1• eiger für die Teleph. Anschl. le Herford Enger sad del Re che esh e e e Zettung erscheint am Abend jeden Wochentages. Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu. Sonnabend, 30. August.„=P#strate werden bis spttestens vorm. 11 Uhr erbeten. 90. Tuausl. Preis der einspaltigen Petitzeile für Stadt und Kreis Herford, Oeynhausen und Am. Rehme 10 Pfg., sonst 18 Pfg1902 h rein. Aug. nauf. reins 524 AD a ugust ürge lmsp Kun 534 1 blt lonkt hlt n 30 9 518 525 oh, t. fette sch 235 r. 25 Bismarck=Erinnerungen. B Interessante Bismarck=Erinnerungen werden von H. von Poschinger in den„Münch. N. N.“ mitgeteilt: Lord Roland 4 f. Sutherland Gower berichtet in seinen vor einiger Zeit ver* Föffentlichten Tagebüchern über einen Besuch, welchen er dem See azeegg in Kissingen abstattete. Der Lord wurde mit einer Einladung zur Fürstlichen Tafel in der Saline beehrt. Beim Frühstückstisch gedachte der Fürst seines 28 jährigen ununterbrochenen Staatsdienstes und der Unruhe dieser Jahre. Die Amtsgeschäfte hätten ihn gänzlich den Dingen entzogen, welche er vordem eifrig betrieben: dem Reiten und dem Schießen. Auch an der Musik und Malerei hätte er sich nicht mehr erins freuen können. Namentlich hätte er das Reiten entbehrt, dem ir am er einst leidenschaftlich obgelegen. Jetzt betrachtete er es nur als eine gesunde Uebung und finde an seinen Pferden nicht mehr das Vergnügen wie ehemals. Die ungeheure Arbeit, welche auf ihm gelastet hätte, habe ihm jede Zerstreuung genommen. Seine Wirksamkeit habe einem hohen Spiel geglichen, dessen Einsätze die Wohlfahrt, wenn nicht gar die Existenz seines Landes gewesen seien. Andere Minister hätten sich an dem Besitz ihres Portefeuilles genügen lassen, aber auf seinen Schultern habe alle Staasarbeit geruht. Der alte König(der Fürst nannte Kaiser Wilhelm I. stets„König" und nicht ein einziges Mal„Kaiser“) habe manches Mal lachend zu ihm gesagt:„In Ihrer Haut möchte ich um alles in der Welt nicht stecken.“ Im Verlauf der Unterhaltung erinnerte der Fürst an jene Anekdote von General York von Warttenburg, dem das Haar über den Abschluß der Konvention von Tauroggen(30. Dezember 1812), gemäß welcher das unter Napoieons Fahnen fechtende preußische Hilfs=Korps den russischen Truppen gegenüber eine neutrale Haltung einnahm, in einer einzigen Nacht weiß geworden war.„Und ich“, setzte der Fürst hinzu,„habe nicht nur eine solche Nacht, sondern deren Dutzende gehabt.“ Er sprach von dem alten Kaiser Wilhelm mit mehr Achtung als Bewunderung und nannte ihn„einen großen Soldaten“ und„einen höchst edel und vornehmdenkenden alten Herrn", dessen staatsmännische Begabung aber nicht hervorragend gewesen sei. Bis etwa zehn Jahre vor seinem Tode konnte man keinen feineren alten Herrn sehen.„Ich bin“, sagte Bismarck, wahrscheinlich der Einzige, der den alten König en robe de chambre gesehen hat. Ich wurde nämlich einst spät in der Nacht zu ihm gerufen.“ Mit Bezug auf Helgoland sagte der Fürst:„Ich hoffe und wünsche von ganzem Herzen, daß wir keinen Krieg mit Frankreich bekommen; aber sollte dieser Fall einmal eintreten, so würde ich es lieber sehen, daß Helgoland einer neutralen Macht gehörte.“ Und er setzte hinzu, daß die Insel, im Falle eines Krieges mit Frankreich, für Deutschland nur eine Quelle von Gefahr sein könnte und ihre Befestigung zwei bis drei Millionen Pfund Sterling kosten würde.„Nicht viel für Deutschland,“ entgegnete Lord Gower, worauf der Fürst antwortete:„Im Gegenteil, das ist eine ungeheure Summe, vierzig Millionen Mark!“ e kale: Mts 8 Uh Mts weth larte derei nutag s vor ereins ind. sereit end. e g. C jause. lände sierbse bitte ind. Zur Tagesgeschichte. Zum Besuch des Königs von Italien. Wie aus Potsdam gemeldet wird, fuhr gestern zur Frühstückstafel beim Prinzen Friedrich Leopold der Kaiser mit dem König von Italien vom Neuen Palais in einem Dogcart allein, das der Kaiser lenkte. In Sanssouci waren sämtliche Wasserkünste in Betrieb. Die Schulkinder, die dort spazieren gingen, nahmen Aufstellung und begrüßten die Majestäten mit Hurrarufen. Um 3 Uhr, nach Beendigung des Frühstückes fuhr die kaiserliche Familie und der König von Italien mit der Umgebung auf der Yacht„Alexandria“, die bei Glienicke angelegt hatte, nach dem Wannsee bis zur Höhe des Kaiser Wilhelm=Turms und kehrte dann nach der Matrosenstation zurück. Dort verließen die Majestäten die„Alexandria“ und fuhren nach dem Neuen Valais zurna. Die Monarchen fuhren wieder allein im Dogcart. Der König von Italien schoß bei der gestrigen Bürsche 3 Hirsche. Abends fand im Schloß Babelsberg Tafel bei den Majestäten statt, wozu auch eine größere Reihe Einladungen ergangen war. Es wurde an einzelnen Tischen gespeist. Oberbürgermeister Kirschner von Berlin wurde vom König von Italien das Großoffizierkreuz der italienischen Krone mit dem Stern verliehen. Ebenso wurden Mitglieder liner Stadtbauamts und ausgezeichnet. wurden der Gartenbaudirektion des Bermit Orden General Graf von Wedel, Generaladjutant und Botschafter in Rom, der bei der Ankunft des Königs von Italien in Potsdam den Schwarzen Adler=Orden erhielt, ist der erste vormals hannoversche Offizier, dem der höchste preußische Orden zuteil wird. Das neue Gewehr und Seitengewehr. Die Ausrüstung der Infanterie mit dem neuen Gewehr Modell 98 und dem neuen Seitengewehr Modell 1898/02 wird jetzt mit größerer Schnelligkeit betrieben als bisher. Es erhalten im Laufe des Jahres sämtliche Armeekorps die neuen Sorsatz: wus Du ererol von e“ Waffen. um es zu besitzen. Recht bedeutsam verspricht auch diesmal die gemeinsame Feier der hiesigen militärischen Vereine Zur Affäre Hildebrandt. Aus Gumbinnen wird gemeldet: Die Vorgesetzten der gemaßregelten Offiziere, der Regimentskommandeur Oberstleutnant Weiß und Major Dieckerhoff sind ersucht worden, ihr Abschiedsgesuch einzureichen, was auch sofort geschehen ist. Beide haben zwar von der geräuschvollen Veranstaltung ihrer Offiziere nichts gewußt und mißbilligen sie auch durchaus, haben aber als Vorgesetzte die Verantwortung zu tragen. Die Verabschiedeten, Hauptmann v. Frankenberg und Proschlitz und Oberleutnant Rumbauer und der zum Train versetzte Leutnant George mußten sofort aus dem Manöver zurückkehren. Die Fleischpreise. Mit den aus verschiedenen Orten des Reiches kommenden Meldungen über Mangel an Schlachtvieh, besonders Schweinen, stehen die letzten Marktberichte in Widerspruch. So verzeichnet, nach einer Zusammenstellung der.„B. R. N.“, der Marktbericht als Tendenz des Schweinemarktes in Breslau, Magdeburg, Mannheim, Düsseldorf:„mittelmäßig"; in Berlin und Elberfeld„ruhig"; in Dresden, Leipzig, Zwickau, Plauen, Hannover, Dortmund und Stuttgart:„langsam"; in Essen „schleppend", und nur in Frankfurt a. M., Nürnberg und Köln:„gut" bezw.„flott". In Breslau blieben am 27. August auf dem Schlachtviehmarkte wieder 92 Schweine, 72 Schafe und 54 Rinder unverkauft. In Frankfurt beschloß gestern eine stark besuchte Versammlung nach einem Referate des Reichstagsabgeordneten Hoch=Hanau einstimmig eine entschiedene Protestresolution gegen die Erhöhung der Fleischpreise und ersuchte die Abgeordneten, im Reichstage für Aufhebung der Grenzsperre und Beseitigung der Viehzölle einzutreten. Die Düsseldorfer Schlachterinnung hat in ihrer letzten Sitzung einer Erhöhung der Fleischpreise zugestimmt und die Ueberzeugung ausgesprochen, daß das Inkrafttreten der verschärften Einfuhrbestimmungen für Fleisch mit dem 1. Oktober d. J. und die dadurch erschwerte Einfuhr holländischen Fleisches die Preise noch weiter hinauftreiben werde. Herforder Kreisnachrichten. Herford, 30. August 1902. * Zum Besuch des Kronprinzen. Wie bekannt, wird die älteste Tochter unseres Herrn 1. Bürgermeisters, Frl. Meline Quentin, Sr. Kaiserl. und Königl. Hoheit am 26. September nach Begrüßung durch ein Gedicht einen Blumenstrauß überreichen und zwar geschieht dies in Gegenwart von Frl. Ida Biermann, Frl. Adelheid Blancke, Frl. Frieda Kreß und Frl. Elisabeth Siepe. Die jungen Damen werden je zu 2 rechts und links von Frl. Quentin Aufstellung nehmen. Kurfürstendenkmal. Unter Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Busse fand gestern nachmittag 6 Uhr in dem Amtszimmer des Herrn 1. Bürgermeisters eine Sitzung des um mehrere Damen erweiterten Festkomitees statt, welches sich mit der Verteilung der Damenrollen des Festspiels beschäftigte. Am nächsten Freitag, abends 8½ Uhr, wird nunmehr in dem Damenzimmer des Weinklubs die erste Leseprobe stattfinden. Vor Eingang in die Sitzung gedachte der Vorsitzende in warmen Worten der überaus vielen Verdienste des verewigten Mitgliedes Herrn Oberlehrer Bürcke. .* Eine Gedächtnisseier für den an Lungenentzündung verstorbenen Herrn Oberlehrer Bürcke fand heute vormittag 11 Uhr in der Aula der Landwirtschafts= und Realschule statt. Das Katheder, von dem aus Herr Dr. Kontze die Trauerrede hielt, war mit schwarzen Decken drapiert. Die Kronleuchter der Petri=Kirche. Eintritt in die neue reformierte Kirche, an deren Einrichtung setzt die letzte Hand gelegt wird, fällt die Art der Verteilung der Kronleuchter auf. In der Mitte des schonen hauses befindet sich nämlich der große, achteckige Kronleuchter, während die vier kleineren dreieckig gehalten sind. Sie bilden die Fortsetzung und den Abschluß des großen Kronleuchters, sodaß das Ganze, was sich vorzüglich ausnimmt, als Stern gedacht ist. * Die Sedanfeier in den Vereinen. Zur Feier des 2. September 1870, des Geburtstags des neuen deutschen Reiches, finden auch diesmal in hiesigen Vereinen besondere patriotische Veranstaltungen statt. Nicht das Gefühl der stolzen Ueberhebung läßt unsere Herzen anläßlich der Feier des Tages von Sedan schwellen, wohl aber der Dank für das, was unsern Vätern damals geschenkt worden und der erneute Vorsatz: was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, . I m l i a m v e r s p r i c h t a u c h d i e s m a l die gemeinsame Feier der hiesigen zu werden und zwar erfolgt in Verbindung hiermit die Fahnenweihe des Stiftberger Kameradschaftlichen Vereins auf dem Schützenhofe. Bezüglich des Programms für dieses Doppelfest giebt das betreffende Inserat in der Beilage der heutigen Nummer u. Bl. noch nöheren Aufschluß.— Der Christlich=vaterländische Männerverein seiert das Andenken an den Tag von Sedan am Sonntag nachmittag von 4 Uhr an durch eine in Brinkmanns Restaurant stattfindende Veranstaltung.— Um ebenfalls eine Sedanfeier zu begehen, kommen am Dienstag avend sämtliche Kavalleristen in Bracksieks Restaurant zusammen. ** Vereinsnachrichten. Der Obst= und Gartenbauverein für Herford und Umgegend hält heute abend im Vereinshause eine Versammlung ab.— Im Hotel„Stadt Bremen" kommen heute abend die Mitglieder des Kreisvereins Hansa im Verbande deutscher Handlungsgehilfen zwecks Abhaltung einer Generalversammlung zusammen. = Konzert des städtischen Orchesters Bielefeld. Ein wundervoller lauer Abend, seit Wochen der erste, der ungetrübten Aufenthalt im Freien versprach und auch hielt, ein fein gewähltes interessantes Programm, ausgeführt von einer Künstlerschaar unter Leitung des Herrn Konzertmeister Mayer als Vertreter des Chefs, königl. Musikdirektor Ochs, ein erlesenes elegantes Publikum als begeisterte Hörer, alles dieses kennzeichnete das gestrige Konzert als eins der genußreichsten seit langer Zeit. Von der klassischen Ouverture zu Iphigenie bis zu dem romantischen Vorspiel zu Hänsel und Gretel und den Tonbildern aus der Walküre bot das Orchester eine Steigerung seiner prachtvollen Leistungen. Besonders sei auch noch gedacht des feinsinnigen Vortrags der reizenden Streichquartett=Sätze von Grieg und der Romanze für Flöte und Orchester von Saint=Saëns, in welcher Herr Stolzmann seine Meisterschaft als Solist zeigte.