12. für den Kreis . Herford. Dsie Steu., des L.„5 der hiesigen städtischen Gas=, Wasser=, und Elektrizitäts=Werke ist zum 1. September(evtl. 1. Oktober) cr. zu besetzen. Das Einkommen beträgt— neben sreier Wohnung in einer neben der Gas=Anstalt belegenen Gilla— 3000 Mk., steigend jährlich um 100 Mk. bis 4500 sind bis 10. Augnst o einzureichen — 3000 Mer., fleigend jahrlich um 100 Mr. bis 4 Meldungen sind bis 10. August er. einzureichen. Herford, den 23. Juli 1902. S Der Magistrat: Quentin. 4716 uf Grund des§ 9 des Feglexients über die Anstellung und D die Pflichten der Bezirksschornsteinfegermeister vom 26. 1001 bringe ich hiermit zur Glauben an K7. herbeigeführt; durch sein Vorgehen hätten Treu und in Handel und Verkehr eine tiefe Erschütterung erfahren. Wohl habe er nicht aus Habsucht, sondern eher aus Ehrgeiz gehandelt. Da er aber immerhin eine niedrige Gesinnung den Tag gelegt habe, sei auch auf Ehrverlust wider ihn kannt. Auch Gentzsch täuschte das in ihn gesetzte Vertrauen aufs ärgste; er stand aber vollständig unter dem Einfluß Exners und hatte wohl auch nicht das volle Bewußtsein von der Strafbarkeit seiner Handlungsweise. Die übrigen Angeklagten hätten, obgleich auch ihnen dieses Bewußtsein fehlte, durch ihre unverantwortliche Pflichtverletzung zur Herbeiführung der Katastrophe beigetragen. Zwangsversteigerung. n Wege der Zwangsvollstreckung soll das in ###ard belegene. im Grundbuche von Herford Im Mege der Zwangsvollstreakung soll das in der Ge„knung Herford belegene, im Grundbuche von Herford Stiftberg 8 Ssatt 14(Grundsteuermutterrolle Artikel Nr. 2764, Händestenerrolle Nr. 3796) zur Zeit der Eintragung des vaudere„#permerkes auf den Namen des Handarbeiters sishelim Weitkamp früher zu Farenvnr., zezr zu Herford, irtberg Nr. 170. eingetragene Grundstück Flur 24 Nr. 2/469, am Langenberge, Hofraum mit Wohnhaus Nr. 170, 3/4%. gon mit 150 WDaal Mn 55/40. un Gostaum mit Wohnhaus Nr. 170, ar 45 gm. groß, mit 150 Mark Nutzungswert zur Geüdestener veranlagt, am 31. Juli 1902, vormittags 10 Uhr rch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtst=l amer Nr. 16 versseiget werden,. u dr Vrichtstele Feraosbuch engetager n.... 24. Jebrnar 1902 hn Herford, den 28. Mai 1902. Königliches Amtsgericht. Das Urteil im Leipziger Bankprozeß. Gestern hat nun auch dieser langwierige Prozeß endlich n Abschluß und ein ganzes Knäuel von Uebelthaten, das ntwirren auch den Sachverständigen viel Mühe gemacht seine Sühne gefunden. Gegen 5 Uhr nachmittags erklärte der Obmann der Georenen unter größter Spannung im überfüllten Zuhörer1folgenden Wahrspruch: „Die Geschworenen haben die Frage wegen betrügerischen lerotts betreffend Exner bejaht, ebenso diejenige wegen chleierung des Geschäftsberichts und des Exposés, die je bezüglich des Kommuniquss und wegen Betrugs gegen chröder verneint; die Frage, ob dadurch eine Verschleierhng ugen sei, bejaht, die Frage wegen Betrugs gegen von bet st u. Co. und wegen Untreue gegen die Leipziger H####nbank verneint und endlich die Frage nach milderno tänden ebenfalls verneint. Die Schuldfragen sind betres Angeklagten Dr. Gentzsch in derselben Weise beantworter, h ist bei Gentzsch als nicht erwiesen angenommen, daß. delsbücher verheimlicht habe. Außerdem werden Gsagten ernde Umstände zugebilligt. Betreffend den ei wird die Frage wegen Untreue im Verschleierung, mit Ausnahme des Besin geipzig war, ngeklagte zu der betreffenden Zeit nicht gaben die GeBetreffs aller übrigen Angeklagten 9 gas Komdie. Fragen, uut Auszrohue peigens. Italienisches Militär in Deutschland. an cffiziöser Seite wird die Welt durch die Muf Grund des§ 9 des Retzienichts über sgat Ptringe ich vtermir einsegermeiser vom 26 1 Italiellisches Wellilat in Tchrsu, : P o06#####e shnfegergeten zur öffentlichen Kennt,I Von ungarischofiziöser, Seite wird die Welt durch die 1 Stellhertreter des Beitrsers“ e.sc,##l. Baruth in Bünde Veröfsentlichung eines außer Kraft gesetzten Abkommens zwischen guhz in Binde führ die Zeit bis zum 1. Jel-sogs) lhien. sch ar scon Pester Aopdt st nin. 19. Juli 1909. 468g 1„Es ist früher, und zwar in den achtziger Jahren auf Gohfeld, den 19. Juli 1902. italienischen Wunsch, für den Mobilmachungsfall die VerwenDer amtmann: Schraramv. dung italienischer Truppen an der Westgrenze des deutschen — Reiches in Aussicht genommen gewesen. Man ist davon aber lange vor der letzten Erneuerung des Dreibundes aus prak#nden militärischer Natur zurückgekommen. Im lange vor der letzten Erneuerung dir Sttteumrr= tischen Gründen militärischer Natur zurückgekommen. Im Dreibundvertrage hat niemals eine Verpflichtung Italiens zur Entsendung von Truppen durch Tirol nach Deutschland bestanden.“ Von diesem Anerbieten Italiens im Falle eines französischen Angriffs auf Deutschland ist früher schon gemunkelt worden; man wußte jedoch nie, wo bei dieser Meldung die Grenze zwischen Wahrheit und Dichtung zu ziehen sei. Das Abkommen hat also bestanden. Daran ist nicht mehr zu zweifeln. Von besonderer Wichtigkeit ist es aber nie gewesen. Wie die„Voss. Ztg.“ wissen will, stammte die Verständigung aber nicht aus den achtziger Jahren, sondern aus der wo der Vertrag unter dem Ministerium Rudini verlängert wurde, d. h aus dem Jahre 1891. Italien erbot sich damals, zwei Divisionen an die deutsch=französische Grenze zu werfen. Der Vorschlag ging von dem Generalleutnant Cosenz, dem damaligen Chef des italienischen Generalstabes, aus und wurde von deutscher Seite angenommen, nachdem der österreichische Generalstab gegen den Durchzug italienischer Truppen durch österreichisches Gebiet nichts einzuwenden gefunden hatte. Miltärische Zweckmäßigkeitsgründe, haben vor der jüngsten Vertragserneuerung zur Beseitigung dieses Abkommens geführt. Womit natürlich nicht gesagt ist, daß Italien im Falle eines französischen Angriffs auf Deutschland nunmehr aller Verpflichtungen enthoben wäre. O Englische Kaffernpolitik in Südafrika. In den englischen Zeitungen finden sich seit dem Friedensschlusse in Südafrika zahlreiche Artikel, welche die Gefahren schildern, die von Seiten der Kaffern drohen. Der Uebermut und das Selbstbewußtsein der Eingeborenen müssen in sehr deutlicher Weise hervortreten, weil von allen Seiten dieselbe Ueberzeugung ausgesprochen wird. Die Berichterstatter schieben die Schuld daran auf den Krieg, der