Post=Verkehr. — Fröndenberg. 0. ), von Oese 5,19, , v o n B ö s p e r d e berg 5,52 fruh, in Hagen 6,40 mit rsonenzug 7,20, m Düsseldorf 8.2; rm. ih, von Oese 8.5, , v o n B ö s p e r d e berg 8,44 früh, in Cassel 1,42 Nchm., in Holzminden rlin 11,30 Ab. m Oese—, von u. von Bösperde iberg 9,52 Vorm., ,) i n H a g e n 1 0, 4 1, 1, in Düsseldorf mm 11,35 Mittags. ug. m., von Oese 1,18, ; v o n B ö s p e r d e erg 1,55 Nachm., in n H a g e n 2. 5 2, i n Düsseldorf 5,23, Hamm 4,34 Nachm. ug. hm., von Oese 3,38 on Bösperde 4,11, 4,17 Nachm., in Nachm., in Cassel eipzig 4,44 früh. ug. chm., von Oese 6,33, von Bösperde 7,4, 7,10 Nachm., in ab Schwerte mit 7,45, in Hagen 8,0, in Deutz 9.44; ab kersonenzug Abfahrt 47, in Elberfeld orf 11,17, in Deutz imm 10,53 Abends. lug. b., von Oese 9,42, von Bösperde 10,9, 10,15 Abends, in nur bis Bestwig kenden— Hemer. ug. 6,9 früh, in Bösinden 6,31, in Oese 58 früh; von Arns= estwig 4,33 Morg. lug. 9,2 Vorm., in Bösnden 9,19 Vorm., in ner—; von Hagen feld 6,40, ab SoOhligs 5,46, von Vorm. Zug. 10,7 Vorm., in BösMenden 10,29, in emer 10,56 Vorm.; 23, von Cassel 5,2 V. Zug. g 2,27 Nachm., in In Menden 2,49, in er 3,16 Nachm.; von m., von Cassel 9 V. lug. g 4,34 Nachm., in In Menden 4,56, in ner 5,23 Nachm.; von m Elberfeld 2,00, 12,10 Nachm., von von Hamm 1,32 Nm. Zug. g 7,30 Nachm., in in Menden 7,52, in emer 8,19 Abends: 10, von Cassel 2,20 lin 8,20 Vorm. via Zug. g 10,35 Abends, in , i n M e n d e n 1 0, 5 3, i n mer 11,20 Abds.; von von Hagen 9,43, von , von Düsseldorf 7,54 Abends. on Menden nach m. n Balvenach Menunst in Menden 8,40 inden Zügen treffen ndungen jeder Art: Hemer und Iserlohn; der Richtung von Haaus der Richtung von el: 3,55 Nachm. von ohn; 4,51 Nachm. aus Kasen: 650 Nachm. m. aus der Richund Cassel.— Nur ungen kommen an 26 früh aus der Rich1,35 Nm. von Hemer; der Richtung von Holz„59 Abends von Hemer. Beförderung von n jeder Art benutzt Morgens in der Richminden bezw. Cassel: in der Richtung nach sorm. nach Hemer und lachm. in der Richtung zminden=Berlin; 4,56 ner; 6,55 Nachm. in der igen: 7,52 Nachm. nach schluß für FahrpostsenStunde vor Abfahrt der nsporte zum Bahnhofe riefpostsendungen: Hemer und Iserlohn; der Richtung nach Ham. nach Hemer: 10,0 Richtung nach Cassel(im. Ns 93. Menden und Arnsberg, Freitag den 24. November 1882. 23. Jahrgang. Westfälischer Telegraph, zugleich Amtliches Kreisblatt für die Kreise Iserlohn und Arnsberg. Redaction, Druck, Verlag und Expedition von W. Riedel in Menden. Erscheinungstage: Dieustag(mit Provinzial=Correspondenz) und Freitag(mit Mendener Sonntagsblatt).— Abonnementspreis: Vierteljährlich durch Boten oder die Post bezogen 1 Mark 25 Pf., durch Briefträger in's Haus gebracht 1 Mark 50 Pf. Insertionsgebühr: Die 5gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pf., Reclamen 30 Pf.— Briefe franco gegen franco. Ein Hülferuf! Schmerzlich wird es hier in Tyrol empfunden, daß das entsetzliche, namenlose Unglück, welches die Ueberschwemmungen über dieses bedauernswürdige Land gebracht haben, im allgemeinen so wenig Beachtung und Theilnahme findet. Das Ausland verhält sich fast ganz unthätig. Eine besonders niederdrückende Enttäuschung aber hat es bereitet, daß, wenige glänzende Ausnahmen abgerechnet, selbst die Bevölkerung des deutschen Reiches, mit der der Deutsch=Oesterreicher sich doch durch Stammesgleichheit verbunden weiß, und zudem verbunden glaubt durch die Bande warmer Sympathie und Freundschaft, in dieser Zeit der höchsten Noth, da ihm buchstäblich die Wasser bis an den Hals steigen, wo also die brüderliche Gesinnung sich zu bewähren hätte, gleichgültig und kaltsinnig diesem Elende gegenübersteht. Auf die hier lebenden Angehörigen des deutschen Reiches macht diese Wahrnehmung einen peinlichen, nahezu beschämenden Eindruck. Wie gern möchten sie mit stolzer Freude der gastlichen und deutschfreundlichen Bevölkerung Oesterreichs zurufen: Seht, wie unsere Landsleute an euch hochherzige Nächstenliebe und mildthätige Brüder= lichkeit üben, welche treuen, hülfsbereiten, in der Stunde der Noth und Prüfung sich bewährenden Freunde ihr an uns habt, wie ihr auf uns zählen könnt, welchen Werth des deutschen Volkes Freundschaft besitzt! Aber, wird man entgegnen, ist denn die Noth wirklich so ungeheuer, daß ein Anlaß, eine sittliche Verpflichtung vorliegt, ihr aus so weiter Ferne Hülfe zu bringen? Gewiß ist sie das. Eine Ueberschwemmung von solchem Umfange wie diejenige dieses unheilvollen Jahres 1882 ist nur selten von der Geschichte verzeichnet worden. Das Unglück, das sie angerichtet, ist in der That geradezu ungeheuer, vernichtend! Der Schaden, den sie gestiftet, beläuft sich für die an Einkünften so arme Grafschaft Tyrol auf mehr denn 30 Millionen Gulden. Die einzige kleine 2300 Einwohner zählende Stadt Bruneck hat einen Verlust von mehr denn einer halben Million. Und schwer wird das Herz, wenn man sich vorstellt, wie diese Verluste sich auf die einzelnen Personen vertheilen, wie Menschen von Fleisch und Blut von ihnen betroffen werden, wie Tausende und Tausende weinend und händeringend am nassen Grabe ihres Glückes, ihres Wohlstandes stehen, ohne Heimath und ohne Habe, ihrer Wohnsitze, ihrer Vorräthe und Erndten, und was das Schlimmste ist, des Bodens beraubt, der ihre Niederlassungen und Culturen, ihre Häuser und Scheunen, ihre Wälder und Weiden, ihre Saaten und Reben trug. Ja, wenn man es sieht, wie diese armen braven Menschen, die vermöge redlichen Fleißes einen wenn auch großentheils nur bescheidenen, aber ihrem einsachen Sinne genügenden, immerhin friedlich sichern Lebensunterhalt besaßen, nun mit nothdürftigster Kleidung versehen, hungernd, frierend, obdachlos umherirren, preisgegeben dem bittersten Mangel und der nagenden Angst, was aus ihnen in Zukunft werden soll, wenn man in ihren Blicken den verzweiflungsvollen Gram, die stumme Klage düsterer Resignation liest: dann, ja dann fühlt man es, dieses Unglück ist namenlos, ist herzbrechend, und hinausrufen möchte man es in alle Welt: Helft! Helft! Hier ist ein Elend so umfassend, so ohne alles Maß, so unvergleichbar, so wehevoll, daß ihm geholfen werden muß! Wo die erste Ueberschwemmung um Mitte September schon das entsetzlichste Uebel angerichtet, da hat die zweite noch furchtbarere Ueberschwemmung vom 28. October das Werk der Zerstörung fortgesetzt und vollendet. All die seither unternommenen mühevollen und kostspieligen Schutzbauten und Restaurationsarbeiten, all das, was mit höchstem Kraftauswand inzwischen geleistet ward, um doch wieder einen einigermaßen erträglichen Zustand herzustellen, aufs neue verheert und vernichtet! Umsonst dieser letzten Wochen übermenschliche Anstreugungen: alles, was geschehen, um den Verheerungen des ersten Hochwassers Einhalt zu thun und den angerichteten Schaden nach Möglichkeit wieder gut zu machen, ist nun dem zweiten Hochwasser zum Opfer gefallen. Erneute, vermehrte Schrecken, Gefahren und Verwüstungen, wie in Bruneck, Toblach, Innichen und vor allem in dem unglücklichen Welsberg! Wer es nach der ersten Ueberfluthung gesehen, dieses weite, öde Steinfeld, dieses wüste Durcheinander von Fels= und Häusertrümmern, von Schutt und Geröll, der empfing ein grausenvolles Bild der Verheerung und Verwüstung, aber ward mit Bewunderung auch des thatkräftigen Muthes inne, den die hier angesiedelten Leute bewährten. Kaum waren die wilden Fluthen des Gießerbaches nur soweit verronnen, um einen Zugang zu gestatten, so kehrten die zur Flucht gezwungenen Ortsbewohner schon zurück und verstanden es, sich in den Trümmern doch wenigstens für den Winter wieder einigermaßen wohnlich einzurichten. Jetzt, bei der zweiten Ueberschwemmung, haben sie Welsberg zum zweiten Male verlassen müssen in wilder, schreckensvoller Flucht, ohne etwas von ihren Habseligkeiten retten zu können. Und wie steht es diesmal mit der Rückkehr? Welsberg, dieser so idyllisch gelegene, vor wenigen Monden noch so blühende Ort, der Sitz eines Bezirksgerichts und einiger VerwaltungsBehörden, ist vernichtet, jetzt nach dieser zweiten Katastrophe gänzlich vernichtet! Kann es denen, die hier so friedlich und so traulich wohnten, noch fernerhin eine Heimath bieten? Die Heimath aufgeben zu müssen, das ist jetzt das Schicksal ganzer Gemeinden, denen an der Stätte, wo sie bisher angesiedelt waren, alle