Sogründet 1880 Westfälischer Telegraph 80. Jahrgang Mendenersange Slat Zeitung Nachrichten Einzige in Menden Zeitung Bei Eintritt höherer Gewalt, Papier= und Strommangel bestehl kein Anipruch an Lieserung der Zeilung oder Rüchzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpretse leut unerer Preisliste Nr. 6 vom 1. Juli 1939, deren Beslimmungen für alle Anzeigenausträge gebrückte Zeitung zeum.— Beilagen werden nicht angenommen. Anzeigenschlns am Verobend 6 Uhr Nr. 75 Sonnabend, den 30. März 1940 Jahrgang 1940 Censationelle Aktenfunde in Warschau *„* plutokratischen Kriegshetzer am Pranger— Enthüllungen des Auswärtigen Amtes über die Vorgeschichte des Krieges— Dokumente, die nach der Besetzung Warschaus in deutsche Hände fielen— Aufschlußreiche Berichte polnischer Diplomaten wollte den Krieg Berlin, W. März. Das Auswärtige Amt übergibt heute der Oeffentlichkeit in einem neuen Weißbuch eine Reibe amtlicher polnischer Originaldokumente, die außerordentlich aufschlußreich für die Vorgeschichte des Krieges sind. Die Dokumente stammen aus den nach der Besetzung von Warschau in deutsche Hand gefallenen umfangreichen Beständen von Akten des polnischen Außenministeriums, die, soweit sie für die Vorgeschichte des Krieges von Bedeutung oder sonst on allgemeinem Interesse sind, zur Zeit gesichtet werden und fortlaufend veröffentlicht werden sollen. Das duch ist die erste F. gen. Die in ihm im scher Uebersetzung wiedergegebenen Dokumente werken ein bedeutsames neues Licht auf die ganze politische Entwicklung, die zum Kriege geführt hat. Sie enthüllen in voller Klarheit, wo die Drahtzieher des Krieges saßen, mit welchen Mitteln sie arbeiteten und welche Ziele sie verfolgten. Aus dem Weißbuch veröffentlichen wir heute die Dokumente Nr. 2. 3, 11 und 15. Dokument 2 Schreiben des polnischen Generalstabes an das Ministerium des Auswärtigen in Warschau (Abteilung ll in Warschau) Warschau, den 8. VIII 1938 Generalstabsabteilung II L 17731/II S. O. Beurteilung der internationalen Lage von Portugal aus gesehen . Geheim! Ministerium des Auswärtigen, Politisches Departement hier. Ich übersende dem Herrn Direktor eine Abdes Berichts unseres Militärattachés in Lissabon zur Kenntnisnahme und bitte um eine Weisung für mein Verhalten zu den in dem Bericht dargelegten Ansichten der ausländischen Offiziere. Eine Anlage. Der Chef der Sektion IV der Abteilung II des Generalstabes. Banach. Dipl.=Oberstleutnant. Beurteilung der internationalen Lage von Portugal aus gesehen. Die in Portugal tätige englische Militärmission beschäftigt sich im Augenblick damit, die militärische Zusammenarbeit zwischen Portugal und England in ihren allgemeinen Linien festzulegen. Der portugiesische General Peixotee Cunhan, der als Vertrauensmann von Salazar die Personalreform in der Armee durchführt, erklärte mir, daß: Portugal seine Zukunft nur in der Unterstützung durch das Bündnis mit England Spanien unabhängig von dem Ausgang der spanischen Ereignisse für Portugal eine ständige Drohung darstellt. Eine Schwächung Spaniens, selbst durch Losreißung von Katalonien, würde man in Portugal gerne sehen. Oberstleutnant Chamberlain, ein Mitglied der englischen Militärmission, sprach von der Gefahr eines europäischen Krieges und äußerte sich folgendermaßen:„Wir sind uns über den Bluff von Deutschland und Italien vollkommen im klaren, ebenso wie die jüngeren Herren unseres Stabes bin ich auch persönlich der Meinung, daß wir mit dem Kriege anfangen sollten und zwar gleich.“ Er motivierte das damit, daß Deutschland nicht durch neues Kriegsmaterial überraschend wirken könne, daß die Armee unvorbereitet sei, denn es mangele ihr vor allem an entsprechenden Kadres, das alte Flugzeug= und Panzermaterial sei wenig wert und mit verbesserten bezw. neuen Einheiten nur ungenügend ausgerüstet, außerdem führte er die wirtschaftliche und moralische Lage des Landes an(Möglichkeit eines Sturzes des Regimes). Es mangele Deutschland an Erz, Oel, Kautschuk und Lebensmitteln. Der eventuelle Bundesgenosse Italien sei in einer noch schlechteren Lage, da er überhaupt nicht über Rohstoffe„verfügt. Er erklärte, daß sich unter den gegenwärtigen Umständen ein Krieg in Zukunft nicht werde vermeiden lassen. Es sei besser, schon jetzt anzufangen, wo der bevorstehende Krieg weniger Gefahren birgt. Augenblicklich kann England auf eine enge Zusammenarbeit mit Amerika rechnen. Oberst Daly von der englischen Militärmission ist bezüglich der voraussichtlich zu erwartenden Ergebnisse der Arbeit der Mission optimistisch. Er gab mir zu verstehen, daß England Mittel anwende folg garantieren. die einen ErEngland bereitete den Krieg vor Ueber die englischen Möglichkeiten sprach er sich ähnlich wie Chamberlain aus. Ueber die allgemeine Wehrpflicht sagte er, daß England durch eine militärische Vorbereitung. Schießausbildung und Formung starker Freiwilligenverbände für die Verteidigung gegen Luftangriffe, durch Transport= und Sanitätsdienst sich die Voraussetzungen zu einer sehr großen Erweiterung seiner Armee schaffe. In großem Still organisiert England strategische Reserven in seinen Kolonien, vor allem in Indien, und bildet diese dort aus. Seit zwei Jahren werden auch Schulen für die Stäbe der Kadres zur Führung des künftigen Krieges vorbereitet: Die Zentrale der höheren Militärstudien für die Vorbereitung der leitenden politischen, administrativen militärischen Stellen, das Imverial Militarv College zur Vorbereitung für die entsprechenden Posten in den unteren Stellen, Verdoppelung der Zahl der vorbereiteten Generalstabsoffiziere auf Jahreskursen für die Besetzung der Stäbe bis zur Division einschließlich und auf zwei Jahreskursen für die höheren Stäbe. Auf diese Weise erhält England für das ganze Empire eine Organisation und Vorbereitung für den künftigen Konflikt. Der Kommandeur Gade, der amerikanische Marineattachee, sagte mir seinerzeit:„Den Ideen nach stehen wir vollkommen auf Seite der Demokratien. Augenblicklich studiert man in Amerika die Möglichkeiten für eine schnelle Hilfeleistung für England und Frankreich; man ist zur Ueberzeugung gekommen, daß die Hilfe nicht wie im Weltkriege erst nach einem Jahr einsetzen soll, als die ersten amerikanischen Soldaten aktiv eingriffen sondern im Laufe von sieben bis zehn Tagen nach dem Beginn des Krieges sollen 1000 Flugzeuge geschickt werden." Außerdem machte mich Kommandeur Gade auf die unzulässigen Methoden der deutschen Penetration in Südamerika aufmerksam, mit der die Vereinigten Staaten sich nicht einverstanden erklären können. Der Kommandeur Gade ist ein Vertrauensmann und ein persönlicher Freund von Roosevelt. Er besitzt sehr enge Beziehungen nach Belgien und erfreut sich der Freundschaft des belgischen Königs. Deutschland steht er sehr unfreundlich gegenüber. Persönlich ist er sehr reich. Aus den Unterredungen mit Chamberlain. Daly und Gade fühlte ich die stille Gewißheit enger Zusammenarbeit im Falle eines Konfliktes heraus. Ich unterhielt mich häufiger mit den hiesigen Italienern. Sie waren äußerst nervös, interessierten sich sehr für unsere Haltung in einem künftigen Konflikt; an die Wand gebrückt, wiesen sie auf die Bedrohung der Menschheit und er Kultur in einem künftigen Kriege hin, den man deshalb um jeden Preis vermeiden müsse. Ein Gespräch auf dem französischen Flugzeugträger„Bearne“ Während der Anwesenheit der französischen Flotte hier bat mich der Konmmandeur Darrieuy, der Stellvertretende Chef des Stabes der Atlantikflotte, der für die kommende Leuchte der französischen Marine gehalten wird, und der mir schon von seinem früheren Besuch in Lissabon als Führer einer Torpedo=ZerstörerEinheit bekannt war, persönlich auf das Admiralsschiff sowie zu einer Besichtigung des Flugzeugträgers Béarne. Zusammen mit Kapitän Stefanowicz waren, wir dort in Begleitung des französischen Ministers die einzigen Ausländer. Treffer auf 6 Britischer Geleitzug von deutschen Kampfflugzeugen versprengt Verstärkte Luftaufklärung Berlin. 29. März. Das OKW. teilt mit: Im Westen keine besonderen Ereignisse. Deutsche Kampfflugzeuge griffen in den Abendstunden des 28. 6. unter schwierig.sten Wetterbedingungen einen britjchen Geleitzug im Seegebiet der Shetlands erfolgreich an. Der Geleitzug wurde verIn diesem Jahr dankt jeder Deutsche dem Führer durch die Ablieferung entbehrlicher Metall=Gegenstände! sprengt. Sechs ten Treffer, ein roße Handelsschiffe erhielchiff geriet in Brand und ein Bewachungsfahrzeug wurde versenkt. Alle eingesetzten Kampfflugzeuge kehrten unversehrt zurück. Tagsüber wurde in verstärktem Maße über der Nordsee, Großbritannien und Frankreich aufgeklärt. Die Flüge erstreckten sich bis nach den Orkney= und Shetlandinseln. Sie erbrachten trotz heftiger Gegenwehr wertvolls Erkundungsergebnisse. Zwei Aufklärungsflugzeuge sind vom Feindflug nicht zurückgekehrt. 7000=BRT.=Dampfer im Atlantik gesunken Rom, 29. März. Erst jetzt wird bekannt, daß der englische Dampfer„Rossington Court“ (6922 BRT) am 13. März im Atlantischen Ozean gesunken ist, angeblich nach einem„Zusammenstoß". Die„Agenzia Stefani“ meldet hierzu, 36 Mann seiner Besatzung seien in einem Hafen in Mittelengland gelandet worden. Der Engländer schoß zuerst Zum Abschuß des englischen Bombers über Holland Amsterdam, 29. März. Die holländischen Blätter bringen Einzelheiten zum Abschuß des englischen Flugzeuges in der Nähe von Rotterdam, bei dem es sich um ein neues englisches Bombeuflugzeug vom Typ Armstrong Whithworth Withley gehandelt habe. Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" berichtet, haben Augenzeugen gesehen, daß der englische Bomber, als er von zwei holländischen Jagdflugzeugen eingeschlossen gewesen sei. Höhe zu gewinnen versucht und das Feuer eröffnet habe woraufhin die holländischen Jäger das Feuer beantwortet hätten. Das englische Flugzeug sei dann nach kurzer Zeit abgestürzt. Zwei Auskunftsstellen in Berlin Generalgouvernement und befreite Ostgebiete — Die zuständigen Stellen für Wirtschaftsauskünfte Berlin, 29. März. Es besteht vielfach noch Unklarheit darüber, an wen sich reichsdeutsche Firmen bei Wirtschaftsauskünften über das Generalgouvernement bezw. die befreiten Ostgebiete zu wenden haben. Aus diesem Grunde wird darauf aufmerksam gemacht, daß über das Generalgouvernement, also die besetzten polnischen Gebiete, der Bevollmächtigte des Generalgouverneur in Berlin, W. 35, Standartenstraße 14, Auskünfte erteilt, während über die befreiten Ostgebiete— Gau Danzig=Westpreußen, Gau Wartheland und die den Gauen Ostpreußen bezw. Oberschlesien eingegliederten Gebiete— neben den zuständigen Reichsstatthaltern und Oberpräsidenten die Haupttreuhandstelle Ost in Berlin, W. 9, Potsdamer Straße 28, Auskünfte in wirtschaftlichen Fragen gibt. Vier an dem zusammengebrochenen Militärputsch in Bolivien beteiligte Politiker sind in eine entlegene Landesgegend verbannt worden. Major Pinto, der den Aufstandsversuch leitete, wird vom Militärgericht abgeurteilt. Die bolivianische Presse fordert strenge Ahndung, da das Volk der ewigen Putsche müde sei und das Land dringend Ruhe brauche. AAbendpsauenauge in hrgellan P 40 4aA 11 Scie 2e Zur 6. Rtschsstraßensammlung am 30. und 31. März Weltbild-RSV(M) Jum Schutz der Metallsammlung Todesstrafe für Bereicherung an gesammeltem Metall Berlin. 29. März. Der Ministerrat für die Reichsverteidigung hat am 29. März eine Verordnung zum Schutz der Metallsammlung des deutschen Volkes erlassen. Die Verordnung hat folgenden Wortlaut: Der Ministerrat für die Reichsverteidigung verordnet mit Gesetzeskraft: Die Metallsammlung ist ein Opfer des deutschen Volkes für das Durchhalten in dem ihm aufgezwungenen Lebenskampf. Wer sich an gesammeltem oder vom Verfügungsberechtigten zur Sammlung bestimmtem Metall bereichert oder solches Metall sonst seiner„Verwendung entzieht, schädigt den groß; deutschen Freiheitskampf und wird daher mit dem Tode bestraft. Diese Verordnung tritt mit der Verkündung durch den Rundfunk in Kraft. Sie gilt auch in den eingegliederten Ostgebieten. Berlin, den 29. März 1940. Der Vorsitzende des Ministerrats für die Reichsverteidigung: gez. Göring, Generalfeldmarschall. Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei: gez. Dr. Lammers. „Béarne“ lag in der Mitte des Tejo=Flusses, weit ab von jeder Möglichkeit, ihn näher in Augenschein zu nehmen. Bei der Unterredung äußerte sich der Kommandeur Darrieuy ziemlich ruhig über die Möglichkeit eines künftigen Konfliktes. Vor allem betonte er, daß in Frankreich die Rechtskreise und die Rechtspresse unnötigerweise Furcht haben und die Lage nicht richtig einschätzen. Für den größten Fehler hält er den Pazifismus der Demokratien, denn dadurch kann man den Krieg nicht als erster anfangen. Auf diese Weise gibt man dem Gegner den wertvollsten Trumpf, den der Ueberraschung, in die Hand. Doch ist man über diese Ansicht schon etwas hinaus gekommen. Er hält es für möglich, sich mit den Italienern zu verständigen. Zusammenfassend möchte ich die Ruhe und Einheitlichkeit der Ansichten bei den Vertretern Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten betonen. Die Geschichte hat sie weggefegt Dokument 3 Schreiben des Woiwoden Dr. Grazyinski in Kattowitz an den polnischen Außenminister in Warschau vom 2. November 1938 Der Woiwode von Schlesien, Nr. Pr. 150 Tj. Kattowitz, 2. November 1938 Geheim! Herr Minister! Ich halte es für meine Pflicht, über den Inhalt einer Unterredung zu berichten, welche zwischen werrn Krulis Randa, dem ehemaligen Generaldirektor der Fabriken von Trzyniec. und Herrn Zieleniewski stattgefunden hat. Diese Unterredung ist deshalb von großer Bedeutung, weil Herr Krulis Randa einer der hervorragendsten tschechischen Industriellen ist, welcher auch kürzlich als Kandidat für den Präsidenten der Tschecho=Slowakischen Republik genannt wurde. Als er über die Politik der Tschecho=Slowakei sprach, äußert er sich folgendermaßen; „Tausend Jahre hindurch sind die Tschechen politisch in der Gesamtheit des römischen Reiches tätig gewesen. Nach der Erlangung der Selbständigkeit tauchte in der Tschecho=Slowa= kei eine Gruppe von Menschen auf. welche die tschechische Politik selbständig zu machen versuchte. Die Geschichte hat sie weggefegt Der Versuch ist nicht gelungen. Jetzt muß meiner Ansicht nach der tschechische Staat zu seiner alten Rolle als Teilnehmer am politischen Schicksal des Deutschen Reiches zurückkehren. Die tschechische Politik richtet sich in dieser Richtung aus.“ Unter Berücksichtigung der Stellung von Herrn Krulis Randa besitzen diese Worte ihren besonderen Wert und sie zeugen von Tendenzen, deren Aeußerungen wir auch noch auf anderen Gebieten beobachten können. Dr. Grazynski, Woiwode. Dokument 11 Bericht des polnischen Botschafters in Paris, Jules Lukasiewicz, an den polnischen Außen: minister in Warschau vom 29. März 1939 Botschaft der Republik Polen Paris, 29. März 1939 in Paris R 2/3 Streng geheim! An den Herrn Außenminister in Warschau. Ein politisches Manöver für die englische Am 24. d. M. sagte ich Botschafter Bullitt in einer normalen freundschaftlichen Unterredung ungefähr folgendes: Ich kenne weder den Text des englischen Vorschlages hinsichtlich der Erklärung der vier Staaten noch unsere Antwort darauf(was im übrigen auch der Wahrheit entsprach). Indem ich mich jedoch nach Pressemitteilungen richte —Bl EE EEE dren Sioos, dir mich von Seiten erreichen, beurteile ich die Situation wie folgt: Der englische Vorschlag scheint mir der Form wie dem Inhalt nach ein Manöver zu sein, das wenigstens zu drei Vierteln für ie englische Innenpolitik bestimmt ist und das nicht etwa dem Willen entstammt, auf die internationalen Ereignisse der letzten zu reagieren, sondern vielmehr den #vierigkeiten, auf die Chamberlain von seiten des Parlaments wie der englischen öffentlichen Meinung gestoßen ist. Es ist kindisch naiv und gleichzeitig unfair, einem Staat, der sich in einer solchen Lage wie Polen befindet, vorzuschlagen, er solle seine Beziehungen zu einem so starken Nachbarn wie Deutschland kompromittieren und die Welt der Katastrophe eines Krieges aussetzen, nur um den Bedürfnissen der Innenpolitik Chamber= lains willfährig zu sein. Noch naiver jedoch wäre es, anzunehmen, die polnische Regierung verstände nicht den wahren Sinn dieses Manövers und seine Konsequenzen. Es ist weiterhin in höchstem Grade unvorsichtig, eine Aktion zu unternehmen, wie sie von der englischen Regierung öffentlich angeregt wurde, und in ihr die Teilnahme Rußlands in den Vordergrund zu schieben, die ebenso das politische Gesicht der Staaten verunstaltet, die solidarisch handeln sollen, wie das Ziel ihrer Aktionen. Das ostentative Streben nach einer Zusammenarheit mit Rußland in einer Form und einem Bereich, der lediglich den Bedürfnissen der Innenpolitik Chamverlains entspricht, läßt die unbillige Vermutung aufkommen, als handele es sich hier nicht nur um die Verteidigung derjenigen Staaten, die durch die neuen Methoden der deutschen Politik bedroht sind, sondern auch um einen ideologischen Kampf mit dem Hitlerismus, und daß das Endziel der Aktionen nicht der Friede ist, sondern die Hervorrufung eines Umsturzes in Deutschland. Wer die seit langem feststehenden Grundsätze der polnischen Politik kennt, kann nicht annehmen, die polnische Regierung werden sich zu so leichtsinnigen und gefährlichen Schachzügen des Herrn