erkord 2 (8 * 12. Jahrg. Nr. 225 Teleph. Anschl. 4 Kreis 6 90 85„ Pe Teleph. Anschl. Zu Herfords Fest- und Ehrentage am 26. September 1902. Deut wirft der Fleiß den schweren Hammer nieder, Heut' schweigt der, Arbeitsstrenge, ernste Oflicht, Die Werkstatt ruht, Fabrik und Dult steh'n einsam, Selbst die Natur erstrahlt im Festgesicht. In farbenreichen lustgen Wogen flattern Die Fahnen in dem Wind. Mit Blütenhängen Sind alle Straßen hoffnungsgrün durchzogen, Darin sich Scharen froher Mienschen drängen. Am blauen Himmel scheint sogarz die Sonne Unteil zu nehmen an der Festeswonne. DEMGROSSEN KURFÜRSTEN STADT HERFORD Denn heut', ein Freudentag, wie er so selten Im Leben einer kleinern Stadt sich beut, Er ist für unser liebes Herford angebrochen. Das ist es, was die Herzen so erfreut. Stets treu, zu Deutschland's Ehre sich entfaltend, In Liebe fest zu seinem Fürstenthron, Nach langem Ringen schwer sich neugestaltend, Wird heute ihm als Dank der Treue Lohn: „Ein Kaisersohn erscheint in seinen Mauern! Mög seines Kommens Segnung weiter dauern Die gelten auch dem holden Götterknaben, Durch dessen Walten nur ein Dolk gedeiht, Dem Frieden, der des Bürgers Mühen segnet Und seines Fleißes Ziel dem Edlen weiht. Dem Frieden, der bewaffnet uns beschirmet, Im Innern stärkt, nach Außen Ansehen Dem Frieden, den Du Kaiser uns gegeben, Um den allein schon heiß Dein Dolk Dich liebt. Drum soll der letzte Wunsch zum Herrn der Welten Dir, vielgeliebter Friedenskaiser, gelten! C. Bürcke. —.— 8 Dem hohen Heil Dir, Sproß vom Zollernstamme! Heil Dir, edler Kaisersohn! Blick auf der Begeistrung Flamme, Die umloht den Herrscherthron. Heut' vor dritthalb hundert Jahren, Zog Dein Ahn' in Herford ein, Endend alle Kampfgefahren, Landesvater hier zu sein. Was der Kurfürst einst versprochen Biederm, treuem Bürgertum, Nimmer ward das Wort gebrochen; Brandenburg gereicht's zum Ruhm. Treu um Treue! Unsre Väter Schätzten jede Wohlthat hoch In der Friedenszeit und später, Als uns drohte fremdes Joch. Treu um Treue! Herfords Söhne Standen mutig ihren Mann, Riefen Kriegsdrometen Töne Wack're Streiter auf den Plan. Zahlreich ist die Heldenreihe, Die für Fürst und Vaterland Treu empfing die Todesweihe Fern auf blut'ger Wahlstatt Sand. Goldne Frucht reift solchen Saaten Kinder, Enkel ernten Glück. Das, verklärt durch Fürstenthaten, Uns mit Dank erfüllt den Blick. Heute finkt darum die Hülle Von des Ahnherrn Bild herab, Der aus seiner Segensfülle Gerne seinem Volke gab. Du bist heut bei uns erschienen, Kaiser Wilhelms, edler Sohn, Stets will Eure Liebe grünen, Treuen Volkes schönster Lohn. Treu um Treue wir geloben Dir, dem Kaiser und dem Reich! Wirst Du sie dereinst erproben, Find'st Du uns den Vätern gleich. Die vor mehr als tausend Jahren Ihrem Herzog Wittekind, Trotzend Drangsal und Gefahren Bis zum Tod gefolget sind. Unentwegt in allen Stürmen Stehn wir fest zum Zollernhaus! Mög' der Himmel Dich beschirmen Wo Du gehest ein und aus! H. Camen. Zur 251-Jahrfeier. Man nennt unsere Zeit oft eine nüchterne, prosaische und tadelt an den Menschen unserer Tage wohl, daß ihre Begeisterungsfähigkeit erstickt sei im Realismus und Materialismus, daß ihnen der Sinn für die höheren Interessen, der Schwung der Seele abhanden gekommen sei. Und auch die Deutschen schließt man von diesem Vorwurf nicht aus. Aber wie bei all den verallgemeinernden Urteilen, so ist auch bei diesem nur ein Teil wahr. Gewiß sind die Deutschen von heute ernster und kühler geworden in ihrem Denken und Thun; der Ernst der Zeit, der schwere Kampf ums Dasein hat diese Wandlungen von selbst herbeigeführt. Unser Blick ist geschärft für die Realitäten des Lebens, und wir haben keine Zeit mehr, gleich unseren Vorfahren kosmopolitischen Träumereien nachzugehen und nutzlose Schwarmgeisterei zu treiben. Wir haben lernen müssen, zu kämpfen und zu ringen um unsere Existenz, und wir haben begriffen, daß wir mit scharfem Blick und nie versiegender Energie den erkämpften Boden behaupten müssen. Wir haben die Bedingungen erkennen müssen, unter denen wir im Kampfe mit mächtigen Mitbewerbern unseren Ruhm und Glanz sichern können. Diese Arbeit hat uns praktischer und kühler denkend gemacht, aber sie hat uns doch nicht die Natur verändern können. Noch immer wohnt im Herzen der Deutschen die Begeisterung für alles Hohe und Edle, nur zeigen wir sie nicht mehr an jedem Tage, wir gehen nicht mehr hausieren mit unseren Gefühlen, wir sind verschlossener und vorsichtiger geworden. Aber tief drinnen in der Brust, da sprudelt der warme Quell und an Tagen, da uns das Herz aufgeht in der Erinnerung an große Entscheidungen der Vergangenheit, da drängt sich von selbst auf die Zunge, was tief drinnen im Busen schlummert: Die Liebe zum Vaterlande, der Stolz auf die errungene Größe, die Dankbarkeit für all das Herrliche, was ein gütiges Geschick dem deutschen Volke gespendet hat. Und solch ein Tag ist nun für uns Herforder angebrochen; heute, da 250 Jahre sich vollenden, daß Herford zu Preußen gehört, daß das Schicksal uns verknüpft hat mit dem brandenburgisch=preußischen Staate. Jubelnd drängt sichs auf die Lippen, daß es das Schicksal so gefügt, daß wir haben teilnehmen können an dem hohen Flug, den der preußische Adler genommen, daß wir Mitglieder geworden sind des großen Staatswesens und Teil haben an seinem Ruhm und seinem Ansehen. Wenn unsere Stadt nun den 250jährigen Gedenktag überaus festlich begeht, so soll dies ein äußeres Zeichen der Dankbarten sein gegen das geliebte Herrscherhaus. Aus gleicher Gesinnung ist auch das von unserem Landsmann, Herrn Bildhauer Wesing geschaffene Denkmal entstanden, das dem gewaltigen Fürsten gesetzt ist, der Herford in energischer, zielbewußter Arbeit seinem Reiche eingefügt hat. Eine besondere Ehre und Auszeichnung wird zugleich unserer Stadt dadurch zu teil, daß Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz morgen hier eintreffen wird, um teilzunehmen an der Enthüllungsfeier dieses Denkmals. Welches Herz schlüge nicht höher und freudiger in der Erwartung, einen Sohn unseres Kaiserhauses und nun gar den erstgeborenen, unseren geliebten und verehrten Kronprinzen willkommen zu heißen, ihm die Liebe und Treue zum Hohenzollern=, zum Herrscherhause persönlich bezeugen zu können. Und wie heute jeder Herforder seiner Vaterstadt von Herzen eine gedeihliche Weiterentwicklung, ein blühendes Aufstreben wünscht, so gedenkt er auch in Liebe und Verehrung seines Landesherrn, dessen kräftige Regierung die Gewähr bieret für das weitere Blühen unseres Vaterlandes. Gott segne und schütze unser geliebtes Herrscherhaus. Der Große Kurfürst und die Stadt Herford. Anläßlich des Jubeltages, an dem wir das Denkmal des Großen Kurfürsten einweihen, machen wir unsere Leser nochmals auf die von Herrn Gymnasialdirektor Prof. Dr. Windel verfaßte Festschrift„Der Große Kurfürst und die Stadt Herford“ aufmerksam, welche im Verlage von Ferd. Eßmann hierselbst zum Preise von 50 Pfg. erschienen ist. In bündiger, fesselnder und lichtvoller Darstellung werden uns auf Grund sorgfältiger Studien die Verhältnisse des alten Herford und sein Uebergang in brandenburgischen Besitz geschildert und die Rechtsfrage der Besetzung der Stadt durch den Kurfürsten unparteiisch beleuchtet. Wir geben nachstehend einen kurzen Auszug der interessanten Schrift. Der dreißigjährige Krieg hatte auch unsere gute alte Stadt Herford furchtbar heimgesucht; das Elend wurde vermehrt durch eine große Feuersbrunst, welche 1638 einen großen Teil der Neustadt und fast die ganze Radewig einäscherte. Infolge des Westfälischen Friedens, den man mit gutem Recht,„des Reiches Niedergang, Preußens Aufgang“ genannt hat, ging das politische Leben von dem machtlosen Reiche auf die größeren Einzelstaaten über. Die Führung in Deutschland erlangte der Große Kurfürst, eine gewaltige Persönlichkeit von frischer Jugendkraft und felsenfestem Gottvertrauen, vielseitig gebildet, gleich groß als Diplomat, Organisator und Feldherr, selbstbewußt und doch von herzlicher Freundlichkeit und ungeschminkter Frömmigkeit. Seine Devise war pro Deo et populo d. h. für Gott und mein Volk. Gestützt auf ein stehendes Heer und ein geregeltes Finanzsystem förderte er neben seinen brandenburgischen Interessen zugleich zielbewußt die national=deutsche Entwickelung gegenüber Polen, Franzosen und Schweden; seinem Gesandten gab er die Instruktion mit: Vergiß nicht, daß du ein Deutscher bist. Er ist es, der das Gefühl staatlicher Zusammengehörigkeit geschaffen hat, wonach alle die einzelnen bis dahin selbständigen Landesteile zu einem Staate, dem brandenburgisch=preußischen erwuchsen. Sodann wird geschildert, wie es kam, daß unsere Stadt dem Versuche des Kurfürsten, sie als Glied in seinen Staat einzufügen, langen und heftigen Widerstand entgegensetzte. Herford war das erste Frauenstift auf sächsischem Boden; es erhielt früh reiche Schenkungen und Privilegien. Die Aebtissin hatte die Rechte eines Reichsstandes und übte die Gerichtsbarkeit aus außer dem Blutbann, welchen der weltlich: Vogt, der Schutzherr des Stiftes, verwaltete. Die Zahl der Anwohner des Stiftes wuchs und schloß sich bald zu einem bürgerlichen Gemeinwesen zusammen, der Altstadt; die erste Erwähnung derselben datiert vom Jahre 1170. Ueber die Entstehung der Radewig geben die Urkunden keine Nachricht. Die Neustadt wurde gegründet von der Aebtissin Gertrud II(1215—1244) im Verein mit ihrem Schutzherrn, dem Erzbischofe Engelbert von Köln. Die beiden Schlüssel im Siegel der Neustadt deuten die Abhängigkeit von Köln und vom Stifte an.— Allmählich überließen die Aebtissinnen einen Teil ihrer Rechte den Schöffen und Konsuln von Herford. Die Zahl der geistlichen Stiftungen, Kapellen und Kirchen in der Stadt wuchs und trug ihr den Namen sancta Herfordia d. i. das heilige Herford ein. Die älteste Kirche ist das Münster, dessen Bau um das Jahr 1000 begonnen wurde. Die Kirchenreformation fand früh und schnell unter brieflicher Einwirkung Luthers und Melanchthons Eingang in unsere Stadt trotz des Widerspruchs der damals regierenden Aebtissin, Gräfin Anna von Limburg; diese trat, der Streitigkeiten müde, alle ihre Hoheitsrechte über die Stadt dem Landesherrn von Ravensberg, Herzog Wilhelm von Jülich, av. Diese Cession vom 20. Mai 1547 ist der Ausgangspunkt der späteren Streitigkeiten mit dem Großen Kurfürsten. Ohne Ansuchen der Stadt legte der Reichsfiskal zu Speyer gegen diesen Vertrag Verwahrung ein, da Herford eine freie Reichsstadt sei. Nichtsdestoweniger erfolgte noch in demselben Jahre die kaiserliche Bestätigung der Cession durch Ferdinand I. und darauf die Huldigung von Rat und Bürgerschaft. Aber die Frage nach der Reichsunmittelbarkeit lag noch immer dem Reichskammergericht zur Entscheidung vor, welche erst 1631 gefällt wurde dahin lautend, daß Herford als unmittelbare Reichsstadt anzuerkennen sei. Mit dem Nachfolger des Herzogs Wilhelm von Iülich, Johann Wilhelm, starb 1609 das Herrscherhaus aus und Herford wurde als ein Teil von Ravensberg in den langwierigen Jülich=Kleveschen Erbfolgestreit hineingezogen. In dem Vergleiche zu Düsseldorf zwischen Brandenburg und Pfalz=Neuburg, den beiden streitenden Erben, wurde 1647 die ganze Grafschaft Ravensberg dem Großen Kurfürsten zuerkannt. Aber Herford berief sich auf die Entscheidung des Reichskammergerichts. Es stand also Anspruch gegen Anspruch; so mußten die Waffen entscheiden. Am 30. August 1647 ließ der Kurfürst die Stadt, welche nur geringen Widerstand leistete, militärisch besetzen. Eifrig aber vergebens bemühte sich der Bürgermeister, durch fremde Intervention die Besitzergreifung wieder ungiltig zu machen. Man einigte sich nach manchen Verhandlungen dahin, dem Großen Kurfürsten zu huldigen. Dieser kam deshalb persönlich von der Sparenburg herüber; an der Grenze wurde er vom Bürgermeister, Rat und Schöffen empfangen. Es wurde ihm der Huldigungseid geleistet, auf Kosten der Stadt ein Festmahl in der Abtei veranstaltet, an dem der Kurfürst teilnahm; den Schluß der Feierlichkeit bildete ein Festgottesdienst im Münster, der mit dem Ambrosianischen Lobgesang schloß. Aber noch mehrmals suchte der Rat, uneingedenk des gegebenen Treuversprechens, sich von dem Vertrage loszumachen, zum Schaden der Stadt; wiederholt bedurfte es des persönlichen Erscheinens des Kurfürsten, selbst mit bewaffneter Macht. Schließlich nahm sogar die Bürgerschaft für den Kurfürsten gegen den Rat Partei. Es darf nämlich nicht verschwiegen werden, daß die Rotsherren, die an der Spitze der Stadt standen, vielfach weniger das wirkliche Wohl der Stadt im Auge hatten als ihre eigene Person, die anstatt selbst zu regieren, nun einem Höheren sich unterordnen sollte. Erst am 26. September 1652 fand die endgiltige Entscheidung statt durch einen neuen Huldigungsakt und seit der Zeit blieb Herford brandenburgisch. Zuletzt weist dann der Verfasser auf die vielfachen Segnungen hin, welche sich für unsere Stadt durch den Anschluß an Brandenburg ergeben haben, sowie auf die Anhänglichkeit und Treue, die sie von da ab in guten und bösen Tagen dem ruhmvollen und geliebten Regenten und seinen Nachfolgern auf dem Thron bewiesen hat. Mit der Aufforderung der Erneuerung des Gelöbnisses unwandelbarer Liebe und Treue für unsern Kaiser und sein Haus schließt die Festschrift. Hie gut Brandenburg, Hie gut Zoller allerwege! Hoch Kaiser und Reich! Von der echten und rechten Toleranz, welche die brandenburgisch=preußischen Herrscher von den Tagen des Kurfürsten Johann Sigismund und zumal des Großen Kurfürsten an in ihren Landen gehegt und gepflegt haben, davon wurde auch gelegentlich der am 3. d. Mts. stattgehabten Einweihungsfeier der neuen reformierten Kirche hingewiesen. In Sonderheit weist hierauf auch die für jenen Tag herausgegebene Festschrift hin. Darin heißt es u. a.: Nun war die Grafschaft Ravensberg bereits 1609 zu Brandenburg gekommen; die früher reichsunmittelbare Stadt Herford huldigte am 26. September 1652 auf dem Alten Markte feierlichst dem Großen Kurfürsten.— Wohl mochte es der einst freien Reichsstadt schwer fallen, alte liebgewonnene Privilegien aufzugeben; aber dem straffen und doch dabei wohlwollenden neuen Regimente gelang es, die Stadt, nachdem sie auf die mildeste Weise von den unruhigen und bethörten Elementen gereinigt war, zu gewinnen und für alle Zeiten mit den Banden innigster Liebe und Treue an sich zu ketten. Wenn der Große Kurfürst für die Lutheraner in Ravensberg die Konsistorial=Verfassung einführte, so beließ er in freundlicher Schonung der Stadt Herford ihr Ministerium, welches aus den Pfarrern der drei Stadtgemeinden bestand, dessen Vorsitzender ein Pfarrer der Altstadt war, der von der Aebtissin ernannt wurde und Senior hieß. Mit eben derselben Fürsorge nahm sich der Kurfürst der Reformierten in MindenRavensberg an, wie denn an den Hohenzollern die Reformierten immer in aller Bedrängnis den treuesten Rückhalt gehabt haben. Die Einnahme Herfords durch die Branden. burger. In einer alten Chronik der Stadt Hersord heißt es hierzu u. a. wie folgt: Im Jahre 1647, Freitag, den 20. Aug. ward die Stadt Herford auf Befehl Sr. Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg, durch W. E. von Eller, Commandanten auf dem Sparenberge, unversehens eingenommen. Die Huldigung ist darauf den ersten Advent gnädigst angenommen worden.(HuldigungsPredigt.) Otto Consbruch, Amtmann des Engerschen Districts, soll sich bey dieser Eroberung besonders hervorgethan haben. Er sey nemlich mit Jagd=Kleidern späthe des Abends zuvor in die Stadt gekommen, und frühe des andern Morgen wieder aufgebrochen. Wie man nun aber mit dem JagdNetze auf die Brücke des Steinthors gefahren, und solches Die alte Steinthor=Brücke. zubereiteter massen von der Karre gefallen; so sind die vor der Stadt versteckte Soldaten und Bauren in und durch gedachtes Thor gedrungen, wie sie denn auch in der ersten Hitze einige Bürger, besonders den Bürgermeister Ant. Korbmacher vorm Rath=Hause erschossen, imgleichen etliche Häuser ausgeplündert haben.*) Darauf hat man unterbringen müssen 200 Dragoner, Compagnie Reuter von 120 Mann. Compagnie Reuter von 50 Mann, 50 Mann zu Fuß, 50 berg, 35 Mann vom Ravensberg und 20 Mann von Vlotho. Herr Direktor Orof. Dr. Windel sagt in seiner Festschrift, das irgermeister Korbmacher vor dem Rathause erschossen sei, in 3., ebiet der übertreibenden Sage zu verweisen:““ se=, in oas Beschreibung Herfords durch Merian vor 1652. Im Merian, diesem immer seltener werdenden bedeutenden Geschichtswerk, das auch ein von Merian selbst gezeichnetes altes Herforder Städtebild bietet, ist bezüglich Herfords vor der Zeit des Großen Kurfürsten folgendes gesagt: RAhend Bilefeld in der Graffschafft Ravensperg davon Abraham Saur im Theatro Urbium p. 247.& feg. auß deß Hamelmanns Beschreibung Westphalen und dieser auß der Mindischen Chronic folgendes berichtet: Hervordt ein lustige Statt in Westphalen gelegen sampt einem reichen Nonnen Kloster so darbey auff dem Berge ligt hat zuvor an das Reich gehöret stehet jetzund den Hertzogen von vnn Cleve zu vor Zeiten ist es auch ein Herrschafft Ist's nicht, als stieg' er aus dem Grab Und blickte staunend auf die Werke Der späten Enkel hier herab? Ja, blicke stolz nur in die Weite Und freue dich der neuen Welt! So wächst des Landes Wohlfahrt heute, So blüht die Stadt, so grünt das Feld. Doch was wir— großer Herrscher, höre!— Jetzt ernten, es ist deine Saat, Weß wir uns rühmen, deine Und was wir sind, ist deine That! Und auch auf uns in froher Stunde Der Feier blicke niederwärts vom Derckmalsplatz. Nachstehend geben wir zur ungefähren Orientierung betreffs der Einrichtung auf dem Bahnhofsvorplatz folgende Sttsze: im 2 zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete. Allerhöchst genehmigt der Deutschen Kolonial-Gesellschaft und Deutschen Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien. Ziehung unter Garantie # vom 4. bis 9. Oktober 1902 ehungssaale der Königlichen General-Lotterie-Direktion in Berlin 4 □ C K, — □ S 2 G C #c — 8— O— — 7 Gew. 100000 100000•10000 gewinn Mk. bar. 1 Gew. ZU Gew. Z11 Gew. Z11 10000 k devine m i 5000 1000 188 8 2 Gew. zu je 10 Gewinne zu je 100 Gewinne zu je 150 Gewinne zu je 600 Gewinne zu je 16000 Gewinne zu je 500 2500 000 29999 20000 10000 50000 15000 30000 240000 Der Verkauf der Lose ist von den Hohen Regierungen im ganzen Umfang des Deutschen Reiches gestattet. Der Versandt der Lose erfolgt auf Wunsch auch unter Nachnahme, oder gegen Briefmarken und Koupons. Für Porto und Liste berechne 30 Pfennig extra. □ — r Aufstellung der oberen Klassen der Volkssemerkt, daß dieselbe auf Grund der am 20. ich der Probeaufstellung erfolgten Auslosung e Schule, 2. Stiftbergschule II, 3. Feldmarkrgerschule, 5. Feldmarkschule 1, 6. Stiftbergdmarkschule II, 8. Stiftbergschule 11. Die r Volksschulen sowie die Schüler der Handelser gewerblichen Fortbildungsschule bilden auf und Lübberthorwall Spalier. Anzeigen 16870 Gdewinne mit zusammen Mark 575000 Alle Gewinne zahle ich in jeder Höhe sofort in bar ohne jeden Abzug aus. Aufträge erbitte sofort, da Nachfrage sehr gross. A. Dinkelmann, Worms Bankgeschäft.“ Telegramm-Adresse: Lotteriebank Worms. Reichsbank-Girokonto. Geschäftsgründung 1868. Girokonto: Pfälzische Bank. Ziehung schon 4. bis 9. Oktober 1902. Bitte hier abtrennen. Bestellzettel. Ziehung schon 4. bis 9. Oktober 1902. nn A. Dinkelmann. Bankgeschäft. Worms a. Rh. Hierdurch beauftrage Sie, mir (Für Porto und Liste berechne 30 Pfg.) Adresan-(reoht deutlich) Vor- und Zuname Woh Los,, der 9. Wohlfahrts-Geld-Lotterie zugehen zu lassen. folgt gleichzeitig per Postanweisung. Der Betrag von Mark Pfg. ist durch Nachnahme zu erheben. folgt einliegend(Einschreiben). (Das nicht Gewünschte ist zu durchstreichen.) Stm. Nächste Poststation oder Strasse: Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen. Wenden! ersord. rch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß den 26. September d. I., eine Absperrung ndet, welche Se. Kaiserliche und Königliche rinz passiert. ür den Verkehr gesperrt: tags 2— 3½ Uhr: Neue Bahnhofsstraße, ilhelmsplatz, Lübberthorwall, Lübberstraße, Höckerstraße, Gehrenberg, Alter Markt, adewigerstraße, Deichthorstraße, Bielefeldereichthor bis Einmündung Kreishausstraße, Amtshausstraße. as 4¼—4¾ Uhr: Kreishausstraße, Amtshtweg, Bahnhofsstraße, Neue Bahnhofsstraße. an das Publikum das Ersuchen, den etwa tig werdenden Anordnungen der Aussichtsge zu leisten, wobei wir bemerken, daß uns lige Feuerwehr eine Anzahl ihrer Mitglieder stellt hat, welche zur Unterstützung der PoliGendarmen dienen. Den etwaigen Anorderwehrleute ist gleichfalls nachzukommen. machen wir noch darauf aufmerksam, daß Schießen und ähnliche Handlungen, die ein Pferde des Wagens, den Se. Kaiserliche oheit der Kronprinz benutzt, zu unterbleiben ng sogenannter fliegender Tribünen(mittelst öcke, Bretter u. s. w.) von fliegenden Schankens untersagt. rängen oder Nachlaufen oder Mitlaufen mit aiserlichen und Königlichen Hoheit ist verfen von Zuschauern überhaupt nicht besetzt Bahnhofsvorplatze, sowie auf dem alten Narkte sind sogenannte fliegende Sanitätsie dem Publikum zur Verfügung stehen. en 24. September 1902. Die Polizeiverwaltung. I. V.: Busse. 