den hergebrachten eimer am Samstag Wege Meistgebots itr. ) 4 5 K i e f e r n= R m t r. sen die betreffenden der Termin 12 Uhr mntliche Stadtverordneten 22. Rovember c., gs 5 Uhr. Ne 94. Menden und Arnsberg, Dienstag den 23. November 1875. 16. Jahrgang. Westfälischer Telegraph, zugleich Amtliches Kreisblatt f. d. Kreise Iserlohn, Arnsberg, Meschede. Redaction, Druck und Verlag von W. Riedel in Menden. Erscheinungstage: Dienetag und Freitag.— Abonnementspreis: Vierteljährlich durch Boten oder die Post bezogen 1 Mark 25 Pf.(121 Sgr.), durch den Briefträger frei in's Haus gebracht 1 Mark 50 Pf. Insertionsgebühr: Für die 5gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pf.(1 Sgr.)— Anzeigen unter 5 Zeilen 50 Pf.(5 Sgr.)— Briefe franco gegen franco. rdnung: bericht über die setzung mit der Eisenbahn=Commiseff der Absplisse 2c. t und Weise der verselben; =Bericht über die Bohrversuche ber Brunnenanlage er; g von Waisenräthen der Vormundig vom 5. Juli d. J.; bericht über den offerirten Grundsthenberge. November 1875. Bürgermeister: penhausen. Naturalgefälle der Kirchspielskasse ovember c. Veyerbrock, Rendant. bilien! December c., 12 Uhr, teck sein Wohnid Ackerland bein mann in SümL. Pieper. nee. iete beabsichtigt, r kaufmännischen nden mit Rechnen zu eröffnen, und r sich gefälligst englische Sprache. Lehrer. mer'schen Hause. geholz inkaufspreis bei Ed. Padberg. s schwarz menkleid Thlr. ert sub A. 50 pedition von Köln. = Abend ist Jeine Ziege zu1 Erstattung der tterkosten wieder en werden kann, ern nebst Küche hende Wohnung vermiethen und rp. d. Bl. richte. wember 1875. lo erste 1. O. M. 9 40 * 2.„„ 9 30 * 3.-"—— afer 1.= 8 80 ***„ 8 2 0 * S.""—— 3— * Wochenbericht. In vergangener Woche hielt der deutsche Reichstag bekanntlich nur am 17., 19. und 20. eine Sitzung ab. Es wurden da die Gesetzentwürfe betr. den Justizdienst in ElsaßLothringen, die Desinfection der Eisenbahnwagen bei Viehtransporten in dritter, der Stenglein'sche Entwurf auf Umwandlung der Actien in Reichswährung in zweiter und das Gesetz betr. die Feststellung des Landeshaushalts= Etats von Elsaß=Lothringen in erster Berathung erledigt. Auf der Tagesordnung der Sitzung vom 19. und 20. stand ferner die erste Berathung des Entwurfs betr. die Feststellung des Reichshaushalts=Etats für 1876, sowie des Gesetzes wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Telegraphenverwaltung und der beiden Entwürfe betr. die Erhöhung der Brausteuer und die Stempelabgaben von Schlußnoten, Rechnungen, Lombard=Darlehn und Werthpapieren(Börsensteuer). Die erste Berathung dieser Vorlagen wird mindestens noch die nächste ganze Woche in Anspruch nehmen. Nächste Woche werden auch deßhalb täglich Sitzungen stattfinden.— Was die Arnim=Affaire anbelangt, so verlautete als ganz bestimmt, daß Staatsanwalt Tessendorf die Anklage auf Majestätsbeleidigung fallen gelassen habe, daß die Schcift„Pro nihilo“, zu welcher übrigens ein zweiter, den ersten in jeder Beziehung übertreffender Band schon unter der Presse sein soll, lediglich wegen Beleidigung resp. Verleumdung des Reichskanzlers sowie des auswärtigen Amtes des deutschen Reiches mit Beschlag belegt wurde.— Das Breslauer Domcapitel hat die Aufforderung des Oberpräsidenten, einen Bisthumsverweser einzusetzen, abschlägig beantwortet, und zwar soll sich das Domcapitel mit allen gegen eine Stimme in dieser Weise entschieden haben. Diese eine Stimme soll die des Canonicus Dr. Künzer gewesen sein. Die Regierung wird nun selbst eine Diözesanverwaltung einsetzen.— Am 17. November starb Bischof Reißmann in Würzburg, zwei Tage nach Herausgabe des Erlasses, durch welchen er die Aufhebung der Suspension des Domcapitulars Hohn verkündete, der sich bekanntlich durch seine liberale Adstimmung bei den letzten bayerischen Wahlen eine bischöfliche Maßregelung zugezogen hatte, die auf Befehl der Regierung rückgängig gemacht werden mußte. Auch Oesterreich wird, wie es scheint, in wenigen Tagen den Tod eines seiner Kirchenfürsten zu verzeichnen haben. Der Kardinal Rauscher liegt nämlich an einer Lungenentzündung so hoffnungslos darnieder, daß er bereits am 17. d. mit den Sterbesacramenten versehen wurde.“) Der Tod Rauscher's kann verhängnißvoll werden für die Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Vatikan, denn dieser Kardinal war sowohl beim hl. Vater, als auch beim Kaiser Franz Joseph, dessen Lehrer er war, eine persona grata, die in Folge dessen alle entstehenden Schwierigkeiten rasch zu beseitigen verstand.— Das Wiener Abgeordnetenhaus hat bekanntlich die Nothwendigkeit eingesehen, daß das Breslauer Bisthum in einen österreichischen und einen preußischen Theil *) Nach den neuesten Nachrichten befindet sich der Cardinal=Fürstbischof Ritter von Rauscher in andauernder Besserung. Was eine Mutter leiden kann. (Eine wahre Geschichte.) (Schluß) Ein kalter Schauer durchlief Auna und ihre Freundin. Die Scene, die sich hier ihren Blicken darbot, war herzzerreißend. Die junge Frau, die vor dem Bett gesessen hatte, lag ohne Regung und Gefühl auf dem Stein; ihre Wangen waren bleich, ihre Augen geschlossen, ihre Lippen blau und ihr Kopf hing nach hinren über die Ecke des Bettes, wie der empfindungslose Theil einer Leiche. Der Knabe hatte den schlaff herabhängenden Arm seiner Mutter ergriffen und rief in dem Augenblick, wo sein Vater und die beiden Fräulein eintraten: Lieb Mütterchen, ach, mich hungert so sehr! Nur ein Stückchen Brod!— Der Mann, ohne die Gegenwart Adela's und ihrer Freundin zu beachten, sprang angstvoll auf sein Weib zu, rief sie in voller Verzweiflung bei ihrem Namen, zerraufte sich die Haare und brachte nur abgerissene Worte hervor. Trees! rief er heulend, ach, liebe Trees, unglückliche Frau! Herr, mein Gott, ist das möglich?... Todt, todt vor Hunger und Kälte! Haben wir das auf der Welt verdient?— Unter diesen Ausrufungen griff er nach dem Tische und faßte ein Messer. Anna aber, die seine Bewegung mit einem Angstschrei bemerkt hatte, eilte sofort hinzu und entriß ihm das tödtliche Werkzeug. Eure gute Frau ist nicht todt! rief sie; da, lauft so schnell Ihr könnt in den ersten besten Weinkeller und holt Wein. Hierbei gab sie ihm Geld und wies hastig nach der Thür. Er stürzte zur Stube hinaus und flog wie ein Pfeil von dannen. Anna nahm die unglückselige Mutter in ihren Arm und pflegte sie wie eine Schwester. Sie zog eine Apfelsine aus der Tasche, drückte den Saft derselben auf die blauen Lippen der Frau und deren Hände sorgfältig in den ihrigen. Ein getrennt werde und früher schon eine desfallsige Resolution gefaßt. Da sich nun die Regierung nicht regte, diesen Beschluß zur Ausführung bringen zu helfen, so hat soeben der Abgeordnete Fuchs eine demgemäße Interpellation eingebracht, deren Beantwortung man mit Spannung entgegensieht. Die kurz nach der Monarchenzusammenkunft in Mailand von den Zeitungen gemachte Mittheilung, daß die italienischen Gesandtschaften zu Botschaften erhoben werden sollen, hat sich inzwischen als richtig herausgestellt. Die italienische Regierung verlangte nämlich zu diesem Zweck eine Erhöhung des Etats des auswärtigen Amtes um 60,000 Lire, die denn auch das Subcomite des Büdget=Ausschusses bereits bewilligt hat. Die alte reactionäre Mehrheit in der französischen Nationalversammlung hat sich, wie die jüngsten Abstimmungen gezeigt haben, wieder zusammengefunden, ja, sie