Marcus D. Ganz, Hertord, Bankgeschäft. Der An- und Verkauf von Wertpapieren jeder Art, die Versicherung gegen Coursverlust aller verlosbaren Effecten, sowie (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Erste Gänsemarkt 3 per 1. Oktober oder per April, auch wenn gewünscht mit Laden, zu vermieten. 468f Dietrich Böbersen. Schützengeselschaft Herford. Die diesjährige Exerzierübung findet am Sonntag, den 6. Juli ds. Is. statt. Nachmittags 3½ Uhr: Aufstellung des SchützenBataillons auf dem Alten Markte. Illustriertes Unterhaltungsblatt der„Herforder Zeitung für Stadt und Land“. 20. 26. Aus neuerer Zeit. Das Denkmal für Freiherrn von Retteler, den deutschen Gesandten, der s. Zt. in Oeking bei dem damaligen Chinesen=Aufstande hingemordet wurde, welches auf Anregung des Kaisers errichtet werden soll, rührt von dem Berliner Bildhauer Hermann Hidding her und wird jetzt zur Ausführung kommen. Als Olatz für die Aufstellung des Denkmals ist vom Kaiser der Königliche Schloßgarten zu Münster, dem Friedhofe, auf dem Freiherr von Retteler seine letzte Ruhestätte gefunden hat, zugewendet, ausersehen. Das Monument, ein Obelisk. mit dem Standbild des heiligen Mlichael, zeigt am Sockel den Eingang zu einem alten germanischen Hünengrabe. Darüber befindet sich das Orofil=Relief des Freiherrn von Retteler in Gesandten=Uniform, unter dem Bilde ruht die mit dem Eichenkranz geschmückte Reichsfahne. Das in besonderer wiedergefindet sich auf der Rück= seite des Sockels. — Der Schah von Persien hat seine europäische Rund. reise angetreten und hat auch unserm Kaiserhofe seinen Besuch abgestattet. Er weilte mehrere Cage in der Reichs hauptstadt und hat tärischen Schauwidmet. Ganz einder deutschen ArWaffe, in welcher Nation auch nur Der Schah zeigte hervorragendes Truppengattung lebhaft für die auch den Fortterie wandte sich eingehend zu und manche Zei milispielen und Studien gegehend hat er sich mit tillerie beschäftigt, dieser uns bisher noch keine annähernd erreicht hat. bei der Besichtigung ein Verständnis für diese und interessierte sich sehr Schießresultate. Aber schritten bei der Infander persische Herrscher Das Denkmal für Freiherrn von Kettler. Relief des Denkmals nach dem Entwurf des Kaisers. die Konstruktion der neuesten Gewehrmodelle erregte in hohem Grade seine Wißbegier. Unser zweites Bild des Schahbesuches zeigt, wie er mit einem derartigen Gewehr im Anschlage liegt, um es selbst zu erproben.— Die Störfischerei in der Elbe hat noch immer eine recht erhebliche Ausdehnung. Unser Bild zeigt uns einen Riesen dieser Fischgattung, der einem glücklichen Fischer im Alai ds. Is. bei Magdeburg, beim Krakauer Wasserfall, ins Netz gegangen ist. Das Fischungeheuer hatte eine Länge von 2 Meter 95 Zentimeter und einen Umfang von 1 Meter 16 Zentimeter, er wog 300 Ofund und in seinem Innern fand man einen herrlichen Schatz von ca. 29 Rilo feinem großkörnigen Raviar. Dieser Stör war einer der größten, die je in der Elbe gefangen sind. Perlmutter-Industrie am Mississippi. Die Fabrikation von Oerlmutterknöpfen aus den in Nordamerika heimischen Flußwasser=Muscheln ist ganz neueren Datums. Sie wurde hervorgerufen durch das neue Carifgesetz von 1890, das eine hohe Steuer auf importierte Knöpfe legte. Ein Deutscher, der in Hamburg diese Fabrikation kennen gelernt hatte, war der erste Unternehmer auf diesem Gebiete in Amerika. Seitdem ist die Knopffabrikation ein Haupterwerbszweig am Mississippi zwischen Madison und Sabula geworden. Alan dehnte sogar den Muschelfang so aus, das die Gefahr vorhanden ist, man werde bald keine Aluscheln mehr finden! Es giebt etwa 400 Arten von Mluscheln im Mississippi und seinen Nebenflüssen, aber nur wenige sind zur Anopffabrikation geeignet. Die Hauptbedingungen, die der Knopffabrikant stellen muß, sind: eine genügende Stärke der Schale, eine gleichmäßige Farbe und Zähigkeit, damit sie bei der Bearbeitung nicht bricht oder zerErstklassige Restaurationsräume. Helle und dunkle Biere, Reine Weine. Anerkannt vorzügliche Küche = Mittagstisch im Abonnement 90 Pfg.— hält sich dem hiesigen und auswärtigen Publikum bestens empfohlen. 1511 Carl Asshauer. VI7. Sonntags geöffnet.— Fernsprecher 190. 99f oder Stoppelrüben (Klunpsoat) 492f in keimfähiger Ware eingetroffen. Heinrich Nolting. Samenhdlg. Unsere Mühle ist wieder in Betrieb gesetzt. 514# W. Berten Nachfolger. Mittelstädter Mühle. Feier des Helstungssestes. Konzert, Schauturnen, Festball. Anfang 3½ Uhr nachmittags. Es ladet freundlichst ein Der e. G. m. u. H. vergütet für Spareinlagen, auch von Nichtgenossen, 40 +% auf Check=Conto 654e 3% -vaterländischer Männerverein. Am Sonntag, den 29. Juni cr., nachmittags 4 Uhr, wird das diesjährige Sommerfest auf Wilhelmshöhe bei Beiner in Sundern gefeiert. Gemeinsamer Ausmarsch 3½ vom Evang. Vereinshause ab.