Lebensbedingungen geraubt und zerstört sind. Wo früher Menschen wohnten und schafften und erndteten, wo ihre Heerden friedlich weideten, da brausen jetzt wilde Gewässer, die einen andern Lauf genommen, ein neues Bett sich gewühlt, da sind die Berge und mit ihnen die Hütten, die Aecker und Wälder und Wiesen hinabgeglitten, da lagern unten im Thal auf weiten, früher fruchtbaren Strecken, Sand und Felsgeröll der niedergegangenen Muhr, da ist eben auch das ganze Gelände von den wüthenden Strömen weggefressen und davongetragen. So sieht es vorzugsweise in dem nördlichen Ueberschwemmungsgebiet aus. Und in Südtyrol? Eine meerartige Wasserfläche füllt meilenweit die breite Thalsohle des Etschstromes aus. Die Wohnstätten, die Weinculturen, die Maisfelder sind vernichtet— alles steht unter Wasser. Und doch ist der Ertrag des Weinbaues der ganze Reichthum der dortigen Bevölkerung, und der Mais, der ihnen die unentbehrliche Polenta liefert, die ausschließliche Nahrung der schon in bessern Zeiten ihren Lebensunterhalt mühsam erringenden ärmeren Klassen. Ein Ausfall der Maiserndte bedeutet Hungersnoth! So hörte ich denn auch von solchen, die mit eigenen weinenden Augen sich von den furchtbaren, in Südtyrol herrschenden Zuständen überzeugt, folgende Aeußerung: Was bleibt diesen unseligen, erbarmungswürdigen Menschen, denen doch für sich und ihre Familien die Möglichkeit des Weiterlebens genommen ist, übrig als der Wahnsinn!— Und noch ein anderer Schrecken droht diesen ohnehin theilweise fieberreichen Erscheinungen: die Gefahr tödtlicher Seuchen, die sich durch den Einfluß des stagnirenden, versumpfenden Wassers entwickeln.(Meran selbst hat freilich das Glück gehabt, von der Ueberschwemmung verschont zu bleiben und auch in diesem Jahre nichts von seiner Vortrefflichkeit als klimatischer Curort eingebüßt.) Das ist das furchtbare Bild des überschwemmten Tyrols, das ist die entsetzliche Lage seiner von den beiden grausigen Katastrophen betroffenen Einwohner. Kommt nicht Hülfe, und zwar die ausgiebigste Hülfe, so droht all diesen Tausenden armer Menschen der sichere Untergang! Was hat es für einen Sinn und für eine Bedeutung all das viele Rühmen und Reden von Menschenliebe, Mitleid, Barmherzigkeit, wenn diese Tugenden sich nicht dort bethätigen, wo man ihrer so dringend bedarf, wo die Noth so ungeheuer ist, so entsetzlich über alle Maßen! Es würde ein schlechtes Licht auf unsere Zeit werfen, und wol ihre Phrasenhaftigkeit, nicht aber ihren aufrichtig barmherzigen Sinn darthun, wenn das arme Tyrol in seinem grenzenlosen Elende wirklich verlassen bliebe. O, möchte es sich im Gegentheil erweisen: riesengroß ist die Noth, riesengroß die unheilvolle Macht der Elemente, aber größer, gewaltiger, vielvermögender ist der Menschheit Liebesmacht und Liebesfülle! Meran, 10. November. A. v. Schleinitz. Die Expedition des„Westfälischen Telegraphen“ erklärt sich gern bereit, Geldbeiträge für die Ueberschwemmten in Tyrol in Empfang zu nehmen. Eingegangen sind: Von X. X. 10 Mark, von l. 5 Mark. Politische Rlachrichten. Deutschland. Kaiser Wilhelm empfing am Sonntag das Präsidium des Abgeordnetenhauses, am Montag den russischen Minister des Aeußern, Herrn v. Giers, nachdem kurz zuvor der deutsche Botschafter in Petersburg, General v. Schweinitz, zur Audienz vorgelassen worden war.— Die Kaiserin Augusta, deren Wiedergenesung leider nur sehr langsame Fortschritte macht, gedachte sich am Mittwoch von Baden=Baden nach Koblenz zu begeben, von wo aus Anfangs December die Uebersiedelung nach Berlin stattfinden soll.— Unsere Kronprinzessin trat am Dienstag den 21. d. M. in ihr dreiundvierzigstes Lebensjahr. Es wird nicht viele Großmütter so jugendlichen Alters geben! Aber es gibt auch nicht viele Frauen, die sich so allgemeiner Liebe und Verehrung zu erfreuen haben, wie die Kronprinzessin des deutschen Reiches. Am Arme ihres hohen Gemahls ist die fremdländische Königstochter selbst eine Deutsche geworden, eine Deutsche, die als strahlendes Beispiel dem Lande voranZur Diätetik der Leibesübungen. Geschichtliche Einleitung. Leibesübungen sind so alt, als das Menschengeschlecht. Körperliche Kraft und Gewandtheit allein waren von jeher die Mittel, mit denen der Mensch sein Leben zu erhalten suchte. Die rohen Völker sind noch heute Meister in einer Art natürlicher Gymnastik. In dem Grade aver, wie die geistige Bildung vorschreitet, tritt die körperliche zurück und verschwindet sogar gänzlich, wenn nicht besondere Lebensverhältnisse leibliche Fertigkeit zur Bedingung machen. Gymnastik, als Theil der Erziehung, finden wir schon bei den alten Persern. Zu iorer herrlichsten Blüthe aber gedieh dieselbe bei den Griechen. Abhärtung und Kräftigung der Jugend war das Loosungswort Lykurg's, des Königs der Spartaner. Das Schild war die Wiege des Säuglings, Schilf das Lager des Knaben, der im siebenten Jahre schon das Gymnasium, das sich freilich in vielen Stücken von dem heutigen unterschied, besuchen mußte. Hier lernte er das Laufen, Springen, Ringen, Diskus= und Wursspießwerfen, später Wagenlenken und Schwimmen. Früh wurde er an das Ertragen von Schmerzen und Entbehrungen auer Art. an Gehorsam und Achtung vor dem Alter und dem Gesetze gewöhnt. Auch die Jungfrauen mußten Gymnastik treiben, damit sie stark werden sollten. Milder und umfassender war die Gymnastik der Athener. Hier strebte man nicht, durch einseitige Abhärtung des Körpers eisenfeste Krieger zu bilden, sondern alle Anlagen des Menschen harmonisch zu entwickeln, Geist und Körper, Kraft und Schönheit. In den prachtvollen Gebäuden der Gymnasien stärkte der junge Athener im Ringkampse den Leib und lernte ihn nach den Gesetzen der Rhythmik anmuthvoll bewegen. Poesie und Philosophie theilte ihm Blüthe und Gold geistiger Bildung mit. Streng kriegerisch und patriotisch war die Kinderzucht Roms. Auf dem Marsfelde trieb die Jugend Leibes= und Waffenübungen als Vorschule des Krieges. Gymnastik aber im edlen nationalen Sinne der Griechen hatte man nicht. Von den Leibesübungen der Germanen wissen wir wenig; aber ihre Erfolge beweisen, daß sie darin keinem Volke nachstanden. Im Mittelalter bestand in ritterlichen Uebungen die Erziehung des jungen Edelknaben. Unter Waffen= und Leibesübungen wuchs er herau, und als Jüngling zeigte er seine Kunst in öffentlichen Turnieren. Aus diesen entstanden die bürgerlichen Schützengilden, Ringer= und Fechterzünfte. Die sogenannten Freischießen waren echte Volksseste, wobei nicht blos Preise für den besten Schützen, sondern auch für den Sieger im Laufen, Springen, Steinstoßen und Ringen ausgesetzt waren. Mit der Zeit verloren diese Feste ihre Bedeutung; ein schwacher Nachklang sind unsere Scheibenschießen. Spärlich sind die Ueberreste deutscher Volksfeste in einzelnen Gauen und Städten, und wo sie noch bestehen, finden wir höchstens Gymnastiker von Prosession. So versteifte nach und nach der Bürger in einseitiger Werkthätigkeit, der Gelehrte verkümmerte unter Bücherstaub und Tabaksqualm, und der Zopf hing sich mit bleierner Last an jeden Aufschwung freier Entwickelung. Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts sing man an, die Folgen vernachlässigter Körperbildung einzusehen, Aerzte und Erzicher suchten in der Wiedereinführung der Gymnastik in den Schulen Heil und Rettung vor Versiechung und Versteifung, und das einzige Mittel zur Auffrischung der Jugend. Männer, deren Name in Marmor gegraben werden sollte, nahmen sich ernstlich der guten Sache in Wort und That an. Schon glaubte man, daß die junge Pflanze zum mächtigen Baume heranreisen werde, da brach Napoleon in Deutschland ein, und bald wäre die zarte Blume geknickt worden, wenn nicht Friedrich Ludwig Jahn, der eigentliche Vater der deutschen Turnkunst, aufgetreten wäre. Der edle, kerndeutsche Mann empfand des Vaterlandes Unglück und Elend und suchte den Grund desselben in der Verweichlichung und körperlichen Untüchtigkeit der Jugend, im Ueberhandnehmen wälscher Sitte und Gesinnung. Er faßte daher den Entschluß, durch Wiedereinführung der Leibesübungen die verkümmerte Jugend geistig und leiblich lebendig und wehrhaft zu machen. Klein war die Schaar, mit welcher er hinausging in Feld und Wald, seine Uebungen anzustellen, aber bald vergrößerte sie sich. Eine zahlreiche, begeisterte Jugend sammelte sich um ibn. und 1811 