Gegründet 1860 80. Jahrgang Westfälischer Telegraph Mendenergamu slat Zeitung Nachrichten und Dien — Geschäftostelle: Pis. Boienlohn—. Durch die Post 2.56 Einzige in Renden Zeitung gedruckte Zeitung — Lieserung der Zeitung oder Rückzahlung des Bezugspreises. Anzeigenpreise leut un— Bezu Nr. 6 vom 1. Jali 190—, deren Bestt ellumangen n en alls Aueeeesche I. Mittwoch, den 17. Januar 1940 Jahrgang 36 Dokumente widerlegen das Gelbbuch Französischer Vortbruch unter englischer Einwirkung- Frankreich hatte völlige Neuorientierung seiner Außenpolitik zug esam— Verhältnisse seit München grundlegend geändert Vonnets Schwierigkeiten Berlin, 16. Jan. Das französische Helbbuch versucht, wie eine hierzu veröffentlichte amtliche Verlautbarung feststellt, durch tendenziöse Auswahl der Dokumente den Leser über die wahren Zusammenhänge der Vorkriegsgeschichte zu täuschen. So wird z. B. der Eindruck zu erwecken versucht, als habe Frankreich auch nach der Münchener Zusammenkunft niemals die leiseste Andeutung darüber gemacht, daß es sich in Zukunft an den Deutschland besonders berührenden Fragen des osteuropäischen Raumes desinteressieren würde. Diese französische Darstellung entspricht in keiner Weise den Tatsachen, wie aus bindenden Erklärungen der verantwortlichen französischen Politiker dokumentarisch nachgewiesen werden kann. In Wahrheit hat Frankreich nach der Vier=Müchte=Zusammenkunft von München auch öffentlich eine Neuortentierung seiner Außenpolitik angekünbigt. 1. Das neue außenpolitische Programm Frankreichs wurde eindeutig Ende Oktober 1938 auf dem Parteikongreß der Radikalsozialisten, der führenden Regierungspartei, in Marseille festgelegt. Seine Grundzüge waren vor allem in dem vom Parteikongreß gebilligten außenpolitischen Bericht des Senators Berthod enthalten. In diesem Bericht wurde angeregt, jede einzelne französische Verpflichtung dahin zu prüfen, ob sie lebenswichtigen Interessen Frankreichs entspreche und mit welchen Mitteln sie gegebenenfalls erzielt werden könne. Der französische Ministerpräsident Daladier hat sich in seiner Rede vor dem Parteikongreß am 27. Oktober das von Senator Berthod entwickelte Programm der Selbstbeschränkung im wesentlichen zu eigen gemacht. Das Pariser Abkommen 2. Auf der Basis dieser neuen Politik Frankreichs ist die deutsch=französische Erklärung vom 6. 12. 1938 zustandegekommen. Eine soeben amtlich veröffentlichte Aufzeichnung über die Gespräche, die Reichsaußenminister von Ribbentrov bei seinem Besuch in Paris mit dem damaligen französischen Außenminister Bonnet geführt hat, gibt Aufschluß über die von Frankreich anerkannten Voraussetzungen, unter denen das deutsch=französische Abkommen abgeschlossen worden ist. Sie beweist, daß der Reichsaußenminister Herrn Bonnet deutlich zu verstehen gegeben hat, daß Deutschland die französischen Militärallianzen in Osteuropa als ausgesprochene Ueberbleibsel des Versailler Vertrages ansah, die ein wiedererstarktes Reich nicht länger hinnehmen könnte. Bonnet hat dies ausdrücklich zur Kenntnis genommen und durch seine Erwiderung,„daß sich die Verhältnisse seit München ja in dieser Hinsicht grundlegeno geandert hätten", für Frankreich akzeptiert. Auch der Feststellung des Reichsaußenmini###rs, daß Deutschland den tschecho=slowakischen Raum als sein ausgesprochenes Interessengebiet ansähe, hat Bonnet nicht widersprochen, vielmehr zu erkennen gegeben, daß Frankreich die der Tschecho=Slowakei unter gewissen Voraussetzungen zu gewährende Viermächtegarantie als ein lästiges Ueberbleibsel des verfallenden französisch=tschecho=slowakischen Bündnisses betrochte. dem eine besondere Bedeutung nicht zukomme. Jedenfalls hat sich Bonnet durch die Erklärung des Reichsaußenministers, daß„Deutschland eine französische Garantie der TschechoSlowakei gegenüber als eine Art Einmischung in seine Interessensphäre ansehen müsse“, nicht daran hindern lassen, an der deutsch=französischen Verständigungspolitik festzuhalten und damit anerkannt, daß der tschecho=slowakische Raum deutsche Interessensphäre geworden war. Tokio, 16. Jan. Der neue japanische Ministerpräsident Yonai gab am Dienstag im Anschluß an die erste Sitzung des neuen Kabinetts eine Erklärung über die politischen Richtlinien der neuen japanischen Regierung ab. Er betonte vor allem, daß die Beilegung des China=Konfliktes zur Schaffung einer Neuordnung Ostasiens, gestützt auf den festen Entschluß des Volkes, unverrückbares Ziel Japans bleibe. Aus diesem Grunde werde die japanische Regierung den Plänen einer neuen chinesischen Zentralregierung volle Unterstützung gewähren. Die Regierung werde sich ferner bemühen. die Beziehungen Japans zu den anderen Mächten von Japans eigenem unabhängigem Standpunkt zu klären. Die Regierung werde alles tun, um die Lebenshaltung des Volkes sicherzustellen und den Ausbau der Landesverteidigung zu fördern. Zu den sich aus diesen Aufgaben ergebenden notwendigen Maßnahmen werde er, so erklärte der Ministerpräsident, im Reichstag ausführlich Stellung nehmen. Abschließend forderte Yonai die gesamte Nation zu einmütiger Zusammenarbeit mit der neuen Regierung auf. Kriegsminister Hata gab Dienstag einen Tagesbefebl an die Armee aus, in dem er u. a. betont, daß die erfolgreiche Beilegung des China=Konfliktes den Ausbau der Landesverteidigung, eine innerpolitische Neuordnung und die innere Geschlossenheit der Armee erfordere. Ministerpräsident Yonai gewährte Dienstag der Presse eine Unterredung, in der er besonders auf außenpolitische Fragen einging. Er stellte zunächst fest, daß die Beilegung des China=Konfliktes die Hauptaufgabe seiner Regierung sei und betonte, daß die Chinapolitik des Kabinetts Abe weiter verfolgt werden würde. Zur Politik Japans gegenuber England, den Vereinigten Staaten und Erklärungen Bonnets 3. Die neue französische Außenpolicik begegnete von vornherein erheblichen innerpolitischen Widerständen. Diese innerfranzösische Opposition war so stark, daß Bonnet ihr in seiner Rede vor der französischen Kammer am 26. Januar 1939 erhebliche Zugeständnisse machen zu müssen glaubte, indem er das Fortbestehen der französischen Interessen in Osteuropa und die volle Gültigkeit des französisch=polnischen Bündnisses stark unterstrich. Tatsächlich hielt sich Bonnet indessen auch weiter für gebunden an die Zusagen, die dem Reichsaußenminister am 6. Dezember 1938 hinsichtlich eines Desinteressements Frankreichs in Osteuropa gegeben worden waren. Deshalb gab der französische Außenminister vor und nach der erwähnten Rede dem deutRußland erklärte Yonai u. a., daß die Außenpolitik der Regierung Abe unverändert beibehalten werde. Auf eine Frage, welche Haltung die neue Regierung gegenüber Rußland einnehmen werde, erwiderte Yonai, daß die Rußlandpolitik des letzten Kabinetts ausgezeichnet gewesen sei. Es sei gut, alle Ursachen, die zu Streitigkeiten mit der Sowjetunion führten, zu beseitigen. Als ersten Schritt zur endgültigen Bereinigung der japanisch=russischen Beziehungen bezeichnete Yonai die Lösung der Grenzfrage. London auf Dummenfang London, 16. Jan. Deutschland hat schon wieder einen neuen Nachbarn im Westen bekommen: Indien. Frankreichs und Englands Kriegshetzer haben schon seit je den Wunschtraum gehabt, Deutschland zu zerbröckeln und die Rheingrenze herzustellen. Jetzt hat aber auch der Nawab von Nepal, wenn man dem Londoner Rundfunk glauben will, das beliebte Schlagwort aufgegriffen und feierlich erklärt:„Indiens Grenze liegt am Rhein!“ Radio London geht mit diesem Wort auf Dummenfang aus und sucht damit den Eindruck zu erwecken, als stehe Indien einmurig an der Seite Englands. Jeder Kenner der indischen Verhältnisse wird über diese plumpen Mätzchen des Londoner Rundfunks lachen, denn die indischen Fürsten wissen natürlich ganz genau, daß für sie Sein oder Nichtsein von der Fortdauer, der britischen Herrschaft über Indien abhängig ist. Sie baben sich daher stets gegen die erwachende indische Freiheitsbewegung gestemmt und an der Seite nglands gegen die Schaffung der nationalindischen Zentralregierung gekämpft. Der Nawab hat also in gewissem Sinne ganz recht. wenn er seine vom Londoner Rundfunk zitierte Erklärung mit den pathetischen Worten schließt: „Vom Erfolg der Waffen der Verbündeten hängt der Fortbestand der Ideale und Errungenschaften ab, die den Indern(lies: indischen Fürsten!) teuer sind.“ Politische Richtlinien Yonais Die Reuordnung Ostasiens— unverrückbares Ziel Japaus Verstärkte russische Aktivität Russische Langrohrgeschütze beschießen Wiborg Helsinki, 16. Jan. Der finnische Heeresbericht vom 15. Januar meldet von der Karelischen Landenge keine nennenswerten Ereignisse. An der Ostgrenze sei die Patrouillentätigkeit fortgesetzt lebhaft. Am 14. Januar sei die russische Flugtätigkeit besonders artiv gewesen. Im Innern des Landes hätten sich die Angriffe besonders auf Turku(Abo), Hanko (Hangö), Tammisaari(Ekenäs), Vaasa, Helsinki, Rithimäki und Rajamäki sowie auf eine Anzahl kleinerer Orte in Südwest= und Südfinnland gerichtet. Wie der Bericht weiter betont, soll die Stadt Vaasa am stärksten unter den Flugangriffen gelitten haben. Der angerichtete Schaden sei beträchtlich. In Nordfinnland sei das Gebiet von Petsamo in der Nord=Südrichtung überflogen worden. Die Zahl der sowietrussischen Flugzeuge, die an diesem Tag finnisches Gebiet überflogen hätten, wird auf 300 geschätzt. Nach dem finnischen Heeresbericht sollen drei russische Flugzeuge abgeschossen worden sein. Aus Nordfinnland wird berichtet, daß in den letzten Tagen an der Petsamofront wiederum eine verstärkte russische Aktivität festgestellt werden konnte. Der russische Flugangriff auf Ivalo an der Eismeerstraße wird als eine vorbereitende Maßnahme für einen Angriff angesehen. Auf der russischen Seite sind in der letzten Zeit starke Truppentransporte beobachtet worden. Die militärischen Anlagen von Wiborg werden seit einigen Tagen wiederum aus etwa 40 km Entfernungen von russischen Langroyrgeschützen beschossen. Durch die stark streuende Beschießung ist ziemlicher Schaden verursacht„worden. Am Montug war Abo den bisher schwersten Bombenangriffen durch russische Geschwader ausgesetzt. Wellenmäßig erschienen die Bomber in der Stadt. Durch andauernden Alarm war das Erwerbsleben dort völlig lahmgelegt. Nach bisher eingegangenen Nachrichten wüten zahlreiche Feuer in allen Stadtteilen. Russische Bomber griffen weiterhin im Laufe des Tages bei klarem Winterwetter und schneidender Kälte von über 30 Grad Celsius eine Reihe vor allem südfinnischer Städte und Orte an, u. a. Karis, einen Bahnknotenpunkt und Rajamäki. Zwei britische A=Boote vernichtet Berlin, 16. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die britischen U=Boote„Starfish“ und „Undine“ wurden durch deutsche Abwehrmaßnahmen in der Deutschen Bucht vernichtet. Ein Teil der Besatzungen wurde gerettet. ... und ein drittes Berlin, 16. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die britische Admiralität bestatigt außer den bereits bekanntgegebenen U. Booten„Starfish" und„Undine“ nunmehr auch den Verlust des U.Bootes„Seahorse“. * Einer Reutermeldung aus London zufolge ist der ehemalige Fischdampfer„Ivery“ in der Nordsee von einem deutschen Flugzeug angegriffen und versenkt worden. Die neunköpfige Besatzung des Schiffes ist in einem schottischen Hafen gelandet. Stark in Angriff und Abwehr Wo immer das meerbeherrschende England aktiv wird, erleidet es Niederlagen und Verluste. So gibt jetzt der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht die Vernichtung zweier englischer U=Boote bekannt, die der deutschen Abwehr zum Opfer gefallen sind. Mit Stolz und Freude verzeichnen wir diesen neuen Erfolg der deutschen Wehrmacht, wobei wir mit Genugtuung feststellen, daß es sogar gelungen ist, einen Teil der Besatzungen gefangen zu nehmen. In der britischen Flotte teilt man die UBoote in drei Klassen ein: große, kleine und Minen=U=Boote. Die jetzt vernichteten UBoote gehören zu der kleinen Klasse, die 24 Einheiten mit einer Gesamttonnage von 13 230 Tonnen zählt.„Starfish“ gehört zu einer Gruppe von U=Booten, die zehn Einheiten umfaßt, in den Jahren zwischen 1930 und 1935 auf Kiel gelegt und in den Jahren 1932 bis 1936 fertiggestellt worden sind. Diese U=Boote sind sämtlich mit sechs Unterwassertorpedorohren, einem 7/6=em=Geschütz und einem Maschinengewehr ausgestattet. Ihre Wasserverdrängung beträgt 670 Tonnen, ihre Tauchzeit ist mit 30 Sekunden überaus kurz. An Besatzung haben diese U=Boote etwa je 40 Mann an Bord. Die Länge dieser Boote beträgt 56 Meter, ihre Breite 4,9 Meter und der Tiefgang ist 38 Meter. Die„Undine“ gehört einer Unterklasse an, die nur drei Boote umfaßt, außer dem vernichteten noch die„Auiry“ und die„Ursula". Die Wasserverdrängung dieser U=Boote beträgt 540 Tonnen, die Bewaffnung entspricht der der bereits genannten Klasse. Erwähnt sei noch, daß diese U=Boote noch neuerer Bauart sind und ihr Stapellauf erst in den Jahren 1937/38 erfolgte. Die Vernichtung der beiden englischen U=Boote stellt erneut unter Beweis, daß Deutschland stark und unüberwindlich ist in Angriff und Abwehr. Wo deutsche Männer angreifen, da schlagen sie den Feind. gleichgültig, ob sie ihm im Felde gegenüberstehen, oder sich im Luftkampf mit ihm messen, oder über oder unter Wasser sich an ihn heranvirschen. Deutschland hat eben nicht nur scharfe Waffen, mit denen es seinen Kampf führt. wahre Wunderwerke der Präzision, sondern wir sind stark auch durch das Recht unserer Sache. Wir kämpfen ja nicht für Eroberungen. und auch nicht dafür, anderen Völkern unseren Willen aufzuzwingen, sondern wir stehen im Krieg. um die Zerstückelung des Deutschen Reiches zu verhindern. Wir müssen kämpfen, weil wir leben wollen. Und darum verstehen wir es. die Waffen zu handhaben. Darum brechen deutsche Männer furchtlos vor, wo immer es ihnen befohlen wird, werden feindliche Angriffe blutig zurückgewiesen. Wenn die Engländer noch weiterer Belehrungen darüber bedürfen, daß die Deutsche Bucht ihnen als Gebiet für militärische Operationen gesperrt ist, dann haben wir von unserem Standpunkt aus gegen Experimente dieser Art nichts einzuwenden Jeder neue Versuch wird immer nur aufs neue bestätigen. daß die Luftschlacht vom 18. Dezember, in der die britischen Bomber zu Dutzenden abgeschossen worden sind nur der Ausdruck deutscher Ueberlegenheit war und daher auch Wiederholungen finden wird, sofern die Engländer danach Verlangen haben. schen Botschafter in Paris. Grafen Welczek, die ausdrückliche Versicherung ab, daß seine Kammererklärung nur für den inneren Gebrauch bestimmt sei und keine Bedeutung für die wirkliche Politik Frankreichs habe die bei den Pariser Besprechungen des Reichsaußenministers festgelegt worden war. So gab er dem deutschen Botschafter in Paris bereits am 24. Januar 1939 zu verstehen, daß die Stellen seiner Rede über„das absolute Festhalten an der französischen Politik im östlichen Europa“ nur für den inneren Gebrauch bestimmt seien Am 18. Febr. berichtete Graf Welczek über ein weiteres Gespräch mit dem französischen Außenminister. Der deutsche Botschafter sprach zunächst weisungsgemäß sein Befremden darüber aus daß Bonnet in seiner Rede von der Pflege und womöglich Erweiterung der französischen Freundschaft in Ost= und Mitteleuropa gesprochen und dadurch beispielsweise bei den Tschechen und Nolen den Eindruck Labourparty gegen Ehamberlain Beistand gegen den„Angreifer" bedeute nicht Unterstützung Chamberlains einer Wiederaufnahme der gegen Deutschland gerichteten Einkreisungspolitik hervorgerufen habe. Der Bericht des Grafen Welczek an das Auswärtige Amt fährt dann wörtlich wie folgt fort: Bonnet widersprach sehr lebhaft und erinnerte an die mir vor seiner Rede in der Deputiertenkammer gegebenen Erklärungen. Man könne doch, meinte er, alte Freundschaften pflegen und diese wirtschaftlich und kulturell eusbauen, ohne dem schon durch seine geographische Lage bevorzugten Deutschen Reich im Osten und Südosten in die Quere zu kommen. Dieses gleiche gute Recht werde Deutschland sicherlich in Spanien für sich in Anspruch nehmen, sobald dort Ruhe und Ordnung wiederhergestellt seien. Er bittet mich, dem Herrn Reichsminister des Auswärtigen