526i. ferierten Canonicafey. Zum 20. September 1902. Nun schmückt die Stadt mit frischen Kränzen, Run lasset sie in frischem Grün Und in des Frühlings Farben glänzen! Die Herzen lasset höher glühn! Voll Sonnenglanz, im Feierkleide Erscheine uns der Feiertag, Und in den Herzen werde Freude Und Sang und Klang und Jubel wach! Schaut hin; dort wuchs er stolz und prächtig Empor der Bau der neuen Zeit, Und vor ihm grüßt uns laut und mächtig Uns mahnend, die Vergangenheit! Ein großer Fürst voll edler Stärke, vertreter Fabrikank Bockelmann. Die für die Rundfahrt bestimmten Wagen halten auf der tiefer gelegten Straße nach Rorigs Hotel zu. ir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß jeder Festteilnehmer am 26. September cr.— soweit er Zutritt zum Festplatz hat— nch so rechtzeitig einfinden muß, daß er um 2 Uhr seinen Platz eingenommen hat. Um 2 Uhr pünktlich wird die äußere Ringlinie geschlossen und Niemand mehr zum Festplatz zugelassen. Toilette für Damen: Promenadentoilette. Toilette für Herren: Schwarzer Oberrock, hoher Hut Herford, den 23. September 1902. 498i Das Komitee für die Erbauung eines Denkmals des Großen Kurfürsten Der Vorsitzende. Quentin. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler für den Inseratenteil verantwortlich: Geora Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Dem hohen Heil Dir, Sproß vom Zollernstamme! Heil Dir, edler Kaisersohn! Blick auf der Begeistrung Flamme, Die umloht den Herrscherthron. Heut' vor dritthalb hundert Jahren, Zog Dein Ahn' in Herford ein, Endend alle Kampfgefahren, Landesvater hier zu sein. Was der Kurfürst einst versprochen Biederm, treuem Bürgertum, Nimmer ward das Wort gebrochen; Brandenburg gereicht's zum Ruhm. Treu um Treue! Unsre Väter Schätzten jede Wohlthat hoch In der Friedenszeit und später, Als uns drohte fremdes Joch. Ehre und Auszeichnung wird zugleich unserer Stadt dadurch zu teil, daß Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz morgen hier eintreffen wird, um teilzunehmen an der Enthüllungsfeier dieses Denkmals. Welches Herz schlüge nicht höher und freudiger in der Erwartung, einen Sohn unseres Kaiserhauses und nun gar den erstgeborenen, unseren geliebten und verehrten Kronprinzen willkommen zu heißen, ihm die Liebe und Treue zum Hohenzollern=, zum Herrscherhause persönlich bezeugen zu können. Und wie heute jeder Herforder seiner Vaterstadt von Herzen eine gedeihliche Weiterentwicklung, ein blühendes Aufstreben wünscht, so gedenkt er auch in Liebe und Verehrung seines Landesherrn, dessen kräftige Regierung die Gewähr bieret für das weitere Blühen unseres Vaterlandes. Gott segne und schütze der mit dem Ambrosianischen Lobgesang schloß. Aber noch mehrmals suchte der Rat, uneingedenk des gegebenen Treuversprechens, sich von dem Vertrage loszumachen, zum Schaden der Stadt; wiederholt bedurfte es des persönlichen Erscheinens des Kurfürsten, selbst mit bewaffneter Macht. Schließlich nahm sogar die Bürgerschaft für den Kurfürsten gegen den Rat Partei. Es darf nämlich nicht verschwiegen werden, daß die Ratsherren, die an der Spitze der Stadt standen, vielfach weniger das wirkliche Wohl der Stadt im Auge hatten als ihre eigene Person, die anstatt selbst zu regieren, nun einem Höheren sich unterordnen sollte. Erst am 26. September 1652 fand die endgiltige Entscheidung statt durch einen neuen Huldigungsakt und seit der Zeit blieb Herford brandenburgisch. Zuletzt weist dann der Verfasser auf die vielfachen Segden( altes der 8 Treu um Treue! Herfords Söhne Standen mutig ihren Mann, Riefen Kriegsdrometen Töne Wack're Streiter auf den Plan. Zahlreich ist die Heldenreihe, Die für Fürst und Vaterland Treu empfing die Todesweihe Fern auf blut'ger Wahlstatt Sand. Ziehung unter Garantie vom 4. bis 9. Oktober 1902 C0 Goldne Frucht reift solchen Saaten Kinder, Enkel ernten Glück. Das, verklärt durch Fürstenthaten, Uns mit Dank erfüllt den Blick. In meine vom Glücke ganz aussergewölnlich begünstigte Hauptkollekte fielen in verhältnismässig kurzer Zeit Gewine von über Heute finkt darum die Hülle Von des Ahnherrn Bild herab, Der aus seiner Segensfülle Gerne seinem Volke gab. Mark Du bist heut bei uns erschienen, Kaiser Wilhelms, edler Sohn, Stets will Eure Liebe grünen, Treuen Volkes schönster Lohn. Mark Mark Treu um Treue wir geloben Dir, dem Kaiser und dem Reich! Wirst Du sie dereinst erproben, Find'st Du uns den Vätern gleich. Mark Mark 0n— 1— S Mark Die vor mehr als tausend Jahren Ihrem Herzog Wittekind, Trotzend Drangsal und Gefahren Bis zum Tod gefolget sind. Unentwegt in allen Stürmen Stehn wir fest zum Zouernhaus! Mög' der Himmel Dich beschirmen Wo Du gehest ein und aus! H. Camen. . Zur 250-Jahrfeier. Man nennt unsere Zeit oft eine nüchterne, prosais# tadelt an den Menschen unserer Tage wohl, daß il geisterungsfähigkeit erstickt sei im Realismus und Material daß ihnen der Sinn für die höheren Interessen, der St der Seele abhanden gekommen sei. Und auch die De schließt man von diesem Vorwurf nicht aus. Aber all den verallgemeinernden Urteilen, so ist auch bei dies ein Teil wahr. Gewiß sind die Deutschen von heute und kühler geworden in ihrem Denken und Thun; de der Zeit, der schwere Kampf ums Dasein hat diese lungen von selbst herbeigeführt. Unser Blick ist gesch die Realitäten des Lebens, und wir haben keine Zei gleich unseren Vorfahren kosmopolitischen Träumereie zugehen und nutzlose Schwarmgeisterei zu treiben. Wi lernen müssen, zu kämpfen und zu ringen um unsere und wir haben begriffen, daß wir mit scharfem Blick versiegender Energie den erkämpften Boden behaupten Wir haben die Bedingungen erkennen müssen, unter deim Kampfe mit mächtigen Mitbewerbern unseren Rul Glanz sichern können. Diese Arbeit hat uns praktisch kühler denkend gemacht, aber sie hat uns doch nicht di verändern können. Noch immer wohnt im Herzen de schen die Begeisterung für alles Hohe und Edle, nur wir sie nicht mehr an jedem Tage, wir gehen nic hausieren mit unseren Gefühlen, wir sind verschlosse vorsichtiger geworden. Aber tief drinnen in der Br sprudelt der warme Quell und an Tagen, da uns d aufgeht in der Erinnerung an große Entscheidungen d gangenheit, da drängt sich von selbst auf die Zunge, 1 drinnen im Busen schlummert: Die Liebe zum Val der Stolz auf die errungene Größe, die Dankbarkeit für all das Herrliche, was ein gütiges Geschick dem deutschen Volke gespendet hat. Und solch ein Tag ist nun für uns Herforder angebrochen; heute, da 250 Jahre sich vollenden, daß Herford zu Preußen gehört, daß das Schicksal uns verknüpft hat mit dem brandenburgisch=preußischen Staate. Jubelnd drängt sichs auf die Lippen, daß es das Schicksal so gefügt, daß wir haben teilnehmen können an dem hohen Flug, den der preußische Adler genommen, daß wir Mitglieder geworden sind des großen Staatswesens und Teil haben an seinem Ruhm und seinem Ansehen. Wenn unsere Stadt nun den 250jährigen Gedenktag überaus festlich begeht, so soll dies ein äußeres Zeichen der Dankbarkeit sein gegen das geliebte Herrscherhaus. Aus gleicher Gesinnung ist auch das von unserem Landsmann, Herrn Bildhauer Wefing geschaffene Denkmal entstanden, das dem gewaltigen Fürsten gesetzt ist, der Herford in energischer, zielbewußter Arbeit seinem Reiche eingefügt hat. Eine besondere Mark Mark Mark Mark Mark Mark Mark Mark Mark Mark wie noch wird Graf Gülck sich ## seyn zu R verlegt Aebti 8 auf Mon sechsz 1602 auf No. 58180 69708 40843 62592 auf No. 55717 190091 19550 792 0000 8888 0000 Mark Mark Mark 40893 592 1946 33087 31092 45640 50209 9696 40897 45891 40897 96797 1980 78335 25476 40888 91781 Mark Mark Mark Mark Mark Mark 82417 5699 31726 96797 63412 70410 17 ∆ □ ∆ ## ## Mark Mark Mark Mark Mark 85 □ □ 0 □ 50 □ — 8 — □ 8 — — 80 — G G □ □ Mark Mark und noch viele andere Gewinne 4 Nk 10000, Nk 8000, Nk. 6000, Nk. 5000. Nk. 4000. Nk. 3000, Nk 2000. Mk 1000 u. s. w Meine Hauptkollekte halte ich zum Glücksversuch bestens empfohlen. A. Dinkelmann, Worms Bankgeschäft. wege neben wird Banc Sie. etlich Aa herab genen ond onnd verm in di Statt statt hat: Teil auch eygen an b Vnd Werd □ 8 85 daß Graf gestif Frey der in se begü alte Stiff auch Lüne Hert Aber vord Vrte keine sich I. Hauptgewinn 0 Mark bar. Geschäftsgründung 1868. Telegramm-Hdr.: Lotteriebank Worms. Fernsprecher 75. Reichsbank-Girokonto. Girokonto: Pfälzische Bank. Sooo 2. Hauptgewinn 50000 mark bar. fträge erbitte sofort, da Nac. G CC gross. Wenden! Jülich=Kleveschen Erbfolgestreit hineingezogen. In gleiche zu Düsseldorf zwischen Brandenburg und Pfalz=Neuburg, den beiden streitenden Erben, wurde 1647 die ganze Grafschaft Ravensberg dem Großen Kurfürsten zuerkannt. Aber Herford berief sich auf die Entscheidung des Reichskammergerichts. Es stand also Anspruch gegen Anspruch; so mußten die Waffen entscheiden. Am 30. August 1647 ließ der Kurfürst die Stadt, welche nur geringen Widerstand leistete, militärisch besetzen. Eifrig aber vergebens bemühte sich der Bürgermeister, durch fremde Intervention die Besitzergreifung wieder ungiltig zu machen. Man einigte sich nach manchen Verhandlungen dahin, dem Großen Kurfürsten zu huldigen. Dieser kam deshalb persönlich von der Sparenburg herüber; an der Grenze wurde er vom Bürgermeister, Rat und Schöffen empfangen. Es wurde ihm der Huldigungseid geleistet, auf Kosten der Stadt ein Festmahl in der Abtei veranstaltet, an dem der Kurfürst teilnahm; den Schluß der Feierlichkeit bildete ein Festgottesdienst im Münster, Die alte Steinthor=Brücke. zubereiteter massen von der Karre gefallen; so sind die vor der Stadt versteckte Soldaten und Bauren in und durch gedachtes Thor gedrungen, wie sie denn auch in der ersten Hitze einige Bürger, besonders den Bürgermeister Ant. Korbmacher vorm Rath=Hause erschossen, imgleichen etliche Häuser ausgeplündert haben.") Darauf hat man unterbringen müssen 200 Dragoner, Compagnie Reuter von 120 Mann, Compagnie von 50 Mann, 50 Mann zu Fuß, 50 Mann vom Spareh. berg, 35 Mann vom Ravensberg und 20 Mann von Vlotho. gelötet wirden,„Dagegen zse der r.3h Abt onnd einse Will Cöll gebr! einig ond im folge onnt wol ihrer Anh ferie üvger beim erpten,„isogzar 9petich bearbeitete, Vericht, daß 8 heute viel verbreitete und sosar„Por P#thgus,#rschaffen bei in Der heute viel verbreitete und 109.*##au erschossen sei, in.“ Bürgermeister Korbmacher vor dem Rathause erschossen sei, in d# Gebiet der übertreibenden Sage zu verweisen * 8 □ 50 □ — 8— — □ 85 — — — □ Venden! Beschreibung Herfords durch Merian vor 1652. Im Merian, diesem immer seltener werdenden bedeutenden Geschichtswerk, das auch ein von Merian selbst gezeichnetes altes Herforder Städtebild bietet, ist bezüglich Herfords vor der Zeit des Großen Kurfürsten folgendes gesagt: RAhend Bilefeld in der Graffschafft Ravensperg davon Abraham Saur im Theatro Urbium p. 247.& feg. auß deß Hamelmanns Beschreibung Westphalen vnd dieser auß der Mindischen Chronic folgendes berichtet: Hervordt ein lustige Statt in Westphalen gelegen sampt einem reichen Nonnen Kloster so darbey auff dem Berge ligt hat zuvor an das Reich gehöret stehet jetzund den Hertzogen von Gülch vnn Cleve zu vor Zeiten ist es auch ein Herrschafft gewest aber bald auch noch zur Zeit Caroli M. abgangen. Dann als daselbst Graff Wolderus keinen Mannlichen Erben ließ zog er zu Wittekindo, so zum Hertzotzen in Sachsen vun Christen newlich gemacht ward onn erlangt von ihm daß er sein Hauß vund Güter möchte zur Anrichtung eines Klosters geben das bewilligte Wittikindus. Da wurde das Kloster auff dem Berge vor Hervordt gestifftet. Die Kirch zu vuser lieben Frawen zu Hervord hat gestifftet Meinercus, der Zehende Bischoff zu Paderborn; wie Crantzius agt/ lib. 4 Metrop. cap. 4. und dieses auß dem gedachten Saurio. Darbey zu mercken daß dieses Hervordia, oder wie die Statt von Theils genannt ist Herfurtum, Herfort, noch vnter die Reichs=Stätte im Westphälischen Craiß gesetzt wird; dann ob man sie sonsten wol zur Hauptstatt der Graffschafft Ravenspurg macher; vund sie den Hertzog oon Gülch ihr zu einem Schirmheren erwöhlet; so hat sie doch für sich selbsten eine Hansee=Statt vund auch ein Reichs=Statt 9* seyn wollen. Vnd ist ihr Monatlicher Reichs Anschlag ein ezu Rossz und fünffzehen zu Fuß; so sie vor diesem auch verlegt: Hernach aber wolte sie die Statt von der Fraw Aebtissin daselbst nämlich deß obgedachten reichen Klosters S auff dem Berg(dessen Anschlag absonderlich sechs zu Fuß = Monatlich gewesen darfür Wehnerus, in pract. observat. = sechszig flor. setzet) eximiert worden: Daher die Sach Anno 1602. in Camera noch hängig gewesen. Auff dem Reichstag zu Regenspurg in Anno 1641. ist wegen Herfordt Doctor Bernhard Fürstenaw Syndicus, neben dem Secretario Henrich von Raden erschienen. Bnd wird sie die Statt onter die Reichs=Stätte deß Rheinischen Bancks in dem Reichs Abschied ausdrücklich noch gesetzet. Sie ist groß vnd ziemlich wol gebawet. Es kommen da etliche Wasser zusammen deren eines in der Landtafel die Aa] von Bilefeld(so nur zwo Meilen von binnen gelegen) herabfliessend: Das ander aber die Wehra vom Werdenhagio genennet wird; welches Wasser auß der Graffschafft Lippe und von derselben Gräfflichen Hoffstatt Diethmold hierher pund ferners mit dem Fluß Aa] onweit onter der Statt vermehret bey dem Dorff Remen eine Meil vber Minden in die Weser rinnet. Diese beyde Wasser fliessen durch die Statt vund teilen sie in drey Theil deren eines die Newstatt genennet wird so ihr eygenes Rahthauß und Gericht hat: Das ander wird genannt die Alte Statt; Vnd das dritte Teil die Radewich welche beyde Teil einen gemeinen Raht auch ein gemein Rahthauß und Gericht jedoch jeglich ihre eygene Kirche haben. Es gibt zu Herfurt sinnreiche Leut die an benachbarte vund auch ferne Ort ihre Wahren bringen. Bud ist das Land herumb fruchtbar und gut; wie besagter Werdenhagen ferners meldet. In der Braunschweigischen Chronic stehet am 33. Blat daß Hertzog Walbert zu Sachsen(Gelenius nennet ihn einen Graffen dieses Orts) das obgedachte Kloster vmbs Jahr 832. gestifftet habe in welches nur Fürsten Graffen und Freyherin Töchter angenommen werden: Keyser Ludovicus der Erste habe diese Fundation bestättiget vund das Stifft in sein deß Reichs Schutz genommen auch mildiglich begütert. Es sagt gleichwol der Author darbey daß eine alte beschriebene Mindische Chronica, den Fundatorem deß Stiffts Hervod Wolderum nenne. Gemelte Chronic berichtet auch am 415. Blat daß Hertzog Albrecht zu Sachsen vund Lüneburg sich vuterstanden dieses freye weltliche Stifft Hervorde in Westphalen als sein Eygenthumb anzusprechen. Aber Keyser Carl der Vierdte sey Anno 1377. gen. Hervord kommen vud habe beyde Parteyen gehöret onnd ein Vrteil gesprochen daß Hertzog Allbrecht an genanntem Stifft keinen Rechtlichen Anspruch oder Gerechtigkeit hätte solte sich deßwegen solches Molestierens enthalten. Hab auch zu Erhaltung deß Stiffis Gerechtigkeit vnd Privilegien den Abt zu Corbey am Weserstrom zum Inspectorn verordnet pund Frawen Heiligund zur Aebtissin in seiner Gegenwart einsetzen und bestättigen lassen. Anno 1447. haben Hertzog Wilhelmens zu Sachsen Böhmen die dem Ertzbischoff von Cöllen wider die Statt Soest zu Hülff gezogen Herforde gebrandschätzet. Anna 1615 ward diese Statt von den vereinigten Niderländern Anno 1625. von den Brandeburgischen und hernach von den Ligistischen eingenommen. Anno 1638. im Augstmonat erlitte sie eine grosse Fewersbrunft. Das folgende Jahr lagen Keyserisch= ond Schwedische hierumb; pund blieb auch sonsten die Statt nicht vnangefochten. Wiewol sie sich damals durgebracht vund sich nachmals mit ihrem eygenen Volck erhalten. Befiehe vnten ein mehrers im Anhang von Engern und deren von daselbst anhero transferierten Canonicafey. 26. September 1902. Nun schmückt die Stadt mit frischen Kränzen, Nun lasset sie in frischem Grün Und in des Frühlings Farben glänzen! Die Herzen lasset höher glühn! Voll Sonnenglanz, im Feierkleide Erscheine uns der Feiertag, Und in den Herzen werde Freude Und Sang und Klang und Jubel wach! Schaut hin; dort wuchs er stolz und prächtig Empor der Bau der neuen Zeit, Und vor ihm grüßt uns laut und mächtig Uns mahnend, die Vergangenheit! Ein großer Fürst voll edler Stärke, G 65 1 — 8 G □ □ S Ist's nicht, als stiee' er aus dem Grab Und blickte staunend auf die Werke Der späten Enkel hier herab? Ja, blicke stolz nur in die Weite Und freue dich der neuen Welt! So wächst des Landes Wohlfahrt heute, So blüht die Stadt, so grünt das Feld. Doch was wir— großer Herrscher, höre!— Jetzt ernten, es ist deine Saat, Weß wir uns rühmen, deine Ehre, Und was wir sind, ist deine That! Und auch auf uns in froher Stunde Der Feier blicke niederwärts Und nimm den Dank aus unserm Munde Und sieh das alte Preußenherz. Noch lebt in uns der Liebe Flamme, Der alte Geist, noch schwört die Hand Zum alten Hohenzollernstamme, Zum lieben, alten Vaterland. Schmückt denn die Stadt mit frischen Kränzen Und lasset sie in duft'gem Grün Und in des Frühlings Farben glänzen; Die Herzen lasset höher glühn Und ruft beim Schmuck der jungen Reiser Den Gruß hinauf zum Zollernthron: Hoch leb' der Hohenzollernkaiser, Hoch auch der deutsche Kaisersohn! K. Plege. Fest-Programm. Ankunft Sr. Kaiserl. Königl. Hoheit des Kronprinzen, nachm. 2.20 Uhr(kleiner Empfang am Bahnhof). Gang zum Zer.. Begrüßung durch Ehrendamen unter Führung von Fräulein Meline Quentin, Ueberreichung eines Blumenstraußes. Weiherede des Komitee=Vorsitzenden, I. Bürgermeisters Quentin. Enthüllung des Denkmals. Choral: Nun danket alle Gott! Kaiserhoch, ausgebracht durch den Komitee=Vorsitzenden. Absingung des ersten Verses:„Heil Dir im Siegerkranz.“ Anbietung eines Ehrentrunkes durch den StadtverordnetenVorsteher, Justizrat Lücken. Gesangvortrag.„Dem Vaterlande“ von Abt. Vorstellung der etwa befohlenen Herren. Bitte an Se. Kaiserl. Königl. Hoheit um Einzeichnung in das goldene Buch. Rundfahrt durch die Stadt. Abfahrt Sr. Kaiserl. Königl. Hoheit, nachmittags 4.43 Uhr. Festaufführung:„Am Webstuhl der Zeit“, 6 Uhr. Erläuternd sei noch folgendes mitgeteilt: Zum Empfang des Kronprinzen sind am Bahnhof anwesend: General von Ußlar, der Landrat, die beiden Bürgermeister, der Stadtverordneten-Vorsteher sowie der Präsident der Königl. Eisenbahndirektion Hannover, von Reitzenstein. Beim Erscheinen des Kronprinzen auf der Estrade und während des Ganges zum Zelt tragen die Posaunenbläser den Bachschen Satz:„Lobe den Herren den mächtigen König" vor. In Begleitung von Frl. Meline Quentin, der ältesten Tochter unseres 1. Bürgermeisters befinden sich Frl. Ida Biermann, Frl. Adelheid Blancke, Frl. Frieda Kreß und Frl. Elisabeth Siepe. Den Sängerchor stellen der Lehrergesangverein, Quartettverein und Gesangverein Einigkeit. Bei der Abfahrt des Kronprinzen spielen die Posaunenbläser„Deutschland, Deutschland über alles". Zur Rundfahrt durch die Stadt. Die Reihenfolge der Wagen ist wie folgt festgesetzt: 1. Wagen: Landrat Dr. von Borries und 1. Bürgermeister Quentin. 2. Wagen: Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit der Kronprinz und Oberpräsident von der Recke. 3. Wagen: Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein und der militärische Begleiter des Kronprinzen, Oberst v. Pritzelwitz. 4. Wagen: Eisenbahnminister Budde und Korpskommandeur General Frhr. v. Bissing. 5. Wagen: Eisenbahnpräsident von Reitzenstein=Hannover und Geh. Reg.=Rat v. Oheim, Vorsitzender des ProvinzialLandtags. 6. Wagen: Brigadekommandeur General v. Ußlar und Reg.=Präsident Schreiber. 7. Wagen: Frhr. von Landsberg=Velen=Steinfurt, Vorsitzender des Provinzial=Ausschusses und Landeshauptmann Holle. 8. Wagen: Adjutant des kommandierenden Generals und Rittergutsbesitzer v. Consbruch=Hiddenhausen. 9. Wagen: Rittergutsbesitzer von Laer=Oberbehme, Bildhauer Wefing und Reg.=Assessor Frhr. von Maltzahn, Begleiter des Minister Frhr. v. Hammerstein. 10. Wagen: Bürgermeister Busse, Stadtverordneten=Vorsteher Justizrat Lücken und Stadtverordneten=Vorsteher=Stellvertreter Fabrikant Böckelmann. Die für die Rundfahrt bestimmten Wagen halten auf der tiefer gelegten Straße nach Rorigs Hotel zu. Den von Herrn Oberlehrer Bürcke noch kurz vor seinem Tode gedichteten Festgruß nebst bildlicher Umrahmung geben wir auf wiederholt an uns gerichteten Wunsch als besonderes Gedenkblatt heraus. Dasselbe ist mehrfarbig ausgestattet und eignet sich als hübschen Wandschmuck. Wo das Gedenkblatt käuflich zu haben ist, ist aus dem Inseratenteil des 2. Blattes zu ersehen. Verlag und Redaktion. Skizze vom Derckmalsplatz. Nachstehend geben wir zur ungefähren Orientierung betreffs der Einrichtung auf dem Bahnhofsvorplatz folgende Stiigt: Real= u. Neue Bahnhofsstraße E Kriegerverein Herford und Deputationen anderer militärischer Verein. 