.©feentkr 1874. M 102 SWcnbcn nnb ftrusbfrg, ftrritog bea 25. Dccembcr 1874. 15. Jahrgang. be« kommunal: ro 1875 liegt nad) 36 ber Stäbte*Orb* 3 Zage auf brm gur©inficbt offen. Ztr Slagiftrat: Sulff. infö $ugteid) ZtltgroM f ab gu 7©gr. pro i Abnahme oon 50 Sgr. abgegeben. . Zecember 1874. bet©a$= 2 ln[talt. [e ju Rennen Imtlidjes toisMatt für Mt itttifc Jferloljn unD Irnsbcrg. «rtactier., Xru4 uut»crlaj ton!B. Wietel in IRentcn._ ;g lLw^ •■ §'s 90: s:g 2 S CD er■ <2. O s o i t=s » CD o erh CD ■»»ff erfte Qulität l einzeln 3 1 /* 1 Zßlr., in gäfiern eycl. iroeile Dualität, ein* 2 gl. 1 Zßlr., pro rcl. gl. unb©ebinbe, n J. W. Wolfs ©rüner Seg 89. Zie betreffenben 3n* reffenlen loerben bar* i gemacht, baß bei n Obligationen unb Uebertragungen ober gerungen oon©runb* ii neuer Batafter* igt wirb. läftsftute im§aufe Aütßer ift oom 2. an nicht mehr neben r, fonbern oben im eppe hoch. Reigers, AeCßt«* Anwalt. Pursten! trotfene Damit bei Frankenberg. cltäbüdjcr dje gobtiforbcilcr n bei 33. 91 i e b e l. 1* Berichte. 18. Eecember 1871. | ter terlinet — WUMaiiicu»*«— —»teetfamenttt 100 Dft. neue»®m>. ^ SWlbSl 10tito f«fjirelf« 10»— “ j fflerd». Ce I 10 2«— — j»et äooo 9ft. iJcflnfn». —| WatCiiiten—;$r'fjfu ffiotjin bie Bewerbungen einjureidjeu fmb. 9) Bemertungen.) froüing 33 ranbcnburg. l)35om*$aoelberg, ffitmeinbe*flir^enrath, 2) Reiter ßalcant, 3}ulfant unb Zobtengräber, 3) ca. 30 Zfjlr. jähr= lid), 4) auf breimonatliche fliinbigung, 5) leine, 6) gauj groeifclhaft, non ber lönigl. Diegierung abhängig, 7) bie jutn Salgentreten, ber^anbhabung großer©loden:c. erforberlidje Ärnft unb unanftöbiger 3Banbel, 8)©emeinbeÄirchenrath in®om*^anclberg. l)Sudenn>aIbe, iDlagiftrat, 2)©labtfecretair, 3) 450 Zhlr., 4) auf£eben4geü, 5) leine, 6) ja, 7) Äennlnifje im kommunal= SHerioaltungöroefen, 8) ÜJIagiftrat Süden* roalbe, 9) fofort gu beferen. I)35anforo, flreiS3lieberbarnim, 2lmtä:3Sorftanb, 2)2lntlä* 35oligeibiener unb©cfnngnifsroärter, 3) je 400 Zhlr., 4) —, 5) leine, 6) nicht unmöglich, ba& bie angegebenen fxrirten©ehaltefähe fpäter bei SBenmhntng erhöht merben, 7) Energie, anfehulidie f^igur, niöht aUgu fchlecbte^ianb* fchrift unb be8 Sefen$ tunbig, 8) 3tmtSnor|teher 6 ch in a r h e in ißantoro bei Serliu, 9) möglichft fofort gu beferen, ^robiug Komment. l)9?aitgarb, Urei^auefchub, 2) 5frei#au^fd}u§= Secretair, 3) 300 Zhlr-, 4) auf Sebenjgeit, 5) feine, 6) ja, 7) tic felb'lftänbige Seforgung ber fämmtlichen gecretariatei* unb 9tegiftrnturgefd)äfte nik iforrefnonbeng* unb flalfulatur* Arbeiten, audb mub berfelbe mit ben betreffenben@efc|eu unb Zienftoorfchriften nertraut fein, 8) Sanbrath-jamt gu Dfaugarb. Setaniitumcljuiig. Zie gchlubfrift gur Anbringung oon Acclamationcn gegen bie JRlaffenfteuer* Veranlagung int Breite Oterlotm pro 1875 iDas Hcunionsfrlt ju ^igorijc^c 92oueIle Bon G.$cinrid)8. 10(3d)lnB.) „64 lönnte ber Armen bas§erg brechen", meinte er traurig,„unb ich»«6 niefct, roie ich’4 ihnen mitiheileu foll." „3L>ic lange hat ber Sürgermeifter noch gu leben?" fragte ©Ife, ihren Sdjreden äberroinbenb. „fjöchftenö noch ein halbe« 3 a hr!“ „Aun, bann oertraun€ie nur mir,(gierr Zoctor! e« foü fie nid)t unoorbereitet ftnben." Soeben, 9J?onate roaren oergangen. Zer achtgehnle‘Brümaire bcs 3ahre« 1799 fah Boua* partc rnieber in 35ari«, um bie längft untergrabene Zirecto* rial* Sonftitution über ben Raufen gu roerfen unb ficb mit Öilfe feiner Bajonette am 15. Zecember unter bem Flamen eine« erften Gonful« felbft gum gebieter.ben Aegenten oon graufreich gu erheben. Senige Soeben fpäter, in ben erften Zagen be« neuen 3 abrbunbert« fprengte ein ftqlger frangöfifcher Cffigier burch bie 6traßen oon Sübibaufen. 6r hielt fein bampfenbe« Ao§ por bem^aufe be« 3?alh«= herrn 3iircher nnb je&t ertannten bie 9(ad)barn in bemfelbeu ben gohn bc« 9lath«berrn, 3obhre 1855 geboren fmb, 2. biefe« Alter bereit« Übertritten, aber fid) noch niiht gur Sufterung geftellt haben, 3. fid) gtoar geftellt, über ihre Silitair= Berhältuiffe aber noch leine befinitioe Beftimmung erhalten, unb gegenwärtig im Jtreife gferlohn ihre jpeimat haben, aber ohne in bcmjclbcn geboren gu fein, ober Zomicil gu haben, entiueber al« Zienltboten,£au«* unb Sirthichaftebeamte, ^anblungsbiener unb 2ei)rlinge,.§anbioerfsgefellen unb Sehr* burfchen, gabrilarbeiter ober al« gtubirenbe fich aufhalten, ober in anberen ähnlichen Berhältniffen in ber Sehre, im Zienft, ober in Arbeit ftehen, hierburch aufgeforbert, üch innerhalb ber 3eit Pom 15. Januar bi« gum 1. gebruar 1875 bei bem betreffenben.f?errn Bürgermeifter refp. Amtmann(oon welchen bie Zerntine noch fpecied beftimmt werben) Behuf«©intragung ihrer Aamen in bie Silitair* Stammrolle perfönlich gu melbeu, ober im gafle geitiger Ab* toefenbeit burch ihre©itern, Bormünber ober fonftige Ber* toanbie, ober Brob* ober gabrifherren anmelben gu laffen. Zie außerhalb be«.fireifc« gferlohn geborenen Silitair* pflichtigen haben bie ihr©eburt«jahr nachweifenben Zocu* mtnte unb alle fonftigen Attefte über frühere, in Betreff ihre« Silitair* Berhältniffe« ergangene, Beftimmungen mit gur gtelle gu bringen. Unterlaffcne ober oerfpätete Anmelbung gieljt gegen bie nicht genügeub eutfcbulbigten Silitairpflttigcn itidgt nur ben Berluft ihrer etwaigen Aeclamation«* Anfprüche unb im galle förpeilicber Zienfttauglidjlett ihre fofortige oorgugsweife ©inftcllung in ben Silitairbienft nach fid), fonbern wirb auch nach§ 176 ber begogenen©rfaß=3nftruction uub gemäß ben §§ 10 unb 11 ber^oligeioerorbnung oom 2. Januar 1860 mit einer©elbbuße bi« gu 10 Zhlr. ober mit oerhältniß* mäßiger©efäugnißhait beftraft. 3ferlohtt, 21. Zecember 1874. Zer königliche Soubrath: Do er weg. 3fcrlohn, 21. Zecember 1874. Mmutuiadjiing. Zer§err gabrif*3nhaber©Dmunb B ö i n g gu 8 i m b u r g ift bei Ablauf feiner gnnction«geit als Borftehcr*gteUoertreier ber gtabtgemeinbe Simburg oon Der stabtocrovbuetcn- Ber* fatnmlung gu Simburg am 10. b. S. auf bie uächfie fed)«= jäßrige Bcriobe wiebergewählt. Zrittnen war alle« ftill wie im©rabc;©Ife hatte Sort gehalten unb Sutter unb Zod)ter auf bie Anlunft bes hohl= äugigen©afte«, auf be« Batcr« Zob, oorbereitet, fie waren fütt ergeben uub neigten in Zemuth ihr$aupt unter©otte« ^aob. Zer?)ürgermcifter hatte fdjon feit mehreren Soeben ba« Bett nicht mehr oerlaffcn fönncn,— er fülfite jeßt woßl felber ben glügelfchlag Pc« Zobes, ber ißn beutlid) genug umraufebte.©r war gefaßt, wenn er auch tiod) gern bei Den geinen geweilt, nod) gern fich itjrer Siebe erfreut hätte. Zer ZoD ift unerbittlich gegen feine Beule. gie befauben ficb Alle in be«.firanleit 9latje, er geigte jeßt mit ben leßten Sinuten be« Beifammenfein«. Za würbe bie Zhür bc« Aebengimmer« rüdfiihtslo« unb geräufchooll aufgeriffen unb ein flirrenber geßritt ßikbar. Bertha eilte etfdjredt Hnaus uub ftanb goßanne« 3>' rc Ö cr/ bem frangöfifcheu Dffigier, gegenüber. gie erlanntc iljn auf ber gtelle, tonnte jebod) nidjt mehr guriid. „Sic tommt biefe« häßliche Bilb hierher?" fragteer, frech auf fie gutretenb. gie mußte, baß er fie bamit meinte; manlcub h«lt fie fid) an einem gefiel. „So ift SabenioifcDe Bertßa, meine oerlobte Braut?" fragte er weiter. Za fühlte fie ihren Sutl) gurüdtchren. „Sprechen gie leifer", eriuibcrte fie,„in ber Hammer liegt ein gterbenber." „Bielleicht ber alle Zollfuß?" gie niclte. „Sag er meinetwegen ruhig fterben", fuhr goljanneä ungcbulbig fort", icb will meine Braut fehen." „Bertha ftetgt uov 3h ,lcu"/ oevfeßte fie mit wunbevbarer Auhc. Ziefe Siebermahl hat t>eute auf©runb be«§ 38 ber 2anbgemeinPe= Drbuung oom 19. Särg 1856 meine Beitäti* gung erfahren. Zer königliche Sanbratf): Doerweg. ** Seil)nad)teit 1873 unb 1874. ©« ift gewiß nicht uninterejfaut, fich alljährlich am Scihnacbtsfefte im©eifte um 12 Sonate gurüdguoerfeßen nnb nachguforidjen, ob ba« gurüdgelegte 3aßr weife benußt mürbe oon ben Aegierungcn unb Böllern, ob Diefelben auf ber Bahn be« gortfcbrilte« ein gtüd gurüdgelegt, ob fie bem 3iele ißre« fpecieHen gtreben« ein gtüd näher gelommen. Sir wollen mit bem gübmefien©uropa« beginnen: Za« flönigreidt Bortugal wirb nach wie oor beherrfdjt oon ber gurcht oor ber Ännerion burch gpanien, obwohl biete©efabr jeßt gewiß nicht oov birZßür fteßt. Aegierung unb Bolt finb Dort heute, wie oor 12'Sonaten entidjloffen, bie Uuabhängigleit Des SanDc« unter allen Umftäuben auf* reefct gu erhalten. Db ba« gange Boll auch bann noch biefein ©ntjchluffc treu bleiben würbe, wenn e« Spanien gelungen wäre, eine liberale, confolibirte Aepublil gu werben, baß wollen mir Dahin geftellt fein lajfen. 3u Gnbe be«!873 ftanb noch ber Aepublilauer ©aftelar an ber Spiße Spaniens, burch Denen An* ftrengmigen mieber Zi«ciplin in bie Armee gebracht unb bie rothe gnfurrcction in©artagena befiegt worben war. Zroß biefer Grfolge ftanb aber©aftelar’« Sturg beoor. Seine gemäßigte Haltung hatte bie rabicale Sehrljeit ber©orte« gegen ihn aufgebracht unb al« biefe cinberufer. würben, würbe fein Sturg au«gefprod)cn, welcher UmftanD jebod) oon ben©onferoatio*©onfiitutioneCen unb gortßbrittlcm benußt würbe, bie©orte« gu fprengen unb eine Aegierung au« Sännern ihrer Bartei eingufeßen. Zer carliftiidje Aufftanb währte bamal« nod) in ungefcbwächter Hraft fort; Dafür aber mar e«©aftelar gelungen, bie wegen Guba’« unb in golge ber Birginia*Affaire brohenbe ßriegsgefahr oon Seiten ber norbameritauiidjen Union gu beteiligen.