Gegründet 1860 Mendener beinat Westfälischer Telegraph 78. Jahrgang monatlich itt döherer Iröndenberger Nachrichten Einzige in Menden Zeitung Blatt Lendringser Zeitung„chmen ein eehthellg, boie unbeullic geschriebenen Gufträge und von Unzeigen an destimasten Tegen und Plühen wird heine Gewähr übernsmmen. —.. Anzeigenpreise: 5 Pfg. die 12 gespaltene um=Zeile oder deren Raum. Erwäßigte gedruckte Zeitung am Veradend 6 Udr. Nr. 182 Samstag, den 6. August 1938 Jahrgang 1938 Fernseh=Funk wird freigegeben! Rundfunkausstellung durch Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet Stiftung eines Rundfunk=Preises Nun ist bald der neue Klein=Empfänger für 35 RM. im Handel Die herrliche Entwicklung des deutschen Rundfunks seit 1933 Dr. Goebbels eröffnet die Rundsunkausstellung Berlin, 5. Aug. Der Schirmherr des deutschen Rundfunks, Reichsminister Dr. Goebbels, eröffnete am Freitagvormittag die 15. Große Deutsche Rundfunkausstellung 1938, die größte bisher erlebte Leistungsschau auf dem Gebiete des Rundfunks. Der Eröffnungsfeier in dem herrlichen Ehrenraum der Masurenhalle wohnten viele Vertreter des Diplomatischen Korps, zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Staat und Bewegung, Wehrmacht, Kunst, Kultur und Wirtschaft, namentlich der Rundfunkindustrie, bei. Nach feierlichem musikalischen Auftakt begrüßte der Oberbürgermeister und Stadtpräsiden Dr. Lippert die Teilnehmer der Feierstunde. Dann nahm nach der Uraufführung der festlichen Hymne „Brich auf, du großes Licht“, Reichsminister Dr. Goebbels das Wort zur Eröffnungsansprache. Rund um den Funkturm wehen überall die Freiheitsfahnen der nationalsozialistischen Revolution. Vor der Masurenhalle stehen die Menschen zu vielen Tausenden, um den Schirmherrn des deutschen Rundfunks zu empfangen. Der Ehrenraum der Masurenhalle mit den architektonisch prachtvoll gegliederten 32 Meter hohen Wänden hat fast keiner Ausschmückung bedurft. Von dem Podium gegenüber der Stirnseite hängen in langen Bahnen die Hakenkreuzbanner herab, um die schmalen bis zur Decke reichenden Fenster ziehen sich Goldgirlanden. Das Rednerpult ist mit leuchtenden Hortensien umgeben. Von der Stirnwand aber verkündet ein Wort Dr. Goebbels', daß der deutsche Rundfunk in den letzten Jahren zu einem unentbehrlichen Lebensbegleiter des deutschen Volkes geworden ist und daß der am Leben der Nation vorbeigeht, der sich von der Teilnahme an diesem Kulturträger ausschließt. Auf dem Podium haben das Große Orchester des Deutschlandsenders, Hitler=Jugend und Werkscharen mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. uf der schmalen Empore über dem Podium steht der Fanfarenzug. Wie ein rotes Band ziehen sich die Fahnen um die Stirnseite. Zu den Teilnehmern dieser festlichen Stunde, die über alle Sender in jedes Haus übertragen wird, gehören auch die ersten deutschen Rundfunkteilnehmer aus dem ganzen Reiche. Kurz vor 11 Uhr flammen die Scheinwerfer der Filmoperateure auf. Fanfaren schmettern, und, geleitet von dem Präsidenten der Reichsrundfunkkammer, Haus Kriegler, und dem Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Dr. Lippert, betritt der Schirmherr des deutschen Rundfunks, Reichsminister Dr. Goebbels, mit seiner Begleitung den Ehrenraum, von den Anwesenden mit erhobener Rechten gegrüßt. Erneut Fanfarenstöße. Dann leiten die lichen Klänge von Franz Liszt, gespielt vom Grosen Orchester des Deutschlandsenders unter der Stabführung von Karl List, die Eröffnungsfeier ein. Dr. Goebbels führte u. a. aus: In meiner Rede zur Eröffnung der Großen Deutschen Rundfunkausstellung 1935 habe ich den Rundfunk die achte Großmacht genanni. Diese Charakterisierung hat sich in der Folgezeit, besonders bei uns in Deutschland, als durchschlaggebend und richtig erwiesen. In der Tat ist der Rundfunk eines der modernsten Mittel zur Volksführung: er ist aus dem Leben unserer Nation und darüber hinaus aus dem Zusammenleben der Völker überhaupt nicht mehr wegzudenken. Diese ausschlaggebende Bedeutung des Rundfunks für die Volksgestaltung ist von jeher von den Nationalsozialisten erfaßt worden. Der Rundfunk war als Führungsmittel und technisches Wunder auch vor uns schon vorhanden. Aber die Träger des von uns abgelösten Systems haben nicht im mindesten erkannt. welche ungeheuren Möglichkeiten er im einzelnen hat. Es kommt eben nicht nur darauf an, daß man die Mittel der Technik besitzt; man muß auch die Kunst verstehen, diese Mittel richtig an= und einzusetzen. In der Tat ist der Rundkunk ein charakteristischer Ausdruck des 20. Jahrhunderts. ein technisches Mirakel. das noch in seinen Anfängen steht und das weiterzuentwickeln und zu höchster Vollendung emporzuführen eine unserer besonderen Gegenwartsaufgaben ist. Er greift jetzt schon auf das tiefste in das gesamte Volksleben ein. Sein Einfluß auf die öffentliche Meinung und Bildung ist ungeheuer und kaum abmeßbar. Und dabei ist seine Bedeutung noch standig im Steigen begriffen. Es bedarf deshalb auch keiner besonderen Betonung, daß der Rundsunk nicht Privatinteressen dieDie 15. Große Deutsche Rundsunkausstellung Berlin 1938 Links: Ein Teetisch mit eingebautem Großsuper und Plattenspielschrank. Oben: Wirkungsvoll wird auf die Bedeutung des Volksempfängers hingewiesen, der Millionen Hörer dem Rundfunk brachte. Unten: Blick in eine der Ausstellungshallen mit den Erzeugnissen der Radioindustrie.(Weltb.]M.) nen darf. Er verlangt gebieterisch nach der Führung durch den Staat selbst. Ein Volkserziehungsmittel von so weitreichender Bedeutung darf nicht den schwankenden und stets sich ändernden Gegebenheiten des privaten Unternehmertums ausgeliefert werden. Der Rundsunk muß in der Hand des Staates eines der entscheidendsten Führungsmittel für Volk und Gemeinschaft sein und bleiben. In seiner weiten Ausstrahlung auf die breiten Millionenmassen liegt schon die Begründung dafür, daß der Rundfunk dem ganzen Volke gehören muß. Er ist keine intellektualistische Spielerei und geht keineswegs nur die sogenannten Schichten von Besitz und Bildung an. Er muß Ausdruck der Zeit und ihres Denkens sein. Niemals dürfen die für den Rundfunk Verantwortlichen sich dazu verleiten lassen, ihn zu einem Experimentierfeld für ästhetische Versuche herabzuwürdigen. Weil er sich an die breiten Massen wendet, darum muß er auch aufs tiefste mit den breiten Massen in seiner Tendenz und in seiner Auswirkung verbunden sein. Rundfunk ist politisch Es gibt in unserer Zeit keinen unpolitischen Rundsunk mehr. Auch der Rundsunk dient dem Volke. Das Volk aber ist politisch; es denkt politisch, und es wird zum politischen Handeln erzogen. Eine andere Frage aber allerdings ist es, ob es wirksam und zweckmäßig ist, ihn mit rein politischen Darbietungen zu überlasten. Diese Frage kann keinesfalle bejaht werden, und wir haben deshalb rechtzeitig dafür gesorgt, daß der kundsunk zwar bei den ganz großen politischen Fragen unserer Zeit auf das stärkste eingesetzt, daß er dagegen im allgemeinen aber um so mehr von rein politischen Darbietungen entlastet wird. Es ist auch eine müßige Frage, ob der Rundfunk Kunst im höchsten Sinne bieten könne und müsse. Er wendet sich an die breiten Millionenmassen unseres Volkes, und er muß deshalb, will er volksverbunden bleiben, sich auch dem Geschmack und dem Aufnahmevermögen der breiten Millionenmassen unseres Volkes anpassen. Es ist damit nicht gesagt, daß es nicht Prag-Paris,- ein Fahrwasser Wie man auch an der Seine den Glatzer Fall zu vernebeln sucht Paris, 5. Aug. Untersuchungen über die Ueberfliegung deutschen Gebietes durch tschechische Flieger am 3. August werden am Freitag früh in der Pariser Presse ziemlich unterdrückt. Die Blätter veröffentlichen fast durchweg die Mitteilung der tschechischen Nachrichtenagentur ETK, wonach drei tschechische Flieger am 3. August sich im Laufe eines Uebungsfluges in Ostböhmen verflogen hätten und jenseits der Stadt Kladskow(!) die Grenze überflogen hätten. Die deutsche Gesandtschaft in Prag habe interveniert und der Außenminister sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. Die Flieger würden bestraft werden. Dieses Kommuniqué der tschechischen amtlichen Nachrichtenagentur wird von den Blättern eiligst zum Anlaß genommen, den Zwischenfall als beigelegt zu betrachten. Der„Petit Narisien“ verzeichnet die Schärfe im Ton der deutschen Presse und versucht, die Berechtigung dazu in Zweifel zu ziehen. Die deutschen Pressekommentare wiesen mit dem Zwischenfall größtenteils kaum einen Zusammenhang auf(!!!). Man müsse„nähere Einzelheiten erst abwarten“. Der Berliner Berichterstatter des„Journal“ berichtet, der Zwischenfall von Glatz werde von der deutschen Presse im Augenblick der Ankunft Lord Runcimans in Prag als Beweis dafür angesehen, daß die Tschechen Deutschland zu provozieren versuchten. „Teuore“ glaubt annehmen zu können— und zwar nebenbei in einer Glosse—, daß Zeugen die fraglichen Flugzeuge diesseits der Grenze festgestellt hätten, während sie sich in Wirklichkeit jenseits der Grenze befanden(!!). „Figard“ macht der deutschen Presse den Vorwurf, den Zwischenfall„für sich auszuwerten“. Die Artikel werden von sämtlichen Blättern auf der ersten Spalte gebracht und tragen Ueberschriften wie„Eine neue deutsch=tschechische Spannung als Folge der Prager Provokation!“ Hier und da kann man nicht verschweigen, daß Zeugen versichern, daß sie deutlich gesehen hätten, wie die Flugzeugbeobachter der Flugzeuge ihre Kamera auf für die Tschecho=Slowakei strategisch wichtige Punkte gerichtet hätten. London verzeichnet deutsche Empörung London, 5. Aug. Die meisten Blätter schildern ihren Lesern die Empörung der deutschen Oeffentlichkeit über die neuen Grenzverletzungen der Tschechen und die„Entschuldigung" Prags. Die Londoner Berichte behandeln auf zwei Arten den Zwischenfall. Während ein Teil der Zeitungen kurz meldet, daß sich die Prager Regierung entschuldigt und darauf hingewiesen habe, daß es sich um ein Versehen handele, berichten andere Blätter über die Heftigkeit der deutschen Presseangriffe auf die Tschecho=Slowakei wegen der Zwischenfälle. So berichtet die„Times“ aus Prag im einzelnen über die dortige amtliche Haltung. Gleichzeitig bringt das Blatt eine Berliner Meldung mit der Ueberschrift„Die deutsche Darstellung“. Es wird der DRB.=Bericht über den Zwischenfall zitiert, wobei die Worte„offenkundig" und„absichtlich“ hervorgehoben werden. Die deutsche Erklärung nähme die tschecho-slowakische Entschuldigung und das tschechische Versprechen mit saurer Miene hin, betone aber gleichzeitig, daß Bestrafungen in früheren Fällen nicht durchgeführt worden seien. Hodza und Krofta bei Runciman Sonnabend Besprechungen mit den Sudetendeutschen Prag, 5. Aug. Das Sekretariat der Mission des Lords Runciman hat am Freitag folgende Verlautbarung ausgegeben: Ministerpräsident Dr. Hodza und Außenminister Dr. Krofta suchten am Freitagvormittag Lord Runeiman im Hotel„Aleron“ auf, um seinen gestrigen Besuch zu erwidern. Der Präsident der Republik und dessen Gemahlin luden am Freitag Lord Runciman mit Gemahlin zum Frühstück ein. Die Besprechungen zwischen dem Stab des Lords Runeiman und den Vertretern der Sudetendeutschen Partei, die am Donnerstagabend stattfanden, werden am Sonnabend fortgesetzt werden. möglich wäre, höchste und vollendetste Kunst im Rundsunk darzubieten. Das darf aber nicht die tägliche Uebung sein. Hohe und vollendete Kunst muß beizeiten abgelöst werden durch Unterhaltung: denn auf Entspannung kann unser Volk gerade in dieser großen und ernsten Zeit mehr denn je Anspruch erheben. Wenn wir heute auf eine über fünfjährige Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Rundfunks zurückblicken können, lo sind die Erfolge. die wir in dieser relativ kurzen Zeitspanne erreichen konnten, überzeugend. Sie widerlegen in ihren Zahlen und Daten so drastisch die gegen unere Arbeit vorgebrachten Einwände, daß sie kaum einer besonderen Erläuterung bedürsen 9.5 Millionen Rundfunkteilnehmer Deutschland steht heute mit 9.5 Millionen Rundsunkteilnehmern allein im Altreich an der Spitze aller europäischen Rundsunkländer. Die Zunahme vom 1. Juli 1937 bie zum 1. Juli d. J. beträgt 1 267 156 Teilnehmer Wir haben hier alse seit dem Vorjahre eine Steigerung von rd. 15% zu verzeichnen, obwohl wir der Rundsunksättigungsgrenze immer näher gerückt sind. Auch der Rückgang durch sommerliche Teilnehmerabmeldungen ist gerade im letzten Jahre erstaunlich gesunken. Gegenüber 237 000 Teilnehmern in den Monaten April bie Inni im vergangenen Jahre hatten sich in diesem Jahre nur 81 000 Teilnehmer verübergehend abgemeldet. Die Gesamtzunahme der Rundsunkteilnehmer in Deutschland seit 1933 ist gewaltig: Sie beträgt 5 445334 Teilnehmer insgesamt. Die Haushaltsdichte im Reichsdurchschnitt verzeichnet nach dem Stande vom 1. Mai 1938 54,62 Prozent. Zum Verständnis für diese Entwicklung sei auf die wahrhaft großzügige Propagande verwiesen, die wir in den vergangenen fünf Jahren für den deutschen Rundfunk eingesetzt haden. Die deutsche Rundfunkausstellung 1937 hatte in zehn Tagen eine Besucherziffer von 315 000. Dazu kommen noch in den einzelnen Städten des Reiches örtliche Rundfunkausstellungen mit bis zu 100 000 Besuchern. Solche Ausstellungen wurden in Hamburg, Passau, Breslau, Frankfurt a. d. O., Königsberg. Köln, Frankfurt a. M. und Saarbrücken von der Reichsrundfunkkammer veranstaltet. An Opfer des Krieges. Opfer der Arbeit, Alte Kämpfer, Blinde und Kinderreiche wurden durch die nach mir genannte Rundfunkspende Rundfunkapparate leihweise ausgegeben. Nach dem Anschluß Oesterreichs an das Reich habe ich veranlaßt, daß 17 500 Empfangsgeräte im Werte von 850000 RM. an bedürftige Volksgenossen in Oesterreich verteilt wurden. Von besonderer Bedeutung für die Ausbreitung des Rundfunks war die generelle Herabsetzung der Preise für die Empfangsgerate und insbesondere die Konstruktion eines von uns vorgeschlagenen Volksempfängers BE 301, der in Millionenmassen auf den Markt gebracht wurde und die Popularität des deutschen Rundfunks eigentlich erst im ganzen Volke durchgesetzt hat. Vom 1. Juni 1937 bis 1. Juni 1938 konnten wir wiederum entgegen allen pessimistischen Voraussagen 581 824 Volksempfänger absetzen. Dieser Absaß lag damit 58 v. H. höher als im Vorjahre. Es gelang uns. den Preis für den Volksempfänger von 76 auf 59 RM. herabzusetzen und einen verbesserten Volksempfänger zum Preise von 65 RM. herauszubringen. Wenn bei Einführung des Volksempfängers behauptet wurde, daß sein Verkauf den Vertrieb höherwertiger Apparate nachteilig beeinflussen würde, so hat sich diese Prophezeiung, wie wir erwartet hatten, als gänzlich falsch herausgestellt. Im vergangenen Jahre wurden 1 255 490 Markenempfänger abgesetzt, und das bei einer Gesamtzahl der bisher verkauften Volksempfänger von rund drei Millionen. Dazu kommt noch, daß vom 1. Juli 1987 bis 1. Juni 1938 156 844 Empfangsgeräte aller Art im Werte von 10 623000 RM. exportiert werden konnten Kleinempfänger 1938 Nun sind wir daran gegangen, durch Schaffung des„Deutschen Rleinemnlängere 193 8“ dem Rundfunk die letzten Millionenzahlen neuer Teilnehmer zu gewinnen. Dieser Deutsche Kleinempfänger ist ein Allstremgerüt, das zum Preise von 35 RM. verkauft wird. Die Gesamtjahresproduktion ist auf 700 000„Deutscher Klein empfluger 1938“ festgelegt worden. Bis zum Enddiesee Monate werden allein 100 000 Geräte fü: die Auslieferung an den Handel bereitstehen. Eist dabei unsere Sorge gewesen, durch eine grohzugige Leilzehlungesinanzierung den Deutschen Kleinempfänger auch für die unbemittelten Volkeschichten erschwinglich zu machen. Die Anzahlung beträgt 5 RM., der Rest kann in 15 Raten von je 2.30 RM. abgetragen werden. Dabei wird es unsere besondere Sorge sein, durch großrügige Ermäßigung der Rundunkgebühren auf 1 RM. im Monat für diejenigen Volksgenossen, die nicht unter die Gebührenbefreiung fallen, aber auch nicht in der Lage sind, 2 9M. im Monat zu zahlen, die letzten Hindernisse zur Bopularisierung dee Rundfunke zu beseitigen. Der Volksempfenger wird weiter produziert. Er ist auch in diesem Jahre wieder technisch verbessert worden. Durch ein ansprechenderee Gehäuse, einen elektrodnnamischen Lautsprecher und eine beleuchtete Skala ist er zur Zeit bei einem Preise von 65 8M. der billigste and beste Einkreiser aus dem Emnfängermarkt. Daneben gehen die vielfältigen Bemühungen um die Schaffung eines leistungefähigen Autoempfängere zum Einbau in den neuen„Kraft=durch= Freude"=Volkewagen. Alles das sind Maßnahmen, die darauf abzielen. dem deutschen Rundfunk im Lande auch den letzten Teilnehmer zu geminnen. Zur Sicherung eines störungsfreien Rundfunkemfanges ist eine ganze Reide von Vorkehrungen im Gange Es ist in absehbarer Zeit mit einem Verdot für des Inverkehrbringen störender Geräte zu rechnen Anlagen störungsfreier Gemeinschaftsantennen werden von uns auf das weitest gebende geförder: Zukunft wird wohl kaum noch ein Neubau in Deutschland ohne Anlage einer Gemeinschaftsantenne errichtet werden. Ein Rundfunkpreis gestiftet Asle Sorgen um die rein materiellen Voraussetzungen fir die Ausbreitung dee deutschen Rundsunke werden schon durch seine großartigen kulturelten Leistungen gerechtfertigt. Gerade weil der Rundfunk sich an dae ganze Bolk ###ndet. ist für ihn dae Beste eben gut genug. Um all diesen Bestrebungen neuen Ansvorn zu geben habe ich mich zur Stiftung einee Rundfunkrreises entschlossen, der erstmalig auf der Großen Dentichen Kund'=nkausstellung 1939 in Höhe von 10 00g KM. zur Verzeilu== kommen soll für bervorragende wissenschaftliche oder vraktische Leistungen aue der Rundfunktätigkeit. seiner Technik oder seiner Wirtschaft. Zur sostalen Sicherung der Rundfunkschaffenden ist geplant, folgende Einrichtungen zu treffen: I. eine Unterstützungskasse für unverschuldet in No: geratene Mitarbeiter des Rundfunks: 2 eine Altersversorgung im Rahmen der für alle Reichskulturkammermitglieder geplanten einheitlichen Altersversorgung: 3 eine Sterbekasse: 4 der Abschluß eines Vertragswerkes zwischen der Reichskulturkammer und der Deutschen Ardeitsfront, das die Rundfunkschaffenden in den Genuß aller Kds.=Vergünstigungen setzen soll. Die Eingliederung Oesterreiche in das Reich hat den deutichen Rundfunk vor besondere Aufgaben gestellt. Vorerst muß versucht werden. im deutschen Osterreich eine Erhöhung der Haushaltsdichte zu erreichen, die bisher nur 35.2 Prozent gegenüber 54.62 Prozent im Altreich beträgt. Die Ausmerzung aller destruktiven und jüdischen Elemente im österreichischen Rundfunk ist bereits vollzogen worden. Der Einbau der österreichischen Sender und die Durchführung landsmannschaftlich bedingter Sendungen im Rahmen des gesamtdeutschen Rundfunkvrogramms ist eine Frage der nächnen Zeit. Der Fernsehrundfunk Auf der diesjährigen Rundfunkausstellung ist in einer großartigen Schau in einer besonderen Halle der Ferndiunk zum ersten Male sichtbar in die Erscheinung getreten. Das neue deutsche Syitem arbeiter mit 441 Zeilen. Es beseitigt den stärenden Bildflimmer und genügt damit erhöbren Aniprüchen in bezug auf Klarbeit und Kontraste. Die Programmgestaltung für den Fernsebsender ist entivrechend unserer organisatorischen Gliederung der Reichsrundfunkgesellschaft übertragen worden. Es wird in Zukunft in umfangreicherem Maße möglich sein. an den großen Ereignissen der Nation nicht nur durch den Hörfunk, sondern auch durch den Sehrundrunk teilzunehmen. Die Fernsehrundfunkindustrie zeiat auf dieser Ausstellung zum ernen Male Fernsehempjanger zum Preise von rd. 900 RM. Es ist zu wünichen, daß es in absehbarer Zeit möglich sein wird durch die Fertigstellung weiterer Fernsehsender und durch die Ausgabe eines Volksgerates auch den Fernsehrundfunk in die breiten Massen hineinzutragen. Jedenfalls erbringt schon dieie Ausstellung den Beweis fur den hohen Stand der Entwicklung des Fernsehrundfunks und seiner Industrie in Deutschland. Der Herr Reichspostminister hat sich mit meinem Sinverstandnis entschlossen, mit Wirkung vom 1. Oktober ab den Feruseh=Rundfunr=Empjang für die Allgemeinheit freizugeden. Es soll dafür vorerst keine besondere Gebühr über die bisherige Rundfunkgebühr von 2 Reichsmark monatlich hinaus erhoben werden. A is diesen wenigen Angaben und Zahlen ist ohne weiieres zu ersehen, wie stark unsere Rundfunkarbeit anf die breiten Massen eingestellt gewesen ist und von wie großen Erfolgen sie gerade deshalb auch begleitet war. Das Programm des deutschen Kundjunks hat nach meinen Richtlinien klar und konseauen: eine mittlere Tendenz eingehalten Wir haben uns veinlichst bemüht den Rundfunk von ästbetischen und intellektualistischen Svielereien fernzuhalten. andererseits aber auch jede starre, eigenartverwischende Nivellierung des deutschen Rundfunkprogramms zu vermeiden. Ich kann dabei entgegen vielfacher kritischen Ausstellungen darauf verweisen, daß der deutsche Kundfunk im vergangenen Jahre 69.3 Prozen: Musik. 9.9 Prozent Literatur und Vorträge. 5,6 Prozent Zeitfunk, 6.8 Prozent Nachrichten und 6,4 Prozent Verschiedenes gesandt bat. Wir haben dem deutschen Volke damit wahre Hausmannskost gevoten Wenn wir in den vergangenen Auseinandersetzungen über das deutsche Kundfunkvrogramm den Ausgaben der Entspannung und Unterhaltung besonderen Wert beigemessen baden, so ist das von den einzelnen Sendern vielfach dahin mißvernanden worden übermäßig viel Tanzund reine Unterhaltungsmusik zu senden So war das allerdings von mir nicht gemeint. Ich habe deshalb die zuständigen Instanzen angewiesen, das deutsche Rundsuntorogramm insosern umzustellen. als es jegi auch in groyerem Umsange als bisher eruste und bochwertige Musik senden joll. Das wird vor allem zum Ausdruck kommen in der Übertragung reprasentativer deutscher SompbonieWie waschechte Banditen... Die Herausforderungen der Prager werden toller von Tag zu Tag Prag, 5. Aug. Der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Dr. Eichholz aus TeplitzSchönau saß am Freitagmorgen um 6.45 Uhr mit einem Kameraden am Masaryk=Bahnhof und unterhielt sich in durchaus ruhigem Ton in deutscher Sprache. Plötzlich blieb ein kräftig gebauter Tscheche an ihrem Tische stehen und musterte die Deutschen. Als die beiden Deutschen dies merkten, hörten sie in ihrer Unterhaltung auf. lich fragte der Tscheche den Abgeordneten Eichholz, was das für ein Abzeichen sei, wobei er auf sein eigenes Abzeichen hinwies. Abgeordneter Eichholz, der das Abzeichen nicht kannte, erklärte dies dem Tschechen in tschechischer Sprache. Daraufhin trat der Tscheche näher und begann zu schimpfen. Es fielen Ausdrücke wie „Lumpen, Trottel“ usw. Der Tscheche packte den Abgeordneten schließlich am Kinn, schimpfte weiter und schlug ihm mit der Faust mitten ins Gesicht. Daraufhin ersuchte der Abgeordnete Eichholz den Kellner, einen Polizisten herbeizurufen, lief aber schließlich selbst hinaus auf den Bahnsteig, wo ihm bereits ein Polizist entgegenkam. Der Tscheche war ihm jedoch auf dem Fuße gefolgt und versetzte ihm in der Bahnhofshalle in Gegenwart des Polizisten einen weiteren Schlag ins Gesicht, ohne daß der Polizist ihn daran gehindert hätte. Der Wachmann führte schließlich den tschechischen Angreifer ab. Abgeordneter Eichholz versorgte dann sein Gepäck. Als ein tschecho=slowakischer Eisenbahnbeamter zu ihm kam, erklärte er dem Beamten, daß er keine Sorge zu haben brauche, er, Abgeordneter Eichholz, würde die Sache schon alle in in Ordnung bringen. Plötzlich sammelte sich eine große Menge an und stieß ebenfalls wüste Schimpfereien aus. Abgeordneter Eichholz begab sich auf das auf dem Bahnsteig befindliche Polizeikommissariat, wo die Namen des Angreifers sowie des Abgeordneten Eichholz und des ihn begleitenden Kameraden sichergestellt wurden. Auch auf der Polizeiwache setzte der tschechische Angreifer seine müsten Beschimpfungen gegen den Angeordneten Eichholz fört, wobei er u. a. den Ausspruch tat: ir werden euch alle ausrotten!" Nach Verlassen der Polizeiwachstube kam es in der Bahnhofshalle zu erneuten großen Ansammlungen, wobei die Menge die beiden Deutschen abermals auf das grodlichste beleidigte und beschimpfte. Abgeordneter Eichholz hat Quetschungen und Anschwellungen an mehreren Körperstellen erlitten und befindet sich augenblicklich in ärztlicher Untersuchung. Tolle Blüten der tschechischen Prag, 5. Aug. Tag für Tag laufen neue Meldungen über tschechische Boykottaktlonen gegen Sudetendeutsche ein. Welche Formen diese mit den übelsten Mitteln geführte Hetze bereits annimmt, beweist ein Schreiben, in dem der Reisevertreter einer Ascher Fabrik seinem Vorgesetzten über die Verhältnisse in Südmähren berichtete. Von den Tschechen sei dort ein Beschluß gefaßt worden, daß derjenige, der bei irgendeiner deutschen Firma einkauft, an die chauvinistische Organisation„Obrana Stat““ eine Strafe von 1000 Tschechenkronen zu zahlen hat! Nächtliche Besprechung sudetendeutscher Abgeordneter mit dem Stabe Runeimans Prag, 5. Aug. Wie die„Prager Abendzeitung“ meldet, besuchten die vier Mitglieder der Delegation der Sudetendeutschen Partei, die am Donnerstagnachmittag Lord Runciman aufgesucht hatten, am Abend die Mitglieder des Stabes Lord Runcimans und hatten mit ihnen eine nahezu fünf Stunden währende Unterhaltung, die bis 2 Uhr nachts dauerte. Bei dieser Gelegenheit legten sie Mr. Stopford den Standpunkt der Sudetendeutschen Partei zum Gesamtkomplex der nationalen Fragen in der Tschecho=Slowakei dar. Sie erläuterten insbesondere ihr Memorandum vom 7. Juni und die Karlsbader Forderungen vom 24. April. Es entspann sich eine lebhafte Debatte, an der alle drei englischen Herren und die vier Sudetendeutschen teilnahmen. Lord Runciman wird von den Herren seines Stabes über den Inhalt der nächtlichen Besprechungen unterrichtet werden. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Hugh Wilson, der auf wenige Tage in Prag weilt, wird, wie die„Prager Abendzeitung“ erfahren hat, von Außenminister Dr. Krofta am Sonnäbend empfangen werden. Schangfeng=Fall scheint bereinigt Tokio wartet die Moskauer Antwort ab— Hunschun=Vertrag als Grundlage? Tokio, 5. Aug. Der Sprecher des Außenamtes erklärte auf die Frage, ob der Stellv. Außenminister in seiner gestrigen Unterredung mit dem sowjetrussischen Geschäftsträger die Zurückziehung der beiderseitigen Truppen aus dem Schangfeng=Gebiet vorgeschlagen habe, daß wahrscheinlich ein derartiger Vorschlag unterbreitet worden sei. Auf die Frage, ob der gleiche Vorschlag in der Besprechung zwischen Litwinow=Finkelstein und Shigemitsu gemacht worden sei, erwiderte der Sprecher, daß über den Inhalt dieser Unterredung noch keine amtliche Mitteilung vorliege. Er vermute jedoch, daß dies geschehen sei. Die weitere Frage, ob der japanische Vorschlag gleichzeitig einen Waffenstillstand bezwecke, beantwortete der Sprecher dahin, daß kein Kriegszustand vorliege und infolgedessen auch die Frage eines Waffenstillstandes nicht zur Verhandlung stehe. Der Sprecher wurde weiter gefragt, welche Schritte Japan unternehmen werde, falls Moskau die Zurückziehung der Truppen ablehne. Er erwiderte, daß Japan zunächst einmal die Antwort Moskaus abwarten müsse und daß infolgedessen heute noch nicht Stellung genommen werden könne. Es könnte also über die für diesen Fall notwendigen Schritte erst später entschieden werden. Befragt, ob sich das gesamte Schangfeng=Gebiet in japanischen Hänoen befinde, antwortete der Sprecher:„Größtenteils.“ Anzeichen für eine Verschärfung oder Ausdehnung des Konfliktes seien nach Ansicht des Sprechers nicht vorhanden. Die japanische Presse hat bisher noch nicht zur Gesamtlage Stellung genommen, sie deutet lediglich an, daß Japan bereit sei, den Zwischenfall großzügig zu erledigen und daß man infolgedessen erwarten könne, daß Moskau zu einer ähnlichen Lösung bereit sei, sofern es einen ernstlichen Konflikt oder die Schaffung eines Unruheherdes im Fernen Osten vermeiden wolle. konzerte und Overnaufführungen. Vor allem der Deutschlandsender soll in dieser Beziehung ein Spiegelbild deutschen künstlerischen, geistigen und politischen Lebens sein. Die Zeitaktualität muß besonders gepflegt werden. Ihre Schnelligkeit und Gründlichkeit sind Voraussetzungen für die Durchschlagskraft der Sendung. Wie bisher hat der Rundfunk die Pflicht, vor allem bei politischen Großkämpfen mit stärkstem Einsatz sich den nationalen Zielen unserer Zeit zur Verfügung zu halten. Wichtigste Voraussetzung für seine Durchschlagskraft ist, daß er sich in keiner Sendung an einzelne Volks= oder Standesgruppen wendet. Der Rundfunk gebör: dem Volke und muß deshalb auch immer das Volk in seiner Gesamtheit ansorechen. Würde er von diesem Grundsatz abweichen, so wäre die unvermeidliche Folge seine allmähliche Atomisierung und damit eine unaufbaltsam schwindende Durchschlagskraft im Volke selbst. Unser nächstes Ziel heißt: wir wollen das stärkste Rundsunkland der Welt werden! Die Voraussetzungen zur Erreichung dieser Zieles sind vorhanden, alle Möglichkeiten sind geg##en. um es in kurter Zeit zu erreichen. Allerding= rs es dazu erhohter Arbeit aus dem Gebiete der Abermals japanischer Protest wegen erneuter Beschießung der SchangfengHöhen Tokio, 5. Aug. Der japanische Vizeaußenminister Horinouchi protestierte am Freitag in einer einstündigen Unterredung mit dem sowjetrussischen Geschäftsträger Smetanin wegen der am Freitagmorgen erfolgten erneuten Beschießung der Schangfengöhen durch sowjetrussische Artillerie. Der Frontbericht meldet übrigens gleichzeitig, daß außer dieser Beschießung keine kriegerischen Handlungen zurzeit geführt werden. Im Schangfeng=Abschnitt herrschte bis auf diese Beschießung vollkommen Ruhe. Ueber die Stellungnahme Moskaus zu den japanischen Vorschlägen betreff Beendigung der Feindseligkeiten durch beiderseitige Zurücknahme der Truppen aus dem umstrittenen Schangfeng=Abschnitt liegen noch keine bestätigten Nachrichten vor. Meldungen aus Paris und Newyork, die sich jedoch widersprechen, behaupten, daß Litwinow=Finkelstein die japanischen Vorschläge bedingt angenommen habe, während nach einer anderen Darstellung die Vorschläge zurückgewiesen worden seien. Nachrichten, die anscheinend aus sowjetrussischen Quellen stammen, wollen wissen, daß Moskau vor der Erörterung der japanischen Vorschläge grundsätzlich darauf bestehe, daß Japan das umstrittene Gebiet als sowjetrussisches Gebiet anerkenne. Falls Japan dieser Forderung nachkomme, wolle Moskau zur Erörterung der sapanischen Vorschläge bereit sein. Nach Informationen aus politischen Kreisen sind die Hauptschwierigkeiten bei der Beilegung des Schangfeng=Konflikts darin zu suchen, daß Moskau anscheinend die Verhandlungen über die umstrittene Grenzfrage ablehnen wolle, während Japan selbst bereit sei, die Grenzregelung einer gemischten Kommission zu überlassen. Technik, der Provaganda, der Organisation und vor allem der praktischen Programmgestaltung. Der Rundfunk ist seit dem 30. Januar 1933 ein treuer Diener der Politik des Führers gewesen. In unzäbligen glücklichen und sorgenvollen Stunden stand er neben ihm. Er ist in der Tat sein Sprachrohr zum Volke gewesen. Ueber die Aetberwellen hinweg hat seine Stimme die ganze Nation angesorochen. In seiner Hand ist er ein Volksführungsinstrument allerersten Ranges geworden. Unzählige technische Begabungen haben dazu die Voraussetzungen geschaffen. So grüßen wir denn auch in dieser Stunde über die Aetberwellen den Führer als den Träger unseres staatlichen Bewußtseins und den Gestalter unserer völkischen Einheit. Wir verbinden damit den Dank an das ganie Volk. dem der deutsche Rundfunk auch im vergangenen Jahre ein treuer Freund und ständiger Begleiter gewesen ist. Besondere Anerkennung gebührt den vielen Dienststellen von Partei und Staat, die sich der hohen Aufgabe der Vervollkommnung und Verbreiterung des deutschen Rundsunks so oft und so selbstlos zur Verfügung gestellt haben. Ich nenne hier an erster Stelle die Deutsche Reichspost und den Herrn Reichspostminister, deren Ingenieuren und Erfindern es vor allem zu verdanken ist, daß die technische Höbe Verschwörung in Rotsvanien Verdächtige Waffenfunde— Zunehmende Spannung zwischen den dolschewistischen EliqueBilbao, 5. Aug. Nach einer Meldung aus Si Jean de Luz hielt der katalanische Bolschewisten ausschuß eine„Ministersitzung“ ab, in der die militärische Lage in Katalonsen seit der Ebro Überquerung der sowjetspanischen Truppen ein gehend erörtert wurde. Ein weiterer Gegenstand der Beratung war das Problem der Lebensmittelversorgung, die angesichts der Hunderttausende von Flüchtlingen aus den katalanischen Kampfgebieten und dem übrigen Spanien täglich schwieriger wird. Des weiteren sprach man sich auch über das gespannte Verhältnis zwischen Barcelona und Valeneia aus. In der katalanischen Ortschaft La Garriga, 35 Kilometer nördlich von Barcelona, entdeckte Polizei ein umfangreiches Waffenlager: Handgranaten, Maschinengewehre und Munition. Der Fund steht im Zusammenhang mit einer Aufstandsbewegung gegen die rotspanischen Elemente. Im Garriga wurden zahlreiche Personen verhaftet, darunter auch mehrere„Trotzkisten“. In der ganzen Gegend nördlich von Barcelona fand die Polizei verdächtige Spuren. Nationale Flieger ariffen in der Nacht zum Freitag Südkatalonien an. In der Provinz Tarragona bombardierten sie den Bahnhof von Altafulla und eine Munitionsfabrik, in der heftige Explosionen erfolgten. Steigende rote Verluste an der Ebro=Front Salamanca, 5. Aug. Im Abschnitt Meguinenza wurden, wie der nationale Heeresbericht vom Donnerstag meldet, die vorderen Linien verbessert und 55 Gefangene gemacht. Einer unter diesen, ein Offizier, erklärte, daß die Verluste der Roten bei ihrer Ebro=Offensive über 20000 Mann betragen würden. An der Ebro=Front wurde ein neuer Anariff der Sowjetspanier abgewiesen. Die nationalen Flieger griffen in diesem Gebiet die rückwärtigen Verbindungen des Gegners an. Fortgesetzt befinden sich zahlreiche nationale Flugzeuge in der Luft, die dem Gegner schweren Schaden zufügen. So gelang es den Fliegern, mehrere rote Lastwagenkolonnen in Brand zu schießen. Ueberläufer bestätigen, daß in den Reihen der Roten ungeheure Nervosität herrsche. Weiter nähmen unglaublich viele Ausländer an dem Kampf auf seiten der Roten teil, so allein über 1000 französische Offiziere, die teilweise im aktiven Dienst der französischen Armee ständen. Schwere Verluste der Sowjetspanier Bilbao, 5. Aug. Im Laufe des Freitags ist es an der Ebro=Front zu keinen neuen Anariffen der Sowjetspanier gekommen, da sich die schweren Verluste von den vortägigen Kämpfen stärker bemerkbar machten, als man zunächst angenommen hatte. Wiederum gelang es den nationalen Fliegern, die Stellungen der spanischen Bolschewisten mit Bomben erfolgreich zu belegen. Als Ziel hatte man diesmal ferner die rotspanischen Ausladeräume und Nachschubstationen ausgewählt, die durch die erfolgreiche Tätigkeit der Flieger teilweise empfindlich gestört oder vernichtet wurden. Ueberläufer berichten, daß verschiedene rote Truppenteile an der Ebro=Front ohne irgendeine Verbindung mit der Kampfleitung an der Front liegen. So ereignete es sich, daß ständig schwere werluste durch die eigene sowjetspanische Artillerie hervorgerufen werden. In diesen Tagen wurde auf diese Weise eine rotspanische Formation in Stärke eines Bataillons vernichtet. des deutschen Rundfunks heute in der ganzen Welt unerreicht dasteht. Es ist unser Wunsch und Wille, daß das ganze deutsche Volk Rundsunkhörer werde. In diesem Sinne erkläre ich die Große Deutsche Rundfunkausstellung 1938 für eröffnet. Sowohl der stolze Rückblick auf die ganze einzigartige Entwicklung der 8. Großmacht, des Rundfunks, in Deutschland, die ohne Vorgänger und ohne Beispiel in der Welt ist, als auch die Ankündigung der Schaffung des deutschen Kleinempfängers 1938, der Stiftung eines Rundfunkpreises von 10000 RM. und weiterer großzügiger und großherziger Maßnahmen zugunsten der Rundfunk=Schaffenden lösten immer wieder begeisterte Beifallskundgebungen aus. Die Feierstunde beschlossen das Sieg=Heil auf den Führer und die Lieder der Nation. Darauf nahm Reichsminister Dr. Goebbels eine erste Besichtigung dieser weitaus größten Leistungsschau auf dem Gebiete des Rundfunks vor. „Die Nordsee steht allen ofien“. London, 5. Aug. Mit den Worten„Die Nordsee steht allen orfen“ sollen, Londoner Zeitungsberichten zufolge, Vertreter der holländischen Luftfahrtgesellschaft, die einen regelmäßigen Dienst nach England durchführt, geweigert haben, das Verbot der engischen Admiralität, gewisse Manövergeviete während der nächsten drei Tage zu überfliegen, anzuertennen. Keinem Lande stehe das Recht zu, sollen die Holländer erklärt haben, die Nordsee oder einen Teil der Nordsee dem internationalen Verkehr zu entziehen. Sollten trotzdem englische Kampfflieger die holländischen Verkehrsflugzeuge aufhalten, so würde es zu ernsten Beschwerden kommen. Der englische Marineminister Duff Coover traf auf der englischen Admiralitätsjacht„Enchantreß am Freitagvormittag auf seiner Fahrt nach Kiel vor Cuxhaven ein. Die britische Jacht gab 21 Schuß Salut, die von einer deutschen Vatterie erwidert wurden. Die„Enchantreß" setzte dann die Fahrt durch den Nord=Ostsee=Kanal nach Kiel fort. Aus Menden u. Umgebung Aus der Stadt Menden Menden, den 6. August 1938 Schießsportliche Prüfang der EA Am morgigen Sonntag treten in allen Standorten der heimischen SA=Standarte 259 die SA=Männer an, um in einem Vergleichsschießen ihre bisherige schießsportliche Ausbildung unter Beweis zu stellen. Diese schießsportliche Prüfung findet gleichzeitig im ganzen Reich statt; außer am morgigen Sonntag werden die Uebungen am 14. und 21. August fortgesetzt. Der Sturm 21/259 Menden führt dieses Vergleichsschießen am 7. August ab 8 Uhr auf dem Schießstand der Schützenhöhe Menden durch. Blumenkohl ist billig Der köstliche Blumenkohl ist in diesem Jahre besonders aut geraten. Das Wetter der letzten Tage hat zudem das Reisen noch besonders gefördert, so daß die Anlieferungen sehr stark auf den Markt drücken. Für große Mengen besteht die Gefahr, daß sie verderben, wenn e nicht in den nächsten Tagen abgesetzt werden. Das überreichliche Angebot hat weiter zur Folge, daß die Hausfrauen den Blumenhl zu günstigen Preisen kaufen können. Die deutsche Hausfrau erfüllt eine vaterländische Pflicht, wenn sie mithilft, wertvolles deutsches Gemüse durch Verzehr vor dem Verderb zu schützen. Die Parole der Woche lautet: Einmal zusätzlich ein Blumenkohlgericht. Küchenzettel für die Woche vom 9. bis 16. August 1938. Montag: Kerbelsuppe, süßer Kartoffelauflauf mit Safttunke. Dienstag: Buttermilchsuppe, gebratene frische Heringe mit Bohnensalat und Salzkartoffeln. Mittwoch: Haferflockensuppe mit Obst, Brühkartoffeln mit Tomatensalat. Donnerstag: Rindsgoulasch mit Rohkostsalat und Kartofselbrei. Freitag: Puddingmehlsuppe, Hering in Gelee mit Bratkartoffeln. Sonnabend: Gemüsesuppe mit Graupen, frisches Obst. Sonntag: Tomatensuppe, Rinderbraten mit Blumenkohl, Quargspeise mit gedünstetem Obst. Rezept für füßen Kartoffelauflauf. 