9# 8 P S— G E. S 3 c8 * — S * S. 50— S. S b: S e 5 S S 8 S 810 B## 98 S.S# R S S S 2 *∆ 80 92 — 8 2 * ∆ E S 2. 0 e 8 8 Bezüglich der Aufstellung der oberen Klassen der Volksschulen sei noch bemerkt, daß dieselbe auf Grund der am 20. d. Mis. gelegentlich der Probeaufstellung erfolgten Auslosung wie folgt ist: 1. Katholische Schule, 2. Stiftbergschule II, 3. Feldmarkschule III, 4. Bürgerschule, 5. Feldmarkschule 1, 6. Stiftbergschule 1, 7. Feldmarkschule II, 8. Stiftbergschule 11. Die übrigen Klassen der Volksschulen sowie die Schüler der Handelslehranstalt und der gewerblichen Fortbildungsschule bilden auf dem Wilhelmsplatz und Lübberthorwall Spalier. mtliche 242 Anzeigen den Kreis ersord. Gm Zur Enthüllungsfeier. s wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß am Freitag den 26. September d. I., eine Absperrung der Straßen stattfindet, welche Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz passiert. Es werden für den Verkehr gesperrt: 1. Von Nachmittags 2—3½ Uhr: Neue Bahnhofsstraße, Schillerstraße, Wilhelmsplatz, Lübberthorwall, Lübberstraße, Neuer Markt, Höckerstraße, Gehrenberg, Alter Markt, Bäckerstraße, Radewigerstraße, Deichthorstraße, Bielefelderstraße vom Deichthor bis Einmündung Kreishausstraße, Kreishausstraße, Amtshausstraße. 2. Von Nachmittags 4¼—4¾ Uhr: Kreishausstraße, Amtshausstraße, Richtweg, Bahnhofsstraße, Neue Bahnhofsstraße. Wir richten an das Publikum das Ersuchen, den etwa noch weiterhin nötig werdenden Anordnungen der Aufsichtsorgane willig Folge zu leisten, wobei wir bemerken, daß uns die hiesige freiwillige Feuerwehr eine Anzahl ihrer Mitglieder zur Verfügung gestellt hat, welche zur Unterstützung der Polizeibeamten und Gendarmen dienen. Den etwaigen Anordnungen dieser Feuerwehrleute ist gleichfalls nachzukommen. Insbesondere machen wir noch darauf aufmerksam, daß Fahnenschwenken, Schießen und ähnliche Handlungen, die ein Scheuwerden der Pferde des Wagens, den Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz benutzt, zu unterbleiben hat. Die Errichtung sogenannter fliegender Tribünen(mittelst Tische, Stühle, Böcke, Bretter u. s. w.) von fliegenden Schankstätten ist strengstens untersagt. Jedes Nachdrängen oder Nachlaufen oder Mitlaufen mit dem Wagen Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit ist verboten. Brücken dürfen von Zuschauern überhaupt nicht besetzt werden. Auf dem Bahnhofsvorplatze, sowie auf dem alten und dem neuen Markte sind sogenannte fliegende Sanitätswachen errichtet, die dem Publikum zur Verfügung stehen. Herford, den 24. September 1902. Die Polizeiverwaltung. I. V.: Busse. 526i. ir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß jeder Festteilnehmer am 26. September cr.— soweit er Zutritt zum Festplatz hat— uch so rechtzeitig einfinden muß, daß er um 2 Uhr seinen Platz eingenommen hat. Um 2 Uhr pünktlich wird die außere Ringlinie geschlossen und Niemand mehr zum Festplatz zugelassen. Toilette für Damen: Promenadentoilette. Toilette für Herren: Schwarzer Oberrock, hoher Hut. Herford, den 23. September 1902. 498i Das Komitee für die Erbauung eines Denkmals des Großen Kurfürsten Der Vorsitzende. Quentin. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler für den Inseratenteil verantwortlich: Geora Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin. sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! ison-Eröff Herbst= u. Winter 1902/1903. 5441 Sämtliche Herbst= und Winter=Neuheiten in Jackets, Paletots, Golf-Capes, Golf=Paletots, Kostumes, Kostüm=Röcke, Backfisch= und Kinderkleidchen, Kinder=Paletots, Unter-Röcke sowie sämtliche Neuheiten in Kleiderstoffen und lusenstreifen sind in reichhaltiger Auswahl eingetroffen. Wir bitten die geehrten Damen um ihren gütigen Besuch; auch„Nichtkäufern" werden unsere reich assortierten Läger in oben erwähnten Artikeln gerne gezeigt und mit Vergnügen wird Auskunft über„Mode“ und„Preise“ im allgemeinen gegeben. Breidenbach& Co. Herford, Alter Markt 12. Modenhaus und Verkaufshaus ersten Ranges für sämtliche Mauufaktur, Modewaren=, Damen=, Herren-, Kinder=Konfektion und Aussteuer=Artikel. NB. Wir machen noch auf unsere beiden Costume=Ateliers nach Maaß höfl. aufmerksam. Stadr=Theater Herford. Am 26. September 1902, abends 6 Uhr: Festvorstellung zur Enthüllungsfeier des Denkmals des Großen Kurfürsten „Am Webstuhl der Zeit“. Preisgekröntes Festspiel zur 250 Jahrfeier der Stadt Herford von Johanne Baltz, Musik von Direktor Ad. Päts und ausgeführt unter seiner Leitung von der sehr verstärkten Düngelschen Kapelle; Kostüme und Requisiten aus dem Atelier des Herrn Felix Semmler in Leipzig. Preise der Plätze: Im Vorverkauf vom 22. bis zum 26. September d. J. bei Herrn Buchhändler Menckhoff: I. Rang und Parqnetmittelloge 2,50 Mk., Parquetloge 2,00 Mk., Parterre 1,50 Mk., II. Rang 0,75 Mk. An der Kasse 50 Pfg. teurer. Wiederholungs=Aufführungen werden am Sonnabend, den 27. September d. J., abends 8 Uhr und am Sonntag, den 28. September d. J. abends 7½ Uhr stattfinden. Preise der Plätze für diese beiden Aufführungen im Vorverkauf vom 22. bis zum 27. bezw. 28. September d. Is. bei Herrn Buchhändler Menckhoff I. Rang und Parquetmittelloge 2,00 Mk., Parquetloge 1,50 Mk., Parterre 1,00 Mk., II. Rang 0,50 Mk. An der Kasse 50 Pfg. teurer. 4481 Außerdem am Sonntag, den 28. Septbr. 1902, nachmittags 4 Uhr: Wiederholung der Festvorstellung zu ermäßigten Preisen und zwar kosten Billets im Vorverkauf vom 25. bis 28. Sept. cr. bei Herrn Buchhändler Menckhoff: I. Rang und Parquetmittelloge 1,50 Mk., Parquetloge 1,— Mk., Parterre 0,75 Mk., II. Rang 0,50 Mk.; an der Kasse 25 Pf. teurer. Komitee. Brockmanns's Berggarten. Freitag, den 26. September, zur Euthüllungsfeier des Denkmals des Großen Kurfürsten, empfehle ich dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum den Besuch meines Etablissements angelegentlichst. 5371 Fr. Brockmann. Restaurant H. Heinig, Rennthor G. Pieper Nachf. Am Freitag, 26. September 1902: Großes Frei-Konzert. Musik 1. Ranges. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. 48311 Achtungsvoll H Heinig. Zur Einweihung des Kurfürsten-Denkmals am Freitag, den 26. September= werden den geehrten hiesigen Nichtmitgliedern und fremdem Publikum die unteren Festräume der Gesellschaft Weinklub zum angenehmen Aufenthalt bestens empfohlen. Nach Beendigung der Festvorstellungen gemütliche Zusammenkunft mit Damen. 474i Vorzügliche Weine, gute Biere, kalte und warme Speisen. Fr. Freese, Kastellan. Krieger=Verein. Die an der Enthüllungsfeier teilnehmenden Kameraden treten mittags 1 Ahr 15 Minuten beim Vorsitzenden(Unter den Linden 18) an. 472i Der Vorstand. Stift Berg. Die Mitglieder werden ersucht am Freitag, den 26. d. Mis., der pünktlich um 12¾ Uhr im Vereinslokale anzutreten. Ordonanzanzug. 516 Der Vorstand. Schützenhof. 480i Am Freitag, den 26. d. Mts., stehen unsere Räume und Anlagen auch Nichtmitgliedern ohne Eintrittsgeld offen. Der Verwaltungsrat der Herforder Schützengesellschaft. Schützenhof. Zur Enthüllungsfeier des Denkmals des Kurfürsten, Freitag, 20. d. empfehle ich den Besuch des Schützenhofes, vor wie auch nach der Feier den verehrlichen auswärtigen wie auch hiesigen Vereinen. Kalte und warme Speisen, Café, Weine und Biere. I. Am Freitag, den 26. Sept. er., bleiben unsere Büreaux nachmittags geschlossen. Herforder Discontobank, Westfälisch-Lippische Vereinsbank, Marcus D. Ganz. 443 Die Mitglieder, welche bereit sind, sich an der Spalierbildung zu beteiligen, werden gebeten, am 20. Septbr., Nachm. 1¼ Uhr pünktlichim Evang. Vereinshause sich einfinden zu wollen Um zahlreiche Beteiligung bittet 5320 Der Vorstand. Konzerthaus „Jägerhof, Rennstraße 23. Täglich Konzert der Volkssänger=Gesellschaft 3111 „Fidelitas“ 3 Damen. 2 Herren. Anfang 8 Uhr abends. Herforder Lagerbier und Münchener Löwenbräu im Anstich. Berliner Buffet a la Aschinger. Kameradschaftl. Verein. Die Kameraden— sowohl diejenigen, welche an der Spalier= bildung teilnehmen, wie auch diejenigen, welche zur Deputation gehören— werden ersucht, am 26. September er.— dem Tage der Feier— um 110 Uhr mittags am Vereinslokal-- Aeckers Turnhalle— anzutreten. Die Probeaufstellung der Deputation am Festplatz findet nicht wehr statt. 501i Der Vorstand. Fahnen. Reinecke, Hannover. Sesta Bahnhofs-Hotel Herford. Freitag, den 26. September: Grosses Militär-Konzert ausgeführt von der gesamten Regimentsmusik des Inf.=Rats. „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westf.) Nr. 55. unter Leitung des Kgl. Musikdirektors Herrn Hubert Anfang nachmittags 4 Uhr. Entree 50 Pfg. Abends großes BrillantFeuerwerk. Es ladet freundlichst ein 440i G. Rieke. SSEEEEEEE Furnerbund Hersord. Zur 250=Jahrfeier: Antreten zur Spalierbildung 12¾ Uhr mittags im Vereinslokal Geilker. 5151 Der Vorstand. 9 Ansichtskarten vom sind eingetroffen. à Carl Hölscher, Gehrenberg. * Für Wiederverkäufer zu en-grosPreisen. 4701 der Kleinbahn am Freitag, den 26. d. Mts. ab Exter „ Hagemühle „ Loose „ Salzuflen Kurpark „ Salzuflen Kleinbahnhof „ Lindenkrug „ Friedensthal „ Herford Salzuflerstraße an Herford Bergerthor „„ L ü b b e r t h o r Göbenstraße Kleinbahnhof 11,50 vorm. 11,53„ 12.00„ 12,09„ 12,18 nachm. 12,18„ 12,24„ 12,28 12,32" 12,36 12,41" 12,44 ab Enger.„ 10,45 abends (Anschluß an Zug 12) 1 Ehengrenger 10,52 abends Steit 1058 Wallenbrück 11,07 12. 12. Ne 83 Teleph. Anschl. Teleph. Anschl N6 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochent####s. Eannementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld Linzu. Donnerstag. 25. September. Inserate werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der Iinspaltigen Betirzeile für Stedt und Kreis Osyubausen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 18 Pfg1902 Zweites Blatt. Anzeigen für den Kreis Hersord. Denkmalsfeier am 26. September 1902. Auf mehrfache Anfrage machen wir bekannt, daß für die zur Beiwohnung der Feier auf dem Platze eingeladenen Personen das denselben übermittelte Einladungsschreiben als Legitimation gilt. Herford, den 25. September 1902. Das Komitee für die Erbauung eines Denkmals des Großen Kurfürsten. Der Vorsitzende: Quentin. 5477 n dem Fabrikgebäude der Firma Böker u. Henning an der Salzuflerstraße ist ein Briefkasten angebracht worden. Herford, 25. September 1902. Kaiserliches Postamt. . 5568 Handelsregister des Königlichen Amtsgerichts zu Herford. In das Handelsregister, Abteilung A., ist bei der Firma Läge u. Gößling in Herford(Nr. 348 des Registers) am 22. September 1902 folgendes eingetragen: Die Firma ist erloschen. 555i Handels-Register des Königlichen Amtsgerichts 556: zu Herford. In unser Handelsregister, Abteilung A., ist unter Nr. 369 die Firma Gustav Laarmann in Herford und als deren Inhaber der Kaufmann Theodor Gustav Laarmann in Dresden, Ludwig=Richterstraße Nr. 15 am 20. September 1902 eingetagen. Bekanntmachung. Sonnabend, den 27. September d. J., vormittags 11 Uhr sollen etwa 1000 kg. frisches Heu öffentlich meistbietend gegen sofortige Zahlung versteigert werden. Versammlung der Käufer am Anstaltsthor. Königliche Gefängnis=Direktion. 449i Bekanntmachung. Diejenigen Personen, welche im nächsten Jahre ein Gewerbe im Umherziehen betreiben wollen, werden hierdurch aufgefordert, die Anmeldung desselben im Monat Oktober d. Is. zu bewirken. Wer für dieses Jahr bereits einen Gewerbeschein besitzt, hat denselben bei der Anmeldung vorzulegen. Gohfeld, 24. September 1902. Der Amtmann. 540i] Schrakamp. Aufruf der Buren-Generale an alle gebildeten Nationen. Wir erhalten aus Amsterdam folgenden Aufruf zum Abdruck: Es wird der ganzen Welt noch frisch im Gedächtnis liegen, wie die Buren nach einem über zwei und ein halb Jahr andauernden Krieg für ihre Unabhängigkeit endlich gezwungen wurden, durch Vermittlung ihrer Abgeordneten die ihnen von der englischen Regierung Seiner Majestät, des Königs Eduard des 7., vorgelegten Friedensbedingungen zu Verceniging anzunehmen. Gleichzeitig wurden wir von den Abgeordneten beauftragt, uns nach England zu begeben zu dem Zwecke, unsere neue Regierung um Milderung des ungeheuern Elends zu ersuchen, das weit und breit in allen neuen Kolonien herrscht. Gelänge dies nicht, so sollten wir an die Humanität der gebildeten Welt appellieren und um mildthätige Unterstützung bitten. Bis jetzt aber sind mehrere Versuche bei der englischen Regierung fehlgeschlagen, und da die Not unbeschreiblich groß ist, so bleibt uns nichts übrig, als uns an alle Nationen von Europa und Amerika zu wenden. In den gefahrvollen Tagen, die wir durchzukämpfen hatten, war es für uns und die Unsrigen ein wonniges Gefühl, als wir fortwährend Beweise der Sympathie aus allen Teilen der Welt empfingen. Die von allen Weltteilen zugeströmten pekuniären und sonstigen Unterstützungen für unsere Frauen und Kinder in den Konzentrationslagern, sowie für die Gefangenen in allen Erdteilen haben unendlich viel dazu beigetragen, das harte Schicksal dieser armen Unglücklichen zu erleichtern, und wir ergreifen diese Gelegenheit im Namen des Volkes beider früheren Republiken, unsern innigen Dank abzustatten allen denjenigen, die uns früher mildthätig unterstützt haben. Das kleine Burenvolk kann niemals die Hilfe vergessen, die man ihm in den trüben Stunden seiner Versuchung geleistet hat. Das Volk beider Republiken hatte alles aufgeboten für seine Unabhängigkeit, und jetzt, nach vollendetem Kampfe, steht es vollständig ruiniert! Obgleich wir nicht in der Lage waren, genaue Angaben der in beiden Republiken angerichteten Verheerung zusammenzustellen, so sind wir doch infolge unserer persönlichen Sachkenntnis überzeugt, daß wenigstens 30000 Häuser in den Wohnstätten der Buren und außerdem eine beträchtliche Anzahl Dörfer von den Engländern während des Krieges verbrannt oder vollständig zerschmettert sind. Unsere Wohnungen samt dem Mobiliar sind eingeäschert oder zerschmettert, unsere Fruchtbäume gefällt und zerstört, alle Landbaugeräte zerstückelt, Mühlen vernichtet, jedwedes Tier entführt oder getötet und uns— blieb leider nichts übrig! Das Land ist eine Wüste! Der Krieg hat auch viele Schlachtopfer gefordert, und das Land widerhallt von den Wehklagen der Witwen und Waisen! Ueberdies brauchen wir nicht daran zu erinnern, was in Zukunft für die Erziehung der Kinder erforderlich sein wird. In dieser bedrängten Not wenden wir uns an die ganze zivilisierte Welt mit der Bitte, durch mildthätige Beiträge unsern Witwen und Waisen, unsern Verstümmelten und andern Hilfsbedürftigen zu helfen und unsern Kindern gehörigen Unterricht angedeihen zu lassen. Wir weisen auf die schrecklichen Folgen des Krieges hin, um die ganze Welt von unsern großen Bedürfnissen in Kenntnis zu setzen und keineswegs um die Gemüter aufs neue zu erschüttern. Das Schwert ruht jetzt in der Scheide und alle Differenzen schweigen in der Anwesenheit solch ungeheuern Elends. Der durch den Krieg verursachte Schaden ist unbeschreiblich groß, so daß die kleine Summe, welche England den Friedensbedingungen gemäß verabreichen wird, selbst wenn sie verzehnfacht wäre, durchaus unzulänglich sein wird, um auch nur die Kriegsverluste zu decken. Die Witwen und Waisen, die Verstümmelten, die Hilfsbedürftigen und unsere Kinder, zu deren Gunsten wir ausschließlich diesen Aufruf ergehen lassen, werden also davon sehr wenig und in den meisten Fällen nichts genießen. Alle Beiträge werden in eine Kasse eingezahlt werden, „Het Generale Boeren=Hulp=Fonds“ genannt, und dieser Fonds wird ausschließlich zur sofortigen und zukünftigen Bestreitung der Bedürfnisse derjenigen Personen angewendet werden, für welche die Beiträge eingesammelt werden. Wir bitten freundlichst um ein inniges, gemeinschaftliches Vorgehen der bestehenden Komitees in den verschiedenen Ländern von Europa und Amerika, und stehen im Begriff, diese Länder der Reihe nach zu besuchen, um eine entsprechende Organisation zu veranstalten und zu fördern. Louis Botha. C. R. Dewet. I. H. de la Rey. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Reise des Kaisers nach England. Die Kaiseryacht„Hohenzollern“ erhielt Befehl, am 6. November zur Reise des Kaisers nach England seeklar zu sein. Zur Fleischnot. Wie wir aus sicherer Quelle mitteilen können, hat auch die königlich sächsische Regierung eine Enquete wegen der Fleischnot veranstaltet. Testament der Königin Heuriette. Aus Brüssel, 24. Sept. meldet„Etoile Belge": Das heute geöffnete Testament der Königin enthält keine Bestimmung über eine Einbalsamierung und Ausstellung der Leiche, dagegen den Wunsch, an der Seite ihres Sohnes beigesetzt zu werden. Die sonstigen Bestimmungen sind privater Natur. Die Königin vermacht ihre 12 Pferde ihrem Privatsekretär Baron Goffinet, dem der König heute in Anerkennung seiner der Königin bewiesenen Ergebenheit das Kommandanturkreuz des Leopoldordens verlieh. Das Blatt fügt hinzu, aus der Aufnahme, welche der Prinzessin Stephanie von Seiten des Grafen von Flandern zuteil geworden ist, scheine man den Schluß herleiten zu wollen, es bestehen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Hierzu erstes Blatt und Unterhaltungsbeilage. Könige und ihrem Bruder. Dies ist nicht der Fall; im Gegenteil haben der Graf und die Gräfin v. Flandern stets die Familienbeziehungen zur Prinzessin Stephanie aufrechterhalten, sogar am Tage nach der Vermählung der Prinzessin mit dem Grafen Lonyay, die sie weder gutzuheißen noch zu mißbilligen hatten. Der Attentatsversuch gegen den Zaren Ueber den angeblichen Attentatsversuch gegen den Zaren will„Daily Expreß" aus Petersburg erfahren haben, daß die Verschwörer, als Bahnarbeiter verkleidet, die doppelten Truppenlinien, die die Bahnstrecke bewachten, unbeanstandet durchschritten, und scheinbar die Geleise inspizierten. Dabei haben sie die Schrauben der Schienen losgelöst. Operation an dem Präsidenten Roosevelt. An dem Präsidenten Roosevelt erfolgte jetzt eine Operation. Hierzu wird aus New York berichtet: Der Präsident wurde auf seinen persönlichen Wunsch nicht chloroformiert, er hielt kaltblütig still, ohne eine Miene zu verziehen. Die Aerzte sagen, die Operation sei gelungen, weigern sich aber vorläufig, ein Bulletin auszugeben, was zu neuer Beunruhigung Veranlassung giebt. Nunmehr steht fest, daß das bösartige Geschwür die Folge einer bei dem Pittsburger Unfall entstandenen Beule dicht unter dem Knie ist. New Yorker Mediziner befürchten eine bösartige Schienbeinentzündung. Der Präsident war nach der Operation gut gelaunt und anscheinend wohl. Von offizieller Stelle wird in jeder Weise beruhigt, doch hier steht alles unter dem Eindruck, daß man etwas zurückhält. Ueber den Zustand des Präsidenten Roosevelt wird aus Washington noch gemeldet: Der Präsident wünschte die Operation bis nach seiner Ankunft in Washington zu verschieben. Die Aerzte bestanden jedoch auf sofortiger Ausführung, da sie sonst Blutvergiftung befürchteten. Krügers Memoiren. Expräsident Krüger erhielt für seine Memoiren, welche in drei Bänden erscheinen werden, ein Honcrar von 600000 Mark, die auf Anordnung Krügers sämtlich dem Burenhilfsfonds zufließen werden. Lage in Der Vizekönig Tseng mit zwei Bataillonen Schansigarde traf außerhalb der Mauern Tschentufus auf Boxer und schlug sie. Das chinesische Auswärtige Amt erklärt, das militärische Vorgehen gegen die Rebellen stoße auf keinen ernsten Wider1 Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 25. September 1902. * Zur Reise des Krouprinzen nach Hersord wird aus Thale im Harz gemeldet: Freitag, 26. d. Mts., unterbricht der Kronprinz seinen Jagdaufenthalt hierselbst und begiebt sich zur Enthüllung eines Denkmals für den Großen Kurfürsten nach Herford. Die Abfahrt dorthin erfolgt mittelst Sonderzuges kurz vor 8 Uhr morgens. Von Halberstadt wird zur Weiterfahrt der fahrplanmäßige Schnellzug benutzt. Die Rückfahrt erfolgt an demselben Tage. Der Kronprinz wird hier nach 9 Uhr abends wieder eintreffen. Zur 250=Jahrseier. Fortgesetzt wird eifrig an der Ausschmückung der Straßen gearbeitet, die sich bereits recht festlich ausnehmen; überall zeigt sich, mit welch großer patriotischer Begeisterung dem morgigen Fest= und Ehrentage Herfords entgegengesehen wird. Auf dem Bahnhofsvorplatz wird die Estrade noch mit reichem Blumenschmuck versehen; am Abschluß derselben vor dem Treppenabgang befindet sich ein baldachinartiger Aufbau. Auf dem Verron ist der mittlere Bahnsteig mit Guirlanden geschmückt, während zu beiden Seiten des Eingangs zur Estrade Lorbeer= und andere Bäumchen aufgestellt werden. Der Platzum das Denkmal wird mit Rasen ausgelegt; auch Blumenschmuck wird dieser Platz aufweisen. An der Vorderseite des hübsch hergerichteten Halemeierschen Hauses ist ein lebensgroßes Bild des Kurfürsten, von Flaggen und Guirlanden umgeben, angebracht. Die neue Veranda bietet einen vorzüglichen Blick auf Denkmal und Bahnhofsvorplatz, Die auf der Veranda für die Einweihungsfeier vorhandenen Plätze konnten daher bald vergeben werden. Eine Tribüne läßt jetzt noch Herr Sievecke vor seiner Besitzung am Wilhelmsplatz errichten. So wird allerseits noch vieles für morgen zugerichtet; auch die Schaufenster sollen sich besonders festlich ausnehmen. Für die Rundfahrt des Kronprinzen werden die Straßen mit Sand befahren. Das Frühstück wird bei dem Herrn Landrat im Kreishaus eingenommen. Die Ehrengäste werden in den hiesigen Hotels Absteigequartier nehmen und zwar steigen ab: im Hotel Rhode: General v. Bissing, Ober=Präsident v. d. Recke, General v. Ußlar und der Begleiter des OberPräsidenten. im Central=Hotel: Minister Budde und Eisenb.