.— —— 12. Jahrgang. erkarden 12. Jahrgang. 6 für die 83 Teleph. Anschl. gie die Städt. Ee Herford EngerBbad A 5 ##., Motho 83 6. Teleph. Anschl. Mese Zeitung erscheint am übenh zeden Wochentages. Worngrgrgegreis vierteljährlich prkaumerguce 1.25 Mack Sonnabend, 13. Dezember. bei Postbestellung kommt vas Bestellgeld hinzu Inserate wirden bis spätenens vorm. 11 Uhr erbeten. der einspaltigen Vetitzeile für Stadt und Kreis Herford, 19/0/2 Oeyuhausen und Amt Rehmes10 Pfg., sonst 18 Pfg. Erstes Blatt Autliche füür den Kreis Hersord. en den evangelischen Volksschulen hierselbst sind zu Ostern Dv 1903 mehrere Lehrerstellen und an der katholischen Volksschule hierselbst 1 Lehrerstelle zu besetzen. Grundgehalt 1300 Mk, Alterszulage 160 Mk., Mietsentschädigung 340 Mk.(für verheiratete), 140 Mk.)(für unverheiratete). Bewerbungen sind bis zum 28. Dezember er. bei uns einzusenden. Herford, 10. Dezember 1902. Der Magistrat. Quentin.[287m Der Streit mit Venezuela. Den Meldungen über die Vorgänge in Puerto Cabello, die von der Verhaftung des deutschen und engkischen Konsuls, sowie sämtlicher Deutschen und Engländer wissen wollen, fehlt bisher die amtliche Bestätigung. Aus Maracaibo wird gemeldet, daß nach Freigebung der Gefangenen die Geschäfte wieder geöffnet waren. Die Nachricht, daß vier venezuelische Schiffe in Grund gebohrt seien, ist falsch. Drei sind aufgebracht, das vierte unbrauchbar gemacht worden. Daran nahmen die deutschen Schiffe„Bineta" und„Panther“ und das englische Kriegsschiff„Retribution" teil, was gegenüber englischen Blättern hervorgehoben werden muß, die die Beteiligung der englischen Flotte ableugnen wollen. Der„Voss. Ztg.“ wird die Londoner Meldung, daß die Verbündeten die Gefangennahme des Präsidenten Castro planen, als unrichtig bezeichnet. Es werde nicht beabsichtigt, einen Feldzug im Innern des Landes zu führen, was geschehen müßte, wenn man Castro festnehmen wollte. Eine solche Expedition wäre nicht bloß mit großen Schwierigkeiten verbunden, sondern müßte auch zu Blutvergießen führen, und das will man vermeiden. Daher wird das Vorgehen der Deutschen und Engländer auf die Küste beschränkt bleiben. La Guayra, 12. Dez. Dem„Newyork Herald" zufolge entfalten die venezuelischen Truppen in den Bergen binter der Stadt die venezuelische Trikolore statt Castros gelber Fahne, was andeute, daß die Gefahr als eine nationale empfunden wird. Vor der Landung der 200 deutschen und 50 britischen Matrosen am Mittwoch wurde den Ortsbehörden von La Guayra bekannt gegeben, daß, wenn diese Streitkraft der Verbündeten angegriffen würde, die Kriegsschiffe das Fort, die Signalstation und das Zollamt beschießen würden. Seit der Ankunft der Truppenverstärkungen sollen die Venezueler gewillt sein, weiteren Versuchen, Truppen zu landen, Widerstand zu leisten. Caracas. 12. Dez. Wie aus guter Quelle verlautet, rat die venezolanische Regierung den amerikanischen Gesandten Bowen um seine Vermittelung bei Deutschland und Großzritannien ersucht. Newyork, 12. Dez. Ein Komitee aus besonneneren Elementen der Bürgerschaft von Caracas hat sich an den Prä#ldenten Castro mit dem dringenden Ersuchen gewandt, die Forderungen der beiden Mächte zu bezahlen; Präsident Castro hat jedoch rundweg abgelehnt. London, 12. Dez. Der„Pol. Corr.“ zufolge steht die Ankunft eines italtenischen Kreuzers vor La Guayra mit Forderungen im Zusammenhang, die Italien seit längerer Zeit vergeblich an Venezuela gestellt hatte, um benachteiligten Italienern eine gebührende Entschädigung zu verschaffen. Parlamentarische Nachrichten. Antrag betr. die Mindestzölle für Getreide. Ein dem Reichstage zur 3. Lesung des Zolltarifgesetzes zugegangener Antrag Herold, wonach die Mindestzölle für oggen auf 5, für Weizen und Spelz auf 5½, Malzgerste 4 und für Hafer auf 5 Mk., festzusetzen sind, ist von 187 Abgeordneten des Zentrums, der Nationalliberalen, der Reichspartei, der Deutschkonservativen sowie der Elsaß=Lothringer (außer Preiß) unterzeichnet. Resolution betr. den Abschluß von Meistbegünstigungsverträgen. Der Abg. Speck hat mit Unterstützung des Zeutrums folgende Resolution eingebracht: Der Reichstag wolle an Stelle der von den Abgeordneten Freiherrn Heyl zu Herrnsheim und Genossen vorgeschlagenen Resolution beschließen: den Reichskanzler zu ersuchen, thunlichst bald, wenn möglich noch vor Erneuerung von Tarifverträgen, das vertragsmäßig oder herkömmlich bestehende Meistbegünstigungsverhältnis zu allen denjenigen Ländern zu lösen, bei welchen die Erfahrung gezeigt hat, daß ein solches Verhältnis den deutschen Intcressen nachteilig gewesen ist, und darauf hinzuwirken, daß mit solchen Ländern reine Meistbegünftigungsverträge nicht mehr abgeschlossen werden. Graf Bülows Erklärung zum Antrag Kardorff. Wien, 