15. Jahrgang. Herforder 15. eitung für Stadtu Scheralänzeiger- für den gesamten Kreis Berford. Nr. 83. Nr. 83. Je 33. Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerando 1,25 Mark. bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Mittwoch, 8. Februar Inserate werden bis spätestens 11 Uhr erbeten.00 Preis der einspaltigen Petitzeile für Stadt und Kreis Herford, Oeynhausen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 15 Pfg. Agenturen der Herforder Zeitung für Stadt und Land befinden sich in: a) im Kreise sausen(Kranenberg), Eilshausen(Stork), Hiddenhausen(Stork), Sundern(Mester), Eickum(Möhlmann), (Münstermann), Falkendiek 1(Stille), Falken„„ Has; Grünestr.(Monke), Hellerweg(Hagemeier), Elverdisserchaussee(Künkemeier, Stork), Engerchaussee(Vorndamm, Lücking), Diebrockerstraße dier(Decius). Schwarzeumoor(Köstermeier).#) in den Feldmarten Hersords:(Biere), Bielefeiderstraße(Spiller, Stadtholzchaussee(Höning, Oetinghauserweg(Westerhold), Eimterstraße(Kirchhoff, Niederloy Die Bilanz des ersten Kriegsjah es. Gerade ist ein Jahr vergangen, seit die Welt durch die sensationelle Meldung von den Ausbruch des russisch=japanischen Krieges überrascht wurde. Zwar war nach der an die russische Regierung gerichteten Erklärung Japans vom 6. Februac 1904, daß es die weiteren Verhandlungen einstelle und den japanischen Gesandten aus Petersburg abberufe, die Hoffnung auf eine friedliche Einigung nahezu allgemein aufgegeben worden. Aber es wirkte doch mit der Wucht einer gelungenen Ueberraschung, als in der Nacht zum 9. Februar die japanischen Torpedoboote den erfolgreichen Angriff auf die im Hafen von Port Arthur lagernde Flotte uuternahmen, der eine Verstörung mehrerer Panzerschiffe zur Folae hatte Seit biesem Vorstoß, der den Beinn des runmasapanischen Krieges bedeutere, ist ein Jahr vergangen, das erste Jahr dieses Krieges, den die Geschichte dereinst als einen der blutigsten Kriege der Neuzeit aufzälllen wird. Die Bilanz dieses ersten Kriegsjahres ist evenso unerwartet günstig für Japan wie ungünstig für Rußland.„Es wird jetzt vieler Zeit bedürfen, um Japan die Schläge zu versetzen, die der Macht Rußlands würdig sind.“ So hieß es in der Kundgebung, die Zar Nikolaus am 18. Februar 1904 an die Bevölkerung Rußlands erließ. Nun, im ersten Kriegsjahr hat Rußland keine Schläge versetzt, sondern solche, und zwar vernichtende Schläge erhalten. Die Bilanz des ersten Kriegsjahres ist mit Worten zu ziehen. Die Russen haben in diesem Jahre alle Positionen verloren, zu deren Verteidigung sie die Port Arthur=Flotte, die den Kern ihrer gesamten Seestreitkräfte bildete, eingebüßt, während der Rest der Wladiwostock=Flotte im Eise festliegt. Die Japaner aber haben alles erreicht, was sie überhaupt erstrebten, namlich den Besitz Koreas, der Halbinsel Liaotung und Port Arthurs. So schließt das erste Kriegsjahr mit einem ungeheuren Defizit für die russische Armee ab, deren neuester Vorstoß gegen die Mandschurei=Armee der Japaner abermals mit einem schweren Mißerfolg Kuropatkins geendet hat, während die japanische Armee auf der ganzen Linie siegreich geblieben ist, zu Lande wie zu Wasser, wo ihnen die von so viel Mißgeschick verfolgte, nach jeder Richtung hin minderwertige baltische Flotte die Seeherrschaft nicht mehr streitig zu machen vermag. Wie das zweite Kriegsjahr sich abwickeln und welches sein Ergebnis sein wird, das wissen wir nicht, und wir wollen auch keine Prophezeihung darüber versuchen. Das aber wissen wir: Der Verlust an militärischem und politischem Prestige, den das erste Kriegsjahr dem russischen Reiche gebracht hat, ist weder durch ein zweites, noch durch ein drittes Kriegsjahr, er wäre selbst durch einen noch so erfolgreichen Ausgang des Krieges nicht wieder wett zu machen. Die Krieasmacht des Zarenreiches war von aller Welt mit einer fast mystischen Scheu bewundert worden, und bei den meisten Nationen galt Rußland als die erste Landmacht, der sich selbst Deutschlands Wehrmacht nicht an die Seite stellen könne. Jetzt ist Rußlands Seemacht und der Glaube an die Unbesiegbarkeit seiner Landmacht auf das allergründlichste erschüttert worden. Rußlands Prestige hat in Europa schwer gelitten, aber noch schwerer in Asien, wo ja Rußlands InterHerzensstürme. Roman von M. Hellmuth. verbotcn.) (16.) Fortsetzung.) In immer tieferer Bewegung hatte der junge Mann gesprochen, jetzt sah er erwartungsvoll in das sehr ernst gewordene Gesicht des alten Herrn. „Mein lieber, junger Freund," begann dieser nun, wie in leichter Verlegenheit,„ich wußte längst, wie es in Ihrem Herzen aussah—, längst! Aber Sie sagten soeben selbst, und es ist, wie Sie sagen: Lili ist ein unschuldsvolles Kind, das sein Herz noch nicht kennt.„Ich glaube nun,“ jetzt wurde seine Stimme fester,„das kleine Herz steckt noch voll allerlei phantastischer JugendIllusionen, ohne Klarheit des Empfindens. Sie haben offen zu mir gesprochen, und ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen!— Gewiß, kein Vater könnte ein tieferes Interesse für Lilis Zukunft hegen, als ich es tue, nicht brünstiger für ihr Glück beten, als ich— und darum sage ich Ihnen, keinem würde ich meinen Liebling so gern aus Herz legen, als Ihnen— keinem! Und was in meinen Kräften steht, Ihre Sache zu fördern, das soll gewiß geschehen, ebenso geschieht es von seiten meiner Frau.— Dennoch gebe ich Ihnen den wohlgemeinten Rat, lassen Sie dem Kinde Zeit. Gehen Sie nicht stürmisch vor; denn so ein zartes Ding will auch zart angefaßt werden!— Auch weiß ich gewiß, daß mein Freund Kroneck Sie mit Freuden als Schwiegersohn willkommen heißt.— Also hoffen Sie, lieber Sohn!— Doch vorläufig zeigen Sie der Kleinen nicht viel von Ihren Gefühlen— nehmen Sie meinen Rat an!“ In seinen Gedanken setzte er hinzu:„Wenn nur erst der Schlingel, der Georg, fort wäre!“ Ernst von Wöller senkte stumm den Kopf. Etwas mehr hatte er doch zu hören erwartet. essen in erster Reihe liegen. Bei den asiatischen Völkerschaften galt der„Weiße Zar“ als der Herr der Erde, über die er gebiete. Jetzt aber hat der Asiate staunend gesehen, wie das gewaltige Rußland Schlag auf Schlag erhalten hat von einem asiatischen Staate, der dem Koloß Rußland gegenüber als Zwerg erschienen war. Aber noch gewaltiger, noch folgenschwerer als der Eindruck dieser Niederlagen auf Europa und auf die asialischen Völkerschaften gewesen ist, war und ist er auf das russische Volk selbst. Bis zum 9. Februar 1904 wußte der Durchschnittsrusse von Ostasien nicht viel mehr, als daß dieses ferne, unbekannte Land sehr viel Geld koste, daß der arme geschundene und ausgeplünderte getreue Unterthan aufbringen müsse. Denn, als der Krieg ausbrach, erwachte zuerst in einem Teil der Russen eine gewisse, zum Teil künstlich geschürte Kriegsbegeisterung, die aber von Niederlage zu Niederlage mehr und mehr der Erbitterung über den leichtRUSSLANDS UNTERLASSUNGSSUNDEN IM FIOTTENRAU. : STAPELLAUFE DER SEEMACHTE 1904 EROSSBRITANNIEN VEREINICTE STAATEN DEUTSCHLAND FRANKREIC #n Schifse r. 120050 T. 2, in Sck. v. 335 20 F. S or.Kretczer v. 60000 T. reitzer r.6000 T. #1 Schufe v. 177350 T. Orrn. St. v. 92000 T. hr.Kreuzer 17750 T. JTALIEN ÖSTERR-UNG. NIEDERLANDE, RUSSLAND —— nsrT Kre&m 7.25260 T. 4chm 5300·7. 40.60 OT 5 Schrifse v. 1241007. 3chilfe##n z. Zinien Sch. v. 26 000 T 42290. 2 in. Schise R. 29800 T. der. Kreuzen 9. 72550 T JAPAN 1 an Kreuzer v. 9500 T. 2.#. Krettzerd. 6000 T 2 8 0 5 8 0 MASOM STAPELLAUFE SEIT 8 5 935 * 5 # # 935 WTIE f. JANUAR 1901 S S * 8 ∆ 3 8 55 b 7 Unsere heutige Statistik schildert uns die UnterlassungsSünden, welche namentlich Rußland im letzten Jahre dadurch begangen hat, daß es sich aus den Reihen der Flottenmächte fast ganz ausgeschaltet hat. Die Statistik zeigt, daß, während alle anderen Länder an der Erneuerung ihrer Flotte lebhaftes Interesse bekundeten, Rußland allein seiner Flotte keinen Zuwachs zu Teil werden ließ. Nach unserer Statistik scheint es allerdings auch so, als ob Japan den gleichen Fehler begangen hätte. Das trifft aber nicht zu; denn Japan vermag im eigenen Lande bisher für den Flottenbau noch nicht viel zu leisten, und sieht sich daher genötigt, seine Schiffe zu kaufen; das hat es allerdings auch redlich gethan. Was unser deutsches Vaterland aubetrifft, so steht dieses etwa gleich mit Frankreich, und hat auch seiner Flotte einen ansehnlichen Zuwachs angedeihen lassen. Indessen bleibt dieselbe doch bei weitem hinter den Anstrengungen zurück, welche zum Beispiel die Vereinigten Staaten vonl Nordamerika getroffen haben, die hinsichtlich Vermehrung ihrer Flotte zweifellos von jetzt ab an der Spitze marschieren. Allerdings würde diese Statistik der Stapelläufer aus dem Jahre 1904 an sich keinen hinreichend klaren Ueberblick bieten, wenn wir nicht gleichzeitig noch eine weitere Statistik brächten, welche die Schiffsvermehrungen der Seemächte seit Beginn des Jahrhunderts umfaßt. Hierin schneidet ja nun Rußland weit besser ab. Aber wir müssen dazu bemerken, daß von den 140 000 Tonnen, welche hier als frische Stapelläufe Rußlands bezeichnet sind, ein großer Teil bereits auf dem Grunde des Meeres schlummert, oder doch für Rußland verloren sind. Der Cäsarewitsch mit 13300 Tonnen liegt in Kiautschon, der Retwisan mit 12900 Tonnen ist verloren, und der Bajan mit 7900 Tonnen gehört den Japanern. Askold liegt mit 6000 Tonnen in Schanghei fest, und so geht es weiter und weiter, sodaß die Regierung, welche die russische Flotte seit 1900 weiter ausbaute, auf einen großen Teil, als verloren