die betreffenden Stellen aus seiner Senatsrede über die französische Außenpolitik zu übermitteln, an der man schwerlich etwas aussetzen könne. In außenpolitischen Kammerdebatten würden oft Dinge gesagt, die offensichtlich für das interne Forum bestimmt seien und keine darüber hinausgehende Bedeutung hätten. Wenn ein französischer Außenminister gegen Sturm und Wogenbrand unseren seines Erachtens gerechten Ansprüchen auf die sudetendeutschen Gebiete Geltung verschafft und dann innerlich die Konsequenzen aus der Veränderung der Lage in Zentraleuropa gezogen habe, könne man nicht gut von ihm verlangen, daß er auch vor der Kammer auf der ganzen Linie abdiziere. Wenn er dies tun würde, so würden nur die Kriegshetzer Oberhand erhalten, die ihm Schlappheit und Protzerei mit dem deutschfranzösischen Abkommen vorwürfen und behaupteten, er messe diesem größere Bedeutung bei als dies in Deutschland geschehe, wo das Abkommen in der Führerrede vom 30. Januar mit keinem Wort erwähnt worden sei. Ich antwortete Bonnet, daß wir nur nach dem Effekt, den seine außenpolitische Rede im Ausland gehabt habe, urteilen könnten und dieser sei unseren Interessen im Osten und Südosten abträglich gewesen. Bindende Zusagen gebrochen 4. Schließlich hat auch der französische Botschafter in Berlin bei seiner Unterredung mit dem Reichsaußenminister am 6. Februar 1939 dessen Feststellung,„daß Bonnet in Paris sich an den östlichen Fragen desinteressiert habe“. nicht widersprochen und seinerseits ausdrücklich erklärt,„Frankreich werde selbstverständlich keinerlei Politik im Osten betreiben, die Deutschland störe“. Die erwähnten Dokumente, deren voller Wortlaut soeben vom Auswärtigen Amt veröffentlicht worden ist, zeigen mit unwiderlegbarer Deutlichkeit, daß Frankreich sowohl im Dezember 1938 als auch noch im Februar 1939 von maßgebendster deutscher Seite über Deutschlands Ansprüche auf Anerkennung seines Lebensraumes in Europa unterrichtet worden ist, und daß der verantwortliche Leiter der französischen Außenpolitik bindend zugesagt hat, daß Frankreich diesen Ansprüchen nicht in den Weg treten werde. Unter englischer Einwirkung hat Frankreich diese Politik im Frühjahr 1939 aufgegeben. Es hat durch Einmischung in osteuropäische Fragen, die die französischen Lebensinteressen in keiner Weise berührten, der deutsch=französischen Verständigung die Grundlage entzogen und England bei der Entfesselung des Krieges Beistand geleistet. Angarn dementiert Gerüchte Durchsichtige Kombinationen um die Besprechungen in Venedig Moskau, 15. Jan. Wie einer amtlichen Verlautbarung zu entnehmen ist, gab der ungarische Gesandte in Moskau, von Kristoffy, dem stellvertretenden Außenkommissar Potemkin gestern eine orrizielle Erklärung ab, die sich gegen die tendenziösen Gerüchte wendet, die von gewisser Seite über die in Venedig stattgefundenen Besprechungen zwischen dem Grafen Ciano und dem ungarischen Außenminister Graf Csaky verbreitet wurden. Dabei wurde u. a. behauptet, daß die italienisch=ungarischen Besprechungen gegen die Sowjetunion gerichtet gewesen seien. Der ungarische Gesandte konnte nunmehr im Namen der ungarischen Regierung erklären, daß die ungarische Regierung diese Gerüchte kategorisch dementiere. Gleichzeitig halte es die ungarische Regierung für angebracht, hinzuzufügen, daß in Venedig auch nicht die Frage der Schaffung eines Blocks aus irgendwelchen Staaten besprochen wurde. Magistrati bei Ribbentrop Abschiedsbesuch des italienischen Botschaftsrats Berlin, 16. Jan. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing am Dienstagmittag den von Berlin scheidenden bisherigen Botschaftsrat an der Königl.= Italienischen Botschaft, Graf Magistrati, der zum Gesandten in Sofia ernannt wurde, in seinem Haus in Dahlem. An dem Empfang nahmen von italienischer Seite u. a. Botschafter Attolico mit den Herren der italienischen Botschaft sowie der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Weizsäcker, mit den leitenden Beamten des Auswärtigen Amtes teil. Erdbeben auf Insel Athen, 16. Jan. Die Erdbebenerscheinungen in Kleinasien und im Aegäischen Meer setzen sich fort. Nach der Katastrophe in der Türkei und einem Erdbeben in der Nähe von Kreta am 6. Januar wurde am Dienstag ein mittelstarkes Beben von der Insel Chios gemeldet, das aber keine schweren Schäden anrichtete. Den Haag, 16. Jan. Die Führer der oppositionellen Labour Party scheinen Grund zu haben, ihre bisherige Stellung zum Kabinett Chamberlain zu überprüfen. Mit dem Ausbruch des Krieges haben die beiden Oppositionsparteien, die Labour Party und die oppositionellen Liberalen, gegenüber der Regierung Chamberlain die Haltung einer abwartenden, unterstützenden Opposition eingenommen. Die Labour Party gab gleich zu Ausbruch des Krieges die grundsätzliche Erklärung, daß sie die Regierung zunächst unterstützen würde. Sollte sich jedoch ergeben, daß die Regierung zur Lösung der Kriegsaufgaben unfähig sei, so müßte die Regierung anderen Mannern Platz machen. Die Oppositionsführer scheinen jetzt Erwägungen anzustellen, ob dieser Augenblick herannaht Der stellvertretende Oppositionsführer Greenwood der meist als der Sprecher der Labour Party hervortritt, umreißt im„Daily Herald“ die Stellung der Labour Party zum Kabinett Chamberlain. Deutlich tritt die Tendenz zutage, auf der einen Seite die Brücken zum Kabinett Chamberlain noch nicht abzubrechen, auf der anderen Seite aber die volle Aktionsfreiheit der Labour Party für die Zukunft anzukündigen. Greenwood tritt in seinem Artikel plötzlich mit Empörung der allerdings nicht wegzuleugnenden Tatsache entgegen, daß zu Ausbruch des Krieges ein parteipolitischer Waffenstillstand zwischen den Den Haag, 16. Jan. Zum Protest gegen die Evakuierung der Beamtenschaft in fern gelegene Provinzstädte Englands sind jetzt Hunderte von Londoner Beamten in einen„Sitzstreik" eingetreten. Die großen englischen Beamtenverbände haben in den letzten Monaten immer wieder die Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß die bisher angewandten Methoden der Evakuierung der Beamtenschaft vollig unhaltbare Zustände geschaffen hätten. Die großen Londoner Ministerien sind tatsächlich von einem Tag zum andern dazu übergegangen, ihren Beamtenstab in abgelegenen Provinzstädten unterzubringen, die Beamten sind gezwungen worden, ihre Wihnungen und Häuser zu verlassen und mit Sack und Pack und mit Kind und Kegel irgendwo nach NordSchottland oder Nord=Irland überzusiedeln, ohne daß die Regierung sich dazu entschlossen hat, die damit verbundenen Kosten und Lasten zu tragen.1 Die Notlage der an sich schon höchst notdürftig bezahlten Beamtenschaft“ ist dadurch schlimmer geworden. Die Beamten wurden gezwungen, von ihrem geringen Gehalt nicht nur ihre Mieten in London weiter zu bezahlen. sondern darüber hinaus auch die Umsiedlungskosten und die neuen Mieten zu tragen. Die Beamtenverbände haben die Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß dies zu einer derartigen Senkung der gesamten Lebenshaltung der britischen BeamtenMoskau, 16. Jan. Die russische Regierung, so heißt es in einem Bericht der russischen Telegraphenagentur Taß, verfolgt aufmerksam verschiedene Tatsachen, die sich in Schweden und Norwegen in letzter Zeit zutragen. U. a. haben den Regierungen der beiden Länder nahestehende Presseorgane und verschiedene amtliche Persönlichkeiten mit Unterstützung der genannten Regierungen einen heftigen Kampf gegen die Sowjetunion geführt. Diese Handlungen sind, wie der Taß=Bericht feststellt, mit der von den Regierungen der beiden Staaten proklamierten Neutralitätspolitik unvereinbar. Auf Grund dieser Tatsachen hat die russische Regierung ihre bevollmächtigten Gesandten in Schweden und Norwegen beauftragt, bei den Regierungen der beiden Länder Vorstellungen zu erheben. In der Erklärung an die schwedische Regierung wird darauf hingewiesen, daß man in der schwedischen Presse direkte Appelle zum Krieg gegen die Sowjetunion finde, die darauf abzielten, Verwicklungen zwischen diesen beiden Staaten herbeizuführen. Weiter seien unter der Schutzherrschaft schwedischer Behörden Rekrutierungsbüros errichtet worden und die Zahl der bis zum 28. Dezember in Finnland eingetroffenen Freiwilligen aus Schweden belaufe sich auf 10000. Diese Feststellungen stehen, so schließt die Erklärung, in Widerspruch zur Neutralitätspolitik SchwedensIn der Erklärung an Norwegen wird darauf hingewiesen, daß neben der Rekrutierung von Freiwilligen Waffen aus Norwegen selbst und im Transit über Norwegen nach Finnland gelangten, was ebenfalls zu unerwünschten Komplikationen führen könne. Norwegen führt in seiner Antwort an Rußland aus, daß sich die russische Klage auf ungenaue Informationen stütze, während Schweden darüber hinaus noch erklärt, daß das schwedische Volk warme Sympathien für Finnland hege. Die von der norwegischen und besonders von der schwedischen Regierung den Vertretungen der Sowjetregierung erteilten Antworten kön drei Parteien des Unterhauses abgeschlossen worden ist. Dies sei alles, erklärt Greenwood jetzt plötzlich, nur leeres Geschwätz der ToryPresse, die die Tatsachen völlig zu entstellen suche. Niemals habe die Labour Party daran gedacht, sich für eine Unterstützung der Regierung Chamberlain zu verpflichten. Die Labour Party sehe sich nur gebunden, Gxoßbritannien in dem Kampf gegen den Angreifer beizustehen. Dies bedeute jedoch in gar keiner Weise nun eine Unterstützung der Regierung Chamberlain. Zu Ausbruch des Krieges hätten die„Einveitscher“ lediglich ein gewisses wahltechnisches Abkommen über die Aufstellung von Ersatzkandidaten abgeschlossen, das in keiner Weise die Aktionsfreiheit der Labour Party berühre. Die Arbeiterpartei werde keinen Augenblick zögern, die Regierung auf der ganzen Linie anzugreisen, wenn die Regierung nicht die notwendige Initiative und Erfolgssicherheit zeige. Der Abgeordnete Greenwood hält es jedenfalls für notwendig. jetzt kritische Töne anzuschlagen und den mit der Regierungspartei abgeschlossenen parlamentarischen Waffenstillstand zu kündigen. Nach anderen Anzeichen zu urteilen, hält jedoch die Opposition den Zeitpunkt noch nicht für gekommen. um nun etwa auf der ganzen Linie den Kampf gegen die Regierung aufzunehmen und Neuwahlen herbeizuführen. schaft führen müsse, daß ohne ein sofortiges Eingreifen der Regierung bedrohliche Zustande eintreten würden. Die englische Beamtenschaft hat sich nunmehr angesichts der verständnislosen Haltung der Londoner Regierung dazu entschlossen, zum passiven Widerstand überzugehen. Der Beamtenstab des Londoner Gesundheitsministeriums sollte in diesen Tagen nach Blackpol übersiedeln. Die Beamtenschaft hat sich jedoch geweigert, den Evakuierungsbefehl auszuführen und die Beamten sind einfach in London in ihren Ministerien verblieben. 25 junge Beamte aus anderen Ministerien, die gleichfalls in diesen Tagen in die Provinz geschafft werden sollten haben sich ebenfalls geweigert, den Evakuierungsbefehl auszuführen und haben dem Ministerium ihre Kündigung überreicht. Bei verschiedenen anderen Ministerien haben Protestversammluungen stattgefunden. In einstimmig angenommenen Entschließüngen ist ein„Sitzstreik" beschlossen worden. Die Beamtenschaft hat die Regierung davon verständigt, daß die Durchführung der den Ministerien gestellten Verwaltungsaufgaben durch die Evakuierungen gänzlich unmöglich gemacht würde und die Beamten daher pflichtbewußt nicht in der Lage seien, dem Evakuierungsbefehl Folge zu leisten. Die englische Regierung hat bisher seit Ausbruch des Krieges 15000 Beamte verschiedenster Ministerien in die Provinz geschafft. nen nicht als voll befriedigend an gesehen werden. Die Regierungen von Norwegen und Schweden leugnen nicht alle Handlungen, welche ein Beweis der Verletzung der Neutralitätspolitik von ihrer Seite sind. Diese Tatsache birgt Gefahren. Sie ist der Beweis dafür, daß die Regierungen von Schweden und Norwegen sich nicht mit der nötigen Energie der Aktion der Mächte widersetzen, die sich bemühen, Schweden und Norwegen in einen Krieg gegen die Sowjetunion zu ziehen. Protest in durch Schweden und Norwegen Stockholm, 16. Jan. Die schwedische Gesandtschaft in Moskau hat Anweisungen erhalten,„gegen die Bombardierung der Insel Kallix(bei Tornea) zu protestieren“. Oslo, 16. Jan. Die norwegische Regierung hat ihre Gesandtschaft in Moskau angewiesen,„wegen Grenzverletzungen durch sowjetrussische Flieger energisch zu protestieren.“ 6500 Häuser zerstört Der Brand in Shizuoka gelöscht Tokio, 16. Jan. Der furchtbare Brand in Shizuoka konnte gelöscht werden, nachdem er 15 Stunden lang gewütet hatte. 6500 Häuser wurden zerstört, 35000 Menschen sind obdachlos geworden. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt, die Versicherungsbeträge allein belaufen sich jedoch auf 25 Millionen Den. Die Regierung des I.xak hat der Genfer Liga mitgeteilt, daß sie die Entscheidung der Genfer Liga über die Hilfe für Finnland„moralisch“ unterstützt. Die irakische Regierung bedauert, daß sie infolge ihrer Wirtschaftslage daran gehindert sei, mehr zu tun. Beamte in passivem Widerstand Anhaltbare Zustände infolge der Evakuierungen Rußland mahnt Schweden=Norwegen Protest gegen unneutrales Verhalten im finnischen Konflikt Holländischer Tanker gesunken Auf der Fahrt nach Sübafrika Amsterdam, 16. Jan. Das hollandische Motorschin#kenverer!“(8000 BRT., das auf dem Wege von Antwerpen nach Südafrika war, ist einer Meldung des holländischen Telegraphenbüros ARP. zufolge etwa 100 Meilen von Quessant im Golf von Biskava gesunken. Das Schiff hatte 4000 Tonnen Stückgut für Südafrika an Bord. Wie der Kapitän des gesunkenen Schiffes berichtet, wurde die „Arendskerk" durch ein deutsches U.Boot angehalten und untersucht, bevor es versenkt wurde. Die Besatzung von 65 Mann wurde von dem italienischen Dampfer„Fedora“ üvernommen. Englischer Bomber explodiert Amsterdam, 16. Jan. Wie Reuter meldet, ist ein Bombenflugzeug in Fifeshire beim Aufstieg abgestürzt. Die Bombenladung explovierte und das Flugzeug wurde in Stücke gesprengt. Die Erschütterung infolge der Explosion war sechs Meilen weit wahrnehmbar. Die Besatzung des Flugzeuges soll, wie das englische Büro weiter sagt, noch rechtzeitig abgesprungen und ohne Verletzungen devongekommen sein. Englands Drachensaat Deutschenmißhandlung von oben herab nisiert organi Posen, 16. Jan. Die beispiellosen Gewalttätigkeiten, die in den ersten Septembertagen an wehrlosen Volksdeutschen während ihrer Verschleppung in das Innere Polens verübt wurden, fanden in einer Verhandlung des Posener Sondergerichtes ihre erneute Bestätigung. Der polnische Polizist Jan Luczak aus Elsenau hatte vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in das Posener Gebiet vom Landrat den Auftrag erhalten. einen Zug von 52 verhafteten Deutschen aus dem Kreise Wongrowitz in ein Sammellager nach Wloclawek zu führen. Während des Transportes mißhandelte Luczak nicht nur selbst die seiner Führung überantworteten Volksdeutschen auf das schwerste, zum Urheber unvorstellbarer Mißhandlungen. Das Sondergericht verurteilte Luczak wegen gefährlicher Körperverletzung als Gewaitverrecher und wegen schweren Landfriedensbruches als Rädelsführer zweimal zum Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Kanonenfutter für England Die Tschechen sollen für Großbritannien sterben Prag, 16. Jan. Eine Reihe tschechischer Blätter veröffentlicht einen Artikel der tschechischen Korrespondenz„Centro=Preß“, in dem es u. a. heißt:„Vor einigen Tagen meldeten slowakische Blätter, daß die Slowaken in Frankreich in Widerspruch zu den Bestimmungen des internationalen Rechtes zum Militärdienst in der französischen Armee gezwungen werden. Nun brachte die halbamtliche Agence Havas eine Meldung. derzufolge auch die Tschechen in Großbritannien und seinen Dominien zum Militärdienst genötigt werden. Es handelt sich in dem Fall keineswegs um einen freiwilligen Eintritt in die Armee, wie aus einer Meldung der„Sunday Times“ hervorgeht; diese besagt nämlich, daß tschechische Volksangehörige derselben Verpflichtung unterworfen werden, wie britische Staatsangehörige. Zu diesem Zweck werden, wie„Sunday Times“ ausführt besondere Assentierungskommissionen gebildet werden, und jeder der sich der Mobilisierungsorder entzieht, wird derselben Strafverfolgung ausgesetzt sein wie ein britischer Staatsangehöriger. Aus diesen Beispielen, dem slowakischen und dem tschechischen, ist die Tatsache ersichtlich, daß die Briten sich den Begriff der„Freiheit" auf ihre Art und Weise zu erklaren wissen. Diesen Leuten genügt es nicht, daß Eingeborene aus den Kolonien für sie gezwungen kämpfen müssen, sie wollen jetzt auch noch andere Völker vergewaltigen.