckenstaffel Auf dem Gebiet der Leichtathletik sind im Laufe der Jahre geradezu unwahrscheinlich klingende Weltbestleistungen erzielt worden. Und doch sind dabei bestimmt noch nicht die äußersten Grenzen menschlicher Fähigkeit erreicht worden, weder auf den verschiedenen Laufstrecken, noch im Hammerwurf, im Kugelstoßen, vom Hoch= und Weitsprung garnicht zu reden. Wie sieht es nun bei einer der fesselndsten Uebungen aus, die die Leichtathletik kennt, der viermal=100=m=Staffel? Fachleute behaupten und belegen diese Behauptung bis ins einzelne, daß der Weltrekord noch unter 39 Sekunden gebracht werden könne. Zweifler mögen sich einmal die Entwicklung oer letzten 15 Jahre vor Augen führen. Wie war es doch 1924 in Paris. als USA mit seiner Staffel 41 Sekunden erreichte? Fassungsloses Staunen, ernsthafte Annahme eines Irrtums der Zeitnehmer, aber die Zeit war richtig. Was damals wie ein Wunder anmutete, wird heute schon von einer erstklassigen Vereinsmannschaft erreicht; wir denken nur an die Frankfurter Eintracht, die vier Jahre später in Amsterdam auf diese Zeit kam. Die Amerikaner waren es wieder, die 1932 in Los Angeles diese Zeit gleich um eine Sekunde verbesserten, um dann 1936 in Berlin diese Grenze weiter zu unterbieten und mit 39,8 Sekunden einen Weltrekord aufzustellen, den man nun als wirklich äußerste Grenze menschlichen Könnens und technischer Reife ansah. Jetzt aber kommen die Amerikaner und weisen nach, daß man die viermal=100=m sogar in 385 Sekunden durcheilen könnte. Diese Rechnung wird aber erst dann in die Wirklichkeit umgesetzt werden können, wenn eine Staffel von vier großartigen 100=m=Läufern, von denen jeder für eine Zeit von 10,4 Sekunden gut ist, den Wechselraum von 20 Meter bis zur äußersten Grenze ausnützt. Daß einmal vier solche Läufer, die vielleicht sogar auf 103 Sekunden kommen, in einer Staffel vereinigt werden können und gleichzeitig ihren Wechsel bis zur Höchstleistung vervollkommnen, ist eine durchaus berechtigte Annahme. Sie beweist, daß nicht mehr die Schnelligkeit allein bei der Staffel entscheidend ist, sondern daß sich die ganze Aufmerksamkeit auf den Wechsel zu konzentrieren hat. Nur durch die Kunst des Wechselns wird heute bei gleichwertigen Läufern mehrerer Staffeln das Rennen gewonnen. Treffen diese Bedingungen zusammen, so ist eine Zeit von unter 30 Sekunden durchaus möglich, genau so, wie viele andere„unwahrscheinliche“ Höchstleistungen möglich wurden. Gerda Daumerlang beste Springerin Zum Abschluß eines mehrtägigen Lehrganges für die deutschen Springerinnen unter Leitung von Reichslehrwart im Wasserspringen, Hans Kefer, fand am Sonntag im Wiener Dianabad ein Wettbewerb im Kunstspringen statt, den die zurzeit in Wien studierende Nürnbergerin Gerda Daumerlang mit 111,03 Punkten unter acht Bewerberinnen klar für sich entschied. 25=Kilometer=Laufen und=Gehen in München Die Münchener Leichtathletik wartete mit der ersten größeren internationalen Veranstaltung des Jahres auf, die den Gehern und Langstrecklern vorbehalten war. Zugleich trugen die deutschen und italienischen Geher und Läufer Länderkämpfe aus, der bei den Gehern wo je drei Mann eingesetzt wurden, 13:8 von Deutschland gewonnen wurde, während der Kampf der Läufer der nur von je zwei Mann bestritten wurde 5:5 endete. Deutsche Pioniere bauen eine Notbrücke über die Ourthe in Belgien PK=Boesig=Weltbild(M) Deutsche Panzerkampfwagen auf dem Vormarsch in Belgien PK=Schäfer=Weltbild(M Sturm auf eine Höhe im Pfälzer Wald hebt einen stark befestigten Stützpunkt aus und macht 106 Gefangene vom 15. irmung eines unktes in rleutnant seiner Infanteriekompanie besonders ausgezeichnet. Einen weit vorspringenden Felsen, einen rechten Luginsland jenseits der Grenze am Pfälzer Wald hatte der Franzmann als Stützpunkt stark ausgebaut. Dort oben saß ein Artilleriebeobachter, der das Störungsfeuer der Batterie wirkungsvoll leiten konnte. Schon oft hatten die wackeren Männer der Organisation Todt durch den sicher geleiteten Beschuß„##cggichze, Oofer bringen. müssen. Manchmal schoß die französische Artillerie sogar auf einzelne Melder, die sich auf der von oben her„gut, eingesehenen Straße zeigten. Dieser gefährlichen B=Stelle war schwer beizukommen, da die Kuppe sehr steil und mit einer starken Feldwache besetzt war. Einer Infanteriekompanie, die in der Nähe des feindlichen Stützpunktes lag, war dieses Felsennest schon lange ein Dorn im Auge. ORNENARK 91.400 Stoßzseufzer eines Einsa: Churchill:„Damned!— Jetzt sind mir die Germans schon bis auf 200 Kilometer auf den Leib gerückt!— und kein Neutraler mehr, der sich dazwischen stellt!“ Weltbild=Truetsch(M) Als daher der Kompanieführer Oberleutnant Schöne seinen Männern den Kampfauftrag für den nächsten Morgen bekannt gah, strahlten die Gesichter der Männer. Keinesfalls ließ der Kompanieführer seine Männer darüber im Unklaren, daß es eine harte und schwere Arbeit sei, die Kuppe zu erstürmen. Mühelos erreichte man den Südwesthang des Kampfzieles. Geräuschlos arbeiteten sich die Gruppen an die erste vorgelagerte Kuppe heran. Da alles ruhig blieb, mußte man annehmen, daß der Feind sich bereits zurückgezogen habe. Doch erkannten sie sehr bald diesen Irrtum, denn heftiges Gewehrfeuer empfing sie an der Grabensperre. Gegen 6 Uhr morgens begann das blutige Ringen.„Handgranaten und Drahtscheren bahnten eine Gasse in diese dicht gestaffelte Sperre. Der Franzose wehrte sich heftig aus den festen Blockhütten. Aus kleinen, raum wahrnehmbaren Schießscharten feuerten mehrere MG.s den Angreisern entgegen. Unaufhörlich wurden Handgranaten gegen das Hindernis und vor die Hütte geworfen. Meter um Meter kämpften sich unsere Männer heran. Endlich war gegen 9 Uhr der Widerstand gebrochen. 36 Gefangene wurden aus diesem Nest abgeführt. 3 Tote kostete dem Gegner dieses schneidige Unternehmen. Noch stand aber unseren Männern der schwerste Kampf bevor. Denn die auf dem gleichen Vergrücken liegende Nachbarkuppe war erheblich stärker besetzt. Gerade hatten die An egnerische Störungsfeuer au Bergrücken, der zwischen den beiden Kuppen lag, ein. Ein französisches Flugzeug kreiste über den Berg und griff mit Bombenabwurf in den Kampf ein. In der Zwischenzeit hatte sich die gesamte Kompanie an die Kuppe herangearbeitet, auf die Oberleutnant Schöne alle Züge ansetzte. Dichte Verdrahtung, Spanische Reiter, schwer überwindbare Gräben und sechs schwere, sowie etwa ein Dutzend leichte MG.s machten unseren ersten Ansturm zuschanden. Als Oberleutnant Schöne zum zweiten Angriff ansetzte, wurde er vom ungeschwächten Gegner wiederum abge Gegner wiederum abgeschlagen. Ein deutscher Pionierhauptmann, der einen Pionierstoßtrupp führte, blieb im feindlichen Feuer lieDie Franzosen wehrten sich ve batten gute Scharfschützen get t, die jeden der Unsrigen mit Er verzweifelt irnt voolg aufs gen. und stiert, die Korn nahmen. Wieder nahm der Kompanieführer seine Züge zurück, und forderte