□ Teleph. Anschl. chüb 96 83 Teleph. Anschl. Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. „ Inserats werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erheten. 8 Sonnabend, 13. September. ve.v, peanz anzstr rih Pont Pele. 1o 2g, berge 1s ohe. 1902 für den Kreis Hersord. Am Montag, d. 15. d. M. wird mit dem Verlegen der Drähte für die städtischen elektrischen Anlagen begonnen. Hierbei wird es erforderlich sein, daß zwecks Aufbringung der Drähte auf die vorhandenen Gestänge von den Arbeitern auch solche Grundstücke betreten werden, auf denen Gestänge oder Maste nicht angebracht sind. Wir bitten hierdurch die Besitzer der betreffenden Grundstücke, den Arbeitern das Betreten derselben zu gestatten. Etwa entstehende Beschädigungen werden sofort ausgebessert bezw. ersetzt. Herford, den 12. September 1902. 258i Der Magistrat. Quentin. (Die Anfertigung und Anlieferung von 72 Stück einsitzigen Schulbänken soll in öffentlicher Submission verdungen werden. Submissionsunterlagen sind vom Bausekretariat, Zimmer Nr. 6 des Stadtbauamts, zu beziehen. Terwin zur Oeffnung der postmäßig verschlossen einzureichenden Angebote am Montag, den 22. d. Mts., mittags 12 Uhr. Herford, den 12. September 1902. Das Stadtbauamt. 2687 2Die Anstreicher=Arbeiten(Los 1) sowie Glaser=Arbeiten (Los II) zum Erweiterungsbau der Stiftbergschule II sollen in öffentlicher Submission vergeben werden. Termin zur Oeffnung der Angebote: Sonnabend, den 20. September, mittags 12 Uhr. Formulare sind vom Stadtbauamte zu beziehen. Herford, den 12. September 1902. Der Stadtbaumeister. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Herford belegenen, im Grundbuch von Herford, Bauerschaft Radewig, Band 20 Blatt 41, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Fabrikanten Gustav Dreseler zu Herford eingetragenen Grundstücke Flur 29 #. 1408 1410 Nr. 130 und Nr. am 18. November 1902, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— — Zimmer Nr. 16— versteigert werden. Die Grundstücke sind in der Grundsteuermutterrolle unter Artikel Nr. 2578 bezw. in der Gebäudesteuerrolle unter Nr. 3110 eingetragen, gehören zur Gemarkung Herford und bestehen aus: 1. Wiese, Flur 29 Parzelle5 auf der kleinen Lehmkuhle, 5 ar 57 gm groß und 0,87 Thaler Grundsteuerreinertrag, 2. Flur 29 Nr.— Hofraum mit a) Fabrikgebäude, b) Kesselhaus, c) Lagerhaus, d) Holzlager von 12 ar 83 qm Größe und mit 555 Mk. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Der Versteigerungsvermerk ist am 1. August 1902 in das Grundbuch eingetragen. den 4. September 1902. 245i Königliches Amtsgericht. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenninis gebracht, daß der Feldweg, welcher von dem Kolonate Kleimeier Nr. 26 Jöllenbeck abgeht und über die Bahnstrecke Löhne—Hameln südlich ins Feld führt, wegen Neubaues der Wegeüberführung über genannte Bahnstrecke vom 1. Oktober ab auf die Dauer von etwa 8 Wochen gesperrt wird. Gohfeld, den 9. September 1902. Der Amtmann. I. V. 2481 Wiegand. Kaiser Friedrichs Tagebuch. Ueber Kaiser Friedrichs„Tagebuch“, dessen teilweise Veröffentlichung in der„Deutsch. Rundschau" bekanntlich dem Professor Geffcken von Bismarck ais„Fälschung“ zur Last gelegt wurde, findet sich im neuesten Heft der„Preußischen Jahrb.“ eine Abhandlung des Jenenser Historikers, Prof. O. Lorenz, aus der die Echtheit des Tagebuches und die Unschuld Geffckens hervorgeht. Bekanntlich mußte Prof. Geffcken, der Kaiser Friedrich seit der gemeinsamen Studienzeit in Bonn nahestand, wegen der Verössentlichung des Tagebuches nach Moabit ins Untersuchungsgefängnis wandern. Prof. Lorenz, dem Hause Bismarck bis zum Tode des Altreichskanzlers und auch jetzt noch befreundet, rehabilitiert jetzt Prof. Geffcken, indem er schreibt:„Als nach dem Tode des Kaisers Friedrich das hart angefochtene Tagebuch desselben erschien, glaubte Fürst Bismarck darin einen Angriff auf seine Wirksamkeit erblicken zu sollen. In den„Gedanken und Erinnerungen“ heißt es:„Das Tagebuch ist wohl nicht damals auf den Tag geschrieben, sondern später mit Wendungen vervollständigt worden, durch die höfische Streber den Inhalt glaublich zu machen suchten. Ich habe meiner Ueberzeugung, daß es gefälscht sei... in dem Immediatbericht Ausdruck gegeben. Als ich diesen schrieb, hatte ich keine Ahnung davon, daß der Fälscher in der Richtung von Geffcken, dem hanseatischen Welfen, zu suchen sei.“ O. Lorenz hält diese Auffassung für ganz unhaltbar und fährt fort:„Die kritische Geschichtsforschung kann nicht umhin, gegen diese durch den Namen Bismarck gedeckte Ansicht Stellung zu nehmen, da dieselbe als das letzte Wort des Kanzlers in dieser Angelegenheit der Nachwelt erscheinen muß; was derselbe sonst gelegentlich in der verworrenen Sache äußerte, ist ganz nebensächlich. Von sehr gut unterrichteter Seite wird mir versichert, daß die Kaiserin Friedrich gesagt hätte, die Veröffentlichung Geffckens sei ein Auszug, und die Tagebuchnotizen, die in Versailles niedergeschrieben wurden, seien vom Kronprinzen nachträglich überarbeitet worden. Diesen Mitteilungen eines eingeweihten Mannes kann ich jetzt hinzufügen, daß genau dasselbe auch dem Herzog Ernst(Sachsen=Koburg) seiner Zeit versichert oder bekannt worden ist." Die Rehabilitierung Prof. Geffckens (der übrigens niemals„Welfe“ war) liegt in dem folgenden Schlußurteil des Jenenser Historikers:„Das vor nun einem halben Menschenalter zuerst veröffentlichte Tagebuch ist als Geschichtsquelle von einer fundamentalen Bedeutung, ja, ich stehe nicht an, zu behaupten, daß sich der Herausgeber ein wissenschaftliches Verdienst um die wahre Kenntnis der größten Begebenheiten des vorigen Jahrhunderts erworben hat, da wahrscheinlich noch lange Zeit hingehen dürfte, bis eine authentische neue Ausgabe des originalen Tagebuches des Kronprinzen gestattet sein wird.“ Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Das Ende der Kaisermanöver. Der Kaiser brachte die vorletzte Nacht im Biwak bei Weißensee zu. Er führte auch gestern das Kavalleriekorps, das mit dem blauen 3. Korps von Norden her gegen Kalau anrückte. Hier hatte sich das rote 5. Korps mit der Front nach Norden aufgebaut. Ein heftiges, langandauerndes Gefecht entwickelte sich. Der Kaiser machte mit dem Kavalleriekorps eine Umgehung und attackierte das 5. Korps von Süden her. Am Schluß des Manövers hielt er eine Kritik und kehrte dann über Schwiebus nach Frankfurt a. O. zurück, um nach dem Neuen Palais zu fahren. Dort ist der Kaiser gestern abend gegen 6 Uhr eingetroffen. Anläßlich der Kaisermanöver ist auf die daran beteiligten Truppenteile ein außerordentlich reicher Ordenssegen niedergegangen. Die Ordensverleihungen wurden schon gestern im „Reichsanzeiger“ veröffentlicht und füllen über 6 Druckspalten. Die sogenannte Burentaktik ist auch im Kaisermanöver geübt worden. Sie besteht, wie man weiß, darin, daß die Infanterie in ganz kleinen, weit ausgeschwärmten Trupps vorgeht. Auch die Artillerie wird von der neuen Taktik beeinflußt. Sie wird nicht mehr in großen Massen vereinigt, sondern in einzelnen Batterien und Abteilungen hier und dort aufgestellt. Die Kritiken der englischen Korrespondenten über den vorletzten Tag der deutschen Kaisermanöver sind voller Bewunderung für die Ausdauer der Infanterie und die Wucht der Kavallerie. Die vom Kaiser geführte Attacke der Reiterregimenter habe einen herrlichen Anblick geboten, wäre aber mit so gedrängten Massen im Ernstfalle wohl nicht möglich gewesen. Die Kritiken der Korrespondenten sind durchaus sachlich gehalten. Die englischen Manövergäste. Die englischen Gäste des Kaisers, Generalfeldmarschall Earl Roberts, Generalleutnant John French, Generalmasor Jan Hamilton, Oberst Sclater, Kriegsminister nant Dudley Marjoribanks, Generalleutnant Kelly=Kenny, sind vorgestern mittag aus dem Manövergelände nach Berlin zurückgekehrt und haben im Hotel de Rome und du Nord Wohnung genommen. Abends 11 Uhr setzten sie die Weiterreise nach England fort. Der Deutsche Kronprinz bei den ungarischen Manövern. Der österreichische Kaiser und der Deutsche Kronprinz wohnten gestern vormittag einem großen Reiterkampfe bei Puklo bei und kehrten um 1 Uhr 30 Min. zur Mittagstafel nach Sasvar zurück, wo sie durch stürmische Ovationen begrüßt wurden. Nachmittags besuchte der Kronprinz die Erzherzoge Josef und Rainer und fuhr sodann in das Manövergelände zurück. Aus Sasvar, 12. Sept., liegt noch folgende Meldung vor: Bei dem gestrigen Empfange des deutschen Kronprinzen auf dem Bahnhofe sagte der Obergespan Krarolin:„Wir sind tief bewegt vor Freude, den liebwerten Gast unseres allerseits mit Begeisterung umgebenen Königs in unserer Mitte ehrfurchtsvoll begrüßen zu dürfen.“ Der Kronprinz erwiderte: „Ich freue mich ungemein, nach Ungarn gekommen zu sein, und hoffe, mich hier wohl zu fühlen.“ Vom Posener Oberbürgermeister. Wie man der„Berl. Volksztg.“ berichtet, findet am 24. d. Mts. eine Sitzung des Aufsichtsrates der Nationalbank für Deutschland statt, in der, wie es heißt, Oberbürgermeister Witting in Posen in die Direktion gewählt werden soll. Oberbürgermeister Witting habe mit der Vatignalbank, für Deutschland noch nicht fest abgeschlossen. Die Direktorstelle mit einem Einkommen von ca. 100000 Mk. inklusive Tantièmen sei ihm noch einige Zeit freigehalten worden. Die Regierung bemühe sich, Witting dem Staatsdienst zuzuführen. Man spricht davon, daß Herr Witting an Stelle des demnächst in den Ruhestand tretenden Herrn von Wittenburg Präsident der Ansiedelungskommission werden solle. Die Frage der Fleischnot. Gelegentlich der gestern in Düsseldorf stattgehabten Eröffnung der Provinzial=Tierschau hielt Landwirtschaftsminister v. Podbielski auch bezüglich der jetzt viel erörterten Frage der Fleischnot eine Rede. In derselben führte der Minister aus, daß von einer Viehnot in Deutschland, soweit Rinder und Schafe in Frage kommen, über, haupt keine Rrde sein könne; das Anziehen der Schweinepreise sei eine vorübergehende, alljährlich im Sommer eintretende Erscheinung. Wenn diese diesmal in besonderer Schärfe hervortrete, trage der Futterreichtum dieses Sommers, andererseits aber auch die Klagen eines Teiles der Presse über Fleischmangel, welche manche Landwirte zur Zurückhaltung veranlaßte, mit die Schuld daran. Von einer erweiterten Oeffnung der Grenze für die Schweineeinfuhr könne aus diesen Gründen, andererseits wegen der Seuchengefahr keine Rede sein. Die Ansprache klang in ein Hoch auf die rheinische Landwirtschaftslammer ans. Das Buch Krügers. Das Buch Krügers wird am 15. November unter dem Titel„Krügers Memoiren“ und zwar gleichzeitig in 3 Sprachen in London, München und dem Haag erscheinen. Eine französische Ausgabe ist gleichfalls in Aussicht genommen. Gleichzeitig sind Vorkehrungen getroffen für das Erscheinen in anderen Sprachen. Das Werk enthält die Lebensgeschichte Krügers und erstreckt sich