betrachtet, zurückblicken muß. Deutschlaud nimmt auch in dieser Aufstellung eine achtgebietende Stellung ein. Immerhin ergibt die Zusammenstellung, daß England allein den Dreibund, welcher an Neubauten zusammen 38 Schiffe besitzt, um 21 Neubauten überragt. Der Zweibund besaß seinerzeit 30 Neubauten, eine Zahl, die jetzt allerdings auch schon durch den Krieg eine Veränderung erfahren hat. Immerhin wäre England und Amerika zusammen auch dem Zwei= und Dreibund überlegen, und England allein stand nur um 9 Neubauten hinter beiden zurück, wobei noch zu bemerken ist, daß die Wasserverdrängung dieser 9 Schiffe nur 13800 Tonnen betrug, also die Wasserverdrängung eines mittleren Linienschiffes. So vernichtend daher diese Statistik für Rußland ist, so glänzend wird die englische Politik durch sie gerechtfertigt. fertig provozierten Krieg und über die Mißwirtschaft und Verrottung wich, die in geradezu erschreckender Nacktheit zu Tage trat. Die Niederlage Rußlands ist im Reiche des Zaren nicht als eine des russischen Volkes, sondern als eine Niederlage des Zarismus empfunden worden. Die freiheitliche Bewegung und Gährung im Lande hat zwar schon vor dem Kriege sich bemerkbar gemacht, aber durch die Niederlagen der russischen Armee ist diese Bewegung zu einer gewaltigen Flamme entfacht worden, die zwar vorübergehend erstickt worden ist, die aber auch jetzt noch unter der Asche fortglimmt und durch die neueste Politik der Scheinreformen nicht ausgelöscht werden wird. Gerade weil es in diesem wie in jedem Kriege nicht bloß auf die Massen, sondern auch auf ihre Hingebung und Opferfreudigkeit ankommt, auf die der Zar eben nicht mehr rechnen kann, so tröstet sich das kleine Japan in seinem weiteren Kampfe gegen das große Rußland mit der alten Erfahrung, daß das Kriegsglück nicht immer bei den größeren Bataillonen gewesen ist. Die Unruhen in Russland. Während im allgemeinen sich in Rußland die Geister des Aufruhrs beruhigt haben, während fast allerorten der Arbeiter wieder zu seiner Hautierung zurückgekehrt ist, nimmt die antirussische Bewegung im Weichselgebiet immer bedrohlichere Formen an. Keine wirtschaftlichen Ursachen sind's, die die polnische Bevölkerung nicht zur Ruhe kommen lassen, sondern der alte Traum vom Königreich Polen, der noch immer in dem Gehirn der polnischen Patrioten spukt, scheint durch den Kartätschenschuß im Winterpalais wieder der Wirklichkeit näher gerückt, greifbarere und lebensfähigere Gestalt anzunehmen. Dazu kommt noch die leidenschaftliche Natur des polnischen Volkscharakters und nicht zuletzt der konfessionelle Gegensatz zwischen der polnischen und russischen Glaubenslehre!— Das sind Momente, die bei der Beurteilung der augenblicklichen Sachlage schwer ins Gewicht fallen. Folgende Meldungen liegen bis jetzt vor: Warschau, 7. Febr. Der Ausstand in Radom gewinnt an Ausdehnung. 20 Arbeiter wurden getötet oder verwundet. In Skargiska gab es 24 Tote und 40 Verwundete. In Kutno kam es zu schweren Ausschreitungen. Von Warschau wurde heute Militär entsandt. Die Lebensmittel werden teurer; 1 Schock Eier kostet 450 Kopeken. Die Landleute fürchten sich, nach der Stadt zu kommen. Die Versicherungsgesellschaften weigern sich, Entschädigungen für zerbrochene Wohnungsund Ladenfenster zu zahlen. Der Bischof von Lublin richtete an die ausständigen Arbeiter einen Aufruf, morgen vormittag eine Abordnung in die Kathedrale zu entsenden und ihm eine freimütige Erklärung über ihre Forderungen zu geben. Für die Sicherheit der Delegierten garantiere er. Ein Dementi des Drohbriess. Petersburg, 7. Febr. Die offiziöse Petersburger Tel.=Ag. meldet: Die auswärts verbreitete Nachrichtdaß der Kaiser in seinen Privatgemächern in Zarskoje, Selo einen an ihn gerichteten Drohbrief gefunden habe, entbehrt jeder Begründung. Eine kleine Weile ritten sie so nebeneinander her; dann begann der Freiherr wieder, und nun in dem lauten, fröhlichen Ton, welcher ihm sonst eigen:„Jetzt aber Kopf hoch, mein lieber, getreuer Nachbar und desgleichen! Ich gebe Ihnen mein Wort, es soll keine sieben Jahre dauern, wie Jakob einst umseine Rahel geworben! Wenn mein alter Kroneck nur erst ganz gesund ist, soll auch wieder ein lustiges Leben beginnen, dann findet sich leichter eine Gelegenheit zur Annäherung. Und hier meine Hand, ich bin Ihr Freund und Bundesgenosse, ich dächte, das ist auch schon was wert!“ Der junge Mann legte seine Hand in die dargereichte des Freiherrn, doch sein Gesicht blieb beschattet. „Ich danke Ihnen von Herzen! Allerdings war ich so töricht, mehr zu hoffen!“ Ja, junge Frauenzimmer sind nun einmal zimperlich.— Aber hören Sie, was Sie mir da von Ihrer Tante Minchen erzählt, hat mir sehr gefallen. Hätte das dem schüchternen kleinen Fräulein gar nicht zugetraut. Wenn es Ihnen angenehm ist, komme ich nächstens mit meiner Alten zu Ihnen nach Rosenfelde; die beiden müssen sich kennen lernen— werden Gefallen aneinander finden und Freundschaft schließen, das weiß ich.— Hat mir schon lange nicht gefallen, daß Tante Minchen immer so einsam auf Rosenfelde sitzt.“ „Sie wollte mich entschieden nicht auf meinen Besuchen in der Nachbarschaft begleiten, so sehr ich ihr auch zugeredet."„ „Ach was— wollte nicht— muß! Sie paßt auch gut zu unserer treuen Mademoiselle— die müßten so in einem Alter sein. Na, lassen Sie mich nur machen! „Ich wollte längst gern einen größeren, geselligen Verkehr anfangen, auch die Damen bitten——.“ begann Wöller wieder,„doch da kam mir die Krankheit des Herrn von Kroneck dazwischen, da hätte sich Fräulein Lili wohl nicht entschlossen—?“ „Nein, nein, das ging nicht gut. Warten Sie auch damit, das macht sich mal so von ungefähr.“ Sie waren jetzt in die Landstraße eingehagen und sahen vor sich das kleine Haus auf der Anhöhe.: Wie in tiefem Frieden lag es da, von den hohen Bäumen sorglich eingehüllt, als wollten sie es schützen vor jedem kecken Eindringling.— „Ich muß nun zurück,“ erklärte der junge Mann hastig. „Aber weshalb denn?“ „O bitte, lassen Sie mich, Herr von Burgdorff. Heute könnte ich keine gleichgültige, oberflächliche Unterhaltung führen. Empfehlen Sie mich bestens den Herrschaften; ich erlaube mir in den nächsten Tagen eine persönliche Anfrage nach deren Befinden. Leben Sie wohl und Ihnen nochmals vielen Dank.“ „Nun, wie Sie denken! Leben Sie wohl und grüßen Sie Tante Minchen!“— Wöller war schon im Walde verschwunden, als ihm der Freiherr noch diese Worte nachrief. Der Freiherr ritt kopfschüttelnd weiter.„Da könnte man sich nun so von Herzen freuen, aber es ist wieder nichts. Augenblicklich hat der gute Junge verteufelt wenig Aussichten, das merkt ein jeder, nicht bloß er allein,“ brummte er halblaut vor sich hin.—„So ein Kindskopf! Solch Glück kommt nicht so leicht zum zweiten Mal!— O, da ist ja unsere Kleine, wen hat sie da neben sich?“ Er kniff die Augen zusammen und schaute scharf den beiden Mädchengestalten entgegen, welche leichtfüßig die Anhöhe hinabgeeilt waren und nun grüßend und mit Tüchern wehend ihn erwarteten. „Ah, die Wally Stendell.— Habe wirklich recht, neben der kraftvollen Gestalt fällt es noch mehr ins Auge, was für ein Meißener Porzellaufigürchen unser Liliput ist. Hab's ja gesagt— muß unter Glas und Rahmen!— Na warte nur, mein Junge, der alte Onkel wird schon sein möglichstes tun!“ ein Schnalzen mit der Zunge und in wenig Sätzen hielt er neben den beiden Mädchen.„Ach, viel Ehre! Viel Ehre! Na, Kinder, laßt mich nur ern vom Gaul, dann kommt die Begrüßung!" Das war gauz der alte, joviale Ton und niemand merkte, welche ernste Unterhaltung er soeben geführt. Dabei schüttelte er die dargereichten Hände so kräftig, daß die Mädchen leicht aufschrien, strich Lili liebkosend über den goldig schimmernden Scheitel und schritt endlich, sein Pferd am Zügel führend, neben ihnen her. „Ich freue mich sehr, Herr Baron,“ begann Wally sofort,„daß ich das Glück habe, Sie zu sehen, ich nehme auch sofort die Gelegenheit wahr, Sie um Ihren Beistand zu bitten.“ „Schon wieder meinen Beistand?“ dachte der alte Herr. Laut sagte er scherzend:„Meinen Beistand? Der ist Damen stets gern gewährt, besonders wenn sie jung und schön sind.“ Wally lachte, daß die weißen sahne blitzten.„Davon bin ich überzeugt, Herr Baron, und vollends bin ich Ihrer Zustimmung gewiß, wenn Sie hören, um was es sich handelt. Ich bin eigens herübergekommen, um Liki und selbstredend auch die anderen Herrschaften zum nächsten Mittwoch bei uns einzuladen— es ist nämlich mein Geburtstag, uno was autwortet mir die Kleine?— Es ginge nicht!" „Nein, liebe Wally, sö sagte ich nicht,“ unterbrach Lili die Sprecherin.„„ich habe geantwortet,“ sie wendete sich zu dem Freiherrn,„und Du, Onkel, wirst mir recht geben, daß unser Kommen von Papas Befinden abhänge. Könne er uns nicht begleiten, und das ist doch kaum zu erwarten, dann müsse auch ich auf das Vergnügen verzichten, denn ich lasse ihn nicht #, ganzen Tag allein. Nun, Onkelchen, wer hat nun „Na, da sitze ich schön in der Klemme,“ lachte der Gefragte.„Ja, meine Damen, Sie haben natürlich beide recht! Fräulein Wally mit ihrer Einladung, und Du, Putchen, mit Deiner nur bedingten Zusage. Doch, Kind, auch ohne den Papa könntest Du doch einmal in eine frohe, junge Gesellschaft gehen. Er bleibt ja nicht allein und ist doch in den besten Händen. mann Deutscher Reichstag. 135. Sitzung vom 7. Februar 1905. Am Bundesratstisch: Dr. Graf v. Posadowsky. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung. Zur Beratung steht die Interpellation Trimborn(Ztr.) und Gen über den zehn stündigen Maximakarbeitstag für Arbeiter über 16 Jahren. Staatssekretär Dr. Graf v. Posadowsky erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten. Zur Begründung erhält das Wort Abg. Trimborn(Ztr.): Er erinnert daran, wie man aus gesundheitlichen und allgemeinen Gründen ganz allmählich zur Einschränkung der Arbeitszeit gekommen sei. Es ist anerkannt, daß die Industrie davon keinen Schaden, sondern Nutzen hat. Selbstverständlich muß für Ausnahmen genügender Spielraum gewahrt bleiben. Für die Frauen ist die Einschränkung der Arbeitszeit durchaus notwendig. Hätten wir schon vor Jahren den Zehnstundentag für Frauenarbeit eingeführt, dann wäre uns all das Elend von Krimmitschau erspart geblieben. Der agrarische Einwand, daß der Zehnstunden tag die Landarbeiter anlocken wirs, ommt gegenüber den Interessen der Wohlfahrt nicht in.:. In den Bergwerken sind noch 38% der Arbeiter länn s 10 Stunden beschäftigt, und in der Textilbranche, in der allein 40% aller Arbeiterinnen beschäftigt sind, herrscht noch längere Arbeitszeit. Die Zahl der Militärtauglichen nimmt in den Städten und Fabriken stark ab. Das ist eine bedenkliche Erscheinung, denn die Zu kunft gehört schließlich dem Volk, das körperlich am wider standsfähigsten bleibt. Im Auslande wartet man auf uns, also gehen wir auch diesmal mit einem großen sozialpolitischen Fortschritt voran. Ich hoffe, wir werden zwei reife Aepfel vom Baum schütteln: den Maximalarbeitstag für Männer und Frauen!(Lebhafter Beifall.) Staatssekretär Dr. Graf v. Posadowsky: Die Vervollkommnung der Maschinen erfordert eine intensivere Arbeitsleistung als früher. Es ist nachgewiesen und erklärlich, daß bei kürzerer Arbeitszeit bessere Leistungen erreicht werden. In England besteht ein Maximalarbeitstag für erwachsene, männliche Arbeiter nicht. Die verbündeten Regierungen aber stehen auf dem Standpunkte, daß der Ausbau des hygienischen Arbeitstages unbedingt notwendig ist, weil es zahlreiche Industrien gibt, bei denen der Körper des Arbeiters Schädigungen aus. gesetzt ist. Aber man muß doch recht vorsichtig in solche Verhältnisse eingreifen. Am Rhein hat früher eine 17stündige Arbeitszeit bestanden. Sie ist durch Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und=nehmern herabgesetzt worden. Beim Maximalarbeitstag kommt noch in Betracht, daß in den verschiedenens Industrien die Verhältnisse sehr verschieden liegen. Bei manchenist andauernd schwere Arbeit erforderlich, bei manchen wird ein großer Teil der Zeit durch Arbeitsbereitschaft ausgefüllt. Die Inierpellation rollt eine Frage von sehr großer, wirtschaftlicher Bedeutung auf. Wir haben daher eine Umfrage bei den 26 deutschen Bundesstaaten erlassen und bis jetzt 8 Antworten erhalten, die teils ablehnend lauten, teils allereingehendste Er hebungen verlangen. In einzelnen Industrien ist der Rein gewinn sehr klein und die Arbeitsbedingungen spielen eine sehr wichtige Rölle. Es ist also Gefahr, daß diese Industrie vom Ausland erdrückt werden. Der Interpellant wird deshalb mit mir der Ansicht sein, daß dieser Apfel noch nicht reif ist. Ueber die Arbeitszeit der Arbeiterinnen hoffe ich Ihnen bald eine Denkschrift mit einer eingehenden Statistik vorzulegen. Aber auch hier ist die Konkurrenz des Auslandes maßgebend.(Unruhe links.) Ich habe deshalb bei Oesterreich=Ungarn, Belgien, Italien und Schweiz angefragt, wie sie sich zu einer gleichzeitigen Regelung der Arbeitsdauer stellen würden und von der Schwei bereits eine zustimmende Antwort erhalten.: Ich hoffe ausl mit den andern Staaten zu einer Einigung zu kommen.(Beifall.) Auf Antrag des Abg. Graf Hompesch(Ztr.) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen. Abg. Fischer=Berlin(Soz.): Für eine Anzahl Industrien wäre der Zehnstundentag ein Rückschritt. Wir erwarten nichts von dieser Regierung, der Herr von Möller angehört.(Zuruf: Ist nicht„von“!) Er kann auch„von“ sein, er verdient es! (Stürmische Heiterkeit.) Der Maximalarbeitstag würde zum Minimalarbeitstag, der Minimallohn zum Normallohn wer den. Die Regierung beratschlagt, sie erwägt, sie stellt Enquete an, aber sie kommt zu keinem Entschluß aus Rücksicht auf das Unternehmertum. In Beamtenkreisen herrschen, wie man au. einzelnen Berichten der Fabrikinspektoren sehen kann, über di Arbeitszeit geradezu vorsintflutliche Anschauungen. Es heißt die Arbeiter treiben sich zuviel herum, die unehelichen Geburte bei den Arbeiterinnen nehmen zu.(Auf der Tribüne kreischt bei diesen Worten eine Tame laut auf. Es entsteht eine minutenlange stürmische Heiterkeit im Hause.) Anderseits beschweren sich die Berichte über das Zweikindersystem.(Heiterkeit.) Dem Zentrum ist seine Sozialreform nicht ernst. Es ist eine Kapitalistenpartei und eine kirchliche Partei. Und wenn im Ruhrgebiet nicht so viele katholische Arbeiter wären, hätten wir die schönsten Reden gegen den Kontraktbruch der Arbeiter gehört.(Lärm im Zentrum.) Dem Zentrum fehlt ein klares, sozialpolitisches Programm. Es will auch kein Programm, um sich nicht darauf festzunageln. Die Politik es dentrums besteht In einer Reihe von Kuhhändeln..(Lärm im Zentrum.) Diese ganze Auseinandersetzung hat keinen Wert, deshalb fordern wit immer wieder die Arbeiter auf, sich gewerkschaftlich und politisch zu organisieren.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten. Ironische Bravos beim Zentrum.) Staatssekretär Dr. Graf v. Posadowsky: Eine gewisse Presse hat mich als Sozialdemokraten hingestellt, weil ich dem besonnenen Verhalten der Streikenden Anerkennung gezollt habe. Jetzt wirft mir der Vorredner vor, daß ich Millionäre züchte. Diese Tätigkeit gehörte bisher nicht zu meinem Ressort. (Heiterkeit.) Wenn man so wichtige Fragen revidiert, wie die Verkürzung der Arbeitszeit, dann gehören dazu sehr eingehende Untersuchungen und Vereinbarungen mit anderen Staaten, denn wir können nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch die Arbeit nehmer schädigen. Nach der Auffassung des Vorredners haben wir bisher nichts geleistet. Er greift uns an, obwohl die preußische Regierung den Beschwerden der Bergarbeiter abhelfen will. Und sie wird ihr Wort halten! Das Ausland wird uns als Bei spiel vorgehalten. Da ist es doch nur richtig, wenn wir uns mit den anderen Regierungen, die uns voraus sind, einigen. Zum Schluß möchte ich noch darauf hinweisen, daß die Angriffe auf die Unparteilichkeit und Unabhängigkeit unserer Justizbehörden die Grundlagen des Staates erschüttern.(Lebhafter Beifall.) Abg. Lehmann(nl.): In dem Normalarbeitstag für erwachsene Arbeiter sehen wir einen unberechtigten Eingriff in die persönliche Freiheit und eine schwere Schädigung der Volkswirtschaft, von der Verkürzung der Arbeitszeit der Frauen ist eine schwere Schädigung der Textilindustrie zu befürchten, deshalb rufe ich dem Staatssekretär zu: Nicht zu viel„Dampf! Abg. Schickert(k.): Die Festlegung des Zehnstundentages würde ein Hinabgleiten zum Achtstundentag bedeuten. Für eine Verkürzung der Arbeitszeit treten wir ein, aber sie muß die Grenzen der Leistungsfähigkeit unseres Gewerbes respektieren. Und sie darf nicht zu einer Entvölkerung des platten Landes führen. Abg. Kuberski(Pole) tritt für den Zehnstundentag ein. Abg. Dr. Pachnicke(frs. Vgg.): Auch für den Arbeiter müssen Stunden kommen, in denen er sich auf sich selbst besinnen und als Mensch fühlen kann. Es ist falsch, uns zu beschuldigen, daß wir uns erst neuerdings auf die Arbeiterfreundlichkeit besonnen haben. Unser verstorbener Parteifreund Rösicke hat vor 2 Jahren hier die Entwicklung des Qualifikationswesens als Vorbedingung für die Verkürzung der Arbeitszeit gefordert. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Burckhard(Wirtschaftliche Vgg.) und Erzberger(Ztr.) wird die Beratung vertagt. Mademoiselle da ist.— So muß ich also dieses Mal Ihnen beistehen, mein schönes Fräulein, selbst auf die Gefahr hin, es mit meinem Putchen gründlich zu verderben.“ Wally lachte fröhlich auf.„O, das ist reizend, ist zu nett von Ihnen, Herr Baron!“ Dabei umarmte sie die kleine Gefährtin.„Gelt, Lili, wenn es der Onkel sagt, dann tust Du es?“ schmeichelte sie und schaute sie fast zärtlich mit den dunklen Augen an. „Jetzt machen die Damen das wohl ohne mich ab,“ rief der Freiherr,„ich werde inzwischen meine Freunde begrüßen.“ Er übergab dem herbeigeeilten Friedrich die Zügel seines Pferdes mit der Weisung, dasselbe nach dem„Schloß" zu führen, er käme in einer Stunde zum Abendessen, dann nickte er den beiden Mädchen zu und trat unter die Veranda. (Fortsetzung folgt. 134. Sitzung. Tienstag, 7. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische: v. Budde. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung. Die zweite Beratung der wasserwirtschaftlichen Vorlage wird fortgesetzt bei der gemeinschaftlichen Besprechung des§ 1 Nr. 1(Rhein=Weser=Kanal) und des§ 2(Verpflichtungen der beteiligten Provinzen). Abg. Dr. v. Woyna(frk.): Die natürliche Struktur der Provinz Hannover weist mit Naturnotwendigkeit darauf hin schon rechtzeitig für eine entsprechende Verkehrsgelegenheit zu sorgen. Redner wendet sich sodann gegen die vom Abg. Dr. Hahn gestellte Forderung, daß diese Vorlage zunächst dem Provinziallandtage von Hannover hätte vorgelegt werden müssen Es ist doch nur ein Akt von Selbstbewußtsein dieses Hauses, wenn es verlangt, daß es zuerst über derartige Vorlagen zu entscheiden hat. Abg. v. Hagen(Ztr.) tritt für die Resolution der Kommission ein. Ich bin schon immer für die Beseitigung der Krümmungen der Ems und für den Bau von Schleppzug schleusen auf dem Dortmund=Ems=Kanal eingetreten. Abg. Fürbringer(nl.): Es wäre zu wünschen, wenn der Tortmund=Ems=Kanal nach Emden weitergeführt würde, wenn Teutschland eine eigene Rheinmündung erhielte. Das Schleppmonopol erkenne ich als einen Vorteil an. Abg. v. Oldenburg(kons.): Für den Kanal kann ich nicht eintreten, da ich mich zum Standpunkte des Bundes der Landwirte bekenne. Ich kann es mir bei dieser Gelegenhei sicht versagen, mein Bedauern darüber auszusprechen, da jestern seitens des Finanzministers den Ausführungen des Abg. Dr. Hahn in einer Weise begegnet worden ist, die ihren Grund n ihren Ausführungen nicht fand.