895 0 8 ** □ 5 S. 9 S 5 70— * 2. —— — 12. Jahrgang. — 0 erkarden * 9 5 12. Jahrgang. -Pr E □ oox Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages. 7/IIII. I Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1.25 Mark, * bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. U. Teleph. Anscht. Montag, 1. September. Prais dir, ausptelligen, Vestzele. iz, Sied and, Kreiz, Hersod, 1902 Deynhausen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 13 Pfg. # □— — * — *—: 7 e 8 * □ Die Herbstparade des Gardekorps. Berlin, 30. August. Ein herrlicher Sommertag leuchtete der heutigen Parade. her während die Truppen heimzogen, verfinsterte sich der immel, und mittags 12 Uhr ging unter schwachem Donner m heftiger Regen nieder, der in wohlthuender Weise die taubmassen niederschlug, die sich bei dem unaufhörlichen Hin#dherwogen der Menschenmengen in der Reichshauptstadt 2* ktwickelt hatten. S§ 1 Militärisch war die heutige Truppenschau insofern ben. chtenswert, als sie an Stärke der Truppenkörper die bisher * frößte war, da in früheren Jahren öfter Regimenter fehlten ind in der heutigen Aufstellung anstatt der Feld=Artillerieschießschule mit 2 Bataillonen das Lehr=Regiment dieser Schule mit 3 Bataillonen neu erschien. Letztere bestehen zwar chon seit 1. Oktober 1900, doch fiel im vorigen Jahre wegen er Trauer um die Kaiserin Friedrich die Herbstparade aus, ind somit nahmen sie jetzt zum ersten Mal an einer Herbstsarade teil, wie dies auch bezüglich der Garde=Maschinenbewehr=Abteilung und der Versuchs-Maschinen=Gewehr=Abeilung der Fall war. Die Parade befehligte der kommandierende General des Garde=Korps, Generalleutnant und Generaladjutant v. Kessel, heben dem der Chef des Generalstabes des Garde=Korps, Oberst Sixt v. Arnim, hielt. Der Anzug war Paradeanzug mit Gepäck, die Fußtruppen und Bedienungsmannschaften der sahrenden Batterien in weißen Beinkleidern, das 1. GardeRegiment z. F. und das Kaiser Alexander=Regiment mit Grekadiermützen, die Gardes du Corps und das Garde=KürassierRegiment mit Kürassen. In der Bellealliancestraße war die Kaserne der 1. Garderagoner, auf deren Hofe die Generalität u. s. w. zu Pferde ieg, wie eine Festung belagert. Von hier aus ritten zum reuzberge hinauf der Erbprinz von Hohenzollern mit dem )berst und Flügeladjutanten Frhrn. v. Berg, der italienische Botschafter Graf Lanza in der Uniform eines Generaladjutanten mit dem Oberstleutnant Gastadello, die amerikanischen Generale und Offiziere, welche der Kaiser zu den Manövern ingeladen hat. In offener vierspänniger Equipage à la Dau## iont mit Vorreiter kam die Prinzessin Friedrich Leopold in iner crémefarbigen Toilette mit orangefarbigem Besatz. In einer der zahlreichen Equipagen bemerkte man den früheren König Bell aus Kamerun mit seinem Sohne. Inzwischen war der Kaiserliche Salonzug in den Bahnhof Großgörschenstraße eingefahren, vor dem die hohen Herrschaften zu Pferde stiegen. Der Kaiser in der Uniform des 1. Garde=Regiments mit italienischem Ordensband bestieg einen Dunkelbraunen, für den König von Italien, der die Paradeuniform seiner Kurhessischen(13.) Husaren, den blauen Attila mit goldbesetztem Dolman und das Band des Schwarzen Adlers trug, wurde ein Fuchs bereit gehalten; auch die Kaiserin stieg zu Pferde, die hohe Frau hatte die Uniform des Kürassieg=Adlers und den schwarzen Zweispitz mit hochstehendem weißen Blisch angelegt. Im Schritt ritt das Kaiserpaar mit dem König Viktor Emanuel in der Mitte zum Paradefeld hinauf. In offener vierspänniger Equipage folgte die Prinzessin Biktoria Luise, diese ganz in Weiß, mit dem Prinzen Zeachim. In weiteren Wagen, auch teils zu Pferde, schloß sich Das Gefolge des Königs von Italien an. #ade, die um 9 Uhr begann, hatte um 10½3 Uhr ihr Est., erreicht. Während die Kaiserin sich verabschiedete, versammelte der Kaiser die Generalität und die Kommandeure zur Kritik. Nach derselben hielt der Kaiser mit dem König voll Istalten an der Spitze der Feldzeichen den Einzug in die Stav. ####ich der heutigen Parade befahl der Kaiser, in den Schulen der Unterricht ausfallen sollte. Schutzleute den Leitern Es wird authentisch bestätigt, daß der Gegenbesuch des Deutschen Kaisers in Rom erst im nächsten Jahre erfolgen wird. Es entspricht der Tradition, daß der Gegenbesuch in dem auf den ersten Besuch folgenden Jahre abgestattet wird. Ebenso wird es auch der Zar mit seinem Gegenbesuch in Rom halten. Die Schiedsrichter bei den Kaisermanövern. Generalfeldmarschall Graf Waldersee und General von Mitzlaff, Direktor des Militärreitinstituts in Hannover wurden zu Schiedsrichtern bei den Kaisermanövern ernannt. Von englischen Offizieren werden den Feldmarschall Roberts auch die Generale French, Joe Hamilton und Oberst Sluter auf seiner Reise nach Deutschland begleiten. Zur Affäre Hildebrandt. Nach dem„B. T.“ soll auch Oberleutnant Hildebrandt selbst wegen der Vorgänge bei seiner Abreise von Gumbinnen den Abschied erhalten haben. Aus Marienburg schreibt man dem„Westpr. Volksbl.“: Der hiesige katholische Kirchenvorstand wird nunmehr gegen den Fiskus auf Mitbenutzung der Schloßkirche klagen. Die Cholera in Kiautschau. Von der in Ostasien aufgetretenen Cholera ist auch das Schutzgebiet Kiautschau nicht verschont geblieben. Unter der chinesischen Bevölkerung der Umgegend von Tsingtau kommen seit Mitte vorigen Monats täglich einzelne Todesfälle(bis zu 10) an der Cholera vor und auch die Europäer haben bei dem Baupersonal, welches mit den Chinesen am nächsten in Berührung steht, bereits Todesfälle zu beklagen. Es sind in der Zeit vom 18.—29. v. Mts. an der Cholera in Tsingtau verstorben: 1) Monteur Bruno Moritz Pleitz, 2) Bauaufseher Franz Benndorf aus Halle, 3) Aufseher Pfauer aus Hamburg, 4) Aufseher Karl Georg Logemann aus Bremerhaven. Die Benachrichtigung der Angehörigen ist durch das Reichsmarineamt direkt veranlaßt. Da jetzt die Regenzeit aufzuhören pflegt und damit ein totaler Witterungsumschlag eintritt(Einsetzen nördlicher Winde), so ist zu hoffen, daß die Krankheit, welche bis jetzt auch unter den Chinesen nach den Meldungen des Gouvernements keinen epidemischen Charakter angenommen hat, keine weitere Ausbreitung annehmen wird. vinzen eine stehende Gefahr für Rußland bedeute, und der Panslavistische„Swet“ weist darauf hin, daß diese Deutschen im Falle eines Krieges thatsächlich als vorgeschobene Posten des Feindes wirken könnten. Die Zeitung verlangt, daß kein russischer Unterthan deutscher Nationalität irgend ein Amt im öffentlichen Dienste bekleiden dürfe. Das erste internationale Schiedsgericht in Der Zar und andere Staatschess werden, wie es heißt, dem am 2. September zum ersten Male zusammentretenden internationalen Schiedsgericht Sympathiedepeschen widmen. Dieses Schiedsgericht wurde für eine zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko schwebende Angelegenheit eingesetzt und besteht aus den vier ständigen Mitgliedern des Haager Schiedsgerichtshofes, je einem Engländer, Russen, Italiener und Holländer. Die ersteren beiden wurden von den Vereinigten Staaten, die letzteren beiden von Mexike gewählt. Von den Burenführern. Die Burengenerale sind nach einer Besprechung mit den Burendelegierten nach London abgereist, werden aber in kurzem nach dem Haag zurückkehren.— Der frühere Präsident Steiin wird sich, wenn sein Gesundheitszustand es erlaubt, Mitte September nach Montreux begeben. der Schr.„#= Kurser ließe sagen, die Kinder sollten sofort herauskommen. Auf dieses Gebot hin wurde überall der bereits begonnene Unterricht abgebrochen. dem Berliner Oberbürger= # 10000 Lire für die ließ Der norgg. Pgte, Italien ueß be meister dugch, b/se, italienische Botschaft Armen Berlins übermitteln. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Vom Kaiser und Kronprinzen. Der Kaiser und der Kronprinz werden nach den bis jetzt ketzten Dispositionen am 20. Oktober zur Teilnahme an Erlte gsezjährigen Jagden in Frankenburg am Harz eintreffen huch im dortigen königlichen Schloß Wohnung nehmen. Ueber die Ermordung der beiden britischen Missionare Bruce und Lewis, die in Tschentschau, Provinz Hunau, einem plötzlichen Ausbruch des chinesischen Fanatismus zum Opfer fielen, werden Einzelheiten bekannt, welche in Pekinger europäischen Kreisen tiefe Erregung über die Haltung der chinesischen Behörden verursachen. Tschentschau ist eine von Mauern umschlossene Stadt, deren Präfekt genügend Truppen zur Verfügung hatte, um die Christen zu schützen, wenn dies sein ernster Wille gewesen wäre. Die Ermordung der beiden Missionare wird als ein neuer Fall in der langen Reihe der von chinesischen Behörden geduldeten und geförderten Ausschreitungen gegen die Christen betrachtet. Die Deutschen in Rußland. Aus Wien telegraphiert man der„Morning Post“: „Die„Nova Reforma“ konstatiert, daß nach den offiziellen Listen der russischen Volkszählung mehr als 2 Millionen Deutsche in Rußland leben. In Polen allein sind 1 200000 Deutsche, und in der großen polnischen Fabrikstadt Lodz sind 100 000, oder 35% der Einwohner, deutscher Nationalität. In den baltischen Provinzen zählte man 300000 und im übrigen Rußland 600 000 Deutsche. Riga ist vor allen Dingen überwiegend Deutsch, denn es zählt unter 175000 Einwohnern 102000 Deutsche. In Petersburg leben 60000, in Warschau 15000, in Odessa 12000, in Kiew 7000 und in der Provinz Samara 200000 Deutsche.— Die„Nowoje Wremja“ ist der Ansicht, daß das Uebergewicht des deutschen Elements in gewissen Teilen Polens und der baltischen ProHierzu Unterhaltungsbeilage. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) Herford, 1. September 1902. * Sedanfeier und Fahnenweihe. Eine rege Anteilnahme seitens der Bürgerschaft fanden auch diesmal die anläßlich des Sedantages stattgehabten Feierlichkeiten. Seitens der militärischen Vereine galt der Sonnabend=Abend als Einleitung ihrer gemeinsamen patriotischen Veranstaltung der Ehrung jener Krieger, welche in dem Kampfe auf Frankreichs Fluren ihr Herzblut fürs Vaterland hatten dahingeben müssen. Als der Marsch unter Vorantritt der Düngelschen Kapelle von Aeckers Turnhalle aus nach dem mit Guirlanden geschmückten schönen Kriegerdenkmal erfolgte, hatte sich daselbst bereits ein zahlreiches Publikum eingefunden, das sich willig durch die aufgebotene Polizei ordnen ließ, um für die heranmarschierenden alten Krieger und ehemaligen Soldaten genügend Raum vor dem Denkmal zu schaffen. Bald nach Ankunft der Vereine setzte die Kapelle stimmungsvoll mit dem Choral „Nun danket alle Gott“ ein, worauf Herr Pastor Meyer das vor dem Kriegerdenkmal angebrachte Podium betrat, um von hier aus die Gedächtnisrede zu halten. Bei der Art, wie Redner die Erinnerung an die großen Kämpfe um Metz usw. wachzurufen verstand, wie er die Krieger im Geiste zurückführte in jene Kugelregen, wie er Gott dem Herrn die Ehre erwies dafür, daß er den deutschen Truppen so gnädig gewesen, da war es nicht zu verwundern, daß allseits seine Worte mit großem Interesse verfolgt wurden. Trotz des eingetretenen Regenwetters hielt das Publikum wacker aus und folgte alsdann den nach dem Museum abmarschierenden Vereinen, nachdem deren Vorstände am Kriegerdenkmal in üblicher Weise Kränze niedergelegt hatten, während die Düngelsche Kapelle„Ich bete an die Macht der Liebe“ vortrug. Vor dem Museum gab es noch eine Abschiedsfeier für die alte Fahne des Kriegervereins Herford, welche demselben seit 25 Jahren bei vielen freudigen Veranlassungen vorangeweht hatte und die leider so manches Mal auch einem verstorbenen wackeren Kämpfer für Deutschlands Größe und Herrlichkeit die letzte Ehrung erweisen mußte. Die alte Fahne, einst vom Kampfgenossenverein, der bereits vor 1870 bestand und alsdann größtenteils zum Kriegerverein überging, übernommen,„wird nun die vielfachen Sehenswürdigkeiten in unserem Museum bereichern. Bevor die Fahne in dasselbe durch eine Sektion überbracht wurde, hielt der Vorsitzende des Vereins, Herr Wessel, eine rührende Abschiedsrede. Nun ging es zur Turnhalle zurück, wo noch ein Konzert der Düngelschen Kapelle die Mitglieder der vereinigten Vereine eine Zeitlang in schönster Harmonie zusammenhielt und wobei auch so manche Erinnerung an die Kriegsjahre wie an die bereits dahingegangenen lieben Kameraden erfolgte. Frühzeitig war der kameradschaftliche Verein Stiftberg aufgebrochen, da derselbe geschlossen nach seinem Vereinslokal (Lücking) marschierte, um dort noch einige Stunden zu verbringen. Hier ergriff Herr Meyer das Wort, um eine mit begeistert aufgenommenem dreifachen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser endende Ansprache zu halten. Wie am Sonnabend abend, so war auch gestern das Wetter wenig günstig; wiederholt hatte Regen eingesetzt, der jedoch während des Festzuges unterblieb. Derselbe hatte die Mitglieder der vier vereinigten Vereine zahlreich versammelt: auch das Puvlikum hatte sich zahlreich in den vom Zuge berührten Straßen eingefunden. Als der Festzug auf dem Schützenhofe angelangt war, hielt der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes Herford, Herr Professor Fellinger, eine zündende Sedanrede und daran anschließend die Weiherede für die neue Fahne des Stiftberger Kameradschaftlichen Vereins, endend mit einem dreifachen, enthusiastisch aufgenommeren Hoch auf den obersten Kriegsherrn. Namens der 12 Ehrendamen überreichte Frl. Meyer ein von denselben gestiftetes prächtiges Fahnenband und sprach dabei folgenden Prolog: Zum Sinnbild alter deutscher Treue, Zum Banner, das zu aller Zeit Dem Manne hohen Mut verleihe, Bist deutsche Fahne du geweiht. Bei deinen Farben heilig gilts zu schwören, Das Herz, es soll dem Vaterland gehören. Und nun laßt hell die Lieder klingen Aus hoher tiefer deutscher Brust, Laßt in das Herz begeisternd dringen Des Festes reiche reinste Lust. Und an der Freude Strahl mit frischem Triebe Erblühe schöne deutsche Treu und Liebe. Das neue herrliche Vereinsbanner, dessen Beschreibung bereits erfolgte, ward nun durch das Band von neuem geziert. Hierauf dankte Herr Lücking im Namen des Vereins für diese schöne Spende sowie Herrn Professor Fellinger für die dem Verein gewidmeten Worte; er schloß mit einem Hoch auf das Vaterland. Bevor der feierliche Akt beendet war, richtete der Festredner noch weitere packende Worte an die Mitglieder des Vereins und brachte alsdann ein Hoch auf denselben aus. Die Vereine traten hierauf ab und begaben sich nach dem großen Saale, wo zunächst die Düngelsche Kapelle ein gut gewähltes Programm unter vielem Beifall der Festteilnehmer zur Abwicklung brachte. Gegen 8½ Uhr begann der Festball, eingeleitet durch die Polonaise, an welcher sich ca. 160 Paare beteiligten. Echt kameradschaftlicher Geist, wie wir es von diesen Festlichkeiten gewöhnt sind, waltete auch bei der gestrigen Veranstaltung und so hat sich dieselbe der langen Reihe dieser patriotischen Feierlichkeiten aufs würdigste angeschlossen. Der Christlich=Vaterländische Männerverein feierte gestern nachmittag sein diesjähriges Sedanfest im Restaurant Brinkmann. Des ungünstigen Wetters wegen konnte die Feier nicht wie geplant im Garten stattfinden, die erschienenen Mitglieder und Gäste mußten sich vielmehr in den Saal begeben, welcher bald vollständig gefüllt war. Die Feier bestand aus gemeinsamen Gesängen, Vorträgen des Posaunenchors und des gemischten Chors und aus der den Höhepunkt bildenden und zu patriotischer Begeisterung hinreißenden Festrede des Herrn Lehrer Wehmeyer. Kurz nach 7 Uhr ordnete sich die Festversammlung zum gemeinschaftlichen Rückzuge, und die Fahne vorauf, ging's unter klingendem Spiel zum Vereinslokale, dem Evangelischen Vereinshause. = Das Friedrichs=Gymnasium begeht morgen die Sedanfeier durch einen Ausflug nach dem Bismarckturm auf dem Vierenberge. Es geht ein Extrazug der Kleinbahn von Bergerthor früh 7,43 Uhr ab. Die Rückfahrt findet 12,10 Uhr von Salzuflen aus statt. Die Teilnahme der Eltern und Angehörigen der Schüler ist willkommen. □ Zum Besuch des Kronprinzen. Die vor kurzem durch die Presse gegangene Nachricht, daß der Kronprinz an den Manövern des 7. Armeekorps teilnehmen werde, beruht auf falscher Kombination. Thatsache ist, daß ein Besuch des Kronprinzen auf Haus Bruche bei Melle in Aussicht genommen ist, aber nicht der Manöver wegen, sondern aus Anlaß der Enthüllung des Denkmals des Großen Kurfürsten hier in Herford. Ueber die Feier der Einweihung der neuen Petri=Kirche am Mittwoch, 3. Sept., teilt der Gemeindebote noch bas Folgende mit: Morgens 7—8 Uhr werden die Glocken der drei anderen Stadtkirchen(Münster, Johannis, Jakobi) das Fest einläuten, nachdem schon vorher der Posaunenchor des Altstädter Jünglingsvereins vom Turme der neuen Petrikirche herab Choräle geblasen.— Bei der Abschiedsfeier in der alten Kirche(9½ Uhr) stellen sich alle geladenen Gäste, durch die nördliche Seitenthür eintretend, in der Nähe des Altares auf: der übrige Raum ist für die Gemeinde frei.— Nach Schluß dieser Feier geht zunächst die Gemeinde hinaus, worauf dann der Zug zur neuen Kirche beginnt,— voran die Konfirmanden mit dem Schlüssel, nach diesen das Presayterium mit den Tauf= und Abendmahlsgeräten, der Pfarrer der Gemeinde mit der Bibel, dann die Bauleitung, die Vertreter der Behörden, die Geistlichen der K (33. Fortsetzung.) Es hatte Niemano den Muth gehabt, sich hier anzubauen. Man war sich noch nicht recht einig darüber, welche Zukunft die ganze, bisher noch immer stark verrufene Gegend eigentlich habe, wenn man auch seit dem letzten Jahrzehnt mehr und mehr der Ansicht zuneigte, daß sie Industriezwecken außerordentlich günstig zu werden versprach. Auch die Terrainschwierigkeiten fürchtete man. Es war viel Wasser und viel Sumpfboden in dem Park, außerdem ein großer Bestand uralter Baume. Es würde vieler Arbeit und Kosten bedürfen, um das Terrain überhaupt erst urbar zu machen. So war es immer gleichmäßig einsam um Segenhaus geblieben, in Segenhaus einsamer wie je geworden. Frau Rebekka lehnte sich in den Korbstuhl zurück und schloß die Augen.„ Auch ihre gute, alte Reinhardt dahin! Vor vier Wochen hatten sie sie begraben. Durch die tiefe Stille klang gleichzeitig ein schriller Laut. Von der Straße war die Klingel an dem hohen Gitterthor gezogen worden. Bob, der große Neufundländer, schlug knurrend an, und wenige Augenblicke später kam Friedrich, der alte Diener, die steinernen Stufen zur Terrasse hinan und meldete, daß eine junge Dame, in tiefer Trauer, Namens Thienemann, die gnädige Frau zu sprechen wünsche. „Anna, Sie!"