den Kaffern die Furcht vor den Weißen genommen habe. Diese Begründung ist aber zur Erklärung der Sache nicht genügend, vielmehr geht mit einer etwaigen Erhebung der eingeborenen Bevölkerung in Südafrika eine Saat auf, welche die Engländer seit vielen Jahrzebnten systematisch gesät haben. Schon von ihrem ersten Auftreten am Krieg an haben die Engländer den Eingeborenen gegenüber eine verkehrte Politik befolgt. Die Briten haben stets die Kaffern gegen die Guren aufgehetzt und benutzt. Die Kaffernfrage war dasjenige, was die Buren am meisten gegen Engländan autbrachte und aufbringen mußte. Als in den Kaffernfrage war dassenige, was die Baren um merierr 8 9 . Fer Velressenven Grv7####I die Engländer aufbrachte und aufbringen mußte. Als in den Betreffs aller übrigen Angeklagten haben V#s##r. Jahren 1835 und 1836 die Grenzburen sich beschwerten, da nen die Fragen, mit Ausnahme der auf das Rott ihnen durch die Kaffern schwerer Schaden zugefügt war, i6 bezüglichen, bejaht, jedoch allen mildernde Umstalt““ wurden sie von dem Kolonialsekretär Lord Glenely mit Spott ligt.“ überhäuft; statt Hilfe erfuhren sie nur Undank und leere er Gerichtshof verurteilte hiernach Exner 5“ Worte. Danach begann der große Trek über den Vaalfluß suchthausstrafe von 5 Jahren und zu fünfjährigem Eor nördlich hinaus. Solcher Fälle könnten noch viele aufgeführt n 3 Jahren Gefängnis. Beiden wurden 7 werden. Bekannt ist auch, daß die Engländer die Kaffern Dodel wird zu 1 vom Beginn des Krieges an gegen die Buren aufzuhetzen achthausstrafe von8 Gentzsch zu 3 Jahren Gefängnis. Untersuchungshaft angerechnet. Dodel wird zu 1 vom Beginn des Krieges an gegen ore Mark, Schröder, Mayer und Wölker zu je 1800 suchten und sie vielfach verwendet haben. Kaffern haben auch Fiebiger zu 8000 Mark, Förster und Wilkens zu jeuft Zustimmung der Briten Einfälle gemacht und aufs ScheußKark Geldstrafe verurteilt, auch werden den Angeklagten 5.22# geter, dest, Weid, gehaust. Die Engländer haben des Verfahrens auferlegt. 1 damit aller Zivilisation ins Gesicht geschlagen und sich in den ten des Verfahrens auferlegt. schärfsten Gegensatz zu dem Verhalten aller anderen Kulturder g egr#ndung des fetl### 1 völler gestellt. Sie dürfen sich daber nicht wundern, wenn egrundst e des Vr.#, Wwige### nen jetzt eine Aufgabe entsteht, die alle ihre Kräfte nicht isgeführt, Exner habe durch schmählichen Mißbrauch minder in Anspruch nehmen wird, wie der Burenkrieg. Die ihn gesetzten Vertrauens großes Unglück über Tausende Gefahr wächst von Tag zu Tag, da die Eingeborenen unter der europäischen Gesetzgebung sich in schnellem Maße vermehren, während sie sich früher selbst dezimierten, sei es durch stetige Kriege, sei es durch Hekatomben von Menschenopfern. Die Buren hatten die Kaffern richtig erkannt und demgemäß behandelt. Jetzt fällt nun den Engländern allein die Aufgabe zu, sie niederzuhalten. Zur Tagesgeschichte. Deutschland. Kaiser Wilhelms Nordlandreise. Die„Hohenzollern“ verließ gestern fruh Drontheim, nach Oerskog zu fahren. um Von der Kaiserlichen Familie. Am Dienstag nachmittag machte die Kaiserin mit den kaiserlichen Kindern von Cadinen aus einen Ausflug nach Tolkenit und kehrte von demselben gegen 7 Uhr nach Cadinen zurück. Infolge des anhaltenden Regenwetters wurde gestern kein Ausflug unternommen. Der Krouprinz soll, wie in Wien mit Bestimmtheit verlautet, im September an den bei Maria Schosberg in Ungarn stattfindenden Manövern teilnehmen. Die drahtlose Telegraphie. In den nächstjährigen Marineetat werden u. a. Forderungen zur Errichtung von weiteren neuen Stationen für Funkentelegraphie(drahtlose Telegraphie) eingestellt werden. Neue Schnellzugslokomotiven. Ueber die vom Minister der öffentlichen Arbeiten der Firma Henschel u. Sohn in Cassel in Auftrag gegebenen zwei neuen Schnellzugslokomotiven, die eine Fahrgeschwindigkeit bis 150 Klm. in der Stunde, bei nur geringem Zuggewicht sogar bis 200 Klm., ermöglichen sollen, wird des Weiteren geschrieben: Die Bestellung ist insofern von besonderer Bedeutung, als es sich um einen Wettkampf zwischen Dampfkraft und elektrischen Motoren handelt. Jede Lokomotive soll im Stande sein, einen Zug von 180 Tonnen Gewicht in einer Stunde über 130—150 Klm, wagerechte Bahnstraße dauernd zu führen, und hat ohne Tender ein Dienstgewicht von 78000 Kg. Der Tender soll bei 20 Cbm. Wasser und 7000 Kg. Kohlen 48000 Kg. wiegen. Für die spätere Verwendung kommen hauptsächlich die Strecken Berlin—Hamburg, Berinn—alle und Berlin—Hannover in Betracht. Die Kosten einer jeden Lokomotive werden auf 100000 Mark geschätzt. Kaiser Wilhelms Besuch in Cowes. Das Londoner Blatt„Truth“ erfährt, Kaiser Wilhelm werde am 2. August an Bord der„Hohenzollern“ von Kiel nach Cowes fahren, um dem englischen Königspaare einen kurzen, streng privaten Besuch abzustatten. Der Kaiser wird bei dieser Gelegenheit der Regatta bei Cowes und der Wettfahrt um den Königspokal, an der seine neue Yacht„Meteor“ Teil nimmt, beiwohnen und am 8. August die Rückreise nach Deutschland antreten. Krönungsprogramm. Für die Krönung König Eduards am 9. August sind folgende Arrangements festgesetzt: Der König trifft am 8. August zur Krönung in London ein. Am Morgen des 11. August findet vor dem Buckingham=Palast eine Parade der indischen Truppen statt, und danach begiebt sich der König nach Cowes zur Regatta. Nach Ansicht der Aerzte dürfte sich der König zur Krönung so wohl befinden, daß er den Zug durch London in der üblichen Weise unternehmen kann. Die Aerzte haben deshalb den Krankenwagen, in welchem der König den Buckingham=Palast verließ, zurückgeschickt. Die Hofbehörden erwägen, die Estrade in der Westminster=Abtei, auf welcher die Krönung stattfinden sollte, zu entfernen und die Königsstühle auf den ebenen Boden zu plazieren, um dem Könige die Anstrengung, mehrere Stufen zu ersteigen, zu eipenenn König Eduard plant Fünenbesuche?? Jetzt ist König Eduard auf einmal schon so gesund, daß nicht nur sich am 9. August krönen, sondern sogar im September den Zaren und Kaiser Wilhelm besuchen will. er des Oberst Schiel's Heimkehr. Unter den gestern in Queenstown gelandeten Passagieren Dampfers„Avondale Castle" befand sich auch Oberst Schiel, der zwei Jahre in St. Helena als Gefangener zugebracht hat und sich demnächst nach Deutschland begiebt. Zum Ableben