Ne. 75. Menden un5 Arnsberg, Dienstag den 18. September 1883 24. Jahrgang. Westfälischer Telegraph, zugleich Amtliches Kreisblatt für den Kreis Arnsberg Allgemeiner Anzeiger für die Kreise Iserlohn und Arnsberg. Redaction, Druck, Verlag und Expedition von W. Riedel in Menden. Erscheinungsrage: Dieustag(mit Provinzial=Correspondenz) und Freitag(mit Mendener Sonntagsblatt).— Abonnementspreis: Vierteljährlich durch Boten oder die Post bezogen 1 Mark 25 Pf., durch den Briefträger in's Haus gebracht 1 Mark 50 Pf. Insertionsgebühr: Die 5gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pf., Reclamen 30 Pf.— Briefe franco gegen franco. Amtliche Bekanntmachungen. Arnsbera, den 13. September 1883. Bekanntmachung. Nachdem mir höheren Orts die commissarische Verwaltung des Königlichen Landraths=Amtes zu Arnsberg übertragen worden ist, habe ich mit dem heutigen Tage die Leitung der Geschäfte des Kreises übernommen. Wie ich meinerseits dem Kreise und seinen Bewohnern das vollste Vertrauen entgegen trage, richte ich an die Kreiseingesessenen die dringende Bitte, auch mir mit Vertrauen entgegen kommen zu wollen. Der comm. Landrath: Freusberg, Landrath. Arnsbera. den 11. September 1883. Bekanntmachung. Es wird hierdurch den Mannschaften des Beurlaubtenstandes zur Kenntniß gebracht, daß die diesjährigen Herbst=Appells wie folgt anberaumt sind, mit dem Bemerken, daß schriftliche Ordres zum Erscheinen beim Appell nicht ertheilt werden. Benennung der Appellplätze. Belecke freier Platz vor der Mühle 81 Warstein Platz vor der kath. Kirche Arnsberg auf dem neuen Marktplatze Neheim Platz vor der kath. Kirche Hüsten Platz vor der Kirche Von welchen Bürgermeistereien resp. Ortschaften die Leute erscheinen müssen. Der Appell findet statt Zeit Vom Amte Warstein die Ort= 5. Nov. schaften: Belecke, Mülheim, Sennhöfe, Waldhausen, Echelnpöten, Sichtigvor, Allagen, Haarhof, Niederbergheim, Oberbergheim, Westendorf und Welschenbeck Vom Amte Warstein die Ort=] 5. Nov. schaften: Warstein und Hirschberg Der ganze Bürgermeistereibezirk 6. Nov. Arnsberg und vom Amte Freienohl die Ortschaften: Breitenbruch, Damberg, Giesmecke, Rumbeck, Dinschede, Freienohl, Kasparizeche, Lattenberg, Oeventrop, Uentrop, Wildshausen und Wintrop Der ganze Bürgermeistereibezirk 7. Nov. Neheim und vom Amte Hüsten die Ortschaften: Bachum, Bellingsen, Echthausen, Holzen, Oelinghausen, Stockei, Voßwinkel, Höllinghofen, Haarhoff, Nierhoff und Sander Vom Amtsbezirke Hüsten die 7. Nov. Ortschaften: Albringen, Ainghausen, auf der Roer, Brabecke, Bruchhausen, Dreinstrop, Dreisborn, Dahlhausen, Enkhausen, Estinghausen, Hachen, Hövel, Melschede. Hüsten, Herdringen, Habbeler Mühle, Reichern, Kirchlinde, Müschede, Mimberge, Möringen, Niedereimer, Perlmühle, Retringen, Stiepel, Stemel, Sorpe, Habbel, Tiefenhagen, Wetmarsen, Wenningen, Wicheln, Wenniglohe und Boinghausen Sundern Vom Amtsbezirk Freienohl die 8. Nov. Platz vor der Ortschaften:„Altenhellefeld, Post Herblinghausen, Linnepe, Linneperhütte, Meinkenbracht, Selschede, Schnellenhaus, Visbeck, Wengelerhoff, Westenfeld, Wenninghausen, Bruch, Frenkhausen, Fusthoff, Grevenstein, Hellefeld und vom Amtsbezirk Allendorf die Ortschaften: Flamecke, Brenschede, Bönkhausen, Endorf, Gehren, Röhrenspring, Recklinghausen und Sundern Allendorf Vom Amtsbezirk Allendorf die 8. Nov. Vorm. 8 Uhr Vorm. 11 Uhr Mittags 12 Uhr Vorm. 11 Uhr Nachm. 3 Uhr Vorm. 10 Uhr Platz vor dem Rathhause Balve Platz vor der Kirche Ortschaften: Allendorf, Ameke, Bruchhausen, Dörnholthausen, Felberhoff, Hüttenbrüche, Haspe, Henninghausen, Hohenwibbecke, Hagen, Illingheim, Lenscheid. Stockum, Seidfeld, Saal, Wulfringhausen und Wildewiese Der ganze Amtsbezirk Balve] 9. Nov. Nachm. 3 Uhr Vorm. 10½ Uhr Zum Erscheinen beim Appell sind verpflichtet: 1. Sämmtliche Reservisten des Beurlaubtenstandes und die Landwehr=Mannschaften, welche im Herbst zum Landsturm übergeführt werden, und zwar diejenigen, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1871 eingetreten sind. 2. Die zur Disposition der Truppentheile beurlaubten Mannschaften. 3. Die zur Disposition der Ersatz=Behörden entlassenen Mannschaften, über welche von der Ober=Ersatz=Commission noch nicht definitiv entschieden ist. Dispensationen vom Appell werden nur auf Grund amtlicher Atteste und ausschließlich vom Bezirks=Commando ertheilt. Diejenigen Mannschaften, welche ohne begründete Entschuldigung beim Appell fehlen, werden zur Nachcontrole in den Compagnie= Stationsort beordert und wird alsdann unnachsichtlich eine Arrest strafe über sie verhängt werden. Die Orden und Ehrenzeichen sind beim Appell anzulegen und die Militairpapiere mitzubringen. Die Ortsvorstände werden ersucht, die Bekanntmachung in den betreffenden Ortschaften durch Anschlag, Ausruf und in sonst geeigneter Weise wiederholt veröffentlichen zu lassen und qu. Bekanntmachung auch auf isolirt liegende Gehöfte, Häuser pp. auszudehnen. von Heineccius, Major und Bezirks=Commandeur. Deutschland. Die Gerüchte über eine bevorstehende Zusammenkunft des Kaisers Wilhelm mit dem Czaren wollen nicht zur Ruhe kommen. Von der einen Seite wird behauptet, der Czar werde von Kopenhagen aus nach Warschau gehen und auf der Hinreise in Berlin seinen Kaiserlichen Großoheim besuchen,— eine andere Lesart lautet, die Zusammenkunft solle, wie bereits verabredet sei, in Tilsit stattfinden.— Der Kaiser hat dem in Berlin weilenden Kronprinzen von Portugal den Schwarzen Adlerorden und das Großkreuz des Rothen Adlerordens verliehen.— Da sich die Grundsteinlegung für das neue Reichstagsgebäude während der letzten außerordentlichen Session nicht ermöglichen ließ, da die letztere so schnell beendet wurde, so ist nunmehr der 22. März als Termin bestimmt worden.(Es ist nicht nur des Kaisers Geburtstag, sondern auch der Tag, an welchem 1871 der erste deutsche Reichstag eröffnet wurde).— Wenngleich über eine Einberufung des Reichs= oder preußischen Landtages noch kein Termin ins Auge gefaßt ist, so gewinnt es an Wahrscheinlichkeit, daß der Landtag vor dem Reichstag tagen dürfte. Es würde dies um so weniger mit Ungelegenheiten für den letzteren verbunden sein, als der Etat für das kommende Jahr bereits bewilligt ist. Ein gleichzeitiges Tagen der beiden Körperschaften würde dadurch ebenfalls vermieden sein. — Es scheint gewiß, daß der Reichstag sich mit dem Unfallversicherungsgesetze in der bevorstehenden Session wieder zu beschäftigen haben wird. Auch die Frage des Reichsversicherungsgesetzes wird zur Zeit eingehend erwogen. Die auch hierüber von zuständiger Seite angestellten Arbeiten sind noch in keiner Weise so weit vorgeschritten, daß es möglich ist, über das Fortschreiten oder gar über das Ziel derselben sich ein Urtheil zu bilden.— Der preußische Gesandte beim Vatikan, Herr von Schlözer, hatte in Gastein eine Unterredung mit dem Fürsten Bismarck und reiste sodann nach Rom mit einem besonderen Auftrage. Von dem Ausfall dieser seiner Mission, so wird versichert, wird es abhängen, ob der Gesandte überhaupt auf seinem Posten in Rom bleiben wird. Wol im Zusammenhange damit stehend, wird aus Rom gemeldet, der Vatiken habe am 8. d. in Sachen der in Preußen schwebenden Kirchenfragen einen sehr wichtigen Entschluß gefaßt, welcher die Beseitigung aller Mißverständnisse und die Wiederanknüpfung der Verhandlungen gestatten werde.