M 97. Menden und Arusberg, Freitag den 8. December 1876 17. Jahrgang. Westfälischer Telegraph, zugleich Amtliches Kreisblatt f. d. Kreise Iserlohn, Arnsberg, Meschede. Redaction, Druck, Verlag und Expedition von W. Riedel in Menden.— ExLedition in Arnsberg: Ernst Thielmann. Erscheinungstage: Dienstag uno Freitag.— Abonnementspreis: Vierteljährlich durch Boten oder die Post bezagen 1 Mark 25 Pf., durch den Briefträger in's Haus gebracht 1 Mark 50 Pf. Insertiansgebühr: Die 5gespaltene Garmondzelle oder deren Raum 10 Pf., Reclamen 30 Pf.— Briefe franco gegen franco. Amtliche Bekanntmachungen. Arnsberg, den 18. November 1876. Bekanntmachung. Nach dem Gesetz vom 12. Juli d. J., betreffend die Veranlagung und Erhebung der directen Staatssteuern nach dem Etatsjahre, bleibt für das Vierteljahr vom 1. Januar bis Ende März 1877 die für das Kalenderjahr 1876 bewirkte Veranlagung der directen Staatssteuern unverändert fortbestehen. Hiernach sind die pro 1876 verlangten directen Staatssteuern auch für das I. Quartal 1877 fortzuzahlen, worauf das steuerzahlende Publikum hierdurch mit dem Bemerken aufmerksam gemacht wird, daß für das gedachte Vierteljahr neue Steuerzettel nicht ausgegeben werden, vielmehr die für 1876 ausgefertigten auch für das I. Quartal 1877 gültig sind. Rönigliche Regierung. Berlin, den 2. December 1876. Bekanntmachung. Auf Grund der Bestimmungen der§§ 8 und 15 des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869(BundesGesetz=Blatt S. 145) und des§ 2 des dazu ergangenen Reglements vom 28. Mai 1870(Bundes=Gesetz-Blatt S. 275) setze ich den Tag, an welchem die Auslegung der Wä lerlisten zu den durch die Kaiserliche Verordnung vom 23. November d. J. angeordneten Reichstagswahlen zu beginnen hat, auf den 10. December d. J. hierdurch fest. Der Minister des Innern: Graf Eulenburg. Iserlohn, den 6. December 1876. Vorstehende Bekanntmachung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Der Königliche Landrath: Overweg. Menden, 7. December 1876. Bekanntmachung. In Gemäßheit der Vorschrift im§ 2 des Reglements zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 28. Mai 1870 wird die für den Stadtbezirk angefertigte Wählerliste vom 10. d. M. av acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht auf dem Bureau des Unterzeichneten offen gelegt, was ich hiermit mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß bringe, daß Derjenige, welcher die Liste für unrichtig oder unvollständig hält, dies innerhalb 8 Tage nach dem Beginn der Offenlegung bei dem Unterzeichneten schriftlich anzuzeigen ooer zu Protokoll zu geben, und die Beweismittel für seine Behauptungen, falls dieselben nicht auf Notorietät beruhen, beizubringen hat. Der Bürgermeister: Papenhausen. Berlin, den 2. December 1876. Bekanntmachung. Auf Grund der Bestimmungen der§§ 8 und 15 des 20** Ein Familiendrama. Erzählung von Levin Schücking. (Fortsetzung.) Damit reichte ihm der Geheimrath die Hand und ging in's Nebenzimmer, um Hut und Ueberzieher zu nehmen — hätte er nicht so den Kopf von zehn andern Fällen voll gehabt, hätte er Velsen gründlichere Fragen gestellt— dieser wußte nicht, ob er nicht doch sich ohnmächtig gefühlt, den Mann, der ihm vertraute, zu belügen, und ob er ihm nicht die Wahrheit offen gestanden hätte— so aber war der Moment, in dem für Velsen die Versuchung zur Wahrheit und für Karlstein die Gefahr des Verbrechertodes lag, an Velsen vor: übergegangen, ehe er sich nur hatte besinnen können. Er schwankte die Treppe im Hause des Geheimraths hinab, wanderte, wie im: Traume, durch die Straßen und schritt, ohne recht zu wissen, wo er war, wie im Traume unter den Linden des Domplatzes auf und nieder. Unterdeß aber nahmen alle Dinge weiter ihren vorauszusehenden Verlauf. Frau Karlstein war für die Welt nach langen hysterischen Leiden an apoplektischen Krämpfen gestorben; und nach drei Tagen wurde sie sehr feierlich und mit großem Gepränge zur Ruhe gestattet. Und dann wurde ihr Testament geöffnet, welches sie durch einen Notar noch in jüngster Zeit hatte aufnehmen und bei Gericht deponiren lassen; und es zeigte sich, daß sie doch sehr rücksichtslos und hart gegen ihren Mann verfahren, da sie die ganze Summe ihres baaren, meist in Papieren angelegten Vermögens ihrer Gesellschafterin Klotilde Helling vermacht hatte; unr das liegende unbewegliche, und das in der Handlung angelegte Vermögen behielt ihr Mann, und auch das nur zum Nießbrauch, da es nach seinem Tode an Marie oder deren Erben fallen sollte, falls diese nicht etwa sich mit Karlstein verheirathe, in welchem Falle Alles einem Armenhause vermacht war. Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869(BundesGesetz=Blatt S. 145) und des§ 2 des dazu ergangenen Reglements vom 28. Mai 1870(Bundes=Gesetz=Blatt S. 275) setze ich den Tag, an welchem die Auslegung der Wänlerlisten zu den durch die Kaiserliche Verordnung vom 23. November d. J. angeordneten Reichstagswahlen zu beginnen hat, auf den 1v. December d. J. hierdurch fest. Der Minister des Innern: Graf zu Eulenburg. Arnsbern, den 6. December 1876. Vorstehende Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern wird hiermit unter dem Bemerken zur Kenntniß der Kreiseingesessenen gebracht, daß die Wählerlisten vom 10. bis 17. d. M. incl. in der Wohnung des Gemeindevorstehers zur allgemeinen Einsicht offen liegen. Wer die Listen für unrichtig oder unvollständig hält, muß seine Einreden dagegen innerhalb dieser Frist bei dem Gemeindevorsteher vorbringen. Der Landrath: Frhr. v. Lilien. Berlin, den 2. December 1876. Bekanntmachung. Auf Grund der Bestimmungen der§§ 8 und 15 des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869(BundesGesetzblatt 145) und des§ 2 des dazu ergangenen Reglements vom 28. Mai 1870(Bundes=Gesetz=Blatt S. 275) setze ich den Tag, an welchem die Auslegung der Wählerlisten zu den durch die Kaiserliche Verordnung vom 23. November d. J. angeordneten Reichstagswahlen zu beginnen hat, auf den 10. December d. J. hierdurch fest. Der Minister des Innern: Graf Eulenburg. Meschede, den 6. December 1876. Indem ich vorstehende Bekanntmachung hiermit zur Kenntniß der Kreiseingesessenen bringe, bemerke ich zugleich, wie die Lokale, in denen die Wählerlisten 8 Tage lang zu Jedermanns Einsicht offen zu liegen haben, noch vor Beginn der Offenlegung von dem Gemeindevorstande unter Hinweis auf§ 3 des Reglements vom 28. Mai 1870, wonach, wer die Wählerliste für unrichtig oder unvollständig hält, dies innerhalb 8 Tage nach dem Beginn der bekannt gemachten Auslegung derselben bei dem Cemeindevorstande, oder dem von demselben ernannten Commissar, oder der dazu niedergesetzten Commission schriftlich anzeigen oder zu Protokoll geben, und die Beweismittel für seine Behauptungen, falls dieselben nicht auf Notorietät beruhen, beibringen mut in ortsüblicher Weise bekannt gemacht werden. Der Landrath: v. Devivere. Berlin W., den 5. December 1876. Bekanntmachung. Die Weihnachtssendungen betreffend. Mit Rücksicht auf die bekannten Verhältnisse richtet das General=Postamt auch in diesem Jahre an das Publikum in dessen eigenem Interesse das Ersuchen, mit den WeivEinige Tage später erklärte Velsen seinem Geheimrath, daß er sich in Folge zu angestrengter Thätigkeit sehr angegriffen fühle und eine Erholungsreise in den Harz machen wolle. Und alsdann, nach einigen Wochen, erhielt derselbe Geheimrath ein Schreiben von ihm, worin er ihm mittheilte, daß er eine ihm angebotene Stelle als Leibarzt eines russischen Fürsten, den er auf der Reise durch Süd=Europa begleiten solle, angenommen habe; und daß er ihm herzlich und innig danke für alle Güte und alle Förderung, die er ihm erwiesen, und daß er nie vergessen werde, wieviel er seinem Vertrauen verdanke. Und dann— dann verrannen die Tage, die Wochen, die Monde weiter, bis wenig Menschen in der Stadt sich noch an Adolf Velsen erinnerten— weit von der Stadt ab, in der kleinen Aufseherwohnung auf Holtbach nur, sagte zuweilen Abends, wenn der ehemaliger Lampenanzünder und Schürer von 45 Oefen im Sorgenstuhl hinter dem Feuer sich seines Ruhepostens erfreute, zu diesem die kleine Lene kopfschüttelnd und mit einer altklugen ernsten Miene: „Daß der gute junge Doktor so ganz wie aus der Welt ist!