12. 0 6 12. Jahrgang. ∆mp Eeitung Pr or NE 270 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Ubornementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Montag, 17. November. Inserate werden bis####testens vorm. 11 Uhr erbeten. Breis der einspaltigen Vetisgele für Stadt und Kreis Herserd, Oetzuhausen und Amt Reume 10 Pfg., sonst 18 Pig 1902 Amtliche 2 Anzeigen Ffür den Kreis V Hersord. #ei der am 12. und 13. d. Mts. stattgefundenen Er### gänzungswahl für die vier mit dem 31. Dezember er. ausscheidenden Mitglieder des Stadtverordreten=Kollegs der 3. Abteilung sind 3 Kandidaten mit absoluter Stimmenmehrheit gewählt worden, während für das vierte Mitglied sich auf keinen Kandidaten die absolute Majorität der abgegebenen Stimmen vereinigt hat. Imgleichen hat in dem Wahlgange als Ersatz für das aus der 3. Abteilung der Stadtverordneten ausgeschiedene Mitglied kein Kandidat die absolute Stimmenmehrheit erhalten. Es hat mithin in Gemäßheit des§ 26 der StädteOrdnung für die Provinz Westfalen vom 19. März 1856 unter den Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, eine engere Wahl stattzufinden, nämlich: als Ergänzung für das vierte ausscheidende Mitglied zwischen a. Zigarrenhändler Heinrich Klingenhagen und b. Former Hermann Thomas und als Ersatz für das ausgeschiedene Mitglied(Venghaus) zwischen a. Kolon Gottlieb Tilker und d. Schneider Fritz Wege. Zur Vornahme dieser engeren Wahlen wird Termin auf Mittwoch, den 3. Dezember er. von vormittags 11 bis nachmittags 7½ Uhr(ohne Unterbrechung) im Lokale des Wirts Aecker hierselbst(Turnhalle) anberaumt, wozu die Wahlberechtigten der 3. Abteilung mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die erste Stimme als für die Ergänzung für das vierte mit dem 31. Dezember er. ausscheidende Mitglied abgegeben, die zweite Stimme als für den Ersatz für Venghaus abgegeben gilt. Es wird hierbei darauf aufmerksam gemacht, daß bei der engeren Wahl Stimmen, welche auf andere als die vorgenannten Kandidaten(Klingenhagen, Thomas, Tilker und Wege) fallen, ungültig sind, und daß betreffs der angesetzten Wahlstunden die Uhr der Münsterkirche allein maßgebend ist. Auch fordern wir die Wahlberechtigten auf, ihre Wahlbenachrichtigungen auf blauer Karte zur Stichwahl zur Vermeidung von störenden Verzögerungen mitzubringen. Herford, den 15. November 1902. Der Wahlvorstand. Weddige, Burgtorf, Weihe, Siepe. 3841 Städtisches Elektrizitätswerk. Die Abnehmer von elektrischem Strom aus dem städtischen Elektrizitätswerk werden, um ihnen spätere Unannehmlichkeiten zu ersparen, nochmals besonders darauf hingewiesen, daß nach § 4 der„Bedingungen für die Lieferung von elektrischem Strom aus dem städtischen Elektrizitätswerke“ nur solche Lichteund Kraftanlagen angeschlossen werden können, welche in vorschriftsmäßiger Weise angemeldet und von amtlich befugten Installateuren ausgeführt sind. Gemäß der generellen örtlichen Bestimmungen für die Ausführung von Licht= und Kraftanlagen im Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk ist die Befugnis zur Ausführung solcher Anlagen bis heute folgenden Firmen erteilt: Herforder Elektrizitäts=Werke, Bokelmann& Kuhlo, Herford. Herford, den 1. November 1902. Der Magistrat. Quentin. 40L Nas städtische Brausebad für Männer und Frauen ist ge2) öffnet:. 200t Sonntags von 8—4½ Uhr vormittags. Mittwochs„ 3—9½„ nachmittags. Sonnabends„ 12—9½„„ Preis per Bad 10 Pfennig mit Handtuch und Seife. Der Magistrat: Busse. Handels-Register des Königlichen Amtsgerichts 3961 zu Herford. In das Handelsregister, Abteilung A., ist bei der offenen Handelsgesellschaft unter der Firma Gustav Kopka in Herford (Nr. 309 des Registers) am 14. November 1902 Folgendes eingetragen:... Die Gesellschaft wird nach dem Tode des Fabrikanten Rudolf Kopka zu Herford mit dessen Witwe Clara Kopka geb. Bauer zu Herford und deren mit ihr in fortgesetzter Gütergemeinschaft lebenden Kindern Hermine Mathilde Clara und Margarethe Thekla Annie Hertha unter der bisherigen Firma fortgeführt, die Geschäftsführung ist dem Gesellschafter Fabrikant Ferdinand Kopka zu Herford allein überzragen. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Herforder Brauerei Aug. Wesing zu Herford hat in Folge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin auf den 5. Dezember 1902, vormittags 10 Uhr vor dem Königlichen Amtsgerichte hier Zimmer 12 anberaumt. Herford, den 8. November 1902. 3871 Königliches Amtsgericht. Verdingung der Erd=, Fels=, Rodungs= und Böschungsarbeiten, sowie der Arbeiten zu den kleineren Brücken, Durchlässen, Wege=, Unterund Ueberführungen und Wegebefestigungen einschließlich Lieferung von Materialien zur Herstellung des Planums und der Nebenanlagen der Eisenbahn von Hersord nach Bünde (107591 cbm Bodenbewegung, 76065 am Böschungsflächen, 10 a Rodungsflächen, 8155 cm Wegebefestigungen, 3115 chm Fundamentaushub, 248 qm Spundwände, 4486 chm Mauerwerk und 28 chm Werksteine) Termin: Freitag, den 5. Dezember 1902, vormittags 11 Uhr bei der Königlichen Eisenbahn=Betriebs=Inspektion in Bielefeld. Lagepläne, Massenverteilungsplan, Bauwerkszeichnungen, Berechnungen, Bedingungen u. s. w. können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlagen gegen kosten= und bestellgeldfreie Einsendung von 2,50 Mk. in Bar,(nicht in Briefmarken) an die Eisenbahn Betriebs Inspektion in Bielefeld nur von der Letzteren bezogen werden. Zuschlagsfrist vier Wochen. Hannover, den 5. November 1902. Königliche Eisenbahn=Direktion. Attentatsversuch auf den König der Belgier. Wiederum ist die Reihe der anarchistischen Anschläge um einen vermehrt worden, und wiederum war es ein Italiener, der am Sonnabend vormittag in Brüssel auf den König schoß. Auf der Rückfahrt von der feierlichen Messe in der St. Gudula=Kirche, welche zum Gedächtnis der Mutter und der jüngst verstorbenen Gemahlin des Königs, der Königinnen Luise und Henriette, in Gegenwart der gesamten königlichen Familie celebriert wurde, wurden aus der Menge heraus drei Revolverschüsse auf die königlichen Wagen abgefeuert. Der ersten Meldung, daß die Schüsse blind gewesen seien, wird von dem Sekretär des Königs widersprochen, welcher konstatiert, daß eine der Kugeln die Glasscheibe des dritten der königlichen Wagen zerschlagen habe. Während es die Gewohnheit des Königs sei, im dritten Wagen zu fahren, sei er diesmal ausnahmsweise in den ersten Landauer gestiegen. Der Attentäter war danach berechtigt, anzunehmen, daß der König im dritten Wagen suß, auf den die Schüsse gerichtet waren. Auch die eigene Erklärung Gennaro Rubinos, wie sich der Verhaftete nennt, lassen keinen Zweifel darüber, daß es sich nicht um einen bloßen Schreckschuß, ein Mittel, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, handelt. Wut gegen den offiziellen Prunk giebt Rubino als Motiv für das Attentat an. Es ist gleiche Motiv, welches sie alle hatten, die anarchistischen Mordbuben der letzten Jahre: irgend eine möglichst hochstehende Persönlichkeit zu töten, als Demonstration gegen die herrschenden Zustände, und um Schrecken unter den Regierenden zu verbreiten. 17 Zu diesem neuesten Mordanschlag liegen u. a. noch folgende Meldungen vor: Brüssel, 15. Nov. Bei seiner Vernehmung sagte der Attentäter aus, er sei von London, wo er vergeblich Arbeit gesucht habe, nach Brüssel gekommen. Als es auch hier ihm nicht gelang, Arbeit zu finden, habe er sich zu seiner heungen That entschlossen. Er habe sich am Vormittag nach der Gudula=Kirche begeben, um auf den König zu schießen, habe die Kirche aber verlassen, weil er befürchtete, daß er andere Meischen treffen könnte. Er habe sich auf der Straße aufgestellt, um den Zug, in dem sich der König befand, zu erwarten. In dem Augenblick, als er auf einen Wagen des Zuges schießen wollte, hätten sich die Pferde in Trab gesetzt, so daß er nur den dritten Wagen traf. Er gestand ferner, Anarchin zu sein, und erklärte, daß er die That nicht bereue. Bei der Durchsuchung seiner Kleider und Taschen wurden Ansichtskacten vorgefunden, die den König und die Mitglieder der königlichen Familie darstellen. Rubino erklärte, er habe keinen Mitschuldigen. Bei einer in seiner Wohnung vorgenommenen Haussuchung wurden auch Hierzu Unterhaltungsbeilage. anarchistische Zeitschriften vorgefunden. Die„Indépendance Belge“ meldet, daß mehrere Personen, die sich im Augenblick der That in der Nähe Rubinos befanden, angeben, eine zweite Person habe ihn begleitet und sei in der Menge verschwunden. Diese habe vielleicht den Revolver genommen, der bisher nicht aufgefunden ist. Brüssel, 16. Nov. Ueber das Attentat auf den König verlauten folgende Einzelheiten: Der Trauergottesdienst für die beiden verstorbenen Königinnen in der Brüsseler Kathedrale, wobei Kardinal Gooßens celebrierte, war eben beendet und die königlichen Wagen befanden sich auf dem Rückwege zum Palaste in der Rae Royale, als plötzlich ein eben fünfzigjähriger Mann, welcher nahe am Parkgitter stand, zwei Revolverschüsse in der Richtung des Wagens abfeuerte, worin der König saß; beide Kugeln gingen fehl. Die Volksmenge warf sich sofort auf den Attentäter, schlug ihn blutig und eiß ihm die Kleider vom Leibe. Die Polizei hatte Mühe, ihn zu retten. Der König blieb während und nach dem Anschlage völlig ruhig. Gleich nach der Festnahme Rubinos begab sich der Ministerpräsident ins Schloß und sprach dem König namens des Kabinetts die Entrüstung über die That und die Glückwünsche des ganzen Landes zur glücklichen Errettung aus. Rubino giebt sich noch immer den Schein der Gleichgültigkeit, fragt aber bereits, welche Strafe ihn treffen kann. Er kann mit dem Tode nicht bestraft werden, da niemand verletzt ist und außerdem auch die Todesstrafe in Belgien nicht mehr angewandt wird. ** Brüssel, 16. Nov. Der Attentäter, dessen angeblicher Name Genuaro Rubino di Rubini lautet, dessen Geburtsort Risondo bei Neapel sein soll, ist ein kleiner untersetzter Mann, welcher in seinem Verhör den gewöhnlichen Cynismus der Königsmörder bekundet. Es steht fest, daß er am 27. Oktober von London hierher kam mit der ausgesprochenen Absicht, den König zu töten. Daß ein regelrechtes Komplott vorliegt, gilt allgemein als sicher. Zwischen der hiesigen und der italienischen Polizei findet ein Depeschenwechsel statt über die Persönlichkeit des Attentäters. Tagesgeschichte. Deutschland. Der Kaiser in England. „Daily Telegraph“ meldet, Kaiser Wilhelm beabsichtige am Donnerstag über Leith die Rückreise nach Deutschland anzutreten. Vom Reichstag. Nach der Kraftanstrengung der letzten Sitzungen ist die große Mehrheit der Reichstagsmitglieder wieder nach auen vier Himmelsrichtungen auseinandergestoben, und nur ein von zwei bis drei Dutzend Abgeordneten besetztes Haus machte sich am Sonnabend an die Beratung von Petitionen. Die Sitzung wurde ausgefüllt durch eine lange Debatte über die zahlreichen Petitionen, welche die Schaffung eines einheitlichen Vereinsund Versammlungsrechtes fordern. Die auf diesem Gebiete herrschenden Mißstände wurden scharf beleuchtet und an der Hand diverser Vorkommnisse, die in letzter Zeit berechtigtes Aufsehen hervorgerufen haben, kritisiert. Die Petitionen wurden dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. Schon während dieser Debatte wurde von Rednern der Linken die mangelhafte Besetzung des Hauses, besonders im Zentrum und auf der Rechten, getadelt. Als sich nun die Erörterung den Petitionen, betreffend Einführung des Befähigungsnachweises für das Bauhandwerk, zuwandte, beantragte Abg. Singer Absetzung dieses Gegenstandes von der Tagesordnung und bezweifelte gleichzeitig die Beschlußfähigkeit des Hauses. Diesem Zweifel mußte sich der Präsident anschließen. So flog die Sitzung auf. In der nächsten Sitzung am Donnerstag soll die Zolltarifberatung fortgesetzt werden. Die Zolltarifvorlage. Wie die„Hamb. Börsenhalle“ erfährt, ist die Verständigung über den Zolltarif wahrscheinlich, ohne daß der Gerstenzoll erhöht wird. Zuckersteuer. Der Mindererlrag in den Einnahmen aus der Zuckersteuer infolge der Aenderung der Gesetzgebung, im Zusammenhang mit dem Inkcafttreten der. Brüsseler Zuckerkonvention wird, wie es heißt, in Bundesratskreisen für das nächste Etatsjahr auf nahezu 30 Millionen Mark geschötzt. Die Burengenerale. Botha, Delarey und Schalk Burger treten Ende November die Rückreise nach Südafrika an. Die Sammlungen für die Burenfamilien haben bisher zwei Millionen Mark ergeben. Die Räumung Shanghais beginnt. Eine Depesche des„Standard" aus Shanghai meldet: Die japanische Garnison hat Befehl erhalten, Shanghai am 22. d. M. zu raumen. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 17. November 1902. # Auslosung der Geschworenen. Für die mit dem 1. Dezember beginnende Schwurgerichtsperiode wurden jetzt durch das Los folgende Herren als Geschworene bestimmt: Disselhorst Emil, Lederfabrikant, Minden; Poppensieker Friedrich, Kolon, Exter; Schütz Hermann, Braumeister, Selhorst; Baumhöverer Fritz, Minden; Weis Julius, Apotheker, Oeynhausen; v. Konsbruch Oskar, Rittergutsbesitzer, Hiddenhausen; Horstmann August, Bankdirektor, Herford; Winkelmann Heinrich, Fabrikant, Bischofshagen; Durstmann August, Kaufmann, Bünde; Hagemeier Hermann, Kaufmann, Minden; Schnelle Albert, Rentner, Minden; Buschmann Wilhelm, Kreisbaumeister, Bielefeld; Bagelmeier Wilhelm, Kolon, Kölkebeck; Tenge Harald, Dr., Eisenhüttenbes., Limke; Hinghaus, Fabrikant, Versmold; Schmidt H., Zigarrenfabrikant, Rehme; Sudhoff, Bernhard, Landwirt, Herzebrock; Spieß Karl, Kolon, Meisen Nr. 2; Frederking W., Kolon, Nordhemmern; Hufeland Alfred, Buchhändler, Minden; Niemeyer Heinrich, Kolon, Offelten; Lümkemann Karl, Kaufmann, Lübbecke; Feldmann Josef, Landwirt, Brake; Droste Heinrich, Möbelfabrikant, Melbergen; Stadler Bernh., Kaufmann, Neuenkirchen; Detering Jobst, Kolon, Elverdissen; Südmeier Christian, Kolon, Maslingen; Elmendorf Theodor, Brennereibes., Isselhorst; Degen Albert, Schornsteinsegermeister, Herford und Beutner Max, Maurermeister Bielefeld. n In der Stiftberger Kirche sind die Arbeiten für die Heizungsanlage so weit gediehen, daß am Bußtag die Gottesdienste wieder ihren Anfang nehmen können. *: Die Ravensberger Missionskonferenz ist für den 10. Dezember in Aussicht genommen. * Familienabend. Der gestrige Familienabend des hiesigen Jünglings= und Männervereins erfreute sich eines zahlreichen Besuches, und alle Teilnehmer werden hochbefriedigt nach Hause gegangen sein. Die Darbietungen waren vorwiegend musikalischen Charakters. Herr P. Kuhlo aus Bethel mit seinem Posaunen=Doppel=Quartett führte der Zuhörerschaft das Programm vor, mit welchem er bei Gelegenheit der Weltkonferenz der evang. Jünglingsvereine in Christiania im August d. I. einen großen Eindruck gemacht hat. Die Veistungen des Quartetts sind in der That die höchste Anerkennung wert. Die Reinheit des Tons, der Zusammenklang der einzelnen Stimmen, die Beherrschung der Instrumente beim seinsten Piano wie beim kraftvollen Forte, der stimmungsvolle Vortrag, alles vereinigte sich, um einen hohen Kunstgenuß zu schaffen. Aus dem gehaltreichen Programm seien als besondees wirkungsvoll hervorgehoben die Lieder„Des Wanderers „Die Blümlein, sie schlafen“,„Sehnsucht nach einem seligen Ende", sämtlich von dem leider erst nach seinem Tode in weiteren Kreisen bekannt gewordenen und anerkannten Komponisten Masberg, der eine Zeitlang in Gütersloh Musikdirektor war.