“ Sport und Spiel Sieg der deutschen Boxer Eine Protektoratsauswahl in Batov 14:4 besiegt Der dritte Start der deutschen Nationalstaffe! der Amateurboxer fand am Montag in der Nähe von Zlin in dem kleinen Städtchen Batov statt. Die Veranstaltung hatte wieder größtes Interesse ausgelöst und war völlig ausverkauft. Wieder gab es gute Leistungen und wieder waren unsere Boxer technisch überlegen, was die beherzt und energisch kämpfenden Tschechen auszugleichen suchten. Nur ein Kampf ging verloren und zwar erlitt der Hamburger Schmidt im Halbschwergewicht in der letzten Runde eine Rißwunde, an der Augenbraue und mußte Mitrengo den Punktsieg überlassen. Im Fliegengewicht hatte Obermauer(Köln) größte Mühe. sich gegen Basta, der wahrscheinlich Uebergewicht hatte, da die Deutschen darauf verzichtet hatten. das genaue Gewicht der Gegner festzustellen, ein Unentschieden zu sichern. Ebenso endete die Bantamgewichtsauseinandersetzung zwischen Wilke(Hannover) und dem körperlich klar überlegenen Grufik unentschieden. Graaf(Berlin) traf bei Sasinek im Federgewicht auf harten Widerstand. gewann aber verdient nach Punkten. Sehr eindrucksvolle Leistungen zeigten unsere Leichtgewichtler Nürnberg(Berlin) und Zeilhofer(München). Der Berliner schlug den schwer mitgenommenen Bina nach Punkten und Zeilhofer zwang Kral nach der zweiten Runde zur Aufgabe. Im Weltergewicht war der technisch hervorragende Heese(Düsseldorf) hoher Punktsieger über Ottopal. Baumgarten beherrschte im Mittelgewicht Junasek jederzeit und im Schwergewicht erwischte ten Hoff seinen Gegner Rod bereits nach einer Minute. Der 14:4=Sieg war klar und verdient. Nr. 14 Mendener Zeitu Pressenotiz genügt— Eine Verfügung d besaat u. a.: Wenn Er ordnungen des Reiche Steuerabzug vom Ar neuester Zeit wiederho geszeitungen bekanntg für die Justi=behörden bindlich wie für sonstie wendung ist nicht dar ob die Arordnung für waltung im„Reichs dungsblatt" oder beso Justiz" bekanntgegebe chenden Zeitungsausse schlägigen Akten zu ne *— Das Stander 1939. Den allmonat! die Bevölkerungsvore der Stadt Menden f resübersicht. Es m (487) Geburten, daru Von Müttern aus de geboren 374(399) Müttern 93(88) Kin schließungen betrug 2 den in der Stadt Me (356). Es wurden 2 urkundet. Von den (177) in der Stadt? rend 44(33) aus Na Von den Verstorben 24(20), von 1 bie ur 5 bis unter 15 Jahre ter 20 Jahren 8(4), ren 29(27), von 40 (39), 60 Jahre und Todesursache wurde nigungen angegeben lach 2(2), Divhther Tuberkulose 17(12) krankheit 5(1). Ge krankheiten 25(11). entzündung 29(21) (3), Nierenentzünd. (—), Lebeneschwäch Altersschwäche 12(1 1(—). Verunglücku und nicht oder ung 15(34), sonstige To Zahlen des Kalende mern anegeben *— Jahreshaus meradschaft. Die Menden, hielt im marck" ihre General meralschaftsführer Worte der Begrüßu auf das vergangen Tagesordnung eing glied neu in die§ werden. Der Kassi bericht des verfloss diesem war zu ene# nisse ein recht gün ergab sich, daß die Jahres 1939 ihre dert hat. Ausgest Tod, Verzug und A aufnahmen ersetzt res 1939 deckten n dern es verblieb Laufe des Geschäft 2 Quartalsversam sitzungen abgehalt schaftsführern schie Neuernennungen Verschiedenes nod angelegenheitten b de die Versammlu chen Kameradenkr tilleristen noch ein 2.— Sturz. gestrigen Nachmitt nem Radfahrer a Fall, daß sie sich zog. Ein Arzt m werden. *— Kraftpostl fahrschein. Nach werden Wehrma sten kostenlos be dient ein von de die Kraftvost bes machtfahrschein. •— Keine 1 sicht auf den An wird an alle V Neuer Stan Iserlohn. Hellmich zu war unsere hei zweiten Male verwaist. Sofo zuges hatte sich lia gemeldet ur seiner Stelle Hellmich mi beauftragt. Ab der zu den Se Obertruppführe für kurze Zeit mehr von de rer für di den. Es ist# ler aus Ha Nr. 14 Mendener Zeitung Mittwoch, den 17. Januar 1940 Aus unserer Heimat Pressenotiz genügt— auch für Behörden Eine Verfügung des Reichojustizmintsters besaat u. a.: Wenn Erlasse oder sonstige Verordnungen des Reichsfinanzministers über den Steuerabzug vom Arbeitslohn(wie es in neuester Zeit wiederholt geschah) durch die Tageszeitungen bekanntgegeben werden, sind sie für die Justi=behörden in gleicher Weise verbindlich wie für sonstige Arbeitgeber. Ihre Anwendung ist nicht davon abhängig zu machen, ob die Arordnung für die gesamte Reichsverwaltung im„Reichshaushalts= und Besoldungsblatt" oder besonders in der„Deutschen Justiz" bekanntgegeben wird. Die entsprechenden Zeitungsausschnitte sind zu den einschlägigen Akten zu nehmen. *— Das Standesamt Menden im Jahre 1939. Den allmonatlichen Mitteilungen über die Bevölkerungsvorgänge beim Standesamt der Stadt Menden folgt nunmehr eine Jahresübersicht. Es wurden beurkundet: 467 (487) Geburten, darunter 7(17) Totgeburten. Von Müttern aus der Stadt Menden waren geboren 374(399) Kinder, von ortsfremden Müttern 93(88) Kinder. Die Zahl der Eheschließungen betrug 202(196). Aufgebote wurden in der Stadt Menden bekanntgegeben 369 (356). Es wurden 234(210) Sterbefälle beurkundet. Von den Verstorbenen waren 190 (177) in der Stadt Menden beheimatet, während 44(33) aus Nachbargemeinden stammten. Von den Verstorbenen waren unter 1 Jahr 24(20), von 1 bis unter 5 Jahren 10(8), von 5 bis unter 15 Jahren 4(10). von 15 bis unter 20 Jahren 8(4), von 20 bis unter 40 Jadren 29(27), von 40 bis unter 60 Jahren 45 (39), 60 Jahre und darüber 114(102). Als Todesursache wurde in den ärztlichen Bescheinigungen angegeben: Typhus 1(—), Scharlach 2(2), Divhtherie 2(—). Grippe 2(1), Tuberkulose 17(12), Krebs 17(15), Zuckerkrankheit 5(1). Gehirnschlag 26(14). Herzkrankheiten 25(11). Bronchitis 7(2), Lungenentzündung 29(21), Blinddarment##ndung 1 (3), Nierenentzündung 3(4). Frühgeburt 3 (—). Lebensschwäche Neugeborener 13(15), Altersschwäche 12(10), Selbstmord 3(2), Mord 1(—). Verunglückung 7(12). Plötzlicher Tod und nicht oder ungenau angegebene Ursachen 15(34), sonstige Todesursachen 43(49). Die Zahlen des Kalenderjahres 1938 sind in Klammern anegeben *— Jahreshauptappell der Artillerie=Kameradschaft. Die Artillerie=Kameradschaft, Menden, hielt im Lokal Hotel„Fürst Bismarck“ ihre Generalversammlung ab. Der Kameralschaftsführer sprach einleitend freundliche Worte der Begrüßung. Nach kurzem Rückblick auf das vergangene Jahr 1939 wurde in die Tagesordnung eingetreten. Es konnte ein Mitglied neu in die Kameradschaft ausgenommen werden. Der Kassierer erstattete den Kassenbericht des verflossenen Geschäftsjahres. Aus diesem war zu ersehen, daß die Kassenverhältnisse ein recht günstiges Bild zeigen. Ferner ergab sich, daß die Kameradschaft im Laufe des Jahres 1939 ihre Mitgliederstärke nicht geändert hat. Ausgeschiedene Kameraden(durch Tod, Verzug und Austritt) wurden durch Neuaufnahmen ersetzt. Die Einnahmen des Jahres 1939 deckten nicht nur die Ausgaben, sondern es verblieb noch ein Ueberschuß. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden 2 General=, 2 Quartalsversammlungen und 4 Beiratssitzungen abgehalten. Von den 7 Korvoralschaftsführern schieden 2 aus, an deren Stelle Neuernennungen erfolgten. Nachdem unter Verschiedenes noch mehrere Kameradschaftsangelegenheitten besprochen worden waren wurde die Versammlung geschlossen. Im gemütlichen Kameradenkreis verweilten dann die Artilleristen noch einige Zeit zusammen. •— Sturz. Am Hördingerkamp kam am gestrigen Nachmittag eine junge Frau, die einem Radfahrer ausweichen wollte, so böse zu Fall, daß sie sich eine Schulterquetschung zuzog. Ein Arzt mußte in Anspruch genommen werden. *— Kraftpostbeförderung auf Wehrmachts: fahrschein. Nach einer Mitteilung des OKW werden Wehrmachtsangehörige auf Kraftvosten kostenlos befördert. Als Fahrtauswe#s dient ein von der vorgesetzten Dienststelle für die Kraftvost besonders auszustellender Wehrmachtfahrschein. *— Keine unnötigen Reisen. Mit Rücksicht auf den Ausfall einer Anzahl von Zügen wird an alle Volksgenossen noch einmal der Appell gerichtet, keine unnötigen Reisen zu unternehmen, da die Beförderung von Gütern den Vorrang haben muß. Da es zahlreiche Volksgenossen gibt. die aus beruflichen Gründen ständig die Eisenbahn benutzen müssen, ist es wohl angebracht, daß die übrigen ihre Reisewünsche einstweilen zurückstellen. •— Zusammenstoß. Am Dienstagvormittag gegen 9.30 Uhr ereignete sich gegenüber der Gastwirtschaft Battenfeld ein Zusammenstoß zwischen einem Perionenauto und einem Omnibus der Westi. Kleinbahn. Das Personenauto sowie der Omnibus wurden durch den starken Anprall schwer beschädigt. Ein weiterer Verkehrsunfal! ereignete sich Dienstagvormittag gegen 11 Uhr auf der Unnaer Landstraße. Hier begegneten sich zwei Lastzüge. Beim Ausweichen kam der eine Lastzug ins Rutschen und stand mit den Vorderrädern am Hönneufer. Außer einem kleinen Sachschaden ist nichts passiert. •— Sturz von der Haustreppe. In der Balver Straße kam ein junger Mann beim Verlassen der Haust eppe zu Fall und zog sich durch den Sturz eine Handverletzung zu. *— Nachnahmen und Postaufträge nach Dänemark. Die dänische Vostverwaltung läßt Nachnahmen(auf eingeschriebenen Briessendungen, Wertbriefen, Wertkästchen und Paketen sowie Postaufträge aus Deutschland wieder zu. Höchstbeträge für Nachnahmen 90 Uu, für Postauft äge 200 dänische Kronen. Alle wollen einmal glückliche Hausfrauen und Mütter werden Mendener Mädels bilden sich aus Die beste Vorbereitung ist die zweljährige hauswirtschaftliche Lehre Der Mann kann nur etwas Ordentliches leisten, wenn er zu Hause seine Ordnung und eine tüchtige Frau hat! Die Kinder können nur gesund und ordentlich erzogen werden, wenn die Mutter eine tüchtige Frau ist. Die Frau kann nur tüchtig sein und richtig, wirtschaften, wenn sie die Hauswirrschaft ordentlich erlernt hat! Verantwortungslos sind darum die Eltern, die sagen, das Mädel brauche keine Ausbildung. Sie sind schuld, wenn das Mädel. der Mann und die Kinder unglücklich sind, weil die Mutter untüchtig ist! Das Opfer, das die Eltern bringen, ihr Mädel nach der Schule zwei Jahre Hauswirtschaft lernen zu lassen, wird sich sehr schnell verzinsen. Der beste Dank für die Eltern ist das Glück der Tochter! Mädels, Ihr habt es viel besser als Eure Mütter! Die Tore zu den schönsten, aussichtsreichsten Frauenberufen stehen Euch offen! Die Wege sind geebnet, die Stellen werden für Dich geprüft. Ihr werdet betreut. Euch wird geraten! All das gab es früher nicht. Ihr seid jung! Große Hoffnungen werden auf Euch gesetzt! Nicht auf den schnellen Verdienst kommt es an! Nicht auf eine bequeme Wartezeit zu Hause! Nehmt die Zeit wahr: lernt! Bittet die Eltern darum! Dann werdet Ihr später mehr verdienen, mehr können und glücklicher sein als die anderen! Die beste Ausbildung aber, die Ihr erwählen könnt, ist die zweijährige hauswirtschaftliche Lehre. die Euch auch die Tore öffnet zu sozialen und pflegerischen Frauenberufen und die klügste und beste Vorbereitung für Euren späteren Hausfrauenberuf ist. Mz gibt Auskunft diesem Briefkasten werden Anfragen unserer Leser beantwortet. Die Auskunfterteilung unter dieser Rubrik erfolgt nach bestem Wissen, aber unverbindlich. Jeder Anfrage ist bei voller Namensnennung die Bezugsquittung beizufügen. Alter Abonnent.„Unterhaltspflicht der Eltern“. Die Eltern haben allgemein unverheirateten Kindern gegenüber das Recht zu bestimmen, in welcher Art und für welche Zeit voraus sie Unterhalt gewähren wollen. Das Vormundschaftsgericht kann aus Antrag des Kindes jedoch aus besonderen Gründen die elterliche Bestimmung ändern, bleibt aber an die von den Eltern gewählte Art der Gewährung durch Geldrente gebunden(Par. 1612 Abs. 2 B6B). Für die Vergangenheit wird grundsätzlich kein Unterhalt geschuldet(Par. 1613(BGB). Das Gesetz macht allerdings eine Ausnahme von dem Zeitpunkt an, zu dem der Verpflichtete in Verzug gekommen oder der Unterhaltsanspruch rechtshängig geworden ist. Es kann Erfüllung oder Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangt werden. Rentner H.„Privatrechtliches Testament“. Selbstverständlich können Sie ohne Hinzuziehung des Gerichts oder eines Notars ein Testament errichten. Sie müssen nur die gesetzlichen Vorschriften befolgen. Diese Vorschriften lassen sich aber im Rahmen eines Briefkastens nicht beantworten. Sie tun am besten. auf der Schriftleitung vorzusprechen, wo gern nähere Auskunft erteilt wird. Neuer Führer der SR=Standarte 259 Standartenführer Theiler mit der Führung beauftragt Iserlohn. Nachdem nun auch Oberführer Hellmich zu den Soldaten einberufen ist, war unsere heimische SA=Standarte 259 zum zweiten Male innerhalb eines Vierteljahres verwaist. Sofort bei Beginn des Polenfeldzuges hatte sich Oberführer Heßlei freiwillia gemeldet und war ins Feld gerückt. An einer Stelle wurde daraufhin Oberführer Hellmich mit der Führung der Standarte beauftragt. Aber auch er wurde kürzlich wieder zu den Soldaten eingezogen. Nachdem Obertruppführer Semmler die Geschäfte für kurze Zeit wahrgenommen hatte, ist nunmehr von der Gruppe ein neuer ker für die Standarte bestellt worden. Es ist dies Standartenführer Theiter aus Hagen, der nebenamtlich schon die Führung der Standarte 192 innehat. Parteigenosse Theiler ist im Gebiet der Standarte kein Unbekannter, denn schon lange vor der Machtübernahme und auch in den Jahren des Aufbaues hat er in vielen politischen Versammlungen als Stoßtruppredner gesprochen In einer kürzlich stattgefundenen Führertagung der Standarte hat er Richtlinien für kommende Arbeit herausgegeben. Hier gab er auch die regekmäßige Zustellung einer Frontzeitung an alle eingezogenen SA=Kameraden bekannt. Wie aus dem Dienstplan der einzelnen Sturmbanne und Stürme hervorgeht, wird in allernächster Zeit mit der vormilitärischen Ausbildung begonnen werden. Alle Vorbereitungen hierzu sind getroffen. Siedler.„Entzündete Augen der Hühner“. Ihre Hühner bekommen erst auf dem einen, dann auf dem anderen Auge eitrige Augenlider, so daß sie nach einiger Zeit nicht mehr fähig sind, das Futter aufzunehmen. Die entzündeten oder tränenden Augen waschen Sie mit lauwarmem Borwasser aus. Auch die Nasenlöcher, aus denen meistens eine übelriechende Flüssigkeit fließt, werden ausgedrückt und mit Borwasser ausgespritzt. Eine kleine Spritze, wie man sie zum Füllen von Füllfederhaltern benutzt, ist für diesen Zweck geeignet. Etwaige Beläge, die sich häufi; im Gaumenspalt(Spalt im Oberteil des Schnabels) befinden, werden vorsichtig abgelöst. Die betreffenden Stellen werden mit Jodkreolinlösung bepinselt. Zur Verhütung einer Ansteckung gibt man wöchentlich Chinosol ins Trindwasser. Hans W.„Einzelhandelsverkaufsstelle“. Wenn Sie eine Einzelhandelsverkaufsstelle neu errichten wollen, bedürfen Sie der Genehmigung der unteren Verwaltungsbehörde, in dessen Bezirk die Verkaufsstelle errichtet werden soll. Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis ist, daß Sie die für die Leitung des Geschäftes erforderliche Sachkunde besitzen und keinerlei Tatsachen vorliegen. aus denen sich der Mangel der erforderlichen Zuverlässigkeit ergibt. Die Sachkunde wird durch Zeugnisse oder sonstige Umstände nachgewiesen. Notwendigenfalls findet eine mündliche Fachprüfung vor der zuständigen Industrie= und Handelskammer statt. A. St.