“ 10. Es waren mehr als drei Jahre verflossen. Karlstein hatte die ihm gewordene Freiheit benutzt— nach dem Ablauf einer anständigen Trauerzeit hatte er Verlobungskarten umhergesandt, aus welchen über seinem Namen der eines in der Stadt gänzlich unbekannten Fräuleins Henriette Ricou aus Bordeaux zu lesen gewesen. Dann war er verreist und nach zwei Tugen mit der jungen Dame zurückgekehrt, die ihm bald nachher in seiner Pfarrkirche angetraut wurde— ohne alle Hochzeitsfeierlichkeiten und ganz in der Stille, was man denn freilich wegen des erst kurz vorhergegangenen Todes der ersten Frau nur schicklich fand. Marie hatle bei der Ceremonie als eine der Zeuginnen gedient und war auch nachtsversendungen bald zu beginnen, damit sich die Packetmassen nicht in den letzten Tagen zusammendrängen und die punktliche Ueberkunft nicht gefährdet wird. Zugleich wird ersucht, die Packete dauerhaft zu verpacken, namentlich nicht dünne Pappkasten, schwache Schachteln und Cigarrenkisten zu benutzen, und die Aufschrift der Packete deutlich, vollständig und haltbar herzustellen. Die Packetaufschrift muß bei frankirten Packeten auch den Frankovermerk, bei Packeten mit Postvorschuß den Betrag desselben, bei Packeten, welche nach nkunft am Bestimmungsorte sogleich bestellt werden sollen, den Vermerk„durch Eilboten“ und bei Packeten nach größeren Orten thunlichst die Angabe der Wohnung des Empfängers, bei Packeten nach Berlin auch den Buchstaben des Postbezirks enthalten. Zu einer Beschleunigung des Betriebes würde es wesentlich beitragen, wenn die Packete fraukirt abgesandt werden. Kaiserliches General=Postamt. Zur Reform des Kreditwesens. Die ungünstigen wirthschaftlichen Verhältnisse Deutschlands, der Rückgang von Handel und Gewerbe und die damit verbundene Verminderung des Nationalwohlstandes sind in den letzten Jahren schon so häufig Gegenstand eingehendster Untersuchung gewesen, daß wir auf eine nähere Besprechung derselben verzichten können. Klagen helfen hier nicht, und nur durch klares Erkennen der Sachlage, durch rücksichtsloses Aussprechen über die Gebrechen, an denen unsere Volkswirthschaft krankt, durch einsichtsvolle und energische Durchführung der zur Genesung erkannten Mittel kann ein Aufleben von Handel und Gewerbe nieder herbeigeführt und der geschädigte Volkswohlstand gehoben werden. Am meisten Verderben brachte uns die verwerfliche Borgwirtyschaft, deren Folgen entnervend auf alle Schichten des Volkes einwirkten, zu deren endlicher Beseitigung Schritte gethan werden müssen, wie dies in verschiedenen Städten wie München, Dresden, Liegnitz, Gotha, Leipzig, Osnabrück u. a. O. bereits geschehen ist. Schließen wir uns dieser Bewegung an, erkennen wir die großen Vortheile des Verkaufs gegen sofortige Baarzahlung für das Wohl des Einzelnen und der Gesammtheit, so haben wir einen ersten Schritt zur Besserung gethan. Vor Jahren schon wurde die Nothwendigkeit der sofortigen Baarzahlung anerkannt; und es wurde durch den Gesetzgeber die fast allgemeine dreißigjährige Verjähru..g##rist für den Kleinverkehr auf drei resp. zwei Jahre ceduzirt. Das war damals ein großer Schritt vorwärts; für die inzwischen geänderten Verhältnisse— für unsere Zeit— aber noch lange nicht genug. Ohne legislatorische Maßregeln kann auch diesmal das Ziel nicht erreicht werden, und die nothwendigste dieser Maßregeln ist die gesetzliche Verkürzung der Verjährungsfrist, die jedenfalls nur nach Monaten zu bemessen wäre. Sache des Reichstages ist es, hier mit einem Gesetz vorzugehen und ersuchen wir Sie daher, in Ihrem Kreise und in erster Linie auf ihre Abgeordneten bei Gelegenheit der Reichstagswahlen in diesem Sinne einzuwirken. Mit allen gesetzlichen Mitteln muß diese Reform des Kreditwesens erstrebt werden, die jedem denkenden, ehrlichen im Hause des Schwagers, das ja eigentlich ihr Vaterhaus war, geblieben. Sie hatte ihre alte Stellung darin beibehalten und der neuen Schwägerin alle Freundschaft und Zuvorkommenheit gezeigt; und doch waren Beide nie eigentlich vertraut gegen einander geworden; sie blieben gegenseitig auf dem Fuße einer gewissen kühlen Hochachtung, obwohl sie festgesetzt hatten, sich zu bestimmten Stunden des Tages zu sehen und einander Sprachunterricht zu geben— Henriette hatte mit Karlstein immer französisch gesprochen und nur durch die Uebung ein wenig deutsch gelernt, Marie weihte sie jetzt in die Geheimnisse der Grammatik ein: die Letztere dagegen hatte sehr gründlich die Grammatik der französischen Sprache gelernt, aber es fehlte ihr die Uebung im Sprechen, und so wurde eine der anderen zur Lehrerin. Da übrigens zwischen Beiden kein wärmeres Verhältniß Plaß griff, mochte zumeist an Marien liegen. Hatte Marie stets etwas Zurückhaltendes, Schweigsames und mehr kühl Ablehnendes als Enigegenkommendes gehabt, so war dieses Wesen mit der Zeit immer stärker bei ihr hervorgetreten. Sie war dadurch nach und nach wol die einsamste junge Dame in der Stadt geworden. Die Gespielinnen und Schulfreundinnen waren verheirathet, fortgezogen, oder der Verkehr mit ihnen nach und nach erloschen. Karlstein, der jetzt ebenfalls am meisten liebte, auf sein Haus zurückgezogen zu leben, und wenig Gesellschaften besuchte, that nichts, sie aus dieser Vereinsammung zu bringen. So sah sie Männer nur, wenn ihr Schwager in seinem Hause eine kleine Gesellschaft gab, und ermunterte die Beflissenheit dieser Manner um se so wenig, daß noch keiner gewagt hatte, dem schönen und reichen jungen Mädchen einen Antrag zu machen. Von ihrem Verhältniß zu Velsen, zu dem jetzt fast verschollenen jungen Hausarzt, hatte Rirmand eine Ainuna gehabt. Ihre Zurückgezogenheit wurde ihr#eßhalb als eine Menschen großen Nutzen bringt, die nur dem Schlendrian, dem Schwindler, den Wanderlagern und den Ramschern schadet. Diese Remedur der bisherigen miserabeln, schon so oft beklagten und besprochenen Borgwirthschaft kann nur dann eintreten und von wirklichem Erfolg begleitet sein, wenn sowohl von oben nach unten, als auch aus der Mitte und von unten nach oben gewirkt wird, d. h. wenn Fabrikant, Großhändler und Detaillist und Konsument vom ernsten Willen