— Minister Maybach erbat und erhielt vom Kaiser die Ermächtigung, den Umbau des Steglitzer Bahnhofes auf dem Wege der Etatüberschreitung in Angriff nehmen zu lassen, zunächst in einem Umfange, welcher dem dringendsten Bedürfniß abhilft.— Der„Frankf. Ztg.“ wird versichert, daß eine Anklage wegen Landesverraths gegen den Abgeordneten Antoine(Metz) bisher nicht erhoben wurde.— Der Kaiser beaustragte den Kronprinzen mit seiner Stellvertretung bei der Luther=Feier zu Wittenbera am 13. d. M. durch Cabinets-Ordre vom 25. August. In derselben sagt der Kaiser, er habe persönlich nicht erscheinen können, empfinde aber als evangelischer Christ und oberster Inhaber des KirchenRegiments lebhafte Theilnahme für eine derartige Feier, wobei das evangelische Bekenntniß ungeschwächten Ausdruck finde. Er würdige vollauf den reichen Segen, welcher für die evangelische Kirche davon ausgehen könne, daß ihre Glieder allerorts an die edlen Güter der Reformation erinnert würden. Namentlich in Wittenberg, dem nächsten Schauplatz von Luther's gewaltigem gottgesegneten Wirken, möchte der Kaiser nicht unvertreten sein, zumal das Fest über den Rahmen einer blos localen Feier hinausrage. Die kaiserliche Ordre schließt mit dem Wunsche, die Luther=Feste möchten zur Weckung und Vertiefung evangelischer Frömmigkeit, zur Wahrung guter Sitte und zur Befestigung des Friedens in der evangelischen Kirche beitragen.— Der Kronprinz, Prinz Albrecht und der Cultusminister sind am 13. d. M. um 10½ Uhr zur Lutherfeier eingetroffen. Sie fuhren zunächst zur Stadtkirche, unterwegs von der die festlich geschmückten Straßen füllenden Bevölkerung begrüßt. An der Stadtkirche empfing die Geistlichkeit die Prinzen. Bald bewegte sich von der Schloßkirche ein Festzug. In demselben befanden sich mehrere Abkömmlinge Luther's, deutsche und außerdeutsche Deputationen, Mitglieder des Oberkirchenrathes, die Präsidenten der Landessynoden, General=Superintendenten, die städtischen Behörden, Rector und Professoren der Universität Halle, und etwa 1000 Geistliche im Ornat. Die Liturgie hielt Confistorial= rath Rietschel, die Festpredigt General=Superintendent Schulze. Nach dem Gottesdienst besuchten der Kronprinz und Prinz Albrecht das Rathhaus sowie die Schloßkirche. In letzterer legte der Kronprinz einen Lorbeerkranz auf das Grab Luther's.— Bei Eröffnung der Luther=Halle hielt der Kronprinz eine Rede, in welcher er sagte, es möge diese Feier eine heilige Mahnung sein, die hohen Güter der Reformation mit demselben Muthe und in dem Geiste zu behaupten, in dem sie einst errungen seien.„Möge die Feier die Theilnehmer in dem Entschluß festigen, allzeit einzutreten für das evangelische Bekenntniß, mit ihm für die Gewissensfreihet und Duldung in der Kraft. Das Wesen des Protestantismus beruht nicht in dem Buchstaben, in starrer Form, sondern im Streben nach Erkenntniß der christlichen Wahrheit. Möchten die Luthertage dazu beitragen, das protestantische Bewußtsein zu stärken, die deutsche evangelische Kirche vor Zwietracht zu bewahren, ihren Frieden dauernd zu begründen.“— Dem Fürsten Bismarck ist vom Könige von Serbien das Großkreuz des weißen Adlerordens verliehen worden. Der Reichskanzler () Von Menden nach den ostfriesischen Inseln. Eine Reiseskizze aus den Herbstferien 1883. (Fortsetzung.) Man pflanzt alsdann in gewissen Distanzen zunächst Baumsorten die hier gedeihen, und zwar abwechselnd Weiden, Erlen, Eschen, Birken, Kiefern u. s. w.; das Laub derselben bildet sodann mit jedem Jahre eine kleine Humusschicht. Diese Methode ist zwar langsam, aber sicher und der Boden allerdings vielleicht erst nach 20—30 Jahren ertragsfähig. Auf diese Art soll Graf Lutzenburg an 500 Morgen schon urbar gemacht haben. Die freien nutzlos daliegenden Landstrecken und Haidegegenden müßten nach meinem Dafürhalten vom Staate erworben, bearbeitet, bepflanzt, cultivirt und dann wieder unter gewissen Bedingungen an regsame Leute käuflich überlassen werden. Arbeitskräfte zur Cultivirung bieten die Corrigenden=Anstalten, wo ja leider so viele Leute versorgt und ernährt werden müssen. Welch ein großes Feld der Thätigkeit liegt hier vor! Was könnte in industrieller und moralischer Beziehung für das Volk wol gerade hierdurch gethan werden! Gedenken wir nur der zwei Punkte: erstens gesunde Arbeit bei nahrhafter Kost, solider nüchterner Lebensweise; wie vortheilhaft für den Arbeiter selbst! zweitens würde durch Cultivirung nutzlos daliegender Landstrecken nach und nach die Vegetation infolge der Bewaldung sich günstiger gestalten und nach Jahren würde die Arbeit reichen Lohn finden.— Aber von Neuem belebt sich die Scene; wie eine Oase tritt die freundliche Stadt Rheine hervor. Bis hierher geht der Oberlauf der Ems, die am Südwest sange des Teutoburger Waldes in Westfalen entspringt r ier die Ausläufer desselben durchbricht. Wir erreichen.. und Meppen. Ein Kanal verbindet beide Städte, der 1„# nur geringe Tiefe und Breite hat. Nördlich von Lin= bis an die ostfriesische Grenze erstreckt sich das Bourtanger Moor und dem Twist; es sind wahre Völkerscheiden; zusammen so groß wie Ostfriesland. Bei Meppen mündet die Hase in die Ems. An ihr liegen die Städte Osnabrück, Quakenbrück. Am Ufer des Flusses liegen mitunter fruchtbare Strecken, sonst aber ist überall nur Sand= und Moorboden. Einst war die Gegend mit schönem Eichenwald bestanden, den die Menschen schonungslos vernichtet haben. Nördlich von der Hase bis an die Grenze von Ostfriesland ist auf Meilen in der Runde keine menschliche Wohnung zu sehen. Der Zug hält. Papenburg, klingt der monotone schläfrige Ton des Schaffners. Mein College wacht auf und nimmt einen kräftigen Schluck aus der Rothweinflasche.„Schöne Gegend das,“ brummt er und schläft weiter. Ein Pfiff, und weiter schnaubt das Dampfroß. Papenburg, das wir soeben nannten, ist die größte FrohnColonie Deutschlands, gegründet im Jahre 1675. Einst war hier alles mit wildem Moor bedeckt, jetzt liegt dort eine blühende Stadt mit 7000 Einwohnern. Ebbe und Fluth reichen schon bis hierher, beladene Seeschiffe können aber nicht mehr bis Papenburg gelangen. Die Ems tritt nun ins meerentrungene Land voll Gärten und Wiesen. Wir gelangen in die fetten Marschen des ostfriesischen Bodens. Die Marsch begleitet die Küste und die Ufer der Ems soweit in denselben die Fluthwelle hinaufsteigt. Gern vergleicht deßhalb der Ostfriese sein Land mit einem Pfannkuchen, an welchem der Rand das beste sei. Der Marschboden ist ein Geschenk des Meeres. Als das Land noch uneingedeicht war, wurde es bei jeder Fluth vom Meerwasser überschwemmt, welches dasselbe jedesmal mit einem fetten Schlamme bedeckte. Dieser Schlamm, Schliek genannt, besteht zum Theil aus erdigen Bestandtheilen, aus Thon und Lehm, den die Fluthen bei ihrem Gange durchs Meer losschälen, zum Theil aber hatte mit dem Abgesandten, der ihm diese Auszeichnung überbrachte, eine längere Unterredung, in welcher die Politik Serbiens im Sinne der bleibenden Annäherung an das deutschösterreichische Bündniß besprochen wurde.— Der Umstand, daß durch die Kur des Dr. Schwenninger aus München der Fürst in kurzer Zeit 50 Pfund an Körpergewicht verloren, erregt in ärztlichen Kreisen Aufsehen und noch mehr Bedenken. Der frühere Hausarzt des Fürsten, Dr. Stryk, ist plötzlich nach Gastein berusen worden.