— Frau Rebekka rief es freudig überrascht in den dämmrigen Garten hinab— und winkte dabei dem Diener ungeduldig, wieder zu gehen. Und nun kam die schlanke, schwarze Gestalt auch schon die Stufen hinauf. Frau Samuelsohn streckte ihr beide Hände entgegen. „Gott segne Sie, Kind, daß Sie sich endlich einmal einer armen, einsamen Frau erbarmen.“ Anna beugte sich auf die Hände der alten Dame, aber Frau Rebekka kam ihr mit einer raschen Bewegung zuvor und küßte sie auf die Stirn.„So mein Kind, und nun legen Sie ab und trinken Sie eine Tasse Synode, die Ehrengäste, die Repräsentation der Gemeinde und die Gemeinde, welche sich dem aus der Kirche tretenden Zuge anschließt.— Die Kollekte nach dem Einweihungsgottesdienst ist für eine arme kirchbauende Diaspora=Gemeinde bestimmt.— Gott segne das Fest! *+ Petri=Gemeinde. Mit Einweihung der neuen Kirche scheidet der bisherige Küster, Herr Wilhelm Peter, aus seinem Amte und tritt, da er bereits das hohe Alter von 87 Jahren erreicht hat, in den wohlverdienten Ruhestand. Daher wurde ihm nach dem gestrigen Gottesdienste in Gegenwart des Presbyteriums durch den Pfarrer der Gemeinde in feierlicher Weise eine Urkunde eingehändigt, in der seiner treuen Dienste während seiner 33jährigen Amtszeit als Küster dankbarst gedacht und zugleich die Mitteilung gemacht wurde, daß ihm in Anerkennung seiner treuen Dienste das seitherige Küstergehalt bis an sein Lebensende als Pension zufalle. Nach diesem Abschiedsakt, der sich in schöner Weise an den letzten Gottesdienst im alten Gotteshause anschloß, wurde der neue Küster, Herr Karl Hildebrand, feierlich verpflichtet und in sein Amt eingeführt. Er nimmt seinen Dienst mit Einweihung der neuen Kirche auf. *— Kurfürstendenkmal. Zur Zeit wird an der Verlegung des Granitsockels gearbeitet. Die Kleinbahnstation Lohse, die nächste hinter Station Salzuflen(Kurpark) wird voraussichtlich am 5. d. Mts. eröffnet. * Personalnotiz. Herr Hilfsausseher Fengler an hiesiger Gefangenenanstalt ist von heute av als etatsmäßiger Aufseher angestellt. * Im Waldfrieden findet morgen nachmittag anläßlich des Tages von Sedan ein Konzert der Düngelschen Kapelle statt. Das Programm bietet auch ein Schlachtenpotpourri. * Im Bürgerverein giebt morgen abend die Düngelsche Kapelle wieder ein Abonnementskonzert. **„Festungsbauten“ zeigte am Sonnabend abend für kurze Zeit der Alte Markt. Mehrere Knaben hatten auf einem Sandhaufen, der für die dortigen Pflasterungsarbeiten bestimmt ist, drei Festungen erbaut und zwar sollten diese Paris, Metz und Sedan darstellen. Es war zu verwundern, wie schnell diese„Bauten" ausgeführt wurden. Die betr. Knaben, welche die patriotische Stimmung jenes Abends zu einem derartigen Bau veranlaßt hatte, erwiesen sich als recht geschickte Baumeister. Als der Kriegerzug herannahte, waren die„Festungen" durch Kerzen erleuchtet, was sich recht hübsch ausnahm. Der Minden=Raveusberger Radfahrerbund veranstaltet am nächsten Sonntag auf Bolbrinkers Rennbahn in Bielefeld ein großes Radrennen. Es werden folgende Rennen gefahren: 1. Erstfahren, 2. Hauptfahren, 3. Jugendfahren, 4. Kampf um die Meisterschaft des Stadt= und Landkreises Bielefeld, 5. Tandemfahren, 6. Mannschaftsfahren, 7. Ermunterungsfahren und 8. Trostfahren. Unter den bis jetzt schon zahlreich eingelaufenen Meldungen befinden sich Namen guter Amateur= und Berufsfahrer. Die Preise bestehen in Wertgegenständen sowie in goldenen und silbernen Medaillen. Nennungen sind zu richten an Herrn Rob. Schuft, Bielefeld, Bahnhofstraße. Schluß der nnung am 4. September, abends 7 Uhr. Juristische Prüfungskommission in Hamm. Der Justizminister hat bestimmt, daß bei dem Oberlandesgericht in Hamm, für dessen Bezirk eine Prüfungskommission für die erste Juristenprüfung gebildet wird, am 1. Januar 1903 ins Leben tritt. Von diesem Zeitpunkt ab scheidet der Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm aus dem Bezirk der Prüfungskommission in Kassel aus. Diese Aenderung hängt mit der Bildung der juristischen Fakultät in Münster zusammen. § Westfälischer Zuchtviehmarkt. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen macht bekannt, daß die Anmeldungen zum westfälischen Zuchtviehmarkt für Rindvieh und Schweine, der am 25. September in Hamm stattfindet, bis zum heutigen Tage stattfinden müssen. Später erfolgende Meldungen bleiben unberücksichtigt. Logisschwindler. Verhaftet wurde am Sonnabend der Bürstenmacher Adolf Siebracht, der in verschiedenen Häusern das Kostgeld in Höhe von ca. 40 Mk. schuldig geblieben war. Der Schwindler versuchte am Sonnabend nach Empfang seines Lohnes nach Dortmund abzureisen, wurde jedoch von seinen Gläubigern, die von der Flucht Wind bekommen hatten, am Bahnhof erwartet und den Polizeibeamten zur Verhaftung übergeben. . Diebstahl. Einem Taxameterdroschkenkutscher, der am Sonnabend abend von drei Fahrgästen zu einem Glast Bier eingeladen worden war, und der während der kurzen Zeit sein Fuhrwerk ohne Aussicht ließ, wurde eine Wagendeck im Werte von 10 Mk. gestohlen. In den Markthallen stellten sich heute die Preist der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweine fleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfet 40—50 Pfg., Butter Pfd. 1,05 Mk., Eier Pfd. 55 PfgWurzeln Bd. 10 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., Kartoffeln Pfg. p. Pfd., Zwiebeln Pfd. 20 Pfg., Blumenkohl 25—30 Pfg. Kopfsalat Stück 5 Pfg., Radieschen Bund 10 PfoGurken Stück 30 Pfg., Stachelbeeren Pfd. 25 Pfg., Erbsel 10—12 Pfg., Großebohnen Pfd. 4 Pfg., Wirsing Pfd. 20 Pfg., Johannisbeeren Pfd. 22 Pfg., Birnen 2 Pfd. 25 Pfg, Weintrauben Pfd. 50—60 Pfg., Rotkohl Kopf 20 PfgZwiebel Bund 10 Pfg., Gurken Schock 0,50—1,50 Ml. Schnippelbohnen Pfd. 7 Pfg., Pflaumen Pfd. 30 PfgPreißelbeeren Pfd. 40 Pfg., Aepfel Pfd. 30 Pfg., Streif rüben Bund 10 Pfg., Weißerüben Bund 10 Pfg., Eier pflaumen Pfd. 30 Pfg., Wirsing Kopf 20—25 Pfg., Hühne Stück 1—1,25 Mk. * Enger, 30. Aug. Schülerzahl. Die Zahl der zur Zeit in den Schulen der einzelnen Gemeinden des hiesigen Amtsgerichts unterrichtet werdenden Schüler stellt sich wie folgt: Stadt Enger 478 Schüler; Gemeinde Belke=Steinbeck 116 Schüler; Gemeinde Besenkamp 190 Schüler; Gemeinde Dreyen 156 Schüler; Gemeinde Herringhausen 221 Schüler; Gemeinde Oldinghausen 117 Schüler; Gemeinde Pödinghausen 106 Schüler; Gemeinde Siele 60 Schüler; Schulgemeinde Westerenger I 140 Schüler; Schulgemeinde Westerenger II 125 Schüler. * ½ Enger, 1. Sept. Die gestrige Sedanfeier unseres Kriegervereins in Pörtners=Lokal hatte zahlreichen Besuch aufzuweisen. Der Vorsitzende, Herr Niemeyer, brachte das Kaiserhoch aus. Der Ball nahm einen fröhlichen Verlaufi Enger, 1. Septbr. Fundsachen. Als zugelaufen ist bei der Polizeibehörde ein kleiner dunkelbrauner Hund angemeldet. n Westerenger, 1. Septbr. Diebstahl. Dem Lagerarbeiter B. wurden nachts aus dem Garten Bohnen entwendet. = Eilshausen, 31. Aug. Kirchliches. Wir erhalten folgendes mit dem Ersuchen um Veröffentlichung: Unsere altehrwürdige Kirche in Hiddenhausen, die um das Jahr 1129 unter dem Bischof Sigewardus erbaut wurde, geht leider immer mehr dem Verfall entgegen. Bei Unwetter tropft das Wasser von der Decke auf die Andächtigen hernieder. Es wäre daher wohl an der Zeit, daß aus unseren Kirchenmitteln, die doch ansehnlich sein müssen, etwas an dem Gotteshause angewandt würde. Da die Kirche auch nicht allen Besuchern Raum bietet, weil derselbe mit Rücksicht auf die fortgesetzte Zunahme der Bevölkerung zu klein geworden ist, so dürfte es sich empfehlen, für die Gemeinden Eilshausen, Lippinghausen und Bermbeck hier in Eilshausen eine neue Kirche zu erbauen. Die Mittel hierzu aufzubringen, dürfte nicht schwerfallen, da es viele Hilfsquellen gieb. Aus Provinz und Nachbarstaaten. * Bielefeld, 30. Aug. Blitzschlag. Der Blitz schlug gestern in die Wirtschaft von Austmeier, Herforderstraße 206, und zündete. Das Feuer konnte sofort gelöscht werden. Der Schaden ist unbedeutend. * Minden, 30. Aug. Falsches Geld. Hier sindfalsche Einmarkstücke in Umlauf gesetzt und verschiedentlich angehalten worden. Dieselben tragen das Münzzeichen A und die Jahreszahl 1875. Um die Falschstücke den echten Münzen ähnlicher zu machen, sind erstere übersilbert worden. * Derne, 30. Aug. Von der elektrischen Leitung getötet. Auf der Zeche„Preußen“ kam ein Bergmann der elektrischen Leitung zu nahe und wurde getötet; ein anderer wurde schwer verletzt. Thee mit mir. Sie brauchen die Dunkelheit nicht zu fürchten, ich schicke Sie in meinem Wagen nach Haus.“ Anna bewegte dankend das Haupt und ließ sich ueben der älteren Dame in einen Stuhl sinken.„Aber wie ist mir denn? Nannte Friedrich Sie nicht bei Ihrem Mädchennamen? Ist aus der Heirath nichts geworden? Und Sie tragen tiefe Trauer?" „Mein Vater starb im Frühjahr,“ gab Anna mit leiser, müder Stimme zurück.„Es war wohl so am besten für ihn,“ fügte sie leiser noch auf Frau Samuelsohn's theilnehmenden Ausruf hinzu. „Ich lebe wieder bei meiner Mutter, unter meinem Mädchennamen— ich habe mich von— von dem Manne getrennt— er ist im Auslande.“ Frau Samuelsohn machte eine Bewegung. „O, bitte— fragen Sie mich nichts!“ Anna stieß es beschwörend hervor. Die alte Frau schlang ihren Arm um die Schulter der jungen und zog ihr Haupt einen Augenblick an ihre Brust. „Nein— ich frage nichts.— Seien Sie ganz ruhig, liebe—?“ „Wollen Sie mich nicht Anna nennen?“ „Liebe Anna.“— „Mein Vater hat nichts hinterlasseu— Siekennen das Leben— ein Beamter—“ Frau Samuelsohn nickte zustimmend. „Meine Mutter besitzt nichts mehr als ihre bescheidene Wittwenpension— mein Bruder steht kurz vor dem Referendar— ich muß für Beide mit verdienen— und ich thue es gern— sehr gern“— fügte Anna Thienemann hastig hinzu.„Da bin ich nun gekommen, Sie um Rath zu fragen, verehrte Frau— nur um Rath. Nicht wahr, Sieverstehen mich doch?“ „Voll und ganz, mein gutes Kind!“ „Ich hätte mich natürlich sosort wieder bei Fräulein Reinhardt gemeldet, wenn die gute, alte Seele noch am Leben wäre.— Wie ich höre, ist das Geschäft eingegangen!“ „Schon bald nach Pfingsten haben wir den kleinen Laden zugemacht. Die gewissenhafte Alte quälte sich nur damit. Sie wissen, sie hat, außer zu Ihnen, zu keinem Menschen jemals Vertrauen gehabt.— Und von Ihnen war nichts zu hören und zu sehen.“ Anna seufzte.„Ich ordnete damals die hinterlassenen Geschäfte meines Vaters— es war nicht ganz leicht, und dann stand gerade um diese Zeit die Heirath meiner Schwester bevor.“ „Ist sie gut versorgt?“ Anna lächelte melancholisch. „Ich danke, ja. Sie hat einen sehr alten, reichen Mann geheirathet, Wenigstens heißt es, er sei reich. Konsul Maywald, — wenn Sie ihn vielleicht kennen?“ Frau Samuelsohn schüttelte den Kopf. „Sie haben sich in aller Stille auf Helgoland trauen lassen, die Mutter und mein Bruder waren zugegen— jetzt ist das Paar wohl schon nach Singapore unterwegs.“ thut dieser reiche Herr nichts für die Familie seiner „Er hat meinem Bruder am Hochzeitstage einen Hundertmarkschein geschenkt— weiter hat er erklärt, mit der Familie seiner Frau nichts zu schaffen haben zu wollen.“ „Und Ihre Schwester?“ „Pflichtet ihm bei—“ Anna brach kurz ab. Dann, nach einer kleinen Pause: „Was würden Sie mir rathen, zu thun? Ich habe keine Zeit mehr zu verlieren. Bis zum Herbst muß ich irgend etwas gefunden haben. Meine Fähigkeiten gehen leider über die Handgeschicklichkeit nicht hinaus.— Am liebsten würde ich Berlin verlassen— aber meine Mutter will davon nichts wissen.“ Frau Samuelsohn dachte einen Augenblick nach. Dann sagte sie rasch: „Ich könnte Ihnen einen Vorschlag machen. Wenn Sie es hier draußen in der Einsamkeit mit einer alten Frau aushalten könnten und wollten: Meine Gesellschafterin, Fräulein Gerhard, verläßt mich am 1. Oktober, also in sechs Wochen etwa. Ich würde Sie dann bitten, sogleich zu mir zu kommen. Bis dahin haben Sie Zeit genug, Ihren Haushalt aufzulösen, respektive zu verkleinern.“ „Das ist zum größten Theil bereits geschehen. Meine Mutter und ich hausen schon seit dem 1. Juli in zwei Zimmern. Das übrige ist alles vermiethet Zum Oktober ist unse * Brübl. 30. Aug. Blitzschlag. Nachts zündete der Blitz in der hiesigen Zuckerfabrik. Durch das sofortige Eingreifen der Feuerwehr wurde sie vor größerem Schaden bewahrt. an Jeufsel, 30. Aug. Entgleisung. Zwischen Melsungen und Guxhagen entgleiste heute die Lokomotive des nachmittags 1 Uhr 35 Min. hier fälligen thüringischen Schnellzuges und verursachte eine mehrstündige Betriebsstörung. Der Materialschaden ist bedeutend; verletzt wurde niemand. * Harburg, 30. Aug. Fabrikbrand. Gestern abend war in der Palmkernölfabrik in dem zur Fettsäureeine Frau. Es ist kein Scherz: ich setze ernstlich mein Vertrauen in den Zufall. Wer immer diesen Brief finden möge, er sei gebeten, mir gütigst einige Zeilen zu schreiben unter „Zufall und Liebe“ postlagernd Netzschkau." Ob sich die Liebe inzwischen„postlagernd“ eingefunden haben mag, darüber verlautet nichts. Eine komische Geldgeschichte wird aus Petersburg berichtet: Vor einiger Zeit langte ein Gutsbesitzer in der russischen Hauptstadt an und nahm in einem der ersten Hotels Wohnung. Da er eine größere Summe Geldes bei sich trug, wurde er bei Nacht ängstlich und versteckte das Geld nach Hülfsbahnwärter Wilhelm Läge, Schlosser Richard Türschmann, Arbeiter August Grotemeier. Eine Tochter: dem Tischler Louis Koch, Handarbeiter Heinrich Heidemeyer, Kaufmann Ernst Muermann, Zimmermann Wilhelm Luig, Cigarrenhändler August König, Tischler Heinrich Culemann. Aufgeboten: Holzbildhauer Carl Schürmann und Schneiderin Johanne Gößling, Dr. med. Eduard Groos und Agnes Lühl, Zeichner Max Schünhoff und Emma Meier, Konditor Joseph Grützner und Fabrikarbeiterin Bertha Biermann, Musiker Friedrich Wohlberedt und Näherin Louise Tilker und Johanne Holtmann, in und Selma Raphaelson, Müller Dienstmagd Luise Vogt, Kaufmann se Henke. riedrich Oberhokamp 4 Monate, Ar63 Jahre, Julius Stuke 4 M. alt Goldene Medaille.— Goldene Medaille. 14— # Paris 1899. Ss Briefliche Behandlung in allen Fällen, wo angängig. (30 Ffg. Retourmarken gefälligst beifügen.) Magdeburg 1899. Jebsen, Jürgensen's Nachfolger Herisan(Schweiz) behandelt speziell nach der langjährig bewährten Methode seines Vorgängers offene Beinschäden, Krampfadergeschwüre, Hautkrankheiten, Briefe nach der Schweiz Briefe nach der Schweiz 20 Pfennig Porto. Lupus(fressende Flechte) und nach seiner eigenen, seit vielen Jahren mit bestem Erfolg begleiteten Methode: 20 Pfennig Porto. Lungentuberculose(Schwindsucht), Bleichsucht und ohne daß der Vatient zu Bette liegt. Ueber den Erfolg geben nachstehende Atteste Aufschluß! Wegen Raummangels kann hier nur eine sehr kleine Anzahl der vielen Hundert weiteren Attesten mit größtenteils amtlich beglaubigter Unterschrift abgedruckt werden. Anerkennungsschreiben über Heilerfolge bei Lungenschwindsucht u. Bleichsucht. in der Revaktion. z. Auf den Verlauf der dortigen n wir morgen zurüc. Wetter. südwestlichen Winden und geringer zeitweise aufklärent. Telephonische Reldungen. es Königs von Italien. Gegen 9 Uhr vormittags trafen von Italien vom Neuen Palais, der Kaiserin verabschiedet hatte, auf Abschied zwischen den Majestäten es Königs von Italien hatte der se des Bahnhofsgebäudes eine Beskanzler Grafen v. Bülow und beist in der Garnisonkirche zu Potsdam. Aug. Der König von Italien ist men und unter dem Jubel der Beige gefahren, woselbst er die Parade iment, dessen Chef der König ist, derselbe an einem Mahl im Kreise der Burenführer. Die Burengenerale Botha, Dewet vormittag hier eingetroffen. n Kriegsgefangenen. ot. Gestern abend fuhren 1000 stadt ab. nglücksfall. Nach einer Meldung aus Schloß coßherzog von Luxemburg gestern n der Jagd das rechte Schienbein Herr Amtsvorsteher P. Schlott, Kl. Quern: Da die Medizin meiner lieben Frau wieder mit dieser Woche verbraucht sein wird, so teile Ihnen hierdurch kurz in Nachstehendem folgendes mit. Die Besserung schreitet noch immer fort, der Husten tritt nur ganz vereinzelt auf und der Auswurf ist fast gänzlich verschwunden. Herr Heinrich Hansen, Norburg:(Uebersetzung) Als ich Ihnen zum erstenmal schrieb hofften wir mit Gottes Hilfe und Ihrer Medizin gesund werden zu können. Geehrter Herr Jebsen, Sie können sich denken, wie dankbar wir Ihnen sind, für die wiedergefundene Gesundheit. Da wir die erste Medizin empfingen, wog meine Frau 111 Pfd. Nach Benutzung Ihrer Medizin(in 4—5 Wochen) wog sie 116 Pfd., also 5 Pfd. Zunahme. Sie können sich wohl denken, Herr Jebsen, wie glücklich wir sind.— Es wird mir eine heilige Pflicht sein, dieses Jedem der an derselben Krankheit leidet, zu verkünden. Ich bringe Ihnen meinen Dank und den meiner Frau und werde jedem an derselben Krankheit Leidenden raten, Ihre Hilfe nachzusuchen. Frau Auguste Goudesen, Schleswig: Die Krankheitsberichte schrieb mein Mann immer, danken will ich Ihnen aver selbst für die Heilung von meiner schweren und quälenden Krankheit. Damit auch anderen derartig Leidenden der Segen Ihrer Heilmethode zu teil werden kann, gestatte ich Ihnen gern, öffentlich Gebrauch von diesem Schreiben zu machen und will noch kurz den Verlauf der Krankheit schildern: An Kurzatmigkeit litt ich schon früher, doch kam im Oktober des Jahres 1900 die Krankheit erst zum Ausbruch. Die Haupterscheinungen waren: Sehr starke Kurzatmigkeit, ein starker Husten, dem sich später grün und gelber Auswurf und noch später zäher weißer Schleim zugesellte. Durch die verschiedene Medizin(Creosot u. s. w.) traten Magenschmerzen und vollständige Appetitlosigkeit ein, beim Husten erfolgte fast stets Erbrechen. Nach mehr als halbjähriger Behandlung stellte der Arzt seine Behandlung ein. Die Natur und der nahe Sommer sollten helfen, so sagte er. Auch die Hoffnung wurde zu nichte, denn im Laufe des Sommers machte sich erhöhter Luftmangel sehr fühlbar. Nun versuchte ich viele, in der Zeitung und sonst empfohlene Mittel; schaffte mir eines etwas Erleichterung bei den ebengenannten Uebeln, so brachte es mir dagegen unerträgliche Magenschmerzen, weshalb ich mit dem Gebrauch des Mittels aufhörte. Mein Mann, der persönlich beim Arzt zu thun hatte, befragte ihn um eines dieser Mittel, worauf er die Antwort erhielt: „Versuchen Sie was Sie wollen.