EDICTON: Lätters#- Ne. 4. KTPEDITION: Merkur. BFSCHEIF TIOLr du and Jhats) bei der Exseditien Mk. 3.75, b## allen deutschen Postämtern Mk. 4.50. Einzelne Rlatter: Mk. 0.10 INSERTIONRGERUNR für die Pestssubie oder deren Raum: Mk. 0.15, bei Raciamen M. 0.80. Die Einsichung des Betrases Der S. e erer 88 N 230. Morgen=] Münster, Montag, den 20. August 1888.(Ausgabe. 67. 2 Den Trinkspruch des Kaisers haben wir am Samstag in den politisch bedeutsamen Stellen nach dem von der Post“ mitgetheilten Wortlaute angeführt und besprochen. Jetzt theilt der„Reichs=Anzeiger“ in seinem sogenannten„nichtamtlichen" Theil eine etwas abweichende Wortfassung mit, welche als officiell zu gelten hat. Es haben sich in dieser Angelegenheit eigenthümliche Schwierigkeiten und Verzögerungen ergeben. Der Text, welchen die„Post“ vorgestern mittheilte, war zu gleicher Zeit von Frankfurt a. O. aus dem„Reichs=Anzeiger und der„Nordd. Allgem. Ztg.“ zur Veröffentlichung zugegangen. In letzter Stunde aber wurden diese beiden Blätter veranlaßt, den Abdruck einzustellen, da„einige Worte nicht ganz richtig wiedergegeben seien". Am Samstag veröffentlicht nun der„Reichs=Anzeiger“ allein den authentischen Text. Ob die Verhinderung der Drucklegung der von Frankfurt übermittelten Fassung durch eine directe Anordnung aus der Umgedung des Kaisers selbst oder durch Vermittlung eines Ministers erfolgt ist, muß dahin gestellt bleiden. Was nun die Abweichungen der beiden Fassungen betrifft, so brauchen wir auf die einzelnen stilistischen Verschiedenheiten hier nicht näher einzugehen. Politisch bedeutsam ist es, daß in dem Text des„Reichs=Anzeigers“ sich an zwei Stellen ein Hinweis auf die gerade stattfindende Festseier findet, während ein solcher Hinweis in dem ersten Text fehlte. Wegen dieses Mangels machte die tieferuste Erklärung des Kaisers einen überraschenden Eindruck. In der authentischen Fassung wird der letztere Theil der Rede(Ehrenrettung Kaiser Friedrich's und Proclamirung der Vertheidigung des Errungenen bis auf den letzten Mann) eingeleitet mit dem „Hinblick auf den großen Tag, den wir feiern"(Jahrestag von Vionville). Ferner lautet der Kernsatz der Rede in der authentischen Fassung folgendermaßen:.... daß darüber nur eine Stimme sein kann, daß wir lieber unsere gesammten 18 Armercorps und 42 Millionen Einwohner auf der Wahlstatt liegen lassen, als daß wir einen einzigen Stein von dem, was Mein Vater und der Priuz Friedrich Karl errungen haben, abtreten.“ Also auch hier ist durch die gesperrt gedruckten Worte die Beziehung zu dem Feste, der äußere Anlaß zu der Erklärung, sichergestellt.(Daß für das Jagdbild vor der„Strecke“ die militärische„Wahlstatt; eintritt, hat eine rein sormelle, wenn auch nicht unwichtige Bedeutung) Aus der Verhinderung des Abdruckes der zuerst gemeldeten Jassung sieht man, daß besonderer Werth darauf gelegt wurde, die Hinweise auf die Festfeier, welche die Rede veranlaßte, der Oeffentlichkeit nicht vorzuenthalten. Man begreift dieses Bestreden, wenn man den gewaltigen Eindruck beachtet, den die Rede laut den Preßäußerungen im Auslande gemacht hat. Man fühlte sich vielsach beunruhigt, weil man sich über die Veranlassung zu einer solchen energischen Sprache des Kaisers keine genaue Rechenschaft geben konnte. Die Veröffentlichung des authentischen Wort lautes soll offenbar diesen deunruhigenden Eindruck abschwächen. Erfreulicher Weise scheint die Mehrzahl der Auslands-Blätter, namentlich die englische Presse, schon vor Bekanntwerden des authentischen Textes sich einer friedlichen Deutung der Rede zuzuneigen. In der That wird die feste Sprache des Kaisers, auch wenn sie durch neuerliche Kämpfe gegen friedensfeindliche Intriguen mit veranlaßt sein sollte, doch nur der Sicherung des Friedens dienen; denn die Furcht vor Deutschlands Kraft und Entschlossenheit und vor der Macht seiner Verbündeten giedt den Ausschlag zu Gunsten des Friedens. Deutsches Reich. Berlin, 18. August. Herr v. Bötticher ist zum Vicepräsi denten des preußischen Staatsministeriums ernannt worden, also in diesem Nebenamte der Nachfolger des Herrn v. Puttkamer geworden. Daß Herr Herrfurth, als der jüngste im Ministeramte, nicht zu diesem Ehrenvosten berufen wurde, darf kein Wunder nehmen. Andererseits ist aber Herr v. Bötticher nur ein„uneigentlicher“ Minister in Preußen. Er ist im preußischen Handelsministerium, wie in der inneren Reichsverwaltung Stellvertreter des Reichskanzlers, allerdings zugleich Mitglied des preußischen Staatsministeriums ohne Portefeuille, ebenso wie Graf Herbert Bismarck. Die Vicepräsidentschaft im Staatsministerium ist freilich auch bloß eine Stellvertretung für den Fürsten Bismarck: aber man war doch bisher gewohnt, dem Vicepräsidenten einen gewissen Vorrang vor den Collegen beizulegen. Fürst Bismarck als primum, den Viceprasidenten als secundum inter paret zu betrachten. Einen irgendwie höheren Rang. als die Verwalter der großen preußischen Ministerressorts, kann aber der jetzt Ernannte sicher nicht beanspruchen, und soll und will es auch jedenfalls nicht.— Recht interessant ist es, daß zur selben Zeit, als die Ernennung Bötticher's im„Reichs=Anzeiger veröffentlicht wurde, die Post“ von der Möglichkeit sprach. Herrn v. Bennigsen als„Vicepräsidenten“ in das Minister=Collegium hineinzuziehen. Mit der Bennigsen'schen Ministerschaft scheint es weder in der einen, noch in der anderen Form etwas zu werden: zu seiner Ehre nehmen wir gern an, daß er unter den jetzigen Umständen auch gar nicht so portefeuille=gierig ist. Dagegen gilt es als feststehend, daß er ein Mandat für das Abgeordnetenhaus annehmen wird. Die Post sieht in dem Umstande, daß der Reichskanzler ihn zur Mandats=Annahme bewogen hat, den Beweis, daß die Bismarck'sche Politik„auch in Preußen... den gemäßigten Liberalismus befriedigen“ will. Ist denn im Reiche bisher der gemäßigte Liberalismus so ganz befriedigt worden? Fürst Bismarck will einfach dem ihm gefährlich erscheinenden Einfluß der außersten Rechten ein Gegengewicht bieten. Mit der numerischen Schwächung der Conservativen ist es eine bedenkliche und unsichere Sache; wenn der Reichskanzler den Nationalliberalen, statt der erhofften Vermehrung ihrer Zahl, eine Verbesserung der Führerschaft angedeihen läßt, so handelt er von seinem Standpunkte aus klug und vorsichtig. Den Führer kann er, so bald er ihm nicht mehr paßt, wieder kalt stellen. * Die Frankfurter Rede des Kaisers in Frankfurt lautet nach dem„Reichsanzeiger: Mein Herr Oberbürgermeister! Ich spreche Idnen Meinen derzlichsten Dank aus für die Worte, die Ich soeben vernommen, und bitte Sie, zugleich der Uebermittler Meines wärmsten Dankes für den so herzlichen Empfang an die Stadt zu sein. Ich weiß sehr wohl, daß, wie Sie eben erwähnten, die Bande inniger treuer Ergebenheit Frankfurt seit Jahrbunderten mit Meinem Hause verbunden haben. Mein Herr Großvater wußte dies wohl und erwählte deshalb die Stadt zum Ort des Standbildes. Sein Wille übertrug dem hochseligen Prinzen das Commando des 3. Armeecorps. Der eiserne, gewaltige Charakter, der mächtige Wille und das strategische Genie des Prinzen befäbigten ihn besonders, an der Spitze des Armeecorps zu stehen und Brandenburgs Söhne in harter schwerer Schule beranzubilden, wie sie sich später in den Schlachten bei Vionville gezeigt haben. Es ist eine ernste Zeit, in der wir stehen. Die großen Heerführer, die unsere Armee zum Siege geleitet haben, die beiden großen der Kronprinz und Prinz Friedrich Karl, sind dabin. So lange gie Geschichte bestehen wird, so lange werden Mein Vater als der deutsche Kronprinz und Mein Odeim als der deutsche Feldmarschall par excellence als die Haupt=Vorkämpfer und Stifter des Reichs gefeiert werden. Wie das Brandenburger Volk mit eiserner Energie und unermüdlicher Thätigkeit dem sandigen Boden seinen Erwerd abringt, so rang das 3. Armeecorvs heute vor 18 Jahren dem Feinde den Sieg ab. Die Leistungen aber, welche das Armeecorps volldracht, hat es dem Prinzen und seiner Schule zu verdanken. Ich trinke auf das Wohl der Stadt Frankfurt und trinke auf das Wohl des Armeccorps. Doch Eines will Ich noch dinzufügen, meine Herren, im Hinblick auf den großen Tag, den wir feiern: Es giebt Leute, die sich nicht entblöden, zu behaupten, daß Mein Vater das, was er mit dem seligen Prinzen gemeinsam mit dem Schwert erkämpfte, wieder berausgeben wollte. Wir Alle haben ihn zu gut gelaunt, als daß wir einer solchen Beschimpfung seines Andenkens nur einen Augenblick ruhig zusehen könnten. Er hatte denselben Gedanken als wir, daß nichts von den Errungenschaften der großen Zeit ausgegeben werden kann. Ich glaube, daß wir sowohl im 3. Armeecorvs, wie in der gesammten Armee wissen, daß darüber nur eine Stimme sein kann, daß wir lieber unsere gesammten 18 Armeecorps und 42 Millionen Einwobner auf der Wahlstatt liegen lassen, als daß wir einen einzigen Stein von dem, was Mein Vater und der Prinz Friedrich Karl errungen haben, abtreten. In diesem Sinne erhebe Ich Mein Glas und trinke auf das Wohl Meiner braven Brandenburger, der Stadt Frankfurt und des 3. Armeecorps * Officiös wird geschrieben:„Nach§. 9 des Gesetzes vom 22. April 1875, betressend die Einstellung der Leistungen aus Staatsmitteln für römisch=katholische Bisthümer, bleibt die Bestimmung über die Verwendung der während der Einstellung der Leistungen aufgesammelten Summen einem desonderen Gesetz vordehalten. Dieser Vorbehalt hat auch nach Wiederherstellung des staatskirchlichen Friedens(!) nicht erledigt worden können. Die zweckentsprechende Lösung der Frage unterliegt eden erhedlichen Schwierigkeiten. Man ist jetzt aber zu der Annahme berechtigt, daß letztere überwunden sind und daher die erforderliche Gesetzesvorlage den Landtag voraussichtlich in der nächsten Session beschäftigen wird. Evenso wenig wird man in der Annahme sehlgehen, daß ein Theil der angesammelten Gelder für katholisch=kirchliche Bauzwecke verfügbar gemacht werden soll.“ * Der Kaiser besichtigte gestern Vormittag auf dem Bornstedter Felde das erste Garderegiment zu Fuß. Anwesend waren Prinz Friedrich Leopold, die Generöle v. Pape, v. Hahnke, v. Sobde, v. Lindequist und viele fremdländische Officiere. Die Besichtigung verltef glänzend. Nach deren Beendigung setzte sich der Kaiser an die Spitze des Regiments, dessen Unisorm er trug, und ritt unter den Klängen der Nationalhymne mit demselden durch die Straßen nach dem Regimentshause, wo die Leidcompagnie defilirte. Der Monarch nahm sodann mit den Officieren im Regimentshause das Frühstück ein. Bei demselben Dejeuner brachte der Comman= deur des Regiments. Oberst von Plessen, einen Toast aus den Kaiser aus. Letzterer erwiderte darauf mit einem Trinkspruch auf das Regiment, in welchem er der beiden in diesem Jahre verstordenen hohen Chess des Regiments gedachte und unter Bezugnahme auf Seine eigene Ausbildung in diesem Regiment die Verdienste desselben um die Pflege der altpreußischen Tradition in der Armee hervorhob. Der Kaiser verweilte dis zwei Uhr im Regimentshause. * Gegenüber der Versicherung der Madame Adam, daß der in der „Nouvelle Revue veröffentlichte Bericht echt sei, demerkt die„Nordd. Allg Zig.“:„Ja freilich, wenn Madame Adam ihre=Ehre= dafür engagirt, so ist das eine andere Sache! Aber in Rußland wird man ihr doch keinen Glauden schenken; das wird durch die dumme Ungeschicklichkeit verhindert, die Geschichte der Stettiner Einladung hineinzudringen. In Rußland weiß man edenso gut wie bei uns, daß eine solche Einladung nicht ergangen ist. daß also auch die angedliche Verstimmung über deren Adlehnung unmöglich ist und daß folglich auch der Reichskanzler niemals in dem ihm imputirten Sinne geschrieben haben kann.“ * Die Kaiserin Augusta empfiag vorgestern die Kaiserin Friedrich und die Erdgroßherzogin von Sachsen. Die Kaiserin stattete sodann im Marmor=Palais der Kaiserin Victoria einen Besuch ab und begrüßte den neugedorenen Prinzen. * Die„Köln. Zig; erhält heute von der„Nordd. Allg. Ztg.“ einen officiösen Rüffel wegen idres Berichterstatters, der in einem über die Kaiserfahrt veröffentlichten Adschiedsdriefe Aeußerungen über die Disciplin uns rer Kriegsschiffe, die„Cludfähigkeit" unserer See Officiere und die„Hoffehigkeit“ unserer Marine Unisorm machte, welche der„Norddeutschen zu olge in militärischen Kreisen nicht angenehm berührt haben. Daran knüpft die Oberofficiöse die Mahnung an die„Köln. Itg“, sie möge mit der Berichterstattung solche Mitardeiter beauftragen.„welche mit den höfischen und militärischen Verhättnissen und Anschauungen hinreschend vertraut sind, um nicht da zu verletzen, wo das Gegentheil deabsichtigt wird". Die Officiöse am Rhein muß sich das von der Oderofficiösen an der Spree gefallen lassen! Aber könnte sie nicht etwa der„Norddeutschen“ erwidern, daß sie schon mit manchen Berichten„hereingelegt“ worden ist. insbesondere mit der ihr zugestellten gefälschten papstlichen Bulle Pracsente cadaveres? * In Betreff der Staatspfarrer, deren es in der Erzdiöcese Gnesen=Posen noch zwei giebt(in Kosten und in Schrotz), sind dem Kuryer Pozn aus Berlin folgende Rathschläge zugegangen: Wegen Beseitigung der Staatspfarrer müßten sich die betreffenden Parochien selbst mehr bemühen. Der Hinweis allein, daß die Gläubigen den Gottesdienst dieser Geistlichen nicht besuchen, reiche den betreffenden Behörden gegen über nicht aus, die Sache zu beschleunigen. Die beiden Parochien, welche in Betracht kommen, sollten besondere Deputationen entweder an den Herrn Oberpräsidenten, oder noch besser an den Herrn Minister v. Goß ler senden, welcher seiner Zeit im Abgeordnetenhause öffentlich seine Bereitwilligkeit zur Erledigung dieser Angelegenheit erklärt habe. Natürlich müßten die Deputationen von einer Versammlung der gesammten Parochie ihr Mandat erhalten. Da die Regierung einseitig die betreffenden Pfarrstellen besetzt habe, so müsse sie auch den zurücktretenden Staatspfarrern die Pension zahlen. * Am nächsten Donnerstag gedenkt der Kaiser, um dem Capitel des Johanniter Ordens beizuwohnen, sich nach Sonnendurg zu begeben, wo auch der Prinz Heinrich erscheinen wird. Die Rückkehr nach Berlin erfolgt noch an demselben Tage. Im Uebrigen widmet sich der Kaiser dis zu den großen Manövern militärischen Besichtigungen. In den letzten Tagen des Monats wird am Hofe dem Besuche mehrerer Fürstlichkeiten entgegengesehen, welche zur Tause des jüngsten Sohnes des Kaisers in Berlin eintreffen werden. Die Angabe, wonach ausschließlich der König von Schweden erwartet werde, ist unzutreffend, auch der König von Dänemark wird von Wiesbaden aus noch vor den Manövern hier eintreffen, um dem Kaiser einen Gegenbesuch abzustatten.— Von der Anwesenheit des Oberpräsiden= ten der Provinz Posen, Grafen Zedlin=Trütschlei, in Württemberg zur Betreidung der Ansiedlung schwäbischer Bauern in den Provinzen Posen und Westpreußen auf den von der staatlichen AnsiedlungsCommission erwordenen Ländereien verspricht man sich hier einen besonders günstigen Erfolg. Die dortige Ansiedlung schwäbischer Bauern entspricht dem besonderen Wunsche des Fürsten Bismarck. Es liegt, so wird der K. Ztg.“ gemeldet, in der Absicht, den schwäbischen Ansiedlern die Einwanderung und Niederlassung in Westpreußen und Posen in jeder Weise zu erleichtern, und es heißt, daß gegründete Aussicht geboten sei, diesen Anerbietungen Ersolg zu verschaffen. Jedenfalls sind in dieser Richtung verschiedentlich Verhandlungen angebahnt worden. * Die in Tanger(Marokko) bestehende Agentur der Pariser„Agence Havas', eines Telegraphen Bureaus nach Art und— Officiosität unseres deutschen„Wolff'schen, hatte am Tage vor dem Eintreffen unseres Kaisers in Petersburg die Nachricht verbreitet, daß„der Besuch daselbst fast unbemeikt geblieben sei“, und ebenso von Stockholm und Kopenhagen, daß die Bevotkerung von Stockholm den Kaiser eisig kühl empfangen habe, bezw. daß die Aufnahme des hohen Gastes eine sehr kalte gewesen sei. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ hält es heute für angezeigt, diese Lügen festzunageln. Ob dies aber bloß zur Belehrung derjenigen geschehen mag, die nach der„Norddeutschen“„thöricht genug sind, sich bei einem Adonnement auf die Tepeschen dieser Agence für sachlich gut bedient zu halten“? * Ueber Graf Waldersee's Berwandtschaft mit dem Hause Auaustenburg werden in der„Magd. Ztg“ interessante Angaben gemacht. Der Vater unserer Kaiserin, Herzog Friedrich VIlI. von Schleswig=Holstein, hatte zum leiblichen Vetter den Prinzen Friedrich, der in erster Ehe eine Gräfin von Danesksold=Samsbe, eine nahe Verwandte (Schwester?) der Großmutter unserer Kaiserin, zur Frau hatte. Diese Ehe wurde durch den Tod der Frau 1858 gelöst. Prinz Friedrich unternahm größere Reisen und lernte dabei das Fräulein Martha Esther Lee, die Tochter eines New=Yorker Rentiers, kennen. Um sie heirathen zu können, legte er den Namen eines Prinzen von Schleswig=Holstein nieder und ließ sich vom Kaiser von Oesterreich durch Patent vom 6. October 1864 zum Fürsten von Noer ernennen; er heirathete Fräulein Lee am 3. November 1864 und starb am 2. Juli 1865 in Betruth in Syrien auf einer neuen großen Reise. Die Wittwe verheirathete sich in ihrem 36. Jahre, neun Jahre später, zum zweiten Male: am 14. April 1874 wurde sie mit dem 42jährigen Grafen Alfred Waldersee, dem jetzigen Generalstabschef, getraut. Kinder sind keiner von beiden Ehen entsprungen. Dagegen hatte Prinz Friedrich, der spätere Fürst von Noer, aus erster Ehe einen Sohn, der ebenfalls Prinz Friedrich hieß, sich gleichfalls mit einer Amerikanerin, Fräulein Carmelita Eisenblat, der Tochter eines venezuelischen Kaufmanns, verheirathete und vom König von Preußen zu diesem Zweck für sich und seine Nachkommen den Namen„Graf von Noer" erhielt. Die Verwandtschaft des Grafen Waldersee mit den Augustenburgern ist danach mindestens sehr entfernt. Uebrigens schwebte zwischen dem Haupt des Hauses Augustenburg, dem Herzog Ernst Günther, und dem Grafen von Noer, dem Stiefsohn der Gräfin Waldersee, vor nicht langer Zeit noch ein Proceß wegen der Familiengüter in Schwansen. * Die Verloosung der am 1. April k. J. zu tilgenden Schuldverschreidungen der Staatsanleiben von 1852, 1853 und 1862 wird am 5. September. Vormittags, und die planmäßige Ziedung der 55 Serien der Staatsprämienanleihe von 1885 am 15. September im Sitzungszimmer der Hauptverwaltung der Staatsschulden stattfinden. * Der„Herold" hat Grund zu der Annahme, daß der von der„Nordd. Allg. Zig" zurückgewiesene Artikel des„Nord“ über die nordschleswigsche Sache ein solcher sei, wie der„Nord“ sie oft auf eigene Rechnung und Gefahr schreibe. * Wie die„Köln. Ztg. meldet, dürste Graf Kalnoky den Reichskanzler während der nächsten Wochen in Friedrichsruh besuchen. * Die Untersuchungen über die Entstehung von Brandschäden und die Ermittelung von Brandstiftungen sind dekanntlich leider nur zu oft erfolglos, und Anklagen wegen Brandstiftung führen nur zu häufig zur Freisprechung. Um diesen Uebelstanden obzutelsen, haben die in Mersedurg domictlirten öffentlichen Feuerversicherungs=Societäten, wie die„Nordd. Allg. Zig“ mittheilt, mit Genehmigung des Ministers des Innern und unter Zustimmung der Oderstaatsanwaltschaft in Raumburg, ein Abkommen getroffen, nach welchem den Societäten auf deren Kosten zwei gewandte Criminaldeamte zur Verfügung gestellt werden, um die ersorderlichen Ermittelungen vorzunehmen. Dies Verfahren hat überaus günstige Erfolge gehabt, denn seit zwei Jahren sind auf diese Weise in dem erwähnten Bezirke neun Brandstifter ermittelt und destraft, welche unter anderen Umständen voraussichtlich unbestraft geblieben wären, und zwei Brandsuister sind überführt worden, welche ihrer Bestrafung nur durch den vorher eingetretenen Tod entgingen. Diese Thätigken der beiden Criminalbeamten hat aber auch die Wirkung gehabt, daß in Orten, die früher von Bränden sehr stark heimgesucht waren, die Brandschäden sich auffallend vermindert haben, denn die„Herren Brandstifter“ sind seitdem ihrer Sache nicht mehr so sicher, wie vordem gewesen. Die erwähnte Einrichtung ist daher auch von den öffentlichen Societaten anderer Provinzen in Aussicht genommen, und es wäre zu wünschen, daß die Privat=Gesellschaften diesem Beispiele folgen möchten * I n p a r l a m e n t a r i s c h e n K r e i s e n v e r l a u t e t, d i e W a h l e n z u m A b geordnetenhause würden bereits auf die erste Hälfte October anderaumt werden. Die Berufung des Reichstags würde diesesmal bereits gegen Ende October erfolgen. Barmen. 