Chamberlain positiv einstellen. Nach den Erfahrungen der letzten 20 Jahre, in deren Verlauf England und Frankreich nicht nur keine einzige internationale Verpflichtung gehalten haben, sondern auch niemals imstande waren, ihre eigenen Interessen auf gehörige Weise zu verteidigen, ist es völlig unmöglich, zu glauben, irgendein Staat in Mittel= oder Osteuropa— wie ebenso auf der entgegengesetzten Seite Berlin=Rom— könnte auch nur einen einzigen englischen Vorschlag ernst nehmen, es sei venn, England schwingt sich zu Taten auf. die zweifellos und unabweisbar seinen Entschluß bestätigen, die Beziehungen zu Deutschland aufzugeben. Hätte die englische Regierung einige Tage vor der Unterbreitung. der vorgeschlagenen Deklaration in Warschau ihre Kriegsflotte mobilisiert, wie die militärische Dienstpflicht eingeführt, und hätte die französische Regierung in größerem Umfange als bisher die Mobilisierung ihrer Armee angeordnet, dann hätte man sogar solche unzulänglichen englilischen Vorschläge, wie die, die uns gemacht wurden, als einen Beweis für den aufrichtigen Willen loyaler Zusammenarbeit ansehen können. Da es jedoch gerade umgekehrt gekommen ist, muß man annehmen, alle von London unternommenen diplomatischen Verhandlungen werden so lange keine Aussicht auf Erfolg haben, bis sich die englische Regierung endlich zu dem Entschluß aufrafft, konkrete, präzisierte Verpflichtungen zu übernehmen, die von realen Maßnahmen auf dem Gebiet der Streitkräfte, über die sie verfügt, unterstützt werden. Traurig, ja fasttragisch ist es, daß es sich in der gegenwärtigen Situation nicht um die Interessen eines einzelnen Landes, sondern— ohne Uebertreibung— um die Vermeidung eines katastrophalen kriegerischen Konflikts bandelt. Zum Beispiel der Fall Polen. Ich kenne weder den Text des englischen Vorschlages, noch die Absichten Hitlers. Ich mache mir jedoch auf Grund wichtiger Aspekte meine eigenen Gedanken über die wirkliche Lage. Die unvorsichtige, in der Form leichtsinnige, im Inhalt lückenhafte englische Initiative läßt die polnische Regierung zwischen der Kompromittierung der Beziehungen zu Deutschland oder dem Scheitern der Verhandlungen mit London wählen. Im ersten Fall kann Hitler sich gezwungen sehen, uns gegenüber die Anwendung von Zwang zu versuchen, worauf wir nicht anders werden antworten können, als bewaffnet. Hierdurch wird ein allgemeiner europäischer Konflikt entstehen, in dessen erster Etappe wir den Druck der ganzen deutschen Macht werden aushalten müssen. Unsere gesamte Kriegsindustrie wird nicht nur bedroht sein, sondern wir können sie sogar verlieren. Hieraus werden sich schon zu Anfang des Konfliktes nicht nur für uns, sondern ebenso für Frankreich und England die schlimmsten Bedingungen ergeben. Im zweiten Fall wird das Scheitern der Verhandlungen mit London für Hitler ein Beweis der Unaufrichtigkeit und Schwäche der Politik Englands und Frankreichs sein und ihn zu neuen Expansionsunternehmen in Ost= und Mitteleuropa aufmuntern, die früher oder später zur Katastrophe eines Krieges führen müssen. Bei diesem Stand der Dinge ist es ebenso kindisch wie verbrecherisch, Polen für Krieg oder Frieden verantwortlich machen zu wollen. Es muß ein für alle Mal festgestellt werden, daß die Verantwortung zum größten Teil bei Frankreich und England liegt, deren unsinnige oder lächerlich schwache Politik zu der Situation und zu den Ereignissen führte, in denen wir leben. Wenn die englische Regierung dieses heute nicht einsieht, dann ist ein allgemeineuropäischer Konflikt, ja vielleicht sogar ein Weltkrieg unvermeidbar und muß schnell kommen, denn die Wahl des geeigneten Momentes liegt bei Hitler. Botschafter Bullitt nahm sich meine Ausführungen sehr zu Herzen und bat mich, sie noch einmal zu wiederholen. Ich sah, daß er jeden Absatz im Gedächtnis festzuhalten suchte. Später fragte er mich, ob wir ein gemeinsames Bündnis annehmen würden, wenn England und Frankreich uns morgen ein solches vorschlagen sollten. Ich antwortete, ich könne hierauf keine Antwort geben. Dagegen stellte ich fest, daß der Schwerpunkt nicht bei den Vorschlägen liege, die uns gemacht würden, sondern bei den tatsächlichen Maßnahmen, die in erster Linie England ergreifen müsse. Botschafter Bullitt erklärte sich mit meinem Standpunkt völlig einverstanden. Am folgenden Tage, dem 25. d. M., teilte mir Botschafter Bullitt mit, er habe sich meine Anschauungen zu eigen gemacht und unter Ausnutzung der ihm zustehenden Rechte dem Botschafter der Vereitigten Staaten in London, Kennedy, den AufEnglands Druck auf Norwegen Finnland sagte man und Schwedens Erze meinte man Italienische Eindrücke Rom, 29. März. Die übereinstimmenden Berichte aus fast auen europäischen Hauptstädten über den gewaltigen Druck, den England auf die nordischen Staaten auszuüben beginnt, haben eine Reihe von italienischen Blättern veranlaßt, Sonderberichterstatter nach Skandinavien zu entsenden, die zum Teil recht aufschlußreiche Berichte liefern. Unter anderem hat sich ein Vertreter des „Popolo di Roma“ nach Narvik begeben, dem Umschlagplatz für die Ausfuhr schwedischen Erzes aus Kirung nach Deutschland. Der erste Eindruck, den dieser Berichterstatter nach kurzem Aufenthalt in Narvik gewonnen hat, ist der, daß der ganze Bezirk unter dem englischen Druck zu leiden beginnt. Das Ende des Erzhandels würde die Lahmlegung der gesamten Tätigkeit von Narvik bedeuten, das von der Erzausfuhr lebe. Auf die Frage, welche Entschuldigung die Engländer finden würden, um sich der Gruben zu bemächtigen, ist der Gewährsmann des italienischen Blattes in ein ironisches Lachen ausgebrochen:„Entschuldigung? Zum Lachen!“ Ursprünglich konnte Finnland einen sentimentalen, hinreichend plausiblen Vorwand geben, indem die Engländer der Welt Sand in die Augen zu streuen versuchten, mit den schönen Phrasen wie Freiheit, Antibolschewismus, Demokratie. Jetzt aber ist ihren Händen diese Karte entglitten oder sie haben sie sogar absichtlich beiseite gelegt. Mit der Berufung auf Finnland hatte London in Narvik Truppen landen wollen, nicht etwa, um zu den finnischen Schlachtfeldern vorzustoßen, sondern um in Kiruna Fuß zu fassen. London hoffte, Stockholm und Oslo zu diesem Spiel überreden zu können. Nachdem diese Hoffnung verflüchtigt ist, suchen die Engländer jetzt sich selbst und die Welt davon zu überzeugen, daß gewisse veraltete Begriffe von Einhaltung der Verträge und Unabhängigkeit der Neutralen überhaupt keine Berechtigung mehr hätten für eine Nation, die sich in einem„entscheidenden Existenzkampf“ befinde. Der italienische Berichterstatter kann dieser Auffassung nur beipflichten und vertritt seinerseits die Auffassung, daß England sich um irgend eine Entschuldigung den Teufel kümmern werde. Eine schwedische Meinung Stockholm, 29. März.„Svenska Morgenbladet" bringt am Freitag unter der Ueberschrift „Der Weg der Neutralen wird schmaler“ zur Verletzung des norwegischen Hoheitsgebietes durch die Engländer folgende Stellungnahme: Was innerhalb der norwegischen Hoheitsgrenzen geschehe, könne sich auch in den schwedischen ereignen. Der Konflikt würde jeoch nicht entstanden sein, wenn es nicht um das schwedische Erz ginge. Ein Beschluß der Westmächte, ihre Seesttreitkräfte das norwegische Fahrwasser kontrollieren zu lassen, würde nichts anderes bedeuten, als daß der Krieg zwischen englischen und deutschen Flotteneinheiten dorthin gezogen würde. Der erste Schritt in dieser Richtung sei der Fall Jössing=Fjord gereien. Lok die Neutschen gegen we engliche ranzösischen Absichten schärfstens .48 reagieren, sei lbstverständlich. Das Blatt erklärt dann weiter, daß durch die Unterbindung des längs der Küste gehenden Erztransports nach Deutschland ein entscheidender Schlag nicht geführt werde. Vor allem sei dies auch kein Grund, wegen dieser Sache neutrales Hoheitsgewässer zu verletzen.„Es ist doch eine anerkannte Neutralitätsregel, daß die Neutralen ihre Waren in dem gleichen Umfang verkaufen, der dem Handel vor dem Kriege entspricht. Daß Schweden von dieser Regel in seinem rechtmäßigen Bestreben, sich außerhalb des Krieges zu halten, Gebrauch macht, kann nicht beanstandet werden. Daß die Verschiffung über einen norwegischen Hafen erfolgt, kompromittiert Norwegen nicht. England erhält ebenfalls große Mengen Erz aus diesem Hafen. Es gibt also keine Unkorrektheit in der Handlungsweise der Neutralen.“ Abschließend erklärt das Blatt, es trete hier wieder zu Tage, daß durch die englisch=französischen Methoben die Neutralen getroffen werden sollten. Der Kampf solle auf neutrales Gebiet gedrängt werden. Es sei aber das Letzte. daß ein kleiner Staat; sich wünschen könne, Kriegsschauplatz zu werden. 8 Finnlands Aufgaben Erklärung des Ministerpräsidenten Ryti Helsinki, 29. März. Ministerpräsident Ryti ab bei der Uebernahme der Staatsgeschäfte der neuen finnischen Regierung das Regierungsprogramm bekannt, das darin gipfele, ein schnelles, umfassendes, nationales Friedenswerk zu beginnen. Die finnische Außenpolitik werde eine Friedens= und Neutralitätspolitik sein mit dem Ziel der Aufrechterhaltung freundschaftlicher und vertrauensvoller Beziehungen zu allen Ländern, um auf diese Weise die internationale Stellung Finnlands zu festigen und das Werk des Wiederaufbaues zu unterbauen. Die Verteidigung werde auf Grund der neuen Lage und der gemachten Exfahrungen aufgehaut werden. Ryti betonte sodann, daß von seiten des Staates rasche und wirkungsvolle Maßnahmen eingesetzt würden und daß die Verluste durch den Krieg gemeinsam soweit wie möglich getragen werden müßten. Finnland müsse hart arbeiten, um in seinen neuen Grenzen all das zu ersetzen, was es verloren habe. Diese gigantischen Aufgaben erforderten vom finnischen Volk gigantische Anstrengungen. Anläßlich eines Empfangs dankte Präsident Kallio der abgetretenen Regierung für den Mut und die Entschlossenheit, mit der sie während des Krieges, die Regierung geführt und die Gelegenheit des Friedensschlusses ergriffen habe, um die Lebenskraft des finnischen Volkes zu wahren trag gegeben, sich am heutigen Sonnabend zu Ministerpräsident Chamberlain in seine Residenz zu begeben und ihm dieses alles unter kategorischer Betonung der Verantworlichkeit der englischen Regierung zu wiederholen. Am Sonntag, dem 26., erhielt Botschafter Bullitt in meiner Gegenwart von Botschafter Kennedy einen telephonischen Bericht über die Unterredung, die dieser mit Ministerpräsident Chamberlain gehabt hat. Hierüber habe ich Herrn Minister in einem Telegramm Bericht erstattet, das sofort nach meinem Aufenthalt bei Botschafter Bullitt aufgegeben worden war. Der Botschafter der Republik Polen. Dokument 15 Aufzeichnung des polnischen Handelsrats Jan Wszelaki über eine Unterredung mit dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in London, Joseph Kennedy, vom 16. Juni 1939 Geheim! Botschafter Kennedy, den Botschafter Biddle von meiner Ankunft in London benachrichtigt hatte, bat mich um einen Besuch. Der Besuch dauerte drei Viertelstunden. Von diesem verdient das Folgende vermerkt zu werden: 1. Bei Beginn fragte mit der Botschafter, wie man in Polen die Wirtschaftlage Deutschlands beurteile, wobei er selbst betonte, daß seines Erachtens Deutschland noch längere Zeit hindurch die Welt mit Rüstungsausgaben ruinieren könne und daß es eigentlich keine andere Alternative habe, als den Krieg. Seiner Meinung nach wäre eine Abkehr von Deutschland, von seiner Politik, auch von der Finanz= und Wirtschaftspolitik, dasselbe wie ein verlorener Krieg Deutschlands. Der Krieg dagegen gebe diesem zumindest eine gewisse Aussicht, seine Forderungen mit Gewalt durchzusetzen und angesichts dessen werde es, in die Enge getrieben, vor ihm nicht zurückschrecken. Mit einer gewissen Geringschätzung äußerte er sich über die Optimisten, die meinten, Deutschland könne leicht oder schnell bezwungen werden, oder die mit einem schnellen Umsturz in Deutschland rechneten. 2. Der Botschafter führte mit Nachdruck aus, daß der Westen einem Bankrott entgegengehe, wenn der heutige Stand der Rünung noch lange dauern werde. Selbst wenn es in diesem Jayr nicht zu einem Krieg käme, würden weder Großbritannien, noch die Vereinigten Staaten ihr Rüstungsprogramm unterbrechen oder beschränken. Infolgedessen habe Großbritannien schon im stillen Devisenbeschränkungen eingeführt, denn, es sei schon nicht mehr möglich, englisches Kapital im Ausland ohne Genehmigung der Regierung anzulegen oder in andere Länder zu transferieren. Jeder Tag bringe neue derartige Schwierigkeiten und Beschränkungen. 3. Im weiteren Verlauf der Unterredung fragte mich der Botschafter über die Lage in Polen und über unsere Bedürfnisse aus. Das gab mir Gelegenheit, längere Ausführungen arüber zu machen. Der Botschafter sagte, daß wir das einzige Volk in Osteuropa seien, auf dessen Rüstungen nicht nur, sondern auch auf dessen militärischen Wert man mit ganzer Gewißheit rechnen könne. Er führte an, es habe sich seines Erachtens in Spanien erwiesen, daß die polnischen Freiwilligen auf der republikanischen Seite bessere Soldaten waren, als alle anderen zu beiden Seiten der Front. Er fragte, was wir von den Engländern an Material und auf finanziellem Gebiet wollten. Darauf antwortete ich mit einer allgemeinen Skizze, wobei ich bis zu einem gewissen Grade die einleitende Erklärung des Obersten Koc gegenüber den Engländern vom Tage vorher gebrauchte. Besonders lenkte ich die Aufmerksamkeit auf den Kredit in bar. Der Botschafter stimmte zu, daß der Schwerpunkt auf dem Bargeld liege und äußerte dabei, daß, wenn die Engländer jetzt ihre Hilfe in dieser Hinsicht beschränkten, sie später, um dieselben Wirkungen zu erzielen, zehnmal soviel herausgeben müßten. Er fügte hinzu, daß der Premierminister und Lord Halifax auf der Notwendigkeit bestehen würden, Polen sofort mit Bargeld zu helfen. 4. Abschließend sagte mir der Botschafter, daß seine beiden Söhne, die letzthin ganz Europa bereist und viel hätten sehen und lernen können, beabsichtigten, nach ihrer Rückkehr in die Staaten an der Harvard Universität eine Reihe von Vorträgen über die Lage in Europa und in den einzelnen Staaten zu halten. Diesen Vorträgen, als Element, das mit die amerikanische öffentliche Meinung bildet, mißt der Botschafter große Bedeutung bei.„Sie glauben nicht“, sagte der Botschafter, „im welchem Maße mein ältester Junge, der kürzlich in Polen war, das Ohr des Präsidenten hat. Ich würde sagen, daß der Präsident ihm mehr glaubt, als mir. Vielleicht deswegen, wei! Joe die Sache mit solcher Ueberzeugung und solchem Enthusiasmus darstellt". In der nächsten Woche soll ich den Botschafter wiedersehen und mit seinem Sohn zusammenkommen. Jan Wszelaki Wirtschaftsrat. Sitzung des Bundesrates Molotow spricht über die sowjetische Außenpolitik Moskau, 29. März. Im großen Saal des Moskauer Kremlpalais wurde Freitagmittag die erste Sitzung des Bundesrates, der ersten Kammer des Obersten Sowiets, abgehalten. Die Sitzung wurde eröffnet vom Präsidenten des Bundesrats, Andreiew. Es. wurden folgende Punkte der Tagesordnung angenommen: I. Bericht über die Außenpolitik der Sowjetregierung. 2. Umbildung der Karelischen Autonomen Sowjetrepublik in eine Karelisch=Finnische Bundesrepublik der Sowietunion. 3. Vorlage des Staatshaushaltes für das Jahr 1940 und Rechenschaftsbericht über den Staatshaushalt für das Jahr 1939. 