bis zum Friedensschluß. Abreise der Burengenerale aus London. Die Abreise der Burengenerale beschreibt die Londoner „Westminster Gazette“ wie folgt:„Das Geheimnisvolle, das die Bewegung der drei Burengenerale umgiebt, war auch diesen Nachmittag, als sie ihr Hotel verließen, um sich nach Holland zu begeben, vollständig beibehalten. Es war mit einem gewissen Aufwand von Autorität behauptet worden, daß die Reisenden zusammen um drei Uhr abreisen würden, jedoch kurz nach zwei Uhr bestieg General Botha(mit dem bereits gewohnten Anzug, Fraa und Cylinder bekleidet) einen ihn erwartenden Wagen, in dem eine Dame saß, und fuhr in der Richtung der Docks fort; wahrscheinlich wollte der General seinen Gefährten vorausgehen. Einige Minuten, nachdem General Botha abgereist war, wurde das gemeinsame Gepäck der drei Reisenden unter der Aufsicht der Hotelbediensteten in einen großen Eisenbahnwagen gepackt. Nicht weniger als 25 Koffer und Taschen wurden in den Wagen gethan, und da alle Gepäckstücke sozusagen neu, und jedes mit dem Namen 11I Hierzu Beilage, Unterhaltungsbeilage und Illustriertes Sonntagsblatt. von einem der Generale gezeichner war, wurde es klar, daß die Einkäufe der Burenführer in London in großem Stile gemacht worden waren. Die Zahl der Hutschachteln war ansehnlich; auch wurden mehrere Flintenfutterale unter dem Gepäck bemerkt. Zwei Polizisten waren den ganzen Nachmittag beschäftigt, die Menschenmenge, die der Wunsch, der Abreise beizuwohnen, herbeigelockt hatte, zum Weitergehen zu bewegen. Aber es war eine sehr ruhige, nicht zu lauten Kundgebungen aufgelegte Menge, sehr verschieden in ihrem Verhalten von derjenigen, welche die Ankunft der Generale auf dem Waterloo=Bahnhofe erschwerte. Man vermißt den malerischen Feldanzug, den uns die illustrierten Blätter in den Tagen, die jetzt glücklich vorüber sind, so vertraut gemacht haben.“ Lage in China. Zwei französische Beamte der Luhan=Eisenbahn wurden zwischen Peking und Paotingfu von Chinesen angegriffen und beinahe getötet. Eine große Summe Geld, die zur Lohnzahlung an die Arbeiter bestimmt war, wurde geraubt. Ein kaiserliches Edikt macht die Absetzung zweier Beamten des Bezirks der Provinz Hunan bekannt, in welchem die beiden englischen Missionare Bruce und Lewis ermordet wurden. Zwei an der Mordthat beteiligte Chinesen sind entkauptet worder. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 13. September 1902. * Verschiedene Probeausstellungen am Kurfürsten=Denkmal finden im Laufe der nächsten Woche statt. Den Anfang machen am Montag vormittag 11 Uhr die Schulen. Der Kriegerverein tritt Montag abend 7¼ Uhr an; hierzu verweisen wir noch auf das betreffende Inserat in der Beilage der heutigen Nummer. Donnerstag abend 6¾ Uhr erfolgt die Probeaufstellung aller Vereinsdeputationen. * Die Figur für das Kurfürstendenkmal trifft am Donnerstag hier ein; für diesen Tag hat auch Bildhauer Wefing sein Eintreffen angekündigt. — Für die Denkmal=Einweihungsfeier am 26. d. Mts. sandte uns die Firma Aug. Leisegang=Barmen Muster von Festabzeichen, welche für die bevorstehende Feier zu empfehlen sein dürften. Da ein einheitlicher Festschmuck für die Spalierbildung in jeder Hinsicht zu bevorzugen ist, so empfiehlt es sich, seitens der Vereine und Schulen diese Abzeichen frühzeitig geschlossen zu beziehen. Wir verweisen auf die Annonce in heutiger Nummer. *∆„Die Verwendung der Elektrizität im Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk", so betitelt sich eine soeben auf Veranlassung des Magistrats im Druck erschienene Broschüre, welche den Bauleiter dieses städtischen Werkes, Herrn Bokelmann, zum Verfasser har. Derselbe giebt darin eine populär gehaltene Besprechung über das Wesen der Elektrizität, der in Frage kommenden Verwendungsarten und deren Kosten sowie eine Beschreibung des Werkes selbst, um somit den Interessenten eine Entschließung betreffs Verwendung elektrischer Energie zu erleichtern. Diese namentlich für unsere Gewerbetreibenden höchst wertvolle Arbeit wird ihren Zweck um so mehr in bester Weise erfüllen, da die Broschüre für jedermann leicht verständlich ist; von besonderem Wert ist es auch, daß sich jeder nach der gegebenen Anleitung selbst berechnen kann, was ihm der Bezug von elektrischem Strom kostet. Die Broschüre ist auf dem Rathaus I, Zimmer Nr. 5, kostenlos zu haben. = Geistliche Musik=Aufführung. Hiermit weisen wir unsere Leser nochmals hin auf die kirchenmusikalische „Ernte=Feier", welche am morgigen Sonntag, 14. Sept., abends 8 Uhr, durch den Radewiger Kirchenchor in der Jakobi=Kirche veranstaltet wird. Der Besuch ist jedem zu empfehlen.— Programme(à 50 Pfg.) sind noch zu haben in der Menckhoff'schen Buchhandlung am Alten Markt und bei Herrn Buchbinder Frensemeier, Radewiger Straße. * Koch= und Haushalts=Abendschule. Für den 15. Oktober steht wieder der Beginn eines neuen Kursus bevor. Auf den in der Beilage abgedruckten diesbezüglichen Appell weisen wir hiermit noch besonders hin. *.* Ein Diner zu 25 Kouverts fand gestern im Kurpark zu Salzuflen statt und zwar wurde dasselbe von der Kleinbahngesellschaft im Anschluß an die erfolgte Abnahme der Bahn gegeben. Zugegen waren der lippische Staatsminister, mehrere andere Vertreter der lippischen Regierung, Herr Landrat Dr. von Borries, Vertreter des Magistrats und der Stadtverordneten von Salzuflen und Herford, Vertreter der fürstlichlippischen Kammer, Mitglieder des Aufsichtsrats der Kleinbahn und einige andere geladene Gäste. Der Herr Landrat brachte das Hoch auf den Kaiser und den Grafregenten Ernst aus. Namens der Kleinbahngesellschaft dankte Herr v. Laar=Herford den lippischen Behörden und toastete auf den Staatsminister, während dieser ein Hoch auf die gedeihliche Entwickelung des neuen Unternehmens ausbrachte. Herr Direktor Horstmann sprach den Dank namens des Aufsichtsrats aus und hofft, daß die noch schwebenden Streitfragen unter dem Gesichtspunkte des öffentlichen Interesses ihren friedlichen Ausgleich finden. Die Konzertmusik wurde von der Salzufler Badekapelle ausgeführt. = Obstmarkt in Herford. Der Obst= und GartenbauVerein für Herford und Umgegend veranstaltet, wie schon erwähnt, in diesem Jahre am 6. und 7. Oktober in der Aeckerschen Turnhalle einen Obstmarkt. Zweck desselben ist, dem Käufer gutes Obst preiswert zu liefern und dem Verkäufer die Kosten des Zwischenhandels zu sparen. Zugelassen wird nur gepflücktes und sortiertes Tafelobst und gepflücktes Wirtschaftsobst. Fallobst ist gänzlich ausgeschlossen. Das Obst muß in Körben zu 50 und 75 Pfund gut verpackt eingeliefert werden. Zum Verpacken eignet sich am besten Holzwolle, Roggenstroh oder geruchfreies Heu. Zwischen je zwei Schichten muß eine dünnere Lage Packmaterial gebracht, auch der Boden und die Seitenwände gehörig ausgepolstert, sowie obenauf noch eine besonders dicke Schicht gebracht werden. Diese kleine Mühe macht sich beim Verkaufe reichlich bezahlt. Jedermann kann Obst anliefern, nur Händler sind ausgeschlossen. Die Obstverkaufsstelle reichlich zu beschicken, liegt im eigensten Interesse der Verkäufer, denn nur auf diese Weise können sie darauf rechnen, eine feste und treue Kundschaft zu gewinnen. Welch großen Wert dieses besonders in obstreichen Jahren hat, braucht hier wohl nicht näher erörtert zu werden. Das Komitee, bestehend aus den Herren Oekonom BeckmannEickum, Riepe=Herford, Obergärtner Struwe=Felsenkeller und Kaufmann C. H. Tödtmann=Herford, dürfte wohl für die praktische und umsichtige Ausführung des Obstmarktes Gewähr leisten. Etwa fehlende Körbe können am 1. Oktober im evangelischen Vereinshause in Herford gegen Erstattung des Selbstkostenpreises in Empfang genommen werden, doch müssen die Bestellungen auf solche Körbe spätestens bis zum 25. September bei Herrn C. H. Tödtmann angemeldet werden. Die näheren Bedingungen und Anmeldungsformulare werden den Produzenten vom Komitee direkt übersandt. Sollte jemand aus Versehen übergangen werden, so möge sich derselbe an die Komitee=Mitglieder oder an den Wirt im evangelischen Vereinshause wenden. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß der Obstmarkt sowohl für Käufer wie Verkäufer in jeder Weise zufriedenstellend ausfällt. *— Der Turnerbund veranstaltet heute abend in Piepers Lokal ein Rekruten=Abschiedskränzchen. Stiftberger Turnerbund. Für morgen steht auch die Veranstaltung einer Turnerfestlichkeit bevor. Wie schon im Inseratenteil angekündigt, feiert am Sonntag der Stiftberger Turnerbund in Tiemeyers Lokal sein 15jähriges Stiftungsfest. Das Programm bietet Konzert, Schauturnen und Ball. * Gesangverein„Lätitia". Durch Gesangsvorträge und Ball begeht morgen von nachmittags 4 Uhr an dieser Verein im Bahnhofshotel die Feier seines diesjährigen Stiftungsfestes. * Gesangverein„Sängerwarte". In Brinkmanns Lokal hält am Sonntag dieser Verein sein diesjähriges(3.) Stiftungsfest ab. Die Feier besteht aus Vokal= und Instrumentalkonzert sowie Ball. Der Beginn des Konzerts ist auf nachmittags 4 Uhr festgesetzt. . Konzessionserteilung. Herrn Kaufmann Heinrich Heinig aus Bielefeld, der die Pieper'sche Wirtschaft vor dem Rennthor käuflich erworben hat, ist zum Betriebe der Schankwirtschaft die Konzession erteilt worden. # Auf dem Gebiete der Festdekorationen nimmt, wie man uns schreibt, die Firma Rheinische Fahnenfabrik Wilhelm Hammann, Düsseldorf wohl die erste Stelle in Deutschland ein. Die Hauptdekoration der Städte Dortmund, Elberfeld, Bohwinkel und Düsseldorf anläßlich der Besuche Sr. Majestät des Kaisers sind von genannter Firma ausgeführt, ebenso die Gesamtdekoration der Stadt Frankfurt a. d. O., wo der Kaiser am 6. September weilte.— Für den unserer Stadt bevorstehenden Besuch Sr. Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen hat die Firma Wilhelm Hammann dem Herrn Fr. Zumbansen, Neuer Markt, welchem u. a. auch der Bau und die Dekoration des Ehrenzeltes am Bahnhof sowie die Beflaggungen seitens der Stadt übertragen wurde, großes Lager in Dekorationsgegenständen aller Art übergeben. Kataloge werden auf Wunsch gern gratis verabfolgt. #e Elverdissen, 13. Sept. Viehmarkt. Trotz der ungünstigen Witterung war der gestern hier abgehaltene Viehmarkt noch gut besucht. Aufgetrieben waren einige Pferde und ca. 10 Kühe, für welche die Preise sehr hoch waren. In Schweinen, welche ziemlich stark angefahren waren, ging der Handel flott von statten. Bezüglich der Bewirtung sah es zunächst recht mangelhaft aus, da der bisherige Wirt nicht erschienen war. Die Ortspolizei sorgte aber durch Hinzuziehung eines andern Wirtes dafür, daß auch die Bewirtung nichts zu wünschen übrig ließ. r Herringhausen, 12. Sept. Diebstahl. In einer der letzten Nächte sind dem Werkführer Aug. Läge hier verschiedene zum Bleichen aufgehängte Wäschegegenstände entwendet worden. * Oetinghausen, 12. Sept. Ihre silberne Hochzeit feiern am 16. d. Mts. die Eheleute Werkmeister Budde hier. Möge es dem Paare vergönnt sein, dereinst rüstig und zufrieden auch die goldene Jubelfeier begehen zu können. r Oetinghausen, 12. Sept. Diebstahl. Nachts wurde kürzlich dem Neubauer Hüllinghorst die Wäsche gestohlen, welche im Freien aufgehängt war. ** Enger, 12. Sept. Die Generalversammlung der Westsälischen Lehrerwitwen= und Waisenkasse findet am 27. September, nachmittags 3 Uhr, in Pörtners Lokal hier statt. =i Enger, 12. Sept. Schweineseuche. Unter dem Schweinebestande des Kistenarbeiters Middelmann hier ist der Rotlauf ausgebrochen. ∆ Enger, 13. Sept. Des Militärs Dank. Für die überaus liebevolle Aufnahme, welche hier von der Bürgerschaft das Militär gefunden, hat der Kommandeur des Bataillons sich persönlich bei unserem Ortsvorsteher, Herrn Koch, bedankt. *4 Enger, 13. Sept. Krieger= und Wittekind=Denkmal. Gestern abend hielt die Baukommission eine Sitzung ab. Es handelte sich vor allem in der Besprechung um die Anbringung der Namen der gefallenen Krieger an dieses Denkmal und zwar ob dieselben auf Bronzetafeln kommen sollen oder ob die Inschriften in den Sandstein einzugravieren sind, wodurch sich das Denkmal wesentlich wuchtiger ausnehmen würde. Da demnächst Bildhauer Wesing hier eintrifft, soll mit ihm noch über diese Frage der Denkmalsausschmückung gesprochen werden. Das Modell für das Monument ist bereits fertig. es Spenge, 11. Sept. Zum Manöver. Ueber 1000 Soldaten sind seit heute hier in Quartier. Mehrere Sonderzüge brachten die Truppen bis Bahnhof Spenge. Von da„tippelte“ jeder seiner neuen Kaserne zu. Ueberall wurden die sonnverbrannten Marsjünger mit Freuden empfangen. Die Bewirtung wird nichts zu wünschen übrig lassen, damit alle morgen fröhlich ins Manöver ziehen. Vier Schwadronen der Kaiser Nikolaus II. Husaren kamen heute nachmittag hier durch, um in Groß=Aschen Quartier zu nehmen. e Gohfeld, 12. Sept. Haushaltungsschul:. Am Montag, den 22. d. Mts., vormittags 11 Uhr, findet die öffentliche Prüfung in der hiesigen Haushaltungsschule statt. * Vlotho, 12. Sept. Viehmarkt. Der gestrige Viehmarkt war mit Rindvieh und Schweinen reich beschickt. Der Handel war jedoch recht flau. Es hatten sich nur wenig Handelsleute eingefunden. Die Viehpreise, namentlich unter den Schweinen, sind gesunken. Das Paar 6=Wochen=Ferkel kostete durchschnittlich 20 Mk., Stangen wurden mit 30 bis 50 Mk. und Sauen mit 60—90 Mk. bezahlt. Für gute Milchlühe wurden 250 Mk. erzielt. Aus Provinz und Nachbarstaaten. * Hameln, 12. Sept. Die Oberweser=Personen=Dampfschiffahrt wird mit dem 15. September eingestellt. Der Dampfer„Kaiser Wilhelm" fährt an diesem Tage zum letzten Male thalwärts; eine Bergfahrt findet nicht mehr statt. Der Verkehr hat sich trotz des ungünstigen Sommers weiter gehoben; die Zahl der Passagiere wird auf ca. 40 000 veranschlagt gegen rund 30000 in der Saison 1901. Unter den Passagieren befanden sich viele Touristen. aus Westfalen, Rheinland und Holland. * Leineselde, 12. Sept. Vom Blitz erschlagen. Auf der Feldmark zwischen hier und Wanfried wurden gestern bei einem schweren Gewitter vier Arbeiter vom Blitz erschlagen. * Hamburg, 12. Sept. Die gestohlene Briefmarkensammlung. Die wertvolle Briefmarken= und Münzensammlung des Konsuls Weber, die bekanntlich dessen Privatsekretär Roth gestohlen hatte, wurde bei einem Londoner Markenhändler beschlagnahmt, der Roth achttausend Mark dafür gegeben hatte. Auf die Herbeischaffung der Sammlung waren bekanntlich zehntausend Mark Belohnung ausgesetzt. Vermischtes. Das Kaiser Friedrich=Denkmal für Bremen wird Bildhauer Tuaillon in Rom ausführen. Es wird ein bronzenes Reiterstandbild werden, das den Kaiser in idealisierter Auffassung in antiker Imperatorentracht unter Anlehnung an Michel Angelos Mediceer-Gestalten, darstellt. Rose der Kaiserin. Bei der Einweihung der Kapernaum=Kirche erwähnte, so erzählt ein Berliner Blatt nachträglich, Pastor Diestelkamp einen alten Mann, dessen Wunsch es schon vor zehn Jahren war, daß die Kirche erbaut werde. Der Greis, der 83 Jahre alte pensionierte Lehrer Müller, sei zu gebrechlich, um selbst zur Einweihung zu kommen. Da habe er sich vor sein Haus tragen lassen, um wenigstens den Turm der neuen Kirche und das Kaiserpaar im Vorüberfahren sehen zu können. Schon vorher hatte die Kaiserin einiges über dieses älteste Mitglied der Gemeinde Nazareth erfahren und hatte angeordnet, daß ihr Wagen an dem Hause etwas langsamer vorüberfahren solle, um dem alten Herrn Gelegenheit zu geben, das Kaiserpaar recht deutlich zu sehen. Als die Einweihung vorüber war, trat die Kaiserin an Pastor Diestelkamp heran, erkundigte sich nach dem Greis und sprach, indem sie aus ihrem Blumenstrauß eine Rose hervorzog:„Herr Pastor, ich muß immer an den alten frommen Mann aus der Müllerstraße denken. Geben Sie dem Einsamen diese Rose als Gruß von seiner Kaiserin.“ Der unbestätigte Bürgermeister Kauffmann kehrt nächste Woche aus Friedrichsroda nach Berlin zurück und beabsichtigt vorläufig seine Amtsgeschäfte als Stadtrat wieder aufzunehmen. (Fortsetzung in der Beilage.) Telegramar und Teiephonische Weldunges. Spaltung der Burenführer. Haag, 13. Sept. Die erste Folge des Scheiterns der Londoner Verhandlungen wird eine vollständige Spaltung der Burenführer sein. Die unversöhnliche Gruppe unter Krüger, Leyds und Reitz wird fortan ihre eigenen Wege gehen, während Botha versuchen wird, durch loyale Gesinnung praktische Vorteile für die Buren zu erreichen. Machen Sie einen Versuch mit Goldene Medaille von Paris 1885 ## Von vielen Aerzten bestens empfohlen. Eigenhändiges Dankschreiben T’ohonchitte des Fürsten Bismarak 1885. Lebensbille Gegründet 1863. von A. Hellmich in Dortmund. 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Hauptwerk und Supplement zusammen: In 3 hocheleganten gediegen ausgestatteten Prachtbänden, in Karton, 1 Modellen, 39 bunten Tafeln, 480 Illustrationen und 2839 Seiten Text, Mark 22.50 Io)er Verfasser dieser für die leidende Menschheit so überaus bedeutungsvollen Arbeit ist praktischer Vertreter und Lehrer der Naturheilkunde, hygienischer Fachschriftsteller, sowie ehemaliger Leiter verschiedener Naturheilanstalten. In gemeinverständlicher, klarer und überaus anziehender Darstellung werden dem Leser sämtliche Krankheiten in ihrer Entstehung, im Ausbruch und weiteren Verlauf vor Augen geführt und die denkbar besten Ratschläge zu ihrer Verhütung und Heilung erteilt: vortreffliche schwarze und farbige Illustrationen erleichtern wesentlich das Verständnis der Kurvorschriften und ermöglichen ihre richtige Befolgung. 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Wer sich über den Bau des Körpers, die inneren Organe und deren Funktionen unterrichten wil der lese Platen, denn die Neuauflage enthält nunmehr nicht weniger als 10 farbige, naturgetreue, bis in die kleinsten Teile zerlegbare Modelle: Der mannliche Körper= Der weibliche Körper Der Kopf= Das Auge- Das Ohr= Die Nase* Der Kehlkopf= Das Herz- Der Magen= Die Lungen. 30 künstlerisch vollendete Buntdrucktafeln: Packungen= Dampfbäder= Güsse= Bäder= Frauenkrankheiten= Kinderkrankheiten= Die weibliche Brust Haut= und Geschlechtskrankheiten= Flechtenleiden= knochenbrüche= Harnuntersuchungen= Heilpflanzen Lungen=, Berz=, Leber= und Nierenerkrankungen- Darmkrankheiten= Gehirnkrankheiten= Magenkrankheiten. Die chronischen und akuten Teiden aller Art die Krankheiten des Nervensystems, Neurasthenie, Hypochondrie, Hysterie, Neuralgie, Lähmungen, Krampfzustände, Migräne, Schlaflosigkeit 2c. 2c., Schwächezustände der mannigfachsten Art, Gehirn= und Rückenmarkskrankheiten, Herzleiden, Rheumatismus, Gicht, Hüftweh(Ischias), Medizinsiechtum, Hämorrhoidal=, Magen= und Darmleiden, Verdauungsstörungen, Leber=, Nieren=, Blasen= und Geschlechtskrankheiten, Augen=, Ohren= und Halskrankheiten, Kopf= und dem Ankaufe anderer im Gebrauch Zahnschmerzen, Krankheiten der Atmungsorgane, Asthma, Schwindsucht, Tuberkulose, Lungenentzündung, Blutlaufsund Ernährungsstörungen, Fettsucht, Wassersucht, Skrofulose, rhachitische Zustände, Zuckerkrankheit(Zuckerharnruhr), Bleichsucht und Blutarmut, Muskel= und Knochenerkrankungen, Geschwüre, Wunden, Verbrennungen, Vergiftungen, Knochenbrüche, Verrenkungen, Verstauchungen, Erkältung und die dadurch entstehenden Krankheiten, die Influenza und ihre Folgeerscheinungen, werden ganz besonders eingehend vom Verfasser behandelt. Die Infektionskrankheiten(Diphtheritis, Bräune, Keuchhusten, Masern, Scharlach, Pocken 2c.), Cholera, Ruhr, Frauen= und Kinderkrankheiten, Schwangerschaftsbeschwerden, Wochenbetterkrankungen, geheime Leiden 2c. werden in ihren einzelnen Stadien vorgeführt und ausführlich besprochen. Ratschläge zur Rettung, zur Behandlung und zur Fortschaffung Verunglückter, in gewerblichen Betrieben Verletzter, zur schnellen Hilfe bei Vergiftungen, Anweisungen über Krankenpflege und Krankenkost greifen wir als einige weitere allgemein interessierende Kapitel heraus. Bekannte und erprobte Kuren, wie die Wasserkur, die Diätkur, die Wollkur, die Luftlichtkur, die Massage, die Heilgymnastik, der Heil= oder Lebensmagnetismus, der Hypnotismus, die Elektrizität, die Homöopathie, der Baunscheidtismus, die Sonnenätherstrahlenkur, die Pflanzensäftekur Glünickes, die Lehren von Prießnitz, Kneipp, Rikli 2c. 2c. werden ebenfalls eingehend erörtert, so daß das Platensche Buch die vielen kleinen Spezialwerke vollkommen entbehrlich macht. In längeren Artikeln werden im„Platen“ die Faktoren der naturgemäßen Lebensweise, Luft, Licht, Wasser, Wärme, Nährweise, Bewegung, Ruhe, Kleidung, Bettung, Wohnung 2c., gewürdigt, und da häufig gerade gegen die wichtigsten Vorbedingungen zur Erhaltung einer guten Gesundheit(oft freilich unwissentlich) verstoßen wird, so dürfte ein Hinweis auf diese außerordentlich anziehend geschriebenen Kapitel hier wohl am Platze sein. Dadurch, daß in dem Buche in alphabetischer Reihenfolge Erscheinungen, Dauer und Verlauf jeder vorkommenden Krankheit, mit genauer Bezeichnung des Krankheitsnamens, aufgeführt werden, ist dem Leser die Möglichkeit gegeben, ohne besonderen Rat und fremde Hilfe eine Kur zu beginnen und erfolgreich zu Ende zu führen. Aus der Fülle der ausgezeichneten Illustrationen des Werkes(Abbildungen der Abwaschungen, Wickelungen, Packungen, Umschläge, Bäder, Dampfbäder, Güsse, Einspülungen, der Massage, der Heilgymnastik, von Geschlechts= und autkrankheiten, der Verbände bei Verwundungen, der ersten Hilfe bei Unglücksfällen, des Krankentransports, der Krankenpflege, der Heilpflanzen, des menschlichen Körperbaues) können wir bei dem knappen Raum nur einen geringen Bruchteil auf der nächsten Seite wiedergeben; von den in sauberstem Zwölffarbendruck ausgeführten 39 Chromotafeln konnte leider keine reproduziert werden, so daß dieser Prospekt nur ein ungefähres Bild der reichen illustrativen Ausstattung ermöglicht. Der Supplement=Gand zu„Hlaten“ das vollkommenste und wissenschaftlich wertvollste Ergänzungswerk zu allen Naturheilbüchern enthält sowohl für Eheleute als auch Unverheiratete wertvolle Winke und Aufklärungen über viele bisher wenig bekannte Dinge, die unter Zugrundelegung der besten Quellen hier zum ersten Male im Zusammenhange mit der Naturheilkunde behandelt werden. Einige Kapitelüberschriften mögen die Vielseitigkeit des Inhalts des Supplements erhärten. Eheleben-Kindererziehung—Schönheitspflege vom hygienischen Standpunkte— Milchkuren, Molkenkuren— Bäder und Sommerfrischen— Geisteskrankheiten Irrenwesen der Gegenwart— Auswanderung in fremde Klimate— Sexuelle Perversionen— Heilsystem Glünicke Diätetische Nahrungsergänzungsmittel Julius Hensels— Vivisektion—. Röntgenstrahlen— Harnuntersuchung— Kinderdiätetik— Alkohol und Tabak— Ansteckung— Brillen, Augengläser— Sympathie und Antipathie 2c. 2c. Platen ist das einzige Werk auf dem Gebiete der Naturheilkunde, welchem Gold. Medaille u. Ehrenpreis Dresden höchste Auszeichnung der Jubiläums=Ausstellung für spgiene. Gold. Medaille u. Ehrenpreis Leipzig 1900 höchste Auszeichnung der Allgemeinen Ausstellung tür volkswohl. verliehen wurden. — Goldene Medaille Gera 1900— einzige höchste Auszeichnung für Litteratur der Thüring. Allgem. Ausstellung kür hpgiene etc. Gold. Medaille u. Ehrenpreis Hamm i. w. 1900 höchste Auszeichnung der Gewerblichen Ausstellung. Gold. Medaille mit der Krone und Ehrendiplom Wien 1900 höchste Auszeichnung des Mied.