Ledochowskis. Gestern nachmittag wurde in Rom die Leiche des Kardinals Ledochowski in der schwarz ausgeschlagenen Kapelle der Propaganda feierlichst aufgebahrt. Kapuziner halten die Totenwache. Am Freitag nachmittag wird die Leiche des Kardinals in stillem Zuge nach der Kirche Santo Lorenzo in Lucina verbracht werden, deren Titular Ledochowski gewesen ist. Dort wird eine Trauermesse abgehalten werden, alsdann wird die Beisetzung in der Kapelle der Propaganda in Varano erfolgen. Das Herz des Kardinals wird nach Gorki in Posen gebracht. Schließung der Klosterschulen in Frankreich. Viel böses Blut macht jetzt in Frankreich die vom Ministerium Combes angeordnete Schließung aller Schulen, die von katholischen Ordensgeistlichen und Ordensschwestern geleitet werden, deren Orden nicht die staatlichen Vorschriften für ihre Existenz anerkannt haben; besonders groß ist die Aufregung unter der Landbevölkerung. Auf die Frage: wo bleiben die Schüler der Kongregationsschulen nach deren Schließung? wird folgende Antwort gegeben: Nach den letzten Berichten vom 1. Juli 1901 waren von 278006 Schülern der Stadt Paris in öffentlichen Schulen 186240 untergebracht, in weltlichen Privatschulen 28791 und in Kongregationsschulen 62975. Von diesen 62 975 Kindern fallen etwa 7000 auf solche Kongregations. schulen, deren Schließung jetzt zu erfolgen haben wird. In den Vororten von Paris sind die Zahlen folgende: Von den 26 000 Kindern, welche in Kongregationsschulen untergebracht sind, würden nach der Schließung derjenigen Schulen, die unter das Gesetz fallen, 3000 Schüler ausgeschlossen sein. Da nach den amtlichen Schulberichten alle öffentlichen Schulen voll besetzt sind, so würden bei dem Wiederbeginn des Unterrichts etwa 10.000 Kinder vom Unterricht ausgeschlossen sein, weil für sie kein Platz vorhanden ist. Seit 1898 schwebt im Pariser Gemeinderat bereits ein Plan, nach welchem 60 Mill. Franken für neue Schulen bereitgestellt werden sollten; bisher ist es aber bei dem Plan geblieben. Gelingt es der Regierung nicht, die 10000 Kinder in öffentlichen Schulen oder doch in weltlichen Privatschulen unterzubringen, so würden die Klerikalen und Nationalisten eine gute Waffe gegen die Regierung in der Hand haben. Die französische Regierung erklärt die Meldung des Pariser„Gaulois“ für unrichtig, daß Präsident Loubet mit dem Vorgehen des Ministerpräsidenten Combes gegen die Klosterschulen nicht einverstanden sei. Im Gegenteil billige Loubet vollständig die Regierungspolitik und sprach die Ueberzeugung aus, daß in wenigen Tagen Alles wieder ruhig sein wird. Wiederholt kam es bereits in Paris zu Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Regierung; mehrfach erfolgten Verhaftungen. Gestern gab u. a. die Abreise einer Anzahl Schulschwestern Anlaß zu Kundgebungen vor einer Kirche im Quartier Ternes. Die Manifestanten, Frauen und junge Leute, leisteten der Polizei, als diese gegen sie vorging, Widerstand, und mehrere Polizeibeamte wurden durch Stockschläge verletzt. Mehrere Personen wurden verhaftet, darunter die Deputierten Pugliesi=Conti und Archdeacon, die aber bald wieder entlassen wurden. Wie weiter aus Paris gemeldet wird, würden nach einer Erklärung des Deputierten Denys Cochin 800 Nonnen von Porcieux, welche sich gegenwärtig an der Ostgrenze befinden, nach dem Elsaß auswandern, da das Mutterhaus nicht in der Lage ist, sie aufzunehmen. Herforder Kreisnachrichten. (Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.) 24. Juli 1902. * Schöffengericht. In der gestrigen Sitzung führte Herr Gerichts=Afsessor Dr. Reining den Vorsitz. Schöffen waren die Herren Kaufmann Landwehrmann von hier und Kolon W. Niebuhr von Oetinghausen. Herr Polizei-Inspektor HohRoman von Dora Duncker. (2. Fortsetzung.)— 500(Nachdruck verboten.) unzählige Male schon war Hellwig auf dem Wege zu Weißholz gewesen, um ihn zu warnen, ihn anzuflehen, gleich ihm die Augen aufzuhalten, aber immer wieder war er umgekehrt. Zartsinn und Rücksicht hatten ihn zurückgehalten. Er scheute sich, dem Gelehrten die Arbeitsruhe, von der noch so viel Gutes zu erwarten stand, zu trüben oder gar zu rauben. Beinahe vom ersten Tage an, da Hellweg, kurz nach Eröffnung der Fabrik, eingetreten war, hatte sich zwischen ihm und dem um zehn Jahre älteren Weißholz ein ungewöhnlich herzliches Verhältniß entwickelt. Beide Männer waren gleichzeitig fremd nach Berlin gekommen, keiner von ihnen hatte irgend welchen Anschluß, und da sich's bald ergab, daß Weißholz am liebsten die späten Abendstunden dazu benutzte, seinen jungen Ingenieur in seine Pläne einzuweihen und ihn für deren praktische Ausführung auszubilden, so waren in den vier Jahren nicht viele Abende gewesen, an denen Hellweg nicht wenigstens ein Stündchen mit Weißholz an dessen Arbeitstisch gesessen hatte. Und diesen Mann, den er, der vaterlose, fast mit der Liebe eines Sohnes verehren gelernt, diesen Mann sollte er— und in manchen Stunden stand die entsetzliche Ahnung wie eine greifbare, unumstößliche Thatsache vor seinen Augen— um sein in heißem Bemühen Erworbenes bringen lassen? Oft waren Wochen vergangen, in denen diese quälenden Gedanken und Zweifel geschlummert hatten, da Hellweg ruhig seines Weges gegangen war. Aber jetzt seit Kurzem konnte er selten ihrer Herr werden. Von Tag zu Tag mißtrauenerweckender ward ihm Zeuners ganzes Wesen, und die Freundlichkeiten, mit denen er geraoe ihm gegenüber nicht kargte, waren ihm nahezu verhaßt. Hellweg hätte etwas darum gegeben, in offener Feindschaft mit diesem Manne leben zu können, hätte er nur einen greifbaren Grund dazu gehabt. Aber wohin er blickte— nichts— nichts. Aalglattentschlüpfte Zeuner ihm und jedem, der ihn einmal irgend zu halten glaubte muth vertrat die Awtsanwaltschaft. Folgende Strafsachen kamen zur Verhandlung: Der Kaufmann Karl H. von hier sollte das Vermögen seines Chefs, des Kaufmanns T. hier, durch einen fingierten Auftrag um 3 Mk. geschädigt haben. Das Urteil lautete auf eine Geldstrafe von 5 Mk. event. 1 Tag Gefängnis.— Der Arbeiter Heinrich W. von hier hatte sich derart dem Trunke und Müßiggange hingegeben, daß zum Unterhalte seiner Familie durch Vermittelung der Behörde fremde Hülfe hatte in Anspruch genommen werden müssen. W. wurde zu einer Haftstrafe von 4 Wochen verurteilt, zugleich wurde auf Ueberweisung an die Landespolizeibehörde erkannt.