eröffnete er den ersten öffentlichen Turnplatz auf der Hasenhaide in Berlin. Er gab seinen Uebungen den Namen Turnkunst. Immer mehr Halt und Ausbildung gewann die neue Kunst durch redliches und gemeinschaftliches Zusammenwirken. Da plötzlich traf die junge, frisch und kräftig aufblühende Kunst ein schwerer Schlag. Die Turnplätze wurden beschuldigt, vorzugsweise der Sammelplatz einer unzufriedenen Jugend zu sein. Die Regierungen fanden sich veranlaßt, die Turnplätze zu schließen und unsern Vater Jahn hinter Schloß und Riegel zu bringen. Doch gänzlich konnte die mit so viel Liebe ergriffene Kunst nicht verschwinden. Nachdem man in Deutschland zur ruhigen Ueberlegung gekommen war, übersah man nicht mehr die positiven Vortheile, welche das Turnen auf geistige und leibliche Kräftigung der Jugend ausübte. Die Nothwendigkeit des Turnens stellte sich immer entschiedener heraus, sie wurde ein Bedürfniß unserer Zeit. Bald wird keine Lehranstalt mehr in deutschen Gauen zu finden sein, die nicht ihren Turnplatz, keine Stadt, die nicht leuchtend, überall in allererster Reihe sich bethätigt in Kunst und Wissenschaft und vor Allem in dem eigentlichen, dem schönsten Beruf der Frau: in der Humanität! Sei ihr im Kreise ihrer Familie noch fernerhin ungeschmälertes Glück beschieden.— Ueberraschend ist die Nachricht, daß der Besuch des russischen Ministers des Auswärtigen, Giers, beim Reichskanzler in Varzin bereits am Sonnabend stattgesunden hat. Man erblickt in diesem Besuche allgemein eine neue Bürgschaft für Aufrechterhaltung des Friedens.— Der Bundesrath wird sich jetzt zunächst nur mit der Feststellung des Etats beschäftigen, weil es in der Absicht liegt, dem Reichstage denselben in den ersten Tagen des December zugehen zu lassen. Ob der nächste Etat gleich mit vorgelegt wird, ist wieder zweifelhaft geworden.— Die vor mehr als Jahresfrist von der Regierung beschlagnahmten beiden Dampfer im Kieler Hafen sind nunmehr freigegehen und von dem Eigenthümer Howalot nach Hamburg verkauft worden.— In Frankfurt a. M. wird am 6. December ein deutscher Kolonialverein auf Anregung des Herrn H. v. Maltzahn begründet werden, zu dessen Komité hervorragende Mitglieder aller politischen und wirthschaftlichen Parteien gehören.— In Preußen sind regierungsseitig die erforderlichen Anordnungen ur Aufstellung einer Statistik der hypothekarischen Verchuldung des ländlichen Grundbesitzes aus den gerichtlichen Grundbüchern erlassen worden.— Die württembergische Regierung hat die Landtagswahlen auf den 20. December festgesetzt. Oesterreich. Die Delegationen der österreichisch= ungarischen Monarchie sind geschlossen worden, nachdem ihre Verhandlungen die volle Uebereinstimmung beider Körperschaften mit der Politik der Reichsregierung bekundet haben. Frankreich. Die Kammer hat neuerdings wieder einmal der Eitelkeit der französischen Nation schmeicheln zu müssen geglaubt, und hat die friedlichen Eroberungen des famosen Afrikaforschers de Brazza gesetzlich genehmigt. Um dem Fastaachtsscherz die Krone resp. die Narrenkappe aufzusetzen, wird jetzt ein Kanonenboot ausgerüstet, welches nach dem Congogebiet abgehen soll, um den Strom einmal hinauf und hinunterzufahren.— Die Versuche der Radikalen, im Etat die Summen für einen Botschafter Frankreichs beim Vatikan zu streichen, sind gescheitert.— In Lyon wurden dieser Tage 25 Personen, worunter fünf Ausländer, verhaftet, welche Mitglieder einer internationalen Gesellschaft sein sollen, deren Zweck die Aufhebung der Arbeit(?) und die Abschaffung des Staatseigenthums wäre. England. Der ägyptische Feldzug erhielt am 18. d. in London seinen feierlichen Abschluß, indem die vor wenigen Tagen aus den schottischen Hochlanden nach Windsor zurückgekehrte Königin die Parade über sämmtliche aus dem Nillande heimgekehrten Truppen abnahm. Der Jubel in den Straßen Londons soll an jenem Tage fast ebenso betäubend gewesen sein, wie es einige Monate zuvor das Jammergeschrei der ihrer Heimstätten beraubten Einwohnerschaft von Alexandrien war.— Der Prinz von Waies soll während seiner letzten Anwesenheit in Frankreich mit dem Präsidenten der Republik, Grevu, eine längere Unterredung gehabt haben und davon sehr befriedigt gewesen sein.(Die satale Frage über die ägyptische Finanzcontrolle scheint demnach nicht eben der Gegenstand des Gespräches gewesen zu sein.) — Im U. terhause wurde das Ministerium wegen des von der Polizei zurückbehaltenen Eigenthums des bekannten Social= demokraten Most nach dessen Strafverbüßung interpellirt. Minister Harcourt erwiderte, die Regierung sei zur Zurückbehaltung gewisser Sachen berechtigt, sie würde im Most'schen Falle einige Sachen zurückgeben, andere aber behalten. Schweden. Als Taufpathen für den jüngstgeborenen Prinzen sind vom König Oskar folgende deutsche Fürstlichkeiten geladen worden: das deutsche Kaiser= und Kronprinzenpaar, die Königin Karola von Sachsen, der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroßherzog von Baden, sowie Prinz Wilhelm von Baden und Gemahlin. Rußland. Aus Petersburg wird der baldige Rücktritt des kaiserlichen Hausministers und intimen Freundes des Czaren, Grasen Woronzow=Daschkow, von seinem bisherigen Posten gemeldet, doch soll derselbe nur in Folge eines vom Kaiser gefaßten Planes erfolgen, den Grafen zum Chef des russischen Generalstabes zu ernennen. Da aber bekanntihren Turnverein besitzt; aller Orten regt sich frischer Turnergeist unter der Jugend. Langsamer und später gewann die Kunst geregelter Leibesübungen in Oesterreich festen Boden, doch ist man heute schon so weit, daß wenigstens das Turnen in den Lehrplänen als obligatorischer Gegenstand erscheint, wenn auch derselbe in vielen Schulen noch ziemlich stiefmütterlich behandelt wird. Bedürfniß. Schweigen will ich von dem allen, wodurch der Mensch sein eigener Todtengräber wird, und nur von dem Einen Hauptfactor des thierischen Lebens will ich sprechen, von der Bewegung. Ohne Bewegung kann der Mensch nicht bestehen. Leben ist Bewegung, ohne sie der Tod. Ist es nicht genug, daß die Sünden der Eltern ihren Kindern einen siechen Leib mitgeben als Tauf= und Pathengeschenk für das Erdenleben? Fällt nicht gleich geschäftige und alberne Ammenweisheit über den Neugebornen her und wickelt ihn in Windeln und Binden, daß er kein Glied rühren kann, und die kleinen zarten Muskeln der nothwendigsten Bedingung zu ihrer Kräftigung und Entwickelung, der freien Bewegung, entbehren müssen? Und damit der kleine Schreihals ja nicht beschwerlich falle, verstopft man ihm den Mund mit dem ekelhaften Lutschel, damit auch die Lungen sich nicht ausdehnen, die Brust sich nicht erheben könne. So liegt der kleine Täufling da, gehemmt in jeder freien Lebensäußerung, mit Spitzen und Bändchen geschmückt, ein wahres Schlachtopfer des Unverstandes. Kaum aber sind die ersten Zähne durchgebrochen, so kann man den Augenblick nicht erwarten, wo der Kleine zu laufen beginnt. Gewaltsam wird er nun auf die Beine gestellt, man bedenkt nicht, daß die noch weichen und biegsamen Knochen die Last des Körpers nicht zu tragen vermögen, und nur zu häufig sind krumme Beine lich ein derartiger Posten bisher in Rußland nicht existirte, mußte diese Rangstufe neu geschaffen werden. Montenegro. In Montenegro werden, Meldungen aus Konstantinopel zufolge, sehr energisch militairische Rüstungen betrieben und soll in Anbetracht dessen die Pforte beabsichtigen, in einem Rundschreiben den Mächten Maßnahmen zur endgiltigen Regelung der noch streitigen montenegrinischen Grenzpunkte mitzutheilen. Türkei. Die Pforte hat wieder einmal einen diplomatischen Rückzug antreten müssen, und zwar ist es diesmal der Sultan selber gewesen, der das Zeichen dazu gab. Die Absendung einer Note an die französische Regierung, betreffend die Thronbesteigung des Beis von Tunis, ist noch in letzter Stunde auf persönlichen Wunsch des Großherrn unterblieben. Erfolg hätte allerdings dieser Protest gegen die Einmischung Frankreichs in die Verhältnisse des türkischen Vasallenstaates doch nicht gehabt. Aegypten. Der Prozeß gegen Arabi und seine Genossen ist einstweilen ausgesetzt worden. Die Regierung will sich erst über die Absichten Englands unterrichten und vor allem wissen, ob das eventuelle Urtheil nicht etwa durch einen Machtspruch Englands umgestoßen wird. Es ist jetzt festgestellt worden, daß d.. Vorsitzende des Kriegsgerichts, Rifat Pascha, während des Krieges täglich Telegramme über den Verlauf desselben an den Sultan gerichtet hat.