12. Jahrgang. Teleph. Anschl. U. N 83 Teleph. Anschl. N 214 Diess Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1.25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Inserate werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vetitzeile für Stakt und Kreis Herford, Oeynhausen und Amt Rehme 10 Pfr., sonst 13 Pfg. 1902 Die Konferenz der Burengenerale mit Chamberlain. Nach dem bereits mitgeteilten offiziellen englischen Bericht über die Konferenz der Burengenerale mit Kolonialsekretär Chamberlain haben die Buren eigentlich gar nichts erreicht. Nur vage Versicherungen möglichst freundlichen Entgegenkommens für die Zukunft hat Chamberlain gegeben. Weder in der Frage der Erhöhung der Entschädigungssumme noch in der Amnestiefrage hat Chamberlain im geringsten nachgegeben. Die Enttäuschung der Burengenerale über ihren Mißerfolg ist begreiflich, nachdem sie offenbar die von ihnen acceptierten Friedensbedingungen nicht als ein Definitivum angesehen haben, sondern als etwas, worüber noch weiter zu verhandeln ist. Inwieweit dabei dem Lord Kitchener eine bewußte Täuschung der Bevollmächtigten der Buren zum Vorwurfe zu machen ist, läßt sich vorläufig nicht entscheiden. Auf alle Fälle scheint aber doch auf Seiten der Buren bei diesen Friedensverhandlungen ein gutes Teil Naivität vorhanden gewesen sein. Die mit so großem Jubel in England begrüßten Burengenerale sind mit bitteren Gefühlen nach Holland zurückgekehrt, wo sie bereits eine Konferenz mit dem Minister de Kuyper gehabt haben. Falls die Burengenerale mit der Absicht der offenen Auflehnung gegen England, dem sie sich unterworfen haben, nach dem Haag gekommen sein sollten, wird ihnen der holländische Staatsmann wohl klar gemacht haben, wie nutzlos und wie wenig im Interesse der Buren eine solche Haltung sein würde. Ob Chamberlain freilich klug daran gehandelt hat, so fest auf seinem Schein zu bestehen, ist eine andere Frage. Auch in England hegt man gewisse Zweifel darüber. Es wird darüber aus London berichtet: Die„Daily News" befürchten, daß Mr. Chamberlain durch Ablehnung einer Erhöhung der Entschädigungssumme für die Buren einen großen Fehler gemacht haben könnte. Sie sagen:„Es war bisher unmöglich, den Kriegsschaden richtig zu schätzen. Der verstorbene General Meyer veranschlagte ihn auf 50 Millionen und die anderen Burengenerale auf 60 bis 80 Millionen Pfd. St. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die beiden Länder als Agrikulturgebiete fast ruiniert sind. Politisch ist jeder Grund vorhanden, diese Nation kriegerischer Bauern, die wir zwangsweise zu englischen Bürgern machten, großmütig zu behandeln. Kein britischer Staatsmann, der gesunden Menschenverstand besitzt, kann den Wunsch hegen, die drei mächtigen und anziehenden Gestalten, die soeben unsere Gestade verlassen haben, zu Rekrutierungssergeanten einer antibritischen Propaganda zu machen. Vielleicht möchten die Burengenerale selbst eine solche Rolle am allerwenigsten spielen. Man sollte sie aber auch nicht auf die Mildthätigkeit amerikanischer und ausländischer Zuhörerversammlungen verweisen, und Mr. Chamberlain sollte sich der Nachteile und der Gefahren einer solchen Notwendigkeit wohl bewußt sein.“ Zur Deutschland. Die Kaisermanöver. Bei dem gestrigen Manöver waren die Kavalleriedivisionen beider Korps zu einem Kavalleriekorps vereinigt, das zum 3. Korps gehörte und dessen Führung der Kaiser übernahm. Es gelang, das 5. Korps aus seinen Stellungen zu vertreiben und es auf der Straße nach Schwiebus zurückzudrängen. Der Kaiser führte um 10 Uhr vormittags an der Spitze der vereinigten Riesenschwadronen bei Tempel eine Flankenattacke gegen den rechten Flügel des Korps Stülpnagel aus, durch welche dieses aufgelöst wurde. Bei diesem Ritt wurden 8 Kilometer im Galopp zurückgelegt.— Die Kaiserin wohnte dem Manöver zu Pferde bei, ebenso die Prinzen und fremden Offiziere. Zum Besuch des Königs von Sachsen. König Georg von Sachsen trifft am Sonnabend kurz nach 12 Uhr auf der Wildparkstation ein. Der Kaiser und die in Berlin anwesenden Prinzen, sowie die Generalität der beiden Residenzstädte werden ihn begrüßen. Es findet großer Empfang statt; eine größere Festlichkeit dagegen unterbleibt wegen der Familientrauer in dem sächsischen Königshause. Am Sonntag wird König Georg mittelst Sonderzuges die Rückreise nach Dresden antreten. Der Deutsche Kronprinz in Ungarn. Aus Wien, 11. Sept., wird gemeldet: Kaiser Franz Josef reiste heute vormittag um 11 Uhr 50 Min. zu den Manövern nach Sasvar ab.— Der Deutsche Kronprinz traf vormittags in Oderberg ein, wo der ihm zugeteilte Ehrendienst, Feldwarschallleutnant Graf Auersperg, Oberst Feigl sowie der Militärattachee der deutschen Botschaft Major Bülow sich seinem Gefolge anschlossen. Er setzte alsbald mit dem österreichischen Hossonderzuge die Fahrt nach Sasvar fort. Daselbst war Kaiser Franz Josef nachmittags unter strömendem Regen zu den Manövern eingetroffen. Der Kaiser begab sich sogleich ins Hauptquartier. Auf dem königlichen Schloß sowie auf dem Königszelt wurde bald darauf die deutsche Flagge gehißt. Die Erzherzoge Rainer und Josef, ersterer in preußischer Generalsuniform, letzterer in preußischer Oberstuniform, später der Kaiser in der Uniform seines preußischen Regiments erschienen auf dem Bahnhof, um den Deutschen Kronprinzen zu erwarten. Um 3 Uhr 48 Min. traf derselbe mittels Sonderzuges ein. Der Kaiser begab sich bis zum Salonwagen, worauf der Kronprinz zuerst militärisch grüßte und sodann dem Kaiser die Hand küßte. Hierauf küßte der Monarch den Kronprinzen auf beide Wangen. Der Kronprinz übermittelte dem Kaiser sodann die herzlichen Grüße seines kaiserlichen Vaters, die der Kaiser dankend entgegennahm. Nach der Vorstellung bestieg der Kaiser mit dem Kronprinzen den Hofwagen, worauf sie, gefolgt von den Erzherzogen und der Suite, unter den Eljenrufen der Spalier bildenden Bevölkerung ins Schloß fuhren. Dort fand um 6 Uhr Tafel statt. Der Westfalen Treue und Liebe zum Kaiserhause. Bei Gelegenheit des Jahresfestes des landwirtschaftlichen Kreisvereins in Hamm i. W. hat der Kgl. Landrat SchulzePelkum einen Trinkspruch auf den Kaiser ausgebracht, der insofern bemerkenswert ist, als er die Rede des Kaisers auf dem Brandenburger Provinziallandtag berührt und für die Weftfalen die gleiche Königstreue in Anspruch nimmt, wie sie der Kaiser in seiner Rede den Brandenburgern zuschreibt. Der Landrat sagte:„Auf dem Brandenburgischen Provinziallandtage habe der Kaiser ausgesprochen,„Alles was Preußen geworden, beruhe auf einer festen Säule, und diese Säule sei die Mark Brandenburg.“ An einem Kaiserwort solle man gewiß nicht drehen und deuteln, aber stets wolle er aussprechen: wenn die Märker eine Säule sind, so haben die Markaner dazu beigetragen, diese Säule und das ganze Land zu stützen. Die Markaner hätten nicht des Glück, schon so lange zu Preußen zu gehören, wie die Brandenburger, aber in hrer dreihundertjährigen Landeszugehörigkeit hätten sie sich weder von den Märkern noch sonst von irgend jemand in Treue und Liebe zum Hohenzollernhause übertreffen lassen„Wir wollen und werden uns auch nicht übertreffen lassen.“ Zum Untergang des„Crête-àPierrot“ wird weiter berichtet, daß außer Killick zwei andere Rebellenoffiziere dabei umgekommen sind. Ueber das weitere Verhalten der deutschen Regierung ist folgendes zu sagen: In einigen Zeitungen ist die Rede davon, daß wir nach der Zerstörung der„Créte-à-Pierrot" noch Entschädigungsansprüche gegen Haiti geltend zu machen haben würden, besonders wegen der weggenommenen Munition und Waffen. Eine Entschädigung für diese dürfte aber kaum in Betracht kommen, da die„Markomannia“ die der regulären haitischen Regierung gehörigen Waffen lediglich von einem Hafen der Insel nach dem andern transportiert hat. Eigentümer blieb somit die haitische Regierung, die sich wegen der Wegnahme mit den Revellen auseinandersetzen kann. Der„Markomannia“ ist, abgesehen von dem völkerrechtswidrigen Verfahren, das seine Sühne gefunden hat, keine andere Schädigung zugefügt worden, als ein kleiner Zeitverlust und die dadurch bedingten unerheblichen Ausgaben. Von nennenswerten Entschädigungsansprüchen dürfte somit nicht die Rede sein, und die Genugthuung für völkerrechtswidriges Verhalten— die haben wir uns selbst genommen. Die russischen Kaisermanöver. Gestern begannen in Rußland die Kaisermanöver und zwar bei Kursk. Die Moskauer Armee unter dem Kommando des Großfürsten Sergius besteht aus 76 Bataillonen und 37 Schwadronen mit 192 Geschützen und zählt 40000 Mann. Die Südarmee unter dem Kommando des Kriegsministers, General=Adjutanten Kuropatkin, zählt in 87 Bataillonen und 48 Schwadronen 48000 Mann mit 216 Geschützen. versuchen, strafgefangene Buren zu befreien. Einem Reuterschen Spezialberichte aus Bermuda entnehmen wir die nachstehende interessante Stelle: „Das große schwimmende Dock, welches für die Station gebaut worden ist, traf am Nachmittag des 7. August hier ein und wurde am folgenden Tage nach dem Great Sound geschleppt, wo es vorläufig untergebracht ist. Die holländischen Schlepper, die das Dock über den Atlantischen Ozean geschleppt Hierzu Unterhaltungsbeilage. hatten, ankerten ebenfalls in dem Sund, und zwar in der Nachbarschaft von Hawkins Island, wo die strafgefangenen Buren untergebracht sind. Einige Nächte darauf näherte sich ein Boot von einem der Schlepper dem Strande, und es gelang ihm, unbemerkt einige Leute zu landen, die in die Umzäunung, welche die Sträflinge einschließt, eindrangen. Sie wurden zufällig von einem Posten entdeckt und verhaftet. Es wurde sofort ein Wachtschiff zur Bewachung der Insel in den Sund beordert, und als die Schlepper einige Tage später nach Europa abfuhren, begleitete sie ein Kriegsschiff durch den Kanal bis auf die hohe See. Waffenablieferung in Südafrika. Die Londoner„Morning Post“ meldet aus Pietersburg: Fünf Häuptlinge des Zoutpanberggebietes in Transvaal erklärten sich bereit, die Waffen unter der Bedingung abzugeben, daß die Oberhäuptlinge ihre Waffen behalten dürfen. Der Vorschlag wurde von den Behörden angenommen. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 12. September 1902. *.* Kurfürstendenkmal. Der gewaltige Schlußstein dieses Denkmals ist jetzt mit zwei Inschriften versehen worden und zwar befindet sich auf der Vorderseite die folgende: GROSSEN KURFURSTEN DIE BURGER DER STADT HERFORD. Auf der Hinterseite prangt folgende Inschrift: 26. SEPTEMBER 1652 26. SEPTEMBER 1902 HERFORD 250 JAHRE KURBRANDENBURGISCH. An den beiden übrigen Seiten wird das Ravensberger und Brandenburger Wappen angebracht. * Bühnenprobe. Im Theatersaale des Bürgervereins fand gestern abend für die Aufführung des Festspiels„Am Webstuhl der Zeit" die erste Bühnenprobe statt und wurden die lebenden Bilder von 1— 4 unter der Leitung der Dichterin Frl. Johanna Baltz gestellt; infolge der vorgeschrittenen Zeit ließen sich die litzten 3 Bilder nicht mehr stellen. Die regelmäßigen Uebungen werden in diesen Tagen aufgenommen werden. # Nam Bhalsvarplatz. Wenn man des Oefteren das emsige Schaffen auf diesem Platze sowie auf dem Perron und der tiefer gelegten Straße beobachtet, da wird auch so mancher Besucher dieser Gegend versucht haben, die Zahl dieser fleißigen Leutchen festzustellen. Wir zählten jetzt, daß auf dem gesamten Plane ca. 160 Arbeiter thätig sind. In diesen Tagen soll übrigens auf dem Bahnhofsvorplatz eine Probeaufstellung der hiesigen Schulen stattfinden. Das kleine Postgebäude wird vorerst provisorisch mit flachem .) Der für den 14. September in Aussicht genommene erste Vortragsabend des ChristlichVaterländischen Männervereins, an welchem Herr Vetters aus Elim über die Enthaltsamkeitssache zu reden bereit war, wird aus Rücksicht auf die in der Radewiger Kirche stattfindende geistliche Musikaufführung bis in den Monat Oktober piy Im Waldfrieden giebt morgen nachmittag die städtische Kapelle wieder ein Konzert. * Besitzwechsel. Herr Generalagent Ed. Schmedding hat die in der Göbenstraße gelegene„Villa Roso“ des Herrn Julius Eick zum Preise von 30000 Mk. käuflich erworben. = Im Dienst verunglückt. Auf dem hiesigen Staatsbahnhofe ereignete sich heute vormittag gegen 10 Uhr ein recht bedauernswerter Unglücksfall. Die mit Postsachen angefüllte Postkarre war von einem Kieszuge derart getroffen worden, daß die Karre schleuderte und den Postassistenten Herrn Knigge schwer an den Füßen und am Unterleib sowie am Kopf verletzte; nach einer anderen Meldung soll Herr Knigge infolge des Schleuderns an den gleichzeitig von Bielefeld eingelaufenen Personenzug geworfen worden sein und dadurch die schweren Verletzungen erhalten haben. Die Postkarre ist total zertrümmert. Ein weiterer Beamter hatte sich noch rechtzeitig retten können. Herr Knigge wurde sofort nach dem Kreiskrankenhause transportiert. Wie wir noch erfahren, ist der Zustand des so schwer Verletzten leider sehr besorgniserregend. Derselbe hat auch erhebliche innere Verletzungen erlitten; auch wurde ihm bei dem Unglücksfall das eine Bein durchgeschlagen. Mittags ist Herr Knigge gestorben; er ist aus Haste, wo sein Vater Postverwalter war, gebürtig. *„Naturmenschen" unter sich. Wie Hermann Mundt aus Wiedenbrück schreibt, hat er folgendes Schreiben an die Regierung zu Magdeburg gerichtet: „Der Naturmensch gustaf nagel aus Arendsee in der Altmark, welcher vertragsmäßig mit mir zu reisen bis ult. Dezember d. I. sich verpflichtet hat, ist mir entlaufen und wie ich vermute, bei seinem Vater in Arendsee. Da ich Inhaber eines Wandergewerbescheins bin, in welchem gustaf nagel als Begleiter eingetragen ist, bitte ich, denselben den Verkauf seiner Karten und Broschüren untersagen zu wollen, da er ohne meinem Beisein nichts verkaufen darf; denn es ist für mich doch nicht möglich, unter diesen Umständen eine Verantwortlichkeit zu tragen.