Mengeder Lokal-Anreiger Geschäfts= und Verkehrs=Anzeiger Mengeder Zeitung(Amtl. Blatt) Verbreitungsbezirk: Mengede, Bodelschwingh, Brüninghausen, Deininghausen, Deusen, Dingen, Ellinghausen, Groppenbruch, Huckarde, Ickern, Nette, Oestrich, Schwieringhausen, Westerfilde Unparteiische Zeitung für jedermann## Organ zur Wahrung der Vorortsinteressen Beilagen:„Unterhaltungsbeilage",„Sport“, Jeder Adonnent ist bei der Rürnberger LedensversicherungsBank in Nürnberg gegen die Foigen körperlicher Unfälle mit Reichsmark #5.— für den Lall des Todes und der Ganzinvalidität versichert. Jeder Unfall ist unverzüglich nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungs=Baut anzuzeigen, aucd mub sich der Verletzte unverzüglich, spätestens am zweiten Tage nach „Frauenwelt und Heim“,„Freude und Humor“ dem Ansall in ärztliche Behandlung begeden. Todeofälle müssen sofort, spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritd der Bank schriftlich zur Anmeldung gebracht werden. Ueber die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungs=Bodingungen Aufschluß, die vom Verlage oder von der Rürnberger Lebensversicherungs=Bank zu beziehen sind. Nr. 78 Samstag-Sonntag, den 1. und 2. Juli 1933. 12. Jahrgang Der Reichspräsident schreibt an den Kanzler Der evangelische Kirchenstreit Reichsinnenminister Dr. Frick mit Verhandlungen zur Wiederherstellung des Friedens betraut Der Wunsch Hindenburgs Reichspräsident von Hindenburg hat am 30. Juni an Reichskanzler Hitler in der Frage der Auseinandersetzungen in der Evangelischen Kirche folgendes Schreiben gerichtet: Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Die Auseinandersetzungen in der Evangelischen Kirche und die Gegensätze, die zwischen der preußischen Staatsregierung und der Leitung der Preußischen Evangelischen Landeskirchen entstanden sind, erfüllen mich als evangelischen Christen wie als Oberhaupt des Reiches mit ernster Sorge. Zahlreiche an mich gerichtete Telegramme und Zuschriften bestätigen mir, daß die deutschen evangelischen Christen durch diese Auseinandersetzungen und durch die Sorge um die innere Freiheit der Kirche aufs tiefste bewegt sind. Aus einer Fortdauer oder gar einer Verschärfung dieses Zustandes muß schwerster Schaden für Volk und Vaterland erwachsen und die nationale Einheit leiden. Vor Gott und meinem Gewissen fühle ich mich daher verpflichtet, alles zu tun, um solchen Schaden abzuwenden. In Berlin hielt der preußische Kultusminister Dr. Rust eine Rede über Gott und Volk, Kirche und Staat. Die Vernichtung so vieler zweckloser Parteichen ind Organisatiönchen der Gegenwart, führte der Rinister aus, kennzeichnet den Abschluß des rsten Teiles der nationalen Revolution. Es habe sich gezeigt, daß gerade die Kirche dieer von Hitler geschriebenen Parole der Einigung es deutschen Volkes nicht gefolgt sei. Auf der inen Seite habe man Hitler den Rompilger geiannt, auf der anderen Seite habe man ihn als den Todfeind der katholischen Kirche bezeichnet. ditler habe sich nicht darum gekümmert, sondern ei geradeaus geschritten. Unter lebhaftem Beifall erklärte der Kultusminister, daß Hitlers Kampf leider jahrelang au#h von denjenigen, die er nicht anders als die Franktireure des politischen Schlachtfeldes l#zeichnen könne, von der Kanzel bekämpft worden sei, die sich in ihren Priestergewändern in den politischen Kampf hineingemischt hätten. Kultusminister Rust kam dann auf die Stellung des Staates zur Kirche zu sprechen und betonte, daß er niemals daran gedacht habe, auch nur an einen Glaubenssatz der Kirche zu rühren. Aber die leitenden Persönlichkeiten der Kirche müßten so ausgewählt werden, daß der Staat eine Schädigung seiner Aufgaben durch sie nicht zu fürchten brauche. Er habe, fuhr Kultusminister Rust fort, feierlich zu erklären, daß die verantwortliche Leitung der Altpreußischen Union den Vertrag zwischen der Kirche und dem Staat zerstört hat. Wenn das Volk anders unterrichtet sei, dann sei es in einer Weise getäuscht worden, die nicht in Einklang zu bringen sei mit jenen frommen Worten der Männer, die sich in diesem Augenblick vor das Volk stellten, als ob sie den wahren Gott gegen die Brutalität des Staates verteidigen müßten. Die Herren der evangelischen Kirche sollten es heute unterlassen, in MärtyrerAus meiner gestrigen Besprechung dieser Fragen mit Ihnen weiß ich, daß Sie, Herr Reichskanzler, diesen Sorgen vollstes Verständnis entgegenbringen und bereit sind, auch Ihrerseits zur Ueberbrückung der Gegensätze mitzuhelfen. Deshalb habe ich die Zuversicht, daß es Ihrer staatsmännischen Weitsicht gelingen wird, durch Verhandlungen sowohl mit den Verireter####. streit befindlichen Richtungen der evangelischen Kirche, als auch mit den Vertretern der Preußischen Landeskirchen und den Organen der preußischen Regierung den Frieden in der Evangelischen Kirche wiederherzustellen und auf dieser Grundlage die angestrebte Einigung der verschiedenen Landeskirchen herbeizuführen. Mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebener gez. von Hindenburg.“ Reichskanzler Hitler hat den Reichsminister des Innern Dr. Frick bereits beauftragt, Verhandlungen im Sinne des vorstehenden Schreibens des Herrn Reichspräsidenten einzuleiten. gebärde vor das Volk zu treten. Sie hätten genug Gelegenheit gehabt, Märtyrer zu sein, als die Gottlosenbewegung frech durch die Straßen ging. (Sürmischer Beifall.) Sie hätten den Namen Gottes bekennen sollen, als der Marxismus langsam aber sicher und methodisch alles was Hott, alles was Glauben hieß, in den Kot zerrte. Kultusminister Rust erklärte, er habe als Christ voller Vertrauen auf die Zukunft den Kampf der „Deutschen Christen“ beobachtet, die mit einmal in die tote Welt der Kirche das lebendige Leben und den Kampfwillen hineingetragen hätten. Wenn Martin Luther noch unter uns gestanden hätte, so würde er sicher auf ihrer Seite stehen. Während Hitler in wenigen Tagen die große Frage der zentralen Reichsgewalt gelöst habe, sei die Sehnsucht der evangelischen Christen nach einer Reichskirche unbefriedigt geblieben. Anstatt daß man die Namen der Reichsregierung mitgeteilt habe, habe man sie vor Tatsachen gestellt und damit sei das Prinzip gebrochen worden, wenigstens in der Personenfrage eine vorherige Uebereinstimmung zwischen Staats= und Kirchenleitung zu erzielen. Die evangelische Kirche habe vor aller Welt ihren Ringkampf ausgetragen. Deshalb habe er nun eingegriffen, nicht etwa in die kirchlichen Angelegenheiten, sondern in die persönlichen. Der Kultusminister streifte dann nach dem Abgang des Präsidenten des Oberkirchenrates Dr. Kapler die Ernennung eines kommissarischen Präsidenten, die wiederum ein Verstoß gegen das Konkordat gewesen sei. Nun habe er dann als Verantwortlicher eingegriffen. Man wolle nicht der evangelischen Christenheit noch einen Wahlkampf zumuten. Aus diesem Grunde werde nunmehr die Vertretung in den nächsten Wochen neugeregelt, womit jene Verbindung zwischen Volk und Kirche hergestellt sei, die herzustellen die Pflicht ihrer verantwortlichen Leiter gewesen wäre. Außerdem werde unter dem Vorsitz des Vertreters des Reichskanzlers, des neuen Vorsitzenden des Kirchenbundes, Pfarrer Müller, ein Ausschuß gebildet werden, der sich aus allen ernsthaften Strömungen innerhalb der evangelischen Kirche zusammensetzen werde. Nach Erledigung seiner Arbeiten werde der Kirchenkommissar wieder zurückgezogen werden. Das evangelische Kirchenvolk wolle einig sein und es wolle lebendig sein. Deshalb sei es Pflicht gewesen, dem Streit ein Ende zu machen. Wenn einer das Recht hat, schloß der Minister, an den Segen Gottes zu glauben, dann ist es der Mann, der mit sieben Arbeitern angefangen hat, ein Volk aufzubauen. Wenn wir nicht an Gott geglaubt hätten, wie hätten wir es wagen dürfen, diesen Kampf um die Einigung des deutschen Volkes anzufassen. Mit dem Luther=Lied„Ein' feste Burg“ wurde die Kundgebung beendet. Dem Minister wurden beim Verlassen des Saales lebhafte Huldigungen dargebracht. Personelle Veränderungen im evangelischen Oberkirchenrat Im evangelischen Oberkirchenrat der Altprenßischen Union sind entscheidende personelle Veränderungen erfolgt. Wie bereits gemeldet, ist zum kommissarischen Präsidenten Rechtsanwalt Dr. Werner, zum kommissarischen geistlichen Vizepräsidenten Pfarrer Hossenfelder, zum kommissarischen weltlichen Vizepräsidenten Konsistorialrat Dr. Fürle bestellt worden. Zu kommissarischen Mitgliedern des Oberkirchenrates wurden bestellt: Oberkonsistorialrat Dr. Friedrich Koch, Bundespfarrer Pet###, Pfarrer Dr. Freitag, Universitätsprofessor Dr. Stolzenburg, ferner Dr. Thom. Zu kommissarischen Hilfsarbeitern: Dompfarrer Dr. Wienecke, Gerichtsassessor Dr. Kroeger. Unter dem Titel„Bombenattentäter keine Nationalsozialisten“ weist der Wiener„Kampfruf“ darauf hin, daß, solange die RSDAP bestand und über ihre vollen Propagandamöglichkeiten verfügte, nicht ein Attentat und nicht ein Sabotageakt vorkam. Das Blatt schreibt: Schon im Spätherbst zeigten sich allerdings schädliche Einflüsse durch Emissäre der Schwarzen Front. Verräter und Provokateure konnten sich in den Wehrorganisationen der RSDAP, die der Befehlsgewalt der politischen Führung nach den organisatorischen Bestimmungen entzogen sind, einnisten. Schon damals begann die Zersetzungstätigkeit, insbesondere in der SS. Es mußten ganze Stürme aufgelöst werden. Verräter spannen damals sogar Fäden bis zur Arbeiterzeitung und Roten Fahne. Damals gelang es der politischen Führung, die Wühlarbeit der Schwarzen Front lahmzulegen. Die Fesselung und Knebelung der RSDAP ermöglichte es der Schwarzen Front, neuerdings innerhalb der Wehrformationen Fuß zu fassen und in diesen Reihen den Nationalbolschewismus zu predigen. Nachdem die Untersuchungen eindeutig ergeben haben, daß die politische Führung der RSDAP in keinem wie immer gearteten Zusammenhang zu den Bombenattentaten gebracht werden kann, während hier eine unterirdische Front, die nicht nur den Nationalsozialismus in Oesterreich, sondern den FaBeurlaubt sind: Der weltliche Vizepräsident Dr. Mundt, Geheimer Oberkonsistorialrat D. Dr. Karnatz und die Oberkonsistorialräte Dr. Richter, Prof. D. Dr. Sellin, D. Dr. Jeremias, Lie. Dick, Henselmann, Dr. Fischer, Pfarrer Dr. Böhm, Lic. Dr. Söhngen. Von den Generalsuperintendenten der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union sind bisher beurlaubt: D. Dr. Schian=Breslau, D. Dr. Dibelius und D. Dr. Carow=Berlin. Die Pensionierung der Generalsuperintendenten Dr. Händler=Berlin und Dr. Gennrich=Königsberg zum 1. Juli ist genehmigt worden. Betrachtungen des Erzbischofs Dr. Gröber Im Freiburger Münster gab Erzbischof Dr. Gröber einen Bericht über seine Romreise und stellte im Anschluß daran auch Betrachtungen über das Verhältnis von Kirche und Staat an. Er erklärte u. a., daß der Staat und die Kirche verschiedene Bezirke umfasse, daß aber die Kirche immer den Staat und die Autorität des Staates gestützt habe. Die katholische Kirche liebe das deutsche Volk und Vaterland und begrüße die feste Autorität des Staates, der vor allem betone, daß die Menschen in christlichem und sittlichem Sinne erzogen werden müßten und großen Wert lege auf die Heiligkeit der Familie und die Reinlichkeit des Familienlebens. Der Staat könne nur dann gedeihen, wenn seine Autorität von jedermann geachtet werde und wenn die Träger der Autorität, die von einer höheren Macht eingesetzt worden seien, im Volke volle Anerkennung fänden. Der Erzbischof gab dem Wunsche Ausdruck, daß das geeinte deutsche Volk durch die Zucht und den Willen aller einer besseren Zukunft entgegengehen möge. Nur Wahrheit, Gerechtigkeit und menschliche Liebe könnten Friede und Einigkeit im Volke erzielen. schismus in ganz Europa stürzen will, an der Arbeit ist, wird es Aufgabe der Gerichte sein, diese Zusamenhänge restlos aufzudecken und diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die die wahrhaft Schuldtragenden sind. Die Feststellungen des„Kampfruf“ gewinnen besonderes Interesse durch Mitteilungen des Acht=Uhr=Blattes, das sich als Organ der sozialen Katholiken bezeichnet. Das Blatt will wissen, daß vor wenigen Tagen in Prag in einer Geheimsitzung der Führer der kommunistischen Parteien Mitteleuropas unter Vorsitz des Leiters der Auslandabteilungen der GPU beschlossen wurde, alle Kräfte des Marxismus auf den Kampf gegen den Nationalsozialismus zu konzentrieren. Wenn möglich, solle noch im Juli der Generalangriff gegen das nationalsozialistische Deutschland eröffnet werden, wofür die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung gestellt würden. Die kommunistische Partei Oesterreichs habe u. a. Weisung aus Moskau erhalten, einige Terrorakte gegen nationalsozialistische Führer oder maßgebende reichsdeutsche Persönlichkeiten in Wien zu verüben. Die Attentate sollen aus den Reihen der Heimwehr oder der Sozialdemokratie erfolgen, um eine wesentliche Verschärfung der österreichisch=deutschen Beziehungen zu erreichen. „Gott und Volk, Kirche und Staat“ Eine Rede des preußischen Kultusministers Dr. Rust Kommunistische Angriffspläne? Die Schuldigen an den Wiener Bombenanschlägen Reichsminister Dr. Göbbels: Der Faschismus und seine praktischen Ergebnisse Nr. 78. Eine programmatische Rede des Propagandaministers Reichominister Dr. Goebbels führte bei Eröffnung der Sondervortragsreihe des Sommersemesters in der Deutschen Hochschule für u. a. aus: Der Faschismus ist ein Phänomen, das mit Mussolini zum erstenmal in die Welt der Erscheinungen eingetreten ist. Der Faschismus erhielt von Mussolini nicht nur Idee, sondern auch Form, Gestalt und Organisation. Mussolini selbst ist als ein Phänomen des Willens und der Idee anzusprechen. Mussolini hat zum erstenmal den Marxismus als politische Erscheinung aus der Welt der Tatsachen ausgeräumt und hat zum erstenmal den klassischen Beweis angetreten, daß der Marxismus als Arbeiterbewegung überwunden werden kann nicht aus reaktionären Motiven heraus, sondern aus ausgesprochen sozialen Motiven heraus. Der Faschismus als solcher war der erste machtpolitische Protest gegen den Liberalismus. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß die politische Richtung, die wir heute in Italien mit dem Titel„Faschismus“ und die wir heute in Deutschland mit dem Titel„Nationalsozialismus“ zu belegen pflegen, nach und nach ganz Europa erobern wird. Der Marsch auf Rom ist der erste Versuch gewesen, die liberale demokratische Geisteswelt zu zertrümmern und an ihre Stelle eine neue Art gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Denkens zu stellen. Der Faschismus hat zum erstenmal den üblichen exorbitanten Massenwahn ersetzt durch das Prinzip einer neuen Persönlichkeitsführung des Staates, der Wirtschaft und Industrie. Ganz selbstverständlich ist es, daß bei so ausgesprochener Betonung des Persönlichkeitsgedankens ein Aequivalent dem Volke gegenüber geschaffen werden muß. Dieses Aequivalent ist im faschistischen Korporationssystem zu erkennen. Der Faschismus ist aber nicht nur antiliberal, er ist auch antipazifistisch. Und hier erleben wir nun das erste Mirakel, indem er antipazifistisch ist und trotzdem den Frieden bewahrt. Ich bin der Ueberzeugung, daß Europa, wenn es national gegliedert ist, viel besser den Frieden hüten kann, als dieses Europa des liberalen Geistes. Die Nationalsozialisten stehen auf gleichem weltanschaulichen Boden. Sie verfechten nicht nur die Ehre des eigenen Volkes, sie respektieren auch die Ehre des anderen Volkes. Das dritte Prinzip, das der Faschismus verfocht, war der Kampf gegen die Anonymität. Die liberale Demokratie gibt niemals ihren Namen für ihre Sache her; am liebsten möchte sie ganz namenlos sein, und die wirklichen Regenten der Demokratie stehen ja auch nicht im Rampenlicht, sondern sie pflegen sich meistens hinter den Kulissen aufzuhalten. Sie sind heute demokratische Partei, morgen Staatspartei und übermorgen sind sie angeblich überhaupt nicht mehr vorhanden. Mussolini übernahm für sich und seine Partei die Macht, um die Verantwortung offen vor der eigenen Nation und vor der gesamten Welt feierlich auf seine Schultern zu nehmen. Das bedingt den Kampf gegen jene falsche Art von Humanität. Mit Stumpf und Stiel hat man das falsche Humanitätsideal der liberalen Demokratie ausgerottet und es ersetzt durch ein neues Ideal mannlichen Heroismus. Es war vielleicht das größte Verhängnis Europas im Jahre 1914, daß die Nationen von Greisen regiert wurden. Diese Vergreisung hat sich über den Krieg hinausgeschleppt. Das war vielleicht das Beleidigendste und Aufreizendste für die Jugend der Nation, die aus den Schützengräben zurückkehrte, daß sich trotz des Fegefeuers, das sie durchschritten hatte, an der politischen Gestaltung der Völker nichts geändert haben sollte. Dieses jugendlich=faschistische Italien ist bis zum Bersten ausgefüllt von schöpferischer Kraft. Die Blüte der Nation ist wirklich von dem Ehrgeiz besessen, Geschichte zu machen. Mussolini ist etwas mehr als Cäsar. Er ist auch mehr als ein Parteiführer. In ihm ballt sich zusammen Jugend und Wille. Wenn ich ein gewagtes Wort sagen darf, dann möchte ich fast erklären: Mussolini ist ein preußischer Römer! Ein Mann von solcher Herrscherselbstverständlichkeit mußte von vornherein auf dem Standpunkt stehen, wenn diese Organisation siegt, dann gebührt ihr der Sieg hundertprozentig. Diese Organisation kann nicht dazu geschaffen ein, mit anderen Parteien zu paktieren. Deshalb hat er in schweren, immer sich wiederholenden Schlägen die anderen Parteien zu Boden geschmettert. Das“ große Problem des faschistischen Werdens bestand darin, den Faschismus als Funktion in den Staat einzubauen. Diese politische' Organisation darf nicht neben oder hinter dem Staat stehen, sondern sie muß sich mit dem Staat verschmelzen und ihm die Ueberzeugung einimpfen, daß sie eigentlich der Staat sei. Die Mehrheit mag der Allgemeinheit den Stempel geben, aber die Minderheit macht Geschichte. Nur dann wird ein Regime von Bestand sein, wenn es seine Rückendeckung im Volk selbst findet, nur dann wird aber das Regime die Rückendeckung im Volke finden, wenn es eben die Politik des Volkes betreibt. Das heißt mit anderen Worten: Der Faschismus ist wie der Nationalsozialismus das stolze Vorrecht einer Minderheit. Diese Minderheit aber stellt keine dünne Oberschicht dar, die, in der Hauptstadt sitzend, nun das Geschick des Staates bestimmt, sondern diese Minderheit ist hierarchisch in das deutsche Volk hineingebaut. Der oberste Chef des Staates ist auch der oberste Chef der faschistischen Partei. Der Faschismus hat das italienische Volk bis in das letzte Glied durchtränkt. Er hat sich vollkommen der Jugend bemächtigt, und diese Jugend wächst, ohne etwas anderes die deutsche Presse in die Verantwortung des Staates mit einbeziehen. Das Recht, Zeitungen zu schreiben, ist eine Pflicht dem Staate gegenüber. Wenn ein Staat verlangt, daß ein Arzt von ihm approbiert wird, wie viel mehr hat der Staat das Recht zur Approbation einem Manne der öffentlichen Meinung gegenüber, der ganze Volksklassen vergiften und verseuchen kann. Das soll durchaus nicht aber heißen, daß in den großen grundsätzlichen Fragen der Nation im Volke eine Meinung herrschen muß. Der Grundsatz muß gleichlauten. Lautet er nicht gleich, dann müssen die Männer des Staates oder des Volkes diese Gleichschaltung vollziehen, auch wenn dabei die eine oder andere Individualität zu Schaden kommen könnte. Wir sind nicht an die Spitze des Staates gestellt, um die Individualitäten zu schonen, sondern um dem Volke seine Lebensrechte zu erkämpfen.(Beifall.) Sie sehen in Italien keine Müdigkeit mehr. Es ist, als hätte sich dieses Volk das Wort Wilhelms I. zum Wahlspruch genommen:„Wir haben keine Zeit, müde zu sein.