12. Jahrgang. 12. Jahrgang. zeiger für die * N 83 Teleph. Anschl. M 83 Teleph. Anschl. N 218 Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Edonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Mittwoch, 17. September. Inserate werden bis spätestens vorm. 11 Uhr Preis der einspaltigen Vetitzeile für Stadt und Kreis Her unn Meut Mehme 10 Mn sonst 18 Bta. ond 1902 Amtliche Anzeigen ###r des Kreis Hersord. Für die einzelnen Körbezirke des Kreises Herford sind auf Grund des§ 4 der Polizei=Verordnung über die Bullenkörung in der Provinz Westfalen vom 30. Juli 1901 behufs Ankörung der Zuchtstiere folgende Termine festgesetzt: A. Amtsbezirke Rödinghausen, Eunigloh, Gohfeld, Mennighüffen, Vlotho und Stadt Bünde. 1. Am Mittwoch, den 1. Oktober d. J., vormittags 7½ Uhr am Bahnhofe Bieren für das Amt Rödinghausen. 2. An demselben Tage, vormittags 9¼ Uhr, auf dem Marktplatze in Ennigloh für das Amt Ennigloh und die Stadt Bünde. 3. An demselben Tage vormittags 11- Uhr bei Gastwirt Busche am Bahnhof Löhne für das Amt Gohfeld. 4. An demselben Tage nachmittags 2½ Uhr in der Ulenburger Allee für das Amt Mennighüffen. 5. An demselben Tage nachmittags 5½ Uhr beim Gastwirt Grotegut in Blotho für das Amt Vlotho. B. Amtsbezirke Hiddenhausen, Enger und Speuge. 1. Am Donnerstag, den 2. Oktober d. I., vormittags 8½ Uhr bei Kolon Wellmann in Eilshausen für das Amt Hiddenhausen und die Gemeinden Sundern, Schweicheln, Bermbeck und Oberbehme. 2. An demselben Tage vormittags 11 Uhr am HauptBahnhofe in Enger für das Amt Enger. 3. An demselben Tage nachmittags 2 Uhr am Bahnhofe in Spenge für das Amt Spenge C. Stadt Herford und Amtsbezirk Herford. Am Freitag, den 3. Oktober d. J., vormittags 8 Uhr auf dem Lübberbruche in Herford für die Stadt Herford und die Gemeinden Elverdissen, Schwarzenmoor und Falkendiek. 2. An demselben Tage vormittags 11 Uhr am Landwege nach Laar, Diebrock, Eickum und Stedefreund, Herford, 15. September 1902. Der Landrat: v. Borries. Oberst Schiel über die Niederlage der Buren in der Schlacht bei Elandslaagte. Oberst Schiel, der bekanntlich das deutsche Korps auf Seiten der Buren gegen die Engländer im südafrikanischen Kriege führte, unternimmt seit längerer Zeit eine Reise durch Deutschland, um über den Krieg zu sprechen. Kürzlich schilderte Schiel den Kampf bei Elandslaagte. Auf der Burenseite standen damals 800 Mann, auf englischer 3000 Mann im Gefecht. Schiel mit einem Teil des deutschen Korps hatte auf dem linken Flügel die Aufgabe, eine Umgehung durch den fast viermal so starken Feind zu verhüten. Jetzt hat sich Oberst Schiel von neuem über diese für das deutsche Korps so verhängnisvolle Schlacht geäußert. Wir entnehmen darüber folgendes: Meine nächste Frage galt dem Gefecht bei Elandslaagte, in dem Oberst Schiel als Kommandeur des deutschen Korps bekanntlich schwer verwundet wurde. An der Niederlage hat nach Erklärung Schiels ein gewisser Feldkornet Pinnar Schuld, der den linken Flügel befehligte und sich mit einer Abteilung Leute den Portugiesen ergab, indem er einfach über die Grenze ging. Dieser linke Flügel hat sich beim Angriff, der eigenen Sicherheit halber, zu früh rückwärts konzentriert, d. h. offen gesprochen— er ist„ausgekniffen". Dadurch wurde unsere linke Flanke frei und die Engländer bewerkstelligten sofort eine geschickt ausgeführte Umgehung. Und doch war bis zu diesem Momente das Gefecht für die Buren überaus glücklich; denn ein bekannter englischer Militärschriftsteller schreibt ausdrücklich in einem vor kurzer Zeit erschienenen Buch The great bur war, daß auf englischer Seite schon zum Rückzug geblasen worden sei, was auch von englischen Offizieren, die ich darüber sprach, anerkannt wurde. In dem Buche wird ferner behauptet, daß wir eine Patrouille in den Rücken der Engländer gesandt und die englischen Signale gefälscht hätten. Da wir aber keinen einzigen Trompeter bei uns hatten, war eine solche Kriegslist ganz unmöglich. Damit also bewiesen, daß die Rückzugssignale auf englischer Seite begeben worden sind, und nur dem schneidigen Vorgehen Etntiger englischer Offiziere, die ihre bereits flüchtig gewordenen Teute mit der Waffe in der Hand zur Umkehr zwangen, haben die Briten den Sieg bei Elandslaagte zu verdanken.“ Auf eine Bemerkung, wie groß wäre wohl der moralische Eindruck gewesen, wenn die Buren bei Elandslaagte den Sieg Lavongetragen hätten, antwortete Oberst Schiel, er könne sich dieser Ansicht nicht anschließen. Das Gefecht bei Elandslaagte sei nutzlos und gegen die Instruktion gewesen. Schiel fuhr sodann wörtlich fort:„Ich glaube, die Niederlage bei Elandslaagte beweist deutlich genug, daß starken Rekognoszierungspatrouillen großer Truppenmassen absolut nicht der Wert beizumessen ist, den man ihnen gewöhnlich zuschreibt; die Führer lassen sich zu leicht verleiten, aus eigener Initiative und gegen die Instruktion zu handeln.“— Oberst Schiel wird übrigens seine Erlebnisse in Südafrika demnächst bei Brockhaus in Leipzig in Buchform unter dem Titel„23 Jahre Sturmwind und Sonnenschein in Süd=Afrika" erscheinen lassen. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. In Potsdamer Hofkreisen ist es aufgefallen, daß die Prinzessin Alice von Großbritannien, die Tochter der Herzogin von Albany und Schwester des jugendlichen Herzogs von Coburg=Gotha, ein sehr gern gesehener Gast am kaiserlichen Hofe ist. Es besteht das allerdings unbestätigte Gerücht, daß Prinzessin Alice zur künftigen Braut des Kronprinzen ausersehen sei. Die Prinzessin ist 19 Jahre alt. Die Posener Kaiserreden, und zwar die Antwort des Kaisers auf die Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters und die Rede im Landeshause, sollen auf bronzenen Tafeln am Rathause in Posen angebracht werden. Der„Panther“ in den haitianischen Gewässern Der Kommandant des deutschen Kanonenbootes„Panther“ meldet den glücklichen Verlauf der ersten Rundreise des Schiffes in haitianischen Gewässern. Die deutschen Interessen in Kap Haitien erforderten zunächst kein längeres dortiges Verweilen des Schiffes. Das Kanonenboot erwartet jetzt in Port au Prince weitere Verwendungsbefehle. Sozialdemokratischer Parteitag. In München hält jetzt die sozialdemokratische Partei einen Parteitag ab; dabei gab es bereits wieder recht heftige Debatten. Gestern nahm der Parteitag auch eine Resolution der Genossin Rosa Luxemburg an, welche die endgiltige Trennung der Partei von der polnisch=sozialistischen Partei fordert, die als Sondergruppe eigene Reichstagskandidaturen in Oberschlesien aufgestellt habe. Zusammen mit der Resolution wurde ein Amendement Bebel angenommen, wonach noch einmal eine Verständigung versucht werden soll. Im Laufe der Debatte verurteilte Bebel das Vorgehen der polnischen Gruppe scharf. Die Stimmung unter den Burenführern. Aus Amsterdam wird gemeldet, daß der Bruch zwischen Krüger, Reitz und Leyds sowie den Burengeneralen sich derart vertieft habe, daß diese entschlossen sind, ihren europäischen Aufenthalt abzukürzen und alsbald nach Afrika zurückzukehren, wo das Burenvolk wegen ihres bisherigen, sowie ferneren Verhaltens selbst urteilen solle. Die Generale haben mit ihnen keinerlei Fühlung mehr. Reitz erklärte, er unterscheide sich von den Burengeneralen darin, daß er nicht schweigend die Winkelzüge der englischen Politik hinnehme, sondern die Wahrheit sage. Die Generale wurden erneut von der holländischen Regierung angehalten, in den bisherigen Bahnen zu verharren und unter keinen Umständen sich in Gegensatz zu England zu bringen. Die nächste Zeit müsse die Entscheidung bringen, ob das Burenvolk sich zur Richtung Krügers oder Bothas bekenne. Aus Südafrika. Aus Barkly East wird gemeldet: Der ganze Bezirk ist als von der Rinderpest verseucht erklärt worden. Da kein Vieh aus dem Bezirk entfernt werden darf, befinden sich Farmer in großer Bedrängnis. : Von den Boxern. Der Londoner„Standard" bringt aus Schanghai die Meldung, in Chengtufu, die Hauptstadt der Provinz Szechuen, sei am 15. d. M. ein Haufen bewaffneter Boxer eingedrungen. Mehrere davon wurden in den Straßen getötet oder gefangen. Die Läden wurden geschlossen, die Truppen patrouillieren. Die Lage wird als ernst geschildert. Wie eine weitere Meldung besagt, sind diese Boxer Mitglieder der Lanternen=Verbindung; ihr Kriegsruf ist:„Stützet die Dynastie, rottet die Kirche und alle Fremden aus!“„300— 1000 chinesische Christen sollen getötet worden sein. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 17. September 1902. □ Die neueste Orthographie. Nachstehend bringen wir eine sehr übersichtliche Zusammenstellung der deutschen Wörter, die durch die neueste Orthographie eine Aenderung erfahren haben resp. in anderer Weise geschrieben werden. Es wird sich lohnen, das Nachstehende auszuschneiden und aufzubewahren: Früher. abends, Arzenei Abwechslung im Begriff sein Bertha, Berthold in betreff Betttuch Brennessel Drechsler, Epheu zu einander giebst, giebt, gieb zu Grunde richten Günther zu gute Kammmacher bei Leibe nicht Leihkauf liniieren das erste Mal Missethat Missethäter mittags mitternachts morgens zu Mute sein nachmittags nachts Namens(mit Namen) namens(im Namen) zu nichte, mit nichten nergeln von nöten sein zu nutze machen zu Schanden Schiffahrt Schnellläufer zu Schulden Schmimmmeister Stadtthor zu stande kommen im stande sein in stand setzen zu statten kommen von statten gehen Stillleben Sündflut zu Tage treten tags zuvor zu teil werden Thal, Thalfahrt thalwärts Thaler That, Thäter thätig, thätlich, bethätigen Thon, thönern, Töpferthon Thor der, Thorheit, thöricht, Thor das, Stadtthor bethören Thran, thranicht, thranig Thräne tot schlagen thun, thust, thut thunlich Thür Unbedeutendheit und UnbeUnterthan sdeutenheit vormittags Dalcher du wäscht Wechsler Wettturnen Wiederhall Wohlthat Jetzt. abends u. Abends, Arzuei Abwechslung in Begriff u. inbegriff sein Berta, Bertold in Betreff u. in betreff Bettuch u. Betttuch Brennessel u. Brennnessel Drechsler, Eseu zueinander gibst, gibt, gib sgrunde richten zu Grunde, zu grunde u. zuGünter u. Günther zu gute u. zugute Kammacher u. Kammmacher bei Leibe u. beileibe nicht Leikauf liniieren u. linieren das erste Mal u. das erstemal Missetat Missetäter Mittags u. mittags Mitternachts u. mitternachts Morgens u. morgens zu Mute u. zumute sein Nachmittags u. nachmittags Nachts u. nachts namens(mit und im Namen) u. mitnichten zu nichte, u. zunichte, mit nichten nergeln u. nörgeln von nöten u. vonnöten zu nutze u. zunutze machen zu Schanden, zu schanden u. zuschanden Schiffahrt u. Schifffahrt Schnelläufer u. Schnellläufer zu Schulden, zu schulden u. zuschulden Schwimmeister u. SchwimmStadthor[meister zu stande u. zustande kommen im stande u. imstande sein in stand setzen u. instand setzen zu statten kommen u. zustatten kommen(gehen von statten gehen u. vonstatten Stilleben u. Stillleben Sündflut u. Sintflut Zu Tage u. zutage treten Tags und tags zuvor zu teil u. zuteil werden Tal, Talfahrt talwärts Taler Tat, Täter tätig, tätlich, betätigen Ton, tönern, Töpferton Tor der, Torheit, töricht, beTor das, Stadttor stören Tran, tranicht, tranig Träne tot schlagen u. totschlagen tun, tust, tut tunlich u. tulich Tür Unbedeutenheit Untertan Vormittags u. vormittags Walther u. Walter du wäschst Wechsler Wetturnen u. Wettturnen Widerhall Wohltat . D i e n e u e R e c h t s c h r e i b u n g s o l l b e k a n n t l i c h a m 1. J a n u a r 1903 von den Beamten aller Behörden angewandt werden. Hierzu Unterhaltungsbeilage. □ Zum Besuch des Kronprinzen. Am 26. d. Mts. trifft Se. Kaiserl. Hoheit bereits nachmittags um 2 Uhr 20 Min. in der Richtung von Löhne hier ein; die Abfahrt aet e e e e e eceche. den D=Zuge, welcher an diesem Tage hier hält. * Zur Enthüllung des Kurfürsten=Denkmals. Die Aufstellung der Ehrengäste, der Mitglieder des Magistrats und des Stadtverordnetenkollegiums sowie des Festkomitees erfolgt zwischen dem Pavillon und dem Denkmal und zwar rechts und links im unmittelbaren Anschluß an den Pavillon. □ Zur Festspielaufführung. Die gestrigen Proben haben die Vorbereitungen für das Baltzsche Festspiel„Am Webstuhl der Zeit" weiter wirksamst gefördert; in diesen Tagen werden die Proben fortgesetzt. * ¼ Kantor Harnisch*. Im Alter von 78 Jahren üst gestern Herr Kantor Harnisch gestorben. Mit ihm hat ein Mann das Zeitliche gesegnet, der lange Jahre im Dienste der Kirche und Schule segensreich gewirkt. Aus Herford gebürtig, wurde er im Jahre 1848 von Gohfeld, wo er als 2. Lehrer thätig war, nach hier als Kantor und Lehrer an der Johannisgemeinde berufen. Nachdem der Verewigte 53 Jahre als Kantor amtiert, trat er am Neujahrstage in den wohlverdienten Ruhestand, bei welcher Gelegenheit ihm der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen wurde; ein schweres Augenleiden hatte Herrn Kantor Harnisch veranlaßt, sein Amt als Lehrer bereits eine Reihe von Jahren vorher niederzulegen. 