12. Dezember. Graf Bülows gestrige Erklärung wird in der„Neuen Fr. Pr sse“ scharf angegriffen. Graf Bülow befindet sich mit seiner Anschauung, es handele sich lediglich um einen unmaßgeblichen antonomen Tarif, in verhängnisvollem Irrium, der ihm zum Bewußtsein kommen werde, wenn er auf Grund dieses Zolltarifs Vertragsverhandlungen beginnen wird. „Dann werden ihm von anderen Staaten Tarife entgegengehalten werden, die ebenfalls mutwillig aufgetürmten Bollwerken des Hochschutzzolls gleichen und Bülows gestriger Formel hartnäckig trotzen werden. Ist er etwa der starke Mann, der gegen den Willen der Mehrheit den gestern perfekt gewordenen Zolltarif umzustoßen sich vermessen kann? Die ungeheure Welle des Hochschutzzolls, die in Deutschland entfesselt worden ist, wird die Handelsvertragsfrage umbrausen, und soweit das Auge sieht, gewahrt es keinen, der fähig wäre, sie zurückzustauen. Es giebt auch ein„vae victoribiis“, wenn der Uebermut der Sieger an den Grenzen nicht einhält, über die auch der Stärkste sich nicht hinwegsetzen darf.“ — Gestern hielten Abgeordnete aus Böhmen und Mähren eine Beratung wegen der in Deutschland geplanten Erhöhung des Einfuhrzolles auf Gerste ab. Die Ansicht war vorherrschend, daß Deutschland, falls es zu einem Vertragsverhältnis kommen sollte, nicht imstande sein werde, die Mindestzölle aufrecht zu erhalten. Die deutsche Brauindustrie werde in jedem Falle die Zollerhöhung tragen müssen. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 13. Dezember 1902. * Als Polizeipräsident von Berlin ist nach der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ Herr Landrat Dr. von Borries in Aussicht genommen und zwar für Herrn von Windheim, der als Regierungspräsident nach Frankfurt a. O. versetzt wird. Wie wir erfahren, hat Herr Landrat v. Borries bereits zugesagt und wird am 1. Januar nach Berlin übersiedeln, um dem ehrenvollen Rufe zu folgen. Als neuer Landrat des hiesigen Kreises dürfte vor allem Herr Landrat Budde, der zur Zeit dem Kreise Norden vorsteht, in Frage kommen. Vor Antritt der hiesigen Landratsstelle im Jahre 1890 wirkte der r Landrat in gleichem Amte auch ca. 5 Jahre in Norden. * Stadtverordnetensitzung vom 12. d. Mts. Anwesend sind Bürgermeister Busse, Baumeister Lichte, Kämmerer Falk, Stadtv.=Vorsteher Justizrat Lücken sowie die Stadtvv. Knigge, Kranefuß, Weihe, Detering I, Koch, Lakemeier, Siepe, Ströter, Tappe, Raabe, Wolff, Schönfeld, Modersohn, Weinberg, Detring II, Werner, Menckhoff, Bankdirektor Siekmann, Prof. Fellinger, Dir. Burgtorf, Busse und Hülsenbeck. Zum Magistratsantrag auf Nachbewilligung eines Kredits von 600 Mk. für den Bau von 2 Balkonen am früheren Waisenhause giebt Stv. Weibe das Referat. Vom Stadtsekretär Weddige und Rektor Decius, welche die Wohnungen in diesem Gebäude beziehen werden, liegt ein Schreiben vor, in dem um die Anlage von 2 Balkonen ersucht wird. Mit Rücksicht auf die Erkrankung der Gattin des Stadtsekretärs ist Referent um so mehr für den Magistratsantrag. Der für die Anlage notwendige Betrag soll von den beiden Beamten mit 5% verzinst werden. Stv. Ströter hält den Bau von Balkonen für Luxus und ist daher gegen den Antrag. Bürgermeister Busse spricht für den Magistratsantrag, da der kränkliche Zustand der Frau Stadtsekretär die Anlage als sehr wünschenswert bezeichnen läßt. Stv. Hülsenbeck meint, daß die Verzinsung noch einen Ueberschuß ermöglicht. Siv. Schönfeld wünscht eine höhere Verzinsung, etwa 7½%. Nach Annahme des Magistratsantrags wies Stv. Menckhoff auf die Zustände in der Salzuflerstraße hin; statt nun endlich an die Trottoiranlage heranzugehen, seien jetzt die Bordsteine wieder weggebracht worden. Es müßte eine energische Resolution gefaßt werden, damit schleunigst das Trottoir angelegt werde. Bauweister Lichte erwidert, daß er die Steine habe abfahren lassen; der Weg mußte freigehalten werden, um Platz für Boden zu erhalten. Der Kanal werde 2—3 m tief werden. Da der Ober=Bürgermeister der Sitzung nicht beiwohnen könne, empfiehlt der Vorsitzende, die Angelegenheit zu vertagen. Bürgermeister Busse erwähnt, daß schon vorher, als die projektierte Trottoiranlage in der Bürgervereinigung zur Besprechung gekommen wäre, Beschwerden über diese Anlage eingegangen seien. Redner will die Angelegenheit im Ma.istrat zur Sprache bringen. Stv. Menckhoff ist mit diesem Vorschlage zufrieden. Das Referat zum Magistratsantrag betr. Ordnung für die Erhebung einer Gemeindesteuer bei dem Erwerbe von Grundstücken im Bezirke der Stadt Herford giebt Stv. Siekmann. Die finanzielle Lage der Stadt erfordere leider den Fortbestand dieser Steuer. Er beantragt, die Umsatzsteuer auf weitere 5 Jahre zu beschließen und zwar mit dem Zusatzantrag, daß Hypothekengläubiger, die in der