Mendener Amkl. Organ für Stadt und Amt Menden— Gegründek 1860 Westfälischer Erscheint Agnc mit Ausnahme der Sonn= und Reterrane— Im Abonnemento. greis ist ein Botenlohn bis zu 50 Pfg, enthalten— Bei Eintritt höherer, Gewalt, apier= und Strommangel wird keine Gewähr geleistet— Für die Richtigkeit aller telefonisch aufgegebenen Inserate kann keine Garantie übernommen werden— Bei wangsweiser Beitreibung der Anzeigengebühren oder bei gerichtlicher Mitwirkung 74. Fröndenberger Nachrichten— Lendringser Ze Telegraph Allt der Rabatt fort. Platz= und Zeitvorschrifst vone Gewähr. Wöchentliche gen: Sportbeilage: Aus der Filmwelt: Frauenwelt und Heim: Kunst und Loden: Die Lesestunde: Rundfunkprogramm: Illustrierte Sonntagsbeilage. Rotationsdruck und Verlag W. Riedel, Menden. Geschäftsstelle: Iserlohnerstraße 35=37. U.=Konto: Dortm. 2416: Tel.: 2017. Menden Nr. 276 Freitag, den 24. November 1933 Jahrgang 1933 Der Reichstagsbrandprozeß wieder in Leipzig Ein neues Verhör van der Lubbes Der Hauptangeklagte:„Ich will mein Arteil haben!“-„Eine Tat von zehn Minuten“-„Das habe ich allein gemacht“-.... mit meiner Facke allein den Plenarsaal angesteckt Im Reichstagsbrandstifterprozeß begann am Donnerstag in Leipzig die letzte Phase. Zunächst handelt es sich allerdings darum, noch einige Berliner Zeugen zu vernehmen. Die Vernehmungen werden aber höchstens noch diese Woche in Anspruch nehmen, so daß spätestens am Montag die politischen Fragen behandelt werden können. Der Andrang der Zuhörer ist nach wie vor stark, die Karten sind bereits für 14 Tage vergriffen. Als erster Zeuge wird der Fahrstuhlführer vom Reichstag Düsterhöft vernommen. Der Zeuge war am Brandabend zusammen mit dem Garderobendiener Kohls in der Garderobe des Portals 2 und hat die verschiedenen Anrufe des Zeugen Kohls zum kommunistischen Fraktionszimmer beobachtet. Düsterhöft kann nicht genau sagen, wie oft Kohls zu telefonieren versucht hat. weiß nur, daß es mehrmals war und daß dann, während Kohls den Hörer noch in der Hand e, von oben auf dem Rebenapparat angerufen wurde, daß die Garderobe des Abgeordneten Torgler heraufgebracht werden sollte. Als Zeuge wird dann der Bügler Otto Barz vernommen, in dessen Wohnung die kommunistische Konferenz stattgefunden haben soll, von der der Zeuge Grothe in seiner Aussage berichtet hat. Barz erklärt, er sei nicht Kommunist, aber von 1930 bis November 1932 Mitglied der Roten Hilfe gewesen. Er kenne weder Singer noch Kempner, aber Grothe sei ihm bekannt als Mitglied der Roten Hilfe. Vorsitzender: Grothe hat gesagt, in Ihrer Wohnung habe im Frühjahr 1933 eine Sitzung stattgefunden, an der Singer und andere Kommunisten teilgenommen haben. Zeuge: Das kann nicht stimmen. Ich bin am 14. April ins Krankenhaus gekommen und habe drei Wochen vorher zu Hause fast immer im Bett gelegen. Trotz umfangreicher Befragung und zahlreicher Vorhalte bleibt der Zeuge Barz dabei, daß in seiner Wohnung keine Konferenz stattgefunden habe. Der Reichsanwalt fragt den Zeugen nach seiner Bekanntschaft mit Grothe und der Zeuge erwidert, er sei mit Grothe nicht verfeindet und könne nicht verstehen, daß Grothe solche Angaben gemacht hat. van der Lubbe wird lebhafter ubbe: Die anderen Angeklagten bestätigen selbst, daß sie nichts mit dem Prozeß zu tun den Reichstag nicht angezündet haben und Es kommt dann zu einer sensationellen Wendung im Verhalten van der Lubbes. Er erhebt sich plötzlich und fragt: Ich möchte wissen, wann das Urteil gesprochen und vollstreckt wird. Vorsitzender: Das kann ich heute noch nicht sagen. Es liegt mit an Ihnen, wenn Sie mit der Sprache herauskommen, wer Ihre Mittäter sind. Ban der Lubbe: Das ist doch aufgeklärt. Ich habe zu verstehen gegeben, daß ich den Reichstag angesteckt habe. Rechtsanwalt Dr. Seuffert fragt den Angeklagten: Hat Ihnen niemand geholfen? Lubbe: Die Entwicklung des Prozesses wird zu umständlich. Ich verlange vom Präsidenten, ß das anders wird. Vorsitzender: Sagen Sie doch einmal, mit wem Sie den Reichstag in Brand gesteckt haben. Luvbe: Die anderen Angeklagten bestätigen doch und nicht drin gewesen sind. Vorsitzender: Darüber aber gerade muß Beweis erhoben werden. Bau der Lubbe antwortet laut und in großer Erregung, daß er mit der Entwicklung der letzten acht Monate garnicht einverstanden sei. Vorsitzender: Ich habe Ihnen schon wiederholt gesagt, daß das Gericht Ihre Angabe, daß Sie es allein gemacht haben, nicht glauben kann. Run sagen Sie uns doch, mit wem Gie es gemacht haben und wer Sie dabei unterstützt hat. Aus der längeren Erwiderung van der Lubbes übersetzt der Dolmetscher: Ich kann nur immer wieder sagen, daß ich den Reichstag ganz allein angesteckt habe. Die anderen Angeklagten stehen zwar mit in dem Prozeß, aber sie haben damit nichts zu tun. Das ist mein Prozeß. Ich bin der Angeklagte und ich will mein Urteil haben, damit ich 20 Jahre Gefängnis bekomme oder den Tod, aber Entwicklung ist so geworden, weil man in den Entwicklung ist so geworden, weil man in dem Reichstagsbrand den Symbolismus hineingebracht hat. Oberreichsauwalt: Was meint der Angeklagte mit dem Wort Symbolismus? Rechtsanwalt Dr. Seuffert: Er wendet sich dagegen, daß der Reichstagsbrand die Bedeutung eines Symbols. eines Fanals haben soll. Vau der Luobe: Was ist denn das für eine Lot, diese Reichstagsbrandstiftung? Das ist eine Lat von zehn Minuten oder höchsteus einer Viertelstunde gewesen. Das habe ich ganz allein gemacht. Vorsitzender: Haben Sie denn die Aussagen der Sachverständigen verstanden, die das ür unmöglich erklärten? Ban der Lubbe: Ja. Die sagen immer, es sei ausgeschlossen, daß eine Person das gemacht hat. Das ist der persönliche Glaube der Sachverständigen. Ich habe es aber doch allein gemacht. Ich habe mit meiner Jacke den Plenarsaal allein angesteckt. Lubbe spricht auch weiterhin fließend und läßt den Dolmetscher kaum zu Wort kommen. Er spricht teilweise erregt und laut und begleitet seine Ausführungen mit lebhaften Handbewegungen. Dimitroff erklärt, zu Lubbe gewendet: Nach meiner Meinung hat der Präsident recht, wenn er es als unglaubhaft bezeichnet, daß nur eine Person diesen komplizierten Brand angelegt hat. Van der Lubbe wendet sich zu Dimitroff mit dem Einwurf: Der Brand ist garnicht kompliziert. Er ist ganz einfach zu erklären. Aber was drumherum geschieht, ist etwas anderes gewesen. Die Brandstiftung selbst ist sehr einfach. Der Vorsitzende legt eine Pause ein und ersucht den Angeklagten, sich die Sache noch einmal zu überlegen und sich dann zu äußern, was er am letzten Tage vor dem Brande gemacht habe. Nach der Pause läßt der Vorsitzende den Angeklagten van der Lubbe vor den Richtertisch treten und erklärt, daß er ihn jetzt nochmals gründlichst über die Vorgänge vor dem Reichstagsbrand vernehmen wolle. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten in derselben Weise wie in den ersten Verhandlungen aus den verschiedenen Protokollen die Aussagen Lubbes über seine Gespräche mit den Neuköllner Kommunisten und die darauf folgenden Dinge vor. Der Angeklagte gibt nur zögernd und kurz bejahende Antworten auf die Fragen. Trotz der Aufforderung, sich zusammenhängend zu äußern, beschränkt er sich auf kurze Antworten auf die Vorhalte. Das ändert sich erst, als der Vorsitzende ihn fragt, ob die Neuköllner, mit denen er mehrere Tage verkehrte, Kommunisten gewesen seien. Lubbe sagt darauf erregt: Das kann ich doch nicht sagen, ob es Kommunisten waren. Vorsitzender: Haben Sie denn nicht mit den Leuten darüber gesprochen? Haben Sie nicht gefragt, ob sie Kommunisten sind? Lubbe: Man fragt so etwas nicht. Vorsitzender: Wenn Sie jetzt sagen, Sie wüßten nicht, ob es Kommunisten waren, so glauben wir Ihnen nicht. Lubbe: Ich antworte auf die Fragen das, was ich weiß. Vorsitzender: Wann haben Sie die Absicht gefaßt, den Reichstag anzustecken? Lubbe: In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend. Ich kann mich daran erinnern, daß ich am Sonnabendmorgen den Entschluß gefaßt habe. Darüber habe ich aber mit keinem gesprochen. Vorsitzender: Warum nicht? Lubbe: Weil ich das als meine eigene Angelegenheit ansehe. Ich habe das doch alles schon angeführt. Wenn es so wichtig erscheint, kann ich es ja wiederholen. Der Vorsitzende fragt weiter, warum van der Lubbe nach Deutschland gekommen sei. Lubbe erwidert darauf: Wegen der neuen Berichte aus Deutschland, verneint aber, daß er damit die Regierung meinte. Vorsitzender: Und die Brandstiftungen? Van der Lubbe: Die waren mein eigener Entschluß. Auf weitere Fragen erklärt Lubbe, als er den Entschluß faßte, das Wohlfahrtsamt, das Schloß usw. in Brand zu setzen, habe er an den Reichstag noch nicht gedacht. Dieser Entschluß sei ihm erst am Montagmorgen gekommen. Auch in Hennigsdorf habe er daran noch nicht geoacht. Vorsitzender: Das ist sehr unwahrscheinlich, und ich glaube Ihnen das nicht. Bau der Lubbe: Auf dem Wege von Hennigsdorf nach Berlin kam mir morgens der Gedanke, ein Gebäude anzustecken, und auf der Müllerstraße habe ich dann, nachdem ich überlegt hatte, welches Gebäude in Frage kommt, mich entschlossen, den Reichstag anzuzünden. Vorsitzender: Das wird Ihnen keiner glauben. Im übrigen haben die Gelehrten festgestellt, und auch der gesunde Menschenverstand sagt es, daß Sie den Reichstagsbrand nicht allein gemacht haben können. Bau der Lubbe: Ich habe den Brand angelegt, und der Brand hat sich selber ausgebreitet. Vorsitzender: Und wer hat das andere gemacht, die Vorbereitungen? Van der Lubbe: Weiter keiner. Bau der Lubbe schildert nochmals kurz die Brandlegung im Reichstag und behauptet, im Plenarsaal habe er zuerst die Gardine angesteckt. Vorsitzender: Das stimmt alles nicht, denn die Sachverständigen sagen, die Gardine brennt garnicht, oder doch sehr schwer. Lubbe: Sie hat aber gebrannt. Vorsitzender: Wir glauben Ihnen das nicht, weil das Feuer, das nachher gesehen worden ist, ganz anders aussah, als daß Sie es nach der Art Ihrer Schilderung angesteckt haben könnten. Es war auf dem Präsidium eine lange Flamme, und auf den Stühlen waren einzelne Flammen ohne Zusammenhang miteinander. Wollen Sie behaupten, daß Sie auf jedem einzelnen Sitz die Flammen angesteckt haben? Lubbe: Ich habe nicht behauptet, daß ich das gemacht habe, Vorsitzender: Wer hat es denn gemacht? Lubbe: Ich habe nur gesagt, daß ich den Vorhang angesteckt habe. Vorsitzender: Wer hat das andere gemacht? Lubbe: Das kann ich nicht sagen, das sollen Vorsitzender: Was wollten Sie weiter sagen? Der Angeklagte schweigt. Vorsitzender: Sie haben heute wieder dasselbe gesagt wie früher. Zwei Punkte können wir Ihnen aber nicht glauben. 1. Glauben wir nicht, daß Sie erst am Montagmorgen den Entschluß gefaßt haben, den Reichstag anzustecken; 2. können wir Ihnen nicht glauben, daß Sie das allein gemacht haben. Wenn Sie nicht dazu beitragen, daß hier auf den Grund gesehen wird, dann muß ich das Verfahren noch länger hinziehen. Oberreichsanwalt: Hat der Angeklagte flüssige Brandmittel gehabt? Lubbe: Ich habe als Brandmaterial nur die Kohlenanzünder gehabt. Ich habe auch nichts auf die Kohlenanzünder aufgeschüttet, sondern ich habe sie mit Streichhölzern angesteckt. Der Oberreichsanwalt fragt, ob er sich mit Absicht im Reichstage habe festnehmen lassen oder wie er sich das Entkommen aus dem Reichstag gedacht habe. Lubbe erwidert, er habe abgewartet, bis die Sache zu Ende war. Oberreichsanwalt: Sie haben früher gesagt, daß Sie gar nicht flüchten wollten. Lubbe gibt das zu. Vorsitzender: Hat Ihnen jemand gesagt, daß Sie sich festnehmen lassen sollten? Lubbe: Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Der Angeklagte Dimttroff meldet sich zur Fragestellung. Trotz der Ermahnung des Vorsitzenden, sich auf sachliche Fragen zu beschränken, gleitet Dimitroff wieder auf politisches Gebiet, so daß sich der Vorsitzende schließlich gezwungen sieht, Dimitroff das Wort zu entziehen. Auf weitere Fragen des Vorsitzenden bestätigt van der Lubbe, daß er zuletzt bei der Brand legung Stimmen gehört und gerade deswegen noch schnell im Umgang Feuer angelegt habe. Er habe eben so viel wie möglich Brandstellen anlegen wollen, ehe er gefaßt wurde. Er sei nicht vorher im Plenarsaal gewesen. Er habe den Plenarsaal selbst angesteckt. Dimitroff: Ich glaube, daß van der Lubbe persönlich der Ueberzeugung gewesen ist, daß er es allein war. Vielleicht hat er aber mit jemandem vorher darüber gesprochen und ist ein mißbrauchtes Werkzeug geworden. Lubbe verneint dies zum wiederholten Male. Die Verhandlung wird auf Freitag vertagt. Die Deutsche Frout des Saargebietes lehnt die Regierungsvorlagen ab In der Sitzung des Landesrates des Saargebietes wurden die von der Regierungskommission in der letzten Zeit für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung erlassenen sechs Gesetzesvorlagen von der Deutschen Front und den Kommunisten endgültig abgelehnt, wogegen die Sozialdemokraten den Gesetzentwürfen zustimmten. Der Führer der Sozialdemokraten, der sich wiederholt in schärfsten Ausdrücken gegen das neue Deutschland erging, mußte mehrmals vom Präsidenten verwarnt werden. Die Redner der Deutschen Front wurden von der Linken andauernd durch höhnische Zurufe unterbrochen, wogegen die Deutsche Front die Ausführungen ihrer Wortführer durch lebhaften, langanhaltenden Beifall unterstrich. Das Haus stand im Zeichen eines großen Tages, was sich in der starken Besetzung der Presse= und Zuschauertribünen ausdrückte. Wiederansetzung entwurzelter Landwirte Immer wieder taucht der Gedanke und Wunsch auf, Landwirte, die ihren Besitz durch Zwangsversteigerung verloren haben, bevorzugt wieder anzusetzen. Wie das V9Z.=Büro meldet, hat Reichsminister Darre hierzu folgenden Erlaß herausgegeben: Ich will nicht verkennen, daß Berichte der Siedlungsunternehmungen über ihre Erfahrungen bei der Ansetzung solcher Landwirte ungünstig ausgefallen sind, weil diese Wirte nicht in der Lage waren, unter völlig veränderten Lebens= und Wirtschaftsverhältnissen im Betriebe mitzuarbeiten. Gleichwohl will ich der Ansetzung entwurzelter Landwirte nicht hinderlich sein, mache aber zur Voraussetzung, daß diese nur dann im Rahmen der Neubildung deutschen Bauerntums bevorzugt als Bauernsiedler angesetzt werden, wenn es sich um besonders tüchtige, zuverlässige und erbgesunde Familien handelt und wenn nach persönlicher Herkunft und nach der Größe des versteigerten Besitzes angenommen werden kann, daß die Antragsteller die für einen Siedlerbetrieb unbedingt erforderliche eigene Mitarbeit und die Mitarbeit ihrer Familie gewährleisten. Unter dieser Voraussetzung soll, die bevorzugte Wiederansetzung nicht als Ausnahmefall betrachtet werden. Bei der Prüfung dieser Gesichtspunkte sind die Herren Lan desbauernführer zu beteiligen. Zwölf Jahre Zuchthaus für einen Brandstister Das Schwurgericht in Nürnberg verurteilte den Tagelöhner Johann Hermann aus Altendorf wegen Verbrechens der vorsätzlichen Brandstiftung in Verbindung mit Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Zuchthausstrafe von zwölf Jahren, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Der Staatsanwalt hatte 15 Jahre Zuchthaus und die gleichen Nebenstrafen beantragt. Der Angeklagte hatte aus Rache die Gemeinde Altendorf niederbrennen wollen. Er hatte wegen Beleidigung des Bürgermeisters vier Wochen Gefängnis erhalten. Als er die Strafe verbüßt hatte, ersuchte er die Gemeinde um eine Wohlfahrtsunterstützung, die ihm verweigert wurde. Um sich zu rächen, entschloß sich Hermann, die Gemeinde niederzubrenen. Mit Munition ausgerüstet, begab er sich am 11. September abends in den Stadel eines Landwirts, wo er den Sprengstoff anzündete und flüchtete. Das Feuer griff rasch um sich und äscherte zwei Bauernanwesen und mehrere Nebengohäub Vertagung sine die Henderson und Simon haben mit ihren Bemühungen um die Wiederbelebung der Genfer Konferenz keinen Erfolg gehabt. So erwünscht es der englischen Politik gewesen wäre, die gesamten Abrüstungsperhandlungen wieder auf das Genfer Geleise" zu schieben und dadurch einer unmittelbaren Verantwortung aus dem Wege zu gehen, so wenig konnte sich der englische Vertreter in Genf der Tatsache verschließen, daß in Abwesenheit Deutschlands und gegen den Willen Italiens nicht mit Nutzen weiter verhandelt werden konnte. Der Weggang Deutschlands aus Genf brauchte an sich die Konferenz nicht lahmzulegen; wenn es den anderen Mächten mit der Abrüstung ernst war, konnten sie sich über die von ihnen zu ergreifenden Maßnahmen verständigen. Es war aber vorauszusehen, daß die größte Militärmacht des Kontinents, Frankreich, unter diesen Umständen sich mindestens ebenso intransigent verhalten würde wie bisher. In der italienischen Presse wurde in den letzten Tagen mit Recht festgestellt, daß die Genfer Methode die vorhandenen Gegensätze nicht mildere, sondern im Gegenteil verschärfe. Diese Auffassung, zu der sich Italien nach einigen Wochen der Zurückhaltung nun auch bekannte, hat in Genf schließlich den Ausschlag gegeben. Es ist eine bezeichnende Ironie der Entwicklung, daß in diesem Stadium der Abrüstungskonferenz nur noch Frankreich als das am wenigsten abrüstungswillige Land sich etwas von der Fortsetzung der Genfer Arbeiten versprochen hat. Aber der französische Widerstand hat wohl im ganzen Verlauf der Konferenz ein positives Ergebnis, nicht aber das jetzige unrühmliche Ende verhindern können. Der Beschluß des Büros bedeutet tatsächlich die Vertagung sine die, die die Mächte in den Tagen nach dem Austritt Deutschlands noch einmütig abgelehnt hatten. Der Zusammenbruch der Abrüstungskonferenz, das hat sich durch die Vorgänge der letzten Wochen klar erwiesen, ist ausschließlich auf die Gegensätze der hochgerüsteten Mächte untereinander zurückzuführen. Der Abrüstungsgedanke an sich ist damit aber selbstverständlich nicht erledigt, nur die Rethode seiner Verwirklichung ist geändert und der Kreis der Verhandelnden verkleinert worden. Die diskrete Arbeit der Diplomaten hat sich gegenüber dem Genfer System der öffentlichen Massenversammlungen als der zweamazigere Weg zu einem positiven Ergebnis erwiesen. Das Interview des Reichskanzlers im„Matin“ ist ein neuer Beweis für das starke Interesse und den ernsten Erfolgswillen Deutschlands. Die üblichen Mißdeutungs= und Abschwächungsversuche, die ein Teil der französischen Presse auch jetzt nicht unterlassen kann, entheben die verantwortlichen Kreise in Frankreich wie in England nicht der Pflicht, ihrerseits in dem gleichen Geiste des Friedens und der Gerechtigkeit für die Verständigung zu arbeiten. * Die Havasagentur bringt ein Stimmungsbild aus Genf vor der Rückreise des französischen Außenministers nach Paris und sagt, die Arbeiten der Ausschüsse würden fortgesetzt werden, und zwar mit reger Beteiligung Frankreichs, mit weniger reger Beteiligung Großbritanniens und mit einer gleichsam garnicht vorhandenen Beteiligung Italiens. Immerhin sei das von Paul-Boncour beharrlich verteidigte Prinzip der Nichtunterbrechung der Konferenzarbeiten gewahrt worden. Außerdem habe der Widerstand Paul=Bencours die Engländer bestimmt, von ihrem Versuch Abstand zu nehmen, die am 14. Oktober vom Hauptausschuß angenommene Diskussionsgrundlage durch andere zu ersetzen, die den französischen Interessen weniger entsprochen hätten. Schließlich habe Paul=Boncour die vielfältigen Gerüchte von einer Art bevorstehenden Friedenskonferenz außerhalb von Genf systematisch ignoriert und nur zu diplomatischen Verhandlungen seine Einwilligung gegeben, um die politischen Meinungsverschiedenheiten abzutragen. Die Verhandlungen, die der französische Außenminister Paul=Boncour mit Sir John Simon, mit Benesch, mit Dawgaleski, mit Raczinski und mit dem österreichischen Delegierten Pflügl hatte, seien über den Rahmen der Abrüstungskonferenz hinausgegangen und hätten die Zukunft vorbereitet. Die amtsärztlichen Zeugnisse für Ehestandsdarlehensempfänger Wie das BdZ.