=Präsident v. Eickhoff=Reitzenstein. im Hotel Rorig: v. Oheimb, Präsident des Prov.=Landtages, v. Landsberg, Vorsitzender des Provinzialausschusses und Holle, Landeshauptmann. Minister v. Hammerstein wird im Kreishaus Absteigequartier nehmen. Der Herr Reg.=Präsident fährt abends nach Minden zurück. Die Ehrengäste treffen im Laufe des Vormittags ein. 3 Festspiel. Man schreibt uns: Die Damen werden höfl. gebeten, bei dem Besuch des Festspiels die Hüte in der Garderobe abzugeben. ** Die Original=Jubiläumskarte, welche nach dem Entwurf des Herrn Oberlehrer Bürcke im Verlage der Wolffschen Buchhandlung in diesen Tagen erschienen war, fand so schnellen Absatz, daß die erste Auflage schon seit gestern vergriffen ist; voraussichtlich dürfte aber noch heute die zweite Auflage eintreffen. ∆ Allgemeine Ortskrankenkasse. Nach den neuen Bestimmungen sind die Sätze vom 1. Oktober ab wie folgt: Die 1. Klasse zahlt monatlich 1,56 Mk., 2. Klasse 1,17 Mk., 3. Klasse 78 Pfg. und 4. Klasse 39 Pfg. ¼ Schöffengericht. In der gestrigen Sitzung führte Herr Amtsgerichtsrat Vahle den Vorsitz. Schöffen waren die Herren Banquier Marcus D. Ganz=Herford und Zimmermeister Wittenbreder von Altstädter Feldmark. Herr Polizeiinspektor Hohmuth vertrat die Amtsanwaltschaft. Folgende Strafsachen kamen zur Verhandlung: Der Knecht Fritz M. von hier war angeklagt, in der Nacht zum 31. Mai den Steinmetzmeister Oswald Gr. hier mit einem starken Handstocke vorsätzlich mißhandelt zu haben. Das Urteil lautete auf eine Geldstrafe von 5 Mk. evil. 1 Tag Gefängnis.— Der Maurer Christian R. von hier sollte im Juli d. I. seine Ehefrau fortgesetzt mit Todschlagen bedroht haben. Angeklagter bestritt dies und die als Zeugin geladene Ehefrau verweigerte ihre Aussage. Es erfolgte deshalb Freisprechung des Angeklagten.— Der Fabrikarbeiter Karl R., Arbeiter Karl St., Schmiedegehülfe August St. und Zuckerbäcker Paul St. standen unter der Anklage der gemeinschaftlichen Körperverletzung. Zwecks Ladung der Zeugen Sch. und G. wurde die Sache vertagt.— Der Zigarrenarbeiter August H. von Westerenger hatte von einem anderen einen diesem zugelaufenen Schäferhund bekommen mit der Bezeichnung des Eigentümers. H. hatte aber den Hund dem Besitzer nicht zurückgegeben, hatte ihn vielmehr verkaufen wollen. Er wurde wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 20 Mk. evtl. 4 Tagen Gefängnis verurteilt.— Der Wirt E. H. M. zu Eilshausen hatte ein Strafmandat von 3 Mk. erhalten, weil er seinen Hund hatte frei umherlaufen lassen, so daß er den Kolon M. daselbst ins Bein gebissen hat. Der hiergegen eingelegte Einspruch brachte dem Angeschuldigten kostenlose Freisprechung.— Der ca. 15 Jahre alte Kuhhirte Julius Bl. von Dreyen sollte sich wegen Mißhandlung der Ehefrau H. Gl. aus Enger verantworten. Da die Schutzzeugen nicht zur Stelle waren, und deren rechtzeitige Ladung nicht feststand, wurde die Sache vertagt.— Maurer A. in Sundern hatte ein polizeiliches Strafmandat von 3 Mk. erhalten, weil seine Hühner in dem Garten seines Nachbars H. Schaden angerichtet hatten. Den hiergegen eingelegten Einspruch zog A. im Laufe der Verhandlung zurück.— Der Böttcher Louis Ms. aus Sundern erhielt wegen Schulversäumnis seiner Kinder eine Geldstrafe von 3 Mk.— Techniker Ferdinand W. aus Detmold war beschuldigt, am 11. Juli d. J. auf seinem am Bahnhofe zu Herford belegenen Grundstück laut gelärmt und durch Aufreißen von Schienen, die dort zur Beförderung von Erdmassen gelegt waren, groben Unfug verübt zu haben. W. war deshalb durch polizeiliches Strafmandat mit einer Geldstrafe von 20 Mk. bedacht. Der hiergegen eingelegte Einspruch brachte ihm kostenlose Freisprechung. Die Verhandlung bestätigte, daß W. in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, wobei er allerdings laut und erregt gesprochen hat. Auch die Kosten der Verteidigung fielen der Staatskasse zur Last.— Der Tischler Emil W. von hier, Neust. Feldm. sollte einen Hund in ärgerniserregender Weise mißhandelt haben. Es erfolgte Freisprechung.— Der Wirt Kaspar M. in Eilshausen war beschuldigt, in seinem Lokale Gäste über die Polizeistunde hinaus geduldet und den Vorplatz vor seinem Lokale nicht erleuchtet zu haben. Zwecks Ladung weiterer Zeugen wurde die Sache vertagt.— Der Tischler Friedrich Gr. zu Schweicheln hatte sein neu erbautes Wohnhaus eher in Benutzung genommen, als die baupolizeiliche Abnahme stattgefunden, ferner hatte er einzelne Räume zu anderen Zwecken benutzt, als wofür sie in der Bauzeichnung bestimmt waren. Es wurde auf eine Geldstrafe von 5 Mt. evtl. 1 Tag Haft erkannt. Bestellen Sie zur Probe ein Abonnement auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ pro Monat Oktober. Täglich bieten wir eine und außerdem in den Sonnabendnummern ein hübsch Alle Postanstalten, Landbriefträger sowie unsere Agenturen und Boten nehmen Bestellungen entgegen. Redaktion und Verlag. ein Eine jugendliche Brandstifterin vor Gericht. Die 17 Jahre alte Dienstmagd Martha Bendert, welche die Brandstiftungen im hiesigen evang. Waisenhause verübt hatte, erhielt gestern von der Bielefelder Strafkammer 2 Jahre Gefängnis. Verschwunden ist seit Sonntag vormittag der 15 Jahre alte Kaufmannslehrling Wilhelm Elbracht genannt Schlittgen. : S t e c k b r i e f l i c h v e r f o l g t w i r d d e r K a u f m a n n A u g u s t Meyer aus Bielefeld, zuletzt hier wohnhaft; zugleich ist gegen denselben die Untersuchungshaft wegen versuchter Brandstiftung, Unterschlagung und Urkundenfälschung verhängt worden. Es handelt sich um jenen Menschen, der in der hiesigen Stahlmatratzenfabrik Unterschlagungen begangen hatte. * Diebstahl. Ein 13jähriger Junge bot gestern bei verschiedenen Goldwarenhändlern und Pfandleihern einen neuen Ring, der 15 Mk. Wert hat, für 50 Pfg. an. Der Junge hatte einen falschen Namen angegeben; es scheint daher der Ring nicht rechtmäßig erworben zu sein, letzterer ist polizeilich beschlagnahmt. □□ Enger, 25. Sept. Zur Ministerreise. Nach dem Besuch unserer Stadt begiebt sich der Herr Minister des Innern, Frhr. v. Hammerstein am Sonnabend vormittag nach Bünde, wo die Ankunft gegen 11 Uhr erfolgen wird. In Begleitung des Herrn Ministers befinden sich der Herr OberPräsident, der Herr Landrat sowie der Herr RegierungsAssessor Frhr. v. Maltzahn. Wie wir noch erfahren, trifft der Herr Minister gegen 10 Uhr hier in Enger ein; u. a. wird er auch die Zeichnung für das von Bildhauer Herrn Wefing zu erbauende Krieger= und Wittekind=Denkmal in Augenschein nehmen. h Lippinghausen, 24. Sept. Einbruch. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag wurde in die hiesige Mühle eingebrochen. Die Diebe nahmen 10 Mk. mit sich. und Nachbarstaaten. * Husum. 24. Sept. Explosion. Heute morgen explodierte in der Meierei in Viöl eine Zentrifuge. 3 Personen wurden schwer, mehrere andere leicht verletzt. Ein Meiereilehrling ist seinen Wunden bereits erlegen. Kassel, 24. Sept. Gustav Adolf=Verein. Der Kaiser ließ dem Gustav Adolf=Verein, welcher jetzt hier seine 55. Hauptversammlung abhielt, durch Geheimrat von Lucanus folgendes Antworttelegramm zugehen:„Der Kaiser und König lassen für den freundlichen Gruß herzlich danken. Seine Majestät gedenken gern des großen Segens, der von der treuen Arbeit der Gustav Adolf=Stiftung für die bedrängten Gemeinden in der Zerstreuung ausgeht und hoffen, daß die werbende Kraft der Gustav Adolfsache auch dazu beitragen werde, den Allerhöchst ihm am Herzen liegenden engeren Zusammenschluß der evangelischen Kirche zu fördern.“ * Bochum, 24. Sept. Gerüsteinsturz. In Wiemelhausen stürzte heute nachmittag 4 Uhr das an der Ostseite des Neubaues der evangelischen Kirche errichtete Gerüst zusammen. 5 Arbeiter stürzten in die Tiefe, von denen einer schwer, die anderen leicht verletzt worden sind. Vermischtes. Die Zahl der Motorwagen in Frankreich beträgt nach der Statistik der Steuerbehörde 5386, davon 2893 mit mehr als zwei Plätzen und 2493 mit einem oder zwei Plätzen. Auf Paris entfallen nicht w niger als 1149 Motorwagen, davon 751 mit mehr als zwei Plätzen und 398 mit einem oder zwei Plätzen. Aus dem Zigennerleben. Einer die Stadt Nienburg passierenden Zigeuuerbande sind zwei Kinder, die aus einer Zwangserziehungsanstalt, wo sie untergebracht waren, entlaufen waren, polizeilich abgenommen worden. der Revaktion. W. B. In der Regel bis 10 Uhr. Der Vermieter bzw. der Hausverwalter ist für etwaigen Schaden verantwortlich zu machen. Meteorologische Station Witterungsbericht vom 25. September Höchste Temperatur des Vortages: 20,70. Niedr. Temperatur in der Nacht: 10,70. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 11,4°. 11„„: 16,00. Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 760,3 mm. Tägliche Niederschlagshöhe:— mm Wind: Schwacher SO. Himmel: Trübe. 26. Sept. Bei schwachen südöstlichen Winden vorwiegend bewölkt. Telegramme und Meldungen. Der Aufruf der Burengenerale. London, 25. Sept. Der Aufruf der Burengenerale macheinen schlechten Eindruck in England. Die„Pall Mall Gazette" argwohnt, daß Leyds an dessen Abfassung beteiligt get wesen; sie sagt, es wäre würdevoller für die Generale, die jetzt britische Unterthanen seien, das Weheklagen zu unterlassen und das Mitleid der Welt in Anspruch zu nehmen. Die „Westminster Gazette“ fürchtet als erste Frucht des Aufrufes die Wiederbelebung des Zornes gegen England, und in England vielleicht auch die Wiederbelebung des Unwillens gegen die Buren, deren Führer in England seien. Wichtig für Inserenten: Seit Ende Juli über 100 neue Abonnenten! (50. Fortsetzung.) Roman von Dora Duncker (Nachdruck verboten.) Kopf.„Ich bin auch Eba schüttelte den reizenden, nur seine Pflegetochter.“ Rudolf lächelte spöttisch.„#m. hm, Pflegetochter— man kennt das, dachte er bei sich. Und dabei trat er näher und sah ihr aufmerksam in das reizende, von der Aufregung des Tages heute etwas bleiche Gesicht. Dabei schüttelte er den Kopf. „Seltsam,“ murmelte er vor sich hin. „Ich habe meine wirklichen Eltern nie gekannt,“ fuhr Eva fort, und Väterchen weiß auch nichts Genaueres. Vielleicht bin ich ihnen durch einen unglücklichen Zufall abhanden gekommen, denn Väterchen hat, mich in New York einsam und verlassen gefunden—“ Rudolf fuhr auf.„In New York, sagen Sie? Und wann? Wie lange ist das her?“ „Acht Jahre sind's wohl diesen Sommer gewesen.—“ Er trat so nahe auf sie zu, daß er sie fast berührte. Erschreckt fuhr sie vor ihm zurück. „O, nicht doch, nicht doch! Ich thue Ihnen nichts. Nur Ihre Augen wollt' ich einmal in der Nähe sehen— Ihre Augen erinnern mich— acht Jahre, ja— es könnte stimmen.— Wie heißen Sie, Fräulein?“ „Nach meinem Pflegevater,“ sagte sie beklommen.— Es wurde ihr nun doch unheimlich in der Nähe dieses Mannes, und sie bereute es, sich soweit mit ihm eingelassen zu haben. „Nein, ich meine mit Vornamen, Sie sehen so aus— am—“ ein gespannter Zug glitt über sein Gesicht—„als ob Sie Lieschen heißen müßten.“ Eva verneinte lebhaft. „Besinnen Sie sich einmal,“ fuhr er lebhaft fort, ohne sich beirren zu lassen.„War nicht damals, als Ihr— Ihr Pflegevater Sie fand, eine alte Person bei Ihnen?“ Eva schüttelte verwundert abweisend den Kopf. „Nein, davon weiß ich nichts.— Ich war sehr krank damals, und als ich gesund war, gingen wir gleich nach Deutschland. Kannten Sie uns denn zu jener Zeit? Waren Sie auch drüben in New Dork?“ „Lange genug— und ich glaube jetzt— es mit Bestimmtheit sagen zu dürfen— ich bin— ich habe Ihre Mutter gekannt!“ Eva wurde dunkelroth und lief auf ihn zu.„Meine Mutter! O, das wäre! Haben Sie sie gut gekannt?“ „Sehr gut,“ gab er mit Nachdruck zurück.„Ich habe sie sogar mal sehr lieb gehabt.“ „O, und sagen Sie, bitte— lebt sie noch?“ „Nein. Sie starb, lange ehe Herr Hellweg Sie fand.“ Eva ließ traurig das Köpfchen hängen.„D, ich dachte es wohl. Eine Mutter würde ihr Kind nicht verlassen haben — das verlorene wiedergefunden haben.“ Rudolf zuckte zusammen. „War sie glücklich in ihrem Leben, meine Mutter?“ Er wand sich unter ihren ernsten, unschuldigen Blicken. „Ich glaube— nein.“ Eva trat es feucht in die Augen. „Kein Zweifel,“ murmelte er,„Martha, wie sie leibt und lebt—“ dann wandte er sich an Eva zurück.„Und Ihr Vater — wollen Sie von dem gar nichts hören?“ Eva hatte die Augen getrocknet. Nun schüttelte sie energisch den Kopf.„Ehrlich gestanden, nein— ein Kind soll doch seinen Vater lieben.—“ „Von Rechts wegen— ja—“ warf Rudolf bitter dazwischen. „Aber könnte ich das, da ich meinen Pflegevater so unaussprechlich liebe und mir gar nicht denken kann, daß vor ihm je ein Anderer— der mich am Ende gar verließ oder verstieß wie— o, nein, nein!— Ich möchte von keinem anderen Vater wissen.“ Rudolf hatte sich abgewendet. Wie von Peitschenhieben getroffen, war er bei ihren Worten zusammengefahren. Aber sie hatte gar nicht Acht auf ihn. Unbefangen fuhr sie fort: „Väterchen danke ich ja Alles, Alles!— Ich glaube, er war nicht immer so reich wie jetzt—“ fuhr sie mit wichtiger Miene fort—„er machte früher oft ein ernstes, sorgenvolles Gesicht— aber wenn ich lachte und mich freute, dann war er froh und glücklich und nannte mich seine kleine Lerche.— Da sehen Sie— o, da kommt er doch noch.— Wie schön! Ich hätt’ es heute wirklich nicht gedacht— sehen Sie ihm nur recht in’s liebe treue Gesicht, dann werden Sie bald Zutrauen zu ihm haben. Papa— mein lieber Papa! Sie war ihm entgegengelaufen und ihm an den Hals geflogen. Mit wilden, düstern Blicken sah Rudolf ihr nach. Welch eine niederträchtige Fügung! Der Geliebte seiner Frau, sein Todfeind— der Wohlthäter, muthmaaßlich der Lebensretter seines Kindes! Die Rache seinen Händen entwunden. Konnte es etwas Teuflischeres geben? Nun kamen die Beiden näher, zärtlich aneinander geschmiegt. Das Blut kochte ihm in den Adern. Jetzt konnte er deutlich verstehen, was sie sprachen. Es handelte sich um Segenhaus — natürlich— der Ehebrecher war wieder auf dem Wege zu seinem Weibe. Rudolfs Hand tastete nach dem Revolver. Da schlug des Kindes süße Stimme an sein Ohr.„Nein, Väterchen, gewiß nicht, ich bin nicht in Segenhaus gewesen— nur Mar wollte ich hier erwarten— aber Du, Du willst hin——?“ Hellweg nickte zustimmend. „O, dann wird Alles wieder gut.“ „Rudolf war bis an den Erlenstamm zurückgetreten. Jetzt erst schien Hellweg ihn zu bemerken. „Wer ist das?" „Ein Fremder, Väterchen," und leise fügte sie hinzu, doch so, daß Rudolf's scharfes Ohr es noch vernahm: Ich glaube, ein armer Mensch, der eine Bitte an Dich hat.“ Dann trat sie zu Rudolf an den Erlenstamm. „Sprechen Sie getrost, ich will nicht stören. Ich werde dort hinunter—“ sie zeigte auf die Richtung nach Segenhaus, ein Stückchen vorangehen. Darf ich. Väterchen?“ Hellweg nickte Gewährung.„Aber halte Dich in der Ne einmal trat Eva zu ihm zurück.„ zur gegen den Mann, lieber Papa— er sagt, er habe meine arme Uinter dem Eindruck von Evas bitenden Worten sprach Heu. weg den Fremden freundlicher an, als er's sonst gerade heute wohl gethan haben würde(Fortsetzung folgt.) Photograph Ateller von Martin Herrmann Herford, Brüderstrasse 34. Aufnahmen zu jed.Tageszeit, auch Sonntags.—Ausführung in allen Grössen u. Manieren. Garantie für gute Bilder.— Schnelle Bedienung.— Billige Preise. 481b — Heute Morgen, d. 22. d. M entschlief in Gütersloh sanft nach kurzem Leiden im Alter von 25 Jahren mein lieber ein weißes Huhn. (Wer eine Wohnung zu vermieten hat ooer mieten will, Schuhmacher=Innung. Die Mitglieder und Gesellen werden freundl. eingeladen zur Svalierbildung am 26. d. Mts. Unterhaltungs-Beilage zur Herforder Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler.] Herford, 25. September 1902. Druck u. Verlag: Christian Quentin. Sin steinern Herz. Roman von F. Klink=Lütetsburg. (1. Fortsetzung.) Der Arzt, dem Synnöve ohne Zweifel ihr Leben dankte, war Erich Christianson, der Sohn eines Mannes, der zu Lebzeiten des Herrn Halgren in sehr freundschaftlichen Beziehungen zu demselben gestanden hatte. Der reiche Johann Christianson war es auch gewesen, der dem Verstorbenen ermöglicht, bis an sein Lebensende im Besitz seiner schönen Villa zu bleiben, obwohl er dessen Schwäche, die er seiner Gattin gegenüber zeigte, stark verurtheilt. Herrn Christiansons Gesinnung für diese Frau war keine besonders liebenswürdige, und da er seinen Gefühlen nicht gerne Zwang auferlegte, so hatte Frau Ulla auch keine Veranlassung gehabt, der Hoffnung sich hinzugeben, daß Herr Christianson viel Rücksicht auf ihre Wünsche nehmen werde, wo es sich um das Eigenthum handelte, auf das er unzweifelhaft berechtigte Ansprüche zu erheben hatte. Da glaubte sie plötzlich eine Entdeckung zu machen, die sie im ersten Augenblick förmlich verwirrte. Synnöve war so weit hergestellt, daß Doktor Christianson sehr wohl seine Besuche hätte einstellen können, wenn auch noch lange Zeit darüber vergehen mochte, bis sie wieder des Vollbesitzes ihrer Gesundheit sich erfreuen würde. Ihr Lebensretter, wie die Genesende ihn nur nannte, kam aber nach wie vor und verbrachte manche Stunde im Halgrenschen Hause. Frau Ulla hätte nicht sie selbst sein müssen, wenn sie nicht sofort zu der Vermuthung gelangt wäre, daß ein besonderer Grund den vielbeschäftigten Arzt die Gesellschaft ihrer Töchter suchen ließ. Aber nicht mit einem Gedanken hatte sie sich der Möglichkeit zugewendet, daß eine Freda auf Erich Christianson Eindruck machen könne, und als dieser dann um ihre Stieftochter angehalten, war ihre Verwunderung fast noch größer als ihr Zorn gewesen. Die Schicksalsschläge der letzten Zeit blieben aber nicht ganz ohne Einwirkung auf Frau Halgren. Der Bruder ihres verstorbenen Gatten hatte auch Sorge getragen, daß sie nicht darüber im Zweifel geblieben, an wen sie sich u wenden haben werde, wenn ihr daran liegen sollte, die graue Sorge um eine nur bescheidene Existenz in Zukunft von sich fern zu halten. Sie selbst und Synnöve waren vollständig mittellos. Unter diesen Umständen sah sie sich gezwungen, ihr Benehmen Freda gegenüber zu verändern und eine Nachgiebigkeit zu zeigen, die sie nie im Leben geübt. Das junge Mädchen konnte sich des Mitleids kaum erwehren, indem sie sich die Gefühle vergegenwärtigte, denen diese hochmüthige Frau zum Opfer fiel, und war fest entschlossen, alles zu tbun, was in ihren Kräften stand, derselben eine schwere Zeit erleichtern zu helfen. Daß sie dabei ihren Grundsätzen nicht treulos werden konnte, war selbstverständlich, und so würde sie die Forderung der Mutter, Doktor Christiansons Werbung anzunehmen, sofort abgewiesen haben, wenn nicht— War es denn wirklich möglich, daß noch einmal in ihrem Herzen etwas Raum gefunden, das ihr einst nur Schmerz bereitet und schuld war, daß sie den Menschen (Nachdruck verboten.) mit Mißtrauen begegnete? Indem sie sich so fragte, waren die Thränen, die einer trüben Vergangenheit gegolten, versiegt. Ein warmes Roth stieg wieder in ihre Wangen, und wie Sonnenstrahlen des Glückes huschte es über ihr Gesicht, es wunderbar verschönend. Nein, nicht jenes Gefühl, das sie einst mit Gustav Marholm verbunden, beherrschte sie jetzt in einer Weise, die sie beunruhigt haben würde, wenn sie nicht die beglückende Ueberzeugung gehegt, daß ihre Liebe erwidert werde. Es war ein anderes, reineres, stärkeres. Und diese Stunde hatte ihr nun die Gewißheit gebracht, daß die innere Stimme sie nicht betrogen. Nicht Mitleid mit einer Kranken hatte Erich immer und immer wieder an Synnöves Lager geführt, sondern der Wunsch, ihr zu begegnen. Nun fand jedes Wort, jeder Blick eine Deutung. Die Beziehungen, welche zwischen Erichs Vater und dem ihren bestanden, waren Freda nicht fremd geblieben, aber der Gedanke an dieselben konnte nicht das Glück trüben, das ihre Seele erfüllte. Die Vorstellungen, welche ihr die Stiefmutter gemacht, hatten sie verwirrt. Es erschien ihr furchtbar, Berechnung mit ihrem Empfinden für den geliebten Mann in Verbindung zu bringen, und nur dieser Umstand hatte sie einen Augenblick unsicher gemacht, ob sie ihm ihr Jawort werde geben dürfen. Die Sonne begann längere Schatten zu werfen und noch immer stand Freda am offenen Fenster in köstlichen Betrachtungen versunken. Im Hause laut werdende Stimmen brachten sie in die Wirklichkeit zurück und nun erst erinnerte sie sich Synnöves, die, in einer Hängematte ruhend, sie seit mehr als einer Stunde erwartete. Bereits wenige Minuten später war Freda an der Seite der Schwester, die ihr schon von weitem gewinkt, ihre Schritte zu beschleunigen. Näherkommend hörte sie Synnöves süße Stimme: „Mariä Schlüsselmägdelein, Breite aus die Flügel fein, Daß Dein Flug mir zeige an, Woher kommt der Freiersmann.