“ Die Ursache des Bruches ist, so fügt Hermann Mundt hinzu, kurz folgende: gustaf nagel hält alle Behörden und gesetzliche Bestimmungen als für ihn nicht existierend. Aus dem Wandergewerbeschein ergiebt sich aber, daß ich kann für alles verantwortlich gemacht werden, Kosten und Rechnungen zu bezahlen habe; die Leitung der Geschäfte will er aber allein besorgen, und sämtliches Geld, das eingeht, für sich haben. Nachdem endlich meine Geduld zu Ende, begriff ich seine Habgier, die sich in einem frömmelnden Gewande kleidet und sagte ihm, daß ich mir seine Nörgeleien und Bevormundungen verbitte; hierauf ließ er mich im Stich. Jetzt habe ich ca. 400 Mk. Rechnungen und verschiedene Kosten auf dem Halse. Durch dieses Betragen nagel's werde ich nicht nur an den Bettelstab gebracht— sondern bin auch aus meinen Lebensverhältnissen herausgerissen, blos weil ich den süßen Worten eines gustaf nagel vertraute. Uebrigens drohte er schon seit einiger Zeit mit Davonlaufen, worauf ich ihm 2 offene Briefe sandte, welche er als„Mumpitz" bezeichnet und weggeworfen hat. *0 Die Brechruhr, eine kinderwürgende Krankheit, bedroht gegenwärtig unsere Kinderwelt. Die Eltern seien zur strengsten Vorsicht gemahnt; besonders sollte der Obstgenuß der Kinder überwacht werden. Diebstahl. In der Nacht zum Donnerstag wurden in der Radewiger Feldmark und zwar in der Nähe der Göbenstraße auf einem Kolonat die Früchte, sowie Gurken und Kohlrabi gestohlen. * Enger, 12. Sept. Krieg in Frieden. Gestern gegen mittag rückte das Bielefelder Bataillon hier ein, um alsdann in Enger und Umgegend Quartier zu beziehen. Abends konzertierte die Bataillonskapelle bei Schierholz' Hotel, wo das Offizierkorps versammelt war. Heute morgen gegen 6 Uhr rückte das Bataillon wieder ab, um seinen Weg nach Bünde zu zu nehmen. * Ennigloh, 11. Sept. Manöver. Heute früh sind die Feldbäcker hier angekommen und haben auf Schröders Kamp mit der Errichtung einer Feldbäckerei für das 7. Armeekorps begonnen. Eilshausen, 11. Sept. Zeitungsagentur. Um vielfach geäußerten Wünschen nachzukommen, ist jetzt bei Herrn Fritz Meier in Brandhorst eine Filialagentur der Agentur Eilshausen für die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ eingerichtet worden. Bestellungen werden täglich entgegengenommen. in Eilshausen, 11. Sept. Industrielles. Jetzt wurde hier eine neue Holzschuhfabrik, Herrn Kaspar Schmidt gehörig, in Betrieb genommen. &am Eilshausen, 12. Sept. Feuer. Gestern abend gegen 7 Uhr brannte hier der Kotten des Kolons Meier Nr. 3 vollständig nieder. Das Haus wurde von den Familien Harig und Niederbremer bewohnt, erstere hatte alles versichert, letztere dagegen leider nichts. Die Hiddenhausener Feuerwehr leistete wacker Hilfe. Das Mobilar konnte teilweise gerettet werden. * Muccum, 11. Sept. Feuer. Dieser Abende brannte laut Bd. Tabl. der Kotten des Kolons Schröder bis auf den Grund nieder. Provinz und Nachbarstaaten. ** Salzuflen, 10 Sept. Theater. Als Schluß der diesjährigen Theatersaison brachte uns der letzte Theaterabend das vieraktige Lustspiel„Miß Hobbs“ von Jerome, deutsch von Wolters.— Das Stück versetzt die Zuhörer in die größte Heiterkeit. Die vorzügliche Darstellung trug das Ihrige dazu bei, sodaß wir denn mit diesem erfolgreichen Schluß der diesjährigen Theatersaison sehr zufrieden sein können!— Die Direktion Becker hat den Beifall des Publikums, welchen sie in dieser Saison geerntet, voll und ganz verdient und so möge auch unsere Besprechung mit den Worlen schließen:„vivat sequens!" v. H. * Detmold, 11. Sept. Einen Selbstmordversuch machte der sich im Landgerichtsgebäude in Untersuchungshaft befindliche„Seifenfabrikant" Jansen in seiner Zelle, indem er sich daran machte, seine Pulsadern zu öffnen. In einer großen Blutlache liegend wurde er gefunden, bevor die Verblutung eingetreten war. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte fest, daß die Wunde zwar nicht unerheblich, aber nicht lebensgefährlich sei. * Wiedenbrück, 11. Sept. Zur Zugentgleisung. Gestern morgen entgleiste der 7.50 Uhr hier fällige Personenzug vor und auf der Emsbrücke, nachdem kurz vorher vier schwere, mit je zwei Maschinen bespannte Militärzüge die Strecke passiert hatten. Da die Bahn vor der Brücke eine starke Kurve macht, hatten die Schienen dem gewaltigen Drucke nachgegeben und so kam der nachfolgende Personenzug an jener Stelle, gerade eine Schienenlänge vor der Brücke zur Entgleisung und konnte erst diesseits derselben zum Halten gebracht werden. Wie schon gemeldet, waren nur leichtere Verletzungen vorgekommen. * Dortmund, 11. Sept. Furchtbare That. Einer Frau Strübe wurde hier auf der Straße von ihrem Liebhaber mittelst eines Messers der Leib aufgeschlitzt. Die Verletzungen sind so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. * Düsseldorf, 11. Sept. Verhängnisvoller Sturz. Nachmittags stürzte beim Bau des Kreishauses von der Spitze des Gerüstes ein Arbeiter hinunter und riß zwei andere mit. Der erste war sofort tot, von den letzteren ist der eine leicht und der andere schwer verletzt. * Brannschweig, 11. Sept. Der falsche Graf. Der am Sonnabend hier festgenommene 15jährige Schwindler, der angab, aus einer in Zehlendorf bei Berlin ansässigen gräflichen Familie zu stammen, hat die hiefigen Behörden in der frechsten Weise belogen. Wie sich jetzt herausstellt, ist der Schwindler ein Handlungslehrling Köppkens aus Zehlendorf, der noch mehrere Strafthaten begangen haben soll. K. trat mit solcher Sicherheit auf, daß seinen Personalangaben auf dem Amtsgerichte geglaubt und er wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. * Bremen, 11. Sept. Schenkung eines Denkmals. Großkaufmann Franz Schütte stiftete ein Kaiser Friedrich=Dentmal für den hiesigen Kaiser Friedrich= Platz. * Harburg, 11. Sept. Selbstmord wegen Arbeitslosigkeit. Der Arbeiter Herold hat sich heute erschossen. Als Grund wird Arbeitslosigkeit bezeichnet, da der Verstorbene seit dem Streik in der hiesigen Gummifabrik ohne feste Arbeit ist. Vermischtes. Eine Totenmaske Rudolf Virchows ist am Tage vor der Bestattung auf Veranlassung von Prof. Dr. Hans Virchow hergestellt worden. Am Altar vom Schlage gerührt wurde Konsistorialrat Dr. Klimm aus Dresden. Bei der Einführung des Anstaltsgeistlichen am Krankenstifte in Zwickau hatte er eben über den Text:„Ich bin krank gewesen und Ihr habt mich besucht“ gepredigt, als der Schlag ihn traf. Seine linke Seite war vollständig gelähmt. Bonner Studenten hatten gewettet, als Stromer dem Bade Kreuznach einen Besuch abzustatten. Am Sonnabend kamen die drei, die die Wette auszuführen hatten, in Kreuznach in entsprechend„zerlumptem“ Anzug an und begaben sich geradenwegs zum Kurpark, wo sie Eintritt verlangten und einen Tausendmarkschein hinlegten, von dem das Eintrittsgeld abgezogen werden sollte. Man kann sich die Augen des Kassierers denken, als ihm die zerlumpten Kerle einen der bekannten braunen Lappen hinlegten. Rasch war die Polizei benachrichtigt, und ehe sie sichs versahen, waren die drei Stromer gefaßt und in Sicherheit. Auf dem Wege zum Polizeiamt machte sich einer von ihnen den Scherz, einen Polizisten zu einem Schoppen einzuladen,— er soll aber nicht übel abgefahren sein. Die Polizei glaubte natürlich, einen guten Fang gemacht zu haben. Halb Kreuznach war hinter dem Schub her. Auf dem Polizeiamt wurde bald Klarheit in die Sache gebracht und die angeblichen Landstreicher nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder freigelassen. Ein Bureaukratenstückchen. Für unsere Veteranen wird in der„Deutschen Tages=Zeitung“ ein warmes Wort eingelegt. Zugleich erzählt das Blatt, daß einem Ehepaar vom preußischen Ministerium des Innern die EhejubiläumsMedaille zur goldenen Hochzeit verweigert wurde, weil der Ehemann als Kriegsveteran die gesetzliche Veteranenbeihilfe beziehe. Diese Beihilfe werde nur hilfsbedürftigen Personen gewährt; wer aber hilfsbedürftig sei, könne nicht die erbetene Medaille, sondern höchstens ein Geldgeschenk erhalten. Diese Auffassung im Ministerium mag bureaukratisch korrekt sein, einwandsfrei ist sie nicht. Im Feuer verunglückt. Der Oberingenieur Harriehausen aus Hamburg zog sich bei einem Brande auf der Pumpstation der Deutsch=Amerikanischen Petroleumgesellschaft in Dresden, der nur geringen Sachschaden verursachte, schwere Brandwunden zu. Er ist noch abends seinen Verletzungen erlegen. Grubenunglück. In einem zur gräflich Ballestremschen Brandenburg-Grube in Ruda gehörigen Holzhängeschachte auf der Karlskolonie stürzte laut Meldung aus Gleiwitz die Zimmerung zusammen und verschüttete einen Steiger und vier Bergleute. Bei den sofort eingeleiteten Rettungsarbeiten wurden ein Bergmann tot, der Steiger und zwei Bergleute verletzt und ein Bergmann unverletzt zutage gefördert. 220 000 Franken gestohlen. In den Kellern der Banque de France zu Paris befinden sich gegenwärtig 3½ Milliarden Franken in Edelmetall. Personen, die sich Zugang zu denjenigen Räumen verschafften, aus welchen zum Einschmelzen bestimmte Goldsorten fortgeschafft wurden, gelang es, Säcke mit einem Inhalt von 220000 Franken zu entwenden. Des Diebstahls verdächtig sind einige Beamte. Hagelwetter. In London laufen aus den Provinzen Berichte ein, denen zufolge vorgestern abend ein heftiges Unwetter der Ernte, namentlich den Obst= und Hopfenpflanzen großen Schaden zugefügt. Ein Telegramm aus Maidstone meldet, daß große Strecken im Bezirke und die Hauptstraßen in der Nachbarschaft noch immer 7 Zoll hoch mit Hagel bedeckt sind. einer Hauskatze. Es ist bekannt, daß Hunde unschwer lernen, sich Thüren selbst zu öffnen, wenn sie Verlangen zeigen, in einen geschlossenen Raum einzudringen. Aber unsere„Mieze" steht, wie ein von Dr. Viktor Hornung im„Zool. Garten“ mitgeteilter Fall zeigt, den Hunden nicht nach. In der Familie eines Freundes von ihm wurden mehrere Katzen gehalten, die das Anwesen von Mäusen und anderem Ungeziefer säubern sollten. Eine von ihnen gab nun Gelegenheit zu folgender Beobachtung: Die Katze saß vor einer verschlossenen Thür und wartete geduldig längere Zeit, ob sich die Thür nicht öffnen würde, aber vergebens. Niemand nahte, der ihr Einlaß gewährte. Plötzlich sprang sie mit einem mächtigen Satze an die Thürklinte und hielt sich an sie angeklammert fest. Durch ihr Gewicht wurde die Klinke natürlich nach unten gezogen und die Thür öffnete sich infolgedessen. Diese Beobachtung beansprucht deshalb ein besonderes Interesse, weil die Katze nicht die geringste Dressur genossen, sondern aus eigenem Antriebe gehandelt hatte. Vermählt: Pastor Otto Haeselich mit Amalie Ebmeyer in Bielefeld. Gestorben: Post=Assistent Robert Mörseburg, 29 Jahre, in Minden. Böttchermeister Johann Friedrichs, 36 Jahre, in Bielefeld. Briefkasten der Revaktion. O. P. Diese Art Ansprüche verjähren gemäß§ 852 B. G.