Gegeündet 1880 80. Jahrgang Mendener Westfälischer Telegraph Blatt Heimat Feiertage.— Mllerben.— e 2017 9 30 Pia. Botenlohn—. Durch die Fröndenbenge Nachrichten bes 2.5r An. Einzige in Mende Lendringser Zeitung jedruckte Zeitung Zeitung Bei Eintritt höherer Gewalk, Lieferung der Zeitung oder N gelten.— Beilagen werden nicht angenon Stremmangel bestcht bein Aaipruc an eserung der Zeitung oder Rüchzahlung des Bezugsvreises. Anzeigenprette laut unserer Preisliste Nr. 6 vom 1. Juli 1902, deren Bestimmungen für alle Anzeigenausträge —“ werden nicht angenommen. Anzeigenschlug am Voradend 6 Uhr. Nr. 6 Montag, den 8. Januar 1940 Jahrgang 1940 Paris erwartet Erklärung Paris von der Zurückziehung Hore Belishas peinlich getroffen Brüssel, 7. Jan. Der Pariser Presse ist die Zurückziehung Hore Belishas als Kriegsminister aus dem britischen Kabinett offensichtich peinlich. Sein Rücktritt wird daher als eine rein englische Angelegenheit“ hingestellt. Die Blätter wollen erst eine Erklärung Chamberlains zu diesem Fall abwarten, bevor sie mit ihrem Urteil hervortreten. Nur allmählich finden die Pariser Zeitungen Worte, um sich zu der erstaunlichen Tatsache zu äußern, daß der britische Partner mitten im Kriege plötzlich seinen Kriegsminister auswechselt. In der allgemeinen Ratlosigkeit hinsichtlich der Motive dieses Schrittes übernimmt man in Paris zunächst die Versionen, die von London ausgestreut werden, und die von angeblichen technischen Meinungsverschiedenheiten zwischen Hore Belisha und dem Luftfahrtministerium sprechen. Demgemäß wird von der französischen Presse das brittsche Stichwort auch willig aufgefangen, daß es zwischen Hore Belisha und Chamverlain bzw. dem übrigen Kabinett zu politischen oder taktischen Differenzen nicht gekommen sei. Allerdings empfindet man in Paris diese britische Version offensichtlich als wenig überzeugend. Jedenfalls hat es den Anschein, daß auch die französische Regierung selbst vom Rücktritt Hore Belishas überrascht worden st, und daß die britische Regierung über die Differenzen, die zur Ausbootung Hore Belishas führten, nichts hatte nach Paris durchsickern lassen. Der englische Propagandatrick, die Absetzung des Juden Hore Belisha als„Ablösung der Wache" hinzustellen, scheint danebengeraten zu sein. Jedenfalls weiß der Londoner Vertreter des„Popolo di Roma zu berichten, daß die Wirkung der Umbildung der Regierung auf die öffentliche Meinung nicht verheerender hätte sein können. Die Opposition stehe auf dem Standpunkt, daß man mitten im Krieg nicht ohne schwerwiegende Gründe einen Kriegsminister hinauswerfe, und daß das Land, das täglich sechs Millionen Pfund Sterling Kriegsspesen bezahle, ein gutes Recht habe, die Gründe zu erfahren. Washington, 7. Jan. Außenminister Hull gab bekannt, daß nach einer Mitteilung der amerikanischen Reederei Moore McCormick deren Schiff„Moore MacSun“ unterwegs nach Bergen am Donnerstag von Engländern aufgebracht und zum Anlaufen von Kirkwall gezwungen worden sei. Da amerikanische Schiffe laut amerikanischem Neutralitätsgesetz die Häfen von kriegführenden Nationen nicht anlaufen dürfen, habe er die amerikanische Botschaft in London beauftragt, sofort mit dem amerikanischen Kapitän in Verbindung zu treten und eine genaue Darstellung von allen Tatsachen zu besorgen. Anschließend teilte Hull mit, daß er am 14. Dezember dem hiesigen englischen Botschafter eine Note übersandt habe, worin die amerikanische Ablehnung des englischen Standpunktes ganz klar zum Ausdruck gebracht werde und alle Vorbehalte bezüglich des Schadenersatzes für Schiffsschäden oder Verluste durch Verzögerung, Ladungen usw. gemacht würden. Diese Hull=Note war die Antwort auf die englische Note vom 9. November, worin der englische Botschafter erklärt hatte, England habe, wie er in seiner Note vom 10. Septmber dem Staatsdepartement eröffnet habe, Amexika nahegelegt, daß alle amerikanischen Dampfer freiwillig die britischen Kontrollstationen anlaufen sollen. Da inzwischen das amerikanische Neutralitätsgesetz in Kraft getreten sei, welches den amerikanischen Schifsfen das Anlaufen englischer Häfen verbiete, so erklarte der Botschafter im Auftrage der englischen Regierung, daß diese sich trotzdem das Recht vorbehalte, amerikanische Schiffe notfalls mit Gewalt zum Anlaufen englischer Kontrollhäfen zu zwingen. Darauf antwortete Hull am 14. Dezember, die englische Regierung mute den amerikanischen Schiffen Handlungen zu, die ihnen durch das amerikanische Gesetz verboten seien. Außerdem verkehre die amerikanische Schifffahrt seit Inkrafttreten des NeutralitätsgeDie gleiche, wenn nicht noch größere Bestürzung scheint die Ausbootung des jüdischen Kriegsministers bei dem Verbündeten in Paris ausgelöst zu haben, wo man, wie der dortige Vertreter des„Giornale d'Italia“ unterstreicht, der Ansicht sei, daß die Entfernung Hore Belishas auf einen Konflikt mit Churchill zurückgehe, bei dem W. C. siegreich geblieben sei. Die Nachricht von der Krise sei in Paris mit Bestürzung ausgenommen worden. Gleiche Besorgnis errege die Erklärung der„Times“, daß dem Kriegsminister noch andere Männer höchsten Ranges wegen„Ermüdung durch außerordentliche Anstrengungen" folgen könnten. Den Haag, 6. Jan. Das Londoner Kabinett hat beschlossen, zur Aufklärung des Volkes über die britischen Kriegsziele eine Redekampagne führender Kabinettsmitglieder zu eröffnen. Im Laufe der nächsten Woche wollen mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze die Mitglieder des Kriegskabinetts tn verschiedenen großen Provinzstädten Englands in öffentlichen Versammlungen auftreten und in programmatischen Reden die Politik der Regierung populär zu machen suchen. Den Anfang macht Ministerpräsident Chamberlain, der am Dienstag in einer öffentlichen Versammlung in Mansion House in London das Wort ergreifen wird. Von maßgebender englischer Seite ist bereits angekündigt worden, daß Ministerpräsident Chamberlain in dieser Rede die britischen Kriegs= und Frieden sziele erneut und angeblich endgültig bekanntgeben wird.: Zutrittskarten zu der Versammlung sind bereits vergriffen. Die Times kündigt an, daß an der Versammlung die Kabinettsminister, die hohen Kommissare der Dominien, die Erzbischöfe und setzes nur zwischen neutralen Ländern und von ihnen mitgeführte Ladung habe daher den Anspruch, als neutral angesehen zu werden. solange nicht konkrete Beweise des Gegenteils vorliegen. Außerdem hätten amerikanische Schiffseigentümer sich freiwillig bereit erklärt. britischen Wünschen weitgebend entgegenzukommen. Er, Hull, betrachte dieses Entgegenkommen der amerikanischen Reedereien als genügenden Anlaß für England, gleiches Entgegenkommen zu zeigen und keine Zwischenfälle hervorzurufen, durch die die amerikanischen Schiffe gewaltsam gezwungen würden. von ihrer Route abzuweichen und Häfen anzulaufen, deren Betreten ihnen durch amerikanisches Gesetz verboten ist. Sollten solche Zwischenfälle eintreten, so würde die USA.=Regierung gezwungen sein, jeden einzelnen Fall genau zu untersuchen und solche Schritte zu ergreifen. die notwendig oder zweckmäßig erscheinen. Im übrigen mache er nochmals ausdrücklich aufmerksam, daß die amerikanische Regierung für sich selber und ihre Bürger sämtliche diesbezüglichen Rechte vorbehalten und selbstverständlich für etwaige Schäden oder Verluste entsprechende Schadenersatzansprüche stellen werde. Türkischer Dampfer durchsucht Istanbul, 7 Jan. Der türkische Postdampfer „Kadesch“ wurde zwischen Smyrna und den Dardanellen innerhalb der türkischen Gewässer von einem englischen Kriegsschiff angehalten und durchsucht. Dies ist ein neuer Beweis dafür, daß die Schiffahrt in den türkischen Hoheitsgewässern widerspruchslos der englischen Kontrolle unterliegt. Associated Preß meldet aus Washington, England wolle lieber eine größere Zahl eigener Flugzeuge den Finnen überlassen, als auf einen Teil nagelneuer amerikanischer Maschinen verzichten. England pfeift auf ASA.= Proteste Der Ozeanriese Manhattan in Gibraltar angehalten Newvork. 7. Jan. Laut Funkspruch aus Gibraltar wurde der amerikanische Ozeanriese Manbattan von den Engländern in Gibraltar festgehalten und nach Banngut durchsucht, Dies geschah trotz des Protestes, den die USA. gegen die Aufbringung amerikanischer Schiffe erst am Donnerstag in London vorgebracht haben. Die Manhattan befinbet sich auf ihrer ersten Reise der neuen Route Newyork—Neapel—Genua. Sie wurde auf Grund des amerikanischen Neutralitätsgesetzes aus dem Verkehr nach Irland, England und Deutschland zurückgezogen, um die von Roosevelt proklamierten Gefahrenzonen zu meiden. Bischöfe und das ganze offizielle London teilnehmen werden. Im Laufe der nächsten Woche wollen dann Außenminister Halifax, Schatz= kanzler Simon und die drei Wehrmachtsminister in öffentlichen Versammlungen die Oeffentlichkeit über die Kriegsführung und=ziele der Regierung„aufklären“. Die jetzt beginnende Redekampagne des Kriegskabinetts soll einesteils die Oeffentlichkeit für die Haltung der Regierung gewinnen. andererseits die scheinbar als wenig befriedigend empfundene Stimmung, im Lande wieder heben. Die öffentliche Debatte über die Kriegs= und Friedensziele der britischen Regierung hat in den letzten Wochen Ausmaße angenommen, die die Regierung veranlassen. ihre eigentlichen Ziele näher zu präzisieren und der Oeffentlichkeit bekanntzugeben. Jedenfalls hält es das Kriegskabinett jetzt für ratsam, die Stimmung in England durch Reden führender Kabinettsmitglieder im Sinne der Regierungspolitik zu beeinflussen und den weit auseinander gehenden Auffassungen entgegenzutreten, die in der letzten Zeit in der englischen Oeffentlichkeit spürbar geworden sind. Blühende Vetternwirtschaft bei englischen Rüstungsfragen Den Haag, 6. Jan. 1200 Vertreter mittlerer und kleinerer britischer Industrieunternehmen. die ein Gesamtkapital von etwa 400 Millionen Mark vertreten und über eine halbe Million Arbeiter beschäftigen, haben bei dem Munitionsminister Burgin eine offizielle Beschwerde eingereicht, in der Protest dahin eingelegt wird, daß die gewaltigen in die hunderte von Millionen Pfund gehenden Rüstungsaufträge der Regierung zu 90 v. H an die großen Industriekonzerne vergeben würden und nur 10 v. H der Aufträge der mittleren und kleineren Industrie zufallen. In der Beschwerde wird die Art der Vergebung der Regierungsaufträge heftig kritisiert= und darauf hingewiesen, daß häufig die Rüstungsaufträge der Regierung nur auf Grund versonliche Beziehungen oder reichlicher„Dinner=Parties“ vergeben würden. Wenn die Regierung den Krieg gewinnen wolle, müsse sie gerade die mittlere und kleinere Industrie am Leben erhalten Die gegenwärtige von der Regierung angewandte Methode bedeute den Untergang zahlreicher Industriezweige Die Regierung wird zum Schluß in der Beschwerdeschrift aufgefordert, eine offizielle Untersuchung der bisher an die Schwerindustrie vergebenen Rüstungsaufträge einzuleiten und gegen das Unwesen der Vetternwirtschaft und die bevorzugte Behandlung der Schwerindustrie vorzugehen. Die geeignete „Manchester Guardian“ zur Betreuung Görings Amsterdam, 7. Jan. Die Ernennung des Generalfeldmarschalls Göring zum obersten Leiter der deutschen Kriegswirtschaft gibt dem „Manchester Guardian" am 5. Januar Veranlassung zu einem Kommentar. in dem das Blatt u. a. schreibt. Feldmarschall Göring unterstehe jetzt die gesamte deutsche Kriegswirtschaft. Diese Ernennung Görings sei eine Amerikanisches Schiff soll englischen Hafen anlaufen Chamberlain startet Redekampagne Das britische Kabinett will die Kriegsziele präzisieren Der Heeresbericht Aufklärungsflüge der Luftwaffe über Großbritannien und Frankreich Berlin, 7. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe klärte über Großbritannien und Frankreich auf. Deutsche Seestreitkräfte haben in letzter Zeit wiederholt Gruppen von wehrfähigen Polen, die aus den baltischen Ländern versuchten, das feindliche Ausland zu erreichen, abgefangen. geeignete Antwort auf die Behauptungen jener schwächlichen, leichtgläubigen Leute im Auslande und in Großbritannien, die ihren Mut damit aufzupäppeln versuchten, daß sie jedes Gerücht, wonach führende Deutsche in Ungnade gefallen seien, verbreiteten. Es sei unklug, die Stärke der deutschen Kriegswirtschaft zu unterschätzen, die umso erfolgreicher sei, als sie versuche, mit wenig lange auszukommen. Der deutsche Staat habe nur ein Ziel vor Augen, und das sei der Sieg. Die strenge Organisation des Generalfeldmarschalls Göring solle man nicht zum Gegenstand von Vergnügen machen. Es wäre viel besser, zuzugeben, daß die Deutschen viel mehr Verständnis dafür aufbrächten, was der Krieg an Opfern verlange, als England. Schwedische Freiwillige Stockholm, 6. Jan. Ein Sonderzug mit Freiwilligen für Finnland aus allen Teilen Schwedens hat Stockholm verlassen. Man bemüht sich ferner, ein schwedisches Skibataillon aufzustellen. Auch zwei Leutnants der dänischen Luftwaffe sind in die Dienste Finnlands getreten. Wie man in zuständigen Londoner Kreisen erfährt, sei die englische Regierung bereit, in Uebereinstimmung mit dem kürzlichen Beschluß des Genfer Vereins, Waffenlieferungen an Finnland nach Möglichkeit zu erleichtern. Die Regierung werde, wie hierzu der„Evening Standard“ meldet. Ausfuhrlizenzen so weitgehend erteilen, wie es ohne Außerachtlassung des eigenen englischen Bedarfes möglich sei.— Gleichzeitig meldet das Blatt, daß die britischen Rüstungsfabriken damit begonnen hätten, Waffen nach Finnland zu liefern. Der wahre Grund Weil Deutschland begeistert hinter Hitler steht! Berlin, 7. Jan. In einem sonst reichlich dunklen Orakelspruch über Frankreichs und Englands Kriegsziele erklärt Wladimir d’Ormesson im„Hegaro“, da sich das deutsche Volk mit Begeisterung hinter die nationalsozialistische Regierung gestellt habe, müsse der Friede von positiven und materiellen Garantien umgeben sein. Der Begriff Garantien wird hier nicht näher erläutert, aber das ist auch nicht notwendig, nachdem unsere Feinde ihre wahren Kriegsziele oft und klar genug eingestanden haben. Die Erklärung im„Figaro“ ist auch ohnedies ähli Erttarung im„Figaro recht aufschlußreich. Den unzähligen gegentei Ten unzähligen gege ligen Behauptungen der Londoner und Pariser Presse zuwider stellt Wladimir d’Ormesson nämglisch glaubt hat, weiß das schon längst, wo bleibt also die These, daß das deutsche Volk von der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft befreit werden müsse, die man eine Zeitlang sogar als Kriegsziel“ proklamierte. Wladimir d’Ormesson erklärt jetzt, wenn auch mit anderen Worten: diese These war eine Lüge. Auf das Eingeständnis der wahren Tatsachen gründet er aber eine Forderung. die in ihrer Anmaßung gar nicht deutlich genug gebrandmarkt werden kann. Er sagt nämlich, nur mit anderen Ausdrücken: Weil Volk und Führer eins sind, muß Deutschland besonders bestraft werden Das ist also das„Verbrechen“, das das deutsche Volk in den Augen seiner Feinde begangen hat. Daher der Krieg, daher der sehnsüctige Wunsch nach Gelegenheit zu einem neuen Diktat a la Versailles. Und dabei wagen die Staatsoberhäupter in London und Paris heute noch zu behaupten, daß England und Frankreich, in dem Kampf, den sie Deutschland aufgezwungen haben, nur„die Freiheit verteidigen“. Ueber dem Grab der deutschen Matrosen, die, wie seinerzeit gemeldet, bei dem Untergang eines deutschen Vorpostenbootes füdlich von Langeland umkamen und auf dem Friedhof von Nyvorg beigesetzt wurden, wird ein Ehrenmai errichtet werden. Freizügigkeit im Schmalzbezug Schlachtfett unmittelbar gegen Einzelabschnitte.