Gegründet 1860 80. Jahrgang Westfälischer Telegraph Mendener HeimatIröndenberger Nachrichten 1.90 35.— 30 Pis. Feiertage.— Böeiationsbrun Oenten.— amer 2017 Menden — Durch die Post 2.50 NM Einzige in Menden Blatt Lendringser Zeitung zedruckte Zeitung Zeitung Lieferung der Zeitung oder Rückzahlung des Beinzspreises. Anzeigenpreise kaut unserer Preisliste Nr. 6 vom 1. Juli 1939. deren Bestimmungen für alle Anzeigenaufträge gelten.— Beilegen werden nicht angenommen. Anzeigenschluß am Verabend 6 Mor. den 19. Januar 1940 Jahrgang 1949 Strenge Briefzensur in Südafrika Südafrika will keine zusammengedokterten englischen Lügennachrichten Deutsche Sender„stark gefragt“ Den Haag, 10. Jan. In einem Brief aus Kapstadt, den das liberale„bet Vaderland" veröffentlicht, werden die Umtriebe des Ministerpräsidenten General Smuts geschiloert, der systematisch die Südafrikanische Union für eine aktive Beteiligung am Kriege an der Seite Englands vorzubereiten suche. Die Regierung Smuts gebe sich die denkbar größte Mühe, die Stimmung der südafrikanischen Bevökterung unter dem Einsatz verschiedenster Mittel im Sinne der britischen Propaganva zu beeinflussen. Die Südafrikanische Union folge, so heißt es in dem Brief, gerreu der Weisung Chamberlains und der des Generals Smuts. An sämtlichen leitenden Posten sei in der letzten Zeit ein Personalwechsel vorgenommen worden. Neue Männer seien ernannt worden. die rückhaltlos die britische Orientierung der Regierung Smuts vertreten. Große Sorge bereite der südafrikanischen Regierung der deutsche Rundfunk der nicht nur unter der weißen, sondern auch unter der eingeborenen Bevölkerung große Fortschritte mache Jeder wolle heute möglichst niel über den Verlauf des Krieges erfahren. Die in der südafrikanischen Presse veröffentlichten Nachrichten stammten teils von der Sapa. vom Reuterdienst oder von der südafrikanischen Preß Association. Der Rundfunkdienst liege in den Händen der südafrikanischen Broadcasting Corporation. Die durch die unter englischer Kontrolle stehende Nachrichtenagentur und den südafrikanischen Rundfunk verbreiteten Nachrichten seien derara#riert“ oder, wie viele meinten.„zusammengedoktert“, daß Tausende von Menschen und selbst Engländer nach Zeesen hin lauschten. Auch in den von den Kaffern bewohnten Gebieten wende sich die Bevölkerung von dem als ungenügend und unbefriedigend empfundenen amtlichen Nachrichtendienst ab. Die Regierung erblicke darin eine große Gefahr und suche ihr dadurch entgegenzutreten, daß jetzt von amtlicher Seite in den von den Kaffern bewohnten Gebieten amtliche Nachrichten„Bulletins" mit den neuesten Nachrichten vom europäischen Krieg verbreitet würden. Die Regierungskommissare seien angewiesen worden. diese amtlichen Nachrichten=Bulletins der schwarzen Bevölkerung vorzulesen und zu erläutern. Auch unter der weißen Bevölkerung hätten jetzt von amtlicher Seite Beeinflussungsversuche eingesetzt. In Transvaal sei eine hauptsächlich aus deutschen Emigranten zusammengesetzte Anti=Nazi=Vereinigung geschaffen worden, die im ganzen Lande Pamphlete in afrikanischer und deutscher Sprache verbreite Diese Vereinigung werde on gen Enaländern unterstützt die jedoch in der Provagandaarbeit erheblich langsamer seien. als die vermutlich jüdischen Emigranten. dem Brief aus Kapstadt wird ferner berichtet daß die Regierung eine strenge Briefzensur für alle aus dem Ausland kommenden und nach dem Ausland gehenden und Postsendungen eingeführt habe. Selbst die Postverbindung nach den Mandatsgebieten und dem benachbarten Britisch=Rbodesia unterliege der Zensur. Besonders streng werde die Zensur von den südafrikanischen Beborden bei Telegrammen gehandhabt. CodeTelearamme seien verboten und Telegramme nur in englischer französischer und afrikanischer Sprache zugelassen. Der Briefschreiber, der offenbar ein Holländer ist, beschwert sich in dem in„Het Vaderland".veröffentlichten Brief darüber, daß die Zensur in diesem Krieg weit rücksichtsloler gehandhabt werde, als während des Burenkrieges und des Weltkrieges Ausländischen Journalisten würde, im Gegensatz zu der Handhabung im Weltkrieg, nicht einmal mitgeteilt wann die nächste Postverbindung nach Eurona sei Der Zeitpunkt der bfahrt der Postdampfer nach Europa wie auch der Name der Schiffe werde streng geheim gehalten. Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß wie der in„Het Vaderland“ veröffentlichte Brief schildert die englische Presseund Rundfunkpropaganda selbst in den britischen Dominien nicht mehr geglaubt wird und die weiße wie auch die schwarze Bevölferung es vorzieht sich durch den deutschen Sender über den Verlauf des großen Ringens zwischen Deutschland und Großbritannien unterrichten zu lassen. Frankreich Brüssel, 9. Jan. In Frankreich wird künftig auf Veranlassung des französischen Wirtschafteministeriums alles Altvavier sorgfältigst von Haus zu Haus gesammelt werden und die Bevölkerung wird in einem besenderen Aufruf dareuf hingewiesen daß die Einfuhr der für die Papierherstellung notwendigen Rohstoffe eine jährliche Ausgabe von drei Milliarden Fres. erfordere. Daraus ist deutlich erkennbar, daß Frankreich auf dem Gebiet seiner Papierversorgung bereits in sehr ernste Schwierigkeiten geraten ist Dies ist nicht besonders verwunderlich da Frankreich bekanntlich nur eine ganz geringe eigene Paviererzeugung besitzt und für die Deckung eines ungewöhnlich großen Teils seines Bedarfs auf Einfuhr angewiesen ist. Französisches Schiff gescheitert Madrid, 9. Jan. In Vigo traf der spanische Frachtdampfer„Isua de Tenerife“ mit 45 Geretteten des gescheiterten französischen Wachschiffes„Barsac“ an Bord ein. Das Wachschiff hatte am Sonnabend infolge des Sturmes Schiffbruch erlitten. Das französische Schiff. ein bewaffneter Frachter von 1050 BRT., ist verloren. Von der 63 Mann starken Besatzung werden 18 Mann noch vermißt, die wahrscheinlich ums Leben gekommen sind. Duff Cooper hetzt England dem Juden verpflichtet!— Kurswechsel der englischen Palästinapolitik Washington, 9. Jan. Auf einer zionistischen Versammlung, auf der auch der neuernannte Oberbundesrichter Murphy und der französische Botschafter St. Quentin sprachen. hielt der immer noch in den Vereinigten Staaten weilende Duff Coover eine wüste antiarabische Hetzrede. Vor der praktisch gesamten amerikanischen Judenprominenz erklärte Duff Cooper, England sei angesichts der zunehmenden antisemitischen Tendenzen in vielen Ländern nunmehr verpflichtet, beim Wiederaufbau Palästinas noch mehr für die Inden zu tun, als es jemals versprach oder zu tun beabsichtigte. Die bisherige Palästina=Politik Englands. die weder Juden noch Araber bevorzugte. habe sich als unpraktisch herausgestellt und einen Kurswechsel notwendig gemacht der die englische Regierung zwinge, eindeutig zugunsten des Judentums zu entscheiden. Falls die Araber unter solchen Umständen nicht länger in Palästina verbleiben wollten stünden anderweitig große Gebiete zur Verfügung(1). Die Versammlung beschloß, die britische Regierung aufzufordern, die jüdische Einwanderung in Palästina uneingeschränkt zuzulassen. Der Einfluß der Juden Die Ausbootung Hore=Belishas im Urteil der italienischen Presse Rom, 9. Jan. Ueber die Ausbootung HoreBelishas schreibt„Tribuna“: Der Aufruhr der englischen Presse gegen die Ausbootung Hore=Belishas beweise den weitgehenden Einfluß des Judentums auf das öffentliche Leben in England! Und dieses Urteil wird gewissermaßen vertieft durch eine Stellungnahme des halbamtlichen Blattes„Giornale d'Italia“, in der es u. a. heißt: Die englischen Frontkämpfer, die ihr Blut bergeben sollen, haben zweifellos daran gedacht, daß ihr Kriegsminister diesen mißlichen„obskuren" Konflikt mit ziemlich persönlichen Beweggründen geführt hat. die über die nationalen Interessen hinausgehen und eher den Groll Judas gegen das nationalsozialistische Deutschland verraten. Bezeichnend ist, daß man in Paris der Ausbootung des marokkanischen Juden eine andere Bedeutung beizumessen scheine als in London. Nach den letzten Variser Informationen wird die Ausbootung Hore=Belishas als ein Erfolg der unentwegten Kriegspartei gewertet. Sittliche Verpflichtung des Westens Die Maske des englisch=fr Moskau, 9. Jan. Die„Prawda“ geißelt in einem Sonderartikel die Tartüffmoral der westlichen Demokratien. Seitdem der englisch=französische Imperialismus den Krieg gegen Deutschland vom Zaune gebrochen habe. rede, so stellt das Blatt fest, die„demokratische Presse mit nimmermüdem Eifer von Moral, Ehre. Zivilisation, menschlicher Verantwortung. sittlichen Pflichten" usw.—. wobei der Sinn der langen Rede darauf hinauslaufe den Krieg gegen Deutschland als eine„sittliche Verpflichtung" Englands und Frankreichs zur Rettung der sogenannten„Zivilisation“ hinzustellen. Was es mit dieser„hohen Moral“ in Wirklichkeit auf sich hat, ist, so stellt die„Prawda“ fest. unschwer nachzuweisen. So habe z. B. erst kürzlich die türkische Zeitung„Tan“. die es wohl wissen müßte, offen geschrieben. es sei das Kriegsziel Englands. Deutschland zu zerschlagen, es unter dem Vorwand der Schaffung von„Vereinigten Staaten Europas“ in kleine„demokratische" Republiken aufzuteilen und damit dem britischen Einfluß zu unterwerfen. Selbst in England würden, wie die „Prawda“ weiter bemerkt. Stimmen des Zweifels gegenüber der„moralischen Mission“ der Westmächte laut. So zitiert das Blatt eine Aeußerung der englischen Schriftstellerin Mitchinson aus einer englischen Zeitschrift, in der es u. a. heißt es sei sehr wahrscheinlich daß England und Frankreich bis jetzt im Lande noch nichts über Kriegsziele verlauten ließen, weil sich diese nicht durch Edeimut auszeichnen lassen. Gegenüber dem Geschrei der demokratischen Presse von„Moral Ehre und sittlicher Verpflichtung" weist die„Prawda“ aus die unsittlichen Methoden der englischen Kriegführung bin. Die englische„Konterbandelisten“ und die Maßnahmen gegen den deutschen Ervort ten das wahre Gesicht des britischen Imperialismus England habe wieder einmal den Weg des tyvischen Seeviratentume betreten. Die Behandlung der kleinen neuttalen Lander durch England spotte desgleichen nicht weniger der„moralischen" anzösischen Imperialismus Grundsätze, die die britische Regierung sonst so gern für sich in Anspruch nehme. Finnen melden Erfolge Helsinki, 9. Jan. Im Suomussalmi=Abschnitt wurden, wie der finnische Heeresbericht vom 8 Januar mitteilt. die Kämpfe der letzten Tage zugunsten der Finnen entschieden. Den Finnen soll neben vielen Gefangenen großes Kriegsmaterial in die Hände gefallen sein. Abgesehen von Erkundungs= und Artillerietätigkeit war es an den anderen Frontabschnitten verhältnismäßig ruhig. Auch an der Seefront trugen sich keine nennenswerten Ereignisse zu. Die Flugtätigkeit war ebenfalls gering Der Bericht des Generalstabes des Militärbezirkes Leningrad vom 8. Januar stellt fest. daß von der Front kein wichtiges Ereignis zu berichten ist. In der Gegend von Oukhta. Rapola und Petrozavodsk berrschte Aufklärungstätigkeit, ebenso an der Karelischen Landenge. Maschinengewehre und Artillerie feuerten. Infolge des schlechten Wetters führte die Sowjetluftmacht nur Aufklärungsflüge durch. Iren unter Zwang Die Iren in England müssen für die englischen Geldsäcke kämpfen Amsterdam, 9. Jan. Einer United=PreßzMeldung aus London zufolge sind die in England lebenden rund 40000 21 bis 28 Jahre alten Iren zu einem Zankapfel zwischen de Valera und der britischen Regierung geworden. Viele dieser Iren seien infolge der für diese Jahrgänge in England eingeführten Dienstpflicht bereit, ihre Stellungen aufzugeben und nach Irland zurückzukehren. Die englische Regierung aber betrachte diese Iren, wenn sie bereits#ei Jahre oder län ger in England ansässig seien. als dienstpflichtig. De Valera hingegen sei der Auffassung, daß sie nach irischem Gesetz nicht für den Dienst im britischen doern Flage kommen könnten, da sie irische Staatsbürger seien Frankreichs Weg der Gewalt Am 28. Juni 1919 hatten die Alliierten von einer ohnmächtigen deutschen Regierung die Unterschrift unter das Friedensdiktat von Bersailles erzwungen, am 10. Januar 1920 wer dieses grausame Urteil in Kraft gesetzt woi den. Gewaltig waren die Blutopfer, die Deutschland in den Jahren des Weltkrieges im Kampf für seine Freiheit gebracht hat. Nun mußte unser Land in Ausführung dieses Haßdiktates neue materielle Opfer von bisher unerhörter Schwere auf sich nehmen. Und doch ließ Poincare am 11. Januar 1925. also mehrere Jahre nach dem offiziellen Friedensschluß französische Truppen in das Ruhrgebiet einbrechen, um wegen ein paar Telegraphenstangen und einiger Waggons Kohlen, die angeblich zu wenig oder nicht rechtzeitig geliefert worden waren. DeutschDer Wehrmachtbericht Oertliche Spähtrupptätigkeit und Aufklärungs= flüge Berlin, 9. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Außer örtlicher Spähtrupptätigkeit und Aufklärungsflügen der Luftwaffe in der nördlichen Nordsee keine besonderen Ereignisse. Gegen Englands Küstenwacht Mehrere bewaffnete Vorposten= und Handelsschiffe vernichtet Berlin, 9. Jan. Deutsche Kampfflugzeuge unternahmen am Vor= und Nachmittag des 9. Januar einen Erkundungsvorstoß gegen die englische und schottische Ostküste. Hierbei wurden mehrere bewaffnete Vorpostenfahrzeuge und unter deren Geleit fahrende Handelsschiffe angegriffen und vernichtet. Die eingesetzten Flugzeuge sind sämtlich unversehrt zurückgekehrt. land für den„bewiesenen bösen Willen“ zu strafen. Das nationalsozialistische Deutschland hat bei vollster Würdigung der damals gebrachten Opfer dieses Tages nur mit äußerster Zurückhaltung gebacht. Adolf Hitler wollte den Frieden und insbesondere auch den Ausgleich mit Frankreich Das stand uns höher als die Erinnerung an jene bitteren Stunden unserer Geschichte. die vor 17 Jahren anbrachen Diese ehrliche deutsche Bereitschaft ist jedoch von den Franzosen ebenso wenig beachtet worden wie die Vorleistungen Deutschlands in Durchführung des Versailler Diktats. Heute wie damals hat Frankreich bewußt gegen Deutschland Stellung genommen. weil ihm Volk und Reich der Deutschen in kurzsichtiger Verblendung verbaßt waren Mit den weißen Franzosen wurden Neger. Marokkaner und Senegalesen aufgeboten. Tanks ratterten über das Pflaster deutscher Städte. französische Fliegergeschwader donnerten über den Rhein hinweg Haubitzen fuhren auf. französische Offiziere mit der Reitveitsche in der Hand kommandierten auf den Straßen deutsche Industrieerzeugnisse deutsche Kohle und deutsches Eisen Spar= und Bankgelder wurden beschlagnahmt, der passive Widerstand einer grausam gequälten Bevölkerung brutal unterdrückt und schließlich kamen zu dieser Orgie der Gewalt jener 31. März und jener 26 Mai 1923 da in Essen 14 Kruppsche Arbeiter niedergemetzelt wurden und auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf Albert Leo Schlageter den Heldentod für Deutschland starb Auf eine Vermittlungsaktion des Papstes hin hatte Poincare in diesen Kriege nach dem Kriege erklärt:„Keine geistliche und weltliche Macht kann uns hindern den einmal gewählten Weg weiterzugeben“ Heute müssen wir feststellen, daß dieses Wort im furchtbarsten Sinne Wahrheit geworden ist Frankreich ist den Weg der Gewalt und des Hasses gegen Deutschland nun zu Ende gegangen und deshalb donnern jetzt in Europa erneut die Kanonen. und auch nur die irische Nationalität besäßzen. Inzwischen haben aber die britischen Behörden== alle nach ihrer Auffassung #pflichtigen Iren keine Ausreisevisen erteilt und sich geweigert, derartige Ausreisegenehmigungen in solchen Fällen auszustellen. Juda binter Poriser Kulissen Alle bedeutenden Stellen sind von Juden besetzt Die verlogenen und heuchlerischen Argumente, mit denen Herr Daladier unter der Direktion seines Ministerkollegen Chamberlain die wahren Kriegsgründe und Kriegsziele zu tarnen versucht, beweisen nur allzu deutlich. wie sehr auch die verantwortliche Regierung an der Seine gezwungen ist, die wirklichen Hintergründe eines der sinnlosesten Kriege aller Zeiten zu verschleiern. Denn in Wirklichkeit führt auch in Frankreich den Krieg für die sogenannte Befreiung der Völker Herr Daladier nur als Beauftragter eines plutokratischen Weltjudentums, das, genau so wie in England, auch in Frankreich von ausschlaggebender Entscheidung für Politik, Wirtschaft und Kultur ist. Nehmen wir zunächst einmal die Regierung Daladier selbst unter die Lupe. so finden wir, daß in ihr zwei volljüdische Minister vertreten sind, und zwar der Kolonialminister Mandel und der Kultusminister Zay. Besonders Mandel hat sich als ein höchst eifriger Vertreter der Kriegspartei bewährt und als solcher durch seine falschen Nachrichten über Italien sich unliebsam