ist, orstärkte durch einen Theil des linken Centrums und dem Minister Düfaure, dem Freunde Thiers“, wieder hervorgetreten. Das Unglaublichste leistete diese Mehrheit durch Annahme der beiden Anträge, das republikanisch gesinnte Algerien nur 3 anstatt wie bisher 6 Abgeordnete wählen zu lassen, und daß das Wahlgesetz auf die gleichfalls durchweg republikanischen Kolonien keine Anwendung finden solle. Man hat eben Alles gethau, was man thun konnte, um den republikanischen Ausfall der Wahlen zu verhindern. Auch gelang es Herrn Büffet, die Vertagung der Berathung des Mairesgesetzes durchzusetzen. Dasselbe hätte die die Entscheidung gebende Gruppe Lavergne in große Verlegenheit gesetzt, da die Mitglieder derselben, weil sie es unter dem Kaiserreiche thaten, moralisch gezwungen gewesen wären, auch jetzt mit der übrigen Linken gegen die Ernennung der Bürgermeister durch die Regierung zu stimmen. Da nun aber auch die Lavergnisten wünschen, daß die Wahlen durch die conservativen und regierungsergebenen Maires beeinflußt werden, so entschieden sich diese Schlauen für Vertagung des Gesetzes.— Das von Düfaure ausgearbeitete Preßgesetz sammt der Bestimmung, daß mit Inkrafttreten desselben der Belagerungszustand aufzuhören habe— außer in den Departements, in denen Paris, Lyon, Versailles und Marseille liegen und in Algier wurde einer Commission zur Vorberathung übergeben. Dieses reactionäre Opus wird jedenfalls auch unverändert, d. h. nicht zum Bessern verändert, angenommen werden.— Außerhalb der Sitzungen beschäftigen sich jetzt die Parteien mit der Aufstellung der Kandidatenlisten für die 75 von der Kammer zu ernennenden Senatoren. Fast jede Partei macht allen andern Offerten. Was schließlich dabei herauskommen wird, bleibt abzuwarten; augenblicklich hat es nicht im Entferntesten den Anschein, als ob dabei die Republikaner irgend welchen Erfolg erzielen könnten. Alle andern Parteien haben sich wieder gegen sie verschworen und thun Alles, was ihnen schaden kann. Nach dem am 19. November die dritte Lesung passirt habenden Wahlgesetze wird jedes Arrondissement von 100,000 Einwohnern einen Deputirten ernennen und für jede weiteren 100,000 oder Bruchtheile dieser Zahl noch einen Abgeordneten. Danach Freudenschrei entfuhr ihren Lippen, als sie sah, daß die Augen der Mutter sich öffneten. Während dieser Zeit war Adela nicht müßig gewesen und hatte sich nicht damit begnügt, dieses Bild des Hungers und der Armuth anzustarren. Als sie beim Eintritt in die Stube den Ausruf des kleinen Jungen gehört hatte, war sie eilig nach dem Schubkarren gegangen, hatte den steinernen Topf und ein Brod hereingeholt und den Knaben einige Stücke Holz aus das Feuer werfen lassen. Kaum hatte Häuschen das Brod gesehen, als seine Augen nicht mehr davon abzuwenden waren, und er noch einmal um Butterbrod bat. Adele, die heute Morgen noch so viel Abscheu vor armen Leuten gezeigt hatte, war jetzt beim Anblick so bitterer Noth gerührt. Sie schnitt dem Knaben das so flehentlich erbetene Butterbrod und reichte es ihm mit den Worten: da, mein Kind, du sollst keinen Hunger mehr leiden.— Zu gleicher Zeit hatte die Mutter ihre Augen aufgeschlagen und sie mit seligem Entzücken auf das essende Kind gerichtet. Vielleicht wollte sie eben ihrer Wohlthäterin mit Worten danken, aber die Zurückkunft ihres Mannes hinderte sie daran. Als dieser seine Frau gegen seine Erwartung lebend wiederfand, stellte er hastig die Weinflasche auf den Tisch, sprang hin u und warf sich mit einer Fluth von Freudenthränen um ihren Hals und küßte sie zu wiederholten Malen mit inbrünstiger Liebe. Der Mann hielt seine Frau fest in den Armen, als ob er fürchtete, sie noch einmal zu verlieren, und rief dabei: Liebe Trees lebst du noch, mein gutes Weib? O, dann ist Alles gut! Ich habe Geld für unsern Schubkarren erhalten; nun können wir essen! Sei nur ruhig! Ach, Gott, bei all meinem Ungluck bin ich noch so froh... Ja, liebe Trees, würde Paris 25 Vertreter zu wählen haben und ganz Frankreich 532, anstatt, wie nach dem alten Wahlgesetze 735. Aus Spanien kam die Nachricht, daß der in Nöthen befindliche Don Carlos einen Brief an König Alfonso gerichtet habe. Von dem, was in demselben steht, hat man bisher nur das Eine erfahren, daß er nämlich dem Könige offerirt habe, für den Fall eines Krieges mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika, einen Waffenstillstand mit ihm schließen und sich mit ihm zur Vertheidigung des Vaterlandes verbinden zu wollen, und daß Don Carlos im Uebrigen seine Ansprüche auf den Thron aufrecht zu erhalten erklärt. Die ministerielle„Cronista" berichtet, Don Carlos stelle in seinem Briefe unzulässige Forderungen auf, welche abgewiesen werden würden, um so mehr, als Spanien vom 1. December an eine Armee von 300,000 Mann zu Gebote stehen würde.— An den Gesandten der Vereinigten Staaten wurde eine energische Antwort auf die jüngste cubanische Note Grant's abgegeben. Auch erhielt der Nuncius bereits die Erwiderung auf die jüngste vatikanische Note in betreff der Religionsfreiheit. Englische und belgische Blätter brachten doch kürzlich die Nachricht, daß 3 russische Divisionen auf kaiserlichen Befehl in Kriegsbereitschaft gesetzt würden, was jedoch russischerseits sofort als unwahr hingestellt wurde. Seitdem geben sich der russische„Reichsanzeiger“ und das„Journal de St. Petersbourg“ alle Mühe, die Erfindung solcher Gerüchte gewissen Börsenspeculanten in die Schuhe zu schieben und die ungetrübte Einigkeit der Ostmächte gegenüber den orientalischen Dingen hervorzuheben. Solche und so oft wiederholte Betheurungen können denn doch nicht auf Heuchelei beruhen, zumal österreichischerseits fortwährend ähnliche Versicherungen gegeben werden. Es hat sich bestätigt, daß sowol die Pforte angefangen hat, ihre Beobachtungstruppen von der serbischen Grenze zurückzuziehen, als daß auch Serbien ein Gleiches gethan, nachdem der Gegner, wol auf den Rath der Mächte, mit gutem Beispiel vorangegangen. Die Hauptpunkte der Bittschrift, welche die Insurgenten an die Ostmächte gerichtet haben oder richten wollen, sind nach der„Wiener Polit. Correspondenz“ folgende: 1) Wir können nicht länger unter türkischer Herrschaft leben: 2) bis die ganze Frage endgültig entschieden ist, möge ein bestimmter Bezirk der Herzegowina für neutral erklärt und den Familien der Aufständischen als Zufluchtsort angewiesen werden; 3) die Großmächte möchten im äußersten Fall die Hauptorte der Herzegowina militärisch besetzen und die Landesverwaltung selbst in die Hand nehmen; 4) Bosnien und die Herzegowina sollen in einen Vasallenstaat mit einem christlichen Oberhaupte verwandelt werden.— Letztere Lösung halten wir noch immer für sehr wahrscheinlich und halten die Einwendung der„Köln. Ztg.“, daß diese Selbstständigmachung schon um deßhalb nicht angehe, weil ein erheblicher Theil der bosnischen Bevölkerung muhamedanisch sei, für insofern unzutreffend, als dieser Theil der Nation wol ebenso leicht unter christlicher Herrschaft christlich werden wird, wie er unter muhamedanischer muhamedanisch geworden ist, und als ferner die Mächte dafür Sorge tragen würden, denn ich habe gewiß geglaubt, ich würde Dich in diesem Leben nicht wiedersehen. Anna trat jetzt mit einem Schälchen Wein hinzu und hielt es an die Lippen der schwachen Frau. Während diese den stärkenden Trunk zu sich nahm, warf der Mann Blicke voller Verwunderung auf Anna und ihre Freundin, die ein wenigentfernter mit Hänschen beim Feuer stand und dessen Hände gegen die Flammen hielt. Der Arbeitsmann schien aus einem Traum zu erwachen, es war, als ob er jetzt erst die Anwesenheit der beiden Damen bemerkte. Fräulein, sagte er stockend, verzeiht mir, daß ich Euch für die Hülfe, die Ihr meiner armen Frau geleistet, noch nicht gedankt habe. Es ist gewiß menschenfreundlich und milde von Euch, in das Haus armer Leute zu treten, und ich danke Euch deshalb aus voller Seele tausend= und tausendmal!