— Wegen derselben Strafthat hatte sich der Maurer Fritz Hd. von hier zu verantworten. Auch gegen diesen lautete das Urteil auf eine Haftstrafe von 4 Wochen und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde:— Der Arbeiter Wilhelm P. von hier hatte dem Handelsmann Gustav K. aus Brake i. L. am 9. Juni geholfen, die auf dem hiesigen Wochenmarkte nicht verkauften Kartoffeln in die Bierm. Scheune zu bringen. Hierbei ist ein Sack Kartoffeln verschwunden und in der Wohnung des Angeklagten wiedergesunden. V. will sich durch den Sack Kartoffeln für die geleistete Hülfe bezahlt gemacht haben. Der Bestohlene hatte aber die Arbeit anderweit bezahlt. Der Gerichtshof erkannte gegen P. auf einen Monat Gefängnis.— Der Knecht Wilheim M. von Falkendiek wurde beschuldigt, einen zur Absperrung eines verbotenen Feldweges dienenden Strohwisch entfernt und weggenommen zu haben. Es erfolgte kostenlose Freisprechung.—Wegen Beleidigung des Amtmanns v. d. Sch. erhielt der Kolon Fr. B. aus Elverdissen eine Geldstrafe von 150 Mk.— Der Färber Julius S. hier hatte sich wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung sowie der Arbeiter Emil Hn. hier wegen Körperverletzung zu verantworten; der Angeklagte S. wurde zu einer Geldstrafe von 15 Mk. verurteilt, G. wurde dagegen freigesprochen.— Der Schmiedemeister W. R. aus Stedefreund hatte mehrere Blumentöpfe seiner Schwester, der unverehelichten Marie R. aus einer Laube, deren Benutzung er seiner Schwester bestreitet, herausgeworfen und beschädigt. Er wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 3 Mt, verurteilt.— Am 4. Mai hatte im Tanzlokal des Wirts R. hier am Bahnhof eine Schlägerei stattgefunden zwischen mehreren Metzgergesellen und dem Arbeiter Gregor A. hier. Derselbe stand nun unter der Anklage des Hausfriedensbruchs und der Mißhandlung. Gleich beim Beginn der Schlägerei hatte der Wirt R. den Angeklagten A. in energischer Weise zum Verlassen des Lokals aufgefordert. Dieser Aufforderung ist A. nicht nachgekommen, hat vielmehr auf R mit einem Stuhle eingeschlagen und den Metzgergesellen mit einem Bierglase verletzt, dabei hat der Angeklagte selbst nicht unerhebliche Hiebe mitbekommen. Er hatte deshalb auch gegen mehrere Metzgergesellen Strasantrag gestellt, die Elöffnung des Verfahrens gegen diese war aber von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. A. wurde zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Für das städtische Gas=, Wasser= und Elektrizitätswerk ist zum 1. September die Stelle des Leiters neu zu besetzen. Näheres ist aus der betreffenden magistratlichen Bekanntmachung in der vorliegenden Nammer u. Bl. zu ersehen. ** Am neuen Töchterschulcebände wird z. Z. auf dem rechten Flügel das Dach aufgerichtet, am Mittelbau wird noch das dritte Stockweik hoch gezogen, so daß alsbald die Ueberdachung des ganzen Gebäudes erfolgen kann. * Taxameterdroschken. Der auf 10 Jahre giltige Vertrag des Unternehmers August Horstmann aus Bielefeld mit dem Magistrat unserer Stadt ist nunmehr abgeschlossen. Darnach hat sich Herr Horstmann verpflichtet, von morgen, Freitag ab vier Droschken hier in Herford in Betrieb zu setzen und zu unterhalten. Die Kutscher werden einheitliche Kleidung tragen. *.* Vom Bahnhofsneubau. In diesen Tagen sind auch die Arbeiten für die Ueberdachung des zweiten Bähnsteigs in Angiff genommen. = Die Giebelwand am Reckendorf'schen Hause in der Comthurstraße wird in kurzer Frist zeitgerecht wieder hergestellt sein. Herr Holzbildhauer Speer ist eifrig dabei, die morschen Stücke der Seitentäfelungen durch neue zu ersetzen und wit den alten Ocnamenten zu versehen, während Der Regulator in Hellwegs Arbeitszimmer schlug drei. Trotzdem es Hellwegs Tischzeit war, breitete der Ingenieur die bereits zusammengelegten Pläne, Zeichnungen und Schriftstücke noch einmal vor sich aus, als an seine Thür geklopft wurde, und ein Bureaudiener erschien. „Herr Zeuner läßt den Herrn Ingenieur bitten, sich auf ein paar Minuten in sein Privatkabinet zu bemühen.“ Hellweg stutzte. Er konnte sich dem Vorgefühl nicht entziehen, daß er einer entscheidenden Stunde entgegen gehe. Wohlan denn— ihm konnte es nur lieb sein. Klarheit, Wahrheit, und sei sie noch so theuer bezahlt! Das war von je an Hellwegs Lebensweiser gewesen. Er fand den Chef in seiner gewohnten jovialen, beinahe nachlässigen Art. Statt der aufgeregten Blässe, die Hellweg während der letzten Tage an ihm wahrzunehmen geglaubt hatte, war aber Zeuners Gesicht heute auffälliggeröthet. Nachdem die beiden Männer einander gegenüber in der Weise Platz genommen, daß Zeuner mit dem Rücken gegen das Licht saß, und einige nichtssagende Worte zwischen ihnen gefallen waren, fragte Hellweg nicht ohne Schärfe, aus welchem Grunde er hierher beschieden sei, und ob es nicht bessersei, sofort zur Sache zu kommen. Zeuner brauste auf. Der Wein, den er in reichlichen Mengen genossen, war nicht ohne Wirkung geblieben. „Sie sollten sich vor Allem einen andern Ton angewöhnen mein Herr,“ fuhr er Hellweg an,„wenn Ihnen an einer neuen Stelle gelegen ist. Ein Ingenieur mit einem so hochfahrenden Wesen, wie Sie es haben, findet nicht leicht sein Brot, und hier ist Ihres Bleibens nicht mehr!“ „Soll das heißen,“ antwortete Hellweg ruhig,„daß Sie mir in aller Form meine Anstellung bei der. Firma Zeuner und Weißzholz auflindigen?“ „Haben Sie vielleicht eine Erneuerung des Vertrages aus meinen Worten herausgehört?" lachte der Andere, durch Hellwegs Ruhe voll ständig außer Fassung gebracht, höhnisch auf. „Wenn es also eine Kündigung vorstellen soll, so erlaube ich mir, zu bemerken, daß Sie gar keine Brechtigung dazu haben.“ „Herr—.