— Aufhebung des Bestellscheinsystems ab 15. Januar 1940 Fere Belisha geht eder die plutokratischen Kriegsheyer Englands bleiben Die Uubildung des britischen Kabinetts war zwar seit einiger Zeit erwartet worden, hat jedoch zu einem Personenwechsel geführt, der auch für die englische Oeffentlichkeit eine Ueberraschung bedeutet. Der Rücktritt des vielumstrittenen Kriegsministers jüdischer Herkunft. Hore Belisha ist in London die Gensation. Selbst in den sonst gut unterrichteten Kreisen, die vor allem enge Beziehungen zur konservativen Regierungspartei pflegen— wie etwa die des Carlton= Cluns— hat man anscheinend nicht mit dem Rücktritt des jüdischen Kriegsministers gerechnet. Wenn auch der veröffentlichte Briefwechsel zwischen Chamberlain und Hore Belisha über die Gründe, die den iMnisterpräsidenten mitten im Kriege zu einem bedeutsamen Wechsel in der Leitung eines so wichtigen Ministeriums veranlaßt haben, keine näheren Gründe angegeben werden. so besteht doch in unterrichteten Kreisen der Eindruck, daß Hore Belishas Rücktritt in erster Linie auf die schweren Meinungsverschiedenheiten zurückzuführen ist, die offenbar schon seit längerer Zeit zwischen der Obersten Heeresleitung und dem jüdischen Kriegsminister bestanden haben. Die beiden führenden Londoner Blätter „Times" und„Daily Telegraph“, die zweifellos über die bisher geheimgehaltenen Hintergründe des Personenwechsels unterrichtet sind, deuten an. daß grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten sowohl über den Aufbau der Heeresorganisation, wie vor allem über die Art der Kriegsführung aufgetaucht waren. Der Jude Hore Belisha hatte sich mit allen Eigenschaften seiner Rasse stark in den Vordergrund gespielr, er vertrat Aufjassungen: die der Obersten Heeresleitung wahrscheinlich zu„demokratisch“ waren. so daß es nicht nur zu einem sachlichen sondern auch zu einem persönlichen Gegensatz des jüdischen Kriegsministers mit den beiden Männern kam, in deren Händen gegenwärtig die Leitung der britischen Armee liegt: dem Oberbefehlshaber der britischen Armee Lord Gort und dem Generalstabschef Ironside. Es müssen schon sehr schwerwiegende Gründe gewesen sein, die den Rücktritt Hore Belisha veranlaßten, denn auch die „Limes“ macht in besorgtem Ton darauf aufmerksam, daß ein Wechsel in der Leitung des Kriegsministeriums nur vollzogen werden dürfte, wenn zwingende Gründe vorlägen Ein Inde ist aus dem Kabinett der englischen Kriegshetzer verschwunden. Das bedeutet aber auf keinen Fall, daß die Kriegsziele der englischen Regierung sich auch nur im geringsten geändert hätten Hore Belisha stand als Inde etwas zu stark im Vordergrund. Er wird hinter den Kulissen mit seinen Freunden und Gesinnungsgenossen, zu denen ja Churchill, Eden, Duff Cooper und andere gehören, dafür sorgen, daß die plutokratischen Kreise, diesen ihren ureigensten Krieg so fortführen, wie sie ihn angezettelt haben: Mit dem Ziel, die größte europäische Kontinentalmacht, Deutschland. zu zerstückeln und für immer in Sklavenketten zu legen. Es darf nicht daran gezweifelt werden, daß in sachlicher Beziehung der Personenwechsel in der Leitung des Kriegsministeriums keine Aenderungen herbeiführen wird. Hore Belisha wird, seiner Rasse und seiner politischen Einstellung gemäß, auch hinter den Kulissen weiter der betriebsame und völkerverhetzende Jude bleiben, der er war und ist. München, 6. Jan. Das„Haus der Deutschen Kunst"(Neuer Glaspalast), Anstalt des öffentlichen Rechtes zu München, erläßt folgenden Aufruf an die bildenden Künstler Großdeutschlands: „Als jeweilige Betreuerin Eurer besten Jahresschöpfungen kann Euch das Haus der Deutschen Kunst keine schönere Neujahrsbotschaft übermitteln, als die, daß der Führer für das Jahr 1940 soeben die Durchführung einer neuen großen Ausstellung deutscher zeitgenössischer Malerei, Graphik und Plastik, der „Großen Deutschen Kunstausstellung 1940“ im Hause der Deutschen Kunst zu München angeordnet hat. In einmütiger Entschlossenheit und mit hartem Willen steht das deutsche Volk bereit, sein Leben zu verteidigen. Mit Stolz und Zuversicht tritt die ganze Nation den kommenden Ereignissen gegenüber. Nicht allein mit der Klinge in der Faust, sondern erfüllt von jenem ursprünglichen Optimismus, der zum Leben und noch mehr zum Kämpfen und Siegen notwendig ist Und so soll in dieser ernsten Kriegszeit nach dem Willen des Führers auch die Kunst nicht schweigen vielmehr es als ihre schönste und hehrste Verpflichtung ansehen, in einer Zeit größter, für das Bestehen unseres Volkes und seiner Kultur wichtigster Entscheidungen den deutschen Menschen mit ihren Schöpfungen zu erfreuen und zu beglücken. Noch mehr als die bisherigen Ausstellungen im Haus der Deutschen Kunst soll. die kommende große Schau Zeugnis ablegen von der Schaffenskraft und Größe unserer lebenden deutschen Maler, Bildhauer und Graphiker Darum werden auch bei dieser Ausstellung wieder hohe künstlerische Ansprüche an die eingesandten Arbeiten zu Berlin, 6. Jan. Durch die in der letzten Zeit saisonmäßig vermehrten Schlachtungen von Schweinen hat sich bei den Metzgern ein erhöhter Anfall von Schweineschmalz und Speck ergeben. Da diese Waren von der Verbraucherschaft auch in den Einzelhandelsgeschäften bezogen werden, haben sich, wie das Reichsernährungsministerium mitteilt, bei den Metzgern erhebliche Vorräte angesammelt. Es ist notwendig, einen Ausgleich zu schaffen und den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, ihren Bedarf nach freier Wahl dort zu decken, wo das Fett herkommt, also in erster Linie bei den Metzgern, bei denen sie ihren Fleischbedarf decken Um dies zu ermöglichen wird für Schweineschmalz. Speck und Talg das bisherige Bestellscheinsystem mit Wirkung vom 15 Januar 1940 aufgeboben. Da die Bezugskarten in der bisherigen Form an die Versorgungsberechtigten bereits ausgegeben sind, ist folgendes zu beachten: 1. Die Bestellscheine für Schweineschmalz oder Speck oder Talg der Reichsfettkarte für Normalverbraucher Schwerarbeiter und Schwerstarbeiter sind ungültig. Sie dürfen von den Verteilern nicht abgetrennt werden. 2. Die über Schweineschmalz oder Speck oder Talg laufenden Einzelabschnitte sind, Berlin, 6. Jan. Auf Grund des Reichsleistungsgesetzes können Kraftfahrzeuge, Pferde und andere bewegliche Sachen entweder„zur Verfügung" oder„zur Benutzung“ in Anspruch genommen werden. In ersterem Falle gehen die Gegenstände in das Eigentum der Bedarfsstelle über. In beiden Fällen wird eine Vergütung für die Inanspruchnahme gewahrt bei außergewöhnlichen Abnutzungen oder Beschädigungen noch eine angemessene Entschädigung. Nach der Rechtslage auf Grund des Einkommensteuergesetzes sind Vergütungen und Entschädigungen für die Inanspruchnahme von Wirtschaftsgütern, die zum Betriebsvermögen gehören. Betriebseinnahmen Sie unterliegen damit als Teil des Gewinnes grundsätzlich der Einkommensteuer. Gehörten die in Anspruch genommenen Wertsachgüter nicht zu einem Betriebsvermögen oder zu einem der selbständigen Arbeit dienenden Vermögen. so führen die Vergütungen für die Inanspruchnahme„zur Verfügung" im allgemeinen nicht zu Einkünften im Sinne des Einkommensteuergesetzes. In Ausnabmefällen könnte die Besteuerung als Spekulationsgewinn gegeben sein. Dagegen waren Vergütungen für die Inanspruchnahme„zur Benutzung" als Leistungsgewinn zu versteuern.— Entschädigungen sind nicht steuerpflichtig Da diese Rechtslage in vielen Fällen zu Härten führen würde, hat der Reichsfinanzminister Billigkeitsmaßnahmen für die steuerliche Behandlung der Vergütungen erlassen. Buchführende Land= und Forstwirte, Gewerbetreibende und selbständig Tätige, bei denen zum Anlagevermögen gehörende Wirtschaftsgüter„zur Verfügung" in Anspruch genommen werden, können, wenn die Vergütung den Buchwert der in Anspruch genommenen stellen sein: Mit den besten Werken der reifsten Künstler soll die Ausstellung ein leuchtender Stern am Kunsthimmel des kommenden Sommers werden. So rufen wir Euch, Großdeutschlands Künstler, im Namen des Führers auf, zu schaffen und zu werken und Euer Bestes zu geben, für unser gemeinsames Ziel: Die„Große Deutsche Kunstausstellung 1940“ zu einem eindrucksvollen Manifest deutschen Kulturwillens und zu einem künstlerischen Ereignis ersten Ranges zu gestalten. Mit der Eröffnung der Ausstellung ist diesmal früher als sonst. voraussichtlich am 1. Juni 1940 zu rechnen Die schriftliche Anmeldung der zur Einsendung beabsichtigten Arbeiten ist bis 10. März 1940 erforderlich Die Anlieferung der Kunstwerke findet vom 15. bis 30. März 1940 statt. Ueber 10 000 Obdachlose Ueberschwemmungen in Portugal Lissabon, 6. Jan. Die Portugal seit einigen Tagen heimsuchenden Unwetter haben katastrophale Ausmaße angenommen. So ist das Gebiet des mittleren Tejo=Laufes überflutet worden. wodurch über 10000 Personen obdachlos geworden sind.— Auch der Rio Douro führt Hochwasser, der Hafenverkehr von Porto ist fast völlig lahmgelegt. Das USA=Staatsdepartement gab bekannt. daß die Handelsvertragsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Argentinien gescheitert seien. Gründe wurden nicht genannt. Beide Regierungen werden voraussichtlich den Verhandlungsabbruch Anfang der nächsten Woche formell mitteilen. um die Verteilung an die Verbraucher zu erleichtern, unabhängig vom Aufdruck während der ganzen Zuteilungsperiode 15. 1 bis 11. 2.) gültig. Diese Einzelabschnitte sind ferner, entgegen der bisherigen Regelung von den Verteilern bei Aushändigung der Ware abzutrennen, da sie die Grundlage für die Abrechnung der Verteilungsstellen(Schlächtern, Einzelhandelsstellen usw.) mit den Ernährungsämtern sind Der Verbraucher ist also nicht mehr durch den Bestellschein an eine bestimmte Verteilungsstelle gevunden. Er kann vielmehr die Schlachtfette gegen Abtrennung des Einzelabschnittes dort kaufen, wo sie geführt werden Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, daß sich diese Regelung nur auf den Bestellschein und die Einzelabschnitte für„Schweineschmalz oder Speck oder Talg“ bezieht. Die Handhabung der übrigen Bestellscheine der Reichsfettkarte für„Butter" für „Margarine oder Speiseöl" und für„Käse und Quark" bleibt genau wie bisher. Diese Bestellscheine werden also nach wie vor vom Verteiler(Einzelhandelsgeschäft. Milchgeschäft. Marktstand usw.) abgetrennt und die Auslieferung der Ware erfolgt gegen Abstempelung der Einzelabschnitte, die an der Karte verbleiben. Wirtschaftsgüter übersteigt. in Höhe des Unterschiedsbetrages steuerfrei eine Rücklage für Ersatzbeschaffung bilden jedoch nur für die Beschaffung eines gleichartigen Wirtschaftsgutes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Wird von der Möglichkeit der steuerfreien Rücklage kein Gebrauch gemacht, so gelten die allgemeinen Vorschriften über die Ermittlung des Einkommens und seine Besteuerung. Nichtbuchführende Land= und Forstwirte, Gewerbetreibende und selbständig Tätige können verlangen, daß der Teil des Gewinnes, der sich aus den Vergütungen fur die Inanspruchnahme ergibt. nur mit den niedrigen Steuersätzen des§ 34 des Einkommenfeuergesetzes herangezogen wird, wenn das Einkommen 6000 RM übersteigt Der Minister bestimmt weiter, daß die Bestimmungen über Spekulationsgewinne bei Vergütungen für die Inanspruchnahme von Gegenständen„zur Verfügung" nicht anzuwenden sind, ebenso nicht die Bestimmungen über die Besteuerung der Leistungsgewinne bei Vergütungen für die Inanspruchnahme„zur Benutzung". Der Privatmann der beispielsweise sein Auto bereitgestellt hat. braucht also die dafür gewährten Vergütungen nicht zu versteuern Diese Richtlinien gelten sinngemäß auch bei der Körverschaftssteuer. Für die Mehreinkommensteuer bleibt beim nichtbuchführenden Gewerbetreibenden usw. der Teil des Gewinnes der sich aus den Vergütungen ergibt, in beiden Vergleichsjahren außer Einsatz Schließlich gelten auch für die Umsatzsteuer Billigkeitsmaßnahmen, da die Ueberlassung von Gegenständen eine Leistung darstellt. Es wird klargestellt daß ein Unternehmen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes durch Leistungen auf Grund des Reichsleistungsgesetzes allein noch nicht begründet wird Umsatzsteuerpflicht ist nur dann gegeben. wenn Gegenstände, die einem Unternehmen gewidmet sind auf Grund des Reichsleistungsgesetzes in Anspruch genommen werden Da die Besteuerung der Umsätze. die auf Grund des Reichsleistungsgesetzes bewirkt werden. im Einzelfall zu unbilligen Härten führen kann kann aus Billigkeitsgründen von der Erhebung der Steuer abgesehen werden. Todesurteile vollstreckt Berlin, 6. Jan. Am 6. Januar 1940 wurde der am 24. Juni 1905 geborene Kazys Venzlauskas hingerichtet, der vom Schwurgericht in Memel wegen Mordes und besonders schweren Raubes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war— Venzlauskas hat in der Nacht zum 23. Marz 1937 in Metteraueten(Memelgebiet) die 71 Jahre alte Küsterswitwe Marie Klaschusi überfallen, ermordet und beraubt Am 6. Januar 1940 ist weiter der am 17. November 1906 in Boguschewen Ostpreußen) geborene Herrmann Stroemer hingerichtet worden der vom Sondergericht in Königsberg am 30. November 1939 wegen fortgesetzten Verbrechens nach der Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt worden war— Stroemer ein schwervorbestrafter Verbrecher, gab sich nach Verbüßung einer dreijährigen Zuchthausstrafe dauernd als Flüchtling aus einem ostvreußischen Grenzort aus und beging unter gewissenloser Ausnutzung der Volksgenossen Betrügereien Er erweckte dabei bewußt den Anschein, als ob die Flüchtlinge keine staatliche Unterstützung erhielten und daher auf Bettelei und mildtätige Gaben angewiesen seien Am 6. Januar 1940 ist weiter der am 21 Dezember 1911 in Königsberg(Pr.) geborene Arthur Britt hingerichtet worden. der vom Sondergericht in Königsberg(Pr.) am 24. November 1939 wegen Verbrechens nach§ 4 der Verordnung gegen Volksschädlinge sowie wegen fortgesetzten Rückfallbetruges und fortgeAussprache Csaky—Ciano „Bestes Einvernehmen der Ansichten beider Regierungen“ Venedig, 6. Jan. Der ttalienische Außenminister Graf Ciano traf am Samstagvormittag in Venedig ein. Unmittelbar nach seiner Ankunft im Hotel Danieli fand die erste Aussprache mit dem ungarischen Außenminister. Graf Csaky, statt, die von 11 bis 12.30 Uhr dauerte. Nach Beendigung der Besprechung gab Graf Ciano den anwesenden Pressevertretern einige Erklärungen ab. Er erklärte. in einer Aussprache seien alle Fragen behandelt worden die die Interessen der beiden befreundeten Länder Italien und Ungarn verühren. In samtlichen Fragen habe sich das beste Einvernehmen der Ansichten der beiden Regierungen gezeigt Die Besprechungen wurden um 18.00 Uhr fortgesetzt Die zweite Unterredung dauerte eine Stunde und 20 Minuten. Anschließend bestätigte Graf Ciano der Presse erneut die vollkommene Uebereinstimmung der beiden befreundeten Länder. Vor der Unterredung machten die beiden Außenminister eine Rundfahrt durch die venezianische Lagune und die Stadt. Am Abend besuchten sie eine Festvorstellung der Oper„Die Flamme“ von Respighi im Theater Le Fenice, wo die beiden Außenminister von den Zuschauern bei ihrem Erscheinen mit herzlichen Ovationen begrüßt wurden. Pierlot Die neue# nische Regierung Brüssel, 5. Jan. Ttotz aller Schwierigkeiten ist es dem bisherigen Ministerpräsidenten Pierlot gelungen bis Freitagabend eine neue Regierung aufzustellen. Sie setzt sich aus 14 Ministern wie folgt zusammen: Ministerpräsident: Pierlot(Kath., früher Ministerpräsident): Inneres: Vanderpoorten (Liberal. früher Arbeitsminister): Justiz: Janson(Liberal. früher ohne Geschäftsbereich); Aeußeres: Spaak(Sozialdemokrat, früher Außenminister); Finanzen: Gutt (früher Finanzen); Nationale Verteidigung: General Denis(früher Verteidigung); Wirtschaft und Versorgung: Sap(Kath., früher Wirtschaft); Verkehr: Delfesse(Kath., früher Versorgung); Landwirtschaft: Graf d'Aspremont=Lynden(Kath., früher Landwirtschaft): Unterricht: Soudan(Sozialdemokrat, früher Justiz); Kolonien: de Vleeschauwer(Kath., früher Kolonien); Soziale Fürsorge: Balthazar Sozialdemokrat, früher Soziale Fürsorge): Oeffentliche Gesundheit: Marcel=Henry Jaspar (Liberal, früher Oeffentliche Gesundheit). Das Ministerium für öffentliche Arbeiten wurde dem sozialdemokratischen Senator von Charleroi. Matagne. angeboten, der sich bisher seine Antwort noch vorbehalten hat Wie aus der Liste ersichtlich, sind zwei Ministerien, nämlich das Versorgungs= und das Informationsministerium, abgeschafft worden. Der sozialistische Senator von Charleroi, Matage, der von Beruf Bergwerksingenieur ist, hat das Ministerium für Oeffentliche Arbeit im Kabinett Pierlot, endgültig angenommen. Die Regierungsumbildung ist damit beendet. Das neue Kabinett ist Samstagvormittag erstmalig zu einer Sitzung zusammengetreten. Das belgische Kabinett findet allgemein in der hiesigen Presse eine günstige Aufnahme mit Ausnahme der flämischen Blätter, die sich bitter darüber beklagen, daß in dem Kabinett der sogenannten nationalen Einigung nur vier Flamen vertreten seien, während sich das ganze Land zu fünf Achtel aus flämischer Bevölkerung zusammensetzte Die in französischer Sprache herauskommenden Zeitungen begrüßen besonders die so rasche Beendigung der Krise. die schon seit Tagen in der Luft gelegen habe setzter schwerer Urkundenfälschung zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus sowie zu dauerndem Ehrverlust verurteilt worden war Britt. ein erheblich vorbestrafter Gewohnheitsbetrüger, hat auch kurz vor dem Krieg wieder viele Darlehnsschwindeleien begangen Nach Kriegsbeginn gab er sich als Frontsoldat oder Milttärarzt aus und erschwindelte so Geldbeträge unter gewissenloser Ausnutzung der Gebefreudigkeit zahlreicher armerer Volksgenossen. Am 6. Januar 1940 ist der am 24 Mai 1920 in Podewitten. Kreis Wehlau geborene Fritz Krause hingerichtet worden der vom Sondergericht in Königsberg(Pr.) am 6. Dezember 1939 wegen Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt worden war. Krause hat am1 Dezember 1939 in Maraunen Kreis Heiligenbeil) aus Rache einen Stall seines Betriebsführers angesteckt. Dadurch wurde Vieh. Futtermittel und Gebäude im Werte von 180000 RM vernichtet. Die sowjetrussisch=bulgarischen Wirtschaftsverhandlungen wurden mit Unterzeichnung eines auf drei Jahre gültigen Handels= und Schiffahrtsvertrages zum Abschluß gebracht. Gleichzeitig wurde ein Abkommen über den Waren= und Zahlungsverkehr für das Jahr 1940 unterzeichnet. Außenkommissar Molotow empfing den Leiter der in Moskau weilenden japanischen Handelsabordnung Matsuschima. Dem Empjang wohnte auch der japanische Botschafter in Moskau, Togo. bei. Kunstansstellung 1940 Aufruf an die bildenden Künstler Großdeutschlands Wichtige Fragen der Steuer Steuervergünstigungen für Vergütungen aus dem Reichsleistungsgesetz Nr. 6 Mendener Zeitung Montag. den 8. Januar 1949 Aus unserer Heimat Kunmehr auch Trauerkleidung für Frauen nach Maß Auf Grund einer früheren Anordnung der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete durfte Trauerkleidung für Frauen ohne Bezugsschein und ohne Reichskleiderkartenabschnitte lediglich in Form von Fertigkleidung abgegeben werden. Nunmehr hat die Reichsstelle auch die freie Abaabe von Meterware für Trauerkleidung verfügt, die durch das Handwerk nach Maß angefertigt werden soll. Das Schreiben lautet: ".