“ Da lasen wir Ihre Annonce. Auf diese hin schrieb mein Mann sofort an Sie und ich trat in Ihre Behandlung. Schon nach 2 Monaten war der Auswurf nur die Hälfte wie vorher, jetzt sind Husten und Auswurf sozusagen ganz verschwunden. Der Appetit ist ausgezeichnet, die Sprache gut, und an Gewicht habe ich zugenommen. Ich befinde mich so swohl wie vor Beginn meiner Krankheit. Da dies alles ich Ihnen zu danken habe, werde ich allen derartig Leidenden Ihre Behandlungsweise auf's Wärmste empfehlen. Frau Sophie Ehris, Sankelmarck: Auf Ihr Schreiben kann ich Ihnen mitteilen, daß ich mich jetzt viel besser befinde. Der Nachtschweiß hat ganz aufgehört und das Fieber zeigt sich nur noch ganz wenig. An Körpergewicht habe ich zwar noch nicht zugenommen, aber auch nicht verloren. So schnell kann es ja auch nicht kommen, denn ich war so weit, daß ich den Tod vor Augen sah. Der Arzt hatte mich bereits aufgegeben. Jetzt kann ich schon wieder meinen Hausstand mit 8 kleinen Kindern führen, so viel hat es sich schon nach Ihrer Medizin gebessert. Das Aufgeben hat beinahe aufgehört und Husten habe ich nur noch ganz wenig. Schlafen kann ich gut und hoffe ich, daß ich bald wieder gesund werde. Ich bin Ihnen daher viel Dank schuldig und setze mein ganzes Vertrauen auf Sie. Geehrter Herr Jebsen, da die Medizin nur noch für einen Tag ausreicht, bitte ich Sie, so bald wie möglich eine weitere Flasche senden zu lassen. Tropfen habe ich noch genug. Die Schmerzen im Rücken und vor der Brust zeigen sich nur noch wenig. Ich fühle mich ganz neu belebt und nicht mehr so matt und müde wie früher. Herr Haus Damm, Fleusburg:... Mein Befinden ich jetzt viel besser wie früher. Seit Jahren bin ich nicht so wohl gewesen, wie nach Ihrer Behandlung. Die Husten nehmen bedeutend ab und der Schleim löst sich leichter wie früher.... Indem ich vielmals für den guten Erfolg danke, schließe ich. Herr H. Lassen, Soes: Hiedurch bezeuge ich gerne, daß meine Tochter Thyra Lassen, welche an Bleichsucht und Verdauungsbeschwerden leidend, sehr krank und abgemagert war, in kurzer Zeit durch Ihre Behandlungsmethode völlig wieder hergestellt wurde. Herr Stöcks, Süderbrarup: Nach der Medicin habe ich mich gut befunden; der Auswurf ist weniger geworden und kann ich gut schlafen. Bitte verordnen Sie mir noch eine Flasche, so glaube ich, daß meine Brust wieder ausgeheilt ist. Kaffee und Spiritus trinke ich nicht, nur Milch. Frau Hartmann, Hamburg: Seit 4 Wochen nehme ich Ihre Medicin und erlaube ich mir die höfliche Vorfrage, ob ich in derselben Weise, auch namentlich mit den Abreibungen fortfahren soll. Ich befinde mich im ganzen viel besser und habe neuen Lebensmut gefaßt. Der Appetit ist allerdings nur gering, doch ist im Auswurf kein Blut mehr und der so lästige Nachtschweiß hat ganz aufgehört.— Dieselbe schreibt nach drei Monaten: Ich empfing Ihr freundliches Schreiben und kann ich Ihnen mitteilen, daß ich seit nunmehr 14 Tagen ganz ohne Husten bin; das Körpergewicht hat wieder zugenommen und glaube ich eigentlich nicht, daß mir eine Nachkur in St. Blasien von Nöten ist; doch füge ich mich natürlich ganz Ihren Anordnungen. Von der Medicin nehme ich, wie Sie schrieben, jetzt nur noch einmal täglich. Falls weitere Verhaltungsmaßregeln nötig, bitte ich mir zu schreiben. Inzwischen.... Herr E. Lenge, Hamburg: Nachdem ich nunmehr die von Ihnen verordnete Medicin genommen habe, ist dieselbe aufgebraucht und bitte ich um weitere Verhaltungsmaßregeln. Seit acht Tagen ist der Auswurf völlig blutfrei; der Appetit hat sich wesentlich gebessert, nur bin ich sehr matt, was ja mit dem starken Nachtschweiß zusammenhängt.— Derselbe schreibt nach zwei Monaten: Auf Ihr freundliches Schreiben kann ich Ihnen zu meiner großen Freude mitteilen, daß ich mich jetzt ganz wohl befinde, nach meiner Ansicht überhaupt geheilt bin. Husten habe ich seit 14 Tagen keinen mehr. Die Medicin ist jetzt wieder aufgebraucht und bitte ich Sie, mir mitzuteilen, ob ich vielleicht alle 2—3 Tage noch einmal einen Eßlöffel nehmen soll um nicht so mit einemmal aufzuhören. Für Ihre Bemühungen um mich und und meine Heilung kann ich Ihnen nicht genug danken und bleibe für immer Ihr Schuldner. irdbeben. Brixlegg in Tirol wurden zwei sst. Bleicht, Hauttuberculose(Lupus bte); osene Beinschäden, vure, Hautkrankheiten genäckigsten, langwierigsten daran leiden, machen wir an dieser besonders auf den unserer heutigen en Prospekt der Privat-Klinik „„Herisau(Schweiz), aufmerksam. altete Fälle wurden, wie der ig geyeilt. Man wende sich zuich an die Privat-Klinik g. Herisau(Schweiz). Briefe 20 Pfennig Porto. evatteur: Paul Sattler verautwortlich: Georg Bese, Christian Ouentin, in Herford. Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) durch den ihren und schritt durch Thür mit ihr in's Haus. imer an der Rückseite des Hauses ch zubereitet da. Eine große mit ngene Lampe verbreitete ein mildes iswartenden Dieners wurde durch urch das Zimmer lief, bis zur Unfenster standen weit geöffnet. Sie ein Stück Wiese fort auf die dunkle jungfernhaide. Leuchtend darüber cheibe. Auf der Wiese unter den e das Nachtgethier. Sonst Stille Zum ersten Mal kam eine Ahnung Herz der gequälten Frau. * Ihnen das, mein Kind? #####ina beugte sich wortlos über die Hand der alten Dame: es mir genügt? Es ist mehr, als ich zu hoffen wagte!“ woch nicht zur Gaßer Sat, weiter, mein liebes Kind, wir find Ihren am Ende daost„sde werden von Ihrem Gehalt Die goc M dch nicht genügend unterstützen können, so ; s e l b s t d a n n n i c h t, w e n n S i e, e heu# r genar vin, für Ihre eigene Person wenig genug davon verwenden werden— solch ein junger Referendar“— „Und Reserveleutnaut in svo—“ fügte Anna seufzend hinzu. „Nun dann erst rect— muß doch schließlich, auch wenn er sich noch so sehr einschränkt, einigermaaßen standesgemäß leben, und wenn auch die Pension Ihrer Mutter noch da ist—“ „Ja, ja, Sie haben Recht, verehrte Frau!“ „Sie brauchen deshalb den Kopf nicht hängen zu lassen. Wir werden uns ehen noch audere Arbeit suchen.“ manchen jungen Referendar gekannt, der sich durch Repetieren mit Kollegen einen annehmbaren Zuschuß verdient hat. So, und nun habe ich gesagt, was ich sagen wollte. Lange genug habe ich Ihnen gepredigt. Thun Sie mir den einzigen Gefallen, liebste Anna, und danken Sie mir nicht. Ich bin es, die zu danken haven wird, wenn Sie mir Ihre liebe Gesellschaft schenken wollen. Geben Sie mir nur die Hand und versprechen Sie mir, daß Sie es auf diese vorgeschriebene Bahn hin versuchen wollen, und unser Kontrakt ist abgemacht.“ So— das ist recht“— sie behielt Annas Hand fest in den ihren.„Und nun kommen Sie, wir wollen einen kleinen Imbiß nehmen. Friedrich wird den Tisch im Eßzimmer gedeck haben, um uns nicht zu stören. Um neun Uhr laß ich an spannen. Wohnen Sie noch immer da ganz draußen im Westen?—„Ja.“—„So sind Sie vor zehn bequem zu Haus und Ihre Frau Mutter braucht sich nicht zu änastigen.“ Kapitel. den. In Frau Samuelsohns beimerchen saß die alte Dame mit hen Geschäfte in eifrigem Gespräch. err Justizrath, vielen Dank für alle Ihre Bemühungen—“ Sie machte eine kleine Pause.„Und nun noch eines für heute: es ist mein Wunsch, Segenhaus mit all seiner beweglichen Habe und eine Summe von 1000 Mark jährlich zur Erhaltung des Anwesens Frau Anna zu vermachen. Stirbt sie ohne Leibeserben, soll Segenhaus nach ihrem Tode der Stadt Charlottenburg zum Zweck einer Kinderbewahranstalt zufallen. Würden Sie die Güte haben, mir den dazu nothwendigen, notariellen Akt aufsetzen?“ Fortsetzung folgt. estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. überreichte Frl. Meyer ein von denselben gestiftetes prächtiges Fahnenband und sprach dabei folgenden Prolog: Zum Sinnbild alter deutscher Treue, Zum Banner, das zu aller Zeit Dem Manne hohen Mut verleihe, Bist deutsche Fahne du geweiht. Bei deinen Farben heilig gilts zu schwören, Das Herz, es soll dem Vaterland gehören. Und nun laßt hell die Lieder klingen Aus hoher tiefer deutscher Brust, Laßt in das Herz begeisternd dringen Des Festes reiche reinste Lust. Und an der Freude Strahl mit frischer Erblühe schöne deutsche Treu und Lie' Das neue herrliche Vereinsbanner, dessen 2 erfolgte, ward nun durch das Band vr Hierauf dankte Herr Lücking im Namen de schöne Spende sowie Herrn Professor Fell Verein gewidmeten Worte; er schloß mit er Vaterland. Bevor der feierliche Akt beende Festredner noch weitere packende Worte an Vereins und brachte alsdann ein Hoch al Die Vereine traten hierauf ab und bega großen Saale, wo zunächst die Düngelsche! wähltes Programm unter vielem Beifall zur Abwicklung brachte. Gegen 8½ Uhr b eingeleitet durch die Polonaise, an welcher beteiligten. Echt kameradschaftlicher Geist, diesen Festlichkeiten gewöhnt sind, waltete ar Veranstaltung und so hat sich dieselbe der patriotischen Feierlichkeiten aufs würdigste Der Christlich=Vaterländische M erte gestern nachmittag sein diesjähriges Se rant Brinkmann. Des ungünstigen Wetters Feier nicht wie geplant im Garten stattfinde Mitglieder und Gäste mußten sich vielmehr geben, welcher bald vollständig gefüllt war. aus gemeinsamen Gesängen, Vorträgen des? des gemischten Chors und aus der den H und zu patriotischer Begeisterung hinreiße Herrn Lehrer Wehmeyer. Kurz nach 7 U Festversammlung zum gemeinschaftlichen 3 Fahne vorauf, ging's unter klingendem S lokale, dem Evangelischen Vereinshause. = Das Friedrichs=Gymnasium Sedanfeier durch einen Ausflug nach turm auf dem Vierenberge. Es geht Kleinbahn von Bergerthor früh 7,43 Uhr findet 12,10 Uhr von Salzuflen aus stat der Eltern und Angehörigen der Schüler is □ Zum Besuch des Kroupri kurzem durch die Presse gegangene Nachric prinz an den Manövern des 7. Armeekorps beruht auf falscher Kombination. Thatsache des Kronprinzen auf Haus Bruche bei Me nommen ist, aber nicht der Manöver weAnlaß der Enthüllung des Denkmals des hier in Herford, *A Ueber die Feier der Einwei Petri=Kirche am Mittwoch, 3. Sept., te bote noch bas Folgende mit: Morgens 7— Glocken der drei anderen Stadtkirchen(# Jakobi) das Fest einläuten, nachdem schon saunenchor des Altstädter Jünglingsvereins neuen Petrikirche herab Choräle geblasen schiedsfeier in der alten Kirche(9½ Uhr) ladenen Gäste, durch die nördliche Seitent der Nähe des Altares auf: der übrige Rar meinde frei.— Nach Schluß dieser Feier Gemeinde hinaus, worauf dann der Zug beginnt,— voran die Konfirmanden mit diesen das Presayterium mit den Taufgeräten, der Pfarrer der Gemeinde mit di Bauleitung, die Vertreter der Behörden, Synode, die Ehrengäste, die Repräsentation der Gemeinde und die Gemeinde, welche sich dem aus der Kirche tretenden Zuge anschließt.— Die Kollekte nach dem Einweihungsgottesdienst ist für eine arme kirchbauende Diaspora=Gemeinde bestimmt.— Gott segne das Fest! *+ Petri=Gemeinde. Mit Einweihung der neuen Kirche scheidet der bisherige Küster, Herr Wilhelm Peter, aus seinem Amte und tritt, da er bereits das hohe Alter von 87 Jahren erreicht hat, in den wohlverdienten Ruhestand. Daher wurde ihm nach dem gestrigen Gottesdienste in Gegenwart des Presbyteriums durch den Pfarrer der Gemeinde in feierlicher Weise eine Urkunde eingehändigt, in der seiner treuen Dienste während seiner 33jährigen Amtszeit als Küster dankEmpfang seines Lohnes nach Dortmund abzureisen, wurd jedoch von seinen Gläubigern, die von der Flucht Wind be# kommen hatten, am Bahnhof erwartet und den Polizeibeamte zur Verhaftung übergeben. . Diebstahl. Einem Taxameterdroschkenkutscher, de am Sonnabend abend von drei Fahrgästen zu einem Glas Bier eingeladen worden war, und der während der kurze Zeit sein Fuhrwerk ohne Aufsicht ließ, wurde eine Wagendech im Werte von 10 Mk. gestohlen. * In den Markthallen stellten sich heute die Preist der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweine fleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfel 40—50 Pfg., Butter Pfd. 1,05 Mk., C'er Pfd. 55 PfoWurzeln Bd 10Rfg Norree Bd 5 Sumpfland. Roman von Dora Duuck über Heilerfolge bei osfenen Beinschäden, KrampfHautkrankheiten und Lupus(fressende Flechte). werr N. Christensen, O.=Gammelbyfeld: Als ich vor einigen Wochen durch die Zeitung Ihren Prospekt empfing, legte ich denselben gleichgiltig weg. Ich hatte schon einen berühmten Arzt besücht wegen meiner Frau, deren Hand nach seiner Aussage an Salzfluß litt und wie er erklärte, so gut wie unheilbar. Guter Herr Jebsen! Bevor ich weitergehe, muß ich hinzufügen, daß man ja immer zu einem berühmten Arzt Vertrauen hat. Kurz und gut, hier gab's keinen Rat für dieses Uebel. Nachdem aber meine Frau Tag und Nacht beständig unter einem unschonsam juckenden Schmerz in der Hand litt, beschlossen wir gemeinsam, Ihre Hilfe anzurufen und trotz aller gleichgiltigen Gedanken hat es sich jetzt gezeigt, daß Ihre Hilfe ein gutes Resultat erzielt und ihre Wirkung gethan hat. Die Mittel, die Sie meiner Frau verordneten, reichten aus, es war weder zu wenig noch zu viel. Es ist aufgebraucht und die hartnäckige, fast unerträgliche Krankheit ist vollständig vernichtet. Ein solches Resultat nach Verlauf einer so kurzen Zeit war mehr als wir erwartet hatten und ich fühle mich deshalb verpflichtet, Ihnen zu danken und gleichzeitig meine gleichgiltigen Gedanken in tiefer Ehrfurcht für Ihre Hilfe zurückzunehmen. Diese Zeilen sollen bezeugen, nicht nur von meiner Frau, sondern auch von mir, daß Sie ein Mann in Ihrem Fache sind. werr J. E. Jessen, Skielbek: Betreffs der Beinkrankheit meiner Mutter, gegen welche ich vor ca. 14 Tagen bei Ihnen Rath einholte, kann ich Ihnen mittheilen, daß dieselbe völlig geheilt ist und sage ich Ihnen im Auftrage meiner Mutter ihren aufrichtigen Dank. Die Medizin ist nun aufgebraucht. (33. Fortsetzung.) Es hatte Niemand den Muth gehäbt,s Man war sich noch nicht recht einig darüb die ganze, bisher noch immer stark verruf lich habe, wenn man auch seit dem letzten mehr der Ansicht zuneigte, daß sie Indu ordentlich günstig zu werden versprach. Auch die Terrainschwierigkeiten fürchtet Es war viel Wasser und viel Sumpfbe außerdem ein großer Bestand uralter B vieler Arbeit und Kosten bedürfen, um das erst urbar zu machen. So war es immer gleichmäßig einsam blieben, in Segenhaus einsamer wie je ger Frau Rebekka lehnte sich in den Kor schloß die Augen. Auch ihre gute, alte Reinhardt dahin! hatten sie sie begraben. Durch die tiefe Stille klang gleichzeitig Von der Straße war die Klingel an dem h. ct. zogen worden. Bob, der große Neufundländer, schlug knurrend an, und wenige Augenblicke später kam Friedrich, der alte Diener, die steinernen Stufen zur Terrasse hinan und meldete, daß eine junge Dame, in tiefer Trauer, Namens Thienemann, die gnädige Frau zu sprechen wünsche. „Anna, Sie!"— Frau Rebekka rief es freudig überrascht in den dämmrigen Garten hinab— und winkte dabei dem Diener ungeduldig, wieder zu gehen. Und nun kam die schlanke, schwarze Gestalt auch schon die Stufen hinauf. Frau Samuelsohn streckte ihr beide Hände entgegen. „Gott segne Sie, Kind, daß Sie sich endlich einmal einer armen, einsamen Frau erbarmen.“ Anna beugte sich auf die Hände der alten Dame, aber Frau Rebekka kam ihr mit einer raschen Bewegung zuvor und küßte sie auf die Stirn.„So mein Kind, und nun legen Sie ab und trinken Sie eine Tasse aufrichtigen Dank. Die Medizin ist nun aufgebraucht, aber das Bein ist nicht mehr geschwollen, fast wundfrei und schmerzt nicht mehr. Sie braucht deshalb keine weitere Medizin Frau E. Lindner, Hamburg: Auf Ihr gefl. Schreiben bestätige ich Ihnen gerne auch schriftlich, daß ich von den„Gesichts= und Halsflechten“, an denen ich in mehr als 2 Jahren gelitten, und zu deren Heilung ich verschiedene Aerzte konsultierte, nunmehr durch die sechswöchentliche Behandlung durch Sie völlig geheilt bin. Ich kann daher nicht umhin, Ihnen zu sagen, wie außerordentlich dankbar ich Ihnen bin und ich werde nicht verfehlen, jedem an Hautkrankheiten Leidenden Ihre Methode aufs Wärmste zu empfehlen. Frau S. Hansen, Bollerslebenholz: Ich benachrichtige Sie hierdurch, daß, nachdem ich die Medizin 14 Tage gebraucht hatte, die Flechten im Gesicht völlig verschwunden waren und ich mich seit der Zeit völlig wohl befinde. Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe. Herr August Stoffel, Syracuse(Amerika): Im Allgemein-Interesse bestättge ich hiermit, daß ich durch Herrn I. von einer langjährigen Hautkrankheit(Flechte) befreit worden bin. Ich war ungefähr 17 Jahre mit diesem Uebel behaftet und hielt dasselbe für unheilbar Hochwürdige Oberin=Schwester Maria Angelica, Paderborn: Seit vielen Jahren litt ich an Krampfadergeschwüren an einem Fuße.... Ich wandte mich an Herrn I...... und nach einigen Monaten war ich geheilt..... Frau Johann Wildenburg, Kupferdreh: Seit 10 Jahren litt ich an einer Flechte schlimmster Sorte an der Hand(Lupus)... Herr J. hat mich in Zeit von 6 Wochen vollständig geheilt...... Herr Kgl. Gymnasial=Turnlehrer Hans Mayr, Kaiserslautern: Nachdem ich an einem bösartigen Ekzem beider Füße vierzehn Monate lang schwer gelitten.... führte mich mein Glücksstern.... zu Herrn I. Ihm gelang es, mich in überraschend kurzer Zeit von dem quälenden Leiden vollständig zu heilen Herr Pfarrer Martin Piendl, Poikam: Ich fühle mich Herrn J. zu großem Dank verpflichtet, da er mich von einem über zwölfjährigen Fußleiden wieder befreit und geheilt hat..... Herr Friedr. Anders, Diesdorf(Krs. Striegau): Unsern tiefgefühlten Dank für die Heilung unserer Tochter..... Sie war so entstellt, daß sie niemand gerne mehr ansah und ich selbst erhoffte nur den Too..... denn 14 Jahre an Gesichtslupus zu leiden und von der Menschheit so zu sagen ausgestoßen zu sein, ist wahrlich keine Freude.... Herr Martin Reinhardt, Augsburg Seit ¾ Jähren litt ich an Lupus, welchen..... trotz ärztlicher Hilfe nicht geheilt werden konnte. Nun wurde..... ich auf Herrn J. aufmerksam gemacht; ich wandte mich an denselben und wurde in kurzer Zeit geheilt..... Frau Witwe Teufel, Wurmlingen: Ich litt 3 Jahre lang an einer gefährlichen Hautkrankheit im Gesicht. Alle ärztliche Hilfe war vergebens. Da wandte ich mich an Herrn J. und war in 4 Monaten von meinem Leiden befreit.... Fräulein U. Jakober, Jungingen: Ich war 4 Jahre an einer gefährlichen Hautkränkheit(Lupus) leidend und dazu noch im Gesicht........ Ich wandte mich an Herrn I. Ich war ¼ Jahr in seiner Behandlung und bin vollständig geheilt worden...... Frau Wilhelmine Plötzschke, Straßgräbchen: Ich war 6 Jahre leidend an Flechte an der linken Schulter..... Da wandte ich mich an Herrn I., der mich in zwei Monaten vollständig heilte Herr Sebastian Mayr, Reinhardshausen: Seit 3 Jahren litt ich an einer Flechte schlimmster Sorte(Lupus) und dazu noch im Gesicht..... Endlich kam mir ein Prospekt des Herrn J. zu Händen und ich wandte mich an ihn um Hilfe und in der Zeit von 4 Monaten war ich wieder vollständig hergestellt..... Frau Johanna Müßmann, Rödelheim: Seit 14 Jahren litt ich an offenen Beinen.... Auf Empfehlung wandte ich mich an Herrn I. Die verordneten Heilungsmittel haben mich in einigen Monaten vollständig geheilt..... Herr H. Hanisch, Klein=Wittenberg: Seit 16 Jahren litt meine Frau an einer offenen Beinwunde, wozu sich im Laufe der Jahre noch zwei andere dazu gesellten....... Da kam uns ein Prospekt des Herrn J. zu Gesicht und wir wandten uns an ihn, welcher meine Frau in 6 Wochen vollständig geheilt hat..... Herr Wilhelm Volke, Würgsdorf: Nachdem ich an einem bösartigen Ekzem beider Unterschenkel schwer gelitten habe und bei mehreren Aerzten vergeblich Hilfe gesucht hatte, führte mich mein Glücksstern endlich zu Herrn I. Ihm gelang es, nach kurzer Zeit mich schon so weit herzustellen, daß ich das Bett zeitweise verlassen konnte und meine Beine jetzt wieder vollständig hergestellt sino..... Fräulein Auguste Ströher, Trarbach: Ich litt lange Jahre an Lupus, welcher sich trotz mehrfach angewandter Hilfe verschlimmerte, bis ich zu Herrn I. kam, welcher mich in verhältnismäßig kurzer Zeit ganz davon befreite....“. Herr Peter Buß 3, Dautenheim: Seit langen Jahren litt ich an einem offenen Beinschaden.... Nachdem ich mich au Herrn I. wandte, wurde ich in einigen Wochen geheilt..... Frau Afra Schweighardt, Niederdorf: Ich Unterzeichnete finde mich verpflichtet, Herrn I. dafür herzlich zu danken, weil er mich..... von meinem langjährigen Fußleiden..... nun vollständig geheilt hat..... Frau Regierungsrat Schilling, Landshut: Seit einer Reihe von Jahren litt ich an einem bösartigen Geschwür an der Nase..... Durch Fügung Gottes kam ich.....“.. zu Herrn I., welcher sehr bald eine wunderbare Heilung bei mir erzielte Frau Ludowika Witzigmann, Thalkirchdorf: Nächst Gott verdanke ich Herrn I. die schnelle und sichere Heilung meines langjährigen Fußleidens.. Frau Natalie Goritzki, Gollub: Seit vielen Jahren litt ich an einem Beinkrampfadergeschwür. Nachdem ich die von Herrn I. verordneten Sachen gebraucht, sind die Schmerzen verschwunden und ich bin in 6 Wochen vollständig geheilt..... Druck von Otto Weber, Heilbronn a. N. de Ei bei M na zu M ab Herr Philipp Hofditz, Rumpenheim: Meine Frau litt schon nahezu 8 Jahre an einem bösen Bein mit offenen Wunden..... Ich wurde auf Ihre werte Adresse aufmerksam gemacht und siehe, nach kaum 2 Monaten war das Bein geheilt. Herr Stadtaceiser Pfeisser, Waldsee: Nächst Gott verdanke ich Herrn I. die schnelle und sichere Heilung meines Fußleidens..... Frau Barbara Voch, Oberstaufen: Mit Freuden rann ich Ihnen mitteilen, daß ich von meinem schweren bösartigen Fußleiden vollständig genesen bin und mein Gesundheitszustand ein sehr zufriedenstellender ist..... Frau Joseph Schaller, Wisch: Ich litt seit 2 Jahren an einem offenen Beinschaden, welcher sich von der Mitte des Unterschenkels bis zu den Zehen hinzog..... wandte ich mich..... an Herrn I., welcher mich dann in 3 Wochen vollständig heilte..... Frau Hackradt, Charlottenburg: Mit aufrichtigem Dank kann ich mitteilen, daß mein krankes Bein jetzt gänzlich geheilt ist..... Herr August Maurer, Augsburg: Ich leide jetzt schon 8 Jahre an einer gefährlichen Hautkrankheit....... Da wende ich mich an Herrn I. und war in kurzer Zeit vollständig geheilt. Herr Schneidermeister Naumann, Erdhausen: Ich litt 14 Jahre an Lupus an der rechten Hand, welches durch viele angewandte Mittel nicht geheilt wurde, bis ich zur Adresse des Herrn I. kam, und der mich in einer kurzen Zeit davon befreite.... Frau Witw. Sophie Pius, Niederkaufungen: Auf Herrn I. aufmerksam gemacht, wandte ich mich ohne Verzug an ihn...... Mit dem 2. und 3. Tage konnte ich schon ganz gut gehen ohne Schmerzen und nun nach ein paar Wochen verdanke ich nächst Gott Herrn I. meine völlige Gesundheit....“. Frau Lonise Paul, Dessau: Seit 3 Jahren litt ich an einem offenen Bein..... Ich wandte mich an Herrn I., welcher mir mein Bein binnen 3 Wochen vollständig heilte..... Frau Marie Mader, Weiler: Trotz vielfach angewandter Mittel, wollte es mir nie gelingen, mein Fußleiden, an dem ich einige Jahre große Schmerzen litt, zu beseitigen, bis mir von einer Mitleidenden Herr I. geraten wurde, der mich in kurzer Zeit von diesem bösen Leiden vollständig befreite..... Frau Marie Liebelt, Schwusen: Herrn I. mache ich die ganz ergebene Mitteilung, daß ich von meinem langjährigen Beinleiden vollständig in 6 Wochen geheilt bin... Frau„Emma Hartley, Wolkramshausen: Hierdurch sage sich Herrn I.:#, herzlich Dank, daß er mich von meinem 3 Jahre alten Beinleiden, welches ich in meinem ersten Wochenbett erhielt, nach kurzer Zeit so geheilt hat, daß ich meine Beine wieder, wie vor der Erkrankung, benutzen kann Frau Lina Tempel, Neugersdorf; Seit mehreren Jahren litt ich an einem offenen Bein.. Ich habe mehrfache Hilfe in Anspruch genommen; aber ohne Erfolg...... Ich wandte mich an Herrn J. und in Zeit von nur einem Vierteljahr war mein Bein heu..... Herr Bartolain, Goldap: Seit nahezu 2 Jahren litt ich an offenen Krampfadergeschwüren ..... Auf Herrn I. aufmerksam gemacht, wandte ich mich brieflich an ihn und schon nach kaum vierwöchentlicher Behandlung war mein Bein vollständig geheilt..... Fräul. Margaretha Kircher, Pomster: Dem Herrn I. spreche ich hiermit öffentlich meinen besten Dank aus für die Heilung einer offenen Krampfaderwunde, welche mir seit 2 Jahren bei Tag und Nacht große Schmerzen verursachte..... Leven— ein Beamter—“ Frau Samuelsohn nickte zustimmend. „Meine Mutter besitzt nichts mehr als ihre bescheidene Wittwenpension— mein Bruder steht kurz vor dem Referendar— ich muß für Beide mit verdienen— und ich thue es gern— sehr gern“— fügte Anna Thienemann hastig hinzu.„Da bin ich nun gekommen, Sie um Rath zu fragen, verehrte Frau— nur um Rath. Nicht wahr, Sieverstehen mich doch?“ „Voll und ganz, mein gutes Kind!“ „Ich hätte mich natürlich sofort wieder bei Fräulein Reinhardt gemeldet, wenn die gute, alte Seele noch am Leben wäre.— Wie ich höre, ist das Geschäft eingegangen!“ „Schon bald nach Pfingsten haben wir den kleinen Laden zugemacht. Die gewissenhafte Alte quälte sich nur damit. Sie wissen, sie hat, außer zu Ihnen, zu keinem Menschen jemals Vertrauen gehabt.— Und von Ihnen war nichts zu hören und zu sehen.“ etwas gefunden haben. Meine Fähigkeiten gehen leider über die Handgeschicklichkeit nicht hinaus.— Am liebsten würde ich Berlin verlassen— aber meine Mutter will davon nichts, wissen.“ Frau Samuelsohn dachte einen Augenblick nach. Dann sagte sie rasch: „Ich könnte Ihnen einen Vorschlag machen. Wenn Sie es hier draußen in der Einsamkeit mit einer alten Frau aushalten könnten und wollten: Meine Gesellschafterin, Fräulein Gerhard, verläßt mich am 1. Oktober, also in sechs Wochen etwa. Ich würde Sie dann bitten, sogleich zu mir zu kommen. Bis dahin haben Sie Zeit genug, Iuren Haushalt aufzulösen, respektive zu verkleinern.“ „Das ist zum größten Theil bereits geschehen. Meine Mutter und ich hausen schon seit dem 1. Juli in zwei Zimmern. Das übrige ist alles vermiethet Zum Oktober ist unse urde be mter der last 90 seist in seh A * B r ü h l, 3 0. A u g. B l i t z s c h l a g. N a c h t s z ü n d e t e der Blitz in der hiesigen Zuckerfabrik. Durch das soforuge Eingreifen der Feuerwehr wurde sie vor größerem Schaden bewahrt. * K a s s e l, 3 0. A u g. E n t g l e i s u n g. Z w i s c h e n Melsungen und Guxhagen entgleiste heute die Lokomotive des Nlachmittags 1 Uhr 35 Min. hier fälligen thüringischen Schnellzüges und verursachte eine mehrstündige Betriebsstörung. Der Materialschaden ist bedeutend; verletzt wurde niemand Harburg, 30. Aug. Fabrikbrand. Gestern ebend war in der Palmkernölfabrik in dem zur Fettsäureeine Frau. Es ist kein Scherz: ich setze ernstlich mein Vertrauen in den Zufall. Wer immer diesen Brief finden möge, er sei gebeten, mir gütigst einige Zeilen zu schreiben unter „Zufall und Liebe“ postlagernd Netzschkau." Ob sich die Liebe inzwischen„postlagernd“ eingefunden haben mag, darüber verlautet nichts. Eine komische Geldgeschichte wird aus Petersburg berichtet: Vor einiger Zeit langte ein Gutsbesitzer in der russischen Hauptstadt an und nahm in einem der ersten Hotels Wohnung. Da er eine größere Summe Geldes bei sich trug, wurde er bei Nacht ängstlich und versteckte das Geld nach MMeine bösen wurde t und n geNächst sichere Mit einem enesen jedent seit er sich Zehen " a n ändig aufankes leide rankperrn sen: sand, heilt und gen: acht, gut paar keine hren ndte inen fach gen, roße iner ) i n idig errn ich in ei: lich lten bett eine tzen Seit en; an ihr 2 cen ht, Iin Il. ein en echt Unterhaltungs-Beilage zur Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler. Herford, 1. September 1902. Druck u. Verlag: Christian Quentin. Der Srbe von Ssmond-Hall. Kriminal=Roman von Ernst Riemann. (11. Fortsetzung.) 11. Kapitel. Die Untersuchung über die näheren Umstände von Georg Martyns Ermordung hatte der Gerichtsbeamte auf den nächsten Tag um vier Uhr festgesetzt. Der Grund für die verhältnißmäßig späte Stunde bestand darin, der Polizei möglichst viel Zeit zu lassen, über die eigentliche Ursache des Todes Beweise zu sammeln, und man hoffte und erwartete, sie werde im Stande sein, etwas Licht in die Tragödie zu bringen, welche die Bewohner von Holmes aus ihrer gewohnten Ruhe aufgeschreckt hatte. Ueberall herrschte die wildeste Erregung, von der Hütte bis zum Herrschaftshaus. Die Männer vernachlässigten ihre Arbeit und besuchten mit ungewöhnlicher Ausdauer die„Forelle“, das einzige Wirthshaus, dessen das kleine Dörfchen sich rühmen konnte. Auch die Solidesten unter ihnen fühlten, daß in dem vorliegenden Falle selbst die strengsten Frauen diese Exzesse entschuldigen würden, um der Neuigkeit willen, welche ihre Eheherrn bei der Heimkehr mitzutheilen hätten. Und die Frauen standen in kleinen Gruppen beisammen in eifriger Unterhaltung, und ebenso eifrig ihre häuslichen Pflichten versäumend, während sogar die Kinder mit wichtiger Miene von dem Mord plauderten, und von der Hochzeit, und von einem bösen Mann, der Fräulein Meta gestohlen habe. . Aber die Nachrichten, welche die Männer aus der „Forelle" nach Hause brachten, waren nicht von großer Bedeutung. Die Polizei schien, obgleich sie durch einen, dem Gutsherrn telegraphisch herbeigerufenen Londoner Detektiv Verstärkung erhalten, noch nicht das GeFinigste entdeckt zu haben, was auf die Spur des Mörders hätte lenken können. Als über allen Zwist erhaben galt jedoch die Thatsache, daß Georg Martyn ermordet worden sei, darüber war kaum ein Zweifel möglich. Da jedoch nichts Bestimmtes bekannt wurde, hatte die Phantasie freien Spielraum und fast Jedermann bildete c seine eigene Ansicht von der Sache. Selbst vie Beänktesten der Dorfbewohner konnten nicht umhin, Georg Martyns Tod mit Meta Redburns Flucht in Verbinzu bringen, und mehr als Einer behauptete, daß 2eta selbst den tödtlichen Schlag geführt habe. Er habe re Flucht entdeckt, erklärten sie, habe sie zurückhalten Lollen und dabei seinen Tod gefunden. Es hatte keinen öweck, dieser Theorie Doktor Rulands Versicherung ent„Den zu halten, daß nur semand von ganz ungewöhnticher Körperstärke und mit einer schweren Waffe einen Lichen Schlag austheilen konnte; sie schienen vergessen zu zuhen, daß Meta ein schwaches, zartes Wesen, zu jeder Lroßeren Anstrengung unfähig war. 8. Besonders aber die Frauen sprachen sich bitter gegen Hürmer Redburns Tochter aus; sie war an ihrem Ge#xtsort nie beliebt gewesen. Ihre große Schönheit, ihre sohere Erziehung, ihre lässigen, leicht affektirten Manieren, Leiche sie als„Vornehmthuerei“ bezeichneten, Alles hatte ie abgestoßen. Viele unter ihnen freuten sich, einen Stein (Nachdruck verboten.) auf sie werfen zu können, und die meisten glaubten ehrlich an ihre Schuld. Zur Bequemlichkeit des Coroners und der Jury sollte die Untersuchung auf der Farm selbst abgehalten werden. Die„Forelle“ war über eine Meile entfernt, und kein anderes passendes Haus befand sich in der Nähe. Unter vielem Seufzen und Stöhnen hatte Frau Adams Metas Hochzeitsgeschenke von dem Tisch im Besuchszimmer abgeräumt und Stühle für die Herren bereit gestellt. Die alte Frau war ganz gebrochen durch die traurigen Ereignisse, und grämte und härmte sich um das Schicksal ihres Herzenskindes. In dem alten, eichengetäfelten Zimmer lag Georg Martyn von blühenden Blumen umgeben; sein Herz war das einzige in dem alten Farmhaus, das am heutigen Tage kein Weh empfand; und im oberen Stockwerk, ebenso still und regungslos in Folge eines Schlagflusses, der alle seine Glieder gelähmt, lag Metas unglücklicher Vater. Das Wetter war unerträglich heiß; von einem wolkenlosen Himmel sandte die Sonne ihre glühenden Strahlen auf die Erde herab. Kein Lüftchen regte sich, es schien, als ob das Athmen erschwert sei. Die Menschen und Thiere auf den Feldern verschmachteten fast vor Hitze; matt und träge gingen die Dienstmädchen zu Hause ihrer Arbeit nach, während oben in dem verdunkelten Zimmer Renate am Betté ihres Onkels saß mit Wangen, aus denen der letzte Rest von Farbe gewichen war. Sie bewegte langsam einen großen Fächer hin und her, was dem Kranken sichtlich Erleichterung gewährte; denn so regungslos auch seine Glieder waren, so verrieth doch der Ausdruck seiner Züge, daß er fühlte, daß sein Gehirn thätig war und daß er nichts von dem Vorgefallenen vergessen. In vierundzwanzig Stunden war sein eisengraues Haar weiß wie der Schnee geworden. Renate konnte nur wenig für den Kranken thun; für sie wäre es leichter gewesen, wenn er umständlicher Pflege bedurft hätte, denn dies hätte ihre Gedanken von dem einen abgelenkt, das sie unablässig beschäftigte: ihrer Kousine Verschwinden. All die langen, schlaflosen Stunden der Sommernacht hindurch hatte sie an Meta gedacht und sich über ihre eigene Thorheit getadelt, welche sie verhinderte, Metas leidenschaftliche Erregung, ihre Angst, ihren Schrecken richtig zu deuten. Sie hätte errathen müssen, daß hinter all dem etwas anders sich berge, als der Schrecken über die Zudringlichkeit eines Landstreichers. Es mußtes Metas Liebhaber gewesen sein, den sie an jenem Tage getroffen, dachte das junge Mädchen traurig. Sie hatte gegen ihre Liebe für ihn angekämpft, sie hatte versucht, Georg Martyn die Treue zu halten, aber sie war zu schwach dazu gewesen, und ihre Schwäche hatte sie zum Bösen geführt. Wo war sie nun, die arme, unglückliche Meta? Wußte sie, welch schreckliche Folgen ihr Fehltritt nach sich gezogen? 6 Als sie das eingefallene, wachsbleiche Gesicht in den Hülfsbahnwärter Wilhelm Läge, Schlosser Richard Türschmann, Arbeiter August Grotemeier. Eine Tochter: dem Tischler Louis Koch, Handarbeiter Heinrich Heidemeyer, Kaufmann Ernst Muermann, Zimmermann Wilhelm Luig, Cigarrenhändler August König, Tischler Heinrich Culemann. Aufgeboten: Holzbildhauer Carl Schürmann und Schneiderin Johanne Gößling, Dr. med. Eduard Groos und Agnes Lühl, Zeichner Max Schünhoff und Emma Meier, Konditor Joseph Grützner und Fabrikarbeiterin Bertha Biermann, Musiker Friedrich Wohlberedt und Näherin Louise Tilker und Johanne Holtmann, in und Selma Raphaelson, Müller Dienstmagd Luise Vogt, Kaufmann se Henke. riedrich Oberhokamp 4 Monate, Ar63 Jahre, Julius Stuke 4 M. alt in der Revaktion. :. Auf den Verlauf der dortigen n wir morgen zurück. Riet Per. chen Winden und geringer zeitweise aufklärent. Telephonische Reldungen. es Königs von Italien. Gegen 9 Uhr vormittags trafen von Italien vom Neuen Palais, der Kaiserin verabschiedet hatte, auf Abschied zwischen den Majestäten es Königs von Italien hatte der le des Bahnhofsgebäudes eine Beskanzler Grafen v. Bülow und beist in der Garnisonkirche zu Potsdam. Aug. Der König von Italien ist men und unter dem Jubel der Beige gefahren, woselbst er die Pacade iment, dessen Chef der König ist, derselbe an einem Mahl im Kreise der Burenführer. Die Burengenerale Botha, Dewet vormittag hier eingetroffen. n Kriegsgefangenen. ot. Gestern abend fuhren 1000 stadt ab. nglücksfall. Nach einer Meldung aus Schloß roßherzog von Luxemburg gestern n der Jagd das rechte Schienbein irdbeben. Brixlegg in Tirol erspürt. wurden zwei lose(Schwindsucht), Bleicht, Hauttuberculose(Lupus bte), offene Beinschäden, vure, Hautkrankheiten genäckigsten, langwierigsten daran leiden, machen wir an dieser besonders auf den unserer heutigen en Prospekt der Privat-Klinik g„Herisau(Schweiz), aufmerksam. altete Fälle wurden, wie der ig geyeilt. Man wende sich zuan die Privat-Klinik g. Herisau(Schweiz). Briefe 20 Pfennig Porto. edatteur: Paul Sattler verautwortlich: Georg Bese, Christian Ouentin, in Herford. Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) K durch den ihren und schritt durch Thür mit ihr in's Haus. imer an der Rückseite des Hauses ch zubereitet da. Eine große mit ngene Lampe verbreitete ein mildes iswartenden Dieners wurde durch urch das Zimmer lief, bis zur Unfenster standen weit geöffnet. Sie ein Stück Wiese fort auf die dunkle Jungfernhaide. Leuchtend darüber cheibe. Auf der Wiese unter den e das Nachtgethier. Sonst Stille Zum ersten Mal kam eine Ahnung Herz der gequälten Frau. gee ace meseig.potommen freie Sraruon. Neu, genügt wortlos über die Hand der alten Dame: Db und wus gt? Es ist mehr, als ich zu hoffen wagte!“ ###nicht zu gs.“ Sie weiter, mein liebes Kind, wir find Eeren am End aom Sie werden von Ihrem Gehalt die s Ihnen auchch genügend unterstützen können, so ich überzeugt hin en; selbst dann nicht, wenn Sie, wovon ich üoerzeugt bin, für Ihre eigene Person wenig genug 9avon“ gu., ggerden— solch ein junger Referendar“— „Und Reserveleutnaut in 8.—“ fügte Anna seufzend hinzu. se f.. rc.— muß doch schließlich, auch wenn er sich noch so sehr einschränkt, einigermaaßen standesgemäß leben, und wenn auch die Pension Ihrer Mutter noch da ist—“ „Ja, ja, Sie haben Recht, verehrte Frau!“ „Sie brauchen deshalb den Kopf nicht hängen zu lassen. Wir werden uns eben noch audere Arbeit suchen.