Gegründet 1860 80. Jahrgang Westfälischer Telegraph Mendener seiust Fröndenberger Nachrichten Einzige in Menden Zeitung Blatt Lendringser Zeitung Bei Eintritt höherer Gewalk, Papier= und Strommangel besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder Rüchzahlung des aanreises. Anzeigenpreife laut unvehrndte Dait###### siner Preisliste Nr. 6 vom 1. Jali 1939, deren Besimmungen für alle Anzeigenen sträge georuckte Zeitung mm.— Beilagen werden nicht angenommen. Anzeigenschlug am Voradend 6 Uhr. Nr. 5 Sonnabend, den 6. Januar 1940 Jahrgang 1940 Kontrolle der englischen Schiffahrt Ein Eingeständnis der deutschen Handelskriegerfolge Gilmours Zwangsmaßnahmen Berlin, 5. Jan. Der Beschluß des englischen Ministers für die Schiffahrt, Sir John Gilmour, den Betrieb sämtlicher, Fahrgast= und Frachtdampfer Englands und seiner Kolonien mit Wirkung vom 1. Februar zwangsweise in die Regie der Regierung zu nehmen, kommt an sich nicht überraschend. Schon im Weltkrieg, damals erst anfangs 1917, nach Gründung des zentral arbeitenden Schiffahrtsministeriums, war man ja dazu übergegangen, den gesamten Schiffsverkehr, die Regelung der Frachten, die Bestimmung der Schiffsrouten usw., in die regulierende Hand des Staates zu legen. Erstaunlich ist der Beschluß allerdings insofern, als er bereits jetzt, knapp vier Monate nach Ausbruch des Krieges, gefaßt worden ist. Ein deutlicheres Eingeständnis für die tiefgreifende Wirkung des deutschen Handelskrieges können wir uns füglich nicht wünschen. Man kann sich deshalb vorstellen, daß sich die auf diese Weise um ihre Kriegsverdienste kommenden Reeder dem Schritt der Regierung mit allen Mitteln und bis zum äußersten widersetzt haben. Unter vielen anderen guten Gründen führen sie die unbestreitbare Tatsache ins Feld, daß ein solcher Schritt, wie übe haupt jede staatliche Beaussichtigung und 9 tung, notgedrungen zu einer Lähmung er allein fruchtbringenden privaten Initiative führt. Aber selbst dieser Einwand hat nichts genutzt. Die Verluste durch U=Boote und Minen haben zusammen mit den so auffällig zahlreich gewordenen Zusammenstößen und Strandungen schon so erhebliche Lücken in die Schiffsbestände, vor allem in England, gerissen, daß man der Zukunft mit Beklemmung und Besorgnis entgegensieht. Daß man den Beschluß schon wegen seiner gefährlichen und verfänglichen Wirkung nach außen gern auf die lange Bank geschoben hätte, liegt auf der Hand. Nach eingehender Prüfung der Lage hat sich das Ministerium für die Schiffahrt aber doch entschlossen, lieber dieses indirekte Eingeständnis einer bereits prekär gewordenen Lage in Kauf zu nehmen, als mit Hinhalten und Warten kostbarste Zeit zu verlieren. Vom 1. Februar ab haben die englischen Reeder ausschließlich nach dem Kommando der Regierung zu arbeiten. Auch den Neutralen wird diese Maßnahme viel zu denken geben. Wieder scheint jene brutale Methode der englischen Seeräuber in greifbare Nähe gerückt, zu der das angeblich die Meere beherrschende Albion um der nackten Selbsterhaltung willen schon im Weltkriege seine Zuflucht nehmen mußte: die regelrechte Beschlagnahme, man kann schon sagen: der offizielle Raub geeigneter Schiffe im Besitz der Neutralen. Wieder dumme Lügen Berlin, 5. Jan. Unbekümmert um die von zuständiger deutscher Seite erfolgte Entlarvung der dummen Lügen, wonach Deutschland einerseits Finnland mit Waffen gegen Rußland versorge, während es andererseits Rußland militärische Hilfe in Aussicht stelle, phantasiert der französische Rundsunk munter weiter von einer angeblich russischen Bitte an Deutschland um militärische Hilfe und von der Erwartung eines diesbezüglichen Besuches Molotows in Berlin. Istanbul, 5. Jan. Aus dem mittelanatolischen Erdbebengebiet treffen täglich neue Meldungen über die Bergung von Hunderten von Leichen ein. Die Räumung der vernichteten Stadt Ersindschan geht langsam voran. Nach allen Städten des Landes werden Sammeltransportzüge mit Verwundeten und Obdachlosen abeofertigt. Diese Züge verkehren Tag und Nacht. Es, ist noch längst nicht gelungen, alle Toten zu beerdigen, woran die Witterung Schuld trägt. In den meisten betroffenen Bezirken ist die Wetterlage fortgesetzt so ungünstig, daß ihnen auch heute, am zehnten Tage nach dem Erdbeben, noch keine ausreichende Hilfe gebracht werden konnte. Es ist bekannt daß allenthalben Not und Mangel an allem groß ist. Die entlegenen Dörfer sind noch immer auf sich selbst angewiesen. Ein Durchkommen mit Kraftwagen ist aussichtslos. Man stellt daher Pferde= und Kameltransporte zusammen. die Lebensmittel, Decken und ärztliche Hilfe heranschaffen sollen. In dem betroffenen Gebiet sind immer noch neue Erdstöße zu verzeichnen, so daß die BeMan werde, so schwindeln die englisch=französischen Lügenbolde weiter, in Deutschland wohl nur dann der russischen Bitte um Hilfe entsprechen, wenn Rußland sich dem deutschen Wunsch auf Einräumung einer Kontrolle über die russische Wirtschaft beuge. Deutschland wolle Rußland seine wirtschaftlichen Methoden aufzwingen. Moskau wisse jetzt, welchen Preis es für die deutsche militärische Unterstützung in Finnland werde zahlen müssen. * Wohl selten ist mehr militärischer Unsinn und politisches Geschwätz auf einmal verzapft worden, als hier in dieser Sendung der englisch=französischen Lügenküche. Es ist überflüssig zu wiederholen, daß Rußland Deutschland niemals um Hilfe angegangen hat. Dagegen ist überall hinreichend bekannt, daß das Um=Hilfe=Betteln und Schnorren um militärische Unterstützung in der ganzen Welt grundsätzlich die Art der Kriegführung der alliierten Demokratien ist. Unerschütterliche Beweise Untersuchung des„Athenia"=Falles dokumentarisch festgelegt Berlin, 5. Jan. Die Deutsche Informationsstelle teilt mit: Im Rahmen der Schriftenreihe„England ohne Maske“ ist jetzt eine Broschüre erschienen, die unter dem Titel Den Haag, 5. Jan. Das britische Blaubuch über die diesen Sommer in Moskau geführten britisch=sowjetrussischen und britischfranzösischen Paktverhandlungen soll im Laufe der nächsten Woche veröffentlicht werden. Der diplomatische Korrespondent der„Limes“ kündigt an, daß das Blaubuch in einer dokumentarischen Zusammenfassung den Verlauf der Verhandlungen bekanntgeben werde. die im Mai des vergangenen Jahres auf englische Initiative hin in Moskau begannen und Ende August mit der Bekanntgabe des deutschrussischen Nichtangriffspaktes ergebnislos abgebrochen wurden. Der diplomatische Korrespondent der„Times“ gibt, offenbar im Auftrage des Foreign Office, bekannt, daß das Blaubuch„wichtige Enthüllungen“ über die Pläne Sowjetrußlands bringen werde. Aus den im Blaubuch veröffentlichten diplomatischen Berichten werde„einwandfrei“ hervorgehen daß die Moskauer Regierung im Laufe der Verhandlungen als Gegenleistung für den Abschluß eines Allianzpaktes von Britannien und Frankreich freie Hand in Finnland und im Baltikum gefordert habe. Das Dokument werde zeigen, so schreibt die „Times“, daß die Ablehnung dieser Forderung für die Moskauer Regierung tatsächlich völkerung seit Tagen im Freien in Zelten und in notdürftigen Unterständen kampiert. Die Flüsse Euphrat und Tigris in Ostanatolien führen seit drei Tagen Hochwasser. Im Gebiet der Stadt Diarbekir haben Ueberschwemmungen stattgefunden, die großen Sachschaden angerichtet haben. Ueber Verluste an Menschenleben verlautet noch nichts. Der Tigris soll um sechs Meter angestiegen sein. Weitere Einzelheiten fehlen. Die Inder wollen frei sein Rom. 5. Jan. Wie die„uzione Coloniale“ aus Bombay meldet, hat das indische Kongreßkomitee zwei Tagesbefehle genehmigt, die augenscheinlich auf eine neue Kampagne des passiven Widerstandes hinauslaufen. Der eine dieser beiden Tagesbefehle beziehe sich auf den„Unabhängigkeitstag“ zur Stärkung der nationalen Gefühle des indischen Volkes, der andere befasse sich mit kürzlichen Aeußerungen der Regierung zu den indischen Problemen, die noch der Lösung harren. Der Aufklärungstätigkeit der Luftwaffe planmäßig fortgesetzt Berlin, 5. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront geringe, an einzelnen Stellen etwas lebhaftere Artillerietätigkeit. Die Aufklärungstätigkeit der Luftwaffe gegen Großbritannien und Frankreich wurde planmäßig fortgesetzt. „Der Athenia=Fall“ eine Episode des Krieges behandelt, die aus mehr als einem Grunde eine dokumentarische Untersuchung erfordert. Unter Verwertung aller wesentlichen und vielfach neuen Beweisstücke wird dem Leser ein Einblick in die Zusammenhänge jener Meinungsdiktatur gewährt, die England auch in diesem Kriege über den gesamten Erdball auszuüben sucht. In einem Schlußkapitel„Der Churchillismus und sein Werk“ wird das klare und eindeutige Ergebnis der eingehenden Untersuchung zusammengefaßt:„Sämtliche Indizien — Indizien, die Beweise sind— zeugen gegen Winston Churchill als den Mann, der als Erster Lord der Admiralität alle Vorgänge auf der„Athenia“ bis zu ihrer Versenkung durch britische Zerstörer veranlaßte und sie damit vor der Weltöffentlichkeit zu verantworten hat. die Hauptursache für den Abbruch der Verhandlungen gebildet habe. Es ist aver auffallend und zweifellos von symptomatischer Bedeutung, daß die britische Regierung es für notwendig hält. gerade den gegenwärtigen Augenblick mit der Veröffentlichung der Dokumente über die im Sommer geführten diplomatischen Verhandlungen mit der Moskauer Regierung zu wanlen. Die Weltöffentlichkeit soll offenbar gerade jetzt, wo das allgemeine Interesse sich auf den finnisch=sowjetrussischen Konflikt richtet, davon überzeugt werden. daß Großbritannien und Frankreich im vergangenen Sommer die Möglichkeit gehabt hätten. Finnland und die baltischen Staaten zu opfern, daß aber das „selbstlose“ Interesse und das„Eintreten“ Großbritanniens und Frankreichs für die kleinen Mächte die alliierten Demokratien daran gehindert hätten, die sowjetrussischen Forderungen anzunehmen. Es fällt weiter auf, daß der diplomatische Korrespondent der„Times“, im Zusammenhang mit der Ankündigung des britischen Blaubuches darauf hinweist daß gegenwärtig zwischen Großbritannien und Sowjetrußzland erhebliche Mißstimmung bestehe. Die Moskauer Regierung mache die Londoner Regierung für alle die Schwierigkeiten verantwortlich, mit denen die sowjetrussische Politik in der letzten Zeit zu kämpfen hatte. Hierzu gehöre, schreibt die„Times“, der mißglückte Verlauf der sowjetrussisch=türkischen Verhandlungen und der bewaffnete Widerstand der Finnen. Die britische Propaganda wendet sich jedenfalls jetzt neuerdings mit einer derartig auffallenden Heftigkeit und Schärfe gegen Sowjetrußland, daß unzweifelhaft darin Methode und Planmäßigkeit zu erblicken ist. Graf Csaky trifft Ciano Die Italienreise des ungarischen Außenministers Mailand, 5. Jan.„Popolo d'Italia kündigt an, daß der ungarische Außenminister Graf Csaky während seines Aufenthaltes in Venedig am Sonnabend mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano zusammentreffen wird. Die Zusammenkunft zwischen den beiden Staatsmännern der befreundeten Nationen wird im Palast des Dogen Dandolo am Canale Grande stattfinden, wo Graf Csaky und Graf Ciano Wohnung nehmen werden. Der ungarische Außenminister ist in der Lagunenstadt am Freitag um 11.47 Uhr eingetroffen. Am Sonnabend wird der ungarische Außenminister in Begleitung des Grafen Ciano einer Galavorstellung der Oper „Die Flamme“ von Respighi im Fenice=Theater beiwohnen. Englands„Schutz“ In seinem Neujahrstelegramm an den britischen König hat der französische Staatspräsident Lebrun erklärt, Frankreich sei entschlossen, den„verbrecherischen Agares: sionen ein Ende zu bereiten, die so viele unschuldige Völker in Trauer und Sklaverei stürzen“. Mit dieser Feststellung, daß im Laufe der Geschichte viele unschuldige Völker in Ketten gelegt worden sind, waren nicht etwa Vorgänge gemeint, die durch Raub und Ueberfall zur Konstitutierung des britischen und auch des französischen Imperiums führten. sondern sollte das Verfahren verurteilt werden. nach dem Deutschland in den vergangenen Jahren mit durchaus friedlichen Methoden seine Lebensrechte wahrnahm. Zweifellos würde Polen heute nicht unter den„Völkern in Trauer" zu finden sein, wenn es nicht für englische Interessen mißbraucht worden wäre. Wie es in Wirklichkeit mit der geheuchelten Absicht der Westmächte bestellt ist, geht aus den eifrigen Bemühungen Englands und Frankreichs hervor, den gegenwärtigen Krieg auf Kosten kleinerer Nationen auszuweiten. Meldungen, die aus dem Vorderen Orient und Südosteurova und vor allem auch aus Skandinavien kommen, bezeugen klar und deutlich, daß die Alliierten neue Kriegsschauplätze suchen, nachdem es ihnen nicht gelungen ist, Deutschland mittels der gescheiterten Einkreisungspolitik in die Zange zu nehmen. Die letzten politischen Vorgänge lassen erkennen, daß Schweden geradezu in die Gefahr eines effektiven englischen„Schutzes" zu geraten droht. Eine Reuter=Meldung spricht offen davon, daß Schweden zur angeblichen Verstärkung seiner Verteidigungsstellung mit englischen Waffen beliefert werden soll. So fängt eine verbrecherische Aggression auf unschuldige Völker jedesmal an: Rüstungsgewinnler, die eine günstige Geschäftsmöglichkeit wittern, lassen zunächst einmal eine Angstpsychose durch Verbreitung von Hetzmeldungen entstehen, dann verschachert man Waffen an die Eingeschüchterten und schließlich sorgt man dafür, daß diese Waffen im Interesse der Plutokraten geführt werden. Polen war ein Musterbeispiel für diesen Vorgang. Zweifellos wären die Probleme, die zum russisch=finnischen Konflikt führten, auf dem Wege der Verhandlungen gelöst worden, hätte die englische Diplomatie sich nicht eingeschaltet, um die Regierung in Helsinki zu einer unbedachten Haltung zu veranlassen. Was will England? Da der Krieg gegen Deutschland nach Eingeständnis Chamberlains einen durchaus anderen Verlauf nimmt, als man in London zunächst erwartet hatte, ist man jetzt darauf bedacht. Nebenkriege in solchen Ländern zu schüren die lediglich infolge ihrer Neutralität Positionen versperren. von denen aus Deutschland leichter getroffen werden könnte. Es kommt die Spekulation hinzu. das Reich durch Schaffung neuer Kriegsschauplätze von der Zufuhr kriegsnotwendiger Rohstoffe abzuschneiden. In Südosteuropa liegen Erdölquellen und in Skandinavien sind Erze zu finden. Diese Tatsache liefert den kriegslüsternen Plutokraten in London und Paris bereits einen Grund, verantwortungslos und kaltherzig andere Völker ins Unglück zu stürzen. Während Deutschland durch die Tat bewiesen hat, daß es den Krieg zu lokalisieren wünschte. arbeiten die Alliierten planmäßig an seiner Ausweitung. Soweit Schweden unter den englischen Druck geraten ist, läßt sich feststellen, daß die Stimmen in Stockholm sich mehren die devor warnen. Skandinavien in den Krieg verwickeln zu lassen, um England Stützpunkte für seinen Krieg gegen das deutsche Volk zu liefern. Es wird sich erweisen, ob die Warner gehört werden Sicherung gegen Glatteis Anweisung an die Polizei Berlin, 5. Jan. An alle Polizeibehörden ist wegen der Glatteisgefahr während der Verdunkelung soeben von zuständiger Seite eine besondere Anweisung ergangen. Darin wird gesagt, daß im Hinblick auf die Verdunkelung das Glatteis eine erhöhte Gefahr für den