19. August. Eine heute Mittag stattgehabte Volksversammlung, welche von ungefähr 1500 Arbeitern besucht war und in welcher der Reichstags Abgeordnete Harm in gemäßigter Form über den Alters= und Invaliden=Versicherungs=Gesetzentwurf sprach, wurde, als der aus Stettin ausgewiesene Schneider Winkler den Gesetzentwurf als eine Verhöhnung des Arbeiterstandes bezeichnete, ausgelöst, worauf die Versammelten unter Hochrufen auf Harm in Ordnung auseinander gingen. Munchen. 15. August. Nach dem„Fremdenblatt werden die Beschlüsse der Freisinger Bischofs=Conserenz seitens des Erzdischofs von München Freising dem Prinzregenten in Form eines Memorandums bei einer Audtenz überreicht werden, um die der Erzbischof gelegentlich seines Ende dieses Monats stattfindenden Priester Judiläums nachsuchen wird. Karlsruhe, 18. August. Von einer Badereise zurückkehrend. starb, wie der Telegraph berichtet, in Szegedin(Ungarn) in Folge eines Schlaganfalls F. X. Heilig, langjähriges Muglied der zweiten badischen Kammer und von 1877—81 Vertretei des Wahldezirks Constanz im Reichstage. Von seinem heimathlichen Bezirk Pfullendorf in den dadischen Landtag gewählt, vertrat er anfangs mit Eifer und Geschick die großdeutsche Idee: später gehörte er der gemäßigten Richtung des Lideraltsmus an. Er deschäftigte sich vorzugsweise mit landwirthschoftlichen und gewerdlichen Fragen und war ein besonderer Befürworter der Schutzzollpolitik. Oesterreich= Ungarn. * Pest. 18. August. Cardinal Simor beantwortet den Ministerial=Erlaß, in welchem für den staatlichen Schulinspector das Recht beansprucht wurde, bei dem Examen der Lehramtscandidaten Fragen an dieselben zu richten und die Diplome zu unterschreiben, durch ein Schreiben an den Culiusminister in geharnischtem Toue. In diesem Schreiben bestreitet der Cardinal, daß in dem vorliegenden Falle der Schuliaspector das vom Minister behauptete Recht habe. Die Forderung des Ministers an den Cardinal, dem Präparandiedirector, welcher den Schulinspector bloß als Theilnehmer zugelassen habe, eine Rüge zu ertheilen, ist bisher unerfüllt geblieden und man sieht der Entwickelung des Streites zwischen dem Primas und dem Minister mit Spannung entgegen.(Wir kommen darauf zurück. D. Red) Jtalle Rom. 18. August. Die Regierung beabsichtigt, die den ita lienischen Missionsschulen gewährten Unterstützungen einzuziehen und überall weltliche Schulen zu errichten, weil die Chefs der italienischen katholischen Missionen das Protectorat des Königs von Italien und die Aufsicht der italienischen Regierung über die italienischen Missionsschulen im Auslande zurückgewiesen haben. * Im Quminal sind zadlreiche Ardeiter mit der Herrichtung der für den Kaiser Wilbelm bestimmten Gemächer beschäftigt, weicher nicht in dem sonst als Absteigequartier hoher fürstlicher Personen benußten Pavillon„La Palazzina“, sondern in dem Quirinale selder wohnen wird Der Oberbürgermeister hat die Veranstaltung eines großen Fockelzuges zu Ehren des Kaisers in Vorschlag gedracht, an welchem alle Vereine der Stadt und gegen 10000 Soldaten theilnehmen sollen; an demselden Abend. an welchem der Fackelzug stattfindet, sollen alle Denkmäler und das Forum Romanum dengalisch deleuchtet und am Schlusse auf dem palatinischen Hügel ein die italienisch deutsche Allianz versinndildlichendes Feuerwerk abgebrannt werden. Außerdem ist die Veranstaltung einer Galavorstellung im„Theatro Argentina“ und die Abhaltung eines großen Musiksestes auf der Piazza d'Espagna zu Ehren des Kaisers Wilhelm in Aussicht genommen. Die Municipakität ist mit Vorkehrungen zur Unterbringung der Truppen beschäftigt, welche für die stattfindende Heerschon tigen Garnisonen herangezogen und für 3 Tage in der Stadt einquartiert werden Frankreich. Paris, 18. August. Der italienische Geschaftsträger hat dem Minister des Aeußern, Goblet, die Antwort Crispis auf die letzte Note desselben, betreffend die Capitulation von Massauah, mitzetheitt. Crispi bleibt in derselben bei den Beweisgründen, welche er bereits in den früheren Noten aufgestellt hatte. Wie es heißt, wird die Erwiderung Godiet's auf diese Note eine kurz gesaßte sein.— Durch eine Feuersbrunst sind in der letzten Nacht in Toulon die Fourageparks der Kriegs= und Marineverwaltung vernichtet worden. Die benachbarten Gebäude sind gerettet. Ein Officier wurde leicht verwundet. Der Schaden ist ein beträchtlicher. * In Cordie(Departement Somme) schoß gestern ein Boulangist zweimal mit dem Revolver auf den Friedensrichter; die gerichtliche Untersuchung gegen denselben wurde sofort eingeleitet.— In Montreuil vertheilten zwei sich viel mit Politik beschäftigende Herren, de Watteville und de Septenville, in Boulanger's Cocarde gewickeltes Geld an Soldaten und forderten dieselben auf. auf Boulanger's Wohl zu trinken: de Watteville wurde sofort verhaftet; hinter den entflohenen de Septenville ist ein Steckbrief erlassen.— Im Departement Nord, wo neben Boulanger der abgesetzte Maire des achten Pariser Arrondissements, der gleichfalls für Verfassungsrevision und Kammerauflösung eintretende Herr Kochlin=Schwartz, ein geborner Elsässer, candidirt, wurde ein Wahlaufruf mit dem Wappen Elsaß=Lothringens und der Patriotenliga und mit folgender Aufschrift angeschlagen:„Auf Elsaß Lothringen verzichtet kein Gallier, am wenigsten die Patrioten des Nord! Stimmt für Alfred Köchlin, den großen elsässischen Patrioten, der durch die Deutschen aus seiner Heimath vertrieben worden ist.“— Die meisten Erdarbeiter sind auf die Bauplätze zurückgekehrt. 100 Unternehmer haben sie bereitwillig beschäftigt. England. London. 18. August. Dem„Standard“ zufolge hat die japanesische Regierung beschlossen, zehn Millionen Pfund Sterling, auf fünf Jahre vertheilt, zum Ankauf von neuen Panzerschifsen zu verwenden. Acgypten. Kairo. 17. August. Der Afrikareisende Wißmann ist hier eingetroffen und begiebt sich von hier nach Zanzibar, um dort weitere Nachrichten über Stanley und Emin Pascha abzuwarten. Lokales. Münster, 20. August. * Der bisherige Commandeur des 7. Armeecorps, General der Cavallerie v. Witzendorff, wird, wie man der„Rh.=Westf. Zig.“ meldet, nach seiner Pensionirung krankheitshalder Münster noch nicht verlassen. Derselbe wird nach Räumung der bisher im königl. Schloß innegehabten Wohnung die von dem bisherigen Commandeur des 13 Infanterie=Regiments v. Specht bewohnten Räume bis zu seiner gänzlichen Wiederderstellung bezieden. Wie dasselbe Blatt bört, hat der gegenwärtige com andirende General des 7. Armeecorps, v. Albedoll Münster wieder verlassen und ist nach Berlin zurückgekehrt. Wahrscheinlich wird derselbe noch im Laufe des nächsten Monats seine Wohnung im hiesigen königl. Schlosse beziehen. 1 Vor einigen Tagen wurde aus einem hiesigen Hotel ein fast neuer bellgrauer Ueberzieher gestohlen. Leider ist es bis jetzt nicht gelungen, den Ueberzieber=Marder zu ermitteln.— Ein dier wohnender Knecht wurde beim Ausrauben einer Geldlade auf der That ertappt und ihm das Geld im Betrage von 6 Mark wieder abgenommen. Runmehr sind demselben noch drei gleiche Diebstädle nachgewiesen worden.— Der Konganger eines diesigen Wirtds brachte demselben kürzlich fünf Frauenschürzen ins Haus. Von dem Wirth über den Erwerb derselden defragt, entfernte sich der Kostgänger ohne Auskunft und ohne bis jetzt zurückgekehrt zu sein. Dem Wirth ist er noch 18 Mark Kostgeld schuldig geblieben. " Am Freitag Nachmittag gegen 5 Uhr fand auf dem Realschulplatze eine Uedung der Pflicht=Feuerwehr statt, wozu alle drei Comvagnien geladen waren. Die Betheiligung war eine gute, jedoch fehlten mehrere Personen oone Entschuldigung, welche notirt wurden und zur Verantwortung gezogen werden sollen. s Vor Kurzem wurde ein junger Mann aus Ablen dier polizeilich angehalten, weil er unter dem Bogen sich gegen eine Frauensperson ungebührlich betragen hatte. Gestern dat derselbe Bursche, welcher sich noch immer zwecklos in hiesiger Stadt umbertreidt, sich einem Händler aus Everswinkel angeschlossen und mit demselben verschiedene Wirtbsdäuser besucht. Gegen Abend. als der Händler mit seinem Begleiter den Ueberwasserkirchbof passirte, schlug ihn dieser plötzlich in's Gesicht, riß ihm zwangsweise seinen Geldbeutel mit 57 Mark Inhalt aus der Tasche und lief daroi. Provinzielles. Münster, 20. August. Ein erfreuliches Zugeständniß ist neuerdings bezüglich der Gültigkeitsdauer von Rücksahrtskarten gemacht worden. In der jüngst in Köln stattgehabten 8 Plenarversammlung des Bezirks=Eisendadnraths wurde der Verkehrsztg.“ zufolge mitgetheilt, daß der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten für die Rückfahrtskarten auf Entfernungen dis 100 Kilometer die Vergünstigung zugestanden habe, daß die Gültigkeitsdauer derselben, die zur Zeit zwei lage beträgt, auf drei Taae erböht werde, und daß die Abstempelung der dreitägigen Rückfahrtskarten vor der Rückreise unterbleiden solle. Die am Tage vor dem ersten Weidnachts=, Oster= oder Pfingstfeiertage gelösten Rückfahrtskarten würden eine viertägige Gültigkeitsdauer erhalten. * Ueber Localwittwencassen an höheren Schulen Rbeinlands und Westfalens schreidt man der„Rd.=Westf. Ztg.“ aus Duisburg: An vielen Gomnasien und Realgomnasien Rbeinlands und Westfalens, z. B. in Minden, Mülheim=Ruhr. Duisburg. Crefeld, bestehen schon seit längerer oder kürzerer Zeit Local= oder Privatneben den Staats=Wittwen= und Waisencassen. In Minden und Crefeld (Realgymnasium) muß jeder fest angestellte Lehrer Eintritts= und jährliches Beitragsgeld dazu beisteuern, in Mülheim und Duisburg dagegen wird es jedem ordentlichen Lehrer, wenn er sich verbeiratbet, freigestellt, ob er dem Localvereine beitreten will oder nicht. An dem jetzt königlichen Gymnasium zu Duisburg besteht ein solches Privat=Wittwen= und Waisen=Institut schon seit 1788, also seit gerade bundert Jahren, und zwar wurde es damals durch eine Schenkung des Cantors Johann Peter Kampf begründet. Die Statuten desselben wurden am 11. August 1838 so erneuert, wie sie jetzt noch gelten. Innerhalb des ersten Jahres seiner Ede kann jeder ordentliche Lehrer, vom Herrn Director darauf aufmerksam gemacht, dem Vereine beitreten; er hat dann 10 Thlr. Eintrittsgeld auf einmal oder in Terminen und 1 Thlr. jährlichen Beitrag zu bezahlen. Beim Aufrücken in eine höhere Stelle bezahlt er jedesmal 10 pCt. der Gebaltserhöbung nach. Bei Versetzungen wird natürlich nichts zurückgegeben. Die Höhe des Capitals betrug 1839 schon über 3000 Thlr., in der nächsten Zeit wird sie wahrscheinlich auf etwa 20000 Mark steigen. Die Zinsen dieses Geldes werden an die vorhandenen Wittwen resp. deren Kinder, in gleichmäßigen Theilen ausgezahlt. □ Ahlen, 17. August. Gestern sand unter vielseitiger Theilnahme die Feier des goldenen Priester=Jubiläums des bochwürdigen Herrn Pfarrers Jenne statt. Am Vorabende wurde dem Jubilar nach Ueberreichung der Festgeschenke, unter denen eine gothische Monstranz besonders erwähnenswerth ist, ein glänzender Fackelzug gebracht. Am Festtage selbst celebrirte der bochwürdige Jubilar in der festlich geschmückten Pfarrkirche ein feierliches Levitenamt, wobei zwei jüngere Geistliche, einst Pfarrkinder des Jubilars, ministrirten und der bochwürdige Herr Landdechant Erelt aus Heeßen die Festpredigt hielt. Sehr verschönert wurde diese Feier durch den Gesangverein Odeon, welcher die vierstimmige Messe von Jasper's: In honorem s. Josephi in exacter Weise vortrug. Nach Vollendung der kirchlichen Feier überreichte der Herr Landdechant ein bischöfliches Schreiben, der Herr Landrath Knickenberg von Beckum den Rothen Adlerorden 4. Classe, der Herr Bürgermeister Hagemann von Ahlen den Ehrenbürgerbrief von der Stadt Adlen. Ergreisend schön war die Gratulation der Kinder, die geführt von ihren Lehrern und Lehrerinnen, um den Jubilar sich schaarten, dessen liebster Aufenthalt nach der Kirche die Schule ist. Das Festessen fand im Hotel Klostermann statt, woselbst die Anwesenden in frober Stimmung noch lange zusammen blieben. Dem Jubilare wünschen wir ein herzliches Ad multos annos W Hagen, 18. August. Nichts macht den Rosselenkern, namentlich wenn sie nicht gewerbsmäßige Fuhrleute sind, mehr Spaß, als mit der Eisenbahn um die Wette zu fahren. Das geht am besten auf den Chaufseen, auf denen eine Schmalspurbahn läuft, und das hatte auch der Spezereidändler W. R. aus Altena herausgefunden, der sich am 13. März d. J. am dunklen Abend solche Wettfahrt von Lüdenscheid nach Altena leistete. Was war die Folge des sinnlosen Galopvirens neben dem Bahnzuge? Drei von der Fabrik heimkehrende Arbeiter, die nicht ausweichen konnten, wurden von dem daberrasenden Fuhrwerk zu Boden gerissen und sower verletzt, so daß sie mehr als 1 Wochen arbeitsunfähig waren. Nun kam der Fuhrmann R. vor die Straflammer und kann nun wegen fahrlässiger Körperverletzung 3 Monate brummen und außerdem Geldbußen an die Verletzten zahlen. Das kommt von übermüthigen Späßchen.— Uebersohren von der Pferdebahn wurde gestern Abend ein Dienstmadchen und zwar so unglücklich, daß demselden ein Bein amputirt werden mußte. Den Kutscher scheint keine Schuld zu treffen, wie es überhaupt ganz wunderbar erscheint, wie Jemand von unserer Pferdebahn überfahren werden kann. tz Letmathe, 19. August. Der 15jährige Andreas Dellenbusch, der zwischen den Geleisen im hiesigen Bahnhof mit dem Sammeln von Kodlen beschäftigt war, wurde von einer Maschine überfahren und zwar so unglücklich, daß der Tod sofort eintrat. tz Plettenberg, 19. August. Erstochen aufgefunden auf der Straße unweit von hier wurde ein in der Fabrik der Gebrüder Myläus beschäftigt gewesener Arbeiter. Zwei der That Verdächtige sind verhaftet Elberfeld, 18. August. Die städtischen Elektricitätswerke haben jetzt 92 Anschlüsse mit über 4000 Lampen, im Winter rechnet man auf 5000 elektrische Lampen * C r e f e l d, 1 9. A u g u s t. Z u r 7 5 j ä h r i g e n J u b e l f e i e r d e r E r richtung des vierten westfälischen Insauterieregiments Nr. 17, an welcher General v. Woyna und eine Deputation des Regiments sowie zahlreiche frühere Angebörige des Regiments theilnahmen, sand heute Morgen unter Mitwirtung der Regimentsmusik und des Sängerdundes ein festlicher Act in der Stadtballe statt. Nach einer von dem Landrath v. Bönninghausen gehaltenen Ansprache hieß der Oberbürgermeister Küper die Festtheilnehmer namens der Stadt willkommen, darauf brachte der General v. Woyna in begeisterten Worten ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, in welches alle Anwesenden jubelnd einstimmten. Schließlich trug der Dichter Emil Rittershaus ein Festgedicht vor, das stürmischen Beifall stand. Gestern Abend war zur Einleitung der Feier am Germaniadenkmal ein großes Feuerwerk abgebrannt worden. Heute Mittag bewegte sich der zur Feier veranstaltete Festzug durch die Stadt. * Zous, 18. August. Vor einigen Tagen wurden in einer Jagd 6 Iltisse ausgegraben, welche annäbernd 40 Kaninchen in ihren Bau geschleppt und zum Theil angefressen hatten. Dieser Vorfall beweist wieder, welch enormen Schaden diese Thiere in einer Jagd anrichten können. * Eindeck, 17. August. Zu dem bereits gemeldeten Raubmord ist noch nachzutragen, daß ofsenbar ein Kampf zwischen dem Opfer, der 65jährigen Dorette Staale, und dem Mörder stattgefunden hat. Letzterer hat auch eine goldene Remontoiruhr mitgenommen. Als Thäter ist fast mit Gewißbeit der 38jährige Arbeiter Wilh. Hase aus Eindeck ermittelt, welcher jetzt steckbrieflich verfolgt wird * Osnabrück, 16. August. Unser Magistrat hatte sich an das Generalcommando des 10. Armeecorps zu Hannover gewendet mit dem Ersuchen, das behufs Regimentsexereiren hier bereits einquartierte Emdener Bataillon und das noch auf den 14. hier eintreffende Auricher Bataillon wegen der dier grastirenden Augenkrankheit außerdalb der Stadt unterzubringen, ist aber, laut„W. Vdl.“, abschlägig beschieden. Das Generalcommando bedauerte, nichts ändern zu können In der Begründung seines Vorschlages sagt der Magistrat, daß die fast in jedem Hause auftretende höchst ansteckende Augenkrankheit ihren anfangs gutartigen Cdarakter durch Menschenanbäufung leicht verschlimmere; dieser Umstand habe auch die Schließung der Schulen veranlaßt.— Vor einigen Jadren wendeten sich diesige Beamte mit einer Beschwerde an den nierrichtsminister, daß sie, entgegen einem früberen Abkommen, mit ihrem ganzen Gebalte zur Schulsteuer herangezogen wurden. Die ministerielle Entscheidung fiel dadin aus, daß die Beamten verpflichtet wären, die geforderte Schulsteuer für die Volksschule zu zadlen, daß aber diese Steuer nicht für die Bürgerschule erboden werden kann, daß ferner auch die Gewerdesteuer zur Hälfte für die Schulsteuer zu berechnen sei. Auf die eingelegte Berufung hat, wie die„Osnadr. Zig" mittheilt, das Oberverwaltungsgericht wiederholt über die Sache verhandelt und vor seiner Entscheidung von der zuständigen Stelle ein Gutachten über den Cdarakter der Bürgerschule eingefordert. Dieses Gutachten ist dahin ausgefallen, daß die Bürgerschule nicht eine Bolksschule, sondern eine Mittelschule im Sinne der ministeriellen „Allgemeinen Bestimmungen vom 3. October 1872“ ist und theilweise noch darüber hinausgeht. Trotzdem ist die Entscheidung dabin gegeden. daß die Schulsteuer für die Anstalt verwendet werden dars. Die Entscheidung des Ministers ist dadurch aufgehoben und der Fortbestand der Schule gesichert. Bermisetes * Die durch das Telegraphendureau übermittelten Nachrichten über den Zusammenstoß der Dampfer=Thingvalla= und=Geisersind in fast allen Einzeldeiten falsch gewesen, so daß man erst auf Grund der über England eingetroffenen Nachrichten sich ein zutreffendes Bild des traurigen Ereignisses machen kann. Der Zusammenstoß erfolgte nicht um 4 Uhr Nachmittags des 14. August. sondern um 4 Udr Morgens. nicht bei der„Sand=Insel“, sondern bei Sadle Island, und nicht der Dampfer Geiser= ließ durch seine Boote die Passagiere retten, sondern die=Tdingvallat. Herr Louis W. Jeusen, ein Catütenpassagier der Thingvalla=, erzählte: Es war am Montag des 14., etwa 4 Uhr, um die Zeit der Morgendämmerung. Die Passagiere schliefen sämmtlich. Das Commando der„Thingvalla- führte der erste Officter. Ein gewaltiger Krach schreckte uns aus den Betten empor. Als wir auf Deck gestürzt waren, saden wir. daß wir mit einem anderen Schiff zusammengestoßen waren. Es war kein Land in Sicht, und der Morgen sehr neblig. Dabei regnete es stark. Der fremde Dampfer war gerade in der Mitte getrossen, das Loch so groß, daß ein Mann bequem dindurch kriechen konnte. Und in der Tdat kroch der zweite Steuermann vom Geiser= mit großer Geistesgegenwart durch dieses Loch und kletterte am Bug der=Tdingvalla= dinauf. Von ihm erfuhren wir erst, daß der angerannte Dampfer von unserer eigenen Linie war. Der verunglückte Dampfer sank etwa sieden Minuten nach dem Zusammenstoß. Die Passagiere der„Thingvalla= mußten das entsetzliche Schauspiel mit ansehen, sie saden eine Anzadl von Personen im Wasser, dörten ihre derzzerreißenden Schreie, odne viel delsen zu können. Denn der Dampfer sank so schnell, daß die drei Boote von der=Tdingvalla- nur 13 Passagiere und 17 Matrosen retten konnten, eine zweite Adsuchung der Wasserflüche ringsum blied erfolglos, man sad nur die Leiche einer Frau schwimmen. Höchst wahrscheinlich sind die meisten Unglücklichen ertrunken, ebe sie noch das Deck erreichten, datte doch der Zusammenstoß die an der Steuerdordseite defindlichen Casüten zermalmt. Auch der Dampfer=Geiser= datte drei Boote deradgelassen. Zwei derselben trieben jedoch so schnell ab, daß sie nicht erreicht werden konnten. das dritte kenterte. Eine Untersuchung der=Thingvalla= ergad, daß auch sie sehr erbeblich beschädigt war, so erbeblich, daß sie sich nicht getraute, die Fahrt fortzusetzen, so lange die Passagiere an Bord waren. Es wurden demnach Nothsignale gegeben, die aber, da stundenlang kein Segel sichtbar war. undeachtet blieben, bis endlich am Nachmittag der Hamburger Dampfer=Wieland= nach New=York auftauchte, der. die Signale deachtend. zu Hülfe eilte. Der=Wieland= datte selbst zadlreiche Passagiere an Bord Der Zuwachs von etwa 500 Seelen war demnach ein sehr großer. weshalb das Gepäck der Geretteten auch zurückdbleiden mußte. Die-Thingvalla= setzte dann die Reise nach Halifax fort, von wo die glückliche Ankunft inzwischen gemeldet worden ist. Sadle Island liegt südöstlich von New=Fundland, etwa 100 Seemeilen von Halisax. Rach einer Meldung aus New York sollen sich unter den Passagieren des Dampfer=Geiserauch zahlreiche zum Besuch nach Deutschland zurückkehrende Deutsche befunden haben. Doch scheint dies nach anderweitig uns gewordener Auskunft wenig wahrscheinlich. * Aus Leipzig. 