— Zie heutige fpanifdje Aegierung ift rein confcroatio*liberal; fie bat ba« fortfdjrittlicbe©Icment au« fid) gnnglich entfernt; Sarichall Serrauo fteht an ihrer Spiße, Der oor einem gaßre noch fich im Gril befanb. Zie oon©aftelar be* gonnene SieberherfteHung ber Armee ift oon biefein ©ouoernement weiter geführt, bie Aube im gnnern oott* ftänbig hergefteHt worben. Zer carliltiichc Aufftanb geht jeßt enblid) feinem©nbe entgegen. Serrauo felbft hat ben Oberbefehl über bie bebeutenb oerftnrlte Aegierungsarmee übernommen. Zie Aegierung tdjeint bie’Sonarcbie nicht mieber bcrftellen, ebenfomenig aber bie Aabicaleu an’« Auber laßen gu wollen. Aad) oollftänbiger Aiebermerfung ber©arliften fotleu bie©orte« berufen werben, um über bie Aegierungsiorin gu entfebeiben. Zer größte©rfolg ber Ser* rano’jcbeii Bolitit befteht jeboch in ber erfolgten Aiterlcnnuitg ber niabriber Aegierung bureb bie meiften Sachte. Aur Anßlanb oerblicb in feiner 3urüdba(tuug.— Zie cubaiiifcbc unb bie Birginia* grage lebt aber mieber auf, wie Die Gr fuhr gurüd unb brad) bann in ein fcbaüenbe«©e* läcßter aus; Bertha hob flehnib Die.pänbe gu ihm empor. gn biefem Augenblide erfdjien Zoctor'Silbrecbt in ber offenen Zhür bcS Sohugimnter«, mährenb oom Hranlcn* gimmer au« bie Biirgermeifterin unb©Ife fich auf ber Schwelle geigten unb erfeßredt auf bie Scene febauten. „Sa« haben Sie tfi« ä» fndjeit, mein.öerr?" fragte ber Zoctor ruhig, inbem er auf Bertha gufeßvitt uub fdjiißenb ben Arni um fie legte. ,§alb bewußtlos febmiegte fie fid) an feine Bruft unb fliifierle:„Gberßarb, fdjiißen Sie mich oor feiner Aobhcit." Sic hatte ihn nie bei Dieiem Aanien genannt, ein fcligc« ©efiihl burchichauerte bcs Zoctor« Bruft, fefter brüefte er fie an ficb. „Ah, am©nbe hat fid) biefe« Brautpaar jeßt genmben?" lachte goßanne« mit freiem Spott,„nun, bas freut mich, ich gratiilire unb fegne bie Blattern, welche ein Baun gelöst, ba« mir Doch icßoii längjt gur gefiel geworben, feitbem bie greiheitsgöttin fid) in eine langweilige beutidjc gnngfrau oerwaitbelte. Zie Setaniorphofe, feßte er mit graufamem ^oßne h>0J u* freilich jeßt noch braftifdjec uub ab* jdjredenber geworben;— ich gratulire gu biefer Braut, mein jjerr Zoctor!" ©r lacbte nod) einmal laut auf unb ocrlicß fpornflirrenb ba« 3l mmer Alan hörte fein freche« Sachen nod) auf ber Zrcppe. Bleich, ooD Scham, wie oor fid) felber oernidjtet, richtete Bertha fid) jeßt auf unb wollte fich be« Zoctor« Arm entwinben. ©r aber(fielt fie feit u.tb fragte leifc:„Zarf bas Sort biefe« frechen Senfdjen Sahrßeit werben, Berlßa? Darf id) biefe.fjaub für’* gange Sebeu beßalten, Zid) meine geliebte Braut nennen?" jüngfle©otfdwft be«©räfibenten(9 raut beweift, utib brr ©erluft Gnba’S für Spanien fcheiut ntd)t vergütet werben )U föimen. granf reich tjat non allen©Wählen mol am weuigiten Urfacbe, mit ben©rrungenfehaften be« orrfloffeuen 3 a hre« jufrieben ju fein,©Bcber bie Regierung, nod) irgenb eine ©artei ift ihrem 3'*^ näher gefommen.©or 12 Monaten hoffte©Hac©Wafton, ba& qlcid) nad) Neujahr bie conferontioe©Majorität ber©lationaloerfamiitluiiq if)r©Bort ein* löfen unb feine ihm für 7 Sabre anoertraute©crnalt organi» firen werbe, Allein biefe Hoffnung war eine eitle. Heute hofft©Mac'iWahoii nod) immer; er t>at aber jeftt nod) weit weniger AuSficht, feinen©Bunfd) erfüllt ju leben, als bn= mal«. Die Nepublifaner hofften oor einem 3abre, ba& bie Unutöglid)feit, bas eeptennat ju organiftren unb bie©Ho» nardlie ju reftauriren, bie balbige©ritnbung brr beftiritioen Sepublif itnoermeiblid) wacben würbe. Allein^cutc begen fte biefe Hoffnung nod) immer. Die Segitimiften ftanben ©nbe 1873 icbeinbar nod) auf Seiten©Mac©Mahou'S, beule haben ibm bie©Weiften ben Süden getebrt unb hoffen nod) immer auf bie Dbronbefteigung be« Sou, ber politifd) tobt ift für alle 3*it« R- 3)' e örleaniften buben^eute nod) weniger Hoffnung unb AuSfidjt als oor einem 3abre. Die Au«» lebten ber©onapartiften bagegeu fiub geftiegen; it)r Anhang unter ben Säuern bat jugenommen. Die Dinge ftebeu fo» nad) in granfreid) im©anjen unb©roften nod) auf bem» felben glede wie©nbe 1873. 3n Selgien^at fi mit©Ife in« Äranfenjimmer 3 urücf: gejogen, fie waren erftaunt, gerührt, tief er)'d)üttert. ©eoor ber jlranfe bie nötbige ütufflärung über ben ftörenben©efud) empfangen, trat ber Doctor£anb tn£anb mit©ertba an fein©ett. „©ater!" fpracb©rfterer,„feguen Sie 3^« Äinber; bereu^erjen ficb foebeu juni ewigen©unbe gefunben." Sie{nieten nieber, ber©iirgermeifter legte feine jittern» ben Jpänbe auf iftr^iaupt unb fprad) leife:„Segen für (Such,— nun mag©ott mid) rufen, wenn er will, ich bin bereit, ba mein böd)fter unb fdjönfter ffiunfd) auf©rben in ©rfüllung gebt!" ältn nächften Slorgen war ber©ürgermeifter Dollfuft entfd)lafen. 3ur felben Stunbe fiel ber greibeit«baum auf bem Stepbanu«plabe um unb warb aud) nicht wieber aufgerid)tet. 10. Drei 3°h« maren feit jenem für Deuifdjlanb fo fdbmadb: oollen Seunionefefte in SSühlbaujeu oergongen. 9lm meiflen®runb mit beu©rlebniffen be« orrfloffenen 3abrc« jufrirben ju fein haben bie Sdbweij unb Deutfeh» lanb, bie beibrn getreuen Oaffer.gefäbrten auf bem firchen» politifeben Jtrieg«fd)aupla|e.©nbe 1873 faben bie liberalen Schwerer uod) mit©angeu ber©olf«abfti>umung entgegen, welche im Saufe be« 3 a b re 3 1874 über bie grage ber ©unbe«reoifion abgebalten werben foQte. feilte nun haben bie Schwerer ben glänjenben Sieg ber liberalen 3bec bereit« hinter fid) unb arbeitet man bort rüftig an ber Durchführung be« groben SScrfe«, welche« bie Schweb 3 U einem wahren Siufterftaale 31 t machen beftimint ift. ©or 12 Sionateu waren bie politifeben Parteien Deutfd)» lanb« oon ben beoorftebenben Seich«tag«wablen oollftäubig in Änfprud) genommen,.ßciilc ift mit bem bamal« gewäbl» ten Seichsiaae bereit« oiel unb©rofte« ooQbracbt worben, wa« tbiil« jur Stärtung be«©atcrlanbe«, tbeil« flur gort» fiibrung ber inneren©utmidcluug bient. Sehr©Sichtige« feil biefer Seidjstag im 3 Q nuar nodb ooDbringen.©or einem gaftre badjte Sicmanb bnian, baft Deulfcblanb ben Seid)«» fanjlcr balb oerliercu fönne..§mle wiffen mir, baft bie ßugcl eine« S.'eucbclmörbcr« iftn um ein|>aar töbtlid) ge» troffen, baft er einen Scbenbubler batte, ber nad) feinem Sturje ftrebte, uub baft auch ben giirften bie Suft, bie 3ügel be« Staate« nieberjulcgeu, ai^umanbclti oermag. I>eutf^rr'JieidjStog. Sind) bie lr|tcii Stunben, welche beit Seich«tag im laufenben 3 a b« am 19. oereinigten, würben oon©Ifaft» Sotbriugifchcr Seite nod) ju ülageliebcrn benuht. 3" öer britten©eratbung be« reid)«länbifd)en§au«balt« ergriff bei bem Uuterricht 8 ctat unerwarteter©leife ber üibg. Simoni« ba« äBort, nachbem bie©Ifaft»Solbringifchen Deputirten fid) wäbrenb ber ganjeit bisherigen©eratbung ihre« Saubecbau«» halt« oon aller Siitbetbeiliguug fern gehalten batten. 3 m lebten Süugenblide nun fud)te ber genannte Slbgeorbnete ben ©ewei« ju führen, baft ba« Seicb«lanb be« obligatorifcben Schulunterricht« nicht bebürfe unb baft nach ber ungerechten Entfernung ber echulbrüber unb Sd)ulfd)wefiern oon einer ©erbefferung be« Sebrerftanbe« feine Sebe fei. Sebner be» jeidjuete al«©runb iür ba« gernbleiben ber reich«länbifchrn ©bgeorbnelen oon ber©orberatbung be«©tat« bie ihrer Säufid)t nad) nicht begrünbete©ompeten; be« Seid)81ag8, einen folcheu©tat aufjuftellen. Sie batten überbie« auf biefe Dbeiluabnie auch beftwegen oerjichtet, weil fie oorau«» feften fonittcu, mit iftren Slnfichteu in ber Slinorität ju bleiben. Der Slbg. Sabfer erwiberte bem Sebner, baft mit folcheu allgemeinen Sebenearten ficb in einer©ubget» beratbuug leiber nicht« anfangen laffe, uub baft bie im Seid)*tage befinblidjen©lfäffifd)en’ilbgeorbncten mit ihrer Spaltung im©runbe nicht« Ülnbere« trieben al«©rotefipolitif. Dann aber hätte ber Sebner wenigften« coufeguent bleiben unb ficb feine©etbeiligung an ben©erftanblungen erfparen follen.— hierauf mürbe ber©tat faft einftimmig an» genommen unb nach©rlebigung einiger©elilionen bie Siftung bi« Donnerelag, ben 7. 3anuar 1875 oertagt. JloJiliscJjt|lac||ri^ifn. Da« fleiue©efchwaber, welche« bie Seich«regierung be» fannllid) in golge ber©rmorbuug be«^auptmann« S d) in ib t jur 2 Babrung ber beutfehen 3 ntf reffen nach ber fpanifchen ftüfte fdiitfte, hat bie ihm geftelllen itufgaben in burchau« befncbigenber ÜBeife gelöft. Da«©efd)wabcr bat fid) jeber ©inimfchuiig in bie inneren Angelegenheiten Spanien« ent» halten, uub mit 2 lu 8 nabme be« fleinen 3 n,*i t benfall« bei ©uetaria, wo e« oon ben©arlifien gereijt würbe, feinerlei Aiilaft ju fnegerifeber Slacbtentfaltung gehabt. Da«©cifpiel, welche« bie Seich«regierung bureb©iitfenbung be«©efebwa» ber« nad) ber Santabrifchen fliiftc gab, ift befanntüd) auch oon anbcreu@roftmäd)lcu, iianientlich granfreich unb©itg» lanb, uachgeabmt unb baburch auch bie Uebermitteluug ber beu©arlifteii auf Sdjiffen jugebenben Ärirg«ccntrebanbe er» febwert unb faft unmöglich gemad)t worben. Durch ihr taftooQe« unb fiebere« Auftreten halten fid) bie beutfehen Sd)iff«mannjd)aften nicht nur bei ben Spaniern, fonbern ©Heber war ber grüblirg in«Sattb gejogeu, wieber war eö SJärj geworben unb juft am Sage jene« gefte«, am 15. war’«, al« ein bleicher junger©laiiu tu öfterrctd)ifd)cr Sol» baten»Uniform, mit einer blutrotbeit Aarbe auf ber©Bange unb ben liitfen Arm in ber©inbe burd) bie Straften ber Stabt©lüblhaufen idjritt. grei bliefte er bie©orübergehenben, weldje iftm oerwun» bert na©onferenj be«©istftum«©afel befdlloft bie Aufhebung be« Domcapitels in Solothurn unb bie Siqui» bation be«©i«tl)um«»©ermögen«. ©raf Arnim»©opftenburg jeigt folgcnbermaften feinen Amtsantritt an:„Nadjbeni Seine©(ajeftät ber Aönig mittelft AUerhödifter Drbre 00 m 7. December c. aller» gnäbigft geruht hoben, mid) Jtim Obcrpräftbenten ber©ro» oinj Schifften ju ernennen, bin id) heut ift birfc« Amt ein» getreten. Die©et)örben unb©ewohner ber©rooinj bitte ich um baSjenige©ertrauen, beffm icb jur Erfüllung meiner Aufgabe bebarf. Alle meine flräfte werbe ich hem©Bohle unb©ebeihen Schlefien« wibmen. SreSlaii, beu 19. De» ceniber 1874. Der Dberpräfibent ber iprooinj Schlefien: ©raf Arnim." Der©ifeftof©Jlartin oon©aberborn ift jum 5.3anuar noch©erliu oor ben©erid)tehof für fird)licbe Augelegniheiten gelabcn worben. Der Arnim’fdhe©rojeft wirb auch in©ari« noch ein Nadftpiel oor beu Sdjranfen be«©ericht« jur golge hoben. Die Auslagen be« parifer©otfcbaftSperfonal« oor bem ber» liner Stabtgerid)t finb, foweit fte fid) auf franjöftfche©er» hältniffe bejogen, oon ber parifer©reffe in lehr feinbfeligem Done erörtert worben. 