“ Mussolini bekümmert sich um das Volk nicht nur bei der Arbeit, sondern auch nach der Arbeit. Die neuen Reichsminister Dr. Kurt Schmitt Dr. Darré wurde zum Reichswirtschaftsminister und zum übernahm das Reichsernährungsministerium und preußischen Wirtschaftsminister ernannt. das preußische Landwirtschaftsministerium als den Faschismus zu kennen, in den faschistihinei: außerhalb des ngst eingetrocknet. schen Staat hinein. Der junge Faschist hat das dunkle Empfinden, daß sich in Deutschland ein ähnlicher Prozeß vollzieht. Auch der Faschismus, auch Mussolini hat vieles gelassen, was eigentlich nicht unmittelbar zum Wesen des Faschismus gehört. Diese junge Partei ist so traditionsgebunden und so von Pietät der eigenen geschichtlichen Vergangenheit erfüllt, wie es eine stockkonservative Partei nicht besser sein könnte. Im Westen Europas ist vielfach die Meinung verbreitet, daß die italienische Intelligenz dem faschistischen Regime feindlich, oder mindestens reserviert gegenüberstehe. Davon kann gar keine Rede sein. Was an Intelli Faschismus liegt, i Man hat gar nicht mehr das Bedürfnis, sich damit auseinanderzusetzen, ohne es zu beseitigen. Es fängt an— und das ist das Schlimmste, was dem Intellektualismus passieren kann—, langweilig zu werden. Der Faschismus hat zum erstenmal den Versuch gemacht, den Film in den unmittelbaren Dienst des Staates zu stellen. Ich kann im Augenblick kein bindendes Urteil darüber abgeben, ob dieser Versuch gelungen ist, ich wüßte auch nicht, ob man ihn in Deutschland nachahmen sollte. Jedes Volk hat seinen Nationalismus, und es wäre das Verhängnisvollste, wenn man versuchen wollte, blind und urteilslos den Nationalismus eines anderen Volkes zu übernehmen. Was aber imponierend ist am jungen Italien, das ist sein Wagemut, zu bauen. Wir beginnen ja in Deutschland jetzt auch damit; nicht, als hätten wir es dem Faschismus abgeschaut, sondern weil es unsere feste Ueberzeugung ist. Völker und Männer werden sich niemals in Reformen auf diesem und jenem Gebiet des täglichen Lebens verewigen, verewieen 4i Mölser immer nur im unzerstörbaren Stein. Die italienische Presse ist nach einem neuen Gesetz reglementiert worden. Wir werden ja in absehbarer Zeit in Deutschland selbst Rechte und Pflichten der deutschen Presse festlegen müssen. Einiges aus dem italienischen Pressewesen ist für uns verwendbar, vieles entspricht nicht dem deutschen Volkscharakter. Das aber steht fest: Wir müssen Die faschistische Partei hat eine Niesenorganisation von mehreren Millionen aufgezogen, in der ist alles zusammengefaßt: Volkstheater, Volksspiele, Sport, Touristik, Wandern, Singen, und wird vom Staate mit allen Mitteln unterstützt. Auf die kommende Generation darf ein junger Staat niemals verzichten. Deshalb können wir Nationalsozialisten verstehen, warum Mussolini sich mit dem Vatikan über die Jugendfrage auseinandersetzen mußte, warum es da kein Nachgeben geben konnte. Der Faschismus ist nicht ohne Opfer an die Macht gekommen. Nahezu 5000 Tote sind für die Machtergreifung, für die faschistische Bewegung zum Opfer geworden. Diese Toten sind heute die Regimenter, die die faschistische Revolution anführen. Der Faschismus ist uns zehn Jahre voraus, nicht absolut, denn wir haben in den 12 Jahren unserer Opposition manches schon getan, was er nach der Uebernahme der Macht tun mußte. Er hat aber Zeit geyavt, zehn Jahre lang in den Staat hineinzuwachsen. Das müssen wir nachholen. Eine Revolution hat die historische Pflicht, ganze Sache zu machen und dabei nicht sentimentale Hemmungen zu verspüren. Keine Kompromisse! Das heißt: man hat die Macht entweder ganz, oder man hat sie gar nicht. (Beifall.) Wenn die Jugend an die Führung des Staates kommt, dann muß sie arbeiten, mehr arbeiten als die Alten. Sie darf niemals müde werden. Sie muß dem ganzen Staat das Tempo aufdrücken. Es wird viel zu langsam gearbeitet in den Regierungen. Man muß die Dinge anpacken, und auch einmal den Mut haben, über die Schranken der Bürokratie hinwegzuspringen. Was aber getan wird, das muß für das Volk und mit dem Volke getan sein. Niemals darf sich ein revolutionäres Regiment im Gegensatz zum Volke befinden. So wie Italien an seinen Duce glaubt, so muß Deutschland an seinen Führer glauben. Wenn ich zum Schluß noch eine Mahnung aussprechen darf: Helfen Sie uns, die Parteien zu zerschlagen. Es darf davon nichts mehr übrig bleiben. Es darf in der Nation nur einen Willen und eine Entschlossenheit geben, und die kann eben nur von einer Organisation mobilisiert werden. Wir werden in zehn Jahren ein einiges Deutschland darstellen, so wie Italien heute ein einiges Volk ist. Wir werden in diesen zehn Jahren zueinander finden, und wir werden auch in diesen zehn Jahren wieder die Kraft gewinnen, mit allen Schwierigkeiten fertig zu werden. Wir stehen heute in Deutschland im Anbruch einer ganz großen geschichtlicher Entwicklung. Die größten inneren und äuße ren Probleme sind uns zur Meisterung in die Hand gegeben. Wir haben keinen Grund, diese Probleme als unüberwindlich anzusehen wir müssen sie nur anfassen, müssen der Glauben haben, sie meistern zu können Adolf Hitler zeigt uns den Weg! Dortm 90 Vor der Auflösung des Zentrums Rosenberg über den„Zentrumsturm“ Alfred Rosenberg beschäftigt sich im„Völk schen Beobachter" unter der Ueberschrift„Dei Zentrumsturm“ mit dem Schicksal der Zentrumspartei. Rosenberg nennt das Zentrum ein Ueber. bleibsel einer innerlich und äußerlich schon über wundenen Vergangenheit und sagt, es zeigt sich daß das Zentrum sich offenbar der Situation bewußt ist und die Selbstauflösung in seine unmit telbare Betrachtungssphäre gezogen hat. Das diese Auflösung in einer Weise erfolgt, die mög lichst wenig an Kränkungen in sich birgt, wün. schen auch wir. Uns hat niemals daran gelegen, einen politischen Gegner ohne Zweck zu beleidigen; wir betrachten die ganze deutsche Entwicklung nicht vom Standpunkt eines früher Gekränkten und Verfolgten, sondern durchaus im souveränen Bewußtsein eines Siegers und eines Vorbereiters neuer positiver Staatsgrundlagen. Wir glauben, daß die große Dynamik unserer Tage symbolisch ist für einen Führer, von dem die„Kölnische Volkszeitung“ richtig sagt, daß er eine Macht besitzt, wie niemals ein Kaiser in Deutschland und der über alle Widerstände hinweg gehen wird. Wohl schon in nächster Zeit wird sich zeigen, in welcher Weise sich die Führung des Zentrums zu entscheiden gedenkt, und wir unsererseits hoffen, daß die Entscheidung so ausfällt, wie sie zum Wohle der deutschen Nation und zur Führung des großen Schick. salskampfes des Deutschen Reiches notwendig Am 29. 1 Reichswerbet gendwandern Die Ortsgru verschiedener abhalten kön den, daß er 2. Juli dur ist. Mandatsniederlegung Wie das Contibüro aus Dortmund erfährt, hat der Zentrumsabgeordnete Dr. rer. pol. h. e. Florian Klöckner sein Reichstagsmandat niedergelegt. Enthüllungen über die B Der Opfer bergen hat d für das Juce sem Tage w men mit de bitten. Jede bare Aufgab ten an diese Volksgemein nur für die Zukunft, der derer gesund anwachsende werden als deutschen Ju Aber die Ni bemerkbar. was dringen bald Hilfe! daß das mü halten werdDas Wand Deshalb sind gewiß, daß und daß der gendherberges ein werdend Kultusminister Schemm über die Religion im neuen Staat Die Ree In Eggenfelden(Niederbayern) sprach im Rahmen einer großen Eltern= und Lehrerkundgebung Kultusminister Schemm über„Die Religion im neuen Staat“ Der Minister führte etwa aus, der Nationalsozialismus sei unzertrennbar mit dem Christentum und der Religion verbunden. Ihn davon loslösen zu wollen, hieße ihn zerstören. Die Kreise, die das große Geschehen der Gegenwart nicht begreifen wollten, seien in ihrem Grundwesen Feinde des Vaterlandes und des Christentums. Dazu gehörten auch diejenigen, die hinter Schloß und Riegel säßen, weil ihnen urkundlich habe Landesverrat nachgewiesen werden können Auf Grund unserer Beobachtungen und Haussuchungen, erklärte der Minister, ist ihnen die Verbindung mit den Feinden des Nationalsozialismus in Oesterreich nachgewiesen, aber auch die Verbindung mit Frankreich und der Tschechoslowakei. Das wesentlichste ist aber ein umfangreiches Dokument, das einen ganz klaren Kriegsplan gegen den Nationalsozialismus enthält. Auch die BOp löst sich auf Die Somm die dieses I ren sollte, ist Bi Plattö## 12 Mien Wie das Contibüro in München hört, steht innerhalb der Bayerischen Volkspartei der Beschluß fest, sich ebenfalls selbst aufzulösen. Einzelheiten darüber sind in den allernächsten Tagen zu erwarten. Amerikanischer Wirtschaftsführer bezeichnet die Greuelmeldungen über Deutschland als Schwindel Der Vizepräsident der Roosevelt Stemship Company, Basil Harris, erklärte nach seiner Rückkehr aus Deutschland amerikanischen Pressevertretern gegenüber, daß die in Amerika verbreiteten Schilderungen deutscher Verhältnisse zu 90 Prozent Schwindel seien. Kein Amerikaner, der mit Deutschland Geschäfte mache oder Deutschland besuchen wolle, solle sich durch ein solches Gerede von seinen Absichten abbringen lassen. Vör acht D ek hew mi d ek bi uoppen graute Täew dat de Sieber Wiäken mäkt Et es joa er Oawer wat! riegel siet: P gen de Wuo Korn fängt( es niks doa wä in de le at in fräuhe Kiärmis mär grasgrein. 2 niks. de Su Bahn fäuerst süß hiest Du Funk war er Geld utgafft Dokter, gefro ink verkeihlt wo de Krat ek oader ek Dokter, gaf leit däen Fr Geschichte liäh drin beschriet oallen Funk däem Dokter schichten un Original solle kann me sik d. Tieden nit g Doa riängt gäeht, meit: Ek har vüer, te plünnern, 1 Pahatt se Fwuess Mlatt zum Dortmund-Mengeder Tokal-Rnreiger Nr. 78. Samstag=Sonntag, den 1. u. 2. Juli 1933. 14. Jahrgang. Schwierigkeiten fertig## heute in Deutschland in z großen geschichtlicher ößten inneren und äuße us zur Meisterung in die aben keinen Grund, diese überwindlich anzusehen r anfassen, müssen den e meistern zu können. eigt uns den Weg! iflösung des ums n„Zentrumsturm“ Lokales Dortmund=Mengede, den 1. Juli 1 schäftigt sich im„Völk r der Ueberschrift„Der Schicksal der Zentrumss Zentrum ein Ueber. ind äußerlich schon über t und sagt, es zeigt sich, enbar der Situation beuflösung in seine unmit äre gezogen hat. Das Weise erfolgt, die mög igen in sich birgt, wün. niemals daran gelegen, ohne Zweck zu beleidiganze deutsche Entwicksunkt eines früher Gei, sondern durchaus im eines Siegers und positiver Staatsgrunddie große Dynamik unfür einen Führer, von kszeitung“ richtig sagt, , wie niemals ein Kaier über alle Widerstände Wohl schon in nächster welcher Weise sich die zu entscheiden gedenkt, ffen, daß die Entscheizum Wohle der deutfrung des großen Schicksen Reiches notwendig derlegung uus Dortmund erfährt, nete Dr. rer. pol. h. e. lichstagsmandat niedern über die P hemm über die ieuen Staat Am 29. und 30. April fand der fliche Reichswerbetag für Jugendherbergen u Jugendwandern im ganzen Deutschen Reigtatt. Die Ortsgruppe Mengede hat den Metag verschiedener Umstände wegen damasnicht abhalten können. Es ist nun bestimzworden, daß er hier am morgigen Sonnl den 2. Juli durchgeführt wird. Der Opfer= und Werbetag für Iudher bergen hat den Zweck, das ganze deut Volk für das Jugendherbergswerk aufzuruse#eln diesem Tage werden die Herbergsfreunszusammen mit der wandernden Jugend 1 Hilfe bitten. Jeder erfüllt eine wichtige 1 dankbare Aufgabe, wenn er sich nach best Kräften an diesem Opfer für ein Werseutscher Volksgemeinschaft beteiligt. Er hilfthnit nicht nur für die Gegenwart, sondern a# für die Zukunft, denn das Wandern ist m besonderer gesundheitlicher Bedeutung#das heranwachsende Geschlecht. Die Jugeherbergen werden als Rast= und Heimstättt von der deutschen Jugend geschätzt und ge###ufgesucht. Aber die Not der Zeit macht sisauch hier bemerkbar. Gar manches muß terbleiben, was dringend notwendig ist, unsvenn nicht bald Hilfe kommt, dann bestehtste Gefahr, daß das mühsam Geschaffene nu mchr ge halten werden kann. Das Wandern steckt uns Deutsc im Blute. Deshalb sind auch die Jugendhhergsreunde gewiß, daß ihr Ruf nicht ungört derhallt und daß der Opfer= und Werstag für Jugendherbergen zum Zeichen freuger Hilfe für ein werdendes Volkswerk wir Die Rodel Rümes. erbayern) sprach tern= und LehrerkundSchemm über„Die wa aus, der Nationalnbar mit dem Christenzerbunden. Ihn davon ze ihn zerstören. Die schehen der Gegenwart eien in ihrem Grundndes und des Christen. diejenigen, die hinter weil ihnen urkundlich wiesen werden können Beobachtungen und der Minister, ist ihnen Feinden des Nationalnachgewiesen, aber Frankreich und der sentlichste ist aber ein das einen ganz klaren tionalsozialismus entlöst sich auf München hört, steht hen Volkspartei ich ebenfalls selbst ten darüber sind in u erwarten. irtschaftsführer Zuelmeldungen als Schwindel Roosevelt Stemship erklärte nach seiner and amerikanischen , d a ß d i e i n A m e r i k a deutscher Verhältwindel seien. Kein hland Geschäfte mache wolle, solle sich durch seinen Absichten abDie Sommersonnenwendfeierder Germanen, die dieses Jahr eine Wied##elebung erfahren sollte, ist leider verregng Nach unserem Sprachgebrauch hat die Sonne gegen Ende Juni ihren höchsten Stand erreicht; wir haben die Tag= und Nachtgleiche. Nun wendet sie sich und sinkt wieder. Die Tage nehmen ab. Diese Sonnenwende haben unsere Vorfahren zum Anlaß genommen, große, schöne Feste zu feiern. An diesen Festen durften selbst die Sklaven, die das ganze Jahr nur ihrer Arbeit nachgingen, teilnehmen und sich mit ihren Herren freuen. Am Tage der Sonnenwende versammelte der Hunno, der Führer einer Hundertschaft, die wehrfähigen Männer in einem Walde um sich. Hier wurden Beratungen über alle Angelegenheiten der Hundertschaft gepflogen und die jungen Leute wurden feierlich in die Zahl der Wehrfähigen aufgenommen. Während dieser Besprechung waren Frauen und Sklaven emsig beschäftigt, einen Festschmaus zu bereiten, für den ein weißes Fohlen geschlachtet und gebraten wurde. War die Versammlung der wehrfähigen Männer, die man das Ding(Thing) nannte, beendet, so versammelten sich Männer und Frauen. Sklaven und Kinder, um den fröhlichen Teil des Sommersonnenwendfestes zu begehen. Es wurden während des Schmauses Spiele, Schwertkämpfe, Waffentänze, besonders der Hecht gezeigt. Man nannte ihn auch Königssprung. weil man über mehrere nebeneinanderstehende Pferde springen mußte. Es war das Lieblingsfest der Germanen. Das ganze Jahr hindurch sah man mit Spannung und Freude dem Tag der Sonnenwende entgegen. Für jung und alr war es der größte Festtag des Jahres. Nun kamen die Missionare, die das Christentum einführten und allen heidnischen Gebräuchen ein Ende machten. Dazu gehörte auch das Sonnenwendefest der Germanen. Die Missionare stießen auf heftigen Widerstand. Trotz des Verbotes der Männer der Evangeliums schlichen die heidnischen Germanen in ihre Haine, um ungesehen diesen Festtag still zu begehen. Da es unmöglich schien, die alten Deutschen von diesem Fest abzuhalten, kamen die Missionare auf den Gedanken, dieses heidnische Fest in ein christliches umzuwandeln, das mit äußerer Freude und Vergnügen begangen wurde, nachdem die kirchliche Feier beendet war. Die Kirmes oder das Kirchweihfest trat nun an die Stelle des Sommersonnenwendfestes. Hierauf dürfte auch die Bodelschwingher Kirmes, die tief in das graue Mittelalter reicht, ihren Ursprung zurückführen. In früheren Jahren wurde in dem Festzuge des Bodelschwingher Schützenfestes ein weißer Bock mit geschmückten Hörnern geführt, den der Schützenkönig der Königin zum Geschenk machte. Dieser Ziegenbock sollte das weiße Fohlen darstellen. das zum Sonnenwendeschmaus bei den Germanen geschlachtet wurde. Die Germanen konnten nun feiern, aber es war nicht mehr ein heidnisches, sondern ein christliches Fest. Die Kirche und unsere Vorfahren kamen zu ihrem Rechte. In diesem Sinne wollen auch wir die Bodelschwingher Kirmes feiern. Bi us Plattbütsche Eck s5 Mengen un Amgiegend. (Natdruck verboten.) Mien leiwe Redaltör! 26) Vör acht Dag härren wi Sommersanfang un ek hew mi dat Fiärnberr vierkriegen, wiel at ek bi uoppen Fenster schlosp un sik süß miene graute Täew verkeihlt. A wann't woahr es, dat de Siebenschlöepersdag dat Wiär för sieben Wiäken mäkt, dann künn vi wat vermaut sien. Et es jog en Jammer ün dat schäune Hei. Dawer wat wost du maken? Ne oalle Burenriegel siet: Päeter un Pzul briekt däem Roggen de Wuortel. Wat sovüel heiten sall, dat Korn fängt an te riepen. Oawer düet Joahr es niks doavan te märken. Ok de Giärst wä in de leste Tied veniger angebaut wät, at in fräuhern Joahren un op Bolschwinghs Kiärmis mäerstens in Tieler stonn, es noch grasgrein. Dat Wiär es ok för de Menschen niks. de Sunn fäehlt, un wann Du in de Bahn fäuerst, maußt Du't Finster tau maken, süß hiest Du en Schmwen. De oalle Doktor Funk war es van en Mann, wä nit gäern Geld utgafft un besunners nit gäern för en Dokter, gefroagt:„Dokter, wat dau it, wann't ink verkeihlt het?“—„Dat kömmt drop an, wo de Krankheit larutwell; entweder haust ek oader ek maut prusten“, sag de Onkel Dokter, gaf sienen Brunen de Spuoren un leit däen Froager stoahn. Wann ek ne GeGeschichte liäs, wo son richten Landdokter drin drin beschriewen vät, dann stell ek mi däen oallen Funk vüer, wä in siene Art niäben däem Dokter ok en Philosoph was. Alle Geschichten un Utdrück, van däem westfölschen Original sollen gesammelt wären. Oahne jähm kann me sik dat Rengsche Duorpbild ut fräuhern Tieden nit gut vüerstellen. Doa riängt all wier! Wann dat sau widergäeht, meit wi op de Kiärmis Grok drinken. Ek har vüer, op de Kiärmis mien Rausengarn te plünnern, üm dat Kiärmisgeld harutteschloan. * Ausflug. Am Tage der Jugend machte der Kindergottesdiensthelferkreis seinen hergebrachten Ausflug. In rascher Fahrt ging es über Haßlinghausen, wo der Leiter als Hilfsgeistlicher seine erste Gemeinde hatte. Von Wuppertal ging es dann nach Schloß Burg, das mit seinen reichen Schätzen der Vergangenheit großes Interesse fand. Müngstener Brücke und Renscheider Talsperre wären weitere Ziele. Eine stille Abendstunde wurde noch in Haus Friede bei Hattingen verlebt, dann ging es frisch und dankbar nach Hause. * Jahresfeier. Die Frauenhülfe MariaMartha Nette hielt ihre Jahresfeier unter guter Beteiligung im Saale Wiemann ab. Aufführungen und Volkstänze fanden viel Beifall. Der Frauenchor sang unter Leitung von Herrn Lehrer Reinoldsmann. Begrüßungsworte und Schlußansprache hielt Pfarrer Dr. Stencer, worin er auch die Großeltern begrüßte als Gäste des Vereins, denen es gelte. Sonne ins Leben zu bringen. Ueber wahre Frauenhülfe sprach Herr Pastor Topp=Wickede in seiner Festansprache. * Das Fest der Jugend. Bei günstiger Witterung findet die für heute abend vorgesehene Sonnenwendfeier statt. * Großer Nationalflug des Reichsbundes deutscher Brieftaubenzüchter. Am Sonntag, den 2. Juli 1933, anläßlich des 16. Abgeordnetentages des preuß. Landeskriegerverbandes und der 43. Hauptversammlung der deutschen Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft in Potsdam findet ein großer Nationalflug des Reichsbundes deutscher Brieftaubenzüchtervereinigungen im Beisein von Vertretern der Regierung und anderer Gäste statt. Etwa 5000 Tauben werden an diesem Tage die Grüße der in Potsdam teilnehmenden Kameraden, ihrer Heimat überbringen. Insbesondere werden 50 ausgewählte Tauben in Depeschenhülsen Telegramme des Präsidiums des K. B. an die heimatlichen Vorstände übermitteln. Hohe Ehrenauszeichnungen sind ausgesetzt. Gleichzeitig ist dieser Flug durch eine Abgabe des errungenen Preises pro Taube zur Errichtung eines Ehrenmals für die Kr’etsbrief aube von besonderer Bedeutung. Auch die Gruppe Mengede beteiligt sich an diesem Flug. * Handel mit Uniformen und Abzeichen der NSDAP. Es wird nochmals auf die Veröffentlichung des Polizeipräsidenten vom 13. Juni hingewiesen. Wer trotz versagter Genehmigung den Handel mit Uniformen und Abzeichen nationaler Art weiter betreibt, wird in Schutzhaft genommen; die betr. Gegenstände verfallen der Beschlagnahme. Dasselbe trifft zu für die Geschäftsinhaber, die nach dem 10. Juli 1933 noch mit Uniformen und Abzeichen handeln, ohne im Besitz einer Genehmigung zu sein. * Politische Durchsuchungen und Festnahmen Auf Anordnung der Staatspolizeistelle wurde Montagabend gegen 22,30 Uhr eine Durchsuchung der Wohnung eines Paul B. in der Bodelschwingher Straße vorgenommen. Gefunden wurde ein Stempel der Firma Holstein& Kappert, Berlin, ein Stempelkissen, Quittungen des„Kämpfers“ und kommunistische Abbildungen. * Stadtverordneten=Sitzung. Am Montag. 3. Juli, abends 6 Uhr sind die StadtverordAufruf. Die Gleichschaltung der drei Invalidenverbände sowie des Angestellten=Invalidenverbandes in Mengede hat stattgefunden. Die neue Organisation unter der Schirmherrschaft des Volkskanzlers Adolf Hitler hat ihr neues Werk begonnen. Wir rufen allen fernstehenden Invaliden, auch Angestellten und Witwen im Auftrage des Staatskommissars Pg. Dörre zu: Kolleginnen und Kollegen, es wird Zeit, tretet ein in unsere Reihen. Es soll und muß jeder mithelfen, den neuen Staat aufzubauen, damit auch für die Aermsten der Armen etwas geschafft werden kann. Das ist nur möglich, wenn jeder zu seinem Teil dazu beiträgt, und nicht sagt und denkt, laß die anderen nur arbeiten, wenn die etwas bekommen, fällt für uns auch etwas ab. Es wird keiner mehr ernten, der nicht auch gesäet hat. Der Verband kann nur gestärkt werden, wenn sich jeder organisiert. Ab 1. Juli 1933 besteht für die Opfer der Arbeit nur ein Verband und zwar der NSRV. der deutschen Arbeitsopfer. Das Versammlungsleben wird in vollem Umfange wieder aufgenommen und durch rege Anteilnahme aller Mitglieder an den Verbandsaufgaben ist die Gewähr geboten, daß die Versammlungen interessant und im Sinne der Nationalsozialistischen Idee ausgeführt werden. Drum, ihr noch fernstehenden Kolleginnen und Kollegen, die Organisation soll und muß wieder aufblühen, zum Besten aller Invaliden und Witwen. Das kann nur erreicht werden, wenn jeder seine ganze Kraft im Sinne des Volkskanzlers Adolf Hitler für die gute Sache des Verbandes einsetzt. Heil Hitler! RSRV. der deutschen Arbeitsopfer. Hugo Munkenbeck, Propagandaleiter. neten zu einer Sitzung eingeladen. 14 Punkte harren der Erledigung. * Dortmunder Kriegsgefallenen=Ehrenmal. Die Arbeiten an dem Kriegsgefallenen=Ehrenmal gehen ihrem Ende entgegen. Bis auf den Bronze=Reiter ist alles fertiggestellt. In dankenswerter Weise hat sich nunmehr für kommenden Sonntag, den 2. Juli, die HitlerJugend in den Dienst der guten Sache gestellt und will zum Besten des Ehrenmals sammeln und Streichhölzer und Postkarten verkaufen. * Die Ferien des Stadtausschusses beginnen am 21. Juli und endigen mit dem 31. August 1933. In dieser Zeit dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung nur in eiligen Sachen abgehalten werden. Auf den Lauf der gesetzt. Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß. Sparsam waschen ist das A und O der Waschweisheit. Bei einem Doppelpaket Persil haben Sie 5 Pfennig Extranutzen, denn das Doppelpaket ist 5 Pfg. billiger, als 2 Normalpakete; das ist ein Vorteil, den Sie wahrnehmen sollten! Nahmen Sie immer Persil allein, ohne jeden weiteren Zusatz; es enthält allerbeste Seife in reichlicher Menge. Oawer at ek vüerhen met lange Stieweln im Garen kam, wören de Knoppen ful. So riänat jieden in sienen Weit. Trotzdäm sind se in Bolschwingh am Witteln un am Tiärn. En schäun Ding maut ek di van de graute Volkszählung vertellen. Wippstiädt hiet met Isbäell en grauten Striet drüm hat. At hä sik noah Fieroabend met siene Frau ächter däen grauten Buogen sat un ne düerstudäert har, stak hä de Stoahlfiär in'n Ingstkuoker un woll sik at„Haushaltungsvorstand“ indriägen. Wat? un met däen bestimmten Befiählstaun, wä se sik foarts noah de standesamtlike Trauung anäegnet hiet mok se jähren Mester kloar, dat säe däen Hushoalt vüerstönn.„Wann ek nit wör, dann söegh dien Geldbül ümmer ut, at wann du direkt vam Finanzamt käemst“, sag se, nahm jähm dat Schriewding af un satt sik buowen an un in de twedde Rieg kam ächter Wippstiädt dat Wort„Ehemann" te stoahn. „Hiest du dat sau loaten“, freig ek däem Mester. „Natürlik“, wann me de Blagen däen Willen deit„hült se nit. Ek hew mien Grammofon opdreiht un„So leben wir, so leben wir, so lefen wir alle Tage“ spielen loaten. En verrückten Käerl est doch. At hä vör en paar Joahr silwerne Hochtied fierer, woll Isbäell ne Ent schlachen, wa joa in an etracht van dä n haugen Dag nit tevüel was. Oawer de Mester kannt dat Oaller van däem Dier un dacht an däen Tantdokter un woll nit dran. At alls Küren nit helpen woll, besunn hä sik op de Metgliedschaft van Tierschutzverein un sagt: „Wat kann dat arme Dier doafüer, wann wie us füer fiefuntwintig Joahr kriegen het?“ Un de Ent es wüerklich am Liäben bliewen. Bi de Tellerig sind allerhand lustige Saken passäert. Et riängner doch am 17ten, at de Ziettels wier ingesammelt wäern solln. Un bi son Wiär tüt me nit ara däen Sundagsnomdagsutgoahrock an. Ek was oawer noch tiämlik in de Klüngeln, blauß mien Haut, in Ehren van Dag väeruntwintig Joahr woaren, wat alle Riängbuogenfarben an jähm betügt, mok van buowen beseihn, käenen guedden Indruck. Ek har nu in äenem Hus, wo wat bim Utfüllen van de Liest vergiätten was, wat noahtefroagen un drug unnen op däen elektrischen Buknabel. Doa deit sik im twedden Stock dat Finster uoppen un ne Stemm vertellt mi: „Heute geben wir nichts mehr.“ Schwapp, was dat Finster tau. Har mi dä guedde Frau för en Biäddel anseihn. Ek nahm mienen Haut af un schallt noch es. Taum Glück kam de Hushiär grade noah Hus, süß här ek noch lang lüen kunnt. An ne annere Stier hölln se mie vüern Gerichtsvollzieher un möken de Düer blauß luk uoppen, üm se forts wier te schluten. Ek har oawer käene Lust, lang te lueren, schauw mienen Utwies unner de Düer hiär un bueker so lang, bis at ek jemand kommen hor un brüller:„Hier Volkszählung. An der Tür liegt mein Ausweis.