— Ihr guten Leute, antwortete Anna mit erhöhter Stimme, wir wissen, wie viel Hunger und Kälte Ihr erduldet habt, und wie es Euch schmerzen würde, wenn Ihr Euer Brod erbetteln müßtet, da Ihr es lieber im Schweiße eures Angesichts erwerben wollet. Solche Gesinnungen verdienen Belohnung Ihr sollt keinen Mangel mehr leiden.— Darauf legte sie eine bedeutende Handvoll Geld auf den Tisch und fuhr fort: Hier ist Geld. Vor Eurer Thür stehen Kartoffeln, Holz und Brod. Das alles gehört Euch. Was den Schubkarren betrifft, so ist dieser gar nicht verkauft worden; benutzt ihn nach wie vor zur Erwerbung eures täglichen Brodes, lebt auch fernerhin tugendhaft und ordentlich und bettelt nicht. Wenn aber Hunger und Kälte Euch noch einmal treffen sollten, so steht auf dieser Karte mein Name und meine Wohnung, und ich werde jederzeit Eure Freundin und Beschützerin sein. Während Anna sprack, hörte man in dem Zimmer keinen Athemzug, so still war Alles; nur eine Thäuenfluth strömte daß die bosnischen Muhamedaner unter christlicher Herrschaft demselben Schicksale verfallen, welchem die armen Rajahs unter islamitischen Joche verfielen. Politische Gegenüber der wiederholt in der in= und auswärtigen Presse auftauchenden Nachricht von einer projektirten Reise des Kronprinzen zu der bevorstehenden Weltausstellung in Philadelphia kann, wie W. T. B. aus Potsdam meldet, aus autenthischer Quelle versichert werden, daß an maßgebender Stelle diese Reise nicht in Frage gekommen ist. Mit dem 1. Januar 1876 tritt die neue Vormundschafts=Ordnung vom 5. Juli d. J. in Kraft. Nach derselben sind in allen Gemeinden Waisenräthe zu wählen, welche die körperliche und sittliche Erziehung der Waisenkinder zu überwachen haben. Wie aus Prag gemeldet wird, sind die Verhandlungen wegen Abtrennung des Oesterreichischen Antheils der Breslauer Diözese im vollen Zuge. Preussischerseits werden dabei Ansprüche auf den in Oesterreich gelegenen Besitz des Breslauer Bisthums erhoben. Der neue Schlesische Bischofssitz soll nach Teschen(Oesterr. Schlesien) verlegt werden. Ueber die viel besprochene Heirath des Grafen Friedrich Botho zu Eulenburg(wenn wir nicht irren, eines Bruders des Bräutigams der Gräfin Marie von Bismarck) schreibt ein Berliner Korrespondent der„N. Fr. Pr.:“ Graf Eulenburg lernte Fräulein Schäffer=Voit, die reizende Tochter eines vor mehreren Jahren vom Könige geadelten reichen Berliner Bürgers, vor längerer Zeit in Karlsbad kennen und bewarb sich um die Hand des Fräuleins, welches den Grafen auch mehreren reichen und vornehmen Bewerbern vorzog. Graf Eulenburg, der vermögend ist und sich aus reiner Neigung mit Fräulein von SchäfferVoit verlobte, that dies auch mit Wissen seiner Familie, aus deren Mitte sich Niemand gegen diese Verbindung erklärte. Von Karlsbad aus hatte der gräfliche Bräutigam seinen Kameraden seine Verlobung angezeigt, war aber, da er bald nach Berlin kommen wollte, nicht erstaunt darüber, daß er keine schriftliche Gratulation erhielt. Nach Berlin zurückgekehrt, sah er aber zu seinem größten Befremden, daß, als er das adlige Casino zum ersten Male wieder betrat, die Offiziere der Gardes du Corps(nicht Gardecorps) ihn demonstrativ ignorirten. Auf eine an einen Kameraden gerichtete Frage wurde ihm die Auskunft, daß die Offiziere die Verbindung eines Eulenburg mit der genannten Dame nicht standesgemäß fänden. In dem Wunsche, denjenigen, welcher eine solche Machination gegen ihn ins Werk gesetzt, zur Rechenschaft zu ziehen, wendete sich Graf Eulenburg an den stellvertretenden Kommandeur des Regiments und später an den mittlerweile von einem Urlaube zurückgekehrten Obersten des Regiments, Herrn von Alten. Herr von Alten erklärte dem Grafen Eulenburg, daß er die Meinung des Offiziercorps über die beabsichtigte Verbindung des letztern theile, worauf Graf Eulenburg den Obersten forderte. Nun kommt das Entscheidende in der Angelegenheit. Wie man uns mittheilt, wurde der Graf nicht vor ein Kriegsgericht, sondern vor ein Ehrengericht gefordert, das auf seine Versetzung von Berlin entschied. Der Kaiser bestätigte das Erkenntniß, weil der Graf die Disziplin verletzt hatte, rügte aber entschieden das Verhalten des Offiziercorps, welches die Verbindung mit der Tochter eines Mannes, dem der König den Adel verliehen, herabgesetzt habe, und dekretirte, daß Graf Eulenburg beim Regimente zu bleiben habe. Der Graf muß nun zwar Berlin für einige Zeit verlassen, ist aber nach der Reitschule in Hannover versetzt worden, was sonst unter Offizieren für eine Art Begünstigung gilt. Es entfallen somit auch mancherlei ungünstige Konsequenzen, die von verschiedenen Seiten über die noch in Preußen herrschenden Traditionen gezogen wurden. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß schon vor diesem Falle Offiziere des Gardes du Corps=Regiments Bürgerliche geheirathet haben. Für die Universität Göttingen ist an Zachariae's Stelle Ober=Appellationsrath Dr. John von Lübeck berufen, aus den Augen des Arbeiters und denen seiner Frau. Als Anna mit Sprechen aufgehört hatte, sank die tiefergriffene Mutter von dem Stein auf den Boden hinab, gleitete dann weinend auf ihren Knieen in die Mitte der Stube, ergriff die Hand des Fräuleins, die sie mit Thränen benetzte und rief: Ach, Fräulein, Ihr werdet sicher einen seligen Tod sterben, Gott wird es Euch lohnen, daß Ihr wie ein Engel in unser Haus gekommen seid und mich vom Tode errettet habt!— Seid Ihr nun zufrieden, Mutter, fragte Anna.— Ach ja, gutes Fräulein, nun sind wir glücklich! Seht nur einmal, wie unser Hänschen dort vor Freude bei dem warmen Feuer hüpft und springt! Und wenn das kleine unschuldige Kind, das dort im Sterben liegt, sprechen könnte, es würde Euch gewiß auch danken und segnen. Bei diesen Worten lief Anna auf das kranke Kind zu, und in der Vermuthung, daß es ebenfalls durch Mangel dem Grabe nahegebracht worden, gab sie Adelen ein Zeichen zum Aufbruch. Diese, die sich an der Freude des kleinen Kindes ergötzt hatte, hob ihn jetzt empor, küßte ihm die Wangen und trat dann zu ihrer Freundin. Anna wendete sich nach der Thür und sagte im Fortgehen: Seid getrost, ihr lieben Leute, binnen einer halben Stunde soll ein Arzt für das Kind bei Euch sein, und ich zweifle nicht, daß Ihr es noch werdet blühen, gedeihen und heranwachsen sehen. Ein seliges Lächeln schwebte zugleich über die Zuge der Frau und des Mannes. Beide begleiteten die Damen unter Segenswünschen und den feurigsten Ausdrücken der Dankbarkeit bis zur Thür und sahen ihnen nach, so weit sie sie erkennen konnten. Weder Anna noch Adele hatten ein Wort gesprochen, ehe sie den Markt erreicht hatten. Ihr Herz war zu voll, ihr Gemüth zu sehr ergriffen, als daß sie ihre Empfindungen durch die Sprache hätten ausdrücken können. Nun, sagte Anna endlich, was meinst