“ verdienen, sobald er sein Examen hinter sich hat. Ich habe manchen jungen Referendar gekannt, der sich durch Repetieren mit Kollegen einen annehmbaren Zuschuß verdient hat. So, und nun habe ich gesagt, was ich sagen wollte. Lange genug habe ich Ihnen gepredigt. Thun Sie mir den einzigen Gefallen, liebste Anna, und danken Sie mir nicht. Ich bin es, die zu danken haben wird, wenn Sie mir Ihre liebe Gesellschaft schenken wollen. Geben Sie mir nur die Hand und versprechen Sie mir, daß Sie es auf diese vorgeschriebene Bahn hin versuchen wollen, und unser Kontrakt ist abgemacht.“ „So— das ist recht“— sie behielt Annas Hand fest in den ihren.„Und nun kommen Sie, wir wollen einen kleinen Imbiß nehmen. Friedrich wird den Tisch im Eßzimmer gedeckt haben, um uns nicht zu stören. Um neun Uhr laß ich anspannen. Wohnen Sie noch immer da ganz draußen im Westen?—„Ja.“—„So sind Sie vor zehn bequem zu Haus und Ihre Frau Mutter braucht sich nicht zu änastigen.“ Kapitel. den. In Frau Samuelsohns benmerchen saß die alte Dame mit hen Geschäfte in eifrigem Gespräch. en irer Derr Justizrath, vielen Dank für alle Ihre Bemühungen— Sie machte eine kleine Pause.„Und nun noch eines für heute: es ist mein Wunsch, Segenhaus mit all seiner beweglichen Habe und eine Summe von 1000 Mark jährlich zur Erhaltung des Anwesens Frau Anna zu vermachen. Stirbt sie ohne Leibeserben, soll Segenhaus nach ihrem Tode der Stadt Charlottenburg zum Zweck einer Kinderbewahranstalt zufallen. Würden Sie die Güte haben, mir den dazu nothwendigen, notariellen Akt aufsetzen?“ Fortsetzung folgt.. estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. (33. Fortsetzung.) Roman von Dora mehr seine überreichte Frl. Meyer ein von denselben gestiftetes prächtiges Fahnenband und sprach dabei folgenden Prolog: Zum Sinnbild alter deutscher Treue, Zum Banner, das zu aller Zeit Dem Manne hohen Mut verleihe, Bist deutsche Fahne du geweiht. Bei deinen Farben heilig gilts zu schwören, Das Herz, es soll dem Vaterland gehören. Und nun laßt hell die Lieder klingen Aus hoher tiefer deutscher Brust, Laßt in das Herz begeisternd dringen Des Festes reiche reinste Lust. Und an der Freude Strahl m Erblühe schöne deutsche Treu 1 Das neue herrliche Vereinsbanner, d erfolgte, ward nun durch das Be Hierauf dankte Herr Lücking im Nai schöne Spende sowie Herrn Professo Verein gewidmeten Worte; er schloß Vaterland. Bevor der feierliche Akt Festredner noch weitere packende Wo Vereins und brachte alsdann ein H Die Vereine traten hierauf ab un großen Saale, wo zunächst die Düng wähltes Programm unter vielem B zur Abwicklung brachte. Gegen 8½ eingeleitet durch die Polonaise, an w beteiligten. Echt kameradschaftlicher diesen Festlichkeiten gewöhnt sind, we Veranstaltung und so hat sich dieselb patriotischen Feierlichkeiten aufs würk Der Christlich=Vaterländis erte gestern nachmittag sein diesjährt rant Brinkmann. Des ungünstigen? Feier nicht wie geplant im Garten ste Mitglieder und Gäste mußten sich geben, welcher bald vollständig gefüllt aus gemeinsamen Gesängen, Vorträge des gemischten Chors und aus der und zu patriotischer Begeisterung h Herrn Lehrer Wehmeyer. Kurz nach Festversammlung zum gemeinschaftlich Fahne vorauf, ging's unter klingend lokale, dem Evangelischen Vereinshau = Das Friedrichs=Gymna Sedanfeier durch einen Ausflug turm auf dem Vierenberge. Es Kleinbahn von Bergerthor früh 7,43 findet 12,10 Uhr von Salzuflen au der Eltern und Angehörigen der Sch □ Zum Besuch des Kr kurzem durch die Presse gegangene 9 prinz an den Manövern des 7. Arme beruht auf falscher Kombination. Tha des Kronprinzen auf Haus Bruche b nommen ist, aber nicht der Manöve Anlaß der Enthüllung des Denkmals hier in Herford, A Ueber die Feier der Petri=Kirche am Mittwoch, 3. Se bote noch bas Folgende mit: Morgen Glocken der drei anderen Stadtkirch Jakobi) das Fest einläuten, nachdem saunenchor des Altstädter Jünglingsy neuen Petrikirche herab Choräle 6 schiedsfeier in der alten Kirche(9½ ladenen Gäste, durch die nördliche der Nähe des Altares auf; der übri meinde frei.— Nach Schluß dieser Gemeinde hinaus, worauf dann der beginnt,— voran die Konfirmanden diesen das Presayterium mit den geräten, der Pfarrer der Gemeinde 1 Bauleitung, die Vertreter der Behö Synode, die Ehrengäste, die Repräsentation der Gemeinde und die Gemeinde, welche sich dem aus der Kirche tretenden Zuge anschließt.— Die Kollekte nach dem Einweihungsgottesdienst ist für eine arme kirchbauende Diaspora-Gemeinde bestimmt.— Gott segne das Fest! + Petri=Gemeinde. Mit Einweihung der neuen Kirche scheidet der bisherige Küster, Herr Wilhelm Peter, aus seinem Amte und tritt, da er bereits das hohe Alter von 87 Jahren erreicht hat, in den wohlverdienten Ruhestand. Daher wurde ihm nach dem gestrigen Gottesdienste in Gegenwart des Presbyteriums durch den Pfarrer der Gemeinde in feierlicher Weise eine Urkunde eingehändigt, in der seiner treuen oniV 4 oE. E Empfang seines Lohnes nach Dortmund abzureisen, wurd“ jedoch von seinen Gläubigern, die von der Flucht Wind bekommen hatten, am Bahnhof erwartet und den Polizeibeamten zur Verhaftung übergeben. . Diebstahl. Einem Taxameterdroschkenkutscher, der am Sonnabend abend von drei Fahrgästen zu einem Glast Bier eingeladen worden war, und der während der kurzes Zeit sein Fuhrwerk ohne Aussicht ließ, wurde eine Wagendeck im Werte von 10 Mk. gestohlen. In den Markthallen stellten sich heute die Preist der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweine fleisch, 70.—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett Kissen betrachtete, erschauderte Renate bei der Erinnerung an den entsetzlichen Fluch, den der Vater seiner irregeleiteten Tochter nachgeschleudert; er hatte seitdem nichts esprochen, aber Doktor Ruland glaubte nicht, daß zunge gelähmt sei. Vielleicht würde er nie mehr sprechen, vielleicht nie mehr die Macht haben, jene furchtbaren Worte zurückzunehmen— ein erschütternder Gedanke! Die arme Renate war ganz erschöpft vor Kummer und Müdigkeit, und doch hatte die ganze Tragödie für sie etwas Unwirkliches an sich; sie hatte das Gefühl, als ob sie in einem seltsamen Schauspiel, das sie nicht ganz verstände, mitwirke. Es war Alles so plötzlich gekommen, daß sie fast betäubt davon wurde. Im Garten blühten und dufteten die Blumen des Sommers; im Hause schien Alles seinen gewohnten Gang zu gehen; die Mädchen besorgten, wie immer, ihre Arbeit, die Kühe wurden gemolken, das Geflügel erhielt sein Futter; Phylax, der alte Schäferhund, mit dem Renate schon als Kind gespielt, wärmte sich in der Sonne. Ohne jene verschlossene Stube unten mit ihrem stillen, blumenbedeckten Insassen, und ohne dieses Krankenzimmer, in welchem der Hausherr mit gebrochenem Herzen ruhte, wäre es schwer gewesen, sich vorzustellen, welch' furchtbare Heimsuchung über die Thalfarm gekommen. Jetzt wurde die Stille durch das Rollen von Wagenrädern unterbrochen, und Renate schrak zusammen, daß der Fächer in ihrer Hand erzitterte, sie glaubte, daß der Gerichtsbeamte mit seinen Begleitern angekommen sei. Doktor Ruland hatte sie darauf vorbereitet, daß auch sie ein Verhör zu bestehen haben werde, da sie es war, welche die Leiche des Ermordeten gefunden, und so sehr sie auch vor dem schweren Augenblick sich fürchtete, so war sie doch zu tapfer und rücksichtsvoll, um durch zweckloses Widerstreben ihrer Umgebung Unangenehmes zu bereiten. Sie mußte jedoch überlegen, wem sie ihren Onkel für die Zeit ihrer Abwesenheit anvertrauen könne, denn Frau Adams konnte für dieses Amt eben nicht in Betracht gezogen werden. Die alte Frau hatte sich über den Zorn des Farmers gegen ihren Liebling bitterlich beleidigt gefühlt und sich in ihrem Schmerz und Jammer so weit, vergessen, den Schlagfluß als eine gerechte Strafe des Himmels zu erklären. Wäre sie auch selbst bereit gewesen, die Pflege des Kranken zu übernehmen, so hätte Renate ihr dieselbe nicht ruhig überlassen können. Während sie noch hierüber nachdachte, klopfte es leise an der Thür, und eines der jüngeren Dienstmädchen gab Renate ein Zeichen, hinaus zu kommen. „Bitte, Fräulein Renate,“ flüsterte sie,„der Gutsherr ist unten und würde Sie gern sprechen, ehe— ehe die Herren vom Gericht kommen. Und wenn Sie erlauben, kann ich bei Herrn Redburn bleiben; ich habe meinen Vater in seiner Krankheit gepflegt und ich werde sehr besorgt und vorsichtig sein.“ „Ich danke Ihnen, Hannchen,“ antwortete Renate weich, gab dem Mädchen noch einige Anweisungen und ging dann mit schwerem Herzen und mit schwerem, schleppendem Schritt die Treppe hinunter. Hatte Herr Esmond etwas von Meta gehört? fragte sie sich, und ihr Herzschlag belebte sich bei diesem Gedanken, ihre traurigen Augen leuchteten begierig auf, als sie in das Zimmer eintrat, wo der Gutsherr ihrer wartete. (Fortsetzung folgt.) Das Kind der Dußta. Novellette von M. v. Markovics. Es hatte Niemand den Muth gek Man war sich noch nicht recht einig die ganze, bisher noch immer stark lich habe, wenn man auch seit dem let mehr der Ansicht zuneigte, daß sie ordentlich günstig zu werden versprach Auch die Terrainschwierigkeiten fi Es war viel Wasser und viel Si außerdem ein großer Bestand uralt vieler Arbeit und Kosten bedürfen, u erst urbar zu machen. So war es immer gleichmäßig blieben, in Segenhaus einsamer wie Frau Rebekka lehnte sich in de schloß die Augen. Auch ihre gute, alte Reinhardt d hatten sie sie begraben. Durch die tiefe Stille klang gleich Von der Straße war die Klingel an zogen worden. Bob, der große Neufundländer, schlug knurrend an, und wenige Augenblicke später kam Friedrich, der alte Diener, die steinernen Stufen zur Terrasse hinan und meldete, daß eine junge Dame, in tiefer Trauer, Namens Thienemann, die gnädige Frau zu sprechen wünsche. „Anna, Sie!"— Frau Rebekka rief es freudig überrascht in den dämmrigen Garten hinab— und winkte dabei dem Diener ungeduldig, wieder zu gehen. Und nun kam die schlanke, schwarze Gestalt auch schon die Stufen hinauf. Frau Samuelsohn streckte ihr beide Hände entgegen. „Gott segne Sie, Kind, daß Sie sich endlich einmal einer armen, einsamen Frau erbarmen.“ Anna beugte sich auf die Hände der alten Dame, aber Frau Rebekka kam ihr mit einer raschen Bewegung zuvor und küßte sie auf die Stirn.„So mein Kind, und nun legen Sie ab und trinken Sie eine Tasse In einer Frühlingsnacht, unter dem klaren, mit Milliarden flimmernder Sterne besäeten Himmel Ungarns schlug er seine schwarzen Aeuglein zum ersten Male auf; dann strich der warme Nachtwind über ihn hinweg und seine kleine Nase kam in sehr unfreiwillige Berührung mit einer blauen Glockenblume, die über und neben ihm sich im Frühthau schüttelte. Man hatte ihn ganz einfach ohne alle Hüllen und nicht gar sanft ins Gras gelegt. Man macht mit dem jungen Nachwuchs seines Stammes nicht viel Federlesens. Das mochte er einsehen, denn nach dem ersten tüchtigen Schrei, mit dem er die Welt begrüßte, verhielt er sich mäuschenstill, strampelte nur einmal mit dem linken und dann mit dem rechten Beinchen, endlich mit beiden und schaute dann mit seinen schwarzen glänzenden Perlen hinauf zum Firmament, als sei er berufen, in der ersten Stunde seines jungen Daseins Astronomie zu treiben. Und doch geschah in seiner Nähe etwas, das ihn sehr traurig gemacht hätte, würde er eine Ahnung gehabt haben, was er in diesem Momente verlor— etwas, das eine Seltenheit bei seinem Stamm genannt werden kann; das junge Weib, das ihn geboren, schloß seine sammetweichen Augen, doch nicht vom Schlummergott geküßt, sondern von der unbarmherzigen Todessense gefällt. Dann steckte man ihn in den kalten Bach neben der Föhre und gab auf sein klägliches Protestiren dabei so wenig Obacht, wie auf das Meckern der Ziege, die ihm seine erste Nahrung reichte. Ein zottiger Hund und zwei ebenso zottige Kinderköpfe beugten sich neugierig über ihn, endlich auch ein braunes, in Thränen gebadetes Männerantlitz; dann hob ihn ein Mann empor und reckte und dehnte seine kleinen Arme und Beine, um zu konstatiren, daß Alles intakt sei— aber das ging wieder nicht ganz sanft und für ihn schmerzlos vorüber. Indeß, er begann zu begreifen, daß es auf dieser besten aller Welten mit dem Heulen allein nicht abgethan sei. Er schlief ein— unter der blauen Glockenblume, die schon den Morgen einläutete— ohne alle Hüllen, so nackt, wie ihn der Herrgott zur Welt kommen ließ. Und so gut hatte er es fortan immer. Brannte des Tages Sonnengluth auf das niedrige Gras der Pußta, dann lag er, die kleinen Fäuste dicht an der Nase geballt hinter dem über eine Stange gespannten Fetzen, der ehemals sich rühmen konnte, ein Kaffeesack gewesen zu sein, oder er gab es nobler und wälzte seinen kleinen Körper in dem zwei(Nachdruck verboten.) rädrigen großen Karren, der ihm, seinen beiden Geschwistern, dem Vater und Großvater, oft auch dem Onkel, der sich bisweilen bei ihm einfand, als Salon und Schlafzimmer gleichzeitig diente. Auch seinen Aufenthaltsort wechselte er oft. Er band sich und die Seinen nicht an die Scholle. Heute im geheimnißvollen Tannendüster, morgen an einer blinkenden Quelle, Tags darauf in einem verlassenen Ziegelofen— er schlief überall gleich gut, und die Ziege, die seine Amme geworden, trottete hinter dem Karren einher. Auch für sie fand sich überall Futter. Am Sonntag, da nahm ihn Peti Dudas, sein Vater, auf die Knie, und später, als er zu laufen begann, zwischen dieselben und behandelte ihn, wie man einen zu scheerenden Pudel behandelt. Geschoren wurde er nicht, dafür mit einer dicken Speckschwarte eingerieben, daß sein braunes Körperchen glänzte, wie das eines Singhalesenkindes. Auch der Kamm fuhr unbarmherzig durch seine widerspenstigen Locken, die ihre natürlichen Formen sofort wieder annahmen. Wirklich— wäre es alle Tage Sonntag gewesen, es hätte sich nicht zu leben verlohnt! Jerolat, sein neunjähriger Bruder, und Cardovilla, sein Schwesterchen, das erst fünf Jahre zählte, beschäftigten sich wohl mit ihm, brachten ihm große blinkende Kiesel aus dem Fluß oder einen rothen Lappen, den die Kleinen hinter irgend einem Zaune entdeckt, oft auch einen jungen, lebendigen Hasen, den der Vater in der Ackerfurche gefangen, eigentlich liefen sie aber viel lieber mit ihren nackten Füßen über die Pußta und haschten nach den blauen Faltern und goldgetupften Käfern, die sich zu Tausenden bei den würzigen Veilchen und dem duftigen wilden Rosmarin Rendezvous gaben. So war er viel sich selbst überlassen. Was Wunder, wenn er früher zu denken begann, als sonst Jünglinge seines Alters beginnen. Vor Allem schien es ihm am wichtigsten, zu ergründen, wie er eigentlich heiße. So viel er sich zu erinnern mochte, wurde er bis zu seinem ersten Lebensjahre einige zwanzigmal getauft. Die braunen Söhne Aegyptens pflegen auf ihren Irrfahrten die kleinsten Sprößlinge als Lockvögel für fromme und mildthätige Seelen in die Dörfer zu tragen. Das Kind im Arme schleicht sich die Zigeunerin hinter den Zaun v.n wilden Rosen und macht die Bäuerin, die im Hofe hantirt, auf die Gefahr aufmerksam, die dem Kinde drohe, das noch Heide sei. Die bilderreiche Sprache der Zigeuner kommt ihr bei der Ueberrumpelung der momentanen Auserwählten zu Hilfe. Nach Leben— ein Beamter—“ Frau Samuelsohn nickte zustimmend. „Meine Mutter besitzt nichts mehr als ihre bescheidene Wittwenpension— mein Bruder steht kurz vor dem Referendar— ich muß für Beide mit verdienen— und ich thue es gern— sehr gern“— fügte Anna Thienemann hastig hinzu.„Da bin ich nun gekommen, Sie um Rath zu fragen, verehrte Frau— nurum Rath. Nicht wahr, Sieverstehen mich doch?“ „Voll und ganz, mein gutes Kind!“ „Ich hätte mich natürlich sosort wieder bei Fräulein Reinhardt gemeldet, wenn die gute, alte Seele noch am Leben wäre.— Wie ich höre, ist das Geschäft eingegangen!“ „Schon bald nach Pfingsten haben wir den kleinen Laden zugemacht. Die gewissenhafte Alte quälte sich nur damit. Sie wissen, sie hat, außer zu Ihnen, zu keinem Menschen jemals Vertrauen gehabt.— Und von Ihnen war nichts zu hören und zu sehen.“ etwas gefunden haben. Meine Fähigkeiten gehen leider über die Handgeschicklichkeit nicht hinaus.— Am liebsten würde ich Berlin verlassen— aber meine Mutter will davon nichts wissen.“ Frau Samuelsohn dachte einen Augenblick nach. Dann sagte sie rasch: „Ich könnte Ihnen einen Vorschlag machen. Wenn Sie es hier draußen in der Einsamkeit mit einer alten Frau aushalten könnten und wollten: Meine Gesellschafterin, Fräulein Gerhard, verläßt mich am 1. Oktober, also in sechs Wochen etwa. Ich würde Sie dann bitten, sogleich zu mir zu kommen. Bis dahin haben Sie Zeit genug, Ihren Haushalt aufzulösen, respektive zu verkleinern.“ „Das ist zum größten Theil bereits geschehen. Meine Mutter und ich hausen schon seit dem 1. Juli in zwei Zimmern. Das übrige ist alles vermiethet Zum Oktober ist unse * B r ü h l, 3 0. A u g. B l i t z s c h l a g. N a c h t s z ü n d e t e der Blitz in der hiesigen Zuckerfabrik. Durch das sofortige Lingreifen der Feuerwehr wurde sie vor größerem Schaden bewahrt. * K a s s e l, 3 0. A u g. E n t g l e i s u n g. Z w i s c h e n Melsungen und Guxhagen entgleiste heute die Lokomotive des nachmittags 1 Uhr 35 Min. hier fälligen thüringischen Schnellzüges und verursachte eine mehrstündige Betriebsstörung. Der Materialschaden ist bedeutend; verletzt wurde niemand. * H a r b u r g, 3 0. A u g. F a b r i k b r a n d. G e s t e r n war in der Palmkernölfabrik in dem zur Fettsäureabend 121 f. eine Frau. Es ist kein Scherz: ich setze ernstlich mein Vertrauen in den Zufall. Wer immer diesen Brief finden möge, er sei gebeten, mir gütigst einige Zeilen zu schreiben unter „Zufall und Liebe“ postlagernd Netzschkau." Ob sich die Liebe inzwischen„postlagernd“ eingefunden haben mag, darüber verlautet nichts. Eine komische Geldgeschichte wird aus Petersburg berichtet: Vor einiger Zeit langte ein Gutsbesitzer in der russischen Hauptstadt an und nahm in einem der ersten Hotels Wohnung. Da er eine größere Summe Geldes bei sich trug, wurde er bei Nacht ängstlich und versteckte das Geld nach der Sitte ihres Volkes spricht sie Jeden, selbst den Kaiser, mit„Du“ an, und das Schmeicheln und Demüthigen versteht sie aus dem Fundamente.„Sieh, schöne Frau mit dem goldenen Herzen, meinen kleinen Liebling! Seine Augen sind glänzende Sterne, sein Haar hat die Farbe der Nacht, und wie süß ist sein Kuß! Aber der Böse lauert hinter ihm, um ihn in seine Krallen zu bekommen, darum erbarme Dich seiner. Lasse ihn auf Deinen Armen ruhen, gieb ihn dem Himmel, damit er einst Dich und die Heiligen preise!