19 Jahre hat der Verstorbene auch den Unterricht in der früheren Elementarschule im alten Spritzenhause erteilt. #n Die Ackerbauschule unternahm gestern nachmittag eine Turnfahrt über Schweicheln und Eilshausen nach Enger. Für den Direktorvosten des städtischen Elektrizitäts-, Gas= und Wasserwerks sind dem Vernehmen nach 4 Herren auf die engere Wahl gesetzt. * Mit der Lieferung des für die Bahn notwendigen Stromes seitens des städtischen Elektrizitätswerks wird voraussichtlich am 1. Oktober begonnen; für den Privat= konsum beginnt diese Stromlieferung am 10. n. Mts. *** F ü r d i e A u a u s t a s t r a ß e w u r d e j e t z t d i e e r s t e Baukonzession erteilt. Wie wir vernehmen, wird daselbst Herr Architekt Münter eine Billa erbauen. + Auf dem 23. westfälischen Handwerkertage wurde folgende Resolution angenommen:„Der 23. Handwerkertag der Provinz Westfalen, tagend in Osterfeld, stellt sich von neuem auf den Boden der Magdeburger Beschlüsse vom Jahre 1882, wonach nur derjenige künftighin ein Handwerk selbständig betreiben darf, der es praktisch und theoretisch erlernt und dieses durch die Erbringung eines Befähigungsnachweises vor Fachleuten dargelegt hat. Ein solch geprüfter Meister soll verpflichtet werden, der für sein Handwerk bestehenden und durch Gesetz einzuführenden obligatorischen Innung beizutreten. Die Prüfungsmeister sind von korporierten Fachleuten zu bestimmen und von den Innungen zu überwachen. Als Berufungsinstanz sind die Handwerkskammern und als Oberinstanz ist eine Oberhandwerkskammer einzurichten und als Vertreter der Wahrung sämtlicher Interessen der Millionen deutschen Handwerker ein Handwerksminister anzustellen. 2. Als nächstes Ziel bezeichnet der Handwerkertag: a) die Einführung der obligatorischen Gesellenprüfung, b) die Einführung der Prüfung für das Baugewerbe. Zum Schluß bekundet der Handwerkertag, daß es die höchste Zeit ist, daß auch bei den übrigen Handwerkern der Befähigungsnachweis eingeführt wird. cl Der Handwerkertag bittet die Handwerker, an ihrer Organisation festzuhalten und wo keine Verbindungen existieren, solche zu gründen, seien es Zwangs=, freie oder Gesamtinnungen oder Handwerkervereine. d) Der Handwerkertag verlangt, daß nur diejenigen Lehrlinge ausbilden dürfen, welche die Meisterprüfung bestanden.“ Reichs= und Landtagsabgeordneter Euler=Bensberg hielt einen Vortrag über den Handwerkerkongreß in Düsseldorf, den Befähigungsnachweis und die österreichische Handwerkergesetzgebung. Im Anschluß an dessen Ausführungen lag eine Resolution vor, in welcher die Handwerker aufgefordert werden, den deutschen Handwerkerbund zu unterstützen. Möller=Dortmund referierte sodann über die Gewerkschaften und das selbständige Handwerk. ** Betreffs der Festnahme des Einbrechers in der Nacht zum 16. d. Mts. bemerken wir noch, daß derselbe von den Nachtschutzleuten Linnemann und Schultz festgenommen ist. Die genannten Schutzleute haben auch die 3 Einbrecher festgenommen, welche vor etwa 2 Monaten unsere Stadt unsicher machten. Die guten Wächter verdienen für ihre treue Wacht volle Anerkennung. zn Herringhausen, 16. Sept. Diebstahl. Dem Kolon Meier zur Heide hier wurden von seinem Neubau eine Anzahl Dachlatten gestohlen. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Zigarrenarbeiter B. von hier und bei einer seitens der Polizei bei B. vorgenommenen Haussuchung wurden dann auch mehrere der Latten, welche inzwischen in kurze Enden geschnitten waren, vorgefunden. Die Anzeige gegen B. wegen Diebstahls ist erfolgt. Is Enger, 16. Sept. Innung. Die Liste der Handwerker, welche an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangsinnung für das Schmiede-, Schlosser-, Klempner= und Kupferschmiede=Handwerk einschl. Installateure im Bezirke der Gemeinden des Amtsbezirks Enger teilgenommen haben, liegt vom 18. d. M. bis einschl. 1. Oktober auf dem Amtsbureau zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten offen. 's Enger, 16. Sept. Diebstahl. Dem Hauderer M. hier wurde vor einigen Tagen aus seiner unverschlossenen Scheune eine Pferdedecke, 2 Zugleinen und Trense gestohlen. Gesamtwert ca. 50 Mk. s Siele, 16. Sept. Unfall. Der Kolon R. hier hat beim Hafereinfahren eine Quetschung der linken Hand erlitten. *+ Hiddenhausen, 16. Sept. Turnerfest. Wie nunmehr feststeht, begeht unser Turnverein am nächsten Sonntag sein diesjähriges Stiftungsfest, für das alles bestens vorbereitet ist. * Bünde, 16. Sept. Zur Denkmalsenthüllung in Herford schreibt die„Bünder Ztg.“: Unsere Nachbarstadt Herford rüstet sich zum zweiten Male zur Feier der Einrichtung eines Denkmals; mit anerkennenswerter Rührigkeit hat man für das Zustandekommen gewirkt und ist nun bemüht, die Enthüllungsfeier würdig zu gestalten. Jedenfalls werden auch wohl unsere Schulen Veranlassung nehmen, die Nachbarstadt am 26. d. Mts. zu besuchen. * Bünde, 17. Sept. Ehrenpreise. Der landwirtschaftliche Kreisverein stiftete für die hier im nächsten Frühjahr abzuhaltende westfälische Verbandsausstellung 2 Ehrenpreise. und Nachbarstaaten. * Bielefeld, 16. Sept. 75jähriges GeschäftsJubiläum. Am 10. Oktober feiert die hiesige, sehr angesehene Firma F. Buddeberg ihr 75jähriges Geschäftsjubiläum; aus diesem Anlaß haben, wie man uns schreibt, die Inhaber einen prächtig ausgestatteten Jubiläumskatalog herausgegeben, dem eine kurze Chronik mit Porträt des Gründers und einigen Bildern des früheren und jetzigen Geschäftshauses, sowie Ansichten von Bielefeld beigefügt sind. Aus kleinen Anfängen hat sich die Ficma aufgeschwungen; sie wurde im Jahre 1827 auf einem Areal von 230 Quadratmeter mit einem jungen Mann eröffnet und beschäftigt heate nach 75 Jahren außer den drei Chefs ein kaufmännisches und Arbeitspersonal von 150 Personen, während das Grundstück jetzt 1250 Quadrat= meter Bodenfläche umfaßt. * Minden, 16. Sept. Schneller Tod. Der Maurer Fritz Lohmeier von hier ist dieser Abende, als er in einer hiesigen Wirtschaft sein Abendbrot verzehrte, vom Schlage betroffen und gestorben. * Osnabrück, 16. Sept. Ursulinerinnen=Kloster. In dem Nachbarorte Haste ist der Grundstein zu einem großen Kloster der Ursulinerinnen gelegt worden. Diese hatten sich während des Kuliurkampfes nach Belgien gewandt. * Grevenbrück, 16. Sept. Vatermord. Der Fabrikarbeiter Griese im nahen Foerde wurde von seinem 21jährigen Stiefsohn nach einem kurzen Wortwechsel mit einer Axt erschlagen. Der Mörder wurde verhaftet. * Hannover, 16. Sept Hinrichtung. Heute früh 6 Uhr fand im hiesigen Zellengefängnis die Hinrichtung der polnischen Arbeiterin Veronica Kedzierska durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg statt. Die Kedzierska hatte während der Jahre 1897 bis 1900 ihre 3 Kinder im Alter von 2 bis 6 Monaten in der Leine ertränkt. Bei der Mörderin hatte man, auch nachdem ihr der Zeitpunkt der Hinrichtung mitgeteilt war, keinerlei Aufregung bemerkt, sie hatte ruhig gegessen und geschlafen. * Münster, 16. Sept. Ein Schwarzer als Lehrer. In der Oberklasse der hiesigen Aegidi=Schule ist ein Neger beschäftigt, der sich unter Anleitung des Hauptlehrers für den Schuldienst in Afrika ausbilden will. * Bernburg, 16. Sept. Scheintot. Kürzlich erhielt eine hiesige Familie von der Herrschaft ihrer in Calbe bediensteten Tochter die Nachricht, das etwa 16jährige Mädchen sei gestorben. Die Eltern veranlaßten daraushin alles Erforderliche; da wurde ihnen am Abend des nächsten Tages die frohe Kunde, daß die angeblich Verstorbene nur scheintot gewesen und inzwischen wieder zum Leben aufgewacht sei. Der eigenartige Fall ist noch nicht klargestellt. * Cuxhaven, 16. Sept. Die Flottenmanöver sind wegen zu stürmischer Witterung vorläufig abgebrochen worden. Der Humor des Kaisers. Als bei der kürzlich stattgehabten Revue der Kriegervereine bei Markendorf der Kaiser an den Lebuser Kreisverband herankum, fragte er laut: „Hier sind wohl die Oderbrücher?" worauf die Antwort erfolgte:„Jawohl, Majestät!" Der Monarch rief dann: „Guten Morgen Oderbrücher!" was mit einem freudigen „Guten Morgen, Majestät" beantwortet wurde. Unter den Sprembergern entdeckte der Kaiser einen ehemaligen Soldaten, der ihm von Potsdam her im Gedächtnis war, den Vorsitzenden des Kriegervereins Slamen, namens Lemke. Dieser hatte in derselben Kompagnie gedient, welcher der Kaiser als junger Leutnant angehörte. Der Kaiser erinnerte ihn an eine gemeinschaftlich bei sehr kaltem Wetter durchlebte Parade, zu der er sich vorsichtshalber zwei Paar weiße Hosen angezogen habe, und äußerte:„Donnerwetter, war das kalt.“ Er reichte dem ehemaligen Regimentskameraden die Hand und erkundigte sich nach seinem Beruf. Als der Gefragte erwiderte, daß er Gastwirt(L. führt in dem östlichen Vorort von Spremberg eine Wirtschaft mit liebevoller Bedienung. D. R.) sei, meinte der Kaiser:„Dann geben Sie nachher Ihren Kameraden eine Lage Bier zum Besten, die werden Alle Durst haben.“ Prinzessin Viktoria Luise, die jüngste Tochter unseres Kaiserpaares, die in diesen Tagen ihr zehntes Lebensjahr vollendete, ist ein munteres Kind, dessen drollige Einfälle die Eltern oft ergötzen. Auf dem Lande hat sie viel Freiheit der Bewegung, und sie nützt diesen Umstand auch tüchtig aus. So hat die kleine Prinzessin bei dem letzten Aufenthalt in Cadinen eine eigenartige Ueberraschung zustande gebracht. Die Kaiserin war mit ihren Kindern und einigen Gästen im Hause. Prinzessin Viktoria Luise entfernte sich unbemerkt und„revidierte" Gutshof und Ställe. Freudig erregt kehrte sie zurück, trug in den Armen ein Ferkel und legte es der Kaiserin auf den Schoß. Die Prinzessin war recht betrübt darüber, daß man ihr das hübsche Spielzeug sogleich wieder fortnahm. Oberstleutnant Ludwig von dem in Metz garnisonierenden Infanterie=Regiment Nr. 98 wurde nach einer Manöverübung bei Dieuze während der Kritik vom Schlage gerührt und verstarb alsbald. Der Reichstagsabgeordnete für Posen, Rechtsanwalt von Chrzanowski, hat den Arm gebrochen. Uphues=Berlin wird sich im April nach Amerika begeben, um in Washington die Aufstellung der Statue Friedrichs d. Gr., die der Kaiser den Vereinigten Staaten gewidmet hat, zu überwachen. Das ganze Werk wird in Deutschland hergestellt. Sternberg als Zeuge. Aufsehen erregte gestern im Berliner Kriminalgerichtsgebäude das Erscheinen des Bankiers Sternberg, der aus der Strafanstalt in der Lehrter Straße vorgeführt worden war, um in einer Anklage wegen verleumderischer Beleidigung, die vor der dritten Ferienstrafkammer Roman von Dora Duncker. (44. Fortsetzung.)„—(Nachdruck verboten.) „Aha, wie Du bläß geworden bist.— Na, sei nur ruhig — wenn Du willig bist, soll nichts geschehen— ich will's hindern— ja— aber dann ist für mich kein Platz mehr hier — dann werden auch die Freunde mir zu Feinden— dann muß ich fort, sogleich und weit— und Du mußt mit— ich habe Dich lange genug entbehrt— ich lasse Dich nicht mehr.