(Lebhaftes Sehr richtig ind stürmisches Oho!— Minister v. Rheinbaben erscheint in Saal und verbeugt sich zum Redner. Heiterkeit.) Der Herr Mi nister hat dem Abg. Hahn gegenüber von einem Satyrspie jesprochen. Die ganze Bewegung des Bundes der Landwirte st aber eine viel zu große und ernsthafte, als daß sie sic nit derartigen Witzen abzufinden braucht.(Sehr wahr! rechts. Ich bin davon überzeugt, daß ohne den Bund der Landwirt seute noch in allen Ministerien der Caprivische Geist umgeher würde.(Lebhafter Beifall rechts, Widerspruch links.) Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Der letzten Behauptung des Abg. v. Oldenburg gegenüber kann ich ver die noch nicht lange aus dem Auslande zugereist woren, infolge des Streiks als lästige Ausländer ausgewiesen worden. Andere Familien sind wieder freiwillig in ihr Heimat zurückgekehrt. sichern, daß es einer solchen Einwirkung seitens des Bundes der Landwirte für mein Ministerium nicht bedurft hätte und wohl auch nicht für das Ministerium für Landwirtschaft. Wir sind immer für die landwirtschaftlichen Interessen eingetreten Ich bleibe dabei, Dr. Hahn hat nicht Oel auf die Wogen sondern Oel auf das Feuer der agrarischen Bewegung ge gossen. Abg. Dr. Schmieding(nl.): Für Herrn Dr. Hahn is. die schwere westfälische Industrie eigentlich das rote Tuch aAlle anderen Kanäle, besonders die für den Osten, finden Gnad vor seinen Augen, nur auf den Rhein=Hannover=Kanal konzen trieren sich alle seine Angriffe. Nichts ist falscher, als die An nahme, daß dieser Kanal nur der rheinisch=westfälischen In dustrie zugute käme und der gesamten Landwirtschaft Schade: brächte. Vom Geiste Bismarcks, auf den sich allerdings He: Hahn berief, habe ich bei ihm und beim Bunde der Lani wirte unbegreiflich wenig gefunden, denn Bismarck beton: mmer, daß Industrie und Landwirtschaft zusammengehören. Auf Antrag des Abg. Frhrn. v. Zedlitz(frk.) wird di Besprechung geschlossen. In der nunmehr folgenden Abstin mung werden die auf den westlichen Teil der Monarchie sich be ziehenden Einzelbestimmungen des§ 1 und des§ 2, sowie di Resolution angenommen, dagegen der Antrag Wallbrech: über die Stichkanäle nach Minden, Lehrte, Hildesheim und Peine abgelehnt. Hierauf beginnt die gemeinschaftliche Besprechung über den Großschiffahrtsweg Berlin—Stettin, wozu eine Resolution B vorliegt, die auf der Oderstrecke von Cosel bis zur Neiße=Mündung die Anlegung von Zugschleusen und den Bau von weiteren Becken und der dazugehörigen Umlade=Einrichtungen fordert. Nach kurzen Ausführungen der Abag. Vogt(Ztr.), Graf v. Ballestrem(Ztr.), Voltz(nl.), Dr. Wagner(frk.) Malkewitz(kons.) und Brömel(frs. Vgg.), die sich in zustimmendem Sinne äußern, werden die Paragraphen der Vorlage, die sich auf den Großschiffahrtsweg Berlin—Stettin beziehen, und die oben mitgeteilte Resolution B mit großer Mehrheit angenommen. Sodann wird die gemeinschaftliche Besprechung eröffnet über die Paragraphen, die die Verbesserung der Wasserstraße zwiichen Oder und Weichsel. sowie der Warthe von der Mündunc chen Oder und Weichsel, sowie der Warthe von der Mündun der Netze bis Posen betreffen(§ 1, III,§ 4). Tazu liegt ein Resolution der Kommission vor, die die Kanalisierung der freie: Netze der Regulierung vorzieht und eine Verbesserung der Deichverhältnisse an der Warthe fordert. Eine Resolution Kindlei frs. Vp.) und v. Staudy(kons.) tritt für die Verbesserung der Schiffahrtsstraße der Warthe bis Luban ein. Nach kurzer Debatte wird auch dieser Teil der Vorlage und die Resolution der Kommission angenommen, die Resolutio: Kindler— v. Staudy dagegen abgelehnt. Der Teil der Vorlage, der die Kanalisierung der Oder von der Mündung der Glatzer Neiße bis Breslau enthält(§ 1 IV und§ 5) wird ebenfalls angenommen. Auf Antrag des Abg. Graf Limburg=Stirum(kons.) beschließt das Haus die namentliche Abstimmung über den gesamten§ 1. Es werden 390 Stimmen abgegeben, von denen 256 auf„ja“, 132 auf„nein“ lauten, bei 2 Stimmenthaltungen z 1 ist demnach angenommen. Der Rest der Vorlage wird sodann ohne wesentliche Debatte ingenommen; ebenso auch die Resolutionen Dr. Röchling nl.) und Cahensly(Ztr.) auf Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn, und die Resolution Gyßling(frs. Vp.) Zur Bagesgeschichte. Prinz Karl Bourbon, Infant von Spanien ist mit der Offiziersdeputation des spanischen Dragoner regiments Numancia, die dem Kaiser die Uniform eines Generalkapitäns der spanischen Armee und des Kom mandeurs des Regiments Numancia überbringt, gestern abend in Berlin eingetroffen, und feierlich vom Kaiserpaar empfangen worden. Nach dem Empfang fand große Tafel im Schlosse statt, woran auch der Reichskanzler mit Gemahlin und der Staatssekretär des Aeußern, Frhr. v. Richthofen, teilnahmen. Während der Festtafel brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus den König von Spanien und sein Haus aus. Der Infant erwiderte in französischer Sprache mit einem Toast auf das Kaiserpaar.— Der Kaiser verlieh dem Prinzen den Schwarzen Adlerorden. Mittelmeerfahrt des Kaiserpaares. Berlin, 7. Febr. Die Mittelmeerreise des Kaisers und der Kaiserin wird nach der„Potsdam. Corresp.“ am 23. März ihren Anfang nehmen. Das Kaiserpaar fährt mit der Eisenbahn voraussichtlich nach Genua und benutzt von dort aus für den ersten Teil der Reise, die auf 4—5 Wochen berechnet ist, einen Dampfer der Hamburg=Amerikanischen Paketfahrt=Aktiengesellschaft, den Direktor Ballin, ebenso wie dies im vorigen Jahre der Fall war, zur Verfügung gestellt hat. Erst später, für die weitere Seefahrt, wird die„Hohenzollern", wahrscheinlich von Malta ab, von dem Kaiserpaar be nutzt werden. Die Erholungsreise soll sich bis nach Griechenland ausdehnen. Im Plane des Kaiserpaares liegt es auch, in den Gewässern des Mittelländischen Meeres den heimkehrenden Prinzen Adalbert zu begrüßen. Vom Kronprinzen. Gegenüber der Mitteilung, daß der Kronprinz auf seiner Reise Cannes besuchen werde, kann die„Voss. Ztg." feststellen, daß er die französische Riviera nicht berühren wird. Der Kronpinz wird mit seiner Braut und deren Mutter in Florenz zusammentreffen, und von dort aus die Kunststätten Oberitaliens besuchen. Für die Hochzeit des Kronprinzen ist der 22. oder 24. Mai in Aussicht genommen Da Prinz Eitel Friedrich jetzt so weit genesen ist, daß er das Bett verlassen konnte, zieht jetzt wieder die Potsdamer Wachtparade mit voller Musik auf. Während der Krankheit des Prinzen marschierte die Wache ohne Tritt und ohne Musik am Kabinettshaus vorüber. Der deutsche Landwirtschaftsrat. Berlin, 7. Febr. Unter großer Beteiligung wurde heute die 33. Volksversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates eröffnet. Der Vorsitzende, Graf Schwerin=Lowitz, brachte das Kaiserhoch aus. Dann wurde das Präsidium wiedergewählt. Der Generalsekretär erstattete hierauf den Geschäftsbericht. Namens Posadowskys begrüßte dann der Unterstaatssekretär des Reichsamts des Innern, Wermuth, die Erschienenen Der Landwirtschaftsrat nahm nach längerer Debatte ine Resolution an, betr. den Einfluß der Kartoffelernte von 1904 auf die Spiritusfabrikation und die Industrie der Kartoffelfabrikate, worin u. a. verlangt wird, daß dafür Sorge zu tragen sei, daß die Fabrikate der Stärke= und Spiritusindustrie in immer umfangreicheche Weise in Deutschland selbst verwendet werden, daß die Exportmöglichkeit für Stärkefabrikate auch in den Jahren höherer Kartoffelpreise aufrecht erhalten werde. Dann soll für die Spiritusindustrie für 1908 ein erneuter Zusammenschluß vorbereitet werden, daß die Bestrebungen, die technische Verwendung des Spiritus immer mehr zu erweitern, mit aller Kraft aufrecht erhalten verde und daß Maßregeln, welche die Ersetzung der Kartoffeln durch andere Rohstoffe erstreben, zurück gewiesen werden. Der Landwirtschaftsrat nahm ferner eine Resolution betr. die Seßhaftigkeit und Abwanderung der weiblichen Jugend vom Lande an, worin zur Hintanhaltung dieser Abwan derung verlangt wird, Hebung des Standesgefühls der bäuerlichen Bevölkerung, Ausgestaltung der Wohlfahrts pflege auf dem Lande, strengere Kontrolle der Subsi iber den masurischen Kanal.