Zwangsversteigerung ein Grundstück erwerben, von der Steuer befreit sind. Stv. Werner ist für Vertagung des Antrags, bis der Etat vorliegt; wenn vom Kämmerer gesagt werde, daß wir im nächsten Jahre eine Mehrausgabe von ca. 50000 Mk. haben würden, so sei dies noch nicht feststehend, weil ja immer noch entsprechende Abstriche gemacht werden könnten. Stv. Menckhoff will die Steuer höchstens auf 1 Jahr festgesetzt wissen, wenn sich diese nicht alljöhrlich um 10% ermäßigen ließe. Stv. Schönfeld führt aus, daß durch die Umsatzsteuer die Bauthätigkeit benachteiligt werde; würde sonst sparsam gewirtschaftet, so wäre eine derartige Steuer gar nicht nötig. So könnte auch der städtische Fuhrpark abgeschafft und die Arbeiten den Unternehmern überlassen werden. Dann könnte die Stadt sich jetzt auch eine Einnahme von 6000 Mk. verschaffen, wenn sie der Firma Eisbach ein Teil des Waisenhausgartens überließe. Für derlei Offerten zeige aber der Magistrat kein Entgegenkommen. Stv. Derrina II ist für den Magistratsantrag, da die Stadt ein Recht habe, an dem steigenden Wert der Grundstücke zu partizipieren. Besser wäre es freilich, wenn erst auch hier die Grundsteuer nach dem gemeinen Recht eingeführt sei. Stv. Hülsenbeck ist nicht der Ansicht, daß die Umsatzsteuer die Bauthätigkeit unliebsam beeinflußt. Stv. Wolff bekennt sich als Gegner aller indirekten Steuern und will daher auch nichts von der Umsatzsteuer wissen. Dazu komme, daß von dieser Steuer nur die Käufer getroffen werden. Stv. Schönfeld warnt vor der Einführung der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert. Stv. Weinberg wünscht, daß diese Magistratsvorlage so lange vertagt wird, bis die beiden untersten Steuerstafen steuerfrei sind. Bücgermeister Busse hebt hervor, daß die Umsatzsteuer vor der Etatsberatung festgesetzt werden müsse. Die ärmeren Leute würden von dieser Steuer nicht betroffen; unrichtig sei es auch, daß die Umsatzsteuer die Bauthätigkeit hemme. Unter den bevorstehenven Mehrausgaben kündigt Redner auch eine Erhöhung der Kreissteuer um 5% an: dies bedinge eine Mehrausgabe von 7000 Mi. Wegen Einführung der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert sei der Magistrat bereits mit dem Herrn Regierungspräsidenten und zwar auf dessen Veranlassung in Verhandlungen getreten; im Magistrat sei die Ansicht betreffs dieser Steuer noch sehr geteilt. Stv. Werner tritt nochmals für den von ihm gestellten Vertagungsantrag ein. Stv. Schönfeld bemerkt, daß die Bauthätigkeit durch die Spekulation gefördert werde; die Grundsteuer hingegen schade ihr. Stv. Detrine II führt aus, daß diese Steuer namentlich den unbemittelten Leuten zu Gute komme; es solle vermieden werden, daß reiche Leute Terrain ankaufen und dasselbe zur Spekulation unbenutzt liegen lassen. Bürgermeister Busse wundert sich, daß Stv. Schönfeld sich gegen die betreffs der Grundsteuer schwebenden Verhandlungen wende; dies sei um so unverständlicher, als Herr Schönfeld doch sonst für eine möglichst gründliche Vorbereitung der einzelnen Vorlagen sei. Stv. Menckhoff bemerkt bezüglich dieser Steuer, daß damit den Bewohnern der Feldmarken sehr gedient sein würde, weil eben dort das Terrain bedeutend billiger als in der Stadt ist; von einer Bevorzugung der kleinen Leute könne keine Rede sein. Stv. Detering I ist für Vertagung des Mogistratsantrags. Der Siekmannsche Zusatzantrag(Hypothekengläubiger betr.) mache die Umsatzsteuer nur noch um vieles unsympatischer. Stv. Hülsenbeck kann auch keinen Grund dafür finden, daß diese Gläubiger von der betr. Steuer befreit werden sollen. Stv. Wolff ist dafür, lieber die direkten Steuern zu erhöhen; jeder könne wissen, wie hoch hier die Steuersätze sind. Nach Ablehnung der aus dem Kolleg gestellten Anträge wurde der Magistratsantrag mit 12 gegen 11 Stimmen angenommen. Die Umsatzsteuer, Hierzu 2. Blatt, Beilage und Illustriertes Sonntagsblatt. 16000 Mk. stellt, ist Referent zum Magiden deren Ergebnis sich pro Jahr auf ca somit auf weitere 5 Jahre beschlossen. Gräabung 4 neuer Begrerstellen an Volksschulen is Stv. Derring II. Da an der Bürgerschule die vom Lehrer Dres vertrffich geleite Klass für shwachsegabe Llader weter bestehen sol, sei an bieser Schule eine neue Lehrkraft anzustellen; auch an der Feldmarkschule III sowie an Schule Stiftberg II und III fehle je ein Lehrer. Stv. Ströter kann es nicht für gut halten, daß die schwach begabten Kinder von den übrigen auch ferner getrennt werden sollen. Auf Anfrage des Stv. Menckhoff, ob nicht mit dem hier zu errichtenden Seminar eine Uebungsschule verbunden werde, wodurch doch vorerst noch von der Gründung neuer Lehrerstellen abgesehen werden könne, erwidert Bürgermeister Busse, daß die Uebungsschule erst Ostern 1905 gegründet werden