du Adelo, findest Du die armen der schon vor vier Jahren dieser Universität angehörte, dann aber von Hamburg zum Mitglied des höchsten hanseatischen Gerichtshofes gewählt wurde. John hat den Ruf angenommen. Graf Wendt zu Eulenburg hat leider einen gefährlichen Rückfall in sein Typhusleiden. Comtesse Marie, seine Braut pflegt ihn. Die Großherzogin von Baden, die Tochter unseres Kaisers, ist leidend und muß sich einer Operation unterwerfen. Dr. von Langenbeck aus Berlin war zur Berathung am Krankenbett der hohen Patientin. Der König von Baiern hat dem ehemaligen Lieutenant von Waldenfels, der wegen Feigheit vor dem Feinde im Jahre 1870 zum Tode verurtheilt und dann zu 15 Jahre Festung begnadigt wurde, den Rest der Strafe erlassen. Das königliche Bezirksgericht zu Schweinfurt hat den Kaplan Müller von Zenzleben wegen Beleidigung des deutschen Kaisers zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Derselbe hatte vor der Landtagswahl in einer Wirthschaft zu Zenzleben vor den Bauern die Freisinnigen Schufte, Spitzbuben und Lumpen genannt, ihnen sodann gesagt, sie müßten lutherisch werden, wenn die Liberalen siegten und endlich die Person des deutschen Kaisers in beleidigender Weise in den Bereich seiner Erörterungen gezogen. Ein Geistlicher, welcher mit Genehmigung der kirchlichen Behörde auf eigene Kosten einen Vicar zur Unterstützung in seinem Amte ohne Zeitbestimmung annimmt, ist nach einem Erkenntniß des Obertribunals, vierter Senat, vom 19. October d. J., berechtigt, den Vicar ohne Einholung der Einwilligung der kirchlichen Behörde wieder zu entlassen. — Der katholische Geistliche G. nahm mit Genehmigung des erzbischöflichen Consistoriums, doch aus eigenem Antriebe und auf seine Kosten durch Vertrag den Vicar S. zur Unterstützung in seinem Amte ohne Zeitbestimmung an. Als nun 2 Jahre später der Pfarrer seinem Vicar das zwischen ihnen bestehende Vertragsverhältniß kündigte, erklärte dieser, nicht anders als auf eine bezügliche Erklärung des erzbischöflichen Consistoriums aus seiner Stellung scheiden zu wollen. In dem hieraus hervorgegangenen Rechtsstreite erkannte sowohl das Appellationsgericht zu Posen als auch das Obertribunal das Recht des Pfarrers zur selbstständigen Entlassung des Vicars an.„Nach dem allgemeinen Landrecht, Theil II. Tit. 2 §§ 510, 513, führt das Erkenntniß des Obertribunals aus, war S. nur ein von dem Pfarrer abhängiger Amtsgehülfe und sein Verhältniß zu diesem in Bezug auf Rechte und Verbindlichkeiten ist lediglich durch den zwischen ihnen abgeschlossenen Vertrag bestimmt. Der Appellations=Richter nimmt mit Recht an, daß die privatrechtliche Natur dieses Vertrages nach dem allgemeinen Landrecht Theil I. Tit. 11 §§ 869 ff. zu beurtheilen sei und insbesondere nicht durch die seinem Abschlusse zugetretene Genehmigung des erzbischöflichen Consistoriums berührt werde, da dieselbe nach dem allgemeinen Landrecht, Theil II. Tit. 11§ 513 keineswegs als wesentlich zur Gültigkeit des Vertrages selbst erfordert, sondern nur zur Wahrnehmung der kirchlichen Interessen ertheilt wurde. Ebenso richtig erachtet der AppellationsRichter für die Auflösung des zwischen den Parteien bisher bestandenen Vertrages eine besondere Einwilligung des gedachten Consistoriums als unerheblich, denn eine solche ist weder in dem Vertrage vorgesehen, noch gesetzlich vorgeschrieben und auch aus der früheren Bestätigung des Vertrages nicht zu folgern.“ Von der Ausbreitung der social= demokratischen Presse zeugt die Thatsache, daß in Berlin seit einigen Wochen eine eigene, mit 2 Schnellpressen arbeitende allgemeine deutsche Associations=Buchdruckerei besteht, welche neben sonstigen Buchdruckerarbeiten vier socialistische Blätter druckt. Das Betriebscapital ist durch Antheilsscheine von je 30 M. aufgebracht, deren ein Mitglied höchstens 10 besitzen darf, und die Aktionäre gehören ausschließlich den Arbeiterkreisen an. In nächster Zeit soll auch unter Leitung der socialdemokratischen Abgeordneten eine eigene„Socialistische Reichstags=Correspondenz“ herausgegeben werden. Graf Harry Arnim ist zu San Remo(klimatischer Curort an der ligurischen Küste) angelangt und dort im Hotel Bellevue abgestiegen, angeblich um den ganzen Winter dort zuzubringen. Leute in der That so schmutzig und abschreckend, wie man sie gewöhnlich mit Unrecht hält?— O, nein, antwortete Adela, ich bin so froh, daß ich Dir begegnet bin. Es ist mir, als ob ich durch etwas Heiliges erhoben worden; ich empfinde eine Rührung, wie sie mir bisher unbekannt gewesen. Die Armuth flößt mir keinen Abscheu mehr ein. Hast Du nicht gesehen, daß ich den kleinen Knaben auf meinen Schooß genommen und geküßt habe? Welch artiges und aufgewecktes Kind! Die Thränen stürzten ihm aus den Augen, als er Dich fortgehen sah. Nun sage mir, liebe Freundin, gibt es wol noch ein größeres Glück als das unsere? Jene guten Menschen waren fast dem Hungertode nahe, sie erhoben ihre Hände gen Himmel und riefen den Herrn um Hülfe an. Da kamen wir als Abgesandte der göttlichen Barmherzigkeit zu ihnen und sie dankten Gott in uns. O, nun will ich alle Tage mit Dir ausgehen, um arme Leute zu besuchen und an Deinen guten Werken Theil zu haben. In diesem Augenblick traten sie in die Hobokenstraße und verschwanden hinter der Ecke. Ein Stückchen Kinder=Erziehung. Ein Ehepaar hatte nur ein Kind und wie es in der Welt geht, wo nur eins ist, da wird's verzogen. Die Eltern hatten aber kein Auge für die Fehler des Bübchens und nannten es immer nur ihr allezeit zufriedenes Kind. Eines Tages war eine Hochzeit im Orte, dazu waren diese Leute auch eingeladen, und da sie nirgendwo allein hingingen, so nahmen sie auch ihr zufriedenes Söhnchen mit. Als das Essen vorbei war, kamen Birnen, Nüsse und Anisgebackenes auf den Tisch, von jedem hohe Teller voll. Die Gäste ließen es sich wohl schmecken, und der Bräutigam gab den Kindern von Allem, so viel sie haben wollten. Der Bischof von Würzburg, Johannes Valentin von Reißmann, welcher am 16. d. M plötzlich an einem Herzschlage verschieden ist, war am 12. October 1807 zu Allersheim, einem Pfarrdorfe königlichen Bezirksamtes Ochsenfurt in Unterfranken geboren. Seine Studien machte er an der Universität zu Würzburg, wo er auch zum Doctor der Theologie und der Philosophie promovirt wurde. Am 26. October 1870 ernannte ihn der König zum Bischof von Würzburg; der Papst präconisirte ihn am 6. März 1871 und am 9. Juli 1871 wurde er inthronisirt. Bischof Reißmann, der milden Sinnes war, wie der K. v. u. f. D. ihm nachrühmt, trat allen Conflicten möglichst aus dem Wege. Erst in letzter Zeit kam auch er in die Diskussion. Wir erinnern nur an den Wahl=Hirtenbrief und den Zwischenfall mit dem Domcapitular Hohn. Das statistische Bureau in Berlin hat den Städten anheimgestellt, sich die Zählkarten für die Volkszählung in duplo kommen zu lassen. Die Städte können dann das Duplicat nach dessen Ausfüllung behalten und haben dann selbst für die Zukunft ein wichtiges statistisches Material. esttälischAltena. Ein Verein für Orts= und Heimathkunde hat sich im Juni d. J. am hiesigen Orte unter derzeitiger Leitung der Herren A. Künne, Figge, W. Schröder, Pfarrer Cramer, Pfarrer Vorländer und Rector Mummenthey, gebildet. Der Boden, auf welchem der Verein seine Arbeiten aufgenommen hat, gehört zu dem günstigsten für solche Unternehmungen.