geleitet sind, und sich gegenseitig unterstützen, um für den Großhandel das Trattensystem, für den Kleinverkehr aber den Verkauf gegen Baar einzuführen, wie solches in den meisten Kulturstaaten schon mit segensreichem Erfolg geschehen ist. Der Fabrikant, welcher in den Stand gesetzt ist, über den Betrag der dem Großhändler gelieferten Waaren binnen Kurzem durch Tratte zu disponiren, wird auch dadurch befähigter, die Rohprodukte billiger einzukaufen, da er dem Produzenten gegenüber mit disponibelem eigenem Kapital auftreten kann; er erlangt in Folge dessen auch die Möglichkeit, billiger zu verkaufen. Der Großhändler, der nun billiger einkaufen und auf prompte Einlösung seiner ebenfalls kurzen Tratten oder gar auf sofortige Baaranschaffung Seitens der Detaillisten rechnen kann und so sein Kapital häufiger umschlägt, kann und wird ebenfalls billigen verkaufen. Das gibt schon einen doppelten Nutzen für den prompt zahlenden Detaillisten, der nun seinerseits in den Stand gesetzt ist, dem baarzahlenden Konsumenten, dem Publikum gegenüber, ganz bedeutend billigere Preise zu stellen. Auch er braucht nicht mehr zu verborgen, er läuft nun weniger Gefahr, daß einer oder der andere seiner Buchschuldner zahlungsunfähig werde, er hat also auch keinen Ausfall mehr auf Ausstäude zu berechnen. Das baarzahlende Publikum aber genießt dreifachen Vortheil, den des Fabrikanten, des Großhändlers und des Detaillisten; wenn nun unter gewöhnlichen Verhältnissen und bei einem Borg von durchschnittlich sechs Monaten für jede dieser drei Kategorien von Kaufleuten, wie dies von der Handelskammer in Osnabrück sehr zutreffend berechnet wurde, für Zinsverluste, Abzüge und Agio, Ausfall an Ausständen etwa 6 pCt. in Rechnung kommen, so ergibt sich im Ganzen ein Gewinn von etwa 18 pCt. für den baarzahlenden Konsumenten. Diese in die Augen springenden Vortheile, die sich natürlich nicht von heute auf morgen, sondern erst im Laufe der Zeit ermöglichen lassen, dürften vom konsumirenden Publikum nur mit Freuden begrüßt werden. An dem Konsumenten selbst liegt es, sich billigere Preise zu verschaffen, durch sofortige Baarzahlung den Werth des Geldes und so sein eigenes Einkommen zu steigern und den Volkswohlstand zu erreichen. Zur Erreichung dieses heilsameren Zustandes unserer Volkswirthschaft empfehlen wir: 1) für den Großverkehr die Einführung des Trattensystems— das Ziel der Wechsel dürfte drei Monate nicht übersteigen,— 2) für den Kleinverkehr zwischen Detaillisten, Handwerkern und Konsumenten Verkauf gegen sofortige Baarzahlung oder Rechnungsertheilung innerhalb Monatsfrist mit sofort erfolgender Begleichung durch Baar. An alle Handelskammern, an alle kaufmännischen Korporationen, an alle Vereine von Handel= und Gewerbtreibenden, an die gesammte Presse jeder Parteistellung und an Alle, denen noch an der Hebung des Volkswohlstandes gelegen ist, richten wir das mahnende Ersuchen, uns mit Wort und Schrift bei der Reform des Kreditwesens zu unterstützen, um mit dem Verderben bringenden Borgsystem zu brechen. Bis wir das ersehnte Gesetz haben, bis dadurch gesündere Zustände herbeigeführt sind, dürfen wir nicht müßig sein. Durch Vereinigung der Konsumenten andererseits, welche sich verpflichten, bei entsprechenden Vortheilen nur gegen Baar zu kaufen, können und müssen wir schon jetzt zur Besserung unserer Volkswirthschaft beitragen und das Wohl des gesammten Volkes fördern helfen. Von den ergriffenen Maßregeln bitten wir uns in Kenntniß zu setzen. Die Handelskammer zu Kassel. Der Kaufmännische Verein zu Kassel. Der Handels= und Gewerbe= Verein. Der Verein selbstständiger Handwerker und Fabrikauten. Charakterverschrobenheit ausgelegt; man nannte sie ein Original, und da sie sich mit Büchern beschäftigte und zuweilen von Literatur sprach, so sagte man ihr nach, sie wolle eine alte Jungfer und ein Blaustrumpf werden. Henriette beobachtete oft im Stillen ihre Züge, und es war dann etwas wie ein fragender und grübelnder Blick, was sie auf dem Antlitz Mariens ruhen ließ. „Sie sind mir ein Räthsel, Marie,“ sagte sie ihr eines Tages, „Sie leben freiwillig ein Leben, wie ich es einst gezwungen lebte, ohne Umgang, ohne Geselligkeit, ohne Vergnügen; ich war dazu gezwungen durch unsere Armuth und durch meines Bruders Eifersucht. Aber Sie? Wie kann man jung sein und nicht nach Vergnügen dürsten?“ „So bin ich wohl nicht jung,“ antwortete Marie lächelnd; „es gibt ja so altkluge Kinder, solche Menschen, die nie jung waren!“ Henriette schüttelte den Kopf. „Das müssen sehr unglückliche Menschen sein,“ sagte sie. „Ich würde mich nicht zu ihnen halten, Marie; ich an Ihrer Stelle nicht!“ „Was wollen Sie, man macht sich nicht selbst, Henriette.“ „Nein, das nicht— nicht so eigentlich. Die anderen Menschen und die Erlebnisse machen aus uns ein gut Theil dessen, was wir sind, wenn wir eben mit uns machen lassen. Das hängt aber doch auch von uns ab.“ „Was wollen Sie damit sagen?“ „Daß ich an Ihrer Stelle, so schön, so unabhängig, so reich, wie Sie sind, Marie, nicht anderen Menschen und meinen Erlebnissen die Macht über mich eingeräumt hätte, mich alt zu machen mit dreiundzwanzig oder vierundzwanzig Jahren.“ „Ah, Sie glauben, andere Wenschen oder meine Erlebnisse hätten es bewirkt, daß ich mir wenig aus Bällen und Gesellschaften mache, die Konversation unserer jungen Herren Fürst Bismarcks Aeußerungen zur orientalischen Frage. Der Gesammtverstand des Reichstags war am Freitag beim Reichskanzler zum Diner geladen. In seiner gewohnten Weise erging sich Fürst Bismarck nach Tisch inmitten der Gäste in einer freimüthigen Besprechung der politischen Verhältnisse. Der Natur der Sache nach wurde dabei insbesondere die orientalische Frage berührt. Der Reichskanzler äußerte, wie sehr er das Bedürfniß fühle, vor dem Reichstage sich über die auswärtige Politik auszuspechen, und es scheint, daß er bei der dritten Berathung des Etats die Gelegenheit hierzu ergreifen wird. Im weiteren Verlauf des Gesprächs erinnerte er daran, wie bereits in der Throurede als Deutschlands Aufgabe bezeichnet worden sei,„gute Beziehungen mit allen Mächten und insbesondere mit den Deutschland nachbarlich und geschichtlich näher stehenden zu pflegen, und auch unter ihnen den Frieden, sofern er bedroht werden sollte, durch freundschaftliche Vermittelung zu erhalten", wobei er darauf aufmerksam machte, daß unter den uns nachbarlich und geschichtlich näher stehenden Mächten auch England mit verstanden sei. Die Aufgabe Deutschlands sei eine Friedensaufgabe, aber Deutschland könne anderen Nationen nicht einen akademischen Rath ertheilen, um sie von einer Aktion zurückzuhalten, die sie in ihrem Lebensinteresse fänden. Sollte der Krieg zwischen Rußland und der Türkei sich nicht vermeiden lassen und das erstere siegreiche Fortschritte machen, so werde England vielleicht ohne formelle Kriegserklärung zur Unterstützung der Türkei eingreifen. Ein bedenklicheres Stadium würde es sein, wenn Oesterreich in den Konflikt hineingezogen würde und sich in seiner Integrität bedroht fühlen sollte. Bei dieser Gelegenheit fielen manche Bemerkungen in Betreff der neuerdings so leichthin angezweifelten Lebenskräftigkeit