“ Er hatte sie mit wilder Gluth umklammert und hielt ihren schlanken, bebenden Körper an sich gepreßt, als wollte er ihn zerbrechen. „Laß mich— Wahnsinniger.“ „Nein, ich lasse Dich nicht— ich habe ein Recht auf Dich, und ich will es endlich wieder geltend machen. Immer heißer und brennender wird meine Leidenschaft für Dich— Anna— komm' mit— sei mein— ich will ein anderer Mensch werden — ich schwöre es Dir— auf den Händen will ich Dich tragen — nur laß mich nicht länger allein— Anna— bei Gott, ich liebe Dich!“ Sie hatte sich längst aus seiner Umarmung gewunden und stand nun hochaufgerichtet neben ihm.„Nein, Du liebst mich nicht.— Es ist nur wilde Begier, die aus Dir rast. Wenn Du mich liebtest— wenn nur ein Funke wahren, edlen, selbstlosen Gefühls in Dir glimmte—“ „Stelle mich auf die Probe.“ Ein plötzlicher Entschluß war über sie gekommen. Wie von einer nie geahnten, plötzlich erwachten Hoffnung überstrahlt, stand sie in dem Dämmer des schweigenden Gartens vor ihm da. Wundervoll, königlich anzuschauen. „Gut— ich will's. Wenn Du mich liebst— wahr und wahrhaftig liebst— dann sühne, was Du an mir verbrochen hast. Oeffne den Kerker, in dem ich verschmachte mit Leib und Seele— hier stehe ich vor Dir, hier falte ich die Hände vor Dir und erhebe sie zu Dir und bitte: sei edelmüthig, gieb mir die Freiheit, gieb mir das Leben wieder!“ Einen Augenblick stand er wie versteinert da. Dann begriff er und eine ungeheure Wuth stieg in ihm auf. „Leben und Frelheit: Ha, ha, Freiheit— um sie zur selben Stunde an Jenen da drüben zu verschenken! Daß ich ein Narr wäre! Warum lügst Du denn, Weib, und brauchst Ausflüchte— sage es doch frei heraus, daß Du ihn liebst, diesen Hellweg— sage es doch, habe doch den Muth!“ „Ja— ich liebe ihn.“ Fast feierlich kam es von ihren Lippen.„Hier stehe ich— wehrlos und allein— Da kannst mich tödten, wenn Du willst— dennoch wiederhole ich's, ja, ich liebe ihn, und meine Seele denkt nur an ihn, an ihn in Leben und Tod und Ewigkeit!“ „In Leben und Tod und Ewigkeit.“— Er hatte es mechanisch— mit halblauter Stimme vor sich hingemurmelt. Nun brach er plötzlich, zum Bewußtsein seines Elends gebracht, in ein Wuthgeschrei aus, und die Fäuste ballend, fuhr er los: „O, daß ich ihn hier hätte— mit diesen meinen Händen wollte ich ihn— sicherer als die morgen—“ „Still— leise— ich beschwöre Dich— wenn die Mutter Dich hörte.“ Er lachte laut und höhnisch auf.„Natürlich die Mutter, um deretwillen die ganze Komödie aufgeführt wird.“ „Du weißt, sie würde sterben, wenn sie erführe—“ „Aus welchem Grunde Du mein Weib geworden— hör' mir auf mit dem alten Lied'— hab's satt— bin ja schon ruhig. Wir sind ja heut' wunderbar klar mit einander geworden.“ „Und fertig.“ Rudolf wollte auffahren, aber er nahm sich zusammen und barg seinen kochenden Grimm unter äußerlicher Kälte. „Fertig— hm— wenn Du meinst— so hält Dich ja nichts mehr, und Du kannst zu Deinem Galan gehen.— Ich möchte Dir nur rathen, daß Du Dich nicht zu lange besinnst, denn morgen möchte es zu spät sein.“ „Was willst Du damit sagen?“ „Nichts Anderes, als was ich Dir vor einer Stunde hatte sagen wollen. Die kostbare Stunde, die ihm vielleicht von Nutzen hätte werden können, ihn hätte retten können, ist nun freilich unwiederbringlich verloren.“— Er hielt inne. „Sprich weiter, sprich!“ „Ich weiß zwar nicht, wie weit Ihr mit einander vertraut seid— weiß nicht, ob er Dir mitgetheilt— daß er morgen um zehn Uhr eine Versammlung angesetzt hat—“ „Ja, ja doch— weiter!“— Er sah sie beinahe mitleidig an. Was nützte ihr das Wissen, da sie das Beschlossene doch nicht mehr hindern konnte? „Der große Arbeiterhäuptling, der Herrscher über die weißen Sclaven, die hier betrogen werden wie drüben, hat dabei nur Eines vergessen: daß unter seinen Leuten Männer sind, aufs Aeußerste getrieben— entschlossen zu jeder That, und einer vor Allen, dessen Wuth und Haß die Wuth von Tausenden aufwiegt, einer, den er vor Jahren ins Gefängniß geliefert hat—“ „Es wird Hellweg's Pflicht gewesen sein.“ „Des Geschädigten Pflicht ist aber die Rache.— Was kann nicht Alles geschehen, wo ein Einziger einem erregten Haufen gegenübersteht!“ „Er weiß, mit wem er es zu thun hat. Er ist nicht wehrlos.“ „Sieh, sieh! Wie klug Du bist. Und wie genau Du ihn kennst. Aber seine Angreifer sind auch nicht gerade auf den Kopf gefallen. Daß er nicht wehrlos ihnen gegenüber tritt, darauf rechnet man gerade. Es ist nicht schwer, Jemanden in einer solchen Lage bis zum Aeußersten zu reizen, und noch leichter, nachher zu bezeugen, daß der Bedrohte der erste gewesen, der zur Waffe gegriffen hat.“ „Ich werde zu ihm gehen— werde ihn warnen—“ Rudolf sah Anna mit überlegenem Lächeln an. „Glaubst Du, daß Du ihn abhalten wirst, in die Versammlung zu gehen, die er selbst angesetzt hat? Ein Feigling ist er nicht. Meinst Du, die sentimentalen Ahnungen eines Weibes werden ihn zurückhalten? Und beweisen kannst Du nichts. Ja, wenn ich ihn gewarnt, wie es in meiner Absicht gelegen— und dann mit Dir das Weite gesucht hätte!“ Er zuckte die Achseln, als wolle er sagen:„einzig Deine Schuld.“ „Wenn Du mich zum Aeußersten zwingst, werde ich auch das Aeußerste wagen.“— 8 „Weiberlogik! Du wirst ihm sagen, wer Dir's verrathen hat, um ihm die Gefahr glauvyaft zu machen. Thu's nur gieb mich an, liefere mich mit den andern aus. Nur vergiß nicht, daß Du damit die so sorgsam gehütete Ehre Deines Vaters, Deiner Familie preisgiebst. Das— das könntest Du thun? Das wäre verrucht— und Du willst mich glauben machen, Du könntest Dich noch einmal aus dem Sumpf erheben!“ es Landgerichts I gegen den Schneidermeister Mieslo zu harloitenburg als Zeuge vernommen zu werden. Der AnZeklagte Mieslo sollte den Schülerschen Eheleuten in CharLttenburg nachgesagt haben, daß sie dem Bankier Sternberg Dienste geleistet hätten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus der Urteilsverkündigung hing hervor, daß der angetretene Wahrheitsbeweis mißlungen war. Der Gerichtshof ahndete die üble Nachrede mit einer Geldstrafe von 100 Mk. Her, des verstorbenen Kardinals Ledochowski ist jetzt in Posen eingetroffen. Es ruht in einem silbernen Kästchen. In diesen Tagen findet seine feierliche Beisetzung im Posener Dome statt. Ein sechsspänniger Packwagen des in Schweidnitz liegenden Artillerie=Regiments Nr. 42 stürzte zwischen Wartha und Glatz von der steilen Kunststraße. Der Wagen raste, „Na, kannft de dir denn nich denken, daß die Gelehrten ooch de Zeitungen lesen?“ und Verkehr. 92.-—5833 Mi, beu 476-70 D. Ströh. Telegramme und Telephonische Meldungen. Unfall während des Flottenmanövers. Wohnungen (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Cuxhaven, 17. Sept. Die unruhige und bewegte See hat bei den Flottenmanövern einen bedauerlichen Unglücksfall zur Folge gehabt. Dem Torpedoboot D 9, das als Aufklärungsschiff dient, wurde durch eine große Schlagsee das Geländer der Kommandobrücke eingedrückt. Der auf der Pommandnhrücke beöndlich. Ob„ Die von Herrn A. Neussel bewohnte herrschaftlich eingerichtete (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) erste Etage in meinem an der Göbenstr.= und Hansabrücken=Ecke belegenen Hause ist zum 1. April 1903 anderweitig zu vermieten. 2961 Aug. Stahlberg. Tüchtige nüchterne Tischler für dauernde Beschäftigung auf sofort gesucht. Sturhau, 3191 mech. Tischlerei Horft b. Vlotbo sucht 2 Klempner=Gesellen 3311 Unterhaltungs-Beilage zur Herforder Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler.] Herford, 17. September 1902.] Druck u. Verlag: Christian Quentin. Der Sroe von Ssmond-Hall. Kriminal=Roman von Ernst Riemann. (25. Fortsetzung.) Esmonds Wagen fuhr zur Bequemlichkeit des Kranken langsam, und als sie an eine besonders schmale Stelle kamen, trat ein Fußgänger aus dem Wege, um sie passiren zu lassen. Mit einer Art stolzer Höflichkeit zog er den Hut und heftete die dunkeln Augen einen Moment auf Bruno Esmonds bleiches Gesicht, dann auf den Gutsherrn, dessen Erscheinung ihn zu fesseln schien. „Wer war der Herr?“ fragte dieser. „O, das ist Talbot, ein junger Mensch, der dem alten Redburn wirthschaften hilft,“ sagte Bruno leichthin. „Ein schöner Junge, ein sehr schöner Junge!" bemerkte der Gutsherr nachdenklich.„Sein Gesicht scheint mir bekannt; vermuthlich sah ich ihn schon vor meiner Abreise.“ Aber die beiden Herren hatten einander nie gesehen, trotzdem auch Paul den gleichen Eindruck von dem Gesicht des Gutsherrn empfangen zu haben schien, denn fast bestürzt blickte er eine Weile dem Wagen nach. „Sicher habe ich ihn schon gesehen, oder Jemand, der ihm sehr ähnlich ist,“ murmelte Paul, den Weg nach der Farm einschlagend.„Wer ist es nur, der ihm so gleicht?“ Er ging einige Schritte weiter, blieb aber plötzlich wie zu Stein erstarrt stehen. „Mutter!“ sagte er laut und lachte dann fast fröhlich bei dem Gedanken, daß das Gesicht seiner Mutter, als sie ohnmächtig auf ihrem Sopha gelegen, eine merkwürdige und überraschende Aehnlichkeit mit dem Gesicht des kranken Gutsherrn gehabt, der eben vorüber gefahren! Die Idee war absurd, natürlich, aber sie verfolgte ihn hartnäckig, während er in dem goldenen Abendlicht heimwärts wanderte. Und doch, war es nicht ein auffallendes Zusammentreffen, daß seine Mutter ohnmächtig geworden war, als sie von der schweren Erkrankung des Gutsherrn hörte, und daß seine erste-Begegnung mit diesem ihr damaliges Aussehen ihm so lebhaft in Erinnerung brachte. Er versuchte sich ins Gedächtniß zurückzurufen, was er von der Familiengeschichte des Gutsherrn erfahren. Sein Sohn war infolge eines Unfalles gestorben, dessen Grab befand sich drunten auf dem Kirchhof, und in der Kirche selbst hatte man ein prächtiges Monument zu seinem Andenken errichtet. Er war jung und unvermählt gestorben. Und des Gutsherrn Tochter— was hatte er von ihr gehört? „Ich bitte um Verzeihung. Darf ich eine Frage an Sie richten?“ Eine leise, unsichere Stimme unterbrach sein Sinnen und schnitt den Faden seiner Erinnerung plötzlich ab. Ueberrascht wandte er sich um und sah in der Dämmerung eine weibliche Gestalt in seiner nächsten Nähe. Sie war groß und schlank, aber leicht gebeugt. Ihre dunkelfarbigen Kleider umschlossen nur lose ihre schmale Figur, ihr Gesicht war dicht verschleiert. Paul hatte nichts von ihrem Kommen bemerkt, er wußte sich nicht zu erklären, wie sie so plötzlich neben ihm auftauchen konnte. „Entschuldigen Sie,“ sagte er höflich;„ich hatte Sie nicht gesehen. Kann ich Ihnen irgend wie behilflich sein?“ (Nachdruck verboten.) „Ich glaube ja;“ entgegnete sie in nervöser Weise. „Sie gehen nach der Farm, nicht wahr? Nach— nach— der Thalfarm?“ „Ich wohne dort,“ antwortete Paul, erschrak aber, als die Fremde bei seinen Worten zurücktaumelte, als ob sie einen Schlag erhalten. „Sie wohnen dort?“ keuchte sie,„aber— aber mein Vater— Renate— wo—?“ Er faßte sanft ihren Arm, um sie zu stützen. Sie hatte sich unwillkürlich verrathen, er wußte jetzt, wer sie war. „Sie sind beide wohl,“ sagte er, sehr deutlich sprechend, denn er sah, daß ihre Erregung sie fast überwältigte. „Wollen Sie zu Fräulein Renate kommen? Sie wird so erfreut sein—“ „Sie— und mein Vater?“ Sie blickte rasch auf, und eine unendliche Angst sprach aus ihrer Stimme.„Ist er sehr erzürnt auf mich?“ „Wenn er es ist, so wird er vergeben, wenn er Sie sieht. Kommen Sie— kommen Sie zu Fräulein Renate.“ „Ach, wie sanft sie dies sagen,“ flüsterte Meta.„Und Sie sprechen ihren Namen aus, als wenn er Ihnen theuer sei. Aber ich wage nicht hineinzugehen,“ fügte sie angstvoll bei;„bitten Sie Renate, hierher zu kommen.“ „Dies ist nicht der passende Ort für ein solches Wiedersehen, antwortete Paul ernsthaft.„Folgen Sie mir; Ihres Vaters Haus ist noch immer Ihr Heim.