4. Bestätigung der seit der letzten Session des Präsidiums des Obersten Sowjets erlassenen Gesetze und Verordnungen. Der erste Punkt der Tagesordnung wird, wie gleichfalls bestimmt wurde. Freitagahend in einer gemeinsamen Sitzung des Bundesrates und des Nationalitätenrates in Form der erwarteten außenpolitischen Rede des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare und Außenkommissars Molotow zur Behandlung kommen. Die Prämie mit 500000 K.a der Deutschen Reichslotterie plus 40000 K.K fiel auf die Nummer 65 606. Die Lose wurden in Achtelteilung ausgegeben. Nachdem schon in den Vorwochen mehrfach Pestfälle in Oberägypten aufgetreten sind, weist die Woche vom 12. bis zum 19. März ein Anschwellen der Pestepidemie auf. Es werden 30 Pestexkrankungen gemeldet, die in 16 Fällen zum Tod führten. in Kürze Der estnische Dampfer„Orion"(747 BRT), der von Norwegen nach Großbritannien unterwegs war, ist in der Nordsee gesunken. Am 28. März ist auf der Rickmers=Werst in Wesermünde der vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebene Reichsforschungsdampfer„Alexander von Humboldt“ vom Stapel gelaufen. Auf seinen Fahrten sollen in erster Linie die Fischbestände der Meere untersucht werden, um auf diese Weise der deutschen Seefischerei neue Fanggründe zu erschließen. Die diesjährige Mailänder Messe findet vom 12. bis 28. April statt. Auf ihr werden wieder zahlreiche deutsche Firmen ausstellen. Sei: Jahren steht Deutschland bei weitem an der Spitze der Zahl der ausländischen Aussteller. Die Reichsregierung beteiligt sich auch in diesem Jahr amtlich an der Mailänder Messe. Der ungarische Ministerpräsident Graf Teleki hat die italienische Hauptstadt wieder verlassen. Zur Verabschiedung hatten sich u. a. der italienische Außenminister Graf Ciano mit Vertretern des Außenministeriums sowie der ungarische Gesandte mit den Mitgliedern der Gesandtschaft auf dem Bahnhof eingefunden. Die Japanabordnung der Reichsstudentenführung, die vor einigen Wochen auf Einladung der japanischen Regierung zu einem dreimonatigen Studienaufenthalt nach Japan gefahren ist, traf jetzt in Tokio ein. Die Abordnung wird nach dem Willen des Reichsstudentenführers eine enge arbeitsmäßige, personelle und informatorische Verbindung zwischen deutschen und japanischen Studenten herstellen. Ein amerikanisches Flugboot der Strecke Lissabon—Port Washingkon mußte wegen starker Gegenwinde eine nicht vorgesehene Zwischenlandung auf den Bermudas vornehmen, um seinen Treibstoffvorrat zu ergänzen. Von der englischen Kontrolle wurde dabei ein großer Teil der für die Vereinigten Staaten bestimmten Post zurückbehalten. Die Hochwassergefahr nimmt in verschiedenen Landesteilen Jugoslawiens katastrophale Ausmaße an. Durch den neuerlichen, mit Regen und Schneetreiben verbundenen Kälteeinbruch steigt überall das Hochwasser und vergrößert die Fläche des überschwemmten Landes. Die Donau steht bei Semendria 720 Zentimeter über dem Normalstand. Ueber die Stadt Allahabad in Britisch=Indien mußte, wie die Agentur Stefani meldet, von den britischen Behörden der Belagerungszustand verhängt werden. Wie verlautet, ist es dort zu verzweifelten Auflehnungsversuchen der gequälten indischen Bevölkerung gegen ihre englischen Unterdrücker gekommen. Die Metallsammlung bis 20. April verlängert Die Frist zur Ablieferung kriegswichtiger Metalle, zu deren Sammlung Generalfeldmarschall Göring am 14. März aufgerufen hat, ist bis zum 20. April verlängert worden. Soziale Maßnahmen bei behördlich angeordneten Stillegungen Berlin, 29. März. Der Uebergang von der Friedens= zur Kriegswirtschaft mit ihrem besonders großen Bedarf an Arbeitskräften erfordert manchmal die Stillegung von Betrieben, die nicht kriegswichtige Güter erzeugen und auch nicht entsprechend umgestellt werden können. Gefolgschaftsmitglieder, die aus diesen Betrieben ausscheiden müssen, werden, wie eine Verordnung des Reichsarbeitsministers bestimmt, mit ihrem Eintritt in ein neues Beschäftigungsverhältnis wie Personen behandelt, die auf unbegrenzte Zeit dienstverpflichtet sind. Wenn auch das alte Arbeitsverhältnis erlischt, so wird doch die Zeit der bisherigen Betriebszugehörigkeit im neuen Betrieb angerechnet. Daneben ist für die Regelung von Ansprüchen aus Pensionsunterstützungskassen und ähnlichen Einrichtungen Vorsorge getroffen. Endlich können Trennungszuschläge und Sonderunterstützungen vom Arbeitsamt dem Gefolgschaftsmitglied im neuen Beschäftigungsverhältnis im gleichen Umfang wie einem Dienstverpflichteten gewährt werden. Londoner Gerüchte Chamberlain auf Suche nach Vertrauen Den Haag, 29. März. In London umlaufende Gerüchte über eine angeblich bevorstehende Kabinettsumbildung führt der politische Korrespondent des„Manchester Guardian“ in erster Linie auf den Mangelan Vertrauen zu dem gegenwärtigen Kabinett Chamberlain gerade in den Kreisen seiner eigenen Anhänger zurück. Der Mangel an Vertrauen richte sich auf ein gutes Drittel des gesamten Kabinetts. Mindestens sechs Kabinettsminister würden allgemein nicht als eine Stärkung, sondern als eine Belastung der Regierungspolitik angesehen. Die große Schwierigkeit liege nun, so berichtet der„Manchester Guardian", in der Tatsache, daß zwar sechs Kabinettsminister dringend ausgewechselt werden müßten, aber tatsächlich keine geeigneten und befähigten Männer gefunden werden könnten, die die frei werdenden Ministerien übernehmen würden. Chamberlain verfüge heute über keine Ersatzmöglichkeiten und sei daher auch gegen seinen Willen gezwungen, eine Erweiterung der Regierungsbasis in Erwägung zu ziehen. Die politischen Korrespondenten sowohl des chester Guardian“ wie des„Evening Standard“ machen übereinstimmend darauf aufmerksam, daß die Labour Party vorläufig nicht daran denke, in die Regierung einzutreten. Als ein wichtiges Moment gegen den Eintritt in die Regierung wird angeführt, daß die offiziell mit 2000 Pfund jährlich bezahlte Stellung des Oppositionsführers, die jetzt von dem Parteiführer der Labour Party eingenommen wird, dann automatisch auf den liberalen Parteiführer Sir Archibald Sinclair übergehen würde. Diesen einträglichen Posten will die Labour Party momentan nicht aufgeben. In Florenz fanden am 27 und 28. März. Besprechungen zwischen dem Leiter des Deutschin Frembenverkehrs, Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Hermann Esser, und dem italienischen Generaldirektor des Tourismus. Erzellenz Probo Magrini, über die Gestaltung dis Reiseverkehrs zwischen den befreundeten Nationen whrend des Krieges statt. Nr. 75 Mendener Zeitung Samstag, den 30. März 1940 „ Ueber 500 Kllo Metall gesammelt Wir haben schon berichtet, daß die Mendener sich bemühen, dem Führer zum Geburtstag eine Freude zu machen. Wir haben uns die Sammlung im Rathaus angesehen. Sie ist sehenswert. Was da alles gegeben wurde, aus Väter und Vorväter Besitz ist anerkennenswert. Bisher sind rund 500 kg Metall eingegangen. Sollte nun einer denken, daß es so ginge wie im Weltkriege, wo JobUhren um eine Stunde vorstellen! Am 1. Rpeil beginnt die Hommerzeit! ber und ähnliches Gelichter sich an den gespendeten Sachen bereicherten, so sei diesen Volksgenossen mitgeteilt, daß die gespendeten Metallsachen an Ort und Stelle eingestampft werden. Und nun sehe jeder in seinem Haushalt nach. Etwas Entbehrliches ist sicher vorhanden. Rehmt Euch ein Beispiel an dem alten Veteranen, der auf die Mendener Sammelstelle kam und freudestrahlend seine sämtlichen Denkmünzen abgab. Das sollte ein Wink für manchen Vereinsführer sein. der da denkt, daß ein teures Andenken nicht zu entbehren sei. Heraus mit den alten Pötten. den Bowlenkümpen, den Humpen, den Zeichen einer liberalistischen Zeit. Wie sagte die Heimatzeitung stets: Hart wollen wir sein, aber auch hart gegen uns selbst! Gehe in dich Volksgenosse, und spende! Bis zum 20. April hast Du Zeit! Die Mendener Schuhumtauschstelle ist sooo in Form. Ich höre schon wieder einen Meckerer, der da sagt, ich ziehe keine alten Schuhe an. Wir können diesem Auch=Volksgenossen den Rat geben, gehe hin und tue desgleichen. In der vergangenen Woche sind rund 70 Paar Schuhe umgetauscht worden. Jeder Volksgenosse, der Schuhe umtauschen will, erhält reparierte und auch, damit jeder Zweifel behoben wird, auch desinfizierte Schuhe. Was ist erwünscht? Schuhe aller Art. Am meisten Kinderschuhe. Geht also zur NSV in der Nordstraße und gebt das ab, was entbehrlich ist. 2— Sterbefall. Es verschied im Waisenhaus im Alter von 79 Jahren Franz Philipp Beumer— Ferner verstarben Frau Fritz Böckelmann, geb. Schäfer, Ostwall. 68 Jahre alt. und im Alter von 42 Jahren Frau Karl Reinheimer, geb. Mönch, Zeppelinstraße. *— Jugendliche dürfen nicht überanstrengt werden. Das Jugendschutzgesetz bestimmt, daß die Arbeitszeit für Jugendliche(gemäß§ 7) nicht über 8 Stunden täglich bezw. 48 Stunden wöchentlich betragen darf. Die zur Erfüllung der gesetzlichen Berufsschulpflicht notwendige Zeit muß gewährt werden. Diese Zeit ist auf die Dauer der Arbeitszeit anzurechnen. *— Herrenfahrrad in der Iserlohner Straße gesunden. Am 27. 3. gegen 1 Uhr wurde ein Herrenfahrrad vor dem Hausgrundstück Nr. 55 gefunden. Beschreibung: Marke Sparo=Rekord. Nr. 903261 ohne Beleuchtung. Das Fahrrad ist bei der Polizei in Menden, Rathaus abzuholen. *— Im Bahnhof Menden wurde am Freitagabend gegen 9 Uhr auf den Eisenbahnschienen ein älterer Mann gefunden. Nach den Feststellungen handelt es sich um einen Invaliden aus Bösperde, der schwere Verletzungen erlitten hatte. Der Schwervekletzte wurde ins Krankenhaus geschafft. Schmetterlinge künden den Frühling an. Am kommenden Sonntag sollen sie unser Schmuck sein. Wir zeigen damit unsere Opferbereitschaft. Aus unserer Heimat Kinderwäsche wird gesammelt NSG. Mitglieder der NS=Frauenschaft und der NS=Volkswohlfahrt sprechen zurzeit in den Haushaltungen vor, um Säuglingsund Kleinkinderwäsche, die noch vorhanden ist, aber nicht mehr benötigt wird, zu sammeln. Sicher wird sich manche Hausfrau und Mutter nicht gern von diesen Dingen trennen können. Aber im Hinblick darauf, mancher jungen Mutter die Sorge um die Beschaffung einer Säuglingsausstattung zu sparen, wird jede Mutter gern und freudig geben. Die Hochzeitskutsche ist wieder da! Als der Großvater die Großmutter nahm, war das schön. Nicht das Verbundensein, sondern das Fahren in dem Glaswagen. So hieß man früher die Kutsche. Ja die alte liebe Kutsche, in der man zu allen Gelegenheiten fuhr, den Menschen von der Wiege bis zum Grabe begleitete. Sie ist auch heute wieder in unserer Heimatstadt zum Recht gekommen. Wie die MI schon am Mittwoch berichtete, hat Hemker seine alte Kalesche wieder aus dem Stall gezogen und in Dienst gestellt. Damals, zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts, wollte doch keiner mehr in solch einem Glaswagen fahren. Nein, man fand es unsein. Man mußte im neumodischen Auto sitzen. Das war feiner. Theoretisch war das feiner, weil es Aufn. Wemper neu war. Aber deutscher, erdverbundener ist das Fahren in der Kutsche. Wenn die Eltern den traditionellen Pfingstausflug von Dortmund nach Blankenstein machten am dritten Pfinasttag, dann nur per Kutsche. Wenn dann der Benjamin bei auter Führung auf dem Bock neben dem Kutscher sitzen durfte, war die Freude groß. Wenn dann der Vater bei den vielen Chausseegelderhebern den Beutel zückte und für Esel. Ochs und Kuh. so stand es auf der Tafel. seinen Obulus entrichtete, dann war das ein Erlebnis. Was galt uns Blankenstein, was galt uns Brüdern die ganze Gegend. uns interessierte nur die Wagenfahrt. Ein anderes Bild: vor mehr als 40 Jahren fuhren im Sauerland die sogenannten Kariolposten. Die heutige Generation wird diese schöne Einrichtung nicht mehr kennen. Aber schön war es. Wir haben ein Lied aus dem Schwäbischen, das heißt: Auf der schwäbischen Eisenbahne. kann man sehr gemütlich fahre, so fuhr man auch im Sauerland vor mehr als 40 Jahren Wir freuen uns, das alte Gewohnheit wieder zu Ehren kommt. Vom Vrahlen hat man nichts. Ein alter Spruch heißt: ora et labora! Bete und arbeite. Wir wollen diesen Spruch auf die Jetztzeit übersetzen, der da heißt: arbeiten und nicht verzweifeln. Das ist unser Wahlspruch. Arbeiten muß der Mann, der im täglichen Kampf ums Dasein steht, arbeiten muß das Pferd, das uns die Kutsche zieht. und arbeiten muß auch jede Kreatur. selbst dann, wenn sie sich ihr Futter sucht. So hätten wir in Menden wieder einmal das schöne Erlebnis gehabt. So soll es bleiben und der Wahrspruch zu Recht besteht: Mit dem alten Brauch wird nicht gebrochen! Hechzigtausend Karten werben Mädel in einem idealen Beruf NSG. Fünftausend Postkartentaschen liegen bereit. Sie enthalten je zwölf Postkarten mit geschmackvoll gewählten und technisch aufs beste gelungenen Ansichten aus den Einrichtungen des Schwesternwesens der NSV im Gau Westfalen=Süd. Diese Postkartentaschen werden denjenigen Mädeln, die vor der Berufswahl stehen und Freude am Beruf der nationalsozialistischen Volksschwester haben, ebenso überreicht— als Geschenk, wohlgemerkt!—, wie denjenigen Mädeln, die im Kriege an einer Sonderaufgabe mitwirken und ihrem Volk als rechte, echte Kämpferinnen helfen wollen im gigantischen Kampf dieser Entscheidungen von Weltbedeutung. Oft genug ist es in der gesamten südwestfälischen Presse gesagt worden: wie außerordentlich groß unser Bedarf an Volksschwestern für die Arbeit der NS=Volkswohlfahrt ist. Darum auch wurde eine großzügige Werbung in die Wege geleitet— obwohl man eigentlich mit den hergebrachten Werbemitteln nicht für einen solchen Beruf eintreten kann, der ganz und gar eine Sache des Herzens ist. Aber es mußten Mittel und Wege gefunden werden, um der großen, heimischen Oeffentlichkeit, den Eltern und schulentlassenen Mädeln vor allem etwas vom Schwesternwesen der NSV zu sagen, Unklarheiten zu beseitigen und grundsätzliche Tatsachen eindeutig herauszustellen. Es gibt nächst Ehe und Mutterschaft keinen Mädelberuf, der schöner, idealer und glückhafter ist als gerade der Beruf der nationalsozialistischen Schwester, die, frei von jedem Lohngedanken, frei von allen Gelübden und anderen Zwangsmitteln, ihrem Volk dienen will, weil sie ihr Volk liebt, weil es Deutsche sind, denen sie in Herzensgüte und echtem edlem Frauentum zu helfen bereit ist. Die Schwesterntracht schließt leichter die Herzen der Menschen auf, zur Schwester in der Gemeinde kommen die Menschen eher mit Not und Leid. und auf dem Krankenbett sprechen sie zur Schwester voller Vertrauen und Bereitwilligkeit. Schon diese kleinen Beispiele erhellen die herrliche Aufgabe der nationalsozialistischen Volksschwester! Wie die Schwestern eingesetzt werden, wo sie arbeiten, wie ihre Heimstätten aussehen—, das alles sagen nun die Ansichtspostkarten, die man den Eltern und Mädeln schenkt, um ihnen neben Aufklärung und Wissensbereicherung auch gleich ein praktisch verwertbares Geschenk zu machen. Diese schönen Postkarten kann man den Kameradinnen, den Verwandten, den Freunden zuschicken, man kann jungen Mädeln in Bild und Wort mit diesen Karten vom Schwesternberuf erzählen und die gesamte Anteilnahme der großen Oeffentlichkeit mehr denn je auf diesen Beruf lenken. Ueberdies haben wir eine treffliche Gelegenheit, vielen Menschen zu zeigen, mit welcher Sorgfalt, mit welch sicherem Geschmack und dabei immer schlichten, echten Mitteln die Wohnungen. Schulungsstätten und Heime unserer nationalsozialistischen Schwestern, der NSSchwestern sowohl als auch der Schwestern des Reichsbundes der Freien Schwestern und Pfleaerinnen. eingerichtet sind. Die Postkartentaschen sind für die berufsuchenden Mädel bereit bei allen Arbeitsämtern. Dienststellen der Partei und an einigen andren Auskunftsstellen. „Warum macht er sich so viel Arbeit?—“ „Zur 6. Reichsstraßensammlung bekommt er uns überall.“ *— Ein Findling für Rittershaus. Am Bertingloh bei Menden, wo Emil von Rittershaus im Schatten hoher Eichen das Westfalenlied schrieb, soll ein Denkmal errichtet werden. Der jetzige Polizeidirektor von Hamm und frühere Amtsbürgermeister des Amtes Menden, Parteigenosse Friderici, hat die Vorarbeiten getroffen. Ein Findling soll kommenden Geschlechtern verkünden, daß an dieser Stelle ein Dichter einst seinen Ruhm begann. Leihtineee — Familiennachrichten. Beim Standesamt der Gemeinde Lendrinasen wurden vom 18. bis 24. März beurkundet: Geburten: Friedrich Gerhard Vellerei, Lendrinnsen, Böinaserweg 209. Else Schauerte, Hüinasen, Oesestraße 16.— Heiraten: Franz Voß, Lendringsen, Schulstraße 5 und Josepha Köster Hüinasen. Steinnraße 7— Sterbefälle: Anna Klara Noll, geb. Tigges. Borg Nr. 15. Mendener Filmicehe#n W.=T.=Lichtspiele Der freche Nerl Jene Frechheit, die der Unverschämtheit und Flegelhaftigkeit gleichkommt, hat gewiß wenig Aussicht, eine Sache für sich zu entscheiden, denn sie stößt auf den Widerstand der gerechten Empörung. Doch es gibt eine besondere Art von Frechheit. Sie ist verbunden mit Charme und Liebenswürdigkeit und vermag die stärkste Eiskruste zu schmelzen. Spricht zum Beispiel ein junger Mann eine Dame auf der Straße an und gebraucht dabei eine der uralten, banalen Formen— so ist das eine Flegelei und nicht wert. den geringsten Erfolg zu haben. Anders liegt der Fall, wenn er originell, liebenswürdig und überzeugend ist. Dann wird nach einigen vergeblichen Versuchen das Eis schmelzen und einem halb ärgerlichen, halb belustigtem Lachen Platz machen.„Frecher Kerl!" Darin liegt schon eine gewisse Anerkennung, und zwar mit Recht. Der„freche Kerl“ ist allgemein bekannt und beliebt. Er ist zumeist auch ein ganzer Kerl, ein Hans in allen Gassen, der jeder Situation gewachsen ist. Er hat Manieren— trotz allem. Zum Beispiel wird er keine Dame auf offener Straße ansprechen, wenn keine passende Gelegenheit sich dazu bietet. Er wird aber deshalb auch nicht die Chance, eine reizende Bekanntschaft zu machen, auslassen. Er schafft sich seine Gelegenheiten selbst. Das ist allerdings nicht leicht. Es gehört Sicherheit im Auftreten dazu, gesunder Optimismus, angehorene Liebenswürdigkeit, unverwüstlicher Humor und auch genug Lebensernst. um das ganze nicht zu einer fortwährenden Spielerei ausarten zu lassen. Dieser Lebensernst ist sogar das Wichtigste, denn er bewahrt den„frechen Kerl“ davor, als Hanswurst zu gelten. Dieses sehen Sie im Film„Ihr Privatsekretär.