— Prinz Alexander von Hessen hat die ihm anläßlich seines 50jährigen Militairdienstjubiläums ertheilte Auszeichnung vom Kaiser, der ihn zum Chef eines Dragoner=Regiments ernannte, angenommen und sich für die ihm bezeugte Huld bedankt.(Der Prinz stand früher in russischen und österreichischen Diensten und kämpfte 1866 gegen Preußen.) Oesterreich. Zur 200 jährigen Jubelfeier der Befreiung Wiens von den Türken wurde am Kahlenberge bei Wien eine Gedenktafel feierlich enthüllt und vom Kaiser Franz Joseph die Schlußsteinlegung bei dem neuen Wiener Rathhause vorgenommen. In Krakau und in anderen polnischen Städten wurden Erinnerungsfeierlichkeiten zu Ehren des Polenkönigs Johann Sobiesky veranstaltet.— Die Unruhen in Kroatien dauern noch an. Zwar ist in der Hauptstadt Agram die Ruhe hergestellt; um so schlimmer aber sind die Zustände auf dem Lande, wo fortwährend Gewaltakte begangen werden. Zahlreiche Nachrichten von Verwüstungen auf den Gütern mehrerer großer Besitzer, von Mißhandlungen und segar Tödtungen beweisen, daß die Anarchie die Oberhand hat. Es wird behauptet, daß auch antisemitische Agitatoren aus Ungarn die Hand im Spiele haben. Frankreich. Die Nachrichten über den Stand der TonkinAngelegenheit und die Verhandlungen zwischen China und Frankreich sind veränderlich wie Aprilwetter. Während es dieser Tage hieß, die Verständigung mit China sei glücklich eingeleitet, zeigt das politische Barometer wieder Sturm. Der Minister des Aeußeren, Challemel=Lacour, soll sich mit Rücktrittsgedanken tragen.— Admiral Pierre, welcher das Geschwader bei Madagaskar kommandirte und wegen des Zwischenfalls mit dem englischen Konsul in Tamatave zurückberufen wurde, ist am Mittwoch in Paris gestorben.— In dem am Freitag=Vormittag in Paris abgehaltenen MinisterRathe legte der Minister des Auswärtigen, ChallemelLacour, den Stand der Unterhandlungen mit China dar, und sagte, dieselben nähmen einen guten Verlauf. Der Ministerrath entschied sich mit Einstimmigkeit für die Noth= wendigkeit Verstärkungen abzusenden, sowie über die zu befolgende politische Haltung, die einen versöhnlichen Charakter haben soll. Am 25. d. M. werden Verstärkungen nach Tonkin abgehen.— In der Nähe des von den Franzosen besetzten Forts Hanoi hat in vergangener Woche zwischen den französischen Truppen und den Streitkräften der Schwarzen Flagge ein Gefecht stattgefunden, das 8 Stunden dauerte. Die Verluste der Franzosen an Todten und Verwundeten werden auf 2 Offiziere und 50 Mann, diejenigen der Schwarzen Flagge auf 500 bis 600 Mann angeschlagen. Die französischen Streitkräfte erwiesen sich als ungenügend; das Gefecht endete mit einem Rückzug der Franzosen. Spanien. Der spanische Botschafter in Paris, Herzog von Fernan=Nunez, hat seine Entlassung erhalten, angeblich, weil er von den Umtrieben Zorillas Kenntniß gehabt, darüber aber nicht zeitig genug nach Madrid berichtet hatte. England. In Folge der Unruhen in der chinesischen Hauptstadt Canton richten englische Zeitungen die Forderung an die Regierung, die Flotte in den chinesischen Gewässern zu verstärken. Rußland. In Regierungskreisen werden wichtige Aenderungen bezüglich der Ueberwachung der russisch=preußischen Grenze geplant. Angeblich handelt es sich nur um strengere Maßregeln zur Verhütung des Schmuggels, zu welchem Zweck an der Grenze noch ein Zollamt erster Klasse errichtet werden soll. Es sollen aber außerdem noch Truppen zum speziellen Grenzdienst herangezogen werden. Rumänien. Von allen Seiten wird bestätigt, daß der Anschluß Rumäniens an das deutsch=österreichische Bündniß in ähnlicher Weise erfolgt sei, wie der Anschluß Italiens. aus ganz kleinen Thieren, Infusorien genannt, die nur mit dem Vergrößerungsglase zu erkennen sind. Weite Weideplätze, von Gräben und Gattern umschlossen, bieten dem Auge Schaaren von Rindern und Pferden, sowie zahlreiche Herden der großen friesischen Schafe,„die Haidschnucke“ dort genannt, da sie die großen Haidefelder des Innern beweiden. Die Schäfer stammen fast alle aus dem Dorfe Esterwege im Münsterlande. Das Hausschaf hält man in Ostfriesland sowol wie auf den Inseln nicht blos der Wolle, sondern auch der Milch wegen. So kommen wir nach Leer und endlich nach dem stattlichen Emden, dieser angesehenen Fluß= und Seestadt zugleich. Die Stadt wird nach allen Seiten von schiffbaren Kanälen durchzogen und ist nach drei Seiten von einem schiffbaren Stadtgraben umgeben. Emdens Blüthezeit fällt ins Mittelalter. Die Schifffahrt entwickelte sich in solchem Grade, daß es im Jahre schon 600 Schiffe besaß. Aus dieser Zeit stammt auch das herrliche Rathhaus mit seiner Rüstkammer und Silberschatz. Als Rest der blühenden deutschen Fischerei besteht jetzt nur noch die Häringsfischerei=Gesellschaft mit 11 Schiffen. Emden ist der Speditionsplatz für die Producte Westfalens. Von Emden fährt ein Dampfboot nach Borkum und Norderney: um aber auf die Inseln Juist, Langeroog oder Spickeroog zu gelangen, mußte man sich im vorigen Jahre noch 4—6 Stunden im Postkutschkasten herumschütteln lassen. Seitdem ist die ostfriesische Küstenbahn Norden=Esens=Wittmund fertig geworden. Vom praktischen Gesichtspunkt aus ist es wol überall mit Freuden zu begrüßen, daß die Eisenbahn die Fahrpost verdrängt. Time is money, sagt der Engländer, und Zeit ist Geld dem deutschen Kaufmann insbesondere. Dieses Sprüchwort läßt sich jedoch nicht auf die ostfriesische Küstenbahn anwenden; denn als Secundairbahn ist sie gebunden, ihre Strecke in einer ihr genau vorgeschriebenen Wie der Beitritt Italiens eine ausgeprägte Friedenstendenz hatte, so ist auch Rumänien unter der nämlichen Voraussetzung beigetreten. Das ist erklärlicherweise den Russen arg in die Nase gestiegen. In Bukarest haben sie eine großartige Agitation in Szene gesetzt, die sich gegen die neueste Wendung in der Politik Rumäniens und eventuell auch gegen die Stellung des Königs richtet. Bulgarien. Der„Köln. Ztg.“ gehen Berichte zu, denen zu Folge Fürst Alexander ernstlich an seinen Rücktritt denke. Die russischen Generale, die ihm als Minister aufgedrängt wurden, schalten und walten ganz nach eigenem Ermessen. Sie sollen sogar von Rußland aus Weisung erhalten haben, wenn sie entlassen würden, doch auf ihrem Posten zu verharren. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich die Großmächte ins Mittel legen werden. Obwol die Dinge sonach ziemlich ernst aussehen, sollen doch die Besorgnisse vor kriegerischen Verwickelungen einstweilen nicht gerechtfertigt sein. — Als neuen Kronkandidaten für Bulgarien haben die Russen den Prinzen Waldemar, den jüngsten Sohn des Königs von Dänemark, in Bereitschaft. Türkei. Der deutsche Botschafter hatte eine Audienz beim Sultan, der man eine außerordentliche Bedeutung beimißt. Es heißt, der Sultan habe, um entgegenstehenden Gerüchten den Boden zu entziehen, versichert, daß er unentwegt zur deutsch=österreichischen Politik halten werde. GGesttälisch- Rheinisches. Kuvferorey. Freitag=Nachmittag entlud sich über unserem Ruhrthale ein schweres Gewitter, welches leider nicht ohne Unglücksfall verlief. Nachdem schon einmal in diesem Jahre der Blitz in die Ladebühne der Zeche ver. Nottenkampsbank eingeschlagen hatte, glücklicherweise jedoch nur einen Balken zersplitterte und keinen weiteren Schaden verursachte, schlug er jetzt auf dieser Zeche zum zweiten Male ein und tödtete