“ Ek woar fröndliks ingeloaten un hew sogar noch ne ganz güedde Iiaarr at Enschülligung kriegen. In äen Hus mog ek en ganz niggen Buogen utfüllen, wiel at de Oma met däem schäunen Popier däen Schmoaltpott taubunnen har. Op äenen har ne Frau, wä 1931 gebuoren was, 1907 hierroat un op en anner Blatt wöeren twäe Kinner am twedder August un fieften September im selben Joahr van äene Mauer gebuoren. Un doabi klagt use Regierung noch üewer Geburtenrückgang. Ek gäew wat drüm, wann ek es alle Buogen van Mengen düerseihn künn. En ganz lustig Bauk leit sik düewer schriewen. En Bekannten van mi, wä bi en paar oalle Lüe däen Tellziettel sewers utfüllen mocht, kräeg op de Froag: Mit wem verheiratet? de Antwort:„Met en Fraumensch“ —„Das ist doch selbstverständlich“.—„Set dat nit, leiwe Häer, miene Süster taum Biespiel es met en Mannsmensch verhieroat.“ M. l. R. Es di nit all opfallen, dat de Stadt so sparsam met'm Lecht ümgäeht? Fräuher brännten de Lampen all bi hellem. Dag, at wann se seggen wollen: Wi het jo. Van Oabend oawer sind se kum opblitzt, doa goaht se all wier ut. Härren se frähuer biätter in de Ecken un Oer löcht, dann härren de Spitzbaun nu nit so vüel Geliägenheit, im Düstern jähre Schandtaten te verrichen. De Afrüstungskonferenz het se opschuowen, för mi bedütt dat opgehnoben. Ek hew dat richtig vörutgesagt. Nu kann jieder maken, wat hä well un im Stillen lustig drop los baun: Schiepkes, Fleigers un Kanünkes. Wat ne Frächheit, äenfach üewer Dütschland Giftziettels uttestrein. Et glöwt joa käen Mensch an dat, wat se us doa vertellen wollen. Ek denk ok nit forts an Bomben. Dä knallt te harr un verroat däen, wä se schmiet. Oawer wann de Lumpen op däen Gedanken käemen, würklich Gift in Gestoalt van Bazillenkulturen üewer use Stadt afteschmieten? Wä süht't? Un wä kannt verhinnern? Doch doa regt sik käen Mensch im Utlan drüewer op. Wann wie ower met Rächt bi us im Hus ant Reinemaken goaht, wellt se sik ümbringen un küert van Messchenrächte. En Tant, wä getrocken wäeren sall, maut me ok anpacken. Rut doamet! D„esto küörter es de Pien. Du hiest joa auk en niggen Titel kriegen un büst jetzt„Luftschutzhauswart“. Gra at ek un sovüel annere Mengsche Büörgers. Oawer Spaß bisiet! De Sak es nit äernst genaug te niemen. Wät im Krieg metmakt hiet, wannt Bomben riängde, dä lacht nit drüewer. Wann dorüm nächstens de Versammlung van alle Luftschutzwarte inberaupen wäerd, draf käen Mensch fäehlen. De Sak es te wichtig, üm op de lichte Schuller genuommen te wären. Denk käen Mensch, hä wöer wiet vam Schüett. Wellt huoppen, dat wilt nit näudig het, us vör wahnsinnig geworene Menschen in de Eär te verkrupen. Wellt oawer ok, sowiet at gäeht, doafüer suorgen, dat Fraun un Kinner, Gebriäklike un Kranke im Augenblick der Gefoahr geschützt sind. Ek hew äenmoal seihn, wu in Frankrich ne Bombe tüschen Kinner schlaug, un wäer dat Bild so licht nit los. Nien leiwe Redaktör! Ek woll gerade noah Di kommen, üm Di en Breif ut Drüppelhusen te wiesen, wä mi Jandiek schriewen hiet. Oawer ek kräeg en„luftleeren Raum“ an mien Rad. Un dorüm well ek däen Breif kommende Wiäk int Blatt breugen. Dien Amadeus. Raerbeusüectolae In Mainz wird gegautscht Das„Gautschen", ein Jahrhunderte alter Brauch der deutschen Buchdrucker, wird jetzt wieder ausgeübt. Der Lehrling, der seine Lehrzeit absolviert hat, wird nach der Prüfung plötzlich von älteren Kollegen ergriffen und in einen Bottich voll Wasser getaucht. Während er noch im Wasser zapvelt. gießt ihm einer seiner Peiniger einen Becher Bier über den Kopf. Erst nach dieser Taufe. über die ein Diplom, der sogenannte„Gautsch=Brief“, ausgestellt wird, gilt der neue Jünger der„schwarzen Kunst" als vollberechtigter Buchdrucker. * Karneualszug— Beinah' Kirmesfestzug in Haspe Eine alte Tradition und eine schnurrige Angelegenheit Man stellt zunächst fest: Außer den Westfalen, die sich durch die Härte ihres Schädels und durch ihr angebliches„Nationalfrühstück“— Pumpernickel mit Schinken— auszeichnen, gibt es noch die Ennepesträßer, deren Schädel einige Grade mehr gehärtet sind und die den Pumpernickel aus Elberfeld beziehen. An dieser Ennepestraße liegt dann auch Haspe. Die zufällige Verbindung— über den Pumpernickel nämlich— ins Rheinland hat aber nichts zu tun mit der traditionellen Einrichtung des Hasper Kirmesfestzuges, der einige Jahre mal durch den Rundfunk übertragen wurde und der — nicht etwa eine Kopie des Kölner Karnevalszuges ist. Trotz der sprichwörtlichen Dickköpfigkeit hat der Ennepesträßer— und der Westfale — die Humoristika nämlich hinter den Ohren sitzen. Heute nimmt dieser Festzug wieder seinen Weg, die zu diesem Zweck herausgegebene KirmesFestzugszeitung gibt über die Entstehung dieses alten Brauches Aufschluß. Weil die liebe Polizei zur Zeit noch sehr geduldig war, und den lieben Nächsten nicht gleich durch Geldstrafen oder Einsperrung schrecken wollte, konnten die tollsten Sachen vom Stapel gelassen werden. Um solche Gelegenheit weidlich auszunutzen— was der eine nicht weiß, weiß bestimmt der andere— schloß man sich zusammen zu einer Gesellschaft„Ulk“, von der Akten aus dem Jahre 1857 vorliegen. Diese Gesellschaft veranstaltete zunächst ominöse Theatervorstellungen mit eigenem Programm, eigener Regie und eigener Besetzung. Auf dem Spielplan standen Reißer wie„Rante vor Gericht",„Die Hasper Börse“, ein lebendes Bild oder„Die Wahrsagerin“. Bezeichnend die Bemerkungen:„Anfang nach Belieben",„Hunde mit quittierten Steuerzetteln",„Soldaten und Polizei, insoweit solche sich durch ihre Gesandten als Louis Napoleon zu legitimieren im Stande sind, haben gegen ein Geschenk von 15 silbernen Kötern freien Eintritt". Der Laden flog mal auf, wurde wieder eingerichtet, in schalkhafter Weise und feierlichem Aufzuge berieten die Mitglieder der Gesellschaft„Ulk“ über ihre Mitbürger, stellten Diplome und„Strafmandate“ aus.... und trugen einmal zur Zeit der jährlichen Kirmes ihren schnurrigen Hausrat auf die Straße. Da war der Kirmesfestzug geboren. Seine diesjährige Zusammenstellung aus über 70 Wagen und Gruppen zeigt, daß der alte Geist noch die neuen Veranstaltungen trägt. Vieles ist rein lokaler Bedeutung, manches wird auch dem Außenstehenden klar, wenn er sich besinnt, daß Hagen=Haspe einen großen Sparkassenskandal hatte, in dessen Mittelpunkt der Direktor Pfordte stand, und wenn er weiß, daß der ausrangierte Bürgermeister Raabe hieß und der aussortierte Stadtvexordnetehvorsteher Sänger. „Da ist außer den traditionellen Wagen der rmesbauern mit seinem Gefolge, dem Wagen Die Eingemeindungskosten Bochums das Treiben des Angeklagten sei sehr verwech und bedinge bei Versagung mildernder U ände eine empfindliche Strafe. Er habe# kertrauen in der Bürgerschaft und des Ob ürgermeisters schwer getäuscht. Das Ger Stadtverordnetenvoisteher Reichstagsabg. Nientimp wegen Betruges zum hr Lehre dienen lass, da er zudem bisher n Nachteile der Stadt zu Gefängnis verurteilt Nachspiel zum Amngemeindungskampf Die Große Strafkammer des Landgerichtes Bochum verurteilte in einem ausgedehnten Prozeß den ehemaligen Stadtvererdneten und Reichstagsabgeordne. ten Nientimp(Bochum) wegen fortgesetzten Betruges zum Nachteil der Stadtverwaltung Bochum unter Versagung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis und zur Tragung der Kosten. Der Staatsanwalt hatte wegen Betruges in zwei Fällen ein Jahr 6 Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust beantragt. Der Fall der Anklage geht in die Zeit der Eingemeindungsverhandlungen und-kämpfe hinein, die sich im Jahre 1929 in ihrer endgültigen Entscheidung in Berlin abspielten. Der Angeklagte hatte von dem Oberbürgermeister Dr. Ruer den Auftrag erhalten, sich in der Eingemeindungssache zugunsten der Stadt Bochum bei den Abgeordneten und sonstigen Personen in Berlin in seiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter und Stadtgerordnetenvorsteher zu verwenden. Auslagen bei dieser Betätigung würden ihm von der Stadtkasse erstattet werden. Es handelte sich damals besonders um die Zuteilung der Gemeinden Werne und Langendreer nach Bochum und um Grenzteile auf den Gebieten der Städte Herne, Wanne=Eickel und Wattenscheid (Röhrenwalzwerk in Höntrop). Der Kampf der Stadt Bochum ging darauf hin, diese Gebietsteile eingemeindet zu erhalten. Der Angeklagte hat nun von der Stadt Bochum am 15. April 1929 eine Summe von 1000 RM. und am 27. Juli 1929, am Tage nach erfolgtem Eingemeindungsbeschluß im Sinne der Stadt Bochum durch den Eingemeindungsausschuß des Preuß. Landtages eine Summe von 2000 RM. als Ausgaben zur Auszahlung eingefordert. Auf Anweisung des Oberbürgermeisters Dr. Ruer wurden ihm die Summen ausgezahlt. Die letztere Summe von 2000 RM. hat er noch am gleichen Tage auf das Konto seiner nicht erwachsenen Tochter bei der Städtischen Sparkasse Bochum eingebracht, nach der Anklage, um sie der Versteuerung zu Hinterziehen. Die Staatsanwaltschaft stieß auf den Fall während der Ermittlungen, die in der Sache des Oberbürgermeisters Dr. Ruer eingesetzt hatten. Sie vernahm den Angeklagten, der in seiner ersten Vernehmung angab, 1000 RM. dem verstorbenen Vorsitzenden der Langendreerer Zentrumspartei, Studienrat Bideau, von den 3000 RM. gegeben zu haben, um diesen in der Eingemeindungssache für Bochum einzunehmen, die übrigen 2000 RM. habe er zu Ausgaben verwandt, die er zwei weiteren Herren aus Langendreer, die zu nennen er sich weigerte, und noch zwei Personen aus dem Industriebezirk für mehrere zugunsten Bochums gemachte Reisen nach Berlin in der Eingemeindungssache übermittelt habe. Diesen beiden Herren habe er sich gegenüber auf seine Offiziersehre hin verpflichtet, ihre Namen nicht zu nennen. Den in den Angaben des Angeklagten gegen den verstorbenen Studienrat Bideau liegenden schweren Vorwurf hat Nientimp während seiner 7wöchigen Untersuchungshaft durch die schriftliche Eingabe an die Staatsanwaltschaft wieder zurückgenommen. In der Verhandlung hielt er diesen Vorwurf nicht mehr aufrecht und erklärte nun, daß er dem verstorbenen Studienrat Bideau für eine im Sinne der Eingemeindungswünsche liegende Reise und mehrtägigen Aufenthalt in Berlin 200 RM. als Auslagenersatz übergeben habe. Auf Grund der Feststellungen der Beweisaufnahme kam das Gericht zu der vollen Ueberzeugung, daß der Einwand des Angeklagten völlig unglaubwürdig sei, daß er dem verstorbenen der Wetterpropheten und Wolkenschieber, ein Wagen„Aus der glorreichen Zeit des Direktors Pfordte“(„Das große Zechgelage und die Reisen in der Eingemeindungszeit“). Der Wagen wird gestellt von der Gesellschaft„Knapp=Ehrlich“— sie wurde zu diesem Zweck gegründet. Weiter ein Wagen„Es ist ein Vogel geflogen, ein Aar hat ihn geholt“, Wagen der Gesellschaft„Reinlichkeit“ —„Das große Aufwaschen in der Straßenbahn“ —.„Des Sängers Fluch oder Hans im Glück". Die Zeitsatyre kommt nicht zu kurz:„Heiraten oder nicht heiraten...?“(Wagen der Gesellschaft „Hagestolze“),„Auf der Darlehnskasse für erwerbslose Brautleute“(Wagen der Gesellschaft „Arbeitsheschaffung“) und ein Wagen„Das Handwerk hat einen goldenen Boden, wenn auch zur Zeit mit Talmi überzogen“. Man kann sich auf die Arbeit der bereits erwähnten Wolkenschieber nicht verlassen, deshalb sind im Wege des Zuges„Stützpunkte“ für allzu große Nachfrage nach Schatten eingerichtet, die aber auch zur Verfügung stehen, wenn es aus Kannen gießt. Und auch wenn alle Wolken hohl sind und auch der schärfste Wind aus ihnen keinen Tropfen schlenkert. Studienrat Bideau, der als Ehrenmann, erhaben über den Vorwurf des Angeklagten, anzusehen sei, auch nur einen Pfennig bezahlt habe. Auch den Einwand, die übrigen Summen vier Herren, die er nicht nennen wolle, für Reisen nach Berlin in der Eingemeindungssache übergeben zu haben, sah das Gericht ebenfalls als unglaubwürdig an. Der Angeklagte habe mindestens 2700 RM. in seine eigenen Taschen fließen lassen, um sich widerrechtlich zu bereichern. Das Gericht nehme an, daß der Angeklagte lediglich 300 RM. verwendet habe zu Ausgaben für Trank und Essen an Personen in Berlin, mit denen er im Sinne der Eingemeindungswünsche Bochums verhandelt habe. Durch sein Treiben sei die Stadt Bochum um 2700 RM. benachteiligt worden, und zwar durch Täuschung des Oberbürgermeisters. Bei der Vermögenslage des Angeklagten habe dieser zu einer solchen Bereicherung keine Veranlassung besessen, da er nach seiner eigenen Angabe 20000 RM. jährlich versteuerte, als Reichstagsabgeordneter 9000 RM. jährliche Bezüge hatte bei freier Bahnfahrt. Als Stadtverordnetenvorsteher wäre es an sich schon seine Pflicht gewesen, für die Stadt in der Eingemeindungsangelegenheit zu arbeiten, bei seinem Verweilen als Reichstagsabgeordneter in Berlin. nbestraft sei, habe das Gericht von einer Ve ängung von Ehrverlust Abstand genommen. Da nach Ansicht des Gerichts Fluchtverda## orliege, dauere die Untersuchungshaft noch foß r Angeklagte erklärte, gegen das Urteil sion anzumelden. Die 16 be Eine fußballe kndgültige Auflösung des Zechen-nird es in diese verbandes Eit, Hende eier Düsseldorf. Durch autoritären Entscheid krsitzenden Dr. e. h. Ernst Brandi ist nunmt#unsten dieser Heuenverband aufgelöst worden. Auf denettbewerb un suli ist eine Mitgliederversammlung des Bergseführt, an dem „Vereins einberufen, die sich mit der neugehmen. Diese siffenen Situation beschäftigen wird. eignet, das auch über die „„„ halten, sondern Holländische Reiteroffiziere ehren die ge# Die Einteil fallenen Ulanen" Unterbezirke üsseldorf. Die niederländischen Reiteroffi punkten, die zie, die sich an dem großen Reitturnier in Rinstadion beteiligen, werden am Samstag vosittag unter Führung von Rittmeister Ge Dan#en iu m vags van Ruland im Auftrage des niedertn####agung nach de sche Kriegsministeriums am Ulanendenkmal a.poll, denn die Rhe einen Kranz niederlegen. Die niederlän unterliege disch Reiteroffiziere bringen dadurch ihre be sonde Verehrung zu den im Kriege gefallene#### hat in Deuts deutsen Reitern zum Ausdruck. Pokalkonkurrenz ren Kronprinzen bänden des künftigen 6 dürften, gibt Daneben ist n Unsere vorbilhatten STRUMPFWAREN Mmmmmm m I Unsere Spezlalmarte Cermen sollder Strapazlerstrumpt aus prina künstlicher Waschseide, platthrt, mit sollder„Florsohle, In netm Farbensortiment Paar 1.10 Unsere Spezlalmarle „Edith“ der telntid Halbugslgeldenatut besonders strapazlerfählg durch Fürrand, Winkel- und Ballenschutz, owie beste Fußverstärkung, in neueser Farbenauswahl Paer 1.25 Unsere Spezlalmarke „Loni“ der besond. elegante, dichtmaschig istisssat s sentpmetmit Flgrane, vierfacher Schle, Ferse und Spitzt, sehr empichlerawer Paar 1.75 Unsere Reklame-Marke beliebter feinmaschiger Damenstrumpf aus Mattkungtselde, mit Florrand und Ballenschutz: sowie vierfacher Sohle, Ferse und Spitze, In modernen Farbtönen Paar 1.10 Unsere Spezlalmarke „Isolde“ der edle Matthugetseldenstrumpf, mit verlacher Schle und Spitze, In den neuen Modefarben wie eldechs, neumode, neubeige Paar 1.50 Fantasie-Herrensocken In moderner,„reichhaltiger Musterauswähl, bestens verstärkt,.. 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Jahren unter d spielstärksten Die Vorbedingu Hitler=Pokalspiel Fällen wurden niert, die am k antreten. 16. Juli die Vo Endsviel im Gri Wie Die Paarunge vorgenommen m in Elberfeld: N (Forst=Köl in Kassel: Nordh in Mannheim: 2 furt a. M in Leipzig: Frei ner=Berlin in Hannover: T Hamburg) in Breslau: Sch gen(Knel in Stettin: Pon in Königsberg: Danzig). Uns Westdeut Linie die Spiele unsere: beteiligt sind. teressant, sie bew ren Unterteilung gen kann. Die mehr oder wenig treten. Die Ma trauen in den schwere Gegner ter wird dafür westdeutschen Sy verwüstlicher Ka * daher auch danr schen Erfolg. we ren Falle die ausreichen sollte Nicht wenig einem K und nur einmal Im Elberfelde niederrhei mit folgenden Breuer=Düsseldo Düsseldorf. Hoh bierski=Düsseldor Worms. Nadler Solf=Saarbrücke Worms. Möbsmann. Lindnererscheint außero schaft zusammer Läuferreihe dür gewachsen sein. Angriffs ist Sturmführer zu Stürmern wird nach dem gegne auch ohne Berü terstützung durc mannschaft in Saar=Elf darf dafür stützt sie Svieler. Die geschlossenere El Einzelkönnen 8 800 Nordhe Die beiden Mai gandt=Marburg Pahatt geklagten sei sehr verwe" lagung mildernder U ge., Strafe. Er habe fürgerschaft und des r getäuscht. Das Ger Ausgang dieser Sache se , da er zudem bisher ni as Gericht von einer Ve st Abstand genommen. 12. Frichts Fluchtverda ntersuchungshaft noch fol te, gegen das Urteil Am Die 16 besten Mannschaften des erländischen Reiteroff großen Reitturnier in werden am Samstag ig von Rittmeister Ge -Marke Shuaetéelde, mit lenschutz; sowie Parbicne Spitze, dung des Zechen= Eine fußballose Zeit in dem bisherigen Sin * pird es in diesem Jahre nicht geben. Zwar hal andes alle Landesverbände des DFB ihre übliche Sve zeit streng ein. aber es sollen Ausnahmen gemas oritaren Entscheid dwerden, wenn es sich um Spiele zu Gunsten de irnst Brandi ist nunmeSnende für die Opfer der Arbeit" handelt. P selöst worden. Auf dabunsten dieser Spende wird im Monat Juli ei erversammlung des Ver########bewero um den Adolf=Hitler=Pokal dutdie sich mit der ven####0rk, an dem 16 Repräsentativmannschaften t# chäftigen wird Diese Pokalkonkurrenz ist nicht nur geeignet. das Interesse der deutschen Svortfreute . auch über die sonst übliche Zeit hinweg wachzfiziere ehren die ge salten. sondern es noch beträchtlich zu erhöhen. Ulanen" Die Einteilung des DFB=Gebiers in 16 Unterbezirke nach geographischen Gesichtspunkten, die im großen und ganzen der zukünftigen Gestaltung der Gaue entsprechen dürften, gibt dem Wettbewerb einen beson„meister Gn. deren Reiz. uftrage des niederländ Daneben ist natürlich auch die Tatsache der Ausam Ulanendenkmal artragung nach dem Pokalwettbewerb äußerst rizerlegen. Die niederla.“; denn die ingen dadurch ihre bes unterliegenden Mannschaften scheiden n im Kriege gefalleneia. an1 i. A.112: usdruck. Es hat in Deutschland bisher an einer zugkräftigen Pokalkonkurrenz gefehlt, die Kämpfe um den frühe— Kronprinzen=Pokal zwischen den Landewerbänden des DFB waren kaum geeignet, etwa so vopulär zu werden wie der englische Cup. ganz abgesehen davon, daß der Wettbewerb in den letzten Jahren unter dem mangelnden Interesse gerade der spielstärksten DFB=Verbände stark gelitten hat. Die Vorbedingungen für ein volles Gelingen der Hitler=Pokalspiele sind vollauf erfüllt, in allen Fällen wurden die stärksten Mannschaften nominiert, die am kommenden Sonntag zur Vorrunde antreten. Am 9. Juli folgt die Zwischenrunde, am Mungues Endipiel im Srunewald=Stadion zu Berlin. Wie sie aufmarschieren: Die Paarungen für die Vorrunde sind wie folgt vorgenommen worden: in Elberfeld: Niederrhein— Rheinhessen=Saar (Forst=Köln): in Kassel: Nordhessen— Württemberg(Hohl=Halle): in Mannheim: Baden— Mittelrhein(Fink=Frankfurt a. M.): in Leipzig: Freistaat Sachsen— Westfalen(Schlettner=Berlin): in Hannover: Hannover— Bayern(Trimpler= Hamburg): in Breslau: Schlesien— Provinz Sachsen=Thürin= gen(Knebel=Dresden); in Stettin: Pommern— Holstein(Holz=Berlin); in Königsberg: Ostvreußen— Berlin(BitzerDanzig). * Uns Westdeutsche interessieren natürlich in erster Linie die Spiele. an denen unsere vier Gaumannschaften beteiligt sind. Die Gebietsbegrenzung ist sehr interessant, sie beweist, daß man auch bei einer größeren Unterteilung starke Mannschaften herausbringen kann. Die vier WSV=Mannschaften könnten mehr oder weniger als WSV=Repräsentanten auftreten. Die Mannschaften gehen mit größtem Vertrauen in den Kampf, obwohl sie ausnahmslos schwere Gegner erhalten haben. Um so interessanter wird dafür aber die Kaftprobe sein, denn den westdeutschen Spielern wird nicht umsonst ein unverwüstlicher Kampfgeist nachgerühmt. Wir haben daher auch dann Hoffnungen auf einen westdeutschen Erfolg. wenn etwa in dem einen oder anderen Falle die technischen Qualitäten nicht ganz ausreichen sollten. Nicht weniger als dreimal kommt es zu einem Kräftevergleich West— Süd und nur einmal heißt es West— Mittel. Im Elberfelder Stadion spielen niederrhein und Rheinhessen-Saar mit folgenden Mannschaften: Buchloh=Speldorf. Hundt=Essen, Busch=Duisburg, Janes. Bender, Breuer=Düsseldorf. Schürfeld=Barmen, WigoldDüsseldorf. Hohmann=Benrath. Zwolanowski. Kohierski=Düsseldorf.— Rheinhessen=Saar: GisvertWorms, Nadler, Stubb=Frankfurt, May=Frankfurt, Sols=Saarbrücken, Mantel=Frankfurt, WinklerWorms. Möbs=Frankfurt, Conen=Saarbrücken. Heldmann, Lindner=Frankfurt.— Die Niederrheinelf erscheint außerordentlich spielstark. die Hintermannschaft zusammen mit der erstklassigen FortunaLäuferreihe dürfte auch einem stärkeren Gegner gewachsen sein. Auch an der Zusammensetzung des Angriffs ist nichts auszusetzen. Hohmann als Sturmführer zwischen den erfolgreichen FortunaStürmern wird dem Angriff den nötigen Drang nach dem gegnerischen Tore geben und so darf man, auch ohne Berücksichtigung der zu erwartenden Unterstützung durch das Publikum, die Niederrheinmannschaft in Front erwarten. Die RheinhessenSaar=Elf darf natürlich nicht unterschätzt werden. dafür stützt sie sich doch auf eine Reihe erstklassiger Svieler. Die Westdeutschen scheinen uns aber die geschlossenere Elf zu sein und das sollte neben dem Einzelkönnen für den Sieg ausschlaggebend sein. In Kassel heißt die Paarung: ri zu den Hitler=Pokalspielen B im Kampf— Vier westdeutsche Mannschaften im Wettbewerb— Zwei Spiele im Wsy-Gebiet: in Elberfeld und in Kassel beag n net50 Insocken tiger tens 23. voriltrümpfe wolle, In moer Auswahl Fn fehlern Farbenauswahl 1.25 strümpfe ie Waschselde fostmaschige ualltäten, gut prakben 05 1.10 mann=Kassel, Maintz=Fulda. Müller=Göttingen, Trageser=Kassel, Kammerl. Pletsch, Leugers=Fulda, Klein=Kassel.— Württemberg: Scheible=Stuttgart. Stuttgart. Diebold=Ulm. Graf=Böckingen, ZollerEßlingen. Tröger=Ulm, Förschler=Feuerbach, CozzaWalter 2=Böckingen. Baiers=Stuttgart, HandteStuttgart. Dürr=Feuerbach.— Hier ist ein ausgeglichener Kampf zu erwarten, bei dem man nicht wissen kann, welche Partei sich am besten zusammenfinden wird. Die Nordhessenelf scheint uns sehr geschickt zusammengestellt zu sein, die entscheidenden Posten werden von Spielern der Borussia eingenommen, von denen vor allem Maintz und Leugers besonderes Vertrauen verdienen. Sie werden dem Angriff aller Voraussicht nach die erforderliche Durchschlagskraft geben. Daneben ist auch die Verteidigung sehr stark. Württembergs Mannschaft hat in ähnlicher Zusammenstellung schon mehrfach gespielt, die Elf ist ausgeglichen stark und hat durchaus eine reelle Siegchance. Vielleicht können aber die Nordbessen den Vorteil der heimatlichen Umgebung entscheidend auswerten. In Mannheim stehen sich Westfaleus Vertretung muß nach Mitteldeutschland um hier in Leipzig gegen den Freistaat Sachsen anzutreten. Hier werden folgende Mannschaften den Kampf aufnehmen: Westfalen: MellageSchalke. Trawny=Bochum, Zajons=Schalke. Tibulski 2=Schalke. Bornemann! Valentin=Schalke Rosen, Czevan=Schalke, Kalwitzki=Gelsenkirchen, Kuzorra, Rothardt=Schalke.