„Auf Ihr Schreiben vom 30. 11. teile ich Ihnen mit, daß ich nunmehr auch die freie Abgabe von Meterware für Trauerkleidung unter den in der Bekanntmackung Nr. 2 meiner Reichsstelle vom 15. 11. 1939 gemachten Voraussetzungen zulasse mit der Maßgabe, daß der Stoff nicht dem Käufer, sondern lediglich einem von dem Käufer zu bennenden Handwerker ausaehändigt werden kann.“ Beim Einkauf von Meterware für Trauerkleidung, die durch das Handwerk angefertigt werden soll, sind, wie bisher. amtliche Urkunden über den Todesfall vorzulegen. Die Trauerkleidung selbst darf nur an engste Familien= angehörige abgegeben werden. Der von der Kundin ausgesuchte Stoff darf von dieser nicht mit nach Hause genommen werden, sondern wird einem von der Kundin zu benennenden Damenschneidereibetrieb ausgehändiet. Durch diese Regelung ist es ermöglicht worden, daß Damentrauerkleidung auch nach Maß angefertigt werden darf. Nas beochen richtet werden.— Nach Bekanntgabe verschiedener neuer Verfügungen erfolgte die feierliche Vereidigung der Amtsträger. Der Gemeindegruppenführer nahm den Eid ab. Dipl.= Ingenieur Strathenschulte gab sodann einen sachlichen Ueberblick über den augenblicklichen Stand der Einrichtung der Mendener Luftschutzräume. In den Ansprachen der beiden Gäste von der Orts=Kreis= u. Landesgruppe kamen die Erfahrungen und Beobachtungen zum Ausdruck, die sie z. T. in Menden gemacht haben. Hervorgehoben wurde von ihnen der gute Eindruck der Mendener Luftschutzarbeit, der zu der Feststellung berechtigt, daß der Luftschutz in Menden steht. Mit einem geselligen Beisammensein schloß der eindrucksvoll verlaufene Amtsträgerappell. *— Schulpersonalien. Schulrat Reckert in Iserlohn übernimmt die beiden Schulaufsichtskreise Ennepe=Ruhr 1 und 2 mit dem Dienstsitze in Voerde. Schulrat Dohmann übernimmt die beiden Schulaussichtskreise Iserlohn 1 und 2. *— Die Mütterberatung findet am Donnerstag. den 11. Januar von 15—17 Uhr im Gesundheitsamt, Kirchplatz 4, statt. *— Wunschkonzerte fürs WHW. Der Reichssender Köln setzt auch in dieser Woche seine schnell beliebt gewordenen Wunschkonzerte fürs Kriegs=WHW fort. Die Sendungen finden statt am 8. Jan., 16 bis 17 Uhr; 9. Jan., 15.25 bis 16,30 Uhr; 10. Jan., 13 bis 13.45 Uhr und 12. Jan., 18,25 bis 19 Uhr. *— Zwei Lestautos stießen zusammen. Auf der Unnaer Landstraße stießen Freitagabend zwei Lastautos zusammen. Beide Fahrzeuge wurden durch den starken Anprall schwer beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. *— Ungültig gewordene Postwertzeichen. Es wird nochmals daran erinnert, daß eine Reihe Postwertzeichen mit Ablauf des 31. Dezember 1939 ihre Gültigkeit verliert. Es handelt sich dabei um Sondermarken und Sonderpostkarten aus dem Jahre 1938 sowie um die Luftpostmarken von 1934. Von einem Teil dieser Wertzeichen, über die die Aemter und Amtsstellen der Deutschen Reichspost Auskunft geben, können die nicht verbrauchten im Januar 1940 bei den Postämtern gebührenfrei gegen andere Postwertzeichen umgetauscht werden. *— Liefert Wildselle ab! Zahlreiche Volksgenossen haben anläßlich der Festtage Hasen und Schalenwild geschickt bekommen. Das Hasenfell stellt ebenso wie die Decke von Rehen und Hirschen einen besonders wichtigen Rohstoff dar. Hasenhaar findet in der Hut= und Textilfabrikation, Reh= und Hirschfelle finden für die Herstellung von Leder Verwendung. Diese wertvollen Rohstoffe dürfen deshalb nicht in den Mülleimer geworfen werden. Es ist Ein torreiches Treffen HV Arusberg 09— Menden 09 4:5(3:1) in dieser Woche? Dienstag: Grießsuppe, Krautrollen mit heller Tunke, Pellkartoffeln. Mittwoch: Kartoffelbrei mit Speck und Zwiebeln, Sauerkraut, Milchsuppe. Donnerstag: Fleischkartoffelbratlinge. Rosenkohl, Kartoffeln. Rezept: Fleischkartoffelbratlinge: 500 g geriebene Kartoffeln vermischt man mit einem Ei, 2—3 Eßl. Milch, 2 Eßl. Mehl. 125 g Gehacktem, 1 Zwiebel, 1—2 Eßl. Reibbrot und etwas Salz. Alles gut verarbeiten, runde Bratlinge formen und in Fett braten. Freitag: Brotsuppe aus Resten mit Rosinen, Jägerkohl. Sonnabend: Graupensuppe mit viel Suppengrün, Bratäpfel. Sonntag(Eintopssonntag): Bunter Gemüseeintopf mit Fleischbällchen. Weabener Lichtspielhaus Bahnhofstraße „Sensationsprozeß Casilla“ Das berühmte amerikanische Filmkind Binnie Casilla wurde vor zehn Jahren entführt und offenbar, wie es wesentliche Indizien inem weltverlorenen Fleck Südamerikas verterial richtet sich unmittelbar gegen Peter Roand. einen früheren Kameramann der PPC= Filmgesellschaft, Roland, der sich jahrelang an einem weltverlorenen Fleck Südamerikas verborgen hielt, wird aufgestöbert, verhaftet und nach New York gebracht. Er leugnet hartnäkkig der Entführer und Mörder des Filmkindes zu sein. Der Prozeß entwickelt sich zu einem ebenso spannenden wie harten Rededuell zwischen dem Staatsanwalt Adams, der Roland unbedingt für schuldig erachtet und Vandergrift, der als Verteidiger des Angeklagten, von dessen Unschuld überzeut ist. Eide stehen gegen Eide. die Ueberraschungen jagen sich. Roland kämpft, von Vandergrift schlagkräftig sekundiert, um seinen Kopf, den Adams unerbittlich fordert. Wer ermordete Binnie Casilla, das Filmkind? Die Frage treibt den Film ohne Unterlaß vorwärts bis die sensationelle Aufklärung erfolgt. Pender *— Luftschutz=Amtsträger wurden vereidigt. Freitagabend fand im Gesellenhaus ein Amtsträgerappell des Reichsluftschutzbundes Menden statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vereidigung der Amtsträger. Gemeindegruppenführer Fiebig begrüßte eingangs als Gäste den Orts=Kreisgruppenführer Görke aus Iserlohn mit seinem Stabe und als Vertreter der Landesgruppe, LSOberführer Budak. In diesem ersten Appell des neuen Jahres gab er sodann einen Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres und verband damit herzliche Dankesworte für alle treue Mitarbeit Er bat darum, in gleichem Eeist diese Arbeit im neuen Jahre fortzusetzen. Im vergangenen Jahre hat der Mendener Luftschutz sich bewährt. Er wird auch in Zukunft darüber wachen, daß jeder Volksgenosse restlos die Vorschriften der Verdunkelung erfüllt. Wenn auch an den Fronten augenblicklich noch verhältnismäßige Ruhe herrscht, darf das niemand dazu verleiten, in der Durchführung der Verdunkelung nachzulassen. Sowohl bei der Verdunkelung der Fenster in den Geschäftshäusern als auch bei den Privathäusern muß darauf geachtet werden, daß bei der frühzeitig einsetzenden Dämmerung rechtzeitig die Verdunkelung einsetzt. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß beim Oeffnen von Ladentüren kein Lichtschein auf die Straße fallen darf. Wo dieses Ziel nicht anders zu bewerkstelligen ist, müssen Lichtschleusen eingeDaß es die Mendener Schwarzweißen in Arnsberg schwer haben würden, darüber bestand kein Zweifel; mit solch einem Widerstand wie ihn die Arnsberger leisteten, hatte man nun doch nicht gerechnet. Jedenfalls sah es für die Mendener zeitweiise recht böse aus. 4:1 lag man bereits im Rückstand und am Schluß des Spieles hatte man schließlich doch noch mit einem Tor Unterschied gewonnen. Man kann es ruhig als die härteste Nervenprobe bezeichnen, die die Mendener bis jetzt zu bestehen hatten. Unsere Warnung, mit allen Möglichkeiten zu rechnen, schien also nur zu berechtigt. Wenn es nun trotzdem zu einem knappen und auch jederzeit verdientem Siege langte, so war es das Hauptverdienst unseres Soldaten Reichmann, dessen bestechende Spielweise, seine große Noutine und Erfahrung der gesamten Mannschaft den nötigen Halt gab, als der drohende Verfall furchtbar nahe lag. Einen recht unsicheren Eindruck machte zu Beginn des Spieles Westermann im Tor. Selbst Sinn und auch Dünnemeier begannen recht schwach. Nach Ablauf der ersten halben Stunde und besonders in der zweiten Hälfte hatten sie sich endlich gefunden und knüpften an frühere Leeistungen an. Harte Arbeit hatten Bolte und Berg zu verrichten. Im Sturm waren Springer und der erfolgreichste Schütze Wahle die treibenden Kräfte. Schweins als vorgeschobener Brecher erfüllte alle Hoffnungen. Von den beiden Neueinstellungen lieferte Schulte die bessere Partie. Sein Zu= und Abspiel waren gut, doch wirkten seine Bewegungen etwas langsam. Reisloh als Linksaußen hatte einige gute Momente, es fehlt ihm aber noch die Erfahrung und vor allem die überlegene Ruhe. Man muß nicht nur mit den Beinen spielen, sondern was wohl noch wichtiger ist, mit dem Kopf. Mit der Zeit dürften sich auch diese Mängel bei ihm noch verlieren. Bei dem Gastgeber war der Torsteher der unbestreitbar beste Mann. Seine große Reaktion und sein persönlicher Einsatz verhalfen der Mannschaft zu dem großen Vorsprung der ersten Hälfte. Nach ihm lieferten die beiden Verteidiger, der Mittelläufer, der Mittelstürmer und der sehr gute und wendige Rechtsaußen die bessere Partie. In der zweiten Hälfte war es jedoch mit ihrem Können vorbei. Gegen die Tore der Mendener waren sie einfach machtlos. Es waren vielleicht 300 Zuschauer, die sich auf dem Platz am Eichholz eingefunden hatten, als beide Mannschaften in folgender Aufstellung den Platz betraten: Arnsberg 09: Striepen, Zöllner, Aufterbeck, Fürste, Schumacher, Reinhold, Krage, Bornemann, Vollmer, Linneboden, Hoffmann. Menden 09: Westermann, Bolte, Berg, Sinn, Reichmann, Dünnemeier, Wahle, Schulte, Schweins, Springer, Reisloh. Der Unparteiische, Schneider=Hagen leitete bis auf einige Fehlentscheidungen sehr gut. So übersah er einmal ein glattes Handspiel von Zöllner und nahm ein einwandfreies Tor wegen Abseits zurück. Die Mendener Mannschaft begann recht verheißungsvoll. Es waren gerade 2 Minuten verstrichen, als Wahle nach schönem Zusammenspiel durch einen unhaltbaren Schuß das 1. Vor markierte. Kurz darauf vergab Springer eine große Chnde, Schulte traf nur den Querbalken und ein wuchtiges Geschoß von Schweins landete in den Armen des sehr aufmerksamen Hüters. Der sehr schwere Boden machte den Mannschaften sehr viel zu schaffen. Man rutschte zeitweise nur so in der Gegend herum. Trotzdem sah sich das Spiel der Mendener weit gefälliger an. Die Arnsberger verlegten sich auf eine massive Deckung und trugen ihre Angriffe meist durchbruchartig vor, die jedoch imsehr gefährlich waren. Ein solcher führte denn auch in der 8. Minute zum Ausgleich. Aus vollem Lauf schoß der Mittelstürmer ein, ehe die Mendener Abwehr eingreifen konnte. Nur drei Minuten später unterlief dem Mendener Hüter ein Fehler, der ihm zum Verhängnis wurde. Nur zwei Meter vor dem Tore blieb der Ball im Schnee stecken. Aber wie angewachsen blieb Westermann stehen und rührte sich nicht vom Bleck. Der Halbrechte stürzte heran und schob den Ball über die Linie. Dann aber lagen die Mendener, von Reichmann gut unterstützt wieder stark im Angriff. Hier machte die Fünferreihe wohl den größten Fehler des Spieles überhaupt. Man erging sich in unnötigen Kombinationen, man tändelte in der gegnerischen Hälfte herum ohne zu schießen. 3 Eckbälle waren die einzige Ausbeute. Und während dieser Angriffsperiode schossen die Arnsberger ihr drittes Tor. Diesmal war der Rechtsaußen durchgebrochen. Sein scharfer Schuß sprang vom Querbalken ab und blieb gleich neben dem Hüter liegen. Genau wie beim zweiten Tor erlebte man nun dasselbe Schauspiel, nur daß diesesmal der Halblinke der Vollstrecker war. Nun aber riß sich die Mendener Hintermannschaft zusammen. Die beiden Außenläufer hatten sich endlich gefunden und ließen ihren Gegner nicht mehr zu Worte kommen. Der Mendener Sturm hatte jedoch reichliches Schußpech. Zwei=, dreimal sprang der Ball vom Pfosten ins aus. Wahle schoß am leeren Tor vorbei. Dann wieder warf sich der Arnsberger Hüter in Schweins Direktschuß. So wurden dann mit einem 3:1= Rückstand die Seiten gewechselt. Nach Wiederanstoß warfen die Arnsberger ihre gesamte Mannschaft nach vorn, um durch weitere Treffer den Sieg sicherzustellen. In der 5. Minute glückte ihnen auch der vierte Treffer, als die Mendener Abwehr nur einen Augenblick mit dem Angreisen zögerte. 4:1 lagen die Mendener nunmehr im Rückstand. Eine Niederlage schien unvermeidlich. Jetzt aber zeigte sich die wahre Kampfkraft der Mendener. Von Reichmann wunderbar dirigiert kamen die Mendener mächtig auf Touren. Direkt im Gegenangriff erzielten die Mendener durch Reisloh, der im Kampf mit dem Torhüter Sieger blieb, das zweite Tor. Das verwirrende Spiel von Springer und Wahle brachte den Gastgeber mehr und mehr auseinander. In der 18. Minute brachte Schweins eines seiner typischen Flachgeschosse an und Arnsbergs Hüter mußte zum dritten Male hinter sich greifen. Die Siegeszuversicht der Mendener, die jetzt die Lage vollkommen beher####ten stieg von Minute zu Minute. Und als Wahle in der 23. Minute auf Vorlage von ulte wie abgezirkelt zum Ausoasamdngnhao Schulte das Leder wie abgezirkelt zwischen die Pfosten setzte, da stand es fest, daß der Sieger nur Menden 09 heißen würde. Genau 6 Minuten später da war es geschehen. Wieder, waren die Mendener schön vorgekommen. Von Mann zu Mann wandert das Leder, kommt zu Wahle gegen dessen Abschuß der Arnsberger Tormann machtlos war. Die Arnsberger werden nun noch einmal munter. Zöllner wird mit in den Sturm geschickt, der seiner Mannschaft wenigstens einen Punkt retten soll. Er wurde von„Rio“ jedoch wunderbar eingedeckt. sodaß auch sein ungestümer Tatendrang an dem Ergebnis nichts mehr änderte. Durch einige schöne Paraden machte Westermann sein Verschulden wieder gut und auch Dünnemeier rettete kurz vor Schluß durch seinen Einsatz die Situation. DSC Hagen— Germania Boelerheide 4:3 Tus Milspe— Hagen 72 2:2 Sportr. Gevelsberg— FC Schwelm 4:2 BfB Weidenau— Klafeld 0:1 abgebr. * Menden 09 Nes.— 1. Langschede 5:4 Rote Erde— 1. Nachrodt 1:3 VfL Schwerte— Reichsbahn Schwerte 1:1 * Schachv. Letmathe— Schachkl. Menden Schachv. Hemer— Schachv. Menden 2½:3½ Schachv. Langschede—Schachv. Hüingsen 3½: 2½ ist das Opfer! daher Pflicht eines jeden Volksgenossen, die Felle unverzüglich nach dem Abziehen dem nächsten Rohprodukten= bezw. Fellhändler zuzuführen oder, falls ein solcher nicht bekannt sein sollte, die Felle in der nächsten Wildbrethandlung abzuliefern. •— Kampf dem Plagegeist! Der gleiche Mensch, der um die lästigen Fliegen im Sommer verärgert ist und gerne das alljährliche Fliegensterben im August wahrnimmt, er wird im Winter weich und mitleidig, wenn als Ueberbleibsel der Plage eine Winterfliege in der Stube ihr Quartier behält. Ja, er schützt sie und gönnt ihr das Schlecken an den „menschlichen“, Genüssen. Er bedenkt nicht, daß die so Behütete dereinst Mutter oder Vater endloser Fliegengeschlechter sein wird. Wartet nur bis zum Februar oder März, da werdet ihr euer blaues Wunder erleben. Nicht nur die in der Ofenwärme wach gebliebene Stubenfliege geht dann ihren„Bevölkerungspflichten" nach, nein, sobald die wärmende Sonne die Südwand des Hauses bestrahlt, schlüpfen aus Balken= und Mauerritzen die vom Winterschlaf erwachten Weibchen der Stubenfliege. Eine Weile sonnt sich das scheinbar so harmlose Tierlein, putzt den Winterstaub von den Flügeln und überlegt die kommende schwere Arbeit des Eierlegens. Da jedes Fliegenweibchen hundert bis hundertzwanzig Eier absetzt, denen im Laufe des Sommers noch zehn bis zwölf Bruten folgen, so vernichtet die Tötung einer einzigen überwinterten Mutterfliege ein Milliardenheer von Plagegeistern. Die„Stubenfliege“ eines einzigen Pferdestalles reicht aus, einen ganzen Stadtteil mit Stubenfliegen zu bevölkern. Zugleich mit der Vernichtung der Mutterfliege erfolgt die Ausrottung eines Riesenheeres von Verbreitern und Ueberträgern gefährlichster Krankheitskeime. Fliegen dieser Art sind schlimmer als Hornissen. Sieben Hornissen, die ein Pferd überfallen, vermögen es zu töten, eine Fliege aber kann durch Uebertragung eine ganze Pestepidemie verursachen. Also: Tötet sie! — Unfälle. Am gestrigen Abend kam auf der Hauptstraße ein junger Mann beim Verlassen der Haustreppe zu Fall. Er zog sich durch den unglücklichen Sturz eine schwere Handveletzung zu. Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden, doch Asche und Sand zu streuen, um so die Passanten von weiteren Unfälleä zu schützen.— Ein Motorradfahrer kam ins Rutschen und zog sich durch den Sturz eine schwere Kopfverletzung zu, so daß er gleich einen Arzt zu Rate ziehen mußte, der eine einstweilige Ueberführung ins Krankenhaus anordnete.