„An die Burg Altena knüpft sich ein großes und reiches Stück westfälischer Geschichte“ und „kein deutsches Fürstenhaus“, sagt der vaterländische Geschichtsschreiber Pfarrer Müller von Elsey,„hat im Mittelalter eine Reihe größerer Männer aufzuweisen, als das Haus AltenaMark. Seine Adolphe, seine Engelberte u. A. halten mit den ihnen gleichzeitigen Helden jede Vergleichung aus. Wenn man, was geschieht, nach der inneren Kraft berechnen könnte — aber man kann es nicht und muß sich meistentheils an die äußeren Folgen der Handlungen halten—, dann dürfte man vielleicht behaupten und beweisen, daß die Ausrundung der Grafschaft Mark, welche im Mittelalter zu Stande kam, eben die Staatsklugheit, eben die Thätigkeit, eben die Beharrung, eben die Benutzung der Zeitumstände, eben die Ueberwindung von Hindernissen und Gefahren erfordert hat, die späterhin nöthig waren, um die preußische Monarchie zu dem, was sie jetzt ist zu erweitern.“ Noch stehen und schmücken die Trümmer der Burg Altena die Stadt zu ihren Füßen, aber mit jedem von Tag zu Tag mehr abbröckelnden Steine scheint auch ihre Geschichte und die Geschichte der Stadt Altena in dem Gedächtnisse mehr und mehr zu verschwinden. Was an Urkunden, die sich hierauf beziehen, etwa noch in den Händen privater oder öffentlicher Personen sich befindet, aufzusammeln, verfallene oder verschwindende Oertlichkeiten soweit als möglich zu erhalten oder wenigstens durch die Schrift für immer zu fixiren, alles, was im Volksmunde, in dem Gedächtnisse der alten und ältesten Leute noch lebt an Sagen und geschichtlichen Begebenheiten, aufzusuchen und der Nachwelt zu überliefern, das ist eine der dankbaren Aufgaben, welche der Verein für Orts= und Heimathkunde sich zum Ziele setzt. Werne a. d. Lippe. Auf dem vor Kurzem hier stattgefundenen Viehmarkt befand sich eine Menagerie, welche unter anderen Bestien auch einen Wolf besaß. Dieses Thier fand in der Nacht Gelegenheit zu entkommen. Man glaubte seine Spur schon total verloren zu haben, bis man endlich vor einigen Tagen in der Nähe von Kappenberg ein zerrissenes Reh fand. Da man sofort den Wolf als Urheber annahm, so wurde ein großes Treibjagen angestellt, wobei er endlich entdeckt und erlegt worden ist. Essen. Der Wirth Bernhard Strickling hierselbst ist der „E. Z.“ zufolge von der Criminal=Abtheilung des hiesigen Kreisgerichts wegen Majestätsbeleidigung und Beleidigung des Fürsten Bismarck und Ministers Falk am 17. d. M. zu acht Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Vom Rhein. Die Zahl der Geistlichen, welche sich den Maigesetzen unterworfen haben, ist der Kobl. Zig, Als die Gäste aufstehen und zum Tanze gehen wollten, kommt das Kind, stellt sich neben den Bräutigam und weinte bitterlich. Sogleich sprangen die Eltern von ihrer Bank herbei, um zu sehen, was da sei. Der Bräutigam fragt das Knäbchen, was ihm fehle; aber es weinte immer bitterlicher, und endlich weinte seine Mutter mit, und es verschlug kein Haar, dann hätte der Vater auch geweint. Da fragte der Bräutigam wieder:„Hast Du denn Hunger?“ Und das Kind schrie:„„Ach ich bin ja schon satt!““ „Das dachte ich mir, ach mein Kind ist ja immer so gern zufrieden,“ schluchzte die Mutter. Der Bräutigam sprach:„Dann komme her, ich stopfe Dir die Hosentaschen voll Anisgebackenes.“ Aber das Kind schrie noch ärger:„Sie sind ja schon beide voll!““ „Dachte ich mir's nicht.“ schluchzte die Mutter,„unser Kind ist so gern zufrieden, es muß ihm etwas anderes fehlen.“ Der Bräutigam sprach:„Dann gehe nach Hause, leere sie aus und komme wieder, dann bekommst Du mehr.“ Da schrie das Kind noch viel ärger:„„Ich war ja schon dreimal zu Hause!“" „Nein, das ist es auch noch nicht, unser Kind ist so bald zufrieden gestellt; Kindeshand ist bald gefüllt, es muß ihm etwas fehlen“, schluchzte die Mutter und weinte bittere Thränen. „Dann geh nach Hause und komm noch einmal wieder,“ sprach der Bräutigam. Doch da schrie das Kind wie verzweifelt:„„Wenn ich wiederkomme, haben die andern Alles aufgegessen.““ „Wir heben Dir Alles auf und essen nichts mehr,“ sagte mufolge jetzt bereitsich 9 Domkapitul Wesel. Am gericht eine Unter sich noch aus dem i. Z. im Publicu: der„Elberf. Z.“ waren Soldaten d Gehöfte zu Gones seine Gold= und auf seinen Grun Schuster G. S. 6 eine Anzahl dieser in der Küche umh Später wurden b Emmerich, welch gedient hatte, 26 jenen Aktien des königlichen Kreisa 4 Monaten Gefé van R. aus Em Elten, welch letz Theil der ihm vo hatte versilbern u Angeklagten wur Wochen Gefängni Wochen Gefängni Köln. Geg schiedener Blätter gesetzt, mitzuthei Erklärungen oder Seiten der Domh die Zustimmung Köln. Eine Vernehmen nach Amtsentsetzung g bevor.“ Köln. Im loses Hündchen## zoologischen Gartdasselbe aufzufang biß der Hund der unbeachtet und! von der Tollwut entgehen. Aus den Menden gnädigst geruht, den Character als zeichnung kann kennung der Leist striellem Gebiete freudige Zustimn Majestät der Köni Herrn Wiesem — den rothen A ∆ Mende Städtetage scheint sich nuni Bürgermeistern: Comité hat sich ein Statut entn bürgermeister Be (Lippstadt), Bür verordneten=Vorst meister Huber (Münster), Bürg neter Sinemus und Stadtverord Dieselben haben und Stadtverort dem Ersuchen, di bis zum 10. De, Stadt dem westfäl entsprechende Bet des Tages, ins Statuten derselhe □ Arnsb Elementarlehrer= bezirks wird gewi an die Königlich Berlin, 16. anlasse ich die § 15 des Statut Waisenkasse unte und demnächst Vorlage werden vorstände über d über die Bestät Inzwischen habei zu unterbleiben. so ist darunter, nicht das Minim das Minimalgeh einem bestimmte auch in der F Wiedereinführun nach§ 3 und 5 den Fall vorbeh eintreten sollte, befürchten sein: Kassen=Kuratorei der Bräutigam, lief weg. Die Mutter unser Kind ein Ja, das wei keins mehr.“ zufolge jetzt bereits über 100 gestiegen, darunter befinden sich 9 Domkapitulare. Wesel. Am 16. d. M. wurde am hiesigen Kreisgericht eine Untersuchungssache verhandelt, deren Ursprung sich noch aus dem deutsch=französischen Kriege datirt und die s. Z. im Publicum Aussehen erregte. Der Vorfall ist laut der„Elberf. Z.“ folgender: Während des erwähnten Krieges waren Soldaten des 1. Garde=Regiments zu Fuß auf einem Gehöfte zu Gonesse bei Paris einquartirt, dessen Besitzer seine Gold= und Silbersachen sowie Werthpapiere in Kisten auf seinen Grundstücken vergraben hatte. Ein Soldat, Schuster G. S. aus dem Gerichtsbezirke Soest, hatte sich eine Anzahl dieser Werthpapiere(Aktien), welche er angeblich in der Küche umherliegend gefunden, rechtswidrig angeeignet. Später wurden bei einem Eisenbahnarbeiter H. van R. zu Emmerich, welcher gleichfalls bei dem genannten Regiment gedient hatte, 26 Coupons vorgefunden, welche theilweise zu jenen Aktien des Schusters G. S. gehörten. Dieser ist vom königlchen Kreisgerichte zu Soest wegen Unterschlagung zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. Gestern nun standen van R. aus Emmerich und Tischlermeister I. te H. aus Elten, welch letzterer, Kriegskamerad des van R., einen Theil der ihm von diesem übergebenen Aktien in Amsterdam hatte versilbern wollen. Auf Grund des Geständnisses beider Angeklagten wurde ran R. wegen Unterschlagung zu sechs Wochen Gefängniß und I. te H. wegen Hehlerei zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt. Köln. Gegenüber den abweichenden Angaben verschiedener Blätter ist die Köln. Volksztg. in den Stand gesetzt, mitzutheilen, daß keine der jüngst viel besprochenen Erklärungen oder Anträge auf Fortzahlung des Gehalts von Seiten der Domherren Frenken, Reinarz und Welter die Zustimmung des Erzbischofs erhalten hat. Köln. Eine Depesche der„Köln. Ztg.