“. In seltenen Fällen wird die Bitte abgeschlagen. Die fromme Seele geht mit dem Zigeunerweibe zum Küster. In der schnell geöffneten Kirche— des Pfarrherrn bedarf man hierzu nicht— schüttet man dem Täufling etwas Weihwasser auf sein oftmals ungewaschnes Köpfchen, und die Pathin giebt dem braunen nunmehrigen Christenkinde seinen Namen. Daheim erhält die Zigeunerin— auch die Herren Väter unterziehen sich, obwohl nicht gern, diesem Geschäft— von der Bäuerin etwas Leinwand zu Hemdchen, ein großes Brod und einen spiegelblanken Silbergulden. Die Leinwand— wozu bedarf der freie Zigeuner eines Hemdchens?— wird sofort beim Krämer verschachert, aber Brod und Silbergulden sind nützlich. In der nächsten Ortschaft wird das kleine Lustspiel wiederholt, und so kommt es vor, daß ein und dasselbe Würmchen seine zwanzig Taufen erhält, ohne— einen Namen zu haben. Auch der, von dem ich diese Geschichte erzähle, hieß bei den Seinen nur„das Kind“, und diesen Titel führte er so lange, bis er sich selbst einen Namen gab. Und das kam so. Er hatte es bis zu anderthalb Jahren gebracht. Er rutschte nicht mehr über den holprigen Erdboden, um sich vorwärts zu bewegen, sondern stemmte seine kleinen braunen Füße, die Disteln und Steine zu treten gewohnt waren, fest auf; er war auch sonst ein kluges Bürschchen, das Alles hörte, Alles verstand und mit den drolligsten Gesten begleitete. Nur mit dem Sprechen wollte es nicht gehen. Der kleine Mund mit den rubinrothen Lippen und den schneeweißen zehn bis zwölf Perlzähnen öffnete sich und zeigte das heftigste Bestreben zu plaudern, viel zu plaudern— es wollte nicht gehen. Aber es wurde, wie durch ein Wunder, auf einmal. Stefani=Tag war’s. Spötter behaupten, das sei der einzige Tag, an dem sich der echte Zigeuner wasche, öfter sei Luxus. Thatsache ist, daß sich Männer und Weiber an dem Tage am festlichsten schmücken. Auch Péti Dudas, des Kleinen Vater, that das. Er hatte die Lumpen, in die er sich sonst— der Bequemlichlichkeit und des Bettelns wegen — hüllte, im Karren verborgen, seine langen, lockigen Haare, die über die Schultern fielen, mit Oel gesalbt,— trug die ungarischen Schnürhosen und eine Art Dolman, an dem sich zwölf schwere silberne Knöpfe in der Größe eines Hühnereis im hellen Sonnenschein schaukelten. Cardovilla schleppte den Kleinen aus einer Wasserpfütze herbei, in der er sich seelenvergnügt sammt seinem besten Freunde Czipra, dem zottigen, alten Hunde, gebadet. Die Schwester zeigte auf die blinkenden Silberknöpfe an der Jacke des Vaters und fragte den Kleinen:„Nicht wahr? — cze— Cze——““ Das ist im Ungarischen:„wie schön, wie reizend.“— Er griff mit beiden Händchen nach den verlockenden Dingern, nickte verständnißinnig und sagte laut und vernehmlich:„Ah— C2e— Cze—!“ Und all seine kleinen Wünsche, seine Meinungen, seine Freude und seinen Zorn drückte er nun eine Weile in diesem einzigen Worte aus; ohne Zweifel kein reichhaltiges Repertoire, aber es genügte ihm vollkommen. Kam es doch darauf an, wie er es sagte. Sie verstanden ihn auch Alle: der Vater, wenn er die rußgeschwärzten kupfernen Kessel flickte und sein Jüngster gleichzeitig mit ihm auf das Objekt zu hämmern wünschte; der Großvater, der, obwohl alt und gebrechlich, seinen Liebling durch alle Bäche und Tümpel tragen mußte, weil der Junge das Wasser liebte; Jerolat, von dem er die unreifsten gestohlenen Aepfel begehrte und Cardovilla, die ihm den Mehlbrei nicht schnell genug reichte. Sie Alle wußten, was bei ihm„cze— czé“ bedeutete. Endlich nannten sie ihn alle so, selbst dann, als sein Plappermäulchen schon wie ein Mühlrad ging. Cze-cze wurde ein bildhübscher Junge, den seine Genossen— Péti Dudas hatte nach des Alten Tode sich mit Stammesbrüdern zusammengethan— in die Ortschaften betteln schickten, wenn es am Nöthigsten fehlte. Auf den Jahrmärkten, wo sein Vater stets einen Tauschhandel mit Pferden betrieb, tanzten er und Cardovilla zum Tambourin, und mancher blinkende Gulden fiel in das zerfetzte Hütchen, wenn er ging, seinen Lohn einzusammeln. Auch in der Kunst, Purzelbäume zu schlagen, auf den Händen zu gehen und hinter einem dahinrollenden Wagen bettelnd und tanzend mitzulaufen, machte es ihm keiner der Jungen nach— und doch gab es mehr als ein Dutzend bei der Bande. Bei all' diesen Beschäftigungen ward er zwölf Jahre alt. Da trat eine seltsame Gemüthsstimmung bei ihm ein. Er wurde träumerisch, verdrossen, endlich schweigsam, und nur die in stillen Sommernächten singende Fidel seines Vaters, der noch immer um sein heißgeliebtes todtes Weib klagte, brachte ihm die alte Lebendigkeit zurück. Cze=czé liebte die Freiheit, liebte die Pußta. Wenn die ersten Sonnenfäden sie küßten und Millionen Thautröpfchen auf Blumenkelchen und Schachtelhalmen aufblitzten, wie eben so viele Diamanten, dann gehörte sie ihm, die große, grüne Pußta, und er konnte aufjauchzen vor Lust. Und Abends, dann hüllte sie sich in weiße Nebelschleier, und seine kindliche Phantasie bevölkerte sie mit jenen Wichtelmännchen, von denen ihm oft die Ahne erzählt. Und kam die Nacht, da sie der Mond mit seinem silbernen Lichte übergoß, dann gehörte sie wieder ihm, die geliebte Pußta, auf der er geboren, die seine Heimath war. Selbst dann, wenn das weiße Schneetuch sie deckte, liebte er sie. Dennoch war sein Herz von einer unbestimmten Sehnsucht erfüllt. Einmal im Winter war er in das Schloß eines Magnaten gekommen, um wie gewöhnlich zu betteln. Ihm selbst gefiel das Gewerbe nicht recht, auch war es just nicht der Hunger, der ihn in das Gutshaus getrieben. Weder im Parkwege, der stark verschneit war, noch in der Vorhalle stieß er auf ein lebendes Wesen, nur oben im ersten Stockwerke that sich eine Thür auf und ein goldlockig Köpfchen schaute über das reich verzierte Geländer.„Ach— ein kleiner Zigeuner,“ sagte eine liebliche Stimme, und gleich darauf hüpfte ein achtjähriges Mädchen über die breiten, mit weichen Teppichen belegten Stufen herab. Ihm erschien das zarte, engelhafte Geschöpfchen wie einer jener Engel, die er oft in den Dorfkirchen abgebildet gesehen.„Komm, wir wollen in meinem Zimmer spielen, oder Du erzählst mir schöne Geschichten. Du kannst doch Geschichten erzählen?“ Noch ehe Cze=czé zu antworten vermochte, hatte sie seine braune Hand ergriffen und zog ihn über den Korridor in ein blau ausgeschlagenes Zimmer, das ihm erschien wie ein Feenparadies. Nun ja— dies reizende Wesen mußte ja im Feenschlosse wohnen. Er sah sie unaufhörlich an und verglich sie mit Cardovilla und den anderen Mädchen seines Stammes. Nein— solche Vergißmeinnicht=Augen hatte keine, keine solche Goldhaare. Nur ein einzigmal hätte er sie angreifen und streicheln mögen. Während dessen saß Herma— so hatte sie sich ihm genannt— und stellte tausend Fragen an ihn, sie lachte und plauderte und erzählte dann unter Thränen, wie sie vor zwei Jahren einen Bruder verloren, der ihm sehr ähnlich gewesen. Noch hatte er nicht zehn Worte gesprochen, als das Rauschen eines Seidenkleides ihn aus seinem Entzücken riß. Eine hohe schöne Frau stand plötzlich vor den Kindern.„Wen hast Du da bei Dir, mein Liebling?" Jetzt wendete Cze=czé ihr sein Antlitz zu.„Ernö!“ Die Dame erbleichte und sank in den nächsten Sessel. Dann aber rief sie ihn zu sich und forschte nach den Seinen. Sie küßte ihm Augen und Mund, und heiße Thränen rollten von ihren blassen Wangen. Herma ließ ihn nicht fort. So war er zwei Tage geblieben. Allein er mußte weiter. Der Vater erwartete ihn und er nahm das Gehorchen genau. Seit dem Tage verfolgte ihn im Wachen und Träumen die Erinnerung an das liebliche Wesen, das mit ihm gesprochen, als sei er ihresgleichen. War er es doch gewöhnt, daß die Bauernjungen mit Steinen nach ihm warfen oder die Hunde auf ihn hetzten. Sie hatte ihm ihr zartes, rosiges Händchen gereicht und ihn zum Abschied geküßt, wie die Frau, die ihre Mutter und sogar eine Gräfin war. Dort hat er sich als Mensch unter Menschen gefühlt und zum ersten Male in einem weichen Daunenbette gelegen. Freilich— geduldet hat es ihn nicht darin, so wählte er sein Lager auf dem Teppich des glänzend lackirten Fußbodens. Nun lag er meist träumend im Grase und vergaß das Tanzen zur Fidel und Tambourin, auch das Betteln. Da gab es manch tüchtige Tracht Prügel vom Vater. Er lud sie geduldig auf— nicht ein Laut kam über seine Lippen— aber er lachte auch nicht mehr. Eines Morgens vermißten sie ihn und all ihr Suchen in der Umgegend blieb ohne Erfolg. Er war verschwunden.... Aber in einer schwülen Sommernacht, da passirte der Trupp Zigeuner ein dunkles Gehölz, über dem die Gewitterwolken zum Greifen tief hingen. Dondola, der Aelteste der Männer, der voran ging, hörte am Wege seufzen. Vorsichtig umherspähend, entdeckte er in blumenüberwuchertem Graben ein menschliches Wesen. Die Nacht war finster, aber Stahl und Stein schnell zur Hand— der Kienspan beleuchtete das Gesicht Cze=czés. Im Augenblick waren alle um ihn versammelt, Er war bewußtlos, und es kostete Mühe, ihn ins Leben zurückzurufen. Seine schlanke Gestalt steckte in feinen Kleidern— der Zigeuner nennt das„sich herrisch kleiden“— aber das Gesicht war todtenblaß, abgezehrt, und die großen Augen brannten in irrer Gluth. Cardovilla, die kürzlich einem ihrer Standesgenossen angetraut war, hielt sein Haupt in ihrem Schoße und versuchte, ihm stärkenden Branntwein einzuflößen. „Cze-czé— Liebling— wo warst Du so lange? Es sind fast zwei Jahre, daß Du uns verließest—“ flüsterte sie leise. Er schlug beide Hände vor das Antlitz und weinte bitterlich.„Sie haben sie hinausgetragen und unter den kalten schweren Marmorstein gelegt. Alle Blumen, die ich über sie streute, sind schon welk und verdorrt— ich aber kann sie nicht vergessen— und seit ihrem Tode schmerzt es da— da— Tag und Nacht—“ er deutete nach dem Herzen—„ich hatte Herma so lieb und sehnte mich doch nach Euch, nach der Pußta,nach Freiheit—“: Hülfsbahnwärter Wilhelm Läge, Schlosser Richard Türschmann, Arbeiter August Grotemeier. Eine Tochter: dem Tischler Louis Koch, Handarbeiter Heinrich Heidemeyer, Kaufmann Ernst Muermann, Zimmermann Wilhelm Luig, Cigarrenhändler August König, Tischler Culemann. Aufgeboten: Holzbildhauer Carl Schürmann und Schneiderin Johanne Gößling, Dr. med. Eduard Groos und Agnes Lühl, Zeichner Max Schünhoff und Emma Meier, Konditor Joseph Grützner und Fabrikarbeiterin Bertha Biermann, Musiker Friedrich Wohlberedt und Näherin Louise Tilker und Johanne Holtmann, in und Selma Raphaelson, Müller Dienstmagd Luise Vogt, Kaufmann se Henke. riedrich Oberhokamp 4 Monate, Ar63 Jahre, Julius Stuke 4 M. alt in der Revaktion. z. Auf den Verlauf der dortigen n wir morgen zurück. südwestlichen Winden und geringer zeitweise aufklärend. Telephonische Meldungen. Königs von Italien. Gegen 9 Uhr vormittags trafen von Italien vom Neuen Palais, der Kaiserin verabschiedet hatte, auf Abschied zwischen den Majestäten es Königs von Italien hatte der se des Bahnhofsgebäudes eine Bezkanzler Grafen v. Bülow und beist in der Garnisonkirche zu Potsdam. Aug. Der König von Italien ist men und unter dem Jubel der ige gefahren, woselbst er die Parade iment, dessen Chef der König ist, derselbe an einem Mahl im Kreise Dewet 1000 der Burenführer. Die Burengenerale Botha, vormittag hier eingetroffen. n Kriegsgefangenen. ot. Gestern abend fuhren stadt ab. nglücksfall. Nach einer Meldung aus Schloß roßherzog von Luxemburg gestern n der Jagd das rechte Schienbein irdbeben. Brixlegg in Tirol wurden erspürt. Nuch ale(Schwindsucht), Bleicht. Hauttuberculose bte), offene Beinschäden, vure, Hautkrankheiten genäckigsten, langwierigsten daran leiden, machen wir an dieser besonders auf den unserer heutigen en Prospekt der Privat-Klinik g,Herisau(Schweiz), aufmerksam. altete Fälle wurden, wie der ig geyeilt. Man wende sich zuich an die Privat-Klinik g, Herisau(Schweiz). Briefe 20 Pfennig Porto. edatreur: Paul Sattler verantwortlich: Georg Christian Quentin, in Herford. Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) durch den ihren und schritt durch Thür mit ihr in's Haus. imer an der Rückseite des Hauses ch zubereitet da. Eine große mit ingene Lampe verbreitete ein mildes iswartenden Dieners wurde durch urch das Zimmer lief, bis zur Unkenster standen weit geöffnet. Sie ein Stück Wiese fort auf die dunkle Jungfernhaide. Leuchtend darüber cheibe. Auf der Wiese unter den e das Nachtgethier. Sonst Stille Zum ersten Mal kam eine Ahnung Herz der gequälten Frau. zno selpstverständlich vollkommen freie Station. Nun, genügt Ihnen das, mein Kind? Anna beugte sich wortlos über die Hand der alten Dame: „Do es mir genügt? Es ist mehr, als ich zu hoffen wagte!“ „Und nun hören Sie weiter, mein liebes Kind, wir find noch nicht zu Ende. Sie werden von Ihrem Gehalt die am Ende doch nicht genügend unterstützen können, so Ihnen auch erscheint; selbst dann nicht, wenn Sie, wovon ich überzeugt bin, für Ihre eigene Person wenig genug davon verwenden werden— solch ein junger Referendar“— Reserveleutnaut in spe— fügte Anna seufzend hinzu. „Nun dann erst rea— muß doch schließlich, auch wenn er sich noch so sehr einschränkt, einigermaaßen standesgemäß lehen, und wenn auch die Pension Ihrer Mutter noch da ist—“ „Ja, ja, Sie haben Recht, verehrte Frau!“ (Sie brauchen deshalb den Kopf nicht hängen zu lassen. Wir werden uns ehen noch audere Arbeit suchen.“ verdienen, sobald er sein Examen hinter sich hat. IIch habe manchen jungen Referendar gekannt, der sich durch Repetieren mit Kollegen einen annehmbaren Zuschuß verdient hat. So, uno nun habe ich gesagt, was ich sagen wollte. Lange genug habe ich Ihnen gepredigt. Thun Sie mir den einzigen Gefallen, liebste Anna, und danken Sie mir nicht. Ich bin es, die zu danken haben wird, wenn Sie mir Ihre liebe Gesellscha schenken wollen. Geben Sie mir nur die Hand und versprechen Sie mir, daß Sie es auf diese vorgeschriebene Bahn hin suchen wollen, und unser Konrrar. 9/1, Ap-zuugg Hand fest in den ihren.„Und nun kommen Sie, wir wollen einen kleinen ebend, ur uns Mrie 10d Bicd den P)gziu ühe ate 8e on. pannen. Wohnen Sie noch immer da ganz draußen im Westen?—„Ja.“—„So sind Sie vor zehn bequem zu Haus und Ihre Frau Mutter braucht sich nicht zu änastigen.“ Kapitel. den. In Frau Samuelsohns benmerchen saß die alte Dame mit hen Geschäfte in eifrigem Gespräch. „Also, mein lieber Herr Justizrath, vielen Dank für alle Ihre Bemühungen—: Sie machte eine kleine Pause.„Und nun noch eines für heute: es ist mein Wunsch, Segenhaus mit all seiner beweglichen Habe und eine Summe von 1000 Mark jährlich zur Erhaltung des Anwesens Frau Anna zu vermachen. Stirbt sie ohne Leibeserben, soll Segenhaus nach iyrem Tode der Stadt Charlottenburg zum Zweck einer Kinderbewahranstalt zufallen. Würden Sie die Güte haben, mir den dazu nothwendigen, notariellen Akt aufsetzen?“ Fortsetzung folgt. estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. überreichte Frl. Meyer ein von denselben gestiftetes prächtiges Fahnenband und sprach dabei folgenden Prolog: Zum Sinnbild alter deutscher Treue, Zum Banner, das zu aller Zeit Dem Manne hohen Mut verleihe, Bist deutsche Fahne du geweiht. Bei deinen Farben heilig gilts zu schwören, Das Herz, es soll dem Vaterland gehören. Und nun laßt hell die Lieder klingen Aus hoher tiefer deutscher Brust, Laßt in das Herz begeisternd dringen Des Festes reiche reinste Lust. Und an der Freude Strahl mit Erblühe schöne deutsche Treu u Das neue herrliche Vereinsbanner, de erfolgte, ward nun durch das Bai Hierauf dankte Herr Lücking im Nam schöne Spende sowie Herrn Professor Verein gewidmeten Worte; er schloß Vaterland. Bevor der feierliche Akt Festredner noch weitere packende Wor Vereins und brachte alsdann ein Ho Die Vereine traten hierauf ab und großen Saale, wo zunächst die Dünge wähltes Programm unter vielem Be zur Abwicklung brachte. Gegen 8½ eingeleitet durch die Polonaise, an we beteiligten. Echt kameradschaftlicher diesen Festlichkeiten gewöhnt sind, wal Veranstaltung und so hat sich dieselbpatriotischen Feierlichkeiten aufs würd Der Christlich=Vaterländise erte gestern nachmittag sein diesjährig rant Brinkmann. Des ungünstigen A Feier nicht wie geplant im Garten sta Mitglieder und Gäste mußten sich vie geben, welcher bald vollständig gefüllt aus gemeinsamen Gesängen, Vorträgen des gemischten Chors und aus der und zu patriotischer Begeisterung hi Herrn Lehrer Wehmeyer. Kurz nach Festversammlung zum gemeinschaftlich Fahne vorauf, ging's unter klingend lokale, dem Evangelischen Vereinshaus Sedanfeier durch einen Ausflug turm auf dem Vierenberge. Es Kleinbahn von Bergerthor früh 7,43 findet 12,10 Uhr von Salzuflen aus der Eltern und Angehörigen der Schi * Zum Besuch des Kr. kurzem durch die Presse gegangene N prinz an den Manövern des 7. Armee beruht auf falscher Kombination. Tha des Kronprinzen auf Haus Bruche be nommen ist, aber nicht der Manöver Anlaß der Enthüllung des Denkmals hier in Herford, %∆ Ueber die Feier der Eit Petri=Kirche am Mittwoch, 3. Se) dote noch bas Folgende mit: Morgen Glocken der drei anderen Stadtkirche Jakobi) das Fest einläuten, nachdem aunenchor des Altstädter Jünglingsv jeuen Petrikirche herab Choräle ge chiedsfeier in der alten Kirche(9½ adenen Gäste, durch die nördliche S der Nähe des Altares auf: der übrig neinde frei.— Nach Schluß dieser bemeinde hinaus, worauf dann der seginnt,— voran die Konfirmanden iesen das Presayierium mit den eräten, der Pfarrer der Gemeinde 1# hauleitung, die Vertreter der Behö Sumpfla Roman von Dora 2 (33. Fortsetzung.)— Es hatte Niemano den Muth geh Nan war sich noch nicht recht einig ie ganze, bisher noch immer stark ich habe, wenn man auch seit dem letz nehr der Ansicht zuneigte, daß sie rdentlich günstig zu werden versprach. Auch die Terrainschwierigkeiten fü Es war viel Wasser und viel Su ußerdem ein großer Bestand uralt ieler Arbeit und Kosten bedürfen, ur rst urbar zu machen. So war es immer gleichmäßig ei lieben, in Segenhaus einsamer wie Frau Rebekka lehnte sich in de hloß die Augen. Auch ihre gute, alte Reinhardt de atten sie sie begraben. Durch die tiefe Stille klang gleich son der Straße war die Klingel an dem hohen gen worden. Bob, der große Neufundländer, schlug knurrend n, und wenige Augenblicke später kam Friedrich, der alte siener, die steinernen Stufen zur Terrasse hinan und meldete, iß eine junge Dame, in tiefer Trauer, Namens Thienemann, e gnädige Frau zu sprechen wünsche. „Anna, Sie!"