=B. in 4 Jahren. Sie werden jedoch besser thun, wenn Roman von Dora Duncker. (41. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Unruhig schritt Georg vor der rothen Villa auf und ab. Es würde doch kein Unglück gegeben haben drüben in Segenhaus? Oder sollte dem Kinde unterwegs etwas zugestoßen sein? Franz war ein zuverlässiger und starker Mensch, und überdieß war’s heller Tag. Dennoch ließ sich die Besorgniß nicht ganz unterdrücken. Es hatten sich in letzter Zeit mehrmals verdächtige Individuen blicken lassen, drüben in der kleinen Waldschenke sollte allerlei lichtscheues Gesindel hausen. Auch der von Georg entlassene Maurer Gruner sollte dort als Knecht beschäftigt sein und öfter in Gesellschaft eines Fremden, eines kleinen brünetten Mannes, sich in der Nähe des Parkes umhertreiben. Jetzt flatterte am Saum der Kiefern ein helles Gewand auf. Wie eine weiße Möveüber den gelben Sand kam das Kind daher geschossen, ganz Leben, ganz Bewegung. Franz lief athemlos hinterdrein.„Mein Herzblatt! Wie erhitzt Du bist, — komm jetzt herein, nimm ein Tuch und kühle Dich ab, Dein Gesicht glüht ja förmlich!“ Sie hatte sich in seinen Arm gehängt und den reizenden Kopf mit der goldenen Haarfülle fest an seine Schulter geschmiegt.„O, Väterchen, Väterchen,“ sagte sie leise mit ihrer süßen, kosenden Stiinme.„Ich habe Dir so viel zu sagen— wirst Du mir auch nicht böse sein?“ Einen Augenblick hatte er über den Grund ihrer offenbaren Erregung geschwankt, dann begriff er, daß Max gesprochen hatte. # jäher Schmerz fuhr ihm durch die Brust. Auch dieses Kind, seine kleine Lerche, den Sonnenschein seines grauen Lebens jetzt schon verlieren, fortgeben sollen? Und dennoch hatte er auch nur das geringste Recht auf sie—? Hatte er nicht alle Ursache, glücklich und dankbar zu sein, daß er sie lange hatte behalten dürfen, ohne daß eine Stimme jenseits des Ozeans sie zurückgefordert hätte? War sie Maren's Frau, durfte niemand sie mehr über das Meer zurückholen; dann blieb sie wenigstens bis an's Ende in seiner Nähe, blieb sein Kind. Eng aneinandergeschmiegt waren sie an dem Bassin mit den verblühten Schwertlilien vorüber um's Haus, und durch das Gewächshaus in das dicht anstoßende Arbeitszimmer Georgs gegangen. „Nun, was ist's, Kind, sprich, sage mir alles? Was hat Dich so erregt?“ Sie hatte sich auf ihrem Lieblingsplatz, auf einem niedrigen Sessel zu seinen Füßen zusammengekauert. Auf seine Frage hob sie Arme und Augen zu ihm auf, und ihn sanft umschlingend, sodaß sie ihn immer mehr zu sich herabzog, und ihn mit ihren tiefen, dunklen Augen hingebend anblickend, flüsterte sie: „Väterchen, wir haben uns lieb, und wenn Du nicht böse bist, möchten wir uns verloben—“ Er hob sie auf seine Knie und begrub die schlanke, zierliche Gestalt förmlich in seinen Armen.„Meine Kleine will von mir fort? Hat jetzt schon einen Andern lieber als ihren alten Papa?“ Erschreckt fuhr Eva auf.„O nein, Väterchen— nicht lieber—“ betheuerte sie eifrig—„Nur ganz— ganz anders lieb. O, ich kann es Dir nicht mit Worten sagen— es ist ein so eigenes wundervolles Gefühl— Du, so ruhig und verständig, wirst es Dir gar nicht vorstellen können, Väterchen—“ Georg lächelte schmerzlich. „Max wird Dir das ganz anders und viel besser erklären können als ich— ach, er ist ja so klug— und so gut— und so schön!— Wann darf er zu Dir kommen, liebster Vater?“ Ja— ja— er soll nur kommen, Kind——!“ Es kam zögernd und widerwillig heraus, und betroffen von seinem Ton, frug Eva zögernd zurück: „Und was wirst Du ihm sagen?“ Georg bog sich tiefer zu ihr hinab und sahlihr in die ängstlich fragenden Augen. Da kam ihm plötzlich der Gedanke an jene schwüle Sommernacht, in der er dies Kind, dem Tode nahe, aus der von Pesthauch geschwängerten, unterirdischen Höhle des Lasters, des Verbrechens und des Elends, auf seinen Armen hinaufgetraeng hatte an's Licht. Arm, hilflos, verlassen von aller Welt— ein Kind der Sünde, vielleicht die Frucht eines Verbrechens— ein verwehtes Blatt, dessen Ursprung und Abstammung er noch heute nicht ahnte. Das Kind selbst diese reine Blüthe die er gehegt mit gedoppelter Liebe, mit Vater= und Mutterliebe zu gleich— wußte nichts von dem Sumpf, aus dem es muthmaßlich entsprossen war— sollte niemals davon etwas erfahren, auch dann nicht, wenn sich wider Erwarten nach so langen Jahren noch, wirkliche Anhaltspunkte für seine Herkunft ergeben sollten. Aber der Mann, der sie zu seinem Weibe begehrte, mußte die volle Wahrheit hören. Blieben seine Entschlüsse dann unverändert — wohl ihnen Beiden! Er mußte die Sache in Ruhe überlegen und mit Anna besprechen, mit Anna, vor der er kein Geheimniß hatte, so wenig Vertrauen sie selbst auch ihm schenkte. Eva hing ihm noch immer im Arm die dunklen Augen in stummer Frage auf sein Antlitz geheftet. Nun fuhr Georg.aus seinen Gedanken auf und strich ihr sanst mit der Hand über das goldlockige Haar. „Ein wenig Gednld wirst Du am Ende haben müssen, meine kleine Lerche. Du weißt, wenn Du's auch nicht verstehst, daß die Fabrik mir manche Sorge macht— auch möchte ich erst einmal mit Frau Anna über Eure Zukunftspläne sprechen—“ „O sie— sie wird gewiß nichts dagegen haben— sie hat mir oft gesagt, daß sie mich lieb hat wie eine Mutter—“ Georg zuckte zusammen. „Um so verständlicher wird es Dir sein, daß ich mich mit ihr berathen möchte, bevor ein bindender Schritt gethan wird. Ich werde heute Abend noch an Max schreiben und morgen nach Segenhaus gehen. Du magst mich morgen gleich nach dem Frühstück selbst bei Frau Anna anmelden. Ich denke, Nachmittag hier am ehesten abkommen zu können frage sie also, ob mein Besuch um diese Zeit ihr genehm sein würde.“ Er nickte ihr freundlich zu, wie um anzudeuten, daß für ihn das Gespräch bis auf weiteres damit zu Ende sei, und Eva ging nach herzlichem, Abschied von ihrem Pflegebater auf ih: Zimmer um in Einsamkeit und Stille von ihrem Mar und kommendem Glücke zu träumen. Mar Fortsetzung folgt. perd.„Monats Abonnements an die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstaltek unseren Boten sowie in unseren Agenturen entgegengenommel falls Ihre Mobilien versichert sind, bei Ihrer Feuerverherungsgesellschaft Ersatz für den durch Feuer beschädigten beantragen. Entschädigung wird Ihnen daselbst ohne beiteres gezahlt werden. Course der Berliner Börse. Sügetellt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Herford, 11. September 1902. Projekt einer elektrischen Briefbeförderung. Rom, 12. Sept. Der Minister für Posten und Telegraphie Galimberti zog mit höheren Beamten des Ministeriums das von dem Ingenieur Pisicelli ausgearbeitete Projekt einer elektrischen Briefbeförderung in Erwägung, mittels welcher die Briesschaften enthaltenden Aluminiumbehälter mit einer Geschwindigkeit von 400 Kilometer in der Stunde befördert werden würden. Ein Brief von Rom nach Neapel würde 25 Minuten gebrauchen, ein solcher von Rom nach Paris Geistliche Musik-Aufführung in der Sonntag, den 14. September, abends 8 Uhr: — Erntefeier Jedermann wird dazu hiermit heizlichst eingeladen. Einlaßkarten werden nicht ausgegeben; an deren Stelle treten die Programme(Preis 50 Pfg.) b###b##n in der Menckhoff'schen Buchhandlung am nder Frensemeier, Radewiger Straße. Herstellung des Innern der Jakobi145i elbrecht&am Fliege Unterhaltungs-Beilage zur Herforder Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler. Herford, 12. September 1902. Druck u. Verlag: Christian Quentin Der Erve von Esmond-Hall. Kriminal=Roman von Ernst Riemann. (21. Fortsetzung.) 24. Kapitel. Inzwischen hatte Frau Talbot in Begleitung ihrer alten treuen französischen Dienerin Ivonne, die ihr in Noth und Entbehrung treu geblieben, ihren Einzug in Holmes gehalten. Das kleine Häuschen, das sie bewohnte, stand ganz allein, etwas abseits von der Landstraße, und war nur durch einen rauhen Feldweg zu erreichen. Die vier kleinen Zimmer waren dürftig mit dem Allernöthigsten ausgestattet, aber Frau Talbot brachte Vorhänge und Teppiche und verschiedene Kleinigkeiten mit, und bald machte das kleine Wohnzimmer einen traulichen, anheimelnden Eindruck. In dem Vorgärtchen wucherten die Blumen in üppiger Fülle, während ein mächtiger, alter Kastanienbaum angenehmen Schatten gewährte. Von ihrem Sohn sah sie nur wenig, denn für die Landwirthe war jetzt im Juli eine vielbeschäftigte Zeit; auch von andern Besuchern war sie nicht gestört worden, denn sie hatte Paul gebeten, bei Jedermann über ihr Hierherkommen zu schweigen. „Ich habe neue Gesichter nicht gern, wie Du weißt,“ hatte sie ganz ernsthaft gesagt, und Paul hatte nach ihrem Wunsche gehandelt. Aber es waren nicht neue Gesichter, die sie fürchtete, es waren alte, längst bekannte! Frau Talbot litt häufig an quälenden Kopfschmerzen, und auch heute wieder hatte diese Plage sie heimgesucht. Der Tag war sehr heiß, und sie hatte angestrengt gearbeitet, um die Bestellung einer Firma in Belthorpe rechtzeitig zu erledigen. Nun war das kunstvoll gestickte Altartuch vollendet und Paul, den sie gegen Abend erwartete, hatte versprochen, das Packet am nächsten Morgen im Geschäft abzuliefern; sie konnte sich also der ersehnten Ruhe jetzt überlassen. Ivonne trug ein niederes Stühlchen unter den alten Kastanienbaum im kleinen Gärtchen und drängte ihre Herrin, dort Platz zu nehmen. „Ich werde Madame in einer kleinen Viertelstunde den Thee bringen,“ sagte sie in ihrer frischen Weise.„Inzwischen werden Madame am besten ein kleines Schläfchen machen. Es wird Madame erfrischen. Frau Talbot schloß folgsam die Augen und lehnte sich auf ihrem bequemen Sitz zurück; die Luft war hier kühl und erfrischend, denn das dichte Laubwerk über ihrem Kopfe schloß jeden Sonnenstrahl aus. Frau Talbot war müde und traurig; ein Gefühl von Verlassenheit, das sie lange nicht empfunden, beklemmte ihr das Herz. In Belthorpe hatte sie Paul als Hausgenossen und Herrn Clifford als treuen Freund und Berather zur Seite gehabt. Jetzt sah sie ihren Sohn nur selten und Herr Clifford war schon seit Wochen von zu Hause abwesend. Er hatte einen jüngeren Bruder, der an der Auszehrung litt, an die Riviera begleitet mit der Absicht, nach kurzer Zeit wieder zurückzukehren. Nun war aber, wie er brieflich mitgetheilt, der Kranke plötzlich so schlimm geworden, daß er ihn unmöglich allein * (Nachdruck verboten.) lassen konnte. Frau Talbot nahm aufrichtigen Antheil an seinem Leid, aber sie vermißte ihn sehr, mehr, als sie je für möglich gehalten, außer Paul Jemand vermissen zu können. Etwa zehn Minuten mochte sie mit geschlossenen Augen geruht haben, als ein sanfter Kuß, von weichen Lippen auf ihre Stirn gedrückt, sie aufschreckte. Sie öffnete die Augen, aber der freudige Ruf„Paul“ erstarb auf ihren Lippen, als sie bemerkte, daß er nicht allein gekommen war. „Ich habe Fräulein Renate mitgebracht, geliebtes Mütterchen,“ sagte der junge Mann in seiner fröhlichen Weise.„Sie war zu schüchtern, um allein zu kommen, und ich wünschte doch, daß sie Dich kennen lerne. Und Dir wollte ich die Herrin und Gebieterin der Thalfarm vorstellen, die uns Alle mit fester Hand zu leiten versteht. Ich versichere Dich, ein strenger Blick von ihr macht uns erzittern!“ Renate lächelte und wandte sich mit leichtem Erröthen zu seiner Mutter. „Ich hoffe, Sie sind nicht böse über mein Kommen, Frau Talbot,“ sagte sie in ihrer liebenswürdigen, freimüthigen Weise.„Ich hätte Sie so gerne schon früher besucht, aber ich fürchtete, Sie zu belästigen. Herr Palmer sagte mir, er glaube, daß Sie nicht gerne durch Besuche gestört sein wollten.