“ meldet:„Gutem Vernehmen nach steht die Einleitung des Verfahrens auf Amtsentsetzung gegen den Erzvischof Melcers von Köln bevor.“ Köln. Im Monat Mai d. J. lief ein kleines herrenloses Hündchen trotz aller Abwehr des Thürhüters in den zoologischen Garten hinein. Einem der Wärter gelang es, dasselbe aufzufangen und hinauszutragen. Auf diesem Wege biß der Hund den Wärter in das Kinn. Die Wunde blieb unbeachtet und heilte zu. Dieser Tage ward der Aermste von der Tollwuth befallen und wird schwerlich dem Tode entgehen. Aus den Kreisen Iserlohn— Arnsberg. Menden. Se. Majestät der König haben allergnädigst geruht, dem Fabrikinhaber Herrn R. Schmöle hier den Character als Commerzienrath zu verleihen. Diese Auszeichnung kann gewiß als eine wohlverdiente Anerkennung der Leistungen des Herrn R. Schmöle auf industriellem Gebiete gelten. Hier am Orte hat diese Verleihung freudige Zustimmung hervorgerufen.— Ferner haben Se. Majestät der König allergnädigst geruht, dem Marine=Pfarrer Herrn Wiesemann— bekanntlich früher Kaplan in Menden — den rothen Adlerorden 4. Klasse zu verleihen. ∆ Menden. Die Gründung eines westfälischen Städtetages, von verschiedenen Seiten längst geplant, scheint sich nunmehr verwirklichen zu wollen. Ein aus Bürgermeistern und Stadtverordneten Westfalens gebildetes Comité hat sich der Sache ernstlich angenommen und bereits ein Statut entworfen. Es sind dies die Herren: Oberbürgermeister Becker(Dortmund), Bürgermeister Bleek (Lippstadt), Bürgermeister Brüning(Minden), Stadtverordneten=Vorsteher Forstmann(Bielefeld), Oberburger= meister Huber(Bielefeld), Oberbürgermeister Offenberg (Münster), Bürgermeister Prüfer(Bochum), Stadtverordneter Sinemus(Minden), Bürgermeister Staude(Hamm) und Stadtverordneten=Vorsteher Steinbicker(Münster). Dieselben haben sich per Circular an sämmtliche Magistrate und Stadtverordneten Collegien Westfalens gewandt, mit dem Ersuchen, dem Herrn Bürgermeister Brüning(Minden) bis zum 10. Dezember Erklärung einzusenden, ob die betr. Stadt dem westfälischen Städtetag beitreten wolle. Findetsich die entsprechende Betheiligung, so soll die erste Versammlung des Tages, insbesondere behufs definitiver Feststellung der Statuten derselhen, im Januar nach Hamm berufen werden. □ Arnsbera. Allen Betheiligten der allgemeinen Elementarlehrer=Witwen= und Waisenkasse unseres Regierungsbezirks wird gewiß nachstehende Verfügung des Kultusministers an die Königliche Regierung in Arnsberg willkommen sein. Berlin, 16. Oct. Auf den Bericht vom 25. v. M. veranlasse ich die Königliche Regierung, eine Abänderung des § 15 des Statuts der dortigen Elementarlehrer=Witwen= und Waisenkasse unter Zuziehung der Kuratoren zu formuliren und demnächst vorzulegen. Nach diesseitiger Prüfung der Vorlage werden demgemäß§ 45 des Statuts die Kreisvorstände über dasselbe zu hören sein, und werde ich sodann über die Bestätigung der Abänderungsvorschläge befinden. Inzwischen haben alle Rückzahlungen von Beiträgen ex officio zu unterbleiben. Was das„absolute“ Minimalgehalt betrifft, so ist darunter, wie auch die Königliche Regierung annimmt, nicht das Minimalgehalt einer bestimmten Lehrerstelle, sondern das Minimalgehalt für den geringst besoldeten Lehrer an einem bestimmten Orte zu verstehen. Im Uebrigen muß auch in der Fassung der Abänderungs=Bestimmung die Wiedereinführung der Gehaltsverbesserungsgelder im Maximum nach§ 3 und 5 des Gesetzes vom 22. December 1869 für den Fall vorbehalten bleiben, daß die Nothwendigkeit dazu eintreten sollte, was indessen für die dortige Kasse kaum zu befürchten sein wird.— Auf Grund dieses Reskripts sind die Kassen=Kuratoren bereits von der Königlichen Regierung zur der Bräutigam, und da lachte das Kind ihn an und lief weg. Die Mutter rief aber:„Ach es ist doch rührend, wie unser Kind ein so zufriedenes Gemüth hat.“ Ja, das weiß der Himmel,“ sprach der Vater,„so gibts keins mehr.“ Berathung auf den 4. December nach Arnsberg eingeladen worden. Allerlei. Mandeburg. Die„Magdeburger Zeitung“ schreibt: Auf unseren täglichen Gängen über die Stephansbrücke haben wir letzthin eine höchst unliebsame Entdeckung gemacht, über die eine Mittheilung zu geben wir als unsere Pflicht erachten. In dem Schaufenster eines bekannten Kunstblumengeschäftes daselbst bemerkten wir unter farbenprächtigen Garnituren für die jetzigen, in der That undefinirbaren Coiffuren und unsagbaren Damenhüte auch diverse einheimische kleine, conservirte Vogelarten mit etwas gespannten Schwingen, lasurblaue zierliche Meisen, feuerköpfige Goldhähnchen, grünliche Zeisige, zimmetbräunliche Zaunschlüpfer, harlequinbunte Distelfinken u. s. w., welche, wie eine Rückfrage ergab, unserer Damenwelt zur weiteren Ausschmückung dargeboten werden. Wir haben immer gemeint, daß die Gaben und Gebilde Florens und Pomonens, natürliche, imitirte und zusammenphantasirte Blumen, zur Decoration recht wol genügen könnten. Wir fügen uns in Demuth, wenn ModeAutoritäten für die pyramidalen Haarbauten aus der Blumen= und Fruchtwelt eben Alles gestatten, was gefällt. Indessen wenn das Begehren nach den lieblichen Sängern des Frühlings, nach unseren besten Helfern gegen die immer mehr überhand nehmenden Schädiger der Gärten, Felder und Wälder greift, denn geht uns Humor und Toleranz zu Ende. Hiesige und auswärtige Vereine bemühen sich, die liebe gefiederte Welt in jeder Art zu hegen und zu pflegen, ihr reizendes Daheim auf Busch und Baum vor Schaden zu bewahren, im Winter die dahier gebliebenen munteren Thierchen durch Nahrungsspenden zu erhalten. Der Unfug des Rohrs erlaubt sich, die von uns sorglich Gehegten und. Gepflegten zu vernichten. Wir protestiren im Namen dieser Vereine, im Namen aller Verständigen und Wohlgesinnten, im Interesse des allgemeinen Wohls energisch gegen den Vogelmord, welcher der Modesucht und der Rovheit gefährlichen Vorschub leistet. Seit Jahren schon ist der lieblichen Vogelwelt im gesetzlichen Wege voller Schutz gewährleistet, und harte Geld= und Gefängnißstrafe soll auf Jeden fallen, der jene im Haushalt der Natur so überaus wichtigen Wesen vernichtet. Wir sind im voraus überzeugt, daß dieser vom wärmsten Interesse für das Allgemeinwohl dictirte Hinweis den Vertretern des Gesetzes Anlaß werde, dem Unfuge gründlich zu begegnen. Wien. Ehemals kam es wol vor, daß Hausfrauen den Dienstboten ihre Unzufriedenheit durch Schläge kundgaben; gegenwärtig ist es anders geworden, und die Frauen sind sehr zufrieden, wenn es ihnen gelingt, in höflichster Weise mit ihren dienenden Geistern auszukommen. Ein Gerichtsfall gibt uns das Bild eines Zukunftsdienstboten, wie ihn sich die resolutesten Vertreterinnen dieses Personals vielleicht als Ideal denken. Als Klägerin erschien nämlich die Hausbesitzerin Frau Franzista Sch. Dieselbe ist eine blasse, schwächlich gebaute schüchterne Frau, die nur leise spricht und fast bei jedem Wort, das sie wagt, um Entschuldigung bittet, daß es gesprochen ward. Angeklagte war die bei der Klägerin in Dienst gestandene Eleonora Fröschl. Die Anklage stützt sich auf folgenden Vorfall: Am 23. September d. J. stellte Frau Sch. die Angeklagte wegen eines ungerechtfertigten Ausbleibens vom Hause zur Rede und erklärte, daß eine derartige Pflichtverletzung bei Gewärtigung der Dienstentlassung nicht mehr vorkommen dürfe. Die beleidigte Dienstmagd gerieth darüber in große Erregung, ergriff die schwächliche Frau und züchtigte dieselbe in höchst indiskreter Weise in der Art, wie Väter ihre ungezogenen Buben zu bestrafen pflegen, und wie aus einem ärztlichen Atteste hervorging, erlitt die arme Frau dadurch leichte Verletzungen und eine mehrtägige Berufsstörung. Die Verhandlung mußte wegen Vernehmung nicht anwesender Zeugen vertagt werden. * Das bairische„Central=Polizeiblatt“ enthält folgendes, vom k. Untersuchungsrichter in Bayreuth erlassene Ausschreiben: „In der Nacht vom 3.