— Außer den Vorträgen des Quartetts enthielt das Programm einige Deklamationen von Mitgliedern des Jünglingsvereins sowie eine Ansprache des Herrn P. Kuhlo, in welcher r mit läßliche Gamaem —= Die alten Wetterbücher raten, auf den 15. November als einen ziemlich entscheidenden Wendepunkt zu achten; diesmal ist nun mit dem betr. Tage eine ziemlich erhebliche Veränderung in der Wetterlage eingetreten. In der Nacht auf Sonntag war 1 Grad und heute nacht waren 3½ Grad Kälte zu verzeichnen. Die am 15. November einsetzende Frestperiode soll sich nach langjährigen Beobachtungen bis Ende Januar erstrecken. Warten wir ab, was wahres hieran ist. Seinem Transporteur weggelaufen war am Sonnabend ein Gefangener der hiesigen Anstalt, der in eine Erziehungsanstalt untergebracht werden sollte. Beim Fahrkartenlösen benutzte er die Gelegenheit, das Weite zu suchen und es gelang ihm auch, zu entkommen, trotzdem der Beamte in einem Taxameter und auch einige Radfahrer die Verfolgung sofort aufgenommen hatten. Der Flüchtling lief jedoch beim Einbiegen in eine Querstraße einem Polizeibeamten direkt in die Arme. Diesem Beamten gelang es dann, den Flüchtling in einem Garten der Göbenstraße festzunehmen. Diebstähle. Einem Anwohner der Göbenstraße wurden heute nacht aus dem Stalle mehrere Enten gestohlen. — Auf dem Bahnhofe sind verschiedene Gegengewichte entwendet worden. s In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. 1,00—1,15 Mk., Eier Pfd. 70 Pfg., Wurzeln Bd. 10 Pfg., Porree Bd. 10 Pfg., Blumenkohl 40—45 Pfg., Kopfsalat 3 Stück 10 Pfg., Weintrauben Pfd. 65 Pfg., Rotkohl Kopf 10 bis 20 Pfg., Zwiebel Pfund 10 Pfg., Preißelbeeren Pfd. 30 Pfg., Aepfel Ctr. 7—12 Mk., Streifrüben Bund 10 Pfg., Weißerüben Bund 10 Pfg., Wirsing Kopf 10—20 Pfg., Hühner Stück 1,00 bis 1,25 Mk., Endivien Kopf 10 Pfg., Braunkohl 3 Stück 5 Pfg., Rettig Bund 10 Pfg., Rotebeeten Bund 10 Pfg. b Laar, 16. Nov. Kriegerverein. Am Dienstag abend 7 Uhr findet eine Versammlung des Kriegervereins in der Wohnung des Kameraden Gustav Niemeyer statt. Die Tagesordnung ist wie folgt: 1. Bericht über den Abgeordnetentag am 9. d. M. und Beschlußfassung über einzelne Punkte desselben; 2. Hebung der 3. Rate des Jahresbettrags; Aufnahme neuer Mitglieder, besonders der jetzt abgegangenen Reservisten. Herin r. Richter gipfelte in der Mahnung, das deutsch von dessen Kraft, Innigkeit und Schönheit der Aberd einen tiefen Eindruck gegeben, im Leben des Hauses treu zu pflegen. * Der Quartettverein bereitete am Sonnabend den zahlreichen Besuchern des im Weinklub stattgehabten Stiftungsfestes so genußreiche Stunden, daß dieselben nur zu schnell vergingen. *9—6 Turngemeinde. Der Ausflug, den gestern Mitglieder unserer Turngemeinde mit ihren Damen nach Enger unternahmen, hatte eine sehr rege Beteiligung gefunden. ** Die hiesige Ortsgruppe des Deutsch-Nationalen Handlungsgehilfen=Verbandes hatte für ihr gestriges Stiftungsfest im Bürgerverein ein so abwechslungsreiches Programm aufgestellt, daß die zahlreich zum Fest Versammelten höchst vergnügte Stunden verbrachten. em Leipziger Sänger. Die Vorstellung fand bei ausverkauftem Hause statt und wurde sowohl in den Gesamt=, wie in den Einzelleistungen nur vorzügliches geboten, wie der reichliche und wohlverdiente Beifall beweist, der jeder Nummer des vielseitigen Programms zu Teil wurde. Die Gesellschaft des Herrn Bergen darf mit Recht die Bezeichnung„Elite“ für sich in Anspruch nehmen; die sämtlichen Mitglieder werden ihrer Aufgabe gerecht und bieten Leistungen, wie sie uns vorher hier noch nicht geboten wurden. Freunden eines gesunden Humors kann daher der Besuch der heutigen und morgigen letzten Vorstellung nicht angelegentlich genug empfohlen werden, zumal alles vermieden wird, was irgendwie anstoßen könnte, was früher bei ähnlichen Veranstaltungen nicht immer der Fall gewesen ist. ut. Das Konzert der Bückeburger Hofkapelle hatte gestern nachmittag über 200 Besucher im Schützenhossaal versammelt; es war für jeden ein besonderes Vergnügen, den schönen Vorträgen zu lauschen. Herr Bertram, den wir bereits von einem vorjährigen Konzert des Musikvereins als einen Künstler ersten Ranzes kennen lernten, entfesselte mit seinem Cello=Solo„Le Désir“ von Gervais einen wahren Beifallssturm. Ebenso fand das Trompeten=Solo des Herrn Reese den verdienten Beifall. * Zum Theaterabend, den gestern der neu gegründete Theaterklub im Saale des Herrn Brockmann veranstaltete, hatten sich so viele Besucher eingefunden, daß der Saal dicht besetzt war. Die Darbietungen fanden vielen Beifall. 1. Brausebad. Wegen des Bußtages ist das städtische Brausebad morgen, Dienstag, bereits von nachmittags 4 Uhr ab geöffnet. und Nachbarstaaten. * Detmold, 15. Nov. Ein unglaubliches Vorkommnis. Herr Bruns, der Vater des unglücklichen jungen Menschen, giebt heute in der„Lipp. Ldsztg.“ gegenüber der Darstellung der Direktion des Landkrankenhauses eine Erklärung ab, welche sich in mehreren Punkten gegen den betr. Artikel der Direktion wendet. Auf den Ausgang dieser Angelegenheit darf man daher um so mehr gespannt sein. * Euskirchen, 15. Nov. Große Anhänglich= keit. Einen seltenen Beweis von Heimatsliebe bekundete die Brieftaube eines hiesigen Züchters. Das Tier war vor fünf Jahren über 800 Kilometer weit verkauft worden und ist jetzt zurückgekehrt: * Barmen, 15. Nov. Ein schweres Straßenbahnunglück ereignete sich gegen ½12 Uhr auf dem Neuen Weg. Zwei erwa drei Jahre alte Mädchen versuchten noch vor zwei vorüberkommenden Motorwagen die Straße zu durchlaufen; eines der Mädchen wurde von einem Wagen erfaßt, überfahren und getötet. * Bonn, 15. Nov. Die Bonner Studentenschaft, so weit sie Satisfaktion giebt, lädt durch einen Anschlag aus schwarze Brett für Dienstag abend zu einer Versammlung ein, in der über eine Beseitigung oder Einschränkung der Pistolenduelle beraten werden soll. Die Burschenschaften sind seit länger in diesem Sinne vorgegangen. Das Feuerwehr=Denkmal der Stadt Berlin. Das von der Stadt Berlin errichtete Feuerwehr-Denkmal wird heute feierlich enthüllt. Es ist ein monumentales Erinnerungszeichen an die ein halbes Jahrhundert hindurch erprobte gemeinnützige Thätigkeit der Berliner Feuerwehr und an die wackeren Männer, die im Dienste ihres schweren Berufes den Tod gefunden haben. Das Denkmal erhebt sich innerhalb der Luisenstadt auf dem mit Anlagen und Springbrunnen geschmückten Mariannenplatz; seine Front wendet sich der unmittelbar vorbeiführenden Waldemarstraße zu, während im Hintergrunde die Türme der Thomaskirche sichtbar werden. Die künstlerischen Modelle hat Professor August Vogel, Wallots bewährter Mitarbeiter, geschaffen; sein eigenes Werk ist die plastische Hauptkomposition des Mittekteils. Das Denkmal, das in Breite und Höhe etwa 8 m sich ausdehnt, baut sich auf einem dreistufigen Granitsockel auf und ist im wesentlichen aus wetterfestem Ravaggione-Marmor hergestellt, dem gleichen Material, das in der Siegesallee verwandt worden ist. Entsprechend der ernsten Bedeutung des Werkes, sind auch seine Formen schlicht und ernst gehalten. Die Marmor=Architektur besteht aus einem zurücktretenden, niedrigeren Mittelteil, dessen Höhe bis zur Spitze des Giebelfeldes etwa 4 unr beträgt, und wird seitlich abgeschlossen von zwei hochaufragenden kraftvollen Pylonen. Die bilduerische Hauptdarstellung befindet sich in der Mitte des niedrigen Teiles in der Architektur, die bekrönt wird von einem mit Mohnblumen gezierten abgerundeten Giebelfelde, an das sich stilisierte Wellen mit Delphinabschlüssen anfügen. Die Hauptfläche darunter veranschaulicht im Relief die Bekämpfung des entfesselten Elementes. Das Feuer ist verkörpert gleichsam durch eine Hydra mit tausend züngelnden Schlangenköpfen. Diesem Ungeheuer tritt Herkules mit erhobener Keule entgegen, während sein Sohn die Schlangenköpfe mit der Fackel ausbrennt, um sie unschädlich zu machen. Pallas steht zur Seite mit Schild und Stab, als treue Schirmerin der Städte. In mehr zurücktretenden schmalen und flacheren Reliefs an beiden Seiten zeigen sich Angehörige aller Stände, die Hilfe in Feuersgefahr erwarten: Links eine Krankenpflegerin mit ihrem lutcenden Schützling, ein Geiziger, der ängstlich seinen Schatz hütet, ein Ritter und ein alter Fürst; rechts ein knieendes Mädchen mit einem Kinde, ein Narr, der die Not nicht erkennt, ein lorbeerbekränzter Dichter, der noch über andere Dinge zu sinner scheint, und ein Künstler, dem Prof. Vogel seine eigenen Züge zu geben versucht hat. Unter dem gesamten Relief steht ein mit dem Berliner Bären gezierter Marmorsockel, auf dem in Bronze die mit einem Eichenkranz geschmückten Geräte der Feuerwehr, Axt, Schlauch, Signalhorn, Strickleiter und der krönende Helm ganz malerisch zu einem Stilleben geordnet sind. An den reichgeschmückten Hauptteil der Mittelarchitektur gliedern sich zwei Seitenteile. Diese tragen die beiden schönen, rechteckförmigen, von Strickleiter und Lorbeer eingefaßten Bronzetafeln. Oben steht hier auf einer Kartouche:„In werkthätiger Menschenliebe fanden den Tod.“ Und darunter sind dann die braven 15 Männer der Feuerwehr mit ihren Namen und in zeitlicher Folge verewigt. Sinnreichen Schmuck haben auch die hochaufstrebenden abschließenden Pylonen erhalten. Am Fuße der glatten viereckigen, sich ein wenig verjüngenden Pfeiler zeigen sich stilisierte Wellen mit Blattwerk und darüber ein breites und reizvolles Ornament aus Tropfstein. Unten an der Basis sprudelt das Wasser aus Löwenköpfen in vorgelagerte Becken. Das frei behandelte Kapitäl der Pylonen ist mit Festons und Zweigen von Lorbeer umrankt, und auf ihrem Zipfel klingen die Pfeiler in lodernde Flammen aus. Der werktätige Südosten der Reichshauptstadt wird mit diesem Werk um ein eigenartiges Denkmal bereichert. Die Gesamtkosten waren ursprünglich mit 74.000 Mk. berechnet, dürften sich jetzt aber doch wohl höher stellen, obgleich die noch an der Rückwand geplanten Reliefs weggefallen sind. Das Monument ist umgeben von einer Tujahecke mit gleichartigen Pyramiden, und vor den Stufen breitet sich ein Parterre von Buchsbaum und Ephen aus. Vermischtes. Kaiser Wilhelm als Erbe. Ein Mitglied der Londoner Börse hat in seinem letzten Willen den deutschen Kaiser bedacht. Der Verstorbene, ein Mr. Harry Panmure Gordon, hat dem Kaiser ein Boot, das von dem verstorbenen Kaiser Friedrich vom Stapel gelassen wurde, und einen fahrbaren Schießstand hinterlassen. Präsident Krügers Lebenserinnerungen. Die Nachfrage ist außerordentlich groß; es gingen allein am Sonnabend von München nach Leipzig nicht weniger als 80 Kisten im Gewicht von je 10 Centnern ab. 14 Schnellpressen waren ausschließlich mit dem Druck beschäftigt. Würde man alle Bände des kompletten Werkes aufeinanderlegen, so gäbe es einen Stoß von 4000 m Höhe. Uebungen in der Ostsee erlitt das Torpedoboot S 107 infolge einer Kollision schwere Havarie. Der Vordersteven ist gebrochen. Ein großer Einbruch wurde in dem Dorfe St. Etienne verübt. Zwei Brüder, Greise von 72 und 80 Jahren sowie deren 70jährige Schwester, die obwohl sehr reich in einem armseligen Häuschen wohnten, wurden laut Meldung aus Paris in ihrer Wohnung von zehn Männern überfallen und gebunden. Dann raubten die Einbrecher 30000 Franks und Wertpapiere. Gasexplosion. Im Retortenhause der Gasanstalt in Wittenberg fand am Sonnabend nachmittag eine Explosion statt. Drei Arbeiter wurden betäubt, aber nicht gefährlich verletzt; der Betrieb ist nicht gestört. Ein Roman zweier Schwestern. Vor dem Polizeikommissariat„Goutte d'Or“ in Paris fand soeben der höchst dramatische Abschluß eines Abenteuers statt, wie es nur die Großstadt herbeiführen kann. Zwei Lumpensammler, Mann und Weib, verehelichten sich vor zwanzig Jahren, und dem Bunde entsproß ein Zwillingspärchen, Louise und Marie Leprez. Fünf Jahre dauerte der häusliche Friede, und die kleinen Mädchen wuchsen unter Lampen, Papier und Abfällen gesund auf. Dann gab es aber Streit, der so heftig wurde, daß einmal Herr Leprez eine dicke Glasflasche am Kopfe seiner Frau zerschlug. Nachdem diese geheilt das Spital verlassen, trennten sich die Ehegatten, und jedes nahm eines der Mädchen mit. Seitdem hatten sie sich nicht wiedergesehen. Seit sechs Monaten wohnte Louise Leprez, die nun zwanzigjährig ist, mit ihrem Geliebten, dem Kunsttischler Georges Riguet, in der Rue d'Aubervilliers, und genoß die Sympathien der Nachbarschaft. Man hinterbrachte ihr aber, daß ihr Geliebter ein zweites Verhältnis mit einer hübschen Blondine unterhalte, und Lonise beschloß, sich von der Wahrheit dieser Behauptung zu überzeugen. Sie folgte unbemerkt ihrem Geliebten bei einem Abendspaziergange und war Zeugin der Begrüßung zwischen ihm und einem hübschen Mädchen, das auf ihn gewartet hatte. Zu äußerster Wut gereizt, stürzte sie sich zuerst auf den Geliebten, würgte ihn, zog dann ein Messer und versetzte der Rivalin mehrere Stiche ins Gesicht, so daß diese, heftig blutend, zusammenstürzte. Louise war alsbald entsetzt über die That und ließ sich ruhig aufs Polizeikommissariat führen. Dorthin wurde auch die inzwischen verbundene Verletzte geführt und der treulose Kunsttischler. Als die Identität festgestellt wurde, waren beide Mädchen aufs höchste erstaunt, trugen sie doch denselben Familiennamen. Weitere Fragen des Kommissärs brachten die Thatsache zu Tage, daß die Mädchen Zwillingsschwestern sind, die sich nach fünfzehnjähriger Trennung wiedergefunden haben. Sie verziehen einander, umarmten sich und der Kommissär ließ sie Beide frei. Vom Geliebten der Beiden stellte es sich jedoch heraus, daß er von der Polizei wegen verschiedener Vergehen gesucht werde. Sowohl Marie, als Louise baten den Kommisser, ihn nur einzusperren, und versicherten, sie trügen kein Verlangen nach ihm. Ueber das Hindumädchen Radieg. chirurgische Operation der Trennung von ihrer Lwillingsschwester Dodiea überlebt hat, erfährt der„Reti daß sie gegenwärtig in ärztlicher Behandlung in Hpsres in Südfrankreich steht, ab.r nicht wegen den Fast.