12. Jahrgang G8 12. Jahrgang. Teleph. Anschl, ord N 277 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Akonuementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark. bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Mittwoch, 20. November. Inserate werden vi# pärenens vorm. 11 Uhr erbaten. Preis der einspaltigen Betyzeile für Stadt und Kreis Herford, 199#•2 Oeynhausen und Amt Resme 10 Pfg., sonst 13 Pfg— Anzeigen (Das städtische Brausebad für Männer und Frauen ist geöffnet: 2004 Sonntags von 8—4½ Uhr vormittags. Mittwochs„ 3—9½" nachmittags. Sonnabends„ 12—9½„„ Preis per Bad 10 Pfennig mit Handtuch und Seife. Der Magistrat: Busse. Aufgebot. Der Werkführer August Kesting zu Herford hat das Aufgebot der auf seinem Grundbesitz im Grundbuch von Altstadt Herford Band 2 Blatt 521 Adteilung III Nr. 1 für die unverehelichte Friederike Rackemann zu Herford, Tochter des Stadtmufikus Johann Daniel Rackemann daselbst, aus der Schuldurkunde vom 20. Oktober 1813 eingetragenen Forderung von 100 Thalern Gold beantragt. Es wird daher der unbekannte Gläubiger aufgefordert, sein Recht spätestens in dem auf den 24. Januar 1903, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 1, anberaumten Aufgebotstermin anzumelden, widrigenfalls er mit seinem Rechte ausgeschlossen werden wird. Herford, den 4. November 1902. Königliches Amtsgericht. 4761 Zum Tode Friedrich Alfred Krupps. Teilnahme des Kaisers am Leichenbegängnis. An der Spitze des riesigen Trauergeleites, das heute vormittag dem Sarge des letzten Krupp nachfolgen wird, schreitet der deutsche Kaiser. Dadurch, daß der Kaiser seinem Freunde persönlich das letzte Geleit giebt, erhält die Oeffentlichkeit die beste Antwort auf die Frage, was von den Verdächtigungen des an dem Tode Krupps schuldigen Berliner Blattes zu halten ist. Es muß angenommen werden, daß Kaiser Wilhelm jede Klarheit über diese häßliche Angelegenheit besitzt und mit seiner Person für die Unantastbarkeit der Lebensführung des Dahingeschiedenen bürgt. Essen, 25. Nov. Wie heute nachmittag soffiziell mitgeteilt wurde, trifft der Kaiser morgen vormittag 9,45 Uhr auf dem Hauptbahnhofe ein und wird sich sofort zu Wagen zum Kruppschen Stammhause begeben. Der Kaiser wird zu Fuß dem Sarge Krupps von der Fabrik durch einen Teil Essens nach dem Kirchhof folgen; deshalb ist der ursprünglich geplante lange Weg des Leichenzuges, längs dem die Kruppschen Arbeiter Spalier bilden, aufs äußerste verkürzt worden. Vor dem Kirchhof ist eine Ehrenpforte errichtet worden. Eine Schwadron Husaren und eine Kompagnie des 159. InfanterieRegiments sind nach Essen beordert. Auch der Chef des Generalstabes General v. Schlieffen wird erwartet. Heute nacht zwischen 10 und 11 Uhr wird bei Fackelbeleuchtung Krupps Leiche durch die Feuerwehr von Villa Hügel nach dem Stammhause der Fabrik übergeführt. Trauerfeier auf Villa Hügel. Hügel, 25. Nov. Heute nachmittag um 5 Uhr fand auf Villa Hügel die Trauerfeier für Herrn F. A. Krupp statt, an der nur die engste Familie und sämtliche Mitglieder der Direktion der Firma Fried. Krupp teilnahmen, insgesamt etwa 50 Personen. Der bereits geschlossene Sarg war in einem Nebensaale des großen Saales aufgebahrt, der mit Blumenarrangements und dunklen Dekorationen in eine Trauerkapelle umgewandelt war. Die Feier, bei der Pfarrer Geibel aus Werden amtierte, begann mit dem vom Essener städtischen Orchester gespielten Choral:„Jesus, meine Zuversicht". Mit warmen Worten gedachte dann in seiner Trauerrede Pfarrer Geibel des segensreichen Lebens und Wirkens des Dahingeschiedtnen. Nach einem Gebet spielte das Orchester den Tranermarsch aus dem 2. Satz der 3. Sinsone(Eroika) von Beethoven, womit die Feier ihr Ende erreichte. bei Hofe. aus Potsdam wird berichtet: Der Wirkl. Geheime Rat Krupp war bei seinen Besuchen am kaiserlichen Hofe stets ein gern gesehener Gast. Die Lakaien und Schloßdiener drängten sich förmlich darnach, Herrn Krupp irgend eine kleine Dienstleistung, sei es durch Abnehmen des Mantels, Zureichung einer Erfrischung oder dergl. zu erweisen, wußten sie doch, daß der„Kanonenkönig“ stets königliche Trinkgelder verabreichte. In seiner Westentasche trug er lose siets eine Anzahl Zwanzigmarkstücke, die er an die Hofbediensteten, die mit ihm zu thun hatten, verteilte. Im Park von Sanssouci befindet sich unweit des Neuen Palais ein geniales und originelles Geschenk Krupps, das er vor etwa 6 Jahren dem Kaiser für die kaiserlichen Prinzen gemacht hal. Es ist dies eine Festung en miniature, mit gemauerten Bastionen, Drehtürmen, unterirdischen Geschützanlagen 2c., welche mit den neuesten Kanonen des Kruppschen Werkes im kleinen Maßstabe armiert ist. Der Kaiser und die kaiserlichen Prinzen verweilen, wenn sich das Hoflager im Neuen Palais befindet, sehr oft auf dieser Festung, die gegen neugierige Blicke im Gebüsch dicht verborgen liegt und dem großen Publikum auch dann nicht zugänglich gemacht wird, wenn der Hof nicht im Neuen Palais weilt. ** * Essen, 25. Nov. Anläßlich der Beisetzungsfeierlichkeiten bleiben sämtliche Schulen geschlossen, doch beteiligen sich die Schüler nicht am Leichenzuge. Staatssekretär v. Tirpitz, Regierungspräsident Holleufer und Geh. Finanzrat Jencke sind bereits zu den Leichenfeierlichkeiten eingetroffen. Magdebura, 25. Nov. Eine Deputation von Beamten, Arbeitern und die Direktoren des Grusonwerkes begiebt sich heute abend nach Essen zur Teilnahme an der Beisetzung Krupps. Kiel. 25. Nov. Heute abend werden von der hiesigen Germaniawerft 30 Personen, und zwar höhere Beamte, Meister und vorwiegend Arbeiter zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten nach Essen abreisen. Berlin, 25. Nov. Die Reichspartei beschloß in ihrer heutigen Fraktionssitzung, am Grabe ihres ehemaligen Mitgliedes Krupp einen Kranz niederzulegen. Rom, 25. Nov. Der Sindaco von Capri teilte der Bevölkerung den Tod ihres Wohlthäters Krupp durch eine Bekanntmachung mit und hat Schritte für eine würdige Trauerfeier eingeleitet. Die Urteilsbegründung im Prozeß Pückler. Berlin, 25. November. Graf Pückler ist wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten in 2 Fällen zu 700 Mk. und wegen Beleidigung des Sanitätsrats Neumann zu 300 Mk., Redakteur Weber wegen Beleidigung Neumanns zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die andern Angeklagten wurden freigesprochen. Aus der Begründung des Urteils ist folgendes mitzuteilen:„Graf Pückler hat sich durch die Reden vom 24. Februar und 7. März gegen§ 130 des Strafgesetzbuchs vergangen. Im großen Ganzen bieten diese Reden nicht Gelegenheit zur Bestrafung des Redners, dagegen ist in einzelnen geringen Absätzen der§ 130 verletzt. Viele Sätze in diesen Reden enthalten nur bildliche Ausdrücke. Dagegen sind zwei Sätze als aufreizend zu erachten, nämlich in der Rede vom 24. Februar der Satz:„Wenn Euch auf dem Heimwege schwarzlockige Jünglinge oder Damen begegnen, so tretet auf sie zu, gebt Ihnen— Patsch, patsch— ein paar hinter die Ohren, dann hebt den Fuß und versetzt ihnen einen Fußtritt.“— Und in der Rede vom 7. März der Satz:„Zwanzig stämmige Kerle müssen mal den Anfang machen und einige Juden ordentlich verdreschen!" Mir Rücksicht darauf, daß die Reden im Großen und Ganzen sich innerhalb erlaubter Grenzen halten, hai der Gerichtshof eine Geldstrafe noch einmal für zulässig erachtet. Graf Pückler ist ferner wegen Beleidigung des Sanitätsrats Neumann verurteilt worden; wenn auch die Begutachtung vor dem Gericht in Glogau, die mit Gründen vorgetragen worden, vielleicht dem einen oder anderen nicht vollständig genug erscheinen mag, um daraufhin einen so schwerwiegenden Antrag auf Beobachtung des Geisteszustandes zu stellen, so durfte Graf Pückler nimmermehr den Dr. Neumann in dieser Weise beleidigen, wie er es durch die in der„Staatsbürger=Ztg.“ veröffentlichte Notiz gethan. Die Beleidigung sei angenscheinlich eine absichtliche gewesen. Da der Angeklagte Graf Pückler in hoher Erregung sich befunden, hat der Gerichtshof auch hier eine Geldstrafe für angemessen erachtet. Wegen des Abdruckes der Notiz über Dr. Neumann mußte auch der Angeklagte Weber verurteilt werden. Wegen der Rede vom 6. Juni hat der Gerichtshof den Angeklagten Graf Pückler freigesprochen. Die ganze Rede verrät zweifellos nicht die Absicht, den§ 130 zu übertreten; zu dieser Meinung muß man kommen, wenn man sieht, wie tiefes Gottvertrauen, wie tiefen Glauben in der christlichen Religion, wie hohen patriotischen Sinn die Rede bekunde. Dem gegenüber erscheinen die dazwischen hindurchgehenden Ausdrücke nicht geeignet, als Uebertretungen des§ 130 zu gelten, sie seien zweifellos bildlich gemeint und nicht verbo tenus aufzufassen, so wenig es sich Hierzu Unterhaltungsbeilage. verteidigen läßt, daß so schwere Beleidigungen gegen andere ausgesprochen werden, denn der christliche Glaube berechtigt nicht dazu, in dieser Weise gegen Andersgläubige vorzugehen. Daß in absehbarer Zeit so etwas passieren würde, was Graf Pückler in seinen Redewendungen angedeutet, wird kein vernünftiger Mensch glauben. Sätze, wie der:„Die Judenkerle müssen überall zerschmettert werden", sind nach Ansicht des Gerichts nur bildlich aufzufassen und nicht geeignet, Jemand ernstlich zu beunruhigen. Zu berücksichtigen ist auch, daß die Rede in einer Volksversammlung gehalten ist, und die Worte vielfach nicht ganz überlegt sind. Nach Ansicht des Gerichts enthält die Rede aber keinen Ausdruck, der unter§ 130 fällt; daraus ergiebt sich die Freisprechung des Grafen Pückler und der drei in diesem Falle Milangeklagten. Was die Nebenklage betrifft, so ist auch hier auf Freisprechung erkannt. Die Anklage richtete sich nur auf Vergehen gegen§ 130 des Strafgesetzbuchs. Es waren nur alle die Teile der Rede unter Anklage gestellt, die den§ 130 verletzen sollten, aber nicht diejenigen, die sich auf den Gistmordversuch in der Schweiz und die angebliche Beteiligung der Glogauer Juden an diesem beziehen.