— Frau Rebekka rief es freudig überischt in den dämmrigen Garten hinab— und winkte dabei im Diener ungeduldig, wieder zu gehen. Und nun kam die schlanke, schwarze Gestalt auch schon die tufen hinauf. Frau Samuelsohn streckte ihr beide Hände entgegen. „Gott segne Sie, Kind, daß Sie sich endlich einmal einer men, einsamen Frau erbarmen.“ Anna beugte sich auf die Hände er alten Dame, aber Frau Rebekka kam ihr mit einer raschen ewegung zuvor und küßte sie auf die Stirn.„So mein ind, und nun legen Sie ab und trinken Sie eine Tasse Synode, die Ehrengäste, die Repräsentation der Gemeinde und die Gemeinde, welche sich dem aus der Kirche tretenden Zuge anschließt.— Die Kollekte nach dem Einweihungsgottesdienst ist für eine arme kirchbauende Diaspora=Gemeinde bestimmt.— Gott segne das Fest! *+ Petri=Gemeinde. Mit Einweihung der neuen Kirche scheidet der bisherige Küster, Herr Wilhelm aus seinem Amte und tritt, da er bereits das hohe Alter von 87 Jahren erreicht hat, in den wohlverdienten Ruhestand. Daher wurde ihm nach dem gestrigen Gottesdienste in Gegenwart des Presbyteriums durch den Pfarrer der Gemeinde in feierlicher Weise eine Urkunde eingebändiat. in der seiner treuen „Und vergaßest doch Alles so schnell!“— grollte Péti Dudas, sein Vater. Cze-czé haschte nach der Hand desselben und küßte sie. Sein Athem ging kurz und pfeifend.„Vergib— ich suchte das Glück in einem glänzenden Schlosse. Bald aber sah ich's ein, die armen reichen Menschen sind weit elender daran, als der ärmste Zigeuner; sie führen ein verkrüppeltes Dasein. Und wenn der Tod sie in all' ihrem Prunke auf ihr seidenes Lager wirft, dann sterben sie schwerer, als der braune Sohn der Pußta. Ach— Herma ist schwer, so schwer in meinen Armen gestorben! Dann ließ ich Alles zurück und suchte Euch Tage und Wochen und fand Eure Spur nicht. Nun aber bleibe ich bei Euch, immer— ewig bei Euch und— ich höre die Fiedel des Vaters und das Tambourin Cardovillas— das Flüstern und Rauschen in Baum und Strauch, wenn der Südwind über die Pußta fliegt———“ Er schloß die Augen und streckte sich. Ein greller Blitz, dann ein fürchterlicher Donner, der alle Elemente zu entfesseln schien. Das Gewitter brach los. Sie hockten Eins an das Andere gedrückt, im strömenden Regen beisammen. Als sich dann die Wogen der aufgeregten Natur geglättet, da gruben sie ihm unter einer einsamen Eiche ein Grab. Sie legten ihn mit dem Gesicht nach Osten, damit er die Sonne des jüngsten Tages der Auferstehung begrüßen könne— Péti Dudas gab ihm sein Lieblingsmesser, die Schwester ihre rothe Perlenkette, Jerolat ein Geldstück und all' seine Stammesbrüder kleine Andenken mit in die Grube. Dann spielte ihm der Vater das Abschiedslied der Zigeuner. Hätte er das nur hören können, er würde seine Freude darüber gehabt haben. Als die Bande davonzog beim Morgengrauen, kehrte Cardovilla nochmals zum Grab des Bruders zurück. Ihr junger Gatte mußte sie fortholen. Einen Monat später war Cze=czés letzte Ruhestätte mit blauen Glockenblumen überwuchert. Frei— auf der Pußta geboren, muß er auch den letzten Schlaf unter ihrem grünen Rasen thun. So gebührt sich's für den Zigeuner. Doesie-Album. Ein Brief. Ein Mägdlein schrieb:„Mein süßer Schatz, Ich grüß' Dich tausendmal, Und preis' den Sommer, der Dich bringt Zurück in unser Thal. Und sind wir noch so weit getrennt, Die Liebe uns stets bleibt— Ich sende Dir— ich sende Dir— Etwas—„das man nicht schreibt“. Ach, weißt Du noch, als wandernd Du In unser Städtchen kamst,— Und kennst Du, Schatz, die Linde noch, Bei der Du Abschied nahmst? Und sprachst zu mir:„Bin ich auch fern, Mein Herz stets treu Dir bleibt“— Da gabst Du mir— da gabst Du mir— Etwas—„das man nicht schreibt“. Doch nun, ade mein trauter Schatz, Nicht wahr, Du kommst recht bald? Es summt schon leis’ im Lindenbaum, Es grüßt Dich unser Wald. Und da zum Schluß noch am Papier, Ein Plätzchen übrig bleibt— So send' ich Dir— viel tausendmal— Etwas—„das man nicht schreibt“. Erika Maler. Leben— ein Beamter—“ Frau Samuelsohn nickte zustimmend. „Meine Mutter besitzt nichts mehr als ihre bescheidene Wittwenpension— mein Bruder steht kurz vor dem Referendar— ich muß für Beide mit verdienen— und ich thue es gern— sehr gern“— fügte Anna Thienemann hastig hinzu.„Da bin ich nun gekommen, Sie um Rath zu fragen, verehrte Frau— nur um Rath. Nicht wahr, Sieverstehen mich doch?“ „Voll und ganz, mein gutes Kind!“ „Ich hätte mich natürlich sosort wieder bei Fräulein Reinhardt gemeldet, wenn die gute, alte Seele noch am Leben wäre.— Wie ich höre, ist das Geschäft eingegangen!“ „Schon bald nach Pfingsten haben wir den kleinen Laden zugemacht. Die gewissenhafte Alte quälte sich nur damit. Sie wissen, sie hat, außer zu Ihnen, zu keinem Menschen jemals Vertrauen gehabt.— Und von Ihnen war nichts zu hören und zu sehen.“ Empfang seines Lohnes nach Dortmund abzureisen, wurd jedoch von seinen Gläubigern, die von der Flucht Wind be# kommen hatten, am Bahnhof erwartet und den Polizeibeamte zur Verhaftung übergeben. . Diebstahl. Einem Taxameterdroschkenkutscher, de am Sonnabend abend von drei Fahrgästen zu einem Glas Bier eingeladen worden war, und der während der kurze Zeit sein Fuhrwerk ohne Aussicht ließ, wurde eine Wagendeck im Werte von 10 Mk. gestohlen. * In den Markthallen stellten sich heute die Preist der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweine fleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfeh der Eing bewi Mel nach zuge Ma aber ew Alters Crost. Wir haben als Kinder geweint und gelacht, Und beides wohl arg übertrieben. Den Alten ist weiseres Maaß erdacht: Das Weinen hat man uns schwer gemacht, Doch das Lachen— Gottlob!— ist geblieben. Schmeichelhaft. Geck:„Ich werde nur dann heirathen, wenn ich ein Mädchen finde, das mein direktes Gegentheil ist.— Junge Dame:„Aber, ich bitte Sie, es giebt doch so viele nette und kluge Damen in unserer Stadt.“ Höchste Undankbarkeit. Rechtsanwalt(der im Walde von einem früheren Clienten angefallen wird):„Wie, mich— der ich Ihre Freisprechung erwirkt habe— wollen Sie berauben?“— Strolch:„Na, eine Strafe müssen Sie doch für Ihr Lügen bei meiner Vertheidigung haben!“ Alles umsonst. Gatte:„Hast Du schon gehört, was unserem Freunde Lehmann neulich passirt ist?"— Gattin:„Nein, was ist ihm denn passirt?“— Gatte:„Als er Abends nach Hause ging, wurde er von einem Strolch überfallen, der auf ihn schoß; aber die Kugel prallte an dem Hausschlüssel ab, den Lehmann in der Westentasche trug, und so wurde ihm das Leben gerettet. Da siehst Du wieder, wozu ein Hausschlüssel manchmal gut ist."— Gattin:„Ach, das ist ja alles Unsinn, wäre er einfach zu Hause geblieben, so wäre er nicht von einem Strolche überfallen worden. Außerdem hat er sich mit 30·000 Mark in die Lebens=Versicherung einkaufen lassen, und wäre nicht der dumme Hausschlüssel gewesen, so wäre sie jetzt eine reiche Wittwe. Wenn Du mir etwa die Geschichte erzählt hast, um den Hausschlüssel zu bekommen, so irrst Du Dich, den Hausschlüssel bekommst Du nicht.“ Mißtrauisch. Unteroffizier(zu einem der neuen Rekruten):„Meier, was sind Sie?— Rekrut:„Kassirer!“— Unteroffizier: „Na, spitzen Sie nicht so auf die Kriegskasse.“ Der wunde Punkt. Besuch(eintretend, als der Hausherr gerade bei dem, von seiner jungen Frau selbst bereiteten Mittagsmahle sitzt):„Prosit Mahlzeit!“— Junger Ehemann:„Ich verbitte mir jeden Spott!“ * Druckfehlerteufeleien. Der betagte Schuhmachermeister litt schon seit mehreren Jahren an einer bedenklichen Led erkrankheit. Der alte Bankier war ein sch einreicher Mann. * Für ein Flaschenbiergeschäft wird ein fleißiger Aussäufer gesucht. * In der Nähe des Meeres genoß der Verein der Gerichtsvollzieher den Anblick einer herrlichen Luftsiegelung. ber bar 0C at e in etwas gefunden haben. Meine Fähigkeiten gehen leider über die Handgeschicklichkeit nicht hinaus.— Am liebsten würde ich Berlin verlassen— aber meine Mutter will davon nichts. wissen.“ Frau Samuelsohn dachte einen Augenblick nach. Dann sagte sie rasch: „Ich könnte Ihnen einen Vorschlag machen. Wenn Sie es hier draußen in der Einsamkeit mit einer alten Frau aushalten könnten und wollten: Meine Gesellschafterin, Fräulein Gerhard, verläßt mich am 1. Oktober, also in sechs Wochen etwa. Ich würde Sie dann bitten, sogleich zu mir zu kommen. Bis dahin haben Sie Zeit genug, Ihren Haushalt aufzulösen, respektive zu verkleinern.“ „Das ist zum größten Theil bereits geschehen. Meine Mutter und ich hausen schon seit dem 1. Juli in zwei Zimmern. Das übrige ist alles vermiethet Zum Oktober ist unse Mtr56 d be imten der Glast urzer ideck sreist eine mfeh n. * Brühl, 30. Aug. Blitzschlag. Nachts zündete der Blitz in der hiesigen Zuckerfabrik. Durch das sofortige Eingreifen der Feuerwehr wurde sie vor größerem Schaden bewahrt. Kassel, 30. Aug. Entgleisung. Zwischen Nelsungen und Guxhagen entgleiste heute die Lokomotive des Nachmittags 1 Uhr 35 Min. hier fälligen thüringischen SchnellEises und verursachte eine mehrstündige Betriebsstörung. Der erialschaden ist bedeutend; verletzt wurde niemand. * Harburg, 30. Aug. Fabrikbrand. Gestern übend war in der Palmkernölfabrik in dem zur Fettsäureewinnung bestimmten Gebäude Feuer entstanden. Der Dachuhl ist abgebrannt. Der abgebrannte hölzerne Schuppen soll hne baupolizeiliche Erlaubnis errichtet bezw. vergrößert sorden sein. Vermischtes. Was„Kaisers“ essen, interessiert den gewöhnlichen sterblichen zumeist. Hier die Speisenfolge bei der Festtafel K Ehren des Königs von Italien: Kraftbrühe auf königliche st,— Seezunge in Champagner,— Lammrücken, garniert, Schnepfenauflauf, nach Dreux,— Hummern in Gallert, Elsasser Hühner, Früchte, Salat,— Frische grüne Bohnen, Römische Pudding,— Käsestangen, Gefrorenes,— ichtisch. Professor Virchow ist aus Harzburg am Sonnabend bend in Berlin eingetroffen. Er wurde aus dem Waggon sf einer Tragbahre in den Wagen getragen und nach seiner Fohnung gefahren. Wie schlecht die diesjährige Saison im Harz dar, kann man auch daran erkennen, daß an keinem Tage die sahl der auf dem Brocken abgestempelten Karten auf über 000 gestiegen, auch Pfingsten nicht. In früheren Jahren gab Tage mit 8—11000 Stück. Zum Mord in Potsdam. Zu dem Morde an der ustizrätin Ißmer wird noch gemeldet: In der Ißmerschen Villa tt Krimialkommissar Steinhauer 30 Hundertmarkscheine, 180 wanzigmarkstücke und 4000 Mk. in Koupons einzeln in Läschestücken, im Rücken und in Aermeln von Kleidern einenäht gefunden, sowie ferner ein blutbeflecktes Beil hinter nem großen, an der Erde festgeschraubten Kleiderschrank entdeckt Zur Humbert=Affaire. 115 neue Gläubiger der samielie Humbert haben, wie aus Paris gemeldet wird, bei er Gerichtsbehörde Forderungen im Gesamtbetrage von 25 Nillionen Franks eingeklagt. Ueber nachträgliche schlimme Folgen eines Blitzchlags wird aus Eberswalde berichtet. Während eines Gebitters traf ein sogenannter kalter Schlag einen Neubau, ancheinend ohne irgend welche Schäden anzurichten. Erst mehrere Stunden später machten sich an dem 54 jährigen Arbeiter Theosor Baatz, der nebst anderen Leuten auf dem Bau beschäftigt ar, Lähmungserscheinungen bemerkbar, und am folgenden Tage erlor der Mann Sprache und Gehör. Weiterhin hat sich sein Zustand, nach dem Eintritt völliger Lähmung, so verschlimmert, laß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Ein Storch mit Heimatsschein. Im„Siebenürgischen Deutschen Tageblatt" lesen wir: Ein Hermannlädter Jäger hat in der vorigen Woche einen Storch geschossen, ser am Flügel ein Brieflein trug das mit einem rosafarbenen bändchen festgebunden war; im Brief war folgendes zu lesen: Weseram, 11. Juli 1902. Westhavelland bei Brandenburg k. H. Europa. Deutschland. Dieser Storch wurde auf dem Veserarmer Pfarrhose geboren. Wenn ein wohlgesinnter Italiener oder Afrikaner in den Besitz dieses„Meister Langein" gelangen sollte, so bitten wir, uns über den Verbleib es Storches nach Pfarrhaus Weserarm einen Brief zu schreien. Maria Pauli, 19jährige Tochter des dortigen Pastors, arl Pauli, cand. theol. Heiene Pauli, Pfarrersfrau. Der Luftballon als Heiratsvermittler. Daß der ustballon als Heiratsvermittler in Anspruch genommen wird, das dürfte doch bisher noch nicht dagewesen sein. Neulich wurde, so schreibt die„Danz. Ztg.“, in O. ein kleiner Luftballon gefunden, an dem ein verschlossenes Kouvert befestigt war. Das Kouvert enthielt ein rotes Rosenblatt und einen Bettel mit der Inschrift:„Auf diesem luftigen Wege suche ich eine Frau. Es ist kein Scherz: ich setze ernstlich mein Vertrauen in den Zufall. Wer immer diesen Brief finden möge, er sei gebeten, mir gütigst einige Zeilen zu schreiben unter „Zufall und Liebe" postlagernd Netzschkau." Ob sich die Liebe inzwischen„postlagernd“ eingefunden haben mag, darüber verlautet nichts. Eine komische Geldgeschichte wird aus Petersburg berichtet: Vor einiger Zeit langte ein Gutsbesitzer in der russischen Hauptstadt an und nahm in einem der ersten Hotels Wohnung. Da er eine größere Summe Geldes bei sich trug, wurde er bei Nacht ängstlich und versteckte das Geld nach russischer Sitte ganz oben auf dem Ofen. Am nächsten Tage reiste er ab und vergaß das Geld. Während der Fahrt erinnerte er sich jedoch daran, eilte zurück, fand aber das Zimmer schon besetzt. Der Wirt wurde nun gerufen, worauf sich Beide in das Zimmer begaben. Der dort wohnende Herr war nicht wenig erstaunt, als er sah, daß ein Fremder es unternahm, den Ofen zu besteigen, und versuchte, ihn daran zu verhindern. Es wäre zu einem Streit gekommen, wenn der Wirt nicht vermittelnd dazwischen getreten wäre. Schließlich stellte es sich heraus, daß auch der Zimmernachfolger des Gutsbesitzers sein Geld auf dem Ofen versteckt hatte. Beide Summen wurden vorgefunden. Eine tragikomische Anarchistengeschichte wird aus Neapel berichtet: Der Maccaronifabrikant Ciro Carotenuto, ein verheirateter Mann mit vier Kindern, verliebte sich in seine Schwägerin, die hübsche Magdalena Borelle. Das Mädchen bekam schließlich die Liebesbeteuerungen des Maccaronifabrikanten satt und ließ sich von ihrem Anbeter Roberto Caropreso, dem Buchhalter des Fabrikanten, entführen. Das junge Paar flüchtete nach Florenz, ließ sich dort trauen und lebte, da die schöne Magdalena bare 3000 Lire Mitgift hatte, sehr vergnügt. Da brachte ihnen letzter Tage der Postbote ein Packet aus Neapel, und gleich darauf drangen vier Karabinieri in die Wohnung des Paares ein.„Das Packet da aufgemacht!“ donnerten sie den Ehemann an. Er mußte gehorchen und — o Schrecken!— unter den Maccaroni kamen drei Bomben zum Vorschein.„Sie sind verhaftet, Sie Anarchist!!“ riefen die vier Karabinieri dem Bombenempfänger zu und brachten den armen Teufel ins Untersuchungsgefängnis. Er schwur, daß er unschuldig sei, und seine junge Frau kam sogleich auf den Gesanken, daß ihnen diesen Streich kein Anderer als ihr Schwager, der verliebte Maccaronifabrikant, habe spielen können. Es wurden telegraphische Erhebungen angestellt, die es ans Licht brachten, daß der Maccaronifabrikant die Bombenkiste abgeschickt und der Florentiner Polizei einen Brief geschrieben habe, in dem die Ankunft der Bomben an den „Anarchisten Roberto Caropreso" denunzirt wurde. Nun wendete sich das Blättchen. Der junge Ehemann wurde freigelassen und statt seiner der verliebte Maccaronifabrikant hinter Schloß und Riegel gesetzt. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Obgleich gestern abend gegen 7 Uhr ca. 100 Damen und Herren an der Station Waldfrieden versammelt waren, um den um diese Zeit von Salzuflen kommenden Zug zur Heimfahrt zu benutzen, wurde doch nicht Halt gemacht; die Kleinbaln fuhr weiter, hielt aber zum Erstaunen aller kurz hinter dieser Station.„Ein Höherer“ der Kleinbahn hatte sich dort aufgestellt und gab, da er mitfahren wollte, einen Wink, infolgedessen auch Halt gemacht wurde. Auf die ca. 100 Passanten war also keine Rücksicht genommen worden. Diese hätten sich eben gedulden müssen, bis der nächste Zug herankam. Und dabei konnten alle in dem betr. Zuge gut Platz finden. Wann endlich findet das Publikum seitens der Kleinbahn die verdiente Beachtung? Standesamtsnachrichten für den Kreis Herford. Stadt Herford. Nachrichten vom 25.—30. August 1902. Geburten: Ein Sohn: dem Fabrikarbeiter Gerd Barkhof, Maurer Arnold Cuwalsky, Arbeiter Gottlieb Schachtsiek, Kaufmann August Middelmann, Schlosser Heinrich Weder, Hülfsbahnwärter Wilhelm Läge, Schlosser Richard Türschmann, Arbeiter August Grotemeier. Eine Tochter: dem Tischler Louis Koch, Handarbeiter Heinrich Heidemeyer, Kaufmann Ernst Muermann, Zimmermann Wilhelm Luig, Cigarrenhändler August König, Tischler Heinrich Culemann. Aufgeboten: Holzbildhauer Carl Schürmann und Schneiderin Johanne Gößling, Dr. med. Eduard Groos und Agnes Lühl, Zeichner Max Schünhoff und Emma Meier, Konditor Joseph Grützner und Fabrikarbeiterin Bertha Biermann, Musiker Friedrich Wohlberedt und Näherin Louise Kersting, Müller August Tilker und Johanne Holtmann, Kaufmann Joseph Samson und Selma Raphaelson, Müller Friedr. Stranghöner und Dienstmagd Luise Vogt, Kaufmann Heinrich Nolting und Elise Henke. Sterbefälle: Friedrich Oberhokamp 4 Monate, Arbeiter Johannes Munser 63 Jahre, Julius Stuke 4 M. alt Briefkasten der Revaktion. Nach Elverdissen. Auf den Verlauf der dortigen patriotischen Feier kommen wir morgen zurück. 