“ Die lieben, treuen Augen, die ihrem Blick so schüchtern und doch wieder so offen begegneten, erweckten ein warmes Gefühl in Frau Talbots Herzen. In ihrer Abgeschlossenheit in Belthorpe hatte sie jeden weiblichen Umgang entbehrt, und sie freute sich herzlich, das junge Mädchen kennen zu lernen, von welchem ihr Sohn so wenig sprach, daß gerade dieses Wenige so bedeutungsvoll wurde. „Es war sehr freundlich von Ihnen, zu kommen,“ sagte sie, dem jungen Mädchen zur Begrüßung die Hand reichend. „Ich bin eine traurige Einsiedlerin, fürchte ich, aber ich freue mich, Jene zu sehen, die gut gegen meinen Jungen sind. Und Sie sind sehr gut gegen ihn gewesen, wie ich weiß.“ „So gut, daß er vor meinen strengen Blicken erzittert,“ entgegnete Renate scherzend. „Ach, jetzt habe ich meine Mutter zum Schutz,“ sagte Paul, ihren Scherz parirend;„ich bin nicht mehr allein Ihrer Gnade überlassen, mein gnädiges Fräulein. Mütterchen, ich will einen Stuhl für Fräulein Renate holen, und Ivonne sagen, daß sie uns hier den Thee serviren soll.“ „Dies wird schon geschehen,“ lächelte seine Mutter, „aber für einige Stühle könntest Du sorgen.“ Paul verschwand in dem kleinen Häuschen, und Renate bestand darauf, daß Frau Talbot sich niedersetze. „Sie sahen so ermüdet in Ihrem Schlaf aus,“ sagte sie sanft,„es thut mir leid, daß wir Sie erweckten.“ „Ich schlief nicht, ich war in einer Art von Tagestraum besangen. Es ist so stille hier.“ „Sie scheinen nicht sehr stark zu sein,“ sagte Renate. „Wissen Sie,“ fügte sie lächelnd bei,„daß der erste Anblick Ihres Gesichtes mich förmlich überraschte?“ gehörenden und Geschirre en 13 ds. Mts., nachmittags der Firma an der Wasserbreite geerden. Die Besichtigung kann täglich en erfolgen. 179i ept. 1902. walter: W. Rautenberg. 1. Rouleauxstoffe. Ottensmann, Göbenstraße. rforder täts-Werke 710 „ von Elektromotoren unsere Maschinen für den tische Elektricitäts- Werk direkt an die Consumenten che auch probeweise zur 1121 us-Gsselschaft zmu Leipzig Gegenseitigkeit errichtet 1830. cherungsbestand: 30 Millionen Mark Versicherungsn: 214 Millionen ummen: 150 Millionen Mark. Gesellschaft zu Leipzig ist be jedingungen(Unanfechtbarkeit dreier größten und billigsten Lebensn.— Alle Ueberschüsse fallen bei diese erhielten seit mehr als einem lichen Jahresbeiträge alljährlich Dividende. teilen gern die Gesellschaft, sowie 2121 ledding. Herford. 156g t. ühlfeln 2271 ner. der Reise Dr. med. Rüttermann Spezialarzt für Chirurgie u. Frauenkrankheiten Herford, Rennstr. 14.(1411 Sommersprossen verschwinden unbedingt durch den Gebrauch von 411e Herford Göbenstraße ab Herford Lübberthor an Herford Lübberthor ab Herford Bergerthor an Herford Bergerthor ab Herford Salzuflerstr.*„ Friedensthal an Friedensthal ab Waldfrieden" Lindenkrug*„ Salzuflen Kleinbahnhof an Salzuflen Kleinbahnhof ab Salzuflen Kurpark Salzuflen Kurpark Lohse Lohse Hagenmühle“ Exter an an ab an 5,58 6.02 6.03 6,05 6.06 6,10 6,14 6,15 6,17 6,20 625 6.26 6,28 6,29 6,37 6,38 6,44 6.47 Die 8.50 8,54 8.55 8.57 8,58 9.02 9,06 9.07 9.09 9,12 9,17 9.19 9.21 922 9.30 9.31 9.37 9.40 Züge 12,48 12,52 12,53 12,55 12,57 1,01 1,05 1,06 1,08 1,11 1,16 1,18 1,20 1,21 1,29 1,30 1,36 1,39 halten 2.23 2.27 2,29 2,31 2.35 2,39 S2.43 S2,44 a.46 52,49 2,54 2.55 2.57 2,58 3,06 3,41 3.45 3,46 3,48 3.50 3,54 3,58 3.59 4,01 4,04 4.09 4,10 4,12 4,13 4,21 4,22 4,28 4,31 4,22 4,26 4,27 4,30 54,31 54,35 54,39 84.40 4,42 54,46 4,51 4,52 4.54 4.55 5.03 5,04 5,10 5,13 nur nach Bedarf. 8,13s9,23 8,17/9,27 8,18/9,28 8,20/9,30 8.22 8,26 8,30 8,31 8,33 8.36 8,41 8,43 8.45 8.46 8,54 8.55 9,01 9.04 Die Früh Lohse a1 Lohse Salzuflen Kurpark an Salzuflen Kurpark ab Salzuflen Kleinbahnhof an Salzuflen Kleinbahnhof ab Lindenkrug*„ Waldfrieden Friedensthal Friegensthal Herford Salzuflerstr.“ Herford Bergerthor Herford Bergerthor Herford Lübberthor Herford Lübberthor Herford Göbenstraße Herford Göbenstraße au 1..— Herford Kleinbahnhof an 7,51 und Abend=Züge sind rechts durch fette an an ab an ab an ab 1,00 7,09 7,17 7,18 7.20 7,21 7.26 7.29 7,31 7,32 7,36 7.40 7,41 7,43 7.44 7,48 7,49 9.56 10,04 10,05 10,07 10,08 10,13 10,16 10,18 10,19 10,23 10,27 10,28 10,30 10,31 10,35 10,36 10,38 Linien 2,00 2.08 2.09 2,11 2,13 2,18 2,21 2,23 2,24 2.28 2,32 2,34 2,36 2.37 2,41 2.2 2,44 3,15 3,23 3,24 3,26 53.28 853,33 83,36 3,38 53,39 3,43 3.47 3.0 3,51 3,52 3,56 3.57 3,59 angedeutet. 0.5 6,36 6,44 6.45 6.47 6.49 6,54 6.58 7,00 7,01 7,05 7,09 7,11 7,13 7,14 7,18 7,19 7,21 0,59 6.40 6.48 6,49 6.51 56.53 856,58 7.02 7,04 5 7,05 7,09 7,13 7,15 7,17 7,18 7.22 7,23 7.25 9.21 9.22 9.30 9.31 9,33 635 9.40 #.3 9.5 9.46 9.50 9.54 9.56 9.58 9.59 10,03 10,04 10,06 9.35 9.37 9,38 9.42 9.43 9.45 * allein fabriziert von Bergmann& Co., in Radebeul-Dresuen, à Stürk 50 Pfg. bei: Neustädter Apotheke, Adler- Apotheke und Wilh. Epseloh, Drog. Naturbatter 850, VBsenenhonfg Mr. 4,00. H. Spitzer, Probuzna eDte Unehrlichkeit die ich gegen D den Maurer Hermann Depke ausgesprochen habe, nehme ich als Unwahrheit zurück. 2291 Heinrich Weitkamp Eutlaufen ein kleiner Teckel zirka ½ Jahr alt, schwarz m. braunen Flecken, auf den Namen„Manne“ hörend. Wiederbringer erhält Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Wilh. Mormann, Bergerthor(Kleinbahnhof). durchgeschlagen. Mittags ist Herr Knigge gestorben; er ist aus Haste, wo sein Vater Postverwalter war, gebürtig. **„Naturmenschev" unter sich. Wie Hermann Mundt aus Wiedenbrück schreibt, hat er folgendes Schreiben an die Regierung zu Magdeburg gerichtet: „Der Naturmensch gustaf nagel aus Arendsee in der Altmark, welcher vertragsmäßig mit mir zu reisen bis ult. Dezember d. I. sich verpflichtet hat, ist mir entlaufen und wie ich vermute, bei seinem Vater in Arendsee. Da ich Inhaber eines Wandergewerbescheins bin, in welchem anstaf nagel als Begleiter eingetragen ist, bitte ich, densel Karten und Broschüren untersagen zu meinem Beisein nichts verkaufen darf;! doch nicht möglich, unter diesen Umstän lichkeit zu tragen.“ Die Ursache des Bruches ist, so fi hinzu, kurz folgende: gustaf nagel hält alle Behörden u mungen als für ihn nicht existierend. gewerbeschein ergiebt sich aber, daß ich k wortlich gemacht werden, Kosten und Re habe; die Leitung der Geschäfte will er und sämtliches Geld, das eingeht, für endlich meine Geduld zu Ende, begriff sich in einem frömmelnden Gewande k daß ich mir seine Nörgeleien und Bevo hierauf ließ er mich im Stich. Jetzt Rechnungen und verschiedene Kosten au dieses Betragen nagel's werde ich nicht gebracht— sondern bin auch aus mein herausgerissen, blos weil ich den süßen nagel vertraute. Uebrigens drohte er mit Davonlaufen, worauf ich ihm 2 offen er als„Mumpitz" bezeichnet und wegge *0 Die Brechruhr, eine kindern droht gegenwärtig unsere Kinderwelt. strengsten Vorsicht gemahnt; besonders der Kinder überwacht werden. Diebstahl. In der Nacht zu in der Radewiger Feldmark und zwar i straße auf einem Kolonat die Frücht Kohlrabi gestohlen. Enger, 12. Sept. Krieg stern gegen mittag rückte das Bielefelde um alsdann in Enger und Umgegend Abends konzertierte die Bataillonskapell wo das Offizierkorps versammelt war. 6 Uhr rückte das Bataillon wieder ab, Bünde zu zu nehmen. * Ennigloh, 11. Sept. Mo sind die Feldbäcker hier angekommen ur Kamp mit der Errichtung einer Fel Armeekorps begonnen. Eilshausen, 11. Sept.# Um vielfach geäußerten Wünschen nach Herrn Fritz Meier in Brandhorst Agentur Eilshausen für die und Land“ eingerichtet worden. Beste entgegengenommen. in Eilshausen, 11. Sept. I wurde hier eine neue Holzschuhfabrik, gehörig, in Betrieb genommen. a Eilshausen, 12. Sept. F gegen 7 Uhr brannte hier der Kotten 3 vollständig nieder. Das Haus wi Harig und Niederbremer bewohnt, e sichert, letztere dagegen leider nichts. wehr leistete wacker Hilfe. Das Mob rettet werden. * Muccum, 11. Sept. Fi brannte laut Bd. Tabl. der Kotten d auf den Grund nieder. abend das vieraktige Lustspiel„Miß Hobbs“ von Jerome, deutsch von Wolters.— Das Stück versetzt die Zuhörer in die größte Heiterkeit. Die vorzügliche Darstellung trug das Ihrige dazu bei, sodaß wir denn mit diesem erfolgreichen Schluß der diesjährigen Theatersaison sehr zufrieden sein können!— Die Direktion Becker hat den Beifall des Publikums, welchen sie in dieser Saison geerntet, voll und ganz verdient und so möge auch unsere Besprechung mit den Worlen schließen:„vivat sequens!" v. H. * Detmold, 11. Sept. Einen Selbstmordbenachrichtigt, und ehe sie sichs versahen, waren die drei Stromer gefaßt und in Sicherheit. Auf dem Wege zum Polizeiamt machte sich einer von ihnen den Scherz, einen Polizisten zu einem Schoppen einzuladen,— er soll aber nicht übel abgefahren sein. Die Polizei glaubte natürlich, einen guten Fang gemacht zu haben. Halb Kreuznach war hinter dem Schub her. Auf dem Polizeiamt wurde bald Klarheit in die Sache gebracht und die angeblichen Landstreicher nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder freigelassen. Ein Bureaukratenstückchen. Für unsere Veteranen Aus Provinz und Ni ** Salzuflen, 10 Sept. T der diesjährigen Theatersaison brachte Sumpflat Roman von Dora D (41. Fortsetzung.) Mit einem raschen, forschenden Blick schaute Frau Talbot sie an. „Wie meinen Sie das?“ fragte sie in leisem Tone. „Sie sehen unserm Gutsherrn, Herrn Esmond, so ähnlich,“ entgegnete Renate.„Die Aehnlichkeit ist so— aber,“ fuhr sie mit besorgter Stimme fort,„Sie sind nicht wohl, fürchte ich. Wir erschreckten Sie durch unser unerwartetes Kommen.“ „Nein, nein, es ist nichts," antwortete Frau Talbot, sich rasch wieder fassend.„Die Hitze ist heute unerträglich.“ Sie blickte lächelnd in Renates bestürztes Gesicht, sank aber, noch immer zitternd, schwer in ihren Stuhl zurück. Konnte es möglich sein, daß fast die erste Person, die sie in Holmes gesprochen, die Aehnlichkeit mit ihrem Vater sah, welche sie selbst manchmal entdeckte, wenn sie ihr graues Haar vor dem Spiegel ordnete? O sie durfte nicht in dem weißen Häuschen bleiben und sich nochmals einer solchen Gefahr aussetzen! Die Furcht vor Entdeckung würde sie Tag und Nacht quälen und ihre Gesundheit zu Grunde richten; und doch, was sollte sie thun? Das andere Haus war weiter vermiethet und sie besaß nicht die Mittel zu beständigen Veränderungen. Und was würde Paul denken? Er würde Verdacht schöpfen— o es war schrecklich! „Sie haben den Gutsherrn noch nicht gesehen," begann Renate wieder in voller Unbefangenheit,„er ist schon seit vielen Wochen auf dem Kontinent. Welch lieber, alter Herr er ist! Die Leute nennen ihn streng, aber gegen mich ist er stets sehr sanft und gütig— wenigstens ist er es stets gewesen,“ schloß Renate, sich plötzlich an die versteckte Drohung erinnernd, welche Bruno Esmond angedeutet. Der Gutsherr würde nicht mehr„gütig“ sein, wenn er ihren Onkel von der Thalfarm vertrieb. Frau Talbot betrachtete das junge Mädchen mit liebevollen Blicken. Sie empfand ein schmerzlich süßes Gefühl, in dieser freundlichen Weise von ihrem Vater reden zu hören, und ihr Interesse für Renate vertiefte sich. „Er hat ein so trauriges Leben gehabt,“ fuhr Renate fort, ahnungslos, welche Wunden sie berührte.„Er ist so einsam gewesen, und es ist nicht zu wundern, daß er manchmal hart und kalt erscheint, nicht wahr?“ „Nein,“ murmelte Frau Talbot traurig,„es ist nicht zu wündern.“ Ihre Lippen waren farblos und aus ihren Augen sprach ein so unendliches Weh, daß Renate sich bestürzt über sie neigte. „O, ich sehe, daß Sie sich unwohl fühlen,“ sagte sie mit zarter Theilnahme.„Was kann ich für Sie thun? Soll ich Ihren Sohn herbei rufen?“ „Nein, nein, ich werde mich gleich wieder erholen, es ist nichts. Sehen Sie, mir ist schon besser,“ fügte sie lächelnd bei.„Sagen Sie Paul nichts,“ flüsterte sie eifrig, als der junge Mann jetzt in der kleinen Vorhalle erschien. In der nächsten Sekunde hatte er für Renate einen kleinen Weidenstuhl unter den Baum placirt, sich selbst aber neben seiner Mutter ins Gras gelagert, seinen schönen Kopf an ihre Knie lehnend, wie er es als Knabe zu thun pflegte. Renate hatte so die beste Gelegenheit, die große Aehnlichkeit zwischen Mutter und Sohn zu bemerken, und über die auffallende Aehnlichkeit Beider mit dem Gutsherrn zu staunen. Und ihr Staunen würde Pauls Mutter mit Entsetzen erfüllt haben, wenn sie es hätte errathen können. 