Straßenverkehr bilde und daß daher beschleunigt alle Maßnahmen zur Sicherung des Verkehrs und zur Verhütung von Unfällen zu treffen seien. Der Euphrat führt Hochwasser Schwierige Bergungsarbeiten im Erdbebengebiet Halifax macht Propaganda Blaubuch über die Paktverhandlungen mit Rußland * Phantasien von Reuter Auch eine Art Berichterstattung über Finnland Studium für Volksschullehrer verkürzt Berkin, 5. Jan. Zu den Kriegsmaßnahmen auf dem Gebiet des Erziehungswesens gehört bekanntlich eine Verkürzung der Studien dauer für eine ganze Reihe von Berufen. Der Nachwuchs wird dadurch in die Lage versetzt, seine wissenschaftliche Ausbildung— ohne Minderung der Anforderungen— rascher abzuschließen. Diese Verkürzung ist nicht nur für Aerzte, Techniker und andere Naturwissenschaftler ermöglicht worden, sondern auch für die Lehrer an Höheren Schulen. Durch einen Erlaß vom 3. Januar hat der Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung eine entsprechende Studienverkürzung nunmehr auch für Volksschullebrer und für die Hauswirtschafts= und Turnlehrerinnen an Volksschulen, Mittleren Schulen und Berufsschulen auf dem Lande eingeführt. Die Anwärter für diese Berufe mußten bisher vier Semester lang an den Hochschulen für Lehrer= oder Lehrerinnenbildung studieren. Ein Semester wird nunmehr gestrichen, und das Gesamtpensum wird unter Neuregelung der Semesterdauer auf drei Semester, also 1½ Jahre, zusammengedrängt. Bis auf weiteres können sich die Studierenden an den Hochschulen für Lehrerbildung schon zu Beginn ihres dritten Semesters für die Prüfung melden. Wer zur Zeit bereits das dritte Semester hinter sich hat, kann sich ebenfalls sofort, d. h. bis zum 15. Januar, zur Prüfung melden. Dunkle Pläne Englands Generalstabsbesprechungen zwischen Frankreich und England Newyork, 5. Jan. Zum zweitenmal innerhalb der letzten Tage meldet die„Newyork Times“ aus London, daß die Generalstäbe Englands und Frankreichs sich seit Wochen ernsthaft mit dem Gedanken tragen, den von der jüdisch=plutokratischen Verbrecherelique planmäßig angezettelten Krieg zu einem Weltbrand auszuweiten und zu diesem Zweck die Kampfhandlungen nach Skandinavien hineinzutragen. Das Schicksal der nordischen Staaten, so kabelt der Vertreter der genannten Zeitung, hänge jetzt davon ab, ob die Demokratien sich entschließen würden, gleichzeitig Deutschland und Rußland zu bekriegen. Unterrichtete Kreise geben offen zu, daß in einem solchen Falle England an den nordischen Ländern ein„ungeheures strategisches Interesse" hätte. Englands strategisches Interesse an Skandinavien sei deshalb besonders groß, weil es seine Blockadeflanke decken müsse. Der Krieg könne daher leicht eine Wendung nehmen, die die nordischen Staaten gegen ihren Willen zu Schlachtfeldern machen würde. Wie man in zuständigen Londoner Kreisen erfährt, sei die englische Regierung bereit, in Uebereinstimmung mit dem kürzlichen Beschluß des Genfer Vereins, Waffenlieferungen an Finnland nach Möglichkeit zu erleichtern. Die Regierung werde, wie hierzu der„Evening Standard“ meldet, Ausfuhrbewilligungen so weitgehend erteilen, wie es ohne Außerachtlassung des eigenen englischen Bedarfes mölich sei. Berlin, 5. Jan. Während im allgemeinen die Gewährung von Weihnachtszuwendungen im öffentlichen Dienst und an Soldaten der Wehrmacht bereits durch die grundlegende Verordnung des Ministerrats für die Reichsverteidigung vom 16. Dezember 1939 geordnet worden war, sah diese grundsätzliche Regelung vor, daß die von ihr noch nicht Erfaßten nachträglich bedacht werden würden. Es handelt sich dabei um solche Angehörige der zur Wehrmacht Einberufenen, die keinen laufenden Familienunterhalt beziehen und deren monatliches Einkommen eine gewisse Grenze nicht überschreitet. Nicht zuletzt wird dieser Personenkreis gebildet aus Selbständigen in Landwirtschaft und Gewerbe, deren Betriebe trotz Einberufung fortgeführt werden, die also keinen laufenden Familienunterhalt beziehen. Die etwaige Gewährung einer Wirtschaftsbeihilfe spielt dabei keine Rolle. Soweit die erwähnten Voraussetzungen vorliegen, wird nunmehr durch gemeinsamen Erlaß des Reichsinnen= und Reichsfinanzministers verfügt, daß auch den Kindern in diesen Familien von Einberufenen eine Weihnachtszuwendung von acht Reichsmark je Kind zu gewähren ist. Berechtigt sind folgende, nach dem 23. 12. 1923 geborene Kinder der zur Wehrmacht, zur =Verfügungstruppe oder zu den eingesetzten =Totenkopfverbänden Einberufenen: a) Die evelichen oder für ehelich erklärten und die vor dem Einstellungstage an Kindesstatt angenommenen Kinder des Einberufenen, ferner die mit der Ehefrau des Einberufenen zusammenlebenden Stiefkinder des Einberufenen, es sei denn, daß für letztere aus dem Recht des leiblichen Vaters eine Weihnachtszuwendung gezahlt wird. b) Enkel und Pflegekinder sowie uneheliche Kinder, für die die Vaterschaft des Einberufenen von ihm anerkannt oder gerichtlich festgestellt ist, wenn der Einberufene bis zum Einstellungstage ganz oder zu einem wesentlichen Teil der Ernährer des Kindes gewesen ist und er das Kind in seinen Hausstand ausgenommen hat. Die Gewährung der Weihnachtszuwendung setzt voraus, daß dem Kinde ein laufender Familienunterhalt nicht gewährt wird. Bern, 5. Jan. Der finnische Kriegsschauplatz hat eine Schar von Kriegsberichterstattern aus aller Herren Länder angezogen. Daß diese Berichterstatter ihren Lesern ein möglichst packendes Bild von den Ereignissen an den finnischen Fronten vermitteln wollen, ist begreiflich. Ebenso an sich verständlich ist auch. daß die Journalisten aus England und Frankreich die finnischen Dinge aus einem Gesichtswinkel betrachten, der der Politik ihrer Regierungen entspricht. Nicht ganz begreiflich scheint es aber, wenn die Korrespondenten der doch mit allen Wassern gewaschenen britischen Agentur Reuter fulminante Kriegsberichte aus Finnland in die Welt jagen, die von solcher Qualität sind, daß eine große amerikanische Agentur von ihrem Finnlandkorrespondenten eine ausdrückliche Richtigstellung verbreiten läßt. Die ganze Geschichte erzählt sich am nettesten, wenn man sie so der Reihe nach widergibt, wie man sie in irgendeinem Blatt serviert bekommt. Da liest man zunächst eine Reutermeldung vom 4. 1. aus Helsinki, wonach ein finnisches Flugzeug„gestern“ einen Flug nach der estnischen Insel Oesel unternommen habe.„Das Flugzeug“, so heißt es in der Reutermeldung weiter,„überflog die Insel in geringer Höhe und warf Bomben ab, die den Ausbruch von Bränden zur Folge hatten. Es kehrte kurz darauf zurück und beschoß die mit der Löschung der Brände beschäftigten Russen mit Maschinengewehrfeuer. Nach einiger Zeit überflog ein finnisches Erkundungsflugzeug die Insel Oesel und stellte das Andauern der Brände sowie beträchtlichen Schaden fest.“ Unter dieser Reutermeldung lesen wir dann einen Bericht des Stockholmer Korrespondenten der amerikanischen Nachrichtenagentur United Preß, der eine Meldung der schweKönigsberg, 5. Jan. Das Sondergericht verurteilte den 49jähr. Heinr. Michalowski wegen Verbrechens nach§ 4 der Verordnung vom 5. September 1939 zum Tode. Dieser Volksschädling war durch Neigung zum Trunk und aus Arbeitsscheu schon 1910 auf die Bahn des Verbrechens geführt worden. Er hat insgesamt 26 Vorstrafen aufzuweisen, fast alle wegen Eigentumsvergehens. In den verschiedensten Gegenden Deutschlands trat er als Landstreicher, Zechpreller und Betrüger auf. Von einer großen Tour durch Polen kurz vor Kriegsbeginn nach Danzig zurückgekehrt, sah er mit dem Instinkt des Betrügers eine günstige Gelegenheit, auf Kosten anderer zu leben darin, sich als geflüchteter Volksdeutscher auszugeben. In verschiedenen Städten und zahlreichen. Ortschaften Ostvreußens, zuletzt in Königsberg, beschwatzte er Volksgenossen und ließ sich Geld geben. Ueberall erzählte er, durch seinen Dagegen wird die Weihnachtszuwendung auch dann gezahlt, wenn der Einberufene als Unternehmer eines Gewerbebetriebes oder eines Betriebes der Land= und Forstwirtschaft oder als Angehöriger eines freien Berufes eine Wirtschaftsbeihilfe erhält, ohne daß laufender Familienunterhalt gewährt wird. Die Weihnachtszuwendung wird nur gezahlt wenn das Einkommen des Einberufenen bei Veranlagten, im Sinne des§ 2. Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes im Kalenderjahr 1938 nicht mehr als 3000 RM. und wenn die Bruttobezüge des nicht veranlagten Einberufenen im letzten Monat vor dem Einstellungstage nicht mehr als 300 RM. oder— z. B. bei schwankenden Einkommen— im Kalenderjahr 1938 zusammen nicht mehr als 3600 RM. betragen haben. Die Gewährung der Weihnachtszuwendung ist von der Stellung eines Antrages abbängia. Der Antrag kann von dem Einberufenen, seiner Ehefrau oder dem gesetzlichen Vertreter des Kindes bei dem Stadt= oder Landkreis, in dessen Bezirk das Kind wohnt, oder bei dem Bürgermeister der Aufenthaltsgemeinde bis zum 31. 1. 1940 gestellt werden. Anträge, die nach dem 31. 1. 1940 eingehen, können nicht berücksichtigt werden. Roosevelts Bauprogramm Washington, 5. Jan. Die von Präsident Roosevelt in seiner Budgetbotschaft vorgeschlagenen Ausgaben von 1800 Mill. Dollar für die Landesverteidigung umfassen u. a. 369 Mill. Dollar für das Marinebauprogramm. Dieses Programm sieht Bauarbeiten an 120 Kriegsschiffen verschiedener Größe vor sowie den Beginn des Baues weiterer 24 Kriegsschiffe. Die Neubauten umfassen zwei Schlachtschiffe, einen Flugzeugträger, zwei kleine Kreuzer, acht Zerstörer sechs U=Boote, einen U=Boot=Tender, drei Wasserflugzeugtender und einen Minensucher. Gegenwärtig sind bereits sechs 35000=To.=Schlachtschiffe in Bau. Mit der Herstellung zweier 45000=To.= Schlachtschiffe soll demnächst begonnen werden. Mit den im Bau vorgesehenen zwei neuen Schiffen würde die Gesamtzahl der Schlachtschiffneubauten auf 10 erhöht werden. dischen Zeitung„Svenska Dagbladet" zitiert, wonach„diese Luftangriffe mehrmals während der letzten Tage“ erfolgt seien.... Darunter setzt die amerikanische Agentur den Bericht ihres nach Helsinki entsandten Sonderkorrespondenten, der— gleichfalls vom 4.1. datiert— lautet:„Das von anderer Seite gemeldete Luftbombardement von Oesel hat heute nicht stattgefunden und konnte gestern wegen des Schneesturmes ebenfalls nicht stattfinden, der jegliche Fliegertätigkeit unmöglich machte. Es muß sich daher um einen Luftangriff handeln, der bereits früher erfolgte, wenn er überhaupt erfolgt ist.“ Man sieht, der amerikanische Kollege der Reuterjournalisten suchte sich möglichst höflich auszudrücken. Angriffe bei Der finnische Heeresbericht vom 4. Januar Helsinki, 5. Jan. Mit Ausnahme von Artillerie= und Patrouillentätigkeit verlief, wie der finnische Heeresbericht vom 4. Januar mitteilt, der gestrige Tag auf der Karelischen Landenge ruhig. Nordöstlich des Ladogasees ist die Lage unverändert. In Richtung auf Kuhmo sollen russische Truppen, von Artillerie und Tanks unterstützt, angegriffen haben. Der Angriff soll abgewiesen worden sein. Oestlich von Suomussalmi wird am Wege nach Raate gekämpft, ebenso weiter nördlich in Richtung auf Salla. An den anderen Frontabschnitten waren keine nennenswerten Ereignisse zu verzeichnen. Am Ladogasee haben russische Seestreitkräfte zwei finnische Forts und Küstendörfer mit Artillerie beschossen. Die finnischen Batterien haben die russischen Stellungen mit Feuer belegt. Am 3. Januar unternahmen russische Flieger Luftangriffe auf Turko(Abo) und Hanko (Hangö) sowie auf einige Orte in Nordfinnland. Ensatz für andere Volksdeutsche habe er die Aufmerksamkeit der polnischen Polizei auf sich gelenkt, sei verhaftet, mißhandelt und seines Eigentums beraubt worden. Nach kühner Flucht aus dem Gefängnis habe er sich mit Mühe und Not über die Grenze gerettet. An alledem war kein Wort wahr. Auslandsender abgehört Zuchthaus für einen Gastwirt Hamburg, 5. Jan. Die Kammer 2 des Hanseatischen Sondergerichts bestrafte den 52jährigen Gastwirt Friedrich Rieck aus Hamburg wegen fortgesetzten absichtlichen Abhörens ausländischer Sender auf Grund der Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen vom 1. September 1939 mit drei Jahren Zuchthaus. Der Angeklagte, der in der Hafengegend eine Gastwirtschaft betrieb, in der tagsüber ein starker Verkehr herrschte. hat, wie er eingestehen mußte, in den Monaten September und Oktober 1939 bis zu seiner Festnahme in seinem Lokal ausländische Rundfunksender abgehört. Durch Zufall will er beim Rundfunkempfang auf den Sender Toulouse gekommen sein, gab sich dessen Lügenmeldungen bereitwillig hin und bemühte sich dann, weitere ausländische Sender mit seinem alten Empfangsgerät zu bekommen. Er machte sich Notizen über die Sendezeiten ausländischer Sender, damit er„immer genau im Bilde" war. Diese Notizen wurden bei seiner Festnahme in seinem Besitz gefunden. Er hörte die Meldungen der feindlichen Lügenpropaganda nicht nur allein, sondern auch in Gegenwart dritter Personen schaltete aber sofort ab. wenn ein fremder Gast sein Lokal betrat. Er war sich also der Strafbarkeit seines Tuns vollkommen bewußt. Nach der Auffassung des Sondergerichts handelte es sich bei dem Treiben des Angeklagten um ein ganz systematisches Abhören ausländischer Sender, so daß man von einem sehr schweren Fall eines solchen Verbrechens gegen den Geist der Volksgemeinschaft sprechen kann. Es besteht auch der dringende Verdacht. daß der Angeklagte das Gehörte auch weiterverbreitet hat. aber ein sicherer Nachweis ließ sich in dieser Beziehung nicht führen so daß seine Verurteilung aus§ 2 der Verordnung vom 1 September wegen vorsätzlichen Weiterverbreitens nicht erfolgen konnte. Aber das, was der Angeklagte nachgewiesenermaßen getan, war schon schwer und verwerflich genug, um die Zuchthausstrafe zu rechtfertigen. Todesurteile vollstreckt Berlin, 5. Jan. Am 5. Januar ist der am 28. Oktober 1893 in Neuland(Kreis Löwenberg) in Schlesien geborene Richard Neumann hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Görlitz wegen Mordes zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt worden war Neumann, ein verkommener Sittlichkeitsverbrecher, hat im November 1919 ein 20jähriges Mädchen, das seinem Annäherungsversuch ausgewichen war überfallen und ermordet. Der Verbrecher hat eine ähnliche Tat im Jahre 1930 begangen, derentwegen er damals zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt wurde. Erst während er diese Strafe verbüßte, gelang es, das Verbrechen aus dem Jahre 1919 aufzuklären. Am 5. Januar 1940 ist der am 2. Juni 1902 in Brieg geborene Paul Rieger hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Brieg weWeibnachtsgelder für Soldatenkinder Weitere Ausschüttungen— Anträge bis zum 31. Januar Todesstrafe für Volksschädling Er gab sich als geflüchteter Volksdeutscher aus Lebte auf Kosten anderer K#ichlun Verbrecherische Pläne der Kriegshetzer Wenn in der„Newyork Times“ davon die Rede ist, daß der russisch=finnische Krieg mit oder gegen den Willen" der nordischen Staaten eine Wendung nehmen kann. die diese Länder zum Schlachtfeld macht, dann ist das eine offene Drohung Englands gegen Norwegen und Schweden! Denn diese Wendung kann nur dadurch herbeigeführt werden, daß England die nordischen Staaten vergewaltigt, und das nicht deshalb, um Finnland Hilfe zu bringen, sondern um durch seine Einmischung den russisch=finnischen Krieg zu verlängern und Deutschlands Flanke zu bedrohen. Mit Bedauern wird in einem im„News Chroniele" veröffentlichten Bericht festgestellt, daß die schwedische Regierung vorläufig noch zögere. Skandinavien zum Kriegsschauplatz zu machen. Eine Aenderung wird jedoch für den Fall erhofft, daß die finnischen Truppen über die schwedische Grenze zurückgedrängt werden und dann von dort aus den Kampf fortsetzen. In einem solchen Augenblick werde sicherlich, so heißt es in dieser Veröffentlichung. ein britisches„Garantieangebot“ an Norwegen und Schweden Erfolg haben. In dieser Situation hängt jedoch das Schicksal der nordischen Staaten nicht so sehr davon ab, ob die Demokratien sich tatsächlich entschließen,„gleichzeitig gegen Deutschland und Rußland zu kämpfen“, sondern vor allem hängt das Schicksal dieser Länder auch von ihrer eigenen Haltung ab! England selbst freilich ist fest davon überzeugt, daß es ein Recht hat, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Völker einzumischen. Das konnte man dieser Tage erst wieder dem „Spectator“ entnehmen, der sich in einem Kampfruf gegen das deutsche Volk abmühte, ein solches Recht zu„begründen". Gleichzeitig drohte dieses Blatt, daß es nunmehr an der Zeit sei,„De Herzen hart zu machen, um Deutschland in kleine selbständige Staaten aufzubrechen und ein neues Europa zu schaffen.