—“. Zeuner fing an, krampfhaft ne lachen. Natürlich habe in d#s nicht Ihr Kantrakt läuft noch zwei Herr Tischlermeister E. Quest eine sehr schöne stylgerechte Hausthür anfertigt. Die Malerarbeiten wird Herr Köller ausführen. Alle drei Meister wie auch der Besitzer selbst sind bestrebt, das ehrwürdige Alte zu erhalten und es doch den Zeitansprüchen anzupassen. Fahnenführung. Die Herren Minister des Innern und des Krieges haben durch Erlaß vom 26. v. Mts. genehmigt, daß der Kameradschaftliche Verein für den Bezirk der Kirchengemeinde Stiftberg eine Fahne führen darf. zub Das nächste Konzert des Bielefelder städtischen Orchesters(Direktion: Königl. Musikdirektor Ochs) wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Monats August auf unserem schönen Schützenberge stattfinden. Da bis dahin die ferienlose Zeit vorüber ist, wird dann wohl auch die Nachfrage nach Abonnements auf diese Konzerte entsprechend reger werden. Zur Warnung für Eltern. Ein Bierknecht der Brauerei Felsenkeller war vorgestern zwischen Bielefeld und Hersord mit dem Fuhrwerk unterwegs, als in der Nähe des Hellingskruges ein kleiner Junge, namens Heidemann, in das Schiff des Wagens stieg und eine Strecke weit mitfuhr. Nach einiger Zeit wollte der Junge sich wieder entfernen, wurde aber von den Hinterrädern des Wagens erfaßt und sofort getötet. Dem Führer des Wagens ist keinerlei Schuld an dem Unfalle beizumessen. *** Falsche Fünfmarkscheine sind im Umlauf. Sie sind so vorzüglich gemacht und anscheinend künstlich„gealtert", daß man sie nur bei besonderer Aufmerksamkeit erkennt. Die Fasern sind aufgezeichnet und nicht ins Papier eingepreßt. Die Nummer erscheint etwas verwischt. Jedenfalls ist Vorsicht bei der Annahme der Fünfmarkscheine anzuraten. m Gerichtliches. Der wiederholt, allein wegen Körperverletzung achtmal vorbestrafte Maurerpolier Gustav Lemkuhl von hier, welcher z. Z. eine viermonatliche Gefängnisstrafe verbüßt, hatte am 14. und 17. März in dem Hause, worin die Arbeiter Rennekamp und Wulfmeyer hier wohnen, in ganz gefährlicher Weise gehaust, indem er auf diese mit Beil und sogar mit einer Bratpfanne in ganz unbarmherziger Weise losgeschlagen und verletzt hat und sie das alles, weil die Leute sich in seine Familienangelegenheiten eingemischt haben sollen. Die Strafkammer, welche sich gestern mit dieser Sache beschäftigte, erkannte gegen L. unter Einziehung der noch zu verbüßenden 4 Monate Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung in 4 Fällen sowie wegen Bedrohung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis. Steckbrieflich verfolgt wird der Matrosen=Artillerist Bünger von hier, der bei der 2. Komp. II Matr.=Art.=Abt. in Wilhelmshaven diente, wegen Fahnenflucht und gefährlicher Körperverletzung. B. ist 21 Jahre alt, 1,70 Mtr. groß, hat blaue Augen, spitze Nase, längliches Gesicht und dunkelblondes Haar. * Mit dem Roggenschnitt ist auch bereits in verschiedenen Gemeinden unseres Kreises begonnen. So sahen wir in Herringhausen und Oetinghausen fleißige Schnitter und Schnitterinnen des Feldes reiche Frucht mähen. Im vergangenen Jahre begann die Ernte reichlich 14 Tage früher. In den Markthallen stellten sich heute die Preise der Produkte wie folgt: Rindfleisch 60—65 Pfg., Schweinefleisch 70—80 Pfg., Hammelfleisch 60—65 Pfg., Nierenfett 40—50 Pfg., Butter Pfd. 1,00 Mk., Eier Pfd. 50 Pfg., junge Wurzeln Bd. 15 Pfg., Porree Bd. 5 Pfg., neue Kartoffeln 7 Pfg. p. Pfd., Zwiebeln Pfd. 20 Pfg., Blumenkohl 35—45 Pfg, Schnittsalat Portion 10 Pfg., Kopfsalat 3 Stück 10 Radieschen Bund 10 Pfg., Streifrüben 5 Bund 10 Pfg., Gurken Stück 30 Pfg., Kirschen Pfd. 30 Pfg., Stachelbeeren Pfd. 30 Pfg., Erbsen 10—12 Pfg., Großebohnen Pfd. 8 Pfg., Wirsing Pfd. 20 Pfg., Bickbeeren Pfd. 20 Pfg., Johannisbeeren Pfd. 20 Pfa., Birnen Pid. 40 Pfg. r Elverdissen, 23. Juli. Geistesgestört. Heute nachmittag wurde hier bei Kolon Hellemann ein junger Mensch angetroffen, welcher anscheinend geistesgestört ist. Herkunft wie Namen konnten nicht festgestellt werden. Herr Polizeidiener Linnenbrügger brachte den Bedauernswerten nach dem Vorsteher Detering, wo er vorläufig Unterkunft gefunden hat. Jähre— aber Sie sollen nicht zu kürz kommen, Herr Ingenieur—— ich werde nicht knausern—nein, gewiß nicht— ich werde Ihnen eine bedeutende Abstandssumme zahlen—.— von übermorgenab— alle Tage— jede Stunde, wenn Sie wollen— das Geschäft wird es abwerfen— und dann, lieber Hellweg— wenn ich vorher erwas aufgeregt war——“ Hellweg machte eine unendlich geringschätzige Bewegung. Ihn selbst wollte man also ohne jeden sichtbaren Grund urplötzlich beseitigen, und Zeuner glaubte von übermorgen ab, trotz der von ihm so oft betonten Geschäftsmisere, über große Summen verfügen zu können. Noch freilich fehlte Hellweg die vermittelnde Linie zwischen diesen beiden Punkten, noch konnte er sich kein Bild von der Sachlage machen, aber immerhin, es waren doch ein paar Anhaltspunkte gefunden. „Darf ich Sie ersuchen, mir den Grunddieser plötzlichen Kündigung mittheilen zu wollen?". „Wir werden uns auf kaum die Hälfte des Personals beschränken müssen— und vor Allem“— mit einer Verneigung gegen Hellweg—„eine so kostbare Kraft länger halten zu können, übersteigt ganz und gar unsern Etat. Das Geschäft ist in stetem Rückgang begriffen— die schlechten Zeiten— kurz, Sie müssen einsehen, mein lieber Hellweg.“— Zeuner hielt ihm die schlanke, nervöse Hand hin.„Wir brauchen ja deshalb nicht als Feinde zu scheiden“, er ließ die Hand wieder fallen, da Hellweg keinerlei Bewegung gemacht hatte, sie zu ergreifen,„sagen Sie kurz:„Ich bin einverstanden — und die Sache ist erledigt. Ihren gerechten Forderungen werde ich dann schon entgegenkommen.“ Es lag soviel angstvoll Drängendes in Zeuners Art, daß eine boshaftere Natur als Hellweg darin geschwelgt haben würde, den Geängstigten noch länger hinzuhalten. Hellweg aber wußte jetzt, was er vorerst wissen wollte. „Ich bedauere, Ihren Wünschen nicht willfahren zu können, Herr Zeuner, ich nehme die Kündigung nicht an.“ „Herr— das— das ist—“ „Darf ich bitten, mich aussprechen zu lassen? Ich nehme die Kündigung nicht an, ehe sie mir nicht auch von Seiten meines anderen Chefs— von dem seltsamer Weise in Ihrem ganzen Gespräch heute noch nicht die Rede gewesen— zugegangen ist Mein Anstellungsvertrag ist von der Firma Zeuner i Enger, 23. Juli. Kleinpflaster. Wie nunmehr bestimmt verlautet, soll die Bielefelderstraße bis zum Kaufmann Aug. Brüggemann, soweit dieselbe noch nicht gepflastert ist, auch Kleinpflaster wie die Opferfeldstraße erhalten. Zu beiden Seiten wird die Straße Bordsteine erhalten und haben sich die Anwohner größtenteils bereit erklärt, demnächst Trottoir anzulegen.