— Die neugeworbenen Truppen, die dem falschen Propheten Mahdi entgegenziehen und zu diesem Behufe in Suez eingeschifft werden sollten, haben sich einem Gerücht zufolge geweigert, gegen Mahdi zu kämpfen. WGestfälisch- Bheinisches. Lüdenscheid. Herr B. Sp. zu Clame hatte im Lause der verflossenen Woche das gewiß seltene Glück, an einem Tage 2 Rehe und 2 Wildschweine, den zweiten Tag darauf wieder 1 Reh und einen schweren Keiler zu erlegen. Gelsenkirchen. In der hiesigen Sparkasse sammelte sich ein Kapital von 120,000 Mark an, welches nicht untergebracht werden konnte. Es wurde nun eine Aufforderung an die Hausbesitzer der Stadt gerichtet, ihre von fremden Sparkassen geliehenen Kapitalien zu kündigen und das Geld aus der hiesigen Sparkasse zu entnehmen. Die Kosten der Umschreibung wollte letztere Kasse allein tragen. Wie wir erfahren, ist von Seiten mehrerer Hausbesitzer der Aufforderung Folge geleistet und das Geld auch glücklich untergebracht worden. Wesel. Endlich ist der Rhein von seiner gewaltigen — er stand am 19. 20 Fuß am Pegel— gefallen. Die Bewohner der Rheinvorstadt hatten das Wasser fußhoch in ihren Häusern, die sie zum Theil verlassen haben. Auch die armen Hasen leiden unter dem Hochwasser. Am 20. d. landeten am Römerward 24 Stück todte Hasen. Bonn. Ueber die Belegung unserer neuen InfanterieKaserne ist nunmehr die endgültige Entscheidung gefallen. Laut hier eingegangener dienstlicher Nachricht wird am 1. April des kommenden Jahres das 2. Bataillon 2. Rheinischen Infanterie=Regiments Nr. 28 hierher verlegt. Das Bataillon, welches zur Zeit in Diez an der Lahn garnisouirt, rekrutirt sich aus den Kreisen Bonn, Rheinbach und Siegburg, sowie aus dem Elsaß. Die beiden anderen Bataillone liegen auf Ehrenbreitstein, der Regimentsstab in Koblenz. Erkelenz. Einen höchst interessanten Beitrag zur Geschichte der diesjährigen schlechten Kartoffelerndte in Rheinland liefert eine in dem Dorfe Holtum bei Erkelenz vorgekommene Thatsache. Es wird erzählt, daß das Dienst personal eines dortigen Gutsbesitzers, ca. 20 Personen, an einem Tage den Ertrag eines halben Morgens, 12½ Ar, bis auf die letzte Kartoffel verzehrte, ohne daß irgend Jemand der Unmäßigkeit sich schuldig gemacht hätte. den Kreisen Iserlohn— Arusberg. Menden, 23. Nov. In der heute Morgen unter großer Betheiligung in allen Klassen bethätigten Stadtverordneten=Ergänzungswahl wurden von der III. Abtheilung die Herren Kaufmann Joseph Schmidt und Bäcker Wilhelm Hollmann, von der II. Abtheilung die Herren und Rückgratverbiegungen Folgen solcher zu früh angestellter Gehversuche. Glücklich genug, wenn man die Kinder noch mit dem verderblichen Gebrauche des Leitbandes und Gehkorbes verschont. Und kaum hat man wieder das Ziel erreicht, daß sie sich auf den Beinen zu erhalten vermögen, so sucht man die natürliche Lebhaftigkeit, die sich im lustigen Herumspringen geltend machen will, wieder einzudämmen. Stillsitzen und keinen Lärm machen ist nun die an sie gestellte Forderung. Viel zu früh werden Versuche gemacht, den armen Kleinen die Buchstaben beizubringen oder mechanisch zählen zu lehren. Es ist noch früh genug, wenn die Kinder ihre harmlosen Spiele mit dem Buche und der Tafel vertauschen müssen. An die Lehrbank geschmiedet, um nur einmal, höchstens zweimal sich im Freien erholen zu dürfen, das ist das Loos, das die Kleinen trifft, sobald sie das schulpflichtige Alter erreicht haben; doch der Lehrplan schreibt es so vor, wir können nichts ändern. Aus der Volksschule wird die Jugend theils in die Mittelschulen, theils in die Werkstätten versetzt. Bei den Handwerkern in den letzteren haben wir zu unterscheiden zwischen solchen, die ein sitzendes oder ein bewegtes Handwerk treiben; davon theilen erstere alle Nachtheile einer sitzenden Lebensart. Letztere schützt zwar die mit ihrem Berufe verbundene Bewegung, wenn sie nicht durch Uebermaß oder andere Verhältnisse schädlich wird, vor ähnlichen Nachtheilen; aber durch die mechanisch sich wiederholenden Muskelthätigkeiten verfallen sie in Steifheit und Unbehülflichkeit, ein Fehler, den wir bei den Landleuten und schwer arbeitenden Volksklassen fast allgemein finden. Eine schönere Aussicht eröffnet sich der studirenden Jugend, da doch in den meisten Mittelschulen schon Turnunterricht betrieben wird, wenn auch wieder nur sehr stiefmütterlich. In den Jahren der Entwickelung zeigt sich die Vernachlässigung der körperlichen Erziehung wiederum in Gastwirth Peter Humpert und Fabrikant Herm. Trurnit, von der I. Abtheilung Herr Conditor Joseph Düllmann wieder= und Buchdruckerei=Besitzer W. Riedel neugewählt. Menden. Mittwoch=Abend erschoß sich hierselbst der ungefähr 60 Jahre alte Schmied H. Da derselbe seit längerer Zeit an Melancholie litt, so hat er die That jedenfalls in einem Anfalle von Geisteszerrüttung ausgeführt.— Der infolge seiner guten Jagderfolge schon mehrfach genannte Gärtner des Herrn Eichelberg, Herr Dietrich, hatte am Mittwoch=Morgen wiederum das Glück, in der Waldemei einen schweren Keiler zu erlegen. Menden.[Erkenntniß des Reichsgerichts vom 10. Juni 1882.] Wer auf einem Platze stehend, auf dem er die Jagd auszuüben nicht berechtigt ist, dem Wilde nachstellt, welches an einem Orte erscheint, auf dem zu jagen er berechtigt ist, kann nicht wegen unbefugter Jagdausübung bestraft werden. Holzen. Die Lehrerstelle an der kath. Schule hier ist dem Lehrer Josepy Gieselmann aus Hallenberg, Kreis Brilon, provisorisch verliehen. Holzen.„Nlucherfayer“, d. h. in der Gaunersprache solche Diebe, die auf den Landstraßen die Wagen bestehlen, haben am Montag=Abend zwischen 7 und 8 Uhr dem Bruder des Landwirths B. von B......., der um diese Zeit mit seinem Wagen, auf welchem sich ein kostbares Brautbett befand, vor dem Albert'schen Wirthshause hielt, und sich auf kaum 5 Minuten Zeit entfernt hatte, über die Hälfte des Brautbetts vom Wagen gestohlen. Der Schaden wurde erst bemerkt, als man das Bett abliefern wollte. Doch haben die sofort angestellten Recherchen guten Erfolg gehabt. Der Kracherfaher ist bereits verhaftet und wird derselbe seiner verdienten Strafe nicht entaehen Hüsten. Der am vorigen Freitag hierselbst durch einen Sturz vom Giebel eines neu zu errichtenden Hauses verunglückte Bauunternehmer Franz Schirp ist am 20. seinen Verletzungen erlegen; derselbe hinterläßt eine junge Frau und drei kleine Kinder. Arnsbera. Die am Montag=Abend bereits begonnene Stadtverordneten=Wahl für hiesige Stadt wurde in Folge eines Schreibens des Königl. Landraths vom Bürgermeister als Wahlvorsteher aufgehoben. Nachdem schon am Morgen der Wahl auf die Ungültigkeit event. derselben aufmerksam gemacht war, erklärte auch das landräthliche Schreiben die Wahl in jedem Falle für ungültig. Bei Aufstellung der Wählerliste ist zwar die Städteordnung berücksichtigt, nicht aber im Gegensatz zu früheren Jahren das Klassensteuergesetz vom Jahre 1873, nach welchem, vorausgesetzt, daß die anderweiten Bedingungen der Städteordnung erfüllt sind, alle Diejenigen wahlberechtigt sind, welche wenigstens 6 (nicht 12 M., wie die Städteordnung vorschreibt) Klassensteuer bezahlen.