3 n«befonbere würbe brr©otfebaft«» rath oon Hofftet« jum©egenftanb heftiger Angriffe ge* iiifld)t, bie fogar im„3ournal be« Debat«" eine Stüfte fauben.©Bie mir erfahren, beabfichtigt£ err o.)g)plfiein bieferhalb Schritte ju tl)un unb namentlich ba« eben genannte einflufereichf©latt für feine 3 nu«tioen jur©eiantwortung jiehen ju laffen.©Bie man übrigen« glaubt, ftedt hinter biefen©Wanöoern in ber©reffe Siemanb anber« al« H srr Dhier«, ber iibrr bie Enthüllungen be«©rojeffe« begreif» lichermeife fehr wenig erbaut ift.©8 tönnle bemnad) feht wohl ber gall eintreten, baft bie bisherigen intimen©e» jictjungen ber beutfehen©otfdiafi ju bem ehemaligen©räft» beuten in golge ber leftten©organge eine etwa« fiihlerc gorm annchmen, obwohl e§ ffte* mit©enuglhuung bemerft worben ift, baft Hm Dhier« auf ber am greiiag ftatt» gehabten erften Sori 6 c be« gürften H°^ cn lohe jugegeii ge» wefen ift.©Ba« ben©inbrud ber biplomatifchen Enthüllungen auf bie franjöfifchen©arteien anlangt, fo entfpvecbcn bie hi« eingetroffencu©eridjte ben©rwartuugen ooHfommen. Die fogenannte couferoatioe©artei ift fcie eiujige, welche ftch burd) bie oeröffentlichteu Schriftftiide in feiner©Beife unan» genehm berührt fühlt unb fogar eutfchloffeit ift, biefelben jum AusgangSpunfte weiterer Agitationen ju benuften. 3 R ber Umgebung be«©Warfcball«»©räfibenten macht man fo oiel al« möglich gute©Wiene 311 m böfen Spiele. 3 m® ers fehr mit ben©tertretern be« Auslaube« gibt man ber Au» fchauung Ausbrud, baft gürft©iSmard eine grofte patrio» lifdje Demonftration im eigenen Sanbe habe machen wollen, ohne babei an bie Schwierigfeiten ju beiden, bie für granf» reid) barauS entftchen föitnten.©Wan bebauert bie©ut= 3m nächften Augenblide fianb Elfe oor ihm, bleich uub bebenb. Sie warf nur einen©lid auf fein burch bie blutrothe Sarbe enlftelite« Autlift unb ftürjte bann mit bem Ausruf: „Sonrab, mein lieber©enrab!" an feine©ruft. Die Siebe hatte ihn fogleidj erfannt unb ber 3urüd» gefehlte, ber für Deutfchlanb« Gftre gefämpft unb in geiitbe«» blut bie einftige Schmach getilgt, fühlte mit feliger©ewift» heit, baft biefe« H«j ihm treu geblieben unb feine©Buuben jebeS©lichteramt unnötpig machten. Al« ber erfte Sturm ber©efühle fid) gelegt, als bie Siebenben ihr H«J gegenfeitig au«gefd)ültet unb©onrab Alle« erfahren, wa« währenb feiner Abwefcnhcit fid) ju» getragen, ba gingen fie paitb j„£ an b nQ^ bem griebhofe, um am©rabe be«©roftoatcrS ihren©unb ju erneuern unb ben Segen be«©erflärlen auf fid) h«abjuflehcn. ©Ba« fümmerten fte bie erftaunten©lide ber©orüber» manbelnbeu, wa« ber Spott ber graujofenfreunbe, fte hatten fid) miebergefunben burd) bie Sühne unb waren feft oereinigt für« ganje Sebcn burch beu Segen bes©roftoater«, burd) bie©Bunben, welche©onrab im flampfe für Deutfeh» lanb fid) errungen hatte. Unb al« fie nun auch an be«©ürgermeifter«©rabe fnieten, ba fdfien e« wie ein heftig«« Omen fie ju umwehen, baft bie©aterftabt nicht für immer oerloren fei bem beutfd)en ©aterlanbe! Arm in Arm nahte fid) in biefem Augenblide ein ftifle« ©aar, ba« erftaunt beim Anblid ber flnicenben an biefem ©rabe ftef)cn blieb. „©onrab!©Ife!" rief©ertl)a unb jog beit©atten unge» ftüm mit fid) fort. ©8 war ein heü>0«* JBiebcrfehen, ein freubiger©unb beutfeher£« 6* 11, bie fid) burch©lacht unb Dob gefunben hüllungen, aber man tröstet sich damit, daß der Urheber derselben eigentlich nicht die Absicht gehabt habe, der französischen Nation einen Streich zu spielen. In diesem Sinne hat sich dem Vernehmen nach auch der Herzog v. Decazes an betreffender Stelle geäußert. Die„Berliner Volks= Zeitung" schreibt: Die von dem Grafen Arnim hinterlegte Caution von 100,000 Thalern wurde am 21. d. zurückgezahlt.— Einem uns zugehenden Gerüchte zufolge, das wir mit allem Vorbehalt mittheilen, würden weder der Staatsanwalt Tessendorf noch Graf Arnim gegen das am Sonnabend publicirte Urtheil die Appellation einlegen. Sowohl dem Bischof von Münster als dem von Hildesheim ist wegen ihrer Weigerung, die Pfarreien in Xanten und Goslar zu besetzen, das Gehalt gesperrt worden. WGesttälisch-Bheinisches. Lippstadt. Ein neunzehnjähriger Zimmergeselle stürzte im trunkenen Zustande fünfzig Fuß hoch vom Neubau der hiesigen katholischen Kirche und starb am zweiten Tage nachher bewußtlos in Folge der Gehirn=Erschütterung, ohne daß man eine erhebliche äußere Verletzung hätte wahrnehmen können. Unten in der Kirche betrunken angetroffen, wurde er vom Zimmermeinter entlassen und vom Bauplatze entfernt. Trotzdem bestieg er ohne Wissen des Meisters den Bau und verunglückte so. Lennep. In der Nähe von Wermelskirchen schnitt vor einigen Tagen ein Vater, ohne zu merken, daß sein Kind die Hand darunter hatte, demselben mit einem Hack=Brodmesser vier Finger ab. Aus den Kreisen Iserlohn— Arusberg. Menden. Sicherem Vernehmen nach hat die königliche Regierung den Präses des hiesigen katholischen GesellenVereins, Herrn Rector Kösters, aufgefordert, als Mitglied dieses Vereins und des hier bestehenden katholischen LeseVereins auszuscheiden, weil seine Stellung als Rector der hiesigen höheren Stadtschule sich mit der Mitgliedschaft genannter Vereine nicht vertrage. Herr Rector Kösters hat in Folge dessen die Mitgliedschaft genannter Vereine aufgegeben und damit selbstredend seine Function als Präses des katholischen Gesellen=Vereins niedergelegt. Ueber den Nachfolger desselben verlautet noch nichts Bestimmtes, und soll der Vicepräses, Herr Graveur Kissing hier, die Leitung der Vereinsgeschäfte vorläufig übernommen haben. □ Menden. Am 21. d. M. wurde durch den hiesigen Gensdarm ein Dieb verhaftet, welcher mit kühnem Griffe in der Nacht vom 20. auf den 21. dem Wirthe Johann Spindeldreher zu Breitenbruch bei Arnsberg 2 Pferde aus dessen Stalle entwendet und sich damit über Arnsberg, Neheim, Hüsten nach hier begeben hatte, um dieselben zu veräußern. Hier keine Gelegenheit zum Verkaufe findend, wandte er sich nach Langschede und Unna, um dort einen Abnehmer zu ermitteln. Aber die Nemesis erreichte ihn schon längst vor letzterem Orte auf der Wilhelmshöhe, als er im Begriffe war, das letzte Barrièregeld vor Schluß des Jahres dort zu entrichten. Der Bestohlene hatte nämlich am Morgen kurz nach 4 Uhr seine beiden Pferde im Stalle vermißt und war der aufgefundenen Spur derselben nach hier gefolgt.— Der Dieb, welcher die That sofort einräumte, und auch den Schafdiebstahl bei Herrn Bering zu Beringhof ausgeübt zu haben gestand, gab sich als ein Schäfer Namens Heinrich und innig vereinigt blieben in Liebe und Freundschaft bis zur letzten Stunde ihres Erdendaseins! Siebenzig Jahre sind seitdem vergangen,— eine neue Zeit ist angebrochen für Deutschland, eine wunderbare glorreiche Zeit, von der wir so lange geträumt, die unsere Dichter herbeigesehnt in Trauer und Schmerz. Auch Mühlhausen wird wieder dem Reiche angehören, von dem man es so listig getrennt, und mit gerechtem Stolze dürfen die Söhne auf das alte Vaterland blicken, auf das neuerstandene ruhmreiche, weitgebietende deutsche Kaiserreich! Schiene aus Oestereiden im Kreise Lippstadt zu erkennen. Derselbe soll im August v. J. nach verbüßter mehrjähriger Strafe wegen Diebstahls aus dem Zuchthause zu Münster entlassen sein. Arnsberg. Sonntag=Abend, den 20. d. M., feierte der hiesige kameradschaftliche Verein in dem großen Saale des Rathhauses das Fest seiner Fahnenweihe. Der Saal war in äußerst sinniger und geschmackvoller Weise in einen Tannenwald umgeschaffen. Aus den grünen Zweigen heraus blickten die patriotischen Decorationen: die Bilder unseres Kaisers und Kronprinzen, kleine und große Fahnen in den Reichs=, Landes= und Stadtfarben, sowie die militairischen Embleme: Waffen aller Art, in geschmackvoller Weise gruppirt.— Auf einem Tische in Mitten zweier großer brennender Weihnachtsbäume lag die neue Fahne des Vereins: ein Kunstwerk prachtvollster Stickerei, allseitig die größte Bewunderung erregend.— In diesem Festlokale versammelten sich gegen 8 Uhr die Kameraden sowie die geladenen und eingeführten Ehrengäste in großer Anzahl.— Den Anfang der Feier machte der Gesang des Quartetts des Vereins, welches, aus den tüchtigsten Kräften bestehend, schon so oft zur Hebung der festlichen Stimmung beigetragen hat.— Darauf hielt der Vereinshauptmann Herr RegierungsRath Winzer die Weiherede. Er wies in schwungvollen zu Herzen gehenden Worten auf die doppelte Bedeutung unseres heutigen Festes hin: Weihnachtsfeier und Fahnenweihe; wie nun der deutsche Krieger unter dem friedlichen Glanze des Christbaumes zugleich ein patriotisches Fest begehen könne, und er schloß mit Worten des Dankes an alle Diejenigen, welche dem Verein zur Beschaffung der Fahne so hülfreiche Hand geleistet hatten.