1 ta gekochte, geriebene Kartoffeln, 75 gr. Fett, Zucker nach Geschmack, 2 Eier(getrennt), Salz, abgeriebene Schale einer Zitrone, geriebene Semmel. Fett, Zucer und Eigelb schaumig rühren, die geriebenen Kartoffeln und Zitronenschale dazugehen, Schnee unterziehen. Die Masse in eine ausgefettete Auflaufform füllen, geriebene Semmel überstreuen, mit Butterflöckchen belegen. Bei Mittelhitze ca 45 Min. backen lassen.— Obsttunke von verbilligter Marmelade zzureichen. Was ereignete sich am 6. August? 1789 Friedrich Liszt in Reutlingen geb. 1806 Ende des römischen Reiches Deutscher Nation. 1870 Erstürmung der Spicherner Höhen durch die Deutschen— Sieg bei Wörth.— 1914 Oesterreich=Ungarn erklärt Rußland den Krieg.— Serbien und Deutschland im Kriegszustand. Sonnenaufg.: 4,26 Mondaufg.: 16.31 Sonnenunterg.: 19,44 Mondunterg.: 0,0 Was ereignete sich am 7. August? 1862 Dichter Jak. Boßhart geb. 1914 Lüttich erstürmt. 1934 Beisetzung Hindenburgs im TannenbergNational=Denkmal. Sonnenaufg.: 4,28 Mondaufg.: 17,14 Sonnenunterg.: 19,43 Mondunterg.: 0.50 *— Eilbernes Ehejubiläum. Am morgigen Sonntag feiern die Eheleute Frz. Lichte und Frau Anna, geb. Schroer, Turmstraße 4, ihr 25jähriges Ehejubiläum. Unsern herzlichsten Glückwunsch! *— Es wollen heiraten: Versicherungsoberinspektor Ernst Adolf Rotthaus, Iserlohn und Margot Graefen Hanau=Kesselstadt, Schlosr Hermann Wilhelm Humpert, Wickede und Kontoristin Elisabeth Henriette Wilmes„Menden. Schumacher Martin Josef Huchtemeier u Hausgehilfin Ida Kleinschnittgen, beide Menden, Rohrzieher Willy Kemper, Menden und Hausgehilfin Emma Berta Dasman, Lienen, Ars. Tecklenburg, kaufmännischer Angestellter klemens Unkhoff, Menden und Maria Antoie Böckelmann, Bösperde. •—„Sei tapfer, Ilse“, so heißt unser feuer Roman, mit dessen Abdruck wir in unerer heutigen Sonntagsbeilage beginnen. Die Verfasserin heißt Helene Kalisch. Wir hoffen, nsern Lesern diesmal durch eine besonders esselnde Erzählung viele schöne Stunden zu bereiten. Mutter erholt sich Bei den Müttern in unserm Müttererholungsheim Im Schatten des Waldes, gemütlich in Liegestühlen sich ausruhend, so fanden wir unsere 19 Mütter, die auf Einladung der NSB 4 Wochen im Müttererholungsheim am Haunsberg verbringen. Der erste Kurs hat seine Kur Freitag beendet und Montag einen gemeinsamen Ausflug gemacht, wobei die Frauen, rückschauend auf dies4 Wochen ihrer Erholung erklärten: Das war die schönste Zeit unseres Lebens.— Seit=Montag ist nun der zweite Kursus eingetr###ten. Man war die ersten Tage noch ein wenig fremd miteinander die Ruhe und Entspannung, war so ungewohnt, daß man sich erst zurechtfinden mußte. Aber jetzt ist alles Fremde überwunden. Mit Behagen gibt man sich dem Faulenzen hin, wenn auch die Finger nicht ruhen wollen. Am Strickstrumpf oder am Pullover kann man auch arbeiten, wenn man ausruhend im Liegestuhl sitzt. Mit Freude haben wir uns erzählen lassen, wie ausgefüllt, wie nur auf Erholung und Ausruhen eingestellt solch ein Tag im Müttererholungsheim ist. Morgens um 9 Uhr treisen alle ein und nach einem reichlichen Frühstück gehts in den Wald. Auf mitgebrachten Decken wird gelagert und mit Gesang und frohem Lachen vergehen die Stunden bis zum Mittagessen um 12 Uhr allzu schnell. Welche Freude, sich an den Tisch setzen ohne gekocht zu haben! Nach dem Mittagessen, das stets mit einem Pudding endet, ist strenge Mittagsruhe. Der Kaffee um 4 Uhr vereint alle wieder. Gemeinsame Spiele, Gesang, leichte Gymnastik füllt die Naihmittagsstunden aus, bis zum Abendessen um 6 Uhr, das den Schluß des Tages und für alle den Heimweg bringt. Bisher haben nur Mendener Frauen an den Kursen teilgenommen, beim nächsten Mal sollen versuchsweise 5 Frauen aus dem Gau Essen, die zum Uebernachten in den benachbarten Häusern untergebracht werden, daran teilnehmen. Bei der Auswahl der Mütter werden die kinderreichen Mütter bevorzugt und mit besonderer Freude haben wir festgestellt, daß eine der Mütter 13 Kinder hat von denen noch 10 leben. Hat nicht eine solche Mutter, bei ihrem Leben voller Arbeit und Sorge für die Ihren, eine Erholungszeit unbedingt nötig? Darf sie nicht mit Recht auch einmal: Wochen an sich denken, nachdem sie über 20 Jahre nur an andere gedacht hat. Nicht vergessen seien die Betreuerinnen, die Ortsfrauenschaftsleiterin der NS=Frauenschaft, Frau Ebbinghaus, mit ihren Helferinnen, zwei Frauenschaitsmitgliedern und einer frischen, jungen Studentin, die ein halbes Jahr Arbeitsausgleich ableistet. Alle vier sorgen nicht nur aufs beste für das leibliche Wohl der ihnen anvertrauten Schützlinge, sondern sorgen auch für ihre Unterhaltung, sorgen dafür, daß die Mütter singen und lachen, denn auch das ist nötig zur Erholung. Mögen alle nach Schluß der 4 Wochen frisch wieder ihrer Pflicht nachgehen können. Hundstagsbetrachtungen Wie weit ist es zum Nordpol? Menden liegt„nur“ 4299 km vom Nordpol.— Seit wann messen wir nach Metern?— Das „Urmeter“ ist ein Block aus Platin.— Wie weit ist es von unserer Stadt bis zum Berliner Funkturm? „Die Längeneinheit des metrischen Systems ist ungefähr gleich dem 40millionsten Teil eines Erdvollmeridians". Lieber Leser, wissen Sie was das zu bedeuten hat? Das heißt, daß der Erdumfang über die Pole gemessen rund 40 000 km beträgt. Vom Erdumsang ist das Meter als unsere Längeneinheit abgeleitet worden, und zwar legte man 1791 den 10millionsten Teil der Entfernung vom Aequator bis zum Nordpol dafür fest. Jahrhunderte hindurch herrschte auf dem Gebiet des Maß= und Gewichtresens eine beispielslose Verwirrung. Oftmals wechselten die Maßeinheiten von Ort zu Ort. Den Franzosen gebührt das Verdienst, das heute noch gültige Metermaß geschaffen zu haben. Das am 1. Januar 1846 erstmalig praktisch von den Franzosen eingeführte„Metrische System“ entspricht allerdings heute nicht mehr seiner ursprünglichen Gestalt Neuere Messungen haben geringe Abweichungen festgestellt. Trotzdem ist das Meter in seiner ursprünglichen Form nach wie vor für fast alle Länder der Welt maßgebend In einem sicheren Kellerraum des Internationalen Maß= und Gewichtsbüros in Paris wird das„Urmeter“ aufbewahrt. Das Urmeter ist ebenso wie das Urkilogramm aus Platin hergestellt. Sämtliche Länder haben sich eine genaue Nachbildung vom Urmeter und Urkilogramm beschafft, die ebenfalls aus dem gleichen Metall hergestellt wurden. Für Deutschland befindet sich die Nachbildung des Metermaß in Potsdam. In regelmäßigen Abständen müssen zu gleicher Zeit alle Länder ihre Nachbildung in Paris mit dem Urmeter und ebenfalls mit den Nachbildungen der übrigen Länder überprüfen lassen. Wie weit ist es vom Aequator bis Menden? Nachdem mit der Schaijung des Meter eine ausreichende Berechnungsgrundlage gegeben wurde, lassen sich jetzt natürlich auch die Entfernungen der einzelnen Orte vom Aequator und nach jeder anderen Richtung einwandfret errechnen. Neuerdings werden alle Karten die für Planungszwecke benötigt werden mit dem sogenannten„Citternetz“ überzogen. Dieses Gitternetz läßt die genauen Entfernungen nach dem„Metrischen System“ vom Aequator aus erkennen. Die Entfernung vom Aequator bis etwa zum Mittelpunkt unserer Stadt beträgt nach dem Metrischen System(Lustlinie) 5701 Kilometer. Nach dem gleichen Metrischen System beträgt die Entfernung vom Aequator bis zum Nordpol 10000 km. Wollen wir also wissen, wie weit es noch von unserer Stadt bis zum Nordpol ist, dann brauchen wir nur die Entfernung vom Aequator bis zu unserer Stadt von den 10 000 km in Abzug bringen und haben dann sojort die Entfernung Menden— Nordpol— 4244 km. Um einmal einen Begriff von diesen Entiernungen zu bekommen, soll als Vergleich die Entfernung unserer Stadt bis zur Reichshauptstadt herangezogen werden, und zwar die Luftlinie und die Erdlinie. Wenn wir vom Berliner Funkturm bis nach Menden blicken könnten, dann würden wir in etwa 100 km Luftlinie unsere Kirchtürme sehen können. Setzen wir uns aber in den Zug, dann wird die Entfernung von unserer Stadt bis zum Berliner Funkturm natürlich erheblich größer und beträgt nach dem Kilometerzeiger der Reichsbahn 469 km Eisenbahnstrecke. Wir können also bereits feststellen, daß die Luftlinie erheblich von der Erdlinie abweicht. *— Großer Schaden durch Blitzschlag. In ein Haus an der Klosterstraße schlug Donnerstag nachmittag der Blitz ein und richtete großen Schaden an. Der Schornstein ist stark beschädigt, am Dachstuhl sind 90 Ziegel zerstört Die Zimmerdecke hat ein Loch von 20 cm Durchmesser und der Fensterrahmen des gleichen Zimmers wurde herausgerissen. Glücklicherweise sind Menschenleben nicht zu Schaden gekommen. Es ist bereits das 4. Mal, daß der Blitz in das freistehende Haus eingeschlagen ist, doch war es bisher mit einer Zerstörung der elektrischen Birnen und der Sicherungen davon abgekommen. *— Vergeßt die Tiere nicht. Unter der Hitze leiden nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. Wer deshalb seine Haustiere lieb hat, sorge, daß sie nicht unnötig in der glühenden Sonne stehen; daß sie“ genügend frisches Wasser haben. Er nützt damit sich und den Tieren. *.— Ein neuer„Wartesaal" am Klevesberg. Daß die Westf. Kleinbahn' für die Bequemlichkeit ihrer Fahrgäste stark bemüht ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Bereits vor einigen Tagen berichteten wir, daß sie eine Anzahl neuer, moderner Autobusse in Betrieb genommen hat, die gegenüber den„älteren Jahrgängen“ denkbare Vorteile für die Fahrgäste brachten. Neuerdings ist sie nun dazu übergegangangen, an den Fahrstrecken Wartesäle zu errichten. Ein solcher Wartesaal wurde auch an der Ecke Hermann=Göring=Straße=Unnaerland= Straße erbaut. Nun darf man natürlich nicht annehmen, daß hier ein Gebäude errichtet wurde, daß einem Wartesaal der Reichsbahn gleichkommt, etwa mit Sitzgelegenheiten und Ausschank usw. Es ist lediglich ein ungejähr 2.50 mal 3.50 m großer Holzbau mit geschmackvollem Anstrich, der aber immerhin seinen ihm zugedachten Zweck voll und ganz erfüllen wird: die Wartenden vor den Unbilden bei schlechter Witterung zu schützen. Aus dem Amt Fröndenberg Ortsbauernführer Schwake vom Blitz getroffen und getötet. Fröndenberg. Das schwere Gewitter, das am gestrigen Nachmittage hier niederging, forderte ein Todesopfer. Der in Strickherdicke mit Mähen beschäftigter Bauer wurde von einem Blitz getroffen. Der Bauer, der auf seiner Mähmaschine saß, wurde auf der Stelle getötet. während die beiden Pferde unversehrt blieben Dieser bedauerliche Unglücksfall beweist erneut, wie gejährlich es ist, sich bei einem schweren Gewitter auf freiem Felde zu bewegen. Großer Straßenbau. Fröndenberg. Die Gemeinde Fröndenberg. bekannt durch ihre alte Geschichte und die vielseitigen Industriezweige, ist seit Jahren bemüht, mit der wirtschaftlichen Entwicklung in jeder Beziehung Schritt zu halten. Augenblicklich gilt das besondere Interesse dem Straßenund Wohnungsbau, wobei der östliche Bezirk der Gemeinde die Hauptrolle spielt. Hier gibt es noch ungeahnte Ausdehnungsmöglichkeiten. Die Bismarckstraße ist bereits in mustergültiger Weise jertiggestellt und hält mit jeder Großstadtstraße Schritt. Ihr folgen die Wasserwerk=, Hans=Schemm=, Löhnbach=, Graf=Adolf= und Irmgardstraße, die im Ausbau begriffen sind. Mehrere neue Straßen sind im Erstehen. Besonders begrüßenswert ist die Grünanlage an der Hermann=Göring=Straße. Auch mit dem Ausbau der Haßleistraße, die kürzlich kanalisiert wurde, ist in nächster Zeit zu rechnen. Nicht vergessen werden darf vor allen Dingen der Erweiterungsbau der Ruhrstraße, die in ihrer bieherigen Verfassung den modernen Verkehrsauffassungen in keiner Weise mehr Rechnung trug. Noch eine kurze Zeit und man wird, von Menden kommend, eine große, breite Eingangsstraße in den Ort vorfinden. Auch der Bau von Wohnungen ist geplant und wird auf dem schnellsten Wege verwirklicht werden. Von den weiteren Projekten der Gemeinde ist erwähnenswert der großzügige Umbau des Sportplatzes der Bau des Hitler=Jugendheimes, der Turnhalle und einer weiteren Schule. Betrunkener Autofahrer raste auf den Bürgersteig. Iserlohn. Auf der Altstadt=Straße ereignete sich ein Verkehrsunfall, der durch einen betrunkenen Autojahrer verursacht wurde. Nur durch besonderes Glück und die Geistesgegenwart einer Fußgängerin wurde Schlimmeres verhütet. Der Kraftfahrer befuhr die Straze in rasender Geschwindigkeit und geriet dabei mit seinem Wagen auf den Bürgersteig, auf dem zwei Frauen gingen. Eine von ihnen wurde angejahren, erlitt aber glücklicherwesse nur leichtere Verletzungen. Die ardere##rang geistesgegenwärtig beiseite und kam dedurch mit dem Schrecken davon. Der Fahrer wurde festgenommen Kraftwagenzusammenstoß beim Ueberholen. Ein Kraftwagenzusammenstoß erfolete abends auf der Westialenstraße. Ein Kra#tjahrzeug wvollte einen parkenden Perionenwagen, in dem zwei Frauen laßzen. überholen Zu gleicher Zeit kam aus entgegengesetzter Richtung ein Lastkraitwagen. Da der P'atz zum Ueberholen zu eng war, fuhr der überbolende Wagen das parkende Fahrzeug an. das voständig zertrümmert wurde. Beide Insassen wurden verletzt; eine der beiden Frauen erlitt neben leichteren Verletzungen eine Cehirnerschütterung und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Die Ermittelungen wurden von der Kriminalvolizei aufgenommen, die auch die Schuldfrage noch klären muß. Vom Blitz getroffen. Hamm. Bei dem vorgestern abend auch über Werries niedergehenden schweren Gewitter, schlug in der siebenten Abendstunde der Blitz in das Wohnhaus des Freihern v. Bevernförde gehörenden Pachthofs(Pächter Damberg), Doristraße 7. und zündete sogleich. Er hatte den Schornstein getroffen, von dem er jefort den Dachstuhl in Brand setzte. Im Bodenraum des Hauses hatten Vorräte aus dieser und aus der vorjährigen Ernte Aufnahme gefunden, die den Flammen zum Opier fielen. Es waren Gerste. Hafer, Mais und vor allem Heu und Stroh. Ein Rind verbrannte. Aber sonst konnte die Einrichtung der Zimmer zum großen Teil mit Hilfe der Nachbarn geretter werden. Das Wohnhaus brannte vollständig nieder. Mendener Filmschau „Anna Favetti“ Inmitten der Schönheit des Bergwinters erleben wir das tragische Geschia eines Elternpaares, dessen einziger Sohn freiwillig in den Krieg gezogen ist, um nicht mehr heimzukehren. Der Vater kann an seinen Tod nicht glauben und erhofft seine Wiederkehr. Wie nun der iremde Norddeutsche Licht in dieses dunkle Haus der Trauer bringt dadurch, daß er dem Vater die Gewißheit des Todes mitteilt und gleichzeitig die Tochter glücklich macht, das wird uns in diesem Film voll eigenartigem Reiz geschildert. Eine besondere Leistung: Mathie. Wieman als Norddeutscher. Westfalen und Kheinland Automatische Sparkasse im Betrieb Großer Anklang bei der Gefolgschaft Zur Nachahmung empfohlen Köln. Die Kreissparkasse der Landkreise Köln, Rheinisch=Vergischer Kreis und Bergheim hat eine sehr begrüßenswerte Neuerung eingeführt. Die sogenannten Sparschränke, die in den Schulen angebracht sind und jedes eingeworfene Groschenstück quittieren, sind auf Betriebssparautomaten mit einem Quittungsbetrage von 50 Pfennig umgebaut worden. Der Arbeitskamerad, der 50 Pfennig gespart hat, wirft das Geldstück in den Automaten und erhält diesen Betrag auf einer Karte gutttiert, die 20 Felder zu je 50 Pfennig enthält. Bei vollbedruckter Karte wird der Gegenwert von 10 Mark auf ein Sparkassenbuch übertragen, über das der Inhaber jederzeit frei verfügen kann. Eine andere Firma, und zwar die Kölner Holzbauwerke G. m. b. H. in Kalscheuren, fördert den Spargedanken dadurch, daß sie bei den ersten 10 Mark eine Mark und für jede weiteren 10 Mark 50 Pfennig zusteuert. Welchen Anklang diese Neuerung besonders in der Betriebsgemeinschaft gefunden hat, mag daraus zu ersehen sein, daß monatlich 500 Kartenfelder zu je 50 Pfennig gestempelt werden. Also sparen diese Betriebsangehörigen ohne spürbare Belastung 250 RM. im Monat. Ein Beispiel, das überall Nachahmung finden sollte. Kampf dem Kartoffelkäfer Bei tatkräftiger Bekämpfung für Deutschland keine Gefahr Köln. Wenn man in diesen Tagen und Wochen durch das westliche Grenzgebiet fährt, so sieht man dier und da einzelne Gruppen. Männer und Frauen. Jungen und Mädel, die auf der Suche nach dem Kartoffelkäfer und seinen Larven sind. In Anbetracht der vielen falschen Vorstellungen über das Auftreten und die Möglichkeiten der Bekämpfung dieses Schädlings war es von Nutzen, daß das Reichsprovagandaamt Köln=Aachen den Schriftleitern des Gaues Köln=Aachen Gelegenheit gab, den Kartoffelkäser und seine Larven, den Umfang des durch ihn möglicherweise anzurichtenden Schadens und die Mittel zu seiner Vernichtung kennen zu lernen. Schon um die Mitte des vorigen Jahrbunderts war dieses Tier, das alle Nachtschattengewächse, die Kartoffeln ebenso wie die Tomaten, befällt, über weite Gebiete Amerikas verbreitet. Europa blieb lange Zeit von ihm verschont. bis etwa im Jahre 1922 diese Schädlinge in Frankreich auftauchten, von wo sie vor zwei Jahren bis zur Westgrenze des Reiches vorgedrungen sind. Der Käfer ist 1 Zentimeter lang, er hat eine rundliche Form und seine Flügeldecken tragen gelbe und schwarze Streifen. Seine Vermehrung ist außerordentlich stark, denn die Nachkommenschaft eines Weibchens beträgt allein in einem Sommer 31 Millionen Tiere. Die Eier, die in einer Anzahl von 20 bis 30 Stück an die Unterseite des Kartoffelkrautes gelegt werden, sind etwa 2 Millimeter lang. Aus ihnen schlüpfen nach kurzer Zeit die blutroten Larven, die anfangs gleichfalls etwa 2 Millimeter lang find. Nachdem sie drei Wochen das Kraut der Kartoffeln gefressen haben, graben sie sich in die Erde ein und vernunpen sich in einer Tiefe von etwa 10 Zentimeter. Schon nach einer Woche schlüpft aus der Pupve der junge Käfer, der dann wiederum für seine Vermebrung sorgt und das Vernichtungswerk fortsetzt, bis nach kurzer Zeit nur noch die Mittelrivven und Stengel der befallenen Pflanzen übrig geblieben sind. Entscheidend für den Erfolg seiner Bekämpfung ist, daß der Käfer dort, wo er auftritt, rechtzeitig gefunden wird. Um hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, ist dafür gesorgt, daß in dem Gebiet, das gefährdet erscheint, allwöchentlich ein Suchtag abgehalten wird, an dem jeder Kartoffelbauer selbst oder durch Angehörige seines Haushalts mitwirken muß und für dessen sorgfältige und sachgemäße Durchführung der Bürgermeister zuständig ist. Wird auf irgendeinem Acker der Kartoffelkäfer festgestellt, so muß sofort die nächste Polizeibehörde verständigt werden, die ihrerseits das betreffende Gelände sperrt und für eine Benachrichtigung der zuständigen Landwirtschaftsschule und des Kartoffelkäserabwehrdienstes sorgt. Kosten entstehen dem Kartofselbauer nicht, da diese in ihrer Gesamtheit vom Reich getragen werden. Erfolgt die Entdeckung der Larven in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung, so genügt die Bespritzung des Ackers mit Kalkarsen, da alle Käfer und Larven nach dem Genuß des mit diesem Gift bedeckten Krautes eingeben, wobei eine Gefahr für Wild und Haustiere nicht besteht. Ist die Larve jedoch schon in die Erde gegangen, so muß mit radikaleren Mitteln vorgegangen werden. In einem solchen Falle wird das Kraut der Befallstelle aus der Erde gerissen und in ein mindestens ein Meter tiefes Loch geworfen. Schwefelkoblenstoff sorgt dann für reine Bahn und bietet die Gewähr, daß im Umkreis von mehreren Quadratmetern jedes Lebewesen vernichtet wird. Es liegt auf der Hand, dak in den kommenden Jahren in den gefährdeten Gebieten zu den bisherigen Arbeiten des Kartoffelbaues zwei weitere hinzukommen: das Absuchen und Bespritzen. Diese Mühen stehen aber in keinem Verhältnis zu dem großen Nutzen und Erfolg, umso weniger, als die Kosten der Vernichtung weder dem Anbauer Unkosten verursachen noch das Wachstum der reifenden Früchte beeinträchtigen oder den Ertrag der kommenden Jahre mindern. Kampf ist alles, und bei tatkräftigem Einsatz aller verfügbarest Mittel bedeutet der Kartoffelkäfer für Deutschland keinerlei Gefahr. Unerläßlich aber ist, daß jeder Bauer und jeder, der hinaus auf die Felder kommt, nach diesen Tieren fahnden hilft. 40 Milligramm Radium verloren und wiedergefunden Lannover. Vor einigen Tagen hatte ein Kranker in einem städtischen Krankenhause, wahrsch inlich in einem Verwirrungszustande, eine Packung mit 40 Milligramm Radium aus seiner Wunde entfernt und in einem unbewachten Augendlick in den Abort geworfen. Nachdem sofort eingeleitete Nachforschungen nach diesem edenso seltenen wie heilkräftigen Stoff, der einen Wert von einigen tausend Mark darstellt, ohne Erfolg geblieben waren, setzte sich die Krankenhausverwaltung mit dem Städtischen Tiefbauamt in Verbindung und bat, alle in den Sieben des Kanalnetzes absinkenden festen Bestandteile der Abwässer abzufangen. Zugleich erreichte man, daß sich ein Assistent der Technischen Hochschule mit einem Doppelfadenelektrometer, einer Einrichtung, die bis zu fünf Meter Entfernung die Nähe von Radium durch Ausschlagen eines Zeigers anzeigt, auf die Suche begab. Die Nachforschungen auf dem Krankenhausgrundstück, im Sammelpunkt des städtischen Kanalnetzes in der Innenstadt und auf dem Grundstück der Kläranlage in Herrenhausen blieben jedoch ohne Erfolg. Es bestand also nur noch die Möglichkeit, daß sich das Radium, das sich noch in der Gummieinlage befinden mußte, mit der es in die Wunde eingeführt worden wor, auf dem Wege vom Krankenhause zur Kläranlage irgendwö im Kanalrohr festgesetzt hatte. Als das Gerät zum Absuchen von Kanalleitungen eingesetzt wurde, bemerkte man in der Nähe des Krankenhauses auch tatsächlich den langersehnten Ausschlag des Zeigers. Sofort wurde das Stück der Kanalleitung gesperrt und ausgespült, und nach mehrstündiger angestrengtester Arbeit kam die etwa drei Zen:imeter lange Gummihülle mit ihrem kostbaren Inhalt wieder zum Vorschein. Zu Fuß durch die Weser Hausberge an der Porta. Infolge der Dürre der letzten Wochen ist der Wasserstand der Weser so sehr gesunken, daß Badende zwischen der Kettenbrücke, die die beiden Portaufer miteinander verbindet, und dem oberhalb der Brücke gelegenen Ortsteil Wittenhusen das Flußbett durchschreiten können. Die Weser=Schiffahrt leidet natürlich sehr unter dem niedrigen Wasserstand. Nicht ein Schiff kann voubeladen werden, und Kähne, die vom Mittelland=Kanal zur Weser absteigen, müssen in Minden ern leichtern, um ihre Fracht an die Bestimmungsorte bringen zu können. Im Norden des Kreises Minden ist die Oesper vollständig trocken. Die Bauern, die sonst ihr Vieh an die Oesper zur Tränke trieben, müssen nun in der Erntezeit noch Wasser fahren, um ihr Vieh versorgen zu können. Herford in Wassersorge Höher gelegene Stadtteile stundenweise ohne Wasser Herford. Infolge der anhaltenden Trockenheit hat sich die Wasserknappheit in Herford in den letzten Tagen außerordentlich nachteilig bemerkbar gemacht. Der Normalbedarf an Wasfer beträgt in Herford etwa 3000 Kubikmeter täglich; der Verbrauch ist jedoch in der letzten Zeit um das Vielfache gestiegen, größtenteils aber nicht aus zwingenden Gründen. Vielmehr mußte immer festgestellt werden, daß ungeachtet der schlechten Wasserverhältnisse alles andere als sparsam mit dem Wasser umgegangen wurde. Nun hat sich die Knappheit bereits dahingehend ausgewirkt, daß die höher gelegenen Stadtteile stundenweise ohne Wasser sind. Die Reserven des Hochbehälters im Stukenberg mußten in den letzten Tagen zugesetzt werden. Seit längerer Zeit ist man dabei, durch Anlegung neuer Brunnen die Wasserversorgung besser zu gestalten. Eliskases vor Kieninger Bad Oeynhausen. Neben den Partien der 12. Runde mußten Donnerstag noch 6 Hängepartien der 11. Runde erledigt werden. Am Mittwoch waren lediglich vormittags zwei Partien zum Austrag gekommen. Der frühere Deutschlandmeister Richter schlug den Berliner Nowarra, und im zweiten Treffen behielt Professor Becker die Oberhand über den Hamburger Reinhardt. Am Nachmittag gewährte die Turnierleitung den Spielern Ruhe. In der 12 Runde gewann als Führer der weißen Steine Reinhardt ein orthodoxes DamenGambit gegen Dr. Weil. Koch befiegte den Westfalenmeister Hans Herrmann, Eifinger schlug Professor Becker und Kohler fiegte in einem sizilianischen Endspiel über Schmitt. Unentschieden endete die wichtige Partie zwischen Richter und Eliskases, der ebenfalls französisch spielte. Als Nachziehender gewann der Titelverteidiger Kieninger eine spannungsreiche Partie gegen Nowarra. Die Begegnungen Rellstab gegen Engels und Michel gegen Kranki hängen noch. Von den sechs schwebenden Treffen der 11. Runde konnten fünf erledigt werden. Engels gewann gegen Koch, Schmitt mußte sich dagegen gegen Rellstab mit einem Unentschieden begnügen Eliskases errang den erwarteten Sieg geogen Herrmann, Kranki zog gegen Kohler den kürzeren, so daß sich der Münchener in den beiden letzten Runden stark nach vorn geschoben hat. Kieninger acwann gegen Eisinger das Treffen. Weil gegen Michel schwebt noch. Das Turnier wird in den späten Abendstunden in den noch hängenden Partien fortgesetzt. Der Stand nach der 12 Runde: Eliskases 10 Punkte, Kieninger 9½, Koch 7½, Michel 7 und zwei Hängepartien, Kohler und Richter je 7 Punkte, Engels 6 Punkte und eine Hängepartie, Becker und Hans Herrmann je 6 Punkte, Kranki 5½ Punkte und eine Hängepartie. Rellstab 5 Punkte und eine Hängepartie, Reinhardt 4¼ Punkte, Schmitt 4 Punkte, Eisinger 34 Punkte, Dr. Weil 3 Punkte und eine Hängepartie, Nowarra 1½ Punkte Der Kündigungsschutz für Schwerkriegsbeschädigte Frankfurt a. M. In Oberlahnstein war am 17. Oktober 1937 ein Betrieb geschlossen worden. Der Besitzer entließ daraufhin die ganze Belegschaft fristlos. Nach einer Rücksprache mit dem Vertreter der DAF. ließ er sich bewegen, die Arbeiter noch zwei Wochen und die Angestellten bis Monatsende zu entlohnen. Mit dieser Regelung war ein Schwerkriegsbeschädigter nicht einverstanden. Er vertrat den Standpunkt, daß ihm auch bei Schließung des Betriebes nur mit Genehmigung der Hauptfürsorgestelle für Schwerkriegsbeschädigte hätte gekündigt werden dürfen und verlangte die Bezahlung seines Lohnes für die Dauer von drei Monaten. Das zuständige Arbeitsgericht in Oberlahnstein verurteilte den Beklagten zur Zahlung von 524 RM. Gegen dieses Urteil legten Kläger und Beklagter Berufung ein, die jetzt vor dem Landesarbeitsgericht in Frankfurt verhandelt wurde. Das Landesarbeitsgericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung des Lohnes bis zum 28. Februar 1938. Es ging also über das Urteil des Arbeitsgerichtes weit hinaus. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Dreimonatsfrist nach§ 16 des Schwerkriegsbeschädigtengesetzes erst mit dem Tage der Wirksamkeit der Kündigungsfrist zu laufen beginne. Diese werde nach§ 13 des gleichen Gesetzes aber erst mit dem Tage der Antragstellung bei der Hauptfürsorgestelle wirksam. Gefängnis wegen versuchter Rotzucht Frankfurt a. M. Als vor einiger Zeit ein 18jähriges Mädchen zu mitternächtlicher Stunde nach Hause zurückkehrte und die Haustür aufschloß, wurde es von einem 27 Jahre alten Mann, den es von Ansehen kannte, angehalten. Der Bursche versuchte, das Mädchen zu küssen und warf es, als es sich sträubte, zur Erde, wobei er ihm zurief:„Schreie nicht, sonst steche ich!“ Der Unhold versuchte nun, sich an dem Mädchen zu vergehen, stieß jedoch auf erheblichen Widerstand. Ein Fußgänger, der zu gleicher Zeit an dem Hause vorbeiging, kam dem Mädchen zu Hilfe und veranlaßte die genaue Feststellung der Personalien dieses verwegenen Burschen. Er hatte sich jetzt wegen versuchter Notzucht vor der Großen Strafkammer zu verantworten und wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Brunnenmeister durch giftige Gase getötet Marburg. In der Nähe von Bracht wurden bei der Anlage eines Brunnenschachtes Sprengungen vorgenommen. Um einige Holzstücke, die sich in der Tiefe im Wasser angesammelt hatten, zu entfernen, ließ sich der Brunnenmeister Hornung aus Karlsruhe in den Schacht hinab. Infolge Einatmens giftiger Gase, die sich dort gesammelt hatten, verlor er das Bewußtsein. Zwei Arbeiter, die ihm helfen wollten und nacheinander einstiegen, wurden ebenfalls besinnungslos. Durch sofortige Hilfsmaßnahmen wurden die drei Männer wieder an die Oberfläche gebracht. Während bei den Arbeitern Wiederbelebungsversuche Erfolg hatten, war bei dem Brunnenmeister bereits der Tod eingetreten. Zugzusammenstoß bei Ralingen 17 Verletzte Ralingen a. d. Sauer(Reg.=Bez. Trier). Am Donnerstag früh fuhr der fahrplanmäßige Personenzug KP 1603 kurz nach der vorzeitigen Ausfahrt aus dem Bahnhof Ralingen auf der eingleisigen Strecke auf den vor dem Einfahrtsignal stehenden Triebwagen 1600 auf. Durch den Zusammenstoß wurden ein Reisender und zwei Beamte schwer und 14 Personen leicht verletzt. Der Triebwagen mußte abgeschleppt werden, während die Lokomotive des Personenzuges wieder betriebsfähig gemacht wurde. Das Gleis war für mehrere Stunden gesperrt. Der Verkehr konnte durch Kraftwagen aufrechterhalten bleiben. D=Zug überfährt Fuhrwerk Delmenhorst. An der durch Schranken gesicherten Straße Heidkrug=Hasbergen beim Bahnhof Heidkrug fuhr der planmäßige D=Zug Bremen— Oldenburg auf ein Fuhrwerk auf. Hierbei wurde das Pfero vom Zuge zermalmt. Der Fahrer des Gespannes wie auch ein auf dem Wagen befindliches zehnjähriges Kind wurden vom Wagen heruntergeschleudert, kamen jedoch wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Beide erlitten Beinverletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Zwei Motoeradfahrer tödlich veragglückt Lohmar. Am Donnerstagabend ereignete sich auf der Jabachtalstraße bei Lohmar im Siegkreis ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei Menschen das Leben verloren. Ein Motorrad, das mit zwei Personen besetzt war, fuhr gegen einen Lieferwagen. Dabei erlitt der Lenker so schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle tot war, während seine Beifahrerin ihren schweren Wunden bald darauf gleichfalls erlag. Die beiden Verunglückten befanden sich auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstätte. Von einstürzenden Sandmassen getötet Oberhausen. Bei Arbeiten am Eptwässerungs= kanal auf dem Bahngelände in Oberhausen stürzte die östliche Spundwand des Entwässerungskanals ein, wodurch ein 19 Jahre alter Arbeiter aus Hamborn=Bruckhausen und ein 22 Jahre alter Arbeiter aus Oberhausen verschurtel wurden. Während der ältere Arbeiter von seinen Arbeitskameraden lebend geborgen werden konnte, konnte der 19jährige erst nach zweistündiger Rettungsarbeit befreit werden. Bei ihm war der Tod schon eingetreten. Nach Aussagen der Arbeitskameraden liegt Selbstverschulden des tödlich Verunglückten vor, da er Arbeiten ausgeführt hat, zu denen er gar nicht beauftragt worden war. Ungetreuer Sparkassenangestellter Sechs Monate Gefängnis Düsseldorf. Ein Sparkassenangestellter der Stadt Düsseldorf war, obwohl er ein gutes Gehalt bezog, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Er unterschlug ein Sparkassenbuch, das irrtümlicherweise bei der Sparkasse liegengeblieben war, und hob 295 RM. davon ab. Dieselben Machenschaften trieb er mit dem Sparkassenbuch eines Sparers aus Bremen. Hier erbeutete er 600 RM. Als eines Tages ein Sparbuch aus Kaiserslautern eintraf, hob er von diesem neuen Konto 600 RM. ab, verbuchte sie auf das Konto des Sparers aus Bremen und vermerkte in seinen Büchern, daß das Sparbuch aus Kaiserslautern zurückgeschickt worden sei. Diese unredlichen Machenschaften wurden dank der strengen Kontrolle, die bei der Sparkasse herrscht, sofort entdeckt. Der Angestellte erschien nun vor dem Schöffengericht, das ihn zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte. Vater ertrinkt vor den Augen seiner Familie Dinslaken. Der Bergmann Fritz Traut aus Dinslaken war mit seiner Familie an die Lippe zum Baden gegangen. Kaum war der Vater mit seinem Sohn ins Wasser gesprungen, als er auch schon unterging. In seiner Todesangst klammerte sich der Vater an den Sohn. Nur mit äußerster Mühe gelang es diesem, sich von dem Ertrinkenden zu lösen. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Mutter und fünf unmündige Kinder betrauern den Tod ihres Ernährers. Vorsicht bei dem Genuß giftiger Pilze Neunkirchen. Ein Neunkirchener Ehepaar hatte am vergangenen Wochenende einen Ausflug nach Daun unternommen und dort ein Zeltlager aufgeschlagen. Während seines dortigen Aufenthaltes hatte es Pilze gesucht, zubereitet und gegessen. Als nach einigen Stunden ein anderes Ehevaar an dem Zeltlager vorbeikam, fand dieses die Neunkirchener Eheleute bewußtlos vor. Eine ärztliche Untersuchung ergab, daß die schwere Vergiftung auf den Genuß giftiger Pilze zurückzuführen war. Die Ehefrau ist bereits in der Nacht zum Dienstag im Dauner Krankenhaus gestorben, ihr Ehemann liegt noch immer schwerkrank darnieder. Seidenraupenzucht Eine Nebenverdienstquelle für Kleinsiedler Bonn. Ein Weg für viele Kleinsiedler und =gärtner, ihren Verdienst zu erhöhen und gleichzeitig eine Forderung des Vierjahresplanes im Sinne der deutschen Wirtschaftsfreiheit zu erfüllen, ist die Seidenrauvenzucht, zu der die Stadt Bonn einen erfolgversprechenden Weg weist. Die Stadtverwaltung hat hier, um die Seidenraupenzucht zu fördern, neben einer Kläranlage 10000 Maulbeersträucher anpflanzen lassen, die Anfang kommenden Jahres so weit entwickelt sind, daß sie an die Seidenzüchter abgegeben werden können. Die Abgabe erfolgt kostenlos. Das Vorhandensein von Maulbeersträuchern als Nahrungsquelle der Raupen ist eine unerläßliche Vorbebingung für den Aufbau einer Seidenraupenzucht. Beim Nachweis, daß 1000 Maulbeersträucher angepflanzt sind, kann sich der Züchter von der Staatlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Celle Seidenraupeneier schicken lassen— ein Klg. Brut, etwa 1300 Eier, kosten 25 Pfg.— und so seine Zucht aufbauen. Außerdem kann jeder Interessent in einer Musterrauperei die für die Zucht erforderlichen Vorkenntnisse erwerben. Als Zuchtraum genügt eine Bodenkammer oder eine gleichmäßig temperierte Holzbude, die gut durchlüftbar ist. Als Lagerflächen für die Raupen dienen Hürden und Spinnrahmen. Vater und Sohn vom Blitz erschlagen Monschau. Ein. 60 Jahre alter Wegeaufseher aus Höfen bei Monschau wurde am Mittwochabend, als er mit seinem Sohn Viehfutter holen wollte, von einem Gewitter überrascht. Die beiden Männer flüchteten unter eine Tanne, in die kurz darauf ein Blitz schlug. Vater und Sohn wurden getroffen und auf der Stelle getötet. Leichenfund im Bahntunne! Betzdorf. Im Eisenbahntunnel bei Niederschelden auf der Bahnlinte Betzdorf— Siegen wurde Mittwoch morgen die Leiche eines in den 20er Jahren stehenden Mannes gefunden, der vom Zuge überfahren worden war. Neben der Leiche lag ein Tesching, das abgeschossen worden war, die Kugel jedoch noch im Laufe stecken hatte. Die Ermittlungen ergaben. daß es sich um einen Ziegeleiarbeiter aus Niederschelden handelt, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist. Man nimmt an, daß der Mann in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, den Tunnel aufgesucht hat, um sich dort zu erschießen Da dieses Vorhaben durch den Versager nicht glückte hat er sich dann vor den Zug geworfen. Scheinleben als Millionäre Das Luxus=Armenhaus von Newyork— Gefallene Millionäre als Insassen Man muß von dieser wohltätigen Stiftung berichten, weil sie ebenso bizarr wie seltsam ist, aber die Frage ist beerchtigt, ob sich Millionen nicht besser anwenden lassen? Denn in den Vereinigten Staaten gibt es Arme und Arbeitslose genug, denen man erfolgreicher unter die Arme greifen könnte. Millionäre ohne Geld Am Rande der Riesenstadt Newyork, in einer einsamen Seitenstraße, liegt ein palastartiges Haus. Portiers in malerischer Untform sorgen dafür, daß Unberufene nicht Zutritt erlangen. Das große Eisentor, das in den Vorgarten führt, ist streng bewacht; ein würdiger Portier hält auch den Haupteingang in das merkwürdige Haus unter strenger Aufsicht. Wenn vorhin von einer einsamen Straße die Rede war, so ist das nur bedingt zu nehmen. Die Türhüter haben alle Ursache, aufzupassen. Neugierige kommen Tag für Tag noch immer in großen Mengen an; nicht nur, um das stolze Gebäude zu betrachten, sondern, um auszukundschaften, was in dem geheimnisvollen Hause vorgeht. Die Neugierigen würden allerdings nur dann auf ihre Kosten kommen, wenn sie noch niemals eine Villa großen Stils gesehen hätten. Oder ein Sanatorium, oder irgend eine Anstalt, bestimmt, den Menschen, die ihr Vermögen nach Millionen zählen, zu gesunden, zu unterhalten. Eine Anzahl von Frauen und Männern bester Umgangsformen und elegantester Kleidung bewohnt das luxuriöse Haus. Wohlerzogene Diener und Zofen sorgen für die Insassen, denen nichts fehlt, was„Leute von Welt“ in Anspruch nehmen. Nichts, mit einer Ausnahme nur: Geld! Die Männer und Frauen, lebenslängDie NS.=Schwester während des Reichsparteitages Auch in diesem Jahr werden wieder 1200 NS.= Schwestern während der Reichsparteitage in Nürnberg eingesetzt werden und freudig ihren schweren und verantwortungsvollen Dienst versehen. (NSV.=Bildarchiv(M.) liche Gäste des Hauses, verfügen über alles, was behaglich und elegant ist. Nur sind sie vollkommen mittellos. Sie nennen so wenig ihr eigen, daß sie nicht einmal den Angestellten eine kleine Sondervergütung geben können. Ein„Trinkgeld“ würde auch nicht angenommen. Die Angestellten müssen ihre Pflicht so peinlich genau tun, als wenn sie echte Millionäre vor sich hätten. Die Annahme eines„Trinkgeldes“ wird mit fristloser Entlassung geahndet. Viele klopfen an, aber... Die Pförtner in ihren reichen Uniformen, der Direktor und die Untergeschäftsführer dieses „Armenhauses“ haben die Augen offen zu halten nicht allein wegen des Andranas der Neugierigen, sondern auch, weil sich täglich Männer und Frauen melden, die lebenslängliche Aufnahme begehren. Da muß streng geprüft und gesiebt werden. Das Armenhaus ehemaliger Millionäre, das eine Stiftung jüngeren Datums ist, will keine Insassen, die stets Not kannten und sich freuen würden, einmal an Leib und Seele zu gesunden, um wieder arbeiten zu können. Nein, die bizarre und alles andere als wahren Gemeinschaftssinn bekundende Idee beruht lediglich darauf, Millionäre vergessen zu lehren, daß sie es nicht mehr sind. Der Begriff„Millionär“ ist nicht rein wirtschaftlich zu verstehen; Künstler und Wissenschaftler, hohe ausländische(zaristische) Generale, die früher auf großem Fuße leben konnten, aber plötzlich verarmten, sind ebenso willkommen, wie gefallene Könige der Wallstreet. Dieses„Leben auf großem Fuße“ wird genau durchgeprüft, damit nicht Schwindler durch die engen Maschen der Aufnahme rutschen. Einmal Gast des „Armenhauses“, sind die Insassen vollkommen gleichberechtigte Millionäre. Sie erhalten ihre Appartements, deren Böden mit Teppichen belegt sind, in die man„wie früher zuhause“ versinkt. Es ist selbstverständlich, daß die Speisen und Getränke nur auf Silber serviert werden, bzw. feinstes chinesisches Porzellan in Gebrauch ist. Essen und Trinken können die lebenslänglichen Pensionäre, was sie wollen. Man serviert ihnen die Schokolade ans Bett. Wünschen Sie auf den herrlichen Terrassen nach dem Park hin ihre Eisspezialitäten, so liest ihnen die wohlgeschulte Dienerschaft,„wie zuhause" alle Wünsche von den Augen ab. Zwei strenge Hausregeln Wenn diese Exmillionäre auch nicht einen Pfennig Taschengeld bekommen, so kostet sie das Luxusleben bis zum Lebensende auch nichts. Es besteht keine Gefahr, aus dem Schlaraffenland verwiesen zu werden, es sei denn, daß man sich schlecht beträgt. Die größte Sünde ist es, die Hausangestellten grob anzufahren oder gar, seine Wünsche im Befehlston zu äußern. Wer sich gegen die Belegschaft vergeht, der erhält noch an demselben Tage die Ausweisung; ohne Gnade und Barmherzigkeit! Etwas milder wird die zweite Grundregel gehandhabt, nämlich, das schlechte Betragen der Gäste untereinander. Hier wird dem Sünder oder der Sünderin vom Direktor des„Armenhauses“ ein Brieflein überreicht, das in freundlichen, aber ernsten Worten an die notwendige Wohlanständigkeit erinnert und auf die Folge eines Rückfalls hinweist. Diese Folge ist wiederum die Ausweisung. Bis jetzt hat ein solAm 5. August öffnete die Reichs rundsunk=Ausstellung ihre Pforten Blick auf eine Fernsehbühne. Eine Aufnahme aus der großen Reichsrundfunk=Ausstellung, die am 5. August am Kaiserdamm in Berlin eröffnet wird.(Weltbild— M.) cher Warnungsbrief genügt, um auch den temperamentvollsten unter diesen Armen=Millionären in Schach zu halten. Es ist also wohl das vornehmste Haus von Newyork, das sich hier aufgetan hat. Ein Haus, das übrigens auch für die geistigen Dinge dieses Lebens sorgt. Die Bibliothek ist sehr umfangreich und vielseitig. Wissenschaft, Kunst, Technik, Handel und Wirtschaft, Mode und Geselligkeit können gepflegt werden. Freilich nur in der Theorie, d. h. innerhalb dieses eleganten Gefängnisses. Praktisch läßt sich mit alledem nichts anfangen, da das„Armenhaus“ für Millionäre, das den Insassen alles gibt, was sie wünschen, eben nur Leute aufnimmt, die mit der Welt da draußen abgeschlossen haben. So gleicht der Luxusbau, eine Stiftung von etwa 20 Millionen Mark, einem Kloster, und zwar einem höchst originellen: für beide Geschlechter! Schlimmer als Gefangenschaft Um der Gefangenschaft durch die Bolschewisten zu entgehen, begab sich der Soldat August Krause nach Kriegsschluß in die Hände eines lettischen Mädchens, wo es ihm jedoch bald schlimmer erging als in wirklicher Gefangenschaft. Er hatte sich bei der Besorgung von Lebensmitteln verspätet, konnte die abrückenden Truppen nicht mehr einholen und wäre von den Bolschewisten überrascht worden, wenn ihn ein gutherziges Mädchen nicht in ihrer Wohnung versteckt hätte. Bei erster Gelegenheit wollte er sich dennoch auf die Strümpfe machen, aber die junge Lettin, die ein Auge auf den deutschen Soldaten geworfen hatte, wußte seine Flucht immer wieder zu hintertreiben und befahl ihm, die Uniform auszuziehen und ihr in der Wirtschaft zu helfen. Eines Tages bestellte sie einfach das Aufgebot und heiratete Krause. Sieben Jahre lang mußte der ehemalige deutsche Soldat dieses auferzwungene Ehejoch ertragen, ehe er seine Frau entwischen und über die Grenze in seine Heimat gelangen konnte. In einer ostpreußischen Stadt faßte er Fuß und fing ein neues Leben an. Mit seiner lettischen„Gefangenschaft“ hatte er so vollkommen abgeschlossen, daß er 1929 zum zweiten Male heiratete, obgleich die erste Ehe noch immer— auf dem Papier wenigstens— bestand. Neun Jahre lebte er glücklich mit seiner zweiten Frau zusammen, da ereilte ihn das Geschick. Die Lettin hatte seinen Wohnsitz ausfindig gemacht und stieg ihm aufs Dach. Es gab einen Prozeß wegen Bigamie, der unter normalen Umständen ehr schlimm für Krause ausgefallen wäre. So aber konnte sich das Gericht gut in die Zwangslage des Soldaten versetzen und verdonnerte ihn nur zu einem halben Jahr Gefängnis. Und auch diese verhältnismäßig milde Strafe wurde ihm erlassen, weil sie ja unter das Amnestiegesetz fiel. Es fragt sich nur, ob die herrschsüchtige Lettin den Mann und seine zweite Frau jetzt in Ruhe läßt. der Milch ins Haus gebracht Waschanstalt für Baby=Lätzchen Weshalb sollen wir das selbst machen; wir haben sowieso genug zu tun!— Das sagten sich die beiden jungen Ehefrauen und Freudinnen Shaw und Mrs. Greis. Sie sind nicht sonderlich reich und ärgerten sich jeden Tag darüber, daß sie bei ihrer vielen Arbeit auch noch die Lätzchen für die beiderseitigen Babys waschen müßten. So ein Kind, meinen sie, braucht pro Tag ein halbes Dutzend solcher Dingerchen. Aus dieser Rechnung wurde ein glänzender Gedanke geboren. Wenigstens nach Ansicht der Damen Shaw und Greis. Die Lätzchen müßten in eine Kapsel gesteckt und wie die Milchflasche jeden Tag gebracht, bzw. abgeholt werden. Im Austausch von reinen und schmutzigen Lätzchen. Da die beiden Frauen ihre Idee für ausgezeichnet hielten, haben sie zunächst bei sich selbst angefangen. Sie eröffneten eine Waschanstalt für Baby=Lätzchen. Die Sache begann vor kurzer Zeit sehr klein, aber heute haben die tüchtigen Frauen bereits eine Waschproduktion von täglich 10000 Lätzchen. Das Waschen von 36 Lätzchen kostet 2 Schilling, 6 Pence. Etwa 400 Kundinnen werden bedient. Die Lätzchen werden in eine Kapsel gesteckt, vor die Tur gestellt, aogeholt und am nächsten Tage wieder sauber an die Tür gebracht. Es gibt also doch noch Neues unter der Sonne. Bazillen und Großstadtluft Interessante Zählungsergebnisse Von Dozent Ewald Schild Nicht mit Unrecht ist die Großstadtluft als bakterienschwanger verschrien. Ein genauer Ueberzlick läßt sich hier nur auf Grund sorgsamer Zähzung des Keimgehaltes der Luft gewinnen. Solche Zählungen wurden beispielsweise in Paris durchgeführt, und die dabei ermittelten Ergebnisse besitzen auch für unsere Verhältnisse einigen Vergleichswert. Eine der verkehrsreichsten Pariser Straßen, die Rue de Rivoli, wies im Durchschnitt 1460 Bakterien im Kubikmeter Luft auf. Aus dieser Durchschnittszahl erhellt, daß der Keimgehalt nicht zu allen Zeiten und unter allen Bedingungen gleich ist. Der Einfluß der Jahreszeiten macht sich ganz besonders bemerkbar. So ermittelte man zum Beispiel im Frühling 2175, im Sommer 1670, im Herbst 1540 und im Winter 514 Keime durchschnittlich per Kubikmeter Luft. Besonders aufschlußreich sind aber auch die Schwankungen innerhalb eines einzigen Tages, über die Zählungen aus der Avenue de I’Opera vorliegen. Ein Kubikmeter Luft dieser Straße enthielt nach vorangegangener Besprengung im Juli um 7 Uhr früh 398 Bakterien, um 10 Uhr, als sich der Verkehr belebte, 4300, um Mittag 7400 und um 2 Uhr nachmittags 10 300. Um 3 Uhr wurde die Straße abermals besprengt, der Keimgehalt sank auf 5200, um aber um 7 Uhr abends wieder die Zahl 10 800 zu erreichen. Mit aller Deutlichkeit ist aus diesen Zahlenangaben zu erkennen, welche ausschlaggebende Rolle der Verkehr und die Trockenheit bei der Zahl der Luftkeime spielt. Die größte Keimzahl innerhalb eines Tages, die ermittelt wurde, betrug 575000, also über eine halbe Million. Sie wurde in der Avenne du Bois an einem heißen Sonntagnachmittag gegen 6 Uhr abends festgestellt. Um diese Zeit ist der Passanten= und Wagenverkehr dieser Straße außerordentlich rege, was mitsamt der Trockenheit diese hohe Keimzahl erklärlich erscheinen läßt. Ein wesentlich anderes Bild zeigten abgeschlossene Gartenanlagen. In der Luft des Jardin du Luxembourg waren im Kubikmeter um 8 Uhr morgens im Schatten 159, in der Sonne nur 101 Keime zu finden. Die bakterientötende Kraft des Sonnenlichtes tritt dabei auffällig in Erscheinung. Ein eigenes Kapitel bildete die Untersuchung der Luft abgeschlossener Räume. So wurden in einem Restaurant gegen 11 Uhr vormittags schon 40 000 Bakterien festgestellt. Diese immerhin respektable Zahl stieg eber mittags um ½1 Uhr auf nicht weniger als 60 000 Keime. In einer belebten Weinstube wurden gegen 10 Uhr abends gar 450000 Bakterien im Kubikmeter Luft ermittelt! In den großen Warenhäusern schwanken die Zahlen zwischen 300 000 und 4000 000 für die Lufteinheit. Daß man auch vor Antritt eines Ausfluges vorher gezwungen ist, wohl oder übel mit zahllosen Bakterien innigst in Kontakt zu treten, beweisen die Zahlen, die auf einem Bahnhof festgestellt werden konnten. Von mittags 2000 000 stieg diese Zahl zur Zeit des stärksten Ausflugverkehrs(gegen 3 Uhr nachmittags) auf maximal 9000000 Keime pro Kubikmeter.„Bahnluft"! Aber auch das ist noch keine Rekordziffer. Das zweifelhafte Verdienst, sie erreicht zu haben, gebührt einer sehr stark besuchten— Gemäldegalerie, wo im Kubikmeter Luft nicht weniger als 14000000 Bakterien als unsichtbare„Besucher“ festzustellen waren! Die ominösen Rieseneier Das Huhn eines jugoslawischen Bauern begann auf einmal, ohne ersichtliche Gründe, wahre „Ueber=Eier“ zu legen. Jeden Tag konnte man ein Ei aus dem Rest legen, das durchschnittlich ein halbes Pfund wog. Ein wahres Wunder also, und die Bauernfamilie hätte Grund gehabt, ob dieses unerwarteten Segens vergnügt und dankbar zu sein. Sie war es jedoch keineswegs, und das war das zweite Wunder. Die Leutchen waren sehr abergläubisch und sahen in den Rieseneiern eher das Walten des Teufels als das einer freundlichen Macht. In ihrer Bedrängnis wandten sie sich an eine Wahrsagerin, die die günstige Gelegenheit wahrnahm und den Leuten einredete, sie müßten den Zauber, der über ihrem Hofe liege, rechtzeitig und gründlich brechen. Gehorsam taten die Bauern alles, was von ihnen verlangt wurde. Sie brachten unter Anteilnahme des ganzen Dorfes die Wunderhenne zum nächsten Kreuzweg und verkauften sie an den ersten besten Darauf reinigte man unter allerhand Mumpitz die gesamte Wäsche der Familie, um sie von dem Hennen=Zauber zu befreien. Und drittens bezahlte man natürlich der Wahrsagerin ein anständiges Trinkgeld für ihren weisen Rat. Deutsche Schnellzugslokomotive rollt durch die Straßen Eine moderne Schnellzugslokomotive 03, die für die Ausstellung der 100=Jahr=Feier der Staatsbabn in Braunschweig bestimmt ist, wurde durch die Straßen Braunschweigs zum Ausstellungsgelände gefahren. Der Transvort erfolgte auf einem Spezialtrecker, das Gesamtgewicht dieses seltsamen Gefährts betrug 2800 Zentner.(Weltbild— M.) Europameisterschaften der Schwimmer Vom 6. bis 13. August in der Londoner Wembleyhalle Auf der sp. rtgerechten 50=Meter=Kampfbahn der Londoner Wemdlevhalle werden in der Zeit vom 6 die 13. August die Eurovameisterschaften im Schwimmen, Kunst= und Turmspringen sowie Wasserball zur Adwicklung gebracht. Von 16 Nationen wurden insgesamt 180 Meldungen abgegeden. Auf die Einzelkämpfe entfallen 161 und auf die Mannschafteprüfungen— Staffeln und Wasserdall— 19 Meldungen. Mit 20 Nennungen ist England am stärksten vertreten. Holland folgt mit 21, wäbrend 20 auf Deutschland, 19 auf Dänemark und 18 auf Ungaen fallen. Nachdem Jugoslawien vom Wasserdallturnier zurückgetreten ist, kämpfen noch acht Nationen, und zwar der Titelverteidiger Ungarn, Deutschland, Belgien, Holland, Polen, Frankreich, Italien und England um den Sieg. Das Hauptinteresse dürfte sich wodl auf den Gesomtsieg sowodl bei den Männern als auch bei den Frauen und im Wasserdallturnier konzentrieren. Deutschland dat den Preis der Nationen aus dem Jahre 1934 in Magdeburg zu verteidigen, soweit es sich um die Männerwettbewerbe dandelt. Die deutschen Aussichten sind nicht schlecht. Wenn man bedenkt, daß in Erwin Sietas und dem neuen deutschen Meister Joachim Balke zwei international erprobte Brustschwimmer zur Verfügung stehen. die in Europa nicht zu schlagen sind, daß unser Rückenschwimmer Heinz Schlauch auf Grund seiner großen Ueberlegenheit in Eurova auf einen Kampf mit dem Olympiasieger Adolod Kiefer wartet und daß in Erbard Wviß. Haster und Kitzig Kunst= und Turmsieger zur Verfügung stehen, die allererste internationale Klasse darstellen, dann kann man sich schon einen entscheidenden Punktvorsprung ausrechnen, den Deutschland gegenüber den schärfsten Rivalen Ungarn und England haben wird. zumal unser Sprinter Helmuth Fischer im Endlauf über 100 Merer Kraul nicht der Letzte sein wird. Gesrannt ist man auf Werner Plath, der sich gegen den in letzter Zeit glänzend in den Vordergrund gebrachten Schweden Björn Borg behaupten muß. Gefährlich kann aber auch noch der Ungar Grof werden, der seine große Form für London seit einigen Tagen wiedergefunden bat. War Heinz Arendt vor einiger Zeit der große Favorit für die lange Strecke, so bai auch er in erster Linie jetzt mit Biörn Borg und dem Engländer Wainwrigbt zu rechnen. Da Deutschland in allen Einzelkonkurrenzen mit der böchstzulässigen Zahl von zwei Kämpfern antritt, die alle im Endlauf erwartet werden und dort keine schlechten Aussichten daben, sammeln uniere zweiten Vertreter für die Gesamtwertung entscheidende Punkte. Im Wasserballturnier dürfte sich die gesamte Situation wieder auf den Endkampf Ungarn gegen Deutschland konzentrieren. Vollkommen offen dürfte die 4X200=Meter=Kraulstaffel sein, da neben den Ungarn und unserer Mannschaft am ebesten die Enalander eine Ueberraschung bringen können. Die harke deutsche Einheit wird in London den Magdeburger Gesamtsieg mit Erfolg verteidigen, zumal alle Teilnehmer in denkbar bester Form an den Start kommen. Bei den Frauen wird es Holland besonders schwer daben, den Sieg in der Gesamtwertung zu verteidigen. Dänemark mit den im groß in den Vordergrund gerretenen jungen Schwim merinnen bat in erner Linie durch das überragende Können der Weltrekordlerin Ragnbild dveger die besten Aussichten, den Gesamtsieg zu erringen. Auch bier wird es vervorragende Duelle geben. Man braucht nur an die Kämpfe zwischen Ragnbild Hveger und Ric: van Veen, zwischen Waalberg und Ing. Sörensen sowie im Rückenschwimmen zwischen den beiden Holländerinnen van Feggelen und Cor Kini zu denken. Deutschland ist nur im Kunst= und Turmspringen, dier aber durch Daumerling und Heinze aussichtsreich vertreten. Biorn Borg in vier Wettbewerben Der schwedische Schwimmverband hat sich durch die gans dervorragende Form des kaum 20jäbrigen Biörn Borg bei den Landesmeisterschaften dazu verletten lassen, den dochtalentierten Schwimmer für vier Wettbewerbe in London zu melden. Sorg soll auf der Eurovameisterschaften über 100. 400 und 100 Meter Kraul und 100 Meter Rücken ktarten. So gut der Schwede auch ist, damit scheint ihm aber doch zu viel zugemutet zu werden, zumal er sich zunächst einmal in vielen schweren Vor= und Zwischenläufen für den Endkampf qualifizieren muß. Außer Borg hat Schweden noch Per Olof Olsson. John Rotbmann, Gösta Olander, Lennart Mattssen, Märta Heitkensktöld. Ann=Margret Rarling und Alice Liunggren für die am Samstag im Londoner Wemdley=Bad beginnenden Titelkämpfen gemeldet. Ungerne Schwimmer für London Für die Europameisterschaften im Schwimmen hat der ungarische Verband folgende Meldungen abgegeben: Männer: 100 Meter Kraul: Dr. Csik. Köröst; 400 und 1500 Meter Kraul: Graf und Kochinka; 100 Meter Rücken: Lengvel, Erdely: 200 Meter Brust: Fahpan, Engel; Springen: Hidveghi: Kraul= staffel: Graf, Köröst, Elmer, Lengvel; Ersatz Dr. Csik: Wasserball: Mezei: Molnar, Sarkano; Halassy: Brandv. Remeth, Bosci.— Frauen: 100 Meter Kraul: Acs: 200 Meter Brust: SeigetyVarga. Der Länderkampf des Jahres Widerstand auf Biegen und Brechen sichern versucht. Der Ruf soll gewahrt bleiben, die Siege von 1936 an gleicher Stätte sollen erhärtet Der Länderkampf des Jadres, die erste Begegnung der Leichtatbleten Deutschlands und der Vereinigten Staaten von Nordamerika, wurde mit einer Pressebesprechung eingeleitet, zu der Dr. Ritter von Halt eingeladen hatte. Der Reichefachamtsleiter gab die Aufstellung der Mannschaft bekannt, die am 15. und 14. August im Berliner Olympiastadion mit der Welt besten Leichtatbleten, den Amerikanern, kämpfen wird. Sie ist zum großen Teil ein Produkt der Breslauer Ergebnisse, wo sie es nicht ist, waren Erkenntnisse maßgebend, die mit Recht Beständigkeit und Erfahrung über ein vielleicht zufälliges Resultat setzten, so beispielsweise im Hammerwurf, wo man unserem Olympiasieger Karl Hein seinen alten Kampfgenossen Erwin Blask zur Seite gab. Die Mannschaft sucht diesmal kein Trainingslager auf. lediglich einige wenige ihrer Mitglieder werden noch einem kurzen Spezialtraining unterworfen. Die Amerikaner bringen das Beste nach Berlin, was sie im Augenblick auftreiben können. In ihrer Mannschaft befinden sich nicht weniger als 18 Landesmeister, und die übrigen sind die Zweiten und Dritten der USA.=Meisterschaften. Es mag die Frage aufgeworfen werden, weshalb die Amerikaner mit so grobem Geschutz auffahren. Nun, USA. als seit 1912 füdrende Leichtatbletiknation der Welt bat schließlich einen Ruf zu verteidigen, und da Deutschland, das an den gleichen Tagen noch in Brüssel gegen Belgien antritt, den Gegner stellt, ist es zu versteben, daß man kein Risiko eingeben will und sich gegen Ueberraschungen irgendwelcher Art zu werden. Beachtlich und sensationell geradezu ist die Tatsache, daß unser Aufgebot zum größten Teil von des 0 Olympiakämpfern des Jahres 1936 gestellt wird, während sich von der Olymviagarde des Sternenbanners nur ganze drei Mann gebalten haben! Dieser Länderkampf des Jahres wird für Deutschlands Atbleten eine sehr schwere Prüsung darstellen. Wir sind uns klar darüber, daß der Kampf im Zeichen allerhärtesten Widerstandes unsererseits steben wird,— der unbedingte Siegeswille wird sich erst Ende des Monats in Stockbolm austoben! Die deutschen Atbleten sind gewillt, den Amerikanern einen Kampf auf Biegen und Brechen, und so gleichzeitig die schönste Werbung für die Leichtatbletik zu liefern. Alles in allem seben wir den Kampf gegen USA. als weitaus größer und bedeutender an, als die Europameisterschaften in Paris, die wir jedoch keineswegs unterschätzen. Im Gegenteil, wir haben an der Seine unsere euroväische Vormachtstellung von den 1. Europameisterschaften in Turin der zu verteidigen. Nach Berlin, Stockbolm(wo wir nach drei Niederlagen nun endlich den ersten Sieg landen sollten) und Paris wird wohl der Ausklang dieses großen Leichtatbletikjahres noch ein Länderkampf gegen Ungarn in Budapest sein, während dann das kommende Jahr völlig im Zeichen der Vorbereitungen auf Helsinki 1940 steht. Mercedes=Benz kaum gefährdet Caracciola, von Brauchitsch und Lang in Livorno na erfolgreich letzten Jahr An den beiden nächsten Sonntagen werden deutsche Rennwagen auf italienischem Boden starten. Das erste Rennen rollt auf der Montenero=Rundstrecke von Livorno ab, auf der im vergangenen Jahre der Grobe Preis von Italien entschieden wurde. Der 7,218 Kilometer lange Straßenkurs weist sehr viele schwierige Kurven auf, doch erreichte Rudolf Caracciola als Sieger des Vorjadres mit 131 Klm.=Std. einen sehr beachtlichen Durchschnitt. Mercedes=Benz dürfte— zumal die Auto=Union erst acht Tage sväter in Pescara an den Start gebt — kaum zu übertreffen sein. Caracciola. Lang und Brauchitsch können sich heuer auf ihren Wagen verlassen, so daß auch von den Delaheve=Wagen, die auf einer solchen Strecke gewisse Vorteile haben, keine große Gefahr drobt. Eine Ueberraschung können allerdings die neuen Maserati=Wagen bringen, die sich in Tripolis als schnell und wendig erwiesen und inzwischen weiter entwickelt sind, während man von Alfa Romeo noch nicht weiß, ob seine Neukonstruktionen nun durchschlagskräftig sind. Besondere Beachtung verdient in diesem Rennen Hermann Lang. der im vergangenen Jahre den größten Teil der Strecke an der Spitze durchrafte und dann auf Anweisung von der Box aus Rudolf Caracciola nach vorn ließ, um seinem Kameraden die Eurovameisterschaft zu sichern. Mit einer halben Wagenlänge blieb das„Hermännle“ binter dem „Rudi“ zurück, und der einsatzbereite Württemberger, der in Reims und auf dem Nürburgring viel Pech sein. hatte, wird dier wieder in seinem Element In der nächsten Woche gebt es dann nach Pescara, wo Mercedes=Benz noch Dick Seaman einsetzt und die Auto=Union Nuvolari. Müller und Hasse starten läßt. Neben den zwei Delabeve sollen auch drei neue Maserati und zwei Alfa Romeo hier eingesetzt werden. Der Radsport am Wochenende Meisterschaftskämpfe im Radfahrerlager Meisterschaftskämpfe im Radfabrerlager Das erste August=Wochenende bringt ein sehr wertvolles Radivortprogramm. In Nürnberg wird die Deutsche Stebermeisterschaft der Berufsfahrer entschieden und in Gießen kommt die Amateur=StraßenMeinerschaft im Einer=Streckenfahren zur Durchfübrung. Außerdem sind mit der Schweizer Radrundfaort und dem klassischen Großen Preis von Kovenbagen für Berufsflieger zwei überdurchschnittliche Auslandsereignisse zu verzeichnen. Um Schellers Titel Einen beißen Kampf werden sich auf dem 55 Kilomnter langen Weg von Gießen über Reichskirchen, Grünberg. Londorf, Staufenberg und Lollar. der eiermal zu nehmen ist, über bundert der besten Amateurnraßenfahrer aus allen Gauen des Reiches im Meinerschaftskampf des Einer=Streckenfabrens liefern Zu beachten ist die Schweinfurter Streitmach: mui Heller, Schellborn, Seufert, Schramm und Bartowjt: Daneben aber haben der Münchener Krück. der Berliner Irrgang, die Chemnitzer Hackebeil und Bronold und der Tilkter Meurer erste Aussichten auf einen Sieg. Setzt sich Lohmann durch? Nach zwei Vorlaufen, die am Mittwochabend in Hannover durchgeführt werden, starten am Sonntag in Nürnderg neun Fahrex im Endlauf zur Deutscher Siebermeisterschaft über 100 Kilometer. Favoriten dieses Kampfes sind nach den Vorlaufergebnisser neden Weltmeister Lohmann und dem Titelverteidiger Schön noch Toni Merkens und Erich Metze, die sich in ausgezeichneter Form befinden. Das Renner wird vor Beginn an große Kämpfe bringen, da jeder dieser vier Fahrer, ganz abgesehen von Paul Krewer. Schindler, Hille, Leuer und dem noch zu bestimmenden neunten Fahrer— wahrscheinlich Ilse oder Ifland—. alles einsetzen wird, um den Titel zu gewinnen. So darf man dauernde Positionskämpfe erwarten, in denen es auch den größten Favoriten schwerfallen wird, sich bis zum Schluß zu behaupten. Die deutsche Nationalmannschaft der Bahn trägt ihr fünftes Auswahlrennen aus, das sich aus einem Malfahren, einem Ausscheidungsfahren, einem Zweisitzerrennen über 1000 Meter und einem Punktefahren zusammensetzt. Schweizer Radrundfahrt mit Deutschen Insgesamt 70 Fahrer aus neun Nationen nehmen am Samstag in Bern mit der Etappe nach Schaffhausen(192) den Kampf in der Schweizer Radrundfabrt auf, die am Sonntag die Etavve Schaffbausen—Cbur(205) bringen und am 14. August beendet wird. Die deutschen Farben vertreten Umbenbauer. Bautz. Oberbeck, Kijewski, Gever und Weckerling. Sehr stark ist das Schweizer Aufgebot, aber im Vordergrund steben die italienischen„Kletterer": Del Cancia, Canavesi, Camusso, der Franzose Vietto und die Belgier Loncke. Storme und Hendrickz, sowie die Luxemburger M. und P. Clemens und Mersch. Neben dem Grotzen Fliegervreis von Kovenbagen, an dem sich deutscherseits Richter und Ehmer beteiligen, sind noch zu nennen: Amateurbabnrennen in Viersen, Berlin=Weißensee, Bremen und Freiburg i. Br., die Straßenrennen Großer Straßenvreis der Ufa=Stadt Babelsberg, Großer Strabenpreis von Saarbrücken, Eislebener Rundstreckenrennen und der Straßenpreis von Schleswig=Holstein. Kampf auf dem Sachsenring Großer Preis der Motorräder von Europa Auf dem ausgebauten Sachsenring von HobensteinErnsttbal wird am Sonntag der Grote Preis von Deutschland für Motorräder ausgefahren, der gleichzeitig auch die Bezeichnung Großer Preis von Eurova tragen darf. War dieses Rennen früher für die Vergebung des Eurovatitels entscheidend, so sählt es in diesem Jahre nur mit, da die Eurovameisterschaft der Motorradfahrer wie bei den Rennwagenfahrern durch Punktwertung verschiedener Rennen ermittelt wird. Wie auf dem Nürburgring so wird auch diesmal ein richtiges Volksfest des Motorsports gefeiert, denn 250000 Zuschauer darf man gut und gerne bei dieser interessanten Prüfung erwarten. 100 der bekanntesten Fahrer Eurovas geben an den Start. Besonders erbittert wird der Kampf in der Halbliterklasse sein, wo BMW mit seinem Spitzenfabrer Georg Meier, Kraus und dem neuverpflichteten Schneeweiß versuchen wird, abermals die starken Norton=Maschinen der Daniell und Fritb. die in der Punktwertung zur Europameisterschaft führen, zu übertreffen. Ein gefährlicher Gegner der Deutschen ist auch noch der Italiener Serafini auf der Gilera. Einen sicheren deutschen Sieg darf man in der 250er=Klasse erwarten, wo sich Ewald Kluge vor seinem Kameraden Bernhard Petruschke mit der Auto=Union DKWendgültig die Eurovameisterschaft sichern dürfte. In der 350er=Klasse wird es in erster Linie einen verbissenen Kampf zwischen der Norton von Wbite und der Velocette von Mellors geben, aber Winkler, Wünsche und Hamelehle können mit ihrer DKW und Fleischmann, Bodmer und Hentze mit ihrer NSU den Engländern das Siegen sauer machen. Deutschland bei der Radweltmeisterschaft Die Auswahl für die am 28. August in Amsterdam beginnende Woche der Radweltmeisterschaften ist unter den deutschen Rennfahrern vorgenommen worden. Für jeden Wettbewerb wurde die höchstzulässige Zahl von Teilnehmern mit Ersatzleuten gemeldet. Das deutsche Aufgebot setzt sich danach wie folgt zusammen: Berufsfahrer: Steher: Lohmann=Bochum, Schön=Wiesbaden, Merkens=Köln. Metze=Dortmund: Flieger: Richter=Köln, Merklewitz=Berlin, EngelsKöln, Lorenz=Chemnitz. Steffes=Köln: Straße: Umbenhauer=Nürnberg, Bautz, Kitewfki, (beide Dortmund). Scheller=Schweinfurt, RothFrankfurt, Weckerling=Magdeburg, DiederichsDortmund. Schild=Cbemnitz. Amateurfahrer: Flieger; Hasselberg=Bochum. Schorn=Köln, PurannBerlin, Mobr=Wien, Horn, Kinnle(beide Köln): Straße: Heller=Schweinfurt, Irrgang=Berlin, Meurer=Köln, Sztrakati=Wien. Richter, Hackebeil (beide Chemnitz), Krovp=Nachen, Bronold=Köln. Rund um den Sonntag Nach der gemeinsamen Kundgebung von Breslau Sportarten nun wieder eineeln treten die Sportarten nun wieder eineeln vor ihre Anhänger. Insbesondere die Leichtatbleten, Schwim= mer, Reiter, Radfahrer und Motorsportler, die jetzt den Höberunkt ihrer Saison haben, warten mit großen Veranstaltungen auf. Zu beachten bleibt auch die die Fünfkampfmeisterschaft der Polizei in Wuppertal=Elberfeld, neben der auch Einladungswettbewerbe der Leichtatbleten einbergeben. Die Erinnerung an den Fußballsvort halten zwei Länderkämpfe im Ausland wach. Schweden und die Tschecho=Slowakei messen zum fünften Male in Stockholm ihre Kräfte. Zweimal konnten die Nordländer ein Unentschieden erzielen, im übrigen mußten sie Niederlagen hinnehmen. In Bergen treffen die Auswahlmannschaften von Norddeutschland und Westnorwegen am Samstag zusammen. Da an diesem Tag eigens der Dampfer Kolumbus mit 1500 Breslauer Festteilnehmern landet, wird das Sviel sicherlich einen groben Rahmen finden. Leichtatbletik ist augenblicklich Trumpf. Bei den guten Leistungen, die die disberigen Grobkämpfe brachten, darf man besonders gespannt sein, was unsere Spitzenkönner gegen die Angehörigen der USA.=Ländermannschaft ausrichten können. Die Amerikaner erledigen ihren zweiten Start in Dortmund. Hier werden am Sonntag u. a. die Läufer Wilbur Green, John Marion, Blaine Ridout, Walter Mehl, John Vorican, die Werfer Felswartsbno, Lynch, Watson, Lowell Todd und Cbarles Soper sowie die Springer Neil, Kint, Lacefield und Rutting erwartet. Die Spitzenklasse unserer Atbletinnen tritt zu neuen Prüsungskämpfen in Mannheim zusammen. Die volkstümlichen Wettbewerbe bilden auch das Kernstück der Emmericher Kampfspiele, die wiederum die Gaue Westfalen, Nieder= und Mittelrbein sowie Niedersachsen am Start vereinen. Im Ausland verdienen die Meisterschaften von Finnland beachtet zu werden, um so mehr, als die Vertreter der kleinen Sportnation sich im Hinblick auf„ihr“ Olymvia besonders anstrengen werden. An einem Sportfest in Kovenhagen nimmt auch unser Weltrekordmann Willi Schröder im Diskusweren teil. Im Gebersport bringen die Titelkämpfe in Erfurt den Höberunkt des Jahres. Erstmals ist auch eine Deutsche Meisterschaft im 10=Kilometer=Bahngeben ausgeschrieben, um die sich 23 Teilnehmer, darunter auch Schnitt(SCC), Nord(Reichsbahn Berlin), Schmidt(Polizei Hamburg) und die Westdeutschen Krüger(Köln) und Hinz(Bielefeld) bewerben Viel schärfer wird der Kampf über 50 Kilometer auf der Straße sein, wo 68 Meisteranwärter zur Stelle ein werden. Der Titelverteidiger Prehn(Leipzig) wird vor allem mit den Berlinern Bleiweiß und Peters, Altmeister Hähnel(Erfurt) und den SA.