„Woher kommen graue Haare? Wenn die Haare grau werden, so ist dies darauf zurückzuführen, daß im Alter das Pigment der Haare schwindet. Infolge Lichtbrechung erscheint das markhaltige Haar grau, während das marklose weiß erscheint. Diese Erscheinung kann verfrüht durch nervöse Einflüsse hervorgerufen werden. Ebenso kann das Grauwerden als Folgeerscheinung von Infektionskrankheiten schwerer Natur auftreten. Daß durch heftige Schrecken die Haare plötzlich grau werden, liest man sehr oft, doch ist dies wissenschaftlich nicht begründet. Erwiesen ist, daß die Haare allmählich und langsam grau werden. Hore Belisha's„Verdienste“. Chamberlain tanzt nach jüdischer Negie— Kopenhagen, 17. Jan. Im Unterhaus spielte sich am Dienstagnachmittag die Komödie der parlamentarischen Liquidation des Falles Hore Belisha genau nach vorher festgelegtem Programm ab. Der aus dem Rampenlicht zurückgezogene Exkriegsminister Hore Belisha erklärte zu Beginn seiner persönlichen Bemerkungen über die Gründe seines Rücktrittes, er würde es— aus wohlweislichen Gründen vorziehen, wenn nichts mehr über die ganze Angelegenheit gesagt würde. Er benutze dann aber doch die Gelegenheit, um mit selbstgefälligen Worten seine„Verdienste" um die angebliche Neorganisation und Entwicklung der Armee, d. h. um die englische Aufrüstung und Kriesvorbereitung ins hellste Licht zu rücken. Wenn gewisse Differenzen bestanden hätten. so seien sie nicht tiesoehend aewesen. Ministerpräsident Chamberlain widmete Hore Belisha einige freundliche Redensarten, beispielsweise durch den Hinweis, daß die Sympathien stets stark engagiert seien. wenn„solche Persönlichkeiten wie Hore Belisha“ im Spiel seien. Auch Chamberlain beteuerte, es hätten keine politischen Differenzen vorgelegen, alle Reformen in der Armee seien vom Kabinett beraten und gebilligt worden. Die Kriegshetzer haben es also für geraten gehalten, ihre schmutzige Wäsche diesmal nicht vor der Oeffentlichkeit zu waschen. Die nichtssagenden Erklärungen des Ministerpräsidenten und Hore Belishas zeigen nur erneut, daß es sich bei dem ganzen Hore=Belisha=Rummel ein jüdisches Vernebelungsmanöver handelte. Die Unterhaus=Diskussion ist lediglich ein zwischen allen Beteiligten augenzwinkernd abgesprochenes Stück davon. Chamberlain schloß dann seine übliche sogedrückte seine„tiefe Sympathie“ für Finnland aus, dem er erneut Kriegsmaterial versprach. In der Maginot=Linie hätten die enolischen Truppen, so behauptete Chamberlain, zur Beruhigung des französischen Bundesgenossen, jetzt ihren vollen Anteil übernommen. wovon allerdings die Poilus bis jetzt nichts bemerkt haben. Vermutlich gehört aber nach Ansicht des britischen Premiers auch die hinterste Etappe zur Maginot=Linie. Täglich von Berlin nach Moskau Berlin, 17. Jan. Wie die Deutsche Lufthansa mitteilt, wird die Flugstrecke Berlin— Moskau bereits am Sonnabend, dem 20. Januar, von der Deutschen Lufthansa eröffnet. Die Strecke wird täglich, auch sonntags, in beiden Richtungen beflogen. Außer den Fluggästen wird auch Post und Fracht befördert. •— Asche streuen. Es wird gebeten, auf den Bürgersteigen rechtzeitig Asche zu streuen, um dadurch Unfälle bei der plötzlich eingetretenen Glätte zu verhüten. — Straßenunfall. In Hüingsen kam gestern ein Schuljunge unterhalb der Gastwirtschaft Möllenbrink zu Fallen Er zog sich eine Fußverletzung zu und mußte einen Arzt zu Rate ziehen. Spiel und Sport 2. Kreisklasse. Gruppe Iserlohn BS6 Eichelberg— Geldermann 6:4 von Hagen— BS6 Schmöle 5:0 Die Betriebssportgemeinschaft H. D. Eichelberg, Menden, hatte am Sonntag die Betriebssportgemeinschaft Geldermann, Iserlohn, zu Gast. Da der für dieses Spiel anesetzte Schiedsrichter ausblieb, einigte man sich dahin, daß ein Mendener für ihn einsprang. Das Spiel, das einen sehr spannenden Verlauf nahm, endete mit einem 6:4=Sieg für die Men. dener. In der ersten Halhzeit waren sich beide Mannschaften ziemlich gleichwertig. Nach verteiltem Spiel kamen beide zu zwei Toren. — Nach dem Wechsel gingen die Eichelberger ganz aus sich heraus. In regelmäßigen Abständen schraubten sie das Ergebnis auf 6:2 in die Höhe. Auf Grund dieses erheblichen Vorsprunges wurden die Eichelberger etwas leichtsinnig. Die Iserlohner nutzten dieses geschickt aus und kamen durch 2 Tore auf.:4 heran. Da das Spiel über die reguläre Spieldauer ging, ist es nicht ausgeschlossen, daß es trotz der Einigung auf ein Gesellschaftsspiel als M.=Spiel gewertet wird. Die Betriebssportgemeinschaft Schmöle hatte einen sehr schwarzen Tag. Auf dem Gelände der Betriebssportgemeinschaft Ww. von Hagen. Iserlohn, mußte man eine eindeutige Nie. derlage einstecken. Genau wie beim vorgenannten Spiel, blieb auch hier der Unparteiische aus. Eine Einigung lautete deshalb auf ein Gesellschaftsspiel. Der Mendener Sturm spielte in diesem Kampf ohne besonderen Einsatz und Elan. Selbst einige sich bieten. de Torgelegenheiten konnte man nicht zu einem Erfolg verwerten. So kam es, daß die Hintermannschaft die Hauptarbeit leisten mußte Den anhaltenden Angriffen der Verlohner vermochte sie auf die Dauer nicht standzuhalten So kam der Gastgeber zu 5 Treffern, währens Westfalen und Kheinland Kein Leben ohne Kampf Betriebsappell bei Dürkopp— Dr. Ley in Bielefeld Bielefeld. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. der zum Erinnerungstreffen in Lippe weilte, besichtigte am Montag die Weberei Delius und die Dürkopp=Werke. In der Begleitung des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley befanden sich neben Gauleiter und Oberpräsident Dr. Mever und dem Gauobmann der DAF, Schürmann, Vertreter der Partei, der Wehrmacht und des Staates. Dr. Ley richtete, als er in der Weberei Delius weilte, an die Amtswalter und den Betriebsführer einen Appell, in dem er u. a. ausführte, daß, je größer die Anforderungen des Krieges seien, um so größer auch die Betreuung der schaffenden Volksge genossen sein müsse. Normale Zeiten seien nicht entscheidend für ein Volk, erst Tage der Krankheit und der Krisen bringen die Entscheidung. Wir erleben setzt Tage der Belastung. Im Leben eines Volkes wiederhole sich alles, was sich im Leben des Einzelnen offenbart. Dr. Ley betonte dann bei dieser Gelegenheit, daß niemand die Verantwortung, die ihm durch den Auftrag des Führers auferlegt ist auf einen anderen abwälzen könne. Jeder Einzelne sei dem Führer dafür verantwortlich, daß dieser Kampf Deutschlands zum Siege führt. Im Hinblick auf die Aufgaben, die die Heimat zu erfüllen hat, betonte Dr. Ley, daß alle Lasten, die die Heimat zu übernehmen hätte, im Kriege nicht so hart seien als das, was man an der Front von dem Soldaten verlange, der sein Leben einsetzen müsse.„Es ist kein Opfer zu groß, um den Sieg zu erringen, und am Ende unseres Kampfes steht nicht das Opfer, sondern der Sieg!“ Reichsorganisationsleiter Dr. Ley begab sich nach der Besichtigung der Weberei Delius in öllenbeck zurück nach Bielefeld, um in den ürkopp=Werken zu sprechen. In der großen alle, in der er sprach, standen die Arbeiter copf an Kopf. Die Fensterbänke, die Tische waren besetzt und auch in die anliegenden Räume des Werkes wurde die Rede des Reichsarganisationsleiters übertragen. Der Reichsorganisationsleiter wurde von dem Betriebsführer besFüßt.„Nach dem Betriebsführer sprach kurBecker der im Weltkriege zusammen mit dem damaligen Fliegerleutnant Robert Ley an der Front gestanden hat. Reichsorganisationsleiter Dr Ley ging insbesondere auf die Aufgaben der Heimatfront ein. Früher wußten wir nicht, wofür wir kämpften. Heute aber ist jeder Deutsche in der Lage, zu bestimmen, was Volk und Vaterland heißt. Wir sind von einem fanatischen Willen beseelt, den uns aufgezwungenen Krieg siegreich zu Ende zu führen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß wir vom Schicksal nichts geschenkt bekommen, sondern uns alles erkämpfen müssen. Grundsätzliches Arteil Zuschuß zum Krankengeld auch bei Krankheitsrückfällen die ihn zeitweise für mehrere Wochen arbeitsunfähig machten. Nach der Reichsversicherungsordnung haben Poliere und Schachtmeister in allen Fällen bei Arbeitsversäumnis infolge Erkrankung bis zur Dauer von zwei Wochen Anspruch auf Zahlung des Unterschiedsbetrages zwischen Lohn und Krankengeld als Zuschuß zum Krankengeld an den Tagen, in denen sie kein Krankengeld erhalten, auf den vollen Lohn. Auf Grund dieser Bestimmung verlangte der Polier noch 40.50 J.4 Differenzlohnzahlung durch Klage am Kölner Arbeitsgericht. Der Bedaß kaufmännische Angestellte in Fällen wiederholter Erkrankungen an ein und demselben Leiden nur für sechs Wochen die Bezahlung des Gehalts beanspruchen können. Die Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichtes müsse analog auf diese Bestimmung der Tarifordnung für Poliere usw. angewandt werden, so daß der Beklagte nur verpflichtet sei, bei der ersten Erkrankung den Lohn bis zur Dauer von zwei Wochen zu zahlen, während für die weitere Erkrankung an demselben Leiden ein Anspruch auf Bezahlung des Lohnes nicht mehr besteht. Der Vorsitzende vertrat den Standpunkt, daß der Vergleich mit den kaufmännischen Angestellten hier nicht angebracht sei, weil das Gesetz diesen für die Dauer von sechs Wochen im Falle einer Erkrankung das volle Gehalt zusichert und dem invalidenversicherungspflichtigen Polier nur kürzere Kündigungsfristen zur Verfügung stehen. Das Arbeitsgericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung des eingeklagten Betrages und ließ wegen der grundsätzlichen Bedeutung dieser Entscheidung die Berufung zu. Erhöhte Anforderungen Die Handelsbetriebe im Leistungskampf Berlin. Der Leistungskampf der deutschen Betriebe wird auch während des Krieges weitergeführt. Ständig werden neue Leistungsabzeichen an Betriebe verliehen, die sich auf den verschiedensten Gebieten vorbildlich gezeigt haben. So meldet der„Deutsche Handel", daß neuerdings wieder eine Reihe von Handelsbetrieben von Dr. Ley ausgezeichnet worden ist, und zwar sechs Betriebe für vorbildliche Förderung von„Kraft durch Freude“ sieben als vorbildliche Kleinbetriebe und ein Betrieb für vorbildliche Berufserziehung. Auch der Handel muß heute erhöhte Anforderungen erfüllen. Darauf ist der Leistungskampf 1939/40 abgestellt. In einem Aufruf zum Leistungskampf der Handelsbetriebe erklärt der Leiter des Fachamtes„Der deutsche Handel“ in der DAF., Feit, daß ideelle Gesichtspunkte neben den sozialen und wirtschaftlichen ausschlaggebend dafür sein werden, ob ein Betrieb mit dem Leistungsabzeichen oder als Musterbetrieb ausgezeichnet wird. Im Kriege gewinne der Leistungskampf erhöhte Bedeutung. Da zeige es sich, welche Betriebe den Kampf um Deutschlands Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbehauptung aus innerer Ueberzeugung mitkämpfen. Gerade in der Kriegszeit müsse mehr denn je höchste Aktivität vom Kaufmann gefordert werden. Richtlinien für den Einzelhandelsschutz Berlin. Der Reichswirtschaftsminister hat die seit Kriegsbeginn ergangenen Erlasse zum Einzelhandelsschutz in Richtlinien zusammengefaßt. Hinsichtlich der Hinzunahme des Vertriebs bisher nicht geführter Waren soll sowobl eine Branchenvereinigung als auch eine Branchenvermischung wie bisher unterbleiben. Die Sperre für die Errichtung von Einzelhandelsgeschäften hat sich auch im Kriege bewährt und wird aufrechterhalten. Sie soll der Vorbereitung einer wirtschaftlichen Gesamtvlanung für den Einzelhandel dienen und möglichst streng gehandhabt werden. Die Uebernahme von Einzelhandelsbetrieben, auf die die Tatbestände der Verordnung für Beseitigung der Uebersetzung im Einzelhande! zutreffen, soll nicht zugelassen werden. Einzelhandelsbetriebe, die wegen Einberufung zum Heeresdienst oder infolge der Bewirtschaftungsmaßnahmen geschlossen werden dürfen ohne Genehmigung wieder eröffnet werden, wenn die Tatsache der Schließung unverzüglich der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel oder der zuständigen Untergliederung mitgeteilt worden ist Ministerialdirigent Dr. Michel kündigt gleichzeitig eine Sperre für die Errichtung und Uebernahme von Großhandelsunternehmungen an um solchen Kräften das Eindringen in den Großhandel zu unterbinden, die die Warenknappheit zu unsauberen Geschäften benutzen könnten. Großfeuer auf Bauernhof Es wird Brandstiftung vermutet Beckum. In Göttingen brach auf dem Hofe des Bauern Luster=Haggenaey ein Feuer aus. das in kurzer Zeit eine große Scheune und die Viehställe in Flammen hüllte Obwohl die Wasserverhältnisse ausreichend waren, gelang es den aus den umliegenden Orten herbeigeeilten Feuerwehren nicht, gegen das riesige Flammenmeer anzukämpfen. Die beiden Söhne des gerade abwesenden Besitzers versuchten mit allen Kräften, das in den brennenden Ställen stehende Vieh zu retten. und es gelang auch dem erst zwölfjährigen Sohn, 20 Kühe trotz beißenden Qualms herauszuholen. In der gleichen Zeit rettete der l7jährige Bruder aus einem anderen Stall sechs Pferde, während eine wertvolle Stute in den Flammen umkam. Verbrannt ist fast die gesamte Ernte an Gerste und Weizen, Heu und Flachs, ebenso ein Teil der Ackergeräte. Das Wohnhaus konnte durch Eingreifen der Wehren gerettet werden. Man hat den starken Verdacht, daß ein volnischer Wanderarbeiter, der auf dem Hof beschäftigt war. den Brand angelegt hat. Er wurde verhaftet. Betrunkener Schrankenwärter Acht Monate Gefängnis bei sofortiger Verhaftung Cevelsberg. Es war sicherlich nicht das Verdienst des am Bahnübergang Gevelsberg— Poeten diensttuenden Schrankenwärters, daß am 24. November 1939 seine grobe und unbeschreibliche Verantwortungslösigkeit kein unsagbares Unglück zur Folge hatte. Schon im angetrunkenen Zustand kam der Schrankenwarter zum Dienst. um dann im weiteren Verlauf seiner Tätigkeit, anstatt auf das Passieren der Züge zu achten, eine Flasche Schnaps zu vertilgen. Natürlich warf diese Menge Alkohol den Schrankenwärter um Drei Züge passierten in voller Fahrt den ungesicherten Stresenübergang der zudem noch recht belebt in Erst als eine Frau geistesgegenwärtig ein drohendes Unglück durch ihr energisches Dazwischentreten verhütete, fand man den Schrankenwärter— schlafend in seinem Bahnwarterhauschen auf. Die grobe Pflichtverletzung des Angeklagten glaubte das Gericht mit der von der Staatsanwaltschaft beantragten Strafe von sechs Monaten Gefängnis nicht genügend gesühnt. Das Urteil lautete auf acht Monate Gefangnis. Gleichzeitig wurde gegen den Angeklagten ein Haftbefehl erlassen. Straßenbahnzusammenstoß in Mülheim=Ruhr Mülheim=Ruhr. Auf der Kruppstraße in Mülbeim=Ruhr fuhr ein Straßenbahnwagen der Essener Straßenbahn auf einen dort haltenden Straßenbahnzug, der wegen eines Hindernisses seine Fahrt nicht fortsetzen konnte, auf. Bei dem Zusammenprall wurden sowohl der auffahrende Straßenbahnwagen als auch der Anhänger des haltenden Straßenbahnzuges beschädigt. 14 Personen trugen in der Hauptsache durch die bei dem Zusammenstoß zertrümmerten Scheiben Verletzungen davon. Drei Personen, darunter der Führer des auffahrenden Motorwagens, wurden ins Krankenhaus gebracht, ihre Verletzungen sind jedoch nicht lebensgefährlich. Die übrigen Verletzten konnten nach Anlegung von Verbänden ihre Wohnungen aufsuchen. Der Unfall soll seine Ursache in starkem Nebel haben, durch den dem herankommenden Straßenbahnwagen die Sicht versperrt war. Zwölf Jentner Kaffee gestohlen Krefeld. Aus einer Krefelder Kaffeerösterei wurden im Monat Dezember durch Diebe zwölf Zentner Rohkaffee gestohlen. Bei den sofort einsetzenden kriminalpolizeilichen Nachforschungen richtete sich der Verdacht der Täterschaft immer mehr gegen den früheren Inhaber eines Kaffeegeschäftes, der sich zu dieser Zeit meist in Belgien aufhielt, da er von mehreren deutschen Staatsanwaltschaften steckbrieflich gesucht wurde. In der vergangenen Woche nun erkannte ein Düsseldorfer Kriminalbeamter diesen Mann auf einer Straße in Düsseldorf. Der Beamte verfolgte den früheren Kaffeehausbesitzer, der sich in diesen Tagen nach Deutschland zurückbegeben hatte, und stellte ihn, als er ein Paket mit Kaffee in einem Düsseldorfer Lokal absetzen wollte. Der Dieb wurde festgenommen und hat inzwischen ein umfassendes Geständnis abgelegt. In seinem Düsseldorfer Versteck fand die Polizei drei Sack Kaffee. Als Mittäter nahm die Polizei noch einen Metzgergesellen fest, der sich überdies des Diebstahls in dem ihn beschäftigenden Betriebe schuldig gemacht hatte. Während der volizeilichen Ermittlung fanden die Beamten in einem Garten drei weitere Sack Kaffee, die von einem Manne. in dessen Keller die Diebesbeute zunächst gebracht worden war, aus Angst vor Entdeckung dorthin geschafft wurden. Hochzeitsfahrt im— Straßenbahnwagen Solingen. Mit einem nicht eben alltäglichen Fahrzeug begab sich am Wochenende in der Klingenstadt eine Hochzeitsgesellschaft zum Standesamt. Es handelte sich um einen von der Solinger Straßenbahn zur Verfügung gestellten Straßenbahnwagen, der mit Morten und frischem Grün würdig geschmückt war und auf der weiten Fahrt von Central nach Gönrath dem Sitz des Standesamtes, beträchtliches Aufsehen erregte. Neben dem Brautpaar hatten die Verwandten und Freunde in dem Wagen Platz genommen. Universitätsnachrichten Köln. Der Führer hat den außerordentlichen Professor für Angewandte Physik an der Universität Köln, Dr. Johannes Malsch, zum ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der gleichen Universität ernannt. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor für Mathematik an der Universität Greifswald, Dr. Guido Hoheisel, wurde vom Reichserziehungsminister zum ordentlichen Professor tn der Philosophischen Fakultät der Universität Köln und zum Direktor des Mathematischen Seminars ernannt. Zwei Jungen im Eis eingebrochen und einer ertrunken Oberlahnstein. Beim Eislaufen auf der Lahn in Höhe des„Wirtshauses an der Lahn" brachen am Sonntag zwei Jungen im Alter von zehn und elf Jahren aus Oberlahnstein ein und fielen in das kalte Wasser. Mit Hilfe einer Leiter wurden sofort Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Während der zehnjährige Junge sich fünf Minuten schwimmend im kalten Wasser halten konnte und dann gerettet wurde, glitt sein Kamerad, der bereits die Leiter gefaßt hatte, wieder ab und geriet unter die Eisdecke, so daß seine Rettung nicht mehr möglich war. Seine Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Kind verursacht einen Scheunenbrand Rennerod(Westerwald). In Zehnhausen wurde ein Kind damit beauftragt, einen Korb mit glühenden Backkohlen aus dem Backhaus nach Hause zu tragen. Dabei stellte das Kind den Korb unvorsichtigerweise in die Scheune, wodurch die dort befindlichen Heuvorräte gleich Feuer fingen. Im Nu stand die Scheune in hellen Flammen. Die Feuerwehr konnte ein weiteres Ausdehnen des Brandes auf die benachbarten Gebäude verhindern Immerhin wurden durch den Brand erhebliche Mengen an Futtervorräten vernichtet. Spielendes Kind aus brennender Schenne gerettet Trier. In Konz brach in einem Schuppen Feuer aus, das durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, entfacht worden war. Einem Kinde gelang es nicht mehr, den Ausgang des Schuppens zu erreichen. weil die Flammen bereits die Tür versperrten. Das Kind sprang an ein Fenster und schrie laut um Hilfe. konnte jedoch das verschlossene Fenster nicht öffnen. Ein Bäckergeselle, der die Hilferufe gehört hatte und schnell herbeieilte, konnte in letzter Minute durch Zerschlagen der Scheiben und Herausreißen des Rahmens dem Kinde Rettung aus seiner gefährlichen Lage bringen. Gräßlicher Verkehrsunfall Drei Kinder getötet, drei Erwachsene schwer verletzt Ochtendung(Kr. Mayen). Auf der abschüssigen Adolf=Hitler=Straße ereignete sich ein gräßlicher Verkehrsunfall, der drei Todesopfer forderte und bei dem drei Personen verletzt wurden. Ein Trecker mit einem Anhänger befuhr die Straße und geriet plötzlich ins Rutschen. Der Anhänger wurde dadurch gegen ein Haus geschleudert, wo Kinder und mehrere Erwachsene standen. Während ein Kind auf Glühwein Glühwein ist ein gewürztes und gezuckertes Heißgetränk aus Wein und darf handelsüblich weder Sprit= noch Wasserzusatz erhalten; auch kann es nicht aus Extrakt oder Grundstoff bereitet werden. Glühwein schlechthin ist ein weinhaltiges Getränk und besteht nur aus Traubenwein(mit dem erlaubten obigen Zusätzen). Glühwein ist dagegen ein weinähnliches Getränk, wenn es aus Obstwein bereitet wird. In diesem Falle muß es ausdrücklich als „Fruchtglühwein" oder„Obstglühwein" oder „Heidelbeerglühwein“ usw. bezeichnet werden. Mischungen von Trauben= und Obstwein sind grundsätzlich verboten. Beide Arten von Heißgetränken unterstehen den dieshezüglichen Vorschriften bezw. Ausführungsbestimmungen des Weingesetzes. Erzeugnisse mit Bezeichnungen wie„Glühweinextrakt".„Glühweingrundstoff" usw. sind, wie die Deutsche Wein=Zeitung schreibt, weder handelsüblich noch zulässig, weil aus ihnen kein Glühwein im Sinne des Weingesetzes bereitet werden kann bezw. darf Ein bestimmter Mindest= oder Höchstalkoholgehalt ist für Glühwein nicht vorgeschrieben; er kann also verschieden sein und wird immer annähernd dem Alkoholgehalt des verwendeten Weines entsprechen. Beim Inverkehrbringen in Flaschen muß trinkfertiger Glühlvein ausdrücklich als„Glühwein“ bezeichnet werden, damit eine Täuschung bezw. Irreführung der Verbraucherschaft gemäß s4 des Lebensmittelgesetzes ausgeschlossen ist.— Phantasiebezeichnungen wie z. B.„Seelenwärmer“ allein für sich genügen nicht dieser Vorschrift, sie sind aber als Zusatzbezeichnungen zur eigentlichen Hauptbezeichnung„Glühwein“ nicht verboten. Wiewohl es bisher kaum üblich war, so ist es doch nicht direkt verboten, einen Glühwein als trinkfertigen Punsch in den Verkehr zu bringen. In diesem Falle wäre künstliche Rotfärbung unter Kennzeichnung zulässig, und es kommen auch nicht die Verbotsbestimmungen bezüglich Sprit= und Wasserzusatzes in Betracht. Denn der Punsch, der norm rweise durch Verdünnen von einem Teil“ chextrakt mit zwei Teilen Wasser bereitet##d. ist anders als ein Glühwein zu beurteilen, weil sein Ausgangserzeugnis“ein Trinkbranntwein im Sinne des Branntweinmonopolgesetzes ist. Da Punsch= extrakte und Weinpunschextrakte nach den monovolgesetzlichen Bestimmungen einen Mindestalkoholgehalt von 30 Prozent haben müssen und der aus ihnen bereitete trinkfertige Punsch üblicherweise aus einem Teil Punschextrakt und zwei Teilen Wasser besteht, so wird man für das trinkfertige Erzeugnis in der Regel einen Mindestalkoholgehalt von 10 Prozent anzunehmen haben. Ein geringerer Alkoholgehalt wäre wohl nicht gutzuheißen, da ein weitergehendes Verdünnungsverhältnis als 1:2 nicht handelsüblich ist. der Stelle getötet wurde, erlitten zwei weitere so schwere Verletzungen, daß sie bald starben. Zwei Männer und eine Frau wurden erheblich verletzt. Zwei Matrosen durch ausströmende Gase vergiftet Bingerbrück. Der Kapitän eines holländischen Rheinschiffes bemerkte an einem Morgen der letzten Tage das Fehlen von zwei Matrosen. Als er die Schlafkabine betrat. fand er beide Matrosen bewußtlos auf ihren Betten liegen. Sie waren durch ausströmende Kohlenoxydgase vergiftet worden. Während der 19jährige holländische Matrose in lebensgefährlichem Zustand ins Krankenhaus geschafft wurde, starb der 25jährige deutsche Matrose trotz sofort angestellter Wiederbelebungsversuche an den Folgen der Vergiftung. In die Kreissäge gefallen und tödlich verletzt Westerburg. Ein 18 Jahre alter Zimmerer aus Frickhofen, der in Drondorf beschäftigt war, kam auf schreckliche Weise ums Leben. Er glitt bei einer Arbeit in der Werkstatt aus und fiel dabei mit dem Rücken in die Kreissäge. Die Verletzungen waren so schwer, daß er sofort starb. Zwei schwere Rodelunfälle Oberwesel. Zwei schwere Rodelunfälle ereigneten sich in der Nähe von Steeg. Ein 14= jähriges Mädchen rannte mit seinem Rodelschlitten in ein Motorrad und erlitt so schwere innere und äußere Verletzungen, daß es in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. An der gleichen Stelle wurde ein 13jähriger Junge beim Rodeln so schwer verletzt, daß er ebenfalls einem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Schwerer Trecker stärzt Böschung hinab Montabaur. In der Nähe von Arzbach stürzte der Trecker eines dortigen Betriebes eine tiefe Böschung hinunter. Dabei wurde ein 36 Jahre alter Mann so schwer verletzt, daß er sofort starb. Zwei weitere Arbeiter trugen zum Teil schwere Knochenbrüche und erhebliche Kopfverletzungen davon. Unverblümte Wahrheit Der Herzog von Jülich, Cleve und Berg liebte es inkognito umherzustreifen, um das Volk zu beobachten. Einst traf er auf seinem Wege eine alte Frau, die unablässig betete. Auf seine Frage, was sie denn eigentlich von dem Himmel erflehe, erhielt er von ihr die Antwort, daß der Herzog noch lange leben möge. Erstaunt fragte er weiter:„Liebt Ihr ihn denn so sehr?"—„Ach nein!“ sagte die Frau,„aber seht, gnädiger Herr, ich habe schon seinen Großvater gekannt, der war nicht gut, aber es war doch allenfalls bei ihm zum Aushalten. Bei seinem Vater aber hatten wir’s recht schlecht und bei dem jetzigen Herzog noch schlechter; wie soll das nun erst werden, wenn das so fort geht! Darum bete ich, daß dieser wenigstens noch eine Weile am Leben bleibe.“ Claus Schrempf Das ist die Frage, mit der dich in der Mit. Und nun die Freihett! Eignet sie und von tagspause ein Bekannter am Telephon über= Geburt? Gagen wir es nur, was dem Menrascht. Er sei auf der Durchreise hier, habe schen anhaftet, wenn er zur Welt kommt: Hilfeine Menge Neuigkeiten und einen kolossalen losigkeit. Abhängigkeit. unfreies Wesen. Von eine Menge Neuigkeiten und einen kolossalen Durst. Freimachen! Das Wort macht dich stutzig Bist du denn ein Sklave, den man der Freiheit beraubt hat? Das nicht, aber du kannst dich jetzt nicht beurlauben. Einige Leute aus deinem Betrieb sind zu einer Uebung eingezogen. Es ist die Zeit der Manöver. Da kann man sich nicht freimachen, während andere in der Hitze marschieren. Du willst es deinem Bekannten erklären, aber dann verbietet dir dein Stolz. dich bei ihm für deine Betriebspflicht zu entschuldigen. „Es geht leider nicht", sagst du kurz und entschieden, wünschst ihm alles Gute und hängst ein. In einer Viertelstunde mußt du wieder an die Arbeit. Stelle dir vor. dein Betriebskamerad, der im Manöver steht, würde da draußen von jemand gefragt:„Kannst du dich freimachen?" Was würde er antworten wenn die Frage eine Antwort verdiente? Er würde sagen: „Freimachen ist das Streben nach größerer Freiheit. Hier aber ist es die größte Freiheit, die Freiheit des Volkes, nach der ich strebe. Kann ich freier sein, als wenn ich für die Freiheit selbst auf Vorposten stehe?“ Ebenso unabkömmlich zu sein wie der Soldat ist die höchste Ehre. die ein Beruf seinem Träger verleihen kann. Der Soldat ist Bote der Freiheit wie der Sklave Bote der Knechtschaft. Nichts anderes haben die Menschen seit den Tagen grauer Vorzeit gewollt, als sich freizumachen vom Druck der Erniedrigung. Anfangs hat der Starke versucht sich der Freiheit durch Verknechtung des Schwachen zu bemächtigen Das war die Sklaverei. Die ganze Menschheitsgeschichte war ein einziger Kampf um die Sklaverei und ihre Abschaffung. Noch ist es kaum zwei Menschenalter her. da tobte in den Vereinigten Stoaten von Amerika vier Jahre lang der Bürgerkrieg zwischen den Sklavenhaltern des Südens und den Fortschrittsmännern des Nordens. Heute gibt es kein zivilisiertes Land mehr, in dem Sklaven anzutreffen sind. Denn die Sklaverei ist ein Hindernis des menschlichen Fortschritts Die Knechtschaft kann nicht vor den Wagen der Freiheit gespannt werden Durch seine Sklaven wird der Herr nicht freier. Der Sklave arbeitet nur gezwungen Also ist der Herr gezwungen, ihn zu zwingen. Beide leben sie unfrei einer unter dem Zwang des andern Wer auf hundert, auf tausend, auf zehntausend Sklaven aufpassen muß, ist endlich nur noch der Sklave seiner Sklaven. Wäre er da nicht freier hätte er nur auf sich selbst aufzupassen, nach sich selbst zu fragen? Dann wird er sich morgens an die Arbeit begeben sich freuen, daß er dabei vorinkommt. und wenn er sie abends niederge legt, werden wie seine Hände, so auch sein Kopf und Herz frei sein— unbeschwert von Sorge ob zehntausend andere ohne Furcht geleistet haben, was sie schulden oder daß sie murren meutern oder sich vermindern könnten Denn Sklavenarbett ist widerwillig. und alles Widerwillige mindert sich, weil es nicht sein will Nur das freiwillige Tun ist fruchtbar, es mehrt sich und wächst zu größeren Erfolgen Seitdem man dies weiß, ist der freie Mensch das Ideal, das verwirklicht werden muß, wenn die menschliche Geschichte auf der Bahn des Fortschritts verlaufen soll Wie aber kann der Mensch freigemacht werden für den Aufstieg in eine größere Zukunft? Im Taumel der ersten Begeisterung schien das neue Ideal allzu leicht erreichbar Die Losung„Freiheit, Gleichheit. Brüderlichkeit!" verkündete, daß diese schönen Eigenschaften dem Menschen von Natur angeboren seien. Sie brauchten gar nicht erstrebt, erkämpft. errungen zu werden. sondern wenn er die Fesseln und Hüllen von sich werfe, die Mißbrauch und Unverstand ihm angelegt haben so stehe der Mensch sogleich wieder in seiner anerschaffenen Vortrefflichkeit da. bereit und berufen, das Höchste zu vollbringen.— Ist es wirklich so? Von der Brüderlichkeit wollen wir schweigen. Daß die Menschen ungleich sind von Geburt, äußerlich und innerlich, wie konnte das übersehen oder auch nur bedauert werden! losigkeit, Abhängigkeit, unfreies Wesen. Mutterhand wird er angeleitet, sich so zu bewegen, wie es fürs Leben ihm nottut. Wenn er aus der Obhut der Mutter sich schrittweise befreit, fällt er in die Gewalt des Vaters und die Zucht des Lehrers. Wenn er allmählich von ihnen sich befreit, fällt er als Erwachsener unter die Herrschaft des Staates. Wollte einer auch davon sich freimachen, so müßte er staatenlos werden. Dann wäre er frei wie das Freiwild, auf das jedermann Jagd machen kann. Aber er wäre noch lange nicht frei, daß er tun dürfte, was er will. Aber wirst du jemals dadurch frei werden, daß du jeden Zwang von dir abschüttelst? Beachte den Ruf des Lebens und höre auf das, was die Natur dir befiehlt! Sie zwingt dich zu atmen, zwingt dich zu essen, zu trinken, zwingt dich zu schlafen. Widersetze dich einem dieser Zwänge, und du büßt es mit dem Tode, weil du nach einer Freiheit verlangst mit der das menschliche Sein nicht zusammen bestehen kann. Aber Essen und Schlafen macht das Leben noch nicht voll. Da sind noch tausend andere Zwänge, an denen nicht gerüttelt werden darf, wenn ein Menschenleben möglich sein soll. Wenn du also, um ein freier Mensch zu werden, dich freimachen willst, so ist fürs erste zu fragen:„Frei wovon?“— damit du nicht Freiheit suchst auf einem Wege, der nur zu Tod und Verderben führt. Unfrei ist, wen Gelüste und Leidenschaften beherrschen. Unfrei, wer ein freies Wort nicht verträgt, wer die Wahrheit mißbilligt oder die Widerlegung haßt. Unfrei, wer der Verleumdung sein Ohr leiht. Ein Gefangener ist, wer sich mit Vorurteilen umzäunt. Ein Sklave, wer eines anderen bedarf. um seiner Pflicht nachzukommen. Der ärgste Knecht aber ist der, De eng! Dielstes Seemannsgarn.. Wettbild(M). schönste Seejungfrau, die ihnen je ins Garn gegangen ist, behaupten diese beiden alten ischen Fischer aus Brixham gefangen zu haben. Zum Beweis für ihre Behauptung haben se ihren Fang sofort photographieren lassen. der seine Seele verknechtet, der knechtseligen Herzens die Unterwürfigkeit liebt, der sich zum Schmeichler erniedrigt, um Brosamen von der Gnade eines Höhergestellten zu haschen. Hast du deine Seele freigemacht von solchen Zwingherren wie Habsucht. Bosheit. Heuchelei und Hochmut zugleich aber deinen Geist von Aberglauben, Unwissenheit, Furcht und Vorurteilen, dann wirst du ein freier Mensch sein, fähig zum Höchsten. Befreie dein Inneres, bevor du klagst, daß dein äußeres Leben unter dem Zwang der Umstände stehe!„Nicht ist der Geist, doch ist der Fuß gebunden"(Goethe). des Uumallan Erzählung von Ehrich Körding An einem gewitterschwülen Tage war es, daß es zwischen dem jungen Peter Wischrat und Jan Krocek zum Zusammenstoß kam Der Lena wegen, um deren Gunst und Hand sich beide bewarben. Aber die Lena hatte sich bereits entschieden, hatte dem lustigen blonden Peter ihr Jawort gegeben. Ehrlich, wie sie war, hatte sie dem Krocek gesagt, daß und auf wen ihr Wahl gefallen war. „Den blonden Lafen ziehst du mir vor!“ hatte der dunkle, leidenschaftliche Bursche hervorgestoßen.„Ich kann zum Teufel gehen?“ „Nicht so böse, Jan!“ hatte die Lena begütigend gesagt.„Bitte—!“ Dann war er davongegangen. Zorn und Rachsucht im Herzen. Die Lena aber hatte betrübt aufgeseufzt, und ihm verzagt nachgeschaut. Sie kannte ihn gut genug. um seine Drohung ernst zu nehmen; er war ein leidenschaftlicher, unbeherrschter Mensch Dann kam jener schwüle Tag. Man war beim ersten Haferschnitt. Mancher Blick flog besorgt und prüfend zum Himmel empor, an dem bleigraue Wolken sich drohend auftürmten. Es war am frühen Nachmittag Wie finsteres Unheil lag es über der atemlos wartenden Erde. Und dann flackerten die ersten Blitze, fielen die ersten schweren Tropfen. „Es geht los!