soll. Stv. Prof. Fellinger teilt noch mit, daß zunächst und zwar am 1. April 1903 nur die erste Seminarklasse in Frage käme. Stv. Wolff tritt für die Anstellung der verlangten Lehrkräfte ein; die Klassen seien überfüllt. Stv. Detring II glaubt, daß die betr. Eltern immer mehr die Vorteile einsehen werden, welche der besondere Unterricht für schwach begabte Kinder für diese bringt. Schließlich wurde dem Magistratsantrag zugestimmt. Der nächste diesbezügliche Antrag betraf die Bewilligung von 45000 Mark aus Anleihemitteln zum Bau einer Kühlanlage mit Eisbereitung auf dem Schlachthofe. In ausführlicher Weise gab hierzu Stv. Wein berg das Referat. Die Verzinsung des Kapitals wird durch die von den Fleischermeistern zu leistenden Gebühren aufgebracht. Stv. Meuckhoff spricht sich dahin aus, daß die Schlachterinnung eine derartige Anlage herstellen lassen sollte; auch glaube er, daß die Verwendung der elektrischen Kraft für die Eisbereitung b.sser bezw. rentabler sei statt Sauggasanlage. Bürgermeister Busse hebt hervor, daß mit der Schlachterinnung Verhandlungen dahin geführt seien, daß diese das Kühlhaus in eigener Regie ausführen lasse; man sei aber dieserhalb zu keinem Resultat gekommen. Stv. Schönfeld tritt den Ausführungen des Referenten bei und empfiehlt wie dieser die Magistratsvorlage. Die Verwendung der elektrischen Kraft würde bei dieser Anlage zu teuer kommen. Sto. Busse bemerkt, daß die Nachfrage nach elektrischer Kraft sehr erheblich sei; jedenfalls würde auch in der Gefangenenanstalt elektrische Beleuchtung eingeführt werden. Die Magistratsvorlage fand bei der alsdann vorge nommenen Abstimmung die Majorität des Kollegs. Des Weiteren berichtete Stv. Koc über den Antrag des Magi strats betr. Bewikligung von 60000 Mark aus der Anleihe zur Fortsetzung des Kanalnetzes in der Enger=, Diebrocker=, Wessel=, Schlosser= und Verbindungsstraße, Bünder=, wallt= nun monionn, ** Eiskonzerte finden auch morgen sowie am Montag auf der Eisbahn am Bergerthor statt; siehe Inserat. Besitzwechsel. Im hentigen Zwangsversteigerungstermine der Besitzungen des Wirts Louis Grundmann hier am Neuen Markt blieb die Brauerei Gebr. Uekermann Meistbietende mit 81 000 Mk. * In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. 1,00—1,15 Mk., Eier Pfd. 70 Pfg., Wurzeln Bd. 10 Pfg., Porree Bd. 10 Pfg., Blumenkohl 40—45 Pfg., Rotkohl Kovf 10 bis 20 Pfg., Zwiebel Pfd. 10 Pfg., Weißerüben Bund 10 Pfg., Wirsing Kopf 10 bis 20 Pfg., Hühner Stück 1,00 bis 1,25 Mk., Endivien Kopf 10 Pfg., Braunkohl 3 Stück 5 Pfg., Rettig Bund 10 Pfg. n Enger, 12. Dez. Ortskrankenkasse. In der gestrigen Generalversammlung wurde an Stelle des bisherigen Vorsitzenden, Maurermeister Klostermann, welcher sein Amt niederlegte, Tischlermeister H. Wulfmeyer gewählt. Dem Vorstande gehören ferner an: H. Kenter, H. Thenhausen, W. Rolf und H. Bunte; Kassierer ist Maurer Stertmann. * Spenge, 12. Dez. Hohes Alter. Gestern trat laut„Bielef. G.=A.“ die verwitwete Frau Amtmann Becher hier in das 97. Lebensjahr. Dieselbe erfreut sich einer seltenen Geistesfrische und fühlt sich auch in körperlicher Hinsicht in ihrem hochbetagten Alter recht wohl. * Bünde, 12. Dez. Schaufensterbrand. Gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr entstand in dem Geschäft des Herrn Adolf Müller auf der Eschstraße ein Schaufensterbrand, der gelöscht werden konnte, ehe das Feuer größere Dimensionen annehmen konnte. Aus Provinz und Nachbarstaaten. * Minden, 12. Dez. Durch den Hufschlag eines Pferdes wurde Sergeant Kohlmeyer von der 2. Batterie am Schienbein schwer verletzt. * Hann. Münden, 12. Dez. Im Gefängnis erhängt. Die bei einer Herrschaft im Vorort Altmünden in Diensten stehende jugendliche Dienstmagd Z. hatte sich zum Nachteil ihrer Herrschaft Veruntreuungen zu Schulden kommen lassen und war deshalb gestern in Haft genommen worden. In letzter Nacht hat das junge Mädchen nun seinem Leben Ende gemacht, indem es sich in der Zelle erhängte. * Dortmund, 12. Dez. Die Katastrophe auf Gneisenau bei Herne hat ein weiteres Opfer gesordert. Heute früh starb im Krankenhause die siebente Person an den Folgen der erlittenen Verletzungen. Der unmittelbare Materialschaden ist vorläufig noch nicht annähernd zu taxieren, dürfte aber die Höhe von erwa 100000 Mk. erreichen. Eigentümlicherweise ist von der ganzen, ungefähr 1600 Köpfe zählenden Belegschaft heute nur ein geringer Teil, nämlich 140 Mann, angefahren, obschon die ganzen Anlagen wieder Zum Besuche meiner reichhaltigen 302m lade ich hiermit ergebenst ein. Karl Meves. Goldene und silberne Uhren, uhren, Wecker etc. Achlickten in Gold, Double, Silber und Metall. Halsketten, Medaillons, Brochen Ohrringe, Armbänder, Brustund Manschettenknöpfe. Goldene Herrenu. Damenringe sowie Tranringe in allen Größen und jeder Preislage. Silber- und Alfenide-Bestecke u. s. w. empfiehlt in größter Auswahl Aug. Beckord, Bäcerstr. 