bekannt gemacht. Aber auch sonst sitzen so gut wie in allen französischen Ministerien jüdische Staatssekretäre oder Männer, die dem Judentum völlig hörig sind. Sogar der Präsident der französischen Republik verfügt in der Person des Juden Hannoum über einen Mitarbeiter, der den genauesten Einblick in alle Staatsgeschäfte hat. Der Ackerbauminister wird beeinflußt von dem jüdischen Mehlfabrikanten und Senator Dreyfuß. Kabinettschef des Luftfahrtministers ist der Jude Bischoff. und der Jude Alphand steht dem französischen Wirtschaftsminister beratend zur Seite. Der Jude Wiehn ist Chefadjutant des Innenministers Sarraut und der Jude Veil Mitarbeiter des Marineministers Campinchi. Dem Minister der öffentlichen Gesundheitspflege ist der Jude Cahen=Salvador beigegeben. Auch der Postminister steht unter jüdischem Einfluß. Vizepräsident für auswärtige Angelegenheiten der Kammer ist der Jude Grumbach, während der Jude Mayer das Sekretariat des Kammerpräsidenten leitet. Auch die übrigen staatlichen Behörden in Frankreich sind völlig verjudet, ebenso wie die wissenschaftlichen Institute, fast alle Wirtschaftsunternehmen die Gerichte, die französischen Privatbanken, Kreditanstalten. Depositenkassen und Darlehnsbanken. Das internationale Judentum hat allüberall in Frankreich mindestens Vertrauensmänner oder Mittelsmänner, die im Dunkeln hinter den Kulissen arbeiten. Noch größer ist die Verjudung im französischen Großhandel, im Rundfunk und bei den Presseagenturen. Die berüchtigte Agentur„Guvas", die tatsächlich alle französischen Nachrichtenquellen der Pariser Sender, verschiedene große Pariser Tageszeitungen und 200 Provinzzeitungen kontrolliert, steht unter der Leitung des Juden Stern. der erst seit 1902 überhaupt Franzose ist und jährlich 30 Millionen Franken für Zwecke der Auslandspropaganda— lies: zur Hetze gegen Deutschland— vom französischen Außenministerium in seine Tasche wandern ließ. Mit vollem Recht ist daher vielfach Frankreich auch als eine„nothschild=Republik" bezeichnet worden, denn tatsächlich ist die ungeheure Macht der jüdischen Familie Rothschild in Frankreich geradezu ausschlaggebend. Daß diese dunklen Kräfte den Krieg gegen Deutschland als letztes Mittel zur Rettung ihrer Machtstellung ansahen, ist erklärlich. Dieser Krieg aber wird auch der jüdischen Plutokratie die letzten Möglichkeiten ihrer Zersetzungsarbeit in Europa zerschlagen. Knappheit an Schiffsraum Leistungsfähigkeit der Handelsflotte um 25 v. H. verringert Amsterdam, 9. Jan Einen Einblick in die in britischen Reederkreisen über die Regierungsmaßnahmen herrschende Unzufriedenheit gibt ein Artikel, der dieser Tage in dem englischen Fachblatt für Schiffahrtsangelegenheiten„Fair Play“ erschien. Nach vier Monaten Krieg, so heißt es darin u. a., seien die britischen Reeder aus wohlerwogenen Gründen über ihre Zukunft besorgt und die Erklärungen, die ihnen von amtlicher britischer Seite gegeben würden, seien weit davon entfernt, ermutigend für sie zu sein. Das sei ganz besonders der Fall für die Linienschiffahrtsgesellschaften. Nehme man z. B. die von der Regierung beschlagnahmten Schiffe, so wisse man nicht, welchen Preis die Regierung zu zahlen bereit sei, oder welche Entschädigung die Regierung den Reedern zu entrichten gedenke, falls ihre Schiffe im Verlauf des Krieges versenkt würden. Darüber hinaus habe die britische Regierung bei einer Anzahl Werften neue Schiffe bestellt, und sie erwarte weiter, daß die Reeder diese Schiffe ihr bei Fertigstellung abkauften. Durch das Kontrollsystem, so fährt das Blatt fort, würden während der Kriegsjahre die Schiffahrten um 50 v. H. zeitlich länger dauern als in Friedenszeiten, wodurch die Leistungsfähigkeit der Flotte um 25 v. H. verringert werde. Eine weitere Folge werde sein, daß die Knappheit an Schiffsraum sich immer weiter steigere und die Frachtpreise, die neutrale Reeder schließlich von der Regierung fordern könnten, schwindelerregende Höhen erreichten, wie etwa vor 20 Jahren. Die neutralen Reeder würden dadurch in die Lage versetzt, mit Erfolg in allen Teilen der Welt mit den britischen Reedern zu konkurrieren. Zwar könne die britische Regierung den neutralen Ländern bezahlen, was sie wolle, doch dürfe das nicht bedeuten, daß sie der britischen Schiffahrt jegliche Unterstützung vorenthalte. Die britische Regierung beabsichtige weiter, neue Schiffe in Kanada zu bestellen, die zweioder dreimal so viel kosteten, als Schiffsbauten in englischen Werften. Darüber hinaus werde die Ablieferung auch das eine oder andere zu wünschen übrig lassen. Trotz des großen Bedarfes Englands an Schiffsraum erteile die britische Regierung privaten Auftraggebern von Schiffsneubauten in England alle moglichen Anweisungen, wie sie ihre Schiffe bauen lassen sollten. Dadurch sei es aber= unvermeidlich, so fährt die Zeitschrift fort. daß eine Verzögerung in der Ablieferung dieser Schiffe eintrete. Der Artikel schließt mit der lakonischen Bemerkung, man könne natürlich nicht erwarten, daß irgendein britischer Beamter in kurzer Zeit zu einem leistungsfähigen Reeder werde. regiert die Welt? Es ist wichtig, von Zeit zu Zeit immer wieder auf den Ursprung des gegenwärtigen Krieges zurückzukommen und die Urheberschaft an der für Europa geschaffenen Krise festzustellen, denn nach wie vor bemühen sich die Kriegsverbrecher in London und ihre Helfershelfer in Paris, die Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Die kürzliche Veröffentlichung der deutschen Dokumentensammlung hat den letzten klaren und unwiderlegbaren Beweis für die Kriegsschuld der westlichen Demokratien erbracht, die nicht etwa dem Willen ihrer Völker gemäß bandeln, sondern lediglich die Interessen einer kleinen plutokratischen Clique verfolgen. deren repräsentative Steigbügelhalter heute die Regierung Chamberlain und die ihr hörige Regierung Daladier sind. Der jüdische und freimaurerische Einfluß in diesen beiden Regierungen und in den Kreisen, von denen sie getragen werden, ist unverkennbar. Juden und Judengenossen haben zu diesem Krieg gehetzt und Juden und Judengenossen haben ihn vom Zaune gebrochen und führen ihn nun mit jener Brutalität, die diesen internationalen Geldhyänen nun einmal eigen ist. Ihre große Hoffnung ist das Pfund, nachdem der Franc sich diesem bereitwilligst untergeordnet hat. Mit dem Pfund, mit einer über Leichen gehenden Rücksichtslosigkeit und mit fremden Hilfsvölkern hat England sich sein Empire zusammengestohlen. Aber mit dem wachsenden Reichtum ist die Gewinnsucht der Plutokratenclique nur noch gestiegen, und es ist wohl nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß das Ziel der Vernichtung Deutschlands der Vorbereitung der Unterwerfung Eurovas dienen soll. Das zeigten in der jüngsten Zeit recht deutlich die aufsehenerregenden Enthüllungen über die Versuche. Europas Südosten und Norden für den Geldsackkrieg der Themseplutokraten gegen Deutschland aufzuputschen. England ist seit jeher der Feind Europas. Während innereuropäische Auseinandersetzungen im Gange waren. in deren Hintergrund eifrig englische Agenten und jüdische Geldgeber zu schüren pflegten raubte sich die Plutogratenclique das Empire zusammen, um nunmehr nicht erst seit heute daran zu gehen, sich auch die europäischen Völker zu unterwerfen. Ihre Freiheit und ihre Selbständigkeit wird am meisten gerade von dem Lande bedroht, das sich am unverschämtesten als angeblicher Beschützer unterdrückter Völker oder als vermeintlicher Apostel der Humanität aufspielt, und das ist England und die es beherrschende Clique jüdischer Finanziers und im Reichtum schwimmender Lords Deutschland soll vernichtet werden, weil das deutsche Volk mit seinem Fleiß und seiner Intelligenz, mit seiner Ehr= und Freiheitsliebe dem Machthunger dieser Ausbeuterclique am meisten im Wege steht, weil ein starkes Deutschland immer ein Garant der Selbständigkeit des euroväischen Kontinents war, ist und sein wird England hat sich um Europa immer nur dann bekümmert, wenn es darum ing, auf Kosten der europäischen Völker Voreile einzuheimsen. Es hat damit immer gegen Europa gehandelt und man dürfte wohl lange danach suchen können. wo England einmal für Europa eingestanden ist Der Krieg von 1914 verfolgte dasselbe Ziel wie der Krieg den wir heute durchkämpfen. Versailles und Genf waren die Instrumente, durch die der natürliche Lebenswille des deutschen Volkes auf ewige Zeiten unterdrückt werden sollte und darüber hinaus die Ausbeutung der europäischen Völker einzuleiten versucht wurde. Am Widerstandswillen des deutschen Volkes. das durch den Nationalsozialismus Adolf Hitlers zur Nation zusammengeschweißt wurde, ist dieser verbrecherische Plan gescheitert, dessen Verwirklichung jedoch die Plutokraten an der Themse mit der Hilfe ihrer französischen Freunde noch einmal anzustreben versuchen. Sie wollen das Geld zum Herren der Welt erheben. Aber gegen das Pfund ist das deutsche Volk aufgestanden gegen den kalten Materialismus des Geldsackes marschiert der deutsche Sozialismus, der natürliche Lebenswille von 90 Millionen Menschen, die ihren Feind erkannt haben und ihn überwinden werden. Aufgaben des Rundfunks Berlin, 9. Jan. Am Dienstagnachmittag empfing Reichsminister Dr. Goebbels die Intendanten der Reichssender in den Arbeitsräumen seines Ministeriums und sprach zu ihnen über die propagandistischen und volitischen Aufgaben des Großdeutschen Rundfunks. Anschließend hatte Dr. Goebbels die Führer der Kriegsberichterformationen und die Sachbearbeiter der drei Wehrmachtteile zu einer Arbeitstagung in sein Ministerium geladen. Nach kurzen Fachreferaten über Presse, Rundfunk und Film nahm Reichsminister Dr Goebbels das Wort zu längeren Ausführungen. Der Minister beschäftigte sich mit aktuellen propagandistischen Fragen und gab den Führern der Kriegsberichterformationen Anregungen für ihre weitere Arbeit. Glatter Verlauf des Fluges Das sowjetrussische Verkehrsflugzeug in Berlin eingetroffen Berlin, 9. Jan. Im Rahmen der angekündigten Versuchsflüge auf der ab 21. d. M. zum planmäßigen Luftverkehr vorgesehenen Strecke Berlin—Moskau traf Dienstag mittag das erste sowietrussische Verkehrsflugzeug in Berlin ein Es war auf seinem Fluge planmäßig in Minsk, Bialystok und Königsberg zwischengelandet. Auf dem gleichen Wege wird die Maschine am Mittwoch wieder nach Moskau zurückfliegen. Der britische Dampfer Cedrington Court, 5160 Tonnen, ist nach einer Explosion am Sonntag an der Südostküste innerhalb von 10 Minuten gesunken. Am 15. Januar eröffnen im Rahmen des ersten Trimesters 1940 an der Universität Berlin eine neue Fakultät und ein neues Institut ihren Forschungs= und Lehrbetrieb: die luslandswissenschaftliche Fakultät und das Deutsche Auslandswissenschaftliche Institut". ASA.=Herrschaft der Meere Associated Preß über Roosevelts Flottenaufrüstungsprogramm Washington, 9. Jan. Wie in militärischen Kreisen verlautet, schließt der von Roosevelt eingereichte Heereshaushalt für das kommende Steuerjahr 12 Millionen Dollar für den Bau eines großen Militärflugplatzes in Anchorage(Alaska) ein. Außerdem soll Dutch Harbor auf den Aleuten=Inseln in Alaska zu einer großen Flottenbasis ausgebaut werden. Auf Kodiak und Sitka sind bereits Flughäfen im Bau befindlich. Die Oberste Heeresleitung beabsichtige, so heißt es, Alaska in eine der am stärksten befestigten Zönen der Welt zu verwandeln. Associated Preß berichtet, Roosevelts vorgeschlagene neue Flottenaufrüstung zeige, daß dem Präsidenten eine Flotte vorschwebe, die innerhalb von fünf Jahren wesentlich stärker als die britische und doppelt so stark wie die japanische sein solle. Zum zweitenmal innerhalb eines Vierteljahrhunderts biete der Krieg den Vereinigten Staaten eine Gelegenheit, die Herrschaft der Meere zu übernehmen, diesmal werde die USA=Marine die Gelegenheit nicht versäumen. Erfolglos abgebrochen Wirtschaftsverhandlungen zwischen den USA und Uruguay Washington, 9. Jan. Wie verlautet, konnten auch die Verhandlungen über einen Handelsvertrag mit Uruguay nicht zu einem erfolgreichen Ende geführt werden. Da die Exporte nach Uruguay denen von Argentinien nach den USA sehr ähneln, hielt man es für ratsam, diese Besprechungen infolge des Abbruchs der Verhandlungen mit Argentinien zu beenden. Nach der Erklärung der USA hat nun auch das argentinische Außenministerium seine angekündigte Verlautbarung über das Scheitern der Wirtschaftsverhandlungen zwischen Argentinien und der USA herausgegeben. Das Kommuniqué stellt einleitend fest, daß es trotz beiderseitiger Anstrengungen nicht möglich war. eine gemeinsame Basis zu finden, die zu einem befriedigenden Abschluß der Verhandlungen geführt hätte. Diese seien deshalb beendet worden. Die argentinische Regierung habe sich, so heißt es in der Verlautbarung weiter, außerstande gesehen, die von den Vereinigten Staaten gemachten Vorschläge hinsichtlich der Behandlung der hauptsächlichsten Exvortgüter wie Leim und Büchsenfleisch anzuerkennen. Die von Washington vorgesehenen Zollsätze hätten jedwede Exportsteigerung dieser Waren unmöglich gemacht. Ebenso wenig hätte die argentinische Regierung den finanzpolitischen Maßnahmen zustimmen können, die zu einer Schädigung der Währung Argentiniens hätten führen können. Die USA ihrerseits hätten in Uebereinstimmung mit ihrer Wirtschafts= und Finanzpolitik und den bereits abgeschlossenen 22 Handelsverträgen auf ihrem Standpunkt verharrt, Begrenzungen bei der Einfuhr gewisser Erzeugnisse festzulegen, wodurch die USA=Produzenten hätten geschützt werden sollen. Diese gegensätzlichen Auffassungen, so bemerkt die Verlautbarung abschließend, seien von beiden Regierungen in offenem und freundschaftlichem Geiste anerkannt worden. Schweizer Uhrenfabrik zerstört Der Schaden wird auf 750 000 Sch weizer Franken geschätzt Genf, 9. Jan. Ein heftiges Schadenfeuer hat in Twann am Bieler See die bekannte Schweizer Uhrenfabrik Tavannes=Wata=Co. zu einem großen Teil zerstört. Der Sachschaden wird auf über 750000 Schweizer Franken geschätzt. Die Brandursache soll mit Ausbesserungsarbeiten an der Zentralheizung in Zusammenhang stehen. Das Feuer hat zuerst einen Lagerraum, in dem wertvolle lieferfertige Uhrensendungen lagerten, völlig vernichtet und dann auch auf das Hauptgebäude übergegriffen, in dem sich vor allem die Fabrikationsmaschinen befanden. Während die Werkfeuerwehr, unterstützt von etwa 250 Mann der Feuerwehren aus benachbarten Ortschaften, den Brandherd bekämpfte, gelang es einem Teil der evenfalls alarmierten Belegschaft, aus dem brennenden Gebäude etwa 400 Maschinen zu bergen. Churchill hat am Montag auf seiner Frühstücksreise durch Frankreich die verdiente Ehre gehabt, die Front einer Abteilung Zuaven abschreiten zu dürfen. Eine Erklärung Nomuras Tokio. 9. Jan. In einer am Dienstag abgehaltenen Sitzung des Kabinettsrates erklärte Außenminister Nomura nach Domei, daß die Verhandlungen mit Rußland günstig fortschritten. Mit Amerika bemühe sich Japan sobald wie möglich zu einem„Modus bibenoi; zu kommen. Bisher, so erklärten politische Kreise hierzu. seien Verhandlungen in Tokio und Washington ergebnislos geblieben, so daß man mit einem durch Fortfall der Einfuhrsondergebühren gemilderten vertragslosen Zustand rechnen müßte. Wenn also Washington den „Modus vivendi“ ablehne, so müsse Japan jederzeit auf einschneidende Beschränkungen seines Handels mit Amerika gefaßt sein. Der Ministerpräsident berichtete am Dienstag dem Kaiser über den Beschluß des Kabinetts, die neue, unter Führung Wangtschingweis stehende Regierung in China positiv zu unterstützen. Wie weiter verlautet, soll der Kriegsminister auch am Dienstag nochmals dem Ministerpräsidenten nahegelegt haben, der durch die Mehrheitsopposition geschaffenen Lage Rechnung zu tragen. Arlauberzüge verunglückt Dreifacher Zusammenstoß in Frankreich Paris, 9. Jan. Am Abend des 6. Januar fuhr bei Regenwetter und Nebel ein Urlauberzug in der Nähe von Orly auf einen vor ihm herfahrenden anderen Urlauberzug auf. Zu gleicher Zeit stieß ein auf dem Nebengleis vorbeifahrender Zug auf einen entgleisten Waggon. Es gab eine Reihe von Toten und Verwundeten. Der Rücktritt Asbornes Das Durcheinander im Lügenministerium hält an Den Haag, 9. Jan. Das britische Lügenministerium, dessen fortgesetzte Pannen, Mißerfolge und Mißverständnisse vom Gelächter der gesamten Welt begleitet sind, muß eine neue Niederlage verzeichnen. Der Hauptzensor des britischen Lügenministeriums, der Vizeadmiral Usborne, hat seinen Posten niedergelegt. Nach dem kürzlichen Rücktritt des Informationsministers scheidet damit ein weiterer leitender Beamter aus dem Ministerium aus. Der Rücktritt des Vizeadmirals Usborne wird in der Oppositionspresse auf fortgesetzte Reibungen und Gegensätze zwischen ihm und dem Generaldirektor der Zensurbehörde. Sir Walter Monckton, zurückgeführt. Immer wieder soll es vorgekommen sein daß diese beiden Männer sich über die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit der Veröffentlichung einer Nachricht nicht einigen konnten. Der Generaldirektor Sir Walter Monckton appellierte vergeblich an den Ministerpräsidenten und bot sogar seinen Rücktritt an, falls ihm nicht die notwendigen Vollmachten für die endgültige Entscheidung eingeräumt würden. Das ist jedoch bisher nicht geschehen. Der Vizeadmiral hat zwar seinen Rücktritt erklärt, aber das Gegeneinander und Durcheinander, das in dieser höchst eigenartigen Behörde herrscht, dauert mit unverminderter Heftigkeit an. Todesurteil vollstreckt Berlin, 9. Jan. Am 9. 