— In Hüingsen kam ebenfalls ein in den 30er Jahren stehender junger Mann zu Fall und zog sich einen Bruch des linken Oberarms zu. — Achsenbruch. Am Samstagmittag erlitt ein Fuhrwerk einen Achsenbruch in der Schulstraße. Das Fuhrwerk lag kurze Zeit fest und mußte in eine Reparaturwerkstätte geschafft werden. — Ein schwerer Unfall hat sich am Freitagabend in Holzen ereignet. Ein Versonenauto aus Balve, das von Unna in Richtung Menden fuhr, stieß mit einem anderen Kraftwagen zusammen. Der Fahrer des Balver Autos erlitt schwere Knieverletzungen, der Insasse. Direktor H. aus Balve, trug eine schwere Schädelverletzung davon. Beide wu den mit dem Mendener Sanitätsauto ins Mendenet Krankenhaus gebracht. Hachen. Rauhreif ist kein Zucker. Kinder. leckten hier an dem Rauhreif des Brückengeländers. Zwei blieben mit ihre: Zunge an dem Eisen hängen. Eins riß sich los und verletzte sich die Zunge schwer, da es die obere Fläche der Zunge abriß. Auf die Hilferufe der Kinder kamen Erwachsene hinzu, die bei dem zweiten Kind das Brückengeländer auftauten und es so vor schwerem Schaden bewahrten. Westfalen und Kheinland Rheinisch=Westf. Industriegebiet Prospekt der Landesfremdenverkehrsverbände Rheinland und Westfalen Godesberg. Das Ruhrland und darüber Insätzliche anteilnna für den hauswirtschaftlichen Unterricht Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat in einem besonderen Erlaß die zusätzliche Zuteilung von Lebensmitteln für den hauswirtschaftlichen Unterricht in öffentlichen und privaten Schulen sowie Kochkursen des Deutschen Frauenwerks und der DAF. geregelt. Die planmäßige Durchführung der hauswirtschaftlichen Erziehung der weiblichen Jugend ist während des Krieges von besonderer Bedeutung. Ueber den normalen Aufgabenkreis des hauswirtschaftlichen Unterrichts(Hauswerkunterricht) hinaus ist es notwendig, durch eine zeitgemäße Ausgestaltung des Unterrichts kriegsernährungswirtschaftliche Maßnahmen weiten Kreisen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Auch ist es erforderlich, die Ausbildung des Nachwuchses in den lehrenden und leitenden Berufen der Hauswirtschaft sachgemäß zu fördern. Aus diesem Grunde wird eine zusätzliche Belieferung der Schulen und Kochkurse mit Lebensmitteln zur Durchführung des hauswirtschaftlichen Unterrichts in begrenztem Umfange zugelassen. Alle Einzelheiten erfahren die Kochschulen bei den Ernährungsämtern. Frauen und Mädchen angefallen Bielefeld. Vor der Jugendschutzkammer beim Landgericht Bielefeld hatte sich der 27 Jahre alte Paul Zarges aus Senne 1 zu verantworten, dem zur Last gelegt wurde, sich der versuchten Notzucht in zwei Fällen und des vollendeten und versuchten schweren Raubes schuldig gemacht zu haben. Der bisher noch nicht vorbestrafte Angeklagte befindet sich seit dem 26 September ds. Is. in Untersuchungshaft. In der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durchgeführten Verhandlung gab der Angeklagte die strafbaren Handlungen im wesentlichen zu. Danach hat er Mitte August in der Senne eine Frau angefallen und mit Gewalt unzüchtige Handlungen vorgenommen. Etwa vier Wochen später versuchte er in den späten Nachmittagsstunden auf der Sennerstraße in Brackwede=Süd im Vorbeifahren einem Mädchen die Handtasche zu entreißen. Als er dann einige hundert Meter weiter ein 17jähriges Mädchen einholte, riß er es vom Rade nahm mit Gewalt unzüchtige Handlungen vor. und eignete sich die Handtasche des Mädchens an, die er dann aber, als das Mädchen um Hilfe rief und verfolgt wurde, wieder von sich warf. Der Angeklagte, dem sonst ein gutes Leumundszeugnis ausgestellt wurde, führte zur Entschuldigung seines unerhörten Verhaltens an, daß er infolge einer Krankheit die moralischen Hemmungen verloren habe. Er bestritt, die Absicht gehabt zu haben, dem Mädchen etwas wegzunehmen. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten zwar wegen versuchter Notzucht nicht für überführt, beantragte aber, ihn wegen Sittlichkeitsverbrechens nach§ 176,1(Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Gewalt), und wegen versuchten und vollendeten Raubes, und zwar als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher zu sechs Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust zu verurteilen sowie die Sicherungsverwahrung anzuordnen. Dagegen kam die Jugendschutzkammer, die den Straßenraub nicht für erwiesen ausah, zu einer wesentlich milderen Beurteilung.— Das Urteil lautete wegen Sittlichkeitsverbrechens nach§ 176,1 in zwei Fällen und wegen einfachen Diebstahls auf eine Gesamtstrafe von einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Tödlich verunglückt Burgeinfurt. In einem hiesigen Fabrikbetrieb wurde ein in den dreißiger Jahren stehender, verheirateter Mann von einem schweren Unglück betroffen, an dessen Folgen er verschied. Der Mann war als Schreiner auf einem Gerüst an einem Neubau tätig, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und abstürzte. Mit schweren Verletzungen, hauptsächlich am Kopf, wurde er in ein Krankenhaus gebracht. wo er jedoch schon bald den schweren Verletzungen erlag. Ein teurer Braten Rheine. In einem hiesigen Jagdrevier fand ein Aufseher mehrere Schlingen, die auf Fang gestellt waren. Bei den anschließend von der Kriminalpolizei angestellten Nachforschungen geriet ein Mann von hier in den Verdacht des Wilderns. Eine Haussuchung bestätigte dann auch den Verdacht. Und im übrigen entbehrte diese Wilderergeschichte nicht eines gewissen Humors: bei der Haussuchung schmorte gerade ein Kaninchen, das auch gewildert worden war, in der Pfanne. Aus dem saftigen wurde nun ein teurer Braten. Brand in den Siegener Schmirgelwerken Siegen. In den Naxos=Schmirgelwerken in Siegen brach in den Abendstunden Feuer aus. das rasch um sich griff. Die Siegener Feuerwehr griff den Brandherd sofort mit allen verfügbaren Mitteln an und es gelang ihr schließlich, das Feuer einzudämmen. Bei der Brandbekämpfung wurden zwei Feuerwehrleute durch Gasvergiftungen verletzt Sie fanden Aufnahme im Krankenhaus. Als Ursache des Brandes wird eine Gasexplosion in dem Trockenraum des Unternehmens angenommen. Mord und Selbstmord Wattenscheid. In dem Hofeingang der Häuser Freiligrathstraße 51—53 in Wattenscheid wurde ein 27jähriger Mann in einer Blutlache liegend tot aufgefunden. Neben ihm lag eine Frau mit einer schweren Schußverletzung am Kopfe, die sofort in das evgl. Krankenhaus hinaus das rheinisch=westfälische Industrie=Gebiet haben einen in der ganzen Welt berühmten Namen als das Land der Kohlen. der Schwerindustrie, der rastlosen industriellen Tätigkeit, gewaltiger Siedlungen und machtvoller Städtebildungen. Daß dieses Land auf der Kohle, diese große Werkstatt, die Schmiede des Reiches, zugleich auch eine reizvolle Naturlandschaft und ein Gebiet regsten kulturellen Lebens, reich an vielseitigen Sehenswürdigkeiten ist schildert fesselnd und anschaulich eine umfangreiche, vom Landesfremdenverkehrsverband Rheinland bearbeitete Werbeschrift „Rheinisch=Westfälisches Industriegebiet", die soeben erschien. Dieser hervorragend ausgestattete und ansprechende Prospekt, der gemeinsam von den Landesfremdenverkehrsverbänden Rheinland und Westfalen in hoher Auflage herausgegeben worden ist, räumt mit der falschen Vorstellung auf, daß das rheinisch=westfälische Industriegebiet nur ein Wald schwarzer Schornsteine und eine Zusammenballung von Fabriken sei. Da lacht das schöne Ruhrtal bei Essen mit seinen Wiesen und Wäldern. spiegelt der Hengsteysee die Hohensyburg, pulst das geschäftige Leben in den Hafenbecken von DuisburgRuhrort, dem größten Binnenhafen der Welt, wechseln Bilder von herrlichen Strandbädern mit eindrucksvollen Theaterbauten, mit Aufnahmen vom Segelsport, von malerischen Gartenanlagen, alten Burgen. imposanten Fabrikanlagen, Meisterleistungen moderner Baukunst und alter. bodenständiger Architektur.— um nur einiges aus der Vielfalt dessen aufzuführen, was die Schrift dem Leser nahebringt. Es ist verdienstvoll, daß die beiden Landesfremdenverkehrsverbände Rheinland und Westfalen mit dieser neuen Werbeschrift überzeugend das wirkliche Gesicht des rheinisch=westfälischen Industriegebietes weiten Kreisen zum Bewußtsein bringen, eines Gebietes, das durch seine Geschichte wie durch seine technischen Leistungen zu den interessantesten und bedeutendsten im großdeutschen Reich gehört. Ein merkwürdiger Einbrecher Köln. Der 25jährige Heinrich verließ im August 1938 seine Arbeitsstätte in der Gegend von Rösrath, weil ihm der Dienst zu streng erschien. Nur notdürftig bekleidet, zog er auf Seitenpfaden durch die Gegend und fand unweit seiner Arbeitsstelle ein leerstehendes Haus. Er verschaffte sich Eingang, blieb den ganzen Tag darin, meist auf dem Fußboden liegend. Aus Angst vor Entdeckung wagte er sich anfangs nur nachts heraus, um den nagenden Hunger mit unreifen Beeren und Obst zu stillen. Nach einigen Wochen verübte er einen Einbruch in ein Wochenendhaus, wo er Lebensmittel in Gestalt eingemachter Früchte erbeutete. Dadurch kühner gemacht, suchte er in der Folgezeit in 23 Fällen Wochenendhäuser in der näheren und weiteren Umgegend seines Schlupfwinkels heim, drückte die Fenster ein oder sprengte die Türen auf und stahl in der Hauptsache Lebensmittel, zunächst Eingemachtes, aber auch Kleider. Decken und andere Sachen. Erst fünf Monate nach seinem fluchtähnlichen Verlassen der Arbeitsstelle wurde er am 25. Januar 1939 in seiner Zufluchtsstätte entdeckt und verhaftet. Man fand ein ganzes Lager von Sachen aller Art. Milch=, Wein= und Schaumweingläser, Photoalben, zwei Pistolen, ein Flobert u. a. m. Wegen fortgesetzten schweren Einbruchsdiebstahls verurteilte ihn die 7. Strafkammer zu zwei Jahren Gefängnis, die mit einer noch zu verbüßenden Strafe zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren Gefängnis zusammengezogen wurden. Mildernd wurde angesehen, daß der Angeklagte die Einbrüche nicht aus reinem Hang zum Verbrechen begangen habe. In der Hauptsache habe er Lebensmitte! gestohlen und zum Schutz gegen die Kälte auch Decken und Kleidungsstücke. Es seien Notdiebstähle gewesen zum Lebensunterhalt und um sich am Leben zu erhalten. Außerdem habe das psychiatrische Gutachten ergeben, daß der Angeklagte, wenn er auch nicht geisteskrank sei. doch nicht mit dem Maßstab eines normalen Menschen zu beurteilen sei. Schwere Strafen gegen Wilderer Dillenburg. Im Oktober wurden vom Amtsgericht Herborn sechs Herborn=Seelbacher Einwohner wegen Wilderns zu erheblichen Gefängnisstrafen verurteilt. Sie hatten von 1919 ab bis zum Jahre 1936 im Hervorn=Seelbacher Jagdgebiet sowie den umliegenden Jagdbezirken gewildert Die Beute war eine erhebliche. Gegen das Urteil des Herborner Gerichts hatten alle Angeklagten Berufung eingelegt. Jetzt befaßte sich die Große Strafkammer aus Siegen, die in Hervorn tagte, mit der Angelegenheit. Bei vier Angeklagten wurde das Urtei! der ersten Instanz mit Gefängnisstrafen von neun Monaten bis zwei Jahren bestätigt Bei dem Hauptangeklagten wurde die Strafe von 1 Jahr sechs Monaten auf 1 Jahr neun Monaten erhöht. Dem Angeklagten der die Waffen geliefert hatte, wurde die Strafe von 10 Monaten auf 8 Monate herabgesetzt. „Sie sollen ihn nicht haben.. Koblenz. In diesem Jahr jährt sich zum 100. Male der Tag. an dem das Lied„Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein,“ entstand. Das Gedicht„Der deutsche Rhein" kam damals aus der Feder eines Rheinländers, des am 8. Oktober 1809 zu Bonn geborenen Nikolaus Becker. der 1838 Auskalkulator und später bei einem Friedensgericht als Schreiber angestellt war. In dem Liede fand deutsches Gefühl volkstümlichen Ausdruck und löste sichtbare Aeußerungen des Beifalls aus. Der König von Preußen sandte dem Dichter tausend Taler. König Ludwig von Bayern schickte ihm einen Ehrenpokal, und das Lied ist siebzigmal komponiert worden, ohne daß aber eine von den siebzig Kompositionen wirklich populär wurde. Volkstümlich aber ist die Bereitschaftsansage geblieben:„Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein!" Natürlich rief das Lied in Frankreich Erwiderungen hervor, da es dessen Nationalstolz Abbruch tat oder ihm doch zu nahe trat. so Lamartines„Friedens=Marsailleise“ Heute, nach hundert Jahren, ist der Rhein, so deutsch wie nur je. Sie sollen ihn nicht haben! Erschöpft aufgefunden Bad Ems. Eine alleinstehende junge Frau hatte sich seit längerer Zeit in ihrer Wohnung vervorgen gehalten, so daß die Nachbarn in Unruhe gerieten und der Polizei Kenntnis davon gaben Die Polizei ließ die Wohnungstür öffnen und fand die Frau völlig erschöpft im Bett vor, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Hier wurde festgestellt. daß die Frau offensichtlich aus Schwermut seit dem 17. Dezember sich nur dürftig ernährt hat und während dieser Zeit die Wohnung nicht mehr verlassen hatte Mädchen vom Lastwagen erdrückt Lingen. In Thuine ereignete sich ein trauriges Unglück dadurch, daß der schwer Anhänger eines Lastwagens auf der Straße ins Rutschen kam und an ein Haus prallte. Die zehnjährige Tochter des Hausbewohners, die mit einem Schlitten am Eingang des Hauses stand, wurde dabei von dem Anhänger erfaszt und zu Tode gedrückt. Füchse verrieten das Diebesversteck Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für schweren Jungen Aachen. Von der Zweiten Strafkammer des Landgerichts Aachen wurde der in den Dreißiger Jahren stehende Angeklagte Polerowitz aus Uebach wegen schweren Einbruchsdiebstahls im strafverschärfenden Rückfall in mehreren Fällen zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Gleichzeitig ordnete die Strafkammer gegen den zehnmal erheblich vorbestraften Angeklagten die Sicherungsverwahrung an. Polerowitz war in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, schon mit fünfzehn Jahren, mit dem Gesetz in Widerstreit geraten. Aus der Fürsorgeerziehung entwich er zweimal. Sein dem Trunk ergebener Vater unterstützte ihn dann. so daß er auf der schiefen Bahn des Verbrechens sehr schnell abwärts sank. In den letzten fünfzehn Jahren wurde er nicht weniger als zehnmal, meist wegen Einbrüchen in Geschäfren. Wirtschaften und Kirchen auf dem Lande, bestraft. Nicht weniger als acht Jahre mußte er hinter vergitterten Fenstern verbringen, darunter über vier Jahre im Zuchthaus. Nachdem er im März 1938 seine letzte Zuchthausstrafe verbüßt hatte, zog er sich nach Uebach in Wattenscheid eingeliefert wurde, wo sie inzwischen gestorben ist. Bei dem Toten wurde eine Schußwaffe gefunden, mit der, wie die Ermittlungen ergeben haben, der Frau die Schußverletzung beigebracht wurde. Danach hat sich der Täter selbst einen tödlichen Kopfdurchschuß beigebracht. Wie festgestellt wurde. handelt es sich um ein Ehepaar aus Wattenscheid. Das Motiv zu der Tat liegt in zerütteten Eheverhältnissen. Ein Volksschädling vor dem Sondergericht Düsseldorf. Das Sondergericht in Düsseldorf verurteilte den dreimal vorbestraften Franz Kamphausen aus Krefeld wegen Betrugs in Tateinheit mit Verbrechen gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. September 1939 zu fünf Jahren Zuchthaus. Er hatte ohne Berechtigung beim Amt für Familienunterstützung in Krefeld unter Vorlegung falscher Bescheinigungen für die bei ihrer Großmutter untergebrachten Kinder eines zur Wehrmacht eingezogenen verwitweten Mannes die dessen Familie zustehende Unterstützung von 156 Mark am 9. November 1939 einkassiert und das Geld für sich verbraucht. Da er den Betrug unter Ausnutzung der durch den Kriegszustand verursachten außergewöhnlichen Verhältnisse begangen hat, ist er nach den Bestimmungen der genannten Verordnung bestraft worden und die verhängte Zuchthausstrafe erschien als angemessene Sühne für seine niederträchtige Handlungsweise. Gerissenem Schwindler das Handwerk gelegt Düsseldorf, Der wegen Eigentumsdelikten bisher an zwanzigmal vorbestrafte Hugo Uebel aus Düsseldorf hatte sich von Ende Juni bis Anfang September 1939 in fünfundzwanzig Fällen in Düsseldorf, Krefeld=Uerdingen, Wupvertal. Velbert. Gelsenkirchen, Essen, Kettwig. Wanne=Eickel, Recklinghausen und Bochum im ganzen 500 RA durch einen ganz raffinierten Trick erschwindelt. Er ging in Geschäftshäuser und Gaststätten, kaufte Waren zur Mitnahme und bat die Geschäftsinhaber, ihm für einen Moment einen Zwanzigmarkschein zur Verfügung zu stellen, den er nach auswärts schleunigst versenden müsse. Er steckte dann die Banknote in einen Briefumschlag griff in seine Tasche und tauschte den Umschlag in geschickter Weise gegen einen leeren aus, den er dann den Geschäftsleuten auf den Ladentisch legte und erklärte, er holte schnell eine Briefmarke. Er verschwand und kam nicht wieder. Als dann die Geschäftsleute den zurückgelassenen Briefumschlag öffneten, stellten sie fest. daß er leer war. Uebel erschien nunmehr wegen fortgesetzten Betruges vor der Strafkammer in Düsseldorf, wo er geständig war und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde Die Sicherungsverwahrung wurde nicht angeordnet, weil der Angeklagte ein chronisches Leberleiden hat. bei Aachen zurück. Ein Jahr lang hielt er sich ruhig, da er unter Polizeiaufsicht stand. Dann entzog er sich ihr und führte seine abenteuerlichen Diebesfahrten zur Nachtzeit wieder durch. Als die Polizei sich eines Tages wieder nach ihm erkundigte, war er nicht aufzufinden. Die Haussuchung ergab aber, daß er allerhand verdächtige Vorräte besaß. P. wurde verhaftet: er leugnete wie er es früher immer wieder getan hatte, auch jetzt. In der Hauptverhandlung stritt er alles hartnäckig ab und tischte das Märchen vom Großen Unbekannten auf. der ihm die Vorräte gebracht habe. Die Hauptbeute aus einem. Einbruch in Merkstein war zunächst nicht aufzufinden gewesen. Später entdeckte man sie aber in einem unter Sand vergrabenen Sack in einem benachbarten Wäldchen. Füchse hatten den Sack ausgegraben und sich an den Lebensmitteln, die alle verdorben waren, gütlich getan. Dort fand man auch die Textilwaren, die P. ebenfalls gestohlen hatte. Bei seiner Verhaftung hatte er eine goldene Damenarmbanduhr und achtzig Mark in bar bei sich Die Uhr und der gleiche Betrag waren in Merkstein mitgenommen worden. Ein Storch im Winter! Radevormwald. Sind schon Störche zur Sommerzeit in der rauheren Witterung unserer Gefilde außerordentlich seltene Gäste, umso überraschender war in diesen Tagen das Auftauchen Freund Adebars auf dem Dach einer Gastwirtschaft in Vogelsmühle. Geraume Zeit spazierte der Langbeinige über das weiße Dach um sich dann ein anderes Plätzchen auzusuchen Welche Bewandtnis es mit dem Tier hatte. konnte bisher nicht festgestellt werden. Kam er aus dem Osten. oder war er einem Tierpark entflohen? Jedenfalls fand der Storch im Augenblick viele Bewunderer, um die er sich indessen wenig kümmerte. Drei Schwerverletzte bei einem Verkehrsunfall Hachenburg.