den Schichtmeister, welcher gerade bei seiner Arbeit saß. Der auf eine so bedauernswerthe Weise plätzlich aus dem Leben gerissene pflichttreue Beamte war circa 40 Jahre alt und hinterläßt Frau und Kinder. Essen. Ein Gartenbesitzer hatte mehrmals bemerkt, daß auf seinen Obstbäumen im Abenddunkel heimlich Erndte gehalten wurde. Um dem stillen Treiben endlich ein Ende zu machen, stellte er sich vor einigen Abenden mit einem Rohrstock auf die Lauer und sah mit nicht geringem Erstaunen, wie zwei Jungen auf einem Baume saßen, welche die abgepflückten Birnen in einen unten aufgestellten Korb fallen ließen. Der Mond schien schon schön und so eilte der Gartenbesitzer auf den Baum zu, um die Frevler zu fangen, aber plötzlich tauchte aus einer dunklen Ecke eine lange Gestalt auf, welche ihn so lange am Kragen festhielt, bis die kleinen Diebe herabgeklettert und mit ihrem Raub entflohen waren. Nach ihnen schwang sich auch der Lange über die Hecke und der Bestohlene hatte den Schrecken und das Nachsehen. Düsseldorf. Die in der letzten öffentlichen Sitzung der General=Versammlung der deutschen Katholiken verlesenen Resolutionen lauten: 1. Die Katholiken Deutschlands wenden angesichts der gegenwärtigen Nothlage der katholischen Kirche, sowie der gesammten civilisirten Welt ihren Blick in erster Linie nach Rom, dem sichtbaren Lebens=Centrum der von Christus gestifteten Kirche. Festhaltend an der Ueberzeugung, daß die Kirche zur Hebung der wachsenden Schäden, welche in fast allen Schichten der menschlichen Gesellschaft tief gefühlt und beklagt werden, ihre heilige von Gott empfangene Heilskraft mit voller Wirkung nur einzusetzen vermag, wenn ihr sichtbares Oberhaupt, der römische Papst, nach allen Seiten hin jene Freiheit und Unabhängigkeit besitzt, welche ihm nach göttlicher Anordnung und gemäß geschichtlicher Rechte zukommt, erheben die deutschen Katholiken einmüthig und feierlich Protest gegen die fortdauernde Vergewaltigung des römischen Stuhles. Sie werden nicht aufhören zu fordern, daß dem Papst die ihm entrissene weltliche Herrschaft, der ihm geraubte Kirchenstaat, das Eigenthum des katholischen Erdkreises, zurückgegeben werde. Menschliche Gewalt vermag niemals zu beugen göttliches Recht.— II. Die Katholiken Deutschlands werden nicht nachlassen, bei jeder Gelegenheit und mit allen Kräften dafür einzutreten, daß endlich im Deutschen Reiche die WiederZeit zurückzulegen. Die Züge von Menden nach Hemer sind Schnellzüge im Vergleich zu den Zügen der Küstenbahn. Letztere besitzen jedoch einen großen Vorzug, sie führen nur Salonwagen II. und III. Klasse nach einem ganz neuen System erbaut. Auf den Wagen steht zwar,„das Betreten der Plattform während der Fahrt ist aufs strengste untersagt“ — allein an dieses Verbot stört sich der Ostfriese nicht im Geringsten; man macht sich gegenseitig Besuche, unterhält sich auf der Plattform miteinander, grüßt die Leute auf der Chaussee, an welcher der Zug ganz dicht vorüberfährt, kurz, es gibt keine gemüthlichere Fahrt, als auf der Küstenbahn. Bisweilen wird dieses dolce ne far niente allerdings durch ein kleines Intermezzo gestört. Vor kurzem, erzählt man, soll ein feister ostfriesischer Ochse sich von den Weiden auf die Schienen verlaufen haben. Das Herankommen des Zuges störte ihn nicht im mindesten; der Zug war genöthigt, still zu halten. Der Locomotivführer sprang von der Maschine herab um ihn wegzutreiben, allein das gehörnte Biest setzte sich zur Wehre und wich nicht, bis die Passagiere im Sturmschritt mit Stöcken und Schirmen auf ihn losstürmten. Von der Fahrgeschwindigkeit zeugt folgende Wette, die unlängst in Aurich stattfand. Der Wirth„Zum deutschen Haus“ daselbst, Herr Nitzel, machte sich mit seinen beiden Pferden(es sind allerdings Paßgänger) anheischig, in derselben Zeit, die die Küstenbahn gebraucht, von Aurich nach Emden zu fahren, und er gewann nicht nur seine Wette, sondern kam noch eine Viertelstunde früher an, trotzdem er auf jeder Station noch einen Doornkaat(Schnaps) zu sich genommen hatte. Bei schönem Wetter hat diese Fahrt allerdings ihre großen Reize. Die Marsch bietet hier eine völlige Ebene, so daß eine Fernsicht möglich ist. Zwischen Ulmen und anderen dichten Baumgruppen treten stattliche Gehöfte hervor, denen meist weit herum Aecker und Weideplatz angehören. herstellung des religiösen Friedens erfolge; sie werden unermüdlich beten, mahnen und fordern, daß ihre im Exil weilenden Oberhirten den verlassenen Diöcesen zurückgegeben werden, daß endlich die Aufhebung aller die Rechte der katholischen Kirche beeinträchtigenden, zerstörenden und die Gewissensfreiheit der Katholiken verletzenden Maßregeln erfolge; sie setzen ihre Hoffnung zunächst auf Gott den Herrn, dann aber auf die Weisheit des apostolischen Stuhles, dessen Anordnungen sie den bereitwilligsten Gehorsam entgegenbringen; sie werden unablässig in allen Kreisen den Nachweis liefern, welch' verderblicher, volkswirthschaftlicher, pädagogischer, sittlicher und religiöser Schaden den katholischen Landestheilen und Gemeinden in Preußen und anderen Bundesländern zugefügt worden ist und noch fortwährend zugefügt wird durch die Ausweisung, sowie durch die Einschränkung der klösterlichen Genossenschaften; sie erinnern daran, welche Unzahl katholischer Söhne und Töchter dadurch in ihrem Lebensberufe gestört, in ihrer persönlichen Freiheit gekränkt, in ihrem Vermögen geschädigt wurden und noch werden, welche unnütze Mehrbelastung sowol zahlreichen Familien als Gemeinden und Provinzen dadurch aufgebürdet wird.— III. 1. Die General=Versammlung der deutschen Katholiken spricht die Ueberzeugung aus, daß die sociale Frage nicht blos eine wirthschaftliche, sondern auch, und zwar an erster Stelle, eine religiös=sittliche, und somit deren Lösung ohne das einträchtige Zusammenwirken von Kirche und Staat unmöglich ist. Sie sieht es daher als die unerläßliche Forderung zur Heilung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Schäden an, daß der Kirche und ihren Instituten die volle Freiheit für ihre sociale Wirksamkeit zurückerstattet werde. 2. Zugleich erachtet sie es zur Lösung der socialen Frage für nothwendig, daß auf dem Wege der Gesetzgebung eine den heutigen Verhältnissen angepaßte corporative Organisation der productiven Arbeit mit Ausschluß aller bureaukratischen Bevormundung ins Leben gerufen werde. 