= Meistern Kirsch, Blau und Köhler(Leipzig) zu rechnen haben. Im Schwimmen beginnen in London die Eurovameisterschaften am Samstag. Eine Woche lang werden sie unter den Svitzenkräften von 16 Nationen heiße Kämpfe bringen. Deutschlands Aufgebot. das nur Männer umfaßt, ist sorgfältig ausgewählt und so gut in Form, daß mit einem guten Abschneiden gerechnet werden kann. Eine Europameisterschaft wird auch im Seo„I= vort entschieden. Bis zum Samstag währen die portentschieben. Dis zum Sumptep-S.. Titelkämpfe der Olymviazollen auf dem Starnber= ger See, wobei sich der deutsche Meister Bichel bisber recht gut schlug. Von den Kanufahrern wird schwedischen Varbofen um die Titel von Weltmeistern gekämpft. Im Boxen interessiert das Abschneiden der italienischen Amateurstaffel im Kampf gegen Polen. Berufsborkämpfe finden in Karlsrube statt. Der Pferdesport ist mit zwei großen Turnieren im sonntäglichen Programm verteten. Eine Mannschaft der Kavallerieschule Hannoper, vertritt unsere Farben beim Dubliner Turnier. Die' gesamte übrige Spitzenklasse des Reichs und zahlreiche prominente Ausländer kämpfen um die wertvollen Ehrenpreise des Düsseldorfer Jubiläumsturniers. Galovorennen werden u. a. in Köln, Karlsborst und Hannover gelaufen. Im Motorsport ist unseren Spitzenkönnern beider Lager eine neue Gelegenheit gegeben, sich international hervorzutun. In Livorn= wo im vergangenen Jahr Caracciola vor Lo 70 Rosemeyer den Großen Preis von Italien, nn, wird das Formelrennen um den Pokal des Grafen Ciano abgewickelt. Die drei Mercedesfahrer Caraccjola, Lang und von Brauchitsch haben in diesem Jahre den Kampf gegen die Alfas von Wimille und Farina. die Delaheyes von Dreyfus und Comotti und einige Maseratifahrer zu bestehen. Im Motorradsvort wird mit dem Großen Preis von Eurova auf dem Sachsenring in Hohenstein das wichtigste Rennen des Jahres entschieden. Besonders interessant verspricht hier das Rennen der Halbliterklasse zu werden, wo drei deutsche BMW mit Meier, Krauß und Schneeweiß auf die englischen Nortonfahrer Fritb und Daniell treffen. Im Radsvort stebt eine weitere deutsche Meisterschaft zur Entscheidung an. Die Auslese unserer Dauerfahrer mit Weltmeister Lohmann, dem TitelDauerfahter mit Wertmeister Won verteidiger Schön und Altmeister Metze an Svitze, treten zum entscheidenden Gang in Nürnberg an. Im Rahmen dieser Veranstaltung am Reichelsdorfer Keller wird auch das fünfte Auswahlrennen unserer Nationalmannschaft des Bahnsports abgewickelt. Weitere Bahnrennen werden in Viersen, Erfurt, Frankfurt, Friesenheim, Chemnitz und Forst durchgeführt. Im Ausland stehen die unter Beteiligung der Tourfahrer vor sich gehenden Rennen in Brüssel und Paris im Vordergrund.— Auf der Straße beginnt am Samstag die Schweizrundfahrt. Unter den 70 Bewerbern befinden sich auch Bautz, Oberbeck, Kiiewski, Umbenbauer und Geper als Deutschlands Vertreter. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Vikör— Wehr dich 2. Rennen: Nußknacker— Lebensart Stall Rösler— Sankt Märgen prillus— Stall Rösler atron— Trollius alstaff— Terxes ont Levis— Agnat — Gladius. 3. Rennen 4. Rennen: 5. Rennen: 6. Rennen: 7. Rennen: 8. Rennen: Jude. „Resto Rom, 5. ausländ vom Besuck schulen in klärt der Rassenfrage Carlino daß von de senleitsätze Schritt: man nunm schlossen u Wenn beso durch die T könne man davon in mus die giöses, son blem bet wie das B daß diese ge hätten oder ralsch speku Ihnen ja sel olo kündig „Das# Rom, 6. mazione heute zur se N same No „In ver darauf hing legungen ur lienische flächliche B gen Fällen ben zurückge lehre auf de dokumentari Mussolini 1921— wi Rom abgeha der Faschisn mert. Die der Rasse macht.“ Wei Schwebe geb dere Proble werden muß Aber die bat die Bezeichnung werden, an rückt. Pro tische und bl auf die heut Augenblick is biete ihrer I1 Wir werden Notwendigke Ostafrika M Um die ka vermeiden, d päischen noch Zersetzung u. genügen die angewandten auch eines wachsame Wie in mazione Dip man heute r gierung kei gungspla Es handelt sie selbst lebende dischen Stati durchzuführen muß, auf 44( Jude auf 100 nun an die: leben des St werden muß Niemand ses Recht a die Juden, Manifest de jederzeit un Die Auslosung Die Auslosun der Schwimmer Wemblen=Halle die ganze näch genommen. Da: bewerben die So treffen sich Kraul bereits der Deutsche M neller ist der zu besetzt, da hier und der Deutsch Drei Vorläu der schnellste V über 100 Meter starten im erste sogar Bahn an Meter Kraul 5 den Engländer ner. Schwach be es der zweite un Vorläufen des 1 Borg. Grof, der Leavers und der Heinz Arendt in hat. Erwin Siet Meter Brust n Rothmann zu r im zweiten Lau Meter=Rückenschr Schlauch, den U Tavlor an den den Holländer( und der Englär treffen. In der Jude, Tause und Faschismus „Resto del Carlino“ über die Rassenfrage Rom, 5. Aug. Zu der Bestimmung, wonach auslandische jüdische Studierende vom Besuch italienischer Lehranstalten und Hochschulen in Zukunft ausgeschlossen sind, erklärt der für seine Vorkämpferstellung in der Rassenfrage bekannte Bologneser„Resto de! Carlino“, der die Maßnahme lebhaft begrüßt, daß von der Bekanntgabe der faschistischen Rassenleitsätze bis zu diesem ersten praktischen Schrirt nur wenige Tage verflossen seien und man nunmehr auch auf anderen Sektoren entschlossen und unbeirrt weiterschreiten werde. Wenn besondero pfiffige Juden glaubten, sich durch die Tausi irgendwie tarnen zu können, so könne man sie nunmehr mit aller Entschiedenheit davon in Kenntnis setzen, daß der Faschismus die Judenfrage nicht als ein religiöses, sondern als ein rassisches Prolem betrachte. Damit solle aber nicht etwa, wie das Blatt abschließend betont, gesagt sein, daß diese getauften Juden einen Fehler begangen hätten oder, wie die jüdischen Bankiers sagten, falsch spekuliert hätten, denn die Taufe könne Ihnen ja sehr gut im Jenseits nützlich sein. „Informazione Diplomatica“ kündigt Numerus clausus an „Das Klima ist reif für ein italienisches Rassebewußtsein“ Rom, 5. Aug. Die hochoffiziöse„Informazione Divlomatica“ veröffentlicht heute zur Rassenfrage eine bedeutame Note, in der es u. a. heißt: „In verantwortlichen Kreisen Roms wird darauf hingewiesen, daß viele ausländische Auslegungen und Schlußfolgerungen über das italienische Rasseproblem auf eine oberflächliche Beherrschung der Frage und in einigen Fällen auf einen offenbar schlechten Glauben zurückgehen. In Wirklichkeit geht die Rassenlehre auf das Jahr 1919 zurück, wie man dies dokumentarisch nachweisen kann. Mussolini erklärte ausdrücklich im November 1921— wir wiederholen 1921— auf dem in Rom abgehaltenen Parteikongreß:„Ich will, daß der Faschismus sich um das Rasseproblem kümmert. Die Faschisten müssen sich um das Wohl der Rasse kümmern, mit der man Geschichte macht.“ Wenn das Problem einige Jahre in der Schwebe geblieben ist, so nur deshalb, weil andere Probleme vordringlicher waren und gelöst werden mußten. Aber die Eroberung des Imperiums hat die Probleme, die unter der allgemeinen Bezeichnung„Rasseprobleme“ zusammengefaßt werden, an die allererste Stelle gerückt. Probleme, deren Verkennung dramatische und blutige Auswirkungen gehabt hat, und auf die heute im einzelnen einzugehen nicht der Augenblick ist. Andere Völker senden in die Gebiete ihrer Imperien wenige ausgewählte Beamte. Wir werden im Laufe der Zeit aus einer vitalen Notwendigkeit heraus nach Libyen und nach Ostafrika Millionen Menschen entsenden. Um die katastrophale Plage der Mischlinge zu vermeiden, d. h. die Schaffung einer weder europäischen noch afrikanischen Bastardrasse, die zur Zersetzung und zur Auflösung aufwiegeln wird, genügen die vom Faschismus verkündeten und angewandten strengen Gesetze nicht. Es bedarf auch eines starken, stolzen, klaren, jederzeit wachsamen Rassebewußtseins. Wie in einer früheren Note der„Informazione Diplomatica“ klar gesagt war und wie man heute wiederholt, hat die faschistische Regierung keinen besonderen Verfolgungsplan gegen die Juden als solche. Es handelt sich um etwas anderes. Die in Italien selbst lebenden Juden belaufen sich nach der jüen Statistik, die jedoch durch eine demnächst durchzuführende Zählung kontrolliert werden muß, auf 44000. Das Verhältnis wäre also ein Jude auf 1000 Italiener. Es ist klar, daß von nun an die Beteiligung der Juden am Gesamtleben des Staates diesem Verhältnis angepaßt werden muß und wird. Niemand wird dem faschistischen Staat dieses Recht abstreiten wollen, noch weniger aber ie Juden, die— wie feierlich aus dem jüngsten Manifest der Rabbiner Italiens hervorgeht— jederzeit und überall die Apostel der unbeschränkFast 3000 Kilometer je Tag Der sensationelle Erdball=Umflug Vertrams Berlin, 5. Aug. Der am Donnerstag kurz nach 22 Uhr von Lissabon eingetroffene bekannte deutsche Flieger Hans Bertram hat auf seinem Flug um die Welt. der einzig und allein unter Benutzung der internationalen Flugverkehrslinien erfolgte, eine Strecke von 39350 Kilometer in einer Reisezeit von 20 Tagen, 21 Stunden und 35 Minuten zurückgelegt. Die reine Flugzeit hat dabei 15 Tage betragen. Zum Empfang Bertrams hatten sich auf dem Tempelhofer Feld Vertreter des Luftfahrtministeriums, der Deutschen Lufthansa, der Presse und Freunde des Fliegers eingefunden. Nach der Landung berichtete Bertram einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros über seine Eindrücke auf seinem großen Flug. Er hat, so berichtete er, fünf internationale Fluglinien denutzt. In Horta auf den Azoren hatte sich bei der Wasserung ein kleiner Zwischenfal! ereignet. Einige begeisterte Segelsportler waren so weit in die Auslaufbahn des Atlantikflugzeuges „Nordwind“ hineingefahren, daß die Maschine mit den Masten von zwei Booten in Berührung kam, ein Schaden, der jedoch in wenigen Stunden wiedergutgemacht war. Zum Nordatlantikdienst der Deutschen Lufthansa stellte Bertram fest, daß er mit Stolz behaupten könne, daß dieser Dienst in allen Einzelheiten 100prozentig fertig sei. Der Betrieb sei so weit durchorganisiert, daß diese Versuchsstrecke sofort in Verkehr genommen werden könne, sobald durch die entsprechenden Verhandlungen die Voraussetzungen dafür geschaffen seien. Hans Bertram fand schließlich anerkennende Worte für die Kameradschaft, die die Flieger aller Nationalitäten verbindet. In der Oeffentlichkeit würden immer nur die erfolgreichen Sportflieger genannt, nur selten spreche jedoch jemand von den im Hintergrund für die Idee der Luftfahrt schaffenden Verkehrsfliegern. Ozeauflieger Corrigan in Newyork begeistert begrüßt Newyork, 5. Aug. Der Ozeanflieger Corrigan, der infolge eines„Kompaßversagens“ mit einer alten Maschine von Newyork nach Irland statt nach Los Angeles flog, kehrte Donnerstagabend an Bord des Dampfers„Manhattan" nach Newyork zurück. Eine riesige Menschenmenge bereitete ihm einen jubelnden Empfang. Ueber ein Dutzend großer Hafenfahrzeuge, vollbesetzt mit Irländern und Amerikanern irischer Abstammung, fuhren ihm bis zum Hafeneingang entgegen. Aber auch zahlreiche andere Amerikaner erwarteten in großen Hafenbooten den Dampfer am Hafeneingang, so daß das Schiff schließlich von 40 Fahrzeugen umgeben und von mehreren Fliegern begleitet in den Hafen einfuhr. Die Vertreter der städtischen Behörden bestiegen die„Manhattan“, an der Quarantäne=Station, um den Flieger zu begrüßen. Auf einem der Empsangsboote befand sich ein Ausschuß, dessen sämtliche Mitglieder den bekannten Familiennamen Corrigan führten. Die Hafenfahrt zum Pier, wo bereits seit mehreren Stunden eine große Menschenmenge wartete, erfolgte unter dem unablassigen Heulen der Sirenen sämtlicher im Hafen liegenden Fahrzeuge. Als der Dampfer angelegt hatte, stürmte die begeisterte Menge, unter der zahlreiche Mädchen mit großen Blumensträußen auffielen, die Landungsstege. Das Deck des Dampfers war im Augenblick so überfüllt, daß der Empfangsausschuß den Flieger in die Kabine zurückgeleiten mußte. Erst nachdem der Ansturm abgeflaut war, konnte Corrigan das Schiff verlassen. testen, unduldsamsten und unbarmherzigsten und von einem gewissen Standpunkt aus gesehen, bewundernswerten Rassenlehre gewesen sind. Sie haben sich noch immer als Angehörige eines anderen Blutes und einer anderen Rasse betrachtet, sich selbst zum„auserwählten Volk“ proklamiert und immer Beweise ihrer rassischen Solidarität über alle Grenzen hinweg gegeben. In diesem Zusammenhang wollen wir nicht von der in den letzten 20 Jahren des europäischen Lebens historisch nachgewiesenen Gleichartigkeit zwischen Judentum, Bolschewismus und Freimaurerei reden. Kein Zweifel also, schließt die Stellungnahme, daß das Klimareif für ein italienisches Rassebewußtsein ist und man keinerlei Zweifel hegen kann, daß es durch die zusammenwirkende und entschlossene Aktion aller Organe des Regimes geistiges Gut unseres Volkes, Hauptgrundlage unseres Staates und Element der Sicherheit für unser Imperium werden wird.“ Sicherung der Edelpelztierzucht Ernennung eines Bevollmächtigten Berlin, 5. Aug. Die Bedeutung der deutschen Edelvelztierzucht in der Volkswirtschaft, insbesondere aber im Rahmen der durch den Vierjahresplan gestellten Aufgaben, wird klar ersichtlich, wenn man sich vor Augen hält, daß der Wert der in Deutschland gehaltenen Edelpelztiere zurzeit rund 30 Millionen RM. beträgt. Unter Ausnutzung dieser Sachlage haben einzelne gewissenlose Elemente versucht, mit teilweise amerikanischen„Schneeballmethoden" unsaubere Geschäfte zu machen. Das ist nunmehr durch den Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, unterbunden worden. Mit Schreiben vom 21. Juli 1938 hat er den Leiter der Gruppe Ernährung in der Zentralstelle für den Vierjahresplan in der DAF., Pg. Hanns Zierolo, zum Bevollmächtigten für die deutsche Edelpelztierzucht ernannt und diesen beauftragt, alle notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Edelpelztierzucht im Interesse der deutschen Volkswirtschaft zu treffen. Mit der Beauftragung des Pg. Zierold entfallen damit alle Vorwände, daß Unberufene oder Interessenten, die sich teilweise zu„Schutzgemeinschaften“ und anderen vereinsähnlichen Gebilden usammengeschlossen haben, noch weiterhin Soneraktionen zur Wahrung ihrer Interessen unternehmen. Solche Aktionen können nur die in der Pensions=Pelztierzucht investierten Werte auf das stärkste gefährden. Sie haben aus diesem Grunbe in Zukunft zu unterbleiben. Retord Jenny Kammersgaards unterboten Das Kattegatt in 17 Stunden 20 Minuten durchschwommen Stockholm, 5. Aug. Der Rekord der dänischen Schwimmerin Jenny Kammersgaard, die bekanntlich im Vorjahre das Kattegatt in 28 Stunden durchschwommen hatte, wurde am Donnerstag von der schwedischen Schwimmerin Bauer um nahezu 11 Stunden unterboten. Die Schwedin war von der südwestlichen Spitze der Insel Seeland aus nach Jütland gestartet, wo sie um 22.20 Uhr bei Ramskov südlich von Grenaa an Land ging. Sie brauchte 17 Stunden und 20 Minuten. In wenigen Zeilen Die Gewitter haben in verschiedenen Gegenden Frankreichs erheblichen Schaden angerichtet. So schlug der Blitz in die historische Kirche von Poissy ein und zertrümmerte den Glockenturm vollkommen. Der Sachschaden ist bedeutend. In Coranrez, in der Nähe von Chartres, schug der Blitz ebenfalls in den Glockenturm ein. Die ganze Kirche brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Führer empfing Freitag im Berghof auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden den englischen General Sir Jan Hamilton, der mit einer britischen Frontkämpferabordnung augenblicklich in Deutschland weilt. Vittorio Mussolini traf am Freitag früh kurz nach 2 Uhr in der Hauptstadt der Bewegung ein. Er wird von München aus im Laufe des Tages mit seinem Flugzeug nach Rom zurückkehren. Am Donnerstagabend traf die seit dem 21. Juli in Deutschland weilende Abordnung von 40 britischen Frontkampfern auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. Liebesdrama im stillen Dorf Der Amokläufer von Kirton— Der abgewiesen Liebhaber Ipswich, 5. Aug. Zwischen zwei kleinen Küstenflüssen, die sich als langgestreckte Meerbusen ausdehnen, liegt, in der Grafschaft Suffolk, das Dörfchen Kirton. Ein idyllischer Platz fürwahr, unweit vom Meere, eine friedliche Gegend mit arbeitsamen Menschen. Ein paar hundert Einwohner zählt die Gemeinde. Niemand hätte gedacht, daß der 24jährige Gärtner Arthur Emy mit einem Male das ganze Dorf in Aufregung versetzen würde. Der junge Emy— jetzt ist er nicht mehr am Leben— galt als der beste Tänzer weit und breit und war ein tüchtiger Arbeiter und liebenswerter Mensch dazu. Das Unglück wollte es, daß er vor einigen Monaten mit Miß Cone auf einer Tanzfestlichkeit zusammentraf und sich auf der Stelle in das hübsche 21jährige Mädchen verliebte. Arthur, dessen Glück bei Frauen sprichwörtlich war, stieß bei Violet Cone auf Widerstand, als er sich ihr nähern wollte. Auch einen Heiratsantrag wies das junge Mädchen ab. Von nun an gab es keine Ruhe mehr im Dorf. Zunachst nahm man den jungen Smy nicht ernst, als er Todesdrohungen gegen Violet ausstieß. Dann suchte der Vater Violets sein Kind vor etwaigen Gefahren dadurch zu schützen, daß er Violet im Hause einschloß. Das reizte die Wut des abgewiesenen Liebhabers noch mehr. Sie steigerte sich schließlich zum Verfolgungswahnsinn. Es gelang Arthur Emy, sich ein Gewehr zu verschaffen. Damit bewaffnet, umschlich er das Haus seiner Angebeteten. Er entdeckte das junge Mädchen in der Küche. Mit dem Kolben seines Gewehres zertrümmerte der rabiate Mensch die Fensterscheiben. Er legte das Gewehr auf Violet an und rief der höchst Erschreckten zu:„Ich habe dich wiederholt gewarnt. Wenn du mich nicht heiraten willst, muß ich dich erschießen.“ Ein Flugzeug wird eingesetzt Das junge Mädchen schrie aus vollen Kräften um Hilfe. Es entfloh in die vorderen Räume. Arthur Emy schickte eine Kugel hinter die Fliehende hei, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlte. Violet lief in ein benachbartes Kolonialwaren= geschäft, um sich vor dem Wahnsinnigen zu retten. Arthur setzte hinterher. In dem Laden entstand ein wilder Kampf zwischen dem Besitzer, der mit Marmeladeneimern angriff, und dem Amokläufer. Einstweilen allerdings war Violett gesichert. Man hielt den Attentäter mit Listen und Künsten zurück. Der Mann schien sich sogar zu beruhigen, obschon er sein Gewehr nicht hergab. Dem Ladenbesitzer gelang es, die Polizei von Felixstow herbeizurufen. Polizeiinspektor Rumsey war schnell mit zwei Schutzleuten zur Stelle. Der Anblick der Beamten brachte Smy vollends in Raserei. Er legte an und schoß dem Inspektor eine Ladung mitten ins Gesicht. Die entstehende Aufregung benutzte Smy zur Flucht. Von Ipswich wurde Verstärkung herbeigeholt. 50 Beamte auf Motorrädern und Wagen durchsuchten das Gelände, ohne eine Spur von Smy zu finden. Da übernahm ein Flugzeug die Führung der Suchaktion. Es war zwecklos. Der Mann blieb verschwunden. Nach drei Stunden erst entdeckte ihn ein Freund aus Zufall im Dickicht. Wieder war ein Menschenleben in Gefahr, denn die Wut Arthurs war keineswegs verraucht. Allein der Freund vermochte zu entfliehen und der Polizei Nachricht zu geben. Immer enger schloß sich der Ring um den gefährlichen Attentäter. Dennoch, Arthur Emy vermochte zu entweichen. Er lief ins Dorf zurück und erschoß sich vor dem Hause Violets mit seiner eigenen Mordwaffe. Im Dorf Kirton ist es wieder ruhig geworden. Die Opfer des Amokläufers, der sich selbst richtete, liegen schwerkrank darnieder. Violet hat einen Nervenschock zu überwinden, der die Aerzte bedenklich stimmt. Der brave Polizeiinspektor mußte nach London ins Hospital geschafft werden; seine Verletzungen sind ernst. Zwei Jahre Zuchthaus für einen Jugendverderber Adorf(Kr. Bentheim). Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Osnabrück hatte sich ein aus Hesepertwist stammender Mann wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen zu verantworten. Die Große Strafkammer verurteilte den gefährlichen Verbrecher und Jugendverderber, der die Jugend eines einsamen Moordorfes gefährdete, zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren. Spiel und Sport im Vorlauf Die Auslosung für die Europameisterschaftskämpfe Die Auslosung für die Europameisterschaftskämpfe der Schwimmer, die am Samstag in der Londoner Wembley=Halle ihren Anfang nehmen und sich über die ganze nächste Woche erstrecken, wurde jetzt vorgenommen. Das Los brachte in verschiedenen Wettbewerben die Favoriten zusammen in einen Lauf. So treffen sich im zweiten Vorlauf über 100 Meter Kraul bereits der Olompiasieger Ferenc Csik und der Deutsche Meister Helmut Fischer. Noch sensationeller ist der zweite Vorlauf über 400 Meter Kraul besetzt, da hier der Schwede Borg, der Ungar Grof und der Deutsche Werner Plath antreten müssen. Drei Vorläufe, aus denen die ersten Drei und der schnellste Vierte in den Endlauf kommen, sind über 100 Meter Kraul angesetzt. Borg und Heibel starten im ersten Vorlauf, Fischer und Csik— diese sogar Bahn an Bahn— im zweiten. Ueber 400 Meter Kraul hat Heinz Arendt im ersten Vorlauf den Engländer Wainwright als gefährlichsten Gegner. Schwach besetzt ist der dritte Vorlauf, während es der zweite umso mehr„in sich“ hat. In den beiden Vorläufen des 1500=Meter=Kraulschwimmens starten Borg. Grof, der Italiener Costoli, der Engländer Leavers und der Deutsche Freese im ersten, während Heinz Arendt im zweiten Lauf weit leichteres Spiel hat. Erwin Sietas hat im ersten Vorlauf über 200 Meter Brust mit dem ausgezeichneten Schweden Rothmann zu rechnen, während Joachim Balke sich im zweiten Lauf sicher behaupten sollte. Das 100Meter=Rückenschwimmen bringt im ersten Rennen Schlauch, den Ungarn Lengvel und den Engländer Tavlor an den Start: im zweiten trifft Nüske auf den Holländer Scheffer. während im dritten Borg und der Engländer French=Williams aufeinandertreffen. In der 4X200=Meter=Kraul=Staffel startet Deutschland außen auf Bahn 7; daneben liegen Holland und der Favorit Ungarn. Polizeimeisterschaften in Wuppertal Sechsundvierzigjähriger sprang 6,17 Meter Die diesjährigen Deutschen Polizei=Fünfkampf= Meisterschaften begannen am Freitagvormittag im Stadion von Wuppertal=Elberfeld mit einer Ansprache des Generals der Ordnungspolizei Daluege. dem von Oberstleutnant Brenner(Berlin) 340 Teilnehmer in den drei Leistungsklassen gemeldet wurden. In Begleitung von General Daluege befand sich f=Obergruppenführer Weitzel(Düsseldorf) sowie Polizeipräsident SA.=Brigadeführer Habenichts (Wuppertal). In seiner Ansprache wies Genera! Daluege die Teilnehmer auf die Bedeutung dieser Polizeikämpfe hin und betonte die Schönheit des Kampfes. Oberstleutnant Brenner verlas anschließend die Kampfspielregeln der 11, die in den Worten endeten: Das Ziel: deine Höchstleistung: der Weg: deine tägliche Uebung; das oberste Gebot: die Kameradschaft. Der erste Tag brachte im Handgranatenweitwurf und Weitspringen erbitterte Kämpfe und ganz ausgezeichnete Leistungen. Geradezu erstaunlich waren die 6,17 Meter, die Phw. Kirsch(Königsberg) mit seinen 46 Jahren im Weitsprung erreichte.— Im Handgranatenweitwerfen der offenen Klasse kam Pw. Herboldsheimer(Stuttgart) auf 68,50 Meter und sicherte sich mit einem Weitsprung von 6,61 Meter auch die Führung nach zwei Wettbewerben. Neuer Arsenal=Rekord 14 000 Pfund Sterling Ablöse Daß es dem britischen Berufsfußball geldlich von Jahr zu Jahr besser geht, darf man aus dem neuen Spielerkauf des Arsenal FC. London schließen, der die bisher noch nie verreichte Rekordsumme von 14000 englischen Pfund(170000 Reichsmark) für den Halbrechten Bron Jones an Wolverhampton Wanderers zahlte. Der höchste Transfer wurde bisher im Jahre 1926 ebenfalls von Arsenal getätigt, das 10 890 Pfund für den berühmten David Jack an die Bolton Wanderers zahlte. Aston Villa kam mit 10 775 Pfund an Portsmouth für die Ablösung Allens im Jahre 1934 ebenfalls auf eine ungewöhnlich hobe Summe. Amerikanersportfest in Köln Der ASV. Köln veranstaltet am Sonnabend, 20. August, im Kölner Stadion eine große internationale Leichtatbletik=Veranstaltung. Eine Reihe der amerikanischen Leichtathleten aus der USA.=Ländermannschaft wird hier in Köln an den Start gehen, ferner kommen noch Svitzenkönner aus Italien, Frankreich, Finnland, und auch mit einigen anderen Verbänden schweben noch Verhandlungen. Fünf Dauerfahrer starten in Bochum Das Feld für das Dauerrennen mit dem Titel „Kampf der Nationen“ am 14. August auf der Bochumer Nadrennbahn ist jetzt komplett. Weltmeister Lohmann(Bochum) trifft hier auf den Weltmeisterschaftszweiten Terreau(Frankreich), ferner auf den Deutschen Meister Adolf Schön(Wiesbaden), Tbeo Heimann(Schweiz) und Kurt Schindler(Chemnitz). Mit dieser guten Besetzung wird die Bochumer Radrennbahn am 14. August Schauplatz eines der größten radsportlichen Ereignisse des Industriebezirks sein. Auch Harbig in Dortmund Am Amerikaner=Sportfest in Dortmund am Sonntag wird auch der Deutsche Meister und Rekordmann Rudolf Harbig(Dresden) über 800 Meter teilnehmen. 5570 Meter hoch im Doppelsitz=Segelflugzeug Der zweite internationale Klassenrekord ließ beim 19. Rbön=Segelflug=Wettbewerb nicht lange auf sich warten. Wieder war es eine Höhenflugbestleistung. nur mit dem Unterschied, daß es diesmal den Münchenern„Nomeis Schillinger in ihrem Dovvelsitzer „Kranich" auf ihrem Streckenflug nach Westfalen gelang. eine Höhe von 5570 Meter ü. M. zu erreichen, was einer Startüberhöhung von 4520 Meter entspricht und internationalen Klassenrekord bedeutet. Noch bessere Zeiten am Sachsenring Der zweite Trainingstag für den Großen Motorradvreis von Europa auf dem Sachsenring bei Hohenstein=Ernstthal brachte noch bessere Zeiten als am Vortage. Wieder erwies sich die vierzolindrige Gilera als ausgezeichnete Konstruktion und Serafini konnte mit 3236,1— 143,2 Stundenkilometer abermals den absoluten Bahnrekord brechen. Jritd auf der Norton und Meier auf BMW.=Kompressor waren mit 3:37,3 bzw. 3:37,4— 142,2 Stundenkilome= ter fast gleichwertig, aber doch langsamer als der Italiener. In der 350er=Klasse ist der Kampf zwischen DKW. und Norton entbrannt, während die Velocette und NSU. abfielen. Toto und Tip Bichy 1. Nennen: 1. Khedive(Parisi), 2. Hercule IV. 3. Tutti. Sieg 42. Platz 24, 25.— 2. Nennen: 1 Rose Mallow, 2. Celticius, 3. Tiveline. Sieg 65. Platz 18, 14, 36.— 3. Nennen: 1. Quelle Hazard (Guehennes), 2. Prétender, 3. Lord Bob. Sieg 257. Platz 63, 24, 41.— 4. Rennen: 1. Oxalis(Ferre). 2 Casters Pride, 3. Bellemois. Sieg 55. Platz 40. 19. — 5. Rennen: 1. Pearl Island(Dupuit), 2. Hue Cocotte, 3. Phosalis. Sieg 61. Platz 14. 23. 20. Clairefonteine 1. Rennen: 1. Winie Winkle(Leurson). 2. Trid. 3. Dame Motlev. Sieg 42. Platz 15, 13.— 2. Nennen: 1. La Coulevrine(Meel). 2. Vieur Colomb. 3. Bareme. Sieg 17. Platz 14. 28.— 2. Nenn. 1: 1. Fairsi(Markeli), 2. Pagode, 3. Maori. Sieg 17. Platz 13. 20.— 4. Nennen: 1. Dosbiwara(Laumin). 2. Fion, 3. Trois I. Atout. Sieg 57. Platz 24. 32. 24.— 5. Rennen: 1. Brontes(Tochet), 2. Meteor 3. La Fare. Sieg 21. Platz 12, 29. 22. Rheinisch=Westfäl. Börsenbericht An der heutigen Börse gestaltete sich die Stimmung wieder freundlicher. Nur noch vereinzelt kam es zu Abgaben, dagegen nahmen die Banken verschiedentlich Käufe vor, so daß die meisten Kurse Besserungen erzielten. Nach den ersten Kursen blieb die Lage ziemlich unverändert. An der Kuxenbörse machte sich edenfalls teilweise eine leichte Befestigung bemerkbar. Freiverkehrswerte waren abgeschwächt. Der Kassamarkt lag nicht einheitlich. Die Börse schloß leicht abbröckeln Märkte Berliner Metall=Notierungen vom 5. Aug. Elektrolutkupfer(wirebars), prompt, cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam 59X: Original Hütten=Aluminium, 98—99¾5, in Blöcken 133: dgl. in Walz= und Drahtbarren. 99%, 137 RM. für 900 ka: Jein=Silber 37.30—40,30 RM. für 1 kg. Kölner Handelsbank AS., Köln Eine Versammlung der Vorzugsaktionäre der Gesellschaft beschloß einstimmig die Umwandlung der 200000 RM. Vorzugsaktien in Stammaktien. Wie noch berichtet wurde, hat sich das erste Halbjahr des neuen Geschäftsjahres gut angelassen und eine weitere Erhöhung der Umsätze gebracht. „Stern“ Eisen und Metall AG., Essen Diese Schrott= und Metallhandelsfirma, die bekanntlich zu Beginn dieses Jahres in den Besitz eines Montankonsortillmis(Mannesmann, Hoesch und Rheinmetall=Borsig) übergegangen ist, schließt das Geschäftsjahr 1937 mit einem Rohertrag von 2.05(i. V. 2.21 abzüglich 0.72 sonstige Unkosten) Mlll. RM., wozu noch 0,11(0,06) Mill. RM. Bekeiligungs= und 0.27(0,06) Mill. RM. sonstige Erträge kommen. Nach Abzug der Unkosten sowie nach 77.555(72 899) RM. auf Anlagen erAufn. Uta-Rôfe, Besuch im Pavettlhaus(24) Friedrich Kayßler(Favetti), Gina Falckenberg und Karl Sehönböck im Fanal-Film der Ufa„Anna Favett!“ gidt sich einschl. 29 408(55 486) RM. Vortrag ein Gewinn von 108 297(204 408) RM., woraus 100 000(40000) RM. der gesetzlichen Rücklage zugeführt und 8297 RM. vorgetragen werden (t. V. 5 Prozent Dividende). In der Bilanz sind bei 2,7 Mill. RM. AK. Rücklagen mit 0,20(0,06), (0,10) und Rückstellungen stark erhöht mir 1,05 (0,11) Mill. RM. ausgewiesen. Die gesamten Verbindlichkeiten verringerten sich auf 1,24(2,42) Mill. RM., hauptsächlich durch den Rückgang der Bankschulden auf 0,48(1,47) Mill. RM.! Andererseits stehen Anlagen mit 0,61(0,84) und Beteiligungen noch mit 0,02(0,93) Mill. RM. zu Buch. Das Umlaufsvermögen erhöhte sich auf insgesamt 4,63(8,89) Mill. RM.; darunter betragen Vorräte 1,21(1,67), Warenforderungen 1,05 (1,22), Konzernforderungen 0,51(0,12) und flüsige Mittel 0,80(0,85) Mill. RM. Der neugewählte Aufsichtsrat besteht aus Generaldirektor Erich Tgahrt=Dortmund(Vorsitzer), Bergassessor Dr. Hermann Winkhaus=Düsseldorf(Stellvertreter), Direktor Dr. Carl Lipp=Dortmund, Bankdirektor Paul Spengler=Essen, Dr. Friedrich von der Tann=Düsseldorf, Direktor Eberhard Breuningen=Berlin und Direktor Adolf Dohm=Düsseldorf. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Fritz Lehr, Hons Frese und Wolfgang Tgahrt(sämtlich in Essen). WERPEMITELIED DES REICHS• LUFTSCHUTZBUNDES A + Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern abend gegen 11 Uhr unseren lieben Bruder. Schwager, Onkel und Neffen, den Kaufmann Fritz Schulte nach längerem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch den Emplang der hl. Sterbesakramente, im Alter von 59 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Um ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Thüle(Paderborn Land), Enkhausen, Zürich. (Schweiz), Meschede, Gerlingen.(Krs. Olpe) Aachen, Menden, den 5. August 1938 Die Beerdigung findet Montag, den 8. August, nachmitag. 3.30 Uhr vom St. Vincenzhospital in Menden aus statt. Das feierliche Sealenamt für den Verterbenen ist am gleichen Tage, mergene 8 Uhr in der St. Walburgiskirche. Nachruf. Am 4. August 1938 verloren wir durch einen tragischen Unfall unseren Arbeitskameraden Frilh H1 Er war uns allen ein lieber und guter Kamerad, der fleißig und treu seine Pflicht erfüllte. Das Schicksal hat ihn allzufrüh aus dem Leben gerissen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Betriebsführer u. Gefolgschaft der Firma Lübke& Co. G. m. b. H. Menden, den 6. August 1938. Für die Beweise liebevoller Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer herzensguten Mutter, eprechen wir allen unseren innigsten Dank aus. Josef Traulich und Kinder. Menden,(Härdingerkamp 23). im August 1938. Wer mit dem Herzen zu tun hat wie es volkstämlich heißt, ohne daß ein organischer Herzsehler vorliegt, sollte In seiner Hausapotheke stets Klosterfrau=Melissengeist vorrätig halten und ihn gleich beim ersten Auftreten von Beschwerden nach Gebrauchsanweisung anwenden. Da Klosterfrau=Melissengeist eine beruhigende, krampflösende und regulierende Wirkung euf Herz und Herztätigkeit ausübt, bei er selbst bei bereits vorgeschrittenen Erkrankungen, besonders wenn sie mit nervösen Beschwerden verbunden waren, je und je bessernd gewirkt. Erklärlich ist diese hervorragende Wirkung dadurch, daß Klosterfreu=Melissengeist als Heilkräuterdestillot außer der Melisse, die bereits seit Jahrhunderten als Herzstärkung bekannt ist, noch eine ganze Reihe anderer Heflpflanzen enthält. Beim Destillat werden die Heilkräuter in reinem Weingeist gekocht, die Dämpfe aufgesangen und wieder verflüssigt. Dadurch bleiben Hiele hochaktive Substanzen, auch die flächtigen ätherischen Ole, erhalten, die bei einsachen Teeabkochungen verlorengehen, weil sie nicht wasserlöslich sind. perr Heinrich Ahlers(Bild nebenstehend), Betriebswerkmeister i. R., Oldenburg k. O., Haarenfeld 8, berichtet am 19. 3. 37:„Im Jahre 1935 erlitt ich im Dezember eine ziemlich schwere Herzerkrankung, die, trotz anderweitiger ei Anfällen führte. Im Juli 36 las ich dann von Klosterfrau=Melissengeift. leiden gelindert wurde. Habe dann regelmäig Unfälle mehr gehabt und fühle überhaupt keine Behandlung bisher, zu drei Anfällen führte. Im 9 Schon nach kurzem Gebrauch fühlte ich, daß das Her Klosterfrau=Melissengeist genommen, seit Juli keine Anfane mehhe geg### inr.###r Wmrrgumge. Beschwerden mehr. Ich kann Kloster frau=Melissengeist daher jedem, der es mit dem Herzen zu tun hat, empfehlen. Bin 64 Jahre alt.“ Machen auch Sie einen Versuch mit Klosterfrau=Melissengeist bei Herzbeschwerden. 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Einer dieser Fehler war, daß es ihr Spaß machte, eine oder auch beide Hände vom Rand des Bootes ins Wasser zu hängen, wenn sie in Rolfs Boot saß und wenn Rolf ruderte. Rolf kannte diese Untugend Dorotheas nicht. Hätte er sie gekannt, ehe er sie zur ersten Fahrt in seinem Boot einlud, dann hätte er ich wohl die ganze Sache erst noch einmal lberlegt. Aber als Dorothea im Boot saß, da war es zu spät. Und nun verlief alles ein wenig tragisch. Es muß hier gesagt werden, daß Dorothea die erste Frau in Rolfs Boot war. Er konnte es nicht wissen, daß alle Frauen die Hände vom Bootsrand ins Wasser hängen lassen. Jeder Mensch weiß, daß das so tst. Aber kein Mensch weiß, warum das so ist. Sie machen es alle. Meist sieht es nicht einmal besonders vorteilhaft aus. Und es hindert zudem die Fahrt. Als Rolf Dorotheas Untugend entdeckte, bat er:„Laß doch das! Ich finde das sinnlos!“ „Ach!“ machte Dorothea.„Was ist schon dabei!“ Und sie plätscherte mit beiden Händen emsig im Wasser. Rolf warnte:„Aber ich kann's nicht sehen. Es ist lächerlich, so im Wasser herumzuwühlen, während ich mir Mühe gebe, das Boot vorwärtszubringen!“ „Oh!“ sagte Dorothea.„Du bist kleinlich! Das habe ich nicht gewußt!