— Sachsen: Riemke=Leipzig. Schrepper. Dobermann=Leipzig, BergmannDresden, Carolin=Leipzig. Stössel=Dresden, Hartmann, R. Hoffmann=Dresden, Krauß=Leinzig. Helmchen=Chemnitz. Breidenbach=Leipzig.— Westfalen stützt sich natürlich fast ausschließlich auf die Elf unseres westdeutschen Meisters und DFB=Finalichen Schalke 04. Nur Scharmann und Nattkämper fehlen aus der Meisterelf. Ueber die spielerischen Qualitäten der Schalker braucht man kein Wort zu verlieren. Man darf ihnen nur anraten, nicht allzu sehr in ihr schablonenhaftes Spiel zu verfallen. sondern von Beginn an auf Erfolg zu spielen, denn die sächsischen Widersacher sind mehr oder weniger Könner von Format, die vor allem auch im Angriff so stark besetzt sind, daß für einige Torerfolge auch gegen den guten Mellage garantiert sein sollte. Das können die Schalker nur durch mehr Erfolge wettmachen. Baden und Mittelrhein gegenüber. Dieser Kampf hat natürlich seine Reize; denn einmal ist der Mittelrhein in erster Linie durch seine Fußballzentren Köln. Aachen und Bonn vertreten, dann aber stellt gerade Baden eine sehr starke Mannschaft, so daß man auch hier süd= und westdeutsches Können kritisch beurteilen kann. In der Mittelrheinelf erscheint besonders die Läuferreihe sehr stark, die mit den beiden Alemannen Wieke und Münzenberg. sowie dem Internationalen Leinberger den Angriffen bestimmt den nötigen Druck verleihen wird, so daß Erfolge fallen müssen. Der Sturm selbst ist aber auch sehr kampfstark. Heidemann hat noch letzten Sonntag in Frankfurt großes Können gezeigt, Ullrich hat gegen die Glasgow Rangers gut gefallen und Niggemeyer ist ein Sturmführer von besten Qualitäten.— Die Mannschaften heißen: Baden: Wittemann=Sandhofen, Haber=Waldhof. BurkhardtBrötzingen. Hergert=Pirmasens, Kamenzin=Mannheim. Größle=Neckarau, Langenbein=Mannheim, Fischer=Pforzheim. Siffling=Waldhof. TheobaldMannheim, Merz=Pforzheim.— Mittelrhein: Döhmer=Köln, Hönig=Mülheim, Bütz=Sülz. Wieke, Münzenberg=Aachen. Leinberger=Köln, Ulrich=Sülz. Herrmann=Baesweiler, Niggemever=Mülh., Schnitzler=Aachen. Heidemann=Bonn. Die anderen vier Vorrundenkämpfe beanspruchen natürlich auch Interesse, denn hier sind noch zum Teil sehr starke Mannschaften im Kampf: Als spannendste Begegnung ist hier der in Hannover bereits am Samstagabend stattfindende Kampf zwischen Niedersachsen und Bavern hervorzuheben. Während sich die Niedersachsen in erster Linie auf die Spieler von Arminia Hannover stützen, setzt sich die bayrische Mannschaft in der Hauptsache aus Münchener Svielern zusammen. Bei aller Anerkennung des Könnens der Hannoveraner wird natürlich an einem Endsieg der Bayern nicht zu zweifeln sein. Berlins Mannschaft wird in Königsberg gegen Ostvreußen svielen. Wenn die Berliner nicht allzu sehr von dem Städtekampf gegen Budapest mitgenommen sind, müßte ihnen ein Sieg möglich sein, obwohl der glatte Sieg der Königsberger in der DFB=Meisterschaftsvorrunde über Hertha=BSC ben Ostvreußen natürlich als starker Rückhalt und Anfeuerung dienen wird.— Die Auswahl von Hamburg=Holstein trifft in Stettin aus Pommerns Vertretung. die sich ausschließlich aus Stettiner Spielern zusamgibt es sonst noch? hellweg Hitler=Pokalspiele und Hügel=Regatta sind die Ereignisse, an denen der sportliche Westen am Sonntag besonders interessiert sein wird. Es sind sozusagen die Hauptnummern eines Programms, das aber auch in den übrigen Sparten der Leibesübungen manch großes Geschehnis für sich hat. Schweden— Ungarn in Stockholm und die zwei Mitropacupspiele Ambrosiana Mailand gegen Vienna Wien und Austria Wien— Slavia Prag sind die wichtigsten Fußballspiele des Auslandes. Die kuderer Westdeutschlands werden vorwiegend auf der großen Jubiläums=Regatta in Essen=Hügel zu finden sein, die bereits am Samstag einige interessante Prüfungen bietet. Die Teilnahme von Spitzenvereinen aus Berlin, Hamburg und Hannover macht die Regatta besonders wertvoll, sodaß sich Etuf Essen als Organisator— wenn nur das Wetter einigermaßen günstig ist— um den Erfolg kaum zu sorgen braucht.— Die Kölner Stadtregatta sowie Regatten in Mannheim(mit Schweizern), Bremen und Leipzig werden ebenfalls ihre Liebhaber finden. In der Leichtathletik ermitteln sieben Bezirke des Westdeutschen Spielverbandes ihre Meister. Nur der Rheinbezirk kommt acht Tage später mit den Titelkämpfen nach. Der Niederrhein kommt in Dienslaken zusammen, der Ruhrbezirk in Hörde, Südwestfalen in Iserlohn, Berg=Mark in Elberfeld, Westfalen in Soest, Mittelrhein in Diez(Lahn) und HessenHannover in Kassel. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.— Ein Länderkampf führt Finn land und Norwegen in Oslo zusammen. Der Münchener Möritz und Soenius=Köln starten beim„Großen Motorradpreis“ der Schweiz. Die Radfahrer haben Hochbetrieb. Wir nennen nur die Bahnveranstaltungen in Hannover, Halle, Erfurt, Stettin, Pforzheim, Wangen, Zürich(Krewer) und Paris, wo sich Matthias Engel als einziger Deutscher im Großen Fliegerpreis der französischen Hauptstadt durchzusetzen hofft. Auf der Straße interessieren vor allem der Große Straßenpreis von Dortmund=Barop, der Große Durex=Preis im Teutoburger Wald und die Fahrt BerlinRathenow=Berlin. Die„Tour de France“ wird am Sonntag ruhen, während die Rundfahrt durch Ungarn an diesem Tage ihr Ende findet. Im Boxsport kämpfen in Barmen Meister Metzner=Köln und der Lokalmatador Hinz erneut um den Titel; in den übrigen Treffen stehen westdeutsche„Remonten“ im Ring. Barcelona hat den Schlager Paolino— Me. Corkindale. Im Motorsport will die kürzlich verregnete Veranstaltung auf der Hamborner Stadionbahn, die eine sehr gute nationale Besetzung gefunden hat, wohl beachtet sein. Auf der Würgauer Bergstrecke wird ein Lauf zur Deutschen Motorradmeisterschaft gestartet, während das berühmte Geisbergrennen zur Europameisterschaft der Automobile zählt. Die Schwimmer können sich ebenfalls kaum über ein kleines Pro gramm beklagen. Hier interessiert vor allem der Städtekampf Magdeburg— Budapest mit vier Staffeln und zwei Wasserballspielen an zwei Ta gen.— In Münster vereint ein Wasserballturnier die westdeutschen Vereine, in Paris spielen Frankreich und Belgien— der Kampf ist von den Franzosen als Vorbereitung für das Treffen mit Deutschland gedacht— und in Stockholm treffen sich am Samstag Schweden und England. Die Turner des Niederrheins versammeln sich in Calear zum Gaufest, das eine ganz ausgezeichnete Besetzung hat. Im Tennis interessiert natürlich vor allem das Turnier in Wimbledon nach wie vor die Kontinente. mensetzt. Die Norddeutschen sollten sich sicher durchsetzen können, und schließlich wird in Breslau die Mannschaft von Schlesien nicht nur wegen dePlatzvorteils gegen die Auswahl der Prov. Sachsen und Thüringen durchsetzen. Reit- und Springturnier in Düsseldorf Hervorragende Besetzung in allen Konkurrenzen Vizekanzler v. Papen ehrt die Romreiter Die herrlich gelegene Turnierbahn des Düsseldorfer Rheinstadions wird am Wochenende ihre bisher größten Tage erleben. Der Reit= und Fahrverein der Stadt Düsseldorf wickelt hier nämlich aus Anlaß des Kavalleristentages unter dem Protektorat des Vizekanzlers v. Papen ein Turnier ab, das sich einer einzigartigen Be setzung erfreuen darf. Außerordentlich rege ist die Beteiligung der Reichswehr und Schutzpolizei, aber auch die Privatställe haben ein glänzendes Aufgebot entsandt. 14 Konkurrenzen mit fast 800 Nennungen sprechen für sich. Für das am Sonntag in Szene stehende Springen der Klasse Sa, das den Höhepunkt der ganzen Veranstaltung darstellt, sind allein 66 Nennungen erfolgt. die Vielseitigkeitsprüfung, die sich aus einer Dressurprüfung, einem Jagdgalopp auf der Grafenberger Rennbahn und einem Jagdspringen sammensetzt, sind 22 Unterschriften abgegeben worden. Diese Konkurrenz kann allerdings erst am Montag zu Ende geführt werden. Das Hauptinteresse der Veranstaltung kommt natürlich den Gewinnern der Coppa Mussolini, Rittmeister Sahla, Oblt. Frhr. v. Nagel, Oblt. Momm und Oblt. Brandt, die mit den sieggewohnten Pferden Wotan, Baccarat, Tora und Olaf erscheinen, zu. Nicht zuletzt wird auch der Fünrer der Romreiter, Frhr. v. Waldenfels, mit von der Partie sein. Daß die Romreiter am Sams tagnachmittag durch Vizekanzler v. Papen geehrt werden, verleiht der Veranstaltung einen ganz besonderen Reiz. Von den weiteren Springreitern der Reichswehr seien nur Oblt. Hasse, Oblt. v. Nostitz, Oblt. v. Busse, Oblt. Großkreutz, Oblt. Lippert und Oblt. Graf v. Uexküll uno von den Pferden Derby, Bosco, Benno und Chef in den Springen und Fels, Gimpel, Alp, Deutschritter und Emir in der Dressurprüfung genannt. Aus der überaus starken Konkurrenz der Schutzpolizei und der Privatställe mögen Fr. Irmgard v. Opel, Fr. Glahn, Fr. v. Becker, Frl. Marwede und die Herren Lörke, Hoesch und v. Barnekow hervorgehoben sein. Zum ersten Male erscheinen auch einige holländische Offiziere in Düsseldorf, die sich in den Springen betätigen werden. Läßt schon das sportliche Programm der Veranstaltung keinen Wunsch offen, so müßte auch die Schaunummer„Friedericianische Parade vor Friedrich dem Großen“", der von Otto Gebühr dargestellt wird, ein beispielloser Erfolg werden. Der Turnierleiter Oblt. a. D. Bissinger hat es jedenfalls an den notwendigen Vorbereitungen nicht fehlen lassen, um gerade diese Schaunummer zu einem einzigartigen Erlebnis zu gestalten. Die Leibkompagnie in Stärke von 145 Mann wird von der Düsseldorfer Schupo, die Leibeskadron in Stärke von 80 Reitern von der berittenen Schutzpolizei Düsseldorf gestellt. Ein Sturmangriff der Leibeskadron auf die Leibkompagnie und die Parade vor Friedrich dem Großen bilden den Beschluß der rund eine Stunde währenden Schaunummer. Galopprennen zu Dortmund Die am kommenden Sonntag und Mittwoch auf der großzügigen Wambeler Bahn stattfindenden Rennen haben einen ausgezeichneten Neunungsschluß gehabt. Leider ist die Hauptprüfung des Tages, der Preis von Westfalen, der mit einem Ehrenpreis und 8000 Mark ausgestattet ist, nicht mehr so stark besetzt, als man nach dem ersten Meldeergebnis hätte annehmen können. Aber bei der Teilnahme so guter Pferde wie Volumnius, Missouri, Gemse, sowie den Berliner Vertretern Sextus, Heimwehr, Beständer und dem Graditzer Scharnhorst verspricht diese Prüfung einen wirklich hochinteressanten Verlauf zu nehmen. Da aber auch die umrahmenden Konkurrenzen in sportlicher Hinsicht jedem Geschmack vollauf gerecht werden, wird es auf der Dortmunder Rennbahn am Sonntag gewiß hoch hergehen und dem Veranstalter ein gut besuchtes Haus sicher sein. Voraussagen: 1. Rennen: Musterknabe, Obersteiger, Mogul. 2. Rennen: Traumulus, Galsworthy, Drostei. 3. Rennen: Anstifter, Peladoros, Eisenkönig. 4. Rennen: Heimwehr, Missonri, Scharnhorst, 5. Rennen; Muauser. Margot, Treuschin. 6. Rennen: Binse, Bekas, Jahrhundert. 7. Rennen: Glanz, Sonny Boy, Himmelgeist. Grit hat die Auswahl...! Etwas anders geartet, man könnte fast sagen, europäischer, war der Mißerfolg auf dem Bal kan. Die Dunkerwerke hatten für eine dortige, von der betreffenden Regierung bestens empfohlene Verkehrsfirma, einen großen Serienauftrag ausgeführt und sich, durch das Verhalten der Regierung bestärkt, den Gepflogenheiten dieser ungewöhnlichen Zeit entsprechend, einverstanden erklärt, kurzfristige Akzepte in Zahlung zu nehmen. Nun entpuppte sich die ganze Angelegenheit als großer Schwindel, die Regierung verschanzte sich hinter das Argument, daß auch sie getäuscht und geschädigt worden sei, und die Flugzeuge blieben unauffindbar. Offenbar waren sie von den rührigen Empfängern gegen bares Geld sofort weiterverschoben worden. So gingen über Nacht Millionen verloren. Als die Depesche, in der diese letzte Hiobsbotschaft verzeichnet steht, in des alten Dunkers Hand gelangt, sieht niemand, was in ihm vorgeht. Er durchfliegt sie mit übermenschlicher Ruhe, keine Muskel zuckt in seinem harten Ge sicht. Erst als er wieder allein ist, verläßt ihn das Gleichgewicht. Auch er weiß in diesem Augenblick, daß es nun um das letzte geht. Drei Tage zögert er, bevor er sich auf den schweren Gang macht, Hilfe zu suchen. Drei Tage, in denen er kaum im Direktionsbüro erscheint, sondern ruhelos durch sein großes leeres Haus wandert. Erst jetzt empfindet er wirklich, wie leer dieses Haus ist, wie riesenhaft die Ein samkeit um ihn rauscht, wie schwer es ist, in sol chen Stunden keinen innerlich verbundenen und verwandten Menschen zur Seite zu haben. Besaufen müßte man sich, denkt er, und befiehlt dem betrübt umherschleichenden Müllerchen, Whisky und Soda ins Herrenzimmer zu stellen. Dann sitzt er in dem düsteren, getäfelten Gemach, ein alter, verlassener Mann, von niemand geliebt, von vielen gehaßt, allein mit sich, einem verkalkten Diener und einer Flasche Schnaps. Kaum drei Gläser würgt er hinunter, dann springt er wieder auf und befiehlt den Wagen. „Rubensstraße, Schröder———!“ Der Wagen hastet lautlos durch die von wimmelnden Menschenströmen durchfluteten Straßen, vor den Arbeitsnachweisen stauen sich unübersehbare Massen ausgemergelter Erwerbsloser, vor den Stadtküchen drängen sich Schlangen verhärmte: Frauen, irdene Töpfe in den zitternden Händen, von den Zeitungsständen drohen Schlagzeilen von neuen Konkursen, neuen Zusammenbrüchen, Selbstmorden maßgebender Wirtschaftsführer und Industrieller. Ein Schauer kriecht trotz der warmen Sonne wie eine kalte Schlange über den Rücken des Mannes. Jeder von denen, die heute mit durchschossener Schläfe fern aller Sorgen, Vorwürfe und lauernder Finanzgefahren in einem stillen Raum aufgebahrt liegen, jeder dieser zum Führen und Aufbauen berufenen Herrenmenschen, die diesem letzten Ansturm von Zusammenbrüchen und Ausfällen nicht mehr gewachsen waren, jeder von ihnen war auch Christian Dunker mehr oder minder gut bekannt. Und jeder von ihnen hatte gesagt: mich kriegt nichts unter, mag kommen, was mag! Und nun waren sie doch abgetreten, still und ohne viele Worte zu machen, wie ein guter Schauspieler, dessen Rolle zu Ende ist. Er streicht sich über die Stirn, sie ist feucht, und die Hand zittert, während sie diese leise, kühle Feuchtigkeit fühlt. „Du wirst alt, Christian Dunker, tritt auch du ab. Niemand wird hinter dir weinen...“ Der Wagen macht eine jähe Biegung, der einst so mächtige Christian Dunker, den sie im häuslichen Kreise Peps nannten, wird wie ein hilfloses, totes Paket von einer Ecke des Coupés in die andere geschleudert. Ein Straßenschild huscht vorüber: Rubensstraße. Er klopft an die Scheibe. „Fahren Sie langsam, Schröder, ganz langsam. Wir haben heute mal keine Eile——“ Der Chauffeur nickt. Sein Gesicht ist gleichmütig, nichts verrät, daß er genau weiß, warum gerade in dieser Straße langsam gefahren werden soll. Aber in seinem Herzen wächst ein warmes Mitleid auf mit dem alten Mann dort hinter ihm in den grauen Polstern. Als Christian Dunker nach dieser Fahrt heimkehrt, sind seine Augen ein wenig rot— es staubte so stark in den Straßen, sagte er entschuldigend zu Müllerchen— aber er läßt sich trotzdem die Hauptbücher des Werkes aus dem Direktionszimmer kommen und schließt sich mit dem Stapel dicker Bände im Schreibzimmer seiner entlaufenen Söhne ein. Man hört, wie die Schreibmaschine rasselt— kein Mensch kann sich daran erinnern, daß Peps jemals selbst Maschine geschrieben hat— aber er arbeitet offensichtlich wieder und schon das genügt, um die furchtsamen Gemüter im Untergeschoß ein wenig zu beruhigen. Am nächsten Morgen fährt er wieder zur Regierung. Die Unterstützung ist immer noch nicht bewilligt. Ein bitterschwerer Gang diesesmal, denn er kommt nicht wie sonst als ein von tausend Projekten bewegter Unternehmer, der eine günstige Beteiligung an einem neuen, zukunftsstarken Plan vorzuschlagen hat, sondern als ein Mann, der um Hilfe bitten muß, damit den deutschen Volksganzen wenigstens der Rest seines Werkes erhalten bleibt. Der Regierungsrat, der ihn diesmal empfängt, — es ist nicht mehr derselbe wie früher, überall sind neue, fremde Gesichter eingezogen— hört seine Ausführungen nachdenklich mit an, prüft kurz die auf wenigen Blättern zusammengezogenen Aufstellungen, zeigt sich voller Teilnahme und Verständnis, verspricht, alles zu tun, was sich erzwingen läßt. „Kann ich mir Hoffnung machen?" fragt Christian Dunker fast zaghaft im Hinausgehen. Der Regierungsrat zuckt die Achseln. „Verehrter Herr Generaldirektor, ich was Sie für die deutsche Industrie sind, ich weiß, was das Bestehen Ihrer Firma für die Geltung deutschen Unternehmungsgeistes in der ganzen Welt bedeutet. Aber um die Bewilligung von laufenden Subventionen an Industrieunternehmen entscheidet eine besondere Kommission. Und diese Kommission, die sicherlich genau so inter essiert für Sie ist wie ich, muß sich nach den vorhandenen Mitteln richten. Sie wissen, wie es um den deutschen Staatshaushalt steht———!“ Eine Woche nach dieser Unterredung, am Mor gen desselben Tages, als Anton Rosenkranz Grit Isolanys Wechsel Jeljena Borisowna Alantai überläßt, als Hubert Schlegel den Namen Brown im Scheckbuch der Russin entdeckt, am Vorabend der deutschen Derbys in Karlshorst, erhält Christian Dunker die Antwort. Nur einen Blick wirft er auf das mit vielen schönen, höflichen, anerkennenden Worten durch wirkte Schreiben, und sieht doch nur das eine: ——— unter dem größten Bedauern ab gelehnt!“ Um die gleiche Stunde erfährt Grit Isolany, daß die holländische Akku=A.=G. die Zahlungen eingestellt habe... Nun ist auch sie am Ende. 26. Alma in der Pension Ziegel hat den Auftrag erhalten, Fred am Rennmorgen nicht vor neun zu wecken. Um elf beginnen die Rennen, da hat er noch genug Zeit, sich anzuziehen und sich mit Grit und Lissi zu treffen, um mit ihnen gemeinsam im Laubfrosch nach Karlshorst hinauszufahren. Aber schon bald nach acht pocht es sehr energisch an seine Tür. Er schreckt aus irgend einem tiefen Traum auf, murmelt irgend etwas Unverständliches vor sich hin, gewinnt es nicht über sich, die Augen zu öffnen. Ich bin es, mein Junge!“ hört er die Stimme neben sich, beschließt nun endgültig zu erwachen und blickt schlaftrunken in das weiße, etwas zu stark gepuderte Gesicht seiner ewig jungen Mama Irene Rivarez, die sich bereits an seinem Bett in dieser famosen Pension„für Inund Ausländer“ postiert hat, wo die beiden tollen Zwillinge Wolf und Fred Dunker als eine nicht abreißende Attraktion für allerlei spleenige Reisende zu dienen haben. „Was ist los?“ knurrt er nicht sehr gnädig und beginnt sich dann ziemlich umständlich mit beiden Fäusten die verschlafenen Augen zu reiben. Genau so hat er es auch als ganz kleiner Junge getan, denkt die Rivarez mit einem leisen Seufzer irgendwo im Untergrund ihres Bewußtseins, und wird ein klein wenig traurig bei diesem geheimen Gedanken. Ja, ja, man wird alt, setzt sie resigniert dieses tiefinnerliche Selbstgepräch mit ihrem sentimentaleren Ich fort. Aber nun ist Fred wach, streicht sich die wirren Haare mit zwei, drei gar nicht mehr knabenhaften Griffen zurecht und wiederholt mit fast ungeduldiger Stimme: Also wirklich, was ist los, Mama? Ohne Grund holst du mich zu dieser verrückten Stunde doch bestimmt nicht aus den Federn.“ Nein, es ist durchaus nicht ohne Grund! Irene Rivarez zieht sich einen Sessel heran, etwas müde ist die Bewegung, mit der sie es tut, Fred bemerkt es genau, und als sie sich gesetzt hat, entschwindet auch der letzte Rest eines forschen Lächelns aus ihren Zügen. Es ist etwas sehr Schlimmes geschehen“, sagt sie langsam und blinzelt in die Strahlen der zwischen den Portieren hindurchbrechenden Morgensonne hinein wie eine große, zusammengeduckte Katze.„Das Schlimmste vielleicht, Peps steht vor dem Konkurs———!“ Nur eine Sekunde zuckt Fred zusammen, wie unter einem tödlichen Stich. Dann sinkt er wieder zurück in die Kissen, bläst den bläulichen Rauch der Zigarette in die grellgelbe, schräge, scharfumrissene Strahlenbahn des Lichts und beobachtet aufmerksam die sich verschlingenden Wolken und die wilden Tänze der darin schwimmenden Stäubchen. Hinter der Portiere an irgend einem warmen Fensterglas summt wütend ein durch das Eintreten der Rivarez aufgescheuch. ter Brummer. „Ja———“, fügt die Rivarez nun noch hinzu, dann sagt sie auch nichts mehr und blickt starr vor sich hin. Es vergehen vielleicht drei Minuten, es können auch fünf sein. Aber es ist eine sehr lange 3. Dann wendet Fred den Kopf. Seine Lippendann hastige Schritte, kurzes Klopfen, die Tür sind hart und schmal, seine Augen entbehren fliegt auf: in der Tür steht— Schlegel! jeder jugendlichen Weichheit.! Indessen, dieser Hubert Schlegel sieht nicht sehr „Weißt du, wie es dazu gekommen ist, Mama?“ Sie nickt nur, reicht ihm eine Zeitung. „Da, auf der zweiten Seite! Zwei ganze Spalten———!“ Er liest, eine scharfe Falte gräbt sich in seine sonst so glatte Stirn. Immer wieder liest er, aufmerksam und verbissen, als müßte er es auswendig lernen. Die Sache von der Mandschurei, vom Balkan, von der abgelehnten Subvention. Tiefer und tiefer wird die Falte Und plotzlich hört er seine Mutter sagen: „Der arme, alte, einsame Peps———“ Es ist irgend etwas in dieser Stimme, was ihn erschüttert. Er wagt in diesem Augenblick nicht, seine Mutter anzusehen, er weiß, daß sie weint. Ohne zusammenzuknicken, ohne viel Getue, mit zurückgelehntem Kopf, die Tränen rollen eine um die andere wie Glasperlen über die gepuder ten Wangen. Aber sie weint, und es ist ein so großes Mitleid in ihm um dieses Weinen, daß er es nicht fertig bringt, sie durch seinen Blick zu beschämen. Und wieder bröckelt ein kleines Stückchen aus der Zeit dieses Morgens. Irene Nivarez weint nicht mehr, ein kleines Schnäuzen und dann das diskrete Klirren von allerlei Miniatur=Toilettenzeug, wie es jede ge pflegte Frau in ihrem Täschchen trägt, kündigt Fred an, daß auch diese kleine Nervensache überwunden ist. Man kann daran gehen, zu handeln. Er schleudert die Decke zurück, schwingt sich mit beiden Beinen zugleich aus dem Bett, wie ein guter Turner, der vom Barren schnellt. „Hast du mit Wolf schon gesprochen?“ Sie schüttelt den Kopf. „Wolf ist schon um sechs in die Werkstatt gefahren. Er hat doch heute Frühdienst.“ Und Frohwein? Der hat doch auch eine Ahnung von derartigen Sachen, seit seiner Tätigkeit an der Bank.“ Ich habe ihn angerufen. Er kann jede Minute hier sein.