“ Lichtspielhaus Bohnhofstraße „Rose=Marie“ Ein Spiel von Liebe und Glück. Eine Filmoperette im großen Stil. Die Melodien flüssig und behaltbar. Die Handlung denkbar und natürlich. Wir können den Film empfehlen Westfälisches Brauchtum im Sang Alt=Westfälisches Wiegenlied O wann ik doch eenmol im Himmelriek wör, So schwor föllt mi doch de Ehestand hier, O wör ik doch eewig’ne Juffer gebliewen Un härr ik mi nich in'n Ehstand begiewen. Nu sitt ik an de Weige un singe: O hei, O heia, Poppeia, o heia, Poppei. As ek noch'ne Juffer was, was ik so fin, So fin, as gnädiges Freilein kann sin. Do dreit ik dat Köppken so seit und so sur, Do was ik so schnik un so schnak as ne Schnur. Nu sitt ik usw. Un was op de Wiäke dann alles gedohn, Dann konn ik des Owends met'm Rädken utgohn, Dat sunk sik, dat sprunk sik, dat wasn Plaseer, Do saggen de Jungs, ik wör’ne nette Deern. Nu sitt ik usw. De Eene do nucken, de Annre do wenken, De Drüdde, den Haut vam Koppe do schwenken, De Veerde gaf mi dann all mol te verstohn, Dat he woll van Owend no Hus mit mi sohn. Nu sitt ik usw. So gonk et as ek’ne Juffer noch was, Do streek de Viggeline, de brummde de Baß, O wör ek doch eewig’ne Juffer gebliewen Un härt ek mi nich in'n Ehestand begiewen. Nu sitt ik an’ne Weige un singe: O hei, O heia, Pappeia, o heia, Poppei. Wie sagt man im plattdeutschen Westflalen: Finger leck Dümken, Zucker, wie seite. Das Lied stammt dem Dialekt nach zu urteilen, aus dem Kreise Bochum. Wir haben es abgedruckt, damit viele unserer jungen Damen sich an diesem Klageruf ein Beispiel nehmen können. Kleenet Leed Ick wull gaor nicht mähr an die denken, Wull endlick sien van Leewe fri, Dem armen Haarten Rouhe schenken, Ick wull. reinweg vergeeten di. Un as ick wull di ganz vergeeten, Do häw ick ümmer an di dacht; Doch draffst du neemals dovan weeten, Süß wet ick ook nau utgelacht. Dieses Lied stammt aus dem Kreise Lübbecke. In den beiden ersten westfälischen Liedern sind die Mädel schlecht weggekommen. Im dritten und letzten sollen die Buben dran glauben. Wir lesen: Der armselige Freier Ich hatte mal einen Freier, oho, Der war ein Ungeheuer, oho, Saun Kärl söll ick nilmmen oho. Ein'n Kopf hatt'r wie ein Eichbaum, oho, Ein'n Hals hatt'r wie ein Truthahn, oho, Ein'n Bart hatt'r wie’ne Ziege, oho, 'n Paar Aug'n hatt'r wie ine Fliege, oho. An der Hose hatt'r kein Klappstück, oho, An der Weste hatt'r kein Rückstück, oho. Im Rock hatt'r keine Aermel, oho, Das ist zum Erbarmen, oho. An den Schuh'n hatt'r keine Sohlen, oho, Die Strümpfe hatt'r gestohlen, oho. Texte für Vogelstimmen Friedrich Woeste, der große Germanist, war ein geborener Iserlohner. Er war einer der größten Sprachforscher, oder besser gesagt, Dialektforscher seiner Zeit. Er hat ein Wörterbuch der niederdeutschen Sprache herausgegeben.=Schade, daß dieses Wörterbuch nur das heutige Süd=Westfalen umfaßt. Es ist interessant, daß Woeste sich auch den Tierstimmen zugewandt hat, daß heißt die Aussprüche gesammelt hat, die der Volksmund den Tierstimmen unterlegt. Wir geben nachstehend einige solcher Volksredensarten über die Vogelstimmen wieder. Vielleicht wird einer oder der andere unserer Leser aus der Jugendzeit sich der Verse erinnern. Wir führen an: 1. Goldammr(giäle gos) rühmt ihr Gefieder: Bat sin“ In'k so fin!— Ein andermal fragte sie: Sühste nit den dicken fetten Slik? 2. Der Buchfink kann sein Weibchen nicht lange missen, drum fragt er so oft: Sech, sech, sech! hiäste mine Graite nit gesaihn?— Ein gefälliger Nachbar antwortet dann wohl: Süh, süh, fühl da sitt, se im Wiächteltenbusk. 3. Die Wachtel ist bange vor den Steinwürfen der Buben. verfehlt aber ihren Zweck. wenn sie ruft: Smit mi nit! Smit mi nit! 4. Die Meise will viel gesponnen wissen, deshalb ermahnt sie: Spinn dicke! spinn dicke! alle Dage drei Stücke! 5. Die Singdrossel hat es mit ihrem Philipp(Vielgeliebten) zu tun: Filip, filip, bo büste?— Im Siepen. 6. Die Schwarzdrossel ruft sein Pättken: Lisebett, lisebett! wueste nit— en bolle kuemen?— Da sie noch nichts von sich hören läßt, brummt er ärgerlich, ungeduldig: süß, süß süß, süß. süüh! Dieses sonst— siehl kennt sie und heeilt sich. vor dem Gemahle zu erscheinen, der schnell besänftigt, ein zärtliches Lisebetteken, lisebetteken! hören läßt. 7. D'. Schwalbe schilt bei ihrer Rückkehr im Frühjahr, daß der Bauet nicht sparsam genug gelebt hat: As ik furt trock, as ik futt trock, was Hus un Huof voll; nu ik wi'er kuem, nu ik wi'er kuem es aller verrieten, verschlieten, verdrieten, versplieten. Nabrn Roisen, Rinez, Moilikr Abschluß mit vollem Programm Die Fußball=Kriegsmeisterschaft am Niederrhein Der Weg ins Pokal=Endspiel In der niederrheinischen Fußball=Berei klasse wird am letzten März=Sonntag die Kriegsmeisterschaft endgültig zum Abschluß gebracht. Noch einmal treten sämtliche zehn Mannschaften zum Punktekampf an, der aber nur noch unwesentliche Aenderungen im Tabellenbild bringen kann. Die Meisterschaft hat sich einmal mehr Fortung Düsseldorf gesichert und mit dieser Mannschaft wird der Sportbereich Niederrhein in den Endspielen zur„Deut letzten Plätze ein und sind nicht mehr zu retten. Fortuna Düsseldorf— Rot=Weiß Oberhausen. Nach den erfolgreichen Österspielen gegen Werder Bremen und Hamburger Sportverein tritt die Fortuna nun noch einmal zum Meisterschaftskampf an, ebe sie sich in weiteren Freundschaftsspielen, auf den kommenden schweren Kampf um die„Viktoria“ vorbereiten kann. Gegen Rot=Weiß Oberhausen haben die Düsselorfer etwas gutzumachen, denn sie mußten im Hinspiel mit einem 00 zufrieden sein. Aber auch in Düsseldorf wird Rot=Weiß nicht leicht zu bezwingen sein. Die Elf hat sich sehr gut herausgemacht und ist nach wie vor in der Abwehr äußerst stark. Man darf ein spannendes Spiel erwarten, das Fortuna in ihrer augenblicklichen Form sicher gewinnen müßte. Rot=Weiß Essen— ETB Schwarz=Weiß. Obwohl die beiden Verfolger der Fortuna zum Schluß mit fünf Punkten Abstand geschlagen blieben, haben sie sich als die stärksten Widersacher des neuen Meisters erwiesen und RotWeiß kann sogar für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, dem Tabellenführer die einzige Niederlage beigebracht zu haben. Bei gleicher Punktzahl führt der ETB dank des besseren Torverhältnisses. Es gilt also für ihn den zweiten Platz zu halten. Man muß den Ausgang des Treffens als völlig offen bezeichnen, wenn auch Schwarz=Weiß im Hinspiel unerwartet glatt mit 4:0 die Oberhand behielt. Die größere Routine läßt auch diesmal auf einen Erfolg der Gäste schließen, der jedoch auf dem gefährlichen Gelände von Rot=Weiß nur knapp ausfallen sollte. Hamborn 07— Westende Hamborn. Auch hier ein Lokalkampf, der immer sein Publikum findet. Der Spielverein 07 ist technisch und taktisch überlegen und wird zu Hause auch beide Punkte einstecken. Westende ist als ausgesprochez uterschätzen, doch für den Gastgeber, "##in gegen Sülz 07 und Union Hamborn seine gute Form unter Beweis stellte. Duisburg 48/99— Turn Düsseldorf. Die Turn schaffte Ostern gegen den SSV Wupvertal nach langer Zeit wieder einmal einen Sieg. Mit der in diesem Spiel gezeigten Gesamtleistung wird sie aber in Duisburg kaum zum Erfolg kommen können. In erster Linie müssen durchschlagskräftige und schußfreudige Stürmer zur Stelle sein, wenn man die stabile Duisburger Hintermannschaft bezwingen will. Da aber auch die Duisburger Angriffsspieler viele Wünsche offenlassen, ist eine ebenbürtige Partie zu erwarten, die Duisburg knapp gewinnen dürfte. BfB Hilden— SSV Wuppertal. Ob Hilden nun im letzten Meisterschaftskampf gegen den ebenfalls absteigenden SSV Wuppertal den ersten Sieg schaffen wird? Eine Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Der Platzvorteil spricht für den BfB, doch technisch hat ihm der Gast manches voraus und da bei Wuppertal auch die Abwehr recht gut ist, wird Hilden wohl erneut leer ausgehen müssen. Rapid—„Club“ und Waldhof— Wacker Wien Die Frage„Wiener Endspiel".„süddeutsche Entscheidung" oder„“ Süd“ wird am Sonn chen beschäftigt man Lager mit diesen Möglichkeiten um den mer=Pokal, vielleicht hat die Vorschlußrunde dazu beigetragen. mung allgemein zu heben. Heute ist es so, daß Verlegung der sen, die Stimn alg oers gekommen ware, wenn man den ganzen Wettbewerb in das Frühjahr verlegt hätte? Schon möglich, denn eine Fortuna Düsseldorf in der augenblicklichen Verfassung würde selbst in Nürnberg eine andere Rolle spielen. Um die Austragungsorte und Paarungen ist ein Streit der Meinungen entbrannt, der nichts daran ändert, daß der 1. FC. Nürnberg zum zweiten Male ausgerechnet die Vorschlußrunde in Wien gegen Rapid bestreiten muß und Waldhof zum dritten Male hintereinander Hausrecht hat.— Die Spiele: In Wien: Rapid Wien— 1. FC. Nürnberg u Mannheim: SV Waldhof— Wacker Wien Wer wird gegen Angarn spielen? Seit Wochen sind die Vorbereitungen auf das Fußball=Länderspiel gegen Ungarn im Gange. Das Olympia=Stadion in Berlin, auf dessen herrlichem Rasenfeld der Kampf vonstatten gehen wird, dürfte wieder einen großen Tag erleben. Die allgemeine Frage geht natürlich dahin, wie die deutsche Mannschaft aussehen wird. Wir sind bisher vierzehnmal gegen Ungarn angetreten, haben aber mit wenig Glück gekämpft und die Ueberlegenheit der ungarischen Spieler recht oft anerrennen müssen. Nur dreimal ist es uns gelungen, Ungarn zu schlagen, vier Spiele blieben unentschieden, stebenmal haben wir verloren. Daß es immer recht knapp mit dem Ausgang bestellt war, zeigt am besten das Torverhältnis aus diesen vierzehn Spielen, das 14:36 zu unseren Ungunsten lautet. Diese passive Bilanz zeigt, daß wir alles tun müssen, ne zu verbessern. Wir haben gegen Ungarn das erste Kriegslanderspiel im Fußball ausgetragen und haben es, wie nicht anders zu erwarten war, 5:1 verloren. Wird es gelingen, diese Scharte auszuwetzen? Die deutsche Fußballelf hat am letzten Novembersonntag im Olympia=Stadion jenen wunderbaren Sieg über den Weltmeister Italien erfochten. Liegt es da nicht nahe, dieselbe Elf. die damals trotz schwierigster Bodenverhältnisse ein so wunderbares Spiel lieferte, wieder aufzustellen? Wie sah sie doch aus? Im Tor stand der Wiener Raftl mit unseren Standardverteidigern Janes und dem Nürnberger Billmann davor. Kupfer. Rohde und Kitzinger bildeten die Läuferreihe Lehner, Hahnemann. Conen, Binder und Pesser den Sturm. Während es nun kaum einem Zweifel unterliegt, daß wir gegen den starken ungarischen Gegner unsere allerstärkste Elf. aufbieten— und das wäre die Italien=Mannschaft—. ist es natürlich fraglich, ob wir alle diese Spieler wieder zur Verfügung haben und ob sie auch in der damaligen Form sind. Bei der Mehrzahl wird das hoffentlich der Fall sein, so daß lediglich einige Umstellungen oder Aenderungen notwendig würden. Von den meisten Spielern wissen wir auch, daß sie, nachdem an den letzten Sonntagen die Meisterschaftskämpfe wieder fortgeführt werden konnten, in der erforderlichen Kondition sind. Den letzten Schliff werden sie in einem Kursus erhalten. Jedenfalls steht es außer Erwägung, daß wir gegen Ungarn, wo wir es leider oft genug und dann mit dem entsprechenden Mißerfolg taten. uns auf keinerlei Mannschafts=Experimente einlassen, sondern, durch die Kriegsverhältnisse zwungen, die beste und zuverlässi schaft aufstellen, die wir zur Ver ben, und das wäre die Italien=Elf. 80 Kämpferinnen in Leipzig Turnerinnen im Meisterschafts=Kampf den Männern tragen nun am Wochenende die deutschen Turnerinnen ihre Kriegsmeisterschaften im Gerätturnen aus. Es sind die fünften dieser Art, nachdem zum ersten Male 1921 in Leipzig Meisterschaftskämpfe so elegant turnte wie irgendein Turner, Meisterin im Sieben= bzw. Sechskampf. 1937 kam es in Jena zu den dritten Meisterschaften, und hier hieß evenso wie 1938 in Wittenberg die Meisterin Frau Schmidt=Sohnemann, die bekannte Olympiakämpferin. Im vergangenen Jahre wurden nur Meisterschaften im gemischten Zehnkampf in Hildesheim ausgetragen. Nun kommt es also wieder in Leipzig wie vor fast 20 Jahren zu den 5. Meisterschaften im Gerätturnen der Frauen. 80 Teilnehmerinnen sind zugelassen, 50 für den Gerät=Achtkampf, 30 für den GymnastikSiebenkampf. Der Achtkampf besteht aus fünf Pflichtübungen: Barren. Schwebebalken, Ringe, Pferd und Luftball und drei Kürübungen an Barren. Schwebebalken und Pferd. Der Gymnastik=Siebenkampf setzt sich zusammen aus vier Pflichtübungen: Seil, Keule, Ball und Pferd und drei Kürübungen: Schwebebalken. Seil und Keule. Die Vorkämpfe werden am Sonnabend im Institut für Leibesübungen der Universität Leipzig, wo die Wettkämpferinnen auch untergebracht find, ausgetragen, die zehn Schalke und Gelsenguß machen Schluß Weitere Klärung in der Abstiegsfrage Nach BfB Bielefeld und S. ten spauuder ##leselb und SpVg Röhlin sen halten am letzten März=Sonntag auch Meister Schalke 04 und die BSG Gelsenguß Gelsenkirchen ihren Kehraus in der Meisterschaft. Von dem damals noch mit so großer Spannung erwarteten Treffen zwischen Schalte und Westfalia Herne ist nicht mehr viel Reiz übriggeblieben, nachdem die Herner sich einige Seitensprünge leisteten und Schalke unangefochten durchs Ziel ging. Es ist also nur noch eine Prestigeangelegenheit zwischen diesen beiden Mannschaften, die sich in der GlückaufKampfbahn gegenühertreten. Weitaus größere Bedeutung kommt dagegen dem letzten Spiel "— von Gelsenguß zu. Mit ihren 19 Minuspunkten ist die Werksmannschaft dem Abstieg sehr nahe, und es müßte in Marten, wo die Arminia ebenfalls Sorgen hat, schon einen Sieg geben, um nicht die letzte Hoffnung auf Rettung entschwinden zu sehen. Aber da ist noch eine dritte sehr gefährdete Mannschaft: Borussia Dortmund! Auch sie ist mit 19 Verlustpunkten belastet und hat noch einige sehr schwere Spiele vor sich. So eigenartig es klingen mag: selbst der an zweiter Stelle mit 19:17 Punkten stehende VfB Bielefeld befindet sich noch nicht ganz in Sicherheit. Warten wir also ab, was uns der 31. März bringen wird. Das Programm lautet: Schalke— Herne(4:1); Arminia Bielefeld— Münster(0:6) Bochum— Dortmund(0:1); Marten— Gelsenguß(2:1). Schalke erreicht die 100 Tore nun doch nicht mehr. Dann müßte Herne schon 16:0 geschlagen werden! Aber 90 muntere Törchen könnten es insgesamt werden. Westfalia gab in Münster eine recht schwache Vorstellung und wird auch in Schalke nicht viel zu bestellen haben. Aber Herne möchte hinter Schalke Zweiter werden, das gibt der Mannschaft vielleicht noch einmal mächtigen Auftrieb. Sehr interessant wäre es übrigens. Füller als Mittelläufer gegen Matzkowski zu sehen. Im ersten Spiel kam die Bielefelder Arminia in Münster mit einem halben Dutzend über BfB entledigte sie aller Abstiegssorgen. Preußen Münster empfiehlt sich durch das 4:0 gegen Herne, es wird nicht leicht sein, die kampfstarke Elf aus der Universitätsstadt zu besiegen. VfL Bochum 48 kann nichts anderes tun, als eine Verbesserung seiner Position zu erreichen. Nach langer Zeit gelang der Elf am letzten Sonntag in Röhlinghausen endlich wieder ein mal ein Sieg. Gegen B Sieg. Kraft gegen eine orussia, die sich mit aller iederlage wehren wird, haben die Bochumer aus dem 0:2 verlorenen Hinspiel übrigens noch etwas gutzumachen. In Marten wird vielleicht ein Treffen mit der größten Hartnäckigkeit durchgeführt. Marten konnte schon im ersten Spiel gewinnen, aber das hat jetzt nicht mehr viel zu sagen; „„„ G#age: Sei Gel Nichtsein, wenn auch nicht steht vor der rage: Sein ür immer. oder besten Achtkämpferinnen und die sechs besten Siebenkämpferinnen bestreiten dann am Sonntagnachmittag in der städtischen Oper mit ihren Kürübungen den Endkampf. Die Siegerinnen erobern sich den Tite!„Deutsche Kriegsmeisteim Gerätturnen" bzw.„Deutsche Kriegsein Im. meisterin in der Gymnastik Das deutsche Frauenturnen verfolgt mit seiner Arbeit, die in den Meisterschaften die Leistungshöhe erklimmt, drei Ziele, nämlich die Erhaltung der deutschen Eigenart im Wettkampf. die Pflege der Höchstleistung innerhalb dieser Eigenart und schließlich die Hoffnung und den Willen, dem zukünftigen olympischen Wettkampf die Form zu geben, die sich der deutschen Eigenart anpaßt. Die ersten beiden Ziele-werden in dert bevorstehenden Meisterschaftskämpfen erneut unter Beweis gestellt, und zwar in der zweifachen Form des Achtkampfes und des Siebenkampfes. Im Achtkampf liegt das Schwergewicht auf der Formung durch Stütz und Hang am Gerät, im Siebenkampf auf der Formung durch Bewegungen im Stand und mit Handgeräten. Ist auf die Ueberwindung der Achtkampf mehr auf die Ueberwindung des Geräts eingestellt, so hat der Siebenkampf hauptsächlich die Schulung der Bewegungsabläufe als Aufgabe. Beide Formen fordern glei cherweise kämpferischen Einsatz, den viele den gymnastischen Wettkampf absprechen möchten Das ist ein Irriun, denn jede Lösung einer Bewegungsaufgahe, ganz gleich welcher Art sie ist, fordert nicht nur Leistung, sondern, um sie zu erzielen, auch eine erhebliche Tatkraft und Einsatzbereitschaft. Auch in der Gymnastik kann man erst nach vieler Mühe und vieljährigem fleißigen Ueben zum Sieg kommen. Ueber den Ausgang eines so vielseitigen Kampfes läßt sich gerade bei Frauen, die so stark Stimmungen unterworfen sind, vorher nichts sagen. Sowohl im Achtkampf als auch im Siebenkampf sind die Siegerinnen von 1938 Käthe Schmidt=Sohnemann bzw. vom Siebenkampf des Breslauer Turn= und Sportfestes, Friedl. Idy, nicht gemeldet, verteidigen also ihre Titel nicht. Wohl aber findet man unter den Teilnehmerinnen viele aus früheren Jahren bekannte Namen, wettkampfgeübte und erjetzt der zweite Gang! SSW Troisdorf und Mülheimer SV im Rückkampf um die Gauvertretung Schon nach sechs Tagen bestreiten die beiden Gruppensieger in Troisdorf den Rückkampf um die Gauvertretung. Zur allgemeinen Ueberraschung haben die Mülheimer bereits den ersten Gang so klar für sich entschieden, daß sie in Troisdorf eigentlich kaum etwas zu fürchten brauchen. Die schwachen Spiele der Mülheimer kamen zur rechten Zeit und haben die Mannschaft zu besonderen Taten aufgerüttelt. Ohne Frage hat der MSV am Ostermontag eine gute Leistung vollbracht. die Elf spielte, trotz mehrfachen Ersatzes, ein reines Zweckmäßigkeitsspiel. Die Abwehr hatte einen ihrer besten Tage erwischt und fuhr immer energisch dazwischen. zumal sich Ruff wieder in alter Frische präsentierte. Zur allgemeinen Freude war aber auch der Angriff in Fahrt, Brück leistete hier wertvolle Arbeit und Mehlmann war überall und ließ den Gegner nie zur Ruhe kommen. Dieser