“ Sie nahm die Hände aus dem Wasser, sah an Rolf vorbei, schloß dann die Augen, ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Und fing nach fünf Minuten wieder an, die Hände ins Wasser zu halten, erst die eine, dann die andere, dann beide zugleich. Rolf ruderte, war wütend und sagte nichts mehr. Manch einer kann keine Erdbeeren essen oder keine Krebse. Manch einer verträgt der Anblick von Spinnen nicht. Und Rolf vertrug es eben nicht, daß eine Frau in seinem Boot die Hände ins Wasser steckte, während er ruderte. Und Dorothea dachte nicht daran, sich ihren Fehler abzugewöhnen. Die Frauenhand, die vom Bootrand ins Wasser hing, wurde zum Hindernis, zur Mauer, über die für Rolf kein Weg zu Dorothea führte. Und so kam es, daß er bald allein in seinem Boot saß, was Dorothea bedauerte. Denn sie hatte ihn wirklich gern. Aber es muß schon sehr eigenartig zugehen, wenn ein ansehnlicher, netter, junger Mann in einem ansehnlichen, netten Boot seine Fahrten ohne Begleitung macht: Rolf nahm Christa mit. Christa war Dorotheas Freundin. Sie gefiel ihm gut. Aber Dorothea hatte ihm besser gefallen. Als er die erste Fahrt mit Christa machte, fing sie an, mit den Händen im Wasser zu spielen, während er ruderte, erst mit einer Hand, dann mit der anderen, dann mit beiden. Rolf war sehr verstimmt. Er bat, bettelte, beschwor, warnte. Christa fand ihn kleinlich und langweilig, sah an ihm vorbei, schloß dann die Augen und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Und begann ein wenig später das Spiel im Wasser wieder. Sie konnte es ebenso wenig lassen wie Dorothea. Und wie jede andere Frau. Rolf ruderte, war wütend, sagte nichts mehr und dachte: Wenn ich mir das hätte mit ansehen wollen, dann hütte ja auch Dorothea bei mir sein können und nicht Christa! Sie legten vor einem Wasserrestaurant an. Und Rolf war erstaunt über die herzliche Begrüßung, mit der sein Freund Horst der Christa entgegenstürzte. Er hatte es nicht gewußt, daß sich die beiden kannten. Und da liefen sie ihm auch schon davon, und dann tanzten sie. Rolf sah zu. Auch Dorothea saß im Garten dieses Lokals. Auch sie tanzte. Sie tanzte mit einem Jüngling, der Rolf vom ersten Augenblick an unsympathisch war und zu dem, davon war er überzeugt, Dorothea gar nicht paßte. Dorothea schien sich über Rolfs Anwesenheit zu freuen. Sie tanzte auch mit ihm. Und als er sie fragte, was sie davon halte, wenn sie den Jüngling ganz einfach laufen lasse, da lächelte sie, schloß die Augen und sagte:„Hm!“ Und dann saß sie wieder in seinem Boot. Sie hielt ihre Hände wieder ins Wasser, erst die Still ruht der Bergsee (Löhrich-Wagenborg-M.) eine, dann die andere, dann beide zugleich, während Rolf ruderte. Er versuchte es noch ein paarmal, ihr diese Untugend abzugewöhnen. Sie versprach, sich zu bessern. Sie besserte sich nicht. Rolf stöhnte zuweilen auf wie ein todwundes Tier. Dann zog sie die Hände hoch, lächelte ihn an. Und nicht viel später begann das Spiel von neuem. Rolf versuchte das gleiche Spiel selber. Als er einmal allein war in seinem Boot, ruderte er weit in den See hinaus, dorthin, wo der Fluß mit sanfter Strömung jedes Boot leise und unmerklich nach Westen trieb. Er zog die Ruder ein, hielt die Hände ins Wasser und ließ sich treiben, lange, weit. Erst als der Abend kam, sah Rolf, wo er sich befand und daß er noch immer mit den Händen spielend durchs Wasser strich, während sein Boot trieb. Erschrocken griff er zu den Rudern. Er schämte sich vor sich selber, verkaufte sein Boot und bevorzugte von nun ab, wenn er aufs Wasser ging, Dampfer und Motorboote, von deren Rand man mit der Hand das Wasser nicht erreichen kann. Dorothea blieb bei ihm. Und Rolf wurde großzügig und geduldig. Aber warum er eigentlich sein Boot verkaufte, hat Dorothea bis heute nicht erfahren. Spritzenlest in Duppelkirch! Kurzgeschichte von H. B. Scharnke Die stets unerschrockenen Duppelkircher freiwilligen Feuerwehrmänner hatten eine Dampfspritze bekommen. Ein Gerät, wie es zu damaliger Zeit selbst in den Großstädten noch viel bestaunt wurde. Zwar hatte es in Duppelkirch seit erdenklichen Zeiten nicht mehr gebrannt. Aber der Herr Landrat, der auf einer Besichtigungsfahrt die alte verrostete Handfeuerspritze beaugenscheinigt hatte, war der Meinung, daß man mit dieser Pumpe keinen brennenden Kehrichteimer zum Erlöschen bekäme. Und so war denn eines Tages die kupferblanke Dampfspritze geliefert worden und dazu auch zwei Männer, die die Kollegen von der„Freiwilligen“ mit Funktion und Mechanismus dieser Dampfspritze in der nächstfolgenden Woche vertraut machen sollten. Wer mit der Kleinbahn in Duppelkirch ankam, den grüßten schon von weitem die grellgrünen Papiergirlanden, die sich über den Marktplatz spannten, und die knallig=roten Papierrosen, die man allenthalben auf die Zäune und an die Türen gesteckt hatte, ließen den Fremden ahnen: Duppelkirch hat seinen großen Taa: Da stand es nun, das stolze Stück, mit zwei Rappen bespannt, die besten, die Schlächtermeister Schinkengruber im Stall hatte. Der Herr Bürgermeister memorierte eine großartige Festrede, in der das Versprechen der Einwohnerschaft von Duppelkirch zum Audruck kam, diese Spritze stets in allen Ehren zu halten. Die Helme der angetretenen Feuerwehrmannschaft blinkten in der Sonne, und der zylinderbehütete Gesangverein, der der neuen Spritze ein wohlklingendes„Gott grüße Dich“ entgegenrief, erwarb sich angesichts einer bedauernswerten Transpiration das Vorrecht auf einen kräftigen Trunk. Die Ehrenjungfrauen, dargestellt von den Töchtern und Mägden des Ortes, waren mit einem Spruchband „Willkommen zum Spritzenfest in Duppelkirch“ zum Bahnhof marschiert, um den Herrn Landrat feierlich einzuholen. Länger als eine Stunde dauerte der offizielle Festesakt, in dessen Verlauf auch der Herr Landrat warme und anerkennende Worte für die Gemeinde Duppelkirch fand. Möge diese stolze Dampfspritze niemals im Ernstfalle in Tätigkeit zu treten brauchen, erfreuen wir uns an ihrem Anblick und lassen wir sie uns Mahner und Warner für alle Zeiten sein! Diese sinnigen und schöner Worte hatten den Festesakt auf dem Marktplatz beschlossen. Dann aber lief alles eiligst dem Gasthaus„Zum wütenden Eber“ zu, um sich im Gorten ein schattiges Plätzchen zu sichern. Je nach Bedarf in der Nähe des Ausschanks oder der Tanzfläche. Auch Budenbesitzer waren nach Duppelkirch gekommen, und für zehn Pfennig konnte sich ein Mädchen einen Haarschmuck aus Goldpapier erwürfeln, der es schöner und jünger machte, als es zuvor war. Unter der großen Eiche aber löschten der Landrat, der Bürgermeister, der Feuerwehrhauptmann und die beiden Sachverständigen von der Dampfspritze ihren nicht gelinden Durst. Es kam ein jeder Duppelkircher auf seine Rechnung, denn wenn die arbeitsamen Duppelkircher schon mal feiern, dann tun sie's halt richtig und dann muß es ein ganzes Jahr vorhalten. Aber mit des Geschickes Mächten, ist kein ew'ger Bund zu flechten: Die beiden Kirchen in Duppelkirch hatten gerade zehn Uhr geschlagen, als plötzlich in einem der Nachbardörfer das Feuerhorn erscholl. Anfangs traute man seinen Ohren nicht. Aber wirklich, immer eindringlicher, immer zagender blies das Horn. Jetzt sollte die Dampfspritze von Duppelkirch ihre große Probe bestehen. Die beiden Sachverständigen heizten sofort den Kessel an, die Rappen wurden wieder aus dem Stall geholt. Aber die Mannschaft war für diesen Tag noch nicht eingeteilt, und natürlich wollte jeder mit der schönen neuen Dampfspritze in das Nachbirdorf einfahren. Haaa, würden die Feuerwehrkameraden aus Luchwitz und Burgsgrün Augen machen. Selbst das größte Feuer würde ja bei solch einer Dampfspritze ein Kinderspiel sein. Alles drängte sich um den Feuerwehrhauptmann, jeder wollte der Auserwählte, der Spritzenmitfahrer sein. Bis der Feuerwehrhauptmann ein Machtwort sprach. Er, der Bürgermeister, die beiden Sachverständigen und der Kutscher führen mit, die anderen könnten ja, wie immer, zu Rad hinterherkommen. Da aber den meisten die Beine schwer und die Köpfe noch schwerer waren, wollte keiner so recht an die Radfahrt heran. So konnte es nicht verhindert werden, daß sich noch drei weitere Feuerwehrmänner auf die Dampfspritze schwangen und jeder Rappe zudem noch einen Reiter trug. Die Dampfspritze sandte fürchertlichen Rauch zum Schornstein hinaus, wie ein fauchendes Ungetüm bewegte sie sich durch die Gegend. Die Rappen liefen, als hätten sie selbst an diesem guten Stück ihre helle Freude." Der Feuerwehrhauptmann aber bediente mit einer Inbrunst die silberne Glocke, als habe er sein Leben lang das Triangel geschlagen. In Luchwitz war ein Teerfaß übergekocht, die Flammen standen eine Zeit hindurch hellodernd am Himmel. Die Luchwitzer aber hatten viel Sand auf das Feuer geworfen und die Flammen erstickt, noch ehe die Dampfspeitze aus Duppelkirch gekommen war. War das ein Reinfall! Die ganze Spritze war schwarzgerust, für nichts und wieder nichts! Und als man wieder in Duppelkirch war und der festliche Abend sich seinem Ende zuneigte, war es der Feuerwehrhauptmann, der also sprach:„Diejenigen Kameraden, die nicht mitfahren konnten, mal vortreten!" Alle traten sie vor, in der Hoffnung, sie würden nun zu einer Rundfahrt mit der neuen Spritze eingeladen werden. An sie wandte sich der Feuerwehrhauptmann:„Damit diejenigen, die nicht mitgefahren sind, auch was von der neuen Spritze haben, werden sie jetzt Kessel und Schlot putzen und das Feuer im Kessel löschen! Aber vorsichtig, daß sich niemand die Finger verbrennt!" Da gab's lange Gesichter und manch derben Fluch, als die Chefrauen nun einmal zusehen konnten, wie ihre Männer Blankes putzen mußten.„Verdammicht, hol der Teufel diese modernen Dinger, da hat man ja bloß Arbeit mit!“ rief der Krämer. Und der Schneidermeister Bock fand, daß es in der guten, alten Zeit doch alles bequemer gewesen sei! Jeelicht und Lankt=Emsseuer Die Entwässerung der Sümpfe hat zur natürlichen Folge, daß die Irrlichter immer feltener werden und beinahe schons ins Reich der Fabel gehören. Doch ist diese geheimnisvolle Erscheinung noch heute in vielen Gegenden unseres Vaterlandes zu beobachten. Nach heißen Tagen bilden sich über sumpfigem Gelände Wasserdämpfe, die in geringer Menge Sumpfgas(Methylwasserstoff) enthalten. Dieses aus faulenden Pflanzenresten aufsteigende Gas ist leichter als der Wasserdampf, strebt zueinander hin und hebt den Nebel zu richtigen meterhohen Kegeln hoch. Hat sich alles Gas im näheren Umkreis in der Spitze des Kegels gesammelt, dann flammt es infolge Selbstentzündung zu einem blassen Licht auf, um aber im gleichen Augenblick schon wieder zu erlöschen, da das Gas dann verbrannt ist. Nach dieser Lichterscheinung fällt der Nebelkegel wieder in sich zusammen und flutet wieder über den Sumpf hin. In einiger Entfernung steht vielleicht im nächsten Augenblick ein neuer Kegel auf, ein zweites Flämmchen zeigt sich und erlischt, und irgendwo im Sumpf wiederholt sich das Spiel ein drittes, viertesmal. Wo viel Sumpfgas vorhanden ist, scheint es, als wandere ein und dasselbe Licht über den ganzen Sumpf hin, und daher rührt die Bezeichnung„Irrlicht". Eine wesentlich andere Erscheinung ist das Sankt=Elmsfeuer, das auch Elias=Feuer genannt wird. Es ist an keinen besonderen Ort gebunden, sondern kann überall, auf dem Meer und auf dem Lande, im freien Felde wie im Walde erscheinen, denn es entsteht aus Elektrizität. Beobachtet wird es jedoch auch nur in milden klaren Sommernächten. Dann kann ein einsamer Spaziergänger erleben, wie jede Zweigspitze plötzlich ein mildes Flämmchen trägt, er kann den Finger hinaufheben und sich ebenfalls ein solches Flämmchen herabholen, ohne daß er irgendwelche sonderbare Empfindung dabei hat. Jede kleine Erhebung in der Nähe wird von diesen Flämmchen gekrönt, auf den Schiffen zeigt sie sich überall da, wo sich eine Holz= oder Eisenspitze, ein Tauende findet. Jedem, der das Elmsfeuer einmal erlebt, wird es in seiner märchenhaften Erschefnung in unauslöschlicher Erinnerung bleiden F Ein anonumer Brief Don Fritz=heinz Reinhardt Meistens merkt es einer ja gar nicht, welches die entscheidenden Augenblicke in seinem Leben sind. Wenn aber ein junger Mann am Morgen seines ersten Ferientages den Badestrand entlang geht, um sich den geeigneten Platz für seinen Strandkorb auszusuchen, so weiß er ganz genau, daß von dieser Schicksalsstunde der Inhalt seiner Ferientage, wenn nicht seines ganzen Lebens, abhängen kann. Er wird deshalb bemüht sein, eine Stelle ausfindig zu machen, die ihm eine schöne Aussicht auf das weite Meer und eine ebenso schöne auf die nahe Nachbarschaft gewährt, die unter allen Umständen eine burgeingesessene, besonders nette junge Dame sein muß. Man darf ihm das nicht übelnehmen. Ein Angler setzt sich auch nicht da hin, wo es keine Fische gibt. Aber seht euch Michel Bergmann an! Er sitzt als Einsiedler am äußersten Ende des Burgenlandes, wo er bis jetzt keine Nachbarn hat, denn er hat sich fest vorgenommen, diesmal jeder Bekanntschaft aus dem Wege zu gehen, weil er sich gründlich erholen will. Als ob er sich in Gesellschaft eines netten jungen Mädchens nicht ebenscont erholen könnte! Acht Tage ist er nun schon auf der Insel, und seimer noch läuft er allein herum, Heute erscheint wieder als erster am Strande und richtet sich die Zigaretten in die rechte Tasche des F#erandkorbes, in die linke, wie alle Tage, das flüschchen. Doch heute will das Fläschchen „ uuf den Grund der Tasche hinuntervlumpi er lilft ein wenig nach und zerknautscht da= eimes Papierenes. Was soll das heißen? *in steckt mir hier Papierknudel in meinen randkorb? her er kommt gar nicht dazu, sich richtig zu algern, denn jetzt erkennt er, daß der Papiertrudel ein Brief ist, dessen Inhalt ihm noch viel zu schaffen machen sollte. Er lautete, ohne jede Anrede, so: „Wenn Sie verstehen können, daß ein inneter Zmang stärker zu sein vermag als Norm und Form, ja so star“, daß eine Frau sich über . die übliche Art hinwegsetzt auf die Gefahr bin. irrig eingeschätzt zu werden, dann seien Sie bitte heute abend um 9 Uhr am Leuchtturm. Denn ich möchte endlich einmal Ihre Stimme zu mir gerichtet und nicht immer nur zufällig hören, wenn Sie an andere das Wort rähten. Ganz unfreiwillig vernahm ich Ihre Svrechweise, und der verhaltene Tor haftete mir seltsam in der Erinnerung. Eine Woche sind Sie schon hier, gleich am ersten Tage sah ich Sie. Nur weil ich nicht weiß, ob Sie kommen werden, unterzeichne ich mich nicht, obgleich ich meine, Sie müßten fühlen und wissen, wer ich bin.“ Nun, das sei gleich gesagt, Michael fühlte nichts und wußte nichts, denn er hat sich ja um keinen Menschen gekümmert. Aber jetzt ist es aus mit der Ruhe. Den ganzen Tag denkt er im Strandkorb über die Sache nach, und da er auch nur ein Mann ist, entschließt er sich, abends nach dem Leuchtturm hinaufzugehen. Um 8 Uhr fängt es an zu regnen, ½9 Uhr gießt es in Strömen, Michael geht trotzdem hinauf. Schaurig tutet da oben in regelmäßigen Abständen das Nebelhorn, es trieft vom Himmel, nichts ist zu sehen. Doch, da kommt eine Gestalt angegeistert, eine ältere Dame, sie bietet ihm an, unter ihren Regenschirm zu kommen, nichts Besonderes wird gesprochen, er nimmt ihren Arm und geleitet sie durch die Dunkelheit hinab in den Ort. War sie es? War sie es nicht? Sein Taktgefühl verbot es ihm, zu fragen. Er ist ein klein wenig enttäuscht. Am nächsten Abend gebt er wieder hinauf. Wenn sie nun wieder da ist? Was dann? Aber man kann doch auch so hinaufgehen; es ist ein besonders schöner Punkt der Insel. Der Himmel ist heute ganz klar; das Meer schimmert, auch in der letzten Dämmerung, noch immer verlmuttfarben. Am Fuße des Leuchtturms steht ein kräftiges, blondes Mädel und gäult sich mit einem Fotostativ herum. Lang ausgestreckt auf der Erde liegt ein zweites Mädchen. Es ist von schlanker, zierlicher Gestalt. Jetzt wendet sie sich ungeduldig herum: „Sag einmal, Gertrud, wirst du heute noch fertig werden mit deiner Aufnahme von der Dämmerung?“ „Immer ruhig, mein Kind, wir haben Zeit.“ Da taucht Michael auf. „Hallo“, ruft die blonde ihm zu,„können Sie mir sagen, wie lange ich belichten muß?“ Michael ist hinzugetreten. Er sieht, wie die Kleine im Grase ganz blaß wird. Das müßte sie sein, denkt er. Sie müßte den Brief geschrieben haben. Sie machen sich bekannt. Gertrud Brennecke heißt die Blonde, Christa Ehlert ihre Freundin, die Zierliche, Schlanke... Christa! Das geht nun alles mit dem Tempo der Jugend. In Michaels Strandkorb wohnen andere Leute, Michael ist umgezogen und teilt mit Christa eine Burg, deren Wall sie von Tag zu Tag höher schaufeln, während Gertrud und ihr Verlobter, der ihr von Berlin nachgekommen ist. im Nachbar=Strandkorb hausen. Schlank und braun liegt die kleine Christa im Sande: sie hat den Kopf auf Michaels Schulter gelegt, das Gesicht zur Sonne. Schön ist ihr Mund geformt, reizvoll das Lippenspiel, wenn sie spricht. „Es ist doch gleich, Michael, in was man sich an einem Menschen zuerst verliebt, nicht wahr? Es kann eine Bewegung sein, oder ein Lachen, meine ich, oder— vielleicht auch die Stimme, die einem dann keine Ruhe mehr läßt...“ „Ja“, antwortee Michael träge,„eine Stimme kann es sein. Da habe ich doch neulich einen ganz komischen, anonymen Brief bekommen von einer Frau. Die hatte sich angeblich in meine Stimme verliebt.„Der verhaltene Ton haftete mir seltsam in der Erinnerung“, schrieb sie.“ Christa richtete sich auf. „Du hast einen Brief bekommen?" „Ja, erst habe ich sogar gedacht, du könntest ihn geschrieben haben, aber dann—“, er lacht, als ob er sich damit entschuldigen wollte—„na, na, dann wußte ich doch bald, daß sowas bei dir unmöglich ist.“ Und Christa, ganz nervös: „Du wirst mir diesen Brief doch zeigen?“ „Warum denn nicht? Ich werde ihn heute nachmittag mitbringen.“ „Schön, Michael.“ Sie legt sich wieder zurück. Aber nicht lange. Dann springt sie auf und stürmt in Gertruds Burg. „Raus Herbert!“ herrscht sie deren Verlobten an.„Los, geh' ins Wasser; ich habe mit Trude etwas zu besprechen", und wieder etwas freundlicher,„das ist Frauensache.“ Dafür hat Herbert tiefstes Verständnis— und geht. Kopftücher zum Schutz gegen die Sonne Ein Schnappschuß vom Deutschen Turn= und Sportfest in Breslau. Kopftücher sind nicht nur ein Schutz gegen die Sonne, sie sind auch ein dekoratives Mittel zur Verschönerung der weiblichen Wettkampfteilnehmer.(Weltbild— M.) „Trude, hast du einen anonymen Brief an Michael geschrieben?“ „Jawohl“, singt Trude. „Warum hast du das getan?“ Ganz böse Augen macht die Kleine. „Weil ich dich los sein wollte, mein Herzblatt, wenn Herbert aus Berlin kommt!“ „Gemeiner Egoismus!!“ „Auch das. So langsam ging mir nämlich deine Schwärmerei für Michael auf die Nerven. Bist du nun zufrieden?" „Und wie, Trude! Komm her, du bist die allerbeste Freundin!" „Paß mal auf, Kleines," rät Trude jetzt mit großmütterlicher Weisheit,„sag's ihm nicht. Vielleicht später einmal, am Tage eurer Silbernen Hochzeit oder wann. Die Männer brauchen doch nicht alles zu wissen.“ „Recht hast du, das ist Frauensache," stimmt Zeitalter des Strohwitwers Endlich ist er da: der selbstdenkende, selbsthandelnde Wecker! Von Rhenanus Ganz dunkel und verschwommen erinnere ich mich meines Junggesellentums, einer Form männlicher Materialisation, die bekanntlich nicht mehr ganz art= und zeitgemäß ist, wenigstens wenn es noch in einem Alter grassiert, in dem bereits namhafte Gletscherpartien den Olymp menschlichen Verstandes umspielen. In jenen Junggesellenzeiten, die vor allem auch umdüstert wurden durch das Vorhandensein mehr oder minder unfreundlicher möblierter Wirtinnen, war es einer der traurigsten Tatbestände, daß kein Mensch mit der notwendigen Sorgfalt sich der Verscheuchung meines Schlafes annahm, wenn es Zeit zum Aufstehen wurde. Es ereigneten sich deshalb wiederholt Tragödien des Zuspätkommens, die nicht nur meinem Wirtschaftlichen Fortkommen, sondern auch der Beendigung meines Hagestolzdaseins hinderlich im Wege standen. Weckender Roboter Mit anderen Worten: Ich vermißte damals aufs schwerste und bitterste einen wirklich universalen Wecker, der in der Lage war, mich auch nach emsig durchwachten Nächten unter Garantie und mit Sanftmut zu wecken, so daß ich weder um meine gute Laune noch um ein gemütliches Frühstück gebracht würde. Dies wird vermutlich auch heute noch der Traum aller Junggesellen und sonstwie möblierter Herren sein. Ich entnehme die Gewißheit solcher Vermutung einer geradezu epochemachenden Erfindung, die soeben aus Mailand gemeldet wird. In guter Hut Arbeitsreich und verantwotungsvoll ist das Leben der Landfrau ganz besonders während der Erntemonate. Seit Bestehen des Hilfswerkes„Mutter und Kind“ hat die NSV. zur Entlastung der Landfrau während der Erntezeit Erntekindergärten geschaffen. Aus einem solchen Erntekindergarten stammt unser Bild.(Weltbild=NSV— M.) Sie ist zwar schamhafterweise in der Hauptsache für Strohwitwer bestimmt und nur am Rande wird vermerkt, daß sie auch dem Junggesellen nutzbar gemacht werden kann; aber in Erinnerung längst verblichenen Hagestolzes reklamiere ich sie in durchaus gleichberechtigtem Maße für die Gattung der— noch!— unbeweibten Männer. Es handelt sich nämlich um den neuen denkenden Wecker, der alle Probleme des Aufstehens und Frühstückens in vorbildlicher Weise löst. Morgenalarm elektrisch Nun muß ich vorausschicken, daß die medizinische Welt längst darüber Gewißheit geschaffen hat, wie schädlich schrilles Glockenläuten und überhaupt jede Art gewaltsamer Schlafbeendigung ist und wie bald die besten Nerven dadurch ruiniert werden können. Dieses Problem wird durch den genannten Wekker noch nicht gelöst, aber ich werde mir untenstehend erlauben, meine eigenen Ideen hinzuzufügen. Also der Wecker weckt ganz zivil, wie üblich; und zwar auf elektrischem Wege, sekundengenau und mit dreimaliger kurzfristiger und immer länger andauernder Frequenz. Der dritte Weckruf hält solange an, bis man aus dem Bett ist und den Wecker eigenhändig abgestellt hat. Außerdem aber setzt er schon einige Minuten vor dem Morgenalarm selbsttätig einen Heizwasserspender in Betrieb, der so eingerichtet ist, daß genau zur richtigen Zeit eine ausreichende Portion wunderbar temperierten Rasierwassers vorrätig ist. Gleichzeitig aber beginnt auch die Kaffeemaschine— alles elektrisch— zu sprudeln und noch vor der dritten Alarmstufe steigt lieblicher Kaffeeduft von geradezu raffinierter Qualität in die wohlig schnuppernde Nase des Schlaftrunkenen, der nun eigentlich durch keine Macht der Welt davon abgehalten werden dürfte, schleunigst in die Pantinen zu fahren und sein morgendliches Erdenwallen zu beginnen. Und jetzt: sanfte Radiowellen... Ich meinerseits nun, ein raffinierter Strohwitwer, werde dem schrillen und mir peinlichen Weckergeklingel dadurch entgehen, daß ich an den gedachten Wecker, den ich mir natürlich mit Flugpost bestellt habe, noch den bewährten deutschen Radiowecker anschalte, ein Gerät von großer Billigkeit, das auf die Sekunde genau nicht ein Uhrwerk, sondern das.. Radio in dung bringt und dafür Gewähr leistet, daß ich ganz allmählich, mit azurnem Gesäusel sozusagen, aus dem Traume erwache und gleich wieder im Reich der Töne lande. Dortselbst pflegt ja morgens der Rundfunksprecher auch die genauen Uhrzeiten anzusagen, so daß der gedachte Komfort auf diese Weise gewissermaßen zu einem wahren Paradies des Strohwitwers(und Junggesellen) vervollkommnet wird. Voraussetzung ist nur, daß das Erwachen so früh erfolgen soll, daß man noch oder schon wieder Musik aus dem Empfangsapparat vernehmen kann. Sonst ist alles... Christa ihr zu, und beide drücken sich wie Männer die Hände, als gelte es einen Schwur auf Tod und Leben. bespräch in der Eisenbahn Ratt=ratt=ratt——— „Kommen Sie mit in den Speisewagen?" —„Nein, danke! Ist mir zu unsicher mit dem Gepäck— man kann nie wissen!"—„Aber wer wird denn so mißtrauisch sein!“—„Na, seit man mir die Manteltasche leer gemacht hat...“—„Was Sie sagen! Das war ja kein guter Anfang für die Reise.“—„Das war nicht auf dieser Reise, das war vor rund zehn Jahren mal.“—„Immerhin! Haben Sie denn viel eingebüßt?"—„Na, eins von meinen guten Leinentaschentüchern. Mit gesticktem Monogramm. Ja.“—„Also, ich gehe dann essen...“—„Guten Appetit!“ Butterbrote werden knisternd ausgewickelt. Ratt=ratt=ratt—— „Also wissen Sie, man kann unterwegs nie vorsichtig genug sein, sage ich. Es kommt ja soviel vor! Man muß eben zurückhaltend sein, sich nicht mit jedem anbiedern. Ueberhaupt ist es schrecklich, so viel zu reden, meinen Sie nicht?“—„Hm——.—“„Es ist dann umso netter, wenn man jemanden trifft, der einem sympathisch ist, sage ich immer. Sie haben sowas Nettes, da könnte man richtig sein Herz ausschütten. Wissen Sie, das braucht eine Frau manchmal. Andere Frauen haben selten Verständnis dafür, die reden bloß immer von sich selbst. Wer will denn das hören? Leute, die nur von sich reden, sind furchtbar. Aber mit Ihnen kann man sich gut unterhalten!"— „Hm...“—„Sie sind so anteilnehmend. Also nun muß ich Ihnen mal die Sache mit meiner Nachbarin erzählen, eine tolle Person ist das.“ Ratt=ratt=ratt——— „Ach, verzeihen Sie, mein Fräulein, würden Sie wohl erlauben, daß ich rauche? Alle Raucherabteile sind überfüllt und im Gang ist es so eng.“—„Got, wenn Sie nicht anders können...“—„Aber nein, auf keinen Fall, wenn es Sie belästigt.“—„Mich belästigt manches.— Pause.—„Verzeihen Sie, mein Fräulein, könnten Sie mir wohl sagen, wo Sie die entzückenden Schuhe gekauft haben? Ich möchte meiner Schwester gern ein Paar schenken, und Ihre sind so sehr geschmackvoll...“—„Meine Schuhe? Die sind aus einem Geschäft von F., das finden Sie in jeder größeren Stadt.“—„Meinen allerbesten Dank! Aber ob sie an einem anderen Fuß ebenso gut aussehen würden? Der Schuh allein macht es ja auch nicht.“—„Für Ihre Schwester?"—„Für meine Schwester. Wenn man so wenig Damenbekanntschaft hat wie ich...“.—„Aber Sie wollten doch rauchen!" —„Wenn es Ihnen nichts ausmacht?"— „Bewahre, ich rauche gern mit!"—„Wie reizeno von Ihnen.. Ratt=ratt=ratt—— Esch Grab eines Nordpolfahrers entdeckt? Eine Forschertragödie, die sich vor fast einem Vierteljahrhundert in der Eiswüste der Arktis abgespielt hat, wird jetzt durch die Auffindung der vermutlichen Ueberreste eines Grabes auf der Rudolf=Insel in die Erinnerung zurückgerufen. Es war im Februar 1914, als ein junger Leutnant der zaristischen Kriegsmarine, Georg Sediv, einen Versuch unternahm, im Hundeschlitten den Nordpol zu erreichen. Er gelangte mit seinen beiden Begleitern, ebenfalls russischen Offizieren, bis zu den nördlichsten Inseln des Franz=Joseph=Landes. Den ungeheuren Strapazen dieser Expedition zeigte er sich aber nicht gewachsen. Er erkrankte an Lungenentzündung und Skorbut und erlag diesen tückischen Krankheiten.. Seine beiden Begleiter betteten ihn mitten in der Einöde der Arktis zur letzten Ruhe und hißten am Grabe die alte kaiserliche Flagge Rußzlands. die jetzt wieder aufgefunden worden ist. Aller dings ist es noch nicht gelungen, an das Grab selbst heranzukommen.. Unsere Kriminal-Sche Der Brielumschlag „Ich habe Sie zu mir bitten lassen,“ sagte der Kriminaldirektor zum eintretenden Oberinspektor,„um mit Ihnen den Vorgang im Villenort Ostend nochmals eingehend zu erörtern. Denn,“ fuhr der Direktor stirnrunzelnd fort,„es ist tatsächlich ein Skandal, daß wir das schwere, die Allgemeinheit außerordentlich beunruhigende Verbrechen immer noch nicht aufgeklärt haben!". Der Oberinspektor zog sich gelassen einen Stuhl heran und zuckte die Achseln.„Wir haben getan, was wir konnten. Aber Sie wissen ja selbst, Herr Direktor, wie unendlich schwer es ist, einen Verbrecher zu ermitteln, der nicht die geringste Spur am Tatort hinterlassen hat.“ Der Direktor lachte gezwungen.„Gewiß weiß ich das,“ gab er zurück,“— es ist geradezu ein Kunststück, einen solchen Burschen zu erwischen, aber dieses Kunststück...= Der Inspektor winkte ab.„Ich hoffe,“ sagte er langsam,„den Täter in den nächsten zwei Tagen ermitteln zu können.“ Der Direktor riß die Augen auf.„Sie haben seine Spur entdeckt?!“, rief er begierig.„Gar nichts habe ich gefunden,“ antwortete der Gefragte und betrachtete seine Fingerspitzen.„Dennoch hoffen Sie...?“„Trotzdem rechne ich damit, Ihnen den langgesuchten Täter bis übermorgen vorführen zu können,“ entgegnete der berinspektor mit einer Entschiedenheit, die seinen Vorgesetzten stutzig machte.„Allerdings nur in dem Falle, wenn Sie mir vollkommen freie Hand geben,“ setzte er hinzu. Der Kriminaldirektor sprang auf.„Machen Sie, was Sie wollen, lieber Oberinspektor, ich erkläre mich schon jetzt mit allen Ihren Maßnahmen einverstanden. Gehen Sie sogleich ans Werk, damit wir diese fatale Geschichte endlich zum Abschluß bringen können!". Der Inspektor lächelte.„Ich, Herr Direktor, gehe jetzt schlafen. Ich habe kein Auge zugemacht in den letzten Tagen. Und ich rate Ihnen, dasselbe zu tun,— auch Sie sehen recht abgespannt aus. Vor morgen Mittag werde ich Sie bestimmt nicht beunruhigen.“ Bekanntmachung „Hiermit wird mit Hinweis auf die aus den bisherigen amtlichen Mitteilungen hinreichend bekannten Tatsachen in bezug auf den am 3. vorigen Monats in dem im Villenort Ostend gelegenen sogenannten„Schlößchen“ verübten Raubmord, folgendes der Oeffentlichkeit ergänzend zur Kenntnis gebracht: Den polizeilichen Ermittlungen zufolge ist der Täter durch den linken Hauseingang in das erwähnte Gebäude eingedrungen und später, wie auffällige Fußspuren und niedergedrückte Hecken beweisen, unbemerkt über den linken Gartenzaun flüchtig geworden. Die jüngsten kriminalpolizeilichen Nachforschungen haben ergeben, daß der Täter auf seiner Flucht in nächster Nähe des Tatortes einen Briefumschlag verloren haben muß, der sich zwischen den von ihm geraubten Banknotenbündeln befunden hatte.— Das Publikum wird hiermit aufgefordert, an der Wiederauffindung dieses Briefumschlages, der den Firmenstempel der hiesigen Landelsbank trägt, mitzuarbeiten, da er der Kriminalpolizei ermöglichen würde, untrügliche Schlüsse bezüglich der Person des Täters zu ziehen und dessen Festnahme herbeizuführen.“ „Wer hat das veranlaßt?“, schrie der Kriminaldirektor die diensttuende Ordonanz an, die ihm diesen knallroten Aufruf zusammen mit anderen Schriftstücken gebracht hatte. Der Gefragte schlug die Hacken zusammen:„Der Herr Oberinspektor!“.„Ohne mich gefragt zu haben!“, donnerte der Direktor.„Das ist ja alles purer Unsinn, was hier drinsteht:„Briefumschlag— untrügliche Schlüsse...?!“. Er hob verzweifelt die Schultern.„Der Herr Oderinspektor hat gesagt,“ wagte der Unterbeamte einzuwenden,„Sie, Herr Direktor, hätten ihm gestern freie Hand gegeben...“ „So?“, brummte der Kriminaldirektor und bekam nachdenklich Stirnfalten.„Wo ist der Oberinspektor jetzt?".„Draußen in Ostend“. „So, so,“ machte der Direktor wieder und vertiefte sich in den Inhalt der seltsamen Bekanntmachung. Warmer Sonnenschein lag über dem Villenort Ostend. Bunte Blumen standen in den gepflegten Gärten. Vogelgezwitscher scholl aus dichten Hecken in die blaue Morgenluft hinein. Der Oberinspektor trat aus dem„Schlößchen".—„Wachtmeister Bauer, stellen Sie sich dorthin an die Pforte, aber vorsichtig, bitte.— Sie, Franke, passen drüben auf. Ist jemand von uns in der Villa? Ausgezeichnet. Und Sie, Wachtmeister Müller, kommen mit mir. Es wird Zeil, ein gutes Versteck zu beziehen, falls wir den Burschen rechtzeitig abfassen wollen. Er setzte sich in Bewegung.„Halt, Müller, wohin gehen Sie? Nicht nach links,— auf die andere Seite müssen wir. Es hat schon seine Richtigkeit,“ fügte er lächelnd hinzu, als er den verwunderten Blick seines Begleiters bemerkte.„Und nun hier hinein,“ der Oberinspektor zog den Gehilfen hinter ein dichtes Buschwerk am Straßenrand,„von hier aus können wir, ohne entdeckt zu werden, alles ut übersehen.“„Darf ich fragen,“ wunderte der Unterbeamte,„warum wir uns gerade hier postieren, da doch der Täter über die niedergedrückten Hecken drüben auf der linken Seite geflüchtet ist?“ Sein Vorgestzter nickte.„Er hat dort absichtlich deutliche Spuren hinterlassen, um uns irrezuführen. In Wirklichkeit ist er über den rechten Gartenzaun und diese Straße entlang geflüchtet. Aber darauf bin ich erst gestern gekommen.“ Müller pfiff durch die Zähne.„Nun rechnen Sie, Herr Oberinspektor damit, daß er hier vorbeikommen wird, um, durch Ihre Bekanntmachung an den Säulen aufmerksam gemacht, den verräterischen Briefumschlag auf jeden Fall wiederzufinden?".—„Jawohl.“— „Was ist das überhaupt für ein Briefumschlag,“ fragte der Wachtmeister neugierig Von A. Roßmann=Roßburg weiter,„von ihm ist bis heute gar nicht die Rede gewesen.“—„Dort drüben liegt er ja,“ blinzelte der Oberinspektor listig und zeigte auf etwas Weißes, das ein paar Schritte weiter am Straßenrand lag.„Still jetzt!", flüsterte er, es kommt jemand.“ Es war nur der Briefträger, der arglos vorbeischritt. Noch ein paar harmlose Leute gingen vorüber ohne auf das Stück Papier zu achten.„Schon zwölf Uhr Mittags,“ seufzte Müller,„der Bursche kommt bestimmt nicht.“ Ich glaube, das ist der richtige!“, zischte der Inspektor und beugte sich sprungbereit vor. Die Straße herab kam ein Mann, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Plötzlich blieb er stehen und schaute sich vorsichtig nach allen Seiten um: es war niemand zu sehen. Schnell bückte er sich und hob etwas Weißes vom Boden auf. Die Zweige eines Buschwerkes knackten.„Sie wollen den Briefumschlag wieder fortwerfen,„erklang eine freundliche Stimme, warum haben Sie ihn denn aufgehoben?". Ueberrascht blickte der Mann auf die beiden Gestalten, die so plötz lich, wie aus der Erde gewachsen, vor ihm stan den.„Weil, weil...“, stotterte er.„Weil Sie mir gewiß den Gefallen tun wollten.“ fuhr der Inspektor liebenswürdig fort,„einen recht deutlichen Fingerabdruck auf diesem eigens präparierten Briefumschlag zu hinterlassen. damit ich ihn bequem mit dem von uns, der Kriminalpolizei, im„Schlößchen“ gefundenen Abdruck vergleichen könnte?" Der Mann stand wie versteinert. Langsam überzog tiefe Röte ihm Gesicht und Nacken.„Keinen einzigen Fingerabdruck habe ich dort hinterlassen!“, schrie er außer sich vor h der Wut.„Aber verraten haben Sie sich,“ meinte der Beamte trokken,„Müller..“—„Schon erledigt,“ brummte der Wachtmeister und ließ die Handschellen zuschnappen. Betti vor dem Jor Skizze von Emanuela Mattl=Löwenkreuz Im ländlichen Kleid, das Kopftuch in die Stirne gezogen, trottet Betti durch menschenleere Straßen. Der erste freie Nachmittag führte sie zur Base, die aus demselben Dorf stammt und in die Stadt geheiratet hat. Ihr Mund ist nicht still gestanden, alles hat sie herausgesprudelt, daß sie in der von der Base verschafften Stelle schon zugelernt hat— einen Teller und ein Glas hätte sie wohl zerschmissen— die Mädels aus der Nachbarschaft spotteten, weil sie das Haar nicht gekräuselt trüge, noch dazu ohne Hut. Auf ihren dicken Flechten ein Hütl, das müßt zum Davonblasen sitzen! belustigte sich Betti, aber im Nu sind Tränen über ihre Backen gekollert, als sie von der Mutter berichtete, von den Geschwistern, die zum Abschied im Gänsemarsch daherkamen, sich an ihre Schürze hängten. Mitten in Tränen erwachte ein Kitzel von Fröhlichkeit und Uebermut— den ganzen Lohn wird sie am Monatsersten heimschicken, damit die Mutter eine zweite Geiß einstellt und sich leichter tut mit dem Schüppel Kinderlein. Als es gegen Abend ging, begann sie auf dem Stuhl zu wetzen, und meinte, es sei Zeit zum Gehen.=„Bis Glock zehn gebührt dir Ausgang“, belehrte die Base,„jetzt führ ich dich in ein Lichtspieltheater!“ Was sie dort zu sehen bekam, ist nicht recht in ihr junges Kövfl hineingegangen. Zur Straßenbahn ist sie noch begleitet worden.„Wirst heimfinden?"