“ Fred verschwindet im Badezimmer, die Rivarez hört ihn unter der kalten Dusche prusten, schon ist er wieder da, frisch rasiert, ein kleiner Hauch von Eau de Cologne verbreitet sich im Zimmer, nun bindet er sich den Schlips, nimmt eine Zigarette. Die Portiere wird auseinandergezogen, Sonnenlicht strömt blendend herein, Alma erscheint mit einem Tablett, hat vorsorglich gleich eine Tasse für die gnädige Frau mitgebracht. Kaffeeduft, durch die weitoffenen Fenster brüllen ungeduldige Hupen, kreischen die Straßenbahnen, gellen die heiseren Stimmen von Ausrufern und Bettelmusikanten. Das Leben ist da, stark, laut und ganz ohne Sentimentalität. Es ist alles nicht mehr so unsagbar hoffnungslos wie im ersten Moment, als die schlimme Nachricht hereinbrach. Irgendwie wird sich ein Ausweg finden. Fred streicht für seine Mutter ein Brötchen. „Das von Grit weißt du, Mama?“ „Ich weiß es. Ich habe gestern abend mit ihr telephoniert. Lissi hat bei ihr die Nacht gechlafen, damit sie nicht ganz allein ist. Es kommt eben wie gewöhnlich alles zusammen.“ Das kann man noch nicht wissen. Heute ist das Rennen. Der Gaul kann siegen. Dann ist das Schlimmste verhütet. Dafür, daß Grit nicht verhungert, dafür sorgen wir schon.“ Gewiß. Aber der Gaul kann auch verlieren! Und dann——!?“ Draußen im Empfangssalon der Frau Ziegel schlägt die Uhr. Neunmal. Gleich darauf geht die Glocke. Dr. Frohwein kommt. Alma bringt eine dritte Tasse. Dieser stille Dr. Frohwein hat sich entschieden zu seinem Vorteil verändert, seitdem er in der Werkstatt Hand an alles legt. Seine Schüchternheit hat sich verloren, seine Augen blicken hell und fast selbstbewußt, man hört ihn jetzt oft und übermütig lachen. Besonders wenn er mit Lissi Einsiedel zusammentrifft, kann er sehr vergnügt ein. Es besteht alle Aussicht, daß auch aus ihm ein Mensch wird, der das Leben selbst von der praktischen Seite meistert. Und nur, wer mit allen Waffen zu kämpfen weiß, bleibt Sieger. „Ich habe sogleich mit meiner früheren Bank telephoniert", erzählt er.„Wegen Herrn Dunker. Da ist jetzt in der Finanzierungsabteilung ein neuer Mann am Ruder, dem ich mal vor Jahren einen Dienst geleistet habe, und der mir sicherlich wohlwill. Er wird mich heute nachmittag empfangen. Vielleicht läßt sich da etwas durchsetzen.“ Es kommt nur selten vor, daß der ruhige, überlegene Fred aus sich herausgeht. Aber nun kann er doch nicht anders, er springt auf und treckt dem blonden Doktor die Hand hin. Ich danke Ihnen, Frohwein. Sie sind ein ganzer Kamerad. Das werden wir Ihnen nie vergessen.“ Nun erweist es sich, daß der Doktor doch noch einen Rest Schüchternheit in sich herumträgt. Er wird ganz rot und blickt betreten zu Boden. „Aber wieso, Fred. Ich weiß ja noch gar nicht, ob es klappt. Das ist doch nur ein Versuch!“ Aber sie kommen nicht dazu, sich noch weiter in Höflichkeiten zu ergehen. Wieder schrillt draußen die Klingel, diesmal stürmisch und grell, jut aus. Sein Haar ist ungekämmt, das Kinn inrasiert, zu allem Ueberfluß trägt er jetzt am rühen Morgen einen reichlich zerknüllten Smoing, dessen Hemdbrust jeglicher Weiße und schönheit entbehrt. Nein, es ist zum mindesten ußerlich wirklich nicht viel los mit diesem sonst erfreulichen Menschen Hubert Schlegel. Ihn selbst scheint dieser unmögliche Aufzug llerdings nicht zu stören. Er macht eine schnelle erbeugung vor der Rivarez und nickt dem doktor kurz zu. Dann wendet er sich an „Kann ich Sie einen Moment allein sprechen? Sie gehen hinaus. Wenn Schlegel so aufgeregt k, muß es schon etwas Wichtiges geben. Knappe fünf Minuten bleiben sie draußen. Dann kommt Fred allein zurück. Sein Gesicht ik düster. „Entschuldige Mama“, sagt er fast apathisch. „In anderthalb Stunden beginnt das Rennen. Ib habe Grit versprochen, mich mit ihr zu treffer. Ich muß mich beeilen, damit ich konme. Dr. Frohwein wird dich nach Karlshorst bringen, dort sprechen wir weiter—— Er küßt ihr die Hand, klopft Frohwein auf die Schulter, nimmt Hut und Glas vom Nagel und schin ist er fort. Unterdessen geht in dem drei Türen weiter gelegenen Salon Maude Pattersons folgendes in Szene: Alma erscheint und meldet dem gnädigen Fräulein, die wegen des Rennens ebenfalls ungewöhnlich früh auf ist, Herr Hubert Schlegel wünsche sie sogleich zu sprechen Maude hat einen Moment lang ein unheimliches Gefühl, als sie von dem frühen. Besuch Kenntnis erhält, aber schließlich besteht keinerlei Anlaß, den Freund der tollen Zwillinge nicht empfangen. „Ich lasse Mr. Schlegel bitten—— Mr. Schlegel wäre auch gekommen, wenn man es ihm ausdrücklich verboten hätte, denn Mr. Schlegel ist ein Mann der schnellen Entschließungen und der noch schnelleren Tat. Abenteuerliche Lebensläufe bringen derartige Eigenschaften mit sich. Das läßt sich nicht ändern. Aber es ist zweifellos besser, daß ihn die blonde, gelegentlich etwas hochnäsige, im großen ganzen aber sicherlich recht nette und liebenswerte Frau bitten läßt, so werden wenigstenz bei der Begrüßung Schärfen vermieden. Auch hier erregt sein Aeußeres einiges Befremden. „Aber, Mr. Schlegel, um Gottes willen, wie sehen Sie aus? Macht man bei Ihnen in Deutschland so morgens Besuche? Gestehen Sie es ein: Sie haben mit Jeljena Borisowna durchgebummelt und jetzt kommen Sie zu mir, damit ich Ihnen mit einem Ziegelschen Mokka den Kater vertreibe? Das ist ja eine schöne Bescherung!“ Doch Hubert Schlegel ist zu Scherzen nicht aufgelegt. Nur gegen einen schwarzen Kaffee und ein Brötchen hat er in der Tat nichts einzuwenden. Alma bringt beides und wird dann ohne Umstände an die Luft gesetzt. Es ist keine Zeit zu verlieren. Er sieht Maude fest und scharf in die Augen. Dann sagt er langsam, lauernd: „Sie sind mit Fräulein Borisowna sehr eng befreundet?“ Eine Sekunde fühlt Maude den Schlag ihres kleinen Herzens aussetzen. Was will dieser Mensch, was ist geschehen? Dann hat sie sich wieder in der Gewalt. Jetzt keine Entgleisung, dann ist womöglich alles verloren. Grit muß das Rennen verlieren! Mit gut gespieltem Gleichmut beißt sie ihre hübschen Zähne in ein Brötchen. „Ich weiß nicht, was Ihre Frage bezweckt, Mr. Schlegel. Aber ich habe andererseits auch keine Veranlassung, sie zu verneinen. Gewiß, wir sind ziemlich befreundet———“ Schön, ich danke Ihnen.— Wissen Sie auch, aus welchen Gründen Jeljena Borisowna in Berlin weilt?“ Nun erscheint ein ganz kleine Unmutsfalte über dem schmalen Näschen der Maude Patterson. Dieser Mann fällt ihr auf die Nerven. Sie legt das angebissene Brötchen fort. „Ich habe Sie nicht aufgefordert, mit mir den Kaffee zu nehmen, damit Sie mich wie einen Verbrecher verhören, Mr. Schlegel“, sagt sie sehr kühl.„Wenden Sie sich doch an eine Auskunftei, dort werden Sie alles erfahren, was Sie interessiert.“ Aber Hubert Schlegel ist kein dummer Junge, den man mit ein paar ungnädigen Redensarten abspeist. Er wirft den scharfgeschnittenen Kopf zurück und läßt ein kleines, belustigtes und überaus herausforderndes Lachen hören, das Maude vollends aus der Fassung bringt. „Sie scheinen die Situation nicht ganz zu übersehen, Miß Maude“, sagt er voll Hohn. Maude Patterson steht auf. Es ist ein durchaus erfreulicher Anblick, dieses blonde Girl in seinem dekorativen, morgendlichen Umhang, dazu das heiße, erregte Gesicht. Und es ist sehr schade, daß Hubert Schlegel in diesem Augenblick in der Tat durchaus keine Zeit hat, derartige ästhetische Genüsse auf sein zorniges Gemüt wirken zu lassen. (Fortsetzung folgt . — 4530 a * 2 # Bag. #□ 5 S 5 TEn # 95 3 2 — * 3• FgES „ B 91 BS##s * 788 3 DSs *+ 2* — 2• Johannisnacht— Einfache Erklärung „Ich lege mich nicht hin, sonst werde ich am Ende doch müde—.“ „Ich auch...“ „Wenn die Hansen wüßte—“ „Hi— hi—“ „Pstl“ Draußen klangen Schritte auf und verhallten wieder. Fernher vom Strande tönte das leise Spiel einer Ziehharmonika. Die Schwestern saßen stumm, die Arme um die Knie geschlungen. „Hast du gehört— jetzt!“ fragte Hilde plötzlich. „Ja— sie gehen!“ Eine Tür fiel ins Schloß. Schritte schlürften über den Kies, Gespräch und Lachen verklangen. Aus dem Jasminbusch begann eine Nachtigall ihre Lieder zu schmettern. Ein leiser Pfiff durchschnitt die Stille. „Er ist es!“ rief Trude. Roch einmal erklang der Pfiff. „Krisch?“ fragte Trude aus dem Fenster. „Kommt ihr?“ „Wir sind gleich fertig. Hilde, mach rasch!“ Sie warfen ihre blauen Leinenkittel über, nahmen die Schuhe in die Hand und stiegen über das Gesims. Krisch, der Hütebub, lief gebückt den Gartenweg bis ans Ende und kroch durch ein Loch in der Hecke. Die Schwestern folgten ihm Auf der Straße war es viel heller, als unter den Obst. bäumen des Gartens. „Hierher!“ befahl Krisch und verschwand in einem Graben. Trude und Hilde sprangen ihm blindlings nach. Tau umsprühte sie. Auf dem Grunde des Grabens quatschte es sumpfig; erschrockene Frösche schlüpften beiseite. Lange— so schien es ihnen— währte dieser Gang. Manchmal wateten sie durchs Wasser, manchmal schlug scharfes Gras um ihre Waden, dazwischen auch mußten sie unter niedrigen Brücken hindurchkriechen. Aber all das war seltsam anregend und voller Abenteuer. Endlich half Krisch den beiden Mädchen aus dem Graben heraus. Betäubender Wohlgeruch schlug ihnen entgegen. Weich glitten ihre Füße durch blühenden Klee. Dann tauchten groß— bei weitem größer als am Tage— die Schatten. risse weidender Pferde auf, und plötzlich sprang ein dunkles, rundes Etwas durch das hohe Blättergewirr und schmiegte sich mit ersichtlichen Zeichen höchsten Entzückens wollig und warm an die Beine der Kinder. „Kusch dich, Leda!" befahl Krisch mit einem Gemisch von Strenge und Besitzerstolz. „Das ist sie“, stellte er vor,„treu wie Gold. Und hier— mein Heim!“ Eine Hütte auf Rädern gähnte sie aus schwarzer Oeffnung an Die Kinder huschten in das Loch und schmiegten sich eng aneinandergepfercht in einen zottigen alten Schafpelz, der mancherlei Gerüche in sich vereinigte. „Ich habe die Bude nach Osten gedreht", erklärte Krisch. „So haben wir freien Blick auf den Strand. Dort geht nämlich die Feier vor sich. Ihr werdet alles genau so gut sehen können, als wären wir mit dabei. Der Stallmeister wird den Pfahl aufrichten. Er ist der Stärkste auf dem Hos...“ „Bist du des Nachts immer ganz allein hier?“ fragte Trade „Was denkst du? Der Stallmeister hat doch die Sommerhütung, und— Leda natürlich. Ich muß immer sehr betteln, um mitgenommen zu werden. Aber heute paßte es ihm, denn er wollte ja zur Teertonne.“ „Seht doch! Seht doch!“ rief Hilde plötzlich. Am Feldrande, wo ein paar knorrige Fichten den Ausblick auf die See freiließen, glomm blaugelb ein kleiner Feuerschein auf, schwelte am Boden, flackerte unruhig, wurde größer und stieg dann schräg in die Höhe, schwankte ein paar Mal, als wolle er wieder sinken, richtete dann mit jähem Ruck sich empor und entfaltete eine leuchtend rote Lohe, die umwallt von pechschwarzen Rauchschwaden glutend gegen das nächtliche Firmament stand. Im hellen Umkreis dieser Riesenfackel konnte man einen dichten Menschenschwarm wahrnehmen, der den Pfahl, welcher die Teertonne trug, umdrängte. Dann ballten Stimmen sich zu schwermütigen, langgezogenen Liedern,— dahinter das immerwährende leise Wellenschlagen des ewigen Meeres. Indessen begannen ringsum Johannisfeuer aufzuglühen: manche wie große, goldene Käfer in der Finsternis, andere sehr weit, pünktchenhaft klein; ferne, winzige Sternlein am Horizont. Und auch von ihnen wehte leises Singen herüber. Glitzernd durch die würzig duftende Juninacht grüßten von Höhe zu Höhe sich die Flammenzeichen, während unmerklich sich die Sommersonnenwende vollzog. Krisch hatte die Arme um die Schultern der Mädchen gelegt und wiegte sich zusammen mit ihnen leise im Rhythmus der Klänge. Er kannte alle Weisen und summte sie mit. Die Schwestern, erfüllt von sonderbar schwindelnder Müdigkeit, lehnten ihre Köpfe an ihn. „Horcht, jetzt kommt das Küselied“, sagte Krisch und brummte mit verstellt tiefer Stimme den Kehrreim: „Mutter kocht Johanniskäse, Mit neun Ecken, mit neun Kanten, Jedem gibt sie eine Ecke, Vettern, Basen, Onkeln, Tanten.— — Liebe Mutter, gute Mutter, Hast du deinen Sohn vergessen?!— — Gönn den andern doch die Ecken, Sollst ja selbst die Mitte essen!“ Jetzt fiel eine Harmonika mit munteren Tanzweisen ein. Die Paare begannen sich im zugenden Flammenschein zu drehen. „Nun wird's öde“, sagte Krisch und legte sich zurück. Da gähnte auch Trude schon. Noch ehe die Teertonne ihre letzten Funken verstreut hatte, waren die Drei in einen tiefen, festen Kinderschlaf gesunken. Fräulein Hansen, die Pflichttreue, leuchtete nach mitternächtlicher Heimkehr noch in das Kinderzimmer hinein. Ihr schriller Entsetzensschrei war der Auftakt zu einer Folge von ebenso erregten wie hilflosen Schritten, die Verschwundenen aufzuspüren. In der Johannisnacht war so etwas nicht einfach. In erster Frühe— die Sonnenkugel war gerade groß und feuerrot dem Meere entstiegen— langte der Stallmeister in angeregtester Stimmung, einen fröhlichen Morgengesang auf den Lippen, und eine gewisse Unsicherheit in den Knien, vor seiner Wachhütte an. Erstaunt und eingehend betrachtete er die darin schlafende Einquartierung. Zunächst erwog er, ob nicht eine Vision ihn äffe, was nach Genuß von Hausbier immerhin möglich war. Endlich koppelte er eines der Pferde los, spannte es vor das fahrbare Häuschen und leitete das Tier am Zügel sorgsam über Weide, Feldbrücke, Straße und Auffohrt bis vor das Portal des Gutshauses. Rumpelnd und polternd kam die sonderbare Kutsche hier gerade in dem Augenblick an, als die allgemeine Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht hatte. Im Freudenrausch des Wiederfindens vergaß man, den kleinen Missetätern ihr Erlebnis durch Vorhaltungen oder Strafen zu vergällen. Und selbst Fräulein Hansen wagte keine pädagogischen Einwendungen angesichts der hellen Tränen, mit denen die Mutter ihre wiedergeschenkten Zwillinge in die Arme schloß. Einfache Erklärung Friedrich Georg von Struve, der berühmte Astronom, war unter dem Zaren Alexander II. kaiserlicher Staatsrat und Direktor der Petersburger Sternwarte. Eines Tages führte er den Großfürsten Michael, Väterchens Bruder, mit einer Schar von Höflingen durch die Räume und Sammlungen des Instituts, zeigte die mächtigen Okulare, hielt kurze, erläuternde Vorträge an wissenschaftlichen Tafeln und bemühte sich mit wenig Erfolg, den Herren eine Materie verständlich zu machen, die sie doch nicht fassen konnten. Da er aber kurz zuvor über einem wichtigen Problem gegrübelt hatte, das ihm schon seit Wochen zu denken gab, war er nicht ganz bei der Sache und schien etwas verwirrt. Das wunderte nun die Anwesenden, welche glaubten, der gelehrte Staatsrat hege Scheu vor ihrer eigenen, glänzenden Gesellschaft, vor den prunkenden Uniformen und nicht zuletzt vor der Person des kaiserlichen Bruders. Fürst Urussow, ein kultivierter Kosak, sprach dem Großfürsten darob sein Erstaunen aus, denn er wußte, daß der Astronom sich als Koryphäe der Wissenschaft sehr hoch einschätzte und häufig mit erlauchten Herrschaften Verkehr pflog. „Gar nicht erstaunlich, Urussow“, sagte Michael und deutete auf der Höflinge ordengepanzerte Prunkröcke,„den Kenner Struve überrascht es nur, so viele Sterne am unrechten Platz zu sehen!“— Die Herren lächelten süß-sauer. Sen-xe. RRSSSE 5 5S X —* S 5 3 90 *7 2 — * 9. 6 S + 9 □— * □ 5 9BDEE #####9 PE 3•875.2 2. SEESSSG nn Zwingherren des Schicksals ROMAN VON K. POEPPEL Auf seine dringende Bitte habe ich den Fall übernommen, allerdings um beinahe mein Leben dabei einzubüßen. Die Eisenbahnkatastrophe hat mich nun ganz aus der Bahn geworfen und die Nachforschungen sind durch die Länge der Zeit natürlich sehr erschwert. Durch die Untätigkeit hier, vielleicht auch durch die Brutalität des Hausmeisters, die er seinen Untergebenen gegenüber an den Tag legte, kam ich zu der Idee, mich etwas näher mit seinen Angelegenheiten zu beschäftigen. Die Feststellungen waren interessant. Erstens besitzt der Kerl den noblen Mercedes, dann hat er noch in Lemberg, Budapest und Odessa Bankkonten mit ganz namhaften Beträgen, die in keinem Falle mit seinem, wie ich festgestellt habe, sehr mäßigen Gehalt in Verbindung gebracht werden können. Also aus diesem, mein jeweiliges Interesse sehr stark in Anspruch nehmenden Grunde, habe ich des öfteren gefragt, ob eine Sonja vielleicht etwas näheres wüßte.“ „Lieber Freund, ich danke dir für deine Erklärung, denn in der Tat befremdete mich dein Benehmen, aber geglaubt habe ich dir dennoch.— Und was deine Frage anbelangt, so hat der Hausmeister einem jeden, der es hören wollte, erzählt, daß er eine große Erbschaft gemacht hätte, das ist alles, was Sonja wußte.“ „Die große Erbschaft! Der große Unbekannte! Das gleiche Mätzchen immer wieder. Hier möchte ich selbst in die Großmütigkeit der Stiftsdamen meine Zweifel setzen.“ Es ist Nacht, die letzte Nacht der beiden Freunde im Kloster. Lutz Brenken hatte die Nachricht durch einen Boten erhalten, daß der Gutsbesitzer Sergejew wieder beinahe hergestellt sei, obwohl der Arm hatte amputiert werden müssen. Er erwarte seinen Freund dringend— weil seine Tochter in den nächsten Tagen an den Segelflug=Wettbewerben in der Krim teilnähme. „Die Tochter ist Fliegerin?“ hatte erstaunt Gerd Brandauer gefragt. „Ja, wie mir der Vater erzählte, ist sie eine beinahe internationale Berühmtheit, ist sie doch bei den vorjährigen Wettbewerben im Segelflug nur ganz knapp geschlagen worden.“ „Wirklich?— Aber halt, da entsinne ich mich flüchtig an eine kurze Pressenotiz: Im Dauerflug knapper Sieg Matchelskis über„Sturmvogel“, welcher zum erstenmal unter der Führung einer Aristokratin, Olga Sergejew, gestartet war“ „Und das wirklich Tollste ist“, warf Brenken ein,„daß sie ohne Wissen ihres Vaters an den Start gegangen ist. Erst als er vor ihrem beinahe errungenen Sieg hörte, soll er gesagt haben: Auch eine Olga Sergejew, da wird unser Mädel aber eifersüchtig werden, wenn sie hört, daß eine Frau gleichen Namens solche Triumphe feiert, auf die ein Mann neidisch werden könnte.“ „Ja, forsch muß das Mädel sein und einen höllischen Unternehmungsgeist besitzen, ich bin gespannt, ihre Bekanntschaft zu machen.“ „Diese Möglichkeit ist dir unter Umständen bald gegeben, denn Groß=Kirigan liegt knappe drei Wegstunden von Odessa. Wir können uns also öfter sehen „Das trifft sich wirklich gut, wir.. „Di.— ruhig, unterbrach Lutz Brenken. Motorgeräusch erklang plötzlich von der Straßenseite her, man hörte das ruckarrige Einschalten des Gauges und mit einem flüchtigen Satz sprang der Hamburger, seinen Koffer beiseitestoßend, an eines der niedrigen Fenster. Gerade schnitt der Wagen die Kurve aus dem breiten Laubengang des Klosters und bog in die Hauptstraße, welche sich am jenseitigen Hange hinzog, ein. Dann flammten hell die abgeblendeten Scheinwerfer auf und in voller Fahrt schoß der Wagen in der Richtung nach Odessa davon. „Der Herr Hausmeister macht seine Nachtvisite“, sagte in komischem Ernste Lutz Brenken und hob seinen vom Tisch heruntergestoßenen Koffer auf.„Ich möchte bloß gerne wissen, wer ihn begleitet!“ Doch gleich fuhr er fort: „Morgen ist Sonntag, den wird er mit einem lieben Freunde als Gentleman in der Stadt verleben, was auch schließlich reizvoller ist, als den Kuhstall und die Schafhirten zu beaufsichtigen.“— Der nächste Morgen. Rasselnd lief Gerd Brandauers kleine Weckuhr ab. Die beiden Freunde machten sich reisefertig. Gleich darauf brachte eine der Stiftsfrauen das Frühstück. Gerd Brandauer war enttäuscht. Gerne hätte er der kleinen Sonja ein paar liebe Abschiedsworte gesagt und ihr weiches Händchen noch einmal gedrückt, aber die hohe Frau hatte es sicher Sonja verboten, das Frühstück zu bringen. Ein Pferdeschlitten stand bereit. Die Koffer wurden verstaut und der Kutscher nahm bereits Platz. Da ging, einer plötzlichen Eingebung folgend, Lutz Brenken noch einmal in das Haus, Gerd folgte. Mit ein paar Sätzen war Lutz die Treppe hinauf, so daß Gerd Mühe hatte mitzukommen. Als die beiden das von ihnen bewohnte Zimmer betraten, hörten sie erregte Worte. Entschlossen trat Lutz Brenken ein und prallte zurück. Im Zimmer stand der Hausmeister und— Sonja. Der Hausmeister hielt krampfhaft Sonjas beide Hände umklammert— während sie bei dem Anblick der beiden Freunde bleich wurde. „Was geht hier vor?“ herrschte Lutz den Hausmeister an,„warum halten Sie das Mädchen fest?“ Da stellte sich der Hausmeister breitbeinig vor den Hamburger und sagte in geringschätzigem Ton: „Was fragen Sie danach? Oder ist Ihnen die Abreise wieder leid geworden, daß Sie das Zimmer wieder für eine Weile mit Beschlag belegen möchten. Nicht wahr, so billig wohnt es sich nicht überall?“ „Mein Spazierstock war hier hängen geblieben und der Zufall hat es gewollt, daß ich Sie bei einer Schurkerei über. raschen mußte.“ Lutz gab die Antwort mühsam und beherrscht zurück. Schritt in das Zimmer, holte sich seinen Stock vom Garderobenständer und blieb wieder vor dem verblüfften Hausmeister stehen. Sonja zitterte und bebte am ganze Körper und plötzlich schwankte sie. Gerd Brandauer fing sie auf, hielt sie einen Moment an seiner Brust, hörte die hauchartigen Worte:„Helfen Sie mir— retten Sie mich, ich flehe Sie an!!" Da ließ er sie sacht auf das Sofa gleiten und wandte sich, um ein Glas Wasser zu holen. „Verlassen Sie sofort dieses Haus, oder ich werde von meinem Hausrecht Gebrauch machen“, schnaubte der Hausmeister zornbebend. Lutz Brenken lächelte überlegen, zündete sich eine Zigarette an und sagte kühl:„Sachte, sachte, Tom Grevens, S — Zwingherren des Schicksals wir leben in einem Staat, in dem es ein Strafgesetzbuch gibt. Der Hausmeister zuckte bei dem Namen zusammen, dann schoß dunkle Röte über sein Gesicht bis an die Haarwurzeln. „was fällt Ihnen ein, Grevens? Ich kenne keinen Grevens, aber augenblicklich verlassen Sie das Haus, ein letztesmal fordere ich Sie auf, dann... Lassen Sie meine Weste los, oder Sie bekommen einen Eußtritt!“ „Werden Sie gehen, Herr——? „Ich werde es mir überlegen, Franz Kampmann; aber Sie werden doch gestatten, daß ich meinen Freund mitnehme Da wurde der Hausmeister bleich. Aechzend, mit letzter mühsam erzwungener Ruhe sagte er: „Gehen Sie— aber gehen Sie sofort!! „Was hatten Sie mit Sonja? Noch auf diese Frage will ich Antwort: Der Hausmeister stierte Brenken an, dann wandte er vlötzlich nach Sonja um. Sah, wie Gerd Brandauer ihr ein Wasserglas an die bleichen Lippen setzte, sah wie Sonja sich aufrichtete und zu ihm herüber starrte.— „Wenn es Sie interessiert?— Sonja ist meine Braut! Sonja erschrak— krampfte sich an Brandauers Arm. Der sprung wie elektrisiert empor.— „Was sagen Sie? Sie Schuft— Sie Lügner!!“ „Werden Sie augenblicklich das Haus verlassen?“ Entsetzt starrte Gerd Brandauer in eine dunkle Piste lenmündung. Sonja schrie auf— doch im nächsten Augenblick klirrte die Waffe am Boden. Der Hausmeister taumelte zur Seite. Lutz Brenken hielt ihn mit raschem Griff fest. „Lassen Sie solche Sachen, was soll denn Ihre Gebieterin denken?"—— „Ich bitte um Verzeihung, gnädige Frau, ich hatte meinen Stock auf dem Zimmer stehen gelassen und als ich ihn abholen will, richtet Ihr Herr Hausmeister, der zufällig im Zimmer war, einen solchen Skandal an.