15. 297m ein Zeche fordert. Der Referent hielt zunächst für einige Strecken die gewählten instand gesetzt sind und die storderung uuttutttrtueer: HerrepKanalröhren als zu eng: nach Ausführungen das Raum=i8—# gehen kann. 10 H., Unglücksfall im S. icht Auf der Zeche Minster Stein sind durch hereinrchende Gesteinmassen vier Bergleute verunglückt. Einer ist hob e anderen Fud schwer verletzt, einer von inen hofnungslos. veesttint hieu zunachst für einige Strecken die gewählten instand Lanalröhren als zu eng; nach Ausführungen des Baumeisters geyen Zichte, daß alles genau geprüft sei, dem auch Stv. Schönfeld beipflichtete, sah Sto. Koch von seinem Bedenken ab. feld beipflichtete, Wir. Wech eon feinem Gebenten ub. Stv. Wolff weist auf die Notwendigkeit der Entwässerung der Komthurstraße hin. Der Stadtbaumeister bemerkt, daß dies für später vorgesehen sei; z. Z. lasse sich diese Kaualisierung, so nötig wie sie auch sei, nicht ermöglichen. Diese Vorlage des Magistrats wurde ebenfalls angenommen. Ueber den weiteren Antrag betr. Erwerb der alten katholischen Schule und des angrenzenden Hausgrundstücks der katholischen Anstalt „Bethlehem“ referiert Stv. Prof. Fellinger. Derselbe tritt sehr für den Antrag ein, weil mit dessen Annahme auch die Wünsche der katholischen Gemeinde hauf.##c11. Vermischtes. Wie aus Konitz gemeldet wird, haben in der Winterschen Mordsache neue Erhebungen stattgefundenAngeblich wird eine neue Spur verfolgt. Rau dem Schnellzuge. der 4 Uhr 24 nachm von am die Wünsche der katholischen Samrzi. Annayme auch 1.#. Son dem Schnellange, der 4 Uhr Staate erhält die Sri.; emeitzde, berücksichtigt würden. Köln über Mainz in Frankfurt a. M. eintrifft, entgleiste am mange Pauschalsumme von in##g und eine ein Donnerstag unweit Nieder=Heimbach der Packwagen, der sich mie von 15.800 Ab: Tur 5i###mhn an dritter Stelle befand. Der Wagen lief ungefähr 100 m ANP C n ie die Siaol dus Gryr malige Pauschalsumme von 15.800 Mk. Für die Erwerbung des Schürmannschen Hauses würden 10 500 Mk. verlangt. Andere Gebäude in der Nähe der Kirche hätten sich teurer gestellt; so verlangt z. B. Herr Heyde für sein Haus 25000 Mark. Stv. Schönfeld ist dafür, die Schule möglichst weit entfernt von der Kirche unterzubringen; es würde sich schon eine andere Stelle finden lassen, wenn man nur wolle. Er ist daher für die Bertagung der Vorlage. Stv. Prof. Fellinger ist der Ansicht, daß die Kirche ihren Einfluß auch geltend machen könne, wenn die Schule noch so weit entfernt von der Kirche liege. Im Interesse der Schule sei dies nur aus dem Grunde, weil die katholischen Kinder wöchentlich zweimal in den Frühgottesdienst geführt werden müssen. Stv. Werner meint, Stv Schönfeld habe seinen idealen Standpunkt vertreten, er(Redner) sei für den praktischen Standpunkt. Da müsse er denn zu dem Resultat kommen, daß dieser Kauf der Stadt zu teuer komme; letztere habe beim katholischen Krankenhaus noch einen Bauplatz, der nur ca. 4000 Mk. kosten würde. Habe aber die Kirche ein Interesse daran, daß die Schule möglichst nahe der Kirche errichtet werde, so könne der Bischof auch einen größeren Zuschuß leisten. Die Vorlage sei daher noch zu vertagen. Stv. Hülsenbeck will auch, daß versucht werde, von der Kirche einen größeren Zuschuß zu erwieken. Bürgermeister Busse wünscht ebenfalls die Vertagung und zwar, weil der OberBürgermeister, welcher diese Vorlage bearbeitet habe, in der Sitzung nicht zugegen sein konnte. Der Vorsteher spricht sich ebenfalls dahin aus. Schließlich wurde die Beschlußfassung über diese Schulangelegenheit vertagt. Alsdann wurde dem Antrage auf Abänderung des Gewerbe=Gerichts=Ortsstatuts nach dem Referat des Siv. Raabe zugestimmt Dem Bericht des Schriftführers, Stv. Hülsenbeck, ist zu entnehmen, daß in diesem Jahre das Kollea 21 Sitzungen abgehalten hat. Zur Verhandlung kamen 172 Vorlagen, von denen 99 genehmigt wurden. In nichtöffentlicher Sitzung wurde an Stelle des Herrn Meyer zu Capellen, der die Wahl als stellvertretender Schiedsmann abgelehnt hatte, Herr Kaufmann August Barkhausen gewählt.