“ Aber sie widerstrebte matt. „Nein, nein, ich kann nicht. Bitte, rusen Sie Renate hierher,“ flehte sie und gegen seinen Willen gab Paul nach. Während er durch den Wirthschaftshof eilte, klopfte sein Herz vor freudiger Erregung. Sein eigenes Leid war vergessen, er konnte nur an Renates Freude denken. Ohne Zögern trat er in das eichengetäfelte Zimmer. Der Tisch war bereits zum Abendessen gedeckt, der Farmer ruhte schlummernd in seinem Armsessel; Renate stand am Fenster, den Kopf gegen den Rahmen gelegt; sie sah trotz der Rückkehr ihres Verlobten sehr niedergeschlagen aus. Als Paul eintrat, wandte sie sich um, und ihre Miene veränderte sich, als sie das Aufleuchten seiner Augen sah. „Was ist's?“ fragte sie flüsternd. „Kommen Sie mit mir,“ entgegnete er ebenso leise, und sie folgte ihm eilig in den halbdunkeln Flur hinaus. „Was ist's?“ wiederholte sie hier:„ist etwas vorgefallen? „Etwas Freudiges, Fräulein Renate,“ entgegnete er etwas zögernd, die Erschütterung für sie fürchtend, und doch beglückt, der Ueberbringer so guter Nachrichten zu sein. „Etwas Freudiges— Ihre Kousine ist zurückgekehrt.“ Renate eilte an Pauls Seite durch den Hol, als wenn sie Flügel hätte, noch eine Minute— und Meta lag in ihren Armen, und sie hielten sich lange schweigend umschlungen. Mit feinem Takt trat Paul einige Schritte zurück und wandte sein Gesicht ab; auch seine Augen waren von Thränen verdunkelt. „Meta! endlich, endlich!“ rief Renate überglücklich. sich bevient. lügst— C. A. Laux. In meinem Hause Janypstr. Tüchtiger Kutscher in " i: Ich werde Dir ins Gesicht behaupten, daß Du Hellweg kennt mich und die Meinen von Jugend an. als Dir— der Du—“ „ wandte sich voll Ekel und Entrüstung ab. Dabei „Und das da— he—? Hast Du dies kostbare Dokument #. geines Vaters Hand ganz und gar vergessen? Glaubst ##c, dgß ein erfahrener Mann wie Dein Jugendfreund ein diches Autograph nicht gründlich zu würdigen wissen wird?“ . Sie war vor dem Blatt zurückgetaumelt wie vor einer i ferscheinung. Vergebens! Alles vergebens! Sie war noch immer in seiner Gewalt—(Fortsetzung folgt.) 205 Gebrauch von: Bergmann a 50 Pfg. bei Ed-Voss, Rennstr 23. Schimmel wirdbei eingemachten Früchten verhindert durch D. Oetker's Salicyl à 10 Pfo., genügt für 10 Pfd. Früchte. Rezepte gratis von den Firmen, welche führen Dr. Oetker's Backpulver. 208 Hofphotograph C. Colberg Bäckerstr., Eingang Mönchstr., Sonntags geöffnet. Fernsprecher 190. zu auch ndelt 333 bei besserer Herrschaft. 4ls, Fatscher oder Haushalter. Nachzufragen in der Exp. d. Ztg. unter 2851. am F er. 3391 ver). der h. Junge Dame# S welche sicher in Stenographie, K # Maschinenschreiben u. Kor# respondenz ist, sucht per 1. 5 - Oktober Stellung in einem besseren Geschäf: oder bei einem Rechtsanwalt. Gefl. Offerten erbeten K 338 an d. Exp. ehör, 3441 Näherinnen auf einfache Mannshemden suchen I. Elsbach u. Co. Verloren — eine silberne Damenuhr Sp bsten hofs) per auf dem Wege von Wilhelmshöhe bis zum neuen Markt. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe in der Exp. d. Ztg. abzugeben. 1094 325 Herford. ause. Am Sonnabend, 20. Sept. er., sors, abends 8½ Uhr: 5 24 General=Versammlung n die im Ver inslokale bei Herrn Aecker (Turnhalle). Tagesordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. Besprechung über Teilnahme an der Enthüllungsfeier des Kurfürsten=Denkmals. Verschiedenes. 289: Zu zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. iche eten. ihn, 181i ip, 2. se in jenen undl. en unge inige erteilwe. 1 in tr.11 111 Konzerthaus „agerwat Rennstraße 23. Täglich Konzert der Volkssänger=Gesellschaft 3111 „Fidelitas“ 3 Damen. 2 Herren. Anfang 8 Uhr abends. Herforder Lagerbier und Münchener Löwenbräu im Anstich. Berliner Buffet a la Aschinger. Brockmanns Berggarten. tel ver831 oben. Am Sonnabend, 20. Septbr., findet das V. Stiftungsfest des Malerverbandes Herford bestehend aus Theater und nachfolgendem Ball statt. 2981 2. Lohgen), EinunAn335 Bürgervereinigung. ser, 336 Schweizerkase (vollsaftig). 3491 Frau Ida Werner. Feinstes neuer Weinsauerkraut empfiehlt billigst 320i Heinrich Noltina Bienenwachs kauft jedes Quantum 52 Wilhelm Epseloh, Markt=Drogerie. im Saale des Bürgervereins Montag, 22 September, abends 9 Uhr. rbe, Vorher: 8½ Uhr Vorstandssitzung 3401 Tagesordnung: 1. Teilnahme an der Einweihung des Denkmals. Pflasterung am Bahnhof oder Anarchismus in der städt. Verwaltung. Gestänge des Elektrizitätswerkes. Radewiger Kirchplatz, Verschönerung. 5. Unfälle auf dem Bahnhof 6. Taxameter=Droschken. gmtgreichten 8s 9. Zu dieser Versammlung haben auch Nichtmit glieder freien Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. hl eln 271 ler Ia. Mt. 6,50, ½ Butter, ½ Hona 5.20 je 10 Pfd. Brecher, Tluste I 87 via Breslau. 345t Mk. □ Zum Besuch des Kronprinzen. Am 26. d. Mts. trifft Se. Kaiserl. Hoheit bereits nachmittags um 2 Uhr 20 Min. in der Richtung von Löhne hier ein; die Abfahrt erfolgt um 4 Uhr 43 Min. mit dem von Bielefeld kommenden D=Zuge, welcher an diesem Tage hier hält. * Zur Enthüllung des Kurfürsten=Denkmals. Die Aufstellung der Ehrengäste, der Mitglieder des Magistrats und des Stadtverordnetenkollegiums sowie des Festkomitees erfolgt zwischen dem Pavillon und dem Denkmal und zwar rechts und links im unmittelbaren Anschluß an den Pavillon. Zur Festspielaufführung. Die gestrigen Proben haben die Vorbereitungen für das Baltzsche Festspiel„Am Webstuhl der Zeit" weiter wirksamst gefördert; in diesen Tagen werden die Proben fortgesetzt. *¼ Kantor Harnisch 5. Im Alter von 78 Jahren üst gestern Herr Kantor Harnisch gestorben. Mit ihm hat ein Mann das Zeitliche gesegnet, der lange Jahre im Dienste der I merker Kirche und Schule segensreich gewirkt. wurde er im Jahre 1848 von Gohfe thätig war, nach hier als Kantor hannisgemeinde berufen. Nachdem de als Kantor amtiert, trat er am Neuj verdienten Ruhestand, bei welcher Ge der Inhaber des Hausordens von wurde; ein schweres Augenleiden hatt veranlaßt, sein Amt als Lehrer bereitvorher niederzulegen. 19 Jahre hat Unterricht in der früheren Elementar hause erteilt. ch Die Ackerbauschule unter eine Turnfahrt über Schweicheln und Für den Direktorposte trizitäts-, Gas= und Wasserwerks sit 4 Herren auf die engere Wahl gesetzt * Mit der Lieferung des wendigen Stromes seitens des städtisch voraussichtlich am 1. Oktober begonn konsum beginnt diese Stromlieferu Für die Augustastraße Baukonzession erteilt. Wie wir vern Architekt Münter eine Billa erbauen. *- Auf dem 23. westfälist wurde folgende Resolution angenomn werkertag der Provinz Westfalen, ta sich von neuem auf den Boden der vom Jahre 1882, wonach nur derjen werk selbständig betreiben darf, der er erlernt und dieses durch die Erbring nachweises vor Fachleuten dargelegt b Meister soll verpflichtet werden, der stehenden und durch Gesetz einzuft Innung beizutreten. Die Prüfungsmeist Fachleuten zu bestimmen und von wachen. Als Berufungsinstanz sind und als Oberinstanz ist eine Ober richten und als Vertreter der Wahrut der Millionen deutschen Handwerke minister anzustellen. 2. Als näch Handwerkertag: a) die Einführung de prüfung, b) die Einführung der Prüft Zum Schluß bekundet der Handwerker Zeit ist, daß auch bei den übrig fähigungsnachweis eingeführt wird. bittet die Handwerker, an ihrer Orgas wo keine Verbindungen existieren, sol Zwangs=, freie oder Gesamtinnungen d) Der Handwerkertag verlangt, daß ausbilden dürfen, welche die Me Reichs= und Landtagsabgeordneter Eu Vortrag über den Handwerkerkong Befähigungsnachweis und die österr gebung. Im Anschluß an dessen Resolution vor, in welcher die Handwe den deutschen Handwerkerbund zu ur mund referierte sodann über die selbständige Handwerk. ** Betreffs der Festnahme des Einbrechers in der Nacht zum 16. d. Mts. bemerken wir noch, daß derselbe von den Nachtschutzleuten Linnemann und Schultz festgenommen ist. Die genannten Schutzleute haben auch die 3 Einbrecher festgenommen, welche vor etwa 2 Monaten unsere Stadt unsicher machten. Die guten Wächter verdienen für ihre treue Wacht volle Anerkennung. zn Herringhausen, 16. Sept. Diebstahl. Dem Kolon Meier zur Heide hier wurden von seinem Neubau eine Anzahl Dachlatten gestohlen. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Zigarrenarbeiter B. von hier und bei einer seitens der Polizei bei B. vorgenommenen Haussuchung wurden dann auch mehrere der Latten, welche inzwischen in kurze Enden geschnitten waren, vorgefunden. Die Anzeige gegen B. wegen Diebstahls ist erfolgt. Is Enger, 16. Sept. Innung. Die Liste der Handan der Abstimmuna über die Errichtung einer polnischen Arbeiterin Veronica Kedzierska durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg statt. Die Kedzierska hatte während der Jahre 1897 bis 1900 ihre 3 Kinder im Alter von 2 bis 6 Monaten in der Leine ertränkt. Bei der Mörderin hatte man, auch nachdem ihr der Zeitpunkt der Hinrichtung mitgeteilt war, keinerlei Aufregung bemerkt, sie hatte ruhig gegessen und geschlafen. * Münster, 16. Sept. Ein Schwarzer als Lehrer. In der Oberklasse der hiesigen Aegidi=Schule ist ein Neger beschäftigt, der sich unter Anleitung des Hauptlehrers für den Schuldienst in Afrika ausbilden will. * Bernburg, 16. Sept. Scheintot. Kürzlich erhielt eine hiesige Familie von der Herrschaft ihrer in Calbe bediensteten Tochter die Nachricht, das etwa 16jährige Mädchen sei gestorben. Die Eltern veranlaßten daraufhin alles Erforderliche; da wurde ihnen am Abend des nächsten Tages die fech. Doh. 5.5 fi. zomfin Gamm Tm Roman von Dora I (44. Fortsetz ung.) „Du bist so lange fortgeblieben, daß ich fast an Deiner Rückkehr verzweifelte. Aber nun bist Du gekommen. Du bist hier, ich halte Dich in meinen Armen! Gott sei Dank! Gott sei Dank!“ Mein Vater— wie geht es ihm?“ hauchte Meta, ohne den Kopf zu erheben.„Ist er wohl? O, Renate, ich wagte kaum zu kommen, aus Angst, er könnte gestorben sein.“ „Ich fürchte mich so sehr, Renate. Sage mir, spricht er je von mir— und spricht er freundlich?“ „Dein Vater war stets ein Mann von wenigen Worten,“ sagte Renate zögernd.„Er spricht nicht unfreundlich von Dir, Meta, und ich weiß, ich fühle mich wenigstens überzeugt, daß er sich die größte Mühe gegeben hat, Deinen Aufenthaltsort zu entdecken. Komm, Meta, sei tapfer. Wir werden alle so glücklich sein.“ Meta wankte einige Schritte vorwärts; sie war durch die Aufregung und ungewohnte Anstrengung geistig und körperlich total erschöpft, und Renate fürchtete, daß sie allein zu schwach sei, um ihr als Stütze zu dienen. Sie winkte Paul herbei und ihren vereinten Bemühungen gelang es, Meta vorwärts zu bringen. Beim Anblick des alten Hauses mit seinen vergitterten Fenstern und dem schönen, altfränkischen Garten, den sie zum letzten Mal an der Seite ihres Entführers durcheilt, fing Meta so heftig an zu zittern, daß sie ohne Pauls kräftige Unterstützung zu Boden gesunken wäre. Thränen überströmten ihre Wangen, und als sie die Vorhalle erreichten, sank sie neben dem Steinsitz auf die Kniee und ließ ihrem Schmerze freien Lauf. „Es wird sie erleichtern,"flüsterte Renate mit bebenden Lippen.„Gehen Sie einstweilen zu Onkel Thomas, Herr Talbot, aber sagen Sie nichts, bis ich sie zu ihm bringe.“ Wenn ich zu Georg ging, würde ich mich wenig fürchten,“ stöhnte Meta.„Der arme Georg! Ist er wohl? Hat er mir vergeben?“ Renate staunte. War es möglich, daß Meta von der Tragödie nichts wußte, die ihrer Flucht gefolgt war?“ „Hat Georg mir vergeben?“ flüsterte diese abermals, und ihre eingesunkenen Augen richteten sich in angstvoller Frage auf Renates Gesicht. „Ja, Liebe,“ sagte Renate ernst,„ich glaube, ich darf sagen, daß er Dir vergeben hat.