2. Sept. Bei schwachen südwestlichen Winden und geringer Wärmezunahme zeitweise aufklärent. Telegramme und Telephonische Reldungen. Die Abreise des Königs von Italien. Wildpark, 31. Aug. Gegen 9 Uhr vormittags trafen der Kaiser und der König von Italien vom Neuen Palais, woselbst sich letzterer von der Kaiserin verabschiedet hatte, auf dem Bahnhofe ein. Der Abschied zwischen den Majestäten war überaus herzlich. Nach der Abreise des Königs von Italien hatte der Kaiser in der Fürstenhalle des Bahnhofsgebäudes eine Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen v. Bülow und besuchte später den Gottesdienst in der Garnisonkirche zu Potsdam. Frankfurt a. M., 31. Aug. Der König von Italien ist 6½ Uhr abends angekommen und unter dem Jubel der Bevölkerung zur Taunusanlage gefahren, woselbst er die Parade über das 13. Husarenregiment, dessen Chef der König ist, abnahm. Später nahm derselbe an einem Mahl im Kreise des Offizierskorps teil. Zur Reise der Burenführer. London, 1. Sept. Die Burengenerale Botha, Dewet und Delarey sind gestern vormittag hier eingetroffen. Rückkehr von Kriegsgefangenen. St. Helena, 1. Sept. Gestern abend fuhren 1000 Kriegsgefangene nach Kapstadt ab. Unglücksfall. Luxemburg, 31. Aug. Nach einer Meldung aus Schloß Hohenburg hat der Erbgroßherzog von Luxemburg gestern abend bei der Rückkehr von der Jagd das rechte Schienbein gebrochen. Erdbeden. Wien, 1. Sept. In Brixlegg in Tirol wurden zwei äußerst heftige Erdstöße verspürt. * Jungentuberculose(Schwändlucht), sucht u. Blutarmut, Hauttuberculose(Lupus — fressende Flechte), offene Beinschäden, Krampfadergeschwüre, Hautkrankheiten gehören zu den hartnäckigsten, langwierigsten Krankheiten. Alle, die daran leiden, machen wir an dieser Stelle nochmals ganz besonders auf den unserer heutigen Gesamtauflage beiliegenden Prospekt der Privat-Klinik Schlössle Steinegg, Herisau(Schweiz), aufmerksam. Selbst gänzlich veraltete Fälle wurden, wie der Prospekt aufweist, völlig geyeilt. Man wende sich zunächst also schriftlich an die Privat-Klinik Schössle Steinegg, Herisau(Schweiz). Briefe nach der Schweiz kosten 20 Pfennig Portt. Verantwortlicher Redatteur: Paul Sattler für den Inseratenteil verantwortlich: Geora Bese, Druck und Verlag: Corintian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Kontrakt gelöst. Und wie gerne würde ich kommen, aber meine Mutter, ich kann sie nicht allein lassen!“ „Das wird sich hoffentlich auch regeln lassen. Zum Oktober kommt nach bestandenem Examen ja wohl auch Ihr Bruder nach Berlin? wenn ich Sie vorher richtig verstand. Würde dem etwas im Wege stehen, daß Ihre Frau Mutter nit Ihrem Herrn Bruder zusammen zieht?“ „Durchaus nicht. Es war nie anders geplant. Aber ohne mich?— Wer soll ihnen die Wirthschaft führen? Wer alles zusammenhalten? Wer die kleinen, nothwendigen geschäftlichen Dinge ordnen? Max ist noch so jung!“ „Aber ein Mann und Jurist; er wird das schon verstehen. Wenn er es heute nicht thut, wird er es morgen gelernt haben. Uebrigen scheint mir's das beste, die Wirthschaft vorerst sollständig aufzugeben. Die beiden Herrschaften nehmen zuammen Pension. Man hat das jetzt sehr gut und billig.“ „Wenn die Mutter einverstanden ist— ich bin es gewiß uufrieden, daß sie die Wirthschaftssorgen los wird.“ „Und nun zu dem, was unter verständigen Leuten immer ind überall das letzte Wort spricht, oder wenigstens sprechen ollte. Fräulein Gerhard, sowie all ihre Vorgängerinnen bährend der letzten Jahre, erhält ein Monatsgehalt von 50 M. ind selhstherständlich vollkommen freie Station. Nun, genügt Ihnen das, mein Kind? Anna beugte sich wortlos über die Hand der alten Dame: „Ob es mir genügt? Es ist mehr, als ich zu hoffen wagte!“ „Und nun hören Sie weiter, mein liebes Kind, wir find noch nicht zu Ende. Sie werden von Ihrem Gehalt die Ihren am Ende doch nicht genügend unterstützen können, so hoch es Ihnen auch erscheint; selbst dann nicht, wenn Sie, wovon ich überzeugt bin, für Ihre eigene Person wenig genug davon verwenden werden— solch ein junger Referendar"— „Und Reserveleutnaut in spe—“ fügte Anna seufzend hinzu. „Nun dann erst recht— muß doch schließlich, auch wenn er sich noch so sehr einschränkt, einigermaaßen standesgemäß leben, und wenn auch die Pension Ihrer Mutter noch da ist—“ Ja, ja, Sie haben Recht, verehrte Frau!“ ..„Sie brauchen deshalb den Kopf nicht hängen zu lassen. Wir werden uns ehen noch audere Arbeit suchen. „Ich sollte— hier bei Ihnen— noch für Andere—?“ „Weshalb nicht? Glauben Sie, mein gutes Kind, ich verlangte von Ihnen, daß Sie den ganzen Tag um mich sind oder aber in meiner Gesellschaft stets müßig säßen, nur meines Winks gewärtig? Das wäre ja die reine Sklaverei! Sie können tagsüber bequem mindestens sechs Stunden für sich arbeiten, zum Theil in meiner Gesellschaft, zum Theil für sich allein. Ich würde Ihnen also den Rath geben, sich zwischen heute und dem 1. Oktober häusliche Arbeit für ein Putz= oder Handarbeitsgeschäft zu suchen. Aber seien Sie in ihren Forderungen nicht zu überaus bescheiden. Ich weiß, Sie leisten etwas. Die gute Reinhardt wußte Ihren Geschmack und Ihre Geschicklichkeit nicht genug zu loben, und ich habe mich ja auch selbst oft genug davon überzeugen können. Sie können bei einem Abschluß übrigens ruhig Ihre Adresse unter der meinen angeben. Es genirt mich durchaus nicht, daß in meinem Hause Jemand arbeiten und verdienen will.] In Segenhaus ist vor Jahren viel gearbeitet— und am Ende ja auch viel verdient worden. Im Uebrigen wird ihr Beispiel, liebe Anna, auch die Ihrigen in ihrer trotz allem nicht ganz sorgenfreien Lage stützen. Wenn Ihr Bruder Ihnen auch nur einigermaßen gleicht, so wird es ihm nicht schwer werden, gleichfalls zu verdienen, sobald er sein Examen hinter sich hat. Ich manchen jungen Referendar gekannt, der sich durch Repetieren mit Kollegen einen annehmbaren Zuschuß verdient hat. So, und nun habe ich gesagt, was ich sagen wollte. Lange genug habe ich Ihnen gepredigt. Thun Sie mir den einzigen Gefallen, liebste Anna, und danken Sie mir nicht. Ich danken haben wird, wenn Sie mir Ihre liebe Gesellschaft schenken wollen. Geben Sie mir nur die Hand und versprechen Sie mir, daß Sie es auf diese vorgeschriebene Bahn hin ver suchen wollen, und unser Kontrakt ist abgemacht. So das ist recht“— sie behielt Annas Hano fest in den ihren.„Und nun kommen Sie, wir wollen einen Imbiß nehmen. Friedrich wird den Tisch im Eßzimmer gedeckt haben, um uns nicht zu stören. Um neun Uhr laß ich anspannen. Wohnen Sie noch immer da ganz draußen im Westen?——„So sind Sie vor zehn bequem zu Haus und Ihre Frau Mutter braucht sich nicht zu änastigen.“ Sie zog Annas Arm durch den ihren und schritt durch die niedere, grüngestrichene Thur mit ihr in's Haus. In dem kleinen Eßzimmer an der Rückseite des Hauses stand der Theetisch appetitlich zubereitet da. Eine große mit einem rothen Schleier verhangene Lampe verbreitete ein mildes Licht. Der Schritt des auswartenden Dieners wurde durch den weichen Teppich, der durch das Zimmer lief, bis zur Unhörbarkeit gedämpft. Die Fenster standen weit geöffnet. Sie sahen in grader Linie über ein Stück Wiese fort auf die dunkle Kiefernwand der nahen Jungfernhaide. Leuchtend darüber stand die fast volle Mondscheibe. Auf der Wiese unter den Fenstern zirpte und schwirrte das Nachtgethier. Sonst Stille rings umher. Anna athmete tief auf. Zum ersten Mal kam eine Ahnung zukünftigen Friedens in das Herz der gequälten Frau. 32. Kapitel. Es war Winter geworden. In Frau Samuelsohns behaglich durchwärmten Eckzimmerchen saß die alte Dame mit dem Leiter ihrer umfangreichen Geschäfte in eifrigem Gespräch. „Also, mein lieber Herr Justizrath, vielen Dank für alle Ihre Bemühungen— Sie machte eine kleine Pause.„Und nun noch eines für heute: es ist mein Wunsch, Segenhaus mit all seiner beweglichen Habe und eine Summe von 1000 Mark jährlich zur Erhaltung des Anwesens Frau Anna zu vermachen. Stirbt sie ohne Leibeserben, soll Segenhaus nach ihrem Tode der Stadt Charlottenburg zum Zweck einer Kinderbewahranstalt zufallen. Würden Sie die Güte haben, mir den dazu nothwendigen, notariellen Akt aufsetzen?“ Fortsetzung folgt.. estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen. Nachruf. Am 29. v. Mts. verschied nach kurzer Erkrankung der Küster des Altertumsmuseums Oberlehrer Bürcke. Montag, den 1. Septe abends 8½ Uhr: KONZERT der städtischen Kapelle. Seit der Gründung des Herforder Altertumsvereins hat er stets dem Vorstande desselben angehört und mit nie erlöschendem Interesse für die Bereicherung und Einrichtung des Altertumsmuseums Sorge getragen. Sein sachverständiger Blick, sein scharfes Urteil und seine umfassenden Kenntnisse auf allen Gebieten machen uns seinen Verlust unersetzlich. Ehre seinem Andenken! noch ausnahmsweise Gültigkeit. Bürgerverein. Dienstag, den 2. Septbr., abends 8½ Uhr: 2j 5. 71 Der Vorstand des Altertumsvereins. Festschriften # der reformierten Petri-Gemeinde ####sind zu haben, à Stück 50 Pfg. bei den ½ Buchhändlern Wolff, Menckhoff, Pottkamp, bei Kirch-1 meister Falk, bei Lohndiener Wessel und in der Geschäfts. stelle der„Herforder Zeitung für Stadt und Land.“ # Prima 4935 à empfehlen billigst 4 Possberg§p; Schumacher Baumaterialien= und Kohlenhandlung am Hauptbahnhof. 493h Tat oder wa Scoitamgton ons Checbourg Sallimore Galveston Suba OEpt LEIEES ## La Plate via Arlssgen Southarrte Coruna est Wiagarcte ligs Ostasien Australien Genua-New Vork vie Cibraltar. Nähere Auskunft über Abfahrten. Fahrpreise u.sm ertheilt: In Herford: Max Horstmann. „ Bielefeld: G. W. Schmidt, Brüderstrasse. „ Schötmar: Ernst Imker. 9435 Spezialgeschäft für Uniformmützen, Militär= und BeamtenEffekten, 5061 Ordens=Dekorationen: Hans Oestreich Bielefeld Obernstraße 37. Fahnenstange mit Fahne abzugeben. Beraerthorwall 10. Schwemmsteine, Gyps und Thonrohre empfieblt zu billigen Preisen. Johann Baumaterialienhandlung, Lübberthor Nr. 10. 208h Rhenmatismus. und Gicht=Kranken teile ich aus Dankbarkeit unentgeltlich mit, was meiner lieben Mutter nach jahrelangen gräßlichen Schmerzen sofort Linderung, und nach kurzer Zeit vollständige Heilung brachte Marie Grünauer, Köchin München, Buttermelcherstr. 111 393 S werden schnell ausgeführt. 1560 J. Solter, Herford, Rennthorwallstr. 17. für Kanarien, Stieglitze, Drosseln u. s. w. a Packet 20 Pfg. bei Julius Riedel, 480f geg. der P.st. Für Restaurateure! Montag, den 8. Sept, mittags 1 Uhr, sollen die nachstehenden, vom Restaurateur Julius Knoche, übernommenen gebrauchten Sachen als: 41 26 große, 24 kleine Tischdecken, 7 versilberte, 9 Nickel=Tabletts, versilberte Theelöffel, Dessertmesser u. Gabeln, versilberte Löffel, Messer, Gabeln u. Menagen, 1 Pultschrank, 3 Sofa, 20 Rohrstühle, 1 Eßschrank, 1 Glar schränkchen, 1 Nähmaschinle, 1 Küchenschrank, 1 Hackklotz, 1 Küchentisch, 1 Küchenbank [Truhe), 1 Waage, 1 Lorbeerbaum, 4 Kieiderschränke, 1 Wäscheschrank, 3 Kommoden, 1 Waschkommode mit Spiegel, 2 Nachtschränke, 3 Bettstellen m. Seegrasmatratzen, 3 Bettstellen mit Matratze u. Betten, feiner 2 Kochmaschinen, 2 Dezimalwaagen, 1 Wurstmaschine, 1 Waschständer, 4 Regulierösen, Messer u. Gabeln, 200 Flaschen Rotwein, 100 Flaschen Kornbranntwein und Rippentaback in Packeten 44 öffentlich meistbielend gegen Zahlungsausstand verkauft werden. Gustav Meyer, Auktionator. [Die Sachen können von 10 Uhr an im Restaurant„Zum Brunnen“ in Bünde besichtigt werden.] Sommersprossen verschwinden unbedingt durch den Gebrauch von 4i1e Bergmann's Sommersprossen-Seife allein fabriziert von Bergmann& Co., in Radebeul-Dresden. a Stück 50 Pfg. bei: Neustädter Apotheke, Adler- Apotheke und Wilh. Epselch, Drog. P. S. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Paldfrieden. Dienstag, 2. September, nachmittags 4 Uhr: KONZERT der städtischen Kapelle. Im Programm Schlachten potpourri. 11 Entree 20 Pfe. Kinder 10 Pfg. Abends: Illumination. Posaunenchor. Dienstag, 2. September, abends 9 Uhr: Uebung in meiner Wohnung. 18i Schachtsiek. Verlänger: auf weitere 8 Tage. Credenstraße 33, parterre. Madame Bernbardt Arithmologie:(2605 # Gedankenlesen. Deutet jeder Person den Lebenslauf.— Sprechstunden von 9—1. und 4—10 Uhr. Honorar 1 Mt werden am 2. September, abends 9 Uhr beim Kameraden Bracksier[Bergerthor) zur 5400 eingeladen. Bin zurückgekehrt. Direktor Dr. Rissmann. Frauenarzt, Osnabrück. (5625 Bestellungen auf 5265 la. Kronsbeeren welche Ende nächster Woche eintreffen, nimmt schon jetzt entgegen Heinrich Nolting, Rennstr. in großer Auswahl von 10 Pfg bis 2,50 Mk. bei 3895 Adolf Pottkamp, Lübberstr., Fernruf 74. Schnelle Heilung für Rheumatismus wie auch andere Krankheiten durch Dampfbäder und sonstige betreffende Anwendungen bei.. 131 C. Meyer, Triebenstr. 19. Vertreter der Naturheilkande. a. Fleischwurst wieder eingetroffen bei 81# Heinrich Nolting. Ein Schaukasten billig obzugeben. 31 Th. Zimmermann, Uhrmacher. Im Hausverkauf und Grundstücksverkauf. Auftrage der Erben der Eheleute Lohndiener Venker zu Herford werde ich am Sonnabend, d. 13. nachmtttags 4 Uhr, in meiner Schreibstube folgende zum Venkerschen Nachlaß gehörige Grundstückemeistbletendverkaufen: 1. Haus Fidelenstraße Nr. 4, 2. Haus Fidelenstraße Nr. 6, 3. Garten auf der Lehmbrede 51 Ar groß, 4. Acker auf dem Steinbrink 55 Ar groß. Die Kaufbedingungen sind bei mir einzusehen. 121 Der Notar: Brand, Justizrat. Jeder Zahnschmerz wird sofort gestillt durch den Gebrauch von: 205f 's Cocain-Zahnwatte à 50 Pfg. bei Ed.Voss, Rennstr 23. in der Nähe der Hermannstraße. Abzuholen gegen Erstattung der Insertionskosten Salzuflerstr.354. ##r den Kreis Hersord. Abendkursus für Koch= und Zweck des Kursus ist die ptraktische Erlernung einer ganz beschränkten Ai Kochrezepte für die Zubereitung guter, billiger und kräf Kost im kleinen Haushait, sowie die Erwerbung der notwe sten Kenntnisse über den Nährwert, den Einkauf und Behandlung der marktgängigsten Nahrungsmittel. Die lernung geschieht am Herde selbst. Kreis der Besucherinnen. Der Besuch ist allen Mädchen und Frauen gestattet, erster Linie aber bestimmt für Mädchen, welche die Einge der Ehe beabsichtigen, aber infolge ihrer Beschäftigung auf Fabrik oder in anderer gewerblicher Arbeit in keiner Gelegenheit haben, die für die vernünftige und wirtschaf richtige Haushaltsführung unbedingt notwendigen praktis sowie auch einige theoretischen Kenntnisse zu erwerben. Zeit des Kursus. Anfang am 1. September, Ende am 26. Septer 4 Wochen hindurch sollen jede Woche an drei Abenden Montag, Mittwoch und Freitag von ½8 Kurse abgehalten werden, also wöchentlich ganzen 24 Stunden erteilt werden. Ort und Leitung. Die mit 6 Herden und allen sonstigen ausgestattete Kochschule der Bürgerschule im bäude in der Hämelingerstraße wird benutzt. bis ½10 Uhr 6 Stunden, Erfordern städtischen Die Leit bäude in der Hämelingerstraße wird benutzt. Die Le# übernimmt die hierfür besonders praktisch vorgebildete, bewäl T) Lehrerin für Koch= und Haushaltskunde an der städtiststraß Müraes Tchu.a rnrzaustunge an der städtisstreg. Bürgerschule. f120 Vergütung.(64.4 Beansprucht wird die Zahlung einer Gebühr von 3 J0.125 für der ganzen Kursus. Jedoch wird dieselbe Frauen# Mädchen, welche zur Zahlung nicht glauben imstande zu st auch gern erlassen.— Meldungen 9 bis 28. August 1902 auf dem Rathause I(Stadtsekretarshab Zimmer Nr. 2) in den gewöhnlichen Dienststunden. Herford, den 8. August 1902. 1179 2000 Der I. Bürgermeister. Quentin. iederholt ist es in letzter Zeit vorgekommen, daß Wand lehrer im Auftrage von auswärtigen Firmen im Kre Herford Buchführungskurse abgehalten haben, die im Weee lichen den Zweck haben, den Teilnehmern das Honorar zunehmen, ohne daß sie irgend einen Vorteil von dem Kur haben. Meistenteils wird den Teilnehmern vorher vorgered daß sie ihr steuerbares Vermögen nicht berechnen können## demnach an dem Buchführungskursus teilnehmen müßten.### dem Kursus werden dann aber ganz falsche Grundsätze für Ermittelung des steuerlichen Einkommens aufgestellt. a“ Wir raten dringend von der Teilnahme an derartigid##g von fremden Personen veranstalteten Kursen ab und weis darauf hin, daß die Steuerbehörde auf solche Buchführn seinet Mertlenh. Stellt sich irgend wo das Bedürfnis heraus einen führungs=Kursus abzuhalten, so kann ein Antrag bei###n ** I. Mbünster gestellt werden, die derart Sücht Landwirtschaftskammer in Münster gestellt werden, Kurse bei genügender Beteiligung unentgeltlich erteilt. Herford, 12. August 1902. Der Magistrat. Busse. Postar ∆ S Bestimmungen fend über die Wohlthaten des Potsdamschen großer werden Mititair=Waisenhauses. 1. Die Stiftung gewährt den Kindern verstorbener Soldaté ausnahmsweise auch den Kindern ehemaliger Soldaten, wernauf de völlig erwerbsunfähig sind vom Feldwebel abwärts. Statig 1. Aufnahme in den Erziehungsanstalten Potsdam(evang Knaben), Presch(evangelische Mädchen), Haus Nazareth! Höxter(katholiste Knaben und Mädchen), 2. soweit eine solche Aufnahme nicht stattfinden kann, Pfles auf de geld von jährlich 90 Mark oder für Doppelwaisen von 1###at#g Mark.(Srali II. Anspruch auf diese Wohlthaten haben die Waisen im F## der Bedürftigkeit, wenn der Vater im Preußischen oder in e### unter Preußischer Verwaltung stehenden Heereskontingent zur der Geburt des Kindes aktiv diente oder während dieses Mili„#.# de dienstes oder an den Folgen einer Kriegsbeschädigung gestorbei# Dem Dienst im Preußischen Heere ist zur Zeit derjenig] 9.3 bi der Kaiserlichen Marine gleich gestellt. III. Aufnahme in die Erziehungsanstalten kann auch sol Waisen bewilligt werden, deren Vater einen Feldzug mitgen oder nach Erfüllung der gesetzlichen Dienstpflicht längere Zeit. ter gedient hat oder als Invalide anerkannt ist. IV. Die Wohlthaten werden bis zum 15. Lebensjahre Kindes gewährt, uno zwar das Pflegegeld vom Monat der meldung an. Die Aufnahme in den Anstalten finden zwischen? 6. bis 12. Lebensjahre des Kindes zu Ostern und Michaelis, in Anstalt zu Pretsch nur zu Ostern statt. V. Die Aufnahme in die Anstalien hat vom 1. des der W nahme folgenden Monat ab bis zum Ablauf des Entlassung monats die Abführung des gesetzlichen Waisen= und des aus d Reichs-Invaliden=Fonds und dem Kaiserlichen Dispositions=Fo bewilligten Erziehungsgelder des zur Haupt=Militair=Waisenba# Kasse zur Folge. VI. Gewährung von Pflegegelder wird durch Waisen= und ziehungsgeld(V) ausgeschlossen. Neben den auf Grund des Reichsgesetzes vom 13. Juni 18 betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen der Person des Soldatenstandes des Reichsheeres und der Kaiserlichen Mari vom Feldwebel abwärts, zuständigen Waisengeld kann jedoch Teil des Pflegegeldes bis zur Erreichung der Beträge von 90 u 108 Mark(I 2) bewilligt werden. VII. Die Bewerbung um die Wohlthaten ist an das Dirk torium des Potsdamschen großen Militairwaisenhauses in Bel. Wilhelmstraße 82/85 zu richten. Dem Gesuche sind beizufügen: 1. Die Militairzeugnisse des Vaters, 2. Die Sterbeurkunde des Vaters und bei Doppelwassen a#u der Mutter sowie die Geburtsurkunde des Kindes. 3. Eine amtliche Bescheinigung der Bedürftigkeit. 4. Ein amtlicher Ausweis üder zuständige Waisen= oder E ziehungs=Gelder. Vorstehende Bestimmungen bringen wir hiermit zur öffer lichen Kenntnis. Herford, den 2. Januar 1902. Der Magstrat: Busse. uuf der Station auf de 0 bis auf 0 bis N Auslan Könos