18. d., wird gemeldet: Heute Vormittag fand auf dem Marktplatze die Enthüllungsfeier des von Professor Siemering (Berlin) entworfenen Siegesdenkmals statt. Der König. die Königin, die Prinzen Georg und Friedrich August, die Prinzessin Matbilde. Generalfeldmarschall Graf Moltke und die Staatsminister wohnten der Feier bei. Die Straßen der Stadt, besonders der Marktplatz, sind festlich geschmückt. * Der Bruder des bayerischen Gesandten in Dresden, Bezirksamtmann v. Ruddardt, ist bei Garmisb von einer Felswand gestürzt und zerschmettert. Er war schon einige Tage vermißt, als man den Leichnam sand.— Auch bei der Besteigung des Dent=du=Midi in Wallis sind zwei junge Engländer in die Tiefe gestürzt. Einer derselben konnte noch nicht aufgefunden werden und ist ohne Zweisel todt; der zweite konnte sich schwer verletzt nach Salvan schleppen. * Der nem wauptverionen dahn bof in Frankfurt a. M. wurde am 18. d. M. ohne weitere Feierlichkeit eröffnet. Allerdings war der Andrang des Publicums während des ganzen Tages ein immenser. Nachdem die Räume, welche dem Verkehre gewidmet, gemustert waren, ergoß sich der Menschenstrom in die Restaurationen, die bald bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Jeder wollte zuerst daselbst gegessen und getrunken haben. Am Abend ereignete sich auch schon gleich ein Unfall. Der„Frankf. Zig““ wird darüber berichtet: Als Abends 10% Uhr der Zug von Coblenz=Wiesbaden kommend auf dem Hauptbahnhof einlief, fuhr derselbe mit zwei Maschinen mit solcher Geschwindigkeit ein, daß er den Kopfdock überfuhr und die erste Maschine sich vollständig in's Pflaster einwühlte. Die Pufser der ersten Maschine brachen ad, odenso die Sockel, welche die Tafel der Fabrrichtung tragen. Der Tender ist in die Maschine dineingetrieben, letztere liegt ziemlich zur Seite. Schwerere Verletzungen sind dis jetzt nicht bekannt. Sämmtliche Passagiere flogen indeß ziemlich unsanft gegen einander und wider die Wagenwände * Aus Freiburg wird uns geschrieben: Schon jetzt häufen sich die Wohnungs=Anmeldungen für die General=Versammlung der Katholiken Deutschlands in einem Maße, daß die Beschaffung bequemer Quartiere zusehends gesteigerte Anforderungen an die Arbeitskraft und die Umsicht des Wohnungsausschusses stellt. Die verehrlichen Besucher der Versammlung, die auf bequeme, sichere Unterkunft halten, werden daber gut thun, nicht darauf zu sündigen, daß die Stadt Freiburg in der That über eine ausnehmend große Zahl trefflicher, den verschiedensten Ansprüchen genügender Wohnungen zu verfügen hat, sondern schon jetzt ihre Bestellungen an die auf dem Programme verzeichnete Wohnungscommission(zu Händen des Herrn Kaufmanns Wilbelm Fischer, Freiburg i. B., Merianstr. 16) einzusenden, damit die letztere auch ausreichende Zeit zur Erledigung finde. Nur in diesem Falle kann die Commission für die geeignete Berücksichtigung besonderer Wünsche, wie für die nöthigen Wohnungen überhaupt bürgen. * Die Pilatusbahn in der Schweiz wird voraussichtlich noch im Laufe dieser Saison dem Betriebe übergeben werden können. Bereits fähr: das Dampfroß bis an den Fuß des„Esels". In etwa 14 Tagen wird, Fortdauer der günstigen Witterung vorausgesetzt, der letzte Tunnel unterhalb dem„Bellevue" und dem„Esel" fertig ausgebaut sein. * Madame Pelouze, die Schwester Wilson's und einstige Geliebte Grevy's, wurde von dem Pariser Handelsgericht für fallit erklärt. Eigentlich hätte über das Vermögen der Schloßfrau von Chenonceaux der Concurs nicht eröffnet werden können, da sie kein Geschäft besitzt; allein Frau Pelouze erbrachte den Nachweis, daß sie mit„fabrizirkem Schaumwein von Chenonceaux“ Handel treide, und daß die Geschäftsbureaux sich in Paris in ihrem Privathotel, 17. Rue de Université, besanden. Die Passiven, die sich auf drei Millionen belaufen, sollen geringer sein als die Activen: allein Frau Pelouze verlangte die Concurseröffnung, um ihre Situation zu regeln und den unausgesetzten Verfolgungen der Gläudiger und Geschäftsagenten zu entgeben. * In Cannes(Frankreich) fand zwischen zwei Mädchen von 18 und 22 Jahren, beide aus guter Familie, ein Duell statt. Der umstrittene Gegenstand war ein junger Mann. Der 18jährigen wurde der linke Arm zerschmettert, die 22jährige wurde tödtlich verwundet * Aus Westerland, 18. August, wird gemeldet: Die Königin von Rumänien ist mit Gefolge heute über Hamburg zum Besuche ihrer Mutter, der Fürstin von Wied, abgereist. Dieselbe wird sich alsdann nach Oderberg begeben und von dort mit dem von Gräfenberg kommenden König Karl die Heimreise am 27. d. Mts antreten. Die Königin hat hier den Ortsarmen, sowie verschiedenen Stiftungen namhafte Unterstützungen zugeben lassen. Der Badedirector begleitete die Königin bis Tondern. * Die reiche Hausbesitzerin Mathilde Rosenfeld in Moskau, welche, dem„N. W. Tabl.“ zufolge, mit den Nihilisten häufig zu verkehren und dieselben sogar in ihrem Hause in der Soldatskajagasse zu beberbergen pflegte, so daß sie in Folge dessen bestraft wurde und unter polizeilicher Aussicht stand, wurde am 11. d. in ihrem Keller, auf einem Hausen Eis liegend, ermordet ausgefunden. Da die Ermordete in der letzten Zeit der Moskauer Polizei drei ihrer nibilistischen Freunde verrathen hatte, vermuthet man, daß der Mord von den Nihilisten aus Nache verübt wurde. Aus der Wohnung der Ermordeten waren alle ihre Privatcorrespondenzen und 30000 Rudel in baarem Gelde verschwunden. * Der Bulkan auf der Insel Bulkano begann heute früh wieder Steine und Sand auszuwersen * In dem Dorfe Antique bei Iloilo auf den Philippinen, wo nur ein Priester und ein spanischer Pflanzer wohnen, trachteten die Eingeborenen dem Priester nach dem Leben und wollten sein Haus stürmen. Sobald der Pflanzer dieses bemerkte, bewaffnete er sich mit seiner Büchse und 50 Patronen. Jeder Schuß traf. und 50 Leichen bedeckten die Erde. Der Eingeborenen bemächtigte sich Entsetzen, und sie flohen. Der Priester war mit geringen Verletzungen davongekommen * Die Polizei in Cbicego hat ein ausgedehntes Sostem, die Briefkasten in den Straßen zu berauben, entdeckt und die Diede, welche mit salschen Schlüsseln arbeiteten, verdaftet. Die Polizei dat Cheques, Wechsel, Geldanweisungen und andere Papiere im Wertbe von einer Million Dollars wiedererlangt. Mit dieser Entdeckung ist die langbestandene große Störung im Postdienste von Chicago erklärt. Telegramme des„Westfälischen Merkur“. Frankfurt a. M., 19. August. Der Könia von Dänemark und sein Bruder, der Prinz Hans von Schleswig=Holstein=SonderburgGlücksburg, sowie die Prinzessin von Wales mit ihren drei Töchtern und der Kronprinz von Griechenland trafen heute Abend von Wiesbaden hier ein und wurden von dem Prinzen von Wales, welcher aus Bad Homburg nach hier gekommen war, empfangen. Nach gemeinschaftlich eingenomme nem Diner fuhr der Kronprinz von Griechenland nach Berlin weiter. während die Prinzessin von Wales mit ihren Töchtern ihre Reise nach Gmunden fortsetzte, um daselbst bei ihrer Schwester, der Herzogin Thyra von Cumberland, einen längeren Sommeraufenthalt zu nehmen. Der König von Dänemark. sowie sein Bruder der Prinz Hans von SchleswigHolstein=Sonderburg= Glücksburg und der Prinz von Wales reisten noch am Abend, die ersteren nach Wiesbaden, der letzterr nach Homburg guruck Munchen 19. August. Der General=Feldmarschall Graf Blumenthal empfing deute Mittag die Besuche des Corpscommandeurs Prinzen Leopold und des Divisionscommandeurs Prinzen Arnulf und erwiderte darauf diese Besuche. Morgen findet die Besichtigung der dier garnisoniren den drei Josanterieregimenter, übermorgen diejenige der ersten Cavallerie Brigade statt. Am Dienstag wird sich General=Feldmarschall Graf Blumenthal zur Besichtigung der zweiten Cavallerie Brigade nach Augsdurg begeden Bayreuth, 19 August. Die Kaiserin von Oesterreich und die Erzherzogin Valerie sind hierselbst eingetroffen, um der letzten Auf führung des„Parsifal" beizuwohnen Rom, 19. August. Die heute in Paris überreichte Rote Crispi's erklärt, nachdem sie das Vorgehen Italieus in Massauah ein gebend motivirt und die Provocationen französischer Agenten daselbst ent schieden zurückgewiesen hat: Die italienische Regierung lege Werth darauf, den Zwischenfall als geschlossen zu betrachten und im Frieden auf der Linie zu beharren, die sie sich vorgezeichnet habe. Sie werde bis zum Ende im Rothen Meere die Interessen vertheidigen, die sie unter ihren Schutz genommen habe und von denen sie glaube, daß sie die Interessen der Gerechtigkeit, des guten Rechtes und der Civilisation seien Rom, 19. August. Nach hier eingegangenen Nachrichten wurden gestern Abend in Diano Marino, das bereits durch das Erdbeben vom 23. Fedruar 1887 so schwer heimgesucht wurde, innerhalb einer halden Stunde drei heftige, von unterirdischem Rollen degleitete Erdstoße verspürt. Der erste Stoß war der stäkste. Unfälle sind durch die Erdstöße nicht berbeigeführt. In Porto Maurizio sand in vergangener Nacht ein leichter Erdstoß statt 19. August. Dem Vernehmen nach sollen gegen diejenigen Ausländer, welche an den jüngsten Kundgebungen der Strikenden theilgenommen haben. Ausweisungsbefehle erlassen werden Der Marineminister begiebt sicz nächsten Mittwoch nach Toulon. Paris. 20 Aug. Die bisher bekannten Resultate der gestrigen Wahlen sind: Lille: Boulanger 130 152. Köchlin 126 567. Des moutiers 97 409, Noreau 95023, Delcourt 6347, Decluze 3837 Stimmen Amiens: Boulanger 76094, Bernot 41 371. Larochelle: Bon langer 32614, Lair 23731. Nach weiteren Nachrichten scheint in der Charente Boulanger's Wayl gesichert. Die Ardeiterviertel und Boulevark## waren am späten Abend mit Menschenmengen angefüllt, welche von der Polizei auseinander getrieben wurden. Amiens. 20. Aug. Das Militär ging mit ausgepfl inztem Bajonett gegen die Menge vor. Lille 20. Aug. Es fanden Schlägereien zwischen Boulangisten und A. kivoulangisten statt Viele Verhaftungen wurden vorgenommen Madrid. 19. August. Der heute von San Sebastian nach hier abgegangene Schnellzug ist bei Tolosa entgleist, mehrere Reisende erlitten— glücklicher Weise nur leichte— Verletzungen. Berantwortlicher Redacteur: Dr. Ed. Marcour in Munster DACRON: Lätberane be. 1 Jeresbsturnde 10—11 Uhr MergenEXPRDITION: TELEORANN-ADRESSE „Merkur. Münster W.“ ENTUREN Saamtliche AnnoueM 230. Politisch Die schneidige Rede des gemäß noch immer im Vorde dieselbe vielfach mißversig igs zunächst in dem bei d### rihume, über welchen uns #rt hal, aber es liegt auch tte noch nicht Zeit, in dem m Throne Deutschlands sich zen. Die monarchische Verfasse Herrschers eine außero# ch unter regelmäßigen Verhal# Herrschers tief einschneiden chdem es zwei große Herrschen# ter, durch mannigfache Schicksc tiegen hatten, sich einem Ka# zperamentsvolle Jugend durk rantwortlichkeit vertieft, aber ben einen Kaiser, der gewöhn hat, auch voll und ganz au it gelassen werden, sich in die überall und ganz zu würdig ders, wie ein 90er oder 50e Vorfall bei der Berichte llt, eine durchaus ungenun officiöse Telegraphenbureau## ig des kaiserlichen Gedanken pitzte. Die Zurückweisung ischer Weise zugeschriebenen gegeben, das Gelöbniß ten. Da die Darstellung isung bei Seite ließ, blieb zerissen und unvermittelt. eichs=Anzeiger“ und einigen ückgezogen wurde; augensche der übertrieben, bis sie end zen. Diese Erfahrungen ht nuzlos vorübergehen hnungen des Hofrath Schnei iser Wilhelm I. bemüht war. hrem Sinne und eigenster gen zu lassen, und wie es Vterstätzung dafür zu finden einmal in die Welt getreten Aufgabe ist, ihnen vorzuben gleich anzufügen, die Bede# isers vollständig gewürdigt, igen Charakter derselben fesit glich zu gestalten. Wenn gen ist, so haben sich ihr wierigkeiten in den Weg ae im einen Begriff haben, ur en können, ist ihr versagt st uns belehren, daß eine Presse ihrer bedeutsamen 2# Diese letzteren Bemerkung effend, aber wir fürchten. Norddeutscher Lloyd in Bremen. Lezte Nachrichten Der Schnelldampfer=Saale= ist am 17. August, 9 Udr Nachmittaus, in New=York angekommen. „Waren Sie nicht oben bei der Banquier. „Rein," erwiderte der Buck sser späten Stunde leer waren sicher noch einmal ungestört du „Treue Secle,“ unterbrack immer nach dem Strobbal: ds ist verlorene Mühe. Nach kittel mehr, um den furchtbar. des entdeckt haben?“ „Ich weiß jetzt keines mehr „Warum betonen Sie da— Sie haben früher einm gleich?“ *„Ich hatte mir erlaubt, der durch eine Verbindung mit den Hause die rettende Hand bie Antwort.„Doch ich beging enn ng. wenn ich allzu kühn gewe „Das waren Sie nicht, den ehl hin. Manchem Vater in amen und dann von ihm mit bracht worden sein. Gott wählte das, was mir das El trübe Tage mit meiner Fau nen zu beweisen, wie hoch ich nen den Grund meiner Hand zgte sich stumm „Als das große ungarische eil meines Privatvermögens dglichkeit eines baldigen Umst Amburger Firma Goldmann tende Verluste. Da wußte### in da an dachte ich nur mebi emand den langsamen, abekte meine Zuflucht zu einer: ma dem Sohne irgend eine irde mir, wenn auch mit ich jedit wäre alsdann gestiegen orden. Aber dann? Man sichsam verkauft: welche? heil geworden sein, welcher sie ums wegen geheirathet dätte „Alle diese Gedanken und fankheit zu. In den Tagen#### zt näher kennen und sand in i## #n, sondern auch einen edeld## ald bemerkte ich seine Liede zu endlicher Erleichterung sab ic zog ich Erkundigungen üder erhaltenen Nachrichten deir# Verlag des„Westf. Merkur“, Actien=Gesellschaft für Verlag und Druckerei in Münster. Druck der Coppenrath'schen Druckerei. Eree1 TELEORANN-ADRESSE Merkur. ss allen deuternen Postämtern Mh. 4.50. Ziaselse niltter: Mk. 6.10. IRsERHIOSSCRRURR far die Petissule eder deren Raum: Mk. 0.15, bei Reciemen Mr. 0.80. Die Ensichung des Betrases gtei#. eussärige Auheigen in dur M 230. Münster, Montag, den 20. August 1888.(Ausgabe. S1. Sahrggng. Politische Uebersicht. Münster. 20. August. Die schneidige Rede des Kaisers in Frankfurt steht nargemäß noch immer im Vordergrunde der öffentlichen Discussion. enn dieselbe vielfach mißverstanden worden ist, so liegt das allerzunächst in dem bei der Veröffentlichung vorgekommenen ume, über welchen uns der„Reichsanzeiger nachträglich behat, aber es liegt auch ein tieserer Grund vor. Die Nation ite noch nicht Zeit, in dem außerordentlichen Wechsel, der auf m Throne Deutschlands sich vollzogen hat, sich vollständig einzuden. Die monarchische Verfassung weist der Individualität Herrschers eine außerordentliche Bedeutung zu. So würde ch unter regelmäßigen Verhältnissen jeder Wechsel in der Person Herrschers tief einschneiden. Aber nunmehr sieht Deutschland, em es zwei große Herrscher gehabt hat, die in vorgeschrittenem durch mannigfache Schicksale geprüft und gebildet, den Thron stiegen hatten, sich einem Kaiser gegenüber, dessen feurige und mperamentsvolle Jugend durch den Ernst einer unermeßlichen erantwortlichkeit vertieft, aber nicht gehemmt werden kann. Wir ben einen Kaiser, der gewöhnt ist, was er voll und tief empfuna hat, auch voll und ganz auszusprechen, und es muß der Nation eit gelassen werden, sich in diese Individualität hineinzufinden, um überall und ganz zu würdigen. Ein 30jähriger Herrscher spricht ders, wie ein 90er oder 50er. Dazu kommt aber der unliebVorfall bei der Berichterstattung, welche, wie sich herausilli, eine durchaus ungenügende war. Die erste Lesart, welche is officiöse Telegraphenbureau vermittelte, war eine Verstümmeung des kaiserlichen Gedankens, auf den sich der Schluß der Rede spitzte. Die Zurückweisung einer dem Kaiser Friedrich verleumrischer Weise zugeschriedenen Schwäche hatte den natürlichen Angegeben, das Gelöbniß des Festhaltens des Errungenen zu isten. Da die Darstellung des Telegraphenbureaus diese ZurückLeisung bei Seite ließ, blieb der Schlußgedanke für das Verständniß bgerissen und unvermittelt. Dann erschien eine Lesart, welche, dem Reichs=Anzeiger“ und einigen anderen Blättern zugegangen, wieder Druckgezogen wurde; augenscheinlich hatte sie die kaiserlichen Worte lieder übertrieben, bis sie endlich heute in authentischer Gestalt vorDiese Erfahrungen werden, meint die„National=Ztg.“, sicher #cht nutzlos vorübergehen; wir haben erst kürzlich aus den Aufsichnungen des Hofrath Schneider erfahren, mit welcher Sorgfalt aiser Wilhelm I. bemüht war, das, was er gesprochen, nach dessen ahrem Sinne und eigenster Bedeutung an die Oeffentlichkeit geAngen zu lassen, und wie es ihm gelungen war, auch die geeignete Unterstützung dafür zu finden. Mißverständnisse, wenn einmal in die Welt getreten, sind schwer zu entsernen, Aufgabe ist, ihnen vorzubeugen. Die deutsche Presse hat, um gleich anzufügen, die Bedeutung der Nordlandsfahrt unseres aisers vollständig gewürdigt, sie hat alles aufgeboten, den großtigen Charakter derselben festzustellen und das Bild so scharf wie Koglich zu gestalten. Wenn ihr das im Ganzen und Großen ge#ugen ist, so haben sich ihr doch bei der Erfüllung dieser Mission chwierigkeiten in den Weg gestellt, von denen die Außenstehenden um einen Begriff haben, und manche Förderung. auf die sie hätte Echnen können, ist ihr versagt geblieden. Vielleicht wird die Zumntt uns belehren, daß eine moderne und großartige Auffassung r Presse ihrer bedeutsamen Aufgabe gegenüber zum Siege gelangt. Diese letzteren Bemerkungen des liberalen Blattes sind gewiß #treffend, aber wir fürchten, daß, wie die Dinge in Deutschland * Franz von Wenden. „Waren Sie nicht oben beim Feste wie Ihre Kollegen?" fragte er Banquier. „Nein,“ erwiderte der Buchhalter.„Da die Geschäftszimmer zu eser späten Stunde leer waren, wollte ich die Zeit benußen, um die Bücher noch einmal ungestört durchsehen zu können.“ „Treue Seele," unterbrach ihn der Banquier,„also auch Sie suchen och immer nach dem Strohhalme, der das sinkende Haus halten könnte! Das ist verlorene Mühe. Nach menschlicher Berechnung giebt es kein Rittel mehr, um den furchtbaren Sturz aufzuhalten. Oder sollten Sie #nes entdeckt haben?“ „Ich weiß jetzt keines mehr,“ sagte Gelhard leise. „Warum betonen Sie das„Jetzt“ so sehr? Ach, nun erinnere ich ich.— Sie haben früher einmal von einer möglichen— was war es och gleich?“ „Ich hatte mir erlaubt, den Fall anzunehmen, daß Fräulein Brunn #urch eine Verbindung mit dem Sohne des Commercienrathes Rehwald dem Hause die rettende Hand bieten könne.“ gab Gelhard zögernd zur Untwort.„Doch ich beging eine Tactlosigkeit und bitte um Entschuldisung, wenn ich allzu kühn gewesen.“ „Das waren Sie nicht, denn Sie sagten Ihre Meinung auf meinen befehl hin. Manchem Vater in meiner Lage würde jener Gedanke geHmmen und dann von ihm mit unbeugsamer Strenge zur Verwirklichung Gebracht worden sein. Gott sei Dank, ich besaß nicht Selbstsucht genug ##nd wählte das, was mir das Edlere schien. Gelhard. Sie haben frohe End trübe Tage mit meiner Familie durchlebt,“ fuhr Brunn fort;„um Ehnen zu beweisen, wie hoch ich Ihre treuen Dienste schätze, will ich Ihnen den Grund meiner Handlung mittheilen.