=Oesterr. Frauen=Gewerbe=Vereins. Gold. Medaille u. Ehrenpreis Halle a. s. 1900 höchste Auszeichnung d. Ausstellung k. Gesundheits= u. Mohlkahrtspflege. Ehrendiplom zur Goldenen Medaille Strassburg i. E. 1900 Ehrendiplom zur Goldenen Medaille und Ehrenpreis Berlin 1900 höchste Auszeichnung der Allgemeinen Ausstellung kür Gesundheitspflege etc. höchste Auszeichnung er Ersten Werliner Ausstellung kür volksverständliche Gesundheitspilege. Goldene Medaille Neapel 1900 lopgiene=Ausstellung. Ehrenkreuz und Goldene Medaille Posen 1901 Ehrenkreuz und Goldene Medaille Paris 1901 der Internationalen Ausstellung kür Bogiene. K• K. F Bücher-Bestellzettel. An den sc Lieferung franko per Post. ng des Werkes. Spezialvertrieb von Platen,„Die Neue Heilmethode“ der Buchhandlung Karl Block Breslau I, Feldstrasse 31c. ge dieses nützlichen sird höflichst gebeten. Beifolgende Bestellkarte bitte ich zur Erteilung Ihres geschätzten Auftrages zu benützen. Die Lieferung erfolgt sofort franko per Post ohne Portoberechnung. Breslau l. arnt, da sich dieselben mit 14 Goldenen Miedaillen und 6 Ehrenpreisen prämüirt. Wer sich und den Seinen die Gesundheit erhalten und Krankheiten vorbeugen will, der lese die neue, wesentlich verbesserte und vermehrte Auflage von Neue Auflage! Die Neue Heilmethode Lehrbuch der naturgemäßen Lebensweise, der Gesundheitspflege und der arzneilosen Heilweise. 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In gemeinverständlicher, klarer und überaus anziehender Darstellung werden dem Leser sämtliche Krankheiten in ihrer Entstehung, im Ausbruch und weiteren Verlauf vor Augen geführt und die denkbar besten Ratschläge zu ihrer Verhütung und Heilung erteilt: vortreffliche schwarze und farbige Illustrationen erleichtern wesentlich das Verständnis der Kurvorschriften und ermöglichen ihre richtige Befolgung. Jeder, der das Buch auch nur oberflächlich durchblättert, wird erstaunt sein über die Fülle des Wissenswerten, das so übersichtlich auf einen verhältnismäßig knappen Raum zusammengedrängt ist. Platen giebt Ratschläge für die Selbstbehandlung und Heilung aller Krankheiten auf die billigste, einfachste und ungefährlichste Art. Wer sich über den Bau des Körpers, die inneren Organe und deren Funktionen unterrichten will der lese Platen, denn die Neuauflage enthält nunmehr nicht weniger als 10 farbige, naturgetreue, bis in die kleinsten Teile zerlegbare Modelle: Der männliche Körper= Der weibliche Körper Der Kopf Das Auge- Das Ohr= Die Nase= Der Kehlkopf= Das Herz- Der Magen= Die Lungen. 30 künstlerisch vollendete Buntdrucktafeln: Packungen- Dampfbäder= Güsse= Bäder= Frauenkrank paut= und Geschlechtskrankheiten= Flechtenleiden= knoche Lungen=, Berz=, Leber= und Nierenerkrankungen- Darmkra Der Unterzeichnete betellt hiermit infolge des Prospektes, welcher der Zeitung beilag, bei der Buchhandlung Karl Block, Breslau. Feldstrasse 31c Die chronitchen und anu Platen, Die Neue Heilmethode die Krankheiten des Nervensystems, Neurasthenie, Hypochondri Migräne, Schlaflosigkeit rc. 2c., Schwächezustände der mannigfach leiden, Rheumatismus, Gicht, Hüftweh(Ischias), Medizinsiechtum, störungen, Leber=, Nieren=, Blasen= und Geschlechtskrankheiter Hauptwerk und Supplement zusammen in 3 Bände elegant geb. Mk. 22.50 Neue Ausgabe mit 10 zerlegbaren Modellen und 39 Chromotafeln wünscht Zusendung sofort franko per Post und verpflichtet sich zur Zahlung von monatlich 3 Mark. Als Erfüllungsort der Zahlungsverbindlichkeit wird Breslau anerkann Ort und Wohnung(Datum): Name und Stand: Zahnschmerzen, Krankheiten der Atmungsorgane, Asthma, Schwindsucht, Tuberkulose, Lungenentzündung, Blutlaufsund Ernährungsstörungen, Fettsucht, Wassersucht, Skrofulose, rhachitische Zustände, Zuckerkrankheit(Zuckerharnruhr), Bleichsucht und Blutarmut, Muskel= und Knochenerkrankungen, Geschwüre, Wunden, Verbrennungen, Vergiftungen, Knochenbrüche, Verrenkungen, Verstauchungen, Erkältung und die dadurch entstehenden Krankheiten, die Influenza und ihre Folgeerscheinungen, werden ganz besonders eingehend vom Verfasser behandelt. Die Infektionskrankheiten(Diphtheritis, Bräune, Keuchhusten, Masern, Scharlach, Pocken 2c.), Cholera, Typhus, Ruhr, Frauen= und Kinderkrankheiten, Schwangerschaftsbeschwerden, Wochenbetterkrankungen, geheime Leiden 2c. werden in ihren einzelnen Stadien vorgeführt und ausführlich besprochen. Ratschläge zur Rettung, zur Behandlung und zur Fortschaffung Verunglückter, in gewerblichen Betrieben Verletzter, zur schnellen Hilfe bei Vergiftungen, Anweisungen über Krankenpflege und Krankenkost greifen wir als einige weitere allgemein interessierende Kapitel heraus. Bekannte und erprobte Kuren, wie die Wasserkur, die Diätkur, die Wollkur, die Luftlichtkur, die Massage, die Heilgymnastik, der Heil= oder Lebensmagnetismus, der Hypnotismus, die Elektrizität, die Homöopathie, der Baunscheidtismus, die Sonnenätherstrahlenkur, die Pflanzensäftekur Glünickes, die Lehren von Prießnitz, Kneipp, Rikli 2c. 2c. werden ebenfalls eingehend erörtert, so daß das Platensche Buch die vielen kleinen Spezialwerke vollkommen entbehrlich macht. In längeren Artikeln werden im„Platen“ die Faktoren der naturgemäßen Lebensweise, Luft, Licht, Wasser, Wärme, Nährweise, Bewegung, Ruhe, Kleidung, Bettung, Wohnung 2c., gewürdigt, und da häufig gerade gegen die wichtigsten Vorbedingungen zur Erhaltung einer guten Gesundheit(oft freilich unwissentlich) verstoßen wird, so dürfte ein Hinweis auf diese außerordentlich anziehend geschriebenen Kapitel hier wohl am Platze sein. Dadurch, daß in dem Buche in alphabetischer Reihenfolge Erscheinungen, Dauer und Verlauf jeder vorkommenden Krankheit, mit genauer Bezeichnung des Krankheitsnamens, aufgeführt werden, ist dem Leser die gegeben, ohne besonderen Rat und fremde Hilfe eine Kur zu beginnen und erfolgreich zu Ende zu führen. Aus der Fülle der ausgezeichneten Illustrationen des Werkes(Abbildungen der Abwaschungen, Wickelungen, Packungen, Umschläge, Bäder, Dampfbäder, Güsse, Einspülungen, der Massage, der Heilgymnastik, von Geschlechts= und Hautkrankheiten, der Verbände bei Verwundungen, der ersten Hilfe bei Unglücksfällen, des Krankentransports, der Krankenpflege, der Heilpflanzen, des menschlichen Körperbaues) können wir bei dem knappen Raum nur einen geringen Bruchteil auf der nächsten Seite wiedergeben; von den in sauberstem Zwölffarbendruck ausgeführten 39 Chromotafeln konnte leider keine reproduziert werden, so daß dieser Prospekt nur ein ungefähres Bild der reichen illustrativen Ausstattung ermöglicht. Der Supplement=and zu„Platen“ das vollkommenste und wissenschaftlich wertvollste Ergänzungswerk zu allen Naturheilbüchern enthält sowohl für Eheleute als auch Unverheiratete wertvolle Winke und Aufklärungen über viele bisher wenig bekannte Dinge, die unter Zugrundelegung der besten Quellen hier zum ersten Male im Zusammenhange mit der Naturheilkunde behandelt werden. Einige Kapitelüberschriften mögen die Vielseitigkeit des Inhalts des Supplements erhärten. Eheleben-Kindererziehung Schönheitspflege vom hygienischen Standpunkte— Milchkuren, Molkenkuren— Bäder und Sommerfrischen— Geisteskrankheiten Irrenwesen der Gegenwart— Auswanderung in fremde Klimate— Sexuelle Perversionen— Heilsystem Glünicke Diätetische Nahrungsergänzungsmittel Julius Hensels— Vivisektion—. Röntgenstrahlen— Harnuntersuchung— Kinderdiätetik— Alkohol und Tabar— Ansteckung— Brillen, Augengläser— Sympathie und Antipathie 2c. 2c. Platen ist das einzige Werk auf dem Gebiete der Naturheilkunde, welchem Gold. Medaille u. 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Das Aufladen eines Verletzten bei einem Unterschenkelbruche auf eine Tragbahre. Die Güsse nach Kneipp. Der Schenkelguß. Köntgenstrahlen. Die photographische Aufnahme einer Hand mit Hilfe der Röntgenstrahlen. Die Blutgefähe des Magens. Wann, wieviel und wie sollen wir essen und trinken. knochenbrüche. Ein einfacher Bruch des Unterschenkels. Zeilggmnaltik. Das Rückenwälzen. Die Augenmalsage. Dampfbäder. Das Arm= und Handdampfbad. Verbände. Notverband eines Unterschenkelbruches. Der Mastwurm. (Zum Artikel: Bandwurm) Verbände. Die Achterbinde für den Fuß. Die Massage. Das Streichen der Nieren. Trichinen. In die Muskelfasern eingewanderte junge Trichinen. Bäder. Das Sitzbad. Umschläge. Der Leibumschlag. Obige Illustrationen können begreiflicherweise nur einen ganz geringen Ueberblick über die Reichhaltigkeit des Cerkes verschaffen, zumal von den 39 Chromotafeln keine zum Hbdruck gelangen konnte. Druck von C. Grumbach in Leipzig. Preisermässigung für alle Artikel von Montag,15.Sept.an. 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Die Feier unseres„„„ 1631 III. Stiftungsfestes bestehend in Vokal=, Instrumental=Konzert und Ball findet am Sonntag, den 14. September im Lokale der Frau Ww. Brinkmann, Rennthor statt. Anfang des Konzertes 4 Uhr. Anfang des Balles 8 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein B Ders Vorf and. Gesangverein Lätitia feiert sein 15. Stiftungsfest Sonntag, den 14. September cr., im Saale des Herrn Rieke(Bahnhotshotel) durch Gssangsvorträge und Ball. Freunde und Gönner des Vereins ladet ergebenst ein Vorstand. Die Musik wird von der Düngelschen Kapelle aus4 Uhn 1781 NB geführt. Hiddenhausen. Sonntag, den 14. September 1902: 278i Große Karoussellbelustigung Biermann. Grosse Ersparnis im Haushalt mit 2351 . Würze, Maggi’s Suppenwürfeln u. Maggi's Bouillion-Kapseln. Bestens empfohlen von Wilh. Havemann, Ecke Schiller- u. Neue Bahnhofstrasse Krossc Ersperhie Ain E Montag, den 15. September, mittags 1 Uhr: Freiwillige Versteigerung Montag, 15. 