3. In dankbar=freudiger Erinnerung an die vor 200 Jahren durch den glorreichen Sieg vor Wien erfolgte Rettung der christlich abendländischen Civilisation vor dem Andrang der Türkenmacht spricht die XXX. General=Versammlung die zuversichtliche Erwartung und Bitte aus, das katholische Deutschland wolle seinen Dank für die ihm gewerdene Rettung vorzüglich auch dadurch bethätigen, daß es die bis zur Stunde noch unter dem Joch des Islam schmachtende Kirche des Orients durch rege Unterstützung der Missionen im heiligen Lande, in Aegypten, Syrien, Armenien, in der Türkei 2c. zur Freiheit und zum Siege zu verhelfen sich bestrebe. Düsseldorf. Ein Dienstmädchea, welches vor kurzem unglücklicher Weise einen 100=Markschein verbrannte, hatte die Ueberreste der Banknote nach Berlin gesandt. Dieser Tage nun hat die Reichsbank die ganze Summe(nach Abzug des entstandenen Portos von 20 Pf.) dem Mädchen durch die Post wieder eingehändigt. Solingen. Unser Mitbürger Herr A. Nolden, welcher vor einiger Zeit vom Herzoa von Sachsen= Koburg=Gotha mit einem Auftrag auf einen Küraß und Helm beehrt wurde, hat diese Erzeugnisse heimischer Industrie nunmehr vollendet. Der prächtige Küraß ist aus Neusilber hergestellt, er trägt echt vergoldete Schuppen zum Schließen und am Rande vergoldete Knöpfe, ist mit weißer Seide ausgefüttert, und im Verhältniß zu seiner Größe von erstaunlicher Leichtigkeit. Der Heim ist von demselben Metall mit reich vergoldetem Adler. Die ganze Ausführung der Ausrüstungsstücke hängt von der hohen Kunstfertigkeit des Herrn Nolden ab. Köln. Das von Oppenheim'sche Kinder=Hospital ist nun auch im Innern fertiggestellt und bereits fast völlig eingerichtet und mit dem Mebilar und den chirurgischen Hülfsmitteln versehen. Alle Lokalitäten sind ebenso elegant wie praktisch eingerichtet. Die schon beschafften Apparate und Instrumente zählen zu den besten, was die Wissenschaft bis jetzt bietet und sind fast ausschließlich in der Berliner Ausstellung erworben worden. In jedem der drei Stockwerke sind zwei große Säle mit je einer bedeckten Gallerie im Freien, wohin die kranken Kinder mit den Betten gefahren werden können, damit sie in Vollbesitz von Licht und Luft an sonnigen Tagen gelangen. Es können gegen 40 Kinder dürftiger Eltern aufgenommen werden, während für zahlende auch Säle reservirt sind. Anfangs October wird dieses so verdienstliche Hospital eröffnet. Kirchthürme und zahlreiche Windmühlen sind es, welche die weite Fläche unterbrechen. Letztere dienen meistens dazu, das Wasser in die zahlreichen Kanäle abzuleiten. Man sagt uns, daß 128 solcher Wasserschöpfmühlen 7000 Hectare trocken halten. Neben den Kornarten gedeiht auf der Marsch besonders der Weizen und die Feldbohnen. Wir erreichen die Stadt Norden mit ihrer holländischen Reinlichkeit, ihren freundlichen Giebelhäusern, schönem Marktplatz und der stattlichen ehrwürdigen Ludgerikirche. Die Reisenden nach Norderney und Juist steigen hier aus, die nach Langeroog und Spickeroog fahren bis Esens. Mein Reiseziel war die Insel Langeroog, wo mich Professor Schünemann aus Petersburg erwartete. Derselbe ist Mitglied der Academie der Wissenschaften und hält sich zu wissenschaftlichen Zwecken in den ostfriesischen Inseln auf. Wir hatten uns im vorigen Jahre auf der Insel Juist kennen gelernt und waren seitdem in fortwährender Correspondenz geblieben. Die Aussichten zwar auf eine vergnügte Badesaison auf Langeroog waren gerade nicht die günstigsten. So schrieb er mir am 14. August: Ihre Absicht, mich hier aufsuchen zu wollen, hat mich unendlich gefreut, doch muß ich, aufrichtig gesagt, Ihren persönlichen Muth bewundern, zu solcher abnormen Witterung eine Nordseeinsel zu besuchen. Regen aus allen Himmelsgegenden und zu jeder Tagesstunde, ohne Aussicht auf Besserung. Auf die Badegäste hier hat das beständig schlechte Wetter die Wirkung gehabt, daß dieselden wie Fliegen fallen— die Insel verlassen. 5 Bader und eben so viele Baderinnen waren am Strande herum und keine neuen Gäste haben sich angemeldet; augenblicklich sind 6 Personen an der Table d’hote, davon reisen Anfang nächster Woche wol noch die meisten ab und wenig Aussicht ist vorhanden auf neuen Ersatz. Das waren allerdings keine tröstlichen Aussichten, allein ich ließ mich hierdurch keineswegs Aus den Kreisen Iserlohn— Arnsberg. Menden. Die diesjährigen Herbstferien sind für die Volksschulen im Kreise Iserlohn auf die Zei vom 24. September bis 14. October festgesetzt worden. Menden. Die große Streitfrage, ob Stammseidel vom 1. Januar 1884 ab ebenfalls geaicht sein müssen, ist nunmehr entschieden und zwar in bejahendem Sinne. Das Gesetz schreibt eben ausdrücklich für jedes Gefäß, welches zum Ausschank dient, die Aichung vor, und die Stammseidel bleiben nur dann befreit davon, wenn der betr. Besitzer es sich gefallen läßt, daß das Bier aus einem geaichten Glase in das seinige gegossen wird. Bekanntlich sind nun aber die Stammseidel nicht selten größer, als die gewöhnlichen und der Füllstrich wird doher nicht gerade allzunahe dem Rande paradiren. Die Stammgäste mögen sich aber trösten, denn mehr zu geben ist dem Wirth in keinem Falle verboten, nur mit dem weniger muß er sich in Acht nehmen. Jeder Gast hat das Recht, zu verlangen, daß der versprochene Inhalt durch ein geaichtes Maß nachgewiesen wird. Rödinghausen. In der Nacht vom 15. zum 16. c. ist dem Viehhändler Häring aus Hemer aus seiner angepachteten Weide hierselbst eine schwarzbunte Kuh mit Stern gestohlen worden; dieselbe ist auf einem Horn mit dem Brandzeichen F. H. versehen. Iserlohn. Ein hiesiger Wirth stand unter der Anklage, in seiner Wirthschaft das Spielen um Bier und Würste gefördert, und sich dadurch des strafbaren Eigennutzes schuldig gemacht zu haben. Es wurde durch Zeugen dargethan, daß ein 15jähriger Bäckerlehrling auf diese Art 50 M. verlor und so gezwungen wurde, seine ganzen Ersparnisse in Knackwürsten anzulegen, sowie daß die ganze Tischgesellschaft oftmals herangezogen werden mußte, um die überwältigende Menge von Knackwürsten, welche sich in wenigen Minuten angehäuft hatten, verzehren zu helfen. Der Wirth hat nun 8 Tage zu brummen. Hohenlimburg. Seit kurzer Zeit sind hier falsche Zweimarkstücke im Umlauf. Die Falsisikate, welche den echten täuschend ähnlich und nur am dumpfen Klange als falsche erkennbar sind, tragen die Jahreszahl 1876 und den Buchstaben C. Arusbera. Seitens des Herrn Oberpräsidenten ist genehmigt, daß zum Besten des Neubaues einer Pfarrkirche in Ottmarsbocholt, Kreis Lüdinghausen, während der Zeit bis Ende December d. J. bei den katholischen Einwohnern der Provinz Westfalen eine Haus=Collecte abgehalten werde. Arnsbera. Dem Lehrer Joseph Gieselmann zu abhalten; wiegt doch seine Gesellschaft eine ganze Badegesellschaft auf. Also weiter auf der Küstenbahn. Wir fahren weiter, passiren Berum mit dem prachtvollen im Renaissancestyle erbauten Schlosse Nordeck, welches einem Junggesellen, Dr. Petersen, früheren Reichstagsabgeordneten, gehört; ferner Dornum mit einer Burg, die noch aus den Zeiten der Häuptlinge stammt, und herrlichen Parkanlagen, Besitzthum des Grafen Münster, deutschen Gesandten in London. Die Zeiten der Häuptlinge oder Hovetlinge, wie sie sich nannten, fällt in die Zeit 1300—1441. Es sind die Raubritter des Nordens. Die meisten ihrer Burgen sind verschwunden; in Lütetsburg, Dornum, Grimersum und Oldersum sind noch einzelne Ueberreste. So gelangen wir endlich nach fast 5stündiger Fahrt nach Esens, der kleinsten Stadt Ostfrieslands. Dies Städtchen gehört zu denjenigen, von denen Heine behauptet, man könne den Leuten die Langeweile von den Gesichtern ablesen, und in welchen die Hunde in den Straßen dankbar sind, wenn sie einen Fußtritt erhalten. Im übrigen hat das Städtchen ein freundliches Aussehen. Die Häuptlingsburg wurde 1755 geschleift und ihre Wälle sind jetzt in Gärten und Spaziergänge verwandelt. Unter den öffentlichen Gebäuden ist die Kirche sehenswerth, ebenso das Waisenhaus. Weniger berühmt sind die Gasthöfe; das Wort Comfort ist hier unbekannt, desto mehr das Wort „Ausbeutung", das die Herren Gastwirthe wie ehemals ihre Vorfahren, die Raubritter, noch vortrefflich verstehen. Nach einer fast fünfstündigen Fahrt auf der Bahn fühlt ein Jeoer das Bedürfniß, seine Hände und womöglich Gesicht zu