M 86 Menden und Arusberg, Dienstag den 31. October 1870. 17. Jahrgang. gen uns! Wenn nun erstrebt wird, daß Partei, daß man also ittene Recht derselben U. weil sie nur allein , dieser Kampf gegen reiheit, gegen die genur die Störung des Ler z. B. in politischer kampfe— ganz andere hat, wie kann sich der Wie kann Jemand, tt ist für das große, zung mit so vielem in Frieden sichert, solche Gefühle nicht heiligsten Gefühle der ngszeichen wahrer und Wer also anders denkt cht zum Opfer bringen erzeugung geschieht, ist zenannten Partei. Wo Freiheit, die Wahrheit ich auch schön von der rührte zweimal seinen Zeise, die nicht von der Es war dies daher ein Stelle offenbarte. Wir n Handlungen geforscht Nächstenliebe zu vert es eben, woran man Lauterkeit der Gesinder alleinige Prüfstein, e Wahrheit! effentliche Stadtverordneten den 30. Betober c., nittags 5 Uhr. s= Ordnung: l eines Kreistags.Abten und dessen Stellrs; ungswahl von 2 Mitin den Vorstand der Wilhelm=Kreis=Stifigung verschiedener Vergs= Verhandlungen; hlagung unbeibringlicher er Gefälle; des Tagelöhners Casdilmann um Gewähner Grundentschädigung n Grundstück auf der des Herrn Doerth htweise Ueberlassung der am Rothenberge; besetzung der Vicarie St. is betreff.; lung des städtischen Haustats pro 1877; sung von 40 Stück Acr Stadt Mendener Gasden 11. October 1876. Der Bürgermeister: Papenhausen. luction. id den 28. October, gens 9 Uhr sollen in der Wohnung * Baumann hierselbst Möbel, als: iderschränke, Commoden, che, Stühle, Küchenänke mit Küchengeräthe, rzellan, Töpfe, Gläser s. w., sowie die Ladenrichtung en Baarzahlung verkauft era, 23. October 1876. ichtlichen Auftrage: Sachs. pilepsie Fallsucht)heilt brieflich dler Specialarzt Dr. Kilisch, Neustadt Dresden. Bereits über 8000 mit Erfolg behandelt.— inten. Schreib- u. Copirtinte, te Salon-, Aleppo-, Tanin-, Blaue u. andere Tiner Fabrik von H. von n Emmerich sind stets bei N. Böddicker in n, Th. Hoffmann in Für die Kreise Arnsberg de wurde das erste Blatt Mittag versandt. Westfälischer Telegraph, zugleich Amtliches Kreisblatt f. d. Kreise Iserlohn, Arnsberg, Meschede. Redaction, Druck, Verlag und Expedition von W. Riedel in Menden.— ExLedition in Arnsberg: Ernst Thielmann. Erscheinungstage: Dienstag und Freitag.— Abonnementspreis: Vierteljährlich durch Boten oder die Post bezogen 1 Mark 25 Pf., durch den Brieftrüger in's Haus gebracht 1 Mark 50 Pf. Insertiansgebühr: Die 5gespaltene Garmondzelle oder deren Raum 10 Pf., Reelamen 30 Pf.— Briefe franco gegen franco. Bekanntmachungen. Iserlohn, den 30. October 1876. Bekanntmachung. Das hiesige Kreisbüreau ist heute aus dem Hause des Herrn Bau=Unternehmer Raffloer in das von dem Kreise angekaufte Haus der Frau Witwe Lürmann hierselbst— Friedrichsstraße 973— verlegt worden, was ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe. Der Königliche Landrath: Overweg. Arnsbera, den 24. October 1876. Bekanntmachung. Nach Vorschrift der Städte=Ordnung scheiden mit dem Schlusse dieses Jahres die für die Wahlperiode 1871/76 gewählten Mitglieder der Stadtverordneten=Versammlung aus, und ist an deren Stelle zur regelmäßigen Ergänzungswahl zu schreiten. An diese Wahl muß sich eine Nachwahl für diejenigen Mitglieder der Stadtvertretung anschließen, welche vor Ablauf ihrer Wahlperiode ausgeschieden sind. Es haben hiernach zu wählen: Wahl=Abtheilung III.: 1. an Stelle der für die Jahre 1871/76 gewählten Mühlenbesitzer C. Scheele und Ober=Regierungs=Rath Osterrath 2 Stadtverordnete; 2. an Stelle des pro 1873,78 gewählten durch den Tod ausgeschiedenen Mechanikus Tiltmann, für den Rest der Wahlperiode desselben 1 Stadtverordneter. Wahl=Abtheilung II.: 1. an Stelle der für die Jahre 1871/76 gewählten Dr. med. Brisken und OberBuchhalter Wüstenhöfer 2 Stadtverordnete; 2. an Stelle der für die Jahre 1875/80 gewählten Gerichts=Secretair Könnecke, welcher die Annahme der Wahl geweigert, und Gymnasial=Directer Dr. Hoegg, welcher durch den Tod ausgeschieden, 2 Stadtverordnete für den Rest der Wahlperiode der Genannten. Wahl=Abtheilung I.: an Stelle der für die Jahre 1871/76 gewählten Oberrentmeister Boxtermann und Rechnungs=Rath Woeste, welcher inzwischen auch verstorben, 2 Stadtverordnete. Nachdem die Wählerliste in der vorgeschriebenen Zeit aufgestellt, zur Einsicht offen gelegen und festgestellt ist, haben wir zur Vornahme der Wahlen den Termin angesetzt wie folgt: Für die Wahl=Abtheilung III. Freitag den 17. November, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr; Für die Wahl Abtheilung II. Samstag den 18. November, Vormittags von 10 bis 12 Uhr; Für die Wahl=Abtheilung I. Samstag den 18. November, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr. Die Abgabe der Wahlstimme erfolgt in den für jede Wahl=Abtheilung bestimmten Stunden im Rathhause auf demn Stadtverordneten= Sitzungszimmer vor dem Wahl=Vorstande mündlich zu Protokoll. Rücksichtlich der Wählbarkeit nehmen wir Bezug auf die Bestimmungen§ 16, 17 der Städte=Ordnung. Die Herren Wähler laden wir zur Theilnahme an der Wahl ein, und bemerken noch, daß nur diejenigen wählen können, welche in der festgestellten Wählerliste aufgeführt sind. Der Magistrat. Wulff. 9** E i n F a m i l i e n d r a m a. Erzählung von Levin Schücking. (Fortsetzung.) „Das so ängstlich schlug?“ sagte Frau Karlstein mit einem scharf fragenden Ilick.„Was braucht es ängstlich zu schlagen, da Sie mir ja zum Ueberdruß oft klar gemacht haben, daß Sie jeden Augenblick bei Ihren Verwandten eine Zuflucht finden würden, also doch auch um Ihre Zukunft nicht so besorgt zu sein brauchen!“ „Freilich, freilich, aber meine Verwandten sind Leute in vorgerückten Alter, von denen ich nicht weiß, wie lange ich sie haben werde. Und das eben ist es ja, was ich mir so oft vorstellen lassen muß, wenn er mich ängstigt...“ „Er? Er Sie ängstigt? Klotilde, ich bitte Sie! Wer ist dieser Er?“ „Wer er ist? Es ist noch gegen keinen Menschen über meine Lippen gekommen; aber sollte ich gegen Sie, meine himmlisch gütige Wohlthäterin, Geheimnisse haben? Es ist ein braver, höchst achtungswerther Jüngling dieser Stadt, der...“ „Klotilde, was muß ich hören!“ „Nichts, was ich Grund hätte, Ihnen zu verschweigen, Frau Karlstein. Er wirbt um meine Hand— ach, so stürmisch und zärtlich, der Gute— und wenn ich ihn strenge zurückweise— ich weise ihn ja stets unerbittlich strenge zurück— dann eben malt er mir das Bild meiner verlassenen Zukunft aus!“ „Welche Geschichten das sind! Und auch davon ahue ich nichts, Klotilde! Soll ich auch Ihretwegen fürchten, auch Sie verlieren! O, mein Gott, welch' schreckliches Loos das meine ist! Doch ich danke Ihnen, Klotilde, ich danke Ihnen, daß Sie offen gegen mich sind— und mit Bildern Ihrer Zukunft soll Sie Ihr zärtlicher Jüngling nicht mehr ängstigen können— dafür will ich sorgen... Dieser zärtliche Jüngling mag wissen, daß er dieses taktvolle und edelherzige Mittel, Sie in seine Schlinge zu locken, nicht mehr anzuwenden braucht... ich verspreche es Ihnen, Klotilde, und Sie können es ihm sagen— ich werde...