““ Operation, sondern weil sie tuberkulsg: 8e7% Teuperaturveränderung macht sich bei d, hn chofährigen Mädchen fühlber, aber ihr Arzt hofft hellen. Als sie befragt wurd= 2e“ doch, sie endglltig.0“ Zoilingschpester Dodeia habe, u.g Lie. Vehnhucht Lushranß Geimasse, und auch ihre Auger grachte sie eine auwrgtende keine Thränen nachweine I. Dienen zu sagen, daß se stärker und schwerer, als Radica, und letztere mußte Tag und Nacht viele Unannehmlichkeiten erdulden. Mit ganzer Seele sehnt sich Radica nach dem Zirkusleben zurück, das ihre ganze Kindheit ausfüllte, und somit Abwechslung bot. Was der Humbertschwindel Frankreich kostet. In der französischen Kammer ist mitgeteilt worden, daß die Gebühren für die vom Justizministerium in der Humbert=Angelegenheit nach dem Auslande und den Kolonien gesandten Deveschen nicht weniger als 44000 Franken betragen. Eine Messe 4500 Meter über dem Meere. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Stichwahl Klingenhagen— Von verschiedenen Seiten wird die Frage aufgeworfen, wen haben von diesen beiden Kandidaten der Arbeiterpartei die Mitglieder der Bürgervereinigung ihre Stimmen zu geben. Diese Frage stellen, heißt sie entscheiden. Denn wir haben die Auswahl unter diesen beiden der ArbeiteraD Ir Hi Ene Hntm. P9., Wrmm limm freiungskriegen teil. Rubino selbst besuchte die Realschule und wurde später Lehrer der französischen Sprache an einem Institut in seiner Vaterstadt. Später wurde er in Mailand wegen Betrugs zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Von den Sozialisten wurde er noch bis zum letzten Sommer als „Spitzel" bezeichnet, und das römische Parteiorgan der Sozialisten warnte vor einem Umgang mit Rubino.] Die Suche nach Anarchisten. Brüssel, 16 Nov. Gestern abend um 10 Uhr begabsi Unterhaltungsbeilage zu Nr. 270 der Herforder Zeitung für Stadt und Land. Jenseits von Gut und Böse. Kriminal=Roman von Robert Krafft. Zu Hause fand King einige Briefe, zu seinem Erstaunen auch einen von Sydney Howart, worin ihn derselbe bat, ihn in seinem Hotel aufzusuchen, er hätte ihm einen wichtigen Vorschlag zu machen. Was sollte das? Ein zweiter Brief, von Kings Vater, teilte ihm mit, er, der Vater, habe geschäftlich Howarts Bekanntschaft gemacht, er solle ihn doch einmal aufsuchen. Die Angelegenheit lasse sich nicht in Kürze schriftlich erledigen, Edward möchte nur hingehen, vielleicht sei es sein Glück. Lange Zeit, bis er einschlafen konnte, peinigte sich King wieder mit unbeantworteten Fragen. Wollte Howart den Detektiv für sich gewinnen? Aber wozu, wenn er mit jenem Abenteurer nichts zu tun hatte? Jetzt fiel sein Verdacht allerdings von neuem auf Howart. Am andern Morgen begab er sich nach dem bezeichneten Hotel und fand Howart in seinem Zimmer, als er eben im Begriffe war, einen neuen Verband um die verletzte Hand zu legen. King sah die noch unbedeckte, mit Blut befleckte Hand, seltsamer Zufall, es war die linke, und es war der kleine Finger, welcher vollständig abgenommen worden war. „Guten Morgen, Mister King. Entschuldigen Sie, Sie überraschen mich bei einer wenig einladenden Beschäftigung. Aber Sie sind ja Arzt. Ich habe mich vorhin angestoßen, es war mir, als wäre es wieder aufgebrochen, und richtig, es ist wieder wie frisch. Bitte, seien Sie mir doch gleich etwas behilflich, es geht schlecht mit einer Hand.“ King legte den Verband an, maßlos erstaunt, mit welcher Ruhe Howart die Sache behandelte, als hätte er etwas Nasenbluten und nicht, als hätte er Zeit seines Lebens eine verkrüppelte Hand. Keine Spur von einem Zeichen des Schmerzes, den er unbedingt haben mußte, er kniff nicht einmal die Lippen zusammen, erzählte dabei, wie das Unglück geschehen sei, durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters. „Sie haben wohl starkes Wundfieber überstanden?“ Er sagte nicht:„Pah, Wundfieber!“ sondern er verneinte einfach. Eben ein ganz ungewöhnlicher Mensch, und King kam mit ihm zum erstenmale in nähere Berührung, er fühlte sich etwas befangen wie in Gegenwart einer vorgesetzten, hohen Persönlichkeit. „So, danke schön. Jetzt habe ich's mir genau gemerkt, wie es gemacht wird. Einen Arzt hole ich gar nicht mehr, höchstens wenn es schlimmer werden sollte, werde ich noch einmal einen konsultieren. Nicht wahr, die Wunde war ganz in Ordnung? All right. Nun, bitte, setzen Sie sich. Rauchen Sie eine Zigarre?“ King dankte und setzte sich ihm gegenüber, ihm Feuer zu seiner Zigarre gebend. „Meine Einladung wird Sie überrascht haben, nicht wahr?" begann Howart mit seiner sonoren, volltönenden Stimme.„Ich habe bereits einmal Ihre Bekanntschaft gemacht, und ich kann nicht sagen, daß sie mir damals angenehm gewesen sei. Sie wissen, was ich meine— lassen wir die Vergangenheit ruhen. Aber ich besitze ein ausgezeichnetes Gedächtnis für Gesicht und Namen, und Ihren Namen hörte ich damals nennen. Vor einiger Zeit brauchte ich einen großen Posten kleiner Holzkugeln, ich ging in die mir als leistungsfähig empfohlene Drechslerei, hatte keine Ahnung, daß der Besitzer der Holzbearbeitungsfabrik King heiße. Der Chef, ein alter, sehr liebenswürdiger Herr, verhandelte mit mir, er stellte sich mir als ein Mister King vor, ich mußte auf eine Kalkulation warten, wir unterhielten uns einstweilen über dies und jenes, nur so nebenbei fragte ich, ob der Detektiv King vielleicht mit ihm verwandt sei, und da erfuhr ich, daß der Chef Ihr Vater sei, das sei sein Sohn Edward.“ Howart machte eine Pause, neigte sich etwas vor und legte vertraulich die gesunde Hand auf des jungen Mannes Knie, ihn von unten freundlich anblickend. „Mister King, wir unterhielten uns so lange über Sie, Ihr Herr Vater ist nicht sehr erbaut, daß Sie die ärztliche Karriere verlassen haben, um Detektiv zu werden.“ „Ich weiß es,“ entgegnete Edward gedrückt und höchst unangenehm überrascht, in welcher Rolle Howart ihm gegenüber auftreten wollte. „Mister King, verstehen Sie mich nicht etwa falsch,“ fuhr Howart fort, die Wirkung der Einleitung wohl selbst fühlend und abschwächend.„Ich will nicht den väterlichen Freund spielen. Sie brauchen keinen Vermittler, zwischen Ihrem Herrn Vater und Ihnen herrscht ja deswegen auch gar keine Disharmonie, nun, kurz und gut, im Laufe des Gespräches hat mir der alte Herr sein Herz ausgeschüttet, er schilderte mir Ihren guten, edlen, treuherzigen Charakter— verzeihen Sie, ich will nicht etwa schmeicheln— ich erinnerte mich Ihrer recht lebhaft, und in mir entstand ein Plan. Lassen wir einmal bei Seite, was Sie als Detektiv der ersten Sektion werden und als Arzt hätten werden können. Wir wollen keinen Vergleich zwischen der Nützlichkeit eines Detektives, welcher die menschliche Gesellschaft vor Verbrechern schützt, und der eines Arztes ziehen. Sagen Sie, Mister King, würden Sie Ihren Beruf wieder verlassen?“ „Auf keinen Fall!“ rief King energisch, und wieder stieg ein Verdacht gegen diesen Mann in ihm auf, obgleich er ihn gar nicht mehr motivieren konnte. „Warum nicht, wenn ich fragen darf? Halt, schildern Sie mir nicht die Nützlichkeit des Detektives, das wäre erledigt, und ich glaube nicht, daß Sie allein aus Lust zu einem abenteuerlichen Leben den segensreichen Beruf eines Arztes verlassen haben, ich sage: allein! Wüßten Sie nicht einen Beruf, welcher die Wirksamkeit eines Detektives mit all seinen Abenteuern mit dem eines Arztes verbindet?“ „Ich verstehe nicht, wie Sie das meinen.“ „Treten Sie in meine Privatdienste!“ Immer größer wurde das undefinierbare Mißtrauen des jungen Mannes. Zum Schein ging er darauf ein. „Wie sollte ich für Sie tätig sein? Als Detektiv und Arzt zugleich?“ „Sie werden es gleich erfahren. Erst lassen Sie uns einmal über Ihre pekuniären Aussichten sprechen, denn das ist für jeden jungen Mann, und wenn seine Neigung zu einem Berufe einem ganz abenteuerlichen oder idealen Charakter entspringt, doch eine Hauptfrage: Wieviel erhalten Sie gegenwärtig?“ „Einen fixen Gehalt von hundertundfünfzig Pfund, langsam steigend, und auskömmliches Spesengeld. Den Gehalt kann ich rein sparen.“ „Nun, bei mir stehen Sie sich sofort etwas besser, steigen aber nicht. Dagegen haben Sie einen Vorteil, wie er Ihnen wohl nirgend wo geboten wird. Sie kennen wohl mein System, das ich bei meinen Angestellten anwende? Nicht! Es ist ein System, welches jeder Geschäftsmann lächerlich, verrückt findet. Doch ich bin kein Geschäftsmann, in diesem Sinne wenigstens nicht, und gehe meinen eigenen Weg, einen gar sicheren und reellen. Stelle ich einen Mann einmal fest an— viel Personal brauche ich ja nicht— so lege ich gleich auf einer sicheren Bank das Kapital an, dessen Zinsen seinen Gehalt bilden, niemals wachsend, und hat er zwanzig Jahre treu bei mir ausgehalten, so ist das Kapital sein, ja selbst schon, wenn ich morgen sterbe. Es ist auf seinen Namen deponiert; sobald der festgesetzte Zeitpunkt eintritt, nach zwanzig Jahren, oder wenn ich pleite mache oder wenn ich sterbe— das Kapital gehört ihm, und wenn der Mann morgen stirbt, so gehört es seinen Erben, denn bei mir gilt allein der gute Wille, er ist schon die Tat, und von der Laune des Schicksals wollen wir uns nicht abhängig machen. Wie alt sind Sie?“ „Fünfundzwanzig Jahre,“ flüsterte King, welcher immer mehr in ehrerbietiges Staunen versank. „Ich setze Ihnen fünftausend Pfund Sterling aus, sie können zu vier Prozent verzinst werden, Sie haben jährlich zweihundert Pfund fest, das Kapital gehört Ihnen, ist von mir unantastbar, wenn Sie Ihren Verpflichtungen nachkommen, und was auch passiert, es gehört Ihnen, nach zwanzig Jahren, es geht auf Ihre Frau über, sind Sie morgen schon tot, teilt sich Ihre Familie hinein. Jeder Mensch soll mit Lust und Liebe für den arbeiten können, der ihn beschäftigt, und dazu ist nötig, daß er sorglos in die Zukunft blicken kann. Das ist mein Geschäftsprinzip meinen Angestellten gegenüber, und ich selbst fahre dabei nicht schlecht, wie mich der Erfolg gelehrt hat, und noch nie, • D lach dem Vororte Forrest, wo sie in use, welches vorwiegend von Anarchisten und sämtliche Anwesende 2 Frauen und Dieselben wurden vor den Polizeieinem Verhöre unterzogen. Erst llt, daß sie keine Mitschuldigen seien, n frei gelassen. Dieser, ein gewisser welcher erst seit acht Tagen in Brüssel ckbehalten, weil man bei ihm einen gern gesehene„Kaffee=Onkel bringt eiffer& in Erinnerung.— Einmal gebraucht, sie nie mehr entbehren. Dose 30 Pfg. Paul Sattler ell verantwertug. Georg Bese, stie Or t ich in k on Brüberstraße 21. am Gehreuberg.) & Schumacher. sprecher Nr. 110. Kalk, Cement, üre, Platten, Chamottewebe und alle sonstigen umaterialien. rstraße 415. 280 e 415 u. Diebrockerstraße 4. durch das gesunde Urteil des Publikums nimmt Sunlight Seife den ersten Rangals Wasch- und Haushaltungsseile ein. Wenn dieselbe nach unserer ig Gebrauchsanweisung illt die Qual des Waschtages weg. es bei Ihrer nächsten Wäsche Sie sich selbst hiervon, denn cht Seife erleichtert die Arbeit. verweyrt Statt dessen stehr:„achr Solbaren zu neben, sei einer deutschen Jungfrau nicht verwehrt.“ Ausgeplaudert. Die kleine Else stolz:„Mama, heute bin ich aber zweispännig gefahren!“—„Wieso zweispännig?“—„Nicht Anna, du hast einen Ulanen und einen Husaren an meinen Wagen gespannt!“ Vor Gericht. Der Verteidiger eines Angeklagten versuchte einen Zeugen durch ein Kreuzverhör zu verwirren.„Sind Sie auch sicher,“ fragte er,„daß es der siebzehnte gewesen ist?—„Ganz sicher," erwiderte der Zeuge.—„Aber aus welchem Grunde sind Sie sicher?"—„Nun," versetzte der Zeuge ironisch,„weil am Tage vorher der sechzehnte und am Tage nachher der achtzehnte war.“ Umgegend von Neapel verkeilt. Vouständig mitellos habe er sich alsdann auf Reisen begeben. Vor 7 Jahren sei er in London gelandet und habe auch dort geheiratet. Augenblicklich sei er Vater eines 4jährigen Kindes. In London habe er Beziehungen zu den Anarchisten unterhalten. Sein einziger Wunsch sei gewesen, einen Monarchen zu töten. Am Schlusse des Verhörs erklärte er, er bedaure, den König nicht getötet zu haben, aber er hoffe ein Anderer werde glücklicher in der Ausführung einer solchen That sein. Eines Tages werde sein Sohn groß sein und sich erinnern, was ich für und durch die Gesellschaft gelitten habe. Er wird mich dereinst rächen. Der Revolver, dessen sich der Attentäter bediente, hat ein Kaliber von neun Millimeter. Rom, 17. Nov. Der Bürgermeister von Bitonto, der Heimat Rabino's, hat im Nemen der Stadt ein Sympathietelegramm an König Leopold gesandt. Ueber die Persönlichkeit des Attentäters verlautet noch, daß Rubino aus anständiger Familie stammt. Sein Vater nahm an den BeGrosse Freude: mnsere Riesensortimente Glas= GüristbaumschmAck, prachtwole Decorationen in bemalter, farbig glänzender, farbig matter und versilberter Ausführung, als: Lustballons, Oliven, Glocken, Naturfrüchte, wie Weintrauben, Aepfel, Birnen, Kirschen 2c., verschiedene künstliche Thiere, Gis= und Tannzapfen, elegante, mit Chenille und Cantille übersponnene Phantasieartikel, prächtige Baumspitze, Strangkureln, Brillantreflexe, Papageien und Fasanen mit natürlichen Federn, Engel mit Frisur, beweglichen Flügeln und Seidenkleid 2c. Nur hochseine Sachen in diversen Größen. Alles franco inclusive solidester Verpackung zu folgenden spottbilligen Preisen: Sortiment I zu 172 Stück M. 3.—, Sortiment II zu 310 Stück M. 5.—, mit der Gratis=Beigabe von je 1 Packet Engelshaar und Confecthaltern, sowie(nur bei Sortiment II) einem mit Glasfrüchten und Blumen prachtvoll garnirten Fruchtkorb(Länge 20 cm). Thiele 2p Greiner, Hoflicferanten, Lauscha(Sachs.