— Möchte uns das treffliche Orchester recht bald wieder durch ähnliche Gaben erfreuen, die Gunst des musikalischen Publikums hat es sich längst erobert. #∆ Promenadenkonzert. Bei günstiger Witterung findet morgen mittag von 11½ Uhr ab Konzert der Düngelschen Kapelle auf dem Wilhelmsplatz statt. Das Programm ist wie folgt: 1) Kaiser Wilhelm=Marsch v. Hanusch, 2) JubelOuverture v. Weber, 3) Girl=Walzer v. Udall, 4) Fantasie a. d. Op.„Traviata“ v. Verdi und 5) Finale d. III. Aktesa. d. Op.„Rienzi“ von R. Wagner. * Auf Wilhelmhöhe giebt die Düngelsche Kapelle am Montag abend wieder ein Konzert. * Schweres Gewitter. Heute nacht zog gegen 3½ Uhr aus Südost ein schweres Gewitter mit äußerst starken elektrischen Entladungen heran, begleitet von heftigen Regengüssen. In der Altstädter Feldmark traf ein Blitzstrahl das Haus des Kolons Säger, welches sofort gezündet wurde. An den großen Erntevorräten fand das Feuer reichliche Nahrung, so daß die Flammen bald gen Himmel loderten und der starke Feuerschein weithin den Ausbruch eines Schadenfeuers verkündete. Mit Mühe konnten sich die Bewohner aus dem brennenden Hause retten. Der Feuerwehr, welche erst nach ungefähr ½ Stunde nach Ausbruch des Brandes alarmiert wurde, blieb nur die Arbeit des Ablöschens übrig. Von dem Mobiliar, das bei der Herforder Unterstützungskasse versichert ist, konnte nur wenig gerettet werden. Das völlig niedergebrannte Haus ist beim deutschen Phönix versichert. Das Vieh konnte gerettet werden. An der Eimterstraße traf ein kalter Blitzstrahl den noch unbewehnten Neubau des Hilfsbremsers Meyer und richtete hier einigen Materialschaden an; eine in dem angevauten Stalle untergebrachte Ziege wurde vom Blitz erschlagen. „Durchgebrannt“ ist gestern am Bahnhofe ein 2jähriges Schwein im Werte von 100 Mark, das der Firma Strathmann u. Meyer aus Bielefeld gehörte, die 35 solcher Tiere auf dem gestrigen Viehwarkte aufgekauft hatte. Die Nachforschungen nach dem Tiere verliefen erfolglos. * Die Ursachen des Regenreichtums und der Sommerkälte des Jahres 1902 führt A. Stentzel auf kosmische Einwirkungen zurück. Die sortdauernden NiederHierzu Beilage, Unterhaltungsbeilage und Illustriertes Sonntagsblatt. schläge und niedrige Temperatur herrschen in diesem Jahre nämlich durchaus nicht nur über dem europäischen Festlande, sondern bilden auch die Charakteristik der Witterungsverhältnisse des bei weitem größten Teiles des nördlichen Atlantischen Ozeans, dessen Golsstrom heuer eine merklich geringere Wärme besitzt als sonst, und dessen Polareismassen bei der diesjährigen Abschmelzung und Loslösung sich bis in weit niedrigere Breiten ausdehnen als gewöhnlich. Die Stärke und Feuchtigkeit der vom Atlantischen Ozean ausgehenden nach Nocdwesten gerichteten Luftmassen ist aber die Folge einer erhöhten Wärmewirkung der Sonne. Der große Dampfkessel des Atlantischen Ozeans wird um so heftiger sein Wasser verdampfen und die atmosphärische Dampfmaschine um so stärker in Thätigkeit setzen, je mehr er angeheizt wird. Untersucht man nun das große Feuer für diesen planetarischen Dampfkessel, die Sonne, so wird man sie gegenwärtig in intensiverer Glut finden als vor einigen Jahren. Zeigt sich nämlich die Sonnenoberfläche, die sogenannte Photosphäre, häufiger und in größerer Ausdehnung mit dunklen Flecken bedeckt, so bedeutet das eine verminderte Wärmestrahlung der Sonne, denn diese Flecken sind eben durch geringere Wärme hervorgebrachte Verdichtungsstellen. Dagegen spricht auch nicht die Thatsache, daß die Fleckengebiete selbst eine größere Wärme ausstrahlen als die übrige Sonnenoberfläche, denn sie enthalten ja die aus großer Tiefe, d. h. aus heißeren Schichten des Sonneninnern emporbrechenden Fackeln(lavaartige Ergüsse) und Protuberanzen (Flammeneruptionen). Das vermehrte Einsinken abgekühlter (schwerer) Massen der Oberfläche in tiefere Schichten bedingt dann durch die chemische Zersetzung in der erhöhten Temperatur der Tiefe Explosionen und Eruptionen, d. h. Fackelund Protuberanzenbildung auf der Oberfläche, und diese veranlassen wiederum durch plötzliche Wärmeentziehung der benachbarten Teile der Photosphären die Fleckenbildung. Im Jahre 1900 wurde noch eine ziemlich bedeutende Fleckenthätigkeit der Sonne beobachtet; vor allem zeichneten sich die Fleckenmassen, die vom 14. bis 24. Juli und vom 16. bis 28. Oktober 1900 sichtbar waren, durch besondere Ausdehnung aus. Es möge hierbei erwähnt sein, daß die erstere Fleckengruppe einem Eruptionsgebiet der südlichen Fleckenzone angehörte, das auch vom 10. bis 23. August, vom 4. bis 17. September und vom 30. September bis 13. Oktober seinen Zug über die uns zugekehrte Sonnenhalbkugel nahm und sich jedesmal durch Freckenbildung bemerklich machte. Geringer war die eruptive Thätigkeit der Sonne im Jahre 1901; nach Stentzels Beobachtungen passierten nämlich nur am 6. Januar, 9. Februar, 5. März, 25. Mai, 20. Juni und 19. November Flecken den mittleren Sonnenmeridian, und nur eine Gruppe fiel durch große Flächendehnung auf, nämlich die vom 19. bis 31. Mai 1901 sichtbare, die, aus zwei getrennten Massen bestehend, der nördlichen Fleckenzone angehörte. Machte sich hiernach schon in der zweiten Hälfte des Jahres 1901 ein auffälliges Nachlassen der Fleckenthätigkeit der Sonne geltend, so sank diese in diesem Jahr auf ein Minimum herab. Stentzel beobachtete an seinem Instrument bisher nur drei sehr kleine Flecken, die vom 2. bis 15. Januar auf der südlichen, vom 1. bis 13. März und vom 22. Mai bis 5. Juni 1902 auf der nördlichen Sonnenhälfte den Zug vom Ost= zum Westrande nahmen. Seitdem ist es ganz ruhig geworden auf der Sonne, kein Fleck trübte weiter ihre glänzende Oberfläche. Demzufolge ist, wie gesagt, ihre allgemeine Wärmestrahlung jetzt größer, was auch daraus hervorgeht, daß der Sonnenball zur Zeit des Fleckenminimums stets etwas größer erscheint, sich gleichsam in der Wärme aufbläht. Die Fernwickung dieser stärkeren Sonnenstrahlung ist es nun, die unsere atmosphärischen Verhältnisse so stark in Mitleidenschaft zieht und uns Erdenkindern einen so abscheulichen Sommer bescheert hat. Leider dürfte danach auch für den kommenden Winter nicht viel gutes zu hoffen sein, falls nicht inzwischen die Zeit eines neuen Fleckenmaximums, die etwa 1904 bevorsteht, plötzlich einsetzen sollte, was indes wenig wahrscheinlich ist. Elverdissen, 30. Aug. Kriegerfest und Sedanfeier. Im hiesigen Kriegerverein steht für morgen, Sonntag eine derartige patriotische Doppelfeier bevor, die jedenfalls eine rege Beteiligung finden wird. Im Inseratenteil kommt heute nochmals näheres bezüglich des Festes zur Bekanntgabe. Die Feier wird heute abend 9 Uhr durch Abbrennen eines Feuerwerks auf dem Festplatze eingeleitet. Um auch bei ungünstiger Witterung hinreichend Schutz gewähren zu können, sind drei geräumige Zelte aufgebaut. So ist alles für die Doppelfeier bestens in die Wege geleitet. k Enger, 28. Aug. Burendenkmalangelegenheit. Gestern abend fand im Restaurant Beckmann eine Versammlung des Baukomitees statt, in welcher bezügl. des Weiterbaues des Denkmals folgendes verhandelt bezw. erledigt wurde: Zunächst wurde eine Anzahl eingezogener Sammelbüchsen geöffnet, welche in Bielefeld und Umgegend ausgestellt gewesen waren. Mit dem Inhalt der Büchsen konnte man im Allgemeinen zufrieden sein, wenngleich auch einige nur einen recht kärglichen Ertrag zu verzeichnen hatten, worauf das Komitee jedoch von vornherein gefaßt war. Im ganzen beträgt die aus Bielefeld und Umgegend eingegangen Sammlung 267,20 Mk. Die in Enger und Umgebung ausstehenden Sammelbüchsen sollen in diesen Tagen auch eingezogen werden, umsomehr, als verschiedentlich solche aus den Wirtschaften gestohlen sind. Beschlossen wurde auch, baldigst ein größeres Quantum Steine zur Baustelle anfahren zu lassen, damit der Denkmalsbau noch in diesem Herbst um ein bedeutendes Stück gefördert wird. Danach sollen alsdann auch die in den Listen eingezeichneten Beiträge eingesammelt werden. Sie zur Probe ein Abonnement auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ pro Monat September. Täglich bieten wir eine Unterhaltungsb ilage und außerdem in den Sonnabendnummern ein hübsch Sonntagsblatt. Alle Postanstalten, Landbriefträger sowie unsere Agenturen und Boten nehmen Bestellungen entgegen. Redaktion und Verlag. Enger, 30. Aug. Zur Sedanfeier des Kriegervereins kommt in der vorliegenden Nummer der Zeitung ein Inserat zum Abdruck, worauf hiermit hingewiesen sei. □ Enger, 30. Aug. Gewitter. Heute nacht gegen 4 Uhr kam auch in hiesiger Gegend ein Gewitter zur Entladung, ohne erfreulicherweise besonderen Schaden anzurichten. Belke=Steinbeck, 29. Aug. Besitzwechsel. Die im Wege der Zwangsversteigerung von dem Kolon Lindemann erworbene Kenter'sche Besitzung ist durch Kauf nunmehr in den Besitz des Bierhändlers Möller aus Herford übergegangen. #n Westerenger, 29. Aug. Diebstahl. In der vergangenen Nacht ist dem Neubauer Rottmann hier aus seinem Garten ein größerer Posten Zwiebeln entwendet. Von dem Dieb fehlt noch jede Spur. * Spenge, 29. Aug. Straßensperrung. Hier wird jetzt die Dorsstraße mit Kleinpflaster gepflastert. Die Kreisstraße Hückerkreuz=Jöllenbeck ist daher vom Bäckermeister Specht bis zum Kaufmann Vogel gesperrt. em Hiddenhausen, 29. Aug. Margarinefabrik. Herr Wirt Lindemann auf dem Doberge ist seit längerer Zeit mit der Anlage einer Margarinefabrik beschäftigt. Da somit in der Umgegend von hier bald zwei Fabriken dieser Art existieren, so wird die Naturbutter für uns ein rarer Artikel werden. Provinz und Nachbarstaaten. * Salzuflen, 29. Aug. Theater. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, kam jetzt einmal unser stets liebenswürdiger und allgemein beliebter Badekommissar' Herr Rittmeister Oskar v. Hahn, zu Worte. Es wurde nämlich ein von ihm verfaßtes Scherzspiel„Das Verhängnis" durch das tüchtige Beckersche Ensemble dargestellt. Die Fabel des Scherzspiels ist kurz folgende: Zwei Standesbeamte in sehr gesetzten Jahren, alte Junggesellen, verlieben sich gleichzeitig in eine Witwe, die das Aufgebot ihrer Tochter anmeldet. Bei der Hochzeitsfeier, zu der sie beide eingeladen werden, soll der Sturm auf das Herz besagter Witwe unternommen werden. Der ältere Beamte hat als Vorgesetzter des jüngeren diesem Fegenüber einen gewissen Vorzug, aber da kommt dem jüngeren ein spätes Mädchen zur Hilfe, das von seinem älteren Kollegen beleidigt worden ist und sich nun an ihm rächen will. Sie hat ihren Widersacher wegen Beleidigung verklagt und weiß es so einzurichten, daß der gerichtliche Termin mit dem standesamtlichen zusammenfällt, so daß bei diesem dem jüngeren Standesbeamten die Bahn frei gemacht wird. Sein älterer Kollege wird inzwischen auf dem Amtsgericht über die dort mehrfach eintretenden Verzögerungen— u. a. wird er in eine Telephonzelle eingesperrt und versäumt dadurch den Termin, so daß ihm Strase und Kosten auferlegt werden— in immer größere Erregung versetzt, so daß er schließlich noch wegen Ungebühr vor Gericht auf einige Stunden kaltgestellt wird. Inzwischen ist in seiner Abwesenheit nicht nur die Trauung, sondern auch das Hochzeitsmahl vorüber gegangen, bei dem der jüngere Kollege im Sturm Herz und Hand der schönen Witwe erobert. Erst ganz spät kommt der Kaltgestellte in das Hochzeitshaus und trifft in einem dunklen Zimmer eine Dame, die er für seine Angebetete hält und der er schleunigst seine Liebeserklärung macht. Als aber Licht gemacht wird, merkt er mit Entsetzen, daß er an eine falsche Adresse, nämlich an das von ihm beleidigte Mädchen, geraten ist. Nachdem er den Sachverhalt erfahren, ergiebt er sich aber in sein Schickfal und hofft nun, mit der Beleidigten glücklich zu werden.