[457f] Der Vorstand. Eintrittspreise: Dor 10 Uhr morgens: 2 Mark, Don 10 Uhr ab:; Mark. Mittwochs: 50 Ofg. Vereine und Versammlungen Ermäßigung auf die Hälfte nach vorheriger Vereinbarung. Wohnungsnachweis durch das amtliche Verkehrsbureau der Ausstellung, Hansahaus, ganz nahe am Hauptbahnhof, und auf der Ausstellung dicht am Ausstellungsbahnhof. Vermittelt sofort gute und billige Unterkunft in Hotels und Orivathäusern. Wohnungen reichlich vorhanden. Konzerte: Von nachmittags 3 Uhr ab bis abends 10½ Uhr durch verschiedene Kapellen. Programme usw. aus dem Ausstellungs=Cageblatt zu ersehen. Große Fontaine, abends prachtvolles Farbenspiel. Glänzende Beleuchtung aller Gebäude und der Rheinbrücke. Einmal wöchentlich großartiges Feuerwerk. Nächstes Feuerwerk Donnerstag, 3. Juli Zu Ehren d. Internationalen Schiffahrts=Kongresses. Kunstpalast, deutsch= nationale Kunstausstellung, kunsthistorische Ausstellung, geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr. Panorama:„Blüchers Uebergang über den Rhein bei Caub“, geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 11 Uhr. Suldenthal und Zillerthal. Ein Ausflug in die Cproler Hochalpen. Geöffnet von 9 Uhr vorm. bis 11 Uhr abends. Cäglich Doppelkonzert von einer Münchener Schützenkapelle und einer Tproler Sänger- u. Tänzergesellschaft. Kairo, Orientstraße und nubisches Dorf ist den ganzen Cag bis abends 11 Uhr geöffnet. Daselbst Bazar, Cafés mit Konzerten, Cheater usw Marineschauspiele, tägl. 2 Vorstellungen, 4 und 8½ Uhr, Mittwochs und Sonntags 3 Dorst., um 3, 6 nachmittags und 8½ Uhr abends. Vergnügungspark, geöffnet bis 11 Uhr abends. MonsterFesselballon, berühmte Wasserrutschbahn m. d. Rolltreppe. Der unterird. Höhlenfluß, Jungle. Sports. Restauration tägl. Konzerte. Glänzende Beleuchtung. Ausstellungs=Restaurant „Zum Kunstpalast.“ Konzert der KrakowiakenKapelle, Direktion A. Felagörsky, mittags 12—3 Uhr zum Diner, sowie von 2 Uhr abends ab. 536f Café zur schönen Aussicht: täglich Konzerte der 1. ungarZigeunerkapelle unter Leitung von Cfillag Jancst, Hofkapelle meister Sr. Agl. Hoheit des Orinzen Ludwig von Saiern. Hauptrestaurants: Haupt=Wein=Restaurant, Haupt=Bier=Restaurant (Festhalle). Schwarzwälder (Fürstl. Fürstenberger Brauerei). läglich große Konzerte. Vorzügliche Küche, Regieweine, erstklassige Biere. Inh.: P. H. C. Kons. „ x ö s t e r e i e n M e t s g e r e i e n HRIKEF-VERKRUFSVEREIN KKC CemerheCöLu. A Die Brikets Marke, Union“ sind den Specialmarken durchaus geicn: vertig, da sie von denselben Werken aus denselben Hohstoffen und * 0 mit denselben Maschinen gepresst werden. S* „Ich wünsche, daß meine Enkel unvermählt bleiben,“ so hieß es darin unter anderem:„Deine Macht könnte jedoch beschränkt bleiben, weil Du den Kindern gegenüber immerhin eine untergeordnete Stellung einnimmst. Deshalb hinterlasse ich Dir den beigefügten Brief, er enthält eine Schilderung der Vergangenheit unserer unglücklichen Familie; sollte eins von Dolores' Kindern einmal einen Ehebund schließen wollen, ermächtige ich Dich, beifolgendes Schreiben, nach empfangener Zusicherung tiefsten Schweigens, entweder in die Hände des Mannes, der um Edith wirbt, oder in die Hände der nächsten Angehörigen des Mädchens, das von José erwählt wurde, zu legen. Daß Du meine Bitte erfüllen wirst, darauf baue ich jetzt und in der Stunde meines Todes „Hm!— Was hat das zu bedeuten?“ sich hin.„Eins der Kinder hat doch gel hat sie den Brief nicht, also eines Ver sich schuldig gemacht; wenn ich die Sche so könnte es mir vielleicht ein gutes wer weiß, was noch in dem Briefe ste Er verschloß die beiden Schriftstücke in dem Besitz nicht gestört, denn Wocher daß Katharina den Verlust bemerkte; Sorge über den in kritischem Zustande Auf Edith hatte der Unglücksfall i furchtbaren, erschütternden Eindruck gen einen leidenden, fieber haften Zustan Krankenlager ihres Kindes trieb sie die Bruder, aber bei ihm zu verweilen, um das vergötterte Töchterchen nicht. eine Zeit namenloser Pein. Endlich wu fahr erklärt, und nun wanderte die jun graue Haus, das jetzt mit seinem rau schädigten Seitenflügel einer Ruine glich des verwilderten Gartens sah fahlgelb dürre Blätter raschelten unter jedem bei, die Melancholie des alten Wohnsitz Doktor Werners Verletzung erwie selbst die größte Aufmerksamkeit des be die liebevolle Pflege vermochte an den Unfalles nichts zu ändern. Gerhard, der Edith nicht länger ihr allzu empfängliches Gemütsleben pr zur Abreise nach der Residenz. Edith sträubte sich lange und wurde des Sanitätsrats, daß es entschieden n genesene Gertrud noch ferner der rar auszusetzen, nachgiebig gestimmt. „Wir kehren morgen nach Berlin i zurück,“ erklärte Gerhard;„ich habe no Du kannst inzwischen die nötigen Vor treffen. José wissen wir in treuesten Hän kann ihm leider nichts nützen.“ Er dem Hause und warf nur einen flüchtig der in einiger Entfernung an ihm vork Der Fremde blieb stehen; er sah bescheiden an der Eingangsthür und zu sprechen, hinzufügend:„Sagen Si grauen Hause sei da.“ Das Dienstmädchen erstattete die wieder zurück und führte den Mann zu Kaum hatte diese jedoch den Eint in ihm Robert Braun erkannte, den! entrüstet rief sie daher aus:„Wie könne falsche Vorspiegelungen den Eintritt zwingen? Verlassen Sie mich sofort!“ „Gnädige Frau," begann der H scheidenster Miene,„ich sehe, daß me leumdet hat; auch Katharinen ist ni zu schenken.“ „Ich kenne diese Frau; kein unw ihrem Munde; entfernen Sie sich!“ „Wer dem Befehlen einer Sterbend der tadellos da?“ gab der Strolch al „Ihre Worte sind mir unverständl „Sie werden Ihnen klar werder Katharina gerichteten Zeilen lesen.