1. 1940 ist der 33jährige Jakob Scheibel aus Kirchdorf hingerichtet worden, der von der Strafkammer des Landgerichts Schwerin am 18. 11. 1939 in Wismar in Mecklenburg wegen Mordes in zwei Fällen zum Tode verurteilt worden war. Scheibel hatt in Kirchdorf am 6. Dezember 1937 seinen Schwager Buchholz erschlagen, um sich dessen Vermögen anzueignen. Die Leiche hat er in eine Scheune geschleppt und diese in Brand gesteckt, um so einen Unglücksfall vorzutäuschen.— Am 11. 7. 1939 hat er, um sich die Brandversicherungssumme zu verschaffen, in seinem Anwesen Feuer gelegt. Zuvor hatte er seinen schwer erkrankten Dienstknecht Kettel in die Scheune gebracht und dort mitverbrennen lassen, weil er glaubte, man werde dann annehmen, daß Kettel die Scheune angesteckt habe und dabei umgekommen sei. Ehrvergessenes Frauenzimmer Wegen Umgangs mit einem polnischen Kriegsgefangenen zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt Weimar, 9. Jan. Vor dem Sondergericht für den Oberlandesgerichtsbezirk Jena fand am Dienstag im Landgericht zu Weimar eine Verhandlung gegen die 19jährige Anne Hoffmann aus Kiliansroda wegen verbotenen Umgangs mit einem polnischen Kriegsgefangenen auf Grund der Verordnung vom 25. November 1939 statt. Die Angeklagte wurde zu 7 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust sowie zum Tragen der Kosten verurteilt. Das Gericht sah sich auf Grund mehrerer erwiesener Fälle intimer Beziehungen der Angeklagten zu den Kriegsgefangenen und überhaupt wegen ihres ehrlosen Verhaltens gezwungen, über den Antrag des Staatsanwalts von 5 Jahren Zuchthaus hinauszugehen. Die Untersuchungshaft wurde angerechnet. Das Urteil ist sofort rechtskräftig geworden. Wie Financial News meldet, hat es in britischen Exportkreisen Beunruhigung hervorgerufen, daß griechische Schiffseigentümer sich beharrlich weigern, ihre Schiffe auf Fahrten zwischen dem Aermelmeer und griechischen Häfen einzusetzen. Am Montagabend wurde in Londonderrn in der Nähe des Hauptquartiers der Spezialpolizei, die gegen die irische Bewegung im Nordwesten von Irland eingesetzt ist eine Bombe geworfen. Es befanden sich zwölf Polizisten in dem Gebäude, als die Bombe explodierte; es wurde jedoch keiner derselben verletzt Ein Erdbeben auf den Liparischen Inseln hat am Montag, gegen 18 Uhr, vor allem auf Stromboli einigen leichteren Geb'ndeschaden angerichtet. Versonen wurden nicht verletzt. Nr. 8 Mendener Zeitung Mittwoch. den 10. Januar 1940 Aus unserer Heimat Hitler=Jugend sammelt Jutesäcke! Am kommenden Sonnabend, nachmittags, wird in Menden von der Hitler=Jugend und dem Jungvolk eine Jutesäcke=Sammlung durchgeführt. Mit der Sammlung wird im Bereich der Ortsgruppe Oberstadt begonnen. Die Hitler=Jugend und Pimpfe werden die einzelnen Haushaltungen aufsuchen und die Abgabe vorhandener Säcke erbitten. Es ist jedem deutschen Volksgenossen bekannt, daß Jute ein wertvoller Rohstoff ist, weshalb es nationale Pflicht eines jeden Haushaltungsvorstandes ist, diese Sammelaktion nach besten Kräften zu unterstützen. Möge jeder inewischen schon in seinem Keller Nachschau halten, ob sich nicht noch einige Jutesäcke dort vorfinden. Diese sind dann für die Sammlung zum Abholen bereitzulegen. Ausreichende Freizeit für berufstätige Frauen In seinem ausführlichen Begleiterlaß zur neuen Arbeitsschutzverordnung gibt der Reichsarbeitsministers, wie der„Angriff“ berichtet, auch Richtlinien für die Verkürzung der Arbeitszeit. Das Gewerbeaussichtsamt kann Verkürzungen der Arbeitszeit anordnen, wenn der Arbeitsschutz dies dringend erfordert. Verkürzte Arbeitszeiten an einzelnen Werktagen können u. a. angeordnet werden, um verheirateten Frauen. insbesondere Frauen mit Kindern, die Versorgung ihres Haushalts zu erleichtern. Den Frauen muß auf jeden Fall genügend Zeit zur Beschaffung von Bezugsscheinen und zu einem geordneten Einkauf zur Verfügung stehen. Der Minister emr fiehlt als Beispiel eine Regelung, die für verheiratete Frauen in jeder zweiten Woche einen freien Werktag, sogenannten Wasch tag. oder ähnliche Freizeiten vorsieht. Jugendpflege und Vergnügungssteuer Der Reichsminister des Innern hat eine umfangreiche Ausführungsanweisung zu den Bestimmungen über die Vergnügungssteuer erlassen. Danach sind unter anderem auch Veranstaltungen, die der Jugendpflege dienen, steuerfrei, soweit sie hauptsächlich für Jugendliche und deren Angehörige dargeboten werden. Unter Jugendpflege sind alle Bestrebungen zu verstehen, die der körperlichen, geistigen und sittlichen Erziehung von Minderjährigen dienen. Zu ihnen gehören in erster Linie Veranstaltungen der Hitler=Jugend, die von Jugendlichen selbst, daigeboten werden.(Konzerte. Aufführungen, Feste, gesellige Abende und deral.). in zweiter Linie solche, die von anderen Stellen für Jugendliche gegeben werden. Eine Voraussetzung der Steuerfreiheit besteht darin, daß Tanzbelustigungen nicht stattfinden dürfen. Dazu gehört aber nicht die Vorführung von Volkstänzen, die der Pflege der Volkskultur und der künstlerischen Hebung der Geselligkeit dienen soll. Für die Steuerfreiheit von Veranstaltungen der Jugendpflege besteht nicht die Voraussetzung, daß kein Eintrittsgeld erhoben oder kein Ueberschuß erzielt oder der Ueberschuß für mildtätige Zwekke bestimmt wird. teeter *— Probealarm der Sirenen. Es wird uns mitgeteilt, daß Donnerstag, um die Mittagsstunde, die Sireen ertönen werden. Um eine Beunruhigung unserer Bürger zu vermeiden, teilen wir mit, daß es sich um einen Probealarm handelt. *— H e u t e, d e n 1 9. J a n u a r, a m R a d i o: Ein Gruß vom Rhein für unsere Soldaten. Eine fröhliche Kölner Heimatsendung, die ganz besonders für unsere Soldaten bestimmt ist und im übrigen auch vor einem Kreis geladener Feldgrauer stattfindet, bringt der Reichssender Köln aus dem Gürzenich am 10. Januar, 16 bis 17 Uhr. Die Sendung soll, ohne nun ins kaxnevalistische Fahrwasser abzugleiten, von fröhlicher, ja übermütiger Lebenslust erfüllt Tarl Berbuer, der bekannte, volkstümliche Schlagerkomponist, wird sein neues Marschlied„Heidemarie, wenn wir am Rhein marschieren, Heidemarie, wenn wir den Wein probieren..“ aus der Taufe heben. Es wirken ferner mit: Jupp Schlösser mit einem gleichfalls neuen Schlagerlied. Katbarina Hoffmann als Sprecherin, die„Vier Botze“ u. a. m. Die Ansage hat Thomas Ließem. — Beinahe zusammengestoßen. Gestern gegen 18 Uhr wäre es auf der Ecke Bahnhofstraße—Hochstraße beinahe zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pferdefuhrwerk und einem Personenwagen gekommen. Der Personenwagen, der kurz vorher dort geparkt hatte. fuhr beim Anfahren scharf nach links. Erst im letzten Augenblick bemerkte er das ihm entgegenkommende Gespann. Durch sofortiges #oremsen verhütete er einen Zusammenstoß. Mit ein paar kräftigen„Begleitworten“ des Fuhnwerkslenkers setzten beide ihre Fahrt fort. .. Schont die Schuhsohlen! Erst in der wirklichen Not lernt der Mensch seine Freunde schätzen. Das geht uns so mit unseren richtigen Freunden, aber heute im Kriege geht es uns genau so mit vielen Dingen, die wir im Frieden gar nicht beachten. So ist es z. B. mit unseren Schuhen und auch mit unseren Schuhsohlen. Wir wissen ja alle, daß wir heute auf diesem Gebiet richtig haushalten müssen, und wer es nach nicht gewußt hat, der möge es sich jetzt merken.— Also noch einmal, schont die Schuhe, vor allen Dingen schont die Sohlen! Tragt im Hause Hausschuhe, bei nassem Wetter Ueberschuhe und pflegt die Fußbekleidung oft und richtig! Leubringsen — Reichskriegerkameradschaft Lendringsen tagte. Alte Soldaten beieinander. Der abgehaltene Jahreshauptappell der Reichskriegerkameradschaft Lendringsen im Gasthaus Dederich gestaltete sich besonders vielseitig. Nach Begrüßungsworten des Kameradschaftsführers. Kamerad Dr. Hansen, forderte dieser die Kameraden auf, mit festem Vertrauen zum Führer zu stehen. Nach dem Verlesen des Jahresberichtes durch den Schriftwart, Kamerad Köttendorf, gab dieser einen eingehenden Bericht über den Verlauf des Reichskriegertages in Kassel, an dem die Die Speisenkarte in unseren Gaststätten hat ein neues Gesicht bekommen. Einmal is sie kleiner geworden: neben fleischfreien Ge richten dürfen nur vier verschiedene Eintopf oder Tellergerichte angeboten werden un außerdem trägt sie Vermerke wie„100 Gramr Fleisch“,„10 Gramm Fett“, die sich auf di Zahl der benötigten Kartenabschnitte bezie hen. Jeder Gast hat Verständnis dafür, da auch der Wirt nur auf Marken liefert, den so werden alle gleichmäßig behandelt. Au derjenige, der das Geld dazu hat, kann nich mehr im Gasthaus ohne Marken Gerichte au bezugsscheinpflichtigen Lebensmitteln einne men und dadurch zu Hause seine Bezugskarten abschnitte einsparen. Die Regelung der Gaststättenverpflegur m einzelnen ist vielfach noch unklar. Auf ei nige immer wieder auftauchende Fragen wo len wir deshalb einmal näher eingehen. 1 n die Verpflegung in den Gaststätten z1 erleichtern, sind besondere Reise= und Gaststättenkarten eingeführt worden. Sie sind in erster Linie für die Personen gedacht die auf Reisen befinden, können aber auch am Wohnort verwendet werden. Es gibt eine Reisefleischkarte, die gleichzeitig Abschnitte für Nährmittel enthält, ferner eine Reisefettkarte und eine Reisebrotkarte. In den Caststätten können aber auch die normalen Lebensmittelkarten verwendet werden. Dabei ist aber zu beachten, daß nur diejenigen Abschnitte Gültigkeit haben, die nicht mit Bestellschein verbunden sind, also die Abschnitte der Reichsbrotkarte, der Nährmittelkarte und der rechten Seite der Reichsfleischkarte. Wer ständig im Gasthaus ißt, kann auch die Bestellscheine an seinen Wirt abgeben. So besteht z. B. die Möglichkeit, daß die Mittagsgäste ihren Fleischbestellschein und den Bestellschein für Margarine usw. dem Wirt überlassen, der sie damit für eine Zuteilungsperiode(vier Wochen) mittags verpflegt. Für das Frühstsck und das Abendbrot verbleiben dem Gast noch die Cl. Gr.„Im Dezember bin ich von Menden nach Fredeburg verzogen und habe zwei Lohnsteuerkarten erhalten, die eine von Menden, die andere von Fredeburg. Welche Lohnsteuerkarte ist gültig?“ Gültig ist für das Steuerjahr 1940 die Lohnsteuerkarte Ihres neuen Aufenthaltsortes. Gr.„Ich besitze ein zweistöckiges Wohnhaus, bestehend aus 10 Zimmern. Dasselbe ist belastet mit 15 000 Mark a 6 Prozent und 2100 Mark a 5 Prozent. Steuern und Abgaben betragen 400 Mark. Für Jusiandsenzen sind 250 Mark nötig. Wie hoch kann demnach die Jahresmiete als Ertrag fürs ganze Haus, bezw. die Monatsmiete für 5 Zimmer oben und für. 5 Zimmer unten angesetzt werden?" Wir raten Ihnen, sich in dieser Angelegenheit an die Preisbildungsstelle zu wenden, damit Sie später keinerlei Schwierigkeiten haben. Die einmal festgesetzte Miete darf nicht erhöht werden. Eine Wertschätzung der Wohnungen kann nur an Ort und Stelle vorgenommen werden. W., Menden.„Ich habe noch eine Forderung an Personen, die aus dem Saargebiet evakuiert sind und nun von hier weiter verogen sind. Gibt es eine Reichsstelle, an die ch mich mit meiner Forderung wenden kann?" Aus ihrer Anfrage geht nicht hervor, ob es sich um eine private Forderung handelt, die Sie den Betreffenden gegenüber haben oder ob es sich um die Vergütungssumme für den Aufenthalt. den Sie gewährten, handelt. Im ersten Falle müssen Sie sich mit den Betreffenden selbst auseinandersetzen, im zweiten Fall wenden Sie sich zweckmäßig an die Fürsorge. Wenn Ihnen der Aufenthalt der Personen unbekannt ist, so erfahren Sie diesen durch das Polizeipräsidium Berlin C 2, Alexanderstr. 10. Kameradschaft durch eine Abordnung von sieben Mann teilnahm. Im Sommer des verflossenen Jahres konnte die Kameradschaft ein schönes Sommerfest feiern. Zu der Kreisführertagung in Iserlohn schickte die Kameradschaft ebenfalls eine Abordnung. 27 Kameraden der Kameradschaft Lendringsen stehen als Soldaten an der Front im Dienste des Vaterlandes. Ein Teil der Kameraden waren bereits im letzten großen Kriege. Den Kameraden an der Front wurde durch die Zusendung von Weihnachtspakeichen große Frende bereitet. Der Schießsport hat in der Krieversameradschaft Lendringsen im verflossenen Jahr eine besondere Pflegestätte gefunden. Es konnte ein schöner Schießstand mit Hilfe des RAD errichtet werden. Bei einem der letzten Schießwettkämpfe konnten drei Kameraden die silberne Ehrennadel erringen. Den Kassenbericht erstattete der Kassierer Gölke. Die Kasse wurde in bester Ordnung besunden. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt und einstimmig der Dank der Versammlung ausgesprochen. Der Kameradschaftsführer gab bekannt, daß der Beitrag etwas erhöht werde, rechten Abschnitte der Fleischkarte und die Butter=, Fett= und Käseabschnitte der Fettarte. Die Abschnitte für Marmelade, Zucker und Eier sowie die für Kaffee=Ersatz und=Zusatznittel vorgesehenen Abschnitte der Nährmitelkarte brauchen in den Gaststätten nicht absegeben zu werden. Diese Lebensmittel wersen den Wirten in begrenztem Umfange zujeteilt. Wieviel Marken jeweils abzugeben sind, ichtet sich ganz nach den Ansprüchen des Gates. Dabei muß man sich aber immer klar arüber sein, daß auch der Wirt einen gewissen Leil Knochen mit abnehmen muß, der auf sie Marken mit angerechnet wird. Schnitzel in Tellergröße können wir uns heute weder in er Gastwirtschaft noch im Haushalt leisten. Neben dem markenfreien Stammgericht, das sich wegen seines geringen Preises und seiner Schmackhaftigkeit allgemeiner Beliebtheit erfreut, können die Gaststätten natürlich alle bezugscheinfreien Lebensmittel verwenden(Geflügel. Fisch. Pilze usw.). Soweit hierfür eine gewisse Absatzregelung eingeführt worden ist, werden die Gaststätten mit berücksichtigt. Bei Schalenwild hat auch der Gast Anspruch darauf, die dreifache Menge des auf dem Abschnitt angegebenen Gewichts zu erhalten. Wildragout ist markenfrei. An zwei Tagen in der Woche, und zwar in der Regel am Montag und am Freitag dürfen die Gaststätten keine fleischhaltigen Gerichte abgeben, ohne Rücksicht darauf. ob es sich um bezugscheinpflichtige oder freie Lebensmittel handelt. Es ist klar, daß die Krieosernährungswirtschaft auch für die Gaststätten einschneidende Aenderungen mit sich gebracht hat. Das Gaststättengewerbe hat sich aber mit Hilfe von Schulungsmaßnahmen und vor allem dank seiner beruflichen Tüchtigkeit so weit auf die neuen Verhältnisse eingestellt, daß jeder Enst zufrieden vom Tisch aufstehen kann. Hans B.„Woher stammt das Wort Stappe?“ Das Wort Etappe ist ein Beispiel dafür, wie ein deutscher Ausdruck aus unserer Sprache verlorenging und erst aus der Fremde wieder heimgebracht wurde. Die deutschen Landsknechtheere hielten die Verbindung der Front mit der Heimat durch„Stapel“ aufrecht. Das waren Lagerplätze, in denen Proviant und Munition aufgestapelt wurde, um von hier aus zu den kämpfenden Truppen befördert zu werden. Aus dem Wort„Stapel“ machten die Franzosen„estaple“, woraus wiederum später das Wort Ctappe entstand. Erna Kl.„Was kann ich gegen das Fingerlutschen meines Kindes tun?" Wenn Sie bei ihrem Kinde jetzt noch beobachten, daß es am Daumen lutscht, so können wir Ihnen den Vorwurf der schlechten Erziehung nicht ersparen. Sie müssen es dem Kinde ganz energisch verbieten. Im allgemeinen hört es ganz leicht von selbst auf. Ceht es aber nicht so einfach, so empfehlen wir Ihnen, dem Kinde je einen Beutel aus festem Waschstoff unten an die Nachtkleidärmel anzunähen. Erich T.„Ist eine Schulderklärung steuerpflichtig?