“ Man erdichtet sich die sittlichen Missionen, um verbrecherische Pläne durchzusetzen. Demgegenüber können wir uns mit der Feststellung begnügen, daß uns vieles von dem. was England und Frankreich nach Versailles getan haben, bereits nicht„gepaßt“ hat. Eine Aenderung liegt jedoch insoweit vor. daß wir nun auch in der Lage sind. das was uns „nicht paßt“, zu verbindern! Das danken wir dem Führer, unserer Wehrmacht und der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. gen Mordes zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt worden war. Rieger, ein verkommener und gefährlicher Berufsverbrecher, hat im Oktober 1930 auf der Landstraße einen Arbeiter in Raubabsicht überfallen und ermordet. Im Dezember 1930 hat er eine Theaterkassiererin in Brieg beraubt und getötet und war deshalb damals zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden. Erst während der Verbüßung dieser Strafe gelang es, den früheren Mord aufzuklären. Am 5. Januar 1940 ist weiter der am 21. Juni 1914 in Bitterfeld geborene Erich Ekkardt hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Halle(Saale) am 8. Dezember 1939 wegen versuchter Notzucht und Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5. September 1939 zum Tode und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Eckardt hat von August bis November 1939 vier Frauen und Mädchen, teilweise unter Ausnutzung der Verdunkelung. auf der Straße überfallen und zu vergewaltigen versucht. Flintenweib vor Gericht Todesurteil wegen Aufhetzung zur Ermordung Volksdeutscher Bromberg, 5. Jan. Das verbrecherische Verhalten polnischer Flintenweiber in den Tagen des Schreckens im September ist bereits hinlänglich und in zahlreichen Verhandlungen der Sondergerichte bestätigt worden. Vor dem Sondergericht in Bromberg stand die 54jährige Buchhalterin Sophie Lonkowska die schon als soldatisches Flintenweib an dem volnischen Aufstand in Oberschlesien teilgenommen hatte. In der Uniform eines polnischen Unteroffiziers begleitete sie die Züge der verhafteten Deutschen und holte diese sogar zusammen mit polnischen Soldaten aus den Wohnungen zum Erschießen ab. Hierbei hetzte sie die Mordgesellen zu ihren blutigen Schandtaten auf. Das Gericht verurteilte die Lonkowska wegen gemeinschaftlichen Mordes und Landfriedensbruchs zum Tode. Fliegermeister Albert Richter Der deutsche Fliegermeister Abert Richter ist im Alter von 27 Jahren plötzlich aus dem Leben geschieden. Jahrelang gehörte er zu den besten Kurzstreckenfahrern der Welt seit 1933 hielt er ununterbrochen den deutschen Meistertitel. Der Vorsitzende des Volkskommissariats und Außenkommissar Molotow empfing den Leiter der zurzeit in Moskau anwesenden bulgarischen Wirtschaftsdelegation. Finanzminister Bojiloff. Nr. 5 Mendener Zeit Dröhnendes Eine innerhalb der Organisation des Generalinspektors Dr. Todt im Bereich des Westwalls durchgeführte Sammlung für das Kriegs=WHW. erbrachte das erfreuliche Ergebnis von 43739 RM. Der Betrag wurde dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes überwiesen. Das belgische Gesamtkabinett ist Freitagmittag zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgte, um die Umbildung des Kabinetts durch Pierlot zu erleichtern. In den Feindst die Köpfe hängen u Deutschen ginge es anders. Nun gut, dann len euch zu einem aufschlußreich genug sere deutsche Haltun, es geworden. Die gen in Ruhe und Da sprüht ein Fle auf. Heller, leuchte Flammen! Da dröl send ein gewaltige den Atem verhalten breites Tor mitten Erlebnis fende Menschen in der Flammen treu einer harten, schwe len Arbeit! Dröhnendes L Das packt die aufleuchten. Das nen hellen Schein Männergestalten. keit und geballter Arbeit sind. 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Hier sind schaffende Menschen in der Nacht unterm Schein der Flammen treu und gewissenhaft am Werk einer harten, schweren und oftmals gefahrvollen Arbeit! Dröhnendes Lied der Arbeit! Das packt die Herzen und läßt die Augen aufleuchten. Das wirft mit den Flammen einen hellen Schein über die starken, wuchtigen Männergestalten, die mit fieberhafter Emsigkeit und geballter Kraft an ihrer nächtlichen Arbeit sind. Der Rhythmus dieser Arbeit läßt alle Kräfte sich entfalten in einem Bild voll unvergeßlicher Schönheit, wenn da Männer der Arbeit ihre Pflicht zäh und verbissen tun. Es ist ein Lied der Soldaten! Nicht auf dem Marsch über endlose Straßen, nicht im Bunker und nicht in der Unterkunft wird es gesungen, sondern es dröhnt an der Heimatfront aus unzähligen deutschen Werken. Es vereint sich zu der gewaltigen Melodie unserer deutschen Siegeszuversicht. Es wird ein Hymnus der deutschen Treue, wenn die Soldaten der Arbeit auf ihrem Posten und wie in einem unbeschreiblich schönen, überwältigend großartigen Gemälde von Flammengluten überstrahlt an ihren Werkbänken, Maschinen und vorm Ofen stehen. Dieses dröhnende Lied der Arbeit ruft auch uns zur neuen Tat. Opfer— das ist der Name der Tat, die jetzt von uns verlangt wird, wenn die Männer der Arbeit uns als Zeichen gegeben werden für die Gaustrakensammlung des Winterhilfswerkes am 6. und 7. Januar. Stimmen wir ein in dieses Lied und— unser ist der Sieg! usg. Gegen rücksichtslose Gäste Rundsunknachrichten in Saststätten Die Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe erinnert an den Erlaß des Leiters des deutschen Fremdenverkehrs über die besonderen Pflichten des Gaststättengewerbes im Kriege. Nach diesem Erlaß sind u. a. in sämtlichen Gaststätten und Gasträumen regelmäßig und deutlich die Nachrichten des Drahtlosen Dienstes durch Lautsprecher bekanntzugeben. Die Betriebe des Gaststättenund Beherbergungsgewerbes haben ihren Gästen auch die entsprechende Möglichkeit geboten. In der letzten Zeit ist es jedoch vorgekommen, daß sich vereinzelt rücksichtslose Gäste laut und ungeniert unterhalten haben, wenn Nachrichten gegeben wurden. Die Wirtschaftsgruppe macht nochmals darauf aufmerksam, daß der Uebertragung Aufmerksamkeit zu widmen ist. Es wird den Betrieben empfohlen, gut sichtbare Aushänge anzubringen, auf denen vermerkt ist, daß während der Dauer der Nachrichtensendungen größtmögliche Ruhe und Aufmerksamkeit herrschen muß. Den Gästen muß unbedingt die Gewähr gegeben werden, die Nachrichtendienste ohne Störung zu hören. *— Kurz vor der Hochzeit. Ihr Aufgebot haben bestellt: Landwirt Theo Wulf, Menden, und Elisabeth Sophie Theresia Schmidt, Ostsümmern. Landwirtschaftsgehilfe Eilert Meints Ulferts. Hennen und Elisabeth Maria Katiofisky, Hennen, vordem in Menden. Stadtinspektor Julius Josef Schulte, Menden, und Agathe Friedrich, Menden. *— Wenn Licht nur durch Ritze fällt! Man trifft manchmal auch in Menden noch auf Volksgenossen, die der Ansicht sind, daß eine Verdunkelung ihrer Fenster dann genügt, wenn direkte Lichtschein nach außen vermieden wird. Wenn sie darauf hingewiesen werden, ### u c h d i e L ü f t u n g s s p a l t e n d e r R o l l ä d e n : werden müssen, daß überhaupt kein Lichtschein nach außen dringen kann, weisen sie darauf hin, daß dieser Lichtschein sicherlich nicht mehr als 40 bis 50 Meter weit und nicht mehr als ein Warnlicht draußen zu sehen sei. In diesem Zusammenhang mag sich dieser oder jener mal zu der Ansicht versteigen, daß diese genaue Handhabung der Verdunkelungsvorschriften doch nur als unnötige Erschwerung der Verdunkelung anzusehen sei. Dem ist, wie der Fs=Gaudienst ausführt, nicht so. Er schreibt: Nein, das ist keine unnötige Erschwerung der Verdunkelung. Es darf nach der 8. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz kein Liat nach außen fallen. Ein Vergleich mit den Warnlichtern und den noch notwendigen Verkehrslichtern ist daher nicht angebracht. *— Asche bezugsscheinfrei zu haben. Jeder Winter bringt mancherlei Gefahren mit sich, denen im allgemeinen Interesse jeder MendeAus unserer Heimat Samstag, den 8. Januar 1940 ner Hausbesitzer Rechnung tragen muß. Falls daher einmal durch Frost oder Schneefall Glätte herbeigeführt wird, muß der Bürgersteig durch Abschaufeln des Schnees oder Loshacken des Eises und Bestreuen mit abstumpfenden Mitteln gangbar gemacht werden. Auf diese Weise muß auf dem Bürgersteig oder, wo ein solcher nicht vorhanden ist, auf dem Bankett oder längs der Häuser eine Bahn von mindestens 1¼ Meter Breite für den Fußgängerverkehr geschaffen werden. Es liegt auf der Hand, daß Glitschbahnen auf den Bürgersteigen oder Gehbahnen nicht geduldet werden können. Ebensowenig dürfen bei anhaltendem Frost Abwässer offen den Rinnsteinen zugeführt werden, wenn dadurch eine gefahrbringende Glätte hervorgerufen wird. An allen solchen Tagen, an denen Frost zu erwarten ist, empfiehlt es sich, somit mit dem Streuen usw. nicht zu sparen, damit Schäden vermieden werden. Asche usw. gibt es ja bezugsscheinfrei. Wenn nämlich in Menden solche Nnfälle durch Fahrlässigkeit des Hausbesitzers entstehen, kann er für die Schäden haftbar gemacht werden. *— Mendener Familiennachrichten. Das Standesamt der Stadt Menden hat in der Zeit vom 25. bis 31. Dezember beurkundet: Geburten: Ursula Margarete Elisabeth Bornemann, Menden, Hombergskamp 1. Christel Eertrud Pantel, Menden, Werringser Straße 25. Christa Hanni Goeke, Menden, Fuchshöhlenweg 23. Klaus Helmut Bettermann, Menden, Wervingser Straße 74. Christel Alwine Kavin Bußmann, Menden, Balver Straße 39b. Robert Wilhelm Weige, Menden, Bachstraße 14.. Anita Elisabeth Karola Harnisch= macher. Menden, Ludendorffstraße 200. Helga Maria Gockel, Menden, Körnerstraße 15.— Heiraten: Alois Michael Lipuscek, Menden, Brückstraße 8, und Pauline Hamann, Menden, Baustraße 11. Hermann Deimann, Iserlohn, Igelstraße 4, und Hedwig Hamer, Menden, Balver Straße 17. Ernst Wilhelm Gustav Schulze, Lippstadt, Kesselringallee 1, und Margarete Mathilde Vietze, Iserlohner Landstraße 9. Rudolf Kempfer, Delitzsch. Elberitzstraße 14, und Anna Hilde Antoni, Menden, Horlecke 45.— Sterbefälle: Wilhelm Jürgens, Menden, Bischof=HenninghausStraße 4. Josef Böckelmann, Menden, Werringser Straße 12. Ewald Vogel, Menden, Werler Straße 33. *— Abschnitte für rund 5 Zentner Brot bisher in Menden gesammelt. Schon wieder geht ein vierwöchiger Zeitabschnitt zu Ende. Wir merken es an unseren Lebensmittelkarten, die immer mehr Abschnitte verlieren. Für die nächsten vier Wochen ist aber schon wieder, bevor auch nur die alten Karten völlig zusammengeschmolzen sind. Sorge getragen. Wiederum werden in Menden die neuen Karten jedem Einwohner ins Haus gebracht werden Mancher Volksgenosse braucht nun erfahrungsgemäß nicht die ganze Brotmenge, die ihm an sich zur Verfügung steht. Es hat sich daher der schöne Brauch auch in Menden eingebürgert, daß die überzähligen Brotmarken der NSV zur Verfügung gestellt werden. Die freiwilligen Helfer der NS=Volkswohlfahrt fragen daher nach den alten Brotkarten. Diese Karten werden mit den noch unverbrauchten Abschnitten eingesammelt, um mit den sich daraus ergebenden Mengen einen Ausgleich für Mendener Lang= und Nachtarbeiter. sowie kinderreiche Familien zu schaffen. So konnten in Menden im Monat November Brotkarten über Brotmengen von 84 kg von unserer NSV eingesammelt werden. Im Monat Dezember stieg die Menge auf 155 kg. Und vielleicht wird jetzt im Januar eine noch größere Menge jenen Familien zur Verfügung gestellt werden können, die durch besondere Verhältnisse auf stärkeren Brotverbrauch angewiesen sind. *— Zur Winterszeit in unseren Jugendherbergen. Menden als Eingangspforte zum Sauerland hat auch am Silvester= und Neujahrstag Besuch von jungen Wanderern gehabt. So konnte die so schön gelegene Jugendherberge auf der Kluse rund 30 Gäste beherbergen. Es handelte sich um eine HitlerJugend=Gruppe aus Dortmund, eine andere aus Hagen und um eine Jungmädelgruppe aus Hagen. Sie trafen am 30. Dezember hier ein und verließen die gastliche Stätte wieder am ersten Tag des neuen Jahres. Im allgemeinen hat der Wanderbetrieb naturgemäß zur jetzigen Jahreszeit nachgelassen. Doch stehen auch im Januar für Einzelwanderer noch Quartiere in Menden zur Verfügung. Wie die Platzverhältnisse in den kommenden Monaten in der Mendener Jugendherberge sind, läßt sich jetzt noch nicht beurteilen. Menden ist ja keine ausgesprochene Winterjugendherberge, wie jene „Burgen der wandernden Jugend“ im Hochsauerland, die dort auch im Winter für den Wintersportbetrieb freigehalten werden. So dürfte es auch hier interessieren, daß die Jugendherbergen in Winterberg, Brilon. AltAstenberg, Elkeringhausen und die Jugendherberge in Blockhaus für den normalen Jugendherbergsbetrieb zur Verfügung stehen. Dort ist auch für die nächste Zeit noch fast überall Platz für weitere Gruppen und Einzelwanderer vorhanden, wenn auch schon jetzt das schöne Winterwetter viel Gäste in die Häuser gebracht hat. Zweckmäßig ist es heute auf jeden Fall, nicht aufs Geratewohl irgend eine Jugendherberge aufzusuchen, sondern sich vorher anzumelden, um damit Gewähr zu haben, daß man auch tatsächlich noch untergebracht werden kann. *— Bauernregeln vom Januar. Auch der Bauer aus Mendens Umgebung hängt mit Bedacht an den Erfahrungen der Vorfahren. So finden auch bei uns die alten Bauernregeln, in denen manche Wahrheit niedergelegt ist, stets Interesse. Für Januar lauten sie: Wenn im Januar der Winter nicht kommt, kommt er im März oder Appil.— Wenn Gras wächst im Januar, wächst es schlecht das ganze Jahr.— Januar muß knacken, soll die Ernte gut sacken.— Januar warm, daß Ebtt erbarm!— Im Januar Regen und wenia Schnee tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh.— Januar Schnee zu Hauf, Bauer, halt den Sack auf.— Januarnebel bringt Märzenschnee.— Flüsse klein, guter Wein.— Tanzen im Januar die Mucken, muß der Bauer nach dem Futter gucken.— Januarnebel bringt bei Ostwind Tau, der Westwind treibt ihn aus der Au.