dieses Staates. Es sei falsch, meinte der Kanzler, dieselbe zu unterschätzen. Eine durch vielhundertjährige Geschichte verbundene Monarchie falle nicht so leicht auseinander; es sei Thorheit, dies zu denken. Bezüglich der Stellung Deutschlands bemerkte Fürst Bismarck, dieselbe sei deßhalb eine so günstige, weil Deutschland für sich nichts wolle. Aber es würde sich diese Stellung verderben, wenn es sich jetzt bereits nach irgend einer Seite engagirte. Habe der Krieg eine Zeit lang gedauert und Opfer gekostet, so würde naturgemäß eine größere Zugänalichkeit für die Vermittelung vorhanden sein. Deutschland sei durch seine Stärke und seine Interessenlosigkeit nach allen Seiten geschützt und sein Einfluß zur Wiederherstellung des Friedens werde von entscheidender Wirkung sein, wenn es den rechten Zeitpunkt abwarte, um vermittelnd einzutreten. Man habe übrigens englischerseits eine falsche Vorstellung von der diplomatischen Lage, wenn man glaube, daß das gute Verhältniß der drei Kaiserhöfe, wie es früher gewesen, nicht mehr bestehe. In der am 5. stattgehabten Sitzung des Reichstages stellte Richter eine Interpellation über die Zahlung russischer Eingangszölle in Gold, und die darin liegende, Deutschland schädigende Zollerhöhung. Bismarck überließ die Beantwortung des wirthschaftlichen Theils der Interpellation an Philippsborn, und gab bezüglich des politischen Theils eine ausführliche Erklärung über die politische Lage, deren Schlußsatz lautet: „Unsere Aufgabe ist also in erster Linie die Erhaltung des Friedens, in zweiter die Vermittelung unter den Mächten zur Zerstreuung von Differenzen und zur Localisirung eines etwa unvermeidlichen Krieges; gelingt dies nicht, dann freilich entsteht eine neue Lage, über welche man combiniren, ich aber heute noch keine Auskunft geben kann.“ Politische Machrichten. Bezüglich der Aeußerungen des Fürsten Bismarck schreibt die Times in einem Leitartikel:„Es gibt Männer, deren einfache Meinungsäußerung werthvoller ist als umfangreiche Ausführungen Anderer, Männer, denen ein stets von Erfolg begleiteter Lebenslauf besondere Stärke verlieh. Ein solcher Mann ist Fürst Bismarck, weil sein Urtheil bei allen internationalen Streitigkeiten, an welchen er betheiligt war, niemals irrte. Er ist die größte lebende Autorität auswärtiger Politik. Nur gemeiner Argwohn konnte glauben, aus der Kaufmannswelt nicht sehr amüsant finde und nur ein mäßiges Vergnügen empfinde, wenn die neuen Winterhüte aus Paris angekommen sind?“ Henriette rieb sich die Stirn, stützte ihr Kinn auf die Hand, und Mariens ausweichenden Blick suchend, antwortete sie: „Nun ja, so etwas glaube ich am Ende denn doch. Freilich, Sie werden es mir nicht einräumen und Karlstein leugnet es auch. Er sagt, Sie seien immer eine stille träumerische Natur gewesen, immer einsiedlerisch und ohne Bedürfniß, sich im Umgange mit vielen Menschen zu amüsiren. Aber was weiß er davon? Verstehen die Männer ein Mädchenherz? Nicht im Mindesten! Sie sind gar keine stille und träumerische Natur, sondern eine starke und heftige...“ „Ah— woraus schließen Sie das?“ „Weil eine starke Natur dazu gehört, nicht mit dem Strome zu gehen, sondern seinen eigenen Weg. Und eine heftige, weil alle starken Menschen, die sich so lange so still verhalten, den unfehlbaren Explosionen ihres Wesens entgegen leben— sie sind wie Maschinenkessel ohne Ven#il, in denen sich immer mehr der Dampf verdichtet, bis die zusammengepreßte Kraft sich endlich gewaltsam Luft schafft. Ich weiß das von meinem Bruder her.. „Von Ihrem Bruder Ingenieur, die Dampfkesseltheorie?“ „Nein, von seinem Wesen her. Je länger er stillschweigend und träumerisch und so einsilbig wie Sie gewesen war, desto furchtbarer wurden seine Anfälle von Leidenschaft, wenn sie dann zum Ausbruch kamen.“ Marie schüttelte den Kopf.„Es ist nicht hübsch, Heuriette, daß Sie mich mit Ihrem Bruder vergleichen,“ sagte sie, „lein Kompliment für mich! Und glauben Sie mir, Sie thun mir Unrecht; von mir sind derartige Explosionen nicht zu befürchten. Ein deutsches Mädchen ist doch wohl anders daß Fürst Bismarck England in einen Krieg gegen Rußland hineintreiben wolle, um beide Mächte zu schwächen. Es wäre Mangel des gewohnten Scharssinns gewesen, wenn der deutsche Reichskanzler eine Macht hätte schwächen wollen, welche tiefe Sympathie für Deutschland hegt, aller Eroberungs= sucht vollständig bar, und als erste Heimath politischer Freiheit auch die stärkste Abwehr gegen Revolution ist.“ Die Miriditen haben zu Gunsten Montenegros die Waffen ergriffen; türkischer Seits ist deßhalb die Wegsendung weiterer Truppen eingestellt worden. Die in die Oeffentlichkeit gedrungene Nachricht, daß sich das Kriegsministerium gegenwärtig mit einer Vorlage beschäftige, durch welche sämmtlichen Inhabern des Eisernen Kreuzes eine Monatslöhnung von 3 Mark zugewendet werden solle, ist dahin zu berichtigen, daß dies zunächst nur für die mit dem Eisernen Kreuz erster Classe ausgezeichneten Personen zutrifft. Von den Inhabern des Eisernen Kreuzes zweiter Classe aus dem Feldzuge 1870 und 1871 sind nur diejenigen zum Bezug obiger 3 Mark in Aussicht genommen, die neben dieser Auszeichnung auch das Militär=Ehrenzeichen oder eine demselben gleichzustellende militärische Dienstauszeichnung der seit 1866 zu Preußen gehörigen deutschen Landestheile besitzen, wenn die Weitertragung der letzterwähnten Ehrenzeichen durch besondere Cabinetsordre genehmigt worden ist. Das unbefugte Verweilen in einem fremden Besitzthum, trotz der einmaligen Aufforderung des Berechtigten, sich zu entfernen, ist nach einem Erkenntniß des Obertribunals vom 27. October d. J. als Hausfriedensbruch zu bestrafen. „Das Gesetz(§ 123 des Strafgesetzbuchs)“, führt das Erkenntniß aus,„erfordert zum Thatbestand des Vergehens des Hausfriedensbruchs ein unbefugtes Verweilen und eine Aufforderung des Berechtigten zur Entfernung. Die Noth= wendigkeit einer wiederholten Aufforderung ist weder aus dem Wortlaute, noch dem Zwecke des Gesetzes avzuleiten.“ Der Banquier A. Beyer, welcher vor etwa einem Jahre von Goslar flüchtig wurde, ist am 27. v. M. in Hermannstadt(Siebenbürgen) festgenommen worden. Der Festgenommene suchte damals mit einer großen Summe, man schätzt sie auf 700,000 M., das Weite. Mestfälisch- Bheinisches. Aus Westfalen. Das dritte westfälische Musikfest wird im nächsten Jahre(zu Pfingsten) wahrscheinlich zu Osnabrück abgehalten werden. Nachdem von Dortmund, Hamm, Münster u. s. w. bereits mehrfach dahin zielende Aufforderungen dorthin ergangen waren, hat sich zu Osnabrück am 28. v. M. ein Comité constituirt, welches einstimmig die Abhaltung des Festes dort beschloß und die Einleitungen zu demselben übernommen hat. Specielle Bestimmungen konnten selbstverständlich noch nicht getroffen werden, es ist zunächst seitens des Comité's eine Musikkommission zur näheren Erwägung der Angelegenheit erwählt und dieselbe beauftragt worden, demselben bezügliche Vorschläge zu machen. Werden. Das hiesige Zuchthaus beherbergt gegenwärtig 810 Verbrecher. Köln. Manche Kölner lieben es bekanntlich, nach einem froh verlebten Kneipabende, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, auch einmal in einem Locale vorzusprechen, wo die Musik zum Tanze aufspielt. So statteten auch dieser Tage mehrere Herren vor der Heimkehr einem Tanzvergnügen einen Besuch ab und was sic erlebten, erzählt die„K. Z.