— Es begann demnächst die nach militairischem Gebrauche übliche Nagelung der Fahne. Die Vertreter unserer höchsten Behörden, ein Veteran aus den Freiheitskriegen, Mitglieder des Vereins selbst schlugen einen Nagel in die Fahnenstange und begleiteten den Schlag mit einem bedeutungsvollen Weiheworte.— Nach der Nagelung wurde das Banner hoch empor gehoben und der Vereinshauptmann wies nun in kräftigen Worten auf die Bedeutung der Fahne für den Verein hin.„Wie auf der einen Seite die preußischen Farben mit dem Reichsadler prangten, so läge darin die Mahnung zur unverbrüchlichen Treue an Kaiser und Reich; aber die andere Seite der Fahne in den blau=weißen Stadtfarben mit dem Provinzialund Stadtwappen fordere auf zur Liebe und Anhänglichkeit an die engere Heimat, zur Hegung ächter Bürgertugenden. Treue zum Kaiser, Liebe zur Heimat, das sei fortan die Devise unseres Vereins. Schwören wir beides und laßt uns die Gefühle unseres Dankes unserem theuren Kaiser, der uns das Tragen dieser herrlichen Fahne huldvoll gestattet hat, in einem kräftigen Hoch austönen!!!“— Ein Gesang des Quartetts schloß den feierlichen Act der Fahnenweihe. Manches patriotische, beherzenswerthe Wort wurde noch gesprochen. Es folgten Toaste auf die Kaiserin, den Kronprinzen und Bismarck. Von den Ehrengästen nahm zuerst Herr Ober=Staats=Anwalt Dütschke das Wort, um im Anschluß an das von ihm gesprochene Weihewort:„Friede ernährt, Unfriede verzehrt, die Vereinsgenossen an ihre Pflichten zu gemahnen: stets im besten Einvernehmen in Freud und Leid zusammenzuhalten. Dann werde der Verein stets eine Zierde unserer Stadt, eine Freude seiner zahlreichen Gönner sein!“— Den Dank der Gäste für die Einladung sprach Herr Pfarrer Bertelsmann aus.— Die katholische Geistlichkeit war trotz erhaltener Einladung nicht erschienen. — Der gemüthliche Theil der Feier wurde wesentlich gefördert durch eine Verloosung von Geschenken, welche die Kameraden des Vereins mitgebracht hatten, und wobei es nicht an allerlei scherzhaften Vorkommnissen fehlte.— Ueberhaupt stieg die Fidelität bei der vortrefflichen Bewirthung unter Absingen allgemeiner Lieder von Stunde zu Stunde.— Wer diesem Feste beigewohnt, muß sich sagen, daß es eine patriotisch erhebende und zugleich gemüthliche Feier war, er muß dem kameradschaftlichen Verein in Arnsberg den Wunsch eines kräftigen Gedeihens zurufen, und daß er noch oft solche Feste feiern möge, wie die diesjährige Fahnenweihe und Weihnachtsfeier.— Die Liebe zum Kaiser und Vaterlande, die in diesem Vereine gepflegt wird, muß auch in unserer Stadt noch gute Früchte tragen. Du, der mit Gütern reich bedacht, Schmückst heute Deinen Weihnachtsbaum, O, wie sich Alles freut, und lacht: Du denkst an Deiner Kindheit Traum! Wie herrlich strahlt der Kerzen Licht Und zeigt die Gaben rings umher; Doch in die Hütte dringt es nicht, Der Armuth Tisch bleibt dunkel, leer. Du, der mit Gütern reich bedacht, Sieh' rings um Dich der Kinder Schaar, Wie jubelnd in der Weihenacht Sie danken ihrem Elternpaar; Wie glücklich selbst ob eitlem Tand, Trotz all' dem eitlen Ueberfluß: Des Armen Kind mit leerer Hand Hat kaum das Sehen zum Genuß. Du, der mit Gütern reich bedacht, Willst schmücken Deinen Weihnachtsbaum? — Geh' hin, wo Armuth schaffend wacht, Und gieb der edlen Regung Raum. Dann glänzt Dein Christbaum sonnenklar, Denn jede Kerze ist ein Stern, Der wärmt und leuchtet wunderbar, — Du thatest nach dem Wort des Herrn. Theater. Das seit einigen Wochen hier bestehende Theater wurde anfänglich freudig begrüßt und war die Theilnahme seitens des hiesigen als auswärtigen Publikums eine derartige, wie wir sie hier selten bei andern vorübergehenden Gesellschaften gefunden haben. Wenn auch die früheren Vorstellungen ganz leidlich gegeben worden sind und wir uns einer speciellen Recension darüber enthalten wollen, so verdient doch die gestrige Aufführung eine scharfe Kritik. Die gegebene Posse:„Das liederliche Kleeblatt oder Lumpacii Vagabundus“ muß, wenn sie nur in etwa genügend gegeben wird, Effect machen. Die gestern dargestellten Bilder fielen aber sammt und sonders in einer solchen Weise aus, daß wir es wirklich nicht begreifen können, wie die Direction Hr. F. G. Lundt das Publikum mit solchem richtigen „Tingel Tangel“ ennuyiren kann. Ein gehöriges Pfeifen und Zischen wäre am Platze gewesen. Abgesehen von der Weglassung eines großen Theils des Stückes und Hinzusetzung einer tüchtigen Portion Unsinn, so daß dasselbe gar keinen Sinn hatte, waren trotzdem die einzelnen Rollen mit wenigen Ausnahmen so schlecht einstudirt, daß die Situation für die Zuschauer sogar peinlich wurde. Sehr unangenehm ist es, wenn in einem Stück von ein und derselben Person zwei ja drei Rollen, in Ermangelung anderer Kräste, übernommen werden müssen. So z. B. waren die Rollen laut Programm wie folgt vertheilt: Fortuna, Frau Lange, Hannerl, Fr. Niedlich, statt dessen sah man Fräulein Lundt, die außerdem noch Camilla zu spielen hatte, auch diese 2 Rollen ausführen. Ferner figurirten Frau Nidolfi, Frau Lundt, die Herren F. Lundt, Camillo und Carlo unter ihren richtigen als auch je einem auf dem Theaterzettel fingirten Namen als Fräulein Koppe, Herr Behrends u. s. w. Solche Metamorphosen in ein und demselben Stück müssen unbedingt vermieden werden. Herr R. Lundt aus Dortmund wurde vergebens auf der Bühne erwartet. Von den in dem Programme enthaltenen 14 Personen traten in Wirklichkeit nur 8 auf. Wofür denn nun dieser schreckliche Schwindel? Etwas läßt man sich schon gefallen, aber es darf nicht übertrieben werden. Wir wissen ja jetzt zu genau, wie die Gesellschaft bestellt ist; dieselbe macht sich ja schließlich nur zu lächerlich! Um auf das Spiel der Einzelnen noch einzugehen, so sei erwähnt, daß die Rollen der Herren: Nidolfi als Zwirn, Camillo als Knieriem und Carlo als Sepperl zu den reinsten Carikaturen gemacht wurden, denen auch jede Natürlichkeit fehlte. F. Lundt als Hobelmann kann man allenfalls passiren lassen, jedoch hätte derselbe etwas mehr Sorgfalt bei Anlegung der Garderobe verwenden können, was Herr Camillo sich auch namentlich noch zu merken hat. Der bekannte Kunstfreund.. spielte, wenn auch etwas trocken, noch mit am Besten; sein theatralisches Talent tritt immer mehr zu Tage und ist die Gesellschaft zu dieser famosen Acquisition zu beglückwünschen. Frau Nidolfi als Laura und Leonore, sowie Frau Lundt als Frau v. Palpeti führten ihre kurzen Partien leidlich durch; letztere hat in den früheren Vorstellungen stets gut gefallen, indem ihr sicheres Auftreten als auch die richtige Simulation in verschiedenen Scenen einen guten Eindruck gemacht haben. Fräulein Lundt als Fortuna, Camilla und Hannerl führte ihre Rollen auch nicht, wie gewohnt, durch; nur die Kellnerin Hannerl gab sie in einer etwas ansprechenden Weise. Fräulein Lundt muß das selbstgefällige Lächeln bei ernsten Scenen vermeiden, sowie auch nicht allzu kokett auftreten. Im Uebrigen verräth dieselbe wol Spiel und ist dabei eine recht angenehme Bühnenerscheinung. Im großen Ganzen genommen mar das Ensemble das schlechteste, was je hier gegeben worden ist. Warum bleibt die Direction nicht bei kleineren Possen, Schwänken, Lustspielen 2c., die bis jetzt doch in etwa angesprochen haben, ja sogar einige nichts zu wünschen übrig ließen? Bei dem kleinen Personal, was Herr Lundt in Wirklichkeit nur aufzuweisen hat als auch wegen der beschränkten Bühne, ist er nicht im Stande, größere Stücke in befriedigender Weise zur Aufführung zu bringen. Wir hoffen, daß derselbe für die Folge in der Wahl der Stücke vorsichtiger ist, indem es ihm sonst schwer fallen würde, ein zweites Abonnement unterzubringen. Menden, 21. December 1874. X Bekanntmachung. Herr Banquier Samuel Roth= schild in Berlin übersandte mir heute 25 Thaler mit der Bestimmung, 5 Thaler an das hiesige Krankenhaus und 5 Thaler an den Frauen=Verein(zu Händen des Frl. Lillotte) zu zahlen, und den Rest von 15 Thalern zur Anschaffung und Vertheilung von Kohlen an städtische Arme zu verwenden. Dieses schöne Weihnachts=Geschenk bringe ich hiermit dankend zur öffentlichen kenntniß. Menden, 24. December 1874. Der Bürgermeister: Papenhausen. Getrocknete Zuckerbirnen, Aepfel, Vordeaux-Pflaumen sowie feinstes Aepfel-Gelée empfiehlt zur gefl. Abnahme Franz Mellmann. Die activen Mitglieder vom „Männerchor“ werden freundlichst ersucht, sich Sonntag den 27. d., Nachmittags 4 Uhr, im Vereinslocale einzufinden. I. A.: W. Kißmer, Schriftführer. Für Hemer und Umgegend! Abonnements auf sämmtliche im In= und Auslande erscheinenden Zeitschriften nimmt entgegen F. Tolle, Buchbinder in Hemer. Auflage 4500. Central-Volksblatt für den Regierungs=Bezirk Arnsberg erscheint wochentlich 3 mal, am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Eine regelmäßig mit der Samstagsnummer erscheinende Beilage ist namentlich für die Aufnahme von UnterhaltungsStoff bestimmt. Tendenz: Katholisch. Preis pro Quartal 15 Sgr., wenn das Blatt durch unsere Boten frei in's Haus gebracht, oder durch die Post bezogen und bei derselben abgeholt wird. Soll der Briefträger das Blatt in's Haus bringen, so erfolgt ein Zuschlag von 2½ Sgr. Arnsbera. Die Expedition. Bekanntmachung. Es wird beabsichtigt, am ersten Februar 1875 für sechsunddreißigtausend Mark iserlohner Stadtobligationen, die dreihundert Mark zu dreizehneinhalb Mark jährlich verzinslich auszugeben. Diejenigen, welche Geld zu diesem Zwecke ausleihen wollen, werden gebeten, schriftlich dies bis zum zehnten Januar 1875 dem Magistrate anzuzeigen. Iserlohn, den 23. December 1874. Der Magistrat: Hülsmann. Freitag den 25. December (1. Weihnachtstag): Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Schauspiel mit Gesang in 5 Akten von Schäffer. Zur besonderen Nachricht für das auswärtige Publikum: Samstag den 26. December, Nachmittags 5 Uhr: Berliner Windbeutel, oder: Moderne Gründer. Große Posse mit Gesang in 3 Akten von Kalisch und Conradi. Ende 7 Uhr genau. Sonntag den 27. December: Auf mehrfachen Wunsch: Die Grille. Ländliches Charakter=Gemalde in 5 Acten von Charlotte Bira=Pfeiffer. Die Direction. Gesellschaft Gemüthlichkeit. Samstag den 2. Januar 1875, Abends 8 Uhr: „Vortrag über Zweck u. Nutzen des Vereins.