— Inzwischen ist wieder eine neue Klage gegen den Grafen„reif" geworden. Ein Privattelegramm aus Glogau meldet: Bei dem Glogauer Landgericht schwebt gegen den Grafen Pückler ein Verfahren wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten, begangen durch eine Rede, die der Graf Pückler in Klein=Tschirne gehalten hat. Die angeblich verschleppten Staatsgelder Transvaals. Aus Anlaß der jüngst erfolgten Veröffentlichung des englischen Weißbuches, so schreibt ein Brüsseler Korrespondent, hatte ich die Gelegenheit, eine dem Präsidenten Krüger nahestehende Persönlichkeit zu sprechen. Dieselbe äußerte sich, den Briefwechsel zwischen dem Kolonialminister Chamberlain und dem General Botha beiseite lassend, folgendermaßen: „Chamberlain sagt, daß sich in den Händen gewisser, in Europa sich aufhaltender Personen bedeutende Summen, die während des Krieges von Transvaal nach Europa überführt wurden, befinden müssen und fordert den General Botha auf, seine Beihilfe zu leisten, um diese Personen aufzufinden und sie zur Rechnungslegung zu veranlassen. Diese Summen, fügt der Kolonialminister hinzu, stehen dem englischen Staate als dem Rechtsnachfolger Transvaals zu und würden zur Unterstützung der notleidenden Buren verwendet werden. Chamber= lain wiederholt hiermit die schon mehrmals gegen den Präsidenten Krüger erhobene Anklage, Staatsgelder der Transvaal=Republik nach Europa mitgebracht oder nachkommen gelassen zu haben. Wie aus dem Briefwechsel ersichtlich ist, leugnet General Botha, irgend etwas von der Existenz derartiger Summen in Europa oder deren Abschickung aus Transvaal zu wissen. Es ist allgemein bekannt, daß die Generale Botha, Dewet und Delarey von der Anklage gegen Krüger erst nach ihrem Eintreffen in Europa Kenntnis bekommen und diese sodann entrüstet zurückgewiesen haben mit dem Bemerken, daß der Präsident Krüger im Gegenteil einen Teil seines Vermögens für die Kriegskosten geopfert hätte, da dem Staatsschatz beim Ausbruch des Krieges nur geringe Mittel zur Verfügung standen. Ich weiß aus bester Quelle, so sagte der Gewährsmann, daß das einzige Gold, welches aus Transvaal während des Krieges herausgegangen ist, einigen Privatbanken, darunter der Retherlands Bank, gehörte, welche dieses Gold in Europa in Sicherheit bringen wollten, als Marschall Roberts den Vaal überschritt und man das Bombardement und die Einnahme von Johannesburg und Pretoria befürchtete. Das Gold der erwähnten Banken, welches aus Privatdepots herstammte und einen Betrag von ungefähr 500000 Pf. St. repräsentiert, wurde vor der Einnahme von Pretoria nach Komati=Poort dirigiert und an Bord des Dampfers eingeschifft, der zugleich Frau Reitz, die Gattin des Staatssekretärs, nach Europa bringen sollte. Von englischer Seite wurde dieses Zusammentreffen benutz., um die Sache so hinzustellen, als ob Frau Reitz, deren Armut übrigens bekannt genug ist, mit der Ueberführung von Staatsgeldern betraut gewesen wäre. Die versteckte Anklage Chamberlains gegen den Präsidenten Krüger ist vollständig hinfällig und kann nur als eine verunglückte Entschuldigung für die Verweigerung weiterer Mittel zur Hebung der Notlage des Burenvolkes aufgefaßt werden. Als Gegenstück zu dem Anspruch Englands auf eventuelle Gelder, welche Transvaal vor dem Frieden und der Annektion gehörten, mag angeführt werden, daß die für den Einfall Jamesons seinerzeit versprochene Entschädigung von 2000000 Pf. St. von England niemals bezahlt worden ist. Wollte sich der Minister Chamberlain dieser Thatsache erinnern, so könnte er durch die endliche Begleichung dieser alten Schuld des Elends und der Not im Burenlande großen Tesegenheit, sich von dem wirklichen Vorhandenern. Die““ Augenschein zu überzeugen, ist ihm ja jetzt (ein derselben ird finden, daß die Generale bei ihren Konegeben. IXt, übertrieben haben!“ ferenzen b##2;, der Gewanrsmaun des betr. Brüsseler KorresponSo Die englische Presse hat die von Chamberlain in denten.. Wzeißbuche veröffentlichten Briese an Botha aufgestellte Hehguptung, daß Staatsgelder Transvaals nach Europa verschleppt worden seien, eingehend erörtert, und die„Daily Mail“ behauptet, daß Beweise dafür vorhanden seien, daß mindestens 20 Millionen Mark solcher Gelder nach dem ogag gebracht seien und sich noch in Händen Krügers oder des Dr. Leyds befänden, welche dazu bestimmt seien, die Agitation gegen England in Südafrika neu zu beleben. Wenn die„Daily Mail“ oder die britische Regierung dafür thatsächlich Beweise hat, weshalb veröffentlicht man dann diese nicht? So lange das nicht geschieht, sind wir der Ansicht, daß die obige Darstellung des Brüsseler Korrespondenten den vagen Behauptungen Chamberlains und der „Daily Mail“ gegenüber allen Glauben verdient. Dieses Herumreiten Chamberlains und der englischen Presse auf den angeblich in Krügers oder Dr. Leyds Händen befindlichen Transvaal=Fonds macht überhaupt einen recht kleinlichen Eindruck. Es spricht sich darin eine gewisse Angst aus vor möglichen südafrikanischen Ueberraschungen. Zur Tagesgeschichte. Deutschland Ein Brief Wilhelms I. an den Fürsten Bismarck. Die„Gartenlaube" bringt in ihrer soeben erschienenen Weihnachtsnummer eine Reihe bisher ungedruckter, neuerdings an unvermuteter Stelle gefundener Briefe Bismarcks an seine Gemahlin aus den sechziger und fiebziger Jahren, sowie gleichfalls unveröffentlichte Briefe Kaiser Wilhelms I. an Bismarck. Von den Briefen des Kaisers ist besonders der vom 6. Febr. 1888 zehn Uhr abends d tierte nicht nur wegen seines Inhalts, sondern auch deshalb interessant, weil es der letzte ist, den er an seinen treuen Diener gerichtet hat. Der im Faksimile der„Gartenlaube" beigegebene Brief lautet: „An den Fürsten Bismarck! Unmöglich kann ich den heutigen Ehren= u. Friedlichen=Siegestag vergehen lassen, ohne Ihnen u. mir Glück=(und) Dankes=Wunsch zum heutigen Reichs Tags Ereigniß, auszusprechen, der in seiner Erscheinung und Wichtigkeit einzig dasteht, da alle Partheiung verschwand, und Ihnen den allgemein anerkannten Ruhm zollte! Möge nur Ihre Gesundheit von der zu großen Leistung nicht leiden!! den 6. 2. 88. 10 Uhr Abds. Ihr dankbarer König Wilhelm. Deutscher Reichstag. Die vorgestern wegen Beschlußunfähigkeit vereitelte stimmung über den sozialdemokratischen Antrag auf Gewäh von 100 Millionen aus den Mehrerträgen der Zölle Förderung des Volksschulwesens wurde gestern wieder Der Antrag wurde abgelehnt und zwar mit 211 gegen Stimmen, bii 5 Stimmenthaltungen. Abg. Rosenoff beg alsdann seine Rede zur Begründung eines sozialdemokratis Antrags, nach welchem von den Erträgen der Zölle jäh 49 Millonen Mark zur Erleichterung der Aufhebung Salzsteuer verwendet werden sollen. Gegen diesen stimmten 190 Abgeordnete, dafür 64 Abgeordnete, 4 hielten sich der Stimme. Inzwischen war ein neuer so vemokratischer Antrag eingegangen: 100 Millionen der etträge für Aufhebung der Zuckersteuer zu verwenden. Bernstein(Soz.) begründete diesen Antrag, welcher eben und zwar mit 158 gegen 99 Stimmen bei drei Stimn haltungen abgelehnt wurde. Abg. Wurm(Soz.) begrür des Weiteren einen neuen eingebrachten sozialdemokrati Antrag auf Einführung eines§ 11e, von den Zollerträgn 43 000000 Mk. zu verwenden zur Aufhebung der Bro wein=Verbrauchsabgaben. Wurm ward am Schluß se 2stündigen Rede allseitig mit Bravorufen begrüßt. Der frag wurde dann in namentlicher Abstimmung mit 203 g 43 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen abgelehnt. Nack der Präsident mitgeteilt hat, daß noch ein sozialdemokrati Antrag auf Einführung eines§ 11 k eingegangen sei, tagte sich gegen 6½ Uhr abends das Haus auf heute. Zur Zolltarifvorlage. In Berliner wohlunterrichteten Kreisen gilt das standekommen der Verständigung über den tarif so gut wie gesichert. Wie es heißt, ist die Verständi über den Zolltarif auf der Grundlage erfolgt, daß die Bin für die Futtergerste fortfällt, während der Mindestzoll Braugerste auf 4 Mk. erhöht wird. Der Bürgermeister von Berlin. Es wird bestätigt, daß die Mehrheit des Ausschusses Stadtverordneten sich geeinigt hat, den früheren Konfistori Reicke, jetzt im Reichsversicherungsamt, als Bürgermeister zuschlagen. Chamberlains Abreise. Aus Portsmouth, 25. Nov., wird gemeldet: Die „Good Hope“ mit dem Kolonialminister Chamb Bord ist heute nachmittag nach Südafrika in See Die Burengenerale hatten Chamberlain angel durch Südafrika zu begleiten. Chamberlain nahm da an. Dewet wird ihn daher durch den Oranje=Freista Delarey und Schalk Burger durch Transvaal beglei Herforder Kreisnachrichten. Herford, 26. November 1 *¼ Der kaiserliche Hofzug passierte heute früh 5½ Uhr auf der Fahrt nach Essen die hiesige Station Majestät war gestern abend 11 Uhr von Bückeburg ab Während der Nacht hatte der Zug auf der Strecke hinter Minden gehalten und zwar war derselbe auf ein Nebengeleis geführt worden. * Zur Frage der Führung des Meistertitels liegt ein neuer Erlaß des Handelsministers vor. Es heißt darin u. a.: Nach§ 123 der Gewerbeordnung und Artikel 8 des Gesetzes vom 26. Juli 1897 darf den Meistertitel in Verbindung mit einer Handwerksbezeichnung führen, wer entweder die Meisterprüfung nach Vorschrift des§ 133 bestanden oder beim Inkrafttreten dieser Bestimmung ein Handwerk selbstständig ausgeübt hat, wenn er in seinem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen besitzt. Die Berechtigung zur Führung des Titels„Meisters" allein, oder„Innungsmeister“ wird dadurch nicht berührt. Hiernach können diejenigen Handwerker, welche vor der Meisterprüfungskommission einer zuständigen Innung nach§ 81 b der Gewerbeordnung die Meisterprüfung bestanden haben, jedoch am 1. Oktober 1901 ihr Gewerbe nicht selbständig betrieben, sich als„Meister" oder„Innungsmeister" bezeichnen; zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks sind sie dagegen nicht berechtigt. ** Hand= oder Maschinensegen Seitens der Fuhrparkkommission sollen jetzt Versuche dahin angestellt werden, ob Handfegen dem Maschinenfegen vorzuziehen sei. Gestern waren vier Fuhrparkarbeiter auf der Göbenstraße mit dem Fegen derselben beschäftigt. Diese Arbeit nahm 6 Stunden in Anspruch, sodaß demnach ein Arbeiter 24 Stunden fegen müßte, um jene Straße zu reinigen. Wie wir erfahren, würde das Fegen der Göbenstraße mittelst Maschine höchstens ¾ Stunde in Anspruch nehmen. Die Kosten für Pferd und Knecht belaufen sich pro Stunde auf 70 Pfg.; nach dieser Berechnung würde sich allerdings das Maschinenfegen wesentlich billiger stellen. zf Das 4. Abonnements=Konzert des städtischen ** Orchesters zu Bielefeld erfreute die Zuhörer, die auch diesesmal in ansehnlicher Anzahl sich versammelt hatten, durch künstlerisch abgerundete Verführung eines interessanten Programms. Die Krone der orchestralen Leistungen bildete die Aufführung der C-moll-Sinfonie von Beethoven, die in allen Teilen ganz herrlich zu Gehör gebracht