— Ist der Januar gelind, braust im Frühjahr Schnee und Wind; ist er aber trüb und naß, dann bleibt leer des Winzers Faß.— Schneegestöber. große Kält' und wenn auch der Fuchs noch bellt, das mißfällt dem Bauer nicht, weil's ein gutes Jahr verspricht! *— Denken Sie daran, daß die größeren Zwei=Reiosmark=Stücke, die auf der Vorderseite in einem Kranz die Prägung„2 Reichsmark" tragen, ab 1. Januar 1940, also seit sechs Tagen, nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel gelten. Wer solche Geldstücke noch im Besitz hat, tut gut daran, sie bei den öffentlichen Geldinstituten einzutauschen. Vor allem sollte man auch Sparbüchsen und sonstige zur Geldaufbewahrung benutzte Stellen nachsehen, ob solch' ein ungültig gewordenes Geldstück sich dort befindet. 1.=T.=Lichtigiele „Rivalin der Zarin...“ Eine der spannendsten Episoden aus der an dramatischen Ereignissen so reichen Geschichte Rußlands bildet das Thema: Mit Hilfe ehrgeiziger Offiziere und Höflinge hat Katharina II. den Thron des Riesenreiches als AlleinHerrscherin bestiegen. Da wird von einer Partei rebellischer Adelsherrn Elisabeth Tarakanova, ein blutjunges, reizendes Geschöni aus fürstlichem Geblüt, als Gegenkaiserin aufgestellt. Sie gewinnt das Herz des Günstlinge der großen Zarin, des Grafen Orloff, und wird so auch als Weib die Rivalin Katharinas. Mit Ergriffenheit erlebt man den schmerzlichen Triumph einer großen Liebe mit. Pierre Richard Willm, Annie VJernau, Suzy Prim, Antonio Centa und Roger Carl verkörpern die Hauptrollen dieser Filmschöpfung des auch in Deutschland bekannten itlalienischen Regisseurs Mario Soldati. Die Schauplätze der packenden Handlung sind Petersburg und die berüchtigte„Schlüsselburg", das russische Staatogefängnis, vor allem aber Venedig, das man mit seinem romantischen Zauber kennenlernt, wie nie zuvor in einem anderen Film. Die vorgeschichtliche Herdstelle aus der Karhofhöhle im Mendener Museum V. Hortmann, uonden III Eine zusammenfassende Rückschau möge die Bedeutung unserer Karhofhöhlenfunde herausstellen. Sie schlagen eine Brücke über zweieinhalbtausend Jahre hinweg zu jener bedeutungsvollen Zeit, in der zum erstenmal Germanen Besitz nahmen von unserer Heimatscholle, die seitdem in allen Wechselfällen der Geschichte germanisch geblieben ist. Die Funde gewähren einen tiefen Einblick in den Kulturstand dieser Einwanderer. Drei wichtige Kulturerrungenschaften lassen sich aus den Funden unmittelbar avlesen: Eine entwickelte Stufe des Ackerbaues, weitgehende Beherrschung der Töpferkunst und die Verarbeitung des Flaases. Hieraus folgernd, dürfen wir das Kulturbild dahin ergänzen, daß unsere ersten Volks= und Heimatgenossen bereits seßhafte Bauern waren, die in festen Häusern wohnten, hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht lebten und sich ihre Kleidung, ihr Haus= und Ackergerät selbst herstellten. Sie waren also keineswegs so, wie eine falsche, heute veraltete Anschauung die„alten Germanen“ in Geschichtsbüchern. Liedern, Bildern und als Bühnenfiguren oft dagestellt hat: keine rohen Urwaldbarbaren: die der Arbeit aus dem Wege gingen, nur der Rauf= und Jagdlust frönten und die übrige Zeit faul auf der Bärenhaut lagen, würfelten und das Methorn schwangen. Unsere Deutung der Funde entspricht dem Kulturbild, das die Vorgeschichtsforschung vom Germanen der vorrömischen Eisenzeit allgemein gewonnen hat. Sie hat sogar unwiderlegbare Beweise dafür erbracht, daß unser Volk schon tausend Jahre vorher auf einer bewundernswerten Kulturhöhe stand. Zeugen sind u. a. die prächtigen germanischen Schwerter, Streitäxte, Gewandhaften, Schmucknadeln und Luren aus Bronze, die Becher und Schmuckscheiben aus Gold. Auch ist der bisher älteste Fund eines Fluges auf deutschem Boden ausgegraben worden: der berühmte Holzpflug von Walle im ostfriesischen Moorgebiet. Er bezeugt den Ackerbau in Deutschland bereits für die Zeit um 3500 v. d. Zw., also für den nordischen Kulturkreis der Jungsteinzeit. Wir brauchen uns also unserer germanischen Vorfahren durchaus nicht zu schämen! Der Umstand, daß unsere früheisenzeitlichen Funde ausschließlich einer Höhle entstammen, kann zu der irrigen Vorstellung führen, die damaligen Menschen seien doch noch echte„Höhlenmenschen“ gewesen und nach Zigeunerart heimatlos durchs Land gezogen. Die Sache verhält sich aber wohl so, daß die Höhlen nur zeitweise von Verfolgten und anderen Obdachlosen bewohnt wurden, wie das vereinzelt noch heute geschieht. Als Regel sind für diese Zeit feste Fachwerkbauten zu denken. In den Höhlen sind die Siedlungsspuren in Form von Asche, Scherben und angebranntem Korn erhalten geblieben. Die festen, eigentlichen Siedlungen standen, wie bereits erwähnt, wahrscheinlich auf dem Boden der jetzigen. Hier sind die Spuren durch den ständigen Verkehr, den Gartenund Ackerbau rasch zerstört worden. Wenn noch Reste erhalten sind, bleiben sie von den jetzigen Bauten verdeckt. Feste Holzhäuser bestanden in Westfalen schon in der Jungsteinzeit, also 3000 Jahre früher. Ausgrabungen der letzten Jahre, z. B. in Ruploh bei Soest und in Daseburg bei Warburg hoben hierfür den Beweis erbracht. Der Ausgang der La Ténezeit wird bereits vom Licht der Frühgeschichte gestreift. Um 50 v. d. Zw. unternahm Caesar mehrere Vorstöße in das rechtsrheinische Gebiet. In den Jahren von 12 vor bis 16 n. d. Zw. versuchten die Römer unter Drusus, Tiberius, Varus und Germanicus vergeblich, das Gebiet zwischen dem Niederrhein und der Elbe unter ihre Herrschaft zu bringen. Sie bauten damals an der Lippe grone Kastelle, so bei Haltern und in Oberraden bei Lünen. Ob diese Einbruchsversuche der Römer auch Rückwirkungen auf die nisse unserer engeren Heimat ausgeübt haben, ist nicht bekannt, aber nicht unwahrscheinlich Jedenfalls legen die Funde in der Karhofhöhle den Gedanken nahe, daß irgend eine Katastrophe die letzten früheisenzeitlichen Bewohner überrascht hat, so daß sie ihren wertvollen Besitz an Lebensmittelvorräten und Geschirr im Stiche lassen mußten. Lange Zeiten müssen dann vergangen sein, ohne daß jemand die geräumige Höhle sorgfältig durchsucht hat. Die Kräfte der Verwitterung deckten den„Nachlaß" allmählich mit Höhlenlehm, Felsstückchen und Sinterbrocken zu. Sie„konservierten“ ihn so, bis er 1924 endlich wieder ans Tageslicht kam und das Mendener Museum der glückliche Erbe wurde. Zum Schluß muß noch ein Fund erwähnt werden, der zur Herdstelle in engster Beziehung gestanden hat. Unmittelbar vor ihr erhob sich nämlich als gewachsener Fels ein rohbehauener Steintisch von nahezu quaderförmiger Gestalt. 90:60:60 cm groß. In die Oberseite haben die Jahrtausende tiefe Furchen gegraben. Nach seiner Stellung zur Herdstelle muß er abwechselnd als Tisch und als Bank benutzt worden sein. Wir dürfen ihn wohl als das älteste„Möbel“ betrachten, das es weit und breit gibt. Viel Ueberlegung und noch mehr Kraftaufwand waren erforderlich, um diesen schweren„Knaben“, der mit unüberwindlicher Kraft sein Heimatrecht in der Höhle behauptete, zur Wanderung zu bewegen. Sie führte ihn auch ins Mendener Museum. Bei seiner Umsiedlung haben sich die Herren Spediteur Lehmkühler=Menden, Wilh Recke=Binolen und Steinmetzmeister Kaiser=Menden verdient gemacht. Der alte Steintisch war Zeuge alles dessen, was sich in Jahrtausenden am Herde beim lodernden Schein des Feuers oder beim Dämmerlicht des Kienspans zugetragen hat. Er kennt alle die Menschen, die von Geschlecht zuGeschlecht in die Höhle eindrangen, lauschte ihren Plänen, Berichten und Erzählungen, sah ihnen zu bei ihrer verschiedenartigen Arbeit. Er könnte viel erzählen und alle Geheimnisse entschleiern, die noch um die Karhofhöhle geistern Vielleicht kommt einmal ein Dichter, der seine Sprache versteht und sie uns übersetzt (Nachdruck verboten). Ein Blick über die heimischen Fußballfelder Nur kleine Auslese am zweiten Spielsonntag des neuen Jahres Der zweite Spielsonntag im neuen Jahr Siegerlandes statt. Gemeint ist allerdings nur die Bezirksklasse. Die 1. Kreisklasse hat noch weitere acht Tage Ruhe. Von dieser Klasse hat man in letzter Zeit eigentlich nur wenig erfahren Selbst die sonst so rührigen 10er sind schon für einige Zeit vollkommen von der Bildfläche verschwunden. Dabei wäre es, im Interesse des Vereins garnicht mal verkehrt gewesen, wenn man die freien Sonntage zur Ansetzung von Gesellschaftsspielen benutzt haben würde, um weitere Kräfte auszuprobieren. So muß sich denn wohl oder übel der zahlreiche Anhang bis auf nächsten Sonntag vertrösten, an dem die Punktespiele der 1. Kreisklasse wieder fortgesetzt werden. Selbst im übrigen Kreisgebiet hat man es bisher sogehalten. Auch hier herrscht eine ganze besondere Ruhe. Menden 09 muß wieder reisen Gastgeber ist Krusberg 09 Die 1. Mannschaft des SuS Menden 09 hat das große Pech. sich gleich zu Anfang des Jahres auf Reisen begeben zu müssen, nachdem letzten Sonntag die Gäste aus Meschede ausblieben. Sie fährt in die Regierungsstadt und wird von dem dortigen Sportverein 09 emprangen. Diese Begegnung, die neu angesetzt wurde, datiert noch aus erster Serie. In unserem damaligen Vorbericht evwähnten wir schon, daß diese Fahrt nicht mit einer Spazierfahrt verglichen werden kann. Im Gegenteil, die Arnsberger stellen eine ausgesprochene und auch gut besetzte Kampfmannschaft, die sich erst mit dem Schlußpfiff geschlagen bekennt. In der Tabelle rangieren sie zwar an zweitletzter Stelle, das aber an sich garnichts besagt, Gerade solche schlecht plazierte Mannschaften vollbrachten und vollbringen meistens ungeheuere Energieleistungen. Für diese gilt nur die eine Parole kämpfen, und nochmals kämpfen. In der Hintermannschaft stellen die Arnsberger den stärksten Mannschaftsteil, während der Sturm nicht ganz die alte Stärke aufzuweisen hat. Doch muß man auch hier mit Ueberraschungen rechnen. Mit einer einzigen Ausnahme spielen die Mendener in der gleichen Aufstellung, wie wir sie vor acht Tagen bekanntgaben und zwar ist Dünnemeier für Franke eingesetzt worden. Die Mannschaft spielt: Sinn Reichmann Dünnemeier Wahle Böhmer Schweins Springer Lehmkühler An sich ist das eine ganz glückliche Lösung. Gespannt sst man aber doch insofern, ob die Unke Sturmsette mit den ausgesprochenen Läufertypen, die richtige Einstellung finden. Vielleicht aber, wir wollen es sogar hoffen und wünschen, erleden wir von dieser Seite aus die größere Ueberraschung. Die Hintermannschaft rann und muß bei richtiger Einstellung die Arnsverger Fünferreihe in Schach halten können. Wenn sich nun zuguterletzt jeDrA der Spieler der schwers bieses Kumpfes aus bewußt ist und alles einsetzt was drin steckt, wird 08 die Punkte entführe.. In der Sonntag einias recht inderessante Begegnungen. So ist man nicht wenig gespannt, wie der Neuling dieser Gruppe gegen die routinierten DSCer, dem Spitzenführer dieser Staffel, bestehen wird. Die DSCer haben unbestritten die bessren Siegesaussichten. Sie sind nicht nur stärker in der Besetzung, sondern auc erfahrener und technisch reifer. Was die Germanen auszeichnet ist der große Elan und der Eiser mit dem sie in einen Kampf ziehen. In den mersten Fällen aber haben sie sich schon in der ersten Hälfte verausgabt und zum Schluß hat man dann keine Reserven mehr. So wird es auch am Sonntag kommen. Der Platzverein wird in der zweiten Hälfte den Sieg sicherstellen.— Tus Milspe hat im Punktespiel die 72er zu Gast. Beide Mannschaften spielten bisher wenig überzeugend. Ganz besonders haperte es bei den Stürmern. Wenngleich wan den Hagenern ein Unentschieden schon zutrauen kann, ist mit einem mappen Sieg der Milsper zu rechnen, da sie auf vertrautem Gelände spielen.— Bisher überhaupt nicht richtig in Schwung gekommen sind der Sportr. Gevelsberg und der FC Schwelm 06, die in früheren Jahren eine weit bessere Rolle spielten. Sie zieren sogar zur Abwechslung mal das Ende der Tabelle. Im kommenden Spiel werden sie also unter sich ausmachen, wer den letzten Platz einnehmen wird. Die Siegesaussichten sind für beide Parteien gleich groß. Staffel Siegerland Klafeld=Geisweid— SpVgg Olpe Eintracht Siegen— BfB Weidenau In der Siegerland=Staffel kommen nur zwei Spiele zum Austrag. Der Spitzenführer, BE Sportfreunde Siegen sieht diesmal von hoher Warte aus zv. Ein sehr heißes Ringen um die Punkte wird zwischen Klafeld und der SpVag Olpe entbrennen. Beide Mannschaften befinden sich im Augenblick in einer sehr guten Verfassung, sodaß es schwer sein wird, den späteren Sieger im voraus festzustellen. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß die Klafelder den Vorteil des eigenen Platzes zum knappen Siege ausbauen werden.— Eintracht Siegen sorgte für eine gutgelungene Neujahrsüberraschung, in dem sie aus Altenseelbach die Punkte entführte. Dieser Husarenstreich wird den Weidenauern schwer zu denken geben. Sie werden daher die gebotene Vorsicht nicht außer Acht lassen, um sich vor ähnlichen Ueberraschungen zu schützen. Nur so ist ein Punktegewinn in Siegen möglich. 2. Kreisklasse, Gruppe Nuhr Menden 09 Nei— 1. Langschede Rote Erde Res.— BB Nachrodt BfL Schwerte— Reichsbahn Schwerte Seisecke 1.— Hemer 08 Nes. Leckingsen 1.— Ergste 1. Mit dem morgigen Sonntag nimmt auch die 2. Kreisklasse die Punktespiele wieder auf. Alle Mannschaften sind wieder vollauf beschäftigt, wenn nicht die eine oder andere von der Bildfläche abgetreten sein sollte. Mit dieser Möglichkeit ist besonders bei den Reservemannschaften stark zu rechnen. Die Reservisten des SuS Menden 09 empfangen die Langscheder 1. Mannschaft, die mit ziemlich gemischten Gefühlen ihre Fahrt antreten wird. Vor noch garnicht allzu langer Zeit bezogen die Langeder in Menden eine hohe Niederlage. Dabei führten die 09er das ganze Spiel mit nur 10 Spielern durch. Der spielerische Unterschied war damals schon so groß, daß auch bei dieser Neuauflage durchaus keine Aussichten auf Erfolg bestehen.