“ Der Buchhalter verheugte sich stumm. „Als das große ungarische Unternehmen, zu welchem ich den größten Theil meines Privatvermögens gegeben hatte, scheiterte, da trat mir die Möglichkeit eines baldigen Umsturzes näher. Im Herbste falltrte die Hamburger Firma Goldmann und Söhne, und wieder trafen mich beDeutende Verluste. Da wußte ich, daß mein Glücksstern am Sinken war. Von da an dachte ich nur mehr an meiner Tochter Schicksal. Noch ahnte Niemand den langsamen, aber sicheren Untergang dieses Hauses. Ich hätte meine Zuflucht zu einer Täuschung nehmen und die Hand meiner #lmg dem Sohne irgend eines reichen Hauses zusagen können. Sie Burde mir, wenn auch mit schwerem Herzen, gehorcht haben. Unser Tredit wäre alsdann gestiegen und der Ruin eine Zeitlang aufgehalten worden. Aber dann? Man hätte entdeckt, daß ich mein einziges Kind leichsam verkauft; welche Behandlung würde ihr von einen Manne zu heil geworden sein, welcher sie vielleicht nur ihres vermeintlichen Reichums wegen geheirathet hätte! „Alle diese Gedanken und Bekümmernisse zogen mir damals jene Krankheit zu. In den Tagen der Besserung lernte ich meinen jungen A#zt näher kennen und fand in ihm nicht nur einen wissenschaftlich tüchher sondern auch einen edeldenkenden und feingebildeten Charakter. Pald bemerkte ich seine Liebe zu meiner Tochter, und mit einem Gefühle Anendlicher Erleichterung sah ich, daß sie diese Neigung erwiderte. Heimzog ich Erkundigungen über seine Familie, sein Lebew 2c. ein und, von wen erhaltenen Nachrichten befriedigt, zögerte ich nicht, sie Beide glücklich liegen, noch geraume Zeit vergehen wird, bis der Presse der ihr gebührende Platz angewiesen wied. Um so dringender aber wäre es gebeten, daß der offici öse Telegraph, auf welche die Blätter bei solchen Gelegenheiten leider ausschließlich angewiesen sind, für Berichterstatter sorgten, welche ihrer Aufgabe gewachsen sind. Daß das nicht immer der Fall, hat sich in Frankfurt schlagend gezeigt, und jede größere Zeitung wird mit Dutzend anderen Fällen aufwarten können, wo die officlöse Berichterstattung unter aller Kritik war. Die Berichtigung einer kaiserlichen Rede ist immer ein mißlich Ding, das einmal entstandene Mißverständlich läßt sich, wie wir schon oben betonten, nur schwer mehr heben. Und ist es nicht in der That ein starkes Stück, wenn ein officlöser Berichterstatter einen wichtigen, den Uebergang vermittelnden Satz ganz ausläßt und schließlich das der weidmännischen Sprache entnommene Wort„Strecke“ hört, wo der oberste Kriegsherr den an sich natürlicheren und ihm näher liegenden Ausdruck„Wahlstatt“ gebraucht hat? Der italienisch=französische Streit in Massauah spinnt sich weiter, und die gewechselten Noten nehmen allmählich einen Ton an, der von der berühmten diplomatischen Höflichkeit wenig mehr verspüren läßt. In der neuesten, vom 13. d. datirten Note Crispi's, welche die französische Protestnote vom 3. d. zurückweist, wird der Nachweis versucht, daß Massauah vor der Besetzung ein herrenloses Land gewesen, was Italien daher für sich in Anspruch habe nehmen können. Das Volk habe denn auch widerstandslos die fiscalischen Steuern bezahlt, weigere sich nun aber plötzlich, einfache communale Abgaben, welche zu localen Verbesserungen bestimmt seien, zu zahlen.„Dieser Widerstand,“ heißt es,„wurde durch einen französischen Agenten hervorgerufen, der nur mehr aus Duldung Consularfunctionen in Massauah ausübte. Noch sonderbarer ist, daß derselbe kraft formeller Instructionen von Paris handelte, wie dies seine Regierung in Beantwortung der Reclamationen des italienischen Botschafters Menadrea sormell bestätigte. Die Thatsache, daß eine fremde Regierung, ohne Provocation, ohne greifdaren Grund, die Bevölkerung zur Verachtung der Gesetze des Landes, welches sie bewohnt, aufreizt, ist eine so ernste, daß es, um sie für möglich zu halten, der Erklärung Menabrea's bedurfte, daß er dies aus dem Munde des französischen Ministers des Aeußern vernahm.“ Angesichts solcher, mit den Rücksichten, die sich auf Friedenssuß lebende Mächte schulden, wenig vereinbarlichen Acte fragt die Note, welche Interessen Frankreich baben konnte, am so zu handeln. Crispi sucht sodann nachzuweisen, daß die Franzosen keine Interessen in Massauah haben und Frankreich zu Gunsten der Griechen eingeschritten ist. um den gegenwärtigen Zwischenfall heraufzubeschwören; erörtert ferner die Gründe, weshalb streuge Maßnahmen gegen die Griechen ergriffen werden mußten, und weshalb dem französischen Agenten dedeutet werden mußte, daß er als solcher nicht mehr anerkannt würde, da er es war, der vor dem Kriegszustande und während der Feindseligkeiten vertrauliche politische Beziehungen zu dem Negus und den abessinischen Führern an der Grenze unterhielt. „Die Mächte haben.“ schließt Crispi.„alle Elemente der Dedatte vor Augen und wissen, auf welcher Seite das Unrecht ist, ob auf Seiten der Macht, welche dem Gesetz Achtung verschafft und die öffentliche Ordnung sicherstellt, oder auf Seiten der Macht, welche die ruhige Bevölkerung zur Verachtung des Gesetzes und zum Trotze gegen die Autorität der eingesetzten Gewalten aufreizt. Die meisten Mächte haben sich bereits ausgesprochen, und die italienische Regierung ist hocherfreut darüber, daß sie den Zwischenfall zu machen. In seiner Bescheidenheit hätte mein junger Schwiegersohn wohl noch lange mit seiner Werbung gewartet, vielleicht würde er auch seine innige Liebe zu bekämpfen gesucht und das entscheidende Wort nie gewagt haben, wenn——“ Ein eigenthümlicher Laut ließ den Banquier aussehen.„Sagten Sie etwas?“ fragte er. Der Buchhalter verneinte; sein Gesicht hatte nie unbeweglicher, nie starrer ausgesehen, als jetzt Der Banquier nahm seine Rede wieder auf.„Was weiter geschah. wissen Sie. Die Beiden waren für einander bestimmt, sie würden sich auch unter den ärmsten Verhältnissen geliebt haben. Wenden's Geschicklichkeit sichert meiner Elma ein einfaches, aber glückliches Loos, seine treue Hand wird sie durchs Leben geleiten. Er hat um mein liebstes Kleinod angehalten und nicht um mein Geld, und so hoffe ich, daß er mir ver geben wird, wenn er sich auch in Bezug auf das gehoffte Erbe getäuscht sieht. Meinen Sie nicht?“ Gelhard schöpfte tief Athem, fast so tief, daß es wie ein Seufzer klang.„Ich habe nicht die Ehre, Herrn von Wenden näher zu kennen," sprach er langsam,„aber ich zweisle nicht, daß er Alles thun wird, um seiner jungen Gattin das Leben angenehm und leicht zu machen; hat er doch nun erst Gelegenheit, die Uneigennützigkeit seiner Werbung zu beweisen Liebt er das gnädige Fräulein wirklich innig, so muß er sich über diese Wendung des Schicksals sogar freuen, denn ihm giebt sie ja Gelegenheit, seine ganze geistige und körperliche Kraft aufzubieten und für ihr Wohl zu arbeiten. Welch ein Glück liegt nicht in dem Bewußtsein, daß er allein für sie sorgen und ringen darf!!“ Der finstere, verschlossene Mann hatte mit steigender Wärme ge sprochen: seine Züge belebten sich, und seine Hand stützte sich schwer auf die Platte des Schreibtisches. Da plötzlich kam es wie ein jähes Erschrecken über ihn,— er sah auf, und sein Blick begegnete den forschenden Augen seines Prinzipals, welche mit dem Ausdruck des höchsten Erstaunens auf ihm ruhten. Eine dunkle Röthe flog über des Buchhalters Gesicht. die Blicke beider Männer begegneten sich noch einmal, und gleichzeitig fühlten Beide, daß sie ihre gegenseitigen Gedanken errathen hatten Der Banquier ahnte, daß in seiner Nähe eine Menschenseele einen schweren Kampf gekämpft hatte, doppelt schwer, weil sie nie auf einen glücklichen Ausgang hoffen durfte. Selbst hinter dem trockenen, ernsten Aeußeren des Comptoiristen barg sich ein fühlendes Herz, das auch seinen Antheil an jenem süßen Glücke des Lebens verlangte. Nun begriff er jenen übermäßigen Geschäftseifer; in dem Gedanken an sie hatte Gelhard also gearbeitet! Wie konnte sich aber der Buchhalter so hoch versteigen in seinen Wünschen oder gar Hoffnungen! Doch der feierliche Act des Morgens hatte allen Hoffnungen desselben nun ja doch ein Ziel gesetzt Sich gewaltsam zwingend, um nicht zu verrathen, daß er seinem Buch halter auf den Grund der Seele geschaut hatte, nahm der Banquier seinen unterbrochenen Gedankengang wieder auf und sagte ruhig: „Morgen fährt das junge Paar durch die Schweiz dem sonnigen Süden entgegen. Während dieser Zeit mag sich hier Alles entscheiden: noch ist nicht jede Aussicht auf eine günstigere Wendung ausgeschlossen. Bis zum Ende der Woche wird es sich zeigen, ob sich das große Bankgeschäft in Antwerpen zu halten vermag, und dann erwarten wir ja noch die Antwort von Vanderstraaten und Compagnie, welche unserem Geschäfte wegen verschiedener Gefälligkeiten verpflichtet ist.“ „Diese Hoffnung hat sich als nichtig erwiesen,“ fiel der Buchhalter zu ihrer Kenntniß gedracht hat. Eis legt unn Werth darauf, denselben als geschlossen zu betrachten und im die sie sich zu beharren, die sie sich vorgezeichner hat. tteressen vertt auf der Linie wird bis zum Ende im Rothen Moere die Interessen vertheidigen, die sie unter ihren Schutz genommen und von denen sie glaubt, daß sie die Interessen der Gerechtigkeit, des guten Rechtes und der Sioilisation sind“ Die Zeiten ändern sich! Wer dütte vor 30 Jahren gedacht, daß ein italienischer Minister eine derartige Sprache gegen Frankreich, mit dessen Hälfe Italien Großmacht geworden ist. führen wurde! Heute aber steht Frankreich isoliri und Crispi hat einen Hinterhalt an seinen nordischen Verbündeten. Deutsches Reia. *p; Berlin. 19. August Einen„förmlichen Verjüngungsproceß“ der Armee stellt ein Berichterstatter des Hamb. Corr.“ in Aussicht, und zwar hinsichtlich der Officiersstellen aller Grade. Bekanntlich sind schon mehrere Aenderungen im Personenstande der höheren Stellen erfolgt; der Kaiser soll aber noch mit umfassenden Verabschiedungen bez. Zurdispositionsstellungen umgehen. Den Officteren, welche in diesem Verfüngungsproceß die passive stolle spielen, wird man gern die vollste menschliche Theilnahme zollen; aber so schwer auch das Verhängniß manches edle und verdiente Herz treffen mag, es muß sein! Die Schlagfertigkeit der Armee verlangt es, daß jeder Officier, vom niedrigsten bis zum höchsten, die volle Tüchtigkeit für den Dienst im Kriege besitze. Wer nur für den Friedensdienst noch tauglich ist, muß weichen, und wenn sein Lebensglück darüber brechen sollte. Der Satz, daß die Kriegsfähigkeit der Armee entscheidend sein müsse, sieht so einfach und selbstverständlich aus, und doch ist er im Heerwesen früher vielfach verkannt worden und hat auch jetzt noch manche Hemmnisse zu überwinden, um sich überall geltend zu machen. Von dem Parndeplatz aus verbreitet sich nur zu gern immer wieder der alte engherzige Geist des Gamaschendienstes, dessen höchstes Ideal das„Klappen" bei militärischen Schaustellungen ist. Andererseits hängen sich die persönlichen Neigungen, Gewöhnungen und Interessen wie ein Bleigewicht an die rücksichtslose Durchführung des Grundsatzes, daß Alles und Jedes auf den Ernstfall berechnet sein muß Dazu kommt noch der an sich sehr schöne Respect vor der Würde und der Erfahrungsweisheit des höheren Alters. Man muß sich demgegenüber erst klar machen, daß im Kriege noch andere Eigenschaften nothwendig und vielfach in höherem Maße nothwendig sind, als die bedächtige Umsicht des ergrauten Mannes. Abgesehen von der rein körperlichen Rüstigkeit ist die Schnelligkeit der Auffassung und des Entschlusses, eine frische, der Verantwortlichkeit nicht ausweichende Initiative im modernen Kriegswesen unbedingt erforderlich. Daß die Kriege jetzt so ungeheuer viel schneller deendet werden, als füher, liegt weniger an der verbesserten Waffe, als an der radicalen Veränderung in der Art der Kriegführung: Friedrich II. noch hielt die Schlacht für ein Uebel, dem man ausweichen müsse, so lange es eben gehe. Jetzt heißt die Parole„Angriff ist die beste Vertheidigung“, und als Zweck gilt nicht wie früher die Demonstration der Ueberlegenheit durch schachspielmäßige Züge, sondern die Vernichtung der seindlichen Macht auf dem directesten Wege. Zu solcher Kriegführung geyort auch jugendliche Spannkraft. Das neue Exercirreglement der Infanterie soll ebenfalls dem Ziele der Kriegstüchtigkeit des Heeres uns näder bringen und einige Reste des alten Paradegeistes beseitigen. Der Hamb Corr bringt den„Verjüngungsproceß“ mit der Einführung dieses neuen Reglements auch äußerlich in Zusammenhang. Ein innerer Zusammenhang besteht zweifelsohne.(Wir haben diesen Ansichten unseres verehrten Mutarbeiters Raum gegeven, oowohl wir sie nicht alle odne Einschränkung theilen. Gewiß ist jugendliche Thatkraft eine schäßzenswerthe Eigenschaft. aber auch die Erfahrung des in gereisterem Alter stehenden Officiers ist nicht zu verachten. Die siegreichen Kriege von 1866 und 1870 wurden vorwiegend unter Leitung ergrauter Feldherren gefuyrt. Uns scheint der jetzt begonnene„Verjüngungsproceß“, zögernd ein.„Die Nachricht kam während des Hochzeitsdiners, und ich bitte Herrn Brunn um Vergebung, daß ich sie bis zu einer gelegeneren Stunde zurückbehielt.“ Der Banquier nickte zustimmend und fragte:„Wie lautet die Antwort?“ „Haus Vanderstraaten u. Comp. bedauern. nicht in der Lage zu sein,“ erwiderte Gelhard in dem alten, trockenen Geschäftstone, indem er einen großen Geschäftsbrief mit holländischen Postzeichen aus der Brusttasche zog und vor seinen Chef legte. Das Gesicht desselben hatte eine erdfahle Blässe überzogen, er preßte die beringte Hand an die linke Seite und sagte mühsam:„Nun wohl. auch das Schlimmste trifft mich nicht unvorbereitet. Wir haben noch eine Woche Zeit, um alle Angelegenheiten so weit als möglich zu ordnen. Für mein geliebtes Kind kann ich Nichts mehr thun; das Salair meiner Diener und sonstigen Untergebenen ist bei Seite gelegt, nur Ihnen, lieber Gelhard, wollte ich noch zur Erfüllung eines Wunsches behülflich sein. Ich weiß, daß Sie bei Idrer großen Kenntniß der englischen Sprache und des englischen Geschäftslebens schon lange wünschten, eine Ihren Fähigkeiten entsprechende Stellung in England zu finden. Meine Schwester Mistreß Morel ist mit mehreren Besitzern Londoner Geschäfts häuser nahe befreundet. Ich habe an sie geschrieben, und da dieselbe Sie und Ihre Verdienste um unser Haus kennt, wird dieselbe gerne bereit sein, Ihnen einen Ihnen zusagenden Platz zu verschaffen. Wenn darum hier Alles ein Ende nehmen sollte, so reisen Sie zu ihr nach England, die genaue Adresse finden Sie auf dem Briefe: Mistr. Ellen Morel, London. Southampton-Street.“ Der Buchhalter dankte mit einfachen aber warmen Worten, dann sagte er:„Sie denken an Alle, nur nicht an sich selbst. Verzeihen Sie meine kühne Frage: Was werden Sie beginnen?“ „Ich? O. ich werde wobl auch ein stilles Plätzchen finden. Ich bin zu alt. um noch einmal von vorn zu beginnen, und zu stolz. um bei meinem Schwiegersohne zu leben: ich würde das Gesühl der Abhängigkeit nie über winden können. Und so muß ich denn eine andere Wohnung beziehen, enge. dunkel und kalt— sehen Sie mich nicht so geisterhaft an.— es wird nicht lange mit mir dauern, mein Leiden nimmt zu.— Ich fühle ganz deutlich. daß ich den Ruin meines Hauses wohl erleben, aber nicht überieden werde. Verstehen Sie mich nicht falsch,“ fuhr er. ein leichtes Zusammenschrecken des Buchhalters bemerkend, fort.„nicht als Selbstmörder werde ich vor meinem Richter erscheinen, aber ich fühle es, der Schlag wird zu viel für mein Herzleiden. Möge Gott mir barmherzig sein— Hören Sie die ferne Musik? Es ist, als tanzten sie mein Glück zu Grade. Doch nun muß ich zu meinen Gästen zurück; morgen wollen wir weiter reden.“ Der Banquier machte eine verabschiedende Handbewegung, worauf sich der Buchhalter tief verbeugte und das Cadinet verließ. Er stieg langsam die breiten Treppen hinaus, welche in das obere Stockwerk führten, und öffnete das einsame Giebelzimmer. Seit Jahren von ihm bewohnt, war es so oft Zeuge seines tapferen Ringens gewresen! Er trat an das offene Fenster; der Mond stand im Osten der Stadt und beleuchtete die dunkele Häusermasse mit seinem fahlen Schein. Unten aber rollten einzelne Wagen vor, denn es war spät, und die Gäste schickten sich nach und nach zum Aufbruch an. Gelhard nahm ein kleines, weißes Papier vom Tische, das er am Nachmittag dorthin gelegt hatte. Er faltrte es auseinander und betrachtete seinen Inhalt mit trockenen, drennenden Augen. Er war eine welkende Murtenblüthe, welche dem Bouquet der Braut am Morgen entfallen war folgt e2 der netendei bemeikt, dim Lande emne hübsche Summe kostet, tiefer liegende Grünke zu haben. * Der mächtige Emdruck, den die Frankfurter Rede des Kaisers im Auslande gemacht hat. spiegelt sich auch in den telegraphisch hierher udermittelten Zeitungsouslaffungen wieder. Wen man vielsach auch eine gewisse Zurückhaltung deobachten kann, so ist der Gesammteindruck. man erhält, doch der, daß eine heraussordernde Bedeutung der Auslassung des Kaisers nicht beizumessen ist. Die„Neue Freie Presse“ sogt, aus des Kaisers Rede sei nicht herauszulesen, der Monarch beabsichtige, den Feinden Deutschlands durch einen schicksalsschweren Entschluß zuvorzukommen: dogegen spreche vor Allem die ganze deutsche Politik daraus. Die Wiener„Deutsche Zeitung weint, die Worte Kaiser Wilhelm's dekunden nur, doß die Höflichkeit des deutschen Kaisers, welche durch den Besuch in Peterhof geübt wurde, den Zaren von seiner anspruchsvollen Balkonpolitik nicht abzubringen vermochte. Die„Nowose Wremja“ registrirt den Inhalt der Frankfurter Kaiserrede ohne weitere Bemerkungen. Die Börsenzeitung glaudt, die Worte des Kaisers seien gesprochen, um den Franzosen etwalge Uusionen wecen Graf Mottke's Rücktritt zu benehmen. Die deutsche Petersburger Zig“ hofft, die deutliche Sprache Kaiser Wilhelm's werde jenseits der Vogesen verstanden werden. * Wie schon gemeldet, bringt der„Staatsanzeiger die amtliche Nachricht, daß der Staatsminister v Bötticher zum Vicepräsidenten des Staatsministeriums ernannt ist. Diese Stellung hatte bekanntlich vorher der entlassene Minister des Innern, Herr v. Puttkamer, inne, während Herr v Bötticher preußischer Staatsminister ohne ein besonderes Ressort war, wenn er auch das Ressort des Handelsministeriums, welches Fürst Bismarck nominell innehat, regelmäßig im Parlament vertrat. Der Schwerpunkt der politischen Wirksamkeit des Herrn v. Bötticher liegt ossenbar in seiner Stellung im Reichsdienste. Als Staatssecretär des Reichsamts des Innern ist er außerdem der Stellvertreter des Reichskanzlers, allerdings nicht mit dem Titel„Bicekanzler“, den Graf Otto Stolberg=Wernigerode eine Zeitlang als Stellvertreter des Reichskanzlers führte. Herr v. Bötticher ist also jetzt im Reichsdienst wie im Staatsdienst der Stellvertreter des Fürsten Bismarck als Reichskanzler und als Ministerpräsident. Die Ernennung desselben zum Viceptäsidenten des Staatsministeriums kommt allerdings etwas überraschend, am überraschendsten aber jedenfalls der freiconservativen Post, die zur selben Zeit, wo der„Staatsanz" die officielle Mittheilung von Bötticher's Ernennung bringt, in ihrer Cortellfreundlichkeit keinen Anderen, als— Herrn v. Bennigsen für den erledigten Posten eines Bicepräsidenten des Staatsministeriums prasentirt. Daß die Post aus die Berufung von Personen für so hohe Staatsämter Einfluß haben könnte. wird außer ihr wohl Niemand glauben, auffallend könnte es allensalls sein, daß die„Post hier ebenso wie vor Kurzem bei der Ernennung des Herrn Herrfurth zum Minister des Innern jene„Fühlung“ mit den Vorgangen in höheren Regionen vermissen läßt, mit der sie sich sonst gern brüftet. Uebrigens machen wir noch darauf aufmerksam, daß an den Namen des Herrn v. Bennigsen, der in den letzten Tagen anläßlich des Besuchs deim Fursten Bismaick wieder austaucht, sich seitens der mittelparteilichen Cartellbrüder manche Hoffaungen knupften, daß insbesondere der Hamd. Corr eine Ministercandidatur des Herrn v. Bennigsen, soweit gerade das Ministerium des Innern in Betracht kam, allerdings als im Widerspruch mit der altpreußischen„Tradition“ stehend, für aussichtslos erklärte, womit jedoch nicht der Gedanke an einen anderen Ministerposten oder gar an den Posten eines Vicepräsidenten des Staatsministeriums ausgeschlossen war. Sollte etwa Herrn v Bötticher'e Ernennung in dieser neuen„Bennigsen Frage" einen Fingerzeug dieten? * Hier ein nettes Prödchen von dem Gesinnungsadel und der Sittenreinheit der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“. In einem anscheinend ganz sachlich gehaltenen Artikel, der von der landwirtdschaftlichen Verwaltung in Preußen handelt und auf den ministeriellen Bericht darüber Bezug nimmt, weiß das genannte officiöse Blatt eine Reclame für die„Anglo=Continentalen(vormals Ohlendorff'schen) Guanowerke“ unterzubringen. Wie kommt diese Reclame in den politischen Theil des officiösen Blattes? Sehr einfach, antwortet darauf das„Berl. Tagebl.