=M.) Allerhöchste Anerkennung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin sowie zahlreiche ehrenvolle Dankschreiben aus allen Kreisen. — Langjährige ständige Lieferung an den Kaiserlichen Hof. Versandhaus der Branche mit eigener Postpacket=Selbstabfertigung. Die Burengenerale. Botha, Delarey und Schalk Burger treten Ende November die Rückreise nach Südafrika an. Die Sammlungen für die Burenfamilien haben bisher zwei Millionen Mark ergeben. Die Räumung Shanghais beginnt. Eine Depesche des„Standard" aus Shanghai meldet: Die japanische Garnison hat Befehl erhalten, Shanghai am 22. d. M. zu räumen. = Die alten Wetterbücher raten, auf den 15. November als einen ziemlich entscheidenden Wendepunkt zu achten; diesmal ist nun mit dem betr. Tage eine ziemlich erhebliche Veränderung in der Wetterlage eingetreten. In der Nacht auf Sonntag war 1 Grad und heute nacht waren 3½ Grad Kälte zu verzeichnen. Die am 15. November einsetzende Frostperiode soll sich nach langjährigen Beobachtungen bis Ende Januar erstrecken. Warten wir ab, was wahres hieran ist. Seinem Transporteur weggelaufen war am Sannahenh ein(Mefangenss ber hiellgnn Nattalt han einem Kinde, ein Narr, der die Not nicht erkennt, ein lorbeerbekränzter Dichter, der noch über andere Dinge zu an scheint, und ein Künstler, dem Prof. Vogel seine eigenen Züge zu geben versucht hat. Unter dem gesamten Relief steht ein mit dem Berliner Bären gezierter Marmorsockel, auf dem in Bronze die mit einem Eichenkranz geschmückten Geräte der Feuerwehr, Axt, Schlauch, Signalhorn, Strickleiter und der krönende Helm ganz malerisch zu einem Stilleben geordnet sind. An den reichgeschmückten Hauptteil der Mittelarchitekiur gliedern sich zwei Seitenteile. Diese tragen die beiden schönen, Eim e mn Auslosung der Ge dem 1. Dezember beginnende Sd jetzt durch das Los folgende Herrei Difselhorst Emil, Lederfabrikant, Mi Kolon, Exter; Schütz Hermany, B höverer Fritz, Minden; Weis Jul v. Konsbruch Oskar, Rittergutsbe mann August, Bankdirektor, Herf Fabrikant, Bischofshagen; Durst Bünde; Hagemeier Hermann, Ka Albert, Rentner, Minden; Busch meister, Bielefeld; Bagelmeier# Tenge Harald, Dr., Eisenhüttenbes kant, Versmold; Schmidt H., Ziga hoff, Bernhard, Landwirt, Herze Meisen Nr. 2; Frederking W., K land Alfred, Buchhändler, Minden Offelten; Lümkemann Karl, Kauf Josef, Landwirt, Brake; Droste Melbergen; Stadler Bernh., Kar tering Jobst, Kolon, Elverdissen;( Maslingen; Elmendorf Theodor, Degen Albert, Schornsteinsegermei Max, Maurermeister Bielefeld. n In der Stiftberger die Heizungsanlage so weit ged Gottesdienste wieder ihren Anfang Die Rapensberger für den 10. Dezember in Aussicht * Familienabend. Der hiesigen Jünglings= und Männer zahlreichen Besuches, und alle Teilr nach Hause gegangen sein. Die wiegend musikalischen mit seinem Posaunen=Doppel=Quar das Programm vor, mit welche Weltkonferenz der evang. Jüngling August d. I. einen großen Eindri tungen des Quartetis sind in der wert. Die Reinheit des Tons, d zelnen Stimmen, die Beherrschun seinsten Piano wie beim kraftvoller Vortrag, alles vereinigte sich, um schaffen. Aus dem gehaltreichen dees wirkungsvoll hervorgehoben d „Die Blümlein, sie schlaf seligen Ende", sämtlich von dem in weiteren Kreisen bekannt gen Komponisten Masberg, der eine 8 direktor war.— Außer den Vort das Programm einige Deklamatio Jünglingsvereins sowie eine Anst in welcher er mit köstlichem Hu Weltkonferenz in Christiania erz #erin P. Richter gipfelte in der von dessen Kraft, Innigkeit und tiefen Eindruck gegeben, im Leben Der Quartettverein den zahlreichen Besuchern des im tungsfestes so genußreiche Stun schnell vergingen. 79—° Turngemeinde. Mitglieder unserer Turngemeinde: unternahmen, hatte eine sehr rege * Die hiesige Ortsgrup Handlungsgehilfen=Verbandes hat tungsfest im Bürgerverein ein so gramm aufgestellt, daß die zahlre höchst vergnügte Stunden verbrach Leipziger Sänger. ausverkauftem Hause statt und wu wie in den Einzelleistungen nur## reichliche und wohlverdiente Beifall des vielseitigen Programms zu T des Herrn Bergen darf mit Recht für sich in Anspruch nehmen; die ihrer Aufgabe gerecht und biete vorher hier noch nicht geboten gesunden Humors kann daher d morgigen letzten Vorstellung n empfohlen werden, zumal alles# wie anstoßen könnte, was früher bei ähnlichen Veranstaltungen nicht immer der Fall gewesen ist. st. Das Konzert der Bückeburger Hofkapelle hatte gestern nachmittag über 200 Besucher im Schützenhofsaal versammelt; es war für jeden ein besonderes Vergnügen, den schönen Vorträgen zu lauschen. Herr Bertram, den wir bereits von einem vorjährigen Konzert des Musikvereins als einen Künstler ersten Ranzes kennen lernten, entfesselte mit seinem Cello=Solo„Le Désir“ von Gervais einen wahren Beifallssturm. Ebenso fand das Trompeten=Solo des Herrn Reese den verdienten Beifall. * Zum Theaterabend, den gestern der neu gegründete Theaterklub im Saale des Herrn Brockmann veranstaltete, hatten sich so viele Besucher eingefunden, daß der Saal dicht besetzt war. Die Darbietungen fanden vielen Beifall. “. Brausebad. Wegen des Bußtages ist das städtische Brausebad morgen, Dienstag, bereits von nachmittags 4 Uhr ab geöffnet. nie habe ich mich in jemand getäuscht, dem ich solch ein Anerbieten machte. Wären Sie damit einverstanden, unter solchen Bedingungen für mich tätig zu sein?“ King mußte sich erst von seinem Erstaunen erholen. Solch ein System war allerdings nur von einem Geschäftsmann zu befolgen, welcher ein großes Kapital besaß und von solch einem Geschäftsmann, wie Howart einer war. „Ja, in was wollen Sie mich eigentlich beschäftigen?“ „Ich vertraue Ihnen. Selbst wenn wir uns nicht einigen, werden Sie nicht davon erzählen, denn— ich wünsche es eben nicht. Ich besolde einen Herrn, welcher das, was ich im Geschäft entbehren kann, mit vorsichtiger Hand unter Hilfsbedürftige verteilt—“ „So, ist das also wirklich wahr?" rief King lebhaft. „Warum denn nicht?“ lächelte Howart.„Ja, ja, ich verstehe Sie. Wenn ein Mann mit Einkünften von hunderttausend am Spieltisch in einer Nacht zehntausend verliert, oder ein Taglöhner beim Kartenspiel einen Shilling, so sagt er: er hat sich dafür amüsiert. Greift er aber schlankweg in die Tasche und wirft die zehn fest, daß der Dachdecker keineswegs zu tadeln sei, demm das Hinunterstürzen vom Dache war nur durch einen unglücklichen Zufall veranlaßt worden. Er entschied indessen, daß es nicht mehr als billig sei, daß der Sohn für dem Tod seines Daters von dem Manne, der ihn getödtet habe, eine Genugthuung erhalte, und er wolle sie ihm auch geben. Der Dachdecker solle auf die Straße treten und genau die Stellung einnehmen, die der Verunglückte zur Zeit der Ratastrophe inne hatte; der Sohn solle aber auf das Dach des Hauses steigen und von dort auf den Dachdecker hinunterspringen, damit diesen von ihm so geschehe, wie seinem Dater von ihm geschehen sei. Mlan wird es gern glauben, daß der Sohn, dem die Geschichte doch etwas gefährlich vorkam, von der Ausführung dieses Urteils Abstand nahm. Beim Kaiser Claudius beklagte sich ein junger Mann, daß er von seinem ihm zustehenden Familienerbteil ausgeschlossen worden, weil seine Mutter behauptete, er wäre nicht ihr Sohn. Erkundigungen, die der Kaiser anstellen ließ, ergaben, daß, wenn sich auch kein positiver Beweis dafür erbringen ließ, daß der junge Aann wirklich der Sohn seiner vermeintlichen Mutter war, andererseits aber auch diese tausend, oder der Arbeiter den Shilling einem hungrigen Chatsache nicht im Geringsten zu bezweifeln war. Der Bettler in den Schoß, so ist er ein— ein Esel, paßt Kaiser ließ die Krau vor sich führen und fragte nicht in die Welt. Nun, ich will der Esel sein, das ist eben mein Amusement. Dieser Herr will den Posten aufgeben, so leid es ihm auch tut. Sein Vater ist in Amerika, der Alte ist kindisch geworden, er jammert nach seinem Lieblingssohn, mag sich auch nicht von seinem ihm lieb gewordenen Heim trennen, der Sohn geht also hinüber. Wollen Sie sein Nachfolger sein? (Fortsetzung folgt.) Sonderbare Urteile. Historische Skizze von Richard Naumann. (Nachdruck verboten.) Jedermann kennt die Geschichte vom Urteile des Königs Salomo. So merkwürdig es auch allen erscheinen mag, die es zum ersten Akal hören, so hat es dennoch nicht die Wirkung gehabt, die Wahrheit an den Tag zu bringen, und zu offenbaren, wer von den beiden die rechte Mutter war. In den Blättern der Geschichte findet sich aber noch manch' anderes bewunderswerte Urteil verzeichnet, das despotische Könige und Fürsten gefällt haben, die bei ihrer Entscheidung nicht durch die eiserne Hand des Gesetzes gebunden waren, und das trotz seiner Seltsamkeit dennoch der Gerechtigkeit zum Siege verhalf. So ist die Szene im„Kaufmann von Denedig“, in der Dortia als Anwalt auftritt, keine Erfindung Shakespeares, wenn es vielleicht auch Dortia selbst sein mag. Die Grundzüge dieser eigentümlichen Schuldverschreibung und ihrer rücksichtslosen Beitreibung, wie auch die Gerichtsverhandlung mit ihrem weisen Urteile, die uns die Shakespearesche Dichtung vorführt, sind der Geschichte wohl bekannte Chatsachen. Don Oedro, dem Grausamen, von Spanien wird ein Urteil berichtet, in dem derselbe Geist lebt, der damals am Hofe von Denedig herrschte. Ein Dachdecker, der das Dach eines Hauses ausbessern follte, hatte das Unglück, auszugleiten und vom Dache auf die Straße hinunterzustürzen. In dem Augenblick, als der Dachdecker abstürzte, ging gerade ein Mann an dem reparaturbedürftigen Hause vorbei. Es war das ein Unglück für ihn, aber ein Glück für den Dachdecker, denn dieser fiel auf den armen Dassanten, der dabei so schwere Verletzungen erlitt, daß er daran starb, während der Dachdecker wie durch ein Wunder kaum nennenswerte Beschädigungen erlitt. Der Sohn des Verunglückten klagte nun gegen den Dachdecker und verlangte, daß derselbe, der doch an dem Tode seines Daters die Schuld trage, hierfür bestraft werden und ihm für seinen schweren Verlust eine angemessene Entschädigung zahlen sollte. Der König, dem die Sache vorgetragen wurde, stellte durch Nachforschungen kaiser ließ die Frau vor sich führen und fragte sie:„Stellst Du es noch in Abrede, daß dieser junge Alann Dein Sohn ist?" Die Frau wollte keinerlei Derwandtschaft mit dem Kläger anerkennen.„Nun gut denn,“ entschied der Kaiser, „wenn er nicht Dein Sohn ist, soll er Dein Gatte werden. Ich befehle, daß Du ihn sofort heiratest.“ Dieser unerwartete Ausgang der Verhandlung erweckte in ihr das mütterliche Gefühl, unter Cränen gestand sie ihr Unrecht ein und erkannte den jungen Mann als ihren Sohn an. Dom Sultan Soliman II. wird erzählt, daß er, als er nach der Eroberung Belgrads nach Konstantinopel zurückgekehrt war, ein armes Weib vor ihm erschien, um bittere Klage zu führen, daß, während sie geschlafen habe, mehrere seiner Soldaten in ihre Hütte eingedrungen seien, und ihre gesamten Habseligkeiten gestohlen hätten. Soliman erwiderte lachend, sie müsse einen recht festen Schlaf gehabt haben, wenn sie nicht einmal gehört hätte, wie die Soldaten ihre Wohnung ausgeräumt haben.„Es ist wahr, mein Fürst,“ antwortete sie freimütig,„ich habe fest geschlafen, denn ich glaubte, Euer Hoheit wache über mich und mein Eigentum. Der Sultan, der ein freies Wort liebte, fühlte die Schwere ihres Dorwurfes, er traf Schritte, um die arme Frau in den Besitz des gestohlenen Gutes zu setzen, ließ die Schuldigen bestrafen und schenkte ihr noch zwanzig Goldstücke. Seiner merkwürdigen Urteile und Entscheidungen wegen ist der Herzog von Ossone, Dizekönig von Neapel, berühmt. Indessen scheint er sich, wenigstens bei einigen seiner Urteile nicht so sehr von der Gerechtigkeit, als vielmehr von seiner Taune haben leiten lassen. Eines Tages wollte er, um eine große Festlichkeit würdig zu begehen, einem Galeerensklaven die Freiheit schenken. Zu diesem Zweck begab er sich an Bord einer Galeere, und sich vor die erste Ruderbank, an der sechs Sklaven angekettet waren, hinstellend, fragte er die sechs, was sie auf die Galeere gebracht hätte. Der erste begnügte sich, Gott zum Zeugen seiner Unschuld anzurufen, und zu beteuern, daß für seine Anwesenheit eigentlich gar kein Grund vorliege. Der Zweite behauptet, nur durch die Machinationen seiner Feinde sei er in Strafe und Schande geraten, keineswegs aber durch seine eigenen Missethaten. Der dritte behauptet, an ihm sei ein Justizmord begangen worden, denn ohne jedes Verhör hätte man ihn hierher geschickt. Der vierte meinte, der Gutsherr in seinem Dorfe wäre auf sein Weib lüstern gewesen, und um ihn, den rechtmäßigen Ehemann, aus dem Wege zu haben, habe er ihn hierher bringen lassen. Der fünfte erzählte, er sei aus einem Dorfe, namens Somma. Dort wäre ein großer Einbruch verübt worden, dessen er fälschlich als Chäter bezichtigt wurde; sämtliche Nachbarn in seinem Dorfe könnten aber beschwören, daß er stets ein ehrlicher und braver Akann gewesen sei. Der sechste endlich, dem es nicht entgangen war, daß alle diese Entschuldigungen und Beschönigungen nicht den Beifall des Herzogs zu finden schienen, schlug einen anderen Ton an. „Ich komme aus Neapel, Erzellens,“ sagte er, und obgleich das doch gewiß eine große Stadt ist, glaube ich dennoch nicht, daß dort noch ein größerer Schurke zu finden sein mag, als ich es bin. Sie sind doch sehr gnädig mit mir verfahren, daß sie mich blos hierher geschickt haben.