=Büro meldet, ist die Vergebung von Ehestandsdarlehen u. a. auch abhängig von der Beibringung eines amtsärztlichen Zeugnisses über den Gesundheitszustand und die erbbiolozischen Voraussetzungen des Empfängers. Gegen eine allzu weite Ausdehnung bzw. Verallgemeinerung wendet sich nunmehr der preußische Innenminister in einem Runderlaß. Er betont u. a., es sei von verschiedenen Seiten anzeregt worden, bei allen Ehestandsdarlehensempängern eine Wassermann=Reaktion auszuführen. Diesen Vorschlag halte er für zu weitgehend. Eine Untersuchung aller für die Ehestandsdarlehen in Frage kommenden Personen, bei denen es sich meistens um junge Leute handelt, sei auf diesem Gebiete deshalb nicht nötig, weil der untersuchende Arzt aus der Anamnese und dem klinischen Befund einen etwa bestehenden Verdacht von überstandener oder vorhandener Lues abzuleiten in der Lage sei. Es müsse daher bei der bestehenden Bestimmung eines früheren Runderlasses bleiben, nach der der Untersucher nur in Verdachtsfällen weitere Maßnahmen vornehmen lassen solle. Steuerbefreiung für Wohnungsbauten Wie das Reichsfinanzministerium mitteilt, hatten Volksgenossen damit gerechnet, daß die bisherigen Steuerbefreiungsvorschriften für Woh nungsneubauten ohne Beschränkung hinsichtlich der Größe verlängert würden. Zum Ausgleich von Härten und im Interesse der Arbeitsbeschafsung während des bevorstehenden Winters hat der Reichsminister der Finanzen unter anderem bestimmt, daß für Wohngebäude, die bis zum 31. Mai 1934 bezugsfertig werden, die Steuerbefreiung nach dan neuen Vorschriften— sofern die Minister Seldte über die kommenden Maßnahmen Reichsarbeitsminister Seldte gewährte dem politischen Schriftleiter der„Oldenburger Nachrichten für Stadt und Land“, Dr. Dr. Konrad Bartsch, eine Unterredung, in der sich der Minister über die beendete Arbeitsschlacht dieses Jahres und die kommende Arbeitsoffensive 1934 äußerte. Minister Seldt erklärte, daß von den 2,15 Millionen, um die sich die Arbeitslosigkeit bei der Arbeiterschaft vermindert habe, rund 230 000 auf Land= und Forstwirtschaft, der Rest auf Industrie, Handwerk und Handel entfielen. Seit dem Frühjahr 1932 habe das Reich für die öffentliche Arbeitsbeschaffung über 3¾ Milliarden Mark zur Verfügung gestellt, zu denen noch gegen 650 Millionen RM. der Reichsbahn und der Reichspost hinzukämen. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung werde auch im nächsten Jahr die landwirtschaftliche Siedlung mit allem Nachdruck gefördert werden, da die Regierung sich bewußt sei, daß eine starke Umstellung des deutschen Volkes von gewerblicher und industrieller Tätigkeit auf die Bewirtschaftung des heimischen Bodens für eine Gesundung des Arbeitsmarktes unerläßlich sei. Der Minister gab ein anschauliches bild von der Belebung des Binnenmarktes durch die Arbeitsbeschaffung. übrigen Voraussetzungen vorliegen— auch dann gewährt werden kann, wenn die nutzbare Wohnfläche 170 Quadratmeter(statt 150 Quadratmeter) nicht überschreitet. Dazu treten je 15 Quadratmeter für das vierte und jedes weitere Kind des Eigentümers. Wenn der Reubau auch die erhöhten Grenzen überschreitet, kann eine Befreiung nur nach den bisherigen Vorschriften in Betracht kommen. Danach sind Wohngebäude, die in der Zeit vom 1. April bis 31. Mai 1934 bezugsfertig werden, nur dann befreit, wenn der Rohbau bis zum 31. Dezember 1933 vollendet wird. An diesem Erfordernis soll nun nicht unbedingt festgehalten werden. Immer aber ist die Erleichterung nur dann zu gewähren, wenn eine tatkräftige Förderung des Baues noch während des Winters sichergestellt ist. Richtarische Aerzte in GroßstadtKrankenkassen nicht mehr zugelassen Eine soeben erlassene Verordnung des Reichsarbeitsministers über die Zulassung von Aerzten, Zahnärzten und Zahntechnikern zur Tätigkeit bei den Krankenkassen trifft neue, für Krankenkassen und Aerzte bedeutsame Bestimmungen. Hiernach werden bis auf weiteres in Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern Aerzte nichtarischer Abstammung sowie Aerzte, deren Ehegatten nichtarischer Abstammung sind, zur Tätigkeit bei den reichsgesetzlichen Krankenkassen nicht zugelassen. Diese Regelung sei notwendig geworden, weil gerade in den Großstädten noch ein großes Miß verhältnis zwischen arischen und nichtarischen Kassenärzten besteht. 100-Jahr-Feier der Binzenz- und Elisabeth-Vereine in Berlin Die Katholische Aktion, der Caritas=Verband und die Vinzenz= und Elisabeth=Vereine veran stalteten im Sportpalast in Berlin eine Gedächtnisfeier des 100jährigen Bestehens der Vinzenzund Elisabeth=Vereine. Die Rampen des Sportpalastes waren mit schwarz=weiß=roten, Hakenkreuz= und weiß=gelben Kirchenfahnen ausgeschmückt. Vor der Redner tribüne stand mit Eichenblattgrün geschmückt die Büste des verstorbenen ersten Bischofs von Berlin, Dr. Christian Schreiber, dem der 1. Vorsitzende der Katholischen Aktion, Min.=Direktor Dr. Klausener herzliche Worte des Gedenkens und des Dankes widmete. Ausgehend von der Rede, die der Verstorbene am selben Tage vor vier Jahren im Sportpalast gehalten hatte, skizzierte Dr. Klausener den Kampf des Bischofs um üttliche Gesinnung im Staats= und Volksleben Danach war die Arbeitslosigkeit Ende Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 26,7 Prozent geringer, während die Gesamtbeschäftigung Ende September um 8,5 Prozent und die Industriebeschäftigung im gleichen Monat um 19 Prozent höher waren, während die Industrieproduktion im August im Vergleich zum Vorjahre um 22 Prozent zugenommen hatte. Es müsse anerkannt werden, daß sich die private Wirtschaft bemühe, die öffentliche Arbeitsbeschaffung durch eigene Maßnahmen zu unterstützen. Zahlenmäßig ließen sich diese Bestrebungen nicht erfassen. Die Frage, ob das Retz der Arbeitsdienstlager noch verdichtet werden würde, verneinte Minister Seldte. Ueber besondere Aufgaben des Arbeitsdienstes könne noch nichts gesagt werden. Die jungen Leute zwischen 18 und 25 Jahren, die 52 Wochen im Arbeitsdienst beschäftigt gewesen seien, würden gern von der Wirtschaft übernommen. Eine Einrichtung, die Frage der Entlassung großzügig und sozial zu regeln, sei geplant. Zum Schluß ging Minister Seldte auf die Bedeutung der weiblichen Arbeitsdienstlager ein, die darin bestehe, daß die Stadtmädel zu Landfrauen umgeformt würden. und um Ueberwindung des Liberalismus und Materialismus. Dr. Schreiber würde heute in Dankbarkeit den Männern die Hand schütteln, die unser Volk von der Pest der öffentlichen Unsittlichkeit befreit und das Christentum als unerschütterliches Fundament des neu erstandenen Reiches proklamiert haben. Die Liebe des Toten zu dem deutschen Volke rufe den Katholiken zu: „Packt mit an, helfet mit, es geht um Ehre und Freiheit, um Friede, Arbeit, Brot, es geht. um die Gemeinschaft und Einheit des Volkes.“ Anschließend sprach Kapitularvikar Dr. Steinmann, der die Geschäfte des bischöflichen Ordinariats führt, über die christliche Armenliebe, die ihre Quelle und ihr Ziel in der beispielhaften Opferliebe Christi besitze. Der Kapitularvikar forderte als Verweser des Bistums die Gläubigen auf, gerade in der gegenwärtigen Notzeit, für die von der Not des Körpers und der Seele Getroffenen unermüdlich Opfer zu bringen. Die Festrede hielt der Kölner Domprediger P. Dionysius Ortsiefer O. F. M.— Er ging aus von dem Satz:„Wo die Liebe ist, da ist Christus — wo Christus ist, da ist die Liebe".„Keiner soll hungern und frieren". Das sei das Evangelium der Liebe, das lebendige Tat werden soll.—— Fast sämtliche Berliner katholischen Vereine und Verbände hatten Fahnenabordnungen entsandt. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. als Vertreter des Runtius den Runtiaturrat Colli, Frau von Papen und die Mitglieder des Dom=Kapitels. und Ständestaat Welche Wege die Stellungnahme des Faschismus zum Ständestaat in der nächsten Zeit durchlaufen wird, ist nach der großen Schlußrede, in der der Duce den Inhalt der verflossenen Beratung des Nationalrates zusammenfaßt, zu übersehen. Es ist dabei charakteristisch, daß von den zwei Etappen, die Mussolini für diese Entwicklung vorsieht, nicht diejenige die erste ist, die sich mit der verfassungsrechtlichen Grundlage der Korporationen befaßt. Vorangehen wird vielmehr die Epoche, in der der Aufbau der Korporationen und die Aufnahme ihrer aktiven Tätigkeit erfolgen soll. Hieraus spricht die gesunde und praktische Politik, die Messolini immer wieder betrieben hat. Es liegt ihm durchaus fern, für sich in Anspruch zu nehmen, daß er mit prophetischem Auge jede kleine Einzelheit im Aufbau einer so vielfältigen und weitverzweigten Organisation voraussehen kann: er läßt die Dinge, die er für richtig und gesund hält, organisch wachsen und sich entwickeln. Auf diesem Wege finden sich dann Formen für die OrganiKleine Preise, großer Amsatz! Die Deutsche Arbeitsfront hat im Einvernehmen mit der RS.=Hago und der RSBO. folgenden Aufruf erlassen: Den Umsatz steigern, heißt Arbeit schaffen, Arbeitsbeschaffung ist nach wie vor die zentrale Aufgabe alles Wirtschaftens. Ein gutes, ja das beste Mittel zur Erreichung größter Arbeitsbeschaffung ist die Verwirklichung der Parole: Kleine Preise, großer Umsatz! Denn: das Volk muß wieder kaufen können. Es war immer richtig, die Wahrheit herauszustellen, die da lautet: Wer zu kleinen Preisen kauft, kann mehr kaufen. Kaufen ist die Hauptonfgabe, weil: Wer jetzt kauft, am Aufbau hilft! Sofort kaufen tut not, denn wir wissen nur: Ein gutes Weihnachtsgeschäft ist die beste Voraussetzung für den Erfolg der Arbeitsschlacht 1934. Alle müssen mit ihrer Kaufkraft in das Riesenaufbauwerk eingeschaltet werden, deshalb: Es zieht alle zum Kaufen nach dem Grundsatz: Wenn aus dem Kasten springt die Mark, Wird Arbeit, Wirtschaft, Umsatz stark! sation wie für die Legislative, die nicht in das Prokrustesbett einer vorgefaßten theoretischen Meinung eingespannt sind, sondern aus der unmittelbaren praktischen Erfahrung wachsen. Es darf nie übersehen werden, daß der Nationalrat — also die Dachorganisation des Korporationswesens— eines Tages auch selbständig gesetzgeberisch tätig sein soll. Der gesamte Anteil an der Gesetzgebung, der sich auf die wirtschaftliche Betätigung der Nation bezieht, soll vom Nationalrat eines Tages ausgehen. Daneben erscheinen die anderen Kompetenzen, die Ausübung der Schiedsgerichtsbarkeit und der Beratung in allen wichtigen Fragen, beinahe als klein, wenn man mit dem überkommenen Maßstab politischer Ueberlegung mißt. Aber gerade die Fehlurteile, die auf Grund solcher Ueberlegung entstanden, haben ja zu der Abkehr von den überkommenen Arten politischer Ueberlegung geführt. Das organische Leben und das hierdurch bedingte ständig sich entwickelnde Wachstum lassen sich nicht dadurch regulieren und vorausbestimmen, daß man ein möglichst weitgehend ausgearbeitetes Schema voraussetzt. Nur eine Gesetzgebung, die fortlaufend in steter Fühlung mit diesem Leben und Wachstum steht, die ständig in der Lage ist, aus den Erfahrungen des Alltags und seinen Bedürfnissen zu lernen, ist gesund und lebensfähig. Wo dieser Grundsatz nicht befolgt wird, da trennen sich Gesetz und Politik vom Leben ab und erstarren zu theoretischen Gedankengebäuden, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben. Es handelt sich also um die konsequente Fortsetzung des Totalitätsgedankens, den man ja nur halb versteht, wenn man ihn nur auf die Rolle des Staates gegenüber dem Staatsbürger anwendet. Der totale Staat sieht auch den Staatsbürger nicht in seinen Einzelheiten als wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Faktol, sondern als eine totale Erscheinung, die, nach Mussolinis Worten,„heilig und heldisch“ ist. Besondere Bekleidung für Angehörige der deutschen Luftfahrt Der Reichsminister der Luftfahrt hat die Einführung einer besonderen Bekleidung für Angehörige der deutschen Luftfahrt genehmigt. Diese Bekleidung lehnt sich im Schnitt und in den Abzeichen an die Uniformen der SA und SS an. Sie wird durch Reichsminister Goering in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des Deutschen Luftfahrt=Verbandes verliehen, und zwar— worauf besonders hinzuweisen ist— nur auf Widerruf als eine Auszeichnung an Einzelperionen, die Mitglieder der Fliegerstürme des Deutschen Luftfahrtverbandes sein müssen; sie muß aus eigenen Mitteln beschafft werden. Wirtschaftskrieg? „Daily Herald“ will wissen, daß der Präsident des Handelsamtes in der Zolltariffrage ein Ultimatum an Frankreich gestellt habe. Wenn nicht in sehr kurzer Zeit eine Verständigung erreicht werde, dann werde wahrscheinlich Anfang Dezember ein Wirtschaftskrieg ausbrechen. Großbritannien verlange die Aufhebung der 15prozentigen Sonderabgabe und der 6prozentigen Landungsabgabe auf britische Waren. Wenn Frankreich sich unzugänglich zeige, werde die britische Regierung mit Vergeltungsmaßnahmen in Form einer 21prozentigen Abgabe auf französische Waren antworten. Times sprechen ebenso von der Möglichkeit wirtschaftlicher Vergeltungsmaßnahmen gegen Frankreich, wenn auch nicht in so aggressiver Form und schreibt: Das Kabinett besprach auch die Frage der britischen Handelsbeziehungen mit Frankreich. Als die britische Regierung am 7. November beschloß, den Tarifwaffenstillstand mit einmonatiger Frist zu kündigen, wurde der französischen Regierung zu verstehen gegeben, daß die britische Regierung zu einer Aktion gezwungen sein werde, falls nicht in der Zwischenzeit die französische 15prozentige Sondersteuer auf britische Waren geändert werde. Die der britischen Regierung vorliegenden Nachrichten deuten darauf hin, daß die französischen Handelskreise entschieden für Beibehaltung der Sonderabgabe sind. Man glaubt, daß die britische Regierung bereit ist, eine ähnliche Abgabe auf französische Waren zu legen, falls vor Ablauf der Kündigungsfrist des Tarifwaffenstillstandes keine Vereinbarung erreicht ist. Eine Abordnung des Deutschen Gemeindetages hat Donnerstag vormittag am Denkmal des Freiherrn vom Stein auf dem Dönhoffplatz in Berlin anläßlich der 125. Wiederkehr des Tages, an dem die erste preußische Städteordnung in Kraft getreten ist, einen Kranz niedergelegt mit der Inschrift„Dem Führer in deutscher Not, dem Erneuerer deutscher Selbstverwaltung.“ Am Roosevelts Goldpolitik Verschärtung der Gegensätze der Freunde und Gegner der Intlatienspolitik Der in USA. ausgebrochene Pressekampf über die Goldpolitik der amerikanischen Regierung erfaßt immer weitere Kreise. Bemerkenswert ist, daß nach den Berichten der Blätter allgemein in der nächsten Zeit eine Verschärfung der Gegensätze zwischen den Befürwortern einer Politik der Währungsinflation und den Inflationsgegnern erwartet wird. Eine Reihe von Zeitungen erklärt, daß diese Gegensätze in ähnlicher Weise entschieden werden müßten, wie dies bereits im Jahre 1896 anläßlich des Kampfes zwischen dem demokratischen Führer Bryan und dem späteren republikanischen Präsidenten Mc. Kinley der Fall gewesen sei, also wohl offenbar durch einen neuen Wahlfeldzug. Im Jahre 1896 hatte nämlich der Demokrat Bryan seinen Kampf bei der Präsidentenwahl unter dem Schlagwort vom„Kreuz des Goldes“ geführt, wobei Bryan, der für ein festes Wertverhältnis von Gold und Silber im Verhältnis von 1:16 eingetreten war, sich zu Gunsten des Silbers als Währungsmetall eingesetzt hatte und die These vertrat, daß auf den Goldwährungsländern das„Kreuz des Goldes“ laste. In einem erbitterten Wahlkampf hatte damals die amerikanische Nation die Ansicht Bryans verworfen und den Republikaner Mc. Kinley zum Präsidenten gewählt. Neben diesen Newyorker Blätterstimmen ist die Meinung des Washingtoner Sonderkorrespondenten der Zeitung„Herald und Tribune“ bemerkenswert, der zur Zeit eine Informationsreise durch die westlichen Landesteile der USA. unternimmt und in seinem Blatt die Meinung vertritt, daß Roosevelt kaum an Prestige verlieren würde, wenn er die bisherige Goldpolitik aufgeben sollte. Mit Ausnahme der Landwirtschaft würde, so erklärt Sullivan, die Bevölkerung der USA. mit einer allmählichen Hebung des Preisniveaus ohne Währungsexperimente zufrieden sein. Demgegenüber verteidigte auf einer Tagung in Philadelphia Prof. Irving Fisher die Goldpolitik der Regierung Roosevelt, die im wesentlichen richtig sei. Der neue amerikanische Schatzsekretär Morgenthau bezeichnete den Kredit der amerikanischen Regierung als ebenso sicher wie den Felsen von Gibraltar. obwohl bekannt geworden ist, daß das Schatzamt in den letzten Tagen am Markte der Regierungsanleihen stützend eingegriffen hat. Der republikanische Senator Reed äußerte sich dahin, daß seiner Ansicht nach der Rücktritt von Prof. Spraque von seinem Posten als Finanz= berater des USA.=Schatzamtes als ein warnender Hinweis in der Richtung aufzufassen sei, daß die demokratische Staatsleitung des Präsidenten Roosevelt vor dem gefährlichsten Experiment stehe, das überhaupt von irgendeiner Regierung unternommen werden könne. Blatt 2. Freitag, den 24. November 1933 Menden und Amgebung Menden, 24. November Gedenktage am 24. November. 1831 Dichter Ludwig Bechstein geb. 1870 Siegreiches Gefecht des 10. Korps bei Ladon und Mézières.— Thionville kapituliert. 1916 Die Armee Mackensen überschreitet die Donau. Sonnenaufg.: 7,36 Mondaufg.: 12,59 Sonnenunterg.: 15,57 Mondunterg.: 23,57 8.88 Uhr erstes Mondviertel. SchneVom Bußtag zum Totensonntag. Wir wissen, daß dem Bußtag fast unmittelbar Totensonntag folgt. Es ist kein Zufall, daß diese beiden Tage so nahe beieinander liegen. Denn das Gedenken an die Toten und das „memento mori“ stehen in enger Beziehung zu einander. Aus diesem„memento mori“ aber erwächst unmittelbar die Frage:„Wie fülle ich mein eigenes Leben aus? Und wenn ich heute sterben sollte— was habe ich getan, um diesem Leben Inhalt zu geben?“ Viele von uns neigen dazu, sich in diesen trüben Spätherbsttagen schwermütigen Gedanken hinzugeben. Dabei lassen sich manche in eine Stimmung trostloser Verzagtheit abgleiten andere wieder ziehen auch in seelischer Hinsich eine sachliche Bilanz des Jahres. Und das ist zugleich Zweck und Sinn dieser Tage. Wir wollen Abrechnung halten mit uns selbst. Das moderne Leben, das jedem Einzelnen von uns kaum tragbare Lasten an Arbeit, Sorge und Mühe aufbürdet, läßt wenig Zeit, um einmal zur Besinnung zu kommen. Es gibt Seelenärzte, die ihren gehetzten, übernervösen Patienten täglich eine Viertelstunde der Ruhe und Sammlung verordnen. Man möchte diese Allheilmittel jedem Menschen anraten. Mai sollte täglich eine Viertelstunde dasitzen un nichts tun. Dabei soll gerade der Geist nicht ermüden, sondern sich sammeln. Viele benutzen diese Tage, um die Gräber für Totensonntag zu schmücken. Auch der Gang auf den Kirchhof trägt dazu bei, uns über unser eigenes Leben nachdenken zu lassen. Wieviel Liebe haben wir uns zu geben versäumt! An denen, die hier ausruhen vom Sturm des Lebens, können wir das Versäumte nicht mehr gutmachen. Aber wir können ein Teil unserer Schuld an denen sühnen, die mit uns leben, die auf unsere Liebe und Fürsorge warten. Tage der Einkehr— Tage der Stille. Aber auch Tage der guten Vorsätze. Daß alle diese guten Vorsätze nicht immer ausgeführt werden, aß sie vor allem nicht immer von Dauer sind, ist nur allzu wahr. Aber es ist schon viel gewonnen, wenn sie überhaupt da sind, wenn diese Tage Anlaß geben, daß wir unser Leben wertvoller machen— wertvoller für unsere Mitmenschen. Im ewigen Streben und Ringen um Vervollkommnung liegt das Glück und der Wert unseres Lebens. Und wenn dieses Streben immer wieder von neuem in uns lebendig wird, dann wird sich auch an uns das Dichterwort erfüllen: Wer immer strebend sich bemüht— Den können wir erlösen *— Unser neuer Roman„O Straßburg“, ein fröhlicher Militärroman aus der Vorkriegszeit, von Anton Schwab, beginnt in unserer morgigen Ausgabe. *— Vermessungstechniker bei der Reichsbahn dringend gesucht! Wie schon mitgeteilt, beabsichtigt die Reichsbahn, 240 vermessungstechnische Dienstanfänger für den Assistentendienst einzuberufen. Gleichzeitig ist die Einstellung von 100 vermessungstechnischen Ingenieuren im Angestelltenverhältnis vorgesehen. Bewerber werden gebeten, sich an die einzelnen Reichsbahndirektionen, in deren Bezirk sie einzutreten wünschen, zu melden. *— Schweres Verkehrsunglück. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich Dienstag abend in der Nähe vom Markt. An der einen Straßenseite stand ein Auto, als Herr Ing. Vollmers die Straße überquerte und nicht gewahrte daß im selben Moment von entgegengesetzter Richtung ein Motorradler den Weg kreuzte, wodurch Herr V. zu Fall kam. Der Verunglückte wurde mittels Sanitätsauto ins Krankenhaus gebracht, wo er hoffentlich von seiner schweren Verletzung bald genesen wird. *— Ihr silbernes Ehejubiläum begehen am Samstag die Eheleute Peter Jung, Fuchshöhle, und am Sonntag die Eheleute Theodor Heimann, Ostwall. Den Jubelpaaren zu ihrem schönen Fest unsern herzlichen Glückwunsch! *— Im Silberkranz. Die Eheleute Christian Leifert, Galgenfeld wohnhaft, feiern am heutigen Tage das Fest der silbernen Hochzeit. Den langjährigen Beziehern unserer Zeitung gratulieren wir zu diesem Fest recht herzlich. *— Drucksehler Teusel. Der Druckfehler= teufel hat uns in der gestrigen Nummer einen bösen Streich gespielt. In dem Bericht„Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Iserlohn“ soll auch das„Treibhaus“ von Iserlohn eine Vergrößerung erfahren.“ Gemeint ist natürlich das Kreishaus. Achtung! Reisende. Für alle, die gerne während der Woche eine billige Fahrt machen wollen, sei mitgeteilt, daß die Reichsbahn am Mittwoch verbilligte Rückfahrkarten nur für die nähere Umgebung ausgibt. Es kommen für Menden in Betracht: Hemer, Iserlohn, Klusenstein und Balve. Alle anderen Ausflugsorte unterliegen nur dem verbilligten Sonntagsverkehr.