„ n Enger, 24. Juli. Zum Kram= und Viehmarkt. Dem diesjährigen Sommermarkt, auch Kirschenmarkt genannt, ergeht es insofern übel, als der Zeitpunkt der Abhaltung zu Zweifeln Veranlassung gegeben hat. Während bei der Behörde als festgesetzter Tag der 24. Juli bekannt ist, hielten die reisenden Gewerbetreibenden den 23. Juli für den Tag des Marktes, weil eben der Kalender letzteren Tag als Markttag für Enger bezeichnete. Es hatte sich deshalb eine stemliche Anzahl auswärtiger Marktreisende schon gestern hier eingefunden; auch verschiedene auswärtige Viehhändler waren Ischienen. Wie es kommt, daß in den Kalendern ein anderer Lag als Markttag verzeichnet ist, als der von der Behörde lestgesetzte, bleibt noch aufzuklären. Die hiesige Polizei=Verwaltung hat sofort, als der Irrtum seitens der Gewerbetreibenden bezügl. des Tages bekannt wurde, die nötigen Schritte gethan, um den Marktleuten nach Möglichkeit AufLärung zu geben. Einige der gestern hier schon anwesenden Budenbesitzer, wie z. B. Kuchen= und Spielwarenbuden, hatten ihre Waren zum Kauf ausgestellt, jedoch war ihr Verdienst ein sehr geringer, da fast gar keine Käufer erschienen. Hoffentlich werden die Gewerbetreibenden und Händler am heutigen Tage— dem eigentlichen Markttage— durch reichlichen Verdienst für gestern mit entschädigt. Bemerkt sei noch, daß auch bezüglich des Oktober=marktes in den Kalendern ein falsches Datum verzeichnet steht. Dieser Markt findet bereits am 24. Oktober statt. Die Kalender haben das Datum aber irrtümlich auf den 30. Oktober festgesetzt. Westfalen und Nachbarstaaten. in Detmold, 24. Juli. Sommertheater. Morgen, Freitag, gelangt hier am Sommertheater Gerhard Hauptmanns Drama„Michael Kramer“ zur Aufführung. Diese sensationelle Novität dürfte auch viele auswärtige Besucher anziehen. Die gesamte Presse hat sich günstig üver das Stück geaußert. Sonntag giebts die alte, stets gern gehörte Posse„Lumpaci Vagabundus“ mit dem Großherzoglichen Hofschauspieler Willy Giesecke als Gast. Anfang 8 Uhr abends. Preise der Plätze: 1.50 und 1 Mk.; im 75 Be. 41 in der Hinrichs'schen Hofbuchhandlung 1.25 und Rhaden, 23. Juli. Großer Kassendiebstahl. i bedeutender Kassendiebstahl ist gestern in der hiesigen Amtskasse entdeckt worden. Aus dem im Schlafzimmer des Rendanten stehenden Geldschranke sind 20400 Mark in Gold, Silber und Papiergeld entwendet. Wahrscheinlich ist Diebstahl bereits Sonntag ausgeführt, da an diesem Tage das Haus zeitweise unbewacht war. Von dem Thäter fehlt jede Spur. * Osnabrück, 22. Juli. Ein Elefant zieht die Notleine: Eine höchst merkwürdige Fahrtunterbrechung hatte ein nach Hamburg fahrender Zug kurz vor der hiesigen Stanon. Es wurde plötzlich die Notleine gezogen, und als der Zug hielt, vermochte man nicht festzustellen, wer der Urheber des Signals gewesen war. Plötzlich wurde die Leine abermals gezogen, und nun entdeckte man, daß der Missethäter ein Elefant war, der für den Zirkus Busch nach Hamburg transportiert wurde. Das Tier hatte seinen Rüssel durch eine Oeffnung seines Wagens gesteckt und die Leine, die seine Neugierde erregte nicht klor", Trudel erwiderte:„Nein, das geht verkehrt.“ Gleich darauf fuhr die„Hansa“ in den„Primus“. Es war 12 Uhr 20 Min., etwa 50 Meter oberhalb des Nienstedtener Leuchtfeuers. Der„Primus“ trieb bis zum Leuchtfeuer durch die Ebhe zurück und sank dort. Die„Hansa“ konnte unmöglich die roten Lichter des„Teut" und des„Primus“ sehen. Sollten von der„Hansa“ rote Lichter gesehen worden sein, so könnten es nur nach meiner Ansicht die roten Lichter vom Nienstedtener Leuchtturm und der Nienstedtener Landungsbrücke gewesen sein. Von Bord meines Schiffes„Teut" und des„Primus“ können nur das grüne und das Toplicht gesehen worden sein.„Teut" kam erst um 1 Uhr flott und konnte nichts mehr zur Rettung thun. Bald nach dem Zusammenstoß, als die Hilferufe verstummt waren, passierten noch mehrere Vergnügungsdampfer mit voller Musik die Unfallstelle, ohne zu ahnen, wos sich eben zugetragen hatte. Der Führer des„Teut“", Trudel, ist heute vom Seeamt als Zeuge geladen worden. Der Führer des„Primus" hält seine vorgestrigen Aussagen aufrecht, er habe seinen Kurs nicht geändert. Auf das Vorhalten, daß die„Hansa“ einen so großen Tiefgang habe und gar nicht so nahe an Land fahren konnte, erwiderte Peters, die„Hansa“ habe früher als Eisbrecher gedient und habe nur hinten 14 Fuß Tiefgang; übrigens sei die Ufertiefe verschieden und falle ganz plötzlich steil weg. „* Die Hebung des Dampfers„Primus“ ist gestern zum Teil gelungen. Bei letzter Ebbe wurden die von den drei Hebebäumen der Bergungsschuten aus unter dem gesunkenen Dampfer angebrachten Ketten straff gespannt. Allmählich hoben sich dann mit der Flut die Schuten und der in den Ketten hängende Dampfer. Kurz vor Hochwasser wurden die Verankerungen der Schuten gelöst und die Schuten von dem Bergungsdampfer ins Tau genommen, um den nun frei vom Grund schwebenden Dampfer weiter elbaufwärts in flacheres Wasser zu bringen. Die Absicht gelang nicht ganz. Da einer der Hebebäume zu brechen drohte, mußte etwa 50 Meter aufwärts von der Unfallstelle die Fahrt eingestellt, und mußten die Schuten wieder zu Anker gebracht werden. Abends sollen mit der Flut die Bergungsarbeiten fortgesetzt werden. Der Dampfer ist, da er fast gekentert ist und Mast, Schornstein und Kommandobrücke nicht erschwerend in Betracht kommen, ziemlich dicht unter den Schuten aufgefangen. Hierdurch wird es ermöglicht, daß der Dampfer ziemlich hoch auf den Strand gesetzt werden kann. Voraussichtlich wird der Dampfer in der Nähe der Elbschloßbrauerei auf den Strand gesetzt, da sich dort eine sehr flache Stelle befindet. Bei der Anbringung der Ketten unter dem„Primus“ versuchte der Taucher in die Kajüten einzudringen, um festzustellen, wie viele Leichen sich noch dort befänden. Bei der Lage des Dampfers mußte dieser Versuch aber aufgegeben werden. Gesehen hat der Taucher eine Frauenleiche, die in dem Treppengeländer des Eingangs zur Kajüte festgeklemmt war vorftehenden körperlichen Wiederkunft Christi zur Gründung eines irdischen Reiches und von der Verpflichtung zur Verweigerung des Kriegsdienstes zu predigen. Dr. Dowin, der vor einiger Zeit geweissagt hatte, wenn die Heilsarmee ihm Widerstand leiste, werde sie zerstückelt werden, fieht in der Unterwerfung der nächsten Angehörigen des Generals Booth die Erfüllung seiner Prophezeiung. Die beiden Exoffiziere sind vorerst nach Chicago übergesiedelt. Das„Journal religieux de la Suisse romande" veröffentlicht den Brief der „Marschallin“ Katherine Booth,— in dem sie sich von ihrem Vater verabschiedet:„Da ich für Arthur,— in dem ich einen besonders berufenen und hervorragend begabten, mächtigen Gottesmann sehe— und für mich selbst, wie Du seit Jahren weißt, größere Freiheit wünsche, entschließe ich mich nach reiflicher Ueberlegung und vielem Beten mit blutendem Herzen, aus der Heilsarmee auszutreten.... Ich hoffe durch diesen Schritt dieser armen verlorenen Welt, in deren Dienst ich nach meinem Gefühl in den letzten Jahren mein Leben hätte besser anwenden können, zu größeren Segen gesetzt zu werden. Deine ewig Dir verbundene Tochter Katherine Booth=Clibborn.