“ Die Oberin stand bleich aber mit blitzenden Augen auf dem Treppenpodest, blickte zu Ihrem Hausmeister, der schlaff und zerknirscht an der Wand lehnte, dann wandte Sie sich an Lutz Brenken und sagte in eisigem Tone: „Beflecken Sie dieses Haus nicht länger durch Ihre Gegenwart, Sie haben Ihren Dank ja zur Genüge abgestattet. lso sind wir quitt. Sie können gehen wie Sie gekommen sind, für Leute Ihres Schlages haben wir keine Pferde, sonern höchstens Verachtung. Gerd Brandauer stand erschrocken und sprachlos, geknickt und beinahe zitternd der Hausmeister. Nur Lutz beherrschte die Situation und sagte höflich, ja beinahe gemütlich. „Ich bedauere wirklich, gnädige Frau, daß Sie wegen uns Umstände gehabt haben und die Pferde anschirren ließen, denn Ihr Herr Hausmeister stellte uns liebenswürdigerweise seinen Wagen zur Verfügung. Und Ihre Verachtung behalten Sie am besten auch vorerst noch für sich, denn wir leben in einem Staat, wo Beleidigungen, Freiheitsberaubung und dergleichen bestraft werden.“ Mit einem Gesicht, als zweifle sie an seinem Verstand, blickte die Oberin auf den Sprecher, dann nach ihrem Hausmeister. Der stand still und schweigend und machte auch nicht die geringste Miene etwas zu sagen. Dann bei Lutz Brenkens letzten Worten zuckte sie zusammen, Feuerröte schoß ihr ins Gesicht und schweigend verließ sie in würdevoller Haltung den Raum. „Haben Sie den Wagen in Ordnung?“ fragte Lutz in demselben Ton den Hausmeister. Dem schien allerdings die Frage Befehl zu sein, denn er schritt dem Ausgang zu und winkte den Herren zu folgen. Brenken folgte, da drängte sich Gerd an ihn heran und flüsterte: „Wir müssen Sonja mitnehmen, sonst werden sie weiß Gott was mit ihr anfangen.“ „Keine Dummheiten, Gerhard, es wird ihr kein Haar gekrümmt werden.“ Trotz des Flüstertones mußte der Hausmeister die Worte verstanden haben, denn plötzlich stand er still: „Meine Herren, ich fahre nicht!!!“ „Sie fahren!!“ „Ich fahre nicht—!!“ „Lassen Sie den Unsinn, Grevens, Sie kennen mich nicht, aber ich kann Sie verhaften.“ Dabei zog Lutz Brenken seine Legitimation, der Hausmeister sah flüchtig hin, behielt aber seine Ruhe und antwortete: „Wenn Sie das können, würden Sie es auch so tun, aber ich wüßte nicht, was Sie mit mir wollten?“ „Sie werden gesucht, Will Grevens— aber nicht ich suche Sie.— Die Sache aus Budapest interessiert mich nicht, also machen Sie sich deshalb keine Sorge!". Der Hausmeister erbleichte unter seiner braunen Haut, tastend legte sich seine Hand auf den Mauersockel. „Sache— Budapest“, stammelte er.—„Was— was—!“ „Lassen Sie die Umschweife. Sie sehen, ich weiß Bescheid, also jetzt fahren Sie—!“ Die breite Brust des Hausmeisters hob und senkte sich. Er keuchte beinahe vor Aufregung, dann schritt er schweigend hinaus, schloß den als Garage dienenden Schuppen auf, nahm im Fond Platz, während Lutz den Sitz neben dem Führer nahm. Summend sprang der Motor an. Ein leichter Ruck und der Wagen schoß unter den Kastanien hindurch hinüher zu der Hauptstraße.— Links lag drüben das Kloster. Durch düstergraue Nedelfetzen brach die Sonne und warf flimmernde Reflexe gegen die eintönig graue Front, mit den beängstigend kleinen Fenstern. Gerd Brandauer warf noch einen Blick hinüber. Scheinbar tot lag der gewaltige Gebäudekomplex.— Da dort—. auf der Ballustrade des niedrigen Turmes flatterte ein weides Tüchlein. Da bog der Wagen um eine Kurve. Drei Stunden mögen verflossen sein, da bremste der Führer. Der Wagen hält an der äußersten Straßenbahn. haltestelle von Odessa. „Weiter fahre ich nicht!“ „Verlangen wir auch nicht, hier haben Sie ein Trinkgeld!“ Lug drückte dem verblüfften Hausmeister ein Geldstück in die Hand, dann geht er mit Gerd Brandauer davon, zur Haltestelle der Straßenbahn. „Jetzt gibt es einen erbitterten Kampf, Gerhard, der Hausmeister ist ein Teufelskerl, wird von vier Staatsanwälten gesucht und flötet auf Ihre Paragraphen!“ „Ich verstehe das alles nicht, wenn die Tatsachen nicht so ganz wuchtig einem zu Gemüte geführt würden, die Sache käme mir, verzeih' den Ausdruck, Lutz, wie ein Narrenspiel vor.“ „Trotz ihrer Einfachheit wird die Sache aber noch bitter ernst werden, denn daß der Hausmeister, übrigens ein ebenso berüchtigter wie genialer Verbrecher, heute den kürzeren gezogen hat, das wird er mir nie vergessen.“ „Ich bewundere nur, wie du ihn in der kurzen Zeit so schnell durchschaut hast.“ „Die Sache nahm folgerichtig den Lauf, den sie nehmen mußte. Schon als ich den Hausmeister das erstemal sah, kam er mir merkwürdig bekannt vor. Dann durchsuchte ich den Schreibtisch, fand Papiere auf die verschiedenen Namen, deren er sich bedient hat, noch einige Schriftstücke, drei Scheckbücher, eine Photographie von ihm, ich nahm das Album— verglich— und das Rätsel war gelöst.“— Im Zentrum von Odessa. Gerd Brandauer fuhr nach dem Flugplatz. Lutz Brenken schritt hinüber zum Hotel „Continental“, wo ihn der Gutsherr von Groß=Kirigan mit dem Wagen abholen wollte. „Lieber Gerhard, unternimm bitte nichts wegen Sonja, bis ich dich Näheres wissen lasse, vielleicht hast du die Gelegenheit, mich bald einmal aufzusuchen.“ „Was aber wird die kleine Sonja jetzt alles zu erdulden haben?“ „Nichts wird ihr geschehen, dafür bürge ich dir.“ Die Straßenbahn fuhr an und brachte Gerd nach dem Flugplatz. Gerd Brandauer betrat das Verwaltungsgebäude der „Luftfahrt Odessa A.=G.“ Von seinem vorigen Besuch kannte er das Zimmer des Direktors. Er klopfte.— Nichts.— Er klopfte noch einmal.— Da klang die forsche, energische Stimme des Direktors:„Herein!“ Gerd trat ein. Der Direktor sah zunächst noch gar nicht auf, erst als Gerd grüßte, drehte er sich um— und erschrak, als habe er einen Geist gesehen. „Sind Sie es wirklich, Herr Brandauer, oder ist's Ihr wandelnder Schatten?“ „Nein, ich bin es in leibhaftiger Gestalt“, lächelte Gerd. Er wurde aber stutzig, als der Direktor ihn noch immer so ungewöhnlich anstarrte. „Ich verstehe das nicht, Sie wurden uns doch als bei dem Eisenbahnunglück bei Stalicky tödlich verunglückt gemeldet.“ „Die Meldung scheint allerdings falsch gewesen zu sein“, sagte Gerb ironisch und fügte dann in langsamem Tonfall erklärend hinzu:„Unberührt hat mich die Katastrophe nicht gelassen. Da uns der überfüllte Transportzug nicht mehr S 1 5# 44— □ S• G1 2. — E STAELGPDSETEOEL HHSSAO“ B 0 *• ∆•— •S•ÖASER *—— B SSEn H•EUENS ESBEE E. O 10— G 8# „" S..„ ABEPOESE ** 5½ #•— E+-H** S S• G E 8 0 □ 8 5 6 *#— G.* S ·—— LAEENCDEAN 50 S 9 25 □P E. FESS• —.— # ∆ *" □ " S Zwingherren des Schicksals— Ein verwegener Ritt und seine„Abkühlung"— Johannisnacht aufnehmen konnte, haben wir uns den Stiftsdamen von St. Michael anvertraut. Deren liebevolle Fürsorge machte es möglich, daß ich heute meiner Aufgabe mich entledigen kann...“ Verlegen räusperte sich der Direktor. Sagte aber nach einer Weile, indem er sich ein Lächeln abzwang: „Von Ihrer Direktion sind uns Instruktionen zugegangen, wonach ich Ihnen jeden Zutritt zu den Maschinen verbieten soll, bis ein von der Gesellschaft ausweislich befugter Mechaniker hier eintreffen wird. Was übrigens das Versagen der Maschinen anbelangt, so bin ich der Ueberzeugung, daß dasselbe auf einen gewaltsamen Eingriff zurückzuführen ist.“ Gerd Brandauer zitterte vor Erregung, dann fragte er mit mühsam beherrschter Stimme:„Also wirklich, man hat es mir untersagt, die Sache aufzuklären, aber ich bin derjenige gewesen, der die Maschinen geprüft und vollkommen zuverlässig befunden hat, und um meine eigene Schuldlosigkeit zu beweisen, verlange ich, daß man mich, meinetwegen unter Aufsicht, den Grund des Versagens feststellen läßt!“ „Herr Brandauer, Sie wissen, daß ich Sie immer als einen selten tüchtigen Menschen geschätzt habe; aber obwohl ich es tief bedauere, daß Ihre Direktion nicht mehr das gewohnte Vertrauen in Sie setzt, kann ich wirklich nicht enthandeln. Allerdings in Zutritt zu den Maschinen gegen der gegebenen Instruktion einem Falle könnte ich Ihnen den doch gestatten.“ „Und der wäre?“ fragte Gerd hastig. an einfach der, daß Sie meinen wiederholten Vorschlag befolgen und als Pilot bei der„Luftfahrt Odessa A.=G.“ eintreten.“ Gerds Augen leuchteten auf. Als Bittender hatte er nicht kommen mögen, wenngleich man ihm die Stellung angeboten hatte. „Ich nehme an, Herr Direktor, ich nehme an für sofort und werde dem Berliner Herrn das grundlose seiner Anzüglichkeit beweisen.“ „Es ist gut.— Ich bin überzeugt, daß es Ihnen gelingt, Licht in die Angelegenheit zu bringen.— Wollen Sie mir jetzt diesen Vertrag unterzeichnen, dann können Sie morgen gleich mit der Untersuchung, welche auf alle Fälle sehr schwierig sein wird, beginnen.“ Fortsetzung folgt. Ein verwegener Ritt und seine„Abkühlung“. Von A. Kutschbach=Leipzig In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts machte der ungarische Rittmeister Zubovits viel von sich reden, weil er die lange Strecke von Wien nach Paris in knapp 7 Tagen auf ein= und demselben Pferde zurückgelegt hatte. Zubovits bildete sich später, nachdem er vom Militär seinen Ab. schied genommen hatte, zu einem Original aus, zu dem, was der Oesterreicher eine„iaur“ nennt. Er war ein mittelgroßer und, als ich ihn kennen lernte, etwas beleibter Mann, jeglicher Schmauserei und Trinkerei abhold. Er aß und trank nur einmal am Tage, zu Mittag, dafür aber ganz gewaltig, und zwar bereitete er sich sein Mahl stets selbst zu, während sein Diener häufig in den Keller geschickt wurde, um Wein heraufzuholen. Aber dann war wieder Schluß für vierundzwanzig Stunden. Dafür lag er sozusagen Tag und Nacht auf seinen Pferden. Mit ihnen stand er auf, und mit ihnen ging er zu Bett. Schon seit früher Kindheit hatte er eine besondere Vorliebe für die Pferde seines Vaters, eines Großgrundbesitzers in der Nähe von Budapest, gefaßt und manches tolle Reiterkunststück ausgeführt. Dann war er zur Kavallerie gekommen und hatte es dort bald zu dem Rufe gebracht, der verwegenste Reiter in der ganzen österreichisch=ungarischen Armee zu sein. Für alles andere ging ihm der Sinn ab bis auf eine Gelegenheit, wo er auf ziemlich originelle Weise seinen ererbten väterlichen Besitz um eine außergewöhnlich hohe Summe loszuschlagen verstand, wie er dies mir einmal erzählte. Für die Pferde lebte und starb er, und er beurteilte einen Menschen nur nach seinen kavalleristischen Leistungen. Wenn er einem Reiter begegnete, der nicht ganz nach seinem Geschmack zu Pferde saß, so konnte er dies als eine direkte persönliche Beleidigung empfinden, und er gab diesem Gefühl auch entsprechenden Ausdruck, was nicht immer angenehm empfun. den wurde. Dieser Zubovits war also zu der Zeit, als er noch war, mit dem besten Pferde, das er im Stalle hatte, in Budapest durch die Donau bei Eisgang geschwommen und hatte das Wagnis glücklich überstanden. Alle Blätter waren angefüllt mit Schilderungen über diesen verwegenen Ritt und hatten dem Ehrgeiz des Zubovits nicht wenig geschmeichelt. So beschloß er, zur Erhöhung seines Ruhmes bereits an einem der nächsten Tage den Ritt bei noch anhaltendem Eisgange zu wiederholen, und zwar in Wien. Zubovits reiste also mit seinem Pferde nach der österreichischen Kaiserstadt ab. Die hauptsächlichsten Blätter brachten darüber eine Notiz, indem sie berichteten, daß der berühmte Distanzreiter, der in den letzten Tagen den verwegenen Ritt durch die mit Eis gehende Donau in Budapest ausgeführt habe, in Wien angekommen und im Hotel Metropol abgestiegen sei. Von dem Vorhaben, das Zubovits nach der Hauptstadt geführt, berichteten sie indessen nichts, denn Zubovits hatte davon zunächst nichts verlauten lassen. Kaiser Franz Josef, der sich für die Vorgänge in seiner Armee besonders ineressierte, hatte diese Zeitungsnotiz ebenfalls gelesen, und sie hatte in ihm den Wunsch geweckt, den berühmten Reiter persönlich kennen zu lernen. Er schickte also einen seiner Adjutanten in das Hotel Metropol mit den Auftrage, Zubovits den Befehl zu überbringen, sich alsbald beim Kaiser zu melden. Gerade als der Adjutant das Hotel betreten hatte— ich folge hier den eigenen Worten des Zubovits, der mir den Vorgang eines Tages erzählte— kam Zubovirs in einem Wagen pudelnaß zurück. Er hatte soeben, wie vorher in Budapest, in Wien die Donau mit seinem Pferde durchschwommen, und auch dieses Mal war das tolle Wagnis geglückt. Als Zubovits von dem Befehle des Kaisers erfuhr, stieg er sofort in den kaiserlichen Wagen, der den Adjutanten von Schloß Schönbrunn, wo sich der Kaiser aufhielt, hierher geführt hatte. „Aber, Herr Rittmeister“, rief der Adjutant entsetzt,„Sie wollen doch nicht etwa in Ihren nassen Kleidern zur kaiser. lichen Audienz fahren?" „Aber selbstverständlich“, erwiderte Zubovits,„wenn mich mein Kaiser ruft, so folge ich diesem Befehl sofort, wie ich stehe und gehe!“ Alle Widerrede des Adjutanten nutzte nichts, Zubovits war nicht zu bewegen, seine Uniform zu wechseln, und so konnte ihm der Adjutant nur seinen Mantel umhängen, damit der Rittmeister auf der Fahrt nach Schönbrunn sich nicht erkälte. Der Empfang beim Kaiser fiel freilich etwas anders aus, als Zubovits sich dies gedacht hatte. Als Zubovits nach erfolgter Anmeldung im Arbeitszimmer des Monarchen erschien und dieser seine nasse und dampfende Uniform bemerkte, hauchte er ihn an:„Mensch, sind Sie verrückt? Soll ich Ihren Tod verschulden? Fahren Sie gleich nach Hause, warmen. Sie sich dort ordentlich durch und kommen Sie in trockener Uniform wieder!"— „lda hatte ich“, schloß Zubovits mit etwas wehmütiger Stimme seine Erzählung,„meine zweite kalte Douche an einem Tage.“ Johannisnacht Irmela Linberg „Schlafengehen, Kinder! Es ist Zeit!“ Fräulein Hansen, die mit strenger Stimme aus dem geöffneten Fenster gerufen, verschwand wieder im Dunkel des Zimmers. Mit schlenkernden Armbewegungen trollten die beiden Mädchen ins Haus. Sie baten heute nicht um noch fünf Minuten. Doch sonst verlief alles wie immer. Anne, die langjährige Wärterin, half ihnen beim Auskleiden, die Mama tam und hörte ihr Abendgeb dessen geöffne Zimmer, vor leis Abendgebet an. Dann war es dunkel im sen geöffneten Fenstern die Gardinen sich eise blähten und die würzig nach frische Heu duftende Sommerluft einströmen ließen. „Hilde!“ rief Trude leise und richtete sich auf. „Ja—“, erwiderte die Zwillingsschwester. „Wir müssen wach bleiben.“ „Selbstverständlich.“ iET Pahare N Versammlung Die von der Ortsgruppe Mengede der NSDAP. einberufene außerordentliche Parteimitgliederversammlung fand im Saale Kaffsack statt. Treffender konnte nicht bewiesen werden, da der Saal überfüllt war, daß es sich hier nicht um eine Parteiangelegenheit im früheren Sinne handelt, sondern um eine Volksbewegung im nationalsozialistischen Geiste von gigantischem Ausmaße. Die Versammlung wurde von der SA=Kapelle Klaus mit einigen flott gespielten Märschen eingeleitet. Der Ortsgruppenleiter, Pg. Landtagsabgeordneter Land begrüßte die Erschienenen und wies in kurzen Zügen auf die Bedeutung des 28. Juni hin, den Tag, an dem der Schandvertrag von Versailles getätigt wurde. Die Versammlung erhob sich spontan und verharrte einige Minuten im stillen Gedenken der im Weltkriege Gefallenen, der 400 SA=Männer. die im Kampfe um die nationale Erhebung ihr Leben gelassen haben und im Hinblick auf die Trauer, die der Schandvertrag von Versailles für Deutschland auslöste. Sodann ergriff Kreisleiter Pg. Flach das Wort. Der Anfang seines Vortrages galt den neuen Parteigenossen und deren Aufklärung. Treffend waren die Ausführungen über die seelische und moralische Not des Volkes in den vergangenen Jahren, und wie die Führung den größten Wert darauf gelegt habe, den Kampf so zu führen, daß das Volk seine Stimme der NSDAP. gebe. Die Kampffront sei in drei Abschnitte eingeteilt worden. Der erste Abschnitt sei zurückgelegt, in dem zweiten befänden wir uns jetzt und zu dem dritten, dem rein nationalsozialistischen Staat sei hinzuarbeiten. Die Entwicklung im zweiten Abschnitt Jugendherberge in Siegen der NSDAp. sei schneller erfolgt, als wie gedacht. Die Absicht des Führers, den größten Gegner an sich heranzuziehen und ihn selbst beweisen zu lassen, daß er nicht in der Lage sei, unser Volk mit großem Geschick zu führen, sei vollauf geglückt. Nur hierauf sei der so schnell erfolgte Austritt de: Neaktion aus der Regierung zurückzuführen. Nunmehr sei die nächste Aufgabe die, dafür zu sorgen, daß die Mitglieder, die in den letzten Monaten zur NSDAP. gestoßen sind. auch vollständige Nationalsozialisten würden. Bereits im Weltkriege habe es Menschen gegeben, die sich opferten, und solche, die sich drückten. Die Materialisten hätten dann die Ueberhand bekommen und es nur zu gut verstanden, sich in die fetten Stellen einzunisten. Ein typisches Beispiel sei der Obermagistratsrat Textor aus Dortmund. Dieser habe es verstanden, während des Krieges Adjudant des Bezirkskommandos und später Direktor des Wirtschaftsamtes zu werden. Immer sei Textor nur auf seinen Vorteil bedacht gewesen und meisterlich hätte er es auch zuwege gebracht, die jeweiligen Parteien für sich zu gewinnen. Dieses sei ihm selbst bei den Kommunisten geglückt, habe doch der Kommunist Meinberg einmal gesagt:„Was wollt ihr denn. Textor ist doch ein guter Beamter". Ja, selbst mit den Franzosen habe es Textor gut verstanden. Nur bei den Nationalsozialisten habe er kein Glück gehabt. Für sie sei er einfach untragbar. So wie dieser Herr Textor haben noch viele Tausende anderer in Deutschland gedacht. Und seien wir doch ganz ehrlich: Haben nicht auch viele so gedacht, die nach dem 30. Januar zu uns gestoßen sind? Diese Neuhinzugestoßenen müßten nunmehr zu wahren Nationalsozialisten gemacht werden. Pflicht eines jeden Parteigenossen sei, bei der geistigen Umschichtung mitzuhelfen. Für Nationalsozialisten gebe es keine Vorrechte, sondern nur Pflichten. Wie stark die neuen Parteigenossen noch der geistigen Umschichtung bedürften, ginge am besten daraus hervor, daß ihm Berge von Bewerbungsgesuchen zugegangen seien. Unter diesen sei aber kein alter SA.=Mann. Und genau so wie die alte SA. die Disziplin bewahrt habe, so müßten auch die neuen Parteigenossen die Disziplin bewahren. Die NSDAP. verlange keinen Kadavergehorsam, aber freiwillige Einordnung. Hitler könne den Willen des Volkes nur ausfüllen, wenn er eine geschlossene Organisation hinter sich habe. Hierzu gehöre auch, daß die geistig Fortgeschrittenen in der Bewegung fein warteten, bis die Schwächeren auch mitgekommen seien. Es sei besser 1000 machten einen Fehler, als 1000 einzelne Feh* ler begangen wurden. Vör allem aver muß allen unsinnigen Gerüchten ein Ende bereitet werden. Hier zeigt sich die Wichtigkeit der Blockwarts, die etwaigen Gerüchten entgegenzutreten habe. Hierbei erwähnte der Redner auch die Gerüchte, die über den Staatskommissar Schüler betreffend des Oberbürgermeisterpostens kursierten. Durch Gerüchte würde kein Führer erledigt. Besondere Werte widmete der Redner den Mitgliedern des Kampfbundes. Gewiß sei es Pflicht der NSDAP. auch für den gewerblichen Mittelstand einzutreten. Die Mitglieder müßten aber in erster Linie erkennen, daß Gemeinnutz vor Eigennutz zu gehen habe. Auch der gewerbliche Mittelstand müßte Opfer bringen. Es gehe nicht an, daß, wie in einem ihm bekannten Falle, ein Bäckermeister sich nur um Hauskauf und Jagden kümmere, aber seine Gesellen 14 Stunden am Tage beschäftigte. Hier müsse durch Einschränkung der eigenen Lebensweise ein zweiter Geselle eingestellt werden. Es könnten dann viele Erwerbslose Arbeit finden. Es müssen eben Opfer gebracht werden. Opfer bringen heiße aber nicht, geben von dem was man übrig hat, sondern von dem, was man selbst braucht. Redner kam dann auf das Dortmunder Stadttheater zu sprechen. Man wolle nicht die Erwerbslosen mit dem Theaterdefizit belasten. Das Bürgertum müsse Opfer bringen und das Stadttheater in Dortmund durch seinen Besuch vom Defizit befreien. Weitere Ausführungen behandelten Fragen der Landwirtschaft, der Industrie und der neuerlichen Entwicklung in Deutschland. Segelflugausstellung auf dem Hansaplatz in Dortmund. Platzkonzert verschiedener Kapellen. Sternlauf der Sportverbände. Zum Abschluß der Deutschen Luftfahrt=Werbewoche, die einen großen moralischen Erfolg gebracht hat, findet heute Nachmittag und Sonntagvormittag und Nachmittag auf dem Hansaplatz eine Ausstellung von Segelflugmaschinen statt. Gegen 17,30 Uhr werden die Sternläufe der Sportvereine erwartet. Zur weiteren Unterhaltung finden Konzerte statt. Zum Werbe= und Opfertag am 2. Juli: An die Eltern der wandernden Jugend! Jugend und Wandern: die gehören zusammen. Rechte Jugend scheut weder Sommerhitze noch Winterkälte, weder Frühlingsbrausen noch Herbststürme; sie sucht draußen Kraft und Gesundheit mit in den Alltag hinein. Für sie ist die Wanderung am Wochenende oder die größere Fahrt eine Kraftquelle und bedeutel kausendmal mehr als oberflächliche Vergnügungen, die den Menschen leer lassen. Wandern und Jugendherbergen: sie helfen und fördern sich gegenseitig. Rechtes Wandern läßt sich nicht mehr denken ohne das weite Netz von Jugendherbergen im deutschen Lande, die der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen mit seinen Gauen in langjähriger zäher Arbeit eingerichtet hat. Sie geben der wandernden Jugend die gesuchte, billige und bequeme Unterkunft. Das Leben in den Herbergen unter einfachen, straffen Gesetzen, die sich eine zuchtvolle Jugend selbst gegeben hat. Jugendherbergswerk und Elternchaft: die gehören erst recht zusammen. Rechte Herbergsfreunde sind von jeher Freunde des schlichten und frohen Wanderns gewesen und umgekehrt. Ob alt, ob jung: sie halsen mit aufbauen am Herbergswerk, weil ihnen Gesundheit und Lebensfreude höhere Lebensgüter sind als Macht und Geld; weil sie wissen, daß die Jugendherbergen Gesundungshäuser für unsere Jugend, für unser Volk sind. Darum, liebe Eltern, unsere dringende Bitter Helft mit am weiteren Ausbau des fün unser Volk so lebenswichtigen Jugendherbergswerkes, indem Ihr die Mitgliedschaft beim Jugendherbergsverband erwerbt! Auch Euer Beitragstaler muß mithelfen, fernerhin allem Jungvolk den Weg offen zu halten in die freie Gottesnatur und in unsere deutsche Heimat mit ihrem unerschöpflichen Reichtum an Schönheiten mannigfacher Art. Wir wollen uno mussen noch mehn leisten! Eltern: unterstützt darum das Jugendherbergswerk Jugendherberge Astenberg bei Winterberg im Sauerland. □ * — Kindliche Jurcht Den Tod des Freundes verschwiegen Limburg. In dem oberhalb Limburg gelegenen Dorf Dietkirchen fischten zwei kleine Jungen von der Anlegebrücke des Motorbootes Treibholz aus der hochgehenden Lahn. Dabei stürzte einer der beiden Jungen in die Fluten und ertrank. Der andere ging nach Hause und legte sich, ohne von dem Vorfall etwas zu erzählen, ins Bett. Die Leiche des ertrunkenen Kindes konnte noch nicht gefunden werden. Elückliche Ens— Streit— Mord Trier. In dem nahe Trier gelegenen