“ Edith wollte das Papier, das ih weisen, aber schon die Anfangsworte de haltenen Schriftstückes fesselten ihre Auf dasselbe Schreiben, dessen Anfang ihr gezeigt hatte; unwillkürlich las sie we ändertem Tone fragte sie endlich:„ anderen Schreiben, das Sie in der# „Dieses versiegelte Schreiben entl den letzten Willen der Frau Gabriele S nun auch die Aufschrift des unerbroche Und weshalb bringen Sie mir d „Ich bin mittellos; ich möchte Vaterlande fort, um in der Ferne ginnen; würden Sie mir wohl dazu Edith kämpfte mit sich selbst, ob sie noch belohnen sollte, aber die Neugie Großmutter geschrieben habe, siegte; sie entnahm ihm eine Summe Geldes, und gebot:„Legen Sie die Briefe teuere Großmutter geschrieben hat, das länger berühren.“ Braun that, wie ihm geheißen; I hinter sich und entfernte sich rasch aus Edith war nun wieder allein; Briefe und während sie darauf hinblich sie sich von unsichtbaren Händen vor Tisch. Also hier befand sich der Schl gehüteten Geheimnis; jetzt konnte sie wegziehen und doch wurde ihr entsetz ersehnten Aufklärung. Vielleicht wär verbrennen und nichts zu erfahren?! Schon streckte die vor Erregung um die Zerstörung vorzunehmen, da Siegel wachsen und sich ins Unendlich Trauerflore schienen durch das Zimmer zu flattern, die ver gilbten Schriftstücke dehnten und wanden sich wie Schlangen. Das Geheimnis wollte nicht vernichtet sein, der Toten längst verstummter Mund begehrte zu sprechen. Ediths Blick glänzte immer unnatürlicher, ihre feinen Finger zuckten nervös, ihr Athem wurde laut und hastig. Plötzlich riß sie das versiegelte Schreiben an sich und erbrach es; vor ihren Augen wallten graue Nebel. Es währte lange, bis die Erregte die Schriftzüge entziffern konnte. Und was hatte sie zu lesen? „Mit schwerem Herzen schreibe ich diese Zeilen nieder und hüße, indem ich es thue, die schwerste Schuld meines Lebens. Seit Generationen herrschte in der Familie Sarolta eine geistig krankhafte Anlage. Nicht zu gewöhnlichen Irren wurden die Nachkommen, sondern zu Menschen, die merkwürdigerweise fast regelmäßig mit glänzenden Fähigkeiten angeborene seelische Mängel vereinten Letztere entwickelten sich bei Manchen in verhängnißbollster Weise, während sie bei anderen in bescmmten Grenzen blieben und sich nur durch eine gewisse Sonderbarkeit des Charakters, durch Hang zur Melancholie und zu excentrischen Handlungen, wie sie auch mitunter ganz normale, aber leidenschaftliche Personen begehen, bemerkbar machten. Nach dem Tode meines leider allzufrüh verstorbenen Gatten, mit dem ich von Mexiko nach Rio Janeiro gezogen war, fragte ich, für Dolores, mein einziges Kind zitternd, verschiedene Arzte und erhielt folgende Antwort: „Der Keim schwerer Seelenstörungen ist sehr oft verderblich und kann von Generation auf Generation übertragen werden. Man sieht zuweilen ein und dieselbe Manie bei verG #. 8-FL — ergrspern 5 Mon., Kind Heinrich Heitkamp in Werste 214, 10 Tage, Kind Erna Lampe in Rehme 42, 2 Jahre, Fabrikarbeiter Wilhelm Bicker=Eidinghausen 299, 38 Jahre. Dem Schah wird ein Feldgeschütz vorgeführt. gedehntesten wurde vor ein=paar Jahren in der Nähe von New=Boston entdeckt. Es war ungefähr eine viertel deutsche Meile lang und dreihundert Meter breit. In drei Jahren hatte man von diesem Tager etwa hundert Millionen Muscheln genommen. Manche Lager weisen nur eine Sorte von Muscheln auf, andere enthalten verschiedene Arten gemischt. Ist nun der Gewinn an Muscheln am Mississippi bisher dank der Unbesonnenheit, mit der diese Geschöpfe sich ihren Zerstörern selbst in die Hände liefern, ein außerordentlich großer, so hat auch die Verarbeitung der Schalen große Ausdehnung angenommen. In einundzwanzig Orten, die über eine Entfernung von oierzig deutschen Meilen am Mississippi verstreut liegen, und denen ca. tausend Fischer ihre Beute abliefern, werden jetzt Oerlmutterknöpfe fabriziert; die größte dieser Fabriken fertigt täglich 100—150 000 Stück. Die Aluscheln werden vor der Verarbeitung einige Tage in frisches Wasser gelegt, weil sie sonst— sobald sie mehrere Stunden außer Wasser sind— leicht brechen und splittern. Dann werden die Steine ausgesägt, gehobelt, zur richtigen Form zugeschnitten, mit Löchern für den Faden versehen und poliert. Alles geschieht unter Zuhilfenahme von Maschinen, die meist durch elektrische Kraft getrieben werden. Das Oolieren ist einer der wichtigsten Orozesse, da splittert. Alan hat den etwa 20 Mluschelarten, die für die Zwecke der Anopffabrikation in Betracht kommen, gewisse Namen gegeben. So findet man die Bezeichnungen„Negerhaupt"(ausgezeichnet durch eine sehr dicke Schale),„Sandschale“,„Hirschhorn",„Schmetterling",„Taschenbuch“ usw. Da der Mississippi ziemlich seicht ist und die Muscheln gerade in verhältnismäßig seichtem Wasser gefunden werden, so ist ihre Gewinnung mit keinen sehr großen Schwierigkeiten verknüpft. Gefangen werden die Muscheln auf verschiedene Art und mit verschiedenen Apparaten. Der neueste ist erst seit einigen Jahren im Gebrauch und hat sich sehr gut bewährt. Die Muscheln selbst find es, die sich daran fangen. Eine Eisenstange, etwa zwei Meter lang, ist mit dreißig bis fünfzig gezackten Drahthaken versehen, die in regelmäßigen Zwischenräumen von zwei oder drei Ctm. angebracht sind. Die Mluscheln liegen auf dem Grunde, stromaufwärts geöffnet, um das Wasser in sich hinein und über sich hinweggehen