“ Die Famikie v. Ohlendorff die Hauptinteressentin jener Guanowerke, ist auch die Hauptbesitzerin der Actien der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". So wäscht eine Hand die andere. So mißbraucht die„Norddeutsche' ihre Stellung als officiöses Blatt, so mißbraucht sie einen ministeriellen Bericht zu geschäftlichen Zwecken, zur He bung der Guano=Speculation. Pecuna non olet(Geld riecht nicht). * Der Reichskanzler Fürst Bismarck wird, wie der Kreuzztg mitgetheilt wird. vorläufig nicht nach Berlin kommen. Das Innere des Reichskanzler Palais wird augendlicklich ein er theilweisen Erneuerung unterzogen, so daß aus dem Grunde an eine Uebersiedelung des Fürsten in der nächst n Zeit nicht gedacht werden kann, sondern, wie es heißt, erst im Spätterbst stattfinden dürfte. Od der Fürst einen Cur Aufenthalt in Kisfingen rehmen wird, darüber verloutet jetzt nichte. * In der Sitzung des Abgeorduetenhauses vom 1. Fedruar 1887 erklärte Minister v. Maybach:„Die Art, wir die Bergwerksabgabe erhoben wird, ist mir allerdings antipathisch, weil sie auf einer Grundlage erhoben wird, die wir sonst nicht kennen. Einer der Vorredner wünscht eine Art von Exportprämie durch Rückerstattung der Bergwerksabgabe. Ich gehe sogar noch weiter, ich wünsche die Beseitigung dieser Abgade.“ Diese Erklärung hat jetzt in den Kreisen der preußischen Bergwerks=Interessenten zu dem Entschlusse geführt, eine Petition um Beseitigung der Bergwerkssteuer an den Minister der öffentlichen Arbeiten zu richten. Die Bergwerksabgabe beträgt zwei Procent von dem Bruttowerth der gesammten Production, und dieser Bruttowerth wird in bergbaulichen Kreisen als ein ungeeigneter Maßstab für die Besteuerung erachtet. Auf die finanzielle Lage der Besitzer und den Gewinn oder Verlust des Betriebes wird keine Rücksicht genommen; es werden Bergwerke mit der Abgabe belastet, die überhaupt gar keinen Ueberschuß liefern. Bei den Steinkohlengruben in Westfalen stellt die Brutto=Abgabe von zwei Procent eine Steuer von 13½ Procent des Ueberschusses der Einnahmen über die Ausgaben des Be triebes dar. Preußen ist der einzige Staat, der noch an der Brutto Abgabe festhält, während z. B. Frankreich. Belgien und Oesterreich eine ReinertragsSteuer eingeführt haben. Wie die„Voss. Zig“ nun hört,„erkennt auch die preußische Staatsregierung an, daß die Brutto=Adgabe sich theoretisch nicht rechtsertigen läßt und auch praktische Bedenken hat. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist deshald schon seit längerer Zeit die Frage der Reform der bestehenden Bergwerks=Besteuerung in Erwägung gezogen worden. Es ist aber noch nicht gelungen, einen anderen zweckentsprechenden Modus der Besteuerung zu finden. Die Netto Besteuerung würde nur möglich sein, wenn man in den Betriebsplan und die Rechnungsbücher der Bergwerksbesitzer Einsicht nehmen wollte; allein hiervon glaubt die Staatsregierung Abstand neomen zu sollen. Die letztere wird auch dem mehrsach in bergbaulichen Kreisen hervorgetretenen Wunsche, daß die Abgabenpflichtigkeit durch Einführung einer Exportprämie erleichtert werden möchte, nicht Rechnung tragen, weil die Rückvergütung nur denjenigen Bergwerks=Unternehmungen zu Gute kommen würde, die in der Lage sind, Kohlen zu exvortiren, während den minder günstig gestellten Kohlenbergwerken, wie dem gesammten übrigen Bergbau, welcher der Bergwerkssteuer unterliegt, eine entsprechende Entlastung versagt bliebe. Gegen die Einführung eines Kohlenzolles aber dehuss Erleichterung der Abgabenpflichtigkeit hat sich wiederholt der Bundesrath erklätt weil sonst andere Staaten dem Beispiele solgen könnten und z. B. der schlesischen Kohlen=Industrie die Ledensader unterbunden würde, sobald Oesterreich sich entschieden gegen die Einfuhr von Kohlen schützte. Unter solchen Umständen ist es nicht unwahrscheinlich. daß die preußische Bergwerksabgabe durch eine Art Gewerbesteuer ersetzt werden wird." * König Malietoa, der abgesetzte deutschfeindliche Herrscher von Samoa, ward bekanntlich an Bord eines deutschen Kriegsschiffes nach Westafrika gebracht; jetzt befindet sich derselbe auf einem Hamburger Dampfer unterwegs nach Deutschland; was man hier mit ihm machen will, ist unbekannt. * Die„Nationakliderale Correspondenz“ wirft neuerdings ihre Ange nach den secessionistischen Elementen der freisinnigen Partei aus, um sie für die Nationallideralen einzufangen. Zufälligeweise hat nun ein Adgeordneter, welcher früher der secessionistischen Partei angehörte, Herr Karl Schrader, um dieselde Zeit in der„Nation“ einen Artikel veroffentlicht, der wohl als die Antwort auf diese Anzapsung angesehen werden kann. Wir beben daraus die folgende Stelle dervor „Preußen und Deutschland sind im Beginn einer ganz neuen Evoche der Geschichte. Die Männer, welche lange Zeit an leiner Spite gestanden baben, verschwinden einer nach dem andern, in kurzer Zeit wird Niemand von idnen mehr übrig sein. Wer kann sagen, od der letzte von idnen, der Reichskanzler. Reigung dat, noch die ganze Zeit bindurch, für welche setzt das Adgeordnetenhaus gewählt werden wird, die durch die letzten Beränderungen nicht leichter gewordgne Last der Regierung zu tragen? Gerade in den nächsten Jadren werden in Preußen und im Reiche die wichtigsten Dinge gescheden müssen. Sollte es da nicht auch denjenigen, weiche disder geglaudt daden. Alles dem Reichskanzler überlassen und eigenes Ueberlegen sich sparen zu können, an der Zeit zu sein scheinen, sich wieder an Selbständigkeit des Urtbeits zu gewöhnen und Abgeordnete mit eigener Meinung zu wädlen? Sollten nicht auch die gemäßigten Liberalen zu der Einsicht kommen, daß es allerdochste Zeit ist, aus eigener Kraft dem immer stärker werdenden Ansturm der reactionären Mächte sich entgegen zu stellen? Der Reichskanzler will oder kann es nicht, wie die Thatsachen beweisen. Ganz ungescheut und ungedindert wächst der Ankisemitismus, blüht die Heve gegen die Freimaurerei, gewinnt die protestantische Ortdodoxie und der katdolische Ultramontanismus im Leden, im Staate. in der Kirche und Schule Boden. Wem dies gefällt, der mag weiter stillschweigen oder zusauchzen, aber die gößte Menge der deutschen Nation dilligt es keineswegs; sie dat es über sich ergeden lassen in der Hoffnung, daß es odne ihr Zuthun bald anders werden würde. Aber schon wächst die Jugend in diese Zustände so dinein, daß sie dieselden natürlich und wünschenswertd findet und daß sie, wenn demnächst doch die unvermeidlichen Consequenzen unleidlich werden, die Kraft hat, ihnen entgegenzutreten. Jedes Jahr des Aufschudes schwert die Rückkehr zu anderen können leicht fünf Jahre Zuständen ihre lang eine willige und diese eir zur legislatorische Maßregeln stellen, welche auch den gemäßigtsten Lidere nicht zusagen. Eine ausreichende Bürgschaft dafür, daß diese Medrbeit nicht geltend machen würde, kann Niemand geben. Wenn nicht### täuscht, so wird freilich den Freisinnigen allein der Kampf überlaf bleiden, und sie werden dafür noch angegriffen und verfolgt werden derjenigen Partei, welche an ihrer Seite stehen sollte, da es gerade das vertheidigen ailt was mitgeschaffen zu haben jene sich zum besonde Ruhme mit Recht anrechnet" Das Berl. Tagebl.“ hält diese Antwort für eine bündige Absage. will bedünken, als offenbare sie doch noch eine stille Liebe und die gehe Hoffnung auf eine Verständigung. Wenigstens ist die Phrase von e Vordringen des„katholischen Ultramontanismus“ vielsagend. Oesterreich=Ungarn. * Wien, 18. August. Aus der bereits erwähnten sehr langen entschiedenen Antwort des Cardinals Simor an Minister Trefe citiren wir folgende Sätze: „Ich habe die sehr geschätzte Zuschrift Ew. Excellenz vom 8. d. Mi Z. 26 428 empfangen. Aus ihrem Tone muß ich schließen, daß in ohne jede begründete Ursache so sehr überschätzten Angelegenheit der 2 nauer Präparandie Ew. Excellenz Jene, deren Pflicht es gewesen wa den wirklichen Sachverhalt vorzutragen und so vielen unangenehmen M verständnissen vorzubeugen, nicht mit ganz unpartetischen und object Insormationen gedient haben. Uebrigens wird weder dieser noch der dere Umstand, daß odige geehrte Zuschrift— ich weiß nicht, aus weld Grunde— gleichzeitig auch in den Blättern veröffentlicht wurde und sehr geschätzte Verfügung Ew. Eccellenz hinausgegeben worden, ohne dieselbe mir, als der vorgesetzten kirchlichen Behörde der Tyrnauer katbe schen Lehrerpräparandie, vorder mitgetheilt worden wäre, mich daran hindern, daß ich meine Ansichten über die Angelegenbeit mit ernster O sectivität, mit voller Offenheit und mit jener Achtung vortrage, wei Ew. Excellenz. als einem der Vertreter der im Lande gesetzlich bestehen Macht, jeder Bürger des Vaterlandes und so auch ich schuldig bin, es nie in den Sinn gekommen ist, wegen persönlicher Kleinlichkeiten culturellen Wirten Eurer Excellenz Hindernisse zu bereiten oder jenes sehen zu schwächen, welches die Regierung überall, besonders in unse Vaterlande, so sehr nöthig hat; ich könnte das um so weniger thun, die göttliche Vorsehung auch mich auf eine solche Stelle erhob, ebenso sehr au die Werthschätzung und Achtung angewiesen ist un dieselbe ein Recht hat, damit sie den Staat in der Erfüllung seinern tigen Aufgaben unterstützen könne und im Vereine mit ihm auch ihre habene Aufgate erfüllen könne. Nach dieser Erklärung sei es mir stattet, auf den Tyrnauer Fall selbst überzugeben, der eigentlich culminirt, ob in der Tyrnauer katholischen Lehrerpräparandie im S der bestehenden Landesgesetze und der auf Grund derselben durch Excellenz bisher herausgegebenen Verordnungen und Instructionen d königlichen Schulinspector das Recht zuste auch die Lebrbefäbigungs=Divlome zu unte sertigen oder nicht? Oder mit anderen Worten, ob zu durch mich immer in Ehren gehaltenen und respectirten Aufsichtsrecht Staates, so wie es die jetzigen Gesetze und Berordnungen regeln, auch Recht der Unter zeichnung der Lehrbesädigungsdiplome in solcden conse nellen Lehrerprävarandien gebört, wie die Tornzuer eine ist? Dem des 18 Geseyntilels vom Jadre 1868 gemäß können„die im Lande findlichen Confessionen auf die durch das Gesetz vorgeschriebene öffentliche Volksunterrichts. Lebranstalten errichten und erhalten,“ also die Katdoliken. Nach dem in Rede stevenden Gesetzartikel gevoren zu Volksunterrichts=Ledranstalten auch die„Lebrervräparandien“; es be die Confessionen, daber auch die Katdoliken, das Recht, aucd solche zu richten, doch sind auch diese der Aufsicht des Staates unterworfen ist die Frage: worin besteht diese Aufsicht? Noch§ 14 ist es das und das Amt der Regierung:„ auch die confessionellen Schulen ihre Organe von Zeit zu Zeit besuchen lassen: d. streuge darüber wachen, daß die in den§S 11, 12 und 13 enthaltenen Bedingungen vü lich erfüllt werden; c. sich davon Ueberzeugung zu verschaffen, ob die bei senden Bedörden jene Pflicht erfüllen, daß sie die sichere Anlegung Schulvermögens und die bestimmungsgemäße Berwendung desselden aufsichtigen" Ja diesen Verfügungen des Gesetzes ist nichts Derartiges entbo. was sich auf die Ledrvefäbigungs=Diolome bezieden## vielleicht werden die Instructionen mit einer Auftlarung dienen in dieser. übrigens sehr klaren Instruction nnde ich Richts. was sich die Unterfertigung der Lehrbesäbigungs diplome bezöge. Dader weiter Bestimmungen unserer Gesetze und den Instructionen Ew. Excellen; gend, gelange ich zum Geserzartikel 18 vom Jahre 1879. welchen u. esetzgeder zu dem Ende schusen, damit jedem Staatsbürger die ger Gelegenbeit zur Aneignung der ungarischen Sprache alt Sprache des Staates geboten werde. und über welcden, wie sich En. cellenz gewiß zu erinnern geruben wird, anläßlich der Verhandlung Oderbause die anwesenden Bischöfe erklärten, dag sie mit derzlicher Be willigkeit demselden zustimmen, weil sie darin einen nothwendigen mächtigen Factor der Consolidirung des ungarischen Staatetz erblicken diesem Gesetze ist schon klar die folgende Verfügung entdalten:„Bei Lebrerpräparandien, in welchen die Unterrichtsspracke Kleines Feuilleton. □ P. Hausherr S. J. f.— Zu Kerkrade in Holland stard dieser Tage(am 14 August) der verehrte und verdiente, durch seine zahlreichen und weitverbreiteten Erbauungsschriften allgemein bekannte Jesuit npater Meichior Hausherr nach langjähriger Krankheit. Er war im Jahre 1830 zu Cham in der Schweiz gedoren, 1849 in die Gesellschaft Jesu getreten und 1859 in Paderdorn zum Priester geweiht. Der nun Verewigte genoß nicht bloß in hohem Grade das Zutrauen seiner Odern. welche ihn sofort nach Beendigung seiner Studien zu wichtigen Aemtern beriesen, sondern er verstand es auch in hohem Maße, sich das Vertrauen und die Liebe Aller zu erwerben, die ihm nahten. Obwohl äußerst beschäftigt mit den Odliegenheiten seiner Ordensämter, sand er immer noch Zeit und Muße zur Abfassung einer ganzen Reihe von erbaulichen Schriften, Gebets= und Andachtsbüchern, darunter Lebensbeschreibungen der heiligen Rodriguez. Aloysius, Stanislaus, Joh. Beichman's und einer Anzahl von Laiendrüdern seines Ordens. Die letzten Jahre seines Ledens waren ausschließlich den Studien und Arbeiten für die Herz=JesuAndacht gewidmet, und erst vier Stunden vor seinem Tode legte er die Feder nieder. Seine letzte Publication war eine neue, erläuterte Ausgabe eines Herz=Jesu=Buches von P Croiset, die vorletzte bildete der rasch beliebt gewordene und bereits in drei Auflagen erschienene=Perlenkranz aus der Schatzkammer des Herzens Jesu= nach den Schriften und Briesen der seligen Margaretha Moria Alacoque. .„.„Die alteste Fahne der preußischen Armee besitzt das zweite Bataillon des Kaiser Alexander=Regiments. Dieselde war ursprünglich die Fahne der unter dem Kurfürsten Georg Wilhelm im Jahre 1619 errichteten kurfürstlichen Garde zu Fuß, aus welcher die 5. und 6. Compagnie hervorgingen, während die andere Hälfte des Bataillons das unter dem Großen Kurfürsten im Jahre 1685 gegründete 2. Ostpreußische Grenadier= Regiment Nr. 3 zur Skammtruppe hat. Zum Andenken an die frübe Gründung verlieb König Friedrich Wilhelm III. 1833 dem Bataillon das Jahnenband, welches die Inschrift trägt:„Errichtet 1619 und 1685“ und mit den anfangsduchstaben der Kurfürsten Georg Wilbelm und Friedrich Wilhelm geziert ist. Zu dem Eisernen Kreuz von 1814 kam zur Erinnean„Gieg von Schle, wig bei der großen Fahnenweide in Berlin 1861 das Band des Militär=Ehrenzeichens mit goldenen Schwertern. Außer den Kriegsdecorationen hat die Fahne noch das russische Fahnenband des St. Georgs=Ordens. * U e b e r d i e V e r b r e i t u n g d e r T o l l w u t h i n d e n l e t z t e n v i e r Jahren in Preußen enthält der Bericht der landwirthschaftlichen Verwaltung nähere Angaben, denen wir Folgendes entnehmen:„Die Zahl der ortsangehörigen Hunde, bei denen die Tollwuth festgestellt wurde, zeigt keine erheblichen Schwankungen und wich auch nicht wesentlich von der für das voraufgegangene Jahr ermittelten ab. Mithin ist die Abnahme der Tollwutderkrankungen, welche sich früher demerklich machte, nicht weiter fortgeschritten. Es erkrankten und fielen an der Tollwuth oder wurden desdalb getödtet 1884—1880 352, 1885—1886 326, 1886—1887 386. Die steigende Zahl der getödteten Hunde, welche mit tollkranken in näbere Berührung gekommen oder von solchen gebissen worden waren(759, 822 1247) zeigt, daß diese Maßregel eine ihrer Wichtigkeit entsprechende Beachtung gefunden hat. Von den tollwuthkranken ortsangehörigen Hunden entfallen in den drei Jahren vom 1. August 1884 bis dabin 1887 61.64, 70.00 und 86.79 pCt. auf die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Posen und Schlesien. Die Verbreitung der Krankheit in den an Rußland grenzenden Provinzen ist mithin von Jahr zu Jahr gestiegen, während dieselbe in allen übrigen Landestheilen abgenommen hat. Ziebt man in Betracht, daß die bei Weitem zahlreichsten Erkrankungen von ortsangehörigen Hunden durch den Biß kranker, derrenlos umderschweisender Hunde veranlaßt worden sind und daß von den letzteren ein sehr beträchtlicher Theil(71.19. 70.00, 87.28 o0t auf die genannten vier Grenzprovinzen entfällt. so scheint die bäufig wiedertedrende Bedauptung, daß die bedeutende und steigende Verdreitung der Tollwutd in den östlichen Grenzprovinzen dauptsächlich auf die steis erneute Einschleppung der Krankdeit durch aus Rußland übertretende tollwutdkranke Hunde zurückzufüdren sei. nicht des tdatsächlichen Anhalts zu entdehren. Jedoch waren die unmittelbar an Rußland grenzenden Kreise im Allgemeinen nicht auffallend weiter durch die Tollwutd verseucht, als die Binnenkreise der genannten Provinzen. Auch ist der starken Verdreitung der Seuche in diesen Provinzen förderlich, daß dier noch däufiger als in anderen Landestbeilen nuplose, schlecht verpflegte und wenig deaussichtigte Hunde von der ländlichen Bevölkerung gedalten werden. Dieses auch in anderen Landestbeilen noch vorkommende Halten von nutzlosen und schlecht gedaltenen Hunden. in Verdindung mit der Abneigung vieler Hundebesitzer gegen die zur Tilgung der Tollwutd ange ordneten Maßregeln, vergrößert erbeblich die Schwierigkeiten, auf welche die Unterdrückung der Tollwutd stößt.“ * In letzter Zeit ist in Bezug auf Afrika=Angelegenbeiten der Königder Belaier wieder oft genannt worden: neuerdings dat er vom Neuen Adgesandte auch nach Ost=Afrika geschickt, odne daß man überdaupt weiß, welche Adsichten Leopold II. dort verfolgt Die gegenwärtige Thätigkeit, welche von Belgien aus entwickelt wird, läßt sich aber theilweise erklären. Zu Brüssel berricht zur Zeit volle Befriedigung über den Verlauf und den Stand der Dinge in Afrika, insbesondere im Congostaate. Zunächst sind die Finanzen dieses Staates jetzt sehr günstig; bekanntlich hat Frankreich auf Grund eines Abkommens von 1885 die Prämienlotterien des Congostaates auf seinem Gediete zugelassen. Die erste Serie der Loose im Betrage von 10 Millionen Francs ist bereits vergeben und die Verloosung erfolgt. Es sollen nach und nach für 150 Millionen Francs solcher Papiere ausgegeben werden, aus denen dem Congostaate ein Reingewinn von ungefähr 8 Millionen Francs verbleidt. Dazu kommen noch die 1“ Millionen Francs, welche Leopold II. jährlich dafür ausgesetzt hat, dann die am unteren Congo erbobenen Zölle im Betrage von über 300000 Francs, so daß sich damit das Gesammteinkommen in kurzer Zeit auf 3 Millionen Francs belaufen wird. Da der Congostaat bis jetzt eine Ausgabe von 1 890000 Francs jährlich hat, wie der Director Banning aus dem Brüsseler Ministerium in seiner soeben erschienenen Schrift„Le partage politique de I'Afrigue“ ausführlich darlegt, so bleiden dann erbebliche Summen für Ameliorationen und Aednliches zu verwenden. So beadsichtigt König Leovold II., drei befestigte Lager gegen die Araber anzulegen. Zunächst soll demnächst die ver zwei Jahren von den Arabern zerstörte Fallsstation wieder an den Congostaat übergeben werden und darauf das erste defestigte Lager dergestellt werden: ein zweites wird seine Stelle am Lualaba erhalten, dem oberen Congo, auf dessen östlichem Ufer zahlreiche aradische Niederlassungen vorhanden sind. Das dritte Lager würde weiter westlich, etwa nach Luluaburg. verlegt werden. Weiterhin hat man die Beobachtung gemacht, daß am Congo für alle möglichen Arbeiten dinreichende Arbeitskräfte zu finden sind. Die Eingeborenen haben gelernt, welche Vortbeile ihnen die Arbeit bei den Weißen bringt; sie melden sich in übergroßer Anzahl, nur besitzen sie keine große Ausdauer, nach einigen Wochen Arbeit ziehen sie mit idrem Lohne wieder ab, werden aber immer durch Neuankommende ersetzt. Dann besteht jetzt am unteren Congo eine beträchtliche Rindviebzucht, während es früder hieß, daß Rinder dort gar nicht existiren könnten. Die Stationen besitzen sämmtlich Rinderbeerden dis zu 250 Stück, auch Factoreien und Privatniederlassungen haben einen reichlichen und sich stetig mebrenden Rindviedbestand, dessen Unterbaltung nichts kostet. Endlich bat der belgische Geologe Ditpont bei seinen eingebenden wissenschaftlichen Untersachungen gefunden und bewiesen, daß der Boden am unteren Congo zwar aus Laterit besteht, aber mit einem Alluvium von 1—2 Meter Mächtigkeit bedeckt ist, welches eine Cultur des Bodens gestattet und reichlichen Ertrag verspricht. Damit ist der Congodäunigere Verwendung zuiar abdängig ist, als der Fesseld## Luft. da wun in der stark din staat in eine günstige Lage gekommen, weiche von keinem Colonial nehmen in den Troven erreicht oder gar übertrossen wird * Die Versuche mit dem lenkbaren Luftschiff, welche französischen Capitäns Renard und Kreds in ausgebehntem Maße un# nommen daben, sind bisder noch nicht von solchen Erfolgen begleite### wesen, um dieselden dem militärischen Luftschifffadrtswesen einzuverien Dagegen ist man bezüglich des gefesselten Luftschisses in zu reich zu einem Abschluß gelangt. indem jedes Armeecoros mil Fesseldallon=Abtbeilung verieden wurde. Die Ausrüstung einer bestedt aus einem Ballon, welcher aus Seidengewede, das durch lust= und wasserdicht gemacht ist, dergestellt wird. Sodann geböri Adtbeilung ein fahrbarer Apparat zur Erzeugung den Wassersten mittels Zersetzung des Wassers durch Ersen und Schwefelsäure. eine Damofmaschine, die den mechautschen Welldaum für die Fessel steigungen in Betrieb setzt; ein photdograndischer Arparat. der Gondel des Ballons defestigt ist, und schl##ßlich ein Fernioretder dem ausgestiegenen Officier gestattet, mt den auf der Erde Zuruck# denen sich in Verbindung zu erhalten. Die desderige BersuchssiellLuftschifffadrt zu Calais führt nunmehr den Ramen„Central=Werlfür Militär=Luftschifffahrt“. Es ist übrigens darauf denzuwersen.