Dorfe Fischbach hat sich am Donnerstag eine grauenvolle Tat abgespielt. Zwischen einem Tiefbauunternehmer und seiner Frau war es, nachdem die Ehe 17 Jahre glücklich verlaufen war, in den beiden letzten Jahren wiederholt zu Streitigkeiten gekommen. Auch am Donnerstagmorgen kam es zwischen den beiden Ehegatten zu einer äußerst scharfen Auseinandersetzung, da die Frau in die von ihrem Manne beabsichtigte Scheidung nicht einwilligen wollte. In ihrer Verzweiflung grift die Frau zu einer Schußwaffe und streckte ihren Gatten nieder, der sofort tot war. Nach der Tat flüchtete die Frau, konnte aber später von der Volizei festgenommen werden. Löffel verschluckt, operiert, geflohen Trier. Der kommunistische Funktionär Fritz Hill, der wegen Waffenschmuggels von Belgien nach Deutschland festgenommen worden war, verschluckte im Trierer Gefängnis einen Löffel und mußte infolgedessen ins Krankenhaus eingeliefert und operiert werden. Als er auf dem Wege zur Besserung war, benutzte er einen günstigen Augenblick. um aus dem Krankenhaus zu entfliehen. Der Polizei gelang es nach längeren Ermittlungen, ihn in seiner Wohnung, in der er sich versteckt hielt, wieder festzunehmen. Der Kampf um Arbeit v. Papen soll sich für die Wiedereröffnung der Hütte Ruhrort=Meiderich einsetzen Duisburg=Hamborn. Der nun schon monatelang andauernde Kampf der Belegschaft und der beteiligten Wirtschaftskreise um die Wiedereröffnung der Phönix=Hütte Ruhrort=Meiderich hat nun schärfere Formen angenommen. In den Abendstunden des Mittwoch sammelten sich die ehemaligen Belegschaftsmitglieder demonstrativ vor den Toren der Hütte und verlangten stürmisch die Wiederinbetriebnahme des modernen Werkes. Die Schließung der Hütte hat den Duisburger Norden in eine katastrophale Notlage gebracht; es muß dringend etwas geschehen, um der Bevölkerung aus der Notlage herauszuhelfen. Der Leiter des Ausschusses für die Wiederinbetriebnahme der Hütte hat in persönlichen Verhandlungen mit dem Vizekanzler von Papen erreicht, daß der Vizekanzler sofort nach seiner Rückkehr von Rom nach Duisburg kommen wird, um sich an Ort und Stelle von den Notständen zu überzeugen. Man rechnet in kürzester Zeit mit einer endgültigen Klärung des Problems durch abschließende Verhandlungen mit den Vereinigten Stahlwerken. Erschossen aufgefunden Mettmann. Durch einen Bäckerjungen wurde eine grausige Bluttat, die sich im Neandertal ereignete, aufgedeckt. Er fand dort in einem Gebüsch die Leiche eines Mannes, auf den, wie später die Mordkommission feststellte, aus nächster Nähe elf Revolverschüsse abgefeuert worden waren. Papiere trug der Tote nicht bei sich, woraus man auf einen Racheakt oder auf einen Raubüberfall schließen will. „Waffen- und Warenlager“ Burscheid. Die hiesige Polizei nahm in Gemeinschaft mit Hilfspolizeibeamten Durchsuchungen von Häusern im Stadtgebiet vor, die große Waffen= und Warenlager zutage förderten. Acht Personen kamen in Schutzhaft. Beschlagnahmt wurden u. a. 1 Drilling, drei Jagdgewehre, zwei Flobertgewehre, ein Seitengewehr, diverse Jagdgeräte und Patronen, 160 Schuß Militärmunition, eine Kiste ausländischer Munition, acht Hasenfelle, mehrere Fang= und Fischnetze, zwei Heizapparate und Silber= und Goldwaren. Die Jagdwaffen, Jagdutensilien und Wertsachen rühren aus Einbrüchen einer berüchtigten Wilddiebbande her, während die Militärmunition aus KPD=Beständen stammt. Weiter gelang die Aufklärung von sechs größeren Diebstählen; die in der Zeit von 1931 bis 1932 ausgeführt wurden. Das gestohlene Gut konnte zum Teil den Eigentümern wieder ausgehändigt werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Mißstände auf dem Gebiele des Zugabe- und Rabaltwesens Wie das BD3.=Büro meldet, hat das preußische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit sich in einem Erlaß an die Industrie= und Handelskammern, die Zweckverbände und Handwerkskammern mit den Mißständen auf dem Gebiete des Zugabe- und Rabattwesens beschäftigt. Darin wird ausgeführt, daß die Erregung über Mißbräuche beim Zugabe= und Rabattwesen ungeachtet der von den maßgebenden Stellen erlassenen Weisungen in neuerer Zeit vielfach zu Sonderaktionen örtlicher Stellen gegen Einzelhandelsgeschäfte der gesetzlichen Grundlage entbehrten. Das Reichskabinett habe in dem Gesetz über das Zugabewesen vom 12. Mai dieses Jahres das Zugabeverbot soweit verschärft, daß nach Ablauf der vorgesehenen Uebergangsfrist die eigentliche Zugabe auch in der bisher noch geduldeten Form der Zugabe mit Barablösung aus dem Wirtschaftsleben verschwinden müsse. Zur Bekämpfung ungesunder Uebertreibungen auf dem Gebiet des Rabattwesens seien gesetzgeberische Maßnahmen in Vorbereitung, die die bisher zur Verfügung stehenden Vorschriften wirksam ergänzen werden. Die Notwendigkeit irgendwelcher Sondermaßnahmen auf diesen Gebieten könne deshalb nicht anerkannt werden. Durch solche Maßnahmen würden lediglich eine Beunruhigung nicht nur in die betroffenen Einzelhandelskreise, sondern auch in die übrige Wirtschaft, besonders die beteiligte Industrie, getragen, die einer planmäßigen aufbauenden Wirtschaftspolitik durch. aus abträglich sind. Wohl aber erwachse den gesetzlichen Berufsvertretungen von Handel und Handwerk bei dieser Sachlage in verstärktem Maße die Aufgabe, den genannten Mißbräuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nachdrücklich entgegenzutreten. Eine schnelle und wirksame Hilfe werde besonders von den Einigungsämtern für Wettbewerbsstreitigkeiten erwartet werden können. Seelsorge und Politik Geistliche in Württemberg aus der Schutzhaft entlassen Das Wolffbüro verbreitet aus Stuttgart, 30. Juni, folgende Meldung: Eine Anzahl katholischer Geistlicher hatte in der letzten Zeit ihren seelsorgerischen Einfluß dazu mißbraucht, politische Bestrebungen zu unterstützen, die sich gegen den neuen Staat und seine Regierung richteten. Man hat ihnen nachweisen können, daß sie durch Aeußerungen beleidigender Art oder durch Verbreitung unwahrer Nachrichten über die nationale Bewegung oder die von ihr getragene Regierung in der Oeffentlichkeit Unruhe gestiftet haben, teilweise hat sich diese Betätigung katholischer Geistlicher sogar in strafbaren Formen bewegt. Aus Gründen der Staatsautorität mußte daher, wie bekanntgegeben worden ist, eine Anzahl katholischer Geistlicher in Schutzhaft genommen werden. Diese Sachlage hat das bischöfliche Ordinariat veranlaßt, an das Innenministerium heranzutreten. Das Ordinariat hat eindeutig erklärt, daß es das Verhalten der Geistlichen mißbillige, und daß es durch geeignete Maßnahmen gegen die betreffenden Geistlichen zur Herbeiführung des politischen Friedens beitragen wolle. Darüber hinaus hat das Ordinariat die Wiederholung eines Erlasses angeordnet, wonach sich die Geistlichen jeglicher Tätigkeit auf politischem Gebiet zu enthalten und sich ausschließlich ihrem seelsorgerischen Beruf zu widmen haben. Das Innenministerium hat sich im vollen Vertrauen auf die Erklärung des bischöflichen Ordinariats, insbesondere auch im Hinblick auf die Gehorsamkeit der Geistlichen dem bischöflichen Ordinariat gegenüber, mit dieser Regelung zufrieden gegeben. In der Erwartung, daß dadurch in Zukunft einem unerfreulichen und untragbaren Zustand endgültig ein Ende gemacht worden ist, hat das Innenministerium die Freilassung der in Schutzhaft befindlichen katholischen Geistlichen angeordnet. Nach einer Verfügung des bischöflichen Ordinariats werden alle Geistlichen nicht mehr in ihre Amtsstellen zurückkehren. Siker 25 Jahre, also ein Vierteljahrhundert, hielt mir Persil die Treue in unnachahmlicher Güte, Leistung und Billigkeit. Ich nehme Persil für Weiß-, Woll- und Seidenwäsche und für die hygienische Säuberung hunderter Sachen im Haushalt. Da kommt für mich anderes einfach nicht in Frage! waser will: ich bleibe bei Versit POras -E WESTDEUTSCHER RUNDFUNK 2.•7- 5i- 8 7. 1333 SONNTAG 6.15: Uebertragung vom Nordfunk Hamburg: Hamburger Hasenkonzert auf dem Motorschiff„Monte Olivia“ der HamburgSüdamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft und auf dem Dampfer„Albert Ballin" der Hamburg= Amerika=Linie Die Glocken vom Großen Michel, dem Wahrzeichen der deutschen Seefahrer. 8.15: Wiederholung der Abendmeldungen und Landwirtschaftliche Rundschau. 8.30—9.30: Katholische Morgenfeier. Redner: Diözesan=Präses Dr. Mund, Aachen. Mitwirkende: Dominikuschor Köln(Leiter Joseph Schmitz), Blasorchester des Westdeutschen Rundfunks(Leitung: Kühn), Hilgers(Orgel). „Führer zu Gott“ 1. Glockengeläute vom Aachener Dom. 2. Einführende Worte. 3. Chorgesang:„St. Heinrich“. Kirchenlied. 4. Ansprache; 1. Teil:„Der heilige König(St. Heinrich)", 5. Chorgesang:„Confitebor tibi Domine“.(Ich preise dich. o Herr, mein Gott), Witt 6. Blasorchester: Sonate, Gabrieli. 7. Ansprache: 2. Teil„St. Heinrich“. 8. Chorgesang:„Gott ist mein Hirt“. Psalm 23. Schubert (vierstimmig gemischt. Chor mit Orgelbegleitung). 9. Blasorchester: Canzone, Maschera. 10. Chorgesang: a)„Hoch tut euch auf. ihre Tore der Welt". Gluck(vierstimm, gem. Chor mit Orgelbegleitung): b)„Lasset, Christen, Gott nur walten". Volkslied. 11. Glockengeläute vom Aachener Dom. 10.00: Fahnen des Dritten Reiches. Revolution des Geistes. Von Wulf Bley. 11.00: Deutsche Erzähler. Karl Röttger: Joh. Sebastian Bachs letzte Tage. 11.30: Reichssendung: Bach=Kantate. „Nimm von uns Herr, du treuer Gott“. Kantate von Johann Sebastian Bach. Das Städtische und Gewandhausorchester zu Leipzig Der Thomanerchor. Solisten: Erna Hähnel(Sopran), Mia Bischoff (Alt), Hanns Fleischer(Tenor), Günther Baum (Baß). Prof. Günther Ramin(Orgel), Friedbert Sammler(Cemhalo), Kurt Stichler(Violine), Rudi Kempe— Walter Heinze(Oboe), Fritz Rein (engl. Horn), Karl Bartuzat(Flauto traverso), Günther Weigelt(Fagott). Leitung: Thomaskantor D. Dr. Karl Straube. 12.05: Zur Luftfahrtwerbewoche: Das luftige Mikrophon. Mit dem Kurzwellensender im Freiballon. Am Mikrophon; auf dem Flugplatz: Dr. Ernst. im Freiballon: Rudolf Rauher. Am Schallplattentisch im Funkhaus: Dr. Raskin. 13.00: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Dr. Wilh. Buschkötter: Solist: Robert Grote(Cello). 14.30—14.50: Volk erzählt. Wilhelm SchneiderClauß: De Dolls Dores. E Sportbildche us dem ahle Kölle. 15.00: Klangeindrücke aus Helsingfors. Dipl.= Ing. V. Pantenburg.(Ein Vortrag mit Schallplatten.) 15.25—15.35: Sammeln, aber mit Verstand. A. Drahn. 15.40: Staat und Kultur in Italien. Lic. Dr. Hans Hartmann. 16.00: Heitere Musik um Tiere und Blumen. 16.35: Uebertragung von der Rennbahn Dortmund=Wambel: Preis von Westfalen. Sprecher: Hancke. 16.50: Der Kriegsbeschädigte hat das Wort. Dr. Lochmüller. 17.00: Vesverkonzert. Cäcilien=Gesangverein St. Joseph. Euven(Neubelgien), Kleines Orchester Münster. Leitung: Wolf. (In der Pause: Dr. Reusch: Wir baden Sonne.) 18.00: Deutsche Kavallerie in Düsseldorf. Hörbericht vom Waffentag d. Deutschen Kavallerie 18.30: Von deutscher Art und Kunst. Ribelungensage und Nibelungenlied a) Vortrag; Prof. Dr. Friedrich von der Leyen: b) Aus dem„Lied von Kriemhilds. Not“, bearbeitet von Wilhelm Schäfer. Wie Siegfried ermordet wurde. Sprecherin: Ingrid Fernolt. 19.00: Ernst und heiter— und so weiter. 19.45: Sportvorbericht. 20.00—21.50: Aus Stuttgart: Hallo, hallo, hier ist der Südfunk. Ein volkstümliches Potvourri. Zusammengestellt und geleitet von Gustav Görlich. Mitwirkende: Gerda Hansi(Sopran), Karl Jautz (Tenor), Hans Hanus(Tenor): Zithertrio Heinz Mönch, Balalaika=Orchester Schulrabe, H. L. Hantz (Gitarre): Das Süddeutsche Liederquintett. Fritz Mühlensenzl(Handharmonika). Kinderchor, Funkchor, Leitung: Otto Seyfert; Das Württembergische Landes=Sinfonie=Orchester. 21.35: Stimmen der Bewegung. 21.45: Uebertragung aus Beckum: Westdeutscher Gardeappell. KÖNIGSWUSTERHAUSEN 6.15: Wiederholung der wichtigsten Abendnachichten, Tagesspruch, Morgenchoral, Anschließend: Cebertragung Hamburg: Hamburger Hafenkonzert. 8.45: Uebertragung aus der St. Marienkirche, Berlin: Morgenfeier 11.30: Uebertragung Leipzig: Reichssendung: Nimm von uns, Herr, du treuer Gott. Kantate von Joh. Seb. Bach(G.-A. Nr. 101). 12.00: Mittagskonzert der Kapelle Koch des Arbeitsdienstlagers Berlin-Schöneberg. 13.00: Uebertragung Breslau: Aus dem Garten der Stadtsäle Oels: Platzkonzert, der Stahlhelmkapelle der Ortsgruppe Oels. 14.00: Uebertragung Hamburg: Stunde der Hitler-Jugend, Leitung: Baldur von Schirach, Reichsjugendführer. 15.00: Gefallenenehrung des Preußischen LandesKriegerverbandes des Kyffhäuserbundes Im Luftschiffhafen Potsdam. 16.00: Uebertragung Königsberg: Nachmittagskonzert. 17.30: Deutsche Volksweisen im Duett. 20.00: Unsterbliche Klänge. Vom Genius der deutschen Musik in Oesterreich. 23.00—24.00: Uebertragung Berlin: Aus dem Weinrestaurant„Traube“: Unterhaltungsmusik. Gleichbleibende Tageseinteilung 6.00 Morgenruf 6.05 Morgenkonzert(1. Teil) 6.40 Wiederholung der Abendmeldungen 6.45 Leibesübungen(Dr. Bach) 7.00 Frühvorhersage 1 7.03 Morgenkonzert(2. Teil) 8.00 Frühvorhersage II 9.45—10.00 Frauengymnastik 10.15„Mensch und Welt“ für Arbeitslose 12,00 Konzert 12.50 Mittagsmeldungen I 14,00 Mittagsmeldungen II 15.30 Wirtschaftsdienst 18.45 Wetterbericht 19.00—20.00 Stunde der Nation 20.00 Abendmeldungen 22,05(und später) Letzte Meldungen MONTAG 11.30: Schulfunk für Schüler vom 12. Lebensjahre an. Der Bartmann. Die Geschichte eines edlen Kruges(Aus Naeren bei Eupen) von Schifsers=Davringhausen. 12.00: Aus Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Städtischen Kurorchesters, Baden=Baden. 13.00—14.30: Mittagskonzert, Leitung: Wolf. Solisten: Heinz=Joachim Körner und Karl Delseit (Klavier). ami. mne. 15.00: Bastelstunde. Mia Düssel. 15.50: Jugendsunk. Der grüne Dom. 16.30—17.45: Vom Bayrischen Rundfunk München: Pfalzfahrt. 17.50: Frauenstunde. Hedwig Leipert: Von der erlösenden Liebe. 18.10:„Mensch im Eisen". Heinrich Lersch: Gesänge eines Kesselschmiedes. 18.20: Elternstunde. Aenne Pfisterer: Das Vaterland in der Kinderstube(mit einem Vorspruch: „Ein Volk ist wie seine Mütter sind"). 19.00—20.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Frankfurt: Separatisten. 20.05: Aus Frankfurt: Pfitzner=Konzert. 21.15: Stimme der Zeit. 21.20: Aus Frankfurt: Unterhaltungskonzert des Rundfunk=Orchesters. Leitung: Reinhold Merten. 22.00: Letzte Meldungen. 22.30: Sternschau im Juli. Dr. H. H. Kritzinger. 22.45—24.00: Achtung! Sie hören die„Mailän= der Skala“. KÖNIGSWUSTERHAUSEN 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzertes Breslau. 17.35: Musik unserer Zeit: Theodor Blumer: Quartett e-moll, op. 50, für Klavier, Violine, Viola und Violoncello. 18.05: Alte Kammermusik für Harfe, Flöte und Sopran. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Uebertragung Frankfurt:„Separatisten“. Hörwerk von Edgar Jung. 20.00: Konzert nach Wünschen unserer Hörer. 23.00—24.00: Uebertragung Dresden: Nachtmusik. Das Dresdener Orchester. DIENSTAG 10.10: Schulfunk für Schüler vom 12 Lebensjahre an. Der deutsche Waffenschmied. Ein Lebensbild Alfred Krupps von Theo Rausch. Spielleitung: Baumgarten. 11.10—11.25: Schulfunk für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahre. Käthe Martin: Kinderturnen mit Musik. 12.00: Unterhaltungskonzert, Leitung: Wolf. 13.00—14.30: Mittagskonzert, Leitung: Kneiv. Mitwirkende: Berger(Sopran), Poerner(Tenor), 6 frohe Sänger(Leiter: Schöneck=Hartmann), der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks.(Leit.: Maier). Mitglieder des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Begleitung: Grape. 15.00: Kinderstunde. Der rote Hahn— oder spielt nicht mit Feuer. 16.00: Aus Wörsdorf im Taunus: Völkische Erziehung(Erste deutsche landvädagogische Woche). 16.30—17.45: Vom Südfunk Stuttgart: Vesperkonzert des Kurorchesters Wildbad. Leit.: Eschrich. 17.50: Mit dem Spaten in die deutsche Vergangenheit. Bei Köln wird eine Steinzeit=Siedlung ausgegraben. 18.10: Volk erzählt. Peter Roth:„De Haand drov" und„Vom Möller ov der Svetzde". Zwei Geschichten aus dem Bergischen. 18.20—18.40: Italienisch. Unversitätsprofessor Dr. Heinermann. 19.00—20.00; Reichssendung: Stunde der Nation. Von der Funkstunde Berlin: Rügen. Ein Hörwerk von Deutschlands größter Insel. Gemeinschaftsarbeit vommerscher Dichter. Zusammengestellt von Otto R. Gervais: Spielleitung: Max Bing. 20.05: Stimmen der Bewegung. 20.15: Zur Unterhaltung. Die fröhlichen Fünf des Westdeutschen Rundfunks. 20.45: Stipppisite. 21.00: Westfälische Landschaft: Münsterland. Ein Hörbild von Karl Wagenfeld. 22.05; Letzte Meldungen. Funkstille KÖNIGSWUSTERHAUSEN 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.35: Schubert. Schumann- Stunde. Gesang: Maria Ekeblad; am Flügel: Wilhelm Scholz. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation, Uebertragung Berlin: Rügen. Ein Hörwerk von Deutschlands größter Insel. 20.00: Kernspruch, Anschließend: Variete. 20.30: Uebertragung des Kurkonzertes aus Swinemünde. Generalmusikdirektor Paul Scheinpflug, Solist: Hermann Hoppe, Klavier. 23.00—24.00: Tanzmusik. MITTwOCH 8.05—8.30: Kinderstubensorgen im Sommer. Ein Gespräch 11.30: Schulfunk für Schüler vom 12. bis 19 Lebensjahre. Unsere deutschen Tonsetzer als Lehrbuben u. Gesellen. Der junge Mozart. Leit.: Wolfdieter Meinardus. Mitwirkende: Rudi Rhein (Violine). Wilhelm Strienz(Baß). Egbert Grave (Klavier), das Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn. 12.00: Vom Bayrischen Rundfunk, München: Unterhaltungskonzert. 13.00—14.30: Mittagskonzert. Leitung: Wolf. Solistin: Marga Bäuml(Gitarre). 1. Ouverture zur Over„Der Beherrscher der Geister“, Weber. 2. Gitarresoli: a) Wiegenlied, Schumann; b) Andante Largo. Sor; c) Menuett Nr. 2. Sor(Marga Bäuml). 3. Aus der„Heiteren Suite". Schmalstich; a) Liebesduett, b) Pierrette. Walzer=Serenade, Schmalstich. 4. Waldmorgen, aus der Over„Der Berggeist". Stierlin. 5. Melodien aus der Oper„Cavalleria rusticana", Mascagni. 6. Strauß bleibt Strauß. Potvourri. Schweichert. 15.00—15.25: Deutsche Erzähler. Heinr. Schötte: Der Tod des kleinen Dantino. 15.50: Jugendfunk. Kennst du das Lied der Eisenbahn? 16.30: Vesperkonzert:„Die fröhlichen Fünf“. In der Pause: Stimme der Zeit. 17.50: Frauenstunde. Dame von Welt und Nationalsozialistin. Zwiegespräch. 18.10: Deutsche Sprecherziehung. Universitätslektor Dr. M. Weller: Technik des Sprechens. 18.30: Italienische Unterhaltung. Dr. Jesse. 19.00—20.00; Reichssendung: Stunde der Nation. Vom Deutschlandsender: Sachs, halte Wacht. Siebenbürgen=Hörfolge von Fritz Heinz Reimesch. 20.05(auch über den Deutschlandsender): Einführende Worte zu Mozarts„Il Re Pastore". Dr. Siegfried Anheißer. Anschließend: „Il Re Pastore" (Der Hirt als König) Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart. Dichtung von Pietro Metastasio. Deutsche Uebersetzung von Siegfried Anheißer. Musikalische Leitung: Kühn: Spielleitung: Anheißer. 22.50—24.00: Vom Bayrischen Rundfunk München: Nachtmusik. KÖNIGSWUSTERHAUSEN 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzertes Hamburg. 17.30: Alte Klaviermusik. Am Klavier: Käthe Conrad. 18.05: Was uns bewegt. Wehrkreispfarrer Müller, Orgel: Hans Georg Görner. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation.„Sachs, halte Wacht“. Siebenbürgener Hörfolge von Fritz Heinz Reimesch. 20.05: Uebertragung Köln: Il re pastore(Der Hirt als König). Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart. 23.00—24.00: Tanzmusik. Kapelle Herb. Fröhlich. DONNERSTAG 11.10—11.25: Schulfunk für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahre. Käthe Martin: Kinderturnen mit Musik. 12.00: Vom Bayrischen Rundfunk München: Anterhaltungskonzert. 13.00—14.30: Mittagskonzert, Leitung: Wolf. Solist: Andreas Holzer(Bariton). 1. Ouverture zur Oper„Edelweiß". Komzak. 2. Volkslieder aus den Alpen(Andreas Holzer). 3. Aus der Musik zu„Peer Gynt“. Grieg: a) Peer Gynts Heimkehr; b) Solveigs Lied. 4. Drei ungarische Tänze Nr. 1. 3. 7. Brahms. 5. Szenen aus der Oper„Gianni Schicchi“. Puccini. 6. Samt und Seide, Walzer, Ziehrer. 7. Melodien aus der Operette„Boccaccio". Suppé. 15.00: Kinderstunde. Sieben Kinder und ein Brummbaß. 15.50: Stimme der Zeit. 16.00: Pädagogische Führer Deutschlands. Theodor Litt. 16.20: Die Kirchensteuer. Karl Zöller. 16.30—17.45: Uebertragung aus dem Rheinhotel Dreesen, Godesberg: Vesperkonzert. Ausgeführt von der Kapelle preuß. Ausb.=Batl. 16. Ins.=Regt., Leitung: Musikmeister O. Koch. 17.50: Was wird aus der deutschen Siedlung. Regierungsrat Dr. Nießen. 18.10—18.20: Die Welt im Buch. Dr. Ernst Alker: Literaturgeschichte des Auslandes. 18.20—18.40: Französische Unterhaltung. Lektor Le Bourgeois— Lektor Noqué. 19.00—20.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Aus München: Abendkonzert im Dom zu Passau, Leitung: Hans A. Winter. Der Passauer Domchor: Das Streichorchester des Bayrischen Rundfunks: an der Domorgel: Otto Dunkelberg. Solisten: Martha Martensen(Sopran), Marius Andersen (Tenor), Georg Hann(Baß). 20.05: Paul Keller. Zu seinem 60. Geburtstag. 21.00: Von der Funkstunde Berlin: Heut' wollen wir tanzen und fröhlich sein. 22.00: Letzte Meldungen. 22.30—24.00: Tanzmusik durch die Jahrhunderte. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. KÖNIGSWUSTERHAUSEN 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzertes Königsberg. 17.35: Musik unserer Zeit Werke von Justus Hermann Wetzel und Hans Chemin-Petit. 18.05: Zeitgenössische Klaviermusik. Eulenspiegeleien. Allerhand Variationen über ein kurzweiliges Thema für Klavier, op 39, von Jos. Haas; am Klavier: Walter Thiele. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation: Uebertragung München:„Abendkonzert aus dem Dom zu Passau“. Leitung: Hans A. Winter. 20.00: Kernspruch. Anschließend: Abel mit der Mundharmonika. Nach dem Roman von Manfred Hausmann, für den Rundfunk bearbeitet von Ottoheinz Jahn. 21.20: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 23.00—24.00: Uebertragung aus den„Nationalen Gaststätten“. Kapelle Fuhsel. FREITAG 11.30—11.55: Schulfunk für die Oberstufe höherer Lehranstalten: Englische Unterhaltung. Szenen aus Shakespeares„Merchant of Venice". 12.00: Unterhaltungskonzert. Leitung: Wolf. 13.00—14.30: Uebertragung aus dem Ibach=Saal in Düsseldorf: Mittagskonzert. Düsseldorfer Sinsonie=Orchester. Leitung: Dr. Hans Paulig. 1. Alle mit uns! Marschpotvourri. Robrecht. 2. Melodien aus der Over„Hänsel und Gretel". Humperdinck. 3. Galanterie, Walzer=Intermezzo, Klapplusch. 4. Indische Suite(indisches Lied— Trauerzug— Am Grabmal der Fürstin— Bajaderentanz), Lüling. 5. Drei Charaktertänze; a) Kaaskopp, holländischer Tanz. Schouter: b) Böhmischer Tanz. Debussy; c) Bergamasca, italienischer Nationaltanz. Respighi. 6. Komm. trink und lach am Rhein. Walzerlied, Raymond. 7. Deutsches Morgenrot, Marsch, Wetzel(Uraufführung). 8. Argonner Marsch, Männecke. 15.00—15.20: Arbeitslosigkeit heute und früher (1). Pros. Dr. Schneider. 