“ Um zahlreiches Erscheinen ersucht Neuwalzwerk, 28. December 1874. Der Vorstand. Theater in Hemer. Im Lokale des Herrn Hellmann. Samstag den 26. December, Abends 8 Uhr: Berliner Windbeutel. Große Posse mit Gesang in 3 Akten von Kalisch und Conradi. Die Direction. Erhielt mehrere Ladungen feinsten Silber=Sand zum Streuen, den ich zur Abnahme bestens empfehle. Preis pro Scheffel 10 Sgr. ab Kohlenlager. H. Peus. Berlin, den 18. December 1874. Bekanntmachung. Erlaß einer neuen Postordnung. Zu dem Gesetze über das Postwesen des deutschen Reichs vom 28. October 1871 ist auf Grund des§ 50 desselben unterm 18. December eine neue Postordnung erlassen worden, welche am 1. Januar 1875 in Kraft tritt. Die bisherigen Bestimmungen haben im Wesentlichen folgende Abänderungen erfahren: 1) das Meistgewicht einer Drucksache ist auf ein Kilogramm ausgedehnt, 2) zu einer Begleitadresse dürfen nicht mehr als fünf Packete gehören; 3) die Angabe des Werths einer Sendung muß in der Reichsmarkwährung erfolgen; 4) unfrankirte oder unzureichend frankirte Postkarten werden nicht abgesendet; 5) Drucksachen dürfen auch in offene Briefumschläge(Couverts) gelegt zur Beförderung gegen die ermäßigte Taxe eingeliefert werden; 6) unter einer Umhüllung dürfen fortan auch Drucksachen von verschiedenen Absendern versendet werden, die einzelnen Gegenstände dürfen aber nicht mit verschiedenen Adressen oder mit besonderen Adreßumschlägen versehen sein; 7) die als außergewöhnliche Zeitungsbeilagen zu versendenden Drucksachen dürfen fortan einzeln bis zu zwei Bogen stark sein; 8) die Versendung offener Karten als Drucksachen gegen die ermäßigte Taxe ist nur in der Form von Postkarten und Bücherzetteln zulässig; 9) der für die Uebermittelung von Geldern durch Postanweisung zulässige Meistbetrag ist auf 300 Mark erhöht worden. Die Erhebung des Geldbetrages bei der Postanstalt am Bestimmungsorte muß, sofern der Betrag nicht durch den bestellenden Boten überbracht wird, spätestens innerhalb sieben Tage erfolgen; 10) Postvorschüsse dürfen auf Einschreibsendungen(recommandirte Sendungen) jeder Art entnommen werden; 11) der für die Einziehung von Geldern durch Postauftrag (Postmandat) zulässige Meistbetrag ist auf 600 Mark festgesetzt. Aufträge über höhere Beträge werden als unbestellbar behandelt; 12) bei Eilsendungen(Expreßsendungen) hat der Absender den die Eilbestellung betreffenden Vermerk durch Unterstreichen hervorzuheben. Den Eilboten werden Packete ohne Werthangabe bis zum Gewichte von 5 Kilogramm, sowie Sendungen mit Werthangabe bis zum Betrage von 300 Mark und bis zum Gewichte von 5 Kilogramm zur Bestellung mitgegeben; 13) die Bezeichnung:„poste restante“ lautet künftig:„Fostlagernd“;„recommandirt":„einsoreiven“;„per express“:„durch Eilboten"; „Postmandat":„Postauftrag.“ Die bisherigen Tarifbestimmungen haben folgende Abänderungen erfahren: 14) Es beträgt das Porto a) für Drucksachen, welche unter der Adresse bestimmter Empfänger zur Post gegeben werden, auf alle Entfernungen bis 50 Gramm einschließlich 3 Pfennige, über 50 bis 250 Gramm einschließlich 10 Pf., über 250—500 Gramm einschließlich 20 Pf., über 500 Gramm bis 1 Kilogramm 30 Pf.; b) für Drucksachen, welche als außergewöhnliche Beilagen solcher Zeitungen und Zeitschriften, die durch die Post bezogen werden, zur Einlieferung gelangen, für jedes einzelne Beilage=Exemplar ¼ Pfennig. Eine Ermäßigung bei Einlieferung größerer Mengen ündet nicht statt; 15) das Porto für Waarenproben beträgt ohne Unterschied der Entfernung und des Gewichts 10 Pfennige; 16) die Gebühr für Zahlungen mittelst Postanweisung beträgt bis 100 Mark 20 Pfennige, über 100—200 Mark 30 Pfennige, über 200—300 Mark 40 Pfennige; 17) die Postvorschußgebühr beträgt für jede Mark oder jeden Theil einer Mark 2 Pfennige, mindestens aber 10 Pfennige; 18) für die Eil=Bestellung von Postsendungen nach dem Landbestellbezirke einer Postanstalt werden mindestens 50 Pfennige erhoben; 19) für die Bestellung der gewöhnlichen Packete im Ortsbestellbezirke wird erhoben: I. bei den Postämtern a) für Packete bis 5 Kilogramm einschließlich 10 Pfennige, b) für schwerere Packete 15 Pf.; II. bei den übrigen Postanstalten a) für Packete bis 5 Kilogramm einschließlich 5 Pfennige, b) für schwerere Packete 10 Pfennige. Gehören zwei oder mehr Sendungen zu einer Begleitadresse, so wird für jedes Packet der Satz von 5 Pfennigen, jedoch im Ganzen mindestens so viel, wie für eine einzelne Sendung im Gewicht über 5 Kilogramm erhoben; 20) an Orten, wo Briese mit höherer Werthangabe als 1500 Mark und Packete mit Werthangabe durch die bestellenden Voten im Ortsbestellbezirke ausgetragen werden, kommen zur Erhebung: a) für Briese mit Werthangabe über 1500 bis 3000 Mark 10 Pfennige, über 3000 Mark 20 Pfennige; b) für Packete mit Werthangabe: die Sätze für Briefe mit Werthangabe; wenn aber der Tarif für die Bestellung der gewöhnlichen Packete höhere Sätze ergiebt, diese letzteren. 21) Alle Sendungen, welche an Einwohner im Orts= oder Landbestellbezirke der Aufgabe=Postanstalt eingeliefert werden(ausschließlich der gewöhnlichen Briefe), unterliegen denselben Taxen(einschließlich der Bestellgebühren), wie die mit den Posten von weiterher eingegangenen gleichartigen Sendungen mit der Maßgabe, daß, soweit bei den Taxen die Entfernung mit in Betracht kommt, stets der für die geringste Entfernungsstufe bestimmte Satz angewendet wird; 22) das Zeitungsbestellgeld beträgt für jedes Zeitungsexemplar jährlich: a) bei Zeitungen, welche wöchentlich einmal oder seltener bestellt werden 60 Pfennige; b) bei Zeitungen, welche mehrmals, aber nicht öfter als einmal täglich bestellt werden, 1 Mark 60 Pf.; c) für die amtlichen Verordnungsblätter 60 Pfennige; 23) die Porto=Stundungsgebühr beträgt monatlich 5 Pfennige für jede Mark, mindestens aber 50 Pfennige; 24) ungestempelte Formulare zu Postkarten, nicht mit Freimarken beklebte Formulare zu Postanweisungen und PostPacket=Adressen, Formulare zu Postaufträgen(Postmandaten), sowie zu Postbehändigungsscheinen werden zum Preise von 5 Pfennigen für je 10 Stück, Formulare zu Postkarten mit Rückantwort zum Preise von 5 Pf. für je 5 Stück verabfolgt, 25) der bei Berechnung des Portos für außergewöhnliche Zeitungsbeilagen, der Postvorschußgebühr und des Zeitungsbestellgeldes im Gesammtbetrage sich etwa ergebende Bruchtheil einer Mark wird nöthigenfalls auf eine durch 5 theilbare Pfennigsumme aufwärts abgerundet. 26) Für diejenigen Staatsgebiete, in welchen bisher die Gebühren nach dem in der Süddeutschen GuldenWährung festgesetzten Tarise erhoben worden sind, kommen noch folgende Festsetzungen in Betracht: Die Gebühren sind festgesetzt worden: a) für Postkarten auf 5 Pfennige und für Postkarten mit Rückantwort auf 10 Pf.; b) für Postauftragsbriefe auf 30 Pf.; c) für die Eilbestellung von Postsendungen im Ortsbestellbezirke auf 25 Pf. bez. 50 Pfennige; d) für Ueberweisung von Zeitungen auf 50 Pfennige; e) für die Bestellung von Briefen mit Werthangabe bis 1500 Mark im Ortsbestellbezirke auf 5 Pfennige; f) für Bestellung von Briefen mit Werthangabe, Packeten mit und ohne Werthangabe, Einschreibpacketen und Post= Anweisungen nebst den zugehörigen Geldbeträgen nach dem Landbestellbezirke auf 10 Pfennige; g) für die von den Landbriefträgern auf ihren Bestellungsgängen eingesammelten portopflichtigen Einschreib=Sendungen, sowie für Packete, Post=Anweisungen und Briefe mit Werthangabe auf 5 Pfennige. Die sämmtlichen vorstehend unter 14 bis 26 aufgeführten Gebührensätze sind in Mark und Pfennigen der Reichswährung ausgedrückt. Kaiserliches General=Postamt. Passende Weihnachts-Geschenke! Nähmaschinen aller Systeme, f. Hand= u. Fußbetrieb, - und Wringmuschinen, Dampfwaschkessel, sowie Leinenmangeln und Bügeleisen für HolzkohlenGleichzeitig mache ich aufmerksam auf mein gut assortirtes LAGER schwerer Schneider= u. Schuhmacher=Nähmaschinen, alle Sorten Oefen, Kochmaschinen, Sprung=, Tafel= und Petroleum=Heerde, Decimal= und Tafel=Waagen, Kinderwagen, Gewichte, emaillirte und verzinnte Kochgeschirre, feine Lampen, Sturm- und feine Taschenlaternen unter Versicherung billigster und reellster Bedienung. Bestellungen auf landwirthschaftliche Maschinen deutscher und englischer Fabrikate werden schnell und bestens ausgeführt. C. Vietze. Weil’s neue Hand-Dreschmaschine, ganz von Schmiedecisen, amerik. 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Redaction und Verlag des„Westfälischen Telegraphen.