waschen. Wie groß war jedoch mein Erstaunen, als ich für diesen Reinigungsact meine Rechnung mit 50 Pf. belastet sah! Mancher wird wol fragen, ist denn das Wasser in Esens so selten? Nein, das Wasser nicht, lieber Leser, wol aber die Badegäste im Monat September. (Schluß folgt.) Holzen ist eine Lehrerstelle an der katholischen Schule daselbst, sowie der Lehrerin Elisabeth Hunecke zu Schwitten eine Lehrerinstelle an der katholischen Schule daselbst definitiv verliehen worden. Allerlei. Steinau a. O. Im September v. J. ging dem hiesigen Kreis=Steuereinnehmer ein Privatgehilfe mit dem bedeutenden Betrage von über 18,000 M. durch, zu dessen Ersatz der Beamte selbst von der Staatsregierung verpflichtet wurde. Nachdem indessen nachträglich in eingehendster Weise nach gewiesen worden ist, daß jene Veruntreuung mit einer Verschmitztheit und Niederträchtigkeit verübt worden ist, gegen die eben kein Mensch sich zu sichern vermag, ist jüngst vom Kaiser Wilhelm im Wege der Gnade der Ersatz des Schadens dem Verpflichteten erlassen worden. Ludwigsbura. Vor Kurzem hat sich hier der beklagenswerthe Vorgang ereignet, daß eine Civilperson, welche von dem Führer eines abgelösten militairischen Postens nach einer, dem Vernehmen nach, der Ablösung widerfahrenen Beleidigung für verhaftei erklart worden war und die Flucht ergriffen hatte, durch einen Schuß getödtet wurde. Die militairgerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. Hamburg. Der wegen Todtschlages verurtheilte Martin van Rhee. der 5½ Jahr Zuchthaus abbüßte, ist, wie es sich jetzt herausgestellt hat, das Opfer der falschen Angaben seines eigenen Bruders, welcher mit ihm wegen eines väterlichen Erbes in Streit gekommen war, geworden.— Dieser Tage kam mit einem Dampfer ein siebenjähriger Knabe aus NewYork in Hamburg an, der die Reise über den Ozean wider Willen gemacht hat. Eine Tante des Kleinen wollte mit ihren Kindern nach ihrer Heimath Königsberg zurückkehren und war in New=York von ihren Verwandten ans Schiff gebracht worden. Dabei war der Kleine ihr nachgelaufen, hatte sich zu den andern Kindern gelegt und war eingeschlafen. Erst als das Schiff bereits in See war, bemerkte man den blinden Passagier. Die Hamburger Auswanderungsbehörde wird den Kleinen demnächst unter sicherer Obhut seinen Eltern, die inzwischen benachrichtigt worden, zurücksenden. Brüssel. Der bedeutendste vlämische Romanschriftsteller und Begründer der neueren vlämischen Litteratur, Hendrick Conscience, dessen Werke sämmtlich ins Deutsche übersetzt sind, ist gestorben. * Einen schrecklichen Tod erlitt ein unbekannter Mann, der sich im Hamburger Hafen in den Laderaum des Dampfers Professor Woermann, Capitain J. Meinertz, eingeschlichen hatte. Dem„Hamb. Fremdenbl.“ geht über diesen traurigen Fall folgende nähere Mittheilung zu. Am 28. Juli wurde an der Westküste Africa's beim Aufräumen des Laderaumes auf dem genannten Dampfer im untersten Raume eine männliche Leiche gefunden, deren Persönlichkeit Niemanden bekannt war. Aus der Lage der Leiche und der nähern Umgebung ging hervor, daß der lebendig Begrabene eine Zeit lang in seinem Grabe noch gelebt haben muß. Er hatte genügend Raum, um sich etwas zu bewegen. Mehrere der nächstliegenden Kisten, in welchen sich Flaschen mit Genevre befanden, waren erbrochen, und einige Flaschen waren offenbar von dem Unglücklichen ausgeirunken worden. Als Nahrung für einige Zeit diente dem Manne ein Schinken, dessen Knochenüberreste sich noch vorgefunden haben. Offenbar hat sich der Verstorbene im Hafen eingeschlichen, um eine freie Reise nach England zu machen; denn wenn er gewußt, daß das Schiff nach Africa defignirt war, wäre er wol kaum zu dem Entschlusse, sich verstauen zu lassen, gekommen. Da Niemand von der Schiffsmannschaft den Verstorbenen kennt, so ist es ausgeschlossen, daß derselbe ein Schiffsarbeiter ist. Ohne Zweifel erlitt der Unglückliche einen schrecklichen Tod durch Hunger und Erstickung. Die Feder sträubt sich, die Situation des armen Menschen auszumalen, der sicherlich von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag mit tödtlicher Angst erwartete, daß sich endlich das Geräusch des Auslands bemerkbar mache. In der einen Tasche des Beinkleides befand sich ein Portemonnaie ohne Inhalt. Neben der Leiche lagen eine Blechschüssel, ein Löffel und ein kleiner zerbrochener Spiegel. *[Londoner Geschäfte! Einen ungefähren Begriff von dem Umfange einzelner Londoner Geschäfte kann man sich machen, wenn man erfährt, daß nach dem Jahresbericht des englischen General=Postmeisters an einem einzigen Tage durch eine Londoner Firma 132,000 Briese auf die Post gegeben wurden. Eine andere Firma schickte an einem Tage 167,000 Briefkarten auf die Post, welche auch ohne Schwierigkeit besorgt wurden. *[Musterbrief an einen Soldaten.] Lieber Hannes! Hier überschicke ich Dir meinen alten Rock, wovon Du Dir einen neuen machen lassen kannst. Auch schickt Dir die Mutter ohne mein Wissen 3 Thaler. Wendest Du sie gut an, so hast Du recht, wo nicht, so bist Du ein dummer Esel und ich Dein treuer Vater.— Nachschrift:—. Diesen Brief uebst drei Thalern wirst Du inwendig in der Rocktasche finden. — Adresse auf dem Brief: An meinen Sohn den sechspfündigen Kanonier, wo der Kapitän einen Fuchsen reitet. *[Ein nichtsnutzige: Terl.] Hauptmann: Hören Sie, Feldwebel, dieser Schulze ist doch der durchtriebenste Kerl, der mir je vorgekommen. Hab' ich dem Burschen doch schon seit langer Zeit Arrest zudictirt, aber immer war er krank und trieb sich im Lazareth herum. Gestern sah ich ihn wieder auf der Straße; warte, denk' ich, jetzt sollst du mir nicht entgehen, ruse also: Schulze, Schulze! Aber er hört nicht, und wie ich nun naver komme, ist er's gar nicht!'s ist ein ganz nichtsnutziger Kerl, dieser Schulze! „An meine lieben Berliner.“ Ein äußerst anregender Roman aus der Feder des altbewährten Kämpen Schmidt-Weissentels, der die hochinteressante vormärzliche Sturm= und Drangperiode behandelt und mit der großen Bewegung des 18. März abschließt, erscheint im nächsten Quartal im Feuilleton des„Berliner Tageblatt“. Das„Berliner Tageblatt“ nebst seinen 4 Beiblättern: illustrirtes Witzblatt„ULK“, belletristische Wochenschrift„Teutsche Lesehalle“. „Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirth schaft". und„Industrieller Wegweiser" ist, in Anerkennung der Reichhaltigkeit. Bielseitigkeit und sorgfältigen Auswahl seines Inhaltes, in Folge des frischen anregenden Tons, welcher seine Spalten durchweht, die bei Weitem gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands geworden, indem es einen festen Stamm von ca. 71 Tausend Abonnenten sich erworben, welche über ganz Deutschland verbreitet sind. Diese Abonnentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeitung auch nur annähernd erreicht. So große Erfolge können nur durch wirkliche Leistungen erzielt werden: sie liefern den Beweis, daß das„Berliner Tageblatt“ die Ansprüche, welche man an eine große politische Zeitung zu stellen berechtigt ist, in vollem Maße zu befriedigen weiß. Die besonderen Vorzüge des „B. T.“ bestehen vornehmlich in Folgendem: Täglich zweimaliges Erscheinen als Morgen= und Abendblatt, wovon Letzteres bereits mit den Abendzügen befördert wird und womit den Abonnenten außerhalb Berlins sehr gedient ist.