“ Der Herzog sah den Mann ein paar Augenblicke scharf an, und sich dann zu den Herren seines Gefolges wendend, Höhe bis zur Spitze des Giebelfeldes etwa 4 ur beträgt, und wird seitlich abgeschlossen von zwei hochaufragenden kraftvollen Pylonen. Die bildnerische Hauptdarstellung befindet sich in der Mitte des niedrigen Teiles in der Architektur, die bekrönt wird von einem mit Mohnblumen gezierten abgerundeten Giebelfelde, an das sich stilisierte Wellen mit Delphinabschlüssen anfügen. Die Hauptfläche darunter veranschaulicht im Relief die Bekämpfung des entfesselten Elementes. Das Feuer ist verkörpert gleichsam durch eine Hydra mit tausend züngelnden Schlangenköpfen. Diesem Ungeheuer tritt Herkules mit erhobener Keule entgegen, während sein Sohn die Schlangenköpfe mit der Fackel ausbrennt, um sie unschäblich zu machen. Pallas steht zur Seite mit Schild und Stab, als treue Schirmerin der Städte. In mehr zurücktretenden schmalen und flacheren Reliefs an beiden Seiten zeigen sich Angehörige aller Stände, die Hilfe in Feuersgefahr erwarten: Links eine Krankenpflegerin mit ihrem kuteenden Schützling, ein Geiziger, der ängstlich seinen Schatz hütet, ein Ritter und ein alter Fürst; rechts ein knieendes Mädchen mit Trennung wiedergefunden haben. Sie verzieven einander, umarmten sich und der Kommissär ließ„Fechhrige hact. Geliebten der Beiden stelte es sich iehor gesucht werde So der Polizei wegen verschiedener Vergehen gesucht werde. Sowobl Marie, als Louise baten den Kommissäkt, ihn nur einzusperren, und versicherten, sie Ien kein Verlangen nach ihm. Ueber das Hindumädchen Radieg, welches die chirurgische Operation der Trennung von ihrer Zwillingsschwester Dodiea überlebt hat, erfährt der„Petit Parisien"“, daß sie gegenwärtig in ärztlicher Behandlung in Hyères in Stdfrankreich steht, ab.r nicht wegen der Folgen der schweren Operation, sondern weil sie tuberkulös ist. Jede Luft= oder Temperatusveränderung macht sich bei dem dreizehnfährigen Mädchen fühlber, aber ihr Arzt hofft doch, sie endgiltig zu heilen. Als sie befragt wurde, ob sie Sehnsucht nach ihrer Zwillingsschwester Dodicia habe, machte sie eine abwehrende Geimasse, und auch ihre Augen schienen zu sagen, daß fte ihr keine Thränen nachweine. In der That war Dodies vile stärker und schwerer, als Radica, und letztere mußte Tag und Nacht viele Unannehmlichkeiten erdulden. Mit ganzer Seele sehnt sich Radica nach dem Zirkusleben zurück, das ihre ganze Kindheit ausfüllte, und somit Abwechslung bot. Was der Humbertschwindel Frankreich kostet. In der französischen Kammer ist mitgeteilt worden, daß die Gebühren für die vom Justizministerium in der Humbert=Angelegenheit nach dem Auslande und den Kolonien gesandten Depeschen nicht weniger als 44000 Franken betragen. Eine Messe 4500 Meter über dem Meere. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Zur Stichwahl Klingenhagen—Thomas. Von verschiedenen Seiten wird die Frage aufgeworfen, wen haben von diesen beiden Kandidaten der Arbeiterpartei die Mitglieder der Bürgervereinigung ihre Stimmen zu geben. Diese Frage stellen, heißt sie entscheiden. Denn wir haben die Auswahl unter diesen beiden der Arbeiter4* u1*. r hZn erklärte er:„Laßt diesen Hallunken sofort laufen, denn sonst verdirbt er mir noch die ganze anständige Gesellschaft, die sich hier zusammengefunden hat.“ Dann schenkte er dem Sträfling noch Geld, damit er sich Garderobe kaufen könne, und ermahnte ihn, in Zukunft ein besseres Leben zu führen als bisher." Zwei Tage darauf sollte wiederum einem Verurteilten die Freiheit geschenkt werden, und abermals begab sich der Herzog auf die Galeeren, um die Wahl zu treffen. Die Kunde von dem, was sich vor einigen Tagen ereignet hatte, hatte sich unter den Sklaven der Galeere, die der Herzog besuchte, verbreitet, und jeder glaubte nun, am allerehesten die Freiheit zu erlangen, wenn er sich dem Herzoge so schwarz als möglich schildere. Unter den dreihundert Sklaven der Galeere gab es auch nicht einen einzigen, der sich nicht der gemeinsten Verbrechen angeklagt und zugegeben hätte, daß sie Galgen und Rad reichlich verdienten. „Ich hätte gar nicht geglaubt, daß in meinem Reiche so viele Verbrecher existieren,“ meinte der Herzog. Es liegt aber im Interesse des Staates, daß sie bestraft werden, denn sonst könnte ihr böses Beispiel noch ansteckend wirken. Was für verruchte Chaten würden sie erst vollführen, wenn sie frei wären! Ich werde Befehl geben, daß man sie noch schärfer bewachen soll.“ Das that er auch, nur einem Mönche schenkte er deswegen die Freiheit, weil, wie er offen erklärte, die Retten der Galeere nicht so drückend wie die des Klosters wären. Einer doppelten Apostasie(Abtrünnigkeit) wegen war der Mönch auf die Galeere geschickt worden. „Kehre in Dein Rloster zurück, mein Sohn,“ sagte der Herzog zum Mönch,„denn dort wird Deine Strafe eine härtere sein als hier.“ Ein reicher, bereits siebzig Jahre alter Kaufmann, Morelli mit Namen, rühmte sich, daß er sein ganzes Vermögen erworben hätte, ohne aus Neapel herausgekommen zu sein. Wie er erzählte, hätte er sich seit fünfundvierzig Jahren niemals aus Neapel entfernt und gelobte auch, nie in seinem Leben aus dem Bereich der Mauern der Stadt zu gehen. Der Herzog von Ossone, zu dessen Ohren die Reden des alten Mannes gedrungen waren, ließ ihm durch einen seiner Beamten in seinem Namen verbieten, bei einer Strafe von tausend Goldkronen jemals sein Reich zu verlassen. Morelli nahm dieses Verbot mit höhnischem belächter auf und scherzte darüber mit seinen Freunden. Dieses Reich zu verlassen, wäre gewiß das letzte, das er thun würde. Hatte er nicht selbst gesagt, daß nichts ihn veranlassen könnte, sich aus seinem geliebten Neapel zu entfernen? Es dauerte aber gar nicht lange, bis die Neugier in ihm rege wurde, und er sich fragte, was wohl den König zu seinem Verbote veranlaßt haben mochte. Allerhand Mutmaßungen drängten sich ihm auf, und schließlich war sein Geist so sehr damit beschäftigt, daß er ganz nervös wurde und auch keinen Schlaf mehr fand. Endlich aber ergriff er den letzten Ausweg, um seine ihn so sehr peinigende Ungewißheit los zu werden und seine quälende Sehnsucht nach dem, was ihm verboten war, zu befriedigen: Er sandte die tausend Goldkronen an den Dizekönig und überschritt die neapolitanische Grenze. Nur eine einzige Nacht verweilte er im Rirchenstaate und kehrte dann wieder nach Neapel zurück. Als der Dizekönig von seiner Rückkehr benachrichtigt worden war, ließ er die Hälfte der tausend Goldkronen an die Krankenhäuser Neapels verteilen, di andere Hälfte sandte er Morelli zurück und ließ ihm sagen, fünfhundert Goldkronen seien auch genug, um dem Dolke zu zeigen, wie Narren bestraft werden müßten. Zur selben Zeit lebte in Neapel ein anderer reicher Kaufmann, Namens Ferronelli, der seines Geizes wegen berüchtigt war. Dieser Herr hatte das Unglück, eine gestickte Börse zu verlieren, in der sich fünfzig Golddukaten,) fünfzig spanische Oistolen und ein Ring, der tausend Kronen wert war, befanden. Der Verlust ging Ferronelli sehr zu Herzen, und er ließ durch einen öffentlichen Ausrufer in Neapel bekannt machen, daß, wer die Börse fände und sie mit ihrem gesamten Inhalte dem Eigentümer wieder brächte, die fünfzig Oistolen als Belohnung erhalten sollte. Eine arme, alte Witwe war so glücklich, die Börse zu finden, und brachte sie Ferronelli. Raum hatte er sie und ihren reichen Inhalt erblickt, als ihn die Versuchung packte, die arme Frau um den größeren Teil der versprochenen Belohnung zu prellen. Während er das in der Börse enthaltene Geld nachzählte, verstand er es, dreißig Oistolen auf eine geschickte Art verschwinden zu machen, und saate dann zu der armen Witwe: „Ich habe dem Finder oie funfzig pistolen versprochen, die in der Börse enthalten waren. Wie ich sehe, hast Du Dir dreißig davon bereits selbst genommen, hier hast Du die rest; lichen zwanzig.“ Die alte Frau beteuerte, daß sie auch nicht eine einzige Münze genommen hätte. Umsonst. Ferronelli blieb dabei, daß sie sich selbst bereits dreißig Oistolen angeeignet hätte und sich daher mit den noch vorhandenen zwanzig zufrieden geben müsse. Schließlich mußte die arme Frau in die geringere Belohnung einwilligen und entfernte sich mit den zwanOistolen, die für sie eine sehr bedeutende Summe repräsentierten. Als sie jedoch später die Sache mit ihren Bekannten besprachen, rieten diese ihr, den Fall dem Dizekönige vorzutragen und seine Dermittelung nachzusuchen. Der Kauf mann mußte vor dem Dizekönig erscheinen, dem er seine An* fassung von der Angelegenheit vortrug. Als der Herzog Ferronellis Erzählung angehört hatte, entgegnete er: Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Frau bereits vorher einen Teil des Goldes für sich in Abzug gebracht hat, denn, wenn sie hätte unehrlich sein wollen, so hätte sie das ganze genommen. Die Börse kann Dir also nicht gehören, wie Du sagst, habe Deine Börse fünfzia Oistole e# halten, diese aber nicht. Aleiner Ansicht nach müßtest Du noch bestraft werden, weil Du Dir etwas angeeignet hast, was Dir nicht gehört.“ „Verzeihung, mein Fürst", wandte Ferronelli ein,„ich erkenne aber die Börse wieder. Ich erkenne die Stickerei und außerdem enthält sie meinen Ring und die fünfzig Dukaten. Ich bitte Ew. Exzellenz, nicht zu gestatten, daß mir mein rechtmäßiges Eigentum vorenthalten wird.“ „Du mußt Dich täuschen," versetzte der Dizekönig.„Sehen die Dukaten, die aus der Münze hervorgehen, nicht auch eines wie das andere aus, und ist es denn nicht möglich, daß die Juweliere mehrere Ringe verfertigt haben, die dem Deinen vollkommen gleichen? Kann es denn nicht auch mehrere Börsen geben, die genau so gestickt sind, wie es die Deine war? Die Hauptsache ist und bleibt, daß Deine Börse fünfzig Oistolen enthielt, diese aber nicht.“ Sich dann zu der alten Frau wendend, rief ihr der Herzog zu:„Geh', meine Gute, und nimm die Börse mit, Du hast ein Anrecht darauf." Zum Schluß noch ein Beispiel von der Art, wie dieser Dizekönig Recht sprach: Unter seiner Regierung lebte in Neapel ein spanischer Stutzer, ein gewisser Bertrand Solus. Als dieser eines Cages in den belebtesten Straßen der Stadt umherlungerte, suchte ein Arbeiter, der auf seinem Rücken ein Bündel Holz trug, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. Solus stand gerade vor ihm, und zu wiederholten Malen rief ihm der Arbeiter zu:„Platz da, bitte!“ ohne daß sich Solus von der Stelle gerührt hätte. So gut es ging, versuchte nun der Arbeiter an dem Stutzer vorbeizukommen, aber zum Unglück machte das Holz mit dem feinen Sammetrocke des jungen Mannes eine unerwünschte Bekanntschaft, und die Folge davon war ein böser Riß. Hierüber im höchsten Grade empört, klagte der Spanier gegen den Arbeiter und verlangte dessen Bestrafung. Der Dizekönig, der sich vorher privatim über die näheren Umstände unterrichtet hatte, riet dem Arbeiter, er solle sich stumm stellen und auf alles, was zu ihm gesagt werden sollte, nur durch Zeichen antworten. Als der Herzog seinen Sitz auf dem Richterstuhle eingenommen hatte, erschien Solus mit seiner Klage gegen den Arbeiter, der nun vom Dizekönige gefragt wurde, was er darauf zu erwidern habe. Der Arbeiter schüttelte den Ropf und machte Zeichen mit seinen Händen. „Verlangst Du von mir, daß ich einen Stummen verurteilen soll?" fragte der Dizekönig Solus. „Ew. Exzellenz," erwiderte dieser,„der Mann verstellt sich nur. Ich bitte Euch, ihm nicht zu glauben, daß er stumm ist. Bevor er mich anrannte, hörte ich ihn deutlich rufen: „Platz da!“ „Wenn Du ihn so hast rufen hören, warum bist Du ihm dann nicht aus dem Wege gegangen?“ fragte der Dizekönig. „Nur Du bist ganz allein an dem Unglück schuld und Du mußt dem armen Manne noch eine Entschädigung dafür zahlen, daß Du ihm die Mühe verursacht hast, hier zu erscheinen.“ freiungskriegen teil. Rubino selbst besuchte die Realschule und wurde später Lehrer der französischen Sprache an einem Institut in seiner Vaterstadt. Später wurde er in Mailand wegen Betrugs zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Von den Sozialisten wurde er noch bis zum letzten Sommer als „Spitzel" bezeichnet, und das römische Parteiorgan der Sozialisten warnte vor einem Umgang mit Rubino.] Die Suche nach 16. Nov. Gestern abend um 10 Uhr begab si lach dem Vororte Forrest, wo sie in use, welches vorwiegend von Anarchisten ind sämtliche Anwesende 2 Frauen und Dieselben wurden vor den Polizeieinem Verhöre unterzogen. Erst llt, daß sie keine Mitschuldigen seien, n frei gelassen. Dieser, ein gewisser welcher erst seit acht Tagen in Brüssel Ekbehalten, weil man bei ihm einen gern gesehene„Kaffee-Onkel bringt eitter& Diller'’g Laffes-Essenz in Erinnerung.— Einmal gebraucht, i sie nie mehr entbehren. Dose 30 Pfg. Redattenr: Paul Sattler tell verantwertuch: Georo Bese, ag Ekristten Or utin, lich in k ion: Brüderstraße 21. am Gebrenberg.) & Schumacher. nsprecher Nr. 110. Cement, ohre, Platten, Chamotte ewebe und alle sonstigen inmaterialien. erstraße 415. 280 aße 415 u. Diebrockerstraße 4. durch das gesunde Urteil des Publikums nimmt Sunlight Seife den ersten Rangals Wasch- und Haushaltungsseile ein. Wenn dieselbe nach unserer Gebrauchsanweisung fällt die Qual des Waschtages weg. ie es bei Ihrer nächsten Wäsche Sie sich selbst hiervon, denn icht Leife erleichtert K verweyrr. Statt dessen steyr:„Achr Solbaren zu lieben, sei einer deutschen Jungfrau nicht verwehrt.“ Ausgeplaudert. kleine Else stolz:„Mama, heute bin ich aber zweispännig gefahren!“—„Wieso zweispännig?“—„Nicht ahr, Anna, du hast einen Ulanen und einen Husaren an meinen Wagen gespannt!“ Vor Gericht. Der Verteidiger eines Angeklagten versuchte einen Zeugen durch ein Kreuzverhör zu verwirren.„Sind Sie auch sicher,“ fragte er,„daß es der siebzehnte gewesen ist?—„Ganz sicher," erwiderte der Zeuge.—„Aber aus welchem Grunde sind Sie sicher?"—„Nun," versetzte der Zeuge ironisch,„weil am Tage vorher der sechzehnte am Tage nachher der achtzehnte war.“ Umgegeno von Neaper verkeilt. Voustandig mitellos habe er sich alsdann auf Reisen begeben. Vor 7 Jahren sei er in London gelandet und habe auch dort geheiratet. Augenblicklich sei er Vater eines 4jährigen Kindes. In London habe er Beziehungen zu den Anarchisten unterhalten. Sein einziger einen Monarchen zu töten. Am Schlusse des Verhörs erklärte er, er bedaure, den König nicht getötet zu haben, aber er hone ein Anderer werde glücklicher in der Ausführung einer solchen That sein. Eines Tages werde sein Sohn groß sein und sich ermuer., was ich für und durch die Gesellschaft gelitten habe. Er wird mich dereinst rächen Der Revolver, dessen sich der Attentäter bediente, hat ein Kaliber von neun Millimeter. Rom, 17. Nov. Der Bürgermeister von Bitonto, der Heimat Rabino's, hat im Nemen der Stadt ein Sympathietelegramm an König Leopold gesandt. Ueber die Persönlichkeit des Attentäters verlautet noch, daß Rubino aus anständiger Familie stammt. Sein Vater nahm an den BeGrosse Freude! Ensere Riesensortimente Glas= Ehristbauzmschmuck, prachtvoll Decorationen in bemalter, farbig glänzender, farbig matter und versilberter Aus führung, als: Lustballons, Oliven, Glocken, Naturfrüchte, wie Weintrauben Aepfel, Birnen, Kirschen 2c., verschiedene künstliche Thiere, Gis= und Tann zapfen, elegante, mit Chenille und Cantille übersponnene Phantasieartikel, prächtig Baumspitze, Strangkueeln, Brillantreflexe, Papageien und Fasanen mit natür lichen Federn, Engel mit Frisur, beweglichen Flügeln und Seidenkleid 2c. Rur hochfeine Sachen in diversen Größen. Alles franco inclusive soltdester Verpackung zu folgenden spottbilligen Preisen: Sortiment I zu 172 Stück M. 3.