Artilleriefeuer an, das dann eine erhebliche moralische Wirkung hatte, wie Gefangene später aussagten. Der Kompanieführer teilte seine Gruppen neu ein, einige MG.s richteten ihr Dauerfeuer unaufhörlich auf die erkannten kleinen Schießscharten. Oberleutnant, Schöne ging an der Spitze mit einigen Handgranatenwersern, warf und sprang vor. Feldwebel Eckstein mit sechs Mann rechts, er selbst kam mit einigen Männern links an die Blockhütte beran. So gelang es, durch die gebahnten Gassen das Hindernis zu durchlaufen und in die Stellung einzudringen. Noch einige Handgranaten gegen die Hütten, dann— es war gegen 19 Uhr— zeigten die Franzosen einen weißen Lappen und gaben den Widerstand auf. Beim dritten Versuch war es endlich gelungen, der ganze Bergrücken war in deutscher Hand! Ein französischer Unterleutnant ergab sich mit seiner 70köpfigen Besatzung. Der Oberleutnant reichte dem tapferen Gegner die Hand, denn die Franzosen hatten sich heldenmütig gewehrt. Auch der französische Artilleriebeobachter, ein Oberleutnant, wurde gefangengenommen. Er versuchte noch im letzten Augenblick eine Sprengung, konnte aber durch einen der Unsrigen daran gehindert werden. Diese Feldwache war von aktiven Alpenjägern besetzt, die sich als erstklassige Soldaten erwiesen. Mit den Gefangenen kamen zahlAusrüstungsgegenstände in es deutauch die Se an der Bergung und Wartung der Verwündeten. Ein Gefreiter, der mit einem Granatsplitter reiche Waffen und pe Hand. N Kompanieführers französischen Krankenträger Auf einer Vormarschstraße in Belgien PK=Dick=Weltbild(M) teilnehmen zu dürfen. Das war der Geist der Männer, die trotz der großen Anstrengungen des langen Kampftages nicht verzagten und nach zwei vergeblichen Versuchen ein drittes Mal zum Sturm ansetzten und den Kampfauftrag restlos durchführten. Sie stießen sogar noch über den feinhlichen Stützpunkt hinaus vorwärts und besetzten das gewonnene Gelände mit Feldwachen. Insgesamt wurden 106 Gefangene gemacht und zählreiche Waffen und Geräte erbeutet. Fritz Becker. A=Boot=Duell vor ot erledigt einen Engländer durch Volltreffer mit der Inänder u einem heißen Eisen geworden. Küste ist des für den#. geworden. Wo er sich mngegriffen. Deutsche Flieger ren ihn mit ihren Bomben oote und Schnellboote spüsie der ein größere (Ps.) Die bollä schutznahme dieses zu— zeigt, wird er ange hetzen ihn und bohr in den Grund. U=B ren ihn auf und Ladung in den Heereibericht von urume#..— ten zu berichten. Eine havon, die da reiche Gefecht eines deutschen U=Bootes mit einem Engländer meldete, trug sich wie folgt zu: „Wir bewegen uns mit unserem U=Boot in Nähe der holländischen Küste“, so erzählt is der junge U=Bootskommandant, als mein itten an Zentrale e e ee#n Augenblick noch nachtblind, sehe aber dann ebenfalls dieses ungewisse twas, welches ebenso gut ein Torpedoboßt, wie U=Boot sein kann. Wir drehen schmale und raum sichtBootes zugute kommt. uns jetzt klar darüber, vor uns zu haben— ist das Meeresleuchten— denken Sie an ein Leuchten des Zifferblattes bei Nacht— ihm gute Sicht ermöglicht. Wir schlei: chen uns noch näher an ihn heran— er läuft jetzt geraden Kurs— und ich gebe den Befehl: „Rohr los!“ Einige Sekunden der Sprengung. Jemand hat auf die Stoppuhr gedrückt, 10 Sekunden, 20 Sekunden, 30——! Rummm! Ein furchtbarer Ruck schüttelt das Boot. Vor unseren überraschten Augen schießt eine Feuersäule in die Höhe, die sich im nächsten Augenblick fächerförmig z ueiner Kaskade von Funken ausbreitet, noch einmal gegen den Himmel emporstößt und dann erlischt. Wir stehen noch im Bann dieses grandiosen Feuerwerkes, in dem der Feind restlos vernichtet wird, als ein Hagel von Eisenteilen auf uns herniedergeht. Um uns zischt und braust es. Hoch auf spritzt die Meeresflut, in die letzten Reste des Engländers versinken. Die Gewalt der Torpedo=Explosion muß das U=Boot förmlich in Stücke zerrissen haben. Als wir uns der Stelle nähern, kündet nur noch ein sich ständig erweiternder Oelfleck von dem Feind, der hier ein schnelles und jähes Ende gefunden hat.“ Erich Johannes Kieß. Lied der Kameradschaft bei Luftkämpfen südlich Sedan Am 15. Mai wurde ein deutsches Kampfflugzeug durch Treffer in die Motoren derartig beschähigt, daß es zwischen den französischen Linien notlanden mußte. Zwei Mann der Besatzung waren verwundet. Die beiden unverwundeten lieder haben ihre verwundeten ameraden geborgen und in einem nahen Wald Der erste Versuch, das Flugzeug in Brand zu stecken, war nicht gänzlich geglückt. Der Flugief daher noch einmal zurück und treichholz durch Entzünden Benzin das Flugzeug restBäuerliche Bevölkerung, die mit Schrotflinten und Knüppeln herbeieilte, um die Zerstör rerste Versuch, da stecken, war ni# zeugführer lief konnte mit einem von ausgelaufenem los zerstären e e e####ebeieilte, um die Zerstörung des Flugzeuges zu verhindern und die deutschen Flieger gefangen zu nehmen, wurde von den beiden unverwundeten deutschen Fliegern mit ihren Pistolen in Schach gehalten. Die Flieger zogen sich dann weiter in den Wald zurück. Deutsche Panzer hatten die Notlandung des Flugzeuges beobachtet und stießen daraufhin in ie französischen Linien hinein. Ein Panzer gelangte schließlich bis in die Nähe der Landestelle, um die Flieger aufzunehmen. Diese sorgten erst für die Bergung ihrer verwundeten Kameraden. Der deutsche Panzer rief zwei weitere Panzer“ h e r a n. D i e v o n a l l e n S e i t e n ösischen Truppen konnten pagen zur Hilfe heran. instürmenden französisch on drei deutschen Panze wa ein von drei deutschen Panzern zurückgehalten werden, so daß die Bergung der vollen Besatzung gelang. Die Panzer mit den Fliegern durchbrachen die französischen Linien zum zweiten Mal und brachten so die vier Mann der Besatzung wohlbehalten zu den deutschen Truppen zurü dem drei einzelne PanzerliegerewunHS#chnelle Gntschlußkraft der beiden unverwundeten Flieger, die nicht an sich selbst, sondern zunächst an ihre beiden verwundeten Kameraden dachten. Dieses kleine Stimmungsbild ist ein Beweis für den großartigen Geist und die vorzügliche Haltung jedes einzelnen deutschen Soldaten. neid mit „Buchkunst" im Tibet on den letzten großen Ereignissen in Tibet, Einsetzung des neuen Dalat=Lamas und sei9 der Gh des neuen. ner feierlichen Thronbesteigung werden in diesen Tagen die offiziellen Akten angelegt, die dann in die Staatsbibliothek von Tibet eingereiht werden. Wenn freilich ein Bibliothekar aus Europa oder Amerika eine tibetanische Bücherei sehen würde, dann stellten sich ihm die Haare zu Berge. Vorerst ist festzustellen, daß die Schrift der Tibetaner in horizontaler Richtung von links nach rechts geht, also ganz anders wie die Schrift anderer astatischer Völker. Die Abweichung— und gleichzeitig die Angleichung an europäische Sitten— zeigt sich auch darin, daß die verschiedenen Schriftzeichen nach Alphabeten zusammengestellt werden können. Die Lamas verstehen es allerdings nicht, sich beweglicher Buchstaben