(Westerwald.) In der Nähe von Herschbach rannte ein Personenwagen mit einem Lieferwagen zusammen. Drei Personen wurden so schwer verletzt, daß sie sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Die beiden Wagen wurden schwer beschädigt. Junge Frau totgefahren Hermeskeil. Auf der Straße von Sitzerath nach Nonnweiler im Hochwald wurde eine junge Frau, deren Mann als Soldat im Felde steht. und die ihre Unterstützung abholen wollte. von einem Auto angefahren. Die junge Frau wurde so schwer berietzt, daß sie bald darauf starb. Haben Austern empfindliche Nerven? Bisher nahm man immer an, daß allein die buddhistischen Asiaten sich besondere Sorgen um das Seelenheil und die Schmerzempfindungen der Austern machten. Aber nun ist bei der Regierung in Alabama von einer recht ansehnlichen Sekte ein Antrag eingebracht worden, wonach die Austern nach einem Spezialverfahren getötet werden müßten, und zwar ehe man sie öffne. Denn die Austern seien mit einem sehr empfindlichen Nervensystem ausgestattet, auf das die entsprechende Rücksicht zu nehmen sei. Es fragt sich nur, ob der Antrag über die antragstellende Sekte hinaus genug Unterstützung findet... Lepra— eine Vitaminmangel=Krankheit? Bei der Untersuchung der in China besonders stark auftretenden Lepra stellte sich heraus, daß sich die Krankheit besonders in den Gegenden beobachten läßt, wo die Einwohner z. B. Jahre hindurch nichts anderes zu essen hatten als getrocknete Fische. Hier ergab sich eine Vitaminmangel=Krankheit, die für alle Leiden anfällig machte, besonders aber für Lepra. Bestritten wird nach wie vor, daß die Lepra im üblichen Sinne„ansteckend“ sei. Die Erreger haben in der Form Aehnlichkeit mit dem Tuberkulose=Bazillus, ohne aber dessen Ansteckungsfähigkeit zu besitzen. Das Ende des Pokalkampfes ohne den Westen Nach Schalkenun auch Fortung ausgeschaltet Fortuna von einem meisterlichen FC. Nürnberg 3:1, besiegt— Rapid Wien siegte unangefochten in Berlin— Binder war in glänzender Schußlaune— Wacker als zweiter Wiener Verein im Rennen— HSV. stolpert gegen SV. Waldhof Nach dieser Meistersuche unter den Meistern ist der Kampf um den Tschammer=Pokal in sein entscheidendes Stadium getreten Bei der näch sten Sichtung werden die Endspielgegner ermittelt. Die ausgezeichnete Form, in der sich die Sieger des Sonntags vorstellten, macht es nein schwer, hier eine Voraussage zu trefdie Paarungen auch ausfallen mögen. ungemein schwer, hier eine Voraussage zu treffen. Wie die Paarungen auch ausfallen mö es wird ein hervorragenher Kampf um Endsieg werden, in der jeder jedes vom Gegner verlangt. bitter Einen bitteren Tropfen Verlauf des Wettbewerbs ft ütr den 5 bisherige esten. Ließ Schalke vom BfL Osnabrück ausschalten. so stoppte Nürnberg den Siegeszug der Fortung, die das Pech hatte, aus eine in bester Form befindliche Meistermannschaft zu treffen gegen die alle Künste eines Janes. Abromeit, Pickartz, oder wie sie heißen mögen, nutzlos waren. Schade, daß der im deutschen Fußball so ruhmreiche Westen nun in die Rolle des Zuschauers versetzt worden ist, denn die Vorentscheidung wird ausgetragen zwischen 1. FC Nürnberg. Wacker Wien, Rapid Wien und SB Waldhof. Wie sie kämpften und fiegten, beschreiben die folgenden Berichte uschauer waren Zeuge eines Kampfes, bei dem der SV Waldhof in großem LfI— n— fif A—fLmr E PhIA sige Stil in der zweiten Halbzeit den Spielstand von 2:2 auf 6:2 hinaufschraubte Er hatte die ganze erste Spielzeit hindurch zwar durchaus überlegen gespielt aber nur2 Tore und zwar in der 4 Minute durch Fanz und in der 21 Minute durch Günderroth, erzielen können. Nur 10#an zige gute Zeit wo er wirklich etwas Gleichmäßiges entgegenzusetzen hatte, und in diesen fünf Minuten schoß er auch im Anschluß an einen Eckvall, den Adamkewiecz einköpfte mit einem Tor ab Unmittelbar nach Wiederbeginn erzielte Doerfel aus einer Flanke des Linksaußen Carstens den Gleichstand. Vorübergehend sahen nun die Waldhofer nicht mehr als die klaren Sieger aus. Als dann aber Mitte der zweiten Halbzeit durch eine verunglückte Ballrückgabe Rohwedders ein drittes Tor fiel. und nach halbstündiger Spieldauer der Waldhofmittelstürmer Erb in seiner typischen Art wieder ein großartiges Tor erzielte, und somit die Partie 4:2 stand kam nur noch Waldhof als Sieger in Frage. Der HSV=Angriff war endgültig geschlagen. In der letzten Viertelstunde erzielte in der 38. Minute Günderroth und in der 43. Minute Eberhard, der einen langen Schuß von Günderroth einlenkte noch 2 Tore. Wacker Wien siegt Neumeyer Nürnberg 7:4 geschlagen Dramatischer Kampf vor 10000 Der bayerische Gauligaverein WKG Neumeyer Nürnberg, der im diesjährigen Tschammer=Pokalwettbewerb mit Sportklub und Austria bereits zwei Wiener Vereine ausgeschaltet hatte, lieferte im Kampf um den Eintritt in die Vorschlußrunde auch Wacker Wien ein großes Spiel und gab sich erst nach härtester Gegenwehr mit 7:4(4:2) Toren geschlagen. Es war ein dramatischer und an Höhepunkten Spiel im Zabo 1. FC. Nürnberg— Fortuna Düsseldorf 3:1(2:1) Das Spiel der vierten Schlußrunde um den Tschammer=Pokal in Nürnberg brachte 12.000 Zuschauer nach dem Zabo, die nicht nur einen 3:1=(2:1=) Sieg des Clubs über den Niederrheinmeister Fortuna=Düsseldorf erlebten, sondern auch ein Spiel serviert bekamen, das restlos zu begeistern wußte. Die Gäste aus Düsseldorf hatten das Pech. die Nürnberger in einer geradezu meisterhaften Form anzutreffen und da auch ihr Spiel nichts zu wünschen übrig ließ, gab es einen Kampf, wie man ihn schon lange in Nürnberg nicht mehr erlebt hatte. Dazu kam noch eine geradezu vorbildliche Schiedsrichterleistung durch Schulz=Dresden. Beide Mannschaften kamen in folgenden Aufstellungen:“ Nürnberg: Kohl; Billmann, Kennemann; Luber, Sold, Carolin; Gußner, Eiberger, Uebelein 2. Pfänder, Kund Düsseldorf: Abromeit; Janes, Meining; Zwolanowski, Krüger, Csaika; Albrecht, Kugler, Gühler Haibach, Pickartz. Die Gäste mußten also ihren Mittelstürmer Hänel ersetzen.— Von der ersten bis zur letzten Minute gab es einen spannenden, wechselvollen und temperamentvollen Kampf. bei dem die Situationen blitzschnell wechselten und ein unerhörtes Tempo auf dem glatten Boden vorgelegt wurde. Nach anfänglicher leichter Ueberlegenheit denn die Gäste fanden sich schnell, konnte Düsseldorf einige gefährliche Angriffe vortragen, die aber die unerhört stabile Nürnberger Abwehr nicht durchbrechen konnten. Allmählich fand sich auch die Nürnberger Mannschaft besser zusammen und in der fünfzehnten Minute konnte Eiberger den Führungstreffer für Nürnberg erzielen. Meining, der während der ersten 45 Minuten als linker Verteidiger im Düsseldorfer Strafraum manche heikle Situation hervorrief, wehrte ab zu einem Eckball und Eiberger verwandelte mit wunderbarem Kopfstoß. In der Folgezeit ist eine leichte Ueberlegenheit des lubs nicht zu verkennen. Aber aus einem Deaungsfehler kam Düsseldorf in der 32. Minute durch Kugler zum Ausgleich. Nicht lange währte aber die Freude bei den Gästen, denn schon zwei Minuten später verwandelt der Düsseldorfer Mittelläufer unerhört scharf eine Flanke von Kund ins eigene Netz. Dieses Tor rief in der Düsseldorfer Hintermannschaft starke Unruhe hervor, denn der Clubsturm setzte sich bis zum Schluß der ersten Hälfte im Düsseldorfer Strafraum ziemlich fest. ohne aber am Ergebnis etwas ändern zu kön— In der zweiten Halbzeit lief dann die Nürnberger Mannschaft zu einer ausgezeichneten Form auf. Die wuchtigen Angriffe konnte die Düsseldorfer Hintermannschaft auf die Dauer nicht wirkungsvoll abwehren. Die Gästeabwehr hatte ein ungeheures Pensum zu absolvieren und war in den letzten 15 Minuten ziemlich fertig. Zahllos waren die Chancen der Nürnberger, aber immer wieder fand sich ein Bein oder ein Kopf, die die Nürnberger Schüsse wirkungslos machten. In der 37. Minute endlich, nachdem vorher Kualer in aussichtsreicher Stellung knapp verschossen hatte, fiel die Entscheidung endgültig zu Gunsten des Clubs. Uebelein 2. bis dorthin eigentlich der schwächste Mann der Nürnberger Elf schoß zunächst an die Latte, erwischte den zurückspringenden Ball aber noch einmal und Abromeit war zum drittenmal geschlagen nachdem er vorher ein Heiligtum ausgezeichnet verteidigt hatte. Eiberger und Gußner, sowie auch Uebelein hatten in den letzten Minuten noch Gelegenheit. das Ergebnis zu erhöhen aber Janes war nunmehr nicht mehr zu überwinden Sieg der Waldhofer S Waldhof— Hamburger SV 6:2(2:0) 20000 Zuschauer waren Zeuge eines rassigen reicher Pokalkampf. Auf dem Schneeboden zogen die Wiener glänzend vom Start. und nach einer ergebnislosen Ecke gelang Zischek in der achten Minute bereits der erste Treffer. Kaum hatte sich die Nürnberger Abwehr von ihrem Schreck erholt, war zwei Minuten später Reitermayer nach einem verunglückten Abwehrstoß Hertleins neuerlich erfolgreich und in der 12. Minute hieß es durch Sarsoun schon 3:0. Hertlein verschuldete die zweite Ecke, und in der 32. Minute stellte Reitermayer nach idealem Durchpaß von Walzhofer auf 4:0. Jetzt wurde selbst die Wiener Verteidigung sorglos, Schlauf hieb kräftig daneben, wodurch Schmidt freie Bahn fand. Er trieb den Ball einige Meter gegen das Tor und schoß unhaltbar zum 4:1 ein. Gleich im nächsten Angriff brach Schmidt erneut durch und seine Flanke verwertete Fischer zum 4:2= Pausenstand Nach dem Wechsel setzte Wacker wieder Dampf auf und war drückend überlegen. Bei einem der schnellen Vorstöße des Nürnberger Angriffs stellte sich Fischer geschickt frei und in der 7. Minute war dei Vorsprung der Wiener bei 4•3 auf einen Treffer zusammengeschmolzen. Die entscheidende Wendung führte ein Weitschuß des rechten Wiener Läufers Höpfl herbei. Dennstädt warf sich zwar nach dem Ball. konnte sein Eindringen aber nicht verhindern.(19. Minute 5:3.) Zwei Minuten darnach zogen die Wiener durch Reitermayer auf 6:3 davon. Nun spielte sich der Kampf fast ständig in der Hälfte der Gäste ab, die in der 33. Minute durch Reitermayer den siebenten Treffer abbekamen. Wacker beschränkte sich jetzt auf Spielereien und trieb den Ball im flüssigen Zusammenspiel durch die Reihen der Gegner. Eine große Chanre vergab Schmidt und gleich darauf landete zum Pech der Nürnberger ein Schuß von Preißl am Pfosten Aus einem Gedränge verbesserte Fischer in der 44 Minute aber doch noch auf 7:4.— An dem Sieg Wackers gab es nichts zu rütteln. Die Wiener führten vor allem im Angriff die feinere Klinge. Hoher Sieg von Rapid Wien Der Pokalverteidiger fertigt Blau=Weiß Berlin mit 7:1 ab erzwungen. Eine einzelne Kritik erübrigt sich, lediglich sei bemerkt, daß der Tormann Man Im Zwischenrundenspiel um den Tschammerpokal, siegte am Sonntag der Pokalverteidiger Rapid Wien über Blau=Weiß Berlin mit 7:1 (4:0) Toren. Der Erfolg der Ostmärker vor 200000 Zuschauern im Berliner Poststadion ist in dieser Höhe etwas zu hoch ausgefallen, aber ohne Zweifel ist daß Rapid Wien jederzeit verdient gewonnen hat Reifer im Können, auf allen Posten gleich stark besetzt die gesamte Mannschaft in guter körperlicher Kondition, so steuerte Rapid Wien von der ersten Spielminute an einem nicht aufzuhaltenden Siege entgegen. Die gesamte Abwehr und die Deckung waren vor keine allzuschwere Aufgabe gestellt. Im Angriff war Binder, der allein 5 Tore schoß, der überragende Spieler der es auch meisterhaft verstand, seine Kameraden einzusetzen. Blau=Weiß lieferte in den ersten 25 Minuten ein recht gutes Spiel, aber die Stürmer verpatzten in dieser Zeit aue sich ihnen bietenden Torgelegenheiten. Es wurde so lange gezögert und gezaudert, bis einer der Gegner dazwischenfuhr und den Berlinern den Ball abnahm oder die Gefahr beseitigte. Auch im weiteren Verlauf erwies sich der blau=weiße Angriff als zu wenig durchschlagskräftig und selbst das Ehrentor wurde zu guter Letzt nur durch Verwandlung eines Elfmeters they trotz der sieben Tore, die nahezu sämtlich unhaltbar waren, noch eine gute Figur machte Unter der umsichtigen Leitung des Chemnitzer Schiedsrichters Illig stellten sich die Wiener in der gemeldeten Aufstellung. Blau=Weiß hatte Balzer als rechten Läufer eingestellt, während der linke Läufer Henke linksaußen stürmte, wo er sich jedoch als ein Versager erwies. Zwei Treffer in einer Minute, das war der überraschende Beginn des großen Kampfes. Schon 25 Sekunden nach dem Anstoß der Wiener gab der tüchtige, aber hart spielende RapidMittelläufer Hofstätter eine Vorlage an Binder und gegen den Bombenschuß von Bimbo streckte sich Manthey vergebens. Sofort mit Wiederanpfiff ist Rapid erneut durch, Berlins rechter Verteidiger Hübner wehrt schlecht ab und schon ist Pesser zur Stelle und drückt den Ball zum zweiten Tor ein. Obgleich Blau=Weiß nun mit zwei Treffern im Rückstand ist, spielt die Mannschaft unentmutigt weiter, sie kommt sogar sehr gut auf und zeigt ein überdurchschnittliches technisches Können, das aber nicht ausreicht, um Rapid auf die Verliererstraße zu drängen. Die ganze Ausbeute in dieser besten Zeit der Reichshauptstädter sind zwei ergebnislose Eckbälle. Die Punktejagd im Westen Hamborn laßt einen Punar— VfL. Bochum macht Neben den Ereignissen in der mittelrheinischen Gauliga interessieren natürlich auch die Spiele — mostdeutschen Nachbargaue Westfalen WestW#4 völlig konkurrenzlos an die Spitze gesetzt hat und diese bis zum Schluß nicht mehr abgeben wird, scheint am Niederrhein ein harter Kampf zwischen dem Titelverteidiger Fortuna Düsseldorf und der jungen Els von Hamborn 07 zu entbrennen. Schalke bleibt in Front Der Meisterschaftssonntag in Westfalen war mit fünf Treffen ausgefüllt. Im Vorderarund stand dabei der Kampf von Schalke 04 in Bielef ern mußte egen Arminia. Vor 4000 lke in einem typischen cha 35 uschauunktekampf restlos aus sich herausgehen, um mit 3:1 (2:1) siegreich zu bleiben. Marx brachte die Bielefelder in Front, aber Boruffka glich aus und Eppenhoff brachte die„Knappen" bis zur Pause noch in Front. Nach der Pause schied der verletzte Bielefelden Verteidiger Upmann vorübergehend aus. Schalke kam nun besser in Fahrt und erhöhte durch Boruffka auf 3:1. Schalkes ernstester Verfolger bleibt durch 4:0(2:0=) Sieg der VfL 48 Bochum, der zu Hause den BfB Bielefeld besiegte. Torwart Schielemann(Bielefeld) schied verletzt aus und Mittelstürmer Kaiser wurde des Feldes verwiesen. Gelsenguß Gelsenkirchen unterlag 1:3(0:2) gegen Westfalia Herne. Matzkowski war dabei der erfolgreichste Herner Stürmer. Torreich endete das Treffen Preußen Münster—. Borussia Dortmund, das die Gastgeber 5:3(3:0) gewannen. Ein ausgesprochenes Kampfspiel lieferten sich Arminia Marten und Röhlinghausen, das der Gastgeber 4:3(3:0) siegreich beendete. Hamborn gut im Rennen Nachdem Fortuna im Tschammerpokalspiel stand, blieben diesmal nur drei Meisterschaftsspiele für den Niederrhein. Im Mittelpunkt stand dabei der Lkampf Hamborn 07— ETB Schwarz=Weiß Essen. Nach torloser 1. Hälfte trennten sich die Mannschaften vor 5000 Zuschauern 1:1. Die Essener ohne Buchloh und Winkler, sonst beide Parteien in stärkster Besetzung. Nachdem die erste Hälfte den stürmischen Hambornern gehört hatte, wurde Essen dank des famos aufbauenden Stermseck nach der Pause überlegen. Durch den Halbrechten Trimhold ging Essen in Führung, aber zehn Minuten vor Schluß gelang Rechtsaußen Oles der Ausgleich. Rot=Weiß Essen mußte gegen Westende Hamborn mit größtem Einsatz kämpfen, um nach der 3:1=Pausenführung schließlich 5•4 siegreich zu bleiben. Zeitweise führte Essen 5:1, mußte dann aber den. Gast mächtig aufkommen lassen Sehr sicher mit 3:0(0:0) gewann Rot=Weiß Oberhausen gegen den SSV Wuppertal. Mittelstürmer Groß früher Eintracht Frankfurt, war an dem Erfolg maßgeblich beteiligt und schoß selbst zwei Tore. BfL. 99 verliert gegen BfR. Torreiche Gauligaspiele am Mittelrhein Der Meisterschaftsauftakt im neuen Jahr war nicht für alle Mittelrheinmannschaften glücklich Der favorisierte VfL 99 mußte in Höhenberg eine bittere 6:5=Niederlage gegen den VfR hinUeberlegener deutscher Sieg Dänemarks Ringer 7:0 geschlagen Mit dem Rekordergebnis 7:0 gewann die deutsche Ringerstarfel den 9. Länderkampf gegen Dänemark, so daß nunmehr sechs deutschen Erfolgen drei Siege der Dänen gegenüberstehen und die Gesamtbilanz unserer Ringer auf 45:19 Ländersiegen gestiegen ist.