— Eifrig nickte Betti.„Wo du aussteigen mußt, weißt du. Tu dich hüten! Daß dich keiner anspricht! Mach die Ohren steif und lauf—“ Ansorechen? Ein Fremder? Es verschlägt ihr den Atem. Am liebsten hätte sie den Jackenärmel der Verwandten nimmer losgelassen. Aber sie. die bisher wehrte, treibt selbst zur Eile an. Wie ihre Schritte hallen! Wie ihr Herz klopft! Der Mond steigt über Dächer und Baumwipfel. Eine Wegseite liegt wie ein grell weißes Band, die andere ist tief in Schatten getaucht. So bald geht sie nicht wieder aus— überlegt Betti—, sie hat es auch schön, wenn sie in der Küche sitzen darf, flickt oder im Kalender liest. Schon gewahrt sie das kleine stockhohe Haus mit dem bißchen Garten davor. Die Fensterläden sind vorgelegt. Nirgends brennt mehr Licht. Svät ist es geworden. Den Rock spreizt sie wie ein Vogelgefieder, kramt in der mächtigen Tasche des Unterkittels. Das umfangreiche, vielfach zusammengelegte Schnupftuch kommt zum Vorschein, der leichte Beutel, eine Karte der Mutter, die sie bei sich trägt— nichts sonst. Wo hat sie den Torschüssel? Sie wird ihn doch, nicht in ihrer Kammer vergessen haben, vor lauter Eifer, sich für den Besuch nett herauszustaffieren? Ist er mit der Karte, die sie der Base vorgelesen hat, aus der Kitteltasche geglitten? Hat sie ihn gar im Kino verloren? Wie gelangt sie in das Haus? Keiner hört, wenn sie läutet. Ihre Dame hat ihr auf das Gewissen gebunden, auf den Schlüssel zu achten“ Verstört wühlt sie immer noch in der Tasche. Bückt sich und tastet den Boden ab. „Haben Sie etwas verloren?" Geheimnisvolles liegt in Stimme und Haltung des jungen Menschen, der mit einem Schritt aus dem Baumschatten in das Licht tritt. Aber sie erschrickt nicht ein bißchen. Daß sie sich hüten soll, hat sie in ihrer Not vergessen. Daß sie mit dem beblümelten Rock an Feuer und Fußangel streifen könnte, ahnt sie nicht. Fest, schnurgerade taucht ihr tränennasser Blick in seinen.„Meinen Torschlüssel.“ „Mazu gleich flennen? Ich sperr Ihnen auf., „Können Sie's?“ Ihre Fußspitzen spielen über das Pflaster, als suchten sie noch. Die Arme hält sie eng an sich gepreßt.„Wohnen Sie denn im Haus?“ Er antwortet nicht. Bastelt kurze Weile an dem Schloß. Wenn er den richtigen Schlüssel gehabt hätte, wäre es kaum flinker gegangen. Knarrend springt das Tor auf. Das dreieckige Spitzdächlein ihres Tuchs rutscht aus der Stirne. Ihr kleines Gesicht, ganz versilbert vom Mond, ist ihm zugewandt. Alles Herbe. noch Kindhafte, ist überblüht von Staunen, Seligkeit, Dank. Er glauht sich ein ironisches Lächeln schuldig zu sein. Während sie in dieser wunderbaren Mischung von Lauterkeit und heiligem Zutrauen aufschaut, auch schon ein bißchen schlaftrunken, erlischt sein Lächeln mehr und mehr. Wie eine feine, schmerzende Süßigkeit dringt es in ihn ein. Mit Deutlichkeit gewahrt er, was er bisher nie im wahren Sinn gesehen— den arg zertretenen Weg seines eigenen jungen Lebens. Seltsame Kühle weht ihr die Zivfel des Tüchleins ein um das andere Mal gegen die Wangen. Erschaudernd schlüpft sie rasch ins Tor. Er selbst drückt es hinter ihr zu. So viel seine Augen von ihrem lichtbeschienenen Bild haben behalten können, trägt er es kreuz und quer durch die Straßen. Das kunstfertige Ding in seiner Hand hat er irgendwo mit weitem Schwung weggeworfen. Horcht, wie es fern aufklirrt. Betrachtet seine leeren Hände. Was nen? Einen großen Entschluß fassen— arbeiten! Käppen Protts Brautkahrt Von Ernst Hermann Pichnom Schon als Steuermann war Georg Prott nicht sonderlich beliebt. Er tat immer etwas hochmütig, herablassend. dünkte sich mehr als die anderen und seine Beinkleider waren für seemännische Begriffe eben immer zu scharf gebügelt. Und ganz verdorben hatte er es mit dem Bootsmann Krümpe, dem er einmal in seiner spitzen Art vorwarf: „Aus dir wird nie mehr als ein Bootsmann! Du supst, Krümpe, und suven macht dumm und du bist dumm!“ Nie vergaß ihm das der dreißigjährige Krümve. Wohl zeigte er seinen Ingrimm nicht offen, aber innerlich wurmte er nach dem Augenblick der Repanche. Der Teufel mochte wissen, warum die beiden einstigen Freunde sich nicht mehr leiden mochten. Nun war Prott Kapitän geworden, zwar nur mit dem Patent für kleine Fahrt in der Tasche, aber er war Kapitän und durfte sich einen weiteren glänzepden Goldstreifen auf den Aermel nähen lassen. In funkelnagelneuer Uniform stand er vor Krümpe: „Siehste, Bootsmann, wir haben's geschafft!". und ein wenig Geringschätzung für den Bootsmann zuckte um seine Mundwinkel. Der reichte ihm die dicke, schwielige Rechte und antwortete selbstbeherrscht, wenn es auch innerlich kochte: „Na, denn gratuliere ich auch, Herr Kavitän, und das wird ja denn auch nicht trocken abgehen, wie...?“ „Danke... danke.., und demnächst werden wir uns noch verheiraten, Bootsmann, mit der Tilly Wehnert... fuhr er wichtig prahlend fort. Krümpes rechte Hand wanderte in die Rocktasche und ballte sich dort zur Faust. Seine dichten Augenbrauen trafen sich eng an der Nasenwurzel, und für einen Augenblick lag in seinem wetterzerschlissenem Gesicht eine kalte Starre. „Mit der Tilly Wehnert?" wiederholte der Bootsmann würgend, und sein Herz machte ein paar harte, heftige Schläge. Das war ja nicht möglich! „Jawohl, die Tilly!“ protzte der Kävven. „Sonntag werde ich mit dem alten Wehnert sprechen, und der Alte wird seine Tochter einem Kapitän nicht abschlagen“, behauptete er sehr eitel und selbstbewußt. „Und was sagt die Tilly?“ stöhnte der Bootsmann auf. „Wird sich freuen, einen Kavitän als Mann zu bekommen. Mit ihr werden wir schon einig werden!" Der Bootsmann strich sich einmal mit der flachen Hand über die Stirn und atmete schwer: „Denn viel Glück, Kaptein...!“ Tags darauf wußte durch Krümpe die engere Bekanntschaft der christlichen Binnenschiffährt von Kävven Protts Heiratsabsichten und seiner Brautfahrt am kommenden Sonntag. Vergnügt rieb er sich die Hände. Nun würde das Schicksal seinen Lauf nehmen, und wer zuletzt lacht, lacht am besten. Bisher war alles nach Wunsch gegangen und mit dem Untergang der Welt wäre es gleichzustellen, wenn der Kavitän nicht am Sonntagmorgen seinen gewohnten Frühschoppen machte. Er machte ihn. Als Prott gegen 10 Uhr den „Silbernen Stern" betrat, traute er nicht recht seinen Augen. Voller Blumen stand der Stammtisch und zwei Dutzend Hände streckten sich ihm zur Gratulation entgegen. Fein hatte der Bootsmann die Sache eingefädelt. Das wäre ja eine Ueberraschung, daß der Kävven sich so schnel! verlobt habe, aber, na ja, einmal mußte man doch den Sprung in die Ehe wagen und das liederliche Junggesellenleben aufgeben, das einem Mann in seinem Alter nicht anstände! Dazu. wo er jetzt Kavitän war! Zwischen Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit verteilte die christliche Binnenschiffahrt ihren Hohn und Spott, und Prott lief es dabei doch etwas kalt über den Rücken. Du lieber Himmel, noch war es nicht so weit, sollte sich erst in den nächsten Stunden entscheiden, aber bloß keine Blamage, die Sache würde ohne Zweifel gutgehen. Und dann stieß man ihn an. klopfte ihm auf die Schulter: es wäre von jeher Sitte und Brauch unter ihnen gewesen, derartige freudige Ereignisse in einen würdgen Rahmen zu stellen. Darum die Blumen, darum auch das Faß Bier und diverse Flaschen Weinbrand, welche die Sternwirtin extra habe kommen lassen, seiner Verlobung eine feucht. Unterlage zu geben. Ohne eine entsprechende Feuchtigkeit könnte überhaupt eine so herrliche Blume, wie eine Verlobung, niemals fruchtbar und segensreich gedeihen. Und ob man nun darangehen könnte, das Faß Bier aus dem Keller zu holen und es auf Kosten des Kapitäns, und sein und des Fräulein Brauts Wohl auszutrinken! Alsdann wollte man ihn und die Braut dreimal bochleben lassen und mit einem kräftigen Seemannsgesang das festliche Beginnen würdig einleiten. Wenn er sich nicht sterblich blamieren wollte, blieb Kävpen Prott nichts anderes über, als seinen Obulus für das Faß bei der Sternwirtin zu hinterlegen. Er tat es. Darauf begann ein Jubel und Trubel, und Prott rückte auf seinem Stuhl unruhig hin und her. Er war doch nur gekommen, um einen einzigen Schoppen zu sich zu nehmen und dann... Die ließen ihn jetzt nicht wieder fort und einfach vervatzt galt dann die Brautfahrt. Wieder und Wieder sah er nach der Uhr, und schon meldeten sich einige ironische Stimmen: wenn der Kapitän etwa Sehnsucht nach seiner Braut habe, so möge er ruhig geben. nur bald wiederkommen und möglichst mit dem Fräulein Braut! Es sei für alle eine besondere Ehre und Freude, diese in den Kreis der Fröh„Entwallne“ Beillenschlange Von Friedrich von Offenberg Mein Freund S. W. Indler war geschätzt wegen seines Mutes, besonders geachtet und beliebt. ob seines fabelhaften Talentes, Drinks zu mixen. hingegen berüchtigt, dank seiner unmöglichen sagkestories. Diese grauenhaften Schlangengeschichten pflegter bei den denkbar unpassendsten Gelegenheiten von sich zu geben. Er hatte die Gewohnbeit, sie mit einem merkwürdigen, wie Natterngezisch klingenden Pfiff einzuleiten und legte dann los. Einmal genossen wir auf gemeinsamem Wüsteuritt die Gastfreundschaft eines entlegenen Kamelreiter=Postens der Coast=Guards im Sudan. Der Kommandant Captain Hunter trank, S W. Indler soff, ich rauchte. Plötzlich reckte sich S. W. wie eine tanzende Kobra, zischte und begann: „Also. da ist mir doch etwas ganz Tolles passiert. Schlafe auf meiner letzten Indientour mit meinem Kameraden Lobster in einem Bungalow. Vollmondnacht. Trovenzauber. Aber verdammt heiß. Werde von scheußlichen Träumen gevlangt. Verspüre Berührung kalter Totenhand. Fahre auf und sebe riesige Kobra über mein Lager schlüpfen und zu Lobster schleichen. Armer Kerl schnarcht ahnungslos, während zungelndes Ringelbiest auf ihn zukriecht. Grausiges Bild steht noch deutlich vor mir. Kobra richtet sich emvor und wiegt und windet sich, wie auf dem Schwanze tanzend. Schon bläht sie den Hals auf, und deutlich sebe ich die gräßliche Brille im Mondenschein. Bin wie gelähmt. Dann aber packt mich die Wut. Damned! Der brave Kerl soll nicht tückischem Reptilienbiß zum Opfer fallen. Ergreife neben mir liegende Bambusgerte und haue zu aus Leibeskräften. Hätte bestimmt dem Aas die Wirbelsäule zerschmettert, wette ich! Aber gemeine Kanaille macht unverhoffte Bewegung, und haarscharf am Maul ihres dreieckigen Flachkopfes vorbei, saust mein Hieb. Trifft Freund Lobster mitten ins Gesicht. Alles was recht ist, so zugeschlagen habe ich noch nie im Leben. Aber auch so ein Wutgebrüll habe ich nie gehört, wie das des unglücklichen Mannes mit dem zerschellten Nasenbein. Einfach schaurig. ha, ha! War aber dennoch infam komisch. Ha, ha, ha!"“ Nach wütendem Auflachen verstummte er. „Nun, und die Schlange, die Brillenschlange?“ fragte Captain Hunter gespannt. „Die Brillenschlange? Ach so! Na ja, die fand es eben auch komisch. Kriegte sogar Lachkrampf. Krümmte, boa sich, schüttelte sich vor Lachen. Schüttelte sich so, daß sie durch die Erschütterung die Brille verlor. Da war das ekle Wurm natürlich hilflos. Konnte doch nicht mehr richtig gucken. Stülvte ihr einen alten Sack über'n Konv und schenkte sie später einer Fakirtruppe. Brille aber habe ich zum Andenken behalten. Will sie euch später zeigen, als Beweis, daß die Geschichte wahr ist!" Wir nahmen einen großen Schluck. Auf den Wahrheitsbeweis aber verzichten wir. lichkeit einbeziehen zu dürfen. Die Ironie schien Prott wirklich nicht zu merken. Und als er sich erhob, seine eigentliche Brautfahrt erst anzutreten, mußte er versprechen, unbedingt wiederzukommen, und wenn nicht, würde es ein Faß extra kosten. Er versprach es. Ob die Tilly aber mitkäme, nein, dafür könnte er nicht garantieren: Frauen hätten so ihre besonderen Launen. Es verging eine Stunde, eine zweite, und im „Silbernen Stern“ merkte niemand, wie die Zeit verging. Es ließ sich gut sein beim kostenfreien Verlobungstrunk. Aber dann öffnete sich die Tür und fiel krachend ins Schloß zurück. Kävven Prott, hoch aufgerichtet, mit hochrotem Kopf und die Adern an der Stirn dick geschwollen, blieb in der Mitte des Gastraumes stehen. Seine Augen suchten wütend die Menschen ab. Mit ein vaar langen, hastigen Schritten fegte er in die linke Ecke auf den Bootsmann Krümve zu, der ihn mit einem überlegenen Grinsen längst erwartete. Er packte ihn an den Schultern und rüttelte ihn: „Krümve... du... du bist ein Filou!“ schrie er mit erstickter Stimme, daß die anderen es hörten. Der Bootsmann kam nicht aus der Fassung: „Wieso, Herr Kavitän? Warum regen Sie sich denn so auf, etwa weil ich schon gestern bei der Tilly Wehnert war und ich sie mir geholt habe? Darum doch nicht? Das kommt nur von das Suven, Kaptein, nur von das Supen...!“ — Und da gab es ein Hallo, denn längst wußte man um den Zusammenhang der Dinge und gönnte dem hochmütigen und berablassenden Kavitän den Reinfall. Prott, der jetzt in allen Gesichtern die Schadenfreude las, drehte sich kurz um, verließ den „Silbernen Stern" und ließ sich am nächsten Tage auf einen anderen Dampfer versetzen. Dee Mann in der„eiseenen Lunge" kährt Auto In ganz Amerika ist Fred B. Snite, der 27= jährige Sohn eines reichen Fabrikanten in Chicago, als„der Mann in der eisernen Lunge“ bekannt. Vor einigen Jahren erkrankte er nämlich in Schanghai an spinaler Kinderlähmung, deren Folgen es notwendig machten, den Kranken in eine sogenannte„Eiserne Lunge“ zu bringen. Es ist dies eine Apparatur, die es möglich macht, durch reichliche Sauerstoffzufuhr die Atmung zu erleichtern. Nur für ganz kurze Zeit hat in den letzten Monaten Snite gelegentlich die eiserne Lunge verlassen und natürlich atmen können. Im übrigen muß er sein Leben in dieser Apparatur zubringen. Um ihm sein furc###res Schicksal, das er übrigens mit viel Gebuld trägt, etwas zu erleichtern, ist ihm jetzt die Möglichkeit gegeben worden, das Krankenhaus zu verlassen und sogar sportlichen Veranstaltungen beizuwohnen. Mit einem Kostenaufwand von 15000 Dollar ließ ihm sein Vater ein Spezialauto bauen, in das die„eiserne Lunge“, hineingebracht, werden kann. Der Wagen besitzt eine raffinierte Spiegeleinrichtung, die es dem Kranken ermöglicht, aus sekner Atmungs=Apparatur heraus alle Vorgänge bequem zu beobachten, die sich draußen abspielen. Er kann jetzt also Ausflüge unternehmen und vor allen Dingen— was schon immer seine größte Sehnsucht war— sportliche Wettkämpfe sehen, wenn er auch nicht mehr aktiv an ihnen teilnehmen kann. Die Behandlung des Kranken hat übrigens in den letzten Jahren eine Summe von über einer halben Million Dollar verschlungen. Nac Hlal Tante Emma war im Grunde ein harmloses Gemüt, aber sie hatte eine verdammte Eigenschaft: sie zitierte! Wo sie ging und stand, sagte sie Zitate. Sie zitierte nicht wörtlich, wie man eigentlich soll, nein, sie änderte nach Belieben und fand das sehr launisch. „Sei mir gegrüßt, du Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel,“ rief sie mir entgegen. Alles lachte, denn ich habe eine etwas rötliche Nase. Natürlich lachten sie, denn so ist der Mensch. Auch ich lachte ja, wenn Emmas Zitat einen anderen traf. Beim Abendbrot fand ich den Senf nicht. „Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nah, lerne nur den Senf ergreifen, denn der Senf ist immer da.“ Wieder lachten die blöden Leute, und ich bekam einen roten Kopf. Der geneigte Leser und ich sind uns völlig einig, daß Tante Emma gar nicht schuld war. Ich war der Schuldige; ich ganz allein. Warum kriegte ich einen roten Kopf? Warum ärgerte ich mich. Warum bekam ich Minderwertigkeitsgefühle? Hatte ich in„Deutsch“ nicht immer eine Zwei gehabt? Hatte ich nicht seinerzeit die Glocke auswendig gelernt wie einer? Ausl einfach aus! Wenn Tante Emma zitierte und die blöden Leute lachten, war alles weg. Schiller, Goethe, Busch, alles ratzekahl weg! Wütend ging ich zu Bett. Am andern Morgen kam ich in die Frühstücksstube herunter. Tante Emma war schon da. „Erheb' dich von der Erde, du Schläfer, aus der Ruhe,“ schändete sie den armen Schenkendorf. Aber jetzt geschah ein Wunder! ein wirkliches Wunder! Irgend etwas platzte in mir. War's oben im Kopfe oder unten im Herzen? War's einer von den eisernen Ringen des armen Heinrich? Jedenfalls wurde es hell und klar in mir. Ohne jede Befangenheit und Spannung kam es von meinen Lippen: „Schon wiehert mir die Tante den guten Morgen zu!“ Ein wieherndes Gelächter war die Folge. Die Sippe war gar nicht so blöde wie ich dachte. Tante Emma blieb stumm, aber mit offenem Munde. Ich war aber in einem herrlichen Feuer. Der selige Chamisso trat mir nun in die Seite. „Nun hab' ich dir den ersten Schmerz getan, der aber traf!“ verstümmelte ich den Dichter. Er verzieh sofort. Noch immer schwieg die Tante. „Wie kommt's, daß du so traurig bist, da alles froh erscheint?“ half mir lächelnd Geheimrat Goethe. Jetzt ergriff ich die Kuchenschüssel, die meiDon Ernst Tacharias stens ihren Platz vor Tante Emma hatte, mit den Worten: „Greift nur hinein ins volle Menschenleben, und wo ihr's packt, da ist's interessant!" Nun erst erwachte sie aus ihrer Erstarrung und machte eine abwehrende, aber hilflose Bewegung. Ich aber nahm das schönste Stück vom Teller und zitierte: „Nur die Lumpen sind bescheiden, Brave freuen sich der Tat!“ Die Schüssel ging in die Runde. Alles freute sich über meinen Sieg. Die arme Tante war völlig in die Verteidigungslinie gedrückt. Und sie verteidigte sich schlecht. Sie tat das Dümmste, was sie tun konnte: sie ärgerte sich, sie schmollte. Das hatte ich gestern auch getan. Ich konnte es nicht mehr lassen: „Mußt ja nicht traurig sein, muß ja nicht weinen!“ flötete ich über den Tisch hinüber. Wieder lachte die Sippe. Es war gemein von mir. Das schlug denn auch dem Faß den Voden aus. Wütend erhob sie sich, ging aus der Stube, und krachend fiel die Tür ins Schloß. „Was hat die Tante noch zuletzt gesagt?“ fragte ich die kleine Nichte. „Ich verstand: Götz von Berlichingen,“ erwiderte sie harmlos. Ungeheures Gelächter! Ich gönnte der guten Tante Emma diesen Erfolg in ihrer Abwesenheit; denn es war ihr letztes Zitat gewesen. Das letzte Mittel Mathilde hatte es auf Martin abgesehen. Mathilde lief ihm auf Schritt und Tritt nach. Martin versuchte alles. Nichts half. Martin stöhnte: „Ihr Vater wird Sie daheim brauchen, Fräulein!“ „Mich?“ „Ja.“ „Mein Vater?“ „Ja. In seinem Beruf.“ „Aber mein Vater hat doch ein Panoptikum.“ „Eben deswegen?“ „Wozu soll er mich denn da brauchen?“ Martin zischte: „Als Prachtstück in der Schreckenskammer.“ Das Autowrack Don Christian Bock Erntezeit! Allmählich wurden die vorher jugendfrichen, gerade wie Spieße aufgerichteten Halme in den Getreidefeldern trocken und gelb. Nicht mehr schlank und gerade stehen sie nun da, unter der Last der Aehren haben sie sich gebeugt. Wenn der Wind darüber hinstreicht, geht ein Rascheln durch die Halme, es ist ein Raunen wie im Schilf. Mehrmals in den letzten Wochen sind Bauersleute an die Feldränder herangetreten, haben Körner aus den Aehren genommen und sie auf ihre Härte, auf ihre Reife geprüft. Nun ist es so weit, daß die Körner ausgereift sind, es kann mit der Ernte begonnen werden. Die Atemholepause, wie die Zeit zwischen der Heuernte und der Getreideernte von unseren Landleuten genannt wird, hat ein Ende, der Tag des ersten Schnittes in den Getreidefeldern wird festgesetzt. Erntezeit ist für den Bauersmann die kostbarste Zeit des Jahres, alle Kräfte sind bis zum äußersten angespannt; ein Hinauszögern der Ernte kann bei einem Witterungsumschlag viel verderben, die Arbeit eines Jahres zu einem großen Teil wertlos machen. Kaum, daß der Tag zu grauen beginnt, steigen aus den Schornsteinen der Bauernhäuser Rauchsäulen empor, ein Zeichen, daß der Morgenkaffee oder die Morgensuppe hergerichtet wird. Rasch geht es hinaus auf die Felder, die Männer mit geschulterten Sensen oder hinter der Mähmaschine gehend, die Frauen und Mädchen mit gefüllten Eßkörben und Kannen in den Händen. Ununterbrochen sausen die Sensen durch das Korn, surren die Mähmaschinen über die Felder, Schwade fällt an Schwade nieder. Daneben und dahinter arbeiten Frauen und Mädchen mit weithin leuchtenden weißen Kopftüchern. Die Sonne steigt höher und wirft brennende Strahlen hernieder. Alles ist wie in ein Lichtmeer umgewandelt. So kommt der Mittag heran. Unter einem Baum, oft im Schatten eines Wagens wird das mitgebrachte Mahl eingenommen. Die Ruhepause ist kurz, bald springt alles wieder auf, die Arbeit beginnt von neuem und geht bis zum verlöschenden Tag. Schwer sinken am Abend die Ernteleute auf die Ruhelager. Doch schon beim ersten Hahnenschrei sind sie wieder auf den Beinen, ziehen von neuem hinaus auf die Felder. Mit Sorge werden in der Erntezeit aufsteigende Wolken betrachtet. Vielleicht bringen sie nur ein vorüberziehendes Wärmegewitter, vielleicht sind sie aber auch die Vorboten für eine anhaltende Regenzeit mit ungünstigen Folgen für das lagernde Getreide. Bald schwenken vollbepackte Erntewagen über die Felder, und es kommt der Tag, da noch die Herr Wiedewind hielt mit seinem Auto vor einer Garage. Er hatte sich entschlossen, es zu verkaufen, und er wußte wohl, daß man ihm nicht viel dafür bieten würde. Sieben Jahre lang hatte es ihm gedient, und damals vor sieben Jahren hatte er es schon als gebrauchtes Auto gekauft. Trotzdem hatte sich Wiedewind seines Autos nie geschämt. Die Linie war keineswegs eine elegante Stromlinie, die Fensterscheiben klirrten und alles mögliche rasselte, wenn Wiedewind fuhr, aber er liebte das Rasseln und Klirren und sagte es jedem, der mit ihm fuhr, daß er dieses alte Wrack gegen keine schön gepolsterte Sonntagsnachmittagslimousine jemals eintauschen würde. Er höhnte die Autofahrer, die so bequem fahren wollten, so windgeschützt und staubbehütet, die ihren Wagen zu einer Wohnküche gemacht hätten. Jawohl, zu einer Wohnküche! Ha, sie mögen den Wind nicht, die Gentlemen, sie haben Angst, daß er ihnen die Friseur zaust, sie wissen gar nicht mehr, was das für ein Gefühl ist, durch den sausenden Wind zu fahren! Wenn Wiedewind so etwas sagte, dann tat er das nicht, um sein Autowrack auf eine gute Art zu entschuldigen und sich literarisch herauszureden, er war ehrlich stolz auf sein Wrack, und wer nicht zu ihm einsteigen wollte, der sollte es bleiben lassen. Es war auch keine Sinnesänderung, die ihn dazu gebracht hatte, sein Auto jetzt doch zu verkaufen, nur die praktische Einsicht, daß es nicht mehr leistete, was man von einem Auto billigerweise verlangen muß. „Sechzig Mark!“ sagte der Händler, als er die Karre gesehen hatte. Don Otto Mühlenhoff letzte Garbe aufgeladen wird, die„Alte“, wie sie in vielen deutschen Gegenden von den Bauern genannt wird. Der letzte Erntewagen wird oft mit Feierlichkeiten auf dem Hofe empfangen, wobei kein Familienmitglied fehlen darf. Mit dem letzten Wagen kommt auch der aus Aehren und Feldblumen gewundene Erntekranz auf den Hof. Dieser Kranz, das Zeichen der vollständigen Einbringung der Getreideernte, wird am Scheunentor oder am Giebel des Hauses aufgehängt. Bis zum Erntedankfest ist es noch eine Weile hin, kleine Vorfeiern werden indessen jetzt schon abgehalten. Zumindest darf der Ernteschmaus nicht fehlen. Herr Wiedewind brauste auf:„Für diesen Wagen?“ Der Händler lächelte. Herr Wiedewind sah das Lächeln, setzte sich in sein Auto und fuhr, ohne ein Wort zu sagen, zum nächsten Händler. „Fünfzig Mark!“, sagte der nächste Händler, als er einmal um das Auto herumgegangen war. In diesem Augenblick entschloß sich Herr Wiedewind, sein Auto nicht zu verkaufen, sondern etwas ganz anderes damit zu machen. Er fuhr nach Hause und schrieb einigen seiner besten Freunde, die Autobesitzer waren, diesen Brief: „Ich habe mich entschlossen, meinen alten Wagen, ehe ich einen neuen käufe, an einem würdigen Ort zu begraben. Ich bitte meine Freunde, an der Beerdigung teilzunehmen und sich morgen, am Freitag, um 4 Uhr nachmittags in ihren Autos dem Trauerzug von meinem Hause aus anzuschließen. Sieben Autos folgten am nächsten Nachmittag in langsamer Fahrt und leise surrend Herrn Wiedewind, der an der Spitze dieser wunderlichen Karawane sein Auto zum letzten Parkplatz fuhr. Die Lenker des Trauergefolges hatten nicht gerade Grabesmienen aufgesetzt, und es flogen wohl ein paar Witzworte von einem Wagen zum anderen, aber über der Veranstaltung lag trotzdem eine gewisse Feierlichkeit und eine Würde, der auch ein Witz keinen Abbruch tun konnte. Die meisten waren gespannt, wie die Zeremonie der Autobeerdigung vor sich gehen würde. Sie fürchteten vielleicht ein wenig, sich selbst lächerlich zu machen, wenn das Autoleichenbegräbnis den Anstrich einer peinlichen Albernheit bekommen sollte, und so kam es wohl, daß sie bei allem einen gewissen Ernst wahrten, zumal Herr Wiedewind selbst unbewegten Gesichts sein Auto vorausfuhr. Niemand wußte, ob das Grundstück, auf dem sie anhielten, Herr Wiedewind gehörte. Jedenfalls aber war in einer Ecke, in der Nähe einiger Räume eine Vertiefung ausgehoben, in die ein Auto hineinpassen konnte. Eine Schräge führte sanft absteigend, wie man es bei Kellergaragen kennt, in die Grube. Herr Wiedewind hatte seinen Wagen ein paar Schritte davor angehalten. Als er sich aufrichtete und seinen Freunden zuwandte, stellten sie ihre Motore ab, und plötzlich entstand eine würdige feierliche Stimmung. „Meine Freunde,“ sprach Wiedewind,„wir begraben heute mein Auto, das mir sieben Jahre lang treu gedient hat. Es ist vielleicht etwas ungewöhnlich, ein Auto zu begraben, und ich geve auch zu, daß mich erst ein beschämend niedriges Angebot für das Auto auf den Gedanken brachte, es zu begraben statt es zu verkaufen, aber es schien mir würdig, mich von diesem Auto, mit dem ich auf eine menschliche Art verbunden war, auf diese Weise zu trennen.“ Dann setzte sich Wiedewind ans Steuer, fuhr das Auto sacht in die Grube, stieg aus und ging langsam nach oben. Der Motor seines Autos lief noch. „Ich bitte meine Freunde,“ sagte Wiedewind,„nun die mitgebrachten Spaten zu nehmen.“ Die Freunde Wiedewinds stiegen aus und holten sich jeder einen Spaten aus dem Hintersitz eines der Autos, in dem Wiedewind acht Spaten untergebracht hatte, ehe sie abfuhren. Als dann Wiedewind die ersten Schaufeln Erde über sein Auto gestreut hatte, fingen alle zu schaufeln an. Schon war das Auto in der Grube von Erde bedeckt, die Spaten flogen, die Klumpen klatschten auf das Verdeck, und es war wohl ein sonderbarer Anblick, diese acht städtisch gekleideten Männer bei solcher Arbeit zu sehen. Als plötzlich der Motor des Autos in der Grube aussetzte, entstand ein paar Sekunden lang eine Stille. Die Männer richteten sich auf und sahen nun wirklich ernst und feierlich aus. Dann gab Wiedewind das Zeichen weiterzuschaufeln, und bald war die Grube ausgefüllt. Die sieben Autos fuhren in die Stadt zurück. Herr Wiedewind saß neben einem seiner Freunde, und in der Stadt lud er das Trauergefolge zu einem Gelage ein, das erst spät in der Nacht ein Ende nahm. Die Frauen der Männer aber, die in dieser Nacht sehr spät nach Hause kamen, begriffen nicht, warum die heute eine so schlecht erfundene Ausrede mitbrachten: Wir haben ein Auto begraben! Autos, sagten die Frauen, begräbt man ja nicht, die verkauft man, wenn sie noch so sind. Ja, sagten die Männer, im allgemeinen tut man das, aber hier war eben mal einer, der das nicht tat: er begrub sein Auto. Ein Geizkragen fällt herein Von einem geizigen Mann ging die Rede, er sei so überaus sparsam, daß er noch niemals einen Menschen zu Tisch geladen habe. Als der Schauspieler Döring von diesem Geizkragen hörte, schloß er mit seinen Freunden eine Wette ab, daß es ihm gelingen würde, noch am gleichen Tage am Tisch des Mannes zu sitzen, und dies, obwohl er dem Geizhals völlig unbekannt war. Um die Mittagszeit stellte sich Döring richtig im Hause jenes Mannes ein, der sich gerade zu Tisch gesetzt hatte. Er entschuldigte sich vielmals wegen der Störung, er komme jedoch in einer wichtigen Sache, wobei der Herr 1000 Taler verdienen könne. Dieses Angebot lockte den Geizhals ungemein, da er aber auch auf sein Essen nicht verzichten wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als den Unbekgnnten zu Gaste zu bitten. Döring aß tücht dmit, und als nichts mehr in den Schüsseln war, nahm der Geizhals das Gespräch wieder auf. Was das denn für eine Sache wäre? „Ich habe gehört,“ sagte Döring, während er sich die angebotene Zigarre schmecken ließ, „daß Sie Ihrer Tochter bei ihrer Heirat 10000 Taler Mitgift geben wollen. Nun, ich halte hiermit um die Hand Ihrer Tochter an und bin schon mit 9000 Talern zufrieden. Dabei können Sie also wirklich 1000 Taler verdienen!“ Nach dieser Frechheit zog es der Schauspieler allerdings vor, schleunigst zu verschwinden, denn der Geizhals, der ihn unfreiwillig zu Tisch geladen hatte, lief gefährlich rot an, und als das Donnerwetter des Gefoppten losbrach, war Döring bereits bei seinen Freunden und trank mit ihnen den Sekt, den er gewonnen hatte. Deutsche Arbeitsmaid Aus dem neuen Ufa=Kulturfilm über den Arb soienst der weiblichen Jugend. Auf.: Ufa=Rikli Jungen werden ganze Kerle, und wenn es auch nur Stiefelputzen ist, so erzieht auch diese kleine selbstverständliche Verrichtung zu Ordnungssinn und Pflichterfüllung. Susanne meinte, er wolle sie weiter verhöhnen, und gab keine Antwort. „Er würde dir sicher einen Gefallen tun, wenn du ihn darum bitten würdest?" fuhr Vinant im gleichen Tone wie vorher fort. Susanne blickte ihn verständnislos an. :„Wie meinst du das?“ „Er würde zum Beispiel gerne bereit sein, dich gelegentlich einmal zu seinem Teilhaber, dem Mann mit den vielen wertvollen Bildern, mitzunehmen?“ Durch Susanne ging ein Zittern. Blitzschnell hatte sie begriffen, wohin Alfred mit seinen Worten zielte. „Was sollte ich bei dem Herrn wollen? Ich kenne ihn ja gar nicht", erwiderte sie hastig uno tat, als wisse sie nicht, was Vinant mit seinen Worten bezweckte. „Du weist genau, was ich meinte!“ antwortete der Franzose, etwas Erdrückendes war jetzt in seiner Stimme.„Schon damals, als Ruge von dem Bilderreichtum seines Kompagnons erzählte, kam mir der Gedanke, ob da vielleicht etwas für uns zu holen sei; vor anderen wichtigeren Dingen war es mir inzwischen ganz entfallen! Soeben achte ich wieder daran.. „Nein! Nein!“ unterbrach Susanne ihn, sie war plötzlich wie im Fieber. Vinant schlug einen Ton gönnerhafter Freundlichkeit an. „Wozu gleich diese Aufregung, Susanne?... Warte erst ab, was ich dir sagen will! Ich mache dir einen Vorschlag: Du kannst noch eine Zeit lang hier bleiben, ich werde sogar noch ein übriges tun und euch so wenig wie möglich in eurem zärtlichen Beisammensein stören... nur eine kleine Bedingung stelle ich: du wirst deinen Freund bitten, daß er dich zu seinem Kompagnon mitnimmt, du wirst dir die Verhältnisse dort und die Oertlichkeiten genau betrachten und mir darüber berichten.. alles Weitere besorge dann ich mit unseren Leuten.“ Er sah sie mit spöttischem Lächeln an.„Bin ich nicht nett, daß ich dir diese Chance biete, um noch eine Weile bei deinem Freund bleiben zu können?" Je länger Vinant gesprochen hatte, um so größer war der Aufruhr in Susanne geworden. Ihr war, als sei ihr eine Schlinge um den Hals gelegt, die mehr und mehr zugezogen werde. Plötzlich sprang sie von ihrem Stuhle auf. Ihr Atem flog. „Das kann ich nicht!“ schrie sie.„So kann ich Ruge doch nicht hintergehen! So gemein kann ich nicht an ihm handeln!“ „Du bist ja mit einem Male sehr empfindsam, meine Liebe! Der Umgang mit diesem Herrn Ruge scheint dich nachgerade ungeeignet für unser Handwerk gemacht zu haben!“ Er ging wieder drohend auf sie zu.„Aber nun laß diese falsche Sentimentalität! Entweder tust du, was ich verlange— oder wir fahren heute noch ab, und ich werde dafür sorgen, daß dein Freund erfährt, wer du in Wirklichkeit bist!" Unbeugsame Entschlossenheit war in Vinants letzten Worten gewesen. „Das würdest du tun?" stieß Susanne, außer sich vor Erregung, hervor. „Du kannst dich darauf verlassen, daß ich es tun würde!" In Susanne jagten sich die Gedanken. Konnte sie ausführen, was Alfred von ihr verlangte? Durch Hans Ruge sich Eingang in das Haus seines Teilhabers verschaffen? War dieser Plan nicht irrsinnig? Sie liebte doch Hans! Nie zuvor hatte sie einen Mann so heiß geliebt wie ihn! Und ihn sollte sie für ihr verbrecherisches Vorhaben benutzen? Er sollte ihr zum Werkzeug werden, damit Alfred nachher den Bilderdiebstahl ausführen konnte? Aber—— wenn sie Alfred nicht gehorchte, wenn er seine Drohung, Ruge über ihre wahre Natur aufzuklären, wahrmachte, dann würde Hans erfahren, daß sie eine Hochstaplerin, eine erbrecherin war... Nur das nicht! Nur das nicht! Lieber würde sie das andere auf sich nehmen. Sie hob das verstörte Gesicht zu Vinant empor. „Und wenn ich es tue... werde ich dann ganz aus der Sache herausbleiben? Ruge darf nie erfahren, hörst du, nie, wer ich eigentlich bin!“ „Da kannst du ganz ruhig sein!“ antwortete Vinant gleichmütig.„Du tust nur die Vorarbeit, sie ist ungefährlich; für alles andere sorge ich! Und dann verschwinde ich von der Bildfläche! Nach einiger Zeit kommst du nach; inzwischen kannst du in aller Gemütsruhe deinen Freund darauf vorbereiten, daß du Berlin zu verlassen gedenkst, und wenn du dann abreist, wird er nicht den geringsten Verdacht schöpfen! Wir sind uns also einig?“ „Ja.... antwortete Susanne, aber ihr bangte namenlos vor dem Kommenden. * „Wenn ich nur wüßte, was mit Ihnen los ist, Hans!“ sagte Fritz Kleemann und sah Ruge, der ihm in seinem Büro gegenübersaß, prüfend an. „Wo ist Ihr Frohfinn auf einmal hingekommen?“ Verlegenheit, die er nur mühsam unterdrücken konnte, trat in Ruges Mienen. Er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß wirklich nicht, was Sie immer wieder wollen, Herr Kleemann!“ erwiderte er und tat sehr verwundert.„Ich bin doch nicht anders als sonst!“ „Das müssen Sie nicht mir erzählen, Hans! Ich kenne Sie viel zu gut, als daß ich nicht merken sollte, wie sehr Sie sich in den letzten Tagen verändert haben!" „Ich bin mir keiner Veränderung bewußt!“ „Immer waren Sie guter Dinge bei der Arbeit, man sah Ihnen förmlich an, wie wohl Sie sich im Betrieb fühlten—— jetzt laufen Sie mit finsterem Gesicht umher, als mache Ihnen die ganze Sache keinen Spaß mehr!“ „Da irren Sie sich, ich arbeite heute genau so gerne und freudig wie vorher! Und daß ich vielleicht einmal ein finsteres Gesicht aufsetze— du lieber Himmel, man kann schließlich nicht immer lachen!“ „Das verlangt auch niemand von Ihnen!