für die Druckerei zu bedienen. Man stellt also z. B. eine Zeitung, ein Flugblatt und l. in der Weise her, daß man einfach in einen großen Holzblock ein Negativ der Schrift einschneidet und dann die Drucke ausführt. Die tibetanischen Bücher sind nach unseren Begriffen ein großes Kartenspiel, denn die Blätter sind alle lose. Man kann sie ohne weiteres auseinandernehmen. Beide Seiten sind bedruckt. Aber sie sind nicht geheftet und nicht gebunden, sondern werden zwischen zwei dünnen Holzplatten aufbewahrt. Um die Holzplatten wickelt man dann bunte, meist gelhe Schnüre. Die BuchAusgaben in Tibet sind meist sehr grob ausgeführt, keineswegs sauber und geschickt aufgemacht. Jedenfalls können die Bücher aus Tibet keinen Vergleich mit den Prachtwerken der ehemaligen kaiserlichen Druckerei von Peking aufnehmen. Jedoch die Sonder=Manuskripte, die bei besonderen Gelegenheiten, wie jetzt, abgefaßt werden, sind fabelhaft in der Aufmachung, im Reichtum der Zeichnung und in der Eleganz und Sauberkeit des Drucks. Die Lamas schreiben übrigens nicht mit dem Pinsel, wie die Chinesen, sondern sie verwenden Bambusstäbchen, die sie zu Federn zuschneiden. Als Tintenfaß nimmt man einfach eine Dose, in der sich Baumwolle befindet, die man mit Tinte durchtränkt bat. Unter diesen Umständen wird man begreisen, daß die Ausführung einer Schrift, eines Briefes usw. nicht immer sehr sauber ist. Es müssen schon Spezialisten und Künstler antreten, um Sonderberichte zu verfassen. Hinzu kommt, daß das Papier nur einfach mit Milch getränkt wird, um ein Verlaufen der Farbe zu verhindern; aber dieses Verfahren soll sich bewähren. Der Hai=Kämpfer von Florida. Auf dem Programm der amerikanischen Reisegesellschaften, die Massenreisen nach Florida arrangieren, steht neuerdings auch der Name eines gewissen Wallace Caswell, der im Golf von Mexiko mit Haien Ringkämpfe aufführt und sogar auf Haien reitet. Dieser merkwürdige Mann, der übrigens schon seit einigen Jahren im Golf von Mexiko lebt und dort seine Studien macht, war früher Ringkämpfer. Aber als dieses Geschäft nichts mehr einbrachte, wandte er sich anderen Möglichkeiten zu und fand endlich einen neuen Lebensberuf im Kampf mit den Haien. Es gelingt ihm in der Regel, sich einem größeren Hai auf den Rücken zu schwingen und eine Strecke von diesem Tier weitertragen zu lassen. Er selbst trägt während dieser Zeit ein großes Dolchmesser zwischen den Zähnen, um dann mit zwei oder drei kräftigen Stichen den Hai zu erledigen. Das Geschäft hat für ihn einen dopvelten Sinn. Er bezieht nicht nur die Honorare der Reisegesellschaften, sondern schafft in den meisten Fällen auch noch den Kadaver des Hais ans Land. Für Haie werden zurzeit hohe Preise bezahlt. Schaltjahr=Nachklänge. In Schweden darf am 29. Februar das Mädchen den Heiratsantrag stellen. In vielen anderen Ländern darf ein junger Mann einem Mädchen an diesem Tag den erbetenen Kuß nicht verweigern. In Amerika aber, und zwar in San Francisco, hat sich die Sitte durchgesetzt, daß ein Mädchen am 29. Februar das Aufgebot von sich aus beim Standesamt bestellen kann, wenn sonst alle Voraussetzungen für den Abschluß einer Ehe gegeben sind. Nun liegt die Uebersicht von diesem Schaltjahr 1940 aus San Francisco vor. Nicht weniger als 103 Bräute erschienen allein auf dem Standesamt, bestellten das Aufgebot und legten die erforderlichen 2 Dollar auf den Tisch des Hauses. Das Pferd beißt den Köwen beschichten und unbekannte Latsachen von großen und kleinen sieren 0000000 (2. Fortsetzung.) Der kleinste unter den Menschenaffen, der ichwarze und schwarzbraune Schimpanse. ein reiner Fruchtfresser, hat das menschenähnlichste Gebiß. Aus den Wäldern des westlichen und inneren tropischen Afrikas hat man schon seit langen Zeiten Jungtiere nach Europa gebracht, früher starben sie im nördlichen Klima meistens an der Schwindsucht, doch heute, wo die Tierhaltung auf einer beachtlich hohen Stufe steht, kennt man die Schutzimpfung, welche die Tiere vor der gefürchteten Krankheit bewahrt. Die Schimpansen, an und für sich muntere, friedfertige Tiere, hält man heute in manchem Tiergarten, und sie sind daher der Allgemeinheit gut bekannt. Die Versuche mit den Schimpansen Als man in Teneriffa die Affen auf ihre geistigen Fähigkeiten prüfte und dort die sogenannte Versuchsstation errichtete, hat man für sie in der ganzen Welt Interesse bezeugt. In vielen Städten konnten sehr gutbesuchte wissenschaftliche Vorträge über die TeneriffaAffen stattfinden. In dieser Hinsicht halten die Affen bestimmt den Rekord. Es war auch wirklich allerlei Wissenswertes von ihnen mitzuteilen. Haben sie doch nicht nur Werkzeuge angefertigt, sondern sie auch gebraucht. Zwar stehen trotz dieser Werkzeuganfertigung die handwerklichen Fähigkeiten der Schimpansen auf keiner hohen Stufe. Ging der Werkzeuggebrauch doch wie folgt vor sich: Ein Affe kann eine ihm zu hoch häugende Banaue nicht erreichen. Da nimmt er sich einen Bambusstock und holt sie sich mit diesem Stock. Das ist Werkzeuggebrauch. Um eine noch höher hängerde Banaue in seinen Besitz zu bringen, schiebt er zwei Bambnsstöcke ineinander. Das ist Werkzeugansertigung und Werkzeuggebrauch zugleich. Diese Handlungen beruhten weoer auf Nachahmung noch auf Dressur, bei der die Fähigkeiten des Tieres bekanntlich künstlich gehoben werden. Allgemeiner Beachtung jedoch dürfte die Tatsache wert sein, daß die weltberühmten Teueriffa=Schimpansen Eigentum des deutschen Volkes sind; denn sie stehen allesamt im Museum für Naturkunde Falsch ist es selbstredend, wenn man z. B. irgendto best, ein Universitätsprosessor zieht einen jungen Schimpansen und ein Menschenkind gleichzeitig auf,„um zu sehen, was daraus wird". Das hat in allen fünf Erdteilen kein Universitätsprofessor nötig, weiß er doch von vornherein, daß das Kleinkind ein Mensch wird, und das Aeffchen ein Affe. Solche Bersuche werden mitunter gemacht, um zu Teilergebnissen bei großen Forschungsarbeiten zu gelangen. Höchstwahrscheinlich wird ein Affensäugling manchen Vorgang viel eher und schneller begreisen als ein Menschensängling, aber dann ist aus einmal bei dem Affen Schluß, er lernt nicht mehr hinzu, während die geistige Aufnahmefähigkeit des heranwachsenden Menschen immer mehr und mehr zunimmt. Diese oft recht schwierigen Sonderforschungen gehören zu den Lebensarbeiten der Tierkundigen, als Nutzen für die Allgemeinheit kommt meistens erst das Endergebnis in Betracht. Grang=Ukan=Mama hält Sängingeturnen ald Im Gegensatz zum Schimpansen hat der langbehaarte, rostrote(er kommt zwar auch in braun=schwarzer Farbe vor) Orang=Utan sehr lange Arme, die bis auf den Boden reichen. Er kann weder so aufrecht noch so lange aufrecht gehen wie der Schimpanse. Der gezähmte Orang=Utan lernt freilich mit Hilfe eines Stockes aufrecht gehen. Aber das ist eben Dreffur; der Orang=Utan wird sich in seinem Heimatland ganz bestimmt keinen handfesten Knüppel suchen, um auf ihn