“ wie folgt: Nachdem sie einige Zeit dem lustigen Treiben zugeschaut, entstand auf einmal in dem Saale ein auffallendes Schieben und Dräugen, ein Jüngling entwandt sich plötzlich der heiteren Unterhaltung einer fröhlichen Tischrunde und erreichte auf flinken Füßen das außerhalb des Locales sich ausbreitende nächtliche Dunkel, hinter ihm her in großer Aufregung des Cirkels holde Frauen und traute Mägdelein. Ein großes Lärmen entstand, die zartbeschuheten Händchen ballten sich und stemmten sich energisch in die Seiten:„Haltet ihn!“„Schnappt den Kerl!“„Haut ihn!“ schrieen die schönen Tänzerinnen durcheinander.„Was gibt's denn eigentlich?“ fragte einer der obenerwähnten Gäste eine in schneeiges Weiß gehüllte Verfolgerin.„Wat et gitt,“ flüsterte diese mit angelegt, als Ihre französischen Dampfkesselnaturen!“ Henriette lachte gutmüthig und versetzte:„Gewiß, aber in einem sind wir Alle aus demselben Holz gemacht, und wenn ein Mädchen sich wie Sie aus der Welt zuruckzieht, so thul es dies nur, um über ein Erlebniß oder einen Gegenstand nachzudenken, der es innerlich erfung— das deutsche so gut wie das französische!“ „Wie scharssinnig Sie sind, Heuriette! Aber sagen Sie mir,“ versetzte Marie ein wenig spöttisch,„muß dies Erlebniß, dieser Gegenstand immer hinter ihr, in ihrer Vergangenheit liegen, oder kann es auch in ihrer Zukunft liegen, nämlich etwas sein, das sie sich erträumt, für das sie als Ziel einer Herzenssehnsucht im Stillen schwärmt?“ Henriette nickte. „Möglich, aber Sie sind doch dazu eine zu praktische Natur, Marie, ich glaube nicht, daß eine Zukunftsschwärmerei, eine bloße Träumerei so viel Gewalt über Sie bekäme...“ „So viel Gewalt? Und wie viel Gewalt hätte sie denn über mich? Ich räume Nichts Gewalt über mich ein—“ „Das lautet sehr stolz und ist doch nicht wahr. Es hat etwas Sie menschenscheu und leidend gemacht...“ „Ach, was Sie glauben!“ (Gorsetzung felgr. Jagd= Kalender für den Monat December. Nach den Bestimmungen des Jagdschongesetzes vom 26. Februar 1870 dürfen in diesem Monat geschossen werden: Männliches und weibliches Noth= und Dammwild, Wildkälber, Rehböcke, Hasen, Auer=, Birk= und Fasanenhähne und=Hennen, Enten, Trappen, Schnepfen, Sumpf= und Wasservögel, Wachteln, Haselwild und in der ersten Hälfte des Monats Ricken. Dagegen sind mit der Jagd zu verschonen: Dachs, Rebhühner, Rehkälber und in der zweiten Hälfte des Monats Ricken. jungfräulichem Erröthen,„dä hät et Geld vör de Bowl gesammelt und eß dermet zum D. gegangen, dat gitt et!“ Saarlouis. Der Herr Landrath Devens macht im „Saarl. Journ.“ Folgendes bekannt:„Ich mache hierdurch diejenigen Militairpflichtigen meines Kreises, welche auf Grund einer Reclamation behufs Unterstützung ihrer Eltern oder sonstigen nächsten Angehörigen von der activen Militairdienst: pflicht derzeitig befreit worden sind, darauf aufmerksam, wie ich es in allen Fällen auf das strengste controliren lasse, daß sie ihren gedachten Angehörigen eine ihrem Erwerb entsprechende, ausreichende Unterstützung auch wirklich angedeihen lassen. Kommen sie dieser schon von dem natürlichen Pflichtgefühl und zudem vom christlichen Sittengebote erforderten, wie auch dem Staatsgesetze entsprechenden Verpflichtung nicht nach, so werden dieselben ganz ohne Rücksicht auf irgend welche Nebenumstände oder auf etwaige Versprechungen einer künftigen besseren Fürsorge nach Antrag der Kreis=Ersatzbehörde nachträglich zur Erfüllung ihrer vollen Militairdienstpflicht herangezogen, und sind sowohl im vorigen wie in diesem Jahre bereits mehrere derartige Maßregeln als warnende Beispiele von mir veranlaßt worden. Ich bemerke noch ausdrücklich, daß die Verheirathung eines derartigen Reclamirten vor vollendetem 25. Lebensjahre unbedingt seine Heranziehung zur Ableistung der dreijährigen activen Dienstpflicht zur Folge hat. Die Herren Ortsvorsteher wollen gefälligst Sorge tragen, daß gegenwärtige Bekanntmachung zur Kenntniß der betreffenden Militairpflichtigen gelangt.“ Aus den Kreisen Iserlohn— Arusberg. 1 Menden. Die am 1. d. stattgehabte ordentliche General=Versammlung der„Eisenindustrie zu Menden und Schwerte" beschloß einstimmig die Vertheilung einer Dividende von 3 pCt., und wählte die ausscheidenden Aufsichtsrathsmitglieder, und ebenso die Rechnungsrevisoren wieder. Der von der Direction vorgetragene Bericht wurde mit großer Befriedigung, auch hinsichtlich der Zukunft des Unternehmens, entgegen genommen. Aus der Bilanz heben wir wir hervor: Der Brutto=Gewinn beziffert sich auf Mark 272,062.91, von welchen M. 104,063.51 zu Abschreibungen, M. 27,674.47 für das Delcredere=Conto, M. 14,032.49 für den Reservefonds, und eben so viel an Tantiemen verwendet werden, ferner M. 26,748 56 als Gewinn=Reserve in Vortrag kommen, und endlich die bereits oben erwähnte Dividende auf das M. 4,500,000 betragende Actien=Capital zur Auszahlung gelangen. X Hemer. Nach Ausgabe des vorigen Blattes ging uns von befreundeter Hand über die Explosion des Dampfkessels der Papier=Fabrik des Herrn Heinrich Hoeborn noch folgender Bericht zu, den loir zur Vervollständigung des unsrigen hier folgen lassen:„Niederhemer, 3. Dec. Am 2. d. M., Abends, explodirte in der bekannten Papierfabrik des Herrn Heinrich Hoeborn ein Dampfkessel, und verursachte eine vollständige Zerstörung des Kessel= und Maschinenhauses, glücklicherweise ohne einen Menschen zu verletzen. Ein Kesselboden steckte in dem oberen Fenster eines gegenüber liegenden Hauses. Der Hauptkessel war über 10 Schritte durch das Maschinenhaus gefahren, Alles über den Haufen werfend, und dicht hinter dem Heizer her, der einige Augenblicke zuvor den Raum verlassen hatte. Die Ursache wird dem zu großen Durchmesser des Flammrohrs zugeschrieben, das, ohne zu brechen, zusammengeklappt und abgerissen war.“ + Iserlohn. Wie wir erfahren, wird der bei uns aus früheren Zeiten noch in gutem Andenken stehende Theaterdirector Stein Ende dieses oder Anfang nächsten Monats im Krollmann'schen Theatersaale hier einen Cyclus von Vorstellungen eröffnen. Schon der Umstand, daß in diesem Winter dem Publikum noch nichts von Thalia's Gaben gebeten worden ist, läßt hoffen, daß Herr Stein seine Rechnung finden wird, umsomehr, als dessen Gesellschaft aus meist vorzüglichen Kräften bestehen sol.. □ Neheim. Dem in der Wolle gefärbten Correspondenten des„Centrälers“ in Nro. 143 müssen wir zuförderst Urbanus=Pillen verordnen, damit sein durch die letzte hiesige Wahl hervorgerufener Aerger wieder besänftigt wird. Wir wissen seinen Schmerz zu würdigen, und versagen ihm unsere Theilnahme nicht, denn die Enttäuschung, anstatt der mit Gewißheit erwarteten Wahl„ultramariner Nickebrüder“ liberale, und sogar evangelische(sic) Bürger siegen zu sehen, war zu groß. Wie wird der fromme Mann erst aus der Haut fahren, wenn bei der nächsten Gelegenheit sogar Juden(1f)„mit eminenter politischer Begabung" bei den Collegien vertreten sein werden. Nach den Ansichten des Scribenten würde Neheim alsdann sicher das Verhängniß von„Sodom und Gemorrha“ theilen. Wenngleich nun Letzteres nicht zu erwarten, so steht Ersteres in ziemlich sicherer Aussicht. Wir können in der hiesigen Verwaltung eminent begabte Leute gebrauchen, einerlei, ob sie Christian oder Itzig heißen, denn die seit Jahrhunderten im Rathe gesessenen Gesinnungsgenossen des ∆ haben Neheim noch keine paradiesischen Verhältnisse gebracht. Während hier, wie meistens allerorts, die verschiedenen Confessionen friedlich zusammen leben und verkehren, jeder Bürger gleiche Pflichten hat, suchen diese sogenannten Frommen, von denen die h. Schrift sagt: „sie gehen einher in Schafspelzen, aber inwendig sind sie reißende Wölfe“,— anstatt Liebe zu verbreiten, Haß und Zwietracht zu säen. Um ihre Zwecke zu erreichen, ist ihnen keine Lüge zu frech, selbst die nicht, daß bei StadtverordnetenWahl die Religion und Schule Gefahr liefen. Sollten sie am Ende nicht für Gefährdung ihrer Privatinteressen besorgt sein?