“ — Man glaubt, daß sie viele ihrer bisherigen Anhänger nach sich ziehen werden. Die Trauer im Burenlande. Aus Pretoria wird geschrieben, daß man dort nicht einen einzigen Bur und keine einzige Burenfrau sieht, die nicht Abzeichen der Trauer um die im Felde gefallenen nahen Verwandten trügen. Die Buren, die vom Felde einrückten und ihre Gewehre abgaben, hatten alle Trauerflore um die alten verwitterten Hüte gewunden. Es galt da den Vater, oder den Sohn, oder die Brüder zu betrauern. Ein junger Bur erzählte auf eine an ihn gerichtete Frage, im Dezember 1899 sei er mit dem Vater und zehn Brüdern in den Krieg gezogen. Der Vater sei 55, der älteste Bruder 34 und der jüngste 12 Jahre alt gewesen. Von diesen zwölf Verteidigern des Vaterlands sind nur drei übrig geblieben; die anderen liegen in allen Teilen der früheren Republiken auf dem Feld begraben. Der schwerste Mann der Welt, Henry Morris Cannon, ist jetzt in San Franzisko gestorben; er war der Inhaber des besuchtesten Biersalons der Stadt am Goldenen Ther. Der Verstorbene, ein vor etwa fünf Jahren nach der neuen Welt ausgewanderter Bürger Zürichs, hatte im Verlaufe des letzten Dezenniums das ansehnliche Körpergewicht von 306 Kilogramm angenommen. Einst gehörte Mr. Cannon zu den gewandtesten Ringkämpfern und Kraftmenschen. Während seiner letzten Lebenszeit aber war er froh, wenn er noch so viel Kraft aufbieten konnte, um sich selber vom Fleck zu beemannlichen Größe von 5 Fuß 10½ Zoll. ft aufbieten konlteg ur . wegen. Bei der nicht ungewöhnlichen, Größe von 5 Fuß 10½ Zoll besaß der Mann einen Leibesumfang von 96 Zoll. Jedermann blieb auf der Straße stehen, sobald der dicke Cannon sich zeigte. Vermischtes. eine Sefsnung seinen seine Neugierde erregte, gezogen. * Bremen, 23.Juli. Neues Kanal= und projekt. Der Senat beschloß die Anlage eines größeren Binnenhafens am linken Weserufer, der zugleich eine Verbindung mit dem geplanten Mittellandkanal herstellen würde. * Essen, 23. Juli. Der japanische Prinz matsu hat sich heute vormittag von zum Besuch der Ausstellung begeben. nach Berlin weiter. sche Prinz KoHügel nach Düsseldorf Von da aus reist er Aun- grun auf der Elde.#Im Es laufen noch fortwährend Nachträge zur Vermibfgig liste bei der Eilbecker Zentralstelle ein; als vermißt sind.9'? gestern nachmittag 4 Uhr noch 6 Personen angegeben. gestern noch als vermißt gemeldete Person hat sich als geretgemeldet. Die Zahl der Vermißten beträgt bis Die 117. Die amtliche Totenliste weist jetzt 25 Namen ap Ein unbeteiligter Zeuge der Katastrophe ist der Fu# der Barkasse„Teut", der in nächster Nähe des####gaber uhr. Der Führer der Barkasse, Trudel und der verselben, Hagen, standen beide am Steuer. Letzterer 1“6 ius: Unsere Barkasse hat an Bord meinen Sohn“„ach unge Leute, wir kamen von einer Vergnügungstont Falkenthal. Obgleich ich hätte rechts fahren müssen, su)“. vie es üblich ist, dicht am Ufer, um den Ebbestron chwächen. Als ich das Wrack des„Lemnos" passiert9 am von der anderen Seite des„Lemnos“ der ur- de sach dem nördlichen Ufer und fuhr gleichfalls dicht am der„Primus“ fährt sonst schneller als meine Barkasse, a die Leute sich auf dem Dampfer hin und her kuhm, par bald das rechte, bald das linke Rad aus dem Wasser: der„Primus“ fuhr dann langsamer und deshalb'“““ vom nmer etwa 15 Meter von einander entfernt. Quera tienstedtener Leuchtfeuer machte ich Trudel auf die in mmende„Hansü“ aufmerrsam und sagte zu ihm: Weißholz unkerzeichnet, sobald auch Oge, Feherftändlich als hen heißt, betrachte ich den Vertrag selbstverständlich löst, bis dahin muß ich bedauern Rlick auf den Und mit einem letzten, unendlich verächtlichen gus der nzlich fassungslos Dastehenden, schritt,„grelyrtwport rang, für, ehe Zeuner, der noch immer nach einer Antwort rang, Wort gefunden hatte.(Fortsetzung folgt) Veruntreuung bei der Seehandlung. Die königliche Seehandlung in Berlin teilt über die Unterschlagung folgendes mit: Der bei uns angestellte Kassendiener Friedrich Wagner, am 11. Januar 1867 in Groß=Pillkallen geboren, bisher Dieffenbachstraße Nr. 30 mit seiner Ehefrau wohnhaft, ist gestern nach Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von 57 000 zek., die er bei verschiedenen Bankinstituten einzukassiren hatte, flüchtig geworden und hat sich höchstwahrscheinlich nach dem Auslande gewandt. Daß eine strafbare Handlung vorliegt, geht unzweifelhaft aus dem Umstande hervor, daß Wagner im Kaufe der gestrigen ersten Nachmittagsstunden durch die Post an seine Ehefrau und verschiedene Freunde, denen er Geld schuldete, zum Teil erhebliche Beträge übersandte. Er hat in letzter Zeit stark gespielt und dürfte durch Spielverluste zu der That gedrängt worden sein. Er stand früher als Unteroffizier zehn Jahre lang bei einem ostpreußischen Kavallerie=Regiment, spricht einen ganz ausgesprochenen littauischen Dialekt, hat stramme, soldatische Haltung, schwarzes, kurzgeschorenes Kopfhaar, starken schwarzen Schnurrbart und schwarze, etwas schiefstehende Augen. Er trug bei seinem Verschwinden einen braungrünen Jacketanzug und einen schwarz=weißen Strohhut — Wie von sachverständiger Seite mitgeteilt wird, ist die Möglichkeit zu den Unterschlagungen bei der Seehandlung durch veraltete Elnrichtung des Instituts vermöglicht worden, das nicht dem sonst die Effektenlieferungen und Zahlungen in der Berliner Bankwelt vermittelnden Berliner Kassenverein angehört, sondern den Verkehr durch ihre Boten besorgen und die Zahlungen nicht mit Checks, sondern in Bar regulieren läßt. Ein Bahnzug entgleist. Auf der Preetzer Chaussee, beim Uebergang der Schönberger Bahn, wurde laut Meldung aus Kiel ein Landfuhrwerk von einem Eisenbahnzuge überfahren, wobei der Kutscher schwer verletzt, die Pferde getötet wurden. Die Lokomotive des Bahnzuges ist entgleist und eine Verkehrsstörung eingetreten. Eisenbahnunglück. Gestern früh zwischen 5 und 6 Uhr stießen zwei Güterzüge auf der Strecke DiedenhofenDeutsch=Oth zusammen. Sieben Wagen und die beiden Maschinen wurden zertrümmert. Vier Beamte wurden verletzt, zwei davon schwer. Selbstmord im Vorraum einer Kirche. In Helgoland hat sich ein Badegast namens v. Hohenfeld aus Cöthen im Vorraum der Kirche durch den Kopf geschossen. Er war sofort tot. Vor seiner That hatte er einen Brief an den Pastor abgeben lassen. Eine Spaltung in der Heilsarmee. Aus der französischen Schweiz wird der„Tägl. Rundsch.