gestützt aufrecht durch die Wälder zu wandern. Orang=Utan ist ein malaiisches Wort. Es heißt, ins Deutsche übertragen, Waldmensch Und ein solcher ist der Orang=Utan, dieser Menschenasse, der das menschenähnlichste Gehirn besitzt. Es lebt ini den sumpfigen Wäldern Vorneos und Eumatras. Seine Gliedmaßen sind vorzüglich zum Klettern eingerichtet und er haust viel auf Bäumen, wo er sich aus Zweigen ein regelrechtes Schlafnest baut. Bei diesen Tieren ist der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen sehr augenfältig. Das Männchen hat nämlich einen aufblasbaren Kehlfack und Backenwülste, die, falls man einen Vergleich wählen will, unwillkürlich an Scheuklappen erinnern. In der Gesangenschaft deckt der OrangUtan sich gerne mit Decken zu. Er verhüllt oft das Gesicht, was unbedingt einen traurigen Eindruck macht; dennoch ist dieses Sichbedecken keine Flucht vor den anstarrenden Blicken der Menschen, sondern es entspringt höchstwahrscheinlich der Gewohnheit, die blätterreichen, dichten Zweige der Bäume über sich zu ziehen. Trotzdem sie in der Gefangenschaft nicht leicht zu halten sind, haben diese Menschenassen in deutschen Tiergärten wiederholt Nachkommenschaft gehabt. Eine wirklich recht besongte Orang=Utan=Mutter hielt sehr viel vom regelrechten Säuglingsturnen. Sie ließ Klein=Aeffchen Freiübungen machen. schlenkerte es hin und her und warf es dann auf den Boden des Käfigs. Das tat sie mit gewissenhafter Regelmäßigkeit, was schließlich zur Folge hatte, daß der mit so großer Freude begrüßte Orang=Utan=Säugling sämtliche Rippen brach und starb. Gorillas sind keine Menschenräuber Von Schrecken umwittert ist der größte der Menschenaffen, der Gorilla, der sehr menschenähnlich im Bau seines Beckens, seiner Hände und seiner Füße ist. Ohne Zweifel kann er ein sehr schlimmer und gefährlicher Gegner sein; denn das bis zu zwei Meter hoch und bis zu 300 Kilo schwer werdende Männchen ist mit einem furchtbaren Gebiß bewaffnet. Der Admiral Hanno von Karthago kannte bereits diesen gewaltigen Affen. Die Beschreibungen des Kriegsmannes hielt man zu seiner Zeit für wahr, dann erinnerte man durch Jahrhunderte hindurch sich ihrer, wußte aber zuletzt nichts mehr damit anzufangen, wurde doch der Gorikla erst 1847 von dem Missionar Savage in den Wäldern am Gabnnfluß wiederentdeckt. Als der größte Gorilla=Kenner galt Jahre hindurch Du=Chaillu, der zwar in Paris geboren wurde, aber der Sohn eines Kaufmanns war, der an der Gabunmündung Handel trieb. Du=Chaillu, ein Mann von umfangreichen Kenntnissen, Wagemut und großer Geduld, beschrieb den Gorilla, doch war seinem Verleger das Buch nicht sensationell genug, und er mußte es achtzehnmal umändern, bevor es den Ansprüchen des Verlegers genügte, d. h. bis es den Leser das Gruseln lehren konnte. So erhielten die Menschen unverantwortlicherweise weder den richtigen Eindruck vom Gorikla noch von DuChaillu, der, als er mit der Akademie für Naturwissenschaften in Philadelphia in Verbindung trat, Bedeutendes geleistet hat. In das von Brehm gegründete alte Berliner Aquarium kam ein junges GorillaFränlein, das aber bald an einer Darmkrankheit starb. Der erste Gorilla, der in Europa zur Berühmtheit gelangte, war der verhältnismäßig jung sterbende John Daniel, er blieb gutmütig, ebenso wie ein in Breslau ziemlich alt werdendes Gorilla=Weibchen. Eine Wettberühmtheit wurde der über 250 Kilo schwere Bobby vom Zoologischen Garten in Berlin(jetzt im Museum für Naturkunde in Berlin). Dieser Affe hat tatsächlich Besuch aus aller Welt bekommen. Kamen ausländische Gelehrte nach Berlin, galt Bobby oft der erste Besuch. Zweifelten sie doch mit Recht, ob man dieses Tier lange noch lebend sehen könne. Dabei war Bobby nicht etwa krank, sondern wohlauf, aber was wissen wir vom Lebensalter der Tiere, noch dazu von solchen, die aus der Wildnis zu uns kommen. Es liegt im allgemeinen ja viel niedriger, als wir schätzen, weil uns der Vergleich fehlt, da das gut eingewöhnte Tier in der Gefangenschaft älter wird als das in freier Wildbahn Das gilt selbstredend bloß für die gesangenen Tiere. Man hat nach Hannover gebrachte Gorillas von einer geprüften Säuglingsschwester aufziehen lassen. Aber dieses Gorilla. Pärchen starb bei denkbar bester Pflege. es hatte nicht genügend Lebenskraft in sich. Die Behauptung, daß auch der junge Gorilla nie. mals seinen Frieden mit den Menschen macht gehört ins Reich der Fabel. Im Gegenteil das Jungtier gewöhnt sich sehr gut an seinen Pfleger, ist aber viel ernster als der weistens lustige Schimpanse. Einen Bastard zwischen Gorilla und Schimpanse gibt es nicht, wenn auch die 1875 im Dresdner Zoologischen Garten verstorbene Mafuka für einen solchen galt. Sie war eine regelrechte Schimpansin, wie die allergenaueste Untersuchung ihrer Leiche ergab. Daß ein Gorilla Menschenfrauen raubt. kommt nicht vor, wenn amerikanische Filme es auch noch so dramatisch schildern. Seid klüger als die Schlangen! Denn Schlangen sind dumm! Die Schlangen sind höchst eigentümliche Wesen; sie haben keine Beine und können sich auf dem Erdboden fortbewegen, sie haben keine Ohren und sind für den Schall empfindlich, sie haben kein gut ausgebildetes Gebiß und bewältigen große Beutetiere. Aber klug sind die Schlangen ganz gewiß nicht, und das alte Bibelwort„Seid klug wie die Schlau: gen“ muß, wenn es wirklich als Ratschlau aufgefaßt werden soll, unbedingt in Seid klüger als die Schlangen“ seine Umänderung erfahren. Die Schlange gilt für listig und für falsch; jedoch ist sie beides nicht, da ihr für diese Eigenschaften einsach die Intekligenz fehlt. Für gewöhnlich hat der Mensch einen Abschen vor der Schlange. Dennoch wurden wir vor einigen Jahren mit den Riesenschlangen eng vertraut, da ihre Haut für Damenschuhe Verwendung fand. Schlangenhaut ist zwar haltbar, doch ist sie für den Allgemeingebrauch zu teuer. Daher wird in Deutschland manches Leder— i vorzüglicher Wertarbeit— zur Schlangenhaut gemacht. Trotzdem bleiben uns natürlich die Riesenschlangen interessant. Ihnen ist viel Falsches angedichtet worden. Sollen doch die Riesenschlangen ihre Beute durch einen Blick erstarren machen. Und so schön und gruselig sich das auch anhört, es ist ganz bestimmt nicht wahr. Keine Riesenschlange verzaubert ihre Beute, und keine Riesenschlange tötet durch ihren giftigen Biß, weil es eben keine hypnotischen Schlangenaugen und keine giftigen Riesenschlangen gibt. Die Riesenschlangen töten ihre Beute durch umklammern. Doch haben vor dem größten und schrecklichsten aller Raubtiere, dem Menschen, die Riesenschlangen für gewöhnlich Angst und gehen ihm aus dem Wege. Fortsetzung folgt. Tiere im Urwald Der bekannte Münchner Professor Dr. phil. et. med. Hans Krieg, Direktor der Zoologischen Sammlung des Bayerischen Staates, erzählt hier von einer seiner Forschungsreisen in den südamerikanischen Urwald, von der er Material für den Ufa=Großkulturfilm„Tiergarten Südamerika" mit heimbrachte. Ueber