— Durch Schellenruf wurde bekannt gemacht, daß der neue Termin für die Stadtverordneten=Wahlen auf den 11., 12. und 13. December anberaumt ist. Die neue Liste liegt von Dienstag den 21. November ab 14 Tage zur Einsicht offen. Die Rekruten sind nun zu ihren Truppentheilen eingezogen worden, ein Wort im Interesse dieser Mannschaften dürfte daher jetzt gerade am Platze sein. Jeder mit den militairischen Verhältnissen Vertraute weiß die große Bedeutung zu würdigen, welche ein reger brieflicher Verkehr der Mannschaften mit ihren Eltern und Verwandten in der Heimath hat. Ein solcher Briefwechsel verscheucht zuvörderst mehr wie alles andere das Heimweh, welches fast jeden jungen Soldaten beschleicht und auch bei dem älteren Soldaten nach der Rückkehr vom Urlaub oder, wenn ein Urlaub abgeschlagen worden ist, sich regelmäßig wieder einstellt. Besonders aber pflegt die stete geistige Verbindung mit den Angehörigen in günstigster Weise auf Moralität und Gesinnung zu wirken und die Leute, die doch zum größten Theile vom Lande kommen, vor vielen Verirrungen, denen sie in den größeren Städten ausgesetzt sind, zu bewahren. Derartigen Erwägungen verdanken die Portovergünstigungen der aktiven Soldaten ihren Ursprung, und auf diese wollen wir alle Angehörigen von Soldaten eihmal aufmerksam mache:. Briefe und Postkarten, wenn sie nicht mehr als 60 g(3½2 alte Loth) wiegen, kosten kein Porto, wenn sie neben der genauen Bezeichnung des Truppenihren unschönen Folgen. Das plumpe, schüchterne Wesen, die Trägheit und Unbehülflichkeit, welche sich an Knaben dieses Alters heranbildet, ist so auffallend, daß diese Lebensperiode davon den Namen der Tölpeljahre erhalten hat. Wahrlich kein schöner Beiname! Wie vortheilhaft sticht die Erscheinung eines lebenskräftigen, in Leibesübungen gewandten Jünglings, gegen solch ein versessenes Cabinetstück aus irgend einem Sitzpensionate ab! Kräftig ist sein Muskelbau, frei und edel seine Haltung, frisch und lebhaft seine Bewegung, auf seinen Wangen lacht die Blüthe der Gesundheit und aus seinen Augen blitzt jugendliches Feuer; sein Geist ist heiter und gesund, offen und fröhlich blickt er in's Leben hinein, sein Wille ist fest und stark, und ein kühnes männliches Herz schlägt in seiner Brust. Dagegen der Andere! Müde und schlotterig, mit wankenden Knieen schleppt er sich einher, die weichen, schlaffen Muskeln können den Körper kaum tragen; Kopf= und Schulterblätter fallen hervor auf die eingesunkene Brust, und der Nacken krümmt sich unter seiner eigenen Last. Kein Ausdruck in dem bleichen, nichtssagenden, aufgedunsenen oder eingefallenen Gesicht; kein Feuer in dem matten, blöden, erloschenen Auge! (Fortsetzung folgt.) *[Eindankbarer Verlassener.] In einem Localblatte einer süddeutschen Garnisonstadt finden wir folgende Annonce:„Dem ehrlichen Finder meiner entlaufenen Ehehälfte gute Belohnung, wenn er sie behält. Im anderen Falle Klage wegen Hausfriedensbruch.“ Die„entlaufene Ehehälfte“ scheint nicht gerade das Muster einer Hausfrau gewesen zu sein. *[Polterabend.]„Hast du vor deiner Hochzeit einen Polterabend gehabt, lieber Freund?“—„Nein, bei mir kamen die Polterabende erst nach der Hochzeit!“ int Herm. Truror Joseph Dülltzer W. Riedel sich hierselbst der erselbe seit längerer That jedenfalls in sgeführt.— Der mehrfach genannte ietrich, hatte am in der Waldemei chts vom 10. Juni f dem er die Jagd nachstellt, welches n er berechtigt ist, g bestraft werden. th. Schule hier ist Hallenberg, Kreis der Gaunersprache Wagen bestehlen, Uhr dem Bruder im diese Zeit mit stbares Brautbett se hielt, und sich ber die Hälfte des chaden wurde erst Doch haben die lg gehabt. Der d derselbe seiner selbst durch einen den Hauses verist am 20. seinen e junge Frau und bereits begonnene wurde in Folge im Bürgermeister chon am Morgen Ülben aufmerksam he Schreiben die Aufstellung der rücksichtigt, nicht is Klassensteuerusgesetzt, daß die ing erfüllt sind, wenigstens 6 M. ibt) Klassensteuer gemacht, daß der len auf den 11., neue Liste liegt ur Einsicht offen. en worden, ein irfte daher jetzt litairischen Verag zu würdigen, annschaften mit math hat. Ein nehr wie alles ungen Soldaten nach der Rückschlagen worden ders aber pflegt en in günstigster n und die Leute, men, vor vielen ädten ausgesetzt n verdanken die hren Ursprung, von Soldaten sstkarten, wenn sen, kosten kein ig des Truppenichterne Wesen, ich an Knaben iß diese Lebenserhalten hat. lebenskräftigen, n solch ein verpensionate ab! 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Es empfiehlt sich, diese Bestimmungen aufzubewahren, und undeclarirte Sendungen in Briefen und Packeten zu vermeiden, da sie schon manchen sonst braven Menschen in Versuchung geführt und zum Verbrecher gemacht haben. Bei dieser Gelegenheit sei noch zweier Vorschläge Erwähnung gethan, die in dem„Militair=Wochenbl.“ gemacht werden. Der eine geht dahin, den umsangreichen Verm.ck:„Soldatenbrief! Eigene Angelegenheit des Empfängers“, der häufig die Adresse undeutlich macht, in„Soldatenpost“ zu verändern, und der andere, daß die Reichspostverwaltung wenigstens dem Beispiele der Königl. baierischen Postverwaltung folge und mit dem entsprechenden Vermerk resp. Vordruck versehene Briefumschläge, Postanweisungen rc. herstelle und an das Publikum verkaufe. Bei dem innigen Zusammenhange zwischen Volk und Heer würde der Postverwaltung Nutzen und Erleichterung dadurch ersprießen, vor allem aber würde unseren Angehörigen unter der Fahne der beabsichtigte Zweck der Portoerleichterung in erhöhtem Maße zu Theil werden. Allerlei. Delmenhorst.[Das blaue Haus.] Wie ein Lauffeuer durcheilte am 5. d. M. die Kunde unsere Stadt, daß des Manufacturisten Witte Haus über Nacht ultramarinblau angelaufen sei. Die ganze Vorderfront vom Fuße des Hauses bis zur Dachrinne war blau, Fenstersprossen und Thüren, Markisenbedachungen und was sonst geeignet war, mit Oelfarbe bestrichen zu werden, war während der Nacht blau geworden. Das Ereigniß lockte zahlreiche Schaulustige an Ort und Stelle, und die gegenüberliegende Wirthschaft war den ganzen Tag ein vielbesuchter Platz. Der Wirth meinte Abends:„So'n Geschäft as hüt hew ick in min' Lewen noch nich makt: man kann'r jo kuum gegen inschenken!“— Aber nicht das Blaue des Hauses allein macht das Aussehen, die bald bekannt gewordene Ursache dieser nächtlichen Blaufärberei ist es, welche die Einwohner unserer guten Stadt so aus dem Häuschen bringt. Man erzählt sich nämlich Folgendes: Maler B. und Manufacturist W. saßen kürzlich beim Bier, unterhielten sich über das Wetter und die Tagesereignisse, bis das Gespräch eine andere Wendung nahm, und die edie Malerkunst auf's Tapet kam. Brinkmann's Erzählungen über die neuesten Anstrichsmethoden, über Schönheit und Haltbarkeit von Wachs= und Oelfarben, über Schnellmalerei und ähnliche Dinge fanden in mehreren Punkten den Widerspruch, in anderen die Zustimmung seines Freundes. B. erzählte, daß man im benachbarten Adelhaide früher die Häuser sämmtlich blau angestrichen habe, daß nun aber die Farbe leider ganz aus der Mode gekommen sei.„Is schade darum, wenn't man erst mal Eener wedder anfangt, denn kamt de Annern bald nah un man kann doch mal en Stück Geld verdeenen.“—„Ja, min Jung,“— meint W.,— „Ick glöw ok, dat sick dat ganz sein utnehmen wurd.“— „Ick woll Din'n Vorslag maken,“ entgegnete der Maler, „wenn Du Din Hus blau anstrieken laten wullt, do ick dat ganz umsunst. Ick beding mit blot dabi ut, dat Du, um de Holtbarkeit von de Farbe to bewiesen, dor in dree Jahren nicks anwennen lätst. Ick gew die denn noch 150 M. to. Lätst Du dor aber wat an ännern, denn mußt Du mi den Anstrich und 150 M. betahlen.“ W. überlegt sich den Fall, findet, daß sein Haus sehr wohl einen neuen Anstrich gebrauchen kann, und schreibt seinem Malerfreund, daß er ihn beim Worte nehme. Dies genügt diesem. Er erwidert nur das Eine:„Min Word hew ick noch immer holn. Du schast mit mi tofräen sien!“ W., der erwarten mochte, daß noch nähere Verabredungen folgen würden, denkt nicht weiter über die Sache nach und geht wie immer, so auch am 4. d. Abends ruhig zu Bett. Als er am andern Morgen erwacht und zum Fenster hinausschaut, sieht er auf der gegenüberliegenden Seite der Straße zahlreiche Menschen, die sich lachend unterhalten und nach seinem Hause hinüberschauen. Durch die Luftscheibe rufend:„Was'r denn los?“ tönt ihm als Antwort Gelächter und der vielstimmige Ruf:„O wie blau!“ entgegen. Wüthend schlägt er die Luftscheibe wieder zu, und nun findet er an seinen Händen die Bescheerung. Der Schalk von Maler hatte über Nacht sein Wort eingelöst. Ohne daß die Bewohner etwas merkten, war alles blau angestrichen, die Fensterscheibe allein ausgenommen. Maler B. war mit sieben Gesellen dabei thätig gewesen und hatte zugleich einen Beweis für seine Fähigkeiten auf dem Gebiete der Schnellmalerei geliefert. Der Kaufmann W. konnte beim ersten Hinaustreten nicht anders als auflachen; er soll indeß im Lause des Tages schon wiederholt über den Streich ärgerlich geworden sein, denn schon sind verschiedene schüchterne Versuche gemacht, nach bekannten Melodien Lieder über das blaue Haus in Delmenhorst zusammenzureimen. Die Nachbarn gegenüber wandern stets im blauen Wiederschein des Hauses, und da Herr W. kein Freund davon ist, gehänselt zu werden, fürchtet man, daß er sehr bald die 150 M. bezahlen und Delmenhorst diese neueste Aufsehen machende Sehenswürdigkeit wieder nehmen wird. Es wäre freilich schade, meint Nachbar Wirth, der gern noch länger die Extra=Einnahme entgegennehmen möchte. *[ K a i s e r W i l h e l m s B e s t e i g u n g d e r P e t e r s kuppel in Rom.] Aus Rom kommt folgende Mittheilung: „Beim Besteigen der Peterskuppel sand ich, daß es diesen 12. November(Sonntag) 60 Jahre waren, daß unser Kaiser in Begleitung des hochseligen Königs Friedrich Wilbelm III. und des Prinzen Karl die St. Peterskuppel bestiegen hat Die Inschrift, aus der ich dies ersah, lautet folgendermaßen: „A di 12. Novembre MDCCCXXII Federico Guglielmo III. Re di Prussia e gli augusti di Lui figli Guglielmo e Carlo si portarono ad osservare la copula.