“ Dies war nicht die richtige Zeit, um ihr die Wahrheit zu sagen, dachte Renate, sie war viel zu elend, um eine neue Erschütterung zu ertragen. O, die arme Meta! Welch bittern Kelch hatte sie sich selbst bereitet! Renate wartete geduldig einige Minuten, dann neigte sie sich herab und half Meta auf die Füße. OhneWiderstreben ließ sich die Aermste durch den niedrigen Hausflur in das erleuchtete Wohnzimmer führen. „Aha, wie Du bläß geworden bi — wenn Du willig bist, soll nichts hindern— ja— aber dann ist für 1 — dann werden auch die Freunde 1 muß ich fort, sogleich und weit— u habe Dich lange genug entbehrt— ick Er hatte sie mit wilder Gluth umkl schlanken, bebenden Körper an sich ger zerbrechen.. „Laß mich— Wahnsinniger.“ „Nein, ich lasse Dich nicht— ich und ich will es endlich wieder gelten und brennender wird meine Leidensche komm' mit— sei mein— ich will ei — ich schwöre es Dir— auf den Hä — nur laß mich nicht länger allein liebe Dich!“ Sie hatte sich längst aus seiner 1 stand nun hochaufgerichtet neben ihm. nicht.— Es ist nur wilde Begier, d Du mich liebtest— wenn nur ein Fr losen Gefühls in Dir glimmte—“ „Stelle mich auf die Probe.“ Ein plötzlicher Entschluß war über sie gekommen. Wie von einer nie geahnten, plötzlich erwachten Hoffnung überstrahlt, stand sie in dem Dämmer des schweigenden Gartens vor ihm da. Wundervoll, königlich anzuschauen. „Gut— ich will's. Wenn Du mich liebst— wahr und wahrhaftig liebst— dann sühne, was Du an mir verbrochen hast. Oeffne den Kerker, in dem ich verschmachte mit Leib und Seele— hier stehe ich vor Dir, hier falte ich die Hände vor Dir und erhebe sie zu Dir und bitte: sei edelmüthig, gieb mir die Freiheit, gieb mir das Leben wieder!“ Einen Augenblick stand er wie versteinert da. Dann begriff er und eine ungeheure Wuth stiea in ihm auf. 32. Kapitel. Am Tisch saß, den Kopf in die Hand gestützt, der alte Farmer, während Paul Talbot in fieberhafter Erwartung dessen, was nun kommen würde, am Fenster lehnte. Bei dem Geräusch der sich nähernden Schritte sah Farmer Redburn auf, erstaunt den fremden Ankömmling musternd. „Onkel," begann Renate mit ihrer süßen Stimme, „Meta ist zu uns zurückgekehrt.“ Todtenstille trat ein. Meta machte einige Schritte vorwärts, dann blieb sie stehen und erhob flehend ihre zitternden Hände. Der alte Mann saß wie zu Stein erstarrt, die strengen Augen auf die bebende Gestalt seiner Tochter geheftet. Meta hatte ihren Hut abgenommen und ihre kurzen Löckchen waren sichtbar geworden. Wenige würden in dieser schwachen, gebrochenen Frau die bezaubernde Schönheit wieder erkannt haben, die vor kaum zwölf Monaten in ihrem Brautstaat auf derselben Stelle gestanden hatte. „Wer ist diese Person?“ Klar und deutlich, ohne die gewöhnliche Schwerfälligkeit sprach der alte Farmer diese Worte, sich zu Renate wendend, die unwillkürlich an seine Seite getreten war *„ O n k e l, e s i s t M e t a— D e i n e T o c h t e r M e t a,“ s a g t e Renate mit leichtem Beben.„Sie ist sehr krank gewesen, aber von unserer Liebe und Sorge umgeben, wird sie bald wieder kräftig werden.“ s„Meine Tochter Meta starb vor mehr als einem Jahr,“ sagte der Farmer mit derselben strengen Stimme. „Diese Person hat hier nichts zu thun; heiße sie gehen, woher sie gekommen!“ „Vater— mein Vater— vergieb mir!“ flehte Meta in herzzerreißendem Tone.„Ich habe gesündigt, aber ich habe bereut und gelitten— ich war dem Tode nahe. Sei barmherzig und vergieb mir!“ Er richtete seine eingesunkenen Augen auf sie, kein Mitleid, kein Erbarmen sprach aus seinen kalten Blicken. Meta zitterte und sank auf ihre Knie, es war, als ob der grausame Blick sie zu Boden geschmettert. Vor mehr als einem Jahre starb meine Tochter für mich,“ sagte der Farmer strenge,„und die Todten kehren nicht mehr zurück. Ich verfluchte sie an dem Tage, da—“ „Vater— mein Vater!“ Metas gellender Schrei klang durch das Zimmer, aber er schien sie nicht zu hören. „Ich verfluchte sie an dem Tage, da sie mein Haus verließ,“ fuhr er fort, während seine Züge krampfhaft arbeiteten und seine Hände heftig zitterten;„ich habe nichts mehr beizufügen.“ „Onkel," begann Renate mit weicher, aber fester Stimme,„Meta bereut; an ihrem veränderten Aussehen kannst Du erkennen, wie schwer sie gelitten! Du, ihr Vater, solltest doch—“ „Schweige, Renate,“herrschte er sie an. „Ich verbot, daß mein Name unter meinem Dach genannt werde und—“ „Ich habe mir das Recht verdient, Dein Verbot zu umgehen,“ entgegnete Renate sanft.„Viele Monate lang habe ich Deine Wünsche respektirt, ich habe geschwiegen, selbst als ich wußte, daß Dein Herz sich sehnte, über sie zu sprechen. O bedenke, wie theuer sie Dir war und— wie sehr sie gelitten!“ „Und ich, habe ich nicht gelitten?“ gab er heftig zurück, sich von seinem Stuhle erhebend.„Verdanke ich nicht ihr, daß ich ein Krüppel bin? Verdanke ich nicht ihr, daß mein einst so geachteter Name mit Schmach bedeckt ist? Hast Du vergessen— o es ist nicht möglich, Renate— was ich an jenem Junitag gelitten.“ Er hielt inne. Ein leichter Schaum trat auf seine Lippen; seine Augen waren düster und blutunterlaufen, als er auf seine Tochter herabblickte, die zu seinen Füßen kauerte. Renate war zum Schweigen gebracht; den Jammer jenes Schreckenstages hatte sie nicht vergessen! „Vater!“ herzbrechend klang Metas Stimme,„ich will Dich nicht um ein Obdach hier bitten, ich weiß, daß ich kein Recht mehr dazu habe; aber ehe ich gehe, sprich ein Wort der Verzeihung! Ich bin sehr krank— ich kann nicht mehr lange leben und mir ist, als würde ich selbst im Grabe keine Ruhe finden, wenn ich nicht von Deinen Lippen höre, daß Du mir verziehen hast. Renate, o Renate, hilf mir! Du wenigstens hast Dein Recht auf seine Liebe nicht verwirkt!“ Renate eilte zu ihr hin, richtete sie vom Boden auf und umschlang sie mit ihren Armen. Beide hefteten ihre flehenden Blicke auf den strengen, alten Mann, der zornbebend auf seinen Sessel zurückgesunken war. „Onkel,“ sagte Renate bittend,„zweiundzwanzig Jahre lang war sie der Liebling Deines Herzens!“ „Und im letzten Jahr war sie meine Schmach und Schande! war die harte Entgegnung. Kalt, grausam, und bitter, wie der Klang einer Todtenglocke klangen des alten Mannes Worte an das Ohr der Anwesenden. Paul Talbot empfand inniges Mitleid mit beiden Mädchen, aber er wagte es nicht, sich einzumischen, so sehr ihn auch danach verlangte. Es war in der That eine schreckliche Szene. Die aneinander geschmiegten Mädchengestalten, deren Aeußeres so scharf kontrastirte, boten einen rührenden Anblick dar, aber noch ergreifender war das Bild des weißhaarigen Mannes mit den schmerzverzogenen Zügen, in denen man vergeblich nach einer weichen Regung suchte. Renate trat zu Meta und schloß sie in ihre Arme. „Ich muß bleiben,„ich kann ihn nicht allein lassen,“ flüsterte sie. Aber gehe nicht weg von Holmes, wir müssen uns wiedersehen.““ Meta blickte sie fast verständnißlos an, sie schien völlig niedergeschmettert. Renate wandte sich um und warf einen flehenden Blick auf Paul, der ihn augenblicklich an ihre varg seinen kochenden Grimm unter äußerlicher Kälte. „Fertig— hm— wenn Du meinst— so hält Dich ja nichts mehr, und Du kannst zu Deinem Galan gehen.— Ich möchte Dir nur rathen, daß Du Dich nicht zu lange besinnst, denn morgen möchte es zu spät sein.“ „Was willst Du damit sagen?“ „Nichts Anderes, als was ich Dir vor einer Stunde hatte sagen wollen. Die kostbare Stunde, die ihm vielleicht von Nutzen hätte werden können, ihn hätte retten können, ist nun freilich unwiederbringlich verloren.— Er hielt inne. „Sprich weiter, sprich!“ „Ich weiß zwar nicht, wie weit Ihr mit einander vertraut seid— weiß nicht, ov er Dir mitgetheilt— daß er morgen um zehn Uhr eine Versammlung angesetzt hat—“ Weibes werden ihn zurückhalten? Und beweisen kannst Du nichts. Ja, wenn ich ihn gewarnt, wie es in meiner Absicht gelegen— und dann mit Dir das Weite gesucht hätte!“ Er zuckte die Achseln, als wolle er sagen:„einzig Deine Schuld.“ „Wenn Du mich zum Aeußersten zwingst, werde ich auch das Aeußerste wagen.“ „Weiberlogik! Du wirst ihm sagen, wer Dir's verrathen hat, um ihm die Gefahr glaubhaft zu machen. Thu's nur— gieb mich an, liefere mich mit den andern aus. Nur vergiß nicht, daß Du damit die so sorgsam gehütete Ehre Deines Vaters, Deiner Familie preisgiebst.“ Das— das könntest Du thun? Das wäre verrucht— und Du willst mich glauben machen, Du könntest Dich noch einmal aus dem Sumpf erheben!“ Landgerichts I gegen den Schneidermeister Mieslo zu Charloitenburg als Zeuge vernommen zu werden. Der AnLeklagte Mieslo sollte den Schülerschen Eheleuten in CharLttenburg nachgesagt haben, daß sie dem Bankier Sternberg Dienste geleistet hätten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus der Urteilsverkündigung hing hervor, daß der angetretene Wahrheitsbeweis mißlungen war. Der Gerichtshof ahndete die üble Nachrede mit einer Geldstrafe von 100 Mk. Herz des verstorbenen Kardinals Ledoist jetzt in Posen eingetroffen. Es ruht in einem silbernen Kästchen. In diesen Tagen findet seine feierliche Beisetzung im Posener Dome statt. Ein sechsspänniger Packwagen des in Schweidnitz liegenden Artillerie=Regiments Nr. 42 stürzte zwischen Wartha und Glatz von der steilen Kunststraße. Der Wagen raste, weil die — Na, kannst de dir denn nich denken, daß die Gelehrten ooch de Zeitungen lesen?“ Handel und Verkehr. Berlin, 15. Sept. Heu und Strob 4,32—5,32 Mk., Heu 4,70—7,00 Mk. Richtstroh Telegramme und Telephonische Meldungen. Unfall während des Flottenmanövers. Cuxhaven, 17. Sept. Die unruhige und bewegte See hat bei den Flottenmanövern einen bedauerlichen Unglücksfall zur Folge gehabt. Dem Torpedoboot D 9, das als Aufklärungsschiff dient, wurde durch eine große Schlagsee das Geländer der Kommandobrücke eingedrückt. Der auf der Kammandahrücke hebiehlenainn Wohnungen (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Die von Herrn A. Neussel bewohnte herrschaftlich eingerichtete erste Etage in meinem an der Göbenstr.= und Hansabrücken=Ecke belegenen Hause ist zum 1. April 1903 anderweitig zu vermieten. 2961 Aug. Stahlberg (Stellungs=Gesuche und=Angebote inseriert man mit Erfolg in der Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Seite brachte. Sie legte Metas eiskalte Hand in die seinige und versuchte zu sprechen, aber ihre zitternden Lippen konnten kein Wort hervorbringen. „Vertrauen Sie mir,“ sagte Paul mit weicher Stimme, „ich werde sie zu meiner Mutter bringen.