dreitausendfünfhundert Kilometer weit sind wir von Buenos Aires, der Dreimillionenstadt, den Paranäfluß hinaufgefahren. Nun sind wir so recht in der Mitte des südamerikanischen Kontinents und können unterlauchen in Urwäldern, die in errlicher Wildnis den kleinen Nebenfluß umsäumen wie gewaltige Mauern Hier ist ein Land, von dem so mancher deutsche Junge träumt, ein Land der Riesenschlangen und Kaimane, die sich an stillen Ufern sonnen ein Land der Affen und Papageien, die in den Kronen gewaltiger Bäume turnen und kreischen, wo der Jaguar des Nachts durch die Gebüsche streicht, um dann in jähem Sprung ein Wasserschwein zu schlagen. Ein schönes und wildes, ein romantisches Land! Wenn ich nach langen Europajahren wieder einmal in solche Gegenden komme und alle Hast und Unruhe des Lebens in der Zivilisation abgelegt habe, dann überkommt auch mich jedesmal von neuem der Zauber der Wildnis. Aber ich vin ja nicht hinausgefahren, nur um meine Hängematte zwischen zwei Bäume zu hängen und die Tage unter dem Moskitoschleier zu verträumen, sondern um mit wissenschaftlichem Eifer die Tiere dieses Landes zu studieren. Stellt euch das nicht so leicht vor, ihr in der Heimat! Wohl ist es keine Kunst, einen Affen vom Baume herunterzuknallen oder einem Tapir. der über den Fluß schwimmen will, das Lebenslicht auszublasen. Aber das ist ja nicht mein höchstes Ziel. Um die Tiere dieser geheimnisvollen Wälder wirklich kennenzulernen, ist ein großes Maß von Geduld und Ausdauer nötig, denn die meisten von ihnen führen ein vervorgenes und stilles Leben, und man braucht viele Stunden, Tage und Wochen, wenn man ihnen nicht nur als Jäger nahekommen, sondern auch als stiller Beobachter einen Blick tun will in ihr Leben und Treiben. Man muß die Stiche Tausender von ertragen, die brütende Hitze des Waldesinnern hinnehmen und darauf gefaßt sein, eit trotz aller Mühen ohne Erfolg zum einfachen Lager am User des Flusses zurückzukehren, um dann am nächsten Tage wieder mit neuem Mut in die Wälder zu gehen. Da sind so manche Tiere, die man nur zu Gesicht bekommt, obgleich man tägihre Fährten und Spuren sieht, Tiere, die Olky Holzmann. Olly Holzmaun, deren Name im Film schon eruen guten Klang hat, war ursprünglich Eisläuferin, dann wurde sie Tänzerin und schließlich Schauspielerin. Sie ist der Typ des feschen und strammen Wiener Mädels, sie hat ganz das wienerisch Tänzerische und Beschwingte— aber mit einem chuß Paprika. Als Erich Engel in Wien den Film„Hotel Sacher" inszenierte, erhielt Olly Holzmann ihre erste FilmSeitdem hat man sie öfter auf der Filmleinwand gesehen.(Photo: Tobis=Haenchen.) nur selten bei Tage herauskommen auf die rolle. Geweihbildung nicht weiter bringt als zu fin gerlangen Spießen. Sein Rücken ist gewölbt, und seine Läufe sind zart, er ist ein richtiger Schlüpfer im dichten Gebüsch. Wohl sieht man ihn manchmal wie einen Schatten dahinhuschen. aber wenn man den Ehrgeiz hat. ihn zu photographieren oder gar zu filmen, so muß ilfe! men. Und fast noch schwieriger ist es mit dem Tapir. Wohl kommt er in manchen Landstrichen nicht selten am hellen Tage aus der Dickung heraus um zu baden, aber es ist nun mal so, daß man im gegebenen Augenblick weder die Leica noch den Filmapparat bereit hat und daß er längst wieder verschwunden ist, ehe man zur Aufnahme fertig ist. Auch mit den Wildschweinen, den Pekaris, ist es nicht einfach. Ruhelos ziehen sie durch Wald und Sumpf, schnüffelnd und wühlend. manchmal in großen Rotten. Aber wer bürgt mir dafür, daß sie gerade dort erscheinen, wo ich sie seit Stunden, seit Tagen erwarte? Ein klein wenig leichter geht es bei den größten Nagetieren der Welt, den Capivaras, die man Wasserschweine nennt. Sie haben wenigstens ihre Lieblingsplätze, an denen sie zu bestimmten Stunden erscheinen, um zu äsen oder sich zu sonnen. Und wie ist es mit den vielen Tieren, welche in der Welt der Bäume leben? Gewiß, Affen gibt es nicht wenige, Brüllaffen vor allem und Kapuzineraffen. Aber es ist düster im Wald und es gehört viel Glück dazu, sie ungesehen zu beobachten und bei leidlichem Lichte zu knipsen oder zu filmen. Auch die Nasenbären sind bei aller gelegentlichen Frechheit scheue und vorsichtige Gesellen, welche nur allzu leicht den fremden Eindringling entdecken und sich rasch von Baum zu Baum davonmachen, vom Faultier ganz zu schweigen, das während der meisten Stunden des Tages bewegungslos irgendwo in den Zweigen hängt und kaum zu unterscheiden ist von den vielerlei Orchideen: und Brometienbüschen, welche allenthalben auf den Aesten und in den Astgabeln der Urwaldbäume wachsen. Wie herrlich ist es, denke ich oft in den Wäldern Südamerikas, in deutschen Revieren auf Hirsch und Rehbock zu virschen oder im deutschen Gebirge auf den Gams! Man findet des Abends sein Essen und sein Bett, braucht nicht mit den unerbittlichen Schikanen der ropen herumzuschlagen und hat nicht das Gefühl. viele Tausende von Kilometer weg zu sein von all den Dingen, die zu entbehren uns Kulturmenschen doch meist nur vorübergehend Bergnügen macht. Alles ist ja so ganz anders in jener Welt, die uns doch immer fremd bleibt, mögen wir auch, wie ich, lange Jahre in ihr gelebt haben: nicht nur das Klima, die Pflanzen, die Tiere, sondern die ganze Stimmung der Landschaft, welche sich aus all dem gemeinsam ergibt. Schön ist der Urwald, herrlich ist er. Aber du fühlst dich in ihm wie ein kleiner verlorener Erdenbürger, den die Wildnis nur duldet, wie ein vorwitziger Junge, der sich in einer Unendlichkeit verloren hat. Prof. Dr. Dr. Hans Krieg. Er einem schon ein günstiger Zufall zu Hilfe kom= sance zeigt der Film auch kleine und seine Im Stuttgarter NS.=Kurier lesen wer folgendes amüsante Geschichtchen: Kunst und Oekonomie „Michelangelo, das Leben eines Titanen“ lautet der Titel eines Films, der zur Zeit in einem Stuttgarter Lichtspielhaus eine starte Besucherzahl aufzuweisen hat. Neben dem gewaltigen künstlerischen Lebenswerk des genialen Künstlers der italienischen Hochrenaiskleir Einzelzüge aus dem Alltagsleben des „Titanen". Und nun passiert eine nette Sache. Nach Schluß der Filmveranstaktung drängt sich die Menschenmenge zu den Ausgängen. Alle verlassen, ergriffen vom Werk, das Theater. Kaum ein Wort fällt. Aus dem Munde eines gutgenährten, behäbigen Mannes hinter mir ringt aber plötzlich folgendes an mein Ohr: „Mr kann sage, was mer will, Frau Böckle, aber der Film isch wirklich schee awä. Beinoh wär i net nei. Wisset Se, mit de Kinschtler han i's eigentlich net so besonders. Und d’ Maler ond Bildhauer send doch meischtens liederliche Leit. Ganz abgesehe drvo, daß i von der Konscht net viel versteh. Aber gucket Se, Frau Böckle, wia mer sich doch täusche kann. Jetzt grad der Michelangelo hat mir gewaltig imponiert! So ebbes Sparsams! Hente Se des Büechele gsehe, wo er alles ganz genau aufg'schrieben hot? Seine Auslage für d' Wäsch, für d’ Kloider, für Eesse und Trinke. Jeden Pfennig hot er eitrage. Mr sott's net für möglich halte, daß so ebbes gibt bei'me so große Kinschtler. Wisset Se, grad uns im Schwobeländle, wo mir doch's Spare von Jugend auf g'lernt hent, berührt des am Film fascht am schtärkste. Also mir hot's imponiert, mueß i Ehne sage. Nei, nei, nei, der Michelangelo! Also des isch eifach großartig g’wese.