— Rote Erde wird den Nachrodtern das bessere Ende überlassen müssen. Reichsbahn Schwerte sollte sich im Lokalkampf durchsetzen, während Geisecke die Hemeraner niederhalten dürfte. In Leckingsen sind die Siegesaussichten für beide Parteien gleichgroß. handball Schleddenhof Iserlohn— Menden 09 Vor einer sehr schweren Aufgabe stehen morgen die Handballer, die sich dem Schledden. hofer SV in Iserlohn zu stellen haben. Ein Rückblick auf die bisher ausgetragenen Spiele fällt ziemlich klar zu Gunsten der Mendener aus. In letzter Zeit aber hat sich das Schwergewicht etwas verlagert. Die 09er sind durch Ersatzeinstellungen erheblich schwächer geworden. während die Iserlohner noch ziemlich alles beieinander haben. Durch einen fabelhaften Sieg über die stärkste Mannschaft des Kreisgebietes, dem TV Westig, haben sich die Iserlohner sogar die Tabellenführung erkämpft. Dieser Erfolg gibt den Iserlohnern einen gewaltigen moralischen Rückhalt für die kommenden Spiele. Für die Mendener ist es deshalb mehr als schwierig aus diesem Kampf als Sieger hervorzugehen. Die Elf muß jedenfalls schon gewaltig über sich hinaus wachsen, wenn das fast Unmögliche wahr gemacht werden soll. Tus Holzen 07— Tbd. Bösperde Der Turnerbund Bösperde trägt am Sonntag eines seiner schwersten Spiele aus. Auf dem sehr gefährlichen Gelände in Holzen bei Schwerte ist nämlich schwer zu gewinnen. Die Bösperder haben demnach einen sehr schweren Stand, auch dann noch, wenn die Holzener ersetzen müssen. Ein Unentschieden würde schon ein guter Erfolg, ein Sieg aber eine Sensation bedeuten. TV Westig— Hemer 08 Auf der Adalbertshöhe in Westig stehen sich der TV und Hemer 08 gegenüber. Eine Niederlage der Gäste ist unabwendbar. Mendener haben Aussichten Die Spitzenanwärter der A-Klasse der Schachspieler treffen zusammen Mit der zweiten Runde stellt die A=Klasse der Schachspieler wieder Brett und Figuren zwischen die Gegner. Die Kämpfe bringen interessante Gegenüberstellungen. Vor allem wird die Frage erörtert, ob unserer Mendener Schachklub als Spitzenanwärter auch in Letmathe seine führende Rolle behaupten kann. Die Mendener können als einzige ihre Mannschaft noch in der Standartbesetzung in den Kampf schicken. Ein aussichtsvolles Spiel, das von bedeutungsvollem Einfluß für ihre günstige Tabellenstellung ist, führen die Langscheder daheim gegen Hüingsen. Bei unserem Schachverein Menden 24 treffen sich zwei Unterlegene aus der ersten Runde. Schachv. Letmathe— Schachklub Menden Die Letmather werden sich zweifellos mit dem besonderen Vorsatz wappnen, die hervorragend starken Mendener aufs Glatteis zu führen und einen Triumpf zu feiern, der sehr viel bedeuten würde. Ob die spielerischen Kräfte dazu ausreichen, ist indessen eine Frage, die zu lösen vielleicht unüberwindlich schwer fallen wird. Die Gäste aus der Hönnestadt haben vielerfahrene Kämpen in ihren Reihen, die schon im stärksten„Kugelregen“ gestanden und eine Schachpartie erfolgversprechend und kampfaerecht zu führen verstehen. Das wird wohl spielentscheidend sein. Schachv. Menden 24— Schachv. Hemer Der Schachverein Menden 24 sowohl als auch der morgige Gegner aus Hemer haben Lücken in der Mannschaft überbrücken müssen, was sich in dem spielerischen Leistungsvermögen im ersten Kampf deutlich ausgeprägt hat. Immerhin aber haben sie einen spieleri## guten Nachschub zur Verfügung, der insbesondere bei den Mendenern bei sachgemäßer Leitung vielversprechend ist. Die letzte Begegnung sah die Hemeraner mit 5:3 siegreich. Eine Neuauflage dürfte ergebnismäßig in gleicher Richtung wohl kaum zu erwarten sein. Schachv. Langschede— Schachv. Hüingsen Die Langscheder haben sich gut über die eiste Runde gebracht. Die Mannschaft trifft aber auf einen spielstarken Gegner und wird um einen Sieg hart kämpfen müssen, der aber auch den Hüingsern nicht abzusprechen ist. Das Neueste: Hore Belisha und Mac Millan zurückgetreten Aenderungen im britischen Kabinett Amsterdam, 8. Jan. Wie Neuter aus London meldet, sind Kriegsminister Hore Belisha und Informationsminister Mac Millan zurückgetreten. Der bisherige Handelsminister Stanley hat das Kriegsministerium übernommen. Zum Handelsmnister ist Sir Andrew Duncan und zum Informationsminister Sir John Reith ernannt worden. 440 Jinkzylinder in Kamelmägen Eine neue, raffinierte Methode des Rausch= giftschmuggels ist von den ägyptischen Zollbehörden aufgedeckt worden. Die Grenzpolizei erhielt die Anzeige. daß Rauschgiftschmuggler aus Palästina eine größere Menge Opium und Haschisch über den Sinai nach Aegypten einschmuggeln würden und zwar durch eine Beduinenkarawane, die das Gift in den Magen von Kamelen transportieren werde. Das Rauschgift sei in Zinkzylindern verpackt, die von den Tieren mit dem Futter zusammen verschluckt wurden. Die Karawane werde dann ins Niltal ziehen, wo die Kamele geschlachtet und die Zulinder von den Rauschgifthändlern in Empfang genommen werden sollten. In der Quarantäne=Station zu El=Kantara konnten die Polizeibeamten zwar die Schmuggler nicht entdecken, aber es fiel ihnen der schlechte Zustand von 19 Kamelen auf. Dem beduinischen Kamelführer wurde für eines dieser offenbar kranken Kamele von den Beamten ein Kaufpreis von zehn ägyptischen Pfund geboten, obwohl das Tier höchstens drei Pfund wert war. Trotzdem lehnte der Beduine den Verkauf rundweg ab, und das machte ihn verdächtig. Er wurde verhaftet und trotz seiner heftigen Proteste das Kamel sofort geschlachtet. Tatsächlich fanden sich im Magen des Tieres mit Opium gefüllte Zinkzylinder. Es gelang auch die übrigen achtzehn Schmuggelkamele bald herauszufinden. Die armen Tiere hatten nicht weniger als zusammen 440 Zinkzylinder in ihren Mägen herumgeschleppt. Das so beschlagnahmte Schmuggelgut bestand aus 50,703 kg Opium und 17,770 kg Haschisch. hereingefallene Alcalde In Aragonien lebte vor Zeiten ein Generalkapitän, welcher ein großer Freund von frischem Lachs war, den er von der Bai von Biscaya erhielt. Der Maultiertreiber, welcher den Lachs brachte, kam regelmäßig auf seinem Wege nach dem vizeköniglichen Palaste in Saragossa durch Alagon. und der würdige Alcalde dieses Ortes. der nichts Besseres zu tun hatte, unterhielt sich oft mit demselben. Endlich setzte er sich in den Kopf. der genannte Lachs, der dem Gaumen des Generalkapitäns so sehr zusage, könne dem eines Alcalden wohl auch nicht unangenehm sein, deshalb hielt er eines Tages den Maultiertre ber an und sagte ihm, daß er etwas von demn Fische haben müsse. Vergebens beteuerte der Mann. Seine Erzellenz würde über diese Beraubung in Verzweiflung geraten und er selbst dadurch ins Unglück gestürzt werden. Der Alcalde bestand aber darauf, von der Sendung das Beste wegzunehmen, indem er versprach, dafür ebenso viel zu zahlen, als der Vizekönig für den Rest zahlen werde. Der trostlose Maultiertreiber zog seinen Weg und kam noch zu rechter Zeit in Saragossa an. Köche, Küchenjungen. Höflinge usw. — alles geriet in Schrecken, als der Maultiertreiber von seinem Unglück erzählte. Die Sache wurde so vorsichtig als möglich dem Generalkapitän überbracht und der Maultiertreiber vor ihn gefordert „Warum bringst du so wenig, mein Freund?“ —„Erlauben Ew. Gnaden, der Alcalde von Aragon hat sich die schönsten Fische zugeeignet. er sagte, er werde sie ebenso bezahlen, wie Ew. Exzellenz die übrigen.“—„Sage meinem Haushofmeister, er solle dir für jedes P’und Lachs ein Pfund Gold zahlen und gehe in Frieden.“— Der Maultiertreiber tat, wie ihm geboten war, empfing das Gold mit großer Frende und eilte fort, neue Fische zu holen. Durch Aragon kommend, fragte er, ob nicht die Fische bloß für den Gaumen eines Generalkapitans seien, doch der Alcalde erwiderte, daß der Fisch auch ihm vortrefflich schmeckte und er öfters zulangen würde. Darauf griff er in seine Tasche und fragte, was er nun zu bezahlen habe.„Ein Pfund Gold für das Pfund Lachs!“ Einer Donnerschlage gleich traf diese Antwort das Ohr des Alcalden; er war ein ruinierter Mann; er hatte sein ganzes Hab und Gut in diesen Fischen aufgezehrt— Haus, Felder, Schafe, Maultiere und Ochsen, alles in einem Gerichte. „Bestatten— Karl Pfundig! Und hier meine Familie——!(Unsern Hund hat des Beichne vergessten! „Ich bin Mutter Pfundig— viel Zeit zum Reden habe ich nicht— mein Haushalt wartet!“ „Ich heiße Inge Pfundig und find's enor, mal in der Zeitung(und nicht hinterm Ladentisch) zu stehen. Und das sind meine Brüder Max und Fritz!“ ie Familie Karl Pfundig In fürwahr des Lebens kundig, Weil sie innerlich begeistert, Alle kleinen Sorgen weistert! Wie die Bfundig's stets zufrieden, Stolz an ihrem Gtücke schmieden. Ungestört von Reinen Dingen, Vollen wir in Was die hilt auch für dein eignes E Sonntagsbeilage der Mendener Zeitung Nr. 1 Sonntag, den 7. Januar. Jahrgang 1940 Der Vogt von kauda Erzühlung aus dem Bauernkrieg von Wilhelm Lennemann Die gute Schwester Photo: Dr. Weller Bavaria— M. Dem Erzherzog machte es anfangs Spaß, die Holzbündel zu schleppen, aber der Weg zog sich immer länger hin, und der arme Herr begann ernstlich müde zu werden. Zum Glück traf man bald auf die Jagdgesellschaft. Die respektvollen Bemühungen der Gesellschaft gegen den Erzherzog erschreckten die Bäuerin nicht wenig, und als man ihr sagte, wem sie das Holz aufgeladen hatte, rief sie erschrocken aus:„Jesus Maria, ein kaiserlicher Prinz, und ich laß ihn mein Holz schleppen! Verzeihen Sie mir nur, hoher Herr, aber Sie haben gar so verrissen ausgeschaut.“ Der Erzherzog lachte und mit ihm die ganze Jagdgesellschaft.„Ist schon gut“, sagte er dann,„ich bin Ihnen zum Dank für Ihre Lektion verpflichtet. Und was das Tragen des Holzes anbetrifft, so wird es mir nicht schaden, erfahren zu haben, wie schwer ihr armen Leute euch abplagen müßt.“ Freude an Kindern Die rechte Erziehung macht es Man schrieb das Johr 1525. Im südlichen und mittleren Deutschland flammte der Bauernkrieg. Der arme Mann war aufgestanden. In allen Landschaften bildeten sich kleine Heere, die die festen Häuser und Burgen ihrer Grundherren brachen. Die Bauern des Tauberhaufens brannten das Schloß zu Landa. Der Obervogt, Philipp von Niederen, hatte sich mit wenigen Knechten in den festen Turm zurückgezogen der von den ergrimmten Bauern vergebens gestürmt wurde. Da zündeten sie das Schloß an Die Flammen ergriffen auch das Holzwerk des Turmes und fraßen sich in die Tiefe durch also daß die tapferen Verteidiger in den Grund ihrer kleinen Feste hinabstürzten wo sie wie in einem steinernen Sarge lebendig begraben waren. So mußten sie sich auf Gnade oder Ungnade ergeben. Die Bauern führten den Vogt in den Ring und saßen zu Gericht über ihn konnten sich aber nicht einigen Während die einen ihn in Gnaden aufnehmen wollten falls er als Hauptmann in ihre Bruderschaft eintrete. forderten die anderen seinen Tod als Abschreckung für die Edlen; denn der Haufe befand sich auf dem Wege nach Würzburg, und noch mancher Herrensitz riegelte ihnen da den Weg ab Schließlich fanden sie sich in dem Beschluß, den Vogt der Gnade oder Ungnade ihres Hauptmanns Lederle zu übergeben der sollte mit ihm machen dürfen, was er wolle Lederte war ein starker Bauer aus Lauda zins= und fronpflichtig den Herren der Burg Sein Sohn war erst vor wenigen Wochen weil er eine Wildsau die die Aecker verwüstete mit dem Bolzen versagt hatte von dem Vogt gefangengesetzt und nimmer wieder gesehen worden Alle Fragen des Bauern datte der Vogt mit den kurzen Worten abgetan er solle die Landesbeschreibung einseben das Dorf sei seines Herren er könnte mit seinen Untertanen machen, was er wolle Der Bauer mußte daraus entnehmen, daß sein Sohn nicht mehr am Leben sei. Aus ohnmachtigem Rachegefühl hatte er sich da der Bewegung Münzers angeschlossen. Aber doch schlug das Herz des Bauern stark. als ihm der Vogt überliefert wurde Jetzt konnte er Abrechnung halten und setner Rache Genüge tun Auge um Auge Zahn um Zahn! — Also nahm er eine Axt zur Hand und hieß seinen Gesangenen vor sich hergehen. Er wies um den Weg in den nahen Wald Schweigend gingen die beiden Der Vogt wußte, daß er von dem haßwütigen Bauern keine Gnade erhoffen durfte: aber sein Stolz war zu herrisch um ein Leben zu bitten nach welchem das Bauerneisen schon hungerte So ging er boch und ungebrochen seinen Opfergang. Und der Bauer, ganz in der Gewalt seiner lodernden Rache lauschte nur auf den brausenden Gesang der Glut, die ihn machtvoll durchwebte und erfüllte. So kamen sie in die verschwiegenen Dunke! Hier hieß der Bauer den Vogt mit rauhen Worten zu halten Er sah sein Opfer mit heißen Augen an. So. jetzt mußte er wohl das scharfe Eisen heben und den Wehrlosen mit wuchtigem Hiebe niederstrecken! Er meinte es auch zu wollen; doch der Arm geborchte seinem Willen nicht Er fühlte mit Schrecken da war etwas in ihm lebendig geworden das ihn band und hielt. Sein Herz wehrte sich lebhaft und bang wie vor einem großen Unrecht und hatte doch schon in so manch blutigem Kampfe nicht gebebt, den sein Haufe mit den Ritterlichen bestanden und wo auch er wider Schwert und Svieß gestritten! Und da kam ihm die lähmende Erkenntnis: Nie würde er diesen Wehr= und Schutzlosen der da ohne Waffen vor ihm stand. widerstandslos wie ein Stück Vieh niederschlagen können! Das wäre Mord und kein ehrlicher Kampf! Und war nicht der heilige Thomas aufgestanden im Namen des Evangeliums der Schrift. die auch er gelesen und in der geschrieben stand: Rächet euch nicht selbst: ich will vergelten! spricht der Herr! So hatte ihm wohl der Herr selbst das Herz gerührt und den Arm gelähmt Eine Scham überkam den starken Bauern „Laui so weit dich deine Beine tragen!" sprach er furchtsam und scheu— Und wandte sich zu gehen Da hielt ihn der Vogt der staunend die Wandlung in seinem Henker beobachtet hatte und nun dem Leben zurück gegeben worden war:„Das will ich dir nimmer vergessen. Lederle! Und nun, ein Leven um mein Leben! Gehe zurück in den Turm. da findest du im Grunde eine geheime Tür. die führt dich zu deinem Sohne!" Einen Augenblick stand der Bauer zu Tode erschrocken Er lebt?“ schrie er wie aus tobenden Wassern heraus.„Er lebt!“ Der Bauer arbeitete mächtig. Wortlos Dann brach er aus den Wirbeln:„Du Hund!“ brüllte er.„hättest ihn also bei lebendigem Leibe verhungern lassen, wenn ich nicht Gnade gebibt!“ Wie ein Felsblock warf er sich über den Vogt In Sturz und Fall griffen seine Hände nach dessen Kehle Grausam würgten und krallten sie sich ein Sein Atem fauchte über das Gurgeln des Erstickenden Plötzlich hielt er ein Ein Blitz grellte in die rote Lohe seines Blutes Ein Wort hallte auf offenen Himmeln: Rächet euch nicht selbst! Stöhnend lösten sich die klammernden Hände Der Bauer stand auf. Dumpf wie zerschlagen Wortlos griff er nach seiner Axt und ging mit schweren Schritten dem Waldausgang zu Im Turm fand er die Tür und fand seinen Jungen Knochig und halb verhungert lag er in einem Winke! des Verließes. Er sandte ihn nach Hause; denn er war der Erbe und hatte Hof und Namen zu führen„in die Jahrhunderte Er selbst marschierte mit dem Haufen auf Würzburg. Die Stadt öffnet den Bauern die Tore; die Feste vor der Stadt aber, der Frauenberg widerstand heldenhaft Selbst Florian Geyers schwarze Schar zerbrach sich den Schädet daran Und dann dröhnte der strafende Erzengel des Schwäbischen Bundes der Truchseß von Waldburg heran Grausam war sein Gericht Seine Scharfrichter wüteten unter den Gefangenen Siebzig Bauernführer wurden zum Tode bestimmt Darunter befand sich auch Hauptmann Lederte Als er aufgerufen wurde sein Haupt auf dem Blocke zu neigen, trat ein Ritter an den Truchseß heran: es war der Vogt von Lauda der sich zu den Bündischen gerettet Lebhaft sprach er auf den blutdürstigen Sieger ein Schließlich nickte der ein gnädiges Gewähren Noch weitere 36 Bauern wurden von ihren Herren freigegeben; die übrigen fraß das Schiaer: Nach dem Blutbad trat der Vogt an den Geretteten heran:„Ich hab's dir gedacht und nun sind wir quitt!" Der Bauer trat den Heimweg an und gelangte auch glücklich wieder in sein Dorf. Aber eine Gewißheit erleichterte ihm sein hartes Los: Gott, der des Vogtes und sein eigen Schicksal so wunderlich gefügt, hatte sicherlich auch der Bauern Sache nicht absichtslos zuschanden werden lassen. Er würde vergelten, wenn seine Stunde kam, sein Zorn würde richten zu seiner Zeit, und dann würde die Freiheit über das gemeine Volk kommen wie ein köstliches Frühlingsblühen! In dieser Gewißheit schirrte er sich wieder ein in die alte Fron und wurde nicht mißmutig bis in seinen späten Tod. Eine gute Lehre Auf einer Jagd in den Bergen unweit von Ischl kam Erzherzog Albrecht von Oesterreich infolge plötzlich einsetzenden Nebels von seiner Jagdgesellschaft ab und hatte sich bald tota! verirrt. Nach stundenlangem Suchen traf er auf eine junge Bauersfrau, die, eine schwere Last auf dem Rücken, dem Tale zuwanderte. „Heda, Frau!