wurde. Herr Musikdirektor Ochs hat das löbliche Streben, auch der modernen Musik in seinen Programmen einen größeren Raum zu gewähren und dem Publikum dadurch die Bekanntschaft mit interessanten Neuheiten zu vermitteln. In dieser Hinsicht gebührt ihm Dank für die Darbietung des Gralsrittermarsches aus Parsifal. Großen Anklang fand ferner die geistreiche Musik zum Ballet„Ferramors“ von Rubir stein. Wie wir vernehmen, beabsichtigt Herr Musikdirektor Ochs zu einem weiteren Abonnement einzuladen. Wir sind überzeugt, daß die Besucher seiner schönen und interessanten Konzerte mit Freuden sein Vorhaben durch zahlreichen Besuch unterstützen werden. Diese Konzerte verdienen eben in allererster Linie den zahlreichsten Besuch. In der 3. diesjährigen SchwurgerichtsSession wird, wie bis jetzt festgesetzt ist, gegen folgende Personen verhandelt: Am 1. Dezember gegen den Arbeiter August Lemm aus Bünde, zur Zeit in Haft, wegen räuberischer Erpressung; am 2. Dezember gegen den Maurerhandlanger Fritz Verleger aus Bielefeld, zur Zeit in Haft, wegen Körperverletzung mit Todeserfolg, und am 3. Dezember gegen den Zimmermann Friedrich Marting aus Bünde, zur Zeit in Haft wegen Sittlichkeitsverbrechen. * Was haben wir von diesem Winter zu erwarten? Schon vor drei Jahrhunderten äußerte Bacon, daß ein feuchter und kalter Sommer einen harten Winter nach sich zöge. Während des 19. Jahrhunderts lassen sich als Beispiele für besonders schwere Winter die Jahre 1878, 1879 und 1880 anführen, die in der That auf kalte Sommer folgten, und dasselbe wäre auch für den letzten strengen Winter von 1894/95 zu sagen. Der vergangene Sommer hatte eine große Aehnlichkeit mit dem von 1879. Es wäre aber doch wohl vorschnell, aus dem heftigen Einsetzen der Kälte schon Mitte November dieses Jahres den Schluß zu ziehen, daß auch der folgende Winter demjenigen von 1879 entsprechen würde. Der Bertiner Klimatologe, Prof. Hellmann, hat in seiner 1885 der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgelegten Arbeit für Berlin den Nachweis geführt, daß die Ansicht des alten Bacon nicht als zutreffend erachtte werden könne. Dr. Hellmann fand in seinen damaligen Untersuchungen, daß nach einem mäßig warmen Sommer ein milder Winter wahrscheinlich wäre und daß umgekehrt ein kalter Winter auf einen warmen Sommer zu folgen pflegte. Wenn sich das letztere noch bestätigen sollte, so würde die letzte Kältewelle mehr als ein blinder Schreckschuß zu betrachten sein. s Enger, 26. November. Stadtverordnetensitzung. In der gestrigen Sitzung wurde folgendes beschlossen: 1. Die am 5. November stattgehabten Stadtverordnetenwahlen wurden für giltig erklärt, da Einsprüche nicht erhoben worden sind. Der als Ersatzmann für Herrn Winkelhage gewählte Herr Maurermeister Kenter wurde hierauf in sein Amt eingeführt und verpflichtet. 2. Beschlußfassung über Anschaffung eines Gemeindebullen wurde ausgesetzt. 3. Dem Neubauer Ebmeyer wird für Mehrabtretung des Grund und Bodens zur Chaussee Enger und Spenge eine Entschädigung von 150 Mk. angeboten, wenn derselbe mit der heutigen Lage der Chaussee einverstanden ist. Die bisher entstandenen gerichtlichen und Rechtsanwaltskosten übernimmt die Stadt. 4. Antrag Puhmeyer Erben auf Zahlung einer Entschädigung für 6.25 Ar, die zum Bau des sogenannten Meyer=Weges abgetreten sind, wurde abgelehnt. 5. Dem Verlangen der Kleinbahn, ein Grundstück abzutreten, wurde abgelehnt, da z. Z. dortselbst eine Ueberfahrt vorhanden ist und auch benutzt wird. 6. Die Rechnung der Stadtkasse pro 1901 wurde revidiert und festgesetzt. Die Einnahme beträgt 76493,25 Mk., die Ausgabe 76440,84 Mk., mithin der Bestand 52,41 Mi. 7. Von Erhebung der Umsatzsteuer von Schierholz und Klostermann wird Abstand genommen. 8. Dem Ackerbürger Vorwerk genannt Riepe wird als Entschädigung für Mehrabtretung des Grund und Bodens zur Chaussee Enger Spenge eine Einfriedigung vor seinem Garten bewilligt. 9. Wurde das Erkenntnis in Sachen Barmeier in Enger verlesen, ebenso die Forderungen, die Barmeier nunmehr geliend macht. Kirchlengern, 25. Nov. Ausbau BündeHerford. Der Ausbau der Bahn wird sich wohl recht rasch vollziehen. Für die Erweiterung des hiesigen Bahnhofes werden einige Grundstücke des Kolon Busse hierselbst dem Enteignungsverfahren unterworfen werden müssen. * Bünde, 25. Nov. Seminar. In der hiefigen „Zig.“ lesen wir: Mit besonderer Genugthnung ist es zu begrüßen, daß für den heimischen Bezirk ein Seminar in Aussicht genommen ist. Herford, im Mittelpunkt von MindenRavensberg, ist besonders gut für eine derartige Anstalt gewählt. Viele Bewohner unseres Kreises, die wohl ihre Söhne dem Lehrerberufe zuführen würden, hält die abgelegene Lage von Petershagen zurück. Auch bietet dieser kleine Ort an wirklichen Kunstgenüssen recht wenig. Mannigfache Anregungen bietet jedoch ein größeres, in guter Entwickelung befindliches Gemeinwesen. und Nachbarstaaten. * Minden, 25. Nov. Marktverlegung. Der für den 2. u. Mts. hier anstehende Kram= und Viehmarkl ist auf den 9. Dezember verlegt worden. * Bückeburg, 25. Nov. Der Kaiser, Fürst Georg und Prinz Adolf zu Schaumburg Lippe fuhren heute früh in Begleitung des Obersägermeisters Heintze zur Jagd nach dem Bückeberg, wohin die übrige Jagdgesellschaft später folgte. Das Frühstück wurde im Jagdhause Brandshof eingenommen und darauf die Jagd bis kurz nach 4 Uhr fortgesetzt. Abends 7½ Uhr findet im Residenzschloß Diner statt. * Warendorf, 25. Nov. Tödlicher Sturz. Der Kötter Bernhard Brinkmann stürzte von einem Apfelbaum und brach das Genick. * Witten, 25. Nov. Der aus dem Beleidigungsprozeß des Trakehner=Gestüts-Chefs von Ottingen bekannt gewordene angeklagte und verurteilte Lehrer NickelTrakehnen bewirbt sich um eine Lehrerstelle an der städtischen evangelischen Volksschule hierselbst, welche mit Beginn des neuen Schuljahres zu besetzen ist. * Salzwedel, 25. Nov. Der tote Kontrolleur. Große Aufregung entstand auf dem hiesigen Bahnhofe am Sonnabend um 12¼ Uhr nachts, als der Personenzug von Stendal eintraf. Die ausgestiegenen Fahrgäste gingen durch den Tunnel nach der dortigen Billet=Kontrolle und reichten dem zusammengekauert dasitzenden Kontrolleur ihre Billets hin Dieser rührte sich jedoch nicht vom Platze. Es wurden nun Bahnbeamte hinzugerufen und man stellte fest, daß eine Leiche in dem Kontrollhäuschen saß. Es war der Bahnschaffner Schulz, welcher, wie ein sofort hinzugezogener Arzt feststellte, von einem Blutsturz befallen worden war, der den Mann sofort getötet hatte. 10 Minuten vorher war Schulz noch auf dem Bahnsteig gewesen. * Burgdorf, 25. Nov. In der Kirche gestorben. Der Kaufmann A. Schrader aus Schillerslage wurde in der Kirche beim Abendgottesdienst von einem Schlaganfall betroffen und verschied sofort. Vermischtes. Eine Einbrecherbande ist wiederum von der Kriminalpolizei in Berlin festgenommen worden. Ein Berliner Rohrleger Adler hatte sich mit einem Kutscher Noack und einem Steinsetzer Ritter zusammengethan, um in kleinen Wohnungen in den Hinterhäusern einzubrechen und lediglich bares Geld, Goldsachen und Sparkassenbücher zu stehlen. Da ihnen noch ein Fachmann zum Oeffnen der schwierigen Schlösser fehlte, so machte sich Adler an einen arbeitslosen Schlosser Streich heran, der in seiner mißlichen Lage auch alsbald gewonnen wurde. Die Bande führte nun„Klingelfahrten" mit Einbrüchen von leerstehenden Wohnungen aus. Noack spielte den Buchhandlungsreisenden. Mit einer schwarzen Mappe, die einige Hefte enthielt, klingelte er in den Hinterhäusern an jeder Wohnung. Wurde ihm geöffnet, so legte er mit der unschuldigsten Miene irgend ein Heft vor, ohne großen Wert auf eine Bestellung zu legen. War aber niemand zu Hause, so holte er seine Spießgesellen, die auf der Straße warteten, herauf und brach mit ihnen ein. Lag neben der Wehnung, der der Besuch galt, eine leere, so wurden mit roher Gewalt alle Thüren gesprengt, sonst mußte Streich mit dem Werkzeug, das er eigens für die Bande anfertigte, die Schlösser öffnen. Es waren schon wiederholt Einbrüche dieser Art angezeigt worden. Die Kriminalpolizei fahndete in allen Pfandleihen nach Versatzstücken, die aus ihnen herrühren konnten. Da zeigte sich denn, daß auf einen bestimmten Namen mancherlei hier und dort versetzt worden war. Die Beschreibung, die die Pfandleiher von den Verpfändern gaben, lauteten aber immer wieder anders, nur auf den Mann, auf den die Ausweispapiere lauteten, paßten sie überhaupt nicht. Kein Wunder, denn das war ein ganz unschuldiger Mensch, der mit den Einbrechern nichts zu thun hatte. Diese hatten ihm eben die Papiere gestohlen, und nun benutzten alle vier sie abwechselnd, um die Beute immer wieder an einer anderen Stelle zu versetzen. Endlich erkannten die Kriminalbeamten aus wiederholten Beschreibungen den Noack, und nahmen ihn fest, als er wieder einmal etwas auf eine Pfandleihe trug. Sie beobachteten nun seinen Verkehc und lernten so nach und nach auch seine Spießgesellen kennen. Als sie sich überzeugt hatten, daß sie die ganze Bande kannten, griffen sie zu und nahmen sie fest. Den Verhafteten sind bereits 35 Einbrüche nachgewiesen. Wilderern erschossen. Laut Meldung aus Straßburg wurde der Jugdhüter Bloch von Artolsheim, der sich in Begleitung eines Kollegen in den Wald in von Richtolzheim begeben hatte, um Fasanen zu fütrern Wilderern erschossen. Ein unverhoffter Schatz fiel der Wittfrau Tölk m Neuhammer bei Haynau zu. Beim Umbau ihres Hauses fanden die Maurer einen großen Topf voller Thaler und Zweithalerstücke aus der Zeit Friedrich Wilhelm IV Die Braut aus Zink. Aus Abesnes wird en lustiger Grenzvorfall gemeldet. Dieser Tage passierte dart eine die Zolkaton. In den greßen Bager, in dem sie sich befand, saß der Bräutigam auf dem Vordersitz und sprach leise mit der Neuvermählten, ohne sich weiter um die ziemlich lauten Hochzeitsgäste hinter ihm und auch um die Zollbeamten zu kümmern, die mit der üblichen Frage nach verzollbaren Gegenständen an den Wagen herantraten und in Anbetracht der Umstände keine allzu ernstliche Visitation des. selben vorzunehmen zu wollen schienen. Doch dem einen der Beamten war aufgefallen, daß die junge Frau, deren niedergeschlagene Augen der lange, weiße Brautschleier verbarg, den Worten ihres Gatten in etwas unnatürlicher Weise nämlich Meteorologische Station Witterungsbericht vom 26 November Höchste Temperatur des Vortages: 6,10 Niedr. Temperatur in der Nacht: 3,30. Temperatur um2 Uhr vorm.: 4,2° 11.