— Seit dem Bestehen der hiesigen katholischen Rectoratschule ist selbe, und wird heute noch, von Kindern aller Confessionen besucht, ohne daß die Religion eines Einzelnen darunter gelitten hätte. Würden andererseits die katholischen Schüler Schaden an ihrem Seelenheil nehmen, wenn auch evang. oder jüdische Lehrer in Elementarfächern oder unterrichteten? Wir glauben, daß alsdann diese Schule erst das leisten würde, was die meisten vernünftigen katholischen Eltern von derselben erwarten. Wenn überhaupt die hiesigen Lehrkräfte den dringendsten Anforderungen gemäß vermehrt, und den Lehrern eine sorgenfreie Existenz geboten würde, um sich ihrem Fache mit Liebe hingeben zu können— wozu die Mittel vorhanden sein müssen, da selbe zu anderen Zwecken nie fehlen, dann könnte man selbst das Schreckgespenst „Religion und Simultanschule“ nicht wachrufen ohne sich ganz und gar lächerlich zu machen.— Ja, Herr Scribax, wir und ein sehr großer Theil Neheimer Bürger freuen uns, daß die Fesseln der seitherigen Bevormundung zu fallen anfangen, daß die Heuchelei theilweise durchschaut wird, und daß somit die Morcenröthe einer besseren Zeit anzubrechen scheint. Laterna- magica(Zauberlaterne) und Nebelbilder=Apparate. Leider erfreuen sich diese reizenden Apparate noch nicht der Verbreitung, welche denselben im Interesse der gediegenen belehrenden Unterhaltung, sowie des großen Vergnügens die sie bieten gebührt.— Der Grund mag wol darin liegen, daß die seither in den Handel gebrachten Apparate zu theuer und die Handhabung derselben eine zu complicirte ist. Die Firma Hermann Bernhard in Leipzig hat es sich zur Aufgabe gestellt, praktisch construirte Apparate (unter Musterschutz) zu den entsprechend billigsten Preisen zu liefern und dadurch die Anschaffung eines solchen Apparates jeder Jamilie zu ermöglichen. Die Preise sind bei solidestem Fabrikat: Laterna-magica, neueste runde Form mit 12 feinen Glasbildern M. 6— Laterna-magica, größere Sorte mit 9 Bildern(Farbenspiel, Landschaften, beweglich komisches Bild M. 10— Nebelbilder=Apparat mit 2 Laternen nebst Zubehör, Bilder 2c. M. 24— Wir können diese Apparate nur empfehlen und dürfte es kaum ein geeigneteres Weihnachts=Geschenk geben, welches die langen Winter=Abende mit Freude und Genuß ausfüllt, wie diese Apparate, welche bleibenden Werty haben. Wohnhaus. Montag den 11. December c., Morgens 11 Uhr, wird Herr Eberhard Gregori sein oberhalb Menden an der Chaussee belegenes Wohnhaus mit dem 10 Are 85 □Meter großen Garten beim Wirth Fr. Haarmann verkaufen, und den Zuschlag gleich ertheilen. Menden. L. Pieper. Immobilien! Dienstag den 12.c., Morgens 11 Uhr, werden Erben Dahlhaus hier 2 neben ihrem Hause an öffentlichen Straßen belegene Hausplätze, sowie Acker am Stein, in der Horlecke, bei der Grobrolle und am Hofeskamp bei E. Schmidt Sohn verkaufen. Menden. L. Pieper. Erben C. Schmöle werden Dienstag den 12. c., mittags 4 Uhr, die Gärten hinter der Fabrik der Herren Schmöle& Co. an Ort und Stelle auf 5 Jahre anderweitig verpachten. Menden. L. Pieper. Auction. Freitag den 15. c., Morgens 11 Uhr, sollen bei E. Schmidt Sohn neue Westen, Stoffstiefel für Damen, Filz= und Kinder=Schuhe, Kappen für Bahnbeamte und Kinder passend, ferner diverse Mobilien gegen Baar verkauft werden. Menden. L. Pieper. Für Hantleidende. Hautausschläge auer Art, besonders aber Salzfluß an den Füßen, trockene und nässende Flechten, Grindausschlag, Haar= und Juckflechten, heilt, laut vieler Anerkennungen, selbst in den hartnäckigsten Fällen, bei genauer brieflicher Mittheilung C. A. Gabler, Apotheker in Passau(früher Arnstein). Eine Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern, Stallung und Bodenraum ist pro 1. Februar k. J. zu vermiethen. Menden. L. Pieper. Dombau=Loose, à 3 Mark, sind zu haben bei L. Pieper. F. Maureder. Holz=Verkauf. Montag den 11. December c., Morgens 10 Uhr, werde ich für den Oeconom Herrn Schlünder in Halingen circa 200 Stück sehr schöne langschaftige zu Brettern, Balken und Grubenholz geeignet, sowie einige starke Buchen öffentlich verkaufen. Das Holz steht bei Kaubrüggen Hofe in Halingen, an sehr guter Abfuhr, fünf Minuten von der Chaussee von Holzen nach Langschede. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Menden, d. 26. November 1876. Fritz Gottlob. Holz=Verkauf. Donnerstag den 14. d. M., Morgens 10 Uhr, werden im Freiherrl. v. Dückerschen Forst=Distrikt„Ort“ 100 Klafter Reisig=Holz öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung verkauft. Zusammenkunft an Ort und Stelle. Rödinghausen, 6. December 1876. Melchers. Schwarze Schreib- u. Copirtinte, prachtvollste Salon-, Aleppo-, Tannin-, Carmin-, Blaue u. andere Tinten aus der Fabrik von H. von Gimborn in Emmerich sind stets auf Lager bei N. Böddicker in Menden, Th. Hoffmann in Hemer Zur Hebung der Naturalgefälle für die Kirchenkasse ist Termin auf Montag d. Il. December c. anberaumt. Mender. Weyerbrock, Rendant. Gartenzeitung. Gärtner und Gartenfreunde, welche Verlangen nach einer tüchtigen Gartenzeitung tragen, wollen bei ihrer nächsten Post oder Buchhandlung die „Frauensdorfer Blätter" bestellen. Selbe kosten halbjährlich 2 Mark 57 Pf., ganzjährlich 5 Mark 16 Pf., enthalten Nummer für Nummer eine große Anzahl der werthvollsten Aufsätze und Notizen über alle Fächer des Gartenbaues, besonders über Blumen=, Gemüse= und Obstbaumzucht und sind häufig mit interessanten Abbildungen neuer Blumen, Früchte, Maschinen 2c. geschmückt. Jede Woche erscheint ein voller Bogen. Wer das erste Halbjahr nachbestellt, erhält eine werthvolle Prämie, aus Sämereien bestehend, sowie das Gartenbuch für Millionen als GratisZugabe. Direkt vom Verlage in Frauendorf(Post Vilshofen in Niederbaiern) bezogen, kostet der halbe Jahrgang 3 M., der ganze 6 M. und wird alles Betreffende franco geliefert. Die Abonnentenlisten weisen nach, daß die„Frauendorfer Blätter“. die verbreitetsten aller deutschen Gartenzeitungen sind. Probenummern stehen gerne zu Diensten. Weihnachten. Das hübscheste, für die langen Winter=Abende unterhaltendste Geschenk ist doch die Laterna-magice (Zauberlaterne), welche in neuester runder Form praktisch construirt nebst 12 feinen Glasbildern M. 6 — incl. Kiste kostet. Größere Laterna-magica mit 9 feinen Bildern(Landschaften, beweglich komisches Bild und Farvenspiele) incl. Kiste M. 10—. Nebelbilder=Apparate mit 2 Laternen und Verschwindungs=Appara:, erzeugen brillante Bilder nebst Zubehör und Kiste M. 24— versendet gegen Einsendung des Betrages oder Nachnahme Hermann Bernhard, Leipzig. Die Geld-, Silber-& Alfenide-Waaren-Handlung von W. Huckert empfiehlt zu Weihnachten ihr Lager in goldenen Ketten, Brochen und Ohrgehängen, Armbändern. Kreuzen, Medaillons, Siegelringen, Knöpfen etc., silbernen und Alfenide-Löffeln, Messern und Gabeln, Tafelaufsätzen, Bechern, Butterdosen, Servietten Kingen, Tranchir-, Pensions- und Kinderbestecken etc. etc. zu den billigsten Preisen in schönster reichhaltigster Auswahl. Butterpulver verkürzt die Zeit des Butterns, macht die Butter fester und schmackhafter undverhindert das Ranzigwerden derselben. Ein Paquet, ausreichend für 500 Liter Milch, a 50 Pf. zu haben bei Th. Hoffmann in Hemer. J. L. Edelbroich in Arnsberg. W. Brügmann& Sohn. Holzhandlung und Bampf-Sägewerke. Dortmund, Duisburg, Papenburg, Mannheim und Lübeck. Vertreten durch C. Vormann jr., Hagen i. W., von dem auch sonstige Baumaterialien, sowie Kohlen und Coaks billigst zu beziehen sind. Dr. Pattisons Gichtwatte lindert sofort und heilt schnell Gicht und Rheumatismen auer Art, als: Gesichts=, Brust=, Hals= und Zahnschmerzen, Kopf=, Hand= und Kniegicht, Gliederreißen, Rücken= und Lendenweh. In Packeten zu 1 Mark, und halben zu 60 Pfennig bei Aug. Ebbinghaus in Menden.(H. 62700.) Bei dem Unterzeichneten ist stets Pöckelfleisch, das Pfund zu 4 Sgr., zu haben; auch sind stets Därme vorräthig. Joh. Esser. Jeden Bandwurm entfernt in 3—4 Stunden vollständig schmerz= und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt Bleichsucht, Trunksucht, Magenkrampf, Epilepsie, Veitstanz und Flechten — auch brieflich: Voigt, Arzt zu Croppenstedt. Wechsel-Formulare hält stets auf Lager W. Riedel. Creditbank für Stadt und Amt Menden, e. G. Geid- Cours. Menden, den 7. December 1876. Goldkronen Rm. 26 45 Ducaten„ 9 45 Sovereigus„ 20 25 Napoleonsd'or„ 16 15 Imperials„ 16 55 Dollars„ 4 10 Oesterr. Silber-Gulden 1 60 dto. ½-Gulden"— 35 Vollw. fr. Kronenthaler 3 85 dto. brab.„„ 3 75 Fünffrancs-Stücke 4— Süddeutsche Gulden„ 1 65 Preuss. Friedrichsd'or" 16 30 Holl. 2½ Guldenst.„ 4 15 Preuss. 10-Thlr.-Noten„" 29 90 „ 25„„„ 74 80 Luxemburger 10-Thlr.-Noten" 29 70 Markt=Berichte. Neuß; den 5. December 1•76 per 100 Kilo. Weizen I. O. 24 40 „ 2.- 22 90 „ 5.*—— Landroggen 1.O. 19 40 * 2." 1 8 4 0 Wintergerste—— Sommergerste—— Hafer 17 70 Buchweizen 1. O. 16 70 * r""—— 0. Heu per 100 Ko. 9 Rüböl pr. 100Ko. Partienv. 1006tr. 80 50 Rüböl pr. 100 Ke. (saßweise) 82 50 Gereinigtes Oel 83 Preßkuchenpr. 100 Kilo 10 8 Der Rübsen(Aveel) 34— Raps 35 50 Kartoffeln 5— Roggenstroh 7 80 Maklergeld) pr. 100 Kilo 32— Aleien Pr. 50 Ko. 6— M 98. tot Holz=Verkauf. Freitag den 15. December d. J., Vormittags 10 Uhr, soll im Gasthof Norbert Biele zu Hüsten der der Schulgemeinde Rodentelgen gehörige, in der Gemeinde Niedereimer belegene 12 Hektare große Schulwald mit dem aufstehenden Holze, ermittelt zu 57 Cubikmeter Eichen-, 254 Cubikmeter Buchen-Rutzholz, worunter viele starke Stämme, und 49 Eichen= und 3689 Cubikmeter Buchen=Scheit und=Knüppel öffentlich meistbietend verkauft werden. Zunächst wird das aufstehende Holz in einem Loose, sodann der Grund und Boden, und endlich dieser mit dem aufstehenden Holze ausgesetzt. Der Ansteigerer hat im Termine 900 Mark Bietungs=Kaution zu hinterlegen. Der Förster Schnettler zu Bruchhausen wird den Kaufliebhabern das Object vorzeigen. Die Abfuhren sind in bestem Zustande. Hüsten, den 28. November 1876. Der Schul-Vorstand Weihnachts=Gescheuke und hübscher Auswahl, als: Korb=, Leder= und Holz=Gegenstände mit Stickerei=Einrichtung, Kinder=Spielwaaren, Rohrsessel, Porzellan=, Glas=, Alabaster= und Krystall=Waaren, Schulbedürfnisse für Kinder, Gesang= und Gebet=Bücher in verschiedenen Einbänden empfiehlt zur gefälligen Ansicht und Auswahl Menden. N. Böddicker. Pelzwaaren, In Kappen, Hüte, Regenschirme, Phawl-Tücher, Hosenträger, Handschuhe, Ihlipse etc. etc. empfiehlt Wilh. Lillotte jun. Für Damen. Das schönste, practischste und liebenswürdigste ist Heuser’s Nähtisch- Scheeren- Garnitur Ragel-, Trennaus Solinger Lilberstahl(Silver steel), enthaltend: Zuschneide-, Stick-, Knopflochscheere mit Stellschraube und ein hochseines messer. Preis für Garnitur: 4 Scheeren, 1 Messer in feinem Etut 5 M. Anentbehrlich für jeden Rähtisch. Bauerhaft und unverwüstlich bei sleißigstem Gebrauch. Garantie der Vorzüglichkeit durch evenzuelle franco Rücknahme. Depöt für Deutschland bei IVm. Heuser, 18, Rehmplatz, Nachen. Versandt der Kürze halber gegen Nachnahme. Von den vielen eingegangenen Anerkennungsschreiben lasse eines derselben folgen: Ew. Wohlgeboren ersuche um die Gefälligkeit mir noch 4 Stück Nähtisch=Scheeren=Garnituren à M. 5 gegen Nachnahme einzusenden. Koschentin(Oberschlesien), den 18. October 1876. Emma Hüppe, bei der verwittweten Prinzessin zu Hohenlohe Ingelsingen Musikalische Erholungsstunden.# Ein Melodielchaß von 150 der schönsten Volks- und Kinderlieder, Tänze etc. für Klavier leicht bearbeitet von Jacob Blied, Seminarlehrer in Brühl. Op. 9.(3 Bände a 3 Marik Ladenpreis.) 14. Auflage. usammen in 1 Bande eleg. roth cartonnirt neblt Liedertertbuch nur M. 4.50. Ausser zahlreichen Uebungen, Präludien etc. enthält das elegant ausgestattete Werk mehrere Walzer, Schottisch, Polkas, Galoppaden, Marzurkas, Märsche etc. und folgende Volks- und Kinderlieder: Winter ade.—— Bienchen sum.— Der Winter ist da.— Heil Dir im Siegerkrans.— Ich sass am Markte stundenlang.— Wenn die Schule geschlossen.— Eine kleine Geige möcht' ich haben.— Alles neu macht der Mai.— Hopp, hopp, hopp!— Habt ihr ihn noch nicht vernommen? Als unser Mops.— Ich hatt' einen Kameraden.— Hier sitz ich auf Rasen.— Wie lieblich schallt.— Der Schnee zerrinnt.— Weisst Du, wie viel Sterne.— Lieber Nachbart ach borgt.— 0 Strassburg.— Alle Vögel sind schon da.— Hopp, hopp, ich bin ein Reitersmann.— Ich sah zwei Vögelein fliegen.— Seh' ich die Sterne.— Die Vögelein, die sangen. — Komm, lieber Mai.— Freund, ich bin zufrieden.— Mit dem Pfeil, dem Bogen.— Schier dreissig Jahre bist Du alt.— Im Wald und auf der Haide.— Drunten im Unterland.— Denkst Du daran.— Sag’ mir## das Wort.— Schlaf Herzenssöhnchen.— Bekränzt mit Laub.— Was ist des deutschen Vaterland.— Wer will unter die Soldaten.— Dort unten in der Mühle.— Ein Jäger aus Kurpfalz.— Zu Strassburg auf der Schanz'.— Nachtigall, Nachtigall, wie.— Sah ein Knab’ ein Röslein stehn.— An einem Fluss.— Freut Euch des Lebens.— Es murmeln die Wellen.— Kein schön'rer Tod ist in der Welt.— Der Mai ist gekommen. — Wenn’s Mailüfterl’ weht.— Von meiner Heimath.— Des Sommers letzte Rose.— Gott sei des Kaisers Schutz.— Einen gold'nen Wanderstab. — Guter Mond, du gehst so stille.— Gott grüss' euch, Alter.— Kommt a Vogerl’ geflogen.— Was blasen die Trompeten?— Zu Mantus in Banden. Hinaus in die Ferne.— Wohlauf, Kameraden.— Preisend mit viel achänen Radan.— Dar alte Rarharasaa.