— Schluß der Sitzung gegen 7¼ Uhr. Wohlthäter. Ein hiesiger Einwohner schenkte 106 Zentner Kohlen für verschämte Arme. Die Verteilung geschieht durch die Armenverwaltung und sind Anträge daselbst zu stellen. an dritter Stelle befand. Err—-grn. neben dem Gleis, bis der Zug zum Stillstand kam. Vor dem Packwagen lief der Salonwagen, in welchem sich die Schwester des Kaisers, Prinzessin Viktoria, befand. Nach kurzer Unterbrechung setzte die Maschine mit dem ersten Wagen und dem Salonwagen die Reise nach Frankfurt a. M. fort, während der andere Teil des Zuges zurückgezogen werden mußte und über ein falsches Gleis weiterfuhr. Verletzt wurde niemand. Der Materialschaden An der Unfallstelle wurde gerade gearbeitet wohl der Unfall zuröckzuführen sein. ist bedeutend. Darauf dürfte Fortsetzung der Auktion A am Dienstag, den 16. ds. Mts.,# am Dienstag, den 16. ds. Mts.,## nachmittags 1 Uhr. 310m * Adolf Bruns, Enger i.B. Vorteilhaft! Empfehle einen Posten selbst Auzige, Palelets Winterjoppen Metebrolsgische Station Herfurd. Witterungsbericht vom 13 Dezember. Höchste Temperatur des Vortages:—1,6“ Niedr. Temperatur in der Racht:—12,20, Temperatur um2 Uhr vorm.:—9.6“. 11 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: —1.0* 760,6 m ImZ Tägliche Niederschlagshöhe: Schneehöhe: 8 cm. Wind: Schwacher SO. Wetter: Heiter. 14. Dezbr. Bei schwachen südöstlichen Winden und vorherrschender Bewölkung wesentlich wärmer; Tauwetter wahrscheinlich. und— und verkaufe solche mit ganz geringem Nutzen. 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[Fortsetzung aus der Beilage.] „Unsinn, das ist längst nicht alles,“ erklärte die junge Dame, die mit Hennig von Rottenbeck im Waldauer Park lustwandelte. Damit nahm sie ihr Kleidchen in die Höhe, um des vor dem Morgentau, der funkelnd an Halmen und Gräsern hing, zu schützen und warf den niedlichen Kopf mit den braunen Haarzöpfen in den Nacken.„Sie haben vergessen hinzuzufügen, daß ich allein in der Welt tehe, und daß es für mich notwendig war, einen Beruf zu wählen, da mir meine Mittel nicht gestatteten, ein Prinzessinnenleben zu führen, abgesehen davon, daß ich das Dasein der bekannten Lilien auf dem Felde, die nicht arbeiten, für entsetzlich langweilig halte. Das alles haben Sie natürlich nicht bedacht, die Logik der Männer reicht bekanntlich nicht weit.“ „Gott bewahre, was Sie anführen, ist ja alles dummes Zeug,“ sagte Hennig von Rottenbeck, und sein blasses Gesicht bedeckte sich mit einer leichten Röte.„Warum sprechen Sie von Beruf? Ein junges Mädchen kann sich überall nützlich machen, und das haben Sie auch hier getan. Warum wollen Sie uns— Ihre Verwandten— verlassen, um irgend eine Stellung im Auslande anzunehmen? Was in aller Welt haben Sie da für einen Grund anzugeben?“ Ueber ihr Gesicht huschten tausend Spottgeisterchen. „Was habe ich in diesem halben Jahre, in dem ich in Waldau weilte, getan? Pilze gesucht und Blumen gepflückt, und wenn auch nicht himmlische, so doch irdische Rosen in die Zimmer getragen. Und das nennen Sie nützlich beschäftigt. Sagen Sie, mein sehr verehrter Herr von Rottenbeck, sind Sie immer so bescheiden in Ihren Ansprüchen, oder vielmehr sind Sie über nutzbringende Tätigkeit wirklich derartig im Unklaren? Was werden späterhin Ihre Arbeiter zu solchem Gutsherrn sagen?“ „Spotten Sie nicht,“ sagte er leise, indem er versuchte, in ihre lachenden Augen zu schauen. „Was bleibt mir angesichts Ihrer Torheit übrig?“ „Verlassen Sie uns nicht,“ bat Hennig. „Nicht eher, als bis ich eine Stellung gefunden habe.“ „Und dann Fräulein Olga?“ „Dann gehe ich eben doch.— Was ich sagen wollte, Herr von Rottenbeck, haben Sie nicht ein Buch von mir gesunden?“ „In welcher Sprache? Englisch, französisch, italie„Warum nicht chinesisch?“ lachte sie.„Nein, es war harmloses Deutsch: Fontanes Wanderungen durch die Mark.“ Ein Lächeln umspielte seine bärtigen Lippen. „Ich freue mich, daß Sie auf meine Empfehlung das Buch gelesen haben, und verspreche es Ihnen wieder zuzustellen, Kousine Olga. Ich darf Sie doch so nennen?“ „Meinetwegen— der vierte Grad bleibt es doch—“ Sie lachte, lief ihm davon, und der junge Mann pfiff seinem Hunde, der ihr nachsetzte. „Komm, Swift, wir beide wollen suchen.“ Renate von Rottenbeck hatte Olga Keller zufällig in einem Berliner Pensionat kennen gelernt, und war durch eine längere Unterhaltung über gemeinsame Bekannte zu der Ueberzeugung gekommen, daß Olga eine entfernte Verwandte ihrer frühverstorbenen Mutter sei. Daraufhin hatte sie ihr den Vorschlag gemacht, nach Waldau überzusiedeln und die übrigen Verwandten kennen zu lernen, falls sie— Olga— nicht etwa vorzöge, in der Stadt zu bleiben. B# Olga hatte ihre bisherige Tätigkeit an der Schule einer kleinen Stadt aufgegeben, und war, um ihrer hübschen Stimme einige Ausbildung angedeihen zu lassen und sich nebenbei nach einer passenden Stellung im Auslande zu bemühen, nach Berlin gegangen. Beides, die Stellung sowohl wie den Musikunterricht, konnte sie auch von Waldau aus erreichen, das bequeme Verbindung mit Berlin hatte. So packte sie also ihre Koffer und siedelte nach dem Rottenbeckschen Besitz über. Mit Regine verband sie bald innige Freundschaft, und mit Hennig, der mit einer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt war, Ruhe brauchte und aus diesem Grunde zu Hause weilte, stand sie auf freundschaftlichem Kriegsfuße. Nur dem Baron, der die bürgerliche Verwandte nicht für voll ansah, ging sie scheu aus dem Wege. Nachdruck verbeten. Als sich die Familienglieder zur Abendmahlzeit versammelten, konnte Hennig der Kousine den vermißten Fontane überreichen. „Wissen Sie, wo ich das Buch fand?