“ sagte der alte Herr, der merkte, daß Ruge ihm geflissentlich auswich, darauf in gutmütigem Ton und ging zu anderem über. So weit ist es also schon, daß man mir meine Verstimmung ansieht! dachte Ruge, als er nachher in sein Laboratorium hinüberging, und Wut auf sich erfaßte ihn. Als ob es sich überhaupt lohnte, wegen einer solchen Lapalie sich verstimmen zu lassen! Er machte sich an seine Arbeit, aber, wie meist in diesen Tagen, wollten seine Gedanken nicht bei den chemischen Versuchen, die er gerade ausführte, bleiben; immer wieder irrten sie ab. Eine Frechheit war es von Ellen Martini gewesen, ihn in dieser Weise am Telephon abblitzen zu lassen! Als habe sie einen Schuljungen vor sich gehabt! dachte er zum soundsovielten Male. Dabei konnte er, so sehr er auch darüber grübelte, einen Grund für ihr Verhalten nicht finden. Also war es wahrscheinlich nur eine Laune von ihr gewesen! Er dankte aber für eine solch launenhafte Behandlung! Wenn die junge Dame glaubte, weil sie Tennismeisterin war, sich nun Starallüren zulegen und andere Leute damit bedenken zu können— bei ihm war sie da an die unrechte Adresse gekommen! Ruge wurde etwas leichter zu Mute, als er sich gründlich in Wut hineingesteigert hatte. Aber dann erfaßte ihn doch wieder die Niedergeschlagenheit, die seit jenem Telephongespräch nie mehr ganz aus ihm weichen wollte. Er war damals, wie er Ellen erklärt hatte, ein paar Tage in einer geschäftlichen Angelegenheit verreist gewesen, er hatte unterwegs oft an sie gedacht und sich auf das Wiedersehen mit ihr gefreut. Und als sie dann, trotz ihres Versprechens, nicht bei ihm angerufen hatte, war es selbst zum Telephon gegangen... da hatte er eine Antwort bekommen, die ihn aus allen Himmeln gerissen hatte. Im ersten Augenblick war er ratlos gewesen. Leidenschaftlicher Schmerz hatte sich in ihm geregt, ihm war zu Mute gewesen, als sei ihm in jenem Augenblick etwas Schönes zerschlagen worden. Dann aber hatte ihn Zorn auf Ellen erfaßt. Und immer wieder, wenn seitdem Trauer und Niedergeschlagenheit in ihm die Oberhand gewinnen wollten, hatte er sich in diesen Zorn geflüchtet. Er zwang sich nun, bei seiner Arbeit zu bleiben; trotzdem war er froh, als die Fabriksirenen den Schluß der Arbeitszeit ankündigten. Als er sich nachher von Kleemann, der meist noch länger in seinem Büro blieb, verabschiedete, sagte dieser „Hätten Sie nicht Lust, bald wieder einmal zu einem gemütlichen Abendschoppen zu mir zu kommen, Hans?“ Ruge fiel bei den Worten des anderen ein, daß Susanne ihn vor einigen Tagen gebeten hatte, sie bei Gelegenheit zu Kleemann mitzunehmen, da sie sich für dessen Gemälde, die Hans ihr so sehr gerühmt habe, interessiere. „Selbstverständlich komme ich gerne“, antwortete er.„Uebrigens: darf ich jemanden mitbringen?" „Das ist doch klar, Hans!“ „Frau Curell hat den Wunsch geäußert, Ihre Bilder anschauen zu dürfen; ich erzählte ihr, welchen Kunstbesitz sie in Ihrem Hause haben, nun ist sie ganz versessen darauf, die Bilder zu sehen!“ „Ich freue mich, wenn Sie die Dame mitbringen“, sprach Kleemann darauf, seine Worte klangen freundlich wie zuvor, aber ein kaum merklicher Unterton von Zurückhaltung hatte darin mitgeschwungen.„Sagen wir also: morgen abend! Ist es Ihnen recht?“ Jol“ „Bitte, empfehlen Sie mich Frau Curell!“ * Ruge holte Susanne in ihrer Pension ab. „Ich freue mich auf den Abend“, sagte sie, ihre Stimme klang seltsam gepreßt, und als sie nun den Hut aufsetzte, spürte sie, wie ihre Hände zitterten. Ich muß ruhig bleiben! Ich darf mich nicht verraten! befahl sie sich, aber ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt. „Bist du fertig? Können wir gehen?“ fragte Ruge. „Ja... Einen Kuß möchte ich aber vorher noch von dir bekommen!" Sie preßte sich an ihn, sie küßte ihn... nicht an das andere denken! jagte es ihr durch den Sinn... nicht daran denken... ihre Lippen wollten sich von seinem Mund nicht lösen... Plötzlich glaubte sie etwas Widerstrebendes bei Ruge zu spüren. Ihre Arme sanken nieder. Wortlos, von jäher Angst durchbebt, sah sie ihn an. „Was haft du? Warum schaust du mich so merkwürdig an?“ fragte Ruge. Sie schüttelte, als wolle sie einen feindseligen Gedanken von sich weisen, hastig den Kopf. „Nichts... Komm, wir dürfen Herrn Kleemann nicht warten lassen!" Während sie dann neben Ruge im Wagen saß, betrachtete sie ihn mit einer bohrenden Gespanntheit. Nur hin und wieder sprach er ein paar Worte zu ihr; sonst schien seine ganze Aufmerksamkeit der Straße zu gelten, durch die er das Auto in rascher Fahrt steuerte. Aber Susanne entging nicht, daß sein Gesicht sich immer wieder, wie in einem unerfreulichen Gedanken, verfinsterte. „Der Besuch bei deinem Kompagnon scheint dir nicht viel Spaß zu machen!“ sagte sie plötzlich. Ruge wandte sich ihr zu. „Wie kommst du zu dieser Vermutung?“ „Weil du alles anderes als zufrieden aussiehst!“ Aerger stieg in Ruge empor. Fing jetzt auch Susanne von seinem Aussehen an? Man sollte ihn endlich damit in Ruhe lassen! Er sagte kurz, beinahe schroff, während er wieder geradeaus sah: „Ich wüßte nicht, warum ich nicht zufrieden aussehen sollte!“ Susanne schwieg darauf. Aber die Angst, die vorhin schon sie angefallen hatte, meldete sich wieder. Warum war Hans heute so sonderbar? Warum hatte er soeben in diesem unfreundlichen Tone zu ihr gesprochen? Liebte er sie nicht mehr so wie früher? Verzweifelt wies Susanne diesen Gedanken von sich. Wie konnte sie gleich Derartiges annehmen? Vielleicht hatte Hans heute in seiner Fabrik Aerger gehabt, vielleicht hatte er auch geschäftliche Sorgen, welcher Mensch war nicht dann und wann einmal verstimmt... und sie zweifelte gleich an seiner Liebe... Als müsse sie ihm etwas abbitten, legte sie ihre Hand mit zärtlichem Druck auf seinen Arm: „Liebster!“ sprach sie leise, flehend. Ruge drehte ihr das Gesicht zu. Mit der rechten Hand wies er in die Ferne: „Dort, in jener Allee, ist Kleemanns Haus!“ Was Susanne in den letzten Minuten, ganz von ihrem sorgenden Bangen um Ruges Liebe erfüllt, aus dem Sinn gekommen war—— in greller Helle stand es plötzlich wieder vor ihr. Fieberhafte Erregung überfiel sie. Hastig nahm sie ihre Finger von Ruges Arm;#ürde er sonst nicht spüren, wie alles an ihr zitte##e? Und immer näher kam der Wagen seinem Ziel Verzweifelte Auflehnung gegen das, was sie tun sollte, erfaßte Susanne. Sie wollte Ruge bitten, anzuhalten, umzukehren... einen Grund dafür würde sie finden... Aber da glaubte sie, in ihrem Rücken eine harte Faust zu spüren, die sie vorwärts stieß, ihrer Aufgabe zu... Alfreds herrischer, brutaler Wille griff aus der Ferne nach ihr und machte sie willenlos... mußte sie ihm nicht gehorchen?... er würde sonst seine Drohung, Hans zu offenbaren, wer sie in Wirklichkeit war, wahrmachen... Der Wagen hielt. Ruge stieg aus. Mit mechanischen Bewegungen verließ Susanne das Auto. Langsam folgte sie Ruge, der das Tor des Vorgartens öffnete. Ihr Gesicht war starr; nur ihre Augen schienen zu leben, sie sahen hierhin, dorthin, rasch, unauffällig, als wolle sie in wenigen Sekunden sich die Lage des Hauses und seine Umgebung einprägen. Die beiden Doggen kamen herangesprungen; Ruge begrüßten sie mit lautem Freudengeheul, aber Susanne betrachteten sie drohend. „Kleemanns Beschützer!“ sagte Ruge und wies auf die Hunde. „Es sind schöne Tiere!" antwortete Susanne spröde, und sie dachte schemenhaft, daß gegen Alfreds Methoden diese Beschützer Herrn Kleemann nichts nützen würden. „Dann standen sie in der großen Diele dem Hausherrn gegenüber. Sehr herzlich begrüßte Kleemann seine Gäste. „Ich freue mich, daß Sie mir die Ehre Ihres Besuches erweisen, gnädige Frau!“ sagte er zu Susanne. „Es war sehr gütig von Ihnen, Herr Kleemann, daß Sie mich eingeladen haben!“ erwiderte Susanne.„Hans erzählte mir so viel von den Kunstschätzen, die Ihr Haus birgt, daß ich meine Neugier nicht länger bezähmen konnte!" „Das kann man auch gerade von einer Dame nicht verlangen“, sprach Kleemann darauf scherend.„Jetzt darf ich vielleicht gleich zu Tisch itten? Die Bilder betrachten wir nachher.“ Es wurde ein sehr angeregt verlaufendes Mahl. Susanne entwickelte eine sprühende Laune. Es war, als wollte sie dadurch sich selbst betäuben, die auflehnenden Gedanken, die immer wieder in ihr sich regten, zum Schweigen bringen. Auch Ruge schien die Verstimmung der letzten Tage überwunden zu haben; er war sehr gesprächig, dieses Zusammensein zu dreien machte ihm sichtlich Vergnügen. Trotzdem konnte Kleemann sich auch jetzt des Eindrucks nicht erwehren, daß mit Ruge etwas nicht ganz in Ordnung sei. Seine Lustigkeit kam ihm gemacht vor, immer wieder glaubte er, wenn Ruge das Wort ergriff, einen unechten Ton aus seiner Stimme herauszuhören. Was mochte neuerdings Hans zu schaffen machen? Hing es vielleicht mit der Französin zusammen? Klappte da etwas nicht, wie es sollte? Hatte Hans eigentlich die Absicht, Frau Curell zu heiraten? dachte Kleemann dann unvermittelt, und er mußte sich eigentlich eingestehen, daß dieser Gedanke ihm nicht gerade erfreulich erschien. Frau Curell war schön, eine eigenartige, fesselnde Erscheinung, gewiß! Aber etwas war an ihr, daß ihm schon neulich, bei ihrem ersten Anblick, nicht recht gefallen hatte. Vielleicht waren es die allzu wissenden Augen, vielleicht auch die Züge, die ihm, der sich in Gesichtern von Menschen auskannte, verrieten, daß diese Frau schon viel erlebt hatte. Jedenfalls zweifelre er daran, oo gerade sie die Frau sein würde, die Hans fürs Leben brauchte. Aber vielleicht machte er sich da unnötige Sorgen! Vielleicht dachte Hans im Ernst gar nicht daran, Frau Curell zu heiraten... Kleemann schüttelte diese Gedanken von sich ab und war nun wieder der aufmerksame Gastgeber wie zuvor. „Jetzt folgt wohl der Kunstgenuß?“ sagte Susanne, als sie nachher vom Tische aufstanden, und sie lächelte dabei Kleemann harmlos an. Dieser wandte sich an Ruge. „Wollen Sie mithalten, Hans? Sie kennen meine Bilder zwar bereits zur Genüge..“ „Wenn Sie nichts dagegen haben, stecke ich mir einstweilen hier eine Zigarre an, und du, Susanne, erzählst mir nachher, wie dir die Gemälde gefallen haben!" Im ersten Augenblick wollte sich wieder etwas wie Schmerz in Susanne regen, weil Ruge es vorgezogen hatte, hier allein sitzen zu bleiben. Dann war sie doch froh, daß er nicht mitging. Auf diese Weise konnte sie unauffälliger ihre Beobachtungen machen... Langsam, bedächtig und mit sichtlicher Freude an seinem Besitz führte Kleemann die Besucherin durch die verschiedenen Räume. Vor jedem Bild blieb er stehen, er nannte Susanne den Maler, er sprach über die Schönheit, die Eigenart und den künstlerischen Wert des Werkes, mehr und mehr geriet er ins Feuer. Seine ganze Liebe zu seinen Bildern sprach aus seinen Worten. Mit scheinbarer Aufmerksamkeit folgte Susanne seinen Worten. Sie stellte auch Fragen, wollte dieses und jenes wissen... aber immer wieder sah sie unauffällig hin und her. Ihre Augen, für derlei Beobachtungen in vielen ähnlichen Fällen geschult und erprobt, nahmen blitzschnell in sich auf, was sie wissen wollte: die Lage der einzelnen Zimmer, Türen, Fenster, die Gänge.. und als Kleemann dann mit ihr die breite Treppe zum ersten Stock hinaufging und ihr auch die in den oberen Zimmern befindlichen Gemälde wurde das Bild, das Susanne sich hatte machen wollen, vollständig. Wie eine klare Zeichnung, in der nichts fehlte, trug sie das Bild von dem Innern des Hauses in sich. Kleemann war vor dem letzten seiner Gemälde angelangt. Es war eine leuchtende Frühlingslandschaft eines jungen, vielversprechenden Berliner Malers, den Kleemann entdeckt hatte und tatkräftig förderte. Er erzählte Susanne einiges von dem Werdegang des Malers, dann sagte er: „Damit waren wir am Schluß unserer Vorführung angelangt. Hoffentlich sind Sie befriedigt, gnädige Frau!“ „Wie können Sie da noch fragen Herr Kleemann! Noch selten sah ich so viele schöne Gemälde beisammen!“ „Ich freue mich, wenn die Bilder Ihnen Genuß bereitet haben! Aber jetzt wollen wir wieder hinuntergehen; Hans wirk sonst ungeduldig, wenn wir allzu lange ausbleiben!“ Als sie die Treppe hinabgingen, blieb Susanne unvermittelt stehen. „Sie bewohnen ein herrliches Haus, Herr Kleemann! Um dieses Heim sind Sie zu beneiden! Sie leben ganz allein hier?“ „Meine Haushälterin und das Mädchen sind noch da, sonst bin ich der einzige Bewohner.“ „Ist es da nicht etwas einsam für Sie?“ fragte Susanne darauf und lächelte undurchsichtig „Einsam? Gott bewahre! Ich komme in meiner Fabrik mit so vielen Leuten zusammen, daß ich gar nichts dagegen habe, wenn zu Hause nicht gar zu viele Menschen um mich herumlaufen!“ Susanne sagte nichts darauf. Ruge fuhr, als sie dann wieder zu ihm ins Zimmer traten, zusammen, als sei er bei unrechten Gedanken ertappt worden. Er hatte gerade wieder, von zwiespältigen fühlen bewegt, an Ellen Martini gedacht. Unbewußt verglich er, als Susanne nun vor ihn erschien, sie mit Ellen. Wie ganz anders ist Ellen! huschte es ihm durch den Sinn. Co jung und frisch und rein sind ihre Züge... wie fremd und bewußt wirkt dagegen Susanne „Da wären wir wieder!“ sagte Kleemann. Ruge riß sich zusammen. „Nun, habe ich zuviel über die Bilder behauptet?“ sprach er zu Susanne, ihm war mit einem Male, als spräche er mit einem Menschen, der ihm ganz ferne stehe, und er begriff sich selbst nicht.„Hat dich die Besichtigung befriedigt?“ Verzerrtes Lächeln irrte über Susannes Antlitz. „O ja, in höchstem Grade“, antwortete sie, ihr war, als verhöhne sie sich selbst, dann nahm sie wieder an Ruges Seite Platz. 14. „Vorsicht, Fräulein Martini!“ rief Rittmeister Wilkens, der Lehrer des Tatterfalls, der mit einigen seiner Schüler und Schülerinnen sich auf dem Morgenritt durch den Grunewald befand: aber Ellen schien nicht auf ihn zu hören Im Galopp ritt sie durch die Lichtung dir sict mitten im Walde ausdehnte, nun kam ein asben, er war sehr breit... „Nicht springen!“ warnte die Stimme Wilkens', der rasch hinter Ellen hergeritten war: er kannte den Graben, schon mancher Reiter war beim Versuch, ihn zu überspringen, mit dem Pferd gestürzt. Aber in Ellen war trotzige Entschlossenheit. Sie mußte hinüber! Die Stute mußte es schaffen! Es wäre noch schöner, wenn sie kurz vor dem Hindernis abdremsen sollte! Mochte der Rittmeister schreien, so viel er wollte! (Fortietzung folgt) Lei tapler, IIse! Roman von Helene Kalisch Cowyrtahl by Promeibens-Vering Dr. Blau des großen märkischen Sees hat sich verdüstert. Ueber den Uferhöhen am Südende lagert seit den Vormittagsstunden eine Dunstschicht, die sich langsam als schieferfarbene Wand höher hinaufschiebt und das silberne Geglitzer der weiten Wasserfläche ausEöscht. Auf einem der bewaldeten Hügel am südwestlichen Ende des Sees steht ein Landhaus, umgeden von einem schön gepflegten, parkartigen Garten, der sich sacht abfallend zum Ufer hinunterzieht. Ein niedriger Zaun, dicht umwuchert mit Heckenrosen, deren unzählige Knospen sich zu röten beginnen, grenzt den Garten nach der einen Seite hin ab, und dahinter liegt das kleine Gärtnerhaus. An einem Nachmittag am Ende des Junimonats kommt aus diesem Hause eine ältere Frau und geht zum Bootssteg hinunter. Sie späht über die dleigraue Wasserfläche hinaus, dreht sich dann nach ihrem Mann um, der mit einem Karren voll Komposterde zu seinen Gurkenbeeten will.„Guck mal, Vater, da kommt's aber dicke ruff! Und diesmal kriegen wir es!“ ruft sie. Der Gärtner Baumann setzt den Karren ab, schiebt die Mütze in den Nacken und wischt sich mit dem Handrücken über die nasse Stirn. Er nimmt die Pfeise aus dem Mundwinkel, blinzelt nach dem verdunkelten Himmel und brummt:„Wird ooch endlich Zeit, daß es mal düchtig regnet. Man kommt zu nischt anderem mehr als bloß immer jießen und sprengen, und et schafft doch nich.“ „Fräulein Ilse bleibt heut' so lange weg“, beunruhigt sich die Frau. „Die wird schon wiederkommen“, entgegnet gelassen ihr Mann.„Womöglich is se injeschlafen bei die Schwüle und wacht erst uff, wenn se nach ihr Schwimmbad noch'ne Dusche von oben kriegt.“ Die Gärtnersfrau wendet sich ärgerlich ab. „Du redest noch dumm. Alter! Man hat doch Verantwortung— wo so'n junges Mädel aus der Stadt noch nich weiß, wie das hier auf unserem See is bei Jewitter.“ Sie geht nach dem Hause, lockt die Glucke mit dem Kückenschwarm nach dem regensicheren Verschlag und zählt die Kleinen. Ja, sie sind noch alle da. Ehe sie sich ins Innere des Hauses begibt, späht sie noch einmal über den See hinaus. Die Luft ist sehr warm und unbewegt. Von dem schilfigen Ufer her schallt vielstimmiges Froschgequarr und das unablässige Schwatzen und Pfeifen des Rohrsängers. Ab und zu schnellt ein silberblinkender Fischkörper aus dem bleifarbenen, spiegelglatten Wasser. Aber den kleinen Kahn, mit dem ihr Sommergast zurückkehren soll, können Mutter Baumanns Augen noch immer nicht erblicken.— Ilse Mertens hat den zweiwöchigen Urlaub noch gut vom Vorjahre, in dem es aus allerlei Gründen nicht dazu kam. Jetzt hat sie ihre Stellung aufgegeben und auch bereits einen anderen Arbeitsplatz. Ihre Halbschwester Vera hatte ihr zugeredet, die zwei Wochen Arbeitspause am Scharmützelsee bei den Gärtnersleuten Baumann zu verbringen.„Dort hast du so ein Idyll, wie du es seit deiner Arbeitsdienstzeit liebst“, hatte sie gesagt,„hast Vogelgezwitscher, Hühnergegacker und Ziegengemecker; kräftig duftende Komposthügel sind auch da, du bist dicht am Wasser, kannst schwimen und rudern, soviel du magst. Und dann kannst du auch noch als Zaungast deines künftigen Chefs nach seinem Märchengarten hinüberträumen, wenn du dazu Lust verspürst.“ An jedem einzelnen dieser langen, goldenen Junitage hat sich Ilse von neuem gefreut, der Lockung gefolgt zu sein, die jene ein wenig ironische Schilderung der anspruchsvolleren, acht Jahre älteren Schwester enthalten hatte. Schon am zweiten Morgen ihrer Sommerfrischenzeit ist sie sehr früh mit dem Boot an der Stelle, wo hinter einer schmalen, mit dichten Erlen bestandenen Landkante der See eine kleine schilffreie Bucht mit hellem Sandgrund bildet. Oben am Rand des abschüssigen Ufers stehen riesige Holunderbüsche und dahinter dehnt sich ein Kornfeld. Hier ist sie ganz allein. Heilig still liegt der langgestrechte See zwischen seinen hügeligen Ufern. Samtdunkel glänzt das Wasser im Schatten der jenseitigen Waldhöhen, leuchtend blau, von Silberstreifen durchzogen, schimmert die Breite der Fläche und wird zu einer Unendlichkeit gleißenden Lichtes in der Ferne nach Norden zu. Eine Weile sitzt Ilse lauschend still.„Wie schön bist du, heimische Landschaft“, flüstert sie andächtig. Dann macht sie das Boot an einem dicken Erlenzweig fest, steigt guf die Ruderbank, hebt die Arme und schnellt sich mit einem langen Startsprung ins Wasser. An jedem Morgen der folgenden Tage rudert Ilse nach dieser Badestelle. Jeden Tag schwimmt sie die Tausendmeterstrecke, wie ihr aufgetragen worden ist. Sie hat sie ungefähr im Gefühl, und sie merkt auch, daß sie eine gute Zeit schwimmt. Nach der mit Kraftanspannung ausgeführten Leistung kommt dann noch das spielerische Gleiten und Wiegen, des Sichtragenlassen, das Auskosten des Genusses, den die Fri'che und Klarheit des Wassers vermittelt. So unterscheiden sich diesmal die Ferientage sehr von früher erlebten, in denen sie mit jun. gen Wandergefährten unterwegs war. Im unersättlichen Erlebnisdrang war man da gewandert von Ort zu Ort, von einer Schönheit und Merkwürdigkeit zur anderen; knapp an Geld, aber sehr vergnügt. Stark und wundervoll neu waren alle Eindrücke. Der Rausch der Freude blieb noch lange, so daß man sich hinterher schwer in die Alltäglichkeit zurückfand. Das wird diesmal nicht der Fall sein, denkt Ilse am ersten Urlaubstag. Rein äußerlich zu erleben gibt es hier so wenig wie Unterhaltung mit Menschen. Aber bald erkennt Ilse, auf welche völlig andere Weise ihr hier Freude geschenkt wird: Sie, der junge Großstadtmensch, wird sich zum ersten Male einer starken Naturverbundenheit glückhaft bewußt und fühlt, daß ihr damit viel Schönes und Unverlierbares gegeben ist. Das Gärtneranwesen gehört mit zu dem Grundstück des Fabrikanten Andergast und dem Landhaus„Thule“. Zum Wochenende kommt er gewöhnlich mit seiner Familie heraus. „Manchmal sind die Herrschaften auch längere Zeit hier, aber der gnädigen Frau wird das meistens bald zu langweilig“, erzählt Frau Baumann. Ilse weiß es bereits von ihrer Schwester Vera, die selbst einige Male mit hier draußen war, wenn der viel beschäftigte Fabrikherr auch hier noch seine Sekretärin benötigte. Herr Andergast, seine junge, elegante Frau und sein Söhnchen Dieter sind bei Ilse daheim häufig Gesprächsgegenstand. Als die erste Urlaubswoche zu Ende geht und bei Baumanns die Frage, ob die Herrschaften kommen werden oder nicht, wiederholt erörtert wird, ist auch sie ein wenig gespannt; aber obwohl am Sonnabend prächtiges Wetter ist und drüben im Garten die Rosen leuchten und prangen und ihr berauschender Duft sich mit dem der Linden mischt, so daß es um die Mittagszeit in wahrhaft betäubenden Wellen über die Zaunhecke herüberströmt und Ilse im Liegestuhl einschläfert, bleibt der schöne Sommersitz leer und verlassen. * Das Ende der Urlaubszeit und der Tag der Heimkehr rückt heran. Am Sonnabend früh hat Ilse ihr Schwimmtraining unterlassen. Es ist schon am Morgen drückend warm gewesen, und sie hat sich weniger frisch gefühlt als sonst. Erst am Nachmittag rudert sie nach ihrer Badestelle— zum letztenmal. Vorbei sind die Tage des Träumens und Lauschens auf Rufe, die keinen Klang haben und doch zum Ohr und zum Herzen dringen; vorbei die Stunden, in denen der starke, heiße Atem des Sommers über sie hinstrich und sie es in sich wie ein Reifen und Entfalten des eigenen Wesens fühlte. Doch sie ist jung und ihr Sinn voll Erwartung der Zukunft zugewandt; darum ist dem Vorbei noch keine Wehmutsempfindung zugesellt, wie sie sich im späteren Leben unlösbar damit verbindet. Lange bleibt sie heute im Wasser; es erfrischt sie herrlich. Als sie endlich wieder nach der kleinen Bucht zurucschwimmt, spielen dort nicht mehr die farbigen Lichter über den hellen Sandgrund, denn der Himmel hat sich ganz verdunkelt. Alles Licht ist plotzlich gedämpft, die Farben weicher und tiefer.„Es wird endlich das lange erwartete Gewitter kommen", sagte sich Ilse. Sie wechselt das nasse Schwimmtrikot mit einem trockenen, sitzt noch eine Weile still im wohligen Ruhen, dann rudert sie aus der Bucht hinaus. Aber sie wendet das Boot nicht nach der Richtung, aus der sie gekommen ist. Das Boot gleitet so leicht, sie merkt es kaum, wie die bekannten Uferbilder immer mehr zurücktreten; eine Halbinsel entzieht sie ganz ihrem Blick. Und sie beachtet auch nicht das fahlgraue Dunstgebilde mit den gelben Rändern, das von Süden schnell heraufzieht. Da fährt ein Windstoß über die Wasserfläche. Wellen klatschen gegen das Boot. Ilse blickt sich erschrocken um und legt sich fester in die Ruder. Weit ist sie vom Ufer und sehr weit von ihrem Ferienort. Es wird dunkler, und das jetzt schwärzliche Wasser spiegelt den Flackerschein der Blitze. In der Ferne murrt dumpf der Donner. Doch es regnet noch nicht. Aber Sturm kommt... er jagt mit wilden Sprüngen heran und wühlt das Wasser auf. Der eben noch spiegelglatte See ist ein schwarzes, mit weißen Schaumkämmen gekröntes Wellengebrodel, in dem das Boot hin und her geschleudert wird. „Oho, jetzt zeigst du dich anders, als ich dich bisher kannte, du schöner stiller See! Aber warte, ich werde fertig mit dir!“ sagte Ilse mit einem kleinen, kampfesmutigen Lachen vor sich hin und rudert mit aller Kraft. Dort um die Halbinsel muß sie herum, über der ein schieferfarbener, mit gelben Rändern gesäumter Wolkenberg steht und Feuerschlangen speit. Von dort aber fegen die heftigen Böen heran, die sie schräg abtreiben, so sehr sie sich ihnen entgegenstemmt. Nein, so geht es nicht. Nach der anderen Seite?... Der See ist hier sehr breit, und Ilse fürchtet die noch höheren Wellen weiter draußen. Einen Augenblick nur hat sie mit dem Rudern innegehalten, und schon hat der Sturm das leichte Boot weit hinausgetrieben. Es wird so dunkel, daß sie nicht mehr die Ufer erkennen kann. Für Augenblicke erhellen sie und der tobende See sich im Flammenschein der Blitze auf schauerliche Weise. Sie spannt alle Kräfte an, muß nach einer Weile keuchend innehalten. Der Sturm peitscht ihr Haar. Das Boot dreht sich. Eine Welle klatscht herein. Noch eine... Ununterbrochen zucken die Blitze, und der Donner dröhnt.„Ich muß versuchen, schräg mit dem Winde in das Uferschiff zu gelangen“, sagt sich Ilse— längst ist ihr das Lachen vergangen. Plötzlich rauscht der Regen herab. Eisigkalt peitscht er ihre bloßen Schultern und Schenkel. Hagelkörner treffen sie wie Kieselsteine. Mit zusammengebissenen Zähnen rudert sie, kommt viel zu langsam vorwärts, denn wie wilde Rosse jagen die Böen von den Uferhöhen her und treiben das Boot immer wieder nach der Seemitte. Da klingt durch das Rauschen, das Sausen, Klatschen, Prasseln und Zischen ein Rufen.. eine Menschenstimme... Ilse steht nichts mehr als schwarzgraue Wasserschleier. Sie erwidert den Ruf, aber ihre Stimme klingt klein und kläglich. Dann erkennt sie halbrechts vor sich ein großes, weißes Motorboot, das auf sie zuhält. Ihr Wille, der im Erlahmen ist, spannt sich von neuem. Mit ausgelegten Rudern sucht sie das Boot an der Stelle zu halten und blickt dem Rettung verheißenden Fahrzeug entgegen. Wird sie es erreichen? Ihr Boot ist halb voll Wasser; schlägt noch eine Weile hinein, kentert es. Langsam, sie im Bogen umfahrend, nähert sich das stattliche weiße Motorboot. Als sie ihr Boot längsseit hat, stoppt der Führer die Maschine. Er scheint allein zu sein. Mit dem Enterhaken sucht er das kleine Boot zu fassen. Das ist nicht so einfach, denn die Wellen schleudern es hin und her. Ilse ist ganz ruhig und befolgt jede Anordnung, die von drüben kommt. Ein Seil wird ihr zugeworfen. Bei dem Ruf:„Jetzt springen!“ schwingt sie sich von der Ruderbank empor, fühlt die zugreifenden Arme, hört ein Krachen und Splittern unter sich. Dann wird ihr für eine kleine Weile alles undeutlich und traumhaft. Im Brausen und Rauschen des Wassers, im Dröhnen des Donners und Heulen des Sturmes ist es noch wie Glockenläuten und dicht an ihrem Ohr ein feines, hohes Zischen, als weiche Dampf aus einem Ventil. „Trinken Sie“, sagt jemand zu ihr. Sie nippt an dem Glase, das ihr hingehalten wird, nimmt dann einen kräftigen Schluck. Das schrille Sausen weicht aus ihren Ohren, sie atmet tief auf und lächelt ihren Retter an. Er sagt etwas, doch sie versteht es nicht, weil gleichzeitig ein krachender Donnerschlag die Luft erschüttert. Das Motorboot treibt mitten im See. Der Mann im Gummimantel legt wieder den Arm um Ilse und geleitet sie in die Kabine, drückt sie in einen Lehnstuhl, blickt ein wenig ratlos auf sie herab.„Sie haben nichts an und zittern vor Kälte“, sagte er.„Damenkleidung ist nicht an Bord. Ich kann Ihnen nur meinen Bademantel anbieten.“ Er öffnet eine Schiebetür, die die Kabine in zwei Räume teilt. Wer zittert? Ich doch nicht, protestiert Ilse innerlich. Sie blickt an sich herab. Ein blaues Schwimmtrikot mit tiefem Rückenausschnitt ist doch immerhin etwas. Mehr wäre in der augenblicklichen Verfassung auch nicht zweckmäßiger, setzt sie ihren stillen Widerspruch auf die vernommenen Bemerkungen fort. Der Herr kommt aus dem hinteren Kabinenraum und deutet mit einer einladenden Handebewegung dorthin. Wieder macht Donnerrollen ihr seine Worte unverständlich. Dann läßt er sie allein. Sie findet den bereitgelegten Bademantel aus dickem Frottéstoff. Ein frischer, angenehmer Duft haftet ihm an. Sie schlüpft hinein. Obwohl sie groß ist, reicht er ihr bis auf die Füße. Das Schwimmtrikot streift sie darunter ab und drückt ihr Haar aus. Auf dem blanken Linoleumbelag des Fußbodens haben sich kleine Tümpel gebildet. Aber da sind Klappen und Türen zu Wandschränken und Behältern, vielleicht ist darinnen irgendwo ein Tuch, die Nässe aufzutrocknen. Ilse findet, was sie braucht. Ueber einem nickelblinkenden kleinen Waschtisch ist ein ovaler Spiegel in die blanke Sperrholzwand eingesetzt. Ein blasses Gesicht blickt ihr daraus entgegen. In dem Halbdunkel des kleinen Raumes sehen die sonst blauen Augen seltsam groß und fast schwarz aus. Ist das Angst?... Das wäre komisch. Die hatte sie ja vorhin in der Gefahr nicht. Da war es Kampf, und es hat sie ein bißchen mitgenommen. Aber eine kleine Beklommenheit ist doch in Ilse, denn mehr und mehr fühlt sie sich in einer recht eigentümlichen Lage. Durch das messinggefaßte runde Kabinenfenster sieht sie, wie das Boot mit weißschäumender Bugwelle rasch dem Ufer zusteuert. Es fährt tief in den Schilfwall hinein. Der Kiel knirscht auf dem Sandgrund. Als das Motorboot still liegt, entledigt sich ihr Führer draußen seiner Gummihülle und kommt herein; er muß den Kopf etwas beugen, als er durch die Tür tritt. Mit einem Lächeln, das sein recht ernst und ein wenig kühl blickendes Gesicht merkwürdig aufhellt, sagt er:„Nun, meine kleine Schiffbrüchige, da bin ich ja mit meinem„Schwan“ gerade im Augenblick höchster Gefahr=gekommen— wie Lohengrin; aber so heiße ich nicht, sondern... Werner“, setzt er mit einem ganz kurzen 85gern vor Nennung des Namens hinzu. „Und ich heiße nicht Elsa, sondern Ilse... Ilse Mertens“, entgegnet sie munter. Sie wechseln einen Händedruck. „Recht leichtsinnig waren wir aber, Fräulein Ilse, uns bei dem drohenden Unwetter mit der Nußschale so weit in den See hinauszubegeben“, fährt en in ernstem Tone fort, während in seinen grauen Augen noch ein Schimmer von Freundlichkeit bleibt. „Es kam so plötzlich“, entschuldigt sie sich kleinlaut. „Im Gegenteil, es drohte seit Stunden“, berichtigt er in ruhigem, aber bestimmtem Ton.„Ich nehme zwar an, daß Sie schwimmen können. Ob Ihnen das heute genutzt hätte, ist fraglich.“ Ilses Blick geht nach dem Kabinenfenster, hinter dem die windgeschüttelten Schilfhalme schwanken. Die denkt daran, daß sie als Sechzehnjährige eine Zeitlang die deutsche Meisterschaft im Zweihundert=Meter=Brustschwimmen besaß und es ihr noc ein Jahr früher gelungen war, eine Frau vor dem Ertrinken zu retten. Heute aber hätte sie den Kampf mit dem See wohl nicht allein bestanden. Ein leises Erschauern durchrieselt sie, und sie erblaßt von neuem.„Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe, Herr Werner,, sagt sie scheu und reicht ihm noch einmal die Hand. „Mein Verdienst ist es nicht, daß ich mit dem Motorboot zur Stelle sein konnte. Aber nun wollen wir uns beide über den guten Ausgang freuen!“ entgegnet er herzlich. „Weshalb haben Sie die Decke nicht umgenommen, die ich Ihnen hinlegte?“ fragte er dann, wendet sich zum Nebenraum, kommt mit der Decke wieder und hüllt Ilse sorgfältig darin ein.„Damit Sie sich nicht noch eine Erkältung holen... So bitte... Hier in den Lehnstuhl. Und nun werde ich uns beiden einen Kaffee brauen. Er darf wohl ein bißchen kräftig sein, nicht wahr?“ Jetzt schämt sich Ilse ein wenig der mißtrauischen, bangen Regung, die sie vorhin fühlte, als sie den fremden Bademantel siberstreifte. So angenehm warm ist ihr jetzt 1 erin und in der Decke. Und dem Mann, dem diese Dinge gehören und dies schöne, große Boot dazu, dem vertraut sie unbedingt. Würziger Kaffeedunst breitet sich in dem Raum aus, der wie eine behagliche Wohnung ist, hier, in der Einsamkeit des schilfigen Seeufers. Herrlich geborgen fühlt sich Ilse. Sie lauscht dem Regen, der auf das Kabinendach trommelt, während noch immer der Donner in der Ferne rollt und der Widerschein der Blitze über das schöngemaserte blanke Holz der Wände spielt. Sie sieht zu, wie der Bootseigentümer auf einer Nickelmaschine den Kaffee bereitet, den Tisch deckt, eine geöffnete Keksbüchse vor sie hinstellt. Er tut das alles mit einer gewissen Bedächtigkeit, und Ilse vermutet, daß sonst er viel mehr als sie daran gewöhnt ist, bedient zu werden. Er hat eine steile, hohe Stirn, über der das dichte braune Haar mit einer Welle ansetzt; zu den energischen Zügen einen feinen weichen Mund. Das sieht sehr gut aus, findet Ilse, und überhaupt... ihr Käptn gefällt ihr... Nun habe ich zu guter Letzt noch ein ganz eigenartiges Urlaubserlebnis, denkt sie. Eine leise Gespanntheit ist in ihr, aber auch ein wenig Trauer, denn sie ist überzeugt, daß diese unter seltsamen Umständen zustande gekommene Begegnung etwas Einmaliges sein wird. Wie sie seinen Hantierungen zusieht, trifft ein Blinken von seiner rechten Hand ihr Auge ... Ja so, er hat eine Frau... Unwillkürlich atmet Ilse tief auf. Das ist eigentlich sehr naheliegend, bloß sie hat noch nicht daran gedacht— und es hat auch rein gar nichts mit ihrem heutigen Erlebnis zu tun und kann es in keiner Weise beeinträchtigen, sucht sie sich klarzumachen. Während Herr Werner sie mit Kaffee versorgt, ihr die Keksbüchse näherrückt, erzählt er ihr, daß auch er gehofft hatte, vor dem Gewitterausbruch von Saarow aus über den See zu kommen.„Sie sind hier in der Gegend auf Sommerfrische, Fräulein Ilse?“ setzt er fragend hinzu. Sie nickt zustimmend.„Ja. Aber leider ist diese schöne Zeit für mich mit dem heutigen Tage bereits zu Ende. Morgen fahre ich wieder nach Berlin, zu meiner Mutter und an die Arbeit.“ Sein Blick geht über sie hin mit einem eigentümlichen Ausdruck. Er denkt, daß es dazu beinahe nicht mehr gekommen wäre.„Und wohin kann ich Sie nachher fahren?" fragte er. „Ich weiß nicht, ob Sie das Landhaus „Thule“ kennen, Herr Werner?“ „Haus Thule?“ wiederholt er im Tone der Verwunderung „Ja. Es liegt ziemlich versteckt an der Südwestseite; man sieht vom Wasser aus wenig davon, weil das Haus in einem parkartigen Garten liegt.“ „Dort wohnen Sie?“ Ilse lachte auf.„Ach nein! Wie käme ich dazu? Es gehört dem Inhaber der Köster u. Andergast=Werke.“ „Soso. „Ich wohne bei den Gärtnersleuten, die das Landhaus während der Abwesenheit der Herrschaften betreuen.“ Sie wartet ein wenig auf eine Entgegnung und fährt, als sie ausbleibt, fort:„Während meines zweiwöchigen Aufenthalts hier ist niemand von den Eigentümern dagewesen... ich bebaure es, daß jemand so ein Sommerparadies besitzt und es so wenig genießt.“ „Sie würden gern dort wohnen?“ (Fortsetzung folgt.) DEICHCCENNED KHIA und DEUTSCHLANDSENDER REICISSENDER KSEN Programm vom 7. bis 10. Rugust 1938 SeKe 7. August REICHSSENDER KÖLN 6.00: Konzert aus Duisburgs Binnenhafen. 8.00: Wetter— Wasserstand. 8.05: Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Leben und ein Brief an seinen Vater. 8.30: In den Bergen. Kantate für Soli, Chor und Orchester nach oberbayrischen Volksweisen. 9.15: Musik am Sonntagmorgen. 10.05: Sommer überm Land. 10.45: Jakobe von Baden. Ein kleines Spiel. 11.00: Salzburger Festspiele. Aus dem Mozartmuseum: Orchesterkonzert. 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.10: Großer Preis von Eurova für Krafträder. Hörberichte vom Sachsenring: Rennen der 350erKlasse. Dazwischen aus Dresden: Mittagskonzert. 15.00: Tanzmusik. 15.30: Großer Preis von Eurova für Krafträder. Hörberichte vom Sachsenring: Rennen der schweren Klasse. Gegen 16.30: Deutsche Meisterschaft im 10=Kilometer= und 50Kilometer=Gehen in Erfurt. Gegen 17 Uhr: Robert=GerlingPreis. Dazwischen: Unterhaltungskonzert. 18.00: Abendmusik. 18.45: Meistersänger. 19.35: Sportfest der deutschen Polizei in Wupvertal. 19.45: Sportvorbericht. 20.00: Nachrichten. 20.10: Robert Gaden svielt. 21.00:„In dem Herzen hör ich's klingen!"— Kurz=Overette in einem Akt. 22.60: Nachrichten. 22.30: Zu Unterhaltung und Tanz. 24.00 bis 3.00: Nachtmusik. 1. Sang und Klang zur Unterhaltung.— 2. Tanz der Instrumente. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Hafenkonzert. 8.00: Wetterbericht. Anschließend Zwischenmusik. 8.20: Jugend am Pflug. 9.00: Industrie=Schallplatten. 9.30:„Nicht der goldene Mittelweg, sondern der Mut entscheidet!“ Eine Morgenfeier. 10.00: Sonntagmorgen ohne Sorgen. 11.00: Salzburger Festsviele 1938. Haydn— Mozart. 13.00: Deutscher Seewetterbericht. 13.15: Musik zum Mittag. 14.00: Kalif Storch. Ein Märchensniel nach Hauff. 14.30: Fantasien auf der WelteKino=Orgel. 15.00: Frobe Klänge. 16.00: Die lachende Welle.— Ein bunter Nachmittag. 18.00: Buntes Allerlei. 18.30: Unterhaltungsmusik. 