“ Zu Fräulein Klotildens großem Verdruß wurden Frau Karlstein's Werte hier unterbrochen, dadurch, daß sich leise die Thüre öffnete und Marie eintrat. Marie setzte sich leise und mit ihren gewöhnlichen sanften und stillen Bewegungen, wie sie bei ihr wol mehr aus ihrer Natur wie aus dem Aufenthalt im Krankenzimmer stammten, an den runden Tisch vor dem Ruhebett ihrer Schwester, an welchen Fräulein Klotilde jetzt heran trat, den Thee vorzubereiten. Frau Karlstein's Auge lag mit halbgeschlossenen Lidern deobachtend auf ihrer Schwester. Diese zog nach einigen gleichgiltigen Worten eine Arbeit hervor, auf welche sie das Gesicht beugte. „Nun, mein treuer liebevoller Gatte ist nach Köln gereist — wohl in den Angelegenheiten einer gewissen jungen Dame!“ sagte nach einer stummen Pause Frau Karlstein „Du wirst Dich langweilen bei uns heute Abend, Marie.“ Bei den ersten so bedeutungsvoll ironisch gesprochenen Worten ihrer Schwester war Marie zusammengezuckt und hatte das plötzlich tief erbleichende Gesicht erhoben. Mit einem wahren Schreckensblick starrte sie ihre Schwester an. Wußte diese denn bereits um Alles? Ach nein— Marie athmete beruhigt auf, als Frau Karlstein weiter sprach: „Nun, Du brauchst nicht so zu erschrecken! Wenn seine Galanterieen für Dich so weit gehen, so mache ich euch ja keine Vorwürfe— ich wollte Dir ja nur zeigen, daß ich weiß, was hinter meinem Rücken vorgeht. Wenn Ihr nächstens vor dem Hause die Straße mit Stroh beschütten lass't, unter dem Vorwand, daß mich das Wagengerassel quäle, so weiß ich recht gut, daß es nur geschieht, damit ich den Hufschlag eurer Pferde nicht höre, wenn ihr zusammen ausreitet. Ihr könnt deßhalb alle Komödien in Zukunft unterlassen— ich werde euch nicht hindern, Marie, gewiß nicht. Mein Gott, ich ergebe mich ja in Alles, ich verlange ja nichts mehr als ein wenig Ruhe...“ Frau Karlstein sprach mit steigender Bitterkeit noch lange so weiter— Mariens Erbleichen war ja eine so verrätherischen Selbstanklage gewesen— wie hätte eine so arme kranke Frau sich nicht die Genüge thun sollen, sich in den bittersten Ausdrücken Luft zu machen. Marie jedoch hörte kaum auf ihre Worte und noch weniger suchte sie ihr Gerede zu unterbrechen und sich zu vertheidigen. Sie athmete nur froh darüber auf, daß der Schrecken, in den ihrer Schwester erste Worte sie versetzt, ein so unbegründeter gewesen!— — * — — Zur allgemeinen politischen Lage. Die Aussichten auf Erhaltung des Friedens zwischen Rußland und der Türkei werden von Tag zu Tag geringer. In welcher Weise die erstere Macht neuerdings gegen die Pforte auftritt geht schon aus der Erklärung hervor, welche der russische Geschäftsträger in Constantinopel auf das Anerbieten eines sechsmonatlichen Waffenstillstandes abzugeben beauftragt war. Es hieß darin, die Forderung der Pforte, Rußland solle Garantien für die Unterlassung fernerer Zuzüge von russischen Freiwilligen nach Serbien bieten, sei eine Jusinuation, welche keine europäische Macht von Rußland zu fordern das Recht habe, am wenigsten die Türkei, welche durch die in Bulgarien verübten Greuelthaten das Recht verloren habe, im europäischen Concert noch eine Stimme zu führen. Solch eine brüske Sprache pflegt unter Diplomaten nur am Verabende einer Kriegserklärung geführt zu werden. Nachdem nun gar der gefürchtete russische Botschafter, General Iguatieff, wieder in Constantinopel eingetroffen ist, um die Verhandlungen in eigener Person weiter zu führen, kann die Entscheidung über Krieg oder Frieden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Derselbe hat eine „Sommation“, d. h. eine ernste Aufforderung an die Pforte mitgebracht, die nach Form wie Inhalt einem Ultimatum gleichkommt. Ignatieff fordert nämlich nichts mehr und nichts weniger als 1) einen bedingungslosen sechswöchentlichen Waffenstillstand, 2) vollständige Autonomie der Verwaltung für Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, 3) endlich, was das Wichtigste, als Garantien für die wirkliche Einführung dieser Autonomie, die Ueberwachung derselben durch großmächtliche Commissare und die Occupation jener Provinzen durch eine nichttürkische Armee zum Schutz der Christen gegen den Fanatismus der muselmännischen Bevölkerung! Daß die Pforte auf derartige Forderungen nicht eingehen kann, ohne sich selbst aufzugeben, liegt auf der Hand. So treibt denn in der Türkei sowohl wie in Rußland Alles dem Kriege entgegen. Beide Mächte rüsten schon ganz offen gegen einander. Während die Pforte einen Theil iyrer Truppen von der serbischen Grenze zurückzieht, um die Besatzung der Donaufestungen zu verstärken, sendet Rußland täglich neue Nachschübe von Freiwilligen nach Serbien, stellt sogar drei große Armeen auf, von denen die eine in Bulgarien einrücken, die andere in Kleinasien operiren und die dritte als Reserve an der Grenze stehen bleiben soll. Mit Rumänien, das zur Belohnung für seine Dienste zu einem von der Pforte ganz unabhängigen Königreiche erhoben werden soll, hat Rußland ferner schon eine Convention über den Transport der russischen Truppen, sowie über eine ausgedehnte Mitwirkung des rumänischen Heeres abgeschlossen. Der König von Griechen= land endlich scheint es mit seinem Eintritt in die bevorstehende große Action gegen die Türkei so eilig zu haben, daß er nicht einmal in Wien auf die Rückkehr des Kaisers Franz Joseph warten zu können geglaubt, sondern Knall und Fall die Heimreise nach Athen angetreten hat, um ein mit Serbien, wie es heißt, abgeschlossenes Schutz= und Trutzbündniß zur Ausführung zu bringen. Obgleich indeß alle Anzeichen auf den baldigen Ausbruch eines Krieges zwischen Rußland und der Türkei hindeuten, hat sich doch die allgemeine politische Lage grade in den letzten Tagen so geklärt, daß man fast mit Sicherheit annehmen kann, dieses Ereigniß werde keinen allgemeinen Weltbrand veranlassen. Das Hauptverdienst um die Erhaltung des Weltfriedens gebührt unstreitig dem deutschen Reiche, welches durch seine Haltung die Fortdauer des Dreikaiserbundes ermöglicht und damit den übrigen Mächten die Richtung ihrer Politik vorgeschrieben hat. Oesterreich wird durch diese Haltung Deutschlands nicht nur verhindert Rußland mit Gewalt entgegenzutreten, sondern sogar gezwungen, mit demselben gemeinsame Sache zu machen, um seine eigenen Interessen bei einer Besetzung Bulgariens durch russische Truppen zu wahren. Dort sind daher auch wohl an entscheidender Stelle die Entschlüsse betreffs der bevorstehenden Action so gefaßt, daß dem Grafen Andrassy, falls er eine russenfreundliche Politik vor seinen Landsleuten nicht verantworten zu können glaubt, nichts Anderes übrig bleiben wird, als seinen Platz einem Andern zu räumen. Von den übrigen Mächten steht Italien ohnehin auf Seiten Rußlands. Frankreich wird durch Deutschlands Neutralität zu gleicher Zurückhaltung veranlaßt. Wie entschieden endlich Deutschlands Haltung für Englands Stellung zu dem Conflict