“ rief der Erzherzog,„wo führt der Weg nach Ischl?“ Die Frau schaute den in seiner durchnäßten Jagdkleidung wenig vertrauenerweckend aussehenden Frager ärgerlich an.„Mußt ein rarer Wildschütz sein, daß dich so wenig auskennst, bleib lieber daheim“ antwortete sie fühlte aber Mitleid mit dem Manne und bedeutete ihm. ihr zu folgen Nach einer Weile blieb die Frau stehen „Weißt was eine Schand' ist es, daß so ein starkes Mannsbild eine Frau sich mit eine so schweren Last##plagen sieht und leer hinterdrein läuft. Da, hock auf!“ Wenn der Vater im Felde ist, trägt die Mutter die volle Verantwortung für die Erziehung der Kinder. Sie hat selbst eine Fülle von Aufgaben zu erledigen und sie wird sich vielleicht manchma! Vorwürfe machen, daß sie sich nicht genug um die Kinder kümmern kann Die beste Lösung ist es wenn sie dann die Kinder sich gegenseitig erziehen läßt oder ihnen eine nützliche Beschäftigung gibt. Wenn mehrere Kinder im Hause sind oder wenn Spiel= und Schulkameraden oft zusammenkommen, dann lernt ein Kind vom anderen und wird zu Kameradschaft und Hilfsbereitschaft erzogen Mütter, die nur ein Kind haben, sollten unbedingt darauf achten, daß ihr Junge oder Mädel möglichst viel mit anderen Kindern zusammen ist Sonst wird es zu leicht egoistisch und eigenbrötlerisch. Erst in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen stählen sich die Kräfte und gute Anlagen werden geweckt und gefördert. Und wenn es dabei auch viel Lärm und manchmal einen kleinen Strei: gibt: Kinder sollen lustig und laut sein das ist ein Zeichen ihrer Gesundheit und des Wohlbefindens! Sehr stolz und glücklich sind alle Kinder wenn sie sich nützlich machen können. Die Mutter soll ihre kleine Hilfe nicht gering achten, und auch nicht die Mühe scheuen, den Kindern die Arbeit öfter zu erklären und kleine Schwierigkeiten auszugleichen. Die Kinder können der Mutter sehr gut die Arbeit des Einkaufens abnehmen und bei der Zubereitung der Mahlzeiten mithelfen— vor allem aber: sie sollen zunächst ihre eigenen Sachen in Ordnung halten und pfleglich behandeln. Wenn die Muttei mit Fröhlichkeit und ohne Zwang sie zu diesen kleinen Aufgaben hinführt, dann wird den Kindern jede Arbeit zum Vergnügen Freie Stunden sollen dann aber wirflich zu Feststunden werden Es gibt so viele Monlichkeiten. Feierabende durch Spiele Liede Vorlesen oder Erzählen festlich auszugestalten Die Kinder werden das dankbar empfinden und dann mit doppeltem Eifer ihre Pilichten erfüllen Neben der Erziehung durch Schuund HJ. steht die Führungsaufgabe deElternhauses die gerade jetzt besondere B. deutung hat Mit Liebe und Verständute wird es den deutschen Frauen gelingen trot vieler anderer Aufgaben die Erziehung ibre: Kinder fest in der Hand zu halten und ihnen auch in der Kriegszeit viele Freuden zu schenken. Zimmermann. Lieschen erzählt ihrer besten Freundin die Geschichte mit Alfred „Und dann...“ erzahlt Lieschen,„sagte ich: Alfred. ich will dich nicht mehr sehen!" „Und da ging er?“ „Ja— an den Schalter und knipste das Licht aus!"(Neue J. Z.) * Das hält man schon aus. „Interessieren Sie sich für Sport. Herr Klincke?" „Außerordentlich... vor allem sind Boxen Ringen. Hockey und Fußball meine Steckenpferde!" „Ist es denn nicht anstrengend, so viele Sportarten zu pflegen?“ „Ganz und gar nicht— ich kaufe immer Sitzplatz!“ (Lustige Blätter.) An einem kalten Wintertage stieg der Dichter Buttler vom Pferd. trat in die Wirtsstube und fand sämtliche Plätze am Ofen besetzt. Er rief den Hausknecht und befahl ihm, seinem Pferd zwei Dutzend Austern zu geben. Der Hausknecht wollte etwas einwenden. aber Buttler blieb bei seinem Befehl. Die meisten Gäste erhoben sich nun neugierig, um das sonderbare Tier zu besichtigen. Unterdessen suchte sich Buttler den besten Platz aus und machte es sich dort beauem. Als der Hausknecht zurückkam und meldete, daß das Pferd die Austern nicht fressen wollte, sagte er: „Bringt die Austern mir und gebt dem Pferd Hafer" * Pappi lag mit Grippe im Bett. und Mammi sterilisierte das Geschirr, das er benutzt hatte. „Warum tust du das. Mammi?“ fragte der kleine Klaus. „Weil Vater Infektionskeime hat! Ich koche das Geschirr, und das vernichtet die Keime.“ Klaus dachte ein bis zwei Minuten nach und sagte dann:„Mammi— warum kochst du dann nicht Vati, um so alle Keime auf einmal los zu werden?“ „Wenn ich Sie nun küssen würde. Fräulein Ursel, was sagen Sie dazu?“ „Ich denke nie an eine Gefahr, bevor sie da 7f.: „Na. und dann?“ „Dann blicke ich ihr ins Auge!“ Schlechte Angewohnheit „Mein neuer Untermieter gefällt mir nicht.“ „Er geht wohl nicht mit den Hühnern zu Bett?“ „Nein. aber mit den Schuhen.“ (Fliegende Blätter.) * „Sei nicht traurig. Alfred. einmal wirst du deine Mausi schon vergessen. Paß“ nur auf. in drei vier Monaten denkst du überhaupt nicht mehr an sie.“ „Das stellst du dir so vor! Mindestens zwei Jahre wird es dauern. Wo ich ihr doch alle Geschenke auf Raten gekauft habe.“ (Neue J. Z.) „Erst vier Monate alt ist Ihr Kind und schon so munter und aufgeweckt?“ staunt der Gast Da seufzt der Vater:„Ja, hauptsächlich aber nachts.“(Neue J. Z.) * Auskunft „Darf man hier im fürstlichen Park tauchen?“ Nur in der Mittagszeit!“ „Woran liegt das?“ Weil dann der Aufseher zum Essen geht!" (Fliegende Blätter.) * „Neulich traf ich in der Dunkelheit Wimmer. Na, ich erkannte ihn gleich am Gang und griff spaßeshalber nach seiner Leuchtplakette. und da „Haha, und da war er es gar nicht?“ „Doch. aber es war keine Leuchtplakette. sondern seine brennende Zigarre!" (Berliner Illustrirte Zeitung.) Der Wunsch Erika ist bei der Wahrsagerin. Sie will endlich wissen, ob sie einen Mann findet oder nicht. „Ein Mann wird Ihren Weg kreuzen“ weissagt die Wahrsagerin. Lein schwarzer. herrlicher Mann.“ „Kreuzen". sagt da Erika traurig.„kreuzen nutzt nichts, anhalten muß er.“ (Fliegende Blätter.) Das Schallplattengeschäft sucht eine Verkäuferin. „Wie lange waren Sie in Ihrer letzten Stellung?" fragt der Inhaber. „Von„Regentropfen" bis„Lach ein bisse wein ein bissel“" (Berliner Illustrirte Zeitung.) * Die Familie sitzt am Himmelfahrtstag im Garten und freut sich des Feiertags. Von der nahen Kirche läuten die Glocken. „Papa“, fragt da Fritzchen,„warum läutet“e denn? Es ist doch gar nicht Sonntag.“ „Nein. Aber Himmelfahrt.“ Fritzchen springt erregt auf: „Au. Pappi. lieber Pappi, um wieviel Uhr?“ Die Mahnung. „Sagen Sie mal. Schmid, woran erinnert Sie der Mann. der eben von Ihnen fortging?“ „Ach. meistenteils an die fünfzig Mark. die er mir geliehen hat.“ (Lustige Blätter.) Rückzug. Max und Elsa streiten sich.— Schließlich schlug Max mit der Faust auf den Tisch. Elsa sprang auf und sagte messerscharf: „Was soll das?“ „Entschuldige", meinte Max. über die eigene Kühnheit erschrocken,„da saß gerade eben eine Fliege!"(Fliegende Blätter.) * Ausweg. Annele bereitet sich zu einem Spaziergang vor. Sie liebt das Wasser nicht, sie kommt zu: Mutter und fragt:„Muß ich die Hände waschen oder ziehen wir Handschuhe an?“ (Lustige Blätter.) nie wieder!“ „Wieso, hast du ihn mit einer anderen Frau gesehen?“ „Nein. nein, er mich mit Otto!“ * In der Küche fiel ein Teller auf den Boden. Erschreckt fährt die Hausfrau in die Höhe: Aber. Marie, noch ein Teller mehr!" Marie war zerknirscht:„Leider einen weniger!“ (Berliner Illustrirte Zeitung.) * Renate war eine rechte Range. Als der Großvater wieder einmal kam, trat sie zu ihm und fragte hintenherum:„Sag, Opa, was hast du für dieses Bilderbuch damals bezahlt?“ „Vier Mark, mein Kind!“ „Willst du es mir vielleicht für zwei Mark wieder abkaufen?" „Der Mond ist ein abgestorbener Weltkörper. Keine Luft. kein Wasser, kein lebendes Wesen. kein Baum, gar nichts.“ „Na. dann ist er doch vollkommen überflüssig.“ „Das sag ich auch. Aber wo soll er hin?“ (Koralle.) * „Vater. heute hat mir ein Junge gesagt, ich wäre dir wie aus dem Gesicht geschnitten!" „So“ strahlt der„Und was hast du geantwortet?“ „Nichts. er war ja viel größer und stärker als ich!“ „So einen warmen Sommer haben wir noch nicht erlebt!“ stöhnt die Dame. „Doch, vor vierzig Jahren— erinnern Sie sich noch?“ „Frechheit!“ sagt die Dame erregt.„Solche Anzüglichkeiten verbitte ich mir!" —* Kurt:„Mein V. i hat mir zwei Mark versprochen, wenn ich im Rechnen eine Eins nach Hause bringe, Herr Lehrer!" Lehrer:„Ja. Kurt, das wird wohl schwer halten, was?“ Kurt:„Wissen Sie was, Herr Lehrer? Geden Sie mir eine Eins, und wir teilen uns die zwei Maik“ Frau Schwatz schwärmte:„Nehmen Sie teil an meiner Freude. verehrter Herr Professor, ich bin gestern Großmutter geworden!" „Gratuliere, ich gratuliere herzlich, gnädige Frau!— Und heute schon wieder auf den Beinen! Einfach beneidenswert solch Naturell!“ sagte zerstreut der gute Professor Uebel stand innerhalb kurzer Zeit die zweitemal vor Gericht Der Richter tadelte „Vergangenen Monat habe ich Sie mangel Beweise freigesprochen Jetzt haben Sie wie der versucht einzubrechen!" Da entschuldigte sich Uebel:„Ich wolltmeinen Anwalt bezahlen. Herr Richter!" * „Ich nehme an, du denkst, ich sei ein vol kommener Idiot?!“ „Nein, niemand ist vollkommen!“ * Zeichnung: I. Edler(M). * Hagen hatte die Hausarbeit verbummelt. Das kostete eine Stunde Nachsitzen.„Warum kommst du heute so spät?“ empfing ihn die Mutter „Ich mußte eine Ueberstunde machen!" brummte Hagen und machte sich ans Mittagbrot.% „Ich möchte mir gern ein Buch kaufen“, berichtete Beate. „Wozu?“ fragte die Freundin Frieda. „Weil ich eine Leselampe geschenkt bekommen habe!: Silbenrätsel a— an— bach— vo— burg— burg— de — di— do— e— es— gen— gen— il— in— jol— le— lip— ma— mag— mar — men— nat— nau— ner— o— pe— re— rif— seg— sin— spi— su— ta— ter — til— tra— un Aus obigen 38 Silben sind 14 Wörter zu bilden. deren Anfangs= und Endbuchstaben beide von oben nach unten gelesen ein Sprichwort nennen. 1. Menschenrasse. 2 Stadt in Württemberg 3. Sundainsel, 4. festgesetzter Preis, 5. Teil des Mundes. 6. Naturerscheinung 7 Stadt an der Elbe. 8. Stadt in Thüringen 9 Gemüseganze, 10. Stadt in Holland i1 kleines , 1 2. r o t e r F a r b s t o f f 1 3 e u r o p ä i s c h e r Strom, 14. südslawische Stadt an der Drau Schachaufgabe. Weiß zieht und setzt mit dem dritten Zuge matt. Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Kartenspiel. Hafenstadt in Finnland, 7. männliche Märchenfigur 8. Liebesgott 9. Holzart. 11 Beruf 13 Kriegsgerat Mehrzahl). 15 Gartenbeet Mehrzabl) 18 Kriegsgott. 19 Getrank 20 Papageienart, 21 Abkürzung von Refram(Kehrreim) Senkrecht: 1 Sohn Noahs 2 kleine Ware 3 Palast in Granada(Spanien) 4. Liebesgott in Kindergestalt 5. Gutschein 6 spanische Stadt im Golf von Biscaya 9 Vermittler 10 laternisch: außerdem, sonst eigentlich 12 Madchenname, 14. Ort im Bezirk Koblenz 16 voetisch für Adler, 17. Nebenfluß der Warta Wortvorsetzrätsel L— Burg. 2.— Land 3.— Mart 4.— Decke. 5.— Beere 6.— Stück 7.— Korps. 8.— Tuch 9.— Heim 10.— Ster, 11— Land 12.— Gurke Setze jedem diesen Wörter ein anderes Hauptwort voran so daß im Zusammenhang Wörter der angegebenen Bedeutung entstehen Die Endbuchstaben dieser vorgesetzten Wörter nennen von unten nach oben gelesen. eine Stadt in Niederschlesien Bezirk Breslau Bedeutung dei zusammenhangenden Wörter: 1 Stadt in Anhalt 2 Stadt in Italien berühmter Dom) 3 Nachbarstaat Deutschlands 4. Schutz der Ruhestatt 5 Obstsorte 6 Komposition 1 d Musik. 7 Truppenteil. 8. grobes Gewebe 9 Stadt in Baden 10 Geldeinheit in der Türkei 11 Teil von Lettland. 2 Gewürzfrucht Schüttelversrätsel. Schmückt den Hals, das schöne Stück Wenn sie echt ist, hast du Glück Rüttle sie mal ganz behende Und es wird der Mann der Ente 1. Flüssigkeitsmaß 2. kleine Nordseeinsel, 3. Kuchenunterlage, 4. gute Eigenschaft, 5. Verhältniswort. 6 Abkürzung für item. Schüttelversrätsel. Gotenkönig nennt man diesen, In der Truhe Der zuerst gemeint hier ist. Unter jenen kannst' genießen. Du der Ruhe Wenn du mal im Freien bist Schüttelversrätse! Den Schweizer Ort kennt jedermann; Mit anderem man heilen kann Auflösungen aus voriger Nummer: Kreuzwortratsel: Waagerecht: 1. Kulva, 5 Liane 9 Bai 10 Log 11 Liste 12 Ski, 13 Via 15 Ernte 17 Venus-— Senkrecht: 2. Uri 3 Pan 4 Abasi, 5 Lilie, 6 A sen 7 Eleve 8 Agram 13 Rue 16 Tau Zitatenratse!:„Ehre sei Gott in de: Se Rechenautaabe:* und 13/#0 Kapselrätse!: Jak. As. Hein Rüge. Ei Ster Weh. Eli Chor Heck Ster Elen. Los Jahreswechse Wortratse!: Sieg Bilderratse!: Ein Ach wohnt unter jedem Dach Schachaufgabe: 1. Daß a6 KdöXes: 2 Da6—c4 matt a) 1..... e7 66 oder c5: 2 Da6—03 oder Sd7—f6 matt b) 1..... Sa7 zieht: 2 Da6—66 matt Stibenrätsel: 1 Darwin 2. indirekt 3. Elisabeth, 4 Norwegen 5 Arbeitsdienst“ Satte! Ceder= Hieroglyphen 9 Ern10. Romulus 11 Eva 12 Ingo 13. Vier jahr 14 Eindecker—„Die Nascherei verd den Magen." Westfalen und Kheinland So oder so! Reichswirtschaftsminister Funk hat in seiner großen Salzburger Rede, in der er die wirtschaftliche Rüstung Deutschlands darlegte, ganz besonders eindringlich zu den Sparern gesprochen. Das Sparen, so sagte er, ist in Kriegszeiten ein zwingendes Muß. Er wählte sicherlich bewußt diesen scharfen Ausdruck, um damit die gesteigerte Bedeutung des Sparens, das schon in den Jahren des Wiederaufbaus als nationale Pflicht galt. hervorzuheben. Tatsächlich wiegt der Gang eines Volksgenossen zur Sparkasse oder Bank in Zeiten des Krieges noch viel schwerer, als dies schon in Friedenszeiten der Fall ist. Diese erhehliche Bedeutungssteigerung des Sparens ergibt sich zunächst einmal— jedem ohne weiteres einleuchtend— aus dem erhöhten Kapitalbedarf, den Staat und Wirtschaft in Kriegszeiten ganz naturnotwendig haben. Diese gesteigerte Nachfrage nach Kapital wendet sich zunächst an die Kreditinstitute, die ihrerseits wieder die Mittel von den Sparern erhalten. Wird nun zu wenig gespart, dann bildet sich kein neues Kapital, und es können sich daraus Rückwirkungen auf die nationale Volkswirtschaft ergeben die ihren glatten Ablauf— gerade heute eine sehr wichtige Voraussetzung für militärische Erfolge— gefährden können Daneben hat sich gerade unter den Gegebenheiten der deutschen Wirtschaft eine Erscheinung gezeigt die das Sparen geradezu zu einer Frage erster Ordnung erhebt Preisstoppverordnung und Lohnregelungen haben die deutsche Wirtschaft in den Jahren des Aufschwungs in einem gesunden. Gleichgewicht gehalten. Die beiden Schalen der riesigen Waage, die auf der einen Seite die Waren. d. h. die Produktion der Gesamtwirtschaft, und auf der anderen Seite das Geld d. h Löhne. Gehälter und Bezüge aller Volksgenossen, tragen, pendelten aus. So blieb der innere Wert unserer Währung, die Kaufkraft unserer Mark, weitgehend unverändert. Doch jetzt droht dieser Gleichgewichtszustand gestört zu werden. Durch die Einschränkung des Bezugs einer langen Reihe von Waren sind zuweilen bei einzelnen Einkommensbeziehern Geldmittel freigesetzt worden, eine Erscheinung, die durch mancherlei Lockerungen der Kriegslohnpolitik in letzter Zeit noch verstärkt wurde. Es ist plötzlich— um es einmal möglichst einfach auszudrücken— mehr Geld da, als Kaufmöglichkeiten vorhanden sind. Würde diese Entwicklung weiter und länger andauern oder sich gar noch steigern, so wären Rückwirkungen auf den inneren Wert unseres Geldes wohl kaum zu vermeiden Dies würde jedoch nicht nur die meisten Volksgenossen ganz empfindlich schädigen. Es würde auch eine Störung des gesamten Wirtschaftslebens eintreten. Gerade an diese möglicn Folgen dürfte Reichswirtschaftsminister Funk gedacht haben, als er sagte daß die Einkommensteile, die zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten nicht benötigt werden. auf das Bank= ooer Sparkonto gehoren, also gespart werden. Er hat dabei auch von einem Plan gesprochen, eine besondere Art von Kriegssparen einzuführen, um das Svaren noch wirksamer zu gestalten. Im übrigen hat Reichswirtschaftsminister Funk mit der Anerkennung des seither bewiesenen Vertrauens der Sparer nicht gegeizt. Er konnte darauf hinweisen, daß sich in den verflossenen Kriegsmonaten die Spartätigkeit nicht ungünstig entwickelt hat, eine Feststellung, die durch die jetzt herausgekommenen Berichte großer Sparinstitute— wie z. B der Kreissparkassen von Köln und Bonn— in denen erhebliche Einlagenzugänge aufgezeigt wurden, erhärtet werden. Der Reichswirtschaftsminister hat auch von einem Lohn des Kriegssparens gesprochen; denn der Wert von Ersparnissen werde nach Beendigung des jetzigen Ringens besonders deutlich werden wenn es gelte, teilzuhaben an der Umstellung der Wirtschaft aus die Friedensarbeit. Er hat aber auch auf der anderen Seite davor gewarnt etwa einem schlechten Beispiel zu folgen. In diesem Falle müßte die Regierung— Minister Funk hat darüber keinen Zweifel aufkommen lassen— zu geeigneten Steuermaßnahmen greifen, die einem Zwangssparen gleichkämen. Zunächst aber ist es den sparfähigen Volksgenossen noch anheimgestellt, sich so oder so zu entscheiden, Der Volksgenosse der zu sparen in der Lage ist kann wählen, ob er freiwillig zum Sparschalter oder gezwungenermaßen zum Finanzamt gehen will. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Denn der Staat kann nun einmal wenn er sein Ziel mit allen Mitteln verfolgen will. auf die freien Einkommensteile seiner Bürger nicht verzichten. Zuchthaus für Gewohnheitsverbrecher Kleve. Trotz seiner 20 Jahre ist Herbert Gräser, zuletzt in Mörs wohnhaft, ganz erheblich und einschlägig vorbestraft. Nachdem er seine letzte Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verbüßt hatte, begannen schon nach zwei Monaten wieder seine Einbrüche am laufenden Band. Nicht weniger als zwölf solcher Einbrüche in Wochenendhäusern, bei denen wahllos alles gestohlen wurde, was zu bekommen war, konnten ihm in einer kurzen Zeitspanne nachgewiesen werden. Teilweise führte er die Einbrüche auch mit anderen aus. So mußte sich jetzt der noch jugendliche Willi Krystkowiak aus Hamborn wegen der Teilnahme an solchen Diebstählen in vier Fällen verantworten. Wegen schweren Diebstahls in zwölf Fällen und in strafverschärfendem Rückfalle wurde Herbert Gräser zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Außerdem wurde die Sicherungsverwahrung gegen ihn angeordnet. Das Gericht bezeichnete ihn als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, dessen unwiderstehlicher Drang zu Diebstählen keine Hemmungen kenne. Bei Krystkowiak. der von Gräser verführt worden ist, kam die Jugendgesetzgebung in Anwendung. Er wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Das war Freiherrvon Die Schicksale eines rheinischen Sonderlings Von einem Kauz, der oft genug unsere Vorfahren in Spannung gesetzt hat, soll im Folgenden erzählt werden, von dem Freiherrn Karl Theodor Maria Hubert von Hallberg=Broich, der“ 1768 auf dem Schloß Broich bei Jülich geboren wurde. Der Vater ist schon ein eigenartiger Herr gewesen; der Sohn stellte seine Sonderbarkeiten jedoch in den Schatten, trotzdem er es in seinem Leben zu recht hohen Würden brachte. Als er auf einem Kölner Gymnasium für eine Ungezogenheit— er hatte seinem Lehrer das Schulbuch an den Kopf geworfen— bestraft werden sollte, brannte er mit einem Rheinschiffer durch. Ein Jahr hindurch trieb er sich als Schiffsjunge herum, bis er nach langen Irrfahrten über Wien zu seinem Vater zurückkehrte, der ihm dann eine Lieutenantsstelle in Jülich versorgte. Nach dem Tode des Vaters übernahm er die Verwaltung des Schloßgutes(1793). Nachdem er von hier aus die Umgebung unsicher gemacht und allerhand Streiche vollführt hatte, befiel ihn das Reisefieber, und er trieb sich nun in Skandinavien, Rußland, der Türkei, Griechenland. Italien und Spanien herum. Als er 1800 in die Heimat zurückgekehrt war, lernte er im gleichen Jahre die Freiin Karoline von und zu Olne zum Hause Birkt kennen, mit der er sich bald darauf verheiratete. Die hübsche und liebenswürdige Frau hing trotz seiner Besonderlichkeiten mit großer Liebe an ihm und befreite ihn sogar aus der Kerkerhaft, in die ihn die Fanzosen vom Rhein nach Paris verschleppt hatten. Man versteht deshalb auch, daß er fortan einen tödlichen Haß auf die Franzosen gehabt hat, die er auf alle mögliche Weise zu schädigen trachtete. So suchte er beim Bey von Tunis Korsaren zu erhalten, mit denen er die französische Herrschaft in Italien stürzen und eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon einleiten wollte. Sein Weizen blühte aber erst, als Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig eine entscheidende Niederlage erlitt. Er lebte damals auf seiner Burg Lohmar bei Siegburg und begann nun eine rastlose Tätigkeit bei der Aufstellung des bergischen Landsturmes zu entfalten. Er brachte wirklich ein Heer von 30000 Mann auf die Beine. dessen Feldobersthauptmann er wurde. Dieses Heer organisierte und bewaffnete er mit anerkennenswerter Umsicht und führte es auch später über den Rhein. Dem Siegerland leistete er große Dienste, da er sich gegen die Russen in Respekt zu setzen wußte. Diese machten ihn sogar zu ihrem Verpflegungskommissar. 1815 wurde er in Paris Leiter der Generalpolizei, die sich aus der Feldgendarmerie aller Armeen zusammensetzte. Nach dem Kriege zog er sich auf seine Besitzungen zurück und begann zu querulieren, da er nicht die gebührende Anerkennung für seine Verdienste gefunden zu haben glaubte. Er hatte nämlich gehofft, Herzog von Jülich=Cleve=Berg u werden. Das preußische Regiment, welches as kurpfälzische nun in den Rheinlanden ersetzte, paßte ihm nicht. Er bekämpfte es mit Wort und Schrift. Als ihm der König den Roten Adlerorden verlieh, schickte er ihn zurück. 1819 schrieb er das„Preußische Kochbuch“, eine Satire guuf die neue Zeit am Rhein. Zum Protest gegen die Reaktion ritt er von Siegburg nach Köln„verkehrt auf dem Rosse sitzend und den aufgczäumten Schwanz haltend, um dem Volke den' Krebsgang der Zeit bildlich vorzuführen. Als man ihm den Prozeß machen wollte, entzog er sich der Verhaftung durch die Flucht nach Schweden. Da seine Frau entfernt mit dem Hause Wasa verwandt war, hoffte er den Wahlkönig Bernadotte stürzen und den schwedi## Thron besteigen zu können. Des Landes verwiesen, begab er sich nau Bayern, wo er in der Nähe des Starberger Sees das kleine Schloß Fußberg bei Gauting erwarb. Von hier aus sandte er mancherlei Reise= und politische Schriften in die Welt, die er als„Eremit von Gauting“ zeichnete. Mit der bayerischen Regierung stand er auf gutem Fuße, da er sich große Verdienste um die Trockenlegung der bayerischen Moore erwarb. Er legte vor allem die Freisinger Sumpfgegend zu einem guten Teile trocken. In der Nähe der Stadt Freising erwarb er sich auch eine neue Besitzung, das fürstbischöfliche Jagdschloß Birkeneck. Seine Frau folgte ihm treu ergeben wie ein Schatten auf allen seinen Wegen nach, trotzdem er sie denkbar schlecht und despotisch behandelte. Im Kriege verwandte er sie als Adjutant, sie mußte Waffen anlegen und kam oft tagelang nicht vom Gaul herunter. Um ihre Liebe zu beweisen, mußte sie im Schlosse Lohmar aus dem Fenster in den Wassergraben springen. Hallberg zog sie dann aus dem Wasser, ließ se— weil sie sich den Fuß verstaucht hatte— auf einer aus Lanzen gebildeten Tragbahre in die Kirche tragen und vom Priester als Muster aller Frauen segnen. Später(1832) ließ er sie nochmals aus dem ersten Stock des Schlößchens Birkeneck springen. Gierbei zog sie sich innere Verletzun gen zu, denen sie bald darauf erlag. Aeußerlich war Hallberg von hagerer Gestalt mit Adlernase und langem, im Alter weißem Vollbart. Oft ging er ganz zerlumpt, oft in exotischen Kostümen herum, stets ein hohes Selbstbewußtsein und eine gänzliche Verachtung alles Konventionellen zur Schau tragend. Er war ein großer Verehrer des Tabaks, rauchte und schnupfte fortwährend. Seine Manieren waren derart rustikal, daß er es fertig brachte in den glänzendsten Salons auf die Teppiche zu spucken. In seinem 94. Jahre starb er erblindet auf seinem niederbayerischen Schloß Hörmannsdorf. Autobus eine Böschung hinabgestürzt Leverkusen. Ein schwerer Unfall spielte sich an der. Leverkusener Ausfahrt der Reichsautobahn ab. Ein von Essen kommender Autobus stürzte an dieser Stelle die hohe Böschung hinab. Dabei wurde der einzige Fahrgast getötet. Die Polizei klärt zurzeit die Schuldfrage. Der Wagenführer wurde in Haft genommen, weil er stark unter dem Einfluß von Alkohol stand. In der Dunkelheit in einen Steinbruch gestürzt Altenkirchen. Während der Dunkelheit geriet eine Gruppe junger Burschen zwischen den Ortschaften Elkenroth und Kausen vom Wege ab. In dem Bestreben, wieder auf die richtige Fährte zu kommen, stürzte jedoch einer der jungen Leute in einen Steinbruch ab, wo er schwerverletzt liegen blieb. Seine Kameraden eilten ihm zwar sofort zur Hilfe, doch war der Verunglückte inzwischen seinen schweren Verletzungen erlegen. Schleppergemeinschaft im §#nsrückdorf gebildet Argenti! Junsrück). Hier wurde jetzt eine Schleppergemeinschaft gebildet. Der Gedanke, daß eine Reihe oder womöglich alle Bauern des Dorfes sich zusammenschließen zu einer solchen. Gemeinschaft, ist im Kreise Simmern nicht neu, besteht doch seit geraumer Zeit bereits eine solche Gemeinschaft in dem Hunsrückdorf Oberkostens. Die soweit durchgeführte Umlegung in Argenthal ließ nun diesen Gedanken zur Ausführung kommen. Es sind 16 bäuerliche Betriebe mit 156 Hektar Land der Gemeinschaft beigetreten. Da bei dem geringen Umfang der Hunsrückbetriebe sich für die einzelnen bäuerlichen Wirtschaften ein Schlepper kaum lohnen dürfte, ist man eben auf die gemeinschaftliche Beschaffung und Nutzung gekommen. Die Leistungen eines Schleppers betragen nach praktischen Erfahrungen gegenüber einem Ochsen= oder Kuhgespann das Sechs= bis Achtfache. Lebendig verbrannt Zeil a. M. In Zeil kam eine Landwirtsfrau der offenen Tür des Waschkessels zu nahe, so daß im Nu ihre Kleider Feuer fingen. Die Frau wollte sich nun bücken, um das Feuer an ihrem Rock zu ersticken. Dabei gerieten die Haare in Brand. In schwerverletztem Zustand brachte man die Frau in ihre Wohnung, wo sie alsbald den gräßlichen Verletzungen erlag. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung Trier. Der jetzt 26jährige Angeklagte Käferhaus, der sich vor der Strafkammer Trier zu verantworten hatte, war schon in frühester Jugend auf die schiefe Bahn gekommen. Zuletzt erhielt er wegen Diebstahls in strafverschärfendem Rückfall vier Jahre Zuchthaus, die er im März 1938 verbüßt hatte. Eine als bald in der Eifel gefundene geregelte Tätigkeit sagte ihm trotz ausreichenden Verdienstes nicht zu, weshalb er eines Tages auskniff. In einem Gasthaus schlich er sich dann in die Privaträume ein, brach verschiedene Schränke auf und eignete sich Schmucksachen und einen Geldbetrag an. Schon auf der Flucht konnte der Unverbesserliche, den auch die letzte mehrjährige Zuchthausstrafe nicht auf den rechten Weg zu bringen vermochte, gefaßt werden. Diesmal zog das Gericht den Schlußstrich unter die Laufbahn des jugendlichen Taugenichts. Es verurteilte Käferhaus zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus, fünfjährigem Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. Eine Spritztour ins Gefängnis Frankfurt a. M. Vor dem Amtsgericht Frankfurt hatte sich der 33jährige, oft vorbestrafte Walter Rileck wegen Rückfallbetruges zu verantworten, den er Ende August vorigen Jahres zum Nachteil eines Autoverleihers beging. Damals erschien er bei dem Geschädigten und verlangte einen besonders schweren Wagen, da er seine Schwiegermutter ins Krankenhaus fahren müsse. Als er den Wagen bekommen hatte, fuhr er damit vor seine Stammkneipe. Seine Freunde bewunderten den Wagen und erkundigten sich, ob er ihm gehöre, was R. bejahte. Sofort wurde beschlossen, eine Spritztour zu unternehmen und es dauerte nicht lange, da fuhr eine fröhliche Gesellschaft nach Stuttgart, wo man sich amüsierte. Nach dreitägiger Abwesenheit kam R. mit dem Wagen zurück und hatte kein Geld die aufgelaufenen Kosten von 94 RM. zu entrichten. Er ließ den Wagen an einer Straßenecke stehen und benachrichtigte den Vermieter telephonisch. wo er sein Eigentum finden könne Einige Zeit später wurde R. verhaftet, der die Tat mit einer Gefängnisstrafe von einem Jahr zu büßen hat. Tragischer Tod Hattingen. Einer Familie auf der Kleinen Weilstraße war das 5jährige Töchterchen gestorben. Eine Nachbarsfrau besorgte die notwendigen Dinge. Als sie von dem Pfarrer zurückkam, der die Beerdigungszeit des Kindes festgesetzt hatte, traf sie selbst der Schlag. Die Frau verschied sofort. Vom Spiel in den Tod Kierspe. Einem bedauerlichen Unfall fiel ein fünfjähriger Knabe zum Opfer. Mit einem anderen Kind zusammen rodelte er eine abschüssige Straße hinab. Dabei gerieten die Kinder vor einen schweren Lastkraftwagen. Obwohl dieser sofort bremste, blieb der Fünfjährige tot liegen. Reh im Tellereisen Haßlinghausen. Auf einem Kontrollgang durch den Jagdbezirk Hiddinghausen entdeckte ein Jagdausseher die Fährte eines Rehes, das an einem Lauf ein schweres Tellereisen nach sich schleppte. Der Jagdaufseher verfolgte das Tier und fand es schließlich in einer Waldlichtung verendet auf. Es gelang, den gemeinen Fallensteller zu ermitteln und der Strafverfolgung zuzuführen. An einem Faustschlag gestorben Quakenbrück. Wegen Totschlags wurde hier ein 27jähriger Kutscher festgenommen. Zwischen dem Täter und seinem Opfer kam es in einer Wirtschaft zu Streitigkeiten, in deren Verlauf der Kutscher seinem Gegner einen so heftigen Faustschlag auf den Kopf versetzte, daß dieser, ohne sein Bewußtsein wiedererlangt zu haben, starb. Schwerer Autounfall— Ein Toter Minden. Ein schwerer Autounfall ereignete sich in den Abendstunden bei der Ortschaft Nordhemmern. Als der Gastwirt Karl Klotermann mit seinem Auto von Minden kommend den Dorfeingang erreicht hatte, fuhr der Wagen in der Kurve gegen einen Baum und wurde erheblich beschädigt. Kl., der das Auto steuerte, erhielt eine schwere Stoßverletzung an der Brust durch die Steuersäule und starb kurz darauf, vermutlich infolge Herzschlages. Der mitfahrende Schwiegersohn des Verunglückten, Dr. med. Rohlfing, erlitt außer Schnittwunden eine Gehirnerschütterung, während dessen Frau und Töchterchen mit leichteren Verletzungen davonkamen. Seeräuber für acht Stunden Alle Anlagen zu einem zünftigen Seeräuber legte ein 20jähriger junger Mann aus Riga an den Tag. der kürzlich wegen Mordes. schweren