— Ein sehr übersichtlicher Fahrplan, der im Vorraum der hiesigen Station aushängt, gibt übrigens jede gewünschte Auskunft. •— Die Kleinsten im Dienste der Winterhilfe. Im oberen Ruhrtal haben sich auch die kleinen ABC=Schützen schon in den Dienst der Winterbilfe gestellt Bei einem Spaziergana ist man erstaunt, an allen Zaunlatten, Haustüren und Bäumen bunte Zettel zu sehen. Bei. einem näheren Hinsehen entdeckt man, daß da die Kleinsten mit ihren ungelenken Schriftzügen in bunten Farben ihre Sprüchlein für die Winterhilfe gemalt haben. Unter Anleitung des Lehrers sind da rührende Hinweise auf die Not der Armen entstanden. So heißt es u. a.: Helft uns helfen, Helft den armen Kindern, gebt den armen Kindern Brot, Wer viel hat, soll viel geben. Andere wieder hatten mit ihren bunten Stiften Tannenbäume gemalt und dazu geschrieben: Auch die armen Kinder sollen zu Weihnachten froh sein. u. a. m. Diese Aufforderungen zum Schenken werden bestimmt ihre Wirkung nicht verfehlen; denn es rührt wohl jeden Erwachsenen, daß die Kinder heute in der Schule nicht wie sonst üblich um diese Zeit, Weihnachtsbäume und Nikolaus zeichnen lernen, sondern ihre jungen Talente in den Dienst der Winterhilfe stellen, und so ein schönes Zeugnis für den Geist der neuen Zeit geben. *.— Alemannia Menden. Westfalia Halingen— Alemannia 4:4(2:1). Am Buß= und Bettag folgten die Alemannen einer Einladung von Westfalia Halingen. Trotzdem die hiesigen mit 5 Jugendspielern antraten, holten sie in Halingen ein gutes unentschieden heraus. *— Vom Fundbüro. Gefunden wurde ein Damenhut, eine Geldbörse mit Inhalt und ein ein kleiner Geldbetrag nebst einer Flasche Spiritus. Die Verlierer wollen sich im Rathaus, Zimmer 13 melden. Mendener Filmschan Man kann nur immer wieder freudig betonen, daß wir dieses Jahr in den W.=T.=Lichtspielen einen schönen Spielplan auf den anderen sehen. Heute Freitag bis Montag an erster Stelle:„Die Tänzerin von Sanssonci“. Ein Spiel im zartesten Rokoko... aber mit tieferem Sinn und höherer Bedeutung;... Wundervoll die Darstellung des jungen Königs durch Otto Gebühr... Die Barberina so strahlend schön, elegant und bezaubernd in der Verkörperung durch L:! Dagover... Glücklich die Besetzung der übrigen Rollen... Geschickt gelöst auch das musikatische Problem durch Mare Roland, der seinen alten Parademarsch und die Serenade immer wieder erklingen läßt. Ein selten glücklicher Wurf. Ein Film, der endlos. sen, stärksten Beifall fand und verdient. Zweitens der spannende Tonfilm der neuen Saison Wir zeigen Ihnen ab heute in unserm großen Eckfenster eine hochinteressante Ausstellung Der deutsche Teppich! In sachlicher Zusammenstellung sind hier die Werterzeugnisse der deutschen Teppich=Industrie, darunter Grücken und Läuferstoffe in großer Auswahl aufgebaut. Gesuchen Sie uns unverbindlich. Wir stellen Ihnen auf Wunsch angezahlte Teppiche bis Weihnachten zurück! Dieser neue Spionagefilm ist— um dies gleich vorwegzunehmen— glänzend. Er ist ausgezeichnet ersonnen, fabelhaft gesteigert. Zudem ist er in allem Militärischen vollkommen echt, da man Fachleute aus dem Geheimdienst der alten Armee als Berater heranzog. Im Mittelpunkt alles Geschehens steht hier Carl Ludwig Diehl. Er ist heute einer der stärksten Gestalter, über die der deutsche Film verfügt. Schlicht, wortkarg und doch von einer inneren Wucht, die mitreißt und bezwingt. Glänzend gespielt, tut dieser glänzende Film seine volle Wirkung. Man wird ihn sehen wollen.— Sowie bei den letzten guten Spielplänen, wird keiner den Besuch der W.=T.=Lichtspiele bereuen. Noch eine Bitte: Wer gute Plätze will, besuche Freitag, Samstag und Montag die Lichtspiele, da an diesen Tagen solche genügend da sind. Sport Fußballspiel zum Besten der Winterhilfe Tournay= u.Vel.=Teppiche in besonders schwerer Qualität 110 HI 20cx3oo cm.. 85.00 75.00 0.00 Jaquard=Läufer Wirkungsvoll in Zeichnung und a nr Farben, Ia Qualität, 67 cm breit 2 Uh 5 90 f. 90 3.50 E.00 Haargarn=Teppiche Garantiert reine Ware, 20cx 217 HI 390 cm 54.00 42.50 35.00 L1.00 Streifen=Läufer Strapazierfähig u. preiswert, in 4 hr modernen Pastellfarben, 67 cm PH breit...... 3.50 2.95 2.45 1.00 Landkreis Iserlohn Arbeitslosigkeit um die Hälfte zurückgegangen! Stand von Mitte September 1930 erreicht! Ueber die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Landkreise Iserlohn können wir heute wiederum eine Reihe aufschlußreicher Zahlen bekanntgeben. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen(Alu, Kru, anerkannte und nicht anerkannte Wohlfahrtserwerbslose, ausgenommen Fürsorgearbeiter) belief sich am 31. Oktober 1933 auf 4844 gegenüber 9284 am 28. Februar 1933, ist also gegenüber dem höchsten Stand des Jahres 1933 um 47,8 Proz. zurückgegangen. Sie ist gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1932 mit 8867 unterst. Arbeitsl. um 45,4% 1931 mit 8434 unterst. Arbeitsl. um 42,6% 1930 mit 5709 unterst. Arbeitsl. um 15,2% gesunken und hat den Stand von Mitte September 1930 erreicht. Gegenüber dem höchsten Stand der Arbeitslosigkeit, den der Landkreis Iserlohn am 29. Februar 1932 mit 10 467 unterstützten Arbeitslosen erreichte, beträgt der Rückgang 53,7 Proz. Die angegebenen Zahlen sind ein hervorragender Beweis für den Erfolg nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik. Sie zeigen, daß die Regierung mit ihren Maßnahmen zur Gesundung von Volk und Wirtschaft auf dem richtigen Wege ist. Obschon in früheren Jahren sich um diese Zeit eine sehr erhebliche saisonmäßig bedingte Verschlechterung der Arbeitslosigkeit bemerkbar machte, ging die Zahl der unterstützten Arbeitslosen im Landkreise Iserlohn von Ende September bis Ende Oktober 1933 immerhin noch um 2,3 Proz. zurück. Die Aufgabe der örtlichen Kampfausschüsse ist mit, dem bisher Erreichten nicht beendet. Ihre Tätigkeit wird sich vielmehr mit unverindeter Tatkraft in den kommenden Wochen und Monaten des Winters darauf richten, das bisher erzielte Ergebnis unter allen Umständen zu halten und möglichst neue Erfolge zu gewinnen. Es ist zu hoffen, daß auch die Unternehmer sich für die Stabilisierung des bisherigen Erfolges mit allen Kräften einsetzen werden. Die Kreisverwaltung fördert die Tätigkeit der Kampfausschüsse nicht nur ideell sondern bemüht sich auch, im Rahmen des finanziell Tragbaren selbst Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. So werden beispielsweise in Durchführung der Kreisrichtlinien über Fürsorgearbeiten gegenwärtig 425 Fürsorgearbeiter in den Gemeinden beschäftigt, an deren Lohnaufwand sich der Kreis mit 70 Proz. beteiligt. Durch die Errichtung eines Kreishausanbaus im Werte von 25000 RM. unter Inanspruchnahme von Darlehnsmitteln des 1. Reinhardt=Programms und Bereitstellung von 15 000 RM für Straßeninstandsetzungen werden dem Bauhandwerk neue Arbeiten zugeführt. Ferner ist der Kreis als Träger eines Darlehns von 40 000 RM. aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm für eine Reihe von Gemeinden aufgetreten, die ihrerseits die Darlehnsgelder zur Instandsetzung von Schul= und sonstigen öffentlichen Gebäuden verwenden. Hat auch das Tempo des Rückgangs der Arbeitslosigkeit im Hinblick auf die jahreszeitliche Bedingtheit der Arbeitsmarktlage erklärlicherweise nachgelassen, so gibt die bisherige Entwicklung doch zu der Erwartung Anlaß, daß das bisherige Ergebnis des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit ohne Rückschläge durch den Winter gebracht und es im Frühjahr dann den Ausgangspunkt bilden wird für die weitere tatkräftige Ueberwindung der Arbeitskrise auch im Landkreise Isevl-hSpiel u. Sport 09— Sportclub 1910, Alemannia, Menethina komb. 3:3(1:0) Zum Spiel, das die Mendener fußballspielenden Vereine zu Gunsten der Winterhilfe am Buß= und Bettage austrugen, hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge eingefunden. Der Führer von Spiel und Sport 09, Pg. Zau, begrüßte eingangs des Spieles die Erschienenen und gab seiner Freude über den so zahlreichen Besuch Ausdruck. Er begrüßte vor allem die Herren Pgg. Lehrer Graf als Führer der NSWohlfahrt und Studienrat Hollmann als Führer des Stadtverbandes für Leibesübungen. Den Zuschauern legte er ans Herz, bei diesem Lokalkampf, der ja einer guten Sache diene, jeden Vereinsfanatismus bei Seite zu lassen. Wenn im Verlaufe des Kampfes einigen doch die Nerven durchgingen, so wollen wir ihnen zu gute rechnen, daß sie vom Sport sehr wenig verstehen und somit nicht zu den Sportleuten zu rechnen sind. Den eigentlichen Zweck hat trotz alledem das Spiel erreicht, der Winterhilfe kann infolge des zahlreichen Besuches ein ansehnlicher Betrag überwiesen werden. Das Spiel selbst stand in keiner KampfPhase auf einem hohen Niveau, es trug ganz den Charakter eines Lokalkampfes. Die 09er fanden gleich zu Anfang starken Widerstand bei den Kombinierten, so gelang es ihnen in der ersten Halbzeit nur durch ein Elfmetertor in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit gelang es den Kombinierten durch ein gleiches Tor gleichzuziehen. Bald darauf mußte der 09er linke Verteidiger den Platz verlassen. Der Platzverweis war eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters, der einen harmlosen Ausspruch des Spielers, der sich auf den Gegner beziehen sollte, falsch verstand und auf sich bezog. Trotz des schweren Verlustes waren die 09er in der weiteren Zeit des Kampfes überlegen und bedrängten das Tor des Gegners beängstigend. Es gelang ihnen in der Drangperiode die Führung wieder an sich zu reißen, aber auch den Kombinierten glückte der Ausgleich. Durch einen zweiten Elfmeter kamen die Schwarz= Weißen zum dritten Tor und die Kombinierten in der Schlußminute durch ein Mißverständnis zwischen Verteidiger und Torwart zum billigen Ausgleich, wozu ihnen der 09er Verteidiger verhalf. Bei den Kombinierten gefiel besonders der rechte Verteidiger, die Mitte und die linke Seite. Dem Torwart ist zu empfehlen sein lebensgejährliches Spiel aufzugeben, er gefährdet nicht nur sich, sondern auch seinen Gegenüber. Die 09er hatten einige Posten neu besetzt, die im allgemeinen gut einschlugen. Der Torwart, die Verteidigung, vereint mit der Läuferreihe waren zufriedenstellend. Der Sturm hat sich jedenfalls von einer besseren Seite gezeigt, wie in allen Meisterschaftsspielen. Der Schiedsrichter war dem Spiel nicht ganz gewachsen und gab einige krasse Fehlentscheidungen(siehe Hinausstellung des 09er Verteidigers). Münster. Ueber Nacht ein Geschäft ausgeraubt. Mit Brecheisen, Glasschneidern und anderen Werkzeugen zertrümmerten bisher noch unbekannte Täter die große Schaufensterscheibe des mitten im Dorfe Havixberg wohnenden Kaufmanns Meyer und drangen dann in das Ladeninnere ein. Eine große Menge Konfektions= und Goldsachen wurde gestohlen. Den Dieben gelang es. bisher noch unbekannt zu entkommen. Wichtige sozialpolitische Entscheidungen Einer Materialsammlung der Austauschstelle Rheinischer Arbeitgeberverbände Köln seien folgende wichtige sozialpolitische Entscheidungen entnommen: Tarifänderungen: Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg verfügt:„Anträge auf Tarifänderungen bezw. Neugestaltungen der Tarife dürfen und können nur dann eingereicht und berücksichtigt werden, wenn das Weiterbestehen der alten Tarife wirtschaftlich und sozial nicht mehr zu vertreten ist. Tarife, die bereits abgelaufen und von mir nicht verlängert worden sind, treten ausnahmslos in ihrer letzten Form und Fassung wieder rechtsverbindlich in Kraft“. Keine Aenderung des Tarif= und Lohnsystems: Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Nordmark erläßt folgende Bekanntmachung:„.... Entsprechend einer Erklärung des R. A. M. vom 17. 10. 1933 gebe ich bekannt, daß grundsätzlich eine Aenderung der zur Zeit bestehenden Tarif= und Lohnsätze nicht beabsichtigt ist... Eine allgemeine Aenderung des Lohnsystems(wie z. B. Einführung des Wochenlohnes oder Verlängerung der Kündigungsfristen) kommt zur Zeit nicht in Frage“. Beurlaubung von Arbeitnehmern zu Schulungs= kursen: Die pfälzische Gauleitung der NSBO. erläßt folgende Anweisung:„Ein Rechtsanspruch auf Weiterzahlung des durch den Zwöchigen Schulungskursus ausfallenden Lohnes besteht nicht. Im übrigen steht in Kürze eine reichsgesetzliche Regelung bevor. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Lohnausfall, sofern er vom Betrieb. nicht getragen werden kann, durch die „Adolf=Hitler=Spende" bestritten“. Arbeitszeit: Bei der unter Führung des Treuhänders der Arbeit in Berlin gegründeten Arbeitsbeschaffungsfront wird nach„Text.=Z.“ 275 vom 17. 11. die„ursprünglich vielerorts in Erwägung gezogene gesetzliche Einführung der 40Stundenwoche z. Zt. nicht mehr verfolgt, weil diese Maßnahme zu schematisch wäre". Erneuerung der Betriebsvertretungen: Nach einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Duisburg=Hamborn vom 12. 10. 33 ist„bei dem durch die Bewegung der RSDAP. geschaffenen und getragenem Staat grundsätzlich von der Uebereinstimmung von Staat und Bewegung auszugehen. Es können daher geschriebene Gesetze des früheren Staates auch ohne ausdrückliche Aufhebung im Wege der Gesetzgebung ihre Gültigkeit verloren haben, wenn sie den Grundsätzen der Bewegung zuwiderlaufen. Wo aber der neue Staat selbst bereits durch staatliches Gesetz eine Rechtsmaterie geregelt hat, ist diese Neuerung allein maßgebend. Danach kann sich der Wechsel im Amt der Betriebsvertretung auch nur nach dem Reichsgesetz über Betriebsvertretungen u. über wirtschaftliche Vereinigungen vom 4. 4. 1933 vollziehen. Nach diesem Gesetz ernennt die oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Behörde neue Betriebsvertretungsmitglieder“. Rechtsfähigkeit der Arbeitsfront: Das Landesarbeitsgericht Hamburg hat am 4. 10. 1935 wie folgt entschieden:„Die Deutsche Arbeitsfront und die in ihr organisierten Verbände sind als nicht rechtsfähige Vereine gemäß§ 50 Abs. 2 3PO. passiv partei= und prozeßfähig. Mitglieder, Organisationen und Zweck der Deutschen Arbeitsfront und der in ihr organisierten Verbände auf der einen Seite und des den Freien Gewerkschaften zugehörenden Verbandes auf der anderen Seite decken sich nicht. Daher kann auch die Deutsche Arbeitsfront nicht für die Verbindlichkeiten des den Freien Gewerkschaften zugehörigen Verbandes in Anspruch genommen werden. Flugzeugunglück an der Absturzstelle von„R 101“ Die Trümmer des Flugzeugs mitten in der Ort schaft Beauvis. Unweit der Stelle, an der seinerzeit das englische Luftschiff„R. 101“, vernichtet wurde, stürzte ein Frachtflugzeug der Linie Paris—London aus einer Höhe von 120 0 m ab, nachdem es in der Luft Feuer gefangen hatte. Die Besatzung konnte sich durch Fallschir m=Absprung retten. Fröndenberg Spielvereinigung Fröndenberg. Versammlung. Am Buß= und Bettaghatte der Vereinsführer die Mitglieder zu einer Versammlung aufgerufen, die leider nichk so besucht war, wie man es wohl sonst gewöhnt ist. Der Verlauf derselben war äußerst lebhaft und die zu verhandelnden Punkte zumeist interne Vereinsangelegenheiten. Gegen 10 Uhr fano die Versammlung ihr Ende. Betr. Jugendfrage: Für Dienstag, den 28. November werden sämtliche Jugendliche bis zu 18 Jahren zu einer Zusammenkunft im Vereinslokal Schulte=Degener eingeladen. Erscheinen ist Betr. Alte Herren. Freitag, den 1. Dezember im Vereinslokal Mannschaftsabend. Aus dem Hönnetal Balve, 24. November Alle Volksgenossen müssen die Eintopfspenden abführen! Säumige müssen nachzahlen! Es ist festgestellt worden, daß viele Volksgenossen sich der Verpflichtung der Abgabe ihrer Ersparnisse beim Eintopfgericht an das Winterhilfswerk mit der Begründung entzogen haben, daß sie schon eine monatliche Spende zum W. H. W. beisteuern. Die Eintopfspenden müssen von jedem Volksgenossen abgeführt werden, weil er ja durch das Eintopfgericht eine Ersparnis erzielt hat, und weil diese Ersparnis den notleidenden Volksgenossen zugute kommen soll. Wer sich dieser Spende entzieht, stellt sich bewußt im Gegensatz zum Winterhilfswerk, denn gerade im Winterhilfswerk wirkt sich der Gedanke der Volksgemeinschaft am tiefsten aus. Hier tritt der Volksgenosse, der noch ein Einkommen besitzt, für seinen notleidenden Bruder ein. Das ist praktischer Nationalsozialismus. Wer also hier nicht mithilft, beweist, daß er den Sozialismus, den unser Führer Adolf Hitler vorlebt, noch nicht begriffen hat. Wir fordern daher alle Volksgenossen auf, die aus irgendwelchen Gründen ihre Eintopfspende noch nicht abgeführt haben, den auf sie entfallenden Betrag umgehend an die Ortsgruppe des WHW abzuführen. Ueber die Abführung der Spende wird bei den Ortsgruppen eine genaue Liste geführt. :: Kirchenmusikalische Andacht. Wieder steht uns für kommenden Sonntag, den 26. November, ein hoher musikalischer Genuß bevor. Unser Kirchenchor unter der rührigen Leitung des weit über die Grenzen unserer Heimat bestens bekannten Komponisten Theodor Pröpper wird dann abends 7,30 Uhr in unterer Pfarrkirche eine kirchenmusikalische Andacht veranstalten. Wer der letzten Andacht am 22. Oktober beigewohnt hat, dem wird sie ein Erlebnis gewesen sein und der wird sicher nicht versäumen, auch dieser Andacht beizuwohnen. umsomehr, als Herr Pröpper mit einem vollständig neuen Programm aufwartet. Der Preis des Programms beträgt 10 Pfg. :: Schwindler. Der Schwindler, von dem wir kürzlich berichteten, der mit Vorliebe Pfarrhäuser aufsucht und auch unserem Pfarrhause(allerdings ohne Erfolg) einen Besuch abstattete, um unter irrgendeinem Vorwande Geld zu erbetteln, treibt in der Umgegend sein Unwesen. In Neuenrade und Beckum ist ihm sein Manöver gelungen; dort erbeutete er nicht unansehliche Geldbeträge. Desgleichen sprach er in Lendringsen und Volkringhausen in den dortigen Pfarrhäusern vor. Ob ihm sein Vorhaben dort gelungen ist, wissen wir nicht. Jedenfalls ist Vorsicht geboten, da der Gauner vermutlich versuchen wird. sein einträgliches „Geschäft“ weiter zu btereiben Die Herren Geistlichen werden gut daran tun, etwa verdächtige Personen sofort der Polizei zu melden. Lendringsen Theaterabend. Am vergangenen Sonntag wartete der kathol. Gesellenverein mit einem Theaterabend im Saale Dederich aus. Vor vollbesetztem Hause ging das Stück:„Die Heimkehr des Frontsoldaten“ über die Bretter. Die gute Darstellung der Spieler begeisterte alle Zuschauer. Straßenbauarbeiten. Die vor mehreren Jahren von der Fa. Lindemann, Köln, gebaute Beton=Straße in unserer Gemeinde ist kürzlich einer gründlichen Ausbesserung unterzogen worden. Schachverein Hüingsen. Zu der am Samstag, dem 25. November, abends 8 Uhr stattfindenden Turnierabschlußfeier im Vereinslokal Gasthof Möllenbrink werden hiermit sämtliche Mitglieder, aktive sowie passive, herzlichst eingeladen. Schach Heil! Berichtigung. Wir hatten in unserer gestrigen Ausgabe berichtet, daß ein gewisser B. aus Hüingsen den Arbeiter K. angefahren habe und dieserhalb vor dem Amtsgericht Menden angeklagt worden sei. Wie wir erfahren ist der Angeklagte B. nicht aus Hüingsen sondern aus Lendringsen. Aus Nah und Fern Unna. Einbruch im Oberlyzeum. In der " N a c h t z u m M o n t a g w u r d e e i n E i n b r u c h i m Oberlyzeum verübt. Mittels Nachschlüssels drangen die Einbrecher durch den Seiteneingang in das Gebäude ein. Im Lehrerzimmer und Amtszimmer wurden einige Schränke aufgebrochen und die Schlösser zerstört. Entwendet wurden eine Anzahl Briefmarken und einige Mark Bargeld. Der Schaden, der an den Schränken angerichtet wurde, ist bedeutend. Warburg. Schwerer Autozusammenstoß. Auf der Straße Warburg—Kassel, in der Nähe von Calden, ereignete sich ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Personenwagen und einem Lastauto. Eine in dem Personenwagen sitzende ältere Dame erlitt so schwere Verletzungen, daß sie bald darauf verschied. Der Chauffeur erlitt leichtere Verletzungen. Der Personenwagen wurde fast vollkommen zertrümmert. Essen. Raubüberfall auf eine Lebensmittelfiliale. In die Filiale der Firma Schiesen und Flothmann in Essen=Rellinghausen drangen plötzlich zwei junge Burschen ein. Während der eine durch Pistolen das Personal in Schach hielt, schwang sich der andere über die Theke und raubte die Kasse, die einen größeren Geldbetrag in Silbergeld enthielt. Darauf verließen die Burschen das Geschäft und entkamen auf Fahrrädern. Es handelt sich um junge Burschen im Alter von 19 bis 20 Jahren. Köln. Neues Autounglück auf der Straße Köln—Bonn. Eine Tote, drei Verletzte. Nach der schrecklichen Verkehrskatastrophe auf der Köln=Bonner Autobahn am Freitag morgen, die drei Menschenleben forderte, ist am Sonntag abend wiederum ein schweres Autounglück auf dieser eigens für den Kraftverkehr gebauten Straße zu verzeichnen. Im Bezirk Wesseling raste ein mit 4 Personen besetztes Personenaute auf einen wegen Reifenpanne am Straßenrand haltenden Lastkraftwagen mit Anhänger. Der Führer des Personenwagens, ein Posthelfer Peter aus Köln=Nippes, wurde nur leicht verletzt. Seiner neben ihm sitzenden Frau wurde durch den furchtbaren Anprall der Schädel zertrümmert. Sie war auf der Stelle tot. Die Schwiegereltern des Peter, die im Innern des Wagens saßen, erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Der wegen einer Reifenpanne haltende Lastwagenzug war mit der vorschriftsmäßigen Schlußbeleuchtung versehen. Ottbergen. Falschmünzerwerkstatt ausgehoben. Bei einer Haussuchung entdeckte die Kriminalpolizei eine regelrechte Falschmünzerwerkstatt. Auf photographischem Wege hatten sie falsche 100 Mark=Scheine hergestellt, die in Westdeutschland, Hessen=Nassau und Hannover in der letzten Zeit häufig festgestellt wurden. Einem Postbeamten in Frankfurt a. M. gelang es, die Fälschungen festzustellen. Die Polizei nahm unter dem dringenden Verdacht, die Hersteller der Falschscheine zu sein, zwei Personen fest. Unter Angabe falscher Namen und Wohnung hatten sie es verstanden, sich der Verfolgung zu entziehen. In dem Hause fand man auf dem Boden unter Stroh versteckt noch eine Reihe fertiger falscher 100 Mark= Scheine und Material zur Herstellung von 50 Mark=Scheinen. Coesfeld. Er erschoß sich am Grabe der Eltern. Der 43 Jahre alte Arbeiter Bernhard Lensing, der im benachbarten Darup wohnt und bei der Reichsbahn tätig ist, machte in der Nacht auf dem Gemeindefriedhof in Werth seinem Leben durch zwei Schüsse in den Kopf ein Ende. Man fand ihn auf seinem über den elterlichen Gräbern ausgebreiteten Mantel tot auf. L. hatte sich bereits am Mittwoch nach Werth zu seinem dort wohnenden Schwager begeben. Hier hinterließ er denn auch einen Abschiedsbrief, in dem er mitteilte, daß er den Wunsch habe, am Grabe seiner Eltern zu sterben. Was den Mann, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist, zu dem Selbstmorde veranlaßt hat, ist bisher noch unbekannt. Der lebendige„Leichnam“. Ein Einbrecher, der sich selbst begräbt. Bottrop. Hier wurde kürzlich von einem Diebespaar berichtet, dessen Konto stark belastet war. Die Polizei hatte es in Bottrop=Boy festgenommen, und es konnten zunächst 25 Einbrüche und vier Raubüberfälle nachgewiesen werden. Als die Polizei dann das Hab und Gut der Gauner etwas näher in Augenschein nahm, konnte sie 40 Zentner Diebesgut beschlagnahmen. Aber dabei blieb es nicht. Immer wieder kamen neue belastende Ergebnisse zutage, die Zahl der Straftaten erhöhte sich jetzt noch ständig. Um welche raffinierte Gauner es sich in diesem Fall handelt, das geht aus dem Streich hervor, den einer der Gesellen der Polizei spielen wollte, um der Verhaftung zu entgehen. Er, der auf den Namen Mikolaiczak hört, sah plötzlich alle Wege zur Flucht versperrt und im letzten Augenblick fand er ein geradezu raffinietes Versteck. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß er auf den alten Friedhof im Stadtteil Boy geflohen war. Aber dort war nirgends eine Spur von ihm zu finden. Bis plötzlich ein Kriminalbeamter auf ein neu hergerichtetes Grab aufmerksam wurde und meinte„Er wird sich doch nicht begraben haben". Man entfernte die Kränze und siehe, unter ihnen lag wohl versteckt der lebendige„Leichnam“ des Ganoven Mikolaiczak. Der Busche wurde gepackt und ins Polizeigefängnis transportiert. Auch Dr. Goebbels nagelte Weitere Hauptpreislagen in Ulstern und Ulster-Paletots bieten Ihnen eine willkommene Kaufmöglichkeit, die Sie in jeder Weise zufrieden stellen wird 28.- 38.- 48.Beachten Sie unsere Spezialfenster Eine Reise nach Iserlohn ist sehr lohnend 8.2 BASSE& UERPMANN ISERLOHN Dieser elegante UlsterPaletot vereinigt in sich alleVorzüge, gut in Stoff-Qualität u. Verarbeitung. schön im Schnitt Die Wahrheit soll siegen über die Lügen Monat November, sonnig und klar! Ein Spätherbst wie dieser ist schön, aber rar. Meist ist er trübe, grau in grau. In Nebel verwandelt sich Morgentau. Es nießelt und rieselt den ganzen Tag. Fröhliche Stimmung nicht kommen mag. Für Buß= und Bettag die rechte Zeit. Die Toten zu ehren, das„Leben“, gebeut. Strahlt dennoch des Herbstes Sonnengold auf die nach Frieden lechzende Welt, mag es die Herzen zum Hoffen erheben, sie bußfertig lassen nach Wahrheit streben. Mit Verleumdung und gemeinen Lügen die schöne, friedliche Welt zu betrügen mit zynischer Bosheit in Schrift und Wort, ist jenseits der Grenze ein teuflischer Sport. Wenn Völker den äußersten Anstand nicht kennen, sollten sie sich nicht Kulturvölker nennen. An ihnen ist„Buße und Beten“ verloren. Sie sind der Verachtung verfallene Toren. Mit ihnen verhandeln auf Treu und Glauben. hieße, der Welt den Glauben rauben. Erst wenn sie der Wahrheit die Ehre geben, können die Völker in Eintracht leben. Das deutsche Volk, friedliebend und wahr, erkennt die ihm drohende große Gefahr. Es wählet die Wahrheit als Wasse und Schild gegen die Pest, die die Welt erfüllt, die stinkende Lüge, des Hasses Brut, der Sitte Verderben, des Erhabenen Not. Die Wahrheit wird siegen über die Lügen. Hans Lebensmut. Westdeutschers DunArum=wochen-Proeramm GIrdTaII 2.11. bis 2. 12. 1933 SONNTAG 6.35: Von Hamburg: Bremer Hasenkonzert. Frühkonzert aus dem Bremer Freihafen. 8.25: Von Stuttg.: A. Glucker: Leibesübungen. 8.45: Von Stuttgart: Evangelische Morgenfeier. 9.30: Von Frankfurt:„Feierstunde der Schaffenden.„Stirb und Werde". Musik— Aus Briefen und Kriegstagebuchblättern des Leutnants Bernhard von der Marwitz wird vorgelesen— Musik. 10.00—10.45: Von Münster(nach Frankfurt und Stuttgart): Katholische Morgenfeier. 11.00: Von Köln: Sinsonie B=dur Nr. 5 von Anton Bruckner. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. 12.00: Von Köln(nach Frankfurt): Chor= und Orgelkonzert..„ Einlage: Totentanz. Deutsche Balladen. Sprecher: Rudolf Rieth. 13.00: Von Stuttgart: Kleines Kavitel der Zeit. 13.15: Von Köln(nach Stuttgart): Mittagskonzert. Liselotte Mann(Alt), Hans Haaß(Klavier), Rudi Rhein(Violine), Regnerus Ringnalda (Viola), Robert Grote(Violoncello), Kurt Wessel 14.15—14.39: Von Köln: Landwirtschaftliche Rundschau 14.40: Von Köln: Eltern und Kinder. Vom rech15.00 Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart): Kinderstunde. Dornröschen und andere Königskinder. 16.00: Von Danzig(über Stuttgart): Nachmittagskonzert der Kapelle der Landespolizei Danzig. Leitung: Musikdirektor Ernst Stieberitz. 1. Ouverture zur Over„Der Freischütz“ von Weber. 2. Adagio cantabile aus der Sonate vathetique von Beethoven. 3. Ave Maria von Schubert. 4. Friedensmarsch aus der Oper„Rienzi“ von Wagner. 5. Aus der Over„Die Zauherslöte" von Mozart. 6. Heldenfeier, sinsonisches Tonbild von Goepfert. 7. Beethoven=Ouverture von Lassen. 8. Vorspiel zum 5. Akt„König Manfred“ von Reinicke. 9. a) Der Brautrock. b) Aases Tod aus der Musik zu Peer Gynt von Grieg. 10. Benedictus von Rost. 11. Deutsches Gebet von Hackenberger. 12. Marsch aus der moll=Suite von Lachner. 18.00: Von Köln: Der deutsche Mensch. Lebensdokumente deutscher Meister, Johann Sebastian Bach: Ein Brief an den kaiserlich=russischen Agenten Erdmann. Sprecher: Kandner. 18.15: Von Köln: Sinfonie Nr. 4 D=dur„Die Uhr“ von Haydn.„„ 18.45: Von Köln: Griff ins Leben oder Die bunte Stunde. Verantwortlich: Wilfrid Schreiber. 19.45: Von Köln: Sportvorbericht. 20.00: Von Stuttgart: Aus dem Ulmer Münster Orgelkonzert. Fritz Hayn(Orgel). 1. Giaconna von Buxtehude(1636—1707). 2. Choralvorspiel: a) Herzlich tut mich verlangen. b)„Nun bitten wir den heiligen Geist“ von Buxtehude. 3. a) Partita„Du Friedefürst, Herr Jesu Christ, Choräle und vier Variationen von Joh. Seb. Bach(1676—1749).—„ 21.10: Von Stuttgart: Abendmusik des Südfunkorchesters(Württ. Landessinfonie=Orchester). Leitung: Ferdinand Drost: Solist: Hans Hermann Missen(Bariton). 1. Ouverture zur Oper„Anakreon" von Cherubini. 2. Vier ernste Gesänge von Brahms(H. H. Missen). 3. Concerto grosso in G=dur von Händel. 22.45: Von Köln: Unterhaltungsmusik. 23.00: Von Köln: Nachtmusik des Orchsters des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. 1. Concerto grosso in femoll für Streichorchester. Violin=Bratschen und Cellosolo von Locatelli. 12. Triosonate h=moll von dal' Abaco. 3. Grave aus dem Konzert C=dur für Flötensolo und Orchester von Friedrich dem Großen. 4. Orchestertrio Nr. 1 in C=dur von Stamitz. 5. Orchesterkonzert Nr. 25 (Wassermusik) von Händel. 24.00—2.00: Von Frankfurt: Nachtmusik. K ÖNIGSWUSTERHAUSEN 8.00: Stunde der Scholle. 8.55: Uebertragung Berlin: Morgenfeier. 12.00: Mittagsständchen. 13.00: Uebertradung Leipzig: Mittagskonzert. 15.30: Nachmittagskonzert. 16.00: Symphonie für Streichorchester von Pietro Locatelli. Das Kammerorchester des Deutschlandsenders, Leitung: Karl Ristenpart. 16.30: Franz Schubert: Messe G-dur für Solo, Chor. Orchester und Orgel. 18.30:„Tod, wo ist dein Stachel?“. Vom Ewigkeitserlebnis der deutschen Seele. Eine Hörfolge aus deutscher Mystik. 19.30: Totenfeier. Uebertragung aus der Garnisonkirche in Potsdam. 20.15:„Maria Stuart“. Ein Trauerspiel von Friedrich von Schiller. MONTAG 10.10: Von Köln: Wir und die Welt. 11.00: Von Köln: Schulfunk für Schüler vom 12. bis 16. Lebensjahr. Hans Lorenz Lenzen: Winterschlas. Ein Wintermärchen. Gespräch mit Schülern. 12.00: Leipzig(über Stuttgart): Unterhaltungs= konzert des Funkorchesters. Leit.: Theodor Blumer. 13.35: Von Stuttgart: Unterhaltungkonzert. 15.00: Von Köln: Aus der Praxis der Angestelltenversicherung. Gespräch: Clemens Bramlage— Josef Koeser— Karl Wörner. 16.00: Von Frankfurt: Nachmittagskonzert des Kurbessischen Kampfbund=Orchesters Kassel. Leit.: Ledwig Maurick. Solistin: Anita Franz(Sopran). 18.00: Von Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.20: Von Stuttgart: Divl.=Ing. Eberb. Hundt: Technik ans der Straße. 18.35: Von Köln: Westdeutsche Wochenschau. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Vor Stuttgart:„Die Walküre"(1. Akt.) von Richar' Wagner. Personen: Sieamund: Albert Seibert: Sieglinde: Maraarete Teschemacher: Hunding: Peter Rust. Das Südfunkorchester. Leitung: Ferdinand Drost. Regie: Fritz Gank. Schauplatz der Handlung: Das Innere der Wohnung Hundings. 20.10: Von Frankfurt:„November 1933". Stegreiferzählungen aus der Gegenwart. Leitung: Paul Laven. 21.00: Von Frankfurt: 3. Montagskanzert des Frankfurter Orchestervereins. Das Frankfurter Rundfunksinfonie=Orchester. Leit.: Hans Rosbaud. Symphonie Nr. 6 in A=dur von Anton Bruckner. 72.45. Von Stuttgart= Unte=haltungsmusik. Gleichbleibende Tageseinteilung 6.00 Morgenruf 6.05 Morgenkonzert 6.30 Leibesübungen I 6.45 Leibesübungen II 7.00 Frühbericht 1 (von Frankfurt) 7.10 Wetterbericht 7.15—8.15 Frühkonzert 8.15 Wasserstandsmeldungen 8.20 Frauengymnastik (Bremus) 8.40—8.50 Für die Frau 10.00 Frühbericht II (von Frankfurt) 11.55 Wetterbericht 12.00 Konzert 13.15 Zeitangabe, Nachrichten (von Frankfurt) 13.25 Wetterbericht, Nachrichten(von Köln) 13.35 Mittagskonzert 15.30 Wirtschaftsmeldungen 15.50 Stimme der Bewegung 18.50 Meldungen 19—20.00 Stunde der Nation 20.00 Griff ins Heute 22.00 Nachrichten(von Frankfurt) 22.20 Von Stuttgart: Du mußt wissen... 22.30 Nachrichten(von Köln) 23.00: Von Leipzig(über Stuttgart): Nachtmusik des Funkorchesters, Leitung und am Flügel: Theodor Blumer. Solisten: Erich Kindscher(Violine). Alfred Jehmlich(Viola). 24.00—1.00: Von Köln: Nachtmusik:„Franz Schubert". K Ö NIGSWUSTERHAUSEN 9.00: Schulfunk, Stunde der Hitlerjugend. Hitlerjugend weiß sich zu helfen! Hörspiel von Werner Bartel. Für Schüler vom 10. Lebensjahre ab. (Aufnahme.) 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzertes Breslau. 17.25: Musik unserer Zeit. Gedächtnisstunde für Rudolf Peterka(f 1933). 20.30: Großes Konzert des Deutschlandsenders. „Romeo und Julia“, Fantasie(P. J. Tschaikowsky). Cellokonzert h-moll(Anton Dvorak). Karneval (F.rdinand Scherber). Solist: Gaspar Cassado. Das verstärkte Orchester des Deutschlandsenders unter Leitung von Edwin Lindner. 23.00—0.30: Uebertragung München: Nachtkonzert des Rundfunkorchesters. Leitung: Karl List. Mitwirkende: Giacienta della Rocca(Bratsche). Gustav Schoedel(Orgel). DIENSTAG 10.10: Von Köln: Schulfunk für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahr. Käthe Martin: Kinderturnen mit Musik. 12.00: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert. gespielt vom Kleinen Rundfunkorchester. Leitung: Otto Seyfert. 13.35: Von Stuttgart: Mittagskonzert. Die Kavelle Otto Kernbach spielt.„ 15.00: Von Köln: Achtung! Sie hören Hausmusik. Jakob Braun(Violine). Willi Jansen (Harmonium). 1. Berceuse von Juon. 2. Präludium von Kißler. 15.15: Von Köln: Dr. Wilhelm Ahrens: Grundzüge neuer deutscher Verkehrspolitik. 16.00: Von Köln: Nachmittagskonzert. 18.00: Von Frankfurt: Italienischer Sprachunterricht von Lino Masala und Otti Franck. 18.20: Von Frankfurt: Am lausenden Band. Kleine Berichte und Gespräche. Leitung: H. J. Kayser. 18.35: Von Köln: Von deutscher Art und Kunst. Theodor Fontane: Vom alten Schadow. Sprecher: Avel. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Vom Deutschlandsender:„Der ewige Bauer". Hörspiel von Josef Martin Bauex. 20.00: Von Berlin: Dr. Paul Fleischer: Die deutsche Arbeiterschaft im Kampfe für gleiches Recht unter den Völkern. 20.10: Von Köln: Tanzmusik der Tanzkavelle des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Otto Julius Kühn. Dazwischen; zweimal„Alte Musik auf alten Instrumenten". Rudi Rhein(Violine), Robert Grote(Viola da Gamba). Hans Haaß(Cembalo). 21.00: Von Köln: Das deutsche Dors. Hörfolge von Heinrich Lützeler. Leitung: Josef Kandner. 27.45: Von Stuttgart: Unterhaltungsmusik. 23.00: Aus London(über Stuttgart): Englische Studenten singen. Leitung: Josef Lewis: Solist: Raimond Newell(Bariton). 1. König Arthur, bearbeitet von Walford Davies. 2. Das Mädchen von Richmond=Hill. Hock. 3. Laß den Bullgine fließen, bearbeitet von Walford Davies. 4. Loch Lomond, schottisches Volkslied. 5. Noch ein Flun. amerik. Volkslied. 6. O sei still. mein Kindchen von Sullivan. 7. Jahrmarkt in Widdicombe. Volkslied. 8. Unser Meister ist gestorben von Foster. 9. Das Rotkehlchen. Volkslied. 23.30: Von Stuttgart: Von deutscher Seele.„Die deutsche Ode“. Vortrag von Klaus Jos. Uhl. K Ö NIGSWUSTERHAUSEN 15.00: Für die Frau. Wie nützt die Landfrau ihre Feierstunden?(Eva Förster.) 15.15: Das Arbeitsrecht der deutschen Frau. (Paula Siber, Referentin für Frauenfragen im Reichsministerium des Innern.) 17.20: Zur Unterhaltung. Nachtaufnahme mit Gerda Maurus, Evelyn Holt, Kurt Fuß. 18.05: Rasse und Seele. lst es der Geist, der sich den Körper baut?(Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe.) 20.00: Die deutsche Arbeiterschaft im Kample für gleiches Recht unter den Völkern.(Dr. Paul Fleischer.) 20.45: Uebertragung Berlin: Unterhaltungskonzert. 21.10: Bunte Stunde erster Künstler. Ausschnitt aus der Gründungsfeier der Kurmärkischen Landschaftsbühne am Groß-Glienicker See. 23.00—24.00- Uebertragung Hamburg: Nordische Musik. Das kleine Nordfunk-Orchester. MITTWOCH 10.10: Von Köln: Wir und die Welt. 11.00: Von Köln: Musikalischer Schulfunk für Schüler vom 15. dis 19. Lebensjahre. Hertha hling: Kaiser Marimilian besucht den Gottesdienst. 12.00: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Rhein=Main=Reckar“. 13.35: Von Stuttgart: Overnmusik. Gespielt vom Großen Rundsunkorchester. Leitung: Otto Seyfert 14.30: Von Frankfurt: Stunde der Jugend. Der Rattenfänger von Hameln. Ein Hörspiel von Otto Rahn. Leitung: Manfred Marla 16.00: Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart): Nachmittagskonzert. 1.: Tanzmusik. Die Tanzkapelle des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. 2.: Anekdoten und Witze. 3.: Volkschor Köln=Mülheim. Leitung: Willy Brouwers: Das Große Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Otto Julius Kühn. Walter Schneiderban (Violine). 18.00: Von Köln: Deutsch für Deutsche. 18.20: Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart): Rasse ist entscheidend! 18.35: Von Köln: Neues aus Forschung und Wissenschaft. Kurzberichte mit musikalischen Denkvausen. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Von Frankfurt:„Florestan und Eusebius“. Vom Kampf der Davidsbündler für die Kunst und gegen die Philister. Eine musikalische Hörfolge um Robert Schumann. Das Frankfurter Rundfunkorchester, Leitung: Hans Rosband. 20.10—22.00: Von Stuttgart: Welle. Ein Potvourri in Wort und Ton. Zusammenstellung: Werner Bergold; verbind Verse: Paul Enderling: Regie: A. G. Richter, kalische Leitung: Otto Seyfert. Mitwirkende: Das Südfunkorchester (Württ. Landessinfonie=Orchester). Hubert Giesen (Klavier). Karl Köstlin(Rezitation). Eduard Oswald(Violine). Karl Jautz(Tenor). Theodor Brandt(Rezitation). Willy Reichert. 22.45: Von Frankfurt: Unterhaltungsmusik. 23.00: Von Frankfurt: Szenen aus Mozarts Leben. Singspiel in einem Akt mit Melodien aus Morzarts Werken. Die Handlung svielt in Wien im Jahre 1790. Ausführung: Das Frankfurter Rundfunkorchester. Leitung: Hans Rosbaud. 24.00—1.00: Von Stuttgart: Nachtmusik. K Ö NIGSWUSTERHAUSEN 10.10: Vormittagskonzert. Das Orchester stellt sich vor. Zusammengestellt und geleitet von Eugen Sonntag. 16.00: Uebertragung des Nachmittagakonzertes Hamburg. 17.25: Musik unserer Zeit. Kammermusik für fünf Bläser. 18.05: Was uns bewegt. Ansprache: Wehrkreispfarrer Lic. Irmer. An der Orgel: Fritz Kleist Domorganist an St. Martin(Kassel). 18.30: Stunde der Scholle. 20.05: Verwegene Reise. Eine Hörfolge durch unsere Kinderphantasien von Alfred Prugel. 23.00—24.00: Uebertragung München: Nachtmusik. DONNERSTAG 10.10: Von Köln: Kinderspielstunde. 12.00: Von Stuttgart: Unterhaltungsmusik der Kavelle Mario Iseglio. 13.35: Von Stuttgart: Die Mailänder Scala, Solisten, Chor und das Orchester(Schallplatten). 15.00: Von Köln: 32 Variationen in c=moll von Beethoven. Hans Haaß(Klavier). 15.10: Von Köln: Winterhilfe! Hörbild von Wilhelm Rinke. 16.00; Von Frankfurt: Nachmittagskonzert des Rundfunk=Orchesters, Leitung: Hans Rosbaud. Solisten: Prof. Julius Dahlke(Klavier). 18.00: Von Stuttgart: Spanischer Sprachunterricht. 18.20: Von Stuttgart: Prof. Dr. Bastian Schmid: Verlassene tierische Wohnungen. 18.35: Von Köln: Prof. Dr. Kötteritz: Blut und Boden. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Berlin: Der junge Beethoven. Berliner Funkorchester. Dirigent: Otto Frickhöffer. 1. Konzert b=dur für Klavier und Orchester. Werk 19. 2. Allegro con brio— Adagio— Rondo: Molto Allegro. Rudolf Schmidt. 3. Sinfonie c dur 20.10; Von Stuttaart(aus dem Konzertsaal der Liederhalle): Dreiklang der Lorik— Goethe— Möricke— Hennicke. Erläuternde Worte: Martin Lang. Rezitationen: Walter Reuschle. Mitwirkende? Das Südfunk=Streichquartett: Herm. Hubl (1. Violine). Erich Schumacher(2. Violine), Alerander Presuhn(Bratsche). Walter Reichardt(Violoncello). 21.00: Von Stuttgart:„Fortsetzung folgt“. Eine musikalische Unterhaltung ohne Ende. 1. Teil: Das Südfunk=Orchester. Leitung: Gustav Görlich. 22.45: Von Stuttgart: Unterhaltungsmusik. 23.00: Von Stuttaart:„Fortsetzung folgt“. Eine musikalische Unterhaltung ohne Ende. 2. Teil. 24.00—1.00: Von Stuttgart: Nachtmusik. K O NIGSWUSTERHAUSEN 11.45: Wie Admiral Scheer starb.(H. Schröck.) 16.00: Uebertragung des Nachmittagskonzerte: Königsberg. 18.05: Teemuslk. Kapelle Hansheinrich Dransmann 18.30: Stunde der Scholle. 20.05: Uebertragung aus der Philharmonie Berlini Chorkonzert zum Besten der Reichswinterhilfe. 21.30: Hans von Bülow, ein deutscher Musiker. Ein Zwiegespräch zwischen der Witwe des Künsters und Rudolf Schulz-Dornburg.) 22.30: Ueber Große Tage und den heutigen Stand des deutschen Boxsports sprechen: Hans Breitensträter und Gustav Schäfer. 23.00—24.00: Uebertragung Leipzig: Bandonion und Mandoline FREITAG 10.10: Von Köln: Wir und die Welt. 12.00: Von Stuttgart: Overettenmelodien. 13.35: Von Frankfurt: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. Leitung: Dr. Reinhold Mertens. 15.00: Von Köln: Achtung! Sie hören Hausmusik! Anni Beuthel(Sopran), Begleitung: Egb. Grape (Klavier). Walter Schneiderhan(Violine). Rudi Rhein(Violine). 1. Duos von Mazas. 2. Kinderlieder von Trunk. Gänse—. Mann im Mond— Kam die Sonn gefahren— Putzmamsellchen. 15.15: Von Köln: Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Robert Götz: Feldherbst im Siegerland.„— 16.00: Von Stuttgart; Nachmittagskouzert des Kleinen Rundiunk=Orchesters. Leitung: Otto Jul. Schröder. 18.00: Von Köln: Englischer Sprachunterricht (Unterhaltung).„„ 18.20: Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart): Warum Familienforschung?. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Königsberg: Musiker unserer Zeit. Orchester des Königsberger Overnhauses. Dirigent: Erich Seidler: Solist; Hugo Kolberg(Violine). 1. Festliches Konzert von Herm. Unger. 2. Konzert für Violine und Orchester von Richard Wetz. 3. Sinfonische Improvisationen über ein eigenes Thema von Otto Frickhöffer.„— 20.10: Von Köln: Reise durch Westsalen. Manuskrivt: Rudolf Predeek. 21.10: Von Köln: Tanzmusik der Tanzkapelle des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. 22.45: Von Köln: Stivpvisite. 23.00: Von Frankfurt: Nachtkonzert des funk=Orchesters. Leitung: Hans Rosbaud: Solist: Friedrich Noack(Baß). 24.00: Von Frankfurt: Nachtgespräch mit einem Mifrophon. Sprecher: Der Intendant des Südfunks. 0.10—1.00: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Gedächtnisstunde für den Grafen Platen. Vortrag von Albert H. Rausch. K Ö NIGSWUSTERHAUSEN 11.30:„Erwacht das Volk, erwacht auch seine Vergangenheit“. Einführende Worte zu den Sendungen über germanische Forschungen und Grabungen.(Adalbert Forstreuter.) 15.00: Jungmädchenstunde. Was muß ein deutsches Mädel von Vererbungslehre und Rassenhygiene wissen?(III.).(Dr. Dore Benz.) 17.25: Volksliederduette und sterzette. 18.25: Wolfgang Hermann liest aus dem Buch: „Sturm 33 Hans Maikowski“. 20.30: Winke, bunter Wimpel. Eine Funkballade von Alfred Karrasch. 23.00: Boxkämpfe im Sportpalast.(Aufnahme.) SAMSTAG 10.10: Von Köln: Kindergarten. 10.30: Von Köln: Arbeitsschlacht im Westen. 11.25: Von Köln: Schulfunkfeierstunde:„Deutscher Advent“". 12.00: Von Frankfurt: Unterhaltungskonzert des Rundfunk=Orchesters. Leitung: Walter Casvar. 13.35: Von Stuttgart: Mittagskonzert. 14.30: Von Stutgart; Stunde der Jugend. 15.15: Von Stuttgart: Lernt morsen! 15.45: Von Köln: Deutsche Erzähler. Johann Peter Hebel: Heiteres aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes. Sprecher: Kandner. 16.00: Von Köln(Uebertragung aus Emmerich): Nachmittagskonzert zum Besten der NS=Volkswohlfahrt Emmerich=Hüthum.(Eduard Künneke dirigiert in seiner Geburtsstadt.) I. 1. Ouverture zur Oper„Die verkaufte Braut" von Smetana. 2. Ballade und Polonaise für Violine und Orchester von Vieuxtemps, Solist: Walter Schneiderhan(Violine). 3. Rhapsodie Nr. 6 von Liszt. 4. G'schichten aus dem Wiener Wald. Walzer von Joh. Strauß. 5. Rakocy aus„Faust's Verdammnis“ von Berlioz. Zwischenspiel auf Schallvlatten II. 1. Tänzerische Suite von Künnecke— Ouverture — Blues=Intermezzo— Walse Boston— Finale— 2. Radetzky=Marsch von Johann Strauß(Vater). 3. Polonaise in e=dur von Liszt. 4. Ouverture zur Overette„Coeur Aß“ von Künnecke. 18.00: Von Frankfurt: Stimme der Greuze. 18.20: Von Frankfurt: Wochenschau. 18.35: Von Köln: Hier ist der Zunfgeigen=Hanssl. 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Hamburg: Leichte Musik. Das Orchester des Norddeutschen Rundfunks(Hamburger Philharmonie), Leitung: Generalmusikdirektor José Eibenschütz. 1. Jagd=Ouverture von Künnecke. 2. Tanzsuite für Kleines Orchester— Marsa— Deutscher Tanz — Vivace— Andantino— Menuett— Bauerntanz— Groteske von Ernst Peters. 3. Veneziae navoli. Tarantelle von Franz Liszt. 4. Heiteres Sviel von Theodor Blumer. 5. Niederdeutsche Bauerntänze von Hanz Uldall. 6. G'schichten aus dem Wiener Wald. Walzer von Joh. Strauß. 20.10: Von Frankfurt: Bunter Abend im großer Sendesaal. 22.45: Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart) Unterhaltungsmusik. 23.00: Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart): Beim Kölner Sechstagerennen. Sprecher: Dr. Ernd — Probst. 23.15: Von Köln(nach Frankfurt u. Stuttgart) Bunter Abend. Zum Besten der NS=Volkswohl fahrt Emmerich. Die Tanzkavelle und die„Fröb lichen Fünf“ des Westdeutschen Rundsunks. Leit.: Kurt Baumgarten. unter Mitwirkung des Komvonisten und Dirigenten Eduard Künnecke. 24100—2.00: Von Köln: Nachtkonzert. K ÖNIGSWUSTERHAUSEN 16.00: Uebertraßung des Nachmittagskonserte: Könidsbers. Orchester des Danziger Staatstheaters. 17.20: Musik zum Wochenend. Robert Gaden und sein Orchester 18.45: Glockengeläut des Doms zu Breslau. 20.05: Uebertragung Breslau: Ein Walzer muß es sein! Hörsniel um Tnner und Strauß Rund um den Sonntag Das Sportprogramm am Totensonntag ist im Gegensatz zu früheren Jahren diesmal umfangreicher. In fast allen Sportarten gibt es Beachtenswertes. Sehr erfreulich ist, daß sich gerade der Sport in den Dienst des Winterhilfswerkes stellt. In allen Gauen des DFB schaffen die Fußballer in Notovferspielen gemeinsam mit der Reichsregierung für den Kampf gegen Hunger und Kälte. gegen die ärgsten Feinde unserer armen und erwerbslosen Volksgenossen. Bestimmt werden am Sonntag die Anhänger des Sports zur Stelle sein. und dadurch wird es möglich sein. der NS=Wohlfahrt weitere Mittel zuzuführen. Im ganzen Reich werden Städtespiele durchgeführt. In Düsseldorf. Elberfeld. Emmerich. Essen. Krefeld. Oberhausen. Remscheid. Rheydt und Sterkrade kämpfen Stadtvertretungen. Die Stadt Dortmund beherbergt ganz besondere Gäste, denn aus dem Saarland kommt die Saarbrückener Stadtelf. der ein guter Ruf vorausgeht. Neben diesen zahlreichen Notovierspielen wird in der Meisterschaftsermittlung der Fußballer fortgefahren. Von den Ereignissen im Auslano ist das Fußball=Ländertrefsen in Brüssel zu erwähnen. Belgiens National=Elf tritt dort gegen Dänemarks Revräsentative an. Der Aufstellung nach ist mit einem knappen Sieg der Belgier zu rechnen. Im Handball ist es wesentlich ruhiger. Westdeutschland hat kaum Nennenswertes zu melden. wogegen der Süden seine Gauligaspiele durchführt. Die Handballer von Nürnberg und Fürth absolvieren im Rahmen der Winterbilfe ein Städtespiel. Im Wintersport wird es allmählich lebendig. Die bayerische SkiElite beteiligt sich an dem ersten offiziellen Wettbewerb auf dem Zugspitzenvlatt. Der Sprung= und Abfahrtslauf hat eine gute Besetzung erfahren. Die Eisbockey=Auswahlmannschaft von Berlin gibt am Wochenende in der Hauptstadt der Tschechei zwei Gastspiele. Gegner ist eine Kombination von Slavia und Sparta. Gegen Stade Francais Paris bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ein Sviel. Eine große Wintersport=Veranstaltung wird in Zürich durchgeführt. Die Eiskunstlaufmeisterin Sonja Henie wird die Gelegenheit haben. die Zuschauer mit ihrer Kunst zu begeistern. Im Radsport : i s t d a s P r o g r a m m w i e d e r u m s e h r u m f a n g r e i c h. D i e Dortmunder Westfalenhalle führt Amateurrennen durch. Im Heldengedenkvreis treffen die besten westdeutschen Amateure auseinander. Es handelt sich um ein Zweistunden=Mannschaftsrennen. Der deutsche Meister Albert Richter und der Hannoveraner Erich Möller starten auf der Pariser Winterbahn. Der in letzter Zeit so erfolgreich gewesene Richter trifft wiederum auf den Weltmeister Scherens. Seine weiteren Gegner sind Gerardin. Michard und Falk=Hansen. Erich Möller hat als Gegner den Steherweltmeister Lacquehay und die Franzosen Paillard und Grassin. Die Sechstagefahrer Zims=Küster, Guimbretiere=Broccardo. Richli=Bühler. Brasvenning=Jan van Kempen und andere beteiligen sich am 600=Runden=Fahren in der Baseler Winterhalle. Im Schwimmen ist von Wichtigkeit die erste Olymviaprüfung des Gaues Niederrhein. 28 Vereine aus dem Westen des Reiches mit über 140 Schwimmern sind an den Wettbewerben beteiligt. Ein Klubkampf zwischen SV Remscheid 97 und SC 83 Elberfeld wird seine 1. Anziehungskraft nicht verfehlen. Der famose Kölner Schwimmer Deiters beteiligt sich an einem internationalen Schwimmfest in Brüssel. Seine Gegner sind Cartonnet=Frankreich und CoovietersBelgien. In der Schwerathletik überragt die Eurovameisterschaft der Amateure im Freistilringen. Neben Deutschland sind fast alle führenden euroväischen Staaten vertreten. Die Kämpfe finden am Samstag und Sonntag in Paris statt. Mit Spannung erwartet man in Westdeutschland den Ausgang des traditionellen Wettkampfes der Ringer von Rheinland und Westfalen in der Stadthalle von Köln=Mülheim. Im Turf wird es mit der Zeit stiller und stiller. In Deutschland ist nur in Neuß Betrieb, wo es Galovv=Rennen gibt. Bei den Rennen in Auteuil ist das deutsche Pferd Wolkenflug am Start. Ein Hallensportfest am Samstag veranstaltet die Frankfurter Soortpresse. Ausgezeichnete Athleten aus allen Svarten haben gemeldet, so daß es ein Ereignis ersten Ranges für die Main=Metrovole wird. Doch handballspiele im Gau Westfalen Um nicht noch ärger in Terminschwierigkeiten zu kommen, haben sich die verantwortlichen Instanzen der Handballbehörde genötigt gesehen, für den Totensonntag doch Sviele anzusetzen. Es handelt sich um zwei nachzuholende Treffen. Es spielen am 26. November: Arminia Bielefeld— Preußen Paderborn Dieses Treffen ist nur von den Arminen zu gewinnen, denn trotz allen Eisers kommen die Paderborner doch nicht an das Können der Bielefelder beran. Deutsche Eiche Künsebeck— Polizei Münster, Diese Paarung dagegen ist vollkommen gleichwertig: siegt Künsebeck, geht es in Ordnung und erreichen die Münsteraner die Punkte. ist es auch keine Ueberraschung. Fußball im Dienst der Winterhilfe Hlienthalben Spiele zugunsten des großen Winterhilfswerks des deutschen Volkes spiele— Punktekämpfe nur im Westfalen-Gau Zahlreiche StädteWie schon am Bußtag bringt auch der Totensonn=] Eine Ausnahme macht lediglich der Gau Westfalen, tag ein Fußballvrogramm in den drei westdeutschen der die Freigabe für Pflichtspiele ausnutzte und Gauligen, das vorwiegend Städtespiele umfaßt. zwei Meisterschaftskämpfe ansetzte. deren Reinertrag der NS=Wohlfahrt zufließen soll. In Westfalen Punktekämpfe Kampf um 2X2 Punkte wird für die Gauliga Westfalen auch am Totensonntag die Parole sein. Ursprünglich wollte man diesen Termin von jeglichen Svielen freilassen, aber äußere Verhältnisse waren stärker, als der gute Wille und so kam man schließlich nicht daran vorbei, am 26. November svielen zu lassen. Der unzuverlässige himmlische Wettermacher machte— unberufen!— zwar bislang noch keinen Strich durch die sein säuberlich aufgezogene Rechnung des Fußballwartes. aber immerhin kam doch manches dazwischen, das den Ablauf der Dinge hemmte. Und so trifft es sich mit dem 26. November eigentrecht gut, man wird etlichen Schwierigkeiten begegnen können. Zwei Spiele sollen am 3. Dez. dann noch hinterher folgen und dann wird Westfalen die erste Serie der Punktejagd hinter sich wissen. Am kommenden Sonntag sollen folgende Kämpfe ererledigt werden: Hüsten 09— Deutscher SC Hagen Preußen Münster— Svielvgg. Herten Hüsten 09— Deutscher SC. Hagen Der Abschlußkampf der ersten Serie für den Deutschen SC. Hagen und für Hüsten. Die junge Fusion aus Südwestfalen hat sich in ihr wirklich sehr tapfer und achtbar geschlagen und würde im Falle eines Sieges hier vorläufig sogar noch die dritte Position ergattern können. Aber Hüsten 09 wird sie natürlich mit allen Kräften zu halten versuchen. Obschon praktisch nicht mehr viel dabei herauskommen würde, wenn sie verlorenginge. Die Meisterschaft ist dem FC. Schalke 04 doch nur dann noch zu nehmen, wenn er in der zweiten Hälfte der Punktejagd wieder Erwarten kraß versagen sollte und das ist schließlich nicht vorauszusetzen. Hüsten als auch Hagen haben von der Zukunft, wenn sie so weitermachen. nichts mehr zu fürchten und so steht lediglich das Prestige auf dem Spiele. Aller Voraussicht nach wird es aber Hüsten 99 wahren. Preußen Münster— Spielvereinigung Herten Für die Preußen aus Münster wird die Sache nun so langsam sehr ungemütlich. Die Preußen werden manchen Punkt erkämpfen müssen, ehe sie einigermaßen aus dem Druck heraus sind. Der letzte Meister aus Westfalen ist nicht der Partner. der sich in seiner Leistung durch fremde Umgebung hemmen läßt und wird seine Zuversicht in Münster wohl kaum enttäuscht sehen. Sportfreude 95 Dortmund— Germania Bochum Das ursprünglich angesetzte Treffen fällt unter das Svielverbot in Dortmund. Höntrop spielt für die Nothilfe Neben den drei Punktespielen wird es am Totensonntag im Gau Westfalen noch ein interessantes Treffen zu sehen geben. Im Stadion Beckmannshof in Wattenscheid stellt sich der SV. Höntrov ein. um mit einer Wattenscheider Auswahl für das Winterhilfswerk zu spielen. Die Stadtelf ist recht geschickt zusammengestellt worden, sodaß sich die Rothosen schon anstrengen müssen, wenn sie den Kampf gewinnen wollen. Der Westdeutsche Meister FC. Schalke 04 geht auf die Reise. Zum Wochenende überreicht er bei Remscheid 07 die Besuchskarte und am Sonntag spielt er in Langendreer gegen das Mitglied der Kreisklasse Bochum=Langendreer. Saarländer in Dortmund Winterhilfsspiel: Stadtmannschaft Dortmund gegen F8 Saarbrücken Ein großes Ereignis wird die Dortmunder Fußballgemeinde am Sonntag haben, denn der bekannte Fußballverein Saarbrücken weilt mit seiner ersten Garnitur in Dortmund. Der Gegner ist eine Dortmunder Stadt=Els. Die Zusammenstellung der Mannschaft ist so stark, daß man erwartet, den Gästen energischen Widerstand entgegensetzen zu können. Die Saarländer waren bei den Meisterschaftskämpfen in diesem Jahre mit wechselndem Erfolg tätig und es bleibt abzuwarten. in welcher Form sie sich dem Dortmunder Sportpublikum vorstellen. Da der Reinertrag für die Winterhilfe gedacht ist, ist dem Spiel ein starker Publikumserfolg zu wünschen. Von den verantwortlichen Stellen ist Spielruhe für die übrigen im Bezirk tätigen Vereine angeordnet worden. hochbetrieb in der westfälischen Bezirksklasse In den fünf Gruppen der westfälischen Bezirkoliga ist am letzten Novembersonntag wieder der Kampf um die Punkte Trumpf. Wenn nicht alles trügt, wird es auch diesmal wieder einige saftige Ueberraschungen, an denen wir am letzten Sonntag sehr reich waren. geben. Die Paarungen versprechen außerordentlich interessant zu verlaufen. Es fallen lediglich des Svielverbots für den Kreis Dortmund wegen, am Sonntag alle Punktespiele in Dortmund aus. Es spielen im westfälischen Industriebezirk: Gruppe 1: TuS Bochum— Preußen Bochum. STV Werne— SC Dahlhausen, MBV Linden— Westfalia Bochum. Gruppe 2; Falke Gelsenkirchen— TB Eickel. Erle 08— Germania Herne. Union Gelsenkirchen — Schwarz=Gelb Gladbeck, Castrov 02— HorstEmscher, SV Rotthausen— Gelsenkirchen 07, Westfalia Herne— BfB Bottrov. Gruppe Minden: Union Herford— BfB Bünde. Hamm 03=04— Bielefeld 06=07. Westfalia Brackwede— Teutonig Lippstadt, SuS Ahlen— Westfalia Ahlen„Paherborn 08— Unna 08. Gruppe Münster: Recklinghausen 13— Westfalia Scherlebeck. Gronau 09— Greven 09. Saxonia— Münster 08. Germania Datteln— Vorwärts Gronau, Union Recklinghausen— Bochum=Hövel. Gruppe Arusberg: Lüdenscheid 08— BC. Siegen. Weidenau BfB— Altenseelbach. Milspe 11— Jahn Werdohl. SC Schwelm— Menden 09. SC Lichtenplatz— Sportfreunde Siegen. Rotopferspiele im Gau Niederrhein Am letzten Novembersonntag stellt sich der Gau Niederrhein in den Dienst der Volkswohlfahrt. Das Programm bringt zwar keine Punktekämpfe. wohl aber zahlreiche Städtespiele, deren Gesamteinnahme restlos und ohne einen Pfennig Abzug an die NS.=Volkswohlfahrt überwiesen wird. Von der Ovferfreudigkeit der Anhänger des Lederballes darf man erwarten, daß keiner an diesem Tage zu Hause bleibt, denn dieser Tag darf sich nicht allein auf die veranstaltenden Vereine und deren Anhänger beschränken. Am Sonntag muß vielmehr jeder erscheinen, die Zuschauerplätze müssen voll besetzt sein, gilt es doch, ein Scherflein für das ideale Werk der Volkswohlfahrt zu opfern und unseren darbenden und frierenden Volksgenossen zu helfen. Auch der in den breitesten Kreisen des Volkes verwurzelte Sport wird bei diesem Gemeinschaftswerk nicht abseits stehen und auf seine eigene. wirkungsvolle Art mithelfen, der Not zu steuern. Das sportliche Programm sieht in allen größeren Städten Sviele von Stadtmannschaften vor. die zweifellos ihre Anziehungskraft auf die Fußballgemeinde nicht verfehlen dürften. In Düsseldorf messen die Vertretungen von Duisburg und Düsseldorf ihre Kräfte. Diese Kraftprobe wird um so interessanter ausfallen. als beide Mannschaften über ausgezeichnete Kräfte verfügen. Zwei Duisburger Vereine brachten es fertig, dem deutschen Meister Fortuna eine Niederlage beizubringen und gerade deshalb wird man in Düsseldorf diesem Städtekampf mit besonderer Spannung entgegensehen. Aachens Stadtmannschaft stellt sich in Düren vor. Die Dürener Vertretung ist stärker, als man allgemein annimmt und wird den Gästen zweifellos sehr zu schaffen machen. In Krefeld hat die einheimische Städteelf eine Städtespiele am Mittelrhein Huswahlspiele zugunsten der HS.-Volkswohlfahrt— Im Vordergrunde: Köln— Frankfurt Auch der Gau Mittelrhein trägt eine Reihe von Auswahlsvielen aus. deren Reinertrag der NSVolkswohlfahrt zugute kommt. Die Treffen sind alle recht geschickt zusammengestellt und es ist zu hossen, daß sie auch beim Publikum Anklang finden, damit der eigentliche Zweck vollauf erfüllt wird. Im Mittelpunkt der zahlreichen Begegnungen steht Köln— Frankfurt. Nach den guten Leistungen der Domstädter in Düsseldorf am Bußtag darf man auch diesem Spiel mit Vertrauen entgegensehen. Die süddeutschen Gäste kommen mit einer meist aus jungen Leuten bestehenden Els. denn von der alten Garde der Eintracht und des FSB Frankfurt spielen nur noch wenige. Köln ist rein svielerisch zumindest ebenbürtig und wenn die Fünferreihe diesmal besser schießt, ist ein Sieg gegen Frankfurt gar nicht ausgeschlossen. Trier— Köln wird an der Mosel ganz besonders großes Interesse finden. Die aus den Vereinen Eintracht und Westmark gebildete Trierer Städteelf gilt als außerordentlich stark und Köln dürfte sich gegen diese starke Kombination kaum durchsetzen, zumal die Elf der Domstädter zegen Düsseldorfs„Zweite" alles andere als eine einheitliche Elf darstellte. Betzdork— Köln heißt die dritte Baarung. zu der Köln eine Mannschaft abstellt. Nach den Fähigkeiten der einzelnen Spieler zu urteilen, müßte Köln im Siegerland zu einem Erfolge kommen, denn die Betzdorfer erreichen doch längst nicht die Qualitäten des Gegners. der in allen Mannschaftsteilen die routinierten Spieler stehen hat. Koblenz— Bonn=Beuel heißt die wichtigste Paarung am Deutschen Eck. Die Koblenzer haben sich gut vorbereitet und nach dem Auswahlsviel Rechts gegen Links zu urteilen, wird die Koblenzer Elf gegen die Gäste eine gute Leistung vollbringen. Dennoch erscheint uns die Bonner Elf in der Gesamtheit etwas stärker, die auch knapp siegen müßte. zumal die tüchtigen Beueler Stürmer aufgestellt worden sind. Soult spielen noch: Kreis Siegburg— Kreis Wied, Andernach— Weißenthurm=Niedermendig. Kreis Kreuznach— Birkenfeld=Baumholder. SC Neuwied— Kreis Ahrweiler. Meisterschaftsspiel Kottenheim— Bouner FV Wenn auch die Kottenheimer auf eigenem Platz einen tapferen Gegner abgeben werden. so dürfte das Können doch nicht ganz reichen, um dem svielerisch weit besser geschulten FV auch nur einen Punkt abzunehmen. Der Bonner Sieg wird aber nur knapp ausfallen. Vertretung aus Homberg=Rheinhausen als Gegner erhalten. Dieses sehr interessante Sviel wird zweifellos in einen erbitterten Endkampf ausklingen. den die Krefelder knapp für sich entscheiden sollten. Für Essen ist ein Sviel Gauklasse gegen Bezirksklasse vorgesehen. Obwohl die Bezirksklassigen über gute Spieler verfügen, darf man hier doch die Gauligaelf in Front erwarten. Im Bergischen interessiert vor allem der Städtekampf zwischen den Mannschaften von Elberfeld und Barmen, dessen Ausgang hart umstritten sein wird. An weiteren Svielen zu Gunsten der NS.=Wohlfahrt sieht das Programm noch folgende Begegnungen vor: In Duisburg: Städtespiel Duisburg gegen Hamborn; in Oberhausen: Städtekamp Oberhausen gegen Mülheim=Ruhr: in Sterkrade: Stadtmannschaft Sterkrade gegen Stadtmannschaft Osterfeld: in Emmerich: Städtesviel Emmerich gegen Kleve: in Remscheid: Stadtmannschaft Remscheid gegen Stadtmannschaft Solingen: in Wesel: Stadtmannschaft Wesel gegen Stadtmannschaft Dinslaken: in Benrath: Benrath gegen Ratingen: in Kleve: Städtekampf Kleve gegen Goch und in Oberhausen(Stadion): Stadtmannschaft Oberhausen— Stadtmannschaft Mülheim. Die Sviele beginnen einheitlich um 14.30 Uhr. Um 15.40 Uhr ist eine Gedenkvause von zwei Minuten für die Toten einzulegen. Die Spieler haben nach Abpfiff sosort in guter Haltung stehen zu bleiben. Die Durchführung anderer Sviele ist nicht erlaubt. Ohlsson leitet Deutschland— Polen Die Wahl des Schiedsrichters für den FußballLänderkampf zwischen Deutschland und Polen am 3. Dezember in Berlin ist auf den Schweden Otto Ohlsson=Hälsingborg gefallen. Der Schwede leitete bekanntlich auch das Länderspiel Deutschland— Belgien in Duisburg zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Gegen Eingriffe in Sportvereine Anordnung des Stellvertreters des Führers Der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, hat im Verordnungsblatt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter=Partei. Folge 59, 2. Jahrgang vom 15. November, folgende Anordnung erlassen: „Vor Uebernahme der Macht durch die nationalsozialistische Bewegung haben eine Reihe von Gauleitern Sportverbänden die Bezeichnung„nationalsozialistisch“ verliehen bezw. haben eigene nationalsozialistische Sportvereine aufziehen lassen. In diesen Spitzenverbänden sind inzwischen auch eine große Reihe von Nichtvarteimitgliedern ausgenommen worden. Aus diesem und aus anderen Gründen wird daber angeordnet, daß in Zukunft kein Sportverband mehr die Bezeichnung„nationalsozialistisch“ führen dorf. Mir wird ferner mitgeteilt, daß trotz Uebernahme der gesamten Sportführung durch den vom Führer eingesetzten Pg. von Tschammer und Osten immer noch eine Reihe von Parteidienststellen direkt in interne Angelegenheiten sportlicher Vereine eingreifen. Ich verbiete strikte für die Zukunft jedes Eingreisen von Parteidienststellen in die Angelegenheiten von Svortvereinen. Beschwerden zwecks Abstellung von Mißständen sind stets an den Reichssportführer. Pg. von Tschammer und Osten. über die zuständige Gauleitung zu richten. gez. Rudoli Het.