„ Auf der Tagesordnung steht als letzter Punkt noch diesstenzmittel und des Unterkommens der vom Lande in kesolution Dr. v. Savigny auf Förderung des Verkehrsldie Stadt wandernden weiblichen Jugend, öffentliche ind Erwerbslebens, die jedoch nach einer kurzen Tebatte aus Auszeichnung der in treuer Pflichterfüllung ausharrenschäftsordnungsmäßigen Gründen vom Antragsteller zurücks##n##hmintschgenin# a# Pflichterfullung ausharren zogen wird. sden landwirtschaftlichen Berufsangehörigen. Hieraus Damit ist die zweite Lesung der Kanalvorlage beendet. swird die weitere Verhandlung auf morgen vertagt. Nach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte setzt der Präz Frei war der Bursch. So wird es in Preußen nt unter Beifall des Hauses die 3. Lesung auf Mittwoch——„—„ Uhr, fest Schluß 4¼ Uhr. Die Aufstände in Südwestafrika. Berlin, 6. Febr. Das Zentral=Hilfstomitee für die deutschen Ansiedler in Südwestafrika teilt mit, daß über 276 000 U eingegangen sind. Hiervon wurden bisher 123 500 U im Schutzgebiete und an hier in Deutschland lebende Ansiedler bezw. Witwen und deren Kinder 80.000 c“ gezahlt. Alle Zuschriften, Unterstützungsgesuche usw. sind an das Komitee Berlin W.62, Kurfürstenstraße 97, z. H. des Majors z. D. Simons, zu richten. Der allgemeine Bergarbeiterstreik. Bochum, 6. Febr. Die Siebenerkommission hielt heute abend nach Eingang des Telegramms des Reichskanzlers eine Sitzung ab. Nach eingehender Besprechung der Lage des Streiks wurde beschlossen, den Bergleuten die Arbeitsaufnahme nicht zu empfehlen und die endgültige Stellungnahme zu dem Telegramm der auf Donnerstag vormittag in Essen anberaumten Revierkonferenz der Delegierten aller Bergarbeiterverbände zu überlassen. Essen, 7. Febr. In einer gestern abgehaltenen Bergarbeiterversammlung erklärte der sozialdemokratische Abg. Sachse, daß heute 1½ Millionen Mark an Unterstützungen gezahlt werden müssen, und daß aus diesem Grunde die auf 10 Mk. bemessene Wochenunterstützung auf 9 Mk. reduziert werden müsse. Essen, 7. Febr. In den 18 Revieren des Oberbergamtsbezirks Dortmund und auf der Zeche„Rheinpreußen“ sind heute 65697 Arbeiter bei einer Gesamtbelegschaft von 261 517 angefahren, Mithin fehlten 195820 Arbeiter gegen 196 288 am Montag. Duisbura. 7. Febr. Wie die„Duisb. Ztg.“ erfährt, sind mehrere Bergarbeiterfamilien in Hamborn, bald heißen. Eine ungeheuere Bewegung hat sich der Studentenschaft an den preußischen technischen Hochschulen bemächtigt. In Hannover wurde vor einigen Wochen der Studentenausschuß aufgelöst. Die Ursache war ein Sympathietelegramm, welches die hannoversche Studentenschaft an die Innsbrucker Kommilitonen während der bekannten Vorgänge bei der Eröffnung der italienischen Fakultät in Innsbruck richtete, ferner eine Erklärung der Studentenschaft gegen die Zulassung konfessioneller Studentenverbindungen. Bei der Auflösung sollte ein Ministerialkommissar die Aeußerung gethan haben, „akademische Freiheit sei ein Begriff, den man im Ministerium garnicht kenne". Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung hatte diese Aeußeruug offiziös abgeleugnet. Wie die„Voss. Ztg.“ nun aus akademischen Kreisen erfährt, ist diese offiziöse Ableugnung der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung zwar dem Worte, aber nicht dem Sinne nach richtig. Allerdings hat nicht ein Ministerialkommissar obige Aeußerung gethan, wohl aber hat in Gegenwart des Wirkl. Geh. Oberregierungsrats Dr. Naumann, vortragenden Rats im Kultusministerium, der Berliner Universitätsrichter Geh. Reg. Rat Dr. Dande wörtlich erklärt:„Was ist überhaupt akademische Freiheit? Akademische Frriheit ist ein Begriff, den wir garnicht kennen und den Sie sich selber gebildet haben.“ Herr Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Dr. Naumann hat zu dieser Erklärung geschwiegen! In Berlin fand eine große Protestversammlung der Studenten der Technischen Hochschule in Charlottenburg statt. Auch in Hannover spitzt sich der Kampf um die akademische Freiheit immer mehr zu. Zwei Professoren, Angehörige des Senats, stellten am Donnerstag ihre Vorlesungen ein. Es tritt bei allen Vorkommnissen immer mehr zu Tage, daß die Professoren nur die Geschobenen sind, die den Weisungen aus Berlin Folge leisten, im Herzen aber ihre eigne Meinung tragen Der Nationalliberale Jugendverein hatte für Freitag abend eine große Versammlung einberufen, welche sich mit der Frage der akademischen Freiheit beschäftigenisch sollte. Alle Studenten wollten erscheinen, da plötzlich wurde die Versammlung„aus verschiedenen Gründen“ abgesagt. Nunmehr haben die Studenten für nächsten Donnerstag abend eine allgemeine Studentenversammlung einberufen. Nach den bisherigen Feststellungen werden zum Schluß des Semesters etwa 300 bis 400 Studierende Haunover verlassen. Die drei Mitglieder des Ausschusses werden voraussichtlich in Darmstadt oder einer anderen nichtpreußischen Hochschule weiterstudieren. Die Trennung Ungarns. Wien, 7. Febr. Wie der„Rh. Westf. Ztg.“ aus Wien gemeldet wird, gab die Debatte im Reichsrat über das Rekrutenkontingent Anlaß zu einer Erörterung des Verhältnisses zu Ungarn. Heute hat insbesondere der Abgeordnete Wolf in einer zweistündigen Rede die durch den Ausfall der ungarischen Wahlen zeschaffene Lage besprochen. Er verlangte, daß Oesterreich die Initiative zu einer völligen Trennung von Ungarn ergreife und die Zollschranken gegen Ungarn so bald als möglich errichte, nur so sei eine weitere wirtschaftliche Schädigung aufzuhalten. Au eine Genehmigung des mit Deutschland abgeschlossenen Handelsvertrages sei vom Standpunkte Ungarus jetzt nicht zu denken. Die serbische Ministerkrisis. Belgrad, 6. Feb. Der König hat, wie verlautet, die Demission des Kabinetts nicht angenommen, sondern sie deswegen abgelehnt, weil sie damit motiviert wurde, daß das Kabinett wegen Hofintriguen nicht länger im Amte bleiben wolle Das Kabinett beschloß aber, seine Demission aufrecht zu erhalten. — König Peter hat bisher nur Protisch offiziell mit der Bildung des Kabinetts betraut, Protisch aber lehnte die Mission ab. Der König wird die Beschlüsse der beiden radikalen Klubs abwarten, um dann neue Versuche mit den gemäßigten zu machen. Berforder Kreis-Nachrichten. Herford, 8. Februar. - Gewerbe=Verein. Laut Inserat wird morgen Herr Fritzschler im Theatersaal des Bürgervereins das Schauspiel„Das große Licht" von Felix Philippi rezitieren. Da Herr Fritzschler durch die zweimalige Rezitation des Dramas„Maria von Magdala“ im vorigen Jahre als hervorragender Rezitator bekannt ist, dürfte der Besuch in jeder Beziehung zu empfehlen sein. Nichtmitglieder des Gewerbe=Vereins haben gegen Zahlung von 30 Pfg. Zutritt. Pünktliches Erscheinen ist geboten, da zur Vermeidung von Störungen die Thüren um 8½ Uhr geschlossen werden. *+ Turngemeinde Hersoro, e. V. Die gestrige gut besuchte Versammlung hörte den Bericht der Kassenprüfer und erteilte auf Antrag derselben dem Kassierer Entlastung.“ Der Haushaltsplan balanciert mit einer Einnahme und Ausgabe von 1365 Mk. Für den Bau des Bismarckturmes wurde der Betrag von Mt. 20 einstimmig genehmigt. Ebenso wurde beschlossen, im Verein mit den übrigen der deutschen Turnerschaft angehörigen Vereine das Gaufest des Minden=Ravensberger Turngaues zu übernehmen und zwar unter der Bedingung, daß sich die Vereine prozentual in Arbeit und Kosten teilen. Da man gedenkt das Fest zu einem der Würde desselben glänzenden zu gestalten, erwartet man eine rege Beteiligung der Behörden sowohl wie der Bürgerschaft.— Eine besondere Aufmerksamkeit soll auch der weiteren Ausgestaltung des Damenturnens gewidmet werden, deren Wichtigkeit in gesundheitlicher Beziehung leider noch viel zu wenig eckannt wird. Am 8. und 9. April findet in Dortmund auf Anregung des Kreisvertreters Prof. Dr. Schäfer, ein Lehrgang für Leiter und Leiterinnen der Damenabteilungen statt, an welchem sich auch die Turngemeinde beteiligen wird. — Theater. Die gestrige Wiederholung des Dramas„Um Nichts“ war nur mäßig besucht. Schwere Körperverletzung. Zu unserer gestrigen Notiz wird uns noch von Augenzeugen mitgeteilt, daß der Schlachtermeister Huep von der Göbenstraße ohne jede Veranlassung dem Meister Reckendorf vorm Renntor 3 Stöße mit der Faust vor die Brust versetzte. Reckendorf ist darauf noch allein nach Hause gegangen, liegt aber jetzt stramm zu Bett. Der Arzt hat eine Rippen= und Brustquetschung konstatiert. Der Vorgang spielte sich auf dem Schlachthofe ab. Vermutlich spielt hier der Konkurrenzneid eine Rolle. — Durchgegangen ist heute Vormittag das Pferd des Kistenfabrikanten Stroop. Das Tier scheute und lief in rasendem Galopp durch die Höckerstraße zum Neuen Markt, wo es aufgehalten wurde. Das Geschirr des Pferdes ist zerrissen, sonst ist weiterer Schaden verhütet worden. Ein Knabe lenkte das Gefährt und kam mit dem Schrecken davon. — Eine rüstige Frau scheint die vor ¾ Jahren zum 5. Mäl Witwe gewordene Frau W., verw. E., verw. M., verw. L., verw. B. zu sein. Die Frau, die jetzt im 66. Lebensjahre steht, soll sich nun, wie es heißt, zum sechsten Male rüsten, um dem Zuge ihres Herzens zu folgen. k. Enger, 7. Februar. Turnerisches. Der Turnverein„Concordia“ hat sich in der am 3. d. M. stattgefundenen Versammlung bereit erklärt, das diesjährige Gauturnfest zu übernehmen. k Enger, 7. Febr. Militärisches. Die Annahme bezw. Erneuerung der Gesuche um Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienst findet bis zum 18. d. Mts. in den gewöhnlichen Bureaustunden im Amtsbureau statt. Die Antragsteller haben die Steuerzettel und sonstigen Schriftstücke z. B. Schulddokumente, Zinsquittungen usw. vorzulegen. Ferner müssen dieselben im Stande sein, die Geburtsdaten sämtlicher Familienglieder anzugeben und die in Betracht kommenden Fragen über Vermögens= und Familienverhältnisse genau zu beantworten. F. Löhne, 7. Febr. Dir Jahresrechnung der Mobiliar=Unterstützungskasse für die Aemter GohfeldMennighüffen schließt ab in Einnahme(einschl. Bestand des Vorjahres) mit..... 66 652,29 Mk. in Ausgabe mit 12064,14„ Mithin Bestand 54 588,15 Mk. Im verflossenen Rechnungsjahre waren 8 Brandschäden mit einer Abfindungssumme von 11 788,59 Mk. zu regulieren. Am Jahresschlusse gehörten der Kasse 3245 Mitglieder an. Aus Propinz und Nachbarstaaten. * Bielefeld, 7. Febr. Warnung vor falen Telephonarbeitern. Kürzlich sind aus verschiedenen Orten wieder Anzeigen bei Behörden einHelaufen, wonach Personen unter dem Vorwande, sie mit Arbeiten an den auf dem Dache befindlichen Telephonleitungen beauftragt, sich Eingang in die Häuser verschafften und bei dieser Gelegenheit Diebstähle ausführten Das war bekanntlich im vorigen Sahre auch verschiedentlich hier in Bielefeld vorgekommen. es sei daher aufs Neue vor solchen Schwindlern gewarnt und darauf aufmerisam gemacht, daß Beamte und Arbeiter der Telegraphenverwaltung, welche beaufstragt sind, Arbeiten an den Telegraphen= oder Telephonleitungen auszuführen und zu diesem Zwecke rundstücke und Gebäulichkeiten von Privatleuten beTreten müssen, eine von der Ober=Postdirektion ausgestellte Ausweiskarte bei sich führen. Diese Karte wolle sich, wenn man die Leute nicht kennt, in jedem Falle vorzeigen lassen.