zu lassen. Die Stange mit den Haken wird nun an den Grund gebracht, und da die Muscheln, wenn sich etwas zwischen ihre Schalen schiebt, sich fest zu schließen pflegen, so halten sie sich an den Haken und werden so mit diesen hinaufgezogen. Während im Sommer der Fang vom Boot aus geschieht, schlägt man im Winter Löcher in das Eis, um die Muscheln fangen zu können. Die Muschellager sind oft von beträchtlicher Größe. Eines der aus Sin Riesenstör. Der Schah probiert ein neues Gewehrmodell. hierdurch erst die Knöpfe den eigentümlichen, natürlichen Glanz, der durch das Hobeln verloren gegangen war, wieder erhalten. Die Anöpfe werden in Masse in hölzerne Fässer gethan, der Einwirkung einer chemischen Flüssigkeit ausgesetzt, während die Fässer in fortwährender Umdrehung erhalten werden. Durch die unausgesetzte Berührung der Knöpfe untereinander, verbunden mit der Wirkung der Flüssigkeit, bekommen sie einen außerordentlich schönen Glanz, während die Flüssigkeit sich milchartig trübt. Nachdem die Knöpfe dann noch gewaschen, geordnet und sortiert sind, werden sie für den Versandt fertig verpackt, das Grös zu 14 Dutzend, weil sich fast immer einiger Ausschuß bei der Ware zu befinden pflegt. In der Fabrikation sind Männer, Frauen und Kinder thätig, im ganzen etwa(400 Oersonen. Die Abnahme der Muscheln wegen der seit Bestehen der Industrie im Jahre 189 betriebenen Raubfischerei hat weitgehnde Aufmerksamkeit erregt. Durch Beschränkung der Fischerei auf gewisse Alonate hofft man der Verminderung des Muschelreichtums und damit der Bedrohung der ganzen Industrie entgegenzuarbeiten. Untibartroffen zur Haut- und Schönheitspflege MTRRHOLIN-SEIFE sowie als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. Marcus D. Ganz, Herford, s Bankgeschäft. Der An- und Verkauf von Wertpapieren jeder Art, die Versicherung gegen Coursverlust aller verlosbaren Effecten, sowie Wohnungen (Wer eine Wohnung zu nieten hat ooer mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Gänsemarkt 3 per 1. Oktober oder per April, auch wenn gewünscht mit Laden, zu vermieten. 468f Dietrich Böbersen. Die diesjährige Exerzierübung findet am Sonntag, den 6. Juli ds. Is. statt. 3½ Uhr: Aufstellung des SchützenBataillons auf dem Alten Markte. + Tiebe und Gold. [Schluß. Kriminal=Roman von Gustav Loessel. Nachdruck verboten.] Wod Wod“ schrie Laukwitz auf. Sein Blick ging nach Heitninger. Er hatte heimlich das Zimmer verlassen. In der Ferne verhallend vernahm man Hufgetrappel. Der Kranke hatte die letzten Worte sehr hastig gesprochen wie jemand, dem nicht viele mehr vergönnt sind. Er war am Ersticken. „Com,“ rief Laukwitz, der die Wahrheit erkannte, verzweifelt. „Ein Wort noch! Sage mir, wo sie ist, meine Mlarie, mein Rind, und Alles sei Dir vergeben!“ Noch eine verzweifelte Anstrengung machte der Sterbende, zu sprechen, dann sank er tot in die Kissen. An der Stätte, wo eben noch die Leidenschaften gerast, und Stimmen und Horn gebebt hatten, war es still geworden. Laukwitz hatte den Hut vom Ropfe genommen. Tiefer Schmerz sprach aus seinen Zügen, und während er mit gefalteten Händen auf den Aann blickte, der ihm im Leben so wehe gethan, schweiften seine Gedanken weit hinaus in die Welt, im Suchen nach seinem verlorenen Kinde. 14. Ats Henninger von der Außenstation flüchtete, hate er kluger Deise auch Laukwitz' Oferd mitgenommen, so daß dieser, als er sich endlich aufmachte, den weiten Weg nach der Hauptstation zu Fuß zurücklegen mußte. Erst gegen Alorgen kam er dort an. Henninger und seine Genossin hatten natürlich sogleich nach seiner Ankunft die Flucht ergriffen und an Geld und Wertstücken mitgenommen, was sie in der Eile zusammenraffen und unbemerkt mit fortnehmen konnten. Sofort wurde alles beritten gemacht, aber der Dorsprung der beiden war zu groß. Die Spuren endeten an einer Sandwüste. Dort hatte der Wind sie verweht. Erst nach mehrtägiger Abwesenheit kehrten die Verfolger unverrichteter Sache nach der Station zurück. Inzwischen war auf des Squatters Anordnung der bei der Ochsenjagd verunglückte Com in aller Stille beerdigt worden. Jetzt fiel es Laukwitz ein, auch einmal in den Zimmern, welche Helene und Henninger bewohnt hatten, nachzusehen, ob da vielleicht von ihnen etwas zurückgelassen worden. Endlich fand er in einer Rocktasche Henningers einen Brief von Frauenhand, nach dessen Lektüre er einen Jubelruf ausstieß. Es war das letzte Schreiben Mariens, das Helene nicht hatte an sich nehmen wollen und Henninger bei der übereilten Flucht vergessen hatte. Es enthielt oben an die volle Adresse der Anstalt, in welcher Marie untergebracht worden war. Laukwitz setzte sofort eine längere Depesche an den deutschen Ronsul in Denedig auf, dessen Hilfe er anrief und dem er jede Summe behufs Nachforschung zur Verfügung stellte. Nach sechs Tagen traf die Antwort ein. Sie lautete niederschmetternd. Marie war seit vierzehn Tagen aus der Anstalt geflüchtet, niemand wußte wie und wohin. Laukwitz war zuerst wie vernichtet. Mr. Robertson, der von seiner Station herübergekommen war, nahm sich des Unglücklichen an und that für ihn alle erforderlichen Schritte bei den italienischen Behörden. Das Verschwinden Mariens aus der Anstalt mußte so oder so eine Aufklärung finden. Robertson riet Laukwitz auch, selbst nach Europa zu reisen, er werde ab und zu nach seiner Station herüberkommen und nach dem rechten sehen Die Seereise that viel zur Neubelebung seiner gesunkenen Lebensgeister. Don Brindisi eilte er sofort mit der am Ufer der Adria entlang führenden Eisenbahn nach Dr. Dittoris Anstalt. Das Dunkel, welches über dem Schicksal seines Rindes schwebte, war nicht gelichtet worden.