“ Gestempelte Eisenbahn=Frachtbriefe wieder vorräthig bei W. Riedel. Die Kaiserl. und Königl. Hof- Chocoladen-Fabrik von Gebrüder Stollwerk in Cöln übergab den Verkauf ihrer vorzüglichen Fabrikate in Menden Herrn Franz Mellmann, in Hemer Herrn D. Hoeborn. Bekanntmachung. Das Auf= und Abladen der auf dem hiesigen Bahnhofe für die EisenIndustrie ankommenden und abgehenden Güter soll für den Zeitraum vom 1. Januar 1875 bis dahin 1876 am Dienstag den 29. c., Abends 6 Uhr, bei Wirth H. Kissingan einen qualificirten Unternehmei verdungen werden. Lendringsen, den 24. December 1874. Jos. Düllmann. auf das 1. Qua pro 1875 wolle Amtli Unter Bezugna 60 der Militair=Er der Polizeiverordn diejenigen männlick 1. im Jahre 2. dieses Alt zur Must 3. sich zwar aber noch und gegenwärtig i ohne in demselben entweder als Die Handlungsdiener burschen, Fabrika oder in anderen Dienst, oder in? innerhalb der Zei 1875 bei dem bei mann(von weld werden) Behufs E Stammrolle persör wesenheit durch ih wandte, oder Bre Die außerhalb pflichtigen haben mente und alle ihres Militair=Vi zur Stelle zu brir Unterlassene nicht genügende den Verlust ihrer Falle körperlicher Einstellung in den nach§ 176 der b §§ 10 und 11 de mit einer Geldbu mäßiger Gefängn Iserlohn, m Herne. Wi auch hier Verkäu demselben hatten eingefunden und Heimwege, den ihnen bei dem Thür ein ihm m beigehen kurz bemit seinem Gewe nung, dasselbe se dem Mädchen so nach kurzer Zeit der Bergmann r Gewehr abgedrü sein, Letzteres se Trier. Sa Militair und Ci bestattet, auf der Mumbauer ar 1870 71 im Ga hat, ohne jemals Regiments rettet auch in demselbe feindlicher Reiter seiner Schwadro tersburg und hö tairischen Festlich zur Einweihung Er besaß außer II. Classe, sow Offizier, den er heraushieb, vere wackere That M mann aber auf über ihn schließ Bahre und leg Dankbarkeit no Brust. Schließ Leben des versto er auf dem T 1870—71“ er schmetternden 5 welche die Festl da eilt plötzlich freudig auf ihn ihm dann beide täusche mich nick Der freudig ers wie ihm gescha Kopfe, und er meister wieder Beilage zu Nr. 103 des Westfälischen Telegraphen. Menden und Arnsberg, Dienstag den 29. December 1874. Redaction, Druck und Verlag von W. Riedel in Menden. Bestellungen auf das 1. Quartal des„Wesisalischen Telegraphen“ pro 1875 wolle man gefälligst bald machen. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die Bestimmungen der§§ 59 und 60 der Militair=Ersatz=Instruction vom 26. März 1868 und der Polizeiverordnung vom 2. Januar 1860 werden alle diejenigen männlichen Personen, welche 1. im Jahre 1855 geboren sind, 2. dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, 3. sich zwar gestellt, über ihre Militair=Verhältnisse aber noch keine definitive Bestimmung erhalten, und gegenwärtig im Kreise Iserlohn ihre Heimat haben, aber ohne in demselben geboren zu sein, oder Domicil zu haben, entweder als Dienstboten, Haus= und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder als Studirende sich aufhalten, oder in anderen ähnlichen Verhältnissen in der Lehre, im Dienst, oder in Arbeit stehen, hierdurch aufgefordert, sich innerhalb der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar 1875 bei dem betreffenden Herrn Bürgermeister resp. Amtmann(von welchen die Termine noch speciell bestimmt werden) Behufs Eintragung ihrer Namen in die MilitairStammrolle persönlich zu melden, oder im Falle zeitiger Abwesenheit durch ihre Eltern, Vormünder oder sonstige Verwandte, oder Brod= oder Fabrikherren anmelden zu lassen. Die außerhalb des Kreises Iserlohn geborenen Militairpflichtigen haben die ihr Geburtsjahr nachweisenden Documente und alle sonstigen Atteste über frühere, in Betreff ihres Militair=Verhältnisses ergangene, Bestimmungen mit zur Stelle zu bringen. Unterlassene oder verspätete Anmeldung zieht gegen die nicht genügend entschuldigten Militairpflichtigen nicht nur den Verlust ihrer etwaigen Reclamations=Ansprüche und im Falle körperlicher Diensttauglichkeit ihre sofortige vorzugsweise Einstellung in den Militairdienst nach sich, sondern wird auch nach§ 176 der bezogenen Ersatz=Instruction und gemäß den §§ 10 und 11 der Polizeiverordnung vom 2. Januar 1860 mit einer Geldbuße bis zu 10 Thlr. oder mit verhältnißmäßiger Gefängnißhaft bestraft. Iserlohn, 21. December 1874. Der Königliche Landrath: Overweg.— Wcesttälisch- Bheinisches. Herne. Wie an vielen Orten unserer Gegend fanden auch hier Verkäufe von gebrauchten Schießwaffen statt. Zu demselben hatten sich mehrere Bergleute aus der Umgegend eingefunden und auch einige Gewehre gekauft. Auf dem Heimwege, den sie kurz nach 2 Uhr antraten, kam einer von ihnen bei dem Hause eines Oekonomen vorbei, vor dessen Thür ein ihm wohlbekanntes Mädchen stand, das er im Vorbeigehen kurz begrüßte. Zum Abschiede wollte er scherzweise mit seinem Gewehr ein Zündhütchen abdrücken, in der Meinung, dasselbe sei ungeladen. Aber ein Schuß ging los und dem Mädchen so unglücklich durch die Brust, daß dasselbe nach kurzer Zeit eine Leiche war. Wie man vernimmt, soll der Bergmann vorher schon mehrfach Zündhütchen auf dem Gewehr abgedrückt haben und so zu dem Wahne gekommen sein, Letzteres sei nicht geladen. Trier. Samstag wurde, unter großer Theilnahme von Militair und Civil, hier ein Husaren=Wachtmeister zur Erde bestattet, auf den die preußische Armee stolz sein dürfte: Joh. Mumbauer aus Simmern, der in den Kriegen 1866 und 1870 71 im Ganzen 17 Schlachten und Gefechte mitgemacht hat, ohne jemals verwundet zu werden. Die Standarte des Regiments rettete er im Jahre 1866 bei Helmstedt, wie er auch in demselben Treffen einen Offizier aus einem Haufen feindlicher Reiter heraushieb. 1872 war er als Deputirter seiner Schwadron zu dem Georgsordens=Ritterfest nach Petersburg und häufig in gleicher Eigenschaft zu anderen militairischen Festlichkeiten commandirt, zuletzt noch am 9. August c. zur Einweihung des Winterbergdenkmals bei Saarbrücken. Er besaß außer mehreren Ehrenzeichen auch das eiserne Kreuz II. Classe, sowie den russischen St. Georgsorden. Jener Offizier, den er bei Helmstedt aus den feindlichen Schaaren heraushieb, verehrte ihm bei Lebzeiten ein Bild, welches jene wackere That Mumbauers verherrlichte; als der treue Kriegsmann aber auf dem Pacadebette lag und sich eben der Sarg über ihn schließen sollte, da trat jener Offizier heran an die Bahre und legte seinem Lebensretter als letzte Gabe der Dankbarkeit noch einen vollen Lorbeerkranz auf die treue Brust. Schließlich sei noch einer schönen Episode aus dem Leben des verstorbenen, wackeren Kriegsmannes gedacht. Als er auf dem Winterberge vor dem„Deutschlands Helden 1870—71“ errichteten Nationaldenkmal stand und eben die schmetternden Klänge der Weber'schen Jubel=Ouverture, welche die Festlichkeit harmonisch abschloß, verklungen waren, da eilt plötzlich ein Oberst der baierischen Chevauxlegers freudig auf ihn zu, schaut ihm scharf in's Gesicht und streckte ihm dann beide Hände entgegen mit den Worten:„Ja, ich täusche mich nicht, Sie sind's! Grüß' Gott, deutscher Kamerad!“ Der freudig erschrockene Wachtmeister wußte erst gar nicht, wie ihm geschah. Dann aber dämmert's auch in seinem Kopfe, uno er erkennt in dem Obersten jenen baierischen Rittmeister wieder, dem er bei Helmstedt die schon eroberte Standarte seines Regiments wieder entrissen. Das Wiedersehen der ehemaligen beiden Feinde Angesichts des die großen Erfolge des Jahres 1870/71 verkörpernden Denkmals war für Beide tief ergreifend. Jener Oberst war der damalige, nunmehr wegen des bekannten Vorfalls aus dem baierischen Kriegsdienst geschiedene Commandeur des in Saargemünd garnisonirenden baierischen Chevauxlegers=Regiments, Frhr. v. Egloffstein. Aus den Kreisen Iserlohn— Arnsberg. &a Limbura. Ueber den Neu=Oeger Bergwerks= und Hütten=Aktien=Verein wird ferner berichtet: Während der Verein pro 1872/73 15 pCt. Dividende vertheilt, hat er im verflossenen Jahre nur mit Verlust gearbeitet. Derselbe beziffert sich der Bilanz zufolge auf 49,590 Thlr. 21 Sgr. 4 Pf., doch sind darin 18,663 Thlr. 15 Sgr. Verluste enthalten, welche die Gesellschaft dadurch erleidet, daß sie contractlich gebunden ist, Kohlen und Roheisen vom 1. Juli 1874 bis zum 1. Januar 1875 noch zu den im Herbste 1873 abgeschlossenen hohen Preisen abzunehmen. Weitere Verluste erwachsen dem Etablissement in dieser Beziehung nicht mehr. Die Werke waren in Folge der ungünstigen Conjunctur nur theilweise beschäftigt, namentlich war dies hinsichtlich der Draht= und Blech=Werke der Fall, da diese Branchen sich ganz besonders als wenig rentabel erwiesen. Die Neubauten wurden der schlimmen Geschäfts=Verhältnisse halber eingeschränkt. Hochofen Nr. 2, dessen Betrieb am 15. Juli 1873 nach mehr als dreijähriger ununterbrochener Thätigkeit wegen Reparaturbedürftigkeit eingestellt worden, wurde am 18. October 1874 wieder angeblasen. Die daran vorgenommenen Verbesserungen berechtigten zu der Hoffnung, daß derselbe mit der Zeit im Stande sein wird, täglich 60,000 Pfd. zu liefern; Hochofen Nr. 1 fabricirt täglich 42,000 Pfd. Die Roheisenproduction ist bis 1. April verkauft. DrahtAufträge liegen bis Ende Januar vor. Immobilien und Bergwerke stehen mit 727,149 Thlr., Maschinen und Triebwerke mit 272,663 Thlr., Waaren und Materialienvorräthe mit 160,099 Thlr., Werkgeräthe sowie Hütten= und Bergwerksutensilien mit 120,434 Thlr. zu Buche. Das AktienCapital beziffert sich auf 1,200,000 Thlr. Die Schulden betragen 263,112 Thlr., die Forderungen 148,510 Thlr. □ Arnsbera. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, dem Regierungs= und Medicinalrath Dr. Pappenheim hierselbst den Charakter als Geh. Medicinal= Rath zu verleihen. * Einem Correspondenten der Londoner„Times“ ist es gelungen, in Baden=Baden eine Spielhölle ausfindig zu machen, in welcher Roulette und Trente=et=Quarante in der alten Weise, nur mit ausgewählterem Publikum, weiter getrieben wird.