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Lehrbuch der naturgemäßen Lebensweise, der Gesundbeitspflege und der arzneilosen Heilweise, 3 reich illustrierte Bände Mk. 22.50 In dem ersten Teile des Werkes macht der Autor den Leser in vopulär wissenschaftlicher Weise mit den Faktoren der naturgemäßen Lebens= und Heilweise bekannt. Besonders interessant sind die Kapttel über die verschiedenen Anwendungsformen der natürlichen Heilweise, in der die Wasser, Luft= und Lichtkuren, Massage 2c. bebandelt werden. Einen ganz außerordentlichen Wert hat die alphabetische Anordnung der Schilderung sämtlicher Krantheiten, die Beschreibung ihrer Entstehung, ihres Verlaufes, ihrer Dauer und die genaue Angabe des Autors, wie jedermann selbst nach den Grund ätz n der arzneilosen Heilwette seine Gesundheit wieder erreichen kann. Daß dieses Lehrbuch der naturgemäßen Lebensweisc auch in den Fachkreisen seine volle Anerkennung gefunden hat, beweisen die in kürzester Zeit erfolgten Prämiierungen mit 13 goldenen Medaillen und 6 Ehrenpreisen. Zweifellos ist Platen ein unentbehrliches Hilfsbuch für jede Familie. Wir verweisen auf den der heutigen Nummer unserer Zeitung beiliegenden Prospekt der Buchhandlung Karl Bleck,in Breslau 1 Feldstraße 31c. 2161 Wer Stelle Rachle. Enlle die Allg. Eakanen= List=, Monnheim Entlaufen ein kleiner Teckel zirka ½ Jahr alt, schwarz m. braunen Flecken, auf den Namen„Munne“ hörend. Wiederbringer erhält Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Wilh. Mormann, 2741 Bergertbor(Kleinbahnhof). Lehmann: Sase mal, Schmidt, wober weißt Du über Alles, was in der Welt passiert, so gut Bescheid? Schmidt: Das will ich Dir sagen. Ich lese die„Berliner Morgenzeitung“ mit ihrem „Täglichen Familienblatt“ und der Sonnt##gsbetsage „Illustrirter Volksfreund“. Lehmann: Das kestet aber doch recht viel? Schmidt: Keineswegs. Ich bezahle monatlich nur 45 Pfg. be dem Postamt und habe dafür täglich sehr viel Belehrung und Unterhaltung, ebenso meine liebe Fran und die Kinder. 2361 Lehmann: Na, dann werde ich auch D inem#e##p#el folgen. Heute verschied in Herford infolge eines Unglücksfalles in seinem Berufe unser guter Sohn, Bruder und Schwager, der Postassistent Friedrich Knigge im Alter von 32 Jahren. Allen seinen Freunden und Bekannten widmen wir diese Traueranzeige mit der Bitte um stille Teilnahme. Nenndorf, 12. September 1902. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Am Sonntag, den 14. September, mittags 11¾ Uhr, wird im Kreiskrankenhause zu Herford eine Trauerfeier abgehalten. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Septbr., nachmittags 3 Uhr, in Nenndorf statt. 2611 Ein schwerer Unfall bei Ausübung des Berufes entriss uns heute den Postassistenten Herrn Friedrich Knigge. Ein Ehrenmann ist mit ihm dahingegangen, der sich wegen der Lauterkeit seines Charakters und seiner sonstigen guten Eigenschaften allgemeinster Wertschätzung erfreute. Ein dauerndes treues Gedenken ist ihm sicher. Herford, 12. September 1902. Namens des Personals des Kaiserlichen Postamts: Heimes, Postdirector. 2651 Der unerbittliche Tod entriss uns heute plötzlich unsern lieben Freund, den Postassistenten Herrn Friedrich Knigge. Wohlgemut von einem seiner Kollegen zum Bahnhofsdienste begleitet, ahnte er nicht, dass es sein letzter Gang sein sollte; denn bald nach dem Abschiede trat der betrübende Unfall ein. Die Lauterkeit des Charakters sowie das aufrichtige Wesen des Verstorbenen sichern ihm bei uns ein dauerndes Andenken. Möge ihm die Erde leicht sein! 2811 Seine trauernden Herforder Freunde. Die am I. Oetbr. fälligen Coupons folgender Hypothekenbanken: Landesbank der Provinz Westfalen, Preussische Pfandbrief-Bank, Hypothekenbank in Hamburg, Preussische Central-Boden-Credit-Anstalt, Preussische Boden-Credit-Actien-Bank, Westdeutsche Boden-Credit-Actien-Gesellschaft, Rhein.-Westfälische Bodencredit-Actien-Gesellschaft, Deutsche Grundcredit-Bank werden vom 15. September ab kostenfrei an meiner Kasse eingelöst. 2421 Marcus D. Ganz. 259i ien maschinen Kochmaschinen sowie sämtliche Haus= und Küchengeräte zu äußerst billigen Preisen enpvent 26. Quante, Comthurstraße. Gustav Edelstein Nachf. Die Neuheiten in Damen- u. Kinderkonfektion für den u. Winter 1902/1903 sind in den großen Räumen der## ersten Etage ausgestellt. In jedem Genre der Damen= und Kinder=Konfektion wird eine unerschöpfliche Auswahl mit hervorragend billigen Preisen geboten. Abänderungen in eigener Werkstatt. 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Städtisches Elektrizitätswerk Es wird beabsichtigt, die Hauptleitungen des Elektrizitätswerkes weit über die Stadtthore hinaus auszudehnen. Um einen Anhalt zu haben, welche Strassen zu berücksichtigen sind, fordern wir die ausserhalb der Thore wohnenden Mitbürger, welche elektrischen Strom zu Licht- oder Kraftzwecken zu beziehen wünschen, auf, ihre Meldung beim Städtischen Gas- und Wasserwerk schriftlich bis zum 15. d. Mts. einzusenden. 881 Diese Meldungen sind ohne Verbindlichkeit. Die Gas- und Wasserwerks-Kommission. Städtisches Elektrizitätswerk Gewerbetreibende, welche elektrische Kraft zu benutzen beabsichtigen, sowie diejenigen, welche elektrische Kraft nur während der Tagesstunden gebrauchen, wollen ihre Anmeldungen bis zum 20. ds. Mts. an das Städt. Gas- u. Wasserwerk gelangen lassen. 1691 Die Gas- und Wasserwerks-Kommission. (Das städtische Brausevad ist geöffnet Mittwochs von 3—9½ Uhr nachmittags Donnerstags„ 5—9„„ Freitags„ 5—9 Sonnabends„ 12—9½„„ Sonntags„ 6½—9½" vormittags. Der Magistrat. Busse. 329e Bekanntmachung. In der Nacht vom 13./14. September wird ein Sonderzug Beilin L.=Stendal=Hannover=Düsseldorf zu ermäßigten Fahrpreisen gefahren. 1721 Berlin Lehrter Bf. ab 1015 nachm., Stendal 12°7 vorm., Hannover 31, Minden 4%, Herford 5%, Bielefeld 52, Düsseldorf 840 vorm. Auf den vorgenannten Stationen werden Rückfahrkarten 2. und 3. Kl. mit 10tägiger Gültigkeit ausgegeb n, welche zur Rückfahrt mit jedem fahrplanmäßigen Schnell= und Personenzuge berechtigen. Näheres enthalten die auf den Stationen vorhandenen Bekanntmachungen. Hannover, den 8. September 1902. Königliche Eisenbahn=Direktion. Für das 4. Quar- in unsonen Agentuvon Bestellungen entgegengenommen. Da sich tal werden schon jegz in anseren Agenene der Bezugspreis in den Agenturen billiger als wie bei der Post stellt, empfiehlt es sich, die Bestellungen möglichst in unseren Agenturen zu machen. Mit Rücksicht darauf, daß die Leserzahl fortgesetzt zunimmt, erweist sich die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ auch als sehr wirksames Insertionsorgan, was vielfach eingegangene Schreiben bestätigen. Redaktion u. Verlag. Zeitgemäße Betrachtungen. —(Nachdruck verboten.) *„ H o c h h i n a u s!“ E s s t r e b t d e r M e n s c h j a h r e i n, jahraus— und schließlich will er„hoch" hinaus— das Kleine kann ihm nicht genügen— hoch läßt er seine Pläne fliegen,— er steckt die Ziele möglichst weit— das liegt einmal im Zug der Zeit— und Jeder sucht vor allen Dingen — sich immer mehr empor zu schwingen!—— Man strebt empor mit Wagemut— doch gar zu hoch thut auch nicht gut — will Einer gar zu hoch sich wagen— dann wird er's hinterher beklagen— selbst Ikarus schrie Ach und Weh— weil er gestrebt zur Sonnenhöh— erst flog er über Thal und Hügel— und dann versengt er sich die Flügel!—— So ists im Altertum geschehn!— ob nun Jahrtausende vergehn— dasselbe Bild wird ohne Frage— sich wiederholen alle Tage!— Erst tritt der Mensch bescheiden auf— sein Wunsch wächst in der Zeiten Lauf— doch wird er sich zu hoch versteigen— dann kommt der Fall— der Rest ist Schweigen!—— Zu hoch hinaus thut niemals gut— dies fördert leicht den Uebermut— der pflegt sich in speziellen Fällen— selbst auf Haiti einzustellen,— das Niggervolk ist gar zu frech— doch die Rebellen hatten Pech— ein„Panther“ kreuzte ihre Pfade— da gabs’ne kleine Kanonade!—— Will solch ein Volk zu hoch hinaus— dann wird natürlich gar nichts draus— dann giebts noch eine Faust von Eisen, — solch Raubgefindel abzuweisen!— Was will nicht Alles hoch hinaus— in dieses Daseins Sturmgebraus?— Ach leider giebts noch viele Sachen— die unsrer Zeit viel Sorge machen!—— Schlicht zog der Mensch einst seine Bahn— per Pedes, so wars wohlgethan— jetzt sehnt er sich nach dem Vergnügen— per Luftschiff hoch hinaus zu fliegen,— doch nicht das Menschenkind allein— will hoch hinaus— ach nein, ach nein,— zum Steigen neigen tausend Sachen,— wie Preise, Kourse und auch Drachen!—— Fürnehmlich klagt die Frau vom Haus— der Fleischpreis will recht hoch hinaus— so daß man fast verzichten müßte — auf sogenannte Fleischgelüste.— Vornehmlich prungt das Borstentier— ich bin der Tafel Stolz und Zier— ich bin Euch ein Genußbereiter— drum bin ich teuer Euch! Ernst Heiter. Virchows Familie. Die Gattin des verstorbenen Gelehrten entstammt einer alten Berliner Aerztefamilie. Ihr Großvater war Stadtwundarzt in Berlin. Eine besonders angesehene Stellung in der medizinischen Welt Berlins nahm ihr Vater, Karl Mayer, ein. Zuerst Hilfsarzt in der Berliner Frauenklinik, richtete dieser im Jahre 1832 eine Poliklinik für kranke Frauen, die erste ihrer Art, ein, in welcher er allmählich die heute üblichen Untersuchungsmethoden ausbaute. Mayer gilt mit Recht als der Begründer der modernen Frauenheilkande. Er war lange Zeit Leiter der Berliner Gesellschaft für Frauenheilkunde, in welcher Virchow, damals in den ersten Jahren der wissenschaftlichen Arbeit stehend, einzelne seiner grundlegenden Studien, z. B. diejenigen über die Bleichsucht, vortrug. Ein Bruder von Frau Virchow, Louis Mayer, studierte unter Anleitung seines damals schon berühmten Schwagers in Würzburg und gehörte eine Reihe von Jahren als Dozent für Frauenheilkunde dem Lehrkörper der Berliner Universität an. Von den drei Söhnen Virchows haben zwei ihren Wirkungskreis in Berlin gefunden. Der eine, Hans, ist außerordentlicher Professor der Anatomie an der Universität und Lehrer in demselben Fach an der Kunstakademie; der andere, Karl, ist Nahrungsmittelchemiker. Der dritte Sohn Virchows widmete sich der Botanik; er ist Hofgärtner in Wilhelmshöhe bei Kassel. Von den drei Töchtern sind zwei Professorenfrauen; die eine ist mit dem Straßburger Germanisten Henning, die andere mit dem Prager Anatomen Rabl verheiratet. Die dritte ist unverheiratet geblieben; sie lebt im Hause der Eltern und sie hat neben der Gattin den greisen Gelehrten in rührender Liebe bis zu seinem letzten Atemzuge gepflegt. Sie war die ständige Begleiterin auf einen Reisen. Der älteste Lehrer Deutschlands ist der Lehrer Schlie im Dorfe Totenwinkel bei Rostock. Der alte Herr ist jetzt 90 Jahre alt und versieht immer noch mit Energie und Erfolg seinen schweren Dienst in einer mit 60 Kindern besetzten Schulklasse. Zur Zeit hat er 66 Dienstjahre hinter sich. Ein schwerer Schlag war es für den alten Schul. veteranen, als er vor einigen Wochen seinen im 60. Lebens. jahre verstorbenen Sohn, den Direktor des Großherzoglichen Museums in Schwerin, Geheimen Rat Professor Dr. Schlie zur Ruhe geleiten mußte. Die Siegesgewißheit der Franzosen war 1870 so groß, erzählt ein Leser der„Voss. Ztg.