— Unser Federgewichtsmeister Schmitz und Europameister Fritz Schäfer im Weltergewicht erkämpften dabei entscheidende Siege. Sämtliche Begegnungen endeten mit einwandfreien Punkteerfolgen unserer Ringer. In allen Gewichtsklassen gab es mitreißende Kämpfe und oft gefährliche Situationen, die die Zuschauer zu stürmischem Beifall hinrissen. nehmen, und dabei war der Erfolg der Rechtsrheinischen auch vollauf verdient. Der Kampf in Gruppe I scheint sich immer mehr auf ein Duell Sülz 07— Mülheimer SV zuzuspitzen. Die spielfreien Mülheimer verteidigten die Führung, aber Sülz 07 hielt sich durch den 5:3=(3:1=) Erfolg über Rhenania Würselen dichtauf. Einen Sprung nach oben machte noch Düren 99. das in dem Berliner Kern eine prächtige Sturmverstärkung hat und Alemannia Aachen 6:0(3:0) bezwang. In Gruppe 2 überrascht der hohe 4:0=(3:0=) Sieg von Troisdorf auf eigenem Platz gegen Tura Bonn. Troisdorf ist damit die Tabellenspitze kaum noch zu nehmen. Auch in Andernach klappte nicht alles nach Wunsch wenigstens für den Bonner FV der dort nur 2:2(1:1) spielen konnte, obwohl er technisch etwas besser war. Der nach längerer Zeit wieder spielende Andernacher Verteidiger Klaas bedeutete eine erhebliche Verstärkung Mit sieben Fortuna=Spielern Das Niederrhein=Aufgebot gegen Schlesien Für den schweren Reichsbundvokal=Zwischen= rundenkampf gegen den Gau Schlesien am Sonntag, 14 Januar. im Beuthener Hindenburg=Stadion vat der Sportbereich Niederrhein eine überaus starke Mannschaft aufgestellt in der nicht weniger als acht Spieler des Meisters Fortuna Düsseldorf mitwirken. Es treten an: Abromeit; Janes(Fortung Düsseldorf Duch(Hamborn 07); Zwolanowski Krüger (Fortuna, Düsseldorf). Rodzinski Hamborn 07); Kugler, Haenel(beide Fortuna Düsseldorf), Liesen(Hamborn 07), Pickartz(Fortung Düsseldorf). Plückthun(Schwarz=Weiß Essen). Neusel boxt Paul Ballner Für den Deutschen Schwergewichtsvoxmeister Walter Neusel=Bochum ist jetzt nach der Absage der Holländers Harry Staal ein neuer Gegner für den Berliner Svortpalast=Kampfabend, der inzwischen vom 11 auf den 27. Januai verschoben worden ist gefunden worden. Die Wahl ist auf den in der Reichshauptstadt lebenden Düsseldorfer Paul Wallner gefallen der in den letzten Wochen wieder stärker in den Vordergrund getreten ist. Trotz seines glücklichen Sieges über Arno Kölblin vor Monatsfrist in Berlin ist der Rheinländer bisher jedoch noch den Beweis schuldig geblieben daß er wieder wie vor eineinhalb Jahren zur ersten europäischen Klasse zählt. Jedenfalls hat Wallner im Kampf gegen den Meister, der seinen Titel allerdings nicht aufs Spiel setzen wird die beste Gelegenheit, sich wieder in die vorderste Reihe unserer Schwergewichtsborer zu bringen Georg Sich bester Turner Wertungsturnen des Gaues Niederrhein In der Jugendhalle in Essen=Kray trugen am Sonntag die Spitzenturner des Gaues Niederrhein ein Ausscheidungsturnen für den Kriegsvergleichskampf gegen den Gau Mittelrhein, der am 14. Januar in Köln=Mülheim durchgeführt wird, aus. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt.— Der angekündigte Spitzenturner Heinz Sandrock=Immigrath durite auf ärztlichen Rat nicht turnen und wird auch am 14. Januar aus Gesundheitsrücksichten nicht in der Riege stehen.— Als bester Turner erwies sich wieder Georg Sich=Düsseldorf, der die höchste Punktzahl von 109.5 erreichte. Europameister Bersinsch Sieger über 3000 m Im Rahmen der Nationalen EisschnellaufWettbewerbe in Oslo traf Eurovmmeister Bersinsch nochmals in einem Zweikampf mit dem Amerikaner Wallace zusammen. Ebenso wie tags zuvor über 1000 Meter siegte der Lette auch über 3000 Meter und benötigte dabei eine Zeit von 4:58,6. Gesamtsieger des Schnellaufens wurde Haraldsen vor Mathiesen, die beide am Schlußtage noch je einen Lauf gewonnen hatten. Herbert Runge K.=o.=Sieger Die Staffel des BC Wuppertal kämpfte am Sonntag in Aachen gegen die Mannschaft des Post=SV. Da die Gäste Ersatz einstellen mußten. unterlagen sie im Gesamtergebnis mit 10:6 Punkten Meister Herbert Runge kam im Schwergewicht zu einem entscheidenden Sieg über Wolff 1(Aachen), der in der zweiten Runde ausgezählt wurde. Frisches Kanonenfutter für Englands Geldsack Weltbild(M). In England, das schon immer bestrebt war, seine Kriege mit fremdem Blut zu führen, traf dieser Tage ein weiterer Transport kanadischer Truppen ein, die als Kanonenfutter für den vlutokratischen Krieg nach Frankreich geschickt werden sollen. England schickt sie in den sicheren Tod Weltbild(M) Australische Flieger lachen bei ihrer Ankunft in England noch ein ungetrübtes Lachen. Sie ahnen wohl noch nicht, daß die plutokratischen englischen Kriegstreiber gerade die Flieger der Dominions bei sogenannten„Ueberwachungsflügen“ in der Deutschen Bucht systematisch in den Tod jagen. Technische Truppen in alter Zeit unter dem Erdboden— Schon Thukydites kannte das„Buddeln" Mit vollem Recht spricht man von den„technischen Kriegen der Neuzeit"; aber man darf darüber nicht vergessen, daß bereits die Antike und das Mittelalter ausgezeichnete kriegstechnische Grunderfahrungen sammelten, aus denen dann der Hochstand zumal unserer überragenden deutschen Kriegstechnik sich entwickelt hat. Ganz abgesehen von den hervorragenden Wurfgeschützen, um die sich kein Geringerer als der große Mathematiker und Physiker Archimedes von Syrakus so verdient gemacht hat, war auch das Fortifikationswesen, also die technische Anlage und Versorgung einer Festung, schon in grauer Vorzeit bewundernswert. Doch das ist bekannt; viel eher könnte es Erstaunen erregen, daß auch die Wehrtechnik des Stellungskrieges Chamberlain an der„Front“ Wahrscheinlich kommt er sich großartig vor bei seinem Besuch an der„Front" und merkt nicht einmal, daß er nichts als eine lächerliche Figur darstellt. Weltbild(M). — den es immer, wenn auch nicht so ausgedehnt wie 1914/18 gegeben hat— sehr gut ausgebildet war. Diese hat sich unmittelbar aus dem Festungskriege entwickelt. Bereits der griechische Historiker Thukydites erzählt davon, wie sich der Belagerer durch heimliche Grabearbeit an die zu erobernde Festung„heranbuddelte" die Bollwerke und Mauern unterwühlte, zum Einsturz brachte und die gewünschten Breschen zum Sturmangeiff schuf. Alexander der Große ließ seine Truppen gar Schleichgräben unter dem Erdboden ausschachten, die— in wochenlanger Vorarbeit— unter den Fortifikationen hin in die Innenstadt führten, plötzlich am Ko ende durchbrochen wurden und die Sieger in völlig überraschte Stadt einfallen ließen. Christof Weigel aus„Regenspurg“, 1698, schreibt in seinen fachkundigen Betrachtungen der kriegstechnischen Sonderfächer:„Die Anlei= tung zu solchen Minen sollen, wie einige wissen wollen, die so genannten Kaninchen, welche die Zoographen unter die Geschlechte der Haasen rechnen, gegeben haben, oder auch, nach Anderer Meinung, die Berg=Knappen und ErtzGräber". Nun, auf letztere kulturtechnischen Vorläufer der„Miniere" oder„Miniers“ deutet schon der Name; wie im Bergwerke die Minen und Stollen vorgetrieben werden, so machte es auch der Soldat schon vergangener Zeiten, und die Unseren tun es ebenfalls noch. Sie treiben„Sappen“.vor, nach denen Napoleon seine„Sapeurs“ bei der erhöhten Wirkung der Feuerwaffen, genügen solche mit Sand gefüllten Weidenkörbe natürlich nicht mehr. Man wendete im Weltkriege erfolgreich die„Erdwalze" an: ein Erdwall rückt dauernd wie eine bewegliche Mauer vor den Sappengräbern her. Wichtig dabei ist Sichtschutz gegen Flieger und Fesselballone; darum geschehen diese Arbeiten meist nachts. Bei Tage ist beste Tarnung der Sappen notwendig. Außerdem aber galt und gilt es, die Gerausche der Erdarbeiten dem oft bedenklich nahen Feind zu verschleiern, was sehr schwierig ist, wenn der Feind— gewitzigt durch frühere Erfahrungen — an gefährdeten Stellen Horchposten aufstellt oder geradezu dem sich vorschiebenden Sappenkopfe entgegenarbeitet. Also erfordert die Sappenarbeit viel Vorsicht und Kenntnisse; dennoch konnte man nicht stets auf besonders ausgebildete Mannschaften zurückgreifen; eine Verordnung Kaiser Ferdinands des Dritten wies Anno 1665 darauf hin, daß „ein jeder Soldat zu derer Schantz=Arbeit verpflichtet" sei. Dennoch machte sich das Bedürfnis bemerkbar, die durch anderen Dienst in Anspruch genommenen Soldaten durch Helfer bei solchen zeitraubenden Arbeiten zu entlasten, zumal die Einbauten der Artillerie machten es nötig, technische Hilfskräfte heranzuziehen. I. H. Zedler schreibt 1742:„Schantzgräber, Pionnier, heißen diejenigen Arbeitsleute, die y einer Armee gebraucht werden, die Wege zu bessern und die Schantzen aufzuwerfen. Ordentlich wird derselben eine Anzahl bei der Artollerie gehalten; bey einer Belagerung aber werden sie aus dem Landvolcke aufgebothen.“ Wir sehen, daß der Pionier anfangs nur„Schipper“ war. Bald wurde der Pionier— franz. „Pion"—„Fußgänger“— regulär Soldat, und zwar„neuzeitlichster“— weil technisch vervollmmneter— Soldat. Man teilte sie in Minierer, Sappeure und Pontoniere ein, wie es ausländische Heere auch heute noch tun. Bei uns wurde der Pionier in den Kriegen des 19. Jahrhunderts„Mädchen für alles"; er mußte alle technischen Schwierigkeiten des Vormarsches der Belagerung, der Signalisierung und derlei beheben. Und so wurde der Pionier, der„alles kann". Vorläufer sämtlicher modernen Verkehrs= und Nachrichtentruppen. Aus ihm gingen die Telegraphisten, die Eisenbahner, Kraftfahrer hervor. Um die Zeit des Weltkrieges wurde der„Mann vom schwarzen Kragen" sogar noch Vater neuer Waffengattungen, so der Minenwerfer, der Gaskampftruppen, der Flammenwerfer und der Starkstromformationen. Als Minenleger bewährte er sich zumal in wo schon seit Jahrvon den Minenstollen her ausgeführt wurden, so daß der Name „Mine“ sich aus die Sprengladungsgeschosse selbst ausdehnte. Vor allem zum Breschelegen und Sturmlückenschlagen verwandte man die heute sehr vervollkommnete Mine meist. So kommt der Minier und Pionier in Berufsverwandtschaft zum Constabler und Feuerwercker. Diese Truppen schildert ein alter ChroSüdfinnland und die Karelische Landenge Weltbild=Gliese(M). Die russisch=finnischen Kämpfe konzentrieren sich immer mehr auf den Südosten Finnlands und die Landenge von Karelien. Hier begünstigen die geographischen Gegebenheiten eine Verteidigung besonders, und zwischen den ausgedehnten Seengebieten liegt die MannerheimLinie, ein von den Finnen mit viel Kosten angelegtes Verteidigungssystem. Das in unserer Karte dargestellte Gebiet wird in den kriegerischen Handlungen der nächsten Zeit ein Rolle spielen. nist wehrgeschichtlich wie folgt:„Es wird heut zu Tag von einem Constabler und Bombardier eine weit größere Wissenschaft erfordert, als hiebevor. Er muß nicht allein die Stücke(Geschütze) über Berg und Thal auf dem Marsch bequem fortbringen, sondern an dem ihme von der hohen Generalität angewiesenen Ort die Batterien, Unterstellungen. Bedeckungen und Blendungen richtig angeven, auch wohl selbst zu machen wissen, der Pulverproben wohl kundig seyn. Visierung wohl verstehen. das Geschü recht zu stellen, richtig zu laden zu feuern wissen chtig zu laden und sicher loß .. Es gebühret hingegen die Verfertigung der Bomben, Carcassen. Granaten, Feuerballen dem Feuerwercker, und ist vermittelst der heutigen Ernst=Feuer fast keine Festung mehr unüberwindlich. Allein der Feuerwercker erschröcket nicht allein durch seine Arbeit bey rauhen Kriegs=Trubeln, durch entsetzliche Ernst=Feuer sondern belustiget auch durch angenehme Lust=, Sieg= und Freude=Feuer in erwünschten Friedenszeiten, und zwar durch steigende Racketen, leuchtende Liecht=Kugeln, hellblinkende Sternfeuer und umlauffende FeuerRäder.“ Devisenschieber aus der Luft heruntergeholt Der aus Wuppertal=Elberfeld, stammende 53jährige vorbestrafte Jude Nathan Israel Adler kannte seit 1933 nur noch eine Beschäftigung: Er studierte auf das eingehendste die Devisenvorschriften und sann über Mittel und Wege nach, wie unter Umgehung der Gesetze jüdisches Vermögen in das Ausland geschmuggelt werden könnte. Zu diesem Zwecke bediente er sich seiner geschäftlichen und persönlichen Beziehungen zu einer französischen Gesellschaft und verschob auf diesem Wege im Jahre 1936 etwa 40000 bis 60000 RM. Ferner brachte er in vier Fällen für Rassegenossen— zum Teil mit Hilfe eines weiblichen Kuriers— in= und ausländisches Papiergeld und Münzen über die Grenze nach Belgien und England. Daß ihm schließlich sein Hauptschlag mißlang und über 250000 RM. beschlagnahmt und für die deutsche Volkswirtschaft sichergestellt werden konnten, ist der ausgezeichneten Arbeit der Devisenüberwachungsstellen zu danken. Dieser Betrag erhöht sich noch um eine Kaution von 175000 RM, die ein mitbeteiligter Jude bei seiner Flucht ins Ausland im Stich gelassen hat Auf Grund des„Rufes“, den Adler in jüdischen Kreisen als Devisenschieber genoß, hatte sich auch ein Kaufmann H., der inzwischen Selbstmord begangen hat, an ihn mit der Bitte gewandt, ihm bei der Verschiebung einer Abfindung von 184000 RM. behilflich zu sein. die er bei seinem Ausscheiden aus einer deutschen Firma erhalten hatte. Das Geld wurde in einen Lederkoffer gepackt, der von Adler bei seinem in ähnlichen Fällen schon mehrfach bewährten 51jährigen arischen Duzfreund Karl Lampe in der unbewohnten Mädchenkammer unter der Matratze aufbewahrt wurde. Inzwischen bereitete H., der Eigentümer des Devisenkoffers, alles vor. um aus Deutschland zu entschwinden, nachdem er mit Adler verabredet hatte er sich sowohl eine D=Zug=Karte nach ausgehändigt werden sollte. Vorsichtshalber hatet er sich sowohl eine D=Zug=Karte nach Amsterdam, wie einen Flugschein gelöst. Als die Zollbeamten. die ihm bereits auf der Spur waren, auf dem Bahnhof Zoologischer Garten zugreifen wollten. war H. plötzlich spurlos verschwunden. Er fuhr mit einer Taxe nach Tempelhof, wo einige Minuten später die Maschine nach Amsterdam startete. Die Zollbeamten zogen natürlich auch diese Möglichkeit in Erwägung und erfuhren auf Anruf. daß H. tatsächlich als Fluggast an Bord der soeben gestarteten Maschine sei. Durch Funkspruch wurde das Flugzeug aus der Luft zurückgeholt. und nach der Landung wurde H. festgenommen. Er gab das Spiel sofort verloren und nannte die Adresse Adlers, der in einem Kaffee am Kurfürstendamm beim Skat geschnappt werden konnte. Adler wiederum gab seinen Freund Lampe preis, mit dem Bemerken allerdings, daß L. gerade„auf der Jagd“ sei. Tatsächlich war die Wohnung verschlossen. Aber die Beamten wußten Rat. Mit der Gewandtheit eines Artisten fand einer von ihnen durch ein offenes Fenster Zutritt zu der im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung und stellte den Koffer mit dem Devisenschatz sicher. In einer Kassette fand man bei der Gelegenheit weitere namhafte, zur Verschiebung ins Ausland bestimmte Beträge. Der letzte mehrtägige Akt dieser erfolgreichen Devisenjagd spielte vor der 4. Berliner Strafkammer in Moabit. Adler wurde zu 5 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und 368000 RM. Geldstrafe und sein arischer Helfer Lampe wegen Beihilfe zu zwei Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust und 240000 RM. Geldstrafe verurteilt. Als dritter Angeklagter erhielt der 33jährige Alfred Israel Goßmann der in der Hauptsache Geld verschoben hatte. ein Jahr drei Monate Gefängnis und 16.250 RM. Geldstrafe. 