— Sortiment II zu 310 Stück M. 5.—, mit der Gratis=Beigabe von je 1 Packe Engelshaar und Confecthaltern, sowie(nur bei Sortiment II) einem mit und Blumen prachtvoll garnirten Fruchtkorb(Länge 29 cm). Thiele s Greiner, Hoflieferanten Lauscha(Sachs.=M.) Anerkennung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin sowie zahlreiche ehrenvolle Dankschreiben aus allen Kreisen. Langjährige ständige Lieferung an den Kaiserlichen Hor— Versandhaus der Branche mit eigener Postpacket=Selbstabfertigung. Die Burengenerale. Botha, Delarey und Schalk Burger treten Ende November die Rückreise nach Südafrika an. Die Sammlungen für die Burenfamilien haben bisher zwei Millionen Mark ergeben. Die Räumung Shanghais beginnt. Eine Depesche des„Standard" aus Shanghai meldet: „ hat Befehl erhalten, Shanghai am Die japanische Garnison 22. d. M. zu raumen. Herforder Kreis Herfe Auslosung der Ge dem 1. Dezember beginnende Sd jetzt durch das Los folgende Herrei Difselhorst Emil, Lederfabrikant, Mi Kolon, Exter; Schütz Hermanv, B höverer Fritz, Minden; Weis Jul v. Konsbruch Oskar, Rittergutsbe mann August, Bankdirektor, Herf Fabrikant, Bischofshagen; Durst Bünde; Hagemeier Hermann, Ka Albert, Rentner, Minden; Busch meister, Bielefeld; Bagelmeier## Tenge Harald, Dr., Eisenhüttenbe kant, Versmold; Schmidt H., Zigo hoff, Bernhard, Landwirt, Herze Meisen Nr. 2; Frederking W., K land Alfred, Buchhändler, Minden Offelten; Lümkemann Karl, Kauf Josef, Landwirt, Brake; Droste Melbergen; Stadler Bernh., Kar tering Jobst, Kolon, Elverdissen; Maslingen; Elmendorf Theodor, Degen Albert, Schornsteinfegermei Max, Maurermeister Bielefeld. n In der Stiftberger die Heizungsanlage so weit ged Gottesdienste wieder ihren Anfang Die Ravensberger für den 10. Dezember in Aussicht * Familienabend. Der hiesigen Jünglings= und Männer zahlreichen Besuches, und alle Teilr nach Hause gegangen sein. Die wiegend musikalischen Charakters. mit seinem Posaunen=Doppel=Quat das Programm vor, mit welche Weltkonferenz der evang. Jüngling August d. I. einen großen Eindri stungen des Quartetis sind in der wert. Die Reinheit des Tons, d zelnen Stimmen, die Beherrschun seinsten Piano wie beim kraftvoller Vortrag, alles vereinigte sich, um schaffen. Aus dem gehaltreichen dees wirkungsvoll hervorgehoben d Geuß“,„Die Blümlein, sie schlaf seligen Ende", sämtlich von dem in weiteren Kreisen bekannt gen Komponisten Masberg, der eine Z direktor war.— Außer den Vort das Programm einige Deklamatio Jünglingsvereins sowie eine Anst in welcher er mit köstlichem Hu Weltkonferenz in Christiania erzi Herin P. Richter gipfelte in der von dessen Kraft, Innigkeit und tiefen Eindruck gegeben, im Leben Der Quartettverein den zahlreichen Besuchern des im tungsfestes so genußreiche Stun schnell vergingen. 9—° Turngemeinde. Mitglieder unserer Turngemeinde: unternahmen, hatte eine sehr rege * Die hiesige Ortsgrup Handlungsgehilfen=Verbandes hat tungsfest im Bürgerverein ein so gramm aufgestellt, daß die zahlre höchst vergnügte Stunden verbrach m Leipziger Sänger. ausverkauftem Hause statt und wu wie in den Einzelleistungen nur## reichliche und wohlverdiente Beifall des vielseitigen Programms zu T des Herrn Bergen darf mit Recht für sich in Anspruch nehmen; die ihrer Aufgabe gerecht und biete vorher hier noch nicht geboten gesunden Humors kann daher d morgigen letzten Vorstellung n empfohlen werden, zumal alles# wie anstoßen könnte, was früher bei ähnlichen Veranstaltungen nicht immer der Fall gewesen ist. st. Das Konzert der Bückeburger Hofkapelle hatte gestern nachmittag über 200 Besucher im Schützenhofsaal versammelt; es war für jeden ein besonderes Vergnügen, den schönen Vorträgen zu lauschen. Herr Bertram, den wir bereits von einem vorjährigen Konzert des Musikvereins als einen Künstler erften Ranzes kennen lernten, entfesselte mit seinem Cello=Solo„Le Désir“ von Gervais einen wahren Beifallssturm. Ebenso fand das Trompeten=Solo des Herrn Reese den verdienten Beifall. Zum Theaterabend, den gestern der neu gegründete Theaterklub im Saale des Herrn Brockmann veranstaltete, hatten sich so viele Besucher eingefunden, daß der Saal dicht besetzt war. Die Darbietungen fanden vielen Beifall. . Brausebad. Wegen des Bußtages ist das städtische Brausebad morgen, Dienstag, bereits von nachmittags 4 Uhr ab geöffnet. = Die alten Wetterbücher raten, auf den 15. November als einen ziemlich entscheidenden Wendepunkt zu achten; diesmal ist nun mit dem betr. Tage eine ziemlich erhebliche Veränderung in der Wetterlage eingetreten. In der Nacht auf Sonntag war 1 Grad und heute nacht waren 3½ Grad Kälte zu verzeichnen. Die am 15. November einsetzende Frestperiode soll sich nach langjährigen Beobachtungen bis Ende Januar erstrecken. Warten wir ab, was wahres hieran ist. •. Seinem Transvorteur weggelaufen war am einem Kinde. ein Narr, der die Not nicht erkennt, ein lorbeereinem Kinde,—L. über andere Dinge zu sinnen shoger ien„Aier, demn Prof, Bogek seine eigreni Säge Peit, ud en benhe, den den gesanmen Rautef Richte an oebden bersuch, Bt.un, geirter Marmorsackel, auf dem in nit den Veriye, Bihen, Heutung geschnüscken Gerüte der Pronge die. wit euen, G. Sismalchgrn, Stricleiter und der Feuerwehr, Art, Schtauun,— zinem Stilleben geordnet find. FUR UNSERE JUGEND (Derkspruch. Wenn jedem laut geschähe, Was leis’ er andern tut: Es ginge vielen wehe Und ginge wen'gen gut. Ein gutes Gerk. Der Sohn eines reichen Fürsten war sehr geneigt zu Werken der Barmherzigkeit. Einst hörte er unbemerkt, wie ein armer und kränklicher Schuhmacher, dem es sehr schwer wurde, seine zahlreiche Familie nur notdürftig zu erhalten, seinem Kammerdiener die Not klagte, in der er sich befand. Ein Wucherer, der ihm einst zum Ledereinkauf zehn Mark geliehen hatte, verlangte das Geld zurück und drohte mit Pfändung. Wie gern hätte der arme Mann gearbeitet; aber während seiner Krankheit war das Geld aufgebraucht, und Leder hatte er auch nicht mehr. Der Prinz eilte in sein Zimmer, um aus seiner Kasse dem Schuhmacher Hilfe zu bringen. Leider fand er nur noch einige Mark vor, und er bat seinen älteren Bruder um zehn Mark, ohne ihm den Zweck zu nennen.„Wann wirst du mir das Geld wiedergeben?“ sprach dieser lächelnd.„Morgen,“ war die Antwort. Er hielt auch Wort.„Woher hast du das Geld, lieber Bruder?“ fragte er, als dieser ihm pünktlich am nächsten Tage die geliehenen zehn Mark wiedergab.„Du weißt,“ antwortete dieser,„daß unser Vater mir jedesmal zehn Mark zu geben pflegt, wenn ich mir ohne Weigerung und standhaft einen kranken Zahn ausziehen lasse. Und das habe ich heute getan, aber—.“ Hier schwieg er.„Aber?“ drang der Bruder in ihn.„Aber es war ein gesunder Zahn, weil ich keinen kranken Zahn hatte, der arme Schuhmacher brauchte das Geld...“ Letzterer erhielt seit der Zeit ausreichende Arbeit und brauchte, da er bald wieder gesundete, später keine Unterstützung mehr. Er hat auch nie erfahren, wer sein Retter gewesen ist. Denn nur der alte Kammerdiener wußte es, durch den jener Wucherer das Geld erhalten hat, und der hat es nur seinem Tagebuche anvertraut, das erst lange nach seinem Tode bekannt geworden ist. Allerlei Lustiges. Zurückgegeben. Ein Einäugiger begegnete sehr früh am Tage einem Buckeligen, den er kannte, und sagte zu ihm:„Lieber Freund, du hast heute schon zeitig aufgeladen.“—„Ja,“ sagte dieser,„lieber Peter, bei dir ist es noch recht früh, denn du hast erst ein Fenster offen!“ Sein Bundesgenosse. Der kleine Karl, der ein stark ausgeprägtes Gerechtigkeits=Gefühl besitzt, muß es mit ansehen, daß sein älterer Bruder von ein paar Gassenbuben„verhauen“ wird, ohne daß er ihm helfen kann. In seinem Schmerz geht er zu seiner vertrautesten Spielgefährtin, einer schönen großen Katze, und flüstert ihr geheimnisvoll zu:„Weißt du, Miezel, wenn du die ungezogenen Jungens einmal triffst, dann kratzt du sie aber gehörig dafür.“ Für fleißige Hände. Brennarbeiten. Schon seit uralten Zeiten, und auch bei den Naturvölkern noch heutzutage, werden allerlei Holzgeräte gern mit Brennarbeiten verziert, die man mit einem, Eisen aufträgt. Es giebt auch besondere Apparate je. welche man statt der Eisen verwenden kann, und mir denen man sogar ganz künstlerische Brand=Malereien herzustellen vermag. Aber solche Apparate sind sehr teuer. Laßt euch darum von einem Klempner(Spengler) zwei je ungefähr 15 Centimeter lange und 2 Millimeter dicke Messingstifte anfertigen, und diese an einem Ende rund zuspitzen, am anderen Ende jedoch breit feilen. Diese zwei Stifte steckt ihr einzeln durch je zwei lange Korke, die als Handgriffe dienen und bei der Arbeit die Finger vor dem Verbrennen schützen. Nun braucht ihr noch eine kleine Spirituslampe. Auf dieser macht ihr abwechselnd die Stifte heiß— je nach Bedarf die runde oder breite Spitze— und könnt dann vollständige schmale und ganz breite Linien und Muster aller Art auf alle Holzgegenstände, Stiefelknechte, Fußbänke, Küchenlöffel und Quirle, Kästen, Laubsägearbeiten u. v. a. einbrennen. Die Linien müssen schwach werden. Sobald der Stift nicht mehr heiß genug ist, wird er gegen den anderen, inzwischen heißgemachten, umgetauscht. Allerlei Zeitvertreib. Elektrisieren. Zu diesem Spiel, das ja nur ein kleiner Scherz ist, gehören ein Häuflein Eingeweihte, während derjenige, welcher elektrisiert werden soll, natürlich keine Ahnung haben darf. Er muß ins Nebenzimmer, während man auf dem Tisch eine Menge Gegenstände aufbaut, Messer, Scheeren, Bleistifte u. s. w., alles bunt durcheinander. Einen derselben ernennt man nun als Träger des elektrischen Stroms; am besten tut man, man wählt den letzten Gegenstand, den der Mitspieler, an dem das Kunststück probiert wird, berührt. Nun wird dieser hereingerufen und ihm erklärt, daß einer der Gegenstände auf dem Tische elektrisiert sei, so stark, daß die Hand, die ihn berühre, zurückzucke. Man spricht dem Unkundigen noch Mut zu, die Sache sei nicht so gefährlich, und bittet ihn, den elektrisierten Gegenstand ausfindig zu machen. Es gewährt schon einen erheiternden Anblick, wenn man den Finger so behutsam und zaghaft von einem Gegenstand, zum andern tippen sieht. Berührt nun der Finger den bezeichneten Gegenstand, dann schreit die ganze Gesellschaft, die sich bis dahin lautlos still verhalten muß, auf einmal los, und der Betreffende fährt unter allgemeinem Heiterkeits=Ausbruch wirklich wie elektrisiert zusammen. Kätsel und Aufgaben. 1. Du trinkst ihn, und er giebt dir Kraft, Er wird gewonnen von Traubensaft.— Doch wenn man ei mit ie vertauscht hat, Ist's eine europäische Hauptstadt. 2. Es spinnt und schnurrt, Miant und knurrt, Hat eine scharfe Tatze Und ist doch keine Katze. 3. Silbenrätsel. Aus folgenden 28 Silben: a, a, ar, brik, bu, can, er, kad, ke, lei, li, na, ne, no, ra, ra, rat, ru, sas, san, ta, tar, topf, ves, vor, zar, sollen neun Worte gebildet werden, die in ihren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, und in ihren Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein jetzt.vielgenanntes Land und den Weltteil, den es angehört, ergeben. (Auflösungen in der nächsten Jugend=Nummer.) go Auflösungen der Kätsel in letzter Jugend-Nummer, 1. Der Fluß.— 2. Die Ameisen.— 3. Die Stricknadel. Scherzfragen: 1. Die Schnecke.— 2. Naß. Höhe bis zur Spitze des Giebelfeldes etwa 4 unr beträgt, und wird seitlich abgeschlossen von zwei hochaufragenden kraftvollen Pylonen. Die bildnerische Hauptdarstellung befindet sich in der Mitte des niedrigen Teiles in der Architektur, die bekrönt wird von einem mit Mohnblumen gezierten abgerundeten Giebelfelde, an das sich stilisierte Wellen mit Delphinabschlüssen anfügen. Die Hauptfläche darunter veranschaulicht im Relief die Bekämpfung des entfesselten Elementes. Das Feuer ist verkörpert gleichsam durch eine Hydra mit tausend züngelnden Schlangenköpfen. Diesem Ungeheuer tritt Herkules mit erhobener Keule entgegen, während sein Sohn die Schlangenköpfe mit der Fackel ausbrennt, um sie unschädlich zu machen. Pallas steht zur Seite mit Schild und Stab, als treue Schirmerin der Städte. In mehr zurücktretenden schmalen und flacheren Reliefs an beiden Seiten zeigen sich Angehörige aller Stände, die Hilfe in Feuersgefahr erwarten: Links eine Krankenpflegerin mit ihrem kuteenden Schützling, ein Geiziger, der ängstlich seinen Schatz hütet, ein Ritter und ein alter Fürst; rechts ein knieendes Mädchen mit Trennung wiedergefunden haben. Ste„vegzegen, errugger, umarmten sich und der Kommiffsär tieh g fgchntge baf. Geliebten der Beiden stellte es sich jedoch heraus, vaß er von der Polizei wegen verschiedener Vergehen gesucht werde. mahl Marie, als Louise baten den Kommissäh, ihn nur einzusperemn, und verscherten, sie, rigen#u. Prlangen nach ihm. Ueber das Hindumädchen Radieg, welsches die chirurgische Operation der Trennung von ihrer Zwillingsschwester Dodiea überlebt hat, erfährt der„Petit Parisien“, sie gegenwärtig in ärztlicher Behandlung in Hyères in Südfrankreich steht, ab.r nicht wegen der Folgen der schweren Operation, sondern weil sie tuberkulbs ist. Jede Luft= oder Temperatunveränderung macht sich bei dem dreizehnjährigen Mädchen fühlber, aber ihr Arzt hofft doch, sie endgiltig zu heilen. Als sie befragt wurde, ob sie Sehnsucht nach ihrer Zwillingsschwester Dodicia habe, machte sie eine abwehrende Geimasse, und auch ihre Augen schienen zu sagen, daß sie ihr keine Thränen nachweine. In der That war Dodiea vile stärker und schwerer, als Radica, und letztere mußte Tag und Nacht viele Unannehmlichkeiten erdulden. Mit ganzer Seele sehnt sich Radica nach dem Zirkusleben zurück, das ihre ganze Kindheit ausfüllte, und somit Abwechslung bot. Was der Humbertschwindel Frankreich kostet. In der französischen Kammer ist mitgeteilt worden, daß die Gebühren für die vom Justizministerium in der Humbert=Angelegenheit nach dem Auslande und den Kolonien gesandten Depeschen nicht weniger als 44000 Franken betragen. ne Messe 4500 Meter über dem Meere. Auf dem steilen Gipfel der Monte Rosagruppe, auf dem Cervino, ragt seit wenigen Tagen ein Kreuz in die Lüste. Eine Sammlung unter den Bewohnern des Aostathales und der Mut und die Ausdauer von sechs Bergführern haben die Aufrichtung diesen Mahrzeichens en Tolches Gähs suwäglicht(Ex man Jein Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Stichwahl Klingenhagen—Thomas. Von verschiedenen Seiten wird die Frage aufgeworfen, wen haben von diesen beiden Kandidaten der Arbeiterpartei die Mitglieder der Bürgervereinigung ihre Stimmen zu geben. Diese Frage stellen, heißt sie entscheiden. Denn wir haben die Auswahl unter diesen beiden der Arbeiterpartei zu überlassen und unsere sämtlichen Stimmen auf den zu lenken, den diese für den geeigneten Kandidaten hält und als solchen proklamiert. Die Verfolgung von Sonderinteressen überlassen wir dem Feldmärkerverein; dieser darf sich auch in vorliegender Frage die Bürgervereinigung nicht schuldig Ziehung den 29. Noybr. 