19.30: Deutschland=Sportecho, Hörberichte und Svortnachrichten. 19.45: Internationale Ruder=Regatta der Wörthersee=Sportfeste. 20.00: Kernspruch: Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.10: Tanz in der Sommernacht. 22.00: Tages=, Wetter= u. Sportnachrichten. Anschließend Deutschlandecho. 22.30: Zu Tanz u. Unterhaltung. Dazu Fantosien auf der WelteZino=Orgel. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 0.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 1.06 bis 2.00: Nachtmusik. EleKHNe 8. August REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Unterhaltungsmusik. 9.30: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.45: Nachrichten. 10.00: Sendepause. 11.55: Wettermeldungen für den Bauer. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.15: Schloßkonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Das Unterhaltungs=Sextett spielt. 15.00: Kinder, hört zu: Wer geht mit auf Reisen? 15.30: Das gute Buch.„In Eis und Schnee.“ Bücher für die Jugend. 15.50: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00 bis 17.10: Wir suchen und sammeln. Sang und Sage vom König Widukind. 18.00: Aus dem Stegreif. 18.15: Musik für Violine und Klavier. 18.50: Und was meinen Sie? 19.00: Die Woche fängt gut an! 20.00: Nachrichten. 20.10: Lieder aus dem Steirer Land. 20.40: Westdeutsche Wochenschau. 21.00: Salzburger Festspiele 1938. 4. Serenade. Wolfgang Amadeus Mozart. 22.10: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24.00 bis 3.00: Nachtmusik. Gleichbleibende Tageseintellung 6.00 6.30 7.00 8.00: 8.10 9.45 12.00 13.00 Choral, anschließ. Leibes= 13.15 ubungen. Frübkonzert. 14.00: Nachrichten. 14.15 Kalenderblatt, anschl. Zei., Wetter, Wasserstandsmel 15.45: dungen. 16.00 Frauenturnen. 18.50: Zeit, Nachrichten, Wasser. 19.10 standsmeldungen. Musik am Mittag.=0.00 Mittagsmeldungen 1— 22.00: Glückwünsche. 22.30: Fortietzung des Mittagskonzerts. Mittagsmeldungen. Melodei'n a. Köln a. Rh. (außer So., Mo.). Wirtschaftsmeldungen. Musik am Nachmittag. Momentaufnahme. Musik am Feierabend. Erste Abendmeldungen. Zeit, Wetter, Nachrichten. Nachtmusik und Tanz. DEUTSCHLANDSENDER 5.00: Glockenspiel: Wetterbericht. 5.05: Der Tag beginnt.— Frühmusik. 6.00: Morgenruf—. Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 6.10: Aufnahmen. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendevause. 9.00: Sverrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Alle Kinder singen mit! 10.30: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Kleine Zwischenmusik. 15.30: Musik am Nachmittag. In der Pause von 16.30—16.40: Ein Klavierduo spielt. 17.30: Flotte Weisen. 17.45: Das wahre Gesicht SowjetRußlands. Neue Bücher. 18.00:... und jetzt ist Feierabend! Heiter und bunt. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Ständchen aus aller Welt. 20.00: Kernspruch; Kurmachrichten und Wetterbericht. 20.10: Die Pflicht. Ein Hörspiel. 21.00: Kammermusik. 22.00: Tages=, Wetter= u. Sportnachrichten. Anschließend Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: Tanz und Unterhaltung. 24.00 bis 2.60: Nachtmusik. 0.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. Al-kEle 9. August REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied; Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Von verkannten Berufen und ein paar Zahlen dazu. 9.45: Nachrichten. 10.00: Sendevause. 10.30: Kindergarten. 11.00: Sendevause. 11.55: Wettermeldungen für den Bauer. 12.00: Werkvaisen=Konzert. 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.15: Im Wald u. auf der Heide. 14.00: Nachrichten. 14.10: Die Schrammeln spielen! 15.00: Heitere Unterhaltung. Darin: Der lustige Rätselfunk. 15.50: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00 bis 17.15: Der Erzähler. Der Blindgänger. 18.30: Englische Unterhaltung. 18.50: Vor dem Start zum„Großen Internationalen Reitturnier Aachen". 19.00: Von Over zu Over. 20.00: Nachrichten. 20.10: Pyramus und Tbisbe. Ein kurzweiliges Sviel, entnommen aus dem„Sommernachtstraum“ von Shakespeare. 20.30: Alles tanzt mit: Ein Tanzabend für jung und alt. 24.00 bis 3.00: Nachtkonzert. DEUTSCHLANDSENDER 5.00: Glockenspiel; Wetterbericht. 5.05: Musik für Frühaufsteher. 6.00: Morgenruf—. Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 6.10: Aufnahmen. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sverrzeit. 10.00: Vergessene Klänge.— Ein Konzert von alten Svieluhren. 19.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendevause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Werkvausen=Konzert. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15:„Mutti ist gleich zurück!“ Gefahren um das Kleinkind. 15.30: Musik am Nachmittag. In der Pause von 16.30—16.40: Die fünf Belcantos singen. 17.30: Klaviermusik. 18.00:... und jetzt ist Feierabend! Globus=Expreß. Mit Musik um die Welt. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Marschmusik. 19.50: Kernspruch; Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.00: Welle 1838— 1938.— Ein lustiger Spuk und ein frohes Sviel. Wir schalten um von AltBerlin auf die 15. Große Deutsche Rundfunkausstellung. 22.15: Tages=, Wetter= u. Sportnachrichten. 22.30: Politische Zeitungsschau. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: Alles tanzt mit. Ein Tanzabend für jung und alt. 24.00: Nachtkonzert. 0.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 1.06 bis 2.00: Schrammelmusik. EIHEG 10. August REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 7.00: Nachrichten. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Unterhaltungsmusik. 9.30: Vom gesunden Leben. 9.45: Nachrichten. 10.00: Sendevause. 11.55: Wettermeldungen für den Bauer. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Fritz Weber spielt. 15.00: Für große und kleine Kinder: Tanz mit mir... Eine fröhliche Sing= und Musizierstunde. 15.25: Wir treiben Familienforschung. Ratschläge, Anleitungen und Antworten. 15.50: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Vertraute Weisen.— Eine bunte Folge beliebter Melodien. 18.00: Griff ins Leben. Ausschnitte aus dem Zeitgeschehen. 18.30:„Pflüg mit. Kamerad!"— Kantate. 18.50: Momentaufnahme. 19.00: Musik zum Feierabend. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20.00: Nachrichten. 20.19: Schaltpause. 20.15: Stunde der jungen Nation: Laßt doch der Jugend ihren Lauf. Geselliger Abend von der Großen Deutschen Rundjunkausstellung 1938. 22.00: Nachrichten. 22.20: Eurovameisterschaften im Schwimmen. 22.45: Musik aus Wien. 24.00 bis 3.00: Wir musizieren in den Morgen. DEUTSCHLANDSENDER 5.00: Glockensviel: Wetterbericht. 5.05: Der Tag beginnt.— Frühmusik. 6.00: Morgenruf— Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 6.10: Aufnahmen. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sverrzeit. 9.30: Kleine Turnstunde. 10.00: Gesellige Musik II: Die Zupfinstrumente. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendevause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= u. Börsenberichte. 15.15: Kleines Unterhaltungskonzert. 15.45: Ein Volk und seine Kinder. Anschließ. Programmhinweise. 16.00: Vertraute Weisen. Eine bunte Folge beliebter Melodien. 18.00: Der Arzt am Borring. Ein K. o. medizinisch betrachtet. 18.15: Vom Menuett zum Feuertanz. 18.49: Kleines Zwischenspiel. 19.00: Deutschlandecho. 19.15:... und jetzt ist Feierabend! Sommertanz. 20.00: Kernspruch: Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.10: Stunde der jungen Nation: „Laßt doch der Jugend ihren Lauf 22.00: Tages=, Wetter=(mit Zehntagevorbersage) und Svortnachrichten. 22.20: Euronameisterschaften im Schwimmen. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00: Musik aus Wien 24.00 bis 2.00; Nachtmusik. 0.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. Sehicksal zwiselten Altendeckeen Walter Persich Es ist nicht wahr, daß Amtsstuben nüchtern sind. Ein richtiger Beamter hat im Amt ein innigeres Zuhause als in seiner Wohnung. Er hat einige lumentövfe auf dem Fensterbrett und vergißt keinen Morgen beim Kommen, keinen Nachmittag beim Fortgang die sinnige Pflege der Pflanzen. Perlemann hat jede Akte daraufhin durchgesehen, ob sie ihren richtigen Weg gegangen ist. Jahrzehnte lang. Nur die Nummern auf den Aktendeckeln wechseln, und der Beamte Perlemann muß eines ganz genau erkennen: daß alle Menschen immer wieder in ein Leben hineingeraten, das ihnen vom Schicksal schon nahezu geliefert wird, und nur die Möglichkeit zu kleinen Abänderungen haben. Aber eben für diese Aenderungen scheinen wenige eine Begabung mitzubringen— denn sonst würden wohl keine Akten entstehen, denn Akten sind stets das Ergebnis eines menschlichen Fehlers, einer dummen oder schlechten oder zumindest unüberlegten Handlung. Wieder trägt der Beamte aus Abteilung 8 einen Stoß Akten auf Perlemanns Pult. Gedankenlos schlägt Perlemann die zuerst liegende Akte auf: er liest sie zum erstenmal anders, als er Tausende von Akten gelesen hat. Ein Tanzordner, offenbar ein übler Kerl, sitzt für Lebenszeit im Zuchthaus. Er hat ein Dienstmädchen auf bestialische Weise umgebracht. Aber er war verheiratet, und seine Frau hat sich nach dem furchtbaren Erleben von ihm getrennt, einen anderen Mann, einen braven Handwerker, nach Jahren des Alleinseins geheiratet, und nun ist da der Sohn. Der Verbrecher hat sich geweigert, einer Adootion des Stiefvaters zuzustimmen— und Albrecht leidet unmenschlich unter seinem Schicksal. Ueberall ist er der„Sohn des Mörders". Und nun hat er einen Selbstmordversuch begangen— er liegt, gerettet, doch noch schwer krark, im Hause und glaubt nicht mehr an das Leben. Zwölf Jahre ist er alt und die schwerste Bitternis der Welt hat ihn umgeworfen. Das Amt bestimmte irgendeinen achtbaren Geschäftsmann dem Gesetz nach, sich der Sache als Pfleger anzunehmen. Der Geschäftsmann führt in seinem anliegenden Schreiben ins Treffen, es gäbe wohl genug Beamte in gesicherter Stellung. die mehr Zeit und Möglichkeit hätten, dem Jungen als Vormund auf den rechten Weg zu helfen, als er. Die Akte soll dem Staatsrat zur Entscheidung vorgelegt werden.... Ohne Zögern nimmt Perlemann den Hörer seines Zimmerapparates ab und spricht mit der Abteilung 7. Zwei Minuten später stehr Perlemann in vut und Mantel vor dem Ausgang des Amtes. Der Staatsrat hat ihm die Hand gedrückt. Perlemann ist mitten ins lebendige Leben hineingeworfen, zum Pfleger des Jungen, des Mördersohnes, ernannt. Etwa zwei Stunden später kehrt er zurück. Er begibt sich auf Abteilung 7, veranlaßt, daß die in age kommenden Schreiben abgefaßt werden... und... die Alarmglocke schrillt... Es ist ein sehr altes Gebäude, das Amt, und das Feuer, das eben ausgebrochen ist, hat im Nu gewaltigen Umfang angenommen. Perlemann stebt starx im Korridor des ersten Stockwerkes.„Der Spirituskocher!" denkt er. Er pflegt sich jeden Mittag auf dem Spirituskocher etwas Tee zu bereiten. Er hat vergessen, die Flamme zu löschen, als er den plötzlichen Entschluß faßte, den leidenden Jungen von der Ungerechtigkeit des Schicksals zu retten... Perlemann eilt zu einer der kleinen Seitentrevpen. Dort kommen ihm einige Beamte entgegen. „Feuer!“ rufen sie ihm zu,„in Zimmer 193— auch die Nebenräume brennen schon. Los, runter— nichts mehr zu retten!" Die Akten! fährt es Perlemann durch den Kovf. Heute hat er zum ersten Male gesehen, wieviel Schicksal, Hoffnung und Verzweiflung eine einzige Akte umschließt. Hunderte solcher Schicksale harren der Rettung! Er stürmt die Treppe hinauf. Oben qualmt es ihn entgegen. Die ganze Tür ist eine Feuergarbe. Mit einem ihm fremden Mut tritt er einfach die unter den Flammen schon halb verkohlte Tür ein. Ja— die Wände brennen, der Schreibtisch ist frei vom Feuer! Er stürzt darauf zu, umklammert mit beiden Armen den Aktenstoß, blickt um sich— an der Tür würden die Flammen das Papier erfassen. Unten auf der Straße schreien Menschen, dröhnen die Geräusche der Feuerwehr. Durch den Flammenkreis der Fensterverschalung stößt er einen Fensterflügel auf. Man ruft dem von Fevergarben umgebenen Mann etwas zu, starrt hinauf— da wirft er kurzentschlossen die Akten hinab. Schon will er sich zum Rückzug wenden, da muß sein Auge, tränend und umrußt, die müde geworden Blumen auf dem Fensterbrett wahrnehimen. Noch hat das Feuer sie nicht ganz erreicht. Sie lassen unter der Einwirkung der unnatürlichen Hitze die Kövfe und Blätter hängen. Geranien und Belargonien sind es, seit Jahren von ihm umbegt und immer mit gärtnerischer Sorgfalt zum Blühen gebracht. „Auch Blumen haben ein Leben...“ fällt es ihm dämmernd, ein.„Sie leiden hier!" Wieder umschließen seine Arme etwas für seine Seele kostbares: vier schlichte Blumentövse aus Ton. Kaum trägt er sie, schießt auch schon eine neue Flamme am Fensterkreuz hoch, schlägt die Lobe aus der Fensterbank gegen die Vorhänge. Er preßt die Blumentövfe gegen seinen Mantel und nimmt einen Anlauf. Sein Gesicht stößt gegen die glühende Wand. Unter dem Schmerz der Flamme schreit er auf. Er weicht zurück, stürzt um— die Hitze preßt ihm die Kehle zusammen und die vier Blumentöpfe rollen zur Erde, hinein ins Brodeln der Flammen. * Sechs Räume sind ausgebrannt. Im Zimmer 193 des Beamten Perlemani, findet man die Ueberreste eines Menschen. Aussagen bestätigen, daß Perlemann von seinem Fenster aus die Akten auf die Straße geworfen hat— mehr als hundert wichtige Akten, die in mehr als hundert Familien Sorge, Not und Leiden lindern sollen. Auf dem Dache des Amtes wehen die Flaggen auf Halbmast. Im Innersten erschüttert setzt der Staatsrat seinen Namenszug unter eine schmale Akte— unter die eben erst begonnene und sogleich abgeschlossene Akte des Beamten Perlemann. Noch ist es nicht so, daß Kairo.' die Hauptstadt, oder Alexandrien und Port Said, die Hafenstädte, ihren Reiz als Städte des Orients verloren hätten, doch machen die Behörden lobenswerte Anstrengungen, um gewisse ungesunde Auswüchse des nachLebens. abzustellen. Abgesehen von den heißen Stunden des Nachmittags bieten die Straßen von Kairo ein buntes Bild. Menschen in europäischer Kleidung und Menschen in arabischer Tracht, Soldaten der ägyptischen Wehrmacht und Tommies der hier liegenden englischen Regimenter schreiten denselben Weg. Die Straße ist aver auch ein großer Markt, denn alles Mögliche wird feilgeboten. In Europa kennt man als Straßenhandel eigentlich nur den der Zeitungen. Hier rufen braunhäutige Jungen ihre Zeitungen aus, Erwachsene tragen ihr wandelndes Restaurant, einen hohen Glasaufbau mit Eßwaren auf dem Kovf, der Erfrischungsmann hat seine dickbäuchige Flasche umgehängt und das Stück Eis zum Kühlen des Getränkes ragt aus dem Flaschenhails heraus. Dann gibt es Leute, die einen ganzen Bazarkasten mit sich führen und demjenigen, der im Kaffeehaus auf der Straße sitzt. Schnürsenkel, Rasierklingen, Kämme, Seife, Füllfederhalter, Hausschuhe, Kleiderhaken, Wischtücher, Kissen, Seidenstoffe, Taschentücher, Küchengeräte usw. anbieten... und, da sie den Anfangspreis verdreijachen, stundenlang mit Erfolg mit sich handeln lassen. Eine andere Svezialität ist die des Vertriebes der Wohltätigkeitslose, wobei besonders gewitzigte Verkäufer dem Euroväer, der vielleicht auf die ägyptisch=arabischen Ziffern nicht achtgibt, alte Verlustlose, deren Ziehung längst vorbei ist, andrehen. Ein wichtiger Berufszweig dieser wandelnden Geschäftsleute ist schließlich der des Mannes mit der dressierten Ziege oder dem musikalischen Affen und sein Berufskamerad, der Zauberer oder„Gala=Gala=Mann“, der Geld verschwinden lößt und Eier hervorzaubert. Ein Teil dieser freundlichen Leute ist durch die Modernisierung und großstädtische Gestaltung, um die man sich bemüht, in gewissem Sinne bedroht. So werden dem wandelnden Restaurant jetzt gewisse hygienische Vorschriften auferlegt, deren Beachtung Anstrengung kostet, die man hier ungern unternimmt, und Geld, das man hier auch lieber vom Kunden einnimmt, als für den Kundendienst ausgibt. Die Zeitungsverkäufer sollen in Zurunft einen Nummernschild und eine Uniform tragen. Die Lotterielos=Verkäufer desgleichen, und zwar beide Berufszweige eine unterschiedliche. Die Straßenhändler sollen nachmittag von 2 bis 5 Uhr und abends ab 10 Uhr ihre Ware nicht mehr ausschreien dürfen, um die Mittags= und Nachtruhe der Bewohner der Stadt nicht zu stören. Die Durchführung aller dieser Reformen wird dem Geuverneur von Kairo. S. E. Abdel Salam el Chazlt Pascha, noch manches Kopfzerbrechen machen. Was das Straßenbild von Kairo an Pittoreskem verliert. wird es an Großstädtischem gewinnen, und für die Besucher aus Eurova bleibt ja noch das bunte Bild der offenen Kaufläden in dem grobischen Stadtviertel. der Mousky, wo sich Auslage an Auslage reiht und das bietet, was sich der Tesuche stimmungsgemäß unter dem Orient vorstellt. Zahnschmerz Bexkampf um den Vortritt Im Wartezimmer eines Prager Zahnarztes ging ein von heftigen Zahnschmerzen gepeinigter 60jähriger Mann ruhelos auf und ab. Doch als aus dem Ordinationszimmer einige Schmerzenslaute hörbar wurden, setzte der Patient, furchtsam geworden sich nieder und stöhnte dumpf. Da trat ein zweiter 40jähriger Patient ins Wartezimmer. Dieser hatte eine Art geschwollene Backe. Einigermaßen feindselig musterten sich die beiden, wurden immer nervöser und liefen im Zimmer herum wie zwei Raubtiere im Käfig, die am liehsten übereinander herfallen möchten. Beide sprachen kein Wort, sondern suchten sich in schmerzverzerrten Mienen und wütenden Blicken zu überbieten. Plötzlich ertönte der Ruf des Zahnarztes:„Bitte der nächste Patient“. Die beiden im Wartezimmer blickten starr aufeinander. Das sagte der 40jährige!„Lassen Sie mich vor, ich habe rasende Schmerzen".—„Ich denke nicht daran, ich war der erste und komme zuerst dran“, entgegnete wütend der 60jährige.„Bringen Sie mich nicht zur Verzweiflung“, schrie der andere Patient.—„Ich komme ja selbst um vor Schmerzen“, war die gebrüllte Antwort—. So ging es noch einige Minuten, bis sich die beiden mit wutverzerrten Mienen und geballten Fäusten gegenüberstanden. Da versuchte der Mann mit der geschwollenen Backe die Türklinke des Ordinationszimmers zu fassen. Doch der 60jährige gab dem Leidensgefährten einen mächtigen Kinnhaken, so daß dieser wie betäubt zurücktaumelte. Dann stürzte der„Sieger" zum Zahnarzt hinein und landete als erster auf dem Marterstuhl. Wohl oder übel mußte der andere sich gedulden. Doch der Boxkampf im Wartezimmer hatte ein gerichtliches Nachspiel. Der boxende Zahnkranke wurde wegen tätlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt. Freuge- Rumor- RatenRchicksalsdirigentin Humoreske von Gisela Furtmüller (Nachdruck verboten) Frau Eva Tiberius stand vor dem Spiegel und betrachtete wobgefällig ihr reizendes Bild. Graziös, schlank, mittelgroß, mit wundervoll leuchtendem Blondbaar schien sie dazu bestimmt zu sein, auf dem Schlachtfeld Gott Amors reiche Siege zu feiern. Das heitere Lächeln ihres Gesichtes vertiefte sich, als sie ein Blick auf die Uhr belehrte, daß es böchste Zeit sei. in den seidenen Abendmantel zu schlüpfen, um zu dem Beginn des Konzertes, das sie besuchen wollte. zurecht zu kommen.„Er“ durfte sie nicht vermissen.„Er“, der Herrliche, dieß Sigurd Jesterfield und war einer der berühmtesten Dirigenten. Ein glücklicher Zufall hatte es gefügt, daß Evas Gatte heute im Club war und bestimmt nicht daron dachte, seine reizende Frau nach Schluß des Konzertes in der Rosen=Bar zu „Eva! Bitte, gedulde dich eine Minute! Ich gebe mit dir!“ rief eine Stimme zur Tür hinein, ihre Besitzerin entpuppte sich als Evas tüngere Schwester Helga. „Wie? Du gebst auch ins Konzert?" fragte Frau Tiberius ohne jede Begeisterung über die ihr zugedachte Begleitung. „Natürlich!„Er' dirigiert doch heute!“ Helga hatte Jesterfield im Kreise von Evas Bekannten kennen gelernt und zählte seitber zu seinen glübendestn Verebrerinnen. Nach einigem Ueberlegen entschied sich Frau Eva zum Weg der offenen Divlomatie.„Weißt du, Helga— ein kleiner Scherz— ich habe nach dem Konzert eine Verabredung und möchte dich bitten, die Sache vor meinem Mann geheim zu halten. Wenn du nett bist, Schwesterchen, so verspreche ich dir dafür eine ganze besondere Ueberraschung!“ Damit sprach Eva tatsächlich ein großes Wort gelassen aus, denn sie hatte keine Ahnung, welche schwerwiegende Ueberraschung ihr das Schicksals für die Schwester in die Hände vielen würde. Helga erklärte sich mit dieser lockenden Aussicht einverstanden und versprach, Eva im Konzertzal nicht zu kennen. Stürmischer Avplaus begrüßte Sigurd Jesterfield, dessen hohe, schlanke Erscheinung, das marante, durchgeistige Gesicht, es nur zu leicht verstehen ließ, daß die Frauenherzen dem berühmten Mann zuflogen. Als nach Schluß des Konzertes der Jubel nicht verstummen wollte, folgte eine Zugabe, die eine Huldigung für die Damen= welt bedeutete: der Lagunenwalzer aus„Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauß:„Oh, wie so herrlich zu schauen, sind all' die lieblichen Frauen!“ Aus einer mit roten Samtvorhängen diskret verbüllten Loge der Rosen=Bar erhob sich Sigurd Jesterfield und neigte sich tief über Evas Rechte: „Tausend Dank für Ihr Kommen, gnädige Frau!“ „Meine Zeit ist leider nur knapp bemessen, eber trotzdem wollte ich mir das Vergnügen einer Plauderstunde mit Ihnen nicht versagen! Hoffentlich gedenken Sie nicht. Wien bald wieder zu verlassen?“ Er verneinte und mit dem ganzen Zauber einer Frau, die gewohnt ist, zu siegen, begann Eva zu vlaudern, und nur zu rasch näherte sich das Beisammensein dem Ende.„Wie schade, müssen Sie wirklich schon heimfahren?" gaie bern leige Miunte mohr wachen. Beie ssen Sie den heutigen Abend so wenig, wie es tun werde!“ Er hielt ihre Hände fest und sein Blick suchte den ihren.„Wann sebe ich Sie wieder?" Eva hatte sie erhebliche Mühe gekostet, ihrem Mann begreiflich zu machen, daß es unbedingt notwendig sei, am Donnerstag mit einer Benachrichtigung zu einer ihrer Freundinnen zu gehen. „Warum gebst du nicht selbst?“ drummte er. „Ich habe keine Lust dazu!“ Aber schließlich ging er doch und Eva begann sich in fliegender Hast umzukleiden. Punkt fünf Uhr betrat der Dirigent, dessen Namen zwei Erdteile priesen, das Zimmer der schönen Frau. Sie erschien ihm heute noch reizvoller wie in der Rosen=Bar, und als ne ihm den schweren Madeira in funkelnden Gläsern präsentierte, trafen ihre Augen wiederholt magnetisch ineinander. Nach dem Tee hat Eva ihren Gast, zu musizieren, und unter seinen begnadeten Künstlerhänden entquoll ein Melodienstrauß köstlich beschwingter Liebesmusik dem Flügel. Der Schlag der siebten Stunde erinnerte Sigurd daran, daß es Zeit sei, seinen Besuch zu beenden. Er neigte sich beiß über Evas Hand, und in diesem Augenblick scholl ein empörtes„Eva“ durch das Zimmer. Es war Rolf Tiberius, der die Freundin seiner Frau nicht angetroffen hatte und daber früher nach Hause kam, als es Eva erwartete. „Das freut mich, daß du schon bier bist“ erkläre sie ruhig und wies mit einer erklärenden.— auf Jesterfield, der sich stumm vor idrem Mann verneigte.„Der große Meister hat sein Herz an meine Schwester Helga verloren und dielt soeben bei mir um ihre Hand an. Eine Bitte, die ich freudigst erfüllte. Wir freuen uns, die ersten zu ein, die Ihnen zu Ihrer Verlobung mit Helga Glück wünschen!“ Die Situation war glänzend gerettet, mit beiterer Bestimmtheit hatte Eva Sigurd Jesterfield in den Hafen der Ehe dirigiert. Lächelnd nahm er die Gratulation des Ehepaares entgegen. Helga, die schon immer tief für ihn empfunden, nahm ihr zukünftiges Glück mit Jubel auf, und als einige Wochen später tatsächlich die Hochzeit stattfand und sich die Neuvermählten von ihr verabschiedeten, fragte Eva: „Nun, Schwesterchen, habe ich dir von dem Konzert nicht etwas Wunderschönes mitgebracht?“ Ihr Blick traf dabei Sigurd, der sich lächelnd verneigte. „Ja, Eva, das Beste was ich mir wünschen konnte, hast du mir gebracht!“ Und mit froher Zuversicht legte Frau Helga die Hand in die ihres Gatten, so daß sich Eva, überzeugt davon, daß sie die richtige Schicksalsfügung getroffen, von ihrem kleinen Abenteuer mit einem befreienden Aufatmen lossprach. Die Gamskederne Von Erwin Stöger Ein letzter Sonnenstrahl umgoldete den Birngrat über der Kollerwand, während das Jagdhaus unten am Waldrand schon von der nahenden Bergnacht träumte. „Viel Schnee wird's machen“, sagte der Passinger, der Jäger, und zündete sich seine Pfeife an.„Könnt leicht sein, daß ich jetzt derschossen wär! Der Malefizlumv, der Pfisterer Sepp, hat grad auf die Gams abigschossen. Fuszig Meter bin ich hinter ihm in der Wand ghängt. Drüben im Schneekar. Zweimal bat er gfuiert, der Malefizlump. Fuszig Meter direkt auf mein Kopf. Bin halt der bessere Schütz gwesen. Abigschmissen hats den Sepy aus der Wand beim ersten Schuß, den i losgeseuert bab. Jagdrecht muß Jagdrecht bleibn. Liegt unten auf an Felsband, kunt ihn leicht koaner holen, solang der Fels net aver ist.“ Kommt da ein alter Mann heraufgebracht. Die weißen Haare hängen ihm tief ins gefurchte Gesicht. „Grüaß Gott!“ sagte er bescheiden und bleibt vor dem Jagdhaus stehen.„Vist wohl der Passinger, der wo den Sepp derschossen dat?“ „Woll“. sagt der Passinger.„Hab eahms Handwerk glegt, dem Wildschützen. Wer bist nacha?“ „Bin der Pfisterer Naz. Der Vater vom Sepp. Die Resi von der Gscheidalm hats mir erzählt. Hat a Schafl verlorn beim Auftrieb und hats gsehn. „Hok di zu“, sagt der Jäger und reicht dem Alten die Schnapsflasche. „Ischt halt do sei Bua!“ meint der Lois, der sweite Jäger, und reicht dem Alten ein Stück Käse. „Woll, woll“, sagt der alte Pfisterer.„Der Bua is a Lump gwesn. Ist ihm nit ankemma, oan Jaga stumm zu machn. Ist kein Grechter gwesen, der Sepp. Habs ihm allweil gsagt, die Wilddieberei nimmt kog guats End.“ „Kannst ihn nit derfinden“, sagte der Passinger.„Liegt in der Wand.“ „Ischt halt sei Bua“, sagt wieder der andere Jäger.— „Der Himmel straft ein mit seine Kinder", meint der Alte wieder nach einer Weile.„Hiazt muß i suachn.“ „Lassen liegen, liegt guat oben in der Wand“. sagt der Passinger. „Ischt halt sei Bua“, sagt wieder der zweite Jäger.„Wird ihn aufn Kirchbof bringen wolln!“ „Derschossen ist derschossen“, sagt der alte Pfisterer.„Duchr ban koaner lebendig mehr. Hot sei Büchs' oft angelegt auf euch Jäger. Recht muß Recht sein. Hiatz suach i halt in der Wand. Wolthern, hat viel Schnee gemacht daweil. Ischt al Lump gewen, mein Bua, ein eiskalter. Woll, woll. Tot ischt tot. Aber a guate Gamslederne hat er anghabt, wie er fort is. Ganz a neuche Gamslederne. Hiazt liagt die Gamslederne oben am Band. Di muaß i ihm abitbean, die neuche Gaslederne." Der alte Pfisterer tut noch einen Schluck aus der Flasche, dann nimmt er seinen Stock, den er an die Wand gelehnt bat. Seine Augen sind müde und erloschen, müde vom Lebenskampf. Dann stapft er weiter durch den Schnee, auf die Wand zu. „Ischt halt do sei Bua“ nachdenklich. sagt der zweite Jäger Aein gesunkener Inder zwingt nir Stilblüten aus allerlei Gesuchen Gesammelt von Urthur Berkun (Nachdruck verboten) .... und zwingt mir mein gesunkener Inder Sie zu bitten, mir noch was draufzulegen.. .... diese erpresserische Verschlietung des Etagenklosetts zwingt uns zur Benutzung des auf dem Hose, wo bei dieser Jabreszeit und der damit verbundenen Nässe noch immer der Tod auf einen lauert, weil es unten und von dinten siebt, was mir nicht länger zugemutet werden kann. .... habe nun auch meiner Frau ein feierliches Gelübde abgetan, dem Satan Alkobol zu vermeiden, womit ich Idnen höflichst bitte, mir eine neue Hose zu bewilligen, damit auch der alte Adam gänzlichst aus mir auszieht und mein äuberlicher Eindruck ein gesetzter wird. .... als ich aber nach zwei Jahren zurückkam, hatte meine Frau mir mit weiterem Familien= zuwachs überrascht. Dadurch bekam die Sache ein anderes Bild, allerdings hatte der schuldige Publo den Wobnort bereits gewechselt, sonst waren seine Gebeine ohne weiteres mit der Erde in Berührung gekommen. .... wollte ich eigentlich persönlich bei Ihnen vorsprechen, scheniere mir aber wegen dem dielen Gesicht, das nun keineswegs von meiner Frau berrührt, sondern von dem Reußen. In der ganzen Angelegenheit berufe mir aber so nedenbei noch auf den Herrn Pastor, welcher mein sittliches Alibi nachweisen wird. Stez habe ich als lokalgesinnter Bürger betragen, aber der Herr Staatsanwalt hat was gegen mir und will mir nur mit seine drakonisch Strenge ausfüllen. Er Anerdote in die Anekdote Eine bezeichnende Aneldote über das Wesen der Aneldote, die ja nicht auf bistorischer Wahrheit beruhen braucht, sondern nur durch ein Schlaglicht charakterisieren soll, erzählt ein englischer Satiriker. „Die Aneldote kann wandelbar sein“, sagte er, sie kann auf verschiedene Menschen umgeformt werden. Es gibt da ein Beispiel. Man erzählt von Schiller, der ja bekanntlich seine morgendlichen Reitstunden im vollen Galopv durchführte, daß er einmal die Herrschaft über sein Pferd verlor, das auerfeldein mit ihm durchging. Dabei rasten sie an einem Bekannten des Dichters vorüber, der ausrief:„Nanu, wohin denn so schnel!?“ Ueber die Schulter gewendet rief Schiller zurück:„Frag's Pferd, nicht mich!“ Auch von Napoleon weiß man eine Anetdote ähnlicher Art.„Wobin, Sire?“, rief dem Kaiser ein Kammerherr nach, als Navoleon auf durchgehendem Pferd an ihm vorbeistürmte. „Zum nächsten Sieg!“, antwortete der Kaiser. Zum dritten Male wird die gleiche Aneidote abgewandelt, wenn sie von einem bekannten Bischof zu Canterburv erzählt wird. Dieser soll als tunger Hilfsgeistlicher ein leidenschaftlicher Reiter gewesen sein, sehr zum Verdrutz des Patrons, eines kentischen Baronets. Als dieser eines Morgens seinen jungen Geistlichen auf durchgebendem Pferd an sich vorbeitagen sah, schrie er ihn an:„Reitet Sie der Teufel, Herr?!“ Worauf der junge Mann zurückbrüllte:„Rein, ich idn!“ Gch. betrachtet mir als gesellschaftsfeindliches Fakuhum(Vacuum!), wo ich es nicht bin. Wenn nun aber unbedingt die Parakraffen erfüllt werden müssen trotz meiner Unkenntnis der Strafe, dann aber nicht wieder in eine so ravite Behandlung nehmen wie es das vorige Mal, wo ich die drei Monate abmachen mußte und mir der Amtschimmel beinab aufgefressen hat, daß ich mir in der Anstalt gar nicht wohlfüblen konnte. Am bessen würde es opportun sein, dem Damoklesschwert, das in Gestalt der Staatsanwaltschaft über mir schwebt, durch eine Amnestie zu beseitigen, worum ich höflichst bitten möchte, dann werde ich auch so leicht nicht rückfällig werden. Sein Standpunkt Kittv dat ein neues Kleid. Kittoo Mann bemerkte es gar nicht. Darüber ärgerte sich Kittr. „Du verlierst kein Wort über vas Kleid!“ Der Mann knurrte: „Ich verliere genug Geld daran!“ Des Mägdleins Hoffen. Emma bat einen richtigen Schatz. Eines Tages sagte der Schatz: „Ich habe heute fürs Militär meinen Lebenslauf schreiben müssen." Das Mädchen errötete: den Hast du auch etwas von mir bineingeschrie2“ Lob der Bratkartoffeln Bei Busses gab es Bratkartoffeln. Der Gast kostete. „Gie sind wie ein guter Sekt“, sagto er. „Wirklich?“ „Ja. Sehr trocken.“ Drei Briefe Der Briefträger war dagewesen. De dette c h t. fragte ich se Frau antwortete: Nein. Gegen dich.“ drei Madnungen geb „Briefe für mich?“ Meine Frau antw. Unnötige Der Lebrer bekam Besuch. Der Besuch besochte auch das Schulzimmer. „Donnerwetter! Was für eine schöne antide Uhr haben Sie hier stehen?“ „Die gehört mir privat. Ein Erbstück.“ „Haden Sie keine Angst, daß Sie ionen gestohlen. wird?“ „Ausgeschlossen. Die Schüler soben deuernd nach ibr. Matt in 2 Zügen Schachaufgabe Nr. 2 Matt in 4 Zügen 1SCHACH Schachaufgabe Nr. 1 Kronumontrütse! Die Wörter bedeuten: 1. Schreibgerät 2. Krötenart 3. Südseeinsel 4. Metall 5. Walfischfanggerät 6. Staat der USA. 7. Laubbaum 8. Wurstart 9. altdeutscher Maler 10. alkoholisches Getränk 11. Küstenstrich bei Venodig 12. Indianerstammeszeichen 13. Bezeichnung für den Landstreifen an Gewässern 14. Nervenschmerz 15. Schweizer Kanton 1d. Wochentag 17. Delikotetzmuschel 18. zweitgrößte Stadt der USA. 19. römischer Kaiser 20. Stachelpflanze Füllrütsel Waagerecht: 1. Fußbekleidung, 4. Bienenzüchter, 7. Zierpflanze, 9. Ruhegehalt, 11. arbeitender Körverteil, 13. erdkundlicher Begriff, 15. Hausgeflügel, 16. Teil des Buches, 17. Asiat, 20. mehrstimmiges Tonstück, 23. das Göttliche im Menschen, 24. weibliche Gestalt aus der„Fledermaus“, 25. Papstkrone, 26.: Landschaft in Mittelitalien, 27. Fluß in Frankreia., 28. Nadelbaum. Senkrecht: 1. ausgedroschenes Getreide, 2. heiliges Buch der Mohammedaner, 3. Flachland, 4. kleines Raubtier, 5. Gesichtsausdruck, 6. Wäschemangel, 8. Bergpaß in Tirol, 10. Stadt in Livve, 12. Vergebung, 14. Wahrnehmungsorgane, 17. Religion, 18. Name eines Steppensalzsees in der Kaspischen Senke, 19. Ortsveränderung, 20. Edelsteingewicht, 21. türkische Hafenstadt, 22. Gartenblume. Silbenrätsel al— ar— ar— au— be— bein— bün— chi— den— do— ei— fel— fer— gie— go — grau— grif— bar— hi— bol— ka— kak kan— ke— la— li— me— mi— mon— ne — neur— Du— rak— ri— sa— sas— saum — sen— ster— ta— tag— tem— 1i— ti— 1o— tus— 1— ul— un— us Aus vorstebenden Silber sind 20 Wörter zu bilden. deren erste und letzte Buchstaben. beide von oben nach unten gelesen, einen alten Sinnspruch ergehen(ch— ein Buchstabe). aaaaa-bb—eRcc— — mmmmmm— u n—0— 5— 9— FT—II—IT— un— D Vorstehende Buchstaben müssen derart in die leeren Felder der Figur eingesetzt werden, daß sie mit den bereits vorhandenen Buchstaben Wörter folgender Bedeutung ergeben: 1. Behälter für Kriechtiere, 2. Stadt in Mecklenburg, 3. Gerät des Schneiders, 4. Hautfleck. 5. Verulkung, Hänselei, 6. altdeutsches Wort für Vettern, Taufzeugen, 7. Wetterglas. Sprichwort im Versteck Camorra— Magenta— Postulat— hundewetter— Manbattan— Ingolstadt— Dimension— Amundsen— Kadett Obenstebenden Wörtern sind je drei, dem letzten Wort zwei zusammenhängende Buchstaben zu entnehmen. Sie ergeben, bintereinander gelesen, ein Sprichwort. Auflöfung aus voriges Runne: Schachaufgabe Nr. 1 1. 57—582 Da1Xas, 2. L97—66 L96—65, 3. Dd2X2+- Ld4—63. 4. De2—es matt Noch unmittelbarem 1. L97—e6 L96—65! 2. De2würde Des das Matt abwebren. Der erste Zug dient also dem Zwecke, eine gleichschrittige Figur von schwächerer Wirkung durch„Gleitverstellung“ einzuschalten. Ein vortreffliches, zweckreinen Ideenprodlem in Sinne der neudeutschen Schule. Schachaufgabe Nr.? 1. Te4—64. Kreuzworträtfel Waagerecht: 1. Matt: 6. Jdor; 7. Grove: 9. Gramm: 10. Knolle; 13. Jliade; 18. Tiere: 17. Stiefel; 18. Adua; 19. Lola.— Senkrecht: 2. Ampel: 3. Tiegel: 4. Galata; 5. Jran; 8. Imme: 10. Kute: 11. Oreade: 12. Liestal: 14. Jdeal: 15. Drei. Silbenrätsel Nr. 1 1. Udet, 2. Namur, 3. Sojahohne, 4. Element, 5. Regiment, 6. Velvet, 7. Olive.&a. Lechfeld, 9. Kehlkoof, 10. Jserlobn, 11. Sonntag, 12. Tivoli, 13. Jsolde, 14. Nonne, 15. Eduard, 16. Iunozenz, 17. Nasenbein.—„Unler Volk ist in einem jeglichen von uns.“ Silbenrätsel Nr. 2 1. Abend, 2. Urania, 3. Fasan, 3. Elberfeld, 5. Rosine, 6. Datum. 7. Edam, 8. Nevada, 9. Laurin, 10. Eisack, 11. Banane, 12. Tabiti, 13. Kaliban. 14. Euterve, 15. Isvahan, 16. Reutrum, 17. Malta, 18. Engadin, 19. Nebrung, 20. Soirale. 21. Choral. 22. Eichendorff. 23. Nagasaki, 24. Karmin, 25. Jsland, 26. Nogat.—„Auf Erden lebt kein Menschenkind. an dem man keinen Mangel find't.“ Der Mittelbuchstabe Rampe, Bluse, Basel, Anker, Liane, Latte Ziese,„Naltr, Kolon, Liebe, Baron.—„Mus