“ Synnöve hatte die linke Hand emporgehoben, und auf ihrem abgemagerten Finger bemerkte Freda ein Herrgottskäferchen, das im Begriff war, seine Flügeldecken auszubreiten. Synnöve begann noch einmal: „Mariä Schlüsselmägdelein—“ Die Fortsetzung des Liedes erstarb ihr auf der Zunge. In demselben Augenblick, als das Thierchen sich aufschwang, seinen Flug nach dem Hause nehmend, wurde die stattliche Gestalt Doktor Christiansons unter dem Eingang desselben sichtbar. Synnöves marmorblasse Wangen zeigten plötzlich ein schwaches Roth. Sie warf einen raschen Blick auf die Schwester. „O Freda, wenn das Wahrheit werden sollte!“ Freda war es, als ob diese mit kaum hörbarer Stimme gesprochenen Worte ihr das Blut in den Adern hätten gerinnen lassen. Leichenblässe bedeckte mit einem Male ihre noch vor wenigen Augenblicken lebhaft gerötheten Wangen. Gedenkblätter für die der Stadt Herford ichhändler Menckhoff. Wolff, 19"— Pottkamp, „ Eugen Kalisch der„Herforder Zeitung“. ck 10 Pf.) liegen in den fenstern aus. 5611 Zezugsquelle und Rouleauxstoffe. 30—40 Pf. pro Meter. Insmann, en-Straße. 559i arren, en, Tabake iswert, Ia Qualität. 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In der Herr Amtsgerichtsrat Vahle den Vorsitz Herren Banquier Marcus D. Ganz=Herf Wittenbreder von Altstädter Feldmark. Hohmuth vertrat die Amtsanwaltschaft. kamen zur Verhandlung: Der Knecht angeklagt, in der Nacht zum 31. Ma Oswald Gr. hier mit einem starken Hat handelt zu haben. Das Urteil lautete 5 Mk. evil. 1 Tag Gefängnis.— Der von hier sollte im Juli d. I. seine E Todschlagen bedroht haben. Angeklagte als Zeugin geladene Ehefrau verweiger erfolgte deshalb Freisprechung des 2 Fabrikarbeiter Karl R., Arbeiter Karl August St. und Zuckerbäcker Paul Anklage der gemeinschaftlichen Körp Ladung der Zeugen Sch. und G. wurde Der Zigarrenarbeiter August H. von von einem anderen einen diesem zug bekommen mit der Bezeichnung des E aber den Hund dem Besitzer nicht zu vielmehr verkaufen wollen. Er wurde zu einer Geldstrafe von 20 Mk. evtl. verurteilt.— Der Wirt E. H. M. zu ein Strafmandat von 3 Mk. erhalten, hatte frei umherlaufen lassen, so daß er ins Bein gebissen hat. Der hiergegen brachte dem Angeschuldigten kostenlose ca. 15 Jahre alte Kuhhirte Julius Bl. sich wegen Mißhandlung der Ehefrau H antworten. Da die Schutzeugen nicht: deren rechtzeitige Ladung nicht feststand, tagt.— Maurer A. in Sundern h Strafmandat von 3 Mk. erhalten, weil Garten seines Nachbars H. Schaden an hiergegen eingelegten Einspruch zog A. i lung zurück.— Der Böttcher Louis Ms. al wegen Schulversäumnis seiner Kinder eine C Techniker Ferdinand W. aus Detmold 11. Juli d. J. auf seinem am Bahnhofe Grundstück laut gelärmt und durch Auf die dort zur Beförderung von Erdmassen Unfug verübt zu haben. W. war desha Strafmandat mit einer Geldstrafe von 2 hiergegen eingelegte Einspruch brachte ihm kostenlose Freisprechung. Die Verhandlung bestätigte, daß W. in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, wobei er allerdings laut und erregt gesprochen hat. Auch die Kosten der Verteidigung fielen der Staatskasse zur Last.— Der Tischler Emil W. von hier, Neust. Feldm. sollte einen Hund in ärgerniserregender Weise mißhandelt haben. Es erfolgte Freisprechung.— Der Wirt Kaspar M. in Eilshausen war beschuldigt, in seinem Lokale Gäste über die Polizeistunde hinaus geduldet und den Vorplatz vor seinem Lokale nicht erleuchtet zu haben. Zwecks Ladung weiterer Zeugen wurde die Sache vertagt.— Der Tischler Friedrich Gr. zu Nacht von Sonnabend auf Sonntag wurde in Mühle eingebrochen. Die Diebe nahmen 10 Mk. die mit hiesige sich. Provinz und Nachbarstaaten. * Husum, 24. Sept. Explosion. Heute morgen explodierte in der Meierei in Viöl emne Zestzrifuge, 3 Personen wurden schwer, mehrere andere leicht verletzt. Ein Meiereilehrling ist seinen Wunden bereits erlegen. * Kassel, 24. Sept. Gustav Adolf=Verein. Der Kaiser ließ dem Gustav Adolf=Verein, welcher jetzt hier seine 55. Hauptversammlung abhielt, durch Geheimrat von Lucanus folaendes Antmarttolegramm Wichtig fü (50. Fortsetzung.) Sumpflan! Roman von Dora Dun Es war eigenthümlich, daß sie eine Entgegnung machen Lonnte. „Synnöve, Du liebst Doktor Christianson?“ „Freda, hast Du es nicht gewußt? Wirklich nicht? Ich dachte, jedes Wort, das ich zu ihm gesprochen, hätte verrathen müssen, wie sehr ich ihn liebe. Kannst Du Dich aber darüber wundern? Mußte es nicht so kommen? Hat er mir nicht das Leben gerettet, dieses schöne, wonnige Leben? Nun soll es ihm gehören und ich will bemüht sein, ihm immer zu zeigen, wie sehr dankbar ich ihm bin, daß er mich dieser herrlichen Welt erhalten.“ Doktor Christianson hatte inzwischen mit raschen Schritten den Schwestern sich genähert. Er begrüßte Synnöve zuerst mit einem freundlichen Kopfnicken. Freda hatte sich zu der Genesenden herabgebeugt, sie aufzurichten. Als sie den Kopf wieder erhob und ihr Gesicht Doktor Christianson zuwandte, war das Blut bereits in ihre Wangen zurückgekehrt. Nichtsdestoweniger fiel ihm ihr verstörtes Aussehen auf. „Sie sind nicht wohl, Fräulein Freda,“ sagte er beunruhigt.„Sollte meine Prophezeiung nun doch noch eintreffen? Wie bleich Sie sind! Was ist Ihnen?“ Es gelang Freda, ein Lächeln auf ihre Lippen zu bringen. „Mir ist ganz wohl, Herr Christianson.“ Ablenkend fügte sie hinzu:„Es dürfte Zeit werden, Synnöve ins Haus zu bringen. Abendluft weht schon von der See herüber. Meinst Du nicht, Kind?“ Synnöve neigte zustimmend das blonde Köpfchen, indem sie einen dankbaren Blick auf die Schwester warf. Die große Verlegenheit, in welche sie sich durch das derselben gemachte Geständniß nun plötzlich versetzt fühlte, als sie sich Erich Chistianson gegenübersah, ließ sie wünschen, allein zu sein. Doktor Christianson führte Synnöve. Er hatte seinen Arm um ihren Leib gelegt, und ihr Kopf ruhte an seiner Schulter. Freda, welche an der andern Seite ging, sah fast so bleich aus wie die Schwester. Gesprochen wurde nicht. Christianson konnte sich eines beunruhigenden Gefühls nicht erwehren. Nach seiner gestrigen Unterredung, die er mit Frau Halgren gehabt, hatte er sich die Begegnung mit Freda anders gedacht. Jene war überzeugt gewesen, daß sein Antrag die Tochter beglücken und ehren werde, er aber hatte sich schon während der letzten Wochen der HoffEba schüttelte den reizenden, nur seine Pflegetochter.“ Rudolf lächelte spöttisch.„Hm, hm, kennt das, dachte er bei sich. Und dabei sah ihr aufmerksam in das reizende, vor Tages heute etwas bleiche Gesicht. Dabei „Seltsam,“ murmelte er vor sich hin. „Ich habe meine wirklichen Eltern ni fort, und Väterchen weiß auch nichts Gena ich ihnen durch einen unglücklichen Zufall denn Väterchen hat, mich in New Yorke gefunden—“ Rudolf fuhr auf.„In New York, sag Wie lange ist das her?“ „Acht Jahre sind's wohl diesen Som Er trat so nahe auf sie zu, daß ers schreckt fuhr sie vor ihm zurück. „O, nicht doch, nicht doch! Ich thue Iynen nichts Ihre Augen wollt' ich einmal in der Nähe sehen erinnern mich— acht Jahre, ja— es könnte Wie heißen Sie, Fräulein?“ „Nach meinem Pflegevater,“ sagte sie beklommen.— Es wurde ihr nun doch unheimlich in der Nähe dieses Mannes, und sie bereute es, sich soweit mit ihm eingelassen zu haben. „Nein, ich meine mit Vornamen, Sie sehen so aus— ym— ein gespannter Zug glitt über sein Gesicht—„als ob Sie Lieschen heißen müßten.“ Eva verneinte lebhaft. „Besinnen Sie sich einmal,“ fuhr er lebhaft fort, ohne sich beirren zu lassen.„War nicht damals, als Ihr— Ihr Pflegevater Sie fand, eine alte Person bei Ihnen?“ Eva schüttelte verwundert abweisend den Kopf. „Nein, davon weiß ich nichts.— Ich war sehr krank damals, und als ich gesund war, gingen wir gleich nach Deutschland. Kannten Sie uns denn zu jener Zeit? Waren Sie auch drüben in New Dork?“ nung hingegeben, daß nicht nur freundschaftliche Gefühle im Herzen derselben für ihn sich regten. Was bedeutete ihre Verstimmung? Sie wurde sichtlich von einer solchen beherrscht. Hatten eigne Wünsche ihn dennoch irregeleitet? Das Haus war erreicht, Synnöve in das Wohnzimmer geführt, wo Frau Halgren sie mit einer überschwenglichen Zärtlichkeit empfing. Dann bat die Mutter Freda sogleich, den Herrn Doktor in den Salon zu begleiten, wohin sie nachkommen werde. Das junge Mädchen erblaßte, und auch dieses Erblassen wurde von dem jungen Manne bemerkt, um seine Unruhe zu vermehren. Er hatte sich vielleicht einer Hoffnung hingegeben, die sich nicht verwirklichen würde. Mit dieser heimlichen Befürchtung betrat er den Salon und nahm Freda gegenüber Platz, entschlossen, sich Gewißheit zu verschaffen. Einen Augenblick war ihm sogar die Idee gekommen, auf ein Aussprechen überhaupt zu verzichten. Dann aber leuchtete es in Erich Christiansons Augen auf. Wie hatte er nur einen derartigen Gedanken fassen können? Vor seine Seele trat die Erinnerung an Augenblicke, die ihn mit hoher Freude erfüllt. Nein, Freda Halgrens Augen würden niemals lügen, so wenig, wie es möglich war, sie einer Koketterie fähig zu halten. Er that einen tiefen Athemzug, und mit einem Male war auch der letzte Rest von Besorgniß geschwunden, die seine klare Stirn in Falten gelegt. Frei und offen richtete er den Blick auf Freda, obgleich deren Gesicht eine Ruhe zu Schau trug, die gewiß nicht den Gefühlen entsprach, die Erich bewegten. „Freda, was ist Ihnen?“ fragte er weich und sanft, wie es seine Art Kranken gegenüber war.„Bedrückt Sie irgend etwas, dann, bitte, sagen Sie es mir. Es wird nichts sein, das sich nicht ertragen ließe, so lange Sie einen Freund haben, der kein größeres Glück kennt, als Ihr Vertrauen zu besitzen und Ihnen mit Rath und That zur Seite zu stehen. Freda, Ihre Mutter hat Sie gewiß von meinen Wünschen in Kenntniß gesetzt. Ich habe in der kurzen Zeit, in welcher es mir vergönnt war, täglich mit Ihnen zu verkehren, eine herzliche Zuneigung zu Ihnen gefaßt. Täuschte ich mich, wenn ich eine gleiche bei Ihnen voraussetzte?“ 6 Er hatte sich von seinem Sitz erhoben und war an sie herangetreten. Freda saß regungslos, wie versteinert, aber ein paar heiße Thränen stahlen sich doch langsam über ihre Wangen. Erschrocken suchte ihre Hand die Zeugen ihres Kummers zu beseitigen. Erich Christianson durfte nicht ahnen, was in diesem Augenblick in ihrer Seele vorging. Sie hatte ja gelernt, sich zu beherrschen und ihre Gefühle zu verbergen. So gelang es ihr, den Blick zu erheben und Erich offen in das Gesicht zu sehen. „Sie haben sich nicht getäuscht, Herr Christianson. Dennoch ist es unmöglich, daß ich Ihren Antrag annehme.“ Ihre Stimme hatte nicht den ruhigen Klang, den sie ihr zu geben wünschte. Sie fühlte sich von einem grenzenlosen Weh erfaßt, das sich steigerte, als sie die Bemerkung machte, daß ihre Worte Erichs Stirn sich verfinstern ließen. Sie fühlte, daß ein sie verurtheilender Gedanke in ihm lebendig geworden war. Aber schon war die Wolke wieder verschwunden, und ein Lächeln umspielte seinen Mund. „Warum können Sie meinen Antrag nicht annehmen, wenn Ihre Zusicherung Wahrheit ist? Mit der Ueberzeugung, daß Sie mich lieben, giebt es für mich kein Hinderniß, das sich nicht beseitigen ließe.“ Er beugte sich zu ihr herab, sein warmer Athem streifte ihre Wange. Mit einem leisen Aufschrei fuhr sie von ihrem Sitz empor, ihre Hand stieß ihn zurück. „Um Gottes Willen, Erich, es kann nicht sein— wenigstens jetzt nicht. Lassen Sie mir Zeit. Ich weiß nicht, ob es eine Möglichkeit giebt, Ihnen anzugehören.“ Erich Christiansons Gesicht hatte sich verfärbt, als Fredas Hand ihn berührt. Mit einer stolzen Gebärde war er von ihr zurückgewichen, doch ihre Worte bestätigten die Vorstellung, welche sich ihm aufgedrängt, und auch der Ausdruck in ihren Augen beruhigte ihn über einen jäh aufgestiegenen Argwohn. „Sie sind erregt, Freda. Irgend etwas, das meinem Blick sich entzieht, beunruhigt Sie. Ich will nicht in Sie dringen, sich schon heute mir gegenüber auszusprechen, obgleich ich ein Anrecht auf Ihr Vertrauen zu haben glaube. Morgen— nicht wahr?— da werden Sie mir alles sagen, was Sie so zu mir sprechen läßt, wie ich— ich gestehe es offen— nicht erwartet habe. Ich hoffe, es wird mir nicht schwer werden, Sie zu überzeugen, daß es nur eins giebt, das uns trennen könnte: Ihre bestimmte Erklärung, daß Sie mich nicht lieben und Ihr Glück mit mir nicht zu finden erwarten."(Fortsetzung folgt.) Doesie-Album. Der verregnete Sommer. Ein Innenglück war eine Gottesgabe, In dieses Sommers Regenfluth! Du weißt ja, daß ich Wetterlaunen habe..: Der lange Regen war doch gut. Grau liegt die ferne Welt,— man rückt zusammen, Schließt Thür und Fenster ruhig zu Und wärmt sich an den inn'ren Sonnenflammen, Und flammend sind wir, ich und Du! Die Landschaft zieht mein Aug' nicht von dem Deinen, Wir strömen Liebeshelle aus, Ich sage lachend, laß' den Himmel weinen, Sonn' Dich im himmlischen Zuhaus. Du nimmst mich selig in die Arme Und schließest mir die Lippen zu... Kein Regen löscht die Sommergluth, die warme, Ja, wir sind flammend, ich und Du! Alpha. Nrur Ihre Augen stimmen.— den Kopf.„Ehrlich gestanden, nein— ein Kind soll doch seinen Vater lieben.—“ „Von Rechts wegen— ja—“ warf Rudolf bitter dazwischen. „Aber könnte ich das, da ich meinen Pflegevater so unaussprechlich liebe und mir gar nicht denken kann, daß vor ihm je ein Anderer— der mich am Ende gar verließ oder verstieß wie— o, nein, nein!— Ich möchte von keinem anderen Vater wissen.“ Rudolf hatte sich abgewendet. Wie von Peitschenhieben getroffen, war er bei ihren Worten zusammengefahren. Aber sie hatte gar nicht Acht auf ihn. Unbefangen fuhr sie fort: „Väterchen danke ich ja Alles, Alles!— Ich glaube, er war nicht immer so reich wie jetzt—“ fuhr sie mit wichtiger Miene fort—„er machte früher oft ein ernstes, sorgenvolles Gesicht— aber wenn ich lachte und mich freute, dann war er froh und glücklich und nannte mich seine kleine Lerche.— Da sehen Sie— o, da kommt er doch noch.— Wie schön! Ich hätt' es heute wirklich nichr geoacht— sehen Sie ihm nur recht „Rudolf war bis an den Erlenstamm zurückgetreten. Jetzt erst schien Hellweg ihn zu bemerken. „Wer ist das?“ „Ein Fremder, Väterchen,“ und leise fügte sie hinzu, doch so, daß Rudolf's scharfes Ohr es noch vernahm: Ich glaube, ein armer Mensch, der eine Bitte an Dich hat.“ Dann trat sie zu Rudolf an den Erlenstamm. „Sprechen Sie getrost, ich will nicht stören. Ich werde dort hinunter— sie zeigte auf die Richtung nach Segenhaus, ein Stückchen vorangehen. Darf ich. Väterchen?“ Hellweg nickte Gewährung.„Aber halte Dich in der Kind“ Noch einmal trat Eva zu ihm zurück. den Mann, lieber Papa— er sagt, er habe meine arme . Unter dem Eindruck von Evas bittenden Worten sprach Hellweg den Fremden freundlicher an, als er's sonst gerade heute wohl getban haben wurde(Fortsetzung folgt.) Ateller von Martin Herrmann Herford, Brüderstrasse 34. Aufnahmen zu jed.Tageszeit, auch Sonntags.—Ausführung in allen Grössen u.Manieren. Garantie für gute Bilder.— Schnelle Bedienung.— Billige Preise. 481b heute Morgen, d. 22. d. M. entschlief in Gütersloh sanft nach kurzem Leiden im Alter von 25 Jahren mein lieber Wohnungen# Entlaufen ein weißes Huhn. (Wer eine Wohnung zu vermnieten hat oder mieten will, Schuhmacher-Innung. Die Mitglieder und Gesellen werden freundl. eingeladen zur Svalierbildung am 26. d. Mts. 2A Gedenkblätter für die der Stadt Herford Sammel-Fexe und ihre Schätze. Skizze von R. Norbert. (Nachdruck verboten.) Was wird in dieser Welt nicht Alles gesammelt? Der Sammeltrieb ist vielleicht in der menschlichen Natur begründet, wären sonst so viele Leute bemüht, mindestens eine Million von Markstücken zu sammeln? Aber nicht nur Geldstücke sind es, welche den Trieb, zu sammeln, so leidenschaftlich gestalten. Man sammelt alles Erdenkliche, Kunstgegenstände, wie die trivalsten Objekte des Alltagslebens, Porzellan und Briefmarken, Waffen und Tabakpfeifen, Gobelins und Sandalen des Alterthums, Malerpinsel und Autogramme:„SammelFexe“ giebt's in allen Zonen, und einige in ihren oft recht sonderbaren Liebhabereien zu belauschen, soll heute(an der Hand des lesenswerthen Buches„Sammler und Sammlungen“ von dem geistreichen Pariser Fachmann Paul Eudel) unsere ebenso unterhaltende wie belehrende Aufgabe sein. Eine wirklich sehenswerthe Sammlung von Kuriositäten ist die Kollektion von Kinderspielzeug der Schauspielerin Madame Agar. Die Hauptstücke dieser Sammlung, die auch künstlerischen Werth besitzen, dienten zur Unterhaltung einer Tochter des Prinzen von Oranien=Nassau, welcher wegen der schönen Augen der Gräfin von Aultremont auf den Thron der Niederlande verzichtete. Das Ganze stellt das Innere eines holländischen Hauses in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts vor. Wir sehen vor Allem ein kleines Bett, dessen Baldachin durch graziöse kleine Säulen getragen wird. Die Vorhänge sind aus schwerer, alter, mit Troddeln und Fransen eingesäumter Seide; der Baldachin ist durch einen vergoldeten Adler gekrönt. Die Hauptfigur unter den Puppen, die Mutter des Hauses, welche kaum ihre Niederkunft überstanden hat, ruht im Bette, das müde Haupt in die Kissen gedrückt, das Gesicht ist durch die Spitzen ihres Häubchens halb verborgen. Alles Bettzeug trägt in feiner Stickerei die königliche Marke, ein N mit einer Krone, darunter ist mit rothem Faden die Nummer des Dutzend notirt. Unweit vom Bette sitzt die Amme in ihrem geblümten Rocke auf einem Schemel. Ein reiches Geldtäschchen von schwarzem Sammet, mit silbernem Schloß, vermuthlich ein Geschenk, hängt an der Seite vom Gürtel herab. Unter ihren Füßen— man muß die Ammen hätscheln — sehen wir eine hölzerne Wärmeflasche. Da es die Dame mit ihren Pflichten, die sie zu erfüllen hatte, bequem haben wollte, legte sie Leibchen und Mieder ab— das letztere steht, steif wie eine Rüstung, mit seinen Holzstäben und eisernen Schienen neben ihr; man kann da mit aller PMuße das getreue Konterfei dieses Marter=Instrumentes aus dem vorletzten Jahrhundert bewundern. Die linke Hand der Amme ruht auf der schaukelnden Wiege, in der sich der Säugling befindet, die andere schwingt ein buntes Band in der Luft, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu fesseln. In einem bauchigen Schranke ruht die prächtige Wäsche=Ausstattung des Säuglings, alle diese Hemdchen, Röckchen und Häubchen sind mit Spitzen besetzt und zeigen die beschriebene Marke. Nebenan befindet sich eine Presse für die Wäsche, weiterhin ein prächtig ausgestatteter Toilettetisch; wenn man die Schubladen öffnet, findet man alle Toiletten=Requisiten darin, Kämme, Bürsten und Puderschachteln, ja sogar einige Schminktiegelchen. Neben diesem Schlafgemache befinden sich noch zahlreiche andere Räumlichkeiten, Speisesäle, Empfangszimmer, Salons 2c., alles mit stylvoller Einrichtung nach dem Geschmacke der Zeit. Im Speisesaale steht der Thee bereit. Der Küche ist dieselbe Sorgfalt zugewendet wie dem Salon. Ja, es sind sogar Ställe und Remisen da; in den letzteren sehen wir einige große holländische Staatskarossen mit Malereien im Genre Teniers' auf rothem Grunde und vergoldetem Wagenkranze. Es kann fürwahr nichts Niedlicheres und Interessanteres geben, als diese komplette Einrichtung eines ganzen Hauses, die mit so viel künstlerischer Liebe und Sorgfalt verfertigt wurde. Dieser Schatz der Frau Agar erregte in Paris, wo er eine zeitlang ausgestellt war, Aufsehen. Vor den Glasscheiben der Ausstellungskästen drängte sich tagelang die Kinderwelt der Seinestadt. Eine Mutter fragte ihr kleines sechsjähriges Töchterchen, was sie vorziehen möchte, die vielen schönen Puppen in diesen Zimmern oder die vielen schönen Einrichtungs=Gegenstände. Die Kleine brauchte lange Zeit, um ihre Wahl zu treffen; dann flüsterte sie der Mama heimlich zu: „Ich hätte das schöne Spielzeug lieber; aber sage den Puppen nichts davon.