“ riefen warnende Stimmen. Nach Haus— rasch!“ Hals über Kopf verließen alle die Felder, auf denen nichts Schutz bot, und eilten, daß sie eine Unterkunft fänden.— Da geschah es daß Peter Wischrat und Jan Krocek die als letzte von der Arbeit forteilten auf dem Wege ins Dorf zusammentrafen. Auf dem Gewitterberg in der Nähe der Kirche die ihren dünnen Turm wie warnend zu den dunkeldrohenden Wolken emporreckte. Ein rascher Blick hatte dem Krocek gezeigt. daß sie allein waren. Da stellte er den anderen. Im nächsten Augenblick schon hatten sie einander umfaßt und kämpften schweigend verbissen und mitleidlos. Aus den Wolken aber stürzte der Regen warfen Blitze ihre züngelnden Flammen. Drohend, einer warnenden Stimme gleich, rollte der Donner. Die Sensation auf dem Spielplatz Weltbild(M). Karlchen hat ein neues Auto bekommen, und die kleinen Sach= und Fachkenner nehmen es gehörig unter die Lupe. „Du sollst sie nicht haben!“ keuchte Jan Krocek.„Du sollst nicht— sollst nicht—!“ Wuchtig stieß er den Kopf des anderen gegen einen Stein. Da schloß Peter die Augen und regte sich nicht mehr. Schwer atmend stand Krocek auf. Ein häßliches, triumphierendes Lächeln auf den schmalen Lippen. stand er da. Er spürte nicht den stürzenden Regen, sah nicht die flammenden Blitze, noch hörte er das schmetternde Krachen des Donners Denn sein ganzes Denken und Fühlen war im Banne seiner entfesselten Leidenschaften. „Und sie soll dich nicht haben—!“ flüsterte er heiser indes er sich bückte und den Bewußtlosen unter die Arme griff. Mühsam schleifte er den schweren Körper über den freien Platz, der sie von der Kirche trennte. Das überhängende bemooste Schieferdach bildete einen schmalen, dunklen Gang um den Bau. Jan Krocek suchte hier keinen Schutz— er suchte und fand den Ort, der ihm zu einer furchtbaren Rache verhelfen sollte. In einer engen Mauernische lehnte er den Körper des Besiegten an die Wand—. Wenige Minuten später trat er wieder auf den Kirchplatz hinaus, in das graue Stürzen des Regens. in das immer noch zunehmende Wüten des Unwetters, dessen Kern sich dem Gewitterberg näherte.„Der Blitz wird ihn erschlagen!“ flüsterte er. Der kleine Platz war leer. Einsam lag die alte Kirche unter dem Gewitter, dessen lärmende Gewalt betäubend aus den Wolken fiel.—— Mit anderen hatte auch Lena noch rechtzeitig das schützende Dach einer großen Dorfscheune erreicht. Schweigend stand sie nun, vor sich die Regenwand in der grelle Blitze flat kerten. „Nanu— woher kommt denn der her?“ brummte der Jungbauer Hermannson.„Triefnaß— der Jan Krocek!“ Der Name machte Lena aufschrecken, da sie an Peter gedacht hatte. Hatten die beiden nicht auf nebeneinander liegenden Feldern gearbeitet? Lena spürte eine ihr unerklärliche Unruhe im Herzen. Wo war Peter? „Jan— hast du Peter nicht gesehen?— Wo ist er?“ Krocek fuhr zusammen und wandte ihr sein nasses Gesicht zu. Lena aber erschrak, als sie seine flackernden Augen sah und seinen verkniffenen bösen Wund.„Was fragst du mich — hol euch beide der Teufel!“ knurrte Procek, schlug seinen Kragen hoch und stapfte in das Unwetter hinaus. Plötzlich wußte Lena: mit dem Peter ist etwas geschehen! Sie mußte ihn suchen! Ohne sich weiter zu besinnen, nahm sie den Rock hoch, schlug ihn über den Kopf und lief in den stürzenden Regen hinaus.„Der Krocek weiß etwas— er hat ihm etwas angetan!“ murmelte sie bang und hastete dahin. Als sie den Gewitterberg erreichte, schien das Wetter seine ganze Gewalt über den Hügel und die alte Kirche zu entladen. Blitz auf Blitz fuhr durch die graue Wand des Regens; betäubend schmetterte der Donner Lena beachtete es nicht, in ihr war nur die Sorge um den geliebten Mann der in Gefahr schwebte, dem irgend etwas zugestoßen war An der Kirche vernahm sie einen schwachen Ruf. „Peter!“ schrie sie da stehenbleibend„Peter— wo bist du?“ „Hier—!“ antwortete es dumpf.„Hier— am Blitzableiter!“ Lena eilte auf die Kirche zu Am Blitzavleiter! In der kleinen Rische also. in der das Kabel zur Erde hinabführte—— jetzt, bei dem Gewitter!— Ein Wunder, daß der Blitz noch nicht herabfuhr. Bei jedem Gewitter schlugen Blitze dort oben ein und schossen an dem Kabel herab. „Peter— hier bin ich, die Lena! Was ist denn— was ist denn—?“ Der Krocek— er hat mich bewußtlos geschlagen—— dann hier am Kabel festgebunden der Blitz soll mich erschlagen!“ Lena kniete bereits neben dem Festgebundenen und versuchte, die Stricke zu lösen Die Knoten aber waren fest zugezogen.„Dein Messer— Peter!" „Hat der Lump mitgenommen!“ knirschte der Mann.„Geh— laß mich! Gleich fährt der Blitz hier herab— geh— geh fort—!“ Lena aber blieb. Mit Händen und Zähnen zerrte sie an den Tauen und Knoten immer wieder, furchtlos für sich selbst, zitternd um das Leben des Mannes, den sie liebte. Die Luft war angefüllt vom Rauschen des Regens und dem Krachen der Donnerschläge, die unmittelbar jedem bläulich flammenden Blitz folgten, hell und scharf, mit betäubender Wucht. „So— der eine Knoten ist auf, Peter!“ stieß Lena hervor.„Nun kannst du die rechte Hand aus der Schlinge ziehen!“ Eine Minute war vergangen, da war Peter Wischrat befreit. Kaum hatten die beiden einige Schritte getan, als es hoch über ihnen schmetternd einschlug. Und zugleich mit dem wütenden Donnerschlag fuhr weißbrennende Glut an dem dicken Kabel herab. Lena und Peter taumelten— aber sie standen unverletzt. Dann eilten sie davon. „Das war tapfer von die!“ sagte Peter und zog Lena an sich.„Sone dich hätte dieser Blitz mich erschlagen!“ „uch, Peter“, sagte die ein glückliches Lächeln war auf ihrem regennassen Gesicht,„was hätte ich ohne dich anfangen sollen— so mußte ich dich suchen—!“ Thloroform m den Garg Die„lange Leitung“ der Amerikaner Noch kein Toter hat geklingelt Obwohl es bei der Strenge der LeichenschauVorschriften in Zentral= und Westeuropa vollkommen unmöglich ist, daß ein Mensch lebend begraben wird, gibt es noch immer Hunderte von Personen, die an der fixen Idee leiden, sie könnten eines Tages lebend eingesargt und begraben werden. So erklären sich die seltsamen Vorschriften, die von Zeit zu Zeit aus den Testamenten dieser Aengstlichen bekannt werden. In diesen Tagen wurde das Testament einer kleinen französischen Lehrerin eröffnet, die seit Jahrzehnten in England gelebt hatte. Es gab dabei zwei Ueberraschungen: Einmal hinterließ diese Lehrerin, die als gänzlich mittellos gegolten hatte, 10000 Pfund Sterling. Dann aber verlangte sie ganz besondere Schutzmaßnahmen für ihr Begräbnis. So bestimmte sie, daß ihr nach der Einsargung und vor der Beisetzung die Adern von einem Arzt geöffnet werden müßten. Außerdem verlangte sie, man möge ihr eine entkorkte Flasche mit Chloroform kurz vor dem Begräbnis in den Sarg legen. Die Zwecke sind klar. Eine Aderöffnung muß beweisen, ob in jemandem nach drei Tagen das Leben restlos erloschen ist. Chloroform aber ist das äußerste Schutzmittel für den Fall, daß doch noch Leben in dem Körper wäre und ein Erwachen stattfinden könnte. Allerdings erläuterte die Erblasserin, weshalb sie diese Maßnahmen traf. Sie hatte zwei Brüder, die beide im Krieg ums Leben kamen. Aber durch ein Medium wurde ihr angeblich in einer spiritistischen Sitzung, wie sie ja heute noch in England alltäglich sind, versichert, ein Bruder sei lebend begraben worden. Diese Idee setzte sich bei ihr fest und führte endlich zu den genannten Testamentsverfügungen. In Belgien wird sehr häufig in Testamenten verlangt, daß eine Beisetzung erst erfolgen darf, wenn der Tod durch drei untereinander fremde Aerzte festgestellt wurde. Den Givfel der Vorsicht aber erreichte ein Holländer. der nach eigenen Entwürfen in seinem Sarg eine Klingelleitung und eine Telephonverbindung anbringen ließ, wobei er auf die gute Isolierung gegen Feuchtigkeitseinflüsse besonderen Wert legte Er schloß sich freilich eigentlich nur den Richtlinien an die von einer amerikanischen Gesellschaft gegen das Lebendig=begraben=Werden ausgearbeitet wurden. Danach bekommt jedes Mitglied eine derartige Klingel= und Telephonanlage mit in den Sarg, um Alarm schlagen zu können, wenn wirklich ein Irrtum unterlau fen sein sollte. Bisher aber hat noch kein Toter aus dem Grab geklingelt... S 90 LLraP Alkohol gegen Alkobolsucht Erkenntnisse, die der Zufall vermittelte— Angeblich keine üblen Begleiterscheinungen In Nordeuropa wird recht viel Alkohol getrunken. Man behauptet sogar, in den letzten Jahren sei der regelrechte Alkoholismus in seiner chronischen und fast immer zum Schluß verhängnisvollen Form stark im Zunehmen begriffen. Kein Wunder, daß sich gerade hier die Fachärzte für die Probleme des Alkoholentzugs und die Heilung des Alkoholismus interessieren müssen. Denn es handelt sich ja nicht nur um das Los des Trinkers, sondern auch um die Nachkommen, um die Schädigung der Erbmasse und des ganzen Volkes. Nun haben sich aber immer auf dieser Welt Schwierigkeiten ergeben, wenn die Aenderung eines Zustandes teils vom Willen, teils vom körperlichen Verlangen abhängig war. Und das kommt beim Alkoholismus zusammen. Man hat nun in den skandinavischen Ländern in Ablösung am Westwall PK=Kropf=Weltbild(M). der letzten Zeit nach einem interessanten Verfahren Erfolg gehabt, das in den Einzelheiten hier kurz erläutert werden soll: Nach 16 bis 20 Stunden— Nachfüllung erforderlich Wenn jemand dem chronischen Alkoholismus verfallen ist, dann enthält der Körper, dann enthalten die Gewebe dauernd einen gewissen Prozentsatz Alkohol. Dieser Prozentsatz wird in einem Zeitraum von 16 bis 20 Stunden ausgeschieden, muß also irgendwie erneuert werden. Wenn also der chronische Alkoholiker mehrfach am Tage trinkt, dann geschieht dies in der Hauptsache nicht, um seine Geschmacksgelüste zu befriedigen, sondern einfach deshalb, weil ihm gewissermaßen„der Brennstoff ausgegangen“ ist. Wie ein Autofahrer seinen Benzintank füllt, so brauchen die im Banne des Teufels Alkohol Stehenden ihre„Ladung“. Solange nun immer nachgefüllt wird, bleibt ein äußerer Zustand von erträglicher Gesundheit. Natürlich zittern die Hände, natürlich hat er Krämpfe in den Beinen, natürlich wird er nachts von Gespenstern verfolgt. Aber er schreibt das immer irgend einer momentanen Erkrankung zu— nicht seinem chronischen Alkoholismus. Entziehungsversuche und Folgen Wenn jemand Morphinist ist oder Kokain nimmt— oder Opium raucht, dann wird die Entziehung in der Weise versucht, daß man die Menge nach und nach einschränkt— bis eines Tages die unterste Grenze erreicht ist. Bei der Behandlung des Alkoholismus konnte nach diesem Rezept verfahren, man schritt vielman aus erklärlichen Gründen bis jetzt nicht mehr immer zum radikalen Entzug— von einem Tag auf den anderen. Die Folgen waren meist furchtbar. Die Trinker wurden 20 Stunden nach der letzten Dosis von einer schweren Krisis erfaßt, die sie schüttelte und alle Symptome einer sehr ernsten Krankheit zeigte. Oft stellte sich auch das bis dahin nicht aufgetretene Delirium ein. Gewalttaten und Selbstmord waren hin und wieder die Folge. Man mußte also auf eine andere Art und Weise vorgehen. Der Alkoholentzug mußte von innen heraus reguliert werden— aber nicht indem man dem Trinker durch die Kehle den Alkohol eingoß, sondern auf einem anderen Weg, der den Fachärzten, wie es heißt, durch einen Zufall bekannt wurde und über den hier unter allem Vorbehalt berichtet werden soll. Ueberraschend geheilt Man hatte eines Tages einen Pferdehändler zu behandeln, der über allerlei Uebel klagte, vor allem über Lungenschmerzen. Da man nicht wußte, daß er sonst bei seinen Pferdegeschäften regelmäßig trank, nun aber seit einigen Wochen die Geschäfte ausgefallen waren, kam man auch nicht auf die Idee, daß es sich hier um Alkoholmangel des Körpers handeln könne. Aber gegen den Lungenabszeß wollte man einige Injektionen mit Alkohol als Einleitung einer größeren Kur vornehmen.— Man dosierte in zwölfstündigen Abständen 40, 20, 20 Kubikzentimeter. Ganz unvermutet trat, wie wenigstens behauptet wird. eine radikale Besserung des Kranken ein. Nach fünf Tagen war er vollkommen geheilt. Das Geschwür in der Lunge war— wie man auf andere Weise feststellte— nicht vorhanden. Aber man hatte inzwischen von seinem Alkoholismus erfahren und war somit auf einen interessanten Vorgang aufmerksam geworden: man hatte durch die intravenöse Beibringung des Alkohols das Gleichgewicht hergestellt— wobei sich die interessante Erscheinung ergab, daß der Mann kein Bedürfnis mehr fühlte, Luftsicherung Tag und Nacht stehen unsere Soldaten von der ab, um jedes Nahen feindlicher im Westen PK=Harren=Welthild(M). lak auf dem Posten und suchen den Luftraum flugzeuge sofort zu melden. Alkohol in irgend einer Form zu sich zu nehmen. Die Erfahrungen— und die technische Seite Inzwischen hat man Hunderte von Fällen dieser Art behandelt und angeblich kaum einen Fehlschlag erlebt. Der Alkohol ist der übliche, den man in der Apotheke kauft. Er wird in den Arm eingespritzt und zwar mit ganz langsamen Verminderungen von 50 bis 20 Kubikzentimetern. Schmerzen oder Folgeerscheinungen zeigten sich, wie es heißt, nicht.— Meist teilte man dem Patienten gar nicht mit, weswegen man ihn behandelte. Er wunderte sich, daß er auf einmal keinen„Brand" mehr hatte und sogar des öfteren eine direkte Abneigung gegen Alkohol bei einer verblüffenden Verbesserung des allgemeinen Befindens sich bemerkbar machte. Und damit wäre, wenn der geschilderte Sachverhalt stimmen sollte, natürlich viel erreicht. Beißlustig, hungrig und blutgierig Jähne scharf wie Rasierklingen— Gefährlicher Todeskampf des Blaufisches Welche Tierart ist die wilbeste, die reißendste, die rücksichtsloseste auf dieser Erde? Auf diese Frage wird der Durchschnittsmensch ohne weiteres antworten: Tiger, schwarze Panther und Löwen sind es wohl unter den Raubtieren und Wiesel unter den Säugetieren, Krokodile unter den Reptilien, am gefährlichsten und zornigsten aber scheinen mir die Büffel und die Rhinos zu sein. Und dann ist der Durchschnittsmensch mit seiner Weisheit am Ende; aber er hat schon eine ganz brauchbare Antwort gewußt. Doch war sie nicht erschöpfend. Denn nur der Fachmann. nicht einmal der Zoologe, weiß, daß manche größere Artgenossen der Fische die gefräßigsten, die rücksichtslosesten, die unbändigsten und besessensten unter allen Angreifern sind, die übelsten Menschenfresser— für die es einfach keinen Vergleich mehr auf dieser Erde gibt. Das erscheint uns fast unfaßbar. Denn wir denken an den stillen, braven, stummen, ewig friedlich glotzenden Goldfisch bei Tante Hedwig und halten es für ganz ausgeschlossen, daß die großen Brüder dieses braven Goldfisches so böse sein können. Aber wir werden es gleich in der Praxis sehen: Er verlor nur das Gleichgewicht Der Blaufisch ist ein schönes Beutestück, wenn man ihn tot im Boot hat. Aber vorher ist dieser Fisch ein Satan ohne Vergleich. Zerstörer als Vorposten in der Nordsee PK=Nolte=Weltbild(M). Bei Fernandina war ein alter, routinierter Angler dabei, einen Blaufisch, den er schon am Haken hatte, in das Boot zu ziehen. Er verlor das Gleichgewicht und fiel ins Wasser. Die ganze„Schule“ von Blaufischen, die sich in der Nähe befunden hatte, war in der nächsten Sekunde zur Stelle. Mit Zähnen, scharf wie Rasiermesser, räumten sie mit dem Unglücklichen auf, von dem buchstäblich nichts mehr übrig blieb. Alles geschah im Bruchteil einer Minute. Etwas länger währte eine andere Episode, die nicht weniger eigenartig und bezeichnend für die gleiche Fischart ist. Man hatte Blaufische gefangen. Einer der Fischer kam im Boot zu nahe an sie heran; sofort setzte sich einer der Fische in Bewegung, warf den Rumpf so lange, bis er sich unbemerkt an das Bein des Fischers herangemacht hatte. Und dann verbiß er sich in seiner Todeswut so in das Bein, daß die Zähne mit Eisen auseinandergebrochen werden mußten. Das war die Rache des Blaufischs. Solche Angriffe nach der Erlegung, während des Todeskampfes hat man bei diesen Blaufischen oft erlebt. Aber auch