——— Durch die Oforte des St. Georgenkirchhofs in der Friedenstraße zu Berlin schritt ein Wanderer, wohl der einzige Besucher in dieser späten Stunde. Sein Gesicht war wie aus Erz gegossen; es verriet die Sonne einer wärmeren Zone. Haar und Bart waren grau meliert, seine Haltung war die eines Greises. Sein Gang war schleppend; er stützte sich im Dahinschreiten auf einen Krückstock. Jener Mann war Laukwitz. Sein erster Gang war zum Grabe seiner Gattin. Er stapft an seinem Krünckstock und ruht nicht eher, als bis er in den hintersten Reihen der längst vergessenen und verfallenen Gräber, den eingesunkenen, mit Riedgras bewachsenen Hügel gefunden hatte, unter welchem der Leib der teuren Coten ruhte. Da sank er in die Unie. „Luise, mein Weib, mein armes unglückseliges Weibl“ rief er mit thränenerstickter Stimme.„Die habe ich Dich gemartert, wie habe ich Dich gequält, ach, welches unsagbare Elend habe ich über Dich gebracht, über Dich und über unser Rind, das aus Verzweiflung in den Tod gegangen! Gott, Gott, bin ich nicht der Mörder dieser Armen?“ In wilder Verzweiflung warf er sich über den Hügel und umklammerte ihn; er drückte den Ropf auf die kalte Erde nieder, welche sein Liebstes umschloß. Mit leisem Codeszittern sanken die welken Blätter herab. Zu spätl——— Laukwitz kam jetzt täglich hierher. Er hatte Auftrag gegeben, daß das Grab gerichtet und mit einem kostbaren Gedenkstein versehen werde. Jene zuerst gelesenen Derse, sie paßten auf das Grab dieser armen Dulderin, wie dort auf das Grab der reichen. Der Tod macht alle gleich. Der verfallene Zustand des Grabes war Laukwitz der sicherste Beweis, das seine Tochter nicht mehr am Leben sei, denn das wußte er, ohne sie zu kennen, eine Stimme in seinem Innern sagte es ihm, daß sie hierher gekommen wäre und das Grab ihrer Mutter gepflegt hätte. Sie war von klein auf ein so gutes, sanftes Rind. Eines Tages, als er eben wieder den Friedhof verlassen wollte . e. begann bereits zu dämmern— kamen noch zwei verspätete Besucher herein, zwei junge Mädchen einfachen Standes, deren eine eine auffallende Aengstlichkeit an den Tag legte. Raum, daß sie den Friedhof betreten hatten, blieb sie stehen und sagte zu ihrer Begleiterin: „Nein, Minna, ich wage es nicht! Bedenke doch, wo anders werden sie mich suchen und wiederzufinden hoffen als hier am Grabe meiner Mutter, und wenn sie mich noch einmal in die Anstalt zurückbrächten — nein, das überlebte ich nicht!“ Laukwitz, der jetzt häufig die Grabschriften studierte, um etwas Dassendes für den seiner Gattin bestimmten Gedenkstein zu finden, stand aber hinter einem solchen dicht bei ihnen, so daß sie ihn nicht sahen, er ihr Gespräch aber sehr wohl hören konnte. Schon diese wenige Worte genügten, um seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Er verharrte regungslos. „Aber, Mlarie,“ sagte die andere im Tone liebevollen Dorwurfs, „warum Dich jetzt noch so ängstigen. Monate sind jetzt seit Deiner Flucht aus der Anstalt vergangen. Du hast meine Dapiere und bist auf diese in Deutschland gemeldet. Niemand hatte damals einen Arg als Du, in meine Kleidung gehüllt, Abends wie zu einem notwendigen Gange zum Chore hinausschlüpftest. Ich hatte den Schlüssel zu einer anderen, sonst nie benutzten Oforte mir verschafft, und kam mit dem Norb, den Du mir draußen behändigst, durch die bewachte Thür zurück. Niemand hatte den geringsten Verdacht gegen mich, und als ich später wegen Krankheit kündigte und zu meiner Tante ging, wo Du ein Unterkommen gefunden, erweckte es auch keinen Verdacht. So lange haben wir in Italien gelebt, Beide reisten wir unter anderen Namen. Ich rufe das alles in Dein Gedächtnis zurück, um Dir zu zeigen, wie grundlos Deine Furcht ist. Es kann Dir nichts passieren. Der Rirchhof ist menschenleer. Du kennst die Stelle. Kränze haben wir nicht mitgenommen, um Deine Anwesenheit am Grabe der Mutter, das doch sonst niemand pflegt, nicht zu verraten. Romm', ich bitte Dich, keine Gelegenheit ist so günstig. Bald werden die Oforten geschlossen werden und morgen früh reisen wir nach Hamburg, um nach Amerika zu gehen, wo sie Dich gewiß nicht suchen und finden werden.“ Zögernd folgte die Aengstliche der drängenden Freundin. Sie nahmen die Richtung, aus welcher Laukwitz gekommen war. Er aber stand jetzt da, stumm und starr wie angewurzelt und folgte ihnen mit den Augen. Tausend wirre Gedanken kreuzten sich in seinem Hirn. Hoffnung und Furcht bestürmten ihn. Er folgte wie unter einem fremden Willen den jetzt hastig dahinschreitenden Mädchen. Und plötzlich durchhallte ein jammervoller Aufschrei die Stille des Friedhofs. „Mutter, Mutter, so muß ich Dein Grab wiederfinden! Mutter, vergieb Deinem armen, verfolgten, verlassenen Kinde!