“ AUS DER GESCHICHTE DES REVOLUTIONAREN VORKRIESSRUSSLAND • VON W. HOFFMANN-HARNISCH UND KLAUS GUSTAV HOLLAENDER• (15. Fortsetzung.) „ Das wahre Gesicht Asews Ein Rückblick Die Frage nach dem wahren Gesicht Asews wird heute noch von seinen ehemaligen Freunden ganz verschieden beantwortet. Burzew behauptet selbstverständlich noch immer, Asew wäre überhaupt kein Revolutionär gewesen; er hätte um schnöden Geldes willen die Morde im Einvernehmen mit der Polizei arrangiert, hätte die Revolutionäre nur provozieren wollen, habe es nie ernst mit dem Terror gemeint. Es ist wenig glaubhaft, daß ein Mensch zehn Jahre lang stündlich sein Leben riskiert und hunderte von Morden auf die komplizierteste Methode von der Welt arrangiert— bloß um vier bis fünfhundert Rubel im Monat zu verdienen. Uebrigens hat Asew später in Berlin als Börsenmakler und Inhaber eines Geschäftes bewiesen, daß er auf normale bürgerliche Art viel Geld zu verdienen verstand. Eine Lust am Morden und eine Neigung zu Blutrauschzuständen kommt gleichfalls nicht in Frage, denn Asew hat sich mit ganz wenig Ausnahmen nie am Ort der Tat aufgehalten und selber kaum Blut zu sehen bekommen. Auch eine ins Dämonische gesteigerte Spielerleidenschaft ist nicht ausreichend, um die Inszenierung eines grotesken Totentanzes von achtundzwanzig blutigen Akten befriedigend zu erklären, obgleich eine solche Hypothese eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich hat. Asew hat sicher in seiner Jugend zu viel Entsetzliches erlebt, als daß er nicht ein von tiefem Rachegefühl erfüllter Revolutionär hätte werden müssen. Sicher hat er sehr früh allerlei Betrachtungen darüber angestellt, daß die Bestrafung der zaristischen Bestien nur Stückwerk und der ganze Terror unzulänglich bleiben mußte, wenn man nicht in die Höhle des Löwen ging und die Ochrana mit ihren eigenen Mitteln schlug. Aber die Terroristen duldeten prinzipiell keine noch so praktische Annäherung an die Polizei, sie gaben nie zu, daß einer der ihren mit ihrem Wissen in die Ochrana als vorgeblicher Polizeispitzel eintrat. Da mag sich Asew an jenen Kletetschnikow erinnert haben, der vor dreißig Jahren mit dem Wissen der Kameraden zur Polizei gegangen war und viel wertvolle Informaionen an die Terxoristen geliefert hatte, und er mag das Spiel auf eigene Faust gewagt haben. Mit ehrlichen, revolutiofären Absichten war er vielleicht zur Ochrana gegangen, hatte kleine, verhältnismäßig harmlose Verrätereien auf sich genommen, hatte hier auf eine Druckerei hingewiesen, dort einen Kaufmann angegeben, der in Kühlapparaten und in Schmalzfässern revolutionäre Literatur eingeschmuggelt hatte. Allmählich hatte er sich dadurch das Vertrauen der Polizisten und damit die Möglichkeit zu einem praktisch wirksamen Terror erworben. Sein Drang nach Rache konnte sich befriedigen— umso mehr, als seine Ziele oftmals mit den Bestrebungen der Großfürsten zusammenfielen— was er in Kauf nahm. Aber immer mehr und mehr geriet er in eine Zwickmühle, denn er mußte sich ja unaufhörlich nach beiden Seiten bewähren. So wurde er das Opfer seiner Geschicklichkeit, glitt immer tiefer in den Strudel, bis er weder vorwärts noch rückwärts wußte. Als er sich eines Tages der Polizei widersetzte, ließ ihn Ratschkowski einfach verhaften und erpreßte ihn zu weiteren Diensten. Daher Asews Wut gegen Ruthenberg, als der nur Gapon und nicht auch Ratschkowski umgebracht hatte. Daher vielleicht Asews Wahnsinnpläne, die ganze Ochrana in die Luft zu sprengen, weil ihm die Pläne Ratschkowskis unerträglich waren. Die Revolutionäre fürchtete er weniger; denn erstens hielt er sie nicht für sehr klug. den scharfsinnigen Esel Burzew zum Beispiel nahm er überhaupt nicht ernst, zweitens hielt er sie für unheilbare Romantiker, für Leute mit gutem Willen, iber für unpraktische Schwärmer. Er kannte die Freunde und wußte, daß er diesen verbohrten Idealisten doch nicht sagen konnte, wie alles wirklich war. Die praktische Unzulänglichkeit des Terrors wandte sich gegen ihn. Und selbst als er schon überführt war, öffnete er den Mund nur, um zu leugnen. Und wie hat er bis zu seinem Tode geleugnet, in Briefen an Sawinkow, Tschernow, seine Frau. Viele Monate nach der berühmten Gerichtsverhandlung traf er in Wiesbaden mit Burzew zusammen und leugnete noch immer. Der Ahasver In jener Nacht, die er im dunklen Paeis umherirrend verbrachte, begann Asews nachrevolutionäres Schicksal. Er floh vor der Rache der Genossen und zog monatelang ruhelos von Ort zu Ort, von Land zu Land. Da er stets sparsam bis zum Geiz gewesen war, verfügte er über einige Mittel. Außerdem hatte er genug falsche Pässe. Schließlich landete er in Berlin, ließ sich hier als Börsenmakler nieder und spekulierte und handelte mit großem Erfolg. Unter dem Namen Niemayer wohnte er in der Luitpoldstr. 22. lebte in guten Verhältnissen, lud neue Freunde zu Gelagen und Festen in seine Wohnung ein und wurde ein Bürger, und mehr als das, wurde ein Spießbürger; im Jahre 1916 starb er; auf dem Weißenseer Friedhof liegt er begraben. Sein Bruder, der gleichfalls zu einer Kampfgruppe gehört hatte, seine Frau und seine Kinder leben jetzt unter neuem Namen in Amerika. Die Anderen Interessant ist auch festzustellen, was aus den anderen Figuren des sozialrevolutionären Dramas geworden ist. Gerschuni starb kurz nach der Entlardung Asews. Sasonow, der Mörder Plehwes, saß jahrelang im Zuchthaus; er bewies auch hier, daß er ein wirklich großer Mensch war; er war der Freund und Bruder aller Gefangenen. Als er eines Tages erlebte, daß irgendwelchen Mitgefangenen ein großes Unrecht geschah, das er nicht von ihnen abzuwenden vermochte, beging er zum Protest dagegen Selbstmord, indem er sich die Pulsadern öffnete, obwohl er wußte, daß er in wenigen Tagen infolge seiner Amnestierung aus der Gefangenschaft hätte entlassen werden sollen. Er hat einen Band von Briefen aus dem Zuchthaus hinterlassen, der vor kurzer Zeit erschienen ist. Von allen Terroristen hatte Sawinkow das interessanteste und an Wechselfällen reichste Leben. Seine unter dem unmittelbaren Eindruck der Verurteilung Asews niedergeschriebenen Memoiren trugen ihm von Seiten der Sozialrevolutionäre den schärfsten Tadel ein, da man sie als eine eitle Blasphemie empfand. Er schrieb fortan unter einem Pseudonym Romane und trat erst 1917 bei Ausbruch der russischen Revolution wieder ins politische Leben zurück. Er kämpfte an der Seite Kerenskis und inszenierte später, als die kommunistische Diktatur errichtet wurde. eine ganze Reihe von Attentaten. Man nimmt sogar an, daß er es auf Lenin selbst abgesehen hatte. An der Ermordung des deutschen Botschafters Mirbach war er jedenfalls auch beteiligt. Allmählich geriet er immer tiefer ins weißgardistische Fahrwasser, wurde dann schließlich verhaftete und vor das Militärkollegium des Obersten RevolutionsTribunals gestellt, das seinen Prozeß als einen ganz großen politischen Fall behandelte. Er wurde zum Tode verurteilt, aber vom Zentral=Exekutivkomitee zu zehnjähriger Haft begnadigt. Im September 1924 verübte er im Alter von fünfundvierzig Jahren im Moskauer Gefängnis Selbstmord. Er war ein echter Sozial=Revolutionär; besser als auf jeden anderen paßt auf ihn das bekannte Wort Plechanows von den Sozial=Revolutionären:„Eigentlich sind sie doch bloß ganz gewöhnliche Kadetten(Nationalliberale) plus Bomben!“ Die Tragik der Terroristen Die Tragik dieser Terroristen beruht ganz einfach darauf, daß es ihnen nicht zum Bewußtsein kam, wie überholt, wie attavistisch ihre ganze konspirative Welt war. Und all die kühnen terroristischen Unternehmungen, die ins Werk gesetzt schienen, das Gesicht der Welt zu ändern. fanden ihr klägliches Ende auf dem Kehrichthaufen der Weltgeschichte. Tschernow und Gapons Mörder Ruthenberg waren Mitkämpfer Kerenskis in jener Duma, die Lenin und Trotzki auseinanderjagten. Tschernow lebte dann lange Zeit in Berlin, ging nach Paris und wohnt zurzeit in Prag. Ruthenberg ging nach Palästina, wo er gegenwärtig einer der bedeutendsten Zionistenführer ist; er arbeitet als Ingenieur und baut große Elektrizitätswerke. Michael Gotz lebt in Moskau, wo er noch heute in seinem Rollstuhl umherfährt. Ratschkowski, der düsterste unter all den düstern Polizeioffizieren, starb noch vor der Ermordung Stolypins. Auf Gerassimow machte ein Revolutionär namens Petrow einen derartig raffinierten Anschlag, daß wir unsere Darstellung nicht abschließen wollen, ohne von ihm berichtet zu haben. Petrow näherte sich eines Tages Gerassimow und bot ihm scheinbar seine Dienste als Provokateur an. Dabei geriet er aber, ohne es zu wissen, an den Obersten Karpow, den er für Gerassimow hielt. Er bestellte ihn in eine zu diesem Zweck gemietete konspirative Wohnung und setzte sich mit ihm an einen großen massiven runden Eßtisch nieder. Der Fuß dieses Tisches war ausgehöhlt und mit einer Ladung Dynamit gefüllt, die durch eine Klingelleitung mit der Haustür verbunden war. Mitten im Gespräch mit dem vermeintlichen Gerassimow entschuldigte sich Petrow für einen Augenblick, ging die Treppe herunter. schaltete unten den Strom ein und sprengte Karpow in die Luft. Aber Gerassimow sollte seinem Schicksal nicht entgehen; ein Sozial=Revolutionar vom linken Flügel, ein sogen. Maximalist, namens Salomos Ruß, übrigens ein Schwager Karl Liebknechts. schlich sich gleichfalls urter dem Vorwand. er wolle für die Ochrana als Spitzel arbeiten, in den Polizeibetrieb ein und schoß Gerassimow nieder. Aus der Ochrana aber ist die Tscheka. die geheime politische Polizei der Sowjetrepublik, geworden. — Ende— TSCHITSCHERINS Glück und Ende Vom Hocharistokraten zum Bolschewisten— Als betrunkener Bettler aufgefunden Der Lebenstauf Tschitscherins Die vor Tagen aufgetauchte Nachricht, daß der ehemalige Volkskommissar für Aeußeres Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin in trunkenem Zustand als Bettler auf der Straße in Moskau aufgegriffen und in ein Asyl für Obdachlose geberacht worden sei, hat großes Aufsehen hervorgerufen. Es ist begreiflich, daß man dem Schicksal dieses Diplomaten, dessen Laufbahn sich geradezu abenteuerlich gestaltete, allgemein großes Interesse entgegenbringt. Seit nahezu zwei Jahfast seit dem Umsturz bis zum Jahre 1930 die Stellung eines Volkskommissars für äußere Angelegenheiten inne hatte, war einer der interessantesten bolschewistischen Führer, und seine Laufbahn unterschied sich gründlich von jener der zahllosen Emporkömmlinge, die heute Stalins engste Garde bilden. Er war auch einer der wenigen offiziellen Führer, denen es durchaus nicht um die Befriedigung rein persönlicher Machtgelüste ging, sondern die durch ihre politische Ideologie in das bolschewistische Abenteuer hineingetrieben wurden. Er entstammt einer alten hocharistokratischen Familie, deren Mitglieder sich seit jeher nicht bloß in der Bürokratie, sondern auch auf anderen Gebieten des öffentlichen Lebens eifrig betätigten. Der Ursprung der Tschitscherins weist auf Italien. Im Jahre 472 soll im Gefolge der Fürstin Sophie Paleologue, die den Zaren Iwan III. heiatete, ein gewisser Athanasius Cicerin ach Rußland eingewandert sein. von dem sich das russische Geschlecht der Tschitscherins herleitet. Unter den zahlreichen Staatsmännern, die Rußland dieser Familie verdankte, war vor Georgi Wassiljewitsch wohl der hervorragendste der General Denis Tschitscherin, der unter Katharina lI. Gouverneur von Sibirien war. Die Tschitscherins waren schon seit langem mit deutschen und polnischen aristokratischen Familien verschwägert. Die Mutter Georgi Tschitscherins war eine Baronin Meyendorf, eine Tante von ihm heiratete den polnischen Grafen HuttenCzapski und starb vor wenigen Jahren hochbejahrt in Krakau. Tschitscherins verwandtschaftliche Beziehungen zur hohen Aristokratie boten wiederholt den Anlaß zu unsinnigen Gerüchten. Unter anderem wurde erzählt, Tschitscherin habe zu Beginn einer bolschewistischen Karriere seine achtzigjährige Tante füsilieren lassen, um sich dadurch die besondere Gunst seiner neuen Gesinnungsgenossen zu sichern. Selbstverständlich war an all diesem Gerede nicht ein einziges Wort wahr. Tschitsche rin hat im Gegenteil schon als tätigeMitglied der russischen sozialistischen Par tei, die zur Zarenzeit selbstverständlig nur eine Geheimorganisation war. sein in Krakau lebende Tante, Gräfin HuttenCzarpski, wiederholt besucht. Als Sohn eines begüterten Landede! mannes trat Georgi Tschitscherin, dei Tradition der russischen Adelssamilier folgend. nach Absölvierung seiner Studien in den Staatsdienst ein. Eine glän zende Karriere schien sich ihm zu eröff nen, aber er brachte es bloß bis zun Range eines Kollegienregistrators in Ministerium für Aeußeres, da er kur nach seinem Eintritt in den Staatsdien mit der sozialdemokratischen Geheimor ganisation Beziehungen angeknüpft hatte und im Jahre 1908 zwangsweise pensioniert wurde: Die folgenden Jahre verbrachte Tschitscherin meistenteils im Ausland, wo er sich offen als Gegner des zaristischen Regimes deklarierte und ale einer der intimsten Freunde Lenins idie vorderste Reihe der Führer des linken(bolschewistischen) Flügels der russischen sozialdemokratischen Partei trat. Nach dem Umsturz kehrte er nach Rußland zurück und übernahm als Nachfolger Tcotzkis, des lersten bolschewistischen Volkskommissars für Aeußeres, die Leitung der auswärtigen Politik Sowjetrußlands. In dieser Stellung erwies er sich als ein Diplomai von sehr hervorragenden Qualitäten und als ein Arbeiter von geradezu übermenschlichem Fleiß. Die Richtlinien seiner Außenpolitik, die praatisch naturlich in jeder Hinsicht dem Programm des bolschewistischen Regimes angepaßt war. sind noch in allgemeiner Erinnerung.Tschitscherin vertrat zwar mit unerschöpflicher Konsequenz den verlogenen Standpunkt, daß die russische Regierung für die Aktionen der dritten Internationale in keiner Weise verantwortlich gemacht werden dürfe, aber er bemühte sich immerhin, der russischen Außenpolitik den Anschein einer gewissen Loyalität zu geben. Große Sensation rief sein im Mai 1926 im Bundeskongreß der Sowjets gehaltenes Exposee hervor, in dem er den Gedanken eines gegen England und Amerika gerichteten Blocks entwickelte, dem Rußland, Frankreich, Polen und Japan angeyoren würden. Obwohl er im großen und ganzen die Methoden der alten diplomatischen Schule vorzog, gefiel er sich zuweilen, in Ueberraschungen und Bluffs. So zum Beispiel wirbelte seinerzeit viel Stoub sein ziemlich plötzlicher Besuch in Warschau auf. der freilich keinerlei wesentliche Folgen nach sich zog. Auch als Bolschewik konnte und wollte sich Georgi Tschitscherin seine vornehmen und kultivierten Manieren nicht abgewöhnen. Er versuchte zwar manchmal durch sein betont ungzeflegtes Aeußeres den Eindruck zu ermecken, daß er von der aristokratischen Lebensform endgültig Abschied genommen habe, aber er hielt trotzdem viel auf glanzvolle diplomatische Empfänge und trat bei solchen Gelegenheiten stets mit vornehmster Eleganz auf. Der Bolschewik hatte den Hocharistokraten in ihm doch nicht ganz ertötet. In zahlreichen bolschewistischen Kreisen konnte man ihm das nicht verzeihen. Sein trauriges Schicksal wird denn auch im Ausland gewiß viel tiefergehendes Mitgefühl wecken als in Rußland selbst, wo man ihn trotz all seiner Verdienste um das neue Rußland eigentlich niemals als vollwertigen Bolschewiken*e Eeneralinspekteur des der ## Ealr Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin ren hat man von ihm in der Oeffentlichkeit fast nichts mehr gehört. Tschitscherin war bekanntlich schon seit Jahren leidend, mußte sich einer Operation unterziehen und hielt sich dann monatelang in einem Berliner Sanatorium auf. Schon damals wurde behauptet, seine Rückkehr nach Rußland verzögere sich nur deswegen, weil er bei Stalin in Ungnade gefallen sei, der es vorziehe, die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Tschitscherins Vertreter Litwinow zu überlassen. Seither vernahm man nur soviel, Tschitscherin sei doch nach Moskau zurückgekehrt, aber nur, um seine Demission zu geben und sich endgültig ins Privatleben zurückzuziehen. Daß ihn sein wechselvolles Schicksal schließlich auf die Straße werfen und ins Asyl für Obdachlose führen werde, konnte damals freilich niemand vermuten... Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin, der .— HANDEL UND INDUSTRIE Wochenbericht über den Lebensmittelmarkt im rhein.-westfäl. Industriegebiet Berliner Börsenbericht Lebhaft, doch uneinheitlich Berlin, 23. Nov. Nach der gestrigen Unterbrechung durch den Feiertag kam das Geschäft an der heutigen Körse zunächst nur zögernd in Gang. Die Kursgestaltung zeigte kein ganz einheitliches Bild, da neben weiter vorliegenden Kaufaufträgen infolge des hohen Kursstandes verschiedener Papiere vielfach auch Gewinnsicherungen vorgenommen wurden. Insbesondere standen Montanwerte unter leichtem Abgabedruck. So gaben Gelsenkirchener Bergwerk um ½%, Hoesch und Rheinstahl um ¾4% und Laurahütte um 1¾4% nach. Auch in Braunkohlenwerten waren bei Eröffnung eine Reihe von Verkaufsorders zu erledigen, so daß beispielsweise Eintracht um 3 und Niederlausitzer Kohle um 4% schwächer einsetzten. Am Kalimarkt zogen Aschersleben um 1 3/8% an, während Westeregeln ¼/4% einbüßten. Fester lagen durchweg chemische Werte sowie Gummi= und Linoleumpapiere. IG. Farben eröffneten ¾4%, Conti=Gummi 1¾% höher. Am Elektromarkt fielen Lahmeyer mit einer Einbuße von 2¼. Siemens mit einer solchen von 1½% auf, während andererseits HEW ¾% und Chade eine Reichsmark gewinnen konnten. An den übrigen Märkten sind Deutsche Telephon und Kabel mit plus 2¼, Akku und Feldmühle sowie Zellstoff Waldhoff mit je plus 1¼% zu erwähnen, wie denn überhaupt gerade Zellstoffwerte erhöhtes Interesse verzeichnen können. Ausgesprochen fest liegen Bankaktien, von denen insbesondere Reichsbank nach einer um 3% höheren Eröffnung im Verlauf bis auf 179¼% anzuziehen vermochten. Auch Braubank waren 2½% fester. Nach Daimler machte sich, nachdem das Papier zunächst erwa 3/% schwächer eingesetzt hatte, später größere Nachfrage bemerkbar, so daß der Kurs bis auf 31½ anzog. MBW. waren um ⅝% gebessert. Der Rentenmarkt zeigt eine wieder einheitlich freundliche Verfassung. Von den variabel gehandelten Papieren gewannen Altbesitz erneut 1.05, Neubesitzanleihe 32½ Pfg., Reichsschuldbuchforderungen gingen ½% höher um. Von Industrieobligationen waren Stahlvereinsbonds um abermals 1¼% gebessert, auch Mittelstahl und Hoesch waren um ¼ bzw. 1% gefestigt. Von Auslandrenten konnten Anatolier und Ungarn größeres Interesse beanspruchen. Im Verlauf blieb es am Aktienmarkte weiter uneinheitlich, doch überwogen eher leichte Abschwächungen. Lediglich für Reichsbankanteile und Daimler erhält sich unverminderte Nachfrage. Am Berliner Geldmarkt trat eher eine kleine Erleichterung ein. Der Tagesgeldsatz wurde mit 4¼ resp. 4 1% genannt. Die Nachfrage nach Wechseln hielt an, die Bedingungen für Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen änderten sich nicht. Essener Börsenbericht Essen, 23. Nov. Die heutige Essener Börse eröffnete für Montanwerte etwas leichter, und zwar Gelsenberg minus ½%, Mannesmann minus ½%, Rheinstahl minus 1%, Hoesch minus 1%, Phönix minus ¼%, Wintershall minus ¼%, dagegen waren Reichsbankanteile 3% und Deutsche Reichsbahnanleihe ½% höher gefragt. Im Verlaufe waren Hoesch etwas höher und Mannesmann auf unveränderter Basis gefragt. Ebenfalls gingen Wintershallaktien in größeren Posten zum gleichen Kurse um. Von Kohlenaktien waren Lothringenaktien ¼% höher und von Bankaktien Commerz=Bank, Dresdner Bank und