bei anderen Fischarten, die nicht weniger bösartig sind. Der Schwertfisch nimmt immer den Kampf auf! Der mutigste unter allen Fischen ist der Schwertfisch, der sich zwar in„Friedenszeiten“ von kleinen„Butterfischen" ernährt. Aber wenn es darauf ankommt, dann nimmt er sich auch etwas anderes vor. So hat man einwandfreie Zeugnisse dafür, daß er— der selbst nur 500 Pfund Gewicht hat— einen Strauß wagte mit einem Wal von 40 Tonnen Gewicht. Und dieser Kampf ging solange weiter, bis sich das Meer vom Blut des Wal blutrot färbte. Aber es braucht kein Wal zu sein— der Schwertfisch greift auch ein Schiff an und jagt die letzte Waffe, über die er verfügt, seine Schwertnase, in die dicken Planken, durchstößt kräftige Eichenplatten, ja, macht nicht einmal vor Kupferschalungen halt. Sogar ein schon harpunierter Schwertfisch nimmt seinen letzten Zorn noch zusammen und greift das Boot an, von dem aus die tödliche Harpune abgefeuert wurde. Nur noch die blauen und die schwarzen Marlinen sind so böse und kampfbereit wie der Schwertfisch, aber sie sind weniger erfolgreich, da ihre Waffe rund und nicht so lang und so flach ist, wie die Stoßwaffe des Schwertfisches. Sie werden auch„korpulenter" und erreichen bis zu 1000 Pfund Gewicht. Beide— Schwertfisch und Marlinen— haben aber nicht die scharfen Zähne des Hais im Gebiß. Es ist den Kennern unbegreiflich, wie gewisse Leute behaupten können, daß Haie den Menschen nicht angreisen. Es gibt Unterlagen dafür, daß die blauen, weißen, braunen und gefleckten Haie Menschen angegriffen und zerrissen haben. Dem Hai kommt noch zu Nutzen, daß er seinen Angriff auch durchführen kann, wenn er schwer getroffen wurde. Er hat ein so seltsames„Nervensystem“, daß er von seiner schweren Verwundung, wie es scheint, gar nichts merkt, solange man ihm nicht direkt das Gehirn aus dem Schädel geschossen hatte. Sinnlos in der Lust, zu beißen, ist auch der Barracuda, der erst einmal beißt und zerreißt; was nachher wird— wird man dann schon sehen. Aber auch in Binnenlandgewässern Doch nicht nur im Meer sind die Fische die übelsten Angreifer. Das gleiche ist der Fall in Binnenlandgewässern— in Flüssen. In Afrika haben wir den Tigerfisch, der mehr gefürchtet wird, als ein ganzer Fluß voll mit Krokodilen. Und in Südamerika lebt der Piranha. Alles, was nach Blut aussieht, zieht ihn an und reizt seinen ewig hungrigen Magen und seinen immer beißlustigen Kiefer. Klein, mit rundem Kopf, häßlich, aber ungeheuer blutdürstig— diese Charakterzüge kennzeichnen ihn und bestätigen, was wir eingangs sagten— daß die übelsten Angreifer und Menschenfresser nicht auf dem Lande leben, sondern als Fische— im Wasser. Goethe und Bulpius Als auf dem Hoftheater zu Weimar Goethes„Natürliche Tochter“ zum ersten Male gegeben wurde, traf es sich zufällig, daß zwei Jenenser Studenten neben die Loge des gleichfalls anwesenden Dichters zu sitzen kamen. Nachdem ein paar Szenen ohne jeden Erfolg gespielt worden waren, fragte einer der Studenten den andern:„Du, von wem ist denn das Stück?“—„Ei, von Vulpius!“ lautete die Antwort. Vulpius war ein Schwager Goethes, ein Vielschreiber und u. a. Verfasser des Räuberromans Rinaldo Rinaldini. Goethe, der das hörte, ärgerte sich und sagte:„Sie irren sich, meine Herren, es ist von Goethe.“— „Pah!" nahm wieder einer der Studenten das Wort,„das glaube ich nicht.“—„Mein Herr". fuhr Goethe entrüstet auf,„ich muß das besser wissen, denn ich selbst bin Goethe!“ Auf diese Erklärung folgte ein andauerndes Stillschweigen und das Spiel nahm seinen Fortgang, doch wurde das Stück sehr flau ausgenommen. Als der Vorhang fiel, trat einer der Studenten nahe zu Goethe, klopfte ihm vertraulich auf die Schulter und sagte:„Sie, das Stück ist doch von Vulpius!“ Unterhaltende das Walter bese kasten der Mutte Tiefen befander kleine unwahrst von einem Duft beimnisvollen u einer unwirklich Welt zu stamme Broschen, hauchBildern, seltsam lenbestickte Kreu chen. Geduldspie liche Gegenständ Alle diese merk Kobolde und G phantasiebegabter tes Zusammenlel mer wieder in einmal einen Fu Es war ein di Federhalter, der, wohl kaum für stimmt war. Da unverhältnismäß zwei kunstvoll a Gezweig ein w größerungsglas Walter hob d. hinein, indem er Hand zuhielt. I hineinverzaubert, Bergkegel, um d Park ausdehnte grünem Rasen zu ten sehnfüchtig in Der Blick des Br Bild fest und ko lösen. Unterdessen wo mer getreten; ih aus seiner Versu Walter?" fragte f „Wie kommt die meiner Jugendze „Schenk es mir „Nein, schenken Kind. 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Jungen den Besit Ein Wagen mit Pflegerin ges soll auch einmal Pielenz, der beste Deutscher Zerstörer auf dem Marsch MPK=Mendl=Weltbild(M). Das begehrte Zauberglas Eine Schülergeschichte von Erich Kunter Unterhaltender als all das reiche Spielzeug das Walter besaß, war für ihn der Knopfkasten der Mutter In dessen unergründlichen Tiefen befanden sich wunderbare Sachen: kleine unwahrscheinliche Kostbarkeiten, die von einem Duft des Marchenhaften und Geheimnisvollen umgeben waren und die aus einer unwirklichen, romantisch=verträumten Welt zu stammen schienen. Da gav es kleine Broschen, hauchartige Blättchen mit bunten Bildern, seltsam geformte Nadelbehälter, verlenbestickte Kreuze, ein putziges Wetterhäuschen. Geduldspiele und sonstige, nicht alltägliche Gegenstände Alle diese merkwürdigen Dinge führten, wie Kobolde und Geister im Märchen, für den phantasiebegabten Knaben ein magisch bewegtes Zusammenleben. Mit Lust kramte er im mer wieder in den Schätzen, unter denen er einmal einen Fund machte, der ihn beglückte Es war ein dünner. spielerisch geschnitzter Federhalter, der, unhandlich und zerbrechlich wohl kaum für den praktischen Gebrauch bestimmt war. Das obere Ende schmückte eine unverhältnismäßig große Laubsägearbeit: zwei kunstvoll ausgesägte Bäume. in deren Gezweig ein winziges, verlenartiges Vergrößerungsglas eingesetzt war. Walter hob das Glas aus Auge und sah hinein, indem er das linke Auge mit der freien Hand zuhielt. In dem Glas erschien, wie dort hineinverzaubert, ein Schloß auf fernem Bergkegel, um den sich endlos ein herrlicher Park ausdehnte. Und darin ruhten auf grünem Rasen zwei Königskinder und träumten sehnfüchtig in die Ferne. Es war zu schön. Der Blick des Buben sog sich förmlich an dem Bild fest und konnte sich lange nicht davon lösen. Unterdessen war die Mutter leise ins Zimmer getreten; ihre Stimme riß den Knaben aus seiner Versunkenheit.„Was hast du denn. Walter?" fragte sie lächelnd. Und sie sann nach: „Wie kommt dieses kleine Reiseandenken aus meiner Jugendzeit in den Knopfkasten?“ „Schenk es mir, Mama!“ bat Walter. „Nein, schenken kann ich es dir nicht, liebes Kind. Du mußt wissen, es ist mir ein teures Andenken an deine verstorbene Großmutter. die es mir von einer Reise durch den Harz mitbrachte, als ich selbst noch ein kleines Mädelchen war. Aber ich lasse es im Knopfkasten liegen, du magst es dann und wann hervorsuchen und dich daran erfreuen.“ Am anderen Morgen zeigte Walter das Zauberglas seinen Mitschülern. Er hatte nicht im Sinn, sich Mamas Eigentum unrechtmäßig anzueignen; aber in die Schule mußte er den sonderbaren Federhalter doch einma mitnehmen. Die Kameraden schauten nacheinander durch das winzige Guckloch und sahen vor den staunenden Augen eine Märchenwelt erstehen. Sie bewunderten das kleine Meisterwerk gebührend und beneideten den Besitzer darum. Man bot ihm ein anderes Spielzeug im Tausch oder auch Geld dafür. Walter jedoch setzte allen Wünschen und Zudringlichkeiten ein beharrliches Rein entgegen.„Es gehört nicht mir, sondern meiner Mutter", erklärte er kurz, Les hat also keinen Zweck, wenn ihr weiter darum schachert!“ Während des Unterrichts aber wurde der kostbare Gegenstand beinahe eine Beute des Lehrers. Herr Püngel gab eine schriftliche Aufgabe und spazierte dabei nach seiner Gewohnheit durch die Bankreihen. Walter hatte es sich nicht versagen können, den Federhalter auch auf seine Schreibfähigkeit hin zu prüfen Das bemerkte der Lehrer und nahm die Spielerei dem Schüler aus der Hand.„Was für ein Unfug ist das nun wieder?“ fragte er unheilverkündend.„Das kann ich euch sagen: Alle Spielzeugfederhalter verschwinden auf Nimmerwiedersehen in meinem Pult.“ Bei diesen Worten öffnete er das Schubfach seines Pultes und entnahm ihm eine ganze Menge Federhalter: gläserne. in deren Halterhohlraum rote Flüssigkeit auf und niederstieg.— hölzerne. an deren Ende ein Radiergummt befestigt war oder ein blechern goldener Halbmond oder ein zierlicher Hammer. Federhalter mit Perlmuttereinlage und kleinen Bildern und sogar einer, dessen Mittelstück durchsichtig war und ein hin= und herflitzendes Mäuschen erkennen ließ, womit sich der glückliche Besitzer gar wohl die Langeweile einer Unterrichtsstunde ergötzlich vertreiben konnte. „Seht her: So geht es allen derartigen Federhaltern. In der Dunkelheit meines Pultes führen sie ein unrühmliches Dasein. Dieses Mal jedoch will ich es bei einer Verwarnung bewenden lassen und ihn nicht beschlagnahmen.“ So erhielt der aufatmende Knabe das Kleinod, das er bereits verloren glaubte, wieder pprrlick. In der Pause, auf dem Schulhof, war der Federhalter nochmals Gegenstand allgemeinen Interesses. Dicht gedrängt umstanden die Jungen den Besitzer Ein Wagen mit einem gelähmten Kind, von der Pflegerin geschoben, fuhr vorbei.„Will: soll auch einmal hindurchsehen!" rief Peter Pielenz, der beste Freund Walters. Kindliche Selbstsucht und Unduldsamkeit empfanden den Zwischenfall als störend. Die Umstehenden sahen mißbilligend auf den armen bleichen Knaben. Ueber dessen Gesicht huschte ein verlegenes Lächeln. Er blickte rührend hilflos um sich. ängstlich gespannt ob auch niemand sein überflüssiges Dasein und lästiges Hinzukommen übel vermerke. Zögernd hielt er das Glas ans Auge, das sich dann an der Herrlichkeit kaum sattsehen konnte Eine Welle von Licht schien über das junge und doch schon verwelkende qualvoll zerfurchte Antlitz des Kranken zu fluten Wie verklärt leuchteten seine Augen Die Glocke läutete zur Beendigung der Pause. Heftig und mit böser Miene entriß einer der Buben dem gelähmten Kinde den Federhalter.„Gib her, wir müssen wieder hinein und haben selber noch nicht alle durchgesehen.“ Im Nu verlor das Gesicht des Kindes den Glanz einer glückvollen Minute und nahm wieder jenen Ausdruck stillen Grams an der ihm eigen war Walter konnte nicht begreifen wie es ihm hatte geschehen können, daß er den Federhalter beim Zusammenpacken seiner Schulmappe vergaß und auf der Bank liegenließ. Am Tage darauf machte er entsetzt die Entdeckung, daß der Halter nicht mehr da war. Die ganze Klasse geriet in Aufregung. Das Ereignis kam schon in der ersten Stunde dem Lehrer zu Ohren. Er nahm seine Schüler in ein strenges Verhör.„Wer von euch hat den Federhalter weggenommen?“ fragte er scharf. Atemlose Stille. Niemand rührte sich. Herr Püngel ließ nun einen nach dem anderen aufstehen un fragte jeden einzeln, indem er mit einem durchdringenden Blick den Grund seiner Seele zu erforschen schien:„Hast du den Halter entwendet?“ Auf die immer gleiche Frage folgte zehn— zwölfmal die gleiche Antwort, laut und prompt:„Nein.“ Auch an Peter Pielenz kam die Reihe.„Hast du ihn?" fragte der Gestrenge zum soundsovielten Male.„Nein“ lautete die Antwort. Aber der Lehrer befahl Komm heraus, Pielenz!“ In dem Nein des Jungen war ein kleines Zögern gewesen eine Mit Lust kramte er immer wieder in den Schätzen, unter denen er einmal einen Fund machte, der ihn beglückte. kaum merkliche Hemmung, was dem Lehrer das schlechte Gewissen verriet. „Gib mir den Federhalter, Pielenz!“ sagte der Lehrer „Ich— ich habe ihn nicht", stammelte verwirrt der Junge Jetzt war Herr Püngel seiner Sache sicher Seine Stimme schwoll unvermittelt zu einem Donnergetöse an:„Du bist ein Lügner und Dieb. Pielenz!“ Es sah aus. als ob der Knabe taumelte; verstört und zitternd stand er da.„Ja, ich nahm ihn weg". gestand er schluchzend.„Aber — ich habe ihn verloren!" Der Lehrer begnügte sich damit, dem Sünder eine empfindliche Strafe zuzumessen, ohne weiter nach dem Verbleib des Federhaltere zu forschen Die Mitschüler aber waren überzeugt, daß der Halter noch im Besitz des Diebes sei. Sie setzten ihm auf dem Heimweg arg zu und verprügelten ihn zuletzt, um die Herausgabe der Kostbarkeit zu erzwingen Am meisten litt Walter. Ihm tat es weh. daß der beste Freund so schlecht an ihm gehandelt hatte Als er nach Hause kam erwartete ihn eine neue Ueberraschung. Im Garten sah er den Wagen mit dem gelähmten Kinde stehen Nicht weit davon stand die Pflegerin mit der Mutter im Gespräch Walter hörte die Mutter sagen:„O nein so wichtig ist mir das nichtige Ding nicht. Willi mag es behalten, wenn es ihm solche Freude macht.“ Bei diesen Worten legte sie den Federhalter auf das Kissen vor Willi hin Dann fuhr die Pflegerin mit dem kranken gelähmten Kinde davon Die Mutter sah den herbeikommenden Walter vorwurfsvoll an.„Schwester Frida brachte mir den Federhalter zurück, den du ohne meine Erlaubnis mitgenommen hattest, und den wiederum Peter dir entwendete, um ihn aus Mitleid dem armen Willi zu schenken“, sagte sie ernst„Es war von euch beiden nicht recht. Aber Peter hat ein gutes Herz Walter. Du mußt ihn als Freund behalten Für den armen Willi hat er das alles getan und den Schimpf ertragen.“ In Walter stieg das Gefühl der Beschämunübermächtig auf Schmerz und Erschütterung erfüllten die kindliche Seele. Er barg den Kopf an der Mutter Brust und weinte. Dann sagte er mit plötzlichem, tapferem Entschluß:„Ich will gleich zu Peter gehen. ihn bitten, alles zu vergessen und mein Freund zu bleiben.“ Der Regenschirm Von Arthur M. Fraedrich. Wir, die wir auf dem platten Lande unser Zuhause haben müssen, derweilen es regnet und Stürme wie wild daherjagen kilometerweit bis in die Kreisstadt marschieren, um einkaufen zu können Wir steigen hinein in die getranten Stiefel umhüllen uns mit etwas Wasserdichtem und so geht es hinaus ins Wetter. hindurch durch den oft knöcheltiefen Dreck der aufgeweichten und übel zerfahrenen Landiege Vor mir stapfen drei Buven vom Jungvolt Sie mögen etwa zehn Jahre alt sein Sie tragen derbe rindslederne Schuhe und sind auch sonst wohlgeschützt angetan Die kalten Regenböen haben ihre Wangen und Ohren gerötet. Den Kopf dem veitschenden Regen zugeneigt, so marschieren sie munter schwatzend vor mir des Wegs Auch ich bin gegen das Wetter gut gewappnet. Ich trage Stiefel und einen wasserdichten Mantel. Außerdem habe ich den Regenschirm aufgespannt, den sich meine Mutter neulich auslieh und den ich, da ich in der Stadt BeZeichnung: Alex Harder(M) sorgungen machen will, wieder zurückbringen soll. Die Jungen wollen ebenfalls in die Stadt wollen sich, wie ich ihrem Gespräch entnahm am Einsammeln der Pfundtüten für das WHW. beteiligen. „Müßt ihr das ausgerechnet bei diesem Unwetter machen?" frage ich.„Das hätte doch sicherlich bis morgen. bis es besseres Wetter ist, Zeit gehabt.“ Eine Weile vergeht in Schweigen. Die Jungen gucken geradeaus, über die kahlen Feider hinweg. als ob die peitschenden Regenschauer rein gar nichts wären Bis einer erwidert:„Wenn jemand Hunger hat. mag er mit dem Essen auch nicht warten bis es besseres Wetter geworden ist" Ist das eine freche Antwort! Allein, wie si. gegeben wurde: ohne jede Absicht, so warm und von innen heraus. Deshalb schlucke ich sie wortlos in mich Mir wird sogar ein wenig warm ums Herz Vier Kilometer sind auf einem durchweichten glitschigen Landweg ein ganzes Ende Den Jungen macht das offenbar nicht das geringste aus Munter marschieren sie drauflos. ja sie werden um so aufgeräumter je stärker die Böen daherbrausen „Den Schirm könnt ihr nehmen. Jungens“ sage ich.„Er wird euch zur Not alle drei ein bißchen schützen Ich habe ja meinen Regenmantel" „Danke" erwidert der eine„es geht auch so.“ Der andere wegwerfend:„So ein bißchen Regen!“. Und der dritte der dicht vor mir marschiert:„So ein Schirm ist was für alte Frauen. aber doch nicht für uns!