— Freisinnige, von allen speziellen Fractionsrücksichten unabhängige politische Haltung, die dem„B. T.“ es gestattet, zu jeder einzelnen Frage sein objectives Urtheil freimüthig abzugeben.— Zahlreiche Spezial=Telegramme von eigenen Correspondenten an den Haupt=Weltplätzen, durch welche das „B. T.“ mit den neuesten Nachrichten allen anderen Zeitungen stets voran zu eilen im Stande ist.— Ausführliche Kammerberichte des Abgeordneten= und Herrenhauses, sowie des Reichstages, welche soweit möglich, bereits im Abendblatte veröffentlicht werden.— Vollständige Handelszeitung, sowol die Börse als den Producten= und Waarenhandel umfassend, nebst einem sehr ausführlichen Courszettel der Berliner Börse. Wollberichte, Concurs=Nachrichten 2c.— Ziehungslisten der Preußischen und Sächsischen Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere sofort nach erfolgter Ziehung, Patent=Ertheilungen.— Graphische Wetterkarte nach telegraphischen Mittheilungen der Deutschen Seewarte vom selben Tage, erscheint bereits in der Abendausgabe.— Militairische und Sport=Nacrimen— Personal=Veränderungen der Civilund Militair Beamten. Ordens=Verleihungen.— Reichhaltige und wohlgesichtete Tages=Neuigkeiten aus der Reichshauptstadt und den Provinzen, interessante Gerichts=Verhandlungen, die auch das Bedürfniß nach einer unterhaltenden und über die TagesEreignisse orientirenden Lecture täglich befriedigen.— Theater, Kunst, Literatur und visienschaft finden im täglichen Feuilleton des„Berliner Tageblatt“ sorgfältige Behandlung in geistvoll geschriebenen Feuilletons hervorragender Schriftsteller. Der billige Abonnementspreis beträgt bei allen Reichspostämtern, welche jederzeit Bestellungen entgegennehmen, nur 5 Mark 25 Pf. pro Quartal für alle 5 Blätter zusammen. Allen neu hinzutretenden Abonneuten wird der bis 1. October erschienene größere Theil des spannenden Romans:„Das Spiel ist aus“ von Konrad Telmann gratis und franco nachgeliefert. Der auf der berühmten Werft von Laird in Birkenhead gebaute und im August vom Stapel gelassene Dampfer Westerland von der Red Star Line in Antwerpen ist der grösste, bis jetzt an der Mersey gebaute Dampfer. Der Westerland ist von Stahl, mit 4 Decks und 4 Masten, circa 5°00 Tons gross, bei 4000 Pferdekraft; seine Dimensionen sind in engl. Fuss: Länge 455“, Breite 47°, Tiefe 36“, und er wird 180 Cajüten- und 1200 Zwischendeckspassagiere nehmen können. Das Schiff hat elektrisches Licht und für Sicherheit und Comfort sind die neuesten Erfindungen und Erfahrungen verwendet worden. Die erste Reise nach New-York wird von Antwerpen gegen Mitte October stattfinden. Der Stapellauf des Schwesterschiffs der Westerland, die Noordland, welche ebenfalls bei Laird für die Red Star Line gebaut wird, soll im October stattfinden und die Indienststellung zu Anfang des kommenden Jahres. Bekanntmachung. Diejenigen Gewerbetreibenden des Stadtbezirks, welche für das Jahr 1884 einen Gewerbeschein wünschen, werden hiermit aufgefordert, sich bis zum 10. Octoder c. auf dem Polizeibureau zu melden. Menden, 17. September 1883. Der Bürgermeister: Papenhausen. Bekanntmachung. Die Martini d. J. pachtlos werdende Weide Schinderplatz, bei der städtischen Bleiche, soll am Dienstag den 25. September c., Vormittags 11 Uhr, auf dem Bureau des Unterzeichneten zur anderweitigen Verpachtung aus gesetzt werden. Menden, 17. September 1883. Der Bürgermeister: Papenhausen. Auittungs- Formulare stets vorräthig dei W. Niedel. (Der Hochwürdigste Herr Bischof Dr. Franz Caspar Drobe wird am Donnerstag seine Vaterstadt wieder verlassen. Alle Wagenbesitzer in Stadt und Amt Menden werden freundlichst eingeladen, sich der Begleitung nach Werl anzuschließen. Die Abfahrt findet Nachmittags 3 Uhr vom hiesigen Marktplatze aus statt. Die ersten Wagen werden von 1 bis 5 numerirt, die anderen schließen sich, wie sie ankommen, an. Das Fahren geschieht mit 15 Schritt Zwischenraum. Menden, 17. September 1883. Das Comité. Oeffentliche Versteigerung. Dienstag den 18. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werde ich zu Schwitten 1 Glasschrank, 1 Commode, Tische, Stühle, 1 Ofen, Schildereien und 1 Schwein öffentlich gegen baare Zahlung versteigern. Sammelplatz beim Wirth Bieberschulte. Mittwoch den 19. d. M., Vormittags 10 Uhr, werde ich im hiesigen Pfandlokal Tische, Stühle, Schränke und 2 Schweine, und Nachmittags 2½ Uhr zu Sümmern 1 Kleiderschrank, 1 Commode, 4 Stühle und 2 Schweine öffentlich gegen baare Zahlung versteigern. Sammelplatz beim Wirth Speer. Menden, den 17. September 1883. Hammermeister, Gerichtsvollzieher k. A. General-Versammlung der Mitglieder der allgemeinen städtischen Kranken= und Unterstützungs=Kasse am Sonntag den 23. September c., Nachmittags 4 Uhr, im alten katholischen Schulhause. Tages=Ordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes; 2. Rechnungslage pro 1882 83; 3. die Zahlung des Sterbethalers betreffend. Menden, den 17. September 1883. Der Vorstand. Zwiebeln, sehr schöne trockene und haltbare Waare, per 100 Psd 6 M., er pfiehlt B. Schestag, Handelsgärtner. Bei Abnahme größere: Quantitäten bedeutend billiger. Gesinde=Dienstbücher sind stets zu haben bei W. Riedel. TECHNICUM MITTWEIDA—• Maschinenbauschule. EX Unentgeltlichsorten, suehte 1871—83 resp. Anweisung z. Rettung v. Trunksucht, selbst im höchsten Stadium, periodisch u. habituell mit u. ohne Wissen vollständig zu beseitigen. M. G. Falkenberg, Berlin H., Ackerstr. 138. Todes=Anzeige. Gestern Morgen 9 Uhr verschied nach halbjähriger Krankheit, im Alter von 58 Jahren, wohlvorbereitet durch mehrmaligen Empfang der h. Sterbesacramente, meine Tante, Fräulein Wilhelmine Zentini. Indem ich den Freunden und Bekannten der Verstorbenen die traurige Mittheilung mache, lade ich zu der am Dienstag=Morgen um ½7 Uhr stattfindenden Beerdigung ergebenst ein. Menden, 16. September 1883. Theodor Mölle. Bekanntmachung. Die unterm 6. d. M. für Donnerstag den 20. und Freitag den 21. d. M. angeordnete Sperrung der hiesigen Ruhrbrücke findet nicht statt. Fröndenberg, 12. September 1883. Der Amtmann: Schmitz. Ackerland! Die Herren R.& G. Schmöle werden Mittwoch den 19. c., Nachmittags 5 Uhr, das Ackerland im Ohl und demnächst 2 Rüggen Acker vorn am Klevesberg an Ort und Stelle ferner auf Jahre verpachten. Menden. L. Pieper. Schlußtermin zum Verkaufe der dem Herrn W. Laar zugehörigen, in der Horlecke belegenen Wiese ist am Donnerstag den 20. c., Nachmittags 5 Uhr, beim Wirth Battenfeld anberaumt. Menden. L. Pieper. Verkauf. Freitag den 21. c., Morgens 11 Uhr, werden Erben Th Wetzlar Tische, Schrank, Fässer, Holz, Stroh, Wanne muhle 2c. 2c. gegen Baar verkaufen Menden. L. Pieper. Mobilar! Dienstag den 25. c., Morgens 10 Uhr, wird der Puddler Franz Westerkamp zu Spiethof verziehungshalber Tische, Stühle, Schränke, Bettstellen, Koffer, Ofen, Backtrog, Commoden, Fässer, Kleidungsstücke, 1 Ziege und dergleichen mehr verkaufen. Menden. L. Pieper. § Nur 3 Mark 25 Pf. pro Quartal. Die auf allen Gebieten absolut unparteiischen 8 8 19 8 Beillen u. Kneifer in Stahl, Nickel, Silber u. Gold hält stets auf Lager W. Huckert. Bauhandwerker, welche die Befähigung zum selbstständigen Betrieb ihres Gewerbes erlangen wollen, finden den erforderlichen Unterricht in meinem WinterCursus 1883/84.