15.50: Jugendfunk. Die jungen Adler— Jungvolk am Steuerrad und Knüppel. 16.30: Vesverkonzert. Chor und Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Breuer. Intermezzo: Stimmen der Bewegung. 17.50: Karl Peters, der Vorkämpfer für deutsche Kolonien. Dr. Richard Wichterich. 18.10: Gräber erzählen deutsche Geschichte. 18.20—18.40; Englische Unterhaltung. Lektor C. Bennett M. A.(Cambridge)— Lektorin A. Rüschkamp=Whitehead. 19.00—20.00 Reichssendung: Stunde der Nation. Von Hamburg: Schleswig=Holstein, meerumschlungen. Eine norddeutsche Landschaft. Hörfolge von Paul Leuchsenring. 20.05: Gemeingut des Volkes. Zusammenstellung: Anheißer=Rockenbach, Leitung: Baumgarten. 21.30: Mozart=Serenade. Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. 22.30: Hansakanal und Arbeitsbeschaffung. Verkehrsdirektor Drees. 22.40—23.30: Vom Südwestfunk Frankfurt: Nachtmusik. K ÖNIGSWUSTERHAUSEN 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.35: Liederstunde: Werke von Paul Graener und Wilhelm Berger. Gesang: Grete Thürkow; am Flügel: Walter Schnell. 18.05; Unglaublichkeiten auf der Mundharmonika. Luciano, Meistervirtuose d. Mundharmonika, 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Uebertragung Hamburg:„Schleswig-Holstein meerumschlungen“. 20.00: Kernspruch. Anschließend: Kammerorchesterkonzert. Das Kammerorchester des Deutschlandsenders. 23.00—24.00: Uebertragung Frankfurt: Nachtkonzert des Rundfunkorchesters. SAMSTAG 11.25: Deutschkundlicher Schulfunk für Schüler vom 16. bis 19. Lebensjahre. Studienrat Dr. Holtschmidt. Bildnisse deutscher Dichter: Friedr. Hebbel. Sprecherin: Else Psaff. 12.00: Vom Bayrischen Rundfunk München: Unterhaltungskonzert. 13.00—14.30: Mittagskonzert:„Die fröhlichen Fünf“. 14.30: Wochenend=Konzert. 15.00: Kinderstunde, Jungvolk singt. 15.50: Aus dem Großen Krieg. Hans Romantische Kriegsflüge an der Adria. 16.10; Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Josef Hoffmann: Im Land der Wied. Hesse: Wir erzählen eine 16.30—17.45: Vesperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundsunks. Leitung: Dr. Wilbelm Buschkötter. 1. Kleine Suite für Streichorchester, Niemann. 2. Deutsche Volkslieder=Fantasie, Blumer. Ulrich Hösel: Aus der Mappe eines Fotoliebhabers. 3. Suite aus der Musik zu Shakespeares Lustsviel „Maß für Maß“. Krohn. 4. Tanz=Fantasie, Weismann. 17.50: Frauenstunde. Betty Dannert: Jungmädchengedanken zur Zeit. 18.10: Es war einmal alte rheinische Sage. 18.20: Englische Lesestunde. Oberstudienrat Professor Hase. 18.40: Stimme der Zeit. 19.00—20.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Stuttgart: Wie der Schwabe singt und spielt. 20.05—20.15: Stippvisite. 20.15—20.30: Paderborn. Eine Hörfolge von Rudolf Predeck. 21.30—22.10: Feierabend auf dem Dorse. Musikalische Leitung: Breuer. Mitwirkende: Gerta Schmitz(Sopran), Hoersch(Tenor), Rood(Bariton), der Kammerchor des Konzertvereins Kölner Singakademie(Leitung: Hans Morschel), Mitglieder des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks; Sprecher: Stassar. Verbindende Worte: Franz Peter Kürten. 22.15: Letzte Meldungen. 22.45—24.00: Vom Bayrischen Rundsunk München: Nachtmusik. KÖNIGSWUSTERHAUSEN des Nachmittagskonzerten 16.00: Uebertragung Hamburg. 17.30: Alte und neue Originalwerke für Gitarrenquartett. 18.05: Aeltere Opernarien. Gesang: Fritz Zohsel: am Flügel: Kurt Teichmann. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Uebertragung Stuttgart: Wie der Schwabe singt und spielt. 20.00: Kernspruch. Anschließend: Neue deutsche Tanzmusik. 23.00—24.00: Uebertragung München: Nachtmusik Die bayerischen Funkschrammela.— 3. Juni b Tagr Vom 30. Juni bis 43. Hauptversamm gerbundes Kuffhäu gierte aus allen Die Reichsind haltungs Die Reichsinde kosten(Ernährung tung, Bekleidung sich für den Durd auf 118,8 gegenü somit um 0,6 v. Die Indexziffel 1,1 v. H. auf 1 Bekleidung ergab 0,1 v. H. auf 11 gen die Indexzif v. H. auf 133,4 1 0,1 v. H. auf 16 nung ist mit 121, Innerhalb der hauptsächlich die Schweineschmalz gezogen; zurückge lich die Preise für Ueberfall in Zu dem Ueber schen Jugendbun I meldet, daß sich d jungen Deutschen schewald fortsetzte tärketten ihren eilten. Sie holter zerstreut hatten, stürmten die Hä Schutz suchten. 9 lungshäuser wur wurden mit Koll deutsche Lehrerin man für die An auto bat, wurde? wurden sogar a Von den Angrei Die Aufständische daß sogar die pr und sich eindeut spricht. Unerwa im B1 Aus Berlin, 30 lauf der Beweis unerwartete Wei nahen Zusammer dere mit dem R Sie haben als Feuerüberfälle Lokale unternon sechs, ein anderi Diese Tatsachen die die BVG=Rä ten, die ihnen in den waren. Ne der Angeklagte zukommen ließ, Zeugnisse einer Der Papst Pius XI. hat Paulus zum zwe Vatikanstadt ver Hauptbasiliken Rompilgern in Pius XI. hat: Toren Roms ge dition wieder an brochen war. Gerichtsverst brüd Times meldet richtsverfahren Pahat ∆— 30. Juni bis 4. Juli KyffhäuserTagung in Potsdam Vom 30. Juni bis 4. Juli findet in Potsdam die 43. Hauptversammlung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser statt, zu dem zahlreiche Delegierte aus allen Teilen des Reiches erwartet werden. Die Reichsindexziffern für die Lebenshaltungskosten im Juni 1933 Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und„sonstiger Bedarf") beläuft sich für den Durchschnitt des Monats Juni 1933 auf 118,8 gegenüber 118,2 im Vormonat; sie ist somit um 0,6 v. H. gestiegen. Die Indexziffer für Ernährung hat sich um 1,1 v. H. auf 110,7 erhöht, für die Gruppen Bekleidung ergab sich ein leichtes Anziehen um 0,1 v. H. auf 110,6. Dagegen sind zurückgegangen die Indexziffern für Heizung usw. um 0,2 v. H. auf 133,4 und für„sonstigen Bedarf" um 0,1 v. H. auf 161,6. Die Indexziffer für Wohnung ist mit 121,3 unverändert geblieben. Innerhalb der Gruppe Ernährung haben hauptsächlich die Preise für Gemüse, Kartoffeln, Schweineschmalz(ausländisches) und Butter angezogen; zurückgegangen sind dagegen hauptsächlich die Preise für Eier. Ueberfall auf deutsche Jugend in Ostoberschlesien Zu dem Ueberfall auf Mitglieder des Deutschen Jugendbundes bei Emanuessegen wird gemeldet, daß sich die Ueberfälle der Polen auf die jungen Deutschen auch in deren Heimatort Grieschewald fortsetzten, wo zahlreiche polnische Militärketten ihren Gesinnungsgenossen zu Hilfe eilten. Sie holten die Deutschen, die sich bereits zerstreut hatten, einzeln in den Straßen ein und stürmten die Häuser, in denen die Deutschen Schutz suchten. Nicht eines der deutschen Siedlungshäuser wurde verschont. Fenster und Türen wurden mit Kolbenschlägen zerstört. Sogar die deutsche Lehrerin wurde schwer verprügelt. Als man für die Angeschossenen um ein Sanitätsauto bat, wurde dieses abgelehnt. Die Prügeleien wurden sogar auf der Polizeiwache fortgesetzt. Von den Angreifern wurde niemand verhaftet. Die Aufständischen haben sich derart benommen, daß sogar die polnische Bevölkerung empört ist und sich eindeutig gegen deren Vorgehen ausspricht. Unerwartete Enthüllungen im BUG-Räuberprozeß Aus Berlin, 30. Juni, wird gemeldet: Im Verlauf der Beweisaufnahme ergab sich heute auf unerwartete Weise, daß die BVG=Räuber im nahen Zusammenhang mit der KPD, insbesondere mit dem Rot=Front=Kämpferbund, standen. Sie haben als Mitglieder dieser Organisation Feuerüberfälle auf zwei aationalsozialistische Lokale unternommen. Einmal blieben dabei sechs, ein andermal zwei Schwerverletzte zurück. Diese Tatsachen haben sich aus Notizen ergeben, die die BVG=Räuber in Bibliotheksbüchern machten, die ihnen im Polizeipräsidium geliehen worden waren. Namentlich die Bemerkungen, die der Angeklagte Fritz Wiencke seinen Genossen zukommen ließ, sind sehr geschickt abgefaßt und Zeugnisse einer äußerst zynischen Denkungsart. Der Papst besucht die Pauls-Basilika Pius XI. hat am Gedenktage des Apostels Paulus zum zweiten Male im Heiligen Jahr die Vatikanstadt verlassen, um sich in eine der vier Hauptbasiliken zu begeben, deren Besuch allen Rompilgern in diesem Jahre vorgeschrieben ist. Pius XI. hat mit seinem Besuch der vor den Toren Roms gelegenen Pauls=Basilika eine Tradition wieder aufgenommen, die seit 1869 unterbrochen war. Gerichtsverfahren gegen die„Blutsbrüderschaft“ in Tokio Times meldet aus Tokio: Hier hat das Gerichtsverfahren gegen 14 Mitglieder der„BlutsLetzte Nachrichten Um die evang. Kirche Reichsminister Dr. Frick an Wehrkreispfarrer Müller Der Reichsminister des Innern hat an Wehrkreispfarrer Müller ein Schreiben gerichtet, in dem er u. a. sagt: Nachdem mich der Reichskanzler mit der weiteren Behandlung der evangelischen kirchlichen Einigungsbestrebungen betraut hat und Sie mir über den Stand der Verhandlungen Bericht erstattet haben, ersehe ich aus diesem Ihrem Bericht, daß das Einigungswerk bei treuer Mitarbeit der Beteiligten baldigst sein Ziel erreichen wird. Ich wünsche Ihnen für das unter Ihrer Führung stehende Werk vollen Erfolg und Gottes Segen. Ich habe das Vertrauen, daß Sie als Bevollmächtigter des Reichskanzlers das große Werk für Kirche und Volk zu einem guten Abschluß führen werden. Ein Aufruf des Wehrkreispfarrers Müller Anläßlich der Uebernahme der Führung des Deutschen evangelischen Kirchenbundes erläßt Wehrkreispfarrer Müller einen Aufruf, in dem es heißt: Pflicht und Aufgabe ist mir, die Einigkeit und Freiheit der evangelischen Kirche so schnell wie möglich wiederherzustellen. Ich bitte alle evangelischen Christen um ihre Fürbitte, alle Berufenen, insbesondere die Führer der Kirchen bitte ich um ihre Mitarbeit. Unser Herr und Heiland verlangt von uns, daß wir in Liebe und Vertrauen den Neubau der Kirche aufführen. Die Verfassung der deutschen evangelischen Kirche soll und muß jetzt in kürzester Frist aufgerichtet sein. Dann soll das Kirchenvolk sein„Ja“ sprechen und ich kann zum Führer gehen und ihm sagen, daß die deutsche evangelische Kirche bereit ist zum Dienst an Volk und Vaterland im Dienst am Evangelium. So erreichen wir, was wir alle ersehnen, was der Ruf der Stunde von uns verlangt. Gott heife uns allen! Der Evangelische Oberkirchenrat an die beurlaubten Generalsuperintendenten Der kommissarische Präsident des Evangelischen Oberkirchenrates hat an die beurlaubten Generalsuperintendenten der Altpreußischen Bundeskirche ein Schreiben gerichtet, in dem der Begriff der„Beurlaubung vom Amt“ dahin erläutert wird, daß die davon Betroffenen auch der in Artikel 100 ff. der Verfassungsurkunde genannten Pflichten entbunden sind, sonderlich auch der Aufgabe„Angriffe gegen die Kirche abzuwehren.“ Freiwilligen-Schutzkorps Oesterreichs Weitere Maßnahmen gegen die nationale Bevölkerung Der Ministerrat beschloß eine Verordnung, die für solche Personen, die die verbotene Tätigkeit einer Partei, also der NSDAP., fördern, die Entziehung der Gewerbeberechtigung einführt. Zur Verstärkung der Machtmittel des Regimes Dollfuß sollen ferner ein Freiwilligen=Schutzkorps als Reserve für die Staatsexekutive aufgestellt und die militärischen Hilfsorganisationen weiter ausgebaut werden. Aufsehenerregende Brausstiftung in Bremen In Bremen brach laut Mitteilung der Polizeidirektion Freitag abend in den am Wall gegenen Büroräumen des z. Zt. verreisten Konkursverwalters der Nordwolle Feuer aus. Die Ermittlungen haben zweifelsfrei ergeben, daß Brandstiftung in den der Abwicklung des Nordwollekonkurses dienenden Räumen vorliegt. Ein Zimmer, das jedoch nur unwichtige Akten enthielt, ist vollständig ausgebrannt. Im Neben. zimmer waren Aktenschränke mit einer leichtbrennbaren Flüssigkeit begossen. Abgesehen von den Sachschäden sind wertvolle Akten nicht vernichtet worden. Der Brandstifter hat also seinen Zweck nicht erreicht. Das Weltturnier von Wimbleden Die Spiele des Wimbledon=Turniers um die Allengland=Meisterschaften treten jetzt in ein entscheidendes Stadium. Im Kampf um die Damenmeisterschaft wurde Marieluise Horn nach ihren schönen Erfolgen nun von der Italienerin Lueia Valerio gestoppt. Frl. Valerio flegte 6:3, 8:6.— Einen deutschen Sieg und eine Niederlage gab es im Herrendoppel. Unser Davispokalpaar Gottfried von Cramm=Eberhard Nourney gewann dank schöner Zusammenarbeit 6:4, 6:2, 6:4 über die Amerikaner Breese=Ryan. Kölner Boxkämpfe vor 12 000 Selle schlug Müller Die Kölner Berufsboxkämpfe glückten bei der Neuauflage am Freitagabend vollkommen. Einmal hatten die Veranstalter wirklich Glück, daß das während der ganzen Woche schlechte Wetter just am Freitag umschlug und dann säumten schließlich rund 12.000 Interessenten den Ring. Uebrigens hatten die Organisatoren aus dem Fiasko am Sonntag gelernt und die Kampfstätte überdacht, so daß sie gegen die Launen des Wetters geschützt waren. Die Einleitung besorgten der„boxende Primaner“ Werner Selle aus Duisburg(175 Pfd.) und der Düsseldorfer Willi Müller(172,2 Pfd.) im Schwergewicht. Nach fünf ziemlich monotonen Runden gab es eine lebhafte sechste Runde und einen verdienten Punktsieg Selles. Müller bleibt Meister Die Spannung erreichte den Höhepunkt, als Hein Müller(1643 Pfund) und sein Herausforderer Hower(172,3 Pfund) zum Kampf um die Deutsche Meisterschaft in den Ring stiegen. Es war ein lebhafter Kampf, der schließlich unentschieden endete. Nur mit seiner großen Erfahrung kam Meister Müller heil über die letzte Runde. Das Publikum beklatschte das verkündete Unentschieden beifällig, doch hatten wir den Eindruck, daß es den Leistungen Müllers nicht ganz gerecht wird. Eder besiegte Franta Rekolny durch techn. k. o. Sehr gespannt war man auf das Zusammentreffen des Deutschen Weltergewichtsmeisters Gustav Eder(Dortmund)(133 Pfund) mit dem tschechischen„Wirbelwind“ Franta Nekolny(135,2 Pfund). Es war ein schöner Kampf, der aber in der neunten Runde gestoppt wurde. In der achten Runde öffnete Eder ein Auge des Tschechen. Nekolny läßt aber nicht locker, und als in der neunten Runde Eder immer wieder das verletzte Auge trifft, wird er vom Ringarzt zunächst vergeblich aufgefordert, den Kampf zu stoppen, bis schließlich der Ringrichter eingreift und Schluß macht. Nekolnys rechtes Auge hat sich vollkommen geschlossen, trotzdem protestiert der Tscheche stürmisch, als der Ringrichter Eder als Sieger durch technischen k. o. ausruft! brüderschaft" begonnen. Die Angeschuldigten sollen im Jahre 1932 den vormaligen Finanzminister Inuye und den industriellen Baron Takuma Dan ermordet haben. Zehn Angeklagte zählen weniger als 25 Jahre; darunter befinden sich sieben Studenten. Ihr Führer, der Priester Rißho Innye, erklärte bei seiner Vernehmung, die Mordtaten seien berechtigt gewesen, da dadurch das politische Leben Japans hätte gereinigt werden sollen. Die politischen Parteien hätten die Verantwortung für das Vorhandensein privilegierter Klassen. Die Einrichtung der älteren Staatsmän. ner solle verschwinden. Die endgültige Entscheidung jeder Frage müsse dem Kaiser vorbehalten bleiben. Entschließung der Goldstandardländer Die Vertreter der Goldstandardländer auf der Weltwirtschaftskonferenz sind zu einer Sitzung zusammengetreten, an der auch Ministerpräsident Macdonald und der Vertrauensmann Roosevelts, Moley, teilnahmen. Die Goldstandardländer nahmen eine Entschließung an, deren Tenor etwa folgendes besagt: Es ist notwendig, daß die Goldwährung in allen Läudern, die augenblicklich noch auf der Goldbasis stehen, aufrechterhalten bleibt. Alle Länder, die die Goldwährung verlassen haben, sollten sich ihr womöglich wieder anschließen. Der Prozentsatz der Stabilisierung und der zur Stabilisierung geeignete Zeitpunkt müßten diesen Ländern in voller Unabhängigkeit überlassen bleiben. Die Länder mit Goldwährung sind fest entschlossen, ihre Stellung um jeden Preis zu verteidigen. Da es Freitag abend unmöglich war, eine Antwort des amerikanischen Präsidenten auf die von den Goldstandardländern gemachten Vorschläge zu erhalten, wurde die Erörterung auf Samstag vertagt. Orkan über Trinidad In einem Orkan, der in der Nacht zum Mittwoch über das südliche Trinidad niederging, kenterten eine Reihe von Fischerbooten auf offenem Meer. Die Zahl der Ertrunkenen steht noch nicht fest. Auf dem Festlande wurden zahlreiche Häuser abgedeckt. Die Verbindungen wurden unterbrochen und zahlreiche Bohrtürme umgeknickt. Das Oelgebiet Palosesco wurde von den Verwüstungen am stärksten heimgesucht. neuester Kreuzer Der neue amerikanische 10 000=Tonnen=Kreuzer „Porkland“, ein Schiff. das in vielen Einzelheiten nach dem Vorbild des deutschen Panzerkreuzers„Deutschland“ gebaut wurde, ist in Los Angeles(Kalifornien) in Dienst gestellt worden. Nach dem ergebnislosen Verlauf der Genser Verhandlungen verstärkt auch Amerika jetzt wieder seine Rüstungen, in seinem Haushalt sind für das lausende Jahr nicht weniger als 238 Millionen Dollar für Rüstungsausgaben eingesetzt. Kleine politische Nachrichten der Darlehns= und Hypothekenzinsen bei der N. f. A. Das Direktorium der Reichsanstalt für Angestellte hat beschlossen, von besonders gelagerten Einzelfällen abgesehen, beim Zinssatz für die laufenden langfristigen Darlehen und Hypotheken von 6 Prozent einen Nachlaß auf zunächst 5½ Prozent eintreten zu lassen, und zwar mit Wirkung vom 1. Juli 1933 ab, d. h. für die Zinsen, die vom 1. Juli 1933 ab zu laufen beginnen, nicht aber schon für die am 1. Juli fällig werdenden. Wahl des Danziger Stadtparlaments Der Danziger Volkstag wählte das neue Danziger Stadtparlament, das sich folgendermaßen zusammensetzt: 30 Nationalsozialisten, 10 Sozialdemokraten, 8 Zentrumsvertreter, 3 Kommunisten, 2 Deutschnationale und 1 Pole. Der Volkstag vertagte sich bis zum 8. August. Veniselos droht mit dem Bürgerkrieg Veniselos kritisierte in Saloniki nachdrücklich die Politik der Regierung Tsaldaris. Dabei führte er u. a. aus, durch Ausschreibung von Neuwahlen im geeigneten Augenblick wolle man bei einer Präsidentschaftswahl den Prinzen Nikolaus zum Präsidenten machen und auf diese Weise einer Wiedereinführung der Monarchie einen Schein von Legalität geben. Eine solche Wiedereinführung der Monarchie würde aber, so erklärte Veniselos, notwendigerweise den Bürgerkrieg entfesseln. Der vielgenannte Vertraueusmann des Präsidenten Roosevelt in London eingetroffen Pros. Raymond Molev(links). der geheimnisvolle nächste Vertrauensmann Noosevelts. von dem man ganz neue amerikanische Vorchläge auf der Weltwirtschaftskonserenz erwarte“ ist jetzt in London eingetrosten Verbreitungs Sonntag, den 2., Montag, den 3., Dienstag, den d. Juli bei Wiemann und Bergmann Konzert und Ball. Kirmes Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden beim Hinscheiden meines lieben Mannes sage ich allen, insbesondere der Gruppe der NSBO. auf diesem Wege herzlichen Dank. Witwe Marta Schulie. Dortmund=Mengede, im Juli 1933. Oereinsnachrichten. Der„ Stahlhelm Ortsgruppe Mengede Die Gau=Dienststelle gibt Folgendes bekannt: „Auch vor Bekanntgabe der Einzel=Vorschriften über den Uebertritt des Stahlhelms zur RSDAP. ist den Stahlhelm=Mitgliedern der Eintritt in die NSDAP. gestattet.“ Um unsere kameradschaftliche Verbundenheit und ehrliche Mitarbeit im Sinne unserer Führer Hitler und Seldte zu verbürgen, ersuche ich hiermit die Kameraden ihren Beitritt zur NSDAP. zu vollziehen. Der Kreisführer. Krieger= und Landwehrverein, Mengede. Zu der am Sonntag, den 2. Juli, nachmittags 5 Uhr, im Vereinslokal Wirtschaft Kaffsack stattfindenden Versammlung werden die Mitglieder kameradschaftlichst eingeladen. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten Der Vorstand. mit „Fopenk mecholtung RUMT T•EFROMH Suche zum 15. Juli ein evgl. fleißiges Mädchen, nicht unter 18 Jahren, das kochen und etwas nähen kann. Frau Fritz Köster Bodelschwingh Kösterstraße 11. Frdl möbl. Zimmer zu verm. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Ztg. Weg ist das Nühnerauge! Mätte ich nur gleich„Lebewohl“ genommen. Hühneraugen- Lebewohl Blechd. (8 Pflaster) 68 Pfg. in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben: Glückauf-Drogerie C Birkenfeld; Bahnhof-Drogerie Emil Middendorf Die neuen Lohnsteuer-Tabellen gültig ab 1. Jull 1933 sind erschlenen. Buchhandlung E. Arnold Nengede, Am Markt. K Ein Bewels unserer grossen Leistungsfähigkeit SALAMANDER DER GUTESCHUH FURWENIG GELD Allelnverkauf für Mengede Im Schuhhaus ingenpass Ammerstraße S1 PLAKATE ein- und mehrfarbig, nach eigenen oder fremden Entwürfen liefert gut und sehr preiswert die Buchdruckerei E. Arnold. Mengede, am Markt. Fernsprecher 11396 Kirchliche Nachrichten Evangelischer Gottesdienst. Mengede: Sonntag 9,30 Uhr Pastor Dr. Stenger, 10,30 Uhr Kindergottesdienst. 11,30 Taufen. Amtswoche P. Stenger. Montag 20 Uhr Bibelstunde. Bodelschwingh: Sonntag 9 Uhr Gottesdienst; 10 Uhr Kindergottesdienst. Nette: Sonntag 15 Uhr Blaukreuzstunde; Donnerstag 20 Uhr Bibelstunde; Dienstag 20 Uhr Jugendbund. Oestrich: Sonntag 20 Uhr Blaukreuzstunde; Sonntag 15 Uhr Hoffnungsbund. Westerfilde: Sonntag 10 Uhr Gottesdienst 11 Uhr Kindergottesdienst. Katholischer Gottesdienst. Mengede: 6,15 Uhr erste hl. Messe; 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt; gemeinsch. hl. Kommunion des Männerapostolats und der Schulkinder von Oestrich. 8,45 Uhr Kindermesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Abends 8 Uhr Muttergottesandacht. Bodelschwingh: 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt; Gemein. hl. Kommunion des Arbeitervereins u. der Kommunionkinder des 6. Jahrganges. 10 Uhr feierliches Levitenamt mit Predigt und Segen. 2,30 Uhr Andacht zu Ehren der Mutter Gottes. Nette: 7,30 Uhr Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2,30 Uhr Andacht in allgemeinen Nöten. Kommunionsonntag für das Männeraposto= lat, die Mitglieder des Arbeitervereins, die Erstkommunikanten(Mädchen). Bei allen Waren „Vemlinde“ sparen Zur Sonnenwendfeier: Fackeln und Fahnen Buchhandlung E. Arnold, Mengede am Markt zzzmnmg er Abonnent ist — für den Tall Nr. 79 9 Durchführu Wie Bl. v führn bescha des Arbei der I hat, n Paragraph 2 Gewährung von Arbeit muß, so wertvoll sein. S Darlehns oder nen und möglic werden. Jede 2 werden. Genere auszuschalten. an den die Arbe in mäßigen Gr Preissteigerunge beit ist durch m ren, soweit nich lich sind und so menschliche Arbmäßige Verteue geeignete inlän dürfen außerde werden. Die Arbeiten 9 Beschlußv ausschuss Wie das Bd3 gen des Reichs partei über die Abschluß gelang sehene Reichsfü Brüning, dürft oder Mittwoch Im einzelnen sen, daß eine F den Persönlichk des Zentrums Gesichtspunkt al tei mit ihrer 60 mus nicht so be Gebilde. Es s# positiven Kräfte lang die politis irgendwie möc sozialistischen S bar gemacht we deuten, daß be der freiwilligen trumspartei vo keit einer Angl kräfte in ihrem Staat und Volk zum Ausdruck tei dürfte im 0 sozialismus en geben. Günstiger s des P Wie das Col handlunge Papen in stig. Man ho einem gewissen Der Erzbiso Wie die„Ge dort der Erzb Gröber, eingetr Verhandlungen Reichsregierung