restlose Einsatz gab letzten Endes auch den Ausschlag. Nun sind die Troisdorfer keineswegs so viel schlechter, wie der Torunterschied vorzutäuschen scheint. Der Mannschaft haben aber Gegner gefehlt, um ihr Spiel zweckmäßiger zu gestalten, und für eine reine technische Spielweise ist die Mannschaft noch längst nicht reif. Wenn man gewisse Schwächen der Abwehr übersieht, da sie durch die dauernde Ueberlastung hervorgerufen wurden, so kann man mit dem Angriff vollends nicht zufrieden sein. Die Außen versuchten überhaupt keinen Schuß, obwohl sie hin und wieder Gelegenheit hatten, und innen wollte man sich auch immer erst den Ball schön zurechtlegen, was natürlich der Gegner nicht zuließ. Bei einer anderen Sturmeinstellung wird die Mannschaft auch Tore erzielen, zumal auf eigenem Platz. Trotzdem geht der MSV mit einer derartigen Rückenstärkung in den Kampf, daß man ihn auch diesmal als Sieger erwarten darf. Auf jeden Fall sollten die Mülheimer nicht die Taktik der unbedingten Das übrige Mittelrhein=Programm Der letzte Märzsonntag bringt im übrigen für die Fußballer ein abwechslungsreiches Programm Aus der Gruppe 2 werden noch einige rückständige Meisterschaftskämpfe nachgeholt. Tura Bonn spielt gegen Andernach und wird zu Hause gegen die zurückfallenden Gäste sicher gewinnen, zumal der erste Kampf in Andemach schon mit Turas 4:2=Erfolg endete Tus Neuendorf— SV Beuel ist das zweite Spiel. Wenn Beuel auch das Hinspiel auf eigenem Boden 4:3 gewann, so darf man diesmal die Mannen um Gauchel in Front erwarten. Die Neuendorfer befanden sich letzthin in wirklich guter Verfassung und haben außerdem einige gute neue Kräfte zur Verfügung, so daß durch einen Sieg. der Abstieg gebannt sein dürfte. Sülz 07 hat wieder einen Freundschaftskampf mit einem Verein des Nachbargaues, abgeschlossen. Diesmal erscheint die ausgezeichnete Bezirksklassenelf von Tus Helene Essen in der Radrennbahn. Die Essener führen ganz überlegen und ungeschlagen in ihrer Gruppe und dürften ziemlich sicher aufsteigen. Die beiden repräsentativen Stürmer Arens und Bertz sind die herausragenden Spieler. Sülz hat gegen diese Mannschaft noch längst nicht gewonnen. Im übrigen finden überall Pokalspiele statt, da die erste Zwischenrunde zum Tschammerpokal bereits steigt. Neben den noch im Kampf= befindlichen Mannschaften, der unteren Klassen treten jetzt schon die Bezirksklassenmannschaften in Tätigkeit. Rund um den Sonntag Nach den in sportlicher Hinsicht etwas stilleren Österfeiertagen bringt das bevorstehende Wochenende wieder ein umfangreiches Programm mit zahlreichen Höhepunkten. Da ist vor allem die Vorschlußrunde um den Tschammer=Pokal zu nennen, dann die Meisterschaftskämpfe der Turnerinnen und im Tischtennis sowie endlich die Begegnung zwischen den westeutschen Halbschwergewichtsvoxern Adolf Heuser und Jean Kreitz um den Meistertitel. Im Vordergrund steht nach wie vor der ußballsport, dessen Freunde mit Spannung er Tschammerpokal=Vorschlußrunde entgegensehen. In den Meisterschaftskämpfen werden weitere Entscheidungen erwartet. Das Ausland meldet mehrere Länderspiele: Holland— Luxemburg in Rotterdam, Ungarn— Schweiz in Budapest, Rumänien— Jugoslawien in Bukarest(A) und Belgrad. Im Handball stehen die Punktespiele vor dem Abschluß. Köln ist abermals Schauplatz eines Hallenturniers. Auch im Hockey wird noch um Punkte gekämpft: am Niederrhein beginnt die Endrunde mit den Begegnungen Etuf her T5C— Deutby endlich steigt — Uhlenhorst und Gladbacher scher SC Düsseldorf. Im Rugb. in Heidelberg ein Gaukampf Baden—. Südwest. Im Vordergrund der Borsport ereignisse steht der Titelkampf der Berufsboxer im Halbschwergewicht zwischen Adolf Heuser(Boun) und seinem anerkannten Herausforderer Jean Kreitz(Aachen). Es steht außer Zweifel, daß es in Berlin zu einem großen Kampf kommen wird, bei dem der routinierte und in zahlreichen Schlachten erprobte Heufer keinen leichten tand gegen unser aufstrebendes Talent Kreitz haben wird. Seisler(Berlin) und Sporer (Dortmund) kämpfen in Odense(Dänemark). Eine besondere Erwähnung verdient auch noch die Meisterschaftsveranstaltung der Tischtennisspieler und=spielerinnen in Baden bei Wien, zu der weit über hundert Teilnehmer genannt haben. Neben den Titelkämpfen gibt es noch zahlreiche internationale Wettbewerbe mit (Aachen) genannt. tung. Essens son mit einer Doppelveranstaltung, an der Herber=Baier teilnehmen. Einige unserer guten Abfahrtsläufer starten in Triglav(Jugoslawien). In Genua geht ein weiteres RivieraTennisturnier mit deutscher Beteiligung zu Ende. Das Radsportprogramm verzeichnet ein Querfeldeinfahren in Köln, ein Straßenrennen Wien—Eisenstadt—Wien, den Abschluß des is Er#ert—Halle—Desinderndfahrt in Belgien. Die Schwerathleten stehen weiter in den Meisterschaftskämpfen der Sportbereiche. Italiens und Ungarns Fechter bestreiten einen Länderkampf und schließlich sind noch die Galopprennen in Dortmund und München(Wiesenrennen) zu nennen. fahrene Turnerinnen, unter denen man wohl auch gegenüber den jüngeren Teilnehmerinnen die neuen Kriegsmeisterinnen zu suchen haben wird. 5 deutsche Fußball=Länderspiele Der deutsche Fußballsport steht in den nachsten Monaten vor einer Reihe schwerer Aufgaben. Innerhalb eines kurzen Zeitraumes sind fünf Länderspiele auszutragen. Den Beginn macht am 7 April im Berliner Olympiastadion die 15. Begegnung mit Ungarn. es folgt am 14. April im Wiener Stadion der dritte Kampf gegen Jugoslawien, schon am 5. Mai kommt es in Mailand zum neunten Länderspiel mit Weltmeister Italien. Am 6. Juni steht dann in Kopenhagen das zehnte Treffen gegen Dänemark zur Entscheidung an. Als neuer Gegner ist Rumänien hinzugekommen, mit dem das dritte Länderspiel für den 23. oder 30. Juni in einer noch zu bestimmenden deutschen Stadt vereinbart wurde. Dagegen konnte der Plan, den dritdem Programm erscheinen. Um die Deuts im Halbst Meisterschaft rgewicht Adolf Heuser Jean Kreitz — 2 Der Oberste Kriegsrat tagte Frankreichs Regierungschef zum Befehls. empfang in London 29. März. Der Oberste Kriegsrat der Westmächte bat am Donnerstag in London seine sechste Tagung seit Kriegsbeginn abgehalten. Auf britischer Seite sind von den wichtigdten Teilnehmern u. a. Chamberlain, Halifax, Cadogan zu nennen. Auf französischer Seite nahmen u. a. Reynauo zum ersten Mal als Ministerpräsident und Außenminister, Kriegsmarineminister Campinchi, der neue Luftfahrtminister Eynac an militärischen Persönlichkeiten Gamelin, Vuillemin und Darlau teil. Wie es in der über die Tagung herausgegebenen Verlautbarung heißt, ist„die Aktionslinie“ für die weitere Politik der beiden Regierungen festgelegt worden. Das heißt; die Franzosen werden dabei Gelegenheit gehabt haben, die neuesten Befehle Englands entgegen zu nehmen. Es ist für den als Hörigen der Londoner City weltbekannten Ministerpräsidenten Paul Reynaud bezeichnend, daß seine erste außenpolitische Tat in einer Geste besteht, die lediglich dazu bestimmt ist, Frankreich noch mehr als bisher an den englischen Wagen zu ketten. * Der sogenannte Oberste Kriegsrat der Westnächte hielt e#für notwendig, die Verpflichtung zu beschließen, während des gegenwärtigen Krieges keinen Waffenstillstand oder Friedensvertrag abzuschließen, es sei denn auf Grund eines gemeinsamen Uebereinkommens. Das gegenseitige Mißtrauen, das aus diesem Beschluß spricht, geht sedoch weiter und führte zu der Verpflichtung, die Gemeinsamkeit ihrer Handlungen nach der Wiederherstellung des Friedens auf allen Gebieten aufrecht zu erhalten, so weit es notwendig sein wird.“ Man wird angesichts der Ergebnisse dieser Sitzung des Obersten Kriegsrates der Westmächte an die Geschichte von dem Liebespaar erinnert, das gemeinsam in den Tod gehen wollte, aber kein Vertrauen zu einander hatte und deshalb aneinander gefesselt in die Tiefe stürzte. Iynische Eingeständnisse Genf, 29. März. In Paris vertritt man die Ansicht, daß bei dem Obersten Kriegsrat der Westmächte die„Polizei“=Aktion der englischen Flotte in den skandinavischen Hoheitsgewässern erörtert worden ist. Die ersten Pariser Pressekommentare lassen keinen Zmerfeigd über, wie diese Erörterung ausgeDanach denken die Westmächte nicht daran, von ihrem hier bereits mit der„Altmark"=Affäre eingeschlagenen Weg abzugehen, sondern ihn im Gegenteil mit noch größerem Tempo fortzusetzen. Bezeichnend ist beispielsweise ein Kommentar des Pariser„Intransigeant“ von Donnerstagabend, der auf den Protest des russischen Botschafters in London bei Lord Halifax eingeht.„Aber möge er protestieren soviel er will und mögen die anderen auch protestieren. was tut das!“, schreibt das Blatt. Im„Figaxo" wird andererseits der Versuch gemacht, die Polizeirolle, die sich die Westmächte in den skandinavischen Gewässern selbst anmaßen, mit einem juristischen Mäntelchen zu umgeben. Das Blatt erklärt, daß die jetzige Aktion der Westmächte auf diesem Gebiet nichts —bernewoynlich Neues" darstellt und die„Altmark"=Affäre habe in dieser Beziehung ja schon„alles“ gezeigt. Zwietracht in Downing Street Schatzkanzler Simon stoppt Vortrag Lord Stamps Den Haag, 29. März. Zwischen dem Schatzkanzler Sir John Simon und dem Informationsminister Sir John Reith ist ein Konflikt ausgebrochen, der bisher noch nicht beigelegt worden ist. Das Informationsministerium hatte vor einigen. Tagen den Hauptfinanzberater der Regierung, den Direktor der Bank von England, Lord Stamp, ersucht, den Vertretern der ausländischen Presse aufklärende Mitteilungen über den Stand des britischen Außenhandels zu machen. Lord Stamp hatte sich hierzu bereit erklärt. Tag und Stunde für diesen Vortrag waren bereits festgesetzt worden, als im letzten Augenblick auf Veranlassung des Ministerpräsidenten dieser Vortrag abgesagt wurde. Es stellte sich nun, wie der „Epening Standard" berichtet, heraus, daß der Schatzkanzler Sir John Simon einen Brief an Chamberlain gerichtet und den Ministerpräsidenten ersucht hatte, den Vortrag von Lord Stamp zu verbindern. Das Handelsministerium hatte sich dem Vorgehen des Schatzkanzlers angeschlossen und sich gleichfalls gegen den Vortrag des Lords Stamp ausgesprochen. Der Informationsminister Sir John Reith get jedoch bekannt, daß er unter keinen Umden bereit sei, auf den bereits festgesetzter. Vortrag von Lord Stamp zu verzichten. Lord Stamp, der seit Ausbruch des Krieges großen Einfluß gewonnen hat und Vorsitzender des interministeriellen Finanzausschusses ist, hat seinerseits gleichfalls in diesem Konflikt den Standpunkt eingenommen, daß der Vortrag stattfinden müsse. Hinter diesem scheinbar bedeutungslosen Konflikt verbergen sich jedoch persönliche Gegensätze innerhalb des Kabinetts, die bei diesem Anlaß deutlich zutage getreten sind. Der Schatzkanzler Sir John Simon beansprucht nach wie vor nach dem Ministerpräsidenten für sich den allein entscheidenden Einfluß in allen Fragen, die die Finanzund Wirtschaftspolitik Großbritanniens berühren. Der Versuch, nun Lord Stamp in den Vordergrund zu stellen, hat den Schatzkanzler dazu veranlaßt, mit grobem Geschütz zu schießen und sogar unter Einschaltung des Ministerpräsidenten gleichzeitig gegen den Informationsminister und den Hauptfinanzberater der Regierung vorzugehen. Mit Spannung erwartet die englische Oeffentlichkeit den Ausgang dieses Konfliktes, der durch eine Indiskretion in die Presse gelangt ist. Als erste deutsche technische Fachschule in den wiedergewonnenen Oftgebieten hat die Staatsbauschule in Posen den Unterricht ausgenommen. Im spanischen Außenministeri nister Oberst Beigbe durch Außenminister Oberst Beigbeder und den italienischen Botschafter General Gambara ein Vertrag über den Luftverkehr zwischen den beiItalienische Gäste am Westwall Führende Männer des italienischen Wirtschaftslebens besuchten die Oberrbeinfrent In diesen Tagen bereist enkommission die bedeu (BA). eine italienische Studienkommission die beden tendsten deutschen Wirtschafts. und Industriezentren. Die Kommission steht unter Führung von Nationalrat Borchini. Außerdem gehören ihr Ministerialdirektor Caravale vom Korhorationsministerium und Graf Tagliavia an. Die italienischen Gäste erwidern damit den vorjährigen Besuch von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley mit einer ähnlichen deutschen Studienkommission in Italien. Auf Einladung des Führers verbrachten die italienischen Gäste auch einen Tag am Westwall. Sie wurden von Vertretern der Wehrmacht begrüßt und zur Oberrheinfront geleitet. Der Kommandierende General eines Frontabschnittes hieß die Gäste willkommen und führte sie selbst durch einzelne Kampfwerke und Stellungen. Man stand bei dieser Besichtigungsfährt einmal an einer Straßenkreuzung auf einer Erhöhung. Ein Offizier erläuterte den Gästen den Verlauf der Bunkerlinie, die an dieser Stelle die beste Verteidigungslinie ist. Fünf. sechs, sieben Kampfwerke lagen in unmittelbarer Nähe, aber die glänzende Tarnung und Anpassung an das Gelände ließen die Bunker kaum erkennen, so daß ihre Lage den Gästen erst genauer erklärt werden mußte. Plötzlich klappten auf der Erhöhung, auf der man gerade stand, harmlos bemalte Schilder herunter, und die Gäste standen völlig überrascht vor einem schweren Panzerturm mit drohenden MG=Läufen. Eine knappe Viertelstunde mit dem Kraftwagen weiter. Auch hier die Tarnung so vollkommen, daß man zunächst ungläubig vor dieser angeblichen Artilleriestellung steht. Dann aber konnten sich die Gäste von einer Festung überzeugen, wie sie in ihrer vernichtenden Schlagkraft wohl einzigartig ist. Man muß schon selbst vor diesen Geschützen stehen, um sich von ihnen eine Vorstellung zu machen. Eine Exerzierübung am Geschütz, eine Besichtigung der Munitionsräume und der Unterkunftsräume rundeten das hier gewonnene Bild ab. Inmitten der Offiziere der Artilleriestellung verbrachten die italienischen Gäste in den Unterkunftsräumen.noch eine ganze Zeit in angeregtem Gespräch. Die Fahrt führte in gegen Abend wieder an den Ausgangspunkt zurück. Die italienischen Gäste erhielten so einen nachhaltigen Eindruck von der Widerstandskraft des Westwalls. Ihre ungestörte Reise durch unsere Verteidigungslinien und in den nächsten Tagen weiter durch die rastlos auf Höchsttouren schaffenden Industriezentren Großdeutschlands ist den deutschen Soldaten und den deutschen Arbeitern ein erneuter Beweis für die unzertrenntiche Freundschaft der beiden großen Völker. Hermann Opper. Traditionelle Freundschaft Rumänisch=jugoslawische Kundgebungen Belgrad, 29. März. Freitagmittag fuhr der jugoslawische Handelsminister Dr. Andres nach Bukarest, wo er am Sonntag der feierlichen Eröffnung der Rumänisch=Jugoslawischen Handelskammer beiwohnen wird. Der Minister wird begleitet von 25 führenden jugoslawischen Wirtschaftlern. Außerdem werden gleichzeitig in der rumänischen Hauptstadt der Direktor der jugoslawischen Nationalbank, Dr. Costa Liubisawljewitsch, und der Belgrader Stadtpräsident Diuriditsch anwesend sein. Bereits Donnerstag sind 12 führende jugoslawische Zeitungsleute nach Bukarest abgereist, wo außerdem am Sonntag ein Fußballspiel zwischen der jugoslawischen und der rumänischen Nationalmannschaft stattfindet. Gleichzeitig findet auch ein jugoslawisch=rumänisches Fußballspiel mit den zweiten Auswahlmannschaften in Belgrad statt. Man darf also sagen, daß der 31. März 1940 ein besonderer Tag in der Bekundung der jugoslawisch=rumanischen Beziehungen ist. In politischen Kreisen Belgrads wird dazu erklärt, daß diese Häufung von Freundschaftskundgebungen nicht rein zufällig sei, sondern deutlich das ungeschwächte Fortbestehen der zwischen Rumänien und Jugoslawien herrschenden traditionellen Verbundenheit zeigen soll. Durchführung des Jugendschutzes Anweisungen des Reichsführers Berlin, 29. März. Zu der neuen Polizeiverordnung zum Schutze der Jugend hat der Reichsführer tt und Chef der deutschen Polizei nunmehr Ausführungsanweisungen erlassen. Die ganze Regelung geht davon aus, daß eine gesunde Jugend sich frei entwickeln will und daß es falsch wäre, den natürlichen Unternehmungsund Erlebnisdrang der Jugendlichen zu unterdrücken. Jugend braucht aber verständnisvolle Lenkung und Leitung. So wenig es hierau fehlen darf und dank der Maßnahmen der Partei und des Staates auch tatsächlich fehlt, so sehr bedarf die Jugend des Schutzes vor bestimmten Gefahren. Gerade da zeigt sich aber, daß verantwortungslose Erwachsene es mit ihrer Pflicht nicht immer ernst nehmen und einer gewissen Verwahrlosung geradezu Vorschub leisten. Die Verordnung will vor allem den aussichtslosen Aufenthalt Jugendlicher in den späten Abendstunden und nachts in der Oeffentlichkeit unterbinden. Deshalb verbietet sie Jugendlichen unter 18 Jahren das Herumtreiben auf öffentlichen Plätzen und Straßen oder an sonstigen öffentlichen Orten während der Dunkelheit. Der Ausführungserlaß stellt klar, daß sich dieses Verbot selbstverständlich nicht gegen solche Jugendlichen wendet, die von der Arbeitsstelle oder vom HIDienst heimkommen oder aus anderen notwendigen Gründen die Straße betreten und ordnungsgemäß ihrer Wege gehen. Sodann wird Jugendlichen unter 18 Jahren der Aufenthalt in Gaststätten aller Art verboten, sofern sie nicht in Begleitung des Exziehungsberechtigten sind. Das Verbot bezieht sich nur auf die Zeit nach 21 Uhr. Gaststätten in diesem Sinne sind auch alle anderen öffentliche Lokale, wie Eisdielen, Kaffees usw., in denen Getränke, Nahrungs= oder