25. Kapitel. Unruhig schritt Georg vor der ro Es würde doch kein Unglück g Segenhaus? Oder sollte dem Kind stoßen sein? Franz war ein zuverläss und überdieß war’s heller Tag. Dent nicht ganz unterdrücken. Es hatten si mals verdächtige Individuen blicken la Waldschenke sollte allerlei lichtscheues der von Georg entlassene Maurer Gri beschäftigt sein und öfter in Gesellscha kleinen brünetten Mannes, sich in der treiben. Jetzt flatterte am Saum der Kie auf. Wie eine weiße Möveüber den geiven Sand ram das Kind daher geschossen, ganz Leben, ganz Bewegung. Franz lief athemlos hinterdrein.„Mein Herzblatt! Wie erhitzt Du bist, — komm jetzt herein, nimm ein Tuch und kühle Dich ab, Dein Gesicht glüht ja förmlich!“ Sie hatte sich in seinen Arm gehängt und den reizenden Kopf mit der goldenen Haarfülle fest an seine Schulter geschmiegt.„O, Väterchen, Väterchen,“ sagte sie leise mit ihrer süßen, kosenden Stiinme.„Ich habe Dir so viel zu sagen— wirst Du mir auch nicht böse sein?“ Einen Augenblick hatte er über den Grund ihrer offenbaren Erregung geschwankt, dann begriff er, daß Max gesprochen hatte. Ein jäher Schmerz fuhr ihm durch die Brust. Auch dieses Kind, seine kleine Lerche, den Sonnenschein seines grauen Lebens jetzt schon verlieren, fortgeben sollen? Und dennoch hatte er auch nur das geringste Recht auf sie—? Hatte er nicht alle Ursache, glücklich und dankbar zu sein, daß er sie lange hatte behalten dürfen, ohne daß eine Stimme jenseits des Ozeans sie zurückgefordert hätte? War sie Maxen's Frau, durfte niemand sie mehr über das Meer zurückholen; dann blieb sie wenigstens bis an's Ende in seiner Nähe, blieb sein Kind. Der heiße Julitag neigte sich seinem Ende zu, als Paul und Renate sich zum Weggehen anschickten. Auf dem kurzen Weg zur Thalfarm sprach Renate mit ihrem Begleiter in weichem Tone von der schönen, sanften Frau, zu welcher sie sich so innig hingezogen fühlte und Paul empfand eine stürmische Freude über diese so schnell erwachte Zuneigung. Als sie das Thor erreichten, das zu einem Nebeneingang des Hauses führte, schlug gerade die Thurmuhr. „Sieben Uhr!“ rief Renate erschreckt.„O es ist unmöglich, so spät kann es noch nicht sein!“ „Ich fürchte, es ist doch so,“ entgegnete Paul lächelnd, „wir haben bei Mütterchen zu lange verweilt.“ „Und ich habe Onkel Thomas vernachlässigt! Er wird sich um mich gesorgt haben!“ die nickte Paul etwas verlegen zu und eilte den Gartenweg hinauf, als sie zu ihrem Erschrecken Bruno Esmond an der Seite ihres Onkels unter der Thür stehen sah. Aus ihrer Haltung war leicht zu entnehmen, daß Beide auf sie gewartet hatten.„Es thut mir leid, daß ich mich verspätet habe, lieber Onkel,“ sagte sie sanft.„Hast Du meiner bedurft?“ Herrn Esmond, der sie scharf fixirte, reichte sie mit kühlem Gruße die Hand. „Der Herr Hauptmann wünscht Dich zu sprechen,“ sagte der alte Farmer in seiner schwerfälligen Weise.„Er hat auf Dich gewartet, und da er heute Abend nach London abreist, hat er keine Zeit zu verlieren. Führe den Herrn in mein Büreau, dort ist keine Störung zu befürchten.“ Ueberrascht blickte Renate ihn an und wollte eine ablehnende Antwort geben, aber der flehende Ausdruck in den eingesunkenen Augen that ihr wehe und brachte sie zum Schweigen. Ohne ein weiteres Wort wandte sie sich um und ging voraus in das Haus hinein. Hauptmann Esmond folgte ihr. „Sie wissen, Fräulein Renate,“ begann er in ernstem, sanftem Tone, während sie sich an das kleine Fenster lehnte und ihn fragend ansah,„was ich Ihnen zu sagen habe. Es wird keine Ueberraschung für Sie sein, da ich Ihnen schon bei einer früheren Gelegenheit eine Andeutung machte. Ich liebe Sie warm und innig und bitte um Ihre Hand.“ „Ihr Antrag ehrt mich,“ erwiderte Renate ruhig,„aber ich bin weder einer so großen Ehre würdig, noch könnte ich die Stellung ausfüllen, die Sie mir anbieten, Herr Esmond. Wenn ich„ja“ sagte—“ „Würden Sie mich zum glücklichsten aller Menschen machen,“ unterbrach er sie, mit strahlender Miene auf sie zutretend, aber Renate wich erschreckt vor ihm zurück. „Wenn ich„ja“ sagte, würden wir es Beide zu bedauern haben,“ vollendete sie hastig,„wir würden Beide unglücklich werden. Ich danke Ihnen für die Ehre, die Sie mir erzeigt, aber ich kann niemals Ihre Frau werden.“ „Und warum nicht?“ sagte er, während seine Miene sich verdüsterte;„ich sehe keinen Grund für Ihre Weigerung. Wenn ich zufrieden bin, wer hätte ein Recht, meine Wahl zu bekritteln? Die Frau nimmt den Rang ihres Mannes an! Renate, werden Sie die Meine, und lassen Sie uns der Welt beweisen, daß eine ungleiche Heirath nicht immer auch ein Fehlgriff ist, sondern sehr glücklich ausfallen kann!“ Eine leichte Röthe färbte Renates Wangen. „Sie sehen, selbst in Ihren Augen wäre es eine ungleiche Heirath,“ bemerkte sie ruhig.„Wenn Sie mich wirklich liebten, Herr Hauptmann,“ fügte sie in leicht geringschätzigem Tone bei,„würden Sie diese Ungleichheit gar nicht sehen, so auffallend sie auch für Anderer Augen wäre.“ „Ich sehe sie auch nicht, ich erkenne sie garnicht an,“ rief der junge Mann rasch.„Es war eine thörichte Rede von mir! Vergessen Sie dieselbe, Renate, reichen Sie mir Ihre Hand und sagen Sie mir, daß Sie die Meine werden wollen.“ „Ich habe Ihnen keine andere Antwort zu geben, Herr Esmond,“ entgegnete sie sanft, aber mit Festigkeit,„niemals kann ich Ihre Frau werden.“ Sie war bleich geworden, als ob sie die Folgen ihrer Worte fürchtete, aber Bruno Esmond verstand es wunderbar, sich zu beherrschen und bewahrte seine Ruhe und Milde, obschon das Blut in seinen Adern zu sieden begann. „Ich kann diese Antwort nicht von Ihnen annehmen,“ sagte er in dem sanften, überredenden Ton, den er stets sehr wirksam gefunden.„Sie müssen wenig wissen von der starken Liebe eines Mannes, wenn Sie glauben, daß ich mich so leicht abweisen ließe. Sollten Sie sich durch die Furcht leiten lassen, daß mein Onkel meine Wahl mißbilligen werde, so kann ich Sie versichern, daß im Gegentheil diese Verbindung sein Herzenswunsch ist. Er kannte Sie schon als Kind, Renate, er sah Sie zur Jungfrau aufwachsen und wird glücklich sein, Sie als Tochter begrüßen zu können.“ „Er ist so gut und edel,“ sprach Renate bebend. O glauben Sie nicht, daß ich seine und Ihre Güte nicht zu schätzen wisse. Aber, Herr Hauptmann,“ fuhr sie fort, ihre thränenfeuchten Augen auf ihn richtend,„eine widerwillige Frau können Sie unmöglich wünschen, und— ich kann, ich kann nicht die Ihre werden!“ Sie sah so wunderlieblich aus mit dem weichen Ausdruck ihrer Züge, den flehenden Augen, in welchen helle lieber—“ betheuerte sie eifrig—„Nur ganz— ganz anders lieb. O, ich kann es Dir nicht mit Worten sagen— es ist ein so eigenes wundervolles Gefühl— Du, so ruhig und verständig, wirst es Dir gar nicht vorstellen können, Väterchen—“ Georg lächelte schmerzlich. „Max wird Dir das ganz anders und viel besser erklären können als ich— ach, er ist ja so klug— und so gut— und so schön!— Wann darf er zu Dir kommen, liebster Vater?“ „— Ja— ja— er soll nur kommen, Kind——!“ Es kam zögernd und widerwillig heraus, und betroffen von seinem Ton, frug Eva zögernd zurück: „Und was wirst Du ihm sagen?“ Georg bog sich tiefer zu ihr hinab und sahlihr in die ängstlich fragenden Augen. Da kam ihm plötzlich der Gedanke an jene schwüle Sommernacht, in der er dies Kind, dem Tode nahe, aus der von Pesthauch geschwängerten, unterirdischen Höhle des Lasters, des Verbrechens und des Elends, auf seinen Armen hinaufgetraeng hatte an's Licht. Arm, hilflos, verlassen von aller Welt— ein Kind der Sünde, vielleicht die Frucht eines Verbrechens— ein verwehtes Blatt, dessen Ursprung und Abstammung er noch heute nicht ahnte. Das Kind selbst diese reine Blüthe die er erst einmal mit Frau Anna über Eure Zukunftsplane sprechen—“ „O sie— sie wird gewiß nichts dagegen haben— sie hat mir oft gesagt, daß sie mich lieb hat wie eine Mutter—“ Georg zuckte zusammen. „Um so verständlicher wird es Dir sein, daß ich mich mit ihr berathen möchte, bevor ein bindender Schritt gethan wird. Ich werde heute Abend noch an Max schreiben und morgen nach Segenhaus gehen. Du magst mich morgen gleich nach dem Frühstück selbst bei Frau Anna anmelden. Ich denke, Nachmittag hier am ehesten abrommen zu können— frage sie also, ob mein Besuch um diese Zeit ihr genehm sein würde.“ Er nickte ihr freundlich zu, wie um anzudeuten, daß für ihn das Gespräch bis auf weiteres damit zu Ende sei, und Eva ging nach herzlichem Abschied von ihrem Pflegevater auf ihr Zimmer, um in Einsamkeit und Stille von ihrem Max und kommendem Glücke zu träumen.4 Fortsetzung folgt., Tcalic werden Monaus=Abonnements aul „ die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalter unseren Boten sowie in unseren Agenturen entgegengenommelP* # falls Ihre Mobilien versichert sind, bei Ihrer FeuerverK#rungsgesellschaft Ersatz für den durch Feuer beschädigten .F beantragen. Entschädigung wird Ihnen daselbst ohne beiteres gezahlt werden. Course der Berliner Börse. von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Klertord, II., Jertember 1008. Eltgetellt Projekt einer elektrischen Briefbeförderung. Rom, 12. Sept. Der Minister für Posten und Telegraphie Galimberti zog mit höheren Beamten des Ministeriums das von dem Ingenieur Pisicelli ausgearbeitete Projekt einer elektrischen Briefbeförderung in Erwägung, mittels welcher die Briefschaften enthaltenden Aluminiumbehälter mit einer Geschwindigkeit von 400 Kilometer in der Stunde befördert werden würden. Ein Brief von Rom nach Neapel würde 25 Minuten gebrauchen, ein solcher von Rom nach Paris Thränen schimmerten, daß Bruno Esmond alle Selbstbeserrschung verlor. Er trat näher auf sie zu und versuchte sie in seine Arme zu schließen. Aber Renate entwand sich hm rasch. „Sie vergessen sich!“ rief sie empört,„wie können Sie es wagen? Sie werden mich zwingen, meinen Onkel zu Hilfe zu rufen.“ „Ihren Onkel,“ lachte er verächtlich,„Ihren Onkel! Rufen Sie ihn auf alle Fälle, aber erwarten Sie nicht, daß er gegen mich Partei nehme. Er weiß besser, was er zu thun hat.“ Er sah die heiße Röthe der Entrüstung aus ihren Wangen schwinden, die plötzliche Angst in ihren Augen und er triumphirte innerlich. „Mein Onkel!“ sagte sie mit unsicherer Stimme.„Was meinen Sie damit?“ „Ich meine, daß der alte Mann noch nicht kindisch genug ist, um sich dem zu widersetzen, was so offenbar zu seinem und Ihrem Vortheil ist.“ „Ich verstehe Sie nicht,“ sagte sie, sich leicht an die Wand anlehnend, da ein plötzliches Zittern sie befiel. „Ist dies wirklich wahr?“ fragte er mit ironischem Lachen.„Ist Ihre Antwort ganz aufrichtig, Fräulein Renate? Ihres Onkels Verbleiben auf der Farm ist sehr unsicher geworden, und er weiß es. Er weiß auch, daß er ungestört bis zum Ende seiner Tage darauf verweilen kann, wenn Sie meine Frau werden. Nur in diesem Fall wird mein Onkel Nachsicht haben, um Ihretwillen, Renate, wird er den Schaden nicht ansehen, der ihm dort ersteht.“ „Sie haben dies schon früher angedeutet,“ entgegnete Renate, sich gewaltsam beherrschend.„Ist es Ernst mit der Drohung, meinen Onkel von der Farm zu vertreiben, die er und die Seinigen so lange in Pacht gehabt?“ „Voller Ernst,“ war die ruhige Entgegnung.„Mein Onkel hat diesen Schritt lange überlegt. Die Farm ist die beste auf seiner Besitzung, zu gut, um sie zu Grunde gehen zu lassen. Ihr Onkel ist aber nicht mehr fähig— Sie wissen dies so gut, als ich— sie richtig zu bewirthschaften. Der Gutsherr sprach mir vor seiner Abreise hiervon, und schrieb mir auch später noch darüber.“ „Ich kann es nicht glauben,“ rief Renate leidenschaftlich. „Herr Esmond könnte nicht so grausam, so ungerecht sein! Onkel Thomas wurde auf der Farm geboren, und wenn sie auch nicht wirklich sein Eigenthum ist, so betrachtete er sie stets als solches, und liebt jeden Stein daran. Der Gutsherr mag hart sein, aber er ist gerecht; er würde es nicht thun— ich glaube Ihnen nicht.