“ fragte er. „Wie sollte ich,“ lächelte Olga.„Ich sagte Ihnen bereits, daß ich wie toll gesucht habe. Selbst das Briefschreiben habe ich darüber vergessen.“ Hennig blickte sie groß an. „Was hatten Sie denn für Briefe zu schreiben, wenn man fragen darf?“ „Geschäftsbriefe,“ entgegnete die junge Dame leichthin:„Und wo fanden Sie das Buch?“ „In der Buchenlaube. Eigentlich hat mich Swift darauf aufmerksam gemacht. Er schnüffelte am Boden und da sah ich es liegen.“ Sofort wandte sich Olga an den Teckel. „Swift, du lieber, kleiner Kerl,“ rief sie und liebkoste ihn, bis er heulend an ihr emporsprang. Und je zärtlicher sie mit ihm sprach und ihn neckte, je toller bellte und heulte er. Hennig lehnte am Fenster und beobachtete die kleine Szene. Um offen zu sein, er war ein wenig eifersüchtig. Für mich fällt natürlich von dieser Herzlichkeit nichts ab,“ fuhr er laut und ärgerlich auf; er mußte seine Stimme erheben, damit sie bei dem Gekläff vernehmbar war. „Was hat ein Baron Rottenbeck mit einer armen Erzieherin zu tun?“ lachte sie. „Aber die Hand könnten Sie mir doch geben!“ Baron Rottenbeck senior und Regine traten ein. Ersterer, der heute in Berlin gewesen war, schien sehr guter Laune zu sein und scherzte sogar mit Olga, der gegenüben er sich sonst stets in den Grenzen kühler Höflichkeit hielt. Regine sah blaß aus, in den sonst so ruhig blickenden Augen flammte zuweilen ein eigenes Licht auf, und es war, als ob die schlanken Hände ein wenig zitterten. Der Baron bemerkte es. „Regine, mein liebes Kind, warum läßt du uns im Dunkeln sitzen? Die Beleuchtung ist weder für dich, noch für Olga vorteilhaft,“ sagte er und seine Stimme klang plötzlich scharf. Regine zuckte leicht zusammen, sie wußte, daß sie beobachtet wurde. „Wünschest du Licht?“ fragte sie.„Verzeihe, ich dachte, es sei noch hell genug. Wir haben das Abendbrot meist ohne Lampe eingenommen.“ „Ausgezeichnet bemerkt, mein liebes Kind, allerdings läßt die Logik zu wünschen übrig. Wenn wir eine halbe Stunde früher essen, ist es natürlich noch hell. Sei so gut und klingle dem Diener.“ Regine ließ die Lampe entzünden. Die Fenster des Gartenzimmers, in dem die Familie im Sommer die Mahlzeiten einzunehmen pflegte, standen weit offen. Die Ranken der Weinrebe blickten hinein, und drüben durch die Zweige der Linden schimmerte das Silberlicht des aufgehenden Mondes. In der Ferne wurde Gesang vernehmbar; es war ein schwermütiges, polnisches Lied, das die fremden Arbeiter, die auf dem Gutshofe wohnten, angestimmt hatten. Olga lehnte sich in den Sessel zurück und lauschte; in den beweglichen Zügen spielte sich ihr helles Entzücken. „O, wie wunderschön ist das!“ rief sie:„Der Friede dieses Abends ist einzig.“ Herr von Rottenbeck sah sie an und läwelte überlegen. „Wie die meisten Menschen, verwechseln auch Sie das Stimmungsvolle mit dem Schönen. Das ist verzeihlich bei Ihrer Jugend.“ Olga hörte nicht den Spott aus den Worten. „Aber Herr von Rottenbeck, der herrliche Juliabend, der wundervolle Mondschein— und dazu der Gesang, Geben Sie doch zu, daß diese Vereinigung wunderschön ist—“ Der Baron zuckte verdrießlich die Achseln. „Der Gesang hat es Ihnen angetan, es scheint Ihnen zu gefallen. Wissen Sie nicht, daß es ein polnisches Lied ist?“ *„ N a t ü r l i c h. U n d w a s s c h a d e t d a s?“ r i e f d a s l e i c h t b e geisterte Mädchen. □ K— * — ) B — EEEE —.*7 70 So r (—.— S.1— —— K 2.E G 00— S9#. A ∆ S 883 E** * S Ge m S• 8 8 SPRE **—* Sn S 95 5 5 Pr. 83 88. 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Er hat nun einmal den Titel; in früheren Jahren stand er, glaube ich, einer Bank vor. Esser ist im Begriff, eine Maschinen= und Eisenfabrik zu errichten, zu deren technischem Leiter ich ausersehen bin. Vor Jahren hat er mir einmal ein Patent abgekauft, daher hat sich unsere Bekanntschaft entwickelt.“ „So, so, Leberecht— nun, du weißt, wie ich über deinen beabsichtigten Austritt aus der Feldmannschen Fabrik denke, doch kein Wort mehr darüber. Du bist Herr deiner Handlungen. Also Esser—“ Er fuhr mit der Hand über die kahle Stirn:„Wo wird denn die Fabrik gebaut?“ fragte er nach einer Pause. „Außerhalb Berlins— auf dem Gute eines Barons Rottenbeck, aller Wahrscheinlichkeit nach. Weißt du, es ist ganz in der Nähe der Station Waldau, wohin wir neulich den Ausflug unternahmen. Du erlaubst, Vater?