— Das Scherzspiel wurde von dem zahlreich erschienenen Publikum, das dem Verfasser von vornherein die freundlichsten Empfindungen entgegenbrachte, recht beifällig aufgenommen, und Herr v. Hahn konnte sich am Schluß von der Bühne herab bedanken. * Oeynhausen, 28. Aug. Vom Bade. Die gestrige Kurliste verzeichnete bis zum 26. August 10 732 Eingeschriebene (27. August 1901: 10 129) und 18 765 Durchgereiste(1901: 18 903). Gesamt=Bäderzahl 151 557(1901: 147.232). * Eidinghausen, 29. Aug. Gefaßt. Der beim Bau der Flutmulde beschäftigte Arbeiter Longzek ging vorgestern mit dem Koffer eines Quartiergenossen durch. Auf dem Wege zum Bahnhofe wurde er von dem Gendarm Ballerstein noch erwischt und ihm der Koffer abgenommen; Longzek wurde dem Amtsgericht zugeführt. " Jöllenbeck, 29. Aug. Unglücksfall. Das 6½jährige älteste Söhnchen der Familie Upmeyer zu Belzen wurde vorgestern beim Spielen von einem Holzkasten erschlagen, der ihm mit der Kante auf den Hals fiel. Erst nach längerem Suchen wurde laut N W. V.Z. das arme Kind tot aufgefunden. Das Unglück trug sich zu, während der Vater verreist war. Kassel, 29. Aug. Verunglückt. Wie es schein., ist Regierungsassessor Vogel von der hiesigen Eisenbahndirettion in den Alpen verunglückt. Er befand sich mit seiner Gattin im Ampezzothal. Vor einer Woche entfernte er sich aus seinem Hotel in Cortina, um einen kleinen Ausflug zu machen, und ließ seine Gattin zurück. Bisher ist er nicht wieder zurückgekehrt. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Jetzt kehrte die trostlose Gattin hierher zurück. Kassel, 29. Aug. Flüchtig. Der Ledergroßhändler Jakszt ist nach Hinterlassung einer großen Schuldenlast und nach Verübung von Wechselfälschungen ins Ausland geflüchtet. * Essen, 29. Aug. Diebstahl von Fernsprechleitungsdrähten. In der Nacht zum 27. d. Mts. wurden zwischen Hacheney und Brünninghausen sämtliche Fernsprechleitungen durchschnitten; die Thäter haben gleichzeitig 80 Kilogramm Bronzedraht in den Stärken von 1, 2, 3 und 5 Millimeter entwendet. Das Postamt hat für Ermittelung der Thäter eine Belohnung ausgesetzt. * Elberfeld, 29. Aug. Mord. In Heiligenhaus' wurde ein seit längerer Zeit vermißter Arbeiter kamens Früh in einem Kartoffelfeld ermordet aufgefunden. Das Herz, die Roman von Dora Duncker. (32. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Nachdem sich die Thür geschlossen, stöhnte der Sterbende schwer und ungeduldig auf, als ob er nach Worten suche, die er nicht finden könne. Anna legte ihm die Hand auf den Arm.„Laß doch, Väterchen.— Quäle dich nicht— ich weiß ja, was Du sagen willst!“ Aber er schüttelte den Kopf.„Muß es selber sagen.“ Er rang schwer. Dann stieß er es heraus, mit flehendem Blick:„Verzeih, verzeih!“ „Von ganzem Herzen— von ganzer Seele, lieber Vater— sprich nicht mehr davon. Schlaf, Du bist so müde.“ Er sah sie beruhigter, dankbar an, aber er machte doch noch erneute Versuche zum Sprechen. „Das Papier— Rudolf— vernichten.“ Anna nickte.„Ja gewiß, gewiß. Verlaß Dich darauf.“ „Verrathe mich nicht— keinem— die Mutter,— sie würde——“ „Sei ruhig, Vater, sie erfährt es nie. Niemand erfährt es, so lange ich auf der Welt bin.“ „Es ist gut, gut—“ lallte er—„Dank, Anna Dank.“ Dann wandte er den Kopf zur Seite und fing an, ruhiger zu athmen. Anna ging an die Thür und rief leise nach der Mutter und Grete.„Er scheint zu schlafen", flüsterte sie ihnen zu. Die drei Frauen setzten sich still. Die Mutter an das Bett, die Schwestern je in einen Winkel des Zimmers. So saßen sie eine Stunde lang, fast ohne sich zu rühren. Der Morgen dämmerte schon in's Zimmer. Von Rudolf war noch immer nichts zu hören und zu sehen. Durch einen Spalt der herabgelassenen Jalousie brach ein breiter, goldener Strahl. Die Räthin stand auf und beugte sich auf das Antlitz ihres Mannes hinab. Dann wankte sie und stieß einen lauten, jammernden Schrei aus. Anna und Grete eilten hinzu, sie in ihren Armen aufzufangen. Der Strahl der Morgensonne spielte auf dem Antlitz eines Todten. Der Rath war sanft eingeschlafen. Ein verklärtes Lächeln seligen Friedens lag auf seinem Antlitz. Anna athmete erleichtert auf. Sie durfte sich sagen, daß dieses sanfte Sterben ihr Werk gewesen sei. Die erste Genugthuung für ihr hingeopfertes Leben. 31. Kapitel. Auf der kleinen, einfachen, mit Kletterrosen und Ephen umrankten Steinterrasse ihres bescheidenen Landsitzes Segenhaus, das sie in dankbarer Erinnerung so genannt hatte, weil dort ihr Glück emporgeblüht, saß Frau Rebekka Samuelsohn. Zu ihrer Linken dehnte sich weites Wiesenland, das saftige Grün belebt von den Köpfen von hunderten wildwachsender Blumen, eingehegt von niedrigen Weiden, Hängebirken und stacheligen Brombeerhecken. In der Ferne ragte der Thurm der Spandauer Nicolaikirche über dem Wiesenland auf. Zu ihrer Rechten lagen weit ausgebreitet die dunklen Kiefernwipfel der Jungfernhaide, nur dann und wann durch eine lichter und glänzender schimmernde Laubholzkrone unterbrochen. Es war den ganzen Tag über glühend heiß gewesen; erst jetzt am späten Nachmittag hatte sich ein frischerer Luftzug aufgemacht. Er wehte der still dasitzenden Frau die Blumendüfte aus dem schlicht gehaltenen Gärtchen entgegen: Levkojen, Goldlack und Reseda. Leise bewegte Frau Rebekka das Haupt. Wie allen sensitiven Naturen riefen auch ihr gewisse Gerüche bestimmte Erinnerungen wach. Jene Sommerabende stiegen vor ihr auf, an denen sie da unten mitten zwischen den Sommerblumen, damals dieselben wie heute, auf ihren Moritz gewartet hatte. O, was waren das für Abende gewesen! Frau Rebekka wischte sich mit dem Rücken der flachen Hand über die feuchten Augen. Uebermächtig kam ihr die Erinnerung an jede wonnige Zeit hier draußen zurück. Mit weichen Händen griff sie nach ihr, umschmeichelte sie süß=wehmütig und lockte:„Um meinetwillen bleibe hier.“ Wie gerne wäre Frau Rebekka dieser Lockung gefolgt, wie gerne hätte sie Segenhaus nicht eher verlassen als bis man sie einst hinaustrug durch den stillen, kleinen Garten, hinaus in einen noch stilleren an die Seite ihres Moritz; aber all ihr Geld hatte bisher nicht ausgereicht, sie Jemanden finden zu lassen, der auch im Winter ihre Einsamkeit hier mit ihr getheilt hätte. Jede ihrer Gesellschaftsdamen hatte sie bei der bloßen Ankündigung mit Protest verlassen. Selbst die, Frau Rebekka auf Tod und Leben ergebene Dienerschaft zitterte schon vor dieser Möglichkeit. Freilich hatte sich in den langen Jahrzehnten, da Frau Rebekka zum erstenmal hier draußen gewohnt, manches verbessert und verändert, aber die Verbindung mit Berlin blieb noch immer eine sehr mangelhafte. Vom Charlottenburger Schloßgarten war Segenhaus auf dem Weg über die sogenannte Nonnenwiese in einer guten halben Stunde zu erreichen. Auch ein Wirthshaus allereinfachster Sorte, eine Art Waldschenke, hatte sich im Laufe des letzten Jahrzehnts in der eine halbe Stunde entfernten Kiefernschonung etablirt. Zur Bequemlichkeit der wenigen Umwohner war es sogar mit einem Briefkasten versehen worden, der regelmäßig am Tage dreimal geleert wurde. Sonst war an baulichen Veränderungen nicht viel zu bemerken. Die wenigen verstreuten Anwesen hatten sich kaum vermehrt, nur die Bewohner und die Besitzer hatten des öfteren gewechselt. Immer noch unbebaut lag auch in der Richtung auf Charlottenburg und die Spree zu der große, verwilderte Park, in dem Frau Rebekka den größten Theil ihrer Flitterwochen verlebt hatte. Die sandige Straße nach Spandau führte schon damals an dem Park vorüber und von da in einer halben Stunde nach Segenhaus. Moritz hatte damals einen kleinen Schleichweg durch die Haide entdeckt, der von hinten in den Park mündete, und auf dem man kaum eine Viertelstunde brauchte. Der Park, in dem nur ein kleines Sommerhäuschen stand, war um jene Ien im Besitz eines Grafen Ucro gewesen. Nach dem Tode des Grafen war das ausgedehnte Areal unter den Hammer gekommen, und seither hatte es den Besitzer alle paar Jahre gewechselt Fortsetzung folgt. Leber und andere Körperteile waren vergraben, der Kopf, die Arme und die Beine halbverkohlt. Als mutmaßliche Mörder sind die Arbeiter=Eheleute Saßenhaus verhaftet worden. Köln, 29. Aug. Entwendung wichtiger Schriftstücke. Dem Kronprinzen von Griechenland wurde buf dem hiesigen Bahnhof ein Koffer gestohlen, der wichtige Schriftstücke enthielt. Man glaubt, daß der Koffer in grieBsche Hände gesallen ist. Vermischtes. Neue Bestimmungen über die Zweikampfregeln hat, wie jetzt erst bekannt wird, der letzte Delegiertentag deutschen Burschenschaft, welcher bei Gelegenheit der Enthüllung des Burschenschaftsdenkmals in Eisenach abgehalten wurde, angenommen. Die neu bearbeitete EhrenPrönung tritt vom 1. Oktober 1902 an in Kraft und ist Lindend für sämtliche Burschenschaften der deutschen Burschenschaft. Es wird darüber berichtet: Die Bejahung der Anfrage, vo die Neugestaltung der schwersten Säbelmensur(bis Kampfunfähigkeit) im Stande sei, auch bei den schwersten Leleidigungen die Pistolenmensur zu ersetzen, ebnete folgendem Antrag den Weg:„Die deutsche Burschenschaft wolle versuchen, eine einheitliche Bewegung der satisfraktionsgebenden und Lhmenden deutschen Studentenschaft zu veranlassen, welche den Zweck haben soll, eine Adresse an das deutsche Offizieckorps “zw. den preußischen Kriegsminister oder an sämtliche KriegsAmister der einzelnen Bundesstaaten zu richten, des Inhalts, bei Streitigkeiten zwischen Offizieren und Studenten bzw. Lemaligen Studenten auch von Seiten des Offizierkorps der Läbel als genügende Sühne für Beleidigung anerkannt wird, Pistole dagegen nur bei Unfähigkeit des einen Teiles zur bührung der blanken Waffe zur Anwendung kommen soll.“ . Der Antrag fand den Beifall der deutschen Burschenschaft und wurde angenommen. Gemeinsamen Selbstmord durch Vergiftung mit TChankali begingen gestern der 60 Jahre alte, in Berlin wohnofte Schausteller Louis P. und seine um zehn Jahre ältere Frau. Beide waren krank und konnten wenig verdienen. Der geann zog in den Vororten umher und verkaufte von einem Leinen Wagen, den ein Hund zog, Eis und andere Saisonertikel. Nachdem sie dem treuen Begleiter, dem Hunde, Gift Legeben, machten sie ihrem eigenen Leben ein Ende. Die Leute hatten früher in guten Verhältnissen gelebt. Krankheit und Not waren aber seit langem bei ihnen eingekehrt und mübten ihnen den Lebensmut. Selbstmord eines Raubmörders. In Memel erLangte sich der zum Tode verurteilte Raubmörder Matzeit in Gefängniszelle. Die Stoffe der Kaiserin von China. Aus LonVon wird geschrieben: In den aristokratischen Kreisen spricht „en von einem eigenartigen Skandal, der sich jüngst bei einem eganten Feste, dem auch der chinesische Gesandte beiwohnte, Teignet haben soll. Es fand ein Kostümball statt, und eine Dame der Aristokratie trug ein prächtiges chinesisches Kostüm, welchem der chinesische Gesandte sofort einige damascirte Stoffe erkannte, die in China nur von der Kaiserin getragen verden können. Er fragte sich natürlich, wie dieses kostbare Jleid aus der Kleiderkammer der chinesischen Kaiserin in den Lleiderschrank einer englischen Edeldame gelangt sein konnte. Die Sache war sehr einfach: ein Verwandter der Dame hatte Feldzug in China mitgemacht! Als man das dem MiUster des Aeußern mitteilte, der dem Feste gleichfalls beiLohnte, bat er die Dame, sich zu entfernen, was sie sich nicht bweimal sagen ließ! (Fortsetzung in der Beilage) Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Bei dem neuen Bahnhofsgebäude ist man bezüglich der Ledürfnisanstalten einen Schritt rückwärts gegangen, was Pffentlich aber wieder gut gemacht wird. Während früher Die Aborte so gelegt waren, daß sie ohne Lösung einer Perronlarte zugänglich waren, ist jetzt das Gegenteil der Fall. Um Abhilfe zu schaffen, braucht man nur die betr. Beamten anders zu postieren, was hiermit angeregt sei. 5. Verlobt; Elise Dreckmeier mit Fritz Niermann in Linne(b. Wittlage)-Bruchmühlen. „ Gestorben: Frau Paula Braetz, 33 Jahre, in Oeyn hausen. der Revaktion. A. F. Das von dem Spieler erhobene Darlehn muß #erselbe wieder zurückerstatten. Ist für die Rückerstattung ines Darlehens eine Zeit nicht bestimmt, so hängt die FälligI davon ab, ob der Gläubiger oder Schuldner kündigt. ##e Kündigungsfrist beträgt bei Darlehen unter 300 Mark Monat, darüber 3 Monate. Wird das Darlehen nach erAgter Kündigung nicht zurückgezahlt, dann können Sie gericht9 klagbar werden. " 9 9 A. E s s t e h t I h n e n d i e B e s c h w e r d e b e i m a u s s i c h t s Uhrenden Amtsrichter offen, die schriftlich und mündlich vorEbracht werden kann. Nach Eilshausen. Die Aufnahme des Artikels erfolgt in nächster Nummer. Course der Berliner Börse. getellt von der Westf.