„W. Zig.“ a Ahlen, 6. Febr. Ein vielumworbener Posten ist die Stadtbaumeisterstelle hierselbst. In eebter Stadtverordnetensitzung wurde beschlossen, hier einen Stadtbaumeister anzustellen. Es haben sich vun nicht weniger als 92 Herren um die Stelle beWorben. Wie wir hören, traf in der Sitzung der #½ und Finanzkommission Ende voriger Woche über 40 Bewerbungsschreiben das Schicksal, in den Papiertorb zu wandern, während 20 einer eingehenden Prüfung Unterzogen werden sollen. * Wiedenbrück, 6. geor. Bestrafte Klatschlucht. Die Ehefrau des Kreiswegemeisters Friedrich Schauerte hatte ein ehrenrühriges Gerücht, an dem slichts Wahres war, über den hiesigen Bürgermeister Ochmitz weiter verbreitet und wurde heute für ihre Klatschsucht von der Bielefelder Strafkammer zu einer Geldstrafe von 50 Mark evtl. 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Letmathe, 6. Febr. Das eigenmächtige -üfheben der Eisenbahnschranken ahndet die Eisenbahnverwaltung mit empfindlichen Strafen, weil dadurch leicht Unglücksfälle herbeigeführt werden ronnen. Der Besitzer L. aus R. hatte durch seinen Knecht das Aufheben einer Schranke besorgen lassen, um mit seinem Fuhrwerk noch vor dem Eintreffen des Eisenbahnzuges den Bahnkörper passieren zu können, weil er nucht worten wollte. Dafür erhielt er jetzt für sich ein Strafmandat von 200 Mk., für den Knecht ein solches von 70 Mt. wer, für den Knecht * Salzwedel. 5. Febr. Ein eigenartiger Konflikt zwischen Presse und Bürgervorsteher=Kolleg macht in der Hannoverschen Nachbarstadt Lüchow viel von sich reden. Das Bürgervorsteherkollegium hatte beschlossen, den Redakteur der amtlichen Kreiszeitung, Grupe, auf die Dauer eines Jahres von den öffentlichen Sitzungen der städtischen Kollegien auszuschließen, weil er seit Jahren unrichtig über die Sitzungen berichtet, die Interessen der Stadt geschädigt und einzelne Mitglieder des Bürgervorsteherkollegiums der Lächerlichkeit preisgegeben habe. In der gestrigen Sitzung der Kollegien war der Redakteur wieder anwesend. Ein Bürgervorsteher beantragte, denselben von der Sitzung auszuschließen, welchem Antrage von dem Bürgermeister Pulst aber widerprochen wurde, da der Antrag ungesetzlich sei; die Versammlung könne wohl die Oeffentlichkeit für die ganze Sitzung ausschließen, nicht aber einen der Zuhörer aus persönlichem Interesse aus dem Saale weisen. Die Mehrheit der Bürgervorsteher verharrte aber auf ihrem Standpunkte, und so wurde denn der abermalige offizielle Beschluß gefaßt, trotz wiederholter Intervention des Bürgermeisters, den Redakteur der Kreiszeitung von den Sitzungen auszuschließen; die Mehrheit der Bürgervorsteher gab die Erklärung ab, in Anwesenheit des Redakteurs nicht mehr beraten zu wollen. Grupe verließ darauf den Saal, und die Versammlung trat darauf in die Beratung der Tagesordnung ein. Plötzlich erschien Grupe wieder und erklärte, er sei von verschiedenen Bürgern aufgefordert worden, wieder hinzugehen und den Beratungen der Kollegien beizuwohnen; er mache nunmehr von seinem Rechte, einer öffentlichen Sitzung beiwohnen zu können, Gebrauch und werde nicht von der Stelle weichen. Nun folgte eine sehr erregte Debatte, in welcher der Vertreter der Kreiszeitung bestrit., Artikel gebracht zu haben, welche die Interessen der Stadt schädigen. Als schließlich sich die Majorität der Bürgervorsteher zum Verlassen des Saales anschickte, da der Redakteur nicht ging, wurde die Sitzung aufgehoben. Redakteur Grupe hat bereits bei der königl. Regierung interveniert. * Barmen, 6. Febr. Durch Spielen mit Streichhölzern ist hier am Freitag Abend wieder ein gräßliches Unglück entstanden. Der in der Wiesenstraße wohnende Fabrikarbeiter Wilhelm Kaufung war mit seiner Frau ausgegangen und hatte sein einziges fast drei Jahre altes Kind, ein Mädchen, allein zu Hause gelassen. Das Kind erhaschte eine Schachtel Streichhölzer, spielte damit und stand bald darauf in hellen Flamen. Es schrie natürlich furchtbar, aber ehe die Nachbarn es hörten und die verschlossene Stubenthür mit Gewalt erbrochen hatten, war es schon bald verkohlt und eine Leiche. Vermischtes. Adolf von Menzel erkrankt. 8 die in Deutschland und weit über die es Vaterlandes hinaus die lebhafteste Teilnahme erwecken wird, kommt uns von Adolf von Menzel zu: Der greise Meister liegt seit einigen Tagen schwer krank darnieder. Noch am Montag der vergangenen Woche hatte er tagsüber in seinem Atelier in gewohnter Rüstigkeit gearbeitet, war dann abends ausgegangen und erst zu später Stunde heimgekehrt. In der Nacht stellte sich ein Husten ein, als Folge einer Erkältung, die sich in den nächsten Tagen immer quälender und bedenklicher geltend machte. Eine weitere Folze war Appetitlosigkeit und im Zusammenhang damit zunehmende Schwäche. Bei der wachsenden Schwäche ist leider das Aergste zu befürchten. Adolf von Menzl steht ja im 90. Lebensjahre, und es müßte ja gerade ein Wunder geschehen, wenn uns der greise Menzel noch länger erhalten bleiben sollte. Der ehemalige Fähnrich zur See, Hüssener, wurde durch einen Gendarm in Zivil von Koblenz nach der Festung Weichselmünde abgeführt. Ein Stadtvater, der stecken bleibt. Vor Beginn einer Stadtverorduetenversammlung in Heiligenstadt teilte der Vorsteher mit, daß der Stadtverordnete Engelmann soeben durch das Telephon sein Fernbleiben entschuldigt habe. Herr Engelmann habe versucht, zum Rathause zu gelangen, sei aber im Straßenschmutz stecken geblieben, so daß es ihm unmöglich geworden sei, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Herr Engelmann habe dabei einen Gummischuh eingebüßt und den Rückzug antreten müssen. Ich halte, so bemerkte der Stadtverordneten=Vorsteher, den Stadtverordneten Engelmann für entschuldigt. Ein tödlicher Scherz. Der in der Gemeinde Sumjaz in Ungarn zu Besuch weilende fürstlich bulgarische Jäger Michael Kapuszag übergab einem Waldheger einen Revolver, aus dem er vorher die Patronen entfernt zu haben glaubte, mit den Worten:„Jetzt können Sie damit auf mich schießen". Der Heger drückte los, ein Kuall, und der fürstliche Jäger brach mit einem lauten Aufschrei zu Tode getroffen zusammen. Zum Unglück war in der Trommel des Revolvers noch eine Patrone zurückgeblieben. Der Waldheger stellte sich selbst der Behörde. Im Casé erschossen. Im Café Imperial“ in Madrid spielte sich gestern ein schreckliches Unglück ab. Der Legationssekretär Delrio erschoß seinen Freund, Leutnant Lapuente, den Sohn des Generals gleichen Namens, aus Versehen, als er ihm die neugekaufte Pistole zeigen wollte. Der Harem des Sultaus Sausibar. Der Sultan von Sausibar, der sich gegenwärtig auf der Fahrt nach England befindet, hat als einzige legitime Gattin eine Halbschwester zur Frau, deren ältester Sohn allein tyronberechtigt ist Sie ist die Vorsteherin des Harems, und gleich den übrigen Frauen des Sultans raucht auch sie leidenschaftlich Zigaretten. Die meisten der Weiber gehen barfuß und tragen goldene und silberne Spangen über den Knöcheln. Ihre Zahl schwankt zwischen hundert und zweihundert, und sie werden aus den besten Familien des Landes ausgewählt. Jahr um Jahr wird eine neue Auswahl vorgenommen, und zwar werden dabei den Frauen, die bis zum 25. Jahre kinderlos geblieben sind, untergeordnete Posten zugewiesen. Meist müssen sie bei den neuen Ankömmlingen die Dienste einer Hofdame verrichten. Auch aus China und Indien hat sich der Sultan Haremsfrauen kommen lassen, und er soll sich einbilden, auch aus Europa welche mitbringen zu können. Standesamtsnachrichten für den Kreis Amt Enger. Nachrichten vom 16. bis 31. Januar 1905. Geburten: Ein Sohn: dem Postboten Christian König in Herringhausen, Bäcker Karl Röttger in Enger, Hand arbeiter Gustav Danielmeyer in Herringhausen, Tischler Wilhelm Fleer in Enger, Zigarrenarbeiter August Ebmeyer in Westerenger, Kolon August Heinrich Grottendiek in Dreyen, Handarbeiter Hermann Pape in Enger, Handarbeiter Heinrich Niehaus in Oldinghausen, Handarbeiter Wilhelm Sieckmann in Enger. Eine Tochter: dem Militär=Invaliden Heinrich Breder in Herringhausen, Tischler Heinrich Tiemann Belke=Steinbeck, Klempnermeister Ernst Berner in Enger, Zigarrenarbeiter Wilhelm Vogelsang in Herringhausen Maler Paul Brackmann in Enger, Kolon Heinrich Brutlach in Pödinghausen, Zigarrenarbeiter Heinrich Schröder in Herringhausen. Aufgeboten: Maurer Friedrich Tappe in Herringhausen mit Zig=Arb. Johanne Stork in Herringhausen, Handarbeiter August Brackmann in Herringhausen mit Luise Kuhmüller. Eheschließungen: Handarbeiter Hermann Griese in Westerenger mit Zigarrenarbeiterin Lisette Jöllenbeck in Westerenger. Sterbefälle: Zig.