„: 4,70 Lustdruck um 7 Uhr vorm.: 744,6 m Tägliche Niederschlagshöhe:— uam. Wind: Lebhafter O. Wetter: Heiter. Wohnungen Stellungen — per,(Stellungs=Gesuche und=Angebote (Wer eine Wohnung zu vernieren hat ooer mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land. Die neu renovierte 1. Etage Alter Markt K; 184—.: sofort od 4701 t daselbst. inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. kand. Spreibhülfe (jung. Mädchen od. Frau) für leichte Schreibarbeit gesucht. Offerten unt. K. B. 212 an die Exp. d. Ztg. 5341 sung Engländerin Unterhaltungs-Beilage zur Herforder Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. #Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler. Herford, 26. November 1902. Druck u. Verlag: Christian Quentin. Jenseits von Gut und Böle. Kriminal=Roman von Robert Krafft. (17. Fortsetzung.) Auf Kinas Frage, wie er hierher gekommen und wo er sich überhaupt befinde, antwortete der Arzt: „Wie Sie gerade hierher kamen, weiß ich nicht, vielleicht kann es Ihnen niemand mehr sagen. Als ich wieder meine Wohnung betrat, lagen darin schon vier Verwundete. Jeder, der zugegen war und seine Wohnung in der Nähe hatte, stellte diese zur Verfügung; die Leute, welche Bahren tragen wollten, hörten eine Adresse und maschierten dahin ab. So werden auch Sie hergekommen sein, das werden Sie wohl von Miß Corner erfahren können, vielleicht war sie auch dort, ich habe deswegen noch nicht gefragt. Sie sind der einzige hier, Mister King, Sie sind in ein vortreffliches Haus gekommen, besser hätten Sie es gar nicht treffen können. Das ist hier ein uraltes Haus aus Shakespeares Zeiten, ist steuerfrei und hat noch andere Privilegien, welche Vergünstigungen jetzt freilich im Kaufpreis mitbezahlt werden müssen. Mister Corner ist schon seit langen Jahren der Eigentümer und Bewohner, er ist Schiffsagent oder so etwas Aehnliches, begleitet die Ladung von gecharterten Schiffen, ist daher wenig zu Haus. Er muß ein sehr wohlhabender Mann sein. Bekannter ist seine Frau; sie gilt hier, unter uns Hamsteadern, als ein Vorbild einer alt englischen Patrizierfrau, wie die ganze Familie, wird sie hochgeehrt, vielleicht darum, weil sie sich mit keinem Menschen einläßt und sich demnach mit jedem verträgt. Na, Sie verstehen! Ich wollte Ihnen nur sagen, Herr Kollege, daß Sie sich während Ihres längeren Hierbleibens keine Kopfschmerzen zu machen brauchen und nicht glauben dürfen, irgendwie zur Last zu fallen; das würde man hier sehr übel vermerken. Und auch in der besten Pflege befinden Sie sich, denn als mir Mrs. Corner bei Ihrer ersten Untersuchung half, benahm sie sich gewandt wie eine geschulte Krankenwärterin. Sie werden die Dame ja noch selbst kennen lernen.“ Mrs. Corner kam ins Zimmer, der Arzt hinterließ noch einige Aenderungen und entfernte sich. King durfte essen, konnte es auch allein, aber nicht allein trinken. So mußte er zur einen Hälfte gefüttert werden, und gern ließ er sich von den weißen Frauenhänden den Löffel zum Munde führen. Schon jetzt empfand er, daß es ganz schön sei, einmal lebensgefährlich krank, oder vielmehr verwundet zu sein, wenn man sichere Aussicht auf vollkommene Heilung, keine Sorgen und gute Pflege hat. Auf seine Frage sagte sie, sie habe sich in der Nähe der Unglücksstelle befunden und den Trägern seiner Bahre ihre Adresse gegeben. Wie er von dem Manne mit dem halben Vollbarte gerettet wurde, habe auch sie gesehen; doch hatte King sie oft fragen müssen, sie sprach überhaupt nicht, wenn sie nicht gefragt wurde. „Wissen Sie nicht, wer dieser Mann gewesen ist?“ „Nein, und ich kenne auch nicht den Namen des barmherzigen Samariters nach der Bibel. Er hat seinen Lohn auch ohne Ihren Dank.“ (Nachdruck verboten.) Er sollte schlafen, gern hätte der sich so behaglich fühlende Patient sofort gehorcht, wenn ihn nicht der rätselhafte Franzose noch länger beschäftigt hätte. Gewiß, es war eine edle Tat gewesen. Man mag darüber streiten wie man will, ob es ein Unterschied, wenn der Entschluß mit sittlicher Ueberlegung oder nur aus tollkühnem Wagemut ausgeführt wird. Die aus diesem Entschlusse hervorgehende Tat ist immer edel. Aber ob der Franzose sein Leben daran gesetzt haben würde, wenn er gewußt hätte, daß sein Feind unter den Trümmern lag? Denn sein Feind war er.— Das nüchterne Tageslicht am anderen Morgen ließ ihn erst recht ein angenehmes Bewußtsein empfinden, hier wohl und sicher aufgehoben zu sein.„Aus Shakespeares Zeiten“ ist in England ein geflügeltes Wort, um etwas als gediegen und solid zu bezeichnen, besonders wird es auf die Lebensweise angewandt. Aber dieses Haus mußte wirklich, wie der Arzt ja auch gesagt hatte, aus alten Zeiten stammen. Es war ein winkliges Gemach mit vergitterten Fenstern und Butzenscheiben, und dazu harmonierte die Einrichtung. Die Decke mit Holz getäfelt, die jedenfalls aus rohen Bruchsteinen gemauerten Wände mit schön gestickten Tep pichen bekleidet, das breite Bett aus Holz— in England ganz unbekannt— und reich geschnitzt, so jedes Stück Möbel, darauf schwersilberne Leuchter und anderes Gerät, alles schwer, reich, prächtig und dabei doch einfach. Als er erwachte, war schon ein Mann in der Stube leise mit Aufräumen und Abwischen beschäftigt. King redete ihn an, wünschte guten Morgen und unterhielt sich weiter mit ihm. Er merkte, daß mit diesem Mann irgend etwas nicht richtig war, konnte aber nicht herausfinden, was es eigentlich war. Es war noch ein junger Mann, vielleicht so alt wie King, groß und stark gebaut, mit roten Fäusten, pomadisiertem Kopfhaar und gewichstem Husarenschnurrbart. Beim Sprechen öffnete er den Mund unnötig weit, er lachte gern, wahrscheinlich, um das prachtvolle Gebiß zu zeigen. Kurz, er war etwas affektiert, der pomadisierte Hausknecht paßte nicht zu dieser soliden Umgebung, das war es, was King auffiel. Harry— so hatte er sich gleich lachend vorgestellt — hatte lachend das Zimmer geordnet, das Bett gemacht und deckte jetzt lachend neben dem Bett einen Frühstückstisch für mehrere Personen. Er lachte überhaupt immer, aber wenigstens geräuschlos. Drei Kinder kamen herein, der Reihe nach mit freundlichem Gruße dem Kranken die Hand gebend, zwei Mädchen und ein Junge, die älteste sieben, der jüngste drei Jahre, dann erschien die Mutter. Das Familienfrühstück wurde neben dem Krankenbette eingenommen, so das Mittagessen, so das Vesperbrot, nicht nach englischen Modestunden, sondern nach natürlicher Tageszeit, und so ging es fort Tag für Tag, King lernte tung, 1, Küche Januar . d. Bl. ige aus ca. schönem kuarn ander* 5461 r. 30 garren d, steht 6281 ffen. iehbar, kert 404 0 281. etem5411 4. E oller eute 18. 17 60 oder n zu tr. 4. n geerten 1. Bl. 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Er hertrieben haben!“ ferenzen V##%;, der Gewährsmaun des betr. Brüsseler KorresponSO c;, englische Presse hat die von Chamberlain in denten.. Weißbuche veröffentlichten Briese an Botha aufgestellte daß Staatsgelder Transvaals nach Europa Frschleppt worden seien, eingehend erörtert, und die„Daily behauptet, daß Beweise dafür vorhanden seien, daß mindestens 20 Millionen Mark solcher Gelder nack####Haag gebracht seien und sich noch i des Dr. Leyds befänden, welche de Agitation gegen England in Süd Wenn die„Daily Mail“ oder d dafür thatsächlich Beweise hat, wesk dann diese nicht? So lange das nich Ansicht, daß die obige Darstellung d denten den vagen Behauptungen C „Daily Mail“ gegenüber allen Gla Herumreiten Chamberlains und der er angeblich in Krügers oder Dr. Leyr Transvaal=Fonds macht überhaupt ein druck. Es spricht sich darin eine möglichen südafrikanischen Ueberraschun Zur Tagesgesch Deutschland Ein Brief WilhelmsI. an den Die„Gartenlaube" bringt in ih Weihnachtsnummer eine Reihe bisher u an unvermuteter Stelle gefundener BriGemahlin aus den sechziger und siebzig falls unveröffentlichte Briefe Kaiser Wi Von den Briefen des Kaisers ist beson 1888 zehn Uhr abends d tierte nicht halts, sondern auch deshalb interessant, den er an seinen treuen Diener gericht simile der„Gartenlaube" beigegebene### „An den Fürsten Bismarck! Unn heutigen Ehren= u. Friedlichen=Siegestag Ihnen u. mir Glück=(und) Dankes=Wunso Tags Ereigniß, auszusprechen, der in Wichtigkeit einzig dasteht, da alle Parth Ihnen den allgemein anerkannten Ruhn Möge nur Ihre Gesundheit von d nicht leiden!! den 6. 2. 88. 10 Uhr Abds. geführt worden. * Zur Frage der Führung des Meistertitels liegt ein neuer Erlaß des Handelsministers vor. Es heißt darin u. a.: Nach§ 123 der Gewerbeordnung und Artikel 8 des Gesetzes vom 26. Juli 1897 darf den Meistertitel in Verbindung mit einer Handwerksbezeichnung führen, wer entweder die Meisterprüfung nach Vorschrift des§ 133 bestanden oder beim Inkrafttreten dieser Bestimmung ein Handwerk selbstständig ausgeübt hat, wenn er in seinem Gemerbe die ReWährend der Nacht hatte der Zug auf der Strecke hinter kenntnis in Sachen Barmeier in Enger verlesen, ebenso die Minden gehalten und zwar war derselbe auf ein Nebengeleis Forderungen, die Barmeier nunmehr geltend macht. geführt worden.“I Kirchlengern, 25. Nov. Ausbau Bünde# am im uds##| Herford. Der Ausbau der Bahn wird sich wohl recht rasch vollziehen. Für die Erweiterung des hiesigen Bahnhofes werden einige Grundstücke des Kolon Busse hierselbst dem Enteignungsverfahren unterworfen werden müssen. * Bünde, 25. Nov. Seminar. In der hiefigen „Ztg.