-Lippischen Vereinsbank, Akt.-Ge. Herford, 29. August 1902. 92.40 Consoll 1o„„ 102,60 Deutsche Reichsanleibe 92.75 Westf. Prov.-Anl. 0 o g 99 102,70 89.60 100.— 104,60 103,70 5 Bielef, Stadtanleihe , Hamb. HypothekenPfandbriefe 1910 100,30 a Rhein. Westf. Bodenkred.-Pfandbriefe 1905 100,75 Meining. Hypoth100,50 209.80 186.— Pfandbriefe Deutsche Bank-Akt. Disc. Commandit-Akt. A. Schaaffhausen'scher Bv. 117,25 Gelsenkirchener Bergw.Aktien 170.70 Hibernia Bergw.-Aktien 172,70 Harpener dto. 165.— Harb.-Wien. Gummi-Akt. 308.75 Phönix Bergw.-Aktien 128,75 Bankdiscont 3% Tendenz: fest. Witterungsbericht vom 30. August. Höchste Temperatur des Vortages: 28,0°. Niedr. Temperatur in der Nacht: 16,60. Temperatur um 7 Uhr vorm.: 16,60. „„„„ 21,80 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 746,7 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 7,7 mm. Wind: Schwacher S. Himmel: Bewölkt; zeitweise heiter. Voraussichtliches 31. August. Bei schwachen südwestlichen Winden und weiterer Erwärmung Gewitterbildung wahrscheinlich. Telegramur und Telephonische Meldungen. Zum Besuch des Königs von Italien. Berlin, 30. Aug. Heute vormittag findet die große Herbstparade auf dem Tempelhofer Felde vor dem Kaiser und seinem hohen Gast statt. Die Monarchen begeben sich vom Bahnhof Großgörschenstraße zum Paradefeld und besteigen dort die Pferde. Zum Befinden Professor Virchows. Harzburg, 30. Aug. Erfreulicherweise ist jetzt in dem Befinden Virchows plötzlich eine ganz staunenswerte Besserung eingetreten. Der greise Gelehrte trifft heute abend in Berlin ein. Hoffentlich hält die Besserung fortdauernd an. Burenführer auf Reisen. Hamburg, 30. Aug. 10 Burenführer, darunter auch ein Verwandter de Wets sind mit einem Wörmanndampfer gestern auf der Reise zu Krüger und Stein hier eingetroffen. Netter Kassierer. Hamburg, 30. Aug. Der Kassierer Beamann von der Sektion der Kohlenarbeiter Hamburgs, einer Mitgliedschaft des Hafenarbeiterverbandes, ist mit tausend Mark Kassengeldern durchgebrannt. Auch Marken in beträchtlicher Höhe fehlen. Rumänischer Mobilmachungsplan entwendet. Berlin, 30. Aug. Wie aus Wien gemeldet wird, verlautet in Bukarester militärischen Kreisen, daß aus dem Geheimarchiv des rumänischen Generalstabes wichtige Festungspläne entwendet wurden und nach dem Ausland hin verkauft worden sind. Auch der Generalplan der Mobilisation soll sich unter den entwendeten Akten befinden. Die Untersuchung soll ergeben haben, daß bei der Affäre bulgarische Agenten im Spiel waren, welche im Interesse des russischen Generalstabes gehandelt haben. Der Vorfall erregt in Bukarest ungeheures Aufsehen und wurde dem König Carol nach Gastein in geheimen Chiffren depeschiert. Zum Kulturkampf in Frankreich. Paris, 30. Aug. Der Präfekt ordnete die Umwandlung von 18 kongreganistischen Schulen in Laienanstalten an. Zur Lieferung von Eisenguss, roh und fertig bearbeitet. zu Bauzwecken, für Ziegeleien, ferner Maschinenteile aller Art nach vorhandenen und eingesandten Modellen oder Zeichnungen, Teile zu landwirtschaftlichen Maschinen, sowie auch komplette Maschinen[Göpel, Häckselmaschinen 2c.] Spezialität: Formmaschinenguss für Massenartikel, LohnSchleiferei und Vernickelungs-Anstalt empfiehlt sich 22% Bünder Bünde i. Westfalen. Preussische Renten-Versicherungs-Anstalt (Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit) Gegründet 1838 in Berlin. Kaiserhofstr. 2. Gegründet 1838 Renten- und Kapitalversicherung auf den Lebensfall, besonders empfehlenswert zur Erhöhung des Einkommens, zur Altersversorgung und zur Sicherstellung deri Mittel für Aussteuer, Studium und Militärdienst. Vertreter: August Holle in Herford. Lübberstr 5, Castanién in Bielefeld, Am Obernthor 3. 283a A. Bücker prakt. Bandagist Herford, Gehrenberg 18 fertigt u. empfiehlt: Beuchbänder, Leibbinden, Geradehalter, Maschinen gegen Verkrümmungen des Rückgrats, der Beine und Füßze. Lager säntlicher Artikel für Krankenpflege, chirur zischer Instrumente und Gummiwaren. sowie medizinische Verbandstoffe. 410a Gol. Fiston und Kistenteile jeder Art für Bahn, Dost und den Export. Kleine Kisten für Seifen, Zucker etc. Holzwolle, Crockenrahmen, Flaschentransportkasten etc. empfiehlt billigst 722a] C. J. Becker, Dampfsäge- u. Kistenfabrik. Köln-Nippes Achtbare Leute können mit kleinem Kapital durch Vertrieb gaugbarer Artikel oder Gründung eines kl. Geschäftes sich grossen Gewinn verschaffen. Reflektanten bitte Adresse unter Alfred Rosenhain München, Herzog Maxstrasse 2. wegen vorgerückter Saison weit unter Preis. 5525 M. Bracksiek, Alter Markt 6. Sie die Bedinoßen Preisausse im Werte von lches die SirisFrankfurt a. M. uter Kochrezepte bei Heinrich m Montag, den 1. Septbr., Nachmittags 1 Uhr, werde ich im Saale der Frau Witwe Brinkmann am Rennthor nachstehende Gegenstände meistbietend gegen Baar versteigern, als: Tische, Stühle, 1 Ofen mit Zubehör, 1 eiserne Bettstelle mit Matratze, Betten, Kleidungsstücke, Wäsche, 1 Turneranzug, 1 Domino, 1 Schlassofa, Küchengeräte, als: 6 Stück Blitzkocher, 1 Petroleumkocher, Kaffeekannen, 1 Tischlampe, diverse Wandlampen, Reiben, Kaffeedosen, Messer und Gabeln, alles fast neu; 1 Weckuhr, 1 Regulator, 1 Küchenschrank, 1 Kleiderschrank, 1 Emaille=Kochmaschine, 1 Partie präparierte Naturpalmen. 570h Am 29. d. Mts. starb unerwartet nach kurzer, schwerer Erkrankung der Oberlehrer Carl Bürcke. Fast 30 Jahre hindurch hat er seine hervorragende Begabung und seine seltenen Kenntnisse in den Dienst der Schule gestellt. Diese erfolgreiche Thätigkeit an der Landwirtschaftsund Realschule sichert ihm in der Geschichte der Schule eine hervorragende und dauernde Stätte. Ehre seinem Andenken! 5795 Das Kuratorium der Landwirtschafts- und Realschule. v. Borries. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere verehrlichen Mitglieder von dem uns widerfahrenen schweren Verlust in Kenntnis zu setzen. Gestern morgen 8 Uhr verschied sanft nach kaum 10tägigem Krankenlager unser liebes Ehrenmitglied, unser hochverehrter Lehrer, treuer Freund und aufrichtiger Berater, Herr Oberlehrer Carl Bürcke im 55. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm den Mitbegründer und die thatkräftigste Stütze unsers Vereins, dessen Verlust für uns unersetzlich ist. Sein Andenken wird hoch in Ehren gehalten werden und in dankbaren Schülerherzen nie verlöschen. Der Vorstand des v. E. L. i. V.: Mormann. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. September, nachmittags 4 Uhr statt. Sammelpunkt für die Vereinsmitglieder im Vereinslokale, nachmittags 3½ Uhr. 580h Nach kurzem Kranksein starb gestern Morgen im besten Mannesalter infolge einer Lungenentzündung der Leiter unserer Handelslehranstalt und unseres Lehrlingsheims Herr Oberlehrer Carl Bürcke Seit Gründung unserer Handelslehranstalt im Jahre 1890 hat der Verstorbene derselben ununterbrochen als Leiter vorgestanden, mit Fleiss und Geschick hat er in dieser Stellung die hiesige kaufmännische Jugend mit heranbilden helfen, auch war er ein treuer Mitarbeiter bei allen unseren Vereinsangelegenheiten, sodass wir seinen Verlust tief empfinden und er uns unvergesslich bleiben wird. Stets werden wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Kaufmänn Verein. Wir ersuchen unsere Mitglieder, sich am Montag, 3¾ Uhr Nachmittags, zur Beerdigung des Dirigenten unserer Handels-Lehranstalt Hrn. Oberlehrer Bürcke rechtzeitig vor dem Hause desVerstorbenen einzufinden, um demselben die letzte Ehre zu erweisen. 565h Der Vorstand. Die Schüler unserer Handelslehranstalt versammeln sich zurselben Zeit im Schullokal. * * HI Nr. 82 vorzügliche 6 Pfg. Ligarre Ign. Pelster, * * Gehrenberg 25. 2 Garantiert a. engl. Rasiermesser fein hohlgeschliffen zum Selbstrasieren ewpfiehlt billigst; Mar Wiegk, Gehrenberg 8. L Aug.Wolff Mw. Möhel- u. Dekorationsgeschäft. Große Auswahl in Fahnen, Flaggen, Wimpel, sowie sämtliche Dekorationsartikel aus der Fahnenfabrik Franz Reinecke, Hannover zu Fabrikpreisen. 4202 Kotaloge stehen zu Diensten. Uebernahme ganzer Festdekorationen. Enger. Hierdurch die ergebene Nachricht, daß ich neben meinen sonstigen Waren auch 38h Oefen u. Kochmaschinen jeder Art nebst Zubehör führe. Bei vorkommendem Bedarf halte mich bestens empfohlen F. Höppner. Christlich-Vaterländischer Männerverein. Am Sonntag, den 31. August, nachmittags 4 Uhr Sedanteier in Brinkmann's Garten am Rennthor. Die Feier besteht aus Feftrede(Herr Lehrer Wehmeyer), gemeins. Gesängen, Chorgesängen und Vorträgen des Posaunenchors. 485h Gemeinsamer Abmarsch der Vereinsmitglieder 3½ Uhr vom Evang. Vereinshause. Mitglieder haben freien Zutritt; Nichtmitglieder zahlen 10 Pfg. Eintrittsgeld. Der Vorstand. 566h Kaufmännischer Verein. Gestern entriss uns der unerbittliche Tod unseren allseitig geachteten Leiter Herrn Oberlehrer Carl Bürcke. Das Lehrerkollegium der Handelslehranstalt verliert in ihm einen liebenswürdigen Vorgesetzten, einen gewissenhaften und eifrigen Mitarbeiter und einen treuen Freund und Berater. Wir werden seiner stets in Dankbarkeit und Liebe gedenken. Das Lehrerkollegium der 567h" Handelslehranstalt. Nachruf! Schmerzlich überrascht und tiefbetrübt hat uns die Nachricht von dem gestrigen Dahinscheiden unseres hochverehrten und allseitig geliebten Dirigenten Herrn Obsrlakrer Carl Büroke. Durch die uns jederzeit in allen Stücken entgegengebrachte Liebe und aufopfernde Lehrthätigkeit hat er sich ein unsterbliches Andenken bewahrt. 561h Nicht allein als Dirigent der Schule, sondern auch als Gründer und Leiter des Lehrlingsheims verlieren wir in ihm einen väterlichen Freund und Berater, und wird er als solcher auch über das Grab hinaus in steter Erinnerung und Achtung unter uns fortleben. Die Schüler der Randelslehranstalt. Restaurant Bürgerbräu, Alter Markt 6. 569h. Neu renoviert!#s Neu renoviert! Warmes Frühstück von 9 Uhr an zu 40 Pf. Mittagstisch von 12—2 Uhr zu 60 Pfg. und 1,20 Mark In warmen und kalten Speisen große Auswahl auf der Abendkarte von 60 Pf. an. Gut gepflegte Biere. Prompte Bedienung. Stittungsfest gebunden mit Sedanfeier des Kriegervereins Elverdissen Sonntag, den 31. August 1902. PROGRAMM. Morgens 6 Uhr: Ankündigung des Festes durch Kanonendonner. Nichmittags von 1 Uhr ab: KONZERT im Garten des Herrn Kameraden Wächter. Von 2—3 Uhr: Empfang der fremden Vereine. 