“ Womit— mehr ist hier nicht zu sagen— auch dieser gute Mann ganz auf seine kulturelle und— ökonomische men ist. Ner enieft un? A. Von neuen Filmen und ihren Darstellern. Marika Rökk, Josef Sieber, Will Quadflieg. Will Dohm, Flockina von Platen. Hans Leibelt, Urfula„Herking, Franz Schafheitlin, Herbert Hübner spielen in dem Ufa=Film„Kora Terry". Die Spielleitung hat Georg Jacoby. Heinz Rühmann, Hertha Feiler, Hilde Sessak, Fritz Odemar, Rudolf Schündler, Hans Sternberg, Hans Stiebner, Aribert Wäscher spielen in dem Terra=Film„Kleider machen Leute". Die Spielleitung hat Helmut Käutner. M. Rabenalt hat die Spielleitung des Terra=Films„Achtung! Feind hört mit!“ übernommen Darsteller sind René Deltgen, Kirsten Heiberg. Rolf Weih, Peter Voß, Michael Bohnen, Christian Kayßlei Lotte Koch. Josef Sieber. Ernst Waldow Theo Lingen hat die Spielleitung des Majestic=Tobis=Films„Herz modern möbliert". Darsteller sind Hilde Krahl, Gust Huber, Gustav Fröhlich. Theo Lingen Paul Henckels Attila Hörbiger, Camilla Horn, Ludwig Schmitz, Andrews Engelmann, Heinz Seidler, Charlotte Daudert spielen in dem Tobis=Film„Die letzte Runde". Die Spiel leitung hat Werner Klingler Geza v. Bolvary hat die Spielleitung der Itala=Tobis=Films„Traummusik". Dar: steller sind Bejamino Gigli. Marte Hal Lizzi Waldmüller, Albrecht Schönhalo, Werner Hinz, Axel v. Ambesser, Elisabeth Flickenschildt, Elsa Wagner. Er war Zeichen, Fahne, Schwert und Sieg! Am 26. Mai 1923 wurde Schlageter erschossen— Eine ewige Schande Frankreichs Regierung protestierte. Das internationale Rote Kreuz, der— ####e, nachdem Albert Loo Schla: geter auf der Golzheimer Heide in Düsseldorf unter dem Feuer französischer Soldateska sein junges Leben für sein geliebtes Vaterland aushauchte, durchzittern am Westwall wieder die Schüsse jenes Frankreichs die Luft, das den Traum von der Vorherrschaft über Deutschland wohl niemals austräumen wird. Die Schande, die Frankreich durch die brutale Hinrichtung eines deutschen Menschen auf sein Gewissen geladen hat, und der Ruhm eines deutschen Menschen, der sein Vaterland, sein Deutschland, heißer liebte als sein Leben, werden niemals vergessen werden. Albert Leo Schlageter wurde am 12. August 1894 in Schönau im badischen Schwarzwald geboren. Am 7. März 1915 rückte er ins Feld. Während des ganzen Weltkrieges stand er an der Westfront. Schon bald wurde er mit dem Eisernen Kreuz zweiter und erster Klasse ausbesondere Aufgaben zu lösen sind. Kri dem unglücklichen Kriegsausgang reiht sich Schlageter ein in die Reihen der deutschen Freiheitskämpfer im Baltikum, in Kurland und in Riga. Inzwischen war im Ruhrgebiet der Aufruhr entflammt. Auch hier kämpfte Schlageter, der übrigens damals bereits den Weg zur nationalsozialistischen Bewegung gefunden hatte. Ueberau steht Aldert Leo Schlageter in vorderster Linie, wo die Not des Vaterlandes ihn braucht. Und dann marschierte Frankreich als Zwing: herr ins Ruhrgebiet ein, war für uns Obrigkeit und Behörde. Das war die schlimmste Schande, die man dem freiheitsliebenden deutschen Volke, die man auch unserem großen Kämpfer Albert Leo Schlageter antun konnte. Albert Schlageter war mit seinen Leuten bereit, sein Leben aufzuopfern für die Freiheit des deutschen Landes. Kameraden aus dem Baltikum und Oberschlesien Wer u iom. Bei Soleum weren die Eien: nanlagen gesprengt. Schlageter reist durch Revier und bereitet immer neue Unternehmungen vor. Und dann der schimpfliche Verrat. Schlageter wurde verhaftet und in das Gefängnis in Werden eingeliefert, und als die Franzosen ihn hier nicht mehr sicher genug wähnten, tagte das französische Kriegsgericht. Schlageter wird zum Tode verurteilt. In der ganzen Welt erregte der Urteilsspruch Aufsehen. Die deutsche Kreuz, der Papst, der Erzbischof von Köln, die Königin von Schweden und unzählige andere Kreise setzen sich für eine Milderung des Bluturteils ein, das von fremden Machthabern auf deutschem Boden gegen einen Menschen gefällt worden war, dem man nichts anderes vorwerfen konnte, als daß er sein Vaterland liebte und ihm zu dienen suchte. Wenn wir uns heute diese unmaßung der Franzosen klar vor Augen halten, die unter Rechtsbruch ins Ruhrgebiet einmarschierten und durch ihr Kriegsgericht einen deutschen Menschen zum Tode verurteilen ließen, müssen wir uns doch fragen, ob man sich auf französischer Seite darüber klargewesen ist, daß dieser Gewaltakt Folgewirkungen bis in alle Ewigkeit haben mußte. Aber die französische Politik wollte dieses Blutopfer, es sollte ein Siegel auf den Kampf von vierzig Jahren sein, auf den Kampf um den deutschen Rhein. Voincare ließ sich, um handeln zu können, in der Kammer wegen eines angeblich zu langsamen Fortschreitens der Akder tunde, da ich geräde den Befehl zur Erjeßung Schlageters nach Düsseldorf gesandt abe!“ In der Frühe des 26. Mai wird Albert eo Schlageter auf der Golzheimer Heide er* e n; e r s c h o s s e n, w e i l F r a n k r e i c h d u r c h i h n efährdung seiner Pläne befür htete, eren, weil er für die beutsche Einigkeit, für freiheit Deutschlands kämpfte. Leit über hundert Deutsche haben damals ihr Leven lassen müssen. Albert Leo Schlageters Schicksal war das ergreifendste. Am Morgen des P6. Mai 1923 hauchte er in einer Sandgrube der olzheimer Heide in Düsseldorf sein junges Leben aus. Sein letztes Wort war:„Mein Deutschland!“ Und als der Körper dieses Helden von den Kugeln zerfestt war, da trug ein Märtyrer in Geisterhänden die unsterbliche Idee von der Tat, der deutschen Tat um des Vaterlandes Schlageters Opfer ist nicht umsonst gewesen. Er war Zeichen, Fahne, Schwert, Sieg. Aus dem Blutopfer auf der Golzheimer Heide erwuchs uns erneut die Einheit, die Freiheit. Niemals wieder wird deutsches Land von fremden „Eroberern“ vergewaltigt werden. Die deutsche Wehrmacht wird umsomehr für alle Zukunft mit jener Politik Frankreichs abrechnen, die sich als Ziet, ibrer Agsrellign immer wieder das deutsche Wer bist du- Henrien? An Romon von Maria Oberlin Copyright bo Prometheus=Verlag, Dr. Eichaeker, Gröbenzell bei München. „Also der Reihe nach: Wir sind erst vor ein paar Stunden angekommen, allerlei Verspätungen, Henriett, unverschuldet. Du kennst das doch bei Auslandsreisen! Devisenschwierigkeiten, Paßgeschichten... Im Miramare trafen wir dich nicht mehr an. Also hierher. Gottlob, da bist du ja...!“ Henriett starrte den Mann an. „Ihr kommt mit? Aber das ist doch nicht möglich!“ Henny Lipperloh setzte sich näher zu der Mutter. „Du wolltest mich doch mitnehmen, Mutter? Oder jetzt nicht mehr?" Bittend sahen die blauen Augen in Henrietts schönes Gesicht „Kind! Wie kannst du fragen! Aber du schriebst mir doch ab.