“ Ihre Augen dankten ihm, obschon ihre Lippen stumm blieben; sie drückte einen Kuß auf Metas kalte Wange und gab ihre Hand dann frei. Langsam, ihre wankenden Schritte stützend, geleitete Paul das unglückliche Mädchen aus dem Zimmer. Als die Thür hinter ihnen ins Schloß fiel, stand Renate eine Weile regungslos, wie betäubt von der schrecklichen Szene, die sich soeben hier abgespielt. Dann trat sie leise an ihres Onkels Seite, kniete neben ihm nieder, und ließ ihren Kopf auf seine Knie sinken. Anfangs schien er nicht darauf zu achten, aber plötzlich bewegte er sich und legte seine zitternde Hand auf ihr schönes Haar. So verharrten sie lange Zeit; nur das laute Ticken der Uhr in der Ecke und die schweren Athemzüge des alten Mannes unterbrachen die Stille. Währenddessen schleppte Meta sich langsam den rauhen Feldweg entlang, der zu dem weißen Häuschen führte. Sie war so erschöpft, daß sie kaum wußte, was mit ihr geschah. Auf der einen Seite wurde sie von Paul Talbot gestützt, auf der andern von einem Fremden mit einem glatt rasirten lebhaften Gesicht, den selbst der Hausmeister von Esmond=Hall kaum als einen seiner untergebenen Lakaien erkannt haben würde, der vor etwa drei Wochen plötzlich seinen Dienst verlassen, angeblich, weil Hauptmann Esmond in einer Weise mit ihm gesprochen, die er sich nicht gefallen lassen könne. Es war derselbe Mann, der den obersten Bogen Löschpapier von dem Block abgelöst, und den Abdruck von Bruno Esmonds Telegramm so genau geprüft hatte. (Fortsetzung folgt.) Der Reideprinz. Eine Erzählung aus dem Kaiserwald von Joh. Hahn. (Nachdruck verboten.) Lieber Leser, kennst Du die Heide? Du meinst, sie sei ein trostloses, verlassenes Land, wo der Wanderer die Schritte fördert, in einen glücklicheren Bereich zu kommen? Freilich dehnt sie sich dahin, ohne Unterbrechung, Erdhügel um Erdhügel, überdeckt von spärlichem Heidekraut und Torfmoos, ohne Baum, ohne Strauch, ohne den frohsamen Sang der Vögel und den Glanz der Blumen; aber gehe nur hin zur Mittagssommerzeit, wenn das Licht der Sonne über die Erde fluthet und Biene und Hummel mit tönendem Geläute durch die Lüfte ziehen; oder an einem der Spätherbsttage, da anderwärts die Natur schon ihre Reize verloren, die Heide aber täglich sich mit neuen Farben schmückt, dann zieht Dich die Heide in ihren Bann, wie die Menschen, die dort ihr kärgliches Brot verdienen. Am Rande der Heide stand— es ist nun lange Jahre her— ein Häuschen, einfach, aber festgefügt und vor dem Nordwind, der zur Winterszeit dort oben mit eisigen Flügeln über die Fläche saust, durch den nahen Wald geschützt. Da wohnte die Annemarie, ein steinaltes Weiblein, das sein Leben lang ein dürftig Brod gegessen. Ein reicher Kindersegen war ihr und ihrem Mann, der nun lange schon unter dem Rosenhügel des Friedhofes lag, bescheert worden, so daß es Hände und Füße regen geheißen, die hungrigen Mäuler alle zu stopfen. Nun waren sie alle gestorben, die Kinder und Kindeskinder, die die Annemarie aufgezogen und ein einziger Sprosse ihr verblieben, der jetzt allein das zu besorgen hatte, was Aller Aufgabe gewesen: Das alte Weib, da es nicht mehr konnte, zu erhalten und zu pflegen. Und er that es freudigen Willens, der Emmeran, und sein volles Gesicht mit den hellen Augen und den rothen Wangen bewies, daß die Arbeit ihm keine schwere Bürde war. Tag für Tag ging er in den Torfstich, da hub er die braunen, wasserschweren Ziegel, legte sie auf den Heideboden in lange Reihen, daß sie trocknen sollten, schichtete andere, die für den Gebrauch schon fertig waren, zu Haufen und verlud und verfuhr sie dann, oft Tage weit hinaus, in die Städte und Dörfer. War dann auch der Haushalt besorgt, das Gärtlein, das er dem dürftigen Boden abgerungen, gejätet und begossen, die Ziegen, die tagsüber mit ihm auf der Heide gewesen, gefüttert und gemolken dann saß er im niedern Stübchen neben der Alten und las ihr vor aus dem Buche der Bücher. An dem Worte der heiligen Schrift erbaute er seinen gläubigen Sinn und berauschte sich an der Schönheit ihrer Sprache. Er las gar oft mit feierlicher Stimme, wenn die Alte längst eingeschlummert und nur der einförmige Schlag der Wanduhr durch den stillen Raum erklang. Eines Abends, da er zu der Stelle gekommen, der Segen des Vaters baut den Kindern Häuser, der Fluch der Mutter aber reißt sie nieder, schob Emmeran das Buch von sich und sprach wie in einer plötzlichen Eingebung: Sagt mir doch, Mutter, warum Ihr nie von meinem Vater sprechet; wie war sein Name und sein Wesen? Aber die Alte nickte im Schlafe, und so saß Emmeran lange und sann. Dann brachte er die Alte zu Bett und stieg in seine Schlafkammer. Die Annemarie aber wachte und der Schlaf floh diese Nacht ihre Augen.„Also,“ sprach sie für sich hin,„ist die Stunde gekommen, die ich gefürchtet. Was soll ich ihm sagen? Daß der Mann, dem er Tag für Tag draußen begegnet auf seinem Wege, sein Vater? Wird der Junge diesen, der nun gut zu machen sucht, was er einstens gefehlt, nicht bitterlich hassen? Und wird er nicht weiter sagen: Weib, dann bist Du auch nicht meine Mutter, nenne mir sie, ich will sie wissen. Und soll ich ihm dann sagen, daß die Anna, mein unglückliches Kind, eines Tages gekommen und sich voll Reue und Scham zu meinen Füßen geworfen? Und das Letzte und Furchtbarste, wie sie selber ihrem Unglück ein Ende gemacht?" Jammernd rang die Alte die Hände und je mehr sie sann, einen Ausweg zu finden, desto lebhafter traten die Ereignisse der vergangenen Tage in die Erinnerung, jene endlosen, grauen Tage der Noth und der Sorge. Ja, das Weib hatte sie durchgelebt jene Tragödie des Elends, alle Akte hindurch, die sich so häufig abspielt in den Niederungen der Menschheit, und von der Ihr glücklichen Großen Euch nichts träumen lasset! Als die Sonne am Morgen über den Wald heraufstieg und in das Häuschen auf der Heide sah, humpelte die Alte in die Schlafkammer ihres Enkelsohnes. Emmeran war aber schon hinausgegangen zur Arbeit. Von den Menschen allen, mit denen Emmeran draußen verkehrte, war ihm der Förster, der zugleich die Verwaltung des Torfstiches inne hatte, der liebste. Der Förster war ein freundlicher Mann, voll Wohlwollen gegen seine Leute, wenn auch strenge, ja unerbittlich im Dienste. Da's Alles las man aus seinem Gesichte heraus, das einen glücklichen Menschen verrathen hätte, wenn nicht gar oft ein Schatten darüber gelegen wäre, der besagte, daß auch in dieses Mannes Herzensschrein eine finstere Ecke lag. Wie gesagt, Emmeran hatte ihn in sein Herz geschlossen, umsomehr, als der Förster ihn vor allen bevorzugte und ihm eine Art Aufsicht über die Torfleute gegeben. Das hatte dem Jungen allerdings wenig Freunde zugezogen; er, der wegen seines Stolzes, der ihm nicht erlaubte, mit den rohen Burschen gemeinsame Sache zu machen, ohnehin nicht beliebt war. Sie nannten ihn nur den Heideprinzen, und ging er daran, den Förster gegen ihre Anwürfe in Schutz zu nehmen, so sah er auf allen Gesichtern ein höhnisches Lachen und hörte zweideutige Worte, die er nicht verstand. Aber in einem Punkte war auch der Emmeran, das heißt, in seinen Gedanken, nicht gut auf den Förster zu sprechen. Und das war eine Herzensangelegenheit. Drinnen im Walde stand eine Köhlerhütte und darin wohnte außer dem schwarzen Köhler Toni ein flachshaariges, rothwangiges Dirnlein. Der Toni freute sich nicht des besten Rufes: es ging von ihm die Kunde, daß, wenn er seinen Meiler gelöscht, er des öfteren mit der Büchse unter dem schwarzen Kittel in den Wald sich schleiche, um ein Böcklein zu holen, das ihm nicht gehöre. Dieserhalben war er auch mit dem Förster einige Male in die Quere gekommen, aber überraschen hatte derselbe den schlauen Gesellen bislang nicht können. Desto größer war der Groll, den der Förster gegen ihn im Busen trug. Auch der Heideprinz hatte ihn nicht gerne, desto mehr aber das Dirnlein in sein Herz geschlossen. Und es war wohl kein Zufall, daß er oftmalen an des Köhlers Haus vorüber, obschon es ein Umweg war, nach seiner Hütte ging. Und dann lachten allemal durch den Fliederbusch, der am Hause stand, zwei schelmische Augen, die den Emmeran mit unsichtbaren Kräften festhielten. So gedieh auch hier am Rande der unfruchtbaren Heide das Blümchen Wunderhold, genannt die Liebe, das da wächst und blüht in jedem Lande und jeder Zone von Gottes lieber Erde. Was den Heideprinzen in seiner Liebesfreudigkeit bedrückte, war der Umstand, daß der Förster das Verhältniß entschieden mißbilligte. Er wandte sich um und sah den Gruben=Hans vor sich, der ihn belauscht hatte. Der war ein liederlicher, roher Bursche und dem Heideprinzen übel gesinnt, da er seine Augen selber auf die Köhlertochter geworfen. „Na, Heideprinz,“ sprach er mit grinsendem Gesichte,„wird wohl gar In meinem Hause Jannpstr. zu auch ndelt 333 am F er. 3391 ver). der h. ehör, 3441 bsten hofs) per 1094 3251 ause, dors, t. zu 3241 n die iche eten. 181i ip, 2. de in jenen undl. en unge inige erteilwe. f. in tr.11 111 Tüchtige nüchterne Tischler für dauernde Beschäftigung auf sofort gesucht. Sturhan. 3191 mech. Tischlerei Horft b. Vlotbo 2 Kleupner=Gesellen sucht 3311 C. A. 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Anfang 8 Uhr abends. Herforder Lagerbier und Münchener Löwenbräu im Anstich. Berliner Buffet a la Aschinger. locke, stel ver831 oben. 22. Wohgen), Ein unAn 3351 irbe, cher, 336 feln 2271 „er sich vrvient. Ich werde Dir ins Gesicht behaupten, daß Du Lost— Hellweg kennt mich und die Meinen von Jugend an. Er wird mir mehr glauben, als Dir— der Du—“ „ Sie wandte sich voll Ekel und Entrüstung ab. Dabei hatte sie nicht bemerkt, daß er in die Brusttasche gegriffen und aus einem abgeschabten Lederportefeuille ein beschriebenes Blatt hervorgeholt hatte. „n vu un— de—? Hast Du dies kostbare Dokument Deines Vaters Hand ganz und gar vergessen? Glaubst 2“, daß emn erfahrener Mann wie Dein Jugendfreund ein solches Autograph nicht gründlich zu würdigen wissen wird?“ Sie war vor dem Blatt zutückgetaumelt wie vor einer Spukerscheinung. Vergebens! Alles vergebens! Sie war noch mmer in seiner Gewalt—(Fortsetzung folgt.) Gebrauch von: 205f 's Cocain-Zahnwatte a 50 Pfg. bei Ed-Voss, Raunstr 23. Schimmel wirdbei eingemachten Früchten verhindert durch D. Oetker's Salicyl à 10 Psg., genügt für 10 Pfd. Früchte. Rezepte gratis von den Firmen, welche führen Dr. Oetker's Backpulver. 208 Hofphotograph C. Colberg Herford. Bäckerstr., Eingang Möuchstr., Sonntags geöffnet. Fernsprecher 190. Schweizerrase (vollsaftig). 3491 Frau Ida Werner. Brockmanns Berpgarten. Am Sonnabend, 20. Septbr., findet das V. Stiftungsfest des Malerverbandes Herford bestehend aus Theater und nachfolgendem Ball statt. 2981 Feinstes neuer Weinsauerkraut empfiehlt billigst 320i Heinrich Nolting. kauft jedes Quantum 5255 Wilhelm Epseloh, Bürgervereinigung. Hauptversammlung im Saale des Bürgervereins Montaa. 22 September, abends 9 Uhr. Vorher: 8½ Uhr Vorstandssitzung 340i Tagesordnung: 1. Teilnahme an der Einweihung des Denkmals. 2. Pflasterung am Bahnhof oder Anarchismus in der städt. Verwaltung. 3. Gestänge des Elektrizitätswerkes. 4. Radewiger Kirchplatz, Verschönerung. 5. Unfälle auf dem Bahnhof. 6. Taxameter=Droschken. 7. Antrag auf Versetzung eines Amtsrichters. 9 Veischschere. Zu dieser Versammlung haben auch Nichtmit glieder freien Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. Ia. Mt. 6.50, ½ Gensballel Butter, ½ Honig Mk. 5,20 je 10 Pfd. Brecher, Tluste I 87 via Breslau. 3451 * Zum Besuch des Kronprinzen. Am 26. d. Mis. trifft Se. Kaiserl. Hoheit bereits nachmittags um 2 Uhr 20 Min. in der Richtung von Löhne hier ein; die Abfahrt erfolgt um 4 Uhr 43 Min. mit dem von Bielefeld kommenden D=Zuge, welcher an diesem Tage hier hält. *A Zur Enthüllung des Die Aufstellung der Ehrengäste, der Mitglieder des Magistrats und des Stadtverordnetenkollegiums sowie des Festkomitees erfolgt zwischen dem Pavillon und dem Denkmal und zwar rechts und links im unmittelbaren Anschluß an den Pavillon. Zur Festspielaufführung. Die gestrigen Proben haben die Vorbereitungen für das Baltzsche Festspiel„Am Webstuhl der Zeit" weiter wirksamst gefördert; in diesen Tagen werden die Proben fortgesetzt. * Kantor Harnisch*. Im Alter von 78 Jahren ist gestern Herr Kantor Harnisch gestorben. Mit ihm hat ein Mann das Zeitliche gesegnet, der lang Kirche und Schule segensreich gewirkt. wurde er im Jahre 1848 von Gohfe thätig war, nach hier als Kantor hannisgemeinde berufen. Nachdem de als Kantor amtiert, trat er am Neuj verdienten Ruhestand, bei welcher Ge der Inhaber des Hausordens von wurde; ein schweres Augenleiden hatt veranlaßt, sein Amt als Lehrer bereit vorher niederzulegen. 19 Jahre hat Unterricht in der früheren Elementar hause erteilt. ch Die Ackerbauschule unter eine Turnfahrt über Schweicheln und * Für den Direktorposte trizitäts-, Gas= und Wasserwerks sit 4 Herren auf die engere Wahl gesetz * Mit der Lieferung det wendigen Stromes seitens des städtisch voraussichtlich am 1. Oktober begonn konsum beginnt diese Stromlieferu * F ü r d i e A u g u s t a s t r a ß e Baukonzession erteilt. Wie wir vern Architekt Münter eine Billa erbauen. + Auf dem 23. westfälist wurde folgende Resolution angenomn werkertag der Provinz Westfalen, ta sich von neuem auf den Boden der vom Jahre 1882, wonach nur derjen werk selbständig betreiben darf, der ei erlernt und dieses durch die Erbring nachweises vor Fachleuten dargelegt k Meister soll verpflichtet werden, der stehenden und durch Gesetz einzuft Innung beizutreten. Die Prüfungsmeiß Fachleuten zu bestimmen und von wachen. Als Berufungsinstanz sind und als Oberinstanz ist eine Ober richten und als Vertreter der Wahru der Millionen deutschen Handwerke minister anzustellen. 