“ Die letzte der zihlreichen mit Ende des vorigen Jahrhunderts beginnenden Tafeln, welche die Besteigung durch fürstliche Personen melden, bezieht sich auf den Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen, des Sohnes unseres Kronprinzen, am 27. April 1882.“ *[Die Lecture des Kaisers.] Daß der Kaiser in allen Zweigen der Regierung über die einzelnen Vorkommnisse durch Vorträge und Berichte auf das Genaueste unterrichtet wird, ist bekannt, daß er aber auch über alle bemerkenswerthen Vorfälle des Tages auf das Genaueste stets informirt ist, dürften die Meisten nicht wissen. Es werden zu diesem Behufe im literarischen Bureau des Staatsministeriums aus sämmtlichen Blättern Ausschnitte zusammengestellt, die auf seines Velinpapier geklebt und zu einem Buche verbunden werden. Jeder Ausschnitt trägt am Kopfe das Datum und die Nummer der betreffenden Zeitung und, wenn irgend bekannt, den Namen des Verfassers. Dieses aus ZeitungsAbschnitten zusammengestellte Buch wird allmorgendlich dem Kaiser auf den Arbeitstisch gelegt. Hierzu kommt von sonstigen Zeitungen nur noch das Fremdenblatt, als Organ des Hofes, die Norddeutsche Allgemeine Zeitung und die Kölnische Zeitung. Die Reden Bismarcks pflegt der Kaiser stets ganz genau durchzulesen, weßhalb dieselben in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung immer groß gedruckt werden. Vor Jahren wurde im Palais nur die inzwischen eingegangene Haude= und Spener'sche Zeitung gehalten. In ähnlicher Weise werden auch für sämmtliche Minister Zeitungsausschnitte zusammengestellt, namentlich soiche, welche Angriffe der gegnerischen Partei enthalten. *[Verhaftung eines Wucherers.] Es ist eine traurige Erfahrung, daß das Wuchergesetz vom 24. Mai 1880 den gemeingefährlichen Wucherern das Handwerk nicht zu legen vermochte. Speziell in Berlin werden in jedem Jahre durch gewerbsmäßige Wucherer zahllose Existenzen junger, hoffnungsvoller Männer vernichtet, nicht selten auch die Familien derselben in schwere Mitleidenschaft gezogen. Mit Vorliebe drängen sich die über die Vermögens= und Familien=Verhältnisse erstaunlich gut informirten Agenten der„Geldmänner“ an flott lebende, im Militair= oder Civildienst stehende Söhne wohlhabender oder hochgestellter Eltern und bieten den jungen Leuten für vorkommende Fälle ihre Dienste an. Mit eintretender Geldverlegenheit kommt die Erinnerung an die aufgedrungene Hülfe und man verlangt von dem Agenten ein Darlehn. Der Biedermann erklärt sodann, die geforderte Summe nicht disponibel zu haben, dieselbe aber wol gegen das Accept des Darlehnssuchers beschaffen zu können. Der geschäftsunkundige und leichtfertige junge Mann gibt hierauf ohne Bedenken ein nach drei Monaten fälliges Accept, beispielsweise über 1000 Mark, mit dem Auftrage, dasselbe bestens zu verwerthen, gleichzeitig gibt er dem Agenten einen die pünktliche Einlösung des Wechsels verheißenden Ehrenschein, und drittens die schriftliche Erklärung, daß er(der Darlehnssucher) großjährig und nicht mehr in väterlicher Gewalt ist. Auf diese letzte Erklärung bestehen die Agenten um so mehr, als sie bestimmt wissen, daß das Gegentheil der Fall ist, daß also der Darlehnssucher noch minderjährig ist oder noch in väterlicher Gewalt sich befindet, um so eine Waffe gegen die Angehörigen des Darlehnssuchers zu erlangen, wenn diese ihn wegen wucherischer Ausbeutung und wegen Betruges verfolgen wollen, da ja der Darlehnssucher durch die Ausstellung jener unwahren Erklärung scheinbar sich selbst des Betruges schuldig gemacht hatte. Ist der Agent nun ehrlich, so überbringt er dem Acceptanten 500 Mark, wovon er für seine Mühewaltung 100 Mark sofort abzieht. Am Verfalltage wird der Wechsel, der sich in vierter oder fünfter Hand befindet, nicht eingelöst, sondern ein neuer Wechsel über 2000 Mark wird ausgestellt, ohne daß jedoch der alte vernichtet wird. Der Acceptant bekommt im günstigsten Falle noch einmal 400 Mark und ist so nach 6 Monaten 3000 Mark schuldig(der alte Wechsel, welcher durch den neuen Wechsel ersetzt wird, trotzdem aber in dem Besitz des Wucherers zurückbleibt, indem dieser vorgibt, ihn verlegt zu haben, tritt später von Neuem in dritter oder vierter Hand zum Vorschein und wird gleichfalls geltend gemacht), welche Summe sich in zwei Jahren verzehnfacht. Die Behörden sind nicht in der Lage, diesem nichtswürdigen Treiben entgegen zu treten, weil ihnen das Material zur strafrechtlichen Verfolgung nicht unterbreitet wird. Die Familien bringen in der Besorgniß, ihre geplünderten Söhne durch ein öffentliches Strafverfahren gegen die Wucherer zu compromittiren, die größten Opfer, um die Blutsauger zu befriedigen, und diese wissen recht gut, daß sie eine Denunciation nicht zu befürchten haben. Vor Kurzem ist aber doch einer von ihne in dieser Erwartung getäuscht worden. Der als„Offizier=Wechsel=Macher" bekannte Agent M. M., hatte dem Sohn eines schlesischen Gutsbesitzers in der oben geschilderten Weise nach und nach circa 15,000 Mark geliehen und sich Wechsel im Nennwerth von 86,000 Mark acceptiren lassen. Das war dem Vater denn doch zu ara: er theilte den Sachverhalt der Criminalpolizei mit, welche sofort zu der Verhaftung des M. geschritten ist. * Zum Geburtstage Fritz Reuters(10. November) ist im plattdeutschen Verein„Quickborn“ in Berlin das na#folgende frische Gedicht zum Vortrag gekommen: Tis Winter worn. De Nurdwind weiht. Dat Feld liggt swart un kahl, Un vun den dunkeln Hewen sleiht Novemberregen dal. Ik sitt so trurig un so still in mine Stuw alleen, Ik weet nich, wat dat mit mi is, ik mutt so bannig ween'n. Denn vor mi up den Disch dor liggt en Book, dat makt mi heet, Dat is Fritz Reuter sin Geschicht, as he up Festung sett. Dit Book, dat kummt sin Lewdag nich vun minen Disch hendal, Un bin't dor eben mit to En'n, denn les ik't noch en Mal. Ik les, min Fritzing, wo Du hest up blanke Dehlen legen Un alle veeruntwintig Stun'n blots een Tass' Kaffee kregen Un wo se mit Di rum hewwt stött in't dütsche Vaderland, Wil Du mal as Student Di smückt mit swart=rod=gollnes Band. Un grimmig ball' ik denn min Fust, mi ward so bös to Mod, Dat Hart will spring'n, so hitzig towt min ihrlich plattdütsch Blod.— Doch wider les ik, wo Du Di in de Menasch begiwwst Mit den Franzos un wat Du dor för Stückschen denn bedriwwst. Wo sik de Füerwarksleutnant hett an Dine Karpen plegt, De upkakt sünd in bayersch Beer. Re, wo de Sak mi hägt! Mi lopt de hellen Thranen rein vör Freuden längs de Näs. Wenn Du tosam mit den Kaptein Di Botter makst un Kees. Un kam'k toletzt denn an de Stell, wo den Kaptein sin Büx Tweiriten deiht, denn lach ik hell und spring vun'n Stohl up fix, Gah nah min Schapp un lang mi dor en Buddel Rothspohn dal,— Hal mi en Beerglas un schenk in en groten, dristen Strahl Un drink rein ut up dat Bestahn vun echte plattdütsch Ort Un dat uns de plattdütsch Humor up ewig bliwwt bewohrt! * * Dat is de Ort un Wiis, min Fritz, wo ik in stille Stunn'n In Din Gesellschopp ganz alleen heww Trost un Freiden funn n. Un blickst vun'n Hewen Du heraf, ich glöw, dat Di't passirt: Du seggst:„De Jung, de hett mal schön hüt min Geburtsdag fiert!