Dedibank höher gesucht. Von Kohlenkuxen gingen Ewald zu letzten Kursen um. In größeren Posten wurden wieder Beienrode etwas höher gehandelt. Habighorst auf letzter Basis und Elsässer=Kuxe etwas leichter im Verkehr. Der Schluß der Börse war fest, namentlich Mannesmann mit plus 1¼%, Reichsbank plus 9%, RWE. plus 1⅜% und Wintershallaktien plus 1%. Kölner Börsenbericht Köln, 23. Nov. Nach dem gestrigen Feiertag eröffnete die heutige Börse in ziemlich ruhiger Haltung. Es lagen verschiedentlich Kaufaufträge vor, da aber auch Glattstellungen erfolgten, war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Die Grundtendenz blieb jedoch freundlich, besonders da die Ausführungen des Reichskanzlers über die deutsch=französischen Beziehungen einen guten Eindruck machten. Fest waren Reichsbankanteile, die um 3% anzogen. I. G. Farben waren ½% höher im Handel. Am Montanmarkte ergaben sich durchschnittlich Rückgänge bis zu ¾%. Nur Harpener und Buderus konnten sich behaupten. Von Elektroaktien blieben Felten unverändert, Schuckert büßten 7/8% und Siemens 1½% ein. Interesse zeigte sich für festverzinsliche Werte, von denen Altbesitz 1.05 und Neubesitz 32½ Pfg. gewannen. Im Verlaufe traten bei einigen Umsätzen größere Veränderungen gegenüber Anfang nicht ein. Der Einheitsmarkt verlief ruhig, bei gehaltener Tendenz. Versicherungen umsatzlos. Fest waren Bankaktien, von denen Commerzbank 3%, Dresdener Bank 2% und Dedibank 2 3/% gewannen. Von Pfandbriefen waren Rheinboden bis 3% erhöht, Westboden gut gehalten. Späte Reichsschuldbuchforderungen stellten sich auf 92½ bis 93¾. Die Börse schloß ruhig. Köln, 23. Nov. Heute notierten: Basalt—, Bonner Berg 59¾, Braunkohle Zukunft—, Kalker Brauerei—, Kabel Rheydt 118, Kölner Dampf—, Rhein. Braunkohlen 191¼, Stollberck 71¾. Kölsch-Fölzer-werke R. G., Siegen Siegen, 21. November. Der Termin für die GV. der Gesellschaft, in der die Abschlüsse für die beiden letzten Geschäftsjahre 1931=32 und 1932=33 vorgelegt werden sollen, muß auf den 12. Januar 1934 verschoben werden. Die Gründe Gemüse Der Gemüseabsatz gestaltete sich weiterhin recht unbefriedigend. Die Absatzmöglichkeiten für Kopfkohl waren gering. Blumenkohl lag dank der Verminderung des Angebotes etwas fester, konnte aber nur schwer untergebracht werden. Rosenkohl vermochte sich wieder zu etholen. Die verschiedenen Salatarten fanden, abgesehen von Feldsalat, besseren Abgang. Freilandtomaten waren angesichts der minderwertigen Qualität nicht mehr begehrt. Die ersten kanarischen Herkünfte sind eingetroffen. Spinat war fast unverkäuflich. Obst Die Marktlage auf den westdeutschen Obstmärkten hat sich wenig geändert. Die Tendenz für Aepfel ist fest. Das Geschäft verläuft aber außerordentlich ruhig. Billige Ware steht, abgesehen von dem vergleichsweise niedrigen Bellefleur, nur noch in geringen Posten zur Verfügung. Der Absatz der amerikanischen Faßäpfel gestaltete sich gleichfalls sehr langsam. Auch für Birnen bestand trotz der geringen Bestände wenig Meinung. Die letzten italienischen Weintrauben waren etwas besser gefragt. In geringen Mengen kamen die ersten Valencia=Apfelsinen zur Anlieferung. Kartoffeln Auch in dieser Woche gingen hauptsächlich Kartoffeln für das Winterhilfswerk ein. Mit dem Ende dieser Woche dürfte jedoch der erste Teil des Winterhilfswerks beendet sein. Der freie Markt ist äußerst ruhig. Die Preise sind jedoch nach wie vor fest. Industrie=Speisekartoffeln kosteten fr. Ruhrst. 2,25—2,35 RM. Futterkartoffeln sind gefragt und werden mit 1,70 RM. fr. Ruhrst. gehandelt. hierfür liegen darin, daß der durch die im Vorjahre beschlossene Kapitalzusammenlegung erforderliche Umtausch der alten Aktien in neue Stücke(letzter Umtauschtermin 25. 11. 1933) nicht so schnell durchgeführt werden kann, daß bis zu dem ursprünglich in Aussicht genommenen GV.= Termin Mitte Dezember 1933 allen Aktien Abstimmungsmöglichkeit gegeben werden konnte. Bei dieser Gelegenheit macht die Verwaltung darauf aufmerksam, daß eine Verlängerung der Umtauschfrist für die Aktionäre über den 25. November hinaus nicht in Frage kommen kann. Märkte Berliner Metall=Notierungen Berlin, 23. Nov.(Amtlich.) Elektrolytkupfer (wirebars) prompt, eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam 45,50; Original Hütten=Aluminium, 98 bis 99 Prozent, in Blöcken 160; dgl. in Walzoder Drahtbarren 164; Reinnickel, 98 bis 99 Prozent 305; Antimon Regulus 39 bis 41 RM für 100 kg; Silber i. Barr. ca. 1000 fein 37,25 bis 40,25 RM per kg. Warenmärkte Essener Hauptmarkt Essen, 23. Nov. Die Zufuhren zum Essener Hauptmarkt waren in Gemüsen und Kartoffeln genügend, in Obst= und Südfrüchten reichlich, es konnte sich jedoch nur langsam Geschäft entwikteln. Die Preise zeigten feste Tendenz. Notierungen der Großhandelspreise des amtl. Großmarktes für Getreide und Futtermitte! zu Dortmund Dortmund, 23. Nov. Westfälischer Weizen 75/76 kg 192,50; Preisgebiet 7: 187; 8: 188; 10: 191; Westfälischer Roggen, 71/72 kg, 168— 169; Preisgebiet 6: 153; 7: 154; 8: 156; Südd. Hafer 160—163; Ostfries. Hafer 165—168; Wintergerste 175—177,50; Russengerste 185—187; Plata=Mais 197,50; Cinquantino=Mais 205— 207,50; Weizenmehl: Auszugmehl, Asche 0,405 32,40—32,65; Bäckermehl, Asche 0,79 27,40— 27,65; 70 Proz. Roggenmehl, westdeutsch., Asche 0,82 23,90—24,25; Ostdeutsches Roggenmehl Asche 0,82, 22,25—22,50; Weizenkleie, feine 10,75 —11,00; dgl., grobe 11,75—12,00; Roggenkleie 9,50—9,75; Trockenschnitzel 9,75—10,00; Steffenzuckerschnitzel 11,40—11,65.— Tendenz: ruhig; Roggen fest, Handelsklassen ohne Angebot.— Die Festpreise verstehen sich frei Verladestation des Erzeugers; die übrigen Preise sind Großhandelspreise und verstehen sich bei Getreide per Tonne, sonst per 100 kg waggonfrei Dortmund in Ladungen von 15000 kg; Mehl zu Mühlenkonventionsbedingungen. Preise für Handelsrechtliche Lieferungsgeschäfte an der Berliner Produktenbörse Berlin, 23. Nov. Hafer mit Normalgewicht 475 gr. pro L. vom Kahn od. vom Speicher Berlin per Dez.—; per März—. Alles per 1000 kg in Reichsmark. Berliner Kartoffel= und Rauhfutterpreise Berlin, 23. Nov. Kartoffeln(in RM per 100 Kilogramm): Speisekartoffeln, weiße 1,30—1.40; rote 1,35—1,40; andere gelbe(außer Nieren) 1,50—1,70; Fabrikkartoffeln für Lieferung an Stärkefabriken und Walzmehlfabriken 9 Pfg., im sonstigen Geschäftsverkehr 7—7½ Pfg. pro Stärkeprozent frei Fabrik. Für das Winterhilfswerk werden folgende Erzeugerpreise gezahlt: rote und weiße Kartoffeln 1,35—1,40; gelbfleischige 1,50—1,55 RM.— Kartoffeln nur Montag und Donnerstag, Rauhfutter nur Dienstag. Berliner Produktenbörse Berlin, 23. Nov.(Amtlich.) Weizen: Erzeugerpreis 2: 178; 3: 181; 4: 183; Handelspreis 2: —; 3:—; 4:—; Märk. Weizen, Durchschnittsqual.(vereinzeltes Auswuchs= und Schmachtkorn (Rost) ist zulässig), Gewicht pro h 76/77 kg, Butter Die Anlieferungen an einheimischer Butter haben im allgemeinen noch nicht zugenommen, sondern vielfach eher einen weiteren Rückgang erfahren. Daher mußte wieder in verstärktem Maße auf Auslandsware zurückgegriffen werden, die vornehmlich in Form der von der Regierung zugeteilten Reichsbutter zur Verfügung stand. Der Bedarf konnte auf diese Weise ausreichend gedeckt werden. Das Geschäft entwickelte sich anfangs recht lebhaft, wurde aber später beitend ruhiger. Die Preise blieben im großen und ganzen unverändert. Süddeutsche Molkereibutter kam wieder etwas mehr zur Anlieferung. Der Buttermarkt dürfte weiterhin stetig bleiben. Käse Der Tilsitermarkt zeigte bei knappem Angebot erneut festere Tendenz. Limburger lag infolge der im Erzeugergebiet vorgenommenen Stützungsmaßnahmen gleichfalls etwas fester. Dagegen wurden bei Emmentaler nach wie vor Preiskonzessionen gemacht. Die Forderungen für holländischen Gouda blieben bei sehr kleinem Geschäft unverändert. Die Kontingente sollen schon sehr zur Neige gehen. Eier Da das Angebot an einheimischer Ware noch immer außerordentlich klein ist, lagen die Preise wieder leicht erholt, soweit es sich um schwere Eier handelt. Die leichten Gewichtsklassen blieben allerdings vernachlässigt. Das Kühlhausgeschäft verlief recht lebhaft. Da die in den deutschen Kühlhäusern vorliegenden Vorräte schon zum allergrößten Teil aufgebraucht sind, kommt viel holländische Ware über die Grenze. 190 frei Berlin,— ab Station für 1000 kg in Reichsmark(stetig); Roggen: Erzeugerpreis 2: 143; 3: 146; 4: 148; Handelspreis 2:—; 3: 148; 4: 150; Märk. Roggen, Durchschnittsqual. (vereinzeltes Auswuchs= und Schmachtkorn ist zulässig), Gewicht pro hl 72/73 kg, 157 frei Berlin;— ab Station für 1000 kg in Reichsmark (stetig); Gerste: Braugerste, feinste neue 189—195 frei Berlin; 180—186 ab märk. Station; Braugerste, gute 182—187 frei Berlin; 173—178 ab märk. Station; Sommergerste mittlerer Art und Güte 173—180 frei Berlin; 164—171 ab märk. Station; Wintergerste, zweizeilig 172—181 frei Berlin; 163—172 ab märk. Station; Wintergerste, vierzeilig 163—169 frei Berlir; 157— 160 ab märk. Station für 1000 kg in Reichsmark(feine Sorten über Notiz), Stimmung: ruhig; Märk. Hafer, Durchschnittsqual., 152 bis 157 frei Berlin, 143—148 ab Station für 1000 ka in Reichsmark(feinste Qualitäten über Notiz), Stimmung: stetig; Weizenmehl(ohne Ausland): Auszugsmehl 0,405 Asche(nach Prof. Mohs), Type 0—41 Prozent 31,15—32,15; Vorzugsmehl 0,425 Asche(nach Prof. Mohs) 0—50 Prozent 30,15—31,15; Bäckermehl 0,79 Asche(nach Prof. Mohs) 41—70 Prozent 25,15—26,15; Vollmehl 0.65 Prozent(Asche 0,502) 29,15—30,15(feinste Marken über Notiz), Stimmung: ruhig; Roggenmehl 0,82 Asche(nach Prof. Mohs) 0—70 Prozent 21,35—22,35 in Reichsmark für 100 kg brutto einschl. Sack frei Berlin(feinere Marken über Notiz); Kleie: Weizenkleie 11,65—11,90; Roggenkleie 10,20—10,40 in Reichsmark für 100 kg brutto einschl. Sack frei Berlin, ab Bahn und ab Mühle, Stimmung: fest.— Viktoriaerbsen 40 —45; kleine Speiseerbsen 33—37; Futtererbsen 19—22; Peluschken 17—18,50; Ackerbohnen 17 —18; Leinkuchen"), Basis 37 Prozent 12,30— 12,40; Erdnußkuchen*), Basis 50 Prozent, ab Hamburg 10,30—40; Erdnußkuchenmehl"), Basis 50 Prozent, ab Hamburg 10,60—70; Trocken= schnitzel 9,80—90; Extrahiertes Soyabohnenschrot*), 46 Prozent, ab Hamburg 8.50—60; dgl. ab Stettin 8,70—80; Kartoffelflocken: Stolp 13,70—80; frei Berlin 14—14,20.— Preise in RM.— Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg, —*) exel. Mannheimer Großmarkt für Getreide und Futtermittel Mannheim, 23. Nov. Die Marktlage für Brotgetreide war am heutig. Vormittagsverkehr stetig aber ruhig. Die Forderungen sind im allgemeinen etwas erhöht, werden aber vom Handel und von den Mühlen nicht bewilligt. Die Angebotsverhältnisse haben sich nur wenig verändert. Weizen= und Roggenmehle werden nur für den laufenden Bedarf ausgenommen. Roggen hatte einen etwas stetigeren Markt als Weizen, bei unveränderten Preisen. Am Gerstenmarkt bleibt Brauware B vernachlässigt, während Futtergerste im Preise eher etwas höher gehalten wird. Hafer liegt unverändert bei guter Nachfrage vom Niederrhein. Futtermittel tendieren weiter fest, besonders Mühlenfabrikate, die knapp offeriert sind, haben im Preise angezogen. Viehmärkte Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt Dortmund, 23. Nov. Zum heutigen Zucht= und Faselmarkt wurden aufgetrieben: 474 Großvieh, 120 Schweine, 60 Kälber. Der Handel war in guten Tieren rege, sonst mittel. Hochtragende und frisch melkende Kühe 1. Sorte 360—410; 2. Sorte 310—350; 3. Sorte 240—300; Rinder kosteten 160—290. Beste Tiere über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetriebenes Vieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft. Es wurden bezahlt: 6—8 Wochen alte Ferkel 10—13; 8—10 Wochen alte Ferkel 15—25; 10—12 Wochen alte Ferkel 26—35 RM. Der Handel war am Schweinemarkt langsam. Nächster Markt 29. November. Fleischpreise im Großhandel Essen, 23. Nov. Rindfleisch(Ochsenfleisch) von vollfleischigen, ausgemästeten jungen Ochsen 52—56; dgl. von älteren Ochsen 50—52: Bullenfleisch von fleischigen Bullen 44—50; von gering genährten Bullen 42—46; Kuhfleisch von fleischigen ausgemästeten Kühen 50—56; von fleischigen Kühen 45—52; von gering genährten Kühen 38—45; Färsen=(Kalbinnen=) Fleisch von fleischigen ausgemästeten Färsen 52—56: Kalbfleisch von besten Mast= und Saugkälbern 60—65; von mittleren Mast= und Saugkälbern 50—58; Hammelfleisch von Mastlämmern und jüngeren Masthammeln 60— 62; von mittleren Mastlämmern und älteren Masthammeln und gut genährtem Schafvieh 54 —.0: Schweinefleisch von Schweinen zum Frischverkauf(Landschweinen) bis zu ca. 225 Pfd. Lebendgewicht 70—72 RM. Amtliche Berliner Devisenkurse Berliner Börsenkurse vom 23. November 1933 21 11. S/2311/21.11. Anleihen: D. R.-Anl. 27 D. R.-Anl. v. 29 Banken: Com.- u. Privat-Bk. Otsch. Bk. u. Diskt Dresdner Bank Reichsbank Rh.-Westf. BodenCred. Verkehrswerte: Reichsbahn V.-A. Hapag Nordd. Lloyd Brauereien: Dortm. Aktien Dortm. Ritter Dortm. Union Schlegel-Scharp. Wicküler-Küpper Sonstiges: Aku A E. G. Bembers 1. P Chem Ind Gelsenk. Cont Cautsch. Daimler Mot. Otsch. Erdöl El. Licht u. Kraft Eschw Bergu G-Farbenind. Felten-Guillesume Friedrichshütte Gebhard u. Co. 12 92½ 99⅛ 43.— 48 ¾ 53¼ 172.— 97½ 7105 116 127 12 12 155.— 74.— 189.— 34% 19¾ 44. 140½ 31⅜ 99 7/ 98 1/2 1 91¾ 99½ 41 ¼ 46— 51 ¼ 164½ 98.— 1047/8 11¾ 12%/ 1 0.— 76.— 33 20 43— 12——— 140 29% 100.— 99⅛ 200 21¼ 46 ½ = 23.11./21 11 Gelsenk. Berzw. Ges. f. el. Unt. Goedb. Gebr. Goldschmidt Harpener Berg Hoesch Eisen-KölnNeuessen Kali Aschersieben Klöcknerw. Köln. Gas u. Elek W Krefft Kromschröder G. Kronprinz Metall Küppersbusch Lahmeyer Mannesm.-Röhren Mansfeld Maschb.-Untern. Mülh Bergw. Phönix Bergw. Rhein. Braunk. Rh. Elektrizität Rhein-Spiegel Rhein-Stab Rh.-West! Elektr Rhein-West Kall Roddergrube Salzdetfurth Schôtt. Herm Schwelm-Eisen Siemene u. Haleke Stolb Zinkb. Stollwerck Tietz Ver D Nickel Ver Glanzst Elbt. Ver Stahlwerke Waretein Gruben Wasserw Gelsenk Westeregeln 24 482 83.— 47.— 82½ 62 /8 117.— 56½ 62½ 28½ 68.— 68¾ 111¾ 58½ 24¾ 38 ½ 73.— 37½ 192— 89— 57.— 82⅞8 90¾ 52 150.— 16— 32¾ 34½ 71.— 16 ½/3 70¼ 54— 32 ⅞ 49½ 82 7/8 47.— 82.— 62⅛ 116 ¼ 567 63.— 27¼ 68½ 67½ 113.— 58.— 24¾ 39 ¼ 37⅝ 194— 89¼ 60.— 82¼ 90¾ 53¾ 157.— 14 138¼ 35% 72. 15 1/8 72.— 53.— 33.-— 107½ 117. 10— 117.— .+) b e d e u t e t: o h n e A n g e b o t u n d N a c h t r a g e. Die fehlenden Dividenden eind noch nicht festgesetzt. Ein Reichsverkehrsrat Im Reichsverkehrsministerium fand eine Beprechung mit führenden Persönlichkeiten der einzelnen Verkehrszweige statt, in der der Reichsverkehrsminister grundsätzliche Ausführungen machte über die Zusammenfassung der verschiedenen Verkehrszweige in einem Reichsverkehrsrat unter Führung des Reichsverkehrsministers. Der Minister führte aus, das Verkehrswesen müsse seine eigene Vertretung finden. Es sei kein Teil des Nährstandes, der Wirtschaft, des Handels oder anderer Berufsgruppen, sondern es stehe als Diener zwischen ihnen. In diesen Reichsverkehrsrat wolle der Minister in erster Linie die Männer der verschiedenen Verkehrszweige berufen, welche sich als die Führer in den einzelnen Verkehrsunternehmungen herausgehoben hätten. Diesen Männern werde er Vertreter des Nährstandes, der Wirtschaft, des Handels und anderer Berufsgruppen zugesellen, um auch auf diese Weise festzulegen, daß der Verkehr nicht in unfruchtbarem Streit zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln seine Erfüllung suche, sondern in der Hingabe an den Dienst am ganzen Volke. Ihm werde es darauf ankommen, die Organisation der einzelnen Verkehrsgebiete festzulegen. Andere Verbände als die in den Reichsorganisationen der einzelnen Verkehrszweige eingegliederten, werde er für die Zukunft nicht mehr anerkennen. Die vom Reichsverkehrsminister betonte Notwendigkeit, dem Verkehrswesen eine einheitliche Vertretung beim Reichsverkehrsministerium zu geben, fand die einmütige lebhafte Zustimmung aller Beteiligten. Das endgültige amtliche Wahlergebnis Das amtliche Ergebnis der Volksabstimmung und der Reichstagswahl liegt nunmehr endgültig vor. Bereits nach elf Tagen konnte der Reichswahlausschuß zusammentreten und das endgültige amtliche Ergebnis öffentlich verkünden. Reichswahlleiter Ministerialdirektor Dr. Reichardt, der Präsident des Statistischen Reichsamtes, stellte in Gegenwart der Beisitzer und des Vertreters des Reichsinnenministeriums, Oberregierungsrat Dr. Fabricius folgendes fest: Stimmberechtigt waren am 12. November 45 176713 Personen. Davon haben auf Grund von Stimmscheinen abgestimmt 1231 905. Reichstagswahl Das endgültige Ergebnis für die Reichstagswahl enthält 43 053 616 abgegebene Stimmen, von denen 3398 404 ungültig waren. Auf den Kreiswahlvorschlag entfielen 39 655212 Stimmen. Die Zahl der auf den Kreiswahlvorschlag gewählten Abgeordneten beträgt demnach 645. Es verblieb ein Rest bei der Teilung durch 60 000 der einzelnen Kreiswahlvorschläge von 955212 Stimmen, so daß auf den Reichswahlvorschlag 16 Sitze entfallen. Die Gesamtzahl der Abgeordneten ist nunmehr endgültig auf 661 festgesetzt worden. Volksabstimmung Zur Volksabstimmung sind 43491575 Stimmen abgegeben worden, wobei 757756 als ungültig erklärt werden mußten. Als gültige JaStimmen wurden festgestellt 40 632 628; gegen den Volksentscheid stimmten 2101 191 Wähler. In Prozenten errechnet wurden für Ja 95,1 Prozent, für Nein 4,9 Prozent der Stimmen abjegeben. Westostsiedlung Der Umsiedlung der überzähligen ländlichen Bevölkerung aus dem Westen und Süden des Reiches wurden bisher seitens der östlichen Siedlungsgebiete Schwierigkeiten bereitet, die insbesondere damit begründet wurden, daß an Ort und Stelle bereits eine genügende Anzahl von geeigneten Bewerbern vorhanden sei. Obwohl diesen Gründen zurzeit eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen ist, kann ihnen insofern nicht gefolgt werden, als es in staatspolitischem Interesse dringend erforderlich ist, daß der im Westen und Süden des Reiches, insbesondere auch auf dem Lande zusammengedrängten Bevölkerung der Abwanderungsweg nach dem Osten nicht versperrt wird. Auch hier muß Gemeinnutz vor Eigennutz gehen. Wie das B9Z.=Büro meldet, hat Reichsminister Darre angeordnet, daß die Siedlungsgesellschaften von den Stellen, die im Jahre 1934 zur Ausweisung gelangen, mindestens 25 v. H. für geeignete Westostsiedler vorbehalten, soweit Nachfrage von deren Seite vorhanden ist. Arbeitssitzung der Reichskulturkammer Die Reichskulturkammer trat zu ihrer ersten Arbeitssitzung zusammen. Der Präsident, Reichsminister Dr. Goebbels, betonte, daß die berufsständische Gliederung und Zusammenfassung aller geistig Schaffenden, wie in der Kulturkammer und den sieben einzelnen Kammern jetzt durchgeführt worden ist, richtunggebend und wegweisend für alle anderen Berufszweige sein soll. Der neue soziale Mensch werde nicht schon durch die Schaffung der Kammern geschaffen, sondern werde erst das Produkt einer jahrelangen Erziehungsarbeit im nationalsozialistischen Sinne sein. Die Reichskulturkammer solle in der Zukunft der geistige Repräsentant der gesamten Nation werden. Die Kulturkammer bedeute einen neuen, durchaus modernen Versuch, der später für alle schaffenden Stände zur Durchführung gelangen solle. Die Zugehörigkeit zu den Kammern dürfe nicht als Zwang empfunden werden. Die berufliche und materielle Sicherheit der geistig Schaffenden müsse in den Kammern verbürgt werden. Im Verlauf der Tagung wurde u. a. mitgeteilt, daß in einer Aussprache zwischen dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, und dem Vizepräsidenten der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, in beiderseitigem Einvernehmen festgelegt worden ist, daß die Reichskulturkammer sich in ihrer Gesamtheit als einen Teil der Deutschen Arbeitsfront betrachte, die alle Erwerbslosenunterstützung als kommunale Aufgabe verschwindet Erörterungen darüber, wie im nationalsozialistischen Staat die Kommunalpolitik sich wickeln werde, sind schon deshalb in der Oeffentlichkeit vielfach angestellt worden, weil unter dem vergangenen System in einigen großen Gemeinden eine offenkundige finanzielle Mißwirtschaft herrschte, die zu starken Belastungen der Einwohner führte. Eine dieser Gemeinden war auch die Stadt Köln, die jetzt selbstverständlich gleichfalls von neuen Männern geführt wird. Wie das B93.