zwischen Rußland und der Türkei ist, haben die Beschlüsse, welche die enelische Regierung vor einigen Tagen gefaßt hat, bewiesen. Nachdem sich alle Versuche, Deutschland vom Dreikaiserbündniß ab auf Englands Seite hinüberzuziehen, als vergeblich erwiesen, hat das engliche Cabinet einen vollständigen Rückzug von seiner bisherigen demonstrativen Haltung gegen Rußland angetreten und sich entschlossen, die Türkei ihrem Schicksal zu überlassen, falls dieselbe auf die russischen Forderungen nicht eingehen will. Die Reise des englischen Botschafters nach Livaoia deutet darauf hin, daß England eine directe Verständigung mit dem Kaiser erstrebt. Die neueste Meldung, England habe die Absicht, bei dem Ausbruch des Krieges zwischen Rußland und der Türkei den Suezcanal zu besetzen, aus Aegypten wol gar ein Vicekönigthum unter englischer Oberhoheit zu machen, entbehrt freilich nicht der inneren Wahrscheinlichkeit, es ist sogar anzunehmen, daß die englische Flotte in jeuem Falle die Dardanellen passiren und sich vor Constantinopel legen wird, um dieses gegen einen Angriff zu schützen. Da aber Rußland augenblicklich neder einen Angriff auf Constantinopel plant, noch gegen eine Occupation Aegyptens durch englische Truppen etwas einzuwenden haben wird, so würde aus derartigen Schritten Englands offenbar kein Conflict zwischen ihm und Rußland hervorgehen. Fürs Erste wenigstens nicht. Was der Lauf der Ereignisse mit sich bringen wird, wenn der Krieg einmal auszebrochen und das Schicksal der um ihre Existenz ringenden Staaten auf die Spitze des Schwertes gestellt ist, kann natürlich Niemand vorhersagen. Nur die Ueberzeugung bricht sich immer mehr bei unsern Zeitgenossen Bahn, daß es mit der Herrschaft der Osmanen in Europa zu Ende geht, und daß es kein bloßes Spiel der Phantasie ist, wenn man heute in gewissen Kreisen Projekte über die Theilung der Erbschaft des zu Tode kranken Mannes macht. Se. Maj. der Kaiser und König wird am 1. Januar 1877 sein 70jähriges Militairjubiläum feiern. Alle Prinzen des Königl. Hauses treten an ihrem zehnten Geburtstage in die Armee ein. Bei Kaiser Wilhelm hätte es also am 22. März 1807 geschehen müssen. Die Verfrühung findet aber(so meldet der Soldatenfreund) in der damaligen Unglückszeit für Preußen ihre Erklärung. König Friedrich Wilhelm III. sagte dem Prinzen Wilhelm bei der Neujahrsgratulation in Königsberg:„Da an Deinem Geburtstage vielleicht keine Gelegenheit sein wird, Dich ordentlich einzukleiden, weil Ihr nach Memel müßt, so ernenne ich Dich schon heute zum Offizier, und habe Dir auch eine InterimsFähnrichs=Uniform anfertigen lassen.“ Am 6. Juni 1877 begeht Se. Maj. der Kaiser auch die 60 jährige Feier des Tages, an welchem er zum Chef des Königs=(2. Westpreußischen) Grenadier=Regiments Nr. 7 ernannt wurde.— (Eine Komité, aus inaktiven Militärs bestehend, beabsichtigt, dem Kaiser als Ehrengeschenk zu seinem 70 jährigen Dienstjubiläum ein altdeutsches Schwert zu überreichen als Ergänzung zu dem früher zur Feier des 60jährigen Ehrentages überreichten Helme. An der Spitze des Komités steht Herwarth von Bittenfeld I., General der Infanterie z. D.) Von 433 Wahlen sind bis jetzt 405 bekann:, davon 170 Nationalliberale, 76 Centrum, 64 Fortschritt, 33 Freiconservative, 17 Conservative, 15 Polen, 10 Neuconservative, 8 unbestimmter Parteistellung, 7 Deutschconservative, 5 Particularisten. Klotz und Sombart doppelt gewählt. „Phare du Bosphore“ veröffentlicht die Ansprache Ignatieff's bei Ueberreichung seiner Creditive, sowie die Antwort des Sultaus. Ignatieff sagte, der Czar begreife die Schwierigkeit der Lage. Ohne die Sympathie für die türkischen Slaven zu verhehlen, wünsche er, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten geebnet werden möchten, damit der Sultan zu Verbesserung des Looses seiner Unterthanen schreiten könne. Der Sultan erwiderte, er beklage die Ereignisse, welche die reformatorischen Projecte verhindern, und zähle auf die Unterstützung der Vorsehung zu einer neuen Friedens Aera, welche ihm gestatten würde, sein Volk glücklich Die nächsten Tage vergingen— am vierten kehrte Karlstein von seiner Reise zurück. Marie suchte in seinen Zügen zu lesen— diese waren wie von einer tiefen Trauer beschattet; es lag kein Ausdruck leidenschaftlicher Erregung und inneren Kampfes darauf, sondern nur der eines tief am Herzen nagenden Kummers, der mit Resignation und ohne Kampf getragen wird. Und dann, nach den ersten flüchtigen Begrüßungen, sah sie ihn selten wieder und kaum je allein. Er schien in ganz merkwürdiger Weise von seinen Geschäften in Anspruch genommen; er war kaum noch auf halbe Stunden im Familienkreise und dann zerstreut und in sich versunken, wenn er nicht, wie geflissentlich sich aufraffend, eine plötzliche Lebhaftigkeit und Gesprächigkeit an den Tag legte; und dann bald nachher war er verschwunden. Er hatte sein Arbeitszimmer aufgesucht, oder war gegangen, um im Waarenhause Anordnungen zu treffen, wie es hieß, oder um Geschäftsfreunde aufzusuchen; es war mertwürdig, wie oft er jetzt ausging und ihm Dinge, um die er sich früher nicht gekümmert, zu wichtigen Angelegenheiten geworden. Marie durchschaute bald, daß es sich bei dem Allen nur um ein Bedürfniß, aus dem Hause fortzukommen und allein zu sein, handele, und ebenso bald sah sie ein, daß ein Bemühen, sein Vertrauen zu gewinnen, für sie ganz vergeblich sein würde. Ihr selbst verdüsterten sich die Tage und die Stunden darüber. Zwischen den grambeladenen, von irgend einer schweren Gewissenslast gepeinigten Schwager und die ewig unzufriedene, verbitterte, in bösen Vorwürfen sich ergehende Schwester gestellt, blieb ihr nichts übrig, als sich in ihre Träumereien zu flüchten. Und wenn diese früher meist im Schauen sebr romanhafter und glänzender Bilder einer höchst idealen Zukunft bestanden und sie auf alle Höhen des Lebens trugen, so wichen sie jetzt allmälig dem, was der Druck ihrer Gegenwart in ihrer Frauenseele hervorrief: der Sehnsucht nach einem schützenden Wesen, nach einem festen Lebensanhalt, nach einer Brust, der sie vertrauen und ihr inneres Leben ausschütten konnte. Wir brauchen nicht zu sagen, daß sie mehr und mehr an die Gestalt des Mannes dachte, der sie liebte, und daß ihre Gedanken an ihre Zukunft zugleich eine viel bescheidenere und anspruchslosere Natur bekamen, als sie früher gehabt. Velsen kam nach wie vor zu ihrer Schwester; aber er hatte eine andere Stunde für seine Besuche gewählt; er kam nicht mehr an den Abenden, um dann mit der Familie den Thee zu nehmen; er kam jetzt regelmäßig in den Vormittagsstunden, wenn Marie ihre Klavierstunde nahm oder Besuche bei ihren Freundinnen zu machen ging. Bei einem dieser Ausgänge, als sie eben die Haustreppe niederschritt, begegnete sie ihm. Sie nahm erschrocken wahr, wie bleich und verändert er aussah. Auch sah er stumm und wie um seine ganze Geistesgegenwart durch diese Begegnung gekommen zu ihr auf. Betroffen und bewegt blieb sie stehen. Es war ein unbewußter Drang ihres Herzens, der sie die Hand ihm entgegenstrecken und die seine warm drücken ließ; und dann wie plötzlich bestürzt über das, was sie gethan, eilte sie, den Schleier vor ihr Gesicht ziehend, eilig davon. Velsen blieb stehen und blickte ihr mit einer Miene strahlenden Glückes nach. Dann umdüsterten sich seine Züge wieder, als er sich wandte, um lief aufathmend zu Frau Karlstein hinaufzugehen. 