“ Der Verfasser ist Herr Eduard Jürgemann. *[Hallunken.] Unter den vielen Abnormitäter die das Vereinsleben in Berlin schafft, dürfte die neueste Entstehung eines Vereins, der sich„Hallunken=Verein“ nennt, wol Erwähnung verdienen. Dem„Hallunken=Verein" steht ein Präses vor, der den Titel„Erz=Hallunke“ führt. Das Vereinslocal dieser„Hallunken“ wird mit„Spelunke“ bezeichnet. Zweck des Vereins ist: Geselligkeit und Unterstützung der „Hallunken“ untereinander. (Einst und jetzt.) Wollte man noch vor zehn Jahren den Mund des Gourmands wassern machen, seinen Geschmacksinn in Extase versetzen, so bedurfte es nur der Nennung von Kieler Sprotten, Caviar, Venetianischer Mortadello, Strachino etc. etc. Wie hat sich aber seit einem Lustrum diese„Weltanschauung“ zu Gunsten neu entdeckter Leckerbissen gründlich geändert, zumal seit Bekanntwerden der ungarischen Delikatessen, welche dem Gaumen des Feinschmeckers durch das besonders pikante Gewürz, Paprika genannt, höhere Befriedigung gewährt. Da ist zuerst der ungarische Salami, welcher allen ähnlichen Erzeugnissen Italiens längst den Rang abgelaufen hat, die delicaten Debrecziner und Szegediner Würste, welche bereits einen beträchtlichen Exportartikel nach allen Weltrichtungen hin bilden; der edle ungarische geräucherte Tafelspeck mit oder ohne Paprika ein Leckerbissen di prima qualita, sodann der dem Camenbert ebenbürtige, doch um 50% sich billiger stellende hochfeine Liptauer Alpen-Käse, ferner das herrliche Speisegewürz„Paprika“ benannt, welches in den Niederungen Ungarns, den sogenannten „Alföld“ gebaut wird, und nicht nur in ganz Europa heimisch geworden, sondern bereits nach allen Ländern der Erde massenhaft exportirt wird. Dieser ungarische Cayenne-Pfeffer dient aber nicht nur zur Veredlung zahlreicher Nahrungsmittel, sondern vorzugsweise zur Conservirung der Verdauungswerkzeuge, wie dies zahlreiche medizinische Capazitäten bestätigten und versicherten, dass selbst die schwerverdaulichsten Speisen durch Beimengung von Paprika dem Magen leicht verdaulich werden. Unsere Leser werden gewiss erfreut sein, wenn wir ihnen mittheilen, dass die erwähnten ungarischen Spezialitäten, nebst vielen anderen ungarischen Landesproducten in echter vorzüglicher Qualität vom altrenommirten Budapester Producten- Exporthause H. Plescn zu beziehen sind. Eine Neuerung, welche das Exporthaus einführte, und darin besteht, dass sie selbst dem Abnehmer des kleinsten Quantums von Paprika etc. etc. ein umfangreiches Kochbuch, welches die Anweisung zur Zubereitung aller ungarischen Nationalspeisen enthält. franco und gratis zusendet, müssen wir als höchst praktisch bezeichnen. (Eingesandt.) Menden. Die Entgegnung auf die Vorschläge„Stadtverordnetenwahl betreffend“ in der vorigen Nummer dieses Blattes hat uns nicht überzeugen können, daß die Einführung eines Magistrats in unserer Stadt nicht besser für unser Gemeindewesen sei. Daß das Fehlen eines Magistrats in unserer Nachbar=Provinz„Die Grundlage für das Aufblühen des dortigen Stadtwesens bildet,“ ist mindestens eine kühne Behauptung, denn mit demselben Rechte kann man den Satz aufstellen, daß mit einem Magistrat sich das Städtewesen daselbst noch weit mehr entwickelt haben würde. Oder will der Herr Verfasser etwa behaupten, daß in unserer Provinz Westfalen, wo, wie er selbst zugibt, der Magistrat die Regel bildet, die Städte deßhalb zurückgegangen wären? Müssen wir vielmehr nicht gerade deßhalb darauf hinarbeiten, damit Menden keine Ausnahme von dieser Regel mehr bleibt?— Mit den übrigen Ausführungen sind wir zum Theil einverstanden, da dieselben selbstverständlich sind, auch waren die Belehrungen über die Städteordnung, weil hinlänglich bekannt, ganz überflüssig, da die StädteOrdnung doch kein Buch mit sieben Siegeln, sondern für einige Groschen in jeder Buchhandlung zu haben ist und uns vorliegt. Kurzweg deßhalb, weil man anderer Meinung ist, Einem jede Kenntniß des betreffenden Gegenstandes absprechen zu wollen, ist mindestens Ueberhebung. Ferner darf man auch in einer Entgegnung die Worte des Gegners nicht verdrehen, denn wir haben nicht gesagt, daß man mit einem Magistrat der Commissionen überhoben, also solche nicht nothig seien, sondern nur behauptet, daß dann manche Commissionswahl erspart werden könnte, was wol Niemand bestreiten wird. Eins freut uns indessen in den Ausführungen in voriger Nummer, nämlich, daß der Herr Verfasser zugibt, daß beide Verfassungen Vieles für sich und Vieles gegen sich haben. Sollten wir nun mit unserer ersten Notiz nur den Anstoß gegeben haben, daß dies„pro und contra“ einer gründlichen Erörterung unterzogen wird, so wäre damit schon viel erreicht, denn es würde damit vor Allem das Interesse für unser Gemeindewesen gehoben, was für das allgemeine Wohl nur förderlich sein, aver niemals schaden kann, vorausgesetzt, daß die Polemik rein sachlich geführt wird. Und dies Letztere muß in erster Linie Bedingung bleiben. Constatiren wir zum Schlusse nur noch, daß auf unseren Vorschlag, betr. die amtliche Veröffentlichung der Stadtverordneten=Beschlüsse, sowie Präsens= und Abwesenheitslisten kein einziges Wort der Erwiderung erfolgt ist, so kann angenommen werden, daß die Nothwendigkeit der Ausführung dieses Vorschlages anerkannt ist und sprechen wir demgemäß die Hoffnung aus, daß damit nicht länger mehr gezaudert werde. Mit diesem Erfolge sind wir vorläufig auch schon zufrieden.— Nachträglich fällt uns noch ein, daß in der letzten Stadtverordneten=Sitzung die Commission für die demnächst zu veranlagende Klassensteuer gewählt worden ist. Dies bringt uns darauf, einem bereits früher in diesem Blatte kundgegebenen Wunsche wieder Ausdruck zu geben, der dahin ging, die Namen der Klassensteuer zahlenden Bürger einzeln mit den betreffenden Steuersätzen, wie in unserer Nachbarstadt Iserlohn, zu veröffentlichen. Eine Begründung dieses Vorschlages ist für Jeden, der die hiesigen Verhältnisse kennt, wol überflüssig! Der Schlächter Jennrich vor dem neunten Schöffengericht in Berlin. „Na, so is't recht; wo ick der Jemachte bin, indem man mir räuberisch überjefallen un denn noch hundsjämmerlich vertobakt hat, soll ick mir vor'n Herrn Staatsanwalt verdeffendiren,“ erwiderte der 20 Jahre alte Schlächter August Eduard Jennrich nach Verlesung des Anklagebeschlusses auf die Frage, ob er sich schuldig bekenne. Vors.: Ereifern Sie sich nicht unnöthigerweise. Dieser Termin ist eben anberaumt, um Ihre Schuld oder Unschuld festzustellen. Erzählen Sie daher den Vorgang vom 14. d. M. — Angekl.: Wie können Se mir aber jleich inspunden, wenn noch janischt bewiesen is? Vors.: Ihre Inhaftirung erscheint nach Lage der Sache vollständig gerechtfertigt, da Sie eine feste Wohnung nicht nachzuweisen vermochten. Uebrigens ist es Ihnen unbenommen, hierüber Beschwerde zu führen. Doch theilen Sie uns nun mit, wie Sie am Nachmittag des erwähnten Tages mit dem Zeugen Künzel zusammenkamen.— Angekl.: Det is ja ne prächtige Mode in't jeeinigte Deutschland! Wenn der Mensch, wat so ville wie'n nützlicher Staatsbürger is, mir nischt dir nischt in'n Käfig jestochen wird, denn derf er sich hernach ooch beschweren; det heeßt, wenn sie ihm wieder 'rausjelassen haben. Wenn da keene Musike drin liegt, denn verstehe ick nischt von de scheenen Künste. Vors.: Ich möchte Ihnen doch anrathen, Ihre Zunge im Zaum zu halten; übrigens haben wir hier über diesen Punkt nichts weiter zu erörtern. Sie begegneten am 14. Ociooer dem Zeugen Künzel, welcher, vom Dönhoffsplatz kommend, einigen Kunden die dort gekauften Fleischwaaren überbringen wollte. Was ereignete sich nun?— Angekl.: Na, ick stehe jerade so'n bisken un denke an janischt, indem ick mir besinne, wo ick zuerst hinschieben will, weil ick jerade fremd jemacht hatte un nach Arbeet uf de Suche war. Da ruft mir denn'ne bekannte Stimme mit jroße Jemiethlichkeet zu:„Du verrücktes Rhinozeros, wat hast'n hier zu affen?“ wodruff ich denn ooch jleich Hugo Künzeln in't Ooge krieje, der seinen Eenspänner anjehalten hat. Un weil wir nu jute Bekannte sind, ländern wir in'ne Destille un schmettern derbe'n paar Nordlichter, wobei wir denn ooch natierlich'n kräftijen Ton reden. Un wie er nu hört, det ick jerade keene Arbeet nich habe, sagt denn der Hugo:„Ede,“ sagt er,„Du kannst jleich mitkommen un bei unsen Meestern anfangen; mein Nebenjeselle hat jestern fremd jemacht, und ick alleene kann't nich schaffen, indem't vor eenen Menschen zu ville is, wenn jede Woche drei bis vier Rinder,'n Stückener sechs Schweine un— Vors.: Sie erklärten sich nun bereit, als Nebengeselle Ihres Bekannten einzutreten. Was weiter?— Angekl.: Nu habe ick aber’ne zu komische Natur. Sowie ick„Ja“ jesagt hatte, ästimirte ick mir ooch schon als Jeselle von de Meestern, wo ick denn uf die ihren Kram jerade so jenau Obacht jebe, als wenn er mir selber jehören dhäte. Finden Sie da wat bei, Herr Jerichtshof? Vors.: Im Gegentheil, das ist eine sehr lobenswerthe Eigenschaft; doch erzählen Sie weiter.