“ Damit nahm er eine Zeitung, die auf dem Tische lag, in die Hand. Er wollte sie nur überfliegen, um sich über die neuesten Ereignisse zu orientieren, als er auf einen Artikel stieß, der überschrieben war:„Ein Fehler unserer modernen Gesetzgebung.“ Schon nach den ersten Zeilen wurde er stutzig. Zu seiner Verwunderung erkannte er, daß ein Vorgang, der sich in der Feldmannschen Fabrik zwischen einem Werkführer und einem Arbeiter abgespielt, bei dem der Werkführer ganz mit Recht den Vorteil seines Herrn gewahrt hatte, in gehässigster Weise zu Gunsten des Arbeiters verwendet worden war. Während er den Aufsatz las, stieg ihm die Röte des Unwillens ins Gesicht. Wer hatte ihn geschrieben? Und vor allem, wer hatte ihn inspiriert? Er dachte eine Weile nach, allein da war niemand, dem er eine derartige Indiskretion zutrauen mochte. Mit gerunzelten Brauen warf er das Blatt hin. Allerdings war die Zeitung beim besseren Publikum ein wenig anrüchig; sie gehörte zu denen, die dem Sensationsbedürfnis der Menge mehr denn nötig entgegenkommen. „Hast du den Artikel gelesen, Vater?“ fragte Leberecht, und wies auf die Spalte. (Nachdruck verboten.) Der Rendant nickte: „Ja, es ist darin von der Fabrik eines Herrn F.. die Rede. Geht das auf unseren Kommerzienrat?“ „Gewiß— zu meinem lebhaftem Bedauern—“ „Selbstverständlich ist an der Sache kein wahres “ r i e f d e r a l t e H e r r „Selbstverständlich,“ entgegnete Leberecht—„selbstverständlich, das heißt die Worte, die der anonyme Schreiber dieses famosen Aufsatzes anführt, sind gefallen, aber doch sind die Tatsachen derartig verfälscht, daß sich die Angelegenheit wesentlich anders darstellt, als sie hier beschrieben wird. Der Kommerzienrat muß den Urheber dieses Artikels ergründen und auf der Redaktion Erkundigungen einziehen. Ich gestehe, mir ist die Sache widerwärtig.“ Mit finsterer Stirn stürzte er den Rest seines Glases hinunter, dann erhob er sich. „Mir ist der fernere Aufenthalt hier im Lokal verdorben, Vater,“ sagte er,„und da ich auch noch allerhand Arbeiten zu erledigen habe, möchte ich nach Hause gehen. Willst du noch hier bleiben?“ „Dummes Zeug, ich gehe mit dir, Leberecht. Natürlich— gern.“ Schweigend wanderten die Herren durch die heißen Straßen ihrer Wohnung zu. Fünftes Kapitel. „Ei Swift, du allerliebster Kerl,“ begrüßte die junge Dame den freudig an ihr emporspringenden schwarzen Teckel—„da bist du ja. Und wo du erscheinst, ist auch dein Herr nicht weit.— Sieh da! Junker Hennig. Guten Morgen, mein Herr.“ „Guten Morgen, teuerste Kousine.“ „Ach was, Kousine— dritten oder vierten Grades, da hört die Verwandtschaft einfach auf. Der Stammbaum der Rottenbecks bedankt sich, und läßt sich den aus der Art geschlagenen Zweig nicht so ohne weiteres aufpfropfen. Verstanden, Herr von Rottenbeck?“ Hennig lachte. Sein feines Gesicht zeigte bei weitem mehr den Typus des Stubengelehrten, denn den des Landjunkers. Blaß, schmal, und vor den sympathischen Augen die goldene Brille. „Also wieder einmal nach allen Regeln der Kunst abgekanzelt, Fräulein Olga,“ neckte er.„Dergleichen verstehen Sie ausgezeichnet.“ „Ich übe mich, wie es einem Schulmeister geziemt—“ „Und warum wurden Sie Schulmeister?“ wollte er neugierig wissen. „Warum? Weil ich mußte.“ „Kein Mensch muß müssen, und Sie auch nicht. Sie beliebten nur Ihren allerhöchsten kleinen Trotzkopf aufzusetzen, ihn mit allerlei nützlichen und auch mit unnützen Wissenschaften zu füllen und Ihr Examen mit Glanz zu bestehen.“ (Fortsetzung im zweiten Blatt.) Verjüngt! erscheinen Alle, die ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und blendend sckönen Teint haben. Man wasche sig daber mit:. 180 Radebeuler v. Bergmann u. Co., RadebeulDresden. 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Von den Arbeitgebern scheidet aus: Herr Korte; von den Arbeitnehmern: die Herren Dehling u. Möller. 2. Wahl des Ausschuss's zur Prüfung der Rechnung des louf nden Jahres. 3. Versciedenes. 153m Vorsitzende D. Kase. Vorzügliches Mittel gegen 92. Stickhusten Pertussin Bei Husten und Heiserkeit Wächter's Famiienthee Hfe. zu haben Altstädter Apotheke. der Octskrankenkasse für die auf den Zuckerwaren- und Chokoladenfabriken bschäftigten Persouen am Dienstag, 16. Dezbr., abends 7¼ Uhr, im Lokale des Hern Aecker. Taaesordnung: 1. Wahl der Rchnungscevisoren. 2. E gänzungswahl des Vorstandes. 157m 3. Antrag auf Bewilligung der Kionkengelder für Sonn= und Festtage. 4. Wazl der Kassenärzte. Der Vorstand. Gustav Marmelst in. in Rheinlaud= Westialen Grundstück. Besitzung, Wohnoder Geschäftshaus verkaufen oder kaufen oder wer möblierte Zimmer, Wohnungen, Geschäftslokale, Lagerräume 2c. vermieten oder mieten will oder wer Geld auf Hypothek sucht oder auszuleihen hat, wende sich an den Rhein.=Westf. 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