=Arb. Anna Marie Johanne Tappe in Besenkamp 20 J., Helene Strathmann in Enger 7 Mt., Handarbeiter Friedrich Wilhelm Unternbäumer in Oldinghausen 39 I., Dienstmagd Luise Friederike Auguste Hoffsiek in Oldinghausen 23 I., Johanne Friederike Martha Breder in Herringhausen 4 Tg., Anna Marie Friederike Menke in Herringhausen 13 I., Handarbeiter Zacharias Tiemann in Besenkamp 72 J., Schreiber Heinrich Christian Götte in Enger 73 J., Anna Luise Sophie Berner in Euger 7 Tg., August Stibschild in Westereiger 6 Mt., Kolon Kaspar Heiurich Grottendiek in Treyen 65 J., Handarbeiter Friedrich Anton Freitag in Westerenger 83 I. alt, 1 Totgeburt. Lstzte Nachrichten. (L. Hirsch's Telegraphen=Bureau.) Berlin, 8. Febr. In einer Audienz, die der englische Botschafter in Berlin am Sonnabend beim Kaiser hatte, gab er die Versicherung ab, daß das englische Kabinett jede Machination, auf welche die Auslassungen Lees für Deutschland schließen lasse, von sich weise. Die deutsche Regierung wird infolgedessen keine formelle Anfrage an die englische Regierung richten. Die Angelegenheit soll lediglich den Gegenstand freundschaftlicher Besprechungen zwischen den Vertretern der deutschen und der englischen Regierung bilden. Paris, 8. Febr.„Eclair" berichtet aus London: Major Lee hat gestern Abend eine neue Rede gehalten, in der er erklärte, England erwarte mit Unruhe einen Konflikt, der die Nordsee zum Kriegsschauplatze haben würde. England habe die Genugthuung, daß falls ein solcher Konflikt demnächst ausbrechen sollte, es in der Lage wäre, den ersten Schlag auszuführen. Was seine vorige Rede betreffe, die in Deutschland so großes Aufsehen erregt habe, so erklärte Redner, er habe sich darauf beschränkt, diese einfache Thatsache festzustellen, aber niemals habe er die Absicht gehabt, eine Drohung gegen Deutschland auszusprechen. Kattowitz, 8. Febr. Nach dem Dombrowoer Gebiet sind 6000 Soldaten zusammengezogen. Die Regierung, welche dort bisher ohnmächtig alle die riesigen Demonstrationen duldete, will nunmeyr ein Blutbad anrichten und hat gestern proklamiert, daß auf Ansammlung von mehr als drei Personen ohne weiteres geschossen wird. Der große Belagerungszustand ist verhängt. Die Verwaltung wurde von der Militärgewalt übernommen. Die Situation ist äußerst gespannt. Myslowitz, 8. Febr. Gestern kam von Sosnowice eine Anzahl deutscher Grubenbeamter mit ihren Familien hier an, die an Leib und Leben wegen ihres Deutschtums bedroht waren. Sie waren glücklich, der Gefahr entronnen zu sein. Da alle Hotels überfüllt sind, wollte man große Säle zu Massenquartieren einrichten, was aber nicht durchführbar war. Paris, 8. Februar.„Petit Parisien" berichtet aus Petersburg: Die letzten Nachrichten, die vom Kriegsschauplatz im Generalstab eingetroffen sind, berichten nur von kleinen Scharmützeln auf dem linken Flügel des Generals Linewitsch. Die Lage um Sandepu ist unverändert. Die Kälte ist sehr empfindlich; nachts fällt das Thermometer auf 30 Grad unter Null. Man glaubt, daß die russische Unthätigkeit bald ein Ende haben werde, da Kuropatkin wiederum neue Verstärkungen erhalten hat. Dasselbe Blatt berichtet über die Gerüchte der letzten Tage, wonach Rußland sich gegenwärtig mit der Frage des Friedensschlusses mit Japan beschäftige, bei welcher Frage Frankreich und die Vereinigten Staaten als Vermittler dienen dürften. Daß im Ministerium niemals die Absicht bestanden habe, mit Japan Frieden zu schließen, braucht heute weniger betont zu werden als je. Rußland sei entschlossen, bis aus Ende zu kämpfen. Wenn die Japaner einen Friedensvorschlag einbringen sollten, so würde ein solcher wohlwollend von Rußland geprüft werden. Es heißt andererseits, daß zwei Großfürsten sich bemühen, den Zaren zum Friedensschluß zu bewegen. Petersburg, 8. Februar. General Kuropatkin hat Befehl gegeben, allen Frauen und Kindern, die Wladiwostok verlassen wollen, freie Fahrt bis zum Baikalsee zu gewähren. Course der Berliner Börse. Mitgeteilt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank Akt.-Ges. Herford, den 8. Februar 1905. 3 tüchtige Näherinnen finden dauernde Beschäftigung im Hause auf Jacken und Hosen. Wochenlohn 15—18 Mark. Meldungen unter G. B. Berlin postlagernd Postamt 82. 142b Für besseres Dekorations= u. Polsterwaren=Geschäft auswärts wird zu Ostern ein 1035 Lehrling gesucht. Auskunft erteilt Oberschachtsiek Ein älterer erfahrener Bäckergeselle findet sofort Arbeit; die in hiesiger Gegend schon gearbeitet, werden bevorzugt. Nachzufragen in d. Exp. d. 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Schaafhausen'sche Bank-V.-Akt. Bochumer Gussstahl-Akt. Gelsenkirchener Bergwerks-Akt. Harpener Bergbau-Akt. Hibernia Bergwerks-Ges.-Akt. Laurahüttte dto. Phönix Bergbau-Akt. Tendenz: fest. Bankdiscont: 4% Privatdiscont: 2 30.50 102.30 90.50 102.30 88.75 99.75 K9.25 99.75 103.40 103.— 103.— 99.50 104.10 102.25 102.80 96.50 239.25 19275 162.75 148 50 242.20 225.89 214.10 258.60 16975 90 30 102.30 9060 102.40 88.75 99.75 89.25 99.75 103.— 103.25 103. 99.50 104.20 10.25 102.80 96.50 239.25 192.70 162.40 148.40 241.70 223.60 212.70 88 30 168.— Witterungsbericht vom 8, Februar. Höchste Temperatur des Vortages: 6,4°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 1,2° Temperatur um 7 Uhr vorm.: 1.2°. „„11„„: 1,6% Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 768,2 mm. Niederschläge: 2,5 mm. Wind: Schwacher SW. Himmel: Bewölkt. Wetter. 9. Februar: Witterungsfortdauer mit geringer Temperaturabnahme. bewährfeste Nahrung für DP“ gesunde u. magendarmkranke Kinder. Hoflieferanf Seiner Kajestät des Kaisers und Königs Willieim U. am Rathhause in RHEINBERG am Niederzlein Gegr. 46h. 1810. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis-Medaillen! Underberg-Boonekamp Man verlange ausdrücklich: Spezial= Geschäft offizieller Ritter= und Verdienst=Orden, Ehrenzeichen u. Medaillen, Arrangements an Ordensblechen, Knöpfen, Ketten 2c Bans Oestreich, Bielefeld. Landelsregister zu Hersord. Bei der unter Nr. 90 des Handelsregisters, Abteilung A. eingetragenen Firma„G. Vorrenter“ in Herford ist am 4. Februar 1905 eingetragen: Alleiniger Inhaber der Firma ist der Kaufmann Sally Vorreuter in Herford. Die Prokura des Kaufmanns Max Vorreuter in Herford ist durch Uebergang des Geschäfts erloschen und ihm von dem Erwerber wieder erteilt.[1375 Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtverordneten=Versammlung vom 9. Dezember 1904 ist die von den Wählern der III. Abteilung am 9. und 10. November 1904 gethätigte Ergänzungswahl des Kolon Heinrich Thies, Neust. Feldm. Nr. 11 hierselbst zum Stadtverordneten für ungültig erklärt worden. Zur Vornahme einer anderweiten Wahl beraumen wir Termin an auf Freitag, 3. März und Samstag, 4. März 1905 an beiden Tagen vormittags von 10 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von 5—6 Uhr. Wir laden die wahlberechtigten Bürger zu diesen Terminen nach dem Lokal des Wirts Aecker hierselbst Elisabethstraße(Turnhalle) ein. Maßgebend ist die Uhr der Münsterkirche. Herford, den 30. Januar 1905. 485 Der Magistrat: Quentin. Bekanntmachung. Die Aufnahme bezw. Erneuerung der Gesuhe um Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienst findet am 7. 8., 9, 10. und 11. Februar d. Is. vormittags von 9½ bis 12 Ahr im Rathaus 1(Elisabethstraße Nr. 9) Zimmer Nr. 5 statt. Die Antragsteller shaben die Steuerzettel und sonstige Schriftstücke z. B. Schulddokumente, Zinsanitiungen, Versicherungspolizen, Lehrverträge um. vorzulegen, ferner müssen dieselben imstande sein, die Geburtsdaten sämtlicher Jamilienglieder anzugeben und die in Betracht kommenden Fragen über die Vermögensund Familienverhältnisse genau zu beantworten. Reklamationen, welche erst nach dem Musterungsgeschäfte eingebracht werden, können gemäß§ 63 der Deutschen Wehrordnung—— auch wenn sie an sich begründet sind— nur dann Berücksichtigung finden, wenn die Veranlassung zu denselben erst nach der Musterung entstanden ist. Herford, den 25. Januar 1905. Der Magistrat: Busse. Steuer= und Die Hebetermine zur Zahlung der pro IV. Vierteljahr des Rechnungs=Jahres 1904 fälligen Staats=, Kreis=, Gemeinde= und Kirchenabgaben, sowie Schulgelder finden vom 1. bis 14. Februar d. I., vormittags von 8 bis 12½ Uhr statt. Wir machen hierauf mit dem Bemerken aufmerksam, daß Steuerpflichtigen, welche nicht längere Zeit auf Abfertigung im Kassenlokale warten wollen, empfohlen wird, schon in den ersten Tagen zu zahlen, da erfahrungsgemäß, je näher der Ablauf der Hebetermine heranrückt, der Zudrang zur Kasse immer größer wird. Herford, den 31. Januar 1905. Kämmereikasse. 587a Das städtische Wannen= und Brausebad ist in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März an folgenden Tagen geöffnet: Dienstag, Mittwoch, vorm. 9—11 und nachm. 3595i 7 Uhr. vorm. 9 bis abends 9 Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Christian Quentin, für den Inseratenteil verantworlich: Geora Bese Rotationsdruck und Verlag: Quentin& Sellwig. Donnerstag Freitag, Sonnabend, Sonntag, vorm. 8—4½ Uhr. Herford, den 27. September 1904. Der Magistrat: Busse. Bekanntmachung. Alter Friedhof. Nachdem jetzt stadtseitig der alte Friedhof in einen ordnungsmäßigen Zustand gesetzt, werden die Besitzer der Grabstellen dringend ersucht, nunmehr auch ihrerseits die Gräber, Denkmale, Einfriedigungen in bessere Ordnung bringen zu wollen, damit Füberall ein freundlicher Anblick dem Auge geboten wird. Herford. den 14. Januar 1905. 