6. Einige Tage später saß Fräulein Klotilde im Zimmer ihrer Gebieterin am Fenster und senkte ihre scharfen Züge auf die Näharbeit, an der sie stichelte, und an der sie dann mit einer unwilligen Hast das eben Genähte wieder auftrennte. Frau Karlstein hatte mehrere Gesprächsthemata angeschlagen und nur auffallend lakonische Antworten bezu machen. Er hoffe, der Czar werde dazu beitragen, ihm diese Aufgabe zu erleichtern. Die preußischen Handelskammern haben nunmehr sämmtlich ihr Gutachten über die Beschickung der Pariser Weltausstellung dem Handelsminister eingereicht. Diese Gutachten, mehr als zwanzig an der Zahl, stimmen darin überein, daß sie gerade mit Rücksicht auf die Niederlage, welche die deutsche Industrie jüngst in Philadelphia erlitten hat, eine Nichtbetheiligung Deutschlands an der Ausstellung von 1878 als unthunlich bezeichnen, wenngleich im Prinzip die rasche Auseinanderfolge der Ausstellungen wenig Beifall findet. Die Total=Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Nordamerika während des am 30. Juni beendeten Jahres umfaßte 169.386 Personen gegen 227,489 im vorhergehenden Jahre; von der Gesammizahl sandte England 24,373, Irland 19,675, Schottland 4,582, Wales 324, Deutschland 31,937 und Canada, sowie die andern britischen Colonien in Nordamerika 22,471 Personen. Die GesammtEinwanderung für das Fiscaljahr 1875·76 repräsentirt kaum ein Drittel derjenigen in 1872/73. Die Verurtheilung des Grafen Arnim zu fünfjähriger Zuchthausstrafe hat seinen Schwager, den Oberpräsidenten der Provinz Schlesien, veranlaßt, seine Demission einzureichen. —(Nachträglich verlautet, daß Graf Arnim auf Ansuchen der Rezierung sein Entlassungsgesuch zurückgezogen hat.) Nach einem im„Militär=Wochenbl.“ niedergelegten Urtheil eines österreichischen Oberstlieutenants hat sich der russische General Tschernajeff,„der Sieger von Taschkend“, welcher jetzt die Kriegsoperationen der serbischen Truppen leitet, zwar als Führer im Kampfe gegen wilde asiatische Horden bewährt, aber bis heute noch nicht den Beweis geliefert, daß er auch in einem geregelten Kriege gegen disciplinirte und theilweise geschulte Truppen seinen Platz auszufüllen vermag. An leichte Erfolge gewöhnt, zeige Tschernajeff oft einen Leichtsinn, der ihm anderen Feinden gegenüber theuer zu stehen kommen würde. Ueberhaupt mache sein bisheriges Thun und Lassen den Eindruck, als ob er sich stets mit weitreichenden strategischen Entwürfen trage, ohne die Fähigkeit zu besitzen eine Feldschlacht taktisch richtig zu leiten. Mit der Ueberreichung eines Ehrensäbels hats demnach keine so große Eile. Junge Männer, welche die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig=freiwilligen Dienst durch Schulzeugnisse nachzuweisen in der Lage sind, lassen oft die Bestimmung unbeachtet, nach welcher die Ertheilung des Berechtigungsscheins spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militärpflichtjahres (d. i. desjenigen Kalenderjahres, in welchem der Wehrpflichtige sein zwanzigstes Lebensjahr vollendet) bei der zuständigen Prüfungs=Commission beantragt werden muß. Die Versäumniß dieses Termins hat den Verlust des Aurechts auf Zulassung zum einjährigen Dienste zur Folge. Etwaige Gesuche um Wiederverleihung dieses Aurechts unterliegen einem sehr weitläufigen Verfahren und finden nur ausnahmsweise Berücksichtigung. Neben dem Schulzeugnisse ist in allen Fällen ein besonderes Unbescholtenheitszeugniß beizubringen, welches sich auf die Zeit bis zur Meldung erstreckt, und dessen Ausstellung, wenn es sich um Zöglinge einer höheren Schule handelt, dem Director der Lehranstalt, sonst aber der PolizeiObrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde des Nachsuchenden obliegt. Außerdem sind der Meldung im Original beizufügen: a. ein Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs=Attest des Vaters oder Vormundes, welches die Erklärung nicht allein der Bereitwilligkeit, sondern auch der Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen enthält, und welches bezüglich der eigenhändigen Unterschrift des Ausstellers von der Polizeibehörde des Wohnorts, oder von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten öffentlichen Beamten, bezüglich der Eigenschaft des Antragstellers als Vormund aber von dem Vormundschaftsgerichte beglaubigt sein muß. Der ottomanische Consul zu Tiflis und dessen Frau sind am 23. October ermordet worden. Rücksichtlich dieses Mordes wird gemeldet, daß das Motiv der Mörder eine Beraubung war. Das mag sein, aber zu glauben ist man das um so weniger verpflichtet, als aus kommen. Endlich sagte sie bitter: „Der Morgen wird Ihnen recht langweilig bei mir, Klotilde. Freilich, es ist ja auch ein so prächtiger Tag draußen, und da ist es eine schwere Aufgabe, bei einer armen kranken Frau, die nicht einmal ihre Feuster der frischen Luft öffnen darf, im Zimmer zu sitzen, statt draußen umherzuschwärmen, wie es jetzt wohl Marie thun wird und gewiß mein sehr treuer, liebender Gatte. Und ihren gemeinschaftlichen Morgenspaziergang werden sie sich heute sicherlich nicht verkürzen. Und Sie, Klotilde, Sie sehnen sich wol nach einem solchen mit Ihrem zärtlich liebenden Jüngling und seiner rührenden Unterhaltung...“ „Wenn ich auf seine Unterhaltung hinhörte, Frau Karlstein,“ entgeguete Fräulein Klotilde ein wenig gereizt,„so säße ich freilich nicht hier, sondern hätte seinen Gründen nachgegeben, womit er mir einleuchtend machen will, daß ich die Pflicht gegen mich selber habe, ein solches Loos, wie er mir bieten kann, anzunehmen, statt einem einsamen verlassenen, von allen Qualen der Dürftigkeit heimgesuchten Alter entgegenzugehen, das...