“ Henny Lipperloh senkte den Kopf. „Ja... ich war so verstört und erschreckt zuerst! Aber als du dann oone Abschied von mir gegangen bist, da fühlte ich mich plötzlich unendlich verlassen. Und dann kam Herr Durkheim und sprach von dir...“ Henriett wandte Thomas das schone, bleiche Antlitz zu. „Du hast ihr zugeredet, Thomas?“ fragte sie leise„Du weißt doch: das sollte nicht sein!“ Thomas schüttelte den Kopf. „Ich habe ihr nicht zugeredet— es war nicht mehr nötig. Ich habe nur von dir erzählt, Henriett. von deiner Einsamkeit und von deiner Güte. Und davon, daß du nichts willst als das Glück dieser kleinen Dame. Aber diese kleine Dame hatte inzwischen schon den Wunsch, dich unbedingt zu sehen. Da haben wir uns als Verbündete zusammengeschlossen und sind dir nachgereist. Und nun wirst du uns nicht wieder los!“ Er stand auf. „Du kommst nachher vielleicht nach draußen, Henriett!“ sagte er noch und sah bittend in die klaren Augen der Frau, die ihn tief erschüttert ansahen.„Ich warte auf dich.“ Dann schloß sich die Tür. Henriett saß ihrem Kind gegenüber. Henny Lipperloh hatte den kleinen Koffer niedergesetzt, bittend sah sie die Mutter an. „Du bist mir nicht mehr böse, Mutter? Des Briefes wegen? Weißt du, es war alles so schwer zuerst. Ich fühlte mich mit Lipperloh so verwachsen. Es war alles so neu und fremd. Aber als ich erfuhr, daß du weg bist. hielt ich es nicht mehr aus...“ Henriett nahm das Mädchengesicht zwischen ihre Hände. Ihre Augen waren von Tränen verdunkelt. „Nicht— nicht! Sprich nicht mehr davon!“ sagte sie leise.„Ich will nichts denken und fühlen, als daß du endlich bei mir bist!" Da legte Henny Lipperloh ihren Kopf auf die Schultern der Mutter und schwieg. Tiefe glückliche Stille war über ihnen. „Ich fasse es noch nicht!“ Henriett zog das Mädchen an sich.„Zwanzig Jahre, Kind. Ich sah dich zuletzt als Schulmädel. Und dann immer nur auf Bildern. Und doch, glaube mir: Du hast immer mit mir gelebt, die ganzen zwanzig Jahre!" „Dann laß mich jetzt für dich leben, Mutter!“ sagte das Mädchen und reichte Henriett mit festem Druck die schlanke Hand. Henriett schüttelte den Kopf. „Nicht für mich, Kind! Du bist ein erwachsener Mensch, du sollst dein eigenes Leben führen! Aber wenn du bei mir bleiben willst oder zu mir kommen willst— du weißt, je länger du das tust, um so lieber ist es mir...“ Sie strich ihr über die Haare. „Hörst du! Draußen verschwindet Europa. Du kennst das noch nicht— Abschied von einer Welt. Wollen wir hinausgehen?“ Henny Lipperloh nickte. Henriett fuhr plötzlich auf. „Mein Gott! Ist denn überhaupt alles geordnet? Habt ihr Kabinen, könnt ihr überhaupt mitfahren?" Henny lachte. „Aber natürlich. Dürkheim bot doch für alles gesorgt.“ „Ja— aber du, Henny? Hast du Gepäck, hast du alles?“ „Alles, Mutter. Als mein Entschluß feststand, mit dir zu gehen, habe ich gleich alles besorgt...“ Henrietts Stimme war sehr leise. „Und was sagte man in Lipperloh?“ „Tante Tina war sehr froh. Viele, viele Grüße an dich trug sie auf. Vielleicht kämst du in ein paar Jahren wieder. Das wäre ihr letzter Wunsch ans Leben...“ Henriett schwieg eine Weile. „Und was sagen— die anderen?" „Onkel Lipperloh war gut— aber sie...“ Dora?“ Ja. „Sie sprach nicht gut von dir,— aber ich will ihr nicht böse sein. Es fiel ihr schwer, mich zu verlieren, das ist es.“ Enger schmiegte sich das Mädchen an die Mutter. „Man war gut zu mir in Lipperloh. Aber eine Mutter habe ich nie gehabt. Eine Mutter, wie ich sie mir immer vorgestellt habe: zärtlich, weich, gütig...“ Sie barg den Kopf an den Schultern der Frau. „Ich habe sie jetzt erst gefunden...“ Leise und liebkosend glitt Henrietts Hand durch das weiche Haar. „Und nun komm, laß uns hinausgehen. Ich möchte deine Kabine sehen, wissen, ob du gut untergebracht bist...“ Sie traten auf den Gang. Man hörte noch Abschiedsrufe und den leicht verwischten Lärm der nahen Stadt. „Dürkheim hat für alles gesorgt.... sagte Henny Lipperloh und sah die Mutter an.„Er ist so gut!“ sagte sie leise:„Nicht wahr, er steht dir nahe?“ Henriett sah in das junge Gesicht, das doch schon so weich und fraulich war. „Ja!“ sagte sie leise.„Weil er mich an deinen Vater erinnert— er war genau so fest and gütig... Sie waren jetzt vor Hennys Kabine angekommen. „Ich setze nur eben meinen Kosser hier ab und komme gleich zu euch!“ Eine winkende grüßende Hand. Mit weichem, zärtlichem Lächeln ging Henriett allein weiter. Plötzlich stand sie vor Thomas Dürkheim. „Komm!“ sagte er leise. Sie wandte sich Reeling zu und blickte auf die glimmenden Lichter der zurückbleibenden Stadt. „Ich bin so glücklich!“ sagte Henriett leise und reichte ihm schweigend die Hand.„Es ist unsaßbar, daß sie zu mir gekommen ist! Hast du ihr auch bestimmt nicht zugeredet. Thonans?“ „Nein. Es war einsach die Stimme des Blutes, die sie zu dir zog. Was vorher war, war Schreck, Erstaunen, Bestürzung—, sagte ich es dir nicht gleich?“ „Du hast mich so froh gemacht, Thomas. Ich danke dir, ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll...!“ „Keinen Dank, Henriett, ich habe nichts dazu getan, als bei ein paar Aeußerlichkeiten geholfen. Der nächste Dampfer hätte sie dir auch ohne meine Hilfe zugeführt...“ Leise schlugen die Wellen an das Schiff. „Und du?“ fragte die dunkle Stimme der Frau fast schüchtern.„Du fährst mit hinüber, Thomas? Aber warum? Denke doch an deine Arbeit, an dein Heim!" „Alles wird unwesentlich ohne dich, Henriett!" Die tiefe Stimmne des Mannes schwang zu ihr hinüber. Henriett fühlte ihr Herz heiß pochen. „Dein Heim!“ sagte sie nochmal.„Haus Rendshof!“ „Ja, es ist schade drum. Aber ich gehöre zu dir, Henriett, das weißt du. Und ich verstehe, daß du dort nicht leben kannst. Heute noch nicht. Vielleicht einmal, wenn wir zwei ganz alte Leute sind und trotz allem, was war, den Heimatboden unter den Füßen spüren möchten. Ich kann meine Arbeit drüben beenden. Ich kann von dort aus zu meinen Forschungen ausziehen und wieder zu dir heimkehren, Henriett. Mach kein zweifelndes Gesicht, Liebe, es wird gehen. Und sprich nicht von Schwierigkeiten...“ „Ich habe eine Arbeit, Thomas. Die Teeplantagen. Ich verdanke Morahn so viel, ich muß für ihn arbeiten...“ „Ich weiß. Aber was hindert das uns? Du sollst deine Pflicht ihm gegenüber nicht versäumen. Oder denkst du, daß er unsere Verbindung nicht gern sehen würde?“ Henriett schüttelte den Kopi. „Nein, er wird mir nichts in den Weg lerdas weiß ich, er wird sich freuen. Ueber 9: und Henny——“ „Und ich freue mich darauf, ihn kennenzulernen, Henriett, diesen Menschen, der dich mit so viel Liebe überschüttet hat. Mit so viel, Henriett, wie ich dir an Liebe geben möchte!“ Noch einmal klang die dunkte Stimme der Frau in einer leisen Frage auf: „Und Henny——?