“ lesen wir: Mit besonderer Genugthnung ist es zu begrüßen, daß für den heimischen Bezirk ein Geminar in Aussicht genommen ist. Herford, im Mittelpunkt von MindenDeutscher Reichs Die vorgestern wegen Beschlußunft stimmung über den sozialdemokratischen A von 100 Millionen aus den Mehrert: Förderung des Volksschulwesens wurd Der Antrag Eurde abgelehnt und zwar Stimmen, bii 5 Stimmenthaltungen. A alsdann seine Rede zur Begründung ein Antrags, nach welchem von den Erträ 49 Millonen Mark zur Erleichterung Salzsteuer verwendet werden sollen. C stimmten 190 Abgeordnete, dafür 64 hielten sich der Stimme. Inzwischen w vemokratischer Antrag eingegangen: 100 e#träge für Aufhebung der Zuckersteuer Bernstein(Soz.) begründete diesen Antr und zwar mit 158 gegen 99 Stimmen haltungen abgelehnt wurde. Abg. Wu des Weiteren einen neuen eingebrachter Antrag auf Einführung eines§ 11e, vo 43 000000 Mk. zu verwenden zur Au wein=Verbrauchsabgaben. Wurm ward 2stündigen Rede allseitig mit Bravorufer frag wurde dann in namentlicher Abstimi 43 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen der Präsident mitgeteilt hat, daß noch ei Antrag auf Einführung eines§ 11k e tagte sich gegen 6½ Uhr abends das H Zur Zolltarifvorl In Berliner wohlunterrichteten Kre standekommen der Verständigu tarif so gut wie gesichert. Wie es heißt, über den Zolltarif auf der Grundlage erfo für die Futtergerste fortfällt, während Braugerste auf 4 Mk. erhöht wird. Der Bürgermeister von Es wird bestätigt, daß die Mehrhei Stadtverordneten sich geeinigt hat, den fr Reicke, jetzt im Reichsversicherungsamt, al zuschlagen. jedes Familienmitglied wie seinen Bruder oder seine Schwester kennen, und doch waren es immer dieselben, er wurde vertraut mit ihnen, und doch blieben es ihm Fremde. Es war ein überaus glückliches, harmonisches Familienleben, in das er mit hineingezogen wurde, wie er ein solches nicht kannte, obgleich auch er einer Familic entstammte, welche als ein Muster gelten konnte. So still, so freundlich, so zuvorkommend und dennoch zurückhaltend, die Kinder lasen ihm den leisesten Wunsch von den Augen ab und drängten sich doch nicht herbei, ihn zu bedienen; sie kamen mit glühenden Wangen und blitzenden Augen vom wilden Spiel aus dem Garten und saßen schweigend am Tisch, aus kostbaren Geschirren das einfachste Mahl verzehrend. Der dreijährige Junge benahm sich schon wie ein würdevoller Herr an der Tafel, und dabei perlten ihm noch die Schweißtropfen vom Jagen im Garten über das frischgewaschene Gesicht. Wenn es altkluge, gekünstelte Kinder gewesen wären, King hätte sie bald nicht mehr leiden mögen, aber es waren dabei doch frische, offene Naturen. Sie mußten die sorgfältigste Erziehung erhalten haben. Das war selbstverständlich, aber King konnte es nur glauben, denn in seiner Gegenwart fiel nie ein Wort des Tadels, nicht einmal eines der Belehrung, kein„du sollst nicht" und„du darfst nicht“, er erhaschte nicht einmal einen strafenden Blick, es war auch nicht nötig. Auf dem Krankenbett hat man ja Zeit, solche Beobachtungen anzustellen und Gedanken daran zu knüpfen. Die Mutter in das Reich seiner Betrachtungen zu ziehen, das wagte er gar nicht. Es wäre ihm wie Sünde vorgekommen. Sie war eben das Ideal einer Frau und Mutter. Er war wie zu Hause, und doch blieb ihm alles fremd, und er fühlte sich gar nicht ver# n e u g i e r i g e F r a g o n z u s t e l l e n. N u r d u r c h Z u Schule, Mutter ist meine Leh„Ich gehe in keine rerin.“ Daß ein siebenjähriges Kind nicht schulpflichtig ist, konnte King nicht befremden. Es ist dies eine der schönen Seiten der persönlichen Freiheiten, welche man in England genießt, daß die Eltern ihre Kinder selbst unterrichten können, wozu der Vater oder die Mutter aber erst vor einer Kommission eine Prüfung abzulegen hat, ob die Fähigkeiten dazu auch vorhanden sind. Doch wird davon sehr wenig Gebrauch gemacht— das Halten von Hauslehrern ist etwas ganz anderes— obgleich es genug Eltern giebt, welche Zeit, Kenntnisse und auch die Geduld dazu besitzen, und es ist auch gar nicht nötig, das Talent eines Elementarlehrers zu haben, welcher fremde Kinder mit Liebe unterrichten muß, denn es sind ja die eigenen; aber die Eltern scheuen sich, eine solche jahrelange Bürde auf sich zu nehmen und lassen ihr Leben lieber in eitlen Nichtigkeiten aufgehen, welche die Gesellschaft schon zu Pflichten gestempelt hat. So bildete diese Mutter wieder eine seltene Ausnahme, und immer neue Eigenschaften und Tugenden entdeckte er, welche ihn mit immer neuer Hochachtung und Bewunderung erfüllten, so daß er bei diesem stillen Beobachten und Sinnen nie Langeweile empfand und die Tage ihm wie im Fluge verstrichen. Ja, er empfand es fast störend, wenn er Besuch empfing, der sonst den Kranken mit großer Freude erfüllt hätte. Auch über das Haus wurde er orientiert. Es hieß „das alte Kloster“ und war früher wirklich ein Kapuzinerkloster gewesen, stand noch in der alten Bauart mit allen Klostereigentümlichkeiten, das Ganze umschlossen von einer Mauer. Das Grundstück lag in Hamstead, also noch in London, aber London ist so groß, daß auch der sonst ortskundige Detektiv noch nichts von diesem Kloster gehört hatte. Der Grund und Boden von ganz London gehört sieben Lords, nach alten Gesetzen darf gar nichts verkauft werden; eine andere merkwürdige Vorschrift, die auch streng eingehalten wird, ist z. B. die, daß jedes Mietwohnhaus ohne Ausnahme nach neunundneunzig Jahren abgerissen und neu erbaut #inigemale fehlte sie am Mittägltisch. Tanln war= werden muß, das heißt, der Boden wird für neunundtete der Diener den sich wie sonst benehmenden Kin= neunzig Jahre wieder verkauft, und die Grundstücke, dern und dem Kranken auf. Wo sie sich dann befand, welche durch irgend ein Privilegium Besitz von anob sie überhaupt ausgegangen war, King erfuhr esl deren Personen für immer sind, kann man an den Finnicht, und er empfand es selbst als wunderbar, daß gern abzählen, die Gesandtschaften gehören dazu, mancher keine Frage deswegen stellte, die ihm sofort beant= mal irgend eine ganz kleine Ecke, welche aber von einem wäre. einzelnen Kapitalisten jetzt gar nicht mehr gekauft werwolche diese Räume den kann. Auch das Klostergut in Hamstead war „Freisitz ohne Zehnten“, das heißt steuerfreies Privateigentum; die Familie bewohnte nur den kleinsten Teil des Gebäudes. Um das Kopital zu verzinsen, brauchte nichts vermietet zu werden, denn schon der Wert des Bodens in diesen Londoner Vorstädten wächst rapid. Von dem Gatten und Vater erfuhr er fast gar nichts tmorteten nur, wenn sie gefragt wurde außer dem lachenden Harry keine andere Hilse zür7 sorgung des Hausstandes hatte, sie bereitete das Frühstück selbst, sie kochte selbst, aber wahrnehmen konnte er dies nicht. Einigemale fehlte sie am Mittagstisch. Dann wartete der Diener den sich wie sonst benehmenden Kindern und dem Kranken auf. Wo sie sich dann befand, ausgegangen wer Kina erfuhr es verständlich zu machen, ur der diese geheimnisvolle empfunden hat. Auch von dem ihm oft kindisch erschienenen Harry bekam er bald einen anderen Begriff. Er war offenbar die einzige dienstbare Person im ganzen Haus, das Mädchen für alles. Jetzt konnte sich der Kranke immer wieder freuen, wenn er ihn so geräuschlos lachen sah, wie er dann strahlte vor Glück, warum? Ja, weil er eben lebte. Es gibt in unserem unzufriedenen und daher so schnell fortschreitenden Zeitalter noch so wenig Menschen, welche sich darüber freuen, daß sie leben. Auch bei der Negerrace verschwindet dieses selig gepriesene Glück der geistigen Ein falt, auch Beschränktheit genannt, immer mehr. Dieser Mann besaß es noch, er war kindlich beschränkt, obgleich er lesen und schreiben und ganz kluge Antworten geben konnte; dieses Haus und der er aufging, und mit der anderen Welt stand er nur dadurch in Verbindung, daß er sein Haar pomadisierte, seinen Schnurrbart wichste, und wenn die Turmuhr schlug, immer nach seiner Taschenuhr sah, ob sie auch mit der Seknde richtig ging; das war seine Eitelkeit und seine Sorge, und weil dies so wenig war, deshalb war er so glücklich. Ja, King konnte studieren und philosophieren, und weise Erkenntnisse überkamen ihn, über welche nachzudenken er bisher sich noch nicht die Mühe genommen hatte. Das älteste Mädchen fragte ihn, ob es ihm vorlesen- sollte, und oft las Margarethe ihm vor. „In welche Schule gehst du?“ fragte er sie einmal. 1D. Von dem Gatten und Vater erfuhr er sant nur, Die Kinder antworteten nur, wenn sie gefragt wurden, und King hatte kein Recht, sich nach ihm zu erkundigen. Er wünschte nur, der Hausherr möchte recht lange fernC• 15 bleiben. Am zweiten Tage, also am ersten, da er das BeFsteuen, daß sie leben. Auch bei der Negerrace ver= wußtsein wieder erlangt hatte, kamen seine Mutter und bindet dieses selig gepriesene Glaa der### gen ein= Geschwister wieder, kurz vor dem Mittagessen, für jene t, auch Beschränktheit genannt, immer mehr. Dieser aber noch vor dem Diner. Es waren seine Angehöriinn besaß es noch, er war kindlich beschränkt, obgleich#gen, welche er innig liebte; er freute sich, sie zu sehen, lesen und schreiben und ganz kluge Antworten geben sie freuten sich, daß sie ihn lebend und gerettet fanden, inte; dieses Haus und diese Familie war seine Welt, in aber doch, schon nach wenigen Stunden, während welrer aufging, und mit der anderen Welt stand er nurs cher er seine Krankenpflegerin kennen gelernt halte, em#* ir Nerhindung, daß er sein Haar pomadisierte, pfand er fast unangenehm den scharfen Kontrast des Frumuhr schlug. Ausdruckes, mit welchem Mutter und Geschwister ihm ihre Er war, dann selbst betrübt, daß aber Boch, s# cher er seine Krankenpflegerin kennen getern## pfand er fast unangenehm den scharfen Kontrast des Ausdruckes, mit welchem Mutter und Geschwister ihm ihre Teilnahme bewiesen. Er war dann selbst betrübt, daß er dies empfunden hatte. Er durfte sprechen, er mußte erzählen, er sah Tränen und hörte Schluchzen und wurde durch teilnehmende Fragen unterbrochen. Auch sah man sich mit kritischen Blicken un, und als gar nichts Fehlendes zu entdecken war, wollte man wenigstens einige Bettwäsche schicken, die könne Missis Corner doch nicht ausschlagen. „Eine ganz eigentümliche Frau, die Missis Corner,“ sagte die Mutter,„sie hat eine Weise, etwas abzuschlaChamberlaius Abreise. Aus Portsmouth, 25. Nov., wird gemeldet: Der Kreuzer „Good Hope“ mit dem Kolonialminister Chamberlain an Bord ist heute nachmittag nach Südafrika in See gegangen. Die Burengenerale hatten Chamberlain angeboten, ihn durch Südafrika zu begleiten. Chamberlain nahm das Angebot an. Dewet wird ihn daher durch den Oranje=Freistaat, Botha, Delarey und Schalk Burger durch Transvaal begleiten. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 26. November 1902. Der kaiserliche Hofzug passierte heute früh gegen 5½ Uhr auf der Fahrt nach Essen die hiesige Station. Se. Majestät war gestern abend 11 Uhr von Bückeburg abgereist. „ e s g. G. S e m Neubauer Ebmeyer wird für Mehrabtretung des Grund und Bedens zur Chaussee Enger und Spenge eine Entschädigung von 150 Mk. angeboten, wenn derselbe mit der heutigen Lage der Chaussee einverstanden ist. Die bisher entstandenen gerichtlichen und Rechtsanwaltskosten übernimmt die Stadt. 4. Antrag Puhmeyer Erben auf Zahlung einer Entschädigung für 6.25 Ar, die zum Bau des sogenannten Meyer=Weges abgetreten sind, wurde abgelehnt. 