“ Eine andere, gewiß schwer begreifliche Liebhaberei ist das Sammeln von Tabakspfeifen, die indessen nicht zu den Seltenheiten gehört. Der große Richelieu huldigte dieser Liebhaberei wie der General Vandamme, dessen einzige Hinterlassenschaft in einer Kollektion Pfeifen bestand, für welche die glücklichen Erben 60000 Francs lösten— man kann sich also ungefähr vorstellen, wie viel diese Sammlung dem General selbst gekostet hat! Theophile Gautier erzählt übrigens in einem seiner orientalischen Reisebücher, daß man bei den reichen Türken Stambuls häufig Pfeifensammlungen findet, die man getrost auf 150 000 Francs schätzen darf. Es giebt indessen im Occident Pfeifenliebhaber, welche jenen vielleicht noch„über“ sind. Ein solcher Sammler ist der Baron Oscar de Watteville in Paris. Er behauptet sogar, eine— prähistorische Pfeise zu besitzen! Warum auch nicht? Vielleicht haben sich schon die Pfahlbauer über gewisse Erzeugnisse der Tabakindustrie geärgert. Die Wohnung Watteville's in Paris, Boulevard Malesherbes, ist ein wahres Pfeifenmuseum. In allen Sälen, in allen Stockwerken, nichts wie Pfeifen! Sie stehen in langen Reihen auf ihren Gestellen an allen Wänden, und es wäre vergebliche Mühe, sie zählen zu wollen. Es giebt da lange und kurze, runde und viereckige, breite und schmale Pfeifen, Pfeifen von der Form eines Eies und andere von der Form eines Trichters, Pfeifen aus Holz und Pfeifen aus Thon, die einen geschmückt mit Guirlanden und Emblemen, die anderen den Kopf Napoleons und Gambettas bildend. Wenn man diese und die Pfeifen vergangener Zeit betrachtet, kann man nicht umhin, zu gestehen, daß sich selbst die Geschichte in den Pfeifenköpfen spiegelt. Da sind wahrhaft liliputanische und dann wieder gigantische Pfeifen; Pfeifen, die aus manchen Pflanzenwurzeln der Pyrenäen mit dem Messer geschnitzt werden und die Form einer länglichen Pyramide besitzen, andere, aus Rosenholz, wie man sie in alten Zeiten in Spanien benutzte, wo man die Tabakblätter mit Myrrhen und anderen Substanzen mischte; Pfeifen des Orients aus vergoldetem Thon, oft reich mit Edelsteinen besetzt, mit Pfeifenrohren aller Art, welche mit bunter Seide oder blumigem Sammet bekleidet sind. Kurz, Alles, was die Töpfer, die Maler, die Kunstschnitzer, die Goldarbeiter zum Pfeifenzierat erfunden haben, ist bei Watteville zu finden. Ein Saal des französischen Barons liefert uns mit einer kleinen Spezial=Sammlung die Illustrationen zur Geschichte der Tabakpfeife. Da sind Pfeifen, die aus der Zeit vor der Eroberung Mexicos durch Ferdinand Cortez stammen und die man nur noch in den Gräbern der Azteken findet. Für die alten Mexikaner scheint die Pfeife ein Kunstobjekt gewesen zu sein, denn man sieht auf ihr in kunstvollen Schnitzereien phantastische Figuren aller Art. Diese Schnitzereien bilden zumeist Basreliefs auf den langen, platten Pfeifen. Diese sind ebenso merkwürdig, wie die Blutsteinpfeifen der Indianer; das Rauchen gehört zum religiösen Gebrauch der Rothhäute. Die ganze Kunst der Renaissance findet sich in den Schnitzereien der hölzernen Pfeifen dieser Zeit, ciselirt, vergoldet, verschönert durch die Hand der geschicktesten Arbeiter, zeigen sie uns zierliche Gestalten in den eleganten Kostümen dieser Periode. Manche mit ihren lebhaften und malerischen Szenen muthen uns an wie ein phantastisches Gedicht. In diesen zierlichen Pfeifenköpfen rauchte man das„Kraut der Königin“, wie man am Hofe der Katharina von Medicis den Tabak anfangs nannte. Jeden Augenblick stoßen wir in der Sammlung Wattevilles auf eine andere Kuriosität. Da ist ein Souvenir an den kanadischen Krieg— eine Streitaxt aus geschmiedetem Eisen, reich mit Silber beschlagen, welche auch als Pfeife dienen kann, da die Axt hohl ist; der Stiel kann als Pfeifenrohr dienen. Das war ein Geschenk Ludwigs XV. an die Indianer=Häuptlinge. Da ist eine Pfeife aus einem geschnitzten Mammuthknochen, welche Watteville in der russischen Abtheilung der Pariser Weltausstellung kaufte. Die halbwilden Stämme des nördlichen Sibiriens rauchen aus ihnen giftige Schwämme; man macht nur zwei, drei Züge aus dieser Pfeise, um in einen wohligen Rausch zu versinken; zwei Züge mehr und der Raucher ist ein todter Mann. Da ist eine ganze Kollektion Pfeifen vom weißen und blauen Nil, welche Watteville von dem berühmten Egyptologe Lomard erworben hatte. Es sind zumeist Wasserpfeifen. Da sind Bernsteinpfeifen aus der asiatischen Türkei, zumeist ganz durchsichtig, besetzt mit Korallen, Türkisen und anderen Edelsteinen. Da sind tscherkessische Pfeifen mit doppeltem Rohr aus dem Kaukasus, da ist eine Riesenpfeife aus Oyapock mit unzähligen Löchern, in welche eine ganze Gesellschaft ihre Rohre stecken kann; da sind Pfeifen vom Congo, deren dünne Rosenrohre an die Nasenlöcher angesetzt werden, da die dortigen interessanten Völkerschaften durch die Nase rauchen. Natürlich sind es nicht durchwegs Tabakpfeisen im eigentlichen Sinne des Wortes, die wir vor uns haben. In China raucht man nur Opium, in vielen Theiten Afrikas Hanf, in Persien Rosenblätter, in Japan eine Opium=Komposition, ja, es giebt in einigen Theilen Sibiriens Stämme, die neben den vorerwähnten giftigen Schwämmen auch das Sägemehl gewisser Holzarten rauchen.„Sie müssen angesichts so vieler Pfeifen und so vielfacher Verführung wohl ein leidenschaftlicher Raucher aus der Pfeife sein?“ sagte Paul Eudel, nachdem er seine Wanderung durch das ungeheure Pfeifenmuseum Wattevilles beendet hatte.„Ich?“ rief der Baron,„ich rauche nur Cigaretten...“ Und da erkläre uns Einer, wie die Liebhabereien der Sammler entstehen! Das kann aber wohl Niemand. ichhändler Menckhoff. „ Wolff, „ Pottkamp, " E u g e n K a l i s c h der„Herforder Zeitung“. ck 10 Pf.) liegen in den fenstern aus. 5611 Zezugsquelle und Rouleauxstoffe. 30—40 Pf. pro Meter. Insmann, en-Straße. 559i en, Tabake iswert, Ia Qualität. 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Bissing, Ober=Präsident v. d. Recke, General v. Ußlar und der Begleiter des OberPräsidenten. im Central=Hotel: Minister Budde und Eisenb.=Präsident v. Eickhoff=Reitzenstein. im Hotel Rorig: v. Oheimb, Präsident des Prov.=Landtages, v. Landsberg, Vorsitzender des Provinzialausschusses und Holle, Landeshauptmann. Minister v. Hammerstein wird im Kreishaus Absteigeguartier nehmen. Der Herr Reg.=Präsident fährt aberds Minden zurück. Die Ehrengäste treffer mittags ein. *4 Festspiel. Man schreibt un höfl. gebeten, bei dem Besuch des Fest Garderobe abzugeben. * Die Original=Jubiläumsk Entwurf des Herrn Oberlehrer Bürcke schen Buchhandlung in diesen Tagen er schnellen Absatz, daß die erste Auflage griffen ist; voraussichtlich dürfte aber Auflage eintreffen. ∆ Allgemeine Ortskranken Bestimmungen sind die Sätze vom 1. Die 1. Klasse zahlt monatlich 1,56 Ml 3. Klasse 78 Pfg. und 4. Klasse 39 P * Schöffengericht. In der Herr Amtsgerichtsrat Vahle den Vorsitz Herren Banquier Marcus D. Ganz=Herf Wittenbreder von Altstädter Feldmark. Hohmuth vertrat die Amtsanwaltschaft. kamen zur Verhandlung: Der Knecht angeklagt, in der Nacht zum 31. Mai Oswald Gr. hier mit einem starken Har handelt zu haben. Das Urteil lautete 5 Mk. evil. 1 Tag Gefängnis.— Der von hier sollte im Juli d. I. seine E Todschlagen bedroht haben. Angeklagter als Zeugin geladene Ehefrau verweiger erfolgte deshalb Freisprechung des A Fabrikarbeiter Karl R., Arbeiter Karl August St. und Zuckerbäcker Paul# Anklage der gemeinschaftlichen Körp Ladung der Zeugen Sch. und G. wurde Der Zigarrenarbeiter August H. von von einem anderen einen diesem zug bekommen mit der Bezeichnung des E aber den Hund dem Besitzer nicht zu vielmehr verkaufen wollen. Er wurde zu einer Geldstrafe von 20 Mk. evtl. verurteilt.— Der Wirt E. H. M. zu ein Strafmandat von 3 Mk. erhalten, hatte frei umherlaufen lassen, so daß er ins Bein gebissen hat. Der hiergegen brachte dem Angeschuldigten kostenlose z ca. 15 Jahre alte Kuhhirte Julius Bl. sich wegen Mißhandlung der Ehefrau H. antworten. Da die Schutzzeugen nicht z deren rechtzeitige Ladung nicht feststand, tagt.— Maurer A. in Sundern h Strafmandat von 3 Mk. erhalten, weil Garten seines Nachbars H. Schaden ang hiergegen eingelegten Einspruch zog A. i lung zurück.— Der Böttcher Louis Ms. an wegen Schulversäumnis seiner Kinder eine C Techniker Ferdinand W. aus Detmold 11. Juli d. J. auf seinem am Bahnhofe Grundstück laut gelärmt und durch Auf die dort zur Beförderung von Erdmassen Unfug verübt zu haben. W. war desha Strafmandat mit einer Geldstrafe von 2 Wichtig fü Roman von Dora Dun (50. Fortsetzung.)— Eba schüttelte den reizenden, nur seine Pflegetochter.“ Rudolf lächelte spöttisch.„Hm, hm, kennt das, dachte er bei sich. Und dabei sah ihr aufmerksam in das reizende, von Tages heute etwas bleiche Gesicht. Dabei „Seltsam,“ murmelte er vor sich hin. „Ich habe meine wirklichen Eltern n## fort, und Väterchen weiß auch nichts Gena1 ich ihnen durch einen unglücklichen Zufall denn Väterchen hat, mich in New York e gefunden—“ Rudolf fuhr auf.„In New York, sage Wie lange ist das her?“ „Acht Jahre sind's wohl diesen Som Er trat so nahe auf sie zu, daß er si schreckt fuhr sie vor ihm zurück. „D, nicht doch, nicht doch! Ich thue Iynen nichts. Nur Ihre Augen wollt' ich einmal in der Nähe sehen— Ihre Augen erinnern mich— acht Jahre, ja— es könnte stimmen.— Wie heißen Sie, Fräulein?“ „Nach meinem Pflegevater,“ sagte sie beklommen.— Es wurde ihr nun doch unheimlich in der Nähe dieses Mannes, und sie bereute es, sich soweit mit ihm eingelassen zu haben. „Nein, ich meine mit Vornamen, Sie sehen so aus— ##„. ein gespannter Zug glitt über sein Gesicht—„als ob Sie Lieschen heißen müßten.“ Eva verneinte lebhaft. sich beipren au. s1) gemmat fuhr er lebhaft fort, ohne sich. beirren gr. er; ar nicht damals, als Ihr— Ihr Pflegevater Sie fand, eine alte Person bei Ihnen?“ Eva schüttelte verwundert abweisend den Kopf. „Nein, davon weiß ich nichts.— Ich war sehr krank damals, und als ich gesund war, gingen wir gleich nach Deutschland. Kannten Sie uns denn zu jener Zeit? Waren Sie auch drüben in New Dork?“ hiergegen eingelegte Einspruch brachte ihm kostenlose Freie sprechung. Die Verhandlung bestätigte, daß W. in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, wobei er allerdings laut und erregt gesprochen hat. Auch die Kosten der Verteidigung fielen der Staatskasse zur Last.— Der Tischler Emil W. von hier, Neust. Feldm. sollte einen Hund in ärgerniserregender Weise mißhandelt haben. Es erfolgte Freisprechung.— Der Wirt Kaspar M. in Eilshausen war beschuldigt, in seinem Lokale Gäste über die Polizeistunde hinaus geduldet und den Vorplatz vor seinem Lokale nicht erleuchtet zu haben. Zwecks Ladung weiterer Zeugen wurde die Sache vertagt.— Der Tischler Friedrich Gr. zu ch MetcheIe hatte 1ait uns aub..d GnL Nacht von Sonnabend auf Sonntag wurde in die hiesige Mühle eingebrochen. Die Diebe nahmen 10 Mk. mit sich. Aus Provinz und Nachbarstaaten. * Husum, 24. Sept. Explosion. Heute morgen explodierte in der Meierei in Viöl eine Zentrifuge. 3 Personen wurden schwer, mehrere andere leicht verletzt. Ein Meiereilehrling ist seinen Wunden bereits erlegen. Kassel, 24. Sept. Gustav Adolf=Verein. Der Kaiser ließ dem Gustav Adolf=Verein, welcher jetzt hier seine 55. Hauptversammlung abhielt, durch Geheimrat von HAUSLICHEN HERD Die Liebe, nur die Lieb’ ist Leben. Der Kindheit sorglos heit'res Leben Bringt Eden in die Welt zurück; Es weht um frohe Kinderspiele Des Menschenherzens höchstes Glück. Und unerkannt rauscht es vorüber— Noch schlummernd in der tiefen Brust, Genießt die traumumfang'ne Seele Der Kinderfreundschaft Liebeslust. Doch wie im Lenz die Blumenknospe Erschließt des Frühlings Rosenschein, So dringt zur Blüthezeit des Lebens Ins junge Herz die Liebe ein. Und glückdurchbebt erwacht das Sinnen Vom Märchentraum der Kinderzeit— Entschwund'nen Paradieses Wonne Tauscht es für Himmelsseligkeit. Des Lebens wechselvolle Tage, Sie alle grüßt ein schöner Preis; Denn Blüthen beut zu allen Zeiten Der Liebe immergrünes Reis. Die Sprache des Schleiers. Schleier! Welch Zauberwort für jedes poetische Frauenherz! In welch mannigfacher Gestalt und Bedeutung tritt er in ihrem Leben auf und in welch verschiedenen Formen knüpft er sich an die seligsten oder schwersten Stunden ihres Daseins. Vom weißen Taufschleier, unter dessen schützendem Gewebe das Kind seinen ersten Gang in die Welt, in die Kirche wagt, bis zum düsteren Trauerschleier, den die weinende Gattin oder Mutter trägt, oder der am Todtenfeste das Grab eines zu früh Geschiedenen schmückt, ist er unzertrennlich mit jeder Frau und jedem Mädchen. Das Herz des Kindes ist schon entzückt über seinen poetischen Zauber, wie glücklich ist es, wie reich dünkt es sich, wenn ihm die Mutter für die Puppe irgend ein Stückchen Schleier schenkt! Später wird derselbe, gleichviel in welcher Verwendung, bei keiner Toilette fehlen: Wir tragen ihn als duftige Halsgarnitur zu Hause, als Schmuck auf den Hüten, als Schutz vor Sturm und Regen auf der Straße; er ehlt selten bei einer Theater= oder Konzerttoilette, und m Ballsaal wetteifert er mit Seide und Brillanten. Nur m Modereiche„Sport“ ist er verpönt. Aber seine beinahe tägliche Verwendung, seine Unentbehrlichkeit bei den meisten Toilettenfragen sind es nicht, welche den Schleier mit solch poetischem Zauber und geheimnißvollem Reiz umgeben, sondern nur seine Verbindung mit den weihevollsten und inhaltschwersten Stunden unseres Lebens. Das Mädchen träumt und spinnt mit goldenen, schimmernden Fäden seinen Brautschleier und kann den Tag kaum erwarten, an welchem er bedeutungsvoll sein bräutlich Haupt schmückt und es in das langersehnte Eheglück begleitet.— Die junge Mutter sieht mit feuchten Augen, das zitternde Herz von Segenswünschen heiß geschwellt, dem Spitzenschleier nach, unter welchem ihr Kindchen zur Taufe getragen wird. Und der starre, schwere Trauerschleier, so schwer, als ob er von Thränen getränkt sei, paßt so ganz zu unserer Stimmung, wenn wir ein Liebes verloren“ und uns die ganze Welt mit schwarzem Flor umschleiert erscheint. Sogar für die reine, keusche Himmelsbraut, die den Erdenfreuden entsagt. und ihre S#eele Gott geopfert, hat der Schleier seine hohe, weihevolle Bedeutung, denn von dem Tage an, da er ihr armes, schmuckloses Haupt umhüllt, ist sie eine Priesterin Gottes, alles Irdische liegt hinter ihr und ihr wunschloses, frommes Herz findet das stille Glück des Friedens. Und ist ein Frauenleben wirklich so arm gewesen, daß nicht einmal im Leben dieser schöne Schmuck sie bedeutungsvoll zierte, so ist er ihr wohl im Sarge vergönnt. Um die todte Mädchengestalt, gleichviel ob jung, ob alt, schmiegt sich versöhnend der weiße Schleier und verhüllt mit weichen Linien ein beneidenswerthes Bild des Friedens und der ewigen Ruhe. Und wenn wir am Todtenfeste durch die langen Gräberreihen schreiten und da und dort die langen Trauerschleier über Blumen, Palmen und Marmor wallen sehen, so dürfen wir sicher annehmen, daß hier Frauensinn und Frauenhand die Todtenstätte geschmückt hat, denn für sie ist der Schleier der schönste Schmuck in jeder Lebenslage und unzertrennlich mit ihren glücklichsten und ihren trübsten Stunden bis über das Grab hinaus. * Küche und Keller. Birnen einzumachen. Birnen werden auf verschiedene Art eingelegt; man kocht sie in Essig, Zuckerlösung oder in dem eigenen Safte, mit Senf, Ingwer oder auch im Verein mit anderen Früchten als Preißelbeeren, Himbeeren oder Kirschen, welche ihnen eine schöne rothe Farbe verleihen. Keine angevrannte Milch mehr. Dem Anbrennen der Milch beugt man durch ein einfaches Mittel vor: Man spüle das Gefäß, in welchem man die Milch abkochen will, vor dem Gebrauch mit kaltem Wasser aus und gieße, ohne abzutrocknen, die Milch hinein. * Fruchtpunsch. Man bringt 3 Liter Wasser zum Kochen, unter Hinzufügung von etwa 300 Gramm Zucker und dem Saft von 2—3 Zitronen; dies gießt man siedend auf 1 Liter Rum, Arak oder Kognak und 1 Liter Fruchtsaft, Himbeer= oder Kirschsaft eignet sich hierzu am besten. Nach Belieben süßt man den Punsch nach. 9 Kalbslungensuppe. Eine sehr kräftige Suppe bereitet man von einer Kalbslunge, zu der man auch das Herz mit verwenden kann. Man schneidet sie in Stücke, setzt sie mit reichlicher Menge Wasser auf, schäumt, salzt und fügt das Wurzelwerk hinzu nebst einigen Pfeffer= und Gewürzkörnern; nun läßt man die Brühe recht langsam einkochen bis zum genügenden Quantum, seiht sie dann durch, giebt gequollenen Reis oder Graupen hinein, läßt dies noch etwas durchkochen und rührt zum Schluß einige Eidotter an die Brühe, welche man über die Lungenstücke anrichtet. * Blonden=Spitzen zu waschen. Die Spitzen werden von den Gegenständen, welche sie zieren, abgetrennt, 3 bis 4 Mal zusammengelegt, die Spitzen, aufeinanderliegend, leicht zusammengeheftet und mit kaltem Wasser angefeuchtet, dann reibt man sie sanft mit einer weichen Seife ein, daß ein loser Schaum sie durchzieht und spült sie in weichem kalten Wasser, blaut oder cremt sie, zieht sie durch schwaches rohes Stärkewasser, drückt sie aus und legt sie zwischen Leinen zum Trocknen; noch feucht breitet man sie auf dem Bügelbrett aus und führt das Eisen quer über die Spitzen, eine nach der anderen glättend; man lasse das heiße Eisen nicht zu fest darauf ruhen, da das dünne Gewebe leicht sengt. den Kopf.„Ehrlich gestanden, nein— ein Kind soll doch seinen Vater lieben.—“ „Von Rechts wegen— ja—“ warf Rudolf bitter dazwischen. „Aber könnte ich das, da ich meinen Pflegevater so unaussprechlich liebe und mir gar nicht denken kann, daß vor ihm je ein Anderer— der mich am Ende gar verließ oder verstieß wie— o, nein, nein!— Ich möchte von keinem anderen Vater wissen.“ Rudolf hatte sich abgewendet. Wie von Peitschenhieben getroffen, war er bei ihren Worten zusammengefahren. Aber sie hatte gar nicht Acht auf ihn. Unbefangen fuhr sie fort: „Väterchen danke ich ja Alles, Alles!— Ich glaube, er war nicht immer so reich wie jetzt—; fuhr sie mit wichtiger Miene fort—„er machte früher oft ein ernstes, sorgenvolles Gesicht— aber wenn ich lachte und mich freute, dann war er froh und glücklich und nannte mich seine kleine Lerche.— Da n Sie— o, da kommt er doch noch.— Wie schön! Ich hätt' es heute wirklich nicht gedacht— sehen Sie ihm nur recht „Rudolf war bis an den Erlenstamm zurückgetreten. Jetzt erst schien Hellweg ihn zu bemerken. „Wer ist das?“ „Ein Fremder, Väterchen,“ und leise fügte sie hinzu, doch so, daß Rudolf's scharfes Ohr es noch vernahm: Ich glaube, ein armer Mensch, der eine Bitte an Dich hat.“ Dann trat sie zu Rudolf an den Erlenstamm. „Sprechen Sie getrost, ich will nicht stören. Ich werde dort hinunter—,“ sie zeigte auf die Richtung nach Segenhaus, ein Stückchen vorangehen. Darf ich. Väterchen?“ Hellweg nickte Gewährung.„Aber halte Dich ee Aunudh udk Ban zur Saer gelick., ge zier ugen. den Mann, lieber Papa— er sagt, er habe meine arme Uinter dem Eindruck von Evas bittenden Worten sprach Henweg den Fremden freundlicher an, als er# sonst gerade heute wohl gethan haben würde(Fortsetzung folgt,) Ateller vo Martin Herrmann Herford, Brüderstrasse 34. Aufnahmen zu jed.Tageszeit, auch Sonntags.—Ausführung in allen Grössen u Manieren. Garantie für gute Bilder.— Schnelle Bedienung.— Billige Preise. 481b heute Morgen, d. 22. d. M. entschlief in Gütersloh sanft nach kurzem Leiden im Alter von 75 Jahren mein lieber Mann, unser guter Dater, Schwiegervater und Großvater Friedrich Brünger. Dieses zeigen tiefbetrübt an im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 540i W. Steffen. Laar i. W., 24. Sept. 190. Dienstag Abend 8 Uhr verschied nach langem Leiden meine liebe Tochter und unsere Schwester„ 5681 Marie Brackmeyer im 18. Lebensjahre, was: hierdurch mit der Bitte stille Teilnahme tiefbetrübt Frau A. Brackmey nebst Kinder. Herford, 25. September 190.. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3½ Uhr, vom Crauerhause, RennthorSchulstr. 289, aUs statt. wir um aner Erhalte täglich frisch gepflückte Zwetschen d empfehle dieselben zu billigen reisen. 471: Ulrich Raumann, Bäckerstraße 17. a. Cognac à Liter Mk. 2,00 empfiehlt 5 Friedrich Monke. a. Himbeersaft à Ltr. Mk. 1.50 empfiehlt 5a Friedrich Wonke Stück 6 Pfg. wieder eingetroffen. 5631 Wilh. Havemann. Se Bestellungen gute Mühlhäuser speise Kartoffeln ime schon jetzt entgegen und erter=falche zu billigem Tagesise. 389 Emil Wolff, 33 ei a Pfd. 12 Vgg. empfiehlt. 5661 C. Matzmann. lz- und Essiggürken Heinrich Nolting. Berliner Getreide=Kümmel per Flasche 1.60 Mk. bei 4351 Wilhelm Epseloh, Herford. 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Geschäfts-Erö Einem hochgeehrten Publikum von Stadt und Kreis Herford hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich am hiesigen Platze und zwar Mindenerstraße 17(gegenüber. Lübberbruch) im Hause des Herrn König eine und Steinhauerei errichtet habe. Ich empfehle mich ganz besonders zur Anfertigung von Grabdenkmälern und Erbbegräbnissen aus nur besten Materialien in vorzüglich künstlerischer Ausführung bei streng reeller Bedienung. Indem ich bitte, mein Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen, empfehle ich mich Hochachtend 3434 G Börries, Bildhauer. NB. Gleichzeitig empfehle ich mich zur Ausführung von Bauarbeiten sowie allen plastischen Bildwerken in Marmor und Sandstein. D. O. Restaurations-Uebernahme. Dem hochgeehrten Publikum von Herford und Umgegend mache die ergebene Mitteilung, das ich das Restaurant des Herrn Gustav Pieper, Rennthor übernommen habe. Indem ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens höfl bitte, versichere ich, bei guter Bedienung nur prima Speisen und Getränke zu verabfolgen. Heinig. N. B. Den werten Vereinen bringe meinen Saal sowie Vereinszimmer in empfehlende Erinnerung.