—4. November wurde auf der Bahnstrecke zwischen Neuenmarkt und Kulmbach ein großer Granitwürfel auf die Schienen gelegt, und in Folge dessen der von Hof nach Kulmbach abgelassene Zug, welcher zur Nachtzeit die Strecke passirt, am Weiterfahren gehemmt; man kann es nur einem außerordentlich glücklichen Zufalle zuschreiben, daß nicht unabsehbares Unglück entstanden ist. Verdacht fällt auf einen Burschen, der sich zur kritischen Zeit in der Nähe von Kulmbach herumtreibt, etwa 32 Jahre alt, von starker Statur, bartlos, rothes, volles, stark blatternarbiges Gesicht, ziemlich große Nase hat, norddeutschen Dialect spricht und angab, aus Anhalt oder Mecklenburg zu sein. Er hatte Papiere bei sich, nach welchen er Fabrikarbeiter ist; eines seiner Papiere ist ein von einer Fabrik in Trient ausgestelltes Arbeitszeugniß.“ * Zum Beginn der Winter=Saison empfiehlt ein Fabrikant in Brüssel heizbare Spazierstöcke. Diese Stöcke, sagt er in seinen Annoncen, sind hohl und werden mit einer Flüssigkeit gefüllt, deren chemische Zusammensetzung Geheimniß des Fabrikanten ist, welche aber einen so hohen Wärmegrad entwickelt, daß die Krücke des Stockes mehrere Stunden lang eine angenehme Temperatur hält. Vor dem Ausgehen füllt man seinen Stock, schraubt die Krücke drauf und hat alsdann eine tragbare Wärmflasche, welche den kolossalen Vortheil bringt,— einen Handschuh überflüssig zu machen. * Aus einem amerikanischen Eheleben erzählt ein Newyorker Blatt: In einem schönen Hause im Westend von Newyork lebt ein Ehepaar, dessen Geschichte ein vollständiger Roman ist. Mr. I. M. war zu seiner Zeit Commis in einem Kaufmannsgeschäft in der unteren Stadt und verliebte sich in eine junge Dame, deren Vater ein wohlhabender Kaufmann in der zweiten Straße war, und nach einiger Zeit heirathete das Paar. Aber Beide fanden bald, daß ihre Temparamente nicht zusammen paßten, und nach einer Ehe von 7 Jahren, inwelcher sie 3 Kinoer, 2 Knaben und ein Mädchen hatten, kamen sie auf Grund der Unverträglichkeit ihrer Temparamente im Einverständniß um die Scheidung ein, die ihnen von den in diesem Punkte sehr weitherzigen amerikanischen Gerichten bewilligt wurde. Die Gattin kehrte zu ihrem Vater zurück. Da verlor dieser durch eine unglückliche Speculation sein Vermögen und dies, wie das Unglück seiner Tochter führte ihn zum Selbstmord. Er ließ die Tochter ganz mittellos zurück, und diese hatte nun allein den Kampf um's Dasein aufzunehmen. Sie gab Musikunterricht, stickte für ihre früheren Schulgenossinnen, aber bald wurde ihre Gesundheit so schwach, daß sie sich auf diesem Wege dem Untergange nahe sah. Ihr früherer Gatte hatte nach einigen Monaten wieder geheirathet, und hatte nicht nur seine drei ersten Kinder bei sich, sondern erhielt auch ein Mädchen von seiner zweiten Gattin. Als das letztere zwei Jahre alt war, erkrankte es, und nun gab der Vater ein Inserat in die Zeitungen, womit er eine Wärterin für das kranke Kind suchte, die zugleich die Stelle einer Haushälterin einnehmen sollte. Seine erste Frau las das Inserat und in ihrem Kummer ging sie zu ihrem früheren Mann, und bot sich für die Stelle an. Nachdem dieser sich mit seiner zweiten Frau berathen, wurde die Erstere in den Dienst eingenommen, und sie hatte nun ihre eigenen Kinder und das Kind der zweiten Frau zu pflegen. Dabei wurde sie ganz wie eine Dienerin gehalten, aß mit den anderen Dienstleuten und erhielt wie diese ihren Lohn. Diese fürchterliche Lage hielt sie mehrere Jahre aus. Da wurde die zweite Frau von der Cholera befallen, und als der Arzt ihr erklärte, sie müsse sich auf ihr Ende vorbereiten, ließ sie ihren Gatten und dessen erste Frau an ihr Sterbelager kommen, und bat sie, zum besten der Kinder sich nach ihrem Tode wieder zu vermählen. Und dies geschah, und heute lebt das früher unverträgliche Paar in bester gegenseitiger Anhänglichkeit in dem oben erwähnten schönen Hause im Westend von Newyork. * Eine der zuletzt zu uns herübergekommenen Nummern der„New=York Times“ erzählt ein interessantes Geschichichen von einem Triumphe, den die experimentale Wissenschaft jüngst in Cincinnati gefeiert. Ein dortiger Gentleman legte seine Ergebenheit für die Wissenschaft dadurch an den Tag, daß er sich einundzwanzig Mal hintereinander von einer Biene stechen ließ. Er ließ sich jeden Tag einen Stich versetzen und war so drei Wochen lang beständig im Zustande des„Gestochenseins". Er wollte eine Probe davon ablegen, daß die menschliche Natur im Stande sei, durch Selbstverleugnung der wiederholten Inoculation des Bienengiftes Widerstand zu leisten, und er behauptet, daß er die Probe glänzend bestanden habe. Nach dem zehnten Tage, so sagt er, habe er von den Stichen, denen er sich an den folgenden elf Tagen aussetzte, absolut keinen Schmerz mehr empfunden. Seine Selbstverleugnung lehrt uns also, daß, wenn man sich zehn Tage lang hintereinander täglich einen Bienenstich versetzen läßt, man gegen weitere Stiche und ihre Folgen gefeit ist. Der Werth dieser Erfahrungsthatsache für Alle, welche Bienenstichen ausgesetzt sind, liegt auf der Hand. Alle derartige Personen sollten, sobald sie ernstliche Gefahr befürchten, zehn Tage lang in Gesellschaft von lebhaften Bienen sich einschließen lassen. Nach Ablauf dieser Zeit können sie, vorausgesetzt, daß sie die gegebene Vorschrift streng befolgt haben, mit der größten Seelenruhe ausgehen und sich selbst auf die Nasenspitze stechen lassen. Unser Gewährsmann ist der festen Ueberzeugung, daß dieser erste Schritt praktischer Wissenschaft noch lange nicht der letzte ist. Der kühne Versuchsheld sollte jetzt einen Curs mit den Wespen vornehmen; von diesen könnte er dann zu den Hornissen übergehen, sowol zu den gelben wie den schwarzen. Wahrscheinlicher Weise würden zehn Stiche einer schwarzen Hornisse nicht hinreichen, um ihn unempfindlich für das Gist zu machen. Dieses Insect ist ungefähr vier Mal so groß wie die Honigbiene, und deßhalb dürften wenigstens vierzig Stiche nöthig sein, bis die gewünschte Unempfindlichkeit sich einstellt. Vierzig Tage mit einer Hornisse und sagen wir, dreißig Tage mit einer Wespe würden einem enthusiastischen Forscher mehr als zwei Monate rationellen Vergnügens bereiten; und wollte er den Hornissen und Wespen noch ein Assortiment der verschiedensten Spinnengattungen und einen neumexikanischen Hundertfuß hinzufügen, so könnte er im vollsten Sinne des Wortes einem vergnügten Winter entgegensehen. Später könnte er dann in vorsichtiger Weise Versuche mit Klapperschlangen und andern derartigen Reptilien anstellen, und sollte er auch diese Proben etwas ernsterer Natur glücklich bestehen, dann