„Der Spielsaal,“ so schreibt er,„liegt nicht in der Stadt selbst, sondern in der nächsten Nachbarschaft, ungefähr zehn Minuten per Wagen von dem Cursaal entfernt. Der neue Cursaal liegt in einem unscheinbaren Gebäude, und Tausende gehen vorüber, ohne seine Existenz zu ahnen. Sein Besitzer, ein aller Sprachen kundiger Fremdling von hoher Abkunft und übrigens untadeligem Charakter beehrt Baden nur während der Saison mit seinem Besuche. Seine Thüre steht Jedem offen, aber nur der Empfohlene dringt über die Schwelle in's Innere. Kein geheimnißvolles Zeichen, kein Losungswort ist erforderlich. Ein gewöhnlicher Zug an einer gewöhnlichen Schelle, und die Thüre fliegt auf. Ein wie ein Gentleman aussehender Pförtner steht vor dem Eintretenden; kennt er ihn oder einen seiner Begleiter, so geht der Weg durch zwei als Garderobe oder Toilettenzimmer dienende Vorgemächer in das Heiligthum des Spielgottes. Fehlt aber die nöthige Empfehlung, so wird der Pförtner mit der kältesten Heiterkeit dem Fremdlinge sagen, daß das Spiel seit zwei Jahren in Baden=Baden aufgehört hat. Die Spielhölle selbst besteht aus zwei in einander lausenden Zimmern, sehr behaglich eingerichtet, obgleich etwas klein. Die Spiegel sind mit Spielreglements bekiebt, ein Zeichen, daß Damen hier keinen Zutritt erhalten; die Unterhaltung ist lebhaft und geistreich; von der nervösen Aufgeregtheit, welche in den früheren öffentlichen Spielsölen bemerkbar war, ist keine Spur zu entdecken. Trotz der großen Anzahl von Engländern beschränkt sich das Trinken auf Selterswasser, obgleich: Champagner und Johannisberger ebenfalls zu haben wären. Viel baares Geld ist nicht zu bemerken. Wahrscheinlich verachtet man den Anblick desselben als Anreizungsmittel für gewöhnliche Sterbliche. Das ganze Spiel wickelt sich mit Marken ab, deren niedrigste einen Werth von sechs Sh.(—2 Thlr.) und deren höchste 75 Pfd. Sterl. (= 500 Thlr.) darstellt. Jeder Ankömmling wechselt sich beim Pförtner sein Geld in solchen Marken ein und erhält beim Fortgehen seinen Markengewinnst ohne Weigerung in preußischen Staatsscheinen wieder umgewechselt. Es hat das Markenspielen(so bemerkt der„Times"=Correspondent) für die Bank einen großen Vortheil, indem es zum hohen Setzen anreizt. Mancher, der ohne Anstand die kleinen Werthzeichen auf das Roulette wirft, würde sich sehr bedenken, wenn er denselben Betrag in Gold in der Hand hätte. Am besten kommt bei diesem System der Pförtner weg, dem gegenüber es dem Gewinnenden auf einige Marken nie ankommen wird. Die Gesellschaft in den Sälen war ausgesucht; wenn es keine gekrönten Häupter da gab, so fanden sich dafür alle Rangstufen vom Prinzen bis zum Baron. Die Croupiers waren eben so steif und ceremoniös wie ihre Collegen vor 1872 und sprachen das„Messieurs, faites le jeu— le jeu est fait“ mit derselben Regelmäßigkeit aus. Der höchste Satz beim Trente=et=Quarante war nominell 120 Pfd. Sterl. (= 800 Thlr.); doch ward auch oft der doppelte Betrag erlaubt. Ich glaube(so schließt der Berichterstatter) BadenBaden von dem Vorwurf allzu großer Solidität gerechtfertigt zu haben.“ * Blücher in Hamburg.] Der alte„Marschall Vorwärts" hat unsere Stadt zweimal besucht; das erste Mal unter sehr trüben Verhältnissen. Im Jahre 1806 lebte nämlich der damalige Generallieutenant von Blücher als Kriegsgefangener der Franzosen in Hamburg. Zehn Jahre später, besuchte er als Gast die ihm liebgewordene Hansestadt, wo er mit unendlichem Juvel bewillkommnet und gefeiert wurde. Am 15. September 1816 war es, als dem alten Feldmarschall zu Ehren auf dem Heiligengeistfelde eine große Heerschau der ganzen bewaffneten Macht Hamburgs abgehalten ward. Blücher, nunmehr Fürst von Wahlstadt, sprach sich lobend über die stattliche Bürgerwehr und die kriegsgeübten Feldtruppen aus, und nahm dann an einem Frühstück im Zelte Theil, obwohl ihn noch andere Festmahlzeiten am selben Tage erwarteten. Eine seiner Tischnachbarinnen erbat sich als Andenken ein ganz kleines Federchen aus dem Federbusch des Fürsten, und dieser gewährte die Bitte lachend; sofort aber äußerten sämmtliche anwesende Damen denselben Wunsch, den der galante Marschall nicht abschlagen konnte, so daß der arme Federbusch fast bis auf den Eisendraht geplündert wurde. Nur eine weiße und eine schwarze Feder ließ man sitzen und in dieser Gestalt gelangte der Schmuck des wackeren Feldherrn, des Ehrenbürgers unserer Vaterstadt, in das Museum hamburgischer Alterthümer, wo er noch heute gezeigt wird. * Ein Herr Stanz aus Plagwitz bei Leipzig will in Meiningen eine Fabrik von Bausteinen nach einem neuen Verfahren errichten. Nach diesem Verfahren würden auch im Winter die Bauarbeiten nicht unterbrochen, weil die Steine so construirt werden, daß der Mörtel gänzlich in Wegfall kommt, ebenso wird der innere Abputz erspart und äußere beliebige Ornamente gleich am Steine angebracht. Die nach diesem Systeme errichteten Gebäude lassen sich sehr rasch herstellen und sind sofort bewohnbar, was für manche Stadt von besonderer Wichtigkeit wäre. Eine Erinnerung. Am Krankenhause ging ich vorbei, Da saßen im Schatten der Krieger zwei, Jüngst standen sie feindlich im blutigen Streit, Jetzt waren sie Freunde und sangen Beid'. Der Ein' ein östreich'scher Jäger war, Der hielt zwei Krücken, des Fußes baar Es kämpfte der And're im preußischen Heer, Dem hing ein Aermel im Mantel leer. Ein Dritter stand fern mit verzerrtem Gesicht, Gern hätt' er gesungen, er konnt es nicht, Bei Königgrätz in der heißen Stund' Schlug ihm eine Kugel die Zung aus dem Mund'. Ein deutsches Volkslied sangen die Zwei, Es wurde mir wohl und wehe dabei, Wie Blitze flog's über des Dritten Gesicht, War's Schmerz oder Wuth, ich weiß es nicht. Die uralte Weise, sie drang so rein Wie Frühlingsgruß mir in's Herz hinein, Doch wie ich die Drei hab' angeschaut, Sind Thränen mir in den Bart gethaut. Wilhelm Wagener. Denkt an die Vögel! Das verdient Beherzigung, besonders jetzt, nachdem ringsum die Schneedecke einer prächtigen Winterlandschaft die Nahrung bietenden Fluren den Vögeln entzogen hat. Die gefiederten Wald= und Feldbewohner haben ihre bisherigen Aufenthaltsorte, da sie kein Futter finden können, verlassen müssen und schaarenweis bewohnte Gegenden aufgesucht, um ihren Hunger zu stillen. Vegetabilische Speisereste, Brod= und Semmelstückchen, welche in jeder Haushaltung abfallen, sind ein köstliches Labsal der hungernden Vögel. Man lege derartige Abgänge vor die Fenster oder werfe sie auf die niedrigen Dächer der Nebengebäude, und man wird dann täglich das Vergnügen haben, eine große Zahl kleiner Gäste zu empfangen, welche sich schon in aller Frühe einstellen und ihr Mahl begierig erwarten. Der Nutzen, der uns durch die Erhaltung der Vögel erwächst ist oft genug besprochen. Entgegnung auf ein Inserat des„Westfälischen Telegraphen“ vom 25. c., das hiesige Theater betressend. Ehe ich mich darauf einlassen kann, die eben so lächerliche als beleidigende Recension so zu antirecensiren, wie ein derartiger Unsinn verdient behandelt zu werden, ersuche ich zuvörderst den Herrn Recensenten, gefälligst sein Visir zu lüften und nicht als verkappter Ritter hinter der sicheren Schanze sein verderbenbringensollendes Geschoß zu schleudern. Ist der Herr Recensent ein Mensch, welchem die Worte Recht und Billigkeit kein leerer Schall sind, so wird derselbe meinem billigen Ersuchen gewiß entsprechen; sollte indessen derselbe dennoch es vorziehen, aus sicherem Versteck sein böses Treiben noch ferner fortzusetzen, so bleibt mir dann nur noch übrig, ihm schon heute das wohlverdiente Armuthszeugniß auszustellen und den alten bekannten Spruch: „Ultra posse nemo obligatur“ auf ihn in Anwendung zu bringen. Ferd. Lundt, Theater=Director. Bekanntmachung. Der öffentliche Verkauf folgender Hölzer, circa: 1) 80 Stück Eichennutzholz, 2) 300 Meter Eichen= und Buchenderbbrennholz, 3) 900 Meter verschiedenes Reiserholz, aus den Forstdistricten Außenberg, Brandholz und Sengelskopf der Schutzbezirke Himmelpforten und Neheim, findet am Montag den 4. Januar 1875, Vormittags 10 Uhr, statt, wozu Kauflustige eingeladen werden. Die Zusammenkunft ist auf dem Aupkewege im Außenberg. : N e h e i m, d e n 2 7. D e c e m b e r 1 8 7 4. Der Königliche Oberförster: Schiller. Gesellschaft zu gegenseitiger Hagelschädenvergütung in Leipzig. Die Gesellschaft hat im Jahre 1874 einen so günstigen Abschluß gehabt, daß sie bei einer, gegen 1871 um mehr als 87 pCt. gestiegenen Versicherungssumme eines Ueberschusses von ca. 21,000 Thlrn. oder Mark 63,000 R.=W. sich erfreuen kann. Von diesem Ueberschusse würde eine kleine Dividende zu ertheilen gewesen sein, nachdem statutenmäßig drei Viertel jener Summe zum Reservefonds geschrieben waren, wenn man nicht für gerathen gehalten hätte, den ganzen Betrag in die Reserve zu legen, so daß diese die nie dagewesene Höhe von M. 150,000 R.=W. erreicht. Im Verhältniß zur Versicherungssumme ist dies der größte Reserve= Fonds, den irgend eine Gesellschaft unseres VersicherungsZweiges besitzt. Unsere auf 100 Mark R.