— Tah waias nicht was soll as Hinaus in die Ferne.— Wohlauf, Kameraden.— Preisend mit viel schönen Reden.— Der alte Barbarossa.— Ich weiss nicht, was soll es bedeuten.— Wie schön ist der Wechsel der Zeiten.— Es braust ein Ruf.— Ach, wie ist’s möglich dann.— An Alexis send ich dich.— Da lächelt nun wieder.— Herz, ach Herz, warum so traurig?— Nun S4D ade du mein Hochland.— Der Winter ist dahin.— Morgenroth! Morgen-Siire roth!— Die alte Fichte schwankend.— Lobt froh den Herrn.— Der D Sonntag ist gekommen.— Erklinge stolz, erklinge laut.— Alldort auf #- grüner Haide.— Es ritten drei Reiter.— Das Schiff streicht durch die Wellen.— Der Kuckuk und der Esel.— 0, wie lieblich ist’s im Kreis. Seht, wie die Sonne dort sinket.— Hört, wie die Wachtel. Deutschland, Deutschland über Alles.— Uf’m Bergli bin i gesesse.— Wohlauf, noch getrunken.— Schöner Frühling komm’ doch wieder.— O. Tannenbaum.— Brüder, reicht die Hand.— Schön ist’s unterm freien Himmel.— Mit hunderttausend Stimmen.— Der Mei ist auf dem Wege. Ein Sträusschen am Hute.— Ich bin ein Preusse. Zusammen in 1 Bande, neue prachtvolle Ausgabe, statt 9 M. nur M. 4.50 netto. G= Bekanntlich haben fast alle pädagogischen etc. Zeitungen die günstigsten Recensionen über dieses SS Werk gebracht.— Liederbuch, enthaltend die Texte der in den„Er# holungsstunden“ vorkommenden Volks- und Kinderlieder 25 Rpf., bei Abnahme des ganzen Werkes gratis. 2 K 4 Al ADEganzen Gegen Einsendung des Betrages versende franco. Pet. Jos. Tonger in Cöln a. Rh. Musikal.- u. Instrum.-Handlung. KKKKFKAKAKKTKAA 1 Todes=Anzeige. Heute, 11½ Uhr Abends, entschlief nach 8 monatlichem Krankenlager, im 68. Lebensjahre, unser lieber guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager, der Gutsbesitzer Theodor Wortmann, gen. Schmöle, wohl vorbereitet und oftmals gestärkt durch die h. Sakramente der römisch=katholischen Kirche, ganz ergeben in Gottes h. Willen. Verwandten und Freunden diese Traueranzeige mit der Bitte um stille Theilnahme. Böingsen, 6. December 1876. Bie trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung, zu der wir ergebenst einladen, findet nächsten Samstag, Morgens ½210 Uhr, statt. Bekanntmachung. Auf den am Freitag den 15. d. M. hier stattfindenden Schweine-Markt wird hierdurch aufmerksam gemacht. Menden, 7. December 1870. Der Bürgermeister: Papenhausen. Bekanntmachung. Interessante Neuheit! Zu Weihnachtsgeschenken empfehle ich ge eine grosse Auswahl Wollsachen, Weisswaaren, Herren- und Damen-Filzhüte sowie Kinder-Spielwaaren zu besonders billigen Preisen Ernst Thielmann in Arnsberg Gehörleiden, Taubheit heilt sicher und gründlich, wenn nicht angeboren, F. Kattenoel in Ahaus, Westfalen. Die nöthigen Formulare für Fleischbeschauer sind zu haben bei Riede! in Menden. Ersatz jeden Barometers. An gefertigter GartenbauvereinsCentrale in Frauendorf, Post Vilshofen, ist zu haben: Hygrometer oder vegetabilische Getter-Ahr, welche 24 Stunden vorher das Wetter anzeigt, worüber Atteste und Empfehlungen von berühmten Professoren vorliegen. Dieselbe, in Form einer niedlichen Wanduhr, bildet zugleich einen hübschen Zimmerschmuck. Preis per Stück 1 Mark 50 Pf.— In elegantem Gehäuse von Holz mit Glasdeckel, zum Anhängen, per Stück 3 Mark. # Zur frankirten Zusendung sind für die kleine Uhr 20 Pfg., für die große 50 Pfg. appart einzuschicken. Briefmarken werden nicht angenommen. Frauendorf, Post Vilshofen, Niederbaiern. Vereins- Centrale. In meinem Hause sind 4 Zimmer nebst Boden und Kellerraum zu vermiethen und zum 1. Februar zu beziehen. Auf Wunsch kann auch ein Gartenstück mit angepachtet werden. Joseph Rüberg, Tischler. 1e pileps Fallsucht)heilt brieflich der Specialarzt Dr. Killisch,NeustadtDresden. Bereits über 8000 mit Erfolg behandelt.— 68 Auflagen Ein Buch, welches erlebt hat, bedarf wol keiner weiteren Empfehlung, diese Thatsache ist ja der beste Beweis für seine Güte. Für Kranke, welche sich nur eines bewährten Heilverfahrens zur Wiedererlangung ihrer Gesundheit bedienen sollten, ist ein solches Werk von doppeltem Werth und eine Garantie dafür, daß es sich nicht darum handelt, an ihren Körpern mit neuen Arzneien herumznexperimentiren, wie dies noch sehr häufig geschieht.— Von dem berühmten, 500 Seiten starken Buche:„Dr Airy's Naturheilmethode“ ist bereits die 68. Auflage erschienen. Tausende und aber Tausende verdanken der in dem Buche besprochenen Heilmethode ihre Gesundheit, wie die zahlreichen, darin abgedruckten Atteste beweisen. Versäume es daher Niemand, sich dies vorzügliche populär=medizinische, 1 Mark kostende Werk baldigst in der nächsten Buchhandlung zu kaufen oder auch gegen Einsendung von 10 Briefmarken à 10 Pf. direct von Richter's Verlags=Anstalt in Leipzig kommen zu lassen, welch' Letztere auf Verlangen vorher einen 100 Seiten starken Auszug daraus gratis und franco zur Prüfung versendet. Der Müller Wilhelm Nadermann, welcher sich bis vor Kurzem in Wimbern bei Menden aufgehalten haben soll, muß in einer Untersuchungssache als Zeuge vernommen werden und ist nicht aufzufinden. Ich ersuche Jeden, welcher von dem jetzigen Aufenthalt des 2c. Nadermann Kenntniß hat, mir dies baldigst mitzutheilen. Iserlohn, 29. November 1876. Königliches Kreisgericht. Der Untersuchungsrichter. „Männerchor.“ Freitag den 8. c., Abends 8 Uhr, im Vereins=Lekale: General-Versammlung. Da endgültig über das weitere Fortbestehen des Vereins Beschluß gefaßt werden soll, werden alle Mitglieder, sowohl passive als active, freundlichst dazu eingeladen. Der Vorstand. Consum=Verein„Eintracht“, eingetragene Genossenschaft. Wegen Aufnahme des Lagers bleibt das Geschäft am nächsten Dienstag u. Mittwoch(12. und 13.) geschlossen. Der Vorstand. Holz=Verkauf. Dounerstag den 14. d. M., Morgens 10 Uhr, werden im Distrikt Clieren an der Huxmühle: 2 starke Eichen= und 68 starke Buchen=Nutzstämme, darunter mehrere, welche zu Schüsselholz sichbesonders eignen, 13 Eichen=Nutzstangen, 120 Meter BuchenScheite und 200 Meter Buchen=Reiser öffentlich meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden. Höllinghofen, 4. December 1876. Der Oberförster: Schmanck. Ein an der Hauptstraße belegenes, zu jedem Geschäfte gut geeignetes Wohnhaus ist im Ganzen oder theilweise zu vermiethen; in letzterem Falle kann die Wohnung nach Uebereinkunft bezogen werden. Näheres in der Exp. d. Bl. Amt Ei Na die Wahlen, Di Die Na #fd. Nr. Namen der Meschede Schmallenbe 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 23 24 5 25 27 2 30 31 32 2 34 35 36 37 28 39 40 41 42 43 44 5 46 47 48 Heggen ellern laer Calle Schüren Wallen Niederberge Wennemen Remblinghau Blüggelscheidt Frielinghause: Eversberg Wehrstapel Velmede Berlar Ostwig Halbeswig Andreasberg Heringhausen Nuttlar Ramsbeck Gevelinghause Fredeburg Berghausen Dorlar Rarbach Bödefeld I.( Bödefeld II.(L Serkenrode SchönholthausBamenohl Neubrücke Leuhausen Fretter Ostentrop Oedingen Grafschaft Oberkirchen Niedersorpe Westfeld Wormbach Cobbenrode Gelaße Niedersalwey Reiste Wenholthausen Die Wahlvorstehers u Bekanntmachung Die Nach§ 25 l. c. einzureichen, daß Die führende Geg unterschreit Mes Die Behufs d des norddeutscher Gemeinden des# inel. bei den b Jedermanns Eins