#### Freifadrtballon eine viel leichtere und derselbe von der Witterung weniger a Dieser bedarf einer möglichst rudigen Luft. da— derschwankenden Gondel und bei dem Seitwärts= und Heraddrucke Ballons durch Windstöße eine Beodachtung fast unmöglich m. Zu dungszwecken wird allerdings nur der Fesseldallon denngt werden in da die Rückkehr von der Landungsstelle des Freifahrtdasons zur Ab### stelle in den seltensten Füllen odne große Schwierizkeit zu ermöst sein wird. Immerdin, schreidt man der K. Z'. int durch die end#### Einfüdrung des Fesseldallons bei sämmtlichen franzbrichen Arme#n ein neuer Factor in dem milikärischen Erkundungs= und Beodacktn wesen dervorgetreten, mit weichem die Herresverwaltungen aller staaten zu reihnen baben werden. 7. Im Verlage von J. V. Bachem in Köln erscheen ver Lu# Gesundbeits=Compak. Emn Lehrducklein für jedes Wenkind, dem seine Gesundbeit lied und wertd ist, mit desonderer Beruc gung des Arbeiterstandes. Von Richard Bertram. Das Sarentstammt der Feder desselden Autors, wie die Belkr#crusten: Un für den verbeiratdeten Arbeiter. Compaß für den jungen ArdCompaß für die Södne Kolving'““, die dereits in eime 50#000 Exem.abgesetzt sind. Der„Gesundbeits=Compaß bildet die Ergänzung Compasse, dat auch denselben Umfang und diefelde Ruestattung. Aus Preis aller vier Compasse stellt sich gleich is 40 Vsa) und werden Bezug einer größeren Anzadl von Exemplaren, betiebeg gemiscdt. preise gewührt. Es kosten, gut gedunden, 25 Exrmstare 9 Mark plare 16 Mark. 100 Exemplare 28 Mark. 500 Exempare 12 1000 Exemplare 220 Mark. Alle Buckdandlungen nedenen zu Preisen Bestellungen an. ebenso der Verleger. Das Bäcklein II ansorechend und klar geschrieden, indaltlich wieder und weerder von: kannten Fachleuten geprüft, und enthült in knarder,#esseinder Fülle praktischer Ledren. Richt dloß der Arbeiter und Lundwer### jeder Laie wird es mit Interesse lesen und verl deraus lernen Die Vereinspräsides werden richen Stoff für Verträge daraus die Arbeitgeder, die Vereine. Krankencassen 2. werden es L## zwear= als Ledr= und Lesed##chlein verdreiten, sei es, daß sie es schenken##### dilligerem Partie= Preise verkaufen, sei es. daß sie es in größerer unter den Arbeitern a. B den Kranken lei##re anentren lassen Büchlein wird so großen Sagen stiften und dir gerinden Auslagen sich reichlich ausgleichen. Die Rozierung zu Wänster#0 Schrisichen„wegen der Trefflichkeit seines Indolis Irdem auf? 9 empfobten. die ungarische ist Schulinspectors während der Besädigungs=Brütungen im inspectors oder seines durch d ters gebalten und können die 1882 ab auch durch ihn unter den, wenn die Brüfungableg im Sinne des gegenwärtigen Mit diesem Gesetze stimn treffs Durchführung des 18 Juni desselden Jahres, zud deren zweiter Abschnitt schon Gesetz selbst, sich auf die conie ungarischer Unterricht## der Lage, zu bemerken, daß# zweiten Abschnittes der Inst anstalten mit nicht ungarische Lehrerpräparandie aber ist ein Unterrichtssprache### welche staatliche Lehrerpräparon Ich dabe die Tornauer einer ganz ungarische von der ersten Classe angesange lich ungarisch gelehrt und die wird, der Professor ist gar kein mächtig, die Zöglinge conen ersten Classe beherrschen sie die bezüglich ihres Fühlens sind si. Beleidigung halten würden. wei würde... Somit wird die T## von dem citirten Gesetze, noch denn dieselbe war bereits ungar ins Leben gerufen worden das einseben, daß die eden ern Berordnung auf die Prävaran# Ich finde demnach in all einen einzigen Buchstaben, wor Schulinspector in der Tornau wesen wäre, die Lehrdefädign irector die Weisung gehabt#1 vergeben. So war der# ihres 1887—88, als zwei unte üigliche Schulinivector Emd. betrefis der Aueudu erhielt der Tire# rapbische Weisung, daß den habe er kein Verfügungsr. ellenz den königlichen Scu a, daß er auch die LehrtExcellenz mich als eandie stebende und einrg con eueren Verordnung uer mit auch gar keine Kennt: ir nicht in der glücklichen ## Excellenz mittheilen zu! inholenden Director an. der## on Ew. Excellenz unterm hrdnung und der dem Schulin nit denselden vollkommen. seltung zu bleiben babe, weic such bei diesem Anlasse die sie Zöglinge Fragen richtete. uß ausüdte und die Mair“ ei dieser Gelegenheit dem kon verreicht, doch verweigerte er Dies ist der Thatbestand ersönliche Angelegenbeit u. urch dieselbe das Aufsichtsre= racht zwischen den beiden## Vertreter Euer Excellenz werde ich dafür Sorge 11 xcellenz belieben ferner in aß der königliche Schulinspeci### ngewiesen worden#ei. süßte ich folgern, daß er aud ruction erhalten dabe. Gestat serten, dan icd so wie von der nstructionen Ew. Excellenz n din. Ich wein, daß von de lbigungs=Diplome anders Fcellenz in meinen Prar ordnungen abweichend. di. 11 der an den Kaloscaer Cart bl 17533 1886 gerichteten unsch auszudrücken, daß droger Schulinspector den übung dieser Rechie nich: lgt, daß Ew. Excellenz die 1. sich dort nur als„wünsch Die Tyrnauer katdoliche der gegenüber wie immer u. Die Anstalt ist eine Verbreitung der Cultur ##d eben darum ist es weder in den bestehenden Gesei nstalt gegenüber noch andere ## nicht einmal über die Nai mehr als dieses fordert. bergebends wenigstens Jen stalten einen Theil der Sar der Verbreitung der ungar Im Uebrigen versichere 4 n Katboliten der gesetzman. gends Hindernisse in den die Staatsgewalt sich an de eifrige Arbeiter sie au #olischen Anstalten besiz! Paris 19. August a“, datten sich in Por ###ete eingefunden, um de E#rdings sehlten die meiste Aidoie, der Margnis de ia Nrure der zwei größten B# rie. und war dee Tich denen Mitgliedern der in chneten, brim Dessert die Pigten Abeufenden anget. Htmann, mit letter. san: Kaserreichs ermnnerte un wede Bertomntung wehr auf wurde eine Adressea Schert den jungen Präter warger und sehnt die Stu patrotische Werk Napolen Diese Adresse wurde „Watteville — Boulande Poti#ei und Gragnon, de dem Bahnhof Kanden, Blanger!“ schrieen. Dem gs übemeicht. Anf der geduggen statt Der Srie auf Befragen nach sei mit großer M. s zuruckgekehrt.— Dem haber des 14 Com= dre neuen Garnisonen u! dungen der Maurer.# man in diesen Kreisen Gestern wollten drer Kordes verdächtigen Me site den Menschen mu u erlitten. Der zu geden uibchnbes RRL2967 rfügung en Libera Medrbeit nicht# überla werden erade das ldsage die e von ein die ungartsche ist, werden außer den verwodischen Besuchen des Schulinspectors wädrend des Unterrichtes sowohl die Jahres=, wie die Besätigungs=Prütungen im Beisein und unter Theitnahme des Schulinspertors oder seines durch den Unterrichtsminister ernannten Stellvertreters gehalten und iönnen die Lehrbefädigungs=Diplome vom 30. Juni 1882 ab auch durch ihn unterfertigt, nur in dem Falle ausgefolgt werden, wenn die Prüfungablegenden die Kenntniß der ungarischen Sprache im Sinne des gegenwärtigen Gesetzes gebörig besitzen.“(. 6. Punkt 1.) Mu diesem Gesetze stimmt vollkommen jene durch Ew. Excellenz betreffs Durchführung des 18. Gesetzartikels vom Jahre 1879 unterm 29. Juni desselben Jahres, end Zahl 17 284, berausgegebene Instruction, deren zweiter Abschnitt schon auch in seinem Titel zeigt, daß er, wie das Gesetz selbst, sich auf die confessionellen Lehrerpräparandien mit nichtungarischer Unterrichtssprache beziedt.... Schon früher war ich in der Lage, zu bemerken, daß das Gesetz selbst und später die Titel des zweiten Abschnittes der Instruction von den confessionellen Bildungsanstalten mit nicht ungarischer Unterrichtssprache spricht; die Tornauer Ledrerpräparandie aber ist ein ebensolches Institut mit ungarischer Unterrichtssprache wie die Debrecziner oder Szegediner oder welche staatliche Lehrerpräparandie immer. Ich habe die Tyrnauer Lehrerpräparandie schon vor 1879 zu einer ganz ungarischen gemacht, so sehr, daß in derselben genstand ausschließnicht vorgetragen ar keiner anderen als der ungarischen Sprache mächtig, die Zöglinge conversiren nur ungarisch untereinander, schon in der ersten Classe beherrschen sie die ungarische Sprache vollkommen, und auch bezüglich ihres Fühlens sind sie solche Ungarn, daß sie es für die größte einer ganz ungarischen gemacht, so sehr, daß von der ersten Classe angefangen jeder einzelne Lehrgegenste lich ungarisch gelehrt und die slovakische Sprache gar nich wird, der Professor ist gar keiner anderen als der ungar langen Treso 8. d. Mi daß in 1 der T wesen wä edmen M d objectin uus wesche Beleidigung halten würden, wenn Jemand an ihrem Ungarthum zweifeln un wurde.... Somit wird die Tyrnauer katholische Lehrerpräparandie weder von dem citirten Gesetze, noch von der ministeriellen Instruction berührt, denn dieselbe war bereits ungarisch, bevor jenes Gesetz noch geschaffen oder umiun#### ins Leben gerufen worden ist.... So aber werden Ew Excellenz auch ernster Hun dus einsehen, daß die eben erwädnten Verfügungen des Gesetzes und der Verordnung auf die Prävarandie keinen Bezug haben können.... Ich finde demnach in all' diesen Gesetzen und Instructionen nicht einen einzigen Buchstaben, woraus ich folgern könnte, daß der königliche Schulinspector in der Tyrnauer katbolischen Lehrerpräparandie berechtigt gewesen wäre, die Lehrbefädigungsdiplome zu unterschreiben, oder daß der irector die Weisung gehabt hätte, dieselben ihm zu diesem Behufe zu übergeben. So war der Zustand bis zum Ende des verflossenen Schuljahres 1887—88, als zwei untergeordnete Organe, mein Director und der königliche Schulinspector Ew. Evcellenz vor den Lehrbefädigungsprüfungen, betreffs der Ausübung des Aussichtsrechtes einen Disput hatten: meinerseits erhielt der Director Domderr Michael Barga die telegrapdische Weisung, daß dem Schulinspector ein Aussichtsrecht zustede, doch dabe er kein Verfügungsrecht. Später wurde mir berichtet, daß Ew. Excellenz den königlichen Schulinspector angeblich telegrapdisch angewiesen haben, daß er auch die Lehrbefähigungsdiplome unterschreide. Da jedoch Ew Excellenz mich als die über der Tyrnauer katbolischen Ledrorävarandie stebende und einzeg competente kirchliche Oderbebörde von dieser neueren Verordnung nie verständigt haben und ich von derselden somit auch gar keine Kenntniß haben konnte, so konnte ich denn auch bisder nicht in der glücklichen Lage sein, meine einschlägigen Bemerkungen Ew Excellenz mittheilen zu können, und ich wies zufolge dessen den Ratd einholenden Director an, daß die bisderige, das beißt die auf Grund des von Ew. Excellenz unterm 23. December 1885 and Z. 7079 erlassene Verordnung und der dem Schulinspector ertheilten Instruction initiirte und mit denselden vollkommen übereinstimmende Praxis auch fernerdin in Geltung zu bleiben habe, welcher entsorechend der königliche Schulinspector auch bei diesem Anlasse die Vorträge ohne jede Behinderung anbörte, an die Zöglinge Fragen richtete, auf die Festsetzung der Classificationen Einfluß ausüdle und die Matrikel unterfertigte. Auch das Protokoll wurde bei dieser Gelegenheit dem königlichen Schulinspector behufs Unterfertigung überreicht, doch verweigerte er die Unterschrift odne jede Motivirung Dies ist der Thatbestand: was überdies geschad, mag die private und persönliche Angelegenheit unserer beiderseitigen Vertreter sein; doch wird surcd dieselbe das Aufsichtsrecht des Staates nicht verletzt und die Eintracht zwischen den beiden Bedörden nicht getrüdt. Wenn krotz alledem uder Vertreter Euer Excellenz auf irgend eine Weise deleidigt worden wäre. sselben werde ich dafür Sorge tragen, daß er Genugtbuung erhalte. Ener Excellenz belieben ferner in Ihrer gegenwärtigen Zuschrift zu bemerken. daß der königliche Schulinspector auch bei dieser Gelegenheit desonders ngewiesen worden sei. die Diplome zu unterschreiben: dieraus mußle ich folgern, daß er auch schon früder bei anderen Anlässen diese Instruction erhalten dabe. Gestatten mir Ew. Excellenz achtungsvoll zu benerken, daß ich so wie von der neuesten Instruction, auch von den früberen Instructionen Ew. Excellenz niemals in Kenntniß gesetzt woren din. Ich weiß, daß von der Unterfertigungs=Angelegenbeit der Ledrefähigungs=Diplome anderswo schon früher die Rede war, doch daden ir Excellenz in meinen Präparandien niemals, von Ihren bisderigen Verordnungen abweichend, die Unterfertigung der Diplome gewünscht, und n der an den Kaloscaer Cardinal=Erzbischof unterm 7. Mai 1887 sub Zabl 17533 1886 gerichteten Zuschrift beliebten Sie nur so viel als Bunsch auszudrücken, daß es„wünschenswerth wäre, daß der Baessodroger Schulinspector den Kaloscaer Prävarandien gegenüder in der lusüdung dieser Rechte nicht behindert würde", waraus auch noch das Agt, daß Ew. Excellenz die Unterfertigung der Lehrbefädigungs=Diplome uch dort nur als„wünschenswertb“ zu bezeichnen beliebten. Die Tornauer katbolische Lebrerpräparandie ist keine solche Anstalt, velcher gegenüber wie immer geartete Ausnahmsverfügungen von Nötden vären. Die Anstalt ist eine treue Helferin des ungarischen Staates in er Verbreitung der Cultur und in der Pflege der nationalen Interessen. nd eben darum ist es weder recht noch billig, daß die Staatsgewalt über e in den bestehenden Gesetzen gewährleisteten Rechte einer ungarischen Instalt gegenüber noch andere, größere fordere, als jene sind, die sie vielicht nicht einmal über die Nationalitätsanstalten ausübt; wenn sie aber och mehr als dieses fordert, so ist es billig, daß sie diese Forderungen ordergedends wenigstens Jenen mittheile, die mit der Erbaltung solcher nstalten einen Theil der Staatslasten gern auf sich nehmen und freudig m der Verbreitung der ungarischen Cultur mitwirken. Im Uebrigen versichere ich Ew. Excellenz wiederholt, daß die ungariKatboliken der gesetzmäßigen Ausüdung des staatlichen Aussichtsrechtes firgends Hindernisse in den Weg legen, sich sogar freuen, wenn sie seben. aß die Staatsgewalt sich auch aus unmittelbarer Erfahrung überzeugt, selche eifrige Arbeiter sie auf dem Gebiete der nationalen Cultur in den stbolischen Anstalten besitzt.“ enthalt sen wür s sich weiter ellenz en un e geder e als Ew. dlung—.. er Berdigen slicken. Bei rückgebl stelle Wert daß zuläßt. gels bin= rücken zu Erh n kom mögten ndgtih ineech achtm Kur Reniche ist on orm e rtamas Longs schörtg beckuls oder rer 3 Frankreich. Paris, 19. August. Am 15 August, als dem„Napoleonslag“, hatten sich in Paris etwa 1200 Personen zu einem FruhstücksInkete eingesunden, um den großen Gedenktag des Kuserreichs zu seiern. lerdings sehlten die meisten bekannten Führer, Paul de Cassagnac und olibois, der Marqnis de la Valette, wie Clement de Royer und die Re###eure der zwei größten Pariser Blätter der Partei, des„Poys“ und der Patrie, und war die Tischgesellschaft vorwiegend zusammengesetzt aus bebeidenen Mitgliedern der imperialistischen Comités, die es sich zur Ehre Frechneten, beim Dessert die Entschuldigungsbriefe der derühmten oder bewotigten Adwesenden anzuhören. Als der ehemalige Seinepräfect, Baron Futzmann, mut letser, fost unverständlicher Stimme an die schönen Tage # s c a s s e r r e i c h s e r i n n e r t e u n d d a r a n H o f f n u n g e n f ü r d i e Z u k u n f t k n ü p f t e, Siie die Versammlung mehrere Mole nacheinander„Hoch lebe der Kaiser!“ merauf wurde eine Adresse an den Prinzen Victor angenommen. Dieselbe #sichert den jungen Prätendenten der unabänderlichen Hingebung seiner Pharger und sehnt die Stunde herbei, da Prinz Bictor auf dem Throne vatriotische Werk Napoleon's 1. und Napoleon's III. wird fortsetzen ven. Diese Adresse wurde sofort nach Brüssel telegraphirt „ Vatteville ist in Freiheit gesetzt, aber die Untersuchung wird ##### Boulanger ist um 4 Uhr früh in Paris angekomnen. g“ sonlze und Gragnon, der Chef der Sicherheitspolizei, waren zugegen. ##r dem Bahnhof standen, lt. c. Z“, etwa 300 Neugierige, die„Hoch Pilanger schrieen. Dem„braven General“ wurde auch ein Nelkengeus überreicht. Auf den Boulevards fanden ähnliche unbedeutende ###gebungen statt. Der boulangistisch gesinnte Abgeordnete Turquet Befragen nach dem Ergebniß der Wablreise, die Wahl BouK9.78##i, mu groner Mehrheit gesichert.— Freyeinet ist nach rüchkgereon.— Dem„Temps“ zufolge hat sich Freyeinet mit dem AEhader des 14. Corps in Lyon verständigt, die Alpentruppen alsbald Plare neuen Garnisonen überzuführen.— Heute sanden mehrere BeEichungen der Maurer, Kunsttischler und Schreiner statt. Es scheint, in diesen Kreisen einer allgemeinen Arbeitseinstellung obgeneigt ###tern wollten vier Gendarmen in Corbini auf Corsica einen Mordes verdächtigen Menschen festnehmen. Die Bevölkerung aber Wie den Aenschen mit Gewalt, wobei die Gendarmen viele VerF#rgen erlitten. Die Stadtverwaltung weigerte sich, den Gendarmen Locale . Es kumn nicht grung grtigt wrcden, doßt uoch düusig manche Leute die Körper verendeter Thiere einsach über die erste beste Hecke oder auf das nächste Grundstück wersen. Lesen wir doch so oft von Todes= und Erkrankungsfällen in Folge von gistigen Flieg stichen; woher anders, als von verwesten Kadavern sangen die Fl das Gist? Geradezu unverzeiblich ist es ferver, todte Thiere Wassertümpel zu wersen, aus denen das Weidevieh 2c. sein Trinkwasser nimmt, wie man dieser Tage noch an dem Wege nach Lütkendeck beobachten konnte. Wie großer Schaden hierdurch entstehen kann, davon hat der„Merkur“ kürzlich ein Beispiel angeführt, wonach einem Landwirthe drei werthvolle Kühe verendeten, die ihr Trinkwasser aus einem Tümpel genommen, in welchem der Kadaver eines Thieres schwamm. Man verscharre die todten Körper möglichst tief in die Erde. Und wer seinen altersschwachen Kater oder seine erblindete Katze gerne ohne weitere Last los sein will, nun, der überweise das Thier nur sorglos dem hiesigen Anti=Katzenverein, der sich der geschwänzten Gäste gern annimmt und auch in sehr zweckmäßiger Weise für ihr rasches„Fortkommen" sorgt. Es ist ferner auch sehr rathsam, die auf den Höfen 2c. stehenden Küchenabfall=Bebälter mit einem Deckel zu versehen, da dieselben andernfalls nur das ekle Fliegengeschmeiß anlocken. Auf einem Hose unserer Stadt stand unter dem Fenster eines Schlafgemaches eine solche offene Tonne, der bei Tage Tausende von Mücken und Fliegen entstiegen. Die Kinder des Einwohners waren jeden Morgen mit dicken Beulen an Gesicht und Händen bedeckt und rührten dieselben, wie die Untersuchung ergeben hat, von Mücken= und Fliegenstichen her, die in dem Schlafgemach sich niedergelassen hatten. Nachdem der Behälter bedeckt, waren die Kinder von der Plage befreit. Provinzielles. Münster, 20. August. Bezüglich der von mehreren Blättern und auch von uns gebrachten Notiz, daß dem Kirchthurm in Telgte der Einsturz drode, geht uns eine Zuschrift zu, nach welcher allerdings der Thurm mehrere Risse erhalten habe und größere Reparaturarbeiten erfordere. Die Straßensperre sei wegen dieser Arbeiten angeordnet, nicht weil der Tburm schon einzustürzen drode. * Nicht nur ein gegen seinen Willen, sondern auch ein lediglich auf seinen Wunsch von der vorgesetzten Bevörde nach einem anderen Ort versetzter Beamter kann nach einem Urtbeil des Reichsgerichts, IV. Civilsenats, vom 11. Juni d. J., im Geltungsbereich des preußischen allgemeinen Landrechts von seinem Wodnungsmieldsvertrag gegen Vergütung einer halbjährigen Mietde, vor dem Ablauf des Quartals, iwelchem die Aufkündigung erfolgt ist, abgeben. * Dortmund, 20. August. Der aus dem hiesigen Gesängnisse kürzlich mit drei anderen Gesangenen ausgebrochene Bergarbeiter Klimm, genannt Vogt aus Dorstseld, welcher wegen Straßenraubes festgenommen war, ist, Ik.