10 * Lenkung und Führung Der„Generalrat" der Kriegswirtschaft Das Wort„Kriegswirtschaft" ist uns geläufig geworden. Es bedeutet, daß es im Kriege keine abgesonderte oder gar freie Wirtschaft geben kann, sondern nur eine solche, die sich restlos in den Dienst des Ganzen stellt, also sich in die Erfordernisse des Krieges einordnet. „Kriegsverpflichtete Wirtschaft“, hat man sie daher genannt. Der Kampf der Feinde richtet sich ja nicht nur gegen den deutschen Soldaten. sondern gegen das ganze Volk, seinen Lebensraum, seine Arbeitskraft und seine Die. Trennung zwischen Front und„Hinterland“ gibt es in diesem Kriege noch weniger als im Weltkriege. Daher ist es selbstverständlich, daß Erzeugung und Rohstoffe, Nahrungsmittel und Verbrauch. Ein= und Ausfuhr, Finanzen und Sozialpolitik Verkehrsfragen und Verwaltung eine große Einheit bilden, die gesammelt und übersichtlich in den Kriegsbedarf eingeschaltet wird. Für Ressortfragen oder Einzelinteressen ist jedenfalls weder Raum noch Zeit. Darüber ist sich jedermann klargeworden: von der Stiefelsohle bis zur Lokomotive, vom Nähgarn bis zum fertigen Anzug. von der Brotkarte bis zur Devisenbeschaffung ist jede Form des Verbrauches und der Erzeugung kriegswirtschaftlich bestimmt. Dabei ist es selbstverständlich daß die Bedürfnisse der kämpfenden Front vorangestellt werden, daß daneben aber die Wehrwirtschaft und die in ihr tätigen Kräfte in gleicher Weise den Vorrang genießen. Die deutsche Kunst der Organisation hat der straffen Erfassung aller Kräfte und Bedürfnisse auch auf diesem Gebiet vorgearbeitet. Jeder Industriebetrieb ist in seiner Fachgruppe erfaßt, ebenso der Handwerker und Einzelhändler, die Landwirtschaft hat im Reichsnährstand eine berufsständische Vertretung gefunden. die im Kriege für die gesamte Ernährungswirtschaft die größte Bedeutung gewonnen hat. Alle diese Gliederungen der Wirtschaft und der Partei sind in die Kriegswirtschaft eingeschaltet. In den Städten bestehen dafür die Ernährungsämter und die Wirtschaftsämter. Sie sind die untersten Organe der kriegswirtschaftlichen Organisation. Uebergeordnet sind ihnen die Landes= und Provinzial=Ernährungsamter. Auf der gleichen Ebene stehen die Bezirkswirtschaftsämter und die Forstwirtschaftsamter. Sie sind für die Fragen der Bewirtschaftung in den einzelnen Gewerbezweigen zuständig. Während aber die Ernährungsamter dem Reichsernährungsminister unterstellt sind gehoren die Bezirkswirtschaftsämter in den Bereich des Reichswirtschaftsministers und die der Forstwirtschaft zu dem des Reichsforstmeisters Der Reichswirtschaftsminister war gleichzeitig Generalbevollmächtigter der deutschen Wirtschaft und Mitglied des Ministerrates für die Reichsverteidigung. Damit war die Kriegswirtschaft schon bisher in das höchste Organ des Reiches eingebaut Bevor die Kriegswirtschaft ihre überragende Bedeutung gewann, hatte sie einen Vorläufer in dem Vierjahresplan, dessen Aufgabe es war. das Rohstoffproblem zu meistern. Generalfeldmarschall Göring hat als der Beauftragte für den Vierjahresplan diese gewaltige Arbeit geleistet. Er ist seit Kriegsausbruch auch der Vorsitzende des Ministerrats für die Reichsverteidigung und auch damit an der Gesetzgebung auf wirtschaftlichem Gebiete beteiligt. Reichswirtschaftsminister Funk hat nun die überzeugung gewonnen, daß der Vierjahresplan und die Kriegswirtschaft auch organisatorisch zusammengefaßt und in eine Hand gelegt werden müssen. Er hat daber für die Unterstellung der gesamten Kriegswirtschaft unter die Leitung des Generalfeldmarschalls die Initiative ergriffen. Lenkung der Wirtschaftspolitik und Leistung der Kriegswirtschaft befinden sich nunmehr in den Händen Hermann Görings. Er hat einen „Generalrat“ eingesetzt, dem alle obersten Stellen des Reiches angehören, die an der Kriegswirtschaft beteiligt sind. Auch der Chef des Wehrwirtschaftsamtes des Oberkommandos der Wehrmacht und der Beauftragte des Stellvertreters des Führers der Partei sind ständige Mitglieder. Dieser Generalrat wird die Gleichrichtung aller Maßnahmen sicherstellen und die Arbeiten der einzelnen Ressorts zu prüfen haben. Es entsteht dadurch keine neue Behördenstelle, denn der Apparat des Beauftragten für den Vierjahresplan tritt in diese neuen Aufgaben ein. Im Gegenteil: Es wird eine weitere Vereinfachung des Organismus angekündigt und es wird besonders betont, daß Raschheit der Entschlüsse und Wagemut in der Beschreitung neuer Wege zu den Kennzeichen der deutschen Kriegswirtschaft gehören. Dadurch wird es vor allem möglich sein, den englischen Plänen der Hungerblockade schlagkräftig entgegenzutreten. Generalfeldmarschall Göring hat selbst die Leitung des Generalrats inne er hat zu seinem Stellvertreter Staatssekretär Körner bestimmt. In den grundsätzlichen Fragen der Kriegswirtschaft ist im Falle der Abwesenheit des Generalfeldmarschalls der Reichswirtschaftsminister Funk sein Stellvertreter. Funks große Leistung bestand in der Umstellung der deutschen Wirtschaft auf ihre Kriegsaufgaben. Er ist an der Spitze seines Ministeriums und als Leiter der Reichsbank Uum 1 M uihazn# cnv ner für die wirtschaftlichen Aufgaben dieser Zeit. Die jetzige Zusammenfassung der Spitzen der Kriegswirtschaft verfolgt den Zweck, alle sachlichen und durch straffe und einheitliche Führung das Höchstmaß der Kräfte zu entfalten. Das deutsche Volk hat allen Grund. diese Gestaltung mit höchstem Vertrauen zu begrüßen. In der Werft von Spezia ist am Sonnabend das Hochsee=U=Boot„Luigi Torelli“ von Stapel gelaufen. Schock für die Reeder Englands Die Maßnahme Gilmours löst Mißtrauen aus Amsterdam, 7. Jan. Der vom britischen Schiffahrtsminister Gilmour angekündigte Plan. sämtliche britischen Hochseeschiffe der Kontrolle der britischen Regierung zu unterstellen, hat, wie die Londoner Finanzblätter berichten, in britischen Schiffahrtskreisen große Entrüstung hervorgerufen. So schreivt„„Hinuncial News“ unter anderem. dieser Plan sei britischen Reedern wie ein wahrer Schöck gekommen. Jetzt sei die gesamte Schiffsindustrie Englands interessiert zu erfahren, in welcher Weise die englische Regierung die Schiffseigentümer zu entschädigen gedenke. Der Generaldirektor der britischen Schifffahrtskammer, Cleminson, habe zu dem von Gilmour bekanntgegebenen Plan unter anderem gesagt, es sei wahr, daß sich die gegenwärtige Gefahr mit der Gefahr im April 1917 nicht vergleichen lasse, denn die Tonnagezahl sei heute geringer als damals. Wenn man nämlich die Tonnage der britischen Tankschiffe in Abzug bringe von der britischen Gesamttonnage. dann verfüge England heute über viel weniger Handesschiffe als 1917. Allein bei den Frachtschiffen habe England heute 2000 Schiffe weniger als damals. „Financial News“ vom 6. Januar gibt die Stellungnahme des Direktors der ElderDempster=Schiffahrtslinie, Lawrence D. Holt, der gleichfalls Direktor vieler anderer Schifffahrtsgesellschaften sei, wieder. Er habe unter anderem gesagt, der Schiffahrtsminister habe bis jetzt noch nicht versucht, die Angelegenheit mit den Schiffsreedern selbst zu besprechen, und für sich in Anspruch genommen, daß er zu sehr beschäftigt sei. die Frage mit den Betroffenen zu erortern. Der Minister schiene sich nicht darüber klar zu sein, daß diejenigen, die immer die Lasten der Schiffsindustrie getragen hätten, ebenfalls viel zu tun haben. Diese summarische Behandlung sei im höchsten Maßze arrogant. Sie hinterlasse bei vielen den Eindruck eines unauslöschlichen Mißtrauens. Die jetzt getroffene Maßnahme des Schiffahrtsministers werde dazu führen, daß sich die britische Handelsschiffahrt am Ende dieses Krieges in weit größerer Unordnung befinde, als am Schluß des Weltkrieges. Neutralität Jugoslawiene Erklärung von Außenminister Cincar Markowitsch Belgrad, 7. Jan.„Holitika“ veröffentlicht eine Erklärung des Außenministers Cincar Markowitsch über die Stellung Jugoslawiens zur internationalen Lage. Einleitend erinnerte er an das Streben Jugoslawiens. mit allen Großmächten gleich gute Beziehungen zu unterhalten und alle offenen strittigen Fragen mit den Nachbarn beizulegen. Da Jugoslawien keinerlei Ziele im Ausland habe, noch Lebensinteressen in den Fragen erblicke, die zum jetzigen Konflikt unter den Großmächten geführt hätten, könne es gar keinen anderen Wunsch haben, als den, in diesem Kriege neutral zu bleiben. Flüchtlinge erhalten Beihilfen Zweigstelle für Westdeutschland ist in Düsseldorf Berlin, 7. Jan. Die Zentralstelle für auslandsdeutsche Flüchtlinge in der Leitung der Auslands Organisation der NSDAP teilt mit: Durch eine Vereinbarung zwischen dem Reichsfinanzministerium und der Auslands=Organisation der NSDAP können hilfsbedürftige Auslandsdeutsche nunmehr regelmäßig unterstütztt werden. Durch die Vereinbarung werden folgende Personenkreise erfaßt: a) Angehörige der im feindlichen Ausland Interenierten oder in dauernder Ueberwachung stehender Reichsdeutschen; b) Reichsdeutsche, die aus Anlaß des Krieges aus dem feindlichen Ausland in das Inland zurückgekehrt sind: c) Reichsdeutsche, die aus dem neutralen Ausland in das Inland zurückgekehrt sind und an ihren Wohnort im neutralen Ausland nicht zurückkehren können. Außer einer angemessenen Beihilfe für den Lebensunterhalt können gewährt werden: a) Mietbeihilfen für den Wohnbedarf bis zur tatsächlichen Höhe der Miete: b) Krankenhilfe; c) bei Minderjährigen das Schulgeld, soweit keine Schulgeldbefreiung erreicht wurde, sowie Beihilfen zur Fortsetzung von begonnenen Studien; d) Sonderbeihilfen zur Deckung des Unterhaltsbedarfs, soweit der Unterstützungssatz zur Dekkung von etwa auftretendem Sonderbedarf nicht ausreicht. Mit der Auszahlung der Beihilfen sind die Zweigstellen des Rückwanderer=Amtes der Auslands Organisation der NSDAP beauftragt. Die einer Beihilfe Bedürftigen müssen sich mit der für ihren Wohnsitz zuständigen Zweigstelle in Verbindung setzen. Die Zweigestelle des Westens befindet sich in Düsseldorf, Straße der SA 150, für die Gaue: Westfalen=Nord, Westfalen=Süd, Koblenz=Trier, Köln=Aachen, Düsseldorf, Essen, Hessen=Nassau. Auslandsdeutsche= welche die Beihilfe in Anspruch nehmen wollen, müssen im Besitze des F=Ausweises der Zentralstelle für auslandsdeutsche Flüchtlinge in der Leitung der Auslands=Organisation der NSDAP, Berlin=Wilmersdorf 1, Westfälische Straße 1—3, sein. Der Ausweis ist bei genannter Dienststelle auf Antrag erhältlich. Indiens Kampf um Freiheit Ein Artikel des Blattes des Moskauer Kriegsmarine=Kommissariats Moskau, 7 Jan. Ein ausführlicher Artikel des Blattes des Kriegsmarine=Kommissariats, „Kraßny Flot“, schildert die kritische Lage, in der sich zur Zeit die britische Herrschaft in Indien befindet. Das Blatt, das sich über die Verhältnisse in Indien gut orientiert zeigt. schreibt unter anderem: Die Zeit sei längst vergangen, da sich der nationale Befreiungskampf des indischen Volkes infolge der Kompromißpolitik der früheren Führer des indischen Nationalkongresses auf die Form des passiven Widerstandes beschränkt habe. Die nationale Befreiungsbewegung habe gegenwärtig scharfe Formen in Indien ergriffen. Neuen Auftrieb habe die nationale Bewegung in Indien durch den gegenwärtigen Krieg erhalten und insbesondere durch die Absicht Englands, das viele Millionen zählende indische Volk von neuem in einen Kriegsbrand hineinzustürzen, und zwar im Interesse des britischen Imperialismus. Die englische Regierung habe Indien zu einem auf seiten Englands und Frankreichs kämpfenden Lande erklärt. Als Zeichen des Protestes seien jedoch sofort in Indien acht Provinzregierungen zurückgetreten, und überall hätten zahlreiche Streiks eingesetzt. Die wichtigsten indischen politischen Organisationen lehnten es energisch ab. England in diesem Krieg zu unterstützen. Dies sei umso beachtlicher, als noch während des Weltkrieges z. B. eine so bedeutende Körverschaft wie der indische Nationalkongreß sich für die Zusammenarbeit mit England eingesetzt habe. Gegenwärtig habe der Kongreß jedoch eine ganz andere Stellung bezogen. Er kämpfe für die Selbstverwaltung Indiens, für die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung und für eine selbständige Außenpolitik. Die Kämpfe im Norden Lebhaftes Artilleriefeuer auf der Karelischen Landenge Helsinki, 6. Jan. Nach dem finnischen Heeresbericht vom 5. Januar herrschte am 4. Januar auf der Karelischen Landenge lebhaftes Artilleriefeuer. Am Abend griffen die Russen bei Kirvesmäki am Taipaleenjoki an. sollen aver avgewiesen worden sein. An der Ostgrenze nordöstlich des Ladoga=Sees wurde Patrouillen= und Artillerietätigkeit durchgeführt. Auch bei Aittojoki, Sucmussalmi und in Richtung auf Juntusranta wurden Kämpfe fortgesetzt. In der Gegend von Salla herrschte rege Erkundungs= und Artillerietätigkeit. Außer Flugtätigkeit war an der Küste nur schwaches Artilleriefeuer zu verzeichnen, während die russische Luftwaffe wiederum Turku (Abo), Hanko(Hangö) und einige Orte in Nordfinnland angegriffen hat. * Das Generalstabskommuniqué des Leningrader Militärbezirks vom 5. Januar meldet, daß keine wichtigen Ereignisse stattgefunden hätten. In der Gegend von Utha, Repola und Petrosavodsk hube eine russische Aufklärungsabteilung eine feindliche Gruppe vernichtet. An der Karelischen Landenge fanden kleine Kampfhandlungen statt. Die russische Flugtätigkeit richtete sich auf militärische Ziele der Finnen. Beethoven=Manuskript in Moskau gefunden Moskau, 7. Jan. In einem Archiv in Moskau ist ein Heft Ludwig van Beethovens gefunden worden, in dem Konzepte der„Kreuzersonate“ für Geige und Klavier, der„Eroica“. des„Dcutorium"(Jesus auf dem Oelberg), der„Sonate Es=Dur, ov. 31“ und Entwürfe von sechs Liedern enthalten sind. Das Manuskript ist für die Beethoven=Forschung von außerordentlicher Bedeutung. Es enthält Aufzeichnungen auf festem Notenpapier. Insgesamt sind es 174 Seiten. Die erste Niederschrift stammt aus dem Jahre 1803 dem Beginn der Blütezeit des großen Komvonisten. Obwohl die Aufzeichnungen nahezu 150 Jahre alt sind, ist die bewegte feine Schrift Beethovens vorzüglich erhalten. Anhand dieser Aufzeichnungen kann man den gesamten Verlauf der schöpferischen Arbeit Beethovens an seinen Werken verfolgen. Die zahlreichen Streichungen in der Handschrift, die häufigen Randbemerkungen, die frei gelasfenen Stellen, die offenbar der späteren Eintragung einzelner Musiktakte und ganzer Phrasen vorbehalten waren usw. lassen erkennen, wie eindringlich und angestrengt Beethoven an seinen Werken arbeitete. Viele Blätter weisen Spuren der Kerze auf. bei deren Schein Beethoven seine unsterblichen Werke schuf. Die Echtheit der Handschrift ist von Sachverständigen des Moskauer Staatlichen Konservatoriums festgestellt worden. Die sowjetischen Musikforscher haben nun die eingehende Erforschung des Manuskripts nach Photokovien begonnen. Der ungemein wertvolle Fund wird in der Handschriftabteilung des Moskauer Staatlichen Konservatorium: aufbewahrt werden. Bezugscheine in Italien Rom, 6. Jan. Im Hinblick aus eine im welteren Verlauf der volitischen und kriegerischen Entwicklung etwa notwendig werdende Levensmittelrationierung werden ab 15. Januar an samtliche in Italien ansässige Versonen Bezugscheine ausgegeben, die aus den persönlichen Namen lauten. Wann diese Bezugscheine wirksam werden, steht noch nicht fest. Es handelt sich zunächst um eine vorsorgliche Maßnahme. Abschließende Besprechung Venedig, 7. Jan. Sonntagvormittag fand im Hotel Danieli in Venedig eine etwa 1 Stunde dauernde abschließende Besprechung zwischen den Außenministern Italiens und Ungarns statt, über deren Verlauf sich Graf Ciano mit höchst befriedigenden Worten äußerte. Die Besprechungen haben, wie er sagte, in allen Punkten eine vollständige Identität der Ansichten ergeben, nicht nur in rein politischer, sondern auch in moralischer Hinsicht und in bezug auf die gesamte Einstellung der beiden befreundeten Staaten zu ihrer europäischen und zivilisatorischen Sendung. Bei den Besprechungen habe sich die vollständige Uebereinstimmung der politischen Anschauungen Italiens und Ungarns erneut erwiesen. Zunächst andere Fragen „wenn man mit Deutschland fertig sein wird“ Berlin, 7. Jan.„Daily Expreß“ ist so offenherzig, einen Einblick in die abgründigen Tiefen der englischen Seele zu gewähren. Er warnt die englischen Politiker davor, Finnlands wegen einen Krieg mit Sowjetrußland anzufangen, und bekennt dann freimütig: Wenn man mit Deutschland fertig sein wird, kann man sich anderen Fragen zuwenden. So malt sich in den Hirnen der Herren vom „Daily Expreß" die Weltgeschichte! Nur nicht drängeln, es kommt jeder ran! England wartet geduldig, bis der Ueberfall sich lohnt. Der „Daily Expreß“ ist nicht etwa gegen einen Krieg mit Rußland, er ist nur dagegen, daß dieser Krieg zu früh angefangen wird. Die Abrechnung soll nur aufgeschoben werden. Das, das in diesem Fall bis zum St. Nimmermannstag geschieht, ist ein kleiner Kalkulationsfehler. In echt englischer Ueberheblichkeit kann der „Daily Expreß" sich nicht vorstellen, daß Großbritannien den Tag nicht erleben wird, an dem es mit Deutschland fertig sein wird. Das ist in diesem Zusammenhang aber unerheblich. Entscheidend ist das Bekenntniz zur Lust an Krieg und Betrug, wie England sie in seiner Geschichte immer wieder an den Tag gelegt hat. Diesmal wird eingestanden, daß Rußland Finulands wegen von England in jedem Fall „zur Rechenschaft gezogen“ werden soll. Ueber andere neutrale Staaten denkt man in London genau so. Italien zum Beispiel kann sicher sein, daß auch das Konto„Tana=See“ im blutbeschmierten Hauptbuch englischer Eroberungspolitik noch offen steht, oder Japan, daß ihm wegen der Beeinträchtigung englischer Herrschafts= und Gewinngelüste in Ostasien noch eine Rechnung präsentiert wird. Das wäre nicht einmal eine Ueberraschung, denn seit jeher hat England die Taktik verfolgt, einen Gegner nach dem anderen abzuwürgen, und Gegner ist jeder, der sich ihm nicht bedingungslos unterwirft. Aber Englands Methoden haben sich in der Welt herumgesprochen, und Japan, Italien und Sowjetrußland wissen, was sie von Lon=, don zu erwarten haben und was es bedeutet. wenn der„Daily Expreß" ankündigt, daß man sich später„anderen Fragen" zuzuwenden gedenke. Landesverräter hingerichtet Berlin, 6. Jan. Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilte 22jährige Heinrich Gebhardt aus Harreshausen ist Samstagmorgen hingerichtet worden Der Verurteilte hat sich aus Gewinnsucht einem feindlichen Nachrichtendienst zur Verfügung gestellt, in dessen Auftrage mehrere Ausspähungsreisen ins Reich unternommen und ihm seine Beobachtungen mitgeteilt. Ein Museum mit 20 000 Das Wiener Naturhistorische Museum, das dieser Tage auf ein 150jähriges Bestehen zurückblicken kann, besitzt eine in der ganzen Welt einzig dastehende Sammlung von Menschenschädeln, die die Zahl von 20000 übersteigen und ein lückenloses Bild vom Werden des Menschengeschlechts im Laufe der Jahrtausende geben. Die kostbare Sammlung war einst Eigentum des österreichischen Kaiserhauses, sie ist im Jahre 1811 durch eine Schenkung Kaiser Franz l. in Staatsbesitz übergegangen. Selbst aus grauen Vorzeiten finden sich in einer mit größter Sorgfalt zusammengestellten und durch Neuerwerbungen ständig ergänzten unfangreichen Sonderabteilung alle überhaupt bisher entdeckten Typen von menschlichen Schädeln. Das Museum beabsichtigt die Herausgabe eines Festbandes seiner Annalen, in dem ein zusammenfassender Ueberblick über die weltberühmte wissenschaftliche Tätigkeit dieses Instituts, das auch weitgehend Lehrzwecken dienstbar gemacht wird, gegeben werden soll. Das belgische Fährvooi„#einz Charles“, das Ostende am Sonnabendvormittag mit dem Ziel Folkestone verlassen hatte, ist mit einem französischen Patrouillenvoot auf der Höhe von Dünkirchen zusammengestoßen. Ein Wagen fuhr vor und hielt vor dem Hause. Ernst stieg aus und sah mit seiner Genanigkeit, was der Taxameter anzeigte. Rita drehte sich hastig zu Peter zurück. „Mein Bräutigam kommt jetzt“. sagte sie aufgeregt. „Kommt setzt. Na ja, ich geh schon“. Rita hielt ihm schnell die Hand hin, aber er übersah sie. Er machte ein paar ungelenke Schritte der Türe zu, wollte noch etwas sagen schwieg aber und stand in der Diele, als das Mädchen gerade öffnete. Nun trat ein elegant gekleideter Herr ein. Peter sah ihn genau an. dann ging er langsam und wie benommen hinaus. Aber plötzlich rief ihm das Mädchen mit dem weißen Häubchen nach:„Hallo, Mann, Sie haben Ihre Mütze vergessen, da ist sie.“ Peter nahm sie mechanisch und ging. Ernst schien etwas zerstreut. Er betrachtete die Räume, guckte auch in die Küche hinein, wünschte der Frau Müller einen guten Tag und ließ sich endlich im Saion nieder. Rita stand neven ihm und als er aufblickte sah er, daß Tränen in ihren Augen standen „Was soll denn das heißen. Rita, statt daß du dich freust, wenn ich komme, weinst du!“ „Ich habe mich so gefreut, daß du gekommen bist, Ernst, aber daß du mich nicht einmal zum Willkomm küßt...“ Sie konnte nicht weitersprechen. „Verzeih, Schatz, du hast recht, ich bin manchmal vergeßlich... sei wieder gut!" Nun küßte er sie flüchtig. Er setzte sich wieder und Rita nahm auf seinem Schoße Platz. Ernst legte den Arm um ihre Hüfte. „Ich kann dir eine gute Nachricht bringen: ich hane es erreicht, daß die beiden Direktoren unsere Trauzeugen werden. Da bist du doch Rale?“ Rita nickte. „Was“, sagte Ernst,„ich habe gemeint, du würdest mir wegen dieser Nachricht jubelnd um den Hals fallen.“ „Ernst ich freue mich ja, aber ich glaube, bei der Trauung sind nicht die Zeugen, sondern wir die Hauptsache.“ „Schon, schon. Rita, aber bedenke: bisher wurden Beamte der Firma, die heirateten, höchstens durch die Anwesenheit eines Direktors ausgezeichnet.“ „Ja, Ernst, ich weiß schon, daß du ehrgeizig bist.“ „Und du, Liebling, bist schwerer, als ich geglaubt habe: Jetzt sprang Rita auf.„Verzeih, ich habe mich wie ein Kind benommen.“ Ernst strich sich über die Falte des Beinkleides, dann meinte er:„Der Sessel für den Besucher gehört nicht hierher, sondern ins Licht. Man muß die Leute, die einen besuchen, deutlich beobachten können. Auch in meinem Büro habe ich es so eingerichtet.“ „Wie du meinst. Ernst.“ sagte Rita. Jetzt blieb er vor der Seitenwand stehen. „Was soll das heißen?" fragte er ziemlich scharf.„Ellens Bild? Erstens ist es schlecht, wohl von diesem Holzmann ausgenommen. und zweitens will ich sie nicht immer vor Augen haben. Wenn sie tut, was ich für richtig halte, dann mag sie sich auf meine Kosten in Oel malen und hier feierlich aufhängen lassen. Aber jetzt weg damit!“ Rita nahm wortlos das Bildchen von der Wand. Jetzt kam auch Frau Müller herein. Sie setzte sich auf das kleine Sosa und blickte Ernst gutmütig und stolz an. „Nun, Ernst, wie gefällt es Ihnen jetzt hier?“ fragte sie dann. „Mein Gott, es ist ganz nett“, war seine Antwort.„So ganz geschmackvoll ist alles noch nicht. Vor allem müßt ihr das Mädchen erziehen. Sie durfte mich nicht so unangemeldet bereinkommen lassen. Formen, bitte. Formen! Es wäre sehr lieb. Mama, wenn Sie das Mädchen sofort belehrten! Man muß gleich nach der Verfehlung die Belehrung erteilen. Ich halte das im Betriebe auch so.“ Nun erhob sich Frau Müller und verließ stumm das Zimmer. „Rita“, wandte sich Ernst an seine Braut, „du wirst die Güte haben und deiner Mama klarlegen, daß sie vor dem Verlassen der Küche nicht mehr mit diesem unmöglichen Küchenschmuck in den Salon kommt.“ „Soll ich es ihr auch gleich sagen?" Ritas Ton klang nun auch gereizt. „Nein, Rita! Aber aus deiner Stimme klingt eine Kritik. die ich nicht liebe. In meiner Umgebung kann ich nur Damen gebrauchen. In dieser Hinsicht war Ellen immer mustergültig.“ „Ja, die ist in allem vollkommen.“ Rita sagte das mit Wärme.„Und ich bin so traurig, daß sich dieser Zwist ergeben hat.“ „Ich bin verständig und nachsichtig, Rita. Schon um dir eine Freude zu bereiten, werde ich ihr. sobald sie von diesem Menschen läßt, die Annäherung an uns wieder gestatten.“ Rita wußte darauf nichts zu sagen. Sie verstand eine solche Einstellung einfach nicht. Doch plötzlich trat sie auf ihn zu. Er sah sie erstaunt an. War das die kleine Rita? Wie sie jetzt den Kopf in den Nacken warf, wie ihre Augen blitzten, wie sich ihre Lippen kräuselten, wie schön sie jetzt war! „Ernst sag' mir aufrichtig, weshalb willst du mich eigentlich zur Frau?“ Er umschlang sie und sah ihr in die Augen. „Weil du schön bist. Rita. weil ich noch kein Weib gesehen habe, das diesen körperlichen Reiz auf mich ausübt. Weil ich weiß, daß mich alle Männer beneiden werden. Weil ich stolz bin, eine so aparte Schönheit zu besitzen.“ Rita löste sich aus seinen Armen. „Du bist sehr aufrichtig und sehr galant. Ich bin also fehlerlos?“ „Gott. Kind. noch etwas mehr Dame mußt du werden. Eine Dame kann es sich sogar gestatten. häßlich zu sein. Aber entschuldige, ich muß zu Frau Kralik und ihr sagen, warum du nicht mehr kommst. In längstens einer Stunde bin ich wieder hier.“ Jetzt hielt ihm Rita die Hand hin und Ernst nahm sie und küßte sie.„Ganz richtig, Rita, du machst Fortschritte. Nur mußt du noch einen passenden Ring haben. Wenn ich zurück bin. gehen wir zum Juwelter.“ „Ich bin dir dankbar. Ernst!“ Als Ernst in den Modesalon eintrat, war zufälligerweise auch Ellen hier. Sie hatte gerade ein paar fertige Stücke herunterbringen lassen. Er grüßte kurz.„Guten Tag, melde mich Frau Kralik!“ Ellen sah ihren Bruder einen Augenblick etwas erstaunt an. „Du irrst dich, Ernst, es ist erstens nicht meine Aufgabe, Besuche zu melden, und zweitens wirst du mir vorher das Vergnügen einer kleinen Aussprache schenken.“ Diese Worte waren laut und bestimmt gesprochen. die beiden anderen Damen sahen gespannt herüber und das machte ihn unsicher. Ellen konnte ihm eine Szene machen. So antwortete er denn:„Bitte, wie du befiehlst!“ „Wir können nebenan in das Café gehen, ich glaube, wir haben uns schnell ausgesprochen. Fräulein Erna. falls man nach mir fragte. dann sagen Sie bitte, daß ich in fünfzehn Minuten wieder hier bin.“ Jetzt öffnete Ernst die Türe, dann ging er die paar Schritte, etwas zurückbleibend, neben Ellen und pfiff leise. Als sie den Tee vor sich stehen hatten, machte er eine abwehrende Handbewegung.„Ellen“, sagte er dazu,„ich liebe es nicht, in Gegenwart Fremder kommandiert zu werden!“ Sie blickte ihn halb traurig, halb belustigt an. „Dir ist deine Teilhaberschaft am Werk in den Kopf gestiegen. Ernst... aber lassen wir dieses Kapitel. Ich habe, als du dich Rita nähertest, nichts gesagt. Aber seitdem hatte ich Zeit. ruhig über diese Angelegenheit nachzudenken. Rita paßt nicht zu dir, du paßt nicht zu ihr. Du bist auf dem Wege, eine Frau unglücklich zu machen.“ „Und mich selber vielleicht auch?“ fragte Ernst. „Wie ich dich kenne, wirst du es ja leichter ertragen, aber meine Schwesterliebe gebietet mir, auch dich vor einem zerstörten Leben zu schützen.“ „Sehr liebenswürdig“, er verbeugte sich wieder. „Spotte nicht. Ernst!“ Ihm schien der Beginn der Unterhaltung zu mißfallen. Er trommelte leise auf den Tisch. „Ich finde, Rita liebt mich. Das genügt doch. Schließlich ist das meine Sache. Und jetzt können wir wieder gehen.“ „Halt!“ Ellen legte ihre Hand auf die seine. „Du sagst: sie liebt dich. Und du? Liebst du sie auch?“ „Diese Frage verstehe ich nicht: Rita gefäll: mir. Sie wird sich noch machen. Der Verkehr mit mir, hier und da ein kleiner Wink, wirk erzieherisch auf sie einwirken.“ „So! Weißt du. Ernst. was du bist: ein maßlos eitler, herzloser Egoist.“ „Danke.“ Er lächelte hochmütig. Ellen geriet jetzt in Erregung.„Du bildest dir auf deine Laufbahn, auf deine Stellung. dein Einkommen wer weiß was ein. Du hast eine Frau kennengekernt, ein Kind, das dir gefällt, weil es eine aparte Schönheit ist, zu deinem eleganten Schuhwerk und zu den musterhaften Krawatten mußt du auch eine besondere Frau haben. Du willst beneidet werden. Das schmeichelt dir. Und du denkst nicht viel daran, daß irgendein kleiner Zufall Ritas Schönheit zerstören kann. Du heiratest Rita ja überhaupt nicht. Du heiratest, um die kürzeste Formel zu gebrauchen, das platinblonde Haar mit dem goldigen Schimmer. Und ich sage: pfui!“ Ellen hatte sich erhoben. Sie legte ein Geldstück auf den Tisch. Aber Ernst zog sie wieder auf den Stuhl. Er schluckte ein paarmal. Solche Sprache konnte er auf keinen Fall hinnehmen. „Ich biete Rita ein vornehmes Leben, was will sie mehr?“ sagte er. „Ja. du bietest ihr jahraus, jahrein Zuckerzeug: und daran geht sie dann zugrunde. Mit ihrer Mutter wirst du dich bald überworfen haben. Dann steht Rita im luftleeren Raum ihres Herzens. Du wirst sie auf Kongresse mitschleppen. Seht her: Dr.=Ing. Reger, was hat der für eine Frau! Und Rita wird deine schlechte Eitelkeit erkennen und nach einer Seele suchen, die wärmt und atmen läßt. Und dann...“ „Dann? Was dann?“ fragte er. „Wenn sie dir Hörner aufsetzt, so müßte die Ebe nicht aus ihrem, sondern aus deinem Verschulden geschieden werden. Ich kenne Rita. Du nicht!“ „Tausend Mädchen wären froh, wenn sie sich in Ritas Lage befänden.“ „Zugegeben! Aber Rita ist eben nicht so wie diese tausend Mädchen.“ „Ja, was willst du denn eigentlich! Soll ich mich blamieren? Soll ich meinen Direktoren sagen: ich habe mich geirrt, meine Herren, oder: sie läßt mich sitzen? Unmöglich! Ich rede dir in deine Pläne. so lange du mir vom Leibe bleibst, auch nichts mehr hinein. Und jetzt habe ich genug. Du bist in deinen Ansichten eben eine verrannte, überspannte Person!“ Ellen war bleich geworden. „Ernst, du wirst mich noch einmal brauchen!“ stammelte sie. Dann ging sie. Er war zu erregt. um ihr gleich zu folgen. Wie kam Ellen dazu, ihm eine solche Predigt zu halten? Ihn derart zu beleidigen? War nicht sie die Herzlose? Aus Egoismus gönnte sie dem Bruder keine schöne Frau, wohl weil sie neben der Schwägerin nicht in den Hintergrund gedrängt werden wollte! Aus eitler Selbstsucht hatte sie ihm den schwesterlichen Dienst versagt, die gute Partie mit dem Direktor zu machen. Nur an sich denken und den eigenen Fehler dem anderen vorwerfen! Nein. Ellen, wir werden sehen, wo ich lande und wohin es dich treibt. Jetzt zahlte er und ging. Nebenan vor dem Juwelierladen blieb er stehen. Eigentlich konnte er den Ring auch allein kaufen. Sein Geschmack war sicher besser als der Ritas. Er ließ sich vieles zeigen und sich lange beraten. Schließlich wählte er einen prunkvollen Ring mit einem länglich geschnittenen Saphir. umgeben von Brillanten. Am liebsten hätte er ihn sofort jemandem gezeigt. vielleicht dem Freunde Paul! Und so etwas schenkte er seiner Braut, sie mußte doch darüber glücklich sein! Und da redete Ellen nun so albern daher, sie, die selber keine solide Lebensbasis hatte, die womöglich auf Gas Würstel kochte und dazu ein fröhliches Gesicht machte. Wie sie unerzogen davongelaufen war! Unausstehlich! Ernst hatte sich bei Frau Kralik melden lassen, obwohl er auch ohne diese Förmlichkeit hätte eintreten können. Aber er mußte einen begründeten Anlaß haben. seine Besuchskarte dem persönlichen Erscheinen vorauszusenden. Man sollte doch wissen, wer und was er sei. Frau Kralik kam ihm zwei Schritte entgegen. Sie streckte ihm die zarte, weiße, schmale Hand aus dem weiten Aermel des schweren schwarzen Kleides entgegen. Ernst hatte sich unter einer„Schneiderin" etwas anderes vorgestellt, zwei junge Damen dieses Berufes kannte er ja zur Genüge, aber eine ältere dieser Zunft mußte doch abgearbeitete Fingerspitzen und ein schlechtes Aussehen haben und womöglich wegen der Kurzsichtigkeit eine Brille tragen. Und das war Madame Kralik! Die so groß und wohl auch so alt war wie er und ihn nun mit anmutiger Gebärde zum Sitzen einlud. „Sie kommen wegen Ihrer Schwester, nicht wahr. Herr Doktor?“ war die erste Frage. Aber Ernst verneinte dies kurz.„Ich komme wegen Rita.“ (Fortsetzung folgt.) Verantwortlich: Hauptschriftleiter Erich Schmidt, Menden. Anzeigenleiter: Helma v. Rauchenbichler, Menden. Druck und Verlag Verlagsgesellschaft v. Rauchendichler, Menden. I. It. ist Anzeigen preisliste 6 aült Statt besonderer Anzeige. Gestern abend entschlief nach kurzer schwerer Krankheit unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Pflegevater, Großvater, Bruder, Onkel, Schwiegervater und Schwager, der Sattlermeister Ludwig Heitmann im Alter von 64 Jahren, versehen mit den hei Sterbesakramenten. Er starb nach einem Leben treuer Pflichterföllung gegenüber seiner Familie, seinem Vaterlande und seiner Kirche. In tiefer Trauer: Hermine Heitmann geb. Jordan, Heinrich Heitmann, Hermi Schlatmann geb. Heitmann, Ludwig Heitmann, Hermann Heitmann, Kläre Clingen geb. Heitmann, Emmi Jäcker geb. Heitmann, Heinz u. Hans Klapp als Pflegesöhne, rmgard Heitmann geb. Thelemann, Hanns Schlatmann, Hilde Heitmann geb. Schemmann, Hermann Clingen, Helmut Jäcker, und 4 Enkelkinder Menden, Geisweid. Eger, Dortmund, Mönster, Steinhausen, Stuttgart, iserlohn, den 7, Jan. 1940. Die Beerdigung findet statt am 10. Januar 1940, 15.30 Uhr vom Trauerhause, iserlohnerstraße 6, aus, das Seetenamt am 11. Januar 1940. 8 Uhr in der Pfarrkirche Menden. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Heute morgen gegen 6 Uhr verschied plötzlich und unerwartet unser dlieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Schreinermeister Framz Mertens sen. Er starb nach längerem Leiden und wohlvorbereitet durch den Empfang der hl. Sakramente, im Alter von 66 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hiuterbliebenen. Menden, Studberg. Brasilien, Stolberg(Rheinl.), Bielefeld, München, Gatersloh, Mänster i. W., Fredeburg, Bösplerde, den 7. Januar 1940 Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 2,30 Uhr vom Sterbehause, IserlohnerStraße 14, aus statt. Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 8 Uhr in der St. Vincenzkirche. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Der liebe Gott nahm gestern nachmittag 6 Uhr meinen lieben Mann, unsern guten treusorgenden Vater. Schwiegervater. Großvater. Schwager und Onkel, den Rentner Peter Eisbach Veteran von 1866 u. 1870/71 nach einem echt christlichen Lebenswandel, gestärkt durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente im 95. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit, Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen, Menden, Oberhaid(Westerwald) und lserlohn, den 7. Januar 1940. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Januar, nechmitlags 4 Uhr vom Sterbehause. Brandstr. 7, aus statt. Das feierliche Seelenamt wird Dienstag morgen 8 Uhr in der St. Vincenzkirche gelesen. mit Montag, demn 8. Januar 1940, mein Geschäft vom Neumarkt nach der Bahnhofstraße Die„MZ“ ist Deine Zeitung! Jagodzinsth, Lebensmittel Bahnhofstr. 11 Menden Bahnhofstr. 11