“ geschrieben: Die Höchstkommandierenden der Heilsarmee gehen zu den Gebetsheilern über! Schwiegersohn und Tochter des Generals Booth, Kommissär Arthur=Sidney Boots=Clibborn und„Marschall Katherine Booth=Clibborn, bisher die Vorkämpfer der Heilsarmee in den Ländern französischer Zunge, haben ihre hohen Aemter niedergelegt und sich vom Vater und Schviegervater getrennt, um sich an Dr. John Alexander Dowin anzuschließen, nachdem General Booth ihnen nicht erlaubt hatte, unter der Flagge der Heilsarmee von der Gebetsheilung, von der beMeteorologische Station Herford. Witerungsbgricht, vom 24. Juli. Höchste Temperatur des Vortages: 16,70. Niedr. Temperatur in der Nacht: 6,80, Temperatur um 7 Uhr vorm.: 13,8°. „„11„„ 18.70 Luftdruck um 7 Uhr vorm.: 754.1 mm. Tägliche Niederschlagshöhe: 1,6 mm. Wind: Schwacher SW. Himmel: Bei schwachen südwestlichen Winden und geringer Wärmezunahme vorwiegend bewölkt, zeitweise heiter. König 24. Juli. Georg erkrankt. Dresden, 24. Juli. König Georg von Sachsen ist seit vorgestern ziemlich ernst erkrankt. Den gestrigen Tag hat der König gut verbracht, das Bett darf er jedoch noch nicht verlassen. Das Fieber hat nachgelassen, auch war Appetit vorhanden. In Kreisen, die dem König nahe stehen, hält man den Zustand desselben nicht für unbedenklich, da der hohe Patient an einer Herzaffektion leidet. Eine unmittelbare Gefahr besteht jedoch nicht. Zum Abschluß des Leipziger Bankprozesses. Leipzig, 24. Juli. Exner hat gegen das gestrige Urteil Revision eingelegt, Dr. Gentzsch hat sich dasselbe noch vorbehalten. Zum Schiffsunglück auf der Unterelbe. Hamburg, 24. Juli. In Nienstedten wurden gestern noch 7 weitere Leichen geborgen. Nach amtlicher Schätzung sollen noch 80(:) Leichen sich in der Elbe befinden. Hamburg, 24. Juli. Der Dampfer„Primus“ wurde bei Hochwasser durch die Taucher wieder etwas höher gehoben und etwa 50 Meter näher an die Landungsbrücke von Nienstedten gebracht. Prüfung der Urteilssprüche in Südafrika. London, 24. Juli. König Eduard stimmte der Einsetzung einer königlichen Kommission zur Prüfung der Urteilssprüche des Kriegsgerichts in Südafrika zu, die berichten soll, ob es ersprießlich ist, die Strafen zu erlassen oder zu mildern. Die Schließung der Klosterschulen. Paris, 24. Juli. Morgen findet im Elysee ein Ministerrat unter Loubets Vorsitz statt, in dem Ministerpräsident Combes das Ergebnis der bisherigen Schließung der Klosterschulen mitteilen wird. Bisher wurden insgesamt 750 solcher Schulen geschlossen; noch 1700 andere werden folgen. Wie verlautet, wird die Regierung im Oktober dem Parlamente ein Gesetz vorlegen, das die Erteilung des öffentlichen Unterrichts überhaupt für ein Staatsmonopol erklärt. „Odol“ ist aller schönen Zähne Anfang! Verantwortlicher Redakteur: Paul Sattler, für den Inseratenteil verantwortlich: Georg Bese, Druck und Verlag: Christian Quentin, sämtlich in Herford. (Redaktion und Expedition: Brüderstraße 21, am Gehrenberg.) Heute, Donnerstag, 24. Juli 1902: Grosses Gartenfest 4466 auf dem Schützenhofe. Italienische Nacht. Glänzende Beleuchtung. Grosses Brillant-Feuerwerk. Grosses Konzert und Ball. Die Musik wird ausgeführt von der bedeutend verstärkten Düngel'schen Kapelle.— Entree zum Konzert und Ball 50 Pfg. Anfang 8 Uhr. Die Mitglieder der Gesellschaft werden zu reger Teilnahme freundlichst eingeladen. Statt besonderer Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern abend 8 Uhr meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel, den Formstechermeister Christ. Gronemeyer nach langem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. 486g Herford, Bielefeld, Gütersloh, Friedrichsdorf, 24. Juli 1902. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, 27. Juli, nachmittags 3½ Uhr statt. Gestern abend 7 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Fabrikant Rudolf Kopka im 43. Lebensjahre, welches Freunden und Bekannten tiefbetrübt anzeigt 484g Im Namen der Hinterbliebenen: Clara Kopka, geb. Bauer. Die Beerdigung findet statt am Sonnabend, den 26. d. Mts. nachmittags 4 Uhr. Vorfeier im Hause 3¾ Uhr. Herford. den 24. Juli 1902. Schmerzlich berührt durch das am Mittwoch abend so frühzeitig erfolgte Hinscheiden unseres lieben hochverehrten Chefs 485g Herrn Rudolf Kopka betrauern wir in demselben einen mit wohlwollender und fürsorglicher Gesinnung ausgestatteten Mann, dessen Andenken unauslöschlich bei uns bleiben wird. Das Kontorpersonal, die Meister u. Arbeiter der Firma Gustav Kopka. Königl Preuss. 207. Klassen-Lotterie. Die Erneuerung der Loose zur 2. Klasse hat mit Vorlegung des Vorklassenlooses, bei Verlust des Anrechts, bis zum 5. August, abends 8 Uhr, planmäßig zu geschehen. Wessel, Königl. Preuß. Lotterie=Einnehmer Modersohn,„„„ 416g Den Verkauf meines rühmlich bekannten und Vogelfutters habe ich Herrn Ebmeyer, Radewigerstraße Nr. übertragen. 295g Wilhelm Scharff. 31 Gottfr. Fischer, Gütersloh. Technisches Geschäft. Maschinen u. Werkzeuge. 422g Sämtliche Artikel für Fabrikbedarf. Spezialität: Press Formen (Mundstücke) für Ziegelpressen, für allé Provile u. Thonverhältnisse. Rationelle Ziegelei-Einrichtungen. a. Weinessig sowie sämtliche Gewürze in hochkfeinen Qualitäten empfiehlt 4476 Heinrich Nolting. Feinsten Salatöl empfiehlt billigst 460g Heinrich Rolting. Billige Handschuhe! Ein Posten weiße Damen Glacé=Handschuhe mit farb. Ausstattung gebe um vollständig zu räumen das Paar zu Mk. 0,90, 2 Paar zu Mk. 1.50 ab. Früherer Preis Mk. 1,75—2,75. Hermann Braemer 455g Gehrenberg 2. Zu der herannahenden Ernte bringe ich hiermit meine an der Salzuflierstraße belegene Drescherei s in erinnernde Empfehlung. Ernst Danielmeyer. 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