Genußmittel zum Verzehren im Geschäftsbetrieb verabreicht werden. In Begleitung des Erziehungsberechtigten oder der von a ati teiligt wir verbinden. wird, wir künftig Spanien und Italien in Begleitung des Erziehungsherechtigten oder Beauftragten befinden, der Aufenthalt in Gaststätten überhaupt verboten. Als Beauftragte kommen nach der Ausführungsanweisung z. B. Verwandte, Lehrherren, Arbeitgeber und sonstige Personen in Betracht, denen der Erzieungsberechtigte die Obhut für den Jugendlichen allgemein oder im Einzelfall anvertraut hat. Jugendliche, die ohne Begleitung des Erziehungsberechtigten sich auf Reisen befinden, sollen die Möglichkeit haben, in Wartesälen und Gaststätten der näheren Umgebung des Bahnhofes ihre Mahlzeiten einzunehmen oder Zuganschlüsse abzuwarten. Eine ähnliche Regelung ist getroffen für den Besuch von öffentlichen Lichtspieltheatern Varieté= und Kabarettvorstellungen. Das Verbot des Alkoholgenusses für Jugendliche war bisher in den Bestimmungen des Gaststättengesetzes, die sich nur an die Gastwirte wenden, niedergelegt. Die neue Verordnung verbietet den Jugendlichen unter 18 Jahren selbst in Gaststätten jeden Genuß von Branntwein oder überwiegend branntweinhaltigen Genußmitteln. Jugendlichen unter 16 Jahren ist auch der Genuß anderer alkoholischer Getränke verboten. Das Verbot des öffentlichen Rauchens für Jugendliche unter 18 Jahren enthält, vor allem aus sozialen Gründen, nicht ein Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche. Der Vater soll sich nach wie vor Tabakwaren durch seine Kinder holen lassen können. Dagegen sind unter„Oeffentlichkeit“ in der den Jugendlichen das Rauchen verboten ist, in der Regel nicht nur Straßen und Plätze sowie öffentliche Lokale zu verstehen, sondern auch andere öffentlich zugängige Orte, z. B. öffentliche Dienstgebäude, Betriebe, Verkehrsmittel usw. In den Betrieben hat der Betriebsführer für bstellung des Alkohol= und Nikotinmißbrauchs durch Jugendliche zu sorgen. In den Wohnungen bleibt die Ueberwachung verantwortliche Angelegenheit insbesondere der Eltern. Die schon bestehende Verordnung zur Fernhaltung„Jugendlicher von öffentlichen Tanzlustbarkeiten ist verschärft worden. Männlichen und weiblichen Jugendlichen bis zu 18 Jahren ist jetzt einheitlich die Teilnahme an öffentlichen Tanzlustbarkeiten nur gestattet, wenn sie sich in Begleitung des Erziehungsberechtigten oder Beauftragten befinden, und auch dann nur bis 23 Uhr. Die Vorschriften der Polizeiverordnung gelten im allgemeinen für alle Jugendlichen, jedoch mit einigen Ausnahmen. So werden z. B. Soldaten und Arbeitsmänner selbstverständlich nicht betroffen. Soweit Jugendliche hier überhaupt in Frage kommen, handelt es sich um Angelegenheiten der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes. Weiter sind für Veranstaltungen der Partei und dergleichen Ausnahmen zugelassen. Schließlich können die Orts= und Kreisvolizeibehörden Ausnahmen bewilligen. Scharfe Strafandrohungen geben den Verboten den erforderlichen Nachdruck. Nicht nur die Jugendlichen selbst können bestraft werden sondern vor allem auch die Eltern und sonstigen Erziehungsberechtigten, sowie Unternehmer, Veranstalter und Gastwirte. Diese haben bei wiederholten Verstößen Konzessionsentziehung zu erwarten. Ferner werden empfindlich bestraft alle diejenigen Erwachsenen, die sich wahrheitswidrig als vom ErziehungsberechtigKWAW 1 940 30.4.51M Die DAF sammelt am 30. und 81. März für das Kriegs=WHW Weltbild=RSB(M) ten beauftragt ausgeben. Der Reichsführer### weist die Angehörigen der Polizei an, bei Streisengängen usw. auf Einhaltung der Schutzvorschriften zu achten. Darüber hinaus sind zur wirksamen Bekämpfung der Jugendverwahrlosung Sonderstreifen zur Erfassung Herumtreibender oder sonstiger gefährdeter Jugendlicher einzulegen, an denen Vertreter der HJ. Jugendämter, NSV. Gesundheitsbehörde beteiligt werden können. Endlich wird bestimmt, daß Eltern und Erziehungsberechtigte in der Regel unverzüglich von Verstößen ihrer Kinder segen die Schutzverordnung zu unterrichten Sie dürfen den Staub Trotz der Weltkrise, die auch am Diamantenmarkt natürlich unter den Kriegsfolgen noch schärfer geworden ist, geht das Geschäft in dieser Branche immer noch weiter. In jüngster Zeit mußten freilich von der holländischen zeegierung mehrfach gegenüber den Diamantschleifereien Garantien für die Löhne der Diamantschneidet und Diamantschleifer übernommen werden. Es ist nun unter Herabsetzung der Normallöhne zu einer Einigung gekommen. Danach dürfen die Diamantschleifer den Staub behalten, der sich bei der Verarheitung der Steine in ihren Kleidern festsetzt. Früher wurden die Kleider von dem Unternehmen gestellt und ausgewaschen. Diese„Auswaschung wird jetzt von den Schleifern selbst besorgt. Anscheinend haben die Schleifer ein besonders wirksames System entwickelt, so daß das neue Abkommen für sie erhebliche Vorteile gegenüber den bisherigen Kontrakten in sich birgt. Bequemer Affenfang Die Paviane sind bekanntlich der Schrecken Südafrikas, sobald diese Tiere, in Herden zusammengeschlossen, Ueberfälle auf einsame Farmen oder auf einsam über Land gehende Personen ausführen. Nun aber ist es einem Farmer gelungen, auf einen Schlag 200 Paviane zu erlegen. Er hatte zwei Weinfässer die gelerrt worden waren, mit Wasser gefüllt. um sie zu säubern. Aber durch den noch immer starken Alkoholduft wurden die Paviane angezogen, die sich nun daran machten, das Wasser auszusaufen. An Ort und Stelle wurden die Affen so betrunken, daß sie kein Bein mehr rühren konnten. Man brauchte die Tiere nur einzusammeln, um eine Herde von 200 Tieren auf einen Schlag in Gefangenschaft beisammen zu haben. Englische Lufterfolge gefälscht Wie die englischen„Luftsiege" zustande kamen Sensationeller Selbstmord eines britischen Geschwaderführers Amsterdam. 28. März. Die„Daily Mail“ veröffentlicht einen sensationellen Bericht über den Selbstmord eines der bekannten englischen Geschwaderführer der Luftflotte. Geschwaberführer Richard Graham Blomfield wurde vor kurzem vor das Kriegsgericht gestellt unter der Anklage, das englische Luftfahrtministerium schwerwiegend dadurch irregeleitet zu haben, daß er kalsche Meldungen über seine angeblichen Erfolge bei Angriffsflügen gegen die Deutsche Bucht gegeben habe. Blomfield wurde aus dem Ruhestand bei Kriegsausbruch zur aktiven Truppe zurückberufen und stand im Alter von 50 Jahren. Er war Träger hoher Tapferkeitsorden. Kurz vor der Urteilsverkündung des Kriegsgerichts vergiftete sich Blomfield in seiner Zelle. In diesem Zusammenhang teilt die„Daily Mail“ mit, daß schon meorfach britische Kriegsgerichte englische Flieger hätten bestrafen müssen, die sich für Kriegstaten hätten auszeichnen lassen, die sie nicht vollbracht hätten. So wird aus London berichtet, daß das Kriegsgericht den englischen Fliegeroffizier D. C. P. Wood verabschiedet habe, weil er einen von ihm geführten Vorstoß vorzeitig abgebrochen habe und dafür mit einem Bericht über Kampfhandlungen und Erfolgen zu Hause gelandet sei, die frei von ihm erfunden gewesen seien. * Wir haben es ja immer gesagt, daß Lügen kurze Beine haben. Der Aufsehen erregende Selbstmord des englischen Geschwaderführers Blomfield und die Veröffentlichungen darüber bestätigen von neuem die ungeheure Lügenhaftigkeit sogenannter britischer Erfolgsmeldungen. Und dabei ist der Fall Blomfield nicht der einzige, sondern schon mehrfach haben britische Kriegsgerichte englische Flieger bestraft, weil sie sich für Kriegstaten auszeichnen ließen, die sie gar nicht vollbrachten. Wir denken da natürlich sofort en den seinerzeitigen dicken Schwindel über einen Luftangriff auf Kiel. Die Londoner Lügenzentrale ließ sogar einen Film über diese Mär drehen. Dann denken wir an die Ueberfliegung der Reichshauptstadt, von der selbst der amerikanische Unterstaatssekretär Sumner Welles mit seiner Begleitung nichts feststellen konnte. obwohl er Unter den Linden Wohnung genommen hatte. Und wie es in diesen beiden Fällen war, so ist es nachweislich auch mit Sylt der Fall gewesen. Genau so ist auch die dieser Tage von London ausgestreute Behauptung zu werten, englische Flieger hätten ein deutsches Vorpostenboot vernichtet. Auch das ist eine dicke Lüge, füt die vielleicht eines Tages einer der sauberen Offiziere der Royal Air Forge zur Verantwortung gezogen wird.— Die kleinen Gauner verfolgt man, aber die großen läßt man laufen, die Auftraggeber und Meister im Lügen, die Chamberlain und Churchill. Blomfield hat wenigstens noch Ehrgefühl im Leibe gehabt, er hat sich für die eines Offiziers unwürdige Handlung selbst gerichtet. Von Chamberlain und Churchill kann man das nicht verlangen. Sie sind Verbrechernaturen, der eine notorischer Wortbrecher, der andere notorischer Lügner, und somit von vornherein schon ehrlos. Noch ein Opfer falscher„Siegesmeldungen“ Der Generalinspekteur der britischen Luftstreitkräfte zurückgetreten London, 29. März. Das britische Luftfahrtministerium gibt bekannt, daß der Marschall der Königlichen Luftstreitkräfte. Sir Edward Ellington, auf sein Verlangen von dem Posten des Generalinspekteurs der britischen Luftstreitkräfte zurückgetreten ist. Der Luftmarschall Sir Edward LudlowHewitt wird an seiner Stelle Generalinspekteur. Luftmarschall Portal wurde Oberkommandierender des Bombenkommandos und Luftmarschall Gossage Mitglied des Luftpersonalrates. Es dürfte kein Zweifel darüber bestehen, daß dieser Rücktritt in ursächlichem Zusammenhang mit dem aufsehenersegenden Selbamord des Geschwaberführers Graham Blomfield steht, der bekanntlich wegen falscher „Siegesmeldungen“ vor ein Kriegs. gericht gestellt worven Ein Blick über die heimischen Fußballfelder 2. Trmentünde um den Terhammen-Roltat Menden 09 spielt in Olpe Daß die Mendener, trotz der Niederlage gegen Lüdenscheid, nun doch an den Pokalkämpfen teilnehmen, wird dem Nichteingeweihten ein kleines Rätsel sein. Eine Erklärung hierfür ist jedoch schnell gegeben. Sie lautet: da Lüdenscheid für die drei eingesetzten Gastspieler die Paßangelegenheit nicht rechtzeitig geregelt, wurde das Ergebnis annulliert und Menden 09 blieb im Rennen. Zur Erledigung der zweiten Zwischenrunde fahren die Mendener am kommenden Sonntag nach Olpe und treffen hier auf den vorjährigen Pokalrivalen, der Spög Olpe. Damals gewannen die 09er erst nach Kampf Auch dieses Mal stehen die Schwarzweißen vor einer sehr schweren Aufgabe, da der Eastgeber, wie die Ergebnisse der M.=Spiele ergaben, sich in einer ausgezeichneten Form befindet. Noch lange Zeit waren sie dem Spitzenführer ihrer Staffel hart auf den Fersen Die Entscheidung fiel jedoch bereits an einem der letzten Sonntage zu Gunsten der Sportfreunde Siegen. Das soll nun nicht heißen, daß die 09er auf Grund dessen als der voraussichtliche Sieger anzusprechen sind. Im Gegenteil, man wird sich vielmehr auf einen spannenden Kampf vorbereiten müssen, zumal die Olper auf eigenem, vertrauten Gelände spielen. Sehr schwer wird es dabei die Mendener Fünferreihe haben. Da aber voraussichtlich Franke mit eingesetzt werden kann, darf man auf ein gutes Abschneiden hoffen. Die Chancen sich eine Runde weiter zu bringen, sind für beide Gegner jedoch die gleichen. Entschieden wird das Spiel aber durch die besseren Stzürmerleistungen. * Als weitere Pokalspiele wurden angesetzt: RSV Eiserfeld.— BÖ Sportfr. Siegen Bigge— Elleringhausen TSS Wickede— DV Olsberz Wetter 10— Volmarstein Meisterschaftsspiele der Bezirksklasse Unterstoffel Arnsberg (Hüsten 09— Tus Neheim In Tus Neheim haben die Hüstener am Sonntag einen ihrer schwersten Gegner zu Cast der ihnen noch gefährlich werden kann. Gerade dieser Kampf hat es bisher immer in sich gehabt. Wohl konnte der Spitzenführer den ersten Gang siegreich beenden, mußte dabei aber seine ganze Kraft aufbieten. Im übrigen sind sich die Hüstener aber klar darüber, was auf dem Spiele steht. Jedenfalls genügt ihnen schon ein Punkt und sie sind aller Sorgen ledig. Arusberg 09— SB Herdringen Die zweite Begegnung dieser Staffel kommt in Herdringen zum Austrag, wo sich Arnsberg 09 und Herdringen gegenüberstehen. Hier dürfte sich das Schicksal über den ersten Abstiegskandidaten entscheiden. Sollten die Herdringer, was sogar sehr wahrscheinlich ist, dieses Treffen verlieren, werden sie den Weg nach unten antreten müssen. Durch ernohten Einsatz aller Kräfte wird man versuchen, sich wenigstens einen guten Abgang zu verschaffen. Anterstaffel Hagen DSC Hagen— FC. Schwelm Durch den letzten 3:1=Erfolg über einen ihrer schärfsten Verfolger, steuern die Gagener ziemlich sicher der Gruppenmeisterschaft zu. Selbst im Falle einer Niederlage entscheidet das günstige Torverhältnis zu ihren Gunsten. Der FC Schwelm ist in seiner heutigen Verfassung jedoch kaum in der Lage, dem DSC Hagen einen Verlust beizubringen. Sie müssen vielmehr darauf bedacht sein, das Ergebnis bei der Schußkraft der Hagener Stürmer nicht allzu hoch ausfallen zu lassen. Tus Milspe— Germania Boelerheide In Milspe wird ohne Zweifel eines der interessantesten Spiele ausgetragen. Bei der Gleichwertigkeit der beiden Mannschaften läßt sich schwerlich der Gewinner der beiden Punkte vorausbestimmen. Beide verfügen über ein ausgezeichnetes Stürmermaterial, die aus jeder Lage schießen. Die Hintermannschaften werden es also nicht leicht haben. Die erste Begegnung endete unentschieden 5:5, nach einer klaren Halbzeitführung von Boelerheide. Menden 10= BV Lendringsen Auch in der 1. Kreisklasse im Lenne=Volme=Kreis werden am Sonntag die Punktekämpfe fortgesetzt. Da in Hemer 08 der neue Meister feststeht, sind die übrigen Spiele als reine Positionskämpfe anzusehen. Nebenbei tritt die Abstiegsfrage nun auch mehr in den Vordergrund. So ist man sehr gespannt auf die Begegnung Menden 10— BV Lendringsen. Da dieses Spiel als eine Art Lokalkampf angesehen wird, dürfte es einen guten Besuch finden. In der Tabelle nehmen die Eegner einen guten Mittelplatz ein, so daß sie im Augenblia noch nichts zu befürchten haben. Man geht also ziemlich unbeschwert in einen Kampf. bei dem es mehr auf das Prestige ankommt. In diesem Spiel müssen die Mendener aber bedeutend mehr leisten, als man in Fröndenberg zu sehen bekam. Das geht besonders an die Adresse der Stürmer, da die Hintermanneft sich tavfer zur Wehr setzte und das unentschiedene Ergebnis rettete. Die Lendring= ser stellen nämlich eine Mannschaft, mit der man rechnen muß. Wenn die beiden wendigen Außenstürmer und der Halbrechte im Strafraum auftauchen, dann wird es gefähr; lich. Man muß schon alles aufbieten, sollen die Punkte in Menden bleiben. Das Spiel findet in der Horlecke statt. Notweiß Iserlohn— Tus Fröndenberg Von der einstigen Stärke der beiden Mannschaften ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Nachwuchsspieler sind auch nicht besonders gut eingeschlagen und so wirkt das genee Spiel einas seil und verhangft. Ee It ihnen nicht nur an Erfahrung, sondern auch an Forsche und kämpferischem Einsatz. Den Punktekampf in Iserlohn wird also die Mannschaft für sich entscheiden, die beides aufbringen kann. Landhausen— Hemer 08 In letzter Zeit hat sich immer deutlicher herausgestellt, daß der Tabellenführer seinen Gegnern kar überlegen ist und keinen zu fürchten braucht, der ihm irgendwie gefähr werden könnte. Seinen Sonntagsbesuch in Landhausen wird er ebenfalls erfolgreich abschließen. Dabei dürfte die Höhe des Ergebnisses wiederum von ihm bestimmt werden, obwohl die Landhauser auf eigenem Gelände immer ein gutes Spiel liefern. Westig 08— Note Erde Iserlohn Die Mannschaft des SC Rote Erde Iserlohn hat im entscheidenden Moment glatt versagt. Ihre Rechnung, zu den führenden Hemeranern aufzuschließen, ging nicht auf. Klar geschlagen blieb man auf der Strecke. Selbst gegen Westig 08 muß man mit geschlosseneren Leistungen aufwarten, wenn man nicht erneut das Nachsehen haben will. Einen Sieg der Westiger halten wir genau so gut. für möglich wie umgekehrt. Gruppe Schwerte Letmathe 98— BfL Schwerte In der Schwerter Gruppe schaut alles gespannt auf den Zweikampf Letmathe 98 gegen den Spitzenführer BfL Schwerte. Beide Mannschaften gelten als ernsthafte Anwärter auf die Gruppenmeisterschaft. Obwohl die Schwerter bisher die besseren Leistungen erzielten, werden sie in Letmathe einen schweren Stand haben. Nur unten Aufbietung idres ganzen Könnens wird es ihnen vielleicht möglich sein, die wertvollen Punkte zu erringen Hohenl.=Wesselbach— Sportgem. Grüne Die Sportgemeinschaft Grüne ist nach wie vor eine Mannschaft, die in den meisten Fällen für die große Ueberraschung sorgt. Sie meldet Siege, wenn man es nicht für möne hält, und meldet Niederlage, wenn sie gewinnen kann. Etwäs verdreht, aber es stimmt. Vielleicht gibt es morgen mal keine Ueberraschung, sondern man teilt sich friedlich die Punkte. Es entspricht dem Stärkeverhältnis der beiden Gegner. 2. Kreisklasse, Gruppe Nuhr Tus Ergste— Menden 09 Nes. Rote Erde Iserlohn— Menden 10 Nes. Geisecke— VfL Schwerte Nes. Leckingsen— Nachrodt Reichsbahn Schwerte— Langschede Auch in der 2. Kreisklasse der Gruppe Ruhr sind am letzten Sonntag im Monat alle Mannschaften beschäftigt. Die beiden Mendener Vertreter bestreiten ihr Punktespiel auf fremdem Boden. So stellt sich die Reserve von Menden 09 der 1. Mannschaft Ergste. Im letzten Spiel zeigten die Mendener derart schlechte Leistungen, daß man ihnen in Ergste keine großen Chancen einräumen kann. Jedenfalls war von der sonstigen Spielstärke kaum etwas vorhanden. In Ergste muß man schon mit mehr Kraft und Einsatz spielen, wenn man einer Niederlage entgehen will.