“ Schulderklärungen sind gemäß Par. 22 Urk. St.G. steuerpflicht'g. Steuerpflichtig ist die Erklärung, durch die jemand gegenüber einem anderen erstmalig in einer Urkunde die selbstständige Verpflichtung anerkennt oder übernimmt, ihm eine bestimmte oder nach einem Höchstbetrag angegebene Geldsumme zu zahlen. Die Steuer wird von dem Kapitalbetrag der Schuld und, wenn nur ein Höchstbetrag angegeben ist, von diesem berechnet. Die Steuer beträgt 1 Ro pro Tausend. um mit diesem Gelde den Soldaten an der Front Feldpostpäckchen zukommen zu lassen. Die Kameradschaft gab hierzu einstimmig ihre Zustimmung. Man gedachte auch der im verflossenen Jahre verstorbenen Kameraden und ehrte das Andenken in üblicher Weise. — Beihilfen bei Geburtsfällen an Beamte. Die für Beamte geltenden Grundsätze über Beihilfen bei Geburtsfällen sind vom Reichsminister der Finanzen dahin erweitert worden, daß auch dann Beihilfen gewährt werden, wenn der Antragsberechtigte als unehelicher Vater nachweisbar für den vollen Lebensunterhalt des Kindes aufkommt. Weibliche Antragsberechtigte können nach den neuen Vorschriften bei unehelichen Geburten Beihilfen auch dann erhalten, wenn und soweit vom Kindesvater Ersatz der beihilfefählgen Aufwendungen nicht verlangt werden kann. Aus der Nachte###h# Brügge, 10. Jan. Hotelbrand. In dem bekannten Hotel Platzmann brach in der zum Montag Feuer aus. Die Rauchentwicklung war so stark, daß es dem Personal und den Gästen unmöglich war, über das Treppenhaus ins Freie zu gelangen. Wie wir hören, soll der Schaden erheblich sein. Rönsahl, 10. Jan. Todessturz. Der Metzgermeister H. Kemper stürzte die Trevve herunter und durchschlug sich die Kopfschlagader. Der Tod trat sofort ein. Eine Million Junghechte vernichtet Das Bestreben des Sportanglervereins Essen, den Fischbestand in der Ruhr zu heben. ist durch Schurkenstreich ein schwerer Schadn zugefügt worden. Mit Unterstützung des Ruhrverbandes war im vergangenen Jahr eine Hechtlaichwiese am Stausee angelegt worden. Anfang Mai waren als Resultat des Einsetzes von 20 Laichhechten über eine Million Junghechte vorhanden. Die Bewässerung der Laichwiese geschah seitens des Ruhrverbandes. Nun haben verbrecherische Hände den Vesch'“ an der Leitung gelöst, sodaß das Wasser ablief. Außer dem Verlust der 20 Laichbechte ist auch das Absterben der über eine Million Junahechte zu beklagen. Diese Fischmenge hätte genügt, die Ruhr von Essen bis Arnsberg mit Junghechten zu besetzen. Pg. Diehl, Gaugeschäftsführer von Westfalen=Hüd Mit Beginn des neuen Jahres werden bei der Gauleitung der NSDAP einige wichtige Personalveränderungen durchgeführt. Die Aufbauarbeit in den wiedergewonnenen Ostgebieten macht auch den Einsatz geeigneter, erfahrener Politischer Leiter notwendig. Der Gaugeschäftsführer, Parteicenosse Rogalski, der lange Jahre in Danzig als Politischer Leiter tätig war und der nun bereits seit über 3 Jahren als Gaugeschäftsführer und Redner im Gau Westfalen=Süd der Bewegung gedient hat und vielen Parteigenossen und Volksgenossen durch seine politische Tätigkeit bekannt geworden ist, hat den begreiflichen Wunsch geäußert, nunmehr nach dem großen Sieg im Osten ebenfalls wieder nach Danzig. und zwar als Gaugeschäft, rer der Gauleitung der NSDAP zurückkehren zu dürfen. Der Gauleiter, Pg. Wagner, hat für diesen Wunsch Verständnis gezeigt. so daß Pg. Rogalski in den nächsten Tagen aus seinem Amt bei der Gauleitung WestfalenSüd ausscheidet und seine Kraft nunmehr wieder im Osten der Bewegung zur Verfügung stellen wird. Dorthin begleiten ihn unsere besten Wünsche. Die dadurch freigewordene Stelle des Gaugeschäftsführers wurde durch den Gauseiter. Pg. Wagner, dem Parteigenossen Hein Diehl übertragen. Pg. Diehl, der ebenfalls als Redner, Kreisleiter in Iserlohn und Gauoreanisationsleiter allen Parteigenossen und weitesten Kreisen der Bevölkerung als alter Aktivist bekannt ist, hat inzwischen zwei Jahre als Leiter des Amtes„Organisations=Sonderaufgaben“, beim Reichsorganisationsleiter in München Dienst getan und dort wichtige Aufgaben zu bearbeiten gehabt. Er wird nun mit neugewonnenen Erfahrungen sein Amt als Gaugeschäftsführer antreten und durch seine Person für ein reibungsloses Zusammenarbeiten mit allen Dienststellen der Partei, des Staates und der Wehrmacht die beste Gewöhr bieten. Das Amt des Gauorganisationsleiters im Eau Westfalen=Süd, das Pg. Diehl übergangsweise wieder einige Monate geleitet hatte, wird nunmehr dem Gauausbildungsleiter, Gauamtsleiter Pg. Albert Schuch übertragen und damit in die Hände eines alten, bewährten Aktivisten gelegt. Deutscher Reichspostkalender für 1940 In schmucken, neuzeitlichem Gewande liegt der obige Abreißkalender im 12. Jahrgang vor uns. Gleich das Titelblatt nimmt unsern Blick gefangen. Es stellt die neuerstandene vierspännige Post dar. In sechs Farben gedruckt, stellt es den Schwager mit Rossen und Wagen dar, wie er den alten Sauerländern als Kariolpost noch in Erinnerung ist. Die Innenseiten enthalten neben dem vollständigen Kalendarium die Neuerungen im Post=, Telegraphen= und Fernsehwesen. Die bebilderten. kurz und verständlich abgefaßten Artikel vermitteln einen erschöpfenden Einblick in die technischen Neuerungen, denen sich die Deutsche Reichspost im Zeichen des Verkehrs als erste steis anschließt. Die technische Ausführung ist gleich gut. Verlag: Konkordia=Verlag, Leipsig.. Wemper. Zufriedener Mittagsgast Was man im Hasthaus wissen muß—. Die zeitgemäße Speisenkarte — MZ gibt Auskunft In diesem Briefkasten werden Anfragen unserer Leser beantwor tet. Die Auskunfterteilung unter dieser Rubrik erfolgt nach bestem Wissen, aber unverbindlich. Jeder Anfrage ist bei voller Namensnennung die Bezugsquittung beizufügen. Westfalen und Kheinland Einen Soldaten bestohlen gemeinen Volksschädling 7 Jahre Zuchthaus für den Köln. Das Sondergericht verurteilte den 24= jährigen Josef Delmes aus Köln wegen Diebstahls, begangen unter Ausnutzung der durch den Kriegszustand verursachten außergewöhnlichen Verhältnisse, zu 7 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Delmes wußte als Hotelangestellter, daß ein Arbeitskamerad zum Militär eingezogen worden war, dessen Schlafzimmer in einem Schrank die Kleider des Einberufenen enthielt. Da alle männlichen Angestellten im gleichen Hause wohnen, fiel es nicht auf, wenn der Angeklagte dort ein= und ausging. Er benutzte die Gelegenheit, von einem in einer Türecke aufgehängten Schlüsselbund den richtigen Zimmerschlüssel zu nehmen, um das Zimmer und mit dem auf dem Nachtkästchen liegenden Schlüssel den Schrank zu öffnen. Er nahm so ziemlich alle Kleider des Einberufenen an sich, von denen er einen Teil später versetzte. Am nächsten Tage verließ er, angetan mit einem der gestohlenen Anzüge, seine Stelle. Zehn Tage später wurde er verhaftet Der Angeklagte war in der Verhandlung völlig geständig, er hatte auch vorher schon dazu beigetragen, daß der Bestohlene wieder in den Besitz seiner Sachen kam. Delmes stammt aus denkbar ungünstigen Familienverhältnissen. Auch die teilweise Fürsorgeerziehung hatte keine tiefere Wirkung, ebenso wenig eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Dem Elternhaus war er fremd geworden. trat als Stepptänzer auf, und nahm einige Wochen vor der Tat eine Pagenstellung in einem Hotel an. Nach dem psychiatrischen Gutachten liegen zwar keine Anzeichen einer Geisteskrankheit vor, doch ist er ein haltloser Psychopath. Der Staatsanwalt beantragte auf Grund des§ 4 der Volksschädlingsverordnung eine Zuchthausstrafe von 7 Jahren und 5 Jahre Ehrverlust. Das Gericht erkannte entsprechend diesem Antrag. Der Vorsitzende erwähnte in der Urteilsbegründung, daß der Kopf des Angeklagten nur an einem dünnen Faden gehangen habe. Die abgrundtiefe Gemeinheit der Tat, einen zur Verteidigung des Vaterlandes einberufenen Arbeitskameraden zu bestehlen, hätte ohne weiteres die Todesstrafe verdient. Nur die Jugend des Angeklagten und die ihm doch mangelnde Fähigkeit, aus eigener Einsicht die Schwere der Tat zu erkennen, habe das Gericht bewogen, die empfindliche, aber auch erforderliche Strafe von 7 Jahren Zuchthaus zu verhängen. Die 15. Strafe— und Sicherungsverwahrung Düsseldorf. In einer Septembernacht des vorigen Jahres hatte der mehrfach vorbestrafte 32jährige Otto Kreutzer, gemeinsam mit dem mehrfach vorbestraften 22 Jahre alten Alfred Denker. an einem Konfektionsgeschäft an der Kölner Straße in Düsseldorf einen Schaukasten aufgebrochen und 21 Hosen gestohlen Mehrere dieser Hosen kauften der 42jährige Nikolaus Kremers und der 41jährige Christian Krebbel zu Preisen von vier und fünf RM. Alle vier erschienen nunmehr vor der Düsseldorfer Strafkammer die beiden ersten wegen schweren Diebstahls die beiden anderen wegen Hehlerei. Die beiden Hehler erhielten jeder fünf Monate Gefängnis Denker sieben Monate Gefängnis Der Haupttäter Kreutzer, der wegen Bettelns, Diebstahls verbotenen Waffenbesitzes, Roheitsdeliktes und Sittlichkeitsverbrechens bereits vierzehnmal vorbestraft ist. wurde zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Da es sich bei ihm um einen gemeingefährlichen Gewohnheitsverbrecher handelt, wurde außerdem auf Sicherungsverwahrung erkannt. Zuchthaus für einen falschen Steuereinnehmer Mainz. Der 37jährige Florian Klucka der bereits zwölf Jahre im Gefängnis und Zuchthaus zugebracht hat und im Februar 1939 aus der Haft entlassen worden war wurde erneut wegen etwa 80 bis 100 begangener Betrügereien verurteilt Er ist in den Städten Kiel. Lübeck, Rastatt, Offenburg. Ludwigshafen und Mainz als falscher Steuereinnehmer ausgetreten. Vom Mainzer Landgericht wurde er nun zu sechs Jahren Zuchthaus. 500 RM. Geldstrafe und 10 Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt. Nach Straßverbüßung kommt der Unverbesserliche in Sicherungsverwahrung. Keine Härten beim Kriegszuschlag zur Einkommensteuer Der Reichsminister der Finanzen stellt in einem Bescheid über den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 1939 klar, daß es der Zweck der Begrenzung des Kriegszuschlages auf 15 v. H. des Einkommens sei. Härten zu vermeiden, die durch eine übermäßige Belastung des Einkommens entstehen könnten. Einkommen im Sinne dieser Vorschriften ist das Einkommen im Veranlagungszeitraum (Kalenderjahr). Ist ein Erhebungszeitraum kürzer als das Kalenderjahr, so beträgt der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für jeden Kalendermonat, der im Erhebungszeitraum endet, ein Zwölftel des Jahresbetrages. Dieser Vorschrift gemäß kommen als Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für den ersten Erhebungszeitraum, das Kalenderjahr 1939. nur vier Zwölftel. nämlich für die Monate September bis Dezember in Betracht. Bei dieser Höhe des Kriegszuschlages zur Einkommensteuer können die Härten, die§ 3 Abs. 2 der Kriegswirtschaftsordnung mit der Begrenzung auf 15 v. H. verhindert, von vornherein nicht entstehen. Der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 1939 kann im Höchstfall der ganzen Einkommensteuerregelung überhaupt, also für den Zahler der höchsten Einkommensteuer in Großdeutschland, nur vier Zwölftel von 50 v. H. von 55 v. H. des Einkommens, also 9,16 v. H. des Einkommens betragen. 100 Jahre„Harzer Roller“ Die Kanarienzucht im Harz ist jetzt etwa 100 Jahre alt. Ihre Anfänge werden auf einen Andreasbergei Bergmann namens Trute zurückgeführt, der die ersten kleinen gefiederten Sänger von Bekannten aus dem erzgebirgischen Bergbaugebiet erhielt. Die Zucht der Kanarien wurde von ihm nur in kleinem Umfange. sozusagen nur für den Hausbedarf. betrieben. Seinem Sohn war es aber vorbehalten, die Harzer Kanarienzucht zu Weltruf zu bringen. Er lieferte, nachdem er seine Zucht ausgedehnt und berühmt gemacht hatte, an die 200 und mehr Käfige voll der bunten Sänger in die Weltausfuhrhäfen Hamburg. Bremen und nach Holland und brachte seine Tiere schließlich selbst sogar bis nach Amerika. Von einer Reise dieser Art nahm er ein paar wilde Kanarienvögel mit nach St. Andreasberg. Es waren Tierchen, die Schiffbrüchige auf den Kanarischen Inseln gefangen hatten. Die besten Singvögel der eigenen Zucht kreuzte Trute nun mit den wilden Canaris, und daraus entstanden die„Harzer Roller“, die nachmals so berühmt werden sollten und den Namen „Stamm=Trute" erhielten. Mehr als ein Menschenalter lang war dieser Stamm allenthalben führend. Als Trute gestorben war, übernahm der Dresdener Züchter Seifert seine besten Tiere und zog daraus den mehr gelblichen Vogel des„Stamm=Seifert". Im Harz war aber durch Trute die Kanarienzucht so heimisch geworden, daß man jetzt fast in jedem Oberharzer Ort Kanarienzüchter findet, den Ruf der Harzer Kanarienzucht zu hegen und zu verbessern. Andreasberg, Benneckenstein, Hohegeiß. Sorge. Thale haben indessen den Ruhm die engere Heimat des weltbekannten Harzer Rollers zu sein. Schweres Verbrechen an einem Mädchen Hattingen. Im November vergangenen Jahres wurde eine 20jährige Hausangestellte aus Wanne=Eickel in der Nähe des Hattinger Stadtwaldes von einem unbekannten Mann angesprochen, der ihr seine Begleitung anbot. Im Walde nutzte der Bursche die Dunkelheit aus und verübte an dem Mädchen unter Bedrohung mit Erschießen ein Notzuchtsverbrechen. Die Kriminalpolizei konnte jetzt den üblen Burschen in einer Hattinger Gaststätte festnehmen. Es handelt sich um einen 26jährigen Mann aus Bochum=Stiepel, der inzwischen ein Geständnis abgelegt hat. Großfeuer vernichtet Bauernhof Hachenburg. In Hamm äscherte ein Großfeuer das Anwesen des Bauern Benner ein. Wohnhaus. Stallungen und Scheune wurden durch den Brand völlig vernichtet. Die Feuerwehr mußte sich bei dem riesigen Feuer, das reiche Nahrung an den Futtermitteln fand. darauf beschränken, ein Uebergreifen des Brandes auf benachbarte Häuser zu verhindern. Der angerichtete Schaden ist bedeutend, die Ursache des Brandes noch nicht geklärt. Fruchtlose Ermahnungen Zuchthausstrafe für Volksschädling Essen. Ziemlich glatt und reibungslos hatte der 19 Jahre alte Anton Kirschbaum aus Essen Schule und Lehrzeit hinter sich gebracht. Da er überall als fleißig und geschickt galt, stand ihm das Leben offen. Das änderte sich aber von dem Augenblick, als der junge Bursche eine Mädchenbekanntschaft machte und ein Bummelleben begann. Alle Ermahnungen der Eltern schlug der leichtsinnige Bursche in den Wind und eines Tages verließ er einfach das Elternhaus. In der Folgezeit lebte er von Einschleichdiebstählen und Zechbetrügereien. Da die verschiedenen Betrügereien in der Zeit der Verdunkelung geschahen, Kirschbaum sogar die Frechheit besaß, bei seinem unehrlichen Tun das Parteiabzeichen zu tragen, mußte er vor das Sondergericht. Auch das umfassende Geständnis konnte den jugendlichen Verbrecher nicht vor der Anwendung der VolksschädlingsVerordnung bewahren. Das Sondergericht verurteilte Kirschbaum zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren und sprach ihm die Ehrenrechte auf die gleiche Dauer ab. Auch der Staatsanwalt hatte den Verbrecher als Volksschädling gekennzeichnet und gegen ihn eine Gesamtzuchthausstrafe von fünf Jahren, drei Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht beantragt. Von der Straßenbahn angefahren Essen. In den Abendstunden des Sonnabend wurde der 45jährige Heinrich Menth aus Essen auf der Hermann=Göring=Straße von einem Straßenbahnwagen der Linie 2 angefahren. Der Unglückliche erlitt einen schweren Schädelbruch und eine Gehirnersch itterung. Er wurde sofort den Städtischen erankenanstalten zugeführt, stard aber am Sonntag an den Folgen der Verletzung. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung. Nach 25 Jahren wieder ein Hirschabschuß Dinslaken. Im Jagdrevier Schlägerhardt der Gutehoffnungshütte wurde bei einer größeren Treibjagd nach 25 Jahren wieder einmal ein Hirschbock erlegt. Dies ist ein erfreuliches Zeichen für die sorgfältig angewandte Hege, da es seit Jahrzehnten in diesen Revieren des Niederrheins kein Rotwild mehr gab, was nicht zuletzt durch die verheerenden Waldbrände bedingt war. Jetzt ist allerdings wieder ein ganzes Rudel kapitaler Hirsche vorhanden. Neben dem erlegten Sechsender, der von einem Oberhausener zu Fall gebracht wurde. gehörten noch Hasen, Wildkaninchen, Fasanen und Schnepfen zur Jagdbeute. Ausfallende Zuge Wuppertal. Die Reichsbahndirektion teilt mit: Ab Mittwoch, den 10. Januar 1940, fallen folgende Züge aus: D 211 Köln—Wupvertal—Hamburg ab Köln 9.11 Uhr, an Hamburg 15.07 Uhr, D 212 Hamburg—Wuppertal—Köln ab Hamburg 15.12, an Köln 21.15 Uhr, D 23 Köln—Düsseldorf—Duisburg—Ber= lin ab Köln 9.22, an Berlin=Friedrichstraße 17.40 Uhr, D 24 Berlin=Friedrichstraße—Duisburg—Düsseldorf—Köln ab Berlin 10.49. an Köln 18.58 Uhr. E 111 Köln—Wuppertal Oberbarmen ab Köln 22.38, an Wuppertal Oberbarmen 23.38 Uhr, P 849 Frankfurt— Köln—Düsseldorf—Duisburg—Dortmund ab Köln 21.35, ab Düsseldorf 22.20 Uhr, P 850 Dortmund— Duisburg— Düsseldorf—Köln— Frankfurt ab Düsseldorf 9.01, an Köln 9.42 Uhr. Die vorstehenden Züge waren ursprünglich, abgesehen von P 849/50, im Weihnachtsverkehr über den 10. Januar hinaus vorgesehen. Unschuldiger beinahe um seine Ehre gebracht Wuppertal. Im Mai des vergangenen Jahres hatte die Wuppertaler Strafkammer einen Ronsdorfer Bauunternehmer wegen Verleitung zum Meineid zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Und zwar stützte sich das Urteil auf die eidliche Aussage eines Mannes, der damals keinerlei Argwohn erregte. Die Verteidigung des verurteilten Ronsdorfers beließ es jedoch nicht bei dem Urteilsspruch. Sie erfuhr, daß der Zeuge kein unbeschriebenes Blatt mehr war, sondern schon sechzehn Vorstrafen auf dem Kerbholz hatte, darunter auch Zuchthausstrafen. Zur Zeit der Verhandlung stand der Zeuge sogar ohne seine bürgerlichen Ehrenrechte da. Auf Antrag ordnete dann das Oberlandesgericht ein Wiederaufnahmeverfahren gegen den Ronsdorfer an. In der neuen Verhandlung vor der Wuppertaler Strafkammer wurde der schwer in seiner Ehre getroffene Ronsdorfer in allen Punkten freigesprochen; in der Urteilsbegründung wurde gesagt, daß das frühere Gericht den Zeugen sicherlich nicht vereidigt haben würde, wenn ihm dessen Vorstrafenregister bekannt gewesen wäre. Sich selbst gerichtet Wuppertal. Der vor nicht langer Zeit nach seiner Verurteilung zu Zuchthaus und Sicherungsverwahrung aus dem Solinger Schöffengerichtssaal auf verwegene Weise geflüchtete Schwerverbrecher Fritz Palluch hat sich wenige Stunden vor einer erneuten Strafverhandlung gegen ihn im Wuppertaler Untersuchungsgefängnis das Leben genommen und damit der irdischen Gerechtigkeit entzogen. Palluch hatte während seiner Flucht erneut Diebstähle begangen, mit denen er sein Leben fristete. Deswegen sollte er nun erneut vor Gericht gestellt werden. Glücksbrief ersetzt das Ehestandsdarlehen Solingen. Zu mehreren saßen die jungen Arbeitskameraden zum Dämmerschoppen beim „Koblenzer Pitter", als ihnen der graue Glücksmann das Glück aus der Kiste bot. Eine Mark mehr oder weniger, dachte einer der Gäste, obwohl er beim Standesamt bereits „eingeschrieben" war und demnach auch die Hochzeit in nicht allzu ferner Zeit bevorstand. Zwei Lose kamen in seine Hand. Das erste war— eine Niete. Beim Oeffnen des zweiten aber weiteten sich die Augen des jungen Mannes— ein Tausender! Er wußte sein Glück nicht zu fassen. Nun brauchte er das Ehestandsdarlehen ja kaum mehr, denn mit tausend deutschen Reichsmark lassen sich schon viele schöne und praktische Dinge kaufen. Kirchen— das Arbeitsfeld für einen gerissenen Dieb Düsseldorf. Die Strafkammer in Düsseldorf verurteilte den 32jährigen Joseph Böhmer aus Köln wegen Diebstahls im Rückfall in zwei Fällen zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust und ordnete außerdem für ihn als gemeingefährlichen Gewohnheitsverbrecher die Sicherungsverwahrung an. Er hatte am 11. Oktober 1939 in einer Kirche in Leverkusen einem Mädchen die Handtasche entwendet und am gleichen Tage in einem Büro in Leverkusen aus einem Vorzimmer einen Mantel gestohlen. Der Angeklagte war schon wegen Handtaschendiebstahls in Kirchen in verschiedenen Städten ein Dutzendmal vorbestraft. 1936 hatte er in einer Kirche in Köln zwei Damen ihre Handtaschen mit 18 bezw. 150 RM. gestohlen und wurde deshalb zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Kaum hatte er die Strafe verbüßt. als er wieder rückfällig wurde. Um seine Mitmenschen gegen ihn zu schützen, erschien die obige Strafe angemessen. Kindesentführerin vor dem Sondergericht Köln. Gegen die 59jährige, von ihrem Manne getrennt lebende Ehefrau Bertha B. aus Köln=Deutz, die im September 1939 in einem Geschäftshaus ein 7 Monate altes Kind samt Kinderwagen an sich genommen hatte und auf das Schreien des Kindes ungefähr einen Kilometer vom Tatort entfernt beides stehen ließ, hatte die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einer Heil= und Pflegeanstalt beantragt. Die Angeklagte erklärte in der Verhandlung vor dem Sondergericht, sie wisse von nichts. Dem Psychiater aber hatte sie auf geschicktes Ausfragen hin den ganz genauen Weg beschrieben, den sie mit dem Kinderwagen genommen hatte. Die Täterin ist eine körperlich und seelisch vollkommen verwahrloste Person, die sich meist durch Betteln durchs Leben schlug. In Anbetracht ihres weitgehenden Schwachsinns erkannte das Gericht entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts auf Unterbringung in einer Heil= und Pflegeanstatt. Versuchter Raubüberfall Bonn. Ein frecher Raubüberfall wurde auf die Kassiererin des Modernen Theaters im Hofe des Hauses Sternberger Straße 54 verübt. Die Kassiererin mußte mit dem vereinnahmten Gelde durch eine Pendeltüre gehen. An diese Stelle hatte sich ein Mann unter Ausnutzung der Verdunkelung hingestellt. Als die Kassiererin die Tür durchschritt, schlug sie der Mann mit einem länglichen Gegenstand auf den Kopf. Sie rief um Hilfe, so daß es der Täter für ratsam hielt, sich in Sicherheit zu bringen, ehe er den beabsichtigten Raub ausgeführt hatte. Die in den letzten Monaten zu verzeichnende starke Zunahme des Fahrradverkehrs in Deutschland. hervorgerufen durch die teilweise Stilllegung privater Kraftfahrzeuge läßt es im Interesse unserer Volkswirtschaft notwendig erscheinen, allen Radfahrern einige Fingerzeige für die Behandlung und Pflege ihres Fahrzeuges zu geben. Wir wissen, daß die Kautschukbewirtschaftung seit Beginn des uns aufgezwungenen Krieges von besonderer Bedeutung ist. Deshalb fordert die Fahrradbereifung in erster Linie Schonung, um eine lange Lebensdauer zu erzielen. Hierzu gehört vor allem ein vernünftiger Gebrauch der Bremsen— die Mahnung richtet sich hauptsächlich an Jugendliche— und das Fahren mit richtigem(nicht zu schwachem) Luftdruck. Bei längerer Nichtbenutzung, wird das Rad auf einen Ständer gestellt oder umgedreht aufbewahrt, damit die Reifen entlastet sind, auch hierbei ist von Zeit zu Zeit Luft nachzupumpen. Vorherige gründliche Säuberung aller Teile sollte selbstverständlich sein. Kette und Lager legt man in einen Eimer heißen Wassers, dem man ein Schmutzlösemittel zugefügt hat. dadurch lösen sich auch die härtesten Schmier= und Oelkrusten. Jegliches Feilen. Schaben und Schmirgeln ist jedoch zu vermeiden. Nach der Reinigung werden die Teile gut eingeölt und wieder zusammengesetzt. Das Oelen der Kette wird so vorgenommen, daß jedes Kettenglied an den Rollen einen kleinen Tropfen Oel erhält. durch mehrmaliges Drehen der Kurbeln dringt das Oel in die Kettengelenke ein. Das überschüssige Oel muß mit einem staubfreien Lappen gut abgewischt werden. Auch der Rahmen. sowie die Naben, Speichen und alle übrigen blanken Teile erhalten einen hauchdünnen Oelaufstrich, nur hüte man sich vor einer Berührung der Reifen mit Oel. Hat man irgendwelche schadhaften Teile entdeckt.so ziehe man sofort einen Fahrradmechaniker zu Rate, der dafür sorgt, daß das Rad wieder in einen betriebssicheren Zustand versetzt wird. Die Pedalrückstrahler und Rückstrahler sind stets peinlich sauber zu halten. Das ist bei der augenblicklichen Verdunkelung zur eigenen Sicherheit der Radfahrer besonders wichtig Wer dazu in der Lage ist sollte sich ein elektrisches Rücklicht anschaffen das entweder von einer Batterie oder einer vorhandenen Lichtmaschine gespeist wird. Unser Fahrad besteht aus wertvollen Rohstoffen. Durch gute sachgemäße Behandlung und Pflege vermeidet man nicht nur unnötige Geldausgaben, sondern hilft auch wertvolles Volksvermögen sparen. Wie der Kalender sich entwickelte Der Kalender fehlt heute in keinem Hause mehr. Er ist ein unentbehrliches Inventarstück geworden. Nicht immer wurde er übrigens in dieser handlichen Form hergestellt, wie wir ihn jetzt vor uns sehen. Früher war man auch bescheidener. der Kalender sollte weder belehren, noch unterhalten. Er sollte nur die Tagesreihen der Jahre angeben. Der erste gedruckte deutsche Kalender stammt aus dem Jahre 1439, er besteht in zwei einfachen Holztafeln, auf denen die einzelnen Tage verzeichnet sind. Noch heute ist dieses wertvolle kulturhistorische Dokument in der Berliner Staatsbibliothek zu sehen. Besonders von Augsburg. Ulm, Erfurt und Straßburg aus wurden Kalender aller Art in den deutschen Landen verbreitet. Von Jahr zu Jahr wurden sie umfangreicher und nahmen bald einen belehrenden Charakter an. Aus den beiden einfachen Holztafeln wurden kleine Bücher die außer den Tagesreihen ein Verzeichnis der Kirchenfeste, die Namen der großen Zahl der Mirtyrer und die sogenannten Kalenderpraktiken enthielten. Mit diesen Kalenderpraktiken hat es eine besondere Bewandtnis: sie stellen eine Reihe derjenigen Tage im Jahre dar an denen ein Aderlaß ein Schwitzbad oder die Einnahme von Medizin als besonders vorteilhaft galt. Und im abergläubischen Mittelalter hielt man mit großer Zähigkeit an diesen Angaben fest. Später fügte man dem Kalender auch astronomische und astrologische Mitteilungen bei. Zur Kriegszeit tauchten besondere Kriegskalender auf. Mord= Tod= Jammer= Pestund andere Kalender erschienen und auch die Bilder bürgerten sich in ihnen ein. So entstand allmählich der moderne Kalender. Sin Aittitetrietihe Teitt #ms Tehorltonseiten Städte gab es im 14. und 15. Jahrhundert in Deutschland viele. Man hat berechnet, daß in Süddeutschland schon auf zwei Quadrat= meilen eine Stadt kam, in Mitteldeutschland auf drei bis vier. Kaiser, Fürsten, Bischöfe hatten sich ja im 12. und 13. Jahrhundert in der Städtegründung geradezu überboten. Natürlich waren nicht alle Städte gleich groß und gleich bedeutend. Ueberhaupt darf man sich den Umfang einer damaligen Stadt nicht allzugroß vorstellen; mit dem einer heutigen Großstadt ist er gar nicht zu vergleichen. Wenn auch der ganze Stadtbezirk durch die zur Stadt gehörenden Ländereien, Wiesen, Weiden, Wälder meist sehr ansehnlich war— das Stadtgebiet von Rürnberg umfaßte etwa 20 Quadratmeilen—, so war der Umfang der mauerumschlossenen Stadt doch recht klein. Regensburg hatte eine Ausdehnung von etwa 100 Hektar, Nürnberg 140, Augsburg 180, Straßburg 200. Allerdings nahm die Bevölkerung ständig zu, und die Stadt dehnte sich auch dementsprechend weiter aus. Vielfach wurde es notwendig, den vorhandenen Mauerring zu erweitern oder eine zweite Stadtmauer in größerem Abstand von der ersten aufzuführen; mitunter haben sich Reste einer dreifachen Stadtbefestigung erhalten, und es läßt sich somit bei manchen Städten ihr allmähliches Anwachsen noch klar überschauen. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts hören wir von Erweiterungen des Mauerrings nichts mehr. „Als Beengung, als Hindernis ihres Wachstums und Gedeihens empfand die neuzeitliche Stadt die Mauern“ schreibt Friedrich Zoepfl im ersten Band seines mit zahlreichen Abbildungen geschmückten zweibändigen Werkes„Deutsche Kulturgeschichte— Vom Eintritt der Germanen in die Geschichte bis zum Ausgang des Mittelalters"(Verlag Herder u. Co., Freiburg im Breisgau). Man glaubt förmlich die Luft der mittelalterlichen Stadt wieder zu atmen, wenn man den pakkenden Schilderungen des Verfassers lauscht, die er in mehreren Kapiteln zu diesem Thema bietet: „Dem mittelalterlichen Städter waren die Mauern“, so heißt es bei Zoepfl,„die Bürgschaft für das Wohlergehen der Stadt. Bei der Unsicherheit der Zeit, der Beutelust der Herren, der allgemeinen Fehdeleidenschaft war die Befestigung einer Stadt, in der oft gewaltige Reichtümer gestapelt waren, eine unumgängliche Notwendigkeit. Der Schwabenspiegel erwähnt zwar noch offene Städte. Aber zahlreich mögen sie nicht gewesen sein. Auch der Städte, die gleich den Dörfern nur mit Wall, Graben und Plankenzaun geschützt waren, wurden immer weniger. Selbst die kleinen Städte schufen sich vielfach unter schweren Geldopfern eine trotzige, widerstandsfähige Befestigung.... Fest, unbezwinglich mußte das Tor sein; doch sollte der Wanderer schon von ferne sehen, daß die Stadt auch Geschmack,„Kultur“ hatte; so wurde die Schönheit nicht der Festigkeit geopfert. Machtvoll und doch freundlich gegliedert hob sich das Stadtganze mit Aus d## N44 „wird Ihme mit Collecten beygestanden..“ In alten Erbleihbriefen, die die Landesherren ihren Hof= und Mühlenbeständern ausstellten, finden wir oft eine Bemerkung, die die Zerstörung der Gebäude ins Auge faßt und auf die Notwendigkeit hinweist, an Stelle der abgebrannten Gebäude neue entstehen zu lassen. Um den Neubau selbst aber kümmerten sich die eigentlichen Herren nicht mehr. Das war Sache der Beständer und lie serten sie nur gegen„billigmäßige Bezah lung aus den Untertanen Wälder das notwendige Bauholz". So enthält ein Erbleihbrief, den im Jahre 1770 der Graf zu WiedRunkel dem Papiermüller Wilh. Weylandt zu Ennerich ausstellt, folgenden Passus:„Auf den Fall eines Brandes wird Ihme mit Col lecten und Vorschreiben im In= und Ausland beygestanden werden.“ Zur damaligen Zeit gab es überall herrschaftliche Feuerord nungen, die die Untertanen verpflichteten, in ihren Häusern lederne Feuereimer an bestimmter Stelle aufzuhängen, vor die Tür eine Bütte mit Wasser gefüllt zu stellen, um bei eintretendem Brande löschen zu können. Such Feuerspritzen waren schon hier und da vorhanden. Das alles verhinderte jedoch nicht, daß ab unn zu Brände ausbrachen, wenn es auch stren; verboten war,„mit ofsenem Licht in Stall und Scheune zu gehen". Na. die Brandchronik jener Tage war viel seinen Mauern, Türmen, Toren, seinen spitzen Häusergiebeln, Kirchendächern aus der Landschaft heraus und wenn gar, wie zu Nürnberg, eine Burg die Stadt krönend überragte, da mochte der Wanderer, der sie zum ersten Male schaute, wie vor einem Wunder stehen...“ Aber nicht nur Lichtseiten, sondern auch manchen Schatten kannte die Stadt des Mittelalters. In die Enge und Düsterkeit der mittelalterlichen Gassen führt uns ebenfalls Friedrich Zoepfl:„Wir sind entzückt“, schreibt er,„wenn wir, an gerade, breite, eintönige Straßen gewöhnt, in die enge Gasse einer alten Stadt einbiegen. Wie heimelig, wie gemütvoll, wie malerisch ist hier alles! Ohne Zweifel, diese engen, krummen winkeligen Gassen sind für das empfängliche künstlerische Auge entzückend. Der mittelalterliche Mensch mochte dieses Empfinden weniger haben. Er mochte viel mehr das Unbehagliche, Quälerische an ihnen sehen. Die Gäßchen waren krumm, eng und düster— man mußte, je mehr die Bevölkerung zunahm, den Raum stark ausnützen. Den ohnehin schon sehr engen Gassen wurde der Raum noch weiter streitig gemacht durch die vielerlei An= und Vorbauten, die fast an jedem Haus angebracht waren. Hier ragte ein Kellerhals weit in die Gasse hinein, dort führte ein Trepplein zur hohen Haustür empor, hier sprang keck ein Erker vor, dort hing ein Stockwerk weit über das Untergeschoß hinaus. Da hatte ein Krämer seinem Haus eine Laube vorge baut, unter deren Böden er seine Waren feil hielt, dort hatte einer, um Raum für seine wachsende Kinderschar zu gewinnen, seinem schmalen Häuslein ein drittes Stockwerk auf gesetzt und dadurch dem Sonnenlicht den Weg in die Tiefe der Gassen versperrt. Jeder trachtete den geringen Raum für sein Haus möglichst auszunützen und trug auf diese reichhaltiger als die heutige. Da es aber noch keine Feuerversicherung gab, so wurden die Brandgeschädigten leicht zu armen Leuten. Die Landesherren suchten solchen Untertanen dann durch Kollekten im eigenen Land und durch Empfehlungsbriefe, sogenannte „Brandbriefe“ billige Unterstützung zu gewähren. Mit solchen Briefen zogen die Geschädigten durchs Land, klopften an allen Türen und„heischten“ milde Gaben zum Wiederaufbau der zerstörten Häuser. Vielfach flossen die Gaben so reichlich, daß die Geschädigten nicht nur bauen konnten, sondern noch einen Ueberschuß hatten. Der Neubau war bald fertig, da die Orts= und Notnachbarn mit Hand= und Spanndiensten hilfreich beistanden. Manchmal artete das„Heischen zum Bau“ aus, gab es doch auch damals schon Leute, denen das Betteln besser gesiel als das Arbeiten. Sie zogen jahrelang bettelnd umher und brachten die Bausumme doch nicht zusammen, da sie den größten Teil des Gesammelten durch die Gurgel gehen ließen. Es soll solche gegeben haben, die ihr Leben lang sammelten und schließlich zu Bettlern wurden, ja gar auch welche, denen es eine Freude war, wenn sich der rote Hahn auf ihr Dach setzte und sie in die Lage kamen, wieder „heischen“ zu müssen. Gegen solchen Unfug gingen schließlich die Landesherren streng vor. Verordnungen untersagten es den Untertanen an fremde Bettler Almosen zu ge ben. Auswärtigen Collectanten, die durch Brand„oder andere Unglücksfälle genötigt waren zu betteln, durften sie eine bristliche Weise dazu bei, daß die Gasse eng, düster, dumpf wurde... Die Enge und Düsterkeit hätte man noch hinnehmen können, wenn die Gassen alle Zeit recht sauber gewesen wären. Allein, das war gerade die Klage das ganze Mittelalter hindurch, daß Schmutz und Staub den Aufenthalt in den Gassen zur