„D. Ztg.“, in Kaldenkirchen dingfest gemact und in das diesige Gerichtsgefängniß eingeliefert worden. Nunmehr befindet sich nur noch der alte Eindrecher Bittinghoff auf freiem Fuße. Budde, welcher den Polizeibeamten in Odermassen erschlagen, sitzt in Oldenzaal in Holland, von wo er nach dier ausgeliefert werden wird.— Auf gestern Vormittag 11½ Uhr war in der Turnhalle eine öffentliche Tischler= Versammlung anberaumt, in der ein Herr Gust. Ledmann aus Düsseldorf über die Vorlage, betressend Alters= und Invalidenversorgung, und die in der Vorlage vorgesehenen Quittungsbücher sprach. Der Besuch mochte sich auf etwa 80—100 Personen belaufen. Nach dem Vortrage, in welchem Herr Lehmann sich gegen die Regierungsvorlage aussprach, kam in diesem Sinne eine Resolution zur Adstimmung. Diese wurde seitens des Vorsitzenden. Herrn Thielemann, den anwesenden Vertretern der Presse zur Abschrift überlassen, kaum aber war das gescheden, als der Schriftfüdrer. ein junger Bursche, dessen Ramen wir leider nicht kennen, herangeeilt kam und unter der zornigen Bemerkung:„Die Resolution gebört mir, die muß ich selbst gedrauchen", das Blatt Papier den Vertreiern der Presse wegriß. Nach diesem Vorfall verließen die Vertreter der Presse sofort das Local. * H ö r d e, 1 9 A u g u s t. N a c h d e m f u r c h t b a r e n G e w i t t e r i n l e t z t e r Sonntag=Nacht sand man Montag früd auf dem Platze der Hermannsbütte gerade unter dem Telegraphendradte, weicher mit dem Directionsebäude verdunden ist, in einer Reide 13 todte Bachstelzen am krddoden. Man vermutdet, daß der Blitz den Drabt getroffen, auf welchen die Bögelchen der Rude gepflegt und dierdurch getödtet sind. I. Hagen, 18 August. Gestern Nachmittag wurde im Wiedever Hammerteich die Leime eines kleinen, erwa dalbjährigen Knaden gefunden. Nach der unnatürlichen Mutter wird eifrig gesucht.— Gestern Morgen brachte ein Arbeiter einem Amdoßischmied eine klassende Kopfwunde bei. In Folge kurzen Wortwechsels schlug der Ersiere dem Lerteren einsach mit einem Stück Eisen aus den Kopf. Werne bei Langendreer, 19. August. Ein Naturfreund entdeckte hier ein Rest mit 9 Eiern, das von den Alten verlassen war. Da sich die Eier von denen des Redduhns durch Farde und Form(mattgrün und spitz) unterschieden, ließ besagter Naturfreund dieselben von dem desonders kleinen Bankamhuhn ausbrüten. Sechs fielen aus, und jetzt entpuppten sich die Küken als asiatische Stepphühner, die setzt vielleicht dier deimisch werden II. Gelsenkirchen, 18 August. Ein junger Mann, erst dieser Tage in voller Gesunddeit von einer Badereise zu seinen Eitern zurückgekehrt. wurde gestern Nachmittag plötzlich vom Tode überrascht Er saß gemüthlich in einer Restauration, als ein Blutsturz seinem Leden sofort ein Ziel setzte. Memento mori! et. Gevelsberg. 19. August. Einen bedauernswerthen Unglücksfall erlitt ein 10jähriger Knade deim Heuabladen. Er stand in der offenen Bodenluke und nahm das ihm auf einer Gabel zugereichte Heu an. Plötzlich schrie der arme Junge entsetzlich auf, denn eine Spite der gabel war ihm ins Auge gedrungen. Er wurde in die diesige Augenklinik gebracht. * Aus dem westfalisch n Industriebezirk, 19. Aug. Die Saat. die Thümmel dierselbst gesäet, beginnt Früchte zu zeitigen. Unter den Arbeitern gährt es schon seit einiger Zeit und die protestantischen Arbeitgeber kehren gegenüder den Katboliken den Protestanten deraus: die Prediger sind Hahn im Korde und erlauden sich Dinge, so daß man glauben sollte, die Welt habe sich auf den Kovf gestellt. Hier einige der vielen Beweise für diese Behauptung! In Wattenscheid fährt seit einigen Tagen der Prediger Engels durch die Stadt und auf die umliegenden Dörser per— Stadlrox(! Derselbe besucht die industriellen Werke und sammelt bei den protestantischen Arbeitern Unterschriften zur Abschaffung des Paragrapden 166 des R.=Str.=G. Ein Prediger doch auf dem Stahlroß ist jedenfalls eine mehr als gelungene Figur! In Schalfe treiden es die Herren Bündler noch bunter, wie man bört. Nachdem dieelben bis jetzt vergeblich versucht, den katdolischen Theil der in gemischter Ebe lebenden Personen zu„bekedren“, wenden sie, um zum Ziele zu kommen, jetzt folgendes Mittel an: sie schließen durch Beschluß des Vorstandes der evangelischen Kirchengemeinde den protestantischen Theil so lange aus der Gemeinde aus, bis der Zweck erreicht ist. Selbstverständlich wird auch die protestantische Kindererziehung gefordert. In den letzten Tagen wird nun noch ein anderer Vorfall viel besprochen, der, wenn die Thatsache sich als richtig derausstellen sollte, allerdings geradezu empörend wäre. Man erzählt die Sache folgendermaßen: Eine in gemischter Ehe lebende todtkranke katholische Frau wurde dieser Tage gegen ihren Willen in ein protestantisches Krankenbaus gedracht. Als sie fühlte, daß der Tod nabe sei, verlangte sie nach einem katholischen Priester. Anstatt des verlangten katbolischen Geistlichen riefen die bülfsbereiten evangelischen Nonnen den protestantischen Prediger aus Schalle. Anfangs sträubte sich die sterbende Frau, dessen„Trost“ entgegen zu nedmen, indessen der Herr setzte der sterbenden Frau so lange zu, dis sie— es war in später Nacht— ihrem Glauben untreu wurde und nach wenigen Minuten stard als— Protestantin. * Solingen, 19. August. Die Staatsanwaltschaft zu Elberfeld, vertreten durch Herrn Staatsanwalt Pinoff. hat, wie gemeldet, den Strafantrag des Pfarrers Giesecke gegen den Bürgermeister van Meenen aufzunehmen abgelehnt. Ebenso wird der Klage des Vorstandes des Ortsvereins vom Evangelischen Bunde seitens des Bezirksausschusses nicht Folge gegeben werden, da gleichzeitig Beschwerde an den Herrn Regierungspräsidenten ergangen sei. Von der juridischen Bebandlung scheint also die Sache des Herrn van Meenen ausgeschlossen sein zu sollen; selbstverständlich ist hiermit die Angelegenheit nicht erledigt, bemerkt dazu die„Dortm. Zeitung“. * Elberfeld, 19. Aug. Die hiesige Strafkammer verhandelte neulich gegen den hierselbst wohnenden Metzger August Dreischer, welcher bereits wegen Verkaufs verdorbenen Fleisches vorbestraft ist und wiederum dieserhalb angeklagt war. Am 2. Fedruar d. J. wurde dem Oekonomen Otto Dierichs am Wolfshahn eine Kuh krank, welche bereits am Abend desselben Tages crepirte. Von einem anderen Metzger ließ Dierichs die Kub ausschlachten und am folgenden Tage kam Dreischer, welcher von dem Vorfall gehört hotte, zu Dierichs, von welchem er die Kud angeblich als Hundefutter für 25 Mark kaufte. In der Nacht wurde das Thier fortgeschafft, doch bekam die diesige Polizei Kenntniß von dem Kauf, und am 4. Februar begab sich ein Commissar zu Dreischer, um daselbst eine Haussuchung vorzunehmen. Dreischer jeugnete anfänglich, von dem Fleische überhaupt welches im Besitz zu haben, doch wurden bald etwa neunzig Pfund aus orei Betien, in welchen das Fleisch versteckt war, dervorgeholt. Das übrige Fleisch der Kuh sollten, wie nunmehr Dreischer angab, seine beiden Hunde auch deute daben. Diese Behauptung Wie durch den Verwalter der Verhandlung bekundet wurde, ständig in FculnRöriüche: war das beschlagnahmte Fleich dereits vollständig in Fäulniß übergegangen und der Genus desselben der Gesundheit schädlich. Das Gericht verurtheilte den Dreischer wegen Verkaufs verdordenen Fleisches zu vier Monaten Gefängnik und ordnete auch die Publication des Urtheils an.— Eine zweite Sache, die deute zur Verhandlung kam, betraf eine Hehlerei. Am 19. Januar d. J. wurden in einem hiesigen Wildpretgeschäfte zwei Hasen gestohlen. Bei dem Diebstabl der Heblerei sich schuldig gemacht zu haben war der 22 Jahre alte Färder Otto B. von bier angeklagt. Die Verbandlung endete mit der Verurtheilung des Angeklagten zu einem Monat Gefäugniß Northeim, 18. August. Der 38 Jahre alte Mörder des 65jährigen Fräuleins Dorette Starcke zu Eindeck, Arbeiter Wilhelm Hase ebendaher, ist gestern Abend auf der Durchreise von Göttingen, wo er die geraubte goldene Uhr an den Mann zu bringen versucht hatte, nach hier in Nörten von Arbeitern erariften und von dem daselbst stationirten Gensdarm gefesselt in das hiesige Amtsgerichts=Gefängniß abgeliefert worden. Vermischtes. * Am Sonntag waren 25 Jahre verflossen, daß die zum Fürstenkag versammelten deutschen Fürsten im Kaisersaal Gäste der damals freien Stadt Frankfurt waren. Die in Huseisenform aufgestellte Tafel wie der geschmückte Saal, den zwei riesige mit Gutrlanden verzierte Kronleuchter magisch erleuchteten, boten einen feenhaften Anblick. Der Eingang zur Römerballe war mit roth=weißem Tuche dravirt, und über die Treppe zur Vorballe das heute noch vorbandene unschöne Vordach gebaut. Der Frankfurter Presse war, schreibt die„Frankf. Ztg“, damals I Satrin zum Bashrtal uicht gestantet und mit Penstisctt wachte rr Senator Bernus darüber, daß von den Federfuchsern keiner sich dem iligthum naben konnte. Und doch wurde er dintergangen. Der jetzige nior der hiesigen Revorter mischte sich unter die Kellner, betrat, wie sie ausstaffirt, das Heiligthum und stenographirte die vom Herrn Bürgermeister und Schöffen Dr. Müller an die deutschen Fürsten gebaltene Ansprache; ebenso die Antwort des Kaisers von Oesterreich: Im Namen der hier versammelten Fürsten ergreise ich das Wort, um dem Senate und der Bürgerschaft der freien Stadt für den gastlichen Empfang, den Frankfurt uns bereitet hat, zu danken. Ich glaube, wir können unseren patriotisch gesinnten Bürgern unseren Dank nicht würdiger abtragen, ats indem wir, Deutschlands Fürsten, Zeugniß davon ablegen, daß uns Alle eine berzliche Liebe zum gemeinsamen Vaterlande vereinigt. Einig sind wir aber auch Alle in guter Gesinnung für diese ehr= und erinnerungsreiche Stadt. Freudig werden die bohen Gäste mit mir den Becher leeren auf Frankfurts Wohl und Gedeihen. Frankfurt hoch!— Die Fürsten waren noch bei der Tafel, als auch schon die Reden auf dem Römerberg verkauft und gelesen wurden. Herr Senator Bernus war außer sich, und rief dem Herrn v. Nebell zu:„Es war doch ein Journalist da!“ Es waren deren sogar zwei, welche beide noch am Leden sind und mit Bergnügen an diese Stunde vor 25 Jahren zurückdenken, Dr. Wagner und Müller=Reny sen. Der Dritte im Bunde. Herr Maler Hodenbaum, ist leider gestorden. * Der Oderpostdirector Wittmann in Straßburg ist gestorden. * Eine große natürliche Eisböble von ganz eigener Schonheit ist am Rande des Aletschgletschers entdeckt worden. Da, wo der Gletscher an die steile Wand der Belalp grenzt, bemerkte im vorigen Sommer ein Träger, Bictor Iteg, daß aus einer Eissvalte Dampf aufstieg. Beherzt fletterte er dem nach, drang hinein und fand, daß in das Innere des Gletschers ein Bach sich ergoß, der aus der Höhlung Wasserdunst bervortried. In diesem Jahre hat sich die Hödle bedeutend erweitert. Den Einzang bildet ein Tvor wie die Oeffnung eines Eisenbahntunnels. Man schreitet hinein, auf Geröll etwas abwärts, und nach 20 oder 30 Meter siebt man sich in einem kuppelartig gewölbten Raume, vielleicht 30 Meter lang, dis zur döchsten Höde ebenso viel messend und zwei Drittel so breit. Links stürzt ein kräftiger Wasserfall berunter, der nach binten im Boden abströmt und den ganzen Raum mit leichtem in der Sonne rosig gefärbtem Dunste füllt. Durchsichtig blau schimmern die Wände; ein mächtiger Pfeiler hinten, ein anderer am Eingang und ein Bogenstück glänzen crostallrein, daß der Blick weit in die klaren Blöcke dineindringt. Nichts ist bis jetzt geschehen, um die Höble bequemer zugänglich zu machen oder auch nur zu prüfen, ob sie nicht binten am Wasseradfluß sich noch weiter erschließen läßt, doch ist sie schön, wie sie ist, alle die künstlichen Eisgrotten sind winzig neben idr. * Ein besonders zahlreiches Borkommen der Bären wird in diesem Jahre in Siedenbürgen beobachtet. Die Besitzer von Weidevied daben alle Augendlicke den Verlust eines Tdieres zu beklagen. Kürzlich wurde der Rosenauer Gemeindestier bei der Heimkehr des Biedes von der Weide vermißt. Einige Tage später fand man den Stier am Fuße eines Berghanges zwar noch lebend, allein von einem Bären arg zugerichtet. Die Spuren zeigten, daß ein deftiger Kampf stattgefunden hatte. Der Boden war in weitem Umkreise zerstampft und aufgewühlt, 1 bis 2 Zoll dicke Baumstämme waren zerknickt, und der Kampsplatz war mit Blut überströmt. Die Bärenspuren zeigten, daß der Bör den Kampf auf den Hinterfüßen stedend, durchgefüdrt datte. Die Krallen des Bären waren dem Stiere dis in die Nieren gedrungen. Der Stier mußle indessen dem Bären auch tüchtig zugesetzt daben, da dieser schließlich die Flucht ergriffen datte. Der Stier war tödtlich verwundet und mußte daher geschlachtet werden * Wie nothwendig eine sorgfältige und streuge Controle der Kindermädchen ist. lebrt folgender Vorfall, der übrigens nicht vereinzelt dastebt. Vor zwei Wochen kam die Kinderwärterin des Kaufmanns Dovin in London deim. Sie schob das Kind bei ihren Ausgängen stets in einem Handwagen vor sich der; als sie dasselbe auf den Arm nahm, fiel aus den Windeln ein zierlicher Brief deraus, der als Aufschrift die Worte:„Für die Herrin!" trug. Ueberrascht öffnete die junge Frau das Schreiben und las folgenden Inhalt:„Wissen Sie, zärtliche Mutter. auf welche Weise ihr Kind außer dem Hause bedütet wird? Ihre Kinderwoärterin spaziert mit ihren Frcundinnen umber, schiebt den Wagen einsach unter einen Baum, das Kind kann sich todtschreien, Niemand kümmert sich darum. Zum Beweise, daß ich nur ein Menschenfreund und kein Verleumder bin, habe ich diese Epistel auf der Wagendecke Ihres Kindes geschrieden, sie dann unter die Windeln versteckt, ohne daß mich emand gebindert. Wie aber, wenn ich ein Bösewicht gewesen?" Mrs dovin eilte, den Brief idrem Gatten zu zeigen; dieser derudigte sie und bat sie, ihm das Weitere zu überlassen. An einem der nächsten Tage machte das Kindermädchen wie gewödnlich seine Promenade mit dem Kleinen: in der Dämmerung kehrte es beim und bald ertönte im Hausstur ein markerschütternder Schrei. Mrs. Dovin, ihr Gatte, die Diener= schaft eilten hinad, sie fanden das Kindermädchen an allen Gliedern zitternd, bleich vor Entsetzen, in ihren Händen dielt sie eine große n e. g e k l e i d e t i n d i e W ä s c h e u n d D e c k c e n i d r e s P f l e g l i n g s. chluchzend sank sie der Herrschaft zu Füßen: ihr Herr aber ergriff sie am Arm und geleitete sie ins Zimmer. Zu ihrer unbeschreidlichen Freude fand sie das Kind ruhig schlummernd in seinem Betichen liegen. Von der ürchterlichen Angst erlost. jubelte sie doch auf. Doch bald wurde idre Freude dadurch getrübt, daß ein Constadler erschien und sie auf die Volizei brachte. Bei der jetzt gegen die Kinderwärterin stattgebabten Verdandlung erzädlte Mr. Dovin mit bedender Stimme dem Richter, daß er vollkommen Zeit gefunden, einen Kleiderwechsel zwischen seinem Kinde und der mitgebrachten Puppe vorzunehmen, odne daß sich die Wärterin auch nur nach Erem Pflegling umgewendet.„Böse Menschen und Thiere dätten mein Kind anfallen können und Niemand wäre zu seinem Schutze dereit gewesen Ich verlange strenge Bestrafung dieses Weides Das Kindermädchen, eine bübsche Person, Namens Ann Dvle, weiß nicht das Geringste zu seiner Entschuldigung vorzubringen; es muß anerkennen, daß es für geringe Müde guten Lodn und gute Verpflegung datte. Nur dittet es, den Schreck zu bedenken, als es die Puppe sad; dies sei schon genügende Strafe gewesen. In Erwägung der grenzenlosen Leichtfertigkeit des Mödchens und der Gefadr. in welcher das unbewachte Kind wiederdolt geschwebt, verurtheilt der Richter Ann Dvie zu vier Monaten Gefängniß und außerdem wird auf richterlichen Befedl in ihr Dienstbuch eingetragen:„Als Kindermädchen nicht verläßlich.“ Telegramme des„Westfälischen Merkur“. Berlin, 20. August.(Privattelegramm.) Der Kaiser und der Reichskanzler sprachen dem Ausschuß zur Entsetzung Emin Paschas die besten Wünsche fur das Gelingen aus.— Es verlautet, der Reichskanzler gebe demnächst das Handelsministeriumab. — Die„Nationalztg“ führt dos Schiffsunglück des=Geiser auf geradezu beispiellose Nachlässigkeit und Disciplinlosigkeit der dänischen Schiffe zurück. Halle 20 August.(Privottelegramm) Lehrer Tauscher, Verfasser des Greizer Denkmal=Beriches der„Saale Zeitung" wurde freigesprochen. 20. August.(Privattielegramm) Boulanger wurde in den Departements Nord(2), Somme und Charente=Inserieun gewählt. Verantwortlicher Redacteur: Dr. Ed. Marcoar in Münster. Gardinen in großer Auswahl empfiehlt billigst Hermann Devin. Jamilien Geboren: I. à. F. A. Nagel u. Fr. zu Kreda i. W. 18. Aug.— S. d. HypVerw. Dr. jur With Budde u. Fr. Anna ged. Retnart zu Prüm(Eisel) 10 4 Verlobte: Clementine Goldschmidt u. Paul Rautenberg zu Höxter u. Soweiden— Eugenie Theegarten u. Louis Hell zu Düsseldors u. Coblenz— Elisabetd Snbodm u. Waltder Garnich zu Dusseldort.— Louise Lennarz u. Adolf Morkramer zu Rbendt Vermählte: Reg.=Ass. J. Großkopff u. Fr. Bernardine geb Jacods zu Minden 16. Aug.— Georg Reinert u. Selma geb. Vollbracht zu Köln 18. Aug.— August Bocklamp u. Marie geb. v. d. Heide zu Duisburg 18. Aug.— Heinrich Zeugner u Henriette geb. Lieck zu Dü 18. Aug.— Ferdinand Oehi Elsa ged. Sugg zu Essen u. Lin 18. Aug Gestorden: Priorin M J. Scholastica, Benedictinerin v. d. ew. Anberg. zu Oldenzaal 7. Aug.— Fr. Christ. Brockmeyer, Wildelmine geb. Amedick zu. Paderborn 17. Aug.— Rosine ustemeier zu Paderhorn 17. Aug.— Geh. Justizrath Heinrich Kehl zu Oderwesel 18. Aug.— Kgl. Rentm Gustav Robert Kielich zu Düren 18. Aug Concurs=Verfahren. Ueber das Vermögen des Wirth## und Couditors H. Bremenkamp zu Essen, Markt 18, ist durch Beschtuß vom 15. August 1888 der Concurs eröffuet. Der Kaufmann Akfred Erkener zu Essen ist zum Concursverwalter ernannt. Offener Atrest und Anzeigefrist bis 1. September 1888. Anmeldefrist bis 7. September 1888. Erste Gläudigerversammtung und Prüfungstermin 14. September e., Vormittags 10 Uhr, Zimmer Nr. 43 des Amtsgerichtsgebäudes. Essen, den 15. August 1888 Königliches Amtsgericht. sseldorf len u. Lindenthal Handelsregister. Eintragungen des Amtsgerichts Barmen: 11. Aug.— F.=Reg. Nr. 2515 zu der Firma G. Werdeck in Barmen, daß der Kaufm. Ernst Kaufmann in Elderfeld als vertretungsberechtigter Gesellschafter eingetreten ist. Nr. 1484 Ges.=Reg. die Firma Werbeck u. Kaufmann in Barmen und als deren Theilhaber die Kaufleute Carl Friedrich Gustav Werdeck in Barmen und Ernst Kaufmann in Etderfeld. Elderfeld: 13. Aug.— F.=Reg. Nr 2837, zur Furma I. C. Wülfing Söhne zu Elderfeld. Das Handelsgeschäft und der Sitz der Firma ist von dier nach Düffeldorf verlegt. Elderfeld: 14 Aug.— 1) Nr. 2300 des Ges.=Reg. die Commanditgesellschaft in Firma Carl Schulze u. Co. und als deren persönlich haftbarer Gesellschafter der Kaufm. Carl Schulze. 2) Nr. 1559 Pr.=Reg. die seitens der genannten Commanditgesellschaft dem Kaufmann Rudolf Schulze ertheilte Procura Elderfeld: 14. Aug.— Ges.=Reg. Nr 2140, zu der Handelsgesellschaft in Firma Schulge u. Zimmermann zu Elberfeld: die Handelsgesellschaft ist durch gegenseitige Übereinkunst aufgelöst und die Firma erloschen. Essen: 11. Aug.— Nr. 143 Ges.=Reg. zu der Actien=Gesellschaft Bergbausellschaft Nen=Essen: An Stelle des verstorbenen Gewerken Friedrich Grillo ist der Apotheker Ortwin Greve! zu Essen als Vorstandsmitglied gewählt. Unna: 11. Aug.