— Angekl.: Ick sage nu zu Eden, det wir uns'n bisken eilen wollten, wodruf er aber meent, ick würde früh jenug in'! Verjnüjen kommen, un er läßt noch'n Jroßen inplumpen. Un weil ick ihn nu kenne, indem er mangunter sehr windig is un sich denn jerne janz böse eenen anschickert, will ick ihn'nen kleenen Schreck in de Knochen jagen, wat bei sone Anjelejenheiten sehr jut sind soll. Stimmt det nich, Herr Jerichtshof? Vors.: Nun verstehe ich; Sie behaupten, es sei Ihnen nur um einen Scherz zu thun gewesen, um hierdurch Ihren Freund zu warnen.— Angekl.: Aber jenau uf den Kopp stimmt et so. Ick verstellte mir denn'n bißken un mache mir so sachteken dünne, wobei ick denn'ne Molle mit Kasseler Ribbespeer von'n Wagen nehme, wat er ooch nich weiter jewahren duht. Un wie ick ihr nu aus Spaß in'n Bums verstechen will, kommt er blankschäß hinterdrin geländert un wird sehre unjemiethlich, indem er mir jleich'n paar Dinger anhaucht, det mir jrün un blau vor de Oogen wird. Vors.: Es ist sehr erklärlich, daß der Zeuge Künzel ungehalten war.— Angekl.: Ihm will ick't ooch nich weiter veriebeln; denn worum: er wußte nich, det ick man blos'n Feez vorhatte, indem er mir natierlich nich in t' Herze sehen kann. Aber det die Budikersche ooch uf mir indröscht, det verjesse ick so bald nich. Wat hat sich son ollet Stücke drum zu kümmern, wenn ick mir mit meinen Freind Ede unterhalte. Vors.: Ihre Entrüstung ist schlecht angebracht. Die Frau war eben darum sehr ungehalten, weil Sie derselben das Rippespeer zum Kauf angeboten hatten, und es auch schon zu einer Einigung über den Preis gekommen war. Als sich dann herausstellte, daß Ihnen ein Verfügungsrecht über das Fleisch nicht zustand, hatten Sie nicht einmal Geld, die gemachte Zeche zu berichtigen.— Angekl.: Die olle Tunte hat woll Ahnung! Wie ick nämlich in't Lakal komme, kriegt se jleich det Kasseler in't Ooge un fragt, wat det Fund von kosten dähte. Un weil ick nu immer vor'n jemiethlichen Ulk bin, frage ick aus Spaß, wat se woll vor sone Waare anlejen möchte, wodruf se denn jleich zujrapscht und beede Stücke uf de Wiejeschale lehen duht un denn sagt:„Möchten Se schon nein Mark fufzig?“„Woll“, sage ick, indem ick Mumpitz mache,„ick bin immer derjenichte, welcher vor nein Mark sufzig Verwendung hat!“ und derweile zählt se ooch all Pinke uf den Disch. Wie ick ihr nu jerade sagen will, det ick man bloß'n Dusslichen jemacht hätte, tritt Ede Künzel in de Dühre, wo et denn'n mächtijen Krach jab. Aus der Beweisaufnahme ging hervor, daß der Zeuge Künzel nach dem unmotivirten Verschwinden des Angeklagten aus der Destillation nach etwa 10 Minuten Verdacht schöpfte und von einem Dienstmann erfuhr, daß sein Begleiter mit dem vom Wagen genommenen Fleisch in eine Querstraße eingebogen sei. Die Absicht des gewissenlosen Burschen vermuthend, schlug Künzel die angegebene Richtung ein und konnte durch weiteres Nachforschen noch ermitteln, daß in einem Schankkeller von einem Schlächtergesellen vergeblich Rippespeer offerirt worden sei. Ueberzeugt, auf der richtigen Fährte zu sein, machte sich nun der so schnöde Hintergangene daran, die in der Nähe belegenen Restaurants abzupatrouilliren, und diese Maßregel hatte den gewünschten Erfolg. Die Vernehmung der erwähnten Schankwirthin, einer robusten Frau, führte noch zu einem Intermezzo mit dem Angeklagten. Nachdem die Zeugin deponirt, daß ihr das Rippespeer vom Angeklagten dringend angeboten worden sei, entgegnete der Letztere:„Warten Se man, liebe Frau, et soll Ihnen sauer ufstoßen; ick were Ihn'n meineidig machen.“ Vors.: Der Angeklagte behauptet, von Ihnen erheblich mißhandelt worden zu sein.— Zeugin: Natierlich hab' ick ihn'n paar jestochen, indem er mir drohte. Angekl.: Drohen is nämlich jarnich jewesen; ick nehme man blos die Streichholzbüchse hoch, indem se mir zu Leibe wollte un sage:„Wenn ick nich bedächte, det ick de Schwebelstücken hernach ussuchen und die kaputtige Büchse bezahlen müßte, denn schmiß ick Ihnen det Dings vor'n Deetz, det Se mit de Beene nach'n Himmel weisen sollten,“ wodruf se mir denn jleich bei de Beene zu Boden reißt un mir denn janz kallibarisch mit beede Fäuste in't Jesichte springt. Ick habe noch heite'n mächtijen Schmerz in't linke Ooge.— Zeugin gelassen: Det habe ick so an de Mode; wenn ick haue, denn dhut et'n Andern immer weher wie mir. Jennrich wurde übrigens auch noch durch weitere Zeugen der bezichtigten Handlung überführt und in Berücksichtigung des überaus großen Vertrauensbruches einem Menschen gegenüber, der sich so liebreich seiner angenommen und ihm Gelegenheit zu lohnendem Verdienst in Aussicht gestellt hatte, sowie in Erwägung seiner erwiesenen Arbeitsscheu trotz seitheriger Unbescholtenheit zu 3 Monaten Gefängniß und einem Jahre Ehrverlust verurtheilt. Vom 1. December d. J. ab wird der comb. Zug Nr. 24 der Strecke Hemer=Fröndenberg, Abfahrt Abends 6° Ortszeit von Hemer, auf der trecke Hemer=Menden wie folgt gefahren: Hemer Abfahrt 6“ Abends, Oese„ 6„ Menden Ankunft 6“„„ weiter wie bisher. Elberfeld, den 22. November 1882. Königliche Eisenbahn=Direction. Katholischer Gesellenverein. Sonntag=Abend den 26. d. M.: Theatralische Vorstellung. Zur Aufführung kommt: Der Berschwender. Lebensbild mit Gesang in 3 Akten. ber- Anfang 8 Uhr. Der Vorstand. Haarschneide-Falon! Mit dem heutigen Tage eröffnete ich hierselbst, Chausseestraße, im Hause des Bauunternehmers Herrn Friederich, einen Salon zum Haarschneiden, Frisiren u. Nasiren. Aufmerksame, prompte und saubere Bedienung versprechend, bitte um geneigten Zuspruch. Haararbeiten jeglicher Art, als: Flechten, Chignons, Scheiteln, Uhrketten, Haarblumen, Perrücken, Touvés werden von mir geschmack voll und dauerhaft zu den billigsten Preisen angesertigt. von ausgekämmten Haaren versertige schon unter Garantie zweijähriger Haltbarkeit von 1 Mark an. Durch Bereisen und Arbeiten in den feinsten Geschäften in Elderseld, Düsseldors, Cöln, Mainz und Frankfurt a. M. bin ich im Stande, sämmtlichen Anforderungen auf die seinste Art und Weise zu genügen. Menden, den 15. November 1882. Carl Halbach, Friseur. Wechsel=Formulure sind zu haben bei W. Riedel. Eisenbahn=Frachtbriefe sind vorräthig bei W. Riedel. Am Dienstag den 28. November c. bin ich Vormittags im Hotel Beiderl inden in Menden zu sprechen. Iserlohn, 22. November 1882. Landmann, Rechtsanwalt und Notar. Verkaufs=Anzeige. Samstag d. 25. November c., Morgens 10 Uhr, werde ich im Pfandlocale des Wirths Schröder in Menden 1 hovalen Sophatisch, 2 Consolen, 2 Commoden, 1 Spiegel, 1 Sopha mit Ripsüberzug, 1 Paar Gardinen, 2 Nouleaux, 1 Mantelofen, 1 Ofenfigur, 2 Blumenvasen, 1 Eckbrett, mehrere Bilder, 1 vollständiges Bett, 1 Kleiderschrank, 1 Nähmaschine und 1 Ofen öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkaufen. Iserlohn, 13. November 1882. Bach, Königlicher Gerichtsvollzieher. Haarbalsam. Bestes Mittel, um das Wachsthum der Haare zu fördern und das Ausfallen derselben zu verhindern. In Flac. a 60 Pf. und M. 1,20. Eau capillaire de Quinine in Flaschen à 70 Pf. und M. 1,40. Haarfärbemittel in blauen Flaschen mit Gebrauchs=Anweisung a 2 M. N. 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(saßweise) 72— Gereinigtet Oel 75— Preßkuchenpr. 1000 Kilo 132— Branntwein per 100 Ler. zu 50 Procent(ohne Maklergeld)—— Weizen=Vorschuß pr. 100 Kilo 29 50 Kleien dr. 50 Ko. 5— Anb.i„Mendener Sonntagsblatt“. M 94. Amt Erscheinung Bei der an Ergänzungswahl lung wieder= rei a. von Schm b. von Trul c. von man: Nach Vorsch Ergebniß mit de gegen das stattg öffentlichung di Bürger Beschwe Das Verzei baren Personen 3. December Es wird hi 1883 folgende( saale zu Allend 1. März, 5. 2 11. October, 8. Abgeordne Präsident v. K Prinz Wilhe Richter(Hage zweier Mitglied und Dr. Virc Lesung des sionist) bemäng nicht die Meinu kosten verringer im Extraordinar zolles, daß es Holzpreise zu Schließlich wen systems. Abg. betreff des Ste wenn die Decku zur Steuer mel (Centrum) mein ernstlich prüfen Concurrenz des eigenen Lande befindet, geschä untersten Klasse Nichtbesteuerun Gebiete. Abg. hausen'sche für Aufhebung dessen eine proz Auch das pflicht. 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