“, daß die Truppen, welche an der Saar standen, reichlich Briefbogen in den Tor nistern mit sich führten, welche unter gekreuzter Trikolore die Inschrift zeigten:„Armée du Rhin“; ich besitze noch ein solches Exemplar und habe seinerzeit manches aus Frankreich verschrieben. Deßgleichen erschienen Blätter, welche in rohester Weise den Einzug in Berlin im Voraus schilderten und in Aussicht stellten, wie sich die Offiziere mit den Damen im Königsschloß einlogieren wollten. und Haushalts=Abend=Schule. „Der Weg zum Herzen des Mannes geht durch den Magen". Das ist eine alte Wahrheit und sie gilt heute noch. Sie gilt aber nicht nur für die Ehen der wohlhabenden Leute, sondern auch vor allen für die Ehen aller derer, die mit ihren Mitteln rechnen müssen, für die Ehe des kleinen Mannes. Ist die Mahlzeit gut und sorg fältig vorbereitet, so kann sich nicht nur der Mann stärken für die schwere Arbeit des Tages, mit welcher er Frau und Kinder ernähren soll, sondern er erblickt und fühlt in ihr die liebevolle Fürsorge der Frau, die an ihn denkt, und die ihn auch geistig erfrischt und erfreut. Wer nur ein bischen ins wirkliche Leben hineingesehen hat, der weiß, wie oft die Keime zu Zerwürfnissen schon in der jungen Ehe darin gelegen haben, daß die junge Frau es nicht verstand, ihrem Mann, wenn er ermüdet und mit Vorfreude auf die stärkende Kost von der schweren Arbeit heimkam, ein einfaches, gutes Mahl vorzusetzen. Da fällt das erste böse Wort, und das thut der Liebe den ersten Abbruch, denn die Liebe ist empfindlich. Wiederholt sich der Mangel, dann kehrt leicht dauernder Unfriede irs Haus ein, mir dem Unfrieden komm Unzufriedenheit, Verdrossenheit, endlich kommt der Alkohol (Schnaps!) und die Armut. Der Mann geht lieber ins Wirtshaus und sucht Trost und Vergessenheit beim Schnaps— und die Kinder? Wo blieb das so erhoffte und ersehnte Glück der Liebe und Ehe?!„Häuslich Frau Mannes Thau.“ Eine Frau, die die Küche versteht, die Meisterin ist am Herde, bleibt auch Meisterin ihres Mannes, denn wenn der Schöpfung Herr wohlgesättigt und befriedigt, so ist er geduldig, freundlich und liebreich. Dies Bild ist nicht übertrieben, sondern wahr! Neben der Zubereitung der Speise kommt aber für die Wirtschaft und das Glück der Ehe auch der verständige, billige Einkauf in Betracht— sind die Mittel knapp, so gilt es mit wenig Geld möglichst viel Nährwert einzukaufen, eine tüchtige Frau muß den Nährwert der Speisen kennen, sonst kann sie nicht billig kaufen; dann muß die Frau auch die Aufbewahrung der Nahrungsmittel kennen bis zu ihrer Verwendung. Darum alle ihr jungen Mädchen und vor allem ihr Bräute, die ihr gar keine Gelegenheit hattet, die edle Kochkunst und die gewöhnlichsten und notwendigsten Kenntnisse für den Haushalt zu lernen, versäumt ja nicht, die jetzt gebotene gute Gelegenheit, einen Abend=Kursus zur Erlernung durchzumachen; für 3 Mark könnt ihr den Weg zum Herzen des Mannes finden, damit es auch für euch zur Wahrheit werde: 1775 Ein eigner Herd ist Goldes wert, selbst wenn er arm, ist er doch warm.“ an Heutens Leicht löslich leicht verdaulich Zu haben in allen Kohlenhandlungen BRAUNKOHLENN Bkikers — Bester Hausbrand BequemeHandhabung, „ Billig. Reinlich. Sparsam. 9" S c h n e l l e s F e u e r Nauerbrand BRAUNKOHLENEEKCC CESA ID.* röstereien Hletsgereien LRIKEF-VERKRUFSUEREIN SS Sgsie L zewerbe. Die Faülete aste„Onan znd den Spectalmatten durchaus geiche wertig, da sie von denselben Werken aus denselbengRohstoffen und mit denselben Maschinen gepresst werden. G* 32000 Pracht-Betten wurden vers. 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Das geschah weit ab von der Ansiedlung der Pusztenkönige. Als diese aus schweren Träumen aufschraken, beleuchtete die Morgensonne durch Regenwolken ein Bild der Zerstörung ringsumher! Wie eine Insel, von schäumendem Wasser umringt, stand zwar das Zelt mit einem Wrack seines wirthschaftlichen Bedarfs noch da, aber wie zlange sie bei einer wachsenden Fluth die Stelle würden behaupten können, war eine angstvolle Frage. Von dem Damme losgerissen, sahen sie, wie dort die Pferde, die klugen Thiere, Rettung gesucht und für den Augenblick gefunden hatten. Noch schaarten sie sich zusammen und machten, die schon da standen, hüben und drüben den neuen Ankömmlingen Platz. Manch Eines scheute auch und bäumte sich, wenn unter seinen schlanken Füßen das Strauchwerk aus dem Grunde brach, vom schwellenden Wasser gelockert. Was die Hirten nicht sehen konnten, war, daß der kleine Liebling Aller, Rozsi, das niedliche Füllen, vom Leib der Mutter kopfüber hineingestürzt und halb von der Fluth, halb von den verworrenen Büschen der Pflanzenleichen begraben war. Ein Bild lautlosen Jammers schleppte sich die junge Stute dem Füllen nach, und watete auch der schöne Hengst mit gesenkten Mähnen hinein. Sie wissen es Beide, daß das Junge verloren ist, und doch treibt die Liebe, mächtig im Thier wie im Menschen, sie an, ihm zu folgen. Wird den Geängstigten Rettung werden? Vom Dorfe hei, in dessen Kirchlein schon seit Stunden die Sturmglocke ihre bangen Schläge ertönen läßt, naht sich ein rohgezimmertes Floß, groß genug, sie Alle aufzunehmen. Kräftig handhaben die Männer ihre Ruderstangen, näher, immer näher gleitet es auf der trüben Fluth,— da ein Donnern und Krachen! Die Schiffer auf dem Floß bekreuzigen sich und murmeln ein leises Gebet. Der Damm ist gebrochen und in ihren wilden Fluthen rollt die zürnende Theiß zuckende Thiere und Menschenleiber. Gott sei den armen Seelen gnädig! Der Wuschel Lied. Siey', wie die Muschel schimmert Im weißen Dünensand, Die Fluth hat sie geschleudert Auf Wogen an den Strand. Dort, wo die Schifflein schaukeln Auf der bewegten Fluth, In mondbeglänzten Wellen Hat sie noch jüngst geruht. Hältst Du ans Ohr die Muschel, Was tönt darin so klar? Ein Sausen und ein Summen, Ein Klingen wunderbar! Der Muschel Lied! Was singt sie? Es ist ein klagend Lied: „Ihr kühlen, starken Wogen, Wie es nach Euch mich zieht! Nach Euch, Ihr Silberwellen, Nach Dir, Du Meeresjluth, Du Heimath, drin ich glücklich So manches Jahr geruht!“ Und wenn ein Mensch im Leben Von seiner Heimath zieht, Klingt ihm durchs Herz dasselbe: Das heimathbange Lied. Hermann Pilz. AUS DEM REICHE DES WWISSENS Der Geruchssinn der Raubthiere. Es dürfte wenig bekannt sein, daß sogar Raubthiere Vorliebe für gewisse Wohlgerüche haben, und dem Katzengeschlechte scheint es der Lavendel angethan zu haben. Ein Leopard, dem man einen mit Lavendelwasser befeuchteten Baumwollball zuwarf, stellte sich darüber, schloß die Augen, öffnete das Maul und saugte mit weiten Nüstern den Duft davon ein. Dann legte das Thier sich nieder, den Ball mit den Tatzen und rieb das Gesicht darauf herum. Endlich streckte es sich wohlgefällig über den Ball aus. Ein anderer Leopard schnüffelte an einem ähnlichen Riechkissen und fing dabei an zu niesen. Dann packte er den Baumwollball, spielte damit herum und legte sich schließlich auf den Rücken, um Kopf und Nacken daran zu reiben. Nachher wurde ein zweiter Leopard in demselben Käfig das Ding gewahr, und anfänglich schnüffelten beide daran herum, bis der zweite den Ball zwischen die Zähne nahm, die Lippen weit zurückzog und den angenehmen Wohlgeruch bei halbgeschlossenen Augen einathmete.— Ein Löwe und eine Löwin, mit denen das nämliche Experiment angestellt wurde, versuchten sich beide gleichzeitig darüber hinwegzukollern. Da versetzte der mächtige Löwe seiner Genossin ungalanter Weise einen Schlag mit der Tatze, von dem diese weit zurückgeworfen wurde, und als er sich den Alleinbesitz des Balles gesichert hatte, legte er behaglich schnurrend den breiten Kopf auf die duftende Baumwolle. Allerlei Gissenswerthes. Die Sinne der Pflanzen. Pflanzen scheinen zuweilen mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet zu sein. Setzt man bei trockener Witterung einen Kübel mit Wasser nicht weit neben einer Kürbis= oder Melonenpflanze, so wird diese ihre Wachsthumsrichtung ändern und nach ein oder zwei Tagen schon eines ihrer Blätter in das Wasser tauchen. 1 Der größte Obstgarten der Welt. In Barbara(Kalifornien) befindet sich ein Obstgarten, der ungefähr 10000 Olivenbäume enthält. Daneben befinden sich in ihm 3000 Wallnußbäume, 4500 japanische Dattelpflaumen, 10000 Mandelbäume und gegen 4000 andere Fruchtbäume. Die 10 000 Oliven liefern im Jahr 40000 Flaschen Baumöl, das die Flasche für vier Mark leicht Absatz findet. Die Nußbäume geben tausende von Scheffeln Nüsse, ganz zu schweigen von den zum Alkoholerzeugen und zum Kuchenbacken gesuchten Dattelpflaumen. * Der bevölkertste Winkel der Erde. In der Stadt Valetta auf der Insel Malta giebt es einen ungemein stark bewohnten Stadttheil mit Namen„Manderaggio“. In ganz Valetta leben 75,000 Menschen auf der Quadratmeile(2½ Quadrat= kilometer), in Manderaggio findet sich aber eine Stelle, wo 2574 Seelen auf einem Fleckchen von 2½ Acres(—1 Hektar) wohnen, das würde auf die englische Quadratmeile 636,000 Köpfe(254,000 auf den Quadratkilometer) ergeben. In Berlin kommen etwa 20,000 Seelen auf den Quadratkilometer. * Billige Kälte und Wärme. Indianopolis(Ver.=St.) hat große Maschinen in Gang, die durch die Ausdehnung natürlichen(Leucht=) Gases Eis erzeugen. Daselbst entströmt nämlich das Gas der Erde mit einer Spannung von 20 Atmosphären(— dem Drucke von 20 Kilogramm auf den Quadratcentimeter). Bei seiner Ausdehnung bis auf 1 Atmosphäre(also den gewöhnlichen Druck der Luft) sinkt seine Temperatur bis unter 0 Grad, und diese wird dann zur Erzeugung künstlichen Eises benutzt. Das Gas wird dabei in keiner Weise verändert und dient nachher ganz wie gewöhnlich zu Heiz= und Beleuchtungszwecken. —— zur Herforder Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler.] Herford. 15. September 1902. Druck u. Verlag: Christian Quentin. Der Erbe von Esmond-Hall. Kriminal=Roman von Ernst Riemann. (22. Fortsetzung.) 26. Kapitel. „Verzeihen Sie,“ sagte Renate nach einer Pause,„wenn ich unhöflich mit Ihnen sprach. Ihre Worte überraschten mich, ich dachte nicht, daß der Gutsherr so hart mit meinem Onkel verfahren würde.“ „Tadeln Sie den Gutsherrn nicht zu sehr,“ entgegnete Bruno Esmond sanft.