— Die Reserve von Menden 10 hat ebenfalls schon bessere Spiele vorgeführt. Auch hier muß mit einer weit besseren Spielweise gerechnet werden, sonst hat man in Iserlohn das Nachsehen.— In Geisecke ist die Reserve von VfL Schwerte zu Gast. Ein großer spielerischer Unterschied zwischen den beiden Mannschaften besteht nicht, sodaß sie die gleichen Gewinnchancen haben.— Die Nachrodter haben bisher noch keine Punkte verloren und werden sich auch in Leckingsen behaupten können.— Die 1. Mannschaft von Reichsbahn Schwerte bildet das Schlußlicht der Tabelle. Gegen die eifrigen Langscheder wird es ebenfalls kaum zum Siege reichen, um zu einer Positionverbesserung zu kommen. 2. Kreisklasse, Gruppe Iserlohn Hoesch=Hohenlimburg— Schmöle Die Betriebssportgemeinschaft Schmöle Menden weilt am Sonntagz beim Spitzenführer dieser Gruppe, Hoesa=Hohenlimburg. Die Mendener werden trotz stärkster Gegenwehr gegen die Hohenlimburger nicht ankommen und eide Punkte abgeben. D#oeimareigen des Mrogs wxm 0 24m Raster Aufnahme: Metro-Geldwyn-Mayer Nelson Eddy bekannt aus„Malenzeit“ und„Hohelt kanzt inkognito“, feiert mit Zeanette Mac Donald in „Rose=Marie“ elnen neuen Erfolg. Gewinnauszug 5. Klasse 2. Deutsche Reichslotterle Ohne Gewähr Nachdruck verboten Gewinne Rammer Auf jede gezogene Rummer sind drei gleich und zwar je einer auf in den drei Abteilungen ei gleich hohe Kr. 3U 22. Ziehungstag 27. März 1940 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 40000 RM. 262414 3 Gewinne zu 20000 3 Gewinne zu 3000 RM 137790 188796 12 Gewinne zu 4000 RM. 5599 34823 761s1 173214 24 Gewinne zu 3000 RM. 62542 76627 7oo36 11333 24 Gewinne zu 126541 182903 251366 308154 45 Gewinne zu 2000 RM. 32525 37262 9756) 30445 zu 2000 RM. 32525 37262 5207 105145 114se 150274 186665 190993 22210 241060 318774 339575 388009 96 Gewinne zu 1000 RM. 5449 20919 36789 42099 62433 70012 74179 83077 89520 VI40 143923 131012 170312 182354 187144 199790 218642 236596 243616 247042 299512 299605 262795 294344 324462 332683 334123 34554) D7313 276463 397901 398622 249 Gewinne zu 300 RM. 254 3643 4205 4966 14042 15263 29282 39579 43039 44239 45962 49235 52941 59750 60260 82510 85448 86592 110117 110499 112421 116721 11725 124423 131248 131827 135193 136775 139966 141644 45835 154670 137449 1577V1 140315 160918 164363 169030 177977 179225 179418 180243 180292 188412 197916 207365 208438 210496 212772 224320 225610 225771 226009 23079 233907 234294 238480 241107 241742 260848 261022 26560: 266945 271063 274153 282012 297223 306759 318462 319993 322644 335122 340911 342093 347979 387433 369072 375505 376199 277113 385421 285541 394512 301 Gewinne zu 300 RM. 15405 16069 22033 22839 23773 24136 38702 45309 43319 44022 C552 53072 S## 53272 59251 60140 65440 70673 711T3 78222 76679 78724 78863 31941 M754 90Ns 98305 100023 105833 108716 113292 113834 118764 122598 128373 129330 131333 132294 132854 134935 13550 136425 137482 138502 139613 140750 142592 49731 144983 14947 149873 149724 183416 155065 153316 187142 167543 168354 171845 174#6 iTa54 2s 197312 187503 187952 199934 190547 192648 196113 199055 204205 206349 206753 208981 209809 211005 212536 213301 2144·5 215017 215190 213966 220433 222954 224074 224376 231018 232963 23079 234333 234023 236083 237421 238895 240554 240807 240851 243175 243417 24420 247533 281356 281723 253967 283219 259016 259202 262193 263320 26712] 268656 D3140 D42S 277453 279353 27936S 286368 290125 290293 290374 295709 301141 307258 308542 313483 322945 324529 325683 32646 330451 330730 33133 332333 132209 333445 336834 337431 TM79oz 341313 341599 341943 344153 345610 348900 350430 35233 354860 359509 361929 367714 368273 368711 368735 369919 372263 N7222 N332 N327 332056 382871 383430 384855 386149 390240 392679 393330 396429 Außerdem wurden 6564 Gewinne zu je 150 RM gezogen. Im Gewinnrade verblieben: 3 Prämien zu je 500 000 RM, 3 Gewinne zu je 40 000 RM. 3 zu je 20 000, 18 zu je 10 000, 30 zu je 5000, 27 zu je 4000, 8i zu je 3000, 150 zu se 2000, 405 zu je 1000, 933 zu je 500, 2019 zu je 300, 26 331 zu je 150 RM. 23. Ziehungstag 28. März 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen Gewinne zu 10000 RM. 17733 12676) 9 Gewinne zu 3000 RM. 74972 95568 189603 9 G e w i n n e z u 4 0 0 0 R M. 4 2 2 5 6 0 8 5 2 2 3 3 6 6 3 24 Gewinne zu 3000 RM. 27343 173234 202100 219629 259230 256651 276354 342852 in Gewinne in 2990 Nm. 1435 Sn 445c 1043 146609 132732 171055 193115 224834 221907 263874 269849 sc Gewinne mu 1000 RN. 12396 21299 4332 G7t5 S1SN 62190 64800 67605(87é5 84000 34912 90183 95353 96692 105905 14983 146356 155991 152945 157025 157793 179512 13224s 195193 204223 2107és 220333 220516 220574 22221S 282993 287231 299191 270540 277297 292630 294703 301246 314313 220417 324530 33034 339234 344526 299475 363243 Wsi Wi 009 237 Gewinne zu 500 RM. 4923 3040 13429 14003 13229 13733 16477 29007 270s3 39810 43693 44746 46314 55789 72045 63163 93996 968t7 101133 104237 125397 133224 140423 147220 149544 154600 157396 14021 164277 UId7 sani in scantt 195518 200636 249013 239752 ——. Did 2679 n 287651 292970 29463 297267 290704 301530 201569 311340 316778 318425 32474 330493 332943 253069 367143 Wien 3976 513 Gewinne zu 300 NM. 610 Dn 4419 6815 213 16991 17277 2206 z2i 222i 29673 29719 3017) 30391 30753 32092 T76b4 39243 BI43 40175 49244 44024 uaas 50429 51316 53907 54530 55620 5729) 64030 65333 63492 70324 74675 77973 7921 80223 87831 93303 9592s WII4 Piét Wen vo nes iaun tostol 16946. 110 119920 121932 122907 123N0 13233) 133922 12275 139 405 143015 1453w 143265 149030 131342 139949 1550 schses 174995 176797 170 180457 13223 1eS0D 185671 185809 1P0zi 197229 199410 202220 203400 206555 20111 207214 Mai Mg Wn Mn We Bis 2419 Aausz. 2433. M423 Mpiz Blig B5a) 74610 29967 276809 276870 276020 282101 282 41 255/31 280530 298704 200443 9928 964 19987 247) Eis Asie Bg 31459 31u 328312 288674 291700 S07183 309089 313 326333 — 24309 345009 39804 238393 339407 361 U73se 373624 J74541 376 385195 227736 Außerdem wurden 4512 Gewinne zu je 130 FM 335050 327007 338710 348372 23136) 33282) 361832 362149 3670#9 377S 212t 361709 Physik und Technik im alten märkischen Gesangbuch Zu allen Zeiten hat es Propheten gegeben, die die Zeit viele Dezennien voraussagen konnten, oder vorgaben, es zu können. Wurde eine solche alte Scharteke ausgegraben, und stimmte die alte Voraussage nur ein ganz klein wenig, so machte die Nachwelt ein groß Geschrei.". Wer denkt bei dieser Gelegenheit nicht an das Erscheinen des Haleyschen Kometen, der unsere alte Welttugel einfach k.o setzen würde. Die Welt steht heute noch. Aber im alten Märkischen Gesangbuch findet man manch drastisches Lied in der Sprache der Zeit. Aber diese Sprache verstanden die Leute. Es ging damals ein herzhafter Zug durch die Gemeinde. Denken wir doch nur an die plattdeutschen Predigten jenes hannoverschen Pfarrers, der es seinen Schäflein frisch von er Leber weg sagte. So auch die untensteenden Liedverse, die vorausahnend auf Phyk und Technik Bezug nehmen. Wir lesen ierst: Was will doch der Staub viel prangen, Was macht er so großen Staub? Kommt in Stolz hereingegangen, Was hebt er empor die Haub? Ist er nicht ein Madenaas, Ein aus Staub geblasenes Glas? Dazu sei folgendes bemerkt: französische Chemiker haben herausgefunden, daß sich der menschliche Körper nach dem Tode noch auf verschiedene Weise benutzen und in mancherlei Gestalt darstellen läßt. Zum Beispiel das Fleisch kann man in Walrat verwandeln und Lichter daraus ziehen. Das im Blut befindliche Eisen kann man sammeln und zu einer Medaille prägen. Die Knochen kann man calcinieren, zu Glas schmelzen und eine Vase oder eine Urne daraus herstellen. Das Totengerippe des Menschen ist eigentlich Glas. Dies wurde in vorstehendem Vers zum Ausdruck gebracht. Der erste Freiballon wurde durch Feuer erhitzt, wodurch er seinen Auftrieb erhielt. Das lesen wir im Liede 346. Vers 10 des aenannten Gesangbuches, es heißt da: Das Feuer bleibt nicht auf Erden. Es schwingt sich hinauf Und will erhöhet werden Durch seinen schnellen Lauf.— Eine Vorschrift für den Straßenbau finvet sich im Lied Nr. 7, Vers 2, die also lautet: Macht alle Bahnen recht, Die Thal laßt seyn erhöhet, Macht niedrig. was hoch steht, Was krumm ist, gleich und schlecht. In Westfalen wird noch ein anderer Vers ziviert. Wir wollen ihn als Beweis für die Derbheit damaliger Zeit anführen. Wir können uns aber nicht dafür verbürgen, in welchem Gesangbuch er gestanden hat. Die Ueberlieferung meldet nur, daß die starrköpfigen Markaner stets die Lieder nach dem alten Gesangbuch gesungen hätten. Hier ist der Vers: O Herr, ich armes Rabena. s. Ich armer Sündenknüppel, Der seine Sünden in sich fraß, Als wie der Jud die Zwiebel, O Jesu, nimm mich Hund beim Ohr, Wirf wir den Gnadenknochen vor Und zeug mich Sündenlümmel In deinen Enadenhimmel Das möge genügen, um zu erkennen, wie in der sogenannten„guten alten Zeit“ gedacht und gefungen wurde. Spässe von anno dazumal Et was tau dä Tid vam ollen Fritz. Hä kam auk no Bestfolen. In seine Begleitung was dä Landrot un'n Minister. Man sat te Perre un voll üöwer Land. Do kam diän G„„* Härens’nen Landpastauer in dä Möte. Diäm Minister stak dä Hawer un sagg: wollen mal den Pfarrer eins auswischen. Dä olle Fritz aga. laß er die Finger von dem Pfaffen. Saaa dä Minister drop: Majestät können beruhigt sein!: Ein Min'ster Sr. Majestät wird es wohl mit einem simplen Landpfarter aufnehmen. Man kam sik nöger. Dä Pastauer aut te Perre. Dä Pastauer trok sinen Haut füör dä Härens, ower niet depper, as näudig was. Do froge jäm dä Minister: sage er mal, wo hat er denn das Reiten gelernt? Beim Heere Sr. Majestät, wo ich Feldpediger war. Dä Minister frog widder: steht es ihm nicht besser an. zu Fuß zu gehen:: Sag dä Pastauer drop: ich bin froh, des Reitens kundig zu sein zum Troste vieler meiner Kranken. Dä Minister: Aber als Nachfolger Christi stände ihm doch ein Esel besser als das stolze Roß. Do wor et diäm Pastauer te'dull und ganz strackut saggde hä: usse Hiärguott harr alle Isels tau Ministers makt, do bleif füör mi kainer mä üöwrig. Saga dä olle Fritz: hab ich es ihm nicht gesagt, laß er die Finger von dem Laisen. Ke Reicheridee „Wie schmeckt das junge Hühnchen, mein Herr. ich hab's nicht gerne geschlachtet?“ „Ja, das merkt man.“ Bielo?“ „Nun. Sie haben bestimmt ein paar Jahre mit diesem Entschluß gerungen.“ * Verserge Als der kleine Peter ins Bett gebracht ist. sagt die Mutter zum Vater:„Guck doch einmal nach, was der Junge wieder alles in den Hosentaschen hat!“ Da meldet sich Peter:„Höhö, hab ic alles unterm Kopfkissen!" LKM Zurechtweisung. Klapper klagte:„Mir ist es auch nicht an der Wiege gesungen worden Meinte Prappel ärgerlich:„Mein Gott, bei mir hat schließlich auch keine Militärkapelle an der Wiege gestanden...“ * Die Bazillen. Frau Braukmann kommt mit ihrem zehnjährigen Jungen zum Arzt und jammert über den furchtbaren Haarausfall den der Junge habe Der Arzt untersucht veinlichst und meint:„Scheint von Bazillen zu kommen.“ „Nicht wahr. Herr Doktor?“ säuselt Frau Braukmann„Das habe ich mir gleich gedacht Erst gestern habe ich noch ein paar bei ihm gefunden."(Lustige Blätter.) * Die Ruhe. Hasse geriet mit einem Herrn in Streit. Der Herr brüllte:„Ihnen werde ich schon noch die Flötentöne beibringen!“ Meinte Hasse gemütlich:„Ich hab mir doch gleich gedacht, daß Sie Musiklehrer sind!“ „Worauf wartest du. Owipi?“ „Auf meinen kleinen Bruder, der ist in Krokodil Im Hutgeschäft. Der Kunde hat etwa ein Dutzend Hüte probiert. Beim dreizehnten sagt er:„Dieser hier gefällt mir— den möchte ich haben. Verkäufer:„Aber, mein Herr, das ist ja Ihr eigener alter Hut!" * Der Einbrecher liest, daß die Schlaflosigkeit der modernen Menschen immer zunimmt: „Ja, ja, davon kann ich auch ein Lied singen. Wo's d’einbrichst, is wer wach!“ „Du. Elly, ist dein Verlobter immer pünktlich, wenn ihr euch verabredet habt?“ „Ja. das kann ich wirklich nicht wissen!" „Na höre mal, das mußt du doch wissen!“ „Wieso denn, ich weiß nur, daß er immer an Ort und Stelle ist, ganz egal, ob ich eine halbe oder eine ganze Stunde später komme. als verabredet!"(Neue J. Z.) * Der Sheriff. Ein Polizist. Ein Bettler. Schauplatz: Polizeistube in Dayton. Der Polizist bringt einen Bettler. „Er hat gebettelt. Sheriff.“ „Dreißig Dollar Strafe.“ „Er hat nur zwanzig bei sich, Sheriff.“ „Dann führen Sie ihn hinaus und lassen Sie ihn weiterbetteln, bis er die dreißig zu. sammen hat."(Koralle.) * Gruselmann lobt am Stammtisch seinen neugekauften Dackel: „Folgsam is dös Hunderl, sag' i Gahna: Wann i zu eahm sag:„Waldi, gehst her oder net“, dann geht er her oder net!“ (Neue J. 8.) * „Drohte er dir, bevor er dich küßte?“ „Ja, Mutti! Er sagte:„Wenn du schreift, küsse ich dich nie wieder'!“ (Berl. Iklustr. Ztg.) * Kimmer ist ein Nörgler. Neulich kommt ei ins Wintersporthotel, und gleich hat er auch schon was zu meckern:„Schließlich bin ich ja nicht der erste beste Gast...“ „Nein“, sagt der Wirt freundlich,„nur der erste!"(Berl. Jllnstr. Ztg.) * Die Badersgattin:„Bitte, sich einen Augenblick mit dem Rasieren zu gedulden— mein Mann ist eben dabei, einen Aal abzuziehen— dann kommen Sie dran!“ (Fliegende Blätter.) Wo nichts ist... Der kleine Klaus kam ungekammt in die Schule. Der Lehrer nahm ihn vor: „Warum bist du nicht gekämmt?“ „Keinen Kamm, Herr Lehrer.“ „Und dein Vater?“ „Keine Haare, Herr Lehrer!“ (Fliegende Blätter.) „Guten Morgen, Herr Müller! Vorgestern abend bin ich an Ihrer Wohnung vorübergegangen. „Ach, das ist aber nett von Ihnen!“ * #Uch, lieber Förster, ich freue mich immer über das schöne Haar Ihrer lieben Frau!“ Förster:„Und dabei schädelecht, ganz schädelecht!"(Woche.) Letzter Versuch. Der dicke Wimmer lernt jetzt radfahren De. Not gehorchend nicht dem eigenen Triebe. Wieder einmal landet er mit seinem Stahlroß im Graben. Und seufzend murmelt er:„Ich glaube, ich versuche es doch lieber mit Rollschaben!“ * „Ich höre. Ihr Sohn ist Maler geworden: da malt er wohl viele schöne Dinge?“ „Nein. Er ist Porträtmaler!“ (Lustige Blätter.) „Ich höre, Herr Kimmel, der Philologe, hat einen Autounfall gehabt und die Sprache verloren.“ „Die Sprache? Vierzehn Sprachen hat er verloven!".(Lustige Blätter.) * Der pedantische Logiergast. „Also recht pünktlich wecken, verstanden?!“ „Jawohl! Um welche Zeit?“ „So zwischen sieben und neun!“ (Fliegende Blätter.) * „Eine scheußliche Unsitte von den Spaziergängern, die leeren Tüten auf die Straße zu wersen— ich stecke sie immer in den Briefkasten.“(Koralle.) * Eberhard ist über zwei Meter groß. Als ein Junge ihn auf der Straße anstarrt, sagt er:„Glotz doch nicht so, hast du denn noch nie einen Mann gesehen wie mich?“ „Doch“, sagt der Bengel,„aber nicht umsonst!"(Die Woche.) * Der Mangel Der eingebildete Hasse erzählte:„Gestern habe ich ein entzückendes Mädel kennengelemnt!“ „Und wann triffst du es wieder?“ Seufzte Hasse:„Gar nicht. Sie meinte beim Abschied, ich sei ihr geistig zu sehr verdunkett!" (Lustige Blätter.) Die Frage. Bickel, der Aufschneider, erzählte:„Ja, damals hing mein Leben an einem seidenen Faden... Erkundigte sich Bocker spitz:„Wo nahmen Sie denn den nur so schnell her?“ * Der Wolkenmaler. Leibl betrat einmal unerwartet seine Malklasse und erwischte einen seiner Schüler, der entgegen der Vorschrift eine Zigarette rauchte. Leibl nahm ihm die Zigarette weg, betrachtete sie und sagte:„Sie haben ja da einen mexkwürdigen Pinsel, junger Freund.— Was gedenken Sie denn damit zu malen?" „Wolken, Herr Professor!“ war die Antwort.(Lustige Blätter.) „Ja mei, Frau Krauthüpfer, un net auf d’ Hochzeit von Eahnera Tochter?“ „Noa. hoats in af d' Kindstaf net ein. glod'n, na brauch i a net afd’ Hochzeit.“ * Zeitgemäßes Inserat. Herr in Nagelschuhen, der nachts Dame mit dreieckiger Leuchtplakette umrannte. bittet diese dringend um Lebenszeichen! (Fliegende Blatter.) * Richtig. „Hier sehr ihr das Skelett eines Säugetiers, und zwar, Fritzchen, von was für einem Säugeter? Fritzchen denkt einen Augenblick nach, danen meint er: „Von einem toten, Herr Lehrer.“ * Die Lehrerin hat den Schülern erzählt, daß der Hühnerzüchter den Hennen ein Vorzellanei unterlegt. „Warum wird er das wohl tun?“ will sie dann wissen. Meldet sich Fritzchen: „Damit das Huhn die richtige Form raus. trlegt“ * —1 Sewatt. Pepper ging ins Kino. Pepper bat die vor ihm sitzende Dame: „Würden Sie vielleicht Ihren Hut abgehmen?? Zischte die Dame:„Unverschämtheit! Das ist kein Hut, das ist doch meine Frisur!“ „So“, sagte Pepper wütend.„na, haben Sie dann vielleicht eine Schere da?“ * Die kleine Heidi besteigt mit ihren Eltern die Trambatn. Mutti findet mit Heidi Platz im Innern, der Vater bleibt auf der Plattform. Plötzlich gibt es noch einen freien Platz, und Mutti winkt Vater, auch hereinzukommen. Dieser schüttelt ablehnend den Kopf. Da erhebt sich Klein=Heidi und wendet sich an die andern Fahrgäste:„Er folgt halt nit!“ (Jugend.) „Für dieses Bild bot mir ein Amerikaner hundert Dollar!“ „Ich zahle Ihnen fünfzig Mark dafür!“ „Gemacht! Warum sollen denn schönen Bilder ins Ausland gehen!