“ „Aber mein Gott, Klotilde,“ rief hier sie unterbrechend heftig Frau Karlstein aus,„habe ich Ihnen denn nicht gesagt, daß Sie um Ihre Zukunft keine Sorge haben sollen, daß ich auf mich nehme, dafür zu sorgen? Herbst=Krankheiten der Schweine. In diesem Herbst treten wieder viele Krankheiten der Schweine auf. Die Thiere hören plötzlich auf zu fressen und wollen nicht aufstehen. Sonst zeigt sich nichts Verdächtiges. Legen sich nun die kranken Thiere auf den Bauch, den Rücken nach oben, so ist das ein höchst bedenkliches Zeichen, und der Schlächter muß schleunigst geholt werden. Beim Schlachten zeigt sich das Fleisch gesund, aber die Lunge und die Leber angegriffen. Constantinopel Journale suspen sind wegen Vei Vielleicht haben geglunbt, sonder Wie offiziös Initiative die Reichstagssession vorzugsweise um der laufenden unmittelbar bevi zu den Reichste Rede. Der Rei Zeit besonders einem Unwohlse ländlichen Aufer gende Geschäfte Am Mittwo sitätsgebäudesf tag im alten Ge rede des Rector folgte die Verlei den Schriftführe einer neuen Un Professors Dr. Mittwoch, war Fest verlief gas Dr. Falk übe Dr. Weiß, unte der Nationalhi brachte Abends Gründer des C Kronprinz, dei wohnen, schein zu haben, und Soest, Versammlung eines Vereins turnens sich biete der Pädnur zu den selt wie vielfach an Gegenden dur Westfalens du gegen 11 Ul Schützenhofes bewillkommne in einer läng turnen im Al insbesondere in der Halle übungen der Turnlehrers5 mit großer die Freiübur andern Klasse setzten, auf druck. Nach stündige Mitt Constitnirung Weise nach für das Versätze bei der dasselbe mit nach kurzen stand wurde und der sté die Seminar in Soest un Da der Vei Zahl von 1 aus sachvers wol mit vol Witte ereignete sic Der Bahnn der Nähe? zu Tode. Bahnhof La Bude des ein Güterzi haben und geschritten schnitten au Leichnam seinen Post hinterläßt Witte einem Stä Tochter ei Kaufmann in Stellung die Hand abgewiesen aus, und falen zum nach Haus Antwort. und hinter Jahren, i sucht nach erfaßte die einem Ste wo zu il und starb. zu spät,s beitragen, ihm iunmehr sämmtariser Weltht. Diese Gutnen darin überederlage, welche zia erlitten hat, Ausstellung von im Prinzip die wenig Beifall inigten Staaten Juni beendeten 27,489 im vorsandte England 2, Wales 324, andern britischen Die Gesammt= epräsentirt kaum zu fünfjähriger Oberpräsidenten sion einzureichen. m auf Ansuchen jezogen hat.) edergelegten Urhat sich der rusvon Taschkend“, bischen Truppen wilde asiatische den Beweis geiege gegen disciseinen Platz ausni, zeige TscherFeinden gegeneberhaupt mache druck, als ob er intwürfen trage, cht taktisch richtig Ehrensäbels hats tliche Befähigung hulzeugnisse nachestimmung unberechtigungsscheins lilitärpflichtjahres er Wehrpflichtige der zuständigen Die VersäumAurechts auf ZuEtwaige Gesuche iegen einem sehr snahmsweise Bein allen Fällen übringen, welches eckt, und dessen r höheren Schule aber der Polizeides Nachsuchenden ginal beizufügen: ungs=Attest des irung nicht allein gkeit, den Frein Dienstzeit zu hält, und welches usstellers von der ur Führung eines en, bezüglich der o aber von dem dessen Frau sind , d a ß d a s M o t i v sag sein, aber zu fflichtet, als aus gweilig bei mir, o p r ä c h t i g e r T a g , b e i e i n e r a r m e n der frischen Luft draußen umherzuwird und gewiß hreu gemeinschaftuie sicherlich nicht en sich wol nach n Jüngling und örte, Frau Karl= enig gereizt,„so seinen Gründen nachen will, daß solches Loos, wie eimn einsamen verkeit heimgesuchten sie unterbrechend en denn nicht geirge haben sollen, eine. Krankheiten der u zu fressen und chts Verdächtiges. den Bauch, den denkliches Zeichen, t werden. Beim er die Lunge und Constantinopel telegraphirt wird, daß dort drei armenische Journale suspendirt worden sind. Die Redacteure derselben sind wegen Verbreitung falscher Nachrichten verhaftet.— Vielleicht haben auch sie nicht an den„Raubmord“ in Tiflis geglunbt, sondern religiös=politische Motive dahinter gewittert. Wie offiziös geschrieben wird, hat der Kaiser aus eigener Initiative die Absicht zu erkennen gegeben, die diesmalige Reichstagssession persönlich mit einer Thronrede zu eröffnen, vorzugsweise um die Nationalvertretung bei der letzten Session der laufenden Legislaturperiode zu begrüßen. Von einer unmittelbar bevorstehenden Herkunft des Fürsten Bismarck zu den Reichstagsverhandlungen ist augenblicklich nicht die Rede. Der Reichskanzler ist, nachdem sein Befinden längere Zeit besonders befriedigend war, in letzterer Zeit wieder von einem Unwohlsein befallen worden, und wird deßhalb seinen ländlichen Aufenthalt noch verlängern, falls nicht etwa dringende Geschäfte ihn nach Berlin zurückrufen sollten. Am Mittwoch hat in Kiel die Einweihung des Universitätsgebäudes stattgefunden. Schon die Vorfeier am Dienstag im alten Gebäude war stark besucht. Eine Begrüßungsrede des Rectors, Professor Weiß, eröffnete die Feier. Es folgte die Verleihung einer Ehrenmatrikel an Dr. Volbehr, den Schriftführer des Landesausschusses, sodann die Uebergabe einer neuen Universitätsfahne und eine akademische Rede des Professors Dr. Lübbert. Der eigentliche Tag des Festes, Mittwoch, war vom herrlichsten Wetter begünstigt, und das Fest verlief ganz dem Programm gemäß. Der Cultusminister Dr. Falk übergab dem Rector, Consistorialrath Professor Dr. Weiß, unter dem Donner der Geschütze und den Klängen der Nationalhymne das Gebäude. Die Studentenschaft brachte Abends dem Professor Thaulow, dem intellectuellen Gründer des Gebäudes, einen großartigen Fackelzug. Der Kronprinz, der ursprünglich beabsichtigte, der Feier beizuwohnen, scheint sich in letzter Stunde noch anders entschlossen zu haben, und ist in Potsdam geblieben. „Gesttälisch- Bheinisches. f Soest, 28. Oct. Heute tagte hier eine sehr zahlreiche Versammlung von westfälischen Turnlehrern zur Gründung eines Vereins, der die methodische Weiterbildung des Schulturnens sich zur Aufgabe gestellt hat. Da auf diesem Gebiete der Pädagogik tiefspaltende prinzipielle Gegensätze wol nur zu den seltenen Ausnahmen gehören, so glänzten auch nicht, wie vielfach auf andern größern Lehrerversammlungen, einzelne Gegenden durch ihre Abwesenheit, sondern diesmal alle Gaue Westfalens durch ihre Anwesenheit. Die Versammlung wurde gegen 11 Uhr in der sehr geräumigen Halle des neuen Schützenhofes mit einem Sangesgruße des Seminarchors bewillkommnet, worauf Herr Seminardirector Fix aus Soest in einer längeren sachgemäßen Eröffnungsrede dem Schulturnen im Allgemeinen und der Bildung des neuen Vereins insbesondere das Wort redete. Nach derselben fand dann in der Halle selbst ein Musterturnen in Frei= und Gerätbübungen der III. Seminarklasse unter Leitung des SeminarTurnlehrers Kramer statt. Sämmtliche Uebungen wurden mit großer Präzision ausgeführt und machten namentlich die Freiübungen, zu welchen Gesangvorträge der beiden andern Klassen die Marschmusik in angenehmster Weise ersetzten, auf die Versammlung einen äußerst günstigen Eindruck. Nach Schluß der Uebungen trat eine anderthalbstündige Mittagspause ein und nach dieser begann das eigentlich Constitnirungsgeschäft. Da ein Ausschuß in sachverständiger Weise nach allen Richtungen hin zweckmäßige Vorarbeiten für das Vereinsstatut ausgeführt hatte und wesentliche Gegensätze bei der Diskussion nicht auszugleichen waren, so wurde dasselbe mit einigen redactionellen Veränderungen meistens nach kurzen Debatten angenommen. In den leitenden Vorstand wurden gewählt: der Gymnasialturnlehrer Subitz und der städtische Turnlehrer Weidener zu Dortmund, die Seminarlehrer Wennekamp in Büren und Kramer in Soest und der Gymnasialturnlehrer Kremer zu Münster. Da der Verein gleich bei der Constituirung die erhebliche Zahl von 106 Mitgliedern zählt und die Leitung in durchaus sachverständigen Händen ist, so dürfen wir demselben wol mit vollem Herzen ein„Gut Heil“ wünschen. Witten. Auf der Bahnstrecke