398a Der Magistrat: Quentin. Herford. Freitag, den 10. Februar, abends 8½ Uhr: Einmaliges Gastspiel Oscar Bohnée! Hamlet Der Billetverkauf beginnt Donnerstag morgen 9 Uhr in Wessel's Zigarrengeschäft. 1406 Dutzendkarten sind zu dieser Vorstellung ungültig. Die Direktion. Gewerbe-Verein. Donnerstag, den 9. Februar d. Is., abends 81 Uhr im Theatersaal des Bürger=Vereins: Das grosse Licht. Schauspiel von Felix Philippi, rezitiert von Herrn Fritzschler=Lage. Jedes Mitglied hat das Recht, zwei Familien=Mitglieder frei einzuführen. Für jedes weitere Mitglied sind 30 Pfg. zu zahlen. Nichtmitglieder zahlen eben alls 30 Pfg. 55b Der Vorsitzende: J. Ridderhoff. Die Karnevalistische Herrensitzung der Herforder Schützenfindet am 11. Februar cr., abends 831 Uhr, pünktlich“ in den festlich dekorierten Räumen der Turnhalle(Herm. Aecker) statt. Zu obiger Sitzung werden alle unsere Mitglieder welche Freunde des frisch, feucht, fröhlichen Humors sind hiermit ergebenst eingeladen.. 735 Der Elfer Rat. Klub Freundschaft. Unser diesjähriger asken mit großer Preisverteilung findet am Sounabend, den 11. Februar, abends 8 Uhr in Brockmanns Berggarten statt. Hierzu ladet ergebenst ein Der Vorstand. Karten sind im Vereinslokal Hölting, Brüderstraße abzuholen. 415 Am Sonnabend, II. Februar, abends 8 Ur: Große bei 1366 E. Winkelmann, Lüäbberthor. Karten im Vorverkauf im Restaurant Winkelmann. Amerik. Glanzstärke mit Schutzmarke Globus von der Fritz Schulz jun. Aktiengesellschaft in Leipzig gibt die schönste Plättwäsche. Überall vorrätig in roten Paketen à 20 Pfg. Gewerbeschule für Frauen und Töchter Herford, Steinthorwall 15. 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Verschiedenes. 144b ist erwünscht, daß bei dieser Uebung Niemand fehlt. Der Hauptmann. Gesangverein Liederkranz Herford. Unser diesjähriger 54b Maskenball mit Preisverteilung findet am Sonnabend, d. 11. Februar, abends 8½ Uhr im Vereinslokal Neue Welt statt. Karten sind zu haben bei Friseur Eberhardt; Heinr. Echternkamp, Neustädter Feldmark und im Vereinslokal. Der Vorstand. Gasthaus z. Hanssbrücke Sonntag, 12 Februar: Großes Tanzvergnügen. Es ladet ergebenst ein 1435 B. Fuhrmann. bestehend aus einem Wohnhause mit mehr als 400 □ Ruten soll entweder im Ganzen oder hiervon im einzeln 5 Bauplätze von je 40—50 □ Ruthen groß, sehr günstig, nicht weit vom hies. Staatsbahnhofe gelegen, durch mich verkauft werden. 4144 Eduard Meyer, Agentur= u. KommissionsGeschäft, Herford. Eine abgeschlossene Stage von 6 Räumen mit Zubehör und Garten in der Nähe des Bahnhofes im Preise von 300 Mk. zu vermieten. Näheres in der Exp. d. Bl. unter 39b. Die 2. Etage bestehend aus 5 Räumen und Zubehör ist zum 1. 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Frische hiesige ler Pfund 60 Pfg. 1395 Wilhelm Biermann. Die wissentlich verleumderische Beleidigung, welche ich über die Familie Wilhelm Niebuhr Nr. 8 in Oetinghausen verbreitet, nehme ich hierdurch, weil unwahr, reuevoll zurück. 145b Kolon Lerm. Oberbrinkmann, Nr. 12 in Oetinghausen. Geschäfts-Bericht der Sparkasse der Gemeinde Gohfeld für 31. Dezember 1903. Einnahme. 1. Kassenbestand laut Rechnung von 1902 2. Kapital=Einlagen für 1903 3. Zurückgezahlte Kapitalien 4. Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien 5. Nicht abgehobene kapitalisierte Zinsen Ausgabe. 1. Zurückgezahlte Einlagen 2. Verliehene Kapitalien 3. Gezahlte Zinsen von Einlagen 4. Verwaltungskosten 5. Nicht abgehobene kapitalisierte Zinsen Abschluß. 1. Einnahme 2. Ausgabe 3. Bleibt Kassenbestand 4. Gesamtbewegung Gohfeld, den 6. Februar 1905. Das Kuratorium: ..v. Wiegand, Reckefuß, Eilenjäger, Bilanz am 31. Dezember 1903. 1355 Der Rendaut: Carl Schäffer. 1. Ziehung der 2. Klasse 212. Kgl. Preuß. Lotterie. 7. bis 8 Februar 1905.) Nur die Gewinne über 96 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Dyne Gewähr.) 7. Februar 1905, vormittags. Nachdruck verboten. 97 125(300) 272 426 64 727 48 800 1 24 910(200) 1171 285 89 521 754 82 911 79 2000 4 119 394 426 34 513 603 700 26 74 3035 97 105(200) 6 52 54 255 615 730 35 4113 32 248 399 446 502 49 925 34 5079 127 295 319 48 86 431 615 86 6015 21 200) 174 395 493 525 40 658 71 700(300] 817 61 7016 176 381 403 26 584 637 727 8086 320 416 61 81 838 957 9191 216 50 85 1200) 440(300) 52 816 36 937 75 10229 497 544(200) 609 90 716 37 77 819 59 918 11037 103 6 366 81 88 417 520 80 741 12106 40 215(200) 465 67 595 763 1200) 935 56 82 13024 116 293 778(400) 91 953 14079 371 600 47 707 59 66 80 804 48 62 986(300] 15006 145 265 478 524 67 831 48(209) 968 16149 226 92 445 73 579(300) 612 44 91[200) 862 98 17029 498 654 57 843 68 18105(300 8 86 283 451 68 72 511 99 768 801 95 919 99 19120[200] 273 312 408 571 632 73 74 738 871 20139 460 542 47 90(300) 91 632 95 792 808 926 21119 296 307 8 41 61 494 659 63 836 96 940 22370 508 608 45(300] 847 23162 85 236 388 474 502 35 600 53 767 827 51 24131.333 79 203 311 659 821 933 56 95 25456 757 86[200) 869 903 26052 92 401 56 565 983 27250 66 539 620 83 835 28067 203 49 422 576 847 917 29348 429[200) 652 754 30087 187 130000) 213(200) 15 49 56 76 306 66 461 85 95 508 45 62 600 49[200] 826 960 85 31032 95 101 70 491 601 10(50000) 36 812 17 32068(400] 106 21 301 6 627 86 13001 766 33040 87 182 238(200] 408 540 946 89 34488 512 876 35291 424 56 624 798(200) 836 908 36064 124 213 94 521 670 713 896 37003 222 458 83 89 596 603 762 73 823 47 902 38015 67 154 56(200) 249 99(200) 509 749 75 805 39058 138 313 18 587 93 40102 80 572 739 883 922(200] 43 58(300) 41139 81 219 315 31 484 686 96 42278 518 612 60 707 43097 263 493 632 57[200) 801 44043 55 242 357 540 704 869 949 45071 145 259 591 659 798 46109 280 428 60 622 708(200! 880 87 931 47124 218 391 433 506(200) 11 632 844 72 925 48015 28 136 88 283 366[200) 86 465(200) 72 597 746 881 49018(300] 253 325 49 455 85 513 40 727 50040 405 563 611 53 913 51012 430 566 826 52332 50 436 506 807 60 53094 112 48 202 75 308 424 572 652 54124 325 437 42 626 82 717 41 55553(200) 57 722 26 96 916 56140 59 344 475 528 634(200] 40 795 843 949 52 57218 367 566 817 1500] 58049 131 76 205 422 560 760 952 75 59160 226 27 94 371(300 479 521 726 32 87 940 60095 119 279 307 26 52(300) 505 641 707 66 808 40 953 61010 13 79 408 64 564 734 62029 287(200) 349 64 446 62 594 631 740 832 63080 302 20 52 533 42 608 858 69 916 64200 59 368 497 577 689 802 74 963 65113 348 484 565 93 94 605 60 62 724 43 813 909 10 66059 68 93 104 345 789 67026(200)41 163 79 202 76 79 307 500 28 674 765 68112 265 92 421 62 78 628 842 946 69007 165 91 287 443 53 510 49 51 654 986 70009 1200) 47 64 1118 204 520 70 94 644 707 39 82 860 71005 19 44 129 255 65 87 697 744 868 984 72068 478 587 626 768 85 932 73087 126 83 456 77 893(200] 74085 105 307 97 509 13 763 75 996 75016 206 60 490 573 691 748 95 819 916 17 38 76061 381 444 528 60 605 730 965, 77183 94 231 53(200] 81 342 85 406 38 85 617 728 807 11 23 62 81 78095 163 221 318 25 445 51 622 64 827 998 79007[200] 30 42(200) 173 416 20 596 843 94 80016 114 217 344 47 59 412 502 31 81116 20 57 395 786 925 82093 285 357 569 660 868 83200 309 18[200) 70 439 540 57 77 1500) 806 15(200) 84020 770 836 959 1200] 94 85004(500) 73 140 99 303 33 461 92 822 955 84 86043 96 119 318 424 604 10 978 87171 98 340 78 422 57 69 504 675 771 814 15 46 92 934 88148 66 241 54 567 68 73 719 89 824 90 89295 489 96 3001 513 52 626 48 92 734 90 810 90064 296 480 549 617 65 737 54 884 92 91177 368 443 587 623 703 62 815(300) 92080 294 338 402 48 569 82 93007 118 221 61 330 559 99 660 98 728.70 89 94307 620 716 862 941 65 95074 88 190(200) 258(200] 88 351 71 463 723 858 96304 79 407 608 33 719 37 821 37 913 97012 1200) 231 300 718 36 65 858 98013 119 226 91 307(300] 46 455 505 30 617 90 [400) 718 61 813 50 936 99010 16 230 497 605 715 44(5000) 100032 147 314 452 506 762 1500] 855 59 993 101091 345 407 98 970 102188 94 210(200) 49S 522 32 701[200) 21 31 103019 75 139 1200) 212 368 423 48 533 86 756(200) 803 945 93 10•4081 277 366 506 27 83 915(200) 69. 105134 217 78 378 448 641 43 748 871(300) 925 37 106039 69 122 243 319 460 561 620 23 727 107378 475 76 566 643 958 108135 377 415 75 531 683 1200) 704 954 109125 281 502 61 772 837 927 1. Ziehung der 2. Klasse 212. Kgl. Preuß. Lotterie. (Vom 7. bis 8. Februar 1905.) Nur die Gewinne über 96 Mk. sind den letref erder Nummern i# Klammern beigefügt. Ohne Gewähr.) 7. Februar 1905, nachmittags. Nachdruck verboten. 190 253 348 431 822 85 945 47 1060 165 233 313 77 477 625 2043.220 349 404(400) 65 550 69 616 64 724 70 827 35 41 3019 225 339 59 723 98 844 91 4073(300) 78 97 315 485 522 739[200] 805 20 47 5019 45 219 653 68 775 6105 84 228 300 543 1200] 809 1200) 983 7112 51 323 96(200) 572 90 774 91 815 8036 46 89 738 900 9060 147 64 71(200] 399(4001 450 70[200) 518 27 200) 56 58 866 92 953 10083 87 135 44 89 378 411 14(300) 550 58 946 11191 257 435 518 29[200] 603 43 921 92 12078 86 99 350 456 813 68 948 13185 423 550 615 720 853 97 952[200] 14259 367 662 93 886 15062 330 66 77 630 60 68 786 841 920 16030 140 399(200] 402 60(400) 510 665(200) 746 818 32 915 73(200) 17010 76 92 99 273(200) 578 703 66 848 69 18062 445 512 23 26 602 17 782 859 907 41 19142 595 633 715 20 42 20107 22 66 244 302 99 489 502 43 49 653 21062 631 701 883 93 98 942 22029 11000) 34 338 64 78 426 43[200) 614 24 34 773 802 32 39 50 98 941 23029 207 14 17[200) 59.306 454 626 41 712 39 11000) 83 88397 929 59 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