3½ Uhr: Porade=Aufstellung und Ansprache auf dem Festplatze in der Näte der Buntweberei. Von 4—6 Uhr: Konzert daselbst, dam Beginn des Festballes. Einirittsgeld für Herren 1 Mk., für Damen 50 Pfg. NB. Die Bewirtung ist Herrn Restaurateur Herm. Oberschelr in Heiso d übertragen worden, welcher für gute Speisen und Geiränke bestens Sorge tragen wird. Um zahlreichen Besuch bittet 454 Der Vorstand. Hotel Kaiserhof, Externsteine. Sonutag, den 31. August: Konzert. Nach dem Konzert: Tanzkränzchen. 568h Anfang 4 Uhr. Rudolf Briest. Restaurant„Neue Börse“. Grossstädtische Automaten-Ausstellung Hochinteressant für Jung und Alt. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 57 W. Heermeyer. Täglich frischgebratene unge Hähn ben. s Restaurant„Neue Börse“ W. Heermeyer. Austellus □ K Eintrittspreise: vor 10 Uhr morgens: 2 Mark, von 10 Uhr ab:; Mark. Mittwochs: 50 Ofg. Vereinen und Versammlungen Ermäßigung auf die Hälfte nach vorheriger Vereinbarung Dauerkarten vom 1. August ab zum ermäßigten Preise von 19. Mk., für Kinder 6 Mk. Billige Logis durch das amtliche Verkehrsbureau der Ausstellung, Hansahaus, ganz nahe am Hauptbahnhof, und auf der Ausstellung dicht am Ausstellungs=Bahnhof. Vermittelt sofort gute und billige Unterkunft in Hotels und Privathäusern. Wohnungen reichlich vorhanden. Konzerte: Von nachmittags 3 Uhr ab bis abends 10½ Uhr durch zahlreiche Kapellen, Programme usw. aus dem Ausstellungs=Tageblatt zu ersehen. Große Fontaine, abends prachtvolles Farbenspiel. Glänzende Beleuchtung aller Gebäude und der Rheinbrücke. Nächstes Großes Feuerwerk Nie dagewesen! Für nur 1 Mark 40000 Mark bares Geld. 10X 10X 15X 60X 150X 209X 500X 1000X 2000X 4000X 10030 17956 Gewinne, zus. 500000 M. Lose à 1 Mark, Porto und Liste 30 Pfr. extra, empfiehlt und versendef, auch unter Nachnahme, bei Mehrabnahme Rabatt, Bare Geldgewinne. IX 40000 M.bar- 40000 M. 1X39000„„=30000„ s IX 20000„„=20000 1X 15000„„= 15000 3X 10000- 30000 4X 5000„W.=20000 3000„- 300 2000„„=20000„ 1000„„—15.09 500„„—30000„ 300„„-45000„ 100„„-200 50„„=25000„ 30„„-30000 20„„-40000„ 10„„-40000 5=50000 Deutschlands grösste und chancenreichste 1 Mark-Lotterie. Kunstpalast, deutsch- nationale Kunstausstellung, kunsthistorische Ausstellung, geöffner von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr. Kairo, Orientstraße und nubisches Dorf ist den ganzen Cag bis abends 11 Uhr geöffnet. Daselbst Bazar, Cafés mit Konzerten, Theater usw mit Gurken=Einlage empfiehlt Kunkel, Bügelstr. 4. Montag, den 1. September abends 8½ Uhr: 536 KONZERT der städtischen Kapelle. Abonnementskarten haben hie“ roch ausnahmsweise Gülttgkeit. Sämtliche Kavalleristen werden am 2. September, aben 9 Uhr beim Kameraden Bract. sier[Rergertho## tur 5400 Sedanfeier eingeladen Stiftberger Kriegerverein. Am Sonnabend, d. 30. Aus8 Uhr: Antreten im Vereins lokale zur Gedächtnisfeier a#b Kriegerdenkmal. Sonntag, den 31. Auguß 2½ Uhr: Antreien im Vereins lokale zur Sedanfeitr. 5240 Die Feier findet beim raden Tiemeyer statt. Der Vorstand. des Kriegervereins zu Enges am Sonntag, den 31. Auguste im Vereinslokale bei Herr E. Pörtner. Zum Fest=Ballnachmittags 5 Uhr beginnend werden auch Nichtmitgliedet hiermit freundlichst eingeladen Eintrittspreis für Nichtmit glieder, Herren 1,00 Mk., camen 0,50 Pfg. Sonntag, den 31. August abends 8 Uhr in der Bürgerschule(Zeichensaa!), Wilhelmspl. Redner: Inspektor Munz aus Elberfeld.—534h Sanitätskolonne. Sonntag, den 31. Aug., morgens ½9 Uhr bei Martin Herrmann. 5600 Bin zurückgekehrt. Direktor Dr. Rissmann. Frauenarzt, Osnabrück. (5625 Kaffee. Sehr ausgiebig und reinschmeckend sind n eine Kaffees gebrannt per Pfund von Mt. 1,00 b's 1,80. 564h C. Matzmann. Bestellungen auf 526h Ia. Kronsbeeren welche Ende nächster Woche eintreffen, nimmt schon jetzt entgegen Heinrich Nolting, Rennstr. Holzschuhe in großer Auswahl eingetroffen bei 4895 Heinrich Nolting Neues Sauerkraut empfiehlt 532h Kunkel, Bügelstr. 4. Bestellungen auf neue prima Pfund 30 Pfa. nimmt entgegen Ulrich Raumann, Bäckerstraße 17. 554h Soeben neue Sendung allerbeste eir getroffen, und empfehle solche billigst. 5435 Mehrere Ladungen prima hat billig abzugeben. Gottlieb Breder Baumaterialienbandlung Bielefelderstr. WVVVVVVVV Beilage zu Nr. 203 der Herforder Zeitung für Stadt u. Land. Anzeigen für den Kreis Herford. (iederholt ist es in letzter Zeit vorgekommen, daß Wanderlehrer im Auftrage von auswärtigen Firmen im Kreise Herford Buchführungskurse abgehalten haben, die im Wesentden Zweck haben, den Teilnehmern das Honorar abzunehmen, ohne daß sie irgend einen Vorteil von dem Kursus haven. Meistenteils wird den Teilnehmern vorher vorgeredet, daß sie ihr steuerbares Vermögen nicht berechnen können und demnach an dem Buchführungskursus teilnehmen müßten. In dem Kursus werden dann aber ganz salsche Grundsätze für die Ermittelung des steuerlichen Einkommens aufgestellt. Wir raten dringend von der Teilnahme an derartigen, von fremden Personen veranstalteten Kursen ab und weisen garauf hin, daß die Steuerbehörde auf solche Buchführung keinen Wert legt. Stellt sich irgend wo das Bedürfnis heraus einen BuchFhrungs=Kursus abzuhalten, so kann ein Antrag bei der Landwittschaftskammer in Münster gestellt werden, die derartige Kurse bei genügender Beteiligung unentgeltlich erteilt. Herford, 12. August 1902. Der Magistrat. 546h Busse. Das Verzeichnis derjenigen Personen der Stadt Hersord, # welche zu dem Schöffenamte berufen werden können(Urliste), liegt in der Zeit vom 1. bis 6. September auf dem Rathaus I. Zimmer Nr. 5 zu Jedermanns Einsicht während der Varmittags=Dienststunden offen Herford, den 29. August 1902. 547h Der Magistrat: Busse. Drm Einvernehmen mit dem Herrn Regierungs=Präsidenten in Minden und der Königlichen Eisenbahn=Direktion in Hannover sind nachstehende Personen als Kleinbahnpolizei=Beamte für die Kleinbahnen Herford=Wallenbrück und HerfordVlotho ernannt und von mir heute vereidigt: 1. Streckenwärter und Hülfsschaffner August Tiemann zu Ober=Jöllenbeck, 2. Streckenwärter und Hülfsschaffner Wilhelm Gieselmann zu Eickum, 3. Streckenwärter und Hülfsschaffner Wilhelm Schlömann zu Jöllenbeck. Herford, den 26. August 1902. Der Landrat: v. Borries. Gebiß und die Verdauung. Aus Würzburg wird geschrieben: Ueber die Bedeutung der Zeikleinerung und des Kochens der Speisen für die Verdauung hat Professor Lehwann, der Vorstand des hygienischen Institurs der hiesigen Universität, interessante Untersuchungen angestellt. Bis jetzt hatte mar noch nie in exakter Weise die Frage zu beantworten gesucht, wie denn der Zerkleinerungsgrad auf die Verdauung einwirkt. Allerdings wissen wir, daß Menschen, die hastig kauen und schnell herunterschlucken, oft an Magenbeschwerden leiden, ja, daß dieser Fehler oft die einzige Ursache der Beschwerden bildet. Vielfach wird auch von Aerzten und Zahnärzten beobachtet, daß ein künstliches Gebiß bei Menschen mit defekten Zähnen und infolgedessen darniederliegender Verdauung durch Verbesserung der Ernährung Wunder wirkt. Prof. Lehmann hat nun seine Versuche gewissermaßen im Reagenz=Glase angestellt, indem er die gekochten Speisen einmal in Würfeln von 1 Zentimeter Seitenlänge, dann von 1 Millimeter Seitenlänge und schließlich fein zerrieben dem Verdauungssaft im Brutschrank aussetzte. Es wurden die verschiedensten Nahrungs=Mittel untersucht: hartgekochtes Hühner=Eiweiß, Fleisch, Käse, Erbsen, Graubrot, Pfannkuchen, Aepfel, gelbe Rüben, Kartoffeln und Maccaroni. Aus den Versuchen ergab sich, daß der Grad der Zerkleinerung der groben Würfel zu feineren für die rasche Verdauung von großer Bedeutung ist, und daß die Zerreibung der Speisen die Geschwindigkeit der Verdauung abermals außerordentlich beschleunigt. Bei den Speisen, die ihres Zuckergehalies wegen genossen werden, ist auch das Kochen von großer Wichtigkeit, weil einmal durch das Quellen der Stärke zu Kleister die Zellenwände gesprengt werden und weil zweitens die verkleisterte Stärke von den Verdauungs=Sästen viel energischer angegriffen wird. Die Verzuckerung der gekochten Speisen geht etwa fünfmal rascher vor sich als die der rohen, die Verzuckerung der feingeriebenen 5, 10, ja 20 mal schneller als die der grob zerkleinerten Speisen. Durch Kocheu und feines Zerreiben, wie bei Apfelmus und Kartoffel=Purée, kann die Zucker=Bildung auf das 30- bis 100fache gesteigert werden. Aus alledem geht hervor, wie wichtig ein gutes Gebiß und seine richtige Benutzung für die Verdauung ist, und daß man Kranken und Schwachen möglichst feingewiegte und zerriebene Speisen reichen soll. Vermitchtes. Ein sehr peinlicher Vorfall ereignete sich dieser Tage in dem Offizierkasino der 1. Gardedivision in Petersburg. Dort waren verschiedene Offiziere versammelt, darunter der Oberst Druschini, Gehilfe des Stabechefs der Division. Ihm gegenüber hatte während der letzten Manöver in der vergangenen Woche der Großfürst Wladimie sich über Einzelnes abfällig ausgesprochen. Darüber schlechter Laune, sprach sich Oberst Druschini im Kasino sehr wegwerfend über die Thätigkeit des Generalstabs aus. Als der Generalstabshauptmann Trotzki hervortrat und meinte, daß diese Ansicht des Obersten täum begründet sei, kam es zwischen beiden zum Wortwechsel. Hierbei schlug der Oberst dem Hauptmann die Mütze vom Kopfe, wofür der Hauptmann seinerseits dem Obersten eine Ohrfeige versetzte. Hauptmann Trotzki wurde sofort arretiert. Die ganze Angelegenheit wurde gemeldet. Oberst Druschini reichte unmittelbar nach dem Vorfall seinen Abschied ein. Eine Liebe ist der anderen wert. Ein humordolles Intermezzo wird von der Erfurter Hundertjahrfeier(1000jähr. Zugehörigkeit der Stadt zu Preußen) erzählt. Das Gedränge in den Straßen war besonders beim Passieren des historischen Festzuges ungeheuer und die Temperatur sehr schwül. Da fiel plötzlich aus einem Feuster der zweiten Etage eines Hauses in der Bahnhofstraße ein Damen=Taschentuch auf die Zuschauer herunter und blieb auf dem Haupte eines biederen Bäuecleins hängen. Es schien sehr ersreut über den duftenden Gruß aus der Höhe, verstand aber sofort, was gemeint war, als er auf der Spitze seiner Nase das Ende eines langen Bindfadens spürte. Flugs hatte er das Taschentuch angebunden, das nun unter dem Halloh des Publikums von zarter Damenhand in die Höhe gezogen wurde. Der Dank der Gnädigen blieb nicht aus, er folgte in Gestalt einer langsam herabgelassenen Flasche Bier. Alle, die dort in drangvoll fürchterlicher Enge eingekeilt waren, begrüßten das willkommene Labsal mit Hurrah und keiner sagte:„Den Dank, Dame, begehr' ich nicht!“ Im Gegentheil, den Weg der ersten Flasche mußten noch sechs andere wandern, und sie waren alle im Handumdrehen geleert! Einen interessanten Fund machte dieser Tage ein als eifriger Briefmarkensammler bekannter Schriftsetzer in Straßburg i. E. In einem Müllkästchen entdeckte er, der „Str. Ztg.“ zufolge, zufällig die— Privatkorrespondenz des einstigen Bürgermeisters von Straßburg, Baron v. Türckheim! Die Korrespondenz ist gut erhalten und datiert von 1793 bis 1840. Beim Mittagessen getötet. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich bei dem Queistalsperrenbau in Marklissig. Der bei einer Feldschmiede beschäftigte Arbeiter Graf aus Ren#ersdorf, der beim Mittagbrot saß, wurde durch einen großen Spengstein, der die Feldschmiede zerschlug, auf der Stelle getöte.. Er hinterläßt eine Witwe mit drei Kindern. Von Wespen zu Tode gestochen. Wie man aus Zürich meldet, wurde in Bueren, einem Orte im Kanton Bern, ein dreijähriges Knäblein, dessen Eltern auf dem Felde arbeiteten, von einem Wespenschwarm überfallen und derart in das Gesicht und in den Körper gestochen, daß nach zwei Minuten der Tod eintrat. Ein altes Glückskind. Der„Figaro" erzählt auf seiner ersten Seite unter den Pariser Nachrichten ganz ernsthaft folgende, wie ein Märchen klingende Geschichte: Auf dem Boulevard de Port=Royal wohnte eine alte Dame, Namens Marpinet, die im behaglichsten Wohlstand von ihren Renten lebt. Im vergangenen Sommer ging Madame Marpinet in die Kirche und schenkte einem Blinden, der an der Ecke des Coursla=Reine stand, zwei Sous. In Nachdenken über das traurige Schicksal des Blinden versunken, ging sie, zur Erde sehend, langsam weiter und fand bei dieser Gelegenheit eine Brieftasche, in der sich keine Spur des Egentümers, wohl aber achtzig neue Tausend-Franks=Banknoten befanden. Sie trug den Fund auf die Präfektur, wo man ihr bedeutete, daß, wenn sich in einem Jahr und einem Tag kein Verlustträger gemeldet haben würde, das Geld in ihr Eigentum übergehen dürfte. Dieser Tage erhielt sie den Bescheid von der Präfektur, daß niemand die Brieftasche reklamiert habe. Als sie mit den gefundenen 80 000 Francs in ihrer Wohnung eintraf, fand sie einen Brief ihres Bankiers vor, der ihr meldete, eines ihrer Loose habe den Haupttreffer mit 100000 Francs gemacht. Frauen als Feuerwehrleute. Eine gut geschulte und ausgerüstete weibliche Feuerwehr hat seit kurzem die Stadt Arundale in Neu=Südwales, Australien. Diese anscheinend überraschende Neuerung ist in Wirklichkeit jedoch nicht so ungewöhnlich. Es wird behauptet, daß die Kolonien bei Einrichtung der weiblichen Feuercehr nur Anregungen des englischen Mutterlandes gefolgt wären. Vor einigen Jahren wurde im„Royal Holloway College“ eine weibliche Feuerwehrabteilung eingerichtet. Die Studentinnen waren eine sehr tüchtige Hauswehr und übten regelmäßig mit Handpumpen, Hydranten und Eimern. Auch im„Girton College" bilden sich die Studentinnen Jahr ein, Jahr aus im Feuerlöschwesen aus. Ebenso werden viele andere Lehrinstitute und Geschäftshäuser in England von Jaspektoren besucht, die die Damen im Feuerlöschwesen unterlichten. In Marazion in Cornwall arbeitete eine weibliche Feuerwehr mit einer neuen Hansdruckspritze, und im Städtchen Billingborough, Lincolnshire, besuchte eine begeisterte Dame die Einwohner, um Gelder für eine Feuerspritze und eine weibliche Feuerwehr zu sammeln. „Im Feuerlöschwesen die Frauen einzuführen", sagt ein auf diesem Gebiete erfahrener Mann,„ist ein Schritt auf dem rechten Wege; denn dies lehrt Ruhe zur Zeit der Feuersgefahr und verhindert jene Panik, die so oft Verluste an Menschenleben zur Folge hat.“ Wir gestatten uns unsere Leser auf die Annonce der Deutschen Elliot-Fahrrad=Gesellschaft m. b. H. Berlin, im Inseratenteil der heutigen Nummer zu verweisen. Dr. med. Gresskopff’e Sanatorium Klushügen rix 6 bei Osnabrück.„ W. Ilsin.l. namse Gesammtes Wasserheilverfahren, Bonnen-, elegtr. Licht-, MedizinalLrömisch-irische Bäder. Diäteuren. Massage, Inhalatoriam. 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Eintrittspreise für Nichtmitglieder 30 Pfg., Kinder in Begleitung der Eltern frei. Abends 8½ Uhr: Beginndes Festballes. Eintrittspreis für Nichtmitglieder: eingeladene Damen frei, für Herren 1 Mk.— Frauen, Töchter und Bräute der Mitglieder haben überhaupt freien Zutritt. Orden und Ehrenzeichen, bezw. Vereinsschleifen sind anzulegen. Die Ausgabe der Festkarten für die Vereinsmitglieder und deren Damen findet statt: für den Krieger-Verein bei Herrn H. Herzog, für den Kameradschaftlichen Verein am Sonntag, den 31. August vormittags 11½ bis 12½ Uhr im Vereinslokale bei Herrn Aecker, für den Stift Berger Kameradschaftlichen Verein im Vereinslokale bei Herrn Lücking, Stift Berg. Zu diesem Feste ist der Schützenhof obigen Vereinen zur Verfügung gestellt Der Oberst der Schützengesellschaft 395h] gez. Köster. Vermessungen und Projekte welche in diesem Herbst bearbeitet werden sollen, bitten wir baldigst anzumelden, damit die erforderlichen Unterlagen, deren Ausfertigung geraume Zeit in Anspruch nimmt, schon bestellt werden hmen. 6606 u. Tiefbau-Bureau Schulze Bad Oeynhausen, Bahnhofstr. Herford, Alter Markt g. Fernsprecher Nr. 70. Fernsprecher Nr. 17z. Zuhaben in elg Kohlenhandlungen BRAUNKOHLEN BRIRETS Hausbrand Beggrmeklandhabung, Billig, Reinlich. Sparsam. 6 5 Schnelles Feuer Dauerbrand BRRUNKORLENEKC C EEh röst ereien Metzgereien n und verwandte II Gewerbe. Brika-VERRaUrSUER S Die Brikets Harke, Union“ sind den Specialmarken durchaus gleichwertig, do sie von denselben Werken aus denselben Rohstoffen und ** O m i t d e n s e l b e n M a s c h i n e n g e p r e s s t w e r d e n.#### * REICHE DES Die Gewalt der Stürme. Die mächtigen Stürme, die im Juni und Juli dieses Jahres tobten, und die u. a. auch der preußischen Rheinprovinz einen verheerenden Besuch abstatteten, werden wohl nicht mit Unrecht mit den vielen gewaltigen vulkanischen Ausbrüchen der letzten Zeit in Verbindung gebracht. Bei solchen finden nachweislich nämlich Gewitter oder Stürme statt; während nun durch den inneren Stoß Asche und Schlacken hunderte von Metern hoch geschleudert werden, treibt die Gewalt des Sturmes(Orkans) sie tausende von Meilen weit fort. Dies ist feststehende Thatsache, während man vor Jahrhunderten sich solche Aschenregen nicht erklären konnte. Auf ähnliche Wettereinflüsse (Wind=, Wasser=, Sandhosen und Sturmbewegungen in höheren Luftregionen) find auch folgende Erscheinungen zurückzuführen. Am 25. Februar 1859 kamen während eines stürmischen Regens in Mountain Ash (Glamorganshire, einem wilden Gebirgslande in der englischen Provinz Wales) Massen von Pilchern oder Pilchlingen, auch Strömlinge genannt, eine Art kleiner Heringe, aus der Luft herunter. Man that einige davon in frisches Wasser und sie lebten, während sie in Salzwasser starben. Sie konnten nur durch einen Wirbelwind, der eine Wasserhose bildete, aus einem Strome gerissen und durch die Luft fortgetragen worden sein.— In Salins, im Juragebirge, kamen am 22. Februar 1891 während eines Sturmes mit einem dichten Schneeschauer viele Tausende von Raupen zur Erde, die ihrer Natur nach von den Inseln Madeira, den Kanarien, Azoren, vom Cap Verde stammten, also hunderte von geographischen Meilen weit durch die Luft getragen worden waren.— Ebenso sielen am 9. August 1892 bei Paderborn im Regensturme Massen von kleinen Schalthieren(Schnecken) wie ein Hagelschauer rasselnd aus der Luft herab. Vorher hatte man diese Schnecken als eine gelbe Wolke hoch in den Lüften herumschweben sehen. In diesem Falle handelte es sich um eine noch viel stärkere Kraft des Wirbelwindes, der ein ganzes Fluß= oder Teichufer erfaßt und emporgetragen haben mußte, da die Schalthiere dicht am Schlammboden, ja, zum Theil halb in demselben zu haften pflegen. In mehr finsteren Zeiten als der unseren bemächtigte sich gern der Aberglaube solcher natürlicher Erscheinungen, um sie zu etwas Uebernatürlichem, Unerklärlichem zu stempeln. Allerlei Gissenswerthes. Meeresströmungen. Schon viele Versuche sind angestellt worden, um durch verschlossene Flaschen, die in allen Theilen der Erde ins Meer geworfen wurden, die Strömungen festzustellen. Ein sehr merkwürdiges Beispiel hierfür bietet das mit einer Fasche, die volle zweiundeinhalb Jahre unterwegs war dabei 10000 Kilometer— also durchschnittlich täglich Kilometer„ zurückgelegt hat. Sie gelangte von 63 Grad südlicher Breite und 60 Grad westlicher Länge von Greenwich bis nach dem westlichen Australien. 9 Was ist der deutsche Wald werth? Der deutsche Wald ist eigentlich unbezahlbar; er ist der Liebling der Nation. Dichter haben ihn unzählige Male verherrlicht und politische Kämpfe wurden um den Waldbesitz und die„Waldfreiheit“ geführt. Wir wollen trotzdem versuchen, den Werth desselben in klingender Münze zu berechnen. Natürlich kann dabei nur von einer annähernden Summe die Rede sein. Von den 311 Millionen bektar Wald, welche in Europa noch stehen, besitzt das Deutsche Reich 13,9 Millionen Hektar Waldboden. Hier und dort wurde der Kapitalwerth einzelner Waldstrecken berechnet, und für die königlich sächsischen Staatsforsten wurde das Sümmchen von 292 Millionen Mark ermiktelt. Legen wir dasselbe als Werthschätzung für den Wald in allen deutschen Staaten zu Grunde, so erhalten wir die runde Summe.von 24 Milliarden Mark, die den Kapitalwerth des deutschen Waldes darstellt. Das ist ein hübsches Nationalvermögen, welches Dank der fürsorglichen modernen Forstwirthschaft noch unseren Urenkeln erhalten bleiben wird. * Was macht Honig wohlschmeckend? Der eigenthümliche Wohlgeschmack des Bienenhonigs soll von einer ganz geringfügigen Menge Ameisensäure herrühren, die dem. Stachel der Bienen beim Vollenden und Schließen der Wabenzellen entquillt. Der Stachel wird dabei als wirkliche Kelle gebraucht. Das Gift des Bienenstichs ist nichts als jene Ameisensäure. * Spinnengrausamkeit. Wyman in Boston hat beobachtet, daß weibliche Spinnen ihre Männchen nach zärtlichen Liebkosungen und nachdem sie ihrer vermuthlich müde sind, einfach verzehren. Er sah sogar in einem Spinnengewebe, wo ein Weibchen ein bereits getödtetes Männchen aussog, noch zwei eingewickelte Männchen hilflos zappeln, die also später noch an die Reihe des Verspeisens kommen sollten. * Erster Druck des Neuen Testaments. Während das Alte Testament in der Ursprache schon 1488 vollständig im Druck erschien, wurde vom Neuen erst 1504 und zwar nur ein Bruchstück durch den berühmten venetianischen Buchdrucker Aldus gedruckt und erst 1516 gab der bekannte Humanist Desiderius Erasmus von Rotterdam das erste vollständige Neue Testament heraus. Eine schon 1514 durch die Bemühung des spanischen Kardinals und Ministers Zimenes zu Stande gebrachte Bibel erschien erst 1825 im Handel. Gas die Technik bringt. Eine sensationelle Erfindung. Die Londoner„Daily Mail“ berichtet über eine Erfindung, die, falls sich die Nachricht bewahrheitet, von unermeßlicher Bedeutung werden muß und nichts Geringeres als die Ausnützung der in der Atmosphäre angesammelten Elektrizität im großen Maßstabe bezweckt. Der Erfinder ist der ehemalige Professor der Physik am AugustinerGymnasium in Las=Palmas, Sennor Clemente Figueras, welcher seit Jahren den Ruf eines begabten Elektrikers besitzt. Der Apparat, den Fiqueras bis nach der Patentirung geheimhält, soll aus einem„elektrischen Generator“, bestehen, welcher im stande ist, die Elektrizität aus der atmosphärischen Luft aufzusaugen, dann aufzuspeichern, bis sie zu irgend welchen dynamischen oder anderen Zwecken benöthigt wird. Dynamomaschinen und Batterien werden durch Figueras' Erfindung überflüssig gemacht; Fabriken und Eisenbahnen sollen ausschließlich mittels dieser aus der atmosphärischen Luft gewonnenen Elektrizität betrieben werden. Der Apparat ist dem Berichte zufolge überaus einfach konstruirt. Um sich vor einem Raube seiner Erfindung zu schützen, ließ Fiqueras die verschiedenen Theile seines Apparates in verschiedenen Fabriken in Paris und Berlin herstellen. Er selbst besorgte dann die Zusammensetzung dieser Theile. gueras benutzt in seinem eigenen Hause bereits den Apparat, welcher trotz der primitiven Konstruktion fast kostenlos einen Strom von 550 Volts liefert, genügend, um das Haus zu beleuchten, und einen Motor von 20 Pferdekräften zu treiben. Dem Erfinder sollen Berliner und Barceloneser Financiers bereits Angebote gemacht haben. m erhaltungs-Beilage zur Herforder Zeitung für Stadt und Land. Generalanzeiger für den Kreis Herford. Verantwortl. Redakteur: Paul Sattler. 