“ „Ja, Henny. Siehst du, Henriett, darauf habe ich gewartet Wir drei wollen zusammen ein schönes Ganzes bilden. Ihr sollt viel Zeit und viel Raum füreinander haben. Das wollte ich dir noch sagen. Aber ich glaube sie kann mich leiden, wir werden gut zusammen leben. Und dann— sie hat keinen Namen, keinen rechten Vater— ich werde das sein, Henriett. Und glaube mir: es ist mir ernst damit..“ In Henrietts Augen standen Tränen. Jetzt sah sie ihr Kind aus der Kabine kommen, mit frohem Gesicht und lachenden Augen kam Henny auf sie zu. Nun hielt sie mit der einen Hand die des Manues mit der anderen die ihres Kindes— Zwanzig einsame, böse Jahre sanken ins Meer der Erinnerung und waren nur noch wie ein Hauch——— Sie lachelte beiden zu und zog sie näher zu sich. Ihr schönes Gesicht leuchtete. „Kommt!“ sagte sie leise. Und sie wandten sich der Reeling zu. Dort standen sie lange und nachdenklich und sahen schweigend in die Nacht hinaus——— Ende. Grünfutter=Silos füllen Koblenz. Die Landwirtschaftsschule in Koblenz=Metternich gibt folgende, alle Landwirte interessierende Mitteilungen bekannt: In den letzten Jahren konnte häufiger die Feststellung gemacht werden, daß die Grünfutter=Silos nicht oder nur teilweise oder nur in einer kurzen Zeit des Jahres gefüllt waren. Die Ursache hierfür lag darin, daß die Landwirte schlechtes oder zumindest unbefriedigendes Gärfutter in ihren Behältern erzielten und die Schuld hierür fälschlicherweise dem Verfahren als solchem uschoben. Da in der Kriegszeit jeder Silo geüllt werden muß, seien die Voraussetzungen ür die Gewinnung guten Gärfutters kurz zuammengefaßt: Geeigneter Gärfutterbehälter. 1. Der überschüssige Saft muß abfließen können. Wo das nicht möglich ist, einen Holzrost von 20 bis 30 cm Höhe auf den Boden des Behälters legen, 2. nur gesundes, hochwer; tiges, junges, nährstoffreiches Futter verwenden. 3. Grünfutter frisch geschnitten, möglichst bei kühlem, trübem Wetter einfüllen. 4. Bei eiweißreichem Futter(Gras, Klee, Hülsenfruchtgemenge) Säurezusatz verwenden, und zwar Amasil und nicht mehr Penthesta oder ähnliche scharfe Säuren, die Kleider und Schuhe angreifen und das Gärfutter übersäuern. Amasil ist eine organische Säure, die im Tierkörper verdaut wird. 5. Luftabschluß des Futters durch gründliches lagenweises Festtreten. Sperriges Futter, z. B. Mais, Rübenblatt mit Köpfen, zerkleinern. Durch 40 cm lehmige Erdschicht luftdicht abdecken. 6. Zur Ausnützung des Behälterraumes Aufsätze benutzen. 7. Gefüllte Behälter vor dem Eindringen von Wasser schützen. Da auch vielfach Fehler beim Füttern unterlaufen, sind in folgendem einige Regeln für die Fütterung angeführt: 1. Der Grünfutterbehälter darf frühestens fünf Wochen nach der Füllung angebrochen werden. Die täglich zu entnehmende Schicht soll mindestens 5 cm betragen. 2. Gärfutter soll nur bis zu einer Höhe von 20 kg je Tag und Tier gefüttert werden. 15 kg je Tag und Tier ist die zweckmäßigste Gabe. 3. Um eine zu starke Saftfutterfütterung zu vermeiden, ist die Runkelrübengabe bei Gärfutterfütterung entsprechend zu verringern. 4. Heu und Gärfutter erzielen den besten Fütterungserfolg. Zweckmäßig ist, auf 5 ka Gärfutter 1 kg Heu zu füttern. Es konnte weiterhin beobachtet werden, daß nur die zufälligen Futterüberschüsse einsiliert werden. Es muß jedoch zusätzlich und planmäßig für Futter zur Füllung der Behälter gesorgt werden. Eine Auswahl der Möglichkeiten: 1. Anbau von überwinternden Zwischenfrüchten zur Silofüllung Ende April'Mai: a) Futterraps 6 Pfund, Saatmenge je Morgen(Zeit der Aussaat Mitte August), 5) Roggen oder Weizen 30 bis 40 Pfund und Winterwicken 50 bis 60 Pfund(Ende August Anfang September), c) Landsberger Gemenge Inkarnatklee und Welsches Weidelgras 10 Pfund, Winterwicken 10 bis 15 Pfund(Anfang September), e) Westerwaldisches oder Welsches Weidelgras 12 Pfund(Anfang September). 2. Teilweise Einfüllung des ersten Rotkleeschnittes, bevor mit der Fütterung im Stall begonnen wird. Dadurch Verhinderung der Ueberalterung des ersten Schnittes und besseres und zeitigeres Nachwachsen des zweiten Schnittes. 3. Wo Wiesen und Weiden vorhanden sind, verstärkte Düngung und dadurch Gewinnung von nährstoffreichem Gärfutter. Schnitt im Mai. Vorteil: Entlastung der Heuernte. 4. Maisanbau als Zwischenfutter zur Einfilierung geeignet, sobald Kolben in Milchreife. 5. Anbau von Hülsenfruchtgemenge— Saat März Juli, 6. Einsilierung des Stoppelklees. Frühräumende Deckfrüchte, Wintergerste oder Roggen. 7. Einsilierung von Zuaer= und Runkelrübenblättern, wenn möglich im Gemisch mit Rotklee oder mit eigens zu dem Zweck angebautem Senf. Es bleibt jedem Betrieb überlassen, welche Möglichkeiten er als für sich geeignet auswählt. Da künftig mit einer geringeren Kraftfutterzuteilung zu rechnen ist, stellt der zusätzliche Anbau von Futter sowie dessen Konservierung als Gärfutter und Heu die einzige Möglichkeit dar, das fehlende Futter im Kuhstall im eigenen Betrieb zu beschaffen. Deshalb, Bauern und Landwirte, erweitert den Futterbau und sorgt für die Gewinnung von ausreichenden Gärfutter= und Heumengen! Die Landwirtschaftsschule und Wirtschaftberatungsstelle in Koblenz=Metternich steht den Landwirten und Bauern zur weiteren Auskunft und Beratung zur Verfügung. #e antwortlich: Haut:cheistleiter Erich Schmidt z. It. im Felde. Vrtretung; Schriftleiterin Helma von Rauchenbichler Menden; für Anzeigen: Helma ron Rauchenbichler. Druck und Verlag: Verla,= geeellschaft v. Rauchendichler, Menden. I. It. ist Unteigenpretz#i##e 6 gültig. Anzeigenteil Wir suchen für mehrere weibliche Gefolgschafts mitglieder Unterkunftsmöglichkeit Angebote sind zu richten an die Firma Schmöle& Comp., Menden w. T. Lichtspiele, Menden Heute, unwiderruflich zum letzten Mal zweiter Ein Tobis=Film nach dem Roman„Kamerad Mutter“ von Christel Broehl=Delhaes mit Franziska Kinz, Ferdinand Marian, Else Möllendorf. Karl Schönböck, Klaus Detlef Sierck, Bildt, Ponto, Salfner. Beiprogramm— Ufawoche. Für Jugendliche verboten! von Ab Dienstag, das große Ereignis: Feuertaufe Beachten Sie bitte unsere Dienstaganzeige! Inserieren brindt Gewinn Bekanntmachung. Eierverteilung Auf den vom 6. Mai bis 2. Juni 1940 gültigen Bestellschein der Reichseierkarte werden als 2. Rate 3 Eier für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben, und zwar auf Abschnitt b in der Zeit vom 17. 5. bis 2. 6. 1940. Dieser Abschnitt wird aufgerufen. Es wird darauf hingewiesen, daß zu Beginn der Ausgabe die erforderlichen Eiermengen bei den Verteilungsstellen vielleicht noch nicht verfügbar sein werden. Da die Zuteilungen an die Nichtselbstversorger in Eiern voraussichtlich auch in dieser Zuteilungsperiode größer als in den Herbst= und Wintermonaten sein werden, werden die Hausfrauen darauf hingewiesen, von den zur Ausgabe kommenden Eiern einige für den Winter einzulegen. Iserlohn, den 18. Mai 1940. Der Landrat— Ernährungsamt. zuverl. hausgehilfin 17—20 Jahre, für 5 Personen=Haushalt, zum 1. oder 15. Juni gesucht, die mit nach Rüdersdorf=Berlin übersiedelt. Frau Hansen, Oberrödinghaus. Vorzustellen von 11—14 Uhr.