Langendreer= Witten ereignete sich Dienstas=Abend ein sehr trauriger Unglücksfall. Der Bahnwärter Kohlstadt aus Langendreer, welcher in der Nähe des Dorfes seinen Stand hat, kam hier plötzlich zu Tode. Als der Personenzug, welcher um 7 Uhr aus Bahnhof Laugendreer nach Witten und Hagen fährt, an der Bude des K. vorbeikam, traf von der andern Seite zugleich ein Güterzug ein. Kohlstadt muß diesen Zug nicht bemerkt haben und hinter dem Personenzuge her über das Geleise geschritten sein. Man fand den Unglücklichen später durchschnitten auf den Schienen liegen und brachte den zerstückten Leichnam hierher ins Todtenhaus. Der Verunglückte hatte seinen Posten schon gegen 15 Jahre pünktlich versehen. Er hinterläßt eine Frau mit mehreren Kindern. Witten. Vor ungefähr 15 Jahren verschwand aus einem Städtchen des Sauerlandes ein junges Mädchen, die Tochter eines sehr begüterten Mannes, mit ihr ein junger Kaufmann, der als Buchhalter im Geschäfte ihres Vaters in Stellung war. Derselbe hatte wenige Wochen vorher um die Hard des Mödchens angehalten, wurde aber vom Vater abgewiesen. Das junge Pärchen wanderte nach Südamerika aus, und glückliche Umstände machten den strebsamen Westfalen zum reichen Manne. Die Tochter schrieb einige Wal nach Haus und bat um Verzeihung; doch sie erhielt keine Antwort. Nach 12jähriger glücklicher Ehe starb ihr Gemahl und hinterließ seine Frau nebst Kind, einen Knaben.von 10 Jahren, in glänzenden Vermögensverhältnissen. Heiße Sehnsucht nach ihren Eltern und nach ihrem geliebten Westfalen erfaßte die trostlose Witwe. Sie reiste von Valparaiso mit einem Steamer nach Europa und erreichte glücklich Hamburg, wo zu ihrem tiefsten Schmerz ihr einziger Sohn erkrankte und starb. Die tiefgebeugte Frau eilte zur Heimath; es war zu spät, sie fand zwei Grabhügel. Ihr einziger Bruder fiel 1870 vor Paris, und ihre Schwerster starb vor einigen — Jahren. Die so hart Geprüfte reiste kürzlich nach ihrer zweiten Heimath wieder zurück. Möchte die Zeit ihren tiefen Schmerz lindern. Schalke. Unter den hier ansässigen Polen war am 23. d. ein Streit ausgebrochen, der sich so verschärfte, daß schließlich Männer und Weiber dieser Nation sich gegenseitg in größter Wuth mit Messern, Beilen, Kohlenschaufeln und Besenstielen bekämpften. Nur äußerster Anstrengung der eingreifenden Polizei gelang es, die wilden Bestien Gleichenden auseinander zu bringen und in ihre Quartiere zu zerstreuen. Eine große Anzahl Verhaftungen wurden vorgenommen. Elberfeld. Innerhalb des Verwaltungs=Bezirks der Königlichen Eisenbahn=Direction zu Elberfeld sind in Folge der bei der Bergisch=Märkischen Eisenbahn eingetretenen organisatorischen Aenderungen folgende Beamte versetzt worden, und zwar die, Eisenbahn=Bau= und Betriebs=Inspectoren von Gabain von Arusberg nach Cassel, Dulk von Cassel nach Arusberg und Ernst Schmidts von Elberfeld nach Hagen, sowie die Eisenbahn=Baumeister Bechtel von Arnsberg nach Hagen, Heinrich Arndts von Warburg nach Arnsberg, Eversheim von Bochum nach M.=Gladbach, Joseph König von Elberfeld nach Warburg, Alexander Siewert von Rotenburg nach Warburg, Wilhelm Masberg von Aachen nach M.=Gladbach, Brewitt von Broich nach Düsseldorf, Hattenbach von Essen nach Elberfeld, Arthur Schneider von Elberfeld nach Hagen, Jungbecker von Hagen nach Elberfeld, Seik von Unna nach Hagen, und Wollanke von Düsseldorf nach Elberfeld. Düsseldorf. Verurtheilt wurde hier in diesen Tagen vor dem Zuchtpolizeigerichte zu 3 Monaten Gefängniß ein Aachener, der sich am Sedantage in beleidigenden Aeußerungen über den deutschen Kaiser ergangen hat. Düsseldorf. Die diesjährige Concertsaison begann am Sonntag mit einer vom Herrn Musikdirector W. Schauseil arrangirten großen Aufführung, deren Programm als eigenartige Novität die„Bismarck=Hymne“ zeigte, deren Componist, Herr Rheinthaler aus Bremen, persönlich erschienen war, um sein Werk zu dirigiren. Bei dieser Gelegenheit wurden die Herren Reinthaler und W. Schauseil um Absendung folgenden Telegramms ersucht:„Fürst Bismarck, Varzin. Die zur ersten Aufführung der BismarckHymne in den Rheinlanden zu Düsseldorf vereinigten Sängerchöre senden Ew. Durchlaucht die Versicherung ihrer vollen Sympathie, treuen Anhänglichkeit und dankbaren Verehrung. Reinthaler, Schauseil.“ Daraufhin lief folgendes Antworts=Telegramm ein:„Varzin, 23. Oct. 1876. Herrn Reinthaler, Düsseldorf. Bei meinem verbindlichsten Dank für Ihr Telegramm kann ich den Wunsch nicht unterdrücken, daß mir harmonische Gebilde in meinem Wirkungskreise eben so gelingen möchten, wie Ihnen in dem Ihrigen. Fürst Bismarck.“ Duisburg. Ein Todesurtheil ist am 22. d. vom hiesigen Schwurgerichte gegen jenen Bäcker aus einem Nachbarorte ausgesprochen, der s. Z. in Verdacht gerieth, seine 85 Jahre alte Tante, die er beerben sollte, und die ihm nicht bald genug starb, auf scheußliche Art ermordet zu haben. Der Unmensch hörte den Richterspruch ganz kaltblütig an, und sein nächstes Verlangen war, als er ins Gefängniß zurückgebracht, ein Pudel Schnapps. Köln. Nachdem Bankdirektor Gustav Horn vor einiger Zeit das Weite gesucht hat, um der ihm in Aussicht stehenden Strafe zu entgehen, hat auch seine Frau sich nunmehr von hier entfernt, um ihren Ehemann zu suchen.— Die Arbeiten am Dome schreiten rüstig vorwärts. 500 Arbeiter sind fleißig beschäftigt, und falls das Wetter einigernaßen günstig bleibt, werden noch in diesem Jahre an den Thürmen die Arbeiten bis zu den Helmen vollendet werden. Es soll dann im nächsten Frühjahr direct mit Errichtung der Thurmhelme begonnen werden, einer Arbeit, welche einen Zeitraum von wenigen Jahren in Anspruch nimmt, sodaß also in etwa 5 Jahren der Dombau zu seiner Vollendung geführt sein wird. Mörs. Herr Landrath v. Hochwächter veröffentlicht nachstehende Bekanntmachung. In der Nacht vom 1. zum 2. September ist zu Camp ein Mordversuch gegen den Bürgermeister Zörnich gemacht worden, indem zwei Mal gegen das Schlafzimmer desselben scharf geschossen wurde. Im Auftrage der königlichen Regierung sichere ich Demjenigen, welcher den Thäter so zur Anzeige bringt, daß dessen gerichtliche Bestrafung erfolgen kann, ein Prämie von 300 M. zu. St. Johann. Der Soldat Kairenbauer, der vor einiger Zeit seine Geliebte und deren Kind in der Nähe von Völklingen ermordete, ist vom Kriegsgericht in Saarlouis zum Tode verurtheilt. Aus den Kreisen Iserlohn— Arnsberg. ∆ Iserlohn. Bei der hier am Freitag stattgefundenen Abgeordnetenwahl wurde im ersten Wahlgange Herr Heinrich Kreutz zu Boppard mit 291 Stimmen gewählt. Herr Landrath Overweg erhielt 79, v. Schorlemer=Alst 47 und H. Schlieper 2 Stimmen. Im zweiten Wahlgange erhielt Herr Heinrich Schlieper zu Grüne 353 Stimmen, v. Elverfeldt auf Villigst 1 Stimme. Arnsberg. Für den Wahlkreis Lippstadt=Arnsberg= Warstein wurden die Herren Rechtsanwalt a. D. Schröder und Kreisrichter von Kleinsorgen gewählt.