Qual machten. Die Gassen bestanden, wenn wir etwa von alten Wegen in ehemaligen Römerstädten absehen, wie in den Dörfern nur aus dem vielleicht notdürftig festgestampften Erdboden. Die Häuser entlang lief ein etwas erhöhter Damm ebenfalls aus Erdboden oder bestenfalls aus Bohlen. Bei regnerischem Wetter war die ganze Gasse ein einziger tiefer Schmutzbrei Den Uebergang von einer Häuserzeile zur an deren ermöglichten hölzerne Stege oder Springsteine, wodurch freilich wieder der Wagenverkehr stark behindert wurde. Dazu kam noch, daß das Vieh frei in der Gasse um herlief- allmorgens sammelten die Hirten die Pferde, Rinder, Schweine und Schafe und trieben sie auf die städtische Weide—, daß jeglicher Unrat aus den Häusern unbedenklich auf die Straße geschüttet und nicht mehr abgeführt wurde. Die vielen Seuchen, die im Mittelalter in den Städten wüteten, sanden gerade hier reichste Nahrung. Der Stadtrat sah dem Uebel nicht untätig zu, und gegen Ende des Mittelalters waren in manchen Städten bereits erfreuliche Fortschritte zu bemerken. Man suchte zunächst einmal den Straßen eine festere Grundlage zu geben. Anfangs beschüttete man die Straßen mit Sand, Kies, kleinen Steinen, sah aber doch bald, daß diese„Steinwege“, wie man sie hieß, ihren Zweck nur unvollkommen erfüllten... Nachdem Sauberkeit der Straßen einmal als ein öffentliches Bedürfnis erkannt war, wurden die Anwohner zur Sauberhaltung der Gassen verpflichtet. Wiederholt schärfte der städtische Rat den Bürgern ein, keinerlei Unrat auf die Gasse zu schütten, die Schweine nicht oder nur zu bestimmten Stunden oder nur in beschränkter Zahl auf die Straße zu treiben, den Unrat in den Stadtbach zu werfen. Manche Stadtverwaltung ging selbst mit gutem Beispiel voran Beysteuer" reichen, wenn dieselben mit legalen obrigkeitlichen Zeugnissen versehen waren. Sie durften das Recht zum Sammeln aber von den Lokalbehörden nur für eine Frist von 12 Tagen erhalten und mußten darüber einen Schein mit sich führen. Viei geholfen haben dürften diese Verordnungen nicht. Es entstand in späterer Zeit eine andere Art von Brandbriefen. Als sich um die Wende des 17. Jahrhunderts Räuberbanden bildeten, am Niederrhein die Meersener hausten. auf dem Hunsrück die Bande des Schinderhannes sich einnistete, am Mittelrhein der Fetzer sein Unwesen trieb und im Taunus und im Hessischen die Wetterauer Bande das Volk in Angst hielt, da schrieben die Anführer dieser Horden auch Brandbriefe. Doch ihre Art war es nicht, um milde Gaben zu bitten Sie forderten einfach, daß die Menschen. die irdische Güter besaßen, ihnen einen Teil da von abgaben. Sie brauchten zur Ausstellung dieser Briefe keine Landesherren, sondern waren so frech, sie selbst zu schreiben. Wenn sie auch mit der herrschenden Rechtschreibung auf dem Kriegsfuß standen, so waren sie doch der Gewißheit, daß sie verstanden wurden Und der„Johannes durch den Wa'd“ und der„Odenwälder Hannadam haben manchen Mann mit seinen 3 Kreuzen als Unterschrift bewogen, seinen Sasseras“ irgendwo nieder zulegen aus Furcht, der Schinderbannes oder der Hannadam könne ihm übel über den Hals kommen. Idyll bei einem Bombengeschwader an der Front (PK.=Weltbild— M.) Skizze von Franz Mahlke In Döbling, jenem idyllischen Nest vor den Toren der alten Kaiserstadt Wien, waren eines Morgens die Zungen einiger Mädchen sehr geschäftig:„Der sächsische Studiosus und die Adamberger— unsere Toni vom Hofburgtheater den Ausgewiesenen?— Nein——“ „Er ist ein Dichter. Darum vielleicht hat sie „Ja“ gesagt.“ „Ein Luftikus ist er, sonst wär' er in Leipzig nicht relegiert.“ „Das ist doch wegen des Duells. Ein mutiger Junge. Den Säbelhieb auf der Stirne möchte man küssen.“ Da bog der Studiosus um die Ecke. Die Rockschöße flogen nur so.„Grüß Gott!“ lachte er, fegte die Gasse hoch und verschwand unter einem traulichen Giebel. In der kleinen Dichterstube brannte bis spät in die Nacht hinein das Licht. Kaum ein Abend, an dem das Giebelfenster nicht voll freundlicher Helle durch die Lindenzweige sah. Keines der Mädchen wagte mehr ein lästerliches Wort zu sagen. Als am 30. Dezember Anno 1812 das große historische Trauerspiel„Zriny" im Theater an der Wien zum ersten Male über die Bretter ging, da flackerten am hellsten die Herzen der Döblinger Mädchen in der aufbrausenden Begeisterung.„Unser Studiosus,— unser Döblinger Dichter!“ jauchzten sie. Der einundzwanzigjährige Theodor Körner stand da im Rampenlicht mit seinen Blumensträußen in rührender Hilflosigkeit wie ein großer Junge. Wenn die frühen Nebel das Fenster der Döblinger Dichterstube verhängten, flammte das Ollämpchen auf und eine flinke Feder lief über weiße Bogen. Manchmal sprang der Dichter auf. griff sich die Gitarre vom Haken und zupfte die Saiten zu seinen neuesten Versen. Er summte eine Melodie vor sich hin lief mit den losen Blättern seiner Lieder zu Toni und sang mit hinreißender Gewalt von Freiheit und Ehre. Dann stahl sich in das Gesicht seiner heiteren Braut flüchtig ein weher Zug. Sie nahm seine Hand und lehnte sich an seine Schulter. Er aber riß ein neues Blatt aus der Recktasche. legte das Lied aufs Spinett, und mit sanfter Hand drückte er sie auf den Sessel:„Spiele!“— Und abermals füllte seine mächtige Stimme den Raum. Als der letzte Ton im Spinett verzitterte, falteten sich die Hände der Braut im Schoß, und ihre Stirn senkte sich. Dann riß er sein Mädchen hoch:„Toni, du bist eine Soldatenbraut!“ Er drückte ihr beide Hände und hastete nach Döbling zurück. Vier Tage später jagte er mit Kurierpferden der schlesischen Grenze zu. Toni Adamberger stand müde winkend vor den Toren der Kaiserstadt. Als der Wagen längst ihren Blicken entschwunden war, stand sie noch da wie ein Licht im Wind, das Taschentuch fest in die kleine Hand gepreßt. Nach einigen Tagen rasselte der Wagen über das Pflaster von Breslau. Die Pferde wieyerten im schaumbedeckten Zaumzeug vor dem Gasthof „Zum goldenen Zepter". Dort im Werbebüro des Lützowschen Freikorps hieb Theodor Körner seinen Namen auf ein Blatt und wurde damit einer der„schwarzen Gesellen der wilden. verwegenen Jagd“. Das kühne Herz läßtt sich nicht länger mahnen. der Sturm der Schlachten trägt es brausend fort: die Leyer schweigt; die blanken Schwerter klingen Heraus, mein Schwert! Magst auch dein Liedchen singen. Das kühne Herz hat aufgehört zu schlagen... Damals, vor 126 Jahren. Oder lebt es noch?— Als ich im letzten Sommer durchs Mecklenburgische wanderte und auch die Eibe bei Wöbbelin fand, wo Theodor Körners Waffenbrüder ihn mit seiner eisernen Braut einbetteten, da kam eine Jungschar gezogen. und in ihren Gitarren erwachte sein Gebet: Führ uns!- Fall unser Los auch ties in Grabesschoß, Lob doch und Preis deinem Namen! Reich, Kraft und Herrlichkeit sind dein in Ewigkeit! Führ' uns Allmächtiger!— Amen. Sangen's, und die Arste der Eiche reckten sich wie segnende Hände über sein Grab und über jene, die seine Lieder aus„Leyer und Schwert" als ein Vermächtnis seines Herzens durch deu sche Lande tragen. HJ. hilft bei der Post Hitlerjungen beim Einsatz in einem Postamt.(PK.=Lysiak=Weltb.— M.) Die Censation von Massendiebstahl unter Polizeiaufsicht Ein Flugzeug auf Schneeschuhen Weltbild(M). Der Chefpilot der Bücker=Flugzeugwerke, Arthur Benitz, der sich als Kunstflieger bereits einen Namen gemacht hat, führte auf dem Rangsdorfer See mit einem Flugzeug vom Typ„Jungmeister“ ein ausgezeichnetes Kunstflugprogramm vor. Mit seiner Maschine, die mit einem Skifahrgestell statt der Laufräder ausgerüstet ist, startete und landete er auf der Eisdecke. Berwegon oder raffiniert ausgedachte Diebstähle hat es zu allen Zeiten gegeben. Aber die Polizeibehörden versichern, daß die Menschen immer gerissener würden und auf immer neue Schliche verfielen, um die arme Menschheit auszuplündern. Diese Auffassung scheint richtig zu sein. Jedenfalls gewinnt man diesen Eindruck, wenn man den Bericht der Behörden über den Fall Koros liest. Denn man muß diesen Fall nach einem ganz kleinen wohlhabenden Ort benennen, indem ganz Koros betroffen wurde von diesem Streich— einem Raubzug, zu dem die Polizei ungewollt auch noch Hilfe leistete. „Hier wohnt doch Szalkos!“ In einem alten klapprigen Wagen fuhren zwei nicht gerade vertrauenerweckend aussehende Männer durch die ungarische Landschaft Sie passierten Dörfer und kleine Städte, hielten überall auffallend scharf Ausschau und machten ab und zu Notizen. Als sie durch Koros kamen, schaute der eine von ihnen, Stephan Fethlen, in seinem Notizbuch nach. „Halt“— dieser Ort hier muß reich sein. Uebrigens wohnt hier jener Szalkos, mit dem ich lange zusammen in einer Zelle gesessen habe. Wir müßten einmal bei ihm vorsprechen. Aber noch ist es zu hell.“ Man fuhr also mit dem Wagen weit hinaus auf das Land, stellte ihn dann ein und kehrte zu Fuß zurück, um dem ehemaligen Mitsträfling einen kleinen Besuch zu machen. Nein, er wollte nichts mehr von dummen Taten wissen. Er war ein fleißiger Mann geworden. Er hatte die Milchlieferung von Koros an sich gebracht. Stephan spitzte die Ohren. Dann mußte er ja wissen, wer zurzeit verreist war und wer nicht. Nach einer Stunde eifrigen Zuredens war er„bekehrt“, wenigstens die Namensliste der Abwesenden von Koros auszuhändigen— gegen gutes, bares Geld. Der Plan ist fertig Koros war auffallend stark beleuchtet. Die Gemeinde schien viel Geld zu haben. Bei diesem Licht konnte man keine Einbrüche ausführen. Also mußte man anders vorgehen. Schließlich war der Begleiter des Stephan Fethlen ein Elektriker gewesen. Daraus ließ sich Nutzen ziehen. Das Projekt wurde in allen Einzelheiten ausgearbeitet. Und zwar eilte es scheinbar diesen„Unternehmern" nicht. Sie mieteten in Budapest einige Lastwagen und besorgten sich Uniformen der Beamten des staatlichen Kraftwerks. Nun hieß es also, nur noch den sorgsam geschmiedeten Plan zu verwirklichen. Sie trafen in Koros bei Einbruch der Nacht ein. Sofort begannen sie sich an dem Hauptmast zu schaffen zu machen, der die Hauptstromzufuhr besorgte. Leute sammelten sich an, Polizei kam. Natürlich war alles in Ordnung. Denn die Männer die da arbeiteten, trugen schließlich Uniformen. Einen Moment später zischte es— und das Licht in ganz Koros erlosch. Der Mann auf der Leitungsstange rutschte herunter und bat die Polizei, dafür zu sorgen, daß sich niemand rühre, denn die beiden Hochspannungsenden lägen irgendwo auf dem Boden und könnten Unheil anrichten. Er werde nun zusehen, wo der Fehler stecke. Alle Hände voll zu tun Und dann verschwand er, um seinen Kumpanen zu helfen, die mit dem Lastwagen vor den Häusern vorgefahren waren, in denen zurzeit niemand anwesend war. Man packte dort in aller Eile ein, was man erwischen konnte. Als ein Polizeibeamter an dem Haus vorbei kam, versicherte man ihm, daß man hier gerade der Fehlerquelle auf die Spur gekommen sei. Er möge diese freudige Nachricht seinen Kollegen zur Kenntnis bringen. So brachte man ihn außer Sichtweite, während man noch bei einer anderen Adresse vorfuhr. Ohne Licht fuhren dann die vollgepackten Lastwagen in Richtung Budapest davon, während Koros noch immer im Dunkel lag. Eine Rückfrage beim Lichtwerk, wann man denn nun wieder Strom in Koros haben werde, verlief resultatlos, da man einfach keine Telephonverbindung zustande bekam, weil die Diebe auch den Telephonanschluß durchgeschnitten hatten. Aber sie waren zu üppig! In Budapest wurde die Beute rasch in Verstecken untergebracht. Die Ware mußte eben, soweit sie nicht sofort in Geld umgesetzt werden konnte,„eingelagert" werden. Jedenfalls hatten die Diebe viel Geld in der Hand und fielen rasch durch ihre großen. Ausgaben auf. Doch als die Polizei entdeckte, daß sie selbst den Streich von Koros mitgefördert hatte, war alles zu spät. Die Gauner waren schon mit dem größten Teil der Einnahmen aus ihrer Beute fertiggeworden. Aber in den Annalen der ungarischen Polizei wird man sich noch lange dieses Falles Koros erinnern. Und außerdem wird so schnell kein Gauner mehr Glück haben, der da versichert, er habe einen Auftrag des Eletrizitätswerkes, Ganz Mailand lacht über den allzu schüchternen Jüngling, der dieser Tage einem um seine Tochter mehr als genügend besorgten Vater auf etwas peinliche Weise in die Falle ging. Trotz aller Nöte des Verliebten nahm die Sache aber noch einen recht guten Ausgang. Man steigt nach... Genau 16 Lenze zählte die schöne Magdalena. Ein bildhübsches Mädel ist sie; das muß ihr der blasse Neid lassen. Kein Wunder also. daß die Blicke vieler junger Männer bewundernd auf ihr ruhen. Wenn sie täglich mehrere Male den Weg zwischen Schule und Elternhaus zurücklegen muß, kommt es öfter vor, daß ihr junge Leute folgen. Einer aber von denen, die ihr nachsteigen, scheint dabei nicht das nötige Maß von Zurückhaltung zu wahren. Magdalena ist ein braves Kind und erzählt ihrem um sie recht besorgten Vater, der Bildhauer und verwitwet ist, alles haargenau. Der stellt Nachforschungen an und erfährt zu seinem Schreck, daß gerade das besagte hartnäckige Herrchen ein rechter Freibeuter zu nach einem Fehler in der Leitung zu suchen. Solche Tricks gelingen immer nur einmal in 100 Jahren... mit glücklichem Ausgang sein scheint, der schon einige Liebesaffären auf dem Kerbholz habe. Magdalenas Vater ist wütend. Er wendet sich nicht nur hilfesuchend an die Polizei, die vorerst allerdings noch nichts tun kann, sondern entwirft selbst einen Racheplan, um dem jungen Mann das Nachsteigen ein für allemal zu verleiden.„Laß dich von dem jungen Stutzer ruhig einmal nach Hause bringen“, rät er seiner Tochter, ohne ihr zu verraten, was er im Schilde führt. Als an einem der folgenden Tage abermals ein junger Mann gleich einem Schatten dem Mädchen folgt, lächelt Magdalena zurück, so daß der Jüngling Mut faßt und sie anspricht. Modell wider Willen Bei dem väterlichen Hause angelangt, bedeutet das Mädchen ihrem Begleiter, daß er ihr folgen solle. Dann steigt sie die Treppe hinauf, der junge Mann eilt hinter ihr her. Im fünften Stock oben macht Magdalena halt, öffnet eine Tür, die sie offen stehen läßt. Als der Verehrer ihr folgt, ist das Mädchen plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Er aber befindet sich mitten in einem großen Bildhaueratelier, in dem er nur mehrere Statuen sieht. Sein Erschrecken aber wird immer größer, als hinter dem Vorhang ein riesiger Mann hervortritt und ihn anschreit:„Junger Mann, Sie kommen ja schon wieder zu spät! Ach, daß diese Modelle doch niemals pünktlich sein können!“ Mit diesen Worten reicht der Bildhauer dem Jüngling auch schon ein griechisches Gewand und schiebt den Fassungslosen in eine Kammer, in der er sich ausziehen soll. Der junge Mann ist fassungslos, aber er ist zu schüchtern, um Widerspruch zu erheben, ja nicht einmal ein Wort der Verteidigung kommt ihm über seine Lippen. Er entledigt sich seiner Kleidung, und als er halbentblößt dasteht, das faltenreiche Gewand über der Schulter, nimmt er auch die ihm von dem Bildhauer befohlene Stellung ein, die äußerst schwierig ist. Der Künstler nimmt jetzt Ton und macht sich an die Arbeit. Der junge Mann lodert innerlich vor Empörung, aber er schweigt... Doch länger als zehn Minuten kann er in dieser fürchterlichen Lage nicht verharren und er bittet, sich ein paar Minuten ausruhen zu dürfen.„Nein, ich habe Eile, es ist Ihre Schuld, daß Sie zu spät kamen!“ lautet die frostige Antwort. Aber plötzlich ändert der Bildhauer seinen Ton.„Hast du Esel dir denn eingebildet, meine Tochter mache sich auch nur einen Pfifferling aus dir?", höhnte er. Der Unglückliche versucht etwas zu sagen, aber die Erwiderung bleibt ihm in der Kehle stecken. Als nun aber gar noch der inzwischen verständigte Polizeikommissar mit seinen Beamten eintrifft, ist das Maß der Leiden des Liebenden voll— doch da heiterte sich endlich der schwer umwölkte Himmel auf. Es stellt sich nämlich heraus, daß der in die Falle Gelockte gar nicht der von dem um seine Tochter besorgten Vater gesuchte Bösewicht war. An dessen Stelle war nämlich der schüchterne Jüngling aufgetaucht, der sich aufrichtig in das junge Mädchen verliebt hatte. Auch weist er sich nun aus, daß er aus guter Familie stammt und die besten Absichten hegt. Er will wirklich heiraten, und als das Mädchen befragt wird, ist sie keineswegs abgeneigt, mit dem vielgeprüften Liebhaber den Bund fürs Leben einzugehen. Nur ein klein wenig warten wollen sie noch, da sie ja noch beide sehr jung sind. So hat denn die„schwierige Sitzung" im fünften Stock doch noch einen glücklichen Ausgang genommen... Der Winter an der deutschen Ostsceküste Weltbild(M) Vereiste Pfeiler der Brücke in Heringsdorf. Tragikomödie im fünften Eine schwierige„Sitzung“ Auf Vorposten— dem Feind am nächsten PK=Bauer=Weltbild(M) Der MG=Posten im verschneiten Grenzwald achtet auf jede Bewegung im Niemandsland. Jagd auf Minen PK=Schütze=Weltbild(M) Links: Eine treibende Mine, die von den Männern im Ruderboot entschärft wurde, wird an Bord genommen.