2. Als näch Handwerkertag: a) die Einführung de prüfung, b) die Einführung der Prüft Zum Schluß bekundet der Handwerker Zeit ist, daß auch bei den übrig fähigungsnachweis eingeführt wird. bittet die Handwerker, an ihrer Orga wo keine Verbindungen existieren, sol Zwangs=, freie oder Gesamtinnungen d) Der Handwerkertag verlangt, daß ausbilden dürfen, welche die Me Reichs= und Landtagsabgeordneter Er Vortrag über den Handwerkerkong Befähigungsnachweis und die österr gebung. Im Anschluß an dessen Resolution vor, in welcher die Handwe den deutschen Handwerkerbund zu ur mund referierte sodann über die selbständige Handwerk. ** Betreffs der Festnahme des Einbrechers in der Nacht zum 16. d. Mts. bemerken wir noch, daß derselbe von den Nachtschutzleuten Linnemann und Schultz festgenommen ist. Die genannten Schutzleute haben auch die 3 Einbrecher festgenommen, welche vor etwa 2 Monaten unsere Stadt unsicher machten. Die guten Wächter verdienen für ihre treue Wacht volle Anerkennung. zn Herringhausen, 16. Sept. Diebstahl. Dem Kolon Meier zur Heide hier wurden von seinem Neubau eine Anzahl Dachlatten gestohlen. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Zigarrenarbeiter B. von hier und bei einer seitens der Polizei bei B. vorgenommenen Haussuchung wurden dann auch mehrere der Latten, welche inzwischen in kurze Enden geschnitten waren, vorgefunden. Die Anzeige gegen B. wegen Diebstahls ist erfolgt. Is Enger, 16. Sept. Innung. Die Liste der Handpolnischen Arbeiterin Veronica Kedzierska durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg statt. Die Kedzierska hatte während der Jahre 1897 bis 1900 ihre 3 Kinder im Alter von 2 bis 6 Monaten in der Leine ertränkt. Bei der Mörderin hatte man, auch nachdem ihr der Zeitpunkt der Hinrichtung mitgeteilt war, keinerlei Aufregung bemerkt, sie hatte ruhig gegessen und geschlafen. * Münster, 16. Sept. Ein Schwarzer als Lehrer. In der Oberklasse der hiesigen Aegidi=Schule ist ein Neger beschäftigt, der sich unter Anleitung des Hauptlehrers für den Schuldienst in Afrika ausbilden will. * Bernburg, 16. Sept. Scheintot. Kürzlich erhielt eine hiesige Familie von der Herrschaft ihrer in Calbe bediensteten Tochter die Nachricht, das etwa 16jährige Mädchen sei gestorben. Die Eltern veranlaßten daraushin alles Erforderliche; da wurde ihnen am Abend des nächsten Tages die bald geheirathet?“ und ohne die Antwort des Jungen abzuwarten: „Thut denn auch der Herr Vater seine Einwilligung geben?“„Welcher Herr Vater?“ sprach der Emmeran.„Na jetzt muß man am End dem gar seinen Vater sagen. Den Herrn Förster thu' ich halt meinen,“ fuhr er mit einem lauernden Blick fort, da ihm der Junge traumverloren ins Gesicht sah.„Meine Mutter—“ brachte dieser hervor. „Deine Mutter?“ sprach höhnisch der Gruben=Hans.„Du meinst wohl die alte Annemarie. Heideprinz, Deine Mutter ist das nicht. Glaub' das nicht.“ Und wie er sah, wie sich die Qual des armen Jungen mehrte:„Deine Mutter liegt— na, auf dem Kirchhof liegt Deine Mutter nicht. Hat der nicht einmal eine Mutter, die auf dem Kirchhof liegt!“ Mit wildem Lachen trollte er sich dann davon. Der Heideprinz aber wußte nicht, wie ihm geschehen war. Die Worte des frechen Gesellen hatten ihm wie Keulenschläge um die Ohren geschlagen. Der Förster sein Vater? Und seine Mutter war nicht Annemarie, die er bisher dafür gehalten? Ein finsterer Groll stieg auf in ihm gegen das Weib, das ihn schmählich belogen. Aber, sprach er sich dann zu, das ist ja Alles nicht wahr! Und doch! In dem Gesichte des Gruben=Hans war etwas gelegen, das soviel wog wie tausend Beweise. Er war bis zu seiner Hütte gelangt. Durch das Fenster sah er, wie die Alte beim Scheine der untergehenden Sonne am Spinnrade saß und mit zitternder Hand den Flachs vom Rocken zog. Da überkam es ihn, er wußte nicht warum, wie ein unendliches Mitleid mit dem alten Weibe, und der Entschluß stand fest in seiner Seele: auch nicht eine Frage an die Alte zu richten. Morgen in aller Frühe wollte er zu seinem alten Freunde, dem Holzer=Sepp, gehen, der Alles wußte, was seit der Väter Zeiten auf der Heide geschehen. Von diesem wollte er das Räthsel seines Lebens erfahren. Nachdem er seine häuslichen Geschäfte verrichtet, schützte er Müdigkeit vor und stieg in seine Kammer Da fiel es dem alten Weibe wie eine Zentnerlast vom Herzen. Sie hatte befürchtet, daß der Emmeran seine Fragen von gestern wiederhole, und nun war es nicht geschehen. Sie schlief an diesem Abend wieder ruhig ein.(Schluß folgt.) Sumpfla Roman von Dora I (44. Fortsetzung.)„— „Aha, wie Du bläß geworden bi — wenn Du willig bist, soll nichts hindern— ja— aber dann ist für 1 — dann werden auch die Freunde 1 muß ich fort, sogleich und weit— u habe Dich lange genug entbehrt— ick Er hatte sie mit wilder Gluth umkl schlanken, bebenden Körper an sich ger zerbrechen. „Laß mich— Wahnsinniger.“ „Nein, ich lasse Dich nicht— ich und ich will es endlich wieder gelten und brennender wird meine Leidensche komm' mit— sei mein— ich will ei — ich schwöre es Dir— auf den Hä — nur laß mich nicht länger allein liebe Dich!“ Sie hatte sich längst aus seiner 1 stand nun hochaufgerichtet neben ihm. nicht.— Es ist nur wilde Begier, d Du mich liebtest— wenn nur ein Fi losen Gefühls in Dir glimmte—“ „Stelle mich auf die Probe.“ Ein plötzlicher Entschluß war über sie gekommen. Wie von einer nie geahnten, plötzlich erwachten Hoffnung überstrahlt, stand sie in dem Dämmer des schweigenden Gartens vor ihm da. Wundervoll, königlich anzuschauen. .# Sut„ ich will's. Wenn Du mich liebst— wahr und wahrhaftig liebst— dann sühne, was Du an mir verbrochen hast. Oeffne den Kerker, in dem ich verschmachte mit Leib und Seele— hier stehe ich vor Dir, hier falte ich die Hände vor Dir und erhebe sie zu Dir und bitte: sei edelmüthig, gieb mir die Freiheit, gieb mir das Leben wieder!“ Einen Augenblick stand er wie versteinert da. Dann begriff er und eine ungeheure Wuth stieg in ihm auf. (Dein Lied. Ich sinne, sinne den ganzen Tag Nach tausend, tausend Dingen; Ich lausche, wie mächtig, Schlag auf Schlag, Gefühle im Herzen ringen. Wie brandend die Wellen am Ufergestein Beständig in Perlen zerschäumen, Bis eingelullt sie vom Sonnenschein In süßem Schlummer träumen. Der Westen erglüht im Abendglanz, Umgießt die Fluthen mit Flammen: Vereint sind Wasser und Himmel ganz, Sie ruhen und glühen zusammen... Ich sinne und ringe den ganzen Tag, Am Abend kommt der Friede: Und was mir zitternd im Herzen lag, Es wird zu Tönen— zum Liede. E. A. Reinmar. „Arbeit macht das Denen, die sie Anderen Leben süß!“, — überlassen. * aber am süßesten Mancher begeht aus allzu großem Gerechtigkeitsgefühl gegen sich selbst die größten Ungerechtigkeiten gegen— Andere. Wenn man nichts mehr zu schreiben weiß, macht man Gedankenstriche, und wenn man nichts mehr zu sagen weiß, so spricht man noch— recht viel. Aus Vergangenheit& C F u am; und Gegenwart. Die Kunstfreunde. Als der berühmte Stuttgarter Intriguant F... gegen Ende der 50 er Jahre einmal in Berlin gastirte, ersuchte ihn der Portier des Hotels dringend um ein Freibillet, da er ihn gar zu gern einmal auf der Bühne sähe. F... erklärte, er werde von der Direktion schwerlich Freibillets erhalten; um den Wunsch des Mannes aber zu erfüllen, gab er ihm 20 Groschen, sich ein Billet zu kaufen.— Der Portier dankte und bemerkte, seine Frau habe ihn auch schon lange einmal spielen zu sehen gewünscht und eigentlich habe er jene Bitte nur um ihretwillen ausgesprochen. F. war bei guter Laune und verdoppelte seine Gabe, um sich auch von der Portiersgattin bewundern zu lassen. Am folgenden Morgen fragte er— seinem Geständniß nach selbst neugierig, das Urtheil der einfachen Leute zu vernehmen— wie er ihnen denn als Marinelli gefallen habe.„Ach, Herr F., antwortete der Portier vertraulich,„die Wahrheit zu sagen— als ich meiner Frau das Geld für die Billets zeigte, meinte diese, wir könnten dafür doch lieber in den Zirkus Renz gehen und auch noch etwas genießen. So gingen wir denn dahin und haben uns ausgezeichnet amüsirt. Ich danke Ihnen herzlich für den angenehmen Abend!“ Lose Blätter. Wie die Japaner applaudiren. Eine merkwürdige Gewohnheit, Bühnenkünstlern ihre Anerkennung auszudrücken, haben schon seit langer Zeit die Japaner. Sie werfen nämlich als Beifallszeichen einzelne ihrer Kleidungsstücke auf die Bühne und kaufen dieselben nach Schluß der Vorstellung zu anständigen Preisen zurück, während der Erlös den Schauspielern und Schauspielerinnen, die ihr Entzücken erregten, als„klingender“ Beifall zufließt. Amerikanische Uhrmacherschilder. Der amerikanische Markt für Uhrmacherschilder oder Uhrenatrappen, die vor den Läden aufgehängt werden, wird zum großen Theile von einer einzigen Firma versorgt. Eigenthümlich erscheint es, daß alle diese gemalten Uhren auf 8 Uhr 18 Minuten zeigen. Die Erklärung dafür ist folgende: Am 14. April 1865 wurde Abraham Lincoln um 8 Uhr 18 Minuten abends ermordet. Einer der Kunden jener Firma beauftragte diese gleich nach der Trauerbotschaft, die Zeiger eines bestellten Uhrenschildes so zu malen, daß sie die Zeit des Todes des Präsidenten genau angaben, um diese Stunde und Minute nie in Vergessenheit kommen zu lassen. Seitdem werden die meisten derartigen Schilder in Nordamerika in gleicher Weise hergestellt. Kriegsschiffe in alter Zeit. Im Alterthum wurden die Kriegsschiffe nach der Anzahl der übereinander befindlichen Ruderbänke eingetheilt in Dreiruderer, Vierruderer, Fünfruderer und Sechsruderer. Beim Dreiruderer saßen auf der oberen Bank zu beiden Seiten des Schiffes 31 Ruderer, auf der mittleren 29 und auf der unteren 27. Beim Vierruderer stieg die Zahl in der obersten Reihe auf 33, beim Fünfruderer auf 35. Die Ruderer arbeiteten nach dem Takt=Kommando eines Offiziers. Die Zahl der Matrosen, die den übrigen Schiffsdienst zu versehen hatten, betrug gewöhnlich 20, die Zahl der die Besatzung bildenden Seesoldaten dagegen war unbestimmt und hing von der größeren oder geringeren Manövrirfähigkeit des Schiffes ab. Grimm unter außerlicher Kalte. — wenn Du meinst— so hält Dich ja kannst zu Deinem Galan gehen.— Ich nicht zu lange besinnst, barg seinen löchenden „Fertig— nichts mehr, und Du möchte Dir nur rathen, daß Du Dich denn morgen möchte es zu spät sein. „Was willst Du damit sagen?“ „Nichts Anderes, als was ich Dir vor einer Stunde hatte sagen wollen. Die kostbare Stunde, die ihm vielleicht von Nutzen hätte werden können, ihn hätte retten können, ist nun freilich unwiederbringlich verloren.“— Er hielt inne. „Sprich weiter, sprich!“ „Ich weiß zwar nicht, wie weit Ihr mit einander vertraut seid— weiß nicht, ob er Dir mitgetheilt— daß er morgen um zehn Uhr eine Versammlung angesetzt hat—“ Weibes werden ihn zurückhalten? Und beweisen kannst Du nichts. Ja, wenn ich ihn gewarnt, wie es in meiner Absicht gelegen— und dann mit Dir das Weite gesucht hätte!“ zuckte die Achseln, als wolle er sagen:„einzig Deine Schuld.“ „Wenn Du mich zum Aeußersten zwingst, werde ich auch das Aeußerste wagen.“ „Weiberlogik! Du wirst ihm sagen, wer Dir's verrathen hat, um ihm die Gefahr glaubhaft zu machen. Thu's nur— gieb mich an, liefere mich mit den andern aus. Nur vergiß nicht, daß Du damit die so sorgsam gehütete Ehre Deines Vaters, Deiner Familie preisgiebst.“ „Das— das könntest Du thun? Das wäre verrucht— und Du willst mich glauben machen, Du könntest Dich noch einmal aus dem Sumpf erbeben!