— OlpeMeschede wählte Herrn Ober=Tribunals=Rath Peter Reichensperger. □ Arnsberg. Höherer Weisung zufolge sollen die Polizeibehörden gegen die überhand nehmenden Mehlverfälschungen nachdrücklich einschreiten, und die Verkän er dieser letzteren zur gerichtlichen Bestrafung ziehen lassen. 9 mentlich soll auf das aus Holland kommende sogenannte§ instmehl oder Lenzin strengstens geachtet, und dasselbe vorkommenden Falls zunächst in Beschlag genommen werden, zumal Versuche gemacht werden, dasselbe in grotzem Umfange einzuführen. Dasselbe enthält bis zu zehn Procent Gyps, Kalk und Schwerspath. Literarisches. Westfälische Geschichten aus alter Zeit. Herausgegeben von Rudolf Weder. Erscheinen in Bändchen zu 40 Pf. (Bielefeld, Verlag von Otto Gülker& Cie.) Wir haben beim Erscheinen der ersten beiden Bändchen unsere Leser bereits auf dieses praktische Unternehmen aufmerksam gemacht und können wir denselben, nachdem uns jetzt auch die inzwischen erschienenen Bändchen 3 bis 5 (Kloster Kappenberg— Die Erstürmung der Burg Ravensberg— Die Ritterfehde von Dortmund) vorligen, die Westfälischen Geschichten aus alter Zeit nur wiederholt aufs wärmste zur Anschaffung empfehlen. Diese Erzählungen bieten eine unterhaltende und belehrende, eine gesunde sittlich reine Lektüre, deren möglichst allgemeine Verbreitung unter unsern Landsleuten von Allen gewünscht werden muß, die Einblick gewonnen haben, wie im Volke leider immer mehr und mehr jene Herz und Sinn vergiftenden Colportageromane Eingang fanden. Menden, den 29. October 1876. Ecklärung. Die Nr. 129 der Bergisch=Märkischen Zeitung vom 28. October c. enthält folgenden Artikel: „Menden, 26. November. Zu den Wahlen wird uns von hier aus ganz glaubwürdiger Quelle noch folgende interessante Geschichte mitgetheilt. Mehrere ultramontane Wahlmänner der ersten und zweiten Abtheilung wollten sich an den dazu bestimmten Tagen die Liste der Urwähler einsehen, als ihnen der Bescheid zu Theil wurde, die Listen seien nicht mehr vorhanden. Jetzt, nach der Wahl, rühmen sich einige Liberale öffentlich, daß sie die Listen mit nach Hause genommen hätten, und daß also die Ultcamontanen mal schön darum gekommen seien. Daß die Centrumswähler der ersten und zweiten Klasse, welche die Mehrheit bilden, ob dieser Thatsache sehr erbittert sind, ist begreiflich und gerechtfertigt. Hoffentlich werden sie auch durch alle Instanzen ihr ihnen gekümmertes Recht reclamiren. Dieses Vorkommniß ist aber wieder ein thatsächlicher Beweis, daß den„Liberalen“ kein Mittel zu schlecht ist, um zur Herrschaft zu gelangen.“ Als Vertreter der Ortsbehörde erkläre ich hiermit, daß die angeführten Behauptungen vollständig unwahr sind, und daß ich sofort Veranlassung genommen habe, dem anonymen Verleumder Gelegenheit zu bieten, vor dem Strafrichter die Richtigkeit der behaupteten Thatsachen nachzuweisen. Der Bürgermeister: Papenhausen. Seit dem 15. October haben wir einen neuen Fahrplan der Bergisch=Märkischen Eisenbahn, und da fragen wir uns mit Bezug auf Menden: was für einen? Wenn wir zugestehen müssen, daß die Direction der genannten Bahn eine der coulantesten ist, dann begreifen wir andererseits nicht, wie dieselbe uns Mendener so stiefmütterlich behandeln konnte in Betreff des beregten Planes. Der Unmuth hierüber macht sich überall geltend, und aus diesem Grunde hat unsere wohllöbliche städtische Vertretung bereits eine mit vielen Unterschriften versehene Petition an die Verwaltung der Bergisch=Märkischen Bahn abgeschickt(wie eine Correspondenz der vor. Nummer d. Bl. bemerkt). Ob's helfen wird?— Dem geehrten Correspondenten geben wir unsere volle Zustimmung, erlauben uns jedoch, noch Einiges hinzuzufügen: Der Morgenzug geht eine Stunde früher; das ist nun wol zu acceptiren, aber wozu nützt dies, wenn man dann in Fröndenberg noch, wie es schon häufig vorgekommen ist, stundenlang warten muß ehe der Zug von Arnsberg kommt, und so die weiteren Anschlüsse verpaßt. Fährt man Abends 6?8 von Wickede, so wartet man ganz geduldig in Fröndenberg 53 Minuten, um dann nach weiteren 15 Minuten um 7“ in Menden anzukommen, abgesehen davon, daß man in der Richtung von Hagen von 484 bis 11“ gar nicht mehr nach Fröndenberg kommen kann. Und die beiden letzten Züge, 10° von Arnsberg und 11“ von Hagen, ohne Weiterbeförderung nach Menden!! Betreffs dieses Anschlusses meint der Herr Correspondent in voriger Nummer die Direction möge lieber den Morgenzug ausfallen lassen, um Abends den Anschluß herzustellen, wenn die Belastung des Dienstpersonals zu groß sei. Wir machen einen andern Vorschlag, um Beides auszugleichen. Man gebe, statt wie z. B. dem Maschinenpersonal jetzt den 5., den 4. Tag Ruhe, und dem entsprechend auch dem übrigen Personal; dann werden beide Theile zufrieden sein. Im Uebrigen sehen wir nicht ein, daß das reisende Publikum des Dienstpersonals wegen zurückgesetzt werden soll. Das ist Suche der Direction, die Leute nicht zu überlasten, und Sache der Beamten, sich, wenn sie zu sehr in Anspruch genommen sind, zu beschweren. Wir wissen nun wohl, daß dieser Weg auch nicht eben angenehm und leicht ist, und in den wenigsten Fällen an maßgebender Stelle Berücksichtigung findet. Sollte übrigens die Petition den bekannten gewöhnlichen Weg(in den Papierkorb) machen, dann empfehlen wir Allen, die im Winter reisen, sich mit folgenden Utensilien zu versehen: 1) ein Paar wasserdichte Kanonenstiefel, 2) ein dito Regenmantel, 3) ein Knotenstock, 4) eine Taschenlaterne und 5) eine Spezialkarte der zwischen Menden und Fröndenberg liegenden Wiesen, Aecker, Wege und Pfützen, um sich bei etwaiger Entgleisung wieder zurechtzufinden. Dann löse man sich in Fröndenberg ein Billet zum Nachlaufen, marschire ganz gemüthlich nach Menden, indem man das schöne Lied mit der gefühlvollen Melodie singt:„O, wie wohl ist's mir am Abend 2c., Von Fröndenberg nach Menden trabend u. s. w. — und das Alles für 240,000 Mark! Uebersicht der Einnahme und Ausgabe bei der allgemeinen Lehrer=Wittwen= und Waisenkasse des Regierungs=Bezirks Arusberg für das Jahr 1875. zum Nominal=Werthe angegeben sind. Arnsberg, den 9. October 1876. Rönigliche Regierung. Bekanntmachung. Die diesjährigen Herbst=Appells im Kreise Arnsberg finden statt: in Belecke am 6. November, Vormittags 9 Uhr, in Warstein am 6. November, Mittags 12 Uhr, in Arnsberg am 7. November, Vormittags 9 Uhr, in Hüsten am 8. November, Vermittags 8 Uhr, in Neheim am 8. November, Vormittags 11 Uhr, in Balve am 9. November, Vormittags 9 Uhr, in Allendorf am 10. November, Vormittags 8 Uhr, in Sundern am 10. November, Vormittags 11 Uhr. Zum Erscheinen beim Appell sind verpflichtet: 1. sämmtliche Reservisten und Landwehrmannschaften der Garde= und Linientruppen; 2. die zur Disposition der Truppentheile beurlaubten Mannschaften; 3. die wegen Reklamation und wegen zeitiger Unbrauchbarkeit entlassenen Mannschaften, über welche von der Ober=Ersatz=Kommission noch nicht endgültig entschieden ist. Dispensationen vom Appell können nur auf Grund amtlicher Atteste und ausschließlich vom Bezirks=Kommando ertheilt werden. Mannschaften, welche