“ Schluchzen erstickte die Stimme, sie verhallte in leisem Weinen. Laukwitz war jetzt herangekommen. Mit weit aufgerissenen Augen und vorgestreckten Armen wankte er wie trunken dem Grabhügel zu, an welchem die Trauernde kniete. Jetzt stand er ihr gegenüber, die seine Annäherung nicht bemerkt hatte; ihre Freundin war diskret beiseite gegangen, denn solcher Schmerz duldet keine Tröstung; er will ausgeweint werden. „Marie— mein Rind!“ rief gebrochen der Alann und breitete seine Arme nach der Knieenden aus. Sie blickte empor. Ein Aufschrei, den Jubel und Schmerz durchtönten, entrang sich ihren Lippen. „Dater!“ Sie lag in seinen Armen. Sie bedurfte keines Bildes, keiner Erklärung, das Herz hatte gesprochen. Und über ihnen flüsterte der Abendwind in den Zweigen, aus welchen die welken Blätter herabfielen, auf sie und auf die heilige Stätte, wo Mutterliebe noch fortlebte über Grab und Cod hinaus zum Heile der Lebenden. Ein Rauschen von Engelsflügeln war um sie her. Zwei helle Augensterne grüßten vom Himmel hernieder, zwei unsichtbare Hände breiteten sich segnend über die wieder Vereinten und eine Stimme, leise wie ein Hauch, flüsterte liebevoll:„Mlein Gatte— mein Rind!“ Am Sonntag, den 29. Juni cr., nachmittags 4 Uhr, wird das diesjährige Sommerfest auf Wilhelmshöhe bei Beiner in Sundern gefeiert. Gemeinsamer Ausmarsch 3½ Uhr vom Evang. Vereinshause ab.[457f] Der Vorstand. II. rn 7f Erstklassige Restaurationsräume. Helle und dunkle Biere, Reine Weine. Anerkannt vorzügliche Küche — Mittagstisch im Abonnement 90 Pfg.= hält sich dem hiesigen und auswärtigen Publikum bestens empfohlen. 151f Carl Asshauer. Fernsprecher 190. 99f Herbst- oder Stoppelrüben (Klurpsoal) 492f in keimfähiger Ware eingetroffen. Heinrich Nolting. Samenhdlg. Unsere Mühle ist wieder in Betrieb gesetzt. 5144 W. Bexten Nachfolger. Mittelstädter Mühle. Feier dis I. Eristungsfestes. Konzert, Schauturnen, Festball. Anfang 3½ Uhr nachmittags. Es ladet freundlichst ein Der e. G. m. u. H. vergütet für Spareinlagen, auch von Nichtgenossen, bis 0 0 auf Check=Conto 654e 30 Eintrittspreise: Dor 10 Uhr morgens: 2 Mark, Von 10 Uhr ab:; Mark. Mittwochs: 50 Ofg. Vereine und Versammlungen Ermäßigung auf die Hälfte nach vorheriger Vereinbarung. Wohnungsnachweis durch das amtliche Verkehrsbureau der Ausstellung, Hansahaus, ganz nahe am Hauptbahnhof, und auf der Ausstellung dicht am Ausstellungsbahnhof. Vermittelt sofort gute und billige Unterkunft in Hotels und Orivathäusern. Wohnungen reichlich vorhanden. Konzerte: Von nachmittags 3 Uhr ab bis abends 10½ Uhr durch verschiedene Kapellen. Programme usw. aus dem Ausstellungs=Cageblatt zu ersehen. Große Fontaine, abends prachtvolles Farbenspiel. Glänzende Beleuchtung aller Gebäude und der Rheinbrücke. Einmal wöchentlich großartiges Feuerwerk. Feuerwerk Donnerstag. 3. Juli Zu Ehren d. Internationalen Schiffahrts=Kongresses. Kunstpalast, deutsch= nationale Kunstausstellung, kunsthistorische Ausstellung, geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr. Panorama:„Blüchers Uebergang über den Rhein bei Caub“, geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 11 Uhr. Suldenthal und Ein Ausflug in die Cproler Hochalpen. Geöffnet von 9 Uhr vorm. bis 11 Uhr abends. Täglich Doppelkonzert von einer Münchener Schützenkapelle und einer Cyroler Sänger- u. Tänzergesellschaft. Kairo, Orientstraße und nubisches Dorf ist den ganzen Tag bis abends 11 Uhr geöffnet. Daselbst Bazar, Cafés mit Konzerten, Cheater usw Marineschauspiele, tägl. 2 Vorstellungen, 4 und 8½ Uhr, Mittwochs und Sonntags 3 Dorst., um 3, 6 nachmittags und 8½ Uhr abends. Vergnügungspark, geöffnet bis 11 Uhr abends. MonsterFesselballon, berühmte Wasserrutschbahn m. d. Rolltreppe. Der unterird. Höhlenfluß, Jungle. Sports. Restauration tägl. Konzerte. Glänzende Beleuchtung. Ausstellungs=Restaurant „Zum Kunstpalast.“ Konzert der KrakowiakenKapelle, Direktion A. Felagörsky, mittags 12—5 Uhr zum Diner, sowie von 2 Uhr abends av. 536f Café zur schönen Aussicht: täglich Konzerte der 1. ungarZigeunerkapelle unter Leitung von Cfillag Jancst, Hofkapelle meister Sr. Agl. Hoheit des Orinzen Ludwig von Saiern. Hauptrestaurants: Haupt=Wein=Restaurant, Haupt=Bier=Restaurant (Festhalle). Schwarzwälder Haus (Fürstl. Fürstenberger Brauerei). Täglich große Konzerte. Vorzügliche Küche, Regieweine, erstklassige Biere. Inh.: P. H. C. Kons. O• „Ich wünsche, daß meine Enkel unvermählt bleiben,“ so hieß es darin unter anderem:„Deine Macht könnte jedoch beschränkt bleiben, weil Du den Kindern gegenüber immerhin eine untergeordnete Stellung einnimmst. Deshalb hinterlasse ich Dir den beigefügten Brief, er enthält eine Schilderung der Vergangenheit unserer unglücklichen Familie; sollte eins von Dolores' Kindern einmal einen Ehebund schließen wollen, ermächtige ich Dich, beifolgendes Schreiben, nach empfangener Zusicherung tiefsten Schweigens, entweder in die Hände des Mannes, der um Edith wirbt, oder in die Hände der nächsten Angehörigen des Mädchens, das von José erwählt legen. Daß(Du meine Bitte erfüllen wirst, darau jetzt und in der Stunde meines Todes „Hm!— Was hat das zu bedeuten?“ sich hin.