Raubes und Diebstahls vor den Richtern stand. Eine irregeleitete romantische Abenteurerlust hatte ihn auf die schiefe Ebene gebracht und zum Mörder an einem Taxenchauffeur werden lassen, den er nicht mehr bezahlen konnte. Es war sein Unglück, daß er schon in früher Jugend, in den Besitz einer Pistole kam, die er sich„zur Stärkung seines Selbstbewußtseins“ zu verschaffen wußte. Nach vollbrachtem Mord spielte diese Waffe auch in einer Art Kaverkrieg eine Rolle, dem er am Morgen darnach auf See erfolgreich zu wielen begann. Er hatte. um den Verfolgern zu entkommen und in der Hoffnung. in größerer Entfernung von dem Schauplatz seines Verbrechens unbemerkt wieder an Land gehen zu können. am Strande ein Fischerboot losgemacht und war aufs Meer hinausgefahren Zwei Fischer, die den Diebstahl bald entdeckten und das entführte Boot weit hinten am Horizont gerade noch ausmachen konnten. fuhren in einem Motorboot hinterher. Allerdings erwies sich ihre Annahme, mit der„Prise" sehr schnell wieder daheim zu sein als durchaus irrig. Der Bursche ließ sich zwar zunächst seelenruhig an Bord des Motorbootes nehmen. griff aber dann im geeigneten Moment blitzschnell zu dem bis dahin in der Tasche versteckten Revolver, mit dem es ihm auch tatsächlich gelang, die beiden ausgewachsenen Männer durch seine drohende Haltung und die entschiedene Sprache, die er führte, in Schach zu halten. Er erreichte es wirklich, daß die Fischer vor seiner Waffe kapitulierten. Unter großmütigem Verzicht auf seine ursprüngliche Forderung, die Fischer sollten ins Wasser springen, erklärte er sich damit einverstanden. daß ein Tausch vorgenommen wurde und während die beiden Männer in dem bescheidenen Ruderboot Zuflucht nahmen, brauste er selbst mit dem flinken Motorboot davon. Sicher hätte sich der jugendliche Taugenichts zu neuen Untaten bald wieder an Land geflüchtet hätte nicht das Ausgehen des Brennstoffes seiner Fahrt ein vorzeitiges Ende bereitet Sieben Stunden später wurde er eine leichte Beute der Küstenwasserpolizei, die nach Abgabe von Warnungsschüssen auf nennenswerten Widerstand nicht mehr stieß Die Bedrohung der Fischer wirkte sich bei Beurteilung der Mordtat als noch erheblich strafverschärfend aus der Mörder wurde zu 14 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Eine ertragreiche Pfändung Ein ungarischer Kunstmaler hat es sich gewiß nicht träumen lassen, daß er ausgerechnet mit Hilfe des Finanzamtes zu einem reichgedeckten weihnachtlichen Gabentisch kommen würde. Der angesehene Meister war durch die Nichtabnahme einer ganzen Anzahl bestellter Gemälde in arge Geldverlegenbeit gekommen und hatte die seit langem fälligen Steuern wiederum nicht bezahlen können. Das Finanz= amt sah sich daraufhin gezwungen, bei dem Maler eine Pfändung vorzunehmen Da nun die Oelbilder den Steuerrückstand bei weitem nicht wettmachen konnten, entschlossen sich die Stadtväter, dem Meister einige künstlerische Malerarbeiten im Rathausgebäude und verschiedene Porträts führender Nänner der Stadtverwaltung in Auftrag zu geben. Der Künstler entledigte sich dieses von ihm gern entgegengenommenen Auftrages in so hervorragender Weise, daß er nicht nur die verpfändeten Gemälde, sondern obendrein auch noch einen stattlichen Barbetrag und die Zusicherung weiterer Aufträge für das kommende Frühjahr nach Hause bringen konnte. Der alte Meister war so aller Sorgen um die Ausstattung des Gabentisches für seine kinderreiche Familie mit einem Schlage enthoben. Für ihn bat das Finanzamt alle Schrecken verloren. Modesalon Kralik 9 Roman von Hans K. Meixner Sobald es seine Arbeit zuließe, würde er in die Stadt kommen und das Arbeitsverhältnis Ritas lösen. An oder über Ellen kein Wort.— Rita strahlte vor Freude. Und Frau Müller schlug die Hände über dem Kopf zusammen:„Was, wir sollen in Zukunft ein Mädchen haben! Fräulein Ellen, Sie haben schon einen großzügigen Bruder!" „Ja. Frau Müller! Was er anpackt, macht er immer im großen Stil“, war die zweideutige Antwort. „Du freust dich doch auch, Ellen?“ rief jetzt Rita.„Wir werden zusammen ein wunderbares Heim haben!“ Aber Ellen schüttelte den Kopf. „Wenn du mit deiner Mutter eine neue Wohnung nimmst, kann ich nicht mitkommen. Ich mag meinem Bruder nicht verpflichtet sein. Außerdem weiß ich, daß er uns auf die Dauer nicht in Verbindung wissen will. Du wirst es bald sehen!“ „Aber du kannst uns doch nicht verlassen wollen. Ellen?“ fragte Rita. Aber aus diesen Worten sprach nicht mehr der Ton herzlicher Freundschaft, den sie vor dem Bekanntwerden mit Ernst gefunden hätte. „Doch“, antwortete Ellen ruhig.„Du kannst nichts gegen deinen Verlobten oder deinen Mann tun. Wenn ich in Ungnade gefallen bin. dann ist dein Platz neben ihm und nicht neben mir.“ Rita wurde ror. Sie wußte nichts mehr zu erwidern. Aber dann stieß sie doch hervor: „Du schämst dich meiner als Schwägerin!“ „Rita“, sagte Ellen traurig.„Man schämt sich einer trenen Freundin nie. Ich kann nur nicht verstehen, liebe Rita, daß du deine Neigung so schnell gewechselt hast, ich fürchte sogar, daß du mit Ernst ein sehr schweres Leben haben wirst, aver— wie du winser * Rita blieb nun vom Geschäft weg. Sie ging mit ihrer Mutter einkaufen und sand auch eine Wohnung nach Ernsts Winnschen in vornehmer Lage. Ellen hatte ihre Sachen zusommengepackt und war ausgezogen. In dem Hause. in dem Wolfgang wohnte, hatte sie ein Zimmer gefunden, nur zwei Türen von dem seinigen entfernt. Nun fühlte sie sich überglücklich, so bescheiden es hier auch aussah. Jetzt konnte sie für ihn besser sorgen, ihm eine Blume hinüberstellen, bei sich selber den gemeinsamen Tisch decken und über seinen gesunden Appetit erfreut sein. Rita war in der neuen Wohnung in ihrem Element. Sie sprach mit dem Tavezierermeister über die neuen Tapeten. über die Anbringung der Vorhänge, sie ließ die Leuchtkörper anschließen. die Böden frisch bohnern, ihr altes Schlafzimmer war auf den Speicher gewandert. und nun schlief sie allein in dem Zimmer mit den zwei Betten. dem niedrigen Toilettentisch mit dem riesengroßen Spiegel, sie lief hundertmal in die Küche zur Mutter hinaus, empfing ein paar Mädchen. die das Arbeitsamt geschickt hatte, und dachte nicht an Ellen Und bei Gott. auch nicht an Ernst! Daß er zu allem hier dazugehören sollte, daß er der Herr und Schöpfer dieses Heims sei, das kam ihr manchmal so wunderlich vor. Ja, mehr noch! Sie hatte bisweilen Angst! Wie würde ihm alles gefallen? Hatte sie alles richtig gemacht? Er würde nun bald hier sein, die Verlobung würde ohne Fremde gefeiert werden, auch ohne Ellen, man würde zum Standesamt gehen. von Frau Alice Kralik Abschied nehmen, die bei dieser Gelegenheit den Auftrag für das Hochzeitskleid erhalten sollte, und dann ... dann...! Da stand noch ein Schweres bevor! Sie konnte nicht wie in den letzten Tagen stumm an Peter vorübergehen! Sie mußte ihm sagen:„Vergiß die Rita. Sie hat dich zwar gern... gespielt hat sie nicht mit dir.. aber das Leben klingt in prächtigen, vollen Akkorden... es bietet eine Schale der köstlichsten Gaben... es hat eben anders kommen sollen!“ Dann würde er sie ansehen, wie ein Hund, den der Herr über die Schwelle stößt... Aber nein. Peter war doch ein Mann, der das alles überwinden konnte. Er würde aufrichtig Glück wünschen, und dann würde er eine andere finden. Aber die Unterredung mit Peter kam nicht zustande. Vor dem Modesalon kehrte sie wieder um. Sie brachte es nicht übers Herz. So fuhr sie wieder nach Hause in die Pracht ihrer neuen Umgebung und strich zärtlich über die Seide der Daunendecken. Wie schön war es jetzt in den vier Räumen, und wie schön mochte es erst da draußen in der Villa sein, die sie nach der Verlobung sehen sollte! Jetzt lauschte sie, denn es hatte geklingelt. Das Mädchen öffnete. Vor der Türe stand ein Geschäftsdiener mit einem Paket. Er fragte nach Fräulein Müller. Rita hatte vor vier Stunden an das Atelier Kralik telephoniert und um die Zusendung eines bestimmten Hutes mit quittierter Rechnung gebeten. Und nun stand plötzlich Peter vor ihr. Sie sah ihn erschrocken an, und er machte ein Gesicht, als fiele der Himmel ein. „Du?“ stotterte er.„Du bist doch krank und kommst deshalb nicht!“ Sie öffnete schnell die Türe zum Spiesezimmer. Rosa sollte nicht hören, was da gesprochen wurde. „Bitte“, bat sie. " Er zauderte. Er hatte noch keine Aufklärung, aber er fühlte, daß hier etwas zwischen sie beide getreten war, das sie voneinander entfernte. Wie sah sie fremd aus und gar nicht mehr wie die Gretl, die man duzen und herzen konnte. Er trat ein, er sah sich im Zimmer kurz um und hielt das Paket noch immer unbeholfen in den Händen. „Fräulein Rita“, sagte er langsam,„Sie wohnen doch in der Rosenheimer Straße!" „Setzen Sie sich. Herr Peter“, bat Rita wieder.„Bitte. setzen Sie sich!“ Peter nahm jetzt Platz, aber vorsichtig. „Ich verstehe gar nicht... haben Sie hier Arbeit?“ „Aber Herr Haushofer, das ist doch unsere neue Wohnung.“ „Haben Sie denn das große Los gewonnen?“ Jetzt sah sich Peter noch genauer im Zimmer um. Am längsten blieb sein Blick auf dem schweren Lüster haften.„Ihre Wohnung?“ Er fragte das ganz geistesabwesend. „Ja. Peter.“ „Ihre Wohnung?“ fragte Peter zum zweitenmal. „Ja. Sie können sie auch ansehen. Hier links ist das Zimmer meiner Mutter. Und hier ist der kleine Damensalon.“ Und nun öffnete Rita die zweite Türe.„Das hier ist mein Schlafzimmer." „So!“ Herr Peter sah sich flüchtig um. Dann fragte er:„Hier schläft das Fräulein Reger mit Ihnen?“ „Gott. nein! Die ist von uns fortgezogen.“ „Sie haben mir aber die letzte Zeit gar nichts erzählt, Fräulein Rita!“ warf Peter ein. „Das will ich jetzt nachholen, Herr. Peter. Aber kommen Sie wieder herüber. Und geben Sie mir den Hut schon her.“— Damit nahm sie die Schachtel.„Geben Sie nir auch die Rechnung.“ Und Peter zog die Brieftasche und legte die quittierte Rechnung hin. Rita sah sie flüchtig an, nahm ihr Täschchen und zählte das Geld hin.„Ich bin eine schlechte Kundschaft. Herr Peter, ich weiß nicht, ob ich über den Betrag hier etwas darauflegen darf...?" Jetzt wurde Peter im Gesicht feuerrot. „Was schauen Sie denn so finster?" fragte Rita.„Ist Ihnen nicht wohl?“ Er gab keine Antwort. Er tat ganz mechanisch den Betrag in seine Geldtasche, wie er es eben tausende Male gemacht hatte. Dann sagte er:„So, so! Das ist Ihre Wohzung! Hier wohnen Sie also, Fräulein Müller! Ich habe gedacht, ich komme zu einem anderen Fräulein Müller. Und was ist mit dem Ma del, das mir aufgemacht hat?“ „Das ist mein Dienstmädchen. Herr Peter.“ „So. so. Ihr Dienstmädchen.“ Er dachte kurz nach. Dann fragte er:„Und wer zahlt das illes?“ „Ich“, sagte Rita. „Und wer gibt das viele Geld her?“ fragte toch einmal Peter. „Mein Brautigam!“ Er würgte an diesem Wort.„Das nennt mai also Bräutigam! Wie der von der Helene. der ihr auch eine Zeitlang alles gezahl hat. bis er plötzlich verschwand. Jetzt sitzt sie da mit dem Kind. Wo ist denn dein Herr Bräutigam?“ „Peter!“ schrie Rita jetzt.„Mein Bräutigam ist Ellens Bruder. Ein Direktor! Wir heraten in spätestens vier Wochen. Sind Sie denn verrückt, daß Sie von mir so etwas glauben können, was, mich...“ Sie konnte den Satz nicht vollenden. „Und nichts ist mir gesagt worden, nichtst“ Rita fuhr sich jetzt über die Augen.„Es hätte ja nichts genützt, Herr Peter. Es ist eben alles anders gekommen. Ich gehe als Ernsts Frau hinaus aufs Land. Und was zwischen uns beiden war, das ist vergessen.“ Vergessen?“ „Ja! Das muß vergessen sein!“ „Nichts wird vergessen!“ Peter macre jetzt einen Schritt nach der Türe.„Ich kann das alles nicht glauben. Dann wär alles Lug und Trug gewesen, da hätte ich nur den Narren gespielt?“ „Aber ich bitte Sie, es ist so, wie ich Ihnen gesagt habe.“ „Dann ist also alles aus?“ fragte er unvermittelt. Rita nickte. Aber dann fügte sie leise hinzu:„Mit der Freundschaft natürlich nicht, Herr Peter.“ „So. so. mit der Freundschaft nicht!“ gab er zurück.„Nur wüßte ich nicht, was ich mit der anfangen sollte.“ „Das heißt doch, einander gut sein!“ „So, so! Ich meine, dazu braucht man doch ein Herz. Wenn aber dann das eine Herz stirbt?“ „Peter!" Ritas Stimme zitterte,„quäl mich doch nicht! Ich hab dich gern. Aber...“ „Du hast den andern lieber, nicht wahr?“ Rita antwortete nicht und trat ans Fenster. Sie sah auf die Straße hinunter. (Fortsetzung folgt.) Verantwortlich Hauptschriftleiter Erich Schmidt, Mendin. Anzeigenleiter: Helma v. Rauchenbichler, Menden. Druck und Verlag: Verlagsgesellschaft v. Rauchendichler, Menden. I. Ik. ist Anzeigen peeisliste 6 gült g. Lichspielhaus Bahnholstraße Samstag— Montag HENRICH GEORGE Sensalionsprozes Casilla Ein Afafilm mit Jutta Freybe, Dagny Servaes, Albert Hehn, Richard Häußler, Erich Fiedler, Käte Pontow. Drehbuch: Ernst v. Salomon, Eduard v. Borsody und R. Büschgens nach dem Roman von Hans Possendorf. Musik: Werner Bochmann Herstellungsleitung: Ernst Holder Spielleitung: Eduard v. Borsody SensationsprozeßI Prozeß— in Amerika Angeklagt ist der deutsche Stoatsangehörige Pofer Roland, im Jahre 1926 das beliebte Filmkind der Stooten, Binnie Casillo, mit Gewalfanwendung entführt und noch erfolglosen Erpressungamonövern bei den Eltern gefötet zu haben. Der berühmteste Strafverteidiger Amerikas ergreift die Portei de: Angeklogten und kämpft um dessen Kopf. den der Stoatsanwalt unerbittlich fordert Dazu gutes Beiprogramm und Usawoche. Rätselhafte Spuren?? Wnn Sie einee Caore in Arer Wlicht toich ein kreierundre Loch embrchen, denn weröen Sie haum vermuten, Daß es durch eine harmlole Armnetflaicht entRand. Manche Mebizin enchölt nämlich gewedezerkörende Bestandtetle. Lauten an der Flasche einige Cropten herunter- dann is ein Loch in der Deche die norwendige folge und den Schaden trägt Die Haustrau!- Millen Sie aber zuch, daß is noch andere, geführlichere feinde der Wüsche gide! Der Aaingchalt Dre harten Wallere z. B. vernichtet nicht nur Seite, londern lagert Aich auch im Gewebe ab und macht re hart, ipröde und brüchig. Wan hann Oleien feind Der Wälche ieboch unichHdlich machen, wenn man Rrte 20 Minuten vor Vereitung Der Waichlauge einige Handvoll benko Bleich-Sod: im Waschwaller verrührt. Dadurch wird Dss Waller weich, Das Waichmittel wird Die Wllche geichont. GAHScheiu Borhanetren, die an der Erheitung *= Oetereilert IR, erhält das eufhlärende Wllcheichiden verhüten in volkewirtichaftliche Pflicht! inree Wllotbekanore— sufdlärende Göchlein:-Wilche gichlden- nie lie entRehen- und wie man lie verhütet- gegen Einiendung Dirtee## Ouscheine holtralos und ponohrei mgestells. 5 ee eer fe enengent. " 751 Ssienben am: HENKEI& CIE. A. G., OüSSELDORF. Rheuma leiden4: Vom Militär zurück nehme ich wieder überHaben Sie schon an die Hellkraft von Birke-, Brennnessel- und Wacholdersaft gedocht? Nehmen Sie 5co Reformhaus Menden Nuckschlag Hochstr. 8 Ha1s in schöner Wohnlage Mendens bei hoher Anzahlung zu kaufen gesucht. Mieter kann wohnen bleiben. Angeb. u. A E 06 an die MI zu jeder Tages= und Nachtzeit. Auto=Vermietung Willy Scheffer Fernruf 2335 Felsenkeller 14 raum in Lendringsen sofort zu mieten gesucht. Angebote unter AF07 an die Geschäftsstelle der M3 erbet Behaglich möbl. Zimmer ab 15. Jan. ader 1. Febr. zu vermieten. 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