„Sie müssen bedenken, daß er glaubt, seine Entscheidung gereiche Ihnen und Ihrem Onkel zum Besten. Er meint, der alte Mann würde sich wohler fühlen, wenn er jeder Verantwortung überhoben sei. Er weiß, daß Sie eine traurige, sorgenvolle Zeit durchgemacht haben, und fürchtet, Sie könnten sich überanstrengen. Er wünscht, Sie glücklich zu sehen, Renate, und ist überzeugt, daß Sie glücklich werden, wenn Sie meine Bitte erfüllen.“ Sie schüttelte traurig den Kopf. „Wissen Sie ganz gewiß, daß er Onkel Thomas die Farm wegnehmen wird?“ fragte sie ernsthaft.„Ich weiß, daß nicht mehr alles seinen geordneten Gang geht, wie früher, und daß er nicht mehr so gut im Stande ist, die Arbeiten zu überwachen, aber bis jetzt ist doch noch sehr wenig Schaden daraus erwachsen, und wir Alle thun unser Bestes, gewiß, gewiß, wir thun unser Bestes!“ „Aber das ist es ja gerade, was uns bekümmert, mein armes Kind! Glauben Sie nicht, daß es uns schmerzt, zu sehen, wie Sie Ihr junges Leben in harter Arbeit aufreiben? Renate, bedenken Sie, was ich Ihnen biete. Ein Heim, auf welches das vornehmste Mädchen stolz sein würde; eine Stellung, die in der Grafschaft nicht übertroffen werden könnte: Reichthum, Ehren und Liebe! Sie würden jeden Luxus haben, den Ihr Herz nur wünschen könnte: Pferde, Diamanten, ein Haus in London, eine Loge in der Oper, alle diese Dinge, welche Frauen lieben, und für welche Mädchen vom höchsten Rang sich täglich verkaufen.“ „Aber ich bin kein Mädchen vom hohen Rang,“ sagte sie müde;„ich bin ein einfaches, bescheidenes Landmädchen, für welches diese Dinge garnicht passen würden. O, Herr Hauptmann, seien Sie großmüthig und drängen Sie mich nicht! Es ist nicht Liebe, was Sie für mich fühlen, und wenn Sie den Gutsherrn bitten, so wird auch er großmüthig gegen uns sein, und meinem Onkel den Schmerz ersparen, die Farm verlassen zu müssen.“ „O, warum thun Sie sich und mir wehe, indem Sie dies nochmals wiederholen?“ sagte Bruno mit sanftem Vorwurf.„Ich habe Ihnen die einzige Bedingung genannt, unter welcher Ihr Onkel auf der Farm bleiben kann. Der Pachtvertrag läuft im September ab und wird nicht mehr erneuert werden. Bedenken Sie, was auf dem Spiele steht. Fünf Minuten Bedenkzeit will ich Ihnen geben; ich muß heute Abend noch auf einige Tage verreisen, und möchte den Zug nicht versäumen.“ *„Geben Sie mir Zeit, bis Sie zurückkommen!“ bat (Nachdruck verboten.) Renate, aber ein energisches Kopfschütteln war die Antwort. Wieder trat ein Schweigen ein. Renate stand regungslos mit düsterer Miene, die Augen zu Boden geschlagen. Hauptmann Esmond hatte seine Uhr herausgenommen, und auf seine ausgestreckte Handfläche gelegt. Es schien Renate, als ob die Qualen, die sie während jener fünf Minuten erduldet, alle andern übertreffe, welche Metas Flucht und deren Folgen ihr bereitet; es war ein mehr persönliches Weh, denn es galt die Entscheidung über ihre eigene Zukunft. O wie hart, wie bitter war es, ihre süßen Hoffnungen aufzugeben, ihre Liebe für Paul zu opfern, seinen Schmerz sich vorzustellen, aber sie hatte keine Wahl. Sie fühlte, daß sie es nicht übers Herz bringen könne, ihrem Onkel neue Leiden zu bereiten. Wenn er aus seinem alten Heim vertrieben, vor Kummer sterben würde, müßte sie sich dann nicht als seine Mörderin betrachten? Plötzlich blickte sie auf. „Wollen Sie beschwören,“ fragte sie leidenschaftlich, „daß mein Onkel nur unter der angegebenen Bedingung auf der Farm verbleiben darf?“ Er lachte ein wenig. „Ich will es gerne beschwören,“ sagte er,„aber ist dies nothwendig?“ „Nein, ich glaube nicht,“ entgegnete sie bitter.„Sie könnten nicht so ehrlos sein, mich zu belügen. Nun, denn,“ fügte sie mit einer schmerzlichen Resignation bei,„wenn Sie eine Frau haben wollen, die Sie verabscheut, die gerne sterben würde, um der Schmach und Herabwürdigung einer solch erzwungenen Heirath zu entgehen— sei es so.“ Sie hatte die letzten Worte nur noch mühsam hervorgestoßen, ihre Kraft war erschöpft, sie taumelte und wäre gefallen, wenn er sie nicht in seinen Armen aufgefangen hätte. Ohnmächtig brach sie zusammen, ihr Kopf sank schwer auf seinen Arm. Bruno Esmond wurde plötzlich leichenblaß, alle Leidenschaft war aus seinem Gesicht geschwunden, ein Ausdruck des Entsetzens trat in seine Augen. „Gerade wie bei Meta,“ murmelte er mit angehaltenem Athem. Er ließ das ohnmächtige Mädchen auf einen Stuhl nieder, denn seine Arme zitterten so heftig, daß er sie nicht stützen konnte. Unwillkürlich schweiften seine Gedanken aus dem düstern Zimmer zu jener Juninacht, da er Meta verleitet hatte, ihr Heim mit ihm zu verlassen. Es war eine höchst unwillkommene Erinnerung, die sich ihm in diesem Augenblick seines Triumphes aufdrängte, und er erschauderte, als es ihm plötzlich schien, als sähe er Georg Martyns weißes Gesicht in einer dunkeln Zimmerecke schimmern, und ihn mit drohenden Augen anblicken. Fast ehe Bruno Esmond sich von seinem momentanen Schrecken erholt, hatte Renate ihren Schwächeanfall über wunden. Sie erhob sich etwas unsicher und lehnte sich fest gegen den Tisch. „Sie werden mich jetzt entschuldigen,“ sagte sie mit leiser Stimme,„ich bin ermüdet, ich fühle mich nicht wohl.“ „So will ich Ihnen Lebewohl sagen, Renate. Vergeben Sie mir, daß ich Ihnen Schmerz bereiten mußte. Mein Liebling, ich habe keine Angst! Sind Sie nur erst meine Frau, so werden Sie keinen Grund haben, Ihren Entschluß zu bereuen.“ Er war an ihre Seite getreten und hatte ihre Hand ergriffen; kalt und leblos wie Marmor lag sie in der seinigen, aber sie entzog sich ihm nicht, worüber er innerlich frohlockte. „Ich möchte, daß Sie dies als Zeichen unserer Verlobung tragen,“ fuhr er fort; den kostbaren Diamantring von seinem kleinen Finger ziehend.„Ich werde Ihnen aus der Stadt einen bessern mitbringen, aber bis ich zurückkehre—“ „Wird es nicht dann noch Zeit sein?“ sagte sie matt. Er schüttelte den Kopf und steckte ihr den Ring, den er zuvor mit seinen Lippen berührte, wie um die Verlobung zu besiegeln, an die Hand. Sie schauderte bei seiner Berührung, aber sie widerstrebte nicht, doch der Ausdruck ihres Gesichtes ließ ihn davon abstehen, einen zärtlicheren Abschied zu nehmen. Renate sah aus, als ob sie ertragen, was sie ertragen konnte, als ob sie an der äußersten Grenze ihrer Leidensfähigkeit angekommen sei. Als Bruno Esmond sich mit einem Handkuß verabschiedet hatte, und sie seine Schritte draußen hörte, blieb sie, wie festgebannt noch einige Minuten stehen. Dann tastete sie sich aus dem Zimmer, als ob sie plötzlich mit Blindheit geschlagen sei, und kroch die Treppe hinauf. Sie empfand ein unbestimmtes Gefühl der Erleichterung, daß ihr Niemand begegnete, und als sie ihr Schlafgemach erreicht hatte, schloß sie die Thür hinter sich ab. Einige Male tief aufathmend, als ob sie eine Last von sich abwälzen wolle, näherte sie sich in der gleichen mechanischen Weise ihrem Bette, fiel mit dem Gesichte in die Kissen und blieb wie todt eine Zeitlang liegen. Als sie sich endlich wieder aufraffte, war es völlig dunkel geworden, und im Hause schien Alles zur Ruhe gegangen. Ein leidenschaftlicher Thränenausbruch brachte ihr Erleichterung, und wie ein betrübtes Kind schluchzte sie sich in Schlaf. ** 27. Kapitel. Bruno Esmond erreichte noch rechtzeitig den Nachtzug nach London und da er sich einen Schlafwagen gesichert, fühlte er sich auf seiner Reise außerordentlich behaglich. Seine Gemüthsverfassung war in der That eine derartig zufriedene, daß er sich nicht leicht hätte ärgern können, selbst wenn Grund zum Aerger vorh#iden gewesen. Aber dies war nicht der Fall; der Wagen war komfortabel, der Zug fuhr glatt und mit voller Geschwindigkeit und seines Onkels Haushälterin hatte bei der Zusammenstellung des Reisemundvorraths sich selbst übertroffen. Aber die Hauptursache seiner Zufriedenheit war der Sieg, den er errungen. Renate hatte viel leichter nachgegeben, als er erwarten durfte. Er kannte sie als stolz und resolut und hatte sich auf einen zähen Widerstand von ihrer Seite gefaßt gemacht. Und nun war mit dieser einen Unterredung Alles geordnet! Sie hatte seine Werbung angenommen, und er wußte, daß sie ihr Wort halten werde, daß sie ihn nicht liebte, ließ ihn fast gleichgiltig; er war sich seiner Unwiderstehlichkeit zu sehr bewußt, um anzunehmen, daß dies ufache Landmädchen nicht schließlich seinem Zauber unterliegen müsse. Auch die Thatsache ihrer Neigung zu Paul Talbot schien ihm sehr unwichtig; es war eine mädchenhafte Liebhaberei an eines jungen Menschen schönem Gesicht und langer Gestalt, sagte er verächtlich, als der Zug durch die Sommernacht dahinbrauste. Dies würde vorüber gehen. Wie lieblich hatte sie ausgesehen in ihrem weißen Kleide mit den Thränen an den langen, dunkeln Wimpern! Sie war wirklich ein bezauberndes Geschöpf, und es war kein Wunder, daß der Gutsherr sie so sehr bewunderte. Aber dennoch schien es in Anbetracht ihrer Stellung ein wenig seltsam, daß er sie zur Gemahlin seines Erben erkoren, aber der alte Herr hatte eben seine eigenthümlichen Ansichten, denen man sich fügen mußte, was in diesem speziellen Fall keine schwere Aufgabe für einen Neffen war. „Von Meta sprach er stets verächtlich,“ dachte Bruno Esmond weiter;„er nannte sie ein verweichlichtes Wesen ohne Feuer und ohne Kraft, und bei Gott, er hatte nicht ganz Unrecht damit.“ Seine Miene verdüsterte sich bei dem Gedanken an Meta. Sie war die Wolke an seinem blauen Himmel, das einzige Hinderniß, das sich seiner geplanten Carrière in den Weg stellte, ein Hinderniß, das er so rasch und so vollständig als möglich beseitigen mußte, da es seine Sicherheit bedrohte. „Es müssen sich Mittel und Wege finden lassen, sie für immer von Holmes fern zu halten,“ dachte er,„denn da ich mich ihrer Zuneigung nicht mehr erfreue— er lächelte cynisch— würde sie sich vielleicht auch nicht mehr verpflichtet fühlen, ihren Schwur zu halten. Natürlich könnte ich sie als irrsinnig hinstellen, und da keine Beweise gegen mich vorliegen; würde man ihr wahrscheinlich keinen Glauben schenken. Aber mein Onkel ist stolz wie Lucifer, nie würde er einen öffentlichen Skandal vergeben. Nun, das Glück ist mir bisher günstig gewesen und ich habe alle Hoffnung auf dessen Fortdauer!“ Etwa zwei Stunden nach Mitternacht hielt der Zug im Paddington=Bahnhof an, und Hauptmann Esmond fuhr nach seinem Club, wo sein Schlafzimmer bereit war, und wo er den Rest der Nacht in dem friedlichen Schlaf verbrachte, den man irriger Weise als den Antheil des Gerechten bezeichnet. Kaum hatte Esmond am andern Morgen die Augen geöffnet, als ihm Derwent gemeldet wurde. Erst nach einer langen Wartezeit wurde dieser in des luxuriöse Schlafzimmer geführt, wo Bruno Esmond in seidenem Schlafrock und gestickten Panotffeln ihn mit kühlem Gruße empfing. „Bedauere, daß ich Sie mußte warten lassen, aber Sie kommen unerhört früh,“ sagte er leichthin.„Sie können gehen,“ wandte er sich an den Diener, und dieser verschwand mit einer tiefen Verneigung. Als sich die Thür hinter ihm geschlossen, blickten die beiden Männer einander forschend an, es schien, als ob Einer des Andern Stärke und Widerstandskraft ergründen wollte.