1902. Ich bringe Ich bringe Glück! 1• Hamha.„ Glück Erneuerung des Domes in Meissen. Von hoher Regierung amtlich genehmigte Lotterie für Königreich Sachsen, Preussen, Bayern etc. Sehr günstige Gewinnchancel E Für den geringen Einsatz von Mark 5.— sind 1100,000 flli Nur baare Geldgewinne. zu gewinnen. Gewinne ohne jeden Abzug zahlbar. Ziehuns 29. Norbr.1902 und folgende Tage im Ziehungssaale in Meissen. —„Usee und au gut dienende Unternehmen wird freundlicher Beachtung und Unterstützung durch Abnahme von Loosen empfohlen; falls diese Inzwischen vergriffen, offerire sofort andere. Hoffentlich geben Sie mir Gelegenheit, Ihnen schen recht bald einen grösseren Gewinn auszuzahlen. GEWINN-PLAN: 80 8 — 6 2— □ □ — 85 E E 92 E 1 Prämie zu 60000 Mk.- 60000 Mk. 1 Gewinn zu 40000 Mk.- 40000 Mk. 1 Gewinn zu 20000 Mk.- 20000 Mk. 1 Gewinn zu 10000 Mk.- 10000 Mk. 1 31 GObaare Geldgewinne u. 1 Prämie im Betrage von 375 000 Mk. tr □ 8 72 □ 8 762 Seweit mein Vorrath reicht, offorire ich Loose zum Planpreise& MK. 3.— incl. Die Nachfrage nach diesen Loosen ist in Anbetracht des guten Zweckes und der äusserst günstigen Gewinnchancen eine sehr grosse und erbitte ich Ihre gefl. Bestellung umgehend. Bestellungen erfolgen am bequemsten auf dem Abschnitt einer Pestanweisung, doch werden auch Coupons und Briefkarken in Zahlung genommen.— Für Porto und Liste sind 20 Pfg. beizufügen. Fritz Engemani, Laderie Gesdäit. Lübeck. Postanweisungen bis 5 Mark sind nar mit 10 Pfg. zu frankiren. h r r r a * n d * d * hätte gewiß anspannen lassen.“ Druckfehler. In einem historischen Roman soll es heißen:„Ach! Soldaten zu lieben, sei einer deutschen Jungfrau nicht verwehrt.“ Statt dessen steht:„Acht Soldaten zu lieben, lei einer deutschen Jungfrau nicht verwehrt.“ Ausgeplaudert. Die kleine Else stolz:„Mama, heute bin ich aber zweispännig gefahren!“—„Wieso zweispännig?“—„Nicht wahr. Anna, du hast einen Ulanen und einen Husaren an meinen Wagen gespannt!“ Vor Gericht. Der Verteidiger eines Angeklagten versuchte einen Zeugen durch ein Kreuzverhör zu verwirren.„Sind Sie auch sicher,“ fragte er,„daß es der siebzehnte gewesen ist?—„Ganz sicher,“ erwiderte der Zeuge.—„Aber aus welchem Grunde sind Sie sicher?"—„Nun," versetzte der Zeuge ironisch,„weil am Tage vorher der sechzehnte und am Tage nachher der achtzehnte war.“ * weil er einem sozialistischen Blatte einen Artikel über seinen General eingesandt und von qu. Blatte dieser Artikel veröffentlicht worden war. Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis sei er Anarchist geworden. Er habe sein sämtliches Hab und Gut verkauft und den Erlös an die Bauern der Umgegend von Neapel verteilt. Vollständig mittellos habe er sich alsdann auf Reisen begeben. Vor 7 Jahren sei er in London gelandet und habe auch dort geheiratet. Augenblicklich sei er Vater eines 4jährigen Kindes. In London habe er Beziehungen zu den Anarchisten unterhalten. Sein einziger gewesen, einen Monarchen zu töten. Am Schlusse des Verhörs erklärte er, er bedaure, den König nicht getötet ###eh, aber er hoffe ein Anderer werde glücklicher in der Ausführung einer solchen That sein. Eines Tages werde sein Sohn groß sein und sich erinnern, was ich für und durch die Gesellschaft gelitten habe. Er wird mich dereinst rächen. Der Revolver, dessen sich der Attentäter bediente, hat ein Kaliber von neun Millimeter. Rom. 1. Nov. Der Bürgermeister von Bitonto, der Heimat Rabino's, hat im Nemen der Stadt ein Sympathietelegramm an König Leopold gesandt. Ueber die Persönlichkeit des Attentäters verlautet noch, daß Rubino aus anständiger Familie stammt. Sein Vater nahm an den Befreiungskriegen teil. Rubino selbst besuchte die Realschule und wurde später Lehrer der französischen Sprache an einem Institut in seiner Vaterstadt. Später wurde er in Mailand wegen Betrugs zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Von den Sozialisten wurde er noch bis zum letzten Sommer als „Spitzel" bezeichnet, und das römische Parteiorgan der Sozialisten warnte vor einem Umgang mit Rubino.] # Die Suche nach Anarchisten.: s. Brüssel, 16. Nov. Gestern abend um 10 Uhr begab sich eine Anzehl Polizisten nach dem Vororte Forrest, wo sie in einem bekannten Wirtshause, welches vorwiegend von Anarchisten besucht wird, eintrafen und sämtliche Anwesende 2 Frauen und 10 Männer verhafteten. Dieselben wurden vor den Polizeikommissar gebracht und einem Verhöre unterzogen. Erst nachdem sich herausgestellt, daß sie keine Mitschuldigen seien, wurden sie bis auf einen frei gelassen. Dieser, ein gewisser Kiener, aus dem Elsaß, welcher erst seit acht Tagen in Brüssel anwesend, wurde zurückbehalten, weil man bei ihm einen Dolch fand. Der gern gesehene„Kaffee=Onkel bringt Pfeitter& Diller’s Kaffes-Essonz in Dosen in Erinnerung.— Einmal gebraucht, kann man sie nie mehr entbehren. Dose 30 Pfg. Jea#w. rtiicher Reduttenr: Paul Sattler den Inseraientell verantwortuch: Georg Bese, Freck#d Verlag Ehrstien Or otin, sämtlich Gestützt durch das gesunde Urteil des Publikums nimmt Sunlight Seife den ersten Rang als Wasch- und Haushaltungsselle ein Wenn dieselbe nach unserer Gebrauchsanweisung angewandt wird, fällt die Qual des Waschtages weg. Versuchen Sie es bei Ihrer nächsten Wäsche und überzeugen Sie sich selbst hiervon, denn Junlicht Leife Possberg& Schumacher. Fernsprecher Nr. 110. Kohlen, Koks, Brikets, Kalk, Cement, Thonrohre, Platten, steine, Rohrgewebe und alle sonstigen Baumaterialien. Comptoir: Engerstraße 415. 280 Engerstraße 415 u. Diebrockerstraße 4. Grosse Freude! Glas=Christbaumschmuck enthaltend zu Weihnachten bereiten unsere Riesensortimente alds„Oetiogemsrhugen, prachtvolle Decorationen in bemalter, farbig glänzender, farbig matter und versfilberter Ausführung, als: Lustballons, Oliven, Glocken, Naturfrüchte, wie Weintrauben, Aepfel, Birnen, Kirschen 2c., verschiedene künstliche Thiere, Sis= und Tannzapfen, elegante, mit Chenille und Cantille übersponnene Phantasieartikel, prächtige Baumspitze, Strangkneeln, Brillantreflexe, Papageien und Fasanen mit natürlichen Federn, Engel mit Frisur, beweglichen Flügeln und Seidenkleid 2c. Nur hochfeine Sachen in diversen Größen. Alles franco inclusive solidester Verpackung zu folgenden spottbilligen Preisen: Gortiment I zu 172 Stück M. 3.— ortiment II zu 310 Stück M. 5.—, mit der Gratis=Beigabe von je 1 Packet Engelshaar und Confecthaltern, sowie(nur bei Sortiment II) einem mit Glasfrüchten und Blumen prachtvoll garnirten Fruchtkorb(Länge 29 cm). a Greiner,Hoflieferanten, Lauscha(Sachs.=M.) Allerhöchste Anerkennung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin sowie zahlreiche ehrenvolle Dankschreiben aus allen Kreisen. Langjährige ständige Lieferung an den Kaiserlichen Hof.— Versandhaus der Branche mit eigener Postpacket=Selbstabfertigung. Die Burengenerale. Botha, Delarey und Schalk Burger treten Ende November die Rückreise nach Südafrika an. Die Sammlungen für die Burenfamilien haben bisher zwei Millionen Mark ergeben. Die Räumung Shanghais beginnt. Eine Depesche des„Standard“ aus Shanghai meldet: Die japanische Garnison hat Befehl erhalten, Shanghai am 22. d. M. zu raumen. Herforder Kreis = Die alten Wetterbücher raten, auf den 15. November als einen ziemlich entscheidenden Wendepunkt zu achten; diesmal ist nun mit dem betr. Tage eine ziemlich erhebliche Veränderung in der Wetterlage eingetreten. In der Nacht auf Sonntag war 1 Grad und heute nacht waren 3½ Grad Kälte zu verzeichnen. Die am 15. November einsetzende Frestperiode soll sich nach langjährigen Beobachtungen bis Ende Januar erstrecken. Warten wir ab, was wahres hieran ist. . Seinem Transporteur weggelaufen war am einem Kinde, ein Narr, der die Not nicht erkennt, ein lorbeerbekränzter Dichter, der noch über andere Dinge zu sinner scheint, und ein Künstler, dem Prof. Vogel seine eigenen Züge zu geben versucht hat. Unter dem gesamten Relief steht ein mit dem Berliner Bären gezierter Marmorsockel, auf dem in Bronze die mit einem Eichenkranz geschmückten Geräte der Feuerwehr, Axt, Schlauch, Signalhorn, Strickleiter und der krönende Helm ganz malerisch zu einem Stilleben geordnet sind. An den reichgeschmückten Hauptteil der Mittelarchitektur gliedern sich zwei Seitenteile. Diese tragen die beiden schönen, Auslosung der Ge dem 1. Dezember beginnende Sc jetzt durch das Los folgende Herre Disselhorst Emil, Lederfabrikant, Mi Kolon, Exter; Schütz Hermann, höverer Fritz, Minden; Weis Jul v. Konsbruch Oskar, Rittergutsbe mann August, Bankdirektor, Hers Fabrikant, Bischofshagen; Durst Bünde; Hagemeier Hermann, Ko Albert, Rentner, Minden; Busch meister, Bielefeld; Bagelmeier## Tenge Harald, Dr., Eisenhüttenbe kant, Versmold; Schmidt H., Zige hoff, Bernhard, Landwirt, Herze Meisen Nr. 2; Frederking W., K land Alfred, Buchhändler, Minden Offelten; Lümkemann Karl, Kauf Josef, Landwirt, Brake; Droste Melbergen; Stadler Bernh., Kar tering Jobst, Kolon, Elverdissen; Maslingen; Elmendorf Theodor, Degen Albert, Schornsteinfegermei Max, Maurermeister Bielefeld. n In der Stiftberger die Heizungsanlage so weit ged Gottesdienste wieder ihren Anfang Die Ravensberger für den 10. Dezember in Aussich * Familienabend. Der hiesigen Jünglings= und Männer zahlreichen Besuches, und alle Teilt nach Hause gegangen sein. Die wiegend musikalischen Charakters. mit seinem Posaunen=Doppel=Quar das Programm vor, mit welche Weltkonferenz der evang. Jüngling August d. I. einen großen Eindri stungen des Quartetis sind in der wert. Die Reinheit des Tons,d zelnen Stimmen, die Beherrschun seinsten Piano wie beim kraftvoller Vortrag, aules vereinigte sich, um schaffen. Aus dem gehaltreichen ders wirkungsvoll hervorgehoben Geuß",„Die Blümlein, sie schlaf seligen Ende", sämtlich von dem in weiteren Kreisen bekannt gen Komponisten Masberg, der eine Z direktor war.— Außer den Vort das Programm einige Deklamatic Jünglingsvereins sowie eine Anst in welcher er mit köstlichem Hu Weltkonferenz in Christiania erz Herin P. Richter gipfelte in der von dessen Kraft, Innigkeit und tiefen Eindruck gegeben, im Leben * Der Quartettverein den zahlreichen Besuchern des im tungsfestes so genußreiche Stun schnell vergingen. 0 Turngemeinde. Mitglieder unserer Turngemeinde unternahmen, hatte eine sehr rege * Die hiesige Ortsgrup Handlungsgehilfen=Verbandes hat tungsfest im Bürgerverein ein s. gramm aufgestellt, daß die zahlre höchst vergnügte Stunden verbrach m Leipziger Sänger. ausverkauftem Hause statt und wu wie in den Einzelleistungen nur## reichliche und wohlverdiente Beifall des vielseitigen Programms zu T des Herrn Bergen darf mit Recht für sich in Anspruch nehmen; die ihrer Aufgabe gerecht und biete vorher hier noch nicht geboten gesunden Humors kann daher d morgigen letzten Vorstellung n empfohlen werden, zumal alles 1 wie anstoßen könnte, was früher bei ähnlichen Ver##### nicht immer der Fall gewesen ist. st. Das Konzert der Bückeburger Hofkapelle hatte gestern nachmittag über 200 Besucher im Schützenhofsaal versammelt; es war für jeden ein besonderes Vergnügen, den schönen Vorträgen zu lauschen. Herr Bertram, den wir bereits von einem vorjährigen Konzert des Musikvereins als einen Künstler ersten Ranzes kennen lernten, entfesselte mit seinem Cello=Solo„Le Désir“ von Gervais einen wahren Beifallssturm. Ebenso fand das Trompeten=Solo des Herrn Reese den verdienten Beifall. Zum Theaterabend, den gestern der neu gegründete Theaterklub im Saale des Herrn Brockmann veranstaltete, hatten sich so viele Besucher eingefunden, daß der Saal dicht besetzt war. Die Darbietungen fanden vielen Beifall. 1. Brausebad. Wegen des Bußtages ist das städtische Brausebad morgen, Dienstag, bereits von nachmittags 4 Uhr ab geöffnet. We wi sch erl sich ein rit M Ge Pr G ein M da wa da lich ga jed We las er. ein ar! bri stü ge du ha na 81 Bl Fr sag der S kei Br da de da B vö * Z i e h u n g 2 0. N o u b r. 1 9 0 2. Mittelst Allerhöchster Cabinets-Ordre auch im gesammten Preuss. Staatsgebiete genehmig Hauptgewinn Greaste 100.,OOO Mk. ohne Abzug. st # se I 9 T A 1 8 1 di le 8 E 1 E be in st D# al 2 al Hauptgewinn im günstigst. Fall 100.000 Mk. ohne Abzug. Bitte bier abzutrennen! pe Bestell-Briefl * * An Fritz Engemann, Lotterie-Geschäft, Lübeck. Meissner Dombau-Lotterie wollen Sie mir umgehd.— Loos zugehen lassen Zur Der Betrag von Mark Für Porto und Liste sind 20 Pfg. beizufügen. gleichzeitig durch Postanweisung. einliegend(Einschreiben). (Nichtgewünschtes bitte zu durchstreichen.) Adresse: Vor- und Zuname: Stand: Wohnort: Nächste Poststation oder Strasse: Diesen Bestellzettel bitte sofort absenden zu wollen, damit ich ihre werthe Bestellung noch ausführen kann. Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen. 9 # 5 5 e r Bitte um recht deutliche Schrift und genaue Adresse. Halte mich auch zum Deluren Loose empfohlen, von denen stets grössere Anzahl auf Lager Bezug anderer staatlich genehmigter Lotte, h Trennung wiebergesunden haben. Sie verziehen einunder, umarmten sich und der Kommissär ließ sie Beide frei. Vom Geliebten der Beiden stellte es sich jedoch heraus, daß er von der Polizei wegen verschiedener Vergehen gesucht werde. Sowohl Marie, als Louise baten den Kommissär, ihn nur ein„## i# vertospert gleichsam chirurgische Operation der Trennung von ihrer durch eine Hydra mit tausend zungelnden Schlangenropfen. schwester Dodica überlebt hat, erfährt der„Rettz H###t: Diesem Ungeheuer tritt Herkules mit erhobener Keule entgegen, daß sie gegenwärtig in ärztlicher Behandlung." Vuriseer: während sein Sohn die Schlangenköpfe mit der Fackel aus Südfrankreich steht, ab.r nicht wegen d###### in Hyeres m. fl. a fl.ut uum Seite 1 Operatian, souhern weif Ke zub.