5. Dem Verlangen der Kleinbahn, ein Grundstück abzutreten, wurde abgelehnt, da z. B. dortselbst eine Ueberfahrt vorhanden ist und auch benutzt wird. 6. Die Rechnung der Stadtkasse pro 1901 wurde revidiert und festgesetzt. Die Einnahme beträgt 76493,25 Mk., die Ausgabe 76440,84 Mk., mithin der Bestand 52,41 Mk. 7. Von Erhebung der Umsatzsteuer von Schierholz und Klostermann wird Abstand genommen. 8. Dem Ackerbürger Vorwerk genannt Riepe wird als Entschädigung für Mehrabtretung des Grund und Bodens zur Chaussee Enger- Spenge eine Einfriedigung vor seinem Garten bewilligt. 9. Wurde das Eraus wieberhonen=Beschreibungen den Rback, und nähmen ihn fest, als er wieder einmal etwas auf eine Pfandleihe trug. Sie beobachteten nun seinen Verkehc und lernten so nach und nach auch seine Spießgesellen kennen. Als sie sich überzeugt hatten, daß sie die ganze Bande kannten, griffen sie zu und nahmen sie fest. Den Verhafteten sind bereits 35 Einbrüche nachgewiesen. Von Wilderern erschossen. Laut Meldung Straßburg wurde der Jagdhüter Bloch von Artolsheim, der sich in Begleitung eines Kollegen in den Wald in der Nahe von Richtolzheim begeben hatte, um Fasanen zu füttern, von Wilderern erschossen. Ein unverhoffter Schatz fiel der Wittfrau Söst in Neuhammer bei Haynau zu. Beim Umbau ihres Hauses fanden die Maurer einen großen Topf Zweithalerstücke aus der Zeit Friedrich Wilhelm rV Braut aus Kiur. Aus Abesnes wirlustiger Grenzvorfall gemeldet. Dieser Tage passierte dort Hochzeitsgesellschaft die Zollstation. In dem großen eine in dem sie sich befand, saß der Bräutigam auf dem Vordersitz und sprach leise mit der Neuvermählten, ohne sich weiter um die ziemlich lauten Hochzeitsgäste hinter ihm und auch um die Zollbeamten zu kümmern, die mit der üblichen Frage nach verzollbaren Gegenständen an den Wagen herantraten und in Anbetracht der Umstände keine allzu ernstliche Visitation desselben vorzunehmen zu wollen schienen. Doch dem einen der Beamten war aufgefallen, daß die junge Frau, deren niedergeschlagene Augen der lange, weiße Brautschleier verbarg, den Vorten ihres Gatten in etwas unnatürlicher Weise gen, daß man gar nicht zum zweitenmale zu fragen wagt und es ihr doch nicht übel nehmen kann. Ich wollte ja so gerne hier bei dir bleiben, auch Clarence wollte es, aber Missis Corner sagte, es sei nicht nötig, und wir konnten nichts mehr dagegen machen. Nun, ich glaube, du bist hier in guten Händen, es soll eine sehr achtbare, wohlhabende Familie sein, ich habe schon einige Erkundigungen über sie eingezogen, auch bei Dr. Robinson.“ Sie gingen und sagten, sie würden ihn jeden Tag besuchen, und wenn ihm die Kost nicht schmecke, solle er es nur sagen, dann werde sie, die Mutter, schon mit Missis Corner darüber sprechen, u. s. w., bis sich die Tür hinter ihnen schloß. Nach der Bureauzeit kam der Vater. Er dachte, als er den Sohn nun einmal dem Leben erhalten sah, mehr an das Praktische. Er freute sich sehr, daß Edward auf Howarts Vorschlag eingegangen war; ein Kapital von 5000 Pfund, sicher ausgesetzt, müsse unter allen Umständen mitgenommen werden, und Edward käme dadurch wieder in seine ärztliche Praxis. Der Vater wußte von des Sohnes Entschluß durch Howart selbst, welcher ihn vorgestern besucht habe, zu später Abendstunde, solch eine wichtige Sache entschuldigte die späte Besuchzeit. Wann? Vorgestern abends; es war dieselbe Zeit gewesen, da der Franzose bei ihm gewesen war. Welch merkwürdiges Zusammentreffen!(Forts. folgt.) (Dein Freund Seorges. Novellette von Jean Sigaux. (Schluß.)(Nachdruck verboten.) Georges Stimme zitterte bei diesen Worten seiner traurigen Erzählung ganz eigentümlich. Ich betrachtete ihn und sah, daß es ihm schwer fiel, seine Aufregung zu bemeistern. Endlich faßte er sich wieder und sagte: „Wie dumm und lächerlich bei einem alten Seebär! Aber was hilft's? Diese düstere Stunde, diese Ankunft, diese erschreckten Gesichter werde ich noch lange vor mir sehen. Noch lange wird mir der Sterbende vor Augen stehen, den man aus dem Wagen hebt, auf eine Chaiselongue legt und den eine Frau und ein Kind unter Verzweiflungsgeschrei küssen! Noch jetzt sehe ich diese Schar festlich gekleideter Menschen, die sich bestürzt zusammendrängen und Ratschläge geben, weinen, während das arme junge Mädchen einsam und schweigend auf einer Gartenbank vor sich hin weint. Dazu die ekelhaft komische Note, die sich in jeden menschlichen Schmerz mischt, die Gäste, die sich bitter beklagten und laut erklärten, ein kranker Mann dürfte keine Hochzeitseinladung annehmen. Man hatte nämlich erfahren, daß es schon der dritte Anfall war. Das junge Mädchen wußte es, und so erklärten sich die ängstlichen Blicke von Tochter und Vater, seit wir von der Kirche aufgebrochen waren. Beide bemühten sich, in der Erwartung des schrecklichen Anblicks, sich das Entsetzliche gegenseitig zu verbergen; vielleicht hegten sie auch die unsinnige Hoffnung, das furchtbare Ereignis aufschieben zu können—“ Georges schwieg. Er war mit seinen Kräften zu Ende, und ergreifend war der Anblick seiner verstörten Züge, vielleicht auch die Furcht, zu viel sehen zu lassen, die in diesem sonst so heiteren Gesicht zum Ausdruck kam. Trotzdem fuhr er fort: „Und die Rückkehr! Die beiden Frauen, die den Leichnam in dem Galawagen begleiteten, die furchtbare Rückkehr in das Haus, das alle drei vor wenig Stunden so glücklich verlassen hatten;— die Nachtwache unter Schluchzen und Weinen an der Bahre des Gatten und Vaters, während an der hufeisenförmigen, mit Blu men geschmückten Tafel, von der man schnell die Couverts fortgenommen, geschmaust, getrunken und gelacht wird! Ach, denken wir nicht mehr daran!“ sagte Georges in heftigem Tone. “„Die Sache liegt ja auch zehn Jahre zurück,“ fuhr ich beschwichtigend fort.„Zehn Jahre ist eine geraume Zeit, und eine Trauer, die so lange dauert, ist selten. Die Frau hat sich ins Unvermeidliche gefügt, das junge Witterungsbericht vom 26 November Temperatur des Vortages: 6,10. Niedr. Temperatur in der Nacht: 3,30. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 4,2“ 11 4.70 A.A.„„„„ Lustdruck um 7 Uhr vorm.: 744,6 mm Tägliche Niederschlagshöhe:— mam. Wind: Lebhafter O. Wetter: Heiter. Wohnungen (Wer eine Wohnung zu vernieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land. Die neu renovierte 1. Etage Alter Markt 8 ist auf sofort od 4701 t daselbst. Stellungen (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. kand. Mädchen hat sich jedenfalls verheiratet, und wer weiß, ob sich nicht aus ihrem Unglück ein Liebesroman entwickelt hat?“ Georges zuckte die Achseln. „Ein Liebesroman!— Poet, unverbesserlicher Poet! — Die Familie Guillaine war ohne Vermögen, doch der Oberst hatte Einfluß, und zur Zeit, da diese traurige Geschichte spielt, war das junge Mädchen, wenn auch nicht verlobt, so doch mit einem ehrgeizigen jungen Manne versprochen; als der Oberst tot war und sein Einfluß mit ihm gestorben war, standen diese beiden Frauen allein auf der Welt mit der mageren Pension, Da überlegte sich der junge Mann erst die Sache; seine Besuche wurden immer spärlicher, und schließlich verschwand er. „Pfui! Wie erbärmlich!“ rief ich. „Immer die großen Worte!“ entgegnete Georges mit einer Ruhe, die mich zu ärgern anfing,„er war eben ein Kind seiner Zeit, das war alles!“ „Du giebst ihm also recht?“ „Ich?“ versetzte er hastig.„Das heißt, wenn man mich um Rat gefragt hätte— ja, ja, mein Lieber, wie es heutzutage im Leben zugeht.“ „Ich hielt es nicht für nötig, darauf etwas zu erwidern. Ich fühlte mich müde, empört, von den Menschen im allgemeinen, und von Georges im besonderen angewidert. O, ich hätte hundert Meilen entfernt sein mögen!— „Wir sind am Ziel,“ sagte er und deutete auf ein schönes Haus auf dem„Cours de l'Intendance“. „So?“ versetzte ich mechanisch. Im zweiten Stock ließ mich Georges in einen luxuriös eingerichteten Salon treten, und angesichts dieses herausfordernden und unverschämten Reichtums mußte ich wieder an die beiden armen Frauen denken, die um den Gatten und Vater trauerten. Er verschwand einen Augenblick und erschien bald mit einer jungen Frau, deren Anblick mir fast einen Schrei der Ueberraschung entriß. Diese blonden Haare, diese schwarzen Augen, dieser matte Teinr— wo hatte ich dieses Gesicht schon gesehen, das sich lächelnd und anmutig vor mir neigte?“ „Meine Frau!“ sagte mein Freund stolz. Dann warf er mir einen Blick liebevollen Spottes zu, der sich sofort in Zärtlichkeit verwandelte, als er ihn auf die junge Frau richtete, und fügte hinzu: „Fräulein Guillaine!“ Poesie-Album. Sympathie. An hundert Menschen gehst du still vorüber, Und still und kalt an aber hundert andern; Der einen Bleiben, wie der andern Wandern: Es stimmt nicht froher dich, stimmt dich nicht trüber. tung 1, Küche Januar Näheres d. Bl ige aus ca. schönem kuar n. ander* 5461 r. 30 farren), steht 6281 ffen. iehbar, kert. 404 0 281. lete. 5411 4. er oller leute 18. 17° 60 #T 6 oder n zu 4 n geerten 1. Bl. 18. Spreibhülfe (jung. Mädchen od. Frau) für leichte Schreibarbeit gesucht. 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So lange das nich Ansicht, daß die obige Darstellungd denten den vagen Behauptungen C „Daily Mail“ gegenüber allen Gla Herumreiten Chamberlains und der er angeblich in Krügers oder Dr. Leyt Transvaal=Fonds macht überhaupt ein druck. Es spricht sich darin eine möglichen südafrikanischen Ueberraschun Während der Nacht hatte der Zug auf der Strecke hinter Minden gehalten und zwar war derselbe auf ein Nebengeleis geführt worden. * Zur Frage der Führung des Meistertitels liegt ein neuer Erlaß des Handelsministers vor. Es heißt darin u. a.: Nach§ 123 der Gewerbeordnung und Artikel 8 des Gesetzes vom 26. Juli 1897 darf den Meistertitel in Verbindung mit einer Handwerksbezeichnung führen, wer entweder die Meisterprüfung nach Vorschrift des§ 133 bestanden oder beim Inkrafttreten dieser Bestimmung ein Handwerk selbstkenutnis in Sachen Barmeier in Enger verlesen, ebenso die Forderungen, die Barmeier nunmehr geltend macht. Kirchlengern, 25. Nov. Ausbau BündeHerford. Der Ausbau der Bahn wird sich wohl recht rasch vollziehen. Für die Erweiterung des hiesigen Bahnhofes werden einige Grundstücke des Kolon Busse hierselbst dem Enteignungsverfahren unterworfen werden müssen. * Bünde, 25. Nov. Seminar. In der hiefigen „Ztg.