„Was giebt's?“ fragte Esmond.„Etwas Wichtiges vermuthlich, das Sie so zeitig hierher führt. Ich hätte Sie heute Morgen noch aufgesucht, ich kam extra deswegen nach der Stadt. Ist etwas Besonderes vorgefallen seit Ihrem letzten Brief?“ fügte er begierig bei;„ist das Mädchen— todt?“ Derwent blickte ihm kalt in die Augen.„Nein,“ sagte er kurz,„sie ist nicht todt.“ „Was ist es dann? Sie ist doch nicht durchgebrannt?“ rief Bruno Esmond, von plötzlicher Angst erfaßt.„Beim Himmel! Dann wären wir Beide verloren!“ Bruno Esmond in seinem eleganten Negligée war eine äußerst distinguirte Erscheinung; er besaß die feinen Manieren und die ganze vornehme Gewandtheit der in Reichthum und Luxus Erzogenen, Eigenschaften, welche der Emporkömmling nur selten sich aneignet. Derwent bemerkte dies alles mit heimlicher Bewunderung, aber er kannte seinen Freund als einen ausschweifenden, kalten und grausamen Menschen, und er verachtete sich selbst, daß er ihm solche Macht über sich eingeräumt, und sich zum Mitschuldigen seines Verbrechens gemacht. „Sie ist weder todt noch durchgebrannt,“ sagte er langsam;„aber sie liegt im Sterben und darum bin ich hier.“ Bruno Esmond wandte sich plötzlich zur Seite. So verworfen er war, so lag ihm doch daran, das triumphirende Aufblitzen seiner Augen vor Derwent zu verbergen. Vielleicht schämte er sich dessen auch ein wenig vor sich selbst. „Armes Ding!“ sagte er dann in bedauerndem Tone, der jedoch seinen Gefährten nicht täuschte.„Es ist eine traurige Geschichte, alter Junge, aber für uns Beide ist es das Beste, was passiren konnte. Ich wünschte, wir hätten nie etwas mit der Sache zu thun gehabt, aber mit dem Wünschen ist's jetzt nicht mehr gethan, nicht wahr? Dem armen Mädchen muß jede Sorge und Aufmerksamkeit zu theil werden, und wenn es ihre letzten Stunden erleichtert—“ „Seien Sie doch nicht ein solch verwünschter Heuchler!“ brach Derwent zornig los.„Glauben Sie denn, ich wisse nicht, daß meine Nachricht die erwünschteste für Sie ist?“ " Hauptmann Esmond antwortete nicht sogleich, erst näch einigen Minuten sagte er ruhig:„Nun, Sie mögen Recht haben, Derwent. Hören Sie mich an, alter Freund! Sie haben mir in dieser Sache treulich zur Seite gestanden, Sie werden mich auch jetzt zum Schluß nicht im Stich lassen. Ich werde Ihnen mein Lebenlang dankbar sein meine Dankbarkeit beweisen, sobald ich dazu im Stande bin. Wenn Alles vorüber ist, sorgen Sie für ein anständiges Begräbniß, und ich will—“ In diesem Augenblick klopfte der Diener und brachte auf silberner Platte ein Telegramm, bei dessen Anblick jeder Blutstropfen aus Esmonds Gesicht wich. Doch ein Blick auf die Unterschrift beruhigte ihn sofort wieder. Die Botschaft kam von seines Onkels Kammerdiener aus Chamounix und lautete: „Ihrem Herrn Onkel ist ein schwerer Unfall zugestoßen. Bitte, kommen Sie ohne Zögern. Ich habe nach Doktor Paget telegraphirt.“ So fuhr denn Bruno Esmond nach einem hastigen Abschied zur Bahn, wo er ein Telegramm an Renate absandte, in welchem er den Grund seiner längeren Abwesenheit angab, und mit den zärtlichen Grüßen und Wünschen schloß, die er sich als Bräutigam erlauben durfte. In Begleitung des berühmten Chirurgen, mit dem er in Dover zusammen getroffen, trat er die lange Reise nach Chamounix an. (Fortsetzung folgt.) In den Gellen der Theiß. Bilder aus der Puszta von F. H. (Nachdruck verboten.) Wie das Kind im Arme der Mutter, so ruht mit seiner Csarda (Wirthshaus in der Puszta), seiner Manya(Meierhof in der Puszta), mit seiner Sonne Zauberweib, der Delibab(Fata Morgana), das Alföld(Tiefebene) im Arme der Theiß. Das Alföld ist die niederungarische Tiefebene, ist echtes Vollblut=Ungarland. Der Heide ganze Herrlichkeit! Da fließet mittendurch die Theiß. Fließt sie! Ja wohl! Sie thut, was sie nicht lassen kann, so langsam und so still wie möglich. Schlaftrunken liegt sie da in ihrem uferlosen Bette. Als hätte sie die Decke weggeschoben, so breiten sich der Saaten gelbe Teppiche, mit Mohn und Kornblumen bunt durchwirkt, und so der Wiesen Grün zu beiden Seiten aus. Der Klee glänzt in dem Weidegras, als wäre er dem Oelbaum nahe verwandt. Das Gras, das selbst schon übermäßigen Nährstoff hat, weiß nicht weshalb, denn still gesättigt ruht das Mastvieh, das in Massen, schwer zu zählen, die Weide weithin deckt. Die Kälber saugen die Muttermilch im halben Schlafe ein. Auf ihren Pelzen, die sie ausgebreitet, liegen inmitten ihrer Herden auch die Gulyasze(Kuhhirten). Ein Wasserband— ich kanns kein Bächlein nennen, denn man bedeckt's beinahe mit einer Hand, und fehlt ihm auch des Bächleins muntres Rieseln— zieht von dem Flußbett sachte fort, die Wiese netzend, bis weithin zu dem Sumpf, an den sie stößt. Dort hält im Schilfe tief versteckt der scheue Reiher auch Siesta. Wir biegen vom Schilf rechts ab, wo uns, scheinbar ganz nah, ein Meilenzeiger lockt. Eine Ziehbrunnenstange ist's, auf viele hundert Schritte weit entfernt. Nahe dem Ziehbrunnen sind auch die Juhasze(Schafhirten) mit ihren Schafen, die, Tausende an der Zahl, fest aneinander gedrängt nach ihrer Art, zu lagern pflegen. Und wieder geht es weiter— auf endloser Fläche weiter— unterm großen Sonnenstrahlennetz. Nach rechts, nach links, gegen Süd, gegen Nord immer so fort: Fluß— Weide— Sumpf— Hirten— Tanya— Csarda— Doch sieh! dort steht ja noch etwas, ein fester Gegenstand, ein ganz bekannter scheint's zu sein! Und dennoch ist es wieder so, als stände er nicht fest, und hätte keine ganz bestimmte Form. Er rückt zurück— er schwankt nach rechts, nach links, hinauf, hinab! Es ist, als ließe er uns, so sehr wir zu ihm eilen, niemals näher kommen. Es ist die Delibab, die Alles, Alles, was nur auf der Puszta lebt und webt, in ihre Arme nimmt, und vor uns herträgt, wenn es ihr beliebt. Ja, wer weiß, ob wir im Doppelgängerspiel der Zauberin nicht selbst auch eine Rolle haben— Andern sichtbar— uns unbewußt. Verschwunden iß das Luftgebilde. Wir aber stehen vor einer Erderhöhung still. Wie ein langer breiter Damm, von Menschenhänden aufgerichtet, erscheint es uns. Und doch, wozu ein Damm? Und eben hier so fern vom Flusse, daß ihn das beste Auge nicht erspähen kann? Das Wasserbändchen, schmal und seicht— wir sehen auf dem gelben Gestein in seinem Grunde die Egel liegen— ist doch nicht Schuld daran. Man kann dem unscheinbaren Ding, wie es sich durch das Erdreich schlängelt, nur gewogen sein, sieht man, wie viel des Guten und Schönen es eben hier an dieser Stelle für Menschen und Thiere gethan. Und noch dazu sind diese Menschen, diese Thiere die Lieblinge des ganzen Landes und die Könige der Heide. Csikose(Roßhirten) sind's mit ihrem großgrundherrlichen Gestüt. Der Puszta schönste, beste Weideplätze— wer in Ungarn bestritte sie dem Csikos und den edeln Rossen, die er, nicht wie sich selber, nein, weit mehr als sich selber liebt. Wir steigen nun den Damm hinauf. Er ist mit blühendem Heidekraut, mit dunkelgrünem Riesenkraut und selbst mit Ciströslein bestanden. Anderes Strauchwerk auch, sogar zwei Lerchenbäume, mehr breit als hoch gewachsen, wurzeln in den Stellen, wo das Wasserbändchen den Grund zumeist befeuchtet hat. Nicht weit von da haben die Csikose ihre Ansiedlung gemacht. Zeltartig ist die Hütte, von geflochtenen Reisern, mit Moos und Haferstroh so dicht bedeckt, daß nicht ein Sonnenstrahl durchdringen kann. Der Csikos=Aelteste hat Weib und Kind, und Hund und Schwein, hat seine ganze Wirthschaft vom Dorfe des Herrn mit herausgebracht. Die Andern sind bei ihm zu Gast, wenn sie, des Tummelns mit den Pferden müde, die Zeit der Mittagssonnenglut verschlafen wollen. Einer neben den Andern hingestreckt ruhen die stolzen Söhne der edeln Tartaren in ihrem Hüttenzelt; ebenso ruhen auf dem weiten Weidegrund draußen die edeln Rosse. Eine Schaar von kleinen Kiebitzen, von den Hirten zahm gemacht, stehen im feuchten Grunde beieinander. Wenn sie die Schnäbel netzen, strecken sie das schwarzweiße Schwänzchen in die Höhe und bewegen den schwarzgrünen Federbusch, den sie auf dem Köpfchen tragen, so possirlich, als machten sie dem Storch eine Reverenz, der vor dem Zelt seinen Wächterposten bezogen hat.— Ein Wölkchen wirft seinen Schatten auf den Leib eines Pferdes. Ein Frosch kommt aus dem Grund herauf und setzt sich an des Wasserbändchens Rand. Der Storch sieht es und schreitet aus, ihn zu fangen. Ein Kiebitz macht ihm seinen Diener und schreit. Daraufhin murmelt der CsikosAelteste halb im Schlafe: „Vielleicht kommt ein Strich Regen!“ meint er. Der jüngste seiner Gefährten ist noch wach und will auch weise scheinen.„Eh's im Dorf zur Maria läutet,“ sagt er. Also ein Dorf ist nicht allzu fern! Die Hirten wissen genau, wo die Linie am Horizont liegt, unter der im Sonnennetz der Heide das Dorf sich hinzieht, das um vieles größer ist als manche nicht ganz kleine Stadt in Deutschland, und der Bewohner doppelt so viele zählt. „Eh's zur Maria, das heißt zur Vesper läutet,“ sagte der Bursche. Selbst wenn er recht hat, können Alle, die da ruhen unterm goldenen Strahlenzelt, noch viele Stunden ruhen. Die Mutter Theiß und ihre Wasserbändchen, die grünen Weiden und das goldene Korn, die Hirten, die Tanyen, die Csarden, die Reiher, die Kiebitze und die Störche, der strauchbestandene Damm und die Lärchenzweiglein— Alle können ruhen! Und die Delibab kann die Schlafenden in die Lüfte heben und zu Zauberbildern gestalten, die wie das Erdenglück zerrinnen, wenn der Mensch, der das Suchen und Hoffen nicht lassen kann, die Arme ausbreitet und das Herz öffnet, um es zu empfangen. Das Abendläuten klang so laut herüber durch die Lüfte, als ob das Dorf, das keiner sehen konnte, ganz nahe wäre. Daß das auf Regen deutet, weiß der Hirte wohl. Aber Regen ist Segen nach solcher Glut. „Noch immer nicht!“ brummte der alte Csikos. Keiner gab Antwort. Es lag ihnen, nun sie den Schlaf gekostet, wie Blei auf den Gliedern.— Die Sonne stand am Ende ihres Weges. „Hat die Sonne einen rothen Mantel!“ sagte der Alte wieder und hielt die Hand an die Augen. „Wind,“ brummte sein Lagernachbar, den er angestoßen hatte. „Regen? Wind? bei dem Backofen?“ stöhnte das Weib, dem der Junge im Schooße lag. Die Pferde zogen die Ohren jetzt hoch, ohne die schlanken Köpfe zu heben. Das jüngste Füllen— sie nannten es Rozsi— hing am Leib der Mutter, der jüngsten Stute, die selbst noch schlank war wie ein Kind, und leckte Milch. Der schöne Hengst hielt treue Gespannschaft und lag dem Kind und der Mutter zu Füßen hingestreckt. Aber Allen waren die Köpfe schwer, die Adern enge. Da kam die Nacht. Sie kam nicht wie sonst mit ihrer lieben Gefährtin, der Stille! Sie brachte auch nicht die Lichter mit, die nirgends so schön als am Himmel der Puszta flimmern. Ihr Genosse war der Wind, der leicht gereizte Geselle! Der jagte die Wolken