1 Herford, 30. August 1902.] Druck u. Verlag: Christian Quentin. Der Erbe von Esmond-Hall. Kriminal=Roman von Ernst Riemann. (10. Fortsetzung.) 10. Kapitel. Als Renate, den Brief ihrer Kousine in der zitternden Hand haltend, sich klar wurde, daß Meta aus dem Hause entflohen, war ihr erstes Gefühl das leidenschaftlicher Empörung über das schwache Mädchen, das in so grausamer Weise seinen Vater und Verlobten verrathen. Wenige Minuten zuvor hatte sie sich Vorwürfe gemacht wegen eines kurzen Zweifels an Metas Treue, und nun war jener flüchtige Verdacht zur schrecklichen Gewißheit geworden. Sie hatte Metas, mit eigener Hand geschriebenes Schuld=Bekenntniß gelesen und doch murmelte sie noch ungläubig vor sich hin: „Es kann nicht wahr sein! Es kann nicht wahr sein! Meta hat uns nicht verlassen.“ Sie war wie betäubt und hatte für den Augenblick jede Urtheilskraft verloren. Aber diese wohlthuende Empfindungslosigkeit war nur von kurzer Dauer; ihr folgte sehr rasch eine Schärfe der Wahrnehmung und eine Lebhaftigkeit der Phantasie, welche unter diesen Umständen nur zur Marter werden mußten. Mit überraschender Plötzlichkeit sah sie ein, daß Metas Flucht und Georg Martyns Mord in engster Verbindung gestanden, und daß der zweite Schlag, den sie ihrem Onkel versetzen mußte, die schreckliche Wirkung des ersten vollenden würde. Die Erschütterung über Georgs Tod war furchtbar gewesen, aber seine Kenntniß von Metas Flucht und wahrscheinlicher Mitschuld würde noch zehnmal schlimmer sein, sie würde ihn zu Boden schmettern. Er hatte sie so innig geliebt, der Vater, dessen einziges Kind sie war; er hatte sich gefreut, im Anblick ihres ehelichen Glückes seine Jugend zu erneuern; und nun hatte der Tag, der jenes Glück sichern sollte, diese furchtbare Heimuchung gebracht. Georg war todt, ermordet von grauamer Hand, Meta war geflohen ud vielleicht ruhte in diesem Augenblick ihre Hand in jener, welche ihrem Verlobten den tödtlichen Schlag versetzt! Es war zu gräßlich! Kein Wunder, daß es der armen Renate sterbensweh ums Herz wurde! Und doch was war ihr Schmerz gegen den des alten Vaters, dessen Herz zerrissen, dessen bisher fleckenloser Name für immer entehrt und mit Schmach bedeckt sein würde! Wie sollte er dies ertragen? In dem sonnigen Zimmer stehend, in welchem Alles an die unglückliche Meta erinnerte, erschauderte Renate bei dem Gedanken an das unsägliche Weh, das ihrem armen Onkel noch bevorstand. Sie stellte sich vor, wie entsetzlich er vor zwei Stunden neben Georg Martyns Leiche gelitten, und fühlte, daß er keine Kraft haben werde, diesen weit härteren Schlag zu ertragen. Nun, der Tod wäre ja ein Erlöser für ihn, dachte Renate, denn er würde seinem Leiden ein Ende machen. Könnte sie doch mit ihm sterben! Doch für den Augenblick mußte sie stark sein. Sie sehnte sich darnach, sich recht von Herzen ausweinen zu können, aber dafür gab es eben keine Zeit. Sie mußte überlegen, wie sie handeln solle. Konnte sie ihrem Onkel die Wahrheit vorenthalten, wenigstens für (Nachdruck verboten.) einige Stunden, bis er von der ersten Erschütterung sich ein wenig erholt hatte? Würde sie die Macht hierzu haben, da die Dienstboten Metas Verschwinden ahnten? Und wenn sie ihm vorredete, Meta sei krank, so würde sich der alte Mann hinauf an ihr Bett schleppen und den Betrug entdecken. Nein, eine Verheimlichung war unmöglich; er mußte die Wahrheit erfahren und von ihren Lippen. Langsam und schwerfällig, als ob sie plötzlich um Jahrzehnte gealtert sei, verließ sie das Zimmer, trat oben an die Treppe und blickte in die Halle hinunter. Von Kissen gestützt, saß ihr Onkel auf der Bank, sein Gesicht war wie das eines Todten, seine Augen blickten starr vor sich hin. Wieder erschrak sie über die schreckliche Veränderung, die in so kurzer Zeit mit ihm vorgegangen, und blieb, wie unentschlossen, stehen, als plötzlich ein gellender Schrei von unten herauf drang. Der Schrei kam von Esthers Lippen und klang entrüstet, ungläubig und doch voll herzbrechender Angst. „Sie sagen, auch Fräulein Meta sei fort!“ rief sie wild.„Es ist eine Lüge— eine Lüge! Herr— glauben Sie es nicht!“ „Sind Sie von Sinnen, Frau?“ fragte Doktor Ruland strenge und gab sich alle Mühe, das Durcheinander von Stimmen und Ausrufen, die sich wie mit einem Schlag in dem erschreckten Haushalt erhoben, zum Schweigen zu bringen.„Stille da draußen, thörichte Leute!“ rief er. „Hören Sie nicht auf das Geplapper, mein armer Freund! Ihrer Tochter ist nichts passirt— hier kommt Fräulein Renate, um es Ihnen zu sagen.“ Voller Angst um den Onkel war Renate die Treppe herunter geeilt und erfaßte jetzt seine ausgestreckten Hände, die wie Espenlaub zitterten, während seine vergeblichen Bemühungen zu sprechen, schrecklich anzusehen waren. Er hatte sich auf die Füße gehoben und stand nun, auf Renate herabblickend, die eingesunkenen Augen voll so flehentlicher, verzweifelter Bitte, daß die beruhigenden Worte sich ihr unwillkürlich auf die Lippen drängten. „Nein, nein, Meta ist wohl, Onkel!“ rief sie rasch. „Sie ist unverletzt, die Leute sprechen Unsinn! Wie konntest Du ihnen glauben? Meta ist wohl. Setze Dich nieder, Onkel, oder Du wirst fallen!“ Er sank auf die Bank zurück, seine glitzernden Augen hefteten sich forschend auf ihr Gesicht, und seine Hände umklammerten die ihrigen mit krämpfhaftem Druck. Doch dieser ließ allmählich nach, das Licht in seinen Augen erlosch und er brach ohnmächtig zusammen. Renate umfaßte ihn stützend, ließ aber gleichzeitig Metas Brief in Doktor Rulands Hand gleiten, ihm ein Zeichen gebend, denselben zu lesen. In banger Frage blickte sie zu ihm auf über das graue Haupt hinweg, das an ihre Brust gesunken war, und niemals vergaß sie den Ausdruck von Schreck, Zorn und Verachtung, der sich in seinen ehrlichen Zügen, malte. Sie hatte das Gefühl, als ob sie ihm ihres OnkelssTodesurtheil eingehändigt; sein schönes, gebräuntes Gesicht ent Lr färbte sich und er blickte mit tiefstem Mitleid auf den alten Mann, der so viel gelitten und noch so Schweres zu ertragen hatte. Todtenstille herrschte in der Halle; selbst die aufgeregten, geängstigten Mädchen drängten ihr Schluchzen zurück, eingeschüchtert durch etwas, das sie nicht begreifen konnten. Renate hatte gesagt, Meta sei wohl, aber wenn dem so war, warum sah sie so niedergeschmettert aus? Warum wurde der Doktor so bleich und blickte so mitleidig auf ihren Herrn und dessen Nichte? Mit einer plötzlichen, leidenschaftlichen Bewegung verließ Esther die Gruppe und lief, so rasch sie es vermochte, die Treppe hinauf; die tiefe Stille wurde momentan durch ihre Schritte unterbrochen und senkte sich dann von neuem über die Halle herab. In stummer Frage richtete Renate ihre Augen auf Doktor Rulands bekümmertes Gesicht, aber er wich ihren Blicken aus. Niemals in seiner langjährigen Praxis war er so schwach, so unentschlossen gewesen. Er wußte, daß Redburns Gesundheitszustand seit langem ein kritischer war; sein Herz war angegriffen und die Erschütterung des Morgens hatte ihm dermaßen zugesetzt, daß der Doktor darüber staunte. Bis zum heutigen Tage hatte man dem kräftigen Mann sein Leiden kaum angesehen, aber jetzt war seine Schwäche besorgnißerregend, und sein Zustand der größten Schonung bedürftig. Daß die Schande seiner Tochter für den stolzen, ehrenhaften Mann noch ein schwererer Schlag sein werde, als Martyns Ermordung, sagte sich der Doktor mit banger Sorge, und doch war es unmöglich, ihm die Wahrheit vorzuenthalten. Sie konnte ihm jeden Augenblick aus anderer Quelle zu Ohren kommen, und so war es doch am besten, wenn ein liebevolles Wesen ihm die bittere Nachricht schonend beibrachte. Nach einigem Sinnen stählte sich Doktor Ruland, Renate anzublicken, deren ganze Aufmerksamkeit sich jetzt ihrem Onkel zuwandte, denn dieser hatte sich leicht bewegt, als ob das Bewußtsein zurückkehre. Des Doktors Lippen bebten, als er sie beobachtete. Ihr Gesicht war voll zärtlicher Sorge, während sie den alten Mann zu stützen suchte, aber kaum weniger bleich, als das seinige. Der Farmer hatte den Kopf etwas zurücksinken lassen und Doktor Ruland hielt ihm schweigend ein Glas Wein an die farblosen Lippen. Wenn auch seine Rückkehr zum Leben nur Qual für ihn bedeutete, so hielt der Arzt es doch für seine Pflicht, die tödtliche Schwäche des Patienten zu bekämpfen. „Mir ist schwach,“ murmelte der alte Mann, ohne die Augen zu öffnen,„und mich friert. Bist Du es, Renate?“ „Ich bin es,“ sagte das junge Mädchen fest, einen zärtlichen Kuß auf des Onkels kalte Stirn drückend. „Verlaß mich nicht, Kind,“ flüsterten die blassen Lippen;„Du warst mein guter Engel in dieser schrecklichen Stunde! Meta darf mich nicht sehen— bis— ich wieder kräftig bin; eben fühle ich mich sehr schwach—“ Die Worte waren kaum vernehmbar, selbst für Renate, die ihr Ohr dicht an seine Lippen gebracht, aber trotzdem zeigten sie, daß er völlig klar sei und sich an das schreckliche Ereigniß erinnere. Mit geschlossenen Augen trank er den Wein, den Doktor Ruland abermals an seine Lippen hielt; dann legte er den Kopf wieder matt an Renates Schulter und regte sich nicht mehr. Aber diesmal war es nicht die Stille der Bewußtlosigkeit, sondern wohlthätiger Ruhe. Eine Viertelstunde verging; Doktor Ruland verließ seinen Patienten für einige Minuten, um seinen Diener in die Kirche zu schicken; kurz darauf verstummten die Festglocken zu Renates größter Erleichterung. Die Dienstboten hatten sich wieder in die Küche zurückgezogen und unterhielten sich dort mit gedämpften Stimmen. Renate, das Herz voll Liebe, Schmerz und Mitleid, hatte die traurigen Augen fest auf des Onkels Gesicht gerichtet, während ihre Arme seine gebrochene Gestalt umschlangen. Plötzlich begann er zu sprechen:„Ich fühle mich wohler, kräftiger,“ sagte er leise.„Rufe jetzt Meta zu mir, Renate.“ Er machte sich aus ihren Armen frei und lehnte sich gegen die Kissen zurück. Renate zitterte, der furchtbare iblick war gekommen. *„Geh', Liebe,“ fuhr er fort, die Augen traurig auf sie richtend.„Ich kann es jetzt ertragen. Heute Morgen war ich ein Feigling, aber ich liebte den Jungen, wie einen Sohn— laß Meta jetzt kommen. Warum— warum gehst Du nicht?“ fügte er in gereiztem Tone bei.„Ach— sie ist krank— krank!“ Er wollte sich von seinem Sitz erheben, aber Doktor Ruland hielt ihn sanft zurück. „Ihre Tochter ist nicht krank, alter Freund,“ sagte er weich;„aber sie kann eben nicht zu Ihnen kommen. Sie ging für eine Zeit lang weg, weil—“ „Weiter!“ keuchte der Farmer, während plötzlich alles Blut in seine eingefallenen Wangen strömte.„Ich weiß es, auch sie ist ermordet worden! Ihr könnt mich nicht täuschen!“ „Nein, o nein!“ rief Renate leidenschaftlich,„Meta ist wohl, sie weiß nicht, was hier vorgefallen ist! Sieh, lieber Onkel, sie ließ einen Brief zurück; sie liebt Dich so innig, obschon sie wegging.“ „Einen Brief!? Gieb ihn mir!“ Doktor Ruland reichte ihm das Schreiben und sagte begütigend: „Fräulein Meta ist nicht das erste junge Mädchen, welches einsah, daß es einen Irrthum begangen, und es ist besser, dies vor der Heirath ausfindig zu machen, als nachher, wenn es zu spät ist.“ Der Farmer schien ihn nicht zu hören; er drehre das Papier mit zitternden Fingern hin und her. „Ich kann nichts sehen— ich kann nichts sehen,“ murmelte er.„Lies Du es, Renate.“ Aber Doktor Ruland sah, daß das arme Mädchen sich kaum mehr aufrecht halten konte. „Geben Sie es mir, alter Freund,“ sagte er, den Brief sanft aus seiner Hand nehmend, und las dann langsam und deutlich Metas Abschiedsworte. Ohne die kleinste Unterbrechung hörte der Vater zu, seine Augen brannten wie feurige Kohlen in seinem aschgrauen Antlitz. Als der Doktor geendet, fuhr er mit der Hand an seinen Hals, sprach aber keine Silbe. „Armes Mädchen!