“ Ich will die Knirpse ob dieser mir erteilten Abfuhren zurechtweisen; aber sie alle drei wissen offenbar gar nicht, daß ich ihre Worte auf mich beziehen kann Und so schlucke ich auch dieses herunter Aber, Jungens, das verspreche ich euch: Nie wieder werde ich mit einem Regenschirm losziehen! Der Fahnensunker Friedrich der Große bemerkte einst bei einer Truppenschau einen Fahnenjunker, der für diese Stellung ungewöhnlich alr zu sein schien. Der König fragte ihn, wieviel Jahre er zähle und wieviel Jahre er gedient habe. Der Fahnenjunker antwortete, er diene über neun Jahre und sei 26 Jahre alt. Der König erkundigte sich bei dem Obersten, weshalb der Junker noch nicht zum Offizier vorgeschlagen war— ob er Fehler begangen habe, die die Beförderung unmöglich gemacht hätten. Der Oberst mußte zugestehen, daß sich der Fahnenjunker stets einwandfrei geführt habe, aber er sei zu arm, um sich die Offiziersausrüstung beschaffen zu können. Da machte der König ein ernstes Gesicht und sagte: Warum ist mir das nicht früher gemeldet worden?! Die Armut ist kein Grund. einen Mann zurückzusetzen, wenn er sonst geschickt ist. Ich werde für die Ausrüstung sorgen.“ Er ernannte den Fahnenjunker darauf zum Offizier und hat sich später um dessen Karriere gekümmert. Der Kuß der Mutter/ Heiarich Literer Wir hatten es gesehen, daß Alfons von seiner Mutter geküßt worden war Wohl, es waren besondere Umstände. unter denen es geschah. denn Alfons, der älteste unter uns Schülern, stand auf dem Bahnhofsplatz um als Freiwilliger ins Feld zu ziehen. Wir waren hingekommen. ihm zum letztenmal vor dem Abschied die Hand zu drücken, die meisten taten dies ohne ein Wort zu sagen. Man spürte, daß Worte entwertet waren und nur noch Toten galten Auch Alfons' Mutter war anwesend. Sie schaute mit schwimmenden Augen auf ihren Jungen streichelte ihn und dann— ja dann zog sie plötzlich seinen Kopf herunter, legte ihren Mund an seine Wange und küßte ihn Alfons erschrak und lächelte uns verlegen zu Es war ihm peinlich Wir wußten, daß er der Einzige war und daß seine Mutter als der Sohn ihr seinen Entschluß, Soldat zu werden. mitgeteilt hatte zu dem Direktor der Schule gelaufen war damit dieser zurückhaltend auf Alfons einwirke Der Direkto: hatte es getan und den Jungen auf sein Zimmer bestellt Wir rechneten es Alfons hoch an daß er nicht nachgegeben hatte Er war ein ganzer Krieger. vom Scheitel bis zur Sohle So sah er auch aus: ein wenig schlank und eckig noch, aber doch erfüllt von frischer unverbrauchter Kraft Und nun kam die Mutter daher und küßte den jungen Soldaten wie einen Schulbuben: wir waren verstimmt. ale wären wir in unserer Ehre angegriffen wor den Wir hatten es wohl bemerkt wie Alfonrot geworden war und hilflose Augen macht So oft wir von Alfons sprachen kamen wir auch auf den lächerlichen Abschied zurück Unsere Meinung war ganz eindeutig daß diese Schmach die Mutter ihrem Sohne hätte er sparen können Schließlich waren wir jetzt doch Manner oder ganz nahe an diesem be gehrten Ziel Was uns anging. gelobten wir uns nicht von der Mutter öffentlich küssen zu lassen. Ich weiß nicht warum- vielleicht weil ich uuf das stillschweigende Uebereinstimmen mit Alfons gerechnet hatte- ich schrieb jedenfalleines Tages meinem Freunde einen Brief ins Feld, in dem ich auch jene beschämende Tatsache erwähnte. Ich wollte es noch einmal klipp und klar von ihm bewiesen haben, daß er genau so dachte wie wir. Eine Mutter? Gewiß, aber sie hatte Rechte, die mehr und mehr in der Zeit und dem Alter des Kindes vergingen. Was sie dort getan hatte, war bereits ein Uebergriff. oder nicht? Es dünkte mir sehr klug und mannhaft, was ich da zusammengeschrieben und gedacht hatte. Mir schien etwas um so tapferer, je mehr es die Beziehung zum Weiblichen und Häuslichen aufgab. Es schien mir auch nicht zweiselhaft. daß Alfons dachte wie ich Nach langer Zeit schickte Alfons eine Antwort Er entschuldigte sich, daß er nicht früher dazu kam ungefähr so lautete sein Brief an der wichtigsten Stelle: und nun meinst Du wohl, es brennen meine Backen noch immer in Scham über den Kuß der Mutter? Nein. setzt brennen sie in Scham darüber daß ich damals über den Kuß mich schämen konnte! Ohne diesen Kuß wäre ich oft einsam und verlassen gewesen, wie einsam und verlassen, kann ich Dir nicht schildern iber dann spürte ich ihn wieder und war getröstet. Dieser Kuß ist immer bei mir. wäre auch dann bei mir wenn ich fallen sollte Wir waren wirklich Kinder, als wir auf der Schule saßen und unsere Ansichten austauschten: der Sprung ins Leben, den ich von dort aus tat ist ungeheuer tief, und ich verstehe wohl, daß viele dabei zu Schaden kommen oder sich unheilbar verwunden Wenn ich besser davonkam verdanke ich dies zum größten Teil jenem Kuß: das Gesicht der Mutter ist stets vor mir Trotzdem glaube ich daß ich kein schlechter Soldat bin Ich faltete den Brief und warf ihn unter einen Stapel Bücher Abei er ließ sich nicht vergessen Ich wollte ihn zerreißen aber ich getraute es mir nicht Er war eine Macht Er zwang mich, ihn den anderen Freunden zu zeigen. Da gingen ihre wilden Reden aus wir schauten uns einander an und zuckten die Schultern Modesalon Krallkf 5 Roman von Hans K. Meixner Die Stimme klang barsch. Ernst trat bei ihm ein. „Du wünschest. Paul?“ fragte er. „Bitte!“ Und Direktor Breitenmoser wies auf einen Stuhl. Er selber ging auf und ab „Ich habe mit Ihnen, Dr. Reger, rein dienstlich zu sprechen...“ „Mit Ihnen?“ fragte Ernst erstannt.„Was heißt das? Wir sind doch Freunde.“ „Nein, nicht mehr! Das hat aufgehört. Sie wissen doch, was hier geschehen ist?“ fragte er dann, und in seinem Ton klang innere Erregung mit. „Ich bin soeben angekommen, wie Sie gesehen haben. Wie soll ich wissen, was hier vorgefallen ist?“ Jetzt blieb Direktor Breitenmoser stehen. Er sah den Sitzenden scharf an. Wie der aussah: abgespannt, fast leidend, seine Augenlider zitterten. Nun schilderte Direktor Breitenmoser in abgerissenen Sätzen den Vorfall. Dann schlug er auf den Tisch und schloß:„Und daran sind Sie schuld, Sie und kein anderer.“ Jetzt sprang Ernst auf. „Halt!“ schrie er.„Das geht zu weit. Ich bin nicht verantwortlich zu machen für Dinge. um die ich mich nicht zu kümmern hatte. ja. nicht einmal sollte. Wenn Dr. Holzmann Experimente an seinem eigenen Leibe vornimmt. dann hat er und nur er allein die Folgen davon zu tragen. Ich glaube, ich kann mich jetzt empfehlen, denn eine andere Antwort kann ich nicht geben. Gute Nacht!“ Aber Direktor Breitenmoser vertrat ihm den Weg. „Zugegeben, daß Dr. Holzmann eine Nachprüfung hätte vornehmen können. Aber er konnte und durfte sich ebensogut auf Sie verlassen. Die Verwechslung kann nur auf Ihre Anordnungen oder auf Ihre Handhabung zurückgehen. Es trifft Sie also der Vorwurf der allergröbsten Fahrlässigkeit. Die Folgen werden Sie tragen.“ „Und die waren?“ Ernst reckte sich bei die ser Frage auf. aber seine Stimme widersprach der gespielten Festigkeit. „Sollte Dr. Holzmann sterben", war die Antwort.„dann erfolgt Anzeige wegen versuchten Mordes.“ Jetzt herrschte im Zimmer eine kurze Weile Stille. Nur die Pendeluhr tickte gleichmäßig weiter und hub an, mit ihren metallischen Tönen die Mitternachtsstunde zu schlagen. „Und wenn er gesundet?“ würgte Ernst heraus. „Dann ist es seine Sache, etwas gegen Sie zu unternehmen oder nicht.“ „Ich weise jeden Vorwurf entschieden zurück", begann Ernst wieder, der sich etwas gesammelt hatte.„Dr. Holzmann hat die verschiedenen Lösungen selbst gefertigt, selber bezeichnen lassen und selber abgeschlossen!“ „Aber Sie haben den zweiten Schlüssel, Dr. Reger!“ „Ich war nicht da. ich war verreist, mein Alibi ist vollkommen einwandfrei. Ich würde also diesen angedrohten Angriff mit der Anzeige wegen falscher. Beschuldigung erwidern. Im übrigen soll ein Mann ohne praktische Erfahrung nur schreiben. aber nicht Dinge unternehmen, die ihn das Leben kosten können!“ „Ihre Ausflüchte machen auf mich keinen Eindruck", schrie jetzt Dr. Breitenmoser,„hören Sie jetzt: Sie haben eigenmächtig Ihren Posten verlassen. Sie haben damit eine Dienstwidrigkeit begangen die bestraft werden muß. Außerdem: Sie haben der Direktion die Herkunft Ihrer sogenannten„eigenen“ Forschungen verschwiegen. Sie haben wohl gemeint daß der große unbekannte Chemiker Holzmann ein Deutscher im Auslande sei. Fräulein Reger hat für ihre Person und auch im Namen ihres bedauernswerten Verlobten gebeten, von einer Anzeige abzusehen, ich tue dies mit schwerem Herzen...“ Jetzt atmete Ernst auf. „Ich verletze damit meine Pflicht". fuhr Direktor Breitenmoser fort,„aber ich komme der Bitte des Verunglückten nach und verstehe, daß er im Falle seiner Genesung nicht die Schwester eines abgestempelten Verbrechers heiraten will.“ Verbrecher? „Ja, für mich sind Sie ein Verbrecher. Sie betreten das Werk nicht mehr oder Sie werden verhaftet.“ „Und meine Stellung, meine Beteitigung?“ stammelte Ernst. „Sie sind fristlos entlassen, und die Beteiligung können Sie einklagen. Und jetzt gehen Sie!“ Ernst netzte mit der Zunge die trocken gewordenen Lippen. „Ich muß doch Zeit haben, mein Eigentum zu liquidieren" stieß er heraus. „Sie haben keine Zeit dazu. Das Werk löst es Ihnen in Bausch und Bogen ab Es weist Ihnen fünftausend Mark an. Sie können diesen Betrag schon morgen in München bei unserer Bankverbindung erheben. Benutzen Sie das Geld. eine ehrliche Existenz aufzubauen. wo Sie niemand kennt.“ Damit wies Direktor Breitenmoser nach der Türe Ernst zögerte kurz. Seine Fäuste ballten sich Seine Zähne knirschten aufeinander. Dann öffnete er zweimal die Lippen, aber nur ein Keuchen entrang sich ihnen. Stumm ging er zur Türe hinaus. Direktor Breitenmoser sah vom Fenster aus, wie er die Stufen hinabschwankte, den Vorgarten durchschritt und das kleine Gittertor zur Straße hinaus öffnete und schwer zurückfallen ließ. Wenn er einen Funken von Ehrgefühl besitzt, dachte Breitenmoser, dann lebt er bei Sonnenaufgang nicht mehr. Am Nachthimmel flimmerten schwach die Sterne, nur die Venus glitzerte herab, der Stern der Liebe und des Leides. * „Fräulein, Mitternacht ist jetzt vorüber. Sie müssen gehen!“ sagte die Krankenschwester um dieselbe Zeit zu Ellen.„Es ist ohnehin gegen jede Regel, daß ich Sie so lange hier sitzen ließ.“ Ellen saß noch am Bette Wolfgangs. Er hielt ihre Hände in den seinen.„Ja, geh setzt. Ellen“, bat er. Nun beugte sie sich über ihn und küßte ihn auf die Stirne und er tastete mit den Fingern ihr Antlitz ab. „Ellen, du weinst?" flüsterte er. Aber sie sagte mit einem müden Lächeln: „Das geht vorüber. Es wird alles wieder gut werden. Morgen um die Mittagszeit bin ich wieder hier.“ Sie drückten einander die Hand dann ging sie hinaus Wie schrecklich war es in diesem großen Haus Wieviel Leid stöhnte hier auch im Traume. Wie beklemmend legte sich die Luft auf die Brust! Verschlafen öffnete der Pförtner. Erst im Freien, in der lauen Augustnacht, atmete Ellen wieder auf. Sie ging wie im Traum dahin. Sie merkte nicht, wie die Füße sie weiter trugen. Sie sah nichts von der stillen Stadt. Sie empfand auf diesem Wege keinen brennenden Schmerz, sondern nur ein stilles Weh, das mit dem Glauben an Genesung in ihrem Herzen rang. Am nächsten Vormittag erwartete Ellen mit Ungeduld die Mittagspause. Sie bat Rita, in die Klinik mitzukommen. Kurz bevor die beiden weggingen. kam Frau Alice erregt aus dem Studio herüber.„Ich bin angerufen worden und muß den Nachmittag wegbleiben, wegen dringender persönlicher Angelegenheit.“ Ellen war zu niedergeschlagen, als daß sie sich darüber Gedanken gemacht hätte. Doch kaum war Frau Kralik gegangen, da brachte die Mittagspost einen Brief von Direktor Breitenmoser. Er drückte Ellen sein herzlichstes Bedauern zu dem Unfall ihres Verlobten aus und teilte mit, daß Dr. Reger fristlos entlassen worden sei. Jetzt verstand Ellen die Zusammenhänge: Frau Kralik traf mit Ernst zusammen. Wohl oben in ihrer Wohnung. Und diese Annahme entsprach der Wirklichkeit. Frau Kralik begriff erst nicht, was vorgefallen war. Ernst erzählte zusammenhanglos. Er konnte an seinen Absturz aus der Höhe selbst noch nicht glauben. „Du hast also heimlich die Arbeiten dieses Dr. Holzmann verwertet?“ „Ja, ja. ja“, schrie er.„Das habe ich doch schon zugegeben! Konnte ich ahnen, daß dieser Kerl sich hier in allernächster Nähe herumtreibt, statt in Südafrika oder weiß Gott wo zu sein? Kann ich etwas dafür, daß ausgerechnet er an meine Stelle hingerät? Das ist einfach Pech!“ „Und du bist ihm an das Leben gegangen?“ Die Stimme Frau Alices zischte leise bei dieser Frage.„Mir kannst du es gestehen. Ich weiß, was Rache ist! Ich leide seit Wochen darunter! O. die beiden!“ „Wen meinst du?“ fragte Ernst. „Deine Schwester! Dich hat ihr Gekiebter verdrängt und mich wird deine Schwester hinausmanövrieren! Aber ich wehre mich bis aufs letzte! Ich werde diesem Engelskopf die Larve vom Gesicht reißen!“ Frau Alice packte Ernst am Arm.„Soll ich auch zugrunde gehen? So wie du?— Was willst du jetzt unternehmen?“ Ernst antwortete zornig:„Frag mich doch nicht! Weiß ich's? Ich schwör's: ich wollte ihm nicht ans Leben! Nur gekümmert habe ich mich nicht um die Arbeit, die mir übertragen war. Meine Gedanken waren hier bei dir... vielleicht habe ich etwas falsch gemacht. Vielleicht hat in meinem Herzen der Wunsch gelebt, es möge ihm etwas widerfahren...“ Er kniete sich jetzt vor sie hin und barg seinen Kopf in ihrem Schoß.„Alice, ich bin so unglücklich!“ Ernst weinte wirklich! „Du bist wie ein altes Weib! Steh auf! Jetzt muß ich handeln. Ich will nicht, daß deine Schwester an meiner Stelle sitzt. Sie muß das Feld räumen. Ich will nicht, daß dieser Herr Popp ihr schön tut... ich will wieder Herrin sein! Ich kämpfe um dich und für dich!“ Sie machte eine kurze Pause. Dann fragte sie:„Du hast doch Geld?“ Ernst schüttelte den Kopf. „Das müßtest du doch wissen! Du hast meine Ersparnisse fast verbraucht.“ Sie warf ihm einen giftigen Blick zu. „Das auch noch!“ schrie sie.„Dummkopf! Muß ich jetzt für dich sorgen und dich so lange aushalten, bis du wieder verdienst?" Sie stampfte mit dem Fuße auf.„Und oben drein hat mich deine liebe Schwester der Möglichkeit beraubt, mir aus dem Geschäft eine Anleihe zu nehmen. Aber ich will nicht mit dir zugrunde gehen! Ich nicht!“ Ernst ließ den Kopf sinken. Er wußte keinen Rat. Es mochte kommen, was de wollte (Fortsetzung folgt) Verantwortlich: Hauptschriftleiter Erich Schmidt, z. It. im Felde. Vrtretung; Hauptschriftleiter Albert Wemper, Menden. Anzeigenleiter: Helma v. Rauchendichler, Menden. Druck und Verlag Verlagsgesellschaft v. Rauchendichler, Menden. I. Jt. ist Anzeigenpreisliste 6 gült'7. „Kinder, wir sollten Feld schichken— dere Freude machen.? m Heinz was Nettes ins agen müssen wir'ne besona lonn mon dem schidken? 2 9 9 29— der raucht auch nicht—???? P Menn ich einen Bräutigem hatte, dann wühte 1ch schon, was ich dem ins Feld schicke——— und außerdem würde ich ihm unter der Feldpostnummer Die Zeitung im Feld! ist ein täglicher Brief von„Zuhause“. Sie bringt Grüße aus der Heimat und hält den Kontakt mit der Welt. Daher ist ein FeldpostZeitungsabonnement eine ganz besondere Freude für den Soldaten; denn die Zeitung erinnert täglich an den Spender und trägt Entspannung— Erbauung und Freude an die Frout. Was ein Wunschkonzert für das Ohr, das ist die Zeitung für das Herz. Lichtspielhaus Bahnholstraße Mittwoch— Donnerstag Anfang 8¼ Uhr Notraut Nichter in Der nackte Ein Filmbustspiel mit Gretl Theimer Aribert Mog Margarete Kupfer Heinz Salfner Paul Westermeier Gerda Kuffner Franz Stem Spielleitung: Albert Hörrmann Musik: Eduard Kumeke Dezu gutes Beiprogramm und Ufa=Woche. w. T. Lichlspiele, menden Mittwoch— Donnerstag Mutterliebe Unser Wandkalender 1940 mit Postgebühren ist zum Preise von 10 Pfg. in unserer Geschäftsstelle sowie bei unseren Boten zu haben. Geschäftsstelle der Mendener Zeitung. Fleißiges, ehrliches GanztagsMädchen für modern eingerichteten, gepflegten Haushalt sofort gesicht Frau Elfriede Gwinner, Höcklingsen b. Hemer(Cellulosefabrik). Ruf 4049 Iserlohn. Deutscher Kauf deuische ware Fast neue Skier preiswert zu verkaufen. Iserlohnerstraße 18 Ordentliches, sauberes Ganz- oder Halbtagsmädchen für sofort oder zum 1. 2. gesucht. Von wem, sagt die Geschäftsst. Düchtiges Allein-Mädchen für ruhigen Privathaushalt gesucht. Frau A. 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