“ Ein häßlicher Ausdruck zeigte sich momentan in Bruno Esmonds Zügen; er fuhr mit der Hand in seine Rocktasche und zog eine Brieftasche hervor. „Sie sind nicht besonders höflich gegen mich,“ sagte er kalt.„Vielleicht werden Sie sich überzeugen lassen, wenn Sie meines Onkels Brief lesen.“ Er öffnete die Brieftasche und fing an, die Briefe zu durchblättern, als ob er ein bestimmtes Kouvert darunter suche, und dies geschah so natürlich, daß Renate sich vollständig täuschen ließ. Sie war bis auf die Lippen erblaßt und ihr Herz pochte so heftig, daß ihr die Sinne zu schwinden drohten. In einem entsetzlichen Augenblick sah sie das Netz, in welchem ihre Füße verstrickt waren, und aus welchem sie sich nicht befreien konnte, ohne Einem von Jenen, die sie liebte, Qual zu bereiten— dem jungen Manne, dem ihr ganzes Herz gehörte, oder ihrem alten Onkel, der schon so Vieles gelitten, daß ein neuer Schlag sein Todesurtheil bedeuten würde. Obschon Bruno Esmond ganz in seine Briefschaften vertieft schien, war ihm doch Renates Erregung nicht entgangen. Er sah die Farbe aus ihren Wangen, das Licht aus ihren Augen schwinden, und er wußte, daß der Pfeil, den er abgeschossen, sein Ziel erreicht hatte. Ihre Anwandlung von Schwäche mußte ihm als treffliche Entschuldigung dienen, sein Suchen nach einem nicht vorhandenen Briefe aufzugeben, und die Brieftasche rasch in die Tasche bergend, sprang er an ihre Seite. *„Sie sind krank, Sie fühlen sich schwach?“ rief er besorgt,„Renate, was fehlt Ihnen?“ „Es ist nichts,“ sagte sie mit bleichen Lippen.„Lassen Sie mir Zeit, mich zu besinnen.“ Geistliche Musik-Aufführung in der Jakobi-Kirche. Sonntag, den 14. Sentember, abends 8 — Erntefeier Jedermann wird dazu hiermit heizlichst eingeladen. Einlaßkarten werden nicht ausgegeben; an deren Stelle treten die Programme(Preis 50 Pfg.) — a#n in der Menckhoff'schen Buchhandlung am dinder Frensemeier, Radewiger Straße. ne Herstellung des Innern der Jakobi145i Sie wankte ein paar Schritte vorwärts und sank in den Lehnstuhl, der vor dem geöffneten Schreibpult stand. Den Arm auf die bestaubten Papiere gestützt, bedeckte sie ihre Augen mit der Hand und verharrte einige Minuten in tiefem, trostlosem Nachdenken. Hauptmann Esmond beobachtete sie schweigend. Jetzt konnte er geduldig warten, denn er wußte, daß seine Sache gewonnen sei. Er öffnete das Fenster, um die kühlere Abendluft eindringen zu lassen, aber er sprach kein Wort. Renate hatte ihm geglaubt. Selbst zu ehrenhaft und wahrheitsliebend, um von Seiten eines gebildeten Herrn ein solches Lügengewebe zu erwarten, zweifelte sie nicht länger, daß er die Wahrheit sprach. Der Gutsherr stand im Rufe, ein harter, strenger und unnachsichtiger Mann zu sein und Renate hatte sagen hören, daß mehr als einmal nur Herrn Cliffords Einfluß ihn von grausamen, ja tyrannischen Handlungen zurückgehalten habe. Gegen sie war er allerdings stets voller Güte gewesen, aber das war kein Grund anzunehmen, daß er ihren Onkel schonen werde, wenn sie seinen Wünschen sich widersetzte. Wie seltsam, daß der Gutsherr eine solche Verbindung für seinen Neffen und Erben wünschte! Sie war nur ein einfaches Mädchen, ganz unbekannt mit den Gepflogenheiten der großen Welt, und wenn er auch zu stolz war, um sich an das Gerede der Leute zu kehren, warum wollte er sie zwingen, Bruno Esmond zu heirathen? Was sollte sie thun? Was konnte sie thun? Ihr schien keine Wahl zu bleiben. Wenn der Gutsherr hartnäckig an seiner Bedingung festhielt, dann mußte sie nachgeben. Und Paul, wie stand es mit Paul? Sie wußte, wie treu und innig er sie liebe, und ahnte, daß er mit der entscheidenden Frage nur zurückhalte, weil er noch kein Heim ihr zu bieten hatte. Wie konnte sie ihn bei Seite stoßen? Warum sollte er leiden? Und doch, wenn sie gezwungen war, entweder Paul oder ihrem Onkel Schmerz zu bereiten, so mußte sie den jüngeren Mann zum Opfer wählen. Ihr armer Onkel durfte nicht noch mehr zu leiden haben. Selbst jetzt noch quälte sie manchmal die Erinnerung an die furchtbaren Seelenqualen, deren Zeuge sie vor einem Jahre gewesen— nein, nein, um jeden Preis müßte ihm neues Leid erspart bleiben! Wenn es nöthig war, mußte sie sich seinetwillen opfern. Als sie ihre Hand von den Augen wegnahm, war sie noch sehr bleich, und ihr Gesicht schien plötzlich um Jahre gealtert; ihre Augen blickten sehr ernst und traurig. (Fortsetzung folgt.) Doesie-Album. Mein Dank. O sag' nicht Dank für meine Liebe, Die Dir mein Herz entgegenbringt, Es dankt der Frühling nicht dem Vogel, Wenn er im Wald sein Liedlein singt; Es dankt die Sonne nicht der Blume, Wenn sie im Maienhauch erblüht, D'rum sag' nicht Dank für meine Liebe, Die meine Seele süß durchglüht; Die Blume muß der Sonne danken, Die sie erweckt mit ihrem Kuß, Der Vogel weiß, daß er dem Frühling Mit süßen Liedern danken muß. Du weißt, daß ohne Deine Liebe Ich nur ein leblos Wesen bin, D'rum nimm' mein ganzes Herz voll Liebe Zum Dank für Deine Liebe hin. Minny Gölsdorf. Herford Göbenstraße ab Herford Lübberthor an Herford Lübberthor ab Herford Bergerthor an Herford Bergerthor ab Herford Salzuflerstr.*„ Friedensthal an Friedensthal ab Waldfrieden" Lindenkrug Salzuflen Kleinbahnhof an Salzuflen Kleinbahnhof ab Salzuflen Kurpark an Salzuflen Kurpark ab Lohse an Lohse ab Hagenmühle„ Exter*0 an 5,58 6,02 6/03 6,05 6.06 6,10 6,14 6,15 6,17 6.20 6.25 6/26 6,28 6,29 6,37 6,38 6,44 6.47 Die 8.50 8,54 8.55 8.57 8,58 9.02 9.06 9.07 9.09 9.12 9,17 9,19 9.21 922 9.30 9.31 9.37 9.40 Züge 12,48 12,52 12,53 12,55 12,57 1,01 1,05 1,06 1,08 1,11 1,16 1,18 1,20 1,21 1,29 1,30 1,36 1,39 halten 2,23 2.27 2,29 2,31 2.35 2,39 B2 2.44 2,46 52.49 2,54 2.55 2.57 2.58 3.06 3,41 3.45 3,46 3,48 3.50 3,54 3,58 3,59 4,01 4,04 4.09 4,10 4,12 4,13 4,21 4,22 428 4,31 4.22 4,26 4.27 4,30 54,31 4,35 854,39 84.40 24,42 54.46 4,51 24,52 E4,54 4,55 5.03 5,04 5,10 5,13 nur nach Bedarf.— 8,13|9,23 8,17/9,27 8,18/9,28 8,20s9,30 8.22 8,26 8.30 8,31 8,33 8,36 8,41 8,43 8.45 8,46 8,54 8.55 9.01 9.04 Die Früh an a an ab Lohse Lohse Salzuflen Kurpark Salzuflen Kurpark Salzuflen Kleinbahnhof an Salzuflen Kleinbahnhof ab Lindenkrug„ Waldfrieden*„ Friedensthal an Friegensthal ab Herford Salzuflerstr.*„ Herford Bergerthor an Herford Bergerthor ab Herford Lübberthor an Herford Lübberthor ab Herford Göbenstraße an Herford Göbenstraße ab Herford Kleinbahnhof an und Abend=Züge sind rechts durch 7,08 7,09 7,17 7,18 7.20 7,21 7.26 7.29 7,31 32 7,36 7.40 7,41 7.43 7.44 7,48 7.49 9,56 10,04 10,05 10,07 10,08 10,13 10,16 10,18 10,19 10,23 10,27 10,28 10,30 10,31 10,35 10,36 7,51/10,38 fette Linien angedeutet. 2,00 2,08 2.09 2,11 2,13 2,18 2,21 2,23 2,24 2.28 2,32 2,34 2,36 2.37 2,41 2,42 2,44 3,15 3,23 3,24 53,26 33,28 853,33 S3,36 3,38 53,39 3,43 3,47 3,49 3,51 3,52 3,56 3.57 3,59 □0 6,36 6,44 6.45 6.47 6.49 6,54 6.58 7.00 7,01 7.05 7,09 7,11 7,13 7,14 7,18 7,19 7,21 6,39 6.40 6.48 6,49 6.51 6.53 856,58 87.02 7.04 7.05 =7,09 7,13 7,15 7,17 7,18 7,22 7.23 7.25 9.21 9.22 9,30 9.31 9,33 6/35 9.40 9. 9. 9.46 9.50 9.54 9.56 9.58 9.59 10,03 10,04 10,06 & Fliege zunigloh. je gehörenden und Geschirre den 13 ds. Ml., nachmittags der Firma an der Wasserbreite geserden. Die Besichtigung kann täglich den erfolgen. 1791 Sept. 1902. erwalter: W. Rautenberg. für u. Rouleauxstoffe. Ottensmann, rforder täts-Werke * Kuhlo, Herford. fung von Elektromotoren unsere Maschinen für den städtische Elektricitäts- Werk isen direkt an die Consumenten „alche auch probeweise zur 1121 9.35 9.37 9,38 9.2 9.43 9.45 us-heselschaft zu Leigzig Gegenseitigkeit errichtet 1850. scherungsbestand: 830 Millionen Mark Versicherungsen: 214 Millionen zsummen: 150 Millionen Mark. „Gesellschaft zu Leipzig ist be bedingungen(Unanfechtbarkeit dreier größten und billigsten LebensDr Alle Ueberschüsse fallen bei diese erhielten seit mehr als einem itlichen Jahresbeiträge alljährlich erteilen gern die Gesellschaft, sowie 2121 aedding, Herford. 1 1568 d. t. ühlfeln 2271 ner. der Reise zurück! Dr. med. Rüttermann Spezialarzt für Chirurgie u. Frauenkrankheiten Hersord, Rennstr. 14.(1411 Sommersprossen verschwinden unbedingt durch Gebrauch von 411e Bergmann's Sommersprossen-Seife allein fabriziert von Bergmann& Co., in Radebeul-Dresden. à Stück 50 Pfg. bei: Neustädter Apotheke, Adler- Apotheke und Wilh. Epseloh, Drog. Naturbuttet 6.50, Bienenhonig Mk. 4,00. H. Spitzer, Probuzna 41 via Breslau. 509h DDte Unehrlichkeit die ich gegen den Maurer Hermann Depke ausgesprochen habe, nehme ich als Unwahrheit zurück. 2291 Heinrich Weitkamp Entlaufen ein kleiner Teckel zirka ½ Jahr alt, schwarz m. braunen Flecken, auf den Namen„Munne“ hörend. Wiederbringer erhält Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Wilh. Mormann, Bergerthor(Kleinbahnhof). durchgeschlagen. Mittags ist Herr Knigge gestorben; er ist aus Haste, wo sein Vater Postverwalter war, gebürtig. **„Naturmenschen" unter sich. Wie Hermann Mundt aus Wiedenbrück schreibt, hat er folgendes Schreiben an die Regierung zu Magdeburg gerichtet: „Der Naturmensch gustaf nagel aus Arendsee in der Altmark, welcher vertragsmäßig mit mir zu reisen bis ult. Dezember d. I. sich verpflichtet hat, ist mir entlaufen und wie ich vermute, bei seinem Vater in Arendsee. Da ich Inhaber eines Wandergewerbescheins bin, in welchem aust Begleiter eingetragen ist, bitte ich, densel Karten und Broschüren untersagen zu meinem Beisein nichts verkaufen darf; doch nicht möglich, unter diesen Umstän lichkeit zu tragen.“ Die Ursache des Bruches ist, so fl hinzu, kurz folgende: gustaf nagel hält alle Behörden u mungen als für ihn nicht existierend. gewerbeschein ergiebt sich aber, daß ich k wortlich gemacht werden, Kosten und Re habe; die Leitung der Geschäfte will er und sämtliches Geld, das eingeht, für endlich meine Geduld zu Ende, begriff sich in einem frömmelnden Gewande k daß ich mir seine Nörgeleien und Bevo hierauf ließ er mich im Stich. Jetzt Rechnungen und verschiedene Kosten au dieses Betragen nagel's werde ich nicht gebracht— sondern bin auch aus mein herausgerissen, blos weil ich den süßen nagel vertraute. Uebrigens drohte er mit Davonlaufen, worauf ich ihm 2 offen er als„Mumpitz" bezeichnet und wegg *0 Die Brechruhr, eine kindern droht gegenwärtig unsere Kinderwelt. strengsten Vorsicht gemahnt; besonders der Kinder überwacht werden. Diebstahl. In der Nacht zu in der Radewiger Feldmark und zwar i straße auf einem Kolonat die Frücht Kohlrabi gestohlen. Enger, 12. Sept. Krieg stern gegen mittag rückte das Bielefelde um alsdann in Enger und Umgegend Abends konzertierte die Bataillonskapell wo das Offizierkorps versammelt war. 6 Uhr rückte das Bataillon wieder ab, Bünde zu zu nehmen. * Ennigloh, 11. Sept. Me sind die Feldbäcker hier angekommen ur Kamp mit der Errichtung einer Fel Armeekorps begonnen. Eilshausen, 11. Sept. 8 Um vielfach geäußerten Wünschen nach Herrn Fritz Meier in Brandhorst Agentur Eilshausen für die und Land“ eingerichtet worden. Beste entgegengenommen. in Eilshausen, 11. Sept. I wurde hier eine neue Holzschuhfabrik, gehörig, in Betrieb genommen. & Eilshausen, 12. Sept. F gegen 7 Uhr brannte hier der Kotten 3 vollständig nieder. Das Haus wi Harig und Niederbremer bewohnt,e sichert, letztere dagegen leider nichts. D wehr leistete wacker Hilfe. Das Mob rettet werden. * Muccum, 11. Sept. F brannte laut Bd. Tabl. der Kotten d auf den Grund nieder. Provinz und Ni ** Salzuflen, 10 Sept. T der diesjährigen Theatersaison brachte Sumpflat Roman von Dora D (41. Fortsetzung.) Unruhig schritt Georg vor der ro Es würde doch kein Unglückg Segenhaus? Oder sollte dem Kind stoßen sein? Franz war ein zuverläss und überdieß war’s heller Tag. Dent nicht ganz unterdrücken. Es hatten si mals verdächtige Individuen blicken la Waldschenke sollte allerlei lichtscheues der von Georg entlassene Maurer Grr beschäftigt sein und öfter in Gesellscha kleinen brünetten Mannes, sich in der treiben. Jetzt flatterte am Saum der Kie auf. Wie eine weiße Möveüber den geiven Sand ram das Kind daher geschossen, ganz Leben, ganz Bewegung. Franz lief athemlos hinterdrein.