ohne begründete Entschuldigung beim Appell fehlen, werden zur Nachkontrole nach Arnsberg beordert, woselbst dann auch die Verbüßung der Arreststrafe, welche über dieselben unnachsichtlich verhängt werden wird, stattfindet. Jeder einzelne Mann hat beim Appell die ihm verliehenen Orden und Ehrenzeichen anzulegen und seine Militairpapiere mitzubringen. Betreffs der Eintheilung der Aemter und Ortschaften für die einzelnen Appelltage wird auf die diesseitige Bekanntmachung vom 16. Februar c. in Nr. 17 dieses Blattes verwiesen. Meschede, den 3. October 1876. Groschke, Oberst und Bezirks=Kommandeur. Berlin W., den 27. October 1876. Bekanntmachung. Annahme von Telegrammen durch die Landbriefträger. Um den Bewohnern des flachen Landes die Benutzung des Telegraphen zu erleichtern, wird vom 1. November ab versuchsweise die Einrichtung getroffen, daß die Landbriefträger auf ihren Botengingen vom Publikum Telegramme zur Beförderung an die Telegraphenanstalt ihres Wohnortes, bez. an eine etwa auf ihrem Bestellgange belegene Telegraphenanstalt übernehmen. Auf die Zustellung von Telegrammen darf der Landbriefträger in jedem einzelnen Falle höchstens 5 Minuten warten. Außer der Gebühr für das betreffende Telegramm hat der Landbriefträger für den gedachten Dienst den Satz von 10 Pfennigen für jedes einzelne Telegramm zu erheben. Aufgabeformulare zu Telegrammen führt der Landbriefträger mit sich, und verabfolgt sie behufs Niederschrift der von ihm zu übernehmenden Telegramme unentgeltlich. Der General=Postmeister. Kohlholz=Verkauf in der Königlichen Oberförsterei Glindfeld. Das in den Schutzbezirken Mark Vilden und Mark Eckeringhausen pro 1877 zum Einschlage gelangende Kohlholz, ca. 2100 Raummeter, soll am Freitag den 1v. November d. I., Vormittags 11 Uhr, in Küstelberg bei Herrn Ewers, das in den Schutzbezirken Latrop I., Latrop II. und Sorpe einzuschlagende Kohlholz im Betrage von ca. 7800 Raummetern am Samstag den 11. November, Vormittags 10 Uhr, in Oberkirchen bei Herrn Gastwirth Schütte zum öffentlichen Ausgebot kommen, wozu Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß Näheres sowol hier, wie beim Herrn Revierförster Böddiker zu Latrop zu erfahren ist. Glindfeld. den 25. October 1876. Der Königliche Oberförster. Am Sonntag den 5. November findet im Saale des Herrn Philipp Schulte statt, ausgeführt von der berühmten Gesellschaft Geschwister Burgscheid aus Düsseldorf und des Komikers Fr. v. Barschelle aus Stockholm. Hierzu ladet höflichst ein Fröndenberg, den 29. October 1876. die Gesellschaft. in Dormund (Ausgabe 12 Mal wöchentlich) ladet hiermit ein zum Abonnement auf die Monate November und December(29. Jahrg.). Abonnementspreis in ganz Deutschland 3 Die Parlaments=Verhandlungen werden prompt und ausführlich gebracht. Anzeigen in der„Westfälischen Zeitung“ sind als besonders Anzeigen wirksam bewährt. Eisenbahn=Frachtbriefe wieder vorräthig bei W. Riedel. Gicht und Rheumatismus, deren Lähmungen etc. etc. Nachstehende Personen sind durch die Heilmittel des Herrn G. Pathemann in Barmen wieder geheilt worden. Aug. Schneider zu Forthausen. Anna Hilsmann in Echthausen. Heinrich Plaßzmann in Alten=Essen, Hammerstr. 216½2. Gustav Hagen in Weißenburg. Carl Schröder in Sömmerda. Christian Kühlwein in Heimhausen 6/a Künzelsau in Würtemberg. Frau Therese Posthieur in Sömmerda, 2. lange Gasse. Georg Krämer in Jugenheim a. d. Bergstraße, Tochter. Maria Lessermann in Jugenheim a. d. Bergstraße. W. Schmidt, Ackermann in Steckelsdorf b. Rathenow. Bekanntmachung. Vom 1. November ab wird die I. Personenpost aus Soest um 888 Vormittags, die III. Personenpost aus Soest um 10?° Abends hier ankommen, und die III. Personenpost von hier nach Soest um 720 Abends abgehen. Die übrigen, in der diesseitigen Bekanntmachung vom 14. d. M. angegebenen Ankunfts= bezw. Abgangszeiten bleiben bestehen. Arnsberg, den 27. October 1876. Kaiserliches Postamt. Seneca. Verkaufs=Anzeige. Am Dienstag den 31. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen in Hemer mehrere Pferde und ein Wagen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Versammlung beim Wirth Hellmann daselbst. Iserlobn, den 24. October 1876. Königliches Kreisgericht. J. A.: Wieser, Gerichts=Sccretair. Depositär-Gesuch. Lohnendes Einkommen ohne Betriebs-Capital bei 40 pCt. Rabatt, Gewährung ganz besonders Apothekern, Droguen-Geschäften oder feinen Delikatess-Handlungen. Die Kals. und Königl. HofMalzpräparaten- Fabrik von Johann Hoff In Berlin sucht für ihre seit dreiseig Jahren weltbekannten Malzpräparate, als: Malzextrakt, Malz-Chocolade, Brust-Malzbonbons und VictoriaChocolade mit Gewürz und Vanille, eine geeignete Vertretung. Offerten mit Angabe von Referenzen beliebe man zu richten an 1ch. Hoff, europälscher Hoflieferant in Berlin. Auction. Freitag den 3. c., Morgens 10 Uhr, werden an der Wohnung des ConsumVereins sehr gut erhaltene Mobilien, als: 2 neue Betten mit Matratzen, neuer Mantelosen, neuer Tafelheerd, Tische, Kleider= und Küchenschränke, 2 Spiegel, Korbsessel, 3 Mantelstöcke, Waschfässer und sonstige Küchengeräthe verkauft. Menden. L. Pieper. Auction. Samstag den 4. c., Morgens 10 Uhr, werden an der Wohnung der Frau Witwe Casp. Nieder stadt diverse Haus= und Küchengeräthe, als: Stühle, Mahagoni Clavierstuhl und Fußbank, kupferne und andere Kessel und Töpfe, Bratpfannen, große und kleine Bade wannen, Reisetaschen, eine bedeutende Bilder u. s. w. L. Pieper. Partie werthvolle verkauft. Menden. Tokayer Sanitätswein empfiehlt billigst F. Pauli. Aniberlal-Reinigungs-Salz. Von allen Aerzten als das einfachste u. billigste Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Aufstossen, Krampf, Verdauungs schwäche und andere Magenbeschwerden in ½/1, 3/, ½ OriginalPacketen mit Gebrauchsanweisung à ½/1, ½ u.½: Mark zu haben bei Th. Hoffmann in Hemer. J E. Edelbroich in Arnsberg. Ia. sicilian. Haselnüsse empfiehlt F. Pauli. Creditbank für Stadt u. Amt Menden, eing. Genossenschaft. Spareinlagen werden in jeder Höhe (jedoch nicht unter 3 Mark) angenommen und mit 4¼% p. a. verzinst. Der Vorstand. wieder angekommen bei F. Pauli. Ein gebrauchter aber in noch gutem Zustande schöner 4 sitziger Wagen ist billig zu verraufen. Die Exp. d. Bl. sagt wo. Ia. Emmenthaler Schweizertäse, holl. Käse empfiehlt F. Pauli. Haarketten aus eigenen Haaren fertige innerhalb 8 Tage an. W. Huckert. Galoschen (Lederschuhe mit Holzsohlen) empfiehlt F. Pauli. Hagelversicherung! Eine mit guten Erfolgen arbeitende preuß. Hagel=Vers.=Ges.=A.=G. sucht überall. auch auf Dörfern gegen hohe Provision tüchtige Vertreter. Off. erb. an Haasenstein& Vogler, Berlin, sub. H. 22521. Die der hiesigen Stadtkasse restirenden städtischen Gefälle, als Garten=, Wiesen= und Landpächte, Grasgelder 2c. müssen bei Vermeidung der Einklage binnen 14 Tagen an die Stadtkasse gezahlt werden. Menden, den 30. October 1876. Der Rendaut: Creditbank für Stadt und Amt Menden, e. G. 15 c 1d- Cours. Menden, den 30. October 1876.