“ Bilderkreuzworträtsel. Die in die waagerechten und senkrechten Felderreihen einzutragenden Wörter sind aus den bildlichen oder geographischen Darstellungen zu erraten. Die Wörter der waagerechten keiben sind in dem oberen, die der senkrechten Reihen in dem unteren Teil des Bildes zu suchen Zur Erleichterung sind auch einige Felderreihen und die entsprechenden Darstellungen mit gleichen Zahlen versehen Silbenrürsel. Aus den Silben: a— ber— berg— bie— der— e— er— er — ei- ge— gott— hu— 1— ke— la— leut— lieb- man— mei— mo— nant — ne- nürn— 0— De— res— Ei— sa— — sig— stet— tei— tin— trau— tre— up -— weih sind zwölf Worter zu bilden deren Anfangsund Endbuchstaben, beide von oben nach unten Eiesen ein Sprichwort nennen ist— ein stabe) Bedentung der Wörter: I. Tierkörperteil, : S t a d t i n S c h w e d e n 3 S c h m e t t e r l i n g, 4. Männername, 5. saure Flüssigkeit, 6. Erzählungsart, 7. Offiziersrang, 8. Kunststil, 9. italienische Kolonie in Nordafrika, 1. Stadt in Bayern, 11. Frauenname, 12. deutsche Hafenstadt. Schönes Ergebnis. Mein Erstes gilt als Lohn in der Das Zweit' wenn dem Krieg ein Das Ganze ist(fußlos) als Held bekannt: Ein Werk von Wagner ist so benannt. Wortverschiebung Kremser— Zugunglück— Mannheim— Aceton— Frühstück— Riemen— Minute — Erdsegen— Ostseebad— Erbauung— Nachtmahl Stelle die Wörter so untereinander, daß zwei benachbarte senkrechte Buchstabenreihen eine deutsche Stadt und eine ihrer berühmtesten Ausstellungen nennen. Kreisrätsel. Kreuzworträtsel 2 14 10 3 13 2 11 10 7 10 11 12 3 14 11 10 9 2 11 3•12 3 12 14 7 8 7 8 12 14 11 10 3 5 8 2 14 2 10 11 Frühlingsboten. Einspruch Nutzmetall Spöttelei Pilzart Südfrucht griechisch 2 1 2 4 5 6 2 7 * 7 2 9 Die Anfangs= und Endbuchstaben uns einige Vorboten des Frühlings 13 Dichter männlicher Vorname Verwandtengrad Südfrucht Zeitangabe Beethovensinfonie 10 Sternschnuppe nennen Auflösungen aus voriger Nummer: Kreuzwortratse!: Waagerecht: I. Elsa. 4 Para. 7 Trios 8 cher 10 Lehm 12. Hegemonie 14 San. 15 Postkarte. 19. Asta. 20. Eier 21. Angst. 22. laut. 23 Eton— Senk. recht: 1. Elch 2 Steg 3 Arrestant 4 Polonäse. 5 Asen. 6 Amme. 9 Herot 11 Hirte. * 1 3. M a c. 1 5. P a u l 1 6 S t a u 1 7. R i t t, 1 8. E r e n. Waagerecht: 1. Besucher, 4. Stadt in Ruß= Punkträtsel: Buttermilch(Bilch). nd. 8. Stadt an der Etsch. 9. europaische Zahlenspiel auptstadt. 10. Wandschmuck 12 Mädchenland Hauptstadt. 10. Wandschmu name, 13. Erfinder des Fernschreibers. 15. kaufmännische Abkürzung 17. Stadt an der — ichtel. 20 Begriff der Landwirtschaft. 22 schenk. 2 orientalischer Männername, 3. Fisch 5. Gefäß. 6 nautisches Meßgerät 7 Schlußwort. 11 Teil von Leuchtgeräten 12. Zufluß der Rhone 14 Abkürzung für eine Stadt in Brasilien, 16 nordisches Göttergeschlecht 17 Seidengewebe 18. Siegesgöttin 19 alkoholisches Getränk 21 Importbier, 23. Tierwohnung. Punkträtsel. Al rau Welches Wort entsteht wenn man an Stelle der Punkte ein Lebewesen setzt? Schachaufgabe: 1 2. Sd4—s5 matt.— a) ebi 65—e4 Nob Sei e7—6b 2 DeeXb: matt b) I. beliebig anders 2 D matt Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1 Doeberitz. 5 Mast 6 noir 8 Amt 10 Reh 11 Ems 14 Sterlet 16 Ski 17 Go 16. Rot 20 Pol. 21 Eton 22 Hand 23. Engerling — Senkrecht:! Dame 2 Ost 3 Tor 4. Ziel 5. Mandarine 7 Rheingold 9 Amerika 12 Eta, 13 Leo 15 Note 17 Gona 19 Ton 2. Pan Versteckrätse!: Erika— Herms Niel Bilderrätsel: Zweihundert Zwei Hundert Schüttelversratsel: Aitar— Tatai Wer bist du- Henrien: 1 Romon von Maria Oberlin Copyright bo Prometheus=Verlag, Dr. Eichaeker, Gröbenzell bei München. „Sie erwarten eine spannende Geschichte, aver ich glaube, ich bin ein schlechter Erzahler. Sie müssen mich schon ganz schlicht berichten lassen. Also: Ich hatte in China von Anfang an scheußliches Pech gehabt. Zuerst verließen mich meine beiden Assistenten, aber ich versuchte eigensinnig, ob ich nicht allein etwas erreichen konnte. Das Gebiet, von dem ich mir allerlei schöne wissenschaftliche Ausbeute für mein Werk über China versprach, lag ausgerechnet zwischen zwei feindlichen BürgerkriegFronten. Schließlich war ich mit mmeinem Wagen unterwegs, um über Kalgan Peking zu erreichen. Die Eisenbahnen befanden sich damals mal in dieser, mal in jener Hand. und so beschloß ich, bis zum Ende der Fahrt ohne sie auszukommen und an Hand einer nicht übermäßig klaren Karte die Reise bis zum Schluß im Wagen zu machen. Erst ging es auch ganz gat. Aber dann———“ Der große Mann sah sich lächelnd und etwas verlegen in dem aufmerksam lauschenden Kreise um. „Also dann fiel ich plötzlich in die Hände einer Räuberbande. Das hört sich sehr romantisch an, ganz nach wilder Abenteurergeschichte, nicht wahr?“ Er hob die Achseln.„Aber Sie müssen's schon hinnehmen. Sie wissen ja selbst, daß China während seiner Kriege am meisten unter seinen plündernden und mordenden Räuberban=, den zu leiden gehabt hat. Die Burschen nahmen mich gefangen, setzten mich fest, einer schoß mir zur Vorsicht eine Kugel durch den Arm. und die anderen versuchten das Uebliche: ein Lösegeld zu erpressen. Sie nahmen an, daß ich irgendwie zur Mulden=Armee gehörte. Ich war fiebrig, matt, erschöpft, ziemlich am Ende, und meine Laune wurde nicht besser, als ich merkte, daß die Räuberbande aus Tschungusen, dem wildesten und kriegerischsten Stamm dieser Gesellschaften, bestand. Ich hatte aber schon in der ersten Nacht Glück: irgendeine wilde, plündernde ehemalige Soldateska überfiel das Lager der Bande, raubte, schoß. Man ließ mich einen Augenblick allein, ich dachte an den wohlgefüllten Tank meines Wagens und entkam tatsächlich. Nach einer schrecklichen Nacht merkte ich, daß ich nicht mehr weit von Kalgan sein konnte, allerdings war ich wild im Kreis gefahren. Von meiner Räuberbande war keine Spur zu sehen. Trotz Schwäche, Fieber, Blutverlust fuhr ich ununterbrochen. Nachmittags fühlte ich, daß meine Kräfte mehr und mehr nachließen. Vor allem machte mir ein immer heftiger werdender Wind zu schaffen. Mechanisch fuhr ich weiter, sackte am Steuer zusammen, schlief einen Moment ein, schrak wieder hoch, sah Hirsefelder am Wege, in der Ferne braune Bergketten, fürchtete hinter jedem Baum ein paar neue Plünderer und litt immer mehr unter dem heftigen Sturm, der jetzt jagend über mich hinbrauste. Bäume knickte. Aeste mir in den Wea warf und plötzlich von so schneidender Kälte wurde, daß ich bis ins Mark erzitterte. Plötzlich überkam mich die furchtbare Erkenntnis, daß ein Sandsturm sich vorbereite, ich konnte den Gedanken kaum zu Ende denken, als es auch schon völlig finster wurde. Den Geruch von Brand, Schwefel und Staub werde ich wohl nie vergessen. Ich fühlte mich plötzlich durch den Sturm vom Steuer gezerrt, die Tür meines Wagens flog auf, ich war dem wild dahinbrausenden Sand hilflos preisgegeben. Ich weiß noch, daß mir vor Kälte das Blut zu erstarren drohte, ich taumelte aus dem Wagen, sah den Motor nach—. natürlich: der Kühler war schon voller Sand. voll von diesem haarfeinen, spitzen, teuflischen, gelben Zeug. An eine Weiterfahrt konnte ich nicht denken. Ich versuchte, mich hinter dem Wagen zu bergen, schlug mir meine Jacke um Mund und Kopf—. es half nichts! Der Sand füllte mein Gesicht, meinen Mund, ja, er schien mir ins Gehirn zu dringen. Ich lief in der völligen Finsternis ein paar Schritte, taumelte wieder, fiel hin. Ich wollte nicht nachgeben, eben hatte ich noch Hirsefelder gesehen. es mußte ein Dorf in der Nähe sein, ganz undeutlich schien es mir auch, als schimmere gar nicht weit von mir ein Licht. Aber meine Kräfte schwanden immer mehr, mein verwundeter Arm schmerzte unsäglich, der auftürmende Sand drückte sich immer fester um mich, drohte mich zu ersticken und jagte dann wieder in wirbelnden Stürmen davon. Ich rief ich schrie um Hilfe, ich strengte meine Stimme an, bis mir die Lunge zu springen drohte. Nichts! Nur das wilde Sausen des Sturmes. Ich wurde matter und matter, meine Knie brachen. Da packte mich ein letzter, wilder, entschlossener Trotz. Ich schleppte mich zum Wagen zurück. barg mich vor dem Sturm hinter dem Steuer. und als der Sturm eine sekundenlange Pause einlegte, rief ich noch einmal mit aller Gewalt um Hilfe. Das Blut brauste mir wild durch die Adern, aber ich rief noch einmal und noch einmal, schoß alle meine Patronen als Hilferuf in die Luft.— Das andere müssen Sie erzählen, Ralston— ja?“. Ralston sah die klaren Augen von Henriett Morahn auf sich gerichtet, der Blick tiefer Dankbarkeit bewegte und rührte ihn. Sie liebt ihn, dachte er mit einem leisen Schmerz, natürlich liebt sie ihn... „ach, es ist eigentlich nicht mehr viel zu erzählen“, sagte er fast raub.„Ich war als Berichterstatter für eine Zeitung mit der Mukden=Armee durch. Land gezogen, hatte meine wichtigste Aufgabe beendet und geriet mit einer Gruppe eingeborener Helfer in denselben Sandsturm wie Dürkheim. Es gelang uns aber, in einem kleinen Bauernhaus unterzuschlüpfen. Ich hörte dann ganz schwach Hilferufe und Schüsse, machte mich auf und fand Dürkheim in recht elendem Zustand. Wir schleppten ihn in unseren Unterschlupf— das ist alles. Am anderen Morgen schien eine herrliche klare Sonne. Wissen Sie noch, Dürkheim? Es sah gigantisch aus, sie stand wie eine riesige rotglühende Scheibe am Himmel—“ „Sie wollen ablenken und die Sache verkleinern!" rief Dürkbeim.„So einfach, wie Sie die Sache schildern, war es nicht. Nachher habe ich erfahren, daß Sie Ihre Helfer mit vorgehaltenem Revolver gezwungen haben, den Hilferufen nachzugehen—. keiner wollte freiwillig in den mörderischen Sandsturm hinaus. Sie selbst waren tödlich erschöpft, halb erfroren und hatten zuvem von irgend woher ein scheußliches Fieber im Blut. Trotzdem schleppten Sie mich hinein und halsen mir.“ Er reichte dem kleinen Engländer mit festem Druck die Hand. Ralstons Gesicht hatte sich gerötet. Die Gäste klatschten Beifall, das hübsche blonde Mädchen sah dem kleinen Journalisten mit verführerischem Lächeln in die Augen. Ralston blickte auf Henriett Morahn. Sie beugte sich näher zu ihm: „Wir essen gleich. Sie bleiben doch und nehmen teil?“ Ralston nickte. „Kommen Sie und fühlen Sie sich hier wie zu Hause!“ sagte die schöne Frau herzlich.... * Das Essen fand im großen Speiseraum statt, der sich an die Terrasse schloß. Ralston sah sich verwundert um. Der große Raum war mit vornehmstem Geschmack ausgestattet, ein langer Tisch, von hochlehnigen Stühlen mit grünem Brokatbezug umgeben. stand in der Mitte, er war mit einer verwirrenden Fülle von schwerem Silber und kostbaren Gläsern gedeckt, rosa Lianen nickten aus niedrigen Schalen. Ralstons Blick glitt die hellen Wände entlang, blieb auf einem Bild hängen, das ihm bekannt vorkam, es war eine Frauengestalt im braunen Kleid mit Spitzenkrause, ein Mädchen auf dem Arm. Er erschrak fast. Das war doch der neuentdeckte Rembrandt, über den sein Blatt berichtet hatte, jener Aussehen erregende Fund, der, wie es hieß, an einen Privatmann verkauft worden war. Es war doch nicht möglich, daß man diesem Bilde hier— in den Tropen— begegnete...! „Sie schauen sich den Rembrandt an?“ meinte sie.„Hier haben Sie ihn wohl nicht vermutet?“ Ralston trat näher und betrachtete das Kunstwerk— es war unzweifelhaft das Original! Seine Verwirrung wuchs. Man hatte damals phantastische Summen genannt, die für das Bild bezahlt worden wären. Der Reichtum dieser Frau mußte unermeßlich sein. „Ich überlasse Sie Herrn Rembrandt gern für einen Augenblick!“ sagte Frau Morahn und löste den Arm aus dem seinen. Sie wandte sich zu den anderen Gästen.„Darf ich Sie zu Tisch bitten?“ Leise legte sie die schmale Hand auf Dürkheims Arm. „Sie sitzen neben mir, Sie und Ihr Freund!“ Sie neigte den Kopf ein wenig und lächelte.„Zufrieden?“ Dürkheims verschlossenes Gesicht war sehr hell geworden... Das Essen begann. Es war ein Mahl kostbarer Gepflegtheit, es wurden schwere Weine gereicht, es gab die scharf gewürzten Speisen der Tropen, deren Curry=Geschmack leise im Hals zu brennen begann. Ralston sah sinnend auf die Hände der Frau, sie trugen ein paar auserlesene Ringe mit kostbaren Steinen, sie bewegten sich sehr behutsam, als wollten sie die seltsame Innenfläche verbergen... Das Rätsel um diese Frau ließ ihn nicht mehr los. Weshalb sprach sie lächelnd von Einladungen und belanglosen Gesellschaften, an denen sie teilnehmen würde und zu denen sie lud? War das ein Leben für diese schöne und energievolle Frau? Einer der braunen Diener beugte sich flüsternd zu ihr hinab. Die Gastgeberin wurde blaß, stand auf, sagte ein bittendes:„Entschuldigen Sie mich einen Augenblick!" und ging rasch hinaus. Die Gesellschaft plauderte unbekümmert weiter, Dürkheim hielt sein Glas in der Hand und sah lächelnd und versonnen darauf nieder. Ralston aber folgte mit den Blicken der schlanken Gestalt. Der leichte grauseidene Vorhang, der die Türhöhlung füllte, war ein wenig verschoben, nebenan schien ein kleiner Damensalon zu sein, man sah schimmerndes goldgelbes Holz und einen funkelnden Barockspiegel. Ralston schaute schärfer zu. Was war das? Deutlich erkannte er in dem Streifen des Spiegelbildes Henriett Morahns weiße Gestalt, daneben ein häßliches, braunes Altmännergesicht, eine wilde, fordernde Geste und eine beschwichtigende Handbewegung der schönen Frau. Dann war das Spiegelbild nur ausgefüllt von dem häßlichen Gesicht eines verkommenen alten Mannes in schmutziger, halb zerrissener Jacke. Mit klopfendem Herzen starrte Ralston auf das unheimliche Bild. Nun erschien Henriett Morahn wieder, man sah den weißen Schimmer des Kleides, ihre Hand, sie drückte dem Alten ein Bündel Scheine in die Hand. Dann war alles vorbei. Ralston strich sich über die Stirn. Was war um diese Frau? Der Bettler sah aus wie ein Erpresser—, was hatte die Frau mit ihm zu tun? Warum zahlte sie ihm solch ein dickes Bündel von Scheinen aus? Warum ließ sie ihn nicht durch ihre große Dienerschaft hinauswerfen? Nach einer Weile trat Henriett Morahn wieder zu ihren Gästen. Sie lächekte liebenswürdiger als je. „Eine kleine Abhaltung— nichts Besonderes!“ gab sie auf Dürkheims Frage nach ihrem Wegbleiben zurück. Ihr Gesicht war ruhig und gefaßt, aber Ralston merkte deutlich, daß die schmalen Hände zitterten. Es war spät, als die Gäste Abschied nahmen. Ralston hörte herzliche Worte, Einladungen, Bitten zu einem Tee, einer Abendgesellschaft. Wollte Frau Morahn sich nicht einer gemeinsamen Fahrt zum Vihara=Kloster anschließen? Es sei doch bald Uposathafest, da müsse man sich das Treiben dort unbedingt besehen! Das Kloster sei prachtvoll, es liege mitten im Wald. Und dann die buddhistischen Mönche in ihren malerischen gelben Gewändern! Die vielen Opfernden und Betenden mit ihren Blütenketten und Räucherkräutern! Forts. folgt. Verantwortlich: Hauptschriftleiter Erich Schmidt z. It. b. d. Wehrmacht. V rir.; Hauptschriftleiter Albert Wemper, Menden. Dru# und Verlag: Verlagsgesellschaft v. Rauchendich##r, Menden. I. Jt. ist Anzeigenpreisliste 6 gült'7. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern nacht 2 Uhr meine innigstliebte treusorgende Frau, unsere liebe hwiegertochter und Schwägerin nach langem, geduldig ertragenem Leiden, jedoch plötzlich und unerwartet, im Alter von 42 Jahren in die Ewigkeit abzdrufen. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Karl Reinheimer. Menden. Darmstadt-Arheilgen, den 29. März 1940 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 31. März, nachmittags 1480 Uler von der Wohnung, Zeppelinstr. 4, aus statt. Für eine Räderziehpresse von ca. 50 Tonnen Druck, sowie Exzenterpressen von 30—80 Tonnen Druck werden Unteraufträge gesucht. Angebote unter E W 67 an die Geschäftsstelle der M3 erbeten. Klavierunterricht in Menden vom ersten Anfang bis zur Reife. Honorar mäßig. Anmeldungen neuer Schüler an Franz hanemann Städtischer Musikdirektor Iserlohn, Altstadt 11. Tel. 3022. Ihr Paßfoto für Militär, Kennkarte und. alle anderen Ausweise von Foto-Brenne Menden- Bahnhofstraße Alte und Türen zu verkaufen Wo, sagt die Geschäftsstelle. Rnruf genügt Heinrich Willmes, Kaiserstr. 19 Gartenbaubetrieb- Kranzbinderei Ausführung sämtlicher gärtnerischen Arbeiten Samen und Pflanzen nur beim Fachmann Anzeigenannahme der Mendener Zeitung Der Preis für die einmalige Aufnahme unter der Rubrik „Anruf gendgt“ beträgt nur RM. 0.88 einschließlich Wiederholungerabatt,— Erscheinungsweise: alle 14 Tage samstags. 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Beim nächsten Mal wird üie bestimmt beiter antgellen.„„ Weis Frau Müller aber auch, das ihre gute Wülche durch einen viel schlimmeren feind Dauernd geichädigt wird! Weiß lie, daß sich beim Walchen in hartem Waller ein grauer KaiknieDerichtag bildet, Der auf Das Gewebe einen ichldigenden EinAuß ausabt! Diesen Schaden bewirtt Der Ralkgehalt Des Wallers, Der außerdem noch Die im Waichpulver enthaltene Seile unwirklam macht. Dielen Feind heißt es unichädlich machen! Verrühren Sie jedesmal 30 Minuten vor Gereitung Der Waichlauge einige„ Handvoll Henko Bleich-Soda im Waller, Dann haben Sie immer das schönste E weiche Walchwaller, Das zugleich Ihrt gute Wilche schont. Wir bemünen une nach besten Krüfen, der weientllc gekeigerten Nachtrage nach unieren erzeugnillen gerecht zu werdrn, bittrn aber um Nechlicht, wenn une Dite zur beit nicht in allen Fillen möglich in " E9FOTPIET M für hostentreie Zulendung derJaumklärenden Lehrschrin =Oischeichiden- wie sie entstehen- und wie man iie verhüter□ 767 Abtenden an: HENKEI& CIL. A6.,DUSSELDORE L PP