„Mein Herzblatt! Wie erhitzt Du bist, — komm jetzt herein, nimm ein Tuch und kühle Dich ab, Dein Gesicht glüht ja förmlich!“ Sie hatte sich in seinen Arm gehängt und den reizenden Kopf mit der goldenen Haarfülle fest an seine Schulter geschmiegt.„O, Väterchen, Väterchen,“ sagte sie leise mit ihrer süßen, kosenden Stiinme.„Ich habe Dir so viel zu sagen— wirst Du mir auch nicht böse sein?“ Einen Augenblick hatte er über den Grund ihrer offenbaren Erregung geschwankt, dann begriff er, daß Max gesprochen hatte. Schmerz fuhr ihm durch die Brust. Auch dieses Kind, seine kleine Lerche, den Sonnenschein seines grauen Lebens jetzt schon verlieren, fortgeben sollen? Und dennoch hatte er auch nur das geringste Recht auf sie—? Hatte er nicht alle Ursache, glücklich und dankbar zu sein, daß er sie lange hatte behalten dürfen, ohne daß eine Stimme jenseits des Ozeans sie zurückgefordert hätte? War sie Maxen's Frau, durfte niemand sie mehr über das Meer zurückholen; dann blieb sie wenigstens bis an's Ende in seiner Nähe, blieb sein Kind. abend das vieraktige Lustspiel„Miß Hobbs“ von Jerome, deutsch von Wolters.— Das Stück versetzt die Zuhörer in die größte Heiterkeit. Die vorzügliche Darstellung trug das Ihrige dazu bei, sodaß wir denn mit diesem erfolgreichen Schluß der diesjährigen Theatersaison sehr zufrieden sein können!— Die Direktion Becker hat den Beifall des Publikums, welchen sie in dieser Saison geerniet, voll und ganz verdient und so möge auch unsere Besprechung mit den Worlen schließen:„vivat sequens!" v. H. FUR UNSERE JUGEND Vögleins Cod. „Hänschen, liebes, da liegst Du todt; Suchst Dir nie wieder ein Krümchen Brod, Siehst mich nicht an mit den Augen hell, Hüpfst mir nicht auf die Schulter schnell, Singest nun nie mehr mit solcher Lust, Schmetternd Dein Lied aus voller Brust!“ Bald sind die Kinder gekommen und haben Das arme Ding in dem Garten begraben Und darüber gepflanzt einen Rosenstrauch, Der trug dann schöne Blüthen auch. Dort haben sie dann gar oft gesessen Und den lieben Vogel nicht vergessen. Förster Lügenmeiers Abenteuer. Kennt Ihr den Förster Meier, den alle Leute in der Stadt den„Lügenmeier" nennen, weil er immer so unglaubliche Jagdgeschichten erzählt? Nein?— Dann seid froh, sonst würde er Euch sicher schon ein Stücklein aufgebunden haben. Hört'mal, was er neulich am Stammtisch beim Schwanen zum Besten gab! 9„Sie haben alle schon von dem wildzerklüfteten amerikanischen Felsengebirge gehört, meine Herren,“ so erzählte er,„in welchem die stärkste und unerschrockenste Bärengattung haust, der Grislibär. Gegen diesen ungeschlachten Gefellen ist selbst der riesigste Petz der russischen Wälder ein wahrer Zwerg. Hören Sie, welch einen Kampf ich mit Grislibären zu bestehen hatte.— Wegen der unterhaltenden, wenngleich gefahrvollen Jagd auf amerikanische Tiger, hatte ich schon seit mehreren Tagen das Felsengebirge durchstreift und an zwanzig der kostbaren Felle erbeutet, als mir das Pulver schließlich ausgegangen war und ich nur noch einen Kugelschuß in der Büchse trug. Ich beschloß also, den Heimweg anzutreten, und war vorsichtig genug, den letzten Schuß für einen möglicherweise eintretenden Nothfall zu sparen. Ich hatte diese Vorsicht nicht zu bereuen; denn plötzlich stand in geringer Entfernung vor mir der größte männliche Grislibär, den ich jemals gesehen habe. Hoch aufgerichtet schritt er brummend auf mich zu, und es blieb mir kaum so viel Zeit, meine Büchse an die Wange zu legen. Ein wohlgezielter Kernschuß streckte den aufdringlichen Riesen zu Boden; aber ich sollte mich meines Sieges nicht erfreuen; denn ich gewahrte, wie mit furchtbarem Brummen ein zweiter, nicht minder gewaltiger Grisli auf mich eindrang, des Getödteten wuthschnaubende Gattin. Nun, meine Herren, Sie wissen, daß es mir an Mannesmuth niemals gefehlt hat; aber in diesem Augenblicke zitterte mir dennoch das Herz. Ich bekenne es freimüthig, und wer jemals einen Grislibären in seiner Wildheit gefehen hat, der wird es begreiflich finden; denn waffenlos einem solchen Ungethüm in den Weg treten, das heißt sich unzweifelhaft dem Tode weihen. Ich that also, was in solchem Falle jeder gethan hätte, der nicht vor Schreck seine Geistesgegenwart verloren hat,— ich floh.— Die Bärin folgte mir so eilig, wie es sich bei ihrem schweren Körperbau kaum erwarten ließ. Nach fast fünf Minuten unaufhaltsamen Laufens befand ich mich am Rande einer schroff abfallenden Schlucht von reichlich zwanzig Fuß Breite. Die jenseitige Felswand im Sprunge zu erreichen, war unmöglich, und schon hörte ich das Keuchen des ergrimmten Thieres immer näher kommen. Kurz entschlossen erklomm ich den schlanken Stamm einer hohen Birke, die hart am Rande des Abgrundes stand, in der Hoffnung, das Laubwerk würde mich lieber—“ betheuerte sie eifrig—„Nur ganz— ganz anders lieb. O, ich kann es Dir nicht mit Worten sagen— es ist ein so eigenes wundervolles Gefühl— Du, so ruhig und verständig, wirst es Dir gar nicht vorstellen können, Väterchen—“ Georg lächelte schmerzlich. „Max wird Dir das ganz anders und viel besser erklären können als ich— ach, er ist ja so klug— und so gut— und so schön!— Wann darf er zu Dir kommen, liebster Vater?“ „— Ja— ja— er soll nur kommen, Kind——!“ Es kam zögernd und widerwillig heraus, und betroffen von seinem Ton, frug Eva zögernd zurück: „Und was wirst Du ihm sagen?“ Georg bog sich tiefer zu ihr hinab und sahlihr in die ängstlich fragenden Augen. Da kam ihm plötzlich der Gedanke an jene schwüle Sommernacht, in der er dies Kind, dem Tode nahe, aus der von Pesthauch geschwängerten, unterirdischen Höhle des Lasters, des Verbrechens und des Elends, auf seinen Armen hinaufgetraeng hatte an's Licht. Arm, hilflos, verlassen von aller Welt— ein Kind der Sünde, vielleicht die Frucht eines Verbrechens— ein verwehtes Blatt, dessen Ursprung und Abstammung er noch heute nicht ahnte. Das Kind selbst diese reine Blüthe die er benachrichtigt, und ehe sie sichs versahen, waren die drei Stromer gefaßt und in Sicherheit. Auf dem Wege zum Polizeiamt machte sich einer von ihnen den Scherz, einen Polizisten zu einem Schoppen einzuladen,— er soll aber nicht übel abgefahren sein. Die Polizei glaubte natürlich, einen guten Fang gemacht zu haben. Halb Kreuznach war hinter dem Schub her. Auf dem Polizeiamt wurde bald Klarheit in die Sache gebracht und die angeblichen Landstreicher nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder freigelassen. Ein Bureaukratenstückchen. Für unsere Veteranen den Augen meiner Feindin entziehe.:— Unter meiner Last beugte sich der Baum, so daß ich, als ich seinen Wipfel erreicht hatte, zwischen Himmel und Erde schwebte, und der unermeßliche Abgrund mir schaurig entgegengähnte. Da, wer beschreibt mein Entsetzen, sehe ich, wie auch die Bärin den Baum erklettert und mir langsam näher rückt. Ich glaubte mich anfangs verloren; aber bald bemerkte ich, wie sich unter der Last des nachkletternden Thieres der Baum mehr und mehr bog. Zu meiner unaussprechlichen Freude gewahrte ich endlich, daß ich nicht mehr über dem Abgrunde, sondern hart über dem jenseitigen Abhange schwebte. Ein kühner Schwung: ich lasse den Stamm der Birke fahren und falle— wenngleich recht unsanft— auf den Boden. Im nämlichen Augenblicke aber schnellt die Birke, von meiner Last so plötzlich befreit, zurück; die Bärin verliert das Gleichgewicht und kollert in die Tiefe.“ — Aber Herr Lügenmeier!! Spiele im Freien. Kriegsspiel mit Stäben. Jeder Spieler ist im Besitz eines Stäbchens, das etwa 20 Centimeter lang und 3 Centimeter dick und an beiden Enden gut abgerundet ist. Es gilt, dem Gegner das Stäbchen zu entwinden. Dabei bestehen folgende Regeln: 1. Das Stäbchen muß frei und offen getragen und darf nicht in den Kleidern versteckt werden. 2. Stoßen und Schlagen mit dem Stäbchen ist nicht gestattet. 3. Wer sich sein Stäbchen entwinden und entreißen läßt, ist besiegt. Wer über die Grenze des Spielplatzes hinausgetrieben wird, gilt ebenfalls als besiegt. Die andern Gesetze ergeben sich aus Folgendem von selbst: Die„Schlacht“ wird von zwei gleich starken Parteien gespielt. Zur Ablieferung der eroberten Stäbe wird einmal bestimmt, wohin die besiegten, nunmeyr als„todt“ und theilnahmlos am Spiele erklärten Streiter ihren Siegern zu folgen haben. Letztere sind auf dem Wege dahin unverletzlich und bezeichnen diese ihre Eigenschaft durch Aufheben der zwei Stäbe, in deren Besitz sie sind. Nach Ablieferung ihres Besiegten nebst dem eroberten Stäbchen kehren sie in den Kampf zurück. Am Male steht der unparteiifche Spielordner, um etwaige Streitigkeiten zu schlichten, die Zeichen zum Beginn und Schluß des Kampfes zu geben und nach jedem Kampfe die Zahl der„Todten“ jeder Partei zu verkünden. Als Abzeichen der Parteien erhält die eine schwarze, die andere weiße Stäbe. Auflösungen der Käthsel in letzter Jugend-Nummer: 1. Bogen(Flitzbogen, Fiedelbogen, Regenbogen, Pavierbogen, Thorbogen). 2. Magisches Quadrat. 1. Ulme.— 2. Lear.— 3. Main.— 4. Erna. erst einmal mit Frau Anna über Eure Zukunftsplane sprechen—“ „O sie— sie wird gewiß nichts dagegen haben— sie hat mir oft gesagt, daß sie mich lieb hat wie eine Mutter—“ Georg zuckte zusammen. „Um so verständlicher wird es Dir sein, daß ich mich mit ihr berathen möchte, bevor ein bindender Schritt gethan wird. Ich werde heute Abend noch an Max schreiben und morgen nach Segenhaus gehen. Du magst mich morgen gleich nach dem Frühstück selbst bei Frau Anna anmelden. Ich denke, Nachmittag hier am ehesten abkommen zu können— frage sie also, ob mein Besuch um diese Zeit ihr genehm sein würde.“ Er nickte ihr freundlich zu, wie um anzudeuten, daß für ihn das Gespräch bis auf weiteres damit zu Ende sei, und Eva ging nach herzlichem Abschied von ihrem Pflegevater auf ihr Zimmer, um in Einsamkeit und Stille von ihrem Mar und kommendem Glücke zu träumen.em Mar Fortsetzung folgt., werden Mconars=Abonnements ab die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten unseren Boten sowie in unseren Agenturen entgegengenommes falls Ihre Mobilien versichert sind, bei Ihrer FeuerverKatrungsgesellschaft Ersatz für den durch Feuer beschädigten beantragen. Entschädigung wird Ihnen daselbst ohne beiteres gezahlt werden. Course der Berliner Börse. getellt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ges. Herford, 11. September 1902. Preuss Consols 535 Deu 92.50 102,10 Deutsche Reichsanleihe 92,75 Prov.-Anl. Bielef. Stadtanleihe Hamb. HypothekenPfandbriefe 1910 Rhein. Westf. Boden ed.-Pfandbriefe 1905 Meining. Hypoth102.25 89,10 100.— 104,50 103,70 102.75 100,75 Pfandbriefe 1906 Deutsche Bank-Akt. Disc. Commandit-Akt. A. Schaaff hausen'scher Bv. Gelsenkirchener Bergw.Aktien Hibernis Bergw.-Aktien Harpener dto. 102.50 210,80 188.40 117.— 172.10 173,50 167,60 Harb.-Wien. Gummi-Akt. 321— Phönix Bergw.-Aktien Bankdiscont 3% Tendenz: fest. 130,— Meteorologische Station vom 12. September Höchste Temperatur des Vortages: 20,0“. Niedr. Temperatur in der Nacht: 13,70. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 13,8°. 