“ sagte Doktor Ruland mitleidig. „Sie muß schwer versucht worden sein! Es that ihr wehe, Ihnen Schmerz zu bereiten, alter Freund.“ „Wartet!“ Stark und gebieterisch klang die Stimme, die noch wenige Minuten früher vor Schwäche kaum hörbar gewesen. Als er das eine Wort aussprach, hielt er noch immer die Hand an seinen Hals, als ob er dort einen Druck verspüre. „Soll ich verstehen, daß Meta fort ist?“ fragte er fest; daß sie am Vorabend ihres Hochzeitstages aus ihres Vaters Haus geflohen ist mit einem Liebhaber?“ „Ich fürchte, es ist so,“ antwortete Doktor Ruland langsam und etwas erstaunt über seinen Ton. „Ist es so, Renate?“ ,D Onkel, lieber Onkel, auch ich fürchte es,“ war die schluchzende Erwiderung. „Sie ist fort?“ „Ja.“ Die Hand an seinem Hals versuchte jetzt die Halsbinde zu lockern. „Sie wird zurückkommen, Onkel. Sie liebt Dich so — sie—“ Renate hielt inne, der wüthende Ausdruck seiner Züge brachte sie zum Schweigen. „Sie wird nie zurückkommen!“ sagte er heiser;„nie wieder wird sie meine Schwelle überschreiten! Schweige, Mädchen! Sie hat Schande auf den Namen gebracht, den ich sechzig Jahre unbefleckt erhalten! Alle, die sie kannten, werden—“ Er gab sich alle Mühe, seine Leidenschaft hinunter zu würden, die fast ebenso schrecklich anzusehen war, als das Weh, das vorhergegangen. Fast, aber nicht ganz so, denn vor dem zornigen Mann mit den wuthverzerrten Zügen wich Renate erschrocken zurück, während sie dem Schwachen, Leidenden ihre liebevolle Sorgfalt zugewendet. „Lieber Onkel, vergieb ihr,“ flehte sie.„Sie war so unglücklich, sie kämpfte hart!“ „Ihr vergeben! Ich will ihr vergeben, wenn sie die Schmach von meinem Namen wieder auslöscht, ich will ihr vergeben, wenn sie Georg Martyn wieder ins Leben zurückruft, das er durch ihre Schuld verloren! Ihr geben!“ Seine Stimme erhob sich fast zu einem Schrei, als er in wahnsinniger Wuth seine zitternden Hände emporstreckte:„Lieber will ich des Himmels Fluch auf sie herabrufen—“ „Halt ein, Onkel, halt ein!“ rief Renate flehend, aber er achtete ihrer nicht; er hatte seinen Halskragen entzwei gerissen und seinen braunen Hals entblößt, an welchem S 5F501 9 KOEU:S5G 5 die Muskeln und Adern krampfhaft arbeiteten; seine Augen waren mit Blut unterlaufen, ein leichter Schaum trat auf seine Lippen. „Verflucht sei sie vom Himmel und von mir!“ rief er mit rasenden Geberden,„für die Schmach, die sie über uns gebracht und über das Haus, in welchem sie geboren wurde! Wäre sie dem Hungertode nahe, keine Krume Brod würde ich ihr geben! Läge sie sterbend zu meinen Füßen, ich würde kein Wort aussprechen, um ihr Leben zu retten! Wäre sie obdachlos, meine Thür würde ihr verschlossen sein! Hört es Alle miteinander,“ fuhr er fort, sein krampfhaft verzerrtes Gesicht der Gruppe erschreckter Männer und Frauen zuwendend, welche bei seinem leidenschaftlichen Toben aus der Küche herbeigeeilt waren.„Meine Tochter, die ihr kanntet, ist todt! Sie starb vergangene Nacht! Wenn— eine— Frau, die sich Meta Redburn nennt—“ Er hielt inne, seine Kraft verließ ihn für einen Augenblick; dann fuhr er mit gleicher Heftigkeit fort: „Wenn eine solche Person hierher kommt, muß ihr der Zutritt verwehrt werden. Wer sie einläßt, ist nicht länger in meinem Dienst— ist kein Freund von mir—“ „Onkel, o nein, nein!“ flehte Renate leidenschaftlich. „Sie wird vielleicht unserer Hilfe bedürfen; sie wird zu uns zurückkehren—“ „Sie wird nicht zurückkehren!“ tobte er, und sein Gesicht verzerrte sich vor Wuth, als er seine schwankende Gestalt an der Wand stützte.„Sie ist todt, sage ich Dir! die Todten kommen nicht mehr zurück!“ (Fortsetzung folgt.) Die wilde Katze. Von Albert Berger. (Nachdruck verboten.) Nur noch äußerst selten streift dieses gefährliche Raubthier in seiner Echtheit durch unsere Wälder. Wohl wird hier und da noch eine sogenannte wilde Katze geschossen, aber gewöhnlich ist dies nur eine verwilderte Hauskatze, der sie sowohl in ihrer Gestalt als auch in ihrer Lebensweise sehr gleichkommt. Der Kopf ist weniger glatt, als bei der Hauskatze, die„Lauscher“ sind steifer, der Hals länger, ebenso die gleich dicke, buschige, dreifach geringelte, in eine schwarze Spitze auslaufende „Ruthe“, welche beinahe 1 Fuß mißt, und die Behaarung ist feiner und länger, auch das Innere der„Branten“ ganz schwarz. Das Gebiß ist schärfer, und die schwarzlippige„Schnauze“ hat einen aus fünf Haarreihen bestehenden Schnurrbart. Die Farbe ist im ganzen röthlichgrau, an den Seiten ins Gelbliche und am Bauche ins Weiße übergehend; über den schwärzlichen Rücken läuft ein feiner, schwarzer Streif und eben solche gehen an den Seiten verloren nach dem Bauche zu. Die Länge beträgt 2½ Fuß, die Höhe 1 Fuß 2 bis 3 Zoll. Das Weibchen ist geringer als der Kater und unterscheidet sich von diesem noch durch den weniger dicken Kopf, durch die hellere Farbe und durch eine an der„Ruthe“ befindliche Drüse, die mit einer ölichten, übelriechenden Flüssigkeit angefüllt ist. Die Nähe von Menschen scheuend, wählt die Wildkatze zu ihrem Aufenthalte keine Felder oder Vorhölzer, sondern einsame, wildbewaldete, felsige Gegnden. Ihr Lager nimmt sie am liebsten in hohlen Bäumen, die auf sumpfigen Boden stehen, in Höhlungen, alten Fuchsbauen u. dgl. Sie geht bei Tag und Nacht auf Raub aus und belauert nicht nur alles Wild, welches zur niederen Jagd gehört, um es zu erwürgen, sondern auch den Wildkälbern und Frischlingen geht sie nach und thut ihnen beträchtlichen Abbruch. Die Wildkatze, die sich nur so viel Ruhe gönnt als sie zum Sammeln neuer Kräfte gebraucht, schleicht zu jeder Zeit umher, um nach Wild zu„winden“, welches sie bei ihrer so scharfen Witterung schon aus weiter Ferne verwindet, da sie immer gegen den Wind schleicht. Fest angeschmiegt, liegt sie auf den Aesten der Bäume, wo sie weiß, daß Wild vorüberwechselt. Jetzt hebt sie sich wie zum Sprunge; doch jedenfalls war das Opfer noch zu fern oder auch zu flüchtig, denn nur bis an den Ausgang des Astes vorschreitend, äugt sie wild dem Geretteten nach. Wieder kauert sie dicht nieder, nur die Seher funkeln nach rechts und links, ein Zucken der äußersten Ruthenspitze giebt dem Beobachter kund, daß sie wieder etwas wittert. Abermals hebt sie sich leise in die Höhe, und jetzt stürzt sie sich plötzlich herab. Sicher hat sie ihr Opfer gepackt: klagend tönt einen Moment der schmerzliche Ruf des Wildkälbchens nach der Mutter durch den Wald; aber unrettbar ist es verloren, denn im Augenblick des Herabspringens schlägt sie sich mit„Fängen" und„Waffen“. ein, durchbeißt mit ein paar raschen Bissen die Nervenbündel im Genick und fängt gleich zu„reißen“ an. Trotzdem die Wildkatze sehr schen vor Menschen und Hunden ist und schon in weiter Ferne vor ihnen flieht, ist sie eines der gefährlichsten Thiere, wenn sie angeschossen und noch so kräftig ist, einen Menschen anzunehmen. Ihr Sprung ist nach Gesicht und Hals gerichtet, und gräßlich sind die Zerfleischungen, die sie da mit Gebiß und Waffen macht. Folgendes Beispiel möge die Richtigkeit der aufgestellten Behauptung beweisen. In einem strengen Winter wechselte eine Wildkatze in den Jagdbezirk des Grafen L. ein. Der Revierjäger, ihr schon mehrere Tage rastlos nachgehend, und die Flinte mit Posten geladen, schoß nach ihr, als sie, von den Hunden im Bodendickicht„aufgestochen“, an einer hohen Fichte auffuhr und beiläufig die Hälfte des Stammes erreicht hatte. So schnell wie ein abgeschossener Pfeil sich umwendend, und den starken Anschuß gar nicht achtend, holzte sie ab, sprang dem Jäger, der zum Unglück nur eine einfache Flinte hatte, an den Hals und wüthete ihm mit Gebiß und Klauen im Gesicht und am Kopfe. In der Todesangst raffte er alle seine Kräfte zusammen und packte sie an der Kehle; es gelang ihm, sie loszureißen, und so an den Boden zu drücken, daß seine beiden, sehr scharfen und äußerst bissigen Hunde die Katze beim Unterleib faßten und ihr das Gescheide aus dem Leibe reißen konnten, und noch ließ sie nicht eher nach, bis sie fast in Stücke zerrissen war. Der Verlust eines Auges, tiefe, noch nach der Vernarbung bei jeder Wetterveränderung schmerzende Wunden und eine mit den Waffen fast lahmgerissene Hand waren für den Revierjäger die Folgen des„Anspringens“ einer Wildkatze. Die Wildkatze hat verschiedene Eigenheiten. Sie scheut die Nessel, geht aber dem Baldrian und dem Katzenkraut sehr nach. Ihre Häare sind elektrisch. In der Behendigkeit des Auffahrens und in der Weite und Sicherheit des Springens wird sie nur vom Luchs übertroffen. Sie dünstet so heftig aus, daß sie bei ihrem Einwechsel in ein Revier vom Haarwilde gleich„verwindet" wird. Stark angeschweißt und außer Stande, sich durch Auffahren vor den Hunden zu retten, wirft sie sich auf den Rücken und vertheidigt sich bis zum letzten Athemzuge gegen die Hunde, deren sie oft wenige Augenblicke noch vor ihrem Verenden durch die riesige Kraft und furchtbare Schärfe ihres Gebisses, noch manchen zu Schanden macht. Die Stimme der Wildkatze ist sehr verschieden, gleicht sehr der der Hauskatze und ist nicht ohne Ausdruck. Sie„miaut“, wenn sie nach etwas verlangt; das„Schnurren“, welches durch zwei gespannte Häutchen im Kehlkopfe hervorgebracht wird, verräth ein gewisses Wohlbehagen, eine Freude, eine Zufriedenheit mit sich selbst, denn es wurde schon öfters bemerkt, daß die Wildkatze an einem Stück Haarwild oder größerem Wildgeflügel, z. B. Auerhuhn, Fasan, das sie„gerissen“, mit hoher Ruthe sich gestrichen und dabei geschnurrt habe. Aber sie„murrt“, sie„kreischt“, wenn sie im Zorne ist, wobei sie mit gesperrtem Rachen, mit gekrümmtem Rücken, mit aufgerichteter Ruthe, mit gesträubten Haaren, entweder auf ein und derselben Stelle sich bewegt oder sich zum verderblichen Sprunge drückt; im höchsten Grimme giebt sie einen Laut von sich, der im verjüngten Maßstabe sehr dem Laute des zürnenden Tigers gleicht. Die Wildkatze übertrifft fast alle Thiere an Lebenszähheit; auch davon wollen wir den geehrten Lesern ein Beispiel vorführen. Vor etwa 20 Jahren jagte ein Förster eine Wildkatze bei aufgestellten Fuchshauben aus. Sie hatte sich gleich verwickelt und wurde von zwei ungemein starken und bissigen Dachshunden abwechselnd beinahe eine Stunde lang gewürgt, dann, als sie auch nicht das mindeste Lebenszeichen mehr gab, in den nahe vorüberfließenden Regen geworfen und nach dieser Wasserprobe so zu sagen steintodt in der Waidtasche nach Hause getragen, wo sie nebst zwei, auch an diesem Tage erlegten Füchsen ihren Platz im Wildgewölbe erhielt. Ein paar Stunden darauf ging der Förster dahin, um das Wild zum Streifen zu holen. Bei Oeffnung der Thüre funkelten ihm aus dem Hintergrunde des ganz dunklen Gewölbes zwei„Seher“ wie brennende Kohlen entgegen. Schnell schloß er die Thüre und öffnete den Laden, um Licht ins Gewölbe fallen zu lassen. Da stand ganz hinten im Gewölbe die Wildkatze auf den vier „Branten“, den Rücken hochgekrümmt, die„Ruthe" nach aufwärts gestreckt, so fest und kräftig, als wäre ihr auch nicht das Mindeste geschehen. Der Förster ließ sie noch einige Tage leben, um dieses seltene Wild mehreren Schaulustigen im lebendigen Zustande sehen zu lassen, dann erschoß er sie auf einem der Füchse, von dem sie mit Heißhunger fraß. Die Wildkatze kommt vor in Europa, in Asien bis nach China hin, in mehreren Theilen von Afrika, besonders häufig in Nordamerika; in Deutschland wird sie immer seltener, und der Waidmann freut sich mii Recht, diesen Tiger im Kleinen immer mehr verdrängt zu sehen, da hin dem schutzlosen Wild von allen Seiten der Untergang dreh