[5711 Jur 250=Jahrfeier der Stadt Konzerthaus„Jägerhof“. Freitag, den 26. September: 5411 Grosse Extra-Cencerte der Volkssänger-Gesellschaft„Fidelitas“. son vormittags 11½ bis 1 Uhr mittags Matiné und von 4 Uhr nachmittags an Concert. 3 Damen. 2 Herren Es ladet freundlichst ein H. Oberschelp. Restauration„Harmonie“, Alter Markt 4. Zur Enthüllungsfeier des Großen Kurfürsten Freitag, Sonnabend und Sonntag: Auftreten der berühmten Zitherduettisten-Gesellschaft„Edelweiss“. 542i Empfehle gleichzeitig meine Lokalitäten für Vereine, Versammlungen, Hochzeiten u. s. w. — Separate Speisezimmer.— Mittagstisch von 0.60 bis 1.— Mk. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Achtungsvoll H. Frenzel. Turngemeinde. Freitag, 26. September, abends 8 Uhr: (nach der Festaufführung) Gemütliche Zusamenkunft mit Damen im Restaurant Biermann. S Bahnhofshotel Sonntag, den 28. September: Taunugultgn. 5 8 5650" 8 Gasthof zur Hansabrücke. Sonntag, den 28. September: Tanzvergnügen Streichmusik: 5 Mann. 5211 Adolf Schulze. Castelli Romani 4381 r0880 der Flasche 1,90 MarkDieser Wein, welcher einen durch die Bodenbeschaffenheit bedingten verhältnismäßig hohen natürlichen Eisengehalt hat, wird von Professoren der Medizin und praktischen Aerzten als Stärkungswein für Blutarme und Bleichsüchtige, Schwächliche und Rekonvaleszenten sehr geschätzt und findet zu sanitätszwecken immer größere Anwendung. Zu haben bei Wihelm Epseloh, Herford. Als Plätterin in und ausser dem Hause halte mich bestens empfohlen. * Hermine Kreit, 33 Schlachthofstrasse 33. Henkef’'s Bleich-Soda bestes und billigstes Waschpulver. Nur in Packeten. 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Mehr als einmal hatte er Gelegenheit gehabt, sich von der Aengstlichkeit zu überzeugen, mit welcher sie den Schein jeglichen Eigennutzes zu meiden suchte. Ihm, dem durch den Vater die Verhältnisse der Halgrenschen Familie auf das genaueste bekannt geworden waren, hatten Charakterzüge nicht verborgen bleiben können, die denjenigen, die Magnus Halgren in den letzten Jahren seines Lebens vielfach an den Tag gelegt, diametral entgegenstanden. Unter diesen Umständen nahm er davon Abstand, heute weiter in Freda zu dringen. Sie mußte ja einsehen, daß verschiedene Vermögensverhältnisse nichts mit ihrer gegenwärtigen Neigung zu thun hatten. So verließ er Freda, nachdem er noch freundliche, beruhigende Worte zu ihr gesprochen, sie in einem schwer zu beschreibenden Zustand zurücklassend. Nachdem die Thür sich hinter ihm geschlossen, kam ein leises Stöhnen über ihre Lippen, und gleichzeitig begannen ihre Thränen von neuem zu rinnen. Doch nicht lange blieb das junge Mädchen allein. Erich Christianson konnte kaum das Haus verlassen haben, als auch schon die Flügelthür sich aufthat und Frau Ulla eintrat. Dämmernde Schatten huschten bereits durch das Gemach, aber sie hinderten nicht, daß die Eingetretene sofort bemerkte, daß Freda sich in einer nichts weniger als bräutlich gehobenen Stimmung befand. Eine große Unruhe bemächtigte sich ihrer. „Du hast geweint, Freda. Wie kann man weinen, wo das Glück in solcher Weise seinen Einzug bei einem Menschen gehalten hat? Es ist wirklich ein großer Vortheil für Dich, daß Du einen Mann wie Doktor Christianson bekommst. Ihr seid sehr verschieden geartet. Ihm sah man die Freude aus den Augen leuchten. Darf ich gratulieren und Synnöve von dem frohen Ereigniß in Kenntniß setzen?“ Freda hatte bereits ihre Thränen getrocknet. Die Vorstellung, welche Frau Ullas Worte in ihr geweckt, erschreckte das junge Mädchen. „Du wirst das nicht thun, Mutter. Du weißt, Doktor Christianson hat jede Aufregung für Synnöve verboten. Obendrein ist es keineswegs so gewiß, daß diese Verlobung stattfinden wird. Wenigstens vorläufig nicht. Ich bitte Dich aber dringend, erwähne die ganze Angelegenheit Synnöve gegenüber mit keinem Worte. Ich glaube, es ist nicht zuviel gesagt, wenn ich die Meinung ausspreche, daß es die schlimmsten Folgen haben würde, wenn sie gegenwärtig etwas von dem Vorgefallenen in Erfahrung brächte. Du erlaubst wohl, daß ich mich zurückziehe. bin wirklich sehr ermüdet.“ Frau Ulla neigte nur schweigend und ergeben das Haupt. Was sollte sie sagen? Leider war die Zeit vorüber, wo sie ihre Meinungen frei in Worte hatte kleiden können, sie würde sonst wahrlich in diesem Augenblick nicht damit zurückgehalten haben. Wie die Dinge nun aber einmal lagen, war es besser, sie äußerte nichts mehr, (Nachdruck verboten.) um der Gefahr zu entgehen, irgend einen Konflikt heraufzubeschwören. Freda ging zu Synnöve, um nach ihr zu sehen. Die vorgerückte Dämmerung gestattete der letzteren nicht, das Gesicht der Schwester zu erkennen. So entging ihr die Erregung, die noch immer nicht nachgelassen. „Mir ist nicht wohl, Liebling, und ich muß es heute leider Trine überlassen, Dich zu Bett zu bringen,“ sagte Freda mit ruhiger Stimme.„Aengstige Dich nicht meinetwegen, wenn ich eine halbe Stunde später kommen sollte, mich schlafen zu legen.“ Der Morgen war bereits angebrochen, als Freda das gemeinsame Schlafzimmer betrat, nicht, um noch eine Stunde Schlaf zu suchen, sondern um ihre Kleider zu wechseln. Sie hatte nicht das geringste Ruhebedürfniß. Der Anblick der ruhig schlummernden Synnöve und ihres unberührten Lagers bestimmte sie aber, wenigstens den Versuch zu machen, auf eine Stunde im Schlaf Vergessenheit zu suchen und ihre ermatteten Glieder zu stärken. Zweites Kapitel. „Ich habe Deinen Wunsch erfüllt und mich eingehend über die Verhältnisse der Fabrik zu unterrichten versucht. Leicht ist es mir nicht geworden, weil mir von seiten des Fabrikdirektors alle nur erdenklichen Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden sind. Gerade diese aber brachten mich auf die Vermuthung, daß die Geschäftslage nicht eine ganz so traurige sei, wie ich mir vorgestellt, und veranlaßten mich, meinen Willen durchzusetzen. Ja, die Aufsicht hat gefehlt, darin liegt das Ganze. Noch heute laufen Bestellungen ein; da sie aber keine Erledigung finden,— nun, es ist doch in gegenwärtiger Zeit nicht zu verlangen, daß der Auftraggeber, dem doch Hunderte von Reisenden täglich das Haus einlaufen, sich in Geduld Don Kecsenben tagrech fasse, bis es dem Herrn Fabrikanten gefällt, seine Bestellung zu effektuieren. Ich will Dir damit nur sagen, daß die Geschichte auf Halgrensyard so nicht weiter gehen kann, weil fortan nun doch all und jede Aufsicht fehlen wird. Denn wer sollte sie übenehmen? Der Fabrikdirektor muß aus dem Hause, und zwar je eher, desto besser. So bleibt nur übrig, das Ding zu verkaufen. Ich wäre nicht abgeneigt, den Versuch zu machen, Halgrenshard wieder auf die Beine zu bringen. Keineswegs aber werde ich einen höheren Preis als jeder andere dafür zahlen. Lassen wir die Fabrik von Sachverständigen taxiren. Ich denke, sie wird soviel aufbringen, daß Du von den Zinsen anständig leben kannst. Es kommt nun allerdings darauf an, was Du darunter verstehst. Die Wirthschaft, die Deine zweite Mutter geführt, kann nicht ihren Fortgang nehmen, das sage ich Dir im Voraus. Willst Du überhaupt einen Rath von mir annehmen, dann sichere Dein Vermögen vor Frau Ulla Halgren. Mit derselben Gewissenlosigkeit, womit sie Deinen Vater zu Grunde gerichtet, brings sie auch Deine paar Kronen um die Ecke, wenn Du ihr nicht 83 Inschl. vorm. 11 Uhr erbeten. Stadt und Kreis 0 Pfg., lonn 18 1902 ing und Haltung von Lehrlingen im solchen Personen zustehen solle, die endet und in dem Gewerbezweig, in Haltung der Lehrlinge erfolgen soll, hrung des Meistertitels haben. en Burenführern. neldet wird, werden die Burengenerale lin empfangen werden. Auf die ; vor sich gehen wird, darf man, falls aufs höchste gespannt sein. em Interesse fird uns stets willkommen und auf Wunsch honoriert.) 29. September 1902. digungs=Telegramm des Magistrats n ging heute mittag aus Potsdam d Stadtverordneten. r Kaiser und König lassen für die Gegenwart Seiner Kaiserl. und Königl. sen erfolgten Enthüllung des dortigen n Kurfürsten und den allerhöchst ihren igen Zugehörigkeit Herfords zur Krone Huldigungsgruß vielmals danken. höchsten Befehl der Geh. Kabinettsrat. gez.: von Lucanus. ch des Kronprinzen. Für die adt war der Wagen für Se. Kaiserliche mann gestellt; der in dessen Diensten war der Lenker des Gespanns. rbürgermeister brachten am Sonnnsassen des evang. Waisenhauses und rinnen der Kleinkinderschulen der Stadt western eine freundliche Ovation dar. essen Hause am Sonntag morgen die durch unser Stadtvater sehr freudig re Ordensverleihungen sind anr erfolgt und zwar erhielten Herr Baujeld den Roten Adlerorden 4. Klasse, end=Herford den Kronenorden 4. Klasse Friedrich Witte das Allgemeine Ehreng. Herrn Hausvater Regen, welcher vohlverdienten Ruhestand tritt, ist das Ehrenzeichen verliehen worden. Die erfolgte durch Herrn Gefängnisdirektor fllden, und sohal dies gilangenn" IT v verfahren, wie Napoleon 1806, um des Sieges gewiß zu sein Die erste Hauptschlacht wird dabei voraussichtlich bei Leipzig oder Weißenfels stattfinden. Sollten die Preußen dagegen nach Oberfranken vordringen, so soll die französische Hauptarmee unter allen Umständen eine Schlacht(auch eine siegEareiche!!) vermeiden, vielmehr die Donau überschreiten und bei einverstanden erklärt. Der Deutsche Handwerkertag. Wie aus Leipzig gemeldet wird, faßte am Sonnabend der Deutsche Handwerker= und Gewerbekammertag einen Beschluß, in dem eine Gesetzänderung dahin gefordert wird, daß Hierzu Unterhaltungsheilage viel„Am Webstuhl der Zeit“. als allseits höchst ansprechenden Verrung haben wir schon kurz erwähnt. cer genialen landsmännischen Poetin, htete Festspiel bereits früher besprochen uns jetzt nur noch der Darstellung Fast nehmen wir es als eine Gesiellen Musik= rc.=Aufführungen das unseres trefflichen Musikvereinsleiters, ktor Päts in Verbindung zu finden; tspiel enthält einige die Situation iner geschätzten Muse. Nachdem die e verklungen, öffnet sich die Szene in Herold, der von Herrn Hauptvon und höchst temperamentvoll dars Prolog vor. Diesem folgte der „Heil Dir, junger Kaisersohn!" * Vorhang unter den Klängen eines die im Spinnen und Weben so geau, tritt auf, womit das Festspiel in ihr verkörpert sich die den verHauptrolle; diese wurde von Frl. nasvoll und durchgeistigt wiederWort und Bild im weiteren wirkungsvolles Wechselverhältnis, r Bühnenwirkung. So z. B. die Weihnachten mit Luise Henriette, von Oranien, im Engelsgewande im Glanze der Christbaumkerzen. Das Bild Besuch des Großen Kurfürsten in einem neu eingerichteten Eisenhammer mußte viermal wiederholt werden. Die festesfrohe beifallsfreudige Stimmung im Theater steigerte sich denn auch ob der vorzüglichen Darstellung sämtlicher Mitwirkenden und erreichte ihren Höhepunkt bei dem farbenprächtigen anmutigen Schnitter Spezial-Abteilung für Möbel-- Wohnungs Restaurant zum Bürgerbrau zum Alter Markt 6. Durch die grosser Auswahl ganz ei Polsterwaren aus und dauerhaft an Ein komplette Eichen imitiert mit 2 Bettstellen, engl. 1 Kleiderschrank, zerl 1 Waschkommode mit 2 Nachtkonsolen mit Kleiderschränke, Ithürig 9200 27 00 M. Vertikows Nußbaum A.900 polierr....*0m. in hochmoderner XX00 Ausführung 00M. Unsere Möhel sind aus solidem trockenem Holz angefertigt. 1 1 2 in 9 Wichüig Dür Wirte 3 Wiener Stuhl 4.n Bei Abnahme von 20 Stück, Stück W Sofae prima Ia. Golas verarbeitung mit Damastbezug 3600 „ Ripsbezug 4800 Deluchebezug Serviertische von 7,50 Mk. a Bauerntische von 2,50 Mk. au. Handtuchhalter von 65 Ofg. an. Ein elega 1 Peluche=Garnitur, 1 eleg. Trumeaux, 4 1 Tisch, achteckig, I Prunkschrank Ahtoilunohahan wir unsere Dur Eiameihung des Grsses Kurtüesten-Deakwals Grosse Restauration. Reichhaltige Auswahl in warmen und kalten Speisen. 5531 Jul. Knoche. die Stange hältst. Sie verschwendet weiter, so lange Du noch einen Oere im Vermögen hast. Bist Du dumm genug, Dich ihrem Willen zu fügen, so wird bald genug das Ende der Herrlichkeit gekommen sein, und Ihr könnt sammt und sonders den Bettelstab in die Hand nehmen. Von mir kriegt Ihr nichts. In den letzten Jahren habt Ihr nicht weniger als jährlich fünfundzwanzigtausend Kronen verbraucht, drei Jahre hindurch noch mehr. Halgrensyard aber bringt in seinem gegenwärtigen Zustand nicht mehr als dreitausendundfünfhundert Kronen auf. Dazu kommt, daß vielleicht in drei bis vier Wochen eine vollständige Betriebsstockung eintreten wird, wenn ihr nicht noch über Summen verfügt. Die Lohnzahlung an die Arbeiter ist im Rückstand. Nun weißt Du alles, was ich Dir zu sagen habe, und kannst Dich danach richten. Mit dreitausendundfünfhundert Kronen hast Du bei einer vernünftigen Eintheilung Dein reichliches Auskommen, selbst wenn Du thöricht genug sein solltest, Deine Schwester und Frau Halgren, die es wahrlich nicht um Dich verdient haben, ins Schlepptau zu nehmen. Ich sehe Deinen Entschließungen entgegen. Wo Du nur meinen Rath verlangst, bin ich gern bereit, Dir zu helfen Lars Halgren.“ Die fehlende Unterschrift nicht weniger als der einfache Name zum Schluß des Briefes sagte Freda, daß auch der Tod des Vaters nicht im stande gewesen war, den Onkel versöhnlicher zu stimmen. Das schmerzte und befremdete sie, indem sie sein Bild sich vergegenwärtigte. Es war lange her, als sie ihn zuletzt gesehen, mehr als ein Dutzend Jahre. Sie hatte damals den Vater einmal nach Jönköping begleitet, weil der Onkel sie zu sehen gewünscht. Damals hatte er ihr einen überraschend guten Eindruck gemacht, vielleicht um so mehr, als sie ihm mit Vorurtheil begegnet war. Zu oft hatte sie den Bruder des Vaters im Hause eines hartverzigen und gefühllosen Menschen nennen hören. Später, als sie mit offeneren Augen die Verhältnisse überschaut, hatte sie angefangen, sich eine immer bessere Vorstellung von Onkel Lars zu machen, und zu der Zeit, in welcher sie im stande gewesen war, die Lage zu beurtheilen, gab es für sie keine Möglichkeit mehr, seiner mit unfreundlichen Gefühlen zu gedenken. Im Gegentheil, in Stunden, in welchen unter fremden Menschen ihre Vereinsamung sie bedrückt, hatte sie sogar bisweilen seiner mit Sehnsucht gedacht, als des einzigen, der nie ein böses Wort für sie gehabt und der sie liebte, wie eine innere Stimme ihr sagte. Wenn sie trotzdem darauf verzichtet, sich brieflich mit ihm in Verbindung zu setzen, so hatte dies seinen Grund in einem gewissen Schamgefühl, das sie hinderte, ihn von dem Vorgefallenen in Kenntniß zu setzen, wenn er es nicht durch fremde Menschen erfahren haben sollte. Nach dem Tode des Vaters aber hatte sie sofort an Onkel Lars sich gewandt, um vollständige Klarheit über ihre Lage zu erlangen, obgleich der Verstorbene noch am letzten Tage seines Lebens gesagt, daß sie auf dessen Beistand nicht mehr werde rechnen dürfen. Mit kurzen, dürren Worten hatte Lars Halgren ihr erstes Schreiben beantwortet und ihr mitgetheilt, daß er ihrem Wunsche nachkommen werde. Dann hörte sie bis auf den heutigen Tag nichts wieder von ihm. Nun dieser Brief. Nach dem Vorgange des Abends und der Nacht, welche sie für die bitterste ihres Lebens hielt, hatte sie ihn mit doppelter Unruhe in Empfang genommen. Nachdem sie ihn gelesen, bemächtigte sich ihrer ein Gefühl, das sie nie vorher gehabt, das aber nicht mit den Gefühlen in Einklang zu bringen war, die sich ihr beim Empfangen einer Nachricht hätten aufdrängen müssen, die mit einem Schlage alle Befürchtungen beseitigte, welche sie, besonders im Hinblick auf Synnöve, schwer bedrückt. Wie würde sie noch vor wenigen Tagen durch die Nachricht, daß ihre und dadurch die Existenz der so zärtlich geliebten Schwester eine gesicherte sein werde, sich beglückt gefühlt haben! Nun aber? War es wirklich möglich? Sie hatte der Hoffnung sich hingeben können, daß die Verhältnisse sie zwingen würden, ihre Bedenken zu überwinden und Erich Christiansons Werbung anzunehmen? Um den Mund machte sich ein schmerzliches Zucken bemerkbar. Sie durchlas noch einmal den Brief. Abermals sank die Hand, welche das Schreiben hielt, herab. Sie begann in dem Zimmer auf= und abzuschreiten, die Farbe ihrer Wangen verdunkelte sich, und in ihren Augen leuchtete es auf. Der Inhalt des Briefes gewährte Veeen Gegennbersrehen, fech Nicht rnAnr Verihe Au De geben, der sie vielleicht nicht einmal gewachsen war. Und dann— dann... (Fortsetzung folgt.) Die Rubinenkönigin. Phantasie von Anna Julia Wolff. (Nachdruck verboten.) Vor vielen langen Jahren lebte in dem farbenprächtigen, sonnigen Morgenlande eine Königin Namens Fatime. Sie war so schön— so schön, wie man nie etwas vorher gesehen hatte, und alle Welt lag in dem Bann ihrer wunderbaren Anmuth und ihrer herzgewinnenden Lieblichkeit. Aber sie war nicht nur schön, sie war auch gut. Nie hatte das Volk eine wohlthätigere, warmherzigere Herrscherin gehabt, und so rechtfertigte sie voll und ganz die schwärmerische Anbetung, die die Unterthanen ihrer engelschönen Königin entgegen brachten. Nur einen großen, großen Fehler hatte das junge Weib, und das war ihre maßlose Eitelkeit und Putzsucht. Fast den halben Tag stand sie vor dem deckenhohen Spiegel und betrachtele mit wonniger Sellstgefälligkeit ihre zauberischen Züge, ihren schneeigen Nacken, ihre schlangenhaft geschmeidigen Glieder. Dann löste sie wohl das bläulich schimmernde Seidenhaar, wühlte in ihrer Sammlung herrlicher Perlen und Edelsteine, und streute sich mit trunkener Seligkeit die glitzernden Juwelen in das Haar, daß sie wie flammende Sonnen ihr in eitler Verzückung strahlendes Antlitz umrahmten. Zu ihren Füßen saß ihr da stets ein wundersüßes Geschöpfchen und schaute mit großen, verwunderten Veilchenaugen dem seltsamen Gebaren des schönen Weibes zu. Das war ihr Kind. Und wenn das eitle Weib dann die großen fragenden Augen unbewußt mißbilligend auf ihr thörichtes Treiben gerichtet sah, da kam ihr wohl die Reue, mit fiebernden Händen befreite sie sich von dem eitlen Tand, stürmisch zog sie ihr Kind in die Arme und unter zärtlichen Küssen und Liebkosungen kostete sie die ganze Wonne reiner Mutterliebe aus. Da ereignete es sich eines Tages, daß der Herrscher eines benachbarten Reiches ein eigenartiges Fest angesagt hatte. Die schönsten Frauen aller Länder waren dazu geladen, und diejenige, der ein das Richteramt versehender kundiger Männerkreis den Preis der Schönheit zuerkannte, die sollte in einem mit weißen Rossen bespannten Wagen im Triumphzuge durch die Stadt geführt und mit lauter Stimme als die Königin der Schönheit proklamirt werden. Das war so etwas für Fatimes eitlen Sinn. Tag und Nacht zermarterte sie ihr Gehirn, wie sie es anstellen sollte, alle andern Frauen durch ihre Pracht und ihre Schönheit zu überstrahlen. Die zauberhaftesten Gewänder wurden für sie hergestellt, das ganze Land wetteiferte darin, das Kostbarste zu senden, was Handel und Kunst erschaffen hatten, um seine Königin würdig zu schmücken, aber nichts konnte vor Fatimes Augen Gnade finden. Nichts war ihr kostbar, nichts eigenartig genug, um ihre phantastische Schönheit in das rechte Licht zu setzen, und sie erbebte in dem Gedanken, daß eine Andere ihr den Siegespreis streitig machen könnte. Ihre prachtvollen Juwelen erschienen ihr jetzt schal und gewöhnlich, was half es ihr, wenn sie sich die schimmernden Perlen, die blitzenden Demanten in das Haar flocht, das konnten ja Andere auch, und sie hatte das instinktive Gefühl, daß es nicht das Richtige für ihre seltsame Schönheit war, daß es noch etwas Anderes, Herrlicheres geben mußte, etwas, das sie nur ahnte, das sie ergründen und besitzen mußte, koste es, was es wolle, koste es selbst ihr Glück, ihre Seligkeit. So lag sie mit fiebernden Pulsen und irren Gedanken auf ihrem Lager, das eitle Herz vor wilder Begierde fast zerspringend, als plötzlich leise— ganz leise die Thür geöffnet wurde und eine seltsame Frauengestalt an das Lager des erregten Weibes trat. Ihre Glieder umfloß ein Gewand, das in allen Farben des Regenbogens spielte, und ebenso schillernd und wechselnd war der Ausdruck ihres Gesichts. Das junge Weib richtete sich auf, geblendet und doch wieder eigen gefesselt, schaute sie zu der überirdischen Gestalt empor, und unfähig waren ihre Lippen, auch nur einen einzigen Laut hervor zu bringen. Der Genius beugte sich zu dem erstarrten Weibe hernieder, dann sprach er mit seltsam vibrirender Stimme:„Fatime, höre mich an, ich bin gekommen, um Dir zu helfen. Längst schon liebe und beschütze ich Dich, ich bin Deine beste Freundin, ich bin die Einzige, die Dich 8. Alsberg& Co. Am Niedernthor. 520 bestes und billigstes Waschpulder. Nur in Packeten. allen Drogen=, Kolonialwaren-, und Seifengeschäften erhältlich. K“" P— UTnseier heunigen Gesamt Li liegt ein Prospekt des bekannten Bankhauses A. Dinkelmann, über die große Worms über die große Wos fabrtsgeld=Lotterie bei, worauf wir unsere werten Leser mit dem Hinsuiügen, aufmerksam machen, daß die Firma Dinkelmann io 12. 