-Büro meldet, schildert nun der Leiter der kommunalpolitischen Abteilung des Kreises Köln=Stadt der NSDAP., Bauhaus, die Lehre des Kölner Haushaltplanes für die neue Gemeindepolitik. Durch die Arbeitsbeschaffung werde die Erwerbslosenunterstützung als Aufgabe der Städte und Gemeinden am Ende des Vierjahresplanes verschwunden sein. Erwerbslosenunterstützung werde nur noch aus der Erwerbslosenversicherung zu zahlen sein; eine notwendige Ergänzung sei Aufgabe des Reiches. Mit fortschreitender Beseitigung der Arbeitslosigkeit würden auch die Ausgaben für Wohlfahrtspflege wieder auf ein erträgliches Maß sinken. Der Schuldendienst verlange eine Regelung auf weite Sicht. Nach eingehenden Einzeldarlegungen kommt der SachEine kleine Ausstellung im Gebäude des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin zeigt, wie der Kommunismus auch in den letzten Monaten noch zu arbeiten bestrebt war und wie die preußische Polizei auch die letzten Pflänzchen dieser Weltseuche ausgetreten hat. Da sieht man zunächst die Riesenzahl der im Ausland erscheinenden Druckschriften in deutscher Sprache, der Emigranten=Zeitungen in Amsterdam, Paris, Zürich und Prag, der zahlreichen im Saargebiet hergestellten Flugblätter und Propagandazettel. Erheblich gefährlicher und wichtiger sind die Druckschriften, die immer noch in Deutschland hergestellt wurden, und zwar vielfach in einem getarnten Gewande. Man bekommt z. B. eine kleine braune Broschüre in die Hand mit dem Titel„Reise nach Ostpreußen". Die beiden Umschlagseiten preisen das schöne Ostpreußen. Im Innern jedoch findet sich eine rein kommunistische Hetzbroschüre gegen das neue Deutschland. „Luftschutz ist Weltschutz, ein ernsthaftes Wort an alle Berliner", darunter„Herausgeber Hauptmann a. D. Blomberg“, so lautet der Titel einer anderen Schrift. Im Innern befindet sich abermals ein ganz gemeines kommunistisches Pamphlet, das ebenso viele Lügen wie Zeilen enthält. Ein Flugblatt der KPD wurde als Aufruf des Führers an das Volk getarnt. Die Rote Fahne und andere kommunistische Druckschriften erschienen immer wieder, und zwar wurde festgestellt, daß diese Exemplare in Deutschland hergestellt worden sind. Man forschte nach, und es ergab sich, daß der Satz für diese kommunistischen Zeitungen in einem getarnten kommunistischen Setzmaschinenbetrieb hergestellt wurde und daß dann kleine Druckereien gegen gute Bezahlungen zum Druck dieser Zeitungen, die natürlich Druckangaben trugen, veranlaßt wurden. Solche Druckereien konnte man aufheben und schließen. Insgesamt hat das Geheime Staatspolizeiamt 23 000 Zentner kommunistische Drucksachen eingezogen. Sehr interessant ist der Aufbau der kommunistischen Geheimorganisationen, die in den letzten Monaten aufgehoben und zerschlagen wurden. 2 300 Funktionäre der KPD konnten dabei verhaftet und größtenteils den Richtern zugeführt werden. Der kommunistische Geheimapparat ist so aufgezogen, daß fast jeder Funktionär unter falschem Berufsstände in Deutschland zu umfassen habe, und daß die in der Arbeitsfront bisher bestehenden Einzelverbände der geistig Schaffenden aufgelöst werden. Wiener Meldungen Die Verfolgung der Nationalsozialisten Die Verfolgungen der österreichischen Nationalsozialisten durch die Behörden nehmen ihren Fortgang. In Krems an der Donau wurde Oberstleutnant Christian, der sich im Weltkriege als Flieger besonders ausgezeichnet hat, wegen angeblicher Betätigung für die RSDAP. mit Arrest bestraft. In Vorarlberg sind nach einer amtlichen Statistik seit dem 1. August d. I. 113 Personen wegen parteipolitischer Betätigung mit Arreststrafen und Geldbußen bestraft worden. Hierbei handelt es sich fast ohne Ausnahme um Nationalsozialikten. Nach einer Mitteilung der Gendarmerie zu Bruck an der Mur in Steiermark wurde in einer der letzten Nächte die Fernsprechleitung von Einöd nach Kirchdorf und Mixnitz durchschnitten, wodurch vier Doppellinien unterbrochen wurden. Dadurch wurde der Verkehr mit mehreren ostämtern auf mehrere Stunden unterbrochen. bgleich die Täter bisher unbekannt sind, wurden in Einöd und anderen Orten mehrere Naverständige zu einigen Forderungen grundsätzlicher Natur. Danach sei die Deckung des Finanzbedarfs der Städte, wie er sich aus dem Haushaltsplan ergebe, in erster Linie durch Steuern aufzubringen. Ob man dazu auf die Dauer wieder Zuschläge zur Einkommensteuer beschließen könne, werde von der Entwicklung der Verhältnisse abhängen. Die Wohlfahrtslasten würden in einer Weise sinken, daß sie von den steuerzahlenden Bürgern getragen werden können. Ueberschüsse der städtischen Betriebe seien zur Deckung der öffentlich=rechtlichen Verpflichtungen der Städte nur solange heranzuziehen, wie die Steuern dafür nicht ausreichten Wenn dieser Zustand erreicht sei, dann seien die Gebühren zu senken und die Ueberschüsse für Wohlfahrtspflege in erweitertem Sinne zu verwenden. Der Verfasser, dessen Darlegungen noch dadurch an Bedeutung gewinnen, daß sie in dem Zentralblatt der NSDAP. für Gemeindepolitik, „Die nationalsozialistische Gemeinde", veröffentlicht werden, schließt mit der Erklärung, daß, ebenso wie das Haushaltswesen der Städte vor dem Kriege, so auch die Steuerveranlagung zur Einkommen= und Vermögenssteuer allen billigen Anforderungen entsprochen habe. Namen reist, falsche Papiere hat und ohne ständigen Wohnsitz ist. Die einzelnen Funktionäre kennen sich gegenseitig nicht, sondern werden durch dritte Personen miteinander bekannt gemacht und verschwinden ebenso wie sie gekommen sind. Damit ist naturgemäß das Eindringen in diesen Apparat erschwert. Den tüchtigen Spezialisten des Geheimen Staatspolizeiamtes ist es trotzdem gelungen, auch diesen geheimen Organisationen auf die Spur zu kommen. Im September wurde der Führer der geheimen RGO.(Revolutionäre Gewerkschaftsorganisation) verhaftet. Ebenso der Propagandaleiter der RGO.=Leitung. Die Mitarbeiter des Führers des Roten Frontkämpferbundes, des früheren Abgeordneten Loew, wurden festgenommen. Loew selbst hatte sich unkenntlich gemacht. Er hatte sich einen Spitzbart wachsen lassen, trug eine Brille und sein Aeußeres so verändert, daß selbst seine Freunde ihn nicht erkannten. Nach Unterschlagung von 10000 Mark Beitragsgeldern der geheimen KPD. flüchtete er in das Ausland kurz bevor er festgenommen werden konnte. Die Verlegung des Reichstagsbrandprozesses nach Berlin brachte in Berlin eine erhöhte Tätigkeit der kommunistischen Propagandahelden. In einem Falle konnten 18 Personen festgenommen werden, davon allein 12 Angestellte der russischen Handelsvertretung in Berlin, die eine Instrukteurtätigkeit für die KPD. ausübten und u. a. auch einen sogenannten Patenschaftsfonds für die legale Arbeit der KPD. hatten. Ende August befanden sich in diesem Fonds über 50000 Mark. Es konnte eine Anzahl von Waffenverwaltern der KPD. festgestellt werden, die die Waffenlager verwalteten und die Waffen ausgezeichnet instand hielten, so daß jeder Schießunteroffizier neidisch gewesen wäre. Ende Oktober gelang ein neuer großer Schlag gegen die KPD. Der Reichsleiter und seine Mitarbeiter des kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands wurden festgenommen. Man fand bei ihnen einen ganzen Koffer voll chiffrierter Geheimadressen und konnte so den ganzen Propagandaapparat in Deutschland aufheben. Mehrere 100 Funktionäre wurden bei dieser Gelegenheit festgenommen. Dank dieser außerordentlich wirksamen und unermüdlichen Arbeit des geheimen Staatspolizeiamtes besteht in Deutschland kaum noch eine Möglichkeit für eine wirkliche wirksame kommunistische Propaganda. tionalsozialisten verhaftet und bei ihnen Haussuchungen vorgenommen. Die Beschädigung von elektrischen Starkstromleitungen fällt auf Grund der Notverordnung der Regierung über die Verhängung des Standrechtes unter die Straffälle, die mit der Todesstrafe bedroht werden. Bei einem Fluchtversuch erschossen Bei einem Fluchtversuch aus dem Konzentrationslager Wöllersdorf wurde ein Nationalsozialist erschossen. Oesterreich erschwert die Ausreise nach der Schweiz Der Grenzübertritt von Vorarlberg in die benachbarten Schweizer Kantone ist, da die österreichischen Behörden verbotene Ausreisen von Oesterreich nach Deutschland vermuten, jetzt an eine Bestätigung des zuständigen Gendarmeriekommandos gebunden. Die Aufenthaltserlaubnis für die Schweiz ist auf drei Tage befristet worden. Scharfe Bewachung In den letzten Tagen sind im Konzentrationslager Wöllersdorf mehrere Personen infolge der dort herrschenden menschenunwürdigen Verhältnisse erkrankt. Sie mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Von dort sind nun zwei Nationalsozialisten, Egon Steiner und Franz Parth, entwichen. Deswegen ist nach Wöllersdorf die Weisung ergangen, leicht erkrankte Häftlinge Der Schwindel des Pelit Parisien 50 000 Mark Belohnung für herbeischaffung der angeblichen „Dokumente“ Der Petit Paristen jetzt die Veröffentlichung sogenannter Dokumente fort, die Anweisungen des deutschen Provagandaministers an angebliche deutsche Propagandastellen im Auslande enthalten. Das Ziel dieser schamlosen Brunnenvergiftung ist: die sich anbahnende Verständigung und Verstehungsmöglichkeiten zwischen dem deutschen und französischen Volke zu hintertreiben. Die deutsche Reichsregierung hat schon auf die erste Veröffentlichung des Petit Parisien amtlich erklären lassen, daß das Dokument eine Fälschung ist. Der Petit Parisien wurde mittelbar und unmittelbar aufgefordert, entweder die Stelle zu nennen, die das angebliche Dokument übermittelt hat oder eine Photographie dieses Dokumentes zu veröffentlichen oder der deutschen Reichsregierung zur Verfügung zu stellen. Kein deutscher Verleger, kein deutscher Journalist hätte sich geweigert, den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen anzutreten, so wie es Sitte unter anständigen Meuschen ist. Der„Petit Parisien“ bringt es aber fertig, die einfachste journalistische Anstandsregel mit Füßen zu treten. Der„Petit Parisien" fälscht also weiter. Der Berliner Lokalanzeiger setzt für die Aufklärung der Fälschungen und Herbeischaffung der Beweise für die angeblichen Dokumente eine Belohnung von 50000 Mark aus. Diesen Betrag soll derjenige erhalten, der den einwandfreien Nachweis bringt, daß die von dem Petit Parisien veröffentlichten Instruktionen über die außenpolitischen Ziele Deutschlands wirklich in der veröffentlichten Form und mit dem veröffentlichten Inhalt von einer verantwortlichen Stelle des Deutschen Reiches herausgegeben worden sind. Der Nachweis muß durch Vorlage des Originaldokumentes und des dazu gehörigen Materials erfolgen. Die Nachprüfung soll durch eine neutrale Kommission erfolgen. künftig nicht mehr ins Krankenhaus zu bringen. Die Flucht aus dem Krankenhaus soll Anlaß zu noch schärferen Maßnahmen in Wöllersdorf bieten. Der Wiener Offizier=Polizeirat Dr. Neumann wurde zum Lagerkommandanten in Wöllersdorf ernannt; er gilt als besonders energisch. Die Bewachung besorgen 100 Mann Heimatschutz unter dem Kommando eines pensionierten Majors. In wenigen Zeilen Das preußische Staatsministerium teilt mit: Der Führer stattete Ministerpräsident Hermann Goerina an dessen Krankenlager einen Besuch ab. Die Genesung des Ministerpräsidenten macht langsam weitere Fortschritte. Das Befinden ist den Umständen entsprechend befriedigend. Der Literaturbeirat des Stadtrates München hat einstimmig beschlossen, den Literaturvreis der Stadt Müncher für 1933 im Betrage von 2·000 Mark dem Verfasser des Buches„Der Glaube an Deutschland“ Stadtrat Architekt Hans Zöberlein, zu verleihen. Durch Verordnung vom 21. November 1933, die im Reichsanzeiger erscheint, ist bestimmt worden, daß auf die Einfuhrscheine, die bie zum 31. Dezember 1933 bei der Ausfuhr von Roggen, Weizen und Müllereierzeugnissen darauf gewährt werden, die in der Verordnung vom 24. Juli 1933 aufgeführten" Getreidearten zollfrei wieder eingeführt werden können. Gegen den Bankprokuristen und stillen Mitinhaber der Bank von Johann Becker in Berlin, Hans Ruchau, ist von der Staatsanwaltschaft Anklage wegen Devisenvergehens und schwerer Urkundenfälschung erhoben worden. Ruchau hat verbotene Geschäfte über 200 000 Dollarbonds und weiter in Effekten im Betrage von 400000 Dollar gemacht. In Lauchhammer(Provinz Sachsen) brachte der 35jährige Kutscher Artur Kricke mit einem Beil seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern lebensgefährliche Verletzungen bei. Die Frau ist im Krankenhaus gestorben, Kricke erhängte sich nach der Tat. Ein dänisches Marineflugzeug wurde auf dem Fluge von Skagen nach Kopenhagen in der Nähe von Göteborg infolge Benzinmangels von seinen beiden Insassen durch Fallschirmabsprung verlassen. Der Pilot kam unversehrt auf dem Boden an, der Mechaniker, dessen Fallschirm sich an der abstürzenden Maschine verfing, kam ums Leben. Die Maschine wurde zertrümmert. Einige Hundert Zionisten veranstalteten in Warschau Kundgebungen vor der britischen Botschaft. Die Demonstranten trugen Transparente mit sich und stießen Rufe gegen die englische Einwanderungspolitik in Palästina aus. Die Polizei setzte ihre Spritzwagen ein und trieb die Demonstranten mit kalten Wasserstrahlen auseinander. Der türkische Außenminister ist über Athen nach Belgrad abgereist, um dort den Neutralitätsvertrag mit Jugoslawien zu unterzeichnen. Reuter glaubt jedoch zu wissen, daß der wahre Grund zur Reise ist, über den Plan eines Viermächtevertrages zwischen Griechenland, Jugoslawien, Rumänten und der Türkei zu verhandeln. Die Nachprüfung der Instrumente hat ergeben, daß der Stratosphärenballon Settles eine Höhe von 186773 Metererreicht hat. Getarnte KPd=Provaganda Erfolgreiche Arbeit der Geheimen Staatspolizei Sport. Mitteilungen des Reichssportführers Sport- und Hitler-Jugent Die Pressestelle des Reichssportführers gibt nachstebende Veröffentlichung des Jugendführers des Deutschen Reiches. Baldur von Schirach, und des Reichssportführers. von Tschammer und Osten. bekannt: Zurzeit finden Verhandlungen über die zweckmäkigste Form der Zusammenarbeit zwischen den Jugendgruppen der Turn= und Sportverbände und über ihre Eingliederung in die Hitlerjugend statt. Diese Verhandlungen stehen vor dem Abschluß. Um dem Ergebnis dieser Verhandlungen nicht vorzugreifen und jede unnötige Beunruhigung zu vermeiden, wird nunmehr sämtlichen unterstellten Organisationen und deren Gliedern untersagt. irgendwelche Vereinbarungen zu schließen, oder sonstige selbständige Maßnahmen zu treffen. Bereits laufende Verhandlungen sind sofort auszusetzen. Gedanken zur Olympia-Vorbereitung Die Aufbauarbeit im deutschen Sport wird bestimmt durch ein gemeinsames End##el: Vorbereitung auf die Olymvischen Sviele in Berlin. Bei diesen Spielen geht es für das neue Deutschland um einen höheren Preis als bei den zurückliegenden Spielen. In Berlin präsentiert sich der Aufmarsch der deutschen Kämpfer unter der neuen Fahne. Die Haltung und die Kampfart unserer Vertreter werden die Welt dazu verführen, gewisse Rückschlüsse zu ziehen. Es ist daher der Wille der neuen Regierung, daß die Olymvischen Spiele als eine wichtige Gelegenheit nationaler Revräsentation ausgenutzt werden und daß ihre Vorbereitung nach einem klaren Plan betrieben wird. Das hat auch die Reichssportführung klar erkannt. Ihre bisberigen Anordnungen lassen uns fest an die SyKematik unserer Olymviaarbeit glauben. In den Kursen, die überall durchgeführt werden. erfolgt die große Uebersicht über die Aktiven, die für Berlin zur Versügung stehen, und dort ist auch die Möglichkeit zu wertvoller Entdeckung gegeben. Die Gaue und Vereine beginnen jetzt mit der Aufbauarbeit, und bis zu den Olymvischen Svielen soll in einem wohlorganisierten Ueberwachungsdienst nach Anwärtern auf die Weltmeistertitel gefahndet werden. So ist die Gewißheit gegeben, daß kein Berufener ausgeschaltet ist, wenn in Berlin die Entscheidungen fallen. Diese Gewißheit wiegt schon schwer, und vielleicht will es noch der Zufall, daß aus der Bescheidenheit eines kleinen Vereins dieser oder jener große Sportler herausgesunden wird. Fast ist das sogar eine Notwendigkeit für unsere Erfolge in Berlin, denn erfahrungsgemäß hören wir bei den feierlichen Siegerverkündungen im Olympia sehr oft nicht die Namen der errechneten Sieger, sondern die von Kämpfern. die im Rausch der sich ihnen bietenden Chance alle Berechnungen zerstören. Die Kurse und die gemeinsamen Prüfungen der Olympiakämpfer machen es möglich, aus ihnen eine geschlossene und in der Kampfmoral geeinte Truppe zu machen. Die Nühe von Leuten, die schon einmal auf der olymvischen Kampfbahn gestanden haben. führen den Neuling unmerklich in die Umgebung ein, von der er wohl ohne die entsprechende Vorbereitung der Olymviakämpfer geblendet sein würde. Daß darüber hinaus der Grundzweck der Kurse, nämlich die technische Verbesserung der Leistung und die Uebermittlung taktischer Erfahrung erreicht werden wird. kann als sicher angenommen werden, wenn man den richtigen Weg geht. Svortliches Können ist im summarischen Unterrichtsverfahren kaum ohne weiteres zu übermitteln. Dieses Können ist vielmehr auf die eigene organische Entwicklung des einzelnen gestellt. Es ist. wie das Werden in der Natur. an Zeiträume gebunden und gerät in Gefahr bei nicht sachgemäßer Behandlung. Man darf aber in unsere Fachleute das Vertrauen setzen, das für die Erfüllung der großen Aufgaben nötig ist. Durch die Umschichtung im deutschen Sport ist die Allmacht der großen Vereine erledigt worden. Sie beruhte in erster Linie darauf, daß die den Großvereinen angehörenden„Kanonen“ eine starke Anziehungskraft ausübten. Dadurch entwickelten sich Zentren sportlicher Höchstleistungen, die automatisch immer wieder Schüler herangebildet haben. Doch kann die Lücke, die hier entsteht, mehr als ausgeglichen werden. weil eben das Aufbauprogramm der Reichssportführung eine so weitumfassende und gründliche Arbeit gewährleistet, daß auch die letzten Möglichkeiten restlos erfaßt werden. Ehrungen deutscher Kannfahrer Eine seltene Ehrung ist einem deutschen Kanufahrer durch die finnische Regierung zuteil geworden. Der Berliner Maler Arthur Nikolaus. der seit einigen Jahren Finnland bereist und durch zahlreiche Aufsätze. Bilder und Vorträge in Zusammenarbeit mit den finnischen Behörden das Land der tausend Seen dem Faltbootsport erschloß. wurde in Anerkennung seiner Verdienste mit dem hohen Orden der„weißen Rose" ausgezeichnet. Für das Ansehen des deutschen Kanusportes im Auslande spricht auch die Verpflichtung des bekannten Berliner Fachmannes Erich Arndt durch den holländischen Kanuverband. Arndt hat die ehrenvolle Ausgabe erhalten. die holländischen Kanufahrer für die Eurovameisterschaften 1934 in Kopenhagen vorzubereiten. Amsterdam vor dem Ende Morgen früh stellen sämtliche Abteilungen ihre Reste und im Parterre zum Verkauf. Reste und Abschnitte aller Art, Kleiderstoff=, Seiden= und Waschstoffreste, Oekorationsstoff=, Gardinen=, Gaumwollund Weißwarenreste. aber nur 5 Tage! Reste nur 5 Tage! Der letzte Nachmittag des Amsterdamer Sechstagerennens bot den etwa 5000 Zuschauern nicht gerade viel. Man ist es ja gewohnt, daß die Fabrer für die entscheidenden letzten Stunden ibre Kräfte schonen. Zwischen den Wertungen gab es ja wohl eine viertelstündige Jagd. in der Brasvenninx=van Kempen aus der Spitzengruppe fielen. sonst aber nur die schwächeren Paare Boden gutmachten. Rausch=Hürtgen legten sich sehr intensiv auf das Punktesammeln. in der Wertung holten sie sich 19 und in eingelegten Temvorunden auch noch 15. Um 17 Uhr— nach 138 Stunden— waren 2956.529 Kilometer gefahren und der Stand folgender: 1. Piinenburg=Wals 516 Punkte. 2. Guimbretiere=Broccardo 171 Punkte. 3. Rausch=Hürtgen 142 Punkte: eine Runde zurück; 4. Brasvenniuxvan Kempen 230 Punkte: vier Runden zurück: 5, Guerra=Bresciani 142 Punkte: fünf Runden zurück; 6. Aerts=Loncke 180 Punkte: sechs Runden zurück: 7. Vluggen=Müller 173 Punkte; acht Runden zurück; 8. van Neek=van Hout 88 Punkte: neun Runden zurück: 9. Adam=Dewolf 82 Punkte. Ersatzmanns Richli. Wolkeuflug lief nicht Der deutsche Hürdler Wolkenflug aus dem Stall I. D. Delius. der schon seit einigen Wochen in Paris trainiert hat und am Donnerstag in Auteuik unter Jockei I. Müschen sein drittes Rennen in Frankreich bestreiten sollte, ließ seine beiden Engagements unerfüllt. Der Wallach hat sich beim Training verletzt und wurde daher nicht gesattelt. Sein Besitzer wird in den nachsten Tagen entscheiden. ob Wolkenflug nicht sofort nach Berlin zurückverlader Zum 1 Dez. wird ein Mädchen nicht unter 20 Jahren, das schon in Stellung war, bei gutem Lohn gesucht. Von wem, sagt d. Geschst. d. Mz. Alleinsteh. Person sucht z. 1. 1. 34. ein großes, leeres Zimmer od. 2 Zimmerwohnung. Angebote unt. O. M. 326 a. d. Geschst der Mz erb. Mühneraugen sehn dich an, Mühneraugen tun dir woh, Höhneraugendabauoht!“ Hühneraugen löst vom Zehl * Gegen Lichnersunen und Horrheis -hoose(8 Moser) 68 Pe. 5 urs Orgerer w. Jochheim Löwen-Drogerie Rathaus-Drogerie Eche Hauplu. Bahnhofstr., Drog. Fr. Ising 9.P ist? orune, de wröchentch einmel Farn aud Hoggones in Vetsachene berd.# 9- vendenzos Arä###t, Gefüg ober eins „acn ie bie. ier ishesesen inr 6r. 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