“ lesen wir: Mit besonderer Genugthnung ist es zu begrüßen, daß für den heimischen Bezirk ein Seminar in AusN 141 Sanf- 1.. Mpillslenaf non Winben ELPET Zur Tagesgesa Deutschland Ein Brief Wilhelms I. an den Die„Gartenlaube" bringt in ih Weihnachtsnummer eine Reihe bisher u an unvermuteter Stelle gefundener BriGemahlin aus den sechziger und siebzig falls unveröffentlichte Briefe Kaiser Wi Von den Briefen des Kaisers ist beson 1888 zehn Uhr abends d tierte nicht halts, sondern auch deshalb interessant, den er an seinen treuen Diener gericht simile der„Gartenlaube" beigegebene „An den Fürsten Bismarck! Unr heutigen Ehren= u. Friedlichen=Siegestag u. mir Glück(und) Dankes=Wunse Tags Ereigniß, auszusprechen, der in Wichtigkeit einzig dasteht, da alle Parth Ihnen den allgemein anerkannten Ruhn Möge nur Ihre Gesundheit von d nicht leiden!! den 6. 2. 88. 10 Uhr Abds. Deutscher Reichs Die vorgestern wegen Beschlußunf stimmung über den sozialdemokratischen# von 100 Millionen aus den Mehrert: Förderung des Volksschulwesens wurd Der Antrag Lurde abgelehnt und zwar Stimmen, bii 5 Stimmenthaltungen.## alsdann seine Rede zur Begründung ein Antrags, nach welchem von den Erträ 49 Millonen Mark zur Erleichterung Salzsteuer verwendet werden sollen. 6 stimmten 190 Abgeordnete, dafür 64 hielten sich der Stimme. Inzwischen w demokratischer Antrag eingegangen: 100 erträge für Aufhebung der Zuckersteuer Bernstein(Soz.) begründete diesen Antr und zwar mit 158 gegen 99 Stimmen haltungen abgelehnt wurde. Abg. Wu des Weiteren einen neuen eingebrachter Antrag auf Einführung eines§ 11e, vo 43 000000 Mk. zu verwenden zur Ar wein=Verbrauchsabgaben. Wurm ward 2stündigen Rede allseitig mit Bravorufet frag wurde dann in namentlicher Abstim 43 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen der Präsident mitgeteilt hat, daß noch ei Antrag auf Einführung eines§ 11ke tagte sich gegen 6½ Uhr abends das H Zur Zolltarifvorl In Berliner wohlunterrichteten Kr standekommen der Verständigu tarif so gut wie gesichert. Wie es heißt, über den Zolltarif auf der Grundlage erfo für die Futtergerste fortfällt, während Braugerste auf 4 Mk. erhöht wird. Der Bürgermeister von Es wird bestätigt, daß die Mehrhei Stadtverordneten sich geeinigt hat, den fr Reicke, jetzt im Reichsversicherungsamt, al—. zuschlagen. Chamberlains Abreise. Aus Portsmouth, 25. Nov., wird gemeldet: Der Kreuzer „Good Hope“ mit dem Kolonialminister Chamberlain an Bord ist heute nachmittag nach Südafrika in See gegangen. Die Burengenerale hatten Chamberlain angeboten, ihn durch Südafrika zu begleiten. Chamberlain nahm das Angebot an. Dewet wird ihn daher durch den Oranje=Freistaat, Botha, Delarey und Schalk Burger durch Transvaal begleiten. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 26. November 1902. *# Der kaiserliche Hofzug passierte heute früh gegen 5½ Uhr auf der Fahrt nach Essen die hiesige Station. Se. Majestät war gestern abend 11 Uhr von Bückeburg abgereist. Da Sepp und da Hias. Zwischna Sepp und ön Hias'n da Unterschied groß: Da Hias is bei'n Küahnan,— Da Sepp bei dö Roß! Da Hias trägt ön Sunta A g'scheckade Haub'n, Da Sepp hat an Huat auf, Ma soll's gar nöt glaub'n. Da Sepp glänzt ön Haarn an, Wia d’ Henn' in der Pfann', Da Hiasl, der kampelt si' Nur dann und wann. Da Sepp, der steckt d’rinn ön Sein' G’wand volla Zwang, Oen Hiasn dagög'n is All's z'groß und All's-z'lang. Da Hias rauckt sei Pfeif'n, Oen Kopf sauber g'mal'n,— Oen Sepp tragt's Cigarr’ln, Dös laß' i ma g'fall'n! Kurzum, was s’ halt ham, (Dort schwarz und da weiß) dagög'n und vakehrt, G’rad als taten s’ es z'fleiß. Nur ön oan' Stuck san s’ gleich Und da göb’n sa si' d' Hand; Oen da Dummheit, da kennt ma Dö Zwoa nöt vanand! ist unser Gastzimmer gar nicht so, wie es sein könnte und sollte, und dann mag ich auch nicht, daß jemand in dem schönen Bette darin schläft; da würden meinee gestickten Kissen arg mitgenommen weden. Uebrigens hab' ich hier zu viel zu tun, um jemand für den Winter aufzunehmen.“ —„Ich hatte geglaubt, es würde dich freuen, jemand zu bekommen, der dich in der Hauswirtschaft ein wenig unterstützte.“—„Da irrst du gewaltig, Heinrich! Wenn ich einmal Hilfe nötig zu haben glaube, werd' ich's schon allein sagen. Nein, ich mag niemand um mich sehen, der sich dann in alles einmengt!"—„O, ich dachte, dir ein Vergnügen zu bereiten.“—„Schönes Vergnügen! Du hast die Betreffende doch nicht etwa schon eingeladen?“—„Natürlich nicht, ich meinte, du solltest sie, wenn es dir paßte, lieber selbst eintagen—„Nein, nein, ich mag für diesen Winter keine Gesellschaft haben, dabei bleibt es!“—„Nun, so ist die Sache abgetan und wir sprechen nicht weiter davon. Mir lag selbst nicht allzuviel daran.(Er begann den Ueberrock anzuziehen.) Ich hatte nur geglaubt, du würdest es gern sehen, wenn du einmal längere Zeit— deine Mutter bei dir hättest, und deshalb——“—„Meine eigene Mutter? Ich dachte immer, du wolltest die deinige einladen. Ach, Heinrich, dann freilich———“— Doch er war schon zur Tür hinaus, und sie konnte ihn auf der Treppe sehr vergnügt ein Liedchen pfeifen hören. Die Liebe. A.(träumerisch):„Wie erklären Sie die Liebe?“ „Nun,— in Frack und weißer Halsbinde.“ — B.: Beim Festessen. „Pfui, hier ist ja ein langes Haar in der Suppe!“ „Sei still, Rosa, und blamier“ uns nicht, wofür wär' denn sonst Ochsenschwanzsuppe!“ es Ach so! A.:„Der Mann da hat mit seiner Stimme ein großes Vermögen erworben!“— B.:„Wieso, ist er Opernsänger?“ — A.:„Nein, das nicht, aber Auktionator.“ * Noch schlimmer. In einer Provinzialzeitung fand sich die etwas zweideutige„Berichtigung“:„Wir bedauern, zu erfahren, daß die Ankündigung des Ablebens des Herrn S. nur der schlechte Witz eines Anonymus war.“ 8 Sin rettender Gedanke. Es mußte ihm etwas durch den Kopf gehen, denn er merkte es gar nicht, daß der Kaffee kalt wurde und sich draußen Köchin und Stubenmädchen zankten.—„Die Rechnung von der Schneiderin kann es nicht sein,“ murmelte seine Gattin,„denn die ist bis jetzt erst zweimal abgegeben worden. Wahrscheinlich sind es geschäftliche Verdrießlichkeiten. Doch wenn sich's um etwas Unangenehmes handelt, wird er schließlich ja selbst anfangen.“ Und er fing auch an.—„Höre, mein Kind, dir muß es doch hier in der großen Wohnung recht ungemütlich sein. Würdest du nicht vielleicht für den Winter einen Gast aufnehmen?“ —„Wie kommst du nur auf einen solchen Gedanken, Heinrich? Ich habe doch unbedingt keine Zeit, einem jungen Mädchen Unterhaltung und Zerstreuung zu bieten. Hattest du denn schon eine bestimmte Person im Sinne?“— Dersange Ehemann sah bedenklich aus.—„O nein, gewiß nicht, ich meinte übrigens— ich versichere dir— eher — eine Dame in mittleren oder— in höheren Jahren.“— Die junge Frau erschrak.„Das ist ganz unmöglich. Erstens Einedler Mensch. A.:„Sie haben ja dem Kellner gar kein Trinkgeld gegeben.“— B.:„Wissen Sie, ich gebe nie unter einer Mark, und so viel habe ich nicht bei mir.“ * Keine Ruhe. „Es gibt den ganzen Tag auch keine Minute, wo ich einmal eine halbe Stunde Ruhe haben könnte!“ rief ärgerlich eine alte Dame, bei der die Besucher gar kein Ende nahmen. * Erfindungssinn. „Was ist denn der neue junge Zimmerherr?"— B.: „Das ist einer der größten Erfinder unserer Zeit.“— A.:„Ah, was erfindet er denn?"— B.:„Immer neue Entschuldigung für sein Nichtbezahlen des Mietszinses.“ * Ein ganzes Dutzend. 1. Vagabund(zu seinem Kollegen):„Höre, August, mit deine Wäsche kannste man ooch keenen Staat machen!"— 2. Vagabund:„Oho, beleidige mir nich! Ich drage een janzet Dutzend Hemden uff'n Leibe!“— 1. Vagabund: „Mach doch keen Mumpitz!— Eens haste an— un wat for eens, ick seh's doch!“— 2. Vagabund:„Ja— aber mit die andern elfe is et geflickt!“ Der kluge Dosten. Unteroffizier:„Was tut der Posten, wenn ein Ritter des eisernen Kreuzes vorbei geht?“— Posten:„Er steht mit„Gewehr über“ still!“— Unteroffizier:„Was hat der Posten zu tun, wenn ein Betrunkener in seiner Nähe skandaliert?“— Posten:„Er arretiert ihn nötigenfalls und steckt ihn ins Schilderhaus.“— Unteroffizier:„Gut! Wenn der Betrunkene aber Inhaber des eisernen Kreuzes ist?“— Posten:„Arretiert er ihn, steckt ihn ins Schilderhaus und steht mit„Gewehr über“ still!“ . Dem „—— Neubauer Ebmeyer wird für Mehrabtretung des Grund und Bedens zur Chaussee Enger und Spenge eine Entschädigung von 150 Mk. angeboten, wenn derselbe mit der heutigen Lage der Chaussee einverstanden ist. Die bisher entstandenen gerichtlichen und Rechtsanwaltskosten übernimmt die Stadt. 4. Antrag Puhmeyer Erben auf Zahlung einer Entschädigung für 6.25 Ar, die zum Bau des sogenannten Meyer=Weges abgetreten sind, wurde abgelehnt. 5. Dem Verlangen der Kleinbahn, ein Grundstück abzutreten, wurde abgelehnt, da z. Z. dortselbst eine Ueberfahrt vorhanden ist und auch benutzt wird. 6. Die Rechnung der Stadtkasse pro 1901 wurde revidiert und festgesetzt. Die Einnahme beträgt 76493,25 Mk., die Ausgabe 76440,84 Mk., mithin der Bestand 52,41 Mi. 7. Von Erhebung der Umsatzsteuer von Schierholz und Klostermann wird Abstand genommen. 8. Dem Ackerbürger Vorwerk genannt Riepe wird als Entschädigung für Mehrabtretung des Grund und Bodens zur Chaussee Enger- Spenge eine Einfriedigung vor seinem Garten bewilligt. 9. Wurde das Eraus wieberhotten=Beschreitungen den Roack, und nähmen fest, als er wieder einmal etwas auf eine Pfandleihe trug. Sie beobachteten nun seinen Verkehr und lernten so nach und nach auch seine Spießgesellen kennen. Als sie sich überzeugt hatten, daß sie die ganze Bande kannten, griffen sie zu und nahmen sie fest. Den Verhafteten sind bereits 35 Einbrüche nachgewiesen. Von Wilderern erschossen. Laut Meldung aus Straßburg wurde der Jugdhüter Bloch von Artolsheim, der sich in Begleitung eines Kollegen in den Wald in der Nähe von Richtolzheim begeben hatte, um Fasanen zu füttern, von Wilderern erschossen. zu futtern, Ein unverhoffter Schatz fiel der Wittfrau Tölk in Neuhammer bei Haynau zu. Beim Umbau ihres Hauses fanden die Maurer einen großen Topf valler Thaler und Zweithalerftücke aus der Zeit Friedrich Wilhelm IV lustiger Grenzvorfall gemeldet. Dieser Tage passierte dort eine bis Daslaat.