11„„: 16,20 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 746,3 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 16,9 mm. Wind: Schwacher SW. Wetter: Trübe und regnerisch. — Wettes. Sept. Bei schwachen südwestlichen Winden trübes regnerisches Wetter. und Telegrammr und Telephonische Meldungen. Englische und deutsche Volksbildung. London, 12. Sept. Im Laufe der Eröffnungsrede für in Belfast tagenden Jahreskongreß des britischen Vereins Förderung der Wissenschaft beklagte Professor James var tief den krassen Mangel an Volksbildung in England. * Berlust wertvoller Industriezweige verursache, daß EngId thatsächlich zwei Generationen hinter Deutschland zurück Die deutsche Bevölkerung habe einen Grad der allgenen Ausbildung erreicht, den zu erreichen England zwei erationen eines angestrengten und intelligent geleiteten dungsprozesses brauchen würde. Als Beispiel des großen ktschrittes Deutschlands führte der Redner an, daß in den lschen Fabriken 4500 geübte Chemiker beschäftigt feien, hrend in den britischen Fabriken kaum 1500 angestellt n. Die deutschen Chemiker seien in der technischen AusUung den englischen bei weitem überlegen. Protestversammlungen. Berlin, 12. Sept. Gestern abend fanden in Berlin und den Vororten 17 Protestversammlungen gegen die hohen tischpreise statt, die sehr stark besucht waren. In sämtlichen krsammlungen gelangte eine gleichlautende Resolution inahme, in der die Aufhehung der Grenzsperre unter ndung hinreichender fanitärer Kontrollmaßregeln, gefor#t wird. Operation Dewets. Berlin, 12. Sept. Christian Dewet ist gestern vormittage von glaubwürdiger Seite milgeteilt wird, in der Privatbik des Professors Dr. von Bergmann eingetroffen und lrde abends 6 Uhr dort operiert. Es handelt sich um die tfernung einer Kugel. Dewet sieht sehr wohl aus und ereg ohne Hilfe die Treppen. Große Wechselsälschungen. Schwerin, 12. Sept. Der Hoftischler Peo hier wurde lgen Wechselfklschungen in 149 Fällen, durch welche Bankstitute und Private um 150000 bis 200000 Mk. betrogen 9. zu 6 Jahren Zuchthaus und 8 Jahren Ehrverlust verFortsetzung des Ausstandes. Triest, 12. Sept. Die gestern nachmittag stattgehabte Vermlung der ausständigen Hafenarbeiter beschloß die FortZung des Ausstandes, dem sich auch die Schiffsheizer des erreichischen Lloyd und anderer hier liegender Schiffe anRossen. Schweres Brandunglück. Kaisersesch(Regb. Koblenz), 12. Sept. In dem benachEten Eppenberg brach Feuer aus, das, begünstigt durch den Erschenden Nordwind, schnell um sich griff. Innerhalb 3 kunden wurden 12 Wohnhäuser mit Scheunen und Stallungen Raeäschert. 15 Familien sind obdachlos. Seischert Projekt einer elektrischen Briefbeförderung. Rom, 12. Sept. Der Minister für Posten und Telegraphie Galimberti zog mit höheren Beamten des Ministeriums das von dem Ingenieur Pisicelli ausgearbeitete Projekt einer elektrischen Briefbeförderung in Erwägung, mittels welcher die Briesschaften enthaltenden Aluminiumbehälter mit einer Geschwindigkeit von 400 Kilometer in der Stunde befördert werden würden. Ein Brief von Rom nach Neapel würde 25 Minuten gebrauchen, ein solcher von Rom nach Paris 5 Stunden. Galimberti ernannte eine Kommission von Technikern, um das Projekt zu prüfen, ehe Versuche zwischen Rom und Neapel angestellt würden. Verauwwortlicher Revalteur. Paul Sattler für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese Druck und Verlag: Christian Queutin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) (Wer eine Wohnung zu vermieten hat oder mieten will, inseriere dies in der sehr beachteten Herforder Zeitung für Stadt u. Land.) Wohnung von 4 Räumen mit etwas Gartenland per 1. Oktober od. später zu vermieten. Nachzufr. unt. 1621 in d. Exp. Eine Wohnung von 4 Räumen ist zum 1. Okt. zu vermieten. 559h Eisgrabenstr. 12a. In meinem Hause, Bielefeloerstraße, ist die 2111 untere Etage 4 Räume nebst Zubehör zum 1. Oktober für Mk. 180 zu vermieten. D. Ganz. Eine Wohnung von 3 bis 4 Räumen an einzelne Person pro 1. Oktober oder später zu vermieten. 220i Näheres Lübberthor Nr. 1. 2 mobl. Zimmer mit Pension evtl. mit Morgen kaffee zu Okt. zu vermieten. 2031 Rennthor. Karlst#e. 4. Bin Okt. bis zum 2 verreist Die Vertretung med. Rabe aus haven überreimmen. 216i med. Troschke. 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Einlaßkarten werden nicht ausgegeben; an deren Stelle treten die Programme(Preis 50 Pfg.) Diese sind zu haben in der Menckhoff'schen Buchhandlung am Alten Markt und bei Buchbinder Frensemeier, Radewiger Straße. Der Ertrag ist für die Herstellung des Innern der JakobiKirche bestimmt. 145i Konkurs Engelbrecht& Fliege Ennigloh. Die zur Konkursmasse gehörenden 4 Pferde und Geschirre sollen am Sonnabend, den 13 ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, im Geschästslokal der Firma an der Wasserbreite gegen Barzahlung verkauft werden. Die Besichtigung kann täglich während der Geschäftsstunden erfolgen. Bünde, i. W., 9. Sept. 1902. Der Konkursverwalter: W. Rautenberg. 179i Weste für Gardinen u. Rouleauxstoffe. 196i H. Ottensmann, Göbenstraße. Herforder Elektricitäts-Werke Bokelmann& Kuhlo, Herford. Anschluss an das städtische Elektricitäts- Werk Herford zu Fabrikpreisen direkt an die Consumenten ab und stellen wir solche auch probeweise zur Verfügung 1121 Ein Tresen für Zigarren=Laden passend, zu kaufen gesucht. Offerten unter 230i an d. Exp. d. Ztg. erbeten. Lebensversicherungs-Gesellschatt zu Leipzig (alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit errichtet 1830. Versicherungsbestand: 79900 Personen und 630 Millionen Mark Versicherungssumme: Vermögen: 214 Millionen Mark. Gezahlte Versicherungssummen: 150 Millionen Mark. Die Lebensversicherungs=Gesellschaft„zu Leipzig ist be Fünstigsten Versicherungsbedingungen(Unanfechtbarkeit dreijähriger Policen) eine der größten und billigsten Lebensversicherungs=Gesellschaften.— Alle Ueberschüsse fallen bei ihr den Versicherten zu; diese erbielten seit mehr als einem Jahrzehnt auf die ordentlichen Jahresbeiträge alljährlich 42% Dividende. Nähere Auskunft erteilen gern die Gesellschaft, sowie deren Vertreter 2124 Ed. Schmedding, Herford. Holzbildhauerarbeiten werden schnell ausgeführt. 156g J. Solter, Herford, Rennthorwallstr. 17. Kartoffeln. Bestellungen auf Mühlhäuser u. Futterkartoffeln nimmt entgegen 2271 Frau Ida Werner. Fahrplan der Herforder Kleinbahnen.(Gültig vom 14. September.) Herford Kleinbahnhof ab Herford Göbenstraße an Herford Göbenstraße ab Herford Lübberthor an Herford Lübberthor ab Herford Bergerthor an Herford Bergerthor ab Herford Salzuflerstr.“„ Friedensthal an Friedensthal ab Waldfrieden“ Lindenkrug Salzuflen Kleinbahnhof an Salzuflen Kleinbahnhof ab Salzusten Kurpark Salzuflen Kurpark Lohse Lohse Hagenmühle Exter an ab an ab an 5.55 5.57 5,58 6,02 6.03 6,05 6,06 6,10 6,14 6.15 6,17 6.20 6.25 6/26 6,28 6,29 6,37 6,38 6,44 6,47 8,47 8,49 8.50 8,54 8.55 8,57 8,58 9.02 9.06 9.07 9.09 9.12 9,17 9.19 9.21 9.22 9.30 9.31 9.37 9.40 12,45 12,47 12,48 12,52 12,53 12,55 12,57 1,01 1,05 1,06 1,08 1,11 1,16 1,18 1,20 1,21 1,29 1,30 1,36 1,39 2,20 22 2,23 2.27 2,29 2,31 2.35 s2,39 2. S2,44 2,46 52.49 2,54 2.55 52.57 2,58 3,06 3,38 3,40 3,41 3.45 3,46 3,48 3.50 3,54 3,58 3,59 4,01 4,04 4,09 4,10 4,12 4,13 4,21 4,22 428 4,31 Die Züge halten nur nach Bedarf. 4,19 4,21 4.22 4,26 4,27 4,30 54,31 54.35 854,39 84.40 24,42 54,46 84,51 4.52 84,54 4,55 5.03 5,04 5,10 5,13 9.20 9.22 9.23 9.27 9.28 9,30 8,10 8.12 8,13 8,17 8,18 8.20 8.22 8,26 8.30 8,31 8.33 8,36 8,41 8,43 8.45 8.46 8,54 8.55 9.01 9.04 Die Früh ab Exter Hagenmühle Lohse Lohse Salzuflen Kurpark Salzuflen Kurpark Salzuflen Kleinbahnhof an Salzuflen Kleinbahnhof ab Lindenkrun*„ Waldfrieden*„ Friedensthal Friegensthal Herford Salzuflerstr.“ Herford Bergerthor Herford Bergerthor Herford Lübberthor Herford Lübberthor Herford Göbenstraße Herford Göbenstraße Herford Kleinbahnhof an Exter=Herford an ab an ab an ab an ab 6.59 7,02 7,08 7,09 7,17 7,18 7.20 7,21 7,26 7.29 7,31 7,32 7,36 7.40 7,41 7.3 7.44 7,48 7.49 7,51 9.46 9.49 9.55 9,56 10,04 10,05 10,07 10,08 10,13 10,16 10,18 10,19 10,23 10,27 10,28 10,30 10,31 10,35 10,36 10,38 1,50 1,53 1,59 2,00 2,08 2.09 2,11 2,13 2,18 2,21 2,23 2,24 2.28 2,32 2,34 2,36 2.37 2,41 2,42 2,44 3,15 3,23 3,24 3,26 3,28 853,33 S 3,36 3,38 3,39 3,43 3,47 # 3.0 3,51 3,52 3,56 3.57 3,59 und Abend=Züge sind rechts durch fette Linien angedeutet. 6,26 6,29 6,35 636 6,44 6.45 6.47 6.49 6,54 6.58 7.00 7,01 7.05 7,09 7,11 7,13 7,14 7,18 7,19 7,21 6,30 6,33 6,39 6.40 6.48 6,49 S6.51 56.53 86,58 87.02 7,04 7.05 7,09 7,13 7,15 7,17 7,18 7.22 7,23 7.25 9,12 9.15 9.21 9.22 9.30 9.31 9,33 6,35 9.40 9. 9.5 9.46 9.50 9.54 9.56 9.58 9.59 10,03 10,04 10,06 der Reise zurück! Dr. med. Rüttermann Spezialarzt für Chirurgie u. Frauenkrankheiten Hersord, Rennstr. 14.(141i Sommersprossen verschwinden unbedingt durch den Gebrauch von 411e Bergmann's Sommersprossen-Seife allein fabriziert von Bergmann& Co., in Radebeul-Dresden, à Stück 50 Pfg. bei: Neustädter Apotheke, Adler- Apotheke und Wilh. Epseloh, Drog. 9.35 9.37 9,38 9.42 9.43 9.45 Naturbutter 650, Bienenhonig Mk. 4,00. H. Spitzer, Probuzna 41 via Breslau. 509h eDte Unehrlichkeit die ich gegen den Maurer Hermann Depke ausgesprochen habe, nehme ich als Unwahrheit zurück. 2291 Heinrich Weitkamp Entlaufen ein kleiner Teckel zirla ½ Jahr alt, schwarz m. braunen Flecken, auf den Namen„Munne“ hörend. Wiederbringer erhält Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Wilh. Mormann, Bergerthor(Kleinbahnhof). Zur gest. Beachtung In letzter Saison war es uns leider ganz unmöglich, in unserem Costume=MaaßAtelier sämtliche Aufträge prompt erledigen zu können und bitten deshalb unsere werte Kundschaft, welche in dieser Beziehung nicht präzise bedient wurde, höfl. um Entschuldigung.— Zur Beseitigung dieser Unannehmlichkeiten haben wir nun ein 1841 sweites eröffnet, ebenfalls unter Leitung einer allerersten Kraft und sind somit in der Lage, den Wünschen unserer werten Kundschaft jederzeit gerecht werden zu können. Die Maaßanfertigung geschieht unter allerbilligster Berechnung.— Sämtliche Neuheiten in Kleiderstoffen, Besatzartikeln und Modelle sind bereits eingetroffen und laden wir zur Besichtigung unserer gut assortierten Läger in Neuheiten für Herbst- und Winter höfl. ein Hochachtungsvoll Breidenbach& Co. Herford. Alter Markt 12 NB. Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! Atelier vo Martin Herrma Herford, Brüderstrasse 34. Aufnahmen zu jed.Tageszeit, auch Sonntags.— Ausführung in allen Grössen u. Manierek Garantie für gute Bilder.— Schnelle Bedienung.— Billige Preise. 4811 Geschäfts-Eröffnung. Vom heutigen Tage ab eröffne ich in dem bisher von der Ww. Frz. Müller, RiesenBazar, Bäckerstr. 33 innegehabten Lokale ein Putz- und Weisswarengeschäft. Gestützt auf vorzügliche Kräfte bin ich in der Lage, den modernsten Ansprüchen gerecht zu werden und soll es mein Bestreben sein, durch sorgfältige Ausführung aller Arbeiten mir die Zufriedenheit der verehrl. Damen zu erwerben. Ein Besuch meiner Modellhut-Ausstellung kann bestens empfohlen werden. Indem ich bitte, mein Unternehmen gütigst zu unterstützen, zeichne Hochachtungsvoll Wilh. Müller, Bäckerstr. 35. Henkel's bestes und billigstes Waschpulver, macht die Wäsche blendend weiß. Nur echt wenn in Packeten mit dem Namen Henkel und Schutzmarke„Löwe". Erhältlich in Drogen=, Kolonialwaren= und Seifen457h geschäften. 00000000000000000000000000O Gesangverein„Sängerwarte“. Die Feier unseres 163 III. Stiftungsfestes bestehend in Vokal=, Instrumental=Konzert und Ball findet am Sonntag, den 14. September im Lokale der Frau „## Brinkmann, Rennthor statt. Anfang des Konzertes 4 Uhr. Anfang des Balles 8 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein Der. Vorstand. Die durch den Tod des Herrn Oberlehrer Bürcke freigewordene Dirigentenstelle unserer hiesigen Handelslehranstalt soll neu besetzt werden. Geeignete Bewerber wollen schriftliche Angebote bei uns einreichen. 1731 Der Vorstand des Kaufmännischen Vereins. Waldfrieden. Sonnabend nachmittag: KONZERT. 223 Entree 20 Pfa, Kinder 10 Pfa. Au Turnerbund F Herford. 2311 Sonnabend, den 13. Sept, Retruten=Abschiedskräünschen im Lokale des Herrn Piever, Rennthor. 2311 Freunde der Turner sind willkommen. Der Vorstand. Krieger=Verein. Auf Wunsch des DenkmalsKomitees soll am 15. d. 7¼ Uhr abends eine 2131 Probeaufstellung am Denkmal stattfinden, zu welcher die Kameraden, welche an der Denkmals=Einweihung teilnehmen wollen, hierdurch eingelaben werden.(ArbeitsAnzug.) Der Vorstand. Heute eingetroffen: a. neue Kronsbeeren welche zu sehr billigem Preis abgiebt 2. Heinrich Rolting. a. Rimbeersaft à Ltr. Mk. 1.50 empfiehlt 375g Friedrich Monk“, Feinste schwed. Preißelbeeren eingetroffen bei 178 Herm. Ebmeyer, Radewig 31. a. Cognac S5a er Peiedhrich Mgafe. Gesunde Nährmutter 5 Dsehzenge Nie. 248, Graesde □I z. r. E. S. 13. 9. 8. U. J. II.