— Mitte: Die Explosion einer treibenden Mine; die von einem deutschen Kriegsschiff unter Flakfeuer genommen wurde.— Rechts: Flak eines deutschen Kriegsschiffes schießt auf tr eibende Minen. Heitere Skizze von Bruno Richter — 2 Wie man ein Ei in eine Pfanne schlägt, um es zu braten, oder wie man Knöpfe mittels Zwirn an sogenanntem Tuch befestigt, das waren ihm, wie alle anderen praktischen Dinge, böhmische Berge— ihm. Theo. dem Kunsthistoriker. Desto resoluter war sie, die Thea. In ihren Damenschneidereien drängte sich alles zusammen, was den schönen Wirklichkeiten und den greifbaren Dingen des Lebens ergeben war. Warum aber wohl drängte dann eine solche Thea zu diesem Theo? Natürlich hatte Theo auch Werte! Seine Schriften über altjapanische Keramiken, svanische Gobelins und sizilianische Fresken waren in Bangkok ebenso bekannt wie in San Francisco, in Kopenhagen nicht minder geschätzt wie in Rom. Was war aber an diesem Nervenpaketchen noch alles zu leisten, bevor man mal daran denken konnte, die Sache nicht im ehelosen Sande verlaufen zu lassen. Vorläufig kam Theo des mittags noch trübe dahergestiefelt. weil er den Schreibtischschlüssel verlegt hatte. Darin, behauptete er, läge etwas, was ihn an etwas erinern sollte, was ihm sonst nimmermehr einfiele. Sie berieten alle Möglichkeiten durch Dann fragte sie. ov es jener Schlüssel sei mit dem er fortwährend zwischen seinen Fingern herumspiele. Und tief aufatmend gingen sie dann nach seiner Wohnung, öffneten den Schreibtisch und fanden ein verknotetes Taschentuch. Theo sagte, daß ihn dieses an einen Zettel erinnern sollte, der obendrauf offen unter dem Löscher lag. Auf diesem Zetrel aber stand, daß er heute bei Thea zu Tisch sein wollte Da platzte bei ihr, ganz unhörbar, aver immerhin so etwas wie die viertunterste Geduldsschraube, und sie gelobte sich, etwas Entscheidendes zu tun. Deshalb sagte sie nach ettichen Tagen, so vollig leicht und obenhin: „Theo, ich möchte Auto fahren!“ Theo gedachte sofort der Widerwärtigkeiten seines Erdenlaufes. „u wih fehnent“ Hefehren werdent wenn“ „Von dir, Theo. Nur von dir.“ „Thea!" bat er, und„Theo!“ entgegnete sie. In jener Woche in der er nicht wieder erschien, wurde ihm klar, daß ihm das Besteigen einer solchen ratternden Folter die Hälfte aller seiner Tage kosten würde. „Man müßte", so versuchte er gelegentlich schüchtern abzubiegen,„im Herbst nach München zur teramtschen Schau. Die halbe Welt * „Herrlich, Theo! Wir fahren um acht Uhr früh gemütlich hier vor unserer Tür ab, denn bis dahin bist du bestimmt ein sicherer Fahrer!" Da aß er schweigend. versank in einen zuckenden Nachmittagsschlaf, und als er wohlausgeruht erwachte, stand Thea mit einem fröhlichen blonden Mann vor seinem Lager. „Komm!“ sagte sie. Drunten auf der Straße schlug dann Thea eine Autotür von draußen zu und rief:„Dein Lehrer. Theo. Komm um sechs! Es gibt Steinpilze!“ „Ds——— b'sis, in— wollte—“ „Aber Professorchen!" beschwichtigte der Blonde. Damit begann ein Unterricht, der zwar ein wenig sonderbar war, aber dafür genau nach Theas Plänen verlief. Zunachst erzählte der Blonde viel von Frau und Kind und Werkstatt. Und so mittendurch, daß er sich Gobelins kaufen wolle. Niederländische, aus dem zwölften Jahrhundert. Der bis dahin mürrische Theo meinte:„Aus dem Zwölften? Unfug! Holländische gab es erst vom vierzehnten Jahrhundert an. Der Wirker Daalenkroog i Utrecht...“ „Ach!— Sie sind in sowas bewandert?" staunte der Blonde erfreut. „Etwas“, brummte Theo, immer noch unlustig. „Aber nicht in Glasarbeiten und Keramiken?“ „Doch! Auch!“ „Fein! Ich habe da nämlich so eine kleine Sammlung geerbt. Erst war sie mir schnuppe. Aber dann packte mich eine richtige Leidenschaft zu dem Kram. Komisch. nicht? Ich habe da zinnglasierte Fayencen. Majoliken aus Urbino „Können gefälscht sein...“ „Ja, wenn ich da jemanden hätte! Könnte ich da nicht mal zu Ihnen...“ „Ließe sich schon machen. Gern!" „O danke schön“, meinte der Blonde,„und damit wir die Zeit nicht nur verplaudern, seien Sie doch mal so nett. und treten Sie recht kräftig auf den Hebel da. Feste! So. Das war nämlich die Fußbremse...“ Zur nächsten Stunde brachte der Blonde eine altkoreanische Räucherschale mit und sagte, daß dies wohl wirklich nichts sei.. „Mingl 62. Ming=Dynastie! Aus Schantung eingeführt, in Kobe lasiert, sehen Sie hier!“ fieberte Theo. Und ebenso sagte der Blonde anschließend:„Sehen Sie hier!“ Da wußte Theo, was eine Gangschaltung ist.„ Ueber afrikanische Wasserkrüge und siamesische Pfeisenspitzen hinweg machte er die Bekanntschaft von Vergaser. Motor. Kupplung und Differential. Um dieses„herrlichen Naturmenschen“ willen nahm Theo den ganzen Autoschwindel mit in den Kauf Als er zur einundzwanzigsten Stunde mit einem dicken Wälzer über Gioranos Fresken erschien. meinte der Lehrer:„Phantastisch. Professorchen, aber heute ist doch Prüfung!" So kam es, daß an jenem Tage, beim Nachhausegehen Theos linke Brusttasche bedenklich schwoll. Kein Wunder, denn in ihr stat die Erlaubnis, ein„Kraftfahrzeug mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine der Klasse 3“ zu führen.„Faseligen und unpraktischen Menschen verabfolgt man so etwas bestimmt nicht". rrdete er sich ein Gleich darauf murmelte er ein erbostes„Verbrecher!“, da er einen Wagen unabgewunken und viel zu schnell nach links einbiegen sah. Als er vor Theas Im erschien. entstieg diese gerade einem recht fragwürdigen Fahrzeug. „Unserer!" strahlte sie. „Der?“ fragte Theo. „Ja. Er ist billig Man sagte, für eine Frau wäre er nichts. Es könnte doch damit mal irgent etwas geben. Aber ich sagte, du führest ihn ja.— Und ich hoffe, du kannst mir damit gleich mal ein Abendkleid nach Schloß Blüthenberge fahren. Es sind zwar zwanzig Kilometer. Theo.“ „Bring es nur!“ sagte er mit verächtlichem Lippenschürzen.„In einer haben Stunde halte den Tee bereit!“ Thea wurde aus einem ihrer ruhigsten Schläfe gerissen, als sie kurz nach Mitternacht den Hörer von der Gabel nahm„Na, weißt du, der Vergaser war verdreckt der Gummischlauch vom Tank her zerfasert, das Kabei zur Hupe ab und zwei Zündterzen verrußt!“ „Hast du alles reparieren lassen. Liebling?“ „Habe ich selber gemacht!“ „Theooo!“ flötete sie anbetend durch die Leitung hin. Als Theo am nächsten Tage erschien, hörte sich Thea zweieinviertel Stunde lang an. wie er es in Ordnung brachte. Auch jene Wochen blieben ihm nicht erspart, in denen man sich dreißig Kilometer weit abschleppen läßt, um von einem menschen= und autoerfahrenen Schlosser mit wehem Lächeln den Benzinhahn geoffner zu erhalten. Theo aver erklärte dann er hätte sich da irgendwo verfahren. Drohte sein technisches Feuer zu erlahmen. dann genügte Theas zarte Frage:„Theo wirst du es auch schaffen? Du bist doch kein Mechaniker?“ Dann griff er. unter grimmiger Verachtung solchen Gedalbers, zu Zange. Schraubenzieher und Feile und stürzte sich auf Motor. Kühlschrank und Bügeleisen. So entschied sich auch beider Leben Immer kürzer, immer bündiger und zielbewußter wurde Theo. Als er sie eines Tages träftig anschnauzte, streichelte Thea in der Garage nachher liebevoll die Kühlerhaube jener ilten Knatterschaukel, stolz überblickte sie ihr Werk Ein alter Wagen und etwas Benzin hatten einen Mann geformt. Als an Theos Geburtstag ein nagelneues Kabriolett vor der Haustür furrte, war er zwar hocherfreut, doch er meinte:„Der alte wird nicht verkauft! Lerne du. und fahre auf dem neuen. Damit kann es ja jeder!“ Da konnte sie sich nicht enthalten triumphierend zu erwähnen, daß dieser Kniff mit dem alten Auto bestimmt kein schlechter Einfall vor ihr gewesen sei. „Och. och!" warf Theo brüsk zurück.„Du hattest nur Glück. Wäre der Fahrlehrer nicht zufällig auch Kunstsammler gewesen, dann hätte ich niemals Und da kam just das Mädchen herein, brachte wohlverpackt alle Altertümer mit, die einstmals der Blonde seinem scheuen Schüler zeigte. und sagte dazu:„Der Automeister schickt den ganzen Kram zurück. Bei ihm ginge es bloß kaputt. ließ er sagen. und seinen Zweck hätte es ja erfüllt.“ „Schön, Käthe. Es kommt wieder in meines Mannes Studierstube.“ Skizze von W. Schimmel=Falkenau Der Hafen war weit wie ein Meer, und nächtens war sein Himmel voller Sterne. Mit ausgestreckten Ufern langte er dem Unendlichen entgegen, dessen Atem im Dufte der Vogen herüberwehte. Mit gefalteten Händen stand das Mädchen Julitta an der Mole und sah den einkommenden Schiffen entgegen unter den vielen aber mit inbrünstiger Sehnsucht denen. die von großer Fahrt aus dem Osten kamen. Denn mit einem dieser Schiffe wollte er wiederkommen. So hatte er damals gesagt Es war lange her. Solche Schiffe machten vierzehntägig im Hafen fest, und Julitta hatte schon mehr als zwanzig abgewartet. So lange schon brannte ihre Sehnsucht wie eine kleine Flamme im Hafen. Am Tage ging sie in der heißen Sonne unter, aber nachts war sie wie ein kleines Leuchtfeuer. Als wieder ein solches Schiff wie ein kleiner Schattenfleck nur auf der Höhe des Safens stand, dem geübten Auge eigentlich nur durch die hauchdünne und zierlich=kleine Rauchfahne erkennbar, jagte das Herz Julittas in wilden Schlägen. Eine nie gekannte Unruhe erfaßte sie. Und das Atmen wurde ihr schwer. Er kam mit diesem Schiffe! Sie wußte es. Ihre kleinen Hände waren kalt, und ringsum schien die Sonne heißer als je zuvor. In langsamer Fahrt hob sich das große. weiße Schiff immer deutlicher aus dem Meeresbett heraus, wie eine Blume sah es aus. die leuchtend über den Wogen aufblüht. Die Unruhe der Erwartung nahm zu. JuJulitta war nicht mehr allein. Viele Menschen standen plaudernd. lachend und wartend neben ihr. Stolz wuchs es empor. Brücken bauten sich unsichtbar vom Ufer dieser Erwartung zum Bord großer Hoffnungen hinüber. Wünsche und Gedanken gingen in großer Wanderung darauf hin und her. Unter den vielen auch die zitternden Wünsche und Gedanken des Mädchens Julitta. Nach einer Stunde wurden die Landungsbrücken ausgeworfen. Gewaltig ruhte das Schiff an der Mauer. Ganz nahe drängte sich Julitta, so daß sie schließlich durch zwei hochgewachsene Menschen den Ankommenden schmal entgegensehen konnte. Schon unter den ersten hatte sie ihn erkannt. Er war wie damals, stolz. groß und weiß. Und neben ihm ging eine Frau, die seinen Arm in dem ihren hielt und zärtlich auf ihn einsprach. Er antwortete ihr mit einem glücklichen Lächeln. Noch einmal schrie Julittas Herz leise auf Sie sah es: Er war glücklich. Sie trat schnell hinter die Wartenden zurück rannte hinter der Menschenmauer entlang und sah ihn dann noch einmal. Zaghaft ging sie hinterher. Und als sie sich alle drei von den Wartenden gelöst hatten, trat Julitta gesenkten Hauptes zu ihm und begrüßte ihn ehrerbietig. Ein frohes Lachen erfüllte sein Gesicht. „Julitta", sagte er,„das ist aber schön von dir, daß du hier bist", und zu der schönen Frau an seiner Seite meinte er erklärend: „Das ist meine kleine Dienerin Julitta, sie Ein bekannter Berliner Arzt wurde von einem Patienten seines Haarschwundes wegen konsultiert. Der Arzt fertigte ihm ein Rezept an und sagte:„Behandeln Sie mit diesem Mittel Ihre erkrankten Kopfnerven und lassen Sie sich dann von Zeit zu Zeit bei mir sehen.“— „Oh, Herr Doktor“ jammerte der Mann,„das wird sich schwer machen lassen Ich wohne nicht in Berlin und kann doch meiner Haare wegen nicht so oft hierher kommen.“—„Das ist freilich dumm“. überlegte der Arzt.„Ich will Ihnen aber etwas sagen. Schicken Sie mir jede Woche eine Probe Ihrer Haare, ich werde sie mitroskopisch untersuchen und Ihnen den Befund dann schriftlich mitteilen.“ Hierauf einigte man sich. Der Patient wandte nun fleißig die Salben und Mixturen an die der Doktor ihm verschrieb und schickte von Zeit zu Zeit dann eine Probe nach Berlin. Der Erfolg war wohl nicht nennenswert denn der Arzt war sehr zurückhaltend mit seinem„Befund“. und so ereignete es sich eines Tages, daß er einen Brief von seinem Patienten bekam, in dem sich einige Haare und folgende Zeilen befanden:„Einliegend erlaube ich mir. Ihnen wieder einige Haare zu senden, Leider kann ich diese Behandlung nicht mehr fortsetzen, denn es waren meine letzten.“ hat immer rührend für mich gesorgt.“ Und zu Julitta:„Und diese Dame hier, Julitta, ist nun deine Herrin, hilf ihr, so wie du mir immer treu geholfen hast.“ Ehrfurchtsvoll beugte sich das Mädchen Julitta. Dann hörte sie freundliche Worte aus dem Munde der Dame Sie nahm einen kleinen Handkoffer ab und trug ihn schweigend hinterher. Seltsame Folgen einer Verlobung Wenn man seiner Braut das Rauchen beibringt Das Gericht in Turin hat sich derzeit mit einer seltsamen Klage zu beschäftigen. Kläger ist der Vater eines 17jährigen Mädchens. das mit einem jungen Arzte verlobt war. Serafina hatte ihren Carlo kennengelernt, als dieser noch Student der Medizin war. Im Einverständnis mit den Eltern machten die beiden Ausflüge, sie besuchten Tanzunterhaltungen, und als dann Carlo die Doktorwürde erwarb, feierte man offiziell Verlobung. Eines Tages aber erklärte der junge Doktor der kleinen Serafina, daß er sie nicht beiraten könne, weil seine Eltern ein reiches Mädchen als seine Braut bestimmt hätten Serafina war verzweifelt, ihr Vater aber eilte zum Gericht und brachte gegen den Erbräutigam seiner minderjährigen Tochter eine Schadenersatzklage ein, die wohl einzig in ihrer Art ist. Der erboste Vater erklärt nämlich, daß sich seine Famile schon seit vielen Generationen des Nikotingenusses enthalten habe, weder er noch sein Vater, noch der Urgroßvater, ja auch nicht der Urahne hätten auch nur einmal im Leben geraucht. Unter dem Einfluß und durch die Ueberredungskunst ihres Bräutigams sei nun ausgerechnet seine Tochter zu einer starken Raucherin geworden. Sie habe am Tage für mndestens 10 Lire Zigaretten gekauft. die er, dr Vater, hätte bezahlen müssen. Nun, da die Verlobung gelöst sei. verlange er vom ehemaligen Bräutigam der Tochter die Zurückzahlung der Ausgaben für Zigaretten, die er für die Dauer der Verlobung mit 3695 Lire bezifferte. Ganz Turin sieht nun mit Spannung dem Urteil des Gerichts entgegen. Wuee ttzu Wuteine Kurzgeschichte von Herbert Hartenfels Seit Wochen sprach man auf der Farm des Don Diego Alfonso y Guarnaro nur vom schwarzen Mustang. Wenn die Boys von den Weiden heimkamen. war mindestens einer unter ihnen, der den Einzelgänger und Einsamen gesehen haben wollte, wenn er mit flatternder pechschwarzer Mähne und gestrecktem Schweif vor dem Winde daherbrauste. Unter den Weidegängern Don Diegos war auch so ein Einsamer, Einzelgänger, der sich an niemanden anschloß. Eines Tages hatte Dick Brown an den Hürden gestanden und um Arbeit gefragt. Da er ein ausgezeichneter Zureiter war. hatte Don Diego nicht lange gezögert. Es war wieder einmal vom Schwarzen die Rede, als Don Diego die Stube der Boys betrat. Er hoffte immer noch auf einen guten Tip, wie er den Wildling fangen könne. Da pflanzte sich Dick vor Don Diego auf:„Geben Sie mir vier Wochen Urlaub, für vier Wochen Proviant und einen Gaul mit. Boß. Ich Ihnen den Schwarzen!“ Die Boys wälzten sich vor Lachen, doch Don Diego reicht Dick die Hand:„Ist bewilligt, Dick. Und wenn du in vier Wochen mit dem Schwarzen zurück bist, bist du Vorreiter und um 500 Dollar reicher!