# Tage passierte dort eine Genss in dem sie sich befand, saß der Bräutigam auf dem Vordersitz und sprach leise mit der Neuvermählten, ohne sich weiter um die ziemlich lauten Hochzeitsgäste hinter ihm und auch um die Zollbeamten zu kümmern, die mit der üblichen Frage nach verzollbaren Gegenständen an den Wagen herantraten und in Anbetracht der Umstände keine allzu ernstliche Visitation des. selben vorzunehmen zu wollen schienen. Doch dem einen der eamten war aufgefallen, daß die junge Frau, deren niedergeschlagene Augen der lange, weiße Brautschleier verbarg, den Vorten ihres Gatten in etwas unnatürlicher Weise, nämlich mit merkwürdiger Regungslosigkeit lauschte. Daher richtete er eine Frage an sie, erhielt aber keine Antwort. Nun sprang er auf das Trittbrett und riß unter dem Geschrei der Hochzeitsgesellschaft der Braut den Schleier vom Leibe. Dieses brutale Vorgehen erwies sich als berechtigt, denn die Braut hatte ihre Gründe, warum sie die Augen nicht aufschlug und den Mund nicht aufthat. Sie war nicht von Fleisch und Blut, sondern von— Zink und beherbergte in ihren Innern wahrscheinlich Alkohol. Wir sagen wahrscheinlich, denn den Zollbeamten gelang es nicht, dies festzustellen. Kaum hatte der eine von ihnen der Braut den Schleier herabgerissen, so hieb die ganze Hochzeitsgesellschaft auf ihn ein, so daß er von dem Wagen abspringen mußte, und der Kutscher hieb seinerseits auf die Pferde ein, daß sie im sausenden Galopp davonzasten. So gelangten die Schmuggler glicklich über die Grenze! Vogelmord in Italien. Aus Mantua wird berichtet, daß einige„Jäger" im Thale von Reggiolo bei Gonzaga unfern Mantua in einer einzigen Netzstellung ungefähr 10000 Staare gefangen haben. Das Gesamtgewicht des Fanges betrug 10,8 Centner und wurde von einem Geflügelhändler in Mantua erworben. Diese massenhaften Vogelmorde entziehen uns die für Garten=, Land= und Forstwirtschaft so ungemein nützlichen Vögel in grauenhaften Massen. Was nützen alle Ristkästen; mancher Staarmatz wird nicht mehr zurückkehren, und alle Bestrebungen zum Schutze nützliche r in diesem italienischen Unfuge. nützlicher Vögel scheitern Darstellung einer Mordszene vorm Gericht Aus Kopenhagen wird geschrieben: Kürzlich fand hier ein Muttermord statt, und um nun den Richtern ein Bild davon zu geben, wie der Verlauf der That gewesen sein kann, wurde im Thatorte eine Mordszene vorgeführt. Regisseur dieses verkwürdigen, für die Richter aber sehr belehrenden Schauspiels war der Gerichtsarzt Dr. Borries, während die Hauptrollen des Dramas, der Mörder und die Ermordete, in den Händen der beiden Detektivs Andersen und Mikkelsen lagen. Entsprechend der Auffassung des Arztes, wonach der Mörder ein Opfer hinterrücks überfiel, rangen die beiden Akteure auf ddem Sofa miteinander; doch bald war der Kampf zu Ende, a der Mörder seinem Opfer den Hals mit einem Messer surchbohrte. Der Vorführung war eine„Generalprobe“ vorausgegangen, ein Zeichen, wie sorgfältig die Mordszene eintudiert war. Sibirische Grausamkeiten. Aus Wien wird hierzu temeldet:„Dr. Molotkow, ein bekannter, russischer Arzt, hat tinen Bericht über seine Untersuchungen in Bezug auf die Seisteskranken Sibiriens veröffentlicht. Aus diesem Bericht seht hervor, daß, außer in den großen Städten, in dem ganen gewaltigen Lande keine Irrenhäuser sind. Es ist in Sisirien üblich, einen Geisteskranken wie einen tollen Hund anuketten und ihn so für den Rest seines Lebens unschädlich zu kachen. Dr. Molotkow fand einen Bauer, der seit 18 Jahren kit einer nur 1 Meter langen Kette an einen Pfahl gekettet bar. Sein eigener Sohn hatte die Kette geschmiedet, und eine Frau und seine Kinder lebten behaglich in einer Hütte ahebei. In einem anderen Falle fand Dr. Molotkow einen lten Mann von 65 Jahren, der seit 24 Jahren an ein und erselben Stelle angekettet war. Ein anderer junger Mann par so an den Boden gekettet, daß er weder stehen noch aufecht sitzen konnte, und er würde ohne das Einschreiten des Irztes sein ganzes Leben lang in dieser Lage haben verringen müssen. Wiederbelebung des Herzens. Aus Moskau wird erichtet: Weitere Versuche Dr. A. L. Kuliapkos mit dem Verfahren zur Wiederbelebung des Herzens erregen großes interesse in medizinischen Kreisen. Während eines Vortrages, en er vor kurzem hielt, machte er viele interessante Experitente an Herzen von Kaninchen, die vorher getötet worden garen; in jedem Fall wurde in Gegenwart seiner Zuhörerhaft ein regelmäßiger Herzschlag hervorgerufen. In einigen fällen hat ein normaler Herzschlag fünf bis sechs Tage andauert. Unter anderem machte er auch eine Demonstration dem Herzen eines Kindes, das 36 Stunden vorher im inkenhause gestorben war. Während dieses Versuches rumpfte das Herz zuerst etwas zusammen, dehnte sich dann ihlich zu seiner normalen Größe aus und begann, regelig zu funktionieren. Handel und Verkehr. Berlin, 21. Nov. Heu und Stroh. 32—5,00 Mk., Heu 5,10—7,30 Mk. Richtstroh Course der Berliner Börse. von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ser. Herford, 25. November 1902. 102.50 210.60 5% Prenss Consol 90,90 5%„ 101,75 8% Oontache Beichenleihe 9060 „% 101.75 2% Westt. Prov.-Anl. 89, 80 „ 1 0 5 % Bielef. Stadtanleihe 104.— %% Hamb. HypothekenPfandbriefe 1910 102.75 4% Rhein. Westf. Bodenxred.-Pfandbriefe 1905 100.75 g. Hypoth.Pfandbriefe 1906 Deutsche Bank-Akt. Disc. Commandit-Akt. 187,30 A. Schaaffhausen'scher Bv. 113,10 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 173,50 Hibernia Bergw.-Aktien 173,50 Harpener dto. 167,— Harb.-Wien. Gummi-Akt. 316.— Phönix Bergw.-Aktien 118.— Benkdiscont 4% Tendenz: geteilt. 87. Nov. Witterungsfortdauer mit mäßigen südlichen Winden. Witterungsbericht vom 26 November Höchste Temperatur des Vortages: 6,10. Niedr. Temperatur in der Nacht: 3,30. Temperatur um 2 Uhr vorm.: 4,2°. 11 4.70 „„ A.L.„„ Lustdruck um 7 Uhr vorm.: 744,6 mm Tägliche Niederschlagshöhe:— mm. Wind: Lebhafter O. Wetter: Heiter. Telegramme aus Telephonische Weldungen Beisetzung Essen, 25. Nov. Die Ueberführung der Leiche Krupps ins Stammhaus erfolgie abends um ½11 Uhr derart, daß der Zug bei dem Stammhause kurz nach Mitternacht anlangte. Auf die Wagen, in denen die Chefs der Feuerwehr saßen, folgte der vierspännige Leichenwagen, dessen Pferde von einem Stallmeister geführt wurden. Dann kamen 20 Equipagen, in denen die Beamten der Villa Hügel saßen. Den Schluß bildeten 4 Wagen mit Kränzen. Essen, 26. Nov. Vor dem Sarge wurden die Orden des Entschlafenen auf Kissen getragen. Hinter dem mit kostbaren Kränzen geschmückten Leichenwagen schritt in ernster Stimmung der Kaiser; Frau Krupp mit ihren beiden Töchtern folgte. Sodann schritten Abordnungen der Könige von Sachsen, Bayern und Württemberg sowie des Großherzogs von Baden und anderer deutscher Fürsten. Des Weiteren folgten u. a. die Spitzen von Zivil= und Militärbehörden sowie zahlreiche ausländische Offiziere in ihren Nationaltrachten. Ablebe: Alfred Krupps Villa Hügel, 26. Nov. Ueber die letzten Stunden Krupps wird noch mitgeteilt: Vor sein mn Tode äußerte Krupp, er scheide ohne Haß und Groll aus dieser Welt, und vergebe allen, die ihm Böses angethan hätten. Krupp beschäftigte sich zuletzt noch mit dem Schicksal seiner Frau und seiner Töchter. UAN HOUTENS CACA0 ist ein ausserordentlich nahrhaftes Getränk, welches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. Unübertroffen für den täglichen Gebrauch. Leibniz Bisculs Cakes-Fabrik Verantwortlicher Redaiteur: Paul Sattler ffür den Inseratenteil verautwortlich: Georg Bese. Pruck und Verlag: Christign Quensin, sämtlich ir H###or (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gebreuberg.) 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Landwirisch., Kreisverein Herford Montag abend verschied plötzlich infolge eines Herzschlages mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel. der Kaufmann 5811 Carl Schreiber im 55 Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Lina Schreiber, geb. Brinkmann. Herford, den 26. November 1902. Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt Christlich=Vaterländischer Männerverein Am Sonntag, den 80. November, abends 8 Uh im Evangelischen Vereinshause: Familienabend bestehend aus gemeinsamen Gesängen, Vorträgen de Posaunenchors und des Gemischten Chors, Vortrag(Geschicht der Salzburger) und Wiederholung der Aufführung: Festspiel in 4 Aufzügen von Henning. Mitglieder haben nebst einem Familiengliede gegen Vor g der Mitgliedskarte freien Zutritt; Nichtmitglieder zahle 20 Pfg. Eintrittsgeld. Der Vorstand. Hochzeitsgeschenke in großer Auswahl. Geschäftseröffnung Das seither von mir im kleinen Umfange betriebene Schuhwarengeschäft verlegte ich am heutigen Tage unter bedeutender Vergrößerung in das Haus des Bäckermeisters Herrn E. Wehmeyer Ich have es mir bei dieser Geschäftsvergrößerung zur Aufgabe gemacht, all meinen werten Kunden, Freunden und Gönnern von Stiftberg und Umgegend im Kauf ihrer Schuhwaren gute Vorteile zu bieten, indem ich bei größerer Auswahl in nur solider haltbarer Ware mit sehr mäßigen konkurrenzfähigen Preisen bedienen werde. Gegen Kasse gewähre einen Extrarabatt. Reparaturen werden schnell und dauerhaft ausgeführt und bemerke, daß ich auch hierin mit jeder reillen Konkurrenz gleichen Schitt halten werde. 576 Stiftberg, den 26. November 1902 Hochachtend Wehmeyer, Schuhmachermeister. Anfertigung nach Maß. ür die largen Winterabende an denen bekanntlich mehr geraucht wird, bringe ich meine Fabrikate in Rauchtabaken (pro Pfund 60 Pfg. bis 3 Mt.) n empfehlende Erinnerung. 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Vortrag des Kieistierarnes Ostermann hiers. über Pferdeuoh Rudviehzucht. Herford, 22 Nov. 1902. Der Vorsitzende des landw. Kreisvereins, n. Bomtee Schützenhof. Sonntag, 30. November er.: Militär=Streich-Konzert von der gesamten Kapelle des Inf.=Reg. Prinz Friedric der Niederlande, 2. Westf. Nr. 15. Königl. Musikdirigent Herr C. Wiechmann. Anfang 4 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg Kamin Putzt Ofen Herd nur mit Enameline Geruchlos nerstag, 27. Handlangetten. Ein auswärtiges größeres Fabrikgeschäft sucht tüchtige Arbeiterinnen die größere Posten in Handlangetten fertigstellen können. Schriftliche Angebote nebst Preisangabe(einschließlich Wollunter Beifügung von kleinen Mustern unter Ke. 4611 an ds Expedition dieser Zeitung erveten. 583 Donnerstag, 27. Novhr, abends 9 Uhr, findet im Lokale„Harmonie" Alter Markt, eine Besprechung der Malergehilfen der Möbelfabri'en Herford und Umgegend statt. 520 Es laden bierzn ein Mehrer= Kollegen 1773 Südfrüchte von neuen Eenten. 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