=1.6—2##. Jolgen der schweren Höhe vbis zur Spitze des Giebelfeldes etwa 4 ur beträgt, und wird seitlich abgeschlossen von zwei hochaufragenden kraftvollen Pylonen. Die bildnerische Hauptdarstellung befindet sich in der Mitte des niedrigen Teiles in der Architektur, die bekrönt wird von einem mit Mohnblumen gezierten abgerundeten Giebelfelde, an das sich stilisierte Wellen mit Delphinabschlüssen anfügen. Die Hauptfläche darunter veranschaulicht im Relief die Bekämpfung des entfesselten Elementes. Das Feuer ist verkörpert gleichsam eine Hydra mit tausend züngelnden Schlangenköpfen brennt, um sie unschädlich zu machen. Pallas steht zur Seite mit Schild und Stab, als treue Schirmerin der Städte. In mehr zurücktretenden schmalen und flacheren Reliefs an beiden Seiten zeigen sich Angehörige aller Stände, die Hilfe in Feuers### erwarten: Links eine Krankenpflegerin mit ihrem kuteenden Bister und ein Jeiziger, der ängstlich seinen Schatz hütet, ein Ritter und ein alter Fürst; rechts ein knieendes Mädchen mit Operation, sondern weil sie tuberkulbs ist. Jede Luft= oder Temperaturveränderung macht sich bei dem dreizehnfährigen Mädchen fühlber, aber ihr Arzt hofft doch, sie endgiltig zu heilen. Als sie befragt wurde, ob sie Sehnsucht nach Zwillingsschwester Dodicia habe, machte sie eine abwehrende Geimasse, und auch ihre Augen schienen zu sagen, daß ste ihr keine Thränen nachweine. In der That war Dodies stärker und schwerer, als Radica, und letztere mußte Tag und Nacht viele Unannehmlichkeiten erdulden. Mit ganzer Seele sehnt sich Radica nach dem Zirkusleben zurück, das ihre ganze Kindheit ausfüllte, und somit Abwechslung bot. Was der Humbertschwindel Fraukreich kostet. In der französischen Kammer ist mitgeteilt worden, daß die Gebühren für die vom Justizministerium in der Humbert=Angelegenheit nach dem Auslande und den Kolonien gesandten Depeschen nicht weniger als 44000 Franken betragen. Eine Messe 4500 Meter über dem Meere. Auf dem steilen Gipfel der Monte Rosagruppe, auf dem Cervino, ragt seit wenigen Tagen ein Kreuz in die Lüste. Eine Sammlung unter den Bewohnern des Aostathales und der Mut und die Ausdauer von sechs Bergführern haben die Aufrichtung dieses Wahrzeichens in solcher Höhe ermöglicht. Es war kein leichtes Stück Arbeit, die acht Bestandteile des Kreuzes, das 85 Kilogramm wiegt, auf die Spitze des Berges zu schaffen. Ein Priester begleitete die Expedition, um das Kreuz zu weihen, und bei herrlich klarem Wetter, angesichts der höchsten Gipfel Europas, las er die Messe. Ein Telegramm aus Guatemala vom 9. November berichtet über einen großen Verlust an Leben und Eigentum infolge des jüngsten Ausbruches des Vulkans Santa Maria. # enehmig Hunderte von Menschen sollen tot sein. Eine amerikanische Heyl u. Dolphin=Briefstempelmaschine ist seit kurzem beim Briespostamt in Berlin versuchsweise in Thätigkeit. Sie übertrifft mit ihren Leistungen alle ihre Vorgänger und leistet 60000 Stempel in der Stunde. Der runde Stempelabdruck mit der Angabe von Ort und Zeit unterscheidet sich von den bisherigen dadurch, daß die Zeitangabe alle halbe Stunde gewechselt wird. estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. Hia Sepp sei' Liab' g'steht! Jatzt geh’ i zur Nani, diskerrieren recht fein, K lassen. sung. hen.) * So sog i zum Hansl, wia lustig werd's sein! Aber wenn i bei ihr sitz’, so ganz in der Neach, Und i ihr derzahl'n will, von d’ Gams'n und Reach, Da faßt mi a Grus'ln und rot wer i da, Wia gern Wia oft I han Aber heut geh i hin, schrei, so laut i nur kann, Bei der Stub'ntür glei' eini,„Wia gern i si han.“ un hon i vom Herzen die saggrische G’schicht, Nacher weich' i a Kerzen von an damisch'n G'wicht. # 0 In der Begeisterung. Eine Künstlerin hatte den Auftrag erhalten, einen Kranz von frischen Blumen auf das Grab eines Freundes zu legen. Auf dem Wege nach dem Friedhofe wird sie von einem Gewitter überrascht und sieht sich gezwungen, in einem Hause Obdach zu suchen. Vergebens wartet sie, daß der Regen aufhören möge. Es wird Abend, und so kehrt sie dann unverrichteter Sache nach der Stadt zurück und begiebt sich direkt ins Theater. Man giebt Othello mit einem berühmten, ja sehr berühmten Gaste in der Titelrolle. Entzückt von dem Spiel des Künstlers, wirft sie in der Begeisterung Othello ihren Kranz zu, den sie bei sich behalten hat. Othello hebt ihn auf, drückt ihn an seine Lippen und nimmt ihn mit in die Garderobe.— Wie mag ihm aber zu Mute gewesen sein, als er die Worte gelesen, die das weiße Band des Kranzes zierten:„Schlafe sanft, du edler Freund, jenseits sind wir bald vereint.“ Lotter er ha! Schmeichelhaft: Fräulein:„Sind Sie empfindlich im Essen?“— Herr: „Seyr, denken Sie, wie Sie neulich so leberkrank waren, habe ich doch keine Gänseleber essen können!“ Sein Bedenken. „Jean, ich höre, Ihre junge Gräfin ist Nachtwandleein; sie ist ja nachts beim Mondschein im Park gesehen worden.“— Jean:„Zu Fuß? Glaube ich nicht. Sie —„JLüf! 77474. □“ hätte gewiß anspannen lassen. Druckfehler In einem historischen Roman soll es heißen:„Ach! Soldaten zu lieben, sei einer deutschen Jungfrau nicht verwehrt.“ Statt dessen steht:„Acht Soldaten zu lieben, lei einer deutschen Jungfrau nicht verwehrt.“ Ausgeplaudert. Die kleine Else stolz:„Mama, heute bin ich aber zweispännig gefahren!“—„Wieso zweispännig?“—„Nicht wahr. Anna, du hast einen Ulanen und einen Husaren an meinen Wagen gespannt!“ Vor Gericht. Der Verteidiger eines Angeklagten versuchte einen Zeugen durch ein Kreuzverhör zu verwirren.„Sind Sie auch sicher,“ fragte er,„daß es der siebzehnte gewesen ist?—„Ganz sicher,“ erwiderte der Zeuge.—„Aber aus welchem Grunde sind Sie sicher?"—„Nun," versetzte der Zeuge ironisch,„weil am Tage vorher der sechzehnte und am Tage nachher der achtzehnte war.“ (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Zur Stichwahl Klingenhagen—Thomas. Von verschiedenen Seiten wird die Frage aufgeworfen, wen haben von diesen beiden Kandidaten der Arbeiterpartei die Mitglieder der Bürgervereinigung ihre Stimmen zu geben. Diese Frage stellen, heißt sie entscheiden. Denn wir haben die Auswahl unter diesen beiden der Arbeiterpartei zu überlassen und unsere sämtlichen Stimmen auf den zu lenken, den diese für den geeigneten Kandidaten hält und als solchen proklamiert. Die Verfolgung von Sonderinteressen überlassen wir dem Feldmärkerverein; dieser darf sich auch in vorliegender Frage die Bürgervereinigung nicht schuldig machen. In der Stichwahl Tilker—Wege wählen wir selbstverständlich unsern Kandidaten Tilker. Viele Mitglieder der Bürgervereinigung. Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Stadt Herford. Nachrichten vom 10. bis 15. November 1902. Geburten: 1 Sohn: dem Hülfsrangiermeister Carj Oelmann, Bahnarbeiter Hermann Tiemann, Maurer Heinrich Schröder, Postschaffner August Tilker, Agent Johann Schneidereit, Schieferdecker Heinrich Mühlenforth, Fabrikarbeiter Heinrich Wörmann, Maurer Carl Pudicke. Eine Tochter: dem Maurer Friedrich Müller, Handarbeier Friedrich Waddenberg, Färber Ludolf Blase, Tischlermeister Heinrich Monke, Maurer Hermann Weitkamp. Aufgeboten: Arbeiter Heinrich Wortmann und Anna Gößling, Schneider Heinrich Vahle und Näherin Alwine Pohlmann, Fabrikarbeiter Coura) Groß und Fabrikarbeiterin Josefa Weiß, Zuckerarbeiter Gustav Himpel und Dienstmagd Wilhelmine Tiekenhenrich. Ebeschließungen: Landbriefträger Heinrich Holste und Luise Klusmann, Fabrikarbeiter Wilhelm Frensemeier und verwitwete Glasfabrikant Marie Stender, Handlungsgehülfe Oskar Stipp und Christiane Prieser., Tischler Wilhelm Künkemeyer und Näherin Anna Heidemann, Tischler Heinrich Schnieder und Dienstmagd Hanne Willmann. Sterbefälle: August Schröder 11 Monat, Kolon Friedrich Bleikamv 76 Jahre, Walter Heuer 2 Monate alt. Course der Berliner Börse. Mitgetsllt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Aks.-GeHerford, 15. November 1902 3% Preuss Consols 91,40 3½%„„ 101,90 3% Deutsche Reichsanleihe 91.30 Prov.-Anl. 5 4% Bielef, Stadtanleihe 4% Hamb. HypothekenPfandbriefe 1910 4% Rhein, Westf. Bodenkred.-Pfandbriefe 1905 100,75 4% Meinig. Hypoth.102.— 89,80 100.— 104,75 104.— 102.75 Pfandbriefe 1906 Deutsche Bank-Akt. Disc. Commandit-Akt. A. Schaaffhausen'scher Bv. Gelsenkirchener Bergw.Aktien Hibernia Bergw.-Aktien Harpener dto. Harb.-Wien, Gummi-Akt Phonix Bergw.-Aktien Bankdiscont 4% Tendent: fest. 102,50 209.75 187,30 113,20 171,90 171,90 166,20 315,75 118.20 Meteorologische Witternugsbericht vom 12. November Höchste Temperatur des Vortages: 5,4“ Niedr. Temperatur in der Nacht:—3,60, Temperatur um 7 Uhr vorm.:—3,60. 11„„:—1.40 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 766,1 men Tägliche Niederschlagshöhe:— uim Wind: Mäßiger O. Wetter: Heiter. 18. Nov. Witterungsfortdauer mit mäßigen Winden. östlichen Telegramme und Telephonische Reldunge Ein Artillerie=Depot in Flammen. Berlin, 1°. Nov. Seit gestern steht in Brandenburg das außerhalb der Stadt gelegene Artilleriedepot in Flammen. 2 große Schuppen, in denen Kriegsmaterial lagerte, sind bereits zerstört. Ueber die Entstehungsursache des Brandes ist noch nichts bekannt. Zum Attentatsversuch auf König Leopold von Beigten. der Brüssel, 16. Nov. In einem weiteren Verhör erklärte Attentäter, er sei während seiner Militärzeit Anarchist geworden; er sei zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. weil er einem sozialistischen Blatte einen Artikel über seinen General eingesandt und von qu. Blatte dieser Artikel veröffentlicht worden war. Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis sei er Anarchist geworden. Er habe sein sämtliches Hab und Gut verkauft und den Erlös an die Bauern der Umgegend von Neapel verteilt. Vollständig mittellos habe er sich alsdann auf Reisen begeben. Vor 7 Jahren sei er in London gelandet und habe auch dort geheiratet. Augenblicklich sei er Vater eines 4jährigen Kindes. In London habe er Beziehungen zu den Anarchisten unterhalten. Sein einziger ### S########esen, einen Monarchen zu töten. Am Schlusse des Verhörs erklärte er, er bedaure, den König nicht getötet zu haben, aber er hoffe ein Anderer werde glücklicher in der Ausführung einer solchen That sein. Eines Tages werde sein Sohn groß sein und sich erinnern, was ich für und durch die Gesellschaft gelitten habe. Er wird mich dereinst rächen. Der Revolver, dessen sich der Attentäter bediente, hat ein Kaliber von neun Millimeter. Rom. 1. Nov. Der Bürgermeister von Bitonto, der Heimat Rubino's, hat im Nemen der Stadt ein Sympathietelegramm an König Leopold gesandt. Ueber die Persönlichkeit des Attentäters verlautet noch, daß Rubino aus anständiger Familie stammt. Sein Vater nahm an den Befreiungskriegen teil. Rubino selbst besuchte die Realschule und wurde später Lehrer der französischen Sprache an einem Institut in seiner Vaterstadt. Später wurde er in Mailand wegen Betrugs zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Von den Sozialisten wurde er noch bis zum letzten Sommer als „Spitzel" bezeichnet, und das römische Parteiorgan der Sozialisten warnte vor einem Umganz mit Rubino.] Die Suche nach Anarchisten. Brüssel, 16. Nov. Gestern abend um 10 Uhr begab sich eine Anzahl Polizisten nach dem Vororte Forrest, wo sie in einem bekannten Wirtshause, welches vorwiegend von Anarchisten besucht wird, eintrafen und sämtliche Anwesende 2 Frauen und 10 Männer verhafteten. Dieselben wurden vor den Polizeikommissar gebracht und einem Verhöre unterzogen. Erst nachdem sich herausgestellt, daß sie keine Mitschuldigen seien, wurden sie bis auf einen frei gelassen. Dieser, ein gewisser Kiener, aus dem Elsaß, welcher erst seit acht Tagen in Brüssel anwesend, wurde zurückbehalten, weil man bei ihm einen Dolch fand. # Erhältlich i. allen besser. Colonialwaren- u. Delicatessenhandlungen. Gratis-Proben direct von der SIRIS-GESELLSCHAFT. G. m. b. H., Frankfurt a. M. 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Allerhöchste Anerkennung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin sowie zahlreiche ehrenvolle Dankschreiben aus allen Kreisen. Langjährige ständige Lieferung an den Kaiserlichen Hof.— Versandhaus der Branche mit eigener Postpacket=Selbstabfertigung. Musikverein Herford. Schmidt=sPatent-Waschmaschinen(austsitz) sind allen voran! OOst Wan achte genau auf Namen und Patentnummer und hüte sich vor Nachahmungen. #** hergestellt.###. Jedes Geschält mit Haushaltungs-Arikeln Jährt disse Maschinen. i# Neu eingetroffen: Große Sendungen(Waggonladungen) * Achtung! Dienstag, den 18. ds. Mis Dritter und letzter Humoristischer Abend der Elite Leipziger Sänger mit ganz neuem Programm. Zu auffallend billigen Preisen empfehle: GElorpi# für 6 Personen(neueste Muster) 8, 9, Dendeeerke Cnserpier 10, 12 bis 22 Mk.; dito dito für 12 Personen(reiche Dekore, neue Formen) 15, 20, 25, 30, 38 bis 120 Mk. 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Noybr. 1902, nachmittags 5 U in der grossen Münsterkirche: S Requiem für Soli, Chor, Orchester und Orgel von Moze unter Leitung des Organisten der Münsterkirch Herrn Königl. Musikdirektor Adolph Päts. Solisten: Sopran: Frl. Gerstäcker Alt: Frl. Leimer Tenor: Herr Bekedorf Bass: Herr Kammersänger Brune Voraufgehend Arien aus Mendelssohn’s Eli und Paulus, gesungen von Frl. Gerstäck r und Hen## Kammersänger Brune. 9-2 Preise der Plätze: Im Vorverkauf bei He Wilh. Menckhoff: nummerierter Platz Mk. 1.50,# nummeriert Mk. 1.—, Schüler 50 Pf., Textbück 20 Pf.— Kassenpreis in der Vorhalle der Münstkirche 50 Pf. höher. Die Kirche ist hinreichend geheizt und elektris beleuchter. 311 beleuchtet. Colzkiston und Ristenteile jeder Art für Bahn, Post#. 2 den Export. Kleine kisten für Seifen, Zucker 5 Holzwolle, Crockenrahmen, Flaschentransportkasten etc. empfiehlt bill 4½ 722a] C. J. Becker, Dampfläge- u. Kistenfabrik, Köln-Nin 4 Sanitätskolonne. Heute: Unterrichtsabend. 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