könnte er am Ende seine Landsleute davon überzeugen, daß einige ordentliche Bisse von einem tollwüthigen Hunde das beste Präservativ gegen die Wasserscheu sind, und so der Menschheit einen unschätzbaren Dienst erweisen. Nach diesen Experimenten dürfte er allgemach in unschädlicher Weise einen solchen Vorrath thierischen Giftes in sich aufgenommen haben, daß er ganz gut zur Offensive übergehen und nun seinerseits andere mit Bissen und Stichen angreifen könnte; es würde sich ihm auf diese Weise die schönste Gelegenheit bieten, seine ehrenvolle und selbstverleugnende Mission zu einem würdigen Abschlusse zu bringen. *[Mittel gegen Heiserkeit.] Man thue in kochende Milch, je nach der Masse den hinlänglichen, gestoßenen Melis=Zuckerkant, füge dann abermals noch der Masse einen Theelöffel oder mehr gute Butter hinzu. Nach gutem Umrühren trinke man hiervon eine Tasse nüchtern und fahre später in kleinen Portionen stündlich damit fort. Brennerei-Erfahrungen aus 35 Brennperioden, die Quintessenz der Branntwein=Brennerei mit besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Steuer= und Lokalverhältnisse in Deutschland und Oesterreich von A. Hamilton. Fünfte vermehrte Auflage. Mit vielen Abbildungen. Leipzig, bei Schmidt& Günther. Preis 4 M. 50 Pf. Hamilton ist ein Techniker, der sich das Studium der Brennerei zur ausschließlichen Lebensaufgabe gemacht hat, seine Erfahrung ist deßhalb die ausgezeichneteste und die Schriften, welche er herausgegeben, zeugen dafür— so auch diese neue Auflage, welche für den praktischen Brenner bestimmt ist und viele schätzoure Anweisungen enthält. Berlin, den 18. November 1875. Bekanntmachung. Drucksachen, denen kleine Muster zur Erläuterung des Textes beigefügt sind. Bei wissenschaftlichen oder technischen Zeitschriften, welche unter Band gegen die ermäßigte Taxe nach dem Gebiet des allgemeinen Postvereins zur Versendung gelangen, ist von jetzt ab die Beifügung von kleinen Stoff= oder Zeugmustern gestattet, insofern die Muster lediglich als unentbehrliche Beigaben zur Erläuterung des Textes dienen. Mit Rücksicht hierauf soll von jetzt ab versuchsweise eine gleiche Erleichterung auch im innern Verkehr Deutschlands eintreten. Ausdrückliche Bedingung ist, daß derartige Muster aus kleinen, dünnen Zeug oder Stoffabschnitten bestehen, welche die Stärke des zu der betreffenden Zeitschrift benutzten Papiers nicht erheblich überschreiten, daß dieselben in keinem Falle die Eigenschaft einer eigentlichen Waarenprobe haben und daß die Sendung selbst— gleich allen übrigen Drucksachen— in jeder Beziehung zur Beförderung mit der Briefpost geeignet sind. Kaiserliches General-Postamt. Großer Holz=Verkauf. Donnerstag den 2. December c., Morgens 10 Uhr, werde ich für die Oeconomen Herren Casp. Korte gen. Hille. brandt und Heinr. Brune zu wraucksen in deren Hofeswaldungen mehrere Hundert Stück sehr langschaftige Eichen, bis zu 2½ Fuß Durchmesser, ein Parzell Eichen=Grubenholz, sowie Buchen=Brandholz zum öffentlichen Verkaufe aussetzen. Das Holz steht an sehr bequemer Abfuhr, an der Chaussee von Menden nach Wickede, 1 Stunde vom Bahnhof Menden und Wickede entfernt. Zusammenkunft Morgens ½10 Uhr bei Wirth Oesterberg in Braucksen. Menden, den 16. November 1875. Gottlob. Den geehrten Bewohnern von Menden und Umgegend hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich in dem Hause der Frau Witwe C. M. Edlerherr eine Strickgarn- und Wollwaaren- Handlung errichtet habe. Ich empfehle: Strickgarne, Hauben, Bashliks, Jacken, Unterhosen, Tücher aller Art, Shawis, Handschuhe, Kragen, Manchetten, Besatzartikel etc. etc. Unter Zusicherung reeller und guter Bedienung bitte ich um gef. Abnahme. Menden. W. Hollmann Hornig. Gute Schmiede=Kohlen, unter Garantie der Güte, von Zeche Borussia und Friedrich Wilhelm, zum Preise von 70 Pf. pro Scheffel, und gute Ofen=Brand=Kohlen Mein Lager in Kunsttafel= und Sprungheerden, allen Forten Befen, Haushaltungs- Sachen und sämmtlichen Eisenwaaren ist wieder aufs Reichhaltigste assortirt, und empfehle selbige Artikel, unter herabgesetzten Preisen, zur geneigten Abnahme. Arnsberg. Wwe. H. W. Kahler. Elste i bau zu haben bei H. Ringelsiep, Bahnhof Menden, Lagerplatz Nr. 13. Für die Winter=Monate November, December, Januar und Februar sind etwa noch 60— 70 Doppelwaggon von Zeche Julius Philipp auf contractliche Lieferung billig abzugeben. Totterie. Ziehung am 13., 14. und 15.Januar 1876. Haupt-Geld-Gewinne: 75,000 Mark, 30,000 Mark, 15,000 Mark. Ganen 375,000 Mark. Loose zu 3 Mark pro Stück sind durch mich und die Herren Agenten zu beziehen. Der alleinige General=Agent: B. J. Dussault in Köln. Weil'sche Dresch-Maschinen sind zu beziehen von Moritz Weil jun Frankfurt a. M. landwirthschaftliche Halle auch durch den Herrn L. Dunkel dortige Gegend der Vertreter. Moritz Weil jun. Wien. Franzensbrückenstraße Nr. 13. in Altena, welcher für Bekanntmachung. Am Dienstag den 30. N vember c., Morgens 11 U soll der von der Wittwe Dahi mann angekaufte Garten am Glock teich in 12 Abtheilungen an O, und Stelle auf mehrere Jahre öffen lich verpachtet werden. Menden, 15. November 1875 Der katholische Schul=Vorstand Papenhausen, Bürgermeister. Creditbank für Stadt u. Amt Mender eing. Genossenschaft. Spareinlagen werden in jeder Hö (jedoch nicht unter 3 Mark) angenon men und mit 4¼% p. a. verzinst Der Vorstand. Ausländische Thaler-Scheine nehmen wir vorläufig nur noc mit 1/3% Verlust. Einzelne und Fünf=Thalerscheine mit 3/3% und Luxemburger mit 1% Menden, 5. November 1875. Treditbank für Stadt u. Amt Menden eing. Genossenschaft. Feinstes Zuckerrübenkraut Aepfel=Gelée, sowie Gerstengrütze zum Wursten empfiehlt billigst Franz Mellmann. Verloren ein der Verkauf einer Brückenwaage. Die in Station 13,5 der HagenWimbener Staatsstraße in Grüne bei Letmathe befindliche Brückenwaage, soll mit der Grubeneinfassung, den Fundamentsteinen und diversem Utensil öffentlich an den Meistbietenden gegen Baarzahlung verkauft werden. Termin hierzu findet an Ort und Stelle am Freitag den 26. November c., Nachmittags 2·. Uhr, statt. Iserlohn, 19. November 1875. Der königliche Kreisbaumeister: Maydenbauer. Dem geehrten Publikum von Menden und Umgegend die ergebene Anzeige, daß mir durch Beschluß der Mitglieder der Kapelle des verstorbenen Musik=Directors Herrn Zänker die Leitung der genannten Kapelle übertragen wurde und halte dieselbe zu Musik-Aufführungen jeder Art hierdurch bestens empfohlen. Hochachtungsvoll Musik=Director. Iserlohn, im November 1875. Anzeige. Im Besitz neuer, sehr schöner Tapisseriearbeiten, Weißwaaren, Etuis, feiner Holzschnitzereien, Korbwaaren u. s. w. empfehle ich diese zur gütigen Abnahme. Viele dieser Gegenstände verkaufe ich zu sehr herabgesetzten Preisen. Auch bringe ich anerkannt gute Sayette, Strumpf- und Nähgarne, Thee, Chocolade u. s. w. in empfehlende Erinnerung. Arnsberg. Fr. Amecke. Annonce. Der Unterzeichnete beabsichtigt, einen Lehrcursus der kaufmännischen Buchführung, verbunden mit Rechnen und Correspondenz, zu eröffnen, und wollen Theilnehmer sich gefälligst melden. Französische und englische Sprache. 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Bei der regnerischen Witterung Besuch schwach, Umsatz ohne Bedeutung. Es galt: Weizen 21,75—21,90 M., Roggen 16—18 M., Hafer 18.50—18,75 M., Futtergerste 14,50—15 M., pr. 100 Kilo, frei hier.