“ Als die Boys in der Frühe aus den Strohsäcken kriechen, ist Dick schon nicht mehr auf der Farm. Und nun beginnt er ein seltsames Treiben. Am Rande der Steppe unter einer hundertjährigen Hickory hat er sein Lager aufgeschlagen. Jeden Morgen marschiert er tief in die Steppe hinein und jeder Abend findet ihn auf dem Ausguck des Schwarzen. Bald ist er 400, bald 500 dann auch 300 und sogar nur 150 Meter von dem äugenden Hengst entfernt; der beobachtet den einzelnen Menschen mit steigender Unruhe aber auch Neugierde. Je länger dieses Beisammensein auf Entfernung dauert um so nervöser wird der Mustang. Eines Tages, es mögen so an die vierzehn Tage verflossen sein, nimmt sich der Rappe ein Herz; er verfällt in rasenden Galopp, fegt auf den reglos Dasitzenden los und setzt mit einem riesigen Sprung über ihn hinweg, zwanzig Meter weiter schlägt er einen Bogen und äugt zurück Der Mensch ist unverändert hocken geblieben. An die zehn Minuten stiert der Schwarze zu dem Unbekannten hinüber wendet dann kurz auf der Hinterhand und trabt davon Anderen Tages wiederholt sich das Spiel, nur daß diesmal die Hufe des Mustangs fast den Scheitel des Mannes treffen. Jetzt umtrabt der Schwarze den Genossen der Steppe in immer kleiner werdenden Kreisen, immer enger werden die Bahnen, immer langsamer der Trab. Dann steht er hinter ihm, erst zehn Schritte, dann fünf, jetzt noch zwei. Erst fassen seine Lefzen behutsam nach der Hutkrempe des Sitzenden, zerren ihm dann die Bedeckung vom Kopfe. Lauernd. stets fluchtbereit verharrt der Hengst und nimmt den Geruch „Mensch“ in sich auf. Dick dreht langsam, fast millimeterweise den Kopf herum, bis sich Mann und Tier in die Augen sehen. Ruhig, Stückchen um Stückchen hebt Dick die Hand, die einen Augenblick in der Luft verweilt, bevor sie sich ganz sanft über die Nüstern des Schwarzen legt. Ein jähes Zurückschnellen des Kopfes, ein allmähliches Wiedersinkenlassen und wieder die streichelnde Hand, dann zum erstenmal leise. beruhigende Worte aus Menschenmund. Langsam erhebt sich Dick, fährt noch einmal sacht über die Nü stern aufwärts zwischen die Augen. Dann dreht sich Dick auf dem Absatz und obrn noch einmal zurückzublicken verliert er sich im hohen Grase. Am nächsten Abend hat sich Dick eine leichte Decke mitgebracht. Der Hengst ist schon zu traulicher geworden. Wieder beginnt das Wer ben des Mannes um das Zutrauen des Tieres bis es duldet daß er die Hand leicht über Kruppe und Rücken fahren läßt. Endlich ist es soweit, daß Dick dem Schwarzen die Decke über den Rücken werfen kann Erschreckt macht das Tier einige weite Sätze aus dem Bereich des Menschen. Ueber eine Stunde wahrt es Abstand. Dann ist die Furcht überwunden. und beim zweiten Versuch schon duldet der Schwarze die Decke auf seinem Rücken. Der nächste Tag sieht Dick in aller Frühe in der Steppe Sattel und Zaumzeug über der Schulter. Nach einigen Stunden Wartezeit hat sich auch der vierbeinige Steppengenosse eingefunden. Nichts von Furcht ist mehr in dem Gebaren des Tieres. Dick wiederholt den Versuch mit der Decke. Er klappt ausgezeichnet. Dann wagt es Dick. Mit einem Schwung hat er dem Rappen den schweren Sattel übergeworfen. Aber statt in sinnlosem Schrecken davonzujagen, steht der Schwarze ruhig da als Dick das Zaumzeug anzieht, nur ein Schütteln des Körpers verrät die innere Spannung des Tieres. Die Unentschlossenheit des Schwarzen ausnutzend wirft sich Dick mit einem Schwung in den Sattel. preßt die sporenlosen Füße in die Seiten des Rappen und umklammert den hochaufragenden Sattelknopf. Keine Sekunde zu früh. Wie auf der Flucht vor einem Steppenbrand schießt der Schwarze davon. Heiße zornige Töne kommen aus seinem Rachen das Maul schnappt nach den Füßen des unerwünschten Reiters. Aus rasendem Lauf stoppt er in Sekundenschnelle. Alle Kniffe und Verzweiflungstricks ungebändigter Pierde muß Dick über sich ergehen lassen. Stundenlang währt der Kampf. bis der Schwarze nach einm letzten Galopp mit einem Ruck stehen bleib; den Kopf gesenkt mit zitternden Flanken Dick ist Sieger geblieben. Drei Tage vor Ablauf der vierwöchigen Frist sprengt Dick am frühen Morgen in den von Boys und Madchen wimmelnden Hof der Farm. Niemandem hat er erzählt wie er den Schwa:= zen fing. Don Diego macht sich den Schwarzen mit den allen Pferdezüchtern des Westens geaufigen Methoden ebenfalls gefügig Eines Tages aber ist der Vorreiter Dick ohn: Kündigung ohn: Lebewohl von der Farm verschwunden Eine Magd behauptet er sei gegangen weil er dem Schwarzen nicht mehr in die Augen sehen konnte Roman von Hans K. Meinner Sie legten jetzt ab und verfügten sich au ihre Plätze, man hörte, wie sie miteinander tuschelten. Und da dies Rita auf die Nerven fiel, so sagte sie laut, daß es alle verstehen konnten:„Ich arbeite hier noch kurze Zeit an meiner Aussteuer, daß ich mich hierfür nicht bezahlen lasse, ist selbstverständlich!“ Auch Peter hatte das vernommen, aber, was ging ihn das noch an? Er mochte nichts mehr wissen und nichts mehr hören. Am besten wäre es, er ginge von hier weg, dachte er sich. Ellen hatte sich an ihren Platz gesetzt, sie arbeitete ganz mechanisch. Das Herz tat ihr weh, ihren Bruder hatte sie verloren und nun auch die Freundin. Nach zwei Stunden zeigte sich Frau Kralik. Sie nannte Rita„mein liebes Fräulein Mücher", und bot sie, mit ihr in das Studio hinunter zu kommen, um dort entzückende Neuheiten für die Aussteuer auszuwählen. Rita war froh, sich aus der Näche Ellens und Peters entsernon zu können * Wieder vergingen zwoi Tage. Krta Klice. Ellen hatte im Atetier angeregt, am zweiten Ostertage einen gemeinsamen Ausflug zu machen, denn das allgemeine Gespräch drehte sich schon sast ausschließlich um die nahe freie Zeit. Und dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen, auch Peter schloß sich an, nachdem er erfahren hatte, daß Fräulein Rita nicht von der Partie sein werde. Abends, als Ellen in ihrem Zimmer den Tisch gedeckt hatte und Wolfgang herüberbat, verschwand dieser mit geheimnisvollem Gesicht in sein Zimmer. Mit einem Arm voller Päckchen kam er zurück:„Tee. Arrak, Zitronen. Kels, Sardinen, Hartwurst, Käse!" und mit einem großen Paket: neue Taffen und Teller Er strahlte und gab Ellen, die ganz verblüfft dreinsah, einen herzhaften Kuß. „Wolfgang, wo hast du eingebrochen?“ feagte sie, als sie wieder zu Atem kam. Und nun erzählte er, daß er aus Kapstadt eine Ueberweisung erhalten habe für wissenschaftliche Arbeiten, daß ihm nach all diesen Großeinkäufen noch der Betrag von siebenhundertzehn Mark übriggeblieben sei und er schmiedete begeistert Osterreisepläne. Aber Ellen sagte: Wir werden dem Herrn Dr. Holzmann zunächst ein Dutzend Hemden nach Maß machen und uns alle weiteren Ausgaben noch reiflich überlegen.“ Wolfgang erklärte sich seufzend einverstanden und ließ sich das Maß nehmen. * Acht Tage waren vorübergegangen. Frau Kralik hatte aus Spa geschrieben, daß sich ihre Rückkehr um zwei Tage verzögere. Herr Popp hatte ein wenig gebrummt. aber nicht aus Ueberzeugung. Er fand, daß Ellen ebensogut dem Geschäft vorstand wie Frau Alice. Ja, vielleicht noch besser. Er machte ihr gegenüber auch kein Hebl daraus, sondern betonte, daß jetzt endlich wieder der alte Gemeinschaftssinn und die alte Arbeitsfreudigkeit wie zu Lebzeiten seiner Frau die Räume erfülle. Ellen unterbrach ihn.„Ich verstehe mich wohl auf die Atelierarbeit, aver nicht auf die da eiimen nidht bimmt! werntetene 1! diele Biage nmer gerammert. r nahm nuI! intensiv die Bücher vor, er rechnete und machte Aufzeichnungen und ließ schließlich den Schlosser kommen und den Schreibtisch der Frau Kralik öffnen. Und blieb den ganzen Tag über stumm. Erst am Abend sugie er kurz:„Gräßlich!" Das war seine Stimmung, als er zwei Tage später Frau Alice empfing. Sie sah müde aus, die Seeluft mußte ihr schlecht bekommen sein. Und sie wurde nervöser, als sie Herrn Popp wie einen Richter vor sich sitzen sah. Er hatte die Geschäftsbücher und die Ordner mit den Rechnungen und Quittungen vor sich liegen. Und er fackelte nicht lange.„Sie sind die Geschäftsführerin, sagen Sie sofort Konkurs an und stellen Sie sich dem Untersuchungsrichter zur Verfügung. Wegen leichtsinnigen Bankrotts. Was ist mit den offenen Rechnungen der letzten Monate? Wie lange können diese Wechsel noch prolongiert werden? Richt einmal die Benzinrechnungen für Ihren Wagen haben Sie bezahlt, sondern die Beträge von Peter auslegen lassen. Zudem sind Sie ihm den Lohn schuldig geblieben.— Was haben Sie mit den Einnahmen gemacht?“ Frau Kralik schielte zu ihm bin. Sie hatte in der letzten Zeit bei Rennen verloren. sie war weg gewesen, um zu spielen und durch einen großen Gewinn den Schaden gutzumachen. Und statt dessen hatte sie bei diesem Unglücksspiel erst recht verloren. Und er, der hier saß, hatte bei ihr eingebrochen und nur deshalb. weil diese Reger ihn dazu aufgehetzt hatte, denn Herr Popp erklärte gerade:„Hätte mich Fräulein Ellen nicht aufmerksam gemacht, daß etwas nicht stimme, dann wäre die Firma durch Ihr merkwürdiges Geschäftsgebaren schwer geschädigt worden.“ Er sprang auf und schlug auf den Tisch. „So reden Sie doch endlich!“ schrie er. Frau Kvalik schrak zusammen. Dann sagte ke:„Ich werde den Schaden gutmachen.“ „So? Womit?" „Das ist meine Sache“, wiederholte sie. Sie sprach nicht weiter, denn Peter war eingetveten. Herr Popp war über diese Störung öugerlich. „Lein Mensch hat Herein genufen“, fuhr er ihn an. Diesen Ton hatte Peter noch nie von Herrn Popp gehört, so wurde er verlegen. Er wurde einer Antwort enthoben, denn Herr Popp sagte nun ruhiger:„Sie kommen wegen Ihres Lohnes und wegen der Auslagen für den Wagen. Das können Sie sofort haben.“ Aber Peter schüttelte den Kopf.„Es ist nicht deswegen“, sagte er langsam.„Die gnädige Frau ist jetzt zurück und ich wollte nur wissen, ob ich sofort austreten darf?“ Er blickte Antwort heischend zu Frau Kralik hinüber. Herr Popp hatte einen Scheck herausgeschrieben.„So. Herr Haushofer, da ist Ihr Geld. Und das mit dem Davonlaufen, das überlegen Sie sich. Sie sind auch kaufmännisch tätig. Am fünfzehnten Mai können Sie kündigen. Früher nicht!“ Peter nahm den Scheck und stechte ihn umständlich in seine Brieftasche. Herr Popp verlor wieder die Geduld. „Herr Peter, wenn Sie noch etwas wünschen, dann sprechen Sie mit Fräulein Reger, Frau Kralik hat nicht mehr die Geschäftsführung. Guten Tag!“ Jetzt ging Peter stumm hinaus. Herr Popp wandte sich nun Frau Kralik zu. „Sie haben gehört. Ihr Name wird im Register gelöscht. Wenn ich Sie nicht ohne Kündigung gehen lasse. so geschieht das mit Rücksicht auf die Vergangenheit. Arbeiten Sie in Ihrem Studio. mischen Sie sich nicht mehr in die Betriebsführung. schaffen Sie gute Modelle... ich will Ihnen die Abtragung Ihrer Schuld nach Möglichkeit erleichtern.“ Frau Kralik wurde grünlichblaß, gern hätte sie dem Manne hier alles vor die Füße geworfen und wäre zur Konkurrenz gegangen Aber sie mußte tun, was er vorschrieb. Er saß tatsächlich und formulierte einen Schuldschein über rund neuntausend Mark und ließ ihn von ihr unterzeichnen, Die Konkursdrohung hatte er benutzt, um sie einzuschüchtern. Die Firma war wegen der entnommenen Summe keineswegs in Schwierigkeiten. Frau Kralik hatte sich im Grunde nur selbstherrlich ein Darlehen genommen und verabsäumt. Belege dafür zu geben. Herr Popp hatte seinen vollen Gleichmut wieder gefunden. Er machte eine leichte Verbeugung. „Frau Kralik, Sie können sich in Ihr Studio zurückziehen, hier werden Sie nicht mehr benötigt.“ Kleinlaut zog sie sich zurück. Herr Popp bat nun Ellen herunter und erklärte ihr die neue Geschäftsregelung und meinte zum Schluß lächelnd:„Ich werde Sie nun der Belegschaft in aller Form als Geschäftsführerin vorstellen.“ Auf dem Wege zum Atelier empor meinte Herr Popp lächelnd:„Nun sind Sie doch die Nachfolgerin meiner Frau geworden. Ellen! Nur anders als ich gedacht hatte!" Dazu seufzte er leicht Als er seine Begleiterin in ihrer neuen Würde vorgestellt hatte, brach spontaner Beifall aus. Ellen ging von einem Tisch zum anderen und drückte jeder die Hand. Als sie zu Rita kam, waren alle Blicke in diese Richtung gewandt. Rita hatte sich erhoben. „Unter diesen Umständen", erklärte sie,„ist mir die Lust vergangen, hier noch zu arbeiten.“ Herr Popp trat zur Seite, als sie zur Türe hinausging. Er schüttelte nur den Kopf. Da Peter gesehen hatte, daß Rita sich so ungezogen verabschiedet hatte, so sagte er mit Nachdruck:„Ihnen zuliebe, Fräulein Reger, bleibe ich noch.“ Ellen hatte ihrem Bruder voll Freude ihre neue Würde mitgeteilt. Doch der Brief war mit dem Vermerk:„Annahme verweigert!" zurückgekommen. Aber sie vergaß diese Kränkung fohr betd. Die Arbeit nahm sie voll in Anspruch. Herr Popp hatte sie über die geschäftliche Lage unterrichtet, auch darüter, daß er die Verbindlichkeiten abgedeckt#####te. Frau Kralik ließ sich die ersten Tage überhaupt nicht sehen. Sie hielt sich im Studio versteckt und beschäftigte sich vor allem mit ihrer eigenen Toilette. Schon vor längerer Zeit hatte sie eine Modepuppe nach ihrem eigenen Körper herstellen lassen. Sie liebte es. auf diese Weise für sich selber alles allein zu arbeiten, nur zur letzten Schau rief sie dann die ersten Kräfte aus dem Atelier und ließ ihre Schsptungen bewundern. Sie kleidete sich nicht streng nach der Mode, sie war immer ein Stück voraus oder hielt an Vergangenem fest, sie buldigte dem Grundsatz: nicht die letzte Mode ist maßgebend, sondern das, was dem Körper paßt, was seine Vorzüge hebt und kleine Mängel verbirgt. Oft hatte sie über die Tatsache gelächeht, wie wenige Kundinnen die eigene Agur nozng zu beurteilen verstanden. Sie war in ihre Arbeit so vortieft, daß sie das Eintreten Ellens überhörte. Aber als nun Ellen beim Anblick des fast fertigen Kleides einen Ruf der Bewunderung nicht unterdrücken konnte, wandte Frau Wliee den Kopf. „Das gefällt Ihnen, nicht wahr? Nun ja, man wird sehen, welchen Geschmack Sie als meine Nachfolgerin entwickeln, Fräulein Reger Damit beugte sie sich wieder über die Spitzen der Taille und kümmerte sich nicht mehr um Ellen. Still verließ Ellen das Studio. Herr Popp kam ab und zu ins Kontor, ließ sich von Ellen berichten und war mit dem, was er erfuhr, zufrieden. Er erkundigte sich auch über Frau Kralik und bekam gute Auskunft.„Sie hat einige schöne Sachen geschaffen und jetzt eigentlich mehr schöpferische Arbeit geleistet als vorher.“ Auch diese Nachricht schien Herrn Popp so erfreulich, daß er in das Studio hinüberging. Frau Alice trug ein weites. brennendrotes Teekleid, aus dem hohen Burnus des Mantels schimmerte metallisch das schwarze Haar. Herr Popp mußte an einen riesigen Klatschmohn denken. Doch apart war dieser Entwurf ohne Zweifel. Er sprach ein paar gleichgültige Worte, die sie zum Anlaß nahm, sich zu beklagen:„Warum hat man mir den Wagen entzogen. Ich bin es gewöhnt, in den freien Stunden hinauszufahren. Das verschafft mir Anregung.“ Aber Herr Popp war diesmal kleinlich. „Wenn Sie die Kosten tragen, Verehrteste, dann können Sie ihn natüxlich benützen. Frau Kralik war keinesfalls in der Lage, die Kosten zu tragen. Sie erhielt ein schönes Gehalt, aber davon wurde nicht wenig zuer Abdeckung ihrer Schuld einbehalten. Mißmutig schlich sie nach Geschäftsschluß in das Atelier hinauf. Gie fand Peter in seinem Verschtn.(Fortsetzung folgt.) Hendichler, Menden. Druck und Verlag: Verlagsgesellschaft v. Rauchendichler, Monven. I. It. ist Anzeigenpreisliste 6 gültig. Schwarzes Breit SA=Wehrmannschaft Menden=Oberstadt (von Kapellenstr., Baustr. aufwärts in Richtung Iserlohner Landstraße bezw. Balper Straße) tritt am 14. Januar 1940, um 8.15 Uhr am SA=Heim, Straße der SA 23. an. Sümtliche Wänner der Oberstadt im wehrpflichtigen Alter(18—45 Jahre) haben dort anzutreten. Die schon listenmäßig erfaßten Männer, die sich bereits schon am 17. Dezember auf der Wilhelmshöhe gemeldet haben, müssen sich ebenfalls dort einfinden.“ „Was hältst Du davon, Karl, wir müssen„Sehen Sie, Herr Pfundig, wein Lieher.„Poter, das ist Soche! uns die Kohlen selber holen!“ wagen ist an der Frout; ist er da man„Was sage ich immer—— albes, halb fa. „Was? Da gehe ich gleich mal hin! Wird wichtigen am!“ wohl nur halb so schlimm sein.“ Petitihetrirritkhfkrerkilllhrrkettitttti Wer dies erfährt, wird seine Kohlen, Wenn's not tut, künftig selber holen. Unsere Armee braucht unzählige Wagen und Autos für Transport= und Versorgungszwecke. dient dazu, Erleichterungen bei den Strapazen des Feldzuges zu schaffen. Wer wird nicht auch auf manche Annehmlichkeit verzichten, wenn er daran denkt, welche Opfer der Soldat an der Frout für uns * Für die uns in unserer Trauer bewiesene herzliche Teilnahme sägen wir innigsten Dank. Frau Maria Böckelmann Famille Heinrich Böckelmann Menden, im Januar 1940. Stonotypistin per sofort gesucht. Deutsche Bank Zweigstelle Menden. Eln probes leeres zimmer nur an alleinstehende Person zu vermieten. Wo, zu erfr. i. d. Geschäftsst. Gebr. Schlatzimmer zu kaufen gesucht. Adressen i. d. Geschst. abgeben. V. T. Lichlspiele, Menden Ab heute Mittwoch— Donnerstag Frau im Strom Hertha Feiler— Attila Hörbiger— Oskar Sima— Fritz Rasp— Alexander Trojan Werner Scharf Spielleitung: Gerhard Lamprecht Drehbuch: Gerhard Menzel— Musik: Giuseppe Becce Wien besteht nicht nur aus dem Prater und aus Grinzing. Das wird uns in diesem mit aller Deutlichkeit klar. Aber das gemütvolle Lächeln, das echt Wienerische, sehlt trotzdem nicht. Ein Wien=Film der Wien=Film und Terra. Dazu gutes Beiprogramm und Ufa=Woche Unsere Tuti hat ein Brüderchen bekommen. In dankbarer Freude Cläre und Benno Christoph Menden, den 9. Januar 1940. Ludendorffstraße 1 4 Zimmerwohnung abgeschl. Etage, Klosett u. Badezimmer in Neubau, 1. 2. bezugsfertig, zu vermieten. Näheres in der Geschäftsstelle. Vlaina Anzeigen HIOMG MNTEEIDGI in unserer Zeitunghaben den besten Erfolg und hosten nicht wiel Aut zur Tall Runf der werberat. 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