=W. berechneten Prämien sind nicht erhöht worden. Wir haben dieselben in allen Gefahrklassen und Gefahrstufen möglichst bequem abgerundet und für einzelne Landstriche um je eine Stufe ermäßigt. Bei unseren Einrichtungen, z. B. Schädenzahlung 4 Wochen nach Anerkennung der Taxe baar und zum vollen Nettobetrage, müssen wir meist auf Baarzahlung der Prämien dringen, wenn nicht bankmäßige Wechsel mit zwei guten Unterschriften und drei Monat Ziel geboten werden können. Näheres bei den Herren Agenten unserer Gesellschaft oder auch direct bei uns zu erfragen. Die Direction. Dr. Udo Schwarzwäller, Bevollmächtigter. Berlin W., den 23. December 1874. Bekanntmachung. Nachdem durch die Postordnung vom 18. December.1874, welche mit dem 1. Januar 1875 in Kraft tritt, der mittelst Postauftrages (Postmandats) einziehbare Höchstbetrag auf 600 Mark R.=W. festgesetzt worden ist, kommt das bisher stillschweigend geduldete Verfahren, nach welchem hier und da auch Postmandate zu höheren Beträgen eingeliefert worden sind: in Wegfall. Die Postanstalten haben Anweisung erhalten, vom 1. Januar 1875 ab Postaufträge, welche auf Beträge von mehr als 600 Mark R.=W. lauten, nicht mehr zur Ausführung zu bringen, sondern als unbestellbar an den Auftraggeber zurückgelangen zu lassen. Das General=Postamt macht auf diese Vorschrift besonders aufmerksam, da deren Nichtbeachtung, namentlich soweit es sich um die Einziehung von Wechseln handelt, Verluste für die Absender nach sich ziehen kann. Es empfiehlt sich, den Sendungen mit Postaufträgen das zur Uebermittelung des eingezogenen Betrages an den Absender erforderliche und bereits entsprechend ausgefüllte Post=Anweisungs=Formular bez. bei Beträgen von mehr als 300 Mark R.=W. zwei dergleichen Formulare beizufügen. Kaiserliches General=Postamt. Gicht und Rheumatismus. Herrn G. Pathemann in Barmen, Haspelerbrücke 6. Mit freudigem Herzen benachrichtige ich Sie, daß sich mein Gicht= und Rheumatismusleiden gut gebessert hat, selbst das andere Leiden, woran ich noch nebenbei litt, hat viele Besserung. Ich konnte nämlich zu Zeiten das Wasser nicht halten und zu Zeiten dasselbe nicht los werden. Hoffentlich werde ich wieder ein glücklicher Mensch durch noch einige Medicamente von Ihnen, die Sie sobald wie möglich absenden wollen. Verbleibe Ihr Ergebener Im Juni 74. Müller, Kaiserstraße 13 in Berlin Auflage 4500. Das Central-Volksblatt für den Regierungs=Bezirk Arusberg erscheint wochentlich 3 mal, am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Eine regelmäßig mit der Samstagsnummer erscheinende Beilage ist namentlich für die Aufnahme von UnterhaltungsStoff bestimmt. Tendenz: Katholisch. r Preis pro Quartal 15 Sgr., wenn das Blatt durch unsere Boten frei in's Haus gebracht, oder durch die Post bezogen und bei derselben abgeholt wird. Soll der Briefträger das Blatt in's Haus bringen, so erfolgt ein Zuschlag von 2½ Sgr. Arnsberg. Die Expedition. Treditbank für Stadt u. Amt Menden, eing. Genossenschaft. Vom 1. Januar 1875 wird bei ins die Reichsmark=Rechnung einseführt, und bitten wir deßhalb alle in uns zu leistenden und von uns zu erhebenden Zahlungen in Mark und Pfennigen umzurechnen. Der Inventar=Aufnahme wegen ist unsere Kasse am Donnerstag den 31. December geschlossen. Der Vorstand. Für Arnsberg und Umgegend nimmt von jetzt ab Herr Ed. Padberg zu Arnsberg(Hallenstraße) Inserate und AbonnementsBestellungen für unser Blatt entgegen. Redaction und Verlag des„Westfälischen Telegraphen.“ Essener Volks=Zeitung. Auflage 8000. Mit dem 1. Januar 1875 tritt die„Essener Volks=Zeitung" ihren 8. Jahrgang an. Sie hat es während dieser kurzen Zeit auf die seltene Höhe einer Auflage von 8000 Exemplaren gebracht. Diesen glänzenden Erfolg verdankt die Zeitung neben dem regen Interesse unserer Gesinnungsgenossen ihrer unavhängigen Haltung, ihrem entschiedenen Auftreten für die Principien der Wahrheit, der Freiheit und des Rechtes und wohl auch der Sorgfalt, mit der sich die Redaction, unterstützt durch einen stattlichen Kreis tüchtiger Mitarbeiter, der beständigen Vervollkommnung des Blattes unterzieht.— Eine solche Anerkennung muß Redaction und Verleger ermuthigen, auf dem bisherigen Pfode rüstig voranzuschreiten, undekümmert um die Chikanen und Angriffe jeder Art, welchen die katholische Presse gegenwärtig ausgesetzt ist und von denen auch wir im verflossenen Jahre nicht unberührt geblieben sind. Wir hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß Diejenigen, welche bisher treu zu uns gestanden haben, auch ferner unsere Bestrebungen unterstützen werden, nicht allein durch eigenes Abonnement, sondern namentlich durch Einführung unserer Zeitung in immer weitere Kreise. Denn es wird bei dem Ernste der Zeit mit jedem Tage nothwendiger, daß die katholische Presse von den Parteigenossen eifrigst unterstützt werde, wer die Presse beherrscht, beherrscht die Gegenwart. und die katholische Presse schöpft nicht aus dem unversiegbaren Brunnen des Reptilienfonds, sondern muß von eigenen Mitteln leben und hat häufig noch kostspielige Preß=Prozesse und deren Folgen zu bestreiten. Die„Essener Volks=Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn= und Festtage, täglich und zwar im Format der größeren Zeitungen. Abonnementspreis durch die Post bezogen 1 Thlr. pro Quartal; Insertionspreis die Zeile oder deren Raum 1½ Sgr. Den Inserenten sei noch bemerkt, daß die„Essener VolksZeitung“ zu den drei zumeist verbreiteten Zeitungen in Rheinland und Westfalen gehört. Essen. Fredebeul& Koenen. Abonnements=Einladung auf die Hagener Zeitung. (Tendenz liberal.) Die Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme des Montags in großem Zeitungsformat. Wir erlauben uns hiermit, zu rechtzeitigem Abonnement pro 1. Quartal 1874 einzuladen.— Abonnementspreis 2 ½ Mark= 25 Sgr. pro Quartal; die„Hagener Zeitung“ ist demnach eines der billigsten aller in der Provinz Westfalen täglich erscheinenden Blätter. Inhalt: Populair geschriebene Leitartikel,— eine sorgfältig zusammengestellte Uebersicht der Tages=Begebenheiten(darunter berliner Original=Correspondenzen),— reichliche Lokal= und Provinzial=Nachrichten,— Industrie, Handel und Verkehr,— Vermischtes,— Volkswirthschaftliches,— spannendes Feuilleton (Original=Novellen der beliebtesten modernen Schriftsteller).— Die Reichs= und Landtagsverhandlungen bringt die„Hagener Zeitung“ in ausführlichen, übersichtlichen Auszügen.— Wichtige Nachrichten erhält die„Hagener Zeitung" telegraphisch und bringt dieselben gleichzeitig mit den größeren Blättern. Gleichzeitig wird hiermit die„Hagener Zeitung“ zu Inseraten aller Art empfohlen; dieselbe erscheint in einer Aufloge von 4300 Exemplaren und ist nicht allein das verbreitetste Blatt des industriereichen Kreises Hagen, sondern eines der gelesensten Blätter der Provinz Westfalen. Hagen, im December 1874. Expedition der Hagener Zeitung. Gustav Butz. Für Zemer und Umgegend! Abonnements auf sämmtliche im In= und Auslande erscheinenden Zeitschriften nimmt entgegen F. Tolle, Buchbinder in Hemer. Vacanzea in verschiedenen Branchen werden gegen Francoeinsendung von Einem Thaler umgehend nachgewiesen durch das Central-Versorgungs-Bureau per Breslau, Reuschestraße 20. N. B. Stellenvergeber erhalten den Nachweis geeigneter Persönlichkeiten kostenfrei. Einige BandGrob= und Drahtzieher finden in Limburg a. d. Lenne dauernde und lohnende Beschäftigung. Bei wem? sagt die Expedition. Die Sparkasse zu Hennen nimmt jederzeit Einlagen beliebiger Höhe zu 4%0 entgegen. Rendant Pütter ist jeden Mittwoch=Morgen bei Ostermann in Schwerte. Todes=Anzeige. Heute früh gegen 8 Uhr verschied sanft und gottergeben unsere liebe Schwester, Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Wwe. Gertrud Schmale, geb. Brakel, nach längerem Leiden, wohlvorbereitet auf den Tod durch Empfang der heiligen SterbeSakramente unserer h. katholischen Kirche im Alter von 63 Jahren. Allen Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige diese Trauernachricht widmend, laden wir zu der am Donnerstag=Morgen 9 Uhr stattfindenden Beerdigung hierdurch ein. Menden, den 27. December 1874. Die trauernden Hinterbliebenen. 1 Hiermit mache ich Verwandten und Freunden die traurige Mittheilung, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, meine innigstgeliebte Gattin Emilie Rosalie, geb. Gauswind, gestern Nachmittag gegen ½4 Uhr wohlvorbereitet durch den Empfang der heiligen SterbeSakramente nach langem schweren Leiden an den Folgen der Brustentzündung zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Mit dem Ersuchen, der Verstorbenen im Gebete gedenken zu wollen, bittet um stille Theilnahme der trauernde Gatte Franz Biggeleben gen. Heyng. Berlin, den 23. December 1874. Arbeitspferd! Dienstag den 5. Januar, Morgens 11 Uhr, verkaufe ich auf dem hiesigen Marktplatze ein sehr gutes Arbeitspferd nebst Geschirr gegen Baarzahlung. Menden. F. Gottlob. Am zweiten Weihnachtstage entkam mir auf dem Wege von Menden nach Iserlohn ein junger Jagdhund, auf den Namen„Hector“ hörend. Derselbe ist circa ¾ Jahr alt und von weißer Farbe mit braunen Flecken auf den Ohren. Der Wiederbringer erhält eine gute Belohnung. A. Hobräck in Iserlohn. Es sind täglich 10 bis 12 zu haben bei Menden. Fritz Rüther 12 Liter Milch Theater in Menden. Mittwoch den 30. December 1874: gen Benefiz für Herrn Nidolfi. Auf vieles Verlangen: „Deborah, oder: Christ und Jüdin". Schauspiel in 5 Acten von Mosenthal. Das Nähere besagen die Tageszettel. Die Direction. Theater! Das gestern Abend zur Aufführung gelangte Stück„Die Grille“ ist, besonders von der Frau und Fräulein Mary Lundt, mit so durchschlagendem Erfolge zu Ende geführt, daß verschiedene Theaterfreunde im Sinne eines großen Theils der gestern Abend Anwesenben zu handeln glauben, wenn sie die wohll. Direction hiermit um Verlängerung ihres Aufenthalts bitten.