“ des Landgerichts I gegen den Schneidermeister Mieslo zu Charloitenburg als Zeuge vernommen zu werden. Der Angeklagte Mieslo sollte den Schülerschen Eheleuten in Charlottenburg nachgesagt haben, daß sie dem Bankier Sternberg Dienste geleistet hätten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus der Urteilsverkündigung ging hervor, daß der angetretene Wahrheitsbeweis mißlungen war. Der Gerichtshof ahndete die üble Nachrede mit einer Geldstrafe von 100 Mk. Das Herz des verstorbenen Kardinals Ledochowski ist jetzt in Posen eingetroffen. Es ruht in einem silbernen Kästchen. In diesen Tagen findet seine feierliche Beisetzung im Posener Dome statt. Ein sechsspänniger Packwagen des in Schweidnitz liegenden Artillerie=Regiments Nr. 42 stürzte zwischen Wartha und Glatz von der steilen Kunststraße. Der Wagen raste, weil die Bremse entweder nicht früh genug angezogen wurde oder versagte(man nimmt letzteres an) die Straße ein Stück hinab und stürzte dann seitwärts auf eine Wiese. Er überschlug sich vollständig, so daß die Räder oben waren. Von der Begleitmannschaft sprangen drei Mann sofort ab, als sie die schwere Gefahr erkannten, leider erhielten zwei von diesen erhebliche Quetschwunden und Knochenbrüche an den Beinen. Bei dem Absturz brach von den sechs Pferden eins das Genick, ein anderes wurde so schwer verletzt, daß es getötet werden mußte. Die anderen Pferde erlitten leichte Verwundungen. Eine ganz gescheite Patriotin. An dem Tage vor den Empfangsfeierlichkeiten für den italienischen Herrscher betrat, wie die„B. Z.“ berichtet, Frau v. G. den Laden einer Berliner angesehenen Firma und bat, man möchte ihr echte Perser vorlegen. Sie erwählte zwei Prachtexemplare, konnte sich jedoch für einen festen Kauf nicht sogleich entschließen, denn Verwertung habe sie eigentlich nur für einen Teppich, ihr kranker Gemahl solle die Wahl zwischen den beiden von ihr ausgesuchten treffen. Der Verkäufer schickte beide Teppiche anstandslos sofort zur Auswahl in die Wohnung der Dame. Bei der Uebergabe wurde jedoch dem Boten die Mitteilung gemacht, daß Herr v. G. augenblicklich schläft und nicht gestört werden könne; er möge die Teppiche nur bis Freitag dalassen und dann den nicht konvenierenden abholen. Der Bote wollte natürlich auch nicht, daß der kranke Herr v. G. deshalb geweckt werden soll und entfernte sich. Ein Erwecken des Herrn v. G. wäre auch unmöglich gewesen, denn — er schläft schon seit langen Jahren den— ewigen Schlaf. Nicht etwa, daß Frau v. G. sich in den Besitz der Teppiche setzen wollte, um sie nicht zu bezahlen, das war gewiß nicht ihre Absicht— aber sie, wollte sich für den Tag der Empfangsfeierlichkeit ein paar billige Dekorationsstücke verschaffen, denn sofort am Freitag ersuchte sie telephonisch um Abholung der Teppiche, da beide nicht den Beifall ihres kranken Gatten gefunden hätten. Ein Angestellter der Firma hatte aber die beiden„Pumpstücke“ auf dem Balkon der Frau v. G. prangen sehen und seinen Chefs davon Mitteilung gemacht. Diese teilten der Dame mittels eingeschriebenen Briefes mit, daß sie mit einer Zurücknahme nicht einverstanden sind, daß sie auf Abnahme beider Teppiche bestehen, da beide von der Bestellerin gebraucht worden sind. Der ziemlich hohe Preis, den Frau v. G. zahlen muß, reißt ein gewaltiges Loch in das nicht allzu gewaltige Portemonnaie der ingeniösen Dame. Der Radfahrer Huret, der kürzlich in Paris gestürzt ist, wird nach dem Ausspruch der Aerzte zeillebens lahm bleiben. Er befindet sich, trotzdem er jährlich 60000 Franks verdiente, in schlechten Verhältnissen. Es wird eine Sammlung für ihn eingeleitet. Großer Raub. In der Schiffergasse in Frankfurt a. M. wurde ein Goldwarengeschäft ausgeraubt. Die Einbrecher stahlen 20000 Mk. in Wertsachen, wobei sie auch den Kassenschrank aufbohrten. In dem physikalischen Observatorium in Tiflis brach Feuer aus, wodurch die meisten Instrumente vernichtet oder beschädigt wurden. Neues Unwetter in Thüringen. Nach dem schweren Unwetter der letzten Woche sind abermals verheerende Wolkenbrüche in ganz Thüringen niedergegangen. Die Ortschaft Beuthen ist vollständig unter Wasser gesetzt. Die Bewohner retteten sich durch Flucht in die Häuser. Die Heiligenstädter Flur bildet einen riesigen See. Im Geraer Lande ist die gesamte Herbsternte vernichtet. Viele Personen schwebten in Lebensgefahr, drei sind getötet. Der durch dieses neuerliche Unwetter angerichtete Schaden beträgt abermals viele Millionen. Große Ueberschwemmung. Die Flüsse Brahmani und Banslai in Süd-Bengalen sind über ihre Ufer getreten und haben 25 Dörfer fortgeschwemmt, wodurch 6000 Personen obdachlos geworden sind. giebt auch wohlhabende Zigeuner. Eine Zigeunerbande mit etwa 15 Wagen machte jüngst in einem Gasthause im oberen Vogtlande eine Zeche von mehreren hundert Mark. Die Bande ließ sich gegen hundert Flaschen Wein gut schmecken und naym zur Abkühlung noch gegen achtzig Flaschen Selterswasser zu sich. Der Hauptmann der Bande zählte einem Gaste, um ihm zu zeigen, daß er Geld habe, 25000 Mark in blauen Hundertmarkscheinen auf den Tisch. Der kluge Vater.„Vater, woher wissen denn die Gelehrten schon immer, wann eine Sonnenfinsternis ist?“ „Wozu das jetzt noch? Ich denke, wir sind fertig miteinander. Was wär's denn auch weiter?— Vergeltung— Verrath um Verrath!" „Elender!“ Sie sann einen kurzen Augenblick nach. vas kommt's Dir gegenüber darauf an, welcher Waffe man lich bedient. Ich werde Dir ins Gesicht behaupten, daß Du Lgst— Hellweg kennt mich und die Meinen von Jugend an. Er wird mir mehr glauben, als Dir— der Du—“ Sie wandte sich voll Ekel und Entrüstung ab. Dabei hatte sie nicht bemerkt, daß er in die Brusttasche gegriffen und aus einem abgeschabten Lederportefeuille ein beschriebenes Blatt hervorgeholt hatte. „Und das da— he—? Hast Du dies kostbare Dokument von Deines Vaters Hand ganz und gar vergessen? Glaubst „ daß ein erfahrener Mann wie Dein Jugendfreund ein (diches Autograph nicht gründlich zu würdigen wissen wird?“ I Sie war vor dem Blatt zurückgetaumelt wie vor einer Hpukerscheinung. Vergebens! Alles vergebens! Sie war noch immer in seiner Gewalt— (Fortsetzung folgt.) — Na, kannst de dir denn nich denken, daß die Gelehrten ooch de Zeitungen lesen?“ Berlin, 15. Sept. Heu und Stroh. Richtstroh 4,32—5,32 Mk., Heu 4,70—7,00 Mk. Telegramme und Telephonische Meldungen. Unfall während des Flottenmanövers. Cuxhaven, 17. Sept. Die unruhige und bewegte See hat bei den Flottenmanövern einen bedauerlichen Unglücksfall zur Folge gehabt. Dem Torpedoboot D 9, das als Aufklärungsschiff dient, wurde durch eine große Schlagsee das Geländer der Kommandobrücke eingedrückt. Der auf der Kommandobrücke befindliche Oberbootsmannsmaat Krause wurde mit solcher Gewalt gegen das Kartenhaus und den Schornstein geschleudert, daß ihm der Brustkasten eingedrückt wurde und er auch noch sonst furchtbare Verletzungen erlitt. Krause wurde sofort von dem als Lazarettschiff dienenden Schlepper „Hansa“ an Borh gmommen, um nach hier transportiert zu werden. Krause starb aber bereits auf dem Transport. Zum Einkochen von Pflaumenmus und anderen Obstmus, sowie zum Versüßen von Kompotten, Obst= und Beerenweinen u. s. w. verwendet man mit großem Vorteil den Originalsüßstoff Saccharin. An Stelle von 1 Kilo bester Raffinade nimmt man eine entsprechende Anzahl der für Haushaltungszwecke vorzüglich bewährten Saccharin=Tabletten, löst diese in etwas warmem Wasser auf und setzt die Lösung dem Muse u. s. w. zu, das dadurch vorzüglich schmackhaft und haltbar wird, vor allem aber sich ganz wesentlich billiger stellt, als wenn es mit Zucker versüßt worden ist. Saccharin ist in den meisten Drogenhandlungen= Apotheken und Kolonialwarenhandlungen erhältlich, doch verlange man ausdrücklich „Saccharin“ die gesetzlich geschützte Bezeichnung für das Originalprodukt der Saccharin=Fabrik, Aktien=Gesellschaft, vorm. Fahlberg, List u. Co. zu Salbke=Westerhüsen a. Elbe und lasse sich nichts anderes geben. Eiweiss Cakes Wilhelm Epseloh, Markt=Drogerie, Gehrenberg 2. Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattl= für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) v Orden und Ehrenzeichen werden nach modernsten Facons arrangiert. A Spezial=Geschäft für Militär= und Beamten Effekten. Su Bielefeld, Obernstraße 37. MG Kursus. Gebe im Vereinshaus Herord einen Näh., Zeichenund Zuschneine=Kursus iach Chronsjes berühmtem Weltchnitt; nehme bis anfangs Oktober täglich von morgens 8 is abends 8 Uhr Anmeldunsen entgegen. Jede Schülerin ann ihre eigenen Kleider anertigen 549h Hochachtungsvoll Louise Altenbernd. Es finden Morgen=, Nachnittags= u. Abendkurse statt. * * Nr. 82 vorzügliche 6 Pig. Ligarre Ign. Pelster, Gehrenberg 25. 78e. MRN Jeder Zahnschmerz wird sofort gestillt durch den Gebrauch von: 205f Bergmann's Cocain-Zahnwatte a 50 Pfg. bei Ed-Voss, Reunstr 23. Schimmel wirdbei eingemachten Früchten verhindert durch D. 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Herforder Lagerbier und Münchener Löwenbräu im Anstich. Berliner Buffet a la Aschinger. Brockmanns Berpgarten. Am Sonnabend, 20. Septbr., findet das V. Stiftungsfest des Malerverbandes Herford bestehend aus Theater und nachfolgendem Ball statt. 2981 Bürgervereinigung. im Saale des Bürgervereins Montag, 22 September, abends 9 Uhr. Vorher: 8½ Uhr Vorstandssitzung 340i Tagesordnung: 1. Teilnahme an der Einweihung des Denkmals. 2. Pflasterung am Bahnhof oder Anarchismus in der städt. Verwaltung. 3. Gestänge des Elektrizitätswerkes. 4. Radewiger Kirchplatz, Verschönerung. 5. Unfälle auf dem Bahnhof. 6. Taxameter=Droschken. 7. Antrag auf Versetzung eines Amtsrichters. 8. Stadtverordnetensitzung. 9. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung haben auch Nichtmit glieder freien Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Grasbutter Bu Mr. 6,50, ½ Butter, ½ Hong Mk. 5,20 je 10 Pfd. Brecher, Tluste I 87 via Breslau. 345t Fahnenfabrik, Wihelm Hammann, Di d Lieferant des Kaiserl. 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Es war seines Herzens Freude, dem IIerrn dienen zu dürfen an den Gottesdiensten in seinem Hause. Ein Mann von schlichtem, anspruchslosem Wesen und lauterer Treue, aufrichtig in der Gottesfurcht und gegründet im Glauben— das ist das Bild, das wir von ihm bewahren. Sein Name wird bei uns in Ehren bleiben. 3511 Gestern verschied nach kurzer Krankheit unser lieber alter Kollege Herr Kantor Harnisch. Viele Jahre hindurch hat er als Lehrer unserer Schule in Fleiss und Treue seinen Dienst geführt, bis ihn vor fast 10 Jahren ein böses Augenleiden zwang, sein Amt niederzulegen. 3411 Ungern sahen wir ihn scheiden, da er uns allen ein treuer Freund und Kollegewar, und bewegt blicken wir jetzt auf seinen Heimgang. Er ruhe in Frieden bis zum seligen Auferstehungstage! Das Lehrerkollegium der Bürgerschule. Für die vielen Beweise der Liebe und Anhänglichkeit, die uns bei dem plötzlichen Dahinscheiden unseres guten Sohnes, Bruders und Schwagers, des Postassistenten Friedrich Knigge zu teil wurden, sprechen wir hiermit unsern tiefgefühlten Dank aus. Bad Nenndorf, 17. Sept. 1902. Namens der Hinterbliebenen: 3371 Wwe. Knigge. Für jedes Auge passend liefre ich Brillen u. Pincenez mit prima Rathenower Krystall= und BergkrystallGläsern. Reparaturen prompt und billig. 349h Carl Duisdieker, Optisches Institut, 8 Alter Markt 8. Plätterinnen owie junge Mädchen, welche das Flätten erlernen wollen, werden gesucht. 165i Letzteren wird auch während der Lehrzeit Verdienst gewährt. Elsbach& Cie. I. Gegründet 10. Okt. 1827. Bielefeld. Sämtliche Saison-Neuheiten für Herbst und Winter 1902/1903 — sind in reichhaltigster Auswahl eingetroffen.— In Kurzem Eröffnung meiner bedeutend vergrößerten Verkaufs=Räume für Schwarze Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Besätze, Jupons, Schürzen 2c. im Lichthof. 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