„Eins der Kinder hat doch gel hat sie den Brief nicht, also eines Ver sich schuldig gemacht; wenn ich die Sche so könnte es mir vielleicht ein gutes wer weiß, was noch in dem Briefe st Er verschloß die beiden Schriftstücke in dem Besitz nicht gestört, denn Wocher daß Katharina den Verlust bemerkte; Sorge über den in kritischem Zustande Auf Edith hatte der Unglücksfall furchtbaren, erschütternden Eindruck gen einen leidenden, fieber haften Zustan Krankenlager ihres Kindes trieb sie die Bruder, aber bei ihm zu verweilen, um das vergötterte Töchterchen nicht. eine Zeit namenloser Pein. Endlich wu fahr erklärt, und nun wanderte die jun graue Haus, das jetzt mit seinem rau schädigten Seitenflügel einer Ruine glich des verwilderten Gartens sah fahlgelb dürre Blätter raschelten unter jedem bei, die Melancholie des alten Wohnsitz Doktor Werners Verletzung erwie selbst die größte Aufmerksamkeit des b die liebevolle Pflege vermochte an den Unfalles nichts zu ändern. Gerhard, der Edith nicht länger ihr allzu empfängliches Gemütsleben pr zur Abreise nach der Residenz. Edith sträubte sich lange und wurde des Sanitätsrats, daß es entschieden n genesene Gertrud noch ferner der ra: auszusetzen, nachgiebig gestimmt. „Wir kehren morgen nach Berlin i zurück,“ erklärte Gerhard;„ich habe no Du kannst inzwischen die nötigen Bo treffen. José wissen wir in treuesten Hät kann ihm leider nichts nützen.“ Er dem Hause und warf nur einen flüchti der in einiger Entfernung an ihm vori Der Fremde blieb stehen; er sah bescheiden an der Eingangsthür und zu sprechen, hinzufügend:„Sagen S grauen Hause sei da.“ Das Dienstmädchen erstattete die wieder zurück und führte den Mann zu Kaum hatte diese jedoch den Ein in ihm Robert Braun erkannte, den entrüstet rief sie daher aus:„Wie könn falsche Vorspiegelungen den Eintritt zwingen? Verlassen Sie mich sofort!“ „Gnädige Frau," begann der H scheidenster Miene,„ich sehe, daß m leumdet hat; auch Katharinen ist n zu schenken.“ „Ich kenne diese Frau; kein unn ihrem Munde; entfernen Sie sich!“ „Wer dem Befehlen einer Sterben! der tadellos da?“ gab der Strolch al „Ihre Worte sind mir unverständ „Sie werden Ihnen klar werde Katharina gerichteten Zeilen lesen.“ Edith wollte das Papier, das il weisen, aber schon die Anfangsworte de haltenen Schriftstückes fesselten ihre Au dasselbe Schreiben, dessen Anfang ihr gezeigt hatte; unwillkürlich las sie w ändertem Tone fragte sie endlich:„ anderen Schreiben, das Sie in der 5 „Dieses versiegelte Schreiben ent den letzten Willen der Frau Gabriele S nun auch die Aufschrift des unerbroche Und weshalb bringen Sie mir „Ich bin mittellos; ich möchte Vaterlande fort, um in der Ferne ginnen; würden Sie mir wohl dazu Edith kämpfte mit sich selbst, ob sie noch belohnen sollte, aber die Neugi Großmutter geschrieben habe, siegte; si entnahm ihm eine Summe Geldes, und gebot:„Legen Sie die Briefe teuere Großmutter geschrieben hat, da länger berühren.“ Braun that, wie ihm geheißen; hinter sich und entfernte sich rasch aus Edith war nun wieder allein; Briefe und während sie darauf hinblic sie sich von unsichtbaren Händen vor Tisch. Also hier befand sich der Sch gehüteten Geheimnis; jetzt konnte si wegziehen und doch wurde ihr entsetz ersehnten Aufklärung. Vielleicht wä verbrennen und nichts zu erfahren?! Schon streckte die vor Erregung um die Zerstörung vorzunehmen, de " Siegel wachsen und sich ins Unendliche vergroßern Trauerflore schienen durch das Zimmer zu flattern, die vergilbten Schriftstücke dehnten und wanden sich wie Schlangen. Das Geheimnis wollte nicht vernichtet sein, der Toten längst verstummter Muud begehrte zu sprechen. Ediths Blick glänzte immer unnatürlicher, ihre feinen Finger zuckten nervös, ihr Athem wurde laut und hastig. Plötzlich riß sie das versiegelte Schreiben an sich und erbrach es: vor ihren Augen wallten graue Nebel. Es währte lange, bis die Erregte die Schriftzüge entziffern konnte. Und was hatte sie zu lesen? Mit schwerem Herzen schreibe ich diese Zeilen nieder und hüße, indem ich es thue, die schwerste Schuld meines Lebens. Seit Generationen herrschte in der Familie Sarolta eine geistig krankhafte Aulage. Nicht zu gewöhnlichen Irren wurden die Nachkommen, sondern zu Menschen, die merkwürdigerweise regelmäßig mit glänzenden Fähigkeiten angeborene seelische Wängek vereinten Letztere entwicelten sucd bei Manchen in verhängnißvollster Weise, während sie bei anderen in besimmten Grenzen blieben und sich nur durch eine gewisse Sonderbarkeit des Charakters, durch Hang zur Melancholie und zu excentrischen Handlungen, wie sie auch mitunter ganz normale, aber leidenschaftliche Personen begehen, bemerkbar machten. Nach dem Tode meines leider allzufrüh verstorbenen Gatten, mit dem ich von Mexiko nach Rio Janeiro gezogen war, fragte ich, für Dolores, mein einziges Kind zitternd, verschiedene Arzte und erhielt folgende Antwort: „Der Keim schwerer Seelenstörungen ist sehr oft verderblich und kann von Generation auf Generation übertragen —" L. Aus Haus und Hof, Rüche und Keller. Reinigung heller Sonnenschirme. Die hellen Sonnenschirme, die während des vorigen Sommers ihr sauberes Aussehen eingebüßt haben, sonst aber noch gut sind, bilden dann oft zu den duftigen klaren Sommerkleidern einen recht unschönen Gegensatz. Wer einen solchen hellen Sonnenschirm sein eigen nennt, sollte, ehe er ihn wieder in Gebrauch stellt, eine Reinigung vornehmen, welche weder kostspielig noch zeitraubend ist. In einem kleinen Eimer heißes Wasser löst man ein halbes Stück Gallseife auf und