— Anfang 12. November. Meldungen baldigst. Soest, 18. August 1883. Lange, Baumeister. Ein in allen häuslichen Arbeiten erfahrenes ev. Mädchen gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl. Neueste Nachrichten“ erscheinen täglich, auch Montags, in Berlin. Preis inel. der 6 Extra-Beiblätter nur Mark 3.25 pro Vierteljahr. Reichhaltigster Inhalt, genaue und sorgfältigste Berichterstattung über alle Vorkommnisse auf dem Gebiete der Politik, des Verkehrs und des Handels: ausführlichstes aller Berliner Coursblätter. Die sechs Beilagen der Zeitung(deren Preis in dem Abonnementspreis inbegriffen ist) sind: 1) Neueste Berliner Fliegende Blätter. Illustr. humoristisches Wochenblatt(im Umfange von 8 Seiten) 2) Das Unterhaltungsblatt. 5) Verloosungsblatt. Feuilletonistisches Beiblatt. All= Enth. die Verloosungen sämmtl. wöchentlich. 3) Die Hausfrau. Blätter für das Hauswesen, enthaltend praktische Abhandlungen und Winke auf dem wirthschaftlichen Gebiete. Allwöchentlich. 4) Zeitung für Landwirtoschaft und Gartenbau. Erscheint monatlich zweimal. nur Mark 3,25 pro Quartal. Neueste Nachrichten“. über alle Vorgänge auf dem Gebiete der Politik und geben durch eine tägliche Zusammenstellung der wichtigsten Aeußerungen der namhaftesten politischen Blätter einen Ueberblick über die Stellung aller Parteien zu den Tagesfragen. Die„Neueste Nachrichten“. durch besondere Genauigkeit, im Feuilleton, im localen und vermischten Theil durch Reichhaltigkeit aus: dieselben bieten ihren Lesern als Unterhaltungsstoff spannende Romane und Erzählungen. Das Coursblatt ist das ausführlichste aller in Berlin erscheinenden Zeitungen. Neueste Nachrichten“ beantworten bereitwiligst ( S 8 5 2 6— 0 S 00 0 2 0 S 2 B 2 79 *— S Die fältig Loospap., Prämienanleihen 2c., sowie diejenigen der Oblig. und Pfandbr. von Provinzen, Kreisen, Städten 2c., überhaupt alle Verloosungen in unbedingter Ausführlichkeit. Allwöchentlich. 6) Neueste Moden. Große Modenzeitung mit Illustrationen und Schnittmustern. Erscheint monatlich. 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Besehen enes der verhreich tetsten Blätter Deutschlands, auch anerkannt die verhältnißmäßig „ billigste der in Berlin täglich erscheinenden Zeitungen, denn sie § kosten pro Quartal nur M. 3.25. ch. Man abonnirt bei allen deutschen und österreichischen Postanstalten. *— 8 8 8 9 # 8 " 4 ** 0 S 8 Das berühmte Rheinlied ihr Völkerschaaren von Joh. Peters, op. 3 ist bis jetzt in folgenden Ausgaben erschienen: Ausgabe für hohe Stimme mit Klavierbegleitung M. "" m i t t l e r e„„„ „„ t i e f e„„„ "" m i t t l e r e" Z i t h e r b e g l e i t u n g v o n G u t m a n n Parodie in Kölner Mundart von Fritz Hönig, Soore Wing „„„„„„„„ Wing, Leev un Gesang...:.“ ul me Gtimmen. Ausgabe für Männerchor. Partitur 50 Pf., Stimmen. Fantasie-Transcription für Klavier zu 2 Händen von G. Lange „„ e r l e i c h t e r t Paraphrase für Klavier zu 2 Händen von Blättermann. Marsch„„„ H. Necke Fantasie für Klavier zu 4 Händen(leicht) „" V i o l i n e u n d K l a v i e r v o n H. H ä s s n e r Ausgabe für Militair-Musik(Partitur)..... " als Rheinlust- Marsch für grosses Orchester von A Beuthan(Partitur) P. J. Tonger's Nusik-Sortiment und Instrumenten- Handlung Köln a. Rhein. 32 —.50 —.50 —.50 —.50 —.50 —.90 —.50 1.50 1 1.— —.50 —.75 1 1 1,50 Billigste zweimal täglich erscheinende Zeitung. = Nur 3 Mark 75 Pf.= für das 4. Quartal kostet die in Essen erscheinende Rheinisch-Westfälische Zeitung. Hauptorgan des Niederrheins und Westfalens. ber. Die Morgen= Ausgabe enthält den telegraphischen Auszug aus dem Berliner Effecten= und Producten=Marktbericht, aus dem Pariser, Antwerpener und Bremer Productenmarkt, aus den parlamen tarischen Verhandlungen Reichstag und Landtag), ein interessantes Roman=Feuilleton 2c. Durch ihre belehrenden und anregenden Leitartikel, ihre Spezialcorrespondenzen aus Berlin, London, Paris, Brüssel und jeder bedeutenderen Stadt Rheinlands und Westfalens, durch die reiche Fülle gewerblicher und industrieller Privat=Nachrichten aus dem niederrheinisch=westfälischen Industriebezirk hat sich die Rheinisch=Westfälische Zeitung schnell am Niederrhein und in Westfalen zu dem beliebtesten politischen Tagesorgan, durch ihre prompten und zuverlässigen Nachrichten über den = Eisen= und Kohlenmarkt— für Industrie= und Gewerbtreibende jeder Art geradezu zu einem unentbehrlichen Nathgeber gemacht. ve Die Nachmittags=Ausgabe bringt einen ausführlichen Parlaments= und Börsenbericht, einen interessanten Ueberblick in Form von Parlamentsbriefen über die letzte parlamentarische Sitzung, ein anziehendes Feuilleton 2c. !!! Interessanteste Wochenschrift!!! Deutsches Montags=Blatt. Diese durch und durch originelle literarisch=politische Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, literarischen und künstlerischen Strebungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im „Deutschen Montags=Blatt" unparteiische und erschöpfende Behandlung, während die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegantester Form interessante Beleuchtung erfahren. Belletristische Feuilletons und Humoresken sorgen für die Unterhaltung der Leser. 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Werthe von 84,000 M., darunter 10 elegante Equipagen u. 61 Pferde, sind à Drei Mark zu beziehen vom Secretariat des Landwirthschaftl. Vereins in Frankfurt a. M. und durch die Exp. d. Bl. — Bergmann's— Theerschwefel=Seife bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt in kürzester Frist eine reine, blendendweiße Haut. Vorräthig à Stück 50 Pf. bei Franz Mellmann. Loose zur Mainzer Kirchenbau=Lotterie,(Lotterie in 4 Klassen), Gesammtgewinne im Werthe von 337,980 Mark, Ziehung am 19. September 1883, 1. Klasse à 2 M.: zur Stettiner Kirchenbau=Lotteric, Ziehung am 3. October 1883, a 1 M.: zur Frankfurter Pferdemarkt=Lotterie, Gewinne im Werthe von 84,000 M., darunter 10 elegante Epuipagen und 61 Pferde), Ziehung am 10. October 1883, à 3 Mark; zur Silber= 2c. Lotterie zu Gunsten des Thurmbaues auf dem Astenberge, Ziehung am 15. October 1883, a 1 Mark: zur Lotterie des Westfälischen Zoologischen Gartens in Münster, Ziehung am 28. und 29. December 1883, a 1 M., habe ich vorräthig und empfehle solche zur gef. Abnahme. W. Niedel. Mein am obern Thore hiesiger Stadt belegenes Haus nebst Nebenhäuschen mit dem dahinter liegenden 90 Ruthen großen Garten bin ich gesonnen, unter der Hand billig zu verkaufen oder zu verpachten. Diese Besitzung würde sich vorzugsweise für einen Gärtner eignen. Antritt auf Wunsch sofort. Franz Rössler. In meinem Lagerhause an der Kirchstraße ist eine Wohnung offen und sofort zu beziehen. Franz Rössler. On Rödinghausen ist in der Nacht 4) vom 15. auf den 16. d. M. eine schwarzbunte Kun— Kennzeichen am Horn F. H.— gestehlen worden. Wer Auskunft ertheilt, erhält eine gute Belohnung. Heinrich Häring in Hemer. Uruß, den 15. per 100 Kilo. Weizen 1. Q. 20— „ 2.„ 18 „ 1.-—— Landroggen 1. O. 16— 9.* 14— Wintergerste 14— Sommergerste—— Hafer 15 60 Buchweizen 1. O.—— * B.-—— Rübsen(Aveel)—— Raps 34— Kartoffeln 6— Roagenstrob 600R. 28— September 1883. M. Pf. per 50 Ko. 3 50 Rüböl pr. 100Ko. Partienv. 100Ctr. 72— Rüböl pr. 100K0. (faßzweise) 73 50 Gereinigtes Oel 76 50 Preßkuchenpr. 1000 Kilo 133— Branntwein per 100 Lrr. zu 30 Procent(ohne Maklergeld.—— Weizen=Vorschuß pr. 100 Kilo—— Kleien dr. 50 Ko. 5 60 Hierzu Nr. 37 der Prov.=Corresp.