12. Jahrgang. Lonzeiger für di P GI Du Du des versteht und mit Dir empfindet— ich bin die Eitelkeit! Ich kenne alle Deine Gedanken und Empfindungen, ich kenne auch die Sorgen, die den Schlaf von Deiner Stirne scheuchen, ich kenne und verstehe sie und darum eben, arme Freundin, will ich Dir helfen. So höre mich an. Ich kennt einen Edelstein, Fatime, so schön, so gluthvoll, so ganz für Dich geschaffen, wenn Du den trägst, Fatime, wirst Du schön sein, schöner als alle anderen Frauen, welche in Deine Nähe kommen. Sein rothes glühendes Zauberlicht wird Dein Rabenhaar phosphoresziren, Deinen marmornen Nacken blendender, Deine flammenden Augen zauberischer erstrahlen lassen. Schmücke Dich mit dem Rubin, und Du wirst das sein, was Du im Wachen und Träumen ersehnst, die Krone der Frauen, die Königin der Schönheit, das berückendste Weib der Erde.“ Mit funkelnden Augen fuhr das junge Weib empor:„Wo hast die Steine, holde Fee, gieb sie mir, laß mich nicht schmachten, siehst ja, wie ich vor Sehnen und Begierde vergehe.“ Da lag ein seltsam schwermüthiger Ausdruck auf dem Antlitz Genius. „Du sollst die Steine haben, o Königin, aber höre auch meine Bedingung: Dein Herz mußt Du mir geben, Fatime, Dein warmes, rothblütiges Menschenherz, bist Du's zufrieden?“ Das junge Weib schaute wie geistesabwesend umher, immer wieder und wieder starrte sie auf die lockende, schillernde Gestalt an ihrer Seite, dann fuhr sie jäh und wild über die weiße Stirn, und mit vor Erregung bebender Stimme rief sie:„Ich will thun, was Du willst, o Fee, nimm mein Herz, meine Seele— nimm Dir Alles, Alles, aber lasse mich schön sein— schön!“ Da war sie in tiefen Schlaf versunken, und als sie erwachte, stand vor ihrem Lager die Fee. Sie hatte ein Herz in der Hand, heiß und glühend. Sie nahm einen blitzenden Dolch aus dem Gewande und stach damit in das Herz, tief, ganz tief. Und hervor spritzte das Blut, heißes, rothes, glühendes Blut, immer mehr, tausende von Tropfen, eine Welt von Blut. Und, o Wunder, jeder Tropfen formte sich zu einem Stein, rund, roth, flammend. Verblendet Weib! Sein Herzblut hatte es dahin gegeben für schnöden Tand, für kaltes, todtes Gestein. Die Eitelkeit war entschwunden— Fatime war allein. Wild und leidenschaftlich warf sie sich auf die Erde und vergrub das fieberisch glühende Antlitz in die glitzernde eisige Juwelenpracht. Dann raffte sie sich empor. Sie trat vor den Spiegel und legte sich das gluthrothe Gestein um ihre Glieder. Das Haar, der Nacken, die Arme, das Gewand, wo man hinsah, Rubinen, blutigrothe Rubinen. Ihre Augen strahlten in wildem, fast irrem Feuer, ihr Busen hob und senkte sich, ihre Glieder bebten und glühten, ja, sie war schön, teuflisch schön! Als Königin Fatime von ihrem Triumphzug durch das benachbarte Reich zurückgekehrt war, war das Volk erstaunt und verzweifelt über die seltsame Veränderung, die mit seiner Königin vorgegangen war. Was war geschehen, was hatte diese Wandlung hervorgerufen? Die wohlthätige, warmherzige Frau, die für jeden ihrer Unterthanen ein mitfühlend Wort, eine helfende Hand gehabt hatte, war plötzlich zu einer gefühllosen, grausamen Megäre geworden. Für die Leiden ihrer Unterthanen hatte sie kein Gefühl, sie kannte nur noch ein einziges dämonisches Vergnügen und das war: Morden, Blutvergießen. Wehe dem Jüngling, der von ihrer zauberischen Schönheit geblendet, zu ihren Füßen lag, sie hatte für ihn nur noch ein kaltes, höhnisches Lachen, und wenn der Aermste gar durch irgend ein Wort oder Blick die Ungnade seiner Herrin hervorgerufen hatte, da gab es keine Rettung mehr für ihn, er mußte sterben, vor den Augen seiner Königin, und eine wilde, satanische Wollust strahlte aus ihren Blicken, wenn das rothe, warme Blut vor ihre Füße rieselte. Arme, beklagenswerthe Kreatur, was konnte sie für ihr grausames Thun, sie konnte ja nicht fühlen, nicht empfinden— sie hatte ja kein Herz.—————— So lag sie eines Nachts auf ihrem Lager; ohne daß der Schlaf sich auf ihre Augenlider senken wollte. Auf der seidenen Decke ausgebreitet lag ihr Schatz, ihr theuerstes Besitzthum, die rothe blitzende Juwelenmasse. Ihre weißen Hände wühlten begierig in den Steinen umher, und dazwischen murmelte sie immer wieder und wieder die Worte:„Ich will mehr Rubinen, mehr, viel mehr! Was nützt es mir, wenn ich das Blut meiner Unterthanen vergieße und es entstehen nicht meine rothen, vergötterten Steine daraus. Ich will Rubinen, mehr, mehr Rubinen!“ Und wiederum trat eine Gestalt vor ihr Lager, doch die trug kein schimmerndes Gewand, ein schwarzer Mantel verhüllte ihre Glieder, und ihre grauen Augen blickten unheimlich streng und düster umher. Sie legte eine schwere, kühle Hand auf die Schulter des erschreckten Weibes und sprach:„Fatime, ich kenne Deine Leiden und bin gekommen, Dir zu helfen, willst Du mir folgen und thun, was ich von Dir begehre?“ „Wer bist Du, seltsames, unheimliches Wesen?“ „Wer ich bin, Fatime? Schaue mich an. Ich bin Deine beste Anschl. Freundin, ich bin die Einzige, die Dein Thun versteht und ihre helle, wahre Freude daran hat. Ich bin der Schrecken und Abscheu jedes tugendsamen Menschenkindes, die Freude und das Begehren aller Menschen Deines Schlages— kurz— ich bin die Grausamkeit! Ich weiß es, wie Dein Herz sich in wildem Verlangen nach den rothen Juwelen verzehrt, ich sah, wie Du das Blut Deiner Unterthanen in Strömen verspritztest in der trügerischen Hoffnung, es möge sich in Deine fanatisch geliebten Steine verwandeln, ich sah Alles, und ich lachte Deines thörichten Beginnens. Nein, schöne Königin, das ist nicht das Richtige. Willst Du zum Ziele kommen, so darfst Du kein Opfer scheuen, auch nicht das größte, schwerste, darum sage, hast Du Muth, Fatime?“ „Ich habe Muth, o Grausamkeit, Du weißt es ja, wie ganz ich in Deiner Gewalt bin, sage mir das Mittel, sage es mir, ich will Alles, Alles thun, was Du begehrst!“ „Nun wohl! Schau diesen Dolch, Fatime. Wenn Du den leise, ganz leise in das unschuldige Herz Deines Kindes bohrst, so wird das junge Menschenblut zu Steinen werden, schöner, rother, leuchtender als die, die Du besitzest.“ Sie schrie nicht auf in wilder Qual und Empörung, die unglückselige Frau, kein verächtliches Wort, kein wuthentstellter Blick traf die Elende, die das Teuflischste von ihr verlangte, was ein Weib, eine Mutter begehen kann, kalt und gefühllos griff sie zum Dolch und eilte an das Lager ihres schlafenden Kindes. Wie ein Engelsbild lag es da, das liebe, unschuldige Geschöpf, den süßen Rosenmund umspielte ein holdes Lächeln, und ein Zug fast heiliger Reinheit thronte auf der weißen, edlen Kinderstirn. Vermag auch dieser Anblick nicht Dich zu erweichen, die Engelsreinheit Deines Kindes kann Dein Herz nicht rühren, entartete Mutter? Herz? Es hatte ja kein Herz, das unglückselige Weib, es hatte es ja vertauscht für nichtigen, eitlen Tand. Und Fatime griff zu dem Dolch und bohrte ihn in das Herz ihres schlafenden Kindes. Doch, o Wunder. Kein Tropfen Blutes entströmte dem göttlich=reinen Kinderherzen, nein, Gold, reines, lauteres, flüssiges Gold, so funkelnd, so überirdisch, daß das staunende Weib geblendet die Augen schloß. Und es wurde mehr und mehr das Gold und überströmte das weiße Lager und umgab das todte, holde Kind mit einem Glorienschein. Wie in einer goldenen Sonne gebettet lag es da, und als die entsetzte, fast betäubte Mutter die Augen aufschlug, sah sie nur ein verschwommenes, goldiges Gefunkel. Doch da——da— da nahm es Gestalt an, es formte sich immer deutlicher, immer greifbarer, und plötzlich sah man es ganz klar— zwei wundersame, große, goldene Engelsflügel. Und da— eine überirdische, göttliche Musik, leise, ganz leise— und empor schwebte eine junge Seele— gen Licht, gen Aether!———— Die Grausamkeit war verschwunden, eine neue, lichtere Erscheinung war an ihre Stelle getreten. Und da plötzlich war das Gemach mit wundersamen, balsamischen Düften erfüllt, und eine so überirdische Helle verbreitete sich in dem Raum, daß wohl kein menschlich Auge ungeblendet emporschauen konnte. Das hehre Weib berührte mit einem Stabe die vor Schrecken fast betäubte Gestalt der Königin, so daß sie in einen tiefen, schweren Schlaf verfiel. Dann neigte sie sich zu der Schlummernden, und ein unendlich mildes, verklärtes Lächeln umspielte die erhabenen, edlen Züge. „Schlummere, beklagenswerthe Königin, o schlummere nur fort,“ so hauchte sie mit einer an Sphärenmusik erinnernden Stimme, und erwache als das, was Du gewesen, als das Weib mit dem fühlenden, heiß schlagenden Menschenherzen. Man hat mit Dir übel verfahren, bejammernswerthestes Weib, man hat Dir Dein Herz, Deine Seele gestohlen, man hat Dich grausam zur Verbrecherin gemacht. Doch nun ist die Liebe, die Barmherzigkeit gekommen, und sie wird gut machen, was noch gut zu machen ist.“ Und die Barmherzigkeit neigte sich zur Erde und nahm einen einzigen rothen Juwel empor. Sie legte ihn auf Fatimens Brust, und mit einer leisen, sanften Bewegung drückte sie ihn in den schneeigen Busen hinein. Dann beugte sie sich ganz nahe über die schlummernde Gestalt und hauchte einen unendlich seelenvollen Kuß auf die wogende, blendende Frauenbrust. Nun berührte der Genius mit seinem Zauberstabe die Schlummernde und Fatime erwachte. Betäubt, noch kaum ihrer Sinne mächtig, blickte sie umher, und ihr erster Blick traf das leere Lager ihres todten Lieblings. Und da fuhr sie mit einem jähen, furchtbaren Schrei empor. „Allmächtiger Gott, mein Kind, mein Herzblatt, ich habe es gemordet, ich Elende, ich Verworfene, tödtet mich, reißt mich in Stücke, laßt mich nicht weiter leben, habt Erbarmen, habt Mitleid mit mir und tödtet mich!“ Da traf ihr Blick die Barmherzigkeit, die wehmüthigen Blickes das Gebaren des verzweifelten Weibes mit ansah, und mit gellender Stimme schrie sie ihr entgegen: „Du willst die Liebe, die Barmherzigkeit sein, nun wohl, sei barmherzig, erprobe Deine Macht, gieb mir mein Kind zurück. Du vorm. 11 Uhr erbeten. ür Stadt und Kreis Herford, 10 Pfg., sons 18 Pfg. 1902 „pelassen“ wurben. Nuch sechs Sochen ind vi Jituinigung der Verbündeten auf der Linie Würzburg=Pilsen=Prag stattfinden, und sobald dies gelungen ist, braucht man nur so zu verfahren, wie Napoleon 1806, um des Sieges gewiß zu sein. Die erste Hauptschlacht wird dabei voraussichtlich bei Leipzig oder Weißenfels stattfinden. Sollten die Preußen dagegen nach Oberfranken vordringen, so soll die französische Hauptarmee unter allen Umständen eine Schlacht(auch eine siegEareiche!) vermeiden, vielmehr die Donau überschreiten und bei 62 lboppilung dir Kurenzzell von 13 auf 26 Wochen. Wie die„N.=L. K.“ indeß hört, haben sich jetzt alle Einzelregierungen mit dieser Verdoppelung einverstanden erklärt. Der Deutsche Handwerkertag. Wie aus Leipzig gemeldet wird, faßte am Sonnabend Handwerker= und Gewerbekammertag einen Beschluß, in dem eine Gesetzänderung dahin gefordert wird, daß Hierzu Unterhaltungsbeilage. tung und Haltung von Lehrlingen im solchen Personen zustehen solle, die lendet und in dem Gewerbezweig, in Haltung der Lehrlinge erfolgen soll, ührung des Meistertitels haben. den Burenführern. meldet wird, werden die Burengenerale rlin empfangen werden. Auf die ig vor sich gehen wird, darf man, falls aufs höchste gespannt sein. r Kreisnachrichten. nem Interesse sind uns stets willkommen und auf Wunsch honoriert.) 29. September 1902. digungs=Telegramm des Magistrats ten ging heute mittag aus Potsdam id Stadtverordneten. er Kaiser und König lassen für die Gegenwart Seiner Kaiserl. und Königl. zen erfolgten Enthüllung des dortigen en Kurfürsten und den allerhöchst ihren rigen Zugehörigkeit Herfords zur Krone Huldigungsgruß vielmals danken. rhöchsten Befehl der Geh. Kabinettsrat. gez.: von Lucanus. ich des Kronprinzen. Für die stadt war der Wagen für Se. Kaiserliche rmann gestellt; der in dessen Diensten n war der Lenker des Gespanns. erbürgermeister brachten am SonnInsassen des evang. Waisenhauses und erinnen der Kleinkinderschulen der Stadt hwestern eine freundliche Ovation dar. dessen Hause am Sonntag morgen die odurch unser Stadtvater sehr freudig ere Ordensverleihungen sind aner erfolgt und zwar erhielten Herr Baufeld den Roten Adlerorden 4. Klasse, zend=Herford den Kronenorden 4. Klasse Friedrich Witte das Allgemeine Ehreneg. Herrn Hausvater Regen, welcher wohlverdienten Ruhestand tritt, ist das 1 Eyrenzeichen verliehen worden. Die erfolgte durch Herrn Gefängnisdirektor spiel„Am Webstuhl der als allseits höchst ansprechenden Verihrung haben wir schon kurz erwähnt. serer genialen landsmännischen Poetin, dichtete Festspiel bereits früher besprochen oir uns jetzt nur noch der Darstellung . Fast nehmen wir es als eine Gefiziellen Musik= rc.=Aufführungen das 1 unseris trefflichen Musikvereinsleiters, rektor Päts in Verbindung zu finden; Festspiel enthält einige die Situation seiner geschätzten Muse. Nachdem die ture verklungen, öffnet sich die Szene ein Herold, der von Herrn Hauptschön und höchst temperamentvoll darden Prolog vor. Diesem folgte der 6„Heil Dir, junger Kaisersohn!“ der Vorhang unter den Klängen eines le, die im Spinnen und Weben so gegfrau, tritt auf, womit das Festspiel In ihr verkörpert sich die den verde Hauptrolle; diese wurde von Frl. wungsvoll und durchgeistigt wiederen Wort und Bild im weiteren in wirkungsvolles Wechselverhältnis, der Bühnenwirkung. So z. B. die Spinngruppenszenen, Weihnachten mit Luise Henriette. der jungen Prinzesin von Oranien, im Engelsgewande im Glanze der Christbaumkerzen. Das Bild Besuch des Großen Kurfürsten in einem neu eingerichteten Eisenhammer mußte viermal wiederholt werden. Die festesfrohe beifallsfreudige Stimmung im Theater steigerte sich denn auch ob der vorzüglichen Darstellung sämtlicher Mitwirkenden und erreichte ihren Höhepunkt bei dem farbenprächtigen anmutigen Schnittervon keilweise Spezial-Abteilung für Möbel* Einrichtungen. Restaurant zum Bürgerbräu zum Alter Markt 6. Durch die grossen Auswahl ganz erl Polsterwaren— und dauerhaft Ein komplett Eichen imitiert m 2 Bettstellen, eng 1 Kleiderschrank, 1 Waschkommode 2 Nachtkonsolen u 48R Nußbaum poliert. in hochmoderner#L Ausführung Vsssse 9 # Unsere Möhel## 6 sind aus solidem u e angeferigt.## Wiehtig für Wirte Wiener Stuhl 43 Bei Abnahme von 20 Stück, Stück#D Sofas prima Ia. Golas Verarbeitung mit Damastbezug 36.00 „ Ripsbezug 4800 „ Peluchebezug 6500 Serviertische von 7,50 Mk. an: Bauerntische von 2,50 Mk. au. Handtuchhalter von 65 Ofg. an. Ein elega 1 Peluche=Garnitur, 1 eleg. Trumeaux, 4 1 Tisch, achteckig, I Prunkschrank S. Al8o an zin iingare Lur Eisweihung des Greses Kurtürsten-Deasmals Grosse Restauration. Reichhaltige Auswahl in warmen und kalten Speisen. 553 Jul. Knoche. schüttelst das Haupt, Du vermagst es nicht, o Du, Du!— Weißt Du, wer Du bist, Du bist nicht die Liebe, Du bist die Grausamkeit, Du hast mir das Herz zurückgegeben, damit ich mein Leben lang empfinden soll, wie unglückselig, wie wahnsinnig elend ich bin!“ „Du rasest, Fatime, und ich zürne Dir nicht ob der harten Worte, die Deinen Lippen entfuhren. Nein, Fatime, Du irrst, ich bin nicht grausam, ich liebe Dich, ich fühle mit Dir, wie nur ein Wesen mit Dir fühlen kann. Ich bin gekommen, um Dir zu helfen. Zwar kann ich die furchtbare Strafe, die Deiner maßlosen Eitelkeit geworden, nicht mehr mildern, aber ich will Dir den Weg weisen, der einzig Dir noch wahrhafte Befriedigung gewähren kann. Ein Glück ist für Dich auf Erden nicht mehr denkbar, so wähnst Du? Nun wohl, so suche Dein Glück in dem Glücke Deiner Nebenmenschen. Höre mich, Fatime! Kehre um! Und wenn Du nun fortan bestrebt sein wirst, in treuester Aufopferung Segen um Segen in die Herzen Deiner Unterthanen zu streuen, so wird auch in Dein Herz allmählich der Friede einziehen, und Du wirst glücklich sein in Ausübung der Liebe, der Barmherzigkeit!“— Da sank das erschöpfte Weib in die Kniee, ein einziger, alles umfassender Blick gen Himmel barg ihr Gelübde.——— Gedichte Adolars des Selbstbewußten. I. Wie säng' ich Dir zu Lob und Ehr' So gern die schönsten Weisen, Wie möcht' ich Deinen Zauberreiz In prächt'gen Worten preisen! Wie wollt' mit wundersüßem Sang Von Dir ich Lieb' erflehen, Die Nachtigall im stillen Hag, Sie müßt' vor Neid vergehen! Wie würden süß wie Honigseim Die Götterverse fließen, Wenn nicht ein arges Hinderniß Mich bitter müßt' verdrießen: Dein Name ist's! Wenn manches Wort Auch endiget auf„illa,“ So find' ich doch kein passendes Als Reimwort auf„Camilla“! II. Und fänd' ich auch den schönsten Reim, Möcht' noch so süß ich singen, Der Verse Wohlklang würde doch Dir kaum zu Ohren dringen. Denn mächt'ge Feinde hat mein Lied, Ein neiderfüllt' Gelichter; Die Scheer' und Feder schwingen sie Zum Leide aller Dichter. Und willst Du wissen, theu're Maid, Wie man sie nennt, so höre: Des Liedes schlimmste Feinde sind Die bösen Redakteure! Bis auf den Schlußpunkt streichen sie, Mein Lied, die Verse=Hasser, Der Punkt wird anonym gedruckt, Verschwiegen der Verfasser. III. Und doch hab' ich mit selt'nem Muth Der Gegner Neid bezwungen, In unvergleichlich schönem Lied Dein gold'nes Haar besungen. Beim Zeus! Aus inn'rem Drang allein Hab' ich das Lied geschrieben, Mein Genius ist and’rem Grund Von jeher fern geblieben. Ich sandte es der Zeitung ein; Trotzdem man's angenommen, Dicht' ich nie wieder— hab' ich doch Kein Honorar bekommen. Carl Purger=Eichenau. Nährwerth von Obst und Gemüse. Wenig bekannt scheint es zu sein, daß gekochtes Obst den Nährwerth der Kartoffeln übersteigt; doch ist es nicht allein nahrhafter, sondern auch leichter verdaulich als das für uns Deutsche als unentbehrlich bei dem Mittagsmahl geltende Knollengewächs; außerdem wirkt Obst, roh oder gekocht gegessen, blut= und knochenbildend, anregend auf das Gehirn und erfrischend. Heidelbeeren, besonders roh mit Zucker oder Milch genossen, sind äußerst heilkräftig, nährend, anregend und blutreinigend; ebenso die Weintrauben und Aepfel; letztere üben auch einen besänftigenden Einfluß auf die Nerven aus, fördern die Verdauung und den Schlaf, weshalb man den an Schlaflosigkeit Leidenden empfiehlt, einen Apfel vor dem Schlafengehen zu essen. Auch die Gemüse bergen heilende und wohlthuende Kräfte in sich. Spinat, Sauerampfer, Löwenzahn und Spargel befördern die Thätigkeit der Nieren; auch die Tomaten sind äußerst nahrhaft und blutreinigend; Gurken und grüner Kopfsalat sind kühlend, Zwiebel und Knoblauch regen den Verdauungsapparat, die Magensäfte an; die Nerven erfrischt der Sellerie, der bei täglichem Gebrauch Rheumatismus heilt; auch die Pilze sind für die Ernährung, Blutbildung und Reinigung von großem Nutzen. Am wenigsten von den angeführten Vorzügen weist die Kartoffel auf, aber dennoch ist sie ein vortreffliches Nahrungsund Genußmittel, welches wir nicht entbehren können und möchten. Aerztlicher Kathgeber. Zur Nervenberuhigung. Langsames Gähnen mit tiefem Athemholen verbunden ist von wohlthuender Wirkung auf die ermatteten Nerven des Kopfes, des Halses, ja des ganzen Körpers. Fühlt man das Bedürfniß nach dieser Art Erholung, so kann man sie sich auf leichte Art verschaffen: man nimmt eine Scheere zur Hand und öffnet und schließt sie mechanisch, selten versagt diese Bewegung den gewünschten Erfolg. Gegen Muttermale. Zur Beseitigung von Muttermalen verwandte ein Arzt Schwefeläther, und zwar vertilgte er damit die stärksten, behaarten Male. Die Operation ist folgende: man schneidet mit einer Scheere die Haare so kurz als möglich ab, dann betupft man mittels eines Glasstäbchensdas Mal mit dem Aether und reibt ihn, ebenfalls mit dem Stäbchen, gut ein. Wenn diese Operation geschehen ist, sieht die Stelle fast schwarz aus. Es entsteht eine Kruste, die sich nach etwa drei Wochen von selbst ablöst. Die Oberfläche des Muttermales ist nun glatt und weich, noch etwas geröthet und narbig, glättet sich aber von selbst immer mehr, bis die Stelle schließlich kaum noch zu bemerken ist. Die Störung des Schlafes. Man soll Niemanden, besonders aber einen Kranken niemals, weder mit Absicht noch aus Versehen, im Schlafe stören. Wird er aus dem ersten Schlafe aufgestört, so kann man sicher sein, daß er sobald nicht wieder einschläft. So sonderbar es klingt, so begreiflich ist es, daß der erst nach einigen Stunden geweckte Kranke leichter wieder in Schlaf verfällt, als der schon nach wenigen Minuten Geweckte. Ein Gesunder, welcher sich bei Tage dem Schlafe überläßt, wird des Nachts nicht gut schlafen; bei Kranken ist dies umgekehrt; je mehr man sie schlafen läßt, um so mehr verlangen sie danach. Rücksichtslos und grausam ist es, in der Krankenstube flüsternde Gespräche zu führen, die den Kranken zum angestrengten Zuhören reizen. F * CI8 GUU. Am Niedernthor. Nur in Packeten. allen Drogen=, Kolonialwaren-, und Seifengeschäften erhältlich. 601 UrIsst in. Propek des belanse Worms über die“ sahrtsgeld=Loterse große„Wobi; Hirausigen verten Leier mit ben Pelanschtese Rlschern. e