läßt die Seifenlösung erkalten, bevor man die Reinigung vornimmt. Der Schirm wird aufgespannt und mit der kalten Seifenbrühe mittelst eines recht weichen Bürstchens abgeseift und danach solange mit klarem kaltem Wasser überspült, bis alle Seife verschwunden und der Schirm sauber ist. Man läßt ihn nun in der Sonne trocknen, worauf er wieder tadellos, wie in neuem Zustande ist. Etwas anders muß man verfahren, wenn der Schirm Spitzeneinsätze und Spitzenabschluß hat, die Spitzen darf man auf keinen Fall bürsten, sondern man muß sie mit der Hand leicht einseifen, zusammenfassen und ballen und mit reinem Wasser gut ausspülen. Die Spitzen müssen auch geplättet werden, und zwar geschieht dies in feuchtem Zustande auf der linken Seite über Seidenpapier. Unsere hellen Kleide. Helle Flanell= und Wollstoffe können leicht mit trockenem Rartoffelmehl gereinigt werden, indem man dies darauf streut und mit einem reinen Flauellläppchen kräftig reibt. Zum Schluß wird der Stoff kräftig ausgeklopft, um das Kartoffelmehl, welches allen Schmutz aufgenommen hat, wieder zu entfernen. Auch anderes Mehl kann zu diesem Zwecke verwendet werden, doch läßt sich Kartoffelmehl am leichtesten wieder entfernen. Um Brüsseler Teppiche vorzüglich zu reinigen, nimmt man einen Eimer kaltes Wasser und einen halben Eimer Wasser, gemischt mit einer kleinen Obertasse Salmiak und ebensoviel Spiritus oder gutem Branntwein. Nachdem man den Ceppich glatt auf den Fußboden gelegt, tauche man einen neuen feinen Aufnehmer in die Mischung, wringe denselben leicht aus und beginne einen kleinen Ceil des Teppichs damit kräftig zu reiben; wenn man glaubt, die Stelle sei rein, reibe man mit klarem Wasser sogleich nach. Ist auf diese Weise der Ceppich ganz fertig, hänge man denselben zum Crocknen glatt auf. Das Wasser muß sehr oft gewechselt werden, und ist der Ceppich sehr groß, auch einmal die Mischung. der Schornsteine wird häufig gar nicht beachtet. Derselbe giebt aber einen vorzüglichen Gartendünger. Bestreut man die Gemüsebeete im Winter mit Ruß, Salz und Asche, so bleiben sie auch vom Ungeziefer, besonders von Erdflöhen, verschont, und die jungen Oflanzen zeigen das üppigste Wachstum. Für Rüben, Karotten und Mohrrüben giebt es überhaupt kein besseres Düngemittel als Ofenruß. Rasenplätze bei Regenwetter mit Ruß leicht überstreut, zeigen einen tiefdunklen, üppigen Graswuchs. 1. Worträtsel. Was ist doppelte Nacht — In blühender Pracht? 3. Rätsel. Gar manchem habe ich die gute Laune schon verdorben,— Wenn ich mit feuchtem Auge ihn umworben;— Gar manchem schon ich hohe Freude machte, — Wenn hellen Aug's ich ihm entgegenlachte,— Und vor ihm stand gar meisterlich Rätsel-Ecke. 7.— 2. Bilderrätsel. gelungen,— Was seinem Haupt minervengleich entsprungen. 4. Pluralscherzrätsel. Wenn Du von Gefahr bedroht, Der Du nicht gewachsen bist, Wie willkommen in der Not Dir das Rätselwörtchen ist! Doch wenn es zum Olural wird, Meide lieber seine Näh'; Leicht ein Körnchen sich verirrt, Und es thut Dir doppelt weh. Lösung der Aufgaben in voriger Nummer: I. Deister, Idomeneo, Eurotas, Wagram, Iren, Tear, Davos, Embach, Relusko, Carantel, Ephraim.— Die Wildente— Rosmersholm. 2. Benedix— Bendix, 3. Delphin— Delphi. —3. Allerlei ulk. Das Menschenberz. Wie ist die Welt so riesengroß! Und doch wählt selbst der grötzte Schmerz Zur Heimat sich ein Flecklein blos— Ein winziges— das Menschenherz! Aus dem Tagebuch eines Strohwitwers. „Heute, am Sonntag, habe ich tiefe Sehnsucht nach meiner angebeteten Frau gehabt, als ich so allein in meinem leeren Zimmer saß und mir— einen Hosenknopf annähen mußte.“ Kathederweisheit. Sokrates war mit Fantippe vermählt und erlebte auch sonst viele Unannehmlichkeiten. Schlechte Ausrede. Zwei Sonntagsreiter treffen sich bei einem Spazierritt und reiten eine Strecke nebeneinander. Da schlägt das Oferd des einen einen Seitenweg ein.„Ach, wie schade!“ meint er,„daß ich anderswohin reiten muß!“ Im Planderwinkel. Sie:„Erzählen Sie mir doch von Ihrer Rindheit, lieber Freund! Sie sind Sachse von Geburt, nicht wahr?“ Er:„Rein, Sechse, gnädige Frau, leider sind die andern Fünf gestorben.“ Praktisch. „... Du willst Deiner Frau ein neues Rochbuch geschrieben haben?! Ja, wie hast Du denn das angestellt?“ „Ganz einfach, ich habe den Citel und Namen der betreffenden Speise geschrieben und darunter das Gasthaus, aus welchem sie geholt werden soll!“ A.„Halten Sie die Jahl 75 für eine Unglückszahl?“ B.„Gewiß, alle Leute, die im dreizehnten Jahrhundert gelebt haben, sind tot.“ Gigerl:„Darf ich um Feuer bitten?“ etwas Druck und Verlag: Neue Berliner Verlags=Anstalt, Aug. Rrebs, Charlottenburg bei Berlin, Berliner Straße 40. Verantwortlich für die Redaktion der Zeitungsbeilagen der Neuen Berliner Verlags=Anstalt, Ang. Krebs: G. Bleidorn, Charlottenburg. 5 Mon., Kind Heinrich Heitkamp in Werste 214, 10 Tage, Kind Erna Lampe in Rehme 42, 2 Jahre, Fabrikarbeiter Wilhelm Bicker=Eidinghausen 299, 38 Jahre. BRIREFVERKRUTSUERE CöLd. östereien Metzgereien und verwandte ewerbe AE 0 Untibertroffen zur Haut- und Schönheitspflege MTRRHOLIN-SEIFE sowie als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. wertig, da sie von denselben Werken aus denselben, Rohrstoffen und *) mit denselben Maschinen gepresst werden.##