— Nr. 70 Ges. Reg. Firma Marrecke u. Co. ist mit dem 9. Aug. 1888 durch Vertrag auf den bis herigen Theildaber Otto Hei dieckerhoff zu Unna übergegangen und ist der bisherige Theildader Carl Friedrich Macnecke ausgeschieden. Submissions=Termine. 23. Aug. Bautechn. Bureau der Reichseisenbahnen, Straßburg. Die Lieferung und Aufstellung folgender Eisenconstructionen: Loos 1 für die Halle aus dem Hauptsteig des Bahn hofes Schleitstadt ungefähr: 82000kg Schweißeisen, 1 1 300kg verzinkte Eisenbleche, sowie verschiedene im Bietungsschein besonders aufgeführte Gußeisentheile der Auflager, Giebelverzierungen, Absaltrohre 2c. Loos 11 für die Halle auf dem Zwischensteig des Bahndofs Sennheim ungefähr: 29000kg Schweißeisen, 11000kg verzinkte Eisendleche, sowie die im Bietungsschein besonders aufgeführten Gußtbeile der Auflager, Scheitelgelenke, Giebelverzierungen und Abfallrohre. 24 Aug. Eisenb.=Yau=Insp. Roßkothen zu Düsseldorf. Die Ausführung der Erdarbeiten zur Vereinigung der Bahnhöfe bei Gerresheim, die Bewegung von 140000 chm Boden um sassend. 25 Aug. Steinkoblengruben von HerneBochum Die Grudenholz=Lieferungen an die Schächte Providence. Barrillon Clerget und Schacht IV für das Jahr 1889 bezw. für die Jahre 1880 und 1890. 27. Aug. Kgl. Eisenb.=Betr.=Amt, Hamdurg. Die Anlieferung von 2100gm Reihenpflastersteinen zur Herstellung von Ladestraßen auf dem Bahnhose Ottensen 15. Septbr. Kgl. Eisenb.=Dir., Elderfeld. Liefrg. v. 2 Personenzug=Tenderlocomotiven(1 Loos); 2 Personenwagen I. II. Cl., 1 desgl. II./III. El und 2 Perjonenzug=Gepäckwagen (1 Loos); 4 Personenwagen III. Cl. und 2 desgl. IV. Cl.(1 Loos). Kohlenverkehr nach den Rheinhäsen zu Duisburg, Hochseld Ry und Ruhrort Vom 1. October d. J. ab kommen die im Ausnahmetarif für den odengedachten Verkehr vom 10. Juli 1887 enthaltenen Frachtsätze nach den Häfen zu Duisburg und Hochfeld Rd. bei Sen dungen, welche für Kipptrichter be stimmt sind, nur noch bei gleichzeitiger Anlieserung von mindestens 5 Ladungen zu je 10000kg zur Anwendung. Köln, den 13. August 1888. Namens der betbeiligten Verwaltungen Königliche Eisenbahn=Direction (rechtsrheinische). Gutsverpachtung. Der Pachthof„Buschmühl=“. 1¼ Kilometer von der Stadt Dortmund entfernt, bestehend aus 107½ Morgen Hofraum, Garten- und Ackerland, 24 1/ Morgen Welden. 17½ Morgen Wiesen und Eisteichen, im Ganzen circa 150 Morgen und einer Wassermühle auf dem Emscherflusse mit 2 Mahlgängen, soll nebst den dazugehörigen Wohn= und Wirthschafts gedänden von fobs un an auf 10 ahre unter der Hand verpachtet werden Vom 6. dieses Monats ab können die VerpachtungsBedingungen auf biesigem Rentei=Büreau eingeseben werden. Die Pachtobjecte werden auf Wunsch gezeigt. Seit langen Jahren ist aus dem Pachthose mit Erfolg ein Fruchtgeschäft. Eisverkauf und Milchwirthschaft betrieben worden. Die Mühle hat beinahe das ganze Jahr hindurch hinreichend Wasser. Pachtgebote sind bis zum 10. Sep tember d. J. abzugeben. Haus Brünningbausen b. Dort mund. 3. August 1888. Freiberrlich von Romberg'sche C. Geringhoff, Ahlen, Fabrik landwirthschaftlicher Maschinen, baut als Specialltät: Dreschmaschinen für Dampf= und Göpelbetried, mit und ohne Reinigung. Unter wengedendster Garantie und Probezeit werden dieselden zu billigen Preisen abgegeben. Programm zur XXXV. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands in Freiburg i. Br.(2.—6. Septbr. 1888). den 2. September. Empfang der Gäste bei Ankunft der Bahnzüge. Abends 8 Uhr: Begrüßungsfeier im kathol. Vereinshause(Karlsstraße 7). Montag, den 3. September. Morgens 8 Uhr: Pontificalamt im Münster zur Anrufung des hl. — 9½ Uhr: I. Geschlossene General=Versammlung in der Festhalle(Karlsplatz).— 11 Uhr: General=Versammlung des kath. Juristenvereins, der Vincenzvereine und der akadem. Piusvereine in den Sälen des Vereinshauses.— Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse.— 5 Uhr: I. Oeffentliche General=Versammlung in der Festhalle.— Abends 8 Uhr: Gesellige Unterhaltung im Vereinshause, veranstaltet durch den kaufmännischen Verein „Lätttia“, unter Mitwirkung der beiden Pfarr=Cäcilienvereine. Dienstag, den 4. September. Morgens 8 Uhr: Regutem für die verstorbenen Mitglieder der bisherigen General=Versammlungen in der St. Martinskirche.— 9 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse.— 11 Uhr: II. Geschlossene General=Versammlung in der Festhalle.— Nachmittags 3 Uhr: Besichtigung des Münsters unter Führung kundiger Herren.— 3½ Uhr: General=Versamm lung des Bonisatiusvereins und Bontsatius=Sammelvereins, des akademischen Bonisatius vereins und des Raphaelvereins in den Sälen des Vereinshauses.— 5 Uhr: II. Oeffent liche General=Versammlung in der Festhalle.— Abends 8 Uhr: Festcommers der katholischen Studentencorporationen in der Festhalle. Mittwoch, den 5. September. Morgens 7 Uhr: Amt im Münster und in St. Martin nach der Meinung des hl. Vaters.— 8 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse.— 10 Uhr: III. Geschlossene General=Versammlung in der Festhalle.— Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse.— 5 Uhr: III. Oeffentliche General Versammlung in der Festhalle.— Abends 8 Uhr: Musikalische Unterhaltung im Garten der Festhalle(erent. in der Festhalle), Feuerwerk, Beleuchtung der Pyramide des Münsters. Donnerstag, den 6. September. Morgens 7¼ Uhr: Stillmessen im Münster nach der Intention des Bonisatiusvereins.— 8 Uhr: IV. Geschlossene General=Versammlung in der Festhalle.— 10 Uhr: IV. Oeffentliche General=Versammlung in der Festhalle.— Nachmittags 2 Uhr: Gemeinsames Festmahl im Vereinshause, danach Ausflug auf den Lorettoberg(event. Unter haltung im Vereinshause). Reife bin von meiner zurückgekehrt. Dr. Ru ner. Bemerk Wohnungs und Ausim Kreuzgan ungen. Eine große Partie feuerfester und diedessicherer Geldschränke mit Stahlpanzerung, aus einer Fallitmasse und einem Gelegendeitskaufe berrührend, darunter neun gebrauchte, sehr billig abzugeden. H. F. Peltz, Düsseldorf, Wollstraße 35. Preislisten u. Zeichnungen zu Diensten Automatische Bede- u. Schlagkraftmesser s 10 und 5. Pfg. Einwurs. Wer üder nimmt deren Vertried und Aufstellun für Münster für eigene Rechnung Franco-Offerten an die Exped. d. Bl 1) Das Anmeldungs, kunftsbureau befindet sich im Areug### Martin in Nr. 3 der Eisenbahnstraße(direrte Verbindungsstraße vom Bahnhof zur Stadt) und ist am Sams tag von Mittags 12 Uhr, am Sonntag von Vormittags 11 und an den folgenden Tagen von Morgens 8 Uhr an bis Abends 11 Uhr geöffnet. Daselbst werden auch die Karten ausgegeben. 2) Die Mitgliederkarte a 7 Mk. derechtigt zum freien Eintritt in sämmtliche Versammlungen. Sitzungen und Unterhaltungen, sowie zur Lösung einer Festmabl karte und zum kostenfreien Bezug des stenographischen Berichtes über die Generalversammlung. Akademiker erhalten diese Karte um den halden Preie unter Verzicht auf den stenographischen Pericht 3) Die Theilnehmerkarte 4 3 Mk. 50 Pfg. deren tigt zum Besuch der pier öffentlichen Generalversammlungen, der Versammlungen des Bonisatiusvereins, der Bincenzvereine und des Raphaelvereins. sowie des Commerses am Dienstag Abend und des Gartenfestes am Muttwoch Abend. Soiche Theilnehmerkarten werden auch für Damen ausgestellt. Der Platz der Damen ist in den Galerien, jener der Herren im Parterre der Festhalle. Die Theilnehmerinnenkarte für einen reservirten Sitz in der vorderen Galerie kostet 3 M! Außerdem werden für Damen und für Herren Einzelkarten à 50 Pfg. ausgegeben, welche zur Theilnahme an je einer öffentlichen Generalversammlung berechtigen. Diese Einzelkarten können sowohl im An meldebureau, als auch am Eingange der Festhalle gelöst werden. 5) Die Festmahlkarte(für Mitglieder) kostet 4 Mr. und soll spätestens bis Dienstag Abend gelöst werden 6) Auf besonderes Verlangen werden die Mitgliederund Theilnehmerkarten scon vorder zugesandt Die bezüglichen Gesuche sind unter Beitügung des Be trags nedst 25 Pfg. für Porto an das Bankdaus Kreds zu richten 7) Anträge und Anmeldungen zum Reden wollen an den Prüsidenten des Localcomttée abressirt werden. Wohnungsgesuche sind möglichst früd an Herrn Kaufmann Wilhelm Pischer(Merianstraße 16) zu richten. 8) Bei allen Anmeldungen möge man Vor= und Zunamen, Stand und Wohnort recht deutlich schreiden und eine Bisitenkarte beilegen. Auch bei mündlicher Anmeldung wolle eine Bisitenkarte mit den eben genannten Notizen abgegeden werden. 9) In das Tageblatt der Generalversammlung. welches viermal erscheinen wird, werden Inserate um den Preis von 15 Pig. für die 4spaltige Petitzeile(mit Rabatt bei wiederdotter Einrückung) ausgenommen. Bezügliche Aufträge nimmt die Joseph Dilger'sche Buchdruckerei dier entgegen. Bei uns in zu haden: Aufnahmen von 2 ##r's Kirchen- und PresanCad. u. Bisit. Wills Reisebucher. Post-Coursbuch. Ansss-Zehrpies Expedition des„Westf. Merkur“. Die Jubiläums- Aufnahme (1687) Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII empfehten wir in füuf Größen: Bisi: 0.50, Cabinek M. 1, Jolio— 21/27 groß— Mk. 2. Folio— 30 10 groß— Mk. 4,50, Groß=Folio Ml. 7. Expeditien des„Westfäl. Merkur“. Eine Lehrerin sucht gegen Mitte October ein im Koche und allen Hausarbetten erfahrenes kath. Mädchen. Zu erfr. in d. Exr dieses Blattes. Ein kath. Geistlicher in Münster wünscht 2 oder 3 Gymnasiasten, an liebsten von den unteren Classen, in Ko# und Logis zu nehmen. Offerten unter Z. besorgt die Expedition dieses Blattes Jum 1. Oct. wird gegen hobes Sailan O eine katholische Ladengehülsin ein Stahl= und Kurzwaaren=Gescha Bochum gesucht. Offerten unter K. . 10 werden durch die Expeditior dieses Blattes erbeten. Zur weiteren Ausbildung in Stickerei u. Weiß=Näher wird für ein 18jähriges Mädchen ver Lande in einem kath. Hause eine passendStelle gesucht. Ges. Offerten mit An gabe der Bedingungen unte: H. R. *— 1 e r b e i KEDALTION: Lätherae Sprechstunce 10—11 Ihr Me:# EXPEDITION: Demplat## TII EOHAAN-ADRENT # T.NTUKEN: Sommtüiche Ann 8 N 231 sie Exped d. Bl. erbeten Ein gebrauchter, aber noch zu erhaltener Voller=Wagen zu kaufen gesucht. Off unter P. R. 1: an die Exped. d. Bl. Ein jung., langh., schwar, und weitzer Jagohund, aus den Namen Darling dörend. Sonntag Adend auf der Promen## entlausen. Gegen gute Belodn### abzuliefern Ludgeristraße 9 Möbl. Wohnung für einen einzelnen Herrn sofgesucht. Kost wo möglich im HauOffert unter P. W. 100 an die Exre BI. erbeten Drei=, vier-, sechs und zehnpferdige Locomobilen unter Garantie sehr billig abzugeden. C. Geringhoff. A#dlen in Westtalen. Finster Aepfelwein, Liter 10 Pfg., der 5 Liter:38, bei 10 Liter: 35 Pfg. H. Coenen. 15000 Mark Steie an ein derrschaftl. Wohnhaus von e. pünkl. Zinszahler z 4“ anzuleid gesucht. Off. M. 100 bes. A. Rolef, Bogenstr Indem wir obiges Programm veröffentlichen, laden wir die Katdoliken deutscher Zunge nochmals ein, die bevorstehende General=Versammlung zahlreich zu besuchen und dadurch zu bekunden, daß die deutschen Söhne der dl. Kirche aus Nord und Süd, aus Ost und West. in treuer Hingabe an die Interessen unserer hl. Religion miteinander wetteisern und in deren Fürderung und Vertheidigung nicht erlahmen. Freidurg im Breisgau, den 3. August 1888. Das Präsidium des Local=Comités: Dr. Friedr. Jns. Auecht, Domcapitular und Geistlicher Rath. Raban Gral von Helmstatt. Iranz Jos. Lutter. Buchbändler Jureinen schwacd sinnigen Knaben ####m Alter von 16 Jahren wird ein passendes Unterkommen in gesunder Gegend. am liebsten bei einem Geist lichen oder in einer ärztlichen Fami lie gegen bode Vension gesucht Osserten gesälligst and B. W. an die Expedition dieses Blattes. Fränkischer Hof Rbin Hotel. Köln Komödienstr. 34 36, nade Bahnd. u. D Schöner Garten. Münchener Bier. preiswürd Weine, Speisen zu jed. Ta zeit. Diner Mk 1.50 Logis von? Besiper L. J. Bren. Den tscher Reform=Verein. Vereinsabend. Meeit, Um regen Besuch dittet der Vorstan. NEUENAHRER SPRUDEL Diete Tderme. mildls##nd und zugleich beiedend, dat vor den mristen alkallichen Mineralwessern deu eminenten Vorzug günstige Ersoige zu erzielen, odur den Orgamsmus zu schwüchen, so aucb Leber- und alerenlelden burch Peiritigung von Enschwellungen und Ptrin zu beisen und sich gegen Diebeles mel destens zu beiolb#en. Zu bezieden durch die Direction Niederlagen. edeute Neurnadrer Galz und Bostißen Werra=Bahn Station Herzliche Bitte. 2 geäzsen en Bad Liebenstein. Kohlensäurereiche Stahlquelle zu Trink- und Badecuren, Scol- und Fichtennadel-Bäder. Wasser=Heilaustalt, mit neuen sehr vollkommenen Einrichtungen. Elektrotherapie, elektrische Bäder unter Controle des Arzies. Mechanische Behandlung von Herzkranken durch Bergsteigen und Gymnastik Röm. und russ. Bäder; Massage und Heilgymnastik. Milcheur 2c. Herrliche, geschützte Lage; gute Verpflegung. In den Bade=Hotels: Curhaus und Bellevue mäßige Preise. Curcapelle concertirt dis Ende September. Auskunst in ärztl. Beziehung durch Bade. arzt Hofratb Dr. Franz, in ökonomischer durch die Bade-Dircction:— Freiderr v. Ditforth. Unser armseliges Städichen, hart am Frischen Haff belegen, wird in diesem Jahre zum zweiten Maie durch Ueber schwemmung schwer heimgesucht Aus Mangel an Mitteln war es bisher mög lich, nur einen sehr geringen Theil der Verbeerungen aus der diesjähriger Frühjahrsuberschwemmung zu besei tigen, und jetzt ist das Elend noch größer. Blühende Aecker, saftige Wiesen, bescheidene Obst= und Ziergärten, Straßen, Wege. Häuser. Scheunen mit körglichem Bievfutter sieben unter, bezw. in Wasser, und sehen wir der Zukunft mit bangen Sorgen entgegen, weil Hungersnoth und deren Gefolge unserem Schiffer= und Fischerstädtchen bevorsteht. In solcher Noth wenden wir uns an unsere Brüder und Schwestern im wetten deutschen Vaterlande mit der herzlichsten Bitte Helfet Euren nordischen Mitdürgern i der Noth! Gott wird's lohnen! Die verehrlichen Redactionen werden gebeten, dieser Bitte die Spalten idre Zeitung unentgeltlich zu öffnen. Liebes gaben nimmt jeder von uns entgegen. Empfangsbescheinigung erfolgt durch dieses Blatt Tolkemit, Westpr., 4. August 1898 Das Comité: Dr. Demmer, Ara. Hirechfeld, Kauf mann. Klein, Stadtverordneten=Vor steher. F. Lange, Evang. Lehrer Kirchenältester. Preuscheff, Für ein Stabeisen=WalzO werk auf Schrottbe= trieb wird ein energischer, erfahrener Obermeister, welcher gute Zeugnisse aufweisen kann, bei gutem Gehalt und dauernder Stellung auf sofort gesucht Meldungen unter Chiffre H. D. 596 an Hansenstein& Vogler, Magde burg, erbeten. und hoff, Propst. Suhrmann, Cpl. Waldhardt, meister. Wichmann, Rentier.— hold, Erster Lehrer. Weslcke, Apoth. Basler Lebens-Versich.-Gesellschaft. (Gegründet 1864.) Concesslanirt in allen deutschen Staaten. Actien-Capital und Reserven über Mk. 23 700 000.— Versicherungsbestand„„ 81 000 000.— An die Versicherten wurden ausbezahlt„„ 22 000 000, Versicherungen auf den Todes- und Eriebensfall, Aussteuer- Versieberungen, Altersversorgungen und Reaten zu billigen festen oder gewinnberechtigten Prämien(ohne Nachschuss-Verpflichtung). Unanfechtbarkeit fünf- bezw. dreijähriger Policen, liberale Versicherungsbedingungen, auch für den Kriegsfall. Ferner Einzel-Unfall-Versicherung gegen die nachtheiligen Folgen körperlicber Unfalle.— Antragsformulare etc. bereitwilligst und kostenlou bei der General-Agentur in Blelefeld, August Vogt, Kleine Kesselstrasse 11, sowie bei sämmtlichen Agenten der(esellschaft: Th. Weppelmann, Restaurateur in Münster, B. Hanekuhl in Ahaus und Anton Heinrichs in Bocholt. Junger Mann von Auswärte a9 mit guten Zeugnissen sucht Stellr als Rutscher, am liebsten im Hôtel. Näh. Frau SchniederLötter. Bäckergasse 3. Lehrling gesucht von R. Bruun. Goldschmied und Emaillcur, Altersischmarkt 7. Zwei katholische Lehrköchinnen können in Münster in einem seinen Hause Aufnahme finden. Antritt 1. Octoder und 1. Januar. Näheres in Expedition dieses Blattes. Eine Haushälterin, 35 Jahre, erfahren in Rüche und Haushaltung. sucht unter besch. Ansprüchen selbständige Steile. Offerten unter N. P. SS besorgt die Exped d BI. Sommertheater. Dienstag, den 21. Augut Zum bestimmt letzten Male Dichter und Bauer Operette in 3 Acten Civilstand der Stadt Münste Geburten. 7. Aug. Tochte: Maurers Jos. Rosendahl.— 8. Sohn des Arbeiters Jos. Beur E.d Schudmachers Stephan e: dusch.— 9. Aug. S. d Bern. Pennekamp.— T. d dandlers Ernst Hengst.— 10. 2 S. d. Schmiedes Heinr. Lohman= S. d. Schneiders Jos. Wien 11. Aug. 2. d. Intendantur ten Friz Karsa.— 12. Aug. Küsters Heinr. Halinde.— 13.1 S. d Schubmachers Heinr. Grer S. d. Tischlers Heinr. Tare 14. Aug. S. d. Mauiers. Maid 1 — S. d. Arbeiters Bern. Ludde# Ebeschließungen. 17 Stuckateur Jacod Bevort und Schmitz, beide von dier.— Seizc Carl Oderstadt u. Gertr. Iln beide von dier. Sterbefälle. 13. Heinr. Meindsvel. 15. Aug. Kind des Cigarrenmes Theod. Magka, 8 Jahre 7 Mo16. Aug. Wittwe Tischler Franz mann. Catd. ged Teppes. Bureau=Gehülse Bern. Meinete — Kind d. Bauunternedmers Franke, 5 Mon.— Kind d. ArdFriedr. Breker, 20 Tage. 2# Arbeiters Jod. Kiemmer, — 17. Aug. Kind d. verst. Tagelöbner Jos. Kranefuß. 9 3 Wir machen vierdurch n heit berast antnertten b#t gen, die Iuseratede eesten Polit! Man mag über den wie man will, ein Gutes frage ist in den Vorder halben Jahre Windthorst seine die Gegner mit einigen spot ordnung übergehen zu“ Rubrik in den Eröcterunge der Geschäftsbericht der besonderen Abschnitt. Natu# und ganz auf dem Boden steht und der Staatsallmac solut ablehnend gegenüber Tage, welche einen intere## des glaubenslosen Liberalie „Der Einfluß, den die Ku#### richt für sich in Anspruch gemeinen Lehrplan der Schu werden der Gefahr ausgeset weise sich widersprechen, seic mand kann zwei Herren dem Grunde verlangen wir trages zum Gesetz, daß kei Lernenden in der Auffassung kommen kann. Es läge 1## gehauchte Schulverwaltung sten des Profanunterrichte Möglichkeit geboten, daß Forschungsergebnissen der m net werden, was um jeder Religionssachen hat die Kir die Kirche sich darum kumn nennt, so wenig hat der# Kirche mit der Ertheilung weit es aber mit der Einmt# liche Angelegenheit bereits falls nicht vereinzelt dasteh mitgetheilt wird: In dies den, las ich die Zuschrift Local=Schulinspector seines treffenden Bürgermeisterei e rung„nicht widersprochen führung auch der Bürgerme der Gemeinde begrüßte darum bemüht hatte, wur freien Stücken mu der Ert traut". Diesen Erlaß der Bürgermeister den e aus seiner eigenen Machtoeinen Auftrag hinzu:„In ins Actenbeft zu legen Ueberschreitung de fort schriftlich Kennn Ich will nicht untersuchen, katholisch ist, Anweisung e Lehrpersonen; jedenfalle Regierung zu bandeln. II1 Grundsätzen der inspector. Wünschenswertb erführe, welches ernste Lel Seelsorger und Lehrer ber hdaß Seelsorger und Lebre: Kimerricht zum Gedeiden de die Zuschrift nichts ander rianten ihres eigenen Mensch muß ein solches solcher Zustände ist es gen der Ertheilung des Reli gelegt wird. Das Volk n jewahr, was der Bureauk## ichtes leistet. Die Regie.n nconsequenz ihres Verfahr betraut" oder„beauft: m. die Iufe 4 Gerücksichtigung sinde neu, wenn denselben eine# zur Autwort beigelegt ist. Expedition des„Wesf.! Kleine Wiedenbrück, 20. Aul umstorscher=Vere m unserem bescheidenen Sto##### Louise Hensel es so gern zu n wieder aufsuchle, und wo sie jedenbrück, eine sehr alte S## Richtungen din leicht zu erreich bet, um die Vordereitungen ninen freundlichen Empfang### Räumen unseres neuen katde n Altertbümern, darunter ufmanns F. W. Udle, som bekanntes Kunstdandwerk liefen heranstalten. Wiedenbrück### n d e r R e s t a u r a t i o n b e g r i f e n belche Lüdke in seinem Werl Leipzig. O. Weigel, 1853### Anbelangt, so entwickelt an santer, conscquenter Durchd### bore des Domes in Münn kirche reprätentirt in Westfalc des verschiedenen IIc wertdes: vor Allem a# aus dem 16. und 17 edälk und Bildwerken, die# tadt